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        9* Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblaite verbundene Unterhallungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboune mentsprets betragt vierteljahrlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren NRaum, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
98 1. Dienstag, den J. Januar 1878.

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Deutsches Reich.

Berlin, 28. Dez. Der Reichßkanzler hat dem Bundesrath
eine im Reichseiserbahnamt ausgearbeitete Denkschrift, betreffend die
Fiuführung eines neuen Eisenbahn-Frachtbrief⸗-Formulars und die
damit zusammenhängende Adänderung des 8 50 Ziff. 7 des Be—⸗
riebsreglements für die Eisenbahnen Deutschlands vom 11. Mai
1874, zur Beschlußnahme vorgelegt. (Reichsanz.)

Zur inneren Krisis in der Leitung des

Reichzund Preußens schreibt die freikonservative ,Post“,
welcher der Minister Friedenthal sehr nahe steht: „Wir bedürfen
keines Systemwechsels, wohl aber neuer Leute, nicht als Träger
aeuer Ideen, sondern als arbeitsfähige Kapazitäten, die mit den
Ideen der seit 12 Jahren befolgten Politik einderstanden, den wich⸗
tigen gesezgeberischen Abschluß erstreben. Wir bedürfen neuer
Maßregeln, um Organisationen zu schaffen, welche auch dann wirk—
sam fein müssen, wenn Bismarck vom Schauplatz abgetreten sein
wird. In unserer schnelllebigen Zeit ist es nicht möglich, auch noch
so verdienstvolle Persönlichkeilen in wichtigen Staats⸗ und Reichs—
uͤmtern länger zu halten, als ihre Leiftungsfähigkeit reicht. Eine
peränderte Organisation der Reichsbehörden ist ein unabweisbates
Bedürfniß, wenn nicht eine vollstandige und höchst verderbliche
Stagnation eintreten soll. Es erscheint undurchführbar, im preu⸗
bischen Staat eine Steuerreform durchzuführen, ohne im Reich den
Anfang zu machen mit einer entsprechenden Zoll⸗ und Handelspoli⸗
uik. Eine Reichseisenbahnpolitik hat sich als ohnmächtig erwiesen,
so lange als nicht ihr Träger der Chef des preußischen Eisenbahn⸗
vesens ist. Auf dem Gebiete der Just'zorganisation macht sich der
trasseste Partikunarismus breit, so lange das Reichsjustzamt für
den preußischen Staat eben so wenig Bedeutung hat wie füc das
önigreich Sachsen oder für das Fürstenthum Reuß. Wenn die
Minister der Einzelstaaten ihre Stellung im Bundesrath auf die
Dauer als etwas Gleichgiltiges, Untergeordnetes ansehen, so wird
mit Naturnothwendigkeit dieses Inftitut mit der Zeit zur Bedeutung
des seligen Bundestages herabsinken. Schon jetzt zeigt diest Be—
hörde Symplome eines vorzeitigen marasmus senilis. Die wichtig—
den Reichzämter münen bekleidet werden von den einflußreichsten
Prinistern der Einzelstaaten Id. h. natürlich Preußens. Anmd. Fr.
Z.]. wenn sich nicht ein schädlicher Angtagonismus oder eine chronische
Atrophie dis Rechs und seiner Instttullonen entwickeln soll. Wir
erwarten vom neuen Jahr ueue Männer und neue Maßregeln.
Beide kann uns Fürst Bismarck bringen, wenn er, von der Noth⸗
vendigkeit durchdrungen, sie ernstlich will mit der ganzen Kraft
seiner gewaltigen Persönlichleit.“
RKusland.
Wiemn, 28. Dez. Der „Polit. Korresp.‘ wird aus Bukarest
jemeldet: Der rumänische Minister der auswärtigen Angelegenheiten
tichtete am 26. d. telegraphisch eine Cirkulardepesche an die rumä—
nischen Agenten im Ruslande, in welcher als ein neuer Bewes für
die Art der Kriegführung der türkischen Armee und ihrer Achtung
por der Genfer Konvention die Uebergabe Plewnas angeführt wird,
vo im Augenblicke der Kapitulation Osman Paschas nicht ein ein—
jiger ver oundeter oder gefangener tmänischer Soldat vorgefunden
vorden sei, trotz der Versicherung Osman Paschas gegenüber der
Pfotte, daß sich mehr als 300 rumänische Soldalen in seinen
händen befänden. — Einer weiteren Meldung der genaunten Korre—
pondenz aus Bularest zufolge dehrt Fürst Katl demnächst zu den
zegen Widdin oprerirenden rumänischen Truppen zurück. Das Haupt
juartter soll nach Pojana dei Lompalanka gelegt werden. Widdin
ioll gut verproviantirt, dagegen die Besatzung verhältnißmäßig
ichwach sein.

Wien, 29. Dez. Das „Fremdenblait“ dementirt ebenfallßz
zdie Meldungen über eine Wiederaufnahme der handels⸗ politischen
Berbindungen mit Deutschland und betont, daß der ungarische
Ministerpräsident v. Tisza lediglich in Familsenangelezenheiten nach
derlin gereist ist.

London, 29. Dez. Wie das „Reutet'sche Burcau“ erfährt,
hatte der Sultan die englische Regierung ersucht, bei dem Kaiser
non Rußland Schritte zu thun, um Friedensverhandlungen herbei⸗
uführen. Die englische Regierung habe sich bereit ernart. dem
Besuche zu willfahren.

London, 29. Dez. Die Nachricht, daß die englische Re⸗
ierung das Mediationsgesuch der Pforte acceptirt habe, wird offiziell
estätigt. --Die Morgenblätter sprechen sich durchweg anerkennend
iber den Schritt des Sultans aus, den sie als weise und würdevoll
»ezeichnen. Sie betonen, die Pforte hätte nichts Besseres thun
Aumen, als ihre Sabbe absolut in die Hände Englands zu legen.
Ddie „Times“ meint, der Entschluß des englischen Kabinets, die
Nediation zu acceptiren, sei die beste Erwiderung auf die Gerüchte
on Kriegsgelüsten Englands. Die Morningpost“ hebt hervor,
ie Aufgabe, welche England übernommen sei durch keine Bafis
ür die Regelung der Frage behinderi, sie inbolvire nichts weiter,
ils die Bereitwilligkeit Rußlandz, Unterhandlungen anzuknüpfen,
zuf die Probe zu stellen Die Fesistellung der Friedensbedingungen
vürde späterer Erwägung vorbehallen bleiben.

Belgrad, 28. Dez. Offiziell. Die serbische Armet hat
nach zweitätgiger Kämpfen die starke und gut vertheid'gte Stellung
»on Pirot genommen. Heute Morgen 11 Uhr hielt die Armee
hren feierlichen Einzug in die Stadt, wo dieselbe von der Bevölke⸗
ung mit dem Bischof an der Spitze enthusiastisch empfangen wurde.
Die serbischen Verluste sind noch unbekaum, Erbeutet wurden
danonen, Gewehre und viele Munition. Weilere Delagiis fehlen noch.

Konstantinopel, 28. De,. Die Anordnung betreffend
die Einreihung der Christen in die Bürgergarde soll mit den vom
zriechischen Patriarchen beantragten Ausnahmen demnächst zur Aus—

ührung gelangen. Der Sultan hot fünf chrstliche Angehörige der
Zürgergarde zu Adjutanten gewählt. — Mehemed Ali Pascha ist
suni Magliede des Kriegsrathes ernannt worden.

Petersburg', 28. Dez. Das von London und Wien
aus telegraphisch hierher gemeldete Börsengerücht von Verhandlungen
iber einen Waffenstillstand zwischen Rußland und der Pforte erscheint
janz unbegründet. An maßgebender Stelle ist durchaug nichts von
Schritten, die dem Gerüchte Anhalt geben könnten, bekannt.

Die Situationin Rußland. Ziemlich outhentischen
Nachrichten aus Petersburg zufolge hat der Czar angeordnet, daß
veitere acht Divisionen sofori nach Bulgarien dirigirt werden sollen.
Die russische Diplomatie gibt geginwärtig das Schlagwort aus,
»aß der Krieg mit der größten Energie fortgesetzt werden solle; die
inglische Demonstrationen haben die kriegerische Stimmung sowohl
n den Volks- als auch in den offiziesllen Kreisen Rußlands bedeulend
jesteigert. Fürst Gorischakow soll sih einem fremden Diplomaten
jegenüber geäußert haben: „Da wir nicht mehr wissen, wo Eng⸗
and anfängt und d'e Türkei endet, so werden wir unseren Weg
jeradcaus weiter gehen.“ In Petersburg glaubt man, daß, wenn
sngland Konstantinopel besetzen sollie, die russischen Armeen aus
Zulgarien sich nicht zucückziehen werden. Es wird behanptet, daß
ꝛon Berlin aus dos Londoner Kabinet auf diese Eventualität auf—
nertsam gemacht worden sei.

Wie die „Agence Russe“ erklärt, ist die Meldung von der
Abberufung Leflo's erfunden. Der General wied fortfahren, Frank—
eich in Petersburg zu vertreten.

Vermischtes.
Rotterdam, 24. Dez. Ein entsetzliches Unglüdc, das
n viele Familien des Landes unsaglichen Jammer bringie nimmt
m Augenblick die oͤffentliche Aufmertjamkeit vollstandig in Anspruch.
das Dampifchiff ,Friesland', von Bitaba kommende, mit einer
ostbaren, für 8 Mill. Gulden versi herten Ladung, mit 30 Mann
nd'scher Truppen, die nach vollbrachter Dienstzeit nach Enropa zu⸗
ückkehrlen und eiwa 200 Passagieren, lauler Familien indischer
Afficiere und Beanten, worunter twa 70 Franuen und 85 NQino—
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        ist spurlos verschwunden! Am 4. Dejember segelte das Schigf von
Gibraltar ab und mußte spätestens am 10. oder 11. Dezember
in Helder ankommen. In der Nacht vom 8. auf den 9. Dezem⸗
ber wilthete im Meerbusen von Biscaya, diesem Grabe unzähliger
Schiffe, ein Orcan, dem die „Friesland“ wohl zum Opfer gefallen
sein wird. Gestern gelungte aus London ein Telegramm hierher.
nach welchem das englische Schiff „Thessalia“ im Sturm ein Wrak
und eine Masse Kaffeeballen treiben sah. Da die Beschreibung
der Verpackung der letzteren volllommen zutrifft, so ist an dem
vollsländigen üntergang des Schiffes mit Mann und Maus nicht
mehr zu zweifeln. N. Fr. Pr.)
FLondon, 20. Dez. Dem „Athenäum“ zufolge organi⸗
firt der berühmte Afrikareisende Rohlfs eine Expedition zur Erfor⸗
schung der östlichn Sahara. Er wird von einer Anzahl von Ge⸗
lehrten, darunter Professor Zittel aus Munchen, begleitet werden.
Tripolis wird das Hauptquartier der Expedition sein, und ihre
ersten Anstrengungen werden auf die Erforschung der geheimniß—
bollen Oasen Wajanga und Kufara im Süden von Anjela, die
hbisher von keinem europaischen Reisenden besucht worden, gerichtet
ein.
— TFuͤr die Tacien 3. x. SDe meß.

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Familienblattes Om nibus“ aufmerksam.

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veiten Gebiete der Erzählung, Wissenschaft und Kunst einführen
will, der kann solchem Wunsche leicht Genüge leissen — der „Om⸗
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Hervorzuheben ist, daß der Omnibus“ dieses Jabr nicht nur
zwei schöns Oeldruck-Prämienbilder, sondern auch eine jährlich acht⸗
mal erscheinende „Musitbeilage“ als Präm'e zur Beigabe erhält.

Die äußerst geringe Nachzahlung für dir Prämie, welche den
Abonnenten im Laufe eines Jahres die sämmtlichen Mendelsson'scheu
dieder zum Gesammtpreis von Mark 1.60 sichert, macht es Jeden
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deistungen bleibt der „ Omnibus“ auch ferner das billigste aller illustrirten
Wochenblatter, da der Preis desselben nach wie vor
pr. Quartal nur M. 1. 30 incl. Postaufschlag oder pro Heft 40 Pf.
beträgt. Jährlich erscheinen 582 Nummern oder 17 Hefte, letzlere in illustrir⸗
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fohnsche Compositionen erscheint. Die Nachzahlung für diese zweit⸗
außerordentliche Prämie ist auf nur 20 Pf. pro Heft sestgesetzt. F
Heft 1. Lieder ohne Worte 12Seit. 9. 3. Lieder ohne Worte 128

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Heft 4. Lieder ohnt Worte 1 H. 8. Lieder ohne Worte 10,

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25353 28 8
α * — 5 —8 * 253* —23
* 5573535 33 22523—5833 55 — 323 *
2 2550 * — —z225353258 38283 223 —— 5—85 5532
22855 532 2355*225 — 553238 32 — B5522 2
5—888 25 5538* 3 33333333383838 253835332333568
525 258383 5 75* 3838 5283 537—x 3* 3z3385* 33325582
7 — * — * 8 ⁊* 2
3233— 235285 —2885 —E —32383553333285533
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——— ——— 35 — 52325535355 — ——
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—332535 43. 333383 6 323 35355— 283223
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220 5226 53 525 838 — —— 2 5—2833 * 5233585
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53335355335 53 5* 1560 5328 — — —5E.S55 —
533838355 5555233363 3333573 23233326 5585
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38 52 235357 — — 558 127833 538
5 zs52535 35335535?25342 — — 53583 3285533 2538
8 —252323235 2. 523* 22 222 52* * 8 A— 3 —5
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5 0 22 —535328— —3253553527 „53583 5335235 8 32 328.*
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3320 322325 72 —3 828
—* *255 5533 38 3332365* 3825255 H
34 23 2553385 — E3 55 5283 3 5
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55338525 325865 7235 228 2
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28 —A — 78 33333—58 2 355553823* 37
55 —A 28552 — ———— 38 588 3
—8 S 228 —A — 8 —18 2
—3335583 — — 55**52 25 252 55 33335355333
255 22 25857 325»3553335* 5325323 A
3 — 852327 S—52 8 55—582382 5522 5335877 — *
533368 2353 — 356 23333525 ———
3
——— 5535553 33535* 87 28 35 J —
555255535335 — 32 36 52 —A —— * 282 3823
532358 4 3 A
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33, 538 5223 ———— 2315383 —— 525 ss5z3883833
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5 3233 552328535 12 . 3 25*5 2 533 5 *28 8333
2 5385 253 2252 256288 * 5332533253 * 2528
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34 57233 —8235855* —258. *5 5325. 5* 2383
3 40823 3 5323 *8285 258555*3 —F 773 82
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2523 53233 7828
* —9 2.* 23 X* 5 — * — 32.
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———— —22.7 783. 5 23 223553 528 83 **
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        — Ingberlker LAnzeiger.

— — — —
Der St. Jugborter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupltblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint wöchentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis berrägt viertelijahrlich

WMarl 20 R.⸗Pfg. Anzeitgen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. fur die vierzespaltene Zeile Blattschrift oder derer Raum. Reelamen
mit 30 Pfg. pro Zeils berechnet.
M22— Donnerstag, den 3. Jannar — 1878.

Deutsches Reich.

München, 31. Tez. Die Kaumer der Abgeordnelen,
welche nächsten Donnerstag ihre Sitzungen wieder aufnimmt, wird
nuich am Freitag eine Sißung halten, um in derselben den Gesetz⸗
entwurf bezüglich der provisorischen Steuererhebung im exrsten
Quartal 1878 zu erledigen, dann aber wird wegen Mangels an
Berathungsmaterial' abermals eine Pause in den Plenarsitzungen
rintreten müssen. Während dieser Pause wird im Finanzausschuffe
der Etat des Cultusministeriums zur Berathung gelangen und im
Ausschusse für den Gesetzentwurf bezüglich des Verwaktungsgerichts⸗
jofes der an die Kammer zu erstattende Bericht festgesteltt werden;
nit der Berathung des Letzteren in der Rammer soll dann bis
gam 11. oder 12. Januar begonnen werden. Abgeordneter Fleisch—
mann wird als Correferent über die Münchener Schulbeschwerde
jeinen schriftlichen Bericht alsbald nach dem Wiederzusammentritt
der Kammer dem Beschwerdeausschuß vorlegen; er beautragt —
m Gegensatze zu dem Referenten Abg. Ludwigs — die Beschwerde
us unbegründei zu erklären. MS. Pr.)

Berlhinu, 29. Dez. Die „Nat.-Z.“ schreibt: „Herr v.
Bennigsen ist heute, von Varzin kommend, auf seiner Rückreise nach
dannover durch Berlin passict. Als positiv kann gelten, daß
Fütst Bismarck an der Nothwendigkeit der Hereinziehung von
Elementen festhält, welche eine unmittelbare Fühlung mit der Mehr⸗
heit der Bolksvectretung 1eprscuiticn. Die RNudlehr des ANeichs;
anzlers steht fur Veginn des Reichstages, vermuthlich bereits für
Ausgeng Januar, in Russicht. (Für's Erste wär's danach mit
der Beendigung der „Kanzler-Krisiz“ noch Nichts. Die Entschei⸗
dung wird wohl erst nach dem Zusammentritt des Reichstags,
Fnde Januar erfolgen.)

NAusland.

Wien, 1. Janunar. Der Naifer hat dem Grafen Andrassy
den Orden des goldenen Vliesses verliehen.

Paris, 29. Dez. Nach den Blättern von Brest waren
in dieser Stadt ebeufalls Vorbereitungen für ein etwaiges mili—
särisches Einschreiten gemacht worden. Außer Ducrot sollen auch
Bourbati und einige andere bonapartistische Generäle ihrer Kom⸗
mandos entsezt werden. — Die englische Regierung läßt gegen⸗
wärtig bedeutende Mundvorräth—, namentlich eingemachte Lebens⸗
mittel, auftaufen. Diese Vorräthe sollen nicht für de englische
Flotte, sondern für englische Landungstruppen besümnglein

K. 3)

Konstantinopel, 30. Dez. Die Rusfen nähern sich
Sofia, dessen Bevölkerung aufgefordert ist, dit Stodt zu räumen,
die türkischen Truppen halten letztere besetzt. — Mukhtar Pascha
ist hierher besch eden worden.

Petersburg, 31. Dez. Aus Bogot vom 29. wird
gemeldet: Nach einem äußerst schweren Uebergang über die schnee⸗
Hedeckten Berge auf überfrorenen Fußpfaden bei heft'gem Wind
hat die Vorhut des westlichen russischen Detachements die Defileen
des Balkans zwischen Arablkouak und Sofia besetzt. Die Cavallerie
steht bercits auf der Chaussee nach Sofia. Da die Türlen über⸗
tascht wurden, belief fich der russische Verlust bei Debouchiren aus
den Bergen nut auf 5 Verwundete. Wie schwierig in dieser Jahres⸗
seit die Ueberschreitung des Balkans ist, beweist der Umstand, daß
zer Marsch von Wratschesch bis Regoschwielischnitza Schellawa 3
Tage in Anspruch nahm. Weiiere Detals fehlen.
— —— — ——
Vermischtes.

fQaißersbaubern, 20. Dez. Der Stadtrath bat
zestern, nach vorangegangener geheimer Berathung beschlossen, den
pom Landraih zum Ausbau des Gewerbemuseums bewilligten Bei⸗
srag sammt der daran gelnüpften Bedingungen anzunehmen und
e gegenwärtige Bauleitung fortzuführen. Der Kostenvoranschlag
ür den Ausbau beläuft sich auf 100,000 M.. so daß also aus
xaͤdtischen Mitteln 40.000 M. zuzuschießen siud.

Würzburg, 28. Dez. Gegen einen Studirenden der
Medizin aus Schlesien ist strafrechtliche Untersuchung wegen mehrerer
D'ebstähle anhängig. Derselbe annekticte eine Anzahl Ueberzieher
u öffentlichen Wirthschaften und in Hörsaͤlen der Universität, die
er dann durch Dienstmänner im städtischen Leihhause verpfänden ließ.

FBonn, 28. Dez. (Unglücksfall Der Maschinenbauer
krakt, ein allgemein geachteter Bürger, sitzt am zweiten Weihnachta⸗
age mit seinem fünfzehnjährigen Sohne in der Stube am Schreib⸗
»ult. Der letztere nimmt einen slets im Pult liegenden Revolber
jeraus und will den Mechanismus desselben besichtigen, fragt aber
yorsichtiger Weise den Vater, ob die Waffe geladen sei. Auf die
»erneinende Antwort hanlirt der Junge mit dem Revolver herum,
ieser entladet sich, und die Kagel fahrt dem Vater in den Unler⸗
eib. Heule in aller Frühe ist der Unglückliche trotz aller ärztlichen
Zilfe bereits verschieden. Der Gestorbene hinterläßt elf Kinder und
eine Wittwe.

F Erne scharfsinnige strategische Kombinatisn bringt die „N.
Fr. Pr., indem sie sich am 29. aus den Londoner „Daily News“
elegraphiten läßt: „Es fängt an auszusehen, als ob der Feldzug
ür dieses Jahrr vorüber wäre.“ Das ist allerdings eine
Prophezeiung, die am 29. Dezember, also zwel Tage vor Neujahr,
n der That viel Wassrscheinlichkeit für sib hat.—
Sirunevuũist i ten. J

Der Bez.⸗Ger.⸗Rath Aug. Eckhard in Kaiserslaukern wurde zum ersten
Ztaatsanwalt allda befördert und der Notar K. Bastian in Landau in gleicher
rigenschaft nach Speyer versetzt. —

ur die Redacttion verantwortlich: J. A. Rem.e .

Imnstertẽ 8 ã—c eitung. (preis vierteljährlich — M. 50
Die neueste Moden-Nummer (I) enthält: Ball⸗, Gesellschafts- und
daus⸗Anzüge, Mäntel, Capoten, Ball- oder Theater⸗Mantel, ausgeschnittene
kaillen, Hüte, Kragen, Tücher, Taschentücher, Schuhe, Stiefel, Corset, Unter⸗
och und Beinkleid nebst passenden Strümpfen, Beinkleid mit Taille, Unter⸗
einkleid mit ausgeschnittener Jacke, breiter Gurt für Unterröcke, Prinzeß-
leid für Mädchen von 12-14 Jahren und Jahreskleid für Knaben. Oester⸗
eichische Blousen für Herren. Decke (Thee⸗Serviette), Sejsel (Puff). Fuß⸗
ank, Kaninchen als Nadelkissen, Wäschebeuiel mit Korb. Bunt⸗ und Kreuz⸗
tichstickereien, Häckel-⸗, Strick- und Filet-Guipüre-Arbeit ꝛc. ꝛc. mit 74 Ab⸗
ildungen, einer Beilage mit 13 Schnittmustern, verschiedenen Mustervor⸗
eichnungen, Namenschiffren und Buchstaben in Typen, ferner ein colorirtes
Nodenkupfer· — Die neueste Unterhaltungs⸗æVummer (072):
lnerbittlich. Novelle von B. von Dünheim. — Ein ungedrucktes Ge—
icht Ferdinand Freiligrath's. Mitgetheilt von Adolf Strodtmann.
— Die Taufe Vajk's. Von Adolf Dur⸗ — Mas der Frquenwelt. 11.
Lon Hans Herrig. — Am goldenen Horn. Von Nuredin Aga.
J. Des Sultans Harem und Haushalt. — Verschiedenes. — Wirthschaftliches.
— Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen:
gildniß ⸗Studie. Von Hans Makarti. — Tie Taufe Vajk's. Bon G.
gencz ürr. — Beim Kindtaufsschmauß. Von KaärlKronberger.,
— Körieix alie von Secien. - Lorol'ne Bore 184

Henter den vielen Zeitschrifteu, welche sich die Aufgade siellen,
den Landmann mit Rath zu unterstühen, ihn auf alle neuen Er⸗
ohrnngen, Ecfindungen und Vecrbesserungen aufmerksam zu machen
ind sein Interesse nach jeder Richtung zu vertreten, nimmt die in
Frankfurt a. M. wöchentlich einmal erscheinende Süddeutssche
Albgemeine Zeitung für Landw'erthschaft, Garteabau und
Forstwesen einen hervorragenden Rang ein.

Kurze gemeinverständliche Aufsäße und Berichte über alles
Neue uad Wissenswerthe- halten den Laudwirth, auf dem Lanfenden;
ahlreiche, zuverläfsige Marktbetichte und Preislisten aus allen Ge⸗
jsenden Süddeutschlandz bieten demselben Gelegenheit, beĩ Nerwer⸗
hung seiner Producte den günstigsten Zeilpunkt wahrzunehmen.

Der nur Gine Mark für das Vierteljahr biiragende Abon⸗
nementspreis ist ein zu hohem Zins angelegts Capital, wenn der
Zeser nur einen Rath, nur einen Wunk benutzt, den ihm die
Zeitschtift gibt, nur eienne Erfahrung sich zu Nuße macht, welche
vesprochen wird. Es ist daher zu hoffen, daß dieses Blatt, welches
das Zeug zu einem echten und rechten Volksblatt in sich hat, in
das Haus eines jeden Landwirths als treuet Freund und Raih,eber
zufgenommen weird. Bestellungen nimmt jede Ppostanstalt zum
Breise von M. 1— für das Vierteljahr entgegen.
        <pb n="6" />
        — * *
Licitation.
Samstag den 18. Jen.

1878, Nachnitiags 2 Utzr in

St. Ingbert bei Johann Jofeph
Heinrich

wird vor dem unterzeichneten,

diezu gerichtlich btauftragien k.
Notar,“ die nachbezeichneten, zu der
wischen Vetet. Ripplinger
Schuhmacher in St. Ingbert
und dessen verlehten Ehefrau
Elisabetha Nikes bestandenen
Gütergemeinschaft gehörigen Lie—⸗
denschaften im Banne St. Ing⸗
dert der Abtheilung wegen, öf⸗
ientlich versteigert, nämlich:

Pl.Nr. 6984 und 698b.

4 Dez. Flaͤche, Wohnhaus
mit Stall und Pflanzgar⸗
en uud

Pl.⸗Nr. 697. 2 Dezimalen

Ackerland dabei.

Das Ganze gelegen in der
Schafgasse zu St. Jugbert neben
Johann Busch Ww. und Nilol.
Ldebnuhard.

Eigenthümer sind:

L. Peter Ripplinger, Schuh⸗
nacher in St. Inghert.

II. Die Minderjährigen a.
Zathatina, b. Peter, c. Johayn,
d. Heinrich Ripplinger, welche

ihren Vater Peter Ripplinger
zum gesetzlichen Vormund und
Johanß Niles, Bergmann in
St. Ingbert zum Nebenbormunde
haben.

St. Ingberti, 3. Jan. 1878.

Sauer, lgl. Notar.
leiiuliuu.

Samsta g., den 19. Jan.

1878, Nachmittags 8 Uhr zu
St. Ingbert bei Johann —X
Heinrich, werden vor dem
unterzeichneten, hiczu gerichtlich
beduftragten k. Notar, die nach⸗
stehenden, den Kindern und Er—
ben der in St. Ingbert verlebten
Eheleute Peier Nikes, weiland
Sandgießer und Maria Preßmann
gemeinschafilich angehörigen —
theils ihnen aus dem Nachlasse
ihrer Eltern verfallenen, theris
durch Schenkung erworbenen
Liegenschaften, der Abiheilung
wegen, öffentlich zu Eigenthum
persteigert, nämlich:

i. Pli⸗-Ne. 7072 und 7076.
Wohnhaus mit Hofraum,
Barten und sonstegem Zu⸗—
behör, gelegen im Josephs-
lhal in St. Ingbert neden
Johann Kayser vnd Adolph
Ehrhardt.

Pl.Nr. 1036. 24 Dez.
Acker in der oberen Lauers⸗
wiese.

3. Rl.Pr. 1044. 30 Des.

Acker allda neben Georg
Best.

ßl.Nr. 1925, 1926 und
1927. 1 Tagw. 20 Dej.
Acker in der Rischbach,
ange Ahnung, neben Nit.
iehl und Johann Schmel ·
ger.

PliNr. 29342. 61 Dezʒ.
Acker in der Krummfuhr
ieben Johann Kißling.

Bl. Nr. 4443. 61 Dez.
Wiese im Allmend neben
MNichael Haas.

Pl.-Kr. 1876. 62 Dez.
Acker in der Rolhdell neben
heinrich Hauck Ww. und
Johann Schwarz Ww.
Pl.Nr. 1888. 39 Dez.
Acker allda neben Peter
Preßmann.

Pi.⸗Nr. 2790. 18310
Dezim. Acker im unfersten
Flur zu beiden Seiten Eisen⸗
vahn.
Ungesähr 54 Dezim. Wiese
in der Mläusdach neben
Johaun Siegwart uund
Ww. Hauck.

Eigenthümer sind:

1. Johann Niles, Bergmunn
in St. Ingbert.

II. Die Kinder und Reprä⸗—
entanten der verlebten Elisabetha
VNikes, aus der Ehe mit Peter
Vipplinger, Schuhmacher in St.
Ingbert a. Katharina, b. Peter,
-. Johann und d. Heiurich
stipplinger, welche ihten genann—
en Vater zum gesetzlichen Vor⸗
358 und den ebenfalls genannten;
ohann Nites zuͤm Nedenvor⸗
nunde haben.

St. Inabert, 8. Jan. 1878.

Sauer, i. Rotar.
Earueval! Costumes aller
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rihen). Alle Arlitelsur goast⸗
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Vereinigte Frauendorfer Blätter berausgegeben von der prak⸗
ischen Eartenbau Gesellschaft in Bahern zu Fraudendorf, einen
neuen Jahr glauf und sind alle Gartenbefitzer, Gartenfreunde,
Dost unv Wrinzüchter, Land⸗ und Forsiwirihe u. s. w. xFir
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und Blumen-Samen in eltganter Verpackung) erhält jeder Abon⸗
nent sogleich mit Nummer 1ngratis und franco zugesandt. An.
aieser wühsam zusammengestellien Prämie wird der Empfänger
seine Freude haben, denn es setzt ihn in den Stand, seinen
Garten mit dem Neuesten und Schönsten zu schmücken, was die
Blumistik und Gemüsezucht bielet. Taufende empfehlenswerther
Zujchriften hegen über die Nützlichleit nuferer Prämien vor.
Die Erauendorfer Blätter.
wovon wöchentlich ein ganzer Bogen erscheint, enthalten Nummer
jür Nummer eine große Anzahl der werthvollslen Auffätze und
Notizen über all? Fächer des Gartendaues , besonders über
Blumen⸗, Gemüse⸗ und Obstbaumzucht, Weinbau, Anlage neuer
Gärten u. s. f. und sind zur rechten Zein am Abbildungen in⸗
serejsauter neuer Blumen, Früchle, Maschinen ꝛc. geschinũck.
Der ersten Nummer wird auch der 4253 Bogen starke, neu be⸗
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Frauendorfer Haupt⸗Katalog

über Sänitreien, Pflanzen, Hartoffeln, Ohsidäume, Fruchtsträucher
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Derselbe w'rd auch gegen frankites Verlaugen und Beilage von
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Besteller auf, unsere Garlenprodukse erhäit e ne dem Auftrage
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Im verflossenen Johre hatten sich die Frauendorfer Blätter
zufolge ihrrr praktischon Richtung und ihres mannigfaltigen In⸗
jalts eines Zuwuchjes hundertet neuer Leser zu erfreuen und
dürfte dies um so sicherer auch in Zukunft zu erwacten sein,
als unsere Zeitschrift manche echebliche Verbesserung und Be⸗
trichetung aweisen wird. Probenummieen stehen gratis
und franko zu Dieusten.

Frauendorf, Post Bilshafen, (Niederbahern.)

Veriag der Frauendorfer Blättker.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
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Oer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sametag und Sonutag. Der Aboune mentspreis beträgt vierteliährlich
Rart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfh., von As värtz vtli 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reela men

mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

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ræßsssst3“

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AM 3. Samstag, den 53. Januar 1878.

—2
Deutsches Reich.

Mänchen, 2. Jan. Das Jahr 1877 hal in dem Per⸗
sonalstande des Offizierkorps der bayerischen Armee sehr zahlreiche
Beränderuogen gebracht; trotz der nicht unbedeutenden Neubeför⸗
derungen ist jedoch der Sollstand an Secondlieutenants nicht erreicht
und sind noch immer ca. 1000 Sullen unbesetzt. Eine Zusammen ⸗
zellung der Beförderungen, Peusionirungen, Todesfälle ꝛc. ergibt,
daß befördert wurden: 1 General der Infanterie, 10 Obersten,
29 Oberstlieutenants, 33 Majore, 63 Hauptleute, 65 Premier⸗
ind 113 Second-Lieutenants der activen Armee, dann 48 Pre⸗
m'er- und 617 Second⸗Lieu'enonts des Beurlaudteustandes (det
Reserve und Landwehr); von letzterer Kategorie wurden —X
Nachsuchen verabschiedet. Pensionirt wurden 62 Ofsiziere der aflliden
Armee und 3 des Beurlaubtenstandes. Gestorben sind 62 meist
derabschiedete und 9 Offiziere des Beurlaudtenstandes. Zu de—
merken ist noch, daß 1 bayherischer Offizier in preußische, je 1
zreußischer, badischer und würtembergischer Oifizier in bayerische
M'litärdienste übergetreten ist.

Mümnchen. In den Einlauf der Kammer der Reichbräthe
st neuestens gelangt eine Vorstellung des VLauterthal-Eisenbahn⸗
Fomiles, din Äusbau des Eisenbahnnetzes in der Pfalz, auf Grund⸗
sage der Fusionsbestinmungen, in specis den Bau der Lauterthal⸗
zahn belir., ferner eine Vorsiellung des Gemeinderaths von Gumbs⸗
veiler, die Bitte der Bewohner des Glanthales, den Bau einer
Sisenbahn von Altenglan bis Staudernheim betr.

Berhin, 31. Dez. In vrientirten Kreisen äußert man
sich über die Varziner Besprechungen durchaus befriedigt; indessen
änd alle Angaben über Personalveränderungen verfrüht, da hieruͤbet
Berhandlungen noch nicht statigefunden haben. Fürst Bismartk
ditd in der Mitte, nicht Ende Januars, hier eintreffen. (A. 3)

Berfin, 2. Jan. Wie versichert wird, soll Raßland ge⸗
aeigt sein, vorerst durch die beiderseitigen Obirbefehlshaber in Eu⸗
copa und Asien militarische Berhandlungen über eine Waffenruht
uhren zu lassen, die weiterhin zuc Einleitung und Vorbereitung
jtir direkte Friedensverhandlungen dienen könnien. Die Bestät gung
»oranzgesetzt, gkaubt man, die Türkei werde eine Waffenruhe auf
Brund des gegenwärtigen militärischen Vesitzstandes we n

.3.)

Berlhin, 3. Januar. Die bis setzt vorliegenden Spezial⸗
tats zun Neichshaushalt pro 1878,79 wersen ein bedenkliches Licht
auf die Bilanz desselben. Der Mehrdedarf des Militäretats belauft
sichh auf ca. 2 Miill. M.; derj nige des Marineetats im Ordinarium
auf 323 Mill. (Das Ertraord narium wird jedenfalls durch eine
Anleihe gedeckt.) Zu diesen 524 Mill. Mehrausgaben kommen 714
Mill. Mindeceinnahmen aus dem Etat der Zölle und Verbrauchs—
steuer. Das sind bereits 13 Miill. M. Diese Summe fteigert sich
serner um 11*4 Mill. M., welche in den Etat fur 1877/78 als
Acberschüsse aus den Vorjhren eingestellt werden konnten, währeud
ans offisiellen Mitthe lungen bekannt ist, daß das Rechnungsjahr
1876 bis Ende März 1877 einen Ueberschuß wenigftens nicht er⸗
geben hat. Ohne Berückfichtigung der üdrigen Etats haben wir
demunach schon eine Mindereinnahme von 2512 Millidnen Mart
jegen dieses Jahr, zu deren Deckung erhöhte Matrikularbeittage
yder erhöhte Steuern erforderlich sind. (Berl. Tgbl.)

Die Versammlung hervorragender Schutzzzöllner, welche
bor wenigen Wochen hier stattfand, hat außer der Auzarbeitung
Anes autdnomen Tarifs auch, wie man jezt erfähtt, beschlossen,
zie Zolliacife aller eutopäischen Staaten zur Vergleichung zusam⸗
menzustellen und die Arbeit dem nächstens zusammentretenden Reichß⸗
tage vorzulegen. Mit Abfassung der Schrift ist der bekannte eif⸗
rige Abgeordnete für Straßburg, Heer Bergmann, beauitragt worden.

Aus Cannstatt (bei Stuttigart), 1. Janugur, schreibt man
hem „Schwäb. Merkur“: Eine Hauptplage für uns sind deemalen
die zahllosen Bettler und die grenjenlofe Zadringlichkeit, mit welcher
sie Gabe verlangen. Es fehlt aber nicht an der Thätigkeit der
Polizei; Lader sind die Gefüngpisse immer überfüllt mit Bettlern

1

und Landstreichern, deren aber die wenigsten Württemberger sind.
Dabei hat der Unfug des Kleiderzerre ßens in bedenklicher Weife
ugenommen, und es läßt sich aus zuverlässiger Quelle sagen, daß
schon in einer Woche 30 Fälle vorkamen, in welchen die Landstrelcher
hre Kleider, namentlich die Fußbekleidung, im Arrest in taufend
Fetzen zerrissen haben. Auf Kosten der Gemeinde oder Amtscorpo⸗
zationen mmüssen dann solche Landstreicher frisch gekleidet werden.
Die Sache wird so bedenklich, daß die oberen Behörden wohl sich
neranlaßt sehen dürften, ein kräftiges Mittel zu erfinden, um diesem
Urfug ein Ende zu machen, denn mit den gegenwärtigen, Straf⸗
scharfung ausschließenden Mitteln reicht man nicht mehr aus. Ein⸗
fuche Gefängnißstrafen begrüßt Manchet mit Freuden, denn er wird
gespeist und braucht nichts zu arbeiten.
Ausland.

Das vffiziöse Wiener „Fremdenblatt“ erllärt, daß die neuen
dandelspolitischen Berhandlungen mit Deiuschland erst nach der
Beschlußfassung der Paclamente über den allgemeinen Zolltarif be—
zinnen könnten.

Paris, 31. Deß. Der „Temps“ hebt hecvor, daß die
Zildung des neuen französischen Ministeriums eine unmittelbare
Ekrleichterung der Beziehungen zu Italien und Deutschland herbei⸗
seführt habe, und fügt hinzu: „Die französische Politik hat auj
diese Weise die Freiheit ihrer Bewegung wiedererlangt; von dem
Augenblicke an, wo die Mächte aufhörten, uns als einer Stütze
»er ultramontanen Realtion zu mißtrauen, siund wir wieder einge⸗
relen in das gemeinfame Recht der Nationen, welche um ihre
vechselseitigen Interessin streiten. Es gibt also eine thatsächliche
Zerbindung zwischen der Stellung des neuen Ministeriums zu den
eligisfen Ftagen und der würdigen Haltung, welche es sich in Be⸗
reff der Regelung der orientalischen Frage vorgezeichnet hat. Wir
jlauben nicht fehl zu gehen, wenn wir sagen, daß sie bei der
zroßen orientalischen Auseinanderfetzung kein besonders Interesse
geltend zu machen haben, sich die Unabhängigkeit ihrer Prüfung
»orbehalten hat, wenn das stonzert der Mächte die allgemeinen
Interessen in Etwägung ziehen wird; es lann Niemaudem entgehen,
daß Frankreich den ihm gebührenden Platz im Rathe der Mächte
vieder gewann, indem es seine Unabhängigkeit zugleich von der
irche wiedererlangte.“

Paris, 2. Jan. Gestern wurden die Minister beim Pra⸗
identen der Republik zumn Frühstück geladen. Der Marschall
iußerte: Der schöne Tag, den wir heute haben, meine Herren,
ist ein lückverheißendes Vorzeichen für das begonnene Jahr; ich
hoffe, es wird ruhig und friedlich, und ohne Schwierigleiten von
dem vergangenen zu erfahren, perlaufen.

Madrid, 81. Dez. Sofoct nach Wiedereröffnung der
Tortes wird von Seiten der Opposition die Aufhebung der Civil⸗
niste der Königin Isabella verlangt werden. K. 3.)

Loudon, 2. Januar. Die Kundgebungen zu Guufter
der Neutralitat Eaglands mehren sich. Die Handelskammer von
Leeds hat sich mit allen gegen drei Stimmen, die von Bradjford
zinstimmig dafitr ausgesprochen. Der Bischof von Manchester sprach
im Arbeiterverein zu Rochdale in gleichem Siun.

London, 2. Jan. Es heißt, daß diplo matische Aeußerungen
vorliegen, wonach das Pretersburger Kabinet bereit sei, direkte Vor—
ichläge der Türlei zur Herbeiführung des Friedens entgegenzunehmen.

Korustantinopel, 2. Jan. Laut Nachrichten aus Sofia
ist zwischen Ihtiman und Sofia russische Kavalerie eingettoffen und
hat den Telegraphen und die Brücke von Iskor zerstört.

Ueber die auf dem Kriegsschauplatz herrschenden üngünstigen
Witte cungsverhaltnisse wird der „Bohemia“ aus Bukarest unterm
26. Dezember geschrieben: „Die Stücme und die in Folge der—
eiben eingetretene äußerst strenge Kaͤlt⸗ haben sehr viele Opser ge⸗
ordert. JIa Balgarien sind in einer Nacht von den auf dem
Marsche befindlichen Truppen 1200 (7) Mann erfroren. In deer
elben Nacht sind auf dem hiesigen Bahnhofe fünf Mann erfroren.
Die Straßen in der südlichen Wallachei und in Bulgatien sin
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        mit Tausenden von Leichen ersrotener Thiere bededt. Sehr arg
u Leiden hatten auch die aiñ dem Wege von Turnu⸗Magurelli
zierher befindlichen Transporte rürlischer Gesangenen. Dieselden sind
jehr schlecht gelleidet.

Der Eisgang auf der Donau dauert fort; sammtliche Schiff⸗
zruden sind abgesührt; die Verbindung zwijchen den beiden Donau⸗
Afern wird auoenblicklich nur durch vereinzelte Kähne, die sich da
und dort hinüberwagen, unterhalten.

Rin lartischer Sericht aus Sophiapon 31. Dezember fagt,
zaß der rechte Flügel der Tarken seit zwei Tagen von 20 russischen
Bataillonen und drei Reiterregimentern mit Artillerie gedrängt
wurde. Die Türken wichen langsam zurück; sie räumten am 29.
Dezember Latikowo, wo sodann die Russen einzogen. Ein türkischer
Zericht vom 2. Januar sagt, daß russische Reiterei bereits zwischen
Ichtiman und Sophia eingetroffen war und die Telegraphenleitung
Zwie die Isker⸗Brücke zerstört hatte.

Petersburg, 2. Jan. Nach hier eingegangenen Nach⸗
richten glaubt man sich der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß
Frzerum bald in russischen Händen sein werde.

Rußland bistellte, zufolge einer Meldung der „Pall Mall
Bazeite“ bei einer sranzösischen Firma viele Lokomotiven und drei
ciserne Brucken für die Donau, eferbar im April am Donau⸗Ufei.
Der letzie Auftrag wurde wegen Mangels an Zeit von der Firma
abgelehnt.

Wie dem „Standard“ aus Riga mitgetheilt wird, ist vom
l. Januar 1878 ab sämmtlichen Londoner Tagesblättern, mit
Ausnahme der „Times“ und Daily News“ der Postdebit in
Rußland entzogen worden.
Vermischtes.
Kaiserslautern, 2. Jan. Gestern Vormittag
var in Folge der Bretzeeldertheilung der Andrang zum Wilhelm
Puller'schen Verkaufslolal so groß, daß die im Hofe befindliche
Brucke biach und mehrere Kinder in's Wasser stürzten, was sicher
nicht vorgelommen wäre, wenn nicht Erwachsene so unverschämt ge⸗
vefen wäcen, den Kleinen die ihnen zugedachten Bretzeln abzujagen.
Hᷣluclicherweise kamen die ins Wafser gefallenen Kinder ohne Scha⸗—
Fen davon. — Wie im vorigen Jahr an Ostern so hat sich auch
in der Sylvesternacht der beireffende Dieb seinen Fesibraten aus
dem Waldsqlößchen geholt und zwar in Gestalt eines fetten ausge⸗
vachsenen Hammels. Doch hat fich der Betreffende diesmal nicht
damit begnügt, — sondern — wahrscheinlich in Gemeinschaft eines
der mehrerer Berufsgenossen — das nothwendige Naß zum Hinab⸗
spielen des saft'gen Bratens, als: eine größere Quantitat Wein
und Champagner, sowie mehrere Arüge Oel zut Bereitung eines
feinen Salats und als Dessert eine halbe Kiste Aepfel mitge⸗
nowmen. (Pf. V.).
ppirmasens, 81. Dez. (P. A.) Bei dem heute Abend
zur Feier des Jahresschlusses in der protestantischen Vormittags⸗
lirche abgehaltenen Gonlesdienste ereigneie sich leider ein schwerer
Anglücksfali. Als nech Schluß des Gottesdienstes die Andächtigen
die Kirche verließen, wurde im Gedränge ein ca. achtjädriger
Znabe auf der oberen Emporbühue Uber die Bank hinweg in eine
Fensternische gestüczt. Im Fauen stieß er mit dem Kopfe das
Fensier durch und blied dann, mit dem halben Körper draußen,
im Fenster hängen. Die Glassplitter hatten ihn IILX
opfe und Halse zugerichtet und die Halsarterie durchschnitten, so
zaß eine starke Verblutung eintrat, in Folge deren, wie soeden
nesagt wird, hereits der Tod eingetreten sein soll. Das Unglück
Jalte leicht noch viel bedeulenderen Umfang annehmen können, in⸗
ZRem der Verunglüdte im Fallen eine Lampe mitriß, deren Stein⸗
zi sich auf dem Boden brennend derbreitete und die ganze Uimn⸗
zebung gefährdete.
7Si. Johann, 2. Januar. Als heute früh die Auf⸗
pärterir einer alten, sehrt vermoͤgenden Dome, welche ollein ein
daus in der Kaiserstraße bewohnte, ihren Dienst versehen wollte,
sand sie trotz der vorgerückten Morgenstunde noch die Thür ver⸗
chloffen und erhielt auf ihr wiederholtes Schellen und Knopfen
ine Antwort. Ein Unglück befürchtend, benachrichtigte die Frau
sofort die Verwandien der Dame, welche das Haus durch Einsteigen
hon außen öffnen heßen. Da fand man denn die alte Frau in
inem Zimmer des oberen Siecwerls — todt, erwürgt am Boden
jiegen. Das Gesicht der Unglucklichen ist zerkratzt, am Hals sind
hiaue Flecken, als sei er von einer Mannerfaust gepackt worden.
die Echiebladen verschiedener Mobel in den Zimmern sollen durch⸗
dühlt sein. Bis jetzt lonnte indessen noch nicht konstatirt werden,
das an Geld oder Werthsachen der Berstorbenen vermißt wird.
Der verruchle Mörder ist wahrscheinlich durch eine an der Straße
zefindliche Kelleroͤffnung in das Haus gedtungen; bei dem Geräusch,
welches das Eindringen verursachie, scheint die alte Frau die Thür
hres Zimmers geoͤffnet zu haben und von dem Mörder sofort am
Halse depadt und erwurgi worden zu sein. Wie wir vernehmen,
wisl die Familie auf die Entdedung des Mörders eine Velohnung
pon 1000 Mark setzen. Saarbr. Zig.)

FMunqhen, 26. Dejz. ‚Gebt mie fromme, edle Frauen“
— haͤt Bourdaloue einmal gesagt — „und ich will dam'n die
Well reformiren.“ Eines unserer wichtigsten Institute, das „weib⸗
iche Erziehungeinstitut fuür höhere Stände in München“, wie es
iach seiner Suiftung durch König Max Joseph J. bießz, hat vor
nehr als 16 Monalen seine frommsinnige Vorsteherin verloren,
ind man war nicht wenig bdesorgi, daß die Anstalt dem „Libera⸗
ismus“ (7) verfallen würde. Doch nein! Soeben hat Herr
cultusminifter v. Lutz dem Könige eine noch junge Lehrerin des
refflichen Ascherschen Institules, Fräulein M. Pleitner für jene
Stelle in Vorschlag gebracht, und der König dat die Ernennung
er neuen Directrice vollzogen. Es ist dies seit 64 Jahren der
rste Fall, daß eine Vorsteherin des „Max-Joseph-Stiftes“, wie die
Anstal später hieß, nicht aus dem RAdel gewählt wurde. Das
Institut wurde nänlich von 1813 -52 durch eine franzoͤsische
delige, Fräulein Philippine von Ditterich, dann zehn spätere
Jahre durch die edle Rittmeisterswittwe, Graäfin W. v. Joner,
udlich darch Fräulein Bertha v. Lerchenfeld geleitet. Die neu
rnannte würdige Vorsteherin ist die Tochter des ehemaligen Sub⸗
eclors Herrn Karl Pleiiner in Pirmasens, der jetzt als Recior
»em Gymnañum in Dillingen vorsteht. (Pf. Z.)

pManuchen, 831. Dez. Grdensverleihungen). Se. Maj.
er Koönig hat zum neuen Jahre nachstehende Orden zu verleihen
seruht: Das Großkreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone
em Stoatsminister des Innern für Kirche und Schulangelegen⸗
seiten Dr. Johann v. Lutz; das Ritterkreuz des Verdienstordens
er bayerischen Krone dem Appellationsgecichtsdirektor Kieffer in
3weibcücken. Das Ritterkreuz J. Classe des Verdienstordeus vom
J. Michael dem Gymnasialrektor De. Gg. Autenrieth in Zwei—
zrücken, dem Schullehrerseminor-Inspeltor Dr. Aug. Kittel in Speyer
ind dem Forstmeister Rudolf Geib in Neustadi.

pStuitgart, 29. Dez. Heute vollzog sich im Kreise
zer Familie Hachländer ein Ereigniß, welches fowohl deren Anver⸗
handie als die Angehörigen der bekannten Künstlerfamilie Hanf⸗
jängl hier vereinigte: die Dermählung von Fräulein Marie v.
hackländer, der einzigen Tochter des jüngst verstorbenen Romau⸗
ichters, mit Hercn Eugen Hanfslängl, kagl. bayer Cũrassier⸗Lieute⸗
ant, aus Muͤnchen. Die Trauung fand Jeute Nachmittag um 1
ihr in der kgl. Schloßkapelle statt. Der Zudrang von Neugierigen
har sehr groß. Sämmtliche Mitglieder des Bräutigams, die Pho—
ographen Hanfstängl aus Munchen und Betlin, haben sich hier
tendezvous gegeben; der älteste von ihnen, Erwin Hanfstängl, ist
eil einigen Jahren hier etablirt und mit der Sängerin Schroͤder,
ie einst auch in Wien auf den Brettern der Hosoper ihr Glück
ersuchte, verheirathet. Der nenvermählte Gatte der Tochter Hack⸗
ander's ist der jüngste unter den 5 Brüdern, von denen der zweit⸗
ind drittälteste Ernsi und Edgar, den be. ühmten Hanfstängl'schen
dunstverlag in München weiterführen.

pRannheim, 31. Dez. Die „Rh. und N.«Z.“ erinnert
aran, daß heute vor 100 Jahren Kurfürst Karl Theodor in der
sacht vou hier abreiste, um als Nachfolger des Herzogs Maximilian
III. von Bayern seine Residenz nach München zu verlegen; mit
em Hof zozen damals über 3000 Personen von hier weg.

JSeit einiger Zeit weil Henry Rochefort, der be⸗
annte Laternenmann, in Straßburg. Sein Besuch gilt dem
Bernehmen nach seinen Freunden, dem Communards, welche in
nicht unbeträchtlicher Anzahl in Straßburg leben und sich sehr
armlos geriren, um nicht der Ausweisung üher die Grenze nach
jrankceich hin und somit dem ihrer im Vaterlande harrenden
hlimmen Loosezu verfallen. Herr Rochefort ist fortwahrend ein
Jätiger Mitarbeiler an den ultra⸗-radikalen Organen der Pariser
Hresse; der „Rebeil“ und der „Republicain“ bringen fast taglich
Urtilel, welche das Zeichen Rochefort's (Stern mit drei Punlten)
ragen. In Straßburg zeigt sich Herr Rochefort viel in den Straßen
ind Vestaurants, und zwar in Gesellschaft ziner hübschen jungen
Ddame. Das Auesehen des revolutionären Ex Grafen ist ein blü⸗
endes; höchstens das vollständig ergraute, übrigens reichtiche Haar
aßt die Stürme und Mühseligkeiten errathen, welche der frühere
Jommunard und Sträfling von Neu-Kaledonien durchledt hat.

pEin Hundertjähriger. In Kalbe a. M. wurde
urzlich der 100. Geburtslag des Veterauen aus den Freiheits⸗
riegen, Adenhausen, von der dorngen Bürgerschaft aufs feßlichste
egangen. Der Jubilar, am 18. Dezember 1777 geboten, is
roch immer recht rüsstig.

f In der Rhn ist eine ungeheure Masse Schnee gejallen.
Ia Frankenheim bei Fladungen wurdin zwei Personen, Vater und
S„ohn, durch Schneeweten überrascht und kamen um. Zwei Per⸗
onen rettete der von Fladungen nach Frankenheim in der Nacht,
ehufs Ueberbringung einer Depesche, gebende Postbote. Von dem
on Fladungen nay Rüdenschwinden gehenden Bahnschlilten wurde
in 12 Jahre aller Knabe oufgefunden, der im Schnee hiecen ge⸗
lieben und schon halb erfroten war.

p In Wesel wurde dieler Tage eine Welte verloren. Ein
derr behauptete nämlich, daß dvon Chrifii Geburt dis jetzt eint
        <pb n="11" />
        milliarde Minuten verflossen wären, was ein Anderer bestritt.
durch Jahlen wurde nun nachgewiesen, daß noch ca. 12 Millionen
Minuten fedlten. Die Wette ging um ein Kölner Donbauloos.

pReuljahrskinder. Kinder in der Neujahrsnacht
geboren, haben nach der Vollssage besonderes Glück, natürlich, wie
za allen derartigen Prophetien, untet geroissen Bedingungen. Wenn
Madchen sind, müssen sie der Mutter gleichen, die Knaben sollen
dem Vater ähnlich sehen — sonst trifft die Voraussetzung nicht zu.
Im Wesifalenlande gilt die Sage in den meisten Dörfern, man
detrachtet dort die Neujahrzkinder allgemein als bevorzugt, wie
anderswo die Sonntagskinder, und fiudet die glückverheißende Aehn⸗
lichlkeit auch dann beraus, wenn sie gar nicht vorhanden ist. Einst
mpfinz eine Bäuerin die Nachticht von der Geburt eines Knaben,
Ae sie eben am Neujahrsmorgen ihren Kochtopf in voller Thätig⸗
deit besorgte. Die glücliche Mutter wohnte in nächster Nachbar⸗
schaft. Also lief die gute Frau in höchster Eile, noch den Schaum⸗
loffel in der Hand, zur Wöchnerin, hob die Gardine von der Wiege,
rief entzückt aus: Accrot as de Vatter (Genau, wie der Vater)
und wollte wieder zur Thür hinaus —, um ihren Topf nicht über⸗
tochen zu lassen. Da aber entstand Seitens der Wöchnerin, der
Debamme und einer Magd ein lautes Gelächter. Das bewunderte
ind lag gar nicht in der Wiege, sondern neben der Mutter im
Bett, und die Bauern hatten ein junges krankes Ferkel in die
warme Wiege gelegt, welches nun von der Nachbarin als dem
Bater des Kindes frappant ähnlich anerkannt worden war.

F Marktpreise in Berhbin vom 27. Dez 1877. Rindfleisch
don der Keule 55 — 70. Bauchfleisch 50 — 60. Schweinefleisch
55— 70. Kalbfleisch 530 - 75. Hammelfleisch 50 —65. Butter
30 bis 1,40 Pf. pro 1 Pfund. Eier pro 60 Stück 1,7s5 - 2
Mark.

Braunschweiger 20 Thle.⸗Loose vom Jahre 1868. Zicthung
am 31. Dezember 1877. Haupipreise: Serie 730 Nr. 16 à
18,000 M. Serie 4932 Nr. 47 à 15,000 M. Serie 8308 Nr.
42 2 7200 M. Serie 562 Nr. 47 à 3000 M.

Wien, 2. Januar. In der heutigen Ziehung der 4pro⸗
dentigen össerreich schen Staatsloose von 1854 wurden folgende
Serien gezogen: Nte. 81 150 439 552 630 638 9985 1185
I241 1407 1459 1529 1617 1859 1866 1960 2000 2070
2079 2135 2193 2510 2577 2566 2601 2701 2898 2945
3247 3348 3614 3677 3746 3752.

Von einem Jagdunfall in der Nähe von Wisen, den der
dortige deutsche Boischafterath Graf Dönhoff vor wenigen Tagen
deranlaßte, wird berichtet, daß sich das Gewehr des Grafen aus
bis jeht unaufgeliärken Gründen entlud und die volle Ladung dem
Flügeladjutanten des österreichischen Kaisers, Major v. Arbter, in's
Bwesicht fuhe. Einige Schrotkorner schlugen zwei Vorderzähne durch
and geriethen in die Mundhöhle, andere drangen in die rechle
Ohrmuschel und endlich auch in das Fleisch oberhalb des rechten
Auges. Die letzte Verletzung wird als die bedeutendste bezeichnet,
da anfänglich die Möglichteit nahe lag, daß der Angeschossene des
Auges verlustig werden öunte. Ein anderer Theil der Schrot⸗
körner traf den neben Herrn Arbter stehenden Patronenträger, doch
pvutde derselbe weniger hart mitgenommen. Die Jagd wurde sofort
abgebrochen und der Verwundete, der nahezu bew ßtlos war, nach
Wien transportirt.

fOsman Pascha und die Wiener Bäcerstochter.

Man stheilt der „W. Tagespresse“ die kolgende Drollerie mit:
Osman Pascha, der Sieger in seinen Niederlagen, der Held von
Plewna, hat überal Bewunderung und Auerkennung gefunden —-
selten aäußerte sich diese jedoch so lebhaft und urwüchsig, wie bei
einem jungen Mädqgen, der Tochter eines hiesigen Bäckers, welche
sich in den Helden von Plewna verliebte. Das naive Kind sandte
an Oswan Pascha, „Gefangenen“ in Bukarest, folgenden Brief:
„Geehrter Hert! Die Mädchen Wiens sind in Bege sterung für
den Helden von Plewna und bedauern nur, daß es ibm nicht ge⸗
lungen ist — die Russen zu schlagen, welche ihnen so verhaßt
sind. Ich will Ihnen Hert Genetal, meine Verehrung ausdrücken,
rotzdem üch sonst nicht für's Militar schwärme. Herr General,
ch richte die Bitte an Sie, wenn Sie in Pension gehen, nach
Wien ju kommen und hier die Huldigungen Ihrer zahlreichen Ver⸗
ehrerinnen anzunehmen. Man lebt hier sehr gut und Sie werden
ich gewiß wimdern üuber die vielen schönen Madchen, deren Herz
Sie erobert haben, — wie Plewna. Sie werden daraus niemals
derttieben werden, selbst nicht durch ein russisches Garde ⸗Regiment
und wenn es aus lauter Boulatzelles bestände. Meine ganze Nach⸗
darschaft ist wahnsinnig verliebt in Sie. Osman heißt hier die
adchenparole. Wir erwarten Sie mit Sehnsucht. Sollten Sie
ange nicht lommen köanen, bitte ich um ein Bild von Ihnen, da
neines schon ganz von den flammenden Vlicken verzehrt ist, die
dasselbe äglich treffen. Ich grüße Sie, edler Held und bitte,
wenn Sie nach Wien kommen, mich davon unter „Fall von Plew⸗
na“ im „Kleinen Auzeiger“ gefälligst zu verständigen. Ich grüße
Sie und bilte diskret zu sein, damit Mama nichts erfährt. Bis
in den Tod Ihre M. G. Goste restante Hauptposi.)“

—

*7Rotterdam. Das wahrscheinlich untergegangene Damph
ichiff „Friesland“ soll im Ganzen nur 80 Personen an Bord ge—
jabt haben. Das Unglück wäre auch in diesem Falle noch schred⸗
lich genug.

Mailand, 31. Dez. Gestern Nachmittag befand sich der
Erbauer der berühmten Galleria Vittoria Emanuele, Giuseppe Men⸗
joni, mit drei anderen Personen zur Besichtigung auf der Brust⸗
vehr der ihrer Vollendung entgegengehenden kolossalen Hauptfa cade
seiner großartigen Schöpfung, als er in Folge eines Fehlttitts
ausglitt, die beträchtliche Höhe heruater in den Seitengang stürzte
und todt auf dem Platze blieb. Mengoni ist kaum 50 Jahre alt.
Die erwähnte Haupifacade, welche diese belanntlich schönsten und
zroßartigsten überd ckten Kaufhallen Europas (begonnen 1865) erst
'hren würdigen Abschluß gibt, sollle zu Aufang deß neuen Jahres
mit großer Feierlichkeiten enthüllt werden, und man war gerade
daran die Gerüsle zu entfernen, als den verdienstvollen Erbauer auf
dem Felde seiner Ehre sein tragisches Geschick ereilte. (A. Z.)

FIn Montevbideo ereignete sich am 10. November ein
ichreckliches Unglück. Ein Artillerieregiment wollte eben zu Schieß⸗
iungen ausrücken, als beim Fassen der Munition eine Granate
in Magazine erplodirte und eine Menge anderer Geschosse gleich⸗
alls zum Explodiren brachte. Die Caserne stürzte zusammen und
zegrub über hundert Personen unter ihren Trümmern; ungefähr
30 Personen wurden in das Spital gebracht, viele andere todt
aus den Ruinen hervorgezogen.

F Die Weizen⸗Ernte ist im Jahrl877 in den Ver. Staaten reicher
zusgefallen, als je zuvor. Die „Chicago Trihune,“ welche in Bezug
auf westlich⸗ Ernteberichte eine gute Autorität ist, veranschlagt den Er⸗
rag der Weizenernte in den vier Staaten Minnesota, Jowa, Wisconsin
ind Kansas auf 117,000,000 Bushel, 56,000,000 Bushel mehr,
ile im vorigen Jahre. In Michigan, Indiana, Ohio, Kentucky,
und Tennessee ist der Ertrag der Weizeneinte um 33 bis 40 Mil⸗
lionen Buschel größer als im torigen Johre und nur in den Pacific
Staaten ist et um etwa 12,000,000 Bushel gegen das Vorjahr
urückgeblieben. Alles in Allem gensommen, kann man mil Sicher⸗
jeit die diesjährige Weizenernte um 80,000,000 Bushel höher
eranschlagen, als die vorjährige.

HYienstesnachrichten.
Die erledigte protestant. Pfarrstelle zu Ellerstadt, Dekanais Bürkheim,
wurde dem Pfarrer Heinr. Hoffmann in Weiden hal verliehen.
Zum Igl. Kreisthierarzt in Speier ist der kgl. Bezirksthierarzt Groß
n Neustadt ernannt.
— aedaction veraniwortuch: e.
Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vom k. Oberfoörstet H. Nitzsche.
Fünfter Fahrgang. Nr. S enthält: Jagdstreitigkeilen
don Fr. Freiherr von DrosteHülshoff. Jagddilder aus der
ODstindischen Inselwelt von H. von Clausewitz (mit Illustra⸗
tion). Der Wiener Wildpretmarkt. Die Hofjagd zu Lezß—⸗
lingen. Zum Fischereigeseß. Von der Gemsenjagd. Einge⸗
stelltes Jagen auf Rothwild (mit Illustration) u. s. w. —
Verlag von Schmidt &amp; Günther in Leipzig. Alle Buchhand⸗
ungen und Postanstalten nehmen Abonnementz an. Preis
3 M. halbiaährlich.
— ————— —
Psfalzische Geflügelzeitung. Verlag von Herrmann
Kayser in Kaiserslautern
Bei statigehabtem Quartalwechsel erlauben wir uns alle Freunde
der gefiederten Welt, der Geflügel., Zier⸗ und Singbögelzucht auf
die ia Kaiserslautern erscheinende Pfalzische G flügelzeitung aufmerk⸗
sam zu machen. Tie neueste zur Ausgabe gelangte Nummer hat
enen höchst lehrreichen und inleressanten Inhalt:
Abonnemenis: Einladung. — Antwort elnes Pfaͤlz. Geflügel⸗
züchters auf den 9Aetikel des Hertn St. in Weimar. (Schluͤß.)
— Eierfressen der Hühner von R. O. in Görliz. — vie
Behandlung des Andreasberget Kanarienvogels bei dem Lieb⸗
haber, von R. Maschle in St. Andreasberg. — Aus stellunq
elbstgezüchteter Canarien zu Weimar, von St. in Weimar,
— Berschiedenes; 4 Rebhühnereier. — Nürnberg. — Brief⸗
kasten. — Anzeigen.
Die Beilage enthält Mittheilungen Über:
Die Behandlung des Andreasberger Kanarienvogels bei dem
Liebhaber, von R. Maschle in St. Andreasberg. — Ueber die
Aufzucht der Silbetfasanen. — Veischiedrnes: Kaisertlautern.
— Aus Magdeburg. — Vom Büchermarkt. — Anzeigen.
Da der Abonnementspreis dieses Blattes ein so äußerst ge⸗
inger (pro Vierteljahr blos 65 Pfennig), sein Inhalt ein stets
reichhaltiger, belehrender und für jeden Züqchter interessanter ist, so
lann es zu zahlreichen Abonnemeis nur bdesteus empfohlen werden,
ind machen wir auf die Abonnemets Einladung zum neuen Quar-
ale aufmerksam. Alle k. Postanstalten und Postboten, sowie alle
Zuchbandlungen nehmen darauf Bestellungen entgegen. Die derein
erschienenen Nummern können nachgeliefer werden.
        <pb n="12" />
        Mehrere Bauplätze
in ten Schafweiherwiesen hat
zu verlaufen

— Jakob Pfleger.

Sieglermeist er
Dudweiler Jiegelhütte
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Eine Wohnung
hestehend in 8 Zimmer, Fuche,
Zeller, Holzremife und Speicher,“
hien1. Apal beziehbar, isi zu
vermiethen.

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Nechenuugen
in Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der

Druckerei ds. BI.

/Cin seltones creigniss
aa, ein in Buchhandel gewiß Senfation
erregender Fall ist es wenn ein Buch
toq Auflagen erlebt, 3 einen so
arbo barnihen Erfoig ann nur ein Verk
erzielen welches sich in gatz getgt
rdeuilicher Weile die Gunst des Pubil⸗
mis, erworben hat. — Das beruhmte
bhpulare erini ve Wert: .Dr. Aixy's

afe — 2.

4 Fini undertater Austage

— —
ind Negt darin allein schon der beste
deweis iulr die Gediegenheit seines In⸗
halts. Diese reich illuffrirte, vollsständig
mdearveitete Jubel⸗Aussgabe kanũ
nit Recht allen Kranken, welche be⸗
vuhrle Heilmitiel zur Beseitigung ihrer
iken anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht. zupizoten werden. Die
rin avbgebrugten Driginal⸗Atteste
ʒeweisen die außerordentlichen Heilerfolge
ind sind eine Garautie dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getäuscht
pe Dbiges 5414 Seiten starke, nur

Mark Lostende Buch kann durch jede

Buͤchhandlung bezogen werden; man

derlange und uehme jedoch nur „Ur.

Niry'o Naturheitmethode Original·

Juagabe von Lichtir's derlags-—
Anstalt in Leivꝛig.
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Einladung zum Abonnement auf den J
— ar·
0 608
. 99 n 3 — * J
billigstes 11usertes Familienblati—
Siebenzehnter Jahrgang . —
Der Omnm i us seit lange, in den weitesten Kreisen ein hochbe⸗
iebtes Unierhaltungsblatt wird auch fortfahren sich den Veifall des Publi⸗
ums durch reichen und gediegenen Inhalt, wie durch künstlerisch ausgeführte
yllustrationen, zu verdienen. Jede Nummer bringt ein Portrait berühmter
Männer und Frauen der Gegenwart, aus dem Gebiete der Politik, Wissen⸗
chaft und Kunst, sowie der Industrie und bildet so ein Album hervorragen⸗
der Personen.

Der neue Jahrgang beginnt mit zwei spannenden Romanen:
die Tabaksdose des Herrn Lubin von Fonstant Guéroult

Fs̃ Verm chin von qcirmer.

Trotz des reichhasigrn Inhalis und der Neucerungen bezndlich vielseitiger
zeistungen bleibt der „Omnibus“ auch ferner das billigste aller illustrixten
Wochenblätter, da der Preis desselben nach wie vor
or. Quartal nur M. 1. 30 incl. Postausschlag oder pro Heft 40 Pf.
deträgt. Jährlich erscheinen 582 Nummern oder 17Hefte, letztere in illustrir⸗
te u Umschlage.

Zu diesem billigen Preise der ei em Jeden die Anschaffung des „Omni⸗
hus“ jeicht macht, kommt noch, daß die Verlagsbuchhandlung in diesem Jahre
zwei Prämienbilder
gegen die dgeringe Nachzahlunn on nur RTõõo sCesert. Dieselben sind

prachtvolle Oeldruckbilder.
Am See und Am eer.
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Außer dem Prämsenbd wird dem, Aboonenten emẽ dis jetzt noch nirgends
gebotene Extra⸗Prämie gewößrt. Dieselbe besteht in einer
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Ak⸗eage,
welche in Heften von 16-20 Seiten volio hesich oder pro Quartal zwej⸗
mal im schönsten Notendruck auf starkem Notenpapier, enthaltend Mendel⸗
fohnische Compositionen erscheint. Die Rachzahlung für diese zweite
iußerordentliche Prämie ist auf nur 20 Pf. pro Heft sestgesetzt.
h ft 1. Lieder ohne Worte 12Seit. 9.8. Lieder ohne Worte 128.
8 Ninderfltücke 8 Variationen.. 8
Deft 2. Lieder ohne Worle 12 di Maen
8 6. Lieder ohne Worle 16.
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o * .7. Lieder ohne Worte 12

Heft 8. Lieder ohne Worte 16 ⸗ 5** a
c,, — —33 Capriĩccioso, op. 18 8
Heft 4. Lieder ohne Worte 168, H. 8. Lieder ohne Worte 10,
Scherzo u. Gondelließæ Z3 Fantasien, op. 16 10,
Selbstverständlich bleidt iedem Abonnenten die Abnahme der Prämien
völlig freigestellt.

Mit Hinweis auf die vorstehend erörterten Vorzüge, welche den Omni⸗
bus“ gegenüber seinen Concurrenten im neuen Jahre beftens empfehlen, laden
wir hiermit zum Abonnement höflichst ein. Vestellungen auf den „Omnibus“
nehmen alle Kaiserl. Postanstalten und Buchhandlungen entgegen.

Hamburg.

Die Verlagshandlunga M. Rosenberg.
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vom Staate genehmigt und garantirt.

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sche und englische Lectüre für Jedermann. Inhalt (bei beiden
bPlattern vosstandig verschieden): Tagesgetchiohte, belletri-
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diegene Novehlen, interessante Processeo ete. Wöõchentlich eine
Nudmer. Quactalpreis für jedes der beiden Journale mar 1M.
50 Pf. direct unter Band i M. 65 Pfg. Inserate (à 25 Pf.
die 48paltigs Petitzeile) hei dem ausgedehnten, hereits ũhsr
gamz Dentschland und Oesterreich-Ungarn sich erstreckenden
Leserkreise von erfolgreiohster Wirkung.

Pdenxkobeém in der bayer. Rheinpfalz.

ie xpedition. oo0o
**22 —— 44 4 2 — — *
Fedainon ud und elag von F. F. Demerk in St Inabert.

cine Stelle fucht, eine solche zu
vergehen hat, ein Grunditück zu
—F verlaufen wünscht, ein solches zu kaufen
beabsichtigt, eine Wirthsqhaft,
J —Oeconomiegut xec. zu pachten
sucht, eine Heirath anknüpfen will, eine Geschaftsem⸗
pfeblung jzu erlassen gedenkt — überhaupt zu
Rath bedarf, der wendi ertrauensvoll an die
Central Annmo⏑ ditĩom von
GC. L. Daube Co. in Munchen,
wesche sig die prompteste und billigste Bedienung zur
Aufgabe macht.
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X0
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sind zu haben in der Lith. Anstalt F. x. Demetz.
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*

4

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        St. Ingberler Anzeiger.
— —
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1 Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfs. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder derer Naum, Neclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.

— ——

—
M4. Sonntag, den 6. Januar 1878.
ö——— O

2
X

Deutsches Reich.

München, 4. Janugr. Heute Nachmittag ist für den
Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten Sitzung anbe⸗
ranmt, in welicher der Bericht des Abgeordneten Crämer üder den
Ttat der Malzaufschlags⸗, Zoll⸗, Steuer⸗ und Kartenstempelgefälle
zur Berathung gelangt. Auch der Petitionsausschuß tritt Nachmit⸗
tags zur Sitzung zusammen.

Der Franß. Kur. schreibt: Was Ordensverleihungen für einen
Werth haben, darüber gibt es belanntlich verschiedene Ansichten.
Finen interessanten Beitrag zu der Taxation derartiger „Auszeich⸗
nungen“ liefert aber jedenfalls die Thatsache, daß dem nunmehr
verflossenen franzoͤsischen Boischafter in Berlin, Vicomte de Gontant ⸗
Biron, der sich durch sein Verhalten bei der Reichsregierung, in
zpecis beim Fürsten Bismarck unmöglich gemacht hotte und deß⸗
vegen Berlin verlassen mußte, beim Scheiden zur Versüßung des
Trennungsschmerzes der höchste Orden der preußischen Krone, der
Schwarze Adlerorden verliehen worden ist. Welchen Orden würde
wohl dann eine „persona grata* erhalten müssen?

Berlin, 3. Januar. Die „ProvinzialCorresp.“ meldet,
Se. Maj. der Kaiset habe beim Neujahrsempfang der Minister
die zuversichtliche Hoffuung ausgedrüdte, daß das neue Jahr eine
friedliche Entwickelung nach Außen wie im Innern bringen werde.

Berhin, 3. Jan. „Die „Provinzial Correspon.“ schreibt:
Die englische Regierung hat von dem Ersuchen der Türkei um
Englands Bermittlung behufs Einleitung von Friedenzverhandlungen
in Petersburg vorzugsweise wohl in dem Sinne Mittheilung ge⸗
macht, um daselbst die Geneigtheit der Türkei zur Anknüpfung von
Friedensverhandlungen zar Kenntniß zu bringen. Wirlkliche Ver⸗
dandlungen dürfen nach Lage der Dinge wohl unmittelbar zwischen
den beiden kriegführenden Mächten einzuleiten sein.

Berlin, 3. Jan. Die Socialdemokratie will nächstens in
zanz Deutschland Massenversammlungen gegen die auswärtige Poli—
tik des Deutschen Neichs veranstalten. Liebknecht bereitet eine
JInterpellation über die brientalische Frage im Reichstage vor.

Zustand noch bedenklich genannt werden muß. In Folge einer er
ittenen Gehirnerschütterung stellte sich bald ein heftiges Erbrechen
in, dem eine andauernde Bewußtlosigleit folgte; doch ist Hoffnung
porhanden, ihn am Leben zu erhalten.

Die Volksbank Bergzabenn hat eine Sparkasse in's
deben gerufen, in welche Beiräge bis zu 2 Mark herab eingelegt
verden koͤnnen. Der Zinsfuß ist 4 pCt. jährlich.

Die ‚Rheinpf.“ bringt folgende Weinprophezeiung für das
Jahr 1878: Ihr Käfer! macht Fässer, soviel ihr lönnt! Wein⸗
hesier! schlagt los um jeden Preis! Weinschmierer! das Handwerk
wird euch gelegt werden! Die Weinrose blühte wunderschön und
die Jerichorose ging wunderbar an Weihnachten auf. Also ein
voller Herbst steht in Aussicht. Freuet euch ihr armen Winzer!

In Amerika gestorbene Pfälzer. In New⸗-VYork
Margaretha Bäcker 83 Jahre alt aus Gräfenhausen; ebendaselbst
Thristian Flerr 48 J. alt, aus Kerzenheim. — In New⸗Jersey
Union Hill) Babette Parkhouse 41 J. alt aus Neustadt. — In
Williamsburg (New-Yort) Wilhelm Schramm 50 J. alt aus Alsen⸗
zorn. — In Brootlyn Mew⸗NYorkt) Elisabetha Steinhrecher, 67
Jahrt alt aus Otterberg. — In Cincinnati (Ohio) Johann Metz⸗
zet aus Böchingen. — In New⸗-Orleaus (Louisiana) Peter Albrich
36 J. alt, aus Freimersheim (bei Edenkoben); ebendaselbft Adam
Meher 43 J. alt, aus Albersweiler.

F St. Johann, 4. Jan. Gestern fand die Obducktion
der Leiche der Frau Witwe Lautz siatt, welche bestätigte, daß die
ilte Frau eines gewaltsamen Todes, durch Erwücgen, verstorben ist.
leber den Thäter hat man immer noch keine Spur, obwohl die
Nachfotschungen der Gerichte und Sicherheitsorgane aufs Eifrigste
'ortgesezt werden. Die Annahme wird übrigens immer sicherex,
haß der Moörder von seinem gräßlichen Verbrechen nicht die geringste
Frucht gehabt. Es sollen sich noch in unerbrochenen Schiebladen
der Ermordeten nicht unbedeutende Geldsummen und Werthgegen⸗
fände vorgefunden haben, welche der Mörder sich sicher angeeignet
zätte, wäre er nicht von der später Ermordeten überrascht und daun
jon seinem Gewissen von dem Orte des Verbrechens weg getrieben
vorden. Heute Nachmittag 3 Uhr findet die Beerdigung der Er⸗
mordelten statt.

Mänchen, 2. Jan. (Raubmord.) Gestern Abend zwischen
z und 9 Uhr ist der an der Station „Feldmoching“ bredienstete
derheirathete Wechselwärter Butzmann vor dem Dienstgebaude er⸗
chlagen und seiner Vaarschaft von circa 60 M., sowie seiner Uhr
eraubt aufgefunden worden. Die von dem Thäter beabsichtigte
Berstümmelung des Leichnams durch einen kdursirenden Zug wurde
adurch vereitelt, daß der dienstihuende Beamte die Leiche nächfl
zen Schienen liegen sah und olsbald der begangene Raubmord kon⸗
tatirt werden konnte. Der Thäter ist noch nicht ermittelt.

FMünchen, 2. Jan. Gestern wurde ein Haus in der
streuzstraße wegen Auftretens der schwarzen Blattern auf polizeiliche
Anordrung gesperit.

pNüäürnberg, 2. Januar. Das Bezirksgerichk hat heute
in einem Falle der Verfälschung von Lebensmitteln den Thatbestand
des 8 263 des R.Str.G. (Betrug) als gegeben angenommen
ind demgemäß die Oekonomenfrau Anna Klumann von Scheinau,
velche schon ofters wegen Milchfälschung bestraft worden war und
zeuerdings Milch mit einem Wasserzusatz von 80 und 65 pCt. ver⸗
chleißte, des Vergehens des Betrugs in Zusammenhing mit einer
lebertreiung des 8 367 Ziff. 7 des R.St.«G. für schuldig erkannt.
Da die Beschuldigte auch einen Bestechungsversuch an dem visitiren⸗
den Beamten gemacht hatie, wurde sie zu 2 Monaten 6 Tagen
Befängniß, 8 Tagen Haft und 100 MGeldstrafe verurtheilt und
das Goldstück, mit welchem der Bestechungsversuch gemacht wurde,
dem Staate verfallen erklärt. (N. C.)

Mannheim. Das „Mannh. Journal“ berichtet: „Wir
sönnen die für viele unster Leser gewiß angenehme Nachricht mit⸗
heilen, daß Herr und Frau Jacobi durch eine Kontrakt-Berlänge-
tung unjerem Schauspiele auch für die Zulunft erhalten bleiben.“

NAusland.

Wien, 3. Januar. Nachmittags. Hiesige diplomatische
sreise glauben an das Zustandetommen eines baldigen russisch-tür⸗
ischen Waffenstillstandes. — Die ‚Presse“ meldet aus Sistowo:
Der Eisgang ist forsdauernd. — In Bulgarien find acht Grad, am
Balkan siebzehn Gtad Kälte.

Wien, 3. Jan. Die ‚Presse“ meldel aus Sistowa vom
2. d.: Seit gestern sind alle Donaubrücken auf das linke Ufer ge⸗
chafft. Bei dem Corps des Generals Gurko eingetroffene scher⸗
essische Deserteure berichten, daß das türkische Corps bei Sofia
Mangel an Lebensmitteln und Winterkleidern leide; dasselbe zähle
27,000 Redifs und Baschibozuts, sowie 2000 Tscherkessen.

Rom, 3. Jan. Der König hat heute Morgen Gambetta
empfangen. Ministerpräsident Depretis gab letzterem zu Ehren ein
Dejuner. Heute Nachmittag reist Gambetta ab.

London, 3. Jan. Die ‚Morning Post“ schreibt: Der
zestrige Cabineisrath kam dahin überein, die Antwort Rußlands
nuf Englands Vermittelungs⸗-Anerbieten nicht als den Schluß der
englischen Action zu betrachten und beschloß, vor Uebermittelung
)er Antwort an die Pforte in Petersburg anzufragen, welche Waf⸗
ienstillstands-Bedingungen die russischen Commandeure zu fordern
88 worden seien. Z Heute findet wiederum Minister⸗Conseil
tatt.
Vermischtes. —
f Pirmasens, 2. Januar. Der „P. A.“ schreibt: In
Bet reff des jungst berichieten Ünglücksfalles können wir die Min
heilung machen, daß der verungiückte Knabe, der bewußtios und
jüt todt dom Plaze getragen wurde, noch lebt, wenn auch sein
        <pb n="14" />
        —— 82
pLeipzig, 29. Decbr. Dieser Tage wurden in Gegen⸗
wart eines Gerichtsbeamten in hiesiger Gasanstalt 150 Schinken
und 300 Würste aller Sorten als trichinenhaltig verbrannt. (Volksz.)
F Berlhin. Eine schöne Weihnachtsbelohnung hat die
Ehrlichkeit eines armen Schlossergesellen gefunden. Dem Viehkom⸗
mifsionär B. in der Brunnenstraße war seine Brieftasche mit
11,000 Mark, welche er auf dem Viehhof einkassirt hatte, auf dem
Heimwege verloren gegangen. Ohne sich eben großen Illusionen
bezüglich der Wiedererlangung dee Summe hinzugeben, meldete er
den Verlust doch der Volizei und ließ denselben auch an den Straßen⸗
säulen veröffentlichen. Nicht gering war daher die freudige
Ueberraschung des Herrn B., als am Weihnachtsabend ein einfacher
Schlossergeselle sich bei ihm meldete, um die gefundene Brieftasche
mit dem vollen Inhalt Jenem einzuhändigen. Die Ehrlichkeit des
Handwerkers verdiente um so höhere Anerkennung, als derselbe
mehrere Wochen bereits ohne Arbeit und Verdienst ist, und die
Versuchung, den Fund für sich zu behalten, an manchen Andern
wohl leicht herangetreiten wäre. Der glückliche Wiederbesiger der
Brieftasche erkannte die Redlichkeit aber auch in glänzender Weise
an. „Hier, lieber Freund,“ sagte er, in die Briestasche greifend,
Iuehmen Sie 1500 Mark dafür, daß Sie ein so ehrlicher Kerl
sind, und hier haben Sie 100 Mark ertra, damit Sie Sich ein
fröhliches Weihnachtsfest bereiten können.“ Der redliche Finder hat
es gewiß daran nicht fehlen lassen.
t Die Heirath des Konigt Alfons. Der Herzog von Mont⸗
pensier gibt seiner Tochter Mercedes, der Verlodten des spanischen
Königs eine Aussteuer von 25 Mill., nicht inbegriffen den Schmuck

an Diamanten und Perlen. In Madrid verden bereits große
VBorbereitungen für die Hochzeit getroffen. Der Papft schickt einen
igenen Ablegaten ab, der einen geweihten Brautring und eine
ose in Diamanten für die künftige Königin von Spanien zu
Wberbringen hat. Der König wird 14 Tage in der Hauptstadt
Andalusiens verweilen, wo er im Alcazar wohnen und den Festen
zeiwohnen werden, welche ihm die Andalusier bis zum 8. Januar
geben wird. Die von ven Prinzen der Familie Orleans geschickten
dochzeitsgeschenke sind prachtvoll; die Gräfin Marie von Paris
iber hat ihrer Schwester Marie de Montpenfier einen Schmuck zum
Deschenk gemacht, der unter den ttichsten Schmuckkästchen Europa's
zu prangen würdig ist.

F Die „Times“ erwähnen eines Handels mit Todienlöpfen,
zeziehentlich Ruffene oder Turken⸗Kinnladen von den bulcçarischen
Schlachtfeldern, der förmlich organifirt zu sein scheint. Spelulative
döpfe kaufen danach von der Wahlstatt Kinnladen ein, die sie mit
sehn Franken bezahlen und in Kisten zu 500 Stück nach Pari«
erschicken, wo sie en gros mit 50 pCt. Gewinn verlauft werden.
Die Zähne werden erst in Paris ausgebrochen und sortirt, um zu
lünstlichen Gebissen verwandt zu werden.

7In Philadelphia ist ein deutscher Mann gestorben,
velcher vor zwei Jahrzehnten eine bedeutende Rolle unter den Deutsch⸗
Amerilanern spielte. Es ist dies Herr Wilhelm J. L. Kiderlen
kr war 1813 in Ulm geboren und kam nach Absolvirung tüchtige
Symnasialstudien und nach gründlicher Erlernung des Buchhändler⸗
Beschäfts im Jahre 1836 nach Philadelphiegg..
66 4. J
„VBertragẽrßige
Wiederversteigerung.
DODlenstaß, 22. Januar
1878, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Heinrich Schmitt
wird auf Betreiben von Mar⸗
garetha Grell, gewerblose Ehe⸗
frau von Joseph Fries, Schmied,
beide in St. Ingbert, und des
Lezteren der eheuchen Ermächti⸗
gung und Gutergemeinschaft we⸗
gen, die Ehefrau Fries als aus⸗
schließende Intestaterbin ihres
verstorbenen Bruders Franz Grell
weiland Fruchthändler in St. Ing⸗
bert, Gläubigeringegen die minder⸗
jaͤhrigen Kinder der in St.
Ingbert wohnenden Eheleute Ja⸗
kob Spohn, Bader, und Anna
Maria Bernasco, Namens a.
Peter Anton, b. Karl, c. Karo⸗
lina und d. Anna Maria Spohn,
Schuldner, die nachhin bezeich⸗
neie Liegenschaft im Banne von
St. Ingbert, wegen nicht be⸗
zahlten Kaufpreises im Wege der
verträgsmäßigen Wiederversteige⸗
rung oͤffentlich an den Meisi⸗
bietenden zu Eigenthum ver
steigert, nämlich:
Pl. Nr. 4177. 20 Dezim.
oder 6 Ar 81 OIm Acker
in der vorderen Hobelsah⸗
nung neben Carl August
Weigand.
St. Ingbert, 4. Jan. 1878.
Sauer. t. Notar.
Das Teo Aten rte Much
Gichtu Rheume tis mus
eine leicht verständliche, vielfach
bewährte Anleitung zur Selbstbe⸗
handlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
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vecsandt von Richter's Ver⸗
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die außerordentlichen Heil⸗
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haben, welche, wie Dr. Airyis

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lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstatz, Donnexstag, Samstag nud Sonntag. Der Abonunementspreis betragt vierieljahrlich

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— — — —— ——

meunuhn
M 5. Dienstag, den 8. Januar 1878.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Jan. In den preußischen Ministerien wie
im Reichskanzleramt richtet man sich auf die Organisations: Veräu⸗
derungen unter det Hand schon jeßi ein. Zu allererst dürfte ein
Reichsfinanzamt errichtet werden, das sich aus der jetzigen Finanz⸗
Abtheilung des Reichskanzleramto entwickelt. Der Geheime Regie⸗
rungstath Dr. Michaselis bleibt Direltor, Chef wird der Finanz⸗
minisiser Camphausen. Dieser ersten Umgestaliung werden dann
andere folgen, zunächst die Ausgestaltung des Reichsjustizamts, weil
diesem in Nücdsicht auf die deutsche Jusstizreform wichtige Aufgaben
jufallen, die keinen Aufschub dulden. Die Dezentralisation des
Reichskanzleramts stellt an das Letztere nuue Auforderungen, zu
deren Erfüllung nicht mehr der Staatsminister Hofmann, sondern
zin Verstanenzmnann des Reichskanzlers berufen werden dürfte, der
an der Reorganisation der Reichsbehörden wesentlich betheiliet ist.
Es werden sich die Dingte in ihrem Verlauf ganz von selbst so ge⸗
stalten, daß Jeder ohne Weiteres Rudolf v. Bennirsen als den
nothwendigen Chef des umgestalteten Reichskanzleramts ansieht.
Wit folgen in diesen Mittheilungen den Andeutungen hochgestellter
VBeamten, die den Rücdtritt des Herrn Hofmann als unerläßlich
ansehen und die, so willig sie auch einräumen, daß der Chef des
Reichtkanzleramts durchaus bemüht war, den Wunschen aller unter
hm arbeitenden Beamten gern entgegen zu lommen, doch von der
Nothwend'igleit einer Reform längst überzeugt waren. Berl. T.)

Wie unterrichtete Personen erzählen — schreibt man der
„Magd. Zig.“ von Berlin — wird der Präsident des Reichs⸗
anzleramts, Staatsminifter Hofmann, seinen Abschied focdern.
Man duingt diesen Entschluß des Ministers mit der Reise des
Herrn v. Bennigsen nach Varzin in Verhindung, und bemerkt, es
habe dem Präsidenten des Reichskanzleramts nicht gleichgültig sein
sönnen, daß über die anderweitige Ausgeslaltung der Reichsämtet
Bethandlungen ohne sein Vorw'ffen geführt worden seien. Herr
Hoffmann siehdt sich durch die Varziner Besprechung als deplacitt
an und will, wie es scheint, nicht länger auf einem Posten bleiben,
der wahrscheinlich ihm früher oder spüter doch entzogen werde.
Es wird angenommen, der Staatsminister Hofmann trag⸗ sich mit
der Absicht, nach Darmstadt zurüchzukehren.
Aussfand.
Wien, 8. Januar. Eine der ‚Polit. Corr.“ aus Galatz
zulommende Depesche meldet, daß die Donau dort so fest zugefroren
ist, daß sie in zwei Tagen für die schwersten Fuhrwerle passirbar
werden dürfte. Die Besezung von Sulina durch die Russen ist
bevorstehend.

Wien, 7. Januar. Das Telegraphencorrespondenz: Bureau“
meldet aus Konstantinopel, 6. Januar; Die Disposition der Pforte
ist fortwährend einem Waffenstillstand sowie dem Frieden günstig,
sie wartet ledoch das definitive Resultat der englischen Schritle bei
Rußland ab, bevor fie eine Entscheidung trifft.

Amtlich wird aus dem russischen Hauptquartier Bogot, 5.
Januar gemeldet: „Der Vetlust der Russen beim Balkanübergang
detrug nuct 200 Mann; der det Türken war enorm. Die ganze
Ebene von Komarzi ist mit Leichen bedeckt. In Tischlowaz und
—XEV0—— Versprengte
Flüͤchtlinge werden massenhaft gefangen.

Wie nach Betensburd gemeldel wird, sind von der kür⸗
tijchen Armee nur 40,000 Mann nach Rumelien abmarschirt; hin⸗
gegen verbleiben 70,000 Mann in den bulgariichen Festungen sowie
in Ratgrad, Eskidjuma, Osmanbazar und Bagardschik.

Petersburg, 5. Januar. Der „Agence russe“ zufolge
liegt keine offizielle Bestätigung der Meldung auswärtiger Blätter
bor, nach weicher die Psforte den deutschen Boischaiter Prinzen
Renß ersucht habe, ihre Friedenbedingungen der russischen Regierung
mitzutheilen. (Auch von Berlin aus wird diese Angabe als falsch
itlärt.) — Die „ügence russe“ wendet sich gegen die Behauptung
her endglischen ministeriellen Blätler, daß es Rußland zwar zustaͤnde.

irekt mit der Pforte einen Waffenstillstand, nicht aber den Frieden
wbzuschließen, und hebt hervor, ein Waffenstillstand sei nicht möglich
nhue vorherige Annahme der Friedenspräliminarien. Die Turkei
abe aus gleichem Grunde im vorigen Jahre den Abschluß des
Waffenstillsiandes mit Serbien und Montenegro verweigert. Ruß⸗
and werde sich nicht von diesem Grundsatz des Volkerrechts ent⸗
ernen.

Petersburg, 85. Januar, Ahends. (Amtlich.) Groß⸗
fürst Nikolaus meldet an den Kaiser: Am 8. Januar nach einem
inbedeutenden Scharmützel bei dem Dorfe Wratschdewna nahmen
die Russen Sofira ein; der dabei erlittene Verlust belief sich auf
nur 24 Mann.

Petersburg, 7. Januar. Die „Agence russe“ sagt,
Brivaitelegramme melden: In Folge des von England der Pforte
rtheilien Rathes, direkt mit Rußland zu verhandeln, werden tür⸗
ische und russische Bevollmächtigte demnächst zujammentreffen. Die
lenderung (2) der englischen Politik soll hervorgerufen sein durch
ine Unterredung Gorijchakoffs mit Lord Loftus (dem britischen
Zotschafter in Petersburg).
germüschtes.

fSt. Ingbert, 8. Januar. Gestern Nachmittag gegen
22 Uhr brannte die in den Großgärten gelegene Werlstätte deß
züfers Rodenvusch sammt Holzschuppen vollftändig niedet. Werk⸗
cuge, Fässer und ein großer Holzvorrath wurden bis auf Weniges
in Raub der Flammen. Glädklicherweise isft, wie uns gesagt wird,
vas Verbrannte versichert.

— Am letzten Sawstag verunglüdten 2 mit Sprengung dvon
Zteinen beschäftigte Arbeiter in dem großen der Bahndirektion ge⸗
sörigen Steinbruche bei Weidenthal, durch Entzündung
iner im Sprengloche sich befindlichen Pulvirmasse von 16 Pfund.
Finer der Arbeiter, Sohn einer armen Wittwe von Weidenthal,
vurde sofort gelödtet, dein andern wurde die rechte Hand abgerissen
ind et auch noch im Gesicht so erheblich beschädigt, daß an seinem
Uufkommen gezweifelt wurde.

Landau, 5. Januar. EC. A.) In der berflossenen
Nacht wurde bei Herrn Goldschmied Kling in der Kirchgasse ein
bedeutender Diebstahl verübt; der zu leicht verschlossene Laden eines
Schaufensters wurde geöffnet, die Glasscheibe eingedrüctt und der
zanze Inhalt des Schaufensters — Gold⸗ und Silberwaaren im
Werthe von circa 3000 M. — gestohlen.

Neustadit, 4. Jan. Nacdem ein ziemlich vermdgender
Bauerzmann in Lachen schon mehrmals am Erhängen verhindert
vurde, hat derselbe heute Nacht seinen Borsotz doch endlich ausge⸗
ührt und zwar im Beisein seines siebenjährigen Sohnes, der troß
einer Bitlen ihm mit einer Laterne zu dieser Arbeit leuchten
nußte. (Pf. V.)

f In der Nähe von Glanmünchweiler, so wird
der „Pi. V.“ von dort berichtet, fand kürzlich ein Treibjagen statt,
hei welchem 36 Hasen und 1 Hirsch geschossen wurden. Wer den
Zchaden hat, braucht füt den Spott nicht zu sorgen und so rejzi⸗
irt auch der undarmherzige Vollswitz mit obigen Worten ein Vor⸗
'ommniß, das fuür die Betheiligten von höchst nachtheiligen Folgen
ein kann. Der geschossene Hirsch ist nämlich ein „Herr Hirsch“,
»er als Jäger an der Treibjago Theil nahm und der so unglüdlich
'n's Gesicht geschossen ist, daß wahrscheinlich ein Auge verloren
zehen wird.

F Ein Gaunerstückchen seltener Art wurde in der Nacht zum
3. ds. M. in einem Gasthofe in Frankenthal ausgeführt.
xẽs erschien nämlich dafelbst ein gutgelleideter Mann, der sich in
»as Fremdenbuch als „Johann Maier, Oekonom aus Offstein“
inzeichnete und erklärte übernachten zu wollen. Weil er morgent
rüh fort müsse, zahlte er sogleich seine Zeche für Abendessen, Logis

ind Frühstüctt. Als er früh Morgens zum ersten Bahnzuge weg⸗
zing, erllärte er am Abend wieder zu lommen. Nach seinem Weg⸗
Jange bemerkte man, daß das Licht in seinem Zimmer noch brannte
        <pb n="16" />
        amd oͤffnete deßhalb d'e verschlossene Zimmerlhür mittels Haupt⸗
schlüsseie und machte hiebel der Wirth die nichts weniger als er⸗
freuliche Suidedung, daß ihm fein ganzes Bett mit Beitzeng gee
dohlen war.

pSpeder, 8. Januar. Die nachfste Prüfung für den
kinjahrig⸗ Freiwilligen · Dienst fisdel an. einem noch näher zu be⸗
—X— statt. Gesuche um Zulaffumg
ju dieser Prüfung find bis zum 1. Februat d. J. bei der Prüfungs⸗
Tommission einzureichen.

pVon der Tauber, 4. Jan. Das sogn. Neujahrs⸗
schießen fordert stets wieder sein Opser. In dem zwischen Rothen⸗
zuͤrg und Schillingsfürst gelegenen Orte Gebfattel ging in der
Sylveslernacht einem Schmiedssohn das Pistol zu bald los und
aahm ihm die eine Hand mit. Der Verletzle liegt schwer erkrankt
darnieder. — Auch in dem nahen Städchen Uffenheim eregnete
sich in voriger Woche ein seltenes Unglück insoferne, als der Wasen⸗
meister Edelhäuser auf der Jagd seinen eigenen Sohn erschoß.

Stürtgart, 3. Januar. Die Untersuchung gegen die
Erben des Schriftstellers Hackländer wegen Einkommenssteuer De⸗
jraudation hat mit der Verurtheilung der ersteren zur Bezahlung
don 100, 000 Mark Strafe und Ersatz der defraudirten Steudt
ihr Ende erreicht. Von anderer Seite wird behanptet, die Straf⸗
summe belaufe sich auf mehr als 140,090 Mark. Die Erben
beabsichtigen, den Gnadenweg zu betreten und es ist, nach Vor⸗
zängen zu urtheilen, nicht unwahrscheinlich, daß wenigstens ein Theil
der Strafsumme nachgelassen wird. (Frf. Ztg.)

f Aus Heilbronn wird gemeldet, daß ein neulich dort
mugebrochener Brand, bei welchem sechs Menschen das Leben ver⸗
loren, ein Werk bübischer Hand war. An mehreren Stellen wur—
den Brandbriefe gefunden, in welcher der Bewohnerjschaft angezeigt
wurde, es würde jeden Tag brennen und wirklich brach schon am
nüchsten Tage wieder Feuer aus, das übrigens rasch gelbscht werden
tonnte. Der Mann, welcher bei dem Brande aus dem Fenster
spes und dabei beide Beine brach, ist seinen Verletzungen er⸗
egen.

fMainz, 3. Januat. Der gistrige Tag brachte den
Bollzug der gegen die Theilnehmer an den am Geburistag des
Zaisers im vorigen Jahr im „Heilig-Geist“ vorgekommenen und
namentlich gegen die hessischen Soldaten gerichteten militätischen
Ausschreilungen. Der Kaiser hat den Gesetzen seinen vollen Lauf
gelafsen. Es wurden einzelne Mannschaften des 3. Fuß⸗Art. Reg.
aach erfolgter Ausstoßung aus dem Soldatenstande zu 10, 8 und
z Jahren Zuchthaus verurtheilt. Die Urthele gegen Husaren des
4. Regimenis und 118er Hessen lauten auf 7, 5 und 2 Jabre
Fellungshaft und geringere Atrestütrafen; letzteren verfielen selbst
Diejenigen, welche, wenn auch unthätig, den Platz der Ausschrei-
ungen nicht verließen. Die Absührung der seit März hier in Haft
jewesenen Verurtheilten nach Spandau, Erfurt und Ehrenbreilstein
st im Laufe des gestrigen Tages eriolgt.

ANRus der gufsen alten Zeit. Daß auch in der

Jeunnge so oft pantilirten Frago der Lebensmiuelfälschung min⸗
etlene in Vezug auf den guten Willan zum Betruge alles scheen
agewesen, mag folgende von J. Janffon in seinens „Geschichte des
zeutschen Boltes jeit dem Anagange des Mirttelalters“ aus einem
alten Fastmachtsspiele zitirte Stelle genügend erweisen:

„Dein saffran hast zu Fenedig gesackt,

Und haß rintfleisch darunter gehodht.

Aud melst unter negeltin gepets prot,

Aub gibst für lorper hin geißlott,

Und fichtenspen kür zimmentrinten.

Und nimmft das laup von einer linken,

Darmit iust du den pfeffer meren,

Tust unter mantel pfirsingkeren

Und unter weinper muckenkopf,

Für muskat aichenlaubes knopf

Und muckenschwamen für rusin

Und gibst hutzeln für feigen hin.“

fIn Florenz ist am 4. d. der bekannte General Lamar⸗
nota, 72 Jahre alt, gestorben.

f Ein trauriges Ereigniß hat sich am 20. v. M. in dem
dorfe Frabosa in den italienischen Alpen zugetragen. Am
senannten Tage begaben sich nämlich 10 Bewohner des Dorfth
ind zwar 6 Frauen und 4 Männer nachh dem Dorfe Fontane, um
ier bei der Olivenernte mitzuhelfen. Unterwegs trennten sich aber
3 Männer von der Gesellschaft, weil dieselbe statt auf der Haupt⸗
fraße zu bleiben, einen Gebirgspfad eingeschlagen hatte, und seßgten
hren Weg allein fort. Auf der Spitze des Berges angelangt,
vurde die Gesellschaft von einem gewaltigen Schnresturme überrascht,
n dem die sechs Frauen umkamen, nur ihr männlicher Begleiter,
er ihnen weit voraus war, kam mit dem Leben davon.

Kronstadi. Ueber eine russische Niederlage ganz eigener
Urt berichten übereinstimwead mehrere aus Rumänien heimgekehrse
zuhrleute der „Kronst. Ztg.“: Auf der Straße zwischen Plojeschti
ind Bukarest geriethen sechs Fuhrleute, welche ausschließlich Cham⸗
agner und Groyer Käst von Kronstadi nach Bularest zu verfrachten
aiten, in eine unwegsame Straße. Die Wagen blieben stecken
ind froren schließlich ein, so daß den Leuten nichts Anderes übrig
lieb, als mit ihren Pferden Unterkunft in einer mehrere Meilen
beit entfernten Station zu suchen. Unterdessen kam ein Trupp
dussen daher und befriedigte ihre Neugierde bezüglich des Inhalts
er Champagnerkörbe und der Käseschachteln so lange, bis sie ein
Atales Plewna erlitten. Sechs Mann sind im Schnee liegen ge⸗
lieben und erftoren; was mit den Uebrigen geschehen, ist unsern
Zewährsmännern nicht bekannt. Thatsache ist jedoch, daß von der
esammten Fracht, deren Werth mit 8000 Napoleond'ors angegeben
var, nichts mehr vorhanden ist.
Fur die Redaction veraniwortlich: F. A. Demeß.

————

4
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Cotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 85,000 Driginal-Loosen und
AAM,O00 Gewinnen:
Haupitreff. eb 450,000 2 Haupttreff. à 18,000
300,000 15,000
50 000 2,000
290900 0,000
90 3000
90 5000
50 5000
—V 4000
—V „3000
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Die erste Ziethung findet llatt
am 17. und 18. Junuur 1888
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Allgemeine Wechsel
zu Jedermanns Gebrauch
der ESl. 3 Pf.. 20 St. s0 pf.,
And zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
. X. Demet.

Rechnungen
n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
nit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
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Brehmæ Tierleben
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Veriau des Blhliographlochen instituts in Leipziu.
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Fedatlion Trudk und Berlag von ir. X. Demetz in St Ingbert.
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z35 5329 33 28 222232 2 — 33353514
2233 3 23505 55 332338 3233
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        8* t. Ingberler Anzeiger.
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donneretag, Samstag und Sonntag. Der Abountmentsépreis betragt vierieljahrlich

Wark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auzwärts nit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder derer Rau. Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
436. Donuerstag, den 10. Januar 178.

—

Deutsches Reich.

Mänchen, 7. Jan. Der Abg. Raver Frhr. v. Hafen⸗
drädl hat unterm Gestrigen folgenden auf Abminderung der Dauer
der Werktagsschulpflicht abzielenden Antrag eingebracht: „E sei an
5. M. den Koͤnig die Vitte zu richten, veranlassen zu wollen, daß
Ziffer 1 der Allerh. Verordnung vom 9. Juil 1856, die Ver⸗
längerung der Werktagsschulpflicht über das zurückgelegte 13. Lebens⸗
jahr betreffend, sammt den einschlägigen weiteren Bestimmungen
außer Wirksamkeit gesetzt werde und daß dafür wieder bei an⸗
zemessenem Anschluß der Feiertagsschulpflicht die bezüglichen An—
ordnungen vom 26. Februar 1838 betrefss der Werkiagsschulpflicht
in Kraft zu treten haben.“ Der Antrag wurde von Herrn v.
Hafenbrädl bereits vor mehreren Jahren gestellt, von der Kammer
aber mit großer Majoritäͤt abgeworfen.

Für die pfälzische Bahnen hat der Staat für das nächste
Jahr 224 Millionen M. daraufzuzahlen.

Wie früher in Aussicht gestellt wurde, sind jetzt die Kreis⸗
schul⸗Inspektoren mit Beaufssichtigung der Fabriken be—
züglich der die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter betreffenden ge⸗
setzlichen Bestimmungen (8 127 bis 131 der Gewerbe Ordnung)
zeauftragt worden.

Berlhin, 7. »Jan. Der „Kreuzzeitung“ zufolge ist der
Kommandeur des neunten Armeecorps Generalnv. Tresckow an
Stelle des verstorbenen Generals v. Schwarzkoppen flir das Kom⸗
mando des 13. (kal. württembergischen) Armeekorps, General von
Obernitz (Düsseldorf) für das Kommando des neunten Armeekorvs
in Aussicht genommen.
Ausland.

Wien, 8. Jan. Der ,Polit. Corresp.“ wird aus Bukarest
mitgetheilt, es mache dort Aufsehen, daß der vormalige rumänifche
Agent in Konstantinopel, General Joan Ghifa, am 8. Jamuar in
deheicier Mission nach Bulgarien abgereist ist. Nach Ansicht der
dortigen politischen Kreise beziehe fich diese Mission auf die Even⸗
ualität von Waffenstillstandsverhandlungen, wobei Rumänien direkte
Verhandlungen beansprucht. General Ghila solle als künftiger
Repräseutant Rumäniens bei den Verhandlungen zur Hand sein.

Paris, 7. Jan. Das Gesamontrejultat »der gestern in
ganz Frankreich abgehaltenen Municipalwahlen ist der republika⸗
nischen Partei sehr günstig. In den meissen Städten il die Liste
der republikanischen Candidaten vollständig durchgegangen. Kein
Akt der Unordnung wird gemeldet, mit Ausnahme des Orles
Courihezon im Departement Vaucluse, wo eine Person verwundet
wurde. In Paris wurden 73 Republikaner und 4 Conservatibe
gewählt; außerdem sind 3 Stichwahlen nothwendig; die Republi—
daner haben her bisher 4 Sitze gewonnen. — Midhat Pascha
wird morgen nach London abreisen.

Paris, 8. Jan. Wie verlautet, soll der Herzog von Au⸗
male an die St⸗lle Ladmiraull's zun Gouverneur von Patis ernannt
werden. Die Ersetzung Ducron's ist fest beschlossen.

Paris, 8. Jan. Raspail, der älteste Deputirte, ist heute
hiet gestorben.

London, 8. Jon. Der „Morning Post“ zufolge finden
nelegraphisch vermittelte Unterhandlungen zwischen den Cabineten
oon London und Petersburg statt, über deren Ethola unmdalich
Bestimmtes vorauszusagen sei.

London, 9. Jan. Wie die „Morning Post“ erfährt,
jat England, um die Vedingungen Rußlande lennen zu lernen,
der Pforte empfohlen, den Vorschlag Rußlands wegen einer Waffen⸗
ruhe direlt mit dem ruffischen Hauptquartier zu unterhandeln.an—
zunehmen.

Konstantinopel, 8. Jan. In der heutigen geheimen
Sitzung der Kammer werden die Minister die InterpUatisnen
beantworten. — Die Russen griffen am Freitag Solenit an, wurden
edoch zurtickgewiefen. — Um Schipkapvasse dauert der Urlilleri-
kambf fort

Bermischtes.
Am S. d. ssarb in Zweibrüsken Herr Appellrath Augus
Thoma im Alter von 68 Jahren nach zweimonatlichem Leiden.

Zweibrücken, 8. Jan. In der am Montag Asend
Statt gehabten Generalversammlung der hiesigen Altkatholiken wurde
die Erllaärung der Mannheimer alilatholischen Gemeinde beir. Auf⸗
hebung des Cdlibatzwangs einstimmig angenommen. (Iwbr. Zig)

. Die Gemeinderäthe von Wallhal ben und Umgegend
haben der Abgeorduetenlammer eine Bitte eingereicht um Erbauung
einer Eisenbahn von Landstuhl über Wallhalben nach Thaleischweiler.

T Tas letzte Neujahrsschießen hat auch in Ramsteienn ein
Opfer gefordert. Ein Bursche, Johannes Boßle mit Namen, schof
rin altes Gewehr, das Niemand anders loszuschießen sich getraute,
dasselbe auf seinen Leib stützend, mit den Worten ab: „da müßte
ich kein Soldat gewesen sein.“ Aber das Gewehr gab beim Ent—
aden einen Rücschlag gegen den Leib des Boßle, daß dieser zu
BZoden fiel. Wahrscheinüch trug er durch den Sltoß eine innere
Gerletzung davon, denn solort schwoll sein Leid sehr flark an und
3 Tage nachher war er eine Leiche.

FLandau, 8. Jan. Vor den Schranken des hiesigen k.
Zuchtpolizeigerichts erschienen heute die wegen Todtschießens deß
WBilderers Bütiner aus Maudach angeklagten drei Bürger auß
Rheingbanheim, Gamber, Frey und Gunzenhäuser. Nach Ver⸗
nehmung von 25 Zeugen beantragte der Staatsanwalt für Gambet
ind Frey eine Zuchthausstrafe von je zwei Jahren und für Gunzen⸗
jäuser Gefängnißsirafe von einem Jahre. Das Gerücht sprach
edoch dieselben nach wehrstündiget Berathung frei. Die Verhand.
jung währte von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr. (Rhpf.

F Seit ungefahr acht Tagen wird ein Grundbesitzer von
Dudenhofen vermißl. Derselbe, ein gam vermd gender Mann
n den besten Jahren, hai sich in Folze ehelicher Zwistigkeiten aus
»em Hause entfernt, um sich, wie er wiederholi außerte, das Leben
zu nehmen. Bisher hat man von dem Verbleib des Mannes
esne Spur und glaubt man, daß derselbe sich in den Rhein ge—
türzit habe.

Pforjheim, 6. Jan. Unsere Stadt wurde gestern
durch die Nachricht von einem hier gemachten Mordversuch in nich!
zeringe Aufregung verseßzt. Am hellen Tage hatte nämlich ein
Jiesiger Fabrikant am Eingange in einen stark besuchten Gasthol
—B geschossen. Die eine Kugei
raf gar nicht, und die zweite streifte den Ueberfallenen bloß. Hie⸗
Auf versuchte der Attentäter sich selbst durch einen Schuß in den
stopf zu tödten, brachte sich aber nur eine, allerdings ziemlich be⸗
deutende Verletzung bei. (Schw. M.)

Meßz, 8. Jan. Aus einem Dorfe des Cantons St.
Avold wird der „Gaz. de Lorr.“ berichten, daß sich die Wöoͤlfe
»afelbst recht bemerklich machen. In geringer Entfernung von einer
Wohnstätte hat in einer der letzten Naͤchte ein Rudel diefer Unholde
)en Kadaver einer Kuh, der mehrete Tage zuvor doct vergraben
vorden war, herausgescharrt und verzehri. Einer der Wolfe,
vielleicht der Häuptling der Bande, fühite sich durch das leckere
Mahl dermaßen animirt, daß er unter den Fenstern der Wohnung
ꝛiner jungen Witiwe eine Art Serenade ausbrachte, deren unhar⸗
nonisches Geheul der betreffenden Dame begreiflicher Weise michl
eben zum Ergötzen gereichte.

F.,Diedenhofen, 7. Jan. In diesen Tagen starb hier
rine sechzigjährige ledige Dame, welche, wie es heißt, ein Vermögen
pon 7 bis 8 Meill'onen Francz hinterläßt. Während ihrer Lebens⸗

zeit hat sie einen Häusercomplex angekauft, um daselbst ein Hospital
ju errichten. Dasselbe steht jeht im Rohdaue vollendet, soll aber
och bedeutend vergrößert werden. Za diesem Zwecke hat sie tine
Million Ftancz in ihrem letzten Willen bestimmt, Das Testament
st ganz genau noch nicht befannt, so viel steht ober fest, daß fasl
dat ganze Vermögen zu milden Stiftungen bestimmt sein soli.
Jar Vw . 14 Ner norgostrigen Hof⸗
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        Jagd im Parke verwundete Jäger ist gestern Abend gestorben.
Auf die weitere Entwicklung ist man höchst gespaunt. (Fr. J.)
Bismarck's Gehalt, Als General bezieht Fürst
Bismarck keinen Gehalt. Sein amiliches Einkommen setzt sich folgender⸗
maßen zusammen: Er bezieht als Reichskanzler 54000 Martk, als
preußischer Minister des Aeuͤßern 36,000 M. und als ehemaliger
Minisier für Lauenburg 9000 M., zusammen 99,000 M.

Paris. Am 4. ds. sind, wie der „Figaro“ mel det,
die Geichenke, welche die französische Regierung deni Konig Alphona
ju seiner Hochzeit macht, nach Madrid abgegangen. Dieselben be⸗
ftehen aus zwei Vosen und einer Schale von Sebres⸗Porzellan,
die ersteren J Meter 20 Centimeter hoch, und aus Gobelins, welche
für die Hauscapelle der Königin bestimmt sind und das h. Abend⸗
mahl von Leonardo da Vinci, Maria Himmelfahrt von Mutillo
und die Taufe Cyristi darstellen.

FLondon, 85. Jan. Drei Malrosen von der gescheiterten
deuischen Barke „Großherzogin Anna“? sind gestern in Dudlin an—
gelommen. Die übrige Bemannung ist ertrunken.

pRom, 6. Jan. Ein strenger Winter mit starkem Schnee⸗
sjall gehört im südlichen Italien zu den größten Seltenheiten. Daß
heuer ein solcher zu verzeichnen sei, geht aus folgender Zuschrift
Jer telegraph schen Administration an die hiesige „Opinione“ her⸗
bor. Dieselbe lautet: Rom, 5. Januar. Wegen bedeutendem
Schneefall sind seit gestern über Padua hinaus sämmtliche Tele⸗
graphenleitungen Calabriens unterbrochen, weshalb die Telegramme
far Calabrien undzSicilien von Neavel aus mittelst Post befördert
werden müssen.

Die Unterhaltung auf allantischen Dampfern ist oft sehr
kozmopolitischer Natur. Ein Kaufmann aus Boston traf neulich
auf einem berselben einen würdevollen deutschen Passagier und licß
sich mit demselben in ein Gespräch darüber ein, was er über
Amerika denke. „Amerika, fagte der Teutone, ischt das beste Land
in der Welt; i hob' dott länger als zehn Johr g'lebt, hob' fünf
Mal Bankrott g'macht und geh' nuun mit meinem Vermöge und
meiner Fumilie ham.“

. Falfsche Einhundertmarkscheine, die
fehr dauschend nachgemacht und fast nur am Papier zu erkennon
sind, tauchten in den legten Tagen in mehreren Provinzialstadten
auf. Vorsicht bei der Aunahme von Hundertmark⸗-Noten ist daher
gebyten
Henstesnachrichten.

Der Lehrer Otto Barth in Schönau wurde zum Lehrer an der oberen
atholischen Schule zu Ommersheim und der interemistifche Verweser an der
atholischen Schule zu Niedergailbach, Schuldienst⸗Exsveltant Joseph Nohr
um Lehrer ernannt

J 7 Jie Redaction veran orih:.. — —

Die Nene ens clernoles (Expedinion C. G. Theile
in Leipziß; Redalteur: Kudolf Fastenratz)) bringt in ihrer Nummer
J. Jahrgang II. folgenden inleressanten Inhalt:

MDas“ Lied der Mutter von Emil Rittershaus. — Lieb Kindlein gute

Nacht (Wiegenlied.) Von Ludwig Hinterding. — Herbstwanderung von Hein⸗
rich Zeise. — Noch schläft die Welt in liefem Wintersbangen von Richard
nter. — Waldeinsamkeit von Heinrich Seidel. — Der Geisterfürst. (Frag⸗
nent) Von Reinhold Fernau. — Der Volksdichter L. Eichrodt und seine
Melodien.“ Kritische Betrachtungen von Gottfrieb Albert. — Bücherschau. —
Offener Sprechsaal. — Briefkasten.

Abonremenispreis bei allen soliden Buchhandlungen 193 M.
der Quartal; bei der Post bestelit: 1M. 70 Pf. In, Pracht-
hand gebundene erste Jahrgänge (mit Beiträgen von Emanuel
Beibel; E. von Bauernfeld; Dr. Conr. Beyer; Nüller von der
Werra; Theodor Winkler; Th. Storm; Ada Christen; Elly
Hregon ꝛc. ꝛc.) liefert jede Bnchhandlung zum Preise von 8W.
—AX — FJãgdgeicg. Digan süur Fagd, Fischerei und

Naturkunde. Herausgegeben vom k. Oberförster H. Nißsche.

Fünfter FJahrgang. Nr. 7 enthält: Jagdbilder aus

Siebenbürgen von M. Wagner, mit Illustralion. — Jagd⸗

bilder aus der Ostindischen Inselwelt von H. v. Clausewitz.

Ein geforkeller Hirsch, mit 2 Illustrationen. — Ein
weiser Hafe. — Literatuc, verschiedene Notizen u. s. w. —
Verlag von Schmidt &amp; Günther in Leipzig. Alle Buchhand⸗
ungen und Pofstanstalten nehmen Abonnements an. Preis
3 M.e. bhalbiährlich.

Bekanntmachung.

Die Glasfabrilanten Ehevandie &amp; Vopelius von Sulz⸗
bach beabsichtigen auf ihrer, der sogenannten Sulzbacher Glas⸗
hutte zu St. Ingberter Gtube (Schnappbach) zur besseren Ver⸗
wendung des Brennmaterials und damit verbundener Rauchverzehrung
zwei Stred Oesen in derselben Weise, wie dies schon im Fruͤhjahre
1876 geschehen ist, nach dem Regenerativsystem umzuünderne, zu
welchem Zwecke die beiden Streckösen verlegt wecden müssen.
Außerdem wollen dieselben wegen Einrichtung einer Warmluftheizung
ihr Häfenhaus auf derselben Hütte vergrößern.

Die genannten Fabrikanten haben bei der unterfertigten Be⸗
hörde um Genehmigung dieser Beränderungen nachgesucht, und wird
dies gemäß 8 17, Abs. 2 der Neichsgewerbe Ordnung andurch zur
allgemeinen Kenntniß gebracht, mit der Aufforderung, etwaige Ein⸗
wendungen gegen die projektirken Abänderungen innerhalb einer
unerstrecklichen Frist von 14 Tagen entweder bei dem Bürgermeister⸗
amte St. Ingdert oder bei der unterfertigten Behorde anzubringen.

Von Liner Beschreibung und Zeichnung der neuen Anlagen,
sowie von einem Situationsplane kann sowobl bei dem Bürger⸗
meisteramte St. Ingbert, wie auch bei der unterfertigten Behöide
Einsicht genommen werden.

Zweibrlucken, 8. Januar 1878.

Kagl. bayer. Bezirksamt:
Damm.

Billig zu verkausen:
Eine noch neue
Wirthschaftseinrichtung
mit Einschenk
bei H. Beyer, staufmann

in Elversberg.

Carneval! Costumes aller
Art, billige Preise, (nicht ver⸗
eihen). Alle Arlikel für Fast⸗
racht; komisch gemalle Bilder,
debensgröße, für Saal-Decora⸗
tionen 4212 Mark.

Preislisten versendet Bonner
dahnenfabrik Bonnag Rh

200
—*8 866
für
Mütter!
Mitiel gegen den Keuch
oder blauer Husten.
Bersandt einzelner Flaschen d
M. 213 unter Nachnahme.
A. Würth, Mannheim.
— — — ——
Wandkalender

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sind zu haben in der Druckere
—IIIIVI

Herzogl. Braunschweigische Candes⸗
—A
vom Staate in und garantirt.
Dieselbe besteht aus S85,000 Original⸗-Loosen und
A OOo Gewinnen:
Hauvpitteff. ev 450,000 2 Haupttreff. d 18,000
300,000 15,000
130,000 2,000
80,000 0,000
30.000 8000
40,000 6000
36,000 26 5000
30,000, 43 4000
21000 286 —8
Reichs-Markeu. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am T7. und 18. Junuur 1838,
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Is NMark —XX Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
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Obere unehmer der Braunschw. Landes-Lotterie
1n Rraunsgehweig.
e—
— — — —* — — — — — J
Iseed in Lerlag von F. X. Demeß in St Ingbert.

Musikverein.

Montag, 14. Januar 1878,
Abends 8 Uhr im Vereinslokale
Generalpersammlung
249 esordnung:
Ballotage.
7 Rechnungsablage.
* Neuwahl.
Vorstand.
ranzösischen
Fe 20
TAaiSCO
dI. Qual. F
Limburger Käse
empfiehlt P. Jepp.
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        8
22 —
722 * 8*
5538 5523858 27
—883 535858 ———
75233355385 325 385* 53
535555583 —LX 8 572 *283 22 5
528232355 — 8 z5233138 5232235* 3
W 53 3883363 3253333156 33333 8
3 * * — —X —
2 52 — 3323 —A — 5—8*24 — 1222 * 9
* xa — 22 28 — 88 —A 9 * —8
2227 28— * x52*825 87 * 22 * 5 NRE5 5 *
F 578 —538 55303 s3
— 3— z2982 5 32 —7
8 — s 28 53333538353 S 38 5533 328 26533255
23 3 33 35735333355
5 — 53338— —z50 — 2533 *5382 z532587 5532 2
* — 233258 —23 85333 35533 * ——52 55332
— * 2 5* 55 5323 * — 8z33—33——5 — *
52 —Z— —5 S BVB 3 35 — 8 2222375 — 25 8 8 — 52 — — 73
u 522 2* 55*80 8235 25323 2 — 253332323 * — 5 S
t —A— —* 552 9255 38 5 8 —A 5* 3E 82288
—A —6 5 33268 2838888 —A 33333333283 275133 *
2— o — *8* — d
753 5318336 2238 * 2537 2 572325 — 28324 5858 25*
3 — 552 233 2 2* 55353 3 S —— — 28 22 53833 53335353235
2 5 532 3358 3555— —* 23358533 *
—* *5. 7 — * —8 8 25 2 3 —— 2 2 —5 5
5 55* * s23 258 525*523 5325 z2X32 3232383 25
* 55 5—2827 525 * 2 — —S —— —— — * 83— 5
2585 —A 5530 2 2 2* — — 288384 —* —
22 3 553235 ———— —ãa5 2585 28 —A 235228 2
2* 5*2 532533327335 —X 2822—522* 2853528 223333 *
5 — 53532375* 538 532385234 * 55 9 5225 z226224
5 2 —A *523 — 2 55 55—382 8 5253 2 ——— * 32 28
2 25 2 52283 28 2 55*235558 —88 282 13583 35225353 —
* 28338—858 —AV 25 2 ————— * 28 S 232 X *

* * 8 8 TESs — 52 — 8 *522
zEIB5* — — —— —2*z88 523 3 —F 8 2268 2 23
———— —A —2—28232 22 —A 2 5— . F — — —A 2385
3 * 2 —2—27 2232 52822 8 —282228 23
238 z338 3B5322 —5 2 —— — 323 ——— 3258 —882

52323 982 233333535* * Oe⸗ 553—3345 — 3 33
* 22 22— 8— z775353335 28 2553 33 —
5585 — * * 2* —— *38 2 2 8 — 2

335 — —38232835 28 3235 2355

3337 38338 8 36 3833 —

— — 2 2

2535*253232355 5 3 38333

2 —A— 5335582

—2 252 33 S2

—z 5355 325

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255 s3333353s835535333*
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— 55 5 —— 53 329 3 2* —555253 2* —J 25837 5353*88*
2 58 — 2 — 2 ——— —— 38 * 83 z5538 253 52358 A
—2525 53 3525 33535538 5332 323* — 558
2 8 327* 53 53555537 8 * * 3— 3232 — 5— 3
2*3⸗ —233 8 2 2* —— — 548622 22 53 8S.28* — — 2
33 2335573387 — z3535 23550328 — ———
*25 235c733 233535353 8236 32382 32588 222 —
—»c558 22 *555 532333*38 — 5 5 —5 22
35238 58558 5333353555 wGö833353 33 —EA 28227
2 — 55 * 53332 — — 233 555 383 87 8 38* 28225
—— 222 2528 — —— 28 — 5* * — 25 8 3825 —
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A 532 — 2— — —55235355* 5325352357 5337*—
228 —235 378 42333 333335* 53835335 56 5332
23*53 — — 233532333373 552 32 2 338 73 2228
2 2 — 8 2 — 522 3287555— * — ** —
278 — —— 52 * 20 25 2 233289 8* *
58 5362755 5332 —2532255 525 28 253 S 59 232* —A 2
—— —8 * * —2 * * 3 32322* — ——
53358 —55 —— 58827 * 3535* 535 —28 —— —
233238 333 335 583 3 53832 35—5878
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7 5333852238 23333335833583 38 828
47 35383732388 52 — —— z6838
2B32 2 2 2 5z27* 27 253 — — *
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        gberler Anzeiger.
— —

Der St. Jugberter Auzeiger vnd da⸗ (S mal woͤchentlich) mit dem Sauptblalle verbundene Unlerhaltungablait, (Sonnlagß mil illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Dounnerstag,/⸗ Samstag und Sonntag. Der Abounementapreis beträgt viertellährlich

Reart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswäürts mit 15 Pfa. fur die viergesp altent Zeile Blattschrift oder derer Raun, Recla men
mit 20 Pfg. pro Zeile berechnet.
—5 7. Samstag, den 12. Jauurr . ——— 1878.

—
7—
Deutsches Reich.

Manchen, 8. Jan. Wie krampfhafte Anstrengungen der
Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer macht, das Deficit aus
Fem Budget zu vertreiben, das hat in der heutigen Sißunz der
Abgeordnelentommer sich gezeigt, in der selbst eines der Mitglieder
Zieses Ausschusses, und zwar kein geringers als Herr Schels, die
Aufstellungen in den Einnahmen beim Etat des Malzaufschlages
x. als zu hoh hinaufgeschraubt bezeichnete. sogar die von der Re⸗
gierung in ihrem Eniwurf beantragten Ziffern für noch zu groß
hielt und ein viel geringeres Erträgniß als wahrscheinlich anzunehmen
orschlug, denn „er wolle kein popitrenes Budget, sondern eines,
das doraussichtlich praktisch sich bewähren werde. Diesmal hatte
Dderr Schels schwerlich Unrecht. In der Abstimmung wurde der
Antrag auf Abminderung des Erträgnißansatzes fast einstimmig ver⸗
worfen, zu welchem Beschluß man nur den Wunsch aussprechen
sann, es möge die Zukunft ihn rechtferligen und nicht doch den
fürsichtigen Warnungen der Cassandra aus Regensburg Recht
geben. (A. 53.)

Manchen, 8. Jan. Ein Gerücht, welches seinen Ursprung
darin haben mag, daß der Belreffende während det Feiertage hier
var und eine Audienz bei S. M. dem König gehabt haben will,
sennt als künfticen Erzbischof von Munchen den Stadipfarrer zu
St. Moritz in Augsburg, Frhr. v. Castell. ¶N. Corr.)

Mu'n chen, 9. Joan. Die Abgeordnetenkammer erllärte
Ach nach sechsstündiger erregter Debatte mit 77 gegen 75 Stimmen
jur die Perition der katholischen Gemeinde Groß Karlbach betr. die
Nufhebung der Verordnung der Simultanschulen. — Während der
Distussion bemerkte Cultu⸗minister v. Lutz, daß die Anerkennung
der geistlichen Jurisdiction des Bischofs Reinkens eine Verfassungs⸗
zerlehzmg fsein wücde, doch lonne er nichts dagegen thun, wenu
derselbe kirchliche Handlungen in Bahein vornehme.

Berkin, 8. Jan, Der Reichstag wird voraus sichtlich auf
den 6. Febr. einberufen werden. (A. 3.)

Berlhin, 9. Jan. Die „Prov.⸗Norr.“ schreibt am Schlusse
hrer Wochenübersicht über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz:
Eine richtige Erkenntniß der Lage bethätigt sich noch mehr in dem
anscheinenden Beftreben der Pforle, eine Beendigung des Krieges
herbe' zuführen und zu diesem Zwecke den einzig wirksamen Weg
unmitlelbarer Verhaudlumng mit Rußland einzuschlagen. Freilich
„rften auch Schritie behufs eincs vorlaufijen Waffenstillstandes nur
inter der Voraussetzung erfolgreich sein, wenn sie zußleid Bürg⸗
chaften für einen demnächstigen annehmbaren Friedensschluß ge⸗
vähren. Die vertraulich n Erdrterungen, welche neuerdings stattge⸗
unden haben, werden immer mehr als günstige Vorzeichen einer
valdigen friedlichen Wendung gedeutet.“

Berlin. Das preußische Ministerium hat — bei
dem Bendetzrath den Antrag auf Erhöhung der Tabatesteuer (und
des Tabakszolles) zu stellen. Nach dem Mißlingen des im Jahre
1872 gemechten Versuches einer gleichmäßigen Erhözung des Zolles
mnuf fremden Tabak und der Steuer auf inländischen Tabak, will
nan diesmal eine solche Ethöhung nur in der Weise einlreten lassen,
zaß das bisherige Verhältniß zwischen Zoll und Steuer annähernd
anberändert bleibt, und zwar wird vorgeschlagen, daß der Zoll auf
ausländischen Tabak von 12 M. pro Centner auf 40 M. pro
Tentner, und die Steuer auf inländischen Tabak, welche jeßzt rund
2 M. pro Centner beirägt, unter Umwandlung der Morgensteuet
in eint Gewichtssteuer, auf 10 M. pro Centner ethöht werden soll.
Ob diese Unwandlunz (so bemerkt hierzu die „V. 3.“) .in Süde
)eutschland, wo sogenannte Reichstreunde auf das Bereitwelligste
mit Rathschlägen über die Nützlichleit der Ethöhung des Eingangs⸗
jolles auf ausländischen Tabak entgegengekommen sind, großen Beie
fall finden wird, bezweiseln wir; wenigstens haben die süddeutschen
Tabalbauer in einer 1867 verdffentlichten Denlschrift ganz aus⸗
orücktich sich gegen die Einführung einer solchen Gewichtssteuer aus⸗
gesprochen. Es ist also noch fehr zweifelhaft, ob die füddeutschen
Regierungen im Bundesrath für diesen Antrag Preußent, welchet

wohl auch in den freihändlerisch gesinnten Kreisen lebhaft bekampfk
werden wird, stimmen werden, besonders da es immerhin fraglich
erscheint, ob der inländische Tabak uͤberhaupt eine so hohe Steutt
ragen kann.
ANussand.
Die Wiener „Vresse“ meldet: Mehemed Pascha, Commandanl
bon Widdin, benahrichtigte die Führer der anrückenden rumuͤ⸗
nischen und serbischen Corps, daß er die Festung dis auf den
etzten Mann vertheidigen und schließlich nur einem russischen General
ibergeben wernde.

Paris, 9. Januar. Aus Konstantinopel wird gemeldet,
der Waffenst Ustand zwischen der Pforte und Rußland fei abgeschlos⸗
sen. Der Sulian habe die ihm vorgelegten Bedingung angenommen.

Gert. Tgbl.

Rom, 9. Jan., Nachmittags. Der Konig Victor Emanuel
st heule Nachmittag 293 Uhr, mit den Troͤstungen der Religion
zersehen, versschiedea.

Vitsor Emanuel UV., König von Italien seit 17. März 1861,
zeb. 14. März 1820, ältester Sohn des Konigs Karl Albert, be⸗
rieg 23. März 1849 nach Abdaptung desselben den Thron von
Sardinien, schloß Frieden mit Oesterreich, bielt das von enem
egebene Staatsgrundgesetz aufricht (daher „JI re galantuomo-,
jer König⸗Ehrenmann genannt), erwarb durch die Friedensschlusse
jon Villafranca und Zürich die österreichische Lombardei, nahm,
achdem er ganz Italien mit Ausnahme des sogen. Patrimonium
Peiti mit Sardimen vereinigt hatte, 17. März 1861 den Titel
Konig von Italien“ an, verlegte 1865 seine Residenz noch Flo⸗
enz, erhielt im Wiener Frieden (Ott. 1806) das ganze lombardisch⸗
venctianische ednigreich abgetrelen, verleibte Ott. 1870 den leßten
sest des Kirchenstaats dem Königreich Italien ein, erklätte 22. Dezo
stom zur Haupistadt des Reiches, zog 2. Juli 1871 daselbst ein.
Bermählt seit 1842 mit der Etzherzogin Adelheid, der zweiten
Tochter des Erzherzogs Rainer von Oesterreich, nach deren Tod
1855 morganatisch mit einer Frau bürgerlicher Abkunft. Nachfolget
)es stöaigs ist der Kronprinz Humbert, geb. 18344.

London, 9. Jan. Der deutsche Boschafter Graf Münster
mpfing gestern eine Deputation von hier arbeilenden dentschen
Maurern, welche mehrere Beschwerden vorbrachten. Graf Münfter
iußerte sein Bedauern darüber, daß die deulschen Maurer sich
säiten bestiamen lassen, in London Arbeit zu nehmen, und erklärte,
erx werde in Deutschland vor weiterem Zuzug warnen lassen. —
Midhat Pascha ist hier eingetroffen.

London 9. Jan. Nach dem ‚Tel⸗graph“ rieth England
ver Pforte an, einen Waffenstillstaud beim Zaren durch Generdlt
achzusuchen. Die Pforte ist angeblich geneigt, den Rath zu be⸗
olgen. Die Donau ist fast ganz zugefroren, man erwartet einen
Ungriff auf Rustschut. Alle Straßen nach Erzerum find geschlossen.
Die Siadt ist vollständig belagert. Nach der „Daily News? ver⸗
ginderten die Russen, die Türlen aus Sofia sich mit Suleiman zu
—X—
Delegirten sür den Abschluß det Wuffenstillstandes sind gewählt
Zerver, Reouf, Mehemed Rudisch. Die Unterhandlungen finden
vahrscheinlich zwischen Sofia und Philippopoles statt. Raßland
virde beüglich Armeniens keiner europäischen Macht Einreden ge⸗
tatten, blos Aenderungen in Earopa werden den Verltragkmächten
achträglich witgetheilt, Deutschland und Oesterreich kennen Rußltands
Zedingungen Und sind damit einverstanden. Nah der „Times“
ollen die Serben Sofia occupiren und dahin ihr Haupsquartier
erlegen. In Beriin glaubt man, die Frage od Krieg oder Frieden,
zänge blos von der Bedeutung des Wortes Bul zarien ab. Die
Türien siad zu allen Zugeständnissen, nördlich des Balkans bereit,
islein bedot sie südlich etwas aufgeben, wollen sie lieber den Krieg
ortführen.

—Konstantinopel., 9. Jan. Aus guler Quelle erfährt

man, daß Mehemed Ali, mit dem Oberlommando beltraut, heute
        <pb n="24" />
        zur Armee von Rumelien abreiste. Von ihm wird es abhängen,
ob ein Waffsenstillstand geschlossen wird. ———
Konstanttnropel, 8. Jan. Die Anknüpfung von Unter⸗
handlungen über einen Waffenkillfiand ist beschlossene Sache, nach⸗
zem die Zustimmung des Sullans erfolgt ist z bezügliche Instrul⸗
onen ergehen an* die Aemee⸗-Commandanten. Der Entschluß ijst
gefaßt worden, nachdem auf ein letztes Telegramm des Ministers
dez Aeußern, Server Pascha, an den Boischafter in London,
MNusurus durch welches diesem der Auftrag ertheilt wuade, er möge
dord Derby ersuchen, mit Rußland die Bedingungen eines Waffen⸗
ftillstandes zu vereinbaren, Derby geantwortet hatte, Rußland werde
jedes derartige Verlangen Englands ablehnen, England könne der
Pforte nur zu direkten Verhandlungen mit Rußland rathen.
Petersburs, 10. Jan. Amtlich wird aus Lowatsch,
9. Januar, gemeldet: General Radetzky nahm heute (9. Januar)
nach hartnäcigem Kampfe die türlische Schipka-Armee gefangen,
destehend aus 41 Bata onen, 10 Batterien und einem Cabalerie⸗
Regiment unter Ressel Pascha. General Mirsky besetzte Kesankyk,
Skobeleff das Dorf Schipla.
pZweibrücken. Die Gemeinde ⸗ Umlagen für 1878
sind auf 50 pCt. der Staalssteuer festgestellt. Das Rennen vom
Herbsi 1877 hat einen reinen Ueberschuß von 1100 M. abgeworfen,
Fer dem RennNeserbefonds zusließt,
gaisersltauntern, 8. Jan. In der Anklage gegen
den verantwortlichen Redakteur und Verleger der „Pfälz. Volksz.“
wegen Verdffentlichung eines Inserates, in welchem Gummiartikel
angezeigt wurden, würde vom k. Zuchtpolizeigerichte, als Appellin⸗
stanz, heule Morgen das Urtheil veröffentlicht. Beide sind von
Strafe und Kosten freigesprochen. Das erstrichterliche Urtheil lau⸗
ele jur jeden auf 60 M. Geldstrafe.

.Airchheimbolanden soll jetzt auch eint Gasanstalt
dekommen. Das noͤt hige Kapital (62,000 M.) ist gesichert; das
Hhaus L. A. Riedinger in Augsburg wird die Einrichtung über⸗
nehmen und sich auch mit einem ansehnlichen Theil des benoͤthigten
Nopitals beiheiligen. Laut Beschluß des Stadtraths betheiligt sich
bie Stadt mit 10,000 M.; der Rest der Summe ist von ver⸗
schiedenen Bürgern gezeichnte.

7Edenloben. Am Mittwoch Morgen ist der belannle

Sozialdemokrat, Schustergeselle Schreiber von Rhodt, nach Zwei⸗
brücken abgereist, um dort hinter Schloß und Riegel als Martyrer
jeines Glaubens seine neunmonatliche Freiheitsfitrafe (wegen Moaje⸗
Jatsbeleidigung u. s. w.) abzubüßen. (G.)

pIn München wärde ein Milchhändler wegen durch Ver⸗
tauf gefaͤlschter Milch verülbten Betrugs zu 10 Tagen Gefaͤngniß
beruriheilt.

In Mariabrunn haben fich bei der bekannten Dollor⸗
bauerin füe nächsten Sommer zum Kuraufenthalt bereits 800
Russen, fast ausschließlich hoͤhere Offiziere, darunter auch der durch
die Operalionen vor Plewno bekannt gewordene General Fürft
Imeritinsti angemeldet. Auch General Todtleben, der im verflos⸗
senen Sommer schvn zum 3. Male die Doktorbäuerin konsultirte,
vird für nachsten Sommer wieder erwartet.

BGegenuͤber unferer neulichen, der Frkf. Zig. entnommenen
Mittheilung, daß der Steuerdefraudationsprozeß gegen die Haclän⸗
ber'sche Familie entschieden sei und zwar zu Ungunsten der Be⸗
Jiagien, bringt das N. W. T. aus Stuttgart aus „vbester
Quelle“ ein Dementi, daß der Prozeß noch lange nicht abgeschlossen
fei; die Alten desselben seien noch nicht einmal an den Advolaten
der Erben gekommen.

'Wan geni. Algäu, 6. Jan. Ein entsetzliches Unglück
hat sich gestern Nachmittag in dem benachbarten Weiler Oflings,
demeinde Deucheltied, zugetragen. Sattier Baumeister von Wangen
wohnte bei dem dortigen Bauern Büchele seit einem Jahre; er
stellie sich seit einigen Tagen kränklich und verlangte, daß man ihm
den Geuͤlichen holen solle, er fühle, daß er sterben müsse. Der
Bauer Büchele holte bereitwillig den Geistlihen, die Tochter 1834
Jahre alt, machte Vorbereitungen zum Veisehen, richtete den Tisch
her ꝛc. Als das Mädchen dieses that, zog Baumeister eine Pistol⸗
Jus dem Beit hervor und schoß das Mädchen nieder, hierauf gab
er ihr noch einen zweiten Schuß in den Kopf, hernach erschoß er
sich felbst. Als der Geistliche mit dem Batet des Mädchens kam,
war Baumieifter todt, das Maͤdchen lebte noch einige Stunden.
Das Moiib dieser entseßlichen That mag verschmaähte Liebe sein.

4 Ein enisetzlicher unglüsd'sfaullwird vom „Courtier de
ja Moselle“, wie folgt, berichtet: Zu Freiburg im Ktreise Saarburg
hatte leßien Freitag eine Feuersbrunst ftattgefunden. Als man
qun am näachsten Tage, nachdem das Feuer gelöscht war,
damit beschaftict war, das Mobilar in das Haus wieder ein⸗
jurdumen, stürzten plößzlich zwei Mauerwände ein und begruben
17 Perfonen unter ihren Trummern. Naheres Uber die Katastrophe
ss noch nidt bekannt; man weiß nur, daß sich der Origeifstliche

und ein junger, kürzlich erst verheiratheler Mann unter den Todten
hefinden. Im Dorfe herrchst unbeschreibliche Bestürzsung.

r7 Wildschweinjagd. Wie die „D. Z.“ meldet, wurde

in der Oberfoörsterei Moyeuvte bei dem leßten Spurschnee auf dee
von Herrn Oberförster Touraine abgehaltenen Jagd 13 Wildscheim
jeschosen, datunter mehrere grobe Keiler. Hr. Touraine selbhfl
choß in voriger Woche einen großen Wolf.

f Worms, 7. Jan. Eine höchst unangenehme Ueberrasch—
ung ward gestern Abend einer hiefigen Hebamme zu Theil. Beim
Nachhaustlommen fand sie nämlich vor ihrer Zimmerthür ein Körs⸗
hen mit einem neugebornen Kind, das in ein Tuch-eingewiceli
war. Auf der au der Wand bängenden Schiefertafel standen die
Worte „erbarmi Euch des Kindes.“ Die Anzeige wurde sofort
dei der Polizei gemacht, welche dann alsbald die Muiter in der
Person einer sich besuchsweise hier aufhaltenden Wittwe aus Mann
heim ermittelte und das ausgesetzte Kind bei einer hiesigen Familie
in Pflege gab. Die Untersuchung ist eingeleitet.

FMainz, 4. Jan. Eine erschütternde Scene trug sich
zestern Abend auf dem Rhein zwischen Bockstbor und Fischtbor zu.
Fin Nachen mit 83 Insassen, eine Frau und zwei Männern aus
Binsheim trieb am ersi genannten Thore gegen ein Schiff, schlug
um und sank sofort. Einer der Männer, ein tüchliger Schwimmer,
rotzte den kalten Wellen und hielt die btiden Leidensgefährten üben
Wasser, bis Schiffsleute zu Hülfe kamen, was trotz aller Eile den
tast Ertrinlenden, wie den Zuschauern ziemlich lang währte.

4 Fräulein v. Rothschiid von Frankfurt, die sich dem
nächst mit Hrn. Goldschmidt verheirathet, erhält als Mitgist blon
die jährlichen von Zinsen 10 Millionen.

fBerlin, 6. Jan. Die bevorstehende Vermählnng der
Prinzessinnen Charlotte ⸗und Elisabeth beschäfligt die höchsten Ge—
ellschaflakreise unserer Stadt bereits auf das Lebhafteste. Zun
Feiet des Doppelfestez werden eine große Anzahl Vertreter mit
unserem Kaiserhause verwandter oder ihm befreundeter Höft er⸗
vartet. Die engl'ische Königsfamilie wird durch den Prinzen von
Wales vertreten sein. Von regierenden Fürsten, die ihr Erscheinen
zereiis zugesagt haben, wird der König der Belgier mit seiner Ge⸗

nahlin genannt. Man nimmt an, daß einschließlich der laserlichen
Majestäsen und der Prinzen und Prinzessinnen des loͤniglichen
Hauses gegeun 50 Fursitichkeiten an der Familientafel theilnehmen
verden. Das in seinen Grundzügen bereits sesigeftellie Hochzeita⸗
zrogramm enispricht im Großen und Ganzen dem bei den gleichen
rüheren Gelegenheiten innegehaltenen Ceremonitll. Die sonst üblicht
Feremonie des Whistfpiels unmittelbar nach dem Austritt ars der
dapelle fällt wegen der bedeutenden Anzahl fürstlicher Persönlich⸗
eiten für dieses Mal hinweg, dagegen wird der althistorische
Fackelianz beibchalten und von 12 Ministern (1) ausceführt werden.
Bei der Polonaise wird nicht jede der beiden Prinzessinen einzeln
nit jedem der fürstlichen Herren kanzen, vielmehr sollen beide hohe
Bräute stets zusammen den Kavalier in der Mitte führen; in
gleicher Weise verfabren die Bräufigame mit den lahen Damen.
Nat.“Z.)

fBerlin. Die Fälle von Blutvergiftung haben sich in
füngster Zeit derartig gemehrt, daß wir auch folgenden, in diestn
Tagen hier vorgekommenen Fall mit der Mahnung zur Vorsicht
miltheilen? Der Sohn eines in der Potsdamerstraße wohnenden
Iudustriellen erhielt u. a. von seiner Schwester als Weihnachts⸗
jeschenle eine Anzahl farbiger wollener Strümpfe, welche fie für
hreun Beuder selbst gestrickt hatte. Die Wolle dazu haue sie in
»einer bekannten Handlung gekauft. Der iunge Mann hatte fich
am rechten Fuße die Haut duichgelarfen, und als er ein paar der
zunten Strümfe anzog, empfand er nach kurzer Zeit Schmerzen,
»ie er jedoch nicht beachtete. Als er am andern Morgen die
Ztiefel anziehen wollle, war ihm der rechte Fuß derartig ange
chwollen, daß ein Arzt herbeigerufen werden mußte, welcher eine
Blutvergiftung durch Anilin, das dem Farbestoffe der Wolle zu⸗
gesetzt war, fesistellte. Der junge Mann befindet sich, nachdem ihm
der Fuß drei Mal geschnitten werden mußte, auf dem Wege die
Bessetung und der Arzt hofft, daß der Patient in etwa acht Tagen
vieder vollständig hergestellt sein dürfte.

f Eine Erinnerung an Kintel's Flucht. Der ehe⸗
nalige Gefangenwätter des Spandauer Zuchthauses, Georg Brunt
ein Westphale aus Sassendorf, bei Soest), welcher Ende 1850
dei der Befreiung Kinle!'s hervorragzend betheiligt war und in
Folge dessen eine vierjährige Gesängnißhaft verbüßen mußte, is
eit vielen Jahren auf der Hermannshütte zu Hörde als Portier
incestellt. Professor Kinlel sowohl, wie der Befreier desselben,
url Schurz, damals Student, jetzt Minister des Innern der nord⸗
amerikanischen Republik, haben indeß in danlbarer Erinnerung nie⸗
mals ihren opferwilligen treuen Mithelfer vergessen, und auch das
dietjährige Weihnachtsfest brachte dem Leßleren eine freudige Ueber ⸗
zaschung. Herr Brune empfing, wie wir dem „Hoͤrder Vollsbl.“
einehmen, von dem Minister Schurz vor Weihnachten solgendes
Schreiben: Departement of tho interior. Wahhington, 1. De—⸗
senber 1877. Geehrter Herr Brune! Ihren freundlichen Bries
        <pb n="25" />
        vom 7. November habe ich erhalten und freue mich, daraus zu
rsehen, daß es Ihnen und Ihren Kindern wohl ergeht. Gewiß
rinnere ich mich des 6. November 1850 und derer, die bei dem
zefahrlichen Unternehmen jener Nacht geholfen haben. Mit den
zesten Wünschen für Ihr und Ihrer Familie Wohlergehen verbleibe
ich Ihr ergebener K. Schurz.“ — Diesem Schreiben iag eine An⸗
weisung auf den Rentier v. Schmitz in Soest bei, welcher dem Herrn
HBrune gegen Aushändigung derselben 100 Dollars“ am zweiten
Weihnachtstage auszahlte. Herr v. Schmitz, ein alter Freiheits
Ampe, stand zur Zeit des betr. Unternehmens mit dem Studenten
Schurz in Verbindung und hat sich namentlich dadurch verdient
zemacht, daß er der Familie des Gefangenwärters Brune, während
der ganzen vrerjührigen Strafdauer allmonatlich den Gehalt ihres
srnährers zahlite.
7 Der Oberpräsident von Schlesien v. Puttkammer hatte
auf der Jagd das Unglück, einen Försier so schwer ju verwunden,
zaß derselbe starb. Ein Theil der Ladung verletzte ferner einen
Treiber. v. Puttlammer nahm sich dies Ereigniß sehr zu Herzen
und beabsichtigte aus dem Staatsdienst auszutreten. Nun hat der
Kaifer an ihn ein eigenhändiges Schreiben gerichtet, in welchem er
hn wegen des Mißgeschiks auf der Jagd zu Rothschloß troͤstet
und ibn ersucht, die Absicht, wegen dieses Unfallz den Staalsdienst
zu verlassen, aufzugeben.
F.Von allen Seiten kommen Nachrichten, daß wegen mißlicher
sinanzteller Verhälinisse Bühnen geschlossen werden müßten. So
das Théatre lIyriquo in Paris, das Stadttheater in Bremen die
Kemische Oper in Wien, das Carl-Schulze Theater in Hamburg,
das Stadttheater in Görlitz. Die Theatermisere scheint allerorten
hronisch geworden zu sein. Der „Theater-Figaro“ sucht die Gründe
hieflir in Folgendem: „Schlechte Geschäfte bermindern die Theater⸗
lust des Publilums; die nach und nach zu unerschwinglicher Höhe
emporgeschraudten Gagen vermehren die Last der Direlloren bis
pur Unerträgligkeit. Die Verminderung des Besuches muß durch
Verminderung der Ansprüche der ersten Künstler ausgeglichen
werden. Das Publikum ist verwöhnt worden durch Virtuosen⸗
Reisen, Ferien, unerhört koftbare Ausstattungen u. s. w. Zur
—AD Reinigung des künstlerischen Sinnes
der Besucher wird man gleichfalls zurüdkehren müssen, um der
Misere abzuhelfen. Daß die Eintrittepreise aus der Gründerzeit
azuch nicht mehr der heutigen wirihschaftlichen Lage conform sind,
vollen wir gleichfalls nicht unerwähni lassen.“

F Die „N. Fr. Pr.“ bringt folgendes hübsches Telegramm
aus Bucha rest, 6. Jan.: „Am Lomfluß erhielten die russischen
Truppen einige Schlappen.“ Das wird den frierenden
Füßen der Schildwachen wohlthun!
Von der polnischen Grenze berichtet die C. Zig. folgende
„Waffenthat“ eines russifchen Grenzsoldaten. Derseibe traf mit
wei bei der Feldardeit beschäftigten Mädchen zusammen. Nach
inigem Hin-⸗ und Herreden meinte der Grenzseldat „Mädchen
sind auf dieser Welt Uberflüssig, und ich werde Euch deshalb todt⸗
chießen.“ Dabei sieckte er in gemüthlicher Ruhe eine Patrone ins
Vewehr, zielte und schoß das noch immer nichts Böses ahnende
Madchen todi. Das andere enifloh. Dem tlapferen Mädchenver⸗
tilger find für diese Uebung in der Kriegskunst 20 Jahee unict-
irdische Sibirien⸗Arbeit zudiktirt worden.

f.Paris, 8. Jan. General Montauban, Graf von Palikao,
darb diesen Morgen in Paris. (General, Cousin Montauban war
um 4. Juli 1796 geboren und zzeichnete sich zuerst in Algerien
als apferer Kavallerie⸗Offizier aus. Im Jahre 1860 erhieit er
zen Oberbefehl über die französische Expedinon nach China, wo er
un 21. September den entscheidenden Sieg bei Palikao errang,
fich durch die Zerstörung des Sommerpalastes vom Kaiser von
Thina, durch Barbaceien und Plündreeien als richtiger Algerier
einen schlimmen Ruf erwarb, am 12. Oklober in Peling einrückte,
zen Frieden erzwang und im Sommer 1861 über Japan nach
Frankreich zurüdlehrie, um als Lohn das Großkreuz der Ehrenlegion
—A Januar

1862 den Titel eines Grafen don Palikao zu empfangen. Am
22. Juni 1865 erhielt Montauban den Oberbefehl über das vierte
Armeekorps in Lyon nebst dem der achten Militärdivifion. Montau—
dan's Rolle im deutsch⸗franzoͤsischen Kriege und sein unheilvoller
Tinfluß auf Mac Mahon's Bewegung nach Sedan ist in frischem
Andenlen. Als Soldat war er ein tapferer Haudegen, als Feldbert
Algerier durch und durch und daher für die Operationen in China
wie gemacht: im Uebrigen war er weder in der Armee noch im
Lande jemals beliebt, desto mehr aber der Mann des Vertrauens
der Tuilerien. Er hat ganz wesentlich zu dem kecden Uebermuth
and tragischen Ende des zwenlen Kaiserihume beigetragen.)
tParis. Während der Weltausstellung wird ein Riesen⸗
ʒallon, der 850 Personen ju fassen im Siande ist, 800 Meter hoch
teigen und den Insassen einen prachivollen Ueberblick über die
A Umgebung verschaffen.

Wie bereits gemeldet ist am Dienstag der Deputirte Rar⸗
ail, das alteste Mitglied der Linken, gessorben.“ Der nahezu 80jãhrige
Breis hat unter dem Juli⸗Königshum jahrelang als Repubukaner
nn den Gefängnissen geschmachtet und gleichzeitig als Erfinder der
damphermedizin in der Foem von Kampher⸗ Cigaretten, Kampher⸗
datwergen, Kampher⸗Wein, Kampher-Pillen u. s. w. fich unter
)er Arbeiter⸗Bevölkerung von Paris einen riesigen Anhang geschaf⸗
sen. Sein etwas mystisch⸗ angehauchtes Programm einer sozialistischen
tepublik hinderte ihn nicht, duͤrch den Verauf seiner Kampher-Prä⸗
—XID zwang aber seine Pa⸗
ienten, die von ihm verschriebene Aampher⸗Medizin in der eigens
on ihm unter dem Namen seines Sohnes gegründeten Kampher⸗
Wotheke zu entnehmen!) ein steinreichet Mann zu werden. Halb
»olitischer, halb medizinischer Prophet galt er Jahre lang als der
Martyrer seiner Ueberzeugung und er wurde vom Volke enthustastisch
»egrüßzt, als er sich in den ietzten Jahren des Kaiserreichs wieder
ils Deputirter den öffentlichen Geschäften zuwandte. Einen eigent⸗
ich pol tischen Einfluß hat er nie geeübt, wenn auch fein hohes
Alter und seine chrwürdige Erschemung ihm eine Verehrung bei
den Massen sicherten, welcher sich die tief gebildeten Parteigenossen,
wie beispielsweise Louis Blanc, niemals zu erfreuen hatten.

Der Wasserstand der Seine im Innern von Puris hat
ich feit einigen Tagen nicht merklich verandert, wahrend ihre Reben—
lusse, die Yonne, Oise, Marne u. a., noch immer im Steigen
egriffen sind. Die kleinen Schraubendampfer versehen den Dienst
zach wie vor, nur hahen sie ihre Schornsteine, um unter den
Brücken durchzukommen, verkürzen müssen. Dagegen ist den Waaren⸗
chiffen das Befahren des Stroms untersagt. Zu Berch, dem Wein⸗
Entrepot von Paris, sind die nöthigen Vorsichtẽ maß regeln für den
Fall einer Ueberschwemmung getroffen; in den Kellerue der beider⸗
eitigen Uferstraßen schafft das Einsickern des Wossers große Noth
und die Abzugslanäle der Stadt fungiren nur theilweise

Archibald Forbes, der berlihmte Kriegskorrespondent
der „Daily News“, hat auf seiner Rückreise von Petersdurg Berlin
nassirt. Als Forbes vom Kriegsschauplatz nach London zuruͤcktehrte,
ahlten thm die Besitzer der Dailh News“ zuförderst eine Extra⸗
Bratification von 2000 Pfund oder 40 000 Mart. Dann gaben
ie seint Berichte in Buchfortm heraus und wandten den Netto⸗
krtrag ihm und seinen Mitarbeitern zu. Außer diesen Vortheilen,
vel he die „Dailh News“ Herrn Forbes zuwendeten, wurde dem⸗
elben noch von Amerika aus das Anerbieten gemacht, in den großen
Städien der Union Vorträge zu halten. Ein Impresario dot ihm
für einen Cyelus von Vorirägen 5000 Pfund oder 100,000 N.
in. Archibald Forbes scheint entschlossen zu sein, dieses Anerbieten
anzunehmen, und er darf dann die ganze Ernte, welche ihm aus
em einen Feldzug erwächst, auf ewa 200,000 M. anschlagen.
Die deutsche Presse gab den englischen Berichierstaller beharrlich
ür einen zur Disposition gestellten Capitän oder Majot aus.
Diese Annahme ist irrig. Forbes war niemals Soldat und er
zarf stolz darauf sein, daß er als einfacher Journalist in Bezug
muf klare und anschouliche Schilderung alle Bericterstaller von
nilitärischer Bildung überflügelt hat. Forbes kam in Petersburg
im Tage vor dem Einzuge des Kaisers an und iroß der scharfen
dritik, welche er gerade in seinen letzten Berichten an einigen Korpz⸗
ommandanten und der russischen Armee übie, fand er in Hofkreifen
zine übecaus freundliche Aufnahme.

Remex.
—BB
Ei A t enischiedener Gegner aller sogenannten Ge⸗
in 13 5. heimmittel, hafte in jinem bedeulenden
Wirkungskreise seht oft Gelegenheit, die verschiedenartigsten Haus⸗
ind Heilmittel kennen zu lernen und darunter sehr viele, welche
ängst verschollen sind. In den letzten Jahren traf er haäufiger, ja
o haufig die wohl keinem Aezte dem Namen nach mehr unbekannten
Dr. Airy'schen Specialitäten an, daß er stutzig wurde. Anfangs
zlaubte er, die überraschend schnelle Aufnahme deu Annonecen zu⸗
chreiben zu müsssen, sah aber bald ein, daß die meisten seiner den
hessert. Ständen angehörenden Patienten nicht in Folge der Annon⸗
zen, sondern auf Empfehlung don Belannten hin, die Airy'schen
Kemedien in Gebrauch genommen halten. Dieser Umstand und die
hm entgegengetretencn überraschenden Resultate deranlaßten ihn,
ene Specialitäten am Krankenbeite selbst zu prüfen. In
einem einzigen Falle konnte ereine absolut schädliche
Wirkung diesen Mitteln Schuld geden, in sehr vielen aber
zinen so entschiedenen Umschlag zur Besserung des Kranl⸗
seitsfalles, daß der Arzt selbst in eigner Familie diese
Iiry'schen Specialitäten als Hausmittel einführte und seither kein
nißbilligendes Urtheil über dieselben mehr gelten läßt. Wer sich
ähere Kenntniß über die Raturheilmeihode des Dr. Airy verschaffen
vill, beziehe das instructive Buch welches llare Abhandiungen üder
zie meisten Krankheiten, sogar mit belehrenden Illustrationen für
en enorm bdilligen Preis von unr 1 Mart gewaͤhrt, direct aus
Kichter's Verlags⸗Anstalt in Leidzig.

Für die Redachlon verantwortlich: —
        <pb n="26" />
        Fonventionelle
Hausversteigerung.
Mondag, den 28. 1. M.,
des Roachmiltags* um 2 Uhr, zu
St. Ingbert, im nachbeschrie be⸗
nen Hause, läßt Hert Wolfgang
ahn, Seifenfabrikant in St.
Ingbert, in seiner Eigenschaft
aAs Rechtsinhaber von den allda
wohnhaften Ehe und Handels.
leulen Bernhard August und
Narolina geb. Beer,
gegen
August Müller, Megzer,
und dessen Ehefrau Maria geb.
Schmelzer, beide daselbst wohn ·
haft, wegen Nichtbezalung des
Frwerbepreises zu eigen wieder⸗
bersteigern:
Pl. Nr. 438 und 439. 18
Dez. Fläche, enthaltend ein
zu St. Ingbert in der
Zlieskastelerstraße, neben Er:
hen Georg Gressung und
inemPfade gelegenen Wohn⸗
haus mit Stallung, Scheuer
Hofraum, Pflauzgatlen und Eine Wohnung
onstigen Zubeboͤrden. estehend in 8 Zimmer, Küche,
Das Nahere auf dem Ge-⸗ reller, Holzremise und Speicher,
schaftsbureau S. Bechthold in zis 1. Äpril beziehbar, ist zu
A vermiethen.
Sauer, k. Notar. V. Graffion.
rbrauerei St. Ingbert.
Heute, Samstrag, den 12. Januar,
Abends Uhr:
Anstich des
v . *
Book Bieros

Musikverein.

IIEXXVXE

Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannken
hlermit die schmerzliche Nochricht, daß heute Nacht um 8
uͤhr unsere innigs geliebte Tochter, Schwester, Schwägerin
und Tante

Elmira Ehrhardt

nach langem Kranksein, im Aller don 34 Jahten sanft
entjchlafen ist.

Indem wir bilten, unserer iheueren Verblichenen ein
wohlwollendes Andenken zu bewahren, biten wir gleich ⸗
Jeitig um stille Theilnahme an unserem unermeßlichen
Schmerze.

Si. Ingbert, den 11. Januar 1878.

Pie tieftrauornd Linterbliebenen.
Die Beerdigung findet Sonntag Nachmin. 133 Uhr statt.
Ia

u⸗
Zieglermeister
Dubweiler Ziegelhůtte

David Peiers. Jatob, S. 1.
Johaun Uhl. Jatob, S von
halentin Schwerdt. 29. Anna,
T. v. Johaun Ripplinger. 30.
Johaun, S. v. Adam Sqhmitt.
zu. Kaiharina, T. v. Theobald
Schunk.

B. Eheschließungen:

1. Dez. Adam Kroll mi
Fhristina Fuhtmaun. 22. Peter
Thomas mit Louisa Weberge
8. Daniel Hennchen mit Lucie
Sophia Friederita Heintz. 31.
Farle Hooß mit- Margaretha
kngel.

O. Sterbfälle:

2. Dez. Peter, 7 Tage alt,
Sohn v. Peter Klemmer. 8.
Frieda, 6 M. alt, T. v. David
dahn. Johann. 1 Jahr 8 M.
ilt, S. v. H. J. Ruf. Jedo⸗
us, 1M. alt, S. v. Alois
ʒ eber. Margaretha Toufsaint,
»3 J. alt, Ww. von N. Morlo.
sDdam Aquilin Herold, 53 J.
At, Ehemann von Anmna Maria
—V
alena, 1 J. 9 Ma alt, T. v.
heorg Seibel. 9. Ftanz, 4
N. alt, S. v. Johann Gehring.

yakob, 11 Tage alt, S. von

Falob Haberer. 12. Friedrich,

8 Jahr alt, S. von Johanu

zoseth Wachs. Nilolaus, 4

J. ali, S. v. Johann Siegwart.

i3. Margatetha Mack, 68 J.

iit, Ww. v. Franz Selzer. 14.

yatob Selzer, 49 J. alt, Ehe⸗

sann von Magdalena Grewenig.

7. Johann, 26 T. alt, S. v.

darl Engel. 22. Nilolaus Ditt⸗

ich, 45 J. alt, Ehemann von
ẽlisabetha Koch. 24. Magda⸗

enu Gehl, 67 J. alt, Ww. v.

Anton Detampel. 26. Magda⸗

cna Lander, 67 J. alt, Wwe.

von Chriftian Matheis. 27.

gertha, 7 M. alt, T⸗ b. Franz

yoos. 28. Magdalena, 33.

M. alt, T. v. Johann Mol⸗

en. 290 GElisabetha Gehring,

10 J. alt, Ehefrau von Georg

Fonad. 29. Johann Best, 589

J. alt, Ebemann von Magda—

ena Weißgerher. Heinrich, 2

J. alt, S. von Heintich Ochs.

30. Jakob Weiland, 47 3. alt,

hemann v. Elisabetha Habtrer.

St. Jngbett, 4. Jan. 1878.
Der Standesbeamte!
Custer.

Rechnungen
a» Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
nit rother und blauer Liniatur
nd vorrärhig in der
Druckerei ds. Bl.
—
uszug
uus den Registern des Standes⸗
amtsbezirktes St. Ingbert pro
NRonat Dezember 1877.
A. Geburten:
1. Dez. Franz, S. v. Franz
dauer. Peter, S. von Jakob
Dendel. 2. Margareiha, T.
Jatob Leschner. 8. Apollo⸗
na, T. v. Joh. Adam Fischer.
Franz, S. v. Karl Remer. 6.
Fohann, Sohn v. Peter Jung.
xẽtisaveiha, T. v. Jalob Peters.
J. Maria, T. d. Franz Marx.
3. Heinrich und Ludwig, Zwil⸗
ingssöhne vou Jakob Schuster.
5. Nitotaus, S. v. Jalob Not⸗
hof. 10. Joseph, S. v. Peter
Toussaint. Peler, S. v. Joh.
Jos. Feichtnetr. 12. Andreas,
Sohn v. Andreas Bous. 14.
Parbara, T. v. Watthias Grill.
Erust, Sohn v. Karl Swarz.
15. Paer, S. von Peler Woll.
Johanna Frieda Henrieite, T.
3. Carl Bartholomae. 16. Hein⸗
ich, Sohn v. Nikolaus Wagner.
Maria, T. von Carl Klein.
17. Elisabetha, T. von Peler
dopp. 18. Katharina, T. von
Johann Kneib. Peter, S. von
Heler Weidnann, 19. Alois,
5. v. Heiarich Xylander. 21,
Peter, S. von Andreas Fischer.
deinrich, S. voa Michael Wil⸗
delm. 22. Kothatina, T. v.
Thristian Fichter. Maria, T.
son Koth. Heib. 23. Johann,
3. v. Johaun Buchhe't. Bern⸗
Jjard, S. v. Franz Hagenbucher.
Maria Outilie Albertine, T. v.
ꝛ. Seyb. 28. Elisabetha, T.
von Heinrich Nau. Barbara
Wilheimina, T. v. Heinrich Rup⸗
peit. 26. Katharina, T. von
Friedrich Neumann. 27. Jalob,
89 r x . v. Jakob Ringle. 28. Mar⸗ —
Lith. A — sareiha T. d. Wendil Kohler.
St. Ingbert. —
TFM eeemebs in Sit Inaobert.

1 — — — — —
8 2
Herzogl. Graunschweigische Landes⸗
Lotterie,
vom Staate gigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus aOböo Drigindi⸗-Loosen und
AAM OOo Gewinnen:
1 Haupitreff. eb 450, 000 2 Haupttreff. à 18.000
Vaupaten 300008 1486608
50.000 5 12000
30,000 —— 10,000
000 3000
000. 3000
a 3000
G,000 4000
24,000 286 3000
ReichsMark u. s. w.
Die erste Ziebung findet stalt rV
m 77. nqd 18. Junuur 1828
zu welcher sh Eriginalloose —
Ganze 8Galbe Viertel Achtel
I6 Mark s Mart 4 Iark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler ersest Gewinnliften gratis!
ilimus,
Obere nnehm⸗r der Braunschw. Landes-Lolterie
in Rrauusehueig.

ind zu Jaden d der
        <pb n="27" />
        [.

-—

4

xX

*
ror woniger.

—
Der Stz NAugberter Amzeiger und das (Z mal wientlich) mit dem Hauptklatte verbundene Unterhaliungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei.
lage) erscheint. vochentlich vierwalt Dienstag oMHonnerstag, Samzeng nud Sounutag. Der Abonnementevreis petragt . bierteliahrua
i Mark 20 R.Pfg. Auzeigen mexden mit 10.Pfg., von Auswärts it 15. Jie für die piergesp altene-BZeile Mlattschrit ader deren Rer, Necia me⸗
α ν ι ιια8 ασ X ι .ααÂ , ↄ22 Pfqe: pro Aile berechnttιι,
—E
8 *8* ι ανιιι α — — 2*
—328 n e Eonntãgq, den .
— — * 422
— — —
* v J Deutsches Reich. * 2 J J
Berlinm, 9. Jañ, Dom Bundetath sind zwei Gesehßentwärfe,
l. detreffend die Abauderuug der Grwerbebrduung; und 2. detreffendi die
Errlchtung von Gewer degerichtent, ur Beschlußnahine dorgelegl wordes.
Die vorgelchlagenen Abandecungen öezwecken zunächst: eine grbßere
Sicherung gegen die Versezung des Ardeitsvertrages; eine strengere
Ordnung des Lehrlingsverhellin sseszeine Regeiuug der · Veschaß⸗
igung jugendirger Arbeiter m'it Berucdsichtigang der verschiedenen
Indusitle zwweige; eine zwedmaßige Ausbildung der zur Etledigung
der Stzeitigleiten zwischen Arbeitsherrn und Arbeitern vorgeschrie
denen Einrichtangen. 3
. Berlin, 40. Jan. Die, Norddeussche Allgemeine Zeitung
enthält solgende Mitthetlung: „Varzin, den 8. Im. 1878. Durch
Zrantheit perhindert alle mir zugegangenen freundüchen Wurnsche
pum neuen Jahre inzeln zu beanlworten, sage ich für dieselben au
ditijem Wegz meinen verbindlichsten Dant. Fürft d. Bismard.“
Darmistadet.“ Der dem Laudtag dorgelegte Gese zentwurf
über den Austeut aud einer Kirche oder Religionsgemeinschaft ent⸗
haͤlt solgende grundlegende Bestimmung; 7
Der Austritt aus einer Kirche, oder Keligionzgemeinschaft
ist gestattet ärch hue Uebetlritt zu einer anderen Kirche voder
Religiontgemeinschasn 5——7 * *
Mannheim; 10. Jan. Die N. B. 2.3. scheeibt:
Dem' Vernehmen nach sollen die Sarnisont⸗ Verhülmisse des 44
Armetcorps in der Art geordnet worden sein; daß die Siadie
Vlannheim, Schweßingen und Bruchsol ihre ditherigen Besatzungen
dehallen, das 2, Bataillon dez 1I10. Inf.Reg. von Vurchlad
dach Heidelberg und ein Bataillon der Rastatter orpe X
Durchlach verlegt wird. — Von dem Bau einer neuen Cavalerie
Kaserne in Freiburg soll Umgang genommen we rden.“
*. .u—
Pari?, 10. Jan. Der Tod Viktor Emapuel's sndet hier
allgeutein große Theilnahme, da der Verstorbene für einen Freund
Frankreichz golt, und sein Nachfolger (Lronprinz Humbern mehr
sur einen Freund Deuishlands gehalen vub,, 5
ο. Ian. Dae, Ipat in der Nacht —D Amtis
bdiait meldet, daß der bisherige Kronpeiz alß. Köniag. HumbeitI.
ben TAdrou. besliegen; (und datz Mim steznum unter, dem Prasidium
don Drepretiz beslätigt hat, &amp;Die Viidillet baben —* dan
Eib deieistet. — Der neue Ronig hal solgene Proliamanen
die Italiener gerichte · —, un ana —
IAADas ardßte Unglück hat urs plozlich betroffin Abnb
Nittor Emanuel, der Gründer det doöͤnigteichs ——XX
kihhert isl uns entrisßen wordeng Ich war Zeugt seines legten
Athemzuges“, der der Nation gall reiner letzten · Wuͤnfche: für da⸗
Brud des Volles and sedrer ehlen Bore, n Derzea
dets widerhallen werden, Es salll miß schwer, ——
tompfenwie es durch meine Pflicht geboten hz, Jun tieseg
Domente ist nur der eirzige Troft moͤglich Rus seiner würdig
seigen, äüch, indem ich in jeint Fußsiapfen trele. idra indem ihr ei
den Burgertugenden berdarrt, mitß denen ex. das schwietige Unle⸗
nehmen zu vollbringen dermonte, Italien groß und einig zu mochtn
Ich werde jeinen grotzen Zeispielen Der; Unhängiichleit an das. Vatgf
and, der Liebe, zum Fortschtin und des ireuen Festhallenz ax deu
7eien Insütutionen. die der Sielz einas Hausea ind, solacg
Meio inz ger Ebrgeiz wird fein, die Kiebe e nes Volles zu ber
dienen. Jisliener! euer erster Koͤmgs ist todt sein Nachfolger wirj
zuch b.weisen. daß die Jastitutignen nicht erber, Siehen wu
—A des aroße
Bqhmeries jene Cintrocht die sseis de⸗ eil. Jialiina wari
„Wie in unterxichtften Kreijen dailgunt, will die · engl. Negierung
dom Patlament einen Credit derlaugen, welchec. BMillione. Lu⸗
nicht Abetschreitet, um 20, 000. Mann au mobiusiren undbeteit. ↄ
aallen. welche erforderlichen Falles Gall·poliQα ιν α
—X tpae eae4

— 38* 22

Cettinje, 11. Jar. Offigiell.“ — 2
Udt arsab . Kohn bie estang Antswarl hedingungsror, dem ducsten
von Montenegro. 575 —W
aen Kiquestantimnopel, 10. Jan. Aus bester Quelle kommt
die Mittheiluna, daß au die russischen Höchstlommandirenden. die
Beoßfiusies. Njlolaus und an on hier aus das Ersuchen ge⸗
richlet worden sie mischten Ort und Zeit zu einer Gegehaung wi
den rtischen Obertommandanten bestimmen, uim eine Besprechung
vegen eines Waffenstillstandes zu -crwibhlichenn Sudlic ber San
hans kommandirt Mehemed Ali als Generalissimus, nordlich vom
Ballan der Kriegs-Minifer Reouf Pasqha, welcher nach Varna ab⸗
Jereist. ist. ium Asien Jamail Qurd Pasche
ESuleimann Pascha wurkde nicht nut des Commandos der ost;
hdulgarischen Armer enthoben, sondern erhielt auch kein anderes
Tommando; er wurde nach Konstantinopel berusen. Wie es heißt,
atte. Reuf Pastha dessen. Abberufung als Bedingung gesetzt, wenn
—AII der gesammten, tũrt
lischen Streitmaͤcht aàn Euroba übernehmen olle
5 ermiseates3.

fAm 9. d. M. starb in Kaiserslaufern' an den
Folgen eines vor einigen Tagen gehabien Schlaganfalls der in
peiteren Kreifen —XRX Glodengießer Herr Georg Hamm im
Alien ven 61 Jahren.. 7 7*
.AIn der Eylvisternacht derungluckte in Mi in v a ein
atmer kranler MRann, der von seiner Frau veriossen, wahrschintiag
bdei seinein braven mildthaätgen Naftbarn gewohnier Weise Essen
and Woarmce suchen wollig, dahei aber in der Dunkelheit in: den
Durchlaß der Siraße hel und sig detenso schwes verlezie, daß er.
ohne Jemand zu seiner Hilfe. rusen zu konnen einige Schritte vor
der Unglückestätte abseits zusammenbrach und dier erd Morgene
— leider todt — aufgefundta wurde — —

t Landau AO. Jan. (E. A)Geslern ereigneit sich in
einer X eine aufregende Scene. Ein Fremder,
wie wir hocen von Siuttgart und. 20. Jahre all, von anständigem
enit en aote,odl och. dft. Keũsigtin und, wurde ge der
—— ———
tn, Schoß auf, das, Näadqhen gbgabte, der, gher wa
ind durch 8 — * eee ihm —

linken Arm drang. Durch „Dem¶herbeigekommenen Wirth äu

zee eee *

un rze —8 gagh Bermerbheim. Mi

2e That gader ühug huß rehahe nämlich grhörk, dat

Madgen wolle — *2*— 6x a eg on früher v5 Ansprijch⸗

af e.n RAuf Requisttion der —8 soll er bereita gestern

Nachmisiag verhaftet worden sein e

—E Sotthardhofpiße — vom 1. Oki. 1672

3. 8 1877 15,652 arme Reisende mit 52,783 Ration⸗

Heynmilteln und vielen Nleidungsstuchen persehen —X

aufgruomimen und gepflegt hate, schließt eine Jabrestechnung ni⸗

* — Ausgaben nd Ix. 11738 Einnabmen,!*
»inem, Deficit von Fr. 84 70

LAienstes nachrichten.

xarrei Gundersweiler, wurde dem Pfarramtscandidatet

An aus Landau; die vroteß. Pfqrrsielle zu Dannftad

en Kart Aug Weber ans Fopubech, unß die pen

dem Pfarramigstandidafent Aack Theod Gmnnbei —X

——

etli: — xc
2.10 Jahre lang alle Mingei XX
Ht dIu — aben mich jeßleinig und eee welto
mien er I Wann renen Donat 28
meinem fuͤrchterlichen Hüften — Hals 'und Brustle den errest⸗
] αααα erese Grãcu e⸗

dacti ⸗
8
—3—

52
1

Original· Packet nur edt dei Aeaun
Srirdrich ost 50 M⸗
2 2⸗6 2
        <pb n="28" />
        ILILX

Montag, den 14. Januar 1878

Metzelsuppe mit Sauerkraut.

Anfang 6 Uhr Abends.
Der Sugend Spiel und Arbeit,
Padagogisches Kunstjournal

herausgegeben von

Dr. Jan Daniel Georgens nnd Jeanne Marie v. Gayette⸗
Georgens. 7

Dieselbe hat den Zwech, der Jugend von Kindergartenalten
an bis zur Entlassung aus der Schule alle die Beschaftigungen und
ünterdaimngen zu dieten, welche geeignet sind. deu Sinn für das
S„chöne unb Edle zu bilden. Die Monaisschrifte, Der Jugeund
Zpiel und Arbeit“ wird sich von allen anderen dadurch unterscheideu,
daß sie theilweise in Bunidrud erscheiut, um auch den Farbensinn
zu Kindern zu wecken und gleichzeitig denielben die Freude an
der einmal begornenen Unterhallung und Beschäftigung dauernd
zu bewahren. Die hereins weit und brest belannten Herausgeber,
pelche schon viele Jahre auf diesem Gebiete in anerkannter Weise
virkten und saaffen, werden sich bemühen. stets das Besie zu bringen,
ind ist die Berlagshandlung ihrerseits durch Gewinnung der besten
anstlerischen Kräfte in der Lage für gediegendste Ausstatiung zu
zarantiten.

Der Abonnementepreis (1 Mark 50 Pf. pro Quartal) ist ein
ro villiger im Verhältniß zur Ausstattung, daß jede Familie, wenn
uch weniger bemittelt, in der Lage sein wird, fült die Ninder zu
bonniren. Die geringen Koflen werden gewiß die schönsten Früchte
n der Ausbildung der Kinder tragen. Durch diese Monoitssjchrift
vird auch der sich einschleichenden Colportage Romanlite ratut ein
Ddamm gesetzt, da den Kindern eine nüßliche, und den Eltern und
rzrwachsenen jedesmal auf der innern Seue des Umschlags eine
elehrende Unerhaltung geboten ist. Außerdem finden gewiß die
zewachsenen eine Freude darin, daß sie die Arbeiten der Kleinen
eitweise. überwachen uad sich selbn dabei unterhalten. Die
honalsschtift Ter Jugend Spiel und Arbeit? bringi
illes was nur ein Kind umerhalten und dilden koͤnnte, als Spiele,
rĩczählungen, Anleitung zum Bildausschneiden, Flechten, Zeichnen,
NAusmalen und Modelliren, jowie zu weiblichen Handorbeiten.
Wir lommen mit diefer Monatsschrift den Kindergartenfreunden,
ie ja an Hundertausend zählen, den Lehrern und Lehrerinnen ⁊c.
nigegen und gewiß wird dieselbe sich bald in alle Familien, wo
rinder sind, einbürgern. Prospett und Heft 1 liegt in jeder Buch⸗
jandlung zur Einsicht offen und werden daselbst Abonnemeni«⸗
eftellungen angenommen.

Leipzig.

Stochsische,

jeden Tag frijch gewässerte,
dei. J. J. Grewenig.

9 rε ιι“ο-
Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung,
daß unsere liebe Gattin und Muttet
Anna Maria Adt
gestern Abend 8 Uhr, nach laͤngerem Leiden, in ihrem
30. Lebensjahre sanft verschieden ist.
St. Jngbert, den 18. Januac 1878. *
VDie trauernde Familie.
Soenntag Nachminag 8 Udr statt.

Die Beerdien
Bayerischer Landes⸗Hilfsverein
(Zugleich Organ der Kaiser⸗Wilhelms⸗Stiftung.)
Die Mitglieder des St. Ingberter Cantonol⸗Zweig ber eins
werden zu der stat tenmaßigen jährlichen
ardentlichen General⸗Versammlung
auf Montag, den 21. Januar i. J. Nachmittags
a Uhr in dem Ztadthaus saal dahier ergebensi eingeladen.
GSi. Ingbert, den 10. Januot 1878. W
Für den Ausschuß;
Heinr. Kraemer, Vorsitzender.
I
Ihh zeige hiermit einem geehrten Publikum argebeust an, daß
ich mich unterm Heutigen auf heesigem Plaze al
Geyfsch ä ft sem a n u le
niedergelassen habe. Durch meine mehrjährige Praxis als Unter⸗
gerichtbichreiber bei einem Kal. Preuß. Friedensgerichte bin ich in
den Siand geseht, allen Anfurderungen zu genüg⸗n. und übernehme
demgemäß Vertreliungen IIVO Kgl. Landgerichte dahier,
als auch solche vor den Agl. Preuß. Friedensgerichten und dem
dandelsgerichte Saarbrücken; ferner die Verbriefung von Kouf—⸗,
Tausch. Mieth⸗ und Pachtvertragen, Liquidationen (Theilungen
nter Großjaͤhrigen) und sonstigen Verträgen jeder Art, und halte
nich einem geehrten Publikum bestens empfohlen. .
Mein Geschaftsbureau befindet fich einstweilen in der
Wohnung meiner Mutter, Wittwe Brau sen iu der
Pfarrgasse58
Si. Ingbert, den 10. Jonuar 1875. t7*
DP. Brausen.
Geschaftsmann und Rechtsconsulent,

6 Verlags⸗Anstalt⸗
Shlittschuhe,
pon 3211 M. vper Paar
hei Otto Weigand.
—xc 22

für
Mütter!—
Miltel gegen den Keuch
oder blauer Husten.
Versandt einzelner Flaschen à
M. 23, nnter Nachnahme.
A. Zürth, Wannheim.
rucht- Brod⸗ uud
FIleisch⸗ Preise der Stadt
zweibrücken vom 10. Jaauar.
Weizen 11 M. 35 Pf. Korn
—
u8M. 3 Pi. Gerste Areih.
R. — Pf. Speli 6 M.
36 Pf. Hafer 6 M— 11 Pf.
heu2 M. 40 pi. Stroh 2
20 Pf. Kartoffeln 2M.
30 Pf. Weißbrod 12 Kilog.
535 Pf. Kornbrod 3 Nil.75, 2 Kil.
50 Pf. ditto 1 Nilo. 25 Pf.
demischibrod 8 Kilo. O M. 93Pf.
paar Wed 100 Gramm 6 Pf.
nindfl. 1. Quol. 66 Pf. 2.
huai. 60 Plf. Nalbfl. 60 Pf.
amfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf
Fuümne 1M. — Vf. per Pf.

2
Herzogl. Braunschweigische Candes
Cotterie,
vom Staote zri und garantirt.
Dieselbe besteht aus da doo Hriginal⸗Loosen und

4,000 Gewinnen:

1 Haurl 1530,0000 2 —X 18.000
5,000 5,000

000 2,000

40 9,000

00 3000

9 3000

000

70

3000

Spielwerke
bis 200 Stücke spielend;
dit oder ohne Erpression,
Nandotine, Trommel, Glocken
Tastagnetten, Hinmelftimmen
dorb espel rc.

Spieldosen
3 bis 16 Stücke spielend:
erner Necessaires, Cigarren
änder, Schweizerhäuschen,
Photographiealbumẽ, Schreib ˖
euge, Handschuhtaften, Br' ef⸗
eschwerer, Blumendasen, Eit
arren⸗ Etuis. Tabals dosen.
Arbeitstisce, Flaschen, Bier
laser, Por temonnaies, Stühl
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as Neueste euspfiehlt

IJ. S. Heller, Bern.

7F Alle angebotenen

Werte, in denen mein Rame
ucht sieht, sind fremde; empf.
zedermann directen Bezug
Jußr Vreislisten bende franco

o00 28
eichsMark u. s. i
Die erste Ziebung findet statt —
am 17. unc᷑ 18. Janucr 1878,
zu welcher ich DBriginauoose 5—
Ganze Halbe Riertel Achtel
I6 Nart TMat2.Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler erhaͤlt Gewinnlissen gratis!
*. vie,
Obere unehmer der Vraunschw. Landes-Lotterie
——IIXECCCGO
ů— — —
T e ern 3 * Demeß in St Ingbert.
AUn 4

u. 2
        <pb n="29" />
        St. Ingberler Anzeiger.
—ñ Ni

der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter VBei—

age) erscheini wochentlich Viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abbunementspreis beträgt vierteljahrlich

Hark 20 RePfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ausvürtzs mit 15 pPfa. für die vierzespaltene Zeile Blattschrist oder deren Rauz, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

———

M HYâ. Dirienstag, den 18. Januar 18378.
Dentsches Reich.

München, 13.5 Jan. Se. Mai. der König hat in einem
an den König Humbert von Italien gerichteten Telegramme wegen
deß Ablebens des Königs Victor Emanuel sein Veileid ausge prochen
and zugleich seine Wünsche zur Thronbesteigung gesendet. (A. Z.)

Beriin, 11. Jai. Man erwaärtet in den allernächsten
Tagen im Bundesrathe die Erklärungen Preußens hinsichtlich der
Bermehrung der Reichseinnahmen. Von einigen Seiten heißt es,
ziese Erklärungen würden sich nicht ausschließlich auf die Tabals—
teuer beschränken, sondern auch auf die Vorschläge der Ausschüsse
über den Bericht der Stempelsteuer Kommission zurückzreifen.

Berlin, 12. Jan. Der Kronprinz d Wilhelm
reiale heute zur Leichenbegleitung des Königs Vichor Emanuel nach
Nom. (Diese Reise ist nicht eine blose Courtoisie. Ob der König
don Italien sich zu Deutischland, ob zu Frankreich hinneigt, kann
uns nicht einerlei sein. Der Kronprinz Friedeich Wilheim kyun
die Beziehungen, die einst bei dem Aufenthalt des nunmechrigen
Königs Hamsert in Berlin angelnüpft wurden, bielleicht noch fester
gestalsen) Im Gefolge des Kronprinzen befindet sich General v.
Blumenthal.

Berlin, 12. Jan. Der deutsche Handelstag hatte in
ieiner letzten Generalversammlung den Beschluß gefaßt, hinsichtlich
des Einflusses der Gefangenen-Arbeit auf die freien Gewerbe eine
Untersjuchung zu veranstalten. In Ausführung dieses Beschlusses
jaben sich mehrere Handelstammern an die Direktoren der Staats
gefängnisse gewendet und dieselben um die Beantwortung verschie⸗
dener, die Gefängniß-Arbeit betreffender Fragen ersucht. Der
Minister des Innern hat die Gefängnißvorsteher mit Anweisung
dahin versehen lassen, daß sie den Anträgen der Handelskammern
zurch sorgfält ge und vollstäudige Beantwortung der gestellten Fra⸗
zen Folge zu geben haben.

Dem Bundesrath ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend
die Beglaubigung öffentlicher Urkunden, vorgelegt worden. Nach
demselben sollen Urkunden, die von einer inländischen öffentlichen
Behoörde oder von einer mit öffentlichem Glauben versehenen Person
des JInlandes aufgencmmmen oder ausgestellt sind, zum Gebrauch im
Inlande einer Beglaubigung nicht mehr bedürfen. Zur Annahme
der Echtheit einer Urkunde dagegen, welche als von einer aus⸗
ländischen öffentlichen Behörde oder von einer mit öffentlichem
Hlouben versehenen Person des Auslandes ausgestellt oder aufge⸗
nommen sih darstellt, genügt die Legalisat'on durch einen Konful
der Gesaudten des Reicht

Die Einbringung des preußit
erhöhlch) Besteuerung ds Tab⸗
dec nachsten Plenarsitzung erwartet.

Berlin, 13. Jan. Fürst Bismarck leidet noch immer an
Bronch altatarrh, ader einen ernsten Charaller“ hat das Unwohl⸗
nicht, wie schon daraus heivorgeht, daß die Thätigkeit dei

ichskaärzlers nicht gehemmt ist. Der Zeilpunkt seiner Rücktehr
un h der Haupistadt ist dadurch selbstversiandlich wieder hinausgerückt.
Wie es heißt, würde Fürst Bismarck erst im Laufe des Februar
uridtommen,, bis dahin würde also an irgendwelche Lösunzg der
ichweben en Fragen unter allen Umständen nicht zu denken sein.
Der Reichslanzier Fürst Bismarck hat dem Bundesrath henke
den Ertwurseiner deutschen GerichtsgebührenOrdnung zugehen
hassen. Derjelte desteht aus drei Gesehentwürfen, belreffend vie
Berichtskosten (im C.vil- und Strafprozeß), die Gebühren im Con⸗
lursverfahren und endlich die Gebüzren für Gerichtsvollzieher und
kür Zeugen uad Sachverständige. Die Gesetze sollen gleichzettig
mit der deutschen Gerichtsverfassung in Kraft treten. Die Ent—
würfe sind, wie erinnerlich, im Reichsjustizamt unter Miwirkung
der preußzijchen Justiz⸗ und Finanzministerien ausgearbeitet worden
die Gebührenordnung dür den Cibilprozeß auf Grund einer seiteni
des Reicheians in Sie Civilprozeßordnuug aufgenommenen aus
rücklichen Bestimmung, die Bebührenordnung im Konkursverfahren
n Folge einer Resolution des Reichstogt. Vordehalten ist nod

die Vorlegung eires Gesetzentwurfs betreffend die Gebübren der
Rechtsauwälle, dessen Ausarbeitung sich an die Rechtsanwalisord⸗
nung anschließen soll. (Berl. Tagbl.)

In Berüin ist eine aus Amerikanern bestehende Gesanbt⸗
chaft der Schefferinseln eingetroffen, um einen Freundschafts⸗ und
handelsvertrag mit dem drunchen Reiche abzuschlichen.—

Nussand.

Wien, 13. Jan. Hiesige diplomatische Kreife veisichern,
das Berliner und das Wiener Kabinet seien über den Beschluß
des Czaren vollkonmen unterrichtet, erst nach einem Einzug in
Udrianopel den Frieden zuzugestehen.

Belgrad, 12. Jan. Die Zahl der von den Serben in
Nisch gefangen genommenen kürkischen Truppen wird auf 8000
Mann geschätzt.

Ueber die Verwundung Osman Paschas bel der Einnahme
von Plewna kommt jeßzt die genaue Nachricht, daß derselbe in der
sinken Wade derartig berwundet ward, daß die Kugel glatt durch
die Weichtheile hindurchging, ohne irgendwie den Kaochen zu
betletzen.

. 13. Jan. Der Marschall Canrobert hat heute
eine Reise nach Rom angetreten, begle tet von sechs Offizieren,
unter denen sich auch der älteste Sotzn des Marschalls Mac Mahon
»efindet. Die radikalen Orgaue find entrüftet über die Wahl
ines bonapartistishen Marschalls und wollen nicht glauben, daß
Zönig Humbert dieselbe gewünscht habe. Der englische Abgesandte,
dord Roden, ist heute durch Paris gereist. Fürst Hohenlohe, der
deuts he Botschafter, wird Montag Racymittag mit seiner Familit
ꝰon München hier rintreffen, ohne vorher Berlin zu besuchen.
General v. Goeben, der Abgesandte Demschlands zu der Hochzeit
des Königs Alphons, wird Donnerstaz Morgens hier eintteffen
ind am Freitag die Reise nach Madrid fortsetzen. Die Ex⸗Königin
Isabella hat die Adsicht ausgedrückt, troß des Verdotes nach
Vtadcid zu kommen. Die Grenz⸗Polizeibehjiörden haben darum die
trengste JInstruktion erhalten, in diesem Falle die Kenigin anzu⸗
jalten uad nach einem bereils bestimmten Internirungsvrte zu
hringen.

London, 13. Jan. Die politische Sitsation hal sib seit
zesiern unscheinend verschlimmert. Es heißt, Rußland wolle jeg
einen Waffenstillstand, sondern beabsichtige bis nach Konstanfinopel
»der Vallipoli vorzurücken. Im gestrigen Kabinetsrath wurde dire
britijche Thronrede berathen. Lord Begconsfield bereitet eime
rungeahnte Uebecraschuag“ vor, doch hängt Alles vo n Parlament
ab, welches nach den Zählungen der Liberalen bereits keine Majo⸗
itaͤt mehr für Beaconsfi⸗id besitzt. In der Cih wat die Stim⸗
mung gestern sehr düfter wegen der drohenden Gestalnmg der
Politil. Konsols fielen 1 pCt.; alle Effelten flau. Bewoͤhnlich
zut untertichtete Finanzleuse der City wollten die Throntede beteit
ennen und verkauften deshalb. Einen großen Eindruck machtt
ruch eine Rede des alten Rämper John Bright.

London, 13. Jan. Dem Bureau Reut⸗r“ wird aus
donstantinopel vom 12. da. telehraphirt, die Pforte hade keine
veitere Depescht, weder aus London noch aus dem russischen Haupt⸗
suarteer empiangen. Die Stiumunz der Bevölkerung ist sehr erregt
zegen England, weldes man als moralisch verantworilich iür dan
lder die Türkei gelommene Unglück ausehe. Man halte es fun
inmoͤglich, daß England je wieder dea alten Einfluß in Konstanti⸗
aopei gewinnen werde.

Rom, 12. Jan. Der König Humbert wurde heute bei der
cdesleistung der Teuppen von dem Vvolt und der Armee enthufi—
astisch begrüßt; die Voslsmenge war unabsehbar. Der Zudrang
u dem Paradebett im Quiriual ist endlos. — Garibaldi ist durch
ranlheit verhindert, die Rese hierher zu machen und beauftragte
einen Sohn mit seiner Vertretung.

Rom, 12. Jan. Das „Amtwvblatt“ meldet, daß der Koͤnig
am 419. d. den Eid vor dem Parlamente leisten werde. Daz
Leichenbegängniß Victor Emanuelsa sin det am 17. Januar siatit.
        <pb n="30" />
        Rom, 13. Jan. Konig Humbert hat bestimmt, daß die
Zeerdigung seines Vaters in der Pantheonslirche in Rom statt⸗
inden sol. Durch eine Weisung des Popstes an die Kirchenbe⸗
jorden sind alle Schwierigkeiten bezüglich der Begräbnißfeierlichkeiten
zeseitigt worden.

Petertburg, 18. Jan. Vom Großfürsten Nikolaus
liegt noch folgendes Telegramm aus Gabrowa vom 11. ds. vor:
Ich bin hier angelommen und von der Bevölkerung und den Sol⸗
Flen min Enthufiaamus empfangen worder. Die Verwundetn
And in guter Pflege. Alle sind voll Eifer. Hier sind schon 10,000
ürlische Gefangene eingebracht worden. Dieseiben werden weiter
zefördert. Ich erwarte weitere Nachrichten vom General Radetzky.
Morgen gehe ich über den Balkan.

einet Frau sein Essen gebracht ethiell. Es entspann sich hiernver
in Wortwechsel, der damit endele, daß der Holzhauer mit der Axl
sinen Hieb auf seine Frau fahrte, wodurch derselben beinahe die
Kase gespalten wurde. Wahcend nun die Verletzte von ihrem
Rruder in die Stadt geführt wurde, um die Huülfe eines Chirurgen
u suchen, eilte Spieß nach seinem Hause in's Dorf, placirte don
einen Haullotz inmitten der Stube und zerschlug und zerfetzle
arauf Halle Utensilien, Mobilen, Uhr, Betten ꝛc., ja in seiner
gerserkerwuth ging er soweit, seinen eigenen Hochzeitsanzug zu zer⸗
eißen, ja deinahe unglaublich, seinem kleinen Kindchen zog er daß
Zemnd hen aus und zerfetzte es, so daß das Kleine uect von seiner
hroßmutter in deren Wohnung getragen werden mußte. — Die
Frau des Unholds hat Sirafantrag gestellt. (Pf. B.)

FDarmstadt, 7. Jan. Ueber den Verlauf der letzten
erhängnißvollen Hofjagd meldet das „Mainzer Journal“ folgendes
Nähere: „Als das Treiben beendigt und bereits abgeblasen war,
xxach noch ein Rudel Wildschweine hervor, auf welches einige als
häsie geladene Heißsporne gegen alle Regel Feuer gaben. Eint
ieser Kugeln traf den nichts ahnenden Jänger des Grafen Criftel
nicht des Herzogs von Nassau, wie vielfach verbreitet — so
inglücklich, daß er auf der Stelle zusammenbrach und am Samstag
nachmittag hier seinen Geist aufgab. Wer der unglückliche Schütze
jewesen, kann dei der leicht begreislichen Sachlage vorerst noch nicht
nit Bestimmtheit in diesen Blättern angegeben werden; so viel
ieht jedoch sest, daß es eine hochgestellte Person war. Das iddrliche
veschoß, welches nebenbei bemerkt, dem Großherzog dicht an der
Stirne vorbeifuhr, wurde noch bei Ledzeiten des Getodteten aus der
Dunde herausgeschnitien und bietet sonach die Ermittelung des
ahrläffigen Schützen nach dieser Richtung um so weniger Schwierig⸗
en, düs es von ganz besonderer Beschaffenheit ist.“

FLondon, 11. Jan. Ein Royal⸗ Mail⸗Dampfer scheiterta
aim 28. in der Rähe von Cladera an der füdösttichen Küste von
Sudamerika; sämm'liche Offiziere and Pafsagiere ertranlen; nur
inige Matrofrn sind gerettet.

p Das gelobte Land California. Eine in San Fran⸗
eco, California, erscheincude Zeitung enthält in der Nummer vom
3. Novb. folgende Anzeige, worans ecsichtlich ist, daß für Ein⸗
vanderer wenig Hoffaung daselbst ist: Aa Menschenfreunde! Troßg
Fieler ernstlicher Versuche ist eß mie nicht gelungen, bis heute Ar⸗
zeit zu erlangen und richte ich daher in höchster Bedrängniß an
die Mensgenfreunde die Bitte, mir durch Beschaffung von irgend
belcher Arbeit es zu ermöglichen, meine darbende Familie vor
doth zu bewahren. Jakos Vogel. No. 29 Sherwood Place, an
3 Str., zwischen Minna und Howard.

p'Lebensalter regierender Fürsten. Mit Kblauf
zes ve flossenen Jahres haben die regierenden Fürsten folgendes
Jüer erreicht: Popst Pius IX. 85 Jatzre, Wilhelm J., Kaiser
son Deutschland, 80 Jahre, Wilhelm Ul., König von Holland
30 Jahre, Christian IX., König von Dänemark, 59 Jahre,
Alexander U., Kaiser von Rußland, 59 Jahrt, Vickoria, Königin
‚on England, 58 Jahre, Karl J., König von Württemberg, 54
Jahre, Peter Il. Kaiser von Brasilien, 53 Jehre, Albert, Konig
on Sausen, 49 Jahre, Oskar II., Könia von Schweden, 48
Jahre, Frauz Joseph J., Kaiser von Oesterreich, 47 Jahre, Leopold
q. gKonig der Belgier, 42 Jahre, Ladweg L. König von Portu⸗
Jai 88 Jabre, Abdul Hamid, Kaiser der Otlomanen, 38 Johre
udwig IHI. König von Boyern, 32 Jahce, Georg J., König von
—VIIX

Rermisqhtes.

7 Die ‚Nachrichten aus Amerikn“ enthalten folzende Namen
der in Amerila gestorbenen Pfälzer: Staudinger Margaretha,
geb. Morgenthaler, aus Marchheim (Morschheim?) 45 Jahre, gest.
In 4. Okllober, Brooklyn; Völker Elisabeth, 62 Jahre, aus Deides⸗
heim, gest. am 25. September, New: Orleans; Wüst Margaretha,
56 Jahre alt, aus Germersheim, gest. am 27. Sept., Cincinnati;
Vrenenflein Johann, 46 Jahre alt, uus Frankenstein, gest. am
i3. Olt., St. Louis; Bissantz Michael,, 30 Jahre alt, aus Dürk⸗
heim, gest. am 28. Olt., Philadelphia; Kettenring Maria Anna,
deb. Grünbeck, 52 Jahre alt, aus Busenberg, gest. am 22. Okt.,
Rie ⸗Orleans; Leh Catharina, geb. Theobald, 49 Jahre alt, aus
Ilbesheim, gest. am 5. Ott. NewOrleans; Leopold Nathan, 39
Jahre alt, gest. am 19. Ott., New Orleans; Martin Jalod, 80
Jahre alt aus Neutirchen, gest. am 2. Nov., Louisville; Unruh
Falob Philipp, 42 Jahre alt, aus Niederlustadt, gest. am 4. Oki.,
Stätingisn, Lecha Connty, Pennshlvania.

rusder Pfalz. Vie schon früher erwähnie Petition
der pfälzischen Branntweinbrenner gegen die Einführung des Mali
aufschiags in der Pfalz ging, mit wehr als 300 Unierschriflen
dedeat, dieser Tage an die Abgeordnetenkammer ab. Dieselbe
— Petition
gleichen Betreffs der Bierbrauer; insbesordere wird darauf hin⸗
zewiesen, daß in den rechtsrheinischen Kreisen des Königreichs, wo
zer Malzausschlag besteht, die Branntweinerzeugung in den letzten
Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist, daß in der
pjfalz nach Einführung des Malzaufschlags voraussichtlich das Näm
iche einneten und daß darunter auch die Vietzzucht leiden würde,
peiche aus dem Vrennereibetrieb bekanntlich eine günslige Futter⸗
nischung beziehe. Sollte aber doch der bayerische Malzauffchlag
der Pfalz eingeführt werden, so bitten die Breuner um voll⸗
ändige Rückbergütung der Steuer bei der Ausfuhr von Brannt⸗
vein. Gegen eine allgemeine F britatsteuer für ganz Deutschland,
velche nicht den vexatorischen Charakler des Malzaufschlags trüge
int die Berwendung geringwerthiger Rohstoffe nicht augsschlösse,
Jätten die Petenten nichts einzuwenden.
pBerghausen. Vor einigen Tagen wurden einem hie⸗
igen Bürger ungefähr 2 Ohm Wein bei Nachtzeit durch das Keller⸗
och entwendet.

fHoheneden, 1I. Jan. Ein Ult der brutalsten Roh⸗
zeit ereignete sich vorgestein in unserm sonst so friedlichen Dörfchen.
Die Frau des Holzhouers Jalod Spieß brachte ihrem im Walde
beilenden Manne jein Mitlagessen und war dieser dacüber erbost,
Jaß bei dieser Gelegenheit auch der mit ihm arbeitende Beuder

—
da
Conventionelle1
Hausversteigerung.
Montag, den 4. Febr.
. J., des Nachmiltags um 2
Ahr, zu St. Ingbert, im Caie
Seiter,

laßi Herr Peter Müller,
Hulsbesißer und Weinhandler
uf dem zur Gemeinde Naeder⸗
vũrzbach gehoͤrigen Rothenbaue,
wegen Nichtbezalung des Erwerds⸗
reises

äudenummer 247, nebit
Pflanzgarten und sonstigen
Zubehörden, gelegen zu St.
Ingbert, au der Haupt⸗
siraße neben Baͤcker Weiß
derber und Heinrich Ehr⸗
lich's Erben.

Das Nähere auf dem Ge—
haftsbuteau L. Bechthold in
AR

Eauer, k. Notar.

——— —zö
—* v X 27
Im Verlage von A. VollImann, Friedrichshagen bei
Berlin, ist erschienen: F
Die Welt der Träume
und deren Deutung ˖
Traumbuch für die Gebildeten aller Stände
von NM. Körner.
In ca. 15 halbmoratl. Heften gr. 8
à 30 Pppff. — 35 Kr. oͤsterr. Wahr. — 78 Cent.
schweiz. Währ.

— — ——

Diese 3 gediegene und elegant ausgestatiete Traumbuch stütt
fich nicht auf den Aberglauben der Menge, sondern jucht, nachdem
e8 vor mieren Blicken das ganze Getriebe der geistigen Thätigleit
zu tiefer voller Einsicht gebracht, in verftändiger kritischer Zer⸗
gliederung dek Traume, ihre sachgemäße Auslegung. — Gs birgt
fur jeden Tag eine Ucberraschung in sch, bleibt daher immer neu
und erseyt durch höchft fesselnde Darstell ungsweise die beste Unter⸗
haltungsschrift.

Man abonnirt auf „Die Wellt der Träume“ bei allen Buch⸗
en, oder direkt bei der Verlagsbuchhandlang von A—

zollmann, Friedrichshagen bei Berlin

gegen

die unter der Firma Gebrüder
Stief in St. Ingbert bestan⸗
denen Weinhandlung zu eigen

aiederversteigern:
W.Nr. 5304 u. 15330b. 28
Dezimalen Flache, enthal⸗
end ein Wohnhaus, Stall,
Scheuer und Hofraum, Ge⸗

Rechnungen
n Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorrächig in dee
Druckerei ds. Bl. òα ꝰI
Toainoen ud und rlag von F. X. Demeß in St Ingbert. — —
        <pb n="31" />
        —A
— *
535753 2558
2—
— 23*4
822 — 2587
2* — * 22* —3 2 —— —5
—z355335—2 55 —A 22 O — * 2238
—A — —25 2 — 22 252 2
55335358553 358 * — 28 385252 5 5 232—4
25 253 3 280 —A —* 3335327 * ————
225 58338 255352 32 28 3 8 — 2333538353 5 25652
A * 23533583 A —AA— —525333588 152 295
22 — 85322 552 2 2 — 8 8338 32 *23 3335335 832 eo· — 2
— 25532* S2* 355 6535 5 2353653333 8 —A
S *58 35—. 27 3 55— 2 2 32* 3552355* —A
* —522382* 5837 — r 22 85225 8* 22 —— — —
*3 —A 3335355328 5253 7 5 —588 227 — 5 8 38
—— 2z 5ä 38 2 — *8 æ * * * 38555 2 222 3
8828 —A 2 ——AAA— p — ——— 2222 2 —— —
— S 623223 2585 5 7E752 63355 — S z525 ——— * —
5 7c 95 25 555536 —X——— V825 — 32— 2 235322 —A ———
* F —— — 5653 32253 S—:? 3 5 — —
* 75*. —A— —— —— 5255 — — A
—z2353 —388 32533533355 — 5275 225 — 58 2 338
5 —2 22 58232 — 253 5555 7535577— 32 8 22 5288 —
* 32* 325*5 5 — 755 —A 538338 5854 — 45 22*
—— 3335 * 32235 583582 — 75553253 — — 286 3 5222 — 5 *
— — e — 24 —A — — 8 —e 232 —33 82 2 —
— 23526 23 2 2 3 ů 2—5J88 3 5 0 22 382238*
258 33358 —— — — —* 2552 525 2 3 522 — — c 8
* 2525 8*5 —3 553 — 8 — —— — — 23353333 s
5 z25 — —A———— ——5 13388 —5— 3335283 ⁊ 32 2** — 24
322333355 — 365*2 555237 * z2325358*8 8 8 2*2252 723 2
55 55255558527 — 228 372 3333333233 235 253 2
53 * 53 *2.2 z53352 2* 222325* 22E5 82 —ã— 555
5* A 2 — 237— — — — 2
— 22 37* — ẽ2 3 —A 2B5335 53z282 567 2
—— 6— 5325 * — 2355325 5 8 ẽ 52
1533335 —A — 2 2 33833333 2558 8 A —8 *
5283 — 255 58323 2 *—,23385 33 523335 9 ——— 25*
2328 c 38373—528 23 78 —5845 23 335
8 3 253 4 8 83333 3338353
2 —AA —3 E„ 2 88* — 58* 333385 —
* 22 n — 2 — — 2 — RRB * —P
J 533322 *53
— 2 7 — 8 8 — 3 — 2 —— 2 233
33235 28 —55 —A 2353237 258332 8 7235 5538
—A—— 8 22 —— 32 5225 52 EBRS — 2588 35
55S5 38383 3353 52222338 — 28 — ZB 5
5 *3 5352332822 22 5838 55
35337 *55833 558 —A 255386 55 33
—A —si25 — 3 332333558 * — 22
55822 — — * — 3333358* —A — 22353238
2 8* * —A 2 Q2 232 2355355 *82 —S . —————
—558888 —*— 333355. 5533 368 —
— 353 — 2—“2 29 2232 222 2532 2 255
2* * — 2 * 2 — * 2 X — 22238* Ez S 2 *3
8 —533335s535353 2 25552238 5 — 22
Annd s5532*
255323 8224 — 552 33 2 55 2 —A— —52
13 *82 v 732373365 2 228 2 —284 2*8 55 2 77
— 83 2 2 B— 3 2* 325 2
3825 57 — —A 8 —— — — 2 * 2228 ——S —z23z32238 — *
5 — — —*555323 — — 5*56 23825 S 2 385 13 37
223 533 — 8 3 25 — S 353255 —A 8
—28538 3 3 2 2* 75 532 233332323 *8*2 2382 85
—— — 332833283338 15 — 3 —— * ——
75*388 * 2 27 258 23253 s5 5*2585 52358 223**
535 232 53834 5325 —8333355 s 335575 25* — 533
—— —— * 52* 5232358 *7 — 8 — — 8 38 5* —— — — —
ꝛ 58 —— O O 5284 2283 * 23 2323 2
* S F —A S —84 *2 —*—*5 — 532 —2 2
55233 28327 353331328535* *7 333380 — *
53353 5325 — — 532 5 25 —— 533 — 222 222
z2335558* —A 39 35383 S8 22 2325 25 5828 3 258 7*
—— — — 525— 8. — 53 868 354 2 333335358
— ——— 53555538—3 — 23 57268 ** * 522233 25*38
723288 —— c2 —A 3242s85338 ⸗ 223 2238333
354 5 5 532358 3 8 5536 z52223 —7 D —3
25235 355 s5532— S * 3555 —— 7 2 2*2 5 2 — 30
— x.* —A— 28 3 83 52345 — —A — 3239 A 2
ã 53288 — 5*5336 8335535 — — 335—3z5338235 353352835 25
ẽ 2 232 532 5323533235 23222. 2853356852 285 — 3 823 8
— J
— — 8 * —— 3 — 5
—vz 2378 —52 28838 —s8552523532 52 5238385 2 5 —— ———
2 9 5333 533 28 588 —A 522525 2523 — — 22 3
— 5 * 3 5 — 25535553333 5*3358 552535 * 8 do
* 8533233 8 — 2z55 * — 532 3 —A 25555325* ——
— —A E 2 * 224 3 — 8 5
T. —2 ——— 8 5207 522 7223
23733 J —
— —3 — F 8 2 ——
J *
—A — — 3353333337
33337343538 28255
* 333383358
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        Sst. Ingberler Anzeiger.

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Her St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sountags mit illustrirter Vei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt —XRC

Maͤrt 20. R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Anrvürt ztit 15 33f. fur die viergesoiltene Zeile Blattschrist oder derex Raum, Necla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
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M 10. Donnerstag, den 17. Jauuar B IJ 1878.

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Deutsches Reich.

München, 12. Jan. Während der Debatle in der letzien
Sitzung des Petitionsausschusses äußerte sich Herr Staatsminister
Dr. v. Fäustle folgendermaßen: Bei den Bezirksgerichten, künftigen
Landgerichten, könne es möglich werden, daß einige kleinere Bezirks—
gerichte eingezogen werden, weil an den künftigen Landgerichten
mehr Räthe nothwendig werden. Allein Bestimmtes könne er
darüber noch nicht mittheilen, weil nach stinem Dafürhalten die
Frage der Gerichtssitze die allerletzte sei bei der Organisation.
Anders verhalte es sich mit den jeßigen Landgerichten, den kuüuf—
tigen Amté gerichten. Diese erhielten einen größeren Geschäftszu⸗
waͤchs und wenn er da seine konservativen Gesinnungen walten
lassen könne, würde kaum eine große Verändernng bezüglich der
Berichtsfitze eintreten. Hierauf ergriff Abg. Selluer das Wort und
Itlärie, daß er durch de Aeußerungen Sr. Etzellenz sehr beftiedigt
sei, da ja der einstimmige Wunsch der Bevsikerung dahin geht, die
künftigen Amtsgerichte möchten nicht zu groß werden, damit dem
Publitum nicht durch weite Gänge, durch Uebernachten, oder Be⸗
nützung von Gefährten allzus große Kosten erwachsen. Er nehme
mii Freuden Akt von der Erklärung Sr. Exzellenz. Herr Ab⸗—
geordneter Stobäus beantragte, die Aeußerungen des Abgeordneten
Sellnet ausdrücklich ins Protokoll aufzugehmen.

Ausland.

Wien;, 16. Jan. Die „pPresse“ meldel aus Tiflis: I
mael Haki Pasha stellte Loris Melikoff den Autrag, Erzerum gegen
freien Abzug der Trupen übergeben zu wollen.

Paris, 14. Jan. Der „Temps“ verdffentlicht ein Resume
aus einer politischen Unterhaltung, die sein Londoner Korrespondent
mit dem in London eingetroffenen Midhat Pascha gehabt hal.
Midhat Pascha glaubt danach, daß der Waffenstillstand. nicht vor
der Erdffnung des englischen Parlaments unterztichnet werden wird
ind fügle hinzu, daß ein einziger Schimmer von Hoffnung auf
Unterstützung seitens der Eagländer sür die Türken genüagen würde,
den Kampf ju verlängern.

Rom, 14. Jan. Sämmil'iche Erzbischöfe und Bischöfe
Ober⸗Italiens haben Requieme sür den König Viktor Emanuel
angeordnet. Der Papst defahl, daß allen bezüglich der Leichenfeler
etwa zu stellenden Anforderungen entsprochen wird, und gestattete,
daß die Geistlichlkeit daran theilnehmen könne. W

Rom, 15. Jan. Der deutsche Kronpr'nz sprach Depretis
und Crispi gegenüber den Schmerz und die Theilnahme des deut⸗
schen Kaisers, sowie der Mitglieder. des Königshauses und der
deutschen Nation beim Tode des Königs Victor Emanuel aus.

Turin, 14. Jan. Der hiesige Erzbischof erleß ein Hirten—
schreiben, weltes sich voll Bedauern über den Tod des Königs
ausspricht und hervorhebt, daß dieser Verlust mit Recht allgemein
als ein öffentliches Unglück beklagt werde. Der Erzbischof richtet
XV—
verstorbenen Königs zu beien, wie auch für den König Humbert,
auf daß Letzterer zum Wohle des Staates mi Gottes Hilfe regiere.
Es folgen daraaf die Justruktionen für die Abhaltung voa Seelen-—
messen in allen Kechen.

Brüshel, 14. Jan. Das Journal „Nord“ äußert sich
jolgendermaßen über die Dardanellenfrage: wenn die Schließung
der Dardanellen aufrecht erhalten wede, müsse Rußland dieseibe
durch hinreichende Garantien sichern, damit die Schliebung sich als
rine ernst gemeinte und permanente darstelle. Angesichts der
Schwierigkeit, solche Garantien zu finden, etkiärt sich „Nord“ für
Deffnung der Dardanellen, welche Rußland die seiner Giöße ent⸗
prechende Ausbreitung seiner maritimen Macht erleichtere. J

Pera, 15. Jan. Die Russen stehen vor den Thoren von
Philippopel, wo man stündlich eine Schlacht erwartet. Die Konsuln
der fremden Mächte verlangen den Abschluß einer 24stünd gen
Waffenrnhe, um die flüchtigen Familien wegzuschaffen, zu deren
Entsernung es bieher an der hinreicherden Anzaht von Eisenbahn⸗
Waggons gebrach.

Konstantinopel, 14. Jan. Sicherem Vernehmen nach
sind die türkischen Unlerhändler heute in's russische Hauptquarlier
abgereist.

Konstantinopel, 16. Jan. Am Montag wurde eine
Jroße Schlacht zwischen Tatarbasordschik und Philippopel geschlagen
ind am Dienstag det Kampf wiederbegounen. Suleiman nahm
'eine Stellung näher bei Philippopel und forderte die Bewohner
dieses Ortes auf, die Stadt zu verlassen. Die Russen kamen von
Tchirpan an und marschiren auf Jenimahalgre.

Petersburg, 14. Jan. Außer Eupatoria wurde auch
Feodosia von den Türken bombardirt. Die Beschießung offener
Sztädte, gerade in einer Zeit, in der ein Waffenstillstand uach—
gesucht wird, macht einen um so mißlicheren Eindruck, als bisher
'olches nicht geschehen war.
Vermischtes.
7 Zweibrücken. (Zuchtpoltzeigerichts- Sitzung m 29.
Dez. 1877.) Der 32 Jahre alte Maichinentechniker Millpp W.
zus Bildstock in Preußen begab sich am Nachmittag des 14. Oiĩt.
abhin mit einigen Kameraden, darunter einem gerade in Urlaub
hefindlichen preußischen Pioniere, nach St. Jugbert. Nachdem die
Besellschaft den Nachmiltag über daselbst gezecht hatte Araten die,
tzurschen spät Abends ihren Heimweg an und begannen dabei ihnen
egezneuds Personen⸗zu einfultiren. Als fies hierwegen don einigen
Peannern zutechtgewiefen wurden, riß W. dem neben ihm gehenden
Zioniere den Säbel aus der Scheide und versetzte einem un dem
ntstandenen Wortwechsel gar nicht betheiligten „„sondetn zufällin
erade vorübergehenden Bergmanne damit einen Hieb auf die lintke
Wange, so daß die hiedurch herbeigeführte Wunde zehs Tage zu
hrec Heilung erforderte. Zum Glücke war die Wasse nicht ge⸗
chlffen, jsonst würde der mit großer Kraft geführte Hieb weit
zefährlichere Folgen gehabt haben. Die Strafe lautete gegen den
eilher sehr gut beleumundeten Beschuldigten mit Rücksicht auf die
Befährlichkeit der zudem einer ganz unbetheiligten Person gegenübec
zebrauchten Waffe auf 3 Monate Gejängniß.

F Am 12. ds. gelegentlich einer Jagd im Reviere Hauptstuhl
bei LKaudst uhl, wodei zwei Wildschwveine geschossen wurden,
fand, wie die „Pf. P.“ berichtet, der Skumm'sche Unterförster
dukes einen ledenden Schmetterling (Citronexfalter), hei einer
Morgen Teuperatut voun 12 Grad Kaͤlle. Gewiß merkwürdig !

7 Die Actien- Dungecfabrik Kaiserslautern gibt für,
das abgelaufene Betriebsjahr eine Dividende von 11 pCt. J

FeWie dem „Pf. K.“ geschrieben wird, stände der Zusammen⸗.
hruch der Aktienbrauerei in Kaiserslautern und damit kür
diele Familien der Pfolz, die sich an dem Unternehmen betheiligt,
chvere Verluste zu gewärtigen. Der größte Theil des Kapitals
oll verloren fein. Es erscheint daher dringend gebolen, daß die
rächste Generalversammlung der Allionäre recht zahlreich besucht werde,
damit die Interessen der Gesammtheit gehötig gewahc: werden können.

F In Trippstadt hatte dieser Tage eine arme Wittwe ein
zöses Mißgeschick. Dieselbe hatte, um ihren Verbindlichkeiten nach—
lommen zu lönnen, ihre Kuh verkoust und legte den Eilds für
dieselde, bestehend aus einem Hundert- und einem Fuͤnfz g-Marke
chein in die Tischschublade, in welcher auch das Brod aufbewahrt
var. Wöoöhrend der Abwesenheit der Frau kam ihr kleiner Junge
an die Schublade, um sich ein Stück Brod zu schneiden und be—
nerkte darin die beiden niedlichen Bild hen. Spieciend griff der
dnabe nach dem Füufzig-Markschein und es dauerte nicht lange,
» flackerte derselbe lustig im Feuer des Ofens. Der Schrecken der
ermeun Frau läßt sich denken. Pf. V.)

x.In einer Wirthschaft in Horrweiler haben dieser Tage
unge Leute und zwar Söhne der ersten Landwirthe, auf eine
Wette hin Branntwein geirunken. Die Folge davon war, daß
iner der Burschen zusammenflürzte, und daß es nur mit größter
Muühe und Aufbietung aller Kunst des schnell herbeigerufenen Heil⸗
gehülsen gelang, ihn am Leben zu erbalten
        <pb n="34" />
        .Mußbach, 12. Januar. Bei der gestern dahier abge⸗
haltenen Weinversteigerung des verstorbenen Gutsbesizers P. Kohler
iI. wurden 8000 Liter gut gehaltener 1870er Wein zu 660 und
700 Mark, und 2200 Liter 1875er zu 480 Mark das Fuder zu⸗
geschlagen. Bei dieser Gelegenheit bemerken wir, daß der Preis
der 1878er von 420 Mt. aufwärts sich bewegt und daß rein ge⸗
haltener 76er unlängst zu 550 —650 Mt. verlauft wurden. Jn
Heziehung auf 1877er herrscht vollkommene Stille. Es steht nun
fest, daß der Frost Ende September dem Rebholz doch in dem
Maße schadete, daß man etwa ein Sechstel als erforen aunehmen
tann.

Edenkoben, 7. Jan. Der hiefige Kriegerverein be⸗
—XL
nit starker Zweidrittel Stimmenmehrheit, von nun auch Solche als
passive Mitglieder aufzunehmen, welche zwar keinen Feldzug mit⸗
gemacht, aber doch ihre militärische Dienstzeit chtenvoll zurück⸗
gelegt haben.

In Mannheim fand am 14. Januar eine Versamm⸗
lung des aus Verttetern der Tabalcultur, des Tabalkbandela und
der Tabakfabrikation gebildeten Comites des dadischen Zweigvereins
der deutschen Tabakinteressenten statt. Berathungsgegenstand war
zie bevorstehende Erhöhung der Tabakbesteuerung. Man hofft, daß
ez möglich sein wird, dieser Gefahr vorzubeuzen, den Uebergang
sum Monopol zu verhindern und die Zukunft der pfälzischen Tabak—
zultur, des Tabakhandels und der Tabakindustrie unerschüttert zu
sehen. Das Eigebreß der Berathungen des Comites soll der
Beueralversammlung vorgelegt werden.

fKöln, 10. Jan. Bei der heute begonnenen Ziehung
zur Dombau⸗Lolter'e wurden folgende höhere Gewinne gezogen:
300 M. auf Nr. 104, 235997, 162549, 258501, 28664,
100759, 273561, 37467, 155745, 46247, 91288, 24154,
178205, 257377, 146332, 166758, 292452, 228081, 2550994,
1500 Mark auf Nr. 323108 und 165597. 6000 M. auf Nr.“
199403. 18000 Mark auf Nro. 41927..

f Vom Rhein, 183. Jan. (Pf. Zig.) Die Nachricht,
daß der hochw. P. Fidelis Dehm aus dem Minoritenkloster Oggers
jeim, z. Z. Generalkommissar seines Ordens in Nordamerila, zum
Bischof von Jassy (Moldau) errannt fei, bestätigt sich. Derselbe
vurde im Konsistorium am 31. Dez. v. J. präkonisirt. — Geboren i

im 13. Mai in Pechtensssweiler (Kreißs Sigaringen) trat er nag
uusgezeichnet absoldirten humanistischen und philos. Sudien 1845
in das xeu errichtete stloster Oggettheim und wurde nach Besuch
der theolog. Fakultät in Loöwen am 20. Mar, 1848 vom sel.
Bischofe Weis in Speder zum Priester geweiht. Nachdem er bit
1854 in den Pfarieien Diedesfeld, Ensheim, Großbockenheim,
)ochdorf, Mutterstadt und St. Ingbert theils als Hilfépriester,
heils ols Verweser thälig war, wurde er im selben Jahre als
S„uperiot in das neu errichtete Kloster Favenziersburg auf dem
hundsrücken berufen, und 1857, erst 32 Jahre alt, zum ersten
Oropinzial der Minoriten ia Bayern, Preußen, Schweiz, Belgien
ind Holland ernannt. Nah 7jähriger Amtsführuug 1864 zum
Zuardian des Klosters Linz am Rhein erwählt, wurde er schon nach
wei Jahren als Kommiffär für die Minoritenklöster vom Ordens
zeneral nach Amerika gesendet.

— Victor Emanuel und Kossuth. Anläßlich des Hinscheidens
des Königs von Itolien erzählt ,Egyetertes“ die folgende interessante
Aneldote: „Victor Emanuel, der dekanntlich ein großer Sportsman
var, kehrte oft tagelang nichl heim und man erzühlt von ihm, daß
er sich in der Atmosphüte des Hofes nicht am allerbesten befunden
habe. Als er Kossuth in Baraccone besuchte, entwickelte dieser
mit ziemlicher Ungezwungenheit einige seiner allgemeinen Ansichten
über die dynastische Rgierungsform. Darauf erwiderte der König:
„Nur mir zürnen Sie nicht, mir wäre es nie eingefallen, König
zu sein — aber es ist nun einmal mein Metier“

F In der Nähe von Bristol hat ein Zusammenstoß zwischen
den Dampfer „Xenia“ und dem italienischen Schiffe „Pensieri“
sttattgefunden, wodurch das letztere sank. Mit Ausnahme eines
einzigen Matrosen ging dadei die ganze Bemannung zu Grunde.

Dienstesnachrichten.

Die Verwaltung der Pfarrei Kirrweiler wurde dem Kaplan Jak. Schneider
daselbst und jene der Pfarrei Venningen dem Pfarrverweser von Oberlustadt,
Joh. Zirker, übertragen.

Der Oberförster W. Müller von Nuppertsweiler wurde unter Anerken
nung seiner treuen Dienstleistung in den erbetenen Ruhestand für immer
versetzt und aus das Revier Rupperisweiler der Forstamitsassistent R. Glas
on Speyer zum Oberförster ernannt, zum Assessor der Regierungsfinanz—
ammer der Pfalz der Rechnungskommissär der Regierungsfinanzkammer von
Oberfranken H Ülmer befördert und der temb. quiesz. Foöͤrster C. Haber⸗
mann zu Frankenstein für inmer in den bleibenden Ruhestand versetzt,

Mobilienversteigerun
esezetzes Bayerischer Landes-Hilfsverein
Dienstag, 22. Januar

aächsthin, Vormittags 9 Uhr zu

Rohrbanch im Sterbhaufe
werden die zum Nachlasse der

dort verlebter Bergmannseheleute

Adam Herges und Louisa

Weber gehörigen Modilien,

votunter namentlich:

1Kub, 1 Wagen mit Zu⸗
gehör, 1 Pflug, 1 Egge,
artoffeln, dann Betten,
Schrant, Tische, Stuüͤhle,
Bilder und sonstige Haus⸗

11 und Küchengeräthe

zffenllich an die Meistdietenden

rnerfteigert.

Unmittelbar darauf werden die
zu demselben Nachlasse gehörigen
diegenschaften im Banne von
Rohrbach, als:

Pli⸗Nr. 654 und 65b. 2
Ar 72 m Fläche, Wohn⸗
hzaus mit Hofraum und
pflanzgarten, Haus Nr. 82
juf der Schlawerie in Rohr⸗
bach;

Pl.Ne. 2021. 11 Ar 7
— Ader an der Glashütter⸗
ur;

Pl.⸗Nr. 20212. 11 Ur
7 m Acker allda;

PleNr. 2022. 12 Ar 27
m Acker ollda;

Ppl⸗„Nr. 2039. 17 Ar

88 m Acker allda

auf 9 Jahre öffentlich meist⸗
hietend verpachtet.

St. Ingbert, 12. Jan. 1878.

Sauer, lgl. Notar.

*Ein seltenes Ereigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fall ist es, wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
zroßartigen Erfolg kann nur ein Werl
erzielein, welches sich in ganz arßer
ordenilicher Weise die Gunst des Publi⸗
ums erworben hat. — Das berihhmte
opulãr⸗medicinische Berk: Dr. Aixys
Nae ne vode“ erschien **

mαr Aunage—
und liegt darin allein schon der best«
Beweis für die Gediegenheit seines In—
balts. Diefe rerich ilustririe, voll frändig
umgearbeitete Jubel⸗Ausgabe kant
mir Recht allen Aranken, welche de
wãhrte Heilmittel zur Beseitigung ihrer
Leiden anwenden wollen, Zungend zu
Durchsicht empsohlen werden. it
darin abgedruckten Driginal⸗Atteste
beweisen die außerordentlichen Feiterfolgt
und sind eine Garantie dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getäusch!
wird. Obiges 5344 Seiten starke, nur
1 Mark kostende Buch kann durch jede
Buchhandlung bezogen werden; man
perlange und nehme jedoch nur „Dr.
Airy'a Naturheilmethode“, Origiunal

Ausgabe von Kichter's berlagi

Aufalt in Keinia.

Das 120 Seiten starke Buch
Bichtu. Rheumatismus
eine leicht verftändliche, dielfad
bewährte Anleitung zur Selbstbe—
handlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
80 Pfg. in Briefmarken franco
vecsandt von Nichter's Ver⸗
lags⸗Anustalt iu ezig —
Die beigedruckten Atteste beweisen
die Ausserordentlichen Heil—
rfolge der darin empfohlenen
Tur.

XEILCICA Fieisenig Derr, der lehlen
Danksagung. D Sonntag in der Wirth⸗
chaft von Hrn. Becker einen
Hut derwech'elte, ist gebeten
enselben ebendafelbst wieder um⸗
utaushen ·
— äöιιι
ür
Mütte
5 Minel gegen den Keuch
prechen wir Allen drn liefgefühl⸗
esten Dank aus, mit der Bitte, o3 vlauer Luster.
zer Verstorbenen ein frommes ne ide ann ee
Unden ken zu bewahren. eneer Pachnahme.
4. Würth, Mannheim.
Die tieftr. Hiuterbliebenen. ————————
sIcdannen udg e i

Allgemeine Wechsel
zu Jedermanns Gebrauch
per St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.
sind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruck erei
F. X. Demetæ.

48
        <pb n="35" />
        2 222 2222 26
22 535555533533 2
5335553555——5—3833—55353538 — 2
—5354355 3333 3338 8 33
——— 2352 52328 32—5E7k3325 528222325 5232355
— —82 * S 323 b B —225— 835 2 32 282 — 2828*7.5 *
85 —8 7 525 758 * —z2E22 — —— 2 — 55838 8
53 —AX — 25375 —2328 2553532 2* 3 3 2 ãa—
— 8 —32 2235 88 2s 35—8323833238 252E 535 53
2 — S*—28 585638 —— — — 225 — 28 22523 2 222
— 522 —ẽ — S 58 2 225 —A 528 253582 —8 528
m 538 — — 22 2 52 5 * Schh —z5352 * 7 8E2
— 8 E 33 — — A 27 S — — —
—z223622 52—55 72E 2222 333 3—33323 58 2 80
S 232 2 —— * 5322 384
— 524 — — »5 * 252235 ——— E— 8 * —E
— ——— 25 —A 32 5525 ——— — — —
2 —— 2* *2 2— 53 *B* 5— *51 —— — 5522 * 2
—2832 —— — 52* 7z532 —A—— * 25
* 2— 5—5* 580 —375 * ——— —A —— *
2285 — 55 25 — 5 —z2388338 25 5—2523 —A— —
2535* —5 585 28 22724 5* 5x— 2225 —A —— 55— 25
——— —z— 25 358— — 2153 * — — — 5*535538338 5z35
5227228558 —28 53235* 553555535S528 5z3555 235 3 33
*5*5333—228 —äx J
* —A — e 5 22 5585 25 —358 —85 —— — 2 5* 2 5 —2
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Z2—2 2555552 —— 255 8 3 335355575 2 55 5*
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22 33*5 53553877 *8 333387 ⸗ 55553 225552232233
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15527 —2225* ——A 582832328 — —— 33 222
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— Ez — 23 * A — 8 4 — 64 22 1 2 — 2287
—— 25332826 3355568588383 —
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55525 5336 —cES ZEFSOOESASAEODESSSE 7
—— 2 —— —A
i8 5 22 * 53535555 525338
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——z22 254 ——— m357 2 235— *2* 5 —5 —2 423
2838S 33333333 — ———— 533 35355 —
553 * 3 — 335323387 58 — 22560 — —
28332* —A— 23538585282 82 58 5 822 5 58 23 2
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—— ——— —55 — 58352 —z5 — 252625 *ẽ .2 55—2232860 ——
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F — 2 332 328 22258 55 533358 —— —A — 8 * 2
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8 —A 22122 — 32 —2—322525 3
2853 z8353 5332335333352753— — —A
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2—— 2 — 72 —— 58* 2r * 5 3 52*3 538 —
35388325332383338 3 33323683
5857556322 33538255 2 585S5— ——2673332 535
55525 232* — 3355753*353583338 —556285853 2
S—5 —— 5 s225625 ——SE22 8 —z—388288 8 3
5—85255 — 228 2— 5z5233520
3 3 —
5E2 2328 55 »552532 — 5252235* 458288
VS. 523882 — —553 55232258 — 224 5232* —52 —3
c 5 528332335—353888
—— — 33555325338 5260 582
37 54 838
—A—
—

2
⸗

222
2 ——AA —— 37383322
—————— 32* 333335655555335333
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* 228303 —x 8*
1525535232 — 32555733 — 2 3553233 184838
— 2 —— — 33— 8 — —A 22 — E
—A— —— 8* 25 32 * S56 5 — ——
5s8232 25232232 2 2S255 22 2 282 2 25 — —XX
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2 — 28 — 388 9738
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Ingberler Anzeiger.

— — ⸗—,
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboune mentspreis beträgt vierieljährlich

WMart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aizwärts mit 15 Pif. für die viergespaltene Zeile Blattschrijst oder derex Raucr, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M II. Samstag, den 19. Jauuar 1878.

i
— t
Unbewufite Sozialdemokraten.

Unter obigem Tilel bringt die in Berlin erscheinende Wochen⸗
schrift: „Die soziale Frage“ nachstehendes vernünftiges „Wort aus
den Arbtiterkreisen“:

Gegenuber dem schnellen Wachstham der sozialdemokratischen
Pattei gilt es vielfach als ein Trost, daß die Zahl der bewußten
und in ihren Zielen völlig klaren Mitglieder — wenn von solchen
überhaupt die Rede sein kann — sehr gering ist und der weitaus
größte Theil dieser Partei, ohne recht zu wissen, warum und weß—
holb, dem Sozialismus anhängt. Das läßt auch vielen die Gefahr
geringer erscheinen, die der heutigenGesellschaft aus der Verbreitung
der sozialistischen Grundsatze droht. Man sagt sich einfach: die
Leute werden schon von selbst wieder gescheidt werden und einsehen
lernen, daß die prallische Durchführung sozialistischer und kommu⸗
nistischer Pläne unmöoͤglich ist.

Wer diese Ansicht hegt, hat so Unrecht nicht. Wir selbst
sheilen dieselbe, nur mit dem Unlerschiede, daß wir die Wiederk hr
bisserer Einsichten bei jenen Leylen nicht in kurzer Zeit, sondern
erst danu erwarten, wenn sich ihnen das Bewußtsein der Unmöglich⸗
deit und der Unaussührbarkeit ihrer Wünsche und Pläne mit un—⸗
umstößlicher Gewißheit aufgedräugt hat. Abet darin liegt eben die
Befahr: nicht in der einstigen Durchführung der soz'alistischen Idee,
die für jeden Verständigen außer Frage steht, sondern vielmehr in
der bloßen Mözlichkeit, daß auch nur der Versuch gemacht und
wiederholt werden könnte, die Sozialdemokratie zur Herrschaft zu
zringen.

Demnach wäre es vollkommen falsch, wollte man die unbe—
wußten Anhänger der Sozialdemokratie außer aller Berechnung
lassen. Wer sich die Aufgabe gestellt hat, die Sozialdemokratie
zelämpfen zu helfen, muß gerade jene Leute zunächst in's Auge
jassen. Nimmt man den Führern ihre Truppen, so werden sie es
wohlweislich untersassen, mit ihren eigenen Köpsen Sturm zu laufen
zegen die Mauern der gesellschaftlichen Ordnung.

Dabei ist aber wohl zu bedenken, daß es sehr schwierig ist,
jsene Leute zu belehren, die sich bereits offen als Sozialisten bekannt
haben, das wird rur in seltenen Fällen gelingen. Die Banade,
mit denen die Sozialdemokratie ihre Anhänger au sich kettet, sind
zu veischieden und wurzeln zu sehr in der Natur des ungebildeten
Menschen, um mit leichter Mühe gelöst zu werden. Unzufriedenheit
nmit den bestehenden Verhältnissen, Erbitterung über vermeintlich
oder wirklich erlitlenes Untecht, sittliche Entrüstung über die vor—⸗
zemalte Verkommenheit der Meunschheit, zumal der besitzenden, der
lünstlich erzeugte Glaube an eine planmäßige, systematische Unter⸗
drückung des Armen durch den Reichen, die Hoffuung auf ein glück⸗
liches, sorgenfreies Leben unter der Herrschaft der Sozialdemokratie
— lauter Gefühle, d'e im Gemüth und Herzen, aber nicht im
Verstande wurzeln — sie fesseln die Leute aneinander, wozu sich
eine auf Kampf und Streitsucht begründete Parteidisphen gesellt,
die den Bann noch mehr befestigt. Wer also an der Belämpfung
der Sozialdemokratie theilnehmen will, möge nicht erwarten, daß
sich die Zahl ihcer ausgesprochenen Anhänger so schnell verminder',
als sie zugenomwen, im Gegentheil, man möge vollkommen zufriedea
sein, wenn das fernere Anschwellen derselben vermindert und gehin⸗
dett wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wirden schon die denkbarsten
Anstrengungen eiforderlich sein.

Wer so mitten unter den Arbeitern, den kleinen Handwerkern,
Pewerbetteibenden, den niedern Beamten, kurz unter Denen steht,
hie man so schlechtweg als das „acbeitende Volt' bezeichnet, wer
täglich Gelegenheit hat, die Gedanken und Empsindungen der Leute
zu belauschen, Der wird wissen, daß die Zahl der unbewußten
An
xẽs gibt uämlich sehr viele Männer, die sich offen und ehrlich als
Begner der Sezialdemokralen dekennen und Dies auch bei jeder
Belegentzeit durch die That bekanden und doch vom Sozialismus
angelränkelt sind. Das ist aber weniger eine Folge der soziali⸗
stischen Agisationn, als vielmehr dieser liegender Verhältnisse, eine

— ——
Folge mangelhafter wissenschaftlicher, wirtbschaftlicher und politischer
krziehung.
Im Großen und Ganzen erblickt das niedere Volk in der
segierung die irdische Verkörperung der Vorsehung. Als Lassalle
mĩere heutigen Begriffe von Staatswesen als einer Nachtwächter⸗
dee entsprungen hezeschnete, da hatte er sicher nicht die große Masse
des Volkes im Auge, die jederzeit gern bereit ist, den Staat, die
Regierung oder Gesetzgebung, was den Leuten als ein und dasselbe
zilt, für alles Gute und Schlimme verantoortlich zu machen und
»ie Abhilse aller Uebel nur von der Regierung zu erwarten. Ge⸗
vöhnlich hat man dabei nur sein eigenes Ich im Auge und ver⸗
zißt, daß der Staat vielleicht die Gewalt, aber nicht das Recht
sat, in das Recht des einzelnen Bürgers einzugreifen. Wo die
igene Kraft nicht ausreicht, vielleicht weil sie an unrichtiger Stelle
zerwandt wurde, oder weil man Unmöglsches verlangte, macht man
ofort den Staat verantwortlich uad verlangt von ihm Hilfe.

Halten wir uns des Verftändnisses halber an einen bestimmten
Fall. Bekanutlich sind durch Anwendung der Maschinen in der
Broduction viele Arbeitskräfte ganz überflüssig und wiederum viele
Arbeiten so erleichtett und vereinfacht worden, daß die geringere
draft des weiblichen Geschlechts oder der Jugend zu ihrer Erfüllung
wusreicht. Vom Standpunkte einer gesunden Volkswirthschaft wirb
nan Das nicht verurtheilen, im Gegentheil, man muß dem weib⸗
ichen Geschledt schon aus rein menschlichen Gründen volle Arbeits⸗
reiheit zugestehen, aus denselben Gründen aber auch verlangen,
»aßz der Arbeitslohn nach der Leistung, nicht aber nach dem Ge⸗
chlegt berechnet wird. Weil das Letztere vielfach geschieht, weil
veibliche Arbeiter und auch Kinder vielfach dazu dienen müssen, die
Urbeit erwachsener mäunlicher Personen im Preise herabzudrücken,
»eßhalb hat sich in den betreffenden Kreisen ein förmlicher Haß des
nännlichen gegen den weiblichen Arbeitsstand herausgebildet, und
nan verlangt vom Staate, er solle dadurch Abhilfe schaffen, daß
r die Verwendung weiblicher und iugendlicher Arbeitskräfte in
jabriken und Werkstätlen untersagt. Wer wun versucht, den Leuten
lar zu machen, daß der Staat dieses Verlangen nicht ersfüllen kann,
jaß ihm nichts weiter zu thun bleibt, als die Grenzen für die
Jeiwendung weiblichtr und jugendlicher Arbeitskraft so eng zu zie⸗
en. daß Gesundheit und Sittlichkeit nicht in Gefahr kommt, Der
jeräth leicht in den Geruch eines Arbeiterfeindes. „Wir jahlen
insere Steuern und erhalten damit den Staat, wir opfern im
driege Gut und Blut für den Staat, was nutzt uns derselbe,
venn er uns nicht schützen, wenn er nicht dafür sorgen kann, daß
vit Arbeil und Verdienst haben ?“, so wirft man uns entgegen.
58 mag Dieß nur ein Nothschrei der Arbeiter sein, die unter dem
xinfluß der geschäfllichen Krisis stehen und weder ein noch aus
v'ssen, aber dieser Schrei ist darum nicht minder bedeutungsvoll.
Wer in dieser oder ähnlicher Weise die Hilfe des Staates verlaugt,
Der ist, ohne es zu wissen oder zu wollen, bereits Sozialdemokrai
zjeworden oder im Begriff, es zu werden.

De schon seit mehreren Jahren andauernde Noth unter den
Arbeitern hat mehr für die Sozialdemokratie gewirkt, als alle Agi—
latoren; die Hoffnung, daß sich mit der Hebung des Geschäftes
nuch diese Verhälinisse wiedetr ändern werden, ist sehr problematisch.
Die Erhöhung des Verdienstes in besserer Zeit wird den ausge—
prochenen Soz'alisten die Mittlel geben, durch rege Agitjalion die
inbewußt angelrankelten Elemente vollends an sich heranzuziehen,
iuf der andern Sesse werden die von Zeit zu Zeit immer wieder—
ehr nden Krisen durch die mitgeführte Noth stets neue Massen an⸗
sränkein, wenn nicht mit aller Energie dagegen gearbeitet wird.

Im Inleresse der gesammten Gesellschaft liegt es daher, die
Berhältnisse des Arbeiterstandes möglichst zu verbessern, materiell
ind geistig. Materiell, damit die Noth nicht so oft an ihn heran⸗
ritt, geistig, damit, wenn de Noth unabwendbar ist, der Arbeiler
nicht an falscher Stelle Hilfe fordert, sondern allein dort sucht,
vo sie sicher zu finden ist: in der eigenen Kraft und der Koalition
er einzelnen Kräite.
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        Die Foͤrderusg der Berufsorganisationen zum Zwed gegen⸗
seitiger Untersiuhung und der TEeringung moterieller Vortheile er⸗
scheint demnach als Außerst wichtig. Richt minder aber auch X
wirthschaftliche und politische Ausbildung. Der Arbeiter, der wo hl⸗
untercichtet ist über das Wesen und die Aufgaben des Siaates und
seine eigene Stellung zu demselben, der die faatlichen und wirt!h
schaftlichen Gesetze in ihren Ursachen und Wirkungen zu deobachten
im Starde ist, wird niemals Sozialdemokrat werden, weder in der
Noth noch im Glück.
Deutsches Reich.

München, 13. Jan. Vom Ministerum des Innern wurde
jan Rachgange zur Bekanntmachung vom 4. Januar 1872 folgende
Vorschrist erlassen: „Fuhrwerlen mit Ladungen von so bedeutendern
dänge, daß die Lasi auf getheilten Wägen oder Schlitten ruht.
muß beim Verkehr auf offentlichen Wegen, Straßen oder Platzen
rine eigene kraftige Person zur Leinung an der Rückseile beigegeben
werden. — Die Distrietspolizeibehdrden sind jedoch ermächtigt,
insofern besondere zrniche Verhältnisse eine derartige Leitung der
Fuhrwerke nicht zu lassen, je für die garze Transportstrecke von
der Aufladestelle biz an den Bestimmungsort Ausnahmen von der
Vinhaltung gegenwaͤrtiger Vorschrift in widertuflicher Weise zu be⸗
willigen.

München, 16. Jan. Die Abgeordnetenkammer hat heute
den auf die Beseitiguug des 7. Schuljahres abzielenden Antrag
b. Hafenbrädls und einen ähnlichen Antrag Hermanns, ersteren
mit großer Mehrheit, letzteten mit 75 gegen 78 Stimmen abgelehni
and ualsdann nach längerer Debatte mit großer Majorität die im
Wahlbezirl Regensburg erfolgte Wahl des Abgeordneten St obãus
beral) für giütig ertlätt.

Berina, 14. Jan. Die Siaatssoziolisten“ oder, wie fie
ba jetzt nennen, die Arbeiterpartei für christlich⸗ monarchischt

oziat· Reform scheint durch den ersten Mißerfolg in oöͤffeutlicher
HZoitsverfammlung sih nicht abschreden zu lossen, auch ferner in
derselben Weise vorzugehen. Die neuste Nummer des „Staatsso⸗
v theilt naͤmlich mit, daß demnächst Hofprediger Stöder dem

ozialdemokraten Most in oͤffentlicher Volisversammlung auf seint
Angriffe gegen das Christenthum und sede Religion antworten
werdr. Gleichzeitig theilt der neunfte „Siaatssozialist“ mit, daß
dereiis verschiedene Sorialdemokraten der neuen Partei beigetreten
sind. Die sozialdemokratische „Berl. Freie Presse“ konstatirt Dem
zegenüber, daß diese Sozialdemokraten jedenfalls nur deßhalb über—
getreten seien, um an Ort and Sielle den Hetren Staatesozialisten
Jauf die Finçer zu sehen“.

Bertin, 15. Jan. Der dem Bundesrath vorgelegte die
Tabalbesteuetung betreffende Untrag Preußen? enispricht dem bereit
im Jahr 1878 von. den Ausschüssen beschlossinen Gesezentwurf.
Derselbe firxirt also die Cewichtssteuer von inländischem Tabak auf
24 Mark, den Eingangezoll auf 42 Mait von Blattern, auf 90
Mark von Cigarren und von sonstigen Tabak auf 50 Mark pro
Femner. Die Einnahme ist veranschlagt auf 29 Millionen Mark
Weitere 12 Millionen sollen durch Einführung von Reichsstemipel
steuern gedeckt werden, um die Erhöhung der Matrikularbeiträg
aber den Satß von 1876 hinaus zu vermeiden. (A. 3.)

Berli'n, 16. Jan. Die offizidse „Prov. Cotr.“ begrüudet
den Antrag Preußens auf Erböhuag der Tabalsteuer mit der Er⸗
wägung, daß die eigenen Einnahmen des Reiches erhöht werden
müßten, damit die Matricalarbeiträge der Einzelstaaten (die sich
fur das Reqnumgejaht 1878179 au 112000, 000 M. belauien
würden) ermaͤßigt derden können. Die Folge davon werde sein,
daß die Einzelsaaten ihre Steuern ermäßigen könnten. (Was
diese Ausficht anlangt, die die bittere Pille versüßen soll, so geben
Die nicht viel darauf. Man tennt das schon: die Tabaksteuer
wird erhöhl, von den anderen wird keine einzige ermäßigt — wenn
nicht am Ende auch noch erhöht werden.) Die von Preußen be⸗·
anmragte Erhbhung der Tabakfleuer soll 29,000,000 M. einbringen.
Vem Tabalmonopol will die preubische Regierung nichts wissen.

Berlin, 16. Jaa. Der Reichstag ist auf 6. Februai
ernberufen.

Berlin, 16. Jan. Nach der Notdd. Allgemeinen Zig.“
macht es die vruerlich eingenetene latarrhalische Erkrankung des
Flcsten Bismard unmoglich, daß derstlbe am 22. ds., wie krüher
sestimmt war, hier eintrisit.

A—

Ausland.
Wien, 18. Jan. Die ekischen Delegirten sollen bei
Ankunft im rujsfischen Hauptquartier eine füuftägige Wafientube
fordern.

Wien, 186. Jan. Wie dier verlauici, wird das italienischt
Parlament die Bezahlung der Schulden Victot Emanuels durch di
Ration voliren. Dieselben betragen 26 Millionen Lire Wechse!
Ind 10 Millionen Hypothelen.

Der N. Zür. Z. wird bvon ihrem B. Merichlerstatter
— Es is unpweifelhaft die Absicht einen Waffen⸗
istand nicht cher zu gewähren, als die? st die Friedins⸗
»edingungen im Ullgemeinen zugeflanden Dien 1866 im
driege wischen Preuden und Desterrei «in dem Kriege
wischen Deuischland und Frankteich auf frühere Fäalle
nicht paruchugreifen — durchaus in gleicher Weise der Fall war.
Dießz kann alfo nicht Jso ganz schnell geschehen, selbst wenn die
Turtei in richliger Erlenninißz der augenblidlichen Lage beteit in,
Ales zuzugestehen, was Rußland verlangt. Trotzdem beurtheilt
man hier die Lage durchaus friedlich. Rach den lompetentesten
Zeuttheilern ist Eagland augenblicklich und für Monate ganz außer
Stande, irgend eine beträchtliche Kriegsmacht mobil zu machen.
Die Nolih an Mannschaften ist so groß, daß man für die Anzu⸗
arbenden das Brustmaß und das Alter herabgesetzt hat. Das
ortwährende Schwanken zwischen kriegerischen und friedlichen
Zellekäten hat sich so unheilvoll als nur irgend möglich erwiesen.
die Englaänder haben den günstigen Augenblick verpaßt, der für
ie in die Zeit fiel — 148 Tage —, wo die Russen sich an den
Redouten von Plewna die Köpfe einrannten und dann vor ihnen
estgebannt lagen. Hier ist man indessen in politischen Kreisen
oltommen beruhigt, daß Rußland in seinen Vorschlägen für den
Frieden nicht einen Schritt üher di⸗ jenige Linie henausgehen werde,
über welche es sich mit Deutschland und Oesterreich verständigt hat.

Rom, 12. Jan. In den meisten größeren Städten Italiens
Ind Subscriptionen für ein Victor Emanuel in Nom zu errichtendes
Zroßartiges Denkmal erdffnet worden. Es zeichneten zu diefem
Zweck die hiesige Gemeindevertretung 100,000 Lire und jene von
ðvenedig 20,000 Lire. Andere Monumente zum Gedächtniß an
den ersten König von Italien werden, soweit schon heute telegra⸗
phische Miutheilung vorliegt, in Mailand (Monument auf dem Dom
hlatze zu errichten, welchem Zweck der Gemeinderath 100,000 Lire
pidinenh, Neapel (Monument auf dem Plebiscitplatze), Palermo (die
Provinzialdeputation zeichnele hierfür 30,000 Lire), Catania,
Tborno, Robigo, Verona u. s. w. gesetzt werden.

Die Capitulations Verhandlungen mit Widdin haben sich
erschlagen, weil dee Commandant der Festung entweder Verhaud⸗
ungen m'iß den Russen oder freien Abzug der Garnison sordert.
3000 Russen sind vom Lom her gegen Widdin in Anmarsch.

Der „Polit. Corr.“ wird aus Bukarest mitgetheilt, daß voꝛ
Widdun teine serbischen Truppen stehen, sondern die Rumänen
allein gegen Widdin operiren, welches aus der Umgebung, so wie
don Kalafat aus beschossen wird. Ein Ausfall der Türken am
153. 8. wurde nach mehrstündigem Kampf zurückgewiesen.

Petersburg, 16. Jan. Der Sultan machte hierher
direkte Mittheilung von der Entsendung Server und Namyt Paschas
n das russische Hauptquartier und bemerkie dazu: Diese friedlichen
Disposit'onen seien mit der Versicherung entgegengenommen worden,
daß die Einftellung der Feindseligkeiten erfoigen werde, sobald di—
durch den Obercommanditenden mitautheilenden Präliminarien an
genommen seien.

R.

Vermischtes.
fHomburg, 15. Jan. Letzten Sonnlag wurde die Leiche
der im Alter bon 90 Jahren, 1 Monat und 19 Tagen verstor⸗
benen Witswe Hauth, geb. Hirsch, zu Grabe geleitet. Die Ver⸗
ꝛwigte war mehrere Jahre hindurch die alteste Person hiesiger Stadt.

psaaiserslautern, 16. Jan. Geflügelausstellung.)
Die Vorarbeiien zu der am 17. 18. 19 und Marz hieceselbst flatt
vIndenen allgemeinen Geflüͤgel⸗Ausftellung haben bereits begonnen.
Das Progamm für die Aussiellung ist soeben auzgegeben worden
Wir entnehmen demselben sol ende Mittheilungen:

.Die Uusstellung umfaßt: in 7 Grufppen: 1. Hühnerbögel
2. Tauben, 3. Wasservögel, 4. Sing⸗ und Ziervögel, 5. Produkt
der Geflügzelzucht, gemästete Tbiere, Federn, Eier ꝛc., 6. Lehi⸗ und
Unterrichtsmittel, als die einschlagige Literatur, Modelle, graph sche
Darstellungen, Statiflik, Vogelschug u. s. w. 7. Geräthe, iAtensilier
und Futlecstoffe, Trint- und Futterzeschirre, Käfige. Brutavvaratt
u. dgl.

Als Lokalität zur Ausstellung stehl der große Fruchthallsaal
mit vortrefflicher Beleuchtung und heizbar, sowie für Gruppe “
cin tleinerer anstoßender, ebenfallt heizbarer Saal zur Verfügung.

Gedffnet ift die Autstellung von 8 Ubr Morgens bis Abende
6 Uhr.

Angem ssene Käfige für das Geflügel stellt der Verein und
fragt derselbe flüꝛ regelmaͤßige Fütterung und Pflege in gewissen
hafler Weise und Sorge. Stand⸗ oder Futt rgeld wird nicht ar
hoben. Die Kafige der Sing⸗ und Zierdözgel sind vom Ausftelle
selbst zu liefern. Thieren, welche besondere Fütterung erheischen
ist das Futter beizugeben.

Gegen Feuersgefahr verfichert der Verein weßhalb auch be
unverlauflichen Thieren der Werth anzngeben ist.
        <pb n="39" />
        Fur Unglückssälle wahrend des Lranspoetes oder dern 38
der Ausstellung lann kein Ersatz geleistet werden.

Die Anweldung der autzustellenden Gegenstände hat spatellend

bis zum 10. Februgr 18789 bei dem Geflügelzuchtverein Kaifers⸗

erfolgen.

—XX haben in leichten, angemefsenen und soliden Be⸗
haltern am 14. und 15. Maärz 1878 hier einzutreffen. Anderaæ
beitige Ausflellungsgegenständt müfsen am 14. März bereins ein⸗
getroffen sein. Im Innern des Behalters ist die Adresse des
Aisegers auf Hoiß oder starler Pappe anzubringen, sowie die
Zahl uud Art der darin enthaltenen Thiere.

Dags Berkaufsbureau des Vereins besorgt den Verkauf gegen
20 pCi. Prov sion. Privatverkäufe sind nicht ftatthaft.

Nicht verkaufte Thiere und Gegenstände werden frei per Post
nrtidgesandt. Emballage von verkauften Thieren wird nicht retournirt.

Sei Gelegenheit der Ausstellung findet auch eine Verlrosung
von Ausstellungsgeaenständen statt, für wilche 18,000 Loose zu
50 Pfennig verkauft werden.

Lüdwigshafen, 16. Jan. Ein hiesiger Geschäfts⸗
mann, welcher sich gestern in ein en jachbarort begab, um bei seinen
Nunden Geld einzulassiren und Nachta wieder mit dem letzten Zuge
zurücktehrte, wurde auf dem Heimweg in der Nähe seiner Wohnung
don einem Strolche überfallen. Derselbe brachte ihm fünf Stiche
an dem Kopfe bei, wocauf der Angegriffene besinnungslos zu Boden
sfürzte. Die Reisetasche, in welcher fich etna 200 bis 800 Martk
befanden, schnitt der Thäter ab und maächte sich mit derselben auf
und davon. Bis jetzzt ist man des Thäters noch nicht habhaft
geworden.

fKonig Ludwig ist kürzlich bei einer seiner Gebirgsfahrten
einer großen Gefahr glücklich entgangen. Als sein Schlitten von
dohenschwangan aus eine jener Stellen passirte, wo nicht selten
dawinen vorkonmen, löste sich eine solche ab und fuhr, der Schlitten
war kaum vorüber, unter Getoͤse und Gekrach in die Tiefe.

FRemscheid, 10. Jan, Gestern Morgen wurde, lt.
„E. Ztg.“ eine aus Trier herabkommende Frauensperson von hier
nach Elberfeld abgeführt, welche sich der Bigamie schuldig gemacht
hat. Bereits verheirathet und Mutter von 2 Kindern, war die
Biedere bei einer hiesigen Herrschaft in Dienst getreten und hatte
in der kurzen Zeit ihres Hierseins das Herz eines jungen Mannes
derartig zu sesseln gewußt, daß diefer sie zum Standesamte führte
und sich ihr antrauen ließ. Nur kurz ist die Zeit des ehelichen
Slückes gewesen, denn 8 Tage nach der Verheirathung gelangte
qaurch Zufall die Schwiegermutter der Frau in den Besitz eines
Schreibens, worin zu ihrem Enisetzen eine zweile Persoöͤnlchkeit die
Frau ihres Sohnes „Gattin“ titulirt. Sie recherchirte und kon⸗
atirte das Faktum wie oben mitgetheilt.

FWorms, 14. Jan. Ein Malergehülfe aus Tübingen,
welcher beschuldigt ist, der Urheber des vor einigen Wochen zu
deilbronn ausgebrohenen Brandes zu sein, durch den 6 Measchen⸗
lsaben zu Grunde gingen, wurde heute auf Requisilion des Gerichtes
in Heilktonn in der benachbarten Gemeinde Horchheim verhafiet.

Die ia Friedberg (Sessen) erscheinenden „Wetterauer
Rachrichten“ bringen folgendes Inserat; Der Unterzeichnete bechrt
äch hiermit anzuzeigen, daß er neben seiner Schuhmacherri eine
Buchhandlung betreibt. ... Die Schuhmacherei erfeidet dadurch
einen Nachtheil und wird dieselbe in der seitherigen Weise we'ter—
zeführt. Andres Flohr in Friedberg. UAuch alle sozialistischen
Schriften lönnen, wenn verlangt, unter Discretion bezogen

verden.“
tSeit etwa 4 Jahren ist der Wirih Schiffer auf der Schaum⸗
burg spurlos verschwunden und find alle Rachforschungen über den
Lerbleib desselben bis vor einigen Tagen fruchtlos gehlieben. Da—
mals theilte die Frau des Verschwundenen mit, daß ihr Mann sich
nach dem nahe gelegenen Holze begeben habe, um Laub zu holen.
Als maun das Gehölz untersuchte, wurde nur die Mütze des Ver⸗
nißten, 'eine Hacke und ein Sack auf dem Laube porgefunden.
Erst jetzt, nach 4 Jahren, nachdem die Frau des Vermißlen auf
das Krankenlager geworfen wurde und mit dem Tode rang, hait
sie, wie die „D. u. W.⸗Zig.“ berichtet, das Geständniß abgelegt,
hren Mann im Backofen verbrannt zu haben. Ueber die Motibe
zieser schrecklichen That und deren Comiplicen wird dia einqeleitete
Uutersuchung das Nähere ergeben.

fWie man ein Hoflüustler wird. Der Taschenspieler Bella⸗
Himi in Berlin fübhrt bekanntlich den Titel „Hofkünstler St. Ma—

Von heute Abend 4 Uhr ab
Münchner Vier
von Pschorr

M. Paul.

esat des deuischen Kaisers?. Es ist vielfach angefragt worden,
nie der Zaubermeister zu dem Titel wohl gelommen sein möge.
Derselbe erzühlt das selbst an einer Table d'höte wörilich folgen⸗
ermaßen: „Ich bin eines Tages befohlen worden ins Palais zu
iner Sonee, und dorr sagse Se. Majeftät zu mir: „Nun Bella⸗
hini, zaubern Sie uns einmal etwas Ordentliches vor!“ Ich
jolte ein Schreibzeug aus meiner Zaubertasche, stellte es vor Se.
Majestät und bat Allerhöchstdenselben, die Feder in die Tinte zu
unken und etwas zu schreiben; aber es ging nicht. „Bellachinis,
prach Se. Majestät, „es kommt ja keine Tinte!“ Ich erwiderte:
Wollen Mojestät nur die Gnade baben, zu jchreiben, was ich Ihnen
zietiren werde, dann lommt die Tiute sogleich.“ Majestät hatten
zie Gnaden zu lachen: „Nun, dann legen Sie einmal los!“ Ich
nahm den glücktichen Augenblick wahr und dictirte: „Bellachini ist
von heute an Hoflumstler Sr. Majestät des Königs von Preußen.“
Ju diesen Worten kam die Tinte. Majestät reichte mir mit gn⸗
digem Blick das Papier und sagte: „Bellachini, was ein König
jon Preußen einmal geschrieben hat, das gilt für alle Zeiten. Sie
ind von heute an mein Hofkünstler und dürfen diesen Titel überall
Uhren. Dafür aber, wenn ich Sie rufe, zaudern Sie mir die
Brillen weg und machen Sie, daß die Regierungtsorgen verschwin⸗
jen.“ Sehen Sie, me'ne Herrschaften, auf diese Weise bin ich
doftünstier geworden.“

j Pest. Ein sideler Selbstwmörder. Zwei Müllergesellen,
velche am Diensiag Früh 6 Uhe von Promontor nach Ofen wan⸗
erten, beinerkien oberhalb Promontor am Donau⸗ Ufer einen gut
ekleideten Mann, welcher einen Pflod im Schnee aufstellte und
nuf der Sp tze desfelben seinen Cylinder auflanzte. Als dies ge⸗
chehen, betrat er das Landeis, hüpfte auf eine vorübertreibende
rößere Essscholle, auf der er sich circa 50 Schritte abwärts treiben
jeß. Dann ging er vorsichtig bis auf den Rand der Eisscholle
or und sprang in die Donau. Auf dem zurückgelassenen Hut
bar ein Zettel folgenden Inhalts befestigt. „Ich heiße Christian
Stauber, bin ein lustiger Bursch, wie die Oeslerreicher schon sind,
ber ein trauriger Ehemann gewesen. Mein Weib ist todt, meine
wei Kindern auch. Das Geld ist mir schon längst ausgegangen,
um Schneider find' ich nichts, und dann habe ich auch nicht Lust,
nich immer für den Hausherrn und die Steuern zu plagen und mir
ie Gurgel austrochnen und den Magen zusammen schnüren zu
asseun. Fidel hab' ich gelebt und fidel will ich sterben, Adieu
chüne Welt, auf der ich nichts mehr zu hoffen hab'! Ofen am 8.
Jänner 1878, 4 Uhr Früh.“

F Vier Xinder verbrannt. In der Nacht zum
.O. d. hat sich in dem Dorfe Wagten bei Wormditt ein furchtbarer
Unglücksfall zugetragen. Der Einwohner Zamel haite Flachs in
einer Wohn⸗ und Schlafstube um den Ofen zum Trocnen gelegt;
»ieser ist mitten in der Nacht in Brand gerathen, und zwar mit
o großer Schnelligkeit, daß von den 7 Familienmitgliedern 4
rinder vollständig verbrannten, während Vater, Muller und die
ilteste Tochter (13 Jahre) bedeutende Brandwunden davongetragen
jaben. Man zweifelt an dem Auftommen der Frau, da Gesicht,
Urme, Brust und Beine sqrecklich verstümmelt sind.

F Eine gefährliche Operation. Der Zoolog'sche Garlken
n Philadelphia war vot einigen Wochen der Schauplatz einer auf⸗
egenden Scene. Ala am Naqhmittag die allgemeine Fütterung
var, wurden die Wärter ploͤtzlich durch ein eigenthümliches Geräusch.
velches aus dem Lowinzwinger erschallte, erschreckt. Sie eilten so⸗
ort hin und fanden, daß die Löwin ihre Mahlzeit zu hastig ver-
dlungen datte und daß ihr dadei ein großes Stück Knorpel im
dalse stechen geblieben war, woran sie zu ersticken drohte. Ihr
Wärter, der unter keinen Umständen das werlhvolle Thier zu Grunde
jehen lassen wollte, öffnete die Thür, die in den Kafig führte,
prang in den Kafig henein und faßte die Löowin beim Schwanz,
ie zuzleich mit einer kräftigen Ruck herumschwingend. Dies haif
edoch nichts, und die Löwin war bereits ganz erschöpft, so daß
dülfe sofort nothwendig war. Da entblößte der Warter seinen
Lrm bis zum Ellbogen, fuhr der Bestie tief in den Rachen und
solte das Stück Knorpel heraus, woraquf er sich schleunigst in Sicher⸗
eit brachte, ohne der Lowin Zeit zu lassen, sich bei ihrem Reiter
u hedanken.

Fur die Redaction verantworilich: J. X. Demeß.

Wirthschafts-Verlegung.

Meigey geebrten Kunden zur Nachricht, daß ich meine Wirih⸗
schaft in das Peter Schmitt'sche Haus neben der kath. Kirche
verlegt habe. — Gutes Speierer Bier wird verzapft.

Zu fleißigem Besuch ladel höfl. ein Pet. Beck.
        <pb n="40" />
        Der Jugend Spiel und Arbeit.
Vadagogische⸗ Kunstjournal
herausgegeben von

Dr. Jan Dan. Georgens n. Jeanne Marie v. Gayette⸗Georgens.

Dieselbe hat den Zweck, der Jugend vom Kindergartenalter

un bis zur Entlassung aus der Schule alle die Beschäftigungen und

Unterdaltungen zu bieten, welche geeignet sind, den Sinn für das

S„chöne unb Edle zu bilden. Die Monatsschrifte, Der Jugend

Zpiel und Arbeit“ wird sich von allen anderen dadurch unterscheiden,

zaß sie theilweise in Buntdruck erscheint, um auch den Farbensinn

zei Kindern zu wecken und gleichzeitig denselben die Freude an

der einmal begornenen Unterhaltung und Beschäftigung dauernd

zu bewahren. Die berxeits weit und breit bekannten Herausgeber,

welche schon viele Jahre auf diesem Gebiete in antrkannter Weise

virken und schaffen, werden sich bemühen, stets das Besie zu bringen,

ind ist die Berlagshandlung ihrerseits durch Gewinnung der besten

ünstlerischen Kräste in der Lage für gediegendste Ausstattung zu

Jjarantiren.

Der Abonnementspreis (1 Mark 50 Pf. pro Quartal) ist ein

so bislliger im Verhältniß zur Ausstattung, daß jede Familie, wenn

auch weniger bemittelt, in der Lage sein wird, für die Kinder zu
abonniren. Die geringen Kosten werden gewiß die schönsten Früchte Frucht- Brod⸗ uns
in der Ansbildung der Kinder tragen. Durch diese Monatsschrift Fleisch-⸗Preise der Siadi
vird auch der sich einschleichenden Colportage Romanliteratur ein zweibrücken vom 17. Januar.
Damm gesetzt, di den Kindern eine nüßliche, und den Eltern und Weizen 11 M. 37 Pf. Korn
krwachfenen jedesmal auf der innern Seite des Umschlags eine 98 M. 57 Pf. Gerste Sreihige
»elehrende Unterhaltung geboten ist. Außerdem finden gewiß die d M. — Pf. Gerste Areih.
frwachsenen eine Freude darin, daß sie die Arbeiten der Kleieen — M. — Pf. Spelz 7 M.
eitweise überwachen uad fich selbst dabei unterhalten. Die 93 Pf. Hafer 6 M. 63 ppf.
Htonatsschtift „Der Jugend Spiel und Arbeit“ bringt deu 2 M. 40 Pf. Stroh 2
illes was nur ein Kind unterhalten und bilden könnte, als Spiele, M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
Erzählungen, Anle'tung zum Bildausschneiden, Flechten, Zeichiuen, 30 Pf. Weißbrod 13 Kilog.
Uusmalen und Modelliren, sowie zu weiblichen Handarbeilen. 55 Pf. Kornbrod 8Kil. 77, 2 Kil.
Wir kommen mit dieser Monatsschrift den Kindergartenfreunden, 52 Pf. d'tto 1 Kilo. 26 Pf.
die ja au Hundertausend zählen, den LTehrern und Lehrerinnen ꝛc. Bemischtbrod 8 Kilo.O M. 94Pf.
t chestse entgegen und gewiß wird dieselbet sich bald in alle Familien, wo Paar Weck 100 Gramm 6 pf.
5 O * t che. stinder sind, einbürgern. Prospekt und Heft 1 liegt in jeder Buch- kindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2..
handlung zur Einsicht offen und werden daselbst Abonnements⸗ Dual. 60 Pf. Kalbfl. 60 Pf.
ieden Tag krisch gewässerte, bestellungen angenommen. damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf

hei J. J. Grewenig. Leipzia. Richter's Verlags-Aunstalt:. Sunur o d doo Pf. per Pf.
&amp; — E
CBIVOIIESPCM IC.
—
Bemerkenswerthe Mittheilung an die Leser des „St. Ingberter Anzeiger.“
Unsere Expedition ist durch Vereinbarungen mit dem London-Pariser Kunstverlag in Kölhn am Rhein in den Siand gesetzt, jedem
Leser den großen wohlausgeführten Abdruck eines prachtvollen Kunstblattes nach der berühmten
z
Hadonna Murillo's 1 lamaculada Conodepoion
zu liefern. Beschreibung.

Dieses Gemälde ist anerkanntermaßen das erste Meisterwerk der weltberühmten Gemälde-Gallerie des Louvre in Paris. Es wurde im
Jahre 1852 durch die kaiserlich französische Regierung aus der Sammlung des Marschalls Soult um den ungeheuren Preis von 613300
Fraues als Eigenthum der Krone angekauft.

Die Sammlung des Marschalls Soult genoß eines Weltrufes und die „Inmaculada Concepeion“* galt als die Perle derselben. Von
vielen europaischen Regierungen, besonders von Spanien, dem Geburtsland des großen Meisters, wurden außergewöhnliche Anstrengungen behufs
Erwerbung des Gemaldes gemacht. Unter großer Erregung der zahlreichen Concurrenten in der Auction, welche sich bis zu einer nicht zu beschrei⸗
benden stürmischen Scene steigerte, wurde das Meisterwerk endlich dem Herrn de Niewerkerke, dem Bevollmächtigien Frankreichs, zugeschlagen.

Das Gemälde gelangte ursprünglich in den Besitz oes Marschalls Soult als Belohnung dafür, daß er zweien zum Tode verurtheilten
spanischen Geistlichen das Leben rettete.

Der Gegenstand des Bildes ist die, Madonna“, umgeben von eirer Engelschaar, indem sie mit wallendem Haar, mit auf der Brust
gekreuiten Händen, die Füße von einem wachsenden Mond getragen, auf Wolken himmelanwärts schwebt.

Der Stich ist nicht unter Sechzig Jrancs zu haben.

Einen Prachtabdruck in großem Format, auf englischem dicken Luruspapier, 87 Centimeter hoch, 56 Centimeter breit, erhält jeder Leser

durch die Poft zugesandt bei Einlieferung des untenstehenden Coupons oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer und Einfenduͤng don
Drei Mark

in Postanweisung oder Briefmarken, zur Deckung der Kosten des Vervielfältigungsrechtes und des Druckes. In unserer Expedition werden die

Abdrücke zu A. 8 ebenfalls verabsolgi.

Dieses Prachtblatt ist hervorgegangen aus dem berühmten Londoner Kunsft⸗Institut von Machure und Macdonald, Drucer
und Gravirer Ihrer Majestät der Königin von Englaud.

Viele — und, Anerkennungsschreiben aus allen Gesellschaft?kreisen bis zu den höchsten treffen täglich
ein. — Das prachtvolle Bild ist ein herklicher Zimmerschmuck und eignet äich vorzüglich zu einem Festgeschenk für
alle Versonen jeder Nichtung und jeden Standes, welche mit Sinu für das Schöne und Erhabene begabt sind.

A⸗ctest · · n Exemplaren erhalten ein sechstes frei.

tfruna. * Ohne Einsendung des nebenstehenden Coupons
oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer können
keine Abdrüdcke verabfolgt werden.
Baldigste Bestellung ist erwünscht, um die Aus-
führung aller Aufträge sicher stellen zu können.

—

Man beliebe den Coupon auszuschneiden oder
wenigstens dessen Zeichen und Nummer anzugeben
und die Bestellung nebst Posteinzahlung oder Brief⸗
marken an unsere Expedition zu adressiren, falls die
Abholung nicht persönlich geschehen kann.

Name und Wohnort wolle man recht deutlich
schreiben.

. Abdrüuͤck⸗
Expedition des „vt. Ingberter Anzeiger“ in St. Ingbert.
09 000 0020000
Aedatnon Trud umd Verlag von F. X. Demetß in St Insben.
        <pb n="41" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
ααX Û ÛÄäÄäô
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

mMark 20 X.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 pftz., von Auswärts mit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder derer Raun, Recla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

— —

M 12. Zonntag, den 20. Januar 1878.

Deutsches Reich.

München, 17. Jan. Der Bericht des Finanzausschusses
der Kammer der Abgeordneten über den Etat der Einnahmen und
usgaben von Eisenbahngefällen pro 1878 und 1879 wurde heute
aultographirt 145 Seiten stark — ausgegeben. Nach den Be
chlüssen des Ausschusses ergibt sich für diesen Etat folgender Ab⸗
schiuß: Bruttoeinnahmen: M. 85 553,304, Verwaltungs⸗ und
Geirlebtausgaben: M. 53,210,4075 daher reine Einnahme: M.
32,342,897, gegen den Vorhnschlag der igl. Staatsregierung mit
M. 30,3527,354, ein Mehr von 1.815,643. In der Einleitung
des Berichts wird bemerlt, daß im Jahre 1876 die Brutto Ein⸗
nahme der Staats-Eisenbahnen um mehr als 7 Millionen Mark,
die Ausgaben um 6 Millionen hinter dem Budgetansatz zurücd⸗
zeblieben, obwohl der Landtag beide schon um je ĩ Million nied⸗
riger, als die Regierung, angesetzt hatte, woraus der Verichterstatter
abg. v. Schlör den Schluß zieht, daß man beider Ausstellung
der Eisenbahnbudgeis mit großer Vorsicht zu Werke gehen müsse.

Aussand.

27

London, 17. Jan. Tas Parlament wurde heute ersffnet.
Die Thronrede weist zunächst darauf hin, daß die frühe Einbe⸗
cusung des Parlamenis den Zweck hobe, Mittheilung von den Be—⸗
nühungen um Beendigung des Krieges zu machen und den Rath
und die Miwirkung des Parlamenis zu gebrauchen. Sodann
vird auf die Schrinne der Pforte und Englands gegenüber Ruß⸗
land aufme:?ksam gemacht, von denen ernstlich zu — — sei, daß
A bestens
unterstützen werde. Bisher habe keiner der Kriegführenden die
Bedingumen der brinschen Neutralität verletzt. Die Regierung
glaube, daß die beiden kriegführenden Mächte bereit seien, so weit
wie möglich diese Bedingungen zu respeltiren. So lange dieselben
nicht verletzt seien, werde Englands Haltung dieselbe bleiben.

cs lönne jedoch nicht verlannt werden, daß im Folle der Verlänge⸗
rung der Feindjeligkeilen ein unerwartetes Ereigniß Vorsichtsmaß⸗
cegein noihwendig miachen dürfte. Dies werde ohne Vorbereitung
nicht möglich seig. Die Regierung vertraue, daß das Parlament
in seiner Fleigebigkeit Mittel zu diesein Zwecke bewilligen werde.
Bezügliche Schrifistücke wünden dem Parlament jsofott zugehen.
Die Beziehungen zu allen fremden Mächten seien fortdauernd
freundschaftlich.

London, 17. Jan. ‚Times“ meldel aus Athen vom
16. d.: Das Kabinet beschloß gestern, keine feindlichen Schritte
vährend der gegenwärtigen Unierhandlungen zu thun, aber im
Falle dieselben scheiterten, den Krieg zu erklären oder die Türlei
zu zwingen, unverzüglich den Krieg zu erllären.

Brüßsel, 17. Jan. Der „Nord“ findet, daß die englische
Thronrede im Ganzen einen freiedliche Charalter trage; indeß
vürden die Türken doch in derselben Stoff zu der Hoffnung auf
englischen Beistand finden lönnen, wenn der Krieg von ihnen fort⸗
zesezt werde. Von diesem Gesichtspunkte ans sii die Thronrede
nichi der Art, daß sie einen raschen und glüdlichen Ausgang der
Verhandlung begünstige, die eben in Kassanlik eröffnet werden follten.

Aus Konstantinopel, 14. d. wird der Ausbruch von
Unordnungen in Burgas (am schwarzen Meer) und Umgebung ge⸗
mneldeil. Die Ortschaften Karnabat und Aidos wurden in Brand
zesteckt, und Burgas selbst ist von dem gleichen Schichsale bedroht.
Don Konstantinopel ist ein Llohd⸗Dampfer dahin abgegangen, um
die Flüchtlinge aufzunehmen.

Konstaniinopel, 16. Jan. Die füürkischen Journale
aänd angewiesen, bezuͤglich Rußlands eine gemäßigte Sprache zu
jühren. Das Journal „Wahrheit“ wurde wegen seiner Angriffe
auf den Kaiser von Rußland unterdrückt.

Konstantinopel, 16. Jan. Die tuürkischen Bevoll⸗
nächtigten zur Unterhandlung über den Waffenstillstand stnd beute
n Adrianopel eingetroffen, werden von da auf der Bahn nach
ꝛarabunar fahren und sodann zu Wagen nach Kesanlik weiter⸗

reisen, wo sie Samstag oder Sonntag eintreffen dürften. Der
zritische Botschafter Layard halte mit Server und Namyl Pascha
dor deren Abreise eine längere Besprechung.

Petersburg, 17. Jan. Sroßfürst Nikolaus meldet aus
5hipka vom 14. und 15. d.: Die Avantgarde beletzte Eskifa⸗
zhra, welches von den Bewohnern in Brand gestedt worden war.
Tags vorher nahm Schuwaloff Tatar⸗Bazardschik. In den Gefech⸗
en am 9. d. wurden 81 Geschütze erbeutet, näͤmlich 2. von dem
dorps Mirskis, 25 von dem Korps Skobeleff's und 54 bei Schip⸗
a, Bessel Pascha, fielen noch 8 andere Paschas, 280 Oifiziere
ind 25,000 Mann in unsere Hände. Unser Verlust an Todten
und Nerwundeten beträgt 5464 Mann.
Vermischtes.

FNeustadt, 17. Jan. Die heute im Gmeindehaussaal
ierselbst abgehaltene Versteigerung des Gasthauses zum Pfälzer
dof blieb ergebnißlos, da kein ausreichend annehmbares Gebot ge⸗
han wurde. (B. 3.)

fSit. Johann, 18. Jan. Von 1382 Schulkindern der
ziesigen Stadischuie liegen gegenwärtig krank am Scharlach und
in der Diphtheritis 179, an anderen nicht ansteckenden Krankheiten
170; gestorben sind seit 10 Tagen 6 Schullinder. — Am 4.
Januar d. J. litten an Scharlach und Diphtheritis nur 115, an
inderen Krankheiten 31, gestorben waren 8 Schulkinder. (S. 3.)

f München, 18. Jan. Eine eigenthümliche Vergiftungs⸗
fffaire macht von sich reden! Vorgestern Abends wurde ein Arzt
zu einer sin der Jahnstraße wohnhaften Technikersamilie gerufen
ind fand drei im Alter von 14, 4 und 2 Jahren stehende Kinder,
owit in geringem Grade auch deren Mutter von Krankheitserschei⸗
mungen defallen, welche auf leichte Vergiftung schließen ließen. Als
Ursache der Erkrankung ergab sich, daß dieselben an und für sich
zute Butter genossen hatten, welche jedoch ein'ge Tage in bedrucktes
XX
o viel in sich aufgenommen hatte, daß hiedurch Erbrechen ⁊c. her⸗
vorgerufen werden konnte. Die Mutter hatte zunächst die Kinder
nit Butter natürlich von deren Oberfläche versorgt und erst dann
avon gegessen, so daß sie von dem weniger mit der Schwärze
zurchsättigten Theile genoß, und in Folge dessen auch weniger
rankhaft ergriffen wurde. Unter geeigneter ärztlicher Behandlung
erloren sich die Krankheitserscheinungen in Bälde und Tags darauf
varen saͤmmtliche Erkrarkkte wieder völlig genesen. Der Vorfall
cheint übrigens wohl geeignet, zu entsprechender Vorsicht zu mahnen.
— Vor einigen Tagen wurde in der Residenzstraße eine Dame
urch ein scheu gewordencsa Reitpferd zu Boden gerannt und am
dopfe, jedoch nicht gefährlich verlegt.

Metz. In Bezuz auf das zahlreiche Auftreten von
Wölfen in ElsaßLothringen ist zu bemerken, daß hier nicht etwa
»as Forsipersonal, sondern örtliche Verhältnisse die Schuld tragen,
ramentlich große, zum Theil noch wenig durchforschte, fast unzu⸗
jängliche Waldungen, sowie der Umstand, daß sich mit dem fran⸗

ösijchen Forstpersonal in den Grenzbeirirken keine gemeinschastlichen
Jagden veranstalten lassen. Es ergist sich dies daraus, daß unter
der deutschen Verwaltung vom 1. Mai 1871 bis 30. April 1872
nicht weniger als 43 Wölfe, 38 Wildkaßen und 404 Wildschweine
exlegt wurden. Im Jahre 1873 wurden 76 Wölfe, 27 Wild⸗
latzen und 791 Wildschweine, 1874 45 Wölfe, 25 Witldkatzen und
285 Wildschweine erlegt. Die beiden letzten Jahre weisen ähnliche
Ziffern auf. W¶(M. Z3.)

FKoͤln, 18. Jan. Vor dem hiesigen Friedensgerichte
Nr. Uspielte ssich letzten Samstag in der Cwilsitzung eine Scene
ab, die in einer Zeit, wo man über die Uebertretungen, Vergehen
ind Verbrechen der Menschen so genau öffentliche Statistik führt,
nuch für weitere Kreise geschildert zu werden verdient. Auf ge⸗

chehenen Aufruf traten zwei, augenscheinlich den besseren Ständen
ingehbrige Herren als streitende Theile vor den Richter. Es han⸗
desie sich um eine Jagdangelegenheil. Kläger behauptete, die von
        <pb n="42" />
        vem Berklagten erjagten Thiere kämen ihm zu, da die betreffende
Jagd ihm verpachtet sei. Schließlich sollte die Sache durch einen
von dem einen Theile zu leistenden Eid zum Austrage fommen.
Da mahnte der Richter noch einmal zum Frieden. Er wolle einen
Vorschlag machen, wodurch der Streit, in welchen die „noble Pas⸗
sion“ die Parieien verstrickt, in einer noblen, Gentlemen würdigen
Weise beendigt werde. Als Vormundschaflsrichter habe er vor
Kurzem eine arme brade Wittwe kennen gelernt, der es geradezu
an Allem fehle und der er so gerne geholfen sehen möchte. Ver
klagter solie nun vom Eide abstehen und dieser Familie 30 Marl
zukommen lassen, Kläger andererseits auf alle Ansprüche verzichten;
beide sollten sie dann in Frieden auseinandergehen, geeinigt in dem
schönen Bewußtsein, ein gutes Werk gethan zu haben. Mit Span⸗
nung sah das Publikum der Antwort der Parteien entgegen; alts
diese aber auf den Vorschlag des Richters unbedenklich eingingen,
da gerieth es in freudige Bewegung, die sich durch laute Bravos
kund gab. Und wirklich wußte man nicht, ob man sich mehr freuen
solle uber die Parteien oder über den Richter, der hier Frieden
stiftete, um dort die Noth armer Mündel zu lindern, und in so
schöner Weise den Friedensrichter mit dem Vormundschaftsrichter
zu verbinden verftand. »3 72

FAobursg, 16. Jas. Loterie⸗-⸗Glück. Nechdem im Laufe

der leßgten Jahre zwei große Treffer der Gothaer Prämienpfandbriefe
(einmal M. 150,000 an die Wittwe eines Rechtsanwalts und
M. 75,000 an eine Bankierstochter hierhergefallen sind, hat jetzt
dem Vernehmen nach tin hier in Ruhestand lebender Arzt, eine
sehr beliebte Persönlichlkeit, auf einen Meininger Prämienpfandbries
den Hauptgewinn von M. 240,000 gemacht.

FBerlin, 11. Jan. Kin chloroformirtes Pserd dürfte
zu den Seltenheiten gehören, ist aber vor einigen Tagen hier vor—⸗
zekommen. Das arme Th'er war in eine Vertiefung gestürzt und
Jeberdete fich bei dem Versuch, ihm Schlingen umzulegen, so wild,
daß der Thierarzt hinabstieg und es chloroformirle. So war es
leicht emporgewunden und der Besitzer war voller Freude.

F Am naächsten Lichtmeßfeste werden es 75 Jahre sein, daß
der Papst die erste Kommunion empfangen hat. Der „Verein der
heiligen Melanie“ in Rom schlägt nun für diesen Tag enfe allge⸗
meine Kommunion von Kindern aller Länder vor.

FWajhington, 16. Jan. Der Eisenbahnzug, welcher
die Theilnehmer an einer Versaamlung in Harsord (Coneckilut).
nach ihrer Heimath zurückführen jollle, zertrünmerte die Brücke bei
Farmington und stürzte in den Fluß hinein. Eine große Anzahl
von Personen wurde getödtet und verwundet. —

— Sar die Redacnon veranlwortich:

———

*
Licitation.

Margareiha Jene, im Leben
Fhefrau von Karl Klein, Schmelz⸗
rbeiter, Namens Petet Klein,
delche jeinen genannten Vater
um Vormund und Adam Peters⸗
heim, Schmelzarbeiler, zum Ne⸗
envormund hat,

8. Genannter Karl Klein, als
Niterbe am Nachlaß seines nach
einer Mutter verftorbenen Soh⸗
jses Heinrich Kleiin.
St. Ingbert, 20. Jan. 1878.

Sauer, kgl. Notar.

Bayerischer Landes-Hilfsverein
Samstag, den 9. Febr.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirthschaft
von Peter Heusse

werden vor dem unterzeichneten,
biezu gerichtlich beauftragten kgl.
Rotar, die nachbezeichneten, zur
Gütergemeinschaft, welche zwischen
dem in St. Ingbert verlebten
Bergmanne Johann Joseph Jene
und dessen hinterbliebenen Wwe.
Elisabetha Echilliug beftanden
hat, gehoͤrigen Liegeuschaften, im
Banne von St. Ingbert, der
Abtheilung wegen, öffentlich ver⸗
steigert, namlich:

Pl. Nr. 204, 4 Hezimalen
oder 1a 36 qm Fläche,
worauf ein Wohnhaus mit
hofraum, in den Hobels⸗
gaärten zu St. Ingbert an
der Blieslaftelerstraße neben
Joseph Theobald und Peter
heufse.

Pl.⸗Nr. 3949, 62 Dezim.
oder 21 a 12 qm Acker
in den einfpännigen Redern
neden dem Wege und pach⸗
folgendem Grundstücke.
Pli⸗Nr. 3950, 45 Dez m.
oder 15 a 33 qm Acker
allda neben dorigem Grund⸗
tzücke und Johann Reidiger.
Eigenthümer find:
1. die Ww. Slisabetha Schit⸗

(Zugleich Organ der Kaiser⸗Wilhelms⸗Stiftung..
Die Mitglieder des St. Ingberter Cantonal⸗Zweigbereins
werden zu der statutenmäßigen zjͤhrlichen
ordentlichen General-Versammlung
auf Montag, den 21. Januar l. J., Nachmittags
J Uhr in dem Stadthaussaal dahier ergebenst eingeladen,
St. Ingbert, den 10. Januar 1878.
Für den Ausschuß:
—— Heinr. Kraemer, Vorsitzender.
Geschäfts-Empfehlung.
Einem geehrten hiesigen, wie auswärtigen Publifum die erge⸗
benste Anzeige, daß ich mich hier niedergelaffen und eine
Wagnereĩ
im Hause don Hrn. Peter Schweitzer im Mühlened ketreibe.
Es wird mein Bestreben sein, den geehrten Herren Fuhrwerls⸗
besitzern, bei solider Arbeit prompt und dislig aufzuwarten.
Si. Ingbert, den 19. Januar 1878.
Sranz Schreck, Waanermeisier.
Beginn des
ommereursen
.April.

no are E Lzung
— für
Mütter!

Mittel gegen den Keuch

oder blauer Husten.
Versandt einzelner Flaschen d
M. 213 unter Nachnahme.
A. Würth, Mamiheim.
202—777

Herrn J. J. F. Popp in
Heide (Holstein).

( Originalbrief.) Wie
ch Ihnen schon früher kurz
bemirkt, bin ich von dem Ge⸗
brauche Ihrer zwei Portionen
Pulver von meinem, vorher
von verschiedenen Aerzien er⸗
folglos behandelten 6— 8jähr.

Magenkatarrh
gründlich geheitt. In den er
len Tagen der Knr verspürke

ing, ch im Unterleib etwas unbe⸗
die volliährigen Kinder, als: hagliches Gefühl, wahricheinlich
2. Elisabetha Jene, Ehefrau deraulaßt durch die Windt
bon Heinrich Bauer, Tüncher in Blaͤhungen)diefrüher anfwaͤrtb
Schaidt, V gzingen und jetzt den natür
8. Magdalena Jene, Ehefrau lichen Weg nach unten nahmen.
von Nilolaus Sehn, Bergmann Diese Gefühle machten bald
zu Rentrifch wohnhaft; behaglicheren und einer regel⸗
die minderjährigen Kinder, als: maͤßigen Verdauung u. schließ⸗
4. Georg Jene, Schmelzar⸗ lich gaͤnzlicher Genefung Plaßz.
beiter, z danke Ihnen deshalb vom
5. Jalob Jene, Schmelzar⸗ runde meines Herzens und
beiter, wünsche nar, daß Sie nochvielen
6. Marle Jene, ledig, ge⸗ Leidenden so glücklich helfen
werhlos, welche ihre genannte wie mir. Vorfiehendes wollen
Matter als Vormünderin und Sie zur Weiterempfehlung be⸗
Fart Jene, Vergmann im St. nützen wie es deliebt. Ach⸗
Itgberi zum Nedenvormunde mngsdoll zeichnet Ph. Ei⸗
haben. He mann, Niltenberg a. M.
7. das Kind und Erbe von Bayern), 30. Nov. 1878.
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
Hiezu Illusirirtes Sonntagsblatt“ Nr. 3.

— — —

a5 40 Seiten starke Guc:
Hichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
dewührte Anleitung zur Selbstbe⸗
zandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken francon
ecsandi von Richter“s Ver⸗
lags⸗Auftalt in Leipzig —
Die beigedruckten Attefte beweisen
»ie außerordentlichen Heil—
rfolge der darin empfohlenen
ur
        <pb n="43" />
        St. Ingberler Anzeiger.

—* *

— —

—
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wohentlich) mit dem Hauplblatte verbundent Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint woͤchentlich vViermal: Dienstag, Donnertag, Saustag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

Mark 20 R.⸗Pfa. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ai:ßvirtz mit 15 Pfi. für die vierzespaltene Zeile Blattschrist oder derer Raum. Neciamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

11 13. Dieunstag, den 22. Januar —— 1878.
Dentsches Reich. a

Mäüuchen, 18. Jan. Die Kammer der Reichsräthe ge⸗
aehmigte heute einstimmig den Gesetzentwurf über die provisorische
Steuererhebung für das Jahr 1878, sowie den Gesetzentwurf über
den Bau einer Bahn von Lohr (unterfranken) nach Werthleim,
iber den Ausbau der Bahn von der Station Unterpessenberg nach
zem in der Nähe liegenden ärarialischen Kohlenwerk, über den An⸗
kauf eines Solondampfers sür die Bodenseeschaffuhrt ꝛc. Die Groß⸗
karldacher Schalpetition wurde an den dritten Ausschuß zur Bericht⸗
echattang verwiesen.

München, 19. Jan. Bei den mit dem Mauser⸗Gewehre
porgenommenen Massenproben, wie auch beim Gebrauche desselben
u den Truppenabtheilungen versagten auffallend viele Gewehre (tdit
zu 10 Proc.), wovon man die Ursoche anfärglich dem fehlerhaften
Funktioniren des Zündstiftes zur Last legte. Als sich diese Ansicht
als irrig erwies, glaubte man der ungleichmäßigen Fabrikation der
Patronenhülsen die Schuld beimessen zu müssen, bis sich heraus⸗
stellte, daß die Zündmasse nicht die gehörige Explosionsfähigkeit be⸗
ägt. Versuche im h'esigen Haupilaboratorsum ergaben nun e'nen
beinahe unfehlbaren Zündsatzz, seit dessen Andwendung die Zahl
der versagendin Gewehte auf höchstens * Prozent sank. Zur
Information in Bereitung dieser Zündmasse, sowie in Herstellung
der kleinen Mauser⸗Patrone besti umten Zündlüt hem ist seit einigtr
yr Rn Chemiker aus dem preußischen Veilitäre⸗Laboratotium zu
Spandau in das hiesige Hauptlaboratorium beordert.

München, 20. Jan. Auf die Tagesordnung einer der
nächsten Plenars zungen der Abgeordnetentammer werd gesetzt werden:
Mündlicher Bericht des Petitionsausschusstz über die Petition des
Stadtmagistrats Fürth, die Schädigung der Industrie durch die
—XXD
Ausschusses lautet: Die Kammer wolle beschließen, diese Perition
der Igl. Staatsregierung zur Würdigung hinüberzugebenn.

Aus Straßburg, 18. Januar, schreibt man der „st.
Z.“: Die Erwartung, welche der Kaiser im vorigen Jahre bei
einem Besuche im Elsaß aussprach, daß er das Land wiederzusehen
hoffe, wird allem Anschein noch in diesem Jahre in Erfüllunzg
zjeden; der daiser hat den Wunsch ausgesprochen, das 15. Armee⸗
zorps im Manöver zu sehen. Aller Wahrscheinlichlkeit nach wird
Straßburg das Standquartier werden, von welchem aus er das
Hanöverfeld täglich besucht. ·

Ausland.

London, 19. Januar. Der Peiersburger Korrespondent
der „Times“ hört angeblich von dem Verfasser des russischen Waf⸗
renstillstands Entwurfẽ, die Bedingungen würden so hart sein, daß
die Türken sie kaum annehmen können. Das Cityblatt meldet
erner: Die kürkischen Delegirten trafen mit dem Großfürsten und
dem Genetal Ignatieff (4 auf einer Statiouder Jamboli-Eisen⸗
dahn bereits zujammen. Der „Daily Telegraph“ dagegen meldet:
Die Delegirlen trafen den Großfürsten Nlolaus gestern in Tir⸗
nova. Der Großfürst künd'gte ihnen an, er könne erst in Adria⸗
nopel unlerhandeln, welches sofort übergeben werden solle. Die
Delegirten stimmten zu und Djemel Pascha erhiel den Auftrag
Adcianopel zu räumen. Dieser retirirt nach Chekmedje. Die
stussen langen wahrscheinlich in zrei Tagen in Adrianopel an.
Fin Ministerrath in Konstantinopel beschloß nochmals England um
ꝛine definitive Erklaäͤrung anzusuchen.

Det „erste König des geeinten Italieus“ hal am 17 d8.
eine letzte Ruhestätte in dem stolzen zwe tausendjährigen Pantheon
zefunden, welches u. A. auch die sterblichen Keste Raphaels und
ʒes Caidinals Confalvi enthuͤlt. Alle Vorbereitungen zur Leichen⸗
eier ließen von vorn hetein darauf schließen, daß sich dieser Aci
u einer großart'gen nationalen Kundgebuug des italienischen Voltes
jestalten werde. Inmitten dieser Vorbereüungen war eine der in⸗
erressantesten Erscheinungen die loyale und rücksichtsvolle Haltunz
»es Papstes. Wenn man sich erinnerte, mit welcher fanatischer
Intoletanz im Jahre 1861 die Leiche Cavout'ß zu kämpfen haue,

—
wie sie von Kirche zu Kirche, von Priester zu Priester wandern
nußte, ebe sie ein halbverstohlenes ehrliches Begräbniß fand, so
vird man den Eindruck ermessen können, den die milde und ver⸗
ohnliche Haltung des Papstes den Manen des italienischen Königt
zegenüber in allen politischen Kreisen machen muß. Freilich wirb
nan sich zu hüten haben, diese persönlichen Gefühle Pius IX. am
Sarge des Begründers der Einheit Italiens politisch zu überschätzen.
„Noch habe ich zu befchlen!“ soll er zornig einem der Uaversoͤhn⸗
lichen aus dem Cardinalscollegium zugerufen haben, und gewiß
siind die dersöhnlichen Dispositionen des Vaticans, die von selbft
asle Hindernisse für die kirchlichen Ceremonien zu Ehren des Königs
aus dem Wege räumten, einzig und allein auf die persönlichen
Futschließungen des Papstes zurückzusühren. Je mehr der koörper⸗
liche Zustand denselben den irdischen Dingen entrückt, desto leb⸗
hafter scheinen jene alten Ueberzeugungen und Empfindungen ia
hm ju erwachen, die das Merkmal seiner ersten Papstjahre gewesen
ind. Daß indeß diese persönlichen Wandlungen für den Rest
seiner Lebenszeit noch irgend welchen Einfluß auf die Geĩammipo—
itil des Vat cans gewinnen follten, scheint uns eine sehr sangui⸗
nische Hoffnung zu sein. Wie in der Kirchenpolitit. so wird auch
in der inneren Politik Italiens der Thronwechsel, zunächst wenig⸗
end, kaum irgend eine sichtbare Veränderung herbeiführen. Die
Feinde des jungen Königreichs hoffen auf die gährenden republika-
aischen Bestrebungen im Lande; wie sehe sie dieselben überschätzen,
zeigt d'e Einhell'gkeit mit der die Nation die Thronbesteigung des
neuen RKöuigs anerkannt hat. Kein Mißton hat diese Anerkennung
zesiört, und in Frankreich wie in Oesterreich dürste man sogat
finden, daß ther zu viel, als zu wenig bei ihr geschehen sei. Auf
velche Partei sich Rönig Humbert auch stüßen möge, schwerlich
vird er irgend eine Partei oder auch nur ine Persönlichieit zut
Derrschaft bringen, weiche der monarch stischen Regierungsfor n feind⸗
ich gesinnt wäre; selbst wenn er in Zutunft einmal gezwungen
vürde, bei decr Wahl seiner Minister noch weiter nach lintks zu
Jehen, als sein Vater that, als er das vorletzte Ministerium er⸗
nannte, wird er doch kaum eißer Opposition begegnen, welche sich
zdegen die Grundlagen der Verfassung und ijener Regierungsform
chtet, welche Italien zu seinen bisherigen Erfolgen geführt hat.
Die auswärtige Politek die bei jedem Thronwechsel vorerst am we⸗
nigsten berührt zu werden pflegt, wird auch von diesem nicht in
andere Bahnen gelenkt werden, als bisher. Der Kreis der Inte⸗
ressenten Italieas kann unter Humbert J. kein anderer sein, als er
s unter Viktor Emanuel gewesen. Diese pvational italicnischen In⸗
ereffenten traten in gewissen sehnsüchtigen Ausblicken, namentlich
zuf das Mitlelländische Meer hin, unter Viklior Emannel wohl
zier und da zu Tage, valießen aber nie die Grenzen weißker Ma—⸗
zigung und werden dieselben auch ferner nicht verlasseudürfen,
venn das neue Königreich seinen heut:gen Plaß unter den Mächten
ehaupten will. Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, verliert
zet Verlust des nunmehr zur Rude gebelteten ersten Konigs zwar
uchts vou seiner nationalen Giöße und Bedeutung, einen sichlbaren
UImschwung in den Verhältnissen aber läßt er nach keiner Seite
zin eiwarten.
Konstautinopel, 19. Jan. Telezrammen aus Kdria⸗
nopel von beute zufolge haben die Turken die Vertheidigung Adriad⸗
nopel's aufgegeben und alle Truppen und Kanonen zurückgezogen.
Der Generalgouverntur bderließ heute Morgen Adriauop⸗l und ließ
aur 72 Gendarmen zur Aufrechthaltung der Ordnung bis zu dem
»evorstehenden Einmarsch der Russen zurück. Nachdem die Russen
zestern in Mustapha-Pascha, einige Kilometer von Adtianopel,
ꝛintrafen, wurden Maßregela getroffen, daß die zurückgebliebenen
Bendarnen nach dem Einmarsch der Russen unbehelligt abziehen
önn⸗s. Heute Morgen ging ein Eisenbahnzug von Adrianobel
ab, welcher alle Freinden und Einheimischen, welche die Siadi zu
»etlassen wünschten. mitnahm. Der französische Consul blieb zum
Schutze der seirer Nation Angehörigen in der Stadt zurück. —
Von Suleimann Pascha liegt noch keinerlei Nachricht vor. — Die

g
        <pb n="44" />
        rürlischen Bevollnächtigten find destern in dem rusfischen Hauplquar⸗
ier zu Kasanlyk eingetroffen. Die Verhandlungen begannen sosort.
Inet Bey, Eñtel Fuad Haschas ist gessern mit neuem Inst ruk⸗
nonen fuc die turkischen Bevollmächtigten nach Kasanlyk abgreiß.
Dal Kriegeministerium hat eine Commission eingefetzt zum
Zwede der Berufung aller ledigen Manner zur Vertheidigung der
Hefestigungen der Hauptstadt. — Eine Irade des Sultaas ruft alle
Zlomanen unter die Waffen zuc Vertheidigung des Valerlands,
das in Gefahr sei.

imn etwa zwanzig Jahre alleren Weibe in Uuftieden lebte, ermordete
ieselde auf eine dis jcht unbelannte Weise, zerstüdte den Leichnam
a nicht weniger als 187 Theile, zo3 alle Kno hen aus den Fleijchstuücken.
nd vdahrend er die legzeren in die Goffe warf, krug et die Ge⸗
eine, in ein Tuch gehüllt, zur Nachtzeit nach dem Kirchhof, wo er
bagrub. Bis jehe konuten die leteren nicht gefuuden werden,
lein die kleinen Fleischsücke bilden nur zu sprechende Beweise für
ie Sczuld des thietischen Mörders, der dieselbe uübrigens vollständig
ingeflanden hat.

FeAm 8. da. kam in Unterach am Atterset ein gesunder
dnade zur Welt, welcher an jeder Hand 6 vollkommen aus gebildete
Finger und an jedem Fuße 6 vollkomnen ausgebildete Zehen hatbe.
oan fagt, daß Mutter und Großmutter dieses Kindes ebenlo be⸗
chaffen jeien.

f Der äliesste Manun Europas. Am 10. d. M. starb
n Triest der Greis Miltaacic, welchem nur mehr drel Monatt
hlien, um 114 Lebensjahre voll zu zählen. Derselbe war gm
0. April 1764, alio fünf Jahre vor der Geburt Napoleons L.,
eboren. Mehrere Freunde haben beschlossen, jür den Nerstorbenen,
in feierliches Leichenbegänzniß zu veranstalten. — Die .N. Fr. Pe.“
rfährt nun aus russischen Blättern. daß im Stoͤdichen Andreew im Gou⸗
nemem Keleh ain Veamter lebt, der schon das 45. Jcht die
Pesion aus der dortigen Kasse beziebt. Derselbe diente vorher
ein Silaule nicht weniger ala 80 volle Jahre und zählte 21 Jahre.
is sanen Vienst aniral. Gegenwärtig ist der Greis demnach
olle 116 Jahre alt, 'st froh und munter, erfreut sich einer guten
zejundheit und desucht sehr häufiz in Warschau jeine Angehörigen,
vobei er ein Glas guten Wodka nicht verschmäht.

KZermischtes.
7St. Ingbert, 214. Jan. In der Nacht von Samstag
zuf Sonntag wurde bei Messerschmied Feitlinger versucht
zu slehlen. Am Ladeunfenster wurde eine Scheibe eingedrücdt.
Dahinter räumten die Diebe, soweit ihre Hände reichten, auf.
Tuech das entstandene Gerausch wurden die Bewohner dis Hauses
vach und die DTiebe suchten das Weite. Bei Dreher Beher hatten
je sich vorher durch dielelbe Manipulation in den Besit von Ci—
zarrenspitzen und Pfeifen gesezt. Noch gestern aber vwurden die
Diebe, einige hiesige Bursche, entdeckt und verhaftet.

ꝓ Bei der am 18. d. M. von den Herrn Gebr. Kraämser
zier abgehaltenen Treibjagd im Revier Jagersbutg wurden 18
dasen, 5 Füchse und 9 —XXXC

Zweibrücken. 19. Jaͤn. Einem hiesigen Looje-Verein
hat kürzuch Fortyna einen Gewinn von 30,000 M. bescheett.

7 Die Tinwohnerzahl Berlbin? betrug, nach dem slädtischen

datistischer Bureau. am 23. Dez. v. J. 1 Million 20,80.

fPariser Moden. Ter miide Winler hat, wie aus
Paris geschrieben wird, in der Mode verschiedene Neuschöpfungen
zeranlaßt. Die Damen iragen ein Nebuleuse getauftes Costüm
zus schwarzem Cachemir-⸗Merino, und ein anderes, Surptise ge⸗
Janni, aus einem als neigeuse beze chneten Stoffe angcekertigt.
hinsichtlich deß Schnities ist eine groͤßere Einfachheit zu bemerken;
ie Gebausche ist uscht mehr so vielfaltig, man begnügt sich mil
inigen starken Würfen, nebst einem dichten Plisse am Ende des
Zleides. Die Polonaise besonders ist sehr eiufach, meist ohne au⸗
deren Zierrath als farbige Streifen. Die orientalischen Wirren
jaben die Bezeichnung Rurik und Bulgare für Mäntelformen ges
zesett. Die erstere zeichnet sich durch breite herabfallende Aermel
wus, wäbhrend dieselben dei der zweiten eng anl'egen. Berde
Mäntel reichen bis über das Knie und find mit Pelz verbramt.
Ganm Belgien ist gegenwärtig durd ein furchtbares
Berbrechen aufgeregt, das ein Schneider, Nameuns Mesidah, in
Aniwerben an seiner Frau begincç. Mestdagh, der mit seinem,

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Noturtunde. Herausgegeben von k. Oberfoͤrstet H. Nißsche.
Fünfter FJahrgang. Nr. 8 enthaͤlt: Jagd Denkmünzen
don Oberförster Joseph, mit Illustration. — Jagdbildet aus
der Ostindischen Inselweli von H. v. Clausewitz. — Erpan⸗
ionegeschosse von Dr. Pechrel Lösche. — Ränbereien eines
jahmen Falken von Freiherr Schenck zu Schweinsberg. —
Rieralus und andere interessante Notizen. — Verlag von
Sqhmm Gunuther in Leipzig. Alle Buchhandlungen und
Postanstalten nehmen Abonnemrnts an. Ptreis 3 M. halb⸗
jahrlich.

Geschäfts-Empfehlung.
Einem geehrten h'esigen, wie auswürtigen Pudlikum die erge⸗
henste Anzeige, daß ich mich hier niedergelassen, und eine

—
Ein weißer Hühnerhuud
Bratre) schwarzgefleckt, an beiden
dopfseiten schwarz, ebenso die
Dhren, auf der Mitte des
dopfes und Auslauf des Rüdens
in schwarzer Fleck ist gestern
Montagz) in hiesiger Stadt ent⸗
aufen. Der Hund hört auf
den Namen Hebmann. Wer
denselben an Boder J. Spohn
sier, oder an Carl Koch,
Bäder in Friedrichsthal wieder
urücbriugt, erhält eine gute
Belohnung.

——
LEin seltenes Ereigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fall ist es, wenn ein Biich
100 Auflagen erlebi, denn einen so
roßartigen Erfolg kann nur ein Werk
rzieten, welches fich in garz abter-
rdeniucher Werle die Gunst des Publi⸗
ums erworden dat — Dakt berühmse
Hopul⸗r⸗medicinische Werk: „Dr. Airy's
atuentrode“ erschien in
Einhunerter Austage
ind liegt darin auein schon der beste
hew ers Or die Gediegenbeit srines In⸗
jalts. Diese rric juuftrirte, volständig
im gzrarbeitete Jubel⸗ Aubgade dann
nir Recht allen Kranken, welche be—
maurte Heilmittel zur Beseitigung ihrer
deiden anwenden wollen, dringend zur
Durchficht empfohlen werden. Die
arin abgedruckten Original⸗Ktitefte
deweisen die aukerordenilichen Heilerfolge
and And eine Garautie dafür, daß das
dertrauen der Kranken nicht getäuscht
wird. Obiges 344 Seiten starke, nur
Mark kostende Buch kann durch jede
Buchhandlung bezogen werden; man
berlange und vebme jedoch nur Dr.
nz. Naturheilmethode“, Original-
Ausgabe von Liater's Veriags
Anstalt in Lripjis

Vnacgenerei
in Hause don Hrn. Peter Schweitzer im Muͤhlened tetreibe.
Es wird mein Bestreben sein, den geehrten Herren Fuhrwerts
besitzern, bei solider Arbtit prompt und billig aufzuwarten.
St. Ingbert, den 19. Januar 1878.
Franz Schreck, Wagnermeister.
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Eine Wohnung, J

eftedend in 2 Zimmer and Küche

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Annonoen fur tolgende Zeitungen;
Baslor Nachrichten, velle man zur Vormeidung von Zeit rers-nmis-, tteta direoð riebten mn Benfor Journal,
Ceus Zurcher Zeitung, Torler e
dehweizer Handelszeitung, . M. g romquent,
n ιαα α. Freiburg, Oberrh. Lurier,
ʒt. Galler Zeituns, da Can*a R—Iatter ihre Annonoen Berlin, Wochensehrift de⸗
Feuchatel, Union Libéralo, Aι ναν ενNνα Vlruu Vereins deutsch. Ingenieure
Itnzotte de Lausanno, annehmen und verredhnen lassen. Deutsche Jagd-Zeitung.
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Tnmca Druc uin Iieg ven . L. Demen in Sit Jugb⸗ct.

Brehms sierleben

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7 555 2 322 238 J
2* — — 2 2 26 2 627 zc 22253
3335 323 33323338 85 835 528233 2
522 8 22 2 7228 223 J *
233328333 — 2 — 8 7*
3 ** 2235 3 22 2. 8 —— 58 * F
— P * — 2 — — 8 23888
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2836 27 —** 52355 *8* —822. —— 5525332323
53532335 7 —A —— 8 * — 2354 —— 23233
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— A —2 —22 2333 23 *5 33335535733
27* 25* — 1253552355323 533 ——
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3 6 S 2* 2523 3528 2 — — 2 225 *
225327 2 * 2358033 8353 * 28583
25553* 22335 25373783334 38*73 5
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        Sl. Ingberler ANnzeige

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöhentlich) mit dem Hauplblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentepreis betragt vierteljahrlich

1Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ais vartz it 13 Pfrfar die viergespiltene Zeile Blattschrist oder derex Raum, Neeia men
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
* 144. Donnerstag, den 24. Jauuar 1878.

—
— Z
Deutsches Reich.

München, 17. Jan. In der heutigen Sitzung beschäf⸗
tigte sich der Finanzausschuß mit den humanistischen Gymnasien
und den damst verbundenen Lateinschulen. Der Referent hatte
den Abslrich der Mittel für 7 Assisten en beantragt, durch welche
die f. Lateinkasse beforgt werden sollte. Darüber entspann sih eine
äußerst lebhafte Debatte. Der Minister trat mit aller Wärme für
die Position ein. Referent Schmid verthedigte seinen Adstrich, der
leinschließlich des Abstriches von 957 M. für den Studienlehrer
der neueren Sprachen, an dessen Stelle ein Assistent bleibt) im
Befammtbetrag von 10,218 M. von den „putriotischen“? Ausschuß
mitgliedern gigen die liberalen genehmigt wurde. Vaillant stellte
den Anfrag, den Etat um 35,000 M. behufs Ueberpahme der
Lateinschulen in Vurghausen, Kaiserslautern und Landau auf Staats-
kosten zu erhöhen; der Antrag wurde aber nach längerer Debatte
abgelehnt.

Aus München, 20. J, wird der „Abdztg.“ mitgetheilt:
Finanzminister d. Riedel sei in Bezug auf den sorsilichen Unlerricht
mnderer Meinung als sein Amtsvorgänger und entsqclossen, die
Forstschulanstalt in Aschaffenburg zu belassen. Der dortige Un—
rerrichtsplan werde einige Modifikationen erleide.

Aus München, 20. Jan., wird der „Pf. Z.“ berichtet:
„Der Abg. Baron Grießenbeck hat seinen Austriut aus der Kam—
mer ertlärt, und soll das diesbezügliche Gesuch in der morgigen
Sitßung der Abgeordnetenkammer zur Verlesung gelangen. Wie
man bestimmt mittheilen kann, gedenken auch die Abgeordneten
Anwalt Horn, Subregens Dr. Ludwigs, Rechtsrath Ruppert und
Advolat Frey ag aus der Kammer auszutreten·“·

»AIm Einlauf der Kammer der Abgeordneten sind aus der
Pfalz noch folgende Petition eingelangt: Der Fabrikrath der katho⸗
luischen Kirche zu Misttelbexbach bittet um Bewillizung einer Unter⸗
stützung aus Staatsmittela zum Neubau einer latholischen Kirche
das lbst. Die Gemeinderäthe von Wallhaben und Umgegend (über-
zeicht vom Abgeordneten Kuby) bitten um die Erbauung einer
senbahn von Landstahl über Wallhaben nach Thal eischweiler.

Dem „Bayr. Kurier“ zufolge ift füt die bevorstel ende dleich⸗
eitige Tagung des bayerischen Landtags und des deutschen Reichs⸗
hags die Herbeiführung einer Verständigung zwischen beiden Par—⸗
teien der Abgeordnetenkammer dahin in Aussicht genommen, daß
pon beiden Seiten gleich viele Reichztagsabgeordnete nach Berlin
gehen, so daß die Parteiverhältnisse nicht alterirt werden.

München, 21. Jan. S. k. k. Hoheit der Kronprinz ist
heute Abend um 6 Uhr 25 Minuten hier eingetroffen und hat um
7 Uhr 5 Minuten fseine Reise nach Berlin fortgesetzt. Zur Be⸗
grühung waren der Gesandte v. Werthern, der Miitär⸗Achtlache
p. Stülpnagel, der Polizeipräsident Feilißsch und der Oberst
xysander am Bahnhofe anwesend, Außerdem hatte sich ein sehr
jahlreiches Pablilum eingefunden, welches den Kronpringen mit
enthusiastischen Qundgebungen empfing.

Es war bis vor wenigen Tagen, und zwar hervorgerufen
durch direkte Mittheilung des Kronprinjen, allgemein angenommen
worden, daß die diezjährigen Kaijer⸗Mansver in Preuhen resp.
Pommera slattfinden würden. Wie man dem Deurschen Moutags ⸗
Alatt aus Stroßburg schreibt, hat der Kaiser sich vor wenigen
Tagen entschlossen, große Korprmans ver zwischen dem 11. und
15. Korps in Etjaß Loihringen abhalten du iossen. Es ist dadei
ausdrüchlich befohlen, daß dan Mindver nicht bei Mez spielen soll,
da die Nahe einer so starken Festung steis lähmenden Einfluß auf
den Gang dvon Feldmandbern ausüben muß. Da aber die Garni—
sonen Sttaßburg und Metz während der Dauer der Uebungen von
Truppen entblößt werden müßten, ist allerhöchsten Otte besohlen
worden, daß die 16. Division (8. Korps) während dieser Zeit die
Festung Met, die 837. Bricade si⸗4. Kotpz) Siraßbutg beseten soll.

Ausland.

dondeon, 21. Januar. Die „Timez“ erfähtt aus an⸗

ꝓblich zweife loser Quelle von Pelecsburg: Die Koͤnigin Vikloria

⸗
F

habe an den Cjaren direlt geschrieben, für die Türkei intervenirend,
mit dem Ersuchen, die rufsischen Armeen sollten nicht weiter vor—
rücken. — Der „Daily Telegraph“ meldet: Die Russen besetzten
noch nicht Adrianopel. Die Negoziationen zwischen Rußland und
der Türkei begannen. Die türkischen Delegirien offeriren: Batum
als Freihafen zu erklären, eine Rektifiklation der armenischen Grenze
bdis nahe Kars; die Fortifikationen von Kars und Erzerum sollen
neschleist und beide Festungen als off ne ürlische Slädte erklärt
verden. Eine Konserenz soll entscheiden, ob Bulgarien bei der
lutonomie-Gewährung kis zum Balkan zu rechnen sei. Die Dar—
»anellen sollen den Kriegsschiffen aller Nationen geöffnet werden.
Die serbische und monlenegtinische Frage soll weiteren Verhand⸗
ungen vorbehalten Werden. Dasselbe Blatt meldet: Rußland
»erlange: Adrianopel zu Bulgarien zu rechnen; die Dardaͤnellen
»los für russische und tünkssche Schiffe geöffnet; die Abtrelung
Zatums und eine große Abtretung in Armenien. — Die Türken
»efestigen inzwischen die Linie Buyut Tschekmedje. — Nach den
„Daily News“ macht General Gurko wahrscheinlich einen Vorstoß
jegen Gallipoli. Die „Central news“ melden: Auf dem letzten
Ministerrath in Stambul berieth der Sultan und die Minister,
nach Broufsa überzusiedeln. — Die zweite Times“⸗Ausgabe he⸗
cichlet aus Pera: Hier herrscht die Befürchtung, die Russen ver⸗
oͤgerʒ die Verhandlungen nur, um nach Konstantinopel zu marjschiren
Der derntjche Boischafter Prinz Reuß soll privatim geäußert haben:
r gleube ninbt, daß die Russen nach Konstantinopel gehen würden,
venigstens nicht vor Atschluß des Friedens, da England selbst
einer temporären Besetzung Stambuls fich zu sehr widerfetze.

Belgrad, 210 Jan. Die serbischen Truppen haben Kur—
chumlja wieder genommen und fanden daselbst 24 wodte serbische
Soldaten und 2 serbische Offiz'ere, welche gepfählt und gehängt
varen.

Belgrad, 22. Japuar. Das amiliche Blatt veröffertlicht
in provisorisches Dectet ber Einführung secbischer Verwaltung
ind Gesetze in ben „kefreiten“, zur Zeit von ferbischen Truppen
ccupirien türsischen Gebietstheilen.

Ueder die letzten Opecationen des Generals Gurlo gegen
Zultimann Pascha iheilt ein amtlicher russischer Bericht Folgenden
nit: Nach der Befetzung von Philippopel setzlte Gurko den nach
Dermendere zurückzegangenen Tuͤrken kräftig nach und warf sie
»urch zwei Gefechte am 16. und 17. Januar dollenda in'es Des⸗
oto· Gebirge zurück. Die Türken sollen in dicsen Kämpfen 49
Beschütze, 2000 Mann an Tosen und über 3000 Mann Ge⸗
angenen verloren haben. Sie mußien Becgpfade zum Rüchzug
zach Süden benatzen, der Weg nach Adrianobel war ihnen abge⸗
chnitten. Der Verlust der Russen wird mit etda 500 Todien
und 18 (7) Berwundelen angegeden. Am 18. wurde die Verfol⸗
jung der Tüekea nach Süden ju kräftig forigeseht, während gleichzeitig ein
Theil von Gurto's Reiterei auf der Siraße über Chastioi gegen⸗
ydriauopel zu vordrang und am 19. Fühlung mit General Slobe⸗
eff II. hatte, d.ssen Vortruppen befanntlich am 18. in Mustapha⸗
»ischa bei Adriauoplleingerückt waren. Nich dem russischen Be⸗
icht war ez einem Theil der in Philippopel gestand enen rückischen
Truppen. der vor Suleimann Pascha von doet aszog, noch gelungen,
hne Kampf über Chaskioi zeitig genug nach Adrianopel zu ge⸗
angen.

Vermischtes.
fF Si. Ingbert, 24. Januar. Wir wollen an dieser
Stelle auf die im heutigen Inferatentheile stehende bürgermeister⸗
nitliche Bekanntmachung kej. Eisenbahnbau Et. Ingbert⸗
Zaarbrücken ꝛc., nicht unerlassen, besonaders aufmersam zu
nachen
f Nah der General⸗Versammlung der Aklionäre der Bier⸗
rauetei Kaiferslautern wurde an der Mitlags-Tafet im
2q vanen eine Allie von M. 600 füc eine Flasche Champagner
ꝛil geboten, ohne einen Kaäufer zu finden.
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        Aaiferslautern. Leten Sonntag hiell der Social⸗
demoktal Dreesbach hier einen Vortrag über die Gegntr der So⸗
aidemotratie“. Es hatten fich Jemlich viele Zuhdrer eingefunden,
darunter auch eine ziemliche Anzaul jolchet, die nicht zur socialde⸗
molralischen Fahne schwören. (Auch in Zweibrücken hielt Drees
bach am Sonnabend tinen Vortrag.)
7T Am L. Febtuar l. Is. wird in Hettenleidelheim
eine Postexpedition in's Jeben trelen, welcher die Orie Heitenleidel⸗
seuͤn, Raalerhof und Tiefenthal zur Beftellang zugetheilt sind.

pNeustadt, 21. Jamnar. Sicherem Vernehmen nach
jat Se. kgl. Hoh. Prinz Lunpold den im Steinbruch zu Weiden⸗
hal Verunglüdten, bezw. deren Hinterbliebenen eine Unterslützung
hon 60 M. zugehen lafsen.

4 Der von dem „Pf. N.“ aus Ludwigshafen gemel⸗
hete Raubanfall soll nach einer Correspondenz der „Pf. Z.“ ledig⸗
lich auf Erfindung beruhen.

p Speier. Se. Maj. der König ha dem Reischerverein
3000' M. aus der kigl. Cabinetslasse gesper det.

4Speyer, 19: Jan. Heute wurde eine allgemeine
Milchtebision abgehalten, wobei ca. 400 Liter verfalschter Milch
omfis zirt wurden.

Speier, 21. Jan. Das bisherige Mitglied der Bitt⸗
lerjchen Thealfergesellshaft, Herr Damerow, war vordem in Köln
aIm Thaliaiheater eagagirt und pflegte doert ein zartes Verbältniß
mit einer Sängerin Namens Alipantka. Laum in Speier, erfuhr
A, daß das Fräulein das Verhäliniß nicht mehr weiter lühren
wolle. Er nahm sich die Sacht zu Herzen, kaufte sich einen Re⸗
polder, suhr am 18. Januar spornsireichs nach Koͤln und legie
bot dem Hause seiner Geliebten un'tielst der Schießwaffe Hand an
sein Leben. Die Kugel sprang an einer Rippé“ ab und drang in
den Rüchen. Er wurde schwer verletzt in das Hospital gebracht,
voselbsi er Togs datauf gestorben isht. 6(Gp. Z.)

f In Colm ar wurden zwei Weinhändler wegen Weinfäl—
schung zu je 2 Monaten Gefängniß, ferner miteinander zu 1000
. Gesobuße und wegen der Ueberschreitung des 8 867 des Straf⸗
gesetzbuches zu je 100 M. Geldbuße verurtheilt.
pMänden, 22. Jan. Staatsrath Dr. v. Dar nbergex
ist heute Morgen 6Va Uhr verstorben.

FDer Mannheime Konsum⸗Verein ist in Gant erllärt;
dus Defizit beträgt 60,000 M., zu desfsen Dedung dee solidarische,

aftbaten Mitgliedet eiwa 1738 M. pro Kopf zu zahlen haben, was
ar viele derselben hoͤchst empfindlich iß.

Worms. In der dtacht voin 18 auf 19. Jan. hat sich
ierjeldst der Universitäts-Student E. F...... aus Edenkoben
rdängt, nachdem er sich im Fremdenbuche unter einem falichen
omen eingeschtieben hatte. Geldverdegenheiz soll die Veranlassung
zu dieser unheilvollen That gewesen sein.

FMalnz, 22. Jan. Der Wagenwärter Friedrich stürzte
estern beim Absahren von Armsheim von der Bremse des Güter⸗
ugs und brach im Falle das Gen'ck, so daß derselbe auf der Stelle
odt war. (M. 3.)

Mainz. Vor einigen Tagen kam hier ein Bettler in
Zaft, der an einem einzigen Tage durch Betteln 23 M. zusammen⸗
sebracht hat. Bei solch glänzenden Aussichten darf man sich nicht
vundern, wenn man so vele Fechtbrüder die Straßen durchwan deen
i ht.

Am 17. Jan. find in der Shweiz und in dem füdlichen
Theil von Baden ein Erdbeben ftatt, unter starkem Getöse schwank⸗
en die Häuser so stark, daß die Balken krachlen, die Fenster klirr⸗
ru und die Thüten ausprangen. Die Dauer des Stoßes betrug
inige Selunden.

Rom, 17. Jan. Der Leichenzuz Viltor Emanuel's ver⸗
jeß den Quirinal heute Rorgen um 10 Uhr. Den Zug eiöff⸗
jeten Abtheilungen der Armee, h'erauf folgten zahlreiche Deputa⸗
onen, Senatoren, Deputirte, Gesstliche, Großwürdenträger, die
Pertreler der fremden Nationen und Regierungen, die Prinzen der
Agierenden Häuser, der erste Flügeladiutant weiland Koͤnig Viltor
zmanuels zu Pferde mit Degen. Die Enden des Leichentuches
Felten der Ministerpräsident, der Minister des Innern, die Präaͤsi⸗
enten des Senais und der Kammer und zwei Ritter des Annun⸗
iata-Ordens. Dem Sarge folgte der Ceremonienmeister, der die
iserne Krone trug; dann kam Viltoer Emanuels Sclachtpferd,
sierauf Fahnen der Armee mnit Ehren⸗Eskorten. Den Schluß
ildelen die Vertr⸗ier vor Munizipien, Gesellschaften und Korpo⸗
ationen. In den Straßen war eine ungeheute Vollsmasse ver⸗
ammelt; d'ie VBalkone waten schwarz drapiert. Der Leichenzug
angte um halb 2 Uhr in der Pantheonlirche an.
Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demeß.

Bekanntmachung.

Durch den Bau einer Eisenbahn

bon St. Ingbert nach Saarbrücken
sind Veränderungen an Straßen, Wegen und Wasserläufen
auf der Gemarkung von St. JIngbert nothwendig geworden.

Die Beschreibung der projectirten Aenderungen und die
Situationspläne liegen zu Jedermanns Einsicht auf dem
interfertigten Amte 10 Tage offen.

Dies wird mit dem —X —
waige Einsprachen, wenn dieselben Berücksichtigung finden
ollen, bei der am Zuontage, 4. Jebruar nächsthin,
Vormittags 10*4 Uhr im Stadthaussaale stattfin denden
Tagesfahrt vorzubringen sind.

St. Ingbert, 23. Jan. 1878.

Das Bürgermeisteramt:
F Custer.
Ohampaævn ν»ι'erlago-

— — Jug⸗
bert baben wir eine Agentur unserer cühmlichst bekannten 3

Champagner⸗Weine
übertragen, zu denselven Vertaufsspreisen we in unserer Fabr'k.

Mannheim, den 20. Jan. 1878.

Jadob Götz döhnoe.

ð d
Kappen! Kappen! Kappen
Winterkappen sür Herin und Knaber, schön und dauer⸗
jaft gemacht, per Stück 1 Mart. Wiederverläufer Rabatt.
Georg Erwing, Kappenfabrikant aus Regensburg.
Zu haben in der Vierbrauerei des Hra. W. Heumser.
Beraãuchertes Schweier⸗⸗
flei sch per Pfund 58 Pif.
—— pfund 51 pi.
2peck per Pfund 60 Pf.
bei 4 Pfund 56 Pf.
ipfiehlt destens
—XXX
———— 848
ür
Mütter!
Mittel gegen den Keuch
oder blaͤuer Husten.
Versandt einzelner Flaschen a
M. 29. unter Nachnahme.
JDürth, Mannheim.

Annoncen aller Art, Stellen-
CKauf-, Verkauf-, Heiraths- Agen-
tur-Gesnehe ete. in alle Blatter
ind Fachzeitschriften der Welt
besorgen vir ohne alle Neben-
costen.

Specialitat: Ausschliessliche
gegie aller grõsseren Schweizer,
ꝰariser, Russischen, Englischen,
Jolländiscben Beertions-Organe

len sarke uch
Shichtu Rheumatismus
ine leicht verständliche, vielfach
ewãhrte Anleitung zur Selbstbe⸗
sandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
en, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
ecsandt von Richter's Ver⸗
ags⸗Anstalt in Leipzig —
Die beigedruckten Atteste beweisen
e außerotdentlichen Heil⸗
aAfolse der darin empfohlenen
—a

eipapier
mit Firma, zu Geschaftabriesen
in achõönen veraæaierten

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Tonrorarumae, Vinaiten

etéen ete., werden raseb

ind billig angesertigt in der

Zuoh- und Steindruokerei

F. X. D⸗metz.

Bezugnehmend auf Obiges halten wir uns zur Abnahme dieses
— —
zuben wir durch die Guͤte und Preiswürdigkeit der
Wenre unfere geehtten Abnehmer in sider We se zufrirden stellen.
konnen. I ein gebrauchtez Nott noch
ESEtn. JIngbert, den 24. Januar —— wdols B erhalten wird zu lausen ge—
lunge uct. Zu eiftagen in der
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—— — —— — —— — — 7—
I on .Demescx in St Inaberi
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        285

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2 2232 522 332s5335 3 3533— — 331

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2* 5* m283 5 * 8 8 * 8 52 ———8 — —8 *

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— — 28 ——— 23 3 O 2 855 —— 58 2 *2 a

2 — — 0 3 2* — — — 8

525535 538 — 3233353353 523 335 433 0

———— 52323 x 7 —22 525 532 55 2—

—— — 3328522 6 — 75323 2 — 58228 2
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23333 3335 77 2333875236 3333 3377 —
— 32253 5—* 35533323683 S — 32 2527 55332287 —„

A 5* — 3 523 2 277 — ————— 328
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25222 2335553 2 58 2383 * 8535 — —Jä 528 —827 8
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22 535. 533 —E 5237 5778 —— —A 5*33* 738.48738*
155253 53585 555 55725555 A 55255 3,» 323753
2 —53 —— —— 5 5353 552 35555533528* 35
253753 73355583 28 — 3588 33 3273 2323322784 F
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235 22 —A— 3338 85832 —3356238 3285334
2 82 — S5 3* 22 52 — 2 — 2. 2 83* 227 —8 2
2252 555537 —58223523* —2 5325 —ã— 6
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—— 32333 7238 338 352378* 1448 138 —3623
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—7831833553758 522338 8 ⁊

—FR 5325355 258 3c 25

— 53 6825 585

— 32 2

58 —
238335
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33133838 35 3333358
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* 2 55 3 23—52 23 — 5388
— 23— 582 3 52 — A
3555538 58333 72337 38333 2385 333533833
522 — z2533* 252327 5223 5535 22222
— 2 * ⁊ 2282 3235255 2 S — —E — —* *
2555 3 — * 2 253 53257 * — 8 333 — 8* 4
23353335 e— — * 232325 *8 5235 2 72 1333 — — 2225 *
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575 5 55 25352 523222* 5 358 523 53232783 *
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2 — 2 — 2 3—
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        St. Ingberler Anzeiger.
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— — —
der St. Jugberter Anzeiger und das (Smal wöcheutlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter VRei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viernal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentepreis betragt vierteljahrlich

1 Mart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pig., von Ausvärtz it 15 Pf. für die vierzespaltene Zeile Blattschrift oder derer Raun. NReclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
— 15. Samstag, den 26. Januar — 1878.

——

Deutsches Reich.

Mänchen, 21. Januar. Der Finanzausschuß der Abge⸗
ordnetenta umer, welcher heute d'e Berathung des Caltusetats zu
Ende führte, hat am Schluß noch deu Anttag des Refeenten Dr.
Antou Schmid, dahm gehend, daß vom 1. Januar 1878 amn nach
dem dortweiligen Stand der Pfründesassionen bei allen jenen kirch
lichen Pfründen, welche Aufbesserung vom Staate erhaltea, die Er⸗
irägnisse aus neuen Stiftungen nicht niehr in die Fassiogen einge—
stellt werden sollen, in Princip angenommen, nachdem der Staate⸗
minister v. Lutz bemerkt hatte, daß er nur dann dem elben bestim⸗
men könne, wenn solchee auch auf die Lehrerfassionen ausgedehrt
werde, was auch Annahme fand. Wegen Mangels an Zeit —
man wollte nämlich unter allen Verhältnissen den Cullusetat zu
Ende berathen — blieb die genaue Fassung des Antrages einer
der rächsten Sitzungen vorbehalten. (Fr. )

München, 22. Jan. Der Adgeordnete Landmann hat
den Antrag eingebracht, anzuordnen, daß der Gesammtmater'al be⸗
darf für den Bau und den Betrieb der boyerischen Staatseisen-
bahnen im Wege der öffentlichen Submission an den Mindästfor⸗
deruden vergeben werden.

Berlhimn, 22. Jan. Wie oöjfiziös versichert wird, ist der
Bundesrath in voller Arbeit um die Vorlagen für den Reichstag.
iusbeiondere die Etats der Eisenbahnverwaltang, des Reichskanzlers,
des Reichskanzleramtes. des Reichskanzleramies für Elsaß-Lothringen
und des Auswärtigen Amtes, üder welche die Ausschußberathungen
bereits beendet sind, sow'e die übrigen noch rückstärdigen Spezial—
etats so zeitig durchzuberathen, daß der Haup'etat dem Reichstage
—D—

.„Berlin, 23. Januar. Die officiöse „Prob. Corresp.“ er⸗
blickt in ernsten erfolgreichen Wassenstillstands-Verhandlungen zugleich
die Wahrscheinlichkeit des baldigen Friedens. Der volle Abschluß
des Friedens werde freilich nicht durcch beide Kregführende allein
bestimmt. Die Lösung der in Betracht kommenden Fragen werde
theilwesse nicht oh e das Einverständniß und die Mitwirkung der
ruropaischen Mächte erfolgen sönnen. Aber durch die bisherigen
Beziehungen unter den Maͤchten scheine die Zuversicht begründet,
daß es auch in diesem entscheidenden Augenblicke der orienlalischen
Verwick lungen gelinzen werde, die Lösung unter voller Wahrung
des Friedens zu erreichen. Hierfüt scheine die Weisheit und Pläßi⸗
gung des Kaisers von Rußland, seine innige, vertrauensvolle Ver—
bindung mit den Nachbarmächten und die neu belundete friedliche
Neigung Englands Bürgschaft zu gewähren.

Wie dem „Beil. Tagebl.“ mitgeiheilt wird, legt Fürst B'3
marck den größten Werth darauf, sich für sein?e Organisationsreform⸗
pläne der vouständ'gen Zustimmung der Bundesraths- Bevollmäch⸗
tiglen zu versichern, weil der Kaiser frühzeitig zu etkenaen gegeben
habe, daß Nchis gescheben solle, womit nicht alle Bundesregierungen
don vornetein enverstanden seien. Unter diesen Umständen muß
also Fürst Bismaick den ganzen Resormplan überhaupt für un—
autführbar ansehen, sobald irgend ein deutscher Souverän seine
Vorschläge von der Hand wiese. Der Kaiser, sagt man, hare
ausdrücklich dekundet, daß ihm nichts ferner liege, als der Gedanke,
jeine Machtdejugnisse auf Kosten der übrigen deuischen Fürsten zu
erweitera, und deshalb widersteehl ihm jede Veranderung, welche
die Meinung du'kommen lassen dönnte, als ginge die preußische
Regierung darauf aus, im Reiche hatsächlich einen größeten Ern⸗
luß zu gewinnen, als die Reichtverfassung dies gewollt. Diese
orunt sätzliche Anschauung des Kaifirs nwöthiet den Reichtkanzler,
wenn er dieses äußern Einflusses überhaupt bedurft hat —
seine gesamiten Vorschläge darauf hin einzurichten, daß bei eiwaigen
Organisat ons: Aenderungen vollen,Vundestreue“ geübt werde, und
es geschiest nur das, wozu sammlliche Bundesral3-Vevollmäch:igte
hre Zustimmung geben. Kommt qdließlich weuiger zu Stande.
als der Kanzler gewollt hat, so wird dies Wenigere gleichwohl den
daiserlichen Institutionen entsprechen, die ihre Befriedigung nur
zatin finden wollen und sollen, daß die Ausgestaltung det Dinge

des Beifalls aller Bundesregierungen von vorn herein gewiß ist.
Um es mit anderen Worten zu sagen, so soll es durchaus ver⸗
mieden werden, daß dem Reichstag Vorschlaäge zugehen, denen zwar
die Majorität des Bundesraths zugestimmt, gegen. die aber nach⸗
räglich dieser oder jener Bundesraths⸗-Bevollmächtigte im Plenum
des Parlaments sich erktären würde. Maßvolle Ausgestaltung der
Keichs Organisation unker einmüthiger Billigung der Vertreter aller
degierungen — das ist das Programm des Kanzlers nach den
in maßgebender Stelle normirten Bedingungen.

Mannheim, 23. Januar. Die Handelskammer, der
andwirthschaftliche Bezirksverein und das Comite der Tabakinteres⸗
enten laden die Gemeindevertretungen sow'e alle Betheiligten
Süddeutschlands zu einer nächsten Sonntag Nachmittag 2 Uhr im
SZaalbau dahier abzuhaltenden Versammlung ein, in welcker über
ie Schritte berathen werden soll, die gecignet scheinen, die dem
nländischen Tabakbau, dem Tabakhandel und der Tabakfabrikation
)urch das dem Bundesrath vorliegende Projsett der Tabalsteuerer⸗
voöhung drohende Gefahr abzuwenden. (Zu gleichem Zweck haben
hanauer und Offenbacher Tabakfirmen eine Versammlung gleichfalls
ruf nächsten Sonntag Nachmittiag im „Frankfurter Hof“ in Frank⸗
jurt o / M. ausgeschrieben.)
Ausland.

Wien, 28. Januar. Wie aus London nach hier gemeldet
vird, enthält die Antwort des Czaren u. A. den Pasfus: ... „Der
lut'ge Krieg hätte vermieden werden lönnen, wenn Engionds
Ninister die Pfarte nicht zum Widerstand veranlaßt und bestärkt
ätten.“ ... Infolge d eser Wendung und des privaten Charakters
ꝛes kaiserlichen Briefes hat Lord Northco:e die Vorlage desselben
m Parlamente verweigert.

Pest, 23. Januar. Das Organ des Grafen Andrassy der
‚Fester Lloyd“ schreidt: Die Fortsetzung des russisch darkischen
driegs ist nicht mehr zu befürhhlen, wohl aber eine Verwandlung
)es später abgeschlossenen Friedens in europä'sche Konflagrationen. )

Aus Paris, 20. Jan., geht der' „N.⸗Nig.“ folgendes
Brivat elegramm zu: Dem gestrigen Diner beim Minister des Aus⸗
värtigen wohnten die Botschafter Deutschlands, Großbritanniens,
Kußlands, der paäpsiliche Nuntius, der Finanzminister Leon Say,
der neuernannte französische Botschafter in Verlin, Graf de Saint
Vallier, Graf Wesdehlen, Graf Ponttcoulant bei. Wie ich hört,
jatte sowohl Herr Wad'ngton mie auch Fürst Orloff Informationen,
velche den Erfolg der W ffenstillstands-Verhandluugen kaum zweifel⸗
jaft etscheinen lassen.'

Paris, 23. Januar. Der Francais „das Organ des
augenblicklich in Rom weilenden Herzogs von Braglie, ecklärt, der
dardinal Simeoni habe an die Vertreter des Papftes im Auslande
aljo auch an die paͤpstlichen Nuntien zu München und Wien!)
einen Protest gegen die Proklamirung Humbert J. zum Könige
yon Italien abgesandt und sie erwächtigt, den Regierungen, bei
velchen sie beglaubigt sind, von diesein Protest amtliche Mittheiluug
zuu machen.

Der zwan igjährige König von Spanien feierte gestern seine
Vermählung mit seiner siebenzehnjährigen Coufine der Prinzessin
Percedes von Montpensier. TDie Königin-Mutter Isabella hat
nachträglich ihren Widerstand gegen dies- Verbindung aufgegeben
ind wollte sogar zur Hochzeit konmen, was man sich aber in Mad,
tid höflichst verbelen hat.

Rom, 22. Januar. Es ist bemerkenswerlh, welche Debaften
die Auwesenheit des deutschen Kronprinzen zu den Feierlichkeiten
hier angeregt hat. Von allen Seilen werd dicselbe als ein hoch⸗
bedeutfames politesches Ereigniß betrachtet und es muß konstatiri
werden, daß d'e Sympolhien für Deutschland augenblicklich eire
angenehme Steigerung erfahren. So protestirt der sonst jehr fran⸗
»senfteundliche „Fanfulla“ heute energisch gegen die Phrase der
Republique francaises des Organs Gambetias, welchts sagt:
Frankreich wolle die Freundschaft des Königs Humbert, weil Frank.
teich und Italien gleiche Feinde haben,“ Der „Fanfulla“ ant⸗
        <pb n="52" />
        vortel dara f; Den Italienern ist die Freundschaft Frunkreichs
villlommer., sobald dacselbe sagt: Die Freunde unserer Fteunde
sind aud, unsere Freunde. Aber eine gemeinsame Feindjchaft ist
ine schelechie Basis für die Feeundschaft. Italien sei der Freund
—B Die Szene auf dem Balkon deß Quirinals, als
der deutsche Kronprinz den kleinen italienischen Prinzen an das
Herz gedruckt und geküßt habe, beweise dies wohl. Hätte aber
Marschall Cantobert denselben glüchlichen Gedauken gehabt, so
würde das italienische Vold gewiß ebenso enthusiastisch gejubell haben.
Unglaublich sei es, daß Frankreich nun Anstoß nehme an der Freude,
Peiche die Italiener dei dem Anblick ergriffen hätte, als der präch⸗
zige deutsche Soldat den Königsknaben umarmte und küßte. Wenn
zs dennoch in Frankreich Unwillen errege, so beweise dies nur,
daß die Feinde Frankreichs und die Feinde Italiens nicht dieselben
ind.“ So der „Fanfulla“. Das Haupiblatt der Jesuiten, die
Voce della Nerita“ schäumt daçcegen dor Gift über. Sie sagt:
Der deuische Kronprinz sei gerad zu straftar, denn die deutschen
Werichte bestrafen geraubie Küsse und der Kuß sei dem Königs⸗
fnaben aufgezwungen worden, er sei ein Judaskuß, ein verräthe⸗
rijcher Quß wie derjenige der Longobardenlönitgin Theolinde u. s. w...
Die Wuth des kierikalen Hauptorgans „Voce“ und die Anerken
qung des einflußreichen franzosenfreundlichen, Fanfulla“ sind wohl
ver beste B.weis von der Bedeutsamkeit der historischen Baltonszene.
Nach allen hier vorliegenden Meldungen kann selbst von einem 1tw⸗
higen und kühlen Beobachter wohl gesagt werden, daß ganz Jialien
hbegeistert ift von dem deutschen Kronprinzen. Heut hubdlieirt die
„Gazetta ufficialer auch ein Beileidsschreiben det Oberbürger⸗
meisters von Berlin. — Der Papsft befahl 1000 stille Seelenmefsen
füt Viltor Emanuel zu lesen. Rach einer Meldung der radikalen
Capitale“ hätte Garibaldi dem König Humbert eine telegraphische
Gtalulation übersandt mit dem Rathe, das jetzige Ministerium zu
zutlassen, da dasselbe das öffentliche Vertrauen verloren habe. —
Die Konigin Vittoria hat dem König Humbert den Hosenbandorden
Aberteichen laffn.
NRom, 283. Januar, 5 Uhr 28 Minuten Nachmiltags. Die
Liberta“ wieldet: Der italienische Ministerrath beschloß, daß ein
talienisches Geschwader von Neapel aus sofort in See stechen solle.
Bice⸗Admiral Buglione ist zum Kommandeur ernannt. Kohlen und
Proviant werden in Tarent eingenommen. Die Fahrt geht nach
dem Orient.
—Konsftantinopel, 22. Jan. Die Ruffen haben den
grlechischen Erzbischof zum Gouverneut von Adrianopel ernannt und
Fassa Effendi die Civilverwaltung überktragen. — Suleiman Pascha
wurde angewiesen, die Lin'e von Bulair zu vertheidigen. Es
wurden Vorkehrungen getroffen, die Truppen Suleiman's dorthin
ju transportiren. — Die Gerüchte von einem zweimonallichen
Waffenstilistand und dem Anrücen der Ruassen gegen Gallipoli
haben noch keine offizielle Bestätigung gefunden. — Aus Wan
vird vom 18. Januar gemeldet, daß die Russen in Korongt bei
Musch angekommen sind.

Konftantinopel, 23. Jan. Zur Unterstützung der
Flüũchtlinge hat sich eine aus den Confuln und angesehenen Euro⸗
päern bestehende indernationale Commission gebildet. Es heißt,
der Gouverneur von Gallipoli habe diese Stadt verlassen.

Diie Piorte will wissen, daß die Russen von Adrianopel läng
stens am 25. oder 26. d. Gallipoli erreichen werden. In diplo⸗
malischen Kreifen hält man diese Nachricht für verftüht.
petersburg, 23. Jan. Die „Agence Russe“ nimmt
et von den Zeitungstelegrammen aus Wien, welche sagen, daß
Desterreich vollig beruhigt sei über die Wahrung se ner Interessen
Jeim Friedensschlusse. Sie meint, daß diese begründete Anschauung
Desterreichs nicht ohne Einfluß sei auf die in London eingetretene
Besserung der Situation. J

Perersburg, 28. Jaa. Das „Journal de St. Peiers⸗
zourg“ sagt: Schon seit der ersten selegraphischen Nachricht von
dem Wunsch der Pforte nach Verhandlungen haben wit dor einem
aͤbertriebenen Friedensoptimismus gewarnt, weil uns die Aufrich⸗
zigkeit des Verlangens nach Frieden nicht hinreichend nachgewiesen
erjchien. Die englischen Blaubuchdocumente bestätigten unsere Auf⸗
jassung, daß die Iniative der Pforte durch Lord Derby eingegehen
war, nicht um den Kriegführenden ein Feld der Annäherung zu
dieten, sondern um England von Anfang an die Einmischung in
die Verhandlungen zu gestalten. Dieses diplomalische Mandder
Ihne Präcedenz verdient allen Friedensfreunden signalisirt zu
werden. Das Journal führt darauf ausführlich aus, der Waffen⸗
nillstand lönne nur nach Verständigung über die Friedensprälimi⸗

narien ersolgen und sagt dann: Fuun eilläte das Londoner Ka—
binet, nur einen mit Betheiligung Europat verhandelten Frieden
julassen zu wollen; hieraus folge, daß selbst bei Unterschrif der
Hforie die Friedenspräliminarien werthlos selen, da die Zustimmung
zer Pfotte underbindlich, weil Europa sie nichtig machen lönne.
Diefe Situation werde noch verschärft durch die Etklärung der
englischen Reglerung, erst Rußlands Bedingungen abwarten zu
wollen und dann eive Geldbewilligung vom Varlameme zu ver⸗

iangen.“ Der Artilel schließt: So würde, wenn der gegenwärtig
Versuch scheitern follte, wiederunn Englands Haltung den Waffen
stillstand und den Frieden unmöglich machen und din Orient in
verhängnißzvolle Gefahren stürzen. Uns liegt det Gedanle fern.
daß London dieses wünsche. Aber jedem Aufrichtigen und Unpar⸗
leüsschen wird die unanfechtbare Logik unserer Ausführung ein⸗
lexchten. Europa möge uriheilen und es ist nöhhig, daß vor dem
zffentlichen Gewissen und vor dem Tribunal der Geschichte Jeder
die ihm gebührende Verantwortung trage.
Vermischtes.

7 Kaiserslautern, 23. Jan. Ir der geftrigen Sitzung
des lul. Zachipolizeigerichts erh'elt Philiph Heit, 29 Jahr alt,
detzrer in Oberweiler im Thal, wegen fährsaßsiger Tödinng des
puedad e Grub U. von Oberroeiler im Thab am 11. Nodem⸗
ber 1 in seiner Wehnunoe XRV ⸗
a —— im Schulhaufe mittelst eines Revol

Sudwigstzafen. Der oberste Gerichtshof in München
hat eutschieden, dang Ne Liles halt nde Gefäße Cogen. dadische
Zchoppen) in Scheukwirthschaften felbsi dann nicht zulässig sind,
penn sie Zu ha Lier geeicht sind und daß bei Zuwiderhandiungen
369 Ziff. Z des Neichsfirafgesezbuchez in Anwendung zu lommen
nàat; auch d'e sogen. Schimmel (9)a Liter), die zu *An Liter geeicht
ind, dürfen nicht benutzt werden. Die Verificaloren find von der
zuständigen Behörde angewiesen, künftighin die Eichung der As
und Je Litergefäße zu derweigern.

f Asselheim, 21. Jan. In der Popierfabrik der
herren H. Orb u- Komp. auf der Pfortmühle ersfabte heute früh
ꝛine Betrieb befindliche Maschine den Arbeiter Johann Szmitt so
anglücllich am Arm, dvß ihm derstelbe ausgerissen wurde. Der Be⸗
roffjene hat eine Frau und 3 unerzogene Kinder, die er von
einem Verdienst eenährte.
7In Unruhstad! bei Grünburg ist die Trichinose in
Roßem Umsfang aufgelreter. Es sind berei z viet Perfonen der
tranlheit erlegen. Das trichindse Schwein war in eiuer Brauerei
zeschlachtet und ununtersucht geblieben, weil der Orauer, der selbss
in Opfer der Trichinose geworden isß, an den „Humbug der
Trichinen“? nicht glaubte.

7 Aus werschiedenen Gegenden Baͤyerns, Württembergs und
Badens kommen Nachrichten von Hochwasserfluihen in Folge der
Regengüsse in vergangener Woche und der dadurch herbeigeführten
Schmeeschmelie. Die Wasser der Pegnitz, Altmühl, Schwarzach,
Rezat, der Jaxt, Tauber, des Rickar und anderer Fluͤsse sind be—
deutend angeschwollen und zum Theil die Ufergelände verheerend,
aus ihrem Betie gekreten. Den neuesten Nachrichten zusolge wird
jedoch fast überall ein Fallen des Wassers beobachte.

7Saarbrücken, 22. Jan. Ins Justizurresthaus hier
vurden gestern Adend 6 junge Burschen, Hüttenarbeitet aus Neun⸗
lirchen, eingelicfert, welche nächtlicher Weile einen dottigen jüdischen
Handelsmann auf offener Straße angefallen und demselben mit ins
Sadtuch gebundenen Steinen nicht weniger als 7 Kopfwunden bei⸗
zebracht haben sollen. Der ruhig seines Weges zehende Mißhan⸗
zelte hatte die trunkenen Burschen in keiner Weise Provozirt, und
schennt lediglich Rohheit und Rauflust Ursache des Neberfalls ge—
wesen zu sein. (S. 3.)

Dortmund. Die „Union“, Altiengesellschaft fur Berg
hau, Euen⸗ und Stahl ˖ Industrie (Dortmunder Union), hat in der
Submijsion auf eiserne Docks füe den Hafen bei Amsterdam die

J niedrigsten Preise gefordert und ist in Foige dessen von der dollän⸗
dischen Regierung mit der Ausfuhrung der Arbeit beauftragt, die
is zum November d. J. vollendet sein mutß. Das Obpelt deträg
3 Millionen Kilo. Es werden daher die Hochöfen, die Walzwerke
und die Brückeubau Etabl ssements der Gesellichaft in erböhte Thälig⸗
keit versetzt werden. U

Die Koln. Zig. sihreibt: Im deuischen Reiche vestehen
jezt 5965 organisirte Feutrwehren, dabvon treffen auf das Fdatg⸗
reich Preußen mit 25 Million en Einwohnern nur etwa 600, während
Boyern bei nuc 5 Millionen Einwohnern 3324 organisirte frei⸗
willige Feuerwehren desitzt, Wurttemberg zählt 572 und Baden
273 orgauisirte Feuerwehren. Im Verhältniß zu Eayern müßte

Preußen 16,000 statt 600 Feuerwehren haden. Woher kommt es
nun, daß der Norden so weit hinter dem Suden zurückgeblieben ist?
7In Steiermark wurden am 17. ds. vierzehn Per⸗
sonen, die von einem Leichenbegängniß heimlehrlten, in der Nähe
ihrer Wohnungen von einer Schneelawine verschüttet. Einer von
der Gesellschaft wurde auf meckwürdige Weise durch den Luf!druck
weggeschleudert; dieser grub einen Knaben, dessen Hand aus dem
Schnee herausragte, lebend aus und drachte dann die Hiobspost
in's Ort. Bis zum Abend des 18. hatte man erst zwei der Ber⸗
ichütteten lodt aus der Schneemasse berausgeacbeitet, welche secht
—XXX
7 Erdlich ist der vielbesprochene Obelial, „die Nadel der
sleopatra“, in der englischen Hauptstadt angefommen. Belanntlich
ist dieser Obelist ein Geschenk Ali Paschas don Aeghpten an di—
        <pb n="53" />
        Englaͤnder. Seit Jahrzehnlen lag derselbe im Saude vergraben,
Riemand fand sich, den tostspieligen Tranzport des Obelislen von
den Ufern des Nils nach dem Themsestrand zu bestreiten. Vor
smgen Jahren idoch ertlärte ein patriotischer Brite sich bercit, die
Trauebocitosten (Ea. 25. 000 Lstrl.) tragen zu wollen. Ein be⸗
ndereß Schiff wurde gebaut, um den Steinloloß aufzunehm⸗n,
Zach langer Arbeit war dasselbe heendet und im Septeinber v. J.
Dude evon einem Dampfer zut Fahrt nach Eusland irs Schlep·
sad genommen. Am 14. Oltober nöth gte jedoch ein furchibarer
Siuch in der Bid von Biseaya die Schleypeaue zu kappen und
deRadel der Kleopatra“ ihrem Sqhictale zu überlassen, nadh⸗
dem bei den Versuchen sie zu rclien Mairosen von den Wogen
in die Tiefe geriffiu wurden. Zwei Tage darauf wurde sie jedoch
wieder oufgefischt und nach dem Hafen von Ferrol gebracht, wo sie
bis jetzt liegen bleiben mußte, da ein Prozeß über die Höhe der
Rettungsgebühren vor den Londoner Gerichten angestrengt worden
war und der Kapitün des Scheffes, welches den Obelisken nach
Ferrol geschleppt haite, denseihen vor Entscheidung des Prozeffes
nicht herausgeben wollte. Die Parteien scheinen sich jedoch ge—⸗
einigt zu hdaben, so daß „die Nadel der Kleopatra“ endlich vach
London geschafft werden konnte, wo mittlerwe le ein heftiger Mei⸗
nungekampf über den ihr anzuweifenden Aafstellungéeplatz ausge⸗
bro hen ist.

urchweg in den Vordetound, Emnen Dauplwerth, Negle der Ver⸗
asser weniger auf din Außerlichen Thatsachen dex voͤlitjschen Verän⸗
etungen ais ors die Entwichung deutschen Vollathumis unnd deut⸗
cher Gest Zbildung. JInsofern stretft das Werk an die
ine⸗ Nulturgeschichte. Was uns an demselben besonders gefällt,
u'der Umstand, daß das nationale Gefünl den Freisinn nirgends
eeinträchtigt, was man bekanntlich von Vielen Erzeugnissen der
euesten ZAistorischen Literalur Licht gerade behaupten kann. Das
Vert lommi dem Beodürfnisse einet compakteren usd doch inhalt⸗
eichen, einer wissenschaftlich begründelen und doch populären, sowie
mer von soctgeschrineneren Standpunkte aus freisinnig zu nen⸗
jenden Geschichte des deutschen Volkes in anerkeanenswerther Weise
nnigegen und verd'ent deßwegen die weiteste Verbreitung. Was
vit eiwa auszusetzen hätten, ist nur, daß die neuere Zeit im Ver⸗
ältniß zum Mittelolier etwas zu kurz kam und an einzeluen Siellen
einahe fragmentarisch behandelt ist. Ties hat wohl seinen Grund
u der Äbsicht des Verfassers, die neueste Geschichte in einem be⸗
onderea Werke zu behandeln, das natürlich eine wertere Auseinan⸗
yerschung moderner hisiorisver Verhältmisse erfordert. Zahlreiche
doizschnitte von gefälliger Erscheinung gereichen dem Werle zur
desondeten Zierde.

—7 24
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kreuzstichmuster, gehäkelte Rosetten uund Spitzen tc. ꝛxc. mit 67. Abbildungen
aind einem colorirten Modentupfer. — Die neueste Unterhaliungs⸗
ummer (9O) enthält: Unerbittlich. Novelle von Wevon Dunheim. (Fort⸗
etzung.) — Eine Königin des Salons. Bon Wilh. Anthony. — Der Dom
en Trier. Von Di. F. X. Kraus. — Am goldnen Horn. Von Rured in
Aga. 9. Des Sullans Harem und Haushalt. (Schluß). — Verschie denes.
Wirthschaftliches. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Ferner
solgende Iliustrationen; Ninon de Lenclos im Alter von 20 und 40 Jahren.
iach französischen Originalen gezeichnet von C. Kolb. Im Trierer Dome.
VFon Paui Burmeister. — Seifenblasen von Robert Beyschlag.

Zu beziehen durch alle Buchbandlungen und Vostämter.

Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme z.

*

Illustrirte Geschichte des deutschen Volkes.
Von De. Wilhelm Zimmermann, Verf. der Geschichte des
Bauernkrieges, der Hohcustausen 2c., 83 Vände in größtem 80 mit
je 480 Seiten Text, 81 Titel⸗Vollbildern und 367 Text Illustra⸗
ionen. Preie btoschrt 30 M. 50 Pf., in 3 Praqtbänden 38
Mart. Verlag von Gustav Weise in Stuttgari.

Ein ebenso sorzfältig vorbeceitetes als ausgearbeitetes Werl
ist nunmehr zu seinem Abschluß gekommen. Der bekandte Verfasser
der Geschichte des Bauernkriegs und anderer historischer Werke hat
die Ergebnisse seiner vieljährigen Studien in einer vollständigen
Beschichte des deutschen Votkes zusammengestellt. Die Spuren
gründlicher Gelehrsamkeit finden sich für den Kundigen überall,
zoch tritt das Gepräge einer frischen und populären Darstellung

Conventionelle
Hausversteigerung.
Montag, den 28. l. M.,
des Nachmittags um 2 Uhr, zu
St. Ingbert, im aachbeschriebe⸗
nen Hause, läßt Herr Wolfgang
Nahn, Seifenfadrikant in St.
Ingdert, in seiner Eigenschaft
als Rechtsinhaber von den allda
wohnhaften Ehe⸗ und Handels⸗
leuien Bernhard August und

—X
gegen

August Müller, Megzer,
und dessen Ehefrau Matia geb.
Schmelzer, beide daselbst wohn⸗
haft, wegen Nichtbezalung des
Frwerbepceijes zu eigen wieder⸗
nersteigern:

Vl. Nr. 438 und 439. 18
Dez. Flache, enthaltend ein
zu St. Ingbert in der
Blieskastelerstraße, neben Er⸗
ben Georg Gressung und
einem Pfade gelegenen Wohn⸗
haus mit Stallung, Scheuer
hoftaum, Pflanzgarten und
soustigen Zubehötden.

Das Nähere auf dem Ge—
chaͤftsbureau L. Bechthohd in
St. Inadert.

Sauer, k. Nolar.

Billig zu verkausen

4. Eine noch neue
Sirthschaftseinrichtung
mit Einschent
SG. Beyer, Kaufmann
in Eldbdersbera.

Kappen! Kappen! Kappen!
Winterkappen sür Herin und Knaben, schön und dauer ⸗

haft çemacht. per Stück 1 Mark. Wiederverkäuser Rabatt.
Georg Erwing, Kappenfabrikant aus Regensburg.
Sonntag letzter Verkaui in der Vierbrauerei des Hrn. W. Heusser.

Nimm ein Paquet
Liebig sChocoladen⸗
Puddingpulver,
behandle es nach dem beige⸗
gebenen Recepie und binnen
wvenigen Minuten ist der vor
züglichste Chocoladen-Pudding
jertig, der nach dem Kalt
verden mit Frucht⸗ oder Bier
auce servert cin vorzüglichet

Desert gibt.
Niederloge hat Here Ph
Hlinck id Si. JInabert.

— —
Meuers Hand-Teronn
Zuwæite Aufloge 1878
oibt in einem Fanct Auemunst uber jeden Gegen-
oↄtand der nenachliehen Kenntnis und aus jJede FPrage
naenh einem Namen, Begrif Fremdicort, Ereignis, Da-
tuæi, einer Zaht? oder Thatscche quguen biicklichen
Hescheid. Auf ce. 2000 leinen Oxtavaciten uber
SOoOO Artikel, mit vielen Karten, Tafeln und Beilagen.
24 Ine ferungen, à 8 Iennige.
Subobription in allen Buckhhandlungen.
ιι ischen Instituts

Damit jeder Krauke
devor er eine Kur unternimmt,
oder die Hoffnung auf Gene⸗
lung schwinden laßt, sich ohne
Kosten von den durch Dr. Airy'a
Zeilmethode erzielten über⸗
taschenden Zeiluagen Uberzeugen
kann. sendet Richter's Verlagd«
Anstali in Leipzig auf Franco⸗
berlangen gern Jedem einen
„Attest⸗Auszug“ (180. Aufl)
Fer und franco. — Verfaume

iemand, sich diesen mit vie⸗
len aranienbetid ien verse denen
„Auszug“ kommen zu lassen. —
Von dem illustrirten Original⸗
werke: Dr. Airy's Ratur heil⸗
methode erschien be 100. Aufl.,
Jubel⸗Ausgabe, Preis Nt.
mu beriehen durch alle Buch⸗

bandlungen

—E

fleisch per Pfund 58 Ppr.

bei 425 Pfund 54 Pj.

Epeck per Pfund 60 Ppf.

bei 4 Pfund 56 Vf.
wupfiehlt bdestens

N. Redel,. Unlerstadi.

Eine Wohnung,
bestedend in 2 Zimmer und Küche
mit Keller, Speicherraum halt
bis 1. Febr. zu verm ethen

A. ca Aanmn

Roch ꝛune
Tuffsteinplatten
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stell ꝛc. hat zu verkaufen
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Dar 120 Seiten starkle Buch:

Gichtu Rheumatismus
zine leicht verstandliche, vielfach
hewährte Anleitung zur Selbstbe⸗
jandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
zen, wird gegen Einsendung von
80 Pfg. in Briefmarken franto
essandt von Nichter's Ver⸗
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Die beigedrudten Atteste beweifen
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dides Blatteßs
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Breams Thierleben
ZAει _α
/ XXRX
aeιι ιιιασον ονâ der Natur, umfasat in vier Abtheilungen sine
A421 EA ν TASä5MLt
atefs prachtvottete iltustrirt
/⸗ eracheint in IO παMααι5hen Lieferungen æum Preis von IMaorile.
Verlag des Bibliographisohen lnstituts in Leipzig.
2 I
LInterprète.
fFranzõsisehes Journal fũe Deutsohte
mit überall beigefügten Text- u. Worterklärungen.
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Englisohes Journah für Deutschee
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der französischen und englischen Sprache, namentlich für das
Selhstetudium und bei Vorbereitung auf Examina (Einjahrig-
Freiwillige); zugleich anziehendste und erfolgreichste französi-
zche und englische Lectüre für Jedermann. Inhalt (bei beiden
Blattern vollständig verschieden): Tagesgeschichte, bolletri-
ztische, populärwissenschaftliche and vermischte Aufsatze, ge-
liegens Novellen, interessante Processs ete. Wöchentlich eine
Nummer. Quactalpreis für jedes der beiden Journale nur LIM.
50 Pf., direct unter Band 1 M. 65 Pfg. Inserato tà 25 Pf.
Se 48paltigs Petitzeile) bei dem ausgedelinten, bereits über
ganz Deutschland und Oesterreich- Ungarn sich erstreckenden
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Edenkoben in der bayer. Rheinpfalz.
Diĩe Expedĩütion.

—
—AA

8

ine Stelle fucht, eine solche zu
verrgeben hat, ein Grundüsck zu
Wor verlaufen wünscht, ein solches zu baufen
beabsichtigt, eine Wirthschaft,
kOeconomieguterc. zu pachten
sucht, eine Heirath anknüpfen will, eine Geschäfts em—
pfehlung zu erlassen gedentt — überbaupt uzz
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Wein-⸗-Etiquetts,
farbig bis 7farbig
sind zu haben in der Lith. Angan F. X. Demetz.
St. Jnubert.

*
Bemerkenswerthe Mittheilung an die Leser des „St. Iugberter Anzeiger.“
Unjsere Erpedition ist durch Vereinbarungen mit dem London-Pariser Kunstverlag in Köhn an Rhein in den Siand ej jed
Leser den großen wohlaus geführten Aberuck eines prachtvollen Kunstblattes nach der berühinten gesetzt, jedem
Mad illo' cCons
400nnoa Muri O S Là lamaculada Concepcton
de lesew 6 denent Beschreibung.
ieses emälde ist anerkanntermaßen das erste Meisterwerk der weltberühmten Gemälde-Galleri des i i g pde
Jahre 1852 durch die kaiserlich französische Regierung aus der Sammlung des Marschallsß Sdurt —* ei i I
Franes als Eigenthum der Krone angekauft. *8
Die Sammlung des Marschalls Soult genoß eines Weltrufes und die Inmaculada Concepcion? g di ĩ
vielen europäischen Regierungen, beson ders von Spanien, dem Geburtsland des großen —s eeede — ee Ven
Erwerbung des Gemãldes gemacht. Unter großer Erregung der zahlreichen Concurrenten in der Auction, welche sich bie u eine agengen daere
henden iewen 231 eat w — Imn Herrn de Niewerkerke, dem Bevollmächtigten e giarer
as Gemälde gelangte ursprünglich in den Besitz oes Marschalls S 8 Be iü — 7
spanischen Geistlichen das ——— g ait ocs Marschaus Soutt alz Velehnung defür, daß er zweien zum Tode derurtheilten
Der Gegenstand des Bildes ist die „Madonna“, umgeben von einer Engelschaar, indem sie mi ĩ f
gekreuzten Händen, die Fuße von einem wachsenden Mond getragen, auf Wolken en ei wallendem Haar, mit auf der Brust
snen prachinldrue Der Stich ist nicht unter Sechzig Jrancs zu haben.
Finen Prachtabdruck in großem Format, auf englischem dicken Luruspapier, 87 Centimeter hoch, 56 Centimeter breit,
u J ig — ber entimel— 3 erhält jeder Leser
durch die Post zugesandt bei Einlieferung des untenstehenden Loupons oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer und Einsendung von
Drei Mark
in Postanweisung oder Briefmarken, zur Dechung der Kosten des Vervieljälugungsrechtes und d j tUion
Abdrücke zu Ac. 3 ebenfalls verabsolgt. hies und des Druces. In unferer Eapedition werden die
Diejes Prachtblatt ist hervorgegangen aus dem berühmten Londoner Kunst⸗-Institut von M
und dravir Jotct Maijestät Kongin von England. dn n Mackure und Macdonald, Druder
I iele Aufträge und, Anerkennungsschreiben aus allen Gesellschaftokreisen bis ö ff riali
ein. — Das prachtvolle Bild ist ein herrlicher Zimmerschmuck und eignet sich —235— 3 weee tagli
alle Personen jeder Richtung und jeden Standes, welche mit Sinu füͤr das Schone Erhabene beß —* zu ur
— Besteller von 3 Exemplaren erhalten ein sechstes frei gabt sind.
Anleituna.
NMan beliebe den Coupon auszuschneiden oder
wenigstens dessen Zeichen und Nummer anzugeben
und die Bestellung nebst Posteinzahlung oder Brief⸗
marken an unsere Erpedition zu adressiren, falls die
Abholung nicht perjönlich geschehen kann.
Name und Wohnort wolle man recht deuilich
ichreiben.
—Die Exnodition des „St. Inc

———— —
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nzeiger““ 4

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Inghert.“
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Redattion Truck und Veriag von Fe. 4. Demetz in St Ingbert.
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        SAl. Ingberier Anzeiger.

der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mial wöchentlich) mit dem Huptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage)erscheint woͤchentlich viermal: Dieustaz, Donnerstag, Saustag und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierielidherlisch

Mart 20 t.⸗Pig. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auzwürts nit 15 Pfz. fur die vierzespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, NReclamen
— miit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 16. Sonntag, den 27. Januar — — 1878.

Deutsches Reich.

München, 21. Jan. Die Abgeordneten-Kammer nahm
zeute den Eisenbahnetat pro 1878,79 ohne Debatte an. Der
Unirag Landmann, den Materialbedarf auf dem Wege der Sub⸗
nission zu vergeben, wurde nach ledhafter Debatte abzelehnt.

Berlhin, 28. Jan. Wie der Kultusminister Dr. Falk in
einem jüngst erlassenen Cirkular an sämmiliche Regierungen aus⸗
ührt, ist ihm von sehr beachtenswerther Seite als wünschenswerth
Hezeichnet worden, daß den junzen Aeizten in möglichst ausgedehn⸗
em Maße die Gelegenheit geboten werde, nach üderstandener
Staatsprüfung während eines längeren, etwa haldjährigen Zeit—
aums in größeren Krankenhäusern als Hülss⸗Aeczte thätig zu fein,
und auf diese Weise untet der Aufficht und der Leitung der er⸗
ahrenen Oberärzte die auf— der Unwersität erworbeagen Keuntnisse
praͤktisch zu üben, ehbe sie in die felbstständige Peaxis einträten.
Man glaubt auch, daß, wenn derartige Stellen für freiwilige Hülfs⸗
arbeiter eröffnet würden, berets in der Praxis stehende Aerzte
gern von der dadurch geboteven Gelegenheit Gebrauch machen
würden, durch zeitweiligen Eintritt in den Hospilaldienst ihre Kennt⸗
nisse zu erweitern. Der Minister glaubt dem au ihn herangetre⸗
tenen Wunsche“nach Verfolgung diefer Anregung insowelt stattgeben
zu sollen, daß er die sämmtlichen Regierungen und Landdrostaien
deranlaäßt,, in ihrem Bezirke auf die Angelegenheit“ Aufmerksam zu
machen.

—Nach dem Reichshaushaltsetat für 1878179 sollen, der A. Z.

zufolge, 33 Millionen für außerordentliche Ausgaben der Marine,

22 N ll onen füt Darchsührung der Münzcefoem, 9 Millionen für

außerordentliche Ausgaben decr Poft⸗ und Telegrapheuͤverwaltung

ind 83 Millionen süt Kasernirung des Reichsheetes durch eine

neue Anleihe gedeckt werden.
Ausland.

London, 25. Jan. Im Unterhause kündigte Minister
Northcote an, er werde nächsten Montag einen Supplement⸗Kredit
für iarikime und, militärische Zwece beantragen.

London, 25. Jan, Die „Times“ eriährt, der beim Par—
ament beantragle Extrakcedit werde sich auf 5 Millionen belaufen.
„Daily News“ meiden auf Grund autheutscher Jaformationen:
Da die Russen auf Gallipoli vorrückten, so wurde der Admiral
er englischen Mitielmeexflotte, die gegrnwärtig in Saroz weile,
instruiri, eine Streumacht, bestehend in Marinesoldalen und Mat⸗
sosen, in der Nahe von Bulair zur interimistischen Vertheidigung
Ballipoli's zu landen, zu diesem Zwecke sechs der gertumigsten
Schiff? bertit zu halten, und das Gros der Garnison von Malta
aach Gallipoli überzuführer.

Einem Privatbeief aus Konstantinopel, vom 10.
Jan., entnehmen wie folgeunde Shuverung: Im Allzemeinen ist
e Roth' unddas Elend hier sehr großz; nur meckt man in Pera
zi,ses nicht so, aber ia Stambul hertschen für hterliche Zussande.
Jeden Tag kommen Züge mit Hunderten von flüchtigen Familien
nus dem Innern hier an und zwar mit erbärmlichem Aussehen.
Die Leute besizen gar nidis als einige Fetzen uaf dem Leibe.
Es sind dies meistens türlische Weiber und Kinder, deren Hab und
But verbrannt, und deren Manner und Vaäler von den Russen
entweder gefangen oder geiödtet worden siad. Die Kosaken lagen
)en Türken einen fücchterlichen Schrecken ein, wie seiner Zeit die
eutschen Ulanen den Franzosen. Auf allen Seiten werden die
Türken geschlagen und es fehli an allem Noihigen; sie haben keine
Aerzte, denn die europäischen wollen bei den Türken nicht meyt
ienen, nicht genügende Nahrung, und dann sind die asiatischen
—XXDV0
Richts als Lumpen und Fetzen! Es ist gräßlich, wenn man die
Verwundeten⸗ und Krankenzüge hier ankommen sieht; de armen
Menschen sehen zum Ecbarmen aus und viele sterben waͤhrend der
Fahtt, die Leichname werden dann von den noch Lebenden zum
Waggonfenster hinausgeworfen. Die Eisenbahninspektoren Meyer
und Heigel, welche heute bei mir waren, erzählten mir, daß die

9

sämmtlichen Krankenzüge schon lange keine Aerzte mehr haben;
nicht einmal für Wasser und Brod für die Verwundeten ist gesorgt.
kin Regiment von der Armee Suleiman Pisha's, welches kurzlich
nit der Essendahn nach Adrianopel befördert wurde, hatte kein
stiemenzeug mehr, da schnittea die Soldaten von den Waggon⸗
enst ern sämmtliche Zugriemen ab und von den Sitzen in den
Waggons 2. Klasse zogen sie das Tuch ab, um ihre Füße damit
u umwickeln, da sie lein Schuhwerk mehe hatten. Da die Türken
nun endlich ihre Ohnmacht den Russen gegenüber einsehen, so
chreien fie „Aman“ (Erbarmen), d. h. die Regierung hat seit
jestern den Entichluß gefaßt, Delegirte zu Waffenstillstandsverhand⸗
ungen ins russische Hauptquartier abzusenden. Das kürkische Voll
ingt jetzt übrigens an, laut Uber seine Regierung und sämmiliche
Zzascha's zu schimpfen und zu diohen z es sagt: nicht die Russen
ind unsere Feinde, sondern unsere Paschas uud die Regierung.
»ätte man früher das Versprehen Europa gegenüber gehalten und
deformen eingeführt, so hätie uns Europa nicht im Stiche gelassen?
50 raisonniren die Türken, und sie haben Recht; es ist jetzt aber
zu spat und sie müssen schwer büßen. æ

Für Osman Pascha, den Vertheidiger von Plewna, ist
Tharkow als Julernirungsort bestimmt worden. Die ihm
Jleich den übrigen Gefangenen angebotene normalmäßige Gebühr
jat er abgelihnt, indem er erklärte, daß er Geldmittel genug bei
ich habe und im Bedarfsfalle die erforderlichen Gelder ans Kon⸗
tantinobel zu erhalten hofffee.

Vermischtes.

Neuhäusel, 217. Jan.“ Bei den beiden letzlen hier
abgehaltenen Holzversteigerungen ist aus Mangel an Steigliebhabern
das Holz durchschnittlich 20 pCt. unter der Taxe abgegeben worden.

F In Lauzkirchen hat am vorigen Samstag Abend ein
gergmann von da beim Heimgang von der Arbeit, aus Unvorsich⸗
igkeit wie es he ßt, einen Kameraden mit einer Pistole in die
Zeite geschossen. Der Verwundete ist noch“ am Leben. Der
Thäter ist verhaftet.

——Homburg. 21. Jan. In Zweibrücken wurde am 21.
ds. der 71 jährige O⸗lmüller Ludw. Böhmer, welcher 31 Menschen
aus dem Wasser rett ete, beerdigt. (GBt. V.)

Wie die „K. Z? mitrtheilt, hat das Eisenwert Qaiser s⸗
aut ern bei der auf Veranlassung des preußiichen Handelsmini⸗
teriums veranstalteten Aufstellung von Heizungs⸗ und Ventilations⸗
Einrichtungen'die goldene Medaille erhalien.

FHainfeld, 22. Jan. (Pfi. Ztg) Unser Dorf genießt
eit einigen Jahren die zweiselhafte Ehre, eines der vordersten bei
ver Weinfabrikation zu sein. Das J. Rentamt Edenkoben zog aber
»ie Herru zur Gewerbeste uer bei, und in Folge Dessen nahm die
Schmiererei ab.“' Kaͤrzich hat auch der letzte Wenfabrikant wegen
)er hohen Steuer sein Gejchäft eingestellt. Diese Weinfabrikation
var, wenn auch der Fa brikant die Flüfsigkleit als Kunstwein ver⸗
aufte, dennoch im höchsten Grade unreell, weil der Trinker das
kelh ifte Gebräu doch zulezt als Rakturwein bezahlen mußte, denn
dunstwein will Nemand trinken. Möze man bald mit allen
Nitteln den Schmierern das Handwerck legene,' damit der ehrliche
Winzer bald wieder bessere Zeiten siettt.

FSt. Johann, 25. Jan. Seit 4 Tagen wird die
11 jährige Tochter einer hiesigen Familie vermißt, und man be—⸗
ürchtet, daß dem Mädchen ein Unglück zugestoßen ist. Griund
u einer freiwilligen Entfernung des Mädchens soll nicht vorgelegen
ind d'e bekümmerten Eltern bis jehzt Alles aufgebolen haben, den
Lufenthaltsort ihres Kindes ausfindig zu machen. Nee

pBerlhin. Die' Aehnlichkeit der Fänfzigrfennig ⸗Stücke
nit den Nickelstücken zu 10 Pfennig hat belannilich schon so manchen
Schaden durch die letzte Vrrwechstung gebracht.“ Man glaubte
neuerdings ein Schußzmirtel agegen dadurch gefunden zu haben,
venn man bei Kurzsichtigkei? oder mangelhafter Beleuchtung durch
das Gefühl unkerschied, daß der gerippte Rand des Geldstüds ein

— 5834
        <pb n="56" />
        30 Psaͤstasuin der glatle dagegen ein solches zu 10 Pfennig an⸗
deute —— e schlauen Betrüger haben auch dieser Vorsichts⸗
naßekhe entaheßgearbeitet. Ein Abzeoidneter bekam kürzlich auf
einer ünterwegsstation ein Nickelstück als 50 fennigstuck heraus, in
welches ein gerippier Rand nachgefeilt war. Also Vorsicht für
Dejenigen die sich auf auf dieses Unterscheidungs zeichen verlassen.
22 Feripitifurri, 24. Jan. Gestern wurde von dem hie⸗
etsenhier qin Betier bestraft, der über 2000 M. bei sich
at 3 —

Jahre hieß es wieder, es habe sich eine Gesellschaft gebilden, um
hn zu heben, was nalürlich ohne sehr kostspielige Vorbereitungen
ar nicht zu unternehmen ist. — Ein anderer Schatz, angeblich
n Beiroge von 30 Millionen Franks in Gold⸗ und Silberwaaren,
iegt nahe der venezuelan schen Feuste bei der kleinen Jusel Cuaga.
dort war im Jahre 1815, als noch Spanien Mexilo, Peru ꝛc. ꝛ⁊c.
Resaßz, das spanische Kriegsschiff San Pedro d'Aicantara, welches
nesen Schatz an Botd hatte, gescheitert. Schon im folgenden Jahre
ischte der amerikanische Capitän Goadvich aus Newtwyport durch
aucher für 150,000 Franks Silber auf; 1845 brachte eine
ndere Expedition für 1 Million Franks Edelmetall zu Tage und
855 dis 1856 fischten wieder zwei amerikanische Dampfer füt
ritihalb Millionen Gold und Silber auf. Aus New⸗PYork wird
un der Abgang einer neuen Exrpedition gemeldet, welche mit den
cuesten Taucherapparaten ausgerüstet, auch den Rest der 80 Mil⸗
men vom Meeresgrunde heraufholen will.

4 Gegen die gefährlch Kindertrankheit des Crouphustens
häutige Bräune) und der Diphtheritis enrpfieht ein franzoͤsischer
iczt solgendes Mittel: Sobald man häutige Bildungen im Mund
es Kindes bemerkt, oder wenn man nach der Art des Hustens
as Vorhandensein des Croup vermuthet, Usse man das Kind
fündlich, sowobl Tag wie Nacht hindurch, einen Eslöffel voll Er⸗
ve ß in Zuckerwasser geschlagen (ein Eiweiß auf ein Glas Zucker⸗
vasser) nehmen. Als Geiränk ist dazwischen lauwarmes Zuderwaf-
er'mit Ei (das Gelbe und das Weiße eines Eies auf 1 Liter
Vasser) zu geben, und zwar jedesmal gleichfalls ein Eßlöffel voll.
Vird dieses Mitiel rechtzeitig benutzt, fo verschwinden · nach der
zrfahrung des Eingangs erwähnten Arztes — die Kranlheitser⸗
cheinungen in 228 Taqen vollstandig.

xuarx die Redaction verantwortlich: X. X. Demeß.

Pest, 19. Jan. Eine enlfetzlich e Familien ⸗ Tragödie
splelte sich vorgestern Nachts in einem Hause an dem Fischplatze ab.
—* gefähr einem Jahre ist ein daselbst wohnender Esjeabahn⸗

— dean einem tollen Hunde gebissen worden. Die Wunde
deilte jedoch und da sich seit so langer Zeit keine weiteren Folgen
zeigten, waren bei den Betreffenden bereits alle Besorgnisse ge⸗
chw ndzhemn Noch am Abend des vorgelirigen Tages begb sich
— hig zu Bette. Ja der Nacht aber kam die Wasser⸗
—— — imn Auabruche; er zerkratzte und zerbiß seine Gattin
——86 sie rettungslos verloren ist. Auf das durchdrin Jende
Inn derehrei flürzte das Stubenmädchen herbei, und nach dieser
3 und auch diese Beiden wurden von dem toll ge⸗
Mnqt enbnenhen geb ssen. Er biß überhaupt Alle, die sich ihm
seeg is schließlich der im jelben Hause wohnende Wirth und
de Abh n ihn mit Stricken festbanden. Die gebissenen Personen

urden sofort unter ärzulche Pflege genommen. Der Zustand der
59 — Unglücklichen ist leider ein hoffnungsloser.

9 Fa chatze auf dem Meeresgrunde. Unermeßliche
ẽ vdersunken auf dem Geunde des Meeres, das sie
nst, in stotzen Sch ffen auf seinen trügerischen Wellen getragenf
34 die Tempelschätze von Jerusalem, welche der Vandalen⸗
—— mit andern Reichtzgüumern im Jahte 455 n. Eh.
— geplünderten Rom entführt hatte. Von einigen Schäͤtz en
—5 sogar genau, wo sie liegen, z. B. von dem viele Mill onen
belragenden Svatze, welchen im OHktober 1702 eine spanische, soge⸗
annte, Silberflotte aus Amerika dis in den spanischen Meerbufen
— gebtacht hatte, dort aber, von dem sie verfolgenden eng
icheg Ädmiral Rote angegriffen, versenken mußte. Die Spa ner
ha H ihre Schiffe in Brand, die Engländer erbeuteten aber doch
4 Willionen Piaster nedst anderen Trophäen. Nach diesem
Schatte hat man seither schon oft geangelt und erst vor einem

Paris. „Nachdem ich 10 Jahre lang alle Mitte vergeblich
versucht halte — haben mich jetzt einzig und allein Ihre weltbe—
rzühmten Brustcaramels — Maria Beuno von Donat 16717)
en meinen furdieciichen Husten — Haels und Brustle den errettet.
Ihre ewig dankbare Therese Gräfin T.....e.

*9) 1 Original⸗Packet nur echt bei Jean Peters
und J. Friedrich tostet 50 Pfa.
Ohampagner-Miederlage-
Den Herren P. J. Woll &amp; Sobn in St. Ing
bert haben wir eine Agentur unserer cühmlichft bekannten
Champagner⸗Weine
üͤbertragen, zu denselden Verlaufspreisen wie in unserer Fabrik.
Mannheim, den 20. Jan. 1878.
Jaoob Côtz dohnoe.

Möbelversteigerung.
Montag, 11. Febr. nächst⸗
zun Vormittags 9 Uhr zu Eus-
heim, in ihrer Behausung, lassen
die Wittwe und Erben des zu
Enshe m verlebten Ackerers Niko⸗
igus Karemann, die zudessen
Rachlasse gehörigen Mobiliarge⸗
genfiände, der Abtheilung wegen,
oͤffentlich an den Meistbietenden
zu Eigenthum versteigern, wo⸗
„runter namennlich:
2 Pserde, 1 Kuh, 2 Rin⸗
der, 2 Zuchtschweine, Gänse,
hdühner, Futter, Stroh⸗
Dung, 2 Wagen, verschie⸗
dene Pflüge, 1 Windmüble
and sonstige Oelonowiege⸗
räthschaften, fetner Brenn⸗
ind Nutzhotz, dann Möbel,
Wetüch, Bettung und son⸗
tige Haus⸗ und Kuchenge⸗
räthschaften.
Si. Ingbert, 24. Jan. 1878.
Sauer, lal. Notar.
——
— 7 ?—
für
Mütter!

Mittel gegen den Keuch
oder blauer Husten.
Versandt einzelner Flaschen d
M. 21j2 untex Nachnahme.

Murih Wanuheim.

Eine schöne Wohnung
m Z3. Siock meines Wohnhauses
st zu vermiethen. Auch können
ach Belieben moͤhlirte Zimmer
ibgegeben werden.
—XxAI
Basthaus zum goldnen Stern.

Eine Wohnung,
estedend in 2 Zimmer, Küch⸗
deller und Speicher, sowie
Zarten ist zu verwiethen und so⸗
leich zu beziehen.

Joseph Rung.

—
Bezugnehmend auf Obiges halten wir uns zur Abnahme diefes
Artilels im isp, in und 2 Flaschen befiens empfohl ·n und
dauben wir durch die Güte und Preiswürdigkeit ver
Waare unsere geehrten Abnehmer in jeder We se zufrieden stellen
uu können.

St. Ingbert, den 24. Januar 1878.

Achtungsvollft
P. J. Moll &amp; Sohn.

äääÄäÊÇ

— — —
Herru J. J. F. Popp in
deide GHolstenn).
(Originalbrief.) Ich
unn nicht unterlossen und
Ihnen mittheilen, daß ich die
don Ihnen erhaltenen 3 Sen⸗
dungen Pulver mit Zwischen⸗
—X nach
Vorschtift genommen, und
Jonen bestes Refultat zustellen
ann, meine chronische
Magenkrankheit
st nun gehoben, und mein
Befinden so, wie seldes seit
10 Jahren nicht mehr war,
ich bin gern bereit, Ihnen
ani Pfrlaggen. zin Atuest zu
—V ——
were 8 Zu Fe
Powig 7, Nand
9 9 —
22. —B uune

Kappen Kappen! Kappen!
Winterkappen sür verin und Knaber, schön und dauer—
daft gemacht. per Stuck 1 Mark. Wiedervertäufer Rabatt.
Georg Erwing, Kappenfabrikant aus Regensburg
Sonntag legtet Derkauf in der Vierbrauerei des Hrn. P. Heusser.
Carnevall! Costumes aller
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M. — pf. Speli 6 M.
70 Pf. Hafer 6 M, 46 pf.
deu 2 M. 40 Pf. Stroh 2
. 20 Pf. Kartoffeln 2M.
30 Pf. Weikbrod 1 Kilog.
35 Pf. Kornbrod 3 Kil. 77,2 Kil.
z2 ppf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. 0 M. 94f.
Paar Weck 100 Gramm 6Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Duai. 60 Pf. Kalbfl. 60 Pf.
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Iιο yr&amp; Pfun

nun * —A — fut
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rother und blaͤuer Kinigtur.
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Druckerei do. Si! a11

3 Brod⸗-⸗ und
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J ————
745 —B9—
VIs Vi. vByl gufel Gnn Srgn
ITdemcen cua und Venag von F. X. Demeß in St Ingbert.
ODiezu llustrirtes Sonntagsblatt“ Nr.

4
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        41
i,

3
Slt. Ingberler Anzeiger.

— —

3

3
1

der St. Jagb vriet Autei ger vad das (ESmal vsJ henllich mun denn OeAblalle verbandeae Ual⸗rhalkuaß! lalt, (Soualags Lu Ate Reai

lage) engermt wo hhenilich vrer mal⸗ Dicasstaz, Dounerstag, Ou noια uιν αιι ααιααιιναν…σ belragt diertelsahrich

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— —
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Deulsches Reicsñ.

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latutet? Die durch die Verfafuug und der Gesetze de8 Mesched
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ur Gilngleit der Anordnuugen und Verfüungen kdes Karsers pothß⸗
vendige Gegenzerchnunzg des Reichslamziers bonren darch Seestver⸗
reter wahrgenon wen werden, welche der Nasfer auf Antrag des
Reich ßlanzlers sür Fälle der Behenderumg desswenn gies auderen
Atgliedren des Brudesrathes all ewcimn vden für eimzelne Rautxs
pweige ernenmt.“ WB

Der Kaner d, wie n darlanenrarisichen Kürisenn barlancket,
zurch die beien sogialdenaotrat scheu Verfatanriue en, im welhemn
ver Maße aunarint auuxs der Landeztinche deletunr wurde ouf das
Eunvsan vinchsde bee sührt worden, Bad has diecs sren Webß senmumh
en eslschiedenren Amssrnuck vertr⸗hen. Es durseren deese Vorgam de
vicht ohne Einsunsz auf die iezegen Wirren ün der cpangelnchenn
Zirche brechen. I

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bezeichnet, dagze gen sand drie Bezichzenzem zue Oesserre ch uchevwnen,
werl jetzt des Vorhantzliumgen ain Petenaarg allerwn zis üegüiten eun
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ne saner Seite zu hatew, so gloiche end hofffe zu dürfen, vaßß
Eiasland süwv imn deu srrerbngeen Pumsttam dem Zfterre chechenn in heu⸗
ungem aaheh uennem werde. Veweischöatad Benmtrtteir grchenn Wien
—AUIAI

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blotß bis gina Ballar. Ein Theil der russtschen Armes soll 4h
wv Nomstartrvopel ernichffen, wosselan der Großfüest hescheneieh
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vmnmen warde die Ebre Asklands beircdigen asd die —M
vrs bung Stasbuls vermedeu. Die Zass mcnensa Uunngi leiwes⸗
IAls votlsramvigz nd 36 die aedl gerhe tAlen Bevrngenegen eren
— VV ——— —

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reins am Eingang der Dandenenle angelanagt, als sie Gegexbescehhi
ahgrelt da d wech dor Besits⸗Voh wolechete. — RNech wer
velnegemn on Nocheichten hen das dastzsche Heucpthaccetier sömnn den
Rrtischen Untornaadienn Esaalyt val shes ad r wene borge⸗
zuncen. — Ennge beacchhaere getechtshe Banden
diebnfche Gediet Ein gedrcegen,

De Poe eng soll aaget⸗⸗

— — Dewch. Mo. Bi

Perer 343, 20 Jen. Dee, Ngecee vuse ned
die Keatnitß ahnee der vasste chac Bedenengee Lonbon 50
kagland Sie Ucherhenuckg bon ver Mattigun Raslands gegehen
— Krisns —X w· lche , wie an tzoffen X lene wei⸗
eren Folgen hahen wind, —

ere s . Ver gechecheun RAegcnceg
nerde ans Riccchcht aach Eeglinrhh ger dene getz dem Stnd zer —D
unnn Gicht wene Verwedellier gen hesherzuchaitzuen, vom er in —D
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Seven Pascas haten zezen p
verde den dallindeun Fered n anne
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Willelaren ges hu ers gung hzeute fru voh der Lewende n ee

Aun tgzes, 20. Zann. Dee Geruchte von dean beworsteienncen
Aaschluckß der Fu adens e alünrincrhein dee auclasztem gestenn nne vfffemwil ivcho
Demsn snat van zug Guustem des Aneges, Ah der Demoenstwewen
aalarenn Im IO, Ou Persoeein heil. Docselhe saad waen enttich bor
vem Wotgriumgem dumn Ksemuntzu os, VDelamitnss, Tulltapis aand Faiant*
Natn, Derem Feusler zertrünnmenn Wurrdam z. von deun Hotel des Phit
nistertss Vonuiansgunugs winn e ern Nevolid oshzusz abe asenvnkn. Tie
—AXEXELLL
Aieh odt. Vor dein Emiglichem Palaftt viasein dir Demsusfrautem
en Koarg berauus. Jun dem Wortem, welchee der Kng an bee
Nenge cdletee, Arzelchacte er die Lacge als sohnmerzlüch für die
polechnche Natiom uung Fahh hanger, Mancuundd iehe duss LTaud urchg
ehs ec- Noch wirneron Tenrviste aiionem dor dein Goceta ber M
wisten wurd in dee Tunmmeuamcem bym dein Toubhpen —
derden huhiche Drnrssfwat gunen hrbivcchran. Vin Teutppenn sasgh iu
n HQuiernem aoersigunttz and Zalem strreiucemn Vohotzü, eneng ch gewen
de Nahrstignen e myu chreitem.

g. Aom snc nn mo deh, 24. Jan. Die Piorte hat sihoie
—— — ——xx——— Die
ragew wWegenn Ahuride zumgg Karrx Bulawercin urntd Cröffresch dec Nuuche
cugen wevrdem en ann Eowgnesse vdor gelegk.

VDer Daureg Tiubegrapeneidern uunz Setaun hnl vonn 24
dolgenge Prauuuinenun oeen sollbein heuce —D
erharn Wanaltziengen Keitt ohae GebibtsSpuhnchs —XRV
Vee wn, Nssascch. Shpun untz ieten Shein des ScuaeSe Nuich⸗
—A — —A
de En Eathtsehiteng degahlte snd Vee Dardenne —X
wy wussnschenn KerickSsch semn brüffnen Dir Watbnomie dec Viu gaech
dind nn zr aucs darz sr deut Tice nonmn aagen Prinxißß aus gu
ues hon den Esservinge deageubitniie Wegromeii bastek,. Die
—XXX— — — Jahngmm Kenein cheigtlachan burch
ue Vhiieg gens lünicurat; Wandenssüme euerean. Eein Gehhnn Wichl

7 oovel omnri die Racricht,
Owahter ganstem, die Luriei
2 sBae nn ßurzeichaz Cec harnnit

Mernuf Abegß
BZweibruüden, 25, Jan. G. 8) Wan d⸗r —2 —
—X cRagaete sich gestexcs gate ergzuͤchs
Scane. Ern Reiganer hatte du Mewaterchew seirnem gun huin neber
jeher benn Warn snale ichhethtatehcn ead süch onn re Fen
wiscynn? ben senen Wiederntenen wanee die he ven Betler gamgs
xgeustaaede versch vicagen, arg am vereinn Eresse himg xine
emarege Pdang ⸗ Vergeben⸗ treln der Reisende Umschum z dw iages
—AV ——— such sehhn
ceilen, wenan ver woch ne Vnherhenn gekeargenn wolln Rasch sprscg
x ünes ersee bosfe, ain Arlcemmern gefüllte Co pe Z, Kasste Hicð
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n Kdepen ennes den Coupe-Jufteshein hng som Neh rychecc, dem
irnp gemm Mosßf des gaetzicheuedemn Kuhheiens grre der — —
nan artn dem Hulss wrr stold vewn Foauln) geichhberingean, worches n
vn Netergehen gessech hotcee Wah domn Dam Bestohnonenn jin Mitec
Vvgt erstatnete Magrige wurnke denn LTanghget aa Honmbiuages
uthntzße Som der dastan Gantzutanruike Jan aren Enoff ung
Eovecyien
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inn Vor weheranne e reyien Tannced uedes har
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geschew Fichrudesn. VDed Veshhen zen —öAA— —
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ablchrn diselhze geheten wird, Fahteh a wirhen, doß vber projettivre
dabassteten auß irlud sches Procel W brvansa b. weröe, daßß e
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        sei, einen seit vielen Decennien durch großen Fleiß und Mühe
eultivirten Bau, dem die große Vorderpfalz ihren Wohlstand ver⸗
dankt, auch fernerhin betreihen zu können.“

Am Sonntag (27. ds.) Vormittag ist in Saaubrücken
Herr Advokat⸗ Anwalt Ferd. Disetzsch im 73. Lebensjahre gest.

Münster, 20. Jan. Vorgestern Morgen wurve ein
32jähriger Einwohner dieser Stadt, der als Jüngling nach der
Schweia ausgewandert, später aber h'erher zurückgekehrt war und
nun schon seit Jahren im Geschäfte seines Vaters thätig gewesen
ist, unbersehens Rekrut der preußischen Armee; am Nachmittage
hereits exercirte er auf dem Neuplatze. (W. M.)

F Berlin. Das große Generalstabswerk über den Krieg
oon 1870,71 wird nahh einer Mittheilung der „Allg. Milit.Ztg.“
mit dem 14. Hefl, dessen Erscheinen bevorsteht, seinen dritten Band
abschließen; die Ausgabe des vierten und letzten Bindes dürfte
boraussichtlich etwa noch zwei Jahre beanspruchen. Ursprünglich
war für das Eischeinen dieses einzig dastehenden kriegbgeschichtlichen
Werks auf einen Zeitraum von 8 Jahren gerechnet, welcher sonach
um 2 Jahre üherschrten werden würde. Danueben find deutscher⸗
seits über den letzten deutsch-französischen Krieg bekanntlich voch 2
andere officielle Berke über die während desselben Statt gehabten
Belagerungen, das eine in Anregung, resp. im Auftrage der Gene⸗
ral⸗Inspektion der Artillerie, das audere in dem der General⸗In⸗
spektion des Ingenieur Korps erschienen, welche bei gleicher Aus⸗
fühclichkeit und Zuverlässigkeit weniger zin allgemeines, als über⸗
wiegend fachmännisches Interesse besißzen.

f Die in den Bukarester Feldlazarethen bisher thätig
gewesenon dtutsaͤen Aerzte klehrten in ihre Heimath zurück. Vor
ihrer Abreise nach Deutschland waren dieselben vom Fürsten Karl
in Aundienz empfangen worden. Der Fürst drückte ihnen seinen
Dank aus für den Eifer und die Intelligenz, womit diese Aerzte
ihre Aufgabe erfüllten und verlieh dem Leiter Dr. Kammerir das
Commandeurkreuz, den übrigen aber das Ofsicierkreuz des rumä⸗
nischen Sternordens.

Eine droll ge Theater-Anckdote erzählle Sacher-Masoch im
„Pester Lichd“; sie zeigt uns, wie Poesie und Prosa auf der
Bühne oft dicht neben einander stehen. Einmal spielte das damals
noch junge Fichtnet'sche Paar am Burgtheater in „Kabale und
diebe.“ Er war Ferdinand, sie Louise. Beide spielten den fünften
Akt so lebenswahr, so einfach und doch so erschütternd, daß ein
Theater:Enthusiast, der eben in der Coulisse stand, laut schluchzte
und sich wit Mühe aufrecht hielt. Als sie endlich Beide kodt da⸗
lagen vnd sich die Schlußscene vorn an der Rampe aospielte, hörte
man plötzlich, nafürlich nur im Bereiche der Bühne, die regungs
lose Lousse sagen: „Du, ich bin furchtbar hungrig“. Ferdinand
eben so regungssos, entgegnete: „Was haben wir denn heur' ouf
die Nacht?“ „Rostbratel mit Erdäpfeln“, erwiderte die bleiche
Lou se. „Daus kannst Du selber effen“ erwiderte Ferdinand, „ich
gehe zum Schwan.“ Die Sdcauspeler hatten Mühe, nicht laut
aufzilachen, und der Theater: Enthuñast in der Coulisse war fsofort
don seiner tiefen Rührung befreit und für immer seiner Illusiongen
in Bezug auf das Theater beraubt.

F Das ‚„ANerztliche Intell'genzblatt“ enthält folgende Notiz:
In Havre ist eine Strike der Aerzte ausgebrochen. Die dor⸗
tigen A⸗rzte haben ein Ciccularichre ben an idre Clienten erlassen,
in welchem sie erllätren, daß sie ihren Honorar-Tarif er öhen
müßten. Diese Erklärung fand jedoch eine sehr ungünstige Auf

nahme, um so mehr, da man diese Forderungen der Aerzke für zu
soch hält. Sie verlangen nämlich für eine Visile 10 Franes, bei
desonderer Dringlschkeit 15 Francs und in der Nacht 20 Franc«
und drohen nun die Behandlang der Patienten einzustellen.

FRom, 16. Jan. Man meldet dem „Pest LOl.“: Die
zinterlassenen Schulden des Königs Victor Emanuel betragen
26.000,000 Lire in Wechseln und 10 000,000 Lire in Hypothekar
chulden. Wer wird sie nun bezahlen??

4 Eine italienische Räubergeschichte. Aus Palermo erzählt
„Paese“: „Alexander Pariß, der Soum wohlhabender Eltern, ist
rachdem er 12 Tage in Gesangenschaft gehalten worden war
vieder nach Hause zurückgekehrt. Er war am 2. Jänner nämlich
zei der Porta Macqueda, in der Nähe seiner Wohnmung, um 12
Lhr Nachts von vrer mit Karabinern bewaffneten Männern angt
allen worden. Der junge Parisi schrie durch mehrere Minuten
unm Hilfe, worauf ihm einer der Männer einen Karabiner an di
dehle setzte, während der andere schrie, Parisi nicht zu ermorden.
Da Parisi sah, daß es sich um keinen Mocd handelte, verhielt a
ich ruhg. Man führte ibn dreißig Schritte weil zu einem mi—
einem Pferde bespannten Landauer, dar auf sie zu warten schien
Man verband Parisi die Augen und brachte ihn nach anderthalb—
ündiger Fahrt in eine enge Höhle. Dort behandelte man ihn sehr
rücksichtsvoll; die Räuber überschütleten Herrn Parisi mit Entschul⸗
digungen, daß sie genöth'gt seien, ihn in so enger Haft zu halten,
‚die Zeitlen seien gar so schlecht, leben wolle man doch und do
müsse man sich an die zahlungefähigen Leute halten.“ See brachtet
yem Gefangenen alle möglichen Delikatessen nach Auswahl, feint
Figaretten und Zeitungen, um ihn üher die Tagesereignisse im
Laufenden zu eihalten und insbesondere über Alles, was den Tod
Piktor Emanuels betraf. Nachdem endlich seine Fannlie ein Löse—
jeld von 67,000 Lire trlegt hatte, ließ man ihn unter der früher
drohachteten Vorsicht heimkehren.“

enischiedener Gegner aller sogenannten Ge—
Ein Arzt, heimmittel, hatte in jinem bedeutendern
Werkungskreise sehyr oft Gelegenheit, die verschiedenartigsten Haus
ind Heilmittel kennen zu lernen und darunter sehr viele, melcht
äugst verschollen sind. In den letzten Jahren traf er häufiger, jo
o häufiz die wodl keinem Aezte dem Namen nach mehr unbekannten
ODr. Airy'jchen Specialitäten an, daß er stutzig wurde. Anfangs
laubte er, die überraschend schnelle Aufnahme den Annoneen zu⸗
chreiben zu müssen, sah aber bald ein, daß die meisten seiner den
essern. Ständen angehörenden Paticuten nicht in Folge der Annon
en, sondern aui Empfehlung von Bekannsen hin, die Airh'schen
stemedien in Gebrauch genommen hatten. Dieser Umstand und die
hin entgegengetretenen überraschenden Resultate veranlaßten ihn
ene Spec'altiäten au strankenbeite seldßü zu prüfen. In
einem einzigen Falle konnte er eine absolut schädlicht
Wirkung diesen Mitteln Schuld giben, in sebr pielen aber
inen so entsch'edeuen Umschlag zur Besserung des Krank—
eitsvalles, daß der Arzt selbst in eigner Familie diest
Auy'schen Speclalisaten als Hausmittel einführte und seither keir
*iß b.liaendes Urtheil über dieselben mehr gelten läßt. Wer sich
ähere Heautneß über de Naturheilmethode des Dr. Arry verschaffen
vill, beziehe das iustructive Buch welches klare Abhandliungen über
»Ä me sien Krankheiten, sogar mit delehrenden Illustrationen für
den enorm villigen Preis von nur 4 Mark gewährt, direct aus
Richlet's Verlags Anstalt in Leipzig.

Loose à 50 Rfennig
für die
Allgemeine Geflugol-Ausstellung
am 17., 18. und 19. März
in Kaiserslautern
ind zu baben in der Expedition des „St. Ingberter
Anzeiger“.

Wohnungsveräunderung
Ich wobhne jetzt in dem Haufe
des Herrn Müller Reidiger im
Mühleneck.
J. Steinacker,
Schneid⸗ rmeister.

— ¶ *

ertrauen kann ein kranker

nur zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
Naturheilmethode, sich thatfächlich
hewährt hat. Daß durch diese Me—
hode üußerst günstige, ja saunenerre
sende Beilerfosae erzielt wurden, bde
— 577ache
zeu
9— —

—E

Eine schͤne Wohnung
im 3. Stock meines Wohnhaufet
ist zu vermiethen. Auch können
nach Belieben möhlirte Zimmer
abgegeben werden.

Georg Klein,
Vasthaus zum goldnen Stern
Allgemeine Wechsel

zu Jedermanns Gebrauch
per St. 8 Pf., 25 ẽEt. 50 Pf.
find zu haben in der
Buch⸗ und Steindruck ert
F. X. Demetæ.

abgedruckten zahlreichen Drigt⸗
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
diche Kranke noch heilung fanden,
ur die Hilfe nicht mehr möglict
schien. Es darf daher jeder Kranke
ich dieses bewährten Methode um
o mehr vertrauensvoll zuwenden
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafür angestellt
»raktische Aerzte gratis erfolgt
Nähexes darüber findet man ur
dem vorzüglichen, 544 Seiter
tarken Werke: Dr. Airys Na—
turheilmethode, 100. ——
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mart
deipzig, Richtexs Verlags⸗Anstalt
welche das Buch auf Wuͤnsch 43
insendung von 1h Briefmarker

h me ie⸗⸗ Scranco versendet

Breéelimæ Thierlteben
Zvweite Auflugqe
mit gunuxlich umgoarbæiteatem und eriveitortem Tent imd gr&amp;istentheit⸗
aeuen Abbildungen naoh der Natur, umsast in vier Abtheilungen eine
2erι „ERXM ThASäα—ια
catifs prachtvotlste illustrivt
und eracherẽnt in IVO vochentlichen Lieferungen æum Preis von T αα
Vorlaꝗ des Biblioꝗraphischen Instituts in Leipzio.

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—— ——— —— ——— — — — — — — —
Fedation rud und erlag von F. X. Temeß in St Ingbert.
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5333353—33335 133355533338 532353 32858A23333
— —533333533— 38383
— 5 —536 87532 —235 52853235
2 2 3 5323 — —228 s — — — ———
— s5535— 32— ——.. 38 —28 ——
— 25353255535 — 3835 — 5—2 —5 2235535 —55
2 — —5 — 55 ———4 5355 82*53— 3 —3252 52 5*
53— I ——68 — —35*87
—2 3— —* 5* 7 35 * 53 7 232 —
38* 3Z55 582 55— 32—32 s — —57
5383 3333355 5525—2——33373*c
2 3—3333433
5.52 — 3528 623 * * * — * 2 —52 52** 525...5 —
522* 32EIS—5 5 232.2 34 —X 522 —3—3 —
3 33 — 385837 —s5352355
* 5 — —254 * — 2 8* —X * — 8* 28 2, 5 —à 5355
— 232 A 23 —*—9 3 * A 22835 2 2 *
— 33 —8378-23555233 533* 2*5063383
8 —8 EI— S 5 —* — — 3 2 —8 22 — —
* 5729 3358 3 2 2533232 —„87 52558 —A 5528
35573335325335*5355 5z3 7555 55 73355245s58 33558
—8 — — — —DDD ——x 2232k7 28222 F * 4 222 —
— * 8 A— 8 22 22 255 825 23*82 7— — — 258 5222 —
3 — 8 553233333 5333553
* 2 AA 222 s — — * 2 ñR 7
38 83323 33—3—3334355—32 5 35455— 35
8888 2228 c5 53238385 3 533358s33883575833 ——
2 555 ——253332 9 5— —*53552 552 58 535573235
— — — * 2 *
3 33 33 33 733333336
E E — —A 2 — 7 — 522 —X233 5328
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53 353522 5
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MW * 2535855353553. 52 s58 ẽ
—V 3 33335222. 3* —52 3
5228 52z2525 3 25 52332353 22 5332 —8
Xꝛ5 25533 3333 33 —557535757535555 25 Ss 2
* 227 22*
55 5552— 55—33 —ãA— 8 2585686333 232355
3353833 23 53858 25555 2235*33.358 »23583 58
—3835803373 —25 222 52 3 — 2
* 2 —z»7z2 —525322 7 — 23 * 8 2828S
2277 25 — 88 2328 5 — 2*8 2
2 288 2* —222 5222 5 27F 22— —53 253 —E
3 * * —E 75* 52 25 336— 5 *8* 5 2** *2.22 —
8* —5823* 252 5238876 5335353 83 —**
530 7 53537 2228 377* 33338335 —5—383233
— — s *27 8 2 — 2 52 82538 536 —— — 5 *538
— — 2227 3223 2 — 558—05328 —
25—23535 z2 —* —52 —— 258 2. 22 222 s *5 35
5353333555 — —— 233 533 353533143 2233
J —8 5 2* — * 23 77 * T 2 —
* * 3 2 3 28.2 — —— — 2 — — —A—— —
——— 55—578 s7585 253357 — 5553578
5535—832 ——* —A — 8 — — ——— ——— * 5525 5717325
— — 228 00 33 27 8 —2 215* 5223535 7253822
— a. 5 52873*3 5322 8555 238233 ——A 228 —
22 * iĩ — —S —22 — 8 2 * 5823 5838
2858855—83 3353333543 8 333 3833383
233535538 25332 8838. 387 s3335 3275 535253237
252538351673. —8 5 528353 *— 73538 5373337 2335355533
523253323 325855 2155 —2228 z223235 2 7 3
2 52—5— —A — 2337575523535 —— — 8 5353 *
— —* 2588 7233 H— 22255 —A— 575822
—I — — 52 225 —A 222 7 — 2
23z22 —58 2 22 — 2 5 55535 2853 —3 —*
33383338 325 25338*8 5*25 ——
—— z22 8 8
— *2 *2 — — —— — 2
222855 u 2

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* Sse 4 232258 —
8* — 58333335233 289 B3523
55 25353 25335525333325 3553553333353358 5335353832573257
* * * —

55 353538 553332333323 —A ——— —A
—53 23 323 73232238 s58 —5385*835 52 5—532532 —
* * 5 5 2223 52 2 5
5 383333533332 53575 3355 3373375555
—— — — 2 22 — — 2232 223223 235 —32 — —
28385335 s222 532357 2——35*9322 —— ——— 8
—M * 2 8 2 328 522 — 5— 3.2 35 — —7835 — 333 —33

53 3 58— 2 222 255 2523253 83.58 28 325 8

55 —5333537533*383553 88— s—2538558825
—2 25 32 —A 2 22 —8 — 7 — 5 22
73 535 —555 5585233— 2 533 5335 55535335823 28
— 3 — 225 * 2 22 * 55 2 28 2* 5

35 2532232 35352343 233 5233 2235335558 38
2i⸗ — 2 — * 2 S * * p 2
583355 555535558 783538 373s3553833333 55
—222 — 2* * 2 7 *

58 25322. 48 q28382 —8 — 5372—235 53—
*5— SB35—22234 — 3*5 322 H 1383 25353 —z85IB 82— * 58
55 53233835533 , 5 55 253357583352235 ——3523338352 58
z33385423334 535 —35*33555553533553333 23
2552582 —E 3— — 7 57853 —A 859 25— 23 533 225 *87
* * * * S2 — 22 5 3

— 33533 3858 9 333 55
553228 582355 785— 532825 —343188657574557 333 —*
329 333325333332353 37— 55233 3—383723313* 55
5537 ———— —52 —V *2z3 255 2*85332853 55522
SSöäEr2 2 355 82 ——32 285 2825855 — —
235 55 2—57 —— —z5305535 3—2585 x—2 2 53 25252378232 —
53853 —533557353233580 335—2533835 —z3*33 —2—536
22 — — 3 —A——— — — —A 2 * —— 3
585 3—k—5 2 8523 * 8 * 8 7 O 25 25 3 * 2z23 52 —
35 —2383 3——3——5553328 —333 553
22—
F 5 53822 2— 4 —A
23222 22 —35383555535538355853 222
—[ 3 —]α—εs 5
2253335532237528 235223 252333323332 257 258—85 2
55355 355853 x — s—50828 8239 ——— 8
— 32 — — 2 22 * 3

32 —* 2 — 2 — — — —ꝛ * 2 — —
—A — * 23288 2 25 N 02 3z255332853 285 *
5327 5 53222 — 225752 —520 333 832 *5858275 *587
5523 s—5 F555 5 —2 —5 —2325 — 532 3285833 52 522 23235 — —
8 HD *22 * 25560 22 2 222 2228223
8sQ5 28 79 — 35 o 55 55733 2 2 357 —M —
&amp; 55 8 22 3 — 23— 28 ——
3338 .3 52*
* 2 —— 2 —*— 53* 2 22 2235 8
—328 —3 55 —A * 5 —25 2 525 * 3 2 238 25 23
5* — ——— —8 52 —8 532835552553233 —A — 55
75 3577 74333—835
25385 2 — e: 2 * 2 2582 *2 —E — 352 5225

— S 3 Q* — ES — * S ———— 2 —
38 — —— s327325327 3363335435788
—A 55—8383338 75528 253333265 — ——

333373333385568 —56383353335523 73233352333385 35

22255 2 — — 3 53323235 * 25 — —2233 25 —A —
z2337328 35 82833 * 2324 5333355, 7 22. 555255— —77
535555553 32333 — 232375353233535533 32433333323—55
23353354 28252 35627 2353355723 5 5 66——8358228
5325333323338 5 —323 —A —— 3353353353553535357 3 332365
27
8 8 2 23 5*—25c2 —5235 25 — * 283
I382 353823 357535763 35 *»53—355532* 253 337358335
2 5865*28 — 355 50 2 — 5 RhR ôEB 22 —8* —— — 7
53527 333335s833533 355—532222 333328——
—A 385232 8 2 2 532 8 23322275 —— * — 2 2* 25* 3

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        Sl. Ingberler Anzeiger.

— — —
Ler St. Jugberter Angzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mil illustrirter Bei⸗

bage) erjcheint woͤchentlich vBiermal: Dienstaz, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementsvreis betragt vierieljährlich

1 Mart 20 R.⸗Pis. Anzeigen werden mit 19 Pfg., von Ans virt: mit 15 3f z. fur die dierzespiltene Zeile Blattschrift oder derer Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 18. — J Donnerstag, den 831. Jaunar . 6 1878.

Deutsches Reich.
— »Berlin, 28. Jan. Die Rückkehr des Reichskanzlers nach
Berlin soll nunmehr nach Angaben aus Abgeordneilenkre: sen nicht
dor der dritten Februarwoche zu erwarten sein. Jedenfalls rechnet
man micht mehr auf die Anwesenheit des Reichskanzlers bdei der Er—
offnung des Reichsstags. Eine Zeitungsangabe, welche wissen w'ell,
daß der Reichstamler an die jürgste Vor lage betreffend die Stell⸗
dertreiung des Reichskanzlers 2c. die Cabinetsfrage geknüpft, d. h.
don der Annahme der Vorlage im Bundestath fein Verbleiben im
Amte abhängig gemacht habe, wird bestritten. Wir erfahren von
vestunterrichteter Seite, daß der Borsitzende im Bundesrath in dessen
leßzter Sitzung vom 25. d. die Vorlage augikündigt und den Wort⸗
laut des Texies und der Motwe verlesen habe, worauf die Ver⸗
weisung an die Ausschüsse erfolgte, ohne daß irgend eine weitere
Bemerkung hirzugefügt worden wäre. Morgen werden die Aus⸗
schuß beraihungen über die Tabalsteuervorlage ihren Fortgang nehmen.
Die Annahme derselben im Bundesrath, und zwar ohne erhebliche
Abänderung, gilt als ausgemchte Sache.

Aus Berlhin, 28. Jan. wird der K. Z. offiziös geschrieben:
Gerüchtweise verlautet, die russischen Bedingungen, welche in London
zuerst in allgemeinen Zügen bekannt waren und daher verhaͤlinß
mäß g maßvoll erschienen, hätten dort moqh hbervortretender Ver⸗
schätfung kinen ungünstigen Eindruch gemacht. Die Krisis sei daher
noch nicht beendigt, Die heutige Parlamentssitzung wird darüber
auftlären. Das Ausbleiben der Bestätigung von der Unterzeichnung
des Waffenstillstandes eischeint ebenfalls auffällig und erneuert die
Vesorzniß, die Türkei möchte durch die Vorgänge in London zu
ciner mindestens zweifelhaften Hoffnung auf Englaunds Hilfe ver—
le tet werden.

Dortmund, 26. Jan. In einer Versammlung der Leiter
der christlich sozalen Partei der Kreise Dortmurd,, Bochum und
Essen wurde der Beschluß gefaßt, der Bergarbeitere Bewegung in
ihrer jetzigen (sozialdemokratischen) Gestaltung entgegenzutteten und
einen auͤf christlicher (d. h. ultramontane:) Grundlage dasitenden
rheiuischwestphälijchen Berzarbeiter-Verein zu gründen. Aufd ese
Weise werden wir also statt des einen beadsichtigken großen Bundes
zwei Vereine und zwar den einen mit, den anderen onue Religion
erha!ten. F. J.)

...4nNnusland.

London, 29. Jan. In der heutigen Unterhautsitzung
antwortete Nocthcote auf eine bezügliche Anfrage Kenealy's, der
Regierung sei nichis delannt von einem Empdernehmen zwischen Ruß⸗
land, Oersterreich und Deurschland zum Zwecke eines Schatz und
Trußbüudn sses zur Theilung der Türkei. Ju Betreff einer dieser
Machte sei mindestens starker Grund vorhanden, die Wahrheit dieser
Nachricht zu bezweifeln. In den nächsten Wochen werde es Ach
wahtscheinlich. zeigen, ob diese Mächte zusammen oder separat
handeln.

London, 29 Jau. Der „Standard' dringt die Mel—⸗
dung von einec großen Schlacht, de zwischen dem serbischen Ar⸗
mectorps am Timot, Schumadja und der Morava in der Seärke
von 40, 000 Mann gegen Chatit Paitha statigefunden hat. Der
stampi dauerte ·4A Tage und endele günstig für die Seiben 3000
Verwundete werden in Belgrad etwartet.

KQoustantinopeli, 28. Januar. Heute Nach.niktag be⸗
gduhen sich mearere Deputicte zum Großvezier, um die Besorgniß
der stammer bezüglich der Friedensverhaudlungen. auszudrücken und
die Ftege an ihn zu richten, od die Piotte Nachricht über die
Unlerzeichnung der Friedenspräliminatien erhalten habe. Der
Großbez er sahte. ihrrern auseinander, daß der telegraphisch⸗ Verkehr
ait dem russischen Haup quartitr jeht schwierig seu, daß jedoch
Telegrammme von oen Bedollmächtigten etwartet wü den.

Ueber das Elend uner den Flüchtlingen in Koönstant i—
16pel wird der „Times“ aus Pera unterm 23. d. elearaphisch
berichtet: Das Elend in Konstantinopel ist in der That schrecklich.
Mehr als 80,009 Flüchtlinge aus verschiedenen Provinzen, jedes

—
— —
Blaubens und jeder Roce im Reiche, sind während der letzten 10
Tage angelangt, und täglich strömen Tausende ununterbrochen herbei.
Biele haden weder Nahrung noch Obdach und sind dürfng belleidet,
baleich der Winter ungewöhnlich strenge ist. Die vorhandenen
Mittel, vou der Regierung und freimillig gespendet, sind zur Lin⸗
etung der weitverbreiteten Noth durchaus unzur⸗ichend. Moscheen,
„chulen, Baraken und Karavarserien sind überfüllt. Der Sultan
sat mehrere Paläste einzeräumt, und viele reiche Einwohner der
Stadt baben ihte Häuser mit Flüchtlingen gefülltz aber dit Sub⸗
istenzmittel Jind völlig unzureichend. Berschte von Bourgos. Aidos,
Kososto und Tcholou sind herzzerreißend. Aus letzterem Orte, einer
Fisenbahn · Stalion, wo ungefähr 8000 Flüchtlinge, mieistentheils
Frauen und Kinder beisammen sind, weldet ein Augenzeuge, daß
vährend der letzten Paar Tage ca. 200 Personen der Käl!e und
dem Hunger erlegen ind. Wahrend der Fahrt starben viele Frauen
ind Kinder in den Waggons und wurden in den Schnee hinaus⸗
zeworfen. Diejenigen, die hier ankommen, sind kaum vesser daran.
rẽs sind Fälle vorgekommen, daß Frau⸗n in den Straßen nieder⸗
ekammen, sind und man am Morgen Mutter und Kind erfroren
und. Sojortige Hilfe ist dringend erforderlich, um dem wachsenden
*ẽlend zu begegnen, da alle bestehenden Hilfsquellen der Mildihätig-
tit nahezu erschöpft sind. Gestern Abend wurde ein H'lfscomiuee
ebildet, welches die leitenden Mitglieder aller ausländischen Ge⸗
neinden in Konstantinopel, die Konsuhn, die hervorragendsten Ban⸗
tiers, tonangebende Kanufleute, sowie, die Korrespondenten der Lon—
doner und. vieler continentaler Zeuuungen umfaßt.

Vermischte.

„7 In Kaiserslautern starb am 25. ds. der Instru⸗
nentenmacher Franz Pfaff jun., ecrster Vorstand des hiesigen Vereins
)euischet Kampfgenossen, welcher d'e Feidzüge von 1866 und 1870
nitgemacht And glüchlich überssianden hatte.

fF Aus Kaiserslautern, 27. Jan. schreibt die „Pf.
B.“: Ein augenscheinlich Geistesktanler wurde gestern im Stadtparle
»emertt, wie er eben im Begriff- stard, sich eine Lageistatte im
Schnee herzurihten. Der Unglücklsche hatie keine Beenkleider und
war nur mit einem Paletot bedeckt, annden Füßen trug er einen
Stiefel und einen Schuh. Auf das Stadthaus gebracht, wurde er
mit warmer Nahrung versehen, die er gierig verzehrle, auf alle
an ihn gerichteten Fragen war nur die Bemerkung aus ihm heraus
u ˖bringen: „Ick versichete Sie, daßz id nich Bismarck hebe; ja
venn ick man B'emarck wäte, so jinge es mir nicht so schlecht.“
Aus⸗den bei ihm vorgefundenen Papieren erhellt, vaß der Arme
ein Mechamker ist und zuletzt in Essen arbeitete und zwar rach
inem vorlegeuden Zeugnisse zu schließen, zur großen Zujsriedenheit
eines Meisters.

7BGermersheim, 29. Jan. (L. A.) In Foige falscher
Weichenstellung suhr gestern Abend in den 6 Uhr 82 von Speyet
hier anlommenden Persorenzug ene Rangirmaschine und zertrüme
merte zwu i Wagen. Giückicher Weise befanden sich in diesen
be:den keine Passagier⸗, so daß, abgesehen von der Materialbeschä—
digunh und dem Schreck der Mittetenden der Unfall gut abge⸗
lauen ist.

Die „Sp. Z.“ schreibt: Das badische Staats minimster um
hat auf die Vorstellung des Verwaltungsrathes der Heudelbderge
Speyeret⸗Beaahn, doß die vom Staat beanspruchten Be⸗
riebstosten bei dieser Privatbahn und rhälinißmäßig größer, aus be
den ünsrigen vom Staat verwalteten Prwatbahnen jeien, die Ve⸗
riebs Vere ubarungen zwischen der General-Mirettion der Sigats⸗
hahren und dem erwähnten Verwaltungsrath auf einer neuen
Brundlage mit cückwirklender Kraft vom ersten Vetriebstäge au sest⸗
zesezt, so daß die Aktionäre der Bahn die Aussict delommen, das
jährliche Deficit verischwinden zu sehen.

f Vermögensstand der SchullehrerPensions Kreitz Anstalt der
Pfalnz für 1878. Jahresbeitträge der Mitglneder 24 786 M.
34 Pf. Zuschuß aus Staatefonds 103, 187 Vi 36 vf. Ge⸗
        <pb n="62" />
        sammteinnahme 209,231 M. 97 Pf. Pensionen der Lehrer
153,090 M. 88 Pf. Aversum des Vorstandes 540 M. Gehalt
des Rechners 900 M. Gesammiautgabe 192,571 M. 73 Pf.
Finnahme 209,231 M. 97 Pf. Mehreinnadymne 16660 M. 24
Pf. Das Vermögen besteht in ausgeliehenen Kap talien zu
385, 304 MN. 8 Pf.

Frankfurt, 28. Jan. Ein gestern Abend zw'schen
11 und 12 Uhr in einer Wirihschaft entstandener Streit, der in⸗
deß keineswegs von erheblicher Bedeutung war, setzte die Wirthin
doselbst so in Schrecken, daß sie, von einem Herzschlage getroffen,
zodt zu Boden fie!l. Nach Angabe des Arztes, soll die Frau schon
länger an einem Herzfehler gelitten haben.

F Der aälleste Chet des Hauses v. Erlanger u. Söohne in
Frunkfurt liegt an einer Lungen⸗ Entzündung schwer lrank. Die
aus wäris wohnenden Söhne desselhen sind telegraphisch an das
IV

Worms, 29. Jan. Waren die vorhergehenden Jahre
n wirihschaftlicher Beziehung charakteristisch durch die Gründungen“,
so ssud ed die jehigen durch Follimente jeder Art. Hoffenil:ch
oↄmmt es nicht oft vor, was von einem der neueten hiesigen Fallimente
u verzeichnen ist. Daffelbe we st Passiven von 79,000 M. aus
and Aetiva im Werthe von 59 M.!! Soll man hier mehr über
die Leichtgläubigkeit der Creditgeber, oder über die geschäftsmäßige
Unreellität sogenannter Kaufleute slaunen? (W. 3)

f AMassel, 25. Jan. Nachdem die Trichinen in letzler
Zeit in höchst bedenklicher Weise bei uns weiter verbreitet haden,
ist von der k. Polizeid rection im Einverständniß mit der städlischen
Behörde untser dem 16. d. M. eine Verordnung erlassen worden,
welche nicht nur die Metger und Flesschwuarenhändier, sondern
auch alle Privatleute dazu veiflichtet, frisch geschlachtete Schweine
zurch die dan befstellten Fleischbeschauer auf Trichnen unlersuchen
zu lassen. Der Erlat einer ähnl chen Bestimmung für den ganzen
Regierungsbezirk steht in Quczem zu erwarten.

F Sruttgart, 28. Jan. Commerzierrath Schiedmaher,
Inhaber der weltbelannten Pianofor!?e Fabeik, ist gestorben.

7 In allen Zeimngen, wohnn man sieht, tritt dem Blick die
mächtige Annonce entgegen: „Guyor'sche Theerkopfeln“? und in den
Spalten des redaltionellea Theils trifft mag nov Reklame über
Neklame dafür an. Der Herr wird die Insernonskosten schon
wieder herausschlagen, also muß das Fabrikat doch starken Adsatz
sinden. Die „Gartenlaube“ warnt nun in seht scharser Weise
zegen diese Pillen, die allerdings einen akuten Katarrh vertreiben
helfen, dafür aber dem übrigen Organismus den ärgsien Nochtveil

ufügen. Das Blatt schreidt: „Ist die zarie Schleimhaut dis Ma—
gens durch reichlichen Alkoholgenuß abgehärtet, so dürfte ihn aller⸗

»ings dieses moderne Theerauspichen wenig berühren, eine gesund—
Nogenschleimhaut dedoch wird schließlich so gereizt, das katarrhalischt
ẽ ntzünduugen des Verdauungtapparates entstehen. Ferner erkranlen
ie Nieren und die sich anschließenden Organe häufig nach innerem
Theergenuß, selbst Hautausschläge und Erregung des Nervenfsystems
ommen nicht zu selten darnach zur Beobachtung. Aeußerlich gegen
Flechten in den verschitdensten Formen angewendet, entfaltet der
Theer seine betarnte segensreiche Wirkung; doch können dierbe
chon, wenn unvorsichtig zu große Mengen eingerieben werden, durch
lufsaugung nach innen, gefährliche Darme und Nierenkatarrhe,
owie Nervenzufälle zum Vorschein kommen, ein Beweis für du
kichtigkeit unserer obigen Behauptung. Schon lange hat die Me⸗
dizin dieses Medikament für den innerlichen Gebrauch (weil hin
eichende Erjatzmittel vorhanden) cus ihr⸗m Arzneischatze gestrichen,
yeffentlich wird nun auch der Laie binnen Kurzem diesem guten
Beispiele solgen.“

F Finsterwalde, Nieder-Lausitz. (‚Wie Sand em
MNeere.“) Am 16. dsa. Mis. verstarb hier die älteste Frau der
Stadt, Frau Johanna Wilhelmina Seydel, geb Bauer in einem
Alter von 88 Johren und 733 Uonaten. Sie war die Stamm
nutter einer so zahlreichen Fumilie, daß ähnliche Fälte wodl zu
»en Seltenheifen gehören dürften. An ihrem Sarge trauerten
undertundachtundzwanzig (128) Familienglieder und zwar 8
Töchter, 3 Schwiegersöhne, 1 Schwiegertochter, 54 Entel und En—
elinnen, 64 Urenkel beiderlei Gejhlechts und eine Ururenkelin
Im Tode vorangegangen maren ihr bereits der Gatte, 4 Kinder.
3 Schwiegersöhne, 15 Enkel und 533 Urenlel, zusammin 76 (sechs
indsiebenzig) Personen. Wie viel Leid und wie v'el Freude hat
iefe Frau eilebt, da sie an den Schichsulen je es Einzelnen ihrer
jamilie den ianigsten Antheil nahm und bis an ihr Ende der
hrwürdige und verehrte Mittelpuntt ihrer zahlreichen Nachlommen⸗
haft blieb.

4Ein Schall foppte jünast die Zollwacht in Hösch si (Schweiz),
ndem er einige Kübel Wasser in Zuckerhutfsorm gefrreren ließ und
zie Eisstücke wohl in Papier verpackt auf de Rheindrücke legte.
Her Finanzwächter entdeckte die Kontrebande und trug den Fang
chnell in die Zollfsube, wo am Morgen darüber abgeurtheilt werden
sollie. Anderen Tages aber waren die Zuckerhüte verschwunden
aund die Zollflude stand voll Wasser.

p'Im Mailander Dom wurden am 24. bei Gelegen⸗
he't des Traueramtes für den König Viktor Emanuel in Folge
ungejchickter Anoronmgen im Gedränge fünf Menschen erdrück
und todt aus der Kirche geschafft; 7 Schwerderwundete liegen
im Hofpital; die Zanl dir L'ichtvrletzten ioll sehr bedeutend sein.

Fur die Redaction veranworillich: F. X. Demen.

—
2* 12
Licitation.

Freitag, den 15. Febr.
aachsthin, Nochm'tlags 3 Uhr

wird vor dem unterzeichneten,
IV
Notar, auf seiner Amtsstube

die nachstehend bezeichnete,
zum Nadlasse der Katharina
Dreßler, gewesenen Wittwe
von Johann Baptist Thiery,
veiland Baͤcker in St. Ingbert
zehörige Liegenschaft, im Baunt
don Si. Ingbert der Abtheilung
vegen, oͤffentlich zu Eigenthum
Jersteigert, als:
Ppi.Nr. 952, 18 Deiimal.
oder 6Ga 12 qm Pflanz⸗
jarten in den Dilmesgärten
neben Gustau Zix Erden.
Eigenthümer sind:

1. Johann Thiery, Kaufmann
u Schnoppbach;

2. Michael Thierhy, Bäder in
st. Ingbert;

3. Johann, Georg und Karl
FJrauvogel, minderjahige Kindor
zer verstorbenen Katharina Thie⸗
y, Chefrau von Georg Grau⸗
odgel, Werlsührer in Homburg
as Deutsch⸗Lothringen, welche
zren Vater zum geseßlichen Vor⸗
nund und genaunten Wichael
Thiery zum Nebenvoimunde
daben;

—*

4. Elisabetha Thiery, gewerb⸗
ijose Ehefrau von Franz Appre⸗
deris, Kaufmann, beide in Betz;

5. Bertha Bermer, mindetr⸗
ädrige Tochter der verstorbenen
ẽkheleute Peter Bermer, Techniker
ind Josephine Thiery aus Ftau—
autern, welche den stauimann
darl Bermer in Saatlouis um
Bormunde und genannten Johann
Thiery zum Rebenbormunde hat;

6. Sophie Thery, gewerblose
Ehefrau von Heinrsch Holzer,
Professor in Lüttich;

7. Helene Thieuh, ledig und
ohne Gewerbe in Meaßz.

St. Indbert, 29. Jan. 1878.
Ef. Notäet.

Loose à 50 Rfennig
für die J
Allgemeino Geflũügel-Ausstellung
am 17. 18. und 19. März
in Kaiserslautern
J 3 in der Expedition des „St. Ingberter

Oas 120 Seiten starle Buch:
Gichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
bewahrte Anleitung zur Selbstbe⸗
handlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
Z0 Pfg. in Briefmarken franco
⸗ecsandt von Richter's Ver⸗
lags⸗Austalt in Leipzig. —
Die beigedruckten Atteste beweisen
»ie ußerordentlichen Heil⸗
Iols der darin empfohlenen

t.

Mein Wohnhaus
in der Schaͤfsgasse ist zu ver
miethen.

Peter Nipplinger.

— —8
*

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Bersandt einzelner Flaschen
M. 21, unter Nachnahme.
ↄ. Sürth, Mannbeim.

Rriefpapier
mit Firma. z2u Geschaftsbriefon
in achonen veræaierten
Schrisften,
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-en ete., werden raseh
nd billig angefertigt in der
Buch- und Steindruokerei
D. R. Pemotz.
8t. Inghoert.
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RNedaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbe

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Rech nungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Biertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräfhig in der

Druckerei ds. Bl.
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* —*8 322 2 72 2 52 *223* *
52. 5 — 7 — 5 5 — &amp;22 *2 7587 7
23* — 72 2.2 *5*3 28 23—785
2288—3253 3238355*
2 72273. —— E 28353. 3 5525723 2
332255 5ñ2 522* 3 A
—255535 53383323 3 226 222
— 8 2 22*
— 2252823 — 32
** 3 * — — —— — — *
35*325 s3853 83 533
25 532
32325 5223 — 358282
23 2 *2 — 2 2 2 237 755 * 5*
— — * — —— 2 53 25 7 7 58 527
5 z323 *333 —E— 523235 — 227
572*8 ——— 222 23 2
827 2 *2522. 75 5 e
2 32347 3 2 272.8
2 2* — * *22 * 52 —— —* 2322
22728 2. 22 25 223——33587
52 23 — 22523 23 332 282.,5
—A 2 222 2757 322 23228.5 52222
2582585 5—32 25333 72533
* * —— S 35

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2832 2252 *23 587
T 38 22 238
358 33 232 335
*23 2328*2 2 8 2 5
33 2223383353577
3523 F 7
—2 70 23 2 33
52225 5238235 8
235 33333573*56
577 3335552575*
*5367255 23558
8 653338
*53233 2252.22*
3 33
528333 255355
23333 *7 — 533. *
33 36
1522332 333353858
122757 2 228 57
2253257 2. 5328 6
3585 ⸗ *23 838
—A 3233383
288
*
2*—2* 2 557 i
153* 22
*8 * —2338
2 —
3 —* 2 3
2 3332523
35327553

— —4 —
533 32757—333 3— 5. 7 — 8
2 2 —353583.53
22 7 *2 2
2 223* 2 —
2232 *22 —2
* — 232 9
32. 2 5 5232
227 25833223
..12223 233 22522
D —57
53 ————— 2
72255 756
—225—
— —2 2342 8— —e —
s52 27 — —3
22 5 2
—
2—2. 2 * —2 R8. 2, 5 2
27* 02372553
623 538*
—3223 — —*
—72 *
2232 ——
— 7770—
22 82.53
3353 —A
155272 S
555335352333
—2— ——
28 S82 — —
72— 338272252
23 535333 535
— 2
»225—3 332*
— 33
—— — —
— —
2 3 33—853BR 3 75 8353825

23

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        <pb n="65" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Ter St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Rei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboune mentsopreis betragt vierteliahrlich

1 Mark 20 R.⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgupro Zeile berechnet.
M 19. Samstag, den 2. Februar 1 1878.

—
Deutsches Reich.

Muünchen, 31, Jannar. Die Abgeordnetenkammer bat!
nach laͤngerer hef iger Debotte das cçauze Gesetz über den Verwal⸗
ungsgerichishof mit 104 gegen 47 Stimmen (also über Zweidrit

⸗Mehrh ii) angenommen.
el Np * * Der Fin⸗snzausschuß der Abgeordnetenkammer
beantragt, zuc Errichtung einer Erxposilur in Vöbingen (Pialz)
1440 M. jährlich zu bewisligen, wondurch sich der Staatszuschuß
zum Untertzali der kath. Geistlichen in der Pfalz auf 276 104 M.
erhöht. zur Aufbesserung der Copläne in Unterfranken (in Foige
eines früheren, nicht vollständig auszeführten Kammerbeschlusses)
beantragt er 15,600 Mark zu bewill gen, wodurch sich der Staats⸗
zuschuß zum Unierhalt der kath. Geistlichen in dea rechtsrhein schen
Zreisen auf 934,600 M. erhöt. — Die zur Errichtung einer
(proi.) Pfarrei in Göcklingen (Pfalz) verlangte Summe von 1168
M. beanttagt der Ausschuß nicht zu bew'll gen.

Berfin, 29. Jan. An den Bundestath ist eine Mit—
theilung über den Stand der französischen Kriegskostenentschädigung
zelanat. Darnach sind von den im Ganzen vereinnahmten
1204 000 000 Mart zur Vertheilung noch übrig 18,145. 090 M.

Ausland.

Wien, 30. Jan. (A. 3.) Ein nach Petersburg abge⸗
gangenes Schriftstück des Auswärtigen Amts trägt durchaus den
Thatalter eines Ultimatums. Es lautet in seinem Hauptpunkte:
Alle Bestimmungen, welche die europäischen Interessen und welche
die österreichischen Sonderinteressen berühren, siod, wenngle ch zwichen
der Türker und Rußland vereinbart, für Oesterreich ungiltig; deß⸗
gleichen alle Bestimmuungen eines solchen Separatvertroges zwischen
Rußland und der Türkei, wodurch destehene europaͤijche Verträge
aufgehoden werden. Eine Aenderung sol ver Verträge steht vielmehr
naur den alten Vertragschlißenden gemeinschafilich zu. Umgehende
Rückäußerung ist erbeten.
Wien, 30. Jan. D'e hierher telegraphirte Mittheilung
des „Dary Telegraph“, daß Oesterreich und Eusland identishe
Noten au das Peters urger Cabinet gerschtet hätien, worin meh⸗
rete Feledensbedingungen beanstandet würden, wird hier als vyure
Erfindung bezeichnet.

Lonnddn', 29. Jan. „Times“ verspotten die Idee Norlth⸗
cote's, daß eꝛne Bewill gung von 6 Mill ouen England bei einer
Konferenz ftart erscheinen lassen könnte. „England wäre, fagt das
Blait, heute eben jo stak wie wähcend der Kriege gegen Napoleon,
wenn es wollte und wenn es für eine gerechte Sache zu kämpfen
hätte. Allein der Verfall der Türkei ist unaufhaltbar und gerecht,
zoher ist die Majorität des englischen Volis nicht geneigt, Englands
Ptacht dafür u eugagiren.“ — „Daily Teregraph“ führt aus, daß
weder Oesterreich noch Enzland Rußlands Bedingungen' zugeben
tönnten. Wenn England die Okkupation eines großen Theiles von
Asien als Pfand für eine unmözliche Kriegsenischadigung gestatten
würde, so wütde Enzland vor ganz Asien erktäen, daß es bloß in
Folge Duidung Rußlands ex stire. „Oesterr ich kann nicht zugeben,
daß ein Bulgarien geschaffen werde, wie' es Rußland träunit, ein
Bulgarien, das von der Donau bis nach Salonichi reichen', den
Panjlavismus vernt iten und, die habsburgische Mogaichie in
ihren Gruudf'sten bedrohen würde. Oesterreich und Esgland im
Berein werden unter Dank und Beifall Earopi's die Gioßfürsten
wiedec zur Raison brengen und einen werklichen Frieden herdein
fühten. Ein Friede, we ihn Nußland wunscht, würde nur zu
unausweichlichen Konflikten führen.

„ Londou, 30. Jan.“ Im Anterhause kündigte Pim an,
er werde worgen anläßlich der Kreditforderung deantragen: Das
Haus möge die vou der Regierung bdeobachtere Polik anerkennen.
Nachdem Seuens des Zaren das Verspeechen gegeoen worden, daß
er nur die cherstellung des Looses der Cytisten und keinen Get
bieiszuwachs anstebe, sei das Haus der Ausicht, daß das Ver⸗
—X
den Vormarsch der Russen umgangen sei. Er exachte deßhalb eine

ofortige Altion Englands für eine absolute Nothwendigkeit. Daßs
daus ersuche daher die Regierung um die Vorlage des Budzgets
Fehufs Stellang der Armee und Flotie auf srzegstuß.

Konstantinopel, 30. Jan. Die Aufregung hat hier
deu höchsten Grad erreicht. Rußland verweigerte im letzten Mo⸗
wente sowehl die Unterzeichnung des eigentlichen Waffenstillstandes
ils überhaupt der allgemeinen Basis. Die Russen rücken auf der
janzen Line vor und stehen in Tscherkesl di an der Eiseabahn
wischen Tschorln und Konstantinopel, von lzterem in gerader
dinie nur 85 Kilometer enifernt. Der Telegzraph nach Vorna
st unterbrochen, und man befürchtet, daß dald der Telegraph nach
sanz Europa abgeschnitten sein wird. Am 28. Abends sind die
Russen in Tichotlu, Lüle Burgas und in Rodoslo aa der See ein⸗
etroffen. Mehemed Ali und Muthitar werfen sch ihnen enigegen.
luch Suleiman ist mit seirer Armeeaufstellung ferltig und wird
demnächst den Kampf aufnehmen. IJ

Philadelhia, 11. Jan. Wie billig jehzt die Lebens⸗
nittel in den Vereinigten Staaten, besonders sn der Welistadt
dew⸗NYork sind, zeigt folgender Bericht, den A. Daul, einer der
steporter det „Harpers Weekly“, einer der illustrizten Zeitungen
dew Yorts, zugesandt hat, welcher jezt von andern Zetungen als
—XWeA
n einem Hintergebäude der Frauksorn»Straße eine 1 Cert Restau⸗
tion errichtet, deren Tendenz es ist, zu den möglichst geringen
Zreisen anständige Nahrung zu geben, so daß derjenige, welcher
jut 1 Cent in der Tasche hat, micht hungrig wegzugehen braucht.
zuu Cent der Teller, ist die Rgel, natürlich kann man aber um
(etwa 9 Pf.) Cents eine größere Port:o erhalten. Um in diese
Iustalt zu kommen, muß man erst eine Treppe passiren, und gelangt
dann in einen hübsch tapezirten Raum von ungefähr 15 Quadr.“
fuß, der gut beleuchtet und veniilict ist. Hier stehen 83 Tische,
in welchen je 6 Personen bequem, Platz haden. Die reselmäßige
Zpeisekarte lautet folgendermaßen: Eine kieine Tasse Kaffee odet
Thee mit Milch und Brod 1. Cent, eine Tasse von gewöhnlicher
Bröße 2 Ceuts mit Brod. Für 1 Cinmeinen Teller Suppe, 2
Fents für ein Stückchen gesalzenes Owseufl isch, 1 Ceut für 2
ebratene oder gekochte Kartoffeln,1 Cent Kohl, 1 Ceat Bohnen,
Cent Haieigrütz⸗, 1 Cent Keis, Z3 Cent Austernsuppe, 8 Cents
zammelsbroten. Die 1 Cent⸗Portionen si d zwar llein, doch seht
hmackhaft uno rein zubereitet. Für 13 Cents ader kann der
)ungriaste volle Sättigung erha!ten. Die Zeitun sjungen, ünd
Stiefelputzer, zu deren speciellem Vortheil di se Austalt eigentlich
jegrüuder wu de, werden in einem anstoßenden Gemache' bedient.
Die actbare Frau, welche diese Anstalt ettichtet scheint mit ihrem
Unternedmen zufrieden zu sein. In Philadeipa haben sit außer
»en Suppen esellschaften, wo jedem Armen ein Teller Suppe ge⸗
reicht wird, billige Restöurationen in. versch ed-nen Theilen der Stadt
iadblart, doch nicht so bislig, als in New Yotte, denn in Philadel⸗
»tia kostet das billigste Mahl aus einer auten Suppe und einem
räftigen Stück Brod 8 Cents. — Seit Neujahr ist große Kälte
ngetreten, und mit ihr für die Armen große Noth,, doch ift die⸗
elbe lange nicht mit der im letzten Jahre zu vergl'ichen, wo et
iel schlimmer war. Auch haben sich die Wohilhätigkeits-Gesell⸗
chaiten vorgesehen und wird der Noth so diel als möglich abge⸗
houen. 4
J 2
BVermischtes.
77TOHardenburg, 29. Jan. Am Sonetag Abend um
iwa halb 8 Uhr fuhr der Weinhändler Aldert Mayer von Dürhk⸗
zjem, aus dem Jägerthal von der Jagd kommende, mit seinem
yuhrwerk durch Hardenburg.⸗Am Ende des Otles gegen Vüriheim
erieth. da das Fuhrwerk in eto s markem Laufe war, der GBZjäh⸗
ige hiesige Schne der Bernhardt Schaitt V. unter den Char-à-bane
ind wurde hierdurch derart verletzt, daß er, ohne noch einnnel zum
Zewußtfein zu konmen, nach eiwa 8 Siunden verstard.
        <pb n="66" />
        Frankentbal, 28. Jan. In dee heutigen Sitzung des
Deririsgerichts wurde Franz Keller von Kuppertsberg, lediger Sohn
des dortigen Bügermeistecrs, der schon im vorigen Jahr wegen
Jagdfredels besttaft worden war, wieder wegen des gleichen Ver⸗
dehers und zwar zu 1Monat Gefaͤngniß verurtheilt.

p In leinbodenheeim vertaufte ein Landwirth vor
aAnigen Tagen ein 10 Monale altes Schwein, das ein Gewicht von
353 Pfund hatie und wofut er 211 M. cridste.

vLandau, 80. Jan. (S. A) Am verflossenen Monlag
stach dier im Doipiial die leoig Dunstmacht &amp;atharina Glaͤser
Fon Annweiler am Typhus, sie befand sich im Umersuchungshaft
wegen Kindermordes und war vor drei Wochen aus dem Gefüng—⸗
niß ins Hojspital verbracht worden.

FSpeyer, 30. Jan. Als diejenige Persoͤnlichkeit, welche
jür den Speyerer Bischofsstuhl in Ausfi.nt genommen ist, wird von
nehreren Blaͤttern Lyceaulprofessor Liugg in Bamberg, ein Vertrauter
des dortigen Herrn Erzbijchofs, genannt.

f Aus Alzey, 30. Januar, schreibt man der „Worms.
Zig.“: In Flonheim ereignete sich gestäern Abend sotgender tragische
Borfall. Der Adhjuunct und ein Aüfermeister begaben sih in die
Wohnung des Selignuann Krpp, um Zinsen zu jahlen. Es gad
hdald einen lehnaften Skandal, in den sich auch die Köchin einmischen
wollte. Der Aojunet giug auf dieselbe los und brachte derselben
it dem Messer eine Halswunde bei, die alsbald deren Tod herbei⸗
fuührte. Auf fortwährendes Hillschreien kamen in dem Auuenblick,
vo auch für das Leben des Kapp Gefahr drohte, Nachbarsleute
herbei und verhinderten weiteres Unalück.

pIn Kit henfur, Bei. J. Wasserburg jand am Sonn⸗
ag im Wathehause eine großattige Rauferei statt, wobei 3 Bur ichen
mu Messern schwer vetretzt wurden. Einer derselben, 20 Jahre
in, in dereits gestorben. Der Thäter, ein ubelbi leumundeier
Knecht, der schon beinn Mil'tär 4 Jahre Festung büßte, äͤuberte,
a haue noch ein Paar erstochen, wenn nicht der —AV
—DV

4Ein Einwohnet in Bernec mußte in den jünasten Tagen
wei magere Scwerne um der enormen Preis von 827 M. 68
pPpf. erwenben. Fin Schweinhandler pries nämlich ia einem Wirtas⸗
onn 2 Schweine unter der Bedingung an, doß ihm die erste

ue einen chweines um 8 Pf., die zweitt um 6 Pjf. und so
jort (dei jeder Klaue um das Doppelte meht) dis zur 16. Klaue
vᷣezahit werde, die Summe, welqht die 16. Klaue kosten würde,
de er als Gesammmriis fut beide Schwerme annehmen. Obiger
Finwohner dot sofort für die 1. Nlaut 1 Pf. und so lam es,
daß demselden die ausgebotenen Schweine zu erwähntem Ptreise
glüͤcklich zufielen.

Fräune Fraunken. Zwei Kondukteure des Bahnamis
Wurzducg geriethen dor tinigen Tagen auf der Fahrt wegen eines
Villeis in Streit. Rachdem ein heit'ges Zungengefecht voraubge⸗
zangen war, ging man zur Thai über. Es folgte eine hefrige
Balgerei und trenuten fich die deiden hißigen Kaͤmpfer erst, als
Ir dem Anderen einen starlen B in die Haud vetsezt hatte.

urch Nichtbeachtung verschlimmerie sich die Wunde derart, daß
hei den Einen K. Blutzerfejung einttut, welche um 28. d. dessen
Tod zue Folce hatte. Auch der Audrre joll gefaͤhrlich darnieder⸗
liegen.

p Nut Cham wird ein deteabendes Vorlymmnß berichtet:
In dem eine halbe Stunde von da entferoten Zefling wollte die
Zauersfrau Lankes d'e dereins drennende Lampe mit Oel auffüllen,
wozu fie die Lampt ause manderschraubte, obne jedoch die Flamme
auszulbichen; das sechejahrige Radchen derselben hief binzu mii
den Worten: „Mutiet, ich will aufschauen, wenn'z voll ist“ und
zeugte sich dabei so nahe Ader die Tampe, daß die offenen Haute
zesselben Feuer singen; die Muner wollie nun mit der einen Hand
daß Feuer idschea, manipulirte abet dabei so unges: icu, daß sich
der Indalt der Petroleumflascde über dan sind ergoß. Im Nu
stand dasselde in Flammen. Die Malter suche das Feute dadurch
zu dampfen, doß sie das Kind an fich drückte, leider gelaug ihe
eß nicht und eist als der dutch Beidet Geschrei aufmerlfam ge⸗
nachte Rann aus dem Stalle zu Hute kam, wurde man der
Feuers Meister. Die Berlezungen, die die Frau davontrug, waner
iqht dedeulend, wobl aber die des Kindes; Gesicht, Hals, Brust,
NXiine und Unterleib bis zu den Quiten sin derart verdtannt,
duch Ham urd Flrijch in Fehen weghiagen. Das Maͤdqen in
anler furchterlichen Schmerzen gestor beu.

Siert. 27. Jan. Am Danstag, den 20. Januar wird
die Sdhie enderdindung zwischen Trrec uud Diedenhofen stattfindn.
cs sind noch 1800 Vieter zu egen von Seiten der Reiqsbahn,
um bes zui preußzschen Grente bei Apach⸗ Sierlk den Anschluß an
vie preuhrsche Strecke zu erreichen. Vor Mai duürfte inden beine
Erofnung in Russicht stehen. (Cbl. 3.)

Fur Strabbarg melda man: Schuͤlec der Tettia des
—I— Lehrer wahrend des Unrerrich
Dhnoamit · Porroera m das Zmer, die euq exploditten, vhne e⸗
doch großen Schaden zu thun. Der Gine der Schuldigen wurde

elegirt, der Andere erhielt das Consilium abeundi. Andere
„chuͤler hatten es vor Kutzem auf den Lheer der iscaelitijchen
deligion, Rabbiner Aaron, abgesehen? Sie sammelten in Tertia
Reul⸗Clusse) je 2 Pfennige von jedem Schuͤler und kauften dafür
ine sogenannte Sonne“, welche vor Beginn des sraelitischen
teligionz-Unterricht unter dem Katheder befest gt wurde. Dieselbe
var mit einer Zundschnur versehen, deren Dauer auf 25 Minuten
erechnet war. Um 2844 Uhr Nachmittags wurde angesteckt, worauf
e Terlianuer das Lokal äumten. Darauf kamen die jüdischen
Zchüler und der Religions Unterricht begann. Zehn Minuten nach
zunhr ging das Feuerwerk unter dem Stuhle des Ravbbiners los,
zessen peinliche Lage man sich denken kann.

p Bremen. 25. Jan. Nach bier eingelaufen Nachrichten
st die Bremer Barke „Weser“ am 14. Januar im Hafen von
stew Yoikte nem großen Un lücke entgaugen. Wahrend eines dich ·
en Nebels stieß sie mit den Fährboott „Fultou“ zusammen und
zeschäftigte dasselbe in erheblicher Weise, während die Barke selbft
nit geringen Beschädegungen duvon kam. Auf dem Fäarboote de
anden sich 300 Passegiere, welche jedoch rechtzertig in Sicherheit
jebracht weiden konnten.

Man schreibt aus Hamburg: Der Dopp selbstmord
er Inhaber der in Zahlungsftockunj gerathenen Firma J. u. G.
Rittershausen — der beiden Brüder J. P. J. und G. C. Rittett
jausen, ein Zwillings paat — überiaschte die kaufmannische Welt
ucht minder ols die übrigen Kreise. Die Frma war mit etwa
z Millionen Passiva in Stockang gerathen und wurden ihr von
Freunden und Verwa'dten sofort als erste Hitfe eine Million Marlk
ufferirt. Dee beiden Verstorbenen cheintn iudetz den Kopf ver⸗
oten zu haben und wollten den Zuiammenbruch des seit Jahrzehn⸗
en besriedenen Geschäites micht überleben. Vorgestern Abend nach
) Uhr enlfernten sie sich aus ihren Wohnungen und wurden gestern
rüh in der Bille, einem kleinen Nebenflusse det Elbe, als Leiche
efunden. Die Srüder hiterlassen resp. seus und zwei Kinder.
Die Fiema soll namentl'ch durch den Krieg in Verlegenbeit gerathen
rin. Vor einigen Jahren ⸗rwarb sie aus der J set Imros, vor
»a Dardanellen, mehre große Bergwerle, werhe darch den strieg
mpfindlich litien und außerdem aus Anlaß desselben noch exorbitant
joch besteuert wurden. — Das „H. T. B.“ meidel noch. daß man
zie Passiven der folliten Ferma zwar allgemein auf 560 Mill.
M. saatze, daß aber von anderer Seue demeldet wücrde, dieselben
»ettügea sogar zwijchen 11 und 12 Millionen.

J damburg, 26 Jan. Heute wurden die Leichen der
—X fich jeldit den Ted
Jegeben durch Oeffnen der Pulsader und Eririnken. Fast zur
Zeu dieses Begräbnisses wurde die Leiche eines andern Boͤrsianers
nus der Alster gezogzen. — Ssmon Heß if sein Name — welchrt
n wildem“ Speel 150,000 M. verlor, immechin aber noch 300,000
Partk gehabt haden joll.

FAa 24. Jan. vollendele der zu Breblau wohnende
Dichter Holiei sen 80. Lvensjahr. Nicht nur Breslau und ganz
ẽchiesien je erte den Chreutag des Alten, aus ganz Deutjchl and
amen hin Glück und Segenswunsche zu. JIm Auitrag des Kaisert
Wulhelm wurde dem Gereierten don dem Oderpräsidenten der Pro⸗
unz Schlesien das Ritterkreuz des löoniglichen Hausotdens von
dobdenzollern Uberteicht, eine Audztichnung, welche, wie der Herr
Ob erp asident in seinet Auipra ve drervorhob, nur für patriotische
ind P. rjönliche Anhäuglichtent an den Kaiser und sein Ham er
deili wird. Die Kabinelsoidre, gerichtet: „An den Schriftsteller
deren Kerl d. Holtei“, ist aus Berlin dom 23. Jan. daurt und
Ju folgenden Wortlaut: „Ich habe vernommen, daß Sie am 28.
I. Mis. Ihr 80. Lebensjahr vollenden werden. Gern nehme
Ich Anlaß, Ihnen zu diesem Erinnerungsstoge Meine Glückwünsche
u widmen und mit de«selden in Aabetracht der cedeihlichen Weise
nu welcher Sie wäbrend Ihres reichen und bewegten Aedent ducch
Ihre dichierische Toatizkeit aus die Kulturentwickung des deutsches
Holles eingewittt haben, den erneuten Auzßdruck Veiner Anerlennug
u vertniipfen. Als besonderet Zeichta derselben verleihe Ich Ih⸗
zen das Ritterkreuz des königl. Hausordens von Hohenzodern und
alse ea Vit zum Bergnügen gereichen, Ihnen anbei die Deloration
u Überenden. (aez.) Wilhelm.

7 In Auffähen üben die Besteuerung des Tabals in Deusch
and erzaͤdlt De. R. Schliden, daß in Thüringen jährlich 20,000
Fentnet Kunttlcübendläuter zu Tabal verwendet wurden. Diele,
owie Cichorientlatier und sogat Kartoffelltaun würden auch im
Dagdebdurgijchen und in der Wfalz diel derarbeilet. Diet in Sud⸗
euischlaud ziemulich ver breiteten Ved y Cigorren, welche zu 1M.

32 Pji. bis 2 M. 56 Pf. sür 100 Sud verkauft würden, ent⸗
dielten gar keinen Tabak, so dern destünden aus sorgilig anbge⸗
vascheneu uad dadurch hret ursprüngiichen Geruchs und Geschmacs
attleideien Kohle und Küoenblättern, die dann in einer besonders
ubereiteien Tabaks drühe langere Zeit getrüuft, getrocnet und ver⸗
irbeitet würden. Schleiden erllürt ferner, daß Tigarren in keinem
daude so bill g seien wie in Deutjchland und daher rühre ihr un⸗
gemeiner Verbrauch.
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        Im Slädichen Freudenthal Esterr. Sqlesien) lebt

heute nov der Dienstmann genannt N.., der zu Lebzeiten
riner zantischen Ehehälfte mit dieser bäufig auf Kriegsfub sßand,
has in Letzierer den Entschluß reifte, sich ihres Gatten auf folgende
zrastische Weise zu entledigen: Sie laufte beim Droguisten Arfenil.
mischie ihn zu gestozenem Zucker und versüßte damit ihrem Mittage
einehrenden Gemahl untet großem Bedauern, daß sie deute un⸗
wohl fei. dessen Lieblingsgericht, den sogenannten Griestasch oder
riesbrei. Wit Wohlgefallen gewahrte sie seinen Appelit und mit
vwahrer Freude daß ihr Opfer nach dem Genuß des halben
henkermahlee sich auf der Erde wälzte und schließlich verstummte.
ãis sie gar kein Lebenszeichen mehr an ihm gewahrte, flieg ste auf
nen Slutzt, holte von der Decke einen Sitick herurter, dessen
i nde mi einer Schleife versehen war, die sie um den Hals
des Regungslosen schlang, während das andere Ende durch ein vor⸗
er ancebrochtes Loch in der Decke im Speicher verschwand.
Darauf verließ sie das Zimmer, ging auf den Speicher, um den
Steick mit seiner Last aus voller Kraft in die Höhe zu ziehen, bie
̃ spürte, daß der daranhängende Körper in der Luft schwedte,
seßte sich auf die Treppe idrer Thüre uud fing an laut zu weinen
and zu wehllagen. Nicht lange, so war die ganze Nachvatschafi
uind Dausgenossenschaft um die Trauerude versammelt und konnte
endlich aus ihrem Schluchzen h rausdringen, daß sie den Tod
chres Ehemannes —XX
Fe beftürzte Gesellschaft statt virler Worte in ihre Wohaung und
sand da ein Bild. das sie, die Kandidatin des Wittwenstandes, in
ahen Schrecen versetzte — en Bild des Lebens, das fie nicht
rewartet hatte: ihr Gatte verzehrte schmunzelnd den Rest des
Griessbreies. während an seiner Sielle die kleine Drehbank aus der
Stubenecke in der Schlinge baumelte. — Der Droquist, der deu
Dienstmann K. däufig deschäftigte, hatte seiner Frau in richiget
Vorahnung Zucker statt Arsenik und Jenem Wink davon gegeben,
welchen Wink der brave Dienstmann mit großen Humor zut Aus«
führung seiner Rolle benüße; seiner Gattin aber, die doch gewiß
mit meisterhafter Bosheit ihre Rolle gespielt hatte, soll dieser harm⸗
lose Scherz eine tüchtige Tracht Prügel eingettagen haben.

F Bie man aus Lilrenfeld (Flecken in Oesterreich unter
der Enns, schreibt, ging am 17. d. an der Südstite des Göllers
cine mächtige Schaeelawine nieder, die das sogen. Hörbauerhaus
eu Lahnsattel sammt allen Wirthschaftsgebauden, sechs darin defind
lichen Personen und den ganzen Biehstand mitgerissen und in der
Schneemasse begraben hat. Andece sieben Personen, die von einem
Begraͤbnifse heimlefgrend an dieser Stelle vorüberkamen, als dve
dawine niederging, wurden von derzelben gie'schfalls mitgecissen.
Biele Holzknechte der Umgebung sind mit der Ausgrabpung der
Berschütteten beschäftigt; s konnten aber b's jet erst drei Personen,
and diese als Leichen, aufgefunden werden. Mit großer Besorgniß
zcfüllt et, daß an jener Stelle des Göllers nur ein Theil der
mgesammelten Schneemassen niedergegangen ist, daher bei ungünstigen
Witierungaverhältnissen eice weitere Katastrophe zu befürchten steht.

fParis, 28. Jan. Ein beklagensswerthes Unzlück hat sich
jestern zwischen der Place du Trone und Montreuil, an der Sielle,
po die Rue d' Avron und die Gürtelbahn sich Lreuzen, zugetragen.
xcFie Pferdebahuwagen, der nach Montteuil fuhr, wartete vor der
xe dlossenen Gitterthür des Schienenweges, 5i3 ein pon Vinceuneß
nach Courcesles sabrender Güterzug noruüber war. Gleich darauf
dfnete dee Weichensteller daßs Thot uno schritt üder die Schienen,
am auf der entgeigengesezten Seite Dasselbe zu thun. Aber der
Daun hatte nicht bedacht, daß auf den langen, lanegsam fahrenden

Daterzug in entgegengesehzter Kichtung ein Personenzug der Güttel⸗
zahn folgen mußte. Dieser brauste mit dollet Dampfktaft dahet,
de eben der Pferdebahnwagen mit den Rädern zw'schen den
q'enen staund. Die Lols notive gerschnitt daß Fuhrweck, die
Waggoas folgten durch die gewaltsam gebrochene Baha, Schrecken
and Jerftörung zurücklassend. Die Pferde, die schon üdber die
Schienen hinaus waren, hatlen keinen Schaden genommen, sie
varen bei Seite geschleudert worden und, don der Angst getrieben,
die nach Montreuil gelaufen, wo man sie auffing; der Kutscher
ann ein Mann, der auf der Imperiale gesessen, lagen gerstiimmelt
am Boden, der letztere doa der Lotomonde geldpft, der Kutschee
mit von oben nach umen geipalienem Schadel, nicht weit don ihnen
zer Weicheusteller, lebead, aber in einen shrecklihen Zustande, ein
korper ohne Beine. Von drei anderen Personen, die mitgefahren
waren, hatten zwei schmerzhafte Betlezungen dadongetragen und eine
acittie, ein junges Maͤdchen, sich spornstreicht aus dem Staube
—X2

t Der dekannle Astronom H. W. Vogel erzählt in seinem
Buche Vom indichtn Ozeau bis zum Goldlande“, worin er die
Aebnisse auf seinen Reisen nach Äeghpten und Atabien, den Ri⸗
obaren und Annerika Iodildert, solgende Geschichte aus Sau Frau⸗
Aiate als Bewei der unter der doriigen Einwohrerschaft herrschenden
Aeseung wahrend det deutch frauzosischen strieges 1870/71
kin De. Bibec weiteie mit eiwen Franzosen, dal die Preschen in
Baria einmarichiren würden. Der Werlierer mae qeqgen 20006

Dollarb Kondbentionalstrafe derpflichtet, den Gewianer am hellen
Deittag in einem Schiebkarren die Haupistraße herunterzufahren.
Beide Konrahenten deponicten 20,000 Dollars Kaution auf der
Bank. Die Prozession ging in der That vor sich zum Jubel der
Bevolkerung von San Franciẽco. Ein Musikcorpꝛ, die „Wacht
am Rhein“ sp elend, marichirte doraus und ihm folgte der unter
der schweren Last seines Karrens (Gieber wiegt 300 Pfund) fafi
zusammenbrechende spradeldürre Franzose.

—X
obder Talgbuter“ jängt an, den Händlern mit echter Bitter fürch⸗
lich zu werden, und einiger Geund ist pazu allerdings vorhanden,
wenn man erwäut, daß gegenwärtig in den verschiedenen Fabriken
der Union fäglich 250 000 P d. dieses ürtekels poduzirt, daß in
der Stadt New Yort allein 4090 Pid. Oleomargarn konsumirt
verden, und daß selbi eingermaßzen erfahrene Hander sih oöftert
zinter Licht sürren lossen und statt echter Buner Oseomargariu
iaufen. In der Siadt Neo Yort defindet fid eine große Fabrik,
in welcher das Kunstouer“ denannte Mitteiding zw ichen Schmalz
und Stieselwichse sabrizirt wird. Nach demselden potentirten Ver⸗
jahren wird auch klinstlicher Kase fabriurtn; ein⸗ in Chenangs
Tounty bestehende Fabrik eizeugt taglich 1260 000 Srüd detarnigen
Kases. Frankteich, Teutschlaad und Holland detziehen ungeheure
Ptdassen dieser künstlichen Erzeuansse.
tn
Hienstes nachrieten.

Auf die erledigte Steuereinne zmerer Luowigshafen welche neben der
Steuereinnehmeren für die Stadt gieichen Namens noch bdie Steuer⸗
und Gemeinde-Einnehmerei hirfichtnch der Gemeinden Friesenheim,
Reingönh im und Mundenheim umzaßzt, wurde der Steuer⸗ und
Bemeinde: Einnehmer Friedrich Hertel in Gemershemet aud Ansuchen
ersegi.

— — MHMfÆ—e—“—“—“—“—“—⏑0 —

O GPfatzische Geflügelzeitcneg. Verlag don
herrmann Kayser in Kaiserslautern,)

Due uns porltezeuden Rummern 1 und 2 Viehet Blaiteß
eichnen fich jowohl durch einen großen rei haltigen als belehrenden,
nteressanten und jedem Freunde der gefrederten Welt sicherlich
villlommenen Inhait aus. Durch einen sänch sich erweunernden
ereis zahlreicher Uitarbeiter, erfahrener Hühnerologen und Ocni⸗
lhologea, ist es dem Blatie möglsch, senen Cesert und Abonnenten
in jeder Nummer neue usde ter. ssante Matheuuuagen — jedoqh

nur Origiual Artitel — mitiheilen zu lauuen.

Die eirste Rammer ist in Doppelbogen-Format erschienen ug*
betichtet übe⸗:

Roch ein Wort über die Rensabilität der Hübnerzucht,

von St. m Weimar. — Der Hühnnerstoll, don Vi. J.

Schuster, Realledrer in Wasseluhe mn. — Urber den Pipo,

von G. Schnebendurger in Wien. — Die Höckergans, vog

M. J. S vuster, Reallehrer in Wesselnheim. — De Be—

haudluag des Andreasberger Kanatiendosnels bei dem Lieb⸗

haber, von R. Maichke in St. Andreasberg. — Der Stact,
ein Raubmstder, von M. J. Scufter, Reolledrer in Wasseln⸗
heim. — Verschiedenes: Kaiserslaut⸗in, Werdau, Halle a. bd.

—A

Bergiftung von Gaasen durd Pelse. — Ins tote. — Cu—⸗

hält außerdem eme ebenso zwecpäßtee ais willlommen⸗

Bratisbergabe, Comptoitotdulenoer vro 1878, nu: Sonn—

und Feietiagen rotd aedruct, nedst freiem RVrum zu Nonzen,

sow e beizedrudt⸗n jũduchen Fei; tiagen, Brieiporto · Ver zeichuij

im deutschen Reiche. D dejchentarij. Weqhfelstemp lgeseß, Vün⸗

pergleichugen und Verzeichnig der Banknotea, weiche 69

ganzen Reichsgebiet ainlauftiahig find, sowie das Programm

aedst Aumeldebogen der algememen G dusz eitung in Kai⸗
sert lautern

Die zweite Nummer berichtet über;

Die Hüdneczucht im Aubtand, don M. J. Sausue,

Reallehrer in Wasselndeim. — Ueberwinterung der Huhnec,

bon R. Q. Gatlig. Des Weslunlo schl minßer Feind,

bon M. J. Schuner, Reallehrer i0 Woheluheim. — Tit

Behandlung des Aadr asberqer satariendogels von .

Raschle in Andteasde:g. — Federdich ader Meinn J von de.

J. Schuster, Reallehrer in — —Der varzer ELa⸗

nariendonel in und auferhalb Andreasdera, don W. Voecæ,

Lontroleur in Wezlar. — Berein für Vogelschuß, Geflugel

und Siugrogeleucht zu Ol endurg, pon J. . V. in Olden⸗

bdurg, Neuwahl des Außschusseßz deir. — Axieflaten. —

Insetale.

Da der Abonaementadceis daches Blattet eis so außerst 2
ringer Esro Viertetijaht blos 66ß Pfennigh in, so tarn 43 u —R
zeichen Abonnements nut destens jedem Geflügel züchter emprodlea
Serden, Allenk. Postanstctten uand Postboten, scwie alle Luhhad,
ungen nehmin darsuf Bestelunges eutg⸗gen. Die bαα eα
nenen Rummenn thnnen ert wer der
— *U di Men —————
        <pb n="68" />
        end ein Wohnhaus, Stall,
Scheuer und Hoiraum, Ge⸗
zäudenummer 2477, nebst
Pflanzgarten und sonstigen
Zubehörden, gelegen zu St.
Ingbert, an der Haupt⸗
draßze neben Bader Weiß
zerber und Heinrich Ehr—
lich's Erben. B
Das Nähere auf dem Ge⸗
chäftsbureau L. Bechthold in
SmSt. Ingbert.
gegen 2auer, l. Noiar.
die unter der Firma Gebrüdher Wohnungsveränderung .
Stief in St. Jagbert bestan⸗ Isch worne jezt in dem Hause
venen Weinhandiung zu eigen des Herrn Müller Reidiger im
wiederversteigern: Mühleneck.
Pl.Nr. 52020 u. 5306. 28 3I. Steinacker,
Demalen Fläche, enthel⸗ — Schnerd rmeister.
Erste allgemeine Geflügel-Ausstrllung
verbunden mit Geflügel-Markt
zu
— Kaiserslauter⸗
am 17., 18., und 19. März 18785.
Vrogramme, Anmelde-Rogen, sowie Lodie zu der mit der
Ausstellung verburdenen Verloo ung von Giflügel: Singe und Zier⸗1
»ögeln ꝛc. lönnen von der Expedition der „Piälzischen Geflügel-
eitung“ (Herrn Herrmann Kayser) in Kaiserslautern bezogen
verden.

Bekanntmachung.

Am Donnerstag, den 14.
FJebruar nächsth'n, Nachmittags
um 2 Uhr im Stadthause zu
St. Ingbert werden 8347 Meter

Melaphirsteinpflasterarbeiten
durch das unterfertigte Amt an
den Wenigstnehmenden öffentlich —
nergeben. I
Si. Ingbert, 31. Jan. 1878.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.

524
Ein seltenes Ereigniss &amp;
ja, ein im Buchhaundel gewiß Sensation
erregender Fall in es wenn ein Buch
100 Aufiagen exlebt, denn einen so
Irozartigen Erfolg kann nur ein Werk
zrzielen, welches sich in ganz Außer-
ardentlicher Weise die Gunst des Publi-
ums erworben hat. — Das berühmte
ppulãr⸗medicinisce Wert: Dxr.Aixys
Ametbode“ erschien in
aind liegt darin allein schon der beste
beweis jür die BGedie gendeit jseines An⸗
Jalts. Diese reich iunftrerte, volständig
mngearbeitete Jubel⸗Ausgabe kann
mit Recht allen Kranken, welche der
wãurie Heilmittel zur Beseitigung ihrer
Leiden anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden. Die
—XRV— Drigint- Atuee
deweisen die außerordentlichen Beitersosge
und sind eine Garantie dafür, daß das
mertrauen der Kranken nicht getäuscht
wird. Dbiges 544 Seiten starke, nur
WMark kotende Buch kann durch jrde
Buchhandlung bezogen werden; man
dersange und nebmne jedoch nurr Pr.
dirges NRaturheilmethode“ Original⸗
uegabe von dichet'a berlagz-· —
* Andiau in Leipzu. J

Vas 120 Seiten starke Buch:
Bichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
ewährte Anleitung zur Selbstbe⸗
jandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
en, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
ecjandt von Richter“s Ver⸗
ags⸗Anstalt in Leipzig. —
Die beigedruckten Atteste beweisen
ie Außerordentlichen Heil⸗
rfolge der darin empfohlenen
ur.

Eine schöne Wohnung
im Z. Stock meines Wohnbauses
ist zu vermieihen. Auch können
nach Belieben mörkirte Zimmer
abgegeben werden. J
and zu haden in der Trucerei Georg Klein.
— — — — — '6 Blauss. — Gosthous zum goldnen Stenn.
Amnonodon fur folgende Zeitungen; *
Basler Nachrichten, wvolle man zur Vermeidung von Zeitversaummss, gtots dir o e t richten an Genfer Journal, 3
Veuo Zurcher Zeitung, T 7 ogler Fribours, Confeders,
dehweizer Handelszeitung, RIAa. M. ditto Chroniguerr,
Ii. Galler Zeitun Atheptutæ ææ. Freiburg, Oberrh. Kurier,
.Ga 8 4sa gonannte Blatter ihre Annoncen Berlin, Mochensehrift des
Nenchatel, Union Liberale aussehesstieh dureh diese Firma Vereins deutsch. Ingenieure
azette do Lausannoe. ? annehmen und verrechnen lassen. Deutsche Jagd-Zeitung.
XVXXX —J
Bemerkenswerthe Mittheilung an die Leser des „St. Ingberter Anzeiger.“
Unsere Expedition ist durch Verrin barungen mit dem London⸗Pariser Kunstverlag in KbUn am Rhein in den Stand gesetßzt, jedem
Leser den großen wohlaus geführten Ab.ruck eines prachtvollen Kunstblattes nach der berühmten
— 21
M adonna Murillo —A Concdepoĩon 8
zu liefern. Beschreibung.
Dieses Gemälde ist anerkanntermaßen das erste Meisterwerk der weltberühmten Gemaͤlde⸗Gallerie des Louvre in Paris. Es wurde im
Jahre 1852 durch die kaiserlich französische Regierung aus der Sammlung des Marschalls So ult um den ungeheuren Preis von 615800
Franues als Eigenthum der Krone angekauft.
Die Sammlung des Marschalls So ult genoß eines Weltrufes und die „IInmaculada Concepcion“* galt als di be
vielen europäischen Regierungen, besonders von Spansen, dem Geburtsland des großen Meisters, — I 835
Erwerbung des Gemäldes gemacht. Unter großer Erregung der zahlreichen Concurrenten in der Auction, welche sich dis zu einer nicht zu beschrei⸗
denden stürmischen Scene steigerte, wurde das Meiste rwert endlich dem Herrn de Niewerkerke, dem Bevollmächtigten Frankreichs, zugeschlagen.
Das Gemalde gelangte ursprünglich in den Besitz oes Marschalls Soult als Belohnung dasur, daß er zweien zum Tore derurtheillen
spanischen Geistlichen das Leben rettete.
Der Gegenstand des Bildes ist die ‚Madoana“, umgeben von einer Engelschaar, indem sie mit wallendem Haar, milt auf der Brust
gekreuzten Händen, die Fuße von einem wachsenden Mond getragen, auf Wolken himmelanwärts schwebt.
Der Stich ist nicht unter Sechzig Francs zu haben.
Eirnen Prachtabdruck in großem Format, auf englischem dicken Luruspapier, 87 Centimeter hoch, 56 Centimeter breit ält j
durch die Poft zugesandt bei Einlieferung des untenstehenden Loupons oder Augabe F dessen Zeichen und Nummer ih wpre dehe
in Postanweisung oder Briefmarken jur Dedung der Kosten —* Vervielfältigungsrechtes und deß Drudes. n u iti Wden
Abdrücke zu 6 8 ebenf 8 —8æ dem berühmten L —— 2 ——
Dieses Prachtblatt ist hervor egangen aus dem berühmten Londoner Kun -Inftitut von Machkure und M rucker
— D — ——— ———
mo aide Aufträge und Anerkennungsschreiben aus allen Gesellschaftskreisen bis zu den höchsten tr ã
ein.· · Das — Bild ist ein herrlicher Zimmerschmuck und eignet sich d, zu 38 —ie Se— —
alle Personen jeder Nichtung und j den Standes, welche mit Sinu für das Schöne und Erhabene begabt sind.
F— J Besteller von 3 Exemplaren erhalten ein sechstes frei. 2
. „Anleitung.
Man beliebe den Coupon auszuschneiden oder
wenigstens dessen Zeichen · und Nummer anzugeben
und die Bestelümmg nebst Posteinzahlung oder Brief⸗
marken an unsere Expedition zu adressiren, falls die
Abholung nicht persönlich geschehen dann. J
Rame und Wohnört wolle man recht deutlich
ichreiben. —
Die Expedition des „St.

J

—
Pas

—

—

* St. I. A. ]

Pramien⸗Coupon 6518.

—E Baldigste Bestellung ist erwünscht, um die Aus⸗

n fuhrung aller Aufträge sicher stellen zu können.“

Abdrucke. — — 7
eiaer“ in St. Inabert. 3
!αο(
Redattion. Druck und Verlag bon F. X. Temeß in St Ingbert.

Ohne Einsendung des nebenstehenden Coupons
oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer können
keine Abdrüde verabjolgt werd n. *
        <pb n="69" />
        7 7 — —* — dcH 94 404 —V—— . F
Sb. Inadberter Anzeiger.
— &amp; — — O

Der St. Jugberter Anzeiger unddas ( mial wöchentlich) mit dent Hauptblatte derbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter æR ei⸗
* * —* ermai? Dicustag/ Oonneretage Samoetag und Sonutag. Der Aboune ment sopreis betragt vierteljaͤhrlich
ẽo R.⸗Pid Anzeigen werden mit 10 Pfg.von Auz warts ait 15 Pfs. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Necla uen
wil 30 Pfg pro Zeile berechnet. ve

— —— * — —— 2 IJ * J 72

—A — — — —XRX α
M 20. 4 25 ndJ Sonntag⸗ den 3. Februar . 1878.
4. * . 2ιι .
αXανασσαασασσα. α

AQCMAAM4---- --0 œ O 0

—
Deutsches Reich. —D —
Munchen, 80. Jan. Se. Moj der König hal den Pra⸗
sidenten gin obersten Gerichtshof, Reichsrath Ludwig v. Neumayr,
eider gessern sein 40jähr. Bienstjudiläum beging, durch Verleikung
des Großlreuzes des Kronenordens und durch ein seine Verdztuste
um die Rech spflege und Gesetzgebung sehr aͤnetkennendes Hand⸗
schreiben ausgezeichnt. ια (A. Z.8
Beériluin, 30.0 Jan. Der neue Botschafter Ffankreichs,
Graf de Saini⸗Vallier, wurde bei seiner Ankunft am Bahnhof von
ãmen tlichen Mitgliedern der iranzösiichen Botschaft empfangen.
Mit Neinem Eenttut an die eben vom Vccomte de Gontaut⸗Biron
berlassene Stellung beginnt für den Verkehr zwischen dem deutjchen
Reichskanzler und dem Vertreter der französiichen Republik ein
neuer Abschnitt, ja, man darf sagen, beginnt der persönliche Per⸗
lehr Äberhaupi der bisher taum Stan gefunden hatte. Heͤrrn
de Suint Vaillet, bemeckt. die Tribüne“, geut der Ruf eines
liebenswürdigen Mannes voraus, der die deutsche Nation kennt und
mit deren Esgenthünnlichkeinen vertraut ist. Er wor schon früher
cjrmal in Deuischland, wenn w'r nicht irten,,, in Stuttgarf oder
Karlsruhe, ia diplomatischer Futtion. Der. aeue Botschafter Pricht
vortteiflich deutschnd ist ein farmer Verehrer der, deutschen Klas⸗
siter, voar allen, Goerhe,s. It Paris stand er im besten Einver⸗
nehmen mit unserm Botschafler,e, dem Fürsten Hohenlohen ißg de ssen
Hause ernein gexn gesehener Hast war und mit dem er in ceet
zen häufig bei dem Minister Waddington sowie dei den Führexn
des linsen Tentrums, dem er angehört, verkehrte, so bei Lron Say.
Graf Roger du Nord, Calmon und Auderen. E
7Ber bin, 31. Jan. Wye in parlamentarischen Areisen vere
santen, foll dar Ministerrath gestern auf Antrag des Finanzmin:stet
Tamphausen zeine bisherigen — dahin geäud⸗rt haben? däß
der, Landiag nur noch eiwa dis Fim 10. Februar neden den
Reschetage vecsamnrelt bliebe. Eine Nachsession des Zandiages
wuͤrder zucht ftattfinden. 65 57
—Berlun. In den Uusscussen des Bundesratbes hat ma.,
wmie der „Trib.“ mitgetheilt wird, die wieilere Debatte, üher das
Tabaksi⸗ uer Gesetz noch vertagt. Wern es auqh richtigĩ ist, daß die
Ausschüsse den Grubdzügen des Entwurfes über Erhoͤbung der
Taolasteuer zugestimmt haden, so dleibt doch nioch uͤder eine Reihe
pon ee eine Verftäs digung väthig, und, man wird
nach deeser Richtung h'n in den nächsten —* schlussig machen,
weil es im ausgesprochenen Wunsche der Reich“ — rung egt,
sämmtliche Entwürft, die sich auf Vermehrung d⸗er Reichseinnahmen
beziehen, dem Reichstag möglichst gleichzeitig mit dem Etat zugeben
zu laf 73

—, —322 4244
Bankett der radikalen Wähler der Vorsiadi Bellebille bielt, sagte
er u. A.z, Wir haben zunächst dee Rejormen in der Schule, in
dem Steuerwesen, in den öffentlichen Arbeiten, in der Verw kmuing
ünd in der Armee zu vollenden; alle Thätigkeit wrd in dem
Dauptziet, Wiederheistellung der Grötre Frankreichs, ve nigen. Mit
dem Mmaisterium vereint müssen wie dem Kinder die Sguje dem
Nanne die Arbet, Frankresch den Frieden und dem Bürger die
Freiheit betschaffen· (Beifallsstutm.) Die Erreichung däeses Zieles
genügt uns. Spätere Geuerationen sollen das Werk »forisetzen.
ych diauhe micht, daß sich gegen uns ein Widerstand des Senais,
ondern vielmehr, daß sich dessen Kapitulation vorbereite. Nor
frankreich daxf Jedermann sich beugen, ohne sich, zu erniedrigen;
oniit wird auch der Senat thun, was Andere vor »ihm gethan
naben.“ . —
VLond o h, 1. Febr. Im Unterhaus antworier⸗ Rotihcote
Fhaplin: Der Wäffenftillstand sei, soweit seine Juformation reiche,
och nich uaterzeichnet auch sei es vichtg, daß die Russen südwäris
vorrüdten?Das Ziel' ihres Vormachches, sei unbekanut. England
jalte unverändert än den Bedingungen der Mainote fest.
WEin aͤmtlicher russischet Vericht aus Adrianopel vom
26. ds. meldet Heute ist der Großfürst Nilolaus hier eingetroffen;
ꝛr· hatte von Hermanli Aud- die Eisendahn benutzt., Er fand die
Barde⸗Infanterie und die Artillerie in sehr gutem Zustande. Bei
emnein Einzuge in die Stadt kamen ihm Deputationen der Geist⸗
ichteit, det Bulgaren, Griechen. Armenier and Juden mit Fahnen,
und Oerchengesaug entgegen. Unsere Vortzut vesetzie Bula Eski,
Thastioi, Demotica und Kirk Kil ssachh G7
Eine dex, Pol. Korresp. zugehende Meldung aus Kon st an⸗
opel — hebt mit großer Bestimmtheit aervor, daß die
che Forderung einer zeitweiligen. Olkupation der ürlischen
Pftadt durch ‚mehrere Korps der russischen Armee den wesent⸗
lichsten Grund der Ver gerung des Ads.«lusses der Prälirainar⸗
Berhandluugen uunde des WaffIstillslandes dilde. B.sger nadur
de Pforte Anstand, aui diese Forderupg einzugehen, und hofft
— rüͤjsi che Haunp quatner dieselbe schlietzuich
allen lassen werde. — Im serbischen Regterungskeeisen ist man
von der Versd berung, welche der Abichluß der Verhandlungen üder
gie — erjahrt, sehr befriedigt und giot üch der
doffnung hin, daß derselde nicht vor Vlitte Februars eriolgen
pe de. F W 25
Die, russisde St. Petersburger Zig.“ plädirt dafür, daß
der Friede in Konstanunopel geschlossen werde. Ein Friede in
dasanlik löne gut, ein Fricde in Aorianopel besser, der beste für
Rußland werde nur in Konstantinopel möglich sein. In Adta⸗
aopel sei schon früher mit der Türken Friede geschlossen worden,
dieser Frede habe sih ebenso anzweckmäß g und erfolgios bewiesen,
pᷣie vie Friedensschlusse in Paris,WBucharest und Jassy; um so
nhr sei es angeieigt, diesmal nur in Konstantinopel Frieden zu
chießen. Was die Friedendbedingungen betrifft,so will das zus⸗
ijche Blaft nicht ejnmal die Frage über die Freiheit der Dardanellen
ind des Bosporus als eine europa sche vort den Ureopag. der
großmachte gehörige anerkennen. Die vollstandige Freihrin der
Schiffiahrt duzch die Dardanellen und die Schleifung der fürkischen
Befestigungen an den Meerengen würden odendrein den xussischen
Süden noch nicht sicherstellen, das Vortheilhafteste, für Rußland
wäre — die Abiretung eines nicht großen Teirains auf dem asia⸗
tifqgen Ufer der Meerengen, wo die Russen Beseftigungen anlegen
önnten. Dann wiltden zum Schwarzen Meer, das zwei Besitzern
a⸗ehöte, aut zwei Schlusset ex stiren, von denen seder zwar daß
Moeerx micht vollstand gdifnen. aber doch verschtießen könnc..,

*r *

D * deutsche Socsaldemolratie will. zu der Poriser Weltaus-
— ertreier der Arb iter schicken und den betreffenden Auttag
auf dem nachsten wpodl im Mai abzuhalienden Parteicongreß durch⸗
jchzen. Offendar, haudelt es sich beiz diefem Plan, um ein. Dop⸗
peitesz eiumal um eine V'rbruderung der deutichen Arbeiterver·
ireter mit denjenigen anderer Natonen, dann“ aber 'duch um Er⸗
tegung voa Mißmuth gegen die deutsche Reichsregzierung wegen der
verweigerten Beschickkung der Weltaussiellung. Wäre die —XEX
beliebt worden, so hätte man vermuthlich in derselben eine Waßregel
zu —„A der Fabrilanten und zur Ausbeuiung der Arbeiter
entdeckt.
nnausfand.
„. „Wjen, 81, Jan. (Röolu. Zig.)Rußland. antwortete auf
Desterreichs Nole soforl in deruhrigender Weise. Fürst Gortschaloff
nimmt Andrässy's Standpuilt an ußd erklärßz Die erwähnten
Bestimmungen eznes rusfisch⸗türkischen Friedens bedurfen“ der euro⸗
paischen Sanluion, Rußland unterwerfe sich außerdem von, voxn
herein allen etwaigen Aee der Vertragsmachte, indem es
den europärschen Kongtetz loyal annchme. Wo letteter Statt finden
joll, ast noch nicht destimmtz wahrscheinlih in Wien. Der Zusammen⸗
kritt desselben gilt als nahe devocstehend. , J
In einer Rede, wesche Ga n bealta am-28.bei

Bermilbhtes.
Manchen, 28,. Jan. Der derzeitige Perfonenderkehr
aus ten E'seichaöuen, besouders bei Schnettzügen, ist so spärlich,
us — sich denselden gar micht zu eriunern vermag. Eiu baye⸗
insmerischer Kondukteur. welcher am dergangenen Donnerstäg von hier
        <pb n="70" />
        wit dem durchgehbenden Schnellzug nach Straßburg fuhr, hatie von
Augsburg nach Stuttgart im Ganzen 8 Reifende im Zuge, von
Simtgart nach Kehl gar teinen und von Kehl nach Straßburgs
einen einzigen.

F 4einblittersdorf, 31. Jan. Bei einer im hie⸗
igen Gemeinde.oalde abgehaltenen Tieibjagd auf Wiloschweine hotte
——AI St. Johann das Glück, einen Keuler
sn Gewicht von 280 Pfund zu erlege.

Mez, 24. Januar. Als türzlich sämmliche Theilnehmer
eines Hochzeiszuges mit biau· weiß⸗ roihen Etanzosischen) Schleifen
zeschmuͤctt die Straßen des betreffenden Ortes durchzogen, wur den
Fieselden unter Hinweis auf das jranzdsische noch zu Recht beestehen⸗
de Gesetz, wonach das Tragen srember Landen sarben verboten ist,
—XIVXXX verurtheilt.

In Wür iburg entwendete eine Köchin ebrer Herrschaft
eine bedeulende Summe Geldes. Dieselbe führte ein flones Leben,
zaufte sich goldene Ringe, schone Nleider/ und hielt an einem
Sonpiage in einer Resta ratidn einen ganzen TZisch voll Soldaten
srei. Zu Weldnachten dußte sie ihrer Hercschaft einen Baum von

1d. M. und iaufte berfelben zum nr, . ine Dan *57542
jam die Herrschaft auf den Diebstahl; die Diebin gestand und sitßzt
Jegenwärtig. J

Frankfurts. M. 81. Jan. Baron Raphael Erlanger,
Hründer des Banthauses v. Grlanger und Sohne, ist n ach kurzem
drankenlager heute Nacht gestorben.

Der Sparbanten krach in den BVereinigten Slaat en macht
mmer werere Fortichritte. Kürzlich haben in einer Woche dort
dieder sieben Spaibanken fallirt.
— —— — —
Iachon verantwortlich:

e

—
WV

—
ια. Nacdem ich 10 Jahre lang alle Mittel vergeblich
zersucht hatte — haben mich jetzt einzig und alle in Ihre weltbe⸗
uhmten Bruftcaramels — Maria Benno von Donat 16710)
jon meinem fürchterlichen Husten — Hoals und Brufile den errettet.
Ihre ewig dankbare Therese Gräfin T..... ev.

») 1 Original⸗Packet nur eqt dei Jean Peters
und J. Friedrich sostet 80 Pfo.

—
hιινô

Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

dienstaß, 18. Febr.

nachsihin, Nachm'ttagt 2 Uhr zu

St. Ingbert in der Wirthschaft

don Jatob Best

wird vor dem unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten t.
Nolar, auf Anklehen von Bar⸗
hara Weißgerber, ohne Ge⸗
derbe in Si. Ingdert wohndaft,
Dinwe des allda verlebien Berg⸗
rannes Johannes Best, die
nachstedend bezeidnete, zu der
wischen den genannten Ehelenten
det destandenen Gutergemeir schait
—&amp; B.nne
don St. Ingdert mit Ermaͤchti⸗
Jung des Familienrathes, affent⸗
uͤch an den Meistdieten en zu
Tigenthum versteigert, nämlich:

Von Pl.⸗Ne. 2832, eirca
Dej. oder 12 70 qw
Ader auf der Meß neden
Winwe Best, Rollführer
Schwatz, der Siraße und
er Eisenbahn.
Eigenihümer sind:

s. die obeugenannte Ww. Best,

VJ. die volljährigen Kinder:

a. Georg Besn. Steigerqehilfe
muif der Sti. Ingberter Grude;

b. Fiam Besi, Bergmann in
Si. Ingbert;

e. Eusabetha Besi, Ehefrau
bon Joseph Steinfeld, Haus⸗
neister an der Gewerbschule zu
Speyer;

d. Jalob Vesi, Bergmann in
St. Jugbect.

II. die minderjäͤhrigen Kinder:
1. Johann Best, Bergmann;
d. AÄndreas Best, Sclofser⸗

ehrling

beide in St. Ingbert, welche
hre genannte Mutter zur Vor⸗
Janderin und RNitolaus Best,
Zergmann in St. Ingbert zum
Nebendormunde haben.

Si. Inabert, 81. Jan. 1878.

Saner, l. Notär.

Verein.
ontagz, den 83. Fovruar, AIXXX
im Cafs Oberhauser,
Unterhaltung-
Programm.

Wohnungsveränderung.
Ich wohne jezt in dem Hause
des Herrn Müller Reidiger im
Müuhlened.
J. Steinacker,
Sahneid rmeister.
— —

Attest. Seit meyreren
Jahren litt ich bereits am
deftigen

Magenkatarrh
der allen ärztlichen Mitteln
rohte und ich glaubte schon,
ekgäbe keine Hilfe mehr;
da las ich in der Augsburger
Abendzeitung die Annonce des
derrn J. J. F. Popp in
deide (Holsten), wandie mich
in denselben und bin durch
jeine Pulver von meinem
dauptleiden befreit, wofür ich
Herrn P. nicht genug danken
lann.

Freilassing, 1. April 1876.

Amalie Schauer,
Zahblmeisters Ww.

Obiges befstatigt die Ge⸗
meinde⸗ Verwaltung Saliburg⸗
hofen. (L. 8.) ZEperl,

Buͤrgermeister.

1. Abt beiltung:
Waldmorgenlied, Männercher. .86. 8oliner.
Alice⸗, Rommze lavierr J. As her.
Den fernen Lieben, Lied für Bariton. v. Rosen.
Einlage.
drieger Auszug, Nannerchor . ..E. Koltner.
dchneeglöckchen, Soio2L1er. Doↄnrn.
Aeveries. sue Kladiet ·. WRosellen.

* * lung?2
von Jacobson.
ꝛ·u8

.
J.

Loose à 50 Yyfennig
zür die
Allgemeine Gefiugel-·A usstellung
am 17. 18. und 109. März
in Kaiserslautern—
m haben in der Expeditivn des „DSt. Iuaberter
—

Eine Wohnung,
vus 2 Zimmer bestehend, nebst
deller, ebener Erde, auch zu
einem Geschäfte geeignet, ist zu
dermiethen bei

F. J. Koch, Haßlerstraße.

brograwme TECEANICVM Bexinn de⸗
gratis dureh MVTTXFVEIDA - . Sommercurso:
lie Direction. —RX 15. April.
orunterribt dei.
7ũgel Ausstellung
Hheflüũgel⸗Markt
zu
Kaiserslautern
am 17., 18., und 19. März —1878.

Vrogtamme, AnmeldeBogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstelung verbur denen Verloo ung von Grflügel Sing⸗ und Zier⸗
dgeln xc. loͤnnen von der Exrvedition der .Pfaͤlzischen Geflugel⸗
ecunngꝰ ( Derrn Herrmann dJanser) in Kaiserblautern bezogen
verden. —

—* — dein Wohnhausßs
—X d
vree ver, 7 — m der Sdhasgosse in zu ver⸗
deziehdar, in zu vermi⸗ihen. mielhen.
Earl Enael. Vetter Nivplinger.
Von Drue und Daies . T Temes in St Inabert.
Mezra Allustrirtes IEEEERVB

Frucht - Brod und
Fleisch⸗Preife der Siadt
Zzweibrücken vom 81. Jaquar.
Weizen 11 M. 06 Pf. Korn
08 M. 67 Pjf. Gerste 2rehige
0 M. — Pf. Gerste Areih.
— M. — Pf. Speli 0 M.
— pi. Hafer 6 M. 43 Pf.
deun 2 M. 40 Pf. Stroh 2
n. 20 Pf. Kartoffeln 8 M.
— Pf. Weikbrod U?n Kilog.
35 Pf. Kornbrod 3 Kil. 78 2Kil.
52 Pf. d'nno 1 stiilo. 26 Pf.
Zemischibrod 3 Kilo. O M. 84Pf.
paar Wick 100 Gramm 6 Pf.
Rindst. 1. Qual. 66 Pf. 2.
—XV
damfl. 60 Pf. Saweinefl. 60 Pf
hJutter O M. 90VPf. per Pf.

—,

ää32h W.teedBo
Grüne Kerne,
Sago, Perl⸗ und Mittel⸗
Berste, geschälte Golderblen,
zrüne Erbsen, große Linsen
und Bohnen
imnpfiehlt dilligst
r
        <pb n="71" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
———————
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag:. Der Abounementspreis betragt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pls. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfs. fuür die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg vro Zeile berechnet.

— — —

M 21. Dienstag, den 8. Februar 1878.

— ——
Deutsches Reich.

Aus Ber l'in wird der „Koln. Zig.“ berichtet, daß der
Bundesrath die Gesetzentwürfe über die Reichsstempelsteuer und über
die Erhoöhung der Tabalsteuer (preußisches Projecth angenommen
hat. Baden und Bayern sollen beantragt haben, die Steutr auf
nländischen Tabak nur mit 18 statt 24 Mart vom Centner zu
bemessen, drangen aber damit nicht durch, weil dann eine um 2
Peillibdnen Mark geringere Einnahme für die Reichskasse zu erwarten
vpäte. Der Rest der französischen Kriegskostenentschädigung mit 10
DMillionen Mart soll nach einem ferneren Beschlusse zur Vertheidi⸗
gung an die norddeutschen Staaten gelangen.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat bei der Berathung des
Ausführungsgesezes zum Gerichtsverfassungsgesetze beschlossen, daß
an die Slelle des Tüels „Landgerichtscath' (wie der Regierungs⸗
entwurf bestimmte) der Titel „Landrichter“ treten soll.

Fürst Bismark ist von Herrn v. Diest-⸗Daber wegen
„verleumderischer Beleidigung“ gerichtlich belangt worden. Wie
nan hört, ist die Klage vom Stadtgericht angenommen und der
Termin auf den 23. Februar anberaumt worden. Veranlassang
zur Klage ist das anonhme Schrifistück, welches von dem Vertreter
Zes Oberstaatsanwalts bei dem gegen den Herrn v. Diest am
Zammergericht verhandelten Processe vorgelesen worden war.

Aachen, 31. Jan. Der Kaiser hat für den Bau des
Thurmes unserer Müssterkirche ein Geschenk von 90,000 Mart
xwilligt.

Der Gouverneur von Straßbutg, General der Infanlerie v.
Schachtmeyer, ist zum kommandirenden Genecal des würtembergischen
Armeekorps ernunnt worden.

Ausland.

Pesth, 2. Febr. Ungarische Regierungsblätler melden: Ein
ʒsterreichisches Armeecorps, das in Verschetz Concentrirt ist, wurde
nobil sirt.

Paris, 2. Febt. Der „Agence Havas“ wird aus Kon⸗
stantinopel vom gestrigen Tage über Kairo gemeldet: Das Pro⸗
jokoll über die Friedensbasen und den Waffenstillstand ist in Adri—
anopel unterzeichnet worden.

Pari's, 3. Febr. Seit gestern sind sehr zufriedenstellende
Nachrichten über die Theilnahyme Ruß!ands an der Weltausstellung
eingelroffen. Man reynete wegen des Krieges höchstens auf 300
Aussteller, jetzt sidd 700 sicher. Der für Rußland reservirte
Raum erwies sich als unzureichend. Nach dem „Gaulois“ ist ein
rufsischet Diplomat in außerordentlicher Sendung hiet angekymmen
und hatte im Beisein des Fürsten Orloff eine lange Unterredung
mit dem Minister des Aeußecn, Waddington. Letzterer begab sich
darauf zum Marschall. — Heute fand zum Beften der russischen
Berwun'eten eine große drametische Matinee in der italienischen
Dper statt. — Heute begannen die Vordereitnngen zu dem großen
Wettrennen in Auteuil.

Die „Republique francaise“ sagt: Nur eine Frage kann direlt
zwischen ⸗eer Tückeiund Rußland geregelt werden, das
ist diejenige der pecuniären Entschäd gung. Alle anderen Fragen
zehen ganz Europa an. Au eine Conferenz der Vertragsmächte
don 1856 muß sich Rußland mit der Forderung einer Adänderung
dieses Vertrages wenden.

Rom, 3. Febr. Durch kzl. Decret wird eine Erhöhung des
Tabaltarifs veriügt, was als einleitende Maßregel sür die auf
Derabfetzung der die ärmeren Classen belastenden Steuern hinzielende
Steuetreform gilt.

London, 3. Febr. In hiesigen politischen Kreisen be ·
rrachtet man die Situalion als äußerst demüthigend für England.
Trotz Derdy's Depesche an Layard weiß das uglische Kabinet doch
absolut nicht, was zwischen der Türkei und Rußland abgemacht ist.
Der Observer bielet seinen Lesern das Sensauons-TTelegramm,
eine tempocäre Besetzung Konstantinopels sei eine militärische Be—
timmung des Waffenstillstandes, und der Czar wolle abteisen, um
deim Einmarsche der Russen in Konstantinopel zugegen zu sein.

Wenn Rußland auf d'esem Punkte bestehe, so würden die Flotten
iller alliirten Mächte ofort nach Konstantinopel segeln. Rußland
nacht die größten Anstrengungen um Oesterreich von England zu
rennen.

Konstantinopel, 2. Febr. Die telegraphische Antwott
des Kaisers von Rußland an den Sultan auf dessen Gesuch wegen
Hewährung des Waffenstillstandes besagt: Der Kaiser wünsche ebenso
ehr den Frieden, dieser musse aber ein dauerhafter und sohider sein.
riine Depesche des „Golos“ aus Kars vom 3 Februar meldet:
Die Türlen in Erzerum sind schrecklichen Leiden unterwotfen;
)er Typhus allein rafft täglich gegen 200 Opfer hin; weder
BZrennhotz, noch sonstige Vorräthe sind vorhanden. Ismail Halki
Zascha liegt im Sterben. Die Türken haben zwar wiederholt die
lebergabt angeboten, bestehen jedoch darauf, daß die Truppen be⸗
daffnet abziehen dürsen. (Das war vor Abschluß des Waffen⸗
tillstands.)

Peiersburg, 3. Febr. Offizielles Telegramm aus Ad⸗
ianopel vom 31. Jan., Abends 6 Uhr: Die Friedensbasen sind
on der Pforie angenommen und soeben von dem Großfürsten Ni⸗
olaus und den Bevollmächtigten des Sultans unt erzeichnet worden,
denso der Waffenstillftand. Der Befehl zur Einstellung der mili—
irischen Operationen wird sogleich an alle Detachements der bul⸗
arischen wie taukasischen Armee entsendet werden. Sämmtliche
Ddonaufestungen, sowie Etzerum werden von den Türken geräumt.

Nach vortiegenden Nachrichten bis zum 11. Jaauar betrugen
zie russsusschen Verlusten auf beiden Kriegstheatern seit Beginn
des Krieges 88,272 Mann.

Vermisq;tes.

Die Kinderkrankheit, Scharlach und Halsbräune, kann jetzt
n Höheinöd als erloschen betrachtet werden. Reiche Ern'e hat
iese heimmückische Krankheit unter der zarten Jugend gehalten, denn
icht weniger als 23 Kinder sind ihr erlegen. Manche Familie
eweint zwei ihrer Lieben, ja am 28. November wurden die zwei
inzigen Kinder einer Familie in ein Grab gefenkt.

FNaturseltenheit. (Dückh. Anz.) Ein Buts-
esitzer aus Fosrsst kaufte im Jabhr 1872 auf dem Mannheimer
Maimarkt ein trächtiges Rind und hat dasselbe bis jetzt, also in
5844 Jahren, 11 Kälber geboten. Erlöst wurden für dieselben
320 M. 87 Pfg.

1 Speyer. Wie die „Pf. Z.“ mittheilt, ist von hier aus
in die Bürgermeisterämter aller Tabak bauenden Gemeinden der
Pfalz eine Bitischrift gegen die projectirte Erhöhung der Tabalsteuer
um Unterschreiben versendet worden, die dann durch einen Reichs⸗
agsabgeordneten dem Reichstag soll vorgelegt werden.

fSaarbrücken, 3. Febr. (S. 3.) Die Vorarbeiten
ur Auszführung der von St. Johann nach St. Ingbert zu dauenden
Fisenbahn nehmen rüstigen Fortgang. Am 1. ds. Mis. fand in
Scheidt seitens preußischer und bayerischer Eisenbahnb⸗amten, untet
Zuziehung der Kreisbehörden und der benachbarten Burgermeister
uind Gemeindevertreter, eine Ortsbesindtigung betreffs des hei ge⸗
ianntem Orte zu errichtenden Bahnhofes statt. Wie wir hören,
oll nicht nur von technischer und fiuanzieller, sondern auch von
nilitärischer Seite der Anlage des Bahnhofes bei Scheidt, statt,
vie früher projectirt, bei Schaafbrücke, der Vorzug gegeben werden.
ẽs läßt sich somit nicht bezweifein, daß die preußische Regietung
diesem Projecte, das auqh die hiesige Königl. Eisenbahndirektion
befürwortet haben soll, ihre Zustimmung geden wird.

TStraßburg. Eine 21jährige geachtete hiesige Bütgers⸗
ochtet hat sich im Rhein ertränkt aus Scham darübet, daß sie die
Zrüfung als Lehrerin nicht bestanden hat.

FVom Rhein, 26. Jan. Ein Schiffer von Emmerich
uht in der Nacht des letzten Donnerstag an der holländischen Küste
iad warf bei Wilmsdorf Anker. Bald darauf erhod sich ein Sturm,
er das starl von Eisen gebaute Schiff so rasch umlegle, daß es
innen wenigen Secunden versank und an Rettung don Menschen
        <pb n="72" />
        nicht zu denken war. Die Familie des Fischers, sowie die ganze
Mannschaft sind ein Raub der Wellen geworden.

F Nach einer Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 28. d.
iind in der Pfalz folgende höhere Lehranstalten, welche sich zur
Zeit im Besitze der Berechtigung zur Ausstellung gültiger Zeugnisse
über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen
Militärdienst befinden: die Gymnasien zu Kaiserslautern, Landau,
Speier, Zweibrücken; das Realghmnasium zu Speier; ferner fol—
gende Lehranstalten dei welchen das Bestehen der Entlassungsprü
fung gefordert wird: Die Realschulen zu Landau, Neuftadt a /H.,
Speier und Zweidbrücken; die Kreis-Realschule in Kaiserslautern,
andere Lehranstalten: die Industrieschule zu Kaiserslautern.

F Wertheim, 27. Jan. Herr Archivrath Kaufmann halt
aus dem städtischen Archive eige Urkunde aus dem Jahre 1306,
ausgestellt von Kaiser Albrecht J.. zu Tage gefördert. Sie besteht
aus einem Vergamentblatte mit kaiserlichem Insiegel in Wachs, ist
in latermnischer Sprache und altgothischer Schrift geschrieben und
perleiht der Stadt die Rechte einer freien Stadt.

fBremen, 80. Jan. Ein großes Unglück ist heute in
dem nahe der Stadt gelegenen Woltmershausen passirt. Eine An⸗
Jzahl Kinder belustigte sich auf dem Eise, nicht auf der Weser, son⸗
dern auf einer binnendeichs gelegenen, eiwa 15 Fug hiefen sogenannten
Brake. Das Eis brach und fämmtliche Kinder verschwanden unter
der Eisdecke. Von den zu Hilfe Herbeieilenden haben auch noch
drei, darunter ein junges Ehepaar, ihren Tod gefunden. Das
Ehepaar hatte selber keine Kinder unter den Unglücklichen, hinter⸗
läüt aber zwei Kinder in dem Alter von 8325 Jahren. Bis j zt
hat man sieben Kinder wieder herausgefischt, von denen fünf lodt
iind, unter diesen zwei Brüͤderpaare. Die dritte von den Er⸗

wachsenen, welche ertrunken sind, war die Großmutter eines dieser
Brüderpaare,

F Eine neue Petroleumquelle, welche täglich
1000 Faß Oel liefert, ist am 13. Januat von Taylor u. Co. bei
Hetrolia im „Ghost Well-Gebiet“ (Pensylvansen) entdeckt und damit
die Oelregion um einen großen Landstrich erweitert worden.

Handels⸗ und Berkehrs-Nachrichten.

Von der Erhöhung der Tabatssteuer. Es
ist ganz in der Ordnung, wenn sich die Tubaksfadbrikanten ener⸗
gisch gegen die Erhöhung der Tabalssteuer, die vorgeschlagen ist,
zur Wehre seßen. So war es mit der Grundfteuer ehemals und
sede neue Steuer schädigt wirklich viele Interessen und ruft den
Kampf um's Dasein“ hervor. Eine Tabaksintercssantenversamm⸗
liung in Berlin hat folgende Ansichten ausgesprochen:

1) Jede neu einzuführene oder erhöhte Besteuerung der in⸗
ändischen Tabakcultur und jede eutsprechende Erhöhung des jetzt
hdestehenden Eingungszolles auf ausländischen Rohtabak würde, ins⸗

besondere bei den jetzigen kraurigen Geschäftsverhältnissen, eine Be—
schränkung des Tabakconsims, eine Verminderung des Exporthandels
und eine Nahrungslosigkeit zahlreicher Fobrikanten, Tabakbauer
und Arbeiter zur Folge haben.

2) Zur Einführung des Tabakmonopols, das eine verhängniß—
dolle Anomalie in der wirthschaftlichen Eutwickelung Deutschland
und ein unberechtigter Eingriff in die Privatrechte sein würde, liegl
ein ausreichender Grund vor. Bei der Ausdehnung, welche Roh⸗
abalshandel, Tabakfabrikation und Handel mit dem Fabrikate in
Deutschland erreicht haben, würden viele Rohtabaktgeschäfte außer
Lahrung, der Werth zahlreicher Fabrikgebäude und Maschinen ver⸗
nichtet und einer großen Klasse von Arbeitern ihr Lebens⸗Unterhalt
entzogen werden.

3) Aus diesen Gründen beschließt die Versammlung, mit allen
ihr zu Gebote stehenden Mitteln auch das neueste finanz elle Proj'ct
zu befämpfen.

4) Sollte jedoch eine Erhöhung der Steuer unbedingt als
nöthig erkannt werden, so müßten die einzelnen Steuersätze zu
einander in ganz anderem Verhältnisse stehen, als in dem Reg erungs⸗
entwurf vorgeschlagen. Alsdann müßten jedoch die diesbezüglichen
Ansichten unserer Industrie, sei es durch Enquete, sei es durch die
Butachten der Handelskammern unter Zuziehunz von Sachverstän⸗
digen in Berücksichtigung gezogen werden.

Endlich wurde noch eine Commission, bestehend aus Tabaks-
Interessenten aus allen Tieilen Deuischlands, gewählt, die diese
Kesolution dem Bundesrathe und Reichssage in der geeigneten Weise
zur Kenntniß zu bringen und die gesammte Angelegenheit im Auge
u hiehalten hahe.
Dienstesnachrichten.

Der Lehrer an der kath. Schule zu Hohenecken, Andreas
Schmitt, wurde zum Lehrer an der oberen kaih. Knabenschule zu
Offenbach, der interim. Verweser der kath. Schulstelle zu Nieder⸗
chlettenbach, Schuldienstexpektant Rudolph Dreyer, zum Lehrert an
dieser Stelle, der interimistiche Verweser an der unteren konf.ege⸗
mischten, Schule zu Miesenbach, Schuldienstexspeltant Franz Diller,
zum Lehrer an der II. Schulstelle zu Miesenbach, der interimistische
Verweser an der kath. Schulstelle zu Hornbach, Schuldienstexspektant
und Verwejer Adam Cammissar, zum Lehrer an der lath. Schale
daselbst ernannt, die Umwandlung der prot. Schulver veserstelle zu
Stambach in eine Lehrerstelle wurde genehmigt und der Verweser,
Schuldienstexipektant Jakob Theisinger, zum Lehrer ernannt; die
beiden als interim. Vermeserinnen an den zwe' unteren kath. Mäd⸗
henschulen zu Landstuhl verwendeten Schulschwestern zu Lehrerinnen,
uind zwar Augusta Weidmann an der mittleren und Anna Marie
Plenkers an der untern kath. Mädchenschule zu Landstuhl ernannt.
Für die Redaction veraniwortlich: F..

——
Emeßz.

83
Möbelversteigerung.
Montag, 11. Febr. nächst⸗
zin, Vormittags 9 Uhr zu Ens;
heim, in ihrer Behausung, lassen
die Witiwe und Erben des zu
Enshe m verlebten Ackerers Nitko⸗
lauß Karrmann, die zudessen
Nachlasse gehörigen Mobiliarge⸗
zenstände, der Abtheilung wegen,
zffentlich an den Meisibietenden
—R
unter namenilich:
2 Pferde, 1 Kuh, 2 Rin⸗
der, 2 Zuchtschweine, Gänse,
Hhühner, Futter, Stroh⸗
Dung, 2 Wagen, verschie
dene Bflüge. 1 Windmädle

22
*

und sonstige Oekonomiege—
räthschaften, ferner Brenn⸗
und Nutzholz, dann Möbel,
Getüch, Bettang und son⸗
stige Haus⸗ und Küchenge⸗
räthschaften.
St. Ingbert, 24. Jan. 1878.
Sauer, lal. Notar.
Bekanntmachung.
Die Geschworenenliste ist für
1878 ergänztt und liegt 14 Tage
sang zu Jedermanns Einsich!
auf dem unterfertigten Amte
offen.
St. Ingbert, 2. Febr. 1878.
Das Bürgermeisteramt:
Ti⸗step.

F
—
2*
8
755
27
—
21
—
—F
———
—
8.2
*2

*

2*

— ———
G22323
A 33 —
c560 2563 24

— 9
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe
Frau, Mutter, Schwiegermutter und Großmulter
Karolina Oberbkircher, geb. Leibrock,
nach sechstägigem Leiden in einem Alter von 60 Jahren
heute Moͤrgen 5 Uhr zu sich abzurufen.
St. Ingbert, den 4. Febr. 1878.
Für die trauernd Hinterbliebenen:
Nike Scheimeister, Schwiegersohn.“

*
1
1
1
l
1
1
1

Die Beerdiaung find⸗t Mittwach Nachmittaa 33 Ubr statt.
8
—
OoIOoOSra Ii.

Unterzeichneter ersucht höflichst die geehrten Familien uwm gefl.
Durchsehung der Photographieen von werthen Angehörigen oder
Becstorbenen selig, ob nicht solche sih darunter befinden, die alt
oder verblichen sind und die wieder wie neu hergestellt weiden
können, oder solche die sie in vergrößertem Formate wün—
schen, oder sorstige Reproduetionen, da dieselben “s billiger
als sonst zur vollstandigen Zufciedenheit der Besteller ausgefuührt
werden in der

WVein-Etinnett?
farbig bis aceig
sind zu haben in der Lith. Anstalt F. X. Demetz.
St. Ingbert.

Photoar. Anstalt von
Dr—x.am Kavellenweg.

Nedofn nd und Versag von FJ. X. Temeß in nbenr
        <pb n="73" />
        * —— 2323 —5283822 —A
v 2 *. 2288— 223 *252528 — 5* 22 2
25725 35 8——32353 22555 532337358 —
323535385 53 558725* 5352 5555 25553833 5253 —
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2*25 * 5 3 *
5533335223 3 28
* 34338358883 — — 5322
—37 —A — 2 — 3
534 de 5335332 —A 2333 * 7
228 3733333 1325333 7
223 2: 27 2 322553 S3 22. 2 82235
55 12 — 2223 2 2 — Fä— 83. 2
* * z336 57823 Z 8 2335 52*
* 55 2355 T 8 —— 2323233 989 5 rc
— 38 — —5— — * 22 8553— 3
5252 3 202 E 3232* * 2* 3278
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J — 5232 * 2 — — — * *
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5223558* 7 —X 82 — — 358 275 22
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— —A ——— — — 3 2. 8* 52 232. 5 *55
*2322 3* 7 33— — —A 223723 2 7
238533 3833 2. ——— 332
5 253 8* 338*33 22 23553 2.7.
22 2 53 —A 2288 3 2537* 2E
* 2 * 53 — 237 — * * 5*
J *s—838 ——— 32 2 23 2250* 2535
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        St. Ingberter Anzeiger.

Dder St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblait, (Sonntags mit illustrirter Bie⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 22. Donnerstag, den 7. Februar 1878.
—
Deutsches Reich.

Mänchen, 4. Febr. Heute stand in der Abgeordneten⸗
kammer der Etat des Cultusministeriums auf der Tagesordnung.
Selbsiverstärdlich wurde die schöne Gelegenheit zu Herzensergieß ngen,
die durch die allgemeine Debatte über einen Etat geboten wurde,
ergiebig benützt.

Berlin, 5. Febr. Die Einladung zur Conferenz wurde
durch den österteichisch- ingarischen Botschafter Grafen Karolhyi gestern
hier übergeben; die kaiserliche Regierung hat dieselbe angenommen.
Desgleichen die Negietungen von England, Frankreich und
Italien.)

Berlin, 5. Febr. Württemberg hat im Bundesrath die
Einsetzung einer Comm ssion beantragt, zur Berathung der Frage,
ob das Tabakmsanopol einzuführen sei. Der Antrag ist den Aus⸗
jchüssen überwitsen worden, welche die Steuerprojecte zu berathen
hatten. — Die Fortschrittspartei bereitet im Reichstag eine Inter—
pellation, die Orientfrage betr., vor. (Fr. 3.)

Berlin, 6. Febr. Die bei heutiger Eröffnung des deut—
schen Reichsstags verlesene Kaiserliche Thronrede kündigt Gesetzent⸗

vürfe an über die Erhebung von Reichsstempelabgaben und über
zöhere Tabaksbesteuerung, sowie ein Anleihegesetz; sie weist auf
ein in Berathung begriffenes Gesetz über die Vertretung des Reichs⸗
ranzlers hin und kündigt ferner eine Rechtsanwaltsordnung, ein
Berichtslostengesetz, sowie Entwürfe gegen Lebensmittelverfälschung
an; fecner einen Gesetzentwurf betreffend Neutegelung der Verhäaͤlt
nisse zwijchen Arbestgeber und Arbeitnehmer, sowie über Einfetzung
hesonderer Gewerbegerichte. Der Kaiser hofft, ein dauernder Friede
werde durch die auf der bevorstehenden Konstantinopeler Conferenz
zur Anwendung kommenden Grundsätze gesichert werden. Die ver⸗
hältnißmäßig geringe Betheiligung Deutschlands im Orient, gestattete
dem Reiche nur die uneigennützige Mitwirkung an der Verssfändi—
zgung aller Mächte über die künftigen Garantien gegen eine Wieder⸗
lehr der orientalischen Wirren und zu Gunsten der dortigen Christen.
Inzwischen konnte die Politik des Kaisers dieses Ziel insoweit be—
reits erreichen, als sie wesertlich mitwirkte, daß der Friede zwischen
den europäischen Mächten erhalten blieb. Die Beziehungen Deutsch-
lands zu allen europässchen Staaten würden nicht nur friedliche,
sondern durchaus freundschestliche bleiben.
ANusland.

Am 1. d. bei Gelegenheit der Prüfung einer beanstandeten
Wahl kam es zu Paris in der Nationalversammlung zu äußerst
heftigen Auftritten. Die ganze Rechte der Kammer verließ während
der Diskussion den Saal, um kurz darauf unvermuthet in denselben
zurück ukehren. Von besonderem JInteresse sind die nach dem Wieder⸗
eintritt der Rechten gepflogenen Eeörterungen über die Schuld an
den Ereiguissen von 1870 und 1871, welche sich die Vonapartisten
und Gambettisten gegenseilig in die Schuhe schoben. Veranlaßt
wurde diese Debatte durch die Bemerkung Rouher's, es sei Angesichte
der hoqg erusten politischen Lage Europa's doppelt wünschenswerth,
daß die Kammermehrheit das System der Vernichtung der „offi⸗
ziellen“ Wahlen aufgebe. Darauf erwiderle Gambeita: Die öffi⸗
ziellen Candidaturen lönnen nicht nachdrücklich genug bekämpft
wecden. Die offizielle Candidaktur hat uns den Fremdling in's
Land gebracht. Ich spreche von dem Fluch der ojfiziellen Candi⸗
datur des Kaiserreichs, in Folge deren eine selavische Majorität
die mexikanische Expedition votirte und die Theorie von den drei
ungefährlichen Stummeln (DeutschOesterreich, Nordd. Bund, Süd⸗
deutsche Staaten) guthieß, in welche Deutschland durch die Ereignisse
von 1866 zerrissen sei. Dieses System hat Frankreich zu Grunde
gerichlet und uns in Europa vereinsamt, und Herr Rouher wat
der Vicelönig dieses Systems. (Stürmischet Beifall.) Rouher:
Der ges zgebende Koͤrper war ganz unabhängig und wußte recht
Jut, was er than! Konnen Sie enva leugnen, daß der Krieg von
1870 das Werk der vereinigten Oppositionen gewesen ist ? (Tuͤmult
und Hohngelächter.) Einer Ihrer Helden, für dessen Wahl sie sich
ürzlich anstrengten, ist ja Herr Emil Girgrdin. Lesen Sie doch

n seinem Blatte nach, er war einer der Hauptanstifter des Krieges
ron 1870. Ich für meinen Theil habe schon mein Bedauern
atüber ausgesprochen, daß die Hohenzollern'sche Candidatur in
zpanien ein casus belli werden sollte; ich war sicher, daß es
»em preußischen Prinzen nicht besser ergehen würde, als es später
»em König Amadeus erging. Sobald der Krieg erklärt war, mußte
ch allerdings nur dem allgemeinen Gefühl und den Hoffnungen
ui Sieg Ausdruck gehen. Das Kriegsglück hat uns verlassen,
uind was haben Sie dann gethan? Sie haben die Nation in
ngleichen Kämpfen dem Feinde ausgeliefert und ihr kopfloses
Treiben zuletzt mit fünf Milliarden und zwei Provinzen bezahlen
nüssen. (Galpin: Das ist der Gipfel der Unverschämtheit! VLa—
rage: Und Sedan? Für Sedan sind Sie verantwortlich!) Durch⸗
—D Hand
eschtiebene Entwürfe gefunden zu einen Dekret welches den Mar⸗
hall Mac Mahon zum Generalissimus oller Armeen inner⸗ und
nßerhalb Paris ernannte, und zu einer Proklamation des Mar⸗
challs, in welcher dieser den Truppen auseinandersetzte, warum er
em Marschall Bazaine nicht zu Hilfe eilen könne, sondern seine
ztreitkräfte nach der Haupistadt zusammenziehen müsse. Dieses
har meine Theilnahme an den Ereignissen. Die ganze Schuld
illt auf den 4. September und auf die Männer, die das Land
1weinem unfruchtbaren Selbstmord zwangen und damit nur die
ilfsguellen erschöpften, mit denen es einmal später seine Revaucht
ilie nehmen können. Die Geschichte wird zwischen Herrn Gam⸗
etta und seinen Vorgängern in der Regierung richten. Gambetta:
Sie hat schon gerichte. Die Nationalversammlung hat in einem
zierlichen Verdikt Euch für das Unglück des Vaterlandes verant⸗
vortlich gemacht, das Kriegsgericht hat den Verräther verurtheilt,
elcher lieber einer unseligen Dynastie dienen, als das vom Landes⸗
inde überzogene Vaterland retten wollte. (Donnernder Beifall.)
ich begreife, daß Herr Ruher, um die Capitulation von Sedan
nd Metz zu entschuldigen, hier das ganze Land der Feigheit zu
eihen wagt. Er möchte jetzt seine Hände rein waschen, aber war
rees nicht, der den Kaiser Maximilian nach Mexiko und in die
jrube von Queretaro leckte, wie das erste Kasserreich den Herzog
on Eughien in die Grube von Vincennes. Noch höre ich die
ewaltie Stimme Berrhyer's, wie er ihm in einer Nachlsitzung die
rophetischen Worte zurief: „Einen österreichischen Etzherzog wollen
Sie noch Mexiko setzen ? Welches andere Loos lönnen Sie ihm
escheeren, als den Bankrutt oder den Tod?“ Und in der That,
Zanktutt und Tod haben den Prinzen dort erreicht, wie sie denn
as gewöhnliche Gefolge der Vonoparte sidd. Man hat es Euch
hon gesagt und man muß es Euch wiederholen: Nicht als Regie⸗
ungsmänner habt Jor gehandelt, sondern Ihr habt begonnen 'als
rüstlinge Gouisseurs), und Ihr habi geendet als Verräther. (Stüt⸗
nischer Beifall.) Ruber will repliecirer. Zu seinen Füßen vor
»er Tribüne erhebt sich ein furchtbarer Larm. E. Lodcoy:
derunter mit dem Elenden! Er hat uns an Preußen ausgliefert!
Zarodet: Er möre sich lieber vor Scham verstecken! Rouher:
x s geht bier schlimmer zu, als im Konvent; Sie sind Revolutionäre
ind nichts Anderes. Man beleidigt mich in meiner Person auf
»as Schmählichste und verbietet mir dann das Wort. Die Schluß⸗
rufe übertäuben den Redner; Schluß der Debatte wird beantragt
und angenommen.
Vermisctes.

fSit. Ingbert, 6. Febr. Bei der vorgestern im Stadt⸗
zause zu St. Ingbert abgehaltenen Tagesfahrt über die Herftellung
)er Eisenbahn von hier nach Saarbrücken war eine ziemlich starke
Anzahl Zuhdrer erschienen.

Die Verhandlungen wurden durch Herrn-kgl. Bezirlsamtmann
Damm von Zweibrücen in Beisein des Herrn kal. Bauamtmanneß
derrr Schlichtengroll von Keiserslaukern und des Herrn Bezitka-
ngenieurs Müller von Zweibrücken geleitet.

Nachdem der Versammlung von dem Prosekte Kenniniß ge⸗
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        zeben war, wurden von circa 39 Interessenten Proteste erhoben
Ind als diese zu Protololl genommen waren, hat der Distriktsaus⸗
schuß die Unterhaltung der neuen Buhnhofstraße, welche am Hause
des Herrn Joseph Uhl ein- und am Hause des Herrn Lehrers Kohl
zusmündet, unter der Bedingung übernommen, daß die Fahrbahn
dieser Straße gepflastert werde.

Unter dieser Bedingung hat auch der Stadtrath die Unter⸗
daltung der Distriktsstraße vom Hause des Sattlers Herrn Stutz⸗
mann bis zum Hause des Herrn Lehrers Köhl übernommen und
arde dem Wunsche des Stadtrathes entsprechend zu Prototoll ge⸗
sommen, daß der Weg von der Distriktsstraße an die neue Bahn⸗
hofsstraße mit wenigerem Gefälle als 8010 und auf einer Seite
mit erhöhtem Trottoirs angelegt werde.

4'Man schreibt der „Pf. P.“ aus Breitfurth, 1.
Febr.: Als Curiosium kann ich Ihnen ber'chten, daß, jedenfalls
deranlaßt durch den Schnee, welcher seit einiger Zeit die Felder
zedeckt, gestern eine Kette Feldhühner von eiwa 829 Stück mitten
im Dorfe, gegenüber dem Schulhaute, sich lagerte.

Die Gasanstalt Karserslautern vertheilt für das
Jahr 1877 12 pCt. Dividende.

F Ver Bürgermeister in O bermotziing (bei Straubing)
warf am 23. Jan. seine Netze in der Donau aus und fina selbigen
Tages 8 Lentner Fische, darunter 4 Centner Waller, 3 Centner
arpfen und allerlei skleines Gethier.

p In vergangener Woche wurde ein Wildprethändler aus
Flonheim in Mainz wegen Betrug verhaftet, da er 6 abgezogene
Ketzen für Hasen seilbos. Dies Geschaft soll von demselben schon
janget dettieben worden sein.

Gosch, 24. Jan. Gestern Nacht zwischen 12 und 1 Uhr
war hier ein Gewitter. Im benachbarten Dorfe Asperden fuhr
in Blitzstrahl in ein Haus und traf, laut der „Niederrhein Volks⸗
ig.“, Mann und Frau in solcher Weise, daß dieselbe noch dis
degen Peittag ohne Bewußtsein waren; zwer Hunde wurden vom
duͤß getddiet.
aäblheim sa. d. X. Das Hochwasser der Ruhr hat
—AV Friedrich Wilhelmshülte zum Erlöschen gedracht.
Das Gru«dwasser ftieg in die brennenden Oefen, welche mit großer
Dewali explodirten, so daß die verankerten schweren eisernen Thüren

»er Vorderseilen theilweise weit fort flogen und Theile derselben
nicht mehr aufzufinden sind—

pBerlin, 4. Febr. Gestern Nachmittag kurz vor 1
Ahr ift tin Eisenbahnunglück bei Lübbenau (Station der Görlitzzer
Bahn) durch Zusammenstoß zweier Züge entstanden. Drei Per⸗
onen sind todi, zwei Passagiere schwer, ein Pafsagier und fünf
Fahrbeante leicht vierleht.

Rom, 1. Febr. (Zum Prozeß Antonelli.) D'e Frage
vegen Zulassung des Zeugenbeweises ist in der ersten Instanz zu
Anunsien der Gräfin Lambertini, welche die Tochter des —XLX
Antonelli sein will, entschieden worden.

pNew⸗PYortk, 17. Jan. Kaum hat sich das Dunkel zu
lichten begonnen, welches sich über der Dampfkessel⸗ Explosion in
Baͤrclaystreet gelagert hat, bei welcher gegen 60 Personen, meist
Deuische, getödtet wurden, so bringt uns der Telegraph die Kunde
hon einem entsetzlichen Eisenbahn⸗Unglück, welches sich gestern er⸗
eignet hat. Die auch in Europa belennten Methodisten⸗Wander⸗
pridiger Moody änd Sankey hatten in Hartfort, Connecticut, eine
große Religionsühung veranstaltet, zu der die Bevölkerung der
Zeiteren Uwgebung massenhaft hinzugeströmt war. Gestern Abend
im 9 Uhr führte ein Zug e!wa 500 Theilnehmer wieder nach
dause. Die über den Farmigton ⸗ Fluß führende Holzbrücke erwies
ich aber als zu schwach für das Gewicht der vorgespaunten zwei
2okomosiven und brach ein. Beide Lolomotiven und vier Wagen
nit je 70 Passagieren stürzten mehr als 20 Fuß tief auf die unter
hnen befiudliche Eisdecke, welche sie durchschlugen. In wirrem
chaos lagen da die Lokomotiven, den Dampf auszischend auf den
wischen Trümmer eingeklemmten und halb im Wasser liegenden
Zerunglückten. Die sich in dunkler Nacht absp'elende Scene spottet
eder Beschreibung. Einem Wunder wird es zugeschrieben, daß die
Frümmer nicht in Brand geriethen, daß der Verlust an Menschen⸗
ben ein verhältnißmähig geringer ist. Auf der Sitelle fand man
4 Tode und 50 zum großen The'le Shwerverwundete, von denen
gielen der Tod als Erldsung zu wünschen ist. — Wie verlautet,
zatie man schon vorher wenig Vertrauen in die Festigkeit der
Brücke.
— —i 3s— — — — ——ö— — —
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

—

— ⏑⏑ ——
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Dienstag, 26. Febr
näͤchsthin, Nachmittags A
zu St. Ingbert bei Georg Klein
vird auf Betreiben von Herrn
dudwig Bieer, Müller in St.
Ingbert, Gläͤubiger,
gegen
Christian Martin, pensio⸗
nirter Bergmann in 51versberg,
Schuldner, die nachbezeichnete,
dem Letzteren gehörige Liegen⸗
schaft im Banne von St. Ing⸗
dert, wegen nicht bezahlten Er⸗
werbspreises im Wege der ver⸗
zragsmäßigen Wiederversteigerung
zffentlich an den Meistbietenden
zu E genthum versteigett, nämlich:
Pl. Nr. 899. 2 Ar 4 qm
Garten in den Großgätten
neben Konrad Pflug und
Joseph Best.
Zt. Jugabert, 6. Febr. 1878.
Saner, kal. Nolar.

Maprinirte
Iaringe
nit feinster pilanter Tomaten⸗
SZauce, das Reellste was bisher
n dem Artikel geboten worden,
mpsiehlt
J. Friedrich.

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Carl Enael.
Haasenstein &amp;
Vogler.

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        St. Ingberler Anzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntagß mil illustrirter BRie⸗
lage) erscheint wöchentlich vlermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich
1 Marl 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswörts mit 15 Pfg. fuür die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen

mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 23. Saustag, den 8. Februr 1878.

Deutsches Reich.

Mäünchen, 3. Febr. „Die Bilanc'rung des bahyerischen
Budgets für die XIV. Finanzp riode.“ So betitelt sich eine so⸗
eben vertheilte Abhaudlung des Abgeordneten Schels, welche gegen⸗
uber den Vorschlaägen der Staatsregierung neue Antcäge nebst Mo⸗
iben enthält, wie das vorhandene Deficit gedeckt werden soll. Von
der Ansicht ausgehend, daß das Deficit ein vorübergehendes sei,
schlägr dir Ab,eordnete Schels primär die Aufnahme einer Anlerhe
bor.“ Sollte dieser Antrag abgelehnt werden, so beantragt er Er⸗
höhung der besteh⸗nden Erbschaftstaxe und bringt zu diesem Zweck
pbleichzertig zu dem Gesetzentwurf über die Tox und Stempelgefälle
einen Zusrartikel, aus zwei Paragraphen uand mehreren Unier—
abtheilungen bestehend, ein. Schels spricht sich in dieser Abhandlung
mit aller Energie gegen die Echöbung der diretten Sieuern aus,
ist abder füt Erhöhung der Tax- und Stempelgefälle sow e für Ein⸗
jührung des Malzauischlages in der Pfalz. Die gnnze Frage wird
in der Kammer jedenfalls zu umfassenden Debalten führen.

München, 4. Febr. Der Finanzausschuß hat u. A. auch
die Einstellung füt jedes der zwei Jahte der neuen Finanzperiode
42,900 M. bewilligt für allmäblige Erwerbung und Herstellung
von Bezirlsamtsgebäuden in der Pfalz.

Berlin, 3. Febr. Die Ansprache, welche Gtaf Saint⸗
Vallier, der neuernannte französische Botschafter in seiner Antritts⸗
audienz an den Kaiser richtete, lautete der „Nat.Ztg.“ zufolge:

Majestät! Indem mir die hohe Aufgabe, —5 bei Ew.
Kaiserlichen Majestät zu vertreten, anvertraut wurde Mst mir eine
Ehre erwiesen, deren Werth ich tief fühle, zumal in dieser Audienz,
in welcher mir gestatte! ist, Ew. Majestät den Wunsch wedhsel⸗
seitiger Uebereinstimmung und herzlichen Einvernehmens auszudrücken,
bon welchem die Regierung der fr. Repudlik dem Deuischen Resche
gegenüber besrelt ist. Die Gefühle der fr. Regierung entsprecen
denjenigen der Nation, welche die Wohlthaten eines dauernden
Friedens nach außen und gesicherter Zu äände im Innern anstrebt.
Frankreich, ausgestattet mit einer republ kanischen, parlamentarischen,
freisinnigen und konservativen Verfassung, bekennt in Beziehung zu
allen Nalionen freundschaftliche Gesinnungen und hofit, bei den
fremden Herrschern und Regierungen Gesinnungen zu begegnen,
welche denjenigen ähnlich sind, die es ihnen gegenühder beseelen.
Ew. Majestät möge mir gestatten, beizufügen, daß, was mich selbst
anbelangt, meine alten Sympathieen für Deutschland, die innigen
Verbindungen, welche ich hier bewahrt hade, die Friedensmission,
mit wilcher mich Herr Thiers 1871 betraut hatte, in Einem Wort:
meine ganze Vergangenheit mich als Dolmetsch einer freundschaft
lichen Poltik bezeichnen. Ich din glücklich, daß ich die Ehre habe,
deu Ausdruck einer solchen an Ew. Maäajestal zu richten. Ich wage
zu hoffen, daß Ihr hodes Wohlwollen mir ermöglichen wird, die
mir auvertraute Aufgabe mit Erfolg auszuführen. Ich habe die
Ehre, Ew. Majestat die Schhreiben zu üderreicen, welche mich bei
Ihnen deglaubigen.

De Antwort des Kaisers lautete:

Herr Botischafter! Die Gedanken, welche Sie ausgedrückt
haben, stimmen mit weinem Wunsche überein, Frankreich unter die
befreundeten Nachbarn Deuischlands zählen zu köngen. Durch die
Wahl Ihrer Person hat der Herr Präsident der Republik bekundet,
und ich konst tire es mit Genugthuung, wie seht auch er dareuf
Jalt, die guten Besiehungen zu erhallen und zu betonen, welche
den Interessen beider Lander entsprechen unb zu deren Begründung
Sie bereis in einer schwierigen Epoche beitragen konnten. Seilen
Sie im voraus, Herr Botschafter, der Mitwirkung meiner Regierung
versichett in Allem, was die Beziehungen guter Nachbarschafi
zwischen dem Deuischen Reiche und der fr. Republik erhalten und
befestigen fann.

Berbhin, 6. Febt. Die Erdffnung des Reichstages fand
lutz nach 2 Uyr im weißen Saale des koͤniglichen Schlosses statt.
Etwa 50 Reichstagßabgeordnete waren anwesend. Der Bundesrath
itat urter Führung des Vicebrasidenten des preußischen Ministeriums.

9
Tamphausen ein und ffellte sich links von dem verhüllten Throne
auf. Am Schluß der von Camphaufen verlesenen Thronrede er⸗
önte Beifall; der Minister erklärte die Session für eröff et, worauf
9. Forckenbeck ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser ausbrachte.

Die erste Sitzung des Reichsstages begann gegen 8 Uhr 20
Minuten v. Forckenbeck fung rie wiederum vorläufig als Präsident.
fingegangen sind: Die Rechtdanwaltsordnung, die Rechnungen der
Oberrechnungskammer. Casse pro 1875, die Gesetzentwürfe betr. den
Spielfartenstempel und die Aufnahme einer Anleihe, sowie der ge⸗
ammie Reichshaushaltsetat nebst Aulagen; die Ankündi ung der
etzzenannten Vorlage wurde mit Beifall aufgenomnmen. Der Nauens⸗
zufruf ergab 216 Anwesende, also die Beschlußfähigkeit des Hauses.
dächste Sitzung morgen 2 Uhr Nachmittags. Tagesordrung: Präst
dentenwahl.

Gegen die Tabaksteuererhöhung hat im Bundesrath u. A.
zuch Mecklenburg gestimmt, das sonst mit Preußen durch Dick und
Ddünn geht. Der buaherisch-badische Antrag auf nur mäßige Ers
öhung fiel hauptsächlich auf die enerzische Bekämpfung von Seiten
Preußens. — Der würtembergische Tabak nonopolantrag ist dem
Bundesrathsausschusfse mit dem Auftrage überwiesen worden, sich
zuch noch über weilere Steuerprojelte zu äußern.

Der preaßische Antheil an den Ersparnissen aus den von
Frankreich für die deutschen Okkupationstruppen gezahlten Verpfle⸗
zungsgeldern soll, wie solgt, verwendet wetden: Zur Bildung eines
Barantiefonds der Lebensversicherungsanstalt für die Aemee und
Narine 3 000,000 M.; zur Bildung eines UÜnlerstützungssonds
ür altive Oifiziere und Oifiziersasp rantken 1500,000 M.; zur
Inldung eines Unterstützungsffonds für Unteroffiziere 7,218,300
M.; als Kapitalfonds für Zwecke des Kadettenkorps 2.550 000
N.; Zuschuß süt das Potsdamer Militärwe senhaus und das
dnaben⸗Erziehungs⸗Institut zu Aunaberg 8,013,200 M.; zur
herrichtung und Ausstattung von Dienstwohnungen für Generäle
ind von OifiziersSpe seanstalten 2,620.000 M. Zusammen
9.,799,100 M.

Cannstatt, 4. Febr. Um der wachsenden Noth der
irbeitenden Classe möglichst zu helfen, hat sich nunmehr eine Anzahl
siesi er Herren und Frauen vereinigt, eine Supprenanstalt zu er⸗
ichten, in welscher für 10 Pf. eine guie Portion Suppe zu haben
ein wird. Die Stadt wird die Localtäten dazu hergeben und
ie Frauen des Vereins werden adwech langsweise die tägliche Auf⸗
icht der Anstalt übernehmen. Den reisenden Handwerksburschen
vird statt des Stadtgeldgeschents Nohrung gegeben werden. Ob
nan hierdurch von der immer mehr uberhand nehmenden Last der
Bettler erlöst wird, mag zu bezweißeln sein, denn diese wellen nicht
olos essen, sondern auch und hauptsächlich trinken. Die Arresie
ind immer so voll von Bettlern und Landstreichern ꝛc., daß die Be⸗
hörden kaum medht wissen, wo sie dieielben unterdringen sollen.

(S. M.)

Straßburg, 5. Fibr. Wie der hiesige Korrespndent
der „Karlst. Itg.“ vernimmt, werden im Reichstage drei Projekte
zu Eisenbahn-Neubauten im Reichslande vorgelegt werden. Die—
eben betreffen die Linien Carlingen Diedenhofen, Chateau Salins⸗
Saarolben und eine direkte Verbindung der aus der bohyer'schen
Rheinpfalz in Saargemünd einmündender Bahn mit der Linie
Zaargemünd⸗ Saarburg. Dee letztgenannte Verbindungsbahn hat
ich als Folge der beschräukten Bahnhofaulagen in Saargemünd
erausgestellt.

Aussland.

Wien, 6. Febr. Briechenland erklärte, daß es die Feind⸗
eligleiten einstellen wolle, nachdem Rußland und Oesterrisch die
Zusage gegeben, Griechenlands Interessen auf der Conferenz zu be⸗
ücsichtigen.

Wien, 7. Fedr. Auch das „Telegrophendorre pondenp
urcau“ meldet, daß die formelle zustimmende Antwort Rußlaunde
auf den Conferenzvorschlag heute hier eingetroffen. Rußland solle
        <pb n="80" />
        indeß einen anderen Conferenzort als Wien wünschen, was hiern
wohl keinerlei Hinderniß begegnen duürfle.

Der projektirten europaüschen Konferenz wird Seitens der
Mehrzahl der Wiener Blätier nichts weniger als vertrauensvoll
entgegengesehen. Am Schärfsten urtheilt die Neue Freie Presse,“
ndem sie klagt, die allgemeine Lage sei so düster, als wäre gar
sein Waffensullstand unterzeichnet worden. Rußland werde sich
zuf der Konferenz so harttöpfig zeigen, daß jeder Staat gut thun
werde, in voller Rüstung den Konferenzsaal zu betreten.

In dem der ungarischen Regierung nadestehenden Pesler Hon“
wird behauptet, Rußland habe Oesterreich mehrfach eine Besetzung
Bosniens und der Hertzegowina angeboten, was aber von Seiten
Defterreichs entichieden zurücktewiesen worden sei. Oesterreich sei
entsjchlossen, nicht zu dulden, daß Rußland, wenn auch nur provi⸗
jotisch, an der unieren Donau festen Fuß fafse.

Poéris, 58. Febr. Die „Agence Havas“ meldet aus Athen:
Die Vertreter der Mächte beabsichtigen, den Prräus gegen die Even
rualität eines Bombardements zu schützen, da dersebe, unter der
Voraussehzung, daß keine Armirung erfolge, als eine offene Stadt
ju betrachten sei. Der Minister des Auswärligen hatte eine lange
Fonferenz mit dem englischen Legationssecreiär Wyndham. Im
dand herrscht große Aufregung anläßlich des Gerüchts von der An⸗
aherung rürkischer Panzerschffe mit 8000 Maun an Bord.

Paris, 6. Febr. Die „Agence Havas“ meldet: Gerücht⸗
weise verlautet, Lausanne werde wahrscheinlich zum Sitz der Confe⸗
renz ge.vählt werden.

Aus Paris telegraphirt man: Das „Journal des Debats“
erwaähnt eines Gerüchts, nach welchem die türkische Flotte hereits
anterwegs ist, um den Piräus zu bombardiren. Der Zusammen⸗
oß wird trotz der friedlichen Versicherungen laum lange auf sich
warten lassen. Es wäre gut, wena die europäischen Mächte bei
Jeiten sich überlegten, ob ein griechisch ürkisches Gemetzel ein wür⸗
diges Accompagoement ihrer Friedensberathungen am hrünen Tische
lein würde.

Das „Journal des Debats“ führt aus, die wichtigste Frage
für Oesterreuch und Europa sei, daß Bulgarien nicht von den
Russen besetzt bleibe. Frankreich müsse auf der Konferenz für
Recht und Gerechtigkeit eintresen. Auch Deuischland erkenne jetzt
an, daß Fronkreich in diesem Falle keine Hintergedanken habe.

Ron, 7. Febr. Die Agenzia Stefani meldet: Papst
Pius IX. ist heute Nachmittag um 3 Uhr gestorben. Das
Konklabe wird sogleich zusammentreten.

London, '6. Febr. Lord Derby empfing gestern Nachmit⸗
tag eine Deputation griechischer Kaufleute, welche ihn ersuchte, seinen
Finfluß bei den türtischen Betörden geltend zu machen, um der
Beschießung ariech scher Küstenstädte vorzubeugen. Lord Derby
drüctte sein tieses Bedauern über den von gricchischer Seite erfolgten
Finfoll auf türkisches Gebiet aus, obwohl ihm betannt sei, daß
das griechische Kabinet dem Verlangen dis griechischen Volkes nach⸗
gegeben habe. Er könne nicht verlprechen, daß Englond seine
Macht verwenden werde, um de Beschiehuug griechischer Küsten⸗
flädte zu verhindern. Falls der Krieg in einer den Grundsatzen
zder Coilisation zuwiderlaufenden Weise geführt werden sollie,
pürden Engiand und die anderen Machte sid in's Veittel legen
nüssen. Derry versicherte seine Sympathie für Griechenland und
versprach, England werde auf der Konferenz semen Ernfluß geltend
nachen, um das Uebergewicht der slawischen Race üder die grie⸗
hische zu verhindern. Die Zurückbeorderung der griechischen Ar⸗
nee wuͤrden die Vereinbarungen fuc die aufständischen türkischen
Propinzen erleichtern.

L'ondon, 6. Febr. Die „Morning Post“ defürwortet
die Ernennung von Lyons und Elliok zu Verkretern Enalands auf
der Conferenz.

London, 7. Febr. „Morning Advertiser“ bat Grund
zu glauben, daß die britische Regierung die Kunde von der Besetung
Zonstaninopels durch die russische Armee erhalien hat. Die „Mor
ningpost“ glaubt, diese Nachricht, welche via Bombay und Alexand⸗
rien kom, basire auf amtlicher authentischer Muthe lung.

L'o'n don, 7. Febr. Die „Times“ glaudt, die Besetzung
—XED Ein⸗
jugs der Teutschen in Paris; sie warnt vor Aufrenung und Allarm
ind setzt das größte Vertrauen in die friedlichen Versicherungen
der Rede des deutschen Kaisers.

.Daily Telegraph“ und „Morningpost publiciren geharnischte
Artikei, Genugthuung für die gekraänkte Ehre Erglands ford erud.
Im Laufe des heutigen Tnges findet ein Kabinetsrath statt und
deiden heute Abend wichtige Erklärungen Seitens der Regierung
m Partlament erwartet.

Der Einmarsch Grieche nlands in das üürkische Ge⸗
biet ist nun wirklich erfolgt. Am 2. Februar ist General Soutzo
ber die Grenze gegangen. Der Minister des Auswärtigen, Dely⸗
anny sagt un freilich und erklärt es officiell, damit sei kein Krieg
gegen die Psforte gemeint, sondern nur eine Besetzung der benach⸗
allen türklschen und von Griechen bewohnten Gebiete zun Schutze

der letzieren gegen Baschi-⸗Bozuks und anderes Raubgefindel. In⸗
dessen meint Herr Delhänny es wohl kaum so gut als er spricht,
und die Pforie versteht es auch nicht so, wie aus den sofottiger
Vorbereitungen zu energischer Abwehr zu bemerken ist.

Nach einer dem „Nord“ aus Peter 8burg zugegangenen
Mittheilung hätte sich Rußland in Fen Friedenspräliminarien aus⸗
»edungen, daß Bulgarien künftig unter einem christlichen Fürsten
kehen soll, der das Land selbstsländig regieren würde und nut die
nominelle) Oberheit des Sultans (ie seither Rumänien) anerlennen
vürde. Dieser Furst dürfe aber keiner der regierenden Familien
reines der großen earopäischen Staaten angehören.

Rußland sieht sich für den Fall vor, daß die Friedens⸗
unterhandiungen eriolglos bleiben würden. Ja den letzten Wochen
des Januar sind über 30, 000 Mann russischer Reserben in Ru⸗
nänien eingerückt, die größtentheils noch dort stehen, und man er⸗
vartet wenigstens noch ebensoviel. Zunöchft sind diese Truppen
ils Reserve für die auf türk schem Boden stehende Operationsarmee
inzusehen; es mag dabei übrigens auch der Fall in's Auge gefaßt
ein, daß im Lauf der Unterhanolungen Oesterreichs Stellung zu
ußland möglicherweise eine minder freundliche, als bisher werden
önnte.

Die Waffenerfolge der lezten Wochen haben in Rußland
inen förmlichin furor slavicus erzeugt. Eines der gelefensten
Blätter, „Nowoje Wremja“, ällt wüthend über die Westmächte
her. falls diese sich einfallen lassen sollten, Kaßland nur als Man⸗
datar, alias Exekutor Europa's anzusehen und demgemäß abfinden
ju wollen. „Ja, hätte Europa, so renomm'rt dieses Blatt, uns
iim vorigen Jahre auigehalten — Das waäre eine andere Sache.
Unser Selbstuefühl wäre gekränkt gewesen, aber Das heilt bald.
Aber die Früchte des Sieges aus der Hand reißen, jetzt nach so
pielen Opfern, nach so vielen Strönmen von Blut — hiese nicht
azut das Seldstgefühl, den Nationalstolz b leidigen. Das heißt
Rußland zermalnen, das letzte Hemd von den Schultern des
Schelmen reißen und sich überdies üher ihn lust g machen. O,
dieser Schelm kann außet sich gerathen und d ejem Europa zeigen,
»aß es gefährlich ist, seiner zu spoiten, daß n ibm nod drel un⸗
erschöpfte Kraft ist, welche sich so jurchlbar entwick ln kann, daß
xuropa es bitter dereuen kdunte, diese Kraft zu einem verew eifelten
dampf heransgefordert zu haben....“ „kinis Turciat“ „Auf
nach Konstansinopel!“ Diese Rufe bilden das Schiboleth fast
Ammilicher polit'scher Blätter.

Ueber die wichtge Dardanellenfrage g'bt das
Journal deaSt. Pet.“ hiute einige Auischlüsse. Das officidse
Blatt weist auf den Eifer hin, mit welchem Rußland sichh bemüht
abe, alle Mißverstandnisse zu zerstreuen, und Europa alle Fragen
oheimzustellen, die einen allgemeinen Charecter tragen. Hierzu
ehört auch die Dardanellenfrage. „Ater — sährt das Ortan
ort — dataus, daß Rußland die Meerengenfrtege ols dem Concert
er Machte vorbehalten ansieht, folgt keineswegs, daß es die Wieder⸗
erstellung des Status quo, wie er durch die Condennon vom 80.
März 1856 fesigesnellt worden, zutassen wolle, kraft welcher der
Zultan im Kriegsfalle allein das Recht hat, fremde Krieegsfahrzeuge
in die Dardanellen einlaufen zu lassen. Es ist Grund vorhanden,
iese Klausel einer erysten Prüfung zu unterz ehen, deren Zwech,
vie zu hoffen steht, darin besteht, diese der otiomanischen Reg erung
vorbehaltene Bfugniiß von Garantien zu Gunsten der anderen
Htächte zu umgehen oder aber sie durch irgend eine Stipulation zu
ersetzen, welche Nußland gestattet, se ne Küsten für gejchützt gegen
Uebderraschungen zu halten.“
Rermiscqhtes.
fKaiserslautern, 4. Febr. Gestern wurde im Gafl⸗
hof „Zum Schwan? dahier der „Pfalz. Jagdschutzverein“ gegründet,
em sofort über 50 Jäger und Jagdfreunde ous allen Theilen der
Pialz als Mitglieder beitcaten. Zweck des Vereins iß Hege und
Pflege der Jagd durch waidmännische Bethhandlung vnd Ausübung,
hne das Wild durch übermäßiges Heçen zum Schaden der Land—
ind Forstwirthschaft überhand neh nen zu lassen. desquld auch Ver⸗
ilgung des kulturfe ndlichen Schwarzt und Ausromng des schäd⸗
chen Raubwildes, Beobachtung und Besolgung der bestehenden
igdpolizeilichen Gesehe und Verordnungen, Iniiative zur Verdefserung
erselden unter Anfirebung einer einheitlichen Jagd esezgebung für
zas Deutsche Reich, Unregung und Anleuung zur Verfsolgung und
hestrafung der Jagdpoltzeiübertretungen und Jagdvergehen, Aner—
ennung, Prämiirung und Auszeichnung hervorragender Leistungen
m Jagdichutzdienste und Anwendung und Aufbietung aller geseß—
ichen Mittel zum zulässigen Schutze des nüßlichen Wildes und
dessen Jagd. Mitglied kann jeder undescholiene jagdkartenfähige
Jäger und Jagdfreund werden, welcher sich zur Erteichung des
Bereinazweckes und zur Beobachtung der Statuten verpflichtet und
einen Jahresbeitrag nicht unter 2 M. eindezaylt. Die Geschäfts⸗
ührung des Vereins übertrug die Generalversammlung einem Aus—
chusse mit dem ständigen Sitze in Neustadt a. H., beschloß ihr⸗
        <pb n="81" />
        ichste Jahressisung in Neustadt abzuhalten. Zur Vertretung der
5 —* wie zur Vermittlung des Verkehrs der
dereinsmitglieder mit dem Ausschuß und der Generalversammlung
wurden fuͤr größere Bezirke Vertrauensmänner aufgestellt, welche
demnachsi Listen zur Einzeichnung des Beitritis in den Verein cir⸗

jren lassen werden.
culien n dau, 5. Febt. (K. A.) Die auf der Neumühle,
VBemeinde Queichhambach, wohnenden Stärtlkefabrilanten Andreas
id Wendel Zwick wurden laut Urtheil des k. Zuchtpolizeigerichts
dandau vom Heutigen wegen Verfehlung gegen das Markenschutz⸗
geseß durch Nachahmung einer Marke, welche dem Hause E. Hoff⸗
ach &amp; Cie. in Salzuflen, im Fürstenthum Lippe, zusteht, in eine
Feldstrafe von je 200 Mark und in eine an die Firma Hoffmann
u jahlende Buße von 300 Mark solidarisch, sowie auch in die Kosten
jolidarisch verurtheilt.

pPRWärnberg, 5. Febr. Gestern Abend wurde der Pro⸗
curist eines hiesigen Bankgeschäftes, welches sich vorzugsweise mit
dem Vertrieb von Loosen befaßt, unter der Anschuldigung verhaftet,
Jemeinschaftlich mit seinem Vater, dem Geschäftsinhaber, einem
Zauersmann von Gerolzhosen einen Hamdburger Lotteriegewinn im
Betrage von 60,000 M. unterschlagen zu haben.

fFKarlsrahtge, 5. Februar. (Verlooungen.) Der Erb⸗
großherzog von Baden, Fr'iedrich (geboren 9. Jusie 1837), wird
fich mit Prinzessin Viltorie von Hessen⸗Darmstadt, Tochter Ludwig
Friedrich's und der Prinzessin Alice Kvon England (Schwester der
deutsch ·n Kronprinzessia), verloben. Ferner ist die VRermählung
des Kronprinzen von Schweden mit der Prinzessi Sophie Miria
Biktoria von Baden als gesichert zu betrachten. Letztere ist die Ur⸗
enkelin König Gustav's 1IV. von Schweden (dessen Tochter Sophie
1819 den Großherzog Leopold J. heirathete), und wird somit durch
diese Heirath eine Verbendung zwischen den beiden Häusern Wasa
und Bernadotte hergestellt.

Trier, 5. Fesr. In den leßzten Tagen sind schon Züge
bvon Lerchen (von Süden nach Norden über unser Thal hinziehend)
beobachtet worden.

Hanau, 4. Febr. Vor einiger Zeit machte eine Ent⸗
scheidung des Polizei-Gerichts zu Bockenherim: Mehl teine Eßwaare,
nur Nahtungs-Mittel, ein degreifliches Aufsehen. Es handelte sich
um angeblich mit Schwerspath oder Gyps gemischtes Mehl, das
bei einem Spezereihändler gekauft war, also um die Anwendung
des Strafgesetzes, welches das Feilhalten von verfälschten Getränken
und Eßvaaren verbietet. Die Sache ist jetzt bei der Strafkammer
des hiesigen Kreisgerichts zum Ausrrag gekommen. Wie selbstver⸗
stündlich, hat die Berufungs ˖ Instanz die gar subtile Unterscheidung
des ersten Richters zwischen Eß waaren und Nahrungsmitteln dahin,
daß diese erste durch Beimengung anderer Sudstanzen zu Eßwaaren
detarbeitet wütden, verworfen; es wurde aber doch auf Freisprechung
erkaunt, weil die Uatersuchung mittels der Spezial⸗An uihie sowohl
als auf chemischem Wege ( ntgegen dem in der untern Instan, ab.
gegebenen Gutachten) das Mehl als unverfäljcht hingesteilt hat.

—
fMainz, 4. Febr. Von dem Köln⸗Mainzer Nachtzuge
stürzte heute Racht in der Nähe der Station Bonn der Packmeister
vom Zug⸗ herunter, als in demselben Augenblicke in dem andern
Geleise der Mainz: Kölner Nachtzug diese Sielle passirte und den
Unglüchlichen erfaß:e und in Sitücke zermalmte.

fIn Dre«den hat am vorigen Sonnabend ein Soldat
in der neuen Insanteriekaserne einen Selbstmord auf ganz eigen⸗
thümliche Weise begangen. Er war in einen Luktheizungs⸗ oder
Feneruugslanal gektochen, um sich auf diese Art zu toödten. Der
Feuermanu bemertte jedoch die ungevöhnliche Verslopfung, und es
gelang ihm, den Unelücklichen, der bereits bewußtloz, aber noch
lebend und dessen Stiefeln und Kleidungsstücke bereits verkohlt
waren, aus dem entsetzlichen Aufenthalsorte herauszuziehen. Der
Unglückliche stars aber auf dem Transporte nach dem Militärho—
spital.

fGegen Diphthecitis, diese moͤrderische Kinderkrankheit, soll
lich nach Versuchen, welche Medizinalrath Dr. Fiedler in Dresden
anstellte, feuriger spanischer oder portugiesischer Wein als sehr
wirksam erweisen. Bereits im Todes kampfe liegende Kinder wurden
durch das Feuer, welchet der Portwein in ihre Adern trug, so
erwärmt, daß binnen Kurzem ein heftiger Schweiß ausbrach und
durch den Mund alle Schleimhaut⸗Ablagerungen, die sonst den
Ecsticungstod herbeigeführt haben wü den, ausgestoßen wurden.

Die berüchtigte Abente uerin Bertha Weiß, welche u.
I.seiner Zeit sich in Klostet der Barmherzigen Brüder zu Bres⸗
lau Cingang, tesp. Aufnahme als Klosterbruder zu verschaffen ge⸗
wußt, ist in dieser Woche, wie aus Breslau gemeldet wird, gestorben.

t. Veuerdings sind falsche preußische Hundert-Marknoten vom
l. Mai 1874 vorgefunden worden. Die Nachbildungen sind in
Lithographie ausgeführt und vom gravirten Stein gedruckt. Die
Farbe, w lche bei den echten Noten röthlichblau ist, erscheint bei
den Nachhildungen grünlich. Die bedruckte Flache der Nachbildun⸗

zh

zen ist kleiner als die der echten, daher der weiße Rand breiter.
Auf der Schauseite ist die Werthbezeichnung: „Ein Hundert Mark“
bei den echten Noten tief blauschwarz, bei den Nachbildungen matt
»laugtün. Das Flechtband des Randes enthält bei den echten
Roten das Wort „Banknote“ in vielsacher Wiederholung. Dasselbe
st bei den Nachbildungen durch kleine Striche ersetzt.

Gutes unverfaͤlschtes Kändermehl za erhalten, nehme
nan i/ Pfund Reismedl oder Weizenmehl, 5 Eier, den sühen
Rahm von 2 Liter VPtilch, sowie zur Gährung emen Theelöffe! voll
dirschhornsalz, rühre dies mit Weißbrodteig zusammen und schicke
3 zum Garmachen zum Bäcker, losse es danach in Stücke schneiden,
und wie Zwieback rocknen. Sodann pulverisire man dasselbe und
henutze es wie anderes stinderniehl.

.fF Wren, 5. Februar. Adele Spitzeder sollie als Decla⸗
natrice und Dirigentin ihrer Compositionen in Kempny's Orpheum
am 4. Maärz und zwar sechsmal auftreten. Kempny erbdiel: nun
sestern eine Vorladung auf's Comm ssariat Wieden, wo ihm unter
androhung sosortiger Concefsions:Entziehung befohlen wurde, sofort
ede Verbindung mit der berühmten Munchener Grunderin abzu⸗
hrechen. Kempny hat gegen diese polizeiliche Verfügung Recurs
ergriffen.

— F Im Jagdgebiete der österreichischen Militärcrenze wurden
im ab gelaufenen Jahre 13 Bären, 180 alte Wölfe, 208 junge
Woife104 Wildiahen, 8350 Marder und 1076 Fülchse erlegi und
ur die Veraichtung diefes Raubzeuges 1085 fl. Wildjagdprämien
ausgezahlt.

Paris, 4. Febr. Die haupisachlichsten Gasshosbesitzer
zon Paris hielten gestern eine Versam nluag, in der besqlossen
vurde, nicht den Wiener Gasthofbesitzern nachzuahmen, sondern
durch Augahme eines vernünft gen Tarifes die Fremden zur Welt⸗
ausstellung anzuziehen.

Englisches Gold in der Türkel. Nach dem
Briefe, den ein höderer russischer Offizier aus Konstantinopl nach
Petersburg richtete, spielt englijches Gold eine gewaltige Rolle
wischen der Donau und dem ägäischen Reere. Als der Magde—
zurger, Medemed Ali, so erzählt der Petersburger Korrespondent
der „Nordd. Alg. Z.“, der in jenen Zrief Einsicht erhiel, das
Dberkommando führse, gab es einmal Verhandlungen wegen Ge⸗
angener und Verwundeter mit dem türkischen Haupiquartier zu
ühren. Jener höhere Offizier wurde dorthin geschickt, don Mehe-
ned Ali freundlich aufgenommen und zur Tafel geladen, an wel⸗
her, wie an allen Tafeln kürkischer Haupiquartiere, auch mehrere
englische Oifiiere saßen. Die anfangs franzoͤsch gesührte Unter⸗
jaltung wollte nicht recht in Gang kommen; da begann Mehemed
Ali deutisch mit den russischen Bevoll nächtigten zu teden, und als
das Gespräch auch auf politisches Gebiet üdergriff, ä ßerte der
Pascha: „Ich habe in Konstaminopel oft genug von diesem Kriege
ibaerathen, aber jedesmal, wenn ich etwas erreicht zu haben glaubte,
egien die Heren Engländer ihre goldenen Tatzen dazwischen!“
kiner der Eagländer, welcher deutsch verstand, rekriminirte dagegen.
Mehemed Ali hielt seine Behauptung aufrecht und man trennte sich
nißgestimmt.

Die Fabne des Propheten — gestohlen.
Wie dem Wiener Togblatt aus Bilgrad geischrieben wird, beingen
die serb schen Journale eine höchst amüsanse Version über die Ur⸗
sache, warum dee Sultan die Fahne des Prophelen nicht ertfaltet
jat — nämlich einfach darum, weil dese in Konstantinopel nicht
nehr vorhanden sein soll. Schon vor mehreren Jahren, so er⸗
zählen diese Blätter, hat ein italienischer Reisender die Moschee⸗
wächter dessohhen und die Prophetenfahne entwendet. Da sich in
derselben Moschee viele ähnlichen Fahnen befinden, so wurde anfangs
der Abgang nicht bemerlt und ipäter verheimlicht; und ersl jeßt,
vo man daran dachte, sie hervorzuholen, kam die ganze Wahrheit
an's Licht, Mobamed's Fahne soll sich in einen Turiner Museum
„efinden. Die abergläubigen Ulemas und Derw sche erblicken in
dem Verluste der Prophelsenfahne die Ursache aller Kalametäten,
welche das türkische Reich getroffen haben, als Sirafe des ec,ürnten
Propheten. n

Dienstesnachrichten.

Die prot. Pfarrstelle zu Mußdach wurde dem Pfarrer Adolph
Petersen don Ernstweiler verliehen; der Pfjarrer M. Koh. Marten⸗
jen in Wallhaben wurde von dem Antritte der demselben verlehenen
protest. Pfarcstelle zu Contwig, seiner Bitte entsprechend, enthoben.

Der Forstamtsassistent F. Vogt in Kasserslautern wurde alt
Tommunal-Odberförster auf das erledigte Revier Bebelsheim, Forft
amts Zweibrücken, ernannt.

Fur die Redaetion verantwortlich: F. X. Demes.
        <pb n="82" />
        Bekanntmachung.

Am Donnerstag, den 14.
Februar nächsth'u, Nachmittags
im 2 Uhr im Stadthause zu
St. Ingbert werden 847 Meter
Melaphirsteinpflasterarbeiten
zurch das unterfertigte Amt an
)en Wenigstnehmenden öffennich
ergeben.
St. Ingbert, 31. Jan. 1878.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

Durchaus er⸗
fahrene
— ⸗ *
Schmiede
uchen
Gebr. Lüttgens,
Burbach a. d. Saar.

*
Zu haben in Ch. Stahl's Verlag in NReu⸗Ulm.
Preis pro Etück nur 20 Pf.
Alle Nummern 1-61 zusammen Mark 6.
Komische Vorträge. F

1. Der kranke Schusterjunge. 2, Geschichte der Liebe. 3.
steun mal neuu und neunzig Schneider. 4. Dreißig Erfordernisse
der weiblichen Schönheit. 5. Der sächsische Prinzenraub. 6. Nur
zicht heirathen. 7. Leitfaden für Heirarhslustige. 8. De Welt,
ie will betrogen sein. 9. Schrecklicher Enischluß. 10. Die
hlimme Ehe. 11, Ißig Husch in der Tanzstunde. 12. Der
zochze'tshandel. 13. Männlich und weiblich. 14. Feldmorjcholl
ztücher in Teterow. 15. Die alte und die neue Welt. 16.
Der Schueider und die Cholera. 17. Sie sagt immer: „Nein!“
8. Die Fahrt in's Heu. 19. Die Hammelkeule. 20. Das ehe⸗
iche Leben im Spiel. 21. Pfarrer Schmolke und Schulmeister
Votel. 22. Lola Montez. 28. Das wird ja den Hals nicht
'osten. 24. Der Pfiffikus. 25. Doklor Eisenbart. 26. Amor
ils Rechenmeister. 27. Der Magen. 28. Der Apotheker und der
Jrovisor. 29. Nachtwächter und Nachtschwärmer. 30. Die fromme
Dulderin. 31. Die Mitgift. 32. Der Schusltrjunge. 83. Der
Bader an der Saale. 34. Tischler⸗Rechnung. 835. Na, da hört
birllich Alles auf. 36. Der pfiffige Husar. 37. Nur wrodnes
rod. 38. Die Mänger taugen alle nichts. 39. Das geht dich,
„chafskopf, gar nichts an. 40. Wenn Jemand eine Reise thut.
41. Cigarren und Mädchen. 42. Die Aunssieuer. 48. Lußstige
Beschichte aus Thüringen. 44. Eine bdöse Seeben. 45. ODer
Bauer vnd die Posaune. 46. De Kortasch'. 47. Die Dreieinigkeitß⸗
echnung. 48. Mäaner und Fsche. 49. De Erd' dreihi sich nicht
im de Sunn. 50. Der Ehevertrag. 51. Fünfmolhunderttausend
Teufel. 52. Schlemil's Schcksal. 53. Komm mit, du lleine,
zraune Schlanke. 54. Der Worschtbrief. 55. Herr von Hecht.
56. Kaufmänuische Liebeserllärung. 57. Urian's Reise. 58.
Mädchenlieder. 59. Welchen nehm' ich? 60. Die zehn Gibote

des Ehestand:s. 61. Der Arnstadier Müllerskue ht.
Bei Einsendung des Betrages erfolgt franco Zu—
bfdenduna Marken werden für einzelne Lieder auc ommen.

* Aus voller eherreugung
kann jedem Kranken die tausendfach
dewührte Dr. Airy's Heilmethode
einpfohlen werden. Wer Räheres
daruber wissen will, erhält auf
Franko⸗Verlangen von Richtern
beriags-Anstais in Leipzig einen mit
ielen belehrenden Krankenberichten
ersehenen Auszug“ aus dem iun-
iririen Buche: „Dr. Airy's Natur⸗
eilmethode (100. — Jubel⸗
Aus gabe) gratis und franco zu⸗

gesfandt. —

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D'e Unterzuchnete, welche an
3Wochentagen, näml ch: Diens⸗
tan⸗Donuerstag u.Sams⸗
tag von dier vach
Saarbrücken
* 2 geht „em⸗
as Botin hftit sich
als sosche einer geehrten Ein⸗
vohnerschaft und bittet sie mit
hten werthen Auftcägen zu be⸗ — 2*
trauen, Pünklichtett und re lle
Bedienung zusichernd. — Rechnungen
Ehefrau Felix, sind vorräth:g in der
gegeaüder der Poft⸗xp duion. Druckerei ds. Bl.
Erste allgemeine Geflügel-Ausstellung
verbunden mit Geflügel⸗Markt
zu
F Kaiserslautern
am 17., 18., und 19. März 1878.
WVrogramime, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstelluna verbundenen Verloosung von Geflügele Siug⸗ und Zier⸗
zögeln ꝛc. können von der Ecpedition der „Pfälzischen. Giflügel⸗
eitung“ (Heirn Herrmann Kanser) in Kaiserslautern berogen
werden.

rre
Bemerkenswerthe Mittheilung an die Leser des „St. Ingberter Anzeiger.“
Unsere Expedition ist durch Vereinbarungen mit dem London⸗Pariser Kunstverlag in Kölen am Rhein in den Stand gesetzt, jedem
Leser den großen wohlaus geführten Aberuck eines prachtvollen Kunstblattes nach der berühmten
Irr adl Turillo aeulacde
. nna UrIIIO S ta inmaculada Concepeion
zu liefern. Beschreibung.
Dieses Gemälde ist anerkanntermaßen das erste Meisterwerk der weliberühmten Gemälde-Gallerie des Louvre in Paris. Es wurde im
Jahre 1852 durch die kaiserlich franzöͤsische Regierung aus der Sammlung des Marschalls So uhbt um den ungehenxren Preis von 613800
Franes als Eigenthum der Ktrone angekauft.
Die Sammlung des Marschalls So ult genoß eines Weltrufes und die Inmaculada Concepecion“ galt als die Perle d
vielen europäischen Regierungen, besonders von Spanien, dem Geburtsland, des großen Meifsters, 8 — e e —
Frwerbung des Gemäldes gemacht. Unter großer Erregung der zahlreichen Concurrenten in der Auction, welche sich bis zu einer nicht zu beschrei⸗
benden stürmischen Scene steigerte, wurde das Meisterwerk endlich dem Herrn de Niewerkerke, dem Bevollmächtigten Frankreichs, zugeschlagen.
Das Gemälde gelaͤngte ursprunglich in den Besitz des Marschalls Soult als Belohnung dasür, daß er zweien zum 68 verurtheilten
spanischen Geistlichen das Leben rettete.
Der Gegenstand des Bildes ist die ‚ Madonna“, umgeben von einer Engelschaar, indem fie mit wallendem Haar, mit auf der Bruß
gekreuzten Händen, die Füße von einem wachsenden Mond getragen, auf Wolken himmelanwärts schwebt.
Der Stich ist nicht unter Sechzig Jrancs zu haben.
Einen Prachtabdruck in großem Format, auf englischem dicken Luruspapier, 87 Centimeter hoch, 56 Centimeter breit, erhält jeder Leser
durch die Post zugesandt bei Einlieferung des untenstehenden Loupons oder Augabe von dessen Zeichen und Nummer und Einsendung von
Drei Mark
in Postanweisung oder Briefmarken zur Decdung der Kosten des Vervielfältigungsrechtes und des Druckes. In Expediti i
Abdrücke zu &amp;A 8 ebenf Us verabsolgl. dem decchmene aundgud In unserer Erpedition werden die
Dieses Prachtblatt ist hervorgegangen aus dem berühmten Londoner Kun Institut von Maclure und Macd
und gravg Forer Majestät d Fewigin eed len Gefellschaft acdonald, Druder
Biele Aufträge und Anerkennungsschreiben aus allen Gesellscha tskreisen bis zu den höchsten treffen tägli
ein. — Das prachtvolle Bild ist ein herrlicher Zimmerschmuck und eignet sich vren zu e A
alle Perfonen jeder Richtung und j den Standes, welche mit Sinu für das Schöne und Erhabene begabt sind.
Bestellet von 3 Exemplaren erhalten ein sechstes frei.
—Anleituug.

24

Ohne Einsendung des nebenftehenden Coupons
oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer lönnen
Man beliebe den Coupon auszuschneiden oder eine Abdrüde verabfolgt werden.
wenigstens dessen Zeichen und Nummer anzugeben
e Weseanesterenen nd de Valdigste Bestellung ist erwunscht, um die Aus-
u adressiren, fa
8* n —WV⸗ führung aller Aufträge sicher stellen zu können.
Rame und Wohnori wolle man recht deutlich
schreiben. J
in 2 ⸗ — 2 2 7
Die Exrpedition des „Zi. Inaberter Anzeiger“ in St. Ingbert.
* 5
OOCODCOCSOGCGCODODOGCOOOCGOGOGOOCOOOSCOSCC.
Redaklion Trudk und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.

— —
——
        <pb n="83" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
— —

Oer St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene uUnlerhaltungsblatt. Gonntags mit illustrirter Bie—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboune mentspreis betragt vierteljahrlich

1 Mark 20 R⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

t* *
— — — — —

M 24. .* ESountaag/⸗ den 10. Februar J 143878.
— „v v 32—
— WBMW2 —
J Deutsches Reicßß.
München, 6. Februar. Der Minister v. Piretzschner,
welchem das Correferat über die Gesetzesborlage, betr. die Siellver⸗
tretung des Reiaslanzlers, übertragen worden ist, reiste heute mit
dem Abendschnellzug zu den bezüglichen Verhandlungen nach Berlin
ab. Miit der interimistischen Leitung der Gefchäfte des Ministeriums
des 1. Hauses und des Aeußeren ist der Minister v. Luz betraut.
München, 6. Febr. Die leidige Defizits beziehungsweise
Sieuererhohungsfratze in der loimmenden XIV. Finanzperiode fängt
nach und nauch an, eine erfreuliche Perspelline zu zZeigen; wie näm⸗
lich in finanziellen Hreisen des Landtages verlauiet, ist dos Defizit
bis auf circa 8 Mill. gedeckt, so daß nach einer entsprechenden
Echshung der direkten Steuern im dießmaligen Finan gesetze als
hefeunigt grscheint. Dieses günstige Ergebniß wird haupisächlich
auch durch Verweisung der Erweiterungs⸗ und Neubauten auf
einen außerordeutlichen Kredit erreicht.
zMümnchen, 7. Februar. Se. Maj. der König hat den
Landtag bis zum 16. Feruar einschließlic verlängert. (A. 3.)
Berlinz; 7.Febr. Der Reichskanzier, Fürst Bismarck,
wird, wie die „National⸗Zeitung“ mit Bestimmtheit erfahren haben
will, in den ersten Tagen der nächsten, Woche hier eintreffen, so
daß er bei der thatfächlichen Aufnahme der Acbeiten des Reichs⸗
tages anwesend sein wird. —
hussland.
London, 7. Februar. Times? außert sich dei Besprechung
der Thronre e zur Eröffnung des deutschen RFeichstags folgender⸗
maßen: Dieselbe bekunde „bezüzlich der oriental. Fragen den festen
Eatjchluß desjenigen Monaͤrchen, dessen Macht bei jedem europäischen
Touflct jetzt selbit die Vacht Rußlands üdertreffe und der bei den
chwebenden Unlerhandluncen ein sehr bedeutendes, wenn nicht ent
cheidendes Gewicht in die Waagschale zu werfen vermöze. Dem⸗
aach tönne mit Befriedigung beme kt werden . daß der Deuische
Zaiser keiner extremen Anschauung Vorschub leiste. Da der Kaiser
rahrjcheinlich dessere Misitel habe als irgend Jemand anders in
curopa, den Chaͤrakter des schließlichen Friedensprogrammes Ruß⸗
ands zu kennen und auch zu beurtheilen ob solches für die eurd⸗
päischen Maächte aunchmbar sein dürfte, so seien die friedlichen
Versicherungen desselben eine solide Thaisache worauf man bauen
dune. Wenn Rußtand noch einen Siellung in Osteuropa trachten
ollte, durch weiche die Interefsen Oesterreichs und Deutschlands ge⸗
chadiat werden onnten, so wuͤrde ein Won des Kaisers Wilhelm
zenügen, um Rußland Mäßigung aufzuerlegen. F
Eem amtliches Telegramm aus Petersbu xg, 7. Februar,
»estätigt, „daß zufolge des Wuffenstillstandes die Türken Sulina,
Silistria. Rustschut und Widdin zju räumen habenß, daß die Russen
das Kustenland des schwarzen Meeres bis Baltschik (nördlich von
Barnao), das des Marmora-Ndeeres von Bujuke Tschekmedsche bis
Thaͤrk vi und das des Archipel von Urscha bis Matrn besetzen.
¶ Die russischen Blaͤter deröffentlichen aus Adrianopel ein Tele⸗
ramm des Großfürsten Nikolaus vom 81. Januar, welches die
Punttalionen des an dem genamten Tage adgeschlossenen Waffen⸗
Austandes genauer angies:. Daff loe lautet: Es wecden di
Feindse ligteiten bei Erhalt d eser Depesche aufhbren. Naw den Abl
Ragungen des Waff ust UIstandes hebt die Türkei die Blocade —
Hhäfen im schwarzen Meer auf und es wird durch eine weilter
Zundmachung die Freiheit des Verlehrs für Hau.delsschiffe ertiärt
Außze dem rdumen die Türlen, so bald es das Eis erlaubt, Suli⸗
— Rustschut, Silistria und Widdin, und wir unsererseits geben die
Scifffahrt auf der Donau frei. Folzende Mecresfüsten werden
)»en ruffischen Truppen übergeben Von der russischen Grenze
ais Balischik einschlüssig, daun von Misstora bis Derkiöi aus
dlüssig. Im Vearmona· Meer von Bujuk⸗ Tjschekmendsche bis
ncatgieinshlussz, im rchipei? ven Urscha biß Matri.
die Ruffen desetzen die Häfen von Burqgas und Piidia (am
hidarzen Meer.) Dee Verleyr auf den türkifchen Eisenbahnen
it dem HDandei freigeheben. Man kaun Alles in die Häfen

dirigiren, mit Ausnahme der Kriegsmunition. Die ftürki sche Re⸗
gierung hat die Befehle zur Eröffnung der telegraphischen Verbin⸗
dung zwischen Konstantinopel und Odessa ertheilt. Dieselbe Wei⸗
ung wird von unserer Seite gegeben.“
Philadelphia, 18. Jan. Zu den religiösen Toll⸗
jelten, die jetzt in den⸗ Vereinigten Stauten wie Pilze aus der
Erde steigen und trotz ihrer handgreiflichen Gemeinheiten doch immer
Anhänger finden, ist nun auch ein Gesst des Ausruhrs unter viele
Frauen gefahren: Sie ˖wollen keine Hausfrauen mehr, nicht me hr
„Sclaven ihrer Kinder“ sein, sind des Haushal:s und der Küche
iberdrüssig und spüren den Beruf in sich, wie die Männer das
dand zu regieren, Staatsbeamte zu werden, ja selbst in den Congreß
zewählt zu werden. Eine große Schaar derselden, aus allen Theilen
zes Landes, befindet sich schon seit dem Veginn der Congreßsitzungen
'm Dezember in Wafhington, und es ist ihnen gelungen;, eine be⸗
)eutende Anzahl Maänner, auch mehrere Mitglieder des Congresses
ür ihr Vorhaben zu gewinnen. Es ist das die Partei der Weiber⸗
echtler. Am 10. Januar hatten die Werberrechts⸗ Damen ihren
Nationalconvent“ in Washiugton „dann zogen sie in Massen nach
)em Capitol, um dort im Sturm, wie die berühmten Halledamen
des französischen Convents, den Vollsvertretern ihre Sturmpetitidn
n überreichen. Es waren 500—600 Frauen, die sich in der
duppelhalle des Capuols vor der Eröffnung dis Congresses ver⸗
sammelten. Frau Isabella Beecher Hooter uͤbernahm den Vorsit
uüͤber die erregte Nausse. Tine Frau Sreneer sprach ein Gebet,
as mit folgenden Worien schloß: „Das Capitol gehört der Nation,
die Nation gehört den Weibern dieses Landes ·und folglich gehört
das Gebaude uns. Wir werden nach dem Saale der AÄbgeoroneten
sichen und Besitz von diesen Sälen ergreifen. Man mag Uns
nauswerfen, wenn man's wagt! Wir werden ung Gehoör ver⸗
chaffen. Niemand soll uns deran dindern.“ De Weiber ant⸗
voiteten mit lautem Hurrah! Als die Siunde der Erdffoung
jes Congresses kam, erwartelen die Frauen, daß ihnen die Hallen
er beiden Häuser gröffnet werden, wo sie im Sturm einziehen,
hre Petition rinteischen und dazu beclamren wollten. Senator
Sargent, als Schwächling und Weiberfreund bekannt, stellte auch
m Senat den Autrag, diese Damen einzulassen, damit sie nach
Passirung eines 16. Amendemenis zur Verfassung mitstimmenund
resen könnten. Die Senatoren Edmiunnder ung Thurmann er⸗
lärten das aber für ungesetzlich und die lä menden Damen wurden
nit 31 gegen 183 (republitanische) Stim men abgewiesen. Von den
Halerieen erhsb sich sofort ein großes Getöse, und jchimpfend wie
ichte Halledamen, stürnuen die abgekühllen Weiber hinaus. (S. M
Rerrcctes.

fDie Letzenstetlerin de⸗ stopp in F1 omheim ist eine

arme Witt.de, welche sich und ihre Kinder zu ernähren sucht. Dem
zapp wird das Zeugniß gegeben, daß er kein Wucheret sei; wenn
aicht reich, ist er doch sehr wohlhabend, — beides Eigenschaften,
velche hoffen ließen, daß er sich der armen Wittwe recht dankbar
erweisen werde. Ohne deren rasches Handeln war la Kapp, nach
eigner Aussage, vertoren. Die Belohnung ist —
Zusammen 86 gengste. Die Beschälzeit beginnt mit dem Märj
und endigh mit dem 15. Juni l. J. Das Sprunggeld veträgi
üt sämmiliche Hengste ohne Uusnahme 8 I 26 Pf; der: Befchäi⸗
waͤrrer erhälik fur jede Glue 90 Pf. Trintgeld.

FSpetet, 7. Febr. Die Jahresschlußprüfungen an den
Ate 4477 dursen icht vor dem 7. Narz . J.
deginnen und müssen mit 17. Apriu . J. beend at sein.

Speyer, 7. Fedre Füe das Jahr 1878 werden nach⸗
tehende Beichässtatinen beftinm und mit der bei efügten Zabl
»on Beschärtzen sten des pfälzischen Landgestüts bestellt; Pirma sens
bHengste, Berqgzäbern 40 Laͤngenkandel 4, Offenbach⸗4, Speher 8,
haßloch 8,Muterstade 3., Lambsheim 2, Kirchheimbotdude n 3,
Wianweiler 8, Lanostuhl 5, Eichelscheid 4, Zweibrüden 12 Henassie.

1 7
        <pb n="84" />
        f In der letzten Sitßung det Magifirais in Müun ch ein
bemerkie Bürgermeister Dr. Ehrhardt, es herrsche jetzi eine förmliche
Zrantheit, fast kein neues Haus werde gebaut, in dem sich nicht
rine Wirihschaft etablire. Neulich jeien in einem Neubau gleich
wei Wirtoschaften gewesen.

Guter Appetit. Ju Dingolfing kam vorige
Wodte ein mit Wursttragen beschäftigtet 18jährizer Knabe in das
Wasserburger'jche Gastbaus und bot daselbst seine Waare zum Ver⸗
tause an. Ein Backerlehrung ging nun mit ihm die Wette ein,
diese Würste (18 Poar) zu besahlen, weun er sie in einer Viertel⸗
stunde verzehre. Der Wurstiräger griff auch wirklch seine Aufgabe
an und verschluckte zum Erstaunen ller Anwesenden die 18 Paar
Bratwuͤrste.

Nürnberg, 5. Febr. In der letzeren Zeit circul iren
hier nach Mitheilung der Polzeibehorde vielfach falsche 200 und
50. Piennigststücke. Die Falsificate bestehen aus Neusilber, sind
mit jalschen Stempeln geptäct und an der gelblichen Farbe erlenn⸗
bar. Die Praägung det 50. Pfennigstücke ist mngelhaft, diejenige
der 20⸗Psfennigstücke dagegen äuschend ähnlich Ge

FHsBrde, 28. Jan. Dem in der Schlacht ber Gravelotte
durch eine Kugel in den linken Orerscheykel verwundeten Müller
ist, nachdem vor drei Monalen eine Schnalle aus der Wunde ent⸗
fernt war, heute in dem Kraukendause Beihanien durch eine schwie⸗
rige Operation die Kugel aus jrem jaft achtjährigen Bett ent⸗
nommen worden.

Meg, 7. Febr. Die neue Moselbahn ist, wie die Diedh.
Zig.“ meldet, am Dienstag, 29. Januor, auf der Strece Dieden⸗
dojen⸗ Trier zum ersten male befahren worden. Morgens 9 Ahr
ührte eine geschmückte Lokomotibe mil einem Personenwagen die
Herren General⸗ Direktor Funke, Abtheilungsbaumeister Simous und
mehrere beim Bau beschäftigte Beamte nach Trier, und kehrte der
Zug Nachmittags wohlbthalten zurück. Hoffentlich wird die Er⸗
IFffnung dieser Vahnltrece baid erfolgen und das Publikum von

diedenhofen, Meh und Umgegend die reizende Fruhjahrs⸗Landschaft
Jes Moselthals uͤnd von Trier dieles Jahr noch geuicken lönnen,
nsomehr die gute leibliche Verpflegung in Trier zu gesellschaft⸗
ichen Ausflügen einladel.

pPaderborn,s, Febt. Im Oklober v. Is. wurde
hekannilich in Fürstenberg steis Büren) die Beerd aung“ des
Schneiderineisters Gödde vollzogen, währead Meister Gödde ganz
wohlgemuth war und der Sarg nur Sieine ꝛc. darg. Man hat
die Komödie wohl in der Absicht veranstallet, die für den Fall
des Ablebens des Goͤdde versicherte Summe von 1500 Mark zu
rhaschen. Heute stand das Ehtpaar Gödde vor dem hiesigen
Schwurgerichte; der Mann wurde zu 3 Jadhren, die Frau zu 1
Jahr Gefängeiß verurtheilt

In Koburng ilt eine junge Frau dodurch ums Leben
gekommnen, daß sie über eine uabedeutende Schienbeinderletzung neue
in Anilin roih gefächte Strümpfe gezogen hatte und in Folge
Dessen Bluwergifiung eintrat.

7 Berlin. Der Schah von Persien wird im Monat Maͤrz
ncognito hier eintreffen und sich aladann zu Parijer Weltausstellung
vegeben. Es sind für denselben und Umgebung im Holel de Rome
36 Zimmer bestellt worden.

4 Vor dem Polizeigericht Trroy gas ein Polizist folgende
lussage zu Protokoll: „Der Gefangene vergriff sich thätlich an
nir, nannte mich einen Eiel und Dummtopf, was ich Alles, der
Wahrbeit gemäß, biermit —XX

Maskenball.

Von verschie dener Seite wurde der Wunsch geäußert, an
Fasinacht einen kleinen Maskenball zu veranstalten. Theilnahms⸗
susfige möqen sich zut näheren Besprechung, Sonntag, den
I0 d. M. Naqchntiags 3 Uhr im Oberhauser' ichen kleiner
Saale tinfin den.

Mehrere dafür Interessirte.

J

Danksagung.

Für die uns beim Ableben
unserer lieben Ftau, Muiter,
Schwiegermutter und Großmutter

Karolina Oberkircher
——
wie besonders für das so zahl⸗
reiche Grabgeleite der lieben Ver⸗
dorbenen sagen wir hiermit
unseren aufrichtigsten Dank.

St. Ingdert, 7. Febr. 1878.
Die ernd ——

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D'e Unterzuchnete, welche an
z Wochentagen, nämlch: Diens⸗
tau⸗Donnerstag u. Sams⸗
tag von hier nach

Saarbrücken
⸗42 geht, em⸗
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Bedienunz zufichernd.

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gegenũber der Postexpdition.

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Gichtu Rheumatismus

eine leicht verständliche, vielfach
dewahrte Anleitung zur Selbstbe⸗
andlung dieser schmerzhaften Lei
den, wird gegen Einsendung von

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Die beigedruckten Attefte beweisen

me außerordentlichen Heil⸗

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Arbeiter-Bildungs-Verein.
Montag:
Bau des Menschenkörvers

( Attest.) Seu 5 Jah⸗
ren lut ich an einem furcht
baren

Magenkatarrh,
gegen den jegliche ärztlicht
Behandlung ohne Erfolg blieb,
so daß jede Hoffaung einer
Wiedergenesung geschwunden
war. Durch eine Annonce
veranlaßt, wendete ich mich
an Herrn J. J F. Popp
in heide (Hoistein), durch
dessen Mittel ich in kürzester
Zeit volllommen wieder her—
gestellt wurde und so zwar,
daß ich die schwersien Speifen
ernnagen kann. Ich halte et
für meine Pflicht, allen ahn
ich Le'denden diese Kur
methode dringend zu empfehlen

Gänzburg a. d. D
Bayern), 7. Mai 1876.

Veruhard Aubele
Zimmermann. Obiges be
sialit N. Baumgärt
ner, Zimmermstt.

Irucht· Brod und

Fleisch· Preise der Stad
Zweibrüchen vom 7. Februat.
Weizen 11 M. 18 Pi. Kotr
os M. 49 Pf. Gerste Zre hige
d M. — Pif. Gerste Areih
M. — Pf. Spelz 0 R
— pf. Hafer 6 M. 59 Pi
heu2 M. 40 Pi. Strtoh
R. 20 Pf. Karioffeln 8M
pf. Weißtbrod 13 Kilog
55 Pf. Kornbrod 3 Kil. 77. 2 stil
52 Pf. d'sto 1 Rilo. 26 —
Semiscdibrod 8 Kilo. O M. 949
Paar Wich 100 Gramm 6 P
Rindfl. 1. Qual. 66 Pß.
duai. 60 Pi. Kaibfl. 60 9
damfl. 60 Pf. Scweinefl 607
Jutut O Vi. 90 Pf. per Pi.

Erste allgeme ine Geflũgel-Ausstellung
chunden mit Geflügel⸗Markt
zu
J Kaiserslautern
am 17. i8. und 19. Zaaͤrz 1878.
Programme, Anmelde⸗-Bogen, sowie Loose zu der mit der

Ausstellung verburdenen Verlooĩung von Geflugel Sing⸗ und Zier⸗
pögein xc. bonnen von der Echedition der „Pfälzischen Grflügel-
enung“ (Herern Herrmann Kauser) in Kaneislautern berogen
werden.
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——. für die
Allgemeino Geflugel-Ausstellung
am 17., 18. und 19. März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Inaberter
Anzeiger“.
Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den lezten 5 Jahren von 640 Nierbtauern aus allen Laͤndern
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lunft ertheilt gerne

Die Direklion
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rücherstraße) bestehend in 4
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in dem Artilel geboten worden.
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J. Friedrich.

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Allurirtes Zonntaasblafte Nr. 8
        <pb n="85" />
        —A

Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

iage) erscheint wöchentlich piermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonune mentspreis beträgt vierteljahrlich

lMark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfq. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Recia men
mit 30 Pig pro Zeile berechnet.

—— — O Ge ABFeal P çf…ç aA— —aala—aca
AM 25. Dienstag, den 12. Februar 1878.
—

Deutsches Reich.

München, 8. Febr. Der Finanzausschuß der Kammer
der Abgeordneten hat in seiner gestrigen Abendsitzung über dit
Deckung des nun auf 5 Millionen reducirten Deficits berathen.
Es wurde beschlossen, unter Ablehnung der Erhöhung der directen
Steuern die Erhöhung der Tax⸗, Stempel- und Erbschaftssteuer ꝛc.,
sowie die Einführung des Malzaufschlags für d'e Pfalz behufs
Deckung des Deficits anzuempfehlen. Auf dieser Basis soll das
Referat zunäast für den Ausschuß, der morgen wieder Sitzung
hjalten wird, ausgearbeitet werden. Von liberaler Seite wurde
zabei anheimgegeben, ob Seilens der Pfalz statt des Malzauf⸗
chlages ein entsprechendes Aequivalent geboten werden könne, da
ie mit der Eiführung dieses Besteuerungsmodus in der Pfaljz
zerknüpften Mißstände für den landwirthschaftlichen Betcied nicht
jerkannt werden. Ob ein solcher Ausweg noch zu finden ist, bleibt
ibzuwarten. (Südd. Pr.)

Die Kammer der Reichsräthe hat am 8. d. den Etat der
Forst verwaltung erledigt und bezüglich des Forststudiums den neuen
Vermittlungsvorschlag der Staatsregierung einstimmig angenommen,
daß Diejenigen, welche sich höherem Studium widmen wollen,
aach zweijäbrigem Besuche der Foistlehranstalt Aschaffen burg noch
einem zweijährigen Universitätsstudium obzuliegen haben. Nur
solche Studirende lönnen Anstellung im böheren Forstdienste er⸗
langen. Mach den prinzipiellen Propositionen des Ministeriums
wird die Oberförsterstelle die erste Stufe der höheren Forstver⸗
waliung bilden, und ist schon zu deren Erreichung der zweijährige
Besuch der Universität geboten.)

Berlin, 10. Febr. Ein russischer hochoffiziöser Peterd⸗
burger Bericht der „Politischen Correspondenz“ spricht sich höchst
pessimistisch uber die Conferenz aus. Rußland werde sich keine
Bortheile entziehen lassen. — Das „Tagblatt“ meldet aus Rom,
»aß die nachgelassene Bulle des Papstes die Aufhebung des Veto—
Rechtes Frankteichs, Spaniens und Oesterreichs enthält. Der
Papst hat in seinem Testamente drei Millionen Rente seinem Nach⸗
jolger vermacht. — Bismarck wird motgen hier erwartet. — Die
Ablehnung der Tabaksteuer in ihrer jetzigen Fassung gilt sür ziem⸗
lich sicher.

Dem Reich Stage sind heule Sonntag an weiteren Vor⸗
lagen zugegangen: der Entwurf über die Erhöhung der Tabaks⸗
teuer, eine Denkschrift über die Ausführung des Münzgesetzes und
über die Stempelabgaben in den Einzelstaoten, sowie eine Ueber⸗
sicht über die Entschließungen des Bundesraths hinsichtlich der in
der letzten Session vom Reichslag gefaßten Beschlüsse und Reso—
lutionen.

Einer der autonomistischen Abgeordneien aus dem Elsaß
hat sich an' den Reichskanzler brieslich gewandt und diesem die
droßen Gefahren vorgestellt, welche der schon so sehr bedrängten
elsässischen Industrie noch dadurch drohen, daß Frankreich im Begriffe
deht, den Zoll auf die Einfuhr von Bier bedeulend zu erhöhen.
Dadurch würden die Straßburger Brauereien, deren Biere vorzugs⸗
weise in Frankteich, namenilich in Paris getrunken werden, runirt.
Der Reichskanzler hat dem betreffenden Abgeordneten datauf höfl ichst
zeantwortet, daß er, sobald er nach Berlin zurückkehre, dieser An⸗
zelegenheit ernstliche Beachtung schenlea werde.

Ausland.

Wäen, 10. Febr. Gleich Frantreich entsendet auch Oester
ceihh sofoct ein Geschwader nach Konstantinopel zum Schutze der
dort ansfäfssigen österreichisch ungarischen Unterthanen.

Wien, 10. Febr. Eine Berliner Correspondenz der hoch—
affizidsen „Montags- Revue“ schreibt über die Ziele der russischen
Bolitik; Rußland habe den Krieg nicht gegen die Türkei, sondern
gegen die Machtstellung geführt, welche England schon jetzt am
zinzigen Ausgaug des Schwatzen Meeres einnahm. Augenblicklich
volle Kaiser Alexander ehrlich den Frieden. Innerhalb des Rahment
»es Dreilaiserbundes habe Gortschaloff die Mission, einen Ausweg
wischen dessen friedlichen Auschauungen und den nationalen Aspi

4
rationen zu finden. Dieser Umstand dürfte die Refusirung Wiens,
owie jeder aundern großmächtlichen Residenz als Conferenzort be⸗
zründen, da Gortschatoff schwerlich an einer Conferenz theilnehmen
vürde, auf welcher er nicht den Vorsit führen könnte, in Residenze
tädten aber der Minister des Aeußern zu präsidiren pflegt. Ruß«
and wird seine dominirende Stellung vor Konflantinopei voll und
janz für Garantien einer ficheren Friedensausführung ausnutzen.
Die Interpellation Bismarcks dürfie Mitte nächster Woche damit
)eantwortet werden, daß nach wie vor der gute Wille aller deei
Machte zur Aufrechihaltung des Dreikaiserbundes vorhanden sei.

( D. M.Bl.

Paris, 9. Febe. Die „France“ meldet, daß drei englische
driegsschiffe vor Konstantinopel eingetroffen sind und den türiischen
Behoörden angezeigt haben, sie hätten blos Befehl, für die Sicher—
jeit der englischen Unterthanen zu sorgen. Die Maunnschaften wurden
treng an Bord gehalten.

Rom, 9. Febr. Die „Opinione“ meldet: Die Vertreter
ser Mächte beim päpstlichen Stuhle sprachen dem Cacdinal Simeoni
jegenüber die Hoffnuug aus, daß der Papst in Rom gewählt werde,
vo die vollständige Freiheit der Wahl von der italienischen Regie—
ung verbürgt werde. Simeoni erwiderte, dies sei auch die Absicht
es heiligen Collegiums. Ener der Vertreter solle noch gefagt
aben, der helige Stuhl solle nunmehr die feindselige Haltung
jegen die Regierung aufgeben. Die „Opinione“ bemerltweiter,
deir von Keudell sei von seiner Reçierung dahin instruirt worden,
ich jeder Einmischung in die Wahl des neuen Papstes zu enthalten.

— „Popolo Romano“ sagt, es scheine endgiltig entschieden zu sein,
»aß das Conclave in Rom zusammentreten werdr. Die Eröffnung
oslle am 17. ds. stattfinden. — Gestern wurde das Testament
Zius' eröffnet. Dasselbe ist sehr kurz und ausschließlich kirchlichen
znteressen gewidmet. Der Papst constatirt, daß die Bestrebungen
eines ganzen Lebens dem Wohle des heiligen Stuhles gegolten
ind empfiehlt der Kirche, während der Vacanz drei bereils nom—
aft gemachte Kardinäle mit der Leitung der Kirche zu betrauen.
Das Testament macht allgenrein einen sehr guten Eindruc. Gestern
Ubend wurde ein Ministerrath abgehalten, welcher die nöthigen Die⸗
positionen getroffen hat, um die volle Freiheit des Conclabes zu sichern.
Die Cardinäle aus den Provinzen beginnen bereits einzutreffen.

Ronn, 10. Febt. Die italien sche Regierung traf aus An—⸗
laß des Conclave alle Maßtegeln zur Aufrechthaltung der Ord⸗
zung, die übdr gens wahrscheinlich gar nicht gestött wecden wird.
Die beim Vatican beglaubigten Verltreter Frankreichs, Oesterreichs,
Portugals und Spaniens haben häufige Conferenzen. Heute früh
vurde der Leichnam des Papftes öffenilich ausgestellt. Der Beiuch
var ungeheuer stack. Dem „Popolo Romano“ zufolge wurde der
Beschluß, das Concladve in Rom abzuhalten mit großer Mehrheit
gefaßt, nür 11 Stimmen seien dagegen gewesen.

Florenz9. Febr. Als nach dem Requiem, welches für
billor Emanuel abgehalten war, die Arbeitervereine wieder nach
dause zurückkehrten, kam es zu Ruhestörungen, indem ein Indi⸗
»iduum eine Orsini-Bombe unter die Massen warf; es wurden
sierdurch fünf Menschen verwundet. Der Thäter wurde verhaftet
ind konnte kaum vor der Wuth der auf ihn eindringenden Menge

zeschützt werden.

RVermischtes.
aiserztfautern, 9. Fedr. Der diesjäͤhrige pfäl⸗
ische Lohrindenmarkt findet am Dienziag den 12. März don Vor⸗
nittags 10 Uhr an im Hotel Karlsberg Statt. Zur Versteigerung
tommen hiebei über 62,000 Ctt. Lohrinden.

f Am 6. Febtuar ertranb in einem Graben vor Oggers⸗
deim eine Schirmhändlerin von Maßenberg. Dieselbe soll total
detrunken gewesen sein.

t Mainz, 10. Februar. Das Rochusspital steht seit he ule
Motgen in Flammen. Der Enistehungsheerd deß Feuers war die
benachbarle Wirthschaft zum Goltstein. 1Fr. 3.)
        <pb n="86" />
        fTemesvar. Das Mädchen, welches, wie bereits gemel⸗
zet, eine ungeheure Anzahl von Nähnädeln im Leib hat und das
sich derzeit im Spetal befindet, dürfte gerettet werden. Bis vor⸗
zestern haben die Aerzte 60 Nadeln aus ihrer Vrust entifernt. Die
üaglückliche heißt Koszmodszkiy und ist die Tochter einer aunftändigen
Familie.

Kiew. Funf Damen — es sollen Polinnen gewesen sein
— haiten an gefangene rürkische Offiziere, welche auf ihrem Trans⸗
port nach Rußland Kiew passirten, ganze Koͤrbe voll Wein, Cigarren
und Zuckerwerk ⁊c. vertheilt und überaus schön mit ihnen gethan.
Zaum war dies dem Generalgouverneur Fürst Durdukoff gemelde!
worden, so läßt er die kürkenfreundlichen Damen festnehmen und
iach einer fünf Werst von der Stadt entlegenen Irrenanstalt bringen,
zus der sie nach drei Tagen entlassen wurden, nachdem sie dort
holl Bestürzung die Versicherung gegeben hatren, daß sie von ihrer
Türkomanie vollständig geheilt seien. Den Rückweg nach Kiew
mußlen sie noch zur Strafe zu Fuß mochen. Wenn es im Jahre
(870 auch der Franzosenfreundinnen bei uns so geschehen wäre?

——

— ⏑O⏑—
Mobilien⸗Versteigerung.

Mittwoch, den 20. 1.
Mis., des Vormittags um 9
Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthsbehausung des Michael
Paul, läßt Lorenz Heil,
Schneidermeister von da, zur
Befriedigung seiner Gläubiger
offentlich auf Credit verfteigern:

eine große Pariie Tücher,
derschiedener Dessins und
Jarbe, Sommer⸗ und Win⸗
serburkins, 30 Paar Hosen
and 25 Joppen.

Die Versteigerungsgegenstünde
töznnen auf Verlangen jeden Tag
hon Nachmittags 12 2 Uhr be⸗
sichtigt werden.

Aus Auftrag

Das Geschäftsbureau

L. Bechthold. St. Jugbert.

Für einen Arbeits⸗

gehiljen wird Kost

gis gesucht. Näheres
er Exped. d. Bl.

n

5J * * 3 *
Ein seltenes Ereigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Faul ist es wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
roßartigen Erfolg kann nur ein Werk
rzielen, welches sich in gauz nußer-
rdenilicher Weise die Gunst des Publi⸗
ums erworben hat. — Das berühmte
—V

aturbeitvrethidce erichien in

Auflage

4 — — — ——

md liegt darin allein schon der beste
deweis für die Gediegenbeit seines In⸗
alts. Diese reitch iuustrirte, vollsftändig
umgearbeitete Jubel-Ausgabe kann
nit Mecht allen Krauken, welche be—
vãhrie Heilmittel zur Beseitigung ihrer
eiden anwenden wollen, dringend zur
durchsicht empfohlen werden. Die

»arin abgedruckten Original-Atteste
zeweisen die außerordentlichen Heilerfolge
ind sind eine Garantie dafür, daß das
hertrauen der Kranken nicht getäuscht
vird. Obiges 548* Seiten starke, nur
Mark kosiende Buch kann durch jede
Buchhandlung bezegen werden; man
derlange und nebme jedoch nur Dr.
Airy's Naturheilmethode“, Original-
Ausgabe von Kichter's beriags -·
— —A

Wir suchen
in allen Dörfern und Städten
unter günstigen Bedingungen
recht thätige Vertreter
inzusiellen. Adiesse: General⸗
Direktion der sSächfischen
diVerficherungsbank

XMA

V obere Stock meines Wohn⸗
hauses am Viadukt, (Saar⸗
zrückerstraße) bestehend in 4
Zimmer und 2 Speicherzimmes
gebst Keller ist zu vermiethen.
Ww Eich von Senqsche'd.
Rechnungen
n Achtel, Vrertel u. ige Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.

»te—
80
nit feinster pikanter Tomaten⸗
Sauce, das Reellste was bisher
n dem Artikel geboten worden,
mysiehlt
J. Friedrich.
— —
Tauben- u. Hühnerliebhaber.
Mittwoch, den 13. Februar, in der Werthschaft von Peter
Beck, weiben der kath. Kirche, bäln W. BRiron aus Mainz
den Verkauf einer großen Auswabl von Tauben und Hühner ab.

—

2282
— ——— —

50
—

x Nach neuesten Depeschen geht et Garibaldi, der nicht
undedenllich erkrankt war, besser.

New⸗-⸗PYork, V. „ebr. Hier eingegasngene Nachrichten
aus Sud⸗Amerika berichten don einem doselbst stattgehabten sehr
heftigen Erdbeben, durch welches die Slädte Lima und Guahaquil
ast gänzlich zerstört worden sind.

Dienstesnachrichten.
Der Klaßverwefer au der isolirt. Lateinschule in Frankenthal
M. Meyer ist zum Studienlehrer an der isol. Lateinschule in
Windsheim ernannt worden.
on verantwortlich:

— α

Wir machen auf das heutige Agenten-Gesuch der als solid
bekannten Sächsischen Vieh -Versicherungs Bank in Dresden auf—
merksam. Dieselbe hat binnen wenigen Jahren allein 2297 Scha⸗
den mit M. 384,627. 89 Pf. baar ausgezahlt.

Auszug
uus den Registern des Standes—
amtsbezirkes St. Ingbert pro
Monat Januar 1878.

A. Geburten:

1. Jan. Helene, T. v. J.
Bröschel. Louise, T. v. Peter
Jung. 4. Otto, S. v. Christ.
Siegwardt. 6. Johann, S. v.
Johann Weber. 7. Heinr. Joh.
3. v. Christ. Haberer. Marxia, T.
h. Andreas Osthof. 7. Wilhel⸗
mine, T. v. Georg Regitz. 8.
Zarl Alois, S. v. Karl Geyer.
Auna Gertrauda, T. v. Peter
Ahl. 9. Karl, S. v. Ludwig
Szchweitzer. 10. Ludwig, S.
o. Joq. Jos. Schweitzer. 12.
Jakob Franz, S. von Johann
Schillo. Philippine, T. von
Beorg Theobald. 12. Anna
Bertrauda Margaretha, T. von
Veorg Braune. 13. Joseph,
5. von Christoph Brück. 15.
Thristian, S. von Karl Morlo.
16. Maroaretha, T. v. Georg
Paul. 17. Rosa, T. v. Jakob
Zaiser. 19. Josephh, S. von
Rudoiph Velten. Heinrich, S.
von Jakob Leppla. 20. Katha⸗
rina, T. von Johann Wanner.
Franzisla, T. v. Joseph Müller.
Johann, S. v. Chriftina Damm-
oß. 21. Heincich, Sohn von
Joseph Scheuer. 22. Maria,
T. von Joseph Feichtner. 23.
Elijabetha, T. v. Nitol. Bauer.
24. Nikolaus, S. von Franz
Jungfleisch. Karolina, T. von
Johann Schuhmacher. Maria,
T. v. Franz Ganster. Ludwig,
S. v. Johonn Jung. 25. Ku—
harina, T. v. Peter Kraus. 26.
Friedtich, S. v. Joseph Sailer.
27. Jakob, S. v. Joh. Jos.
Peters. Elisabetha, T. von
Peter Meier. Christian, S. v.
Ldouise Hoffmann. Katharina,
T. v. Philipp Nickolai. Andreas,
5. v. Jakob Stolz. 28. Jatob,
5. v. Karl Schmitt. 29. Ja⸗
'ob, S. v. Johann Heib. 30.
Joseph, S. v. Nitolaus Stolz.

B. Eheschließungen:

3. Jan. Michael Paulus
mit Karolina Müller. Peter
Preßer mit Charlotte Klein. 8.
heter Haas mit Kath. Feichiner.
45. Franz Schröck mit Maria
Schweitzer. 16. Wilhelin Chri—
dian Heher mit Elisab. Haas.

i

17. Peter Nickes mit Karolina
Fichter. Frayz Lampel mit Kath.
Philippine Ritz. Peter Schmitt
mit Karolina Berg. 22. Johann
Stief mit Apollonia Rees. 22.
Anselm Schmitt mit Maria
Woll.
C. Sterbfälle:

1. Jan. Sophia, 11 M.
alt, T. von Jakob Ammann.
Joseph, 2 J. alt, S. v. Karl
Schwarz. 4. Helena, 2 J. a.,
T. von David Ohnesorg. 5.
starl, 4. M. alt, S. v. Friedr.
Friedrich. 6. Maria, 17 J.
alt, ledig, T. v. Michal Spohn.
Johann, 16 J. alt, S. von
Peter Luckas. 7. Barbara Stolz
56 J. alt, Ehefrau von Nikol.
Becker. 9. Felix, 1 J. 8 M.
alt, S. v. Georg Weiland. 10.
Franz, 1J. 4 M. alt, S. v.
Nichael Jung. 11. Elmire,
34 J. alt, ledig, T. von Franz
Jakob Ehrhardt. Maria Zim⸗
nermann, 30 J. alt, Ehefran
»on Geerg Adt. Joseph, 1 J—
3 T. alt, S. v. Jakob Feicht
ner. Franz Lampert, 57 J.
alt, Eszemann don Maria Köhl⸗
jofer. 12. Andreas, 24 J. a.
edig, S. v. Andreas Lud. Ka⸗
rolina, 7 M. alt, T. v. Hein—
tich Klahm. 15. Katharina, 1
J. 7 M. alt, T. v. Franz
dauer. 168. Johann, 6 M. alt,
—Ab
17. Arna Margaretha John 64
J. alt, Ww.. v. Georg Tschun—⸗
ly. Maria Elisabetha, 11 M.
alt, T. v. Heinrich Meister. 18.
Mathias Baum, 47 Jahr alt,
Fhemann von Kathar. Holzer.
Nikolaus, 15 J. alt, S. von
Barbara Michaeli, ledig. 20.
dudwig, 1 M. alt, S. v. Jak.
Schuster. Joseph, 1 Tag alt,
5. von Rudolph Velten. 21.
heinrich, 1 M. alt, S. von
Fatob Schuster. 24. Marga—
retha, 9 T. alt, T. v. Georg
Paul. 26. Johann Jung, 82
J. alt, Ehemann von Amanda
hünther. 28. Barbara Müller,
73 J. alt, Eheftau von Peter
dolzer. 30. Maria, 1 M. 14
T. alt, T. v. Karl Klein.

St. Ingbert, 7. Febr. 1878.

Dder Standesbeamte:

Cufter.
— —— ——— — — — —
idein c e en .1.Temes in S—t Ingbert.
        <pb n="87" />
        it
4

1
4

B
AA 2
3383,532383 333 533 5
282 22 — 3238 825 5 *5 *
—A 282222 33338—223233 2 5 2 2 —
A 22 53333 3275 538 55
533 535583 58 353 2283 35832338 25353585 553 552 55
* 3 2 — 28 5 * 8 2 8 —* * — 52
— 5 32352355 Z26 255 3258 — 325388 * 2 *
* * — * 2 —— * 2 S 8 3 8 232 —— 2 5—
— 53 537525 5585 *82 —— —— —s38 —38 —
2* —2 322 * * 8 8 2 * 22
— — 2 S —A —8 2
333 3382838* e58 33355 73833
* 3* 5 3 28 2* 552 5 53 233333 55 — 28 525
* — S — 52 52 —5— 32 — —— — * —— —2 — 2* 2* 2*
— 22 *7 * 5 58 — —2* * 22* 52
2882 6 2 * 23 22 82 555552237 —2 5* 323 2 2*7
25 8 25 * 5 52 * 22 2 2588 ER 5*
25 22* 88 25 3 22 — 2285 —— 2 59
5 25 8 *X.8 8 5 32* 9 3 — 28 5S
—56 33323583 55 3233 A — 3532335 2853
— — 22 2* —E
2 * — — — 232 22 S ;836 E 33 3832338 —— 3252*
7 — 8 —53233 — 52253 2 8 25— 8 —c5355 )52 322 —
— 5 —522382 25823553V VB3 5325 25. 3352355 2.22
255 38355553 53523288388 283853528 A 333553—52—37
5* 585 375 3. * 335—33352 — — — * 322 —24 5
2 — — —5 —* 8 — 2 —* 2 — —— 2 * 28225 25223 —A—
—— —252 D.s 2 252 5835 22 573— c15 8235 5c 83
2 s 2538 253 2 *2 æ8 — —— —— 528228 22852335 * 3
— —35 — * 32 —7 *2 — —— ——— S * — 8
25 200. 5*8* 2 —22 2 —A — 23232 55552238 2 233 5 — 5533535
75 2— 585 22758* 235533—888 8837333 ——— 35555555335 2
55 532 5325237
5355 832 55 332 J
z 53* 2 *8 * *28 3 * *5 8 3
5853 ———— — * 28* 3 235* —A— 5 323 2638
* A 2 S — — 5 —223 2* 5z2 5 8
* 2228 8 — 223 22 22222 5c—4522 55 8 5 2
85355536 3223 —A 5533 333—3332 25 5556333238* 2
52353 7 22 ——3 57535583 z3225 — S WO 5 5 555 28 —0
33 33 — 33358 535 3553 — 5* —A D
— 28* —* — 535 — ð
55 — — 5323 22338 —————
37525376432 z8 55885333 8
—A 55 22368 5S5
*55 — 55
2222 223 —A 5285 S2352 S55 5552—— 582 228228
222 * —— 2* 2 3 —
3533 553* — 2z5553 58 35383 535555 555
233 —A— —22 5 8
383 33 i 238 32325 3—6353358 3345353 7253
2 — * * 2 —
5288* 2 33 *48 8 5275 253 S.5 5 55
25 55* 2 2 2 23 * ——— — 38 52
z355 255 53332.58 2338 2552z255 5383 3223535 5s35355* 328
— * 2* —8 — — B— * * — 2 *
27 3 — A 23 * * 2. 822 5
32 8 52 2 —8 * —3 2 p 2 * 2 2*
38 —5583 ——53 35 3643833 33 854 35255 s
38* 2 8 522 2
ẽe3* —— S5 SIE 8 —2 * —3 —z25387 — —22
4 —— —255 — —7725 3.75* 8 ——— 2532* 52 3335
* 7 — 8* * D — —ͥ—5582 38 27 c2 48 2 — S 8 ———
5255 2—4 2882233 —8 53522322 E35 835852 —5
2 —3— 2 * 8 —XAA — *82 2 ⸗ —— —
3535 52533 5 53353 33533* 3535355352835
—A — —— 8 22 — — 5 28 z2288558838
3 8 ———38 3353533 535 8333*
5 — — —A GVTVe * — — —— — — 52 —5 —
2——8257 23258 ———— —* ** D 55326858 3257553587
5*5 225 235 * 522 ** 2 * *
532 —— — 3203 5—5* c25835383 —J — 20 z26
„25 2 5 55225—2 75 22 S555838 83322 —45 —
5— ———28 EIF 8222 — —— — E ——— —
3 33 38
—*2 22* 22 5 2 5 2 — — 3 E —222— —2 382332 — — 2
235 — ——3— ——S52726 5 5 552553
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich

WMark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg, von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reckiamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 26. Donnerstag, den 14. Februar 1878.

Deutsches Reich.

München, 12. Febr. Der Finanzausschuß hat gestern
Abend die Annahme des Targesetzes, die Einführung des Malz
aufschlags in der Pfalz und die Erhöhung der Erbsjchaftssteusr be⸗
ichlofsen, womit die Bilanzirung des Budgeis ohne Erhöhung der
direkten Steuern erzielt wird.

In der Sitzung des Finanzausschusses theilte der Finanzmi⸗
nister mit, daß das zu deckende Defizit der pfälz. Bahnen füe das
Jahr 1877 2,800.000 M. betrage, daß man jedoch hoffe, das⸗
jelbe im Jahre 1878 auf 2,500, 0000 M. herabzudrücken. Nährse
Aufschlüsse konnte die k. Staatsregierung über den Stand der pfälz.
Bahnen nicht geben5 der Minister des Aeußern war abwesend,
er weilt bekanntlich in Berlin. Mit Rücksicht auf diese Eröffnun—
zen wurde der Zuscheß für die pfäli. Bahnen auf 2,500,000 M.
pro Jadr festgefetzt.

München, 22. Febr. (Pf. K) Nachdem es unabämn
derlich beschwssene Sache ist, daß der Mialzaufichlag in der Pfalz
eingeführt wird, haben die pfälzischen Abgeordneten den Antrag
gestellt, daß derjenige Betrag, um welchen der Malzaufschlag in
der Pfalz die Quote übersteigt, welche sie verhältnißmäßig nach der
Erhöhung der Taxen rechts des Rheins zu tragen hätte, dem pfäl⸗
zischen Kreisfonds zugewiesen werden soll. Allein auch dieser Au-
trag wurde von sämmtlichen Mitgliedern der Rechten, welche selost
mit dem Malzaufschlag die Pfalz noch nicht genügend belastet er—
achten, gegen die Stimmen der Liberalen abgelehnt. Auch mit den
zerechtesten Wünschen läßt sih die Majorität in ihrer Antipathie
zegen die Pfalz nicht erweichen. Wie verlautet, soll nun noch
vdersucht werden, eine verhältnißmäßige Herabsetzung des pfälzischen
Earegistrement mit Angleichung an die rechtsrheinischen Taxen zu
arlaugen.

Berlin, 12. Febr. Wie autrhentisch veclautet, hat der
Zaiser beim Empfang des Reichstagspräsidiums nur im Vorüber⸗
zehen bemerkt, er hoffe, daß der Frieden erhalten bleiben werde,
eineswegs aber gesagt, daß die Situalion erust fri,

Baden-Baden, 11. Febr. Der „Frantf. Ztg.“ wird
zus Wien, übereinstimmend mit dem Parifer „Temps“', berichtet,
daß Rußland als Conferenzort Baden-Baden vorschlage und die
Berlinet Regieruug diesen Vorschlag unterstütze. Wir können aus

puverlässiger Quelle bestätigen, daß die Nachricht eine wohlbegrün-
dete ist. Fürst Gorischakoff hat eine Norliede für Baden-Baden,
wo er schon wiederholt längeren Aufenthalt genommen hat. (A. 3.)
Ausland.

Wien, 12. Febr. Da die Pforte den nachgesuchten Fer⸗
man zum Possiren der Dardanellen verweigerte, ertheilte Oesterreich
wie Frankreich dem nach Konstantinopel deorderten Theile des
Mittelmeergeschwaders Gegenbefehl. Die „Polit. Kori.“ meldet
angeblich aus Konitantinopel, die Paulte des Verttages, welche
ich der Saultion Europas entziehen, seien: die Auslieferung eines
Theiles der Flotte an Rußland und die Abtretung der Dobrudscha
an Rumänien.

Paris, 12. Febr. Alle Freimaurerlogen, die durch das
stabinet vom 16. Mai geschlossen wurden, echielten Erlaubniß
zus Wiedereröffnung ihter Thätigkeit.

London, 11. Februar. Die „Times“ meldet, Safpbet
Frd Sadyk Pascha gingen nach Adrianopel, um die russifch türkeschen
Siedensbedingungen festzusetzen. Die „Times“ detrachtet die
Fituation als sehr kritisch. In Rußland wäre elin Krieg mil
ingland populür. Die kleinste Taltlosigkeit des englischen Kabinets
aͤnnte jetzt folzenschwer werden. Ein anderer sehr ernster Leitar
kel läßt sich über die Folgen aus, wenn die Tür!ei der englischen
Flotte jeßt die Einfahrt in die Dardanellen verweigern sollte. Nach
yer, Times“ wird der Abschluß eines Defensiv⸗ und Offensiv-Bünd—
iisses zwischen Rußland und der Türkei in Berlin als Thatsache
erklärt. Der „Daily Telegraph? dagegen erklärt solches von Wien aus
als unwahr. In Konstautinopel geht das Gerücht um, die Türkei
werde die Konferenz gar nicht beschiden, weil sie schon all das ihrige

xXthan habe und den Rest Europa überlassen müsse. Der „Stan⸗
dard“ widerspricht offizios Rußlands angeblichem Plane die Ostsee
zu einem „mare clausum“ zu machen. Eine große —A
Matrosen setzt über den Balkan, angeblich, um die türkschen Kriegs⸗
chiffe zu übernehmen. — Alle Londoner Journale betrachten die
Sitnation als sehr ernst, da die britische Flotte zrotz der Ankündi⸗
zung im Parlamente, noch nicht in die Dardanellen e ngefahren
ist und wenn auch die Nachricht von üürkischen Feindseligkeiten
zegen die englischen Schiffe nur ein Börsengerücht ist, so befürchtet
man doch hier Verwicktungen.

London, 11. Februar. Ich erfahre aus allerbester Privat⸗
zuelle, daß die russisch-tür kische Allianz ein fait acompli ist. Die
Türken schnauben Wuth gegen England und wünschen dessen De⸗
nüt igung durch Rußland. Die Verweigerung des Einleffes der
uglischen Flotte in die Dardanellen ist auf Rußlands Geheiß ge⸗
chehen, was folgenschwer fein dürfte. Damat Pascha und General
Ignatieff sind schon im besten Einvernehmen und Rußland garan⸗
itt der Tütkei den unbestrittenen Besitz des Territoriums, sowie
SZchutz gegen Englard. Dies ist die heutige Situation.

London, 11. Februar. Der minssterielle, Globe meldet:
Die Admiralität beauftragte 4000 Arbeiter, in den Chatham-Werf⸗
sen schleunigst mittelst Ertra⸗Arheit alle dortigen Schiffe fertig aus⸗
zurüsten.

London, 12. Febr. Die Panzerschiffe der Canalflotte
sind sofort nach Gibraltar beordert und zwar in Folge der tür—
kischen Weigerung, die Durchfaührt durch die Dardemellen zu ge⸗
statten. (Fr. 3.)

In der „Pfälzer Ztg.“ wird die Zusammensetzung des Kol⸗
legiums der Kardinäle nach der Nalionalifät folgendermaßen an⸗
zegeben: 38 Italiener, 6 Franzosen, 3 Spauier, 2 Engluͤnder,
* Oesterre cher, 1 Pole (Ledochowsti), 1. Deutscher (Hohenlohe),
Portugiese, K Belgier und 1 Amerikaner.

Athen, 12. Febr. Depeschen von der thessalischen Grenze
melden, daß Tscherkessen und Baschibozucks Domoko plünderten und
ia den umlie enden Ortschaften unter der christlichen Bevöllerung
ein Blutbad anrichteten.

Petersburg, 12. Februar. Der Reichskanzler Fürst
Bortsnakoff hat den russischen Botschaftern in Berlin „Wien,
London, Paris und Rom unter dem 10 d. folgendes Telegramm
zugehen lassen: Die englische Regierung hat sich“ auf die Verichte
hres Botjchafters in Konstantinopel entschlossen, einen früher erhal⸗
enen Ferman dazu zu benutzen, einen Theil ihrer Flotie nach
Tonstantinopel zu dirigiren, um Leben und Sicherheit der dortigen
enzlischen Unterthanen zu schützen; andere Mächte haben die⸗
selben Maßregeln mit Rüchsicht auf ihre dortigen Unterthanen
ergriffen. De Gesammtheit dieser Amstände zwingt uns auch
ansererseits auf Mittel bedacht zu sein, um die Cyristen zu schützen,
deren Leben dedroht sein würde; um dies Resultat zu erreichen,
„eabsichtigen wir einen Theil. unserer Trnppen in Konstanninopel
inrücken zu lassen. — Die Agence gencrale Russe“ fügl dieser
Meldung hinzu, dem Großfürsten se en bereits entsprechende Befehle
ugegangen.
Vermischtes.
F Bei der am vergangenen Sonntag in Kaiserslau⸗—
'erin ftattgefundenen Generalversammlung des pfülzschen Feuer⸗
vehrverbandes waren von 70 dem Verbande angehorigen Feuer⸗
vehren 40 vertreten. Die vom Ausschusse vorgeleglen Satzungen
vurden nit einigen Abaäͤndernngen angenommen, ülls —X
wischen dem Verbande und den einzelnen Feyerwehren wurde die
Bründung von Belirk?vecbänden anempfohlen und jedem Bezirke
ür das Jahr 1878 -79 50 M. zur Bestreitung der dazu nöthigen
Ausgaben bewilligt. Die Organisation soll mit dem 1. März ins
Leben treten. Die wesentlichsten Best'nmungen der Normalaus
cüstung sind, daß küuftighin Joppen von dunlelgrauem Tuch, mit
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        2 Reihen Knöpfen und Umlegkragen ohne Achselklappen eipfohlen
werden; die bisher als Abzeichen der Führer dieneunden Helmbüscht
sollen in Wegsall kommen; als Abzeichen derselben sollen vergoldete
Sterne auf beiden Seiten des Kragens dienen. Ebenso wurden
Bestimmungen über den Helm, die Mütze, die Gurte, das Beil,
die Mützenab,eichen ⁊c. getroffen.

pKaiserslautern, 11. Febr. Die Anmeldungen zu
unserer den 16. 17. 18. und 20. März d. Is. stattfindenden in⸗
dernationalen Geflügel- Ausstellung mehren sich in ganz erfreulicher
Weise. Eine große Anzahl des schönsten Racegeflügels, Hühner,
Tauben, Gänse, Enten, Zier⸗ und Singvögel aller Art sind bereits
aus allen Theilen Deutschlands angenieldet. Auch aus der Schweiz,
Oesterreich u. f. w. sind zaylreiche Anmeldungen eingelaufen. Es
wird deßhalb den pfälzischen Geflügelzüchtern, welche auszustellen
beabsichtigen, sehr anzurathen sein, baldmözlichst ihre Anmeldungen
hei dem Comite in Kaiserslautern machen zu wollen, da selbstver⸗
ständlich nur die rechtzeitig eintreffenden Anmeldungen dberücksichtigt
werden tönnen. Die Direktion der pfälzischen Eisenbahnen hat in

aneckennenswerther Liberalität den Besuchern der Ausstellung eine
Fahrtar⸗Ermäßigung von 50pCt. gewährt.
In Kaiserslantern ist der quiscirte kgl. Subrektor
Richard Haas im 82. Lebensjahre gestocben.
FSpeyer, 10. Febr. Gemäß der heute von der Dom⸗
kanzel herab gemachten Verkündigung finden die feierlichen Exequien
für den verstorbenen Papst Pius IX. tünftigen Donnerstag, Freitag
und Samstag, jed⸗smal Morgens um neun Uhr im Kaiserdome
dahier statt. (Sp. 3.)
'Die Wiener Hofoper hat im Jahre 1877 das
enorme Deficit von 300 000 Gulden ergeben, während das Burg⸗
heater einen beträsbtl'chen Ueberschuß erzielt hat.
— — — — —
ur de Radeaction verantwe

— —
omeß.

*
Wir machen auf das heutige Agenten-Gesuch der als solid
bekannten Sächsischen Vieh -Versicherungs Bank in Dresden auf—
merksam. Dieselbe hat binnen wenigen Jahren allein 2297 Schä⸗
ven mit M. 384627. 89 Pf. baar ausgezahlt.
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Licitation. . Prt doß s Is pn ge qm
Dounerstag, den 28. e e e 8 — den anger Stau⸗
Februar nächsthin, Nachmittags) slian Grund 19 y I en cer Luck;
Uhr zu Hafel in der Wirih⸗8. Pl. Nr. 1684 6427 F z8 den?
———— sro — — ge im Eschert neben
werden vor dem gerichtlich damit wiese neben Jakob Nsrue, d uc;
e eeSanenen pe üsdt, 3 80 e e —
1 3 er im Jungferthälchen
nachstehend bezeichnelen zur 4m Wiese diesseits des neben Mii i
Bütergemeinschaft, welche zwischen — Je — Gehring;
Jaktob Keßler, Schneider in Schauer; hrin. Pl.⸗Nr. 29414., 8,3 72
dun de etenn Ehe dorne — Acker in der Dell erste
daee armanne i ne 6 murns neben Peter Luck;
standen hat, sowie zum persön⸗ neben Peter uned cse 69 — 9
ichen Naͤchlaß der —ehleren ge⸗ — * m Vn iese in der Stodwies⸗
hörigen Liegenschaften im Banne Acker am —8 ** Ilahnuns ueden Veter
bon Hasel, der Abtheilung wegen, Peter Werner; * Nr. 1581* Wie
öffenilich zu Eigenthum ver—⸗ 12. Pl.Nr. 1320 10 4 77 di h 5
ficigert, namlich: u wie in der aͤuag —ã
* 3 er u Ehe⸗ Wi Deginh neben Peter Eigenthümer sind:
euten Keßler bestandenen 43 J. der genannte Wittwer Jak
Gütergemeinschaft gehörig: B. —2 Ver- Reßler; Jet
1. Pl.⸗Nt. 44, 22 4 qm ebten gehörig: d'e volljährigen Kinder:
Fläche, worauf ein —* is. —— ganes II. Barbara Kehler, Ebefrau
dans mit Siall, Sqhweln⸗ — in der Stochwiese von Jakob Kemmer, Bergmann
d vescann d — — neben in Hasel;
—— eid guiht ; III. Elisabetha Keßler, Ehefrau
im Acker und Garten am dde x. 449. 152 33 qm von Cdhrissian Schunck, Bader in
Kahlenberg beim Hause. de — Haide neben Wedenheim;
Das Ganze gelegen am —* ene Kinder; IV. die mnderjährigen Kinder
St. Ingberter Wege zu Adea „7 a 49 qm 3. Zuise, b. Katherina, 6. Jo⸗
Hasel neben Eigenthümer eenbers neben hann, d. Jakob und Sophie
beiderseits; Plr. Dwih a 11 4m Keßler, welche ihren genannten
Pl.⸗Nt. 542, 18 a 63 qm Äcker am — 27 Vater zum Vormunde und den
Acker am Kahlenberg zweite Enannel Hager's Kinder; ebenfalls genaun:en Jakob Kem—
Ahnung neben vo: igemHause — —— n mer zum Nebenvormunde haben.
und Theodald Weruner; Acker auf der Haide neven St. Ingbert, 13. Febr. 1878.
Pl.eNt. 45, 14 2 qm Jodvann Karrmann; Sauer, k. Notar
Fläche, worauf ein Wohn⸗ *
haus mit Hofraum, fetner
PleNr. 43, 34 qm
Fläche mit Stall und
Pl. Ne. 540, 11 a 58
Im Barten und Acker am
ahlenberg beim Hause.
Das Ganze geleçen zu
Hasel neben obigem Hause
uad Jateb Unbehend Ww;
Pl.⸗Nr. 1158, 22 a 83
qm Acker auf dem Schopp⸗
hübel neben dem Walde
und Christian Haberer;
Pl. Ne. 1270, 17 a 88
qm Acker in der Seuchf⸗rch⸗
dell neben Peter Undehend
und folgeudem Stücke;
Pli.-Nr. 1260, 114 92
qm Ader allda neben vo
rigem Siücke und Peter
Luck;
Irsaklion Drud und Versag von F. X. Demeß iu St Ingbert.

Mehrere
Tausend M.
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tanrische Sicherheit
auszuleihen. Durch wen? Zu
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veißen Fleckchen auf jeder Pfote,
auf den Namen „Moorchen“
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        Slt. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementopreis beträgt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
AM 27. Samstag, den 16. Februar 1878.

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Deutsches Reich.

München, 13. Febr. Durch die in heutiger Sitzung der
Abgeordnetenkammer erfolgte Annahme des Gesetzentwurfs bezüglich
der Taxen ist indirekt auch bereits die Einführung des Malzanf⸗
chlags in der Pfalz beschlossen wenn schon die formelle Erledigung
diefer Angelegenheit erst morgen bei der Berathung des Finanz⸗
zesetzes erfolgen wird. Da nun die Einführung des Malzauf⸗
chlages in der Pfalz nicht mehr zweifelhaft ist, so haben die pfäl⸗
tschen Abgeordneten Vaillant und Louis folgenden Antrag einge⸗
reicht: Die Kammer wolle an Se. Maj. den König die Bitte
stellen, anordnen zu wollen, daß eine Revision des Malzauffchlag⸗
zesetzes vom 16. Mai 1868 in der Richtung angeordnet werde,
daß in Berücksichtigaung der landwirthschaftlichen Interessen beim
Branntweinbrennereibetriebe eine vollständige Rückvergütung der
Steuer bei der Ausfuhr stattfinde.

München, 18. Februar. In der heutigen Sitzung der
Abgeordnetenkammer wurde der Etat für Reichszwecke im Betrage
don 19 Million M. ohne Debatte genehmingt und in den Reserve—
sonds für den Fall etwaiger Erhöhung der Matricularbeiträge die
Summe von 2650,000 M. eingestellt. Auf eine Anfrage von
Schels,ob im Falle der Ablehnung der Tabakssteuer das Tabaks—
monopol eingeführt werden würde, erfolgte keine Antwort von
Seite des Ministeriums. Freytag äußerte, er befürworte keine an—
beren Einnahmequellen als die Matricularbeiträge, weil letztere allein
das Föderativ Princip im Reiche zum Ausdruck brächten.

Bertlin, 12. Febr. Der Reichstag verwies die Rechts⸗
auwaltsordnung an eine Kommission von 21 Mitgliedern und den
von Schulze Delitzsch beantragten Gesetzectwurf vetreffs der privat—
rechtlichen Stellung der Erwerbs und Wirthschaftsgenossenschaften,
an eine Kommission von 14. Bei der Debatte über die Rechts—
anwaltsordnung begründete der Staatsstkretär Dr. Friedberg die
Regierungsvorlage und empfahl die mözlichst unveränderte Annahme
derselben; während die meisten Redner aus der Mitte des Hauses,
ür die geringere Beschränkung in der Zulassung zur Addotatur

oder für die Freigebung der Advokatur eintraten.
Ausland.

Wien, 13. Febr. Die „Polit. Corr.“ meldet aus Pola:
Der Commandant des österreichischen Levantegeschwaders, Contread
niral Barry, ist mit dem Flaggenschiff, der Panzerfregatte Habs⸗
purg“ heute nach dem Orient abgegangen. Von weiteren Schiffs—
ausrüstungen ist nichts bekannt.

Die Stellung Frankreichs zu der gegernwättigen europäischen
Verwickelung wird von dem bekannten Pariser Offiziösen der Pol.
ort. wie solgt gekennzeichnet. Das französsische Kabiuet wünscht
»or Allem und um jeden Preis, selbst um der Begründung der
cussischen Herrschaft in Konstantinopel, die rascheste Wiederherstellung
»es Friedens. Bestimmend für diese Politik ist, geradezn gesagt,
die Furcht vor Deuischland und der Wunsch, dasselbe in keineriei
Weise zu verletzen. Von dieser Furcht wird das gegenwärtige sran—
ssische Mmisterium weit stäcker veherrscht, als alle seine Vorgän—⸗
zer. Aus diesem Grunde hat das heutige Frankreich sorgfältig
jeden Schein einer Annäherung an England dermieden, um in Ber—
lin auch nint den Schatten eines Verdachtes auskommen zu lassen,
daß es irgend eine Aktion plane. Der leitende Gedauke seiner
Polink ist, zu einem intimen Einvernehmen mit Deuischland zu ge—
angen, um sich so Frieden und Sicherheit zu verschaffen. Graf de
Saunt Ballier, wecher der Vertraueusmann und spirits rector des
heutigen Ministeriums ist, hat die Aufgabe übernommen, diesen Ge.
danken zu verwirklichen.

Rom, 132. Febr. Die klerikale Voce della Berita bringt
inen Leuariikel, betifelt ‚das Konklave und der künftige Papst.“
Sie sagt: Die Gegner behaupteten, mit Pius staeb dae politische
Bapstthum und so bleibe nur der allseitige Wunsch, das Konklabe
rwähle einen liberalen, gemäßigten Papst, der verzöhnlich gegen
)ie moderne Bildung, dem Grundsatz getreu bleibe: regnum meum
aon est de hoc mundo. Die Voce ertlätt sodann gegen den

obigen Wunsch der Liberalen: „wir kennen keinen liberalen Kar⸗
zinal im Sinne der Revolutionäre; wohl aber Männer voll Mä⸗
zigung im Kollegium. Das Konklave wird zweifelsohne nur einen
Mann wählen, welcher erleuchteten Verstand, erhabenes Gemüth
ind Klugheit des Urtheils nicht weniger besitzt, als besonnene
Mäßigung. Die nöthigen Bedingungen sür ddie Lebensfähigkeit
eines solchen Papstes seien Unabhängigkeit von staatlicher Gewalt.
Schließlich aber sagt die Voce: Papsithum und moderne Bildung
eien unversöhnlich, so lange die latinische Masse erniedrigt wird
uurch das übermächtige Vororingen der antikatholisch⸗teutonisch sla⸗
ischen Gewalt. Aufsehen erregte in allen srreisen die von dem
Hauptorgan der Jesuiten anerkannte Nothwendigkeit eines gemäßigten,
esonnenen Papstes.

London, 12. Febr. „Times“ führt aus, England könne
zicht zugeben, daß die Fragen wegen Konstantinopel's und der Dar⸗
anellen von Rußland allein geordnet würden. De Besorgniß, daß
dußland die Lösung dieser Fragen selbständig in die Hand nehmen
volle, habe die Absendung der englischen Flotte zur Folge gehabt.
Farl Derby hätte Dieß offen eingestehen müssen, statt die schale
lustede zu gebrauchen, die Eskadre begebe sich nur des Schutzes
»er Unterthanen wegen nach Konstantinopel. Der Moment sei kri⸗
isch. Die Regierung habe gewisse Punkte beeichnet, welche zu
überschreiten Englaud den Russen nicht gestatten wird. Sollie Ruß⸗
and diese Grenze nicht respeltiren, so müsse die Regierung kühn
ind energisch handeln. Auch „Dailh News? erklärt, daß Konstan—
inopel nicht russisch werden dürke. Insbesondere müsse sich jedoch
ẽn,land enischieden zur Wehr sezen, daß der Khedibe sich einen
neuen Herrn suche, was dieser vielleicht zu thun geneigt sein dürfte.
Ddaß solche Befürchtungen usbstauchen können, sei der klarste Beweis
iner schlechten englischen Politik, welche es im krtischen Momente
gestatiete, daß die orientalische Frage sich dem europaischen Schieds—
zexichte entzog und in ein russisch türkisches Dulf verwandelte.
„Standard“ gibt zu, daß England überlistet worden sei, trösten sich
)amit, Rußland werde einst seine Superklugheit noch bereuen.
„Morn'ng Post“ führt eine überaus heftige Sprache gegen den
Schwachkopf Derby, welcher Englands Etzre krompromittirt habe.
„Wir dürfen jedoch nicht verzweifeln,“ ruft die Morning Post,
‚und mütssen einen mäßigen Ton anschlagen, bis uns ein zweiter
Palmerston ersteht.“ (T. N.)

London, 14. Febr. Der „Daily Telegraph“ meldet: Die
Britenflotte lief in die Dardanellen am Mutwoch bei Tagesanbruch
ein. Iyre Ankanft in Konstantinopel wird spärestens heule Morgen
twartet.

Vom Kriegsschauplatz. Eine Correspondenz der
„Daily News“ aus Adrianopel, vom 27. Jan., scholdert die grauen⸗
jaften Scenen des Elends, welche der Kiieg auf dem Wege von
Philippopel nach Hermanli enthüllle, ein 70 Meilen langes Pa⸗
soraina von Tod in jeder Form und in seer schrecklichsten Ge—
talt. „In dieser Gegend hatte sich die Masse der flüchttigen tür—
ischen Familien gesammelt. Flüchtlinge von der dingegend von
Blewna bis nach Poailippopel hatten Wochen lang auf diesem Wege
estredt, den Hafen der Sicherheit vor den Mogskowiten, Konstan⸗
iwopel, zu erreichen. Die langen Züne der Flüchtenden hatten
aAlle Wege des Ruczuges der türkisthen Armee verstopft und den
Marsch der Truppen verhindert. Seit da Einschließung von
Plewna und schon früher hatte eine beständige Auswanderung
üdwärts stattgefunden aus allen Sitädien, welche von den Russen
»edroht waren, und alle diese Züge hatten sich im Maritzathale
zufgestaut. In keinem Dorfe sahen wir eine kürk sche Famiue und
jietzt erkäärte sich das Räthsel, was aus allen muhamedanischen Be⸗
wohnern geworden war. Als wir am 23. Jap. Philippopel ver⸗
ießen, war das Erste, was uns aufstieß, ein Haufen Lichen tür⸗
ischer Soldaten auf dem Wege liegend, von den Rädern der
»orübergefahrenen Artillerie zermalmt; ein'ge Meilen weiter die
dörper von Türken und Bulgaren im Schnee. Die sich zuruck
iehende zürlische Atmee hat oft die Straße verlassen müssen und
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        sich durch die Reisfelder Bahn gebrochen, urd auch diese Seiten⸗ p Im Monat December 1877 wurden auf den Ftuchtmärken
wege waren mit Leichen und Trümmern allet Art bedeckt. Aber in Kusel verkauft: 145 Centner Weizen, 486 Cenktner Korn.
wie sollten noch grauenvollere Räthsel vor uns haben. Wir sahen 226 Centner Spelz, 105 Centner Gerste, 720 Centner Hafer, zu⸗
bulgarische Bauern mit furchtbaren Wunden, oft verstümmelt. ammen 1632 Ceatner. Zu Kaiserslautern wurdin verlauft 3490,
Frauen und Kinder, Türken halb im Schnee begraben, längs des Zweibrücken 3049, zu Homburg 1564, zu Speyer 1018, zu
Weges liegen. Es schien eine weit sich hinzieheade Schlacht zwischen dandstuhl 583, zu Neustadt 446 Centner. u
den Landleuten beider Natiounalitäten gewesen zu sein; aber waͤh ˖ Frankenthal, 12. Fehr. Heute fand vor dem hiesigen
rend die Männer fast alle Wunden trugen, mußlen Frauen und Zuchtpolizeigericht die Verhandlung gegen Lina Strieby, früher
inder erfrocen sein. Sie lagen wie im Schlafe, im Gesichte, dadnerin in Neustadt, jetzt in Untersuchungshaft dahier (auch die
an Händen und Füßen noch die Farbe des Lebens irngend. Aus Neustadter Spitzider genannt), unter großem Andrauge des Publi⸗
dem schlammigen Wasser der Gräben ragten Hände und Füße und ums Statt. Vie Strieby ist 110 Betrugsverhandluagen und einer
indertoöpfchen empor. Dann passirten wir Mellen don Wagenzügen inlerschlagung beschuldigt. Die Summen, um die es sich handelt,
boll menschlicher Wesen und Haushaltsgerathen. Frauen und stin- ntziffern den Betrag von beinahe 140,000 M. Es saßen noch
der auf Eseln und Ochen folaten nebenher, andere schleppten sich ünf weitere Personen auf der Anklagebank, die theils der Theil⸗
in elendem Zustande weiter, durftig brkleidet, oft kaum im Stande jahme an den Betrügereien, theils der Hehlerei und Begünstigung
sich fortzubewegen, und Liegenbleiben war sicherer Tod. Hilfę war eschuldigt sind. Nach Vernehmung der üder 60 Zeugen wurde
nicht möglich. Die Dörfer sind ode und ausgestorben. In 'einem die Sache zur weiteren Verhandlung und zum Plodoyer auf den
Dorfe ereignete sich Folgendes: Fünfzig Jüchtige fürkische Familien 21. d. M. vertagt. (Pf. .)
zrreichen das Dorf. Hie Bulgaren sammeln sich und als der Speier, 18. Jan. Heute sind es 14 Jahre, daß der
Zug fich mitten im Dor besindet, fallen fie über die Wagen her sthein zum letzten Mal zugefroren war. Auf dem Eis wurden
und plündern sie. Die Dazwischenkunft russischer Officiere verhütet, amals ein Faß und ein Paar Ballsschuhe gefertigt.
daß Mord und Todtschlag erfolgen. Haskoi ist — am folgenden F Von der badisschenn Grenze, 8. Fedr. Neuerdings
Tage — voll erschlagener Türken. Wer that das ? „Wir und jat ein Handlungsbaus in Mannheim seine Zahlungen eingestellt
unsere Freunde ihaten das,“ war die Antwort der Bulgaren. und sollen die Pessiva ca. M. 600,000 betragen,, die Actien da⸗
In den Straßen des Orles sah man Leichen türkischer Soldaten jegen nur 8 pCt. ergeben.
Zit Sieinen bedeckt. Die Nachzügler der Armee waren wahrschein⸗ pStraßburg, 10. Febr. Am 5. ds. Mis. ist die 22
lich zu Tode gesteinigt. Jenseis Haskdi steigerten sich die Spuren em lange Eisenbahn Mülhausen-Müllheim dem Verkehr übergeben
uind Anzeichen begangener Unthaten. Die Stuaße war meilenweit vorden. Hinter der Station Napoleonsinfel uberschreitet die Bahn
ingefaßt von den Ueberbleibseln von Lagerstaäͤnen Flüchtiger, ihre sen Hüniger Canal und durchschaeidet in schnurgerader Richtung
Habe lag im Koth zertreten. Die Pferde stolperten über Möbeln, den Hacdtwald in seiner ganzen Breite bis zur Station Banzen⸗
Teppiche, Kisten. An einer Suelle war das Land Hunderte von jeim. Von hier macht sie nach der Rheinbrücke zu einen großen
Morgen mit Karren und der Habe der Flüchtigen bedeckt, mit Bogen nach rechts und überschreitet den Rhein auf e:ver imposanten
Zeichen von Menschen und Thieren vermischt.“ dieebinde. Die Landpfeiler stellen sich als Einfahris bezw.
Petersbarg, 14. Febr. Die Fffischen Blatter erinnern lusfahrtsportale dar, sind indeß noch nicht gauz ferug. Die 4
in die vorjährigen Worte Vismarcks, daß Deutschland bei der Strompfeiler haben eine Spannweite von je 80 m, so daß also
Orientkrisis für die Aufrechthaltung des allgemeinen Friedens wirken die Brücke eine Gesaaimtlänge von 320 mhat. Die Sirompfeiler
Derde und fügen hinzu, die Rolle eines Schiedrichters kame Deutsch“ ind gewaltige massive Ba eal. und vermdge des jeht gebräuch⸗
and umsomehr zu, als es durch sein miitarisches Uebergewicht und ichen pneumatischen Senkverfahrens etwa 20 m tief in den Strom
durch Nichtinteressictsein an der Orienifrage die einzige Macht sei, undirt. Die Herstellungskosten dieser Brücke betrogen gegen 2
Zeache die Rolle wirksam durführen könnt, indem es sich gegen Mslionen Mart. Die ganze Bahn ist eingeleisig gebaut, nur die
densenigen enischiede, welcher jetzt esteu Kanenenschuß abaeben Zruck hat von vornherein zwei Geleise erhalten. Die Bahnlinie
verde. st als eine neue Verbindung zwischen Eljaß und Baden ganz be—
onders zu begrüßen und wird gewiß zur Beseitigung mancher
Horurtheile, wie sie wohl auf beiden Ufern zur Zeit noch vielfach
destehen, beitragen.

p'Starker Tabak. Als Geschenk sandte kürzlich ein
Nitglied der deutschen Oper in Rotterdanm an einen Fceund in
Dresden verschiedene holländische Erzeugnisse, als lange Pfeifen,
henever, Käse und andere Eßwaaren aus dem Lande der Trek—⸗
chuiten, dazu noch Tabak, Kaffee, Thee ꝛc. Da in der Kiste,
vorein die Herrlichkeiten verpackt wurden, noch etwas leerer Raum
var, so wickelte der Absender noch einige Stüchchen Torf in Papier
ind tlemmte diese in die Oeffnung, worauf die Kiste zugenagelt
ind nach der sächsischen Haupistadt geschickt wurde. Der Freund
ommt diefelde richtig und freut sich kindlich über all die schönen
Zachen. »Der Käse ist delikat, der Genever vor üglich, die Pfeifen
ind' reizend und die eine Sorte Tabak schmeckt prächtig. Der
gepreßte Tabak“ (füür solchen halt der gute Freund den Tors)
vird sofort geschnitten uad in die Pfeife gestopft, doch wel er gar
nicht schmecken und verbreitet beim Rauchen einen fücchterlichen Duft.
der Papa des Empfängers und der Schwiegerpapa werden als
Sachverständige mit zu Rathe gezogen und es wird deren Vorschlag
ils richtig gefunden, den Preßtabak mil der anderen Tabalsorte zu
nischen. Jeder stopit sich eine Mischung in die Pfeife, aber —
—E durch die Vermischung ist weitir
nichts erzielt worden, als doß damit noch der gute Tabak verdorben
votden ist. Schließlich schrebt man an den Absender nach Rolter—
Jam und bittet diesen um Mittheilung darüber, wie der „Preßtabak“
ubereitet werden solle, um rauchbat zu werden. —A
var übrigens der Irrthum zu verzeihen, da er den Torf nachtraglich
Is Tabat hatte versteuern müssen. Und das kam daher: Die
Zteuerbeamten hatten die in Pupiert sorgfältig verpackte Masse an⸗
änglich für hollandischen Pu upernickel gehalten und davon gekostet.
Das hatte aber ganz abscheulich geshmecht, weshalb sie den vermeinr
ichen Pumpernickel kurz entichlossen für Preßtabak erklärten und
o versteuern ließen.

Gasbeleuchtung der Personenwagen. Es ist erfreulich wahr⸗
unehmen, wie die Beleuchtung der Personenwagen mit komprimir—⸗
em Gas nach dem Pintsch'jchen System immer mehr Anhäuger
jewinnt. Nachdem zuerst die Niederschlesisch⸗ Märkische Eiseubahn
Zenn wir nicht irren, schon vor 7—8 Jahren, mit allgemeiner
—I Personenwagen⸗
t botgegaungen war, hat die Gasbeleuchtung auch schon gen
uim gen Juhren bei anderen Berliner Bahnen, 3. B. bei der Oft⸗

Vermischtes.

FSt. Insg ber7, 15. Febr. Wir machen auf das
schon mehrmals gebrachte Inserat: Prachtvolle Pränie Madonna
Murillo's aufmertfam, mit dem Bemerken, daß das Bild bei
uns eingesehen und nur noch bis Mittwoch, 19. ds. von uns be⸗
zogen werden kann.

In Zweibrücken haben sich zwei Eheleute, je 68
Jahre alt, nach 40jähriger Ehe scheiden lassen. — Am Sonntag
vurde bei Bäcker Oexner daselbst eingebrochen und eine kleine Com⸗
node, enthaltend Geld und Werthpapiere, gestohlen. Andern Mor⸗
gens fand die Polizei den gestohlenen Gegenstand erbrochen in der
Kaiserstraße. Von dem Jnhalte fehlie nur ein Dollars⸗Goldstück.
dits Thaäterin ermittelte und verhaftete die Polizei die ledige —A
helha Ziegler von Blieskastel, frühere Dienstmagd bei Oexner.

Pstaiserslautern, 12. Febr. In der nach der Ge⸗
neralversammlung des pfälzischen Feuerwehrverbandes abgehaltenen
Sißung des Verbands-Ausschusses der pfälzischen Feuerwehren
wurden nachgenannte Gemeinde Loschmannschaften und Feuerwehren
qus der Foörderungskasse die beigefetzten Beträge bewilligt: 1. St.
Julian M. 100.“ 2. Klingenmünster M. 100. 3. Landstuhl M.
Too. 4. Linden M. 100.“3. Rockenhausen M. 150. 6. Sem⸗
hach M. 14,29. 7. Frankenftein M. 100. 8. Heckendalheim
M 30. 9. Quirnbach M. 100. 10. Blaubach M. 100. 11.
Förborn M. 100. 12. Schellweiler M. 100. 13. Bledesbach
R. 100. 14. Diedelkopf M. 100. 15. Kusel M. 150. 16.
Fhweiler M. 100. 17. Dammheim M. 50. 18. Ranschbach M.
160. 18. Mörlheim M. 50. 20. Eschbach R. 50. 21. Bötr⸗
ttadt M. 14,29. 22. Eschringen M. 100. 23. Nederwürzbach
n. 64,29. 24. St. Martin M. 14,29. 25. Winnweiler M.
150. (Rais. 3.)

In Grunm bach hat jüngst ein wohlhabender Bauer
—Q weil sie an einer Hochzeit nicht theilnehmen wollte,
Kuhstall wie ein Stück Vieh an die Krippe gekertet und zwei
Tage lang nur mit Kartoffeln und Wasser — gefüttert, bis sich
die Behörde in's Mittel legte.

'Geinsheim, 9. Febr. Gestern Abend um 9 Uhr
wurde dem Joseph Adam, Sohn des Zundholzfabrikanten Adam
bon hier, im sogenannten Bobinger Erb, durch den Maurer Franz
Rihlet von hiec, mattelst eines Stochd egens 8 Wunden beigebracht,
zwer in Rückea und ine auf der Seile, welche zear gefährlich sein
olleu.
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        4

c
2

äX

1

zahn, Berlin⸗Dresden, Berlin Hamburg, Magdedurg⸗Halbsterstadl,
Zerlin⸗Anhalt ganz oder theilweise Einführung gefunden. Wie wir
ören, ist nunmehr von den westlichen Bahnen außer der Hannover⸗
hen und Bergisch Märkischen Eisenbahn auh Kölu⸗-Minden damit
zeschäftigt, die Personenwagen mit Gas zu beleuchten, sodaß wohl
u erwarten ist, daß in ꝰeinigen Jahren alle größeren Bahnen
dorddeuischlands dieses Beleuchtuͤngssystem eingeführt haben werden.
ks spricht dies um so mehr für die Vorzüge und ökonomijschen
horlheile dieser Beleuchtung, als dieselbe ohne irgend eine Anie-
zung seitens der Aufsichtsbehörden eingeführt worden ist, und selbst
Aetzt unter so ungünst'gen Zeitverhältnissen weit,re Verbreitung findet.
(Trierer Gasztg.)

Aus Ame ritka. Wie der „Volksztg.“ gesneldet wird,
st Geueral Willich, der am amerikanischen Unionskriege theilnahm,
ind während der deutschen Revolutionen mit Hecker, Gustav v.
Zitrave und Karl Blind au den Volkserhebunagen in Baden als
Führer hetheiliat war, in Ohio im Alter von 68 Jahren gestorben.
Dienstesnachrichten.

Dem Gerichtsvollsieher Schultz in Pirmasens wurde gestattet,—
)Xen Gerichtsvollziehergehrelfen Alb. Schultz auf sechs Monate zum
Amtsverweser zu bestelen.

Der Lehrer Karl Boos in Karlsberg warde zum Lehrer an
)er protest. Schule zu Ruͤlsweiler a. L., der Verweser der kath.
Schule zu Riederohmbach, Joh. Thum, zum Lehrer daselbst ernannt.

Der kathol. Pfarrer Vernh. Koöller in Otlerbach wurde zum
pfarrer in Ormesheim und der kath. Pfarrverweser zu Obermoschel,
Ratthäus Damm, zum Viarrer daselbst ernannt.
— ur di⸗ acũon verantwortlich; F. * j

57ausmäanniische responraie
zraktisches Handbuch der gesammten Handelscorrespondenz in deutsch⸗
nglisch-frau zösisch-spanischer Sprache von C. Förster und H.
Maucher, Verlau von H. Brücker in Hambucg, 2. Auflage ist be⸗

— —
—
Mobilien⸗Versteigerung.
Mittwoch, den 20. 1.
Mis., des Vormittags um 9
hr, zu St. Ingbert in der
Wirthsbehausung des Michael
VPaul, lößt Lorenz Heil,
Schneidermeister von da, zur
Befriedigung seiner Gläubiger
yffentlich auf Credit versteigern:
eine große Partie Tücher,
schidcner Dessins undel

Farbe, Sommer⸗- und Win⸗
serbuxkins, 30 Paar Hosen
und 25 Joppen.

Die Versteigerungsgegenstände
önnen auf Verlangen jeden Tag
»on Nachmittags 122 Uhr be—
ichtigt werden.

Aus Auftrag

Das Geschäftsbureau

L. Bechthold. St. Jusbert.
Anzeige.

— — — —

Unterzeichneter hat seinen festen Wohnsitz in Zweis
zrücken und empfiehlt sich im Einsetzen künstlicher Zähne,
zanzer Gebisse (Okturatoren, künstliche Gaumen) Plombiren,
Behandlung aller Zahnschmerzen ꝛc.
—EI
früher mehriäriger Assistent von dem berühmten
Zahnarzt Seiler in Offen burg.
Wohnung? Kröderisch's Haus, Lindenstrake Nr. 2.
2Tääalich zu sprechen
Erste allgemeine E ügel-Ausstellung
vecbunden mit Geflügel-Markt
zu
Kaiserslautern
am 17., 18., und 19. März 1878.
Programme, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstellung verbundenen Verloo'ung von Geflügel⸗ Sing⸗ und Zier⸗
odgein ꝛc. können von der Expedition der „Pfälzischen Geflügel-
seilung“ (Deirn Herrmann Kauyser) in Kaiserslautern bezogen
werden.
— — ——
Loose à 50 Rfennig
für die
Allgemeino Geflugel- Ausstellung
am 17. 18. und 19. März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Inaberter
Anzeiger“.

reits bis zum 6. Hefte erschienen. Die letzten Lieferungen doeu⸗
nentiren auf's Neue die große Sorgfalt, welche auf die Mannig—⸗
altigkeit und Correctheit des Texies verwandt wird, und wollen
vir nicht unterlassen, dies für jeden Kaufmann unentbehrliche, sehr
zcaktisch zum Nachschlagen eingerlchteie Werk (vollständig wird es
13 Hesteà 75 Vi. entbalten) wiederhoht zu empfehlen.
Imnstrirte rauen⸗Seitung · (Preis vierteljͤhrlich M., — —
Die neuesie Moden-Nummer (5) enthält: Anzüze zam Skating⸗Ring,
Zesellschafis- und Haus⸗Anzüge, hohe Taillen, Capoten, Coiffüren, Häubchen,
kravaltenschleifen und Unterrocke. Anzuge, für junge Mädchen und Kinder
ur Tanzstunde, Hute, Mutzen und ganze Anzuge fur Mädchen und Knaben.
Väschegegenstände fur Baoh's; Hemdchen, Jaaͤchen, Badetuch, Wickelbänder,
Ztiefelchen, Lätzchen ꝛc. Taufkleid mit Kissen, hohes und ausgeschnittenes
kragkleid in Prinzeßform. Verschiedene Küchenbezuge, Tischzeug mit einge⸗
debter Namens⸗Chiffre, gestrickte Tischdecke, verschiedene kleine Decken in
gunistickeret, Fllet⸗Guipuͤre und irische Spitzenarbeit. Wandtasche für Schuhe
ind Bürsten, Bezug fur ein Bügeleisen, Arbeitsbeutel mit Litzengeilecht,
laches Körbchen, viele Bunt⸗ und Weißstickereien, gehäkelle Spißen, Mono⸗
ramme ꝛc. ⁊c. mit 90 Abbildungen, einer Beilage mit 19 Mustervorlagen
ar irische Spitzen⸗Arbeiten, Spitzenarbeit auf Tullgrund, Filet⸗antique,
Weiß⸗ und Buntstickerei und 12 Schnittmustern, nebsi verschiedenen Muster⸗
orzeichnungen und Namens-Chiffren; ferner ein colorirtes Modenkupfer. —
Die neueste Unterhaltungs-Nummer (6) enthält: Unerbittlich. No⸗
le don W. von Dunheim. (Fortsetzung.) — Ein Capitel Uber Landschafts⸗
nalerei von Ludwig Pietsch. — Aus der Frauenwelt. 12. Von Hans Herrig.
BVerschiedenes. — Wirthschaftliches. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenk⸗
tage. — Ferner folgende JIllustrationen: Kühe am Wasser. Von L. Hoefelich.
göonigin Victoria und Disraeli. Von G. Theuerkauf. — Turkische und
uropaische Damen beim Liebeswerk für die Verwundeten. Von Demselben.
Einzug der Königin Victoria in High-⸗Wycombe. Von Demselbea. —
Trauung des Herzogs von Norfolk. Von Demselben. — Schloß Hughende
Nanct.“ Bon Tatl Heyn. — Arundel Castle. Von Demselben. — Herzog
und Herzogin von Norfolk. Von C. stolb. — König Alfons und Konigin
Maris von Spanien. Von Demfelben. — Louise Büchner von Demselben.
Königin Pomare von Otaheiti. Von Demselben. — Orace Bernon
Bussel. Von Demselben. — Eine franzosische Frau aus dem Jahre 1792.
von Marie Wiegmann. — Bauer aus Bortfeld bei Braunschweig. — VBon
B. Plockhorft.

Zu benehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.
— i
Bekanntmachung
der von dem königl. Kriegsministerium festgesetzten Bestim⸗
mungen für den Ankauf von Militär⸗Pferden im
Jahre 1878.

Der Ankaus findet statt:

4. März in Pockmg Nam 14. März in Freystadt
3. „ in Gr'esbach 15. „ in Ebern
.3. n Vils hofen ⁊., ia Buargebrach
.7 n Plattl'ng a. in Prrmasens
n Schwabmünchen 20. lin Zweibrücken
„ n Schtobenhausfen 21. „ in Hombura
12. „m Neuburg a-d. D. 22. — in Landstuhl.

Befchaffenheit der auzukaufenden Pferde:
Alter: 3 bis einscließlich 6 Jahre.

Sröße: Minimalmaß für Cuirassier⸗ u. Uhlanen:Pferde 1.62 m
Minmalmaß für Chebauxlegers und Artillerie-Pferde 1,57 m
Minimalmaß für Artillerie-Zug-Pferde und zwar:
für Stangerpferddeee. 1,65 m
für Vorderpferde. 3.* 1,60 m

Bei Zjährigen, voch Wachstbum versprechenden Pfjerden kann
ine kleine Differenz nach egeben werden.

Die Pfeide müssen guten, regelmaßigen Bau, trockene, starle
Sehnen, ränmigen, sowie richtigen Gang belitzen und dürfen weder
nit inneren Krankheiten, noch mit äußerlichen, ihre Gebrauchsfähig—
teit und Dauer beeinträchtigenden Manygeln behaftet sein.

Hierunter zählen außer den gesetzlien Gewährsmängeln vor—
ehmlich Augen und Sehnenleiden, Nabel- und Bauchb.üche, Spath,
Hasenhacke, Gallen. Schale, Fehlerhafte Hüfe, allgemeine, oder Ab⸗
nützung einiger Gliedmaßen ⁊c.

Für die Cavalerie-Pferde ist nebssdem veredelle Race Er⸗
orderniß.

Bei den AriilleriePferden faun sich mit geringerem Blute
hegnügt werden, wenn die Pferde im Uebrigen entsprechen.

Pferde mii schwerfälligem, schlappem Gange eignen sich aber
auch hiefür nicht.

Hengsie, kitzliche Stuten und Schläger sind vom Ankaufe
ausgeschlossen.

München, den 58. Fedr. 1878.

Kal. Landgestütsverwaltung.

*
Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den letzten 5 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
esucht, beginnt das Sommersemester am 1. Mai. — Nähere Aus⸗
unft ertheilt gerne
Die Direltion
Dr. Schneider.
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        Wir suchen

n allen Dörfern und Skädten
unter dünstigen Bedingungen
recht thätige Vertreter
mzustellen. Adresse: General⸗
Direktion dersSächfischen
Vieh⸗Verficherungsbauk
zu Oresden.

Zu haben in Ch. Stahl's Verlag in NeuUlm.
Preis pro Stück nur 20 Pf.
Alle Nummern 1261 zusammen Mark 6.
Komische Vorträge.

Mehrere
Tausend M.
ind gegen hypothe⸗
tarische Sicherheit
auszuleihen. Durch wen? Zu
erfragen in der Exped. ds. Bl.
Rn meinem Paute habe 8—4
J Zimmer, Küche, Speicher
und Keller zu vermiethen.
Carl Best
großen Flur.

1. Der kranke Schusterjunge. 2. Geschichte der Liebe. 3.
Neun mal neuu und neunzig Schneider. 4. Dreißig Erfordernisse
)er weiblichen Schönheit. 5. Der sächsische Prinzenraub. 6. Nur
nicht heirathen. 7. Leitfaden für Heiraihslustige. 8. Die Welt,
»ie will betrogen sein. 9. Schrecklicher Enischluß. 10. Die
hlimme, Ehe. 11. Itzig Hirsch in der Tanzstunde. 12. Der
»ochzeitshandel. 18. Männlich und weiblich. 14. Feldmorschall
zlücher in Teterow. 15, Die alte und die neue Welt. 16.
Der Schneider und die Cholera. 17. Sie sagt immer: „Nein!“
8. Die Fahrt in's Heu. 19. Die Hammelkeule. 20. Das ehe⸗
iche Leben im Spiel. 21. Pfarrer Schmolke und Schulmeister
Bakel. 22. Lola Pontez. 28. Das wird ja den Hals nicht
osten. 24. Der Pfiffikus. 25. Doktor Eisenbart. 26. Amor
als Rechenmeister. 27. Der Magen. 28. Der Apotheker und der
Provisor. 29. Nachtwächter und Nachtschwärmer. 30. Die fromme
Dulderin. 31. Die Mitgift. 32. Der Schusterjunge. 83. Der
Bader aun der Saale. 34. Tischler-Rechnung. 35, Na, da hört
wirklich Alles auf. 36. Der pfiffige Husar. 37. Nur trocknes
Brod. 38. Die Männer taugen alle nichts. 839. Das geht dich,
Schafskopf, gar nichts an. 40. Wenn Jemand eine Reise taut.
t1. Cigarren und Mädchen. 42. Die Aussleuer. 43. Lustige
Beschichte aus Thüringen. 44. Eine böse S'eben. 45. Der
Zauer vnd die Posaune. 46. De Kortasch'. 47. Die Dreieinigkeits⸗
echnung. 48. Männer und Fsche. 49. De Erd' dreiht sich nicht
im de Sunn. 50. Der Ehevertrag. 51. Fünfmalhunderttausend
Teufel. 52. Schlemil's Schscksal. 53. Komm mit, du kleine,
raune Schtanke. 54. Der Worschtbrief. 55. Herr von Hecht.
56. Kaufmännische Licbeserklärung. 57. Urian's Reise. 38.
Mädchenlieder. 59. Welchen nehm' ich? 60. Die zehn Gibote
des Ehestandes. 61. Der Arnstadter Müllerskneht.

Das 120 Seiten sturte Buch:
GBichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
»ewährte Anleitung zur Selbstbe—
jandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
yecsandt von Richter's Ver⸗
lags⸗Austalt in Leipzig. —
Die beigedrucdten Atteste beweisen
die Außerordentlichen Heil⸗—
rfolge der darin empfohlenen
Kur.

Allgemeine Wechsel
zu Jedermanns Gebrauch
der St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.,
ind zu haben in der .
Buch⸗ und Steindruck erei Bei Einsendung des Betrages erfolgt franco Zu—
XXX sendung. Marken werden für einzelne Lieder angenommen.

a

ortrauen kann ein Kranker
5 zu einer solchen Heilmethode

haben, welche, wie Dr. Airy's
daturheilmethode, sich thatsächlich
ewãhrt hat. durch diese Me⸗
hode ãußerst gunstige, ja Jauuenerre
gende Heilerfolge erzielt wurden, de⸗
weisen die in dem reich iUuustr. Buche:

. Ri's Maturbeitnethoge

1⸗
nal⸗2 tteste, laut welchen selbst
olche Kranke noch Heilnung fanden,
ur die Hilfe nicht mehr möglich
chien. Es darf daher jeber Kranke
ich dieser bewährten Methode um
o mehr vertranensvoll zuwenden,
als die Leitung der Kur auf
Bunsch durch dafür angestellte
ↄraktische Aerzte gratis erfolgt.
RNäheres darüber findet man in
»em vorzüglichen, 544 Seiten
tarken Werke: Dr. Airy's Na⸗
urbeilmethode, 100. Aufl., Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mart,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche vas Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
à 10 Pf. direct franco versendet.
— 77 1 — — 7

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 14. Februar.
Weizen 11 M. 11 Pf. Korn
08 M. 24 Pf. Gerste 2reihige
0 M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — pf. Spelz 6 M.
78 Pf. Hafer 6 M62 Ppf.
hdeu 2 M. 40 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M.
— Pf. Weißbrod 13 Kilog.
55 Pf. Kornbrod 3Kil. 76. 2 siil.
51 Pf. d'itto 1 Kilo. 26 Pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 93Pf.
Paar Weck 100 Gramme6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Duat. 60 Pf. Kalbfl. 60 Pf.
Hamfl. 60 Pf. Schwemefl. 60 Pf
Butter O M. 90 Pf. per Pf.

Bemerkenswerthe Mittheilung an die Leser des „St. Ingberter Anzeiger.“
Unsere Erxpedition ist durch Vereinbarungen mit dem London-Pariser Kunstverlag in Köln am Rhein in den Stand gesetzt, jedem
Leser den großen wohlausgeführten Absruck eines prachtvollen Kunstblattes nach der berühmten
38
F 2
Hacdonna Hurillo's as lamacalada Concepcton
zu liefern. Beschreibung.

Dieses Gemälde ist anerkanntermaßen das erste Meisterwerk der weltberühmten Gemälde-Gallerie des Louvre in Paris. Es wurde im
dahre 1852 durch die kaiserlich französische Regierung aus der Sammlung des Marichalls So ult um den ungeheuren Preis von 613800
Fraues als Eigenthum der Krone angekauft.

Die Sammlung des Marschalls Soult genoß eines Weltrufes und die „Inmaculada Concepeion* galt als die Perle derselben. Von
oielen europäischen Regierungen, besonders von Spanien, dem Gebrurtsland des großen Meisters, wurden außergewöhnliche Anstrengungen behufs
Erwerbung des Gemäldes gemacht. Unter großer Erregung der zahlreichen Concurrenten in der ÄAuction, welche sich bis zu einer nicht zu beschrei⸗
benden stürmischen Scene steigerte, wurde das Meisterwerk endlich dem Herrn de Niewerkerke, dem Bevollmächtigten Frankreichs, zugeschlagen.

Das Gemälde gelangte ursprünglich in den Besitz oes Marschalls Soult als Belohnung dafür, daß er zweien zum Tode verurtbeilten
spanischen Geistlichen das Leben rettete.

Der Gegenstand des Bildes ist die ‚, Madonna“, umgeben von einer Engelschaar, indem sie mit wallendem Haar, mit auf der Bruß
gekreuzten Händen, die Füße von einem wachsenden Mond getragen, auf Wolken himmelanwärts schwebt.

Der Stich ist nicht unter Seczzig Jrancs zu haben.
— Einen Prachtabdruck in großem Format, auf englischem dicken Luruspapier, 87 Centimeter hoch, 56 Centimeter breit, erhält jeder Leser
durch die Post zugesandt bei Einlieferung des untenstehenden Coupons oder Angabe von dessen Zeichen und Nummer und Einsendung von
* J k

—

Drei Mar
in Postanweisung oder Briefmarken, zur Deckung der Kosten des Vervielfältigunasrechtes und des Druckes. In unserer Erpedition werden die
Abdrücke zu AC. 3 ebenfalls verabsolgl.

Dieses Prachtblatt ist hervorgegangen aus dem berühmten Londoner Kunst-Institut von Maclure und Macdonald, Drucker
und Gravirer Ihrer Majestät der Königin lUlen Gesellsch

Viele Aufträge und Anerkennungsschreiben aus allen Gesellschaftskreisen bis zu den höchsten treffen tägli—
ein. — Das prachtvolle Bild ist ein herrlicher Zimmerschmuck und eignet sich —S zu einem etetnnn
alle Personen jeder NRichtung und jeden Standes, welche mit Sinu für das Schonc unn Erhabene begabt sind.

Besteller von 3 Exemplaren erhalten ein sechstes frei

Anleituna.

Man beliebe den Coupon auszuschneiden oder
wenigstens dessen Zeichen und Nummer anzugeben
und die Bestellung nebst Posteinzahlung oder Brief⸗
marken an unsere Erpedition zu adressiren, falls die
Abholung nicht perfönlich geschehen kann.

Name und Wohnort wolle man recht deutlich
schreihen.
M

Anzeiger“ in St. Ingbert.
J πιειια
Nedaltion Druck und Verlag von F. X. Temet in St Inssert.
        <pb n="97" />
        St. Ingberter Anzeiger.
— —

— — —

—— —

——
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatie verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donxnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonunementspreis betragt vierteliährlich

Mart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pis. fur die viergespaltene Zeile Vlattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg.pro Zeile berechnet.

— —

— — — —

M 28. *

Sountag, den 17. Februar 1878.

Deutsches Reich.

München, 135 Febr. In der heutigen Sitzung der Ab
Jeorduetenkammer gelangte der Gesetzentwurf, die Abänderung der
Taxgesetze in den Landestheilen redts des Nheines zur Berathung
und schließlich auch mit großer —XX
died die Taxe für diejenigen notariell beardandeten Kauf⸗, Taus ch⸗
Schenkungs· und sonstigen Vocträge, welche die Uebertragung des
Figenthums an beweglichen Sache zum Gegenstand haben, von 10
pf. für je 12 M. auf eine solche von 2 Pf. für je 1. M.
rhöht.

Erben und Legatarien haben von den ihnen anfallenden Erb⸗
chasten und Vermächtnissen zu entrichten, a. 4 Pf. von je 1 M.
»es Ecrblassers Geschwister und Geschwisterkinder, Großzeltern und
ntferntere Verwandte in aufsteigendet Linie, sowie Stiefeltern und
Stieftindern, b, 6 Pf. von je 1 M. die weiteren Verwaudten des
Erblassers in der Sertenlinie des dritien und vierten Verwand schafis⸗
zrudes (nach dem Cibilrechte), c. 8 Pf. von je 1M. alle übrigen
Fkrben vnd Legatarien. Bei dieser Tarberechnung sind die auf den
Trbantheilen und Vermächinissen haftenen Schulden in Abzug zu
bringen. Liegt ein Inventar nidt vor, so wird der Werth nach
der Vorschrift der Art 28 und 29 des Taxgesetzes vom 28. Mai
1852 erhoden. Art. 4 des Gestthzes zählt diejenigen Verwandsgrade
x. auf, in welchen kein Taxen erhoben wird und Art. 5 enthält
die Einführungsbeftimmungen.

Munchen, 14. Febr. Die Abgeordnetenkammer nahm
den Artikel 10 des Finanzgesetzes, betreffend die Einführung des
Malzaufschlages in der Pjfali, fast einstimmig an, ebenjo den dazu
zestellten Antrag Vaillant: das üder den Betraz von 1,500,000 (2)
M. auftommende Plus des Malzaufschlages solle der pfälzischen
sreisgemeinde zufallen.

Berlin, 12. Febr. Der Kaiser hat wegen des Noth⸗
dandes unter der Bevölkerung von Konstantinopel dem deutschen
Botschafter daselbst 10,000 Franken zur Unterstützung der Noth⸗
eidenden ohne Unterschied des Glaubens und der Nalionalität zur
Berfügung gestillt. (R.⸗A.)

Berki'n, 14. Febr. Fürst Bismarck ist heate Abend 5
Uhr 50 mit Familie hier eingetroffen.

Ausland.

Wäen, 14. Febr. Die Pester Blätter verlangen immer
zeftiger den Krieg gegen Rußland. „Elenör“ und „Pester Lloyd“
zlaidiren in Wiener Vricken „von guter Seite“ für eine kriegerische
Aktion mit Englands gegen das wortbrüchige Rußland. Die hie ·
sigen Joutnale predigen Mäßigung. Andeassy soll neuetdings eine
Note nach Petersburg gerichtet haben, worin der sofortige Zusammen⸗
riti der Confetenz derlangt wird. Andrassy gesteht Gortschakow's
Vorsitz zu, beansprucht aber für die Conferenz das Recht, selbst die
Brenzen ihrer Wirksamkeit zu ziehen. JIn Petersburg hat man
venig Neigung, hierin nachzugeben.

Rom, 14. Febr. Gestern Abend um 6 Uhr begaben sich
die Cardinäle aus der Sala del Concistoro hinunter in die Capelle
del Sacramento, um dem Papst zum letzten Male die Füße zu
rüssen. Wisgr. Folicaldi, der Erzbischof von Ephejas, umgeben vom
Domkapitel, besptengte hierauf unter Absingung des Misere die
Leiche mit Weihwasser; um 6*/4 Uhr begab sich darauf der Zug
durch das mit zahllosen Fackeln beleuchtete Mittelschiff zur Con⸗
ession au das Grab des postels, woselbst 80 ewige Lämpchen
drennen; voran schritten Hetolde, ihnen folgten das Capuel und
die Erzpriester von St. Peler, hierauf kamen der Sarg, von Cap⸗
anen uund Nobelgarden getiagen, und ihm schlossen sich unmittel⸗
dar der paäpftliche Hof, die Kammerherren sowie die Eingeladenen
an. Der Zug giog dann an der alten ebernen Statue des Apo⸗
deis Petrus vorbei und um das Tabernalel Bernin's herum zur
dapella del coro, wo unter dem Gesang der päpstlichen Capella
Bmulia die Veiche beigesehzt werden sollice. Der Vajordomus Ricci
rreitete ein weißes Tuch über die Leiche; dann erhoben die Caplane
don St. Peter den Körper von der Bahre und legten ihn, der

4

1
mit vollem päpstlichen Ornat geschmückt ist, in einen ersten, mit
Carmoisinsammt gefütterten Sarg von Pinusholz; in diesen Sarg
vurden zugleich 64 goldene und filberne Medaillen so wie ein
Pergament niedergelegt, das die Geschichte des Pont ficats Pius IX.
dildert. Dann ward der Sarg zugeschraubt und in einen wweiten
oleiernen gehoben, d ssen Bleideckel zugeldihet ward, während der
ugezogene Capitels-Notar den üder das Beqräbniß aufgenommenen
sotariellen Aci verlas. Der siebenfach versiegelte Sarg trägt als
Schmuck ein Kreuz, das papstliche Wappen mit der dreijsachen
Zrone, ohne die beiden Schlüssel, so wie eine Inschrift mit dem
Namen des Papftes und der Angabe der Dauer seiner Regierung;
r ward schließlich in einen dritten Sarg von Nußholz eingehoben.
Bdegen 8 Ühr war dies? Einsargung vollendet, und nun wurde mit
uuwendung von Maschinenkraft dieser dreifache Sarg zum vorläu⸗—
igen Sartophag gegenüber dem Monument Innocen' VUI. empor-
eboben und unter Äbsingung des Benedictus dominus Deus Israel
hermauert; um 894 Uhr war auch diese Ceremonie beenden. (S. 3.)

London, 14. Febr. Der „Stardard“ meldet, das De⸗
sartement füc das Transportwesen untechandle mit mehreren großen
ziekeranten wegen nöthigenfalls unvetzüglicher Lieferung bedeutender
Auantitäten Mundvorrath für die Armee. Alle Kriegsichiffe in
Htalta seien beordert, schleunigst zur Orientflotte zu stoßen. Die
Devasiation“ segele heute ab.

Bukaressi, 14. Febr. Zwel rufsische Lager werden in
stumänien gebildet: bei Plojesti in der Stärke von einstweilen
30,000, und bei Roman in der Moldau mit 10,000 Mann.
Bermischtes.

*St. Ingbert, 16. Febr. Die Vorarbeiten zum Bau
der Bahm von hier nach Saarbtücken nehmen rasch ihren Fort⸗
zjang. In den letzten Tagen wurden bereits die zum Bau erfor⸗
herlichen Ländereien auf hiesiger Gemarkung von der Direc⸗
ion erworben. Schon am Montag und Dienstag hatte eine von
—XE
lehend aus den Herren W. Kahn, M. Thiech und P. J.
Woll, die Abschätzung der betreffenden Ländereien, welcher
m Namen der Direkton die Herrn Ober-Inspeltor Heller und
Bezirtz ⸗Ingenieur Müller anwohnten, vorgenommen. Diese
Arbeit wurde von den damit betrauten Herren, wie allerseits versichert
und anerkannt wird, auf das Gewissenhafteste und Unpartheiischste
rledigt. Nach ihren Vorschlägen soll im Ganzen für die erwerben⸗
zen Grundstücke auf hiesigem Banne die respeltable Summe von
08,000 Mrk bezahlt werden. Daß Manche, die vor einigen
Jahren ein Grundstück um billigen Preis erwarben, damit heute
inen schönen Gewinn erzielen, versteht sich wohl von selbst. Die
VBertreter der Bahn, wie auch die weitaus meisten der betheiligten
—X—
tanden und daben letztere schon am Donnersstag und Freitag den
Vertauf ihres Eigenthums an die Bahn zum angesetzten Preise ein⸗
Jegangen. Wie wir hören haben nur einige Orundbesiter dieses
zis jezt noch nicht gethan, weil sie glauben, einen högern Preis
'ordert zu müssen, als ihn geboten wird. Es kann diest Weigerung
rine nochmalige Abschäzung der betreffenden Grundstücke durch nicht
hiesige Texatoren nay sich ziehen, doch wird sie hoffentlich den
Fortgang der nöthigen Vorarbeiten zum Bahnbau nicht stören.

FNeustadit, 12. Febr. (B.⸗Ztg.) Nicht weniger als 13
zer hiesigen Herrn Spezereie und Kolonialwaarenhänder waren heute
ror das Polszeigericht geladen, protokollirt wegen Uebertretung
)er Bestimmungen Uber das Lagern von Petroleum“, wofür als
Vufbewahrungsort ein gewölbter und mil eiserner Thür verschließ⸗
zarer Keller verlangt wird, der aber, wie jeder Neustadter weiß,
n einem großen Theil des Stadigebietes nicht vorhenden und nicht
herstellbar ist. Das Petroleum iagert darum theils in Balkenkellerr,
heils in zwar gewöldien, aber der Eisenthürr ermangelnden Kellern,
heus auch in offe en Raumen, Höfen ꝛc. Sämmiliche Angeklagten
wurden in Geldjirafen verfällt, meißens zu 4 M., ein paar auch
        <pb n="98" />
        ju nur 2 M., und wurde ihnen aufgegeben, andere „genügende und als otiomanischer Militararzt bei der Schlußkatastrophe don
Raume zu beschaffen. Damit wird es aber seine nicht zu beteiti⸗ Plewna in russische Gefangenschaft gerieth, ist seit der Zeit bder⸗
genden Hacken haben. schollen. Man giaubt, daß er auf dem Gefangentransbport den
4 Das k. Polizeigericht Speier hat am 13. d. eine Mui⸗ Strapazen erlegen if
jer und ihre 14jährige Tochter vou, Schifferstadt, welche sog. aalt · V—⏑·,
ier für achte Eier verlauften, wegen Betrugs zu 5, resp. 3 Tagen arie. den Iõ Jahre lang aiie Nim.t vergebuch
GBefangniß deruriheilt. In der vämlichen Shung wurde ein⸗ Aa⸗ versucht haune — haben mich jetz einzig und allein Ihre weltbe—
zahl Michündler und Oetonomen wegen Vertaufs von gefälschter vühmten Brustcaramels — Maria Benno von Donat 16719)
Miuch Ediefelbe hatte nur 22294 Feugehalt, während normale gon meinem surchieruichen Hussen — Hals und Brustleden errettet.
Kuhmily, 3—580 enthät) zu Geldstrafen bis zu 40 M. und Ihre ewig dankbare Therefse Gräaäfin T..... e.
onfiskation der betr. Milch verurtheilt. *.
x Ein Sohn des bekannten Sqhrijftst: llers Se v in Schüching, 21 Original: Packet nur echt bdei Jean Peters
der als Urzt zu Beginn des Krieges im türkische Dienste getreten und J. Friedrich kostet 50 Pfog.

— ⏑
2 1238 —R
qm Acker am Andelsbrun⸗
Licitation. . nen neben Franz Jalob
Dienstag, den b. März. Wagner und Urb
adichsih m Nachmutags 83 uhr u! ist Korn a Jand—
Ste Ingbert bei Franz, Jalob 3. p̃l.⸗Nr —A 4
henrich werden von dem unter⸗ q uader in α l
Jeichneten hiezu gerichtlich beauf⸗ Rodern neben * 5 *
—— die nachbe⸗ mer und Ma —* J
eichnete zu der Gütergemein⸗ —X J
at mwuche Iw schen dem in Hir 1688, 19 a 86
St. Ingbert verlebten Lehm⸗ m Wiese im
III Kopp neben Gebr An d
und dessen hinterbliebenen Wittwe ig neu, rümer und
anei Bioriv destacden da —S —
—R en im darien am vruchrech
von⸗ Ingbert de
ene wegen —* F de — uend Iec
e eee zu Sccenthum 85 des Mox Woll ne—
i Pi e. Isos. 22 a 49 qm —
uder am — pe 8 ⸗ ——8
neben Johann Grewenig der Gehnbach 2. g
Ww/ dheiderseit; Pl.Nr. 20754 —
————— isonichee Tig un a
Im Acker auf'm Ader neben Witiwe Kopp uinthon
Heter Latz und Ecben Seyb; Eigenthũ sun
— Fnthawer n ·
uα vu dur. J. Angela Morlo⸗ ohne Ge⸗
—— ——— werbe, Wiltwe des Verlebten.
———— IV. Die großjahrigen Kinder
bisn, * als: 1. Andrea⸗ Kopp, Lehmfor⸗
Pihe 20782, 20780, nermeister; 2. Johann Kopp und
88 i 18336 ene Kopp, beide Lehm⸗
qm Wiese in der Gehnba ir icherinß
—* — 8* III. Die minderjaäͤhrigen Kin⸗
—— er und Reptäsentanten der ver
Pic oe 13 4 29 edten Tochter Katharina Kopp,
eein Rocentho rzeugt mit ihrem hinterbliebenen
vordere Ahnung veden Phi⸗ Wattwer Peier Letz Fuhrmana
—— — ameus Johann, Kathar'na,
— Mariae, .Elisabeih und Angela
—— — — 18 Laß, welche ihren genannten
— Ig Vater zum Vormunde und ge⸗
d et e 2062 rannten Andreas Kopp zum
p n weee m der Nebendormunde haben. Alle
oe leben Erben Griu Sr. Jugbert wohndaf.
e Rilßiaus Gionfeld; j St. Ingbert, 15.
Foiendee een z. Ing Febr. 1878.

3

Telegramm.
Sonntag, den 3. Mör
Crosser
Aasken.;Ba

*

—
Aberhauserschen Locale, Abends 8 Ahr.
VB. Wahrend der Pause um 12 Uhr wird von den verei⸗
nigten Gesellschaften aus Californlen. XE
Nexilcoꝰn aufgeführt —
Die überraschten Ueberraschten.
Brebe Pantomime mit Tanz in 8 Abtheilungen von Musie Harlekin.
Naͤheres wird durch Anschlagzettel bekannt gegeben.
Die Direktion.
Bekanntmachung. Mein Ladenlokal,
Mit dem Emjziehen der Aus⸗ welches bishet Hr. Ackermann
dande der Neiberhandiung B. bewohnte, ist nebst 223 Zim⸗
Aermann in Zweibrücken mer, Mansarde und Keller, so⸗
deauftragt, ersuche ich die Schuld⸗ sort oder bis 15. Mai beziehbar
ner derselben, iyre Zalungen von zu vermiethen.
nun an, an mich zu machen. Christian Kling, Meyger.
Ficker, (Attest). Schon jeit
Gehilfe — —S mehreren Jahren mit einem
wieher Jaßbendn. Magenleidenhusten
MNontag Abeud I und genen es ge⸗
s brauchte ich schon viele Aerzte,
M etzel uppe sowie viele empfohlene Mitiel,
bei Peler Weisgerber. um mein Leiden zu beseitigen,
fand aber Alles vergebdlich.
Einladung. Von Tag zu Tag wurde ich
Die närrischen jüngeren, sowie ärmer an Blut und Kräfte.
auch ältere jüngere Herten, welche Ich las in der Kaiserslaute⸗
an dem ret Zeitung eine Annonce
großen Maskenballe und wurde aufmerksam ge⸗
oerlzunehmen wünschen, werden macht auf Herrn J. J. 3.
zu einer Besprechung am Mon⸗ P.o pp in Hende (Holsiein),
sag, ren 17. dieses im oberen datz er ein Vuttel gegen
Dberhauserschen Locale geziemend dieses Uebel besaße. Diese
ngeladen. Anzeige bewog mich, sogleich an
FBestellungen auf Mas Herrn Popp zu wenden. Nach
enanzuͤge werden allda enigegen⸗ Anwendung der Pulver spürte
genommen. * he R
33.— agen sehr große Linderung,
Die närrischen Anberaumer.
Appetit belam. Bei fortge⸗
etziem Gebrauch der Pulver
yörte der Druck im Mazen
nach der Brust, sawie die
Samerzen im Rücken auf
und bdin Gottlob dvon diesem
Leiden erlöst. Ich sage hier⸗
mit Herrn Popy meinen in⸗
niqsten Dank.
Deuther, Müller.
Zur Bestätigung, dieses
Attestes wurde dafselbe vom
Oris vorstauade unterschrieben
und der Gemeindestegel bei⸗
gedruckt.
Ginsweiler, Rheinpfalz
Bahern), im Januar 1877.
Bürgerme'sterei Offenbach—
Wallauer.

Arbeiter·Vildungs· Ver ein
WMWyynntag:
Der a pe görper.
Burbaumholz, mit Zugknopf und
b Klappen.ist billig zu ver⸗
taufen. Wo? sagt die Exbed.
dieses Blaues —*
TWalich stische
ierhefe
GEGebr. Becker.
Immer im dritten Stod
und Neller dazu,. vermiethet
Ehruͤstian Klinga, Meszger.

8
41

*6
01

M —2
4
J.

MA

n

8
— — Inseg do⸗ . .. Decmeß in st Imdbert.
Biezu Illuf reͤrtes Trentagchblatte Nr. 7.
        <pb n="99" />
        St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntagß mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donxerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentspreis beträgt vierteliahrlich

1 Mart 20 R.⸗Pfg.? Anmzeigen werden mit 10 Pfs., von, Auswarts mit 15 pfz. fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.

——

M 28. SEonntaa- den 17. Februr 1878.

Deutsches Reich.

München, 185 Febr. In der heutigen Sitzung der Ab
geordnetenkammer gelangte der Gesetzentwurf, die Abaͤnderung der
Tarxgesetze in den Landestheilen red is des Rheines zur Berathung
— Annohme. Danach
nd die Taxe fur diejenigen notariell beurtundeten Keufe, Tausch
Schenkungs⸗ und sonstigen Vocträge, welche die Uebertragung des
Figenthums an beweglichen Sache zum Gegenstaud. haben, von 10
Pi. für je 12 M. auf eine soiche von 2 Pf. für je 12. M.
—

bihden und Legatarien haben von den ihnen anfallenden Erb⸗
schasten und Vermächtnifsen zu entrechten, 3. 4 Pf. von je 1M.
des Ecdlassers Geschwister und Geschwisterkinder, Großeltern und
entfeintere Berwaundte in aufsteigendet Linie, sowie Stiefeltern und
Suieftindern, b. 6 Pf. von je 1 M. die weiteren Verwaundten des
Erblassers in der Seitenlinie des dritien und vierten Verwandschasis⸗
zrades (nach dem Cidilrechte), e. 8 Pf. von je 1M. alle übrigen
rben vnd Legatarien. Bei dieser Tarberechnung sind die auf den
Erbantheilen und Vermächtnissen haftenden Schulden in Abzug zu
hringen. Liegt ein Inventar nickt bor, so wird der Werth nach
der Vorschrift der Art 28 und 29 des Taxgesetzes vom 28. Mai
1832 erhoben. Art. 4 des Geschzes zählt diejenigen Berwandsgrade
ze. auf, in welchen lein Taxen erhoben wird und Art. 8 enthaͤlt
die Einführungsbdestimmungen.

Mu n chen', 14. Feobr. Die Abgeordnetenkammer nahm
den Artikel 10 des Fmnanzgesetzes, betteffend die Einführung des
Matzaufschiages in der Pfalz, fast einstimmig an, ebenso ben dazu
gesteüten Antrag Vaillant: das üder den Betraz von 1,300,000 (7)
qk. auftommende Plus des Malzaufschlages solle der pfälzischen
Kreisgemeinde zufallen.

Berlin, 12. Febr. Der Kaiser hat wegen des Noth⸗
andes unter der Bevölkerung von Konstantinopel dem deulschen
Botschafter daselbst 10,.000 Franken zur Unterstützung der Noth⸗
leidenden ohne Unterschied des Glaubens und det Nationalität zur
Verfügung gestellt. (R.⸗A.)

— Berfkin, 14. Febr. Fürst Bismarck ist heate Abend 5
Udre 50 mit Familie hier eingetroffee.
Aussand.

Wien, 14. Febr. Die Pester Blätter verlangen immer
heftiger den Krieg gegen Rußland. „Elenöt“? und „Pester Lloyd
plaidiren in Wiener Bricsen „von zuter Seite“ für eine kriegerische
Uttion mit Euglands gegen das wortbrüchige Rußland. Die hie⸗
sigen Joutnale predigen Mäßigung. Andeassy soll neuerdings eine
Nole nach Petersburg gerichtet haden, worin der sofortige Zusammen⸗
tritt der Conferenz verlangt wird. Aundrassy gesteht Gortschakow's
Vorsitz zu, beansprucht aber für die Conferenz das Recht, selbst die
Grenzen ihrer Wirksamkeit zu ziehen. In Petetsbutg hat man
wenig Neigung, hierin nachzugeben.

Rom, 14. Febr. Gestern Abend um 6 Uhr begaben sich
die Catdinäle aus der Sala del Contistoro hinunter in die Capelle
del Sacramento, um dem Papst zum letzten Male die Füße zu
züssen. Migr. Folicaldi, der Erzbischof von Ephesas, umgeben vom
Domkapitel, besprengte hierauf unter Absingung des Misere die
Leiche mit Weihwasser; um 684 Uhr bezab sich darauf der Zug
durch das mit zahllosen Faceln beleuchtete Mittelschiff zur Con⸗
fession an das Grab des — postels, woselbst 89 ewige Lämpchen
brennen; doran schritten Herolde, ihnen folgten das Capuel und
die Erzpriester von St. Peter, hierauf kamen der Sarg, von Cap⸗
länen und Robelgarden getragen, und ihm schlossen sich unmittel⸗
bar der päpftliche Hof, die Kammerherren sowie die Eingeladenen
an. Der Zug ging dann an der alten ebernen Statue des Apo⸗
stels Petrus vorbei und um das Tabernalel Bernins herum zur
Dapella del coro, wo unter dem Gesang der paͤpstlichen Capella
Glulia die Leiche beigesetzt werden sollte. Der Majordomus Ricci
breitete ein wiißes Tuch über d.e Leiche; dann erhoden die Caplane
don St. Peter den Körper von der Bahre und legten ihn, der

I
mit vollein päpstlichen Ornat geschmückt ist, in einen ersten, mit
Carmoisinsammt gefülterten Sarg von Pinusholz; in diesen Sarg
wurden zugleich 64 goldene und silberne Medaillen so wie ein
Pergament niedergelegt, das die Geschichte des Pontificats Pius IX.
childert. Dann ward der Sarg zugeschraubt und in einen zweiten
oleiernen gehoben, d sseu Bleideckel zugeldihet ward, während der
ugezogene Capitels⸗Notar den über das Begräbniß aufgenommenen
olarieslen Act verlas. Der siebenfach versiegelte Sarg trägt als
Schmuck ein Kreuz, das papstliche Wappen mit der dreifachen
drone, ohne die beiden Schlüssel, so wie eine Inschrift mit dem
Namen des Papstes und der Angabe der Dauer seiner Regierung;
er ward schließlich in einen dritten Sarg von Nußholz eingehoben.
Begen 8 Uhr war dies: Einsargung vollendet, und nun wurde mit
—XE——
igen Sarkophag gegenüber dem Monument Innocenz' VUI. empor⸗
Jeboben und unter Absingung des Benedictus dominus Deus Israel
Jermauert; um 894 Uhr wur auch diese Ceremonie beendet. (S. Z.)

London, 14. Febr. Der „Stardard“ meldet, das De—
partement füc das Trausportwesen unterhandle mit mehreren großen
dieseranten wegen nöthigenfalls unvetzüglicher Lieferung bedeutender
Zuantitäten Mundvorrath für die Armee. Alle Kriegsschiffe in
Halta seien beordert, schleunigst zur Orientfloite zu stoßen. Die
„Devasiation“* segele heute ab.

Bukarest, 14. Febr. Zwei russische Lager werden in
Rumänien gebildet: bei Plojesti in der Stärke von einstweilen
30,000, und bei Roman in der Moldau mit 10,000 Mann.
VBVermischtes.

eSt. Ingbert, 16. Febr. Die Vorarbeiten zum Bau
der Bahnm von hier nach Saarbiücen nehmen rasch ihren Fort⸗
zang. In den letzten Tagen wurden bereits die zum Bau ersor⸗
derlichen Fän dereien auf hiesiger Gemarkung von der Direc⸗
tion erworben. Schon am Montag und Dienstag halite eine von
pieser auf Vorschlag des kgl. Bezirksamts berufene Commission, be⸗
jehend aus den Herren W. Kahn, M. Thiery und P. J.
Woll, die Abschätunng der betreffenden Ländereien, welcher
m Namen der Direktion die Herrn Oder⸗Inspeltor Heller und
Bezirls⸗Ingenieur Mülhleir anwohnten, vorgenommen. Diese
Arbeit wurde von den damit betrauten Herren, wie allerseits versichert
und anerkannt wird, auf das Gewissenhafteste und Anpartheiischste
erledigt. Nac ihren Vorschlägen soll im Ganzen für die erwerben⸗
den Grundstücke auf hiesigem Banne die respeltadle Summe von
108,000 Mrk bezahlt werden. Daß Mauche, die vor einigen
Jahren ein Grundstück um billigen Preis erwatben, damit heute
einen schönen Gewinn erzielen, versteht sich wohl von selbst. Die
Vertreter der Bahn, wie auch die weitaus meisten der betheiligten
Grunddesitzer etklärten sich mit den Ansätzen der Commisfion einver⸗
tanden und dabden letztere schon am Donnersftag und Freitag den
Vertauf ihres Eigenthums an die Bahn zum angefetzten Preise ein⸗
gegangen. Wie wir hören haben nur einige Grudbesitzer dieses
ais jezt noch nicht geihan, weil sie glauben, einen höhern Preis
ordern zu müssen, als ihn geboten wird. Es kann diese Weigerung
eine nochmalige Abschäßuag der betreffenden Grundstücke durch nicht
hiesige Texatoten na sich ziehen, doch wird sie hoffentlich den
Fortgang der nöthigen Vorardeiten zum Bahndau nicht stören.

Neustadtk, 12. Fedt. (B.⸗Zig.) Nicht weniger als 43
der hiesigen Herrn Spezerei⸗ und Kolontalwaatenhänder waren heute
vor das Pol zeigericht geladen, protokollirt „wegen Uebertretung
det Bestimmungen Uber das Lagern von Petroleum*, wofür als
Aufbewahrungsott ein gewölbter und mil eiserner Thür verschließ⸗
barer Keller verlangt wird, der aber, wie jeder Neustadter weiß,
in einem großen Theil des Stadigebietes nicht vorhanden und nicht
Jerstellbar ist. Das Petroleum lagert darum theils in Balkenkellern,
heils in zwar gewölbien, aber der Eisenthür ermangelnden Kellern,
heils auch in offe en Räumen, Höfen ꝛc. Sämmiliche Angellagten
vurden ia Geildarafen verfallt, meisens zu 4 M., ein paar auch
        <pb n="100" />
        —XBX wurde ihnen aufgegeben, andere, genügende
Raume zu beschaffen. Damit wird es aber seine nicht zu beseiti⸗
genden Hachen haben.

7 Das k. Polozeigericht Speier hat am 13. d. eine Mut⸗
jer und ihre 14jährige Tochter von Schifferstadt, welche sog. Kalk⸗
eier für achte Eier verlauften, wegen BVetrugs zu 8, resp. 8 Tagen
Gefängniß verurtheilt. In der vümlichen Sitzung wurde eine An⸗
ahl Milchhändler und Oekonomen wegen Vertaufs von gefälschter
Milch (dieselbe hatte nur 2286 Fengehalt, wahrend normale
—XEVD Geidstrafen bis zu 40 M. und
onfiskalion der betr. Milch verurtheilt.

4Ein Sohn des bekannten Scrifistillers Le v in Schü cking,
der als Arzt zu Beginn des Krieges im türkische Dienste getreten

ind als ottomanischer Militärarzt bei der Schlußkatastrophe von
Plewna in russische Gefangenschaft gerieth, ist seit der Zeit ver⸗
chollen. Man glaubt, daß er auf dem Gefangentransport den
Stropazen erlegen ist.
— —— — — —72 —
x — Redacnon verantworttiig*·

aris. „Nachdem ech T FJahre lang alle Mittel vergeblich
versucht hatte — haben mich jetzt einzig und allein Ihre weltbe⸗
ühmten Brustcaramels — Maria Benno von Donat 16719)
bon meinem fuͤrchterlichen Husten — Hals und Brustle den errettet.
Ihre ewig dankbare Therefe Gräfin T...e.

)1 Original⸗Packet nur echt zei Jean Peters
und J. Friedrich tostet 80 Pio.

—

e *
Licitation.
Dienstag, den 5. März.!

nächsihn Nachmilttags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Franz Jalob
denrich werden von dem unter⸗
zeichneten hiezu gerichtlich beauf⸗
sragten k. Notar die nachbe;
eichnete zu der Gütergemein⸗
schaft, welche zweschen dem in
St. Ingbert verlebten Lehm⸗
sormermeister Bernhard Kopp
und dessen hinterbliebenen Wittwe
Angela Morlo bestanden hat,
zehörigen Liegenschaften im
Zanne von St. Ingbert der
Ablheilung wegen vffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, als:

1. pᷣl. Ne. 1805, 22 2 49 ꝗm
Acker am Andelsbrunnen
neben Johann Grewenig
Ww. beiderseits;
Pl.Ne. 2121, 8 a4 86
m Adeer auf'm Acker neben
Heter Latz und Erben Seyb;
Pi.: Nr. 2132. 14 2 65
im Acker in den Dud⸗
weiler Rodern neben An⸗
yreas Kempf; ist mit Korn
hesaamt;

Pi.Nr. 20781, 2075b.
2076a, 2076b. 19 a4 76
m Wiese in der Gehnbach
neben Witnwe Ropp und
Johann Best;

pi.Nr. 2075. 18 4 29
zm Acker im Rockenthal
zordere Ahnung neben Phi⸗
ipp Munzinger und Jo⸗
dann Best.

Pl.iNr. 2060. 84 18
im, Pl. Ne. 2061, 13 a
os qm u. Pl.-Nr. 2062,
5 a 47 qm Wiese in der
Behnbach neben Erben Grell
und Nikolaus Glaftfeld;
Pi. Nr. 1808. 10 a4 56

Im Ader am Andelsbrun⸗
en neden Franz Jakobel
Wagner und Urban Jacob;
—XVXO
Pl.⸗Nr. 21353, 6 4 54
im Ader in den Dudweiler
aͤbdern neben Gebr. Krä⸗
ner und Magdalena Hel⸗
enthal;
Pl.tx. 15858, 19 a 56
im Wiese im großen Flur
seben Gebr. Krämer und
dirchengut;
Bl. HNc. 2360, 9 a4 20 qm
harten am Bruchrech neben
Mox Woll und Johann
HDest, mit Giebelrecht am
dause des Mox Woll ne—
benan.
Pi.Nr. 2074a. und 2074
p. 10 a 56 qm Wiese in
der Gehnbach neben obigem
Pl. Nr. 20754. u. b. ist
persoͤnliches Eigenthum der
Witnwe Kopp;

Eigenihümer sind:

I. Angela Morlo, lohne Ge⸗
verbe, Wilwe des Verlebten.

U. Die großjahrigen Kinder
iz: L. Andreas Kopp, Lehmfor⸗
nermeister; 2. Johann Kopp und
3) Nitolaus Kopp, beide Lehm⸗
ormer;

II. Die minderjährigen Kin⸗
er und Repräsentanten der ver⸗
ebten Tochter Katharina Kopp,
rzeugt mit ihrem hinterbliebenen
Wulwer Peier Laz Fuhrmann
Namens Johann, Katharina,
Mariat, Slisabeih und Angela
datz, welche ihren genannten
Bater zum Vormunde und ge⸗
nannten Andreas Kopp zuim
Nebenvormunde haben. Alle
n St. Jugbert wohnhaft.

St. Ingbert, 15. Febr. 1878.
Sauer. k. Notar.

VTeIlern,
Sonntag, den 3. Mär,
Grosser
Iasken-Bal

*

—ñN
Hberhauser'schen Loeale, Abends 8 Uhr.
NB. Wahrend der Pause um 18 uͤhr wird von den verei⸗
nigten Gesellschasten aus GCali fornien, Meu-Granada,
EXCEXX
Die überraschten Ueberraschten.
Pantomime mit Tanz in 3 Abiheilungen von Musie Harlekin.
Näheres wird durch Anschlagzettel bekannt gegeben.
Die Direktion.
Bekanntmachung. Mein Ladenlokal,
Mir dem Einziehen der Aus⸗ welches bishet Hr. Ackermann
dande der Kleiberhandlung B. bewohnte, ist nebst 228 Zim⸗
Ackermann in Zweibrücken mer, Mansarde und Keller, so⸗
veauftraat, ersuche ich die Schuld⸗ fort oder bis 15. Mai be ziehbar
ner derselben, irre Zalungen von zu vermiethen.
nun an, an mich zu machen. Ehristian Kling, Meyaer.
Ficker. (Attest). Schon heit
Gehilfe bei Hrn— Gerichtsvoll⸗ mehreren Jahren mit einem
— Magenleidenhusten
ontae bend und Biähungen behaftet, get
Me elsuppe brauchte J ichon * Aerzte,
T yPeler Weiegerber: sowie viele empfoh ene Mitiel,
g Wen vdeinn zu beseitigen,
fand aber es vergeblich.
Einladung. Bon Tag zu Tag wurde ich
Die närrischen jüngeren, sowie armer an Blut und Kräfte.
uch ältere jüngere Herren, welche Ich las in der Kaiserslaute⸗
in dem rer Zeitung eine Annonce
großen Maskenballe und wurde aufmerksam ge⸗
geilzunehmen wünschen, werden macht auf Herrn J. J. F.
u einer Besprechung om Mon⸗ Popp in Hemde (Holstein),
ag, ren 17. dieses im oberen daß er ein Mittel gegen
Dberhauser'schen Locale geziemend dieses Uebel besaße. Diese
ngeiaden. Anzeige bewog mich, sogleich an
Beslellungen auf Mas⸗ Herrn Popp zu wenden. Nach
nanzüge werden auda entgegen · Anwendung der Pulver spürte
enommen. den 9 ee ach
—8 133 agen sehr große Linderung,
Die närrischen Anberaumer. da ich an Blut zunahm und
Ane den 17. Febiuar Appelit bekam. Bei fortge⸗
——— J. N seßziem Gebrauch der Pulver
hötte der Druck im Mazen
Eberbard. nach der Brust, sowie die
Samerzen im Rücen auf
und din Gottlob von diesem
Leiden erlöst. Ich sage hier⸗
mit Herrn Popp meinen in⸗
nigsten Dank.
Reuther, Müller.
Zur Bestätigung dieses
Attestes wurde dasselbe vom
Orisvorstande unterschrieben
und der Gemeiudesiegel bei—
gedruckt.
—A
(Bayern), im Januar 1877.
But germesterei Offenbach
Mallauer.

4

Arbeiter-BVildungs· Verein.
Montag:
Der menschliche Körper.
Buxbaumholz, m't Zugknopf und
8 Kleppen. ist billig zu ver⸗
tauien. Wo? lazt die Exped.
dieses Blattes.
—X frische
rhefe
Gebr. Becker.
—ner im drinen Stod
nd Keller dazu, vermiethet
hristian Kling, Metzger.
Iemen Drud und Verlag von G. X emeß in Si Ingbert.
Bieec4zu Alluferirtes Sonntaakblatte Nr. 7

Fastnacht⸗Sonntag
ez Frei-Musik.
Montag
Uaskon⸗R

i
X
        <pb n="101" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

— —
Der St. Jugborter Anzeiger und das (2 mal wöhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagz mit illustrirter Vei

iage) erscheint wöchertlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntatg. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich

l Mark 20 R.⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfag. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren' Rauin, Neciamen
mit 80 Pfg pro Zeile berechnet.

——
4 29. Dienstag, den 19. Februar 1878.

Deutsches Reich.

Mil'n ch ein, 16. Febr. Die Dauer des Landtaäges ist' bis
zum 23. ds. M. verläügert, die k. Staatscegierung hat jedoch
die Absicht, daß wenn der Abschluß des Budgets: Seitens beider
stammern früher erfolgt — man glaubt, daß dies bis Mitte der
ommenden Woche' der Foll' sein wird — d'e Verlagung daun
schon eintreten zu lassen.

Berhin, 16. Febr. Im Reichssage“ war man' allgemein
uber das gesunde Aussehen des Finsten Bismarck erfreut. Der
Fürst begrüßie bei seinem Eintritt zunächst den Schriftführer des
Hauses, den Abg. Weigel, ferner seinen als Bundes⸗Kommissaͤt
anwesenden Leibarzt, Geh. Rith Dr. Struck, und begab sich dann
zu Moltke und zum Präsidenten v. Forckenbeck. Im Saoule selbft
war er etwa 20 Minuten anwesend., Sodann hatte er mit dem
Abg. v. Bennigsen, dem Prasidenten des Abgeordnetenhauses, in
seinem Konfer⸗nzzimmer eine Unterredung, welche über eine Stunde
währte, worauf er zu Wagen, wie er gekommen, das Haus ver⸗
ließ. Es bestätigt sich die Ansicht, daß am Dienstag eine Be—⸗
sprechung an die Interpellation nicht geknüpft werden wird, eine
Voraussetzung, welche ouch in der vom Präsidenten v. Forcenbeck
anberaumten Tagesordaung ene Bestätigung findet.

Berlhin. Der Reichskanzler hat dem Bundestath den
Entwurf eines Gesetzes, betr. den Verkehr mit Nahrungemitteln,
Genußmitteln und Gebranchsgegenständen, zur˖ Beschlußnahme vor⸗
gelegt;

Die unter- den Großmächten gepflogenen Verhandlungen
haben vun dahin geführt, daß in Baden-⸗Baden ein Congreß
zur Regelung der orientalischen Frage stattfinden wird. Da es ein
Tongreß sein soll, werden also die lertenden Minister in Person
die Verhandlungen führen, wird also auch Fürst Bismarck sich em⸗
finden. Mittlerweile wird in Adrianopel zwischen Rußland und
der Türkei über den spreiell zwischen desen abzuschließenden Frie den
unterhandelt.
NAusland.

Wien, 17. Febr. Wie man von guter Seite informirt
wird, ist der in den österreichisch ungarischen Blättern — ojfizösen
And nichtojfisibsen — zur Schau getragene „Feitdensoptim smus“
entschieden üdertrieben. In ojffiziellen Kreisen ist die Beruh'gung
zur gerengfüg'g. Die sachliche Differenz zwischen dem österreichischen
und dem rufsischen Standpankte ist so überaus weitgehend, daß
nan selbst die Fähigkeit Deutschlands, Rußland namentlich in der
bulgarischen Frage soweit zurückzudrängen, als es Oesterreich ver⸗
langt, in Zweifel zieht. England macht im Augenblick die äußersten
Anstrengungen, um Oesterteichs Allianz zu gewinnen. Oesterreich
dat weder zugestimmt uoh abgelehnt. Graf Beust ist ungemein
hätig, Graf Andrassy ist sehr reservirt.

Rom, 17. Febr. In der Sixtinischen Kapelle fand heute
die letzte Leichenfeier für Pius IX. statt. Kardinallämmerer Pecci
»erstäudigte die beim Vatican beglaubigte Diplomatin von den
Gründen, weshalb das Konklave endgiltig in Rom abgehalten
werde. Es ist zweifelhaft, ob die Einrichtung des KonklaveLokale
bis morgen Abend, wo das Konklave zusammen treten soll, fertig
wicd. — Nach einer Meldung des „Nazione“ haben Mitglieder
der höchsten englischen Aristokratie den Kardinälen die Mittheilung
gemacht, daß ein großer Dampfer dem Konklave zur Verfügung
ttände, wenn es Rom verlassen wolle.

—D
nach Mondania, 40 (englische) Meilen von Konstantinopel entfernt,
zurücdgegangen, und zwar soll Dies auf Wunsch des Sultans ge⸗
chehen sein.

Der „Pol. Corx.“ wird aus Peterssburg felegraphir?,
daß der Zeitpualt des Zusammentrittes des Congresses noch gar
aicht zu bestimmen sei, da die erforderlichen Vorbereitungen mit den
in Adrianopel zu eröffnenden Friedensverhandlungen zusammenhängen
und wohl zwei bis drei Wochen in Ansptuch nehmen werden.
Bei den „täglich sich inniger gestaltenden“ () Beziehungen zwischen

der Pforte und Rußland, welche in einem „lebhaften freundschaft
ichen und persönlichen Depeschenwechsel zwischen dem Sullan und
dem Kaiser von Rußland“ ihren Ausdruck finden, sei zu hoffen,
daß das endgiltige Friedenzinstrument zwischen Rußland und der
Türkei bis zum Zusammentritt des Congresffes unterzeichnet sein
werde.

Petersburg, 17. Febr. Der „Agence russe“ zufolge
zing nach dem Haupcquartier der Befehl ab, daß Gallipolt von
en Rufsen nicht besetzt werde. — Das Joutnak „Golos“ meldet:
Die griechische Angelegenheit' ist folgendermaßen beigelegt: Die
Türkei wird keine Schiffe nach dem Piräus, auch keine Truppen
nach Theffalien und Epirus senden. Griechenland ruft seine Truppen
surück und wird sich ruhig verhalten. Die Mächte werden auf
der Konferenz die Ansprüche und Rechte Griechenlands, sowie dessen
Beziehungen zu den kürkischen Griechen regeln.

Petersbunrg, 17. Febr. Der „Regierungsbote“ ver⸗
iffentlicht heute die bekannten Protokolle über die Frtedensbasen und
über die Waffenstillstandskonvention, welche am 31. Januar, das
erste von dem Großfürsten Nikolaus einerseits und Serber Pascha
ind Nawyt Pascha andererseits, das andere von den Generalen
Nepoloitichitzly-und Levitzly einerseits und Nedjib Pascha und Os—
man Pascha anderersei:s unterzeichnet sind. Der Kaiser Alexander
hat diese Dokumente erst am Freitag erhalten.
Rermischtes.

*Stt. Jugberit, 18. Febt. Wiedet eine ernste Mah—
nung zum vorsichtigen Gebrauche der brennenden Petroleum-
ampe! Gestern Abend explodirte bei Schneider Eberie die auf
dem Tische stehende brennende Petroleumlampe. Das in das
Zimmer geschleuderte brennende Petroleum setzte pieses sofort in
Flammen. Rasch herbeigeeilter Hülfe gelang es jedoch bald, daß
Feuer zu löschen. Glüchlicherweise hatten die während der Explosion
ich im Zemmer befindlichen Personen (Schneider Eberle und sein
Snlelchen) ke nen Schaden gelitten. Doch richtele das Feuer an
dleidern und Zimmergeräthen einigen Schaden an. — We uns
zesagt wird, füllte der Docht der Lampe die Dochtöffnung nicht
aus und fing durch den leeren Raum das im Oelbehöller sich be—
fiudende Petroleum Feuer und erplodirte.

7. Speyer, 16. Febr. (Tebaksteuerpetition.) Nach den
etzen Ausweisen sind aus 92 Gemeinden 9548uUnterschriften ein⸗
Jelangt, hiezu kommt: Neuhofen mit 96 Unterschriften. Zusammen
3645 Unterfchriften aus 93 Gemeinden. Pf. 3.)*

tDas große Loos der Kölner Domdau Loiterie im Betrage
von 75,000 Mark ist auf einen Diener! in Aachen gefallen. Der
Aückliche Gewinner befand sich in dem Augenblicke, als die frohe
Botschuft ihn erreichte, im Gefolge einer Jagdgesellschaft, deren
Jagdlaschen und Beute er zu verwahren pflegte; er ließ sich aber
uus seinem Gleichmuth dädurch nicht herausbtingen und versa) mit
der an ihm gewonnten Puünktüchkeit seinen Dienst bis zum Schlusse
zder Jagd.

f.Wien, 8. Febr. Der Tod des Papstes hat eine füt
ieses Ereigniß förmlich angestaunte Wulh, in der Votterie sein Glück
zu versuchen, zum Durchbruch gebracht. Seit dem frühen Morgen
ind bercits alle Lotterie:Kollekturen delagert und sind die Inhaber
derselben kaum im Stande, die Andrängenden mit' ihren Wunschen
und Forderungen zu befriedigen. Der Nummern⸗Kombinationen,
die det Tod des Papstes hervorgerufen, gibt es wohl mehrfache,
die gangbarste ist jedoch, wie wir von einem Lotteriekundigen erfah⸗
ten, die folgende: 4 (Stunde des Todes), 9 (Pius IX.).7 (Tag
des Todes), 58 Papst), 86 (Alter des Papstes). Zumest kommen
die Leute in die Kollekturen geslürmt und verlangen einsach die
„Papftaummern“ besetzt. Auf solches Verlangen werden dann die
obenerwühnten Nummern mit 5 (Quinterne) oder auch nur mit
3 Ziffern (Terne) besetzt.

f,Barnum in Europa. Aus Brüssel wird gemeldel:
P. T. Barnum, der amerikanische, Showman“, der Annoncen⸗Konig,
        <pb n="102" />
        ist seit einiger Feit in Europa, um für sein großartiges Newyorker
uriositäten⸗, Antiquitäten⸗, Wachsfiguren⸗, Slereoskopens, Natura⸗
lien⸗ und Münzen⸗Kabinet, seinen Zirkus, seine Menagerie und
sonstigen „Show“⸗Anstalten Einkäufe zu machen. Wenn Barnum
fkommt, so kommt er mit vollen Taschen und hat schon bis jetz!
wmehr als eine halbe Million Dollars für Kuriositäten aller Ar'
ausgegeben. Geld spielt bei ihm keine Rolle. Wie sein verstorhe
ner Bater, warf auch schon Barnum der Zweite Million an Re
klame⸗ und Annoncen⸗Geldern hinaus, die jedoch größtentheils
wieder reichlich eingebracht wurden. Findet er in irgend einem
Erdtheil eine Kuriosität, die ihm kauswürdig erscheint, so ist ihm
keine Summe zu groß, um fie an sich zu bringen. So macht er
denn auch gegenwärtig die Runde durch Europa, und die Verschie:
denheit der von ihm und seinen Agenten zusammengekauften Obiekte
ist wirklich überraschend. Im Londoner zoologischen Garten kaufte
er um den Preis von 10,000 Pfd. Sterling die seltensten und
merkwürdigsten der von der indischen Reise des Prinzen von Wales
mitgebrachten Thiere. In Paris galt sein erster Behuch seinem
amerikanischen Landsmann, dem Menagerie-Besitzer J. W. Myers
(sauf dem Chatiau d' Eau), von dem er das bekannte Gutta-Percha—
Pferd, ein anderes, das auf dem Kopfe stehen kann, ferner vier
der kleinsten Ponnies und einen großen abgerichteten Strauß für
den Preis von zusammen 50,000 Francs kaufte. In Hamburg
erwarb er von den Thierhändlern Haidenbeck und Rice neben hundert
Affen noch Löwen, Tiger, Elephanten, zwei Riesen Giraffen und
seliene Papageien für die Summe von 250,000 M. Der Zirkus
Salamonsiy in Berlin überließ ihm fünfzehn vorzüglich dressirte
ungarische Pferde, angeblich für 78,000 fl. — Gegenwärtig sam—
meit Barnum U. noch in allen Raritäten: und Figurtu-Kabineten

Alles, was ihm dem Gischnack des ametilanischen Publikuns eut⸗
prechend erscheint. Am 1. April d. J. beabfichtigt er, in einem
eigenen Dampfer nach Newyork adzufahren und dort wieder einen
jener großartigen Triumphzüge zu veranstalten, die seinen Vater so
berühmt gemacht datten.

f Zu der nordamerikanischen hundertjäheigen Jubelfeier sah
sich ein Gesangserein in Boston veranlaßt ein patriotisches Lied
zum Besten zu çeben, in welschem folgende Strophe vorkam:

Schön ist es, ehrenvoll in Dir zu leben,
Du Land, so frei, so stolz, so groß;

Doch weiß ich mir ein schön'res Loos:

Für Dich dem Heldentod mich hinzugeben!

„Der Dichter dieser Worte“, schreibt die „Sunday Times“,
„zahlte 1700 Dollars, um sich — vom Militärdienst loszukaufen,
su dem ihn das Loos verdammt hatte. Drei andere Gereins—
Sänger flüchteten aus demselben Grunde nach Canada, ein Fünfter
tieß sich die Vorderzähne ausbrechen und das Haupthaar abbeizen,
so daß der Kopf glati wurde, wie eine Eierschale und der Besitzer
die von der Aushebung befreienden „87 Lebensjahre“ heucheln
konnte. Alles dieses thalen die patriotischen Sänger, um zu den
Bewinnern des bescheideneren Looses zu gehören: „für Dich, du
Land, so groß und frei“ — — ehrenvoll leben bleiben zu
können!

Dienstesnachrichten.

Die erledigte Sleuer · und Gemeinde-Einnehmerei Kliugenmün—
ster wurde dem Functisnär im Steuerbureau der k. Regier ungs—
Finanzkammer der Pfalz. Hermann Carl übertragen.

— Fur die Redaction verantwortlict 7⸗ .
— — —
Mobilien⸗Versteigerung.

miisnd vden 20. 1.
Mis., des Vormittags um 9
Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthsbehausung des Michael
Paul, läßt Lorenz Heil,
Schneidermeister von da, zur
Befriedigung seiner Gläubiger
zffentlich auf Credit versteigern:

eine große Partie Tücher,
verschiedener Dessins und
Farbe, Sommer⸗ und Win⸗
serbuxkins, 30 Paar Hosen
und 25 Joppen.

Die Versteigerungsgegenstände
können auf Verlangen jeden Tag
von Nachmittags 122 Uhr be⸗
sichtigt werden.

Aus Auftrag

Das Geschäftsbureau
L. Bechthold. St. Ingbert.
Freiwillig gerichtliche

Versteigerung.
Samstag“ den 8. März
nächsih n Nachmiltags 8 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirthschaft
von Johann Joseph Heinrich
werden von dem unterzeichneten
hiezu gerichtlich beauftragten k.
Notar die nachstehend bezeichneten
jur Gütergemeinschaft, welche
zwischen dem in St. Ingbert
deriebten Zimmermanne Johann
Joseph Bechtel und dessen
hinterbliebenen Wittwe Magdalena
Gressung bestanden hat, gehö—
rigen Liegenschaften, im Banne
von St. Jugdert, mit Ermäch-
tigung des Familienrathes, öf—
fentlich an den Meistdietenden
zu Eigenthum versteigert, näm⸗
lich:
pl.-Nr. 2566, 6 4 45 qm
Acker unter der Saorbrücker
Straße;
Pl.⸗Rr. 3374, 16 4 69
Im Ucker links in den
Seyen;

3. aus PlNr. 2810, 2810.
und 2811, 16 4 1 qm

Fläche, drei zu Bauplätzen

geeignete Loose als:
J. Loos, 3 a 82 qwm
Fläche, neben Peter Behr,
an die Bahnhofstraße
stoßend;
II. Loos, 3 a 41 qm
Fläche, neben Peter Uhl
an die Hauptstraße stoßend
III. Loos, 3 a 51 qm
Fläche neben Johann
Jung anu die Bahnhof
straße stoßend.
Eigenthümer sind:

1. Die genannte Ww. Vechtel,
hebamme in St. Ingbert;

2. die minderjährigen Kinder
a. Katharina, b. Magdalena,
c. Marie, d. Johann, 6. Anna,
k. Helene Bechtel, welche ihre
zenannte Mutter als Vormün⸗
derin und Johann Bechtel, Zim⸗
nermann in St. Ingbert zum
Nebenvormunde haben.

St. Ingbert, 19. Febr. 1878.
Sauer, k. Notar.

38

— 0

Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, 7

daß unsere liebe Gattin, Mutter, Schwiegermutler und 4

Großmutter X

Louise Klein geb. Martin,

nach längerem Leiden, im 38. Lebensjahre heute früh um un
9 Uhr sanft ver'chieden ist.

ꝛ St. Ingbert, 17. Febr. 1878. 17

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

1
R
43
In Herrn Julius Weil aus Mannheim wurde

mir der Verkauf von
Näh- u. landwirthschaftl. Maschinen
für St. Ingbert und Umgebung übertragen und können Zeichnungen
eingesehen, sowie Bestellungen bei dem Unterzeichneten zu jeder Zein
entgegen genommen werden.
Achlungsvoll
B. Weisderber.

Loose à 50 Rfennig
für die
Allgomeineo Geflugel-Ausstellung
am 17., 18. und 19. März
in Kaiserslautern
iind zu haben in der Expedition des „St. Ingberter
Anuzeinger“.

Holzversteigerung.
Samstag, den 23. Febr.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr,
verden zu Rohrbach im Ge⸗
neindehause folgende Holzsorti—
mente aus dem Gemeindewald
oͤffentlich versteigert:
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350 Stück Bohnenstangen —* n pfehlung.
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di . I Arbeiten für Baus und Möobel- ertheilt Unterricht im Latein,
ohrbach, 17. Febr. 1878. wed: zum Fahrilpreise. Griechijchen und Französischen.
Dae Büuͤrgermeisteramt: —A Gefl. Offerten hinterlege man
Iteb. Jaek. stꝛ⸗ r. Shbuss⸗.ix der Exv da. Bl.
Kedaktion Drud und Verlag von 5. X. Demetß in St Ingbert.

Conservirte Kirschen,
Pfirsiche, Nüsse, Himbeeren. Me—
lange ꝛc.

Himbeersaft, frische Citronen
und Orangen empfiehlt

J. Peters, St. Ingbert.
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        Slt. Ingberler Anzeiger.

— ——
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupitblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

1 Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts viit 10 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
AMß 30. Donnerstag, den 21. Februar 1878.
— —

—— M

Deutsches Reich.

München, 18. Febr. In dem Berichte des Ausschusses
der Reichssrathskammer über das Budget wird zum Etat der direkten
Steuern bemerkt, daß den bei diesen Anlässen zu Tage getretenen
Ansichten über die Reform unserer Steuergattungen zunächst ent⸗
gegenzuhalten sei, daß vor Allem das Gebiet der indirekten Be—
steuerung vom Reiche aus betreten werden müsse, weil ohne diese
Vornahme die Reform unserer Besteuerung ein Stückwerk bleihen
werde und bleiben müsse. Zu dieser Reform aber werde die Noth
drängen, und auf welch' andere Weise sollten die Bedürfnisse des
Reiches gedeckt werden, ohne die Unzufriedenheit auf das Höchste
zu steigern ? Und warum sollten wir nicht dieselben Wege betreten,
welche die Großstaaten; Europas, ehe wir uns diesen zurechnen
tonnten, längst eingeschlagen haben, und die allein ermöglichten,
daß man die Kosten eines großen Reiches trage! Was man bei
uns — ungbhängig vom Reiche thun könne — Das sei, daß man
die Ungleichheit der verschiedenen Steuergattungen zu ebnen suche.
Bei der Grundsteuer werde man aber unter allen Umständen Halt
machen müssen; diese sei gegenüber den Ansprüchen, mit denen sie
zu kämpfen habe, gegenüber der reichen Produktion fruchtbarer
Länder keineswegs in einer beneidenswerthen Lage. Alles, was
man, ohne die Kosten einer neuen, theuren Boaitirung aufzuwenden,
jür dieselbe werde thun können, dürfte darin bestehen, daß man
etwa diejenigen Oedungen zur Besteuerung herbeiziehe, welche zu
Weinbergen, Hopfenanlagen ꝛc. umgewandelt worden sind, und diest
sollen in manchen Gegenden an Zahl nicht unbedeutend sein, ja es
sollen noch Weinberge unbesteuert sein, welche heute einen Werth
pon manchen Tausenden ausmachen. Auch die Bauplätze würden
hiebei in Betracht gezogen werden können. (Fr. K.)

München, 19. Febr. Die Abgeordnetenkammer nahm
den Gesetzentwurf über die Abkürzung der Finanpperioden bezüglich
des Meilitärbudgets nach dem Ausschutzantrag an. Die Forft chul⸗
frage mußte von der Tagesordnung abgesetzt werden, weil der
Finanzausschuß die Vorberathungen nicht beendet hal. Der Militär—
kredit muß noch vor der Vertagung erledigt werden.

Berlin, 19. Fedr. (Rtrichstag.) In der Begründung
der Orient-Interpellation sprach Vennigsen das vollste Verlrauen in
die Leifung der auswärtigen Augelegenheiten aus. In Bezug auf
Oesterteich außerte er unter dem Beifall des Hauses: „Wir haden
ein Interesse an der ungeschmälerten Erhaltung Oesterrrichs, wir
wünschen, daß die Interessen Oesterreichs durch den weiteren Ver—
lauf der Dinge nicht geschwächt werden.“ Unser Deutschlands)
zöchster Ehrgeiz bestehe in der Erhaltung des Friedens, wofür wit
Opfer zu bringen und schwere Lasten zu tragen haden. Es sei
spon der Weisheit der Leitung der deulscheu Politik die Erreichung
dieses Zieles zu erwarten.

Berlinn, 19. Febr. Die Interpellation betreffend die orien⸗
talische Augelegenheit beantwortend, sagt Fürst Bis'm arck heute
im Reichstag: Durch die Bestimmungen der Friedenspräliminarien
werden Deutschlands Interessen nicht so berührt, daß es aus jseiner
bisherigen Halt iug heraustreten müßie. Die Befürchtungen wegen
der Dardanellen wären durch die ihatsächliche Lage nmicht berechtigt.
Ueber Deutschlandz einzunehmende Haltung koͤnne er jetzt noch keine
amiliche Mintheilung machen, da er erst heute Morgen in Besitz
der bezüglichen Aktenstücke gelangt sei.

Er glaube nicht an einen karopaischen Krieg, da die gegen
Rußland vorgehende Mächte alsdann die Verantworlung der tür—⸗
kischen Ecbschaft übernehmen müßten. Deutschland sei für die Be—
schleunigung der Conferenz, die vielleicht in der ersten Hälfte des
März zusammentreten werde. Er weise entschieden alle auf ein
Tinschreiten Deutjchlands gestellten Anforderungen zurück. Deutsch⸗
and wolle ehrlich vermitteln, aber kein Schiedsrichleramt in Europa
ausüben.

Gegenüder Aeußerungen Windthorst's (ultram.)“, welche das
Berhältniß Deutschlands zu Oesterreich bemälelten, änßerte Für si
Bismarckn. A.“

„Unsere Beziehungen zu Oesterreich sind die der Gegenseitig⸗
keit, der vollen Offenheit und des gegenseltigen Vertrauens, was
eine große Seltenheit ist, namentlich nach den Vorgängen, wo
andere Parteien in Oesterreich noch mächtiger waren, als sie Dies
heute sind. Nicht blos von Regierung zu Regierung, nein, ich
iehe persönlich mit dem Grasen Andrassh zu meiner Freude und
ju meiner Ehre in demjenigen freundschaftlichen Verhällniß, was
hm die Möglichleit gibt, mir jede Frage, die er für nothwendig
jält im Interesse Oesterreichs, offen zu stellen, und etr hat die Ueber⸗
ugung, daß ich ihm die Wahrheit antworte, und ich habe die
Jeberzeugung, daß er mir die Wahrheit über Orsterreichs Absichten
agt. (Bravo!) Ein solches Verhaliniß ist ein sehr günstiges, wenn
nau sich gegenüber einen Minister hat, bei dem man von der
Wahrheit Dessen, was er auf sein Wort versichert, vollständig über⸗
eugt ist. In der angenehmen Lage befinden wir uns mit Oester⸗
reich. In früheren Zeiten, die dem Herrn Vorredner (Windthorssh)
jefallen mögen, war es anders. Da habe ich österreichische Kollegen
nir gegenüber gehabt, denen habe ich gesagt: es ist mir gleichgillig,
»b Sie reden oder ob der Wind durch den Schornstein geht, ich
glaube kein Wort vvn Dem, was Sie sagen. GHeiterleit.) Graf
Undrassy glaubt mir, und ich glaube ihm, was er mir sagt, und
vir brauchen zu diesem Verhältniß die Vermitilung des Herrn
Borredners am allerwenigsten; er würde es nur verdetben können.“
Beifall.)

Für die Verstimmung der leitenden Kreise in Berlin gegen
s'ußland bezeichnend ist ein Artikel der gut gouvernementalen
Post“, in welchem es u. A. heißt: „Die kühne Aufrichtigkeit des
Fürsten Bismarck und seiner Forderungen gleicht dem scharfen Berg⸗
zrofil, das jedem Auge deutlich sich vom reinen Himmel abhebt.
Die zussische Kühnheit don heute gleicht dem wolke aͤbedeckten Berg
an trübem Tage, dessen Form der Nebel phantastisch und unge—
je aerlich verzerrt. Man läßi die türkischen Bevollmächtigten nach
dazanlik kommen, läßt sie sechs Tage warten und führt sie dann
iuch Adrianopel, um sie dort am 81. Januar zur Unterzeichnung
ines Abkommens zu bringen, das noch heute, am 18. Februar,
ür alle Welt Geheimniß ist. Man weiß nicht einmal, ob das
Ibkommen ein geheimes Bundniß mit der Türkei nebst einem defini⸗
iven Frieden oder nichts von allen Dem bedeutel. Ein solches
Berfahren muß Besorgniß und Unruhe in aller Welt hervorrufen.
Deutschland, Rußlands Freund, auch in den Krisen dieses Feld⸗

„uges, kennt weder Rußlands geheime Abmachungen noch seine
veitere Plane. Dafür empfängt es seltsame Liebesbezeigungen.
Als Plewna noch nicht gefallen war, als Oesterreichs schon damals
'inmal bevorstehende Mobilmachung auf Deutschlands freundschaft⸗
ichen Rath unterblieben, da schrieb der „Golos“: Ein Hauptwerk
ür Rußland nach dem Frieden werde die Befestigung der deuisch⸗
ussischen Freundschaft durch Ausdehnung des Handelseberlehrs sein
Deute dergleicht der „Golos“ Deutschland mit dem Wolf, der
überall eingebrochen ist und scheu, aus Furcht vor Strafe, in jeden
Stall blickt; nur Rußlands breite Brust könne det Wall für diesen
derrufenes Wolf sein. Siehe da, wie man gelernt hat, aufrichtig
ju sein! Wir wissen nicht, welchen Thiercharakter dzr „Goloz“ in
enem liebenswürdigen Gleichniß für Rußland in Ansptuch nimmt.
Bielleiht den des Lammes, das jeden Brocken, den es je gefunden,
nit aller Welt brüderlich getheilt, oder vielleicht den des Löwen,
dem das Reich des Lebendigen von Rechtswegen gehörtt, darin nach
Belieben zu jagen und zu zerreißen. Seltsam ist jedoh, daß der
öwe den Wolf auffordert, für ihn die Kanonen aufzufangen, welche
die besorgte Welt abschießen könnte. An den maßgebenden Stellen
in Rußland wird die Erwägung indeß eine andere sein. Wir sind
ungeduldig, das Resoltat derselben zu vernehmen, denn um uns
in Europa ist die Ungeduld über Rußlands Haltung im starken
Zunehmen. Fürst Bismarck erklärte 1871, die Ehre Frankreichs
ei nicht verschieden von der aller anderen Völker, welche in Ab⸗
retungen von ihrem Gebiet gewilligt. Deuischland forderte sein
altes Reichsland Luxenbutg, daß es kutz vor dem Kriege dem
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        Frieden vergeblich zum Opfer gebracht, von Frankreich nicht zurück,
um nicht Eucopa wegen Belgien zu beunruhigen. Rußland fordert
dagegen heule das kleine Stück von Bessarabien zurück, durch dessen
Aufgabe es einsi Oesterreich und Deutschland wegen der Donau
beruhigt. Das ist auch cine Unähnlichkeit. Wird nun bald die
Aehnlichkest zum Vorschein kommen?

NAussand.

Rom, 20. Febr. Die „Agenzia Stefani“ weldet: Der
Kardinal Pececi ist vom Conclave zum Papst erwählt worden
und hat den Namen Leo XIII. angenommen. (Joachim Pecci,
geb. zu Carpineto am 2. März 1810, Erzbischof von Perugia,
zrnannt zum Kardinalpriester am 19. Dezember 1853.)

Leipzig. Der Vorwärts“ (Centralorgan der Social⸗
demolrolie) dringt einen Aufruf an die Parteigenossen,“ worin er
sie benachtichtigt, daß der Wahlfonds erschöͤpft und ihm auch seit
Monaten kein Beitrag metzt zugeflossen ist, daß fernet in Folge
der vielen Prozesse und Einkerkerungen von Parteigenossen der
Uuterstützungsfonde den an iha gestellten Ansprüchen ohne außer⸗
ordentliche Zuwendungen aus dem Agitationsfonds nicht genügen
kann. Daraus folgt, daß für beide Fonds auf's Neue gesammelt
und spendirt werden soll.

Die Renard'sche Erbschaft ruft in Holland und Belgien
jmmer mehr Erbluftige zusammen. Die „Independance Belge“
hatte vor einiger Zeit die Nachrigt gebracht, daß die holländische
RKegierung die 64 Millionen Gulden betragende Hinterlassenschaft
eines in den ostindischen Colonien zu Sourabaya verstorbenen
Zaufmannts, Namens Renard, verwalte, nachdem sich bisher kein
ẽrbe gemeldet. — Diese von mihreren Zeitungen reproduzirte
Nachricht hatie eine wahte Fluth von allerhand Renards, de Vos,
Füchsen und Fox zur Folge, die aus Holland, England, Deutsch-
und und Frankreich herbe geströmt kamen und sich als die einzigen
echtmäß'gen Erben jenes selig in dem Herrn entschlafenen ostin⸗
zischen Renard erklärten. Der eine Fox wies Briesschaften vor,
denen zufolge einer seiner Großonkel in ostindischen Diensten ge⸗
sanden, ein aaderer, Namens de Vos, bewies mit nicht weniger
is 14 Tauf- und 9 Trauscheinen, daß ein ihm anverwandter de
Vos vor undenklichen Zeilen nach Borneo ausgewandert sei und der
verstorbene reibe Renard unfehlbar dessen Nachtomme sein müsse
u. siw. Natürlich wandten sich alle großen und lleinen Füchse
in Ermangelung weiterer Nachrichten vor Allem an die Redaktion
»er „Independence Belge“, und das Bureau dieser Zeitung war
in den letzten Tagen derart belagert, daß es sich veranlaßt fühlte,
nn einer öffentlichen Erklaͤrung jede weitere Auskunft zu verweigern.
Nun irurden die holländischen Behörden von den Erbschaftspiraten
bestürmt, und der ganze Rudel „Füchse“ wandte sich nach Haag
und Amsterdam. — Zu welqeer Landplage würde dies geworden

ein, wenn dieser reiche Renard am Ende „Müller“ oder gar —
Meier“ geheihßen hätte.

Vermischtes.

pPqIn Kaiserslauttern wurde an einem Baume voll⸗
stündig erschlossene Kirschenblüthe gefunden.

Si. Martin, 18. Febr. Die seit dem 20. Novem.
v. J. eifrigst gesuchte Leiche des Aloys Fischer, Sohn des Metzgers
Fischer, der sich einige Tage uach dem Verschwinden seincs Sohnes
erhängte, wurde Samstag gegen Abend gefunden, und zwar von
rinem Taglöhner Namens Schwarz von St. Martin, im Maikam⸗
merer Hinterwald (Schlag Wiesel), etwa eine halbe Stunde von
dem Forsthaus Heldenstein, 2is4 Stunde von St. Martin. Am
deichnam selbst wird sich vielleicht herausstellen, ob, wie vermuthet
war, ein Mord vorliegt, dder nicht. Die ausgesetzte Belohnung
bou 1000 M. fällt einer armen Familie zu.

F In Kreuz nach ermordete eine Frau ihre beiden Kinder
und dann sich selbst. Noth soll die Veranlassung zu dieser furcht⸗
baren That gewesen sein.

München, 18. Febr. Das General-Comite des land⸗
wirthschaftlichen Vereins in Bayern hat eine Zuschrift der General⸗
direklion der k. b. Verlehrsanstalten, ob eine Frachtermäß'gung für
inländischen Sprit und Branniwein im Intercsse der Landwirthschaft
sei, bejahend beantwortet.

Ruch im Januar haben die pfälzischen Bahmen ein erheb⸗
liches Einnahmen-Minus auf juweifen. Bei einer Gesammteinnahme
M. 870, 682 ergibt fich ein Minder von M. 108,678 gesen
das Vorjahr.

Frankfurt, 15. Febr. Seit wenigen Tagen ist es
zwei Mal hier vorgekommen, daß Leute, welche Brief⸗Couverts, um
sie zum Verschließen geeignet zu machen, mit der Zunge anfeuch—
jeten, sich an der scharfen Paplerkante in die Zunge, bezw. in die
dippen schnitten. Beide Male hatle die Verletzung zur Folge, daß
Blut⸗Vergiftung eintrat.

Dienstes nachrichten.
Der Rechtsconcipent H. Schmitt don Lohr warde zum Poli—
zesanwalt in Kaiserslautern ernannt.
Mααᷣααä —s,J————6—„— —B2—»—— — 2o0 “—————
Fur die Redaction veraniwortlich: F. X. Demetz.

—

— — —

————
Danksagung.
Allen Deneu, gur g der
Begräbnißfeier unserer innigstge⸗
liebten Mutter, Schwiegermutter
und Großmutter

Wilhelm. Louise Klein
beigewoͤhnt haben, sowie dem
Herrn Piarrer für seine so trost—
spendende Leichenpredigt, sprechen
wir unsern innigsten Dant dafür
aus.

St. Ingbert, 21. Febr. 1878.
Die trauernd Hinterblieeven.

. Empfehlung.

Den Herrn Schreinermeistern
von dier und Umgegend zur gefl.
Kenntnißnahme, daß wir ein
Lager in Holzwaaren aus
dec Fabrik von H. Eckel in
Kaiserslautern dahier errichtet
haben, und empfehlen solche na—
mentlich Kehlstäbe und Ge—
fimsleisten, sowie gefräßtt
Arbeiten für Bau⸗ und Möbel—
zweck; zum Fahrilpreise.

Achtungs voll
Gebr. Schuster.

Schnappbach.
Filiale der Bierbrauerei St.
Einem geehrten hiesigen wie auswärtiger
Publitum zur Nachricht, daß ich von Samstag,
283. Februar an, im ehemaligen Spaniol'schen
Wirthslokal, das Bier obengenannter Brauerei *
mertannt guter Qualität zu 15
den halben Liter ausschenke.

Hort.

AGEI.
Sonntag, den 24. Februar 1878
kresfest des Gesang-Vereins
asel, in der Wirthschast von Peter Luck,
ween höͤfl. einladet Der Vorftand.
22 — 7— 5
m IMnierleben
—A— —⏑Â— —
nit ganrlieh umgeurbæitet em an erueitertem Teæt und grõösttentheit-
ναιιν_gen nach der Natur, amrusst in vier Abtheilungen oiuse
— EVDäSGe öer TRLIervxxyerit
aufs pruchtvolissste illustrivrt
d rrekeint in I00O παÛααο&amp;ichen Lieferungen rum Preis von IMœursc.
3 Verlad des Biblioqraphischen instituts in Leipzig.

Ack

—E— ¶ — —
Nortrauen kann ein kranket
3 zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
Naturheilmethode, sich thatsächlich
bewährt hat. Daß durch diese Me—
thode anßerst aunstige, ja staunenerrt
gende Heilerfolge erzielt wurden, be
eisen die in den reic illullr. Buche
Ailxuls Ltufhail-'

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o mehr vertrauensvoll zuwenden
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dem vorzüglichen, 544 Seiter
starkten Werke: Dr. Riry's Na
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8 33338 63 3328 53332335 25
S 25* — 2553 3 95 — 285
* —*53 — — * 2 3
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——2 ——— ——— 2589 38, 6 3 5 — — 8* — *5
——3 5— —235 5 353237 — —— —3535583633813723 338
* * 2 VT — * —
3 7— 5888 —3333— 335727 22235 332 — 8
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22*52 25758232—32287* 523525 —
2523 55533 —535 538* — —2—5*
33 7523 —2 53*732 23* 23335—5362
25 23— — 55— 225832 85222 — 322
2 2 2 —A —A—— 22. 2 2 * ——⏑——
2 2 —52 33 6 —358353238 AX
2. 3 — 5 5 ——— —A 55 27 223—
—V ——— 2* 285 — ——— 582 * —A —
—A — 882 72 52 * 0 310 ———
—
* 7 * 2 3 — 8
* 228 7* 21 * 2 8 2 *3 —
32 25833633—52528
— * — 8 —3— — —⏑— 6*2 575 325525
232.5 57 35 22. * — — —A— 8232*58 ——
* ——— 2383. 590* 25 —— —
—522555—338352233. s25 7333553573638
3388 — — 2 2 2 282055 85338
557—22 E38 2 27 2 —— — 27
7 — —A— 52 65 N —A
—225 328 28 —z23255 ——— 22 —
1 2* 52535 235 57283235 2
2237 22 — —2555 5— 5— 33283303
— ——— 23832. 5272853 —A
8*38 238— 2. 53353 —2 5*52 7275232385

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        St. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntans mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieunstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementssreis betragt vierteljahrlich

l Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die vierzespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. NReciamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 31.1. Samstag, den 23. Februar 1878.

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Die Bismarck'sche Erklärung zur Orientfrage. hat Füest Bismarck ziemlich deutüch gelennzeichnet. Er appellirt
Wenn auch Fürst Bismarck, w'e er sagt, die Interpellation einerseits an Rußlands Ahened Iweresee e, hm e sich
über die Orientfrage sich nicht gerade,u bestellt hatie, so ist ihm nicht e eeeet — ege * ester⸗
dieselbe, wie sid aus der ziemlich eingehenden Beantwortung ergibt, 84J m we *— ie F —* z an in wahen
doch nicht ungelegen gekommen; der Zweck, durch eine mit Beifall n di Ziummun — 8 9 de ,
aufgenommene Erklärung über den Sinn der überwiegend russen⸗ — — * 3 8 54
freundlichen Politik des deutschen Reiches für dieselbe die Mit⸗ der BDauer — eit besitze. erersei Dne sterteich daver,
verantwortung des Reichstages zu erhalfen und damit einer all— der Er piniß ke 5 —— pu Dirg lett beben,
fälligen Opposition von vornherein die Spitze abzubrechen, anderer⸗ st ein segrewer rieg he srric dede Ver edere zu
seits aber auch mit einer nur vor dem Recchstage möglichen Offen- Bewinn n ee wu e, n em — F e grr 8 er
heit die Grenzen zu bezeichnen, in wie weil Oesterreich, aber auch ee völlig n — cwen i J uren i Wge
Rußland auf die Unterstützung Deutschlands zu rechnen haben werde, * n . au dn e — er n ür Oes F
ist durch den Verlauf der gestrigen Reichstagssitzung entschieden er— An * du ieß b n, —
reicht worden. Eine kurze Verschiebung der 38 — man viel⸗ * —* i iens umzuwandeln, ersceine jetz
leicht insofern noch vortheilhafter gewesen, als die Pläne Rußlands J
in der sae Provinzen der Türkei bis dahin vielleicht — Orientinteressen dussarvn deft Bismaret
etwas derzaillirter bekannt sein konnten und es den Kanzler unter zun ongaesse agahri zu sehen. — esen win voe
Umständen mözlich war, üch in dieser Beziehung etwas konkreter Punkne zusammen : 9) —— er a ee die all·
auszudrücken. Im Uebrigen aber ist die Interpellationsbeantwortung, Inn — ein En e nne ae ) ffenha ans d
welche im selben Augenblick erfolgte, da in Oestetreich Ungarn die Wasegsraten Da — ne we atd anellen F 5 Lan aer
Eristeuz einer beträchtlichen Meinungsverschiedenheit mit Rußland per g A * aAe en mnen pad seintr en ruffischen
in der bulgarischen Frage amtlich constatirt wurde, augenscheinlich d schiffen g6 ffne werden aber ihnen nicht allein gad ohne
in einem Zeitpunkte geschehen, der eine Klärung über die gegen— ebergang der die Straße beherrschenden Pofitionen auf Rußland.
seitigen Endzele dringend erforderlich erscheinen ließ. Zum Schlusse machen wir noch uf zwen interessante That⸗
Der Schwerpanti der Bismard'schen Erklärung liegt in der Jachen aufmerksam, die uns durch die Biemarchsche Rede mitgetheilt
Hervorhebung des Gedonkers, daß Deutschland in deinem Falle so vetden. Die eine ist der Umstand, daß Rußland trotz all seiner
weit gehen werde, für die fernere Entbickelung der Orientfrage raditionellen Unverschämtheit sich doch — gesehen hat, wenn
jelbst sein Schwert in die Wagschale zu legen. Deutschland wird uuch knopp 5 Thoifchluß, den deunen Reigskanzler in der
zwischen Oesterreich und Rußlande, als aufrichtiger Fteund Beider Orientfrage nicht teden zu lassen, ehe das Versaumniß, ihn von
unde weil im eigenen Interesse auf die Ertanuung des Friedens Rn driedensde dingungen i Felrtweß zu setzen, nachgehoit war·
unter diesen seinen nächsten Nachdarn auf zwei Seiren bedacht, zu Die andere liegt in der stolzen Erklärung Bismards, welche dem
vermitteln suchen, doch wird diese Vermiltelung nie so weil gehen, VYader um den von Gorftschakoff beanspruchten Congreßvorsitz ein
daß der Rath Deutsch!ands nach der frühber üblich gewesenen frau⸗ Ahes Ende bereitet bat: daß auf deutschem Boden des Prasidium
zösschen Melhode, zu einer Forderung wird, deren Nichterfüllung Teutschlands als selbstverständliches Recht in Auspruch genommen
den Kriegsfill mit Deutschland bedeuscie. Oecsterreich, an dessia werde; auch deussche Geduld hat im Puntte der Ehre ihre Grenzen,
Intacihaltung Deutschland zwar ein großes Interesse het, wie Ben— über welche die russische Kaute nicht binüverhauen darf. (Fr. K.)
nigsen betonte, kann troßdem nicht darauf rechnen, seine Wünsche
von Deutschland çgegenüber dem Cjarenreich in einem Maße ver—
treten zu sehen, welches einer nachdrücklichen Unteistützung gleich—
täme. Umgekehrt wird auch Rußland in enem etwaigen Kriege
imit Oesterreich auf die deutsche All auz ia keinem Falle rechnen
dütfen. Deuitschland wird einen Krieg nur um seiner eigenen In—
seressen willen führen, die nach Bismaich's Ansicht zur Zeit ganz
gewiß nicht in einem Grade bedroht sind, welcher eine kriegerische
Betheiligung Deutschlands oder auch nur die Drohung mit der—
selben irgendwie populär erscheinen ließ. Ju letzierer Hinsicht hat
der Reichtkanzler sicher das Richtige getroffen: das Friedensbedürfniß
ist selbst bei uns Gegnern des Moskowiterthums stürler, als der
Wunsch, durch eine Altion im jetzigen Augenblicke dem Panslavis⸗
mus einen Stoß zu versetzen. Etwas Anderes wäre es gevesen,
wenn Deutschland s. Z., als es sich überzeugte, daß Rußland;
Entschluß zum Kriege unabänderlich und daher die Zerschmetterung
der Türlei doch unvermeidlich war, seinen Einfluß auf Oesterreich
im Sinne ener Thelnahme am Kriege an der Serte Rußlands
unter der moralischen und nöthigenfalls finanziellen Unterstütz ng
Deutschlands geltend gemacht hätte; unter dieser Vorausjetzung war
es vielleicht wörzlich, die Neugestaltung auf der Balkanhälbinsel in
einem Oesterreich und damit der zukünftigen politischen und Kultur—
Futwicktlung Mitteleuropa's günst geren Verlaͤufe vor sich gehen zu
lassen. In dieser Beziehung schrint vor Jahresfrist eine Unter—
lassungssünde begangen worden zu sein, das sich freilich jetzt nur
durch einen blutigen Krieg wieder gut machen leße.
In welcher Richtung sich dꝛe Vermitkelung zwischen Rußland
und Oesterreich — von England ist nicht merr vel die Rede, da
dessen Hallung augenscheinlich von det Gewinnung oder —R
zewinnung der österreichischen Allianz abhangt — bewegen wind

Deutsches Reich.

München, 19. Febr. Die Anträge der Abgeordneten—
lammer, daß bei der Ausfuhr von Branntwein der Mal zaufschlag
zutückvergütet und daß bei den Hundfurterschrotmühlen von dem
gesetzlichen Controlapparat Umgang genommen werden moͤge, wurden
bdon der Kammer der Reichsrälhe abgelehnt. In leßterer Bez' ehung
wurde die Gefahr der Steuerdeftaudation geltend gemacht, in
erslerer die Etwägung, daß die Vrann weinbrenner, wenngleich ihte
lagen über Besserstellung der norddeutjchen Blanntweinbrenner
»egründet seien, sich doch gut ständen. Reichsrath v. Neuffer
mneinte, die Abschaffung der Differentialtatrife würde den Brennern
nehr nützen, als die Ruckdbergütung der Steuer.

Berlin, 19. Feor. Der Gesetzenwurf über den Verkehr
mit Nahrungs- und Genußmitteln und Gebrauchsgegenständeun ist
dem Bundesrathe vorgelegt worden. Derselbe umersiellt den Ver—
ehr mit Nahrungs aitteln, Genußmitteln, mit Gegenständen, welche
zur Haushaltung, zur häuslichen Einrichtung, zur Geschäftseintich⸗
ung oder zur Kleidung bestimmt sind, und mit Spitlwaaren, der
Beaufsichtigung durch die Organe der Gesundheitspolizei. Dieselben
ollen zu Revisionen sowie zur Entnahme von Proden behufs Unter⸗
uchung berechtigt sein; sodann wird besteumt, daß durch kaiserliche
Verordnung Bestimmungen zum Schutze der Gesundheit' für das
ganze Reich erlassen werden können. Derarnuge Reichs Polizeiver⸗
ordnungen sind insbesondere zulässig in Betreff der Herstellung,
Aufbewahrung und Bezeichnung der zum Beikaaf bestemmten Nah⸗
ungs- und Genußmittel; es würde beispielsweise also im Verorb—
nungswege die Anwendung von Surrogaten bei der Bierfabrikation
c. zu untersagen sein. Indessen geht der Gesehentwurf noch
weiter: Es soll durch kaiserliche Verordnung auch die hewerbẽ⸗
        <pb n="110" />
        maäßige Hersftellung von Gegenständen, welche zur Fälschung von
Nahrungs · oder Genußmitteln bestimmt sind, verboten oder beschränkt
verden därfen. Ein dritter Gesichtspunkt, welchen der Entwurf
us Auge faßt, ist die Ergänzung, bezw. Verschärfung der be⸗
dehenden Strafbestimmungen. Als „Fälscher“ ist danach zu be⸗
strafen: wer zum Zwedke der Tauschung Nahrungs; und Geuuß
nittel, welche zum Verkauf bestimmt sind, mit dem Anschein einer
hesseren Beschaffenheit versieht oder dieselben durch Entnehmen oder
Zujetzen von Sioffen verschlechtert, sowie Derjenige, welcher der⸗
gleichen unter Verschweigung derartiger Umstünde oder uuter einer
zur Täuschung geeigneten Bezeichnung feilhält. Die Strafe der
Fälschung eeht bis zu 6 Monaten Gefäneniß oder 1500 Mark
Heldbuße, dagegen soll die vorsätzliche Herstellung von gesundheits⸗
schädlichen Nabrungs- und Genußmitteln oder Gebrauchsgegenständen,
sowie der wissentliche Verkauf derselben Zuchthausstrafe nach fich
sieben.

Berlhin, 20. Febr. Es verlautet, daß der Kaiser Wilhelm
einen Brief an den Czar gerichtet habe, worin bei wiederholler
Versicherung der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen an die
früheren Zusicherungen des Czar appellirt werde, da Deutschland
uch Oellerreich gegenüber gewisse Verpflichtungen zu erfüllen habe.

(SIr. 3.)
Ausland.
Wien, 20. Febr. Des Fürsten Bismarck Orienlrede bat
in Regierungskreisen einen besseren Eindruck gemacht als im Publi⸗
im; besonders die Seklärung, daß Deutschland in vielen Pankten
Desterreichs Standpunkl offen billigt und für den Kriegsfall vollste
Feutralität jedem Kriegführenden, sowohl Rußland wie Oesterreich
Jegenüber ankündigt. Auf eine Waffenbrüderschaft Deutschlands
Ruͤßland gegenüber hatte man hier überhaupt nie gehofft. Aus
London wird telegraphirt, es sei die Zustimmung Deutschlands
um Congreß in Baden. Baden eingetroffen. Merkwürdig ist, daß
kingland wie Deutschland offiziell immer von Conferenz, nicht von
Tongrekß sprechen. Die Türkei ist eingeladen, was ich wiederhole,
deil noch immer die gegentheilige Behauptung verbreitet wird.

(Ksln. Zig.)

London, 20. Febr. „Morning Post“? will wissen, daß
Rußland Gallipoli besetzen wolle, falls England nicht die Besetzung
dis Bosporus:Forts durch die Russen gestatie oder verspreche, daß
die britische Flotte nicht in das Schwarze Meer einlaufen werde.

ostantinopel, 18. Febtr. Die britische Flotte ankert
gegenwärtig vor Tuzla (also im Golf von Ismid. näher bei Kon⸗
jantinopel als der von Mudaniq).

Konstantinopel, 20. Febr. Der Sultan ist geistig
wie lörperlich in Folge der letzten Ereignisse so herunter gekommen,
haß mancherlei Befürchtangen gehegt werden. (K. 3.)

Koßstantinopel, 20. Febr. Suleiman Pescha wurde
derhaftet und Vulair (an den Dardanellen) gebracht. Er wird in
Konstantinopel vor ein Kriegsgericht gestellt werden. (Mit seiner
Sendung nach Volo kann's also nichts sein. Der Sultan hat
geuerdings mit der Königin Victoria Telegramme geweéselt.

Rustantinop'sel, 20. Febr. In Folge starken Schnee⸗
salls sind die Straßen unsahrbar geworden und ward dadurch die
Faumunz von Erzerum und Batum verzögert.

Konstantinopel, 20. Febr. (via Odessa.) Die
Telegraphenverbindung über Keschan, wo die Linien nach Otranto
nnd VGrodista abzweigen, ist von den Russen derart in Anspruch
jenommien, daß nur die Kabelverbindung über Odessa für den
VFubatverkehr offen bleibt.
Petersburg, 20. Febr. Die ‚Agence Russe“ erklärt
die Nachricht der „Dailh News“, daß am Mittwoch der directe
Frieden zwischen Ruhland und der Türkei unterzeichnet werden solle,
ur unbegrundet. Die, Pforte sei im Gegentheil wieder halsstar⸗
tigir geworden. Durch den Umstand, daß die britische Flette bis
n'die Mudania⸗Bay zurückgegangen sei, werde die Wichligkeit der
Thatsache, daß dieselbe gegen den Willen der Pforte die Darda⸗
Acn polfirte, nicht vermindert. Der Rüdgang der Flotle bis in
zrößere Entfernung von Konstantinopel beweise, daß englische in
er Türkei lebende Untershunen nicht bedroht seien. Die Durch⸗
ahrt sei demnach in dieser Hinsicht unnütz gewejsen⸗ Da dieselbe
e ein „Fait accowplie sei, so notyige sie die rujsischen Truppen,
ewisse näher an Konstantinopel gelegene Punkte zu besetzen, um
ür jede Moͤglichkeit vor bere'tei zu sein, welche die Christen bedtohen
donie, Die Losung der Frage würde in dem Rückzuge der bri⸗
aͤschen Flotte nach der Befika⸗ Bay liegen; alsdann würden die
zufsischen Truppen hinter die Demarcationslinie zurückgehen.

Rermischtes.
54. Inabert. Auf Antrag des Oberhostamset Speher

purde dem Postillon Peler Goͤrlinger bdon hier ein Ehrenpost
jorn mit silberdurchwirkten Schnüren verliehen.

FKaiserslautern. Dem Bezirlsqgerichte dahlet wur⸗
den 500,0000 M. Uberantwortet zur Vertheilung an die Erben
iner auf Java verstorbenen Wittwe Steenkamp. Es sollen auf
die verschiedenen Erben je 37.000 M. entfallen. (Pf. V.)

Dürkbeim, 19. Febr. Vom Reichsgesundheitsamt in
gerlin kam der Auftrag hierher, ein Sortiment Proben hiesiger
Naturwein? zuc chewischen Untersuchung einzuschicken; der Gehalt

ind die Zusammensetzung der Weine sollen als Anhaltspunkte vei
der Unteifuchung verdächtigtr Weine dienen. (D. A.)

purmet, 19. Febr. Heute Nachm'ttag wurde die hiesige
demeinde in Aufregung versetzt. Der einzige Sohn des hiefigen
Irtsbürgers Franz Alles, Namens Anton, besorgte das Geläute
n hiesiger kath. Kirche. Wie gewöhnlich trat er auch h.ute seinen
zaug nach der herrlich gelegenen kath. Kirche an, um das Zwölf—
ihrläuten zu besorgen. Von diesem Gange kam er jedoch nicht
bieder zurück. Die Eltern wurden wegen des langen Ausbleibens
esorgt und jforschten nach. Sie fauden die Krche verschlossen,
ind auf das Rufen nach ihrem Sohne tieß sich nicht das Geringste
dug derselben vernehmen. Die Kirche wurde nun geöffnet, und
ver malt sich den Schrecken — der junge Munsch, erst 17 Jadre
At. — hing erhängt am Glockenseile. So wie Schteiber Dieses
zen bett. Vorjall auffaßt, ltegt hier ein Unglücksfall durch Spielerei
mit dem Glockenseile vor. Kus. Zig.)

Laubenheim; 7. Febr. Eine einzeln stehende Per⸗
'on, Taglöhnerin, erschien auf der Bürgermeisterei daselbst und bat
en Bürgermeister Möhn, er möge doch d'e Güte haben, ihre Er⸗
parniß in die Sparkasse zu besorgen, damit sie während ihres
iisters doch Etwas zuzusetzen habe. Mit größter Bereitwilligkeit
ibernahm Herr Moöhn diesen Aufiraꝛ. Aber wie erschrack derselbe,
ils die Person vor seinen Augen ihr sauer erspartes Geld auf den
Tisch legte! Holländische Guldenstücke, doppelte preusßische Thaler
mdol. uünd einen bayerischen 50 Guldenschein — lauter verrufenes,
ninderwerihes oder verfallenes Geld enthielt die Sparschaft. Herr
Möhn sandte den 50 Guldenschein sofort an die bayerische Regierung
iach München, um nachträgliche Einlösung zu erwirken. Alein
um größten Leidwesen der armen Verson kam von dort eine ver⸗
neinende Antwort.

paAus der Pfa!z. In Amerka gestorbene Pfäkzer:
Magdalena Becher, ageb. Braun, aus Lingenfeld, gest. am 15.
dobe 1877, Rew.PYork. Barhara Buticher, geb. Weiler, aus
dernten (D, 63. Jahre, gest. am 10. Oct. 1877, Cineinnati,
hio. Anna Maria Kuntz, ged. Weidner, aus Wollmesheim bei
dandau, 45 Jahre, gest. am 19. Oct. 1877, New Orleans, Loui⸗
jana. Elis. Eva Gams, geb. Helck. 46 J., aus Fredenfeld, gest.
im i9. Nob. 1877, Cincinnati, Ohio. Otltilie Müller aus Dürk⸗
eim, 68 J., gest. am 24. Dez. 1877, Brookiyn, New⸗Portk.
Fis. Seeboch aus Zweibrücken. 74 J., gest. am 17. Oct. 1877,
Philadelphia, Pennsylvania. Georg Schumm aus Burrweiler, 55.
J gest. am 17. Oct. 1877, Cindnnati, Ohio. Elis. Steinbrecher
rußz Otterberg, 67 J., gest. am 80. Oct. 1877, New Vork.
douis Schmidt aus Midrtheim bei Lardau, 30 J. gest. am 31.
Zch. 1877, Philadelphia, Pennsyhlvanio. Jacob Ziegler aus
Bergzabern, 68. J., gest. am 15. Oct. 1874, Cincinnati, Ohio.

In Augsaburg erhängie sich der Choriß Keil vom dor⸗
sigen Siadttiheater. Brieflich hinterließ er die Bitte, man möge
bei seiner Beerdigung singen: „So leben wir, so leben wir ꝛ⁊c.“

FeAus Rosenheim wird gemeldet, daß in Cannftadt
»rei Strolche als Moͤrder des Pfarrers Hayler in Oberneulirchen
erhaftet wurden; dieselben sollen schon kbeilweise Geständnisse ab⸗
gelegt haben.

pCoburg, 13. Febr. In einem Stadtichen in unferer
sähe schlug der Wirth S. einige Weidenstöcke ad, auf die der
zrauer B. auch Anspruch zu haben glaubt, während S. sie selber
nepflanzt haben und deßhalb weder das Weidenholz noch als defsen
Werth ganze 30 M. hergeben will. Gut, fie prozessiren. Ver—
nessungen, Zeugen, Besichtigung durch Advokaten und Commijsfionen,
Teimine duf Termine folgen und jehzt machen die Kosten, in die
neulich Wirth S. verurtheilt wurde, natürlich neben Ersaß des
Weidenholzes oder Bezahlung seines Werthes von 30 M., nicht
veniger schon als 9000 M. Und doch klagen hier zu Lande
manche Advokaten immer noch über „schlechte Zeiten“.

Berlin, 15. Febr. Die Außercurssetung der Sechstel⸗
Thalerftücke, die schon wiederholt in Aussicht gestellt war, soll nun⸗
nehr wirklich erfolgen. Dem Bundestathe ist so eben der Entwurf
iner hieraui bezüglichen Verordnung zugegargen, deren Verkündi⸗
zung in nächster Zeit erfolgen dürfte, da die Einziehung mit dem
Nouüat März ihren Anfang nehmen und mögalichst innerbalb
)xeiet Monate beendet sein soll.

f Berhin, 18. Febr. Heute begann dor dem Stadt
chwurgericht der Prozeß gegen den Tischlergesellen Tuͤrolf, welcher
beschuldigt ist. am 7. Abpril y. J. die 72iährige Frau Sabatlv⸗
        <pb n="111" />
        In ihrem en der Köpniler 5 Veetund das in der
liegende Geld geraubt zu haben. Lange eit forschte die
3 e nach dem Thäter. Am 2. Juni fand man im
Frunewald den Tischiergesellen Lude wiit zertrümmertem Schädel,
seines Rockes und seiner Uhr becaubt. Aber 18. Juni wurde der
Heldbriefirãger Kill mer in einem Hause der Taubenstraße angefollen
8 —* und Di i I eeneden den
ines Leugnens, nach und nach solche Inzichten ergaben,
* Hnner der Anschuldignug, auch die ersten beiden Morde ver⸗
— vor das Schwurgericht verwiesen wurde. Gebo
w niapn Bürgel bei 3 sein — ein Webeeeee
heute uoch lebt. Nach beendigter Lehrzeit ging er auf die Wander⸗
schaft, arbenete aicge Xx — Frankfurt a.
dvamburg. eit war ixdFin Berlin.

m — erlin. Der General-Postmeister hat nun auch dem
alten deutschen Fremdwoct ,Portier“ die Freundschaft gekündigt.
Wahrend am alten Fonaen des Zelsaraphanamies uoch bis in du
letzte Zeit das Worte, ortier“ zu lesen war, prangt über der
— welcher der betreffende dienstbare Geist jezt seinen Amts⸗
* bat,. das deuische „Pförtner“

ib pParis, 14. Febr. Das beulige „Amisblatt“ br'ngt
zur Kenntniß der Besucher ver Weltausstellung, daß vom 1. April
die Abonnementskarten fülr d'e ganze Dauer der Ausstellung be—
zogen werden fönnen. Diese Karten kosten je 100 Frcs. sie sind
uf den Namen der Person aussestellt und müssen mit ihrer Unter—
schrift und ihrer R versehen sin Im neee 8
nende Personen, die sich im oraus zu abonniren wünschen, haben
sich an das Finanzministerium zu wenden und ihrer Anmeldung
wei Exemplare ihrer Photographie in Bisitenkartenformat, sowie
in einer Postanweisung oder in französischen Banknoten die betref⸗—
fende Suinme beizufügen. Die gewöhnlichen Eintrittskarten werden
lFrank kosten und a reee den Ieen
Dampfschiffn, in den Omnibushureaux, Ba öfen, Kaffee äusern,
hei den Zeitungshändlern zu beziehen fein.

Bloundin, der zur Zeit in Paris seine halsbrechende
Zünste producirt, erzaͤhlte kürzlich, daß er die Strecke, die er auf
dem gespannten Seile im Laufe von 40 Jahren zurückgelegt habe,
n Ae aee und e — d boo⸗ Wrheengen 8*
eben habe. s ist bekannt. do ondin, indem er das Seil be—⸗
—** einen Mann auf dem Rücken trägt. Bevor Blondin
Jemanden gefunden, der sich alle Tage zu diesem gefährlichen
een x s — in —
für schweres Geld sich dazu dengen müssen. In Amerika aber bot
sich ihm einmal 3 — — d Fenine
noch heute mit recken d'eser Vorstellung. Es war zu Chicago.
als ein Mann zu Blondin mit dem Ersuchen kam, er möze mit
ihm seine Vorstellung machen. Blondin willigte ein und bestieg

p 9 sie ie in den ee wann, *
er Mann laut zu lachen an. „Weshalb lachen denn Sie so
fruz ihn Blondin. „Mir kommt eben etwas sehr Komisches in
den Sinn,“ antwortete der Mann, „ich denke daran, was für ein
Gesicht Sie in einer halben Minute machen werden, wenn Sie mit
mir auf die versammellen Menschen herunter fallen werdeu.“ „Wir
werden 'aber nicht fallen,“ erwiderte Blondin. „O doch, denn
wissen Sie, ich habe mir vorgenommen, mir auf diese Weise das
—* se — * ee —R d ann
ich auf dem Rücken so zu geberden, daß Blondin ba d das Gleich⸗
zewicht verloren hätte. Doch dreeser faßte sich schnell, ließ feine
Zalancirftange fallen, ergriff den Mann mit beiden Händen und
hielt ihn so fest, daß er sich nicht rühren konnte und setzie so, den
Todesschweiß auf der Stirn, seinen Lauf fort. Glücklich langte
er mit seiner Last auf der Plattform an, seßte den Mann nieder,
zr — 8 —— cpußos
usammensank. Von diesem Tage aa träg ondin kei allen
Forstellungen immer denselben Mann, der auch zugleich sein kreuer
Diener ist.
fUeber die Stärke der englischen Flotte unter dem
Zommando des Admirals Hornby mögen folgende Einzelnheiten nicht
ohne Interesse sein. Das Admiralschiff Alexandra ist gepanzert,
führt 12 Kanonen und hat eine Besazung von 680 Officieren
ind Mannschaften. Der Agincourt, ebenfalls gepanzert, fühtt 17
Zanonen und eine Besaßzung von 700 Mann; eine gleiche Be⸗
atzung hatte das Panzerschiff Achilles, doch führt dasselbe nur 16
danonen. Von den übrigen Panzerschiffen hat der Temeraire 8
Zanonen und 540 Mann Besatzung; der Sultan 12 Kanonen
— 630 Mann. Das einzige nicht gepanzerte Schefff des Ge⸗
chwaders ist die Korveite Ruby, welche 12 Kanonen fühtt und
eine Besatzung von nur 240 Mann an Bord hat. Außer diesen
groͤßeren Nreegssch'ffen stehen noch unter dem Befehl des Admirals
die Kanonenboote Torch, Flamingo, Anlilope, Cocatrice und der
AIvisodampfer Salamis mit einer Gesammtausrüstung von 13 Ka⸗
aonen und einer Besaßzung von 360 Offizieren und Soldaten.
dornby verfügt demnach im Ganzen über 104 Kanonen und 4300

—

Mann. Es fehlen in dieser Aufzählung Raleigh und Holspur,
welche mit der Korbette Ruby in der Besikabai verblieben sind.

fOsman Pascha scheint allmählich sein Stillleben in
Chartow aufgegeben zu haben und sich außerhalb feiner Wohnung
Zerstreuung zu suchen. So besuchte er, wie man dem Golos mel⸗
det, am 25. Januar das Theater in Charkow. Das Theater und
hdesonders das Orchester üblen offenbar auf den gefangenen Pascha
einen angenehmen Eindruck aus. Der Regisseur bat Osman Pascha,
seinen Namen in das Buch zu schreiben, welches die Namen aller
der bedeutenden Personen, welche das Theater mit ihrem Besuch
heehrt, enthiell. Osman Pascha kam der Bitte nach und zeichnete
sich als „Marechal Ghazi Osman“, wobei er das Datum nach
dem mahomedanischen Kalender schrieb. Während einer Zwischen—
pause begab er sich in das Ankleidezimmer der Schauspieler, um
zu rauchen. Osman Pascha, von den es so lange hieß, daß er
die französische Sprache nicht kenne, spricht und schreibt n'cht nur
gut Französisch, sondern kann sich auch in der russischen Spracht
gut verständigen. Er trägt beständig die füürkische Uniform und
krennt sich nie von seinem Säbel.

Ein neues Wunder der Mechanik. In der Buch⸗
)ruckerei der Zeitunge, RKepublican“ in der Stadt St. Louis ist
ine Hoe⸗Presse aufgestellt, die als ein wahres Wunder bezeichnet
verden muß. Diestebe druckt 24,000 Bogen auf belden Seiten
neiner Stunde, d. h. 400 in einer Minute; zugleich werden die
Bogen gefalzt, beschuitten und deren Rücken zusammengeklebt, so
daß die Zeitung mit ihren Beilagen wiro wie ein Buch gelesen
verden können. Die Volllommenheit, zu welcher man es im Bau
von Druckerpressen gebracht hat, ist ganz erstaunlich. Vor ungefähr
5 Jahren wurde die erste dieser Art Pressen in der Office der
Philadelphia Times“ eingeführt, druckte aber blos 10,000 Exem⸗
plare per Stunde.

F Sechs Frauen — beglückt. In Clebes, Ohio, hat
vor einigen Wochen ein 48jähriger Mann, A. J. Laboyteaux,
zum 6. Male geheirathet; seine Neuvermählte ist Fräulein Burr,
eine Enkelin des Kalendermachers Burr. Im Alter von 23 Jah⸗
ren heirathete er zum 1. Male, und zwar Romans, eine Wittwe,
mit welchtr er sehr glücklich lebte. Nach ihrem Tode erlor er sich
eine andere Wittwe, Nameas Woods, zur zweiten Frau. Seine
dritte Lebensgefährtin war eine Frau Zimmermann, und die vierte
ebenfalls eine Witkiwe Frau Kingsbury. Als fünfte Frau reihte
sich Frl. Kitth Woods, eine Cousine der letztgenannten Dame,
hren verstorbenen Vorgängerinnen würdig an. Mit allen seinen
Battinen führte Herr Laboyteaux ein außerst glückliches Leben, und
er sah sich nach deren Tod — im Besitz von verschiedenem Grund⸗
eigenthum und Mobiliarvermögen.

F Der älteste Mensch in den Vereinigten St. Louis, ist 115
Jahre alt, heißt Karl Schmidt und ist ein Schwabe, geboren in
Uum, Würtemberg, im Jahre 1762. Im Alter von 10 Jahren
vanderte er mit seinen Eltern nach Amerika aus, heirathete in
Zoston im Alter von 18 Jahren, brannte seiner Frau durch
regen der Schwiegermutter, wurde Soldat in der Revolufionsarmee
ind erhielt im Jahre 1783 seinen Abschied, den er noch jetzt be⸗
itzt. (Nacht. a. Amer.)
Fuür die Redaction veraniwortlich: X. X. Demetß.
Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vom k. Oberfoͤrst⸗ r H. Nipsche.
Fünfter FJahrgang. Nre. 10 enthält: Zur Schwarz⸗
wildfrage von H. v. Clausewitz. — Jagdbildet aus Sieben⸗
bürgen von M. Wagner. IV. mit Büffelbind. — Expreß
bühsen und Exrplosionskugeln mit Illustration ꝛ2c. Als An⸗
hang dazu erscheint: Bibliothek für Jäger und Jagd⸗
freunde. Von erfahrenen Waidmännern herausgegeben. 12
Hefte jährlich, pro anno 6 Mark. 1. Liefecung: Jagdhi⸗
storische Rückblicke von Dr. Foichtinger. — 2. Lieferung:
Hege und Beschuß eines Rebhühnerstandes von C. E. bon
Thüngen. — Verlag von Schmidt &amp; Günther in Leipzig.
Alle Buchhandlungen und PMostanstalten nehmen Abonne⸗
ments an.

o
„Dec ktaufmännische Corresondent?,
praktisches Handbuch der gesammten Handelscortespondenz in deuisch⸗
englisch ˖franzofisch:spanischet Sprache von C. Förster und H.
Maucher., Verlag von H. Brücker in Hamburg, 2. Auflage ist be⸗
reits bis zum 6. Hefte erschienen. Die letztea Lieferungen docu⸗
mentiren auf's Neue die große Sorgfalte, welche auf die Mannig
jaltigkeit und Correciheit des Textes verwandt wird, und wollen
wit nicht unterlossen, oies für jeden Kaufmann unentbehrliche, sehr
pralt'sch zum Nachschlagen eingerichtele Werk (vollstandig wird es
13 Hifle à 75 Pf. enthalten) wiederbolt zu empfehlen.
        <pb n="112" />
        Hon Herrn Iulius Weil aus Mannheim wurde
mir der Verkauf von —
»Näh⸗- u. landwirthschaftl. Maschinen
für St. Ingbert und Umgebung übertragen und können Zeichnungen
eingesehen, sowie Bestellungen bei dem Unterzeichneten zu jeder Zeit
entgegen genommen werden.
Achlungsvoll
J J V. Weisgerber.
Sonntag, den 24. Februar 1878
Zahresfest des Gesang-Vereins
Hasel, in der Wirthschaft von Peter Luck,
wozu vofl. einladet Der Vorstand.
Diejenigen, welche sich an Fastnacht-Diens-
tag an der
Festlichkeit
betheiligen wollen, werden bis Samstag, 23. Februar,
Abends, bei PeterWeisgerber zu einer Besprechunc
öflichst eingeladen.
hoflichn eingeladen Mehrere Carnevals-Freunde.

Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den letzten 5 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
vesucht, beginnt das Sommerkemester am 1. Mai. — Nähere Aus—
kunft ertheilt gerne

Die Direktion
Ir. Schneider.
* *

Nachrichten aus Amerika.

31 New Ghambors Str., Now-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diese Zeitung erscheint monatlich in New-York und enthält dit
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die währerd des amerikanischen Krieges
von 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner all emeine interessante
Nachrichten aus Amerika.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf—

fung von Todtenscheinen, u. Auskunftertbeilung über Amerika u. s. w
Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Raich, Post-Box 5590
in New-Pork, oder die Herren Vertreter:

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Lou's Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbayern.

Herr H. Döring, in Gießin, Hessen.

Herr Ferd. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keslholz, in Bamberg, Bayern.

Herr C. Guise; in Straßburg, Elsaß.

Herren Egger-Honegger, Neumühle-Zürich, Schweiz.

Anzeige.

Unterzeichneter hat seinen festen Wohnsitz in Zwei—
bhrücken und empfiehlt sich im Einsetzen künstlicher Zähne
ganzer Gebisse (Okturatoren, künstliche Gaumen) Plombiren.
Behandlung aller Zahnschmerzen ꝛc.
Ia Us,
früher mehriäsriger Assistent von dem berühmten
Zahnarzt Seiler in Offenburng.
Wohnung: Kröberisch's Haus, Lindenstraße Nr. 2.
Täglich zu sprechen. DZ
Erste allgemeine Geflügel-Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt
zu
Kaiserslautern
am 17., 18. 19., und 20. März 1878.
Programme, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstellung verbundenen Verloosung von Geflügel- Sing- und Zier⸗
vögeln ꝛc. können von der Expedition der ‚Pfälzischen Geflügel-
zeitung“ (peirn Herrmann Kayser) in Kaiserslautern bezogen
werden.
dar, Eisenbahnfahrtax-⸗Ermäßigung für die Ausstellungs⸗—
besucher 530 Proceunt
gegen Ahstempelun; der Billete an der Aussteklungs Casse.
* —
CLoose à 50 XRfennig
für die
Allgemeine Geflügel-Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Ingberter
Anzeiger“.

—AVV

Zur Verrichtung des Nacht
wachedienstes in hiesiger Stadt,
wurden angestellt:

1. Mathias Gries,

2. Johann Heib,

3. Nitkolaus Ripplinger,

4. Peter Weidmann.

Dieselben sind zuglesch als
Dilsspolizeibedienstete beeidigt u.
tönnen bei Constatlirung von Ge⸗
setzesübertretungen, selbstständig
Protocolle errichsen.

St. Ingbert, 21. Febr. 1878.
Das Polizeikoammissariat
Eckerlein.
Bekanntmachung.

Gegen Diejenigen, welche sich
ohne ortspolizeiliche Bewilligung
in hiesiger Stadt maskirt herum—
treiben, wird Protocoll errichtet
werden.

Si. Ingbert, 21. Febr. 1878.

Das Polizeikommissariat:

Ecerlein.

Empfehlung.
Den Herru Schreinermeistern
von dier und Umgegend zur gefl
Kenntnißnahme, daß wir eir
Lager in Holzwaaren aus
der Fabrik von H. Eckel in
Kaiserslautern dahier errichte
haben, und ewpfehlen solche na
mentlich Kehlstäbe und Ge
fimsleisten, sowie gefräßt
Arbeiten für Bau— und Möbel
zweck; zum Fahr'preise.
Achdtungs voll
6Gyebhr. Schuster.
40 Schoppen Milch
fönnen täglich abgegeben nmerder
hei Bie brouer Heusser.

Das 120 Seiten starke Buch:
Gichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
bewährte Anleitung zur Selbstbe⸗
—
den, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
vecsandt von Richter's Ver—
lags-Austalt in Leipzig. —
Die beigedruckten Atteste beweisen
die außerordentlichen Heil—
erfolge der darin empfohlenen
Kur.

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— — T *
Damit jeder Aranke
bevor er eine Kur unternimmt,
oder die Hoffnung auf Gene—
sung schwinden läßt, sich ohne
Kosten von den durch Dr. Airy's
Heilmethode erzielten über-
raschenden Heilungen überzeugen
kann, sendet Richter's Verlags-
Anstalt in Leipzig auf Franco—
Verlangen gern Jedem einen
„Attest-Auszug“ (190. Aufl.)
gratis und sranco. — Versäume
Niemand, sich diesen mit vie⸗
len Krankenberichten versehenen
„Auszug“ kommen zu lassen. —
Bon dem illustrirten Original⸗
werke: Dr. Airy's Naturbheil⸗
methode erschien die 100. Aufl.,
Jubel⸗Ausgabe, Preis 1Mt.
zu beziehen durch alle Buch⸗
bhandlungen

—
Frucht- Brod und
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 21. Februar.
Weizen 10 M. 68 Pf. Korr
os M. 27 Pf. Gersse 2rähige
10 M. — Pf. Gerste 4 reih
— M. — pf. Spelz o M
— Pf. Hafer 6 M. 66 Pi
Heu. 2 M. 40 Pf. Stroh
„M. 20 Pf. Kartoffeln 3M
gf. Weihß rod Iun Kilog
54 Pf. Kornbrod 3Kil,76, 2 Kil
F — pf. diuo 1 Kilo, 26 Pf
V — eerre Wechsel Gemsschtbrod 3 Kilo O M. g29
—— u Jedermanus Gebrauch Paar Wec 100 Gtamm'6 Pf
der St. 3 Pf., 25 St. 80 Pf., Rindfl. 1. Qual. 66 Pf.
rbig bis 0* sind zu haben in der uh 60 Pf. Kalbfl. gF Pjf.
sind zu baben in der Lith. Anstalt Buch⸗ und Steindruckerei Hamfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 P!
21. Inohert T. X. Dometæea. Butter O M. 90 Pf. ver Pf.
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.

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—E
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28
355
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23383
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierieljährlich

Mark 20 R.⸗Pfs. Auzeigen werden mit 10 Pfo., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
32. Sonntag⸗ den 24. Februar J 1878.
—— —
Reich. besondere ia ihren Rückblicken auf die trostlose Behandlung der
Deutsches Reich at auswärtigen Polititk in der Zeit der Reaktion — von Olmütz bis
—A Febr. * — aenehnige jur neuen Aera — und sodann durch die übrige Hervorhebung
nit 94 gegen 52 Stimmen den außerordentlichen Minnar redi inserer intimsten Beziehungen zu Oeßerreich fast all jemeinen Beifall
son 2,788,600 M. und lehnte nur 30,000 M. für Verlegung Iind. Rach dieser Rede hatle das Haus die Neigung zuzuhören,
Taboratoriums noch Ingolstadt ab. beri emlich verloren. Nur der Soczialdemokrat Lieblnecht zog durch
München, 21. Febr. Die Abgeordnetenkammer den eine burlesken Behauptungçen über die angeblich in Erfüllung ge⸗
deute über die Beschlüsse der Reichsrathsta mmer bezüglich d —e jJangenen Prophezeiungen der Socialdemokraten in Ansehung der
jets. Es entspann sich eine lebhaste Erdrterung über die Ministe⸗ Isos un 1870 und sein destlosen Phrefen über
al· Dispositionsfonds ; nach den Erklärungen des — erdahche Poltit im Aligemeinen und die emcusche Frage
timmten von der Roechten Hauch, Dr. Scmid, derumann und n Besonderen die Aufmerksamkeit des Hauses an, dessen Heiterkeit
Freytag füt diese Fouds, worauf diesetben für alle Ministerien Fbis zum schallenden Gelächter unahsichtlich zu steigern verstand.
zez Budget eingeseßt wurden. Mit großer Mehrheit wurde dem Zismard's Humor war dadurch auch angeregt und proponitte, um
Bescluß der Rechsrathskammer in der Forsischulfrage EJahre wei Fliegen mit einer Klappe“ zu schlagen, den Polen und
uischaffenburg, 2 Jahre Universitän beigestimnt. ttaebabi Scialdemotraten, durch Letztere einmal einen polnischen Kreis regieren
Ren nch en, 21. Febr. In der heute Abend, statigehabten lassen, damit die Socialdemokraten ihr positives Ideal, welches
weiten Sitzung der Abgeordnetenkammer wurde der Landtag durch e regelinähig verschweigen, zu verwirklichen versucen könnien,
onigliche voschaft bis auf Weiteres ertag. urch welchen die regierten Polen in getreue deutsche Staats bürger
Münsche n, 21. Febr. Bezüglich der Rekrutirung der erwandelt werden wücden. Interessant war die Lebhaftigkeit, mit
Armer pro 1878 79 wurde bestimmt, datz die Entlassung der zur er Bismarck bestritt, die Interpellation - bestellt“ zu haben. Schon
seserbe zur beurlaubenden Mannschaften bei denjenigen Truppen⸗ andi ien hatteee fut ndihig esaden zu wabnen daß die
deilen, welche an den Herbstübungen theilnehmen am ersten oder terpellatin von einer anderen Partei, der Fortschrittspartei,
weiten Tage nach n Wiedereintre ffen in 8 Samer inn usgegangen sei. Diese kann mit dem heutigen Tage zufrieden
inden habe; im Allgemeinen wurde der 2 Septenber ais in doschon man es ihr in der befreundeten Presse vielfach verdacht
poͤtester Entlassungstermin festgesezt. Die Einstelung der zum di daß sie ihre Interpellation nicht zanz allein eingebracht, son⸗
iensie mit der Waffe ausgehobenen Rettuten hat in der Zeit in den Nacionallideralen mit dem Ersuchen um Unterstützung
wit 9. November, der Oekonomie-Handwerker am 1. elegt ha
Iltober zu geschehen. Roan — Post“ sagt bei Besprechung der Rede Bismarchs,
Berlin, 19. Febr. In fast fünfstündiger Debatt⸗ hat )er Reichskanzler p — 8— von der Neutralität
der Reichstag die orientatische Interpellation endgiltig erledigt, und utsiee eher Wese vernest, ————
hne Zweifel zur Freude des friedllebenden Europa. Denn eminent — —*
riedlich waren die Erklärungen des Reichskanzlers, —XXX Seriin, 21. Febr. Der Zundesrath hat heule unter dem
riedlich sprachen sich die Vertreter aller Fraktionen aus, welche die zZoisihe des Reichstanzlers den von den Ausschüssen beantragten
huterpellation unterzeichnet hauen. Beumugsen's staaiemännijae hesehentwurf betreffend die Siellvertretung des Reichskarzlers,
Interpellationsrede wurde in Abgeordneterkreisen als eine muster⸗ ne augenommen. Die ——
nltige Probearbeit bezeichnet welche geeignet sei, dat uihun, daß nem Vicekansler und in beschränktem Umfange den Chefs des
Zennigsen sich zum Vicekanzlet auch bei · Darftellung schwieriger uswärtigen Amts, der Admiraluät, der Post⸗ und Telegraphen⸗
uswärtiger Fragen eigne. Der Gedankengang dieser Rede wird e ae vemn Chef des Reaichsianzleramts fur Visaß Laib
weifellos von Bismard und Bennigsen vereinbart ader wenigher ngen übertragen werden. Der Reichskanzler erklärte, daß er auf
ꝛesprochen gewesen sein. Bismarck zeigie schon bei der ersten Rede issen ursprünguchen Vo jchlägen nicht destehe, da er autrkennen
——— etwas leiset als im vorigen züsse, daß eine Minoruat von 14 Stimmen zur Ablehnung der-
hahre sprach und, sich nach einer dalben Stunde einige Minuten sden geuuge. — Nach einem weileren Beschlusse treten die Sechs lel⸗
nfehen mußte, indem er das Siehen nicht so lange, vertragen anen n 1. Jti buher Cours ———6
onnie. Beiläufig bemerkl, ist sein Aussehen, nach der Ausicht von ——— 22 Febr. Die ⸗ über 300 Fir men basuchte
Ierzten durchaus nicht das eines Gesunden, gibt vielmehr der Ver· generalversammluͤng des Centralverbandes der deuischen Industriellen
nuthung Naum deß seim theherlichee Leiden seit vorigem Fruh⸗ eschloß, eine Petition an den Bundesraih und Reichsteg zu richten
ahr sich slatk verschlimmert have. Auf den ũberfüllten Tribünen ireffe Annahme eines von der Industree aufgestellien (also natür⸗
halte man angenommen, wmit Bismard's Rede sei die Sache zu ae ah deren Wüuͤnschen sn isenene die Consumen sen
ade und war daher angenehm üderrascht als aut Anttag der uicht berüchsichtigenden) Zolldarifes, und ferner den Bundesrath zu
Jortz crittspartei de Dis kassion —A In derselben sieß rsuchen, er möge über den Antrag Preußens hinaus micht nur
r Prasident Fordenbeck, jedenfalls mit doller Aosichtlichteit. ninsichtlich der Eisenindustrie sondern hinsichtlich der gesammten
ille Parteien des Hau'es zu Rede klommen, Hanel von der Fort⸗ n aiie eine üntersucun deraustallen
chritispartei, Windrhorst. Meppen vom Centrum, Graf Bethusy · Hue d, zland
von din Freitonservariven, Dr. Löwe von der nach ihm benanaten 9 Aus an
Zruppe, d. Komierowsky von den Polen, Lebknecht von den Social⸗ des ltar, 21. Die englische Flotie ist nach dem Orient
emotraten, v. Helldorf von den Deutschkonservativen. Der ojfiziöse 5
-„chlußmacher Valentin itrte verzweiielt umher, — augernscheinlich P etersbur g, 21. Febr. Die gesammte hiesige Presse
icht damn empeistanden, daß er eist um 93 Uhr seinen unber⸗ pricht sich ohne jeden Rückhalt durchaus billigend über Bismard's
neidlichen Antrag einbringen- durfte. Hänels Rede war überaus Rede aus.
orsichtig; unter voller Auerkennung der Vertrauenswürdigkeit der — —
Hholmt des Reichslanzlers deutete er auf die Punkte hin, bei denen
zas Verhalten Rußlands deutsche In eressen zu schädigen drohe,
ind betonte, den panjlavistischen Bestrebungen Rußlands gegenüber
insere Pflicht, die Lebensinteressen Gesammt: Oesterreichs nicht schä⸗
igen zu lassen. In beiden Punkten trat Windthorst noch ent⸗
chiedener auf und reizte nun den Reichskanler zu seiner zweiten
kede, welche in ihren scherzhaften und ernsten Ausführungen, ins⸗

erwischtes.
pLandau, 20. Febt. (Z. A.) Gestern wurde ein Bursche,
Jakob Feinthel, 23 Jahre alt, aus Schweigen ins hiesige Berrks
efängniß gebracht, welcher beschuldigt ist, einen andern jungen
Nann, Georz Bendle aus Oberotterbach, erstochen zu haben. Als
—X Der Geiddtete haͤtte ein in⸗
imes Verhältniß mit der Schwester des Verhafteten und begab sich
        <pb n="114" />
        am Montiag Abend ins Haus seiner Geliebten. Zufällig kum
deren Mutter heraus, welche, als sie ihn sah, wieder ins Zimmer
zurüdging. Bald darauf kam aber der Bruder des Mädchens,
welcher den jetzt davonlaufenden Liebhaber verfolgte, einholte und
hm einen Siich beibrachte. Der Getödtele konnte noch seinen
Morder namhaft machen, ehe er starb; das abgebrochene Messer
blieb in der Wunde stecken. Der Verhaftete leugnet die That.

Die „Pf. V.“ erzählt folgendes verbürgte „Zeichen der
Zeit“: In einem benachbarten Dorfe gab ein Lehrer in der Fort⸗
bildungsschule einem 17jährigen Schüler eine leichte Rechnungsauf-
gabe auf, worauf betreffender Schüler antwortete: „Das pack ich
net.“ Als nun der Lehrer hierguf frug: „Ei Hannes, was pachst
Du denn ?“ autwortete der Schüler ganz ungenirt: „ä Schoppe
Schnaps, ä Limburger Käs un a Bäckerlaib.“

Aus Hochspeyer, 17. Februar, meldet die „Pfälzer
Ztg.“: „Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd!“ Seit längerer
Zest trieb sich in hiesiger Gemeinde ein großer Hirtenhund herren⸗
sos umher, der den Einwohnern lästig und gefährlich zu werden
schien. An einem der letzten Abende wurde nun durch einige kühne
Mäuner, aber schwache Jünger Nimrod's, eine Jagd auf das Un⸗
thier veranstaltet, die trotz der ergötzlichsten und seltesten Scenen
doch einen tragischen Ausgang hätte nehmen können, und die ganze
Gemeinde allatmirte. Der Hund hatte nach einem Fehl chusse seinen
Jäger verfolgt und sich vor dessen Zimmer postirt, so daß dieser
um Hilfe rief, und man mit Prügeln, Säbeln, Munition u. der—⸗
gl. bewaffnet durch die Fenster in's Haus steigen mußle. Bei
Lampenbeleuchtung wagten sich nun drei beherzte Männer vor die
Thüre. Ein auf den in einer Ecke zusammen gekauerten Hund
abgefeuerter zweiter Schuß ging ebenfalls fehl, drang aber durch

eine Thür, bindurch, einem entfernt stehenden Mädchen in das
Bein, ohne glücklicherweise dajelbe schwer zu verletzen. Nun ging

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Dieunstag, 26. Febr.
nächsthin, Nachmittags 2 Uhyr
zu St. Ingbert bei Georg Klein
wird auf Betreiben von Herrn
Ludwig Beer, Müller in St.
Ingbert, Gläubiger,
gegen
Christian Martin, pensio⸗
nirter Bergmann in Elbersberg,
Schuldner, die nachbezeichnete,
dem Letzteren gehörige Liegen⸗
schaft im Banne von St. Ing⸗
beit, wegen nicht bezahlten Er⸗
werbspreises im Wege der ver⸗
ragsmäßigen Wiederversteigerung
zffentlich an den Meistbietenden
u Eigenthum versteigert, nämlich:
Pl. Nr. 899. 2 Ar 4 qm
Garten in den Großgärten
neben Konrad Pflug und
Joseph Best.
St. Ingbert, 6. Febr. 1878.
Sauer, lIgl. Notar.
Mein Ladenlokal,
wvelches bisher Hr. Ackermann
bewohnte, ist nebst 2—28 Zim⸗
mer, Mansarde und Keller, so⸗
fort oder bis 15. Mai beziehbar
zu vermiethen.
Christian Kling, Mezger.

Eine Wiese
in der Gehnbach, etwas über
l Morgen groß ist zu verkaufen
der zu verpachten. Näheres zu
rfragen bei Joh. Schuster,
Rentner dahier.
— —

Veit Leergnugen und wahr⸗
heitsgemäß bestätige ich hier⸗
mit, daß mich Herr J. J.
F. Popp in Heide (Hol⸗
stein) durch seine mir zuge⸗
kommenen Pulver von meinem
durch 5—6 Jahre unheilbar
icheinenden

Magenkatarrh
vollkommen geheilt hat. Da
dieses günstige Resultat nur
den Bemühungen des Herrn
P. zu danken ist, so empfehle
ich dankbar denselben allen
Magenleidenden.

Bodenwöhr (Bayern)
6. Januar 1877.

M. Brucker.
Obiges wird als wabr
Jeitsgetreu bestätigt:
Neuenschwane.
St. Brucker,
(L. B.) Bürgermeister.

heij

Erste allgemeine Geflügel⸗Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt
zu
Kaiserslautern
am 17., 18. 19., und 20. März 1878.
Programme, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstellung verbundenen Verloosung von Geflügel- Sing⸗ und Zier⸗
pögeln ꝛc. können von der Expedition der „Pfalzischen Geflügel⸗
seiiung“ (Herrn Herrmann Kayser) in Kaiserslautern bezogen
verden.
isenba t i ir di
—E 7 Worsepe ax⸗Ermaäßigung für die Ausstellnugs⸗
gegen Abstempelung der Billete an der Ausstellungs ˖ Casse.
Redalnon Drud imd verlag von

—*

der Hund auf seine drei Gegner los, warf bald den einen, bald
»en andern zu Boden, ohne jeddoch zu beißen, da die Säbel⸗ und
Prügelhiebe meistens in die Luft gingen, und erst als der Hund
urch einen Hieb geteoffen, eine Treppe hinabgerollt war, wurden
demselben Kopf und Rücken so zerschlogen, daß selbst die Flinte in
Trümmer ging. Die thierärztliche Section lonnte keine Wuthkrank
jeit constatiren.

f.Aus Eußerthal wird berichtet: Bei Bürgermeister
und Wirth Moeser wohnt ein Forsteleve, von welchem sich ein
unger Mann ein Gewehr geliehen hatte, um bei einer Hochzeit

chießen. Das Gewehr brachte derselbe gestern zurück, und da der
Figenthümer nicht zu Hause war, nahm es Wirth Moeser in Em—
ofauç, um es sogleich auf dessen Zimmer zu tragen; ein in der
Wirthsstube anwesender Bursche, Joseph Beldie aus Albersweiler,
welcher mitgegangen war, sah auf dem Tische einen Revolver litgen
uind forderte Moeser auf, ihm dessen Gebrauch zu erklären. Wäh
tend dieser Dies that, ging ein Schuß los, welcher den junge
Mann in den Leib traf, so daß er schwer verletzt ddedhie
(C. A.

f London, 18. Febr. Aus Harwich wird über ein größeret
Schiffsfunglück berichtet. Auf der Höhe des genannten Hafens stieß
ain Sonntag Morgen gegen 10 Uhr der Passagierdampfer „E. M.
Palmer“, mit 60 Passagieren auf der Reise von Newacstle nach
Londson mit dem Dampfer „Ludworth“, in Ballast von London
nach Harilepoole, so heftig zusammen, daß ersteree wenige Minuten
darauf sank. Durch das Umschlagen zweier Boote fanden etwa
17 Personen in den Wellen den Tod. Die übrigen 43 Pafssagiere
vurden durch die Boote des „Ludworth“ gerettet.

Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demetz.

Fastnacht-Sonntag, den 3. März
ETOSSe æq IMASICEBARAII.
wozu auch Nichtmaskirte Zutritt haben.

Fastnacht-Monte

21n-A
Obberbhauser.
vannach·· Fonntag
Frei Musik.
Montag
—

— 15
Georg Jung.
.

Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich ein Sarg⸗Maggazin dier
errichtet babe und von den ordinärsten bis zu der feinsten
Sammt-⸗Särgen stets auf Lager habe.

Billigste Preise zusichernd, zeichnet

Hochachtungs vollst
Joh. Wolf. Schreinermeister.

Loose à 50 PRfennig
für die
Allgemeino Goflũgel-Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Ingberter
Anzeiger“.

.Hemeß in St Ingbert.
Ditzu JUnscrie⸗s Sonntagsblatt“ BRr.

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Sl. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

age) erlscheint wöchentlich vVviermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts viit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 80 Pig pro Zeile berechnet.

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M 33. Dienstag, den 26. Februar 1878.

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Deutsches Reich.

Berlin, 23. Febr. Der Reichstag setzte heute die ersie
Berathung der Slteuerprojekte fort. Abg. E. Richter GFortschr.)
iprach gegen die Erhöhung der Tabaksteuer, überhaupt gegen die
Ausdehnung der indirekten Steuern, endlich auch gegen das Tabat⸗
monopol; er verlangte, daß ein verantwortlicher Reichsfinanzminister
ernannt werde. — Minifter Camphausen nimmt Bezug auf eine
»or einem Jahre von ihm (Camphausen) im Reichstuge gemachte
Aeußerung des Inhalis, daß eine höhere Besteuerung des Tabaks
mit dem Endzweck, zuletzt zum Monorpol zu kommen, angestrebt
verden müsse, in welchem Fall dann andere Verbrauchssteuern,
namenilich die Salzsteuer, aufgehoben werden lönnte und in Preußen
zin Theil der direften Steuern den Kreisen und Gemeinden über⸗
lassen werden könnte. Camphausen sagte, er sei heute noch der⸗
felden Ansicht; er habe wiederholt seine Enilaffung angeboten,
falls er nicht mit dem Reichskanzler übereinstimme; er würde aber
auch nicht im Ministerium bleiben, wenn er nicht der freudigen
Zustimmung der die Mehrheit des Reichstags bildenden Parteien
bersichert sei. — Fürst Bismarck bestätigte, daß Camphausen wieder⸗
holt, zuletzt noch in diesen Tagen den Wunich nach Entlassung
tundgab, und fügte hinzu, nur aus sachlichen Gründen und mit
Widerstreben würde er solchen Wünschen nachkommen. „Eine Dif⸗
ierenz liegt zwischen uns nicht vor. Daß deshalb für mich nicht
ein VBioment der Trennung, fsondern das der Hoffnung vorhiegt,
daß unsere Wege auch weiler zusammenführen, war mir Bedürfniß—
hier auszusprechen.“ — Abg. d. Vacnhüler befürwortet das Tabak⸗
mnonopol. — Windthorst (Meppen) erkläct' sich sehr enischieden
zegen die Vorlagen, die er sofort adzulehnen bittet. — Abg.
Freutzsche belämpft die Vorlagen vom socialdemokratischen Stand⸗
»duntte aus. — Das Haus beschließt sodann die Verweisung der
Sieuer-Vorlagen an die Budget Commission.

Nusland.

Wien, 24. Februar. Mittheilungen von österreichisch-hoch⸗
zffizisser Seite lassen es als gewiß erscheiuen, daß die Zögerung
imn Abschlusse der Friedensverhandlungen vielmehr von russischer
ails türtischer Seite verursacht ist und daß die Nachrichten, welche
ämmtlich aus russischhen Quellen kommen und den Türken die
Schuld an dieser Zögerung in die Schuhe zu schieben fuchen, wis⸗
entlich erfunden und absichtlich verbreitet wucden haupisächlich zu
dem Zwecke, den Zusammentrit! der Konferen; hinauszuschieben
ind ihr mit einer vollendelen Thatsache entgegentrelen zu tdnnen.
Die jdugsten Meldungen der russischen Blätter über ein der Pforte
ingedlich gestellles Ulumatum betreffend den Abschluß der Friedens
»erhaudlungen sollen bestem Vernehmen nach, vor allem den Rück—
zugg zu decken bestimmt sein. Es verlautet nämlich, daß besonders
das deutsche Reich den baldigen Zusammentritt: der Konferenz
vünsche, um neue Komplikationen zu vermeiden. Die Konferenz
dürfte auf Grund vorangegangener fester Vereinbarungen der inle⸗
ressirten Mächte verhandeln und dadurch künftigen Berwicklungen
bon vornherein der Boden entzogen sein. Aus Bexlin liegt positiv
dichts vor, was za der Annahme berechtigen lönnte, daß man dort
aicht nach wie vor an dem schnellen Zustandekommen eines allseitig
zenügenden Friedens festhalte.

London, 24. Februar. Trotz aller Nachrichten von
Paris und Wien, daß die Situalion allzu gespannt und die Kon⸗
erenz wieder aufgeschoben sei, kann ich auf Grund authentischer
Hitiheilungen versichern, daß weder England noch Osrsterreich den
Frieden stören werden. „Die russischen Bedingungen, so hart sie
sind, müssen angenommen werden,“ so lautete Englands leztes
Wort. Auch Rumänien willigte in- den Austausch Bessarabiens.

Konstantinopel, 24. Febr. Die „Ag. Hav.“ meldet:
Die Friedensbedingungen sind geordnet; der betreffende Prä—
liminarvertrag wird heute in San Stefano unter⸗
zeeichnet. Nach Unterzeichnung des Vertrages stattet Großfürst
Ritolaus dem Sultan einen Besuch ab. Der Friede wird „Friede
»on Konstaͤntinopel“ heihen.

Petersssburg, 23. Febr. Der „Bolos“ betont in einem
ehr scharfen Artilel gegen die Verzögerungen der russisch kürkischen
Verhandlungen, daß es Zeit sei, den sich in die Laänge ziehenden
Berhandlungen ein Ende zu machen. Entweder soll sich das eag⸗
ische Geschwader in die Besilahai zurückzichen, oder die Pforte solle
inen handzrefflichen Beweis erhalten, daß sie vergeblich auf die
Unweßenheit der britischen Monitors im Marmarameer sehe. Man
olle der Türkei ankündigen, daß, falls der Frieden an einem ge⸗
vissen möglichst baldigen Tage nicht unterzeichnet werde, die Feind⸗
eliakeiten wieder aufgenommen werden.
PVermischtes.

RSt. Ingbert, 258. Febr. Die Gemüthlisch—
*eint“ hatte gestecn Abend ihren Mitgliedern und vielen eingele denen
Nichtmitgliedern im Jung'schen Saale eine rechtgemüthliscche
lnterhaltung bereitet. Gesang, Theater und Tanz — das war
as vieldecsprechende Programm des Abends. Der Saal war
ollftändig besetzt, und das berührte schon angenehm und rief eine
echt animirte Stimmung hervor, die sich dann natürlich während
er Ausführung. des genannten Programms noch steigerte. Die
»eiden Lieder, welche von den Sängern der „Gemüthlichkeit“ ge—
angen wurden, wurden recht gut vorgetragen, was um so mehr
nzuerkennen ist, als dieselben erst seit Kurzen zusammen singen.
ẽn Lustspiel „Zwischen 9 und I1“, wurde von den Spielenden
refflich gegeben und versetzte vielfach seines humoristischen Gedankens
vie der drastischen und charakteristischen Darstellung wegen die
dachmuskeln des Pudlikums in längere Thätigkeit. Wir erlauben
ins nicht eine Kritik über die Leistungen der Mitwirkenden im
rinzelnen zu schreiben, trotzdem diese dieselbe nicht zu fürchten hälten.
Ihr Zusammenspiel war recht gelungen, die Wirkung darum eine
idrzügliche und öfters hörten wir: „Sie haben Alle ihre Sache
recht gut genacht!“ Es wurde viel gelacht, und das ist der beste
geweis, daß Damen und Herren im Spiel ihre Schuldigleit thaten,
denn ihnen dieses das lebhafte Applaudiren und Hervorrufen am
Schlusse nicht schon bewiesen hätte. Kaum war der Vorhang ge⸗
allen, so wurden Tische und Stühle bei Seite gestellt und nun
ing es zum Tanze. Daß unsere tanzlustige schöne und starke Welt
gemüthlch“ und wacker das Tanzbein drehte, versteht sich von
elbst. — So verliek, die Unterhaltung aus's angenehmste und
iefette abermals den Beweis, daß die ‚Gemüthüchkeit“ ihrem Namen
alle Ehre zu machen veirsteht.

*Sit. Ingbert, 28. Febr. Am Samstag Abend wurde
u Schnappbauch einer der geachtetsten und ruhigsten dorligen
Bürger, Glasmacher Cherist an Siegwardt, beim
Nachhausegehen von einem 17 —18jährigen Burschen aus Sulzbach,
damens Mohrr, plötzlich angefalen und mit einer Eisenstange
erartig am Kopfe vetletzt, daß er in der größten Lebensgefahr
chwebt. Die Rohheit und Brutalität dieser That ist um so größer,
veil der Thäter dieselbe ausführte, ohne auch nur im Geringsten
von dem Verletzten gereizt worden zu sein. Mohr ist verhaftet
uind wurde gestern gefänglich hier eingebracht. Dabei blickte er so
srech und ungenirt um sich, als ob er sich seine abscheuliche That
als ein Verdienst anzurechnen hätte.

F. Aus den oberfränkischen Weberdistrikten lauten die Nacheichten
vieder traurig; die Arbeit wird reduzirt, und in manchen Gegen⸗
den ist der Verdieast auf ein Minium herabgejunken; in Naila
erhalten die Weber für die Elle Baumwolltuch (halbe Breite) 3
vfg. Weberlohn.

In Bamberg slarb in voriger Woche ein Säcdler, wel—
her von der Armenpflege Kost und Kleidung erhielt und in der
Stadt bettelte, wo er nur ankam. Bei Oeffnunz seines Zimmers
and man eine Werthjunmme von 1500 fl., ferner in einem Kasten
inen Sack Geld mit 1000 fl. in verschiedenen Münzsotten. Der
»ettelnde Geizhals hinterließ somit ein Vermögen von 2500 fl.
Für die Redaction verantwortlich: J. X. Dem
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        Submission
auf Straßen-Unterhaltungsarbeiten im
Amtsbezirke Zweibrücken.

Im Amtsbezirke Zweibrücken sind pro 1878 verschiedene Ar—
beiten zur Unterhaltung der Distriktsstraßen auf dem Wege der
e schrifilichen Subniission zu vergeben und zwar im

antone

Bekanntmachung.

Auf Antrag der Ditcktion der pfälzischen Eisenbahnen wird
jut Berhandlung über die Zwaugtabiretung derjenigen Grundftücke
—AX geneh⸗
migten Baulinie der Eisenbahn von St. Ingbert nach Saarbrückn
gelegen sind, und bezüglich welcher bis jetzt eine Einigung wegen
des Abtretungspreises zwischen den Eigenthümern der betreffenden
Grundstücke und der Direktion der pfaälzischen Eisenbahnen noch
nicht zu Stande gekommen ist, gemäß Art. 14 des Gesetzes über
die Zwangẽabtretung für öffentliche Zweche vom 17. Nov. 18837
(Ameblait von 18837, S. 871ff.) andurch Tagsfahrt festgeseßz!
uf Dienstag, den 12. März nächsthin, Vormittags
107 Uhr im Bürgermeistereibureau zu St. Ing⸗
bert. Die rechtliche Folge des Nechterscheinens der betheiligten
Grundbesitzer ist nach Art. 15 Abs. 2 des erwähnten Gesetzes in
der Voraussetzung des Erscheineng der Antragstellerin, d. h. der
Diretktion der pfälzischen Eisenbahnen oder eines ihrer hiezu dele—
girten Beamten Wiederaufnahme des Verfahrens auf Kosten der
nicht erschienenen Grundbesitzer und Schadloshaltung der Antrag⸗
stellerin.

Auch tritt für die betreffenden Grundbesitzer bei etwaigem
wiederholtem Wegbleiben der Rechtsnachtheil ein, daß ihre Ein⸗
willigung in die beanspruchte Grundabtretung und zu dem ange⸗
botenen Preise angenommen werden wird.

Die detaillirten Situalionspläne können bei der Tagsfahrt und
his dahin bei der unkerfertigten Behörde eingesehen werden.

Zweibrücken, den 22. Febr. 1878.

Kgl. Bezirksamt:
Damm.

a. Blieskastel:
Pflasterarbeiten auf den Straßen von Blies⸗
kastel nach Neuhäusel, von Lauzkirchen nach
St. Ingbert, vom rothen Haus nach Aßweiler,
bon Ormesheim nach Eschringen und von
Herbitzheim nach Erfweiler⸗Ehlingen, deran⸗
—
HMauter und Steinhauer⸗Arbeiten auf den
Siraßen von Bliestastel nach Neuhäusel, von
Webenheim nach Reinheim, von Walsheim
nach Gersheim und von Herbiztzheim nach
Erfweiler · Ehlingen, veranschlagt zu . 1055,34 M.
Zimmermannsarbeit auf der Straße von Lauß⸗
iirchen nach St. Ingbert, veralischlagt zu . 183. 70 W.
Sa. 1988,22 M.
b. St. Ingbert:
1. Pflasterarbeiten zu St. Ingbert, St. Ingberter
Grube, Ensheim, Ommershe.m und Hecken⸗
dalheim, veranschlagt zu.... 1266,60 M
Maurer- und Steinhauer⸗-Arbeiten zu Sl.
Ingbert und bei der Gassenmühle, veran⸗
schlagt zu.. .11 2
Sa. 1378,60 M.
e. Hornbach:
1. Lieferung von 160 Grenzsteinen auf die Straße
von Bödfweiler nach Mimbach, veranschlagt zu 127,80 M
d. Zweibrücken:
1. Pflasterarbeiten in Niederauerbach, Bieders⸗
hausen vnd Zweibrücken veranschlagt zu .. 1768 M.
2. Umsetzen eines Durchlasses am Hengstbacher⸗
thale, veranschlagt zz 153 M.
Z. Herstellung von Grabenschwellen an der Steige
gegen Martinshöhe bei Knopp.... 16M.
Sa. 2077 M.
Zuverlässige Uebernehmer werden eingeladen, ihre schriftlicher
Offersen unter genauer Bezeichnung der Arbeiten, für welche die
Submission gelten soll, bis längstens
Donnerstag, den 7. März nächsthin, Vormittags 11 Uhr,
verschlossen auf Stempelpapier bei der unkerfertigten Behörde ein⸗
zureichen, bei welcher bis dahin die Kostenauschläge nebst Beding⸗
aißheft und Planzeichnung zu Jedermanns Einsicht offen liegen.
Zweibrücken, den 21. Febr. 1878.
Kgl. Bezirksamt:
Damm.
Praktisoh füur Jedermann.
Vollst. Ausg. Ruu s — Schulausgab
—S
14. Aufl. —

— —

redles⸗ æαιιο- *
Freunden und Bekannten der Familie zeige ich
an, daß
Fräulein Henriette Hoffmann,
Tochter des gewesenen k. Appellationsgerichtsrathes Ludwig —
mHoffmann in Zweibrücken, still und friedlich von Gott demn!
Herru heimgeholt wurde.
Sie fiarb gestern Abend um halb 6 Uhr im Dia⸗
— conissenhause dahier nach kurzem Krankenlager an Alters⸗,
schwäche im 78. Lebensjahre.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Febr. um
mhalb 3 Utzr des Nachmittags statt. s
1 St. Ingbert, 25. Febr. 1878.
Im Namen der Familie:
2r Srieger.
5

Maskenanzüge,
ganz neue,
in Sammt,
Seide und
Stoff,
um Ausleihen
»i Peter
Weisgerber.

Zur Fastenzeit
empfehle frische Schellfische, Cab⸗
liau, Seezungen (Flundern) pr.
93 Pfund Netto 2,85 M., ge—
räucherte Speckbücklinge pr. 10
Pfund Kiste 358392 M., do.
Speckflundern pr. 10 Pfundkiste
3,60 M., do. Speckaal pr. Kisie
à 8 Pfund Netto 10,40 M.
Kieler Sprotten pr. LOpfundkisse
4 — 413 M., Russische Sardinen
in Pickles pr. 10pfundfaß 3 M.,
Neue holländische Vollheringe pr.
1opfundfaß 3,40 M., Nal in
Gelee pt. 10pfundfaß 7 M.,
Brabanter Sardellen pr. 10pf.
faß 7 M., pr. 4 Pfund 4 M.
Bratheringe pr. 10pfunddose 8
M., frische grüne Heringe pr.
10Opfundkiste 2,60 M., 10 Dosen
à 1 Pfund Neito Hummer 10
M., alles franeo und zoll—
frei pr. Post unter Nachrahme
Ausführl. Preislisten und Loch⸗
recepte gratis. Wiederverläufern
ingemessener Rabatt.

Otrensen bei Hamburg.
A. L. Mohr.

V. PC
v. F. Socnnecken. Method. Anltg. 2. Selbst-Unterricht, m. Vorwort v
Geh. Reg. Rath Prof. P. Rele aux, Direct. der Kgl. Gewerbe-Akad
cu Berlin, Vollständ, Ausg. (mit Anltg.) nebst 25 Federn 4 dehub·
Ansg. (ohne Anitg.) A. nobst 256 Fed. 2 ä: B. nehat 6G Fed. 1 Ac. 10 .
MWie nũtzlich.
—— und
leicht orlern⸗·
har
die Soennecken'sche Rundsehrift ist, dürfte am besten die Thatsache be—
weisen, dass davon Innerhalb ? Jahren 62 Anflagen nöthig
waren, und sie sich des besonderen Interesses sowol der Schulen. wie der
höchsten Staats-Rehärden erfreut.

Prug, die sich durch die Auf

stellung guter und correcter
Adressen aus hiesigem Platze einen
Nebenverdienst verschaffen
wöchten, wollen durch Cortespon⸗
denzkarte unter K. 285 an Ru—
dolf Mosse, Hamburg, nähert
Aufgabe machen.

Le ipæ. III. Dtg. „Wir haben
nach Prüöfung diesse Soenne-
ckon'sehen Fedorn als sehr
weckmassig gofunden· Sie ge-
atatton solbast auf rauhom Pa-
vwosn ae en ee ;
mn leicht und ohno Anstosa
b goben dadureh, dass sio Rechnungen
nno ern e ea
zu Jedermauns Gebrauch
— gren Achtel, Viertel u. Halbe Boger
aang gyc mit rother und blauer Liniatu⸗
ranz Woll ni sind vorräthig in der
n St. Ingbert. Druckevei ds. Bl.
Revattion Druck und Verlog von . X. Demeß in St Ingbert.

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achnellar und !ceh“ ci
gewꝰ hnrt
F. SOENECKT
KURRENT-SOHRIFT-FEA
Ur. 103, 104, 108, 100, 107, 103 per Sort. (23 81.) 60 I.
BBBV VE per or. 2 M. IIa Ge- oo
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— 5553385 333235* * 238*8
2 5535 —— 33353535
— 33 8 22 33 —85548*
2 22 2 2 8 HO8 2.5 53* n
255222 2. 55285523 52 sz 42 22
53—3 35353 5333
73 2* »7 S2 —
1375— 322 5335338 z7—8 38333
z05. .5 125 —253* 2585533 58* 23533.2585
* —— — 532 55 * 27*8*8
—A— 5332325253335 222 —5—s ——8
—822 233553— — S — — *22 — —
233533883235363355 5556533357
—2S582 * 258B32353 2535 —2 5—
* —2228 7 25 SB3283. 2 * * ———
25353322 2482 —»5226 25233225
5223526* —558 —5 8 232355335333
585 255 5333 33 38335335 53 555— 5
2383333335334383 55
—3 22 * — b — —
25 223232 2 — 8 * —
2232 —36 8 532335323253 55 538
* 8 * nc8
575 555—33535 —2535553235 22 —3332
33335337—3336 z2533 BR88
—
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3 8528
⸗58 s2 2 22
* 2 5 5515 533533 83356 — 2358
222 52222 5 3 * 8 — * —— 228 3 8236
—2— 3z —2*5 2 cx 22 —8 —XS—— 3*25*
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* * 82-2z 52323352—5—35 585 — 28 A—
2 WD 2 3 *222 —5322 8* — * — S 2 a¶ä —
388 z525 55353755575 —57*s5 355 7353 32 83
—— * * 2 —— — T — — *
22 77— — S2 —328 25 —— 68 282 2224
572 35 —2 * 232833 —E 22 —25325 — — — —3
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28553 5 222531 S82 5375553 A 8535SS1 2285*
22—5 8 252* 2* —A 3 — — — * 52— A— ä 374

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— — —3— *2 D —2 — 2 — 2
—V — 2595383 5 5—38—5 27 — 55 83*385 22223
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        Sl. Ingberler AAnzeiger.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 Mal woͤchenllich) mit dem Hauptblatte vetbundene Unlerhaltungablatt, (Sonntags mit illustrirter Sei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierieljahrlich

Mark 20 R.⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfs., von Auswärts viit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Piqg. pro Zeile berechnet.
Bœ— — — ——
M 33. Dienstag, den 26. Februar 1878.

—
Deutsches Reich.
Berlin, 283. Febr. Der Reͤchstag setzte heute die erste
Berathung der Steuerprojelte fort. Abg. E. Richter Gortschr.)
prach gegen die Erhöhung der Tabaksteuer, überhaupt gegen die
usdehnung der indirekten Steuern, endlich auch gegen das Tabalt⸗
monopol; er verlangte, daß ein verantwortlicher Reichsfinanzminister
nanmnt werde. — Minifter Camphausen nimmt Bezug auf eine
vor einem Jahre von ihm (Camphausen) im Reichstuge gemachte
Aeußerung des Inhalts, daß eine höhere Besteuerung des Tabaks
mit dem Endzweck, zuletzt zum Monorol zu kommen, angestrebt
werden müsse, in welchem Fall dann andere Verbrauchs steuern,
namentlich die Salzsteuer, aufgehoben werden könnte und in Preußen
zin Theil der direften Steuern den Kreisen und Gemeinden über⸗
sassen werden könnte. Camphausen fagte, r ser heute noch der⸗
seiden Ansicht; er habe wiederholt seine Entlafsung angeboten,
falls er nicht mit dem Reichskanzier übereinstimme; er würde aber
auch nicht im Ministerium bleiben, wenn er nicht der freudigen
Zustimmung der die Mehrheit des Reichstags bildenden Parteien
versichert sei. — Fürst Bismarck bestäligte, daß Camphausen wieder⸗
holt, zuletzt noch in diesen Tagen den Wunsch nach Entlossung
kundgab, und fügte hinzu, nur aus sachlichen Gründen und mit
Widerstrehen würde er solchen Wünschen nachkommen. „Eine Dif-⸗
ferenz liegt zwischen uns nicht vor. Daß deshalb für mich nicht
ein Moment der Trennung, sondern das der Hoffnung vorhiegt,
daß unsere Wege auch weiter zusammenführen, war mir Bedürfniß,
hier auszusprechen.“ — Abg. v. Varnhüler befürwortet das Tabak⸗
monopol. — Windthorst (Meppen) erkläct sich sehr enischieden
gegen die Vorlagen, die er sofort abzulehnen bittet. — Abg.
Frezsche bttampft die Vorlagen vom socialdemokratischen Stand⸗
puntte aus. — Das Haus beschließt sodann die Verweisung der
Sieuer-Vorlagen an die BudgetCommission.
NAusland.

Wien, 24. Februar. Mittheilungen von österreichisch-hoch⸗
offizisser Seite lossen es als gewiß erscheinen, daß die Zögerung
im Abschlusse der Friedensverhandlungen vielmehr von russischer
als türkescher Seite verurfacht ist und daß die Nachtichten, welche
sämmtlich aus russischhen Quellen tommen und den Türken dre
Schuld an dieser Zögerung in die Schuhe zu schieben suchen, wijs⸗
jentlich erfunden und absichtlich verdreitet wucden haupisächlich zu
dem Zwecke, den Zusammentritt det Konferen; hinauszuschieben
und ihr mit eiuner vollendeten Thatiache entgegentreten zu önnen.
Die jüugsten Meldungen der russischen Bläiet über ein der Pforte
angeblich gestelltes Ultimatum beireffend den Abschluß der Friedens
verhandlungen sollen bestem Vernehmen —XV
zug zu deden bestimmt sein. Es veilautet nämlich, daß befonders
das deutsche Reich den baldigen Zusanimentritt der Konferen;
wünsche, um neue Komplikationen zu vermeiden. Die Kouferenz
dürfte auf Grund vorangegangener fester Vereinbarungen der inte⸗
ressirten Mächte verhandeln und dadurch tünftigen Berwidlungen
pon vornherein der Boden entzogen sein. Aus Berlin liegt positiv
nichts vor, was za der Annahme berechtigen könnte, daß man dort
nicht nach wie vor an dem schnellen Zustandekommen eines allseitig
genügenden Friedens festhalte.

London, 24. Februar. Trozz aller Nachrichten von
Paris und Wien, daß die Situation ollzu gespannt und die Kon⸗
ferenz wieder aufgeschoben sei, kann ich auf Grund authentischer
Mittheilungen versichern, daß weder England noch Oisterreich den
Frieden stören werden. „Die russischen Bedingungen, so hart sie
sind, müssen angenommen werden,“ so lautete Englands leßtes
Wort. Auch Rumänien willigte in den Auslausch Bessarabieus.

Konstantinopel, 24. Febr. Die „Ag. Hav.“ meldet
Die Friedensbedingungen sind geordnet; der betreffende Prä
liminarvertrag wird heute in San Stefano unter
zeichnet. Nach Unterzeichnung des Verttages stattet Großfürst
NRitoiaus dem Suͤltan einen Besuch ab. Der Friede wird „Friede
on Konstantinovel“ heißen.

Petersburg, 28. Febr. Der „Golos? betont in einem
jehr scharfen Artikel gegen die Verzögerungen der russisch türkischen
Berhandlungen, daß es Zeit sei, den sich in die Länge ziehenden
Berhandlungen ein Ende zu machen. Entweder soll sich das eag⸗
lische Geschwader in die Besilahai zurückziehen, oder die Pforte solle
einen handzreflichen Beweis erhallen, daß sie vergeblich auf die
Anwetenheit der britischen Monitors im Marmarameer sehe. Man
olle der Türkei ankündigen, dabß, falls der Frieden an einem ge⸗
wissen möglichst baldigen Tage nicht unterzeichnet werde, die Feind⸗
teliükeiten wieder aufaenommen werden.
Vermischtes.
dSt. Ingbert, 25. Febr. Die Gemüthlich⸗
de it“ hatte gestecn Abend ihren Mitgliedern und vielen eingeledenen
Nichtmitgliedern im Jung'schen Saale eine rebt gemüt hlisch e
ünterhaliung bereitet. Gesang, Theater und Tanz — das war
Jas dielbersprechende Programm des Abends. Der Saal war
ollständig besetzt, und das berührte schon angenehm und rief eine
echt animirte Stimmung hervor, die sich dann natürlich während
der Ausführung des genannten Programms noch steigerte. Die
eiden Lieder, welche von den Sängern der „Gemüthlichteit“ ge⸗
ungen wurden, wurden recht gut vorgetragen, was um so mehr
nzuerkennen ist, als dieselben erst seit Kurzen zusammen fingen.
x.n Lustspiel Zwischen 9 und 117, wurde von den Spielenden
refflich gegeben und versetzte vielfach seines humoristtschen Gedankens
vie der drastischene und charakteristischen Darstellung wegen die
dachmuskeln des Publikums in längere Thätigkeit. Wir erlauben
ins nicht eine Kritik über die Leistungen der Mikwirkenden im
kinzelnen zu schreiben, trotzdem diese dieselde nicht zu fürchten hälten.
Ihr Zusammenspiel war recht gelungen, die Wikung darum eine
‚orzügliche und öfters hörten wir: „Sie haben Alle ihre Sache
negt gut genacht!“ Es wurde viel gelacht, und das ist der beste
tZeweis, daß Damen und Herren im Spiel ihre Schuldigleit thaten,
venn ihnen dieses das lebhafte Applaudiren und Hervorrufen am
Schlusse nicht schon bewiesen hätte. Kaum war der Vorhang ge⸗
allen, so wurden Tische und Siühle bei Seite gestellt und nun
zing es zum Tanze. Daß unsere tanzlustige schöne und starke Welt
Igemüthlich“ und wacker das Tanzbein deehte, versteht sich von
elbst. — So verlief die Unterhaltung auf's angenehmste und
lieferte abermals den Beweis, daß die ‚Gemülhlichkeit“ ihrem Namen
alle Ehre zu machen veisteht.

*Si. Jugbert, 25. Febr. Am Samstag ·Abend wurde
—
Bürger, Glasmachet Cheristian Siegwardt, beim
Nachhausegehen von einem 17 —18jährigen Burschen aus Sulzbach,
Namens Mohr, Plötzlich angefaden und mit einer Eisenstange
zerartig am Kopfe verletzt, daß er in der größten Lebensgefahr
ichwebt. Die Rohheit und Brutalität dieser That ist um so größer,
vtil der Thäter dieselbe ausführte, ohne auch nur im Geringsten
von dem Verlttzten gereizt worden zu sein. Mohr ist verhaftet
ind wurde gestern gefänglich hier eingebracht. Dabei blickte er so
frech und ungenirt um sich, als ob er sich seine abicheuliche That
als ein Verdienst anzurechnen hätte.

Aus den oberfränkischen Weberdistrikten lauten die Nacheichten
pieder traurig; die Arbeit wird reduzirt, und in manchen Gegen⸗
den ist der Verdieast auf ein Minium herabgesunken; in Naila
erhalten die Weber für die Elle Baumwolltuch (halbe Breite) 8
pfa. Weberlohn.

f In Bamberg saab in voriger Woche ein Säcler, wel⸗
her von der Armenpflege Kost und Kleidung erhielt und in der
Stadt beltelte, wo er nur ankam. Bei Oeffnunz seines Zimmers
jand man eine Werthjumme von 1500 fl., ferner in einem Kasten
einen Sach Geld mit 1000 fl. in verschiedenen Münzsorten. Der
hbettelnde Geizhals hinterließ somit ein Vetrmögen von 2500 4.

Fux die Redaction veraniworilich: F. X Dem«⸗
        <pb n="120" />
        Srtbmission

auf Straßen⸗Unterhaltungsarbeiten im

Amtsbezirke Zweibrücken.

Im Amtsbezirke Zweibrücken sind pro 1878 verschiedene Ar—
beiten zur Unterhaltung der Distriktsstrahßen auf dem Wege der
Allgemeinen schriftlichen Submission zu vergeben und zwar im
Kantone
a. Blieskastel:

Pflasterarbeiten auf den Straßen von Blies⸗

kastel nach Neuhäusel, von Lautzkirchen nach

St. Ingbert, vom rothen Haus nach Aßweiler,

pon Ormesheim nach Eschringen und von

Herbitzheim nach Erfweiler⸗Ehlingen, veran⸗

IIV

Maurer⸗ und Steinhauer⸗Arbeiten auf den

—AV

Webenheim nach Reinheim, von Walsheim

nach Gersheim und von Herbitzheim nach
ErfweilerEhlingen, veranschlagt zu.. 108553,34 M.

Zimmermannsarbeit auf der Straße von Lautz
lirchen nach St. Ingbert, veranschlagt zu. 183,70 M.
Sa. 1983,22 M

b. St. Ingbert:

1. Pflasterarbeiten zu St. Ingbert, St. Ingberter

Grube, Ensheim, Ommershe.m und Hecken⸗
dalheim, veranschlagt zu.....411266,60 M.

Maurer⸗- und Steinhauer⸗Arbeiten zu St.

Ingbert und bei der Gassenmühle, veran⸗
schlagt zuz ..4112,—- M.
—

e. Hornbach:

1. Lieferung von 150 Grenzsteinen auf die Straße

von Böckweiler nach Mimbach, veranschlagt zu 127,80 M

744,18 M.

d. Zweibrücken:
1. Pflasterarbeiten in Niederauerbach, Bieders—
hausen vnd Zweibrücken veranschlagt zu. .1768 M.
Umsetzen eines Durchlasses am Hengstbacher⸗
thale, veranschlagtz äu.... . ... 1533 M.
Herstellung von Grabenschwellen an der Steige
gegen Martinshöhe bei Knopp...... 156 M.
a.
Zuverlässige Uebernehmer werden eingeladen, ihre schriftlichen
Offerten unter genauer Bezeichnung der Arbeiten, für welche die
Submission gelten soll, bis längstens
Donnerstag, den 7. März nächsthin, Vormittags 11 Uhr,
berschlossen auf Stempelpapier bei der unlerfertigten Behörde ein
zureichen, hei welcher bis dahin die Kostenauschläge nebst Beding—
nißheft und Planzeichnung zu Jedermanns Einsicht offen liegen.
Zweibrücken, den 21. Febr. 1878.
Kgl. Bezirksamt:
Damm.
Praktisoh fur Jedermann.
Vollst. Musg. Ru 9 » Schulausgab
I —
B. Aup. — Bæꝑ Aua.
V

v. F. Socnnecken,. Method. Anltg. 2. Selbet-Unterricht, m. Vorwort v
Geh. Reg. Rath Prof. F. Releaux, Direct. der EKgl. Gewerbe-Akad
qu Berlin. Vollsständ, Ausg. (mit Anltg.) nebst 28 Federn 4 At.; Schul-
Ansg. (ohne Anltg.) A, nobst 25 Fed. 2 M; B. nebst 6 Fed. LI .

Wie nũtzlich

und
leicht erlern-
— bar

die Soennecken'sche Rundsehrift ist, dürfte am besten die Thatsache be-
weisen, dass davon Inne halhe fahren 62 Anslagenm nöthig
waren, und sie sich des besonderen Interesses Sowol der Schulen, wie der
nöchsten Staats-Bohörden erftreut.

*

eip⁊. III. ztg. „Wir haben
aach Prüfong dieso BSoonne-
rxonschon Federn als sobur
twockmassig gofundon Sie ge
ztatton sslbat auf rauhem Pa-
pior aueb das sidehtigste Schroi-
bon leicht und ohne Anstoss
and gebon dadureh, dass sie
nne Zuthun des Schreibers den
Druck atete auf dioselbe Stollo
legon, jeder Schrift oin regel-
nastiges Anasohen. Wir khnnen
lie Federn aus eigoner Ueder-
augung ompfehlen.“

Zu hahben boi

ranz Woll

mn 8t. Ingbert.

—2

⸗

schneller und le
gewẽt 14
5. SOEN

W71
XURRENT-SCHRIFT-FE
Ar. 103, 104, 108, 106, 107, 108 per Sort. as Gt.) od .
—R—
edaktion Druck und Verlag don

— —— — —

Bekanntmachung.
Auf Antrag der Ditcktion der pfälzischen' Eisenbahnen wird
zur Verhandlung über die Zwangtablretung derjenigen Grundstüd
St. Ingberter Gemarkung, welche auf der höchsten Orts geneh,«
migten Baulinie der Eisenbahn von St. Ingbert nach Saarbrucken
gelegen sind, und bezüglich welcher bis jetzt eine Einigung wegen
es Abtretungspreises zwischen den Eigenthümern der betreffenden
Brundstücke und der Dircktion der pfalzischen Eisenbahnen noch
nicht zu Stande gekommen ist, gemäß Art. 14 des Gesetzes über
die Zwangsabtretung für öffentliche Zwecke vom 17. Nob. 1887
Amtablatt von 1837, S. 571ff.) andurch Tagsfahrt festgesetzt
uf Dienstag, den 12. März nächsthin, Vormittags
10. Uhr im Bürgermeistereibureau zu St. Ing⸗
bert. Die rechtliche Folge des Nechterscheinens der bethenigten
Bruadbesitzer ist nach Art. 15 Abs. 2 des erwähnten Gesetzes in
»er Voraussetzung des Erscheinens der Antragstellerin, d. h. der
Direltion der ꝓpfälzischen Eisenbahnen oder eines ihrer hiezu dele⸗
zirten Beamten Wiederaufnahme des Verfahrens auf Kosien der
nicht erschienenen Grundbesitzer und Schadloshaltung der Antrag⸗
ttellerin.

Auch tritt füür die betreffenden Grundbesitzer bei etwaigem
viederholtem Wegbleiben der Rechtsnachtheil ein, daß ihre Ein—
willigung in die beanspruchte Grundabitetung und zu dem ange—
hotenen Preise angenommen werden wird.

Die detaillirten Situatiouspsäne können bei der Tagsfahrt und
his dahin bei der unterfertigten Behörde eingesehen werden.

Zweibrücken, den 22. Febr. 1878.

Kgl. Bezirksamt:
Damm.

— — —
ε — ιιιο. *
Freunden und Bekannten der Familie zeige ich
an, daß
Fräulein Henriette Hoffmann,
Tochter des gewesenensk. Appellationsgerichtsrathes Ludwig
Hoffmann in Zweibrücken, still und friedlich von Gott dem
Herrn heimgeholt wurde.
Sie starb gestern Abend um halb 6 Uhr im Dia—
Conissenhause dahier nach kurzem Krankenlager an Alters⸗
schwaäche im 78. Lebensjahre,
— Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Febr. um
whalb 3 Uttrr des Nachmittags statt.
St. Ingbert, 25. Febr. 1878.
Im Namen der Familie:
Rfarrer Krieger.

Maskenanzüge,

Zur Fastenzeit
empfehle frische Schellfische, Cab—
liau, Seezungen (Flundern) pr.
91/ Pfund Netto 2,85 M., ge—
räucherte Specbbücklinge pr. 10
Pfund Kiste 3—532 M., do.
Speckslundern pr. 10 Pfundkiste
3,60 M., do. Specdaal pr. Kiste
à 8 Pfund Netto 10,40 M.,
ieler Sprotten pr. 10pfundkisie
1-423 M., Russische Sardinen
in Pickles pr. 10pfundfaß 8 M.,
Neue holländische Vollheringe pr.
lbopfundsaß 3,40 M., gal in
Gelee pr. 10pfundfaß 7 M.,
Brabanter Sardellen pr. 10pf.⸗
faß 7 M., pr. 4 Pfund 4 M.,
Bratheringe pr. 10pfunddose 5
M., frtische grüne Heringe pr.
lOpfundtiste 2,30 M. 10 Dosen
à 1 Pfund Netto Hummer 10
M., alles franeo und zoll⸗
frei pr. Post unter Nachraͤhme
Ausführl. Preislisten und Koch⸗
tecepte gratis. Wiederverkaufetn
angemessener Rabatt.

Otrensen bei Hamburg.
A. L. Mohr.

ganz neue,
in Sammt,
Seide und
Stoff,
zum Ausleihen
ei Peter
LVeisgerber.
Lrus, die sich durch die Auf—

stellung guter und correcter
Adressen aus hiesigem Platze einen
Nebenverdienst vpexrschaffen
wöchten, wollen durch Correspon⸗
denzkarte unter K. 285 an Ru⸗
dolf Mosse, Hamburg, nähere
Aufgabe machen.

Rechnungen
ju Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
nit rother und blauer Liniatur
änd vorräthig in der

Druckerei ds. Bl.
F. Xx. Oemeßz in St

Ingdert.
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        222222
2 —z328 22—32338
2 35853 3 335553——3258— 53233 3535353536
22 * S2 * — 2 * *25* 78 5 — *
—* 2 —— 22 — — —2 —— — ⸗ — 2 —*8
55 53 — 73355 — 2553833358
* — — W —X — —XJ 2 * 772 ———
3 — * ß——55—523585 52— *3 533 — 5XSES5ES
* 7 * * 50 8 8 — ẽ 2 XR — —
5223 53 s8337s823533s3 3255* 223537 722—
* 2* — 2 a⸗·
22 * x 28 — —— — — —— 3z2*3 7 — 553322
* — 53 —23 —283 8 *538 z3æ33 3 z32 53 —38c8
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52 * —8 22 25 — 22 —M S — — *7* * — * *
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5153553583 33 353538 s33834 5—5335655
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332, 5335* *53345 s 388 33— 38
3558 — 5555 3 5 —5 33333553528 s*5 33355
2— 3 3 3 35 2265
*2222 7573223 263 35538 252833382533
523535535 3 38 3 3325333836
Iz3528832 23 538— 7 232 —3 23235 — 35223
7 I38335333338336* ——
2536 ——528 * 832 5833835 3333528 ———— — —
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5 2258. * 15325 ————— 5*s223*8358 —— — — —* 2 25 5558
5538—567 55 555328 * 5* —52255 * 5585365 N 22
— M — 23 —E ——— 7* —A — — 2 2 2 — z8
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— 23 252* * 55822 8 2. —72 23 3 22
383 — * 3388368 A ——
2 2 8 * * — 8 2 —* *—* 2 — —2 *
— 153253 3838582553 755 50338 52—3; 352557 —A
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38835 3 232 3 3 3 3*2553353
— * 2 8 58255 —835225 2 52*22 * 56 3555 —2 —
5255 535*555 5225 5*33 23 222 —A 28, 532— e23
5585 2* — 3 2 2 — 33 32 25.2 2 2 * —— 2 35 *22
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8 — * 25 285 25 23253 —A Z 2 —
—A — E———— 53338 — — 525385538 35253381 2 A
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225 — 55 * 525 232 2 2 2* 5328 2 5 * ,
J —28368 53 —26 —5 58 558
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333233337 3333337838*3 Sté— 518 —
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2525 253372337 — *7503 —33 555.*
2 —* * — — * — *
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5* 23553 33 I55B52— 5—333

5 22 2328 —2 * 2 335
22 ——— — — —— 32 * 88
—A — Z — — 282 — — 220 — 2 2 522 12 8
2532 —— — — * —2 8522 — 20
825 — 53225 2* 58 8252232355— —A —
5287 —525 3 228 ——3 S8 333—3—3385 —A——
53 *8*5 — — * t —A— — — * c —
2 8 2 S 2 5 8 23 3 — 29 22B335
55725 —55685 22 ** 2 2 35585 25 722285
8 22 — —s * i — B 2 — ——— 5 5335
* —— — 2 5522 522 ⁊ — 525 —2 S28B —A 333289
229 —— — — —— M 3 * — 85 * 5222356
2 —522 2 * 8 —A — * 2 * —22223323535 2 5
385*25 8 23—255 55—2 —52 523523 —55 55 22 23 5322290
538.5 5 —— 23——63 278 7537
* —* * * —2 — — T —— —*
8255 272 A —2* 22232 * * 5253* 75 — 2 —32 22
* 18 *2 * * — 2 * .7 * 2 7
— 7 3— 5 — 5——32333 28387
*S — —2553—3—335*55—5535—58 232225
2 — — ⸗ñe— — 2 59 — *
— 335522833
2 27 —A — —38 * 87 2225 5533285 8 25 *
5 5—82—— ——2332353225 25238 5S53 5 —553—3585557—— — —
5. 152325 55——335382233 585 ———— 3—5—5383
* —53553— 38— —— —53352533 22 222 2222 222—
2 —2 * — 3 — *
s 33 8 3 333 33385
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        —AI Anzeiger.
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illuftrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounne mentspreis betragt vierieljährlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfgq., von Auswärts mit 15 Pf 3. für die viergespaltene Zeile Blaͤttschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg.pro Zeile berechnet.

— — —

M 34. Donnerstag, den 28. Februar 1878.

Deutsches Reich.

München, 23. Febr. In Dden hohen geistlichen Kreisen
dahier spricht man davon, daß der Bischof v. Dinkel in Augs—
burg der Nachfolger des verstorbenen Erzbischoss d. Scherr werden soll.

Munchen, 25. Febr. Die Neuorganisation des förstlichen
Anterrichts in Aschaffeaburg soll mit dem Beginn des kommenden
Schuljahres zur Durchführung gelangen. Im Schuljahre 1879/80
vird von allen jenen Apvsolventen der Forstlehranstalt die hiesige
Universität bezogen werden müssen, welche sich dem höheren Forst⸗
dienste zuzuwenden gedenken. Auch die Fotstversuchsstation wird
diz dahin vollständig eingerichtet sein. (N. C.)

Aus München, 24. Febr., schreibt man dem „Nütnb.
Tortesp.“: Die im letzten Herbste in Bayern staltgehabte Inspections
teise des Kronprinzen des Deuischen Reiches in seiner Eigenschaft
As General-Inspecteur hat sich bekanntlich auf Theile des 2.
»ayerischen Armeecorps, sowie auf die bei Straubing zusammenge—
ogene Cavalerie-Division erstrect. In der von dem Kronprinzen
rrfiatteten und vor längerer Zeit auch schon zur Kenntniß Sr.
Muj. des Königs von Bahern gebrachten Relation wird bezüglich
der inspicirten JInfanterie-Abtheilungen die Rezlementmäßiakeit der
porgenommenen Uebungen anerkannt, dagegen bei einzelnen Com⸗
naudeuren „das wünschenswerthe Maß von Freiheit und Seldst⸗
tändigkeit der Bewegung, namentlich bei der Vorsührung ihrer
Truppentheile“ vermißt. Der Cavalerie und Artillerie wird alles
Lob gespendet und von letzterer wird die in Nürnberg inspicirte
Abtheilung besonders exwähnt.

Berlin, 28. Febr. Nachdem die Steuervorlazen der Reichs⸗
cegierung beceits am Abend des ersten parlamenturischen Schlacht⸗
ages todt auf der Wahlstatt gebdlieben waren, konnten sie in der
weiten großen Debatte vom Samstag nur noch in die Budget⸗
ommission hinabgesandt werden, um dort ein sang- und klang⸗
—— Zum Ueberfluß gab sich Herr Camp⸗
Jausen selbst als den vetanmwortlichen Vertreter der drei Steuer⸗
zesetzentwürfe zu erkennen, wie er sich denn auch, zur großen Ueber⸗
achung des Hauses, urplötzlich als den eifrigen Förderer des
Ponopols, den eigentlichen Eingeber dieses Gedankens entpuppte,
zu dem das jetzt eingebrachte Tabakssteuergesetz nur den Durch—
zangspunkt bilden soll. Daß diese Ecklärungen indessen am
wenigsten geeignet war, das stark gesunkene Vertrauen der Mehrheit
— — preußischen Finanzministers
ieu zu befestigen, bedarf keiner weiteren Ausführung.

Berhin, 25. Febr. Als eventueller Nachfolger Camp⸗
Jausen's wird jeßzt Staatsminister Friedenthal genannt. — Die
Stellvertretungsvorlage soll im Reichstage am —A
rathung kommen. (A. 3.)

Berkin, 285. Febr. Ein dem Bundesrath zugegangener
Besetzentwurf, bex. den Bau von Eisenbahnen in Lothringen, er⸗
nächtigt den Reichskanzler: 1. Eisenbahnen von Chateau⸗Salins
nach Saaralben, von Dieuze nach Bensdorf und von Karlingen
nach Hargarten anzulegen, 2. Berbindungsbahnen zwischen den
Fisenbahnlinien Bitsch-Saargemünd, sowie Zweibrücken Saurgemünd
inerseits und Saargemünd-Saaralben andererseits auszufühten und
3. die Zwischenstationen auf den Strecken Saargemünd⸗Soaralben
— Die Kosten der
Bauten snd auf 15,120,000 Mark veranschlagt

Berltin, 26. Febr. Kronprinz Rudolph von Oesterreich
rzrifft am 3. März zum Besuche des Hofes hier ein.
Vermisqhtes.

p Auch in Kaiserzlautern wie anderwärts, ergibt sich
zei den Versleigerungen von Brennhölzern ein weiterer Rückgang
der Preise. Dieselbein gehen bis zu 20 pCt. unter der Taxe.
Desto größere Nachfrage ist nach Nutzhölzern, besonders nach
Fichenhoiz. Dieselben ersetzen dann reichlich den oben genannten
NMusfaut, indem die dafür bezablten Preise oft —X
Taxe hinaufgehen.

4— Die kgl. Regierung der Pfalz gibt bekannt, daß zur Leitung
der bei der Kieisbaugewerkschule Kaiserslautern neu zu errichtenden
Werkstätte ein Werkmeister für Kunstschreiner und Kunstschlosser ge⸗
ucht wird. Derselbe erhält die Rechte eines kgl. Lehrers der
ayer. Realschulen und hat als solcher einen Gehalt von jährlich
2280 M., der sich im 4. und 5. Jahre um 360 M. und dann
»on 5 zu 5 Jahren um 180 M. jährlich erh oht. Bewerber
Jaben ihre Gesuche binnen 3 Wochen bei dem k. Rektorate der
Zreisgeweilschule Kaiserslautern einzureichen.

Mäünchen, 22. Febr. Das k. Finanzministerium gibt
m Einverständn'sse mit dem k. Staatsministerium des Innern
Folgendes bekannt: Gewaltsam beschädigte, aber vollwichtig ge⸗
eßene echte Reichsmünzen sind von den k. baher. Kassen anzu—
halten, durch Zerschlagen oder Einschneiden für den Umlnuf un⸗
Frauchbar zu machen und alsdann dem Einzabler zurückzugeben.

pMünchen, 268. Febr. S. M. der König hat dem Heren
Minister d. Pfrufer gestern zu dessen Geburtstag die besten Glück⸗
vünsche ausgesprochen. Der Minister wird sich morgen auf 14
Tage aus Gesundheitsrüchsichten nach Südtyrel begeben. — Die
Frau Herzogin Mar und Herzog Karl Theodor mit Gemahlin
cisen heute nach Italien ab. (A. 3.)

F München. (Garnisonswechsel.) Se. Maj. der König
jat zufolge allerhöchster Entschließung vom 15. d. M. nachstehende
denderungen der Dislokation der Armee genehmigt: 3. Bat. des
. Infreg. von Fürstenfeldbruck nach München, 1. Bat. des 2.
Infreg. von München nach Fürstenfeldbruck, 3. Bat. des 5. Infreg.
son Germersheim nach Erlangen, 2. Bat. des 6. Jafreg. von
zermersheim nach Landau, 2. Bat. des 9. Infreg. von Germers⸗
seim nach Aschaffenburg, 8. Bat. des 11. Insreg, von Passau
zach Straubing, 6. Jägerbat. von Erlangen nach Germersheim,
,. Jägerbat. von Landsberg nach Pafsau, 8. Jägerbat. von Strau⸗
ing vach Germersheim, 10. Jägerbat. von Aschaffenburg nach
zecmersheim, 4. Eslkad. des 1. Ulanenreg. von Neustadt a. A.
ach Bamberg, 5. Estad. dess. Regiments von Aamberg nach Neu—⸗
adt a. A.. “2. Eskad. des 53. Chevreg. von Zveibrücen nach
zaargewünd, 4. Eskad. von Saargemünd nach Zweibtücken, 1.
ionierbot. 4. (Festungs-) Pionierkomp. von Ingolstadt nach Neu—
lm, 8. (Feistungs:) Pionierkomp. von Neuulm nach Jugolstadt.
diene Dislotationsändeiungen haben im Anschlusse an die dies—
ihrigen größeren Truppenübungen stattzusinden. MPiit denselbden
eht die Abstellung des Kommando's Laufen auf das 1. Inf.«Reg.,
es Kommando's Kaiserslautern auf die Garnison Laudau über.
Landsberg verliert also seine Garnison.)

pLandshut, 25. Febr. In Hüttenkofen bei Oberai⸗
ach hat ein 12jähriger Knade einen 18jährigen mit einem im
griffe feststehenden Messer in den Unterleib gestochen, so daß der⸗
elbe schwer verwundet darnieder liegt und am Sterben ist. Grund
zierzu war das Läuten bei dem Gottesdienst für Papfst Pius IX.,
Hobei die Beiden über zu starkes Läutea miteinander in Streit
jeriethen. Nach der That prahlte sich der Junge üder seine Cou—⸗
sage mit den Worten: „Gelt ich bin ein Herl, geh' mir noch einer
der, ich stech' ihn auch nieder!“

F Balingen (Würtemberg), 20. Febt. Im Laufe der
origen Woche meldete sich ein ca. 70 Jahre alter Handwerks-
ursche wegen plötzlich eingetrenen Unwohlseins ins hiesige Kranken—
aus. Derselbe, von Profession ein Schmied und aus Freudene
tadt gebürtig, starb noch am gleichen Tege an Entkraftung. Bei
Musterung seiner Hinterlessenschaft fand sich in dem Handwägelchen,
zas er auf seinen Wanderungen stets mit sich führte, eine Summe
pu 4600 Mark in Werthpapieren vor, so daß den Verwandten
des „armen“ Reisenden eige zwat unverhoffte, aber hübsche Erb⸗
chaft zufaällt.

Berlin, 23. Febr. Der „Reichsanzeiger“ enthält die
Bekanntmachung, daß vom 1. März an nicht mehr als gesetzliches
Zahlungsmittel gelten: die Us Thalerstüche, die landgräfl. hessischen
Ind kurhessischen 3, 1. und Us Thalerstüche, die s, Uno und
        <pb n="124" />
        as Gtoschenstücke, die 5, 2 und 1 Pfennig:Stücke mecklenburg.
Vepräges. Die s Thalerstücke werden bis 1, Juni d. J. von
den Kassen aller deutschen Staaten, die anderen in den Slaalen,
velche fie geprägt haben, an Zahlung genommen oder umge⸗
vechselt.

F Berlin. Wie jeßzt endgültig bestimmt ist, wird das
ünfte allgememe deutsche Tuͤrnfest dieses Jaht vom 27. bis 80.
Juli in Breslau abgehalten werden. Mit demfselben ist die Ge⸗
dächtnißfeier des hundertjährigen Geburtstages des deutschen Turn⸗
oalers Friedrich Ludwig Jahn verbunden.

In Paris hat sich im „Grand Hotel“ ein Unglücksfall
zreignet, indem der Aufzug, welcher eine Baronin Schack und zwei
im Hotel Angestellte in den fünften Stock beförderte, herunterstürzte.
eine der drei Personen erlitt eine äußere Verletzung, aber alle
dlieben in Folge der furchtbaren Gehirnerschütterung todt auf
dem Platze.

In Morlaix (Frankreich) ist eine große Spinnerei ab—

gehrannt, wobei zwei Feuerwehemänner getodtet, zwei schwer und
ünf leicht derwundet wurden.

fParma, 21. Febr. Heute gegetz zwei Uhr Nachmittags
ereignete sich hier ein großes Unglück. Die hiesigen Offiziere
vollien verschiedene Experimente mit Dynamit machen und unter
anderm auch einen der hundertjährigen Kastanienbäume, die durch
neue etsetzt werden sollten, eniwurzeln, wobei sich viele Zuschauer
rinfanden, da die Allee sich an einem öffentlichen Spaziergange
befand. Durcch Unvorsichtigkeit explodirle vor der Zeit der Dyna⸗
nit und richtete unter den Umstehenden kin furchtbares Unglück an.
Ucht Offiziere und Soldoten und über zwanzig Personen vom Civil
vurden theils verwundet, theils todt in das Hospital verbracht.
Das traurige Ereignik bat die ganze Stadt in Aufregung verseßt.

Aienstesnachrichten.

Katholischer Kirchendienst. Die kath. Pfarrei Münchweiler, B.⸗A.
Homburg wurde dem Priester H. Haar, Pfarter von Borrfiadt.
B.A. Kaiserslautern, verlieben.

—

Todes-Anzeige.

In Goties unerforschlichem Rathschlusse war es ge⸗
legen, unsern innigst geliebten Gatten, Vater, Sohn.
Bruder, Schwiegervater und Großvater

Johann Colisi
nach längerem schweren Leiden, im Alter von 89 Jahren,
zu sich in ein besseres Jenseits abzurufen.

Die Beerdigung findet am Freilag Morgen um 10

Uhr statt.

St. Ingbert, 27. Febr. 1878.

Die trauernde Familie

Unterzeichnete verkaufen:
Vorderschinken, gesalzen im Anschnitt
ditto ditto Ganze.
ditto geräucherte, im Anschnitt.
ditto ditto Ganze ..
Zzpeck, gesalzenn...;
ditto ditto bei 10 Pfund....
ditto geräucherten. 3
ditto ditto bei 10 Pfund..
Schmalz, beste Qualitäätt
ditto ditto bei 10 Pfund....
An Wiederverkäufer entsprechend billiger.
Christian Kling, Meßzger.
LU kling, Kaufmann.
OXOMOXOXSO: O
Ich empfehle hiermit meine neu angekommenen
Sommer-Buxkins
— sowie —
schwarze Tuche von M. 2.50 an,
— zͤu —
Confirmanden-Anzügen.
BKarl Schanck.
Ox.
Fastnacht-Montag

40 pig.
z38
15
40

ozu höflichst einadet
Julius Grewenie
Loose à 50 Rfennig
für die
Allgemeine Geflũgel-Ausstellung
am 17. 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
iind zu haben in der Expedition des „St. Ingbert
Unzeiger“.

F 7 J J ⸗
dardines à. huilo Fastnacht Sonniag und Monlag
russ. Sardinen, Sardellen, Bü⸗ Freimusik
kinge, holl. Häringe, mar. Häringe hei Peter Schweitzer.
Tappern, Oliben, Himbeersaͤft, Faͤ— — üüöç
Jen, Tafelrosinen, Titronen. Oran— H j4
zen, Vanille, conservirte Früchte, Neue dringe,
Eoceus⸗Nüsse mit Milch, per Stück 8 Pfg., bei 10 Stück
Tatharina-Pflaumen, Limeburger⸗, 7 Pfg. empfiehlt
Ramadour⸗ und Eidamer⸗-HKäse, Ph. Klinck.
amerikan. Fleisch in Blechdofen, VFFEEECECCCTS —
Efsig-Gurken, Mainzer Sauer— Allgemeine Wechsel
raut, Olivenöl, Nestle's Kinder— per St. 3Pf., 25 St. 30 pf.
mehl, Chocoladen und entölter — find zu haben in der
Cacao, ital. Macaroni empfiehlt Buch⸗ und Steindruckerei
J. Peters. St. Ingbert.! F. X. Demetæ.
Fastnacht-Sonntag, den 3. März
GrOsSer ———
wozu auch Nichtmaskirte Zutritt babe
v

Jei

Fastnacht⸗Mouta—s
F. Oberhauser.
HJoôtol Laur.
Faftnacht⸗Sonntag, den 3. März
Großer
Masken-Val“
des
Arbeiter⸗Bildungs-Vereins
wozu auch Nichtmitglieder Zutritt
——-25 haben. — Anfang Abends 8 Uhr. —
Musik des 2. Art.-Req. aus Metz. Capellmeister H. Guth.
Fastnacht⸗Montag, den 4. März
Hroßer Masken-Ba! 8
—e auch für Nichtmaskirte. —2—
Musik der Heinitz-Kapelle. Direktor Wittich,
Anfang 8 Uhr Abends.
Billets sind an der Tasse zu haben, oder vorher bei
F. Leunert (GHotel Laur.)
ünchener Bier
swaner
P uIl.
Redaktion Druck und Verlag von x. Demes in St Znobert
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—— —— 252 * 8 — z32535 22 228
—2 —— 3 385 — — 24 * 2 — 522 —

— —2 5 — —2 * 2 * 2 —
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— 38— 53358 —5 522 * 2 22*5 — 5523
2 —— x 285 5853 8 — 222 * 553

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5— — 5 535 252 25 25775583 752c*
55335538,328 55 —2373 88 —— J153353535383 23
—2 *55 —25235 8*53835 537 8* — 2

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2202 3— — 5 —— 58—6 53—25 633
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—— — — — — —— 53 28—38232 — 75 23 — 55355 »323 *»755

* * 3 * 22 — —8 * *
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2 2 — 2— — * 2 2 — 22
* 53538 ——— 225 82 5——2 23355 3
328372 23 —5— — 3 2*852 —88—8
352833 256 3555 —3 833—3 ——5
255 25 6833 —2—530 33253535355387 322
282 222 * * 222 62 3 * 28 —— — — 85
! R⸗— * 222 5 222 * — 22 * 2 — — ⸗ 3

* 2* 3 8 * * * 8 *2 5382
22— —3 —5322— 532 233353557 A —

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— —2 — 5602 5538 — — — —2 — —3335358
2 5 5— 85523—5* 86553 57 3 3535 5S35 — —238
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23287 *832 ——— *6 3338333* 2322258 3*8
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255 32 553 235 5853—5224 — 5225 2 255 525258 8
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255385 385353 3235523 2538 558s3353353 383364553*
8 27 3 8 58 —A—— 53532585 —253252 3
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* — — 2 3* * 8325 * — 2 2 8
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5— 32 5* 55 — 2 —— 25 * 5229 33 5—*—853553
25 53 55 2532 5355 3 S3 — 8 * 5 *z*5 55 55225 2
— 78337 5285 522 88 —— — —523335 2353—5235
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— 23 23 573 * 8 3* —— —— 32 325 5 z28 82 23 x
* 5 —2 — 225 2888 — 22622 3225 3355 EIXB —
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—z—235272 5737, 535 —5357F 260322335
—A —A ——
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3* 8 * 52825 — 3— 2237*
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*— —— — 5*r5 35 528582 5 85* 37 5B33632 — 53 Sz—
593535 8—5*58 5 —3233875 —A 55583533 *
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8 353 * 22 *27*8 — 557 — 22222
7— 738* 77 33 35 23237392 * 223 75 3525*
—A 238 3—53 08— 3. 38* 52*
2 75 0 — 88 Sxco 72 32 2 6 8 22 8
* * —— 2 8 26 —* 52*
75 7 — 22. 6357 —E————— 38
225.52357585 255 *27 2533
——————— ⁊ —A ** 3 — 32 3237 523
3 5553 7 —38 ——— 5553
— 8333358 23 282 2323
7 23 —5, —22.52 ? ẽr83 3532
8 z2358 3 — —— 5. 53
2 25 728* 5885 223233.
25 * 327 — — 3
385*2 —— 27 3
3 65 30 3352— — 2783 3
—2 Z322 2 — 22 *
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* 5255 2 23. 3. * 2
* —— 83 * 5 3— * —222 8*
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7 2 227 8 533 — 7— 3
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— 00 5382383—235
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3 — —— *2258355 3 3882
—2— 222725 — —— —— 5
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5 38— 035 —3— 6
227* — 2 ⸗5 — —55 52*
2 —— 2 53 75 — 2 —3 — —
388 *253 5322 8 53 77— *
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255 22553 35 532 282 85835527 53
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        8* —. Ingberher Anzeiger.

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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Haupliblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age)erscheint wochentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraägt vierteljahrlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz3. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Recla men
mit 30 Pfg.pro Zeile berechnet.
M 35. Samstag, den 2. März 1878.

Deutsches Reich.

Wie bayerische Blätter berichten, kamen in einer der letzten
Sitzungen des Finauzausschufses der Abg.⸗Kamm:t vor deren Ver⸗
agung auch noch die s. Z. vielbesprochene Angelegenheit der un⸗
darleten Einführung des Mauss,e r g e, we her e s zur Sprache.
Der Kriegsminister bemerkte in dieser Hinsicht Folgendes zu seiner
Rechtfertigung: Er für seine Person habe die Werder: Gewehre für
‚öllic enisprechend gehalten, aber von Seite der Kriegskommission
vurden einige Bedenken geäußert, es könnten doch Defekte eintreten.
x58 handelt sich nun um Anfertigung der durich den Kredit im Ge⸗
etzt vom 29. Juli 1876 bewilligten 53,000 Gewehre. Angesichts
er geäußerten Bedenken zog der Kriegsminister es vor, diese Ge⸗
vehre nach dem Mausersystem fertigen zu iassen, wodurch keine
Mehrausgaben entstanden, weil die Vorrichtungen zur Herstellung
„on Wausergewehren in Amberg bereits vorhanden waren, da für
hreußische Rechnung dortselbst große Quantitäten solcher Gewehre
ingeferrigt worden waren. Den Kriezsminister habe bei dieser
Maͤßregel lediglich der Gedanke geleilet, das Land vor möglichem
Schaden zu bewahren, denn wenn das Werdergewehr die befürch—
eten Mängel zeigte, so müsßte er mit einer Kreditforderung von
CMill onen M. zur Beschaffung einet neuen Bew ffaung vor die
dammer treten.

Aus Berlin meldet ein „Lloyd“-Telegramm, daß der rus⸗
ische Versuch, Berlin zum Couferenzort zu machen, von Fürst Bis⸗
narck mit der Erklärung zurückzewiesen worden sei, daß wenn man
ine Residenzstadt im Auze habe, nur Wien gewählt werden lönne.

Die Commission, welcher der vom Abgeordneten Schulze⸗
Delitzich eingebrachte Gesetzeniwurf, betreffend die privatrechtliche
Ztellung der Erwerbs- und Wirtoschaftsgenossenschafien zut Vor—
eraihung überwiesen ist, beantragt durch den Referenten Adg.
Träger: „Der Reichstag wolle in Etrwägung, daß das Bedürfniß
u einer Revision dies Gesetzes, betreffend die pridatrechtl'che Stel⸗
ung der Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenfchaften, überhaupt,
nusbesondere aber in der Richtung anzuerkennen ist, den Beginn
der Mugliedschaft beitretender Genossenschafter, das —X
wusscheitender Genosseuschafter und den zusässigen Zeitpunkt des
ogenannten Umlegeverfahrens jestzustellen, beschließen: den Hertn
Reichstauzler aufzufordern, den Eutwurf einer Novelle zu dem Ge—
jetze, detreffend die privatrechtliche Stellung der Erwerbs⸗ und
Wirihschafis zenossenschaften, in welcher die in dein Anttage des Adg.
Dr. Schulze angeregten Puntte ihre Berücksichtigurg finden, mit
hunlichster Beschleunigung ausarbeiten zu lassen.“
Ausland.

Wien, 26. Febr. Dem Vernehmen nach sind in den letzten
Tagen alle Vorbereitungen für ein mililärisches Avancement und
die Anstalten gelroffen worden, um im Mobilisirungsfalle sofort
u den erforderlichen Ergänzungen bei der Besetzung der Oifiziers⸗
tellen schreiten zu lönnen. (N. Fr. Pr.)

Wien, 27. Februar. Das „Fremdenblatt“ erhält von
erläßlichsier Seite die Mittheilung, daß alle all armirenden Gerüchte
on ruffischen Truppenbeweguugen an der österteichisch ungarischen
Brenze, sowie alle angeblichen Gegenmaßregeln durchaus unbegrün—
get sind. (Fr. Zig.)

Das „N. Wiener Abdbl.“ schreibt: „Fürst Gortschakoff soll
rach unseren telegraphischen Meldungen den Zusammentriit der
zonferenz als nicht vor dem 14. Aptil mögzlich erklätt haben.
raf Andrassy hatte, nechdem alle Mächte, die der Conferenz über⸗
Jaupt zugestimmt, das Wunschenswerihe möglichster Beschleunigung
Mertaunnt hatten, den 10. März vorgeschlagen. Die Einwendungen,
welche Rußland hiegegen erhob, exinnern durchaus an die früheren
Ausflüchte, womit Europa über die Vorenthaltungen der Waffen—
tillstandsbedingungen und Friedenspräliminarien beschwichtigt werden
ollie. Es wurde nämlich von russischer Seite erklärt, daß die
Rücksicht aquf die Personen der zur Conferenz zu entsendenden Bevoll⸗
mächtigten es unmözlich mache, sich mit dlesem Datum einverstanden

zu erklären, nachdem dieselben sich zut Stunde so weit entfernt
hon Petersburg befinden, daß es unthunlich wäre, sie noch vor
geginn der Conferenz nach Petersburg zu berufen, um ihnen die
öthigen Instruklionen zu ertheilen, ohne ihr rechtzeitiges Eintreffen
n Baden Baden zu vereiteln. Offenbar ist Dies auf Ignatieff
ind Schuwaloff gemünzt, die derzeit in Adrianopel und London
heilen. Daß i8 Rußland mit diesen Einwendungen gegen einen
aldigen Zusammentritt der Conferenz lediglich darauf ankommt,
zaropa, beziehungsweise Oesterreich', „in den April zu schicken“,
legt auf der Hand. Und es ist ein gar zu fauler ofsiziöser Trost,
iese Eine differirende Stimme werde den festgestellten Plan, die
Fonferenz möglichst bald zu eröffnen, nicht deeinträchtigen, wenn
ben diese Eine differirende Stimme diejenige Rußlands ist.·.

Für die Beurtheilung der Mittheilung der „Agence Havas,“
daß der „Friede von Konstantinopel“ bereits abgefchlossen sei,
ehlt es noch an weiteren Depeschen. Daß der Abschluß stündlich
rrfolgen kann, ist eben so gewiß, als daß die Türkei nes zu einem
Ibbruch der Verhandlungen nicht kommen lassen kann; lange Hinaus⸗
GZzerung liegt augenblicklich nicht im Bereich der Wahrscheinlichkeit.
Idessen sind die Dinge so sehr im Schwauken, daß über die eine
der andere Wendung sich keinerlei Berechnung aufstellen läßt.

Ebensowenig sind nähere Angaben über die von „Reuter's
tzureau“ gemeldeten Fritdensbedingungen eingelaufen. Die Span⸗
ung ist daher überall eine große. In Wien nimmt die Gereizt⸗
eit der Stimmung zu. So lesen w'r heute im „Fremdenblatt“:
Der heutige Tag hat weder eine Bestätigung, noch eine Berich—

gung der gestrigen Meldungen der „Agence Havas“ über die
uͤjsisch-türkischen Ftiedensbedingungen gebracht. In diesem allseitigen
-chweigen liegt aber immerhin eine Art von Bekräftigung, und
o dird man denn, wenn nicht bald eine authentische Richiigstel⸗
ung erfolgt, sich gewöhuen müssen, das Unglaubliche zu glauben.
z3 scheini, daß die Pforte zwar noch Astrengungen macht, eine
x*xcmäßigung der horrenden Ansprüche Rußlands in dem oder
enem Punfte durchzusetzen, daß sie sich aber, eingeschüchtert durch
ie Drohung der Wiederaufnahme der Feindselizkeiten sofort nach
iblauf des Waffenstillstandes, im Ganzen in ihr Schechal ergeben
sat. Von Konstantinopel aus wird nämlich eine rasche Unterfertigung
cz russisch ürkischen Friedens -Instrumentes in Ausgicht —XL
luch der Besuch des Großfürsten Nikolaus tritt wieder in den
zordergrund, und zwar in Verbindung mit e'nem Vorrücken der
Zussen gegen Gallpoli. Jede dieer beiden Eodentualitäten müßte
ffeubar in London auf das Unangenehmste empfunden werden.“
London, 25. Febr. Die „Times meldet aus Wien vom
Zonntag: Rußland erklärte: der Friedensbedingungen seien dreier⸗
ei; sie lägen erstens im ausschließlichen Interesse beider Kontrahen⸗
en, zweitens in den gewisser Ennzelstaaten, drittens in dem Euro⸗
s.“ Zu der ersten Kategorie, welch? dem Kongresse blos behufs
er Ratffiz'rung vorgelegt werden soll, gehören dit Fragen bezüglich
Meinasteus, der Bulgakei und der Kriegsentjhädigung sammt den
Jürgfchaften für letztert: zur zweiten die Fragen bezüglich der
Honau, Serbiens, Bosniens, Montenegto's und der Herzegowina;
ur dritten die Dardanellenfrage. Rußland will blos die beiden
etzteren Kategorien dem Kongresse zur Etörkerung untecbreiten.
London, 27. Februar. Die Regiezung bestellte in Dundee
0,000 Sandsäcke, binnen 3 Wochen zu liefern. — Das Märzheft
er Zeitschrift „Neunzehntes Jahrbundert“ enthält einen Artikel
‚on Gladftone (bekannt als Türkenfeindd, worin die Orientfrage
esprochen und ausgeführt wird, daß, nachdem dic Regierung hee
hlossen habe, die drage der Durchfahrt der Kriegsschiffe durch die
Jardanelien der Entscheidung Earopas zu überlassen, für sie auch
icht der getingste Vorwand zu einem Separatkriege oder zu Sepa⸗
at⸗Operalionen in der Levante übrig bleibe. — Die „Pallmall⸗
hazetie“ ist ermächtigt zu erllären, daß die Regierung beschlossen
Jat, im Falle eines Krieges Lord Napier von Magdala als Ober⸗
efehishaber des Expeditionzcotpe mit General Garnet Wolseley
Is Generalsstabschef zu verwenden.
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        „H. T. B.“ wird aus Konstantinopel vom 28. ge⸗
meldet: „Rußland hat der Pforte zugestanden, daß Adrianopel als
ffene Stadt im Besitz der Türkei zu verbleiben habe. Die Be—
festigunaswerle müssen geschleift werden. Philippopel wird die
Hauptstadt des neuen Bulgarenreichs.“

Die „Times“ meldet aus Petersburg, 26. Februar:
Der Sultan behälk die türkische Flotte.

2
—2X
RVermischtes.

Sit. Ingbert, 28. Febr. (Die erste Schnepfe.)
Bestern wurde bei Rohrbach von Herrn Oberhauser hier die erste
Schnepfe geschossen.

'In Vambrecht wurde am 26. Februar der seitherige
2. Adjuntt, Wirth Diltz, zum Bürgermeister und Wirth und Metzger
Emmerich zum 2. Adjunkt gewählt.

F Neustadt, 25. Febr. Bei der heute im Löwen dahier
abgehaltenen Weinversteigerung wurden recht annehmbace Preise er
zielt und zwar für: 1876er Herxheimer 405 M., Kallstadter 370
M., Freinsheimer 405 M., Haardter 460 M., Neustadter Vogel—
jang 5310 -555 M., stonigsbacher 555 M., Wachenbeimer 690 bis
765 M., Meckenheimer Traminer 665 M., Unßsteiner Herrenberg
830 M., Durkheimer Spielberg 910 M., Deidesheimer Auslese
980 und 1095 M., ditto Kieselberg 1030 M., Forster Auslese
1250 M. und 1360 M., Forster Ausbruch (die Perle der Pfalz),
prämiirt in Munchen und Philadelphia (ersteigert durch Commissio—
när Fischer dahier im Auftrag), 8880 M. Für 1874er Forster
dangenacker 1080 M., 1876er Rhodter 285, 290 und 300 M.,
St. Martiner 270 und 280 M., Alsterweiler 265 und 270 M.,
1878er Kallstadter Rother 5305 M.

4 Gestorben in Edenkoben der Stadtschreiber P. D.
Resplandin, 78 Jahre alt; der Verstorbene hat seinen Posten
als Stadischreiber 54 Jahre lang bekleidet.

FFriedilusheim, 27. Febr. An der Straße von hier
nach Dürkheim steht ein Kirschenbaum, der schon um Weihnachten
hlühte und jetzt, in Folge des gelinden Wetters, wieder neuen
Schmuck anlegt, wie dies gleichzeitig gesandtes Sträußchen zeigt.
Ob diese Kinder des Frühlings nicht zu früh gekommen sind? (D. A.)

'Frankenthal, 28. Febr. Durch das heute verkün—⸗
dete Urtheil im Proceß Strieby ist die Strieby zu 6 Jahren Ge⸗
fängniß, die Flic zu 1 Monat 8 Tagen, die Hummel (von
Maunheim) zu 6G Wochen, die Schuster (von Neustadt) zu 1 Monat,
die Wittwe Salomon (von Mannheim) zu 7 Monat, Sal. Kauf—⸗
mann (von Virnheim) zu 4 Monat Gefängniß verurtbeilt.

fAusder pfalz ist eine mit fast 10,000 Unterschriften
versehene Petition gegen das Tabakproject der Reichsregierung an
den Reichssstag abgegungen.

p München, 25. Febr. Anläßlich der Pariser Weltaus—
stellung beabsichtigen sämmlliche direkte Routen unterhaltende deutsche
Bahnverwultungen im Preise wesentlich ermäßigte Tour- und
Retourkarten mit dreiwöchiger Giltigkeitsdauer auszugeben. — Der
hiesige k. Maschinenmeister W. Schmid hat an den Eisenbahnwag⸗
zons ein Verkuppelungssystem erfunden, durch welches ermöglicht
it, die einzelnen Wagen nicht mehr durch das Dazwischentreten
der Bediensieten an einander zu hängen, sondern diese Manipulation

von der Seite aus zu bewerkstelligen. Nunmehr hat derselbe auch
ein System kombinirt, durch welches zut Vereinfachung des Rangzir—
dienstes auch die sogen. Nothketten beseitigt werden können. Durch
die konstruirte anderweitige Nothkuppelung (dei Abreißung der Haupt⸗
uppelung) wird eine weit größere Sicherheit als visher erzielt.

Sqweinfurl, 285. Febr. Als Kuriosum verdient
zrwähnt zu werden, duß bei einer heute dahier abgehaltenen Zwangs-
weinbersteigerung 850 Hektoliter Weißwein um 10 M. (100 Liter
also um 20 Pf.) versteigert wurden.

p Seit einigen Tagen befindet sich der Gütler J. Sturm
hon Mooshäusl (Obb.) in der Frohnfeste in Traunstein in Haft.
Der Unmensich hat seinen 4jährigen Knaden langsam zu Tode
maltraitirt. Nicht nur, daß er das Kind — angeblich wegen Beit⸗
nässens — fast täglich prügelte, wurde das arme Wesen zur
„Strafe“ des Abends, bei grimmiger Kälte barfuß, im einfachen
Hemdchen laängere Zeit vor das Haus in den Schnee hinausgestell!
und mußte 'den ganzen strengen Winter über unter dem Dache
schlafen, wobei es als Zudecke nur eine alte Joppe belan. Man

will gesehen haben, daß das Kind, als es sich einmal erbrach,
von dem Rabenvater unter Schlägen angehalten wurde, das von
sich Gegebene wieder zu sich zu nehmen. Vor Kurzem wurde es
nach der gewöhnlichen Prügelei von einer Ede des Zimmers in
die andere derart geworfen, daß der Tod das arme Wesen von
seinem elenden Dasein erlöste. Die Leichenschau brachte das Ver⸗
hrechen zur Kenntniß dee Behörde. Das Weib des Barbaren (die
leibliche Mutter des Kindes), sowie die Nachbarschaft unterließen
es früher, aus Furcht vor dem rabiaten Menschen, gerichtliche An⸗
seige zu machen.
Adele Spitzeeder hat gegen die Gebrüder Castan in

Berlin, die Besitzer des Panoptikums, gerichtliche Beschwerde erhoben.
weil sie ihre Figur im Verbrechherzimmer ausgestellt haben.
fKoͤln, 26. Febr. Die Weitflüge der Brieftauben des
ornithologischen Vereins ‚Columbia“ werden in diesem Jahre am
5. Mai von Kalscheuren aus ihren Anfang nehmen. Die Reise
zeht durch Deutschland bis München. Die letzten Auflossungsorte
sind Bruchsal, Stuttgart, Umm und München. Von diesen aus
verden die Preistouren und von München aus ein allgemeiner
onkurs veranstaltet. Wie man hört, gehen die belgischen Vereine
in diesem Jahre mit den kleinen Thieren bis nach Rom. (K. Z.)

F*Lyuqcjustiz. Sonnabend Abend wurde in Elberfeld
ein Weibsbild, welches ihr Stieftind grausam geschlagen hatte und
deshalb vor dem zuständigen Richter sich noch zu verankworten
sjaben wird, bei ihrem beabsichtigten Besuche des Marktes von einer
Anzahl Frauen gewaltsam mit Schlägen von der Verkaufsstätte
entfernt.

F Darmstadt, 25. Febr. Durch Erkenntniß des Bezirks-
Strafgerichts wurde J. Kadler von Dieburg, Redakleur der „Star—⸗
enbueger Provinzial-Zeitung“ wegen Beleidigung der obersten
»eutschen Militärbehörde, bezw. des preußischea Kriegsministers, zu
3 Wochen Gefängniß verurtheilt. Es handelt sich hier um die
Behauptung, daß 2000 deutsche Soldaten nach Bulgarien beordert
vorden seien. (F. J.)

F Deutsche Ortschaften gleichen Namens. Jemand hat sich
der Mühewaltung unterzöogen, zu ermitteln, wie viel Ortschaften
zleichen Namens es wohl in Deutschland gebe, und hat gefunden:
deudorf 339, Neuendorf 96, Neuenkirchen 25, Neustaot 28, Berg
256, Burg 91, Moos 142, Mühlberg 48, Mühlhausen 37, Mühl—
»ach 538, ühlheim 18, Himmelreich 20, Himmel 2, Hölle 18
döllengrund 4, Oberhausen 26, Oberbof 52, Vichhausen 27,
Steinhausen 198, Holzhausen 90, Horst 89, Tiefenbach 52, Tiefem
hal 22, Fischbach 58, Weißenbach 45, Reit 60, Rheit 86, Rohr⸗
»ach 25, Roth u. s. w. Man sieht daraus, wie nothwendig es
ist, bei Adressen auf Briefen recht vorsichtig zu sein und neben dem
Drtsnamen auch noch nähere Bezeichnungen hinzuzufügen.

f(Graf Sandorf.) Am Sonntag Vormittag 11 Uhr

tarb in seinem Palais auf der Seilerstätte in Wien Moriz Graf
Sandor, der Vater der Fürstin Pauline Metternich, im 73. Lebens-
ahre. Graf Sandor war bekanntlich vor Jahren durch kühne
steiterstücke und mancherlei Originalitäten eine der populärsten Per—⸗
ölichkeiten Wiens; er starb an Gehirnerweichung. Graf Sandor
jählte zu den berühmtesten Sportsmen der Monarchie. Für ihn
zab es kein Wagstück, das er nicht ausgeführt hätte. Zu den
»ekanntesten zählen sein Uehersetzen eines hochbeladenen Wagens,
ein Kunststück, das er in der Leopoldstadt ausfühere, und die Fahrt
nit einem vierspännigen Wagen von Ofen üher d'e Stiege herab
zur Donau. Vor dem Jahre 1848 war es sein Bravourstückchen
hei der Rückkehr aus dem Prater, mit seinem Pferde die Hütte einer
Debstlerin nächst der Ferdinandsbrücke zu übersetzen. Eines Tages
vollte er einem seiner Vecrwandten in der Herrengasse einen Besuch
nachen; er sprengte einfach ins Hausthor, ritt die Treppen hinauf,
prang vor der Thüre vom Pferde und trat ins Zimmer. Sein
Aufzug zu den Maifahrten im Prater mit vier, einmal sogar mit
echs nebeneinander gekoppelten Pferden erregte stets Sensation.
sticht immer war ihm das Glück treu, er ftürzte oft und mag in
einem Leben ein Dutzend Bein⸗ und ebensodiele Armbrüche davon
jetragen haben. In den Sechziger Jahren erkrankie er und gab
den Sport vollständig auf. Seitdem !ebte er zurückgezogen, bis
setzt der Tod seinem vielbewegten Leben ein Ende machte. Er
zinterläßt ein bedeutendes Vermögen, das auf seine einzige Toöter,
die Fücstin Metternich, übergeht.

fF Paris, 26. Febr. Gegen die „France Nouvelle“, ein
un sich wenig bedeutendes klerilales Provinzialblatt, wird ein Preß⸗
drozeß angestrengt, weil dasselbe behauptet hatte, Bismardk habe den
stepublikanern zur Deckung der Kosten ihrer letzten Wablkampagne
nehrere Millionen zur Verfügung gestellt. Das Blatt scheute sich
ogar nicht, die Namen einiger republikanischen Abgeordneten an⸗
ugeben, welche von dieser augeblichen Freigebigkeit des deutschen
Reichskanzlers persönlich profitirt hätten. Der Prozeß findet sowohl
von Seiten der Staalsanwaltschafst, als auch von Seiten der ver—⸗
aumdeten Abgeocdneten statt.

FPariser Bilder. In einem Restaurant, das all⸗
übendlich von Gästen überfüllt ist, mußte ein Herr an einem Tische
Platz nehmen, wo bereits ein anderer saß, der schon sein Diner
eendet hatte, beim schwarzen Kaffee angelangt, sich eine Cigarre
uzündeie und dem Neuangekommenen ungenirt in's Gesicht dampfte.
„Entschuldigen Sie, mein Herr,“ sagte dieser, der Neemand Anderer
als einer der geistreichsten und witzigsten Feuilletonisten von Paris
var, „genirt es Sie nicht beim Rauchen, weunn ich esse 7

F Paris hat die Manie der Vexierbilder geerbt. Die be⸗
liebten Fragen: „Wo ist die Katze?“ „Wo ist der Bär?!“ 3. ꝛ⁊c.,
hört man alleathalben auf den Boulevards ausrufen, und diese
unstwerke zu einem Sous werden zu Tausenden abgesetzt. In
iinigen Vierteln hat man jedoch vor eia paar Tagen eiwas ganz
        <pb n="129" />
        Neues in diesem Genre gefunden. Das Vexirbild zeigt ein Zim⸗
Zer in welchem ein Wandspiegel hängu, dieser wird auf dem Bilde
durch ein Stuckchen Metallpapier dargestellt, das mehr oder weniger
das Bild des Anschauers refleckirt. Unten steht die Frage: ‚Wo
ist der Esel?“ Trotz seiner Naivität findet dieses neueste Product
der modernen Industeie großen Absatz und Niemand strengt qgegen
sich selbst die Ehrendbeleidigungsklage an.

Vor dem Friedensrichter in Rybinstk kam dieser
Tage folgender ineressante Gerichtsfall zur Verhandlung: Angeklagt
war der Kleinbürger Dimitrijeff, einem gefaugenen türkischen Offizier
acht goldene Munzen gestohlen zu haden. Vor dem Richter er⸗
schienen: der bestohlene türkische Offizier als Kläger, dessen türlische
Tiener als Zeuge, zwei türkische Offisiere als Dolmetscher, von
denen der eine russisch, der andere französisch sprach', und Capitain
N., welcher die Aufficht über die Gefangenen führle. Als die
Tutken den Gerichtssaal betraten, fragten sie den Capitain N., ob
sie auf die Kniee fallen und in dieser Stellung den Verhandlungen
anwohnen müßten, und was die Kette, welche der RNichter trage,
zu bedeuten habe. Capitain N. gab ihnen die nöthigen Erklärungen,
nichtsdestoweniger blieben sie in fieberhafter Aufregung vor dem
Richter stehen. Die Sache wurde zu Gunsten der Türken eatschie⸗
den und der Dieb zu einer Gefängnißhaft verurtheilt. Als dem
türkischen Offizier die gestohlenen Geldstücke wieder eingehändigt
werden sollten, konnte er sich lange nicht entschließen, dieselben zu
nehmen, da, wie er und seine Genossen einstimmig sagken, in ihrer
Heimath das Gestohlene nie dem Bestohlenen zurückgegeben werde,
im Gegentheil, sowodl der Kläger als der Angeklagte, dem Rechter
noch vaschiedene Gerichtssporteln bezahlen müssen. Als der Türke
nun sein Geld erhalten hatte, konnte er nicht genug das „gute
russische Gericht“ loben.

—— — BBS—2——
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.
————— —

A Geflügel-Ausstellung und Geflügelmarkt zu

Kaiserslautern am 17., 18., 19. u. 20. März 1878.

Wie bekannt findet bis 17., 18., 19. und 20. März l. J.
zu Kaiserslautern, dem Mittelpunkte unserer bayerischen Ryeinpfalz

eine „erste allgemeine Geflügel- und Singbögel-Ausstellung“ ver⸗
hunden mit Geflügel-Markt siatt.

Das Ausstellungscomite hat in dieser Beziehung bereits seit
Monaten eine sehr große Thätigkeit entwickett, und gibt sich die
Irbßle Mühe seiner schwierigen AÄufgabe in jeder Beziehung gerecht
zu werden, um allen Anforderungen vollständigst genügen zu können.

Als Ausstellungs-Local ist der große Saal des Fruchthull⸗
Bebäudes, welcher allen Ansprüchen bezüglich Zweckmäß'gkeit ent⸗
spricht, sowie die Saal⸗Gallerie in Aussicht genommen. Der Saal
felbst ist mit den nöthigen Ventilations⸗ und Heizvorrichtungen ver⸗
jehen, so daß immer die für den Gesundheitszustand des auszze⸗
stellten Geflügels nöthige Temperatur hergestellt werden kann. An
diesen großen Saal reihen sich noch einige, ebenfalls heizbare,
kleinere Säle an, welche zur Ausstellung der Zier⸗ und Sinavögel
bestimmt sind.

Als Preisrichter hat das Ausstellungs-Comite in richtiger
Würdigung detr Verhältnisse nur auswärtige Sachverständige ge⸗—
wählt, Männer, die sich des besien Rufes als erfahcenste Hühnero
logen und Ornithologen erfreuen. — Die Prämiirung fiadet am
L. Tage der Ausstellung statt, und bestebt sowohl in Geldprämien
als auch in Diplomen.

Der Anmeidetermin ist auf Wunsch mehrerer Geflügelzüchter
welche auszustellen beabsichtigen, bis zum 10. März hinausgeschoben
worden. Es ist also auch in dieser Beziehung nunmehr den weit⸗
zehendsten Ansprüchen Rechnung getragen, und können noch immer
Aumeldungen zu dieser Ausstellung eiagesendet werden. — Höchst
einfach und zugleich praktisch sind die Hühner, und Taubenkäfige,
welche nicht aus Deahiflechterei, sondern aus dünnen eisernen Stä⸗
ben hergestelll find. Jeder einzelne Stab kann leicht herausge—
nommen, sowie der ganze Käfig nach geschehenem Gebrauche so zu⸗
sammengestellt werden, daß Hunderte dieser Käfige ohne die geringste
Raumverschwendung leicht aufgehoben werden können. — Zur
Ausstellung selbst sind bis jetzt jchon aus allen Theilen Deutschlands,
sowie aut Oesterreich und der Schweiz teiche Anmeldungen allet
Arten Geflügels eingetroffen, so daß auch in dieser Hinsicht die
Ausstellung zu den schönsten Erwarkungen berechtigt.

Zu der mit der Ausstellung verbundenen Verloosung soll nut
bestes Zucht Material aus den bei der Ausstellung ausgestellten
Thieren angekauft werden; es ist somit jedem Züchter und Händler,
der schoͤne Äusstellungsobjecte einschckt, beste Gelegenheit gegeben,
seine Thiere entsprechend verwerthen zu können. Loose werden à
50 Pfg. verkauft.

Ebenso werden Producke der Geflügelzucht, gemästete Thiere,
Federn, Eier u. s. w. ausgestellt. Es ist dies um so mehr zu be⸗
Jrüßen, als dadurch dem Nichtgeflügelzüchter der eigentliche Zwech
der Geflügelzucht, ihre Vortheile und ihre Aufgaben recht deutlich
vorgefühtt werden und gewiß mancher einsichläsvolle Mann. welcer

die Ausstellung besucht, dadurch veranlaßt wird, selbst Geflügelzüchter
zu werden. Denn anregend vnd fördernd zu wirken ist u. A. auch
mit Zweck unserer Ausstellungen.

Mit der Ausstellung ist zugleich ein Geflügelmarkt verbunden
und sind zu Letzterem ebenfalls hereits sehr namhafte Anmeldungen
hesten Zuchtgeflügels aller Art eingetroffen., so daß auch der Ge⸗
lügelmarkt verspricht recht bedeulend zu werden. Es ist durch
letzteren unserer pfälzischen Landbevölkerung, überhaupt allen unseren
Beflügelzüchtern Gelegenheit geboten, bei größtmönlichster Auswahl
ind zu mäßigen Preisen, Geflügel erwerben zu können. Das
Tomite wird gewiß allen Käufern mit Ratb und That gerne an
die Hand gehen.

Um nun dem Publikum unserer Provinz und Nachbarstaaten
»den Besuch der Ausstellung zu erleichtern, hat die verehrliche Di—
rektion unserer pfälzischen Eifenbahnen in anerkennenswerther Libe—
ralität genehmigt, daß die Eisenbahnfahrtaxe nach Kaiserslautern
»en Besuchern der Ausstellung am 17., 18. und 19. März l. J,
»m 50 Peozent ermaßigt werde.

So wirkt Alles zusammen, um die Geflügelausstellung in
Zaiserslautern einem würdigen Gelingen enigegen zu führen.
Eine ungewöhnliche Erscheinung muß es
edenfalls genannt werden, wenn ein llterarisches Unternehmen schon
venige Monate nach seiner Begrundung eine Zahl von 41,500
Abonnenten zu gewinnen weiß, damit unwiderleglich dokumentirend,
daß das bei der Ankündigung von dergleichen neuen Pablikationen
o gerne gebrauchte Wort von der Befriedigung eines Bedürfnisses
»der der AÄusfüllung einer Lücke hier einmal die buchstäbliche Wahr⸗
Jeit gefprochen hat. Dies vor so vielen anderen hervorragende
Unternehmen ist die im Verlage von Hermann Schönlein in Stutt⸗
zart veröffentliche: „Bibliothet der Unterhaltung
und des Wisfsens',, die anlängst ihren zweiten Jahrgang
1878 angetreten hat und von vier Wochen zu vier Wochen, iähr⸗
uch mithin in 13 Bänden, erscheintz von denen jeder 16- 18
Bogen oder 256 —-288 Seiten enthält und trotz dieses ansehnlichen
Umfanges den Abonnenten zu dem unerhört niedrigen Preise von nur
50 Pfenunig geliefert wird. Waren bisher die Preise der
deutschen Bücher, namenilich belletristischen Inhalts, im All zemeinen
außerordentlich hohe (in der Regel 4 bis 5 Mark per Band), und
zast stets acht- bis zehnmal höhere als die der erwähnten „Beobl othek
der Unterhaltung und des Wisfsens“, so darf die Begründung dieser
etzteren sicher für einen dankenswerthen Schritt zur Reform dieser
johen Bücherpreise gelten, welcher der großen Mehrzahl der deutichen
Leser die Erfüllung eines wohl lange schon sehnfüchtig gehegten
Wunsches bietet. Wie gar Viele hältten sich gewiß gerne die
-„chriften idrer Lieblingserzähler zu eigenem Besitze angeschafft,
väre nicht meist jeder einzelne Band derselben mit 455 Mark zu
»ezahlen, die Aulegung einer delletristischen Haus⸗ und Familien-
zibliothet mithia nur den reicheren Klassen der Gesellschaft möglich
gewesen. Die „Bibliothek dee Unterhaltung und des Wissens“ aber
hat den ausgesprochenen Zweck diesem Uebelstande abzuhelfen, sie
vill dem deutschen Volle eine billige, zugleich jedoch eire gediegene
ind gesunde Lektüre gewähren, indem sie in ihren verschiedenen
Bänden neben den neuesten Original Romanen und Novellen unserer
»ewährtesten und beliebdtesten Schriftstellet, eine Reihe guter Auffätze
zur Veröffentlichung bringt, die in anziehender Form sich belehrend
über die mannigfaltigsten Gebiete und Gegenstände des menschlichen
Wissens verbreiten — das Alles in der handlichsten Buchform und
zu dem genannten in der Thal beispsellos wohlfeilen Preise. Auch
der mit Glücksgütern descheidenst Geseguete ist daher im Stande,
ich als Abonneut der Vortheile dieses literarischen Unternehmens
heilhaftig zu machen und binnen wenigen Jahren eine bändereiche
Büchersammlung zurückzulegen, die nicht nur einem flüchtigen Zitver⸗
reide dienen, sondern ihm und den Seinigen eine dauernde Quelle
»er Unterkaltuna und Belehrung sein wird.
Illustrirte Frauen⸗Zeitung. (reis vierteljährlich 2 M. 50 pf.)
Die neueste Moden-⸗Nummer (7) enthält: Maskens, Gesellschafts, Haus⸗
ind Promenaden⸗Anzüge. Hohe und ausgeschnittene Taillen, Fichus, Crabvaten⸗
chleifen, Blumen als Haarschmuck, Kämme und Schmuckgegenstände. Anzüge
lir Knaben und Mädchen, Paleiots, Unterröcke. Verzierte Handtücher, Neglige—
kasche, Wäsche⸗, Neglige- oder Arbeitskorb, Lehnstuhl mit gestickter Bordure,
Schutztücher fütr Sopha und Stühle. Verschiedene Durchbruch-Arbeiten in
reinwand und irische Spitzenarbeiten, gehäkelte Spitzen und Franzen, Kreuz—
tich⸗ und Buntstickereien, Muster für Filet antique ꝛ⁊c. ꝛc. mit 66 Abbiloungen
ind einem colorirten Modenkupfer. — Die neueste Unte rhaltungs⸗
RPummer (80) enthält: Unerbittlich. Novelle von W. von Dunheim. (Fort⸗
etzung.) — Franziska Ellmenreich Von M. Remy. — Heirath und Hoch⸗
leit im Mittelallet. Bon A. C. Müller. — Ein neues Werk des ‚Biblio⸗
hilen Jakob“ (Paul Lacroix). Bon Ludwig Pietsch. — Am goldnen Horn.
Bon Nuredin Aga. 10. Etwas vom Essen. — Verschiedenes. — Briefmappe.
— Frauen⸗Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen: Franziska Ellmen⸗
seich. Von C. Kolb. — Ein Bauernbrautpaar aus dem sechzehnten Jahr⸗
jundert. Rach einem alten Kupferstiche. — Gemälde⸗Ausstellung der Pariser
kademie im Jahre 1789. Nach P. Rahmberg. — Ein Concert. Nach
Zaint⸗Aubin. — Fächer aus vergoldetem Elfenbein mit Gogache⸗Malerei.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.
        <pb n="130" />
        HAotel Laur.

* *
Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den letzten 5 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
besucht, beginnt das Sommersemester am 1. Mai. — Nähere Aus—
kunft ertheilt gerne Die Direktion Dr. Schneider.
— 5——— — x; — SRTTOõ

Nachrichten aus Amerika.

31 New Ohambers Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diese Zeitung erscheint monatlich in New York und enthält die
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
von 1861 bis 1865 gestorben find. Ferner allzemeine interessante
Nachrichten aus Amerika.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
fung von Todtenscheinen, u. Auskunftertheilung über Amerika u. s. w.

Preis per Jahr 4 Mart, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Raich, Post⸗Box 5590
in New-York, oder die Herren Vertreter:

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Louis Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbayern.

Herr H. Döring, in Gießen, Hessen.

Herr Ferd. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keslholz, in Bamberg, Bayern.

Herr C. Guisez in Straßburg, Elsaß.

Herren Egger-⸗Honegger, Neumühle-Zürich, Schweij.

Fastnacht Sonutag Und Monta

jastachrSonutag und, Rguiag Bekauntmachung.

* Die Rechnung der Armenpflege,

und die Rechnung des Hospilals
pro 1877, sowie der Voranschlag
des Hospitals pro 1878 sind
aufgestellt und können bis zum
14. d. M. auf dem unlerfertigten
Amte eingesehen werden.

Im Jahr 1877 wurden im
Hospitale 86 Personen verpflegt,
welche 3964 Verpflegstage hatten.

St. Ingbert, 1. März 1878

Das Bürgermeisteramt:
Custer.
— 537

Ein seltenes Ereigniss

ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fall ist es, wenn ein Buch

100 Auflagen erlebt, denn einen so

großartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzielen, weldes sich in ganz unßer-
erdeutricher Weise die Gunst des Publti—
lums crworben hat. — Tas berübnite
ponulär-medieiniscere Werk: „Dr. Airy's

I ode“ ersoren in

J Binhundertstor Ausiage p

und liegt darin allein schon der beste

Vereis für die Gediegenbeit seines An⸗

balts. Tiese rtich ihuttrirle, vouständig
un gegrbeitete Jubet: Lusssgabe kann
mitenebt allen Kranten, welche de
naurtt Heilmittel zur Beseitigung ihrer

Lreieen anwenden wollen, dringend zur

Durchsicht empfohlen wwerden. Die

darin abgedruckten Triginal-Atteste
beweisen die austrordtuttitven eilerfolge
und sind eine Garantie dafür, daß das

Vertrauen der Kranken nicht getäuscht

wird. Tbiges 544 Seiten starke, nur

1 Nark tosende Buch kann durch jede

Vuchhandlung bezogen werden; man

verlange und nerme jedoch nur „Dr.

Airy's Naturheilmethode“, Original-

—H usdqhabe von kKichter's Veriags-

—— Ansinit in Leiptig

Fastnacht⸗Sonntag, den 3. März
Großer
M asken-Bal!
e
Arbeiter⸗RBildungs-Vereins
ozu auch Nichtmitglieder Zutri
haben. — Anfang Abends 8 Uhr. —
.. Art.⸗Reg. aus Metz. Capellmeister w. wuth.
Fastnacht⸗Montag, den 4. März
J
Froßer Masken⸗Ba
— auch für Nichtmaskirte.
Musik der Heiniztz-Kapelle. Direktor Wittich.
Anfang 8 Uhr Abends.
Billets sind an der Casse zu haben, oder vorher bei
FJ. Fehnert GHotel Laur.)
—A

A
Georg Jung.
Bon heute an und über die Fastnacht
nchener Bier
vor Sedelmaner
III.
Erste allgemeine Geflügel-Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt
zu
Kaiserslautern
am 17., 18. 19., und 20. März 1878.
Programme, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstellung verbundenen Verloosung von Geflügel- Sing⸗ und Zier—
vögeln ꝛc. können von der Expedition der „Piälzischen Geflügel-
zeilung“ (Dgerrn Herrmann Kanser) in Kanserslautern bezogen
werden.
her Eisenbahnfahrtax⸗Ermäßigung für die Ausstellungs—
besucher 30 Procent
gegen Abstempelung der Beillete an der Ausstellungs Casse.
—
3 DByfonni
Loose à 30 2 fennig
ur die
Allgemeine Geflugel-Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Inaberter
Anzeiger“.

Prämiitt: Hannover 1877,
Kassel 1877.
Ein deliciöser
Apfelkuchen.
vie Conditoren ihn nicht schö
ner herstellen können, ist in
30 Minuten fix und ferti,

»erzustellen mit Hülfe des
licbig'schen Bachmehls.
Man mache aus Liebig'.

Backmehl, mit Butter unl

Milch, einem Ei, einen steife:

Teig, rolle ihn aus, bestreu

hn mit Zucker und Zwieback—

krumen, belege denselben m

lpfelschnittchen, welche vorhe
nit etwas Butler in einen

Topfe erwärmt waren. Be

sireue wiederum mit Zucke.
ind backe in einem heißer

Olen braun. Während dessen

pereile man den Guß. ⸗

Liter Milch wird mit Zuchker.

Citronenschaale und Zimm:

zum Kochen gebracht, 4 Löffe
voll Liebig's Mehl werden
mit kalter Milch angerühr

und in die kochende Mild

hine ngemischt. Nachdem es
kalt geworden ist rührt man

4 Eier hinzu, (das Weiße zru

teifem Schaum geschlagen)
und fuͤllt fofort auf din Ku

hen, der dann noch 10 Mii
vten backen muß.

Zu haben bei
Ph. Kliuck, St. Ivabert

e

Frucht- Brod⸗ und

Fleisch⸗Preise der Stadft

Zweibrücken vom 28. Februar.

Weizen 11 M. — Pf. Korn

0O8s M. 26 Pf. Gerste Zreihig

10 M. — Pf. Gerste 4 reih

i— M. — pf. Spelz 0 M.

— pjf. dafer 6 M. 74 pf

Heu 2 M. 40 Pf. Strohe?

w. 20 Pf. Kacloffeln 37M

— Pf. Weißbrod 12 Kilog

54 Pf. Kornbrod 3Kil. 76, 2 Kil.

E 56Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf

brave Jungen werden bis Gemischtbrod 8 Kilo. O M. 92ßf

⸗Ostern in die Lehre ange- Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.

nommen, gegen sofortige Bezah. Oual. 60 pf. Kolbfl. 60 Ppf.

lung, in der Hamfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 P
Buchdr. des St. Ing. Anzeia. ⸗ vutter O M. 90 Vi. ver Pi.

Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.

Neustadter
Kunstmehl Nr. O,
Suppengries u. Hirsen
empfiehlt
P. Zepp.
Einige Morgen
Ackerland
ind zu verpachten. Näheres in
der Erpedition dieses Blattes zu
rüragen.
        <pb n="131" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1 Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts nit 15 Pfqg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neckamen
mit 30 Pfg. vro Zeile berechnet.
M 36. Sonntaa, den 3. März 1878.

Deutsches Reich.

München, 28. Febr. Am heutigen Todestage Königs
Ludwig J. wurde Vormittags in der St. Bonifaziuskirche in
Gegenwart der höchsten Herrschaften ein Seelengottesdienst abgehalten.

Der Stiftspropst und Reichsrath Dr. J. v. Döllinger legte
heute sein 79. Lebensjahr zurück. Gleichwie in den Vorsahren
hat S. M. der König demselben die herilichsten Glücwünsche aus⸗
sprechen lassen.

Berlin, 28. Febr. Der Finanj)⸗Minister Camphausen
hat gestern bei Sr. Majestät dem Kaiser um seine Entlassung als
Finanz-Miniflet und Vice⸗Präsident des preußischen Staats. Mini⸗
steriums gebeten. Im Reichstage, wo man hievon genau unterrichtet
sein will, wird erzählt, das Entlassungsgesuch sei so eingehend be—
gründet und in so dringender Weise, daß es schwerlich abgelehnt
werden möchte.

Die „Zig. für Lothringen“ theilt mit, daß der Gnadenakt
des Kaisers bezüglich der Rückkehr der Optanten in den Reichs⸗
larden von den günstigsten Foigen sei. Sie schreibt: „Kaum ist
der Gnadenakt des Kaisers bekannt geworden, als auch schon ein
Theil der s. Z. aus Furcht vor dem Vilitärdienst ausgewanderten
Elsaß-Lothringer zurückkehrt und sich den reichsländischen Militär—
behörden stelli. Die Enttäuschung einerseits, die sie in Frankreich
gefunden, andererseits die Sehnsucht nach der heimischen Scholle,
die bei dem Lothringer stark ausgeprägt ist, und die Erkenntniß,
daß die hiesigen Verhältnisse feficefugte sind und die Furcht vor
dem Militärdienst ein Schredgespenst war, ließen sie schnell die
Gelegenheit ergreifen, ihren Fehler wieder gut zu machen. „Wir
wußten nicht, was wir thaten“, hörten wir sagen.“
Ausland.

Wien, 27. Febr. Wollte man den Gerüchten glauben, die
hier im Umlaufe sind, so wären wir schon mitten im Kriege. Es
heißt, daß den Reserve⸗Offizieren bereiis die Ordre zugegangen sei,
fich zum Eintritte in ihre Regimenter bereit zu halten, und schon
werden die Namen der einzelnen Armee⸗ und Corps.Commandanien
genannt. Und doch ist hier andererseits nichls von jener Erregung
zu verspüren, die sich am Vorabend eines großen Zrieges ller
Kreise bemächtigt. Der Pester „Lloyd“ bezeichnet zwar den 60⸗
Millionen: Kredit als nothwendig zur Vorbereitung einer „ernsten
ent cheidenden Altion“; welches Ziel dieser Altion jedoch gesetzt ist,
läßt sich unschwer erlennen. Von Berlin ist neuerdings die Mahnung
hierhergelangt, Bosnien und die Herzegowina zu besetzen, damit
auch Oesterreich mit einem fait accompli vor die Conserenz treten
töznne. In der That mag es jetzt für unsere Monartchie als ein
Gebot der Nothwendigzkeit erscheinen, festeren Fuß auf der Balkan⸗
Halbinsel zu fassen, um so mehr, als Rumänien sowohl wie Ser⸗
dien durch die Handlungsweise Rußlands fuͤr einen näheren An⸗
schluß an Oesterreich günstiger als je disponirt sind. Wie es heißt,
ist bereits eine Deputation aus dem bosnischen Insurgenten⸗Lager
unterwegs, die hier die Annex on der Prohinz durch Oesterreich
erbitten sou.

Wien, 28. Febr. Gortschakow's Versuch, den Kongreß
nach Berlin statt nach Baden-Baden einzuberufen, um Bismard
dadurch zur Theilnahme und zum Vorsitz zu bewegen, scheiterte,
abgesehen vom Woderspruch Andrassy's, an der Erklärung Bis—
maid's, er persönlich wolle überhaupt von Theilnahme an Kongreß
oder Konferenz, wo immer sie stattfinde, nichts wissen. Fürf
Gortschakow ist thatsaäͤchlich vier Tage bettlägerig gewesen, doch jeßg
wieder wohl. Die Lage ist underändert.

Paris, 28. Febt. „Havas? meldet aus gewoͤhnlich best⸗
unterrichteter Quelle, daß die Besprechungen hinßchtlich der Kon⸗
ferenz ernftlich wieder auigenommen seien.

London, 285. Febr. In allen Werften, Zeughäusern,
G'ießereien u. s. w. herrscht rastlose Thätigkeit. Wohl eine der
bedeutungzvollsten Meldungen aus Woolwich bezieht sich auf das
Anlangen von Schienen, die für e ne zwania Melien lange Eisen—

bahn bestimmt sind. Eine erste Lieferung ist am Ost⸗Werft des
Zeughauses bereits abgeladen. Die in gewoͤhnlichen Zeiten mit so
vielen Schwierigkeiten verbundene Recrutirung geht seit Wochen
zur äußersten Zuftiedenheit der Behörden von statten. Wie Be—
richte aus Militärkreisen sagen, gehört die angeworbene Mannschaft
durchweg einer körperlich sehr tüchtigen, morglisch vortheilhaft von
dem gewöhnlichen Reeruten⸗Troß absiechenden Volisschicht an. Der
Zudrang von Werblingen ist auffallend groß. Unler den Frei⸗
willigen mehrerer Städte ist eine Bewegung im Gange, die den
Zweck hat, der Regierung eine größete Zahl dieser gesetzlich nur
ür den inneren Vertheidiguüngsdienst bestimmten Bürgerwehr nach
außen hin zur Verfügung zu stellen. Listen zur Unterschrift sind
zereits in London, Bristol und anderwärts bei mehreren Regimen⸗
tern aufgelegt. (Allg. 3.)

Sondon, 28. Febr. Die Regierung trifft mit Osientation
driegerishe Vorbereitungen; nach den Berechnungen des Kriegamtes
lönnen 60,000 Mann in kürzester Zeit eingeschifft werden.

London, 28. Febr. Die Ernennungen Napier's of Mag⸗
dala zum Oberbefehlshaber des Expeditionskorps und des Generais
Wolseley zum Generalstabschef werden offiziell bestatigt. Die Garde⸗
zrigade ist auf den Kriegsfuß gesetzt, die Arsenale entfalten ver⸗
doppelte Thätigkeit. Das Material für tenporäre Eisenbahnen
vird beschafft. Das Kriegfamt inhibirte bis auf Weiteres den
ebertrut in die Reserbe. Das Journal glaubt, diese Maßregel
jei nothwendig geworden, weil England die russischen Bedingungen
nicht sanktioniren köͤnne. Falls Rußland nicht Zugeständnisse mache,
werde England das Schwect ziehen müssen.

London, 1. März. „Daily Telegraph“ läßt sich melden,
daß die englische Regierung den Fürsien Gortschakow informirte, sie
verde ihren Botschaster in Petersburg, Lord Loftus, abberusen,
venn die Russen mit oder ohne die Zustimmung der Pforte in
donstantinopei einrücken sollien. Eine anderwäͤtige Beftätigung
dieser Nachricht liegt nicht vor.

Petersburg, 28. Februar. In hiefigen bestunterichteten
Kreisen werden die Londoner Miitheilungen über die Friedensbe⸗
dmgungen als in wesentlichen Punkten unrichtig bezeichnet. — Der
„Regierungsbote“ verdffentlich einen kaiseclichen Ukaz bom 22. d.,
velcher den Finanzminister ermächtigt, Anweisungen des Reichs⸗
chazes von Zeit zu Zeit auszugeben, und zwar je für eine minde—⸗
tens dreimonatliche und höchstens einjährige Frist, wobei die Zinsen
nur für die entsprechende Frist zahlbar sind. Die Obligationen
iollen einen Nominalwerth von mindestens 100 Rubel haben; die
ährlich auszugebende Summe derselben unterliegt der kaiserlichen
Bestätigung.

Bermischtes.
fKlaiserslauternn, 28. Febr. Heute war der am
21. ds. gewälte neue Aufsichtsrath der hiesigen Actienbrauerei hier
bersammelt, um die zur Reorgaaisation des Unternehmens nöthigen
Schritte einzuleiten. In Zusammenhang hiermit steht das heute
erfolate Ausscheiden des Directiors der Brauerei. Herrn Karl Gräf,
aus seiner bisherigen Stellung.

rKaiserslautern, 28. Febr. Dem städtischen
Budget pro 1878 eninehmen wir folgende Daten: Das Gemeind e⸗
permögen ist abgeschätzt auf 4, 082,000 M. Die Gemeindeschulden
bettagen im Ganzen 287,041 M. 48 Ppff. Die Seelenzahl der
Stadt wird aus rund 24,000 angenommen.

Neustadt, 26. Febr. Hochgeborene und hochwillkom⸗
mene Gäste sind heute Mittag zwischen 3 und « Uhr hier einge⸗
troffen, nämlich das Storchenpaar, welches auf dem Exter'schen
Haus in der Kellerestraße zu nisten pflegt.

f Die „Karlsruher Nachrichten“ schreiben: Gegen den Eigen⸗
thümer des Hotel Germania dahier, Herr Ritter v. Schmädel in
München ist nunmehr dort die Gant ertannt und das hiesige Amts⸗
gericht um Aufstellung des Massepflegers für die hiefige Liegenfchaft
eriucht worden. Es werden zöablteiche hiesige JIaduriell nicht
        <pb n="132" />
        minder Gewerbsleute wie Bäcker und Metzger mit Beträgen von
theilweise von 6000 M., sehr empfindlich gelroffen, alle Guthahen
müssen nun in München angemeldet werden. Die städtische Leihhaus—
und Ersparnißkasse dahier, ebenso die städtische Hypothekenbank sind
jusammen mit nicht ganz 600,000 Mark auf Hypothek betheiligt.
Ob der Betrieb des Hotels vorliberg-hend oder ganz eingestellt
wird, dürfte von den Beschlüssen des Gerichts in München und
der Gläubiger abhängen.

FBei“dem Braude eines Hauses zu Tientfin in China,
in dem sich eine große vor der Hungersnoth im Innern des Landes
geflüchtele Menschenmenge befand, sind 3000 Perionen ums Leben
gekommen.

Definitor des Landcapitels Landau, Pfarrerverweiser Heinrich
Zraun in Münchweiler zum Pfarrerverweser in Otterbach, Pfarrer⸗
derweser Haager in Ormesheim zum Pfarrerverweser in Börrstadt,

Fabplan Depisch in Forst zum Pfarrerberweser daseldst ernannnt.
ιαααιUιιαα.

21*.

— M —
Paris. „Nachdem ich 10 Jahre lang alle Mittel vergeblich
ersucht hatte — haben mich jetzt einzig und allein Ihre weltbe⸗—
cühmten Brustcaramels — Maria Benno von Donat 1671*9)
hon meinem fürchterlichen Husten — Hals und Brustleiden errettet.
Ihre ewig dankbare Therese Gräfin T..... e.
Dienstesnachrichten. 1Original⸗Packet nur echt bei Jean Peters
Pfarrer Franz Zimmermann in St. Martin wurde zum und J. Friedrich lostet 80 Pfg.

Bekanntmachung.
Mit dem Einziehen der Aus
faͤnde der Kleiderhandlung B.
UAckermaun in Zweibrücken
Aeauftragt, asuche ich die Schuld⸗
ner derselben, ihre Zaluugen von
nun an, an mich zu machen.
Ficker,

Gehilfe bei Hen. Gerichts voll⸗
zieher Faßbender.
Bekanntmachung.
Mein Bureau befindet sich
don heute an in A Hinter⸗
zebäude des Wirthes Michael
Paul, über 1 Stiege. Z
F. A. Eckrich,
Geschäfismann.

Fastnacht⸗Sonntag und Montag
* ⸗
Freimusik.
Anfang 4 Uhr
bei Peter Jung.
N 2
Neue Häringe,
per Stück 8 Pfg., bei 10 Stück
7 Pfg. empfiehlt
WVh. Klinck.
Eine Wiese
in der Gehnbach, etwas über
lMorgen groß ist zu verkaufen
oder zu verpachten. Näheres zu
erfragen bei Joh. Schuster,
Rentner dahier.

Finige Morgen
Ackerland
sind zu verpachten. Näheres in
der Expedition dieses Blattes zu

ersraqgen.

Bekanntmachung.

Auf der kgl. Steinkodlengrube St. Ingbert

werden vom März 1878 ab die Kohlen

ZBzu nachstehenden Preisen verkauft:

Förderkohle . Qual. pro 100 xg 1,20 M.
ii. 335 100 x*8 0,87 4
IVI. ; 100 xg O,70 M

einschließlich des Ladgeldes.
St. Jagbert, am 1. März 1878.
Kgl. Bergamt St. Ingbert:

J. Kamann.

i

Ich empfehle hiermit weine neu angekommenen
Sofue
— sowie —
schwarze Tuche von M. 2.50 an
Confirmanden-Anzugen.
Karl Schanck.

Das Bild
Papst Leo XII,
in verschiedenen Formaten,
nach einer Naturphotographie,
st zu haben bei
WPVbhotograph W. Ollig.
Billige und schöne
sind fortwährend in großer Aus⸗

wahl auf Lager bei
F. Etutzmann.
Wiederverkäufer Rabatt.
Ueber Fastnacht
DDier

Unterzeichnete verkaufen:
Vorderschinken, gesalzen im Anschnitt .. 40 Pfg.
ditto dittu Ganze. 28
ditto geräucherte, im Anschnitt —
ditto ditto Ganze ..
Speck, gesalzzz
ditto ditto bei 10 Pfund..
ditto geräucherten8
ditto ditto bei 10 Pfund
Schmalz, beste Qualititt.8*
ditto ditto bei 10 Pfund...
*An Wiederverkäufer entsprechend billiger.
Christian Kling, Metzger.
Philinp klinck. Kaufmann.

4

—
*

Herrn J. J. F. Popp,
Heide (Holstein).
Ich danke Goit und Ihnen
vpon diesem schrecktichn
(Magen)⸗vLeiden
hbefreit zu sein. Ich weiß
gar nicht, was min mir vor⸗
—
ich und habe alle Doktoren
vergeblich consultirt und außer
Ihrem Mittel kein so hülf⸗
reiches gefunden u. s. w.
Edenkoben (Bayern), 20.
in der Februar 1877.
Brauerei Heusser. Dominikus Heist.
Frste allgemeine Geflügel-Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt

Fastnacht-Sonutag

uusgeführt von der Capeue des 2. Art.-Reg. aus Metz.
Fastnacht-Montag

BRGERBALL

zu
Kaiserslautern
am 17., 18., 19. und 20. März 1878.

Programme, Anmelde-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Ausstellung verbundenen Verloosung von Geflügel- Siug- und Zier⸗
»ögeln ꝛc. können von der Expedition der „Pfälzischen Geflügel-
eitung“ (Deirn Herrmann Kanser) in Karserslautern bezogen
werden.

d Eisenbahnfahrtax⸗Ermäßigung für die Ausstellungs⸗
besucher 50 Procent
gegen Abstempelung der Billete an der Ausstellungs Casse am 17.,

18 und 19. Märsz 1878.

wozu höflichst einladet
Julius Grewenig.
U
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich ein Sarg⸗Magazin hier
errichtet habe und von den ordinärsten bis zu der feinsten
Sammt⸗SEärgen stets auf Lager habe.
Billigste Vreise zusichernd, zeichnet
Hochachtungsvollst
Johz. Wolf, Schreinermeister.
Beginn des
ommereurses
15. April.

Loose à 50 Rfennig
für die
Allgemeine Geflugel- Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Ingberter
Anzeiger“.

Programme
gratis dureh
die Direction.

——
BMIITVA - EGucht
Jasclunenbauschule
— —— ———
Vorunterrieht frai
—— —
IFatson Dtuck und Keilag ven

„. X. Denmeß in St Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. v
        <pb n="133" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

SSsDSSOTœ5”2 öäddtbusMcht--Mu
—
Oer St. Ingberter Antzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

Mart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aazwärtz mit 15 Bfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 37. Dienstag, den 5. März 1878.

— ———
——7

BBZZ

Deutsches Reich.

München, 2. März. In einer heute stattgehabten Sitzung
des Staatsrathes gelangten die Entwürfe des Finanzgesetzes und
des Gesetzes bezüglich eines Credits für außerordentl'che Bedürfnisse
des Heeres zur Etledigung. — Was die Cinführungsgesetze zu den
deutschen Reichsjustizgesetzen betrifft, vernehmen wir, daß der schwie⸗
rigste Theil derselben, die Subhastationsordnung, nachdem dieselbe
in der hiezu berufenen besondern Commission kürzlich zur zweiten
desung gelangt war, nunmehr fertig gestellt ist, und daß auch die
Vorlagen für die weiter erforderlichen gesetzlichen Bestimmungen
und Verordnungen dem Abschlusse nahe sind. Es werden deshalb
auch olle Vorlagen, welche Behufs der Durchführung der Reichs-
justizgesetze den Kammern gemacht werden müssen, insbesondere auch
jene, welche den Kostenpunkt betreffen, nach der Wiederberufung der⸗
selben im Frühjahre an d'e Landesvertretung gelungen önnen.

Berlin, 2. März. Der Oberst v. Orff, Direltor des
öniglich baierischen topographischen Bureaus des Generalstabes
oon München, der Oberst Vollborn, Genie-Direktor und Direktor
des königlich sächsischen topographischen Bureaus von Dresden, und
der könialich württembergische Major a. D. Fink von Stuttgart
ind behufs Herstellung einer einhe tlichen militärisch-topographischen
Zarte des Reiches im Anschluß an die Grad-Abtheilungskarte zu
zeiner Konferenz im großen Generalstab kommandirt und von ihren
bezüglichen Garnisonen hier eingetroffen.

Berbdin, 2. März. Der „Reichsanzeiger“ schreibt: Bei
Besprechung der Reichssteuer-Vorlagen hätten viele Blätter Aeuße⸗
rungen des Reichsskanzlers zu Gunsten des Tabakmonopols ein
Bewicht beigelegt, welches dieselben thatsächlich nicht gehabt haben
vönnten. Der Reichskanzler habe zwar seine Ueberzeugung von
der Zweckmäßigkeit des Monopols mit der Erwägung begründet,
»aß dasselbe die Consumenten weniger belaste, als irgend eine
Steuer gleich hohen Ertrages; er habe aber in keiner Weise die
Absicht ausgesprochen, den Bestrebungen, höhere Erträge ohne das
Monopol zu gewinnen, entgegenzutreten, wenn letzteres nicht an⸗
Jenommen werde.

Berlhin, 83. März. Die „Nationalzeitung“ meldet: Die
Ekntschließung des Kaisers auf das Entlafsungsgefuch des Ministers
Tamphausen ist gutem Vernehmen nach dahin ergangen, daß zur
Zeit ein Grund für das Entlassungsgesuch nicht vorliege und der
Minister zunächst die Beschlüsse des Reichstages über die Steuer⸗
dorlagen abwarten möge.

Ausland.

Madrid, 2. März. Ein in der Sitzung der Cortes
derlesenes Telegramm des Generalgsuverneurs Martinez Campos
zestätigt die Unterwerfung fast sämmtlicher Insurgenten auf Cuba
mitsammt dem Centralausschusse. Alle Maitglieder der Cortes und
die Minister begaben sich darauf in den Palast, dem König ihre
Glückwünsche zu diesem Ereigniß darzubtingen.

Londonmn, 2. März. „Reuters Bureau“ meldet: Sämmt⸗
liche beurlaubte Officiere erhielten gestern die Weisung, sich zur
Rücklehr zu ihren Truppentheilen bereit zu halten. Der Befehl
zur Rückkehr werde ihnen telegraphisch zugehen.

London, 3. März. Das „Reuter'sche Bureau“ läßt sich
aus Konstantinopel von gestern telegraphiren, Rußland hätie in
Bezug auf die Grenzen des künftigen Bulgarien nicht unerhebliche
Zugeständnisse gemacht, heute sei über die Kriegsentschädigung ver⸗
jandelt worden, der Anspruch Roßlands auf einen Theil der tür⸗
uschen Flotie sei fallen gelassen worden. General Ignatieff habe
heute mit Sabfet Pascha eine längere Unterredung gehabt, die
Unterzeichnung des Friedensvertrages sei unmittelbar bevorftehend.
Morgen solle in San Stefano eine Truppenrevue stattfinden.

London, 4. März. „Reuters Bureau“ meldet aus
Zonstantinopel vom 83. ds., Mitternachts: „Der Friede ist unter⸗
zeichnet. Großfürst Nkolaus verkündete den Soldaten bei der
Redae die Unterzeichnung. Es heißt, Rußland habe auf die Ver⸗
Rjändung der Tribute von Aegh pien und Bulgarien verzichtet.

— — — —

St. Petersburg, 2. März. Trotz aller widersprechenden
Berüchte gilt es hier für ausgemacht, daß der Friedensverlrag
elbst bereits abgeschlossen, die Unterzeichnung dagegen aus rein
ormellen Gründen noch nicht erfolgt ist. Die Friedenspartei hat
hdier schließlich den Sieg davon getragen and man erhofft deshalb
eine friedliche Lösung auch aller internationalen Fragen auf der
Eonferenz, eventuell auf einem Congresse.

Petersburg, 8. März. Der Friedensvertrag
stunterzeichnet.

Petersburg, 4. März. Ein heute um ein Uhtrr früh
ingetroffenes offizielles Telegramm des Großfürsten Nikolaus aus
San Stefano vom 83. d., Nachmittags 5 Uhr, lautet: „Ich beehre
nich, Eure Majestät zum Friedensschluß zu beglückwünschen. Gott
yeclieh uns Glüch, die von Eurer Majestät begonnene große heilige
Sache zu beendigen. Am Jahrestage der Befreiung der russischen
Leibeigenen erlösten Eure Majestaäͤt die Christen vom muselmän⸗
nischen Joche.

Vermischtes.

p. In Weilerbanch ist Pfarrer Erwin Blaul, 32 Jahre
alt, in Folge eines Blutsturzes gestorben.

Aus Kaullstadit, 1B. März, schreibt man dem „Nordpf.
W.“: Bäcker Klippel von hier ist seit Sonntag mit Hinterlassung
don 50,000 M. —Schulden verschwunden, nachdem er zuvor seinen
Wein, auf dessen Verkauf die Gläubiger vertroͤstet wurden, zu
Geld gemacht hatte.

—Saacbrücken, 3. März. An der Chaussee von hier
nach der goldenen Bremm sind au dem neuen Exercierplatze ent⸗
ung, links, circa 50 der jungen schoönen Bäume mehr oder minder
urch Messerschnitte von igdrer Rinde entblößt worden. Die bos—
jafte That kann erst vor wenigen Tagen verübt worden sein.
Möchte es doch gelingen, den ruchlosen Thäter ausfindig zu machen
und zur wohlverdienten exemplarischen Bestrafung zu ziehen. Die
zielen an allen Chausseen und Spaziergängen unserer Gegend in
»en letzten Zeiten verübten Baumfrevel sind wirklich ein wahres
S„chandmal und fordern zur strengsten Wachsamkeit des Publikums
zuf die Urheber derartiger Bubenstreiche heraus. (Saarbr. 3.)

Frankfurt, 28. Febr. Durch eine nichtswürdige In⸗
amie wurde heute das Börne-Denkmal zu Grunde gerichtet. Die
zanze Büste, sowie das Piedestal sind mit einer schwarzen Masse
nesprengt. Die Entrüstung ist allgemein.

F Der alte Meier Anseln Rothschil d, der Gründer
deß großen Bankhauses, war wegen seines Sarkasmus gefürchtet
»ou Allen, die eine Probe seiner Schlagfertigkeit empfangen hatten.
Finst besuchte ein hoher Beamte von Berlin den Alten, als der—⸗
elben eben an einem wichtigen Briefe arbeitete; der Bankier bat
um Geduld, bis er eine Pauie machen könne, und sagte dem Be—⸗
uchenden schließlich: „Nehmen Sie einen Stuhl.“ Nach fünf
Minuien erhob sich der Beamte ungeduldig, warf sich in die Brust
und fagte: „Hert Baron, ich bin der wirkliche Geheime Rath
Freiherr v. X.“ „Nehmen Sie noch einen Stuhl!“ war Alles,
vas Rothschild entwortele.

F Mainz. Nächsten Donnerstag, 7. März, 10 Uhr, soll
m Alsrecht'schen Locale dahier eine Veriammlung von Weinhänd⸗
ern stattfinden, behufs Berathung von Maßnahmen über die vom
Veinhandel einzunchmende Stellung gegenüdber der von der Reichs⸗
egitrung beantragten gesetzlichen Regulirung des Wetkehrs mit
Lebens⸗ und Genußmitteln.

F Elberfeld, 28. Febr. Die Mordbrenner nähern sich
unserer Stadt. Hier in Elberfeld sind bis jetzt bereits fünf Brand⸗
zriefe aufgefunden worden, den wirklichen Äusbruch eines Brandes
hatten wir glücklicherweise goch nicht zu beklagen. (B. 3.)

Ein Zeichen der Zeit. Folgende Thalsache, welche dieser
Tage in Kreheld pessirte, ist so recht geeignet, die schlechte
Heschäftslage und den Druck, der dadurch auf dem kleinen Kauf⸗
nann laftet, zu illusttiren. Ein auswärtiger Weder lieferte sein
        <pb n="134" />
        Stück ein und verlangte seinen Lohn. Der Kaufmann aber war
nicht im Stande, denselben auszubezahlen, und da der Weber
durchaus das Geld haben mußte, rieth er ihm, das Stück im
Pfandhause zu versetzen, sich von dem Erlös bezahlt zu machen
und das überschießende Geld auf dem Komptoir abzuliefern. Dem
Weber schien die Sache bedenklich, indem er nicht unrichtig kalku
litte: Kommst du mit dem Stück zum Pfandleiher, so wird man
dich am Kragen nehmen und der Polizei überliefern. Um dem
zuvor zu kommen, erkundigte er sich auf dem Polizeiamte, ob er
wohl ohne Gefahr für sich das Stück versetzen könne. Mau be—⸗
deutete ihm, einer Versetzung des Stückes stehe nichts im Wege, da
der betreffende Kaufmann ja freies Verfügungsrecht über seine
Waarr habe. Und so geschah es, daß ein ganzes Seidenstück von
einem Weber mit Bewill:gung des Kausmanns ins Pfandhaus
wanderte, gewiß ein Unicum in der Geschichte der Krefelder Seiden⸗
weberei.

Berlin. Der jüngst verstorbene Kommerzienrath Nuglisch
hat durch seine letztwilligen Bestimmungen die sämmilichen Komp—
loirbeamten, Arbeiter und Arbeiterinnen seines Geschäftes gut be—
dacht. Der älieste und erste Buchhalter ist im Testament mit
30,000, der darauf folgende mit 20,000 und die jüngeren Kom—
mis mit mindestens je 5000 Thalern bedacht worden. Der älteste
Arbeiter in der Niederlage erhielt ebenfalls 5000, die jüngeren
je 1000 Thaler. Von den Arbeiterinnen waren selbst die jüngsten
nicht vergessen und empfingen en Geschenk von je 100 M.

F Vor kurzer Zeit brachten wir die Noliz, daß der Medizinal⸗
raih Dr. Fiedler in Dresden mit vielem Erfolg als Mittel gegen
Diphtheritis spanische Weine angewandt habe. Dr. Fiedler erklärt
nun in einem Briefe, daß dem „leider“ nicht so sei. „Wollte
Gotte,“ so lautet das Schreiben, „ich wäre im Besitze eines zu
verlässigen Mittels gegen Diphtheritis, wie glücklich wollte ich sein.
Die ganze Erzählung von meiner Diphtherit'sbehandlung mit Wein
ist eine Fabel und von irgend Jeinand erfunden, um Reklume zu
machen. Wahr ist es, daß ich, wie wohl alle rationellen Aerzte,
Stärkungs⸗ und Kräftigungsmittel bei dieser Krankheit gebe, be⸗
sonders auch krästigen Wein. Kindern blos eßlöffelweise. Eine
spezifische Wirkung hat derselbe aber keineswegs, spezifische Mittel
zxxistiten gegen diese dämonische Krankheit überhaupi nicht.“

Wien, 1. März. Die Börse macht wieder Witze, und
das deutet gewöhnlich — nach der Qualität derselben bewmessen —
auf einen weichenden Kursstand hm. Heute hieß es: „Die Con⸗
ferenz wird jedenfalls in Konstantinopel statifinden und dann
kommen die Engländer zu Wasser, die Russen zu Land und wir
Desterreicher wie geröshnlich — — zu spät!“

FPariser Weltausstellung. Wie der „Moniteur
Universel“ vernimmt, soll das Beispiel Schwedens,, welches schon

343 ohann Eberle und Viter
Licitation. 335
Samstag, den 23. März Eigenthümer sind die Kinder
1878, Nachmittaas 3 Ubhr zu und Erben der Erblasser als:
St. Ingbert, bei Johann Adam J. Magdalena Feichtner, Ehe⸗
Bed Wittwe frau von Joseph Matheis, Berg⸗
werden vor dem unterzeichneten mann;
hiezu gerschtlich beauftragten kgl. 2. Katharina Feichiner, Ehe⸗
Nolar, die nachhin bezichneten, frau von Joseph Selzer, Berg⸗
jum Nachlasse der in St. Ing- mann;
hert verlebten Eheleute Johann 3. Katharino, genannt Caro⸗
Jchener II. und Kalharina ina Feichtner, Ehefrau von Peter
lahm gehörigen Liegenschaften Haas, Bergmann;
im Banne von St. Ingkert, 4. Barbara, 5. Johann und
abtheilungshalber öͤffentlich an die 6. Karl Feichtner, diese drei
Meistbietenden zu Eigenthum ver- noch minderiährig, welche den
stelgert nämlich: zenannten Joseph Matheis zum
1. Pl.Nr. 3592, 10 a 90 Vormunde und Johann Klahm,
qm Ackeer auf dem Gerste Bertmann zum Nebenvormunde
busch neben Johann Spohn daben.
und Georg Schweitzer und Alle in St. Jugbert wohnhaft.
Pl.Nr. 3849, 8 4 52 qm St. Ingbert, 2. März 1878.
Acker auf Schiffelland, neden Sauer, lal. Notar.

1

Loose à 50 Rfennig
für die
Allgemeino Geflügel-Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März
in Kaiserslautern
ind zu baben in der Expedition des „St. Inaberter
Anzeiger“.

vor einigen Wochen eine Anzahl Soldaten nach Paris schickke, um
die skandinavische Abt:heilung im Ausstellungspalaste zu bewachen,
zon anderen Regierungen: Oesterreich, Italien, Bel gien und Holland,
defolgt werden.

F.Auf der Paris⸗Marseiller Eisenbahn wird in
diesen Tagen eine epochemachende neue Erfindung geprüft werden,
die zum Ausgangspunct die Verhindernng von Unglücksfällen hat.
Zie besteht in einem auf allen Bahnhöfen anzubrinçenden elektrischen
Spiegel, der die Bewegungen auf der ganzen Linie abspiegelt. Der
Sp'egel ist nach Aussage von Augenzeugen ein wohres Wunder⸗
werk.

kParis, 3. März. Gestern Nachmittag fand in Vesinet,
bei St. Germain, das Säbel-Duell zwischen Paul de Cassagnac
und dem Deputirten von Constantine, Herrn Thomson, statt, welches
sich aus der letzten stürmischen Sitzung der Versailler Kammer
gelegentlich einee Wahlprüfung entwickelt hat. — Als Zeugen Cas⸗
agnacs fungirten die Herren La Rochette und Dawiste, als Zeugen
Thomsons die republikanischen Deputirten Albert Jolh und Autouin
Proust. Thomson wurde am Knie verwundet. Dies war das
ünfzehnte Duell Paul de Cassagnacs. — Der ehemalige Kriegs-
ninister Berthaud ist an Stelle des Generals Rochebouet zum
Tommandanten des 12. Armeccorps in Bordeaux ernannt worden.

F Menschenfresser aus Hunger. Aus Kischtemorweim
Gouvernement Kasan theilt ein Correspondent der „Nowosti“ fol⸗
zjendes grausige Fackum mit: Eine verwittwete Tartarin war schon
zu wiederholten Malen bei der Wolost Verwaltung mit der Bitte
ersch'enen, ihr eine Unterstützung zukommen zu lassen, aber stets ab⸗
chlägig beschieden worden. Schließlich erklärte sie, daß sie vor
hunger nicht sterben wolle und den Herren schon eine Suppe ein⸗
zrocken werde, die sie nicht aufessen würden; sie würde bei ihrer
Rückkehr nach Hause eines ihrer Kinder schlachten und als Speise
debrauchen. Im Ganzen hatte sie fünf Kinder. Der Aelteste
und der Schreiber schickten aus Furcht, sie würde am Ende ihr
Vorhaben wirklich ausführen, einen Expressen in das Dorf, wo
die Tartatin wohnte, mit der Weisung an den Dorfäliesten, die⸗
elbe nicht aus den Augen zu lassen. Unglücklicherweise verspälete
ich iedoch der Bote und bei seiner Ankunst war das Furchtbare
chon geschehen. Sie hatte ihre jüngste Tochter geschlachtet. Auf
die an sie gerichtete Fragen entgegnete sie, daß sie doch nicht vor
dunger sterben könne. Der Aelteste und der Schreiber sollen sich
nus Furcht, zur Verantwortung gezogen zu werden, aus dem
Staube gemacht haben.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

Bekauntmachung.
Mein Bureau befindet sich
oon heute an im F gHinter⸗
gebäude des Wirthes Michael
Paul, über 1 Stiege. *

F. A. Eckrich,

Gies⸗44i4mann.

—. —
ertrauen kann ein Kranker
* zu einer soltgen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
daturheilmetbode, sich thatfächlich
ewährt hat. Daß durch diefe Me—
hode uaserst qunstige, ja saunenerrt -
sende heilersoige erzielt wurden, de⸗
ten der H reis illuflr. Buche
—RN
Einige Morgen

Ackerland,
ud zu verpachten. Näheres in!
der Expedition dieses Blattes zu
erragen.

Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
'n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der

Druckerei ds. Bl.

chen ry⸗/
tal⸗Atteste, laut welchen selbst
olcht Kranke noch Beilnng fanden,
uür die Hilfe nicht mehr moglich
chien. Es darf daher jeder Kranke
ich dieser bewährten Methode um
o mehr vertrauensvoll zuwvenden,
ils die Leitung der Kur auf
WBunsch durch dafür angestellte
raktische Aerzte gratis erfolgt
Näheres darüder findet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
starken Werke: Dr. Airy's Na⸗
urbeilmethode, 100. Aufl., Ju⸗
zel⸗Ausgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
à 1 Pfdirect franco versendet
qy9

—— —

hierleben
—
—AA—
— —⏑ —— — —
newen Abbi ldungen naoh der Natur, umsusst in vier Abtheilungen eine
Ae— KAXCA er ThIeXVLt
coufs praentrollste illustrirt
⁊d erekeint ia I00 πανα_οιιJαν_ν Licferungen aum Preis von I Mao ork.
Vaerlaq des Biblioqraphisschen Iinstituts in Leipzig.

sedallion Druc und Verlag von F. x. Tme in ẽct Inssct.
        <pb n="135" />
        —z2533—52 222

A35 2835*2223

332 532 ——ãA —e

258225 I 5* 5223 T55233535358 —&amp;

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2 *26 23368 — 227 15222375
r 2 *252 2272378
— S — 2505 52 —— 2 3283 3 3*
2353535 258333 7 25
J 2292 2 7.
25223 3*88 3 33853843
8* —— — *2 —3— C 32828
— 5—2286 . 222 E z *
——22 22 * —53333 553 76823*
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S 2 2 * —2 222
20 T*2 55 — —4 * — 2
8 5822 — — —328
2 7 * 5 * —— —2338
**— *2275 —— ü —
232. 7 ——3 — 77 652
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——233. — r 2*
— 5 533 355
—5 25353 25553583
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3. * 534 — 8*283 5535 56553 5 60
— * 7 — —2 76* 8 2 7 535 S
2295 2 8256 22 7 — 22 22322
52* — 2242 —*2 25387
22 2* 713075 2823 34 55 3 ** 233 53555
ss5 33323535— ——
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*5 33 — 585385
—A 2222 7 3 2 —A *5 — —3
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— 5 * —— 22 E
—— 523385368 —A —25252833
—53 —8255 42280* 22 2355 2. 2 2
322 2 533335555837 —6 —A 8 2 25 —*52
5*533555727— —— 523 5278223 3
23258 22.2 53 3 32 2 — 25225 2 22 23
25 f55—3 33 543 738 —— S—55827 *
52 35 50233537 — 3*83 — — 22523 528—25*
7 55* — — * * 522 — 55 2 532333 26.
7 322 * OS 22 8 S — ——— 22 2
3353555 * ——— 5335333333
253333378255 3333 3827
28355 3 — &amp; —A 3 53 — ——— *
252 52532 2335 25 —2232 * 253220 2
82228 258 22.3 *3 ae 2 55 8 3 3* 53
* 5*28 38* 2 *232 — * —32
52 22338602 * * * 53. 2 0 S* 3 22
3 2 2 — 8 — — 27 2 — —2 * *
2322 2 2 — 3 22* —433 523 *223 282332
383 32336 —R 72 7 7 222 — — 7 *
32 * 2 S2 2* 523 226 — 2
3274* 9 33582 3 D22. 2 33 2228
323238 245326 85.. 75*3577 — —
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232335353 * 2 * 2 u 2 *— 2233 —* —
* —222 23555333353333933

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        St. Ingberler AAnzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal woöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei—

Uage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sanstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

1 martk 20 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfa., von Aiswairts mit 15 Pfz. für die viectgejpaltene Zeile Blattichrijt oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfa. pro Zeile berechnet.
Aä 38. Donnerstag, den 7. März 1878.

Deutsches Reich.

München, *. Miärz. Im Finanzministerium werden zur
Zeit die durch die Einführung des Malzaufschlags in der Pfal;
nothwendig gewoidenen organisatorischen Bestimmungen ausgearbeitet.
Eine größere Anzuhl diestheinischer Aufschlagseinnehmer wird in
die Pfalz versetzt werden. Dem Bejirke der einzelnen Malzauf⸗
jchlag⸗ Einnehmereien werden mehrere Gemeinden zugetheilt werden,
Molog wie dies im diesrheinischen Bahern der Fall ist, dagegen
dre Anzahl der seitherigen Hebebezirle mit den Aufschlags Ginneh⸗
mereien daselbst in Eintlang gebracht werden. M. C.)

Bersin, 3. Marz. Die parlamentarische Soiree des Reichs⸗
kanzlers fand, wie berichtet, noch einmal in den feitherigen Röumen
slalt, da die neuen Räumlichleiten im ehemaligen Palais Radziwill
irotz aller Anstrengungen noch nicht fertig gestellt werden lonnten.
Umer den Anwesenden bemerte man den Feldmarschall Grafen
Molike, die Prasidenten des Reichstages, v. Forckenbeck, v. Stauffen⸗
berg und Fuͤrst Hohenlohe-Langenburg, die Minisser Falk, Achen⸗
hach, Hofmann, den Generalpostdireltor Stephan, den Prãsidenten
und Bicepräsidenten des Abgeordnetenhauses, v. Bennigsen und
Graf Bethusy, sowie eine Reihe von Mitgliedern des Bundesruthes.
des Reichsstages, u. A. die Abgeordneten Bamberger, v. Sauden⸗
Tarputschen, v. Seidewitz, Volt, v. Kardorff, v. Varnbüler, Graf
Udo Siolberg. Dr. Kneist, Dr. Lucius, die Elsasser Abgeordneten
Schneegans, Nessel, Bergmann, sowie viele Mitglieder der Reichs⸗
dehörden. Man sah 'den Reichskanzler den größeren Theil des
Abends (.wei Stunden) in fortgesetzter Unterhaltung mit dem Vrä⸗
identen des Reichstages, Herrn v. Forckenbeck.

Berlin, 5. März. Die „Nordd. Allg. Zig.“ schreibt:
eber das Entlassungsgesuch des Finanzminsters ist eine abschließende
Enischeidung bisher noch nicht getroffen worden, da vorher über die
Schöpfnng des Reichsfinanzamtes und über den Modus der Stell⸗
vertretung des Reichskanzlers entschieden werden, auch die Stellung
des Reichstages zu der Steuerfrage mit ganz anderer Beflimmtheit
als bis jetzt erkennbat sein muß .

Berlhin, 53. Maärz. Der Reichstag trat heute in die erste
Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Siellvertretung des Reichs-
lanzlers ein. An der Debatte betheiligte sich u. A. auch der
bayer. Ministerptösident v. Pfretzschner; derselbe außerte ungesähr:
Er möchte die Einrichtung des Bundesralhs ausgenommmen wissen
bon den Institutionen, welche als unhaltbar bezeichnet würden.
Er halte sich für verpflichtet, die Stellung der bayerischen Regie⸗
rung zu der Frage der Reichsminfserien zu präz firen: „Dieselbe
ist entsch eden gegen Reichsministerien. Sie kennt als einziges ver—
antwortliches Reichsorgan mit der Reichsverfassung nur den Reichs⸗
tanslser. Sie anerlennt die Nothwendigkeit einer Stelloertretung
des Reichskauzlers, nie sie die Vorlage wil. Sie würde aber im
Reichsministerium eine Schwächung des Bundestathes, eine Beein⸗
trächtigung der Autonomie (:Selbstfständigkeit) der Einzelstaaten er⸗
blicken. Wir finden eine nothwendige Hilfe für die Geschäfte in
der Vorlage. Gegen Staatsministerien dagegen müfsen und werden
wir uns energisch erkläͤren.“ — In wesentlich dem gleichen Sinn
sPrach sich auch der württemb. Staafsminister v. Mittnacht aus.

Berlhi'n, 5. März. Der Kronprinz von Oesterreich em⸗
pfing gestern Nachmutag den Fürsten Bismarck und besuchte Abende
J unserem Kronxrinzen und dem Prinzen Wilhelm das Viltoria⸗

eater.

Ausland.

Wien, 5. März. Die Mäßigung der ruffischen Friedens⸗
bedingungen üderraschte hier; man erkennt darin in erster Linie
den Erfolg der Vermittlungen Bismard's, sowie der persönlichen
Rathschläge Kaiser Wahelms.

Paris, 5. März. Der „Soleil“ bringt eine Erklärung,
in welcher angezeigt wird, daß ungefähr 20 Constitutionelle sich
von der Rechten des Senats getrennt haben, um die Politik der
Regierung zu unterstützen, so daß im Senat fortan der Linken die
Mehrbheit ankzelört. — Der Temps“ meldet: Wir erhalten von

Berlin wichtige Nachrichten. Deutschland, das bis jetzt Frankreicht
Finladung zur Ausstellung nicht angenommen hatte, beschloß auf
reue Binen unserer Regierung sich in der Abtbeilung der schönen
dünste vertreten zu lassen. Wem diese Nach icht sich offteiell be⸗
stätigt, so wird die öffentliche Meinung darin ein Anzeichen für
die Aufrechterhaltung des Friedens in Europa und eine nicht zu
derkennende Bürgschast der versöhnlichen Beziehungen wischen
Frankreich und Deuischland erblicken.“

Aurs Montzeau-les⸗Mines Eaone⸗et Loire) wird
zemeldet, daß Sonntag Morgen dafelbst auf dem Plaße vor dem
Stadthause eine Massenkundgebung streikender Bergleute stattfand.
Da die Schreier ihre Hochrufe auf die Streiken nicht einstellen
wollten, ließ der General von Gallifet, der mit Truppen von Dijon
ztkommen war, auf die Menge schießen, und wie es beißt, sollen
Zei dieser Gelegenheit fünf Personen verwundet worden sein. Der
Präfelt,, der Unterpräfekt und der Maire eilten auf den Lärm
hserbei und bewogen die Arbeiter sich zurückzuzichen.

London, 5. März. „Daily News“ meldet über die in
San Siefano übereingekommenen Friedensbedingungen Folgendis:
Der Friedensvertrag verfügt, daß der künftige Fürst der Bulgarei
nicht Mitzlied einer regierenden Familie Europas sein darf. Die
Summe des der Bulgarei aufzuerlegenden Trivuts wird erst in 2
Jahren fixitt. Bulgarien erhält den Seehasen Kavala. Die
Russen schiffen sich in Marmarameer ein und kehren durch die
Straße von Konstantinopel, den Bosporus heim, werden aber nicht
in die Stadt Konstantinopel einrücken. Alle bulgarischen Festungen
verden geschleist, und bleiben leine zürlischen Truppen in Bulga⸗
rien. Diese Details rühren von Ignatieff her.

London, 6. März. „Reuters Bureau“ meldel aus Kon⸗
ldantinopel, 5. März: Der authentische Friedentvertrag führt den
Titel „Friedeuspräliminarien“ und enthält 29 Ariiken, deren erste
Montenegro, Serbien, Rumänien, Bulgarien behandeln. Die Kriegs⸗
sostenentschädigung beträgt 1410 Milllonen Rubel, wodon 1100
aufe die Gebietsabtretungen in Asien abgerechnet werden. Ueber
zvie Zahlung der verbleibenden 310 Millionen sind keine näheren
Bestimmungen sowie auch bezüglich der Zahlungstermine und Zinsen
zetroffen. Die Regierungen von Rußland und der Türkei werden
ich hierüber später verständigen. Die Grenze Bulgariens bilden
die rechte Seite des Karassuflusses und das ganze Litorale im
Osten, im Norden eine Linie Tschismenvarna und Pirot, welches
hei Bulgarien bleibt. Serbien erhält Sienitza Novibazar und
danja (2). Moutenegro erhält Antivari, Podgoritza, Spuz. Durch
Bulgarien wird eine Militärstraße angelegt, welche gleichzeitig für
Post⸗, Telegraphenverlehr und Truppentransporte dient; letzleve
dürfen sich obne besondere Ermächtigung nibt ia Bulgarien auf⸗
halten.

Galbatz, 5. März. Die Russen haben begonnen, die der
Donauschifffahrt entgegenstehende Hindernisse zu beseitigen. Die
Auffischung der Torpedos dürfte Ende dieser Woche durchgeführt
sein und die Donauschifffahr! daber in nächster Zeit eröffnet werden
önnen.

Die ‚Pol. Cort.“ meldet aus Petersburg: In den
naßgebenden Kreisen ist man wieder sehr lebhaft mit dem Zu⸗
'ammentritt des Congresses beschäftigt. Neuerlich wucrde Berlin
als Congreßort in Aussicht genommen und man hofft, daß Fürst
Bismarck dieser Anregung gegenüber sich nicht ablehnend verhalten
werde. Es bestätigt sich, der Friedensvertrag enthalte die Clausel,
daß dessen Ratification innerhalb 14 Tagen, vom Unterzeichnungs⸗
tage an gerechnet, in Petersburg ersolgen müsse.

Vetersburg, 5. Maäarz. Der „Regierungsbote“ enthält
folgende Bekanntmachung zum Vollzug der neulich angekündigten
Maßregeln: Die Reichsbank gibt am 13. Maärz für 50 Millionen
Rubel Reichs chatz Obligationen erster Classe aus mit sechsmonat⸗
'icher Umlaufazeit zum Nominalwerth von 1000 und 5000 Rubel,
rückzahlbar an den Vorzeiger zum Nominalwerih nebst 4 pCt.
Jabres⸗Zinsen
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        Rermischtes. —

BGesftorbenn. Am 5. de. in Kaiserslautern
herr Detan PGelbert. — In Zweibrüccken am 6. März
herr P. Walzer, Privatmann.. — F

Homburg, 2. Maͤrz.“ Heute früh erlränlte sich im
Frbach die ledige Friseurin Philippine Jäger.

Am 3. ds. tagte in Kaiser slauterg im neuen
Karlsbergsfaqle eine Versammlung der Gexichtsvollzieher der Pfal,
un die ihnen durch die neue Justizorganisation, in speécis den
Entwurf, der Gebührenordnung drohenden Nachtheile, durch Gesuch
an allerhöchsle Stelle abzuwenden. Durch diese Gebührenordnung
wird der Prozeß dünftig nicht billiger; der Entwurf des Gerichts⸗
tostengesetzes (die vezüglichen Gebühren in die Staatskasse) enthält
oiche Ansatze, daß Manchem das Prozessen verle det werden wird.

74 Ser wegen starker Ueberschuldung flüchtig gegangene Bäcker
dlippel von Kaällstadi bei Dürkheim ist am 2, d. durch den
deuischen Konsul in Havre verhaftet worden.

xSpeyer, 5. März. Die für das Jahr 1878 abzu—
haliende Konkuͤrs Prüfung der zum Staatsdienst adspirirenden
R—techtstandidaten beginnt Montaqg, den 18. Maind. J. in Speher.
Die Gesuche um Zulassung der Prüfung sind bis zum 1. April d.
J. einzureichen.

Die Zadl der kaufmännischen Ganten in Bayern belrug im

Jahre 1877 182 gegen 173 im Jahre 1876 und 135 im Jahre
7875. Auf die einzelnen Regieruungsbezirke treffen im Jahre 1877
und zwar auf Oberbayern 56, Niederboyern 13, Rheinpfalz 22,
Dberpialz 16, Oberfranken 14, Mittelfranken 31, Unterftanken 14
und Schwaben 16.
7 Berlin, 2. Mäiz. Die Einlösung der preußsschen
Kassenanwe sungen vom 2. November 1851, 15 Dezember 1856
und 18. Febrnat 1861 findet nur noch bis zum 80. d. M. statt.
Kach diesem Zeitpunkie verlieren dieselben ihre Giltigkeit, und er—
joschen alle Ansprüche aus denselben an den Staat.

Zürich. Der Assistenzarzt im Kinderspital, Hermann

Frey von Aarau, der eben ein glänzendes Examen bestauden hatte,
nahm gegen Heiserkeit eine zu starke Dosis der Arznei,, die er sich
elbst verordnete, jund war acht: Tage darauf in Folge dessen
eine Leiche.

Der einzige Cardinal, welchen Deuischland besitzt, Fürst
dohenlohen, ist den Franzosen schon zu viel und sie erfinden aller—
jand kleine böse Scherze auf seine Kosten. So erzählt „Figaro“,
Fardinal Hohenlohe habe ein Clavier in das Conclave mitnehmen
wollen, worauf ein italien'scher College meinte: wenn erzu viel
Wagner'jche Musik spielt, vertreibt er am Ende den heiligen Geist!

F London, 1. März. Der am 11. Februar in Newyhork
ingekommene Schooner „Speedwell“ hat die Bemannung dis ver⸗
anglückten Schooners „Sallin M. Stadman“ hierher gebracht.
Dieses Fahrzeug war am 17. Dezember von Charleston abgeganzen,
nuf der Fahrt durch heftige Stürme se euntüchtig geworden, und zur
Zeit, als es aufgegeben werden mußte, 45 Tage unterwegs. Die
debensm'ttel waren au 23. Jauuar ausgegangen, und acht Tage
ang fristete die Bemannung, hbestehend aus dem Kapitän, dem
Steuermann, einem Koch und vier Matrosen ihr Leben nur durch
Wosser und etwas Tabak. Als die Hungerno'sh auf's Höchste stieg,
vurde der Matrose George Semon, welcher vor Hunger wahnsinnig
zeworden war und das Leben des Kapitäns bedroht hatte, von
inem Leidensgenossen im Streit erschossen, worauf die Anderen
Stücke aus den Schenkeln des Geisöuteten schnitten, dieselben brieten
ind gierig verzehrten, nachdem sie den Oberkörper in's Wasser ge—
worfen. Wie Sampson und der Steward aussagen, schmeckte das
zebratene Fleisch wie Beefsteak. Den Rest der Blieder salzten fie
ein, um ihr Leben noch weiter damit zu fristen. Am darauffol—
genden Tage begegnete der ‚Stadman“ einem von Cad'x kommen⸗
)en Schooner, welcher den Rest der Bemannung, die gänzlich
nußer Stande war, ihr Schiff ferner zu lenken, aufnahm und nach
Newyork brachte.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.

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*5333—25— 23 5338 53k5
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5828 385833235 E — 355323538 —3 —— 5555
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a * 2832. 7 357 55323 2* 557
7 28 2. 7 22 67 —— * 12z332 ⁊ 2
23353 2 2 7* 88 * — a 2 *25
⁊ 2384332 2* 33 — 2 *
27932222* 2. 2 * 8 8
—A— 3173328 * 22
x xxu *2535 25
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        St. Ingberler
gberler Anzeiger.

— —

—
der St. Jugberter Anzeiger und das (Smal wo hrutlichj mit dem Hiuptblatte verbuadene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich vBiermal: Dienstag, Donnerstag, Sanstag und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljghrlich

art 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auzwärtz nit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neelamen
mit 30 Pffgpro Zeile berechnet.
* J J — ⸗ W
M 39. Samstag- den d. März 18.
—
Deutsches Reich.

Berlin, 5. Marz. Dem Vernehmen nach besteht die Ab⸗
äicht, eimge Sachverständige zur Untersuhung des Shystems der
Taͤbakfabritationssteuer nach Amerika zu schicken. — Die Hieherkunft
des (hochlonservativen) Oderpräsidenten von Hannover, ðrafen v
Fulenburg, joll mit dem Rücktritt des Finanzministers in Verbin⸗
dung stehen. cu. 3)

Berin, 6, Mätz. Hinßichtlich des FCatlossungsgepches
des Ministers Camphausen meldet die „Provinz.⸗Corresp.“, daß der
Zaiser einstweilen Anstand geno umen habe, demselben voig zu
geben.

Berlin, 6. März. Ueber den Frieden zwischen Rußlat
ind der Tuͤtteicreibi die It denehen Nudland
—VV Fruiedens sind im Einzelnen noch nicht genau bekannt
Das Eine ist zunächst gew'ß und darf als unwiderruflich fesistehend
gelten, daß das ausgesprochene und von der Zustimmung Europas
begleitete Streben Rußlands, den Druck der türkischen Heerscher
iber d'e christliche Bebbeikerung der Bulgarei zu brechen, vollständi
rrelcht ist. Dieses Ergebniß wird durch keine ee ne
angen von Neuem in Frage gestellt werden können. Was die
weileren Bedingungen betrifft, durch welche Rußland ueg Ersaß
für die Opfer und Anstrengungen des Krieges für sich und fur
ʒie Siaaten, die sich ihm im Kampfe angeschlossen, zu sichern be—
de wen so ist dacin auscheinend Manches verm'eden oder ver⸗
wndet weom wes n den ennn oden ett prhe
Ii volle Zuversicht in dieser Beziehung ürd frmqhtu btee
zenaue Kenniniß der Friedensbedingungen geben loönnen. Jedenfalls
scheint das Zustande kommen der Couserenzen, auf welchen die
iere Ausgleichung der —XB Intetessen erfolgen soll, ge⸗
ichert zu sein.“ — Eme kurze Mittheuung über den Besuch des
Zronprinzen Rudolf von Oesierreich⸗ Ungarn sHließt das Blatt mit
er Bemerkang: Der Besuch des zsterreichischen Thronfolgers
darf als ein neues Zeuguniß der innigsten Beziezuugen der be den
Taiserhöfe gelten.“ —

Die deuijche Reichspartei beabsichtigt — der „F. Z3.“ zufolge
2 zuvächst in der Buͤdget ommission, und falls dort abgelehnt,
pater im Plenum, zu den Steuervorlagen etwa folgenden Autrag
inzubringen: „Der Reichstag wolle beschließen: in Erwägung,
daß die Tabalsieuervo⸗lage nicht geeiguet ist.die Grundlage zu
Aden für die nach den dort angeführten Monven beablichtigte
Ssentrteform, woul aber eine empfindliche Schädigung des Tabals⸗
zaues und der Tabalsindustrie befürchten laͤßt, J..die Vorlage
abzulezuen., Zden Reichatanzler zu etsuch n die nothwendigen
Frmiltelungen anstellen zu lassea, wie durch Besteuerung des Tadaks
gach amerikanischem System oder durch Euifuhrung des Monopols
dder in bonst geeigneiet Weise die Einnahinen des Reiches in ent⸗
prechender Weise gesteigert werden sonnen, um die erstrebte Steuer⸗
reform zu ermönlichen, 3. den Reichskanzler zu ersuchen, die hiefür
wa nörhigen vorbereitenden Gesetzesvorlagen schon in dieser Ses⸗
ion dem Reichstage zu machen.“

Aus einer neueren statestischen Uebersicht über die Schul⸗
bildunmng der iwm deuischen Reiche hei dem Landheer und der
Marine eingessellten Mannschaften, die freilich nur für Preußen
ollstandige Ziffern bietet, ergibt sich das erfreuliche Resultat, daß
der Procentsatz der ohne Schalbilduug Esngestellten sich mit jedem
Jahre verringerl. Er detrug im Eatjahr 1875, bis 1876 für
Jaaz Deutschland 2,37, im Jahre 1876-77 nur 2.13 Procent,

In Preußen fiel er vom Jahre 1872 —73 an von 4,538 auf 3,98
uf 3,70 auf 3.19 auf 791. Es st hier also eine stetige Besse⸗
cung zu constatiren, die man, speciell der Förderuag des Volkeschul⸗

intarichtss in den beiden in dieser Bezichuag am meisten vernach⸗
assigten Provinzen, Preußen und Posen, zu verdauken scheint. Füt

ziese beiden Provinzen betrugen nämlich die Proc⸗ atjatze in der an⸗

zebenen Zeit von 1872- 73 bis 1876- 77: füt Preußen 12,49,

dea. To II. 877, 8,66. und fur Posen 18,90, 16,26, 16,05.

13,91, 12,93. Wie gesagt, die Besserung ist, wie sich aus diesen
Ziffern ergibt, eine stetige, aber es bleibt immer noch genug zu
thun übrig.

Bezüglich der Verhandlungen zwischen Deutschland und
Desterreich Ungarn über Erneuerung des Handelsvertrages
erlautet officiss, daß schon in früheren Stadien der Verhandlungen
ie Auffassung hervorgetreten ist, es werde sich wohl erst Anfangs
April übersehen lassen, wann die Wiederaufnahme derselben be⸗
zinnen könne. Bis heute ist die Feststellung des Termins zu dieser
Wiederaufnahme nicht erfolgt ist.
Aussland. 8
Wisen, 7. März. Die „Prefse“ meldet: Androssy empfahl
üngst in einer Circularnote o
eitenden Minister zu einem Kongresse in Berlin. Die Abhal kun
)es Kongre sses in Berlin sei bereits so gut wie entschieden. atlung
Fin Telegramm des „P. Ll.“ aus Agram enthält“ ein
ffenes Schreiben bosnischer Insurgenten an das bosnische Volt,
vorin erklatt wird, daß, nachdem Rußland ihnen die Befreiung
ucht gedracht, sie auch nach Schluß des Friedens fampfen werden
— ⏑ —7*
„d gaffen zu ergreisen. Die bosnischen Im
urgenten haben — so wie die Dinge je nend iiegen
J nge jetzt anscheinend liegen —
nigt Ir Ipr Aufstand und der Aufstand der Herzegowing
r er 2 3 e45 —
d de usgangepantt fir. RWahtandte Forderungem agdie
»en Bosniern d. h. den griechisch⸗katholisjchen (denn aus diesen re⸗
rutiren sich die Banden der Aufständischen) nicht einleuchten. Es.
saber noch eün Punkt unklar:: ob vämlich nicht: Oesterreich zu⸗
etzt doch noch von Boznien und der Herzegowing Besitz ergreift.
dnn vekonnnt die Sache ein anderes Gesicht. Es sieht fast so
aus, als ob darüber schon geheime Abmachungen beständen.
Paris, 6. März. Das „Journal offieiell“ melden: Fürst
Dohenlohe hat dem Minster des Aeußern, Waddington, mitgetheilt,
zaß der deuische Kaiser die deutschen Künstler ermächtigt hat, sich
in der Pariset Ausstellung zu betheiligen. Der Kaiser habe gesteen
Fie Dekrele, welche die Betheiligung regeln, unterschrieben und
aiber dem sranzösischen Boischafter in Berlin diese Enijchließung
nitgetheilt. I
London, 4. März. Die Stimmen in England, die eine
gesheiligung au der Beutevertheilung im Orient aurathen, werden
mmer lauter und dringender. So schreibt det „Observer“ ; „Der
lftand, daß wir thatsächlich machtlos sind, britische Interessen in
donstaminopel gegen die Gef dren zu schützu, denen sie kurch die
hatjachliche Unlerjochung der Türkei durch Rußland unterworfen
verden dürften, legt uns umsomehr die Pflicht auf, unsere In⸗
eressen in anderen Regionen zu schüßen, wo wir völlig im Stande
ind, dies lben durch uns und füct uns auftecht zu erhatten. Es
st in Gegeustand des Bedauerns, daß wir uns nicht der uns
origen Sommer ge vährken prächtigen Gelegenheit bedienten, als
dorsichtsmaßregel Aehypten zu besetzen. Doch ist es nicht zu spat,
jus in eintr Position festzusetzen, die unsere Verbindungen mit
jndien, in eine Lage absoluter Sicherheit dersezßen wücrde. Im
Nindlick auf den Shluß eines Friedens, welcher der Eristenz des
ttomanischen Reichs als unabqängiger Staat in Werklichkeit ein
zade setzt, seibst werin er nicht zu dassen thatsachicher Theilung
ahren sollle, kann England es nicht wagen, gleichgellig gegen die
uͤnsuge Stellung des Kaedive zu bleiben. Wir sind debunden,
Z rite um unserer Sicherheit willen zu thun, und ein solcher
zchriut brauchte kein⸗ Kriegserklarung gegen Raßland gu involviren.
Asles, was wir zu ihnn hätten, würde sein, als Vorsichtsmaßregel
ne Armee auf ägyptischem Boden zu landen. Wenn wir uns
erpflichteten, die Truppen zurüdzuziehen, sobald Rußland olche
Abinachungen getroffen, die für den Schuß dritischer Jut⸗resfen im
Dient wesentlich sind, konnten weder Frankreäch noch irgend eine
        <pb n="142" />
        ee Machl unser Verfah r
* die zeitweilige Besetzu d en vernünftigerweise übel
ane zuig gerechtlertigt sein * w pien durch unsere u
e eine malerielle Zaranti ech die offenbare Noih
hoffen konnen uns aranlie besitzen, mittel hwendigleit
134 . 8 welcher 1 e⸗
F ern legitimen Einfluß auf die Lös wir allein
F 7 i. ie L
würde, dürfte sie, Denn unsere Politik klar d Otient⸗
der französischen e d auf keine een ertläct
andern Macht ene und wenn sie don tion seitens
duͤng an sich ein d werhen souͤte, so wurde 5 einer
Schrittes sein Wenn — Beweis — — eht aean
9 mt wit —28 De Auoruan sprechen sollen de *
ußerha b der Dard rkung thun, w nten
ein Arme⸗torps — en ankerte und dieselben —*5 Foue
als wir Dieß im — * der Landenge von Sue, und wenn
Panzerschiffe im eie Augenblick thun ee
8 Der minist rielle e eingeschlossen sind.“ i unsere
einer Bisezung —88 ard' erörtert ebeufalls die Möglichkei
sehr chaischer Weise Di d engusche Truppen, und oͤglichkeit
Biat — nnß fur 8 Henigteie det Vertage⸗ — srnn in
in Stucke zerrissen haben dee wenn Andere sie —
neuen Völkerrechts in Euro un das Beulemachen uls ein ——
veen rn an e n
nfangen zu „müssen wir — e
—
und die Welt her wir uns nähmen, w wir nichts
—— ausforderten, uns daraus .was wir brauchten
in, daß R zu vertreiben, —
der Dona stußland. Konstant ven, die
Vaun 8 A besetzen 33 —
nau, das schwarze M eich es gestaiten. Die' Ma gesetzt, daß
sogar —X eer, der Bosporus, d undung der Do—
nnten us, das Marmara-
—e aus den n ee viel nüůtzen —83 8*
erer Macht, densel *** errt wäre, e
so lange, bis die 5 immer zu e in
baeogen sind und von pn Konstantinopel und dem —5
haden. Weunn es Frankrei en arrogunten Prätensionen ab or
Wansch zu vefriedigen und 7 dann beheble einen x standen
u der Operation vethelfen yrien zu annettiren, dürften agehbegtn
—A— nn * unsern Nachbarn in —*
erden, und Italien kh vrd ermuntert pien
i te für Oestecrei und ver rößeri
nien oder anderwärts ny estecreichs Gewinne“ —A
Politik, die wir wä leicht entschädigt werd „Gewinne“ in Baos⸗
wählen möchten; Perden Das ist nicht di
der wir den Vo chten; es ist nicht nich die
t — rzug geben würden Ab einmal die Politik
—B—————— er es *
dese b —8 ι9ν Jeuut J die
on, 7. 8 ——
* Ronsianinopei e Einer Meldung d eq̃
eine Truppen so lge hat die Pfor g des Bureau Reu
vritische Flotte im pge im Stefano Anne Rußlaud zugestand er
Bei enanen nen zu dürfen, als sich .
unter freiem Himmei gen fand vorigen
zialist „ eine v gen Sonnt
sische Versam — — Nachmit
Dartigen Arbensl Ins — 328— d Menschen besuchl⸗
Man beschl gkeit und Arbei zur Abhilf
oß, den von soziali rbeiternoth ausfi ife der gegen⸗
den Siaat und die eee Seite senn zu machen.
do, d— 8 —— Versuch.
r dauische Conseils-Prasi rbeit zu ge ag aufzufor⸗
7
asselbe um so weni eg abgeschla iche Anliege
von „einzelnen A weniger Berücksichti gen und erklärt zu
sammiung nich rbeitern? aus igung finden kön hatte,
wan hefti gegangen fei, ne, ais es
38 te quf a 3 —
— eauftragt vurd e rt. Man dã * wurde die
— Gesuch im An F ——— ine Deputation,
din e edee 3 ann —* uen scheifn
ermuthung li ganze
hat im Nam eputation fragen wi g iegt nahe zen
— en der en wird, weri , daß He
e ee —* — 3
des danischen Veae Namen von 98 * also, nach
ee welche ver 6 crehen ozent der Be⸗
tum „P. C.“ au
Ru zugehen, aus Bu
d in wachsender —38 — das Verhalumiß rst unter
69 geradezu Beforgni nung dar. Die rumä umãniens u
Dar Gommand⸗ in een zu sollen —8 Regierung
an sich rei est die gan as rufssij
— 9 General e —86 ee Dcien
d ü n roec — ———
riebenen Einw u erzwin BGewalt die Ei—
wohner in i ingen und die inhaltun
de ee du eden b 8*
selbst vor gernen wie russische * verlautet, sei 9* weiter
—X ersionen zu verbreite uest Carl
erqewaltigun⸗ u
altigungen die deeen

streichen. Fürst Carl sei im Gegentheil entschlossen, das Verdict
der europäischen Conferenz in der bessarabischen Frage abzuwarten.

Petersburg, 5. März. Die englische ‚Liga zum Schutze
der Christen in der Türkei“ sandte dem Kaiser eine 400 Unter⸗
schriften tragende Adresse, worin sie ihn zu dem Werke der Befrei⸗
ung der Christen beglückwünscht und ihn bettet, sich von der Vol⸗
leundung dieses Werkes nicht obwendig mahen zu lassen, um die
religiöse und bürgerliche Fresheit der Bulgaren sicherzustellen, so vohl
verjeaigen im Suͤden, in Adrianopel und Salonichi, wie derjenigen
m Notden. Andernfalls müßte er das Wert bald von Neuem
beginnen.

Petersburq, 6. März. Das „Journal de St. Pelers⸗
v„ourg“ meldet: Jgnatieff wird über Odessa nach Petersburg zurück⸗
reisen, um in Begleitung der türkischen Delegirten die Ratifikation
zes Friedensvertrages durch den Sultan hierher zu überbringen.
Der Austausch der Ratifikationen könnte dann in Peter burg er⸗
'osgen und es würde alsdann die Publikalion des Friedensvertrages
rdaltfinden. Das Petersburger Blatt glaudt, vor den bisher igen
zerüchtweisen Meldungen üder die Friedeasestimnungen warnen zu
ossen, und weist zuzleich darauf hin, daß Rußland niemals das
Horhandensein eutopäischer Jnteressen übersehen habe und nicht den
Unspruch erhebe, über letztere allein zu entscheiden. Schließlich
jußert das Blatt die feste Ueberzeugung, daß der Friedensvertreig
eine europäischen oder speziell engiifchen Interessen vetletze. —
Die „Ag. russe“ sagt, der Congreß werde Eade März zusammen⸗
reten, und zwar in Berlin; O⸗sterreich und Deuischland hätten
schon zugestimmt, die Zustimmung der anderen Regierungen werde
Rwartet. Die leitenden Minister würden an dem Congreß theil⸗
dehmen; Gortschakoff komme nah Berlin.
—
Rermisates.
März. Der neue „Verwal⸗
Kaiferslaut War i ——
ungsrath der „Altienbrauerei Kai —————
—
tor etreg vt dmohr. Der ——A 38
im Hinblick auf Z 33 des Reichsstraig⸗sehbaches — —86
zerlusteg erklärt und für im ner aus dem piaͤlzischen Leh
zgistoßen worden.
anhe s wurriee Reuther in Fußgönuhe im etir
im Sommer Maurer, im Winter Schuster, hatte vor einig 9
deftige Zahnschmerzen. Auf einmal ließen die Schmerzen nach
* ee u u Ealschädiging zwei Backenzähne und einen
aar In Unn dy ẽ ñ wurde dirser Tage eine Frau in Haft
jenommen, weiche ganz nach Spitzeder'schem Muster eine soz. Dach⸗
aueibank etablirt hatte. Die einer Anzahl Körhinnen zc. abgeichmin⸗
delten Beträge belaufen sich auf meht als 30.000 M.
fvLandshut, 26. Febr. Der Carnebal hat gestern hiet
inen Scherz zu Tazge gefördert, wie er selblnin der Gattung
düramster Fastaachtsstreiche nicht gewöhnlich fein dürfte. Ein junger
Mensch don 19 Jahren verfiel auf den Gedanken, die Rolle ves
Sichersießens und Todseins zu sp'elen und hat damit vielen
Leuten nicht gçeringen Sshrecken eingejagt. In einer Wirthschaft
bom Bierglase sich erhebend, ging er zur Thür hinaus mit den
Worten: „Jetzt erschieße ich mich.“ Rchtig fiel gleich darauf im
Flotz ein Schuß und den jungen Menschen fand man scheinbar
seylos auf dem Boden liegend. Man schickt zur Polizei und gibt
den Angehsrigen Nachricht. Es sammeln sich Mensthen Die Trag⸗
bahre erscheint und der „Erschossene“ wird in's Krankenhaus be⸗
ordert. Die Aerzte machen fich über den Leblosen her, drehen
hu rechts und lints, und unlen und oben, aber trotß allen Suchens
sonnte eine Schußwunde nicht gefunden werden. Der Mexrsch
dringt die Nacht im Kronkenhause zu und es stellt sich nun heraus
daß er blos einen Fastnachtswitz gemacht. Die abgeschossene Kugel
sand man in einem auf dem Floͤße befindlichen Muͤchschtank. Die
Polizei ist fuchssteufelswild, noch mehr aber die Doliaren, weil sie
oetgaßen, den Leblosen mit Blafenpflaster und Abfübrmineln wieder
aufzuwecken.
fJa Langenfalza sind 2 Schuler bes Polytechnikum⸗
wegen Zwekampfes zu jen8 Monaoten Festungshaft verurtheilt
vorden.
tStraßburg, 8. Marz. Schon heute Morgen war
jier das Gerücht eines graͤßlichen Unglückafalles, des gleichzeitigen
Berlustes von 11 Menschenleben verbreitet. Leiber bestätigte sich
zas Gerücht in seinem vollen Umfang. Von den Stadterweiserungs⸗
dauten unfern des neuen Schirmecker:Thores wählte⸗ gestern gegen
7 Uhr Abends eine Anzahl Arbeiter vach beendesem Tagewerle,
um auf dem kürzesten Wege (durch die Mehlschleufe) zur Altstadt
ju kommen, die Üeberfahrt über die zur Zeit hochgebende Ill an
dem sog. Löwengraben, nur eine kurze Strede von der Mehlschleust.
Der für 10 - 12 Pecsonen bestimmte, zur Ueberfahrt gewãählte
Nachen führte diesmal zwanzig Passacgiere, welche bei schon ein⸗
gebtochener Dunlelheit den Fluß passirend, das Ufer nahem erreicht
        <pb n="143" />
        hallen, als der Nachen in Schwanken gerieth, umschlug und sämmft⸗
uͤche Insassen den Wellen überlieferle. Drei oder vier vermochten
in' der Ungrudsstelle selbst, Andere etwas weiter unten das rehte
Illuser zu erteichen, elf Manner versanlen reltungslos in den
Fluthen; der leere HRachen trieb zur Stadt, zerschellte an einem
r Hfeiler der gedeckten Brücken und versank daun gleichfalls. Bei
dem hohen Wasserstande war bis heute Abend erst das Auffinden
iner einzigen Leiche gelungen. Die auf so rlötzliche Weise Ver⸗
mnglückten sind falt ausschließlch Einheimische, wie man sagt in
Neudorf, Neusof Ruprechtsau wohnhaft, darunter auch Familien⸗
dier uin zahlreichen Kindern. (Nach einem späteren amtlichen
Bericht belaͤuft sich die Zahl der Ertrunlenen blos auf 5 Mann,
Idem es den übrigen 16 Insassen gelang, das Ufer durch Schwin—
nin zu erreichen.) EGtr. 3.).

7 Fur die Verfalscher von Nahrungsmitten Zuürkte
nachfolgender Fall als abschreckendes Beisp'el dienen: Am 26. v.
.“ kam vor dem Ctiminalsenat des Posener Appellationsgerichts
die Anklagesachhe gegen einen dortigen Kaufmann und Gutsbesitzer
ind dessen Gaͤitin wegen Beltugs, vecübt durch Zusatz von Wasser
ur Milch, in zweirer Instanz zut Verhandlung. Das Erkenntniß
rster Instanz, welches gegen jeden der Angeklagten auf 8 Monate
Befangniß und 1500 M. Geldbuße edent. noch 90 Tage Gefängniß
Zautete, wurde datzin bestätigt tesp. abgeändert, daß die Geldbuße
muf 1800 Mevdent. noch 100 Tage Gefängniß festgesetzt wurde.

PPreußbische Kassenanweisungen. Es wird
zarauf aufmerksam gemacht, daß mit dem 30. März die noch um⸗
jaufenden preußischen Kassenanweisungen ohne Ausnahme ihce Gül⸗
igkeit verlieren und nach diesem Termine völlig werthlos sind.

Hamburg. Der erste Versuch, lebendes Rindvieh von
den Vereinigten Staaten nach Deutschland einzuführen, wird sich —
aine glückliche Ueberkahrt voraussetzend, in der nächsten Woche voll⸗
iehen. Der Toönniger Viehexporu Verein hat seinen Geschäftsführer
Jach Chicago entsendet, um an Ort und Stelle zu prüfen, ob sich
zer Eintaus von Jungvieh — gegenüber den hohen Preisen, welche
—A werden müssen — verlohne. Nah einem
Telegramm des Beschäftsführers sind von ihm etwa 400 Stück
Jungvieb angekauft. Der im hiesigen Hafen liegende Dampfer
zes Vereias ist nun nach New⸗-Pork abgegangen, um die erste
Biehsendung nach Tönning überzuführen.

De Versendung lebender Thiere durch die Post, so schreibt
die „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ führt bisweilen zu drolligen Vor⸗
ommnissen. Hier nur einige Beispiele. Aus einer Sendung von
ĩ verpool nach Köln mit zwei Affen hatten sich die Insossen während
dar Fahrt befreit und lustige Kleiterkunststüchchen im Postwagen vor⸗
enoamen. Als derselbe bei der Anlunft in Köln geöffnet wurde,
hann dasz Unterbeantenpersona! zwar sofort eine Jagd auf die
Flüchtliuge, es gelang aber nuc, den einen Affen zu fangen, wäh—
And der andere seinen Häschern entkam und auf das Dach der
Personen Bahnhofshalle flüstete. Erst nach zweistündiger Verfol⸗
Jung war es einem Dachdecker möglich gewesen, den Eutflohenen
iuf den Bahnhofs⸗Perron herunterzujagen, wo er von einem Packet⸗
rãger eingesangen wurde. Der Adressat der Affensendung hatte
weuer keinen Schaden, als daß er dem Dachdecker für seine Be—
nuhung ein beträchtliches Trinkgeld zahlen mußte. Em ähnlichet
jomischer Norfall spieite kürzlich in Wazen der Bahnpost 36; von
wei in einer Kste befindlichen Affen hatte der eine die Laiten von
cr vorderen Seile losgedrängt und einen Sdaziergang in dem
—XXX Postschaffner fing den Spaziergänger
Jald ein und wollte ihn in seinen Käfig wieder hineinschaffen; dies litt
er der zurückzebliebene Infasse vicht, er sträubte sich mit Händen
ind Fußen, seinen Kameraden wieder aufzunehmen; chließlich half
m sein Sträuben indeß richtz, und nach Wiedereinsperrung des
Flüchtlincs wurde der Latlenverschlag gehörig dernagelt. Bei der⸗
ẽeiben Baͤhnpost ereignete sich eines Tages der Fall, daß eine Ei⸗
zechse und eine Schlange entschlüpften und den Bur eauraum unsicher
machten; leider blieben die Ermittelungen datüber, aus welchen
Sendungen die Thiere entschlüpft waren, ersolglos. Mehrere Male
st es ferner bei verschiedenen Bahnposten vorgekommen, daß irdene
Zefäße, mit Bast umwickelt und Blalegel eulhallend, unterwegs zer⸗
zrachen und die bluigierigen Sendlinge die nichtsahnernden Beamten
ankrochen. Ueberall, an Boden und an den Wänden des Wageas,
nuf Tisch und Stuhlen wurden sie angetroffen, und erst nach vieler
Mühe gelang es, die zahlreichen Thiere wieder einzufangen und in
ein interimiftisches Wasserbehältniß zu thun.

4 Ein Brandungilick har in den Morgenstunden des 4. März
in Wutsen die Verletzuag von 12 Peesonen herbeigeführt. Durch
Unvorsichtigkeit eines Soldaten fand in einem überfüllien Tanzfaal
der Leopoldostadt eint Gasexplosion stalt. Aus dem Gasthause rettete
nan sich alierdingzg, aber ein dimebenflehendes dreistodiges Haus
vurde von den Flammen mit solcher Schnelligkeit ergriffen, daß
nehrere Personen si d unter entsetzlichem Schreien aus der dritten
klage auf das Pflaster herabstürzten. Erst nach medrstündiger
— der LosFmaunnjchaften gelang es, des Feuers Hert zu
vperden.

Paris, 4. März. Ein Ereigniß, das seit achtundvlerzig
S„tunden in Paris großes Aufsehen erregt, ist die Ankunft einer
Schaar spanischet Stiudenten, sämmtlich junge Leute aus gutem Hause,
die hier den Caraeval feiern wollen. Sie treten in der Tracht
der Studenten von Salamanka aus dem 16. Jahrhundert auf:
ine Art Harlekinmütze mit Kolarde und elfenbeinernem Löffel,
hwarzes Sammtwanms mit Stahlknöpfen, kurze Beinkleider aus
leichem Stoff, schwarzfeidene Strümpfe, glanzlederne Schuhe mit
zandschleifen und Stahlschnalle, ein weiter Radmantel aus schwarzem
Tuch und weiße Handschuhe. Von den 64 Mitgliedern der Estu⸗
iantina führen 16 Guitarren, 10 Violinen, 8 Flöten, 6 Bandusias
ind 10 Panderas mit sich, die übrigen find mit Castagnetien ver⸗
ehen. Samstag Abend gab die lustige Schaar dem Figaro in
der Rae Drouot das erste Ständchen; gestern zogen sie zu Fuß
us der Rue Montkmartre, wo fie ihr Quartier aufgeschlagen, nach
»em Elysée, um der Frau Marschalln ein Concert zu geben, und,
za der Herzog und die Herzogin von Magenta ausgefahren waren,
jon hier nach der spanischen Boischast. Hier musizirten die Stu⸗
»enten zwei Stunden lang, bestiegen dann zwei vierspännige Breaks,
n denen sie über die Boulevards fuhren. Vor der großen Oper
ingelangt, hatten sie den Einfall, auf den Sktufen vor dem Hause
Blatz zu nehmen urd den zahlreichen Spaziergangern, die das
dne Wetter ins Freie gelockt, eme Gratisvorstellung zu geben,
delche aber von der Polizei unterbrochen wurde. Den Tag be—
hlossen die munteren Gäste im Corele de la Presse mit einer
Serenade und der Aufführung von Nalionaltänzen.

Eine Hinrichtung. Dieser Tage fand in Bel⸗
grad eine Maässenhinrichtung stalt. Gegen 7 Usr begann das
Armesünderglöckchen anzulündigen, daß der Zug mit 8 Raubmördern
zas Gefängniß verlassen habe. In vier von Ochsen gezogenen
darren fuhren de Verbrecher, je zwei zusammengejesselt, von einer
xẽSkorte Geusdarmen begleitet und von einer unabsehbaren Volts⸗
nenge, besonders aber Frauen umwogt, durch die Siadt. Die Ver⸗
irthrilten, welche zwei Frauen mit einem Hammer die Hernschale
erschmettert hatten, gehöcten den verschiedensten Altersclassen, vom
znaben bis zum Greisen an. Einem derselben folgten seine Kinder
neinem Wagen, den Uebrigen die Fteunde und Verwandten. Alle
auchten Cigareiten und unterhielten sich lachhend und scherzend mit
hreu Wachen und den neb uher gehenden Bekannten. Sodald der
zug vor einem Koffeehau'e aulangte, warde Halt gemaht, denn
ach alter Sirte stand hier eine letzte Erfrischung bereit. Die
atürliche Foige wat, daß schon beim Verlassen der Stadt eine so
*Ohliche Stlimmung herrschte, daß die meißen Delinquenten nicht
nehr rechht wußten, wisdalb sie eigentlich auf dem verhängnißvollen
karren gefesselt waren. Die vorbereitenden Anstalten auf dem
pinrichtungsott waren schon getroffen. In einer liesen Grube
paren acht Pfähle eingerammt. Nachdem der Zuz dort angelangt
bar, begann ein Justizbeamter die Verlesung des Urtheils, nach
nesem speudete der Poppe seinen Segen. Die Verurtheilten wurden
iun an die Pfähle gefessett und schon wollte man mit der Execution
eginnen, als einer derselben noch eine Rede halten wollte. Die
zuͤte wurde gewährt und der Redner seiner Fesseln entledigt.
)ierauf begaun er auszuführen, daß er nicht bereue, den Mord
egangen zu haden, deun die Opfer hätten ein Gewerbe betrieden,
vAches viele iunge Leute ins Unglück gestürzt habe ꝛc. Die ganze
stede wurde mil Beifall auigenommen. Nachdem das letzte Worl
zesprochen war, sprang der Veruttheilte in die Grube zurück und
ieü sich, naydem er seine Kauccaden geküht hatte, von Neuem
esseln. Fünf Minutea später stredte ein Peletonfeuer die acht
Verbrecher zu Boden.

f Da sich die Etben Brigham Young's, des Mor⸗
nonen⸗;Propheten, üder seinen Nahlaß nicht einigen konnten, wird,
vie die „Pall⸗Mall⸗Gazette“ schreibt, diese Augelegenheit im Rechts⸗
vege auszeiragen wetden. Decr Procch dürfte aber voraussichtlich
ner der vecwecdelsien werden, da der Prophet nicht wen'ger als
ünfundzwanzig Frauen und fünfundvierng Kinder hinterlassen hat.
Gemeinnükbiges.

Warnung vor dem Tintenfleck⸗Auflecken. Viele
5chüler uad Schülerinnen haben die Gewohnheit, wenn sie beim
Zzchreiben einen Tintenfleck auf das Papier machen, denselben mit
er Zunge aufzulecken. Das ist besonders bei der veilchenblauen
Inilintinte gefährlich. Die „Apotheker-⸗Zeitung“ theilt folgenden
Fall mit: Ein junges Maͤdchen hatte einen Tintenflech aus dem
defte abgelecht. Baid darauf stellten sich Schmerzen in der Magen⸗
egend und Uebelkeit ein. Etwa zwoͤlf Stunden nach Genuß der
Tinte wurden die Schmerzen ungemein heftig und es folgte Er⸗
rechen von gesärbtem Wasser. Nach Einnahme von Eisenhydrat
am Linderung und die Patientin erholte sich bald vollständig. Die
analyse der Tinte ergab das Vorhandensein von Arjenik.

—— rcracron eιιιια . Seme⸗— —

Ber der leglen Einsahrige Freiwilligenprufung in
LarlAruhe wurden die drei im International⸗ Lehrinstat in
Bruczsal vorheteiteten Candidaten füt bestanden erllärt.
        <pb n="144" />
        „Deutsche Jagdzeitung.“ Illustrirle Umschau in den
Revieren der Jaägerei, herausgegeben und redigirt von Fr. von
FJvernois, VFilenburg, erscheint am 8. und 22, eines jeden
Monais und beschäftigt sich mit der Raturgeschichte ⸗des Wildes,
Wilozucht, Jagdschutz, waidgerechter Ausübung der Jagd, Dressit⸗
unst, Jagd⸗ und Fangmethoden, Wisdbenußung, Waidmannssprache.
Dieselbe bringt ferner interessante Aufsätze über jagdliche Legislation,
Wildstandsbcschreibungen, Holz⸗ und Wilddiebsgeschichten, Schuß⸗
listen, Fliegenfischerei, Literatur und stunsiberichte aus der Feder
nur competenter Rezenfenten, unterhaltende humoristische Beiträge,
kurzum Alles, was das wweite Gebiet des edlen Waidwerks umfaßt
und Jägerherzen zu erfreuen geeignet ist.

der einzelnen Mitglieder unter einander im Iniexesse der Sache
dets Raum bietet.

Die „Deutsche Jagdzeituns“ erscheint in Format
and Ausstattung der großen Leipziger „Illustrirten Zeitung.“,

Illustrationen der besten Deutschen Jagdmaler, ebenso wie die
krzeugnisse bewährter ausländischer Fachtünstler, Abbildungen von
Abnormitäten und Sellenheiten, Fährten, Fangapparaten, Raub⸗
hierfallen, Geweihen und Getörnen, die für Jäger und Natur⸗
reunde von so hohem Interesse sind, etscheinen regelmäß'g in
jeder Nummer, desgleichen auch ganz besonders humoristische Slizzen.

Jedes „Revier“ (Jahrgang) umfaßt die Zeit vom 8. Oltober
his 22. September des folgenden Jahres und wird gebunden die
Zierde jedes Büchertisches sein.

Wir glauben unsern Lesern aus vollster Ueberzeugung Angesichts
des guten Zeckes, Hebung des in national⸗konomischer Bezichung
jo wichtigen Wildstandes und des billigen Preises von Viertel⸗
jährlich Vier Mark, bei der reichen Ausstartung, das Blatt
destens empfehlen zu lönnen.

Man aborirt entweder direkt bei der Expedision in Eilen—
hurg, oder bei jeder Postanstalt oder Buchhandlung. Probe—
nummern werden stets gery von der Expedition gratis verabfolgt.

Als offizielles Organ des „Allgemeinen Deutschen Jagdschutz
dereius“ bringt sie nicht nur an der Spitze des Blattes sofort die
ihr vom Präsidium desselben zugehenden neuesten offisiellen Nach—
richten und Prämiirungen, sondern fördert auch durch baldige Auf⸗
nahme aller sonstigen einlaufenden Mittheilungen in Vereinsange⸗
egenheiten die löblichen Zwecke dieser waidmännischen Genossenschaft
nach Kräften, sowie sie auch unter der Rubrik „Sprechsaal des
Allgemeinen Deutschen Jagdschutz Vereins“ für einen regen Verkehr

—2
8

—
—2

Conventionelle

Wiederversteigerung.

Dienstah, 26. 1. Bus.
des Nachmittags um 4 Uhr zu
Hasel bei Wirth Zimmermann,
verd auf Betreiben von Daniel
August, Handelsmann in Spie⸗
sen, in seiner Eigenschaft als
Rechtsinhaber dee in Oberwücz⸗
bach wohnhaften Ehe⸗ u. Ackers⸗—
leuite Conrad Lud und Elisabetha
Schnabel

Zur gefl. Nachricht
neinen geehrten Kunden, daß meine Niederlage in St.
Ingbert aufgehoben ist und bitte mich bei Bedarf in fer—
igen Herren- und Knabenkleider, auch heiser mit einem
Besuche beehren zu wollen. J
Die Preise sind so billigst gestellt, daß
die Unkosten der Bahn dabei herauskommen.

COBRBIIABGICII BiISC.
in großer Auswahl.
Bestellungen nach Maaß werden schnell, gut und
zillig ausgeführt.
Um verschiedenen Anfragen zu begegnen, bemerke, daß
ich auch —
Tuche, Buchskins, Paletstsstoffen
ind alle in dies Fach einschlagende Artikel der Elle nach
verkaufe und halte stets ein großes Stofflager.
B. Ackermann.
Zweibrücken, Haupistraße und Ecke am Mühlgäßchen.

* Aus voller leberzeugung
kann jedem Krauken die tausendsach
dewãhrie Dr. Airh's Heilmethode
empfohlen werden. Wer Räheres
darüber wissen will, erhält auf
Franko-Verlangen von Richter's
deiage Analt in Leipzig einen mit
vlelen belehrenden Krankenberichten
versehenen „Auszug“ aus dem illn⸗
rirten Buche: „Dr. Airy's Natur⸗
heilmethode“ (100. Aufl, Jubel⸗
Nusgabe) gratis und franco zu—⸗
2 gesandt. 2—
Wandkalender
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Johann Peter Dahlem, Berg⸗
mann, in Hasel wohnhast, wegen
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Pl.Nce. 1205. 44 Dej.
Acker im Steffenthal, H seler
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Grund und Ww. Johann
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Rother und blauer
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zuter Qualität bei
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jem Fleck an der linken Seile,
st am vorigen Saristag hier
zugelaufen. Der Eigenthümer
jann denselben bei Peter Weid⸗
mann gegen Bezaäahlung des
Futtergeldes and der Einrüchungs⸗
gebühr in Empfang nehmen.
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u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Vierkel u. Halbe Bogen
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sind zu haben in der Druckerti
dieses Blattes.

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Gichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
bewährte Anleitung zur Selbftbe⸗
jandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
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jecfandt von Nichter's Ver⸗
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Die beigedruckten Atteste beweisen
die Außerordentlichen Heil⸗
rfolge der darxin empfohlenen

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——— J J
Nachrichten aus Amerika.
31 New Chambers Str., New-VJorKk.
Dritter Jahrgang. *
Diele Zeitung erscheint monatlich in New York und enthält die
samen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie dee Namen
»er deutschen Soldaten, die währerd des amerilkanischen Nrieges
son 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner all emeine interessanke
sachrichten aus Amerka. s —
Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
ung von Todtenscheinen, u. Auskunflertbeilung über Amerika u. s. w.
Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.
Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.“
Zu beziehen durch den Verleger Win. Raich, Post⸗Box 5590
in New-PYork, oder die Herren Vertreter: 7
Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göpp'ngen, Wärtemberg.
Herren Lou's Göhring &amp; Co., Frakenthal, Rheinbayern.
Herr H. Döring, in Gießen, Hessen. 7 6
herr Ferd. Bocheimann, in Bergen, bei Celle, Hannobern
Herr Friedrich Kelholz, in Bamberg, Bayern. 53—
Herr C. Guise, in Straßburg, Eiseß. x4
Herren Egger-Honegger, Neumühle-Zurich, Schweil. 5
CTXCCAT VAC. 57 —7
üdr folgende Zertungen:
Baslor Nachrichten, wvolle wen — Vermeidung von Ze Goenfor Journal,
Veuo Zürcher Zeitung, Fribourg, Confédérö,
dehweizor Handelszeitung, ne — ditto Chroniqueur,
ↄt. Gallor Zeitung, pαα Trebur, Oporrh- Kurier
Feuchatei, ien Libéral a dar-nnte Blatter ihro Annoncten Berlin, Mochonschrift dos
eb mon I v oö8vausseh iesi dureh diese —XD0
Gazotto de Lausanno.“ apnehmen und verrechnen lassen. Deutscho Jagd-Zeitung.

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Sladi
Zweibrücken vom 7. März
Weizen 11 M. 44 Pf. Korn
98 M. 42 Pf. Gerste 2reihigt
9 M. OZ3 Pf. Gerste. 4 reih.
08 M. 32 Pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 6 M. 64 Ppf.
Heu 2 P. 40 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M.
— Pf. Weißtbrod LUije Kilog.
56 Pf. Kornbrod 3 Kil. 76. 2Kil.
51Pf. ditto 1 Kilo 26 Pf
Gemischtbrod 8 Kilo. O M. 94Pf.
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Dual. 60 Pf. Kalbfl. 60 Pf.
Damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf
Butter 1M. — Pf. per Pf.

— — — — —
Iedallion Trud und eila bon eemnes in E Ingoerr
        <pb n="145" />
        .* * J 4 7 F— * * 5 — * N J 7 — v 8* — 8 * J *
9— — W3 — 2
Ser St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungablatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis betragt vierteliährlich
Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts nit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrijst oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M40. J a ESonntag, den 10. Marz — J ———— 1878.

— —

Deutsches Reicß. —

Mänchen, 7. März. Als eine sedr erfreuliche Folge der
Re organisation der früheren Gewerbeschulen erscheint, daß nun
zuch die aus denselben bervorgegangenen (echs⸗llassigen) Realschulen
zu den höheren Lehranstalten gehören, welcht zut Ausstellung direkter
Zeugnifse über die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig⸗
sreiwilligen Militärdienst. im ganzen deutschen Heere berechtigt
sind (naͤmlich das Zeugniß über das Bestehen der Entlassungs-
Früfang). Es kestehen zur Zeit in Bayern 40 solcher Realschulen.
Die Frage, ob dieses Lehranstalten die in Rede stehende Berechtigung
u ertheilen sei, wurde, wie wir hören, Seitens des Reichskanzler⸗
aimtes in sebr entgegenlommender Weise erledigt.

Der Landtaßsabgeordnete Dr. Freyburger: Wahibezirk
Speyer) hat sich wegen seiner Beförderung zum Rath an dem Be⸗
lirksgerichte Frankenthal einer Neuwahl zu unterziehen.

Berlin, 6. März. “Wie die „Volkszig.“ hört, Fuͤhlt sich
Fu,urst Bismarck so Leidend, daß er nach Annahme des Stell⸗
eamenngeuesthet für zängere Zeit auf Urlaub nach Varz,in gehen
vird. 5 7 *

Berxrin, 7. März. Im Bundesrath gelangten heule u. A.
ur Annohine die Anträge des Justizkostengefetes, einer Gebührken⸗
xdnung fur⸗ Gerichtsvollzieher und einer Gebührtnordnung für
geugen . . J
Berlunz. 7. März. Nach den der „Nordd. Allg. Zig.“
porliegenden Nachrichien ist das Zusammentreten des Congresses in
Berlin als gesichert zu betrachten, so wenig dieser neue Anipruch
in die persönliche Arbeitsleistung des Reichskanzlerz seinem Gesund⸗
Jeitszustande zauch entsprechen mag. — Die „Nordd. Allg. Zig.“
rwähnt der Stimmen der; franzöfischen Presse, welche abrathen,
daß Frankreich die Confer⸗nz beschicke, und bemerkt dazu: „Den
Rathschlägen der ftanzösischen Presse scheint der Gedanle zu Grunde
zu liegen, daß Frankreich jetzt seine Umerschrift nicht verpflichten
soll, um für die Zakunft freie Hand zu haben, eine Politik, welche
uns nicht ganz frei von Gefahren dünkt, um so mehr, als sie stets
die Ermnetung von 1870 zum Ausgaugspunkt nimmt.“ — Nach
der „Nationalzeitung“ werden sich Andrassy und Gortschakoff per⸗
sönlich hier einfindeu. —8

—
—

wünschen zu wissen, wie viel diese Gefälligkeit des Herrn von Bis—
nard dem Stolz, der Wurde und vielleicht den Interessen Frank⸗
ceichs gekostet hat. Wir wollen wissen, um welchen Preis Herr
»on Saint-Vallier diesen ... Erfolg errungen hat. Wir können
nicht vmhin, diesem hölzernen Pferde zu mißtrauen, das Herr von
Saint-⸗Vallier in unsere Mauern gebracht hat.“ Die meisten“ Or⸗
zane der Rechten sreien, wenn auch in durchschnittlich maßvolleren
Ausdrücken, dieser Auffassung bei. U

Konstantinope!, 7. März. Die Räumung des bul⸗
Jarischen Gebietes von den fürkischen Truppen erfolgt binnen 14
Tagen. Truppen von der Donau und dem Festungsviereck rücken
ortwährend hier ein. — Der Besuch des Grosfürsten Nikolaus
hei dem Sultan findet nicht vor Samstag statt.

Vermischtes.

FKaiserslaurern, 7. Mätz. Zwischen einem hie⸗
igen Bürger K. und einem gerade hier anwesenden Kunstreiter
zon Alsenborn kam gestern eine Wette zum Austrag, die als wür⸗
ziger Schluß der hiesigen Faschingsfestlichkeiten bezeichnet werden
õnnte, wenn sie für K. und dessen Angehörige ein weniger bedenk⸗
iches Ende genommen hätte. — K. setzte nämlich seinen Gaul.
ind 16 M. gegen einen Gaul und 20 M.“des Kunstreiters Ziel,
Breisobjekt aus, wenn er nicht zuerst mit seinem Pferd das ungen
zu welchem Landstuhl auserkoren wurde, erreiche. Die Bedingungeiihr
vurden gegenseitig angernommen und gestern Mütag 312 Uhr“«
inter großem Zulauf von Neugierigen, ging vom Lothringerhause
zus das Wettreunen an. Der Schiedsrichter H. fuhr mit dem
urz vorher abgehenden Zug an den Oct des Zieles, sah aber
in der Sielle,nwo die Bahn längs der Cdaussee hinführt, daßer
u spät nach Landstuht lommen werde konnte aber schon da consta⸗
iren, daß K. die Wetite verlieren wird. Und so war es auch.
der Kunstreiter erreichte zuerst das Ziel und zwar in 23 Minuten,
vährend K. 33 Minuten brauchte. Letzterer lam spater wohl⸗
zehalten mit der Bahn ohne Gaul hier an. J

F Besser ein magerer Vergleich, denn zin fetier Prozeß. Von
zer Wahrheit dieses Sprüchwories werden sich zwei benachbarte
dandleute pvon Becherbach, die eine gegenseitige Feindschaft
rerbt: haben sollen und nun im Begruffe sind, sich zu vergleichen,
endlich überzeugt haben. Das Strenodlekt ist ein Gebund Stroh,
velches der eine gestohlen haden soll, während der andere behauptet,
ein Gegner habe denselben an seine Scheuer geschmuggelt, um ihn
»es Diebstathls überweisen zu können. Die Kosten dieses Prozesses
zelaufen sich auf nahezu 600 M. (Pf. V.)
7 Am 6. do. früh wurde im Walde bei Neuleinigen eine
Frau Sottung von da an einem Baum erhängt gefunden. Die
Unglückliche war erst seit zwei Monaten verheirathek⸗ Motide zur
That sind bis jett nicht belannt. u

f. Piamafsens, 7. März. In der Nacht vom 5. auf 6.
März wurde in der hiesigen Synagoge eingebrochtn und ein daselbst
aufgehängter großer Glaslüstre herabgerissen uud zerstͤrt. Die
Trümmer des Leuchters hingen in einem Fenfter der“ angebauten
Staelitischen Schule, durch welches der Frebler seinen Weg ge⸗
nommen.“ Ein Paar zurückgelassene Schuhe wurden ju Verräthern,
durch welche es gelang, den boshaften Einbrecher, Namens Semmler,
zu ermitteli. ινν, (P. A.)

7Speyet 17. Märze Letßzlen Samstag brachte die bei

Müller Feldner bedienstete Magd Fuchs ein Kindlein zur Welt,
aähte dasselbe in einen Rod ein und warf es in den Bach, woselbft
s einen Tod fand. Die Fuchs wurde verhaflet und befindet sich
vorläufig im Spitat. —— 6p. 3)
2Franlfurti. Der zwölfjährige Sohn eines Zeitungs-
wrägers des „Frankf. Beob.“ mußte vor Jahren Abends deim Be⸗
telen der Blaäiuter seinem Vater behülflich sein. Da ihm aber das
Spielen mehr zusagie, so vernachlässigie er die Bestellungen. Das
Jeranlußte Klagen und schleßlich eine Züchtigung des Knaben, wo⸗
rauf dieser im Januar 1875 verschwand. Die darob sehr unglück

j 7
Ausland.

Wien;, 8. März. Erzherzog Ftanz Karl, Valer des Kaifers
Franz Joseph, ist heute Mittag gegen 1 Uhr gestorben. (Erz⸗
serzog Franz Karl war geboten am 7. December 1802; sein Vater
wai Fran J. —VV

Pari 3,.7. März. Im Minislerralhe, dec diesen Morgen
im Elysee abgehälten wurde, theilte der Ackerbau⸗Minister den
Besetzentwurf wegen Einrichtung der Ausstellung der deutschen Kunst⸗
werke mit. — Der ‚Temps“ meldet: Waddington theilte heute
dem Ministerrathe eine Depesche aus Petersburg mit, welche, die
yffizielle Anzeige entrält, daß Fürst Bismarck den Vorsitz im Con⸗
jresse augenommen habe, der bestimmt in Berlin zusammentrelen
derde.

Paris, 7. März. Die Meinung,; daß Frankreich- sich
)er Theilnahme an dem Coungresse enthalten müssen,wirde der
Agence Havas“ zufoige nicht für ernst gehalten; die Zustimmung
)er frandsischen Regicrung zum Congresse werde im Gegentheu
ür gewiß erachtet. — „Gaulois“ und „Paris-Journal“ tonser
alive Journale, belennen sich ebenfalls zu der in einem, vdu der
Repudlique Francaise“ geftern veröffentlichten Briefe ausgesprochenen
Ansicht, e eree sich jeder Betheiligung an einet Confecen;
der einem Congresse entgalten müsse, . ¶I“

Der „Gaulois“ schreibt: „Int veol⸗ —* Hote des —*
al officiel“ hat der Generalklommissar der Weltausstellung gestern
em Fürsten Hohenlohe die Pläne der Lokale mitgetheilt, welche den
Sendungen aus Deuischland angewiesen sind. Wien wir bören,
ollen sie einen sehr beträchtlichn Umfanz haben.“

Dir Dupanloup'sche ,Defense“ bemerkt zu der Note: Wir
        <pb n="146" />
        lichen Ettern bolen vergeblich Alles auf, um dem Knaben auf die
Spur zu kommen, die Polizei stellte die eifrigsten Nachforschungen
an und erließ in den oͤffentlichen Blättern Bekanntmaͤchungen; aber
ber Knabe war und blieb verschwunden. So vergingen drei Jahre.
Vor einer Woche endlich erhielt der Vater einen Brief aus dem
Dorfe Lispenhausen bei Rotenburg in Kurhessen, worin der so
sang und schmerzlich vermißte Knabe im ruhigsten Tone der Welt
erzaͤhlt, daß er an jenem tritischen Tag auf gut Gtück das Weite
gesucht, vier Wochen lang sich durchgebettelt, dald hier bald dort
uͤbernachtet habe, um endlich auf einer Müuͤhle in genanntem ˖ Dotf
rĩnzutreffen, wo er dauerndes Unterlommen fand. Der Müller
nahm den angeblich elternlosen Knaben auf, war mit ihm bald
zufrieden und hat ihn heute noch; auch der Knabe wünscht keine
Biränderung seiner Lage. In die Schule ist er freilich während
dieser ganzen drei Jahre nicht mehr gegangen, dafür ader hat er
das Müllerhandwerk erlernt nund will sich nun „confirmiren lassen“,
ju welchem Zwetk er einen Taufschein braucht. Das ist auch der
Anlaß seiner Euldedung gewesen, die der Polizei troß aller aufge⸗
wandlen Muͤhe micht gelingen wollte. Hätte nicht der Pfarrer zu
Liapenhausen in einem kühlen Grunde, wo ein —AX—
unconfirmirte Seele entdeckt, so wäre sie „dem Auge des Gesetzes
vielleicht auf ewig verborgen geblieben.“

FBerlisn, 5. Marz. Vor einigen Tagen find hier drei
höhere Beamte der französischen Poste und Telegraphenverwaltung
aingetroffen, nämlich die Herren Dupre, Chef der Telegrabhen⸗
berwaltung, Randuel, Oberpostdirekior und Jacquesse, Postinspektor,
um von unsern Einrichturgen der Post und Telegraphie genaue
Zenntiniß zu nehmen. Die denutschen Einrichtungen pezüglich der
Berschmelzung der Post und Telegraphie zu e in er Verwaltung

Jaben einen großen Triumph gefeiert dadurch, daß die franzoͤfische
RKegierung den Vorgang im vollsten Umfang nachgeahmt hat.
pBerlinz 6. Marz. Der Reichslanzler mußte sich in
der gestrigen Sitzung des Reichstags während seiner Rede wieder⸗
holt niedersezen und durch Wein siärken. Seine Summe war so
schwach, daß er größtentheils unberständlich blieb.
fPest, 8. März. Dr. Stephan Aradi, ein in Arad leben⸗
der Arzt. welcher 1830 in Ausübung seines humanen Amtes auch
den eufsischen Verwundeten die sorgsamste ärztliche Pflege angedeihen
sieß und hierfür, einen russischen Orden erhielt, sendete diesen
Dreden in Begleitung eines Schreibens an den Ministerpꝛäsidenten
Tisza, worin ec ihn ersucht, er möge den Orden dem russischen
Zaiser zurücksenden, da er (Aradi) „sich schame, im Besitze eines
Ocdens von einem Tyrannen zu fein, der die Forderungen der Cie
vilisation und Humanität in arger Weise mit Füßen tritt.“—
pPPetertburg, 1. März. Im Laufe des Jahres 1877
haben in Rußland 25, 724 Feuersbrünste statigefunden, die einen
Schaden von 50,006,000 Rubel verursacht haben, nicht gerechnet
2300 Feuersbrünste, deren Verluste noch nicht abgeschätzt find. Die
Irößte Zahl der Unglücdsfälle ist in den beiden Provinzen Tambow
ind Kasan vorgekommen, in der ersteren 1076 uud in der letztern
1040. — In Baden⸗Baden hat sich mit Genehmiqung des Groß⸗
jerzogs und unter Protektion der Prinzeß Marie Maximilianovna
cin Comite gebildet, um für verwundete Wilitärs der russischen
Armeen ein dilliges Asyl zu gründen. Die Gasthofsbesitzet in
Baden sind übeteingetommen, russischen Offizieren Unterhalt für
4 M. läglich zu gewähren, und die Aerzte haben sich verpflichtet,
sie fostensrei zu bebandeln. —
Ine e Veanmorilich: F. X. D'e me tz.
—
Rother und blaure
Kleesamen,
Saradela,
Saathafer
Saatwicken,
Saaterbsen,
Zaatgerste und
Lupinen,
alles in J. Qualität,
ewpfiehlt zu billigen Preisen
Die Firma F. Grell.

Bekanntmachung.
am Mittwoch, den 14.
»238. Mis., Nachmittags um 2
Uhr, im Bürgermeistereilokale
hier, wird das Gemeindeberech⸗
igungsholz pro 1877/78 öffent⸗
lich dersteigert.
»**ͤlag Alt Au und Schlag
ju⸗ Jung Au:
40 Sier Buchen Scheitholz
1 Eichen
12 Birken **
376 Buchen Prũgelholz
814 Fichen
117 diefern F
13 Birken
393 Buchen Krappen
14 , Fichen
1528, Kiefern F
111, Gemischte,
St. Ingbert, 6. März 1878.
Das Burgermeisteramt:
Custer.
Bekann vachung.
Mit dem Einziehen der Aus⸗
zande der Kleiderhandlung B.
Ackermann in Zweibrücken
beouftragt, ersuche ich die Schuld⸗
ner derselben, ihre Zaluugen von
nun an, an mich zu machen.
Ficker,
Behilfe bei Hen. Gerichte voll⸗
zieher Fabbender.
untunit fuperphos⸗
zhaiet, Pern Guaus, Wiesen⸗
nuuger, ferner
Koch⸗ und Viehsalz
mpfiehit billigst
Die Firma Franz Grell.
Billige und schöne

»Das Neueste in
Damon .Rleiderstoffon
— von den billigsten bis zu den feinsten —
— sowie eine große Parthie —
fAMülhauser Cattune à 24 9 und per Ell⸗
Carrirter Mixte à 35 9
myfichlt Karl Schanck.
Sargeag in
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich ein Sarg⸗Magazin hier
errichtet habe und bon den vrdinärsten bis zu den feinsten
Zammt⸗Särgen fiets auf Lager habe.
Billigste Preise zusichernd, zeichet
Hochachtungsvollst J
Joh. Wolf, Schreinermeister.
Erste allgemeine Geflügel⸗Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt

— —
Bei Unterzeichnetem loͤnnen
*
Bauplätze
von beliebiger Größe, an der
knsheimer Straße, gegenüber des
neuen Bahnhofweges gelegen, ab⸗
Jjegeben werden; auch hat der—⸗
selbe ein Ackerstück, neben Frau
Ww. Laur, als Gartenland ge⸗
eignet, zu verpachten.
LE. Vogelsang.

zu
Kaiserslautern
am 17., 18 19. und 20. Zärz 1878.

Programme, Anmelde⸗Bogen, sowie Loose zu der mit der
Nusstellung verburdenen Verloosung von Geflugel⸗ Sing⸗ und Zier⸗
iögeln ꝛc. können von der Expedition der „Pfälzischen Geflügel-
eitung“ (Derrn Herrmann Kayser) in Kaiserslautern bezogen
verden.

d Eisenbahnfahrtax⸗Ermäßstigung für die Auoͤstellungs⸗
hesucher 530 Procent
egen Abstempelung der Billete an der Ausstellungs ˖ Casse am 17.,

18. und 19. März 1878.

MM

Sieben Jahr hindurch am
heftigsten
Magen⸗ u. Darm—

katarrh

leidend, konnte ich ungeachtet
der vielseilig in Anspruch ge—
nommenen ärztlichen Hilfe
nicht einmal eine Linderung,
viel weniger Heilung finden.
Durch die Heilmethode des
herrn J. J. F. Popp in
Heide (Holstein) aber wurde
dieses Leiden nach mehrwö⸗
chentlicher Cur vollkommen
gehoben, was hiermit öffent⸗
ůch bezeugt Ernest Tiefen⸗
böck, Walljfahrtspriester.

Die Echtheit vorstehender
Unterschrift bezeugt
I.8.) Walpermeier,

Bürgermeister.

Niederleierndorf (Niederb.)

7.4. 1877.

cur bis zum rz.
Loose à 50 2 fennig
fur die
Allgemeino Geftugel- Ausstellung
am LT7. I8. 19. und 20 März

in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Inaberter
Anzeiger“.

—2
nd forlwäͤhrend in großer Aus⸗
vahl auf Lager bei
F. Stutzmann.
Wiederverkäufer Rabatt.

Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den letzten 5 Jahten von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
besucht, deginnt das Sommeremester am 1. Wai. — Rähere Aus⸗
sunft eriheilt gerne Die Direltion Dr. Schneider.

XCCCXC
3. allion Drug und Verlag von .. Vemeß in St Ingbert.
DSiezu ZJüuustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 10.
        <pb n="147" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermale Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abomnementspreis beträgt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Recla men
mit 30 Pfg.pro Zeile berechnet.

—* ⁊
— — — —

— — —

M 40. — IJ ESonntaa,- den 10. März — 14878.

ᷣÊÇÑäJXÆNNÊ
—
3 Deutsches Reich.

Mänchen, 7. Wärz. Als eine sehr erfreuliche Folge der
Reorganisation der früheren Gewerbeschulen erscheint, daß nun
auch die aus denselben hervorgegangenen (echs⸗llassigen) Realschulen
zu den höheren Lehranstalten gehören, welcht zur Ausstellung direkter
Zeugnisse uͤber die wissenschaftliche Befahigung für den einjährig⸗
sreiwilligen Militärdienst im ganzen deutschen Heere berechtigt
ind (naͤmlich das Zeugniß über das Bestehen der Entlassungs
rüfang). Es kestehen zur Zeit in Bayern 40 solcher Realschulen.
Die Frage, ob diesen Lehranstalten die in Rede stehende Berechtigung
u ertheilen sei, wurde, wie wir hören, Seitens des Reichskanzler⸗
amtes in sebr entgegenkommender Weise erledigt.. 5
Der Landtagsadgeordnete Dr. Freyburger (Wahlbezirk
Speyer) hat sich wegen seiner Beförderung zum Rath an dem Be—
irksgerichte Frankenthal einer Neuwahl zu unterziehen.

Berlhin, 6. März. Wie die „Volkszig.“ hört, fühlt sich
Fürst Bismarck sot leidend, daß er nach Annahme des Stell⸗
zetungsgesches für Jängere Zeit auf Urlaud mach Varzin gehen
vird.

Ber lin, 7. März. Im Bundesrath gelangten heule u. A.
zur Annahme die Anträge des Justizkostengesetzes, einer Gebühren⸗
»tdnung für Gerichlsvollzieher und einer Gebührenordnung für
Zeugen.

Bexlin, 7. März. Nach den der „Nordd. Allg. Zig.⸗
porliegenden Nachrichten ist das Zusammentreten des Congresses in
Berlin als gesichert zu betrachten, so wenig dieser neue Anspruch
an die personliche Arbeitsleistung des Reichskanzlers seinem Gesund⸗
heitszustande auch entsprechen mag. — Die „Nortd. Allg. Ztg.“
exwähnt der Stimmen der französischen Presse, welche abrathen,
daß Frankreich die Conferenz beschicke, und bemerkt dazu: „Den
Rathschlägen der französischen Presse scheint der Gedanke zu Grunde
zu liegen, daß Frankreich jett seine Unterschrift nicht verpflichten
soll, um für die Zukunft freie Hand zu haben, eine Politik, welche
uns nicht ganz frei von Gefahren dünkt, um so mehtr, als sie stets
die Erinuerung von 1870 zum Ausgangspunkt nimmt.“ — Nach
der „Nationalzeitung“ werden sich Ändrassy und Gortschaloff per⸗
önlich hier einfinden.
Aussand.

Wien, 8. März. Erzherzog Franz Karl, Valer des Kaisers
Franz Joseph, ist heute Mittag gegen 1 Uhr gestorben. (Erz⸗
detzog Franmz Karl war geboren am 7. December 1802; sein Vater
war Franz L.) J

Paris, 7. März. Im Ministerrathe, der diesen Morgen
mm Elysee abgehalten wurde, theilte der Ackerbau-Minister den
Besetzentwurf wegen Einrichtung der Ausstellung der deutschen Kunst⸗
verle mit. — Der „Temps? meldet: Waddington theilte heute
dem Ministerrathe eine Depesche aus Petersburg mit, welche die
ffizelle Anzeige entrält, daß Fürst Bismarck den Vorfitz im Con⸗
uresse angenommen habe, der bestimmt in Berlin zusammentreten
werde.

Paris, 7. März. Die Meinung, daß Frankreich sich
der Theilnahme an dem Congresse enthalten müsse, wird der
„Agence Havas“ zufolge nicht für ernst gehalten; die Zustimmung
der fran ösischen Regierung zum Congresse werde im Gegentheil
ür gewiß erachtet. — „Gaulo “ und „Paris-Journal“, conser⸗
vatide Journale, belennen fich ebenfalls zu der in einem von der
„Republique Francaise“ geftern veröffentlichten Briefe ausgesprochenen
Ansicht, daß Frankreich fich jeder Betheiligung an einer Conferenz
oder einem Congreffe enthallen müsse.

Der „Gaulois“ schreibt: „Im Verfolg der Note des „Jour⸗
nal officiel“ hat der Generalkomm'ssar der Weltausstelkung gestetn
dem Fürsten Hohenlohe die Pläne der Lokale mitgetheilt, welche den
Senoungen aus Deutschland angewiesen sind. Wie wir hören,
ollen sie einen seht beträchtlichen Umfang haben.“

Dir Dupanloup'sche Defense“ hemerkt zu der Note: „Wir

wünschen zu wissen, wie viel diese Gefälligkeit des Herrn von Bis⸗
narck dem Stolz, der Würde und vielleicht den Interessen Frank⸗
reichs gekostet hat. Wir wollen wissen, um welchen Preis Herr
»on Soini-⸗Vallier diesen ... Erfolg errungen hat. Wir können
richt vmhin, diesem hölzernen Pferde zu mißtrauen, das Herr von
Zaint⸗Vallier in uasere Mauern gebracht hat.“ Die meisten Or⸗
jzane der Rechten kreten, wenn auch in durchschnittlich maßvolleren
Ausdrücken, dieser Auffassung bei.

Konstantinope!, 7. März. Die Räumung des bul—⸗
zarischen Gebietes von den tkürkischen Truppen erfolgt binnen 14
Tagen. Truppen von der Donau und dem Festungkviereck rücken
oriwährend hier ein. — Der Bisuch des Grosfürsten Nikolaus
dei dem Sullian findet nicht vor Samstaag statt.

FKaiserslautern, 7. Mätz. Zwischen einem hie⸗
sigen-Bürger K. und einem gerade hier anwesenden Kunstreiter
jon Alsenborn kam gestern eine Wette zum Austrag, die als wür⸗
ziger Schluß der hiesigen Faschingsfestlichleiten bezeichnet werden
znnte, wenn fie für K. und dessen Angehörige ein weniger bedenk⸗
iches Ende genommen hätte. — K. setzte nämlich seinen Gaul
ind 16 M. gegen einen Gaul und 20 M. des Kunstreiters als
Zreisobjekt aus, wenn er nicht zuerst mit seinem Pferd das Ziel,
u welchem Landstuhl auserkoren wurde, erreiche. Die Bedingungen
vurden gegenseitig angenommen und gestern Mittag 9312 Uhr
inter großem Zulauf von Neugierigen, ging vom Lothringerhause
ius das Wettrennen an. Der Schiedsrichter H. fuhr mit dem
urz vorher abgehenden Zug an den Ort des Zieles, sah aber
in der Stelle, wo die Bahn längs der Czaussee hinführt, daß er
u spät nach Landstuhl kommen werde, konnte aber schon da consta⸗
iren, daß K. die Weite verlieren wird. Und so war es auch.
der Kunstreiter erreichte zuerst das Ziel und zwar in 23 Minuten,
pährend K. 32 Minuten brauchte. Letzterer kam spater wohl⸗
zehalten mit der Bahn ohne Gaul hier an.

Besser ein magerer Vergleich, denn ein fetier Prozeß. Von
zer Wahrheit dieses Sprüchwories werden sich zwei benachbarte
Landleute von Becherbach, die eine gegenseitige Feindschaft
rerbt haben sollen und nun im Begriffe sind, sich zu vergleichen,
ndlich überzeugt haben. Das Streitobjelt ist ein Gebund Stroh,
velches der eine gestohlen haden soll, während der andere behauptet,
ein Gegner habe denselben an seine Scheuer geschmuggelt, um ihn
»es Diebstahls überweisen zu können. Die Kosten dieses Prozesses
velaufen sich auf nahezu 500 M. (Pf. V.)

F Am 6. ds. früh wurde im Walde bei Neuleinigen eine
Frau Sottung von da an einem Baum erhängt gefunden. Die
Unglückliche war erst seit zwei Monaten verheirathet. Motive zut
That sind bis jett nicht bekannt.

fPirmasens, 7. März. In der Nadht vom 5. auf 6.
März wurde in der hiesigen Synagoge eingebrochen und ein daselbst
aufgehängter großer Glaslüstre herabgerissen und zerstört. Die
Trümmer des Leuchters hingen in einem Fenster der angebauten
israelitischen Schule, durch welches der Frevler seinen Weg ge⸗
nommen. Ein Paar zurüchgelassene Schuhe wurden zu Verräthern,
durch welche es gelang, den boßhaften Einbrecher, Namens Semmler,
zu ermitlela. (BP. A.)

FSpeyer, 7. März. Letzien Samstag brachte die bei
Müller Feldner bedienstete Magd Fuchs ein Kindlein zur Welt,

aähte dasselbe in einen Rock ein und warf es in den Bach, woselbst
es seinen Tod fand. Die Fuchs wurde verhaftet und befindet sich
vorläufig im Spital. — J EGEp.3)
fFrankfurt. Der', zwölfjährige Sobn eines Zeitungs⸗
rägers des „Frankf. Beob.“ mußte vor Jahren Abends beim Be⸗
dellen der Bläiter seinem Vater behülflich sein. Da ihm aber das
Spielen mehr zusagte, so vernachlässigte er die Bestellungen. Das
»eranlaßte Klagen und schleßlich eine Züchtigung des Knaben, wo⸗
cauf dieser im Januar 1875 verschwand. Die darob sehr unglück⸗

Vermischtes.
        <pb n="148" />
        lichen Eltern bolen vergeblich Alles auf, um dem Knaben auf die
Spur zu kommen, die Polizei stellte die eifrigsten Nachfotschungen
an und erließ in den öffentlichen Blättern Bekanntmachungen; aber
zer Knabe war und blieb verschwunden. So vergingen drei Jahre.
Vor einer Woche endlich erhielt der Voter einen Brief aus dem
Dotfe Lispenhausen bei Rotenburg in Kurhessen, worin der so
lang und schmerzlich vermißte Knabe im ruhigsten Tone der Welt
exzaͤhlt, daß er an jenem krilischen Tag auf gut Glück das Weite
Jesucht, vier Wochen lang sich durchgebeiielt, bald hier bald dort
uaͤbernachlet habe, um endlich auf einer Mühle in genanntem Dorf
rinzutreffen, wo er dauerndes Unterkommen fand. Der Müller
nahm den angeblich elternlosen Knaben auf, war mil ihm bald
zufrieden und bat ihn heute noch; auch der Knabe wünscht keine
Veränderung seiner Lage. In die Schule ist er freilich während
dieser ganzen drei Jahre nicht mehr gegangen, dafür aber hat er
zas Mullerhandwerk erlernt und will sich nun „confirmiren lassen“,
zu welchem Zwet er einen Tausschein braucht. Das ist auch der
Anlaß feiner Entdedung gewesen, die der Polizei trotz uller aufge⸗—
wandien Mühe nicht gelingen wollte. Hätte nicht der Pfarrer zu
dispenhausen in einem kühlen Grunde, wo ein Mühlrad geht, eine
unconfirmirte Seele entdeckt, so wäre sie „dem Auge des Gesetzes
vielleicht auf ewig verborgen geblieben.“ ne
FBerlisn, 5. März. Vor einigen Tagen sind hier drei
höhere Beamte der französischen Post⸗ und Telegraphen verwaltung
cingetroffen, nämlich die Herren Dupre, Chef decr Telegraphen⸗
berwallung, Randuel, Oberpostdireklor und Jacquesse, Postinspeltor,
um von unfern Einrichturgen der Post und Telegraphie genaue
Zenntniß zu nehmen. Die deuischen Einrichtungen bezüglich der
Verschmelzung der Post und Telegraphie zu e ine r Verwaltung

haben einen großen Triumph gefeiert dadurch, daß die franzoͤsische
Regierung den Vorgang im vollsten Umfang nachgeahmt hat.

7Berlin, 6. Marz. Der Reichslanzler mußte sich in
der gestrigen Sitzung des Reichstags waährend seiner Rede wieder⸗
holt niedersetzen und durch Wein stärken. Seine Summe war so
ichwach, daß er größtentheils unverständlich blieb.

7Pest, 8. März. Dr. Stephan Äradi, ein in Arad leben⸗
der Arzt, welcher 1850 in Ausübung seines humanen Amtes auch
den rufsischen Verwundelen die sorgfamste aͤrztliche Pflege angedeihen
jeß und hierfür einen russischen Orden erhielt, sendete diesen
Drden in Begleitung eines Schreibens an den Ministerpnäsidenten
Tisza, worin ec ihn ersucht, er möge den Orden dem russischen
daiser zurüdsenden, da er (Aradi) „sich schäme, im Besitze eines
Ordens von einem Tyrannen zu sein, der die Forderungen der Cie
vilisation und Humanität in arger Weise mit Füßen tritt.“

pPeterburg, 1. Marz. Im Laufe des Jahres 1877
zJaben in NRußland 25,724 Feuersbrünsie stattgefunden, die einen
Schaden von 50,006,000 Rubel verurfacht haben, nicht gerechuet
3300 Feuersbrünste, deren Verluste noch nicht abgeschätzt find. Die
rößte Zahl der Unglücksfälle ist in den beiden Provinzen Tambow
ind Kafan vorgekommen, in der ersteren 1076 uud in der letztern
040. — In Baden⸗Baden hat sich mit Genehmigung des Groß⸗
jerzogs und unter Proteltion der Prinzeß Marie Maximilianovna
in Comite gebildet um für verwundete Militärs der russischen
Armeen ein billiges Asyl zu gründen. Die Gasthofsbesißer in
Haden sind übeteingetommen, russischen Oifizieren Unterhalt für
M. ääglich zu gewähren, und die Aerzte haben sich verpflichtet,
fie kostensrei zu bebandeln.
Imr die ebacion verantwor.

Bekanntmachung.
Am Mittwoch, den 14.
3s8. Mis., Nachmittags um 2
Ahr, im Bürgermeistereilokale
jier, wird das Gemeindeberech⸗
igungsholz pro 1877/78 öffent⸗
lich versteigete. —
Schlag Alt Au und Schlag
Jung Au: E
10 Sier Buchen Scheitholz
1 Eichen W
19 hirken —
374 uchen Prügelholz
3 cichen
iefern —
girken
zuchen Krappen
fichen 4
siefern
„Gemischte,
Sy. Ingbert, 6. Maärz 1878.
2 Bürgermeisteramt:
Custer.
Bekanntmachung.
Mit dem Einziehen der Aus⸗
qzände der Kleiderhandlung B.
Ackermann in Zweibrücen
zeauftragt, ersuche ich die Schuld⸗
ner derfelben, ihre Zaluugen von
nun an, an mich zu machen.
Ficker,
Gehilfe bei Hen. Gerichtsvoll⸗
zieher Faßbender.
Fnochenmrhl, Superphos⸗
chate, Pern Guano, Wiesen⸗
nünger, ferner
Koch⸗ und Viehsalz
mpfiehit billigst
Die Firma Franz Grell.
p Billige und schöne

Das Neueste il

13
Rother und blaurr
Kleesamen,
Zaradela,
aathafer,
Zaatwicken,
Zaaterbsen,
Saatgerste und
Lupinen,
alles in J. Qualität,
ewpfiehlt zu billigen Preisen
Die Firma F. Grell.

Dameꝝ ·Lleiderstoffen
von den billigsten bis zu den feinsten *

ch se —* eine peg —

Mälhauser Cattune à und Pee
Larrirtet Mixte à 368 per Eu⸗
mpfiehlt — —9 — Karl Schanck.

7 *in.

Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich ein Sarg⸗ Magazin X
errichtet habe und don den ordinärsten bis zu den feinsten
Zammt⸗Särgen sliets auf Lager hade.

Billigste Preise zusichernd, zeichnet I
Hochachtungsvollst
—VWV Joh. Wolf, Schreinermeister.
Erste allgemeine Geflügel-Ausstellung
verbunden mit Geflügel-Markt

Huw
—

);M⸗ꝰ

—————
Bei Untierzeichnetem koͤnnen
*
Bauplätze
von beliebiger Größe, au der
Insheimer Straße, gegenüber des
neuen Bahnhofweges gelegen, ab⸗
zegeben werden; auch hat der—
elbe ein Ackerstück, neben Frau
Ww. Laur, als Gartenland ge⸗
eignet, zu verpachten.
L. Vogelsang.

zu
Raiserslautern
am 17., 18 19. ind 20. ZWärz 1878.

Programme, Anmelde⸗-Bogen, sowie Loose zu der mit der
Jusstellung verbundenen Verloosung von Geflügel⸗ Sing⸗ und Zier⸗
ögeln ꝛe. koͤnnen von der Expedition der Pfälzischen Geflügel⸗
aitung“ (Herrn Herrmann Kaufer) in Kaiserslautern bejogen
verden. —— —
D — Eisenbahnfahrtax⸗Ermäßigung für die Ausstellungs⸗
esucher 30 Procent
Jegen Abstempelung der Billete an der Ausstellungs· Casse am 17.,

18 unmd 19. März 1878.

——
4
Sieben Jahr hindurch am
heftigsten
Magen⸗ u. Darm—
tatarrh
leidend, konnte ich ungeachtel
der vielfeitig in Anspruch ge—
nommenen ärztlichen Hilfe
nicht einmal eine Linderung,
viel weniger Heilung finden.
Durch die Heilmethode des
Herrn J. J. F. Popp in
Heide (Holstein) aber wurde
dieses Leiden nach mehrwö—
chentlicher Cur vollkommen
gehoben, was hiermit öffent⸗
uůch bezeugt Ernest Tiefen⸗
böck, Wollfahrtspriester.
Die Echtheit vorstehender
Unterschrift beꝛeugt
(I. 8.) Walpermeier,
Büurgermeister.
Niederleierndorf (Niederb.)
714 1877.

J ur bis zu w
Loose J 50 Ssennig

für die .

Allgemeine Geflugel-Ausstellung
am 17., 18. 19. und 20 März

in Kaiserslautern
ind zu haben in der Expedition des „St. Ingberter
Ameiger“.
* — 2* — — — 772?
ad peiet em in gieher iuu- · Hie Wormser Brauer⸗Akademie
wahl auf Lager bei 4, n din letzten 8 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Laändern
F. Stutzmann. zesucht, beginnt das Sommerfemester am 1. Nai. — Nahere Aus⸗

Wiederderkäufer Kabatt. lunft erlheilt gerne Die Dir⸗ltion Dr. Schno⸗ider.
—BBOXAAüCEEE———— *
Ismcn ua i lad von ... wrieß in St Ingbert.
Siezu Alluftrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 10

A
        <pb n="149" />
        — 6 “4“2
S. Ingberler Anzeiger.
— — — —

— — —

—) ji71—— — — — — — ——
— — —— —
Oer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag- Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraͤgt vierteljahrlich

mMark 20 R.⸗Pig. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
7 41. Dienstag, den 18. Maärʒ 1878.

ö— — — —— —
— —òñãã

*
Berlin, 9. März. Fürst Bismarck wird sich Anfang
aächster Woche mit seiner Familie nach Friedrichsruhe begeben,
zon wo er zum Beginn der Conferenzen wieder hierher zurückzu⸗
kehren gedentt. — Geh.Rath Borsig ist erktankt und wurde schon
odigesagt. — Eine neue, verschärfie Verfügung des Cultusministers
zegen die Schülerverbindungen auf höheren Schulen ist ergangen,
and die wegen Theilnahme an solchen Ausgewiesenen sollen nicht
oIhne Weiteres in andere Anstalten aufgenommen werden.

Deutsches Reic.

Ausland.

Paris, 10. März. In Folge der Theilnahme Deutschlands
m der Kunstabtheilung der Weltausflellung wurden bereits weit⸗
zehende Neränderungen in allen den schönen Künsten gewidmeten
Raͤumen des Ausstellungs-Palastez vorgenommen. — Nach einer
Angabe des deutschen Botschafters schätzt man die Anzahl der aus⸗
ustellenden deutschen Gemälde auf 200. Dieselben sollen den Raum
einnehmen, weicher vorher für d'ie Ausstellung der Krondiamanten
in Aussficht genommen war.

Paris, 10. März. Eine Dreikaiserzusammentunft ir Berlin
nach Abschluß des Congresses als schlagender Beweis für das uns
interbrochene Fortbestehen des Dreikaiserverhältnisses und faßbare
Bürgschaft eines dauernden Friedens eilt in hiesigen diplomatischen
Freisen als sicher. Der sriedliche Verlauf des Congresses erscheint
also als unzweitelbaft.

In Lhon ist die zweite Kammer des Appellhofes für vier⸗
jehn Tage suspendirt, weil sämmtliche Advokaten, erbiltert über
die schroffen Zurechtweisungen des Präsidenten des Gerichtshofes,
auf Verabredung nicht mehr an den Schranken erschienen und ihn
so zwangen, alle Geschäfte zu vertagen.

Madrid, 10. März. Der Minisier für die Colonien
erklärte im Senate, alle im Ausland befindlichen Spanier könnten
nach Spanien zurücklehren. Wenn sie im Auslande bleiben, thäten
sie dies freiwillig. Die Amnestie sei eine allgemeine.

London, 10. März. Die Verhandlungen bezuüglich der
Brundlagen für die Diskussion des Koagresses stoßen auf bedeuten⸗
de Schwierigkeiten. Rußland verlangt den Frieden von San Ste—
ano als Grundlage für die Berathungen, während Oesterreich und
Ekngland den Pariser Frieden als Basis wünschen. Vielleicht er⸗
zffnet der Kongreß ohne bestimmtes Programm. Eigentliche Ge—
sandte werden kur diejenigen Mächte schicken, welche den Pariser
Frieden unterzeichneten. Serbien, Rumänien, Montenegro und
Zriechenland werden durch besondere Vertreter für ihre Ansprüche
ruf dem Kongreß plaidiren. Gerüchtweise verlautet, der Kongreß
verde der eghptischen Frage besondere Aufmerksamkeit zuwenden.

London, 10. März. Heute fanden zwei große Mestings
zon 30,000 bis 40,000 Köpfe im Hydepark statt, deren eines für,
das andere sich gegen den Krieg aussprach. Gladstone richtete eine
Zuschrift an den Präsidenten des liberalen Komites in Greenwich,
in welcher er erklärte, er werde dort bei den Neuwahlen nicht mehr
als Parlamentskandidat auflreten.

London, 11. Marz. Eigem der „Times“ aus San Ste—⸗
fano vom 10. ds. zugegangenen Telegramm zufolge ist den von
dem Sullan ranficirten Friedensbedingungen als letzte Klausel zu⸗
zefütt, daß beide Kontraheaten bezüglich des Vertrages fich für
olidarisch verbunden betrachten. — Reouf Pascha soll in Petersburg
um eine Ermäßigung der Kriegekostenentschädigung um 300 Mil⸗
lionen Rubel nachsuchen.
—AꝛZ
Vermischtes.
FSit. Ingbert, 12. März. Gestern Abend wurden die
Bewohner unserer Stadt schon zum viertenmale innerhalb der letzken
3 Tage durch Feuerlärm erschreckt. — In der Nacht vom 8. auf
den 6. März brannten zu Reichenbrunn Scheuer und Stall
des Ackerers Vogelgesang nieder. (Demselben waren im

Sommer 1876 schon Scheuer und Stall zusammengebrannt.) —
AUm Abend des 8. März brannte es in einem Hause auf dem
zöfchen. Glücklicherweise wurde der Brand noch im Entstehen
elöscht. — In der Nacht vom Samstag auf Sonniag brannte es
n dem Schmied Weiland'schen Hause auf der großen Flur.
Troß der raschen Hilfe der Feuerwehr hat das Haus erheblich gee
itten. — Gestern Abend rief die Sturmglocke abermals auf die
zroße Flur, wo das Haus von Schlosser Weyand in Flammen
tand. Das Feuer fand an dem auf dem Speicher lagernden
zeu gute Nahrung und mußte außerordentlich schnell um sich ge—
zriffen haben, denn Bergleute, die in der Dachkammer schliefen,
onnten sich mit knapper Noth nur durch das Dadhfensier retten.
da es in der Nähe der Brandstätte an Wasser fehlte, so wurde
rotz aller Gegenanstrengung der Feuerwehr der obere Theil des
dauses ein Raub der Flammen. — (Sehr wünschenswerth wäre
8, wenn bei den Wasserreichenden (Nichtfeuerwehrleute) eiwas mehr
zeaufsichtigung herrschte, damit rohe Schlingel sich nicht erdrei⸗
leten, mit Feuereimern nach ruhig Vorübergehenden zu werfen,
vie es gestern Abend vorkam.)

FIn Zweibrücken hat sich ein Comitee gebildet, um
»en Geburtstag des Kaisers Wilhelm — 22. März — festlich
u begehen.

F Kaiserslautern, 9. März. Gestern Mittag 2
Ihr fand das Leichenbegängniß unseres hochgeachteten, durch einen
Schlagangfoll so plötzlich dahingeschiedenen kgl. protestantischen De—
an und IJ. Stadipfarretrs Herrn Gelbert statt; die Theilnahme
var eine allgemeine und versammelten sich die Leidtragenden vor
»em Sterbehause, von wo der zahlreiche Trauerzug in die große
dirche zog, welche bei Ankunst des Leichenzuges mit Ausnahme
jer reservirten Plätze dereits überfüllt gewesen. Nachdem der
Zarg vor dem reichgeschmüdlten Altare niedergestelll, und ein er⸗
sebender Trauerchor verklurgen war, hielt Herr Consistorialrath
zofer die Hauptrede, in welcher er mit beredten Worten die hohen
Jerdienste des Verblichenen in seiner Wirksamkeit als Subrektor
on Kusel wie als Stadipfarter von Landau und auch als Ab⸗
eordneter der bayerischen Kammer hervorhob, und erwähnte, daß
ein Hinscheiden nicht nur hier, sondern auch in der ganzen Pfalz,
a üder die Grenzen derselben empfunden werden wird. Als Herr
hofer geendet, widmete Herr Dekan Maurer von Bergzabern in
äugerer Rede dem Verbl'chenen noch ehrende Worte, entnommen
us dem wechselvollen Leben desselben, worauf Herr Pfarrer Vogt
en Segen sprach und die Auwesenden aufforderte mit auf die
Ztätte des Friedens zu folgen. — Au dem Grabe angelangt hielt
derr Pfatrer Butters von Dürkheim zuerst eine längere ergreifende
jrabrede. In derselben hob Redner des Verstorbenen Lebe zu
einer Vaterstadt, zum deutschen Vaterland hervor, sein Verdienst
ils Lehrer der Kleinen und dessen Liebe zu denselben, und wie er
zis zu seinem Tode immer derselbe geblieben, in Fteud und Leid,
b Lob oder Anfeindung ihn ungaben, und schloß seine erhebende
stede mit den Worten, daß sein Lehen uns nichtt verloren geben,
ondern uns immer in jeder Beziehung als Vorbild dienen soll.
dierauf legte Redner ein Lorbeerktanz auf das Grab des Vexr—
lichenen. (Pf. V.)

fF Landau, 8. März. Bei dem heftigen Sturmwinde in
der vergangenen Nacht wurde ein großer Theil der Perron⸗Bei
»achung am Hauptdahnhofe weggerissen. Der dadurch entstandene
Schaden ist nicht unbeträchtlich. (Eilb.)

Am 5. ds. Morgens wurde die Wirthin des Doͤrfchens
Schwaim zwischen Griesbach und Rotithalmünster (Niederbayern),
Mutter von 6 Kindern, auf gräßliche Weise ermordet; man fand
ie förmlich abgeschlachtet. Ihr Mann hatte sich kurz zuvor nach
Hriesbach zur Pferdemusterung begeben. Det Mörder scheint es
nuf Raub abgesehen zu haben; er wurde durch Vorüberlommende
jestört und mußte fliehen, nachdem er sich eine kleine Baarschaft
waare anet, während sich in einem Kasten eine größere Summe
Jefand.
        <pb n="150" />
        Die Thalernoten der Hannover'schen Bank werden
nit dem 22. März d. J. absolut werthlos. Die Noten mülsen
zei der Casse der Hannover'schen Bank in Hannover zur Einlösung
zingereicht werden.

x Werkauf des Strousbergschen Mobiliars. Wie
das „Prager Tageblatt“ in Erfahrung brirgt, ist das gesammte
Mobiliar Dr. Strousbergs im Schlosse Zbirow von dem Pfand—
Naubiger, Herrn Joseph Fillen in Carolinenthal, au die Sparcafse
uin Karlsbad, die zwei große, jüngst in executiver Feilbietung et⸗
worbene Zensbäuser einzurichten hat, um den Preis von 26,000 fl.
berkauft worden. Die mitunter luxuriösen Möbel waren in vierzig
Bastzimmern, mehreren Salons ⁊c. vertheili. Das chinesische Zelt,
das sich gleichfalls im Zbirower Schloffe befand, ist schon früher von
inem Wiener Zwischenhändler, angebiih für den König Ludwig von
Bayern, für 1000 fl. angekauft worden. So schwinden allmählich all'
die Herrlichkeiten, die dem Zbirower Schlosse das Renomee eines
„Fürstenschlosses“ verliehen und nichts wird dort übrig bleiben, als
das kahle und öde Mauerwerk.

4 Auf dem Lloyddampfer „Sphinz“ von Kapala kom⸗
mend, mit 2500 Ischerkissen an Bord, brach ein Brand aus und
sst der Dampfer hierauf ain Cap SElia gestrandet. 8300 Personen
amea um, die anderen wurden gerettet.

—
Dienstesnachrichten.
Die katholische Pfarrei Minfeld wurde dem Priester V. Lutten⸗
berger, bisher Pfarrverweser daselbst, die katholische Pfarrei X

— dem Priester M. Guͤnther, bisher Pfactrverweser daselbst, ver⸗
iehen.
Ur die Redaction verantwottuite . m—

Illustrirto — — (Preis viecteljiahrlich 2 Mark50
zf.) — neueste Moden⸗Nummer (0) enthält: Promenaden⸗ und Zauf⸗
Inzuge, Morgenrdcke, Paletots, Kleiderärmel, Schürzen, Fichus, Taschen⸗
ucher, Kragen, Manchetten, Morgenhauben und Panloffeln. Einsegnungs⸗
Inzuge. Paletots und Kragen fuür junge Mädchen. Wäschegegenstände sur
Ddamen: Tag⸗ und Nachthemden, Hemdenpafsen, Beintleider, Unterrdde,
deglige⸗ und Nachtjacken, Strümpfe, Strumpfbänder, Nachthauben und Pacht-
ehe. Oberhemden, Morgenhemden und Unierbeinkleider für Herren. Weiß⸗
ind Buntstickereien, auch gehäbelte, geklöppelte und gestrickte Einsätze und
zpitzen für Wäsche, BDecken aus Leinen⸗Canevas mit Kreuzstich-⸗Stickerei,
zuͤckenkissen, Handschuhbehälter, Schlüsselkorb, Schlummerrolle, Toilettenkasten,
dammtasche ꝛc. ꝛc. mit 110 Abbildungen, einer Beilage mit 21 Schnitt⸗
nustern, verschiedenen Mustervorzeichnungen, Namens⸗-Chiffren und 2 Alpha⸗
eten nebst Zahlen in Kreuzstich und Weißstickerei; ferner ein colorirtes
Nodenkupfer. — Die neueste Unterhaltungs⸗Pummer (1I0) enthält:
Unerbittlich. Novelle von W. von Dunheim. Fonsetzung) — Frauenleben
n Japan. — Heirath und Hochzeit im Mittelalter. Von A. C. Miller.
Schluß.) — Am goldnen Horn. Bon Ruredin Aga. 11. Etwas über Bil⸗
ung und Glauben. — Die Doppel-Vermälung am deutschen Kaiserhofe.
zon F. Colberg. — Aus der Frauenwelt. Verschiedenes. — Wirthschaftliches.
— Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen:
krauung der Prinzessinnen Charlotte und Elijabeth von Preußen. Von H.
züders. — Fackeltanz. Von H. Lüders. — Japanische Frauen. Von L.
dofelich. — König Humbert und Königin Margherita am Todtenbette Viktor
ẽ Manuels. — Brautwerbung für den König von Spanien. — Trauung des
dönigs von Spanien. — Rückkehr von der Trauung. — Brautgemach des
panischen Königspaares.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.

— 7
Holzversteigerung
m Schulhause zu Obermürz⸗
hach, am 16. März 1878,
Vormittags halb d Uhr aus

dasigem Gemeindewalde.

64 kiefern Gerüststangen

12 Ster kiefern Baumpfäble

151, Prügel und

Krappen

1828, buchen und eichen
Prügel u. Krappen

73 khiefern Stämme 4 Cl.

34 „ Sparren, sowie Boh⸗
nenstangen and Rei—
erwellen und Zaun⸗
tudeln.

Ommersheim, 9. März 1878.

Das Bürgermeisteramt:
Wack.

Schläge:
deichweiherhang, Weidenberg und
Zufaälliges Ergedniß.

2 eichen Stämme 4. Cl.
A B. Cl.

6, Wagnerstang. 1. Cl.
i28 2. Cl.
9 Ster buchen Scheitholz 2 Cl.
i258, „ Gipfelprügel
33Astholzprügel
25 Laͤrchen Baumgipfel
1 Ster buchen Stangenprüg.
2, weeiches Holz
weiche Prügel
kliefern Baumprügel
kiefern und birken
Prügel und Krappen
1000 buchen Bohnenstangen.

fertrauen kann ein krauker
nur zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
gaturheilmethode, sich thatsächlich
ewährt hat. Daß durch diese Me⸗
hode ãußerft guünstige, ja stannenerre
ende Seilerfolge erzielt wurden, be⸗
v di⸗e in dem reis iuustr. Buche

batlbada
WVgeeraeen zahlreichen X
ial⸗Atteste, laut welchen felbft
alche Kranke noch heilung fanden,
ir die Hilfe nicht mehr möglich
dien. Es darf daher jeder Kranke
ch dieser bewährten Methode um
o mehr vertranensvoll zuwenden,
ils die Leitung der NAur auf
Wunsch durch dafür angestellte
raktische Aerzte gratis erfolgt.
stäheres darüber sindet man in
»em vorzüglichen, 544 Seiten
tarken Werke: Dr. Airy's Na—⸗
urheilmethode, 100. Aufl., Ju⸗
zel⸗Ausgabe, Preis 1 Markt,
ꝛeipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
velche das Buch auf Wunsch gegen
kinsendung von l0 Briefmarken
16 Pf. direct franeo versendet.
128 —

Am selben Tage werden im

Schulhause zu Heckendalheim

aus dasigem Gemeindewalde,

Schläge:

Ament und Zufäll. Ergebnisse

folgende Hölzer veräußert u.

war Nachmittags um LUhr,
z eichen Abschnitte 5 Cl.
1 birnbaumer Abschnitt

—

—
— — 3 o —

.
Das
Garkenbuch für Millionen.
Preis 1 Mark.

Geden Einsendung von 1 Mart 10 Pf. in Franko⸗
narken erfolgt frankirte Zusendung.

Kein Gartenbesitzer und Blumenfreund versäume es,
bei beginnender Frühjahrsztit sich dieses billige und nütz⸗
liche Gartenbuch zu verschaffen, welches stets vorräthig
ist am

Vereins⸗Centrale Frauendorf
Post Vilshofen in Niederbavern.

OdeS-Anæcο.

Freunden und Bekannten hiemit die Trauernachricht,
daß unfser lieber Valer, Großvater, Bruder, Schwieger⸗
dater und Okel F

Carl Schütz
in seinem 51. Lebensjahre, nach langem Krankenlager,“
Mheute morgen halb 5 Uhe fanft entschlafen ist.
St. Ingbert, 12. März 1878.
Die trauernd Hinterbliebenen.

r
I

Die Beerdigung findet Donnerstag Nachm. um 3 Ubr statt.

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—

L I
Provisorische Steuererhebung
für das Jahr 1878.
Verfügung hoher königl. Regierung vom 21. Febr. 1878:

Durch das Gesetz vom 14. Febr. 1878, bezeichneten Belreffs
— Bayerisches Gesetz und Verordnungsblatt Nr. 9 Seite 75 —
vurde in Art. 1 die Ermächligung ertheilt, die im Finanzgesetze
vom 29. Juli 1876, Titel III. &amp; I1 bewilligten direeten Steuern
zegen seinerzeitig? Abrechnung auf die für die XIV. Finanzperiode
estzusetzenden Steuern bis zum 31. März 1878 in den nach den
bestehenden Normen verfallenden Zielen zu erheben.

Da voraussichtlich die Hinausgabe der Prämitiv-Steuerhebrollen
yro 1878, Mangels des Landraths-Abschiedes für das laufende
Jahr sich noch einige Zeit verzögern wird, so werden die Steuer⸗
innehmer angewiesen im Monate April für das mit dem 31.
Därz nächsthin für alle Steuergattungen verfallene Viertheil der
pro 1877 in den Hebrollen eingewiesenen Steuerbeträge Mahnung
in die rückständigen Debenten zu erlassen, zu welchem Zwecke die
in den Steuerhebrollen für das Jahr 1877 berechneten Steuer⸗
beträge vom genarnten Zeitpunkte an bis zu einem Viertheile für
erhebbar und die betreffenden Hebrollen für vollztehbar erklärt
werden.

Vorstehende Verfügung mird hiermit zur allgemeinen Kennt⸗
aiß gebracht.

St. Ingbert, den 9. März 1878.

Die kgl. Steuer-Einnehmerei
Hartmann, stellv. Einnehmer.
Fuͤr Bruch⸗ und Kropfleidende.

Vielseitigen Wünschen nachzulommen, zeigt ich an, daß ich von
Dienstag, 19. d. M. an- bis incl. Freitag, den 22.
jäglich von 10 bis 3 Uhr, im Pfälzer Hof in Zweibrücken
za shprechen bin. Für sichere Heisuung, von Brüchen und
Kröpfen, leiste stie Garantie. Amtliche Zeugnifse
und Dankschreiben liegen auf. Geringbemittelten Begün⸗
tigung.
ν⏑⏑—— αα Martin Opel, Spezialist aus München.
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
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        0 ð
2 7353583 58
— 2 5353353 53 53 38
2535 — — —— 5 —A —
v⸗ 88* 2 2 5 0 535553 58
— 28* 257 428 8 83 3 58 5 588 36
* 2 533*. 3*8* 53 7 3 * 5 28 —5 5* — 22—
*5 Z 35 —— * 25 203 2 —8 —E 5358
22 9 2 2 — D 85 58533 355 328
J 3335823 3 * 25 *— 35322 23 —535855* —— —
525* 353735 — 25 2 758 385 2 ——
83 38 F 3858* 25 35332 ——
5. 5—52 — A 2 335333 5.4 * 338 3 3533 ——
zs —8 28 2335325533 55534 F — —
— —— *53* — —3 *55 2853237 ———— 25235* z25555
7 7 z* 2333373* ————— * 353733663*s6
1*28 3582 22 ———3 — — 2 28 28 335532 323735663
5s5385577— 25 — 3 53—53 se 8255 —A * 53 * —
—228535 5s5 2 — —— 53* s3S333 338 348833
s3838 32555 25 5* 54352387 822 3 228
— * — * —
73—33432533 —58 56 *8 5535 38655*8* 23825 333533—98
236 352 2.— c8 8837 525682 252738 529558* —
2* — 5 8 52 753 52 — 582 25 5 3308 2
2 * 352 —32222 8 5255535 582573 335 —
— F 57 2185 382 257 5222 *EDBD
8* —— — 557 2* — * — Oe — 3* 78
3 555353253 557 3 —*553588 822 * 35532533557
? 24 — 3*
— 5.3 6 55 27 —— ———— S2 —A— —
355883755 35353 123358 — ——— 5535 s33 3357 J
— * 7* F
z383865333 22238633535 —— 5588 25385535 —
5558560 555763255* — — — 5* 333332565 53
———— — — 333333333735333 — 57 2 2853 —A
— * *
F 5 33338 525 3385 ———— 255535* 5*
2 — S8 2226 528—635* 335 7 —
— 5 5 2 — —1— — 3253238* 253322 25 B38
22233 z2333832 7
21 — 2 3— ẽ
—— 2 2573 53 A
— —5SS2 2 523233
—355283233
—A ——
—
4 —2
4 7 2 22
272 52 28
5538 * —
— e 3
523 —— 222 ** 32
122 23258 25*8 823*2
32 *7 —
22522 i 3 2 7 ——
8535 2 22 —9 —A —8
8* 2 24 — 25323 8 E * —A
33238 23* A — 58 553
—A * 2 2 — * 8 S 2 252 58
2522 ** 7 3— —— —— 25583 22 52 —
—73 —A *25* 33* A
—A 25* ——— 3*822 * * —— 333 3
* 36 35 —E 2 328 —X — 8 25 * 8
5 5 z3 5 2 337 3832358 3 — —22383 322*
2 * — 52 — * —— 838 25 52 — 2 8 * 8 5
853 —46 — — 5353333 8 55 228 287
57 757 ———— 32433385* 58 6
58 57338555 —2 2885 253 2 * —5338„ —* ——
3 53325 D 388333335 S * —*. 333728 2 * XRX
2* — ⸗ 2 252* 2532 22 * 2 —3 —
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2 82 2 5 77 5857 28238 — 38 O *
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* 2 7 — 2 — 2 522327 — — 2* 285
25 —— 2 333253 * —A———— ———— — 532 228
22 — — — — —— — —X —3 *
0 8* — — —2 3 2 58523238 3355 223 8 *» —
5 58 * 2553535 52 52 543283228 88*
2 77 7 5532385* — E 2 — 5285 eS
2 3 ———— 2 — 23538 2 *8 —— *
2333 5552 255 3223325 3555 — 2285 2Bi727 25 58
* —835 32 28 — 333525* 2 8 23758 2 * 55 2 *
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— — 5331333 52
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33552 28 53533 523z5
2226 ——— 33633533 3222
5723 —— 55333 33 O S
22238 32535 536
— 3233834
733
573 —A ——
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— 24
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—88663755583—853232 3323 ——2—3255—3 2223232658322533328
55*3358357 —7542 3328 83378 25353383353555353535
53555 255 5e8 3 237 55 —— —2355552332 58338
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323832— — 55 — —3 33553588323 5—83 —5265 55253323
* 353356* —A—— z—6 —— 2—338333
— 52——32321 — sV0 — ——258322-2— — 5358 3232
z3 —53835383253 — —— —2232 522 322235
5—3385S 353 855 337—35322c— 35—333 *553335
* 2 * 2* *
5 58——— —35* 2238 —5553555235334 —— 2532— 555 52,33
—38538 3833 5—735353233—35— — ——
ẽ —E —æ7 —— 525 3238 152235 9
—*2* — * — 2 —2 7 —— 2 22
——3 —533372 25382S533 — —5——8236735
—85533535355525—35 2257—— — — 333 82555 —552
55 23 —AF 358538 — 282 —S F 32 — 322 2
3 — — —3—22 25353532237 —5 —z535533253 8
20835 — 38323 *388 — 55335
538 372358 ——3—3—3—3—833332 33337 *—3
— * — T — 2* —3—
— ——3* —52— 527 — —A
5825373 55 572 332 552352 —566* 5232 2275 —5253832 232
25 — 5 —25 2655333 — 3—533355 5—
z 3 2 55 *252235—332833
A —A z2E55— — 5825335538585— — —
3 3*8 —— — — 38 —A—— 2—
2 — 52 —2.537557— —— ——
„5552 5* 53 3363 58k753 3523—255 5333 —
23383733 3 — — —535325 —z55533 52 3325—
—A— —9 —A ——— — — 2
z28— 33 3535355 56*33833333355557
— 8 EESe S — — 58—323353—53238
* * 2 555322 223 3232320
·« 2n 8 —2— 222
F 5EI35 ——5 ——535355525358353 —WW —2
2.,.* — — —3 * 3 —— 222 —— — 2
3336* 35 33——33 385 523555
7 — 8 —2 2 2 — 22 — * 3 2 — — *2 — 20 S
— —E— —X —— 2* —— — — —225322 25 2 2 —* — * —
—A— —— — E c — 3252 *55 2
83—5*25 A S 5258— 58 55 * —
3 25362 25332 2522 — 22 *
*2525063233 2855 255 20 83583235522325 5852 245222
552338 5 —3234 533755832333 — —
5s33 3 3855372 — 32 ———
2 8 *
3833 5 333 — —
3527 — 338 27 5 — 28553338
3 — 3335* —353 35557 383855——33323,.333
52825 — 5*E2 j553233255 3353533, 335383323 —53533555283463
5. 52272 —z25 *8525 3535 —3325383*8223 .725 53228 56
—A —— 2223228 — — s85223825
5 3 33335*8 553 28553
2 * — 2 *
55353327—33833353 383 853 583—6 2356535
* 2 55528 35*85533 222 —8222 ) 2 255555387 2528280238
2—8— 3 ——— — 75 — 5332352323538238 — 3*
53825 55— 5 — 95 2 2,5 *2 25822 —X —2 —
335523 —5352 523*1255*38 235*3553 —
J 7 — 2 — *
—— 333233378
583—838383—887 —3s38333—33—2 s8358524
—5 3 * — — — 8 — —88— —522 3 —3 —
2828 5.53 2*22 — 5885
253522732235 538382377 23354 532 33535883538 2 32
2533 355353353 22535563232 z53535333 33582355258
33 33— —
* 8 — — —— — * —E 27 — —*7* — 22
3355338337 522333
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        St. Ingberler Anzeiger.
——

III———
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei—

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementsepreis veträgt vierteljährlich

Maͤrt 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfo., von Auswärts mit 15 Pfa. fur die viergejpaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Necla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 42. Donnerstag, den 14. März 1878.

7
Deutsches Reich.

Munchen, 12. März. Das Auftreten des k. Stoatsmi⸗
nisters Herrn v. Piretzschner junr Reichstage bei ver Berathung des
Besetzeniwurfs hinsichtlich der Stellvertretung des Reichskanzlers
at an höchster Stelle die vollste Anerkennung gefunden und ist
juch in einem an Herrn v. Pfretzschner nach Berlin gesendeten
Telegramme in einer filr denselben höchst schmeichlhaften Weise
zusgesprochen morden. Herrt v. Pfreßßschner dürfte vor Ende
ieser Woche hierhet zurückkehren.

B8erurn lo Maärz. Wenn man sich plötzlich in Regie⸗
inngskreisen der Hoffnung hingibt, es werde sich im Reichstage
ine Majorität für eine Verstäändigung auf Gruad der iezzigen
Tabaksfleuer. Vorlage finden, so ist dies eine Erscheinung, für welche
augenblichtich noch eine jede Erklärung fehlt; Thatsache ist aber,
aß eine solch? Hoffnung vorhanden isl. Man meint, die Basis
ur die Verständigung werde die Erhöhung des Finanzzolbes auf
30 bis 835 M., ftati 4e0 M., wie die Vorlage verlangt, welche
nan durch eine verhäͤlinißmäßig geringere Erhöhung der Steuer auf⸗
nlandischen Tabat zu gewinnen hofft. Bis jetzt ist kein Anzeichen
porhanden, weiches die Hoffnung der Regierungskreise rechtfertigt,
her immerhin ist die Stimmung beachtenswertb und scheint zur
Borsicht zu umhnen.

Wie das „Berl. Tagbl.“ erfährt, siud für die deurschen
dünstler im Pariser Ausstellungspalast nur noch etwa 180 qm
Wandfläche versügbhar. Es wird daher unter den auszuftellenden
Werken eine strenge Musterung gçehalten und werden deren nur:;
wa 200 zugelaffen werden. Die Reichsregierung wird den Reichs⸗
ag angehen, 75.000 Mark für die Kosten der Ausstellung zu be⸗
villigen.

Der „Re'schsanzeiger“ verbffentlicht die Verleihung des Kronen⸗
»xdens J. Klasse an den Frhrn. v. Roteschild in Frankfurt a. M.

Der Socaldemokrat Fritzsche ist in die Commission dis
steichstags 4uk Vorberathung der Gewerbe Gesetznovelle gewählt
vorden. Vorsitzender der Commission ist Rickert (nat.⸗lib.), Stell⸗
nertreter desselven Bürgers (Fortschr.)*

Die soctuldemokratischen Reichstagsabgeordnelen Blos und
Most beantragen, daß küuftig die Rechstagswahlen nur-an Sonn⸗
agen stoatiffiden und die Wahlzeltel in uubeschriebenene, undurch⸗
ichtigen Convecten abgegeben werden sollen; ferner daß mit Ge⸗
angniß nicht uuter 1. Monot bestraft werden soll, wer einem Wäh⸗
er Geschenke oder andere Vortheile anbietet, verspricht oder gewäqhtt
der Naatheile-androht, um ibn bei der Abgabe seiner Stimme
u beei⸗ flassen⸗

Nach A⸗eußerungen auf der parlamentarischen Soiree wäre zu
Refürchten. daß das Verlangen Englamn.ds, der Conferenz soll
der gesammee; Inhalt des Friedensvertrages von San Stiefano zur
Beschlußfassung behuss Abänderuug des Pariser Vertrags vorgelegt
derden zu zeiterunzen führe und den Zusammentritt der Conferenz
nindestens verzögern werde. Die Conferenz soll ihre Sitzungen in
dem neuen Rrschskanzlerhause, dem früberen Valais Radziwill,
Whalten..
Ausfand.
Waen, 11. März. Im Budgel⸗; Ausschuß der österreichischen
Delegat:on antwort;te Aundrassy beute, nach den Congreß Aussichten
efragt: er gehe mit der Hoffaung auf Verständigung nach Ber⸗
in, vob müsse auch die Moglichkeit des Scheiterns des Congresses
n'z Auge gefaßt werden. Dann werde Oesterreich mit eigenen
Machtmüteln fuüͤr seine Interessen eintreten. Die Beziehungen zu
Deuischland bezeichnete er als die besten. (Fr. 3.)

Paris, 12. März. Der Unterrichts-Minister ettheilte dem
Bater Hyncinthe die Etlaubniß, während der Weltausstelung Vor—
räge zu halten. — Heute faud ein P. stolenduell. zwischen den
D hatitien Andrieux und Paul von CEassagnac statt.

Londom, 11. Maͤrz- Wie „Standard“ wissen will, halten
die Behörden in Malta die Weisung erhalten, alle heimlehrenden

riegtschiffe zurückzuhalten behuis Verßärlung der englischen Flolte
zu den Orientgewässern.

Pera, 12. März. In Syrien herrscht große Aufrequng
ind lebhafte Agitation zu Gunslen eines Anschlusses an Aegypten.
In Koniah traitn Mollahs auf and proklamirten den Verfall und
ntergang der Dynastie Ozman. Der Sultan ist keank.

Konstantinopel, 114. Marz. Mehemed Ali Pascha
st für die Dauer der Abwesenheit Reouf Pascha's zum interimi⸗
*ischen Kriegsminister ernannt worden. — Die Sterblichkeit unler
den Eingewauderten ist im Zunehmen. — In mehreren Städten
st die Brodsteuer eingeführt worden. — Ein Telegramm des
Houverneurs von Janina meldet die vollständige Niederlage der
zriechischen Frerwilligen in Epirus. Die Ruhe wäre dort voll⸗
ländig wieder hergestellt. — General Saviet wurde zum Gouver⸗
xuc von Tripolis ernannt.

Peterbburg, 13. März. Das „Journal de St. Peters-
ourg“ façt gegenühber englischen Zeitungsstimmen: der Congreß
akein Schiedsrichterliches oder anderes Tribunal, sondern eine
jemeinschaftliche Berathung über gemeinsame oder diverginirende
Interefsen. Entscheidungen würden nicht mit Stimmenmehrheit
— unlogisch, daß Jebermann feine
Interwerfung voraus erkläre; ebenso unvaltbar sei die Forderung,
em Congresse alle, auch die keinen europäischen Charalter habenden
Friedenspunkte zu unterbreiten.
Vermisutes.

“Sit. Ingbert, 13. März. (Pfausverkauf.)“ Das
aeben der kulsholijchen Kirche gelegene Haus des Herrn Ehrhardt
Jochum ging geftern durch Verkauf um den Preis von 27.000
Markt in den Besitz des Herrn Apothekters Zorn über.

* St. Ingbert, 14. PRärz. Gohes Alter). Am
II. März verstarb in der benachbarten preußischen Gemeinde
Spiesen im hohen Aller ven O7 Jahren der Handelsmann
Jatkob Mater, genannt „der alte Maier“. Der Verstorbene
rfteute sich dis kur, vor seinem Tode ener seltenen geistigen und
örperlichen Rüstigleit. Jeden Tag rauchte er vom frühen Morgen
»is zum späsen Abend seine Pfeife. Noch In seinen Lebzeiten sah
er eine zahlreiche Rachkommens vaft: Kinder, Eukel und Urenkel.

FKaiserstautern, 6. März. Um die Z weuerrichteten
Polizeidienerstellen dahier haben sich nicht weniger als 118 Bewerber
jemeidet, worunter etwa 60 rorzüglich Befähigte, meistens gediente
endarmen, so daß der betreffenden Com mision die Vorschlage und
luswahl sehr schwer jallen weiden. Als im Jabre 1872 2 neue
Z„tellen errichtet wurden, meldeten sich bios 12 und im Jayre 1876
los 14 Bewerber auf 2 Stellen, wohei nod besondere Auffoörde⸗
ungen ergangen wareu.

Kaiserslautern, 12. März. Am Sonntag, den
17. März, Nachmittags 23 Uqr, findet in der Brauerei Jänisch
dierselbst eine Generalbersammlung des pfaälsischen Dampfkessel⸗
seevifionsdereins statt mit folgender Tagesordnung: 1) Bericht des
Vorstandes, 2) Rechnungsablage, 3). Berscht des Iagenieurs, 4).
Ergänzungswahl des Vorstandes und der Rev'sions Commission.

F Auf Anttag des Stadtrathes-von Kaiserslautern—
vurden hohen Orts die beider in dieser Stadt bisher am Dienstag
nach Lichtmeß und au dritlen Sonntag im Aubaust abgehaltenen
Jabrmärkle aufgehoben.

Neustadt, 55 März. Der hiesige Carneyal war für
die Ausdehnung unserer Stadt wirklich großartig, besonders die
drähwinkler Garde zeichnete sich dur h aute Ha.tung und glänzende
Tostüme aus. Lerder fehlte auh die Kehrseite nicht. Im Pfand⸗
Jjause ging es so lebhast zu, wie auf det Straßt und in den
Wirthshäusern; Uhren und Ringe, Ober und Unterbetten, auch
Sauerkrautstündet sollen den Weg dortin gewandert sein. Eine
zute Keitit hörten wit auf der Straxe. Ein Nenstadter begrüßt
im Sonntag einen Auswärtigen aat der Straßze: „Na, willst Du
wuch die jchtechlen Zeiten in MRu“adt sehen ?“
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        Fraadreutgal, 124. MNarz. Wie das hienge „Agoꝛ.
»ernimmt, sollen auf Anregung der Superrevifiott des Staates
sämmiliche Beamle und Bediensteleder pfälzischen Bahnen Anstel⸗
ungsdetrete erhalten, was diefelben deshalb schon freudig begrüßen
dürfen „als nun jeder einzelne über den Tag seiner Anstellung
Gewißheit erhalt und Dies überhaupt im Allgemeinen als ordnungs—
mäß'e erscheint.

JSpehyer, 12. Marz. Der seit dem 20. Februar d. J.
vermißte neunzährige Joseph Stahl wurde gestern in Stunden
wäldchen todt aufgefunden; Er ist Hungers gestorhen, nachdem
— (Sp. 3.)

Die von dem v rlebten Privatier Anton Peterle in Wien
mit eiuem Capital von j..24,000 M. begründeten Stiftungen
zur Unterstuzung von Armen der Gemeinde Winnweiler und jur
Berleihung don Stipendien an bedürftige Studirende aus der ge—
gannten Gemeinsde, eventuell aus der Pfalz überhaupt, unter dem
Namen „Peterle-Stiftangen“ haben die landesherrliche Bestätigung
erhalten.

—Saarlouis, 6. März. Von einem Augenzeugen
wird der „S. Ztg.“ ein grausiger Unglücksfall mitgetherlt, der sich
dieser Tage in Ponten-Besseringen ereignete. Als der um 9 Uhr
28 Min. von hier abgehende Bahnzug die genannten Dörfer durch-
führ,, jah der dort stationirte Bahnwärter, wie ein kleines Kind
das uͤnter er geschlossenen Bartiere durchgekrochen war, vor dem
hereits ganz nahen Zug die Schienen passiren wollte. Der Bahn—
wärier spraug henzu, um das Kind zu retten — de Rettung ge⸗
lange auch, da das Kind zwischen den Schieneu unversehrt liegen
hlied, wäbrend der ganze lange Zug über d ⸗sfelbe hinwegrollte —
der muthige Leb nstetter aber, Vater von fechs kleinen Kindern,
wurde von dem Zug überfahren und war auf der Stelle todt.“
pPürnberg, 8. Mätz. Die Untecsuchunzen gegen das
Bankhaus Gebrüder Schmitt wegen der Uaterschlagung eines Loos—
gewinns von 60,000 Mark ist nun soweit gedieben, daß sowahl
der Inhaber der Firma, G. Schmitt, als dessen Sohn in die
offeniiche Sitzung des Bezirksgerichts vom 20. d. M. verwiesen
ind. Ddie Nätlage lautet auf Untreue und Untecschlagung.

Mainz, 8. Möärz. Bei der Prüfung der Einjährig—

Freiwilligen an vorigen Montag bestand auch nicht ein Einziger.
(W. 3.)
1 In Chemnitz wurde eine aus 30 Personen bestehende

Falfschmunzerbande aufgehoden, die seit längerer Zeit falsche Thale
tücke in großer Zahl anfertigte und verbceeitete.

—7 Im Bahnhofe Bruschssafe entgleiste am letzten Sonntag
(10. d.) Vormittag die Lochmotive eines Güterzuges. Fünf un
mittelbar buter derselben angehängte mit Nieh beladene Wagern
wpurden förmlich in einander hineingeschoben und vollständig zer
trümmert. Von den fünf die Wägen begleitenden Vießtreibern er—
litt nur einer leider ziemlich schwere Verletzungen, während die
anderen mit unbedeutenden Contusionen davon kamen. Der größere
Theil der Thiere wurde getödtet oder schwer verletzt unter den
Trümmern der Wagen herborgezogen. .

—f Berbhin. Die oberste Posthehörde hat von der Wahr—
nehmung Anzeige erhalten, daß Briefe nach denjenigen Ländern
des allgemeinnn Postvereins, nach welchen die Taxe von 20 Pf.
tür den einfachen frankirten Brief gitt, häufig mit nur 10 Pf.
raukirt eingeliefert werden. In derartigen Fallen kommt aber
am Bestimmungsorte eine verhältn'hßmähig hohe Nachtore in Ansatz,
und es wird von den Empfängern die Aunihme der unzureichend
frankirten Briefe nicht selten verweigect, wodurch Zweck und Werth
der Briefe verloren gehen. Die Postenstalten sind demge näß auf—
gefordert worden, wo sich hierzu Gele senheit bietet, die Absender
uuf die aus unzureichender Frankerung der Briefe entstehenden
Nachtheile aufmerlsam zu machen. Da aber franmirte Briefe meist
u die Vriefkasten gelegt werden, ohne daß die Beamten, sie zuvor
ehen, so wird es von Nutzen sein, wenn. die Presse auf die eut—
tehenden Uebelstände hinweisi.

F Aus Rußland. Die Unterzeichnuug des Friedens von
S„an Siefano ist im russischen Neich mit großer Begeisterung ge—
eiert worden. Freilich haben dier Russen Ursache, sich nach Ruhe
u sehnen. Die Krankheiten wüthen nicht blos unter den in
feindesland steheuden Heeren, sondern haben, sich auch durch die
jerwundeten Soldaten und die kärkischen Kriegsgefangenen nach
Rußland selbst fortgepflanzt. In Moskau geht man damit um.
vegen der bedrohenden Ausdehnung des Typhus die Lehranstallen
zu schließen und selbst in Petersburg haben die Krank eiten und
die Sterblichkeit eine bedenkliche Höhe erreicht.

In Kearsley bei Bollon in Leiceter fand eine Gruben
expiosion statt, bei welchztr 40 Personen getödtet wurden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß. *

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99 342 1878 F
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3253568332333
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2 2522389
2250 32355335
* * 552 3
— 2328 — 2
A 2283
75 2* 8* — 2 ——
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2383 2257835
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232 5532328
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388 5353
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5 —— 33
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28 2. * 3 25
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55 23 3 23 7
RTP 8XS337285

222523 2 757
2253323259 3 8 728 33333
33535255 234338583332353
28233523 83953333 3853 —7
53 —
—323 52582472 2355—532538
523555 1722225 253
32427— —55 2323 —F
52 52886 — 12— —— ———
22 —— 23353535*
* —A —— 25 25333335 3
—2552 37* — 5e5533353 88
32323 2225 23378347 ——
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— 75 8323333838 13—3535538
573 7—8353353 231738238
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5233855 5 *73272* 7323 —*
27233 2. 5 53 55253 222 * ——
— 22238 —— —
22 232* —222. 2655*77 — 575* —
222 — — — * 55327 —
1222386 52 23*8 *533 5223353 3
2*535 20 32327 7—53 2 8
2 8 528 5583277 2225 —— — 2 eo
s35*533338 77 ę—857 —
35537* —* 5227 S 5553522 —
3. —*4 532253 32 23323 A——
52 22 —5 — 243232 A — 8 26
36833 —— 2252 18235837 3 E *—
— 2727 2285 5222—28*8 7 3* *
3 I vV 237 —A * 235* — *
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3255 — 252 287 22355 5* 35
—253365328 25 27 3228525 8
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235383 324 5 **8533363 2332 3
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— 252 2 2 552—32 23832 5335236 ———
3 „2. 2 2582332. 225 2 3 527 23
23,3 3 25 257 — 22 32
253332
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ẽ 0 ——— —— 55 8
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2 33 * 2532582 2* ẽ 225 228 —8
A —— — 5237335 232 52533322. —A
3235 8383853
252525 58 8 388 3* *5 —
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2 535 2 — S 5 — 2 53555325333 27
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (Zemal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementopreis betragt vierteljahrlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 3fz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Recla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 43. Samstag, den 16. März I 1878.
***

— — —
— —
Deutsches Reich.

München, 13. März. An der Kriegsschule hat unter
Leitung der Oberstudien und Eraminations-Kommission die Offiziers
Prüfung für das Jahr 1878 begonnen; derselben rnterziehen sich
30 Setondl eutenants (wegen eventueller hoͤherer Beförderung oder
Aufnahme in die Kriegs-Atabdemit), 100 Portepee⸗- Fähnriche der
riegsschule und 4 Vize⸗ Feldwebel der Reserve Erühere einjähtig
Freitoillige), welche, um auf Beförderung weiter zu dienen, in die
üktive Armee übertreten wollen.

Berlin, 12. Marz. In der heuligen Sitzung des Reichs⸗
tages fagte der Direktor Michaelis, die Einnahme aus dem Tabal⸗
oll habe im Febtuar 6 Millionen mehr betragen, als im Voriahr,
wahrscheinlich in Folge der Tabatsteuervorlage, da in Erwartung
er Taͤbatsteurrerdöhung eine Menge ausländischen Tabaks eingeführt
Puürde. Der Rerchssstag wird sich am Donnerstug auf acht Tage
bertagen. (A. Z3.)

Berhin, 12. März. Das Gerücht, nach welchem der
deutsche Botschafter in Koufitantinopel, Prinz Reuß, ausersehen sein
soll, die Krone des neugeichaffenen Fürstenthums Bulgarien zu
ragen ist nicht neu. Schon vor Beginn des russisch türischen
rieges, als eben Prinz Reuß von seinem St. Pelersburger Bot⸗
schafterposten abderufen worden war, und man ohne Blutvergießen
eine Auflösung der europäischen Tuürkei in einzelne, genz selbst
tändige Staaten konjeltutirie, wurde Prinz Reuß als Erster uunter
Denen genannt, für welche von Europas Guaden auf der Balkan⸗
halbinsel ein Thron gezimmert werden sollte. Was damals eine
loße Konjektut gewesen — nicht besser und nicht schlechter als so
‚iele audere — ist heute eine schwere Beleidigung füt den Prinzen
Reuß. Fürst Karol's Beispel zeigt deutlich, wie viel Ehre eine
deonüe umer den „interessauten Völkerschaften“ dem Trager bringi.
Schützt nun selbst die eutopäische Garantie, unter welcher doch Ru⸗
mänien steht, nicht vor rujfischen Demüthizungen und Mißhand—
lungen, —- was darf alsdann Derjenige erwarten, der unmittelbar
on Rußlands Gnaden sich zum Fürsten machen läßt ? „Väterchen“
Zar nähme schwerlich Austand, morgen die Knute zu geben, dem
er gestern die strone auf's Haupt gesetzt, und, offen gestanden,
die Kautenhiebe verdient, wer aus solcher Hand die Krone nimmt.
Die klägliche Rolle, welche Fürst Karol sprelt, ist nicht eben dzu
angethan, Deutschlands Prestige zu erhöhen. Geradezu schimpflich
wäre es, wollte ein deutsger Ptinz rufsischrr Lakai werden um
eines nichtigen Fürstentitels wllen. Deutschlaud ist für seine
Berwandischaft necht verantwortlich — aber wenn es itgend geht,
sucht man doch die interessante“ Verwandtschaft zu vermeiden,
und jedenfalls sucht man sie nicht auf.

Berlhin, 13. März. Unter der Ueberschrift. Ein guter
Schrit vorwäris in der Reichsverwaltung — bespricht die „Pro—
ainzial Correspondenz“ das Zustandekommen der Stellvertretung-vor⸗
age, indem sie hervorhebt, daß dieselben conservativen und liveralen
Parteien, welche durch ihe Zusammenwirken mit der Regierung
eit Gründung des Norddeutschen Bupdes alle Fortschritte des Ver⸗
jassungslebeus gefördert, auch diesmal festgeschlossen für die volle
Sicherung und weilere Gestaltung dec Reichsdverwaltung eingetreten
rien. gie Dauer der Nacsession des Landtags veranichlagt
dasselbe Organ auf kaum weniger ais 14 Tage. An anderer Stelle
erwähnt dasselbe den am 11. d. durch Se. Maj. den Kaiset er⸗
folgten Empiang des Ministers Camphausen, dessen Abschiedsgesuch
higher nicht genehmigt morden sei.

—A —— wird im
Finanzministerium eine Dentschrift vorbereitet, in welcher die Ftage
bezüglich der Einführung der Tabatfabeikatsteuer und des Tadals—
nonopols in Deutschland eingehend erörtert wird. Die Denkschrift
oll dem Rechsstage noch in dieser Session vorgelegt werden. Wie
vir ferner hören, hat der Senat von Bremen ein Memotandum
in den Reichskanzler gerichtet, in welchem nachgewiesen wird, daß
„e Einführung des Tabalsmonopols im Reiche den Ruin des

zremischen Handels und den financiellen Ruin des bremischen
Ztaates herbeiführen würde.

Die freie volkswirthschaftliche Vereirigung des Reichstages
Schutzzöllner) trat gest rn Abend zu einer Berathung behufs Stel—
ungnahene zu der dem Reichstage vorgelegten Denkschrift über den
eutscheosterreichischen Handelsvertrag zusammen. An der Debatte
etheiligten sich u. A. die Abgg. Dr. Grothe, Bergmann (Stzaß⸗
»urg) und Dr. Hammacher. —WFcuoe
Distussion resumute der Vorsitzende Abg. Löwe die Haupigesichts⸗
unkte dahin: der Tarif sei in seiner jetzigen Gestalt unbrauchbar.
Der Abschluß eines Handelsvertrages set solange nicht ratusam,
Iis eine Enquete veranstaltet und der Tarif danach reformirt
vorden, die Klausel von den meistbrgünstigten Nationen sei auszu—
chließen. Die Vereinigung wird demnächst ihre Anträge formuliren
ind dem Plenum zur Genehmigung unterbreiten.

Wien, 18. März. Depeschen aus Serajevo und Knin
nelden, daß in Bosnien ein Kampf aller gegen alle begonnen hat.
die Begs tämpfen gegen Baschi⸗-Bozuks, welche zahlreich in die
Jrovinz strömen. Außerdem schlagen sich die Begs und Baschi⸗
Zozuks mit täglich wachsenden Schaaren von Insurgenten. Der
Zuzug von Flüchtlingen nach Oesserreich ist im Wahsen.

LTondon, 13. März. Nach einer dem „Staadard“ zuge⸗
jangenen Meldung wird das britische Geschwader in der Besikabai
n die Dardanellen vorrücken zur Vesstärkung des unter dem Kom⸗
naudo von Commerell stehenden Gessuwaders bei Gall poli, welches
»adurch größer als dasjenige Hornby's wird.

In Enqland zweifell man noch immer an dem Zustande⸗
tommen des Congresses und die daran glauben, zweijeln, daß der⸗
elbe unserm Welitheil den er vünschten dauernden Frieden bringen
vird. So wenig Eagland einen Krieg wünscht, sieht es ihm doch
zute gefaßter entgegen, als dies vor einigen Woaen der Fall war.
Ulles hängt von dem Maße der Hartnächigkeit oder des Entgegen⸗
ommens ab, das Rußland zunächst zeigen wirꝛn. Es dürfte nun
iicht uninteressant sein, einen Blick auf die Streitkräfte zu werfen,
nie England im Kriegsfalle, allerdings bei außerstet Ansirengung,
ur Verfügung siehen. Dit Landmacht besteht aus ungejänr 400,000
rercirten Soldaten mit 372 Geschützen. Diese Heecesmasse ergibt
ich aus dem sthenden Heere des Inlandes mitt 99. 000 Mann,
»er Miliz mit 85,000 Mann, den Armee- und MilizReserven mit
10,000 Mann, den Freiwilligencorps mit 180,000 Maun und
iner zweiten Armee-Reserve von 10,000 Mann. Freilich gibt
diesen Angaben gegenüber die englische Quelle zu, daß England
'ofort und in den nächsten Wochen döchstens deei vollständig aus—
zerüstele Armeecosps ins Feid schicken könne, wieil man sich in
rẽngland der Schwierigzke ten bei der Mebilmachung der Freiwil—
igen und der Miltzen sehr wohl bewußt ist. Abgesehen von den
Schwierigkeiten des Transports kana daher Enaland der russischen
irmee binnen einem Monate kböchstens 100,000 Mann entgegen
tellen. Die indische Armee Englauds belduft sich auf 62,000
Nann und weiß man nicht, ob auch von diesem Heere Theile nach
—X0
driege kommen sollte. Von den übrigen Colon aliruppen Eaglands

ommen in einem Kriegsfalle nur diejenigen auf Gibraltar und
Malta in Betracht. Die Besatzung von Malta beirägt 8004 Mann
ind diejenige Gibraltars 4991 Mann. Von diesen Truppen köante
vohl der größte Theil sofort nach den Küstenländern der Darda—
nellen dirigitt werden.

Konstantinopel, 12. Mätz. Das britische Geschwader
m Goif von Ismid wurde durch ein weiteres Panzerschiff verstärkt.
ks wird versichert, daß die Englander auf Tenedos (unweit der
Finfahrt in die Dardanellen) ein Depot von Waffen, Munition
ind Lebensmitteln für ihre Truppen ertichten. — Hobart Pascha
oll sich morgen mit einer Flottenabtheilung nach den Küstea Thefsa—
Nens begeben; Ali Saib Pascha wird dem Vernehmen nach den

Ausland.
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        Oberbefehl über das nach Thessalien zur Unterdrückung des Auf⸗
tandes entsendete Corps erhalten.

Konstantinopel, 13. März. Die Russen besetzten
vorgestern das Fort Feneri Kalessi am nordwestlichen Endpunkte
des Bosporus, die Pulve.fabrik Azatli so wie mehrere andere Dörfer
in der Umgebung von Konstantinopel. Gegen Jarym Burgas,
staparnaria Aghaischliköi schieben die Russen in der Richtung nach
der Haup stadt Truppen vor.
BVermisqhtes.

F Zweibrücken, 13. März. Die Anklagekammer des
igl. App llatonsgerichts dahier hat vor die em Montag, den 18.
). M. un er dem Präsidium des königl. Appelationsgerichtsrathes
Nönhsel dahrer beginnende Sitzung des pfätzischen Schwurgerichts
'ür das 1. Quartal 1878 folgende Personen verwiesen:

1I. Rieger Jakob, 25 Jahre alt, lediger Tagner und Rieger

Ph'lipp, 17 Jahre alt, Fadrikarbeiter, beide Söhne des in Og—
gershein wohnhaften Fabrikarbeiters Johann Philipp Rieger, beide
angeklagt der vorsätzuchen gemeinschafilichen, mittels gefährlicher
Werkzeune verübten Körperverletzung, der erstere derselben mit södt⸗
lichem Erfolge. Sitzung: Montag, den 18. März nächsthin,
Morgens 8 Uhr beginnend uad den folgenden Tag; Vertheidiger
üe den ersteren Angeklagten der k. Anwalt Tisch, für den letzteren
Rechtstand'dat Eugen Kieffer.

2. Knrerr Jakob, 25 Jahre alt, lediger Wagner von der
Walsbauser Mühle, angeklagt der Nothzucht; Sitzung: Mittwoch
den 20. Marz, Morgens 8 Uhr beginnend;: Vertheidiger: Rechts-
'and dat Engel orn.

3. MoserCoristian, 25 Jahre alt, Kaufmann, früher in St.
Johann oq. d. S., zuletzt in Neustadt a. d. H. wohnhaft, angeklagt
des betrüglichen und des einfachen Bauleruttes; Sitzung: Mitltwoch,
den 20. März, Vormittags 11 Ubr beginnend; Vertheidiger noch
aicht bestimmt.

.4. Feiathel Jaklob, 23 Jahre alt, Ackerer von Schweigen,
Kanton Bergzabern, angeklagt der vorsätzlichen Tödtung; Sitzung:
Freitag, den 22. März, Morgens 8 Uhr veginnend; Vertheidiger
noch nicht bestimmi.

Kaiserslautern, 13. März. Die hiesigen Blätter
enthalten eine Einladung zu einer Versammlung behufs Gründung
eines pfälzischen Geflügelzuchtvereins für Sonntag den 17. März,
Mittags 4212 Uhr, im Gasthaus zur Post (Seitz). Die Einladung
zeht von dem Kaiserslauterer Geflüge:zuchte verein aus.

fF Die Kaiserslauterer Blätter enthalten eine Ein⸗
ladung zu einer Versammlung behufs Gründung eines pfälzischen
Beflügelzüchter Vereins für Sonniag, den 17. März, Mittags halb
5 Uhr, zm Gasthaus zur Post (Se tz). Die Einladung geht von
dem Kaiferslauterer Geflügelzuchtverein aus.

fOberstein, 8. März. Der Fischbacher Bürgermeisterei⸗
Schreiber, ein junger Mann von ungefähr 18 Jahren war am
Montag beauftragt worden, der hiesigen Amtskasse circa 430 M.

zu überbringen. Derselbe lieferte den Betrag aber nicht ab und
war seit diesen Tage verscwunden, bs man ihn heute Morgen
in der Scheune seiner Mutter, einer Wittwe, erhängt auffand.
Von dem Gelde hatte et nur 10 M. in dec Tasche. Noch gesteru
Abend hatte derselbe in Kirn einen Brief an seine Mutter zur
Post gegeben, worin er dieser anzeigte, daß man ihn auf dem
irchlofe auffinden würde. (Krzu. Zi8.)

rF In dem Budget der Stadt Pirmasens pro 1878
ãigurirt unter den ordentlichen Einnahmen der Reinertrag der Gas⸗
anstalt mit 18,000 Martk.

F Neustadt, 123. März. Weinversteigerung. Die gestern
jm Theatersaale des Saulbaues abgehaltene Weinversteigerung der
Herren A. Bramm und Hch. Klipfel war ziemlich zahlreich besucht,
aber es fehlten fast gänzlich auswärtige Bieter, welcher Umstand
sich theils auf die jetzt so zahlreich stattfindenden Versteigerungen,
hauptsächlich aber auf die herrschende Krisis und Geschäftsstille
zurückführen läßt. So kam es denn, daß das Ergebniß sich nicht
sehr glä zend stellte, auch theils nur gedrückte Preise erzielt und
nicht wenige Rummern von den Besitzern zurückgezogen wurden.
Die Preise in Mark und nach Fuder à 1000 Liter ohne Faß
lellten sich wie folgt: 1874er Hambacher 300 bis 420; 1875er
Haardter 390, Midenheimer 430 bis 440, Diedesfelder 420,
Simmeldinger 350 bdis 430, Neustadter 390 bis 300, Deides
heimer 590 bis 670, Neuftadter Vogelsgesang 590; 187660 Neu⸗
dadter 480 bis 590, ditto Vogelsgesang Spätlese 1180 und 1200
(gesteigert von den Herren Kuvy und Sal. Maher); 1877r Neu⸗
Jadter 240 bis 290, dito Vogelsgesang Spailese 490 bis 500.

(B. 3.)

FDärkheim, 18. März. Die gestrige Weinversteigerung

der Frau Wittwe Wolf war nicht so sehr besucht als erwartet
vurde. Von den 18735, 18741 und 18761 Weine wurden mehrere
urücgenommen upd die meisten, da keine Abnehmer dafür da waren,
gar nicht ausgebeolen. Die 18755 fanden mit wenigen Ausnahmen
Abnehmer. Die erzielten Preise sind; 187 Ir Wachenh⸗imer Sand⸗

zarten 360 Mark, Ruppertaberger Weißlich 330 M., Forster Mühl—

veg 360 M., Ruppertsberger Goldschmied 870 M. Auf 1870r

vpurde geboten 530 M. bis 900 M., aber nicht zugeschlagen.
1874r Wachenheimer 750, 900, 960, 1010 und 1020 W. Wenere

Wachenheimer, Forster, Ruppertsberger und Deidesheimer kamen

richt zum Ausgebot. 187s55 Wchenheiner 520, 570, 610, 710,
80. 910, 1840, 1890, 1400, 1560, 1580. 1740, 1900, 1920,
2000 M. Wachenheimer Gerümpel 2900, Feuerberg Traminer
320, 960, 1100 und 1210 M., Feuerberg Tokayer 830 M.,
duppertsberger Hoistück 900 M., Weißlich 1230 und 1790 M.,
ßoidschmied 1230 und 1270 M., Hosenurg 1200 M., Forster⸗
traße 1140 M., Hohenburg Riesling 1370, 1890 und 1800 M.,
»ofstück Reesling 1010 und 1370 He., Hohenburg Traminer 1320
N, Stickelpfad 1620 M., Forster Bergelsweg 1210 M., Mühl⸗
veg 1310 M., Beraelsweg Riesling 1630 und 2220 M., Un—⸗
eheuer Riesling 2109 M., Mühlweg Riesling 2580 M., Mühl—
peg Auslese 3690 M., Kirchensiück Riesling 4310 M. Auf Forster
ziegler Auslese wurde geboten 5600 M. und irchenstück Ausbruch
'000 M. Deidesheimer Kalkofen 1340 und 1390 M. 18766
Bachenheimer 580, 700, 770, 800, 950, 1300, 1350 M., Rap⸗
ertsberger Weißlich 8300 M., Deidesheimer Rennpsad 1020 M.
(D. A.)

Speyer. Die Nachricht, daß der vermihlte Knabe J.
Stahl fodt im Stundenwäld hen aufgefunden worden sei, war falsch.
—BDD—

Mäunchen, 11. März. Wegen des Emsturzes eines
steubaues in der Heßsttaße, wobei 5 Äürbeiter ihr Leden verloren
ind einer schwer verletzt wurde, verurtheilte heute das Bezirksgericht
)en Privatier Bauer, welcher, obwohl weder Maurer noch Zim⸗
nermeister, den Bau selbst iührte, und zwar auf sehr leichtsinnige
Weise, zu 3 Jahren Gefängniß.

F Ein Duell mit tödtlichen Ausgang. Am Montag 11. Dez.
st im Krankenhause zu Müsnchenn der stud. jur. Wilhelm Lahm
nus Dürkheim in der Rheinpfalz nach mehrtäg gem Krankenlager
ain einer schweren, bei einem Säbelduell erhaltenen Kopfwunde
jerstorben; der Zweikampf hat außerhalb der Siadt stattgefunden,
der Gegner des Getödteten, ein Polhiechnikec, ist ermittelt, befindet
ich sedoch z. Z. auf flüchtigen Fuße. Gerichtliche Untersuchung ist
m Laufe.

TRegensburg. Die Geschäftsstille macht sich auch in
inserer Stadt bemerkbar, indem die Ladenmiethen wegen des häu—
igen Angebotes in Rückgang begriffen und viele Laden, welche
ich nicht gerade in den besten Geschäftslagen befinden, kaum anzu⸗
zringen sind.

f Würzburg, 6. März. Wer dieser Tage die öffentlichen
Bergnüßungslo ale auch nur oberflächlit gemustert hat, muß ge⸗
tehen, daß die „schlechten Zeiten“ blutwenig zu bemerken waren.
Dafür war aber auch in den letzten Tagen dor Fastnacht das
taͤdtische Leihnaus so in Anspeuch genonmen, daß seine Kasse nicht
nehr ausreichte und bei der städtischen Hauptkasse eine Anleihe von
nehteren tausend Mark gemacht werden mußte.

r Wie dem „R. M.“ mitgetbeilt wird, machten sich im
dorfe Steinsberga (Obpf.) am Fastnachtsdinstag wehrere
Fastnachtslustige den schändlichen Scherz Kinder im Alter von
— 12 Jahren mit Branntwein zu berauschen, so zwar, daß ein
kuabe im Alter von 5 Jahnen wegen übermäß'gen Schnapsge-
iuffes am Aschermittwoch Nachmittags 2 Uhr starb. Untersuchung
st im Gange.

F Im Königre'ch Bahern bestehen sechsklassige Realschulen
n folgenden Slädten: Ambecg, Ansdach, Aschaffenburg, Augsburg,
zJamberg, Bayreuth, Dinkelsbühl, Eichstätt, Erlangen, Freising,
zürth, Hof, Ingolstadt, Kaiserslautern, Kaufbeuren, Kempten,
dissingen, Kitzengen, Landau, Landshut, Lindau, Vemmingen,
München, Neaburg a. d. D., Neumarkt in der Oberpfalz, Neu⸗
adt a. d. H., Nördlingen, Nürnberg, Passau, Regensburg,
dotheubueg a. d. Tauber, Schweinfurt, Speyer, Siraubing,
Traunstein, Weiden, Weißenburg am Sand, Wuͤrzburg, Wunsiedel,
zweibrücken.

F Bon der bahyherisch⸗österreichischen Grenze wird dem „Passauer
Tagbl.“ derichtet: In voriger Woche ging spät Abends ein baye;
ischer Hündler von Ried (Oberösterreichj gegen Haag jzu. Plötzlich
praug ihm ein Mann entgegen und setzte ihm kin Messer an die
Irust mit den Worten: „Richt rühren, sonst bist du laput.“ —
Der Bayer frug: „Na, was willst denn ?“ — ', Deine silbernen
dnöpfe,“ war die Antwort. — „Schneid' dirs ab,“ sagte der An⸗
jefallene, worauf der Räuber aut gewandter Hand dieselben los⸗
rennte. Als er sie in der Hand hatte, mochten sie ihm jzu gering
beinen, und er sagte daun: „Wami's d' mit zwei Gulden gibst,
jeb' ich dir die Knöpf wieder,“ worauf der Bayer gemüthlich seine
Brieftasche, die mehr als zuei Gulden enthielt, hinreichte mit den
Wotten: „Da nimm' dir's!“ Der Räuber griff nach der Brief⸗
asche und verschwand dann eiligst. Ein gemülhlicher Räuber.“

F Dem Gey. Rath Professor Dr. Bluntjqli in Heidel⸗
erg, welcher am 7. d. sein 70. Lebenkjahr vollendete, wurde

—
        <pb n="159" />
        am Abend vorher ein Ständchen gebracht, und die beiden Bilrger⸗
meister und ein Stadtrath überbrachten ihm Namens der Stadi
ihre Glückwünsche.

Saarbrücken, 13. März. Ein unangenehmes Aben⸗
zeuer in unserer Stadt passirte gestern Abend zwischen 8 und 9
Uhr einem jungen israelitischen Handlungsreisenden aus Mainz.
Derselbe gerieth, etwas ang⸗heitert, hintet dem Circus auf deir
Bleiche in die Gesellschaft leichtsinniger Frauenzimmer, welche deth
Fremden sein Por?monnaie oder Pottefeuille mit ca. 800 M. in
Zolb uad Papier wegstibitzten und ihn, der ortsuntundig, aus
dem finstern Platz stehen ließen. Hoffentlich gelingt es der bereiis
benachrichtiglen Polizei, dem dupirten Don Juan wieder zu seinem
Gelde zu verhelfen. (Saarbr. Zig.)

t'Wie die „ITr. Zig.“ vernimmt, ist die Eröffnung den
Moselbahn zwischen Diedenhosen und Trier (bezw. Ehrang) auf
den 1. Mai festgesetzi.

Ratingen (reis Düsseldorf.) Zwei Gaste mahlen
in einer Wirthschaft als Fastnacht sscherz „die Waage“, wobei die
Arme nach dem Nücken zu verschlungen werden und Einer den
Andern mit dem Rücken aufhebt. Der Eige, ein Müuüllir, wurde
aber von seinem Partner zu weit gedoben und flog über den Kopf
desselben in die Stube, wobei er so schwere innere Verletzungen
rlit, daß er am nächsten Morgen starb.

F Der großherzoglich hessische Kriegsrath Wiegend, welcher
wegen bedeutender Unterschlagungen nach Amerika fluchtig geworden
var und in Hamburg einen Selbstmordversuch gemacht hatie, ist
am 9. März in Darnstadt eingeliefert worden.

Allerhsqhhste Medizinalpfuscherei. Der
kleine Sohn des Koches und Restaurateurs Teichert in Berlin litt
seit seiner Geburt an Krämpfen; alle Hemusmittel und Medikamente,
delche die Etern anwendeten, schenen das Uedel nur zu verschlim.
mern. Die Frau eines Schloßbeamten rieth dem Vater des
Knaben, sich an die Großherzogin von Mecklenburg⸗Schwerin, ene
Prinzessin aus dem Hause Schwarzburg⸗Rudolstadt, gedoren 1850,
zu wenden; diese habe ein ganz vortreffliches Mittel gegen Kuder—
främpfe. In der That kam auf ein Bittschreiden aach Shwerin
nach wenigen Tagen ein Packet und dazu ein Begleitbrief fol enden
Inhalts bei dem Bitist ller in Berlia an: „Herrn Philipp Teichert,
Herlin. H'erneben erfolgen die von Ihrer Eheirau erbelenen
Schlagpulver füt Ihren an Krämpfen leidenden 214.jährigen
Sohn, jedoch wird Ihnen wegen des zarten Alters Ihres Sodnes
cnpfohlen, vor oder beim Gebrauch dieser Pulber einen Arzt bei⸗
uziehen. Großherzogliche Hofmarĩchall ⸗Amts-Registratur in Schwerin.
hoͤfsekretar Peters.“ Die beigegebene gedruckte Gebrauchs nwe sung
rug die Ueverschrift: „Nachricht von einem Pulver für den
Schiag oder das sogenannte Unglück.“ Zum Einrühren der Pulver
war eine Flasche mit Maiblumen-Wasser beigelegt worden. Hert
Teichert zoz bei Anwendung der Pulver seinen Hausarzt zu Rathe.
Das Resutlat wird „vorläufiz“ als ein günstiges bezeich et.

f In der Nacht vom 10. auf den 11. ist dicht vor den
Thoren Köln's ein schleußlichet Mord verüdt worden. Der Be—⸗
fitzer einer dort belegenen Wirtyschaft war gegen 12 Uhr nach
hause gekommen, gleich nachher hörten Vorübergehende klägliches
Hilfetufen aus dem Hause und den Schall heftiger Shläge. Man
drang in die Wirthschaft und fand den Besitzer todt in seinem
Blute lieger. Dem Unglücklichen war mit einem harlen Instru⸗
strumente der Schädel Aängeschlagen, an seinem Halse zeigte sich
line klaffende Schn'ttwunde, auch waren demselben an einer Hand
mehrere Fenger durchschnirten; die lezgenannte Verletzung rührte
augenscheinlich daher, daß der Verstorbene das Messer, dessen sich
der Moͤrder bei Vollführung der ruchlosen That bediente, abzuringen
dersucht halte, wobei ihm die Klinge durch die Hand gezogen worden
war. Die Werthgegenstände, welche der Ermordete mit sich führte,
fanden sich noch bei der Leiche vor. Es liegt demnach die Ver⸗
muthuag nahe, daß die That as Rache begangen worden ist.
Noch in derselben Nacht wurde ein Schwiegersohn des Ermordeten
derhaftet; wie es heißt, fand man Blutfputen an dessen Kleidern.
auch war er an einer Hand verwundet.

x Der zweite deutsche Lehrertag wird am 11. bis 13. Juni
in Magdeburgetagen. Für die Tagesoidnung sind folgende
Gegenstände in Aussicht genommen: 1. Organisation des deuischen
dehrerlages; 2. Eingade an den Reichstag, betreffend die 88 223,
230 und 232 des Strasgesetzbuches; 3. aus den „Fragen zum
Unterrichts⸗Gesetze“ besonders die Ftagen, über welche bisher eint
Finigung nicht erzielt ist; 4. Lehretinnen⸗Frage; 5. vetschiedene
Berechtigungen und deren Einfluß auf den eigentlichen Zweck der
Schule; 6. Stellung der Lehrer in der Gemeindeverwaltung.

7 'Die Falsifikate von den Zwanzigpfennigstücken mehren sih,
—R Weise, daß
man in ojßftziellen Kreisen bereits eine andere Form der Aus⸗
prägung für diese Münzsorle in Erwägung gezogen hat.

p'Drei Weisdeitsregeln. Aus dem Leben des
— Bismarck erzählt W. Buchener folgende Episode; „Graf

dienberg. früber bessischer Gesaudter in Varis. dann Gesandter

des Deulschen Reiches, ein eifrlger Handschriftensammler, überreichte
auch dem Fürsten Bismardk sein Album zur Einzeichnung, welchem
Gesuche dieser nach einigem Zözern willfahrte. Das Blatt, auf
welches Bismarck schrieb, trug bereits zwei andere Deulsprüche.
Der vormalige Minister Guizot hatte geschrieben: In meinem langen
Leben habe ich zwei Weisheitsregeln gelernt, die eine, viel zu ver⸗
jeihen, die andere, niemals zu vergessen! Der feine Thiers, Guizol's
jangjähriger Widersacher, hatte darunter geietzt: Ein wenig Vere
zeßuͤchkeit schadet der Aufrichtigkeit der Verzeihung nicht! Und
wieder darunter steht von Bismarck's Hand: Ich meinerjeits habe
im Leben gelernt viel zu vergessen und mir viel verzeihen zu lassen!

FArbeilter Wohnungen. In Hamburg hat ein Con⸗
sortium hervorrogender Männer eine geweinniltzige Bauge'ellschaft
zum Bau von Arbeiter Wohnungen gegründet. Es soll eine Colo—
zie kleiner Häuser, zunächst etwa 400, erbdaut werden. Die Be⸗
wohner sollen durch die zugleich zur Amorifsation des Anlagecapi⸗
jals destimmte, übrigens noch immer nicht hode Methe allmählich
in den Besitz der Häuser gelangen. Emen Zins von vier Procent
joffen die Uaternehmer von dem Aalage Capital dennoch zu erlan⸗
zen. In Märkisch Gladvach bewährt sich ein solches Unternehmen
‚orttefflich. Daß die Atbeiler allmählich kleine eigene Hauser er⸗
atigen, ist von außerordentlicher Bedeatung. In der Arvbeiter· Ca⸗
serne ist die Familie nur eine Nummer, die nach Möglichkeit ge⸗
preßt, ausgesogen und herumgeworfen wird, wahrend das Häuschen
der Baugefelischaft zugleich ein Spariopf ist, der den Prolelarier
unvermertt dum ausassszen Bütger macht. — Das Unternehmen
ist nur mit Freuden zu begrüßen.

7 In Paris wirs die Personal⸗Einkommensteltler neu fest⸗
Jesteli; dabei hat es sich ergeben, daß die Familie Rothschild
ährlich 1,207.330 Francs zu entrichten hat.

Lackirte Butter. In England kommt seit einiger
Zeit Butter in den Handeh, die besonders für den Tafelgebrauch
Feliebt ist und höher bezahlt wird, als gewöhnliche Butter von
lleicher Qualitaäl. Sie hat ein glänzendes, jast eibartiges Aus⸗
ehen und nimmt sich, schön geforut Un Formen ged ückt) sehr
sut aus. Das einfache Verjahren, das bisher als Gegeinneiß be⸗
vadrt wurde, ist im Wesentlichen Folgendes: die Butter wird
orgfältig ausgewaschen, geballt oder geformt und bis zum folgen⸗
den Tage stehen gelassen. Dann löst man einen Theelöffel voll
veißen Zickers in e Liter heißem Wassers auf, leg“ die Ballen
zuf ein weißes Tuch und bestreicht sie mittelst eines feinen, nicht
u kleinen Pinsels rasch mit der heißen Flüssigket. Die Wirkung
st, daß die Oberfläche ein wenig schmilzt aber sogleich wieder fest
vird, wobei ein lackartiger Glanz wie Eis zurück-leibht. Man
ann die Butler auch einfach in die Flüssigkeit eintauchen; es er⸗
ordert aber dies eine gewisse Uebung und Geschicklichkeit.

f In der englischen Armee bestest die Einrichtung, daß für
Trunkenheit in und außer dem Tienste eine Geldstrafe von 28 bis
IL verhängt und der dadurch enistehende Fonds zu Geschenken au
Leute von guter Führung verwendet wird. Es müssen in den
tzten Jahren recht häufig Bestcafungen vocgekommen sein, denn
»om 1. April 1869 bis 1876 sind im Ganzen 122,3481. jährlich
aljo mehr als 170001. eingenommen worden. Im vorhergegan⸗
zenen Jahrzehnt vetrug die Summe der Steafgelder nur 110.000
L, also jährlich 11,0001L.

f Ein Blatt in San Francisco bringt folzende ori⸗
zinelle Anzeige: „Man wünscht mit bärtigen und fetten Damen,
Tircassierinnen ooer sonstigen weiblichen Curiositäten in Korrespon⸗
denz zu treten, die, als Kompensation füc ein treues Hetz und
einen aufrichtig ergebenen Gaͤtten, sich entschließen würden, die
Sommermonate auf Reisen zuzubringen, und dem Einsender die
Frlaubniß zu ertheilen, das Geld an der Kasse in Enpfang zu
Jebmen.
Handels⸗ und Verkehrs-Nachrichten.

Laut Bekanntgabe der Ministerien des Innern und der Fi⸗
nanzen werden die vom 1. März an neben den Einsechstelthalern
ußer Kurs gesetzten e⸗, *hae und s⸗-Tholerstücke landgräflich hes⸗
ischen und kurhessischen Gepräges, die s⸗, 10⸗ und Un2: Groschen⸗
Zwei⸗ und Einpfennig)⸗Stücke, die nach dem Martsystem ausge—
zrägten Fünf-, Zwei⸗ und Enpfennigstücke mechlenbucgischen Ge⸗
zräges, obgleich sie in Bayern nicht als geseßliches Zahlunzsmittel
zelten, bis 1. Juni bel den banetischen Finanzlassen in Zablung
genommen.

Der Bankverein Aschaffenburg, eine der traurigsten
Schöpfungen der Gründungeperiode hat deine Liqu'dation deschlossen

—
Dienstespafrichten.

Der k. 2. Staatsanwalt Schäfer in Landau wurde auf An⸗
juchen in gleicher Eigenschaft nach Kaiserslautern versetzt. Der k.
1. Staatsanwalt K. Osthelder in Frankenthal wurde zum Appell⸗
»atb in ZBweibrücken ernannt.
— — — — — —— —
Fur die Redaction verantwortlich: 5. Dw
        <pb n="160" />
        Thermen der Taunusbäder heilen werden (und viel Geld mit⸗
bringen!).

f Bern, 4. März. In Fluntern bei Zurich hat sich fol⸗
gendes Familiendrama vor einigen Tagen zugetragen. Eine dortige
Familie, Namens Follenweider, obschon nach außen anscheinend in
Eintracht, lebte doch im Innern ihres Hauses fortwähreud in Hader
und Streit, woran namentlich die dem Trunke ergebene Mutter
schuld war. Da kam kürzlich der 28jährige Sohn von der Be⸗
erdigung der jungen Frau eines Freundes heim und rühmte die
Verstorbene. Dagegen wußte die augenblicklich wieder in trunkenem
Zustande sich befindliche Mutter allerlei Ungünstiges üder dieselbe
zu berichsen, was den Sohn zu der anzüglichen Aeußerung ver⸗
anlaßte: „Jedenfalls hat man sie nicht beirunken aus dem Weiher
gezogen!“ Sofort ergriff die Mutter das auf dem Tische liegende
scharfe Brodmesser und stieß es mit den Worten: „Was sagst Du?“
dem Sobne in die Brust. Die Familie hielt auch dieses Mal zu—

sammen und suchte die That zu verschweigen und der Sohn sagie
selbst dem herbeigebolten Arzt, er habe sich bei der Arbeit mit
einem Sqchnitzmesser verletzt. Erst als nach acht Tagen sein Tod
eintrat, brochte seine junge Frau den wahren Sachverhalt au den
Tag, welchet dann auch noch durch die zerichtliche Section bestätigt
vurde. Bei ihrer Verhaftung war die Mutter wieder in betrunkenem
Zustande.

»7Cholera in Mecca. Wie der General⸗Consul der
Vereinigten Staaten Schuhler, aus Konstantinopel berichtet, wüthet
die Cholera furchtbar in Mecca unter den nach dem Grabe des
Prepheten wallfahrenden Pilgern; in der Zeit vom 24. Dezbr.
bis 6. Januar find in Mecca und den Vorstädten nicht weniger
als 1911 Pilger der Seuche erlegen. Die Ruückkehr der überleben⸗
den Pelger bringt Konstantinopel in große Gefahr wegen der An⸗
steckkung, desonders da in dieser Stadt jetzt große Noth herrscht.

Fuür die Redaction veranworilich F. .nmesr.

—
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Montag, 1. Uprid 1878,
Nachmittags drei Uhr in der
Heufser'schen Bierbrauerei in
St. Ingbert werden vor dem
unterzeichneten hiezu gerichtlich
beauftragten k. Notar auf An—⸗
stehen von Peler Ewerle,

Schmelzarbeiter in St. Ingbert,

eigenen Namens und als gesetz⸗

licher Vormund seiner mit seiner
verlebten Ehefrau Marie Feichtner
erzeugten noch minderjährigen

Kinder Elisabeth, Heintich, Nito⸗

laus, Peter Joseph und Maria

Ewerle die nachbezeichneten Liegen

schaften im Banne von St. Jag⸗

bert mit Ermächtigung des

Familienrathes öffentlich an die

Meistbietenden zu Eigenthum

versteigert, nämlich:

1. Pl.⸗-Ne. 211. 88 qm Fläche,
Wohnhaus und Hofraum
in den Hobelsgärten und

Pl.⸗Nr. 48793. 7 qm Weg
zum Bach (Na Antheil.)

Das Ganze gelegen an der

Blieskasteler Straße in St. Jpg⸗

bert neben Jakob Eberle und

Joseph Koch.

2. Pl.Nr. 1181. 2 4 11 qm
Garten in den Stauch⸗
gärten.

3. Pl.⸗-Nr. 118124. 2 4 13
qm Garten allda mit Vo⸗
rigem Stücke ein Ganzes
bildend neben Ph. Wentzel
und Johann Mayer.

Pl.„Nr. 12792 und 12796b.
26 a 58 qm Wiese in der
Mäusbach, neben Johann
Mayer und Peter Behr.

Pl. Nr. 1622. 7 a 49 qm
Acker auf dem großen Flur
IDI. Ahnung niben Joseph
Danzer und Georg Weyland.

Pl.⸗Nr. 344083. 8 a 52

qm Acker in den obersten
Seyen neben Georg Jung
und Emil Peters.

St. Ingbert, 16. Maäͤrz 1878.

Sauer, t. Notar.

De Kinder und Erben des

verlebten Peter Hel⸗
lenthal, Bäcker bier, beabsich⸗
ligen ihr an der Hauptstraße stehen⸗
des Wohnhaus, neben Herrn
Friedrich, Kaufmann und Herrn
Kaul Custer, Gerber, bis lom⸗
menden Johanni, beziehbar, bis
J. Rovember laufenden Jabres
dffentlich auf langjährige Zah
langstermine versteigern zu lafsen.

»Das Neueste in
Damen- Kléeidorstoffon
von den billigsten bis zu den feinsten —
AAülhauser —— pe J
X un
Carrirter Mixte à 35 3 per Elle
mpfiehlt Karl Schanck.
* —
Geschäfts-Empfehlung.
Meinen langjaͤhrigen Kunden und Gönnern hiermit die ergebene
Anzeige, daß ich mein Geschäft als
·—rster
auf eigene Rechnung, wie früher, fortführe und bestrebt sein werde,
das in mich gesetzte Vertrauen auch für die Folge mir zu bewähren.
Johann Hellenthal
in der Gaß.
———— ——
Das
Garkenbuch für Millionen.
Preis 1 Mark.

Gegen Einsendung von 1 Mart 10 Pf. in Franko⸗
marken erfolgt frankirte Zusendung.

Kein Gartenbesitzer und Blumenfreund versäume es,
bei beginnender Frühjahrszeit sich dieses billige und nütz⸗
liche Gartenbuch zu perschaffen, welches steis vorräthig
ist am

Vereins⸗Centrale Frauendorf
VPosff Nilshofen in Niederbabern.
— 5 ————⏑——⏑ —
ι ⏑

—

Geschäfts-Anzeige.
In Bezugnahme der Annonce
meines Bruders bin ich gezwungen,
von heute an auch auf eigene
Rechnung zu arbeiten und em—
Ffehle mich somit einem geehrten
hublilum in der Ausführung
neines Geschäftes, namentlich:
Bäckeröfen, Einmauern von
Dampfkesseln und Braupfan⸗
nen ⁊te. xx.
überhaupt in allen Feuerungs⸗
anlagen und sonstig vorlommen⸗
den Arbeiten und bitte somit um
geneigte Kundschaft.
Achtungs voll
Jos. Hellenthal, Maurerm.,
called Vankeo.
Pfarrgasse. J
— — —
2 Zimmer
an der Kohlenftraße hat zu ver⸗
mie fhen Wittwe Nehge.

Seil 5 Jahren hatte ich
häufig empfindlicher krampf—
haften
Schmerz im Magen,
womit Berdauungsbeschwerden
derbunden waren. Da ich
bei einigen Aerzten vergeblich
nachhaltige Hilfe suchte, so
nahm ich meine Zuflucht bei
herrn J. J. F. Popp in
Heide, durch dessen Heilber
fahren ich nach mehreren
Wochtn von diesem Leiden
vollstandig befreit wurde.

Niederleierndor)
(Riederbayerm) 744. 1877.
Katharina Zwirngibl,

Koͤchi.

Fuͤr die A⸗echtheit der Unter⸗
schrift:

Malpermeier,
Rür er mejister

Bekanntmachung.

Am Montag, ben 18. d.
M., Nachmittags um 2 Uhr
wird der Rest des Gemeinde⸗
berechtigungs Holzes pro 1877/78
25 und 500 unter der Forst⸗
taxe öffentlich versteigert.

St. Ingbert, 15. Marz 1878.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Inorenmehl, Superphos
phate, Jern Guano, Wiesen⸗
dünger, ferner
Koch⸗ und Viehsalz
empfiebit billigst
Die Firma Franz Grell.
Urretzeianerer beabsichtigt,

seine im untersten Schand
gelegene
Wiese
neben Johann Joseph Heinrich,
Wirth und Johaan Sähmelzer,
Bäcker, Samstag, den 23. März
in der Wohnung von Michael
Paul, Wirih hier, in 4 Ab⸗
theilungen auf langjährige Zah—
lungstermine versteigern zu lassen.
Auch kommen mehrere
Hausplätze
von meinem an der Saarbrücker
Straße am Walzwerke gelegenen
Ackerstück zur Versteigerung.
Joh. Hellenthal,
Räcker und Müler.

—
Rother und blauer
ꝰleesamen,
Seradela,
Saathafer,
Zaatwicken,
Saaterbsen,
Saatgerste und
—XX
alles in J. Qualität,
ewpfieylt zu billigen Preisen
Die Firma F. Grell.
4 bis 6 Mann
lönnen sofort in Kolt und Logie
treten bei
Angust Mñller, Wirth
Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
siud vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.
— — ——— —— — — — — — —— — —
edaftion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
Si⸗zu Allustrirtes ZonntabstaD 11
        <pb n="161" />
        Slb. Ingberler Anzeiger.

— ——

—— —, ⏑ — —
HDer St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalz: Dienstagz, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementepreis beträgt vierteljährlich

Martk 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M AdJ. Sonntag, den 17. März 1878.

*

Deutsches Reich.

Berlin, 18. März. Man spricht davon, daß der Kaiser
im nächsten Monat auf einige Zeit nach Wiesbaden sich begeben
werde. Sein Aufenthalt daselbst dürfte, wie in früheren Jahrep,
bis zum Beginn der Frühjahrsbesichtigungen der Gardetruppen aus⸗
gedehnt werdetn, falla nicht wegen des bevorstehenden Congreffes
ein längeres Fernbleiben des Kaisers von Berlin unthunlich erscheint.

In diesen Tagen sind einige Bestimmungen bekannt worden,
welche in Bezug auf die großen Herbstübungen des 11. Armee⸗
storps erlassen worden sind. Hiernach werden die Hauptmanbver
dieses Korps in der Nahe von Wabern im niederhessischen Kreife
Fritziar statfinden. Der Kaiser gedentt den Uebungen persönlich
hbeizuwobnen und beabsichtigt zu diesen. Zwecke in der Zeit vom
8. bis 13. September in Kurhessen, bez. Kassel und Wilhelmshöhe
zu verweilen. Am Montag, den 9. Sepiember, soll die greße
Kaiserparade des Arm'ekorps stottfinden, am 10. ist Ruhetag und
am 11. wird ein Korpsmannöver gegen einen markirten Feind
ausgeführt werden; während des 12. und 18. Septembers sollen
endlich die Divissionen gegen einander mansveriren. Der Kaiser
gedenkt am 8. Sepiember Abends in Schloß Wilhelmsböhe einzu—
ireffen und 2 Tage 'n demselben die Wohnung zu nehmen, woraus
das Hoflager nach Kassel verlegt wirden soll, am 24. wird Se.
Majestät nach dem Eisaß abreisen, um den Uebungen des 185.
Armeekorps beizuwohnen. Das 11. Armee Korps hatte zum ersien
Mal im Jahre 1874 sein Kaiser-Maröver und wurde von Sr.
Majestät in der Nähe von Friedderg inspizirt, es ist bekanntlich das
därtste des Reichsheeres und umfaßt 8 Divisionen.

Ausland.

Wien, 14. März. Der Prinz von Batlenberg weilt seit
destern hier; er soll in einer wichtigen Mission hier sein. Es heißt
auch hier jetzt wieder, er sei für den bulgarischen Thron ausersehen.
Die „Polit. Correspondenz“ läßt sich dieses Gerücht aus Veters⸗
burg bestätigen.

Paris, 14. März. Die Anzeichen der Unzufriedenheit der
Arbeiter in den Eisenwerken und Kohlengruben mehren sich. Heute
wird der Ausbruch einer Ardeitseinstellung unter den Gruben⸗
arbeitern von Decazeville gemeldet.

Aus dem, wirklichen Stand der russisch-türkischen Beziehungen
ist schwer klug zu werden. General JIgnatieff sollte gestern in
Petersburg eintreffen, die Publikation des Präliminarfriedens wird
dah⸗r wotzl heute erwartet werden dürfen, vorausgesetzt, daß der⸗
selbe sofort die kaiserliche Sanktion empfängt. JInzwischen voll⸗
ziehen sich aber in der Umgegend von Konstantinopel wiederum
Bewegungen der russischen Truppen, welche nicht allein die Auf⸗
merksamkeit, sondern auch eine Gegenbewegung der euglischen Flotte
zur Folge gehabt hiben. Einem Konstantinopeler Telegramm zu⸗
folge nähert die russische Armee sich bereits Bujukdere, dem belannten
Sommersitze der europäischen Diplomatie am Boeporus, und andere
Anzeichen lassen darauf schließen, daß der linke Flügel sowie das
Centrum der russischen Aufstellung vor Konstantinodel die gleiche
Höhe mit San Stefano erreiqen sollen.

Die „Times“ versichet, England und Frankreeich
würden vor dem Zusammentritt des Congresses über die egyptische
Frage sich einigen. — Der „Daiy Telegraph“ Lbält die Behaup⸗
tung aufrecht, daß Rußland einen Thei! der Provinz Bayazid zum
Austausch für einen werthpvollen Lendstrich am kasbischen Meer offerire

*—

BVermisqhtes.

J Das Zuchtpolizeigerich Kaiser Slautern verurtheilte
am 12. ds. den Tagner Franz Leist von Enlenbach wegen Belei⸗
digun des Königs von Bayern zu 2 Monagaten Gefängniß.

F Worms. EEn usch twittwochs-Sereich.) Aus Worms,
7. März, berichtet die „N. W. Z3.“ Folgendes: Wie vor einigen
Jahren auf den 1. Aptil sich ein großer Theil der hiesigen Ein⸗
wohnerschaft an den Rhein uzen ließ, um direlt aus dem Wasser
konmende Rilpferde“ zu sehen, so ging es gestern wieder mehreren

Hunderten don Einwohnern auf ein ‚Eingesandt“ in der alten
Wormser Zeitung“ hin, nach welchem mit dem Kurierzuge 1 Uhr
58 Minuten die gegenwärtig in Deutschland weilende chineßische
Besandschaft mit zahlreicher Dienerschaft zur Besichtigung des
duiherdenkmals hier eintreffen sollte. Wie gesagt, strömten Hunderte
in den Bahnhof, um in echter Aschermitlwochslaune die bezopften
Söhne des himmlischen Reiches zu beaugenscheinigen. Ein hiesiger
doitelier hatte sogar einige Zimmer für die erwarteten Gäste heizen
assen, während sein Omnibus mit dem sein ausstaffirten Portier
in der Aussteigehalle angefahren war, um die erwarteten Gäste in
rẽIimpfang zu nehmen. Der Zug fuhr an. Mit auf der Brust „ekreuzten
Armen, behandschuht, stand der Portier da, große Erwartung,
S„—pannung auf allen Gesichtern — das des Redakteurs der alten
„Wormser Zeitung“ nicht auggenommen — die Kupees wurden ge⸗
jffnet, doch von Chinesen keine Spur, nur einige Bauerfrauen
entstiegen einem Kupee 1. Klasse, wo sie anders keinen Plaß in dem
iberfüllter Zuge gefunden. — Die nun hierauf gefolgten Sienen
assen sich kaum beschreiben und müssen wir das Ausmalen derselben
der Phantasie eines jeden einzelnen Lesers überlassen. In wen'igen
Minuten hatte die große Menschenmasse eingesehen, daß sie à la
Nupferd von einem eder emigen Witzbolden einmal wieder gründ⸗
ich geuzt worden war.

In der Zeit vom 9. bis zum 20. vor. Mts. wurden auf
dem Postamte in Köln nicht weniger als 117 Postanweisungen im
Betrage von M. 4329,29 und vier Geldbtiefe mit M. 2267. —
außerdem vier rekommandirte Beiefe, welche säwmtlich an die Firma
Hebr. Stollwerk in Koln gerichtet waren, von Unberechtigten ab⸗
zeholt und die Beträge zum Theil erhonen. Die Diebe, deren
wei gewejen zu sein icheinen, halten die Beobachtung gemacht, daß
die Gebr. Stollwerk am Vor⸗ und Nachmittage die für sie einge⸗
aufenen Geldanweisungen und Briefe abholen ließen, sie benutzten
)eshulb die Abendzeit zur Vollführung ihrer verbrecherischen Thaten.
Finer derselben ließ sich am Postschalter die Anwe jungen und
briese für genannte Fiema aushandigen, und der andere holte
dann, nachdem die Anweisungen mit der falschen Unterschrift ver⸗
sehen waren, die Gelder ab, das heißt nur die größeren Beträge,
die tleineren waren nicht der Viühe werth.

Dortwund, 12. Maärz. Die traurigen Folgen der
illgemeinen Geschästestocung machen sich immer mehr bedenklich.
50 haben sich in den letzten drei Tagen zwei früher sehr gut situirte
zdandwerksmeister, ein Schlosser und ein Schreiner erhängt, ein
Dritter wurde noch frühzeitig genug entdect und abgeschnitten und
war in derselben Siroße, in welcher die beiden Anderen ihren un⸗
seligen Vorsatz ausfübrten. Beide Todte hinterlassen zahlreiche
Familien. (Ess. 3.)

FIn Dortmund wurde ein Bauunternehmer, der mehrere
Urbeiter entlassen hatlse, von drei Männern derart mit Messerslichen
traktirt, daß sein Leben gefährdet ist.

fIn Meerane Gachsen) wurde in der Nacht vom 10.
auf den 11. März eine wohrdaft schrechliche Mordthat verübt.
Der frühere Materialwaarenhändler VRann, der sich wieder der
Weberei zugewandt haite, da sein Geschäft zurückzegangen war,
zate Morgens gegen 2 Uhr seine Frau und seine Tochter von
ieben Jahren und ein kleineres Töchterchen von fünf Jahren er—⸗
»rosselt und sich dann wahrscheinlich gegen 7 Uhr früh auf dem
Boden des Hauses gehänugt. Mann soll noch am selben Abend,
also wenige Stunden vor der Ausführung der entseßlichen That,
mit seiner Frau eigem Tanzvergnügen beigewohnt haben. Es ist
noch nicht festgestellt, ob Nahrungsesorgen oder Furcht vor einer ihm
bevorstehenden Verhandlung bei Gericht ihn zu diesem Schritte
veronaßt haben.

tIn den Badeorten Nassaus macht man sich zur
Zeit viel Hoffnuog auf die beborstehende Saison. Die doruigen
hausbesitzet und Wirthe ecinnern sich der gläͤnzenden Saisons,
welche auf den Kriemkrieg folgten und hoffen, daß auch diesmal nach
erfolaten Frieden die Rußen ihre Wunden in den kräftigen
        <pb n="162" />
        Thermen der Taunusbäder heilen werden (und viel Geld mite
bringen )J. 34 2
F Bern, 4. März. In Fluntern bei Zurich hat sich sol-
gendes Familiendrama vor einigen Tagen zugetragen. Eine dortige
Familie, Namens Follenweider, obschon nach außen anscheinend in
Eintrachi, lebte doch im Innern ihres Haufes fortwähreud in Hader
und Sireit, woran namentlich die dem Trunke ergebene Mutter
schuld war. Da kam kürzlich der 28jährige Sohn von der Be⸗
erdigung der jungen Frau eines Freundes heim und rühmte die
Verstorbene. Dagegen wußte die augenblicklich wieder in trunkenem
Zusiande sich befindliche Mutter allerlei Ungünstiges über dieselbe
sunberichten, was den Sohn zu der anzüglichen Aeußerung ver⸗
anlaßle: „Jedenfalls hat man sie nicht beirunken aus dem Weiher
gezogen 1“ Sofort ergriff die Mutter das auf dem Tische liegende
scharfe Brodmessfer und stieß es mit den Worten: „Was sagst Du?“
dem Sohne in die Brust. Die Familie bielt auqc dieses Mal zu—⸗

sammen und suchte die Thal zu verschweigen und der Sohn sagie
jelbst dem herbeigebolten Arzt, er habe sich bej der Arbeit mit
inem Schnitzmesser verlezt. Erst als nach acht Tagen sein Tod
eintrat, brachte seine junge Frau den wahren Sachverhalt an den
Tag, welcher dann auch noch durch die gerichtliche Section bestätigt
vurde. Bei ihrer Verhaftung war die Mutter wieder in betrunkenem
Zustande.

7.Choltera in Mecca. Wie der General⸗Consul der
Bereinigten Staaten Schuhyler, aus Konstantinopel berichtet, wüthet
die Cholera furchtbar in Mecca unter den nach dem Grabe des
Propheten wallfahrenden Pilgern; in der Zeit vom 24. Dezbr.
bis 6. Januar sind in Mecca und den Vorstädten nicht weniger
als 1911 Pilger der Seuche erlegen. Die Rückkehr der überleben⸗
denm Pilger- bringt Konstantinopel in große Gefahr wegen der An⸗
steckuna, vesonders da in dieser Stadt jetzt große Voth herrscht.
— 777558 ccu

—

7*
— **
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Montag, 1. April 1878,
Nachmittags drei Uhr in. der
Heufser'schen Bierbrauerei in
St. Ingbert werden vor dem
unterzeichneten hiezu gerichtlich
beaufiragten k. Rotar auf An⸗
stehen von Peter Ewerle,
Schmelzarbeiter in St. Ingbert,
eigenen Namens und als gesetz
licher Vormund seiner mit seiner
derlebten Ehefrau Marie Feichtner
erzeugten noch minderjährigen
Kinder Elisabeih, Heinrich, Niko—
laus, Peter Joseph und Mario
Ewerle die nachdezeichneten Liegen—
schaften im Banne von St. Jug⸗
bert mit Ermächtigung des
Familienrathes öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum

versteigeri, nämlich:“
I. Pl⸗Nr. 211. 88 qm Slaͤche,
Wohnhaus und Hofraum

in den Hobelsgärten und
PlNr. 4379423. 7 qm Weg
zum Bach (24 Antheil.)

Das Ganze gelegen an der

Blieskasteler Straße in St. Ing⸗

bert neben Jakob Eberle und

Joseph Koch.

2. PlNr. 1181. 2 4 11 qm
Garten in den Stauch⸗
gärten.

Pu⸗Nr. 118122. 2 23 15
qm Garten allda mit Vo⸗
rigem Stücke ein Ganzes
bildend reben Ph. Wentzel

und Johann Mayet.

Pl.Nr. 12792 und 1279b.
26 a 58 qm Wiese in der
Mäusbach, neben Johann
Mayer und Peter Behr.

Pl. Nr. 1622. 7 a 49 qm
Adcer auf dem großen Flur
III. Ahnung neben Joseph
Danzer und Georg Weyland.

Pl.⸗Nr. 34408. 8a 52
qm Acker in den obersten
Sehen neben Georg Jung

und Emil Peleis.

St. Ingbert, 16. März 1878.

Sauer, k. Notar.

De Kinder und Erben des
verlebten Peter Hel
lenthal, Bäcker bier, beabsich⸗
igen ihr an der Hauptstraße stehen⸗
des Wohnhaus, neben Herrn
Friedrich Kaufmann und Herrn
Katl Custer, Gerber, bis kom⸗
menden Johanni, beziehbar, bis
1. November laufenden Jabres,
oͤffentlich auf Langjährige Zah
lanusiermine versteigern zu la ssen.

Damen Rleidorstoffon
von den billigsten bis zu den feinsten —
— sowie eine große Parthie —
2nNülhauser Cattune à 24 9 und J Elle
Carrirter Mixte à 3588 per
empfiehlt Karl Schanck.

Das Neueste in

s

Bekanntmachung.

Am Montag, den 18. d.
M., Nachmittags um 2 Uhr
wird der Rest des Gemeinde—
berechtigungs Holzes pro 1877/78
—A
taxe öffentlich versteigert.

St. Ingbert, 15. März 1878.
Das Bürgermeisteramt:
Euster.

Knochenmehl, Superphos⸗
—ILV
dünger, ferner
Koch⸗ und Viehsalz
empfiehlt billigst
Die Firma Franz Grell,

U rienee beadsichtigt

zseine im untersten Schand
gelegene
Wiese
neben Johann Joseph Heinrich,
Wirth und Johann Schmelzer,
Bäcker, Samstag, den 23. März
in der Wohnung von Michael
Paul, Wirih hier, in 4 Ab⸗
theilungen auf langjährige Zah—⸗
uungstermine versteigern zu lassen.
Auch kommen mehrere
Hausplätze
von meinem an der Saarbrücker
Straße am Walzwerke gelegenen
Ackerstück zur Versteigerung.
Joh. Hellenthal,
Bäcker und Müller.
Rother und blauer
Kleesamen,
Seradela,
Saathafer,
Saatwicken,
Saaterbsen,
Saatgerste und
Lupinen,
alles in J. Qualität,
ewpfieylt zu dilligen Preisen
Die Firma F. Grell.

F 7 F
Geschäfts-Empfehlung.
Meinen langjährigen Kunden und Gönnern hiermit die ergebent
Anzeige, daß ich mein Geichäft alss.

*
leærrrrrereistter
auf eigene Rechnung, wie früher, fortführe und bestrebt sein werde,
das in mich gesetzte Vertrauen auch für die Folge mir zu bewuhren.
Johann Hellenthal
in der Gaß.
—
— —

—

nDas
Gartkenbuch für Millionen.
Preis 1 Mark.
. Gegen Einsendung von 1 Mark 10 Pf. in Franlo—
marken erfolgt frankirte Zusendung.

Kein Gartenbesitzer und Blumenfreund versäume es,
bei beginnender Frühjahrsztit sich dieses billige und nütz—
liche Gartenbuch zu verschaffen, welches stets vorräthig
ist an

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zon heute an aouch auf eigene
stechnung zu arbeiten und em—
fehle mich somit einem geehrten
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Dampfkesseln und Braupfan⸗

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überhaupt in allen Feuerungs;
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den Arbeiten und bitte somit um
geneigte Kundschaft.

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Jos. Sellenthal, Maurerm.,
called Vankeo.
Wöarrgosse.

7 2
Zimmer
an der Kohlenftraße hat zu ver⸗
mietß r Wittwe Mehr.

Seil 8 Jahren hatte ich
häufig empfindlicher krampf—
haften
Schmerz im Magen,
womit Berdauungsbeschwerden
verbunden waren. Da ich
bei einigen Aerzten vergeblich
nachhaltige Hilfe suchte, so
nahm ich meine Zuflucht bei
Herrn J. J. F. Popp in
Heide, durch dessen Heilver
fahren ich nach mehreren
Wochen von diesem Leiden
vollständig befreil wurde.
Niederleierndorf
(Aedeibayern) 7/4. 1877.
Katharina Zwirngibl,
Köchin.
Für die Aechtheit der Unter⸗
schrift:
Walpermeier,
Bürdermeister.
5e——sMüüü ————⏑—⏑———,—,—,—,—,—— y ⏑ „ —⏑ í2òüD2»— ————————————— üü—⏑—⏑⏑—⏑—⏑ —— ⏑V ⏑ ———“— — ““«—O&amp; —
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4 bis 6 Mann
können sofort in Kost und Logie
treten bei

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mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
Druvoro de. Bl.

—— —
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        Sl. Ingberler ZAnzeiger.
ODer St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. GSonntags mit illustrirter Bei⸗

nage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonne ment ovreis beträgt vierteljahrlich

Rark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa-, von Auswärts mit 15 fq. fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Necla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
ed
Mñ 45. Dieustaa, den 19. März 1878.

—

—
—
Deutsches Reich.

Mumchen, 16. Märj. Hinsichtlich der formellen Behand⸗
ung der an den Landtag gelangenden Regierungsdorlagen zur Eins⸗
ührung der Reichsjustizgesetze ift beabsichtigt, durch ein hiezu zu
rlassendes transitorisches Gesetz zu bestimmen, daß die Kammer⸗
nusfschüsse, welchen die in Rede stehenden Vorlagen zur Vorberathung
uüherwiesen werden, auch nach dem Schlusse oder der Vertagung
der Kammern in Thätigkeit bleiben können, wie Ties auch schon
zei früheren Gesetzgebungswerken der Fall war.

Bertin; 17. März. Die „Rationatzeitung“ meldet, daß
die Verhandlungen zwischen Rußland und England, von welchen
zer Zusammentritt des Congresses abhangt, noch immer nicht zu
iner Verständiguag geführt haben.

Berlhin. MDeuisches Mig ·Bl.) Wie wir aus zuderläffigster
Quelle dernehmen, ist die Zuversicht auf die Erhaltung des eurs⸗
päischen Friedens in den enischeidendsten Kreisen fo groß, daß schon
etzt Vorbereitungen getroffen werden, die den Besuch Kaiser Ale⸗
randers zum Curgebrauch in Ems 'für dieses Jahr außer allen
Zweifel stellen. Die Zeit dieser Cur ist so besiimmt worden, daß
der Czat wieder zum Thel wenigstens mit unserm Kaiser gleichzeitig
in Ems verweilen wird.

Graf Otto zu Stolberg⸗ Wernigerode, dentscher Bolschafter
n Wien, befindet sich zur Zeit auf Urlaub in Berlin. Manche
vollen wissen, daß er zum Stellvertreter des Reichskanzlers aus⸗
ecsehen sei. So viel ist sicher, daß er mit dem Fürsten Bismard
ichon wiederholte längere Besprechungen gehabt hat; indefsen konnte

auch die drientalische Frage und Oesterreichs Stellung zu derselben
den Anlaß sern, daß Fürst Bismaͤrck mündlich mit ihm sich zu be⸗
nehmen wünichte.

Ausland.
Wien, 17. März. Die hochoffizidse Montassrevue X
has Zustandelommen des Congtesses nunmehr für gesichert. Ein
Zerlinen Telegramm desselben Blattes bezeichnet den 31. Marz
‚der 1. Aprit, den Grburtstag des Fürsten Bsmarch, als Taq des
Zufammentritts.

London, 17. März. Dem Burcau Reuter“ wird aus
Wonstantinopel gemeldet: In Folge der neuerdings herrschenden
Gährung und des Anschlagens aufrührerischer Placate sind hier
militärische Vorlehrungen, namentlich Vatrouillengänge bei Tags
und Nacht, angeordnet.

Butarüst, 16. März. Die Senatoren und Deputirten
dielien gestern eine pertrauliche Sitzung, in welcher von der Regie⸗
nng die Schwierigkeiten der Lage Rumäniens im Fall eines euro⸗
pälschen Krieges dargelegt wurden.

Petersburg, 17. Mäcz. Das Journal „Golos“ erfähtt,
zaß der Petersburgex Magistrat auf Befehl des Ministers des In⸗
nern zur Aufstellung von Listen solcher Personen geschritten sei,
welche sich dazu eigneten, Stellungen als Difiziere in der Miliz zu
delleiden, falle diese aufgeboten wird.

Perersburg, 17. März. Die Ralificationsurkunden
vurden heute ausgewechselt; die Verlündigung des Friedensvectrages
rrfolgt, sobald er den Gtoßmächten mitgetheilt ist. Die Garden,
velche zuerst heimlehren, beziehen einige Zit Rubeauartiere
dei Kiew.

St. Ingbert, 18. März. Zu den auf heute ein⸗
herufenen Geschworenen ist aus dem hiesizen Kantone Herr Ca ril
icetor Graffion, Bäcker und Wirth zu Schnappbach
rnannt.

pMunchen, 16. Marz. Der Gegner des stud. jur.
Ldahm, weichet, wie berichtet, unlängst an den Folgen einer bei
n.em Sabelduell erhaltenen Kopfwunde starb, hat sich gestellt.
Derselbeist ein Mediciner aus der Rheinpfoalz, welcher an der
Tnibersitt und am Polytechnkum Studien oblaa.

Vermischtes.

Die Töchter des Spielpächters. Der Segen
des Baters baut den Kindern Häuser, besonders wenn der Vater
einem Segen auch das nöthige Capitot für solche Bauten beifügt.
SZolch' ein setenspendender Vater war der bekannte Spielpächter
zlanc, der bei seinem Ableben jeder seiner Toöͤchter die Bagatelle
son 15 Millionen Francs hinterließ. Eine der Töchter Blancs
seirathete im vorigen Jahre den Fücsten Radziwill, und nun hat
ich auch die andert verlobt, und zwar mit Don Philipp von Bour⸗
on, einem Sohn des Erkbnigk Franz des Zweiten von Neapel
uind Sohn seines Vatersbtuders Graf d'Aquila. Der Exrkoͤnig
yranz und feine Gemahlin werden sich nächstens nach Nizza begeben,
im der Vermählung Don Philipps beizuwoonen.

4F Ein kolossaler Disebst ah wurde im „Hotel d'Eurohe“

u Kiew an einem Warschauer Banld'rektor, Afsoriee der Firma
zilpop, Rau und Löwenstein, der zur Messe gekommen war, verübt.
der Betreffende, der mit seinem Schwager, dem jungen Lilpop,
in Zimmer bewohnte, hatte unter dem Kissen seines Bettes ein
Zaquet mit Wechseln und sonstigen Werthpapieren, deren Gesammt⸗
verih er mit ca. 900,000 Rubel beziffert, verborgen. Vor dem
S„chlafengehen hatten Beide einen Bekannten im Hotel besucht.
der junge Lilpop ging früher bdinweg und legte sich, ohne fich
heitet um das Paquet seines Schwagers zu bekümmern, zur Ruhe.
Zpäter kam auch der Bantdireltor und legte sich schlafen. Als er
ruͤh erwachte und nach dem Paquet sah, war es verschwunden.
ntee
—
Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demeßs.
rracca

Beachteuswerthe Notiz für Zeitungsleser.

Einen treffenden Beweis dafür, wie sehr Gediegenheit, Reichhaltigkeit
ind unparteüsche Behandlung aller Zeitfragen geeignet sind, einem journa⸗
istischen Unternehmen allgemeine Anerkennung zu erwerben und zu sichern,
jefern die außergewöhnlichen Erfolge der in verlin seit 7 Jahren bestehenden
zeitung: „Berliner Tageblatt.

Die gegenwärtige Abonnentenzahl dieses Vlattes beträgt 67,000, eine
ziffer, welche bisher in Deutschland von leiner Zeitung auch nur annähernd
rreicht wurde. Nur in England und Amerika bestehen einige Zeitungen,
velche eine ähnliche Verbreitung besitzen.

Der reiche und interessante Jnhalt des „Perlinezx Tageblatt“
zebst dessen Gratis⸗Beilagen „Berlhiner S ßntagsblatt“ und dem
Austrirten Witzblait „U It“ ist aber auch volllommen dazu geeignet, selbst
en weitgehendsten Ansprüchen des zeitungslesenden Publikums nach jeder
tichtung hin volllommen zu genügen.

Einem großen Kreise von Spezialkorrespondenten an allen Hauptplätzen,
owie der ausgedehntesten Benutzung des Telegraphen verdankt das „Besr⸗
iner Tageblaftt“ den Vorzug, daß es durch die ihm täglich zugehenden
Zpecial⸗Telegramme allen anderen Zeitungen mit seinen neuest en poli⸗
ischen Nachricht en voraneilt.

Ferner dürfte noch die Thatsache zu beachten sein, daß das „Berlin er

bageblatt“ bei seiner entschieden liberalen Tendenz nach jeder Richtung hin unab⸗
Rangig ist, und sich durch keine Parteirüchsichten bei der Beurtheilung politischer und
andual otonomischer Fragen beeinflussen lätzt, sondern dieselben lediglich nach
einem eigenen über den Parteien stehenden Ermessen beleuchtet. — Nächft
en umfangreichen Lokalnachrichten, welche alles Wissenswerthe über die Er⸗
ignisse in der Reichshauptstadt in wohlgesichteter Form bringen, enthält das
Berliner Tageblatt“ eine alle Zweige des Handels umfassende „Han⸗
zelszeitung“ mit completem Kurszettel der Berliner Börse, die vollständige
ziehungsüste der preuß. Staats-Lotterie ꝛc. — Eine besondere Zierde des
hlaltes bildet das, Feuilleton“, in welchem die neuesten Romane unserer
rsien Schriftsteller, wie Spielhagen, Berthold Auerbach, Gutzkow, Levin
dchücking, Hans Hoͤpfen, Aug. Becker, Alfred Meißner, Jul. Große, E. Vely
1. A., Aufnahme gefunden ope Anfangs April beginnt ein neuer drei⸗
ändiger Romane: „Die Töchter des Consuls“ von Baldnin Möl l⸗
dausen. Wie alle Romane dieses allgemein beliebten Erzählers, glänzt
luch der ebengenanute durch eine Fulle farbenprächtiger Schilderungen aus
en Tropenländern und wird durch seine spannende auf den verschie densten
Schauplaͤtzen sich abspielende Handlung die Leser in hohem Grade fesseln. —
zodann werden in diesem Theile des Blattes dem Theater, Kunst, Wissen⸗
haft durch Originalkritiken und Berichte sorgfältigste Beachtung gewidmet.
dach Aufzählung dieses reichhaltigen, den Abonnenten gebotenen Leseftoffes
st die kolossale Verbreitung des „Berliner Tageblatt“ erklärlich und
Unn eine weitere Zunahme der Leserzahl wohl mit Recht erwartet werden.
der Abonnementspreis ist als ein sehr mäßiger zu bezeichnen; derselbe be⸗
rägt fur alle 3 Blatter zusammen nur 5. M. 25 Pf. pro Quartal inclusive
ostprovision.
        <pb n="164" />
        Geschäfts-Anzeige.
In Bezugnahme der Annonce
meines Bruders bin ich gezwungen,
von heute an auch auf eigene
echnung zu arbeiten und em⸗
pfehle mich somit einem geehrten
Publikum in der Ausführung
meines Geschäftes, namentlich?
Bäckeröfen, Einmauern von
Dampfkesseln und Braupfan⸗
nen ꝛ2e. ?xc.
berhaupt in allen Feuerungs⸗
anlagen und sonstig vorlommen⸗
den Arbeiten und bitte somit um
geneigte Kundschaft.
Achtungsvoll
Jof. Hellenthal, Maurerm.,
called Vankeo.
.Pfarrgasse.
De Kinder und Erben des
verlebten Peter Hel
lenthal, Bäcker bier, beabsich—
tigen ihr an der Hauptstraße stehen⸗
des Woknhaus, neben Herrn
Friedrich, Kaufmann und Herrn
Katt Custer, Gerber, bis kom—
menden Johanni, beziehbar, bis
d. November laufenden Jarres,
öffentlich auf langjährige Zah—
lungsterm'ne versteidern zu lassen

Uorrtzeivnenne beabsichtigt,
seine im untersten Schand
gelegene
Wiese
neben Johann Joseph Heinrich,
Wirth und Johaan Scqhmeljer,
Bäcker, Samstag, den 28. März
in der Wohnung von Michael
Baul, Wirth hier, in 4 Ab—
cheilungen auf langjährige Zah—
lungstermine versteigern zu lassen.
Auch kommen mehrere
Hausplätze
bon meinem an der Saarbrücker
Straße am Walzwerke gelegenen
Ackerstück zur Versteigerung.
Joh. Hellenthal,
—Buiäcker und Müller.

Wichtig für Unternehmer.
Versteigerung Geräthschaffen.
Am Donnerstag,“21. Marz, Vormittags 9 Uhr,

wird der Unterzeichnese auf der Bleiche, in der Nahe des

Schlachthauses zu ESt. Johaun, nachbenannte Gegenstände gegen

dUeich baare Zahlung veirsteigeru:

11 Stuüd fast noch neue Handkippkarren, 1 Parthie
Schubkarren, 40 Stück Zweispitzen und Kreuzhauen,
mehrere große und kleine Brecheisen, 50 Stück 2“ge
buchene Laufdielen, 1 Copirpresse u. verschiedenes Andere.

J. Kaul. Geschäftsmann und Auctionator—
Bei dem herrannahenden Quartalswechsel laden wir ei⸗
zebenst zu neuem Abonnement ein.
Die jetzt wöchentlich siebenmal erscheinende und in ihrer
Sonntagsbeilane die neuesten Depeschent desselben Tages bringende
„Züddeutsche Presse und Mäüncheüer Nachrichten“
hat sich in den wentgen Jahren der neuen Redaktionsführung
eine hedeutende Stelle unler den Organen des bayherischen und
des süddeutschen Lberalisnns erkämpft. Sie ist das Organ
hervorragender baher'scher Reichstags. und Landfagsmitglieder
und wird durch eine ausgieb ge Mitarbeiterschaft derselben
unterstützt. Die bedautenden Leistungen unseres Blattes in der
auswärtigen so gut wie in der inneren deutschen Politik sind
von den ersten deutschen Organen wiederholt anerkannt worden.
Für die Hedung des unterhallenden, wissenschaftlichen und
vermischten Theiles wird unausgesetzt Sorge getragen werden,
in welcher Beziehung wir namentüch auf die obenerwähnte
Sonntagsbeilage“ verweisen.
Ebenso bildet einen Gegeustand unserer besonderen Sorg⸗
falt die Erweiterung usd Bereicherung der Handelszeiturg.
Inserate, welche bei der weiten Verbreitung unseres Blattes
in den sozial höchststehenden und kauffähigsten Schichten des
Publikums sehr wirtsam sind, werden mit 20 Pfennig für den
Raum einer fünfmal gespaltenen Petitzeile berechnet. Das Aboa—⸗
nement auf die 7 Mal wöhentlich erscheinende „Süddeutsche
Presse und Münchener Nachrichten“ kostet im Quartal nur
8 Mark und ist diese Zeitung ausmärts durch all⸗ Postan⸗
stalten zu beziehen; in München werden Bestellungen zu gleichem
Preise in beiden Expeditionslokalen: Fürstenfelderitraße 13 uünd
Promenadeplatz 6 entgegengenommen.
München, im März 1878.
Die Administration
der „Süddeutschen Presse u. Münchener Nachrichten.“

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.IJ Matzen
10 Stück 40 Pf. 1Stück 8 Pf.
empfiehlt bestens
M. Haas,
Oberstadt gegenüber der Apstheke.

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Ein seltenes Ereigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fall ist es wenn ein Buch
100 Auflazßen erlebt, denn einen so
großartigen Erfolg kann nur ein Wert
erzielen, welches sich in gunz nußer⸗
ardeutlicher Weise die Gunst des Publi⸗
tunis erworben bat. — Das berühmte
bopular⸗medicinische Werteh Dr Airuie
Naturbeilmethode⸗ Leri
vage
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und liegt darin allein schon der beste
Beweis für die Gediegenbeit seines In⸗
halts. Diese reich ilufrirte, vollständig
umgearbeitete Jubel-Ausgabe tann
mit Recht Uen Kranken, welche be⸗
wünrte Heilmittel zur Beseitigung ihrer
deiden anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden Die
oarin abgedruckten Original-Atteste
beweisen die außerordentlichen Heilertolge
und sind eine Garantie dafur, daß das
vdertrauen der Kranken nicht getäuscht
wird. ODbiges 544 Seiten starke, nur
Wark kostende Buch kann durch jede
Buszvandlung bezogen werden; man
verlange und nebme jedoch nur Dr.
Aity's Naturheilmethoden, Origiual-
Ausgabe von Richter's derlage —*
Anstalt in Leinio

»Wer Forder⸗
ungen oder Zah⸗
lungen an den
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erstere in nerhalb 8 Tagen gel⸗
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richten an
Nikolaus Schütz,
Vormund

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hat zu verkauser
Joh. Klahm.
Deutsches Montags-Blatt.
Chefredakteur: Arthur Levysohn. — Verleger: Rudolf Mosse. — Probe-Nummern: gratis und franco.
Abonnements⸗Preis nur F— Mark pro Quartal.
Das „Deutsche Montags Blatt“, welches sich einen geradezu sen sationellen ej in⸗
Erfolg gleichsam im Sturmschritt errungen, ist seinem Ziel, den großen englischen, politisch⸗ Ann noe neuhin
literarischen Wochendͤlättern ebenbürtig an die Seite zu treten, immer näher und näher gekommen. zu retenden onnenten
Eine Phalanx der edelsten und stattlichsten Namen aus allen Gebieten des oͤffentlichen Lebens, werden gegen Einsendung der Possquitt.
aus den Rehen der Politik, der Literatur, der Kunst und der Wissenschaft stellie sich unferem sämmtliche im Laufe des März
Blatte zur Verfügung, um dasselbe zum bevorzugten Sammelplatz der herbortagendüen Geister noch erscheinenden Nummern des
der Nation zu geflalten. g 7
eeen Laubo, Spielhagen, Rodenberg, Dohm, Hopfen, Anzengruber, Rosegger, I Montags dt
R. . Franzos, J. F. Dewasl. Hedwig Dohm, Hrof. Poepler, Prof. Noul, prof. Fncsen, Lratis und franes zugesandt,
Musitdirettor Trubn, Dr. Nachtigal, DPr. Stinde, H. B. Oppenleim, Loewe (Caltoh, e daher im eigenen Interesse
Schneegans, Dr. Boerner, von Leixner, Fritz Mauthner und viele, viele Andere wehefetie die endenuis Anweidung bei der
in dem Bemühen, das Wiotto des Blaties: von dem Guten das Befte, von dem Jen beschleunigen; ferner wird zur
Neuen das Neueste,, zu bewahrheiten. tedungvon Derwechselungen ge⸗
Die polit sche Wochenschau des Chefredalteurs, wie die zahlre ichen 9 F
Special· Telegramme und die vorzüglichsten Informationen Feutsches Rantag 8Blatt
“ * Officiel. Zeitungs-Katalog Nr. 1140)
aus allen Gebieten des politischen Lebens stellten das, Deutsche Monaas⸗Blatt“ bdon parnherein gefalligst genau u achten
in die Reshe uns⸗rer vornehmsten Organe. J
Der littrarische und kritisthe Theil des „Deutschen Montags-Blatt“ glänzt eben so Alle Possanstalten des Deutschen Reiches,
sehr durch die Zrsche und Originalität seiner Mittheilungen als durch die elegame, schneidige dwie sämmtliche Buchhandlungen des
und gleichzeitig anregende Form, in welcher dieselben geboten werden. In⸗ und Auslandes, wie die aͤgebenft
Unentbehrlich dem Politiker und Geschäftzgmaune an dem zeitungslosen Tage, dem Unterzeichnele rehmen Abonnements
Montag, ist das „Deutsche Montags-Blait“ zugleich ein Lieblingsorgan der ge bildeten Frauen⸗ jederzeit entgehen.
welt geworden und in Haus und Familie ein gern gesehener Gast. So vesrmittelt unser Blait Annoncen finden burch dieses aus⸗
in knapper Zusammenstellung alles Wissenswerthe auch dem an regelmäßige Zeitungslecture nicht schließlich in feingebildeten Kreisen der—
gewöhnten Theil des Publikums und gestattet somit allwöchentlich eine ruhevolle Ueberschaun über breitele Journal eine höchst wirksame
alle Ereignisse und Lesstungen, welche die gebildete Weit beschäftigen. — Verbreitung.
Erpedition des „Deutschen Montags-Blatt“ (Rudolf Mosso) Berlin SJV.
Redaktion Druk und Verlaa öä —

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*2233 7S527
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8 2 32 —**F
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54 3 3 35 5553 253534
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272378 8 233
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* 2 — 322 822. — *2 73 — .7
52 532382333 25357
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierteljährlich

Maͤrt 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reelamen
mit 30 Pifg. vpro Zeile berechnet.
Mc 46. Donneretaa, den 22. Maarr 1878.
— —— — —

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Abonnements⸗Einladung.

Zu dem mit dem 1. April beginnenden II. Quarial des
„St. Ingberter Anzeiger“ beehren wir uns ergebenft ein⸗
zuladen.

Die Abonnenten, welche das Blatt durch die Trager beziehen,
erhalten dasselbe sorigeliefett, wenn nicht ausdrücktich abbestellt wird.

Der Abonnemenspreis jüc den 4 mal wöchentlich erscheinenden
.St. Ingberler Anzeiger“ beträgt Pro Quortal Mart 1,20, mit
illustrirtem Unterhaltungsblatt Mark 1, 40 inclusive
Trägerlohn.

Juserate werden mit 10 Pf. die 4gespaltene Zeile, außer⸗
pfälzische mit 15 Pf. bere dnet für unsere hiesigen Abou-⸗
nenten jedoch nur mit 8 Pf., amtliche Anzeigen ausgenommen.
Bei 4maliger Einrückung ein und derselben Annonce werden 25
„»Ct. Rabait bewilligt.

Zu zahlreichim Abonnement ladet ergebenst eiin

die Expedition.

Weest, 19. März. Officiös verlauiet, daß in den letzlen
Tagen die Meinungeverschiedenheiten zwischen NRußland und Oe⸗ster⸗
eich im Wachsen begriffen seien und die Aussicht auf Verständi⸗
gung abgenommen habe.

Die Londoner Dai'y News erhalten aus St. Petersburg die
Nachricht, daß zur Ergänzung der russischen Armee die B'ldung
hon 20 neuen Divisionen, zusammen 260, 000 Mann, angeordnet
vwurde. Auch soll eine Landwehr in der Stärke von 200,000
Mann zur Vertheidigung der baluschen Küste aufgeboten werden.
dDem Standard meldet man aus Konstantinopel: Die russischen
Garden sind angewiesen vach der Räumung des türkischen Gebietes
in der Rädbe der galizischen Grenze Stellung zu nehmen. F

Der Friede ist gejchlossen, die Ratifikations-Urkunden sind am
Sonntag (17. Marz) in Pelersburg ausgewechselt worden, die
tufsischen Truppen, die vor Konstantinopel lagern, rücken mehr an
das Meer und den Bosporus heran, um sich nach der Heimath
einzuschiffen.
— — —
Zeutsches Reich.

Mäünchen, 19. März. Mmmister v. Pfretzschner in he ute
von Berlin hierher zurückgekehrt. Derselbe erhielt von Sr. Maj.
dem König ein sehr schmeichelhaftes Signat, worin ihm fur seine
Thätigkeit bei den jüngsten schwierigen Verhandlungen im Bundes⸗
raih und im Reichstag die volliste allerhöchste Anerkennung ausge—
sPprochen ist. J

8 erin, 19. März. Der Reichslanzler hat jetzt dem
Bundesrath einen Gesetzentwurf vorgelegzt, wodurch ersterer ermäch⸗
tigt werden soll, statistische Erhebungen über die Tadatfabrikation
u4d. den Tabathandel in Deutschland zu veranstalten, zu wel hem
Behuf ihm 200,000 M. zur Verfügung gestellt werden sollen.

Aus Ber!li i I9. Marz, liegen der „Irtf. Ztg.“ mehrere
Privatdepeschen bevor, deten eine besagt, daß der Kaiser über den
Brief des Papsies, welcher die Thronbesteigung anze'gt, sehr erfreut
sei und denselben unverzüglich beantworten werde.

Berist. Das Reichstauzteramt hat auf Vorstellunz der
Genrraldirektion der Reichseisenbahnen in Straßburg genehmigt,
daß auf den elsaß lothringischen Eisenbahnen den die Padiser Welt⸗
ausstellung besuchenden deutschen und österreichifchz ungarischen Ar⸗
beitern, welche Reise-Slipendien erhalten, eine Fahrtaxermäßig von
50 Procent und den übrigen eine solche von 25 Procent für die
hin⸗ und Rückfahrt gewährt werden datf. Die Arbeiter werden
zu ihrer Legitimation Karten von igren Regierungen erhalten.

Gegenuͤber dem sich fortwährend verstärkenden Belfort muß
die deutsche Armeeleitung ihre ganze Aufmeikfamkeit auf eine Siche⸗
rung des Ober⸗Elsasses richten. Es ist in dieser Beziehung wichtig,
den Rhein möglichst oft zu überbrücken, um moglichst schnell Truppen
nach dem Ober-Elsaß zu werfen. Der forswährende Ausbau des
deuischen Eisenbahnnehes und die Anlage der festen Rheinbrücke bei
Breisach und Mühlheim ist daher nicht hoch geuug anzuschlagen.
Indessen, hebt die „Allgemeine Mititärzeitung“ ganz richtig hervoc,
verlangt die Fragt, wie der obere Theil des Elsaß noch mehr ge—
schützt werden kanu, möglichst bald eine befriedigendere Lösung, als
sie disher gefunden hat.

Permischtes. 1
Sit. Ingbert, 21. März. Mergen ist der 82. Ge⸗
zurtstag unseres greisen Kaisers Wilhelm. Sobiel bis jetzt
Fctannt wird die Gesellschaft Harmon site demselben zu Ehren
in ihren Lokalitäten ein Bankett veranstalten. —*
F Die Wanderverjammlung der Pollichia findet am 25.
Apriled. J. hier in St. Ingbert statt. pe
pAus Aaiserslautern, 18. März schreibt die Pf.
Bzg.“: Heute rauchen zum ersten Male seit Monaten wieder die
Schornsteine der Actienbrauerei. Das zum Weiterbetriebe noth⸗
wendige Capital wurde sogar überzeichnet. —
fKaiserslautern. Die Geflügelausstellung weist von
Zühnern 286 Nummern tjede Nummer ein Stamm, aus einem
Zahn und meistens mehreren Hühnern bestehend), ven Tauben
393 Nummern, von Wasservögeln 44 Nummern (theils Gänse,
heils Enten), von Zier⸗ und Singvögeln 163 Nummern auf;
ann in der Gruppe: „Produkte der Geflügelzucht, als gemästete
Thiere, Eier, Federn cc.“ 83 Nummern, in der Gruppe: Lehr⸗
und Unterrichtsmittel, Modelle ꝛc.“ 16 Nummern, in der Gruppe:
Gereͤthe, Futterstoffe, Trink und Futtergeschirre, stafize ꝛc.“ 70
hummern. In d'esee Gruppe ist auch von Professor Nipeiller aus⸗
gessellt, die Redlaus zu sehen, sowie der Kolotadokaͤser in zahlreichen
xxemplaten am Kartoffelkraut, leßterer non Jansohn jun. in New⸗
Hort eingeschikt.

Aus Frankenstein, 17. März schreibt man der
„Pf. Zeitg.“: In Folge des starken Schneefalls blieb heute der
bon Neustadt nach Kaiserlautern um 2 Uhr Nachmittags abgegangene
Güterzug auf dem Geleise zwischen hier und Weidenthal im Schnee
decken. Es mußte aus Kaiserslautern eine Hilfsmoschine requiritt
verden, worauf det Zug glücklich obne weiteren Unfall seine Fahrt
ortfetzen lonnte.

F Wie der „Pf. K.“ meldet, ist dieser Tage in Reustadt
dom Gerichte vier blühenden Weinfabriken ein Besuch abgestattet
worden, der die Anlegung von Siegeln zur Folge hatte.,

7 Die Gewerbebank in Speyer erzielte im Jahre 1877
bei einem Gesammtumschlage bon nahezu 16 Millionen einen
Reingewinn von 21,637 M. 54 Pf. Die Generalversammlung
beschloß die Vertheilung einer Dividende von 8 9o.

4 Speyer. Am Montag den 18. März hat dier die
Prufung fuͤr den Einjshrig- Freiwilligen-Dienst ihren Anfang ge⸗
nommen. Im Deutschen wurde folgende Themala gegeben, von
hdenen Jeder eines wählen durfte: 1) Was macht uns den Rhein
'o werth 2) Kopf ohne Herz, Herz ohne Kopf — verhängn'ßvolle
Gaben; det Menschen Heil ist: Kopf und Herz auf rich'gem
Fleck zu haben. 8) Vergiß die Schule nicht; sie that dir Gutes.

F Forbach, 19. Marz. Ein Eisenarbeiter zu Styringen
lam bei det Arbeit den Walzen etwas zu nahe und wurde von
denselben erfaßt. Er würde unfehlbar zwischen denselben zermalm

Aussand.

Dee russischen Rüstungen bleiben in O sterreich nicht unbeachtet;
bilden sie ja anscheinend die Antwort auf die Forderung des 60
Millionen⸗ Creditz. Jedenfalls ist man in Wien zu dieser Deutung
gene igt. Die „N.8.“ erhält von so wohlinformirtet Seite eint
hezügliche Nachricht, daß sie dieselbe ihren Lesera nicht vorenthalten
zu dürfen glaubt. Von heute Vormittag telegraphitt man der⸗
elben aus Wien: „Als positiv ist zu melden: Die österreichischt
Regietung hat die sichere Information erhallen, daß russische Trup
pen, anzeblich achtzehn Regimenter stark, gegen die österreichische
Brenze lonzenttirt werden.“ Das Symptom, welches in einer
solchen Meidung Jiegi. bedarf leider keiner Erläukerung. 55
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        worden sein, wenn nicht seine braben Kameraden, ohne sich nur
einen Augenblick zu besinnen, sonst wäre es zu spät gewesen, mit
großter Geistesgegenwart und Enischloffenheit den Ungläcklichen rasch
ergriffen und zurückgerissen hätten. Der eine Arm ist dem Unglück⸗
lichen bereits abgenommen worden, während man Hoffnung hat,
den andern, ebenfalls sehr beschädigten, erhalien zu können.
(Saarbr. Zig.)

p In Folge von Blutvergiftung hat ein Commis in der
Wilheimstraße zu Berlin seinen rechten Arm verloren. Derselbe
sond ionitte in einem Materialwaarengeschäft und litt seit dem
Winter an von Frost geschwollenen Hunden. Am vorigen Sonn⸗
abend sleckte er seinen Federhalter mit einer sog. Wunderseder ver⸗
fehen, hinter das Ohr, als dieselde zufällig herunter und auf dit
rechte Hand fitl. Nachdem er die kleine Wunde sorgfältig gereinigt,
glaubte er alle Vorsicht gebraucht zu haben. In der Nacht zum
Sonntag wachte er jedoch, von großen Schmerzen gepeinigt, au
und bemurtte, daß Hand und Arm sehr angeschwollen waren. Am
Morgen erklärte der Arzt den Zustand für sehr bedenklich, daß

man am andern Worgen zur Umputation schreiten mußte. Der
Thef des Hauses erklärte sich in edelmüthiger Weise bereit, den
ungen Mann troß seiner ihrilweisen Unbrauchbarkeit, fernerhin in
einem Geschafle zu behalten.

FBrag, 19. Marz, Die Firma F. J. Grund Söhne, dat
zliefte Bankhauus von Prag, falbirtde. Der Chef der Firma
zestand, die Depoteinlagen angegriffen zu haben, und wurde in
Folge Dessen vorhaftet. Die Passiva erreichen die Höhe von
100,000 Gulden.

f Das Experiment, Dampf zur Heizung für eine ganze
Ztadt zu liefern, ähnlich wie ganze Städte mit Leuchtgas verfehen
verden, ist, wie die „New Yorker Handels⸗Zeitung“ berichtet, in
Buffallo (New PYort) „emacht worden, und war, soweit versucht,
von Erfolg gelrönt; durch eine von einem gemeinsamen Kesselhaus
nusgehende Röhren⸗Leitung wurden während des Winters 51 G
äude, darunter ein großes Schulhaus, mit Dampf gespeist und in
denselben eine behaglich warme Temperatur unterhalten.

Fur die Redachion veramworilich: F. X. Denutß.

Bekanntmachung. Bekanntmachung.

Am Samstag, den Am Samsta«n, 28. März
23. März 1878, Vormit⸗ 1878. Vormittags 11 Uhr, vor
3 1Nuühr versteigert der Stadthaufe in St. Ingbert

g8 14 zersteigere ich eine Kuh öffent⸗
uUnterzeichnete folgende dem lich an den Meistbietenden gegen
Georg Rickel, Conditor daare Zahlung.
in Si. Ingbert gepfändeten St. Ingbett, 20. Marz 18780
Gegenstände, als: set Seeere

z Flaschen Magenbitter, gi. — —*

i ie Kinder und Erben des
¶Fualhen Firswenmoser D verlebten Peter Hel
diverses Confect, 9 leere

3 lenthal, Bäcker bdier, bea bsich⸗
Flaschen, 2 Sessel, 2 igen ihr an der Hauptistraße stehen⸗
Tische, J Commode, 1. des Wohnhaus, neben Herrn
Nachttischchen u. 3 Stühle Ftiedrich, Kaufmann und Hertn
öffentlich gegen Baarzalung datl Custet, Gerber bis lom
den Maͤstbielenden auf nmenden Johanni, beziehbar, bis
an 1. November laufenden Jabres,
dem Wege der Zwangavoll- ffenllich auf langjährige Zah
streckung. langsiermine versteigern zu lassen.
St. Ingbert, 20. März 1878
ZJaßbender,
kgl. Gerichtsvollzieher.
Ueerigue beabsichtigt,
seine im untersten Schand
gelegene
Wiese
neben Johann Joseph Heinrich,
Wirlh und Johaan Schmelzer,
Bacher, Samstag, den 23. März
in der Wohnung von Michael
Paul, Wirth hier, in 4 Ab
heilungen auf langiährige Zah⸗
Jsüngstermine versteigern zu lassen. Re J
Auch kommen mehrere e u
Hausplätze nungen
von meinem an der Saarbrücker iu Jedermanns Gebrauch
Sitraße am Walspwerle gelegenen in Achtel, Viertel u. Halse Bogen
Aderftück zur Versteigerung. mit rother und blauer Liniatur
Joͤh. Hellenthal, sind vorräthig in der
Bäcker und Müller. Druckerei ds. Bl.
⏑ ————— ——
Das
Garkenbuch für Millionen.
Preis 1 Mark.
Gegen Einsendung von 1 Mark 10 Pf. in Franlo⸗
marlen erfolgt frankirte Zusendung.
Nein Garlenbesitzer und Blumenfreund vecsäume ea.
bei beginnender Frühjahrszeit sich dieses billige und nütz⸗
8* Gartenbuch zu verschaffen, welches steis vorräthig
ist am
Vereins⸗Centrale Frauendorf
Poß Vilshosen in Niederbayern.

Holzversteigerung zu Ensheim.
Montag, den 25. März nächsthin, des Morgens um
9 Uhr, im Schulhause zu Ensheim,

werden nachbenannte Holzfortimente aus dem Gemeindewald
dafelbst: Schlag Sittel, Hölle und zufällige Ergebnisse an den
Letzt⸗ und Meistbietenden öffentlich versteigert:
13 buchen Stämme II. und III. Classe,
Z eichen „ UIV. und V. Classe,
2 fichten UIV. Classe
1 tiefenn UIV. Classe,
eichen Abschnitt IV. Classe,
66 fichlen und kiefern Sparren,
6, Gerüststangen
35 eichen Wagnerstangen J. und II. Closse,
9 buchen
900 fichten, kiefern und lärchen Baumpfähle
2150 buchen, eichen, fichten und kiefern Bohnenstangen,
100 eichen Zauntrutteln,
57 Ster buchen Scheitholz J. und II. Classe
2, birken und eichen Scheitholz
»1, buchen Astholzprügel
1d11, Stangenprügel,
240 , birken, eichen, fichten, kiefern, lärchen u. weiche Prügel.
711, birken, buchen und eichen Krappen.
Ensheim, den 18. März 1878.
J. Schmitt, Bürgermeister.
International Lebrinstitut.
Höôhere Handelsschule mit der Berecehtigung zum
ꝛinjührigen Militärdienst; letates Janr sind dü tliehe
Ibiturienten wieder hestanden. — Vorbereitung zum einjäh-
igen Militarexamen, Folytechnikum ete. (ũber 400 Zöglinge
hestanden). — Pensionat mit strenger Disciplin. — Prospectu
durch die Direction in Bruchsal (A 61100

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- Abblildungen naoh der Natur, umsnest in vior Abtheilungon ein⸗
rge — EVBMC&amp;ao dox TRMSLLια
uesfs prachtuoitste illustrirt
TοαÇQ u Iο αναν_αιιοMνα_n Licserungen aum Preis von Moorke.
Verlas des Bibliographisschen Instituts in Leiprig.

Zruveite Auflaqe

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edaktion Druck und Berlag von de. F. Demeß in St Indber
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33 *»555338 —82
* 8 2* 8 —A — 22* E226 — 8 7 5
* — 22 — * — 8 * 28 5
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325 823338753 — 228538 —25325 338 8 35333833353*
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58 —2 —233338 s 25 E 532353 —3 2.2 2
53833* — — 532355 8 253235 25 52358 — 373 32523235
33343 2 — 5553 35
225355 122 —— 33333835 282 *23 33323335 —3*
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblait, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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Trägerlohn.

Juserate werden mit 10 Pf. die 43espallene Zeile, außer⸗
ofälzische mit 15 Pf. berechnet; für unsere hiesigen Abon⸗
nenten jedoch nur mit 8 Pf., amtliche Anzeigen ausgenommen.
Sei Amaliger Einrückung ein und derselben Annonce werden 25
2Ct. Rabatt bewilligt.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

Die Eaxpedition.
Deutsches Reich.

München, 19. März. Unier Leitung der Oberstudien⸗
und Examingtions-Com vission wurde gestern de Offisiersprüfung
an der Kriegsschule zu Ende geführt; dieselbe soll aber nicht die
o sehr befriedigenden Resultate der früheren Jahre ergeben haben,
indem 15 Kandidaten auf eine mündliche Nachprüfung verwiesen
wurden und einige, man sagt 5, sich im nächslen Jahre einer
weiten vollständigen Prüfung zu unterziehen haben. Hiecgegen
Jaben 3 Examinanden sich einer sp ciellen mündlichen und schrift—
üchen Prüfüng unterzozen uud hiebei sich die Note „besonders be—
ähigt“ erworben.

Berlin, 19. März. Fürst Bismarck theilte in der geastrigen
»arlamentatischen Soiree mit, der Kaiser habe das Entlassungs⸗
zesuch Cauphausens angenommen; ein Nachfolger sei noch nicht
gefunden. (A. 3.)

Berlin, 20. März. Der Kaiser hat den Brief des
Papstes in einem übcraus freundlichen Tone beantwortet und in
zemselben belont, daß eine Jutercession in der kirchlich:politischen
Augelegenheit zuerst vom Papste werde auszugehen haben. Ueber
die Neubesetzung des Ministeriums ist noch nichs entschieden; der
daiser dringt in Stolberg, anzunehmen. Die Mittheilung der
„Voss. Ztg.“, wonach beim Diner Bismarck geäußert, Falk babe
zringlich den Abschied gefordert, wird von den anwesenden Abge⸗
y)rdneten entschieden dementirt.

Fürst Bismarck vesksichtigt, wie er selbst erklärt hat, ein
zreußejches Eisendahn-Ministerium zu errichten: ob zu dessen Leiter
Maybach ausersehen ist, soll noch nicht gewiß sein.

Von bemerkenswerther Seite ist der Gedanke angeregt worden,
den jedesmaligen Kronprenzen des Deutschen Reichs zum Souverän
»on Elsaß Lotyringen zu machen. Die Elsässer baben diese Idee
lebhaft aufgefaßt.

Mauinz, 18. März. Vom biesigen Gouvernement 'st an⸗
zeordnel worden, daß alle für die Mannschaften am Geburtstage
es Kaisers veranstalteten Lustbarkeiten, wie Bankette, Tanzver⸗
zuügen ꝛe., wie dies in früheren Jahren schon größtenthe'ls gischah,
nn den Sälen der Casernen abgehalten werden, daß aber jeder
Soldat an diesem Abend auf Wunsch Urlaub erhalten soll. Darauf
zeduciren sich die aus Fraukfurter Blöttern stammenden Mittheilungen,
vonach den Soldalen der hiesigen Garnison wegen der im vorigen
Jahr an diesem Tag vorgekommenen Excesse verboten worden sei,
an genanntem Tage auszugehen. (W. 3.)

Metz, 19. Marz. Aus Berlin wird der „Lothringer Zeitung“
Folgendes çeschrieben: Ter Bundesrath hat den vom Reichskanzler⸗
amt beantragten Kredit sür die Bahnbauten Chateau-Salins Saar⸗
iben, Bensdorf⸗Dieuze und Hargarten Karlingen bewill:gt; da die
Unnahme des bezüglichen Gesetzentwurfs durch den Reichstag nicht

zu bezweifeln ist, so dürfte mit dem Baue der betreffenden Linien,
ür welchen die Eisenbahnbaumeister bereits ernannt und in Thätig⸗

kdeit geireten sind, noch in diesem Jahre begonnen werden. Die
erstere Bahnstraße vermitttelt die directeste Verbindung zwischen
Ytainz und Paris üher Blieskastel- Saargemüund bezw. Chateau⸗
Salins Champigneulles, und wird deshalb die Blieskasteler Saarge⸗
nündeter Bahu — zur Entlastung des Bahnhofes Saargemünd
— von der dortigen Ircenanstalt at zum Anschlusse an die Saar⸗
gemündSaaralber Bahn vermittelst einer Verbindungskurve von
twa einen Kilometer Länge über die Saar fortgesetzt werden;
wischen Saaralben und Chateau-Sal'ns werden Stationen ledig—
ich westlich von Ottweiler, zwischen Insmingen und Nellingen, bei
de'ningen, bei Rodalben-Bensdorf (an der Kreuzung mit der Re—⸗
nilly-Riedinger Linie), an der Neumühle zvischen Mörchingen und
Lonthile, bei Habudingen und noͤrdlich von Harepont angelegt
verden; nach Vollendung dieser Bahn übernimmt die Reichseisen-
hahuverwaltung auch sosort den Betrieb der Lokalbahn Chateau—
zZalins⸗ Vic⸗Champigneulles innerhalb des Reichsgebietes an Stelle der
ranzösischen Ostbahngesellschaft. Im Kreuzungsbahnhofe der Re—⸗
nisly-Riedinger und der Cgaleau-Salins-Saaralber Linien mündet
die Fortsetzung der Lokalbahn Avricourt-Dieuze über Bergaville
ind Guebling ein, wodurch die Salinen und Fabriken zu Dieuze
hren Kohlenbedarf von Saarbrücken her (an Stelle des aufgegebenen
danalprojekts Dieuze-Lauterfingen) beziehen und den Absatz ihrer
Zrodukte in der Richtung gegen Meh, die preußische und die bahe⸗
rische Rheinprovinz ꝛc. zu bewirken haben. Was endlich die Kaͤr⸗
ngen-Hargarter Bahn anlangt, welche nur 12/3 Kilometer west⸗
ich von Kreuzwald eine Zwischenstation erhalten wird, so gwird
alche deßhalb vom Reiche gebaut, weil sie das nur lurze Mittelglied
er Reichsbahnlinien Beningen-Karlingen und Bouß-Hargariten⸗
Teterchen bildet, so daß eine Abrechnung der Betriebseinnahmen
ind Kosten bloß wegen dieses Mittelgliedes mit der Landesver
baltung nicht angezeigt erscheint. Dagegen wird die Fortsetzung
on Teterchen gegen Diedenhofen unter keinen Umständen auf Kosten
es Reichs, sondern ficherliv nur dann gebaut werden, wenn der
andesausschuß von Elsaß-Lothringen die Mittel hierfür bewilligt.
Das Reich wird dem Reichslande hierfür ein Drittel der Rohein⸗
ahmen als Pachtzins gewähren., dürfte vielleicht jedoch auch sich
ereit finden laffen, gegen einen unverzinslichen Landeszuschuͤß à
onds perdu von 3 bis 5 Millionen Mark den Bau selbit zu über⸗
ehmen; die Höhe des Landeszuschusses hängt von der Wahl der
stichtung ab, da die Varianke Busendorf⸗Königsmachern und selbst
ie Linie Teterchen Auzlingen, Diedenhofen imme hin billiger ist,
ils das vom Landesausschusse, wie es scheint, bevorzugte Projekt
Busendoif«Kedingen-Megerwiese⸗Deedenhofen.
Ausland.
Wien, 20. März. Nach einer der „P. C.“ zugehenden
Londoner Mittheilung wücde die Frage der Betheiligung Englands
im Congresse insoferne in eine entscheidende Phase eingetreten sein,
uls das Cadipet von St. James auf seine in kategorticher Weise
rach St. Patersburg gerichteten Forderungen in Betreff der auf
)em Kongresse einzuhaltenden Vorgangeweise eine vorbehaltlose Ane
iahme oder Ablehnung derstlben aus der russischen Haup.stadt
rwartel⸗et.

Ueber die Beziehungen Oesterreichs zu Deutschland
n der Orie tsrage gab Graf Andrassy in der gestrigen Sitzung
ver ungarischen Delegation folgende Erklärung ab: Er (Andrassy)
ühle sich vom Vertrauen- des Fürsten Bismaick auf's Hö chste ge⸗
hrt. Ais Fürst Bismarck die Aeußerung „beati possidentes“
ethan, hade er jo viel gesagt, als er in einem Moment habe sagen
önnen, in welchem er die Absicht einer ehrlichen Vermittlung kund⸗
zegeben. Für das Interesse des einen oder des anderen Staates
abe Fürst Bismarck in einem solchen Momente sich nicht qus—
orcchen lönnen. Derselbe hät!e auch den Vorsitz auf dem Congreß
aum übernommen, wenn nur die faktischen Bedengungen des Frie⸗
»ens zu registriren wären. Nicht nur sein persönliches Verhäitniß
uu Fürst Bismarck, sondern auch die Beziehungen pwischen beiden
        <pb n="172" />
        Staalen seien immer durchaus herzlich gewesen und würden auch so
dleiben. (Lebhafte Zustimmung.)

Wie sehr das Anfehen Englands in Indien durch die russischen
Siege geliiten hat, geht aus folgenden Aukzügen indischer Zeitungs—
arel unverkennbar hervor. So 4. B.: „England benahm sich
in diesem (tussisch-türkischen) Kriege wie ein furchtsamer Krieger.
Wir wissen nicht, was unter „brifischen Interessen“ gemeint ist. ..
Wenn aber der siegreiche Russe jemals gegen Indien arrücken
sollte, dann würde den Engländern nichts Anderes als schleunige
Flucht übrig bleiben.“ Oder auch: „Nena Sah'b steht auf dem
Punkte, an der Spitze einer russischen Armee in Indien einzu—
hrechen.“ Aehnliche aufwiegelnde Auszüge lagen der Regierung
uͤber 1500 vor und veranlaßten sie gegen die indische Presse durch
Finführung der Censur und Cautionen vorzugehen. Die Radicalen
in England fanden dies bedauerlich, aber doch begreiflich. Bisher
spotteten sie, wenn von einer Gefährdung des englischen Ansehens
durch das Vordringen Rußlauds gegen Konstantinopel die Rede
war. Jeztzt zeigt es fich, daß die Wirkung roscher eintrat, als die
Meisten erwartet hatten.

Konstantinopel, 19. März. Ein Telegramm Reouf
Pascha's aus Petersburg meldet den Austausch der Ratifikationen
des Friedensvertrages. Reouf Pascha zeigt an, daß er morgen
mit Osman Pascha die Ruͤckreise nach Konflantinopel antreten werde.

Petersburg, 21. März. Der russisch-türkische Friedens
verirag ist heute veröffentlicht worden. Derselbe führt den Titel
„Friedenspräliminarien, und enthalt anßer bekannten Dingen über
die Dardanellenfrage dus Nachftehende: Die Dardanellen sollen
sowohdl im Kriegsfalle wie im Frieden den Handelsfayrzeugen der
Reutralmächte öffnet bleiben. Die Pforte soll fottan im schwarzen
Meere keine fitüve Blokade ecrichten dürfen.

—
Bermischtes.

Die Frühjahrs-Kontroh-Versammlungen 1878 finden zu
Si. Ingbert Freitag den 12. April, Vormittags um 9 Uhr statt.

FKaiserslautern, 16. März. Bei den hier Statt
findenden Prüfungen der Volksschule wurde eine Schülerin aufge⸗
jordert, auf die Tafel einen Satz über das Bier zu schreiben. Sie
eniledigte sich ihrer Aufgabe und schrieb: „Das Ber ist ein „Ge“
— hier folgte eine längere Pause des Nachdenkens, bis sßi das
Richtige gefünden zu haben glaubte und ihren Satz noch mit den
zwei Silben „wässer“ beendigte. Allgemeine Heiterkeit lohnte die
Fcxamindin für diese Lösung ihcer Aufzabe.

pKaiserslautern. Die hiesige Actiengießerei vertheilt
für das Jahr 1877 eine Dividende von 6 Mark auf die Actie.

Die aus der „Pf. 3tg.“ auch in unser Blatt übergegange
Notiz, als sei am 17. 6s. ein Eisenbahnzug zwischen Frankenstein
und Weidenthal in Folge stacken Schneefalls auf der Strecke halten
geblieben, beruht nach der „Pi. V.“ auf einem Irrthume, indem
nur die Maschine des Personenzugs, welcher nach 3 Uhr des Nach⸗
mitlags hier eintrifft, defet wurde.

J Den Anlaß zu dem in seinen Folgen so unglucklichen Duell
der Münchener Siudenten Lahm aus Dürkheim und Wolff aus
Neustadt gab — das Spiel. Die Neustader „Bürgerztg.“ berichtet
barüber: „Beide waren mit Kameraden in der Sylbesternacht in
einer Weinwirtschaft in München. Zultetzt wurde der Wein heraus
gewürfelt; Lahm bestritt die Richtigkeit der ihm in Folge davon
Jonrten Beträge, Wolff entgegnete ihm, er jei im Unrecht und
masse sich der Mehrheit fügen. Es kam darüber zu beleidigenden
Worten und in Folge davon zu einer Foiderung auf krumme
Säbel, die von Lahm ausging.“

München. Naqh hierher gelangken Nachrichten ist die
Dokloibäuerin Amalie Hohenester in Mariabrunn höchst bedenklich
crtcantt. Nunmehr ist der Zeitpunkt gelommen, „sich sesbst zu
helfen“.

f Von den in der Stadt 9 of an Trichinen erkrankten Pet⸗
—X M. ein zwanzigjähriges Dienstmädchen gestorben.
Bei der Section fand man die untersuchlen Brust· und Bauchmusleln
reichlich mit Trichinen durchsetzt; auch befanden sich solche im Darw.

Nürnberg, 18. März. Vor dem Handelsappellations-
gericht wurde heute ein mit der bekannten Loos⸗Affaire zusammen⸗
hängendes Urtheil gegen das Bankhaus Gebrüder Schmitt publicirt.
ẽhe nämlich diese Affaire zur eriminellen Verfolgung kam, hatte
fich der Gewinner des Loofes, Wirth Keil von Gerolzhofen, mit
Scemitt dahin geeinigt, daß ein Theil des Gewinnes fofort aus⸗
bezahlt murde, während Schmitt für den Restbetrag Wiechsel auf
derschiedene spätere Verfalltermine ausstellte. Ais aber criminelles
Einschreiten gegen Schmitt erfolgt war, hielt Keil seine Forderung
ür gefährdet und erxwirkte unserm 5. Februar Vorsichtsverfügung
bon Seue des Direktoriums des Bezirkszerichts. Das Handels⸗
gericht aber wies die von Keil auf Grund dieser Vorsich tsberfügung
rhobene Klage auf Zahlung des Restbetrags von 26,000 M. ab
und hob die Vorsichtsverfügung auf. Das Handelsappellations⸗
gericht, bti welchem die Klage am II. dz. Mis. zur Verhandlung
am, erklärte jedoch in dem beute verlündeten Urlheile die Vorsichts⸗

berfügung für gerechtfertigt und veruriheille Schmitt zur sofortigen
Bezahlung der 26,000 M. — Gegen Banquier Schmitt sen. wurbe
heute Abend wegen Fluchtsverdachts Verhaftsbefeh! erlassen. Der⸗
selbe war jedoch vorher schon flüchtig gegangen.

Nenwied, 12. März. Das Walzwerk „Germania“,
velches bereits im Juli vorigen Jabres zwei Drittel seiner Arbeiter
entließ, stellte gestern seinen Betrieb vollständig ein, wie es heißt,
aus Maugel an Aufträgen und weil in der letzten Zeit nur mit
Verlust gearbeitet wurde.

F Berlin. Wie die „N. A. Z.“ berichtet, ist einem
Bonbonfabrikanten, der, vor Kurzem wegen Verkauf von verfälschtem
TFhocoladenpulver zu 100 Mk. Geldbuße verurtheilt wurde, nun
nuch der ihm vom Prinzen Karl verliehene Titel eines Hofliefe—
ranten entzogen und dem en. sprechend am Sonnabend Abend auf
»olizeiliche Anordnung das Schild nebst Wappen von der Thüre
ntfernt worden.

F Ueber einen plötzlichen Todesfall berichtet der
„Grenzbote“ Folgendes: Der Sohn des Wirths Juyl in Sommer-
tedt, ein junger kräftiger Raun von 21 Jahren, der erst im
Nobember v. J. aus Amerika zurückzekehrt war, kam in Begleitung
ines Weinhänlers aus Flensburg in heiterer Stimmung am 7.
d. Abends in das Wirtshaus „Tyrehut“, woselbst sie üdernachten
vollien. Beim Abendessin, an dem auch andere Pexhsonen theil-
rahmen, sank Juhl, nachdem er vor kurzer Zeit noch ein Lied ge⸗
ungen haite, lautlos vornüder und war, als die anderen Personen
hu helfead zur Seite spcangen, schon verschieden. Eine auf An⸗
»rdnung des Gerichts vorgenommene Section ergab als Todes—
ursache kin in der Luftröhre sitzendes, ziemlich großes, ungelautes
Zztück Entenfleisch.

F Ueber eine Katastrephe in der Pfarrkerche zu Czastro w
n Böhmen wird aus Pilgram jsolgendes berihtet: Das Unglück
Jeschah nach beendigter Messe, als eben die Kreuzwez-Andacht be—
sinnen sollie. Schon wäh end des Sottesdienstes hatte bei einem
ehr niedrigen Stande des Barometers ein hefliger Schneesturm sich
rhoben. Es mag gegen 9 Uhr eçew sen sein, als plötzlich mit
inem starken Donner der Blitz am Thurme gleich einer Feuerkugel
erniederfuhr·, einen penetranten Schwefel- und Palvergeruch ver—
xeitete und die Kirche mit Qualm erfüllte. Das Feuer züngelte
ben hin und her als ein zweiter Blitzstrahl folgte. De Verwirrung
uinler den Anwesenden — ttwa zweihundert an der Zahl — war
ine unbeschreibliche. Alles stüczte übereinander, es gab da Todte,
Berwundete und Betäubte. Vier Mann blieben todt, alle Belebungs⸗
)ersuche blieben an ihnen iruchtlos. Von den neun Schwerder—
vundeten ist seitdem einer, welcher der Erste, der vom Bliztzstrahle
J.troffen worden, gestorben. Von den 33 Leichtverletzten gehören 19
zem männlichen, 14 dem weiblichen Geschlechte an. Alle Alters⸗
tufen vom 14. bis zum 70 Lebensjahre sind vertrelen.

Paris, 18. März. In Evreux wurde heute früh das
über einen jugendlichen Muttermörder, Nameas Louchard, von dem
horligen Schwargerichte verhäugte Uetheil unter besonders drama⸗
üschen Umsländen vollstreckt. Der Prozeß selbsst hatte bei dem
hierisch biöden Czarakter des Augeklagten klein besonderes psycho—
ogisches Interesse geboten; erwähnenswerth ist, davon höchstens der
Uinstand, daß die Leiche der Ermordeten, welche der Thäter in eine
Mergelgrube çeworfen hatte, durch seinen Hund entdecht oder, wenn
man will, der Polizei verrathen wurde. Als gestern der General⸗
drotkurator dem Verurtheilten noch einen Besuch machte, fühlte dieser
instinktiv, daß sein Begnadigungsgesuch zurückzewiesen sei und er
ich auf seinen letzlten Gang vorzusereiten habe. Von Stunde an
Fzerfiel er in die entsetzlichste Todesangst, hatte beständig Ohnmachten
ind Erbrechungen und seufzle in verzweifeltem Tone, „so schlimm
älte er sich die Sache n'mmer vorgestellt.“ Er schloß die ganze
stacht kein Auge und hatte, als man ihn des Morgens um 5 Uhr
abholte, die qrößte Mühe, sich nur auf den Beinen zu erhalien.
In weißem Hemd und das Haupi mit einem schwarzen Schleier
dedeckt, wie es das Gesetz sür Vatermörder vorschreibt, wurde er,
chon halb eine Leiche, nach dem Richtplatz gefahren, und dort,
rachdein man ihm das Urtheil noch einmal verlesen, mittelst Guil⸗
lotine hingerichtet. Sein Leichnam glitt von der Maschine wider
Bewohnheit, nicht in einen Korb, sondern in einen unmittelbar
davor bereit gehaltenen Sarg, und hier bot sich den Anwesenden
ein Grauen exregendes Schauspiel: Der des Hauptes beraubte
Rumpf richtete sich zuckkend noch einmal halb auf, fiel auf die linke
Zeite, schnellte dann in weiteren Condalsionen noch einmal empor,
—XV
träubende Erscheinung wiederholte sich noch eia drittes Mal, als
die Henkersknechte den Kopf zwischen die Beine des Gerichteten
legten. Ueber 2500 Personen, welche der iraurige Alt herbeigelockt
halte, waren Zeugen dieser unheimlichen Episode.

F Brüfsel, 13. März. Der Appellationshof hat heute
T'Nint definitiv vor den Assisenhof verwiesen, gerade zwei Jahre
nach seiner Verhaftung. Er ist der wiederholten Unterschlagung
jon Werihpapieren bis zu einem Betrag von eiwwa 16 Millionen
angeklagt. Der Brüsseler Senalor und ehemalige Director der
        <pb n="173" />
        —QW Belg'qer“, Forlamps wird ebenfalls vor dem Assisen⸗
of erscheinen müssen. Dagegen sind von den übrigen elf ursprüng⸗
iich Ungeklagten nur drei, und zwar vor das Zuchtpolizeigericht
erwiesen. Gegen die acht Uebrigen wurde das Verfahren eingestellt.

fDer Reichthum Englands. Wem es noch e'n
Zeheininsßz war, vaß England der Riesenschwamm ist, nelcher seine
reihändlerisch unterworfenen Provinzen — zu denen auch Deutfche
anb gehört — finanziell aussaugt, dem wird die Richtigkeit dieser
Thatsaͤche sofort einleuchten, wenn er einen Blick auf die Zahlen
vicft welche der englische Statist ler Giffer über die Zunahme des
salionalbermögens in Großbritanien ermittelt hat. Diesen Zahlen
emäß hat sich in den 10 Jahren von 1865- 1875 das National-
jermogen Englands im Ganzen um 48 Milliarden 700 Millionen
Mark oder durchschnittlich pto Jahr um fast 5 Milliarden Mark
n Geldwerthe nach vermedrt. Die bedeutendfte Steigerung zeigt
ich in dem Besitze ausländischer Fonds und in sonstigen Belegungen
m Auslande mit mehr als 12 Milliarden Mark (um 223 Procent)
dährend die Zunahme des Werthes des Grundbesitzes und des land⸗
virihschaftlichen Capitols noch keire 4 Milliarden erreichte und nur

Conventionelle

Wiederversteigerung.

Diensta'g, 26. l. Mis.
es Nachmittags um 4 Uhr zu
Hasel bei Wirth Zmmermann,
ird auf Beireiben von Daniel
August, Handelsmann in Spie—
en,“ in seiner Eigenschaft als
Rechteinhaber der in Oderwürz⸗
dach wohnhaften Ehe⸗s u. Ackers⸗
afe Conrad Luck und Elisabetha
Schnabel

conbra

Johann Peter Dahlem, Berg⸗
naun, in Hasel wohnhast, wegen
Lichtbezalung des Erwerbspreises
u eigen wiederversteigert:

Pl.Nr. 1205. 44 Dezʒ.

Acker im Steffenthal, Haseler

Bannes, neden Friedrich

Hrund und Ww. Johann

duck.

Sauer, lal. Notar.
*
Ausschreiben.

Am 17. Märzel. J. wurde in Webeahe im bei Bl'es⸗
astel eine taubstumme Weibsperson in hilflosem Zustande
nufgefunden und von da nach Dellfeld verbracht, wo man sie orts-
angehörig glaubte, die fragliche Person aber gänzlich unbekannt ist.
Der Adjunkt von Dellfeld hat dieielbe vorlaͤufig in dortiget Ge—
neinde untergebracht.

Indem ich nachstehend das Signalement der genannten Weibs⸗
zerson folgen lasse, ersuche ich die Polizeibehörden und die Gen
‚armerie uͤm Recherchirung deren Heimath und Mittheilung eines
achdienl'chen Resultates.

Personalbeschreibung:

Alter: ca. 30 Jahre.

GBroße: 1 Meter 57 Cenlimeler.

Haare: blond, glatt gestrichen, hinten und vorn in ie 2
rlechten aufgebunden.

Stirne: nieder.

Augenbraunen: blond.

Augen: graublau.

Nase: gewöhnlich, eiwas spitz.

Mund: mittelgroß.

stinn: rund.

Besichtsform: oval.

Besichtsfarbe: bleich und leidend.

Statur: schlank.

11414

Allgemeine Wechsel

ber St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.,
ind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

. X. Demeteæ.

Kleidung:
dieselbe rägt über den Kopf gebunden ein Halsluch von Wollstoff,
schwarz, grau und weiß cartirt;

rin seidenes Halstüchel (Foulard) mit eingedrucklen Blumen;

ein grünes Merinokleid;

ein Paar wollener Stiefelchen mit Lederbesatz;

ein Paar brauner wollener Strümpfe;

ein weißes ˖leinenes Hemd ohne Zeichen;
ammiliche Kleidungsstücke sind in gutem Zustande.

Ferner tragt die erwähnte Pexson ein Paar großer goldener
Ohrringe mit schwarzen Steinen und weißen Sternchen, und ist
R linte Ohr vom Stechen und Tragen der Ohrringe ausge⸗
ifsen.

3 pCt. beirug. Der Besitz inländischer Staalsschuldenscheine ist
zußer Berechnung geblieben. Das Verhältniß zwischen dem Nalional⸗
ermögen und den Nationalschulden siellt sich so dar, daß das
erstere circa den elffachen Beirag des Letzteren ausmacht. Von dem
hesammtvermözen von ca. 170 Milliarden Mark vdilden ca. 150
Milliarden productives Copital, waährend nur 20 Milliarden un⸗
roductid bleiben. Die Staatsausgaben werden gegenwärtig viel
eichter getragen, als vor mehreren- Jahrzehnten, üherhaupt stellt
ich die brit sche Finanzcasse zur Zeit als eine faft übermaächtige
ar. Wollte Eagland neue Anleihen machen, so könnte es schon
zus da Wiedereinführung der Zuderzölle die Zinsen für 83 Milli—
irden Mark aufbringen. Leider wirft die Ermittelung des Herrn
wiffen lein Licht auf die Vertheilung des gestiegenen Nationalver⸗
nöhens auf die verschicedenen Classen der Bevöllerung. (D. v. C.)
Dienstesnachrichten.
Der k. Triftmeister Hauber in Elmstein wurde unter Aner⸗
kennuug siner langjährigen Dienste in den erbetenen wohlverdienten
Ruhbestand für immer verseßt.
—
»Am 4. Finger der linken Hand befindel sich ein einfacher
Goldref.

Auf der bloßeun Brust kträgt die Person an schwarzwollener
Schnur um den Hals ein s. g. Scapulier von brauner Seide, auf
peichem mit heliblauer Seide die Buchstaben M X eingezeichnet
ind, und worous zu schließen, daß dieselbe zur katholischen Religion
ich bekennt.

Zweibrücken, den 19. März 1878.

Kal. bayer. Bezirksamt:
Damm.
Zur gefl. Nachricht
neinen geehrten Kunden, daß meine Niederlage in St.
Ingbert aufgehoben ist und bitte mich bei Bedarf in fer⸗
igen Herren und Knabenkleider, auch hei er mit einem
Besuche beehren zu wollen.

Die Preise sind so billigst gestellt, daß
die Unkosten der Bahn dabei herauskommen.
XXXXVVV

in großer Auswahl.

Bestellungen nach Maaß werden schnell, gut und
billig ausgeführt.

Um verschiedenen Anfragen zu begegnen, bemerke, daß
ich auch

Tuche. Buckskins, Paletstsstoffen
und alle in dies Fach einschlagende Artikel der Elle nach
verkaufe und balte stets ein großes Stofflager.

Ackermann.,
Zweibrucken, Hauptstraße und Ecke am Mühlgäßchen.
Der seit 1. Januar in Speyer wöchentlich 3 mal erscheinende
General-⸗Anzeiger für die Pfg

Gratisblatt für alle Bewohner der Pfalz,
vird allen Wirthschaften, Café's, Restaurationen, allen öffentlichen
Bureaus, den kgl. Notaren, Gerichtsvollziehern, Geschäftspureaus,
gürgermeisterämiern ꝛc. gratis von uns verabfolgt und in allen
Zahnhof-Restaurationen der Pfalz aufgelegt. Da uns nicht alle
Wirihschaftsbesitzer, Geschäftsbureaus ꝛc. ꝛc. bekannt sind, so ersuchen
vir diese das Blait bei der Post zu bestellen und den Abonne—
nentsbeiraz von 1 Mart pro Quartal bei uns, G.L. Lang's
Zuchhondlung hier, in Landau oder Kaiferslautern (Olto Ruff)
Jegen Abgabe der Postquitiung zurück erheben 21 wollen, odet bei
rinsendung von Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzu⸗
enden. Auf gleiche Weise können alle Bewohner der Pfalz den
general⸗Arzeiger gratis bez'ehen, da wir bei Berechnung von In⸗
eraten den Abonnementsbetrag in Atzug br'ngen.

Inserale finden in der Pfalz die weiteste Verbreitung und
verden wenn mehr als einmal beauftragie, für die Bewohner der
Pfalz mit nur 10 Pf. berechnet.

Der „Geueral⸗Anzeiger“ bringt außer den wichtigflen Tages⸗
ereignissen: Gemeinnütziges, Vetkehrsnotizen, Gewerbliche und land⸗
virihschaftliche Berichte, Verloosungen, Handelsberichte, eine größere
courstabelle ꝛc. F

Fxpedilion des „General⸗Anzeiger für die Pfalf,

Speyer, Allerheiligenstraße 21.

— — —
        <pb n="174" />
        Avis.

Da sich Viele für den Ausgang der Widerspruchsklage des
Geschaftsmannes Eckrich von hier gegen die auf mein Belreiben
durch den königl. Gerichtsvollzieher Faßbender von da unterm. 7.
Jänner l. J. gegen Conditor Rickel vorge nommene Pfändung inte⸗
ressirten — nach welch' ersterer Eckrich 1 Ladentheke, 2 Schaften,
1 Spiegel, 9 porcellanene Aufsätze, 27 Gläser, 1 gläserne und 2
porcellanene Platten als sein Egenthum beanspruchte —, so gebe
ich hiermit bekannt, daß derselbe in der Siztzung des hiesigen tgl.
Landgerichts vom 19. 1l. M. „eidlich“ erhärtete: „die bezeich⸗
neten Gegenstände habe er von Rickel laut eines unterm „IS.
Detober 1875 registrirten Privatacts getauft, den Kaufpreis
mit 150 fl. zwar nicht, wie im Acte angegeben, baar bezahlt,
sondern ihn für sein Guthaben an „Arbeitslohn“ — waähr—
scheinlich im Geschäfte, das er mit selner Schwiegermuiter in St.
Johann beirieben hat — verrechnet.

Davon, daß Rickel Anfangs Jänner l. J. dem kal.
Rentamie Blieskastel einen Privatact zur Registrirung präsentirte,
wornach er, um einer Exekution des kal. Aerars auszuweichen,
„sfämmtliche Geschäftsrequifiten“ verkaufte, war Ecrrich
nichts bekannt, auch wollte dieser, zufolge Acts des kgl. Notars
Sauser von hier vom 22. Mai 1876, wornach er auf alle aus
„irgend welchem Grunde“ nur herrührenden Forderungen
an Rckel verzichtete, nur diejenige berührt haben, die sich auf eine
Obligationsurkunde des kgl. Notars Wiest in Blieskastel vom
„20. Oetober 1875 basitt, im Betrag von fl. 2200 sich

aber leider entziffert aus Baarvorichüssen vom Jahre 1872 und
1873 und aus Arbeitslohn für die Zeit von Anfang
1874 bis zum Tage der Hypothekee.

Prüfet Alles und das Beste behaltet!

I. Bechthosld, Geschäftsagent.
Mohnungs-Veründerung. Ein guter Wagen,
Von heute ab wohne ich in *

der Blieskastelet Siraße bei Hen. nebst Ketten, Heu- und Sack—
Metzger Müller. Leitern, Diehlen, Pferde—
Zugleich halte mein Lager in Geschirr, Hakenpflug und Egge

Blechartikel, ist zu veikaufen bei
gute und selbnverfertigte Waare, Johaun König, Bäcker.
bestens empfohlen. — Auch wer⸗
den Reparaturen, so an Pe⸗
troleum Lampen ꝛc., schnell
und billig ansgeiührt.

Nik. Eisenhut,
lachschmied.

2 Zimmer nebst Küche, an der;
Haupistraße, sind zu vere
m'ethen. Wo? sagt die Exped.
dieses Blaltes

Neue Illustrirte Zeitung
Redacteur Johannes Nordmann.
begiant mit 1. April das III. Quartal des VI. Jahrgangs
Wöchentlich eine Nummer von 23 Bogen.
Preis pr. Quart. 3 M., in 14täg. Heften pr. Heft 50 Pf.
in wöchentlichen Nummern à 25 Pf.

Auße: spannenden Romanen und Gedichien der besten Autoren, Ar⸗
ikel über Länder- und Völkerkunde ꝛc. hat es sich die Neue Illustrirte
Zeitung“ von jeher zur Aufgabe gemacht, den Zeitgeschichtlichen Ereignissen
in Wort und Bild Ausdruck zu geben und unsere zahlreichen Illustrationen,
Portraits, Kriegs- und Schlachtenbilder in den letzten Vänden haben
seitens des lesenden Publikums die allseitigsie Anerkennung gefunden.

Im III. Quartal beginnt der höchst interessante neue Roman
Ein Frauenliebling von E. v. Schwarz.
Inserate finden durch dieses Blatt die weiteste Berbreitung und is—
ner Inserat-Preis bisligst auf 830 Pf. per 5mal gespaltene Zeile festgesetzi

Abnehmer des completen Jahrgangs erhalten als Pramie gegen di—
zeringe Nachzahluna von nur 2, M. einen prachtvollen Farbendruck her—
gestellt nach W. Menzel's Gemälde „Mutterglück“.

Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an.

Leipzig.

Erpedition der „Neuen Illustrirten Zeitung?,
34 Querstraße.

Aohnungs-Yerüuderung.
Von heute ab wohne ich in
zer Blieskasteser Straße bei hrn.
Metzger Mühler.
Frau Eisenhut,
Hebamme,
sogenannte Bas Lies.

FXrucht- Brod und
Fleisch⸗Preise der Siadi
Zweibrücken vom 21. März
Weizen 11 M. 67 Pf. Korn
08 M. 31 Pf. Gerste 2reihige
9 M. — Pf. Gerste 4 reih.
08 M. 86 Pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 6 M. 64 Pf.
Heu 2 M.. 40 Pf. Stroh2
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M.
— Pf. Weißbrod 12 Kilog.
56 Pf. Kornbrod 3 Kil.75, 2 Kir.
50 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf.
GBemischtbrod 3 Kilo. O M. 94Pf.
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Dual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
Damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf
Butter 1M. 05 Pf. per Pf.

Pas, 120 Seiten starke Buch:
Bichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
hewährte Anleitung zur Selbstbe—
jandlung dieser schmerzhaften Lei—⸗
den, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
»ecsandt von Richter's Ver⸗
lags-Anstalt in Leipzig. —
Die beigedruckten Atteste beweisen
die Mußerordentlichen Heil—
— der darin empfohlenen
ur.

Hiir die BBoHBLG — —— —
welche mit allom Wissenswerthen aus der Reicushauptstadt in Fühsnng bleiben wollen, kann mit vollem Recht nur die
„Borlinor Zeitung“
64lIte—Langmannsehe)
als dis ig Wahrheit billigste, eetchnattigste und interessanteste Zeitung
Preis nur 3 0O Pro Quart.,, AO E. den 2. u. 3 Quartalsm., 1 MOSA den 3 Quartals-
monat empfohlen werden. — Dieselbe bringt in übersichtlicher Weise in täglich mindestens2 Bogen Alles,
was in der Welt und speciell in der Reichshauptstadt passirt; und ausserdem täglich viele praktische Rubpe
riken, die für Jedermann von grossem Werthe sind: so 2. B.

die Fotterielissen der preußischen, sächsisthen, branuschweigischen und bamburgischen Cofterie

bis zu den kleinsten Gewinnen, gleich Tags nach der Ziehung;

oinen Briefkasten in Frage und Antwort,
von bewährten EPachmännern hbearbeitet:: ein vollständiger Ratsgeber für alle Fälle im Privat-. Geschäfts- und
Rechtsleben.

Bin pikanter lokaler Theil, interessante Gerichtsrerhandlungen, spannende Novellen und Sxrizzen.
Räthsel etc. bhieten einen täglichen angenehmen Unterhaltungsstoff.

. F Der grosse Criminal-Roman FelIe 7, der pikantesto Roman der Neuzeit, der vielfach an die
seiner Zeit die ganze Welt bewegenden, Geheimnisse von Paris“ eérinnert, aber diese an spannenden dituationen
noch bei weitem ühbertrifft, wird bis zur Vollendung des Romans allen neu binzutretenden Sbonneuten de—
„Berliner Zeitung“ gratis geliefert.

Alhvöõchentlieh erscheint als belletristische Gratisbeilage: „Der Sonntag?“, fesselnde Norellen.
Skizzen, Räthsel, Schach u. s. w. enthaltend.

Auch die Iuserate sind billiger, wie in irgend einer andern Berliner Zeitung; nur 25 die
4gespaltene Leile.

Ahbonnements nebmen sümmtliche Postanstalten des Reiches jeden Tag entgegen. Bei Bestellungen
auf die „Berliner Zeitung“ (Alte - Langmann'sche) bitten wir genau anzugebhen, dass dieselbe in der Posteæci-
tundsliste 2. Naclktraud unter 684ũ verzeichnet ist. da Nachahmungen unter gleichem Titel bestehen.

—

öVIIVJ——— 5555— 5 757 7 ———— — — —
Redaktion Truck und Verlag von F. x. Demetz in St Ingbert.
        <pb n="175" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (Zmal wöchentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljährlich

Mart 20 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfq., von Auswärts ait 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

— —— —

—TX ESonntag, den 20. März — 1878.
— r
ts

3*
Abonnements-⸗Einladung.

Zu dem mit dem 1. April beginnenden JI. Quartal des
„St. Innberter Anzeiger“ beehren wir uns ergebenst ein⸗
uladen.

Die Abonnenten, welche das Blatt durch die Träger beziehen,
erhalten dasselbe fortgeliefert, wenn nicht auadrücklich abbestellt wird.

Der Abonnemenlspreis für den 4 wal wöchenilich erscheinenden
„St. Ingberter Anzeiger“ beträgt pro Quorial Mart 1,20, mit
ustrirtem Unterhaltungsblatt Mark 1.40 inclusive
Trägerloten.

Juserate werden mit 10 Pf. die 4gespalten· Zeile, außer⸗
fäl usche mit 15 Pf. bere bnet; für unfere hiesigen Abon⸗
nenten jedoch nur mit 8 Pf., amtliche Anzeigen ausgenommen.
Bei Lmaliger Einrüduung ein und derselben Annonce werden 25
»Ct. Rabatt bewilligt.

Zu zahlreich im Abonnement ladet ergebenst ein

die Exvedition.

flimmen zu wollen, wäre Gegenstand müßiger Spekulation. Daß
er aber ausbrechen wird, scheint nach der Stimmung det maßgeben⸗
den Kubaner in Newyork zweifellos.

Londeon, 21. März. Im Oberhause gab Lord Derby
iolgende Erklärung ab: Enaland verlangt, daß sämmtliche Artilel
der Friedenspräliminarien dom Congresse vehufs Discussion zugehen.
sußlands Antwoit hierauf sei noch ausstehend. Englands Forde⸗
rung sei billig und mnäßig und wenn sie nicht zugestanden werde,
dann sei der Congrek nutzlos.

Konstantino'pel, 21. März. Osman Pascha wird
'n Begleitung Reuf Pacha' s am Montag hier erwartet. Derselbe
vird mit großen Ehren empfangen werden. — In Folge der
We'gerung der Pforie, die Einscheffung der Russen in Bujukdere
uu gestatten, bewekstelligen die Letzt eren die nothwendigen Arbeiten
Hehufs der Einschiffung in San Siefano.

Peterssburg, 20. März. Abents 11 Uqhr Gndirelh).
In Betreff der Vorbedingungen für den Krongreß ist zwischen
XO so daß die
Borkonferenz überflüssig geworden ist und dem Zusammentritte des
dongresses nichis entgegenstehn.

Petersburg, 21. Marz. Heute ist der russisch⸗ türlische
vriedensbertrag oder, wie sein officieller Titel ist, die Friedens prä⸗

minatien (mit Rüdsicht auf den Congreß, nach dessen Beichlüssen
est der definitive Friede festaestellt werden soll) veröffennicht worden.
Dder wesentliche Inhalt desselben ist schon früher vekannt geworden.
Vir heben nur noch Folgendes hervor. Der Gevietszuwachs,
elcher für Montenegro ausbedungen ist, umfaßt die Stadte Gacko,
zilet, Riusic, Sputz, Podgor tza und Zabliak; es ist das, nament⸗
ch nach Norden hin, eine ansehnliche Vergrößerung. Die künfligen
zeziehungen zwischen Serbien und der Piorte sollen durch einen
igenen Vertrag geregelt werden; mittletweile werden die Serben
der Tarlei nach dem gemeinen Volkerrecht behandelt, die Serben
äumen sofort jene von ihnen besetzten türkischen Bezirke, welche der
zfotle berbleiben. — Die an Rumänien von der Pforte zu zahlende
krie4sentschänigung ist einem besonderen Vertrag dorbdehalten.
Zulgarien wird ein Fürstenthum mit christlicher Regierung, einhei⸗
nischer Miliz, selbstitändiger Verwaltung, zahlt der Plorte einen
ribut; der Fürst wird gewählt; an den Wahlen soll de wal⸗
achiste, griechische und muhamedanische Bevolkerung theilnehmer.
die Westgrenze des Fürstenthums bildet der Fluß Struma, sie
seht ziemlich nabhe an Salonichi hetan. Die Pforie tritt an dieses
fürstenthum die Donaufestungen sowie die Festungen Schumla
ind Varna ab, behäit aber kas in denselben bfindliche Kriegsma⸗
erlal. Die Mudamedaner behallen ihr Eigenthum in Butgarien,
juch wenn sie das Land verlossen. Die russischen Truphen, welche
vahrend der nächsten Jahre Bulgarien beseßt halten, unterhalten
hte Verbindnng mit Rußiand uberRumänien, Varna und Burgas.

Die Pforte verpflichtet sich zur Feststellung der türkisch⸗perfischen

zrenze. Die von der Turkei an Rußland abzutretenden Gebieis⸗
Jeile sollen eiren Werth von 1100 Millionen Rubel repräsentiren.
lußerdem hat die Tuikei an Rußland 300 Millionen Rubel baar
u enicichten. Das Nähere über die Zahlung diejer Summe soll
päter vereinbart werden. Die Einwohner der an Rußland abzu⸗
retenden Gebietistheile sollen ihte Guter verkaufen und das Land
)erlassen können. Die russische Gesandischaft in Konstantinopel
ind die russischen Consulate in der Türkei haben den Schuß übet
die rusfischen Pilger und Mönche und deren Eigenthum in der
tütkei auszuüben. Die Dardanellen sollen fowohl im Falle eineß
drieges wie im Frieden den Handelsfahrzeugen der neutralen Mächte
edffet bleiben. Die russischen Truppen haben die von ihnen in
sien besetzten Gebietslheile innerhalb 6 Monaten von dem Tage
es defininven Friedensabschlufses an gerechnet zu räumen. Die
»eid rserigen Comm'essäre werden die us wechselung der Geiangenen
n Odessa und Sedostopol regeln. Die Piorie wird die Unterhal⸗
ungttosten füür die Gefangenen jablen und zwar in 18 Theilzah—
ungen inuerhald 6 Jahreu. Ueber den Oct und den Zeitpunkt
es definutiven Friedens wird man sich später einiqen.

Deutsches Reich.

Berlhimn, 21. Maärz. Die endgült'ge Besetzung des Min'ste⸗
ciums des Janern ist erfolgt; Graf zu Eulenburg, bislang Obere
präfident von Hannover (Vetier des bisherigen Ministers des
Innern, hat das Portefeuille übernommen. Tie Verhandlungen
nit dem Grafen Otto zu Stolberg⸗ Wernigerode wegen Uebernahme
des Postens eines Vicepräsidenten des preußischen Staats⸗Ministe⸗
iums dauern fort, haben aber augenbiscklich geringe Aussicht auf
rrfola. Regierungs⸗Präsident Hofmann aus Danzig Eruhet Uriniste⸗
rialDirelltor im Finanz- Ministerium) ist hier anwe end. Es heißt,
nan verhandle mit ihm wegen Uebernahme des Finanz-Ministe⸗
riams.

Straßburg, 21. März. Am 18. d. M. sind die rechts⸗
heinischen Forts Blumenthal bei Auenheim, Bose bei Neumühl
und Kuchbac bei Sundheim, die bis auf wenige Aeußerlichkeiten
rert ggestellt sind, armirt und durch Abtheilungen des 105. und
47. Infanterieregiments — je etwa 40 Mann und1 Officier —
— vesetzt worden. Damit is der neue Festungsgürtel um Straß⸗
zurg geschlossen. (Sir. Z.)

Ausland.

Die Insurrellion in Quba ist unterdrückt; die Nuiständischen
zaben ihre Waffen niedergelegt; die Emanzipation der Silaven ist
zusgesprochen wocden; der Friede ist wieder eingezogen 0 so lautelen
die Nachrichten, welche vor einigen Wochen über die Beendigung
der Kampfe auf der „Perle der Antillen“ hier einliesen. That ⸗
achlich enthrelt die Meidung auch nichts Unrichtiges. Der gegen⸗
värtige Aufstand hat sein Ende erreicht, aber der Friede hat nur
zat eine Bedenkliche, daß er, um auf die Dauer zu sein, nicht
wischen den eigentlich kriegführenden Parteien geschlossen worden
ist. Der eigentliche kriegführende Empörer gegen Spaniens Ober⸗
zertschaft ist die große Colonie von Kubanern, welche in New⸗
horl ansassig ist und von dort aus das Land nicht nur insurgirt,
ondern es auch mit Mannschaften, Munition und Proviant ver⸗
sehen hat. Und diese kubanische Junta in New VYork hat bere ts
Bersammlungen abgehalten, in denen erklärt worden ist, daß sie sich
in die Abenachungen zwischen Spansen und den jetzt üderwältigten
Aufständishen nicht kehre, daß sie nach wie vor es als ihre
deilige Pflicht halte, für die Unabhängigkeit Kubas einzutreten.
Sie haben demgemäß sgaon wieder neue Finanztomitees eingeseßzt,
um zunächst den wichtigsten Faktor zu einem neuen Aufstande zu
beschaffen, nämlich Geld. — Der große Jubel in Spanien über
den „Friedensschluß“ darfte demnach etwas verfrüht gewesen sein.
Zuba wird nach wie vor das „Polen Spaniens“ bleiben. Die
Räh⸗ der Vereinigten Siaaten von Amerita, in denen bei einem
zroßen Theile der Bevditerung starle Sympathien für ein für
Umerika annektitbares „mabhängiges Kuta“ vorhanden sind, wird
s den Insurgenten sters leicht machen sich mit Kriegsmaterial zu
»erliden. Wann der nächste Aufstand losbcechen wird, das be⸗
        <pb n="176" />
        Vermischtess.

r Kaiserslautern, 21. März.“ (Kaif. Ztg.) Unsere
Geflügelausstellung ist gestern Abend geschlossen worden. Das Aus-—
tellungskomite hat nun noch eine sehr schwere und undankbare
Aufgabe zu erfüllen: die Ausstellungsgegenstände an ihre Eigenthümer
auszuhändigen, resp. zu verpacken und zu versenden. Im Großen und
Banzen sind auf dem Transport und während der Ausst-llung felbst
nur wenig Thiere gestorben. Das tragische Ende eines Hahnes
müssen wir bei dieser Gelegenheit erwähnen. Ein Herr aus Neu⸗
stadt a. d. H. hatte einen sehr sdönen Stamm Hdühner ausgestellt.
Als derselbe am Montag die Ausstellung besuchte und vor seine
dühner trat, erkanten ihn diese wieder, der Hahn krähte ganz ge⸗
waltig vor Freude und — fiel todt nieder Angesichts seines Herxrn.

7Pirmasens, 19. März. Gesteen hatte der Waldauf⸗
eher Emanuel von Merzalben auf seinem Begange »das sellene
Jagdalück, auf einem Stand 8 Wildschweine zu erlegen.

Ludwigshafen, 22. März. Imn einer vom hiesigen
Wewerbeverein auf gestern Ahend anberaumten Versammlung wurde
beschlossen, im nächsten Jahr hier eine Lokal-⸗Gewerbe- und Industrie⸗
Nuestellung zu veranstalien··
7 Das Resultat der Einsährig⸗Freiwilligen⸗-Prüfung in Speyer
ist nunmehr bekannt. Von 29 unangemeldeten erschienen 253 15
vurden zur mündlichen Prüfung zugelassen, wovon 10 durchkamen.

FFürchterliches Elend. Der am 26. Februar in
San Franzisko von China und Japan angekommene Dampfer
„Oceanic?“ brachte Detaills über den Brand des Asyls in Tsien⸗isin
in China. Es befanden sich in dem Alihl nahezu 8000 Flüchtlinge
aus den von der Hungersnoth betroffenen nördlichen Provinzen; alle,
nit Ausnahme von 100, kamen in den Flammen um. In Folge
der außerordentlicheu Kälte, welche m der letzten Zeit in Cdina
jerrschte, find viele Flüchtlinge erfroren; Tausende leiden Mangel
in Nahrung. Jn der Provinz Schensi ist das Elend fürchterlich.
die Bemühungen der, Regierung,, die Hungecuden zu versehen,
verden größteutheils durch Unehrlichkeit der Beamten vereitelt.
»underte von Kindern werden von ihren hungernden Eltern ver—⸗
auft, um Anderen als Speise zu dienen. In den großen Städten
hauchung und Puchung und in anderen Orten hat fich die männ⸗
iche Bebölkerung, die beim Anblick ihrer fterbeuden Frauen und
dinder in Verzweiflung gerietb, zu Aufständigen hinreißen lassen.
In Pachung-wurde ein Mandarin, der sich das allgemeine Elend
uu nutze machte, um Gewinn daraus zu ziehen, hingerichtet.
W Dienstesnachrihtet.

Die Verwesung der protest. Pfarrei Obermicsau wurde dem
derzeitigen ständigen Vicare in Orfenbach, Melch. Jae. Wangler
übertragen.
Stroh Füteé.

Ta
LMatzen
10 Stück 40 Pf. IStück 5 Pf.
mpfiehet bessengss
M. Haas.
Oberstadt gegenüder der Apotheke.

— ———
x 67 Tausend Abonnenton.

——
— ———
*

zsum Waschen und Facçon⸗
niren werden angenommen bei
Hermann Fischer.
Wohnungs-Yeründerung. J
Bon heute ab wohne icch in. Attejst. Aν s4riges
der Blieskasteler Straße bei Hin. (Magen)⸗Leiden
Metzger Müller. — das sich ⸗urch, Appetit⸗ und
Zugleich halte mein Lager in Schlaflosiakcit, schmerzlichen
Blechartikel, Druck im Magen, Batungn-
zuke und selbũberfertigte Wagre, räclich 8 bis Gmal ges 5*
csiend empfohlen — Auch wer— brechen, llichartige Schmerzen
den Reparaturen, soun Pe⸗ —
troleum⸗ Lampen ec. schnell mäßigen Stuhl, meistens Ver⸗
und dillig gusgefühn stopfung, kennzeihnete, wurde
Nik. Eisenhut, durch die in einsache Heze
Slechschmed. met hode des Herrn J. J. F.
—— x*. — Popp. in Heide (Holstein)
Einige Morgen vinmnen 6 Wochen gehoben u.
Ackerland war so daß in jeht sawere
ganz in der Nahe der Stadt, sind e ee
u verbachten. Naheres in der Ich halte es für meine Pflicht,
ẽxpedition dieses Blattes zu er⸗ Nen ahnlich Ledenden dise
re— —— surmerhode dringend zu em⸗
Nohnungs-Veränderung. pfehlen. F. Paul Jöchle,
Von heute ab wohne ich in Schneidermeister.
der Blieskafteler Straße bei Hrn. Illertissen (Bayern), 26,
Metzger Müller. Mai 1877
Frau Eisenhut, Zur Beglaubigung:
Hebamme, (L. 8.). Der Bürgermeister:
sogenannte Bas Lies. MRang.
2255 J —A—75.
MNachrichten aus Amerika.
31 New Chambers Str., New-Jorx.
Dritter Jahrgang.
Diese Zeitung erscheint monatlich in New York und enlhält die
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
oon 1861 bis 1865 gestorben find. Ferner allzemeine interessante
Nachrichten aus Amerika.“ *

Spezialität der Redaltion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
jung von Todienscheinen, u. Auskunftertheilung über Amerila u. s. w.
Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.
Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Wm. Raich, Post⸗Box 5590,
in New-York, oder die Herren Vertreterꝛ:.

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Louis Göhring &amp; Co., Fraakenthal, Rheinbahern.

Herr H. Döring, in Gießen, Hessen.

derr Ferd. Becnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

derr Friedrich Keslholz, in Bamberg, Bayern.

derr C. Guisez in Straßburg, Elsaß.

Herren Egger⸗Honegger, Neumüble⸗Zurich, Schweii.

Die gelesenste Zeitung Deutschtänds
ist das — —7—
ri blatt
Berliner Tagebla
it seinen Beiblättern
dem illustr. Witzblatte der belletristischen Wochenschrift
„DIKu,, Zyzerliner Sountagsblatt“
Sangiten unabhängige freisinnige Z itung.
Die bisher in Deutschland ungekannt große Berbreitung dieser
Zeltung (gegenwärtig besißt diefetbe mehr als 67 Tausend Abon⸗
nenten, spricht wohl auf das Deutlichste für die Gediegenheit und
Reichhaltigkeit ihres Inhalts, und berücksichtigt man zugleich die
außerordentliche Billigkeit bei der Fülle des gebotenen Sioffes, so
lann das ‚Berliner Tageblatt“ mit vollem Recht als —*
die reichhaltigste und billigste deutsche Zeitung
mpfohlen werden. Die werthwollen Beigaben: das illustrirte
Witzblatt „Ulk“, sowie das belletristische Wochenblatt „Berliner
Sonntagsblatt“, erfreuen sich einer allfeitigen Anerkennung.
Einem großen Kreise von Spezial⸗Correspon⸗
denten an allen Hauptplätzen sowie der ausgedehn⸗
testen Benutzung des Telegraphen verdankt das
„Berliner Tageblatt“ den Vorzug, daß es durch
die ihm täglich zugehenden —V
ausführlichen Sprzial-Telegramme
allen anderen Zeitungen mit seinen neuesten poli⸗
tischen Nachrichten voraneilt.
Im Feuilleton des „Berliner Tageblati“ beginni Anfangs
April ein neuer Zbaͤndiger Roman:
Die Vöchter des Consuls“
vn Balduin Möllhausen.
Wie alle Romane dieses allgemein beliebten Erzählers, glänzt
auch der ebengenannte durch eine Fulle farbenprächtiger Schilde⸗
rungen aus den Tropenländern und wird durch feine spannende,
auf den verschiedensten Schauplätzen sich abspielende Handlung die
Leser in hohem Grade fesseln. Dem Theaier, der Kunst und der
Wissenschaft wird Uberdies im Feuilleton besondere Aufmerksamkeit
gewidmet. Der Ahonnementspreis für das „Berliner Tageblatt“
nebst „ull“ und „Berliner Sonntagsblatt“ beträgt nach wie vor
wur O A 25 9 *
vierteljährlich für alle drei Blatter zusammen. —
Alle Reichspostämter nehmen jederzeit Bestellungen ent⸗
gegen, und wird im Interesse der Abonnenten gebeten, recht
frühzeitig das Abonnement anzumelden, damit die Zusendung
des Blattes von Beginn des Quartals an prompt erfolge.
Die Expedition de⸗— Rerliner Tageblaätt“.
—
*22

z.
2
3
*
*
3

e eee e— e e
* — — —
Die Wormser Brauer⸗Akademie
in den letzten 5 Jahren von 640 Rierbrauern aus allen Ländern
desucht, heg'nnt das Sommersemester am I. Mai. — Nähere Aus⸗
lunft ertheilt gerne Die Direktion Dr. Schneider.
edallion Drud ind eriag en . — —
Siezu „Illustrirtes Sonn⸗agsblatt“ r.

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        <pb n="177" />
        F —7
a. 5 w n *7 h 24 1—
2. 31: 6&amp; — * 7* ααι — z e 33
— 3 6 * , 4cCC5TTTT5XXX————
ver St. Jugberter Anzeiger und das (2.mal wöchentlich) mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt (Sonntage wail iAUl astr ir ter ei⸗
lage) erscheinz wochentlich viermal 3. Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementovreis betxagi vierteljährlich
Mart 30 R.⸗Pfä. Anzeigen werden mit 10 Pfg. von Auswãrts nit 15 Pf⁊ꝛ. für die viergespaltene Zeile Blatischreft oder deren Raum, Neckamuen
mit 80 Pfgpro Zeile berechnet. 2

5* I 71 7 2 238 —VWVWVWII — &amp;œ

a8*44 n39 2. 723* * *8*7 * — — ene i n e ined zee Dihe p
M A8ö.. 7 5. Sountag ⸗ den 203. März 61878.

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Abonnements⸗Einladung.
Bgue dem min dem . Aprilheginnenden. II. Quartal dez
„St. Ingberter Anzeiger“ beehren wir uns ergedenst ein
uladen . — F
De Abonnenten, welche das Blatt durch die Träger bezlehen,
erhalten dasselbe forigeliefert, wenn nicht ausdrücklich abbest-It wird.
Der Abonnementspreis für den 4 mal wöchenilich erscheinenden
„St. Jugberler Anzeiger“ beträgt pro QuartalMart 1;,20, mit
illustrirtem Unterhaltungsblatt Mark LAd inclujsive
Tragertohs? — ——
Juserate werden mit 10 Pf. die 43espaltene Zeile, außer⸗
mfãlusche mit· 18 Pfrebere hnetz für unsere- hiesigen Abon⸗
aeraten jedoch nur mit 8 Pf. amtliche Anzeinen ausgenommeß.
B 4maliger: Eikrückung ein Sund derselben, Annonce werden 26
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Zu zahlxeich em Abonnement ladet ergebenst ein 3
e ee. die Eapedifion.
Deutschhes Reich.
Berlin, 21. März. Die xnvgütt ge Besetzung des Min'stee
riums des Jnern ist erfolgt; Graf zu Eulenburg, bislang Obre
oräfident von Hanover (Vetler des bisherigen“ Mimsters des
Innern, hat das Partefeu'lle übernommen. Die Verhandlungen
nit dem Grafen Otto zu Stolberg⸗ Wernegerode wegen Uebernahme
des Postens eines Vicepräsidenten des praußzischen Staats ·Min istes
riums dauern fort, haben aber augenblicklich“ geringe Aussicht duf
krfolz. Regierungs⸗Präsident Hofmann aus Damig Erühet ·Aa luifte⸗
rial⸗Direktor un Finanz; Ministerium) ist hier anweiend. Es heiht,
unn verhandle mit ihm wegen Uebernuhme des Finanz⸗ Ministe⸗

iums. 3.. 4 27 3

Straßburg, 21. März. Am 15. d. M. sind die rechts⸗
cheinischen Forts Bluinenthal bei Auenheime, Bose bei Neumuͤhl
and Kichbad beit Sundheim, die bis auf wenige Aeußerlichkeuen
rert ügestellt fiad, armirt unde durch— Abtheilungen des 105. und
47. Infanterieregiments —je eiwa 40. Mann und 4 Officier —
— desßetzt worden. Damil ist der neue Festungsgürtel um Straß
aurg geschlossnnn. Gitrt. 8)

Nusland.

Die Jasurrektion in Kubea ist unterdrückt; die Rufständ'schen
jahen ihre Waffen niedergelegt z5die, Ema ihation der Sslaven ist
usgesprochen wocden; der Friede:st wieder eingezogen 10 so lauteten
e Nachrichten, welche vor einigen Wochen uͤber die Breudigung
er Kampfe auf der „Perle der Antillen“ hier einliesen. Thaͤt⸗
ächlich enthielt die Mesdung auch nichts Unrichtiges. Der gegen⸗
vartige Aufstand hat sein Ende erreicht, aber der Friede hat nur
as eine Bedenkliche, daß er, um auf die Dauer zu fein nicht
wischen den eigentlich kriegführenden Parteen geschlossen worde
s. Der e gentliche kriegfuhrende Empdrer gegen Spaniens Ober.
perrscheft ist die große Colome don e welche in New⸗
Hork ansässig ist und von dort aus das Land nicht nut insurgitt
ondern es auch mit Maunschaften Munitedn und Prodian vert
ehen hat. Und diese kubauische Junta in New Hhork hat beren⸗
Bersammlungen abgehalten, in denen erklärt worden iß, daß sie sta
in die Abrnachungen zwischen Spansen und den jetzteüderwäitigtet
UMusständischen picht kehre, daß sie nach wie vor es als 4
xeilige ·Pflicht balte für die Unabhängigleil Qubas einzutrefin—
Sie haben demgemäß schon wieder neue Finanzkomitees eingesttzt,
im zugächst den wiächtigsten Faktor zu einem neuen Aufstande zu
veschaffen „nämlich Geld. — Der Froße Jubel in Spanienüber
en Friebendichluß?. Darfle, demnoch ewas betfrüht gew⸗sin, sein.
Zuba wird nach wie vör bas „Polen Spamens“pleben“ Si⸗
Näh⸗ der Vereingten Siaaten von Amer da, um denen bemeinem
roßen Tyeile der Bebötterung starke Synpathien für ein fur
Umcrika annekhirbates „Unabhängißes Nua“ vorhaude; sind, wird
S den Injurgenlten stets lecht machen sich mu striegsmaterial zu
detfehen. Wann der-nächste Aufstund losbrechen wird, das be⸗

—ÆCöCæ— ——— —x—x——
ee e e e 63. — —
timmen zu wollen, wäre Gegenstand müßiger Spekulation. Daß
er ab er ausbrechen wird, scheint nach der Stimmung der maßgeben⸗
den Kubaner in Newyork zweifellbb.
London, 21. März. Im Oberhause gab Lord Derby
olgende Erklärung ab:: Enuland verlangt, daß sammtliche Artikei
der Friedenspräliminarien dom Congresse dehufs Discassion zugehen.
stußlands Antwort hierauf sei noch ausstehend. Englands Forde⸗
rung sei billig und mäßig und wenn sie nicht zugestanden werde,
dann sei der Congreß nutzlos.
———
n Begleitung Reuf Pascha“ s am Montag hier erwattei, Derselbe
vird mit großen Ehren empfangen werden. — In Folge der
GWe gerung der Pforie, die Einschffung der Russen in Bujukdere
uu gestatten, bewe kstelligen die Letzt eren die noihwendigen Arbeiten
Behufs der Einschiffung in San Stefanod.
—Petersburg, 20. März. Abends“ 11 Udr ündirekh).
Ju Beteff der Vorbedingungen, für den Krongresßz iste zwüschen
kngland und Rußland eine Verständigung eingetreten,“ so daß die
Vorkonferenz überfliifigi gewordent ist und dem' Zusammentritte des
dongrefses nichtz entgegensteht? —
Pettrsburge 21. Möirz. Heute ist der russisch⸗ türkische
jtiedensvertrag oder, wie sein oͤfficieller Tittl Isteen pie Ftiedens pra⸗
gunarien (mit Rüchsicht guf den Congreß, nach dessen Bischlüssen
est der definitide Friede festestellt werden soll) veröffenilicht worden.
Der wesentliche Inhalt desselbe ist schon früher bekannt geworden.
VDir heben mir noch Folgendes herbor. Der. Gebieiß uwachs,
elcher für Montenegro ausbedungen ist, uwfaßt die Städle Gaaͤo,
Hilel, Nific, Sputz. Podgortha und Zabliak; es ist das, nament⸗
ich nach Norden hin, eine ansehnliche Vergröößerung.“ Die künfligen
Zeziebungen zwischen Serbien und der Pjiorie sollen durch einen
igenen Vertrag geregelt werden; mittlerweile werden d'e Serben
v der Turkei nach dem gemeinen Voölkertecht behandelt; die Serben
ãumen fofort jene von ihnen besetzten tuͤrlischen Bejirke, welche der
IFforte verdleiben. — Die an Rumänien von der Pforte zu zahlende
driegsentschäcigung ist einem besonderen Vertrag dorbehalten.
Zulgarien wird ein Fürstenthum mit christlicher Regierung, einhei—
aischer Miliz, selbststäudiget Verwaltung „zahlt der Ptorte einen
Tribut z'det Fürst wird gewahln; an, den Wahlen soll dee, wol—
achisce, griechijsche und muhamedanische Bevölkerung theilnehmer.
Re Westgrenze des Fürstenthums bildet det Fluß Struma „fie
jeht ziemlich nuhe an Salonichi heran. Die Pforie tritt an dieses
Fütstenlhum die Donaufestungen sowie! dien Festungen? Schumla
no Varna ab, behält ader das in denselben b findliche Kriegsma⸗
erial. Die Muhamedaner behalten ihr' Ementhum:, in Bur garien,
nuch wenn sit das Land verlossen. Die russischen Truppen/ welche
bahrend der nächsten Fahre Bulgatienbeseht halten, unterhalten
hre Verbindnng mit Rußignd berRumänien, Varng und Burgas.
Die Pforte verpflichtet sich zur Feststellung der türkischpersischen
Zrenze. Die von der Tuͤrket a Ruhiand abzutretenden Gediets—
Jeile sollen eiren Werth von 1100 Millionen Rubel repräsentiren.
lußetdem hat die Türkei on Rußland 300 Millionen Rubel baar
u entcichten. Das Nähere über die Zahlung bieser Summe soll
däter vereinbart werden. Die Einwohnet der an Rußlaͤnd abzu⸗
cetenden Gebietstheile sollen ihte Guter verkaufen und das Land
eetlafsen können. Die russische Gesandtschaft in Konftantinopel
nd die russischen Consulate in der Türkei haben den Schuß über
ie russischen Pilger und Moͤnche und deren Eigenthume in der
Sürkei auszuüben. Die Dardanellen soslen sowohl im Falle eines
erieges wie im Frieden den Handelsfahrzeugen der neutralen Mächte
Fdff et bleiben. Die russischen Teuppen haben die vonihnen im
Usien besezten Gebietstherle innerhalb 6 Monaten von dent Tage
)es d fi nven Friedeusabschl'sses an“ gerechnet zu raumen. Die
)erd rjeninen Comm ssäre werden die nuswechselung der Getfaogenen
n Odesse und Senastoͤpot regeln. Die Piorte wird die Unterhal—
ungrkosten fur de Gefangenen zahlen und zwar in 18 Theilzah⸗;
ungen innerhalb 6 Jahren. Ueber den Oct und den Zeitpunkt
»es definitiven Friedens wird man sich später einigen.
444
        <pb n="178" />
        Permischtes.

paiserslautern, 21. Räurs. (Rais. Ztig.) Unsere
Geflügelaussseilung ist gestern Abend geschlossen worden. Das Aus⸗
stellungskomite hat nun noch eine sehr schwere und undankbare
Aufgabe zu erfüllen: die Ausfielluagsgegenstände an ihre Eigenthũmer
ausuhandigen, resp. zu verpacken und zu versenden. Im Großen und
Ganzen find auf dem Trausport und wabrend der Ausstellung selbst
nur wenig Thiere gestorben. Das tragische Ende eines Hahnes
müssen wir bei dieser Gelegenheit erwaͤhnen. Ein Herr aus Neu⸗
stadi a. d. H. hatte einen sehr schonen Stamm Hühner ausgestellt.
dils derselbe am Montag die Ausstellung besuchte und vor seine
Huhner trat, erkanten ihn diese wieder, der Hahn krähte ganz ge⸗
wallig vor Freude und — fiel todt nieder Angesichts seines Herrn.

J Pirmasens, 18. Maärz. Gestern hatte der Waldauf⸗
seher Emanuel von Merzalben auf seinem Begange das seltene
Jagdalück, auf einem Stand 3 Wildschweine zu erlegen.

Ludwisshafen, 22. März. In einer vom hiesigen
Gewerbederein auf gestern Ahend anberaum!en Versammlung wurde
beschlossen, im nächsten Jahr hier eine Lolal⸗Gewerbe⸗ und Industrit⸗
Auestellung zu veranstalten.

Das Resultat der cin sahrig⸗Freiwilligen⸗Prufung in Speyer
ist nunmehr bekannt. Von 28 unangemeldeien erschienen 258; 16
wurden zur mündlichen Prüfung zugelassen, wovon 10 durchkamen.

pSFärqhterliches Elend. Der am 26. debruar in
San Franzislo von China und Japan angekommene Dampfer
Deeanic? bͤrachte Detaills über den Brand des Asyls in Tsien⸗tfin
jn China. Es befanden sich in dem Aly! nahezu 8000 Fluchtlinge
aus den von der Hungersnoth betroffenen nbrdlichen Provinzen; alle,
mit Ausnahme von 100, kamen in den Flammen um. In Folge
der außerordentlichen Kälte, welche in der letzten Zeit in Cdina
herrschte, sind viele Flücht linge jerfroren; Tausende leiden Mangel
in Nahrung. In der Provinz Schensi ist das Elend fürchterlich.
Die Bemühungen der Regierung, die Hungecnden zu versehen,
verden groͤßtentheils durch Unehrlichkeit der Beawten vereitelt.
hunderte von Aindern werden von ihren hungernden Eltern ver⸗
auft, um Anderen als Speise zu dienen. In den großen Stadten
dauchung und Puchung und in anderen Orien hat sich die mann⸗
sche Bevölkerung, die beim Anblick ihrer sterbeuden Frauen und
Ander in Verzweiflung getieth, zu Aufständigen hinreißen lassen.
In Pachung wurde ein Mandarin, der sich das allgemeine Elend
nuͤtze machte, um Gewinn daraus zu ziehen, bingerichtet.
Dienstesnachrichten.
Die Verwesung der protest. Pfarrei Obermiesau wurde dem
derzeingen ständigen Vicare in Orfenbach, Melch. Jac. Wangler
übertragen.
—*
Stroh Hüte.

s

a
I Matzen
10 Stüd 40 Pf., IStück 5 Pi.
empfiehlt bestens
M. Haas,
Oberstadt aeaenüber der Apotbeke.

— õů⸗Æ—IXJJÿ’X
* x ůn Abopnonton-
Die gelesenste Zeitung Deutschlands
F ist das
Verliner Jageblatt
anit seinen Beiblättern
dem illustr. Wißblatte der belletristischen Wochenchrift
„VUL«, „Berliner Sonnlagsblatt“.
Gänzlich unabhängige freisinnige 3 itnnß
Die bisher in Deutschland ungekannt große Verbreitung dieser
Zeitung (gegenwartig besitzt dieselbe mehr als 67 Tausend Abon⸗
nenten, spricht wohl auf das Deutlichste für die Gediegenheit und
Reichhaluigkeit ihres Inhalts und berucksichtigt man zugleich die
außerordentliche Billigkeit bei der Fulle des gebotenen Sioffes, so
kann das „Berliner Tageblatt“ mu vollem Recht als
die reichhaltigste und billigste deutsche Zeitung
empfohlen werden. Die werthwollen Beigaben: daz illustrirte
Witblatt Ult“, sowie das belleiristische Wochenblatt vBerliner
— riner allfeitigen Anerlennung.
Einem großen Kreise von Spezial⸗Correspon⸗
denten an allen Hauptplätzen sowie der ausgedehn⸗
testen Benutzung des Telegraphen verdankt das
„Berliner Tageblatt“ den Vorzug, daß es durch
die ihm täglich zugehenden
ausführlichen Spezial⸗Telegramme
allen anderen Zeitungen mit seinen neuesten poli⸗
tischen Nachrichten voraneilt.

Im Feuilleton des „Verliner Tageblatt“ beginnt Anfangs

Avril ein neuer Zbandiger Roman:
„Die Töochter des Consuls
ven Balduin Möôllhausen.

Wie alle Romane dieses allgemein beliebten Erzaͤhlers, glanzt
auch der ebengenannte durch eine Fülle farbenprächtiger Schilde⸗
rungen aus den Tropenländern und wird durch seine spannende,
auf den verschiedensten Schaupläten fich abspielende Handlung die
Leser in hohem Grade fesseln. Dem Theaier, der Kunst und der
Wissenschaft wird überdies im Feuilleton besondere Auf merksamleit
gewidmet. Der Abonnemenispreis fur das „Berliner Tageblait
bte, uire und Berliner Sonntagsblatt“ vbeträgt nach wie vor

u M25
vierteljährlich fur alle drei Blatier zusammen.

Alle deichspoftamter nehmen jederzeit Bestellungen ent⸗
gegen, und wird im Interesse der Abonnenten gebeten, recht
fruhzeitig das Abonnement anzumelden, damit die Zusendung
des Blattes von Beginn deß Quartals an prompt erfolge.

De⸗ Expeditivn des Berliner Tageblatt“.

zum Waschen und Facçon⸗
Riren werden angenommen bei
Hermann Fischer.
Wohnnngs⸗Veranderung. — —
u anee b wohne in 2ttest. Vtein I8jadriges
der Biiebtasteler Straße dei Hrn. (Magen)⸗Leiden
Metzger Muller. dag sich dutch Appenit · und
Zrgleich halte mein Lager in Eqlaflosigkeit, chmerzlichen
Blechartikel, Drud im Magen. Biahungen,
qute und selbfiberferligte Waare, aclich 8 dis Gmal ge⸗ Er⸗
besens empfohlen. — Auch wer⸗ brechen, hichartig Schwerzen
den Reparaturen, so an Pe⸗ m ganzen Leide, untegel⸗
bicrum Lampen ec., schnell mãßigen Stuhl, meistens Ver⸗
und dillig ousgeführt. stopfung, kennzeichnete, wurde
ike Eifenhut, durch die so einfache Heil⸗
Vlegdschmied methode des Herrn J⸗ J. F.
— —⏑⏑ — 3 3
Tinige Morgen d—2 ——88 ——
geho en u.
Acerland e e
— * Speisen ertragen lann und
ganz in der Nahe der Stadt, sind danz Gesund b.finde
u verpochten. Natheres in der Iq halte es für meine —9 —
— dieses Blattes zu er⸗ Aen ähnlich Leidenden diese
genU — — urmethode driagend zu ei⸗
Wohnnngs Nerändernng. pehlen. 8. Paul Joche—
Von heute ab wohne ich in Schneidermeister.
der Blieskasteler Stroße bei hrn. Illertissen (Bayern), 26.
Metzger Wüllez. Mai 1877.
Frau Eisenhut, Zur Beglaubigung:
Hebamme⸗ (L8.) Der Buͤrgermeister
sogenaunte Bas Lies . — Rang.
22 —
Nachrichten aus Amerika.
VNoc Chambors Str., Now-Vork.
Dritter Jahrgang.
Diese Zeitung erscheint monotlich in New Yorl und enthält die
Namen der Deuischen, welche in Amerila sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die wãhrend des amerikanischen Krieges
den I861 bis 1868 gestorben sind. Ferner all zemeine intercfiante
Nachrichten aus Amerika.
Spezialitat der Redaltion: Aufsuchung Verschollener Beschaf⸗
von Todtenscheinen, u. Auslunftertheilung übet Amerika u. s. w.
Preia per Jahe ⸗ Mark, portofrei.
probenummern 10 Pfennige in Postmarlen.
Zu beziehen durch den Verlger Wu. Raich, Post ⸗Box 5590,
m New⸗Yorlk, oder die Herren Verneier:
Hert Joh. Wilh. Vornemann, in —V
Herren Louis Gohring &amp; Co., Frankenthal, Rheindayern.
Zerr H. Doͤring. in Gießin, Hessen.
hert Ferd. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannovber.
— — — ——— 9 in din leblen 3 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Länderr
ZJerr T. Guijez in Straßburg, Eiseß. besucht, beginnt das Sommeriemester am 1. Mai. — Naäbere Aus⸗
Herren Egaer⸗Honegaer, Neumhle⸗Züurich, Schweliz. —X —
Iie ceneß in St Inobert. J—
Si. Allutrirtea Sonntaaablats ν 2

—————————— — ——
        <pb n="179" />
        St. Ingberler Anzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementsvreis beträgt vierteljährlich

Mart 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts uit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

— —

M 49. Dienstag, den 26. März 1878.

Deutsches Reich.

Berkin. Der „Reichs-Anzeiger“ vom 283. März publizirk
die Enlassung Camphausen's unter Belassung des Titels
und Ranges kines Staats-Ministers.

Zur Hebung noch immer auftauchender Zweifel in Betdreff
der Aurtchnung der letzten Kriegstahre als Keiegs⸗
dienstzeit hat as Kriegs-Ministerium erläutert, daß unter Frank—
reich nicht das heutige Gebiet desselben, sondern jene Grenze zu
herflehen sei, wie sie vor dem Beginn des Krieges bestanden. Bei
weimonatlichem dienstlichen Aufenthalt jerseit dieser Geenzlinie ist
sedes Dienstjahr, worin solcher Aufenthalt stattgehabt, selbst dann
doppelt zu rechnen, wenn die Betreffenden in keinem Gefecht be⸗
heiligt oder zeitweilig durch Krankheit dienstunfähig waren. Auch
Diewelche immobilen oder Ersatziruppen angehört und jenen Be⸗
dinguͤngen genügt, haben gleichen Anspruch.

Die rhein ich⸗wesiphalischen Kohlengrnbenbesitzer bharren bei
hrem Beschluß, alle jene Bergleute zu entlassen, welche dem social⸗
demokratijchen oder dem (projectiren) christlich- soeialen Bergarbei⸗
derverband beitreten. In Folge dessen hat die christlich-sociale
Partei beschlossen, den geplanten christlich-socialen Bergarbeiterver—
baad einstweilen nicht in's Leben zu rufen.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ bespricht den Friedensverteag
und sagt: Was der Reichskanzier von der Convention von Adria—
nopel sagt, git auch von dem Vertrag von San Stefano. Deutsche
Interessen sind darin nicht berahrt. Der von Deutichland ver—
langten Freiheit der Wasserstraß u ist durch Schleifung aller Donau—
festungen, sowie durch die auf die Dardanellen bezügliche Bestim—
mung des Vertrages vollkommen Rechnung getragen.
Aussand.
Wien, 24. März. Von guter Seite erhalte ich folgende
Information, die ich allerdings mit der größten Reserve wieder⸗
gebe: D'ie Anwejsenheit einiger außerordentlicher, in letzter Zeit
mehrfach genannter Vertrauenspersonen in Wien galt der Neu—
befestigung des gelockerten Dreitaisatrundes und der —A
Souveräne, sperziell der Verhütung einer austro senglischen Allian;
and der austro russischen Verständigung über den Friedensvertrag.
Diese Mission ist vollständig gelungen, noch bdevor Graf Andrassy
ver Mitwesser dieser ptinzlichen Sendungen wurde, obwohl' er nuch⸗
träglich natürlich zust minte. Rußland machte, auf Anrathen del
Fursten Bismarch, gewichtige Conzessionen an Oesterreich, gewährte
I. A. eine unbdestiamte Vertagung der Retirozession Bessarabiens.
Die Okkupation Bosniens und der Herzegowina stellte Rußland
dem österreichtshe Cabinet neuerdings bedingungslos frei. Dagegen
werde Rußland an England — evbenfalls in Fotge Bismarck'schen
Intensionen — gar keine Conzessionen machen. Ein en lisch-rus⸗
sischer Kr eg sei daher nicht unmöglich, das Scheitern des Congresses
ziege nahe, in diesem Falle würde Rußland von Cabinet zu Cabinet
sich verständ gen. (Deutsches Montags⸗Blatt.)

Waen, 24. März. Die hochosfiziöse „Montagssebue“ läßt
ch von hrem Berliner Cortespondenten schreiber, Deutschland würde,
wenn der Congreß nicht zu Stande komme, Alles gutheißen worüber
äch seine beiden Nachvarmächte ins Einvernehmen setzten. Wenn
Sugland in oder am Mittelmeer vollendete Thatsachen zu schaffen
zeabsichtige, dürfe dadurch kein europäisches Interesse verletzt werden,
und die Freihet der Wasserstraße habe Bismaick als ein auch
deutsches Juteresse bezeichnet. Ein Berliner Telegramm derselben
Zeitung bezeichnet Stolberg als künftigen Ersatz Bismarcs.

London, 24. März. Die Lage ist durchaus verworren.
England und Rußland sind beide gleichwobl von Nachgiebigkeit ent⸗
jeint und dus Zustandekommen des Congiesses erscheint zweifelhafter
als je. Die Entfremdung zwischen dem hiesigen und dem Wiener
Cabinet ist eine vollstäenndige. Die Rede, welche Schatzkanzler North—
rote bei dem gestrigen Bankett hielt, läßt zwar eine kriegerische
Dentung leicht zu, trotzdem hat eine friedliche Beilegung der Mei—
nungsverschiedenbeit die auößere Wahrschemlichkeit für sich.

Athen, 24. März. Admiral Hornby, von dem englischen
Geschäftsnäger Wyndham von der Gefahr unterrichtet, in welcher
die christligen Familien auf dem Olympos (durch drohende Excesse
der Muhamedaner) schweben, sandte ein Panzerschiff zu ihrem Bei⸗—
stand und zur Verhütung von Gräuelthaten. In letzter Zeit haben
die türkischen Truppen mehrere Oetschaften in Thessalien niederge⸗
brannt und die Einwohner alle getödtet. Hodart Pascha hält mit
der türkischen Flotte alle Zugänge zur See gesperrt, um die thes—⸗
jalischen Aufständischen durch Hunger zur Ergebung zu zwingen.

Vermischtes.
f*Zweibrücken, 25. März. Am Samstag Abend wurde
au der Kanalschleuße im Schwarzbach die Leiche eines jungen
Frauenzimmers aufgefunden.

4 Die Geflügel:Ausstellung in Kaisers lautern hat an
Eintrittsgeldern 3368 M. 64 Pffg. ertragen. Geflügel wurde für
2420 M. 55 Pf. verkauft.

7 Nach einem Berichte der k. bayer. Gesandschaft in Paris
mehrt sich bei dieser Gesandischaft seit einiger Zeit auffallend die
Zahl jener Hilfsbedürftigen, welche, um Ardeit zu suchen, nach
Paris kamen, diese daselbst nicht finden können und nun dem
Tlende preisgegeben, entweder aach Hause geschafft oder mindestens
inteistützt werden wolen. Dieselbe Erschemung ergibt sich beim
zeutschen Hilisverein in Par s, und letzterer ist außer Stande,
nit seinen Mitteln all die Gesuche um Rückschaffung in die Heimath
u erfüllen. Namentlich sind es einzelne junge, dem Arbdeiterstande
ingehörige Personen, aber auch ganze Familien, die sorglos nach
Piris sich begeben. Von Beyern sind es vorwiegend Angehörige
zer Pfalz und in dieser selbst meist aus ver Gegend von Zwei⸗
mücken, aus Lemberg, Rodalben u. s. w. Aus Letz erer Gemeinde
illein sind in den letzten zwei Monaten mindestens 12 Familien
nach Paris gekommen, welche in dieser Weise dem Vereine zur
Zast fielen. Namentlich ist bei dem nahenden Beginne der Welt⸗
nusstellung, die in Vielen vielleicht den Irrthum vermehrtet Arbeits⸗
gelegenh it erweckt, darauf aufmerksam zu machen, daß in Folge
ver allgemeinen industriellen und Handels-Krisis Tausende von
ranzösischen Arbeitern in Paris nicht beschäftigt zu werden ver⸗
nögen und dadurch um so weniger Gelegenheit zum Ecwerb für
deutsche Arbeiter geboten ist.

Saarbrücken, 20. März. Dieser Tage wurde
hier ein Mann angehalten, der in seine Kleider eingenäͤht 40 gol⸗
dene und silberne Herren- und Damenuhren, sowie 67 ebensolche
Uhrketten bei sich trug. Die Uhren, welche saͤmmilich Genfer
Ztempel tergen, sind wahrscheinlich gestohlen. Der Verhaftele,
velcher den Vorderschweizer oder den bad schen Oberländer: Dialekt
pricht, gibt an, Jakos Müller aus Zofingen zu heißen.

— In Folgzge der hier erhobenen und weiter durch die Zeis
ungen bekannt gewordenen Verhaftung des Schweizers wit den
zielen Uhren sind dem hiesigen Polizeiamte eine ganze Menge Zu⸗
chriften aus Otten geworden, in denen Diebstähle an Uhren ver—
dat wurden. Ob der hier Nerhaftele mit einem d'eser Diebstähle
in Verbindung steht ist uns nichts dekannt geworden. (S. 3.)

fOsnabrücck, 21. Marz. Von 22 für den einjährig⸗
freiwilligen Dienst Geprüften haben hier vierr bestanden.

f Mannheim, 20. März. Ein hiesiges Gebäude, an
velches sich manche historische Erinnerung knüpft — das ehemals
Bürch'sche Haus — ist nun verschwunden. In demselben hat be⸗
s'anntlis König Ludvig J. von Bayern das Licht der Welt erdlickt;
päter bewahrte der treffliche Furst unserer Stadt steiß eine warme
Anhänglichkeit, von welcher unser Schillerplatz ein beredtes Zeugniß
ablegt.

vLeipzig, 23. März. Heute früh 7 Uhr stard Ernst
eil, der Herausgeber der „Gartenlaube“, geboren am 6. De⸗
zembetr 1816.

Bern, 20. März. Vor einigen Tagen brachten die
Blätker die Nachticht, daß bei Oberdorf, im Kanton St. Gallen,
        <pb n="180" />
        eine junge Witiwe, Namens Maria Brunner, in schrecklicher Weise
ermordet worden sei. Ein Krabe, der in der Nähe der Mordstätte
vorbeigegangen, habe Hilferufe gehört und sei dann später von
einem Unbekannten angehalten und dabei an beiden Rockärmeln mil
Blut befleckt worden; aber leider habe man es unterlassen, sofort
nachzusehen, und so sei die Ermordete erst Montag Vormitag
aufgefunden worden. Laut neuester Rachricht hat sich jetzt heraus—
geflellt, deß jener Knabe, welcher den Mörder gesehen haben wollie,
die fürchterliche That selbst begangen hat und auch bereits geständig
ist. Zuerst verwundete der Bube das unglückliche, etwas schwach—
sinnige Opfer durch einen Stich in die Brust und mehrere Schläge
auf die Schläfe; daun hieß er ab, in der Meinung, dasselbe sei
todt; die Unglückliche erhob sich aber nochmals, wanlte an dec
Seite des Moͤrders mehrere Schritte weiter, ihn um ihr Lehen
flehend, worauf dieser idr sein Messer noch mehrmals in Brust
ftieß nnd sie todt liegen ließ. „Die Verbrecherstatistik“, bemerkte
die „St. Galler Zeitung“, „dürfte wohl nur wenige Fälle auf—
zuweisen haben, welche sich mit dem vorliegenden vergleichen lassen.“
Der erst 149/3 Jahre alte Mörder heißt Keller und soll der Sohn
geachteter braver Eltern sein.

ꝓ Ein demokratischet Monarch. Wie man dem „Secolo“ in
Mailand unterm 15. ds. aus Rom telegraphirt, hat König Hum⸗
hert eine Verordnung erlassen, der zufolge es durchaus nicht mehr
nothwendig ist, bei Vorstellungen im königlichen Palaste in schwarzem
Frack und weißer Kravate, evennuell auch mit den Orden geziert
zu erscheinen, und genügt schon das einfache bürgerl'che Kleid mit
der schwarzen Kravate. König Humbert soll nun diesen Befehl in
Anbetracht, daß Cairoli, der angehende Ministerpräsident, ein rab⸗
biater Republikaner ist, der durchaus nichts von Frack und Orden
wissen will, theins aber auch, um seinem Hofe einen demokratischen
Anstrich zu geben, erlassen haben.

rVLondon, 24. März. Das englische Uebungsschiff „Eury
dice“ von Barbadoes kommend, wurde gestern durch einen plötzlichen
Windstoß an der südlichen Küste der Insel Wight umgestürzt. Ueber
300 Personen ertranken.

F In Bukar est hat sich vor einigen Tagen eine schauder⸗
hafte Scene im Saale des Cassationshofes zugetragen. Drei Zigruner,
welche von den Geschworenen zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ver—
urtheilt worden waren und an den Cassationshof appellirt hatten,
intleibten sich im Gerichtssaale, als ihr Rekurs abschlägig beschieden
worden war. Zuerst entriß einer von den Zigeunern einer Frau
ein Messer, welches er sich in den Leib stieß. Den hiedurch ent⸗
standenen Tumult benutzten die beiden anderen Verurtheilten, um
sich mit demselben Messer gleichfalls kebensgefährüche Wunden bei⸗
zubringen.

Buchdrahtbinden. Eine amerikanische Maschine
zum Heften von Schreibheften, Broschüren, Bühern u. s. w. mittelst
Drahtes erregt in Monchester Aufmerksamkeit und füdrt sich schnell
ein Der zur Verwendung kommende Draht soll billiger als der
Faden zu stehen kommen. Die Geschwindigkeit und Leistungsfahig—
leit einer Maschine ist erstaunlich. Ebenso haben mit Drath gehef⸗
tete Bücher, wenn eingebunden, den Vortheil, an jeder Stelle offen
liegen zu bleiben. Die Maschine heftet 2000 Broschüren in einer
Stunde.
Dienstesnachrichten.

Der Studienlehrer an der Studienanstalt zu Landau, J.
Lehmann, ist zum Gymnasialprofefsor an der Studienanstalt zu
Kempten befördert und der geprüfte Lehramtscandidat und Claß⸗
perweser an der Studienanstalt zu St. Anna in Augsburg, J.
Muhl zum Studienlehrer an der Studienanstalt Landau ernannt.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

— *
8troh Aÿöteo,

Fuu ,A vĩs.““

Bezüglich des von Geschäsresmaun Bechthold in Neo. 47
des „St. Ingberter Anzeiger“ annoncirten „Avis“ diene als Er⸗
wiederung . daß sich Bechthold ob der in demselben enthaltenen
ichweren Anschuldigung vor dem Zuchtpolizeigerichte in Zweibrücken
vird verantworten müssen.

F. A. Eckrich, Geschäftsmann.

Ca. 300 Konfirmanden⸗Anzüge
bon feinem schwarzem und dankelgrau karrirtem Tuche werden, um
damit aufzuräumen, unterm Fabrikpreise, und zuar zu M. 12,
M. 14. und M. 16. — abgegeben.

B. Altschüler, Herrenkleiderfabrik,
an der Alexanderskirche in Zweibrücken.

zum Waschen und Facçon⸗
niren werden angenommen bei
Hermann Fischer.
Yohnungs⸗Veründerung.
Von heute ab wohne ich in
der Blieskasteler Straße bei Hrn.
Metzger Müller.
Zugleich halte mein Lager in
Blechartikel,
gute und selbsiverfertigte Waare,
bestens empfohlen. — Auch wer⸗
den Reparaturen, so an Pe⸗
troleum⸗Lampen ꝛc. schnell
und billig gusgeführt.
Nik. Eisenhut,
Blechschmied.

ist

Bei dem herrannahenden Quarltalswechsel laden wir er⸗
gebenst zu neuem Abonnement ein.

Die jetzt wöchentlich siehenmal eischeinende und in ihrer
Sonntaqsbeilase die neuesten Depeschen desselben Tages bringende

„Süddeulsche Presse und Münchener Aachrichten“
hat sich in den wenigen Jahren der neuen Redaktionsührung
eine bedeutende Stelle unter den Organen des bayerischen und
des süddeutschen Liberalismus erkämpft. Sie ist das Orgaa
hervorragender baherischer Reichstags- und Landkagsmitglieder
und wird durch eine ausgiebige Mitarbeiterschaft derselben
anterstützt. Die bedeutenden Leistungen unseres Blattes in der
auswärtigen so gut wie in der inneren deutschen Politit sind
von den ersten deutschen Organen wiederholt anerkannt worden.

Für die Hebung des unlterhaltenden, wissenschafllichen und
verm'schten Theiles wird unausgesetzt Sorge getragen werden,
in welcher Beziehung wir namentlich auf die obenerwähntt
Sonntagsbeilage“ verweisen.

Ebenso bildet einen Gegenstand unserer besonderen Sorg-
jalt die Erweiterung uad Bereicherung der Handelszeitung.

Inserale, welche bei der weiten Verbreitung unseres Blattes
in den sozial höchststehenden und kauffähigsten Schichten des
Publikums sehr wirtsam sind, werden mit 20 Pfennig für den
Raum einer fünfmal gespaltenen Petitzeile berechnet. Das Aboa—
nement auf die 7 Mal wöchentlich erscheinende „Süddeutsche
Presse und Münchener Nachrichten“ kostet im Quartal nur
x Mark und ist diese Zeitung auswärts durch alle Postan-
talten zu beziehen; in München werden Bestellungen zu gleichem
Preise in beiden Expeditionslokalen: Fürftenfelderstraße 13 und
Promenudeplatz 6 entgegengenommen.

München, im März 1878.

Die Administration

der „Süddeutschen Presse u. Münchener Nachrichten.“

Für

Kaufleute.

Einem vermögenden Ladenbes
fitzer oder Ladeninbaber kann auf
jange Jahre ein Herrenkleider⸗
Lager in Commission übergeben
werden.

Von wem? sagt die Exp. d.
Blatles.

— —

Wohnungs⸗Yeründerung.
Von heute ab wohne ich in
der Blieskasteler Stroße bei hrn.
Metzger Müller.
Frau Eisenhut,
Hebamme,
sogenannte Bas Lies.
Eine Wohuung,
bestehend aus 3 Zuumern, Küche,
Keller und Speicher ist zu ver⸗
miethen und bis 1. April zu be⸗
ziehen. Wenn erwünscht, können
zuch noch 2 Mansardenzimmer
dazu gegeben werden.

ichaecl Haas.
Nedamnon en b me iIn Inn bbert.

Ein guter Wagen
nebst Ketten, Heu⸗ und
Sagleitern, Diehlen, Pferde—
geschrr, Hackenpflug und
Egge

zu verkaufen bei

Johann König, Bäcker.

4 —
ertrauen kann ein kranker
nur zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
Naturheilmethode, sich thatsächlich
bewährt hat. Daß durch diese Me⸗
thode ãugerst ganstige, ja taunenerre-
ende heilerfoige erzielt wurden, be⸗
cen die in dem roich ilustr. Buche
IJ. itve safurhoilmofhadq
abgedruaten zahlreichen Drigi⸗—
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
solche Kranke noch heilung fanden,
ür die Hilfe nicht mehr möglich
chien. Es darf daher jeder Kranke
ich dieser bewährten Methode um
so mehr vertrauensvoll zuwenden,
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafür angestellte
praktische Aerzte gratis erfolgt
NRäheres darüber findet man in
dent vorzüglichen, 544 Seiten
starken Werte: Dr. Airy's Na—
turheilmethode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
X 10 Pf. direct franco versendet
Woéochsol
per St. 3 Pf., 25 St. 80 Pf.,
sind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruck erei
Demelæ.
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
Druckerei de. Bl.
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        9.4
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s325 5255353 23 — 328 3323 —3 55 86 3333 33525335
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—A— 25 58 z353383 3358 8238 —233335 338 —s233838
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15753 853 353555355
— — 335M2 3 3 3538 3558537 55333538—58
2—532 38335537 553532 223 3528356 23555 52 212854602
— 8 —— —— 5883333 x 5253233 — 2
3333 33733 3 3 33 5313
2 — 227 5532327 8*38 32 — 5254 —0
2538 5355—3536 3— 337 83 —*7233283
——— 335 52322 5 — ———
* — — 2 5 S * 2 3B — 2 —
1837 78s 383383533 35335333352533253538 533538
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3 5 — 25838 2532 QRCeꝛ —c8 222325* — 82
2 275 — 55 575 53 55537 5: — —— 22222 283,5
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8 2 132333 5—28 '5.. 2 25252— cx* *
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S 5254 —582323 25323 5353 355 —ã— ——— B2⸗EM 2 255
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2235 35 3353 2333 —85233332.5 5332 5DCSS B. SXF
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2 4 — 55235 5332585— 8 —3333 3335B TS335
233335—3 * 23 5352 38 3235538
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23 8 2388 55283535 3335 35 858
2228 38223353 5.53 —23,5 2
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55333 53 858335337* *8 28* 5*
2558 7 23 52335 528 88 2
* 3. * *3 25 — 2 * 332323 5
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25525 3738 —2552 222 —55 8
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        Sl. Ingbe

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der St. Jugberter Anzeiger und das (8 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) etscheint wöchenklich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentspreis beträgt vierteljährlich

Mark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aazwärts uit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet,
— — ——
M 50. Doununerstag, den 28. März * 1378.

αα

Deutsches Reich.

Berlin, 26. März. Die Berufung des Orient Congresses
stt votläufig aufg egeben. Die Mächte haben den Vorschlag Ruß—
sands, den Congreß ohne Betheiligung Englands zu berufen, ab⸗
gelehnt. (A. 3.)

Ueher die Stellung der einzelnen Bundesregierungen zu der
Frage des Tabakmonopohls, wie dieselbe bei der Beant⸗
vorlung des mehrerwähnten Rundschrebeus des Reichskanzlers
Jjervorgetreten ist, berichtet ein Berliner Correspondent der „A. 8.“,
jaß sich außer Preußen kühr die Einführung erklärt haben:
Sachsen, Württemberg, Hessen und die große Mehrzahl der kleinen
Slaatenzgegen, das Monopol Bayecn, Baden, Mecklenburg,
Oldenburg, die Hansestädte. Demnach wäre also die Mehrzahl
der Suͤmmen im Bundesrath dem Monopol geneigt. Im Uebrigen,
ügt der Gewähtsmann der „A. 3.“ bei, kann ein aufmeiksamer
Bebbachter nicht verkennen, daß die erste Begeisterung für das
lutrative Tabakmonopol in dem Maß abnimmt, als man anfängt,
ich die der Einführung desselben entgegenstehenden Hindernisse klar
ju machen, und zwar ganz abgesehen von den constitutionellen Be—
denken. Daß mit der Einführung des Monopols die finanzielle
dage des Resches und der Einzelstaaten mit einem Schlag in eine
Pänzende umgewandelt werden würde, ist Illusion; räumen doch
Aibst Anhänger des Monopols ein, daß erhebliche Erlraͤge in den
ersten zehn Jahren nicht zu erwarten sind. Die sofortige Wirkung
)er Maßtegel bestände allo nur in der Vernichtung einer großen
und blühenden Industrie, in dem Ruin des zweiten deutschen See⸗
Jandelsplatzes und in der Uebernahme einer in Folge der zu leisten⸗
zen Entschädigungen von 200 — 300 Millionen Mark enisteheuden
Schuldenlast auf das Reich. J

Ausland.

Paris, 26. März. Wie die „Eftafette“ vernimmt, wären
zie für die Weitausstellung bewilligten Credite bereits um 22 Mil⸗
zonen überstiegen und mithin eine neue Geldforderung bei den
Zammern nothwendig; doch ziebe man es vor, dieselbe erst nach
der Ecöffnung der Ausstellung einzubringen. 5

Lo'ndon, 26. Mäcz. Gegenüber den Auslafsungen der
„Agence russe“ sagt die „Morning Post“ in einem inspirirlen
Arükel: England vehme eine auf Gerichtigkeit basirte Stellung ein
ind werde sich daraus nicht durch Drohungen vertreiben lafsen.
Rußland sei bereits in dem Traume befaugen, es habe die Herr⸗
chast im Orient in seiner Gewalt; aber es ziele auf Etwas hin,
was bereits im Besiße Englands sei und ohne Kampf nicht auf⸗
zegeben würde. IJ

London, 27. März. Der „Morningpost“ zufolge wurde
in weiterer sruchtloser Versuch gemacht, Rußland zur Anerkennung
zec Responsabilität Europa gegenüber zu bewegen. Rußland ant⸗
vortete es halte an der ersten Anschauung fest. Wenn der Kon⸗
zreß scheitert, so dürften andere Mittel zur Erzielung der Verstän—
digung gesuchte, aber wahrscheinlich nicht gefunden werden. Gebe
Ruͤßland dann nicht nach, so werde das heranziehende Ungewitter
oãabrechen.
Ddie Differenzen zwischen Rußland, und En gland
vegen des Congresses sind noch nicht ausgeglichen. Die russische
Presse bedient sich gegen England einer Sprache, wie sie kaum
jeftiger sein kann. Das „Jourral de St. Petersburg“ enthielt
am Freilag einen drohenden Artikel, in welchem es u. A. heißt:
Der Praliminarfriede ist abgeschlossen, der Congreß ist einberufen
ind die vollständige Freihei der Erwägung des Vertrages allen
Mächten vorbehalten. Die große Mehrheit der Mächte hege die
rnste Hoffnung, zu einem von allen Nationen gewünschten dauer⸗
Jaften Frieden zu gelangen. Indessen werden von England neue
Schwierigleiten erhoͤben. Während Rußland, indem es den Präli⸗
ninarverirag mittheilt und die freie Verhandlung aller Europa
nteressirenden Punkte annimmt, geneigt ist, die Einschiffung seiner
Truppen zu beginnen, fährt die englische Flotte fort, obschon Eng⸗
and seine Neutralität erllärt hat, im Marmarameer zu kreuzen

und,, mit Berletzung der Verkräge und des Willens des Sultans⸗
die Anzahl seiner Panzerschiffe zu vermehren, trotzdem der Friede
zeschlossen und kein englischer Unterthan bedroht ist. Ueberdies
srhebt das englische Cabinet Schwierigkeiten bezüglich des Zusammen⸗
ruͤts des Congiefses und verhindert durch den Protest des eng—
ischen Botschasters in Konstantinopel die Ausführung der ersten
Zlausel des Friedensvertrages, indem es sich der Einschiffung der
Truppen in Bujukdere widersetzt. Das „Journal de St. Peters-
zurg“ fragt, ob es nicht an der Zeit wäre, an das Londoner
Fabinet die Frage zu richten, was es denn definitiv wolle. Weder
kghpten noch der Suezkanal sind bedroht. Es wolle nur Rußland
ine Schlappe beibringen und einen Alt der Präpotenz vollführen.
Allen Cabineten drängte sich die Frage auf, ob die Eigenliebe einer
inzigen Macht allein dem Frieden hinderlich sein lönne, wenn die
zanze Welt denselben will. Je nach der Auwort auf diese Frage
verde England aufgefotrdert werden, die Meerengen zu verlassen
oder der Friede der Welt werde von der Willkür der englischen
Politik abhängen. Diese Sprache läßt in der That an Deutlichkeit
nichts zu wünschen übrig und man begreift nicht leicht, wie eine
Verständigung möglich ist, wenn Lord Derby und Fürft Gortschakow
auch in ihren offiziellen Depeschen sich ähnlicher Ausdrücke bedient
haben solten.

Bukarest, 26. März. Rußland soll gereigt sein, daß
die bessarabische Frage vor den Congreß gebracht werde. Es soll
hereits erklärt haben, die Dobrudscha für sih behalten zu wollen,
venn decr Congreß gegen die Rückache Bosfarabiens sich ertlare.
Die beceite vor sich gehende Bildung eines Verwaltungspersondss
Jeie nicht Bessarabien, sondern der Dobrudscha. Rußland scheint
Jen Widerstand gegen die Auslieferung der in Rumänien internirten
ürkischen Gefangenen aufgegeben zu haben. Eine Depesche der
Pforte an den rumänischen Minister des Aeußeren ertlärt, die
Türkeisei bereit zur Uebernahme der Gefangenen, und dankt für
deren gute Behan dlung.

Konstantinopel, 26. Marz. Die bisher bei Bujukdere
kampirenden türkischen Truppen haben sich gegen die Höhen von
Maslak zwischen Bujukdere und Pera zurückgezogen. Die Russen
verden jedoch Bujuidere nicht besetzen. (Das Näherrücken der
stussen an Konstantinopel ist eine Demonstration gegen die Ver⸗
tärtung der englischen Floite im Marmora-Meer.) Der Sultan
zat Osman Pascha zum Obercommandanten der Kaisergarde und
Tefik zum Chef des Generalstabes ernunnt.

Konsiantinopel, 26. Maärz. Heute ist hier der
Broßfürst Nikolaus eingetroffenz er begab sich mit einigen Generalen
n Gala:Kait (Booi) nach Dolmabagdsche. Der Sultan empfing
)en Geoßfütsten in Anwesenheit Achmet, Vefils, Reufs, Safpvets,
Isamans und Onous. Der, Besuch dauerte eine Stunde. Un⸗
nit!elbar darauf empfing der Großsücst in Beglerbeg den Besuch
es Sullans der von seinen Ministern und Würdenträgern begleiter
var. Der Sultan verweilte eine Viertelstunde bei ihm; sodanu
ehrte der Gtoßfürst nach San Stefano zurück. — Die Russen be⸗
estigten die Stellungen bei Tschotlun, während die englische Flotte
ortwährend Munition und Proviant erhält. — Die Russen ord⸗
jeten die Eutwaffnung der gesammten bulgarischen Bevöllerung an.

—
Vermischtes.

FKaiserslautern, 26. März. Der am Sonntag
ierselbst versammelt gewesene Ausschuß der „pfälzischen Genossen⸗
chaft“ beschloß, den 10. pfälzischen Verbandstag Sonntag den 7—.
April zu Kaiserslautern abzuhalten.

PKaiserslautern, 26. März. (Kais. Ztg.) Die vom
,pfälzischen Gewerbevereinsverbande“ beschlossene Petition an den
Reichstag bezüglich der Abünderungsvorschläge zur Gewerbeordnung,
nit deren Ausarbreitung der hiesige Gewerbeverein als Verbands-
Porott beauftragt worden war, ist gestern nach Berlin abgesandt
votden, und zwar ist der bekannte Abgeordaete, Dr. Löwe (Calbe),
welcher Mitglied der Gewerbeordnungs Commission ist, ein fpezieller
        <pb n="184" />
        reund und Gesinnungegenosst unseres Reichetazev u nelen Dr.
Zim, e nehmeng4
hat de iuten
in Heibelbe. u e
nilligen Beiträgen derunger
werden demnächst erlafsen —

7 St. Johann, 27. März. Auf dem gestern hier statt⸗
gehabten Jahrmaikt kam folgender originelle Alt der Selbstjustiz
mnes Schuhmachers vor. Von Leuten darauf aufmerksam gemacht,
daß eine fremde anständig gehleidete Frau ihm soeben ein Paar
Zeugsliefelchen gestohlen habe, eilte er der Diebin nach, führte sie
zu seinem Stande zurück und fagte: „Hätten Sie mich gefragt,
Wos die Stiefelchen kosten, so hälte ich Ihnen dieselben um 6 Marl
gelassen — jetzt aber kosten dieselben 12 Mark, oder Sie spazieren
in Rummero Sicher.“ Die entlarvie Diebin zahlte zitternd die
theuern Stiefel und schlug sich unter dem Hohnpelaäͤchter der Um⸗
ssehenden seitwärts. (Saarbr. Zig)

pIn Mez hat ein Steuerbeamter mit Hinterlassung cines
Defisiis von 35,000 Marlk das Weite gesucht.

Augsburg, 223. März. Wie dem „Fränk. Nurier“
herichtet wird, haben die traurigen Erfahrungen, welche die Actionäre
der Gesellschaft „Hotel zu den 3 Mohren? mit dem kaum seit
Jahresfrist erbffneten Hotel machten, in der Generalbersammlung
zu dem Beschlusse geführt, auf den 27. d. M. eine außerordentliche
Veneralversammlung einzuberufen, in welcher liber die Auflbsung
der Gesellschaft und den Verkauf des Hotels berathen werden soll.
Bei der verschwenderischen Ausstattung sei es selbsiverständlich, daß
der Verkauf nur mit bedeutendem Verlust bewerkstelligt werden kaun.
In Niederbahern wird ein sehr bedeutsamer Eierankauf bemerk⸗
lich. Letzten Freitag wurden für Handschuhfabrikanten in Frank—
futt a. M. nicht weniger als 800,000 Stück Eier von Landshut
abgesandt.

P Die Doklorbaͤuerin 4. Die in weiteren Kreisen wohlbelannte
Doklorbäuer'n? Amalie Hohenester ist am 24. ds. Morgens 2
ühr in Mariabrunn nach längerer Krankheit an einem
Herzleiden gestorben.

Aus Baden, 20. März. In der gestrigen Landesver⸗
sammlung von Delegirlen jämmtlicher altlatholischer Gemeinden
Hadeus zu Offenburg wurde unter anderen Anträgen jener der
Mannheimer Gemeinde über Aufhebung des Cöõlibat:Zwanges mit
allen gegen die einzige Stimme des Dr. Michaelis von Freiburg
augennaen stadt

7 a r m st a 20. Mæx⸗- Maukx Nachen w
der eine Probe gemacht hat, vor den groben Wnwarnt Jemand,
den Anzeigen des „Kladderadatsch“ und der „Fliegenden —A
hochgepriesenen Wieuer Weihnachts⸗Vazars. Als „ein nieliches
Aeganies Klavier für Kinder“ wurde ein Holzkästchen mit Glas⸗
qüden, welches man hier für 80 — 30 Pf. kauft, geschickt. Alle

87 Prachtgegenstände zum Preise von 12 Mark, die loco Aachen
mit Zoll 18,65 M. kosteten, kann man bei uns in jedem Spiel⸗
paarenladen für 4,60 Mark kausen. Auch in diesem Falle ist
also die Lehre gegeben, daß es zum Besten dient, bei Einkäufen
Runde reeller ansässiger Geschäfte zu bleiben, statt sich von Markt⸗
schreiern, Wanderlagern u. s. w. bethören zu lassen.

FPhiladelphia, 1. März. Auf einen der ange⸗
tehensien Deutschen in Chicago, den Banquier und Bundessenatot
zohann Bühbler, gebürtig aus Württemberg, ist am hellen Tage
in Wordattentat gemacht worden durch einen Deutsch⸗Luxemburger,
Ramens Michael Marso. Finanziell zerrüttet, lauerte dieser aus
Privatrache dem Banquier auf, als dieser von seiner Wohnung
iach der Bank sich begab, und brachte ihm mehrere Verwundungen
mit einem großen Bowiemesser bei. Bühler ist schwer verwundet
und die Aerzte haben wenig Hoffnung, sein Leben zu reiten. Er
teht jetzt im 54. Jahre seines Lebens. Im Jahre 1854 wanderte
r nach Amerita aus und ließ sich in Chicago nieder, wo er erst
ꝛine Mälzerei, später ein Bankgeschäft anfing. Er stand nicht nur
ainter den Deutschen, sondern auch unter den übrigen Einwohnern
Thicagos in höchster Achtung.

fPhiladelphia, 26. März. Gestern Abend warden
durch eine Feuersbrunst 88 Gebäude, in welchen Waaren lagen,
erstört; der dadurch erwachsene Schaden wird auf eine Million
Dollar geschätzt.

— TAme Amortlich: —8

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der Frauenwelt. — Verschiedenes. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenltage.
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u meiner in Nr. 47 ds. Bl. enthaltenen Mittheilung, die
sch von Anfang dis zu Ende als wahrheitsgetreu aufrecht
erhalte, will ich auf Ectrichs Erwiederung din schließlich

doch bemerlen, daß die Belege dazu — Urtheilsausfet⸗
tigung, amtliche Abschriften der 2 dort erwähnten Notariatsacten,
sowie Brief des kgl. Rentamts Blieskastel vom 23. Jänner l. J.
— zu Jedermanns Kinsicht und Beurtheilung auf meinem Bureau
offen liegen.

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5 2 2555* 2323 522 2323 2
*5 — 3 85833 333
2 — — —R *8.233 — 2 22. 3
33 5385833262 8 3*2552 8
— —A *5*— 556 35 255 — 2* —5cES 2.2*
28— 553538 253533353 — ———

* — * 27 * 3
83353*5335* — 22588 2 252603
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5332. ꝰ2523 532 55235 4153223
25757338 32 — 233238
383338 53 3328 —— 53858
— 2322 2 2* 23 20 88 8. 5385—8
528525373 ——— 2333288253 — 5. 72 5
— 522 82 5* 2 522 2. 2 ** 2
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552325333 5 2535 5* 28 —A3
213 —53 8. —25535 3 22 2 57
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27 — — * * 3322353 * »82838
* 253338 2252 v 2*
s5535282 22 25822. 7 — 2
c 36 2* 53338 73 28
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Oer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag „Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonne mentsvreis beträgt viertellahrlich
Mark 20 R.⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auzwaärts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum, Reclamen

mit80 Pfg. pro Zeile berechnet. J

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M 51. 9 — 3 —* Samstag, den 80. marn —— 1878.

——— —
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Abonnements⸗Einladung. —

Zu dem mil dem 1, April beginnenden II. Quartal des
„St. Ingberter Anzeiger“ beehren wir uns ergebenst ein⸗
uladen. *

dDie Abonnenten, welche das Blatt durch die Träger beziehen,
erhalten dasselbe fortgeliefert, wenn nicht ausdruͤcklich abbestellt wird.

Der Abonnemenispreis für den 4 mal wöchenilich erscheinenden
„St. Ingberter Anzeiger“ beträgt pro Quartal Mari 1,20, mit
dustrirtem Unterhaltungsblatt Mark 1, 40 inclusfive
Trägerlohn.

Inserate werden mit 10 Pf. die 4gespallene Zeile, qußer⸗
ofätzische mit 15 Pf. berehnet; für unsere hiesigen Abon⸗
aenten jedoch nur mit 8 Pf. amtliche Anzeigen ausgenommen.
Bei 4maliger Einrückuug ein und derselben Annonce werden 25
»Ct. Rabatt bewilligt. —

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ei

die Expedition.
Heutsches Reich.

Muünchen, 26. März. Die Wiederaufhebung des deulschen
Bferde⸗Ausfuhrverbots war für Ende dieses Monals in Ausficht
gesteltt; in Folje der neresten Gestaltung der politischen Verhält⸗
nisse dürfte jedoch, wie man hier vernimmt, die Aufhebung des
Herbois wieder vertagt worden sein. 5 (A. 3..

Sertin, 27. März. Vie Nationalliberalen beschlossen in
der gestern Abend stattgehabten Fractonssitzung in Betreff des
Nachtragsetats fast einstimmig, den für den Vicepräsidenten des
Staatsministeriums geforderten Gebalt zu genehmigen, dagegen die
Errichtung eines besonderen Eisenbahn- Ministeriums abzulehnen.
In Betreff der Abtrennung der Domanen und Forsten von dem
Finanzeninisteriun beschloß die Fraction mit Sitimmenmehrheit
swar ebenfalls Ablehnung, anerkannte aber ausdrücklich, daß diese
Frage nicht als Parteifrage zu behandeln und jedem Mitsliede
die Freiheit des Votums zu wahren sei.

— Der „Nationalztitung“ zufolge' ist die Demission des
handelsministers Achenbach angenommen und die Ernenaung des
Unterstaasselreiärs Maybach zu dessen Nachfolger bereits vollzogen.
In der gesicigen Frackionssitzung circ lirte das Gerücht, die Er⸗
gennung Hobrechts zum Finanzminisfter sei offiziell erfolgt.

In Leipzig waren am 25. d. Vertreler deutscher Gewerbe⸗
and Handelskammern (Hamburg, Bremen, Lübeck, Leipzig, Dresden,
Zittau, Chemnitz, Plauen und München) versammelt, um über die
dem Reichstag unterbreitelen Gewerbegesetzgebungs Vorlagen zu be⸗
rathen. Das Ergebniß dieser Berathungen besteht in den nach⸗
stehenden, in ihrer Gesammtheit einstimmig angenommenen An⸗
nägen:

I. Die Gesetze beir. Abänderung der Gewerbeordnung und
betr. Gewerbegerichte sind in der vorliegenden Fassung nicht ge⸗
rignet, den Bedürfnissen des Gewerbestandes zu entsprechen 2.
Im Besonderen bedürsen die Gesetzentwürfe, um für den Gewerbe⸗
land annehmbar zu werden, nachstehender Abänderungen. J. Gesetz
heir. Abänderung der Gewerbeordnung: a. Die Einführung von
Arbeitsbüchern, als unerläßlicher Legilimation, muß sich auf alle
Arbeiter ohne Unterschied des Alters, unter Ausschluß der Leht⸗
länge, erstrecken. b. Die schriftliche Abfassung der Lehrvertraͤge,
sowie die Ausstellung von Lehrbriefen nach Beendigung der Lehr⸗
jeit ist vorzuschreiben und an Stelle der ersteren nur das Ein⸗
schreiben bei einer anerlannten Korporalion zuzulassen. 0. Die
Vorschriften über die Beschäftigung don Frauen, jugendlichen Ar⸗
heitern und Kindern sind so zu gestalten,, daß sie sowohl den be⸗
rechtigten Jateressen det arbeilenden Bevdikernag, als ouch den Er⸗
sordernisfen der Industrie genügen; und dürfen nicht insbesondere
in Betreff der Verwendung schulpflichtiger Kinder das Handwerk
und die Hausindustcie günstiger stellen, als die Fabrilindustrie.
Ferner sind eine Reihe von Bestimmungen betr. das Lehrlings⸗
wesei, z. B. dielenigen über Beschäftigung der Lehrlinge, Loͤsung

des Lehrverhältnisses, Verpflichtung zur Folgsamseit gegenüber dem
hrrirelet des Lehrherrn, Uebergang zu einem anderen Berufe,
Besuch der Fortbildungsschule u. s. w. den vorsie henden Anforder⸗
mngen enisprechend umzugestalten. N. Gesetz betr. die Gewerbege⸗
cichte. Die Frage wegen Bewilligung von Diäten ist den Lokal⸗
lalusen vorzubehalten. Das Zwischenverfahcen dor dem Vorsißzenden
owie die Zulassung der Berufung ist zu verwerfen. Die Vertretung
er Parteien ist nur in Verhinderungsfaͤllen und nur durch Berufs⸗
zenossen zulässig. 3 vrre
AAussand.
Paris, 26. März. Die hiesige Stimmung ist eine sehr
iugstliche. Die frärzösische Regierung hat noch immer die feste
nbficht, die Neutralitäl streng aufrecht zu erhalten; dies verhindert
edoch nicht, daß sie die nothwendigen Maßregeln ergreift, um für
alle Fälle vorbereitet zu sein. Hierzu sei bemerkt, daß man bier
mn Glauben degt, die Beziehungen zwischen Italien und Frantreich
jätten sich besonders freundlich gestaltet, seit man im italienischen
om befuürchte, daß es zu tiner Versößnung zwischen dem Vatican
ind Berlin komme und in Folge diessen die deutsch Politik eine
veniger liberale werden iͤnnte. —
Zondonz, 28. März. „Daily Telegraph“ meldet: Das
Zabinet erwog gestern die Dienstag Äbend eingetroffene russische
Anlwort. Fürst Gortschakow lehnte das Ansuchen ab und versichert
derby, er würdige völig den Wunsch Englands, auf dem Kongreß
Ie Bedingungen des Vertrages anzuregen, aber er musse sich das
gelo der Diekusfion solcher Vedinguugen, die Rußland außerhalb
er europäischen Jurisdikt'on erachtet, vorbehalten. Telegraph“
emertt, die natürliche Folge der Antwort sei, daß der Kongreß
richt zusammenttete. „Times“ bezweifelt ebenfalls das Zusammen⸗
ommen des Kongresses, weil die Meinungsberschiedenheit zwischen
cngland und Rußland unüberwindlich scheine
Petersburg, 27. Marz. Die „Agence Russe“ bezeich⸗
net das hier umlaufende Gerücht, wonach England an Rußland
en Krieg erklärt habe, für äußerst unbegründet. Was den Vor⸗
chlag der auswärtigen Presse anlange, daß Rußland die Bestim⸗
nungen des Friedensverirages, welche es als indiskutabel angesehen
vissen wolle, von der Vorlegung an den Kongreßeoffiziel aus⸗
ehme, so sei wenig wahrscheinlich, daß damit das beabsichtigte
skesultat erreicht wurde. Außerdem sei auch zu beachten, daß
sußland' vien weiter gehe, da es doch die Dislussion aller Bestim⸗
mungen des Friedensverttages auf dem Kongresse zulassen wolle..
NRewyork, 27. März. Agenten der englischen Regierung
oslen 18,000 Pferde in den westlichen und südwestlichen Staaten
mntaufen, als Remoute für Kavallerie ünd Artillerie. Die Pferde
verden nach Canada gebracht und von dork nach England expedirt
verden.

Rermischtes.

3weibrücken, 25. März. (3. 3.) Ein seit Früh⸗
ahr 1870 zwischen dem Schreinermeister Schmelzer in St. Ingbert
ls Kläger und der pfälzischen Ludwigsbahngesellschaft als Bellagten
chwebender Prozeß ging heute in der Appelinstanz zu Ende. Be⸗
agter Schmelzer besitzt nämlich eine auf dem Banne von St. Ing⸗
zert gelegene, 65 Vezimalen große Wiese, an deten Nordseite die
zellagte Gesellschaft bei Etrbauung der Eisenbahnstrecke Schwarzen⸗
acker⸗St. Ingbern im Jahte 1866 einen Bahndamm mit einem
Hiadutte aufführte. Kläger strengte nun im Frühjahre 1870 gegen
die besagte Gejellschaft eine Klage bei dem k. Bezirksgerichte dahier
an, indem er aufsstellie, daß durch die Anfführung dieses Dammes
md die dadurch eingelretene Hemmung des Wasserabflusses seine
Wiese nach und nach in der Weise versumpft sei, daß sie, während
ie vorher steits troden gewesen und nur gqutes Futter geliefert
Jabe, jeht nur, noch unbrauchbares, ja selbst schädliches Fultergras
hervorbringe. Diese Behauptung des Nlägers wurde von der Be⸗
lagten als vollig unbegründet bestritten. Nach Vornahme eines
—X
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        Vegenzeugen über ein sehr umfängreiches Beweicthema und nach
Abgabe eines Gutachtens durch Sachverständige erließ das k. Be⸗
zicksgericht dahier unterm 8. Mai 1876 in Urtheil welches die
hellagte Eisenbadngesellschaft verurtheilts, an den Kläger zu bezahlen:
1) alis Ersatß des seiner Wiese zugtfügten dauernden Schadens
1300 fl. oder 2228 M. 58 Pf.a gegen welche Summe Kläger
die stritige Wiese der Eisenbahn in Besitz und Eigenthum abzu⸗
reten hade, mit Zinsen vom 1. Oltober an;
g) als Enlschadigung für' die unbrauchbare Crescenz der

Jahre 1867, 1888, 1868 und 1870 die Summe von 211 fl 24

. (362 M41 M) imit Zinsen vom Tage der Klage an;

3) die Prozeßkosten.

Gegen dieses Urtheil —ergriff die Eisenbahngesellschaft das

Nechtsmittel zur Berufung und beantragte im zweiten Rechtszuge
Dervollständigung des Expertengutachtens vom Jahre 1875 und
Ernennung neuer Sachverständigen. Durch Urtheil vom Heutigen
nahm das Berusungsgericht nach eingehender Prüfüng des Prozeß⸗
malerials durch den Ggerichtlichen Augenschein, die Zeugenverneh
mungen und die Gutachten der Sachverständigen als pollständig
zxwiesen an, daß die Wiese des Klägers bis unmittelhar vor Er⸗
hauung der fraglichen Eisenhahnstredde nicht verfumpft war und
mute, draubare Trescenz geboten hat, daß de aber lediglich in
Folge der durch die beklagte Gesellschaft hergestellten Eisenbahn⸗
bauten versumpfte und eine brauchbare Crescenz nicht mehr ergibt.
Die Eis⸗nbahngesellschaft wurde deßhalb mit ihrer Berufung abge⸗
wiesen unter Verurtheilung derselbden in die Koften des zweiten
Rechtszuges. Dieser langwierige Prozeß wird die unterlegene Ge⸗
fellschaft bezüglich der Kosten wohl auf nahezu 3000 M. zu stehen
ommen, ein Belrag, welcher den Werth der sirittigen Wiese allein
schon nicht unerheblich übersteigt.
7Landan, 28. März. Seit. Moniag Abend werden
—A 13 Jahre alten
naben auãa Böchingen vermißt. Aus den“ von den betreffenden
Familien angestellten Recherchen hat fich Folgendes ergeben: Am
Hontag nach Beendigung des Unterrichts hatten sich die Beiden
nach dem Haupibahnhof begeben, woselbst sie zunächst Billete nach
Winden nahmen. Von dort aus benatzten sie den Schnellzug nach
Basel. Auf Befragen hatten sie in Winden als Reisezweck den
Zesuch von Verwandten in Basel angegeben, ihten Schulkameraden
gegenüber erklärten sie, mach Australien auswandern zu wollen
und als nachstes Reiseziel hatten fie Genua genannt.“ Auf welche
Weise sich die briden Schlingel das Reisegeld verschafften, ist bis
setzt noch nicht aufgeklart, ebensowenig hatte man bis gestern Abend
aine Spur über ihr Verbleiben. Da fie jedoch unmöglich mit be⸗
deutenden Mitleln versehen sein können, so durste das Reiseprojelt
hdald eine unliebsame Unterbtechung ecfahren und die kühnen Tou⸗
risten per Schub in die Arme threr belümmerten Eltern abgeliefert
werden; die denn wohl auch das Mittel finden werden, denselben
das Reisefieber auszutxeiben. (Eilbore.)

F Frankenthal, 26. März. Die belanntlich zu sechs
Jahren Zuchthaus verurtheilte Neustadter Spitzeder, Lina Steiedh
ducde im November d. J. in Gant erklaärt. In dem Verfahren
wurde vieser Tage durch den Gantcommissär der Vertheilungsplan
aufgestellt; die zu vertheilende Masse deträgt nach Abzug der
Berichistosten 8554 M., die angemeldeten Forderungen dagegen
32,617 M. Es erhalten sonach die einzelnen Gläubiger eine
Dibidende von 0,67 Procent; die am meisten betheilige Wittwe
Frũnewald erhäli fur hre Forderung von 48,000 M. eine Divi⸗
dende von 2889 M. 4 Pf.

7 In dem Dorfe Wald bei Gunzenhausen warf verflossenen
Freitag ein dortiger Schmied einen verrosteten Flintenlauf, welcher
sch schon seit einer Reihe von Jahren unter seinem alten Eisen
hesanb, ins Feuer, um ihn zu anderen Zwecken zu verarbeiten. Es
dauerte nicht lange, so krachte ein Schuß und slürzte der 15j6hrige
Sohn des Schmiedes, welcher daneben stand, tödttich in den Unter⸗
leib getroffen zu Boden. In dem Lause befand sich, ohne daß
Jemand eine Ähnung davon baite, eine alts Ladung und war die⸗
salbe durch die Hitze losgegangen. Der Getroffene ist am zweiten
Tage darauf an der erhaitenen Wunde gestorben. Wieder einmal
eine Mahnung, keine Schußwoffe in die Hand zu nehmen, ahn
dieselbe genau untersucht zu haben und sollte die Wahrscheinlichkeit
riner Ladung auch noch so gering sein.

7 Mannheim, 27. März. Vor dem hiefigen Schwur⸗
gericht fand heute die Contumacial Verhandlung statt gegen Boron
enst v. Linden und Buchhändler Schabelitz in Zürich, wegen Hoch—
verraths, Kaiserbeleidigung und Bismarckbeleidigung, degangen dutch

die zin den hiesigen Buchhandlungen copfiscirte Broschüre: „Det
ruropäische Krieg, ein Mahnruf an die westeuropätschen Staaten“.
Die Geschwornen bejahten nach 1 Madiger Berathung die Frage
des Hochverraths für beide, die Frage der Kaiserbeleidigung wurde
füͤr beide verneint, die der Bismarckbeleidigung fUr beide bejaht.
Mildernde Umssände bezüglich des Hochverraths wurden bewilligt,
die ehrlose Gesinnung verneint. Der Antrag des Stautaanwalts
zutete für Linden auf- vier Jahre Festungshaft und dtei Jahre

Befangnih, für Scqhabeliß auf vier Jahre Festang und zwei Jahre
defängn'hh, wie quf Unbrauchbarmachung der — Ditr
herichtshof verhangte nach einstündiger Berathung gegen Linden
wei Jahre secht Monate Festung und sechs Monate Gefängniß,
gegen Schabelitz ein Jahr drei Moͤnate Festung und drei. Monaie
Zefaͤngniß, erkannte außßerdem auf Unbrauchbarmachung der Druck
hrift und Verdffentlichungsbefugniß für Bismarck. Die Verhand
ung dauerte bis 5 Uhr Abends. Um 64 Uhr beginnt die Ver—
handlung gegen Joachim Gehlsen und den Verleger Magron in
Bern wegen Bismarckbeleidigung:

Für den 7. April ist für Kasseleine Versammlung
deulscher Tabakinteressirten in Aussicht genommen. Einladungen
ind an. alle Handelskammern und kaufmannischen Corporatiouen
erzangen. Man beabsichtigt, eine gemeinsame große Demonstration
owohl gegen das Monopol wie gegen die Fabritksteuer hervorzu⸗
ufen. Man will so viel stat stisches Material zusammentragen,
mm eine selbststaͤndige Denkschrift daraus herzustellen, die man, als
lusdruck der Ansichten des gesammten deutschen Juteresses an der
nhedehhie dem; Reichstage und dem Reiskagzler zuzustellen
jedennkt.

u sae parht! Die Kolnitche Zennung und andare
ztoße Blätter enthaiten eine amtl'che Aufforderung Seitens det
eichsbank. Direltoriums an alle Besitzer von Banknoten der preu⸗
zischen Bank zu Einhundert Mark, diese Noten baldigst bei der
Keichsbank: Hauptlasse oder bei einer der Zweiganstalten der Reichs—
ank in Zahlung zu geben oder gegen Baargeld oder Reichsbank⸗
noten umzutauschen, da die Eiulbsung der aufgerufenen Noten nach
dem 1. April d. J. nur noch in Berlin bei der Reichsbank⸗Haupi-
tasse exfolgen wird.

Wiern,, Bor dem hiesigen Schwurgericht begann am
Montag voriger Woche die Verhandluug gegen die Wittwe Therese
Simmer und deren Eltern, die Eheleute Schulze. Der der Anklage
zu Grunde liegende Sachberhalt ist folgender: Therese Simmer,
rine Gistmischerin, deren Tränke zwar, so virl bekannk ist, noch
eine Vernichtung eines Leben, wohl aber wiederholt schwere
Zchädigung der Gesundheit herbeigeführt haben, wird von der
Staatsbehörde des Raubes, der schweren körperlichen Verletzung
uind des Betruges angeklagt. Die Anklage des Raubes wifft fie,
veil sie am 1. Juli v. J. die Dienstmagd Margarethe Knoll in
er Wohnung ihrer Dienstgeber, der Familie Detoma auf der
Wieden, durch ein Glas nut nargotischem, Pflanzenzift vermischten
dimbeersaftes in totale Bewußtlosigkeit versetzie und sodann aus
ʒer Detoma'schen Kasse baares Geid, ein Sparkassabuch, Pret'osen
und Order szeichen eniwendete. Erst am nachfolgenden Tage erlangke
zas Diensimädchen wieder den Gebrauch ihrer Sinne und vermochte

uf die Spur der Thäterin zu führen, welche dem Mädchen wohl
zicht mit Namen, aber doch dadurch bekaunt war, daß sie bei
hren Herrenleuten oft zu Besuch gelommen war. — Das zweite
Faktum, zum Nachtheil des Grafen Pompejus Coconinie Kronberg
»egungen, bildett xine Zusammensetzung von Betrug und schwerer
dr perlicher Verlezung. Therese Simmer hatte dem Grafen Coro⸗
nni zugesagt, ihm eine reiche Braut zu verschaffen und gewisser⸗
naßen als staution seine Unterjchrift auf einer Anzahl Wechfel⸗
Blankets verlangt, von denen eines als Wegselvaluta 100,000
Franck aufwießs. Sie hielt ihre Zusage nicht. Am 23. Januar
1877 setzte sie dem Grafen, als er sie in ihrem Hause in Döhling
zejuchte, ein Glas Liqueur vor, nach dessen Genuß der Graf schwer
nkraulte, um jeine Gedächtnißlraft zu schwächen und ihn zu hin⸗
dern, gegen die Giltigkeit der Wechsel Cinmendungen zu erheben.
— Gegen die Ellera der Therese Simmer, die Ehelenle Schulze,
st die Anklage erhoben, weil sie von dem geraubten Gelde, obͤwohl
ie dessen Quelle lannten, Geschenke annahmen. Auch der Gatte
der Frau Summer stand in Untersuchung, der ihn jedoch sein in⸗
wischen eingetreiener Tod entzog. Die Schlußverhandlung in dem
Brozesse konnte trotz der bereils vor mehreren Monaten abgeschlos⸗

enen Untersuchung erst für diesen Monat anberaumt werden, weil
die Niederluaft der Therese Simmer und ihre vollständige Erholung
bgewartet werden mußte. — Die Verhandlung vor den Geschwo—⸗
ænen, welche sechs volle Tage in Anspruch nahm, endele am Sonn⸗
ibend Adend nach 10 Uhr mit der Schuldigsprechung det Haupt⸗
ingeklagten in allen ihr zur Last gelegten Fallen und der dein⸗
gjemähen Verurtheilung zu 15 Jahren schweren Kerkers mit all⸗
nonatlich einem Fastiage in Einzelhaft. Zugleich wird dem Grafen
Foronini dir Ersatz der ihm im Cibilp.oceß entstandenen Kosten
ugesprochen, die füns Wegsel für null und nichtig erllärt, ferner
verden der Margarethe Knoll 300 fi., dem Detoma der angesprochene
Ersotz zuerkannt. — Ueber die mitangeklagten Eltern der Simmer
vurde dagegen das Nichtschusdig? ausgelprochen.

ur die Redaction verant vorilick J — — *

Sas der Menso sact. wi e et·———

Auf keinen Beruf findet diese Verheißung so ditekte Anwen⸗
zung wie auf die Landwirthschaft, — macht sich die Löahrheit diefet
Worte in den Folgen so unmittelbar geltend. — Was mützt Kumt⸗
ünget, was niltzt Kraftfutter, wenn dieje unentbehrlichen Hilfsmettel

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nicht richtig angewendet werden; was nützt dem-Landwirthh der Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
aisernste Fleiß, die Außerste Sparsamkeit, wenm er vicht den Ergeb⸗ Naturlunde. Heransgegehet vom 1. Oberfoͤrst⸗r H. Pißsche.
missen der wissenschaftlichen Forschungen mit Aufmerlsamkeit folst Fünfter FJahrgang.“ Kr. 11 enthält: Der Rolshwild⸗
und sich dieselben zu Nußen zu machensucht ?25 DerErtrag wird dand im Harz von Hühnemund. — Zünden der Gewehre
zie Auslagen nicht wieder hereinbringen und der aufgewendete Fleiße von g. Brandt. — Wolsejagd in Lothringen. — Geschosse
um großen Theil vergeblich gewesen sein wãhrtenð der bessen belehrte s and Ladungen von Dj. Pechnel⸗Losche mif 9 Illustrationen.
Nachbar sein Gut perdoppelt. — Es ist daher Pflicht eineß den ... Das S50jahrige Parforcejagd⸗Jubilgum des Prinzen Corl
dandbwirths sich fortwährend über alle Vorkommn sse auf dem Lau— * von Preußen.— Illustrationen humgresle bdom Maler 8.
senden zu erhalten, sich eineß zuverlassigen dee Ratee nrbenn Becknann, —: 2 Fuchsporträts pen Maler Weluberger. —
zu versichern. — Diesen Zwed erfüllt am Besten die in Fraunlfurt z... Verlag von Schmidt &amp; Günther in Leipzig. 3 Mark halb⸗
4. M. wöchentlich einmal erscheinende, in allen Theen Vensshe jahrlich.

lands verbre tete Süddeutsche Alugemeine Zei— Als Anhang dazu erscheint:

ung für Landwirthschaft, Gartenbau und Forstwesen“) auf welche BibliothetsürJägeridJagdfreund e.
nan dei allen Postanstalien sür M. 1. — das V'iertellahr abonniren Von erfahrenen Fachmännern herausgegeben. 3. Lieferung:
kann, und welche es fich angelegen sein läßt, in knapper und ge⸗ R. v. Dombrowski, Das Streifen auf Niederwild. — 4.
drängter Form alles mitzutheilen, wes Neues, Wichtiges und Inte⸗ Lieferung: Friedr. Freiherr v. 3 Geschichte
zeffantes auf dem Gebiete der Landwirthschaft, sowohl in praktischer der Fasanerien in der Mark Brandenburg. Jahrlich 12
als wissenschaftlicher Hinsicht vorgeht. IJ Hefte, 6 M. pro anno. Alle Buchhandlungen uud Post-

anstalten nehmen Bistellungen gn. —er
——
—RW rt — 71— ——— Eini Me ——— —
Zur gefl. Nachrich Anri ude
Aceerland—
meinen geehrten Kunden, daß meine Niederlage in St. zanz im der Rahe der Siodn. sind
Ingbert aufgehoben ist und bitte mich bei Bedarf in fer⸗ i vberpachten Raheres in ber
—
Besuche beehren zu wolen. ragen.
Die Preise sind so billigst gestellt, daß
die Unkosten der Bahn dabei herauskommen.
DConfsir manden-A nzüge
in großer Auswahl.
Bestellungen nach Maaß werden schnell, gut und
hillig ausgefürrtttt. —
Um verschiedenen Anfragen zu begegnen, bemerke, daß
ich auch *
Tuche, Buckskins, Paletotsstoffen
und alle in dies Fach einschlagende Artikel der Elle nach
perkaufe und halte stets ein großes Stofflager.
2 7
73. Ackermann,
Zweibrüicken, Hauptstraße und Ede am Mühlgäßchen.
ιινινν σα—-
Abonnemen:“Einladung.

Ein sestenes Ereigniss
ja ein im Buchhandel gewiß Sensation
erxegender Fall ist es wenn ein Buch
1060 Auflagen erlebt, denn einen so
großartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzielen, welches sich in ganz außger⸗
ardeatlicher Weise die Gunst des Publi⸗
kums erworden hat. — Das berühmte
vopular⸗medicinische Werk: Dr. Airya
qasu heil methode⸗ ersce⸗
uge
— — —— — —
aind liegt darin allein schon der beste
Beweis für die Gediegenheit seines In⸗
dalts. Diese reich iuustrirte. vollftändig
umgearbeitete Jubel⸗Ausgabe kann
mir Recht allen Kranken, welche be
wahrie Heilmittel zur Beseitigung ihrer
zeiden anwenden wWollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden.
darin eeeee Driginal⸗ Atteste
beweisen die autzerordentlichen Heilerfoig⸗
und sind eine Garantie dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getaͤuscht
wird. Obiges 544 Seiten starke nur
Wark kLostende Buch kann durch jede
Buchhandlung bezogen werden; man
»erlange und nehme jedoch nur „Dr.
eeã Drdee Origiual·
gade von Nichter's berlags·
Antan in deipig —
— — — —

22
*283
—
—&amp;
2
*
3
*

*

3
—*
*
538
2.*
—E
22

Mit dem I. April beginnt ein neues Abopnements auf die
„Pfälzische Geflügelzeitungg “
und laden wir Geflügelziichter und Freunde der Geflügelzucht zur
zahlreichen Betheiligung höflichst ein.

Wir werden wie seither, so auch für die Folge unserer Auf⸗
gabe: „Anregung zur Zucht und Pflege des Nutzgeflügels sowohl,
als auch der Sing- unb Ziervögel,“ getreulich nachlommen und
wird uns die dis jetzt so reichlich gewordeue Anerkennung pfälzischer
und auswärtiger Geflügel⸗ und Singvögelzüchter ein Sporn sein,
auf dem betretenen Wege weiter zu schreiten, belehrend und an⸗
regend zu wirken, um die Grundsätze einer rationellen Geflügelzucht
zuin Gemeingut zu machen. Dabei soll der Liebhaberei, Pflege
zer Zier⸗ und Singvögel und dem Schutze der Wildodg'il. wie die
bis jetzt erschienenen Blätter der Pfaälzischen Geflügelzeitung den
Beweis geben, reichlichst Rechnung getragen, und belchrende Ab⸗
handlungen über Aufzucht, Pflege, Lebensweise, Fütterung, sowie
iber Wart und Pflege in einzelnen Krankheitssällen mitgetheilt
werden.

Inmn neuen Quartale werden wir eine Beschreibung fümmtlicher
dühnerarten „nebst den nöthigen Abbildungen einer jeden Race“
in der Pfälzischen Geflügelzeitung veröffentlihen. 35*

Viteratische Beiträge über Geflügelzucht sind uns stets von
Edem erfahrenen Geflügelzüchter willlommen und werden von allen
Freunden unserer Bestrebungen erbeten. J

Die bereits erschienenen Nummern boͤnuen vom Beginun dieses

gahres an vollständig nachgeliefert werden. 73373
Preis pro Quartal 63 Pfeunig.

Bestellungen werden von allen k., Postarstalten ent⸗
zegengenommen.

Inserate ethalten durch diesen Blalt in gang Deuilsch⸗
and fine weelsame Verbreilung. —

aursersurauteru, im Marz 1878.

54un eExvpedilion der Pfälseschen Gefügelztiinng.

— 32 44

4
2

ðpe
Der seit 1. Januar in Speyer wöͤchentlich 3 mal erscheinende
General⸗Anzeiger für die Ffgz
Gratisblatt für alle Bewohner der Pfalz,
vird ollen Wirthschaften, Casé's, Ressaurationen, allen öffentlichen
Buxeaus, den kgl. Notaren, Gerichtsvollziehern, Geschäftsdurcaus,
Bürgexmeisterämtern 18. gratis von uns verabfolgt und in allen
Batznhof⸗-Restaurationen der Pfalz aufgelegt. Da uns nicht alle
Wirthschaftebesitzer, Geschäftsbureaus ꝛc. ꝛxc. bekannt sind, so ersuchen
vir diese das Blatt bei der Post ju bestellen und den Abonne⸗
nentsbeiraz von 4 Mark pro Quartal bei uns, G. L. Lang's
Buchhandlung hier, in Landau oder Kaiserzelautern (Otto Ruff)
gegen Abgabe der Postquitsung zurück erheben zä woslen, ader bei
cinsendung von Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzu⸗
seuden. Auf gleiche Weise können alle Bewohner der Pfalz den
General-Anzeiget gratis beziehen, da wir bei Berechnung don In⸗

seralen den Abonnementsbetrag in Adzug bringen.

Inserate finden in der Pfalz die weiteste Veibreitung und
werden wenn mehr als einmal beauftragie, für die Bewohger dier
Pfalz mit nur 10 Pf. berechnet. . —

Der „Geueral: Auzeiger“ dringt außerden wichtigsten Tages⸗
zreignissen: Gemeinnütziges, Verkehrsnotizen, Gewerbliche und land«
virthschaftliche Berichte, Verloosungen, Handelsberichte, eine groͤßere
Courstabelle etc. .*83

Exdedilien des „General. Anzeiger süt die Pfaly,

Epenyer, Allerheitigenstraße 287
        <pb n="190" />
        Bekanntmachung.
11343. 5 2 — 2 c F v w

— Militär-Ersatzgeschäft für das Jahr 1878.
Musterung und Loosung de een sowie Prüfung und Verbescheidung der
gZuruͤckstellungsgesuche von Militärpflichtigen, Reservisten, Ersatzreservisten und
Landwehrmännern. —

Nach dem festgestelllen Geschäftsplane wird die, Ersatzkommission für den Aushebungsbezirk Zweibrücken in der Zeit vom 17.
April bis einjchließlich 26. April nächsttin — mit Ausnahme des auf den 10. April fallenden hl. Charfreilags, sowie der auf den
2i. und 22. April fallenden Osterfeiertage — läglich Vormittags um 8 Uhr und Nachmittags um 3 Uhr im Saale des Wirthes
Martin Schmidt (Jägerslust) zu Zweibrücen znsammentreten, um am 17., 18., 20., 28. und 24. April die Mussteruug,
d. h. die Messung und Visitation der Milisärpflichtigen, am 25. April dieVBerbescheidung der Gefsuche sowohl der
Mil itärpflichtigen um Zurüdstellung, als auch der Reservisten, Erfotzreserbisten und Landwehrmänner um Versetzung hinter den letzten
Jahrgang der Reserbe, beziehungsweise Landwehr, und am 26. April die Lo osung vorzunehmen.

J. Zur Musterung haben sich einzufinden;

1. am Mittwoche den 17. April nächsthin die Militärpfl'chtigen der Bürgermeistereien Rohrbach und St. Ingbert.
2. am Donnerstage den 18. April nachsthin die Militärpfüchtigen der Bürgermeistereien Ensheim, Ommersheim,

Bebel sheim und Bleeskaftel. ... ..

am Samstage den 20. April nächsthin die Militärpflichtigen der Bürgermeistereien Aßweiler, Gersheim, RNieder⸗

würzbach, Niederauerdach, Einöd und Ernstweiler. 2— 3 88373 155

am Dienstage den 23. April nächsthin die Militärpflichtigen der Bürgermeisterelen Walsheim, Medelsheim, Groß⸗

steinhausen, Brenschelbach, Altheim. Mauschbach, Hornbach, Rimschweiler und Itheimn. u

am Vitiwoche den 20. April nächfihin die Militärpflichtigen der Bürgermeistereien Niederhausen, Knopp, Schmitls⸗

hausen, Reifenberg, Webenheim, Wittelbach und Zweibrücken. — en —
Zu erscheinen haben alle im Jahre 1858 geborenen Militärpflichtigen, sowie alle Militärpflichtigen früherer Altersllassen, über
deren Dienstpflicht noch nicht definitiv entschieden ist, das heißt, welche weder einem Truppentheile zur Ableistung ihrer gesetzlichen
Dienstpflicht überwiesen, noch zur Ersatzreserve designirt, auch nicht füt unbrauchbar oder unwürdig zum Militärdienste erllärt worden
ind, vorauszesetzt, daß die Militärpflichügen Angedörige des deutschen Reiches siud und sich gegenwärtig im Ausdebungebezirke Zweibrücken
ntweder dauernd oder nur vorübergehend aufhalsien. —
Von der Geftellungépflicht sind en tbeun den und brauchen doher zur Myssterung müscht zu »cceinen
1. die bereits als Einjährige oder Dreilährige freiwillig Dienenden,
2. die von den Truppentheilen als Freiwillige Engagirten, V
3. Diejenigen, deren Gesundheitszustand die persönliche Gestellung inmöglich macht, z. B. Gemüthskranke;: VBlödsinnig e, Krüppel.

Die Unmöglichkeit des Erscheinens muß jedoch durchein auf persönlicher Anschauung beruhendes Attest eines

Arzles und der Gemeindebehörde bestätigt und muß das ärztliche Zeugniß überdies, wenn der ausstellende Arzt nicht amilich

angeftellt ist, von der Gemeindebehörde beglaubigt sein. Wer an Epilepsie (Ffallsucht) zu leiden dehauptet, hat anf eigene

Koften 3 glaubgaste Zeugen hiefür zu stellen. * 2* 46 37

Diej⸗nigen, welchen entw.der wegen Ausbildung für ihren späteren Lebensberuf oder wegen dauernden Aufenthalts ini Ausla nde

Ausstand für das laufende Jahr oder länger dewilligt worden ist. — ——
Silie zum Ericheinen bei der Musterung verpflichteten Militärpflich tägen früherer Jahrgänge haben
hre im vorigen oder in, einem früheren Jahre empfangenen Roosunss juch einne mitzubringen. J —

Militärpflichtige, welche ungeachtet gegenwärtiger Belannimachung sich zur Musterung an dem oben für d'e betreffende Bürger⸗
meisterei, zu welcher fie gehören, bestimmten Tageen i ch stellen odet bei Aufrufung ihres Namens im Musterungslolale nicht anwesend
änd, werden gemäß 8 33 des Reichs-Wilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 an Geld'bis za 30 Marꝛk oder mit Haft bis zu 3 Tagen
Jestraft uad vrlieren die Berechtigung an der Loosung Theil zu nihmen, sowie den Anspruch auf Zurüchstellung und * Befreiung
ee rardienste Wer fich der Gestellung böswillig entzieht, wird als unficherer Dienstpflichtiger be⸗
handelt, d. h. sofort zur Einstellung gebracht.

IL. Zu der am Donnerstage, den 28. Äpril nächsthin, Vormittags sattfindenden Prüfung und Verbejcheidung ber Gesuche
von Militärpfuchtigen um Zurücksteliung, sowie von Reservisten, Ersatzreservsten und Landwehrmännern um Verfetzung hinter den letzten
Jahrgang der Reserve, beziehungsweise der Landwehr. haben diejenigen Personen, zu deren Bunsten die Gesuche um Zurüdstellung von
Milifarpflichtigen eingereicht worden sind, z. B. die Eltern, Großelsern ꝛc. zu erscheinen, damit die Bezirls-Ersatzlommission jelbst zu
beurtheilen im Stande ist, ob diese Personen wirklich arbeits⸗, beziehungsweise aufsichtsunfähig sind oder niat. —

An demselbe Tage, Nachtuittags, werden die Listen gegenseitig mit einander verglichen und richtig gestellt. 8

III. Am Freitage, den 26. Apen nächsthin findel von Morgens 8 Uhr an die Loosung hiatt. Den Mititärpflicheigen ist es
freigestellt, ob sie zur Loosung persönlich erscheinen wollen oder. nicht. Für die abwelenden Militärpflichtigen wird ein Mitglied der
Beziris: Ersatzkommission das Loos ziehen. U —

in vugeb hemaßeg 81 giff. 2 der Milität-Erfat Ordnung andurch zur allgemeinen Kenntinß gebtacht.

Zweibrücken, den 19. März 1878. 734
Der Cipilvorßtzende der Bezirks-Ersatzkommission 3weibrücken.
80haféer. i

eckeccNebernahme und Empfehlung.
Dem geehrten hiesigen und auswariigen Publi⸗
aikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich die
Gastwirtbschaft von Herrn Georg selein über⸗
sommen babe. Ich empfehle mich in guten Speisen
ind Getränken und indem ich reelle Bedienung zu⸗
sichere, bitte um geneigtes Wohlwollen:
Hochachtungsvoll zeichntt
— J. Minß⸗cnann⸗
*Ca. 300 Konfirmander⸗
hon feinem schwarzem und dankelgrau kartirtem Tuche werden,
damit aufzuräumen, unterm Fabrilpreise, und zwar zu M. 12.
M. 14. und M. 16. — abgegeben.
. B. Altschüler, Herrenkleiderfabrik, J Frucht- Brod⸗ und
an der Aleranderéfkirche in Zweibrücken. Fleifch⸗Preise der Siadt
⏑ ———⏑
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in Et Ingbert.

einige Aeuckerr Weizen — M. — pf. Korn
die mit Korn besamt waren, zu 09 M. 07 Pf. Gerste Zreihige
berpachten. Auch hat dieselbe 0 9 — gr d— rir
5 —M. — Pf. Spelz

zu Frühtartoffeln 27 sh — M. os pf.
Heu d. f. Stroh 2

Srau Johann Hager. gi0 pf. Katoffeh M.
Ith Juche einen u chisgen — gf. Weißbrod liß Kilog.
7 56 Pf. Kornbrod 8 Kil. 78, 2 Kil.
Fuhrknecht 52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 pPf.
gegen guten Lohn. Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 98 pf.
Aungust Schmitt, Paar Weck 100 Gramme6 Pf.
Gersbeimer Bliesmühle. Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 8.

Zual. 66 Pf. Kalbfi. 66 Pf.

amfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf

Rutter 1M. 06 Pf. per Pf. J
        <pb n="191" />
        Sl. Ingberter AAnzeiger.
— — —— — —
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei—

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich

nmark 20 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pf., von Auswärts nit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M B2. Sonntag, den 31. März 1878.

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Marz. Die Reichstags Commission für die
Gewerbeotdnungs Vorlagen hat am Montag zunächst den vom
Berichterstatter Dr. Gensel im Entwurse vorgelegten Bericht über
die Gewerbegerichte festgeslellt und sodann die zweite Lesung des
Gesehes beireffend die Abanderung der Gewerbeordnung zu Ende
geführt. Die in der ersten Lesung beschlossene Ausdehnung der
Vorschriflen über Beschäftigung jugendlicher Ardeiter auf die Frauen
wurde wieder beseitigt, dagegen in 8 188 eine Bestimmung ein⸗
gefügt, wonach die Nachtarbeit der Frauen in gewssen Industrie⸗
weigen vom Bundesrathe untersag! werden kann; die schützende
Bestimmung zu Gussten der Wöchnerinnen wurde ebenfalls aufrecht
erhalten. Wegen der Fadrik:Inspektoren wurde ein Antrag Stumm
angenommen, wonach solche von den Landesregierungen angestellt
werden sollen, außer wo der Bundesrath anerkennt, daß ein Be⸗
dürfniß nicht vorhanden sei. Schl'eßlich wurde auf Antrag von
Dr. Gensel eine Resolution angenommen, wonach der Reichskanzler
ersucht werden soll, über die Beschäftigung von Kindern in der
Dausindustrie und die Mittel zur Abhilfe der damit verbundenen
uͤebelstände Erdrterungen anstellen und dem Reichstage eine Vor—
lage zugehen zu lassen. Auf Antrag von Dr. Hirsch wurde Dies
auf die jugendlichen Arbeiter überhaupt ausgedehnt.

Das neue Finanz⸗Amt erhält die Bezeichnung „Reichs ˖ Schatz⸗
amt“ und das Reichskanzler-⸗Amt „Reichsverwaltungs Amt.“ An
die Spitze des erstecen tritt ein Unterstaalssekretär.

Eiñe Erörterung der Frage: KRongreß oder Krieg?
schließt das „Berliner Tageblatt“ mit den Worten: „Für uns
Deuische hätte ein rufsisch-englischer Krieg kaum etwas Schreckhaftes.
Im Gegentheil, deutscher Handel und deuische Industrie könnten
schließlich recht gut dabei fahren. Da man das aber in England
ohne Zweifel auch weiß, so glauben wir bdis auf Wemeres nicht,
daß Lord Derby seine herausfordernde Politik bis zu einer Kriegs
erklärung gegen Rußland treiben werde, selbst wenn das eaglische
Ministerium so weit gehen sollte, den Krongreß wirklich zum
Scheitern zu bringen. Allein selbst wen man gewisse kriegerische
Gelüste im Kabinet von St. James vorausseßt, wird man zugeben,
daßz das neutrale Europa unter einem so hinfälligen Vorwande
nicht gestatten wird, den Frieden ernstlich in Frage zu stillen.
Und so bleiben wir zunächst bei unserer Anschauung, daß selbst,
wenn es nicht zum Kongreß kommen sollte (obwohl wir dessen
Zusammentreten noch immer nicht flür unmöglich halten!) ein
rieg zwischen Rußland und England deßhalb doch nicht unum⸗
zänglich zu entbrennen braucht. Denn, wie es im Liede heißt:
Europa braucht Ruhe!“

Der „Magd. Zig.“ zufolge dürften Rußland und Oesterreich
jihre Interessen auf der Ballanhalbinfel durch gemeinschaftliche
Unterhandlungen in Berlin und unter fteundschaftlicher Vermittlung
des Berliner Kabinets aus zleichen. Die Kanzler dieser drei Groß⸗
mächte dürften persönlich unterhandeln. England bleibt es dann
Aberlassen, in der einen oder andern Weise sich allein mit Rußland
auseinanderzuse tzen.

Ueber den eigentlichen innern Grund des Scheiterns des Kon—
zresses finden wir in der „K. Z.“ eine bemerkenswerthe Aeußetung:
„Jedenfalls zeigt sich, daß die Umwandlung der Konierenz in
einen Kongreß und die Verlegung nach Berlin der Verwirklichung
des Pianes für jetzt aicht zu Statten gekommen ist. Englande
Mißtrauen wurde dadurch wachgerufen und veranlaßte seinerseits
Vorbehalle, weiche Rußland dis jezt nicht entsprochen hai. Die
Ansichten waren ohnehin in der letzteren Zeit getheilt, ob der
Kongreß ein befriedigens Resultat erzielen werde.“

Ausland.

Wien, 28. März. Die „Polit. Corr.“ meldet aus
Konstantinopel: Es herrscht wachsende Besorgniißßz wegen des be⸗
drohlichen Verhältnisses zwischen England und Rußland. Dast
Gericht gewinnt Consistenz, der Großfürst Nekolaus habe seinen
Aufenthalt verlängert, um die Türkei gegen Concessionen betreffs

der Kriegsentschäͤdigung zu einem Schuße und Trußbündniß zu
hewegen. — Aus Athen: Die türkische Flotte und die türkischen
Zandiruppen bereiten einen vereinigten Augriff auf die Aufstän⸗
dischen am Pelion vor. Das britische Krieasschiff Ruby wird
mehrere Tausend griechische Flüchtlinge nach Griechenland bringen.

London, 28. März. Die Lage hat sich wieder merklich
derschlimmert; wie dem Manchester Guardian von hier gemeldet
rird, überreichte Graf Schuwalow hier gestern die russische Ant⸗
wortnote.

gondon, 28. März. Der Cabinetsrath wurde heute plötz
lich zusammenberufen und ist augenblicklich unter dem Vorsitze Bea⸗
rondsfields versammelt.

Londo'n, 29. März. Im Oberhause theilte Lord Derbh
nit, daß er der Königin seine Dimission eingereicht habe; Grund
derfelben sei indessen nicht die Frage wegen Vorleguag des Ge⸗
'ammtvertrages von San Siefano an den europäischen Krongteß.
Beacon sfield erllärte, die Demission Derby's sei die Folge der
Einberufung der Reserven.

non, 29. Marz. Im Unterhaus erklärt der Kriegs
ekretär Hardy, daß die Einberufung der ersten Armeereserve und
der Mihgreserve no:hwendig geworden und daß die diesbe⸗
ügliche königliche Botschaft dem Hause wahrscheinlich am Montag
jugehen werde. Dann werde die Proclamation, betreend die
Finberusung der Reserven, werche erforderlich, ersfolgen. Die Zahl
Jer ersten Klasse der Armeereserve beträgt ungefähr 13,000 die
der Milizreserve 23,000, im Ganzen alfo 36,000 Mann. Die
Bereinigung der Miliz mit der Arme erfolge erst, wenn die Ex⸗
pedition ins Ausland gehe.
Vermisqhtes.

4 Zweibrücken, 29. März. Bei der gestrigen Ver⸗
deigerung der hiesigen Schloßmühle ist dieses ganze Anwesen um
den Preis von 60,700 M. in den Besiß der HH. Kaufmann Louis
Brünisholz und Bierbrauer Louis Schmidt dah'er übergegangen.

fParis, 25. Maärz. „Figaro“ erzählt: Ein fein ge⸗
leideles 16jühriges Mädchen kam gestern auf den Pont Rohal,
maß mit den Blicke die Entfernung zwijchen diesem und dew Bett
der Seine, stieg dann auf dem Uferweg hinab, ging einen Augen⸗
lick auf und nieder und sprang endlich in den Strom, unler
dessen Wellen ste sogleich verschwand. Ein Diener der nahe ge⸗
segenen Badeanstalt siürzte ihr ungestüuu nach, und war so
zlücklich, sie wohlbehalten aus dem Wasser zu ziehen. Man brachte
das junge Mädchen auf den Poli,eiposten am Pont⸗des⸗Atts, wo
sie die uötbige Pflege empfing. und dann vor den Polizei⸗Commissãär
Berillon. Auf die Frage, wer sie wäce, nannte die junge Person
zum nicht geringen Erstaunen des Beamten den Namen des Ver⸗
reters iner der größten europäischen Nationen bei der französischen
Republii. Das Mädchen wurde sogleich in die Wohnung ihrer
Eltern geführt, wo ihre Großmutter ihrem Lebensreiter als erstes
chwaches Zeichen der Dankbarkleit die Summe von 500 Fr.
iberreichte. Das Mädchen hatte, ehe sie das glänzende Hotel
hrer Eltern verließ, in einem Briefe ihren festen Entschluß zu er⸗
nennen gegeben, ihrem Leben ein Ende zu machen.“ Wie man
hon anderer Seite dernimmt, isl diese Begebenheit, deren Heldin
allerdings der Familie eines sehr bekannten kremden Diplomaten
angehört, ihre drei Wochen alt.

Das Alter der Fürsten. Der deutsche Kaiser Wil⸗
helm, welchet soeben seinen 81. Geburtstag beging, ist der Nestor
ier den Souberänen der Erde. Der Einzige, der ihm an Jahren
uberlegen gewesen, war Papst Pius IX. Nun macht ihm Niemand
mehr diese Würde streitig. Sieht man von den Kleinfürsten ab,
so ergeben sich nach Kaiser Wilhelm folgende Altersstufen: der
önig der Niederlande 61, der Kaiser von Rußland 60, der König
on Dacemart 60. die Königin Viktoria 89, der König von Wurt⸗
emberg 85, der Kaiser von Brojilien 58, der Koͤnig von Sachsen
50. der Koönig von Schweden 409, der Kaiser von Oesterreich 48
        <pb n="192" />
        Jahre. Die jüngsten Regenten sind: der König Alfonso 21, der
önig von Bayern 33, der König von Griechenland 88 und der
Konig Humbert 34. Dogegen regieren am längsten; die Königin
Viktoria 44, Dom Pedro 38, der König der Niederlande 31 und
der Kaiser von Oesterreich 30 Jahre. Der deutsche Kaiser trat
Zie Regenischaft in Preußen im Jahre 1838, die Regierung im
Jahre 1861 an. Seit dem Tode seines Vaters sind 38, seit dem
Tode der Königin 68 Jahre verfsossen. Unter den preußischen
Königen hat Keiner ein so hohes Aliec erreicht. Friedrich J. wurde
56, Friedrich Wilhelm J. 52, Friedrich II. 74, Friedrich Wilhelm
II. 53, Friedrich Wilhelm III. 70 und Friedrich Wilhelm IV 66
Jahre alt. Belanntlich spielt bei den Hohenzollern das Jahr 40
eine gewisse Rolle. Im Jahre 1640 kam der große Kurfüurst,
1740 Friedrich II. und 1840 Friedrich Wilhelm IV. auf den Thron.
7Lynq-Justiz. Vor etlichen Monaten wurde aus
Beorgetown, Col., Ver. Staaten, gemeldet, daß ein deutscher Metz⸗
ger Namens Tiede von seinem Knecht Schamle im Schlachthaus
ermordert und um die Summe von 80 Dollars, welche er bei
sich trug, beraubt worden sei. Erst geraume Zeit später ist es
gelungen, den Mörder zu ermitteln — er wurde festgenommen,
nach Denber gebracht und von dort nach Georgelown transportirt.
Hier zur Untersuchung gebracht, verzichtete er auf ein vorläufiges
Verhör; er bekannte sich schuldig und wurde nach dem Gefängniß
abgeführt, wo er eingeschlossen wurde. Gegen 8 Uhr am nächsten
Morgen wurde der Schließer durch sechs maskirte Männer welche
in sein Schlafzimmer drangen, gewedt. Diese zwangen ihn und
seinen neben ihm schlafenden Assistenten mit vorgehaltenen Revolvern,
ihre Arme emporzuheben — hierauf nahm einer derselben die
Schlüssel unter dem Kopfkissen fort und entfernte sich, während

4. Pl.Nr. 3977. 1 Tagw.
41 Dez. oder 48 4 4m
Acker in der Audell.
Montag, den 15. April Pl.-Nr. 3394. 42 Dez.
. J., des Nachmitags um 2 oder 14 4 831 qm Acher
Ahr, zu St. Ingbert in der linls in den Seyen.
Wirihsbehausung bon Heinrich Pl.-Nr. 3234. 1 Tasw.
—AL 10 Dez. oder 37 a 48 qm
tehen von: Acker rechts in den Seyen.
IJ. Philipp Weigand sen., PlNr. 3173. 88 Dez.
früher Schreiner in St. Ingbert, »der 29 3 98 qm Ader
nun Gastwirth in Metz wohn⸗ auf Schafkopf.
zaft, in seiner Eigenschaft als Pl.⸗Nr. 8511, 95 Dez.
Theilhaber der zwischen ihm und ↄder 82 4 837 4m Acker
seiner verlebten 1. Ehefrau Ca⸗ n n der 8. Pfuhlwieserah⸗
rolina geb. Zugschwerd bestan⸗ g.
denen Gütergemeinschaft, r Pl. Nr. 8302 u. 330313,
als gesetlicher Vormund seiner 66 Dez. oder 224 49 4m
minorennen ersiehelichen Tochter Wiese in der Sehenwiese.
Ramens Elise Weigand; Sodann auf Anstehen des ge⸗
. den großjabrigen Kindern Lannten Philwp Weigand sen.,
dieser Eheleute, aisz und dessen 2. Ehefrau Carolina
L. Cart Weigand, Cafetier, leb. Herzer:
2. Friedrich Seigand, Wirih, /10. PNr. 8437. . aw.
3. Pbilipp Weigand junior, 41 Dez. oder 48 24 qm
Wirih und Acker in den obersten Seyen.
ig Weigand, — — ——
nann, oder 9 a 54 qm Acker
alle 4 in Meß wohnhaft, rechtz in den Seyen.
und in Voũhziehung eines PleNr. 3512. 50 Dez.
anterm 23. August v. J. durch oder 17 4 4 qm Ader in
das hiesige kgl. Landgericht auf⸗ der III. Pfuhlwieserahnung.
jenommenen und durch das kgl. PleNe. 3168. 2 Taaw.
Bezirksgericht in Zweibrücken 63 Dez. oder 89 a 60 qm
mierm 25. Septemder darauf Ader am Sgajlohf.
zomologirten Familienraths Be⸗ Pl. Nr. 87758. 42 Deʒ.
chlusses oder 142 81 qm Acket
durch den unterzeichneten, da⸗ auf Schiffelland.
nit gerichtlich rommittirten Rolar Vorbezeichnete Viegenlchaften
»es ebidenten Nuhßens wegen zu 3t. Ingberter Gemurkung.
igen versteigert: Das Nähere auf dem Ge⸗
1. Pl. Nr. 3776, 3777 und haͤftsbureau L. Bechthold in
3778, 1 Tagw. 21 Dej. St. Ingbert.
der 414 22 m NAacc Sauer, t. Notar.
auf Schiffelland, unterm —
Reichenbrunnerpfad.
Pl.⸗Nr. 3442, 1 Tagwerk,
12 Dez. oder 48a 38 qm
Acker in den obersten Sehen.
Pli⸗-Nr. 3872. 66 Desim.
»der 22 a 49 qu Ader in
den Kasteler Roödern.

Immobiliar—
Versteigerung.

Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viurtel u. Halse Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.
Zuood Word ht

die übrigen als Wache bei den Schließern blieben. Draußen
varteten zwoöͤlf bis fünfzehn maskirte und bewaffnete Männer,
drangen mit den Schlüsseln zu den Zellen, ergriffen den vor
Angst und Schrecken bebenden Schamle, führten ihn eine Sträue
veit in's Freie und knüpften ihn in der Nähe einer Brauecei
in einem alten Stalle an einer Dachsparre auf, wo er am
Morgen todt getunden wurde.
verontortlich: d. 2. »)euueß
A EGfälzische Geflügelzeitung, Verlag von
herrmann Kayser in Kaiserslautern.
Unterstützt durch eine große Anzahl erfahrener Mitarbeiter,
rractischer Geflügel- und Hühnerzüchter, veröffentlicht diese höchst
billige Fachschrift in jeder Nummer eine Reihe interessanter, jedem
Beflügelzüchter und Liebhaber der gefiederten Welt willkommener
Artikel, (nur Original Arbeiten) theils über rationelle Geflägelzucht,
Pflege, Fütterung und Aufzucht des Geflügels, Befprechungen über
zie nützlichsten Geflügelarten u. s. w., theils über Pflege und Auf⸗
zucht der Zier⸗ und Singvögel sowie über Behandlung derselben
in den einzelnen Krankheitsfällen u. s. w. Jeder Geflügelzüchter
und Liebhaber wird sicherlich des Nützlichen und Förderlichen Vieles
n diesen Blättern finden. — Den Freunden dieses Blattes wird
s wohl angenehm sein zu erfuhren, daß außerdem im neuen Quar⸗
ale mit der Beschreibung sämmtlicher Hühnerarten (nebst den
söthigen Abbildungen einer jeden Race) begonnen wird. Bei dem
jeringen Abonnementäpreis (pro Quartal blos 65 Pfennige) ist
jieses höchst nützliche Vlott allen Geflügelzüchtern und Liebhabern
n Stadt und Land zu empfehlen und machen wir vor Beginn des
seuen Quartals nochmals darauf aufmerksam.

Geschäfts-Uebernahme und Empfehlung.
Dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publi—
ikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich die
Gastwirthschaft von Herrn Georg Klein über⸗
nommen habe. Ich empfehle mich in guten Speisen
ind Getränken und indem ich reelle Bedienung zu⸗
chere, bitte um geneigtes Wohlwollen. *

Hochachtungsvoll zeichtt
J. Winkelmann.
* *

Nachrichten aus Amerika.

31 New Ohambers Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diese Zeitung erscheint monatlich in New-York und enthält die
stamen der Deutischen, welche in Ameriku sterben, sowle dle Namen
er deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
von 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner allzemeine interessante
dachrichten aus Amerika.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
fung von Todtenscheinen, u. Auskunftertheilung über Amerika u. s. w.

Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Raich, Post-⸗Box 5590,

New⸗York, oder die Herren Vertreter:

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Goͤppingen, Württemberg.

Herren Louis Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbayern.

Hetr H. Döring, in Gießin, Hessen.

Zerr Ferd. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keilholz, in Bamberg, Bayern.

derr C. Guisez in Straßburg, Elsaß.

Herren Egger⸗Honegger, Neumüble-Zürich, Schweij.

Von heute ab:
Kaiserslauterer
—
Lagerbier.
Heinrich Schmitt.

AM
Seugnißz. Ich sieñe
hiermit Herrn J. J. F.
Popp in Heide (Holstein)
Zeugniß aus, daß ich durch
dessen Kur von einem lang⸗
ahrigen
Magenleiden,
welches mir vollständige Ab⸗
magerung und 12 Jahre
lang tägliches Erbrechen ver⸗
ursachte, vollständig geheilt
wurde.
EX. Hardt, Kaufmann.
—A
Markts⸗Gemeindeverwaltung:
(L. 8.) Kagermayer,
Burgermeister.
Vilsbiburg (Bayern), 13.
Juni 1877.

Ich suche einen trüchtigen
Fuhrknecht
gegen guten Lohn.
Angust Schmitt,
Gersheimer Bliesmühle.
2 brave Jungen werden bis
Ostern in die Lehre ange⸗
rommen, gegen sofortige Bezah ⸗
ung, in der

Buchdr. des St. Ing. Anzeig.
rw
Sedaltion Drud imd Verag von 9. x . Demeß in St Ingbert.
DHiezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 48
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wö cheutlich) mit dem Hauptblatte verbuadene Unlerhaltungsblatt, (Sonntags mul illustrirter Vel⸗

lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Aboune mentspreis betragt viertellahrlich

mart 20 R⸗Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts viit 15 Pfy. für die vierzespalteae Zeile Blattschrift oder deren Raum, NReclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 53. Dienstag, den 2. April 1878.

—
—
Deutsches Reich.

Mänchen, 31. März. Se. Maj. der König hat dem
Fürsten Biemarck zu dessen —8
sichsien Gtücwünsche nach Berlin gesaudt und auch dem deuischen
Boischafter in Paris, Fürsten Hohenlohe⸗Schillingsfürst zu dessen
heutigem 59. Geburtstage solche übermitteln lassen.

Am Montag wird im Reiustage folgende Interpellation von
Dr. Buhl und Genossen verlesen werden: Beabstichtigt der Bundes⸗
rath die Erhebung einer Uebergangsabgabe für Essig aus Bayern,
Würtemberg und Baden beim Eingang iu die Staaten der Brannt⸗
weinsteuerge.neinschuft einzusühren, und ist eine Vorlage on den
keichsstag hierüber zu erwarten?

Die Bundesrathsausschüsse deschlossen bezüglich der Tabals⸗
enquete einige Adänderungen, um alle für die eiwaige Einführung
der Tabaksieuer maßebenden Grundlagen zu gewinnen. — In
der Budgettkommission gab Geh. Rath Möchaelis die Erklaͤrung ab,
daßz die Minder Einnahme der Zölle 1e. im laufenden Etalsjahre
230 Millionen betrage. — Ein preußischer Antrag an den A
ralh will den 8 88 der Gewerbeordnung dahin abändern, daß die
Land⸗sregierungen befugt sein sollen in Orten unter 15,000 Ein⸗
vohnern den Beirieb einet Gastwirthfchaft von dem Nachweise des
Bedürfaisses abhängig zu machen.

Zerhin, 30. März. Die Ausschüsse des Bundesraths
haben heute die statislischen Erhebungen über Tabalbau und Tabalb⸗
jabrication betreffende Gesetz berathen und beschlossen der bei dem
Bundesrath, die Aunshme des Gesetzentwurfes mit denjenigen Ab⸗
iuderungen zu brantragen, welche ersorderlich erscheinen, um gleich⸗
zeitig alle jüt die eiwaige Einführung der Fabrikatsteuer maß
gedenden Grundlagen zu gewinnen- (Allg. Zig.)

Berlin, 30. Maͤrz.Wie ich hore, sind heute bei der
Reichzreg erung Mittheilungen aus Wien einge!aufen, wonach Oester⸗
reich aus dem Dreikaijerbunde nicht zu breten gederkt und Andrassy
ohne vorheriges Eirv rnehmen wit dem Fürsten Bismatck nichte
unternehmen wolle. Im Reichstage wird die Orientfrage jedenfalls.
jei es in Form einer Juterpillat on oder bei der dritten Berarhung
des Etats zur Sprache gebracht werden. — Ueber Ignatiew's
Mission wird der .Nat.⸗Zig.“ aus Wien geschrieben: Ignatiew
hat den Auftrag, Oesterreich nicht nur Bosnien und die Herzego⸗
wina, soudern die ganze Westhälfte der Balkanhalbinsel also auch
Salonichi anzubieten. Jgnatiew bditiet jedoch um eine bestimmte
Frklärung, was O⸗sterreich mit diesen chriftlichen Provinzen an⸗
fangen will, darum ist Ignatiew's Mission problematisch, weil man
sich in Wiem nicht intscheiden will. Die Zumuthung Ignatjews
an O sterreich, es möge an die Türkei den Krieg erklären, hat in
Wien unangenehm berührt.
Ausland.

Wien, 30. März. Ojfficiös wird berichtet? General Ig⸗
naliew hat Namens des Kaisers das größte Entgegenkommen für
alle Juteressen und Wünsche Oesterreichs ausgesprochen. Der ihm
und seiner Mission zu Theil gewordene Empfang wird den Beweis
geben, daß mou in Wien nach wie vor den großten Werih auf
das Hrei Zaner Verhälltniß legt und weit entfernt ist, sich der
brüskirenden Politek Englands zu nähern, wennschon Oesterreich
nicht dams zuͤrückhält, eine Anzahl Punkie der Friedensprälimina⸗
ten zu dezeichnen, deren Abänderung es derlangt. Verhardlungen
dieruber werden bei dem gehinderten Congreß von Macht zu Macht
geführt.

Wien, 31. März- Gutem Vernehmen nach blieb bis zur
Siunde die Mission Ignatiews ohne genau präzisirtes, definilives
Ergeonißz. Er reist nach Petersburg zurück, um dort über die
Eroͤffnungen Androssys zu berichten, welche principiell dahingehen,
daß Wesibulgarien detart organisirt werde, daß nicht Rußland
ondern' Oesterreich daselbst die Hegemonie austbe. Serbien, VPionke⸗
negro, Bozuien, Her egowina und Albanien müssen russischem Ein—
flaßz durch Begründung eines militãtisch⸗ wit ihschafslichen Vertrags⸗
orthältnisses mit Oesterreich entzogen werden. Bezüglich leßterer

drei Provinzen würde Oellerreich mil dem Sultan ins Einvernehmen
zu treten haben.

Paris, 30. März. Die „Agence Havas“ meldet aus
Athen: Es geht das Gerücht, England habe um die Ermächtigung
nachgesucht, auf griechischen Boden ein Armeelorps dampiren zu loͤffen

Brüssel, 27. März. In der Abgeordnetenkammer er⸗
llärte der Ministerpräsfdent bei der Discufsion der Militärcredite,
Belgien, habe nichts mehr zu befürchten jür seine Unabhängigkeit;
seit 1870 sei jede Gefahr von dem Nachbarlande verschwunden.
— Also seit dem Sturze des französischen Kaiserreichs! Diese Er⸗
flärung, daß Belgien von Deuischiand nichts zu fürchten habe,
wird in Frankreich Manchen verschnupfen.

London, 31. März. Renter's Bureau meldet: Es heißt
die Garnison von Montreal (Canada) sammt Artillerie geht nach
Halifoax, um die dortige konigliche Arlillerie abzulbsen, welche
nach England beordert ist.

Petersburg, 831. März. Das „Journal de St. Pelers⸗
»ourg bespricht nochmals den Rücktritt Derdy's, zählt alle von dem
ritischen Cabinet feit 1875 aufgeworfene Hindernisse auf und
chließt folgendermaßen: Nachdem Rußland Alles gethan hat, um
Ren Frieden aufrechtzuerhalten, nachdem es die äußerste Nachficht
auf dipismatischem wie auf militärischem Terrain belundet hat,
wird es fortan nur seine eigenen Interessen und seine Ehre zu
Rathe ziehen, wenn es Anderen gefällt, dieselben zu bedrohen.
—
Vermischtess.

rLandanu— Die beiden seit Kurzem vermißten Realschüler
rus Böchingen haben sich am 29. März wieder zu Hause ein⸗
zefunden; ihr Reisegeld hatle nur bis Mühlhaufen gereicht; den
Rückweg muß!ten sie zu Fuß machen,

pPMünchen, 27. März. Die Vorarbeiten zur Feststellung
der Gerigtssitze in Bayern nach der neuen Gerichtsorganifation
ollten im Justizministerium bereits vollendet sein.

p'München, 27. März. (B-Bl.) Das „Hotel Grand
National' dahier ist heute zwangsweise versteigert und von Herrn
Maurermeister Deiglmeir um die Summe von 547,000 Mark
rstanden worden, eine Summe die nicht einmal zur vollständigen
Dickung der Hypothekenschulden ausreicht, so daß die Correntgläu—
diger jedenfalls ganz leer ausgehen. Der Schuldenstand hat
uber 800,000 Mark betragen.

Wärzburg, 29. Mätz. In der hiesigen Infanterie⸗
taserne ist vor zwei Wochen der Typhus ausgebrochen und mußte
Aieselbe in Folge dessen sofort geräumt werden. Die Mannschaft
vnrde in Baracken vor dem Zellerthore untergebracht. Heute
liegen von einer Compagnie 54 Nann im Spitol; doch nimmt
die Krankheit nur in seltenen Fällen einen tödtlichen Verlauf.

FMannheim. Die Schwurgerichtsverhandlumg gegen
Zermann Wolf von hier wegen betrügerischen Bankerotts und wegen
Betrugs ist auf Miltwoch den 8. April, Nachmilttags 8 Uhr, und
Donnerstag den 4. April angesttzt.

FErne theure Tochter. Man schreibt aus Berlin:
Die Sängerin Frau Mallinger ist dieser Tage von einer
Tochter glücklich entbhunden worden. Es ist Dieß wohl eines der
heuersten stinder, welche jeit Langem in Berlin zur Welt gekom⸗
men sind. Frau Mallinger hat nämlich gleich den anderen her⸗
porragenden Kräften der Hofoper einen Engagementsvertrag, wonach
sie für jeden Spielabend ein beste mmies Honorar erhält. Da nun
dꝛe Süugeria bereits seit eiwa drei Monalen nicht aufzutreten in
der Lage war und noch in den näussten drei Monaten nicht wird
auftreten körnen, dann aber die Hoftheaterferien beginnen, so kann
man eine Vorstellung von den Kosten dieses Familienereignisses sich
wohel wachen.
Bingen Tabak, iheueres Srod!

Theuerer Tabal, bisligeres Brod!
— Mit obigem Motto, defsen Wahrheit jedem denlenden Menschen
leicht zu beweisen ist, wäre die sonderbare Grille des Reichskanz
        <pb n="194" />
        lers — wie sich jungst eine Stimme in „Pfälz. Qur.“ ausdrückle
— doch nicht so sehr zu verwerfen. Die Interessen von 82 Mil
lionen nichtrauchenden Deutschen sollten doch jedem rechtlich gesinnten
Menschen höher stehen, als daß er den Egoismns unterstüßt von
wenigen Millonen, bei denen der Luxus des Rauch⸗ns theilweise
zum Bedürfniß, vielfach aber zum Zeilvertreib, ja selbst zut Eitel-
leit geworden ist. Das Tabaksmonopol wird nicht allein den
Producenten von Tanak nicht schädigen, sondern es wird ihm,
wie die auf Etfahrung beruhende Stimmung im Elsaß beweisl,
eher nützen; übrigens steht es jedem Landmann frei, jzu bauen,
was ihm got dünkt, und da ein Monopol nicht Knall' und Fali
eingeführt wird, so bleibt deim Producenten die Zeit zu überlegen,
ob er fernerhin noch Tabal für das Monopol bauen will oder
nicht. Also einen wirllichen Schaden leidet er nicht. Sccher ist,
daß wenn die großen Strecken der besten Aecker, welche in Süd⸗
deutschland mit Tabak bebaut werden, zum Anbcu von Halm ⸗
früchten, Kartoffeln oder selbst Fultergewächsen verwendet würden,
wir die Preise von Brod, Kartoffeln, Fleisch und Milch ebenso
billig hätten, wie dies in Norddeuischland der Fall ist, Einstweilen
zahlt die Bevölkerung Süddeutschlands alle Nahrungsmittel um 10
bis 30 pCt. theuerer als diejenige von Nord eutschland. Neben⸗
bei wird der beste Dünger dem Tabakacker zigesührt, dessen Ertrag
in schädliche Dünste zur Infection der Menschheit aufgeht, während
die Halmfrüchte neben Brodertrag wieder Stroh liefern für Dünger
aufs nächste Jahr. Darum, denkende Männer, welcher holitischen

Fichtung ihr auch sein möͤget, lasset euch nicht bethören burch das
Wort „Tabakmonopol“; es reimt sich mit allgeneines Wohl—
Gebet eueren Frauen und Kindern billiheres Brod und zahlt füt
euere Leidenschaft, genannt Rauchbedürfniß, eine Kleinigleit weiter
»der stecket das Rauchen auf, daß der Staat ja nichts an euch
berdienen möge; es wird dann das Beste sein für euer Wohlergehen
und euere Umgebung. Die Stimme der Wahrheif.
(Dem „Pf. Kurier“ entnommen.)
Handels⸗ und Verkehrs-Nachrichten.

Pfälzische Eisenbah'nen“ dDie ordentliche Gene⸗
ralversammlung fiodet am 29. Aprii in Ludwigshafen statt. Auf
der Tagesordnung stehen, außer den gewöhnlichen Gegenständen,
auch die Vorlage einer Concession für die pfälzische Ludwigsbahn
zjum Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Sl. Ingbert
nach Saarbrücken; ferner zwei Anträge der —AX
vovon der erste die Ermächtigung der Generalversammlung dazu
nachsucht, den Bau der Kohlenbahn von Bexbach nach den bei
Neunkirchen zelegenen Gruben vorldufig auf sich becuhen zu lassen,
und wovon der andere die Aufwerdung von 3,000 000 M. zur
Erbauung obiger Linien, ferner zur Deckang verschiedener Erzänzungs—
hauten auf den alten Linien der Ludwigsbahn und endlich zur
dachtrags · Subvent'on per 412,000 M. ' für die Gotthardtbahn
inter der Bedingung beautragt, daß der Staat dieser ganzen
Summe eine Zinsgarantie von 413 Hrocent gewähre.

—

Bekanntmachung.

Die Pulverfabrikanten Gebrüder ung zu St. Ing⸗
bert beabsichtigen bei ihrer Pulverfobrik daselbst einen Holzkohlen⸗
schoppen zu errichten, welcher lediglich aus Holz hergestellt werden
soll, und haben um die Genehmigung hiezu bei der unterfertigten
Behörde nachgesucht.

Dies wird gemäß 8 17 der Reichs-Gewerbe-Ordnung andurch
zur allgemeinen Kenntniß gebracht mit dem Bemerken, daß etwaige
Einwendungen gegen die Genehmigung des projektirten Holzkohlen⸗
schoppens innerhalb tiner Frist von 14 Tagen enlweder bei der
unterfertigten Behötrde oder dem Bürgermeisteramte St. Ingbert
vorgebracht werden müssen und daß sowohl hier als in St. Ing—
hert von einer Beschreibung und Zeichnung des Holzkohlenschoppens,
owie von zinem Situationsplane Einsicht genommen werden kann.

Zweibrücken, den 26. März 1878.

Kgl. bayer. Bezirksamt:
Damm.

Fünr
Kaufleute.
Einem vermögenden Ladenber
ätzer oder Ladenintaber kann auf
lange Jahre ein Herrenkleider⸗
Lager in Commission übergeben
werden.

Von wem? sagt die Exp. d
Blattes,

Die Unterzeichnete hat noch,
einige Aecker
die mit Korn besamt waren, zu
verpachten. Auch hat dieselbe

Frühkartoffeln

zu verkaufen.
Frau Johann Hager.
De beleidigenden Ausdruce,
welche ich in det unkenem
Zustande am 25. Maärz gegen
Hrn. Martin Zott von Schnapp⸗
bach an dissen Hause dort aus.
gesprochen habe, nehme ich hier—
mit als unwahr zurück.
Carl Weiß

von Sulzhack

Ich suche einen hüch! 55
Fuhrknecht
gegen gusen Lohn.
August Schmitt,
Gersheimner Blsmühle.

q S
RPriefpapier
—

mit Firma, zu Gesohaftsbriefen
in schönen veræierten
Schriften.
Monograuime, Visiten-
IcArtoin ete., werden rasch
und billig angefertigt in der
Buoh- und Steindruokereoi
x. X. Demetæ.
—A
EEL
Freunden und Bekannten die schmerzliche Mittheilung,
daß es dem lieben Gott gefallen hat unser innigstgeliebtes
Zind Johann, im Alter von 8 Monaten naqh schwerer
Krankheit zu sich in ein besseres Jenseits abrurufen.

Um siille Theilnahme bitten
Johann Peters u. Helene Peters ged. Schwarz.

Die Beerdigung findet Mittwoch. den 3. Abril,
Nachmitigas um 3 Uhr statt

—
242
Damit jeder Kranke
vevor er eine Kur unternimmt, n
oder die Hoffnung auf Gene-
jung schwinden läßt, sich ohne
Kosten von den durch Dr. Airps
deilmethode erzielten über
raschenden Feilungen überzeugen
ann, sendet Richter's Veriaga
Anftalt in Leipzig auf Franco⸗
Verlangen gern Jedem einen
„At test⸗Auszug“ (180. Aufl.)
guen und franco. — Versaume
siemand, sich diesen mit vie⸗
len Krankenberichten versehenen
Auszug“ kommen zu lassen —
Von dem illustrirten Original⸗
werke: Dr. Airy's Naturheil⸗
methode erschien die 100. Aufl,
Jubel⸗Ausgabe, Preis 1
zu beziehen durch alle Buch⸗
handlungen.

AAðeiten starke Buch:
Bichtu Rheumatismus
eine leicht verständliche, vielfach
hbewährte Anleitung zur Selbstbe⸗
jandlung dieser schmerzhaften Lei⸗
den, wird gegen Einsendung von
30 Pfg. in Briefmarken franco
necsandt von Richter's Ver⸗
ags⸗Anustalt in Leipzig. —
Die beigedruckten Atteste beweisen
zie Außerordentlichen Heil—
Flolse der darin empfohlenen
ur.

⸗AUebernahme und Empfehlung.
Dem geehtten hiesigen und auswärtigen Puͤbll⸗
ikum wache ich die ergebene Anzeige, daß ich die
Gastwirttschaft pon Hertn Georg Klein — —
rommen habe. Ich empfehle mich in guten Speisen 23 *
end Getränken und indem ich rze⸗lle Bedienung zu⸗ Die Wormser Brauer⸗Akademie
ichere, bitte um geneigles Wohlwollen. in den letzten 5 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
Hochachtungsvoll zeichnet besucht, beginnt das Sommeriemester am J. Mai. — Nähere Aus—
J. Winkesmann. kunft ertheilt gerne Die Direktian Dr. Schoider.
Enrwondoen fur folgende 2éeitungen:
Basler Nachrichten, volle man zur Vermeidung ron Zeitvers--niss, steta direct richten an Genfor Journal,
Neue Zürcher Zeitung, IE ler J— ee
dehwoi i AFUVR . uutto roniqueur,
Lnaolaueitung, 22 Gothentutæ *. Freiburg, Oborrh. Lurier,
gt. Galler Zeituns, da genannte Blatter ihro Annoncen Berlin, Wochenschrift des
Nouchate), Union Libeéralo, auasehlesslieh dureh diese Firma Vereins deutseh. Ingenioure
azotto do Lausanno. Deutscho Jagd-Zoitung.
—s
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in mcbert.
        <pb n="195" />
        238281
—A —3
533538 52338228 22
— 52* 2 — 88 28 —
8338 5255535235 22543232382 32
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233838 333835 33*337557 55 383 5355
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7332 41362 z 333383334 5358* s33535534
22* 2333 5*2 * 15 255238 — 2*2 53282 35 — 5— — ä x5—
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3353833 53**3 5823282 —A— *53 —58 —z522* 83558983 1
—XS5 55 32235 532 552 27 — 3 55232 23 RCRx *» Ee
35836883 52355* 333 3 3333 83 25 555 —— 55
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S 2 3 5— 3 25383238 552 323338 8 —— 3 2525 8
— —— 2 2* — 2 8 2 D 2 53 *
— 333353375 52575553 355 838333—8 5
525 — 73 553* 362333336328 — 55833 — *
— d 22 2 — 2
* 238332 S —222 —A 532 85 35335353:3 ——
2558 35333322 B—5 5 —A — 232 ——2 z2 — 52 5 8
5388 83353 2355536373 ——— — 25583 72 s33* z837533 8
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2 8* 25532 55 . 56 SX85 23225 3 255* 2882
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5358535835 —525 —75 * 32 3 —— zBSS 5 F
— 2223 333 2332 28338—5 53353328 332628 8
52*55 — 23 8 — 2 58 Ss x ———A —A—
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— 378 5 5—5 5533755 — 2528* 358 —— —
5785385 353833 5326 35315538 7728 32328333553553
2 — 25225 —* 555 2 — 32253523 5 —— 255 22
52533233 S5 —5 527532523283 85 S5 8 525532*
53533238 53333 6 —38353— 3—73533
* cs2 333333 3333738338 TBZ — 55 —
335353 65—553 n 2553585 585858225
23 22S 275835 26535 A
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55 8256 5353233—
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3355335 23
33 3833335 58 —X
1 — 5—
5355733585 88 32325355 53322
282 —8 — 25
3— —— 535 3 23237 —ã— —
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5 38333555338538 25 578* —A *538 325
372 9 338357 23882 25 — 32*5837 *5 838
—2353325 *22 5237525 5 * * ꝛ 6 ———
27 — 58 —AA —— 75225 5 —— 2 —8* 22 2 * — 35
—A 2 52 —— — 5 3 2 * 2 25*2
* 5286 2 S7 — 0 — —— 38 * 5 *
*553 22 58 — — 33 532 285 —28 * 5383282
8* 25 5723 524 52.5 2— —A 82* —
355335 25—33253838 35 38235
22 — 3 —X 252 *5* 2528
Z* 25 55* —— 3353 3 28 2558333338 —X
— 8 ——— 222 — 537 * —X — * 58 353 — 2*
323258 2* —— kes83385 2 —— * 2 —A 2
2 b 8 * — — * *
3535332 — 353858
2383. 32 z28 3 5553533533 8 255 2 33 —
253 — 38 2e5 224 20. 52 222 SES 52532 52 EI
5 5 .22 3 —53 —* 52 —8 — * 528 8 * — 555828 2 —3 *
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Der St. Jugberter Anzeiger und das mal wo hentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhallungsblatt. Sonntags mit illuftrirter VBei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich
umnart 20 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswarta nit 15 Bin. jar die diergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnt.
—— — — — 45 J
M 54. Dounerstaa, den 4. Avrii 1878.
— — —
— ç e r i i
Deutsches Reich.
Berhin, A. April. Im Reichstage stand heute die Inter—
pellation des Abg ordneten Dr. Buhl (Homburg⸗Kusel, nat'onall.)
und Genossen wegen der Uebergangsabgabe von Essiz auf der
Tagesordnung. Reichskanzleramtspräsident, Hofmann erkärt: er
sönue die Inlerpellation erst in einigen Tagen beantworten. Es
jolgt die erste Berathung des Gesetzeniwurfs über den Verkehr mit
Nahrungsmitteln. Staatssekretär De. Friedberg vertheidigt den
Enlwurf und weist auf die umfangreichen forgfältigen Erhebungen,
welche die Reichsregierurg auf diesem Gebiet augestellt habe,
namentlich auf die Benützung der bezüglichen englischen Gefeatz⸗
gebung. Rach einer. lIängeren von Dr. Duhl. Dr. Mendel GMieder⸗
darnim, sortschrittl.), Graf Luxvurg (Schweinfurt, freilons.), Payer
Meutliagen, Volkspartei), Grumbrecht (Garburg, nationall.)Mund
Dr. Braun (Glogau, nationall.) geführten Debatte, wobi mehrere
Redner den Wunsch betonen, die Controle mehr in die Hände der
Selbstverwaltungsorgane gelegt zu sehen, geht die Vordage an eine
Fommission von 21 Mitgliedern. Der Reichstag genehmigte so⸗
dann den Etat der Reichseisenbahnverwaltung nach den Commissions-
anträgen, erledigte die erste Lesung des Gesetzen!wurfs betreffend
Zuwidersandlungen gegen die zur Abwehr der Rinderpest erlassenen
Bieheinfuhrverbose Aund beschloß die zweite Lesung im Plenum vor⸗
zunehmen. Fortsetzung morgen.
Ausland.
Weäen; 2. April. Das „Fremdenblatt?“ schreibt offtziös:
Schon Ddie bleße moralische Uebereinstimmung zwischen England
und Oesterreich, deren gleiche Ansicbten über die Unverbindlich⸗
leit des Friedensverteages von San Stejano für die üdrigen
Staaten, das identische Streben beider Cabinete, das Gleich—
gewicht im Orient zu bewahren, müssen Raßland dermaßen von
einem Kelege mit Gugla d abhalten, daß die Friedenshoffnungen
noch immer eine starle Berechtigung haben ... 4.
Wien, 2. April. Die „Pout. Korresp.“ meldet aus Se m⸗
lin, daß die nördlich des Baltans stehenden Russen sich an die
Donau zieh n, neus Vefestiqungen anlegen und die alten verstärken.
In Sofia werden zahlreiche Truppen zusammengezogen, und ser⸗
dische Verstarkungen sollen zu denselben stoßen. Auch füdlich des
Balkaus rücken die Russen in enge Conzentrirungen ein und be⸗
ꝛestigen die wichtigsten Stellungen. Ferner witd aus Konstantinopel
Jemeld't, daß die Türken Bujukdere befestigen und daß die Russen
ndeuerdenz Bewegungen gegen Gallipoli zu machen scheinen. In
San Stefano treffen täglich russische Dampfer mit großen Proviant⸗
ladungen ein. D'ie Auslieferung der türtischen Kriegsgefangenen
zoll auf tinbest minte Zeit verschoben sein.
Rom, 2. April. Der Staalssekretär Franchi hat auf Ge⸗
deiß des Papstes olle preußischea Bischöfe aufgesordert, übert die iu
den verschiedenen Dötesen herrschenden Zussäude ausfüerlich Bericht
zu erstatten und zwar mit eingehender Darstellung det Wechselfäle,
die feit 1872 eingetreten.Dabei sollen auch die Gründe ange—
geben werden, weßhalb einzelne Bischöfe nicht betästigt worden siad,
und auße dex solb aifszofühsrt: werdcu, tint welchem Maße die Mai⸗
gesetze zur Auwendung komaen und welche Mißtel es gebe, den
Strafb stimmungen auszuweiche. 4. *Aoslg. Zig.)
Lonvou, äF. April.“Die zweite Ausgabe' der Ames sagt,
der Sultan und die Pforte seien setzte gauz rüssenfteurdlich und
würden einer Okkupatton Komtanfinopels durch die Ruüfsen nicht
Widerstaud leisten. A ——
Konstapthnope, 2. Aprif GEs wlid eine. neuetliche
Bewegung. russischer Truppenlörper in der Richtung gegen Gallivoli
fignalisirt *8
Dreermisctes.

Die von dem „Pfalj. Nur.“ und dem ‚Land. Anzeiger“
gebrachte Dienstesnachricht von der Versetzung des Landrichters
Pixis von Ss. Ingbert nach Rusel ürd von der Ernennung; dee
junkt. Stigatsauwaltssubstituten Schsfer nach Redar. sei der Vfah—.

Voltsztg.“ entnommen und eine an diefer begangenen Myfistkation
Aprisschicken), welche bereitzs im April 1875 in den Zeitungen stand.

(Coneert.) Ein interessantes Concert findet nächsten
Zonntag, den 7. April im großen Saale des Kasinos in
Maännschen siatt. Die Erfinder des jetzt so sehr beliebten italie—
uschen Instruments „Die Ocarina“, welches bereits von Künstlern
ind Dilettanten gespielt wird, kommen mit einem aus ilalienischen
dünstleen bestehenden Saptett nach München und enthält das
Programm interefsante Nummetn unter gefälliger Miwirkung
nehrerer hedentenden Kunstnovizen. (Wie wir höten wird demnächst
rin derattiges Concert von dem hiesigen Ocarino⸗Orchester hier
in St. Ingbert gegeben werden. — —

7 Gestorben in Kaiserslautern am 1. d. Abends der
in weiteren Kreisen bekaunte quiescirte k. Seminarpräfekt Trutzer
im Alter von 75 Jahren.

f. Kaiserslautern, 2. April. Der ca. 580 Jahre
ilte Steinbrecher Leonbardt Klein von hier wurde gestern Morgen
u dem Steinbruche der Herren Gebrüder Heil von einem ciren
300 Centner schweren Felsen, an welchem er uad noch andere
Arbeiter beschäftigt waren, bodtgejchlagen. Der Unglückliche, weicher
dollständig zerguetscht wurde, hinterläst eine Frau und 4 Kinder.

Gisj. Zg. ).

f FWin Correspondent der „Neustadler-Bürgerzeitung? bringt
zinen Nachtrag zur Kaiserslauterer Geflügel-Ausstellung,
n welchem er bedauert, daß man sich bei dem Vooseabsatz einetß
Mittels bediente, das durchaus nicht zu rechtfertigen sei. Es ke—
'and sich nämlich in der Eche rechts vom Eingang im Fruchthause
aal ein sehr schönes und werthvolles Scewosser⸗Aquarrum, das
zurch einen angehängten Zettel als „ur Verloosung, angekauft“
dezeichnet war. Viele Besucher nahmen sich, durch diesen schönen
Bewinn verlockt, eine größere Anzahl Loose, mußten jedoch durch
die spätere Veröffentlichung der Gewinnliste zu ihrem Aerger erfahren,
daß sie „ackiti“ waren, da das Aquarium nicht angekauft war.
Es wäre zu wünschen, daß derartige Täuschunzen des Publilums
bei ähnlichen Ausstellunen und Verloosungen durch gesetzliche Be—
qufsichtigung vermieden würden.

F. JIn Landau warde fürzlkich eine Familie nach dem
Dattagessen „Mötzlich mit hefligem Erbrecher unrohl. Der schnell
erbeigerufene Arzt constarirte eine Blatvergiftung und forschte der
Lesache dieser Eischeinung genauer nach.Es dellte si h⸗nun herans,
daß in einem irdenen Topfe, aus sogenannten elsässischen Geschirr,
mit Sauerrampfer angesuerter Spmat gekocht wurde. Der Arzt
schöpfte Verdacht und gab den Topf zur Untersuchung in das
dhemische Laboratorium der Realschule. Hier wurde festgestellt, daß
die Glasur desselben eine ganz bedeulende Menge Bleijutphat ent⸗
zält, das unbedingk'giftig wirken mußte.

pDie am Sonnsag zu rug. adk a. d. H. stattge“ DOe
dersammlung pfalzischer Holztändler war- zahlr-ich besucht.“ In
erselben wurde der Vecein pfälzischer Holzhärdler deftitih gegründet
»nde nach Berathung der Statuten der Ausschußz gewählt, Dire
VJahl fiel nuf folgende Herren: Gehrlein (Aiaxiiiansauß Vor
'aud, Philpp Herbig (daiserslautern) Schrift- und Cassenführer;

hristian Karcher (LZaiserslauiern), Adelph Holzbächer (Kaisers
utern), Friedrich Schenck (Hinterweidenthal) und Jeutzet (Walde
chdach) Beisißer; Weder (Landan) und Ruey (Howspeyer) Ersatz
ute. Eine an die Drrcktion der piälzijchen Bahren zu rinteude
ngabe wegemn Herabfetzung „der Holzfrachten in den Spezialtarif
J. wurde gutgeheiffen:“ Desgleichen wurde eine Petlhon au die
Kreisregierung in Speher beschlossen, innwelcher de klägliche
'age des pfälzischen Holzhandels, welthe hanptsäclish dilrch de bil-
ligeren Frachtsätze der aus dem Auslande kdurmenden Einen ⸗Hölzer
geschaffez; wurde, beschildert und um Uolerstüzung der zur Abhilf—
aothwendigen Maßregetn geheten win I
Speyere, ⸗2 Apil. i Deutden Nachmittags
war hier erne Gerrchtaommission Anäerαινενν,”ινιενο, um
den Thalbestand wegen der am Sonntag am Hafen daähier quf—
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        gefundenen Leiche eines neugedorenen Kindes, das Spuren einer
ocrublen Gewalithat an sich trug, festzustellen. Dem Vernehmen
nach agnoszirte die wegen Verdachts des Kindsmordes bereits ver⸗
haftete Dienstnagd des Müllers Felduer die aufgefundene Leicht
ind soul deeselbe auch die Todtung des Kindes beteits zugestanden
daben.

Die ‚Neuesten Nachrichten außs Amerika“ enthalten die
Namen folgender in Amerita gestorbenen Pfälzer: Mahnken Philip⸗
pine, geb. Wallauer, aus Obermoschel, 42 Jahre alt, gest. am
29. Januar, New VYork; Maschine Philippene, geb. Ouhof aus
Hinterweidenthal, 66 Jahre alt, gestorben am 4. Januar, New—
Oiuleans; Müller Jakob, aus Hütschenhausen, 69 Jahre alt, gest.
am 1. Januar, Cincinnati; Schneider Catharina, aus Hütschen⸗
hausen, 42 Jahre alt, gest. am 7. Januar, Cincinnati; Schmitt
HJeorg Wilhein, aus Dirmstein, 839 Jahre alt, gest, am 9. Februar,
Dill Imsburgh; Schueider Catharina, geb. Weißbach, aus Rhodt,
30 Jahre all, gesi. am 26. Januar, Philade'phia.
pmMäncdeen, 1. April. Die Memoiren der Adele Spitzeder
ollen zu Eade dieses Monats der Oeffentlichteit übergeben werden;
je enthalten eine vollständige Biogrophie der Heldin von ihrer
Hehurt bis zu ihrer Entiassung aus dem Gefängniß⸗ Neuestens
hat de Spißeder ein Musikerchor von 40 Mann bestellt, um hier
ind später bei der Ausstellung in Paris Concerte zu geben. Dit
Memorren sind, damit die betr. geschilderten Persönlichkeiten nicht
entalls mit Klagen- gegen die Schriftstellerin sollen auftreten
sönnen, von 3 Rechtskundigen revidirt worden.

fMannheim, 29. März. Joseph dirsch von hier
wurde, nachdem ihn die Geschworenen des leichtsinnigen Baukerotts
hne Annahme mildernder Umstände schuldig eiklärt hatten, zu 3
Jahren Zuchthaus veruriheilt.

Kassel. Die Strafkammer des k. Kreisgerichtes ver⸗
uriheilie am 28. März den mit der Trichinenschau beauftragten
Frbürgermeister Siebert in Niederzwehren wegen fahrlässiger Töd⸗
umg zu 6 Monaten Gefängniß. Teiselbe hatte ein darchaus
richindses Schwein für trichenenfrei erklärt, worauf in Folge der
Trichinose 9 Personen gestorben siad.

Darmstadt, 28. März. (Eynchjustiz.) Hier hat fich
ein „Lynchberein“ gegen die Wucherer gebildet. In einer benath⸗
harten großen Gemeinde soll dieser Tuge wegen eines standalösen
Wuchergeschäftes, dessen in der Oeffentlichkeit mitgetheilte Details
kaum glaublch erscheinen, der Schuldige durchgeprügelt worden sein.

fDie „U. Sch.“ berichtet aus Ulem folzende hübsche Ge⸗
chichte: Ein Officier verlor eine Brieftasche, in welcher außer seiner

Photograpbie, einigen Visitenkarten, auch Papiergeld im Betrage von
700 Mark enthalten war. Ein Soldat fand die Brieftasche und
zrachte sie mit dem Wunsche zurück, „etwas daraus behalten zu
ürfen.“ Der Ojficier gab ihm einen Hundert Markschein. Der
Soldat aber erklätte, so habe er es nicht gemeint, er habe die
Photographie gewünscht. Der Officier gab ihm das Bildchen und
die hundert Mart dazu.

Paris, 31. März. Das achtzehajährige Mädchen, das
sich vor einigen Tagen in die Seine stürzte und von einem Bade
diener gerettet wurde, ist die Tochter des russischen Botschafters
Fürsten Orlow.

7 Paris, 31. März. Auf der Linie von Tours nach
Pdans wurde die Brücke von Vernan in der letzten Nacht von dem
XVV———
notive mit 18 Waggons eines Waarenzuges stür sten in den Bach.
Der Maschinist und der Heizer sind verschwunden.

Capitän Bohton beeichtet über seine Schwimmfahrt
von Tarifa nach Tanger, daß ihn dieses Unternehmen wegen der
tarken Strömung viele Mühe gekostet habe. Bei Tanger ließ er
ein Signalhorn ertönen, worauf etliche Schi!dvachen in der Stadt
erkündigten, der Teufel sei foeben im Begriffe aus dem Meere zu
keigen.

Handels- und Verkehrs-Nachrichten.

Die Hundertmark⸗Noten der vormaligen „Preußi⸗
schen Bank“ werden laut neuerer Bekanntmachung der Reichsbank noch
zis zum 1. Juli ds. Is. von den Kassen und den Staatskassen
zegen Baargeld umgetauscht.

— Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
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13125333357557 357233 33
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5526035 225—25355323 5x28353 ——58235253 —232853 33353383
523585353* 585 232 5* 85530828 s 225 22 2 5 55—5525
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5s82555* 5355553 —8525 58683323338 8335* 255 3* 5 868
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3 —555 5. 83 6—— 85 538 —— 2
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2.2 * 8. 2.2 2 5
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        St. Ingberler Anzeiger.

Der St. Ingberter Anzeiger und das (E mal wöoͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Ssnntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljährlich

art 40 R.⸗Pfz. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswarts nit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, NReclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

— — —

2
M 55. Samstag, den 6. April * 13878.

Deutsches Reich.

Mürchen, 4. April. Nach Mittheilungen aus sehr guter
Quelle wäre zum Erzbischof von München Freisiug der hiesige Dom⸗
prediger Ehrler, Beichtvater J. k. k. H. der Erzherzogin Gisela
Prinzessin Leopold von Bayern designirt. Derselbe hat seinerzeit
dem verewigten Erzbischof Gregor von Scherr die Leichenrede ge⸗
halten. (Südd. Pr.)

Das Kultusministerium hat betreffs des Turnunterrichis an
den Lehrerbildungsanstalten versügt, daß auch bei den Anstellungs⸗
prüfungen der Schuldienst - Exspeltanten und Expektantinnen die
Prüflinge ihrer Kenntnisse in der Systemalik und Merhodik des
Volksschulturnens, sowie ihre eigene Turnfertigkeit und praktische
Lehrkefäh'gung nachzuweisen haben und daß den zukommenden
Finzelnoten eine bei Fesistellung der Haurtprüfungsnoie einfach
in Anschlag zu bringende Gesammtnote cus dem Tucnen in die
betreffenden Prüsungszeugnisse auszunehmen sei. — S. M. der
öniq hat dem kathol. Kasino in München die erbetene Bewilligung
zur Vornahme von Sammlungen für den Papst mittels Erlassung
bon Aufrufen in öffentlichen Blättern für das Jahr 1878 ertheilt.

Bertltin, 2. April. In Reichstagskreisen wird erzählt,
daß die nationalliberale Fraktion des preußischen Abgrordnetenhauses
nur durch den Schluß der Session vor einer Sprengung bewahrt
worden sei. In Betreff des Nachtragsetats nämlich verlangte
Larter, daß die Abstimmung zur Fraktionssache gemacht werden
—XV Austritt aus
der Fraktion auf. Gneist, v. Sybel und Genossen wurden inner⸗
halb der Fraktion nicht eben glimpflich behandelt. Gneist soll er⸗
tlart haben, daß er überhaupt sein Mandat niederlegen wolle, und
don dem Sybeüschen Anhange bezweifelt man, daß er im lommen⸗
den Herbst sich der Fraknon ferner anschließen wird. Vielfach
freilich auch nimmt man an, daß Wachler sen. welcher in der frag⸗
iichen Fraktionssitzung selbst die einsflweilige Verföhnung herbeisührte,
e5 auch verstehen werde die Versoöhnung fortdauernd zu machen.
— Die Budgeitommission des Reichsstages hot die Deta'ls des
Gesetzenwurfs, betr. die Ersparnisse aus den Verpflegungsgeldern
der Htkupationstruppen, durchberathen und die bewilligten Posten
als einmalige Ausgaben in den Eiat eingestellt. — Die Verzöge⸗
rung der amtlschen Publikation der Ernennung des Grafen zu
Stoiberg: Wernigerode zum Vijepräsidenten des preußischen Staats⸗
ministeriums ertlärt sich aus rein formellen Rüdsichten, weil die
Abberufung des Botschafters dorausgehen muß. Daß unlter den
jetzigen Verhältnissen eine Valanz dieses Postens in Wien nicht
ralhsam ersche'nt, leuchtet ein.

Ans ben dem Buͤndesrath zugegangenen Berichten der Reichs⸗
schuldenkommission über die Reichsschulden, dann den Invaliden,
Festungsbau⸗ und Reichstagsgebäudefonds sind folgende Einzelheiten
crwähnenswerth: An Reichstassenscheinen sind in Umlauf 165
Millinen M. (ausgegeben waren j. Z. im Ganzen 178 Mill.) Der
Bestand des Reichsinvalidenfonds betrug am 31. März 1877:Sculd⸗
verschreibungen und Eisenbahnprioritätsobligationen 536 946,049
M. ferner 10,752,150 fl. südd. sowie eine Forderung an den
Reichsfestungs-Baufonds von 518,015 M., Baarwerthe 4,8837,030
M., zusammen 560,562,924 M. Der Bestand des Reichsfestungs⸗
Baufonds betrug am 31. März 1877: Eisenbahn⸗Prioritäts⸗Obli⸗
gationen und Schuldverschreibungen deuischer Bundessiaaten
120 201, 300 M., ausländische Staatspap'ere 928,550 L. und
2,5547,300 Dollatrs, Baarwerthe 1,655,050 M., zusammen
151,958,977 M. Der Zinsertrag der Bestände der drei Fonds,
wie dieselben Ende Februar d. J. in den verschiedenen Werthpa⸗
pieten und den baaren Depots bei den Bankhäusern sich gestellt
haben, bezifferle sich zu diesem Zeitpuntt a) bei dem Reiche⸗Inva—
uͤdenfonds auf 4346 Proz, b) bei dem Festungs⸗Baufonds auf
483 Proz., e) bei dem Reichstagsgebäude⸗ Fonds auf 4,60 Proz.

Als Grund für die in der Reichstagssihung vom 1. erfolgit
Vertagung der Interpellation wegen einer Uebergangsabgabe von
Essig wird von Berlin aus angegeben, daß die Angelegendeit

*

Seitens des Bundesrathes noch einmal an die Ausschüsse verwiesen
ei und dort wahrscheinlich im Sinne der Interpellanten und der
üddeutschen Interessenten schließlich so werde geregelt werden, daß
nan von der Uebergangsabgabe zurücklommt.

Berlin, 3. April.“ Der Reichstag beschäftigte sich heute
nit Petitionen. Eine Petition, welche dahin geht, daß bei der
zevorstehenden Reform der Branntweinsteuergesetzgebung die pro⸗
oktirte Fabritatsteuer nicht genehmigt, sondern die Raumsteuer bei⸗
ehalten werde, wurde dem Reichskanzler zur Berüchsichtigung
iberwiesen. Der Antrag von Kiepert, den Reichslanzler zu ersuchen,
zie Zurückzahlung der Branntweinsteuer für allen zu gewerblichen
Zweden benutzten Alkohol anzuordnen und die Denatarirung desselben
jach Maßgabe der technischen Benuzung ausführen zu laffen, wurde
ast einstimmig angenommen.

Der Reichtkanzler hat dem Bundesratb einen Gesetentwurf
jorgelegt, betreffend die Aufnahme einer Anleihe von 5 Mill. M.
ehufs Vervollständigung der Garnisonseinrichtungen in Elsaß⸗
dothringen, welche in Folge der im letzien Herbst angeordneten
Truppendislokationen noihwendig geworden sind.

Berlin, 8. April. Die Lage der auswärtiçen Politik
vird in der ministerieilen „Provinzial-Korrespondenz“ kurz ge⸗
—X

Der Gegensatz zwischen England und Rußland in Bezug auf
die weitere Behandlung der orientalischen Frage hat seit der vorigen
Woche anscheinend an Schäcfe noch gewonnen, indem die englische
tegierung sich bewogen gefunden hat hat, die Neserven einzuberufen.
Dder Beichluß erscheint um so bedeutungsvoller, als sich in Folge
Hesselben der bisherige Minister des Aeußern, Lord Derby, welcher
vorzugsweise an dem Vertrauen auf eine friedliche Losung der
—chwierigkeiten festgehallen datte, veranlaßt gesehen hat, seine
knlilassung zu nehmen. Die Botschaft, durch welche die Konigin
en Beschluß dem Parlamente mitgetheilt hat, erllärt die ergriffene
Naßregel freilich nur damit, daß der gegenwärtige Stand der
Dienge im Orient und die damit zusammenhängeande Nothwendigkeit,
Maßregeln zu ergreifen sür die Aufrechterhaltung des Friedens
ind zum Schutze der Interessen des Landes, einen Fall großer
Drin,lichkeit biide. Der zum Nachfolger des Lord Derdg berufene
rotd Saͤlisbury hat alsbald eine Depesche an sänmtliche Vertreter
knglands gerichtet, in welcher er den Friedensvertrag mit Rußland
und der Türkei fast in allen Bestimmungen scharf angreift, um zu
nechtfertigen, datz England nur an einem Kongresse Theil nehmen
onne, welcher den ganzen Vertrog zum Gegenstand seiner Be⸗
rathungen macht. Inzwischen hat Rußland versucht, sich durch die
Sendung des Generals Ignatieff nach Wien zunächst mit Oesterreich
veitet zu verständ'gen. Die bezüglichen Verhandlungen scheinen
zahin geführt zu haben, daß die österreichische Regierung ihrt Auf⸗
jassungen und Forderungen in Bezug auf die eigenen und die allge⸗
nein europäischen Interessen dem Friedensvertrage gegenüber be⸗
stimmter ausgesprochen hat—
Ausland.

Wien, 3. April. Die Morgenblätter fordern auf Grund
des englischen Circulars ein Zusammengehen Englands und Oister⸗
eichs. Die „N. fr. Presse“ constatirt, England sei enischlossen,
venn es zum Kriege komme, dense!ben so lange forlzusetzen, bis
stußland auf ein halbes Jahrhundert zurückgeworfen sei. Das
„Fremdenblatt“ meint, England wolle ganze Arbeit machen, An⸗
)rassy möge daran theilnehmen, nichts sei gefährlicher, als die
Wiederholung der Halbheiten des Krimbtieges. Eine volle prinzi⸗
zielle Verständigung zwischen hier und London ist zweifellos erfolgt,
ein Separalabkommen mit Rußland gilt beiderseits als völlig aus⸗
zeschlossen. Das Berliner Cabiuet setzt die Vermitllungsversuche
dezüglich des Congresses fort.

Londoa, 83. Upril. Ein Telegramm des „Standard“
aus Konstantinopel vom 2. ds meldet: „Da die Russen fürchten,
die Türkei werde im Falle eines englisch- russischen Krieges ihre
Neutral tät behaupten, so vetlangien sie die Räumung der Fortiß
        <pb n="202" />
        m den beliden Ufern des Vosporus, die Ueberçobe Gallipolis
Bulairs, Maschlals, Maktikbis »und die Ueberlassung mehrerer
Tasernen und Hospitäler. Großfürst Nikolaus betreibt diese
Forderungen, welche als Ultimatum angefehen werden. Der Sultan
uind Vifit Pascha sind gegen dieselben.

London, 4. April. Der „Times“ wird aus Petersburg
telegraphirt, daß Rußland über die Antwort auf das Circulär
Sanebuihes noch nicht schlussig sei. Es sei aber Grund zum
Glaicben vorhanden, Rußland werde das Circulät nicht als Ulti⸗
Rannn betrachten. Da die brit sche Regierung sich auf rein nega⸗
ube Kriuk beschränkte, dürfte sie vielleicht von Rußland ersunt
verden selber eine Lösung vorzuschlagen. Uebrigens meint die
Times“, es seien Zeichen vorhanden, daß nicht allein Oesterreich,
sondern auch Frarkreich die Ansichten Eaglands über den Bertrag
heile, demnach scheine es, als ob Rußland und, nicht England isolirt
sei. Es müsse jetzt der Hauptzweck vder britischen Regierung fein,
bie allgemeine Eintracht aufrecht zu erhalten. — Falls Rußland
nicht durch geheinie Pachinationen eine der MRächte von den übrigen
jrenne, sei ichwer begreiflich, wie es seine gegenwärtige Haltung
werde behaupten köͤnnen.

Von der serbisch⸗bulgarischen Grenze wird der Pol. Korresp.
gemeldet, daß alle nördlich des Balkans stehenden russischen
Truppen näher an die Donau gezozen, überall von denselben neue
Defestigungen angelegt und die alten türkischen Befestigungen
verstaͤrnt werden. Um Sophia werden zahlreiche russische
Truppenmassen konzentrirt, und es sollen serbdische Truppen⸗
körper als Verstärkuugen zu denselben stoßen. Im Süden des
Haltans herrscht trotz des ungünstigen en Gesundheitszustandes
unter den Truppen die gleiche Regsamkeit in den Bewe zungen der
russischen Armee, welche in enge Konzentrirungen einrückt und auch
hier alle wichtigen Positionen befestigt.

VBultéoreést, 3. April. Die „Pol. Corr.“ meldet: Zwei
russische Armeccorps in Bulgarien erhielten Befehl zum Rückmarsch
nach Rumänten, um zwischen Giurgewo und Bukarest Aufstellung
su nehmen. Er herrscht die Befürchtung, die Russen möchten so⸗
Jann uber ganz Rumünien den Belagerungszustand verhängen. In
der letzten geheimen Sitzung der rumänischen Kammern haben
Bhika und Sturdza üher ihre Sendungen berichtet; danach soll
das Londoner Cabinet Rumänien zum Ausharren auf seintin
Standpunkte in der Frage der Abtreiung Bessarabiens ermuntert
haben, während das Wiener Cabinet auf die Noihwendigkeitder
Kegelung dieser Frage durch europäische Entscheidung verwiesen habe.

Neichs⸗Gefsetzentwurf m
über den Verkehr mit Nahrungs⸗ und Genußmitteln sowie
BGebrauchsgegenständen.

Der Wortlaut des neuen Gesetzes über den Verkehr mit
Nahrungsmitteln, SGenußmitteln und Gebrauchsgegenständen liegt
n vor; der dem Reichstage unterbreitete Entwuif enthält außer
— —— Motiven die reichsten Mate⸗
ralien über die 13 Gruppen der betreffenden Gegenstände, als:
Hehl, Cond'torwaaren, Zucker, Fleisch und Wurst, Milch, Butter,
Bier, Wein, Kaffee und Thee, Chocolade, Mineralwasser und
onstige Gebrauchsgegenstände. Fälschungen, die schon in bestehenden
Bestetzen vorgesehen find, werden hier vicht vorgetragen. So viel
jedoch auch über diesen Stoff schon geschrieben worden ist, so stehen
doch noch zahlreiche neue Fälschungsarten, von denen bei uns nicht
viel gesprochen wird, in diesem Gesetz, natürlich als straffällig.
Ferner liegen dem genannten Gesetze bei: die fremden Gesetzgeburgen
iber diese Verfälschungen, nanrentlich die englischen Bestimmungen,
36 Großquartblätter stark. Im eigentlichen Gesetz finden wir (ab⸗
zesehen von der Einziehung der betreffenden Gegenstände und den
Kosten sowie Veröffentlichung des Urtheils) Strafen ausgesprochen,
hie wir im Auszug mittheilen wollen, wie folgt:

g 9. Mit Gefängniß bis zu sechs Monaten und mit Geld⸗
qrafen dis zu 1600 Mark oder mit einer dieser Strafen wird be⸗
straft: 1) wer zum Zwed der Täuschung im Handel und Verkehr
Nahrungs⸗ und Genußmitel nachmacht, oder mit dem Schein einer
desseren Beschaffenheit versieht, oder dadurch verschlechtert, daß er
sie mittelst Enin⸗hmens oder Zusetzens vow Stoffen oder in anderer
Weise verfaͤlscht; 2) wer wissentlich Nahrungs⸗ oder Genußmittel,
welche verdorben oder nachgemacht oder fälschlich mit dem Schein
riner besseren Deschaffenheit dersehen oder durch Verfälschung ver⸗
schlechtert sind, unter Verschweigung dieses Umstandes verkauft oder
unter einer zur Täuschung geeigneten Bezeichnung feilhält.

8 10. Ist die in 8 9 Nr. 2 bezeichnete Handlung aus Fahr⸗
läsfigkit begangen worden, so hitt Geldstrase bis zu einhundert-
sünfgig Mark odet Haft ein.

g I Mit Gasangniß, neben welchem auch auf Verlust der
bütgerlichen Ehrenrechte etlanrt werden kann, wird bestraft: 1)
wer vorsätzlich Gegenstände, welche bestimmt sind, andern als Rah⸗
rungs⸗ und Genußmittel zu dienen, derart herstellt, daß der Genuß
derfelben die menschliche Gesundheit zu schädigen geeignet ist; in⸗
gleichen, wer wissentlich Gegenstände, deren Genuß die menschliche

“

Besundheit zu schädigen geeignet ist, als Nahrungs⸗ und Genuß—
mittel verkauft, feilhält oder in Verlehr bringt; 2) wer vorsäßlich
zur Haushaltung, häuslichen Einrichtung, Geschäftseinrichtung oder
zur Kleidung bestimmie Gegenstände oder Spielwaaren derart her—
tellt, daß der bestimmungsgemäße oder vorauszusehende Gebrauch
serselben die menschliche Gesundhei! zu schädigen getignet ist, in—
leichen wer wissentlich solche Gegenstände verkauft, feilhält oder
onst in Verkehr bringt. — Versuch ist strafbar. Ilt durch die
zandlung eine schwere Körperverletzung oder der Tod eines Menfchen
jerursacht worden, so tritt Zuchthausstrafe bis zu fünf Jahren ein.

8 12. War in den Fällen des 8 11 der Genuß oder Ge⸗
zrauch des Gegenstandes die menschliche Gesundheit zu zerftören
zeeignet, so tritt Zuchthausstrafe bis zu zehn Jahren und, wenn
urch die Handlung der Tod eines Menschen verursacht worden ist,
Zuchthausstrafe nicht unter zehn Jahren oder lebenslängliche Zucht-
jausstrafe ein. U

8 13. Neben den nach den Vorschriften der 88 11 und 12
rkannten Strafen kann auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erdannt
verden.

8 14. Ist eine der in den 88 12 und 11 bezeichneten Hand⸗
rungen aus Faährlässigkeit begangen worden, so ist auf Geldstrafe
zis zu eintausend Mark oder Gefängnißstrafe bis zu sechs Monaten
uind, wenn durch die Handlung ein Schaden an der Geisundheit
eines Menschen verursacht worden ist, auf Gefängnißstrafe bis zu
inem Jahr, wenn aber der Tod eines Menschen verursacht worden
st auf Gefängnißstrafe von einem Monat biz zu drei Jahren zu
rlennen.
Vermischtes.

F Grünstadt, 1. April. Großes Aufsehen erregt dahier
das Falliment des Kaufmannes Isaac Kahnweiler. Am Donners-
tag Mitlag war ein förmlicher Auflauf vor dessen Laden, da ver—
ucht wurde, Waaren rasch 'und zu außerordenllich billigen Preisen
zbzusetzeu, welche Nachrich: eine Masse Menschen herbeilockte. In
Folge dessen wurde noch un demselben Abend auf Antrag eines
zläubigers Vorsichtsverfügung getroffen. Man spricht von ungefähr
M. 60 - 80,000 Passiven, theils in Waarenschniden, theils in
aufenden Wechseln bestehend, eine für das kleine Geschäft Kahn⸗
veilers ungeheuere Summe. Auffallend ist, daß in der letzten Zeit
jehr viele Aufragen üher die Creditfähigkeit Kabhnweilers für hohe
Zeträge hierher gelangten, sowie daß derselbe allein in den letzten
Wochen eine große Menge Waaren im Betrage von M. 10 - 12,000
zrößtentheils per Eilgut bezogen hat. Man vermuthet auch, daß
ie Beschlagnahme der Waare bereits etwas verspätet gesch h. Kahn⸗
ptiler galt allgemein für einen soliden Geschäftsmang und ist die
nufregung jetzt um so größer. (N. W.)

7 Duͤrkheim, 3. April. Die gestrige Weinversteigerung
son Joh. Bapt. Kimich Wwe. und Erben war nicht so zahlreich
esacht, wie man es erwartete, daran mögen wohl die jetzigen Zeit⸗
erhältnisse die Schuld tragen. Was die Qualität der ausgebot⸗enen
Weine anlangt, war sicher nichts zu wünschen übrig und stand
»cnselben eine vorzügliche Kellerbehandlung zur Seite. Folgende
Breise wurden per 1000 Liter erzielt: 1875.0 Deidesheimer Mark
»20 bis 950, Straße und Erdner M. 1000, Maushöhle M.
070 und 1700, Schloß und Kirschgacten M. 1390, Untergrain
M. 1410, Hosstuck M. 1510, Traminer M. 1490, Forster Straße
M. 1710, Welnbach M. 1600, Kies⸗lberg und Kalkofen M. 1710,
AUntergtain M. 1600, Geheu M. 1670 und 2400, Leinhöhle M.
2000, Ruppertsberger M. 690 und 970, streu; M. 1070, Reu⸗
herpfad M. 1360, Spies M. 1100, Achtmorgen M. 1560,
Weißlich M. 1830, Spies Traminer M. 1770, Forster Granich
ind Pechstein 3310. 1870er Deidesheimer Kieselberg M. 1280.
1874er Deidesheimer Renpfad M. 1210, Leinhöhle M. 1470,
Ruppertsberger Spies Mart 1800. 1876er Deidesheimer Geheu
M. 1020, Langenmorgen M. 1210, Rennpfad M. 1090, Aus⸗-
zruch M. 3200. Bei den feineren Weinen wurde mehreres zurück⸗
senommen, indem sich dafür keine Liebhaber fanden. Die 1877er
lamen nicht zum Ausgebot.

München, 2. Apsil. Wie wir zu unserem Bedauern
ydren, ist der Commandeur der J. bayerischen Infanteriedibvifion,
szenerallieutenont NRitser v. Täuffenboch zestern Abend vom Schlag
getroffen worden; fein Zustand soll leider wenig Hoffnung darbieten.

Nach einem soben eingetroffenen Telegramm wurde gestern
Abend bei einer Streife der berüchtigte Rauber Sattler von der
gendarmerie erschossen. Derselbe södtete vorher noch einen Gen⸗
armen.

fBerlhin, 1. April. Ueber eine durch das „Verbrecher⸗
Album“ bewirkte Verhaftung dreier berüchtigter Bauernfänger
verden folgeude interessante Umstände mitgetheilt. Der eine der⸗
elben führt in det Verbrechetwiit den Ramen Napoleon III., der
stoßen Aehnlichkeit wegen, die er mit diesem hatte. Die beiden
indern neanen sich Kaufleute. Dieses Kleeblatt, welches die Ma⸗
lieren der feinen Welt vortrefflich nachzuahmen veesteht, reiste vou
Zerlin nach Crossen und stieg dort im ersten Hotel ab. Sie gaben
        <pb n="203" />
        sich als Guisbesitzer aus und traten auch mit Gutrbesitzern dorliger

Gegend behufs Ankaufes eines Gutes in Unlerhandlußg.Sie de—

sichtigten ein Jolches und⸗ der betreffende Befitzer fuhr mit ihnen

nach Crossen zurück, worer gerade Gelreidi zit Kiefern und Geld zu
empfangen hatte. Er erhielt 9000: Mark, und um kurz zu sein,

die Bauernfänget nahmen ihm, das Geld in wenigen Stunden im

Spiel ab, worauf fie alsbald aus der Stadt und Umgegernd ver⸗

schwanden. Dies fiel arf, den guten Crossenern dämmerse die

Ahnung auf, daß sie wohl Bauernfänger in der Stadt gehabt

hätten. Man erfuhr,, daß. die feinen fremden Gutsbesitzer nach

Breslau abgedampft Awaren.“ Dec eprellte Gutsherr eilte nach
Berlin, sah das Veibrecher Album und erkunnte sofort die Betrüger
in demselben. Daraufhin wurde durch amtliche Depeschen von hier
aus die Verhaftung der Glüdckzritter in Bleslau vorgenommen.
Dieselben sind der Behörde zu Crossen überliefert worden.

7 Ver'linn. Eine seltene eheliche Verbindung wurde am
jüngsten Sonnabend auf einem Standesamte hierselbst vollzogen;
denn nicht nur der Verlobte, sondern auch die Braut waͤr taubstumm.
Derartige Ehen existiren sehr wenig: ,da meistens eine Partei
hörend zu sein pflegt. Beide waren des Lesens und Schreibens
kundig und kounten sprechen, und ihre sprachliche Bildang war so
umfangreich, daß der hingezogene vereidete Dolmetschet der Ge—
berdensprache, Taubstummenlehrer Hoehne, mit ihnen nur wenig
Mühe hatte. Interessant war es, zu scehen, ein wie Qutes Ver—
ständniß das taubstumme Paar, von dem die Braut ihre vortreffliche
Ausbildung der koniglichen Taustummen-Anstalt hierselbst verdankt,
für die Bedeutung seines Schrittes hatle und machte. Die aus
derartigen Ehen hervorgehenden Kinder erben die Gehörlosigkeit
ihrer Eltern gewöhnlich nicht und es ist ergreifend zu beobachten,
mit welchem Entzücken die Eltern diese Wahrnehmung macher,
Mite wachsamen Augen hütel d'e taube Mutter, um keinen Schie i
ihres Lieblings zu übersehen, die Wiege desselben und hält ihn in
der Nachtruhe im Arme, um auch die kleinste Bewegunz fühlen
und seine Wünsche sofort erfüllen zu können. Rührend ist der
Anblick, wie die kleinen Hörenden bereits in der Wiege, sich ihren
Eltern durch Zeichen verständlich zu machen suchen und die letzieren
fie in lebhafter Gestikulation lhebkosen und unterhalten. Sprechen

lernen die Kinder natürlich erst im Umgange mit Hörenden.

f Politische Kalauer. Der neue preußische Finanz⸗
minister J. Hobrecht ist entsetzlich rechlhaber sch. Bei jeder Namens-
unterschrift konstatirt er: „J hob' Necht!“ — Derselbe hat in
feinem Tikel „Oberbürgermeisser“ nur eine ganz 'geringe Verände⸗
rung erfahren, aus einem „ü“ ist ein „o“ geworden; er heißt
für die Folze: Oberborgermeister.

Paris, 3. April. Die Seine ist an mehreren Stellen
ausgtereten; die Unterbauten des Industriepalastes sind in Folge
des Durchsickerns des Seinewassers überschwemmt; es wurden
jedoch Maßregeln getroffen für den Fall, daß die Seine noch höher
steigt, da das Regenwetter fottdauert.

Immobiliar—
Versteigerung.

Montag, den 15. April
l. J., des Nachmittags um 2
Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthabehausung von Heinrich
Schmitt, werden auf An—
tehen don:

J. Philipp Weigand sen.,
ftüher Schreiner in Si. Ingbeet,
nun Gastwirth in Metß wohn—
baft, in seiner Eigenschaft als
Theilhaber der zwischen ihm und
seiner verlebten 1. Ehefrau Ca⸗
rolina geh. Zugschwerd bestan⸗
denen Guͤtergemeinschaft, wie als
gesetzlicher Vormund seiner mi⸗
noreunen erstehelichen Tochter
Namens Elise Weigand;

I. den großjährigen Kindern
aieser Eheleute, als:

1. Carl Weigand, Cafetier,

2. Friedrich Weigand, Wirth,

3. Philipp Weigand junior,
Wirth und

*. Ludwig Weigand, Kauf
nann,

alle 4 in Met wohnhaft,

und in Vollziehung elnes
nterm 23. August v. J durd

das hiesige kgl. Landgericht auf⸗
genommenen und durch das kgi.

Bezirksgericht in Zweibrücken

unterm 25. Septemder darauf
homologirten Familienraths.Be—
chlusses

durch den unterzeichneten, da⸗

mit gerichtlich committ'rten Notar
des ebidenten Nutzens wegen zu
eigen versteigert:

1. PlaNc. 3776, 3777 und
3778. 1 Tagqu. 21 Dez.
oder 41 4 22 qm Acker
auf Schiffelland, unterm
Reichenbrunnerpfad, neben
Bernhacd August und Ww.
Peter Schmelzer.
PlNr. 3442. 1 Tagqw.
42 Dez. oder 48 a 88 qm
Acker in den odersten Sehen,
neben Joseph Rees und
Ww. Johann Hager.

Pl. Nr. 3872. 66 Dez.
oder 222 49 qm Acker
in den Kasteler Rödern,
neben Peter Schmitt, Rent⸗
ner and Stolz, BSergmann.

x. .Nt 30977. 1 Tagio.
2Vté otet 48 44 qIm

der ader Uuden neben

33 8iterarische....
Wenn kürnglich von der neueu Auflage von' Bre hn“ Ther⸗
seben gesagte wurde:Verfasser wie Verlagshandkung scheinen
darin zu wetteifern, das Vorzüglichste zu leisten“, so findet dies
eine polle Anwendung' auf den fiebenten Vund dieses deutschen
Brachtwerkes, welchen die Verlagshandtung (das Bibliographische
znstitut in Leipzig) soeben verschickt hat Derselbe; erhält in we⸗
entlich erweiterter Anlage die Kriechthiere und Lurche, gerade die—
enigen Geschöpfe,, denen Brehm feit Jahren⸗die umfassendsten
Studien und rigenen Beobachtungen gewidmet hat. So ist denn
auch ein Buch entstanden, das in Beherrschung, Anotdnung unð
Datlegung des Stoffes die Fortschritte in hellssem Lichte zeigt.

Wer sich von der wunderbar anmuthigen Belehtung des
Thierlebens mächlig angezogen fühlt (und wer griffe nicht immer
vieder zu diesem Hausschatze 7), der denkt wohl nicht daran, was
)er Verfafser seldst beobachlen,, was er studiten mußte, ehe jene
vahren und warmen Sch eiderungen seiner Feder entfleßen koönnten.
Denn größer und bewunderungswürdiger noch als die Ausdauer,
nit der er die Mühsale seiner Keisen in allen Zonen erträgt, sind
die Gwissenhaftigkeit und der nie rastende Fleiß, welche Brehm
auf seine Pterarischen Arbeiten verwendet, vor allem auf jere
größte, auf die unsere Nation Ursache hat stolz zu sein, auf fein
„Thierleben“.

Leußerlich tritt uns dieser Band, fast noch auffallender als
seine Vorgänger; in völlig neuem Gewande entgegen, au einhtit⸗
licher Durchfuüͤhrung des Illustratronztheiles musterhafl. Von den
174 Thierbildern sind nur wenige aus der alten Auflage mit
Jerübergenoumen, und was das B'ch neuts bringt (es sei nur an
die Reihe der Schlangenbilder erinnert), übertrifft an Originalität
der Auffassung und künstlerischer Wiedergabe alles, was je in dieser
Battung veröffentlicht wurde. i

Illustrirte Frauen⸗-Zeitung. (Preis vierteljährlich 2 M. 80 Pf.)

Die neueste Moden-Rummer (13) enthält: Promenaden⸗, Haus uub

Besellschafts⸗Toiletten. Einzelne Prinzeßkleider, Schooß⸗Taillen, Kleiderärmel,

nerschiedene Rockgarnituren, Knöpfe und Passementerien, Regeunmäntel Früh⸗

ahrs-Umhänge und Mantillen, Hüte, Entoutcas, Sonnenschirme und Hand⸗
chuhe. Haarfrisuren für junge Mädchen. Ganze Anzüge, auch einzelne
dleider, Paletots und Regenmäntel für größere nndkleinere Mädchen.

Znaben⸗Anzuge und Paletots. Reisetasche (Manlelsack), Salteldecke, Wiegen⸗

»der Wagendecke, Papierkorb, Nadelkissen als Osterei, Körbchen aus Rohr⸗

zeflecht mit Kreuzstichstickerei, gehäleltes rLundes Dedchen, Bordüren in Kreuz⸗

aind doppelseitigem Stilstich, Spitzen in Häkelarbeit, Frivolitälen und Filet⸗

Buipüre ꝛc. ꝛc. mit 78 Abbildungen, einer Beilage mit 21 Schnittmustern

nebst verschiedenen Muster · Vorzeichnungen, Namens⸗Chiffren und zwei Kronen

in Kreuzstichstickerei; ferner ein colorirte⸗ Modenkupfer. — Die neueste Knt —2

haltungs⸗Nummer (19 enthält: Heimathlos. Novelle von Adelheid

don Auer. — Zur Naturgeschichte der ornamentalen Thiere. Von Julius
dessing. — Aus der Frauenweit. — Verschie denes. — Wirthschaftliches. —

Briefmappe. — Frauen-Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen Stur⸗

mische Werbung. Von Karl Rhode. — Voltaire als Paris. — Von Her⸗

mann Kaulbach. — Maria Anna, Prinzessin Friedrich Karl von Preußen.

Von Heinrich von Angeli.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen ure Nostämier.
Fur die Redacion verantwortlich: F. — —
Joseph Fries u
nd
Uhl, Bader. dosebh . 10. Pl.-Ne. 3437. 1
Pl.„Nr. 3394. 42 D 41 Dez. oder 18 *
—— 144 31 qm ua 8SX — nn
in den Seye— neben Ad en,
Peter Schmitt 3 Ien und paret Iminee
Shwan eter —
Pli:Nt. 3234. 1 Taqw — z8 Dez.
X 37 a 48 7 re in den i I
er rechts in d ler Uhl A
weben Peter ee er Seel. ð ——
D Irheun e, 3312. 80
er. dee 17 424 Ir Dez.
Pl.⸗Nr. 3173. 88 D der 3. Pf — Ader in
oer 291 3835 ez. r n fuhlwieserahnung
— qm Acker eben Peter Joth. S
uf Schafko f n u — Schmelzer
* pf neben Josep nd Jod. Ad
lemmer u. Franz Zusk Pl.⸗Ne. 3 A
pᷣlar. 3311. Re. 3168. 2 Tagw
oder 32 9 Dez. 83 Dez oder 89 r
eer a 37 qm Acker Acker om Sch 4 60 qm
n der 3. Pfuhiwie eter U aftopf. Leden
nung, neben Peter ab Peter Unn und Joz. Koni
Schmelzer und Iere Pl. Ne. 3775. 42
Adim Vect W Johann oder 144 31
pi 5. w. auf 3 qm Acker
— VVV —
oder 22 — Ww. ol
Wiese in — hwintz, dend *
neben Johann Sumel⸗ e. Borhegeichnete Liegenschaf!e
Sodann in e —AD en
aien Prrilipe —2— des Dig Nädere *
und dessen 2,6 ——
hed herjer arcn t Zugbee. dechtholnd in
4
11 2 74.36.
        <pb n="204" />
        — N *
Vorschuss-Verein St. Ingbert Pappelstämme⸗Ver⸗
(eingetragene Genoßsenschast). steigerung
zu Gersheim.
Die Mitglieder verden hiermit zu der am Im Auftrage des Kal. Bezirls⸗
Nontag, dem S. 4pril 1878, Abenudas S UBr- amis Zweibrücken, werden
d ünius Grewenis'schen Locale —A
tatifindenden ordontlichen eepe 9 AsenPede
qeneral-Versammlung wi
uangeladen. 253 Stämme Pappeln von
18,00 m bis 6,00 m
Länge, und von 0,48
müubis o,11 m Ducch⸗
messer nebst
37 Loofe Astabfollholz dffent⸗
lich zur Versteigerung
gebracht.
Sämmntliche Slämme und Ast -
ibfallhölzer der Distriltsgemein de
Hiieslafiel gehörend, liegen auf
)er Diftriktsstraße zwischen Gers⸗
zeim und Herbitzheim, sind gnt
ind eben abzufahren und von
vorzuglicher Qual tät.
Zu bemerken ist, daß in Gers⸗
heim und Bliesdalheim an der
Straße, eine Viertelslunde Ent
ternung von dem Lu gerplatz
dieser Stämme Schneide säͤg müh—⸗
en sind.
Gersheim, 4. April 1878.
Das Bürgermeisteramt:
J. Hansel.

Zur geil. Nachricht
meinen geehrten Kunden, daß meine Niederlage in St.
Ingbert aufgehoben ist und bitte mich bei Bedarf in fer⸗
sigen Herren⸗ und Quabenkleider, auch h ͤ er mit einem
Besuche beehren zu wollen.

Die Preise sind so billigst gestellt, daß
die Unkosten der Bahn dabei herauskommen.
Gonsirmanden-M nziαο
in großer Auswahl.

Bestellungen nach Maasi werden schnell, gut und
hillig ausgeführt.
nm verschiedenen Anfragen zu begegnen, bemerke, daß
ich auch
Tuche, Buckskins, Paletstsstoffen
ind alle in dies Fach einschlagende Artikel der Elle nach
verkaufe und halte stets ein großes Stofflager.
B. Ackermann.
Zweibrücken, Haupistraße und Ecke am Mühblgäßchen.

——
Die diesjährigen hiesigen
Conseriptionspflichtigen
werden auf nüchsten Sonxtag, 7.
April, Nachmittags 3 Uhr in
das Wirthschafislokal bei Peter
Jung, zu einer Besprechung.
wegen einem Zuge am Zieh⸗
ungstage höfl. eingeladen.

Mehrere Conscribirte.

„

Der obere Stock
und 2 Morsardenziamer, Keller
ind Stallung ist bis 1. Mai
beziehbar, zu vermiethen.

Diese Wohnung wird auch ge⸗
theilt abgegeben.

Carl Engel.
4 *H
Wer sich getäuscht sieht
und anstatt der „Berliner Zeitung“ (Alie — Langmann'sche) die
Berliner Bürger⸗Zeitung“ mit dem Tuͤel „Berliner Zeitung“ er⸗
halten hat, DVe wolle die betr. Postanstalt, bei der die „Berliner
Zeitung“ (Alie — Langmannsche) bestellt ist, zum Umtausch — ohne
Nachzahlung — veranlassen, da jede Posiansialt verpflichtet ist, den
Abonnenlen zu sragen, ob er die Berlirer Zeitung“ (Alte Lang
mann'sche) Postzeitungsliste 2. Nachtrag 5844 oder die „Berliner
Zeitun⸗“ GVerleget 8. Collin) wünsche, welche letztere nichts weiter
ast, ale Ser worigetreue Abdruck der Berliner Buͤrger-Zeitung“.

Nurdie „Berliner Zeitung“ (Alte--Langmann'sche)
Postzertungsliste 5844 bringt neben Aleem, was in der Welt und
petiell in der Keichshaupistadt passirt, die Ziehungslisten der preuß.,
sachs., braunschw., hamb. Lotterien bis zu den kleinsten Gewinnen
zleich Tags nach der Ziehung, einen Briefkasten in Frage und
Answort, die Briefe an den Redacteur und andere Specialikäten.
Rur die ‚„Verliner Zeitung“ (Alte —Langmann'sche) bringi den
pikanten großen Criminal: Roman Zelle 7. Der Preis für die
Berliner Zeitung“ (Alte —Langmann'sche) helttäͤgt 3 M. 60 Pf.
Quartal, 2M. 40 Pf. für den 2. und 3. Quartalsmonat.
M 20 pi. jur den 3. Quartolsmonat.

— — — —
Ein tüchtiger Arbeiter

X

Georg Bischoff, Stneider,
in Neuhbäulel.

Haasenstoin &amp;
Vogler.

Prste und alteste
AnoCe— Bxedl i-
tion
Prankfurt am NMain
22 06theptutæ ææ
Agenturen in : Cassel, Gies-
zen, Darmstadt, Mannheim
Garlsruhe. Wiesbaden.

— —
Annoncen aller Art, Stellen-,
Cauf-, Verkauf-, Heiraths- Agen-
ur-⸗Gesnehe ete. in alle Blatte
nd PFachzeitschriften der Welt
desorgen wir ohne alle Neben-
costen.

Specialitũt: Ausschliesslieht
Regie aller grösseren Sehweizer
Paciser, Rusvpischen, Pnglischen,
UMMMdischen Insertions-Organe

— — —
————— — —
Die Wormser Brauer⸗Akademie
m dim ledien 8 Jahren von 640 Bierbrauern aus allen Ländern
Hesucht, deginnt das Sommersemester am 1. Vai. FRohrre Aus—
sunffe erdeilt getne Die Direklion Dr. Schneider.

uUnlerzeichneler hal mehrere
Morgen
Ackerland
wobei · 1 Acker von 83 Morgen
groß, zu verpachten oder auch
zu verlaufen.
Ebrbardt⸗Jochum.
Asc nser geichnete hat noch
einige Aecker
die mit Korn besamt waren, zu
verpachten. Auch hat dieselbe
Frühkartoffeln
zu verkaufen.
Frau Johann Hager.
Ich soche e'nen tüchtigen
Fuhrknecht
gegen guten Lohn.
August Schmitt,
Gersheiper Bliesmühle.
Ein
einstodiges Haus
ammt Wirthschafts⸗Ein
richtung bat zu vermiethen⸗

Wittwe Morlo
auf der neuen Schmelz.
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel n. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.

-NUas iohlet beberdeueng
kann jedem FRranken die iansendfach
bewãahrie Vr. Airy's Heilmethode
empfohlen werden. Wer Näheres
darüber wissen will, erhält auf
Franko Verlangen von Richtera
Zeriags Anstalt in Leipzig einen mit
vielen belehrenden Krankenberichten
versehenen ‚Auszug“ aus dem iuu ·
rieien Vuche: „Dr. Airy's Ratur⸗
beil methode⸗ (100. Aufl., Ju bel⸗
Ausaabe) gratis und franuco zu⸗
7 Asandt —
e——paper
mit Firma. zu Gesohaftsbrieser
in achönen veræierten
Schriften,
HOnogra in me, Visiten
EAFténm ete., werden raseb
und billig angefertigt in der
Buch- und Steindruckeres
—A
8t. Ingbert.

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadi
Zweibrückhen vom 4. April.
Weizen 12 M. 15 Pf. Korn

09 M. 05 Pf. Gerste Zreihigt
0 M. — pf. Gerste 4 reih.
—M. — pf. Spelz 0 M.
— ppf. Hafer 7 M. 36 Pf
Heu 2 M. 40 Pf. Stroh
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M
— Pf. Weisbrod 1/2 Kilog
58 Pf. Kornbrod 8Kil. 78, 2 Kil
52 ppf. dito 1 Kilo. 26 Pf
GBemischibrod 8 Kilo. O M. 97 pi
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf.?
Qual. 60 pf. Kalbfl. 66 Pf
damfl. 60 Pf. Schweinesl. 60 Vi

Butur 1M. 06Pf. per Pf.

Nedaltion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
        <pb n="205" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

—

— —sz—282u2
Der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich vlermalz; Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljährlich

imart 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfq., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 56. Sonntag, den 7. Apriiii 13178.

Deutsches Reich.

Mänchen, 3. April. Die k. Staatsregierung hat dem
Bischof von Passau, Joseph Franz v. Wecert, aus Anlaß des von
ihm erlassenen lezten Fastenhirtenbriefes für die in demselben ent⸗
haltene nachdrückliche Einschärfung der für das öff ntliche Leben und
insbesondere für die Rechtspflege so wichtigen Heiligleit des Eides
die dankende Anerkennung ausgesprochen. (A. 3.)

Berlin, 4. Apiil. Der Bugndesrath beschloß beim En⸗
qõute: Gesetz einen Zusatz, daß Gewerbetreibende verpflichtet sind,
Auskunft über die Tabaklspreise durch Vorleguug der Bücher zu
geben. — Die russiiche Regierung bestellte hier 18600 Torpedos
mit schleuniger Absendung nach der Türkei. 6

Berhin, 4. April. Eine deutsche Panzerflotille wird sich

Anfan Mai nach dem Orient begeben, und, wie es heißt, am 6.
Mai ihre Fahrt antreten.

Aus Elsaß. Ueber das diesjährige große Herbstmanböver
des 15. Armeekorps meldet die „Metz. Ztg.“ Folgendes: An dem
Manöver selbst werden nach den bisher erlassenen Bestimmungen
jolgende Truppen Theil nehmen: 10 Infankeric⸗Regime ier, und
war die 5 preußischen Nt. 45, 42, 47, 60 und 28, die zwei in
Metz stehenden bayerischen Regimenter Nr. 4 und 8, sodann fol⸗
gende ebe fallz in den Reichslanden stehenden drei Regimenter:
das sächsische Nr. 105, das 8. württemdergische Nr. 126 und das
braunschweigische Ne. 92. Die im Friedensverhänniß bereits für
sich bestehende Cavaleriedivision wird aus folgenden 8 Reg mentern
bestehen: den Drogonerregimentetn Nr. 9, 10, 13 und 15 und
den Ulanenregimentern Ne. 4 und 15 sowie aus dem soeben in
das Reichtland versetzten Rheinischen Ulanenreg' ment Ne. 7 und
dem bayerischen 5. Chevauxlegersregiment. An Artill rie werden
zu den Uebungen beigezogen: das Feldartillerie-Regiment Nr. 15
mit 8 Felddatterieen, die 4 in den Reichslanden liegenden Fußar⸗
tilleriebataillone, nämlich 83 preußische und 1 dayerisches, und das
Proniere und Traindataillon Nr. 15. Der Uevbungeort soll jeden⸗
falis im Unter⸗Eljaß und zwar in der Nähe von Straßburg liegen,
da auch das Hauptquartier des Kaisers sich in letzterem Platze be⸗
finden wird. Während der Uebungszeit wird in Metz die in Trier
und Saarlouis ftehende 16. Debision des 8. Armeelorps die Be⸗
sazung übernehmen, in Siraßburg die aus den badischen Regi⸗
mentern Nr. 113 und 114 bestehende 57. Infanteriebrigade den
Garnisonsdienst versehen.

Ausland.

Wien, 4. April. Das „Neue Wiener Tageblatt“ verzeichnet
ebenfalls die aus Ungarn stammende Nachricht, daß Bratiano in
Wien wegen eines eventuellen Uebertrities der rumänischen Armee
auf österreichisches Gebiet unterhandele.

London, 4. April. Die Edingburgher Handelskammer,
die Liberalen in Bath, Darlington, HYork und anderwärts faßten
Beswlufse zegen die Kriegspoltik der Regierung und zu Gunsten
der Ethaltung des Friebens. In Porismouth ist gestern ceine
Admiralitätsordre cingerroffen, nach welcher die Truppenschiffe, Eu—
phrates“ und Krokod'sle“ binnen 48 Stunden fur den akl ven
Dienst bereitzuhalten sid. Nch einem der „Times“ zugegangenen
Telearamm aus Belgrad vom 4. ds. haben 15 Bataillone vom
Javo corps die Ordre, nach der Drinu und Save zu marschiren,
empfangen.

London, 5. April. Die dem Parlamen?e mitgetheilte diplo⸗
mafisae Cerreipondenz enthält u. A. eine Depesche Russels an
Derby vom 18. Piqrz, in dir es heißt': Bismarck erklärte ihm,
ec begreife nict, wie ein Congreh rehuiee Reb son des europäischen
Rechis ohne England statrefinden körnne. Eine Depesche Elliots vom
1. April aa Derby saat: Gorischatow ertlärte dem rumänischen
Agenten: Rurland werde die benartabische Frage nicht dem Con-
gresse vorlegen. Wenn Rußland es nicht erre chen könne, Ru—änien
zu brugen, so werde es Bessarabien mit Gewalt nehmen. Eine
weite re Depesche Elliol's vom 3. April an Salisdury sagt: Gort⸗
ichakow ertlärte dem rumäniichen Agenten in Sti Vetershurg?

Rußland werde die Okkepation Rumäniens sowie die Entwaffnung
der rumänischen Armee anbefehlen, wenn Rumän'en beabüchtige,
gegen Artikel 8 des im Friedensvertrage stipulirten Durchzugs—
rechtes russischer Truppen durch Rumanien zu protestiren und sich
denselben zu widersetzen.

RVermischtes.

Zweibrücken, 53. April. Gestern waren die Mitglieder
des Zweibrücker Bezirkekomites des landwirthschaftlichen Vereins
der Pfolz hier versammen zur Vornarme der Wahl für das
treiskomite dieses Vereins. Aus derselben gingen hervor: als
xdentliche Mitglieder die HH. Fitedrich, Kreisforstmeisser, Frhr.
3. Harold, Regierungsrath, Stalter, Oetonom auf Mondijou, Houter,
Detonom auf Websweilerhaf; als außerordentliche Mitglieder: Ar⸗
nold, Kirchenschaffner in Zweibrücken. Mahla, Oelonom in Dreihof,
Zpieß, Ockonom auf Schmalfelderhof, Schwarz, Oekonom auf
dangenbergerhof, Werntz Friedrich, Oekonom in Hoͤrdt, Huder,
Bosthalter in Waldfischbach, Herr Georg, Oekonom in Harxheim,
Fitiing, Oefonom in Mauchenheim.

F In Zweibrücken wurde dieser Tage ein Kleidermarder
zingfest gemocht, der Z Ueberzieher und einen completen Herrenanzug
innexirt hatte. Für einen der Ueberzieher, welcher seiren Eigen⸗
hümer 100 Mark gekostet hatte, erhielt ex beim Pfandleiher —
3 Mark

F Landau, 5. April. Die gestern im sog. Kloster in
rẽ—denkoben abgehaltene Weinbeisteigerugg der Herren Müller &amp;
Veyland hatte eine überaus große Anzahl von Steigerungslustigen
serbeigezogen. Es wurden im Ganzen ungefähr 128 Fuser zu
olgenden der Güte und Reinheit der qusgebotenen Weine enisprechen⸗
en bohen Preisen zugeschlagen: 1875er Rhodter 370, Eden kobener
100, Burrweiler 388. 390, Weyherer 895, 415, Haardter 395,
10, Hambacher 410, veistadier 400, Diedesfelder 410, Dacken-
eimer 410, 420, Karlbacher 405, 415, Herxheimer 410, 418,
835, 440, Gimmelbdinger 435, 495, Freinsheimer 470, 480,
dönigsbacher 505 Alsterweiler Berg Trammer 600, Ellerstadter
00, 540, 5355, 575, Ungseimer 505, 550, 5370. Einige Posten
87 ser Deidesheimer. Rupperisberger Traminer, Fotster Reesling
ind Rupperiéeberger Gewürztrammer, sowe 1870er Wachenheimer
ind Dürkbeimer wurden, da sich für diese feineren Sorten wenig
duuflust zeigte, zurückzezogen. 1872.7 Rhodter 370, Weyuerer
385, Mußbacher 410, Edenkobener Trammer 470. 1873er Karl⸗
hacher 445, Herxbeimer 480. 1874er Weyheret 390, 405, Burr⸗
veiler 410, Haardter 400, 430, Hambacher 450, 455, Roodter
Traminer 750, Forster 8540 M. Gild.)

fFGrünstadt. Das „Nordpf. Wochenblatt“ melder, sich
herichtigend, daß die Passiven beir dem Kabrweiler'schen Falliment
nur etwa 40,000 M. vetragen.

, Manndeim, 4. April. Das soeben gesprochene Urtheil
gegen Herrmann Wolf lautet auf 420 Jahre Zechthaus, gegen
Zaul Ph. Müller, den Buchhalter von Wolf, auj 4 Monate Gefängniß.

217Koln, 4. April Meister Hamm von Frankenthal, der
»ie Kaiser locke gegossen, ist gestern hier eincetroffen. Man bringt
eine Hierherkunft mit der Beförderung der Gloce an die für sie
yestiummte Stelle in Verbindung. Der Glochenstuhl ist nämlich
extig und nun gilt es, die Kaiserglode hinauf zu versetzen.

f In Berliner Finganzkreisen ist von einem ameri⸗
anischen Kapitalisten das Projelt angeregt worden, in den Straßen,
velche wegen ihrer geringen Breite die Andage von Pferdebahnen
nicht gestatten, sogenaunte FElevated Railways“ — d. h. Bahnen
u bauen, welche eiwa in der Höge dds ersten Stocwerkes der
däuser auf Pfeilern angelegt find. Die in Newyorl in Beicieb
rxfiadliche Bahn dieser Art hat den Beweis gelefert, daß trotz des
edenllichen Aussehens die Sache durchaus ungefährlich ist. Es
ind nämlich in Eutfernung von etwa 10 Meter starke eierne
Pfeiler errichtet, welche sich oben gabelsörmig in zwei Zinken
heilen, aui deren Spiten dann die Schienen befest at Und. Dast
        <pb n="206" />
        Banze macht zwar einen außerft durchsichtigen Eindruck, aber das
Gesetz der Schwere, welches den Wagen gegen die Schienen drückt,
derhindert ein Ueberschlagen desselben. Der Betrieb erfolgt durch
Drahiseile, welche darch Maschinen an den Endpunkten der Bahn
gerrieben werden. An den Haltestellen führen nicht etwa Treppen
hon der Stroße aus h'nauf zu der Bahn, sondern man geht in
dem an der Sitelle defindiichen Hause dis in's erste Stodwerk in
ein Wartezimmer, aus dem moan mittelst einer Brücke in die
Wagen gelangt. Als vor einer Reihe von Jahren die erste der⸗
artige Hrobestrecke in der Greenwichstraße in Newyoik gebaut

vurde, durde dle Anlage selbst von den unternehmungsluftigen
imeritanern mit dedentlichem Kopfschütteln auigenommen. Der
ahrelange vollständig sichere Betrieb hat sie drüben aber überzeugt,
saß durhans keine Gefahr damit verbunden ist, und jezt wird
ine zweite solche Vahn in dem aristoktat schen Stadithel gebaut.
Inaunehmlichkennen haben nur d'ie Bewohner er erften Etagen da⸗
—XREXV ihren Fenstern
mzubringen, wenn sie verhindern wollen, daß von Vorüberfahren⸗
en Einblick in ihr bäuslich⸗s Leben genommen wird.

7 e ⸗ Rcbacuion veranworislich: J.Xx. Dene 8.
Vorschuss-Verein St. Ingbert
seimetragene Genossenschasft).

Die diesjäbrigen hiesigen
Conseriptionspflichtigen
verden auf nächsten Sonxtag, 7.
April, Nachmittags 8 Uhr, in
»as Wirthschafislokal bei Peter
Jung, zu einer Bespreichung,
wegen einem Zuge am Zieh⸗
ungstane höfl. eingeloden.

Mehrere Conscribirte.

2
2
—3

*
8
——
2

bacee

Die Mitglieder werden hiermit 2u der am
Iontag. den S. April 1878, Abends 8 Uhr-
din duhlus Gfewenig'schen bocale
ztattsindenden ordentlichen
General·Versammlung
dingeladen.

821
A
2512
53313
3235 28
23517
531
* 4
2
—2542
— 23883358
—3218
351
251
315
818
318
5818
213
5
*28
Zeugniß. Die Unierzeich⸗
nete litt mehrere Jahre an hef⸗
tigem
Blutandrang, Schwindel,
Herzklopfen, Erbrechen,
darauf folgende Ermattung und
solcher Schwäche, daß sie sich ret⸗
tungslos verlocen glaubte, indem
lein ärztliches Mittel Hülfe schaffte.
Durch eine Annonce auf H⸗rrn
J. J. Popp's. Heide, (Hoistein)
Heilmethode gelenkt, wandte sie
sich an diesen, der ibr sofort
Ldinderung und allmähliche gänz⸗
liche Heilung verschaffte; was
dierwit zur weiteren Empiehlung
mit innigstem Dank bejeugt.
Langengriesling, Poff Erding
(Bayern), 6. Aug. 1877.
Franziska Seemüller,
Lehrers⸗Gattin.
Die AMechtheit vorstehender
enterschrift bezeugt:
IL. S.) Vfanzelt, Bürgerm.

— 82**

—— —— — —
dages⸗Ordunng.
I. Berichterstattung uber das Geschâsftsjahr 1877.
I. Antràge des Verwaltungsrathes:
. Erieilung der Decharge an den Vorstand,
q. r̃etsetzung der Dividende und Vertheilung des Rest-
reingewinnes.
II. Ausldosung und Neuwahl von8 Nitgliedern des Auf-
gichtsrathes. (S8 24 der Statuten).
V. Wahl einer Prüfungs-Commission für die nachsten 2
Bilanzen. (8 80 der Statuten).
Berathung einer Instruktion für den Aufsichtsrath.
8S7T. INGBERT., den 2. April 1878.
Der Aufsiehtsrath:
Ehrhardt Jochum, Vorsitzender.

* * &amp;
Bierbrauerei St. Ingbert.
Heute (Samstag) Abend 8 Uhr

Anstich von Märzen-Bier
nach Pilsener Art,
nebst
gesalzenen Schweinsknöche:.

Neun Wochen⸗
und Blaudugige Früh⸗Kartoffel
hat zu verkauisen

Lorenz Offner.
Ein tüchtiger Arbeiter
ann sofort eintreten bei
Georg Bischoff, Sqneider,
in Neubäußsel.
Ich suche einen tüchtigen
Fuhrknecht
zegen guten Lohn.
August Schmitt,
Gerzheimer Bliesmüble.

Ein seitenes Ereigniss&amp;
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fall ist es, wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
zroßartigen Erfolg kann nur ein Verk
erzielen, welches sich in ganz urnßer
rdentlicher Weise die Gunst des Publi⸗
ums erworben hdat. — Das berühmte
opulãr⸗·medicinische Werk: „Dr. Airv⸗r
tmethode⸗ ——— —

—A —— —— — — — —

and liegt darin allein schon der beste
Beweis fuͤr die Gediegenheit seines In⸗
hales. Diese rrich iuntrirte, voll ständig
umgearbeitete Jubel iubaabe kann
mitr mecht allen Kranken, welche be—
waurie Heilmittel zur Beseitigung ihrer
Leiden anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden. I
darin abgedruckten Driginal⸗Atteste
beweisen die außerordentlichen Heilerfolge
und sind eine Garantle dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getaͤuscht
wird. Obiges 544 Seiten starke, nur
1Mark Lostende Buch kann durch jebe
Buchbandlung bezogen werden; man
verlange und nehme jedoch nur „Dr.
niry Naturdeilmethode“, Orioinal-

asgabe von Kithter's Verlags-
Ausfiant in Leinig.

Programmo IFCRNIOVM. Boginn des

gratis duren MVPοα - αασ. s Sommereurses

die Direction. Muschinenbausschule. 15. Avpril.
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Numer. Quactalpreis fur jedes der beiden Journalo nut l M.
bO Pf. direch unter Band i M. 68 Pfsg. Inserato à 25 Pf.
NHe 48paltigs Petitzeilo) bel dem ausgedehnten, boroits ũbor
zanz Dentsehland und Oesterreich-Ongirn sieh erstreckenden
beserkreiso von erfolgreiehster Wirkung.

ELdcnkobe pin der bayer. Rheinpsale.

IDæ XDdition.

23.. 2

52833

—A
———

228.
„3335
—2288
5788
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—2
184
8
7225
pt

283 3

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24
*8

Fein-Eliquetts.
arbig Lis harhig
find zu boben in der Kith, Anstalt F. F. Demetz.
—
Ra⸗r⸗

—EEI

——
29 —2 2VAM

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*
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        St. Ingberler Anzeiger.
*
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblaite verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagt mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Aboune mentspreis betragt vierieljahrlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 57. Dieustag, den 9. April 1878.

— —
—
Deutsches Reich.

Berbin, 6. AÄpeil. Die Frage wegen Erhebung einer
UNebergaugsababe von Essig wird den Reichslag noch einmal be⸗
schäftizen. Die Abzeordneten Dr. Buhl und Dre vasker haben,
zahlreich unterstützt von andern Fractionen, folgenden Autrag eiuge⸗
racht: „Der Rieichstag wolle besspließen: In Veranlessung der in
der Verhandlung vom 5. April 1878 von Seiten des —A
Jemachten Mittheilung, daß derselse beabsichtigt, den Essig, welcher
Aus den süddeutschen Staaten in die Staaten dter Branntweinsteuer⸗
gememschait eingehi, einet Uebernangsabgabe zu unterwerfen, erklärt
der Reichstag: daß die Einführung dieler Uebergangsabgabe nut im
Wege der Reichsgesetzgebung erfolgen tann“.

Das dem Bundesraihe vorgelegte Gesetz. wegen Veranstaltung
einer Tabaksteuer-Enquete hat im Reichstag schon bei seinem Er—
scheinen nicht viel Freunde gefunden. Dieser Widerspruch ist nun
noch verschärft worden durch die von den Bundesrathsausschüssen
—XEDD— A. den mit der Er—⸗
hedung beauftragten Beamien auch die Einsicht in die Geschästs
bücher gestattet sein soll. In den Bundesrathsausschüssen war,
wie verlautet, die Ausicht maßgebend, daß eine Einsicht in die
GBeschaͤftsbücher nur da verlangt werden solle, wo man aus ircend
weichen Gründen Zweifel in die Angaben über die Preise der
Tabalsfabrikate sitze, ohne deren Kennmiß ein Hauptzweck der
zanzen Erhebung vereitelt wäre; überdies sei eine solche Einsicht
in die Gischäftsbücher ein Hauptwoment in dem amer kansschen
Fabrilaisteuersystem, welches augenblicklich so zahlreiche Anhän er
im Reichsstage zähle. Gleichwohl begegnet der Voischlag seines
pexatorischen Charolters wegen vielfach enischiedener und berechtigter
Abneigung.

Berlin. In den Motiven zu dem dem Bundesroth vor⸗
Jelegten Tabakser quetegesetz war, wie ecinnerlid, die Absicht der
Rteichsregierung ausgesprochen, durch besondere Commisfjare Er—
Jebungen über die Handhabe und die Ergebn sse der Fabrikatsteuer
in Amerika anstellen zu lassen. Wie wir bören, ist de Bejeichnung
dieser Commissare seitens des Reichskanzlers bereins etfolgt und
sollen dieselben schon in nöchster Zeit die Reise nach Amerika an⸗
elen. Somit wäre die Abficht des Reichstags, sich einen Eiufluß
auf die Auswahl der Commissare wie auf de denselben zu er⸗
cheilenden Justrukt onen vorzubehalter, vereiilelt.

Köln, 7. Apeil. Man telegraphirt der Kölnischen Zeitung
aus Wien: Die letzten Petersburger Nachtichten zeigen ein eut—
hiedenes Vorwiegen der gemäßinten Partei an: eine endgültige
Frklärung Rußlands steht jedoch sowohl hier, wie in London noch
aus. Die Nachticht, Braliono, der gestern nach Berlin abgereist
ist, habe hiet in Wien nichis erreidt, ist falsch z. vielmehr erklärte
Androassy, die Frage wegen Bessarabien gehöre vor einen Congreß,
weil sie die Signatarmächte insgesacumt angehe. Die Angelegenheit
des sür die russischen Truppen auf zwei Jahre verlangten Duich⸗
zugstechls beirschte er aber auch eben so wie die Dauer der Be⸗
setzung der Bulgarei, als eine österreich sche, und werde auf der
Abänderung der bezüglichen Bestiwmungen des Vertrages von San
Stefano bestehen. Bisher sind alle russischen Versuche, die Türkei
für den Kriegsfall zu einem Bürdniß zu bewegen, fehlgeschlagen,
was England wohl der umsichtigen Thaligkeit Lahard's zu danken
hat. So lange Achmed Vespek Paschas EKinfluß maßgebend bleibt,
wird die Prorte mit Rußland keinerlei Veriragsverhältniß für den
Fall eines neuen Krieges eingehen.

Ausland.

Wirn, 7. April. Die Deutsche Zeikung melder: Genetal
JIgnatiew habe Oesterreich zu dessen Gewinnung im Falle eines
anglo⸗russischen Kriegs die Theilung Rumäniens vorgeschlagen und
war so, daß die Wallachei für Oesterreich, die Moldau für Ruß—
land abfiele. Die Mission Brationos habe nebenbei auch bezweckt,
sich Informationen über diesen Plan zu verschöffen. — Die hiesigen
Journale polemisiten gegen die „Norddeutsche Allaem. Zig.“, welche
die Entwichkelund des orientalischen Krieges kendenzös entstelle. Nur «

in Folge Deutschlandz Politik konnte der heutige Stand der Dinge
ꝛniste hen. Fürst Bismarck sebe jetzt auch die Gefahr jur Deutsch-
land. Durch Vorwürfe gegen Andere suche er jetzt de Wendung
einer Polink zu masliten und Rußland anzudeuten, daß es im
Falle eines muen Krieges ke ne Hilfe von Deutschland zu erwarten
sabe, um Rußland zur Nachg'ebigkeit und zur Ermöglichung des
Congresses zu preisiren.

Bud'apest', 7. April. England erklärte sich bereit, gleich⸗
wie Oesterreich, seine dem Frieden von San Steiano entgegenzus
tellenden Forderungen in Petersburg bekanntzugeben und in die
Diskussion derselben einzutr ten, betonte aber ausdrückl'ch, daß es
)ie Ergebnisse dieser Diskussion nur als werteres Material für
Tntjcheidnng Europes betrachten könni, die zu accepriren jeder eine
elne Staat sich verpflchten halten müsse.“

Aus Sit. Petersbünrg erhält das, Deutsche Mont.Blati“
olgende Mittheilung von höchster politischer Trag veite:

Weder hat England dis jetzt ertlärt, es müsse zur Wah⸗
runz seiner J terrssen tückisches Gebdiet besetzen, noch hat
Gorischikow erklärt, nah Salisburys Noce könne selhst ein
Congreß die Stre tfragen nicht meyhr lösen. Es gewinnt
bielmehr hier die Ansicht immer mehr Boden, daß in den
nächsten Tagen ein Courier von hier ein Handschreiben des
staisers Allxander an den Kaiser Wilhelm überbringen dürfte,
mit dem Ersuchen an den letztern, daß dirch seine Vermitt⸗
lung eine Vere nbarung über die Orienifrage zwischen den
europaischen Mächten zu Stande kommen möge.

Diese Vereinbarung soll auf einer Grundlage stattfinden,
velche wie folat skizzirt wird:

1) Rußland gestattet die Vorlegung des gamzeen Friedens⸗

vertrages auf einer Conferenz.

2) Rußland willigt in die Abänderung der Punkte, welche
die Parner Traktatmächte fur nothwendig halten; da
der Vertrag von San Stefano wohl daz Maximum der
russischen Forderungen der Türken gegenüber enthält, aber
durhaus nicht dæe Interessen der Üübdrigen europäischen
Mächte verletzen soll.

Behufs Wahrung dieser Int ressen gestattet Rußland eine.

Modifikation des Vertrags, namentlich der Punkie, welche

Bulgarten beteeffen.

Auf dieser Gesudlage hält man die friedliche und allseitig
zefriedigende Löung der orientalischen Frage für unzweifeldaft.
Dee Initiatibe dazu wird jedenfalls von Petersburg ausgehen, da
ich annehmen läßt, daß die russische Friedenspartei dauernd die
Oberhand über die vanslovistischen Keieaschwärmer gewonnen hat.
E

Blieskastel, 7. April. Heute (Sonntag) vor 14
Tagen ging der Ackerer Johann Kohl von Blickoeiler des Nachts
im halb 12 Uhr umn berrunkenem Zussande, g führt von einem
ungen Burschen, bis ungefähr 200 Schritte von seinem Hause
veg, wo er dem Burschen lästig und von demselben hingelegt
vucde. Der junge Führer hatte jedoh der Ftau Kohl Kenntniß
zavon gegeben, welche auch sofort. na h ihtem Maun gegangen war;
aber als sie auf den Plaz kam, wo Kohl gelegen, sand sie Nichts
als zeine Mötze. Kohl war verschwuinden und man hat auch jetzt
noch keine Spuc von demselben aufgefunden. Es vecvbreiten sich
hietüber verschudene Gerüchte.

In Bahllwernler starben mit e'nander in einer Stunde
ain verflossenen Saustag vor 8 Tagen die Eheleute Jakab Groh
und sind am verflossenen Viontag beide mit einander in ein Grab
brerdigt worden. Die Verewigten haben 51 Jahre in zufriedener
ẽhe gelebt.

F Vor dem Landgerichte Kaisersslaufern wurde am
Sanstag die Beleidigungsklage des dortigen Lehrers Weiß gegen den
siedakteur der „Pf. Volksztg.“ verhandelt. Im soqg. Haunewackel
war Hrn. Weiß vorgeworsen worden, in der Giflägelausstellung
ein Ei gestohleu zu haben. Die Lerhandlungen ergaben nach der
        <pb n="208" />
        Kais. Ztg.“ die vollständige Grundlosigkeit dieser Behauptung.
Dder Antrag des kul. Polizei- Anwalis geht auf Schuldigerklärung
zes Angeklaglen und Verurtheilung desselben zu 1. Monat und 8
Wochen Gefängniß. Das Urtheil wurde auf nächsten Samstag
pertagt.

. Dem „Nordpf. Wochenbl.“ wird von Grünstadt mit⸗
getheilt, die Pabsiven Kabnweilers betrugen nur 27,000 bis 28,000
M., denen ein Waarenbestand im Werth von etwa 14,000 M.
gegenüberstehe, abgesehen von einem Ausstaund bei einem Heidel⸗
derger Schwoger desselben in Betrag von 20,000 M., durch
velchen Ausstand eben Kahnweiler in die gegenwärtige Verlegenheit
zerathen sei.

— FDem Teufel verfchrieben,. Ein deolliges
Beschichtchen gab neulich in einer Berliner Gefellschaft der Baron
J. Wg. zum Besten. Sen zwöltjährigts, böchst aufgewecktes
Söhnchen hatte sich kürzlich beim Bleistiftsptzen in den Finser ge—
schnitten. „So günstige Gelegenheit gibt sich nicht alle Tage,“
jagte er sich, als er das Blut hervorquellen sah, nehm e uen Bogen
Papier, tauchte eine neue Feder in sein Blut und verschrieb sich
zem Teufel! „Samiel hilf! Satauas herbei! Mephisto komm!
Ich verschre be mich dir, durchlauchtiaster Höllenfürst mit Haut und
Haaren, aber du mußt mich so pfimffi machen, wie Bismarck, und
meinen Hauslehrer, den Candidaten F., so schnell wie mögnlich
holen. Albert Baron v. W.“ Noh an dem'elben Abend schlich
A sich nach dem Garten, grub hier dicht an einem Baume ein
Lech, legte das höllische Dokument hinein und lieĩ dann, wadr⸗
Vorschuss-Verein St. Ingbert
seingetragene Genossenschaft).
Activa Bilanæ am 831. Deæember 1877. Passiva
assa-Conto A 150914, 20 sghadee A. 228106, 61
138 Conto-Corrent- 34 Conto-Corennt-

Schuldner 640983, 46 Glãubiger 108382, 69
eree 48124, 15 Pratten-Conto 7166, 80
Darlehen-⸗Conto 36341, 65 8 600, —
— ι pec. Reserves-Conto ozg 57
AffectenConto 1940, 70 Reservefond-Conto 9749, 12
—XE 1555, 57 Banken und Veéereine 261757, 16

Stammantheil-Conto 118050, 56
Gewinn- u. Verlust-
Conto 11013, 25
—A — l AM 745465, 76
Vertheilung des Veberschusses auf Gewinn- u. Verlust· Conto.
Beitrãge ?u dem pfälzischen u. deutschen

Genossenschaftsverbande Mñ
2. 10 pot. Abschreibung auf Mobilien-Conto
3. Stipendien an Fortbildungsschüler
Remnneration der Beamten u. des Bureau-
personals
3. 7 pot. Dividende aus A 997585. — Daæzu

berechtigte Stammantheile
3. Zum Sperialrosorvesond
J. Zum Reservefond

Litꝗliederæunl.
her Verein zäãhlte am 80. Juni 1877
dingetreten in diesem Semester

310
38
3145
Wgang durch Wegzug und Freivillig 17
dtand am 81. Pezember 1877 A98
SF. INGBERT, den 31. Derember 1878.
E. Conrad. J. ßBeer. J. J. Grewenig.
Reæe vinions-BRericeht
Die untorzeichnete Revisions-Commission hat dio vorstehende Bilan-
xro 1877 mit den Bücheru verglichen und in bester Debereinstimmung
zotonden.
SF. INGBERT, den 2. April 1877.
Die Prüfungscommission des Verwaltungsrather:
5. Fischer. Ehrhardt-Jochum.
Die von der Gencrolversammlung gewahblte Commission:
J. Fiach. Peter Schlick. 3. Bayer.
V
Geschaͤfts-Empfehlung.
Einem hiesigen und auswärtigen Puhlikum zege hiermit er⸗
gebenst an, daß ch mich aaf hiesigem Platze als
—
flechschrnied
ctablirt habe und alle in dieses Geschaͤft einschlagenden Arbeiten
zestens aus zuführen bemüht sein werde, unter Zusicherung reeller
und pürkischer Bedienung.
Auch heste beständig Lager in fertigen Blechwaaren,
Lampengläser x. ⁊x.
St. Jogbeit, im Aprit 1878.
Achtungs vollst
JOSeph ICunn, Blechschmied
wohuhaft Kohlerst ahe neben Herrn Gerber Müller.

scheinlich von Angst getrieben, in's Haus zurück. Der utscher,
)er soeben erst nach Hause gekommen war, hatte Alles mit an⸗
gesehen, und neugierig gemachht, grub er nach dem vermeintlichen
Schatze, fand ihn und lieferte das Schriftstück stinem Herrn aus.
Der Baron dinterlegte nun auf der bezeichneten Stelle ein aus
»er Hölle datirtes Schreiben mit verstellter Handf brift, in welchem
Satan den jungen Herrn Baron v. W. behuis nöthiger Rückiprache
ind Abschließung des Paktes für Abends 8 Uhr um ein Rendez—
nous bei dem betreffenden Baume ersucht. Der Teufelsjunge er—
chien auch pünktlich beim Rendezvous, war aber nicht wenig erstaunt,
tatt des Teufels — seinen cher papa zu treffen, der ihn mit
iner höllischen Tracht Prügel empfing. „Der Junge, dessen bin
ch sicher“ — schloß der Baron lachend — verschreibt sich im Leben
aie wieder dem Teufel!“

FPulver für Rußland. Auf dem Fübrst'ich Bis—
narck'schen Territorium in Lauenbarg ist seit dem Hecrost eine
Fulverfabrik erbaut, welche jetzt im vollen Betr'ebe sieht. In der
⸗tzten Woche ging für russische Rechnung eine vedeutende Ladung
Zulver dieser Fabrik (d'ie sich „Rottweil-Hamburger Pulverfabrik“
sennt) zu Wasser auf der Elbe bis Dönitz ab. Dort wurde der
Transport auf einen bereit gestellten Extrazug, der einunddreißig
Wagen enthielt, geladen, und unter Bigleinung von einem Premier⸗
Reutenant und zwölf Maun über Verlin nach der rusüschen Grenze
veiter befördert. Noch in dieser Woche wird kin weilerer Traus—
ort seitens der Pulvperfabrik nach Ruß'sand verladen werden.

— Fur die Redaction veranmwortlich: F. x. De me bz·

—
Pappelstämme⸗-Ver⸗
steigerung

zu Gersheim.

Im Auftrage des Kgl. Bezirks⸗
umts Zweibrücken, werden

Montag, den 15. 1. M.
Nachmittags 1 Uhr in der
Wirthschaft von Johann Hansel
u Gersheim:

253 Siämme Pappeln von
19,00 m ubis 6.00 m
Länge, und von 0.43
m bis O, 11 m Durch-
messer nebst

37 Loose Astabfallholz öffent⸗
lich zur Versteigerung
gebracht.

Sämmiliche Stämme und Ast-
ebfalltölzer der Destriltsgemeinde
Zliestastet gehörend, liegen auf
der Disttekesst aße zwische« Gers⸗
seim und Herbitzheim, sind gnt
ind eden adzusäahren und von
otzüglicher Qual tät.

Zu bemerken 'st, daß in Gers—
eim und Bliesdalheim an der
ztraße, eine Vi⸗erlelstunde Ent⸗
ernunzg von dem La erp'atz
eser Stämme Schneidesägmüh⸗
en siud.

Gersheim, 4. April 1878.

Das Bürodermeisteramt:

J. Hansel.
Bekanntmachung.
Wegen der Saatzent sind die

Feldtauben von heute bis 6.
Ddai e'ngeschlossen zu halten.
St. Inabert, 8. April 1878.
Das Polizeikommissariat:

Eckerlein.

F Seine. hochrohe, iüße DC—
Mossgina-Orangen
frisch angeko umen bei

J. Peters, St. Ingabert.

—

Wechsel
auf alle größeren Plätze No t d⸗
amer'tas trassiren in be—
siebigen Beträgen und berechnen
'olche till ast.
norschuß-Verein St. Ingbert.

leingetragene Genossenschaft.)

Ich suche enen ftüchtigen
Fuhrknecht
gegen guten Lohn.
Angust Schmitt,
Gersheiner Blismühle.

Der obere Stock
und 2 Marsardenziamer, Keller
und Stollung ist bis 1. Mai
beziehbar, zu verm ethen.

Diese Wo nung wird auch ge⸗
heilt abgegeben.

Carl Engel.

— —
7 Jeden Bandwurm A
entfernt binnen 3—24 Stunden
dollsftändig schmerz⸗ und gefahrlos
benfo sicher beseitigt auch Bleich—
sucht, Trunksucht, Magen—
krampf, Epilepsfie, —
Bettnässen und Flechten und
war brieflich:
Voizt, pralt. Arzt
u Croppenstedt (Preußen).

ä Ràò Æ ä äÑg v àäÑàààX OÄà ÑIIä àOÄR. X )Y. A OXòÑ&amp;M9OA ÛOÄαXαæO à]XO O -, öRXòαXααααæä αααäιααäιOON!R

Aus voher beberreugunge
cann jedem Eranken die ialerndsach
dewẽ brie Dr. Airy's Heilmethode
empfoblen werden. Wer RNäheres
darüber wifsen will, erhält auf
zranko⸗Verlangen von Richter's
e ee in Leipzig einen mit
ielen belehrenden Krankenberichten
berfehenen „Auszug“ aus dem iun-
trirten Buche: Dr. Airy'a Natur⸗
zeilmethoder (100. Aufl., Jubel⸗
Ausgade) gratis und franco zu—
20 gesfandt.

derschuz Verein St. Insbert.
(eingetragene Genossenschaft.)

Die auf 7 80 sestgesetzte Dividende fur's Jahr 1877 kann
on den Mitgliedenn, welche ihre Stammantheile voll einbezalt
Jaben, an unserer Casse erhoben werden.

Sit. Ingbert, 9. April 1878.

Der Vorstand.
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Redaktion Druck und Verlag voñ F. x. Demet in Smt Ingdert.
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223555333533553 c
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222 228 2222 — e 523
235335* 585333 * 832385325 — 72 *2 283
58 533358578* 5333 533353333832 * .*
22282 2555— — Z24 22 e — * 2 2
83 2282383538 58353553 333—383353553 —323 582
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22 2 38 —233 * * A 232 3 BEvEsMßS S4— *
27 XT * 82 22 22 5 68 A— 282* D22 — — 22232 * 223
525 3 5 — —— 728 5* 22 O 7 8 —— 235 —
— — 2235 — 355* —E — — —13
55 3 — 38 533338 s 53 55832335 7 5235—28535 3 34
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8 22397 I8 2 8 * 268 5232353535 355 57533335 —
32 34535— —— 3853 23 5355 75 3 — 52328 8333 32
5 — 233 72525 *7 535835 5 S 5 — 2 — *
8 z3323—855 583722 2533355 353332—33 557532 s83 52588
* * 23533332833 — 2 5 224 ⸗2 .. X 52 — 32 52 2
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* 25* — 853383 3226 53353* 553.285533 — 23582357 * 2
222— —5530— 585 533 * 333583333 —— ——— AA
2 3525 353——3373535 9238 — 55 5 — 58355 250 7 — 57 ——
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233833 8 77233 * 3272 333737 253
* J * 3 2 — * —22
3828 33377 227 3 8338 222335 35
——5 — 2 —— 2223 S23 — 2*5 —— 822 3—
2325333833338 358 2 353 538 22383233 2338
—E——— * — E2 22*— —2 22 22
72 —53 5553537 * 23 —— — — —*8 5522 — 53 5
—2 * 25 — 32 G * 2 — — 52353 2 * 8 35 5
77853 75383283 25 — 53235 13522823 33323332583
5 * s ——A * — 2 23— * —— bꝛ A 8*
5533337—33533 5*253 *252550 33 838 533225 —233535735333
778868 87 —3 —X 8* 2 — E—— 25353332* —— ⁊
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25 — 3 — 3 *2R5 8 222 — — 585 2 37
33532 3553 A— 32333773533 53s52332
* * —A 535 X 2 28278 238
308 253535833 328 *23287 —388* — 523838338
8 53533735333 3*83 —575 3553 32272755 —A
5— 7— 535 —A 2 2 2 5 22 —— ——— 8* 2 5*52 52823223222 —
—* * * * — —8 532 52— — ᷣ * 32 —— 3 2 — —
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23377 75 283253386. 53223 523535223338 543533 »523 588
8 — * * 82 — 2 * 22 2 2 8 35
3363335 3 33363 —A —
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325 35331553 525 555 22 52 2327
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25772 5«52 55 8232253 — 52 —52 * 2282
— 59 * 5322 * ð 55 — — 52 322 257 A— 32252
55 25323 5 28323 57298 5385* —„72 2 22 5*8 5572 3

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— — 5222 * —A 9 22 36332
—— — 8 — 2 53— 32 222 2522 2232 * — 7 —*

— 5332* 3SST 5286* 2335* — 553352.3 32 2252
52353 333333 32838 5523 363537 33575543 322355355
* 55 * — 8 5 8 * 3
323 2383 —33358* — —523 A— ——
2 25*83 — 525532 833385 27233 — 2233.33 353328537
5 2525 558 7 —25 — 28— „— 5555323 2 7 2
8—3 r75.77* —35 3357363238 252528*3
—— 835—37 23855353—* 2* 2538*5 5528 —5225 2252 3

32532 —— — 9 a * Q E75 — 22 o 2 228
3313333353733 3333 388 — ——

99 3335 253538
2 —— * — 75 52 23 2 22 *
»X cEX — —— —— 231525 *2——5335 —
*— 232 52535373535 333433533332357337 33822*
22 2 8 * 3538 —25z3532 —— 3 27 2583 8 8 Zr 8
252 3 3837 253 53228 7
5 2 5582533353 555 —25 * 2382 2 558 23238 27 82
253332* 522 52 2 355257 * * —8 2 3 — 232382 —
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2 5838323 2* 5553. 5533535533 —A —— —ER —
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355 5533 —5 6 33 ,353357 532 333535
22 553 27 285232323 —A
32 33333 —53 3222 5323 333586 —552333357
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*23683 522353 — 2333553 238982 553—33— 32333 2k8
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3 9 5 * 2* 7 — 2 5.3 *222 565 ——A e. —2723 6238
5 22 523— 33——8 35 —5 —3553822— 2583 73 327
2 3 * 3 —— 2. — — 2 2* — — 223
3 3 — —3 3835 —8338333533
5 * 2 — — 22 —F—— 837*
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7 — 3 * 2 2 — —3— 2— 2 2232 2832 32 *
—— 25323 3 43 *3 — — 3——53
2 — 5 8 8 3 ⸗ — — * * 2 —5 323 — * 5 —23225 —
z22 28333 33533337
— 532 — — — 2 2.28 3 57 A32. 5 5 212337
8 2 7 ⸗ 3 — * 285 25 *8 2 2332. 222 * 2*
— ——— 5s524237— 528 —A —
— * 328 23533 53888 —— 84* 983*2323335 2327
2532 c—2258 ——2 222 222 28 21 5 —22 527
223 —5555 — 5333—8638823 333 235753583323535383
35* * 5 —8 * —5772232—22 7222 355 2 2258*5 ——
3 7 —2 * 2 — — 22 2 22 * 2. .
—— 558 336 23 35383 33538
—— —3 52 —2 ——550— 33535 — ——
2315 — —83323 355 — 3233535.53 32 23255353335755225
RN 52 —8 S5587 —A J 227 2 7 2
8 2 32 —3 3 7235
2535533535335 335333
538 253328 2. 572 2 27
8 258 7 5. 73,5 *605 *
2* * *—
537 5 242 5287 — 233
53 —342 — 2 32.*
25222 3228 2*8237
5 *.
*s355335—582 6138*
S —— 5233 5— 282*
72 62 &amp; — 275 * 2
12. — 73 — ——
2537 R3. * 23 * 528*22
——
—5353— —5—53535—2228
. 5— 2 2 52.23 —A — *
* — —22 7 — 3 25
5 7 D6 32c 3. E 28
— * * ———— 25 2.2*
—— — Z23*82228222 —. 2
—2· 28: ⸗ 3— 2532727 — ——
—A0— 22 9 322 52 27
—n— 2* 2 282 2 323 3.25
— — — 2— 235*
235 633— —235235353532 23
2 — — — — —
533 523 5525* —
E 2 2 c2 5337
— — — —8 —— — 8
535———23— —3233 27235.
*3 ————— 3375. ——
— 7353 27 8 2*578 65335
*2322 68** 7 ——A —
—33228333 7532
222 23. ⸗5»—, 2 3, — 55 323723
5385317 — 7 *5 525 — —
527* — — — — S 2 c5. * —.
* T 5 52223—8 — *827
— * * — 37— 332 8 —9 — —
— ⏑— — 25 — 85
22——232715—22 875

—

*
*
—
—*

—

—2
*

*

—32
—2

—

* 2322 7 — —õ22—272 — —
—8—338352—3— —83333s5
— 3 —— — — e —84 223
z3332—— 3358385332
3 35 3 3355*
2 — 33 —A — — AA33S 23532 7 2 —
S 237 * 2 2 25382 38 25
—— *S.53 222 2228 —558326 23323
— S3 — 2 5æ2323 ẽ— 533 2
* —22— 585 — —— 2
3 —— 2 23. 55233 — — *
* 523 ——— 2232 85223 E2 523
*233. —
— 5N 27 8 * 5 22 — * 5
A 82 35 235—25325
* s983 *338 72* —228*53552—8823
ẽ — * 2 E
—— ———— 335325
2 23522* 2 * *28 —323
522 — —58*7 —A 228 32236533
2 2 2 72 — 25325322 32 5222.*
RA E — 32 23 32 52 57 25383375
—2327555 2. 3 ?7 Se4 225 3235 25
5.28 —3538533 55 323 8533
5*862 2232832 332 35 3. 3 23—2*
* —— 65 6 3 2 2 228
—22* *23.—58 7 333 —
z. æ5 523 55— 38335 3 3 8375353 2—
—RB——— Ze * ,
—— 7 758
3552387 JI83575 *3*
333553———32 8 *
3353333; 55555 52
— 273752 223322272 53 7

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2 555 73 2.8
8 — — 727 *8 S* *
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2622 — — 229
—A * —
—A — — —— 7 522
3 — —3252235 28 — J
* * — 8 80* 3 * ι —2
—5 23 *535832 8 33
*2BSE3 —A ———
3222. — 22 *—*3 — 7 —
583 25 *5522 — 8523 2. 323
37585753 —558—5—3273
* 2.853 5* 58 73 7 23
3222 5.8 1533 ——
535333—33358
3 83 — 2 52332
2— 258 ——
*28 RS —2 27 —E
22 —3 *3
— 52.7— * *2 25 3
5
— 2 —A 7 — 2222
— 5 2222. 22
225 22 5 —— 2 2
—43 3553383 — 55
5 22 2 —— . F
23325 523* 73
52 —— 8822 22
22 — 32 723 2
—22 726 —— J
7 2 * 2 7
3 223— —*
2* 2552. * 8
* i 8 — 2
45 2 *
* —* 2 5 * A—
2357 z7 532 55 573
3235553 553 2— 2 783 323—
z2*53 ãA

8 23 53588
3555252
5883 m * 2
— — 2
22825
3 2—
3325323622
9235 3 52. 72
.2
768— 632*28 297
—7 — 53 —
—
2225 232.3 2 32.
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53325322555
13225 52 —R
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1*2 5333425723
2 2
55 5328
28533—232 38
——
2852— 2382 5582
2338* 2322 —
2 — — —2
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2 *. 2 3*
3 —x 2
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* —* —
— 228 25283
— 3 532 53
26*3 5227—
2232 53523642
377 2232575

*
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—2
—2

22
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        —— ng 0— nz 9 r.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblait. (Sonntagt mil illustrirter Ech
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag nud Sonutag. Der Abounementsvpreis betragt viertelithrlich
Mart 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pig. fur die viergespaltene Zeile Vlatischrijt oder deren Raum, Reclames

mit 30 Pig pro Zeile berechnet. *
8—8—8 — ⏑ ——⏑ — —
FA— J Donnerstaa, den 11. Avrii — 1878.

*
Deutsches Reich.

Berlin, 3. April. Die Ausschußberathungen übir den
preußischen Antrag wegen einer Untersuchung über die Lage der
deutschen Eisenindustrie beginven morgen im Bundesrath. Gerücht⸗
weise verlautet: es sei die Absicht, anstatt einer Untersuchung die
jofortige Wiederherstellung der Eisenzölle zu beantragen. (A. 3)

Berlin, 10. April. Der National⸗Zei:ung“ zufolge hat
fich Fürit Bismarck bei dem gestrigen parlamentarischen Diner ent⸗
schieden und entrüstet über den Erfinder und die Eifindung der
ihm fälschlich zugeschtiebenen Abdsicht, der Reichstag aufzulösen, aus⸗
zesprochen und bemerkt, das wäre absolut der verkehrteste Weg,
den er gehen könne.

NHAussand.

Paris, 8. April. Das endgiltige Ergebniß der gestrigen
—A
Sache: in den fünfzehn Wahikreisen wurden vierzehn Republikane
gewählt; nur in einem Wahlkreise kommt es zu einer Stchwöhl,
doch wird diese auch wahrscheinlich zu Gunsten des republekanischen
Cundidaten ausfallen.

Londen, 8. April. (unterhaus.) Der Schatzkanzler
Northcote erläutert die Maßregel der Regierung, die Berufung der
Reserde und gibt eine ähnliche Darlegung der Lage, wie Lord
Beaconsfield im Oderdause. Er wünsche eine Spraye zu ver⸗
meiden, die Rußiaund reizen kdunte. Rußland habe zweiselsohne
Opier gebracht, aber es sei nothwendig, effen auszusprechen, daß
die Ansprüche des Vertrags von San Stefans nicht unbestritten
bleiben fönnten. Das Verlangen Englands, daß Eutopa bei der
Ordnung der obschwebenden Fragen befragt werde, bhabe Raßland
dereus im August 1877 zugestanden. Noch sei Hoffnung vorhan⸗
den, die Schwierigkeiten für den Zusammentritt dit Kounferenz zu
deseitigen, aber die Situation sei monentan noch nicht fest estellt,
da Rußland die Diskussion des ganzen Verliages noch nicht zuge⸗
sagt habe. Die Stimme Europas wolle, eing mit England, die
orentalische Frage auf einer brerten Basis endgilt g geregelt wissen
und eine Konferenz sehen, die jeden Artikel des Vertraßes nach
seiner Tragwene und den Beziehungen zu den bestehenden Berträgen
erwägt. Die Juteressen des Reichrs würden gewahrt, wenn sie
bedroht würden. Die gegenwärtige Politik fei d eselbe, welche den
Antrag auf Bewilligung des Kredits veranlaßt habe, welche weit
entfernt davon, den Krieg hervorzurufen, doch enischlossen sei, die
Rechte und Pflichten Englands zu wahren.

Londen, 9. Aprit. „Reuters Burtau“ meldet aus Kon—
II
GBroßfürsten Nitolaus, um sich über den Zeupuntt der Raumung
der Demarkationslime ducrch die ruffischen Truppen zu eikundinen.
Großfürst Nikolaus wies auf die Anwesenheit der englischen Flotte
im Bosporus hin.

Permischtes.

fkKaiserslautern, 8. April. Im Lokale des
„Kaufmännischen Vereins“ dadier hielt gestern die pfölz. Kampf—
zenosseuschaft ihren 9. Verbandstag ab. — Herre Reltor Dr.
Schmitt aus Edenloben erdffuete und leitete als J. Vorsitzender
d'e Verhandlungen. Bertreien waten einige 30 piaäl;z. Vereine.
U. a. wurde boschtossa im Inletesse jener Veteranen, welche in
Folge von Berwundungen und wädrend des Feldzuges 1870471
ul. s. w. na hiräsglich arbeitsunläheg wurden in Gemeinschaft mit
den übrigen zur all zem. deutschen Kriegerkameradschaft gehötend en
Berbänden eine Eingabe an den Reichttag zu richten, damit
diesen Beteranen noch nachträglich Pension dewilligt werde.

fKaiferslautern, 8. Aprik. (Gewerbeverein.) Vom.
Reichetagsabgeordneten Dr. Löwe (Calbe), an welchen die Petetion
des pfälzischen Gewerbebereins⸗Verbandes bezüglich der Gewerbde⸗
ordnung eingesandt worden war, ist ein Schreiben eingegangen,
warin derselhe mittheilt, daß ee die Petition dem Reichzstage Über⸗

geben und den Referenten zur besonderen Berathung empfohlen
habe. Er zheilt gleichzeiliig mit, daß er in den meisten und zwar
in den Haup'puntten mit den Forderunzen der Petit'on e nver⸗
danden und es ihm und seiren Gesiunungéegenossen in der Com⸗
mission auch gelungen sei, die meisten dieser Punkie durchzusetzen.

F Die Selbstmorde in der Pfalz nehmen in jüngster
Zet in schreckenerregendee Weise zu. Am Sorntag fand man im
Walde zwischen Dreihof und Offenbach den Bürger Valentin G.
bon da an einem Baum erhängt. — In Zweibrücen schnitt sich
im Spital eine Frau mit einemn Brodmesser die Kehre ab. Die
Zahl der Seldstmorde im Bezirke Zweibrücken stieg im legten Quar⸗
tale auf 45.

FMunchen, 8. April. Das Militäarbezirksgericht bal
den Sergeanfen des 2. Fuß Artillerie-Regiments Karl Stadlet
wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt durch Mißhaudlung von Unter⸗
gebenen zu 6 Monaten Gefängniß vrurtherlt.

F Für die Kürnsire ist stett des Metallhelms der Raupen⸗
helm aus Lider mit hängendem Haorbuich, wie ihn die Cyevaux⸗
legerzs tragen, mit weißem Beschläge in Vorschlag gebracht worden.

Wurzburg, 7. April. Das Juventar des au'gelösten
Studentenkorps Bavaria, bestehend in Fahnen, Gemälden, Paoto⸗
graphi en, Trinkhörnern, Liede büchern ꝛc., ist auf Antrag des Ne⸗
staurateurs Diez wegen Knespschulden zur öffentlichen Versteigerung
ausgeschrirben. Korr.)

7In Hof findet zu Ostern die zweite bayerische Turnlehrer⸗
versammlung statt.

fAus Bahern, 6. April. Das App⸗llitionsgericht zu
Nürnberg hat eine Bäuerin, die mit 70 pCt. gewässerte Milch in
die Stadt brachte, zu 8 Tagen Haft verurtheilt; a ßerdem erhielt
ie 15 Toge Gifänguß, weil sie den controlrenden Beamten be⸗
techen wollte.

r Bretzenheim, 6. April. Gestern Abend fuhren 14
Perjsonen in eiuem Nachen über die Nabe. Der Nachen jtieß auf
das Drahtseil, mittelst dessen gewöhelich de U⸗berfahrt bew⸗ilstelligi
vird, welchs aber des hohen Wasserstandes wegen theilweise unter
dem Wasferspigel lag, das Fahrzeug schlug um und 6 PVersonen
ertranken.

Auf den boyer. Staatsbahnlinien verkehren zur Jeztzkeit
äglis 937 Züge, die Ergünzunasgütet: und Gütersammelzüge
miteingerechnei.

tfHeid el be rg, 5. April. In der nächsten Woche wird
der König von Schweden dier erwartet zu einem Besuche der
Zönigin, welche auch diesen Winter hier zugebtacht hat.

7 Der ‚Loihe. Zig.“ geht die Mittheilung zu, daz eine
Tochter Knospsstod's, des Sängers der Massiade, in Meß ihren
Wohusit hat, und zwar rue de la Garde. Die hochbetagte Oame,
Jul ane Augusta Klopstock. am 18. Juni 1792 zu Hamburg ge⸗
doren, ast Wiunwe des H. Karl Friedrich Cacumeir, weilund Post⸗—
rentver in Langres (Dep. Haute: Marne, Frankreich).

Wünzauzpragung. Nah den neuesten Aufstellungen
varen in deutschen Münzstätten bis zum 30. März 1,181305, 400
De. in Doppeltrouen, 365, 368,5 10 M. in tonen und 27 969 925
D. in halben Kronen ausgeprägt. Hiervon stud 91,140 M. in
Doppeltronen, 69,490 M. in Kronen und 80 M. in dalben
ronen Dieder eingezo sen worden, so dyß der Gesammlbetrag der
xxistixenden deutschen Goldmünzen sich auf 1,577, 4180, 125 M. belaͤuft.

r Icht. wo die Tabaksfrage die G⸗mürder so beschäftigt,
»üefte es nicht uninter⸗ssant seia, zu hösen, was eir Elsässer
Journal über die Eutstezung des Tabaksmonopols in Frankieich
»xzählt. — Aa einem Novemberavend des Jahres 1810 jand ein
dofdall in den Tuilerien slatt, bei dem sich eine Dame durch ihre
Aumuth imd ihte Damanten aus eichnete. Der Kaiser und ber
Doj waten von dem Glanz und Luxus geblendet und fragten nach
zen Namen der schönen Täuzerin. Man aumotte dem Kaser, ei
ei die Gatlin eines durch den Tabatshandel resch gewor denen
Zaufmanns „Dieses Gesschäft trärt alio piel ein 42 ragte Na⸗
        <pb n="212" />
        poleon, — und die Folge davon war, daß am 20. Dezember
und am 11. Januar Dekrete erschienen, welche die Fabrikation
Ind den Vertauf des Tabaks ausschlietzlich den Staate zuwiesen.
1In Nanme y hat das Haus Huel und Denwege mit 8
Millienen Fres. Paffiven fallirt; die Activen erreichen kaum 27
Villionen. Noch ein anders Falliment mit 8630,000 Frcs. Pas⸗
sven wird von dort gemeldet.
7Paris, 4. April. In Folge eines hefligen Windstoßeß
is veute die ditliche Sene des chinesischen Pavillons in der Aus—
lellung eingestürzt. Ein Arbeiter ist schwer verwundet worden.
Das ganze Gedäude hat detart gelitten. daß es g stützt werden mußte.
ientlesnaͤchrichten. —

Dem Notär Philipp Gink in Dahn wurde euf Ausuchen ge—

flättet, den geprüften Reche skandidoten K. Soleip von Kusel auf
die Dauer eines Jahres zum A isverweser aufzustellen.

Dem kgl. Forstaehilfen Georg Euler beim Revier Neidenfels,
Forst mis E!mstein, wurde dehuis Uebernahme eirer Vrivat Förster⸗
jesle vei den Herren Wolf zu Wachenheim der erbetene Austril
Zus dem Staagisforstdienste mit dem Vorbehalte des Rücktrittes
ijn sein bish⸗riges Dienstesverhäliniß innerdalb der nächsten 3 Jahre,
vom 16. April 1878 an bewilligt.

Der Lehrer Jatob Geib in Oberarnbach wurde zum Lehrer
an der prot. Schule zu Obirhausen a. d. Nahe vom 28. April
1878 an ernannt.

gDie neuerrichtete kath. Pfarrei Schweigen-Rechtenbach ist zu
desetzen. Die Eintünste betragen 1734 M. 18 plf.
Erled gt: Bezirlsthierarz' stelle für den Verwaltungsbezirk
Franke thal.
I elien Plaue des Reichskanugzers.
Di „D. v. C.“ schreibt untet diesen Titel das Nachstehende:

Es siand deim Herrn Reschslanzler schon seit Monaten fest,
doß in Bezug auf das Finauzwesen und die Handelspolitik einet
Reform u ausbleiblich sei und daß diese Reform nur mit neuen
Maͤnnern in Lollzug gesetzt werden tönne. Da die Zeilen währlich
zu Co flicten necht angeltban sind, so lag es in se ner Absicht, eine
Foaluion der Parteien vom rechten Flüzel der Natnanall beralen
an bis zu allen g mäßigten conserpativen Elementen herbeizuführen.
Sein Progromm stand fest; indem er aber eine derartige Ver—
schmelzuug der Fractionen anbahnie, hoffie er für die Durchführung
seiner finanziellen und wirihschaftlihen Reformidern die erforderliche
Majorität im Reichsstage zu gewinnen. Der Fürst hatte mit Be⸗
stimmtheit darauf gerechet, daß Herr v. Bennigsen das ihm zu⸗
gedach!e Portefruille übernebmen wuide und ohne Intervention
des Abgeordne en Lasker würde diese Hoffauug sich auch real sir!
haben. Indem der Letztere durch dottzinäre und zut Zeu sehtr
nopportune Forderungen die Pläne des Reichskanzlers durchkreuzte,
hat er wesennech dazu beigetragen, die Unruhe im Lande zu ver˖
nehren und aufs Neue Gegensätß zischen Reichstag und der Reschs⸗
regierung herbor zucufen, die mögl cherweise in ibhten Consequenzen
sich zu einer Auflsösung des Pariaments führen dürften.

„Die Reichereg erung st entjolossen, mit der Ausführung
ihhrer finanziellen und wirnbschaflliden Reformplänt nicht zu zögern,

Consum-⸗Verein zu Mariannenthaler⸗
Glashütte
(eingetragene Genossenschaft).
Auf Grund des 8 11,ct Siguten werten die Mitglieder
zu einer ordentlia en Generalversammlung
uuf Mittwoch, den 17. dae. Mis., Nachm tiags 5 Uhr in den
Saal der Moufselinefabrik einberufen.
Tages⸗Ordnung:
Wahl der 3 Rvisoren für die —XR
Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes:
Gust. ⸗m bach.

2 ua

33

55 2
5383 ——
—
S8 8
——
*

24
22 2— 3322,2
CZRAS 53 —

sondern so rasch als thunlich die nothwendigen Wege einzuschlagen.

Industrie und Gewerbe, Haudel und Wandel liegen derattig

darnieder, daß iur der That schleunige Abhilfe dringend noth thut.

zWenn die Franzosen es bisher verstanden haben, die eroberten
Distritte ralch zu amalgamiren, so begt dies einzig und allein
daran, daß fie die Kunst besitzen, die materiellen Interessen des
Volles zu fördern. Diese Kunst war leider iu Deutschland disher
berloren gegangen.

„Wenn der Reichskanzler die Consolititung der deutschen Zu⸗
qunde bewertstelligen will, so wird er keinen Augenblick zögeru
dürfen, um die vertrockneten Quellen des Volkseinlommens wieder
in Fluß zu bringen. Das Allernothwendigste wäre, daß die Regie⸗
rung dem Reichstage eine Vorlage wegen Wiederherstellung der zum
Mergrößten Schaden unseres wirthschaftlichen Lebens hejeitigten
Fisenzösle zugehen ließe.

Wir wissen nicht, ob die Regierung wirklich einen solchen
Plan versolgt, aber wenn eine Reform eintreten soll, so wird man
inbedingt da Abhilfe schaffen müssen, wo der Nothstand durch die
Schuld der eigenen Gesetzgebung einen so hohen Grad erreicht hat.

„Wird sich für die Wiedecherstellung der Eisenzölle innerhalb
mäßiger Grenzen, wie sie der Tarif der deuischen Industit beantragt,
eine Majorität im Reichstage finden?

„Wenn die liberalen Parreien die Sache unbefangen würdigen,
and nicht eiwa darauf ausgehen, dem Reich-kanzler be allen seinen
vietbschaftlichn Maßnahmen umn jeden Preis Opposi ionen zu
nachen, so wäre es wohl möalich, daß eine solche Vorlage die
HDleg heit sür sich gewänne. Hat doch der Abgeordnete Braun zu
viederholten Malen erkrärt, daß er über die Wiederherstellung der
Fisenzölle mit sich reden lassen würde und man inn wohl an⸗
nehmen, daß, wenn einer der efrigsten Manchestermänner eine solche
Aeltßerung macht, das Gros der Partei ungeiähr denselben Stand⸗
auukt einnimmt.

„Wie die Dinge liegen, wird die Reichsregierung nur im
Nothfalle zu einer Auflösung des Parlaments schreiten, und sie
vird sicherlich eine solche Maßregel nicht in's Auge fassen, wenn
Fie iberalen Parteien sich nur einigermaßen berein finden, mit der
stegierung zu paktiren und dem unabweislichen Bedürfnisse Rechnung
u tragen.

„Sollten aber die Fraktioren absolat ouf den Conflict ause

gehen, dann dürfte der Reichsdanzler nicht zutückichrecken.
„Wie das Land gern den Fricden im Innern erhalten wiffen
möchte, jo glauben wir, dürfte auch die Rrichsssregierung gern die
Hand bieter, um eine Vrrsöhnung mit der nationolliberalen Partei
Herbeizusühren; ijreilich ohne ihre Reformplane zu op'ern.

Man hane ursp ünglich die Besorgniß, die Minister wurdea
in pouiti cher Hinsicht e ne reaktionäre Aeta inauguriten. Daß diest
Meinung einc irrißge war, darüber besteht jetzt kaum noch ein
Zweifel. Das neue Minsterium wird in politischer Hinsicht ganz
ditselbe Richtung einbolten, welche die Vorgänger eingehalten haben.

.Der Schwerpunkt und das veränderte Proaramm des neuen
Minisseriums Legt auf finanziellem und wirthschaftiichem Gebiete,
ad beer werden die Gegensätze sehr dald auf einander stoßen:
IXX
ααα

———

Damit jeder Krauste
bevor er eine Kur unternimmt,
per die Hoffnung aus Gene-
sung schwnden läßt, sich ohne
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Verlangen gern Jedem einen
„Attesi⸗Auszug“ (180. Ausl)
grane und sranco. — Bersaume
Riemand, sich diesen mit vie⸗
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„Auszug“ kommen zu lassen —
Von bem illustrirten Original⸗ *
werke: Dr. Airys Naturdeile
meidode erschien die 100. Aufl
Jubel⸗ANusgabe, Preian Vik.,
Mu deziehen durch alle Buch⸗

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Rechnungen
Jedermanns Gebrauch
Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
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32. c. 27 557 2 — 235555
25 22 2282S57 24 — 2236— *
5353232 25 .2 385 — 2.28 2. *
—A * —— 323532833 **
—A 6 —— —A 57588 2
* i 8 —53 58 3
7 — —
* 33333*3232*2 252375—5323 33
x —27* * — * — — 2
3 25 383 3585 5522233333. * 6
2 5 * x 2* * * 28 58
— 2* —3 968 ⸗ 6 — 3 28 5 2
225323822 553 5238283 3z328 —33.
3 5 22 22 — . —232322 2* 5*
— 3 2725 28 5222*522585
* 722
* 3333532355 2* 7
8 252337

22
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2
2 72
433 53355—3353. *26
e— — 525 — —
535235538 532573 5*53338
55352 27 *268 5257523 m—3
2*2 —322z3 5332335 25335353 38275 862
535323353338 5
—AAIA —x 22 37535 5532 35. 72
38333858 — ———
—— 2325 52 25 52323&amp; 53 —
— 25
*33233383 225 255733535 S33
7 8. * 2* F
22 253 5 2 * 3. * * * * 222 2 23—
*87* * 3 *28 — — 231533285323 . * v8
3. 7 s535 I85 5328 8223*33 8383 27
83 1538383. 555 *7838 2532 33272 *
8 » 2 5 2
—— 55533383 337* 2352533057
2*2225 537 52 *23537* 53522 52352532383 28 *
8 323333287 522 25 28 17283722 2*
*5223 22290 22 35 522 * * 237523
2254223 *33
J * * v — —A 3
5 * 35* 53—2 7525 2 —AA —— 28
2 — s; 3932733555533 * — A
2 — 3 *528 96835
— 2223— 2 * 5 2232
—— 88328333885 *6(3 9 *328 2.
28 52 *
33*8338 8,8 258 *3
758338 25535*253
8 5 * 322
8022 5195338855 24 598 25342
7*832272060 5*858 328 5333 373238533
553 223*3334338538 235335336 53
S. mS. —RB * — 23222
8 25 — ——— 7 25533383532
373353333233 8 2 R 58* 4—
2522 325553225233 *
55333333525338 H
23383525

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—741

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöochenilich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsbpreis betragt viertelijahrlich

Varl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswarts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg vpro Zeile berechnet.
M 59. J Samstaa, den 18. Avniii —538 J 1878.
— —
— —
—
Deutsches Reich.
Berlin, 9. April. Das gestern ber dem Fürsten Reichs⸗
kanzlet veranstaltete parlamentarische Diner, zu welchem nicht blos
Prasid um und Büreau im engeren Sinne, sondern auch die Quä⸗
toten und Abeheilungsvorstände des Reichstags geladen waren,
vird einen Theil der Reichstagsmitglieder bereits mit dem Gedanken⸗
zang der heutigen Rede des Kanzlers vertraut gemacht haben.
Wenn die Mutheilungen richtig sind, welche seit einigen Tagen
n engeren Kreisen und gestern allaememer laut geworden sind, so
tände auf den Versuchsselde unserer Wirthschaitspolitik wieder ein⸗
nal eine Uehercasching in Aussicht. Statt der angekündieten,
Enqute Aber die Verhältn sse unserer Eisenindustie soll eine Vor—
agt wegen Wiedereinführung der Eisenzollee noch in dieser“
Session des Reichstags eingebracht werden. Es bedarf keiner be⸗
ondecen Propheiengabe, um vorauszusagen, daß dee jetzige Majbrität
des Parlaments eine sosche Vorlage nicht sanctioniren wirde Ju
jem regierungsseitig übrigens erwarleten Fall der Adlehnung würde
panneine Berufung an die Nation-durch Neuwshlen versucht
verden. Ueber weitere Ptäne des Reichskanzlers verlautet noch,
—D sich näͤherud, mit der
Einiührung von Zöllen auf Vieh, Geireide, Petroleum R votzu⸗
zehen; berabsig tigt. Was den deurtsch oͤsterreichischen Handelsberirag
anbetrifft, so ist der Reichskanzler einer Verlängerung desselben
penig geneigt, er neigt deel nehr auch hier der Unsicht zu, für
Deutschland einen autonomen Tarif zu Stande zu bringen. Nach
vie vor erstrebt der Reichslanzler: die Einführneg des Tabaks⸗
aronopols, man legt ihm jedoch die Absicht bei, auch zur Monopo⸗
isirung des Zucke s schrei:'en zu wollen. .CGerl. 3t3.) *

Zu dem Gesetz betreffend den Verkehe wit Nahrungs-
nitteln hat Abtzeordneter Zinn einen Antrag eingebracht, wonach
det 8 5 folgendermaßen lauten soll: Zum Schutze der Gesundheit
önner mit Zustimmung des Buudesraths durch ka'rserliche Ver—⸗
Irdnung Bestimmungen getroffen werden für das Reich, J. welche
erbiet/n, II. welche anordren: 1) bestimimte Arten der Herstellung,
»ie Aufbewahrung und Verpackung von Nahrungg— und Genuß⸗
nitteln,, die zum Verkaufe bestinmt sind; 2) das gewerbsmadige
Berkausen und Feilhalten von Nahrungs- und Genußmitteln von
iner bestimmien Beschaffenheit, sowie einer der wirk! chen Beschaffen⸗
jeit nicht entsprechende Beziehung derselben; 8) das Verlaufen
und Feilhalten von kranken Thieren zum Zwicke bes Schlachtens;
4) die Verwendung vestimmter Sioffe und Farben zur Herstellung
»on Spielwaaren, Tapeten, Eß, Trink- und Kochgeschirten; 5)
den Verlauf von Petroleum zu Beleuchtungszwecken, welches richt
ots zu eine m bestimmten Grade gereinigt ist; 6) die Untersuchung
des Schlachtosehes und des Fleisches.

„Berzin, 9. Apru. Die Andeutungen in Petersburger
offiziösen Correspondenjen über eine Urt von Dreitheilung der
Interessen im Orient sind in Paris in dem Sinne gedeutet worden,
daß Rurland England wieder duf Ataypten verweisen und dadurch
ine Spal ung zwischen England und Frankteich he vorrusen wolle.
Das Mansver joll in französiswen Reglerungskreifen einen ungüu⸗
ligen Eindruck gemacht haben. — In' der allgemeinen Lage ist
eine Veränderung demeikbatr. Man ist noch immer der angeblichen
Zugeständu sse Ruͤßlands gewärnig. K. 3.)

B erlin, 10. April. Kaiser Alexander von Rußland hat
or einigen Tagen ein Schreiben an seinen Oheim, den Deutschen
alser gerichten. Ueber den Inhalt Etwas zu erfahren, wird na⸗
ürlich sowierig sein, doch wind man nuch Lage der Umstände
aicht febl gehen, wenn man annimmt, daß der Zar die Sorge
ür die russischen Interessen in di⸗ wohlwolende Hand des Kaisers
elegt hade. Zu gleicher Zeit erfäühtt man, daß die österreichische
Regierung, welche die Idee eines Kongresses aufgebracht und bis
etzt in den Händen gehabt hat, die Sorge fuͤr das Zustande⸗
ommen des Kongriffes jetzt der deuischen Rierung überlassen
jat. Der rumämsche Mimsterpräsident Btatiano weil noch bier.
Obgleich wohl alle Blaͤlter berichten, daß er wiederholt Unterredungen

nit den Reichskanzler gehabt habe, bat er big jetzt den Fürsten
Hismarck noch nicht gefehen. Ind⸗fsen hat er um eine Zusammen⸗
unft gebeten und wird sie vielleicht heute Abend erlangen.
Die ministerielle „Probinzial⸗ Korrespondenz schreibt: . Die
»olitifwe Spannung in Betreff der Orientfrage hat sich in den
ezien acht' Tagen weniastens nicht verichärft, bielmehrritt allseittz
»er Wunsch und das Bemuhen auf Erhaltung des europuischen
Friedens wieder bestimmier herpor.“*

Aus Berlin erhält der „Standard“ die Meldung, daß
Sortschakoff mit den einzelnen Mächten ein Einvernehmen zu er⸗
eichen suche: erst dann solle der Vertrag von San Stefand dem
kongreß vorgelegte werden. Rußland se jetzt 'orne Zweifek ente
chloffen, den Krongreß unter den englischen Bedingungen anzu⸗
ehmen. — Den⸗,Times“ schreibt man aus Beiliu, Desterreich
emũhe sich, Reßßland zu bestimmen, die englischen und osterreich schen
doten dergestalt zu beanworten, daß die Hoffnung auf eine daldige
Jersammlung der Konferenz wieder möglich werde. —
m aAustand. ——

Wicen, 10. April. Die „Pressen. meldet qgus Konstau⸗
inopel: Die Pfo te ist entschlossen, im Falle eines engliich⸗russischen
drieges weder den Engländern noch den Russen den Zutr un mach
konstaminapel und den Bosporus zu gestatten.. Die Turken be⸗
est gen ihre Verthe digungslinie bis Bujuldere. — Ein rujsi cher Armee⸗
efehl verb'eten den russischen Offizieren das Betreten Konstantinopels.
Paris, 8. April. Der Berliner Barquier Mendelsfohn
ꝛerließ heute Paris, ohne diß es ibm gel ingen war, eine Auleihe,
on 890 Millionen füt Rußland zu Slande zu deing⸗ne G. 3
Konstautäanopel,, 10. April, Den englischen Bot⸗
hafter Ar. Lapyard ist es gelungen . die russischen Bemuhungen
im die Freundschaft der Piorte vorläufjz wieden zu patolysiren.
hestern fanden succesive auf der Pfotie eine lange Conferenzj Mr.
ayard's mit Achmed Vefik und Safpet Pascha uund sobann eint
benso lanne Beiprechunu des englischen Botschefters mu Reouf und
IRsinan Pascha statt. Dieser leßleren Uoterredung init diesen für
en Augeublick maßgeblichsten wilitärischen Persönlichkeiuen in der,
Fürkei wird all emein in Konstanlinopel im Hindlicke auf die
ündlich wachseude Spannung zwis en England und Rußland die

ößte Sedeutung beigelegt. Viehemed Alt“in desinstv zum Com⸗
naudanten der in Makrikidi konzentrirten türiischen Sireutrafte
ernannt worden. W

Konstantinopel, 10. April. Der Min slerratb zog

jeute die aus dem Rundschreiben Saisburhz refultirende Lage in
krwägung. Die Mehrthreit des Cousens sol sich der engtijchen
Pouenk günstig gezeigt haben. Großfürst Nikolaus ist pach Zoustan⸗
inopel zurüchgekehrt.

In der russischen „Börsenzeilung“ finden wit die finanziellen
Opfer aufgezählt, welche dem Coare zeich der lezte Krie, auferlegt
zat. Danoch hätte Rußlaud im November 1876 drei nnere
ule hen auf 350 Millionen Rubel und eine auswärtige auf 934
Villionen Rube! Meiall oder 123 Veillionen Rudel Papier ab⸗
zeschlossen. Außerdem habe die Reichsscener von der Reichtbank
noch einen Vorschuß von un esäht 288 Nallonen Rudel Erspar⸗
nisse aus dem Budget verflossenet Jadre deraus jabt. Im Ganzen
ilso hätten Vor ereilung und Führung des Kriegt 800 Peillionen
ekostet. Zum Rücktransport der Truppen in die Heimath würden
iberdies noch 50 Mallzouen verwendet werden müssen. Die Amor⸗
isation und Verünsung dieser Summe bon 830 Villionen betrage
ährlich 45 Meillonen, und da nach dem Budzet von 1877 die
Ausgaben füt die Reichssould 108. Mllionen ausmachten, so
zrgebe es sich, daß durch den Krieg die russisbe Staaisschuld fast
im die Halite vermehri wurde. Falls die Türkei gemäß dem
Friedensvertrage von San Stefano die ihr aufecdlecten 300 Mil—
onen zahlen würde, so jänken die Kriegsaus. aben auf eine halbe
Misliaide, die jäh lichen Ziusen und Amortisalionen auf 30 Mil⸗
ionen herab. Ein Krieg gegen Eugland wuͤrde dem Clarenreiche
inzweifelhaft noch iheuret zuů stehen kommen
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        Rermischtes.

7 Die Augstb. Postzeitung schreibt: Die Gewehrfrage
für Bayern immer woch nicht erledigt. Vei dem Mausergewehr
haben sich neuerdings Mangel ergeben, welche durch ihr all gemeines
Jortommen geeigunet sind, die Schagfertialtit der dayerischen Armee
geradezu in Frage zu ftellen. Die Spiralfedern, welche die Ent⸗
sündung des Schusses bewerkstelligen, sind nämlich an den meisten
dieser Gewehre zu schwach und haufiges Versagen die Foige. Siärlere
Febern müssen jedenjalls beschafft werden. Osb Dies ohne weitere
—IXD— Zukunft lehren.
Die Doktorbauerin. Zur Beeidigung der Doktor⸗
zäuerin bhatte die Fürstin Fugger⸗Babenhausen zwei Pulmzweige,
die Großfurstin Konstantin ein Beileds⸗Telegramm und Erzogin
Flisabeid einen Kranz übeisch'cht. Ein Korrespondent besichtigte
die Sammlung von Geschenken, welche die Doktorbäuerin während
ihrer Praxis ethalten bat. Man findet da ein prachivolles goldenes
Follier, iim mit Perlen und Edelsteinen geschmucktes Medaillon von
der Herzogiu von Micklenburg, von der Großfüestin Konstantin
inen Giaube, Hoffvung und Liebe dorstellenden Schmuck; von
der Gemahlin des Hersogs Ludwig von Bayern einen Schmuck,
bon der Erzherzogin Eltjabeth zwei Geschmeide; von der Großfürslin
Vera ein Silber Serdice; von der Herzogin Cugenie von Würt⸗
semberg ein Kreuz, das die Verstorbene gewöhulich trug; von der
Brafin Fugger rin rerlengefaßtes Kreuz; dann Hunderte von
Diaceleis, Ringen u. s. w. Die russische Kolonie, welche Macia⸗
zruna alljahrlich bebdilerte, hat ihr mehrfach ein Aldum gewidmet.

pWannßheim. Die hiesige Straftammer hat am 9. d.
den Kaufmann H. A.ischüler von Grünftadt, zur Zeu in Mann⸗
heim, wegen einsachen Baukerotts zu 6 Wochen Gefängniß vervr⸗
— Oti. v. J. mit einer Ueberschul⸗
dung von 40,000 M. seine Zahlungen eingen UIt. Se ne Bücher
waren schcht geführt, und ar hatte auch unterlassen, die gesetzlich
borgeschriebene Veruidgensbilanz zu ziehen.

FWiesbaden, 9. April. Se. Majestät der Kaiser
jommt bestimmt am 23. d. M. hierher und zwar mit groͤßerem
Befolge als die vorigen Male. Die Dauer des Aufenthalteß
fierseibst ist vorläufig bis auf den —A

Mainz, 4. upru. Eine recht merlwürdige Illustrat on
unferer socialen Zustande liesert die Residenz Darmstadi. Dor!
haben fich näulich, wie bei uns in Mainz, in Fotge der Social
jesezgebung e ne Menge Privapfondhaäuser gebildet, daneben auch
rinige Gelddorlehensgeichäfte. Dieselben wichern zwar nicht, aber
fie nehmen 50, 60, 100 pCt. und das Volt, das sich in den Geist
der neuen Zeu nur sehzr iheilweise hineinfinden dann, nennt das
jimmer noo Wucher. Darin bat Darmfstadt wohl nichts vor den
abrigen Städien vorous; dagegen beñzt es eine Einrichtung zur
Delampfung des Wuchers, die wohl einzig in Deuschland dastehl.
xEa hat sich namlich dott ein Lynchverein“ gedildet, eine ganz
offen auftretende, sich Lonchverein nennende Gesellichuft, die den
—X allerlei Possen spielt. Es wurden Plaͤcate an
zie Häuser gekledt, es wurde in effigio gehentt und dergleichen.
Die Sache wird nicht eiwa gehein derrieben, sondern so offenkundig,
daß sie ihren Weq in die öoffennichen Blaätter gefunden dat. So
hringen die „Neuen H.ss. Voltksblätter“ folgende öͤffe atliche Anfrage:
Nagdem sich hier ein „Lynchverein, gegen die Wucherer gebildet
Jat, wird dieser Verein drmngend erfucht, in irgend einer Weise die
Anfrage zu beantworten, wie Beitritiserklärungen zu ermöglichen
sind, indem alsdann eine Massendetheiligung in sicherer Ausficht steht,
enn ameritamjsche Deißstande erfordern auch amerikanische Heilmittel !“

Frankfurt, 8. Apru. Ein I
hor mehreren Monaten durchgegangener Bürger schries aus der
Begend von Nizza, daß er sich, wenn sie ihm kein Geld shidten.
odischießenn müsse. Der als Antwort abgesandte retommandirte
Zrief enthielt die einfache Antwort: „Schieß dich todt!“

fFrankfurt, 10. Apru. Diese Woche kam der wohl
aoch nie dag wesene Fall vor, daß auf ein Haus mit Hof in Sachfenhau
jen, das versteigert werden sollie, noc nicht ein Pfennig geboten ward.

f Das diesjährige Osterproganm des Gymnasiuns zu Lieg⸗
niß bringt zum Schluß folgende, gewiße beachtenswerlhe Mahnung:
Zu Onern v. J. vollendeten von zehn Abitutienten des Gymna⸗
jums zwer die Prüfun übertaupt vicht, dier bestanden sie nicht
ind nur vier wurden für reif erklärt. Aus anderen Städten der
Provinz wurden ahnliche Pütungsergebnisse gemeldet; aus einer
Siodt wurde sogat derichtit, daß von 21 Oberprimanern nur
eben daus Zeucniß der Reife erlangt hatten. Auch aus anderen
Prov nen des Staates gingen ähnliche Nachrichten ein, so daß die
Ffenliche Mewung anfing, sich zu beunruhigen, und die Tages⸗
presse die Urjachen deeser betrubenden Erscheinungen besprach. Es
ohnte sich auch wohl der Mühe, diese Urfachen aufzu⸗
uchen. Der Schulmann weiß recht gut, wo sie liegen. In
vere nzelten Fällen wag Mangel an Bejäh gung und an Beruf für
eine gelehrte Laufraun die Ursache des Mißlingens der Prüfung
— Unglaubliche gesteigerre Genuß⸗
ucht uud die daraus herstommende Arbeitsfcheu unferer Jugend.

FEs ist umsoust, daß die Schule durch Lehte und Beispiel zu ernster
Arbeit anhält; außerhalb der Schule, nicht blos in Haus und
Familie, webt ein ganz anderer Wind. Wenn die Genußsucht
ünserer Jugend vom Hause auch nicht immer dirett gefördert wird,
d wird sie doch oft aus Schwäche geduldet. Es ist aber angesichtb
gret srautigen Foigen hohe Zeit, daß das Haus der Schule die
Zand reiche zu kraͤftiger Betämpfang diefes gefahrlichsten Feindes
juserer Jugend und Zukunft, damit nicht ein Geschlecht heran⸗
nochse, das, der Acbeit entfremdet und dem Genusse lebend, unfähig
st zur Erfüllung der täglich wachsenden Aufpaben im Staat, in
zer Gemeinde und in der Kirche. Ihre me sten Opfer fordert die
Henaßsucht allerdings erst nach der Schulzeit; wir, die wir mit
Theilnahme die weiteren Wege unserer früheren Schüler verfolgen,
vissen davon zu erzählen. Allein es ist dot wasr, aß der Grund
u 'ollem späieren Unheil früher gelegt wird. Mochten darum
Alle, die is angeht, vor Allem die Eltern uuserec Schuler, uns
zie Hand reichen zum Kampfe gegen die epidem'sich gewordene Ge⸗
mußsuücht und Arbeitsscheu der Jugend. Es handeit sid um die
Zukunft nicht blos unferer Sohne, sondern des Valerlandes, daß
ZJurger uöthig hat, die arbeiten wollen und tönnen.“

x Verflossenen Deenziag wurde in Grasse (Devartement
alpes⸗Vlarit mes) im Licrtationa wege die nunmehr unnüß gewordenen
gewe sgegenstäͤnde verkauft, welche bei dem dortigen Corrections⸗
ribunai disssher deponirt waren. Unter diesen Gegenltänden be⸗
anden sich auch einige, welche in dem nach der Flucht des Mar⸗
challs Bazaine von der Jusel Samte Vlatguerite eingeleiteten
groceßverfahr⸗ n eine wichtige Rolle spielten- Das Opeinglas,
urch welches der Marschall nach der Barke ausspähte, welche aub⸗
zedenden worden, um ihn 'n der Nacht der Fucht am Fuße des
Balles zu erwarten, wurde um 45 Frants —XXL
aserne Hachen, der an den Zelfen bej nigt war und den Strid
jielt, an dem sich der Flüchtling hinablneß. wurde mi 16 Franck
zerahlt. Dir Sirid selbst aber erreichte die hidchste Summe, namlich
255 Francs.

FEGin Stüchhen aus Ameriha. Is einer der belebieren
Straßen Philadelphia's wude ein neuer Hutladen erdffnet. Wohl
aaufer anzuiodden, ließ der Hutmacher sen Haus feuer roth
nstreichen. Das Mittel muß auch geholien haben, denn der Laden
vurde recht gangbar. Aber in Amerila ist die Cotcurtenz aujss
jochtte gefteigert. Kaum saß der Huimacher e nige Monate warm
n jeinem Neste, als ihm gerade gegenüder ein anderer Hutladen
röffner wurde. Zum Unterfchiede von dem rothen Huiladen ließ
er andere Hutmacher sein Haus himmelblau apnstreichen. Dagegen
onnte der Rothe nichts machen; aber nun kam Auzeige über An⸗
eige in den Zeitungen, in welchen der Blaue seine Waare heraus⸗
srich und die des Roihen herabsezte. Dazu tonnte Letzicrer nicht
dweigen. Er dlieb dem Blauen nichts jhnldig und dald waren
ie beiden Hutwacher in einen Zeitungettieg verwckelt, an dem dat
Hudlifum seine große Freude hatie. Man nahm sdemlich Partei
ur den Rothen oder für den Blauen, und daß derde Huimachet
hren Schaden dabei aicht hatten, lößt sich begtesen. Alles trug
züte entweder von dem Rothen oder von dem Blauen und —X
idrigen Hutmacher saßen trochn. Der Leser begiunt eiwas zu
ihnen und lommt wohl darauf, daß die Sache zwischen beiden
duimachern abgekartet war, um das Publikum auf sich zu lenken.
Qun, das wäre ein Schelmenstuch gewesen, we es auch in Eur opa
oriommen konnte, aber in Amerikanist man feiner. Mi der Zeit
tellie sich namtich heraus, daß es sich gar nicht um zwei Hut⸗
nacher handelte, sondern daß der Rothe und der Blaue eine und
giejelde Person war, welche zwei Laden und wei Firmen errichtet
iab nmit sich selbsi Händel in den Zeitungen angefangen hatte;
lles, um dem Geschäfte aufzudelfeu. Viu seiner Entlaronng hatte
un zwor die Kundschaft ein Ende, ader er hatte sein Schaͤfchen
m Trockenen und konnte ins Fausichen lachen.

Literarisches.

Bor einigen Wochen erwähnten wir in den Spalten unserts
Journals ein anerkennenswerthes literarisches Unterneumen, welcheh
ich die Aufnabe gestellt hat, die netesten Erzeugniffe uuser beliebe
esien zeitgeusssischen Schrifisteller im Gegeufatze zu den jetzt üblichen
nocm dohen, sich auf 46658 Mark pro Band belaufenden Bücher⸗
reisen, um den achten bis zehnten Theil dieses Betrages, namlich
u nur 50 Pfennig pro Band, zu dieten und so Jedermann, auch
dem weniger Bemittelten, die Auschaffung einer Pr'va biblrorhek zu
rmoͤglichen. Es st dies die von Hermann Schonlein in Stuttgart
—QB Bibliothek der Unterhaltung und des
Wissens“, deren zweiter Jahrgang 1878 in 18 vierwöchentlichen
tänden im Umfange von je 256 b's 288 Seiten, zum Preife
jon nur 80 Pfennig pro Band gegenwärlig im Erscheinea begriffen
si. Der soeben dei uns eingelroffene zweite Band gibt uns Anlaß,
auf dieses zeitgemöße Unternehmen zurück zu kommen, denn er
eigt, wie dec ersie, einen sorgfältig ge rahlten, mannigfalt'gen
Inhalt. Der Roman ist darin durch die meistethafte Atbeit des
sochbegabten Schrifistellerz Max v. Sch ägel: „Gepanjerie Herzen
ertreien, diesem reiht sich eine gidßere, im gleichen Bande ab⸗

— AJAJ—
——O—
        <pb n="217" />
        geschlossen? Novelle: „Daß Kind des Hasses“ von E. v. Dinclage
qan welche Erzaählung wir als eine der beften Leistungen dieser
herborragenden Schrisistellerin bezeichnen müssen. Hierauf“ folgt
ine Reide kleineret interessonter Beiträge: „Aus der Ziit des
Zunftzwonges“ von H. Scheube. — „Etwas von Sonnenfleden“
Joen A. Weidenthal. — „Der erste Gruß der neuen Heimath“,
in Bild aus dem Auswandere?leben von G. Schweitzere Mosen. —
Fin franzdsischer Schriftsteller als Kriegsheld“, eine Episode aug

Immobiliar—
Versteigerung.
Montag den 13. April

J. J., des Nachmittags um 2
Uhr, zu St. Jogbert in der
Wirthäbehausung von Heinrich
Schmitt, werden auf An⸗
tehen don:

J. Phitipp Weigand sen.
früher Schremer in Si. Jnube.t,
nun Gastwirth in Met wohn⸗
haft, in seiner Eigenschaft als
Theilhaber der zwischen ihm und
seiner verlebien 1. Ehefrau Ca⸗
rolina gebh. Zugschwerd bestan⸗
denen Gütergeineinschaft, wie als
gefetzlicher Vormund seiner mi⸗
orennen erftehelichen Todckter
Ramens Elise Weigaud;

LV. den g oßjäbrigen Kindern
zieser E eleuse, als:

1. Cael Weigand, Cafetier,

2. Friedrich Weigand, Wirth,

8. Philipp Weigand junior,
Wirth und

4. Ludwig Weigand. Kauf⸗
mann,

alle 4 in Metz wohnhaft,

und in Vollziehung eineß
unterm 23. August d. J durch
das hiefige kgl. Landgericht auf⸗
zenonimenen und durch das kgl.
Bezirksgerichh in Zweibrücken
anierm 25. September darauf
homologirten Familientaths · Be
qlusses

durch den unterzeichnesen, da⸗
mit gericht ch committ rten Rotat
det edid nten Nuzens wegen zu
eigen versteigert:

1Pil. Nt. 3776, 3777 und

3778. 1 Taaw. 21 Dej.
oder 41 a 22 qm cker
auf Scuiffelland, unte rin
Reichenbrunnerpfad, neben
Bernhacd August und Ww.
Peter Schmelzer.

Pl.Nr. 3442. 1 Taqw.
42 Dez. oder 48 à 88 qm
Ucker in den obersten Seyen,
neben Joseph Rees und
Ww. Johann Hager.
Pl. Nr. 3872. 66 Dej.
oder 222 49 qm Acket
in den Kasteler Rödern,
neben Peter Schmitt, Rent⸗
ner und Stolz, Bergmann.
Pl.Ne. 3977. 1 Tagw.
41 Dez. oder 48 24 qm
Ader in der Audell, neben
Joseph Fries und Joseph
Uhl, Bäder.

Pl.Nr. 3394. 42 Dez.
oder 144 31 qm Acker
lints in den Seyen, neben
Peter Schmitt und Peter
Schwarz.
Pl.⸗Nt. 3284. 1 Tagw.
10 Dez. oder 37 4 48 qm
Acker rechts in den Secheu,
neben Peter Lebonhardt Ww.
und Johann Schmelzer,
Bader.

Nieye 3172 62 5

oder 29 4 98 qm Acer
auf Schaftopf neben Josep
lemmer u. Franz Buser.
Pl.Ne. 3511. 95 Dej.
oder 32 a 87 qm Ackeei
in der 3. Pfuhlwieserah⸗
nung, neben Peter Johann
Schmelzer und Johann
Adam Beck Ww.
Pl.Nt. 3302 u. 33034.
66 Dez. oder 222 49 qm
Wiese in der Seyenw'iese,
neben Johann Sehmelzer.
Sodann auf Anstehen des
zenannten Philipp Weigand sen.
ind desfsen 2. Eyefraa Carslina
zeb. Herzer:

10. Pl.-Ne. 3437. 1 Taqw.
41 Dez. oder 48 42 4 qm
Adet in den obersten Seyen,
neben Adolph Jungflisch
und Peter Schmelzer Ww.
Pl.⸗Nr. 3245. 28 Dezʒ.
oder 9 a 54 qm Acker
rechts in den Seynn, neben
P ter Uhl und Johann
Seel.

Pi.Nc. 3312. 50 Dej.
oder 17 4 4 qm uckfer in
der 3. Pfuriw'ejerahnung,
neben Veter Joh. Schmelzer
und Johd. Adam Back Ww
Pi.Nt. 3168. 2 Taaw.
63 Dez. oꝛer 89 4 60 qm
Acket am Schaftopf, neden
Peter Udl und Joh. König
Pli. Ne. 37785. 42 Dej.
oder 14 4 31 qm Acker
auf Schiffe lland neoen Jak.
Schmin Ww. und Jalob
Schwarz, Mezger.

Vorbez⸗ichnete Liegenschaften

St. Ingberter Gemarkung

Das Nähere auf dem Ge—

—AXXX

5t. Ingbert.

Eauer, l. Notar.
FSeine. hochroihe, süße
Messina-Orangen
frijch angekommen vei

J. Mo»ters, St. Inabert.

9 —
ertrauen kann ein Kranker
nur zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airv's
Naturheilmethode, sich thatsachlich
dewährt hat. Daß durch diese Me
hode Aukerst günstige, ja faunenerre
zende heitersolge erzielt wurden, de
eisen die in den reich ilaftr. Vuche
— — —

Tgedructen zagrreichen Drigi—
ial⸗Atteste, laut welchen selbfi
oiche Kranke noch Hellnag fanden
ür die Hilfe nicht mehr moͤglich
chien. Es darf daher jeder Kranke
ich dieser bewährten Metbhode um
o mehr vertrautasvoll zuwenden
als die Leitung der stur auf
Bunsch durch dafur angestellte
pratrische Aerzte gratis erfolgt.
Näheres darüber —8* man in
dem vorzüglichen, 5344 Selten
tarken Werke: Dr. Uirh's Na⸗
turheilmethode, 1900. Aufl., Ju—⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
dio f irect franco versendet

dem Leben Alexader Dumas des Aelleren von Fr. v. Hirschberg.
— Das Theater in Japan“ von H. Osterland. — „SGiftige
Fischen, ein Kapitel aus der Raturgeschichte von H. H. Discus.
Den Schluß bilden eine Reihe lesenswerther Miecellen. Der Ge⸗
sammteindrude, welchen die Durchficht des Bandes hinterlößt, ist
der, daß dieses literarische Unternehmen nicht die Devise billig
und schlecht“ sondern „vbellig und gut“ jvur Grundlae hat.
—— üü—— —“ — — —— —⏑—“ —üüü⏑—⏑— —⏑—⏑— J —————,—,—,—,——————
FsIr vie Nedacnon verantwortlich; F. X. Demes.
—
appelstämme-Ver⸗ Säanmiliche Siamme und Ah ·
P put ist erun V abiaüddiur der Dstrikis genreinde
g u g Blieskastel gehörend, liegen auf
— —
⸗ im und Herbitzheim, sind g
ann Ite en m, Und eeen abzufahren und von
Nachmittags i ubr — boriuelider Qe ia. F
Wirihschast von Johanu dansel ZJZu bemerlen s. daß in Gers
u Gereham; p heim und Bliesdalteim an der
253 Slamnume —XX von Straße, eine Vierieissunde Ent⸗
15.d0 bie 6.00 fernunz von denm Lo erplatßz
dang⸗, und von 0.43 dieser Staͤmme Schneidesagmüh⸗
m bis O 11m Durch— len sind.
F I nebst Gersheim, 4. April 1878.
e een aen Das Buürgermeisteramt: 5
gebracht. J. Hausel.
Zur gefl. Nachricht
meinen geehrten Kunden, daß meine Niederlage in St.
Ingbert aufgehoben ist und bitte mich bei Bedarf in fer⸗
gen Herren⸗ und Knabenkleider, auch hi er mit einem
Besuche beehren zu wollen.

Die Preise sind so billigst gestellt, daß
die Unkosten der Bahu dabei herauskommen.
Consirmanden-⸗AMnzüge

in großer Auswahl.
Bestellungen nach Maaß werden schnell, gut und
billig ausgeführt.
Um verschiedenen Anfragen zu begegnen, bemerke, daß
ich auch
Tuche, Buckskins, Paletotsstoffen
und alle in dies Fach einschlagende Artikel der Elle nach
perkaufe und balte stets ein großes Stofflager.
B. Ackermann,
Zweibrücken, Hauistrake und Ecke am Müblaäßchen.

6

— —— ——

Serzollt franco Haus per Von.
fieler Fetibücklinge 60 —60 per seste M. 3,80
fJ. Spronen, 5 Pfund ca 200, 4 ste 2.75
ff. Sprotten, ca. 400 eine große Kisie 8,00
GBeräucherte Spdflundern, 20 St. p. RK., 8,25
Ft. geräuch. Lachsheringe 36 St. p. Kiste, 4,80
Dich. Gels aal, 5 Pfund 6,50,. 2 D. „ 1000
Kussische Kronsard nen, 10 PfundFaß, 3.,00

do. do. bei 83 Fässer 2,78
Echte Auchovis 4 oder Dir. 400
Isl. Fischtoulade, pikant, 10 Pfund-Foß, 4,00
Delic. Salzheringe, 200 Stück, per Faß, 300

do. do. bei 3 Fässer 2.75
ff. brab. reife Sardellen, 10 Pfund-Faß, 7,580
dolländ. Vollheringe, 30 St. per Faß, 3.28
ff. Delicateßheringe, 4 Liter ˖ D. B3285
ff. Bratheringe in 4 Liter⸗D. 525
Stodt oder Klippfisch, 10 Pfund⸗Collis 4.00
do. Origin.F. 90 Pjd. netto, 30 00
Frische Austern, 50 — 60 4550
Wirklich neuen Elbcaviar, per Pfund 1480
Ausgesucht ff. grobt. do., pir Pfund 2,20
Messina Apfelfinen, 30 St. pi. Kiste 3,26
Messina Citronen, 40 -— 45 St. pr. Kiste, 3,25
Alle Fleisch und Fischconserpen billigst.
Wiederverkäufern Tagesen gros Preise.
Kochte?epte, Preisliste gratis und frarco.
. l- Ce —n boi Hamburg
        <pb n="218" />
        Bekanntmachung.
t
* e⸗ 0
Militärs-Ersatzgeschäft für das Jahr 1878.
Musterung und Loosung der Militärpflichtigen, sowie Prüfung und Verbescheidung dey
Zurückstellungsgesuche von Militärpflichtigen, Reservisten, Ersatzreservisten und
Landwehrmännern.
Nach dem festgestellten Geschaͤftsplane wird die Ersaßlodimission für den Aushebungabezirk Zweibrücken in der Zeit vom 17.
April bis einschließlich 26. April nächstdbin — mit Ausnahme des auf den 10. April fauenden hl. Charfreitags, sowie der auf den
I. und 22. April fallenden Osterfeiertage — täglich Vormittags um 8 Uhr und Nachtnittags um 8 Uhr im Saale des Wirthbes
Maitin Schmide (Jägerslust) zu Zwesbriscen zusammentreten, um am 17., 18., 20., 28. und 24. Äpril die Mussterun g.
d. h. die Meffung und V fitation der Miluärpflichtigen, am 25. April die VBerbescheidung der Gesuqhe sowohl der
Militärpflechtigen um Zurüdstellung, als auch der Reservisten, Ersotzreservisten und Landwehrmänner um Versetzung hinter den letzten
Jahrgang der Reserbe, beziehungsweise Landwehr, und am 26. Aprü die Loosung vorzunehmen.
IL. Zur Musterung haben sich ein ufinden: I
l. am Mittwoche den 17. April nächsthin die Militärpflichtigen der Bürgermeistereien Rohrbach und Si. Ingbert.
2. am Donnerstage den 18. April nächsthin die Piiltarpfüchtigen der Bürgermeisiereien Ensheim, Ommersheim,

Bebelsheim und Bleekaffel. —A

am Samstage den 20. April nächsthin die Militärpflichtigen der Bürgermeistereien Aßweiler, Geisheim, Nieder⸗

würzbach, Nederauerdach, Einöd und Ernstweiler. * —

am Dienstage den 23. April nächsthin die Miliarpflichtigen der Bürgermeistereien Walsheim, Medelsheim, Groß⸗

steinhausen, Brenschelgach, Altheim, Mauschhach, Hornbach, Rimschweiler und Ixgein.

am Mit woche den 24. April nächsthin die Militärpflichtigen der Bürgermeiftereien Niederhausen, Knopp, Schmitts
hauusen, Reifenberg, Webenheim, Üritelbach und Zweibrücken.

Zu erscheinen haben alle im Jahte 1858 geboreden Militärpflichtigen, sowie alle Militärpflichtigen früherer Altersklassen, über
deren Diensipflicht noch nicht d⸗finitiv entschieden isft, das deißt, welche weder einem Truppentheile jur Ableistung ihrer gesetzlichen
Dien stpflicht überw'esen wmoch zur Eriotzreserve desiguirt, auch micht füt unbrauchdar oder unwündig zum Militärdienste erklärt worden
ind, voraus esetzt, daß die Mituanpftichugen Angedörige des deutschen Reiches sind und sich gegenwärtig im Ausgeoungsbezirke Zweihrüden
intweder douernd oder nur vorübergehend aufhalten. J

Von der Gestellungspflicht sind en tdunmndeen und hrauchen doher zur Musterungenischt zu erscheinern: —RP

1. die bereiis als Einjährige oder Dieiiährige freiwillig Dienenden, —

2. die von den Truppentheilen als Freiwillge Engagirien,

3. Diejenigen, deren Gefundheits zustond die peridniiche Geftellung unmöglich macht, z. B. Gemüthekranke, Blödsinnige, Zrüppel.
347), Die Unmöglichkeit des Erscheinens muß jedoch durch ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Attest eines
Atzles uvd der Gemeindedehöede bestätigt und muß das ärztiche Zeugniß überdies, wenn der ausfiellende Atzt nicht amilich
andgeftelst ist, von der Gemeindebehörde beglaubigt sein Wer an Eplepste (FalUl su chi) zu leiden vehauptet, halt anf eigene

Kosten 3 glaud zafle Zeugen ditfür zu stelen. —*

Diej⸗ nigen, welchen entwder wegen Ausbildung fur ihren späteren Lebensberuf oder wegen dauernden Aufenthalts im Auslande

Nusstand für das laufende Jahr oder länger bewilligt worden ist. J
..Alle zum Ericheinen bei der Mufterungebeepflichteeen Milrtärpfhichtigen früherer J ahrgäuge haben
ihre im borigen oder in einem früheren Jahre empfangenen Loosungssjschei'ne mitzubringen.

Milüdepflichtige, melche ungeachtet gegenwärtiger Bekanntmachung sich zur Musterung an dem oben für d'e betreffende Bürger⸗
meisterei; zu welder sie gehören, bestimmten Tagenni cht fellen oder dei Auerufang ihres Namens in Musterungslokale nicht anwesend
ind, werden gemäß 8 33 des Reichs-Milttärgesetzes vom 2. Main 1874 an Geld dis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu 3 Tagen
zestraft uad verlieren die Berechtigung arz der Loosung Theil zu nihmen, sowie den Anspruch auf Zurüdstellung und resp Befreinng
vom Militärdienste. Wer fich der eng böswillig entzieht, wird als uunsicherer Dienstpflichtiger be—
handelt, d. h. sofort zur Einstellung gebracht.

AII. Zu der am Donnerstage, den 28. Apru nächsthdin, Vormittags ftaltfindenden Prüfung und Verbescheidung der Gesuche
von Viilitärpflicht gen um Zurückstellung, sowie von Resetvesten. Ersatzresero st mund Landwehrmännern um Versetzung hinter den letten
Jahrgang der Reserve, beziehung-weise der Landwehr, haben diejenigen Personen, zu deren Gansten die Gesuche un Zurückhstellung von
Militänpflichtigen eirgereict worden sied, z. B. die Eltern“, Großeltern c. zu erscheinen, damit die Bezirks-Ersatzlommission selbst zu
heurtheilen im Siande ist, ob d'iese Personen wirklich arbeits-, beziehungsveise aufsichtrsunfähig sind oder nmagt.

An demselbe Tage, Nachmittags, werden die Listen gegeseingemit einander verglichen usd richtig gesiellt.

III. Am Freitage, den 26. 2pan näachsthin findet von Moegens 8 Uht an die Loosung statt. Den Mitilärpflichtigen ist es
sreigestelle ob sie zur Loosang persönlich erscheinen wollen oder nicht. Fur de abwesenden Militärpflichtigen wird ein Milglied der
Beziris: Ersotzlommission das Loos ziehen. J ——— 3

Alles dies wrd gemäß 861 Ziff. 2 der Militate Ersatz Ordnung au durch zur allgemeinen Kenntuiß gebracht.

ZIweihrükken, den 19. März 1878. .
Der Civilvorsitzende der Bezirks-Ersatzbommission 3weibrücken,
8Sohafer.

7
2*

———
ir. 15432
et Zeitungs
Preislste.

Die
„Deutsche Jagdzeitung“
Illustrirte Umschau
in den Revieren der Jägerei.

Nr. 1058
der Zeuungs
Brieisl ste.

Herausgegeben und redigirt von
Fr. von Ivernois in Eilenburg,
über welche kürzlich in diesem Blatte berichtet wurde, ist nicht mit
inderen Zeitschriften ähnlichen Titels, von denen mehrere existiren,
u verwechsein. Von sammnlichen Jasdzenschriften hat die „Deutsche
Jagdzeiung“ (Nr. 1043 der Zeilungs:Preisliste) das größte
Forman und d'e rechste Ausstattung. Im verflossenen halben
Jahre brachte dieselbe in zwölf Nummern 89 Illustrationen, also
m Durchchurtt mehr als 7 decselben pro Num ner und zwar me si
Driginalbildet. Die „PDeutsche Jagdzeitung“ ist na⸗
nenilich nicht zu verwechseln wit der „Illustrirten
Lagdzeitung“, die in Leipzig in kleinem Formate erscheint.

N
vĩei
mit Firma, zu Geschaftsbriefep
in achöünen veraierten
bonriften,
HOnOgra in mæe, Viaiten-
Kartom ete., werden rasch
iud billig angefertigt in der
Buoh- und Steindruokereoi
F. X. Demotæ.
dt. Ingbert.

—
Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preisfe der Stadt

Zweibrucken vom 11. April.
Weizen — M. — Pf. Korn
98 M. 886 Pf. Gerste 2reihige
d M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — Pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 7 M. 55 pf.
heu 2 V. 40 Pf. Stroh2
M. 20 Pf. Kartoffein 3 M.
10 Pf. Weißbrod 1 Kilog.
58 Pf. Kornbrod 3Kil. 78, 2 stil.
—AVD
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 97 Pf.
Paat Wec 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pjf. 2.
Dual. 60 Pj. Kaldfl. 66 Pf.
amfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
X
vedollion Druck und Verlag von gJ. 4. Demetz in St Ingoert.
        <pb n="219" />
        — * J * J J 7 * * 9 * J J

* 9 n e.r er — n cq er

— 2 7 J — 8 — &amp; * *

* — * — —

der St. Jugberter Auzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mil illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis vetragt vierteljahrlich

1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswarts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blaitjchrift oder deren Raum, NReclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 60. J J —— SEonntag / den 14. April ————— — — 1878.
7
Deutsches Reic.

Berlin, 11. April. Der Reichs« Anzeiger meldet: Se.
Maj. der Kaiser haben mit der Siellvertreiung des Reichskanzlers
nach Maßgabe des Gesetzes vom 17. Maärz d. J. im Bereich der
Justizverwaltung von Elsaß⸗ Lothringen den Staatssekretär im
Reichsjustizamt, Wirtl. Geh.Rath Dre Friedberg, in allen übrigen
Theilen der Landesbverwaltung von Eljaßz- Lothringen den Unter⸗
staatssekretär im Reichskanzleramt von Elsaß⸗Lothringen, Herzog,
zu beauftragen geruhte.. . ue 2
Berlin, 12. April. Die Nationalzeitung“ meldet:
Die nationalliberale Fraction beichloß in ihrer gestrigen Sitzung
einstimmig, die Einführung des Tabakamonopols abzulehnen. Die
Fraktion lehnte ferner die Vorausseßzung ab, daß eine anderweitige
Befteuerungsform des Tabals annähernd soviel einbriagen müfse;
als die Reichssregierung von dem Tabakmonopol erwariet. Die
Fraktion ist nicht grundsätzlich gegen eine Untersuchung über die
Tabakfabrikation und den Tabakhandel in Deunschland und die
Bewährung des entsprechenden Credits hierzu, will ihn jedoch aus⸗
drudlich uidt zur Vorbereitung für die Einführung des Mor opols
zjewähren, sondern in der Richtung einer Besteuerung, welche ohne
auf den Handel, den Bau und die Industrie des Tadals zerstörend

einzuwirken, eine ansehnliche Mehreinnahme liesern könnte.

aAausland. ———
Wien ,II. April. Der „Polit. Corresp.“ sind heute mehr⸗
sache Meldungen aus Bularest zugegangen üder starle rufssische
Truppenbewegungen in ganz Rumamen. Mehrere Punkte auf. dem
rumänischen Donau⸗Ufer, insbefondere Bragaline, Cretebei, Berceani,
Dobreni und Oiten za, sind von der xrussischen Arlillerie stark besetzt
worden. Die 11. russische Div'sion hat seit vorgestern wichtige
Pofitionen, namentlich Stationen der Giurgewo⸗Bularester Eisenbahn
besezt. In unmittelbarstet Nähe von Bularest findel ebenfolla eine
starte Concentrirung von russischen Truppen statt. Offendar ge⸗
schieht das zur Sicherung der Verbindung der in Bulgarien und
Rumelien stehenden russischen Armeen mit Rußland bei einem et⸗
waigen Krieg mit England, in welchem Fall die russischen Jufuhr-⸗
linien zut See unterbrochen wären. 9
London, 11. April. Die „Times meint, die Lösung
der Orientfrage sei während der lezten zwei Tage gicht sehr ge⸗
fordert worden. Die Differenz zwischen England und Rußland
beflehe noch unverändert. Unter Umständen gebe jedoch die Lage
noch die deste Hoffnung zur Dazwischenkunft eines Vermitilers.
„Times“ ermuntert daher Deutschland, sein Bestes zu thun, eine
Verständigung zwischen Rußland einerseits und Oeftetreich und
England andererseits anzudahnen. Wenn Bismarck Rußland be⸗
wegen könne, den Friedensverirag dem stongreß vorzulegen und im
ongresse den rückhaltloser Einwänden der anderen Mächte Gehör
zu schenken, werde der erste Schritt zum Frieden geihan sein. Ein
solcher Schritt sei nicht unmöglich.

e
7

München so gut wie getiroffen ist, und zwar soll ein Landgericht
nach Kaiserslautern, ein zweites nach Speier kommen; unenischieden
oll noch sein, ob nicht noch ein drittes in Landau zu bestellen
väre. Jedenfalls würden Frankenthal und Zweibrücken ihre Be⸗
irksgerichte verlieren. Für Speier (das bisher ohne Bezirksgericht
var), soll die Eigenschaft als Kreishauptstadt und das Stireben,
dieser Stadt, welche unter den Drangsalen früherer Zeitläufte
chwer gelitten hat und dadurch zurülgekommen ist, wieder eiwas
aufzuhelsen, den Ausschlag gegeben haben. Ludwigshafen und
deustadt, die sich auch als Concurrenten zur Aufnahme eines
zandgerichtes gemeldet hatten, sind leer ausgegaugen. Zweibrücken
ehält wahcscheinlich sein Appellationsgericht Oberlandesgericht); es
hweben noch Verhandlungen mit dem Großherzogthum Hessen über

»ie Einbeziehung von Rheinhessen in den Sprengel des Zweibrücker

Iberlandesgerichts; die Hessen sähen ek freilich lieber, wenn das

OAberlandesgericht für Pfalz und Rheinhessen nach Mainz käme.“
PBie viel an der vorstehenden Mittheilung wahr, wie viel falsch
st, läßt sich nicht sagen; jedenfalls ist zweifelhaft, daß eine solche
geränderung fofort beim Inslebentreten der neuen Gerichtsorgani⸗
ation staufinden wird. Dringend zu wünschen wäre es aber, daß
piejem Zustande des Hangens nud Bangens durch eine Aeußerung
hon maßgebender Stelle dald ein Ende gemacht würdhe.

f In Munchener Blättern liest man eine Annonce von
Ottilie Hohenester, „Nichte der sel. Amalie Hohenester“, wonach in
Rariabrung , Bad; und Curmethode in unveränderter Weiste
origeführt“ und die Session am 27. ds. eröffnet wird.
r.In Passaus siad' in« diesen Tagen Leute aus Wien
angekommen, um Arbeit zu fuchen; dieselben schilderten das Dar⸗
aiederliegen der Geschäfte in der Hauptstadt Oesterreichs als jamumervoll.
7Aus dem Elsaß wird berichtet, ein junger Freiherr v.
dlockler jei dieser Tage zum Secondelicuienant in der Linie er⸗
zannt worden: der erste Elsasser, welcher sich in Deutschland der
Pilitar· Catrieͤre zugewendet hat. Er hat sich einem badischen
kegiment überweijen lafsen.

7 Frankfurit, 8. April. Heule Vormittag wurde unter
zroßer Theilnahme der Componi Wilhelm Speyer zur Erde bestattet.

f. Aachhen, 4. April. Correlius Meyer, Müllet von
Frerebmühl, der seine Ehefrau vorsäßlich und mit Ueberlegung ge⸗
ödiet hat, ist heute hier zum Tode veruriheilt worden. 7
1JIn Bretlau finbet am 28. dis 30. Julied, J. das
ünfte allgemeine deutsche Turnfest stait, dei welchem eine sehr
Irotze Bethenigung erwartet wird, da mit ihm die dundertjährige
Bedentfeier des Turnvaters Fr. L. Jahn verbunden ist.

f Berlin, 10. April. Die Zadlungseinstellung der Stadt
Florem ist nach Nichrichten, welche der B. Borf.⸗tIig.“ zugehen,
eider vollendete Thatsache geworden. Noch am 1. d. Me waren
die zur Einldsung präsentirten Coupons richtig honorirt worden,
aber am folgenden Tage schon wurden die Zahlangen fistirt und
die flaͤdtischen Kassen geschlofsen. .»

27Paris, 9. April. Das Seinewasser ist soweit gefallen,
daß die Schiffahrt wieder beginnen konnitie.

7 Florenz, 81. Mäch. Heute wurde hier ein indischer
Prinz., welcher seit einigen Tagen mit großem Gesolge sich hier
aufhielt und gestern gestorben ist, nach den Gebräuchen seines Landes
derbrannt. Der Scheiterdaufen wurde am Ufer des Arno errichtet.
Die Verbrennung fand mit all der in Indien gebräuchlichen Feier⸗
lichkeit statt ··

Wie weit die Verschwendungssucht einer fashionablen Dame
gehen niag, zeigt ein Prozeß, der sich dor einigen Tagen vor einem
der Londoner Gerichtshöhe abspielsie. Mes, Thistleihwaile, die
Battin eines in London ansässigen reichen schottischen Grundbesitzers,
defsen jährliches Einkommen fich auf 20,000 Pfund Sterling be⸗
zifferd, hatte ihrem Manne kein Vermd en „ugebracht, dafüt aber
zine gewaltige Pafsfion für Putz und Juwelen entwidelt. Sie macdte
morme Schulden, die ihr Gatte stets bezahlie. Im Jahre 1870
aber, als er eine Schneiderrechnung seiner Frau im Betrage von

Bermischtes. . r

Die Mittwochs · Nummer des „Fr. Journ.“ vom 11. April,
enthält folgeude Cortespondenz: „Rus der Pfalz, 6. April.
Die Frage, ob und welche Veranderungen die bevorflehende neue
Berichtsorganisation in den Sitzen? unseret Bezirkagerichte (der
kuͤnftigen Landgerichte) bringen werde, wurde schon vor langerer
Jeit in den betheiligten Kreisen lebhaft erdrtert und deranlaßte die
Entsendung von Deputationen nach München, die aber wir dem
Bescheid vertroͤstet wurden, es seien noch diele Vorarbeiten nöthig,
bevor man an die Entscheidung dieset Frage gehen koͤnne. Danmt
deruhigten sich die erregten Gemulther. Eine Zeit lang glaudte
man auch, eb würden die bdestehzenden 4 Bezirksgerichte als Land⸗
gerichte an ihren Sitzen belassen werden, wiewohl iman sich micht
perhehlen konnte, daßz dann deren Sprengel inm Zusammenhalt mit
den Grundfätzen, nach welchen die neue Organisalton angelegt ist,
diel zu klein waäͤren. Runmehr verlautet, daß die Entseidung in
        <pb n="220" />
        ind ähnliche Liebhabereien jeiner luxutibsen Ehehälfte. Madame Ro⸗
alie, der das großt Conto ihrer fashionahlen Kundin Sorge zu bereiten
chien, wurde gegen Mr. Thistleihwaite klagbar, aber das Gericht wies
e Klage ab guts dem —8 Betlagier kraft des im Jahre
870 nie feinar Feou geschlossenen Ablkomment für die
eleiderschulden der le hiexen nicht hafibar sei und ein Gatte üder⸗
Jaupt nur für die nothwendigften Sebürfnifse seiner Frau Sorge
u tragen habe. Da Mis. Thistlethwaite nach Aussage ihres

Rannes niemals zu Hofe ging und auch, keine Balle und große
heselisdaften gab, ist es sost unerklätlich, wie sie im Stande war,

hruch 2000 bia 8000 Pfund Sterling fut ihrt Toiletie auszu⸗
geben. Um idre Lieferantin gegen schließlichen Verlust de zu

jellen, versicherte sie ihr Leben zu deren Gunften in Hoͤhe von
15,000 Pfund Sterling. Madame Rosalie, recto Mes. Schwaebe,

onslatirte vor Gericht, daß einige ihrer Kundinnen 2009 Pfund

Slerling einige 1000 Pfund Sterling und andere Iid' wenig

As 600 Pfund Sierling für ihre Toilette ausgeben.

m peee eeii s. X. Deme3.

—— —

. Sterbfalle

1. März. Heiurich, 2 M.

alt, S. von Heinrich Xylander.

3. Nathariua, 33. alt, T. b.
Valentin Gestier. Kath. Kiefer,

a8 J. alt, Wittwe von Joh.

Spengler. 8. Katharina Feicht⸗

zjer, 69 J. alt, Ww. v. Johann

Fofeph Uhl. 7. Erust, 9M.

AUt, S. von Johann Werner.

Thr'stian, B M. alt, S. von

Thristian Oberkircher. 10. Ka⸗

charina Jung, 36 J. alt, Ww.

don Jakob Feichtner. 11. Mar⸗

zareiha Andres, 765 J. alt, Ww.

von Georg Paul. 12. Carl

Schutz- 31J. alt, Ehemann v.

Wilhelmine Philippine Kuhn.

Maria, 5 J. alt; T. v. Jakob

Brauer. 18. Katbarina, 1 J⸗

M. alt, T. v. Peter Steinfeld.

klisabecha, 3 M. alt, T. von

Jakob Peters. 14. Peter. 11

M. alt, S. v. Johann Kneib.

Robert, O M. alt, S. v. Peter

Sieß. 15. Magdalena, 2 J.

2 M. alt, T. v. Georg Conrad.

xlisabetha, 10'T. alt, T. von

I J 8 Is. Joseph. 10

ä ν S M. all, T. v. Peter Doll. 17.
Auszug .* Theobald Hermann, 49 alt,

nuus den Registern des Standes⸗ Chbemann von Magdalena Kra⸗
amisbezirkes St. Ingbert pio mer. 18. Anna, 3 4. alt, .
ene an iss don Chriftoph Jautzer. 19.
8 —7 arz —8 —æ heorg,9 M. alt, S. v. Peter

A. Geburten: . Jos. Kermpf. 21.Elisabetha

1. Marz.! Georg Peter, S. Schwarg, 564 J. alt, Wituwe
. Rikolaus Maher. 4. Joseph. on G. Georg. 22. Ida, 1
s. von Carl Ehrhardi. O. Ka⸗ J. 11 M. alt, X. v. Ph. Koch.
harina, Ta v. Friedrich Konig. Maria, 2 J.1 m. alt, T. p.
tatharina Elisabetha, T. von Johann Schäffer. 24. Katha⸗
Johann Spantol. Elifabetha, ͤna, 8 J. alt, T. von Peler
T. p. August Müllern A0 Ma⸗- Joseph — Fischer. Peter 75 13.
ja, T.mb. Christian Schafer. d M. alt, S. v. Georg Staut.
5. Elisabelha, T. v. Ludwig 25. Maria Louisa, 7 J. alt,
Bries 6. Maria, T. v. Wilh. T. d. Christian Fichter. Sophia
crb. Mario Katharina, T. v. MNarig, LJ. M, alt T. p.
Peter Klasen. 9. Wilhelmina, Tarl Geher. 29. Jos. —
T. d. Peter Schlice I1.2 sta- 47 Ic alt, Ehemann von Karo⸗
hartina, T. von Michael dien. ina Weber.“ 80. Katharina,
Indceas, S. v. Johann Hitzelber⸗ 13. 3M. alt, T. v. Peter
ger. 14. Louise, T, don NRilolaus Jung. Anna Maria, v M. alt⸗
ipplinger. 15. Karb, Sa b. T. d. Georg Uhl. Maria,4
Peler Schwarz. 16. Nilolaue, M. alt, T ton Franz Marx.
—A 81. Katharina, 1J. 8 M. alt,
e nyn T. d. Franz Bohn.7
v Pel. Jos. Wagner. 18. —3. 323*
— Nilolaug Ewerle. St. Inabert, 11. Aben 1878.
Haria, T. v- Friedrich Ecerlein.
a s vdobeen Lna i Der Slandende amt e
—X Weiser. Euster. J
— — — — — —— — — —— — —
7 Redaltion Drud md Berlag ven F. X. Demeß in St Jugbert. 77
a Siezu Alluftrirtes Sonntaasblatt Nr. 18

Mobilien⸗ VyVersteigerung.
Miitwocqh, 17.“ April
nachsthin, Vormiltags 9 Uhr, zu
St. Ingbert in der Wohnung
der Gantschuldnerin werden auf
Anstehen don Carl Ambos, Ge⸗
schaftamann in Zweibrücken, als
hrobisorischer Verwalter der
Vantmosse der Sophie Horst,
Winwe des verstorbenen Schrei⸗
ners Jakob Bihy in St. Ing⸗
hert, die uachhin verzeichneten zu
dieser Gantmasse gehoͤrigen Mo—
biliargegenstände gegen jsoforiige
Baarzahlung dffentlich an die
Meisibietenden versteigert, als:
l Aleiderschrand, 8 Com⸗
mode, 5. VachttischeJ
Woschtisch; Z lange Tische
9 Siühle, 8 Kinderstühl⸗
den, 2 Wiegen, 20 Spiegel
in Gold⸗ und schwarzen
Rahmen — dies Alles ganz
neu. Ferner 1 Kllchen⸗
schrank⸗/ 1 Commode mit
Pult, 2 Stühle, 1 Gesellen⸗
und 1 Kinderdett, 1 Laden⸗
shele, 2 Scafte; dann 8
Hobelbonde, 12 Sagen, ca.
50 Schraubenzwingen und
sonsti ges Schreinerhandweil⸗
zeug nebst einem kleinen
WVorrath Leinöl und Lad
Si. Iuobert, 10. Arn 1878.
F Matar

—

1t WV
rontäginm'Saul.
Vorträge
Musikalisches.
— 59
Ein Stück Land⸗
ca. 120 Rathen, hinter meinem
elterlichen Haufe, ist auf 1oder
mehrere Jahre zu verpachten.
Seinrich Laur.
L. Jeden Bandwurm Au
mtfernt bimnen 84Stunden
polftändig schmerz⸗ und re
zbenso sicher beseitigt auch Bleich⸗
sucht Trunksucht, Magen⸗
pee —28
Bettnéssene und Flechten und
0 all. Arzz
crpenstedt (Preußen)·
pgemeine Wechsel
per St. 8 Pf 26 St.⸗ 50 Pf.,
sind zu haben in der
RVuch⸗ nuud Steindruckerei
M. X. MDα.
        <pb n="221" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— —
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöhentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wochentlich Viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierieljährlich

art 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

— —

MGl. Dienstag, den 16. April 1878.
— üä⏑
— ——
7
Deuisches Reich.

Mäünchen, 14. April. In einer gestern Abend abgehallenen
zahlreich besuchten Versammlung unserer Künstler wurde eine Ver—
vahrung gegen das Verfahren in Sachen der Pariser Ausstellung
heschlossen; es wird dieselbe an d'in „Hauptvorstand der deutschen
tunstgenofsenschaft“ in Berlin zue Uebermittelung an die Reichs⸗
egierung abgesendet werden. Ebenfo wurde ein von Professor
Znoll vorgeschlagenes Schreiben an den Reichskanzler angenommen
ind wird dasselbe, sobald es von den Künstlern unterzeichnet ist,
ibgesandt werden.

Ausland.

Wien, 14. April. Der Berliner Correspondent der hoch⸗
offizibsen „Mounlagsredue“ sagt, die Arbeit des ehrlichen Maklers
sei keine ieichte; seine Vermiltlung werde allseitig gebilligt, finde
sedoch nicht jenes Entgegenkommen, auf dessen Grurd eine erfolgreiche
Bermittlung ollein möglich. Fürst Bismarck allein kann nicht die
Joldene Brücke bauen, welche Rußland aus dem Haupiquartier von
San Stefano in den Conferenzsaal führt. England hat echt kauf⸗
männisch sehr viel gefordert, um viel oder einiges zu erlangen;
zAlenfalls muß Enzland seinen Vorschlag präciser fotmiren oder
eine Conferenz ermöglichen, sonst erübrige nur noch ein Appell an
die ultima ratio. (Deutsches Montags⸗Bl.)

Pest, 14. April. Haldamilich wird versichert, die Pntente
rordiale zwischen Wien und Petersdurg sei retablirt. Die Russen
verden die Aluta nicht überschreiten, also die kleine Wallachen nicht
derühren. In diplomatischen Kreifen verlautet, die russische Antwort
ei in jeder Beziehung entgegenkommend. Raßland erklärt seine
Zereitwill'gkeit, eine Grenzrevision füt Bulgarien, sowie rine Ab⸗
rürzung der Otkupation eintreten zu lassen; ferner anerkennt Ruß⸗
and die Berechtigung der öͤsterreichischen Forderung, eine Schutz⸗
jerrschaft im Westen der Balkanhalbinsel auszuüben. Bezüglich des
Fongtesses verlautet, daß Deutschland in der rassischen Erklärung,
aile Fragen zur Diskussion zuzulassen, ein genügendes Entgegen⸗
ommen finde und hoffe eine versöhnliche Haltung Englands herbei⸗
uführen.

Paris, 14. April. Das „Journal ojficiell“ sagt in einem
Fntrefi et, daß die am letzten Sonntag von der „Agence Havas“
deröffentlichte Rote, betreffend die Unabsetzbarkeit des Generalstabschefs
der franz. Urmee, weder aus dem Cabinet des Kriegsministers noch dem
Jes Generalstabes herrührte. Der Artikel fügt hinzu, daß kein Minister
neben sich eine Persönli4keit von gleicher V.rantwortlichkeit dulden
önnte. Der sensutionssüchtige ‚Gaulois“? erzählt seinen naiven
Lesern ganz ernsthaft, Gamdelta habe durch SaintVallier der
deutschen Regierung den Vorschlag machen lasser, Metz an Ftankreich
wieder abzutreten, gegen die Zusicherung der französischen Neutralität
—
Der „Gaulois“ sagt, Bismard habe Anfangs Gambeita's Avancen
zurückgewiesen, jezt aber (höct!), Angesichts der feindlichen Haltung
Englands, häulen die erneuerten Versuche einige Hoffnung auf
Erfolg. (Als Curiosum wirklich nicht übel. D. R. d. D. M.Bl.)

Rom, 14. April. Berliner Privatdepeschen besagen, Fürst
Bismarck habe in London und Wien drei Bedingungen aufgestellt,
che er sich dazu herbeilasse, Rudland zu überreden, einem Congiesse
die Erischeidung zu überlafsen über die Territorialveränderung,
welche der Verrrag don San Stefano ausspricht. Diese Bedingungen
eien: 1) Räckgabe Bessarabiens an Rußland gegen die Dobrudscha;
2) Ausdehnung Rußlands in Asien bis einschließlich Erzerum; 9)
die Kriegsentschädigung ist undiskutirbar, weil dieselbe lediglich eine
ürkisch⸗russische Angelegenheit ist. — Der Papst beabsichtigt einen
zweiten Brief an den deutschen Kaiser zu richten, in welchem zwar
nicht die Aufhebung der Maigesetze verlangt wird, wohl aber der
Wunsch vorgetragen wird, stillschweigend eine Nichtanwendung der⸗
elben eintreten zu lassen. Der Vatikan würde dagegen alle Zu⸗
Jeständnisse in Personenfragen gewähren.

Vermischtes.

7 St. Inabert, 15. April. Wir brachten in unserer
Nr. 54 vom 3. ds. eine kutze Notiz, daß die hiesige Ocarino⸗
Besellschaft“ in nächster Zeit ein Concert auf diesem neuen italie⸗
aischen Musikinstrument geben wolle. Heute sind wir im Stande,
ziese Nachricht bestätigen zu können, da dasselbe, wie wir aus
Acherer Quelle vernahmen, bereits auf Sonntag, den 28. ds., den
veißen Sonntag, festgesetzt ist. Das Programm verspricht ein
zeichhaltiges zu werden und soll größtentheils aus Ocarino· Piecea
bestehen.

Wer die Schwierigkeiten kennt, unler denen die hier aus 11
Mann, meistens Dilleltanten, bestehende Gesellschaft zu Stande
tam; wer ferner weiß, wie schwer es für die Arrangeure war, die
Stimmen so richtig zu vertheilen, daß eia wohlklingendes Ensemble
auf dem doch gänzlich unbekannten Instrumente zu Stande kam,
vird die heutigen Leistungen der jungen Gesellschaft für die kurze
Zet ihrer Uebungen nur bewundern. Wir hatten kürzlich in einer
Zrobe Gelegenheit, uns davon zu übderzeugen und müssen dabei
ioch gestehen, daß die Ocarina im Zusammenspiel eine liebliche,
arte Musik, ähnlich der, einer größeren italienischen Orgel ergibt.

Wenn uns das Programm bekannt sein wird, werden wir an
dieser Stelle weiter über das Concertprojekt, dem wir im Voraus
in gutes Prognostikon stellen, berichten. Schließlich sei noch be⸗
merkt, daß es durch Clabier⸗ und Violin⸗Vorträge z veier auswär⸗
iiger, hier bekanaler Künstler, sowie durch einige Gesangvorträge
hiesiger Herren unterstützt sein wird.

— Die Pollichia, ein naturw'issenschaftlicher Verein
der Pfalz, gedenkt am Donnerstag nach Ostersonntag ihre diesiährige
Wanderdersammlundg in unserer Stadt abzuhalten. So
ziel uns bis jetzt bekannt ist, hat sich bereits ein Lokal Comitee
gebildet, das sich zur Aufgabe gesetzt hat, die hdiezu nothwendigen
Arrangements zu treffen. Die Verhandlungen follen von Vor⸗
nittags 11 Uhr an im Grewenisg'schen Saale stattfinden, an
ziese soll sich ein solennes Festdiner in dem jetzt vergrößerten Saale
des Conra d'schen Hotels reihen und Abends soll die Gesellschaft
„Harmonie“ zu Ehren der Festgäste ein von der rühmlichst be⸗
'annten Burkhard'schen Capelle ausgefühttes Concert mit ausge—
vählsen Programm in Aussicht gestellt haben. Wir zweifeln nicht,
»aß das Comitee Alles aufbieten wird, am den Gästen den Aufent⸗
zalt in unserer Stadt so angenehm als möglich zu machen.

fSt. Ingbert, 186. April. Wir wollen nicht versäu⸗
nen an dieser Stelle die Aufmerksamteit auf ein Kinderspiel
zu lenlen, das in seinen Folgen oft eine er nste Gefahr
ür Gesfundheit und Leben der Kinder dirgt. Das Spiel, welches
vir im Auge haben, ist das „Seilspringen'“, das beson⸗
)ers von 6— 12jährigen Mädchen auch in unserer Stadt mit
zroßer Vorliebe gelbt wird. We wir hören, war längere Zeit
in Mädchen dahier (Namen wollen wir keine nennen) an den
Folgen des Seilspringens erustlich krank gelegen. Sogar der vor
iniger Zeit eingetretene Tod eines andern Mädchens wird auf
as Seilspringen zurüdgeführt. Auch aus Saarbrücken wird der
Tod eines Kindes als Folge dieses Spiels gemeldet. — Es seien
ziese Fälle allen Eltern eine ernste Warnung, dem Seilsprungen
hsei ihren sindern, etwa durch den Kauf eines Seiles, keinen
VBorschub zu leisten, es vielmehr mit allem Nachdruck zu vecbieten.

FZweibrücken, 15. April. Gestern (Sanndag) Vor⸗
nittaz gegen 3 11Uhr entsprang aus dem hiesigen Bazirksgerichts⸗
efängniß der wegen Nothzucht in Untersuchung gezogene Ludwig
Beber von Hornbach. Er setzte über die Mauer am Exercierplatze,
jog dann um die katholische Kirche, eilte durch die Schulallee, die
jeue Vorstadt und den Kreuzbeig hinauf, von dessen Höhe er sich
ann rechts in die sog. Bombach wandie, wo er in dem dorligen
WBäldchen von der ihm nagsetzenden Gendarmerie unter einem
Feljen versteckt aufgefunden, arrelirt und in Gewahrsam zurück—
rRebracht wurde.
        <pb n="222" />
        Kaiserslautern. Das k. Polizeigericht dahier hat
am 13. ds. den veranfwortlichen Redakteur der im Verlage des
Herrn Ph. Rohr erscheinenden „Pfälzischen Volkszeitung“, Herrn
A. d'Angeld, wegen Beleidigung des Herrn Lehrer Weiß dahier
zu 6 Wochen Gefaͤrgniß verurtheilt und die Veröffentlichung des
Urtheils in den drei hiesigen polit. Blättern verordnet. Die Klage
des Herrn Weiß war veraulaßt durch den im Unlethaltungsblatt
des genannten Blattes, im sog. „Hannewackel“, gegen ibn erhobenen
Vorwurf, als habe er auf der pfälz. Geflügeluusstellung ein Ei
gestohlen, welche Behauptung durch die Zeugenaussagen als gänzlich
unwahr erwiesen wurde. In der nämlichen Sihung wurde ein
Mechaniler, Namens Wilh. Hack, welcher ein im „Hannewackeel“
abgedruchtes Lied: „Wer hat das Ei gestohlen“ ꝛe. auf der Straße,
während Herr Weiß vorüberging, gesungen hatte, gleichfales wegen
Beleidigung dieses Hetrn zu 14 Tagen Gefängniß verurtheil!.

PSpeyer, 13. April. Nach einer durch das Reichs
kanzleramt dekannt gegebenen Mittheilung des Vorsitzenden des
Tentraidirektoriums der Vermessungen im Preußischen Staate, kgl.
preußischen General:Feldmarschalls Grafen von Moltke, vom 9. v.
Mts. sollen zum Zweck der von der trigonometrischen und topo—
graphischen Abtheilung der Landesaufnahme projeltirten Aufnahmen
in diesem Jahre unter Anderem auch im bayerischen Staatsgebiete
und zwar auf den Straßen Worms ⸗Spyer Germersheim Lauterburg,
zum Zweck der Schließung der Schleife Bingerbrück- Saarbrücken:
Saargemünd Lauterburg-Mainz trigonometsrische Feldarbeiten, etwa
zon Mitte April ab, zur Ausführung kommen. Auf diesen

Thausseen würden von 2 zu 2 Kilomeiern Fixpunkie zu errichten
ein, wie dieselben in Preußen zur Anwendung kommen, Granit⸗
teine mit eingelassenen eisernen Bolzen, wilche auf den Straßen
neben die Kilometersteine gesetzt werden. Die bei diesen trigono—
metrischen Arbeiten thätigen Dirigenten, Offiziere, Trigonometer
ind Hilfstrigonometer werden unter dem Befehle des Majors a
ia suite des Generalstabes der Armee, Sqreiber stehen, welcher
nit der Führung der Geschäfte des Chefs der trigonomerrischen
Abtheilung der Landesaufnahme beauftragt ist. (Sp. 3.)

Der „Augsburger Abendzig.“ wird aus Müunschen von
kompetenter Seite“ berichtet, daß der aus dem , Frankf. Journal“
n das genannte Blatt und in mehrere Pfälzische (auch in unser
Blati) übergegangene Artikel, welcher die bevorstehende Gerichts⸗
»rganisation der Pfalz, sowie die angeblich hiermit in Zusammen⸗
hang stebenden Verhandlungen mit dem Großherzogtbhum Hessen
detrifft, in allen diesen Theilen auf Erfindung beruht.

o⸗ ·n ⸗k.
Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
derren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
ts handelt sich hier um Original-Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗-Ge—
binnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
ebhafte Betheiligung voraussetzen läßt. Dieses Unternehmen ver ient das
wolle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten siad und auch
orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

— EEE—
—
Neustadter
Kunstmehl Nr. 0
pfertP Zepp.
Ostermontag
Janzmusik
Quirin
Rentrisch.

Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.

ei

Wirthschafts-Eröffnung.

Ich beehre mich, einem hiesigen, wie aus—
oärligen Publitum mitzutheilen, daß ich heute
n dem gegentiber dem neuen Bahnhofe gelegenen
öhl'jchen Hause meine Wirthschaft eröffnet habe.

Hochachtungsboll
Franz Köhl, Ackerer und Wirth.

Prämiirt Hannover 1077. Kassel 1807.
Osterkuchen.
SZtollen, Butter⸗, Zucker- und Zimmetkucher, Sandtorten, Topi,
Zopf- oder Radonluchen, Bretzeln, sowie alle H fengebäcke sind
chnesl und leicht, ohne Hefe und ohne aufgehen zu lassen, mitlels
2 e 7 8 2
Ciebig's selbstthatigoen Backmehls
Jerzustellenn Recepte sind jedem Packet beigegeben.
Finen delicibsen Feiertags-Nachtisch bereitet man mit
2 239 2
Fiebig's Puddingpulver
und stellt damit ohne weitere Zuthaten, als Milch und Zuder,
einen Pudding in Vanille, Mandeln oder Chocolade her. —
Gebrauchsanweisung bei jedem Packet.
Niederlage bei
85. Klinck in St. Ingabert.

200 21248
Einjũuhriges Nilitür Examen.
Die KRerechtigung zum einjährigen Militärdienst
vird am sichersten dareh die Abiturienten-Prüfung des In-
ternational Lehriünstiütuts (Brlass des Reichskanzler-
amtes vom 23. März 1874) erworben und wurden für das
dritte Mal schon 5sã m mi‚eo Abiturienten dieser berech-
sigten Anstalt (diesos Jahr 12) für bestanden erklärt. — Be—
ʒzondere Vorbereitung für das einjahrige Militärexamen in
Harlsruhe, welches schon 228 2Zöglinge der Anstalt dort
bestanden. — Näaheres bei der Direction in Rrucehsal.
IH. 61760
edaktion DTruck und Verlag von

Sommer Ein Stück Land
3 il Xx Ic 1 — Ica. 120 Ruthen,. hinter meinem
neueste Dessins, ellerlichen Hause, ist auf 1 oder
mpfleblt billigst mehrere Jahre zu verpachten.
MP. Jepp. Heiurich Laur.

wman biete dem Glüeke die Hand?

D R.Mark
Jaupt-Gewvinn im gunstigsten Falle bietet die allęærneueste
zrosse Geéld-Verloosung, welche von der hohen Regierung
zenehmigt und garantirt ist.

Die vortheishafte Pinrichtung des neuen Planes ist derart, dass
m Laufe von wenigen Monaten durch 7 Verloosungen 49, 600 Ge-
winnmne zur sicheren Entscheidung kKommen, darunter befinden sieh
Jaupttreffer von éeventuell R-M. 375, 000 speciell aber
Gewinne. ewinn à . 12,000
Gewinn aà b. 123,000 Gewinne a M. 10, 000
Gewinn aà . 80,000 Gewinne a II. 8000
Gewinn e A. 30,000 Gewinne aà M. 5000
Gewinn —* 30,000 Gewinne a N. 4000
Gewinn 0,000 Gewinne aà MA. 2400
Gewinne 6,000 Gewinue aà M. 1200
Gewinne a 30.000 621 Gewinne a M. 500
Gewinne aJ,. 23,000 700 Gewinne a M. 2530

Gewinne a I“. 20,000 28.015 Gewinne aà M. 138

s Gewinne aà M. 15,000 ete. ete.

Die Gewinnziehungen sind planmässig amtlieh festgestellt.

Lur nüchsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom BStaate
carantirten Geld-Verloosung kostet

ganzes Original-Loos nur Mark 6
kalbes 3
viertel v II/

Alle Anftrüge werden sofort gegen Finsendung, Posteinrahlung
»der Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt
und erhült Jedermann von uns die mit dem Staatswappen verschenen
Driginal· Loose selbst in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gra-
is beigefügt und nach jeder Ziehung sendon wir unseren Interessepten
inaufgefordert amtliehe Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
larantie und kann dureh directe Zusendumgen oder auf Verlangen der
Interessenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen
deutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glücke begünstigt und hatte sich
lieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der
ersten Haupttresfer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten
lirect ausbézahlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der oliddenten
RaAsis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
igung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und hitten vir daher.
um asle Aufträüge ausführen zu können, uns die Bestellungen baldigst
und jedenfalls vor dem 15. Mai d. J. ukommen ꝛ2u lassen.

IcuPν Simon,

Bank-und wechsel-Geschaft in Hamburg

Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdarch für das uns seither geschenkte Vertranen
und indem wie bei Beginn der neuen Verloosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, dureh
stets prompte und rcelle Bedienung die volle Zufriedenheit
apserer geehrten Interessenten zu erlangen. D. O.

F. x. Demeß in St Ingbe⸗:
        <pb n="223" />
        J 22 22322 22

— —27 552 —

3553 35337c35— 523 38BB57—3333—53723228 535555553

— *—* 53 — —— 32 2 * 5*5S2 8B — * —A — ——

—A — 5— * — — D 5222 —S 52 — 522 * * *
— —— — 255—5—323. 325238 7 5555535 53838*

* * — — J —2 —328
238 3758758 c55 7 — 3 3—35333— 23353338 35—3*
— 3 — 52 22 E
3885 32355573 553 32 2358

23 8 2857 2 *52 * — — 2 8 553 — 2 ——
—X 2352306* 535463 — 528 5 3223235328 — ——
2 — — — S2 7 — — BIe S— wE —2222 2 525 28S* 2*
325* 35 3 — *3 33 2 253855353 52232
2 — 22 *

A s8775353385 32 3333—3355 z53353568 —A—
— — 2 — — *
5 735353535 52853 53—3385—8733 338 288
533853 35225833353 53 23356 553333 —A —
——35453532855 553533 J 383— 555 323382 —V—— —55833

5z32 — * * 535325— 5525252323 — — 3 —
3 8 3333 328735 335338338383*

8 * 5 8 —8 22 — 8 C 2 52 258 3
— 2 333353— 53383 83 335385
— —3— 3 —35 23 325—5833 52582 — ———
——5—z5333332555 2 528 5 5828 25 EIM 5332552607
— ——— 23852 ———
A 25 —3525—56 33535323 — — 5222 — 5Eñ644 —
552583 2723633— z3 —5382335, 5235 —252323232355 5335
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528*22 3 53 826 *. 2* 3 *38836235 *6
—
33 5332835 35 3 8833558
532 32528 — 522 z3533,353538 558 552.2
532333 68 6555. 33 — 333 453835 532 *2
—A 2555 38335333—855 833333353538
253 2 5 72 727 ?3 32332525. 5— 533533353233

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        St. Ingberler Anzeiger.
Oer St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Wei—⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsépreis beträgt vierielshrlich

1Mark 40 R.⸗Pfe. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrüt oder deren Raum, NReelamen
mit 30 Pig pro Zeile berechnet.
M 62. Donnerstag, den 18. April 1878.

Deulsches Reich.

Mänchen, 16. April. (Zum Reichstaftpflichlsgesetz.) In
Bezug auf die Haftpflicht eines Fabrik-, Bergwerls⸗, Steinbruch⸗
oder Grubenbesitzers für einen beim Betrieb herbeigeführten Unfall
hat das Reichsoberhandelsgericht in Uebereinstimmung mit seiner
bisherigen Rechtsprechung ausgesproch ·n, daß bei zusammentreffendem
Berschulden des Verunglückten und des Betriebsleiters die Schuld
des letzteren gegen die des Verunglückten abzuwägen ist und daß
ein Ensschädigungsanspruch auf Grund des Reichshaftpflichtsgesetzes
in jedem Falle dann nicht begründet ist, wenn der Verunglückte in
frevelmüthigem Leichtsinne gehandelt hat, während dem Betriebs-
leiter eine berhältnißmäßig unbedeutende Verschuldung zur Last fällt.

Berlin, 16. April. (Zur Steuerfrege.) Dem Vernehmen
der „A. 3.“ zufolge hat Fürst Bismarck die preußischen Ressort⸗
minister aufgefordert mit besonderer Rücksicht auf die ihnen unter—
tehende Verwaltung Steuervorschläge zu entwerfen und dem Staats-
nministerium vorzulegen.

Berlin, 16. April. Die „Nordd. Allg. Zeitung“ bört
mit Bestimmtheit, daß über die von der Presse vielfach erörterte
Ernennung des Kronprinzen zum Regenten von Eisaß-Loihringen
in Regierungskreisen Erwägungen überhaupt nicht stattgefunden
raben.

Berlhin. Der Ausschuß des Bundesraths für Handel und
Verlehir hat, einem Antrag der preußischen Regierung entsprechend,
dorgeschlagen, von einer einheillichen Regelung des Apothekerwesens
durch Reichsgesetz zur Zeit noch abzustehen, weil die Frage, ob das
Concessione prieip oder das Princip der, wenn auch beschränkten
Niederlassungsfreiheit anzunehmen sei, noch nicht hinreichend geklärt
sei. Der bayerische Bevollmächtigte war gegen das Verschieben
und erklärle, in d'esem Fall behalte sich Beyern vor, wenigstens
im eigenen Lande die Sache dem Bedürfniß entsprechend zu regeln.
Der württembergische Bevollmächtigte sprach sich für Niederlassungs⸗
freiteit aus und behielt seiner Regierung gleichfalls das Recht vor,
gegenüber hervorfcetenden Mißstanden das Nöthige vorzukehren;
wogegen der preußijche Bevollmächtigte bemerkte, ein gesetzgeber sches
Vorgehen decr Einzelstaaten würde der Lösung der schwebenden
Frage nicht förderlich sein.

Die Commission des Reichstazes für den Neichshaushalt hat
zen ihr zur Vorberathung überwiesenen Entwurf eines Gesetzes,
detreffind den Spielkartenstempel in drei Punkten wesentlich abge—
indert. In 8 1 hat die Commission- beschlossen, daß die zur
Reichskasse fließende Stempelabgabe für jedes Kartenspiel von 36
ader weniger Blättern nur 80 Pf. (nicht 50 Pf., wie die Regierungs⸗
zorlage vorschlägt) und für jedes andere Spiel nur 80 Pf. (nicht
1M.) betragen soll. Von dem Zeitpuntte aß mit welchem das
Besetz in Wirksamkeit tritt — es ist dafür der nächste 1. Juli in
Aussicht genommen —, ist der Gebrauch von anderen als mit deck
Reichsstempel versehenen Spielkarten nicht weiter gestattet. Karien⸗
fabrikanten und Händler und Indaber öffentlicher Lolale haben bei
Vermeidung der in den 88. 12 und 14 verordueten Strafe ihren
Besammtvorrath an Spielkarten der Steuerkbehörde nach näherer
Vorschrift d.es Bundesrathes anzumelden. Auf die zu entrichtende
Reichsstempelabgabe ist der Beirag det von den nachzustempelnden
Karten bereits entrichteten landesgesetzlichen Abgabe abzurechnen.
Andere Personen können die beim Inkraftreten dieses Gesetzes in
hrem Besitz befindlichen ungestempelten oder mit einem geringeren
dandesstempel als dem Reichsstempel versehenen Sp'ielkarten inner⸗
halb einer dreimonailichen Feist bei der Steuerbehörde mit dem
Reichsstempel versehen lassen. Sie haben dabei in densenigen
Theilen des Bundesgebiets, in welchen keine Besteuerung der Sp'el⸗
arten bestand, die im 8 1 bestimmie Abgabe, im übrigen Bundes⸗
gebiete nur den etwaigen Mehrbetrag dieser Abgabe über die ent⸗
richtete Lardesstäuer zu erlegen. Ueber die Theilung des Ertrages
der Nachsteuer zwischen der Staatskasst und den Hossen der einzelnen
Bundesstaaten soll der Bundesrath entscheiden. Im Uebrigen soll
edem Bundesstaat 5 pCt. der in seinem Gebiete zur Erhebung

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gelangenden Stempelabgabe von Spielkarten an Erhebungs⸗ und
Berwaltungskosten vergütet werden.
Nusland. J

London, 17. April. Eine Spezialausgabe des „Echo“
rfährt aus guter Quelle: Graf Schuwalow gab heute Salisbury
zie befriedigendsten Versicherungen. Der Zufammentritt der Vor⸗
onferenz ist gesichert.

London, 16. April. Ein Telegramm der „Times“ aus
Wien von heute meldet, Großfürst Nikolaus werde nach Petersburg
urückkehren, nachdem er in San Stefano durch General Totleben
rsetzt worden sei. Dieser Wechsel werde als eine Maßregel der
Bersöhnung aufgefaßt.

London, 16. April. Die „Times“ meldet aus Peters⸗
hurg 15. April: Heute fand ein freundlicher offiziöser Meinungs⸗
iustausch zwischen den Kabineten von London und Petersburg
tati. Ersteres erklärte, es wünsche aufrichtig eine friedliche Lösung,
hmliege die Absicht ferne, den Unterhandlungen unnöthige Hinder⸗
nisse zu bereiien, es wünsche lediglich, daß der ganze Nerlrag dem
dongresse vorgelegt werde. Das russische Kabinet hält ebenfalls
in seiner früheren Haltung fest und weist auf Gortscakow's Pro—
nemoria hin als ein Beweis seiner Bereitwilligteit, selbst die Dis⸗
ussion der wichtigsten Vertragsbestimmungen zu gestatten. J

Wien, 16. Aprik. Die „Polit. Cotresp.“ meldet aus
Bukarest: Die Arbeiten zur Beseitigung der Hindernisse der Schiff⸗
rahrt auf der Donau sind vollendet. Zahlreiche Scheffe befahren
eteits den Strom an allen Stellen. Bratiano ist gestern in Bu—⸗
arest eingetroffen. — Derselben Correspondenz wird aus Kopen⸗
sagen gerüchtweise und unter Vorbehalt mitgetheilt, England hätte
n Stockholm Schritte gethan, um Schweden zu bestimmen, auf
ser Insel Faroe in der Ostsee die Errichtung e nes Stations⸗ und
Depotplatzes für die britische Marine event. zu gestatten.

Paris, 16. Apcil. Die Regierung beschloß, es dem kaiser⸗
lichen Prinzen nicht zu gestatten, während der Ausstellung nach
Paris zu kommen. — Die antirepublikanischen Blätter verlangen
jeute Aujschlüsse von der Repubkque Francaise“ über Gambelta,
da sie bei der Behauptung bleiden, derselbe sei nach Berlin gereist.
— Der französische Handel hat während der ersten drei Monate
1878 folgende Ergebnisse geliefert: Einfuhr 10,3813 Millionen
1877 in derselben Zeit 9074*6 Milltonen); Ausfuhr 711110
Millonen (1877 dagegen 77146 Mill'onen). — Aus Rom wird
Jjemeldet, der Papst Leo XIII. bereite ein neues Schreiben an den
Deutschen Kaiser vor.

Bermischtes.

pIn Zweibrücken machten fich in der Nacht vom
Sonntag auf Montag einige Unberukene das nicht ungefährliche
Vergnügen, einen im Schlachthause untergebrachten Fassel in den
Straßen de- Stadt spazieren zu führen. Die Polizei bekam Wind
yon der Sache und prolokvollirle den zweibeinigen Theil der Nacht-
vandlergesellschaft.

7 In der Nacht vom 17. wurde einem Metzterin Kaifers⸗
waut ern eiwa ein Centner Fleischwaaten gestohlen.

k Eine treue Dienerin ist vor Kurzem in Kaiser sSlau—
ern gestorben. Dieselbe, Caroline Bochle, hat seit dem Jahre
1845, also 833 Jahre dindurch, in dee Familse des königl. Kent⸗
eamten Herrn Hilger gedient. In einem ehrenvollen Nachtuf heßt
derr Hilger die unwandelbare Treue und Audänglichkeit der Ver—
torbenen an sein Haus hervor.

F. Der am 3. Jebrudr ds. Is. in Kaiserslautern gegründele
ßfälzische Jagdschutzverein hat seine Thatigkeit
ereits begonnen indenm er, besonders für die Feld., Wald⸗ und
Jagdschußbediensteten, folgende Bekanntmachung erließ, die jedoch
nehr oder weniger für Jedermann, besonders aber auch für Wild—
rethäudler und Wirthe von Interesse sein wird, da es sich der
zerein auch zur Aufgabe gemacht hat, dahin zu wirken, daß durch
Handhabung der bestehenden diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungeh
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        den Wildprethändlern während der geseßlichen Hegezeit das Fel

hieten von Wildpret verwehrt wird und dasselbe während dieser

Zeit von den Wirthstafeln verschwindet, somit den Wilddieben die

Zerwerthung ihrer Beute möglichst erschwert und viele von der

Ausubung dieses verwerflichen Handwerls abgehalten werden. Die

esie Pramie im Betrage von 10 M. wurde dieser Tage an den

Feldschutzen Vauer in Zweibrilckin ausbezahlt. — Die Bekannt⸗

machung lautet: „Der pfälzische Jagdscußverein zahlt Jedem, ins-

besondere den Flurwächtern, Jagdschutz⸗Polizei⸗ und Sicherheits⸗

Organen nicht unter 10 Mark, wenn auf ihre Anzeige hin Jemaud

rechiaträftig gerichtlich bestraft wird, der während der Hegezeit Wild

elegt oder 14 Tage nach Eintritt derselben Wild verlauft. Für

Anzeigen, welche zur Bestrafung von Wilddieben, namentlich von

Schlingenstellern, führen, werden vom Jagdschutzverein Gralifica⸗
onen nicht unter 20 M. bezahlt. — Hegezeit. a) Füc Haarwild:
für Hirsche vom 15. Oktober bis 24. Juni; für Alt und Schmal⸗
hiere vom 6. Januar bis 16. September; für Rehböcke vom 2.
Februar bis 1. Juni; für Dachse vom 1. Januar bis 15. Sep⸗
sember. — by) für Federwild: für Fasanen vom 1. März bis 1.
September; sür Auer- und Birkhähne vom 2. Februar bis 1.
August, mit Ausnahme jedoch der Balzzeit, für Hafelhühner vom
5. Februar bis 1. August; für Wildenten vom 1. März bis 30.
Juni; fur Walt schnepfen und Becassinen vom 15. April bis 1.
Juli; für das auf den Mösern brütende Federwild, dann für
Mildiauben, Ziemer, Drosseln vom 1. April bis 1. Juni. — Die
Feldjagd auf Hasen, Feldhühner, Wachteln und Lerchen ist vom
8. Februar bis zum Zeitpunkt ihrer Eröffnuag durch die Kreis⸗
regierungen geschlossen. Das Schießen und Fangen der Rehgeisen,
Wildtälbern und Rehkitzen, sowie der Auer- und Birkhennen ist
u leiner Zeit gestatiet. Rehkitztöde dütfen vom 1. Jaguar an
u den jagdbaren Böchen gerechnet werden. Das Schießen und
Fangen ber Feldhühner bei tiefem Schnee ist unbedingt verboten.
Das Erlegen junger Hasen zum Hausbedarf währind der Hegejzeit
sann von der Disirictspolizeibehönde dei einem geschlossenen Jagd⸗
bezitk von wenigstens 3000 Tagwerlen erlaubt werden. — Hacr⸗
oder Federwild — Raubthiere ausgenommen — gleichviel ob es
bom In⸗ oder Ausland kommt, unterliegt, wenn es während oben
angegebener Zeit getödtet oder verlauft wird, der Confiscation.
Dear Erlõos daraus fließt in die Armenkafse des Orles der Ueber⸗
tretung. (Verordnung vom 5. October 1863, Regierungsblatt
S. 1687 u. ff und Art. 125 Abs. 3 des Polizeistrafgesehes vom
26. Dezember 1871)“ — Anfprüche auf Gratisicationen sind bei
dim Vorstande Herrn W. Schellhorn-Wallbillig in Forst einzu⸗
zeichen.

Der Grünstaditer Vorschuß⸗Verein etleidet, wie das
.N. W.“ mittheilt, durch die Gant Martenstein in Worms einen
nicht unerheblichen Berlust. Der Vorschußverein hatte ansehnliche
Beirage im Discontiren Martenstein'schet Wechsel verwendet und
183 bis 14 Giranten geriethen in Gant. Die Hoͤhe des Verlustes
vird gegen 10,000 M. betragen. An Kahnweiler hat der Verein
ine Wecdselforderung von 25800 M., für die aber dessen Schwieger⸗
zaler als Girant haftet.

p In dem Kellerraum der Lumpenfabrik zu Ludwigs⸗

dafen wurde am 12. 28. eine in Lumpen eingewickelte Kindes⸗
eiche gefunden. Es ist bereits Untersuchung eingeleitet.

fMünchen, 10. upril. Vorgestern starb die Wittwe des
dähtend der Vierziger Jahre in Bayern allmächtigen Minifters
». Abel; fie ist 70 Jahre alt geworden und hat während ihrer
eßten Lebenszeit auf dem Lehengute Stamsried in der Oberpfalz,
velches König Ludwig J. ihrem Gemahl zur Belohnung seiner
Berdienste verliehen, gewohnt.

f Das Militdebezirksgericht München veruttheilte am 12.
ds. den Artilleriffen Anton Aigner von Ganghosen wegen Selbst⸗
verstümmelung mittels Abhauens des Zeigefingers der rechlen Hand
zu 1 Jahr und 2 Monat Gefängniß.

Mosbach, 11. April. Heute wurde vom Kreisgerichtt
dahier ein Fabrikant aus Frankfurt, Inhaber einer Schnupftabak⸗
abritk, wegen Verpackung des Tabaks in Blei zu acht Tagen Ge—
ängniß und in sämmtliche Kosten verurtheilt. Veranlafsung hiezu
zab eine chronische Bleivergiflung bei einem Schnupfer obigen
Tabaks, konstatirt vom Bezirksafsistenzarzt Dr. Wittmer in Mer⸗
hingen. Interessant ist zu erfahren, daß der Kranke schon sechs
Jahre leidend war und die Aerzie denselben stets weger Glieder⸗
heumatismus behandelten, bis zulehzt oben genannter Arzt die
drankheit als solche erkannte und durch die gehörige Behandlung
zie Genesung hervbeiführte. (Pf. Zie.)

f In Darmstadt ist der Kriegsrath Wiegand, welcher, wie
rinnerlich sein wircd, bedeutende Beträge, etwa 20,000 fl. unter⸗
hlagen hatte, dann nach Amerika entwichen war, aber ausgeliesert
purde, nachdem er vergeblich versucht halte, sich zu entleiben, am
13. April don dem Schwurgericht zu drei Jahren Zuchthaus ver⸗
urtheilt worden.

FBern, 16. April. Die Vereinigten Skaaten von Nord⸗
mmerila haben eide Einladung zu einem internationalen Congreß
zehufs endgiltiger Fesistellung des Werthverhällnisses zwischen Gold
ind Silber erlassen. Der schweizerische Bundesralb hat seine Theil⸗
nahme zugesagt.

F Ein Enkelsohn der Marie Antoinette.
Die „Harlemer Zeitung“ enthält nachstehendes Inserat: Am 18.
Februar 1878 starb im Alter von 35 Jahten mein geliebter Sohn
Ange Emanuel, der Nachfolger meines Gatten, des Herzogs der
Notmandie, Sohn der Marie Andinette und des Louis XVI.,
önig von Frankteich. Ange Emanuel diente in der Marine des
dönigs der Niederlande als zweiter Maschinist an Bord des Kriegs⸗
ch:ffes Curacao und starb za Wetteverden in Folge einer Gehirn⸗
eutzündung. Statt weiterer Viiltheilung. Donairriere vor Bourbon,
Herzogin der Normandie. Jeder Leser wird bereits errathen haben,
daß es sich hier um die Nachkommen Ludwigs XVII. oder des
Uhrmachers Naundorf aus Spandeu handelt, welcher bebanntlich als
Präatendent austauchte, aber wenig Glauben fund.

New⸗Yorl, 13. April. Rach den von den „Times“ in
Thicags veröffenilichten Berichten über den Saatenstand aus den
wesilichen Staaten deträgt die mit Frühjahrsweizen bestellie Fläche
in den westlichen Staaten 50 pCt. medr als im Jahre 1877. Detr
Saotenstand st qünstiger als jemals seit dem Jahre 1860.

Fur die Redaction veraniwortlich: F. X. Deu x.

Taãglich cirea
40 Schoppen Milch
beugeben kei

Munzinger.
J Osterm ontag
n nmsgiIc
Quirin
Rentrisch.
or dem Mun⸗
Inger'schen Laden
ohlenstraße wurde heute

n eine ansehnliche Summe

gefrunden. Der Eigen⸗

* wolle fich in obigem La⸗

Gmpfangnadme melden.
Des h. Charfrei⸗

ages wegen fällt die
mstagtsnummer des

. Ingbeiter Anzeiger“ dus;
das am Samstag erschei⸗
nde Sonntagsblatt find die
unzeigen schon Vormittags einzu⸗
reichen. — Das naͤhstfolgende
Blatt nach Ostern wird am
Donnerstag ausgegeben.

p —5 f l Am Samstag Abend (20. d.)
osen⸗Kartosse

sur Saai zu haben auf dem Metzelsuppe
Tittershof bei Riederwürabach. bei WVeter Jung.
Die
„Deutsche Jagdzeitung“
Illustrirte Umschau
in den Revieren der Jägerei.
Herausgegeben und redigirt von
Fr. von JIvernois in Eilenburg,

uͤber welche duürzlich in diesem Blatte berichtet wurde, ist nicht mit
anderen Zeischristen ähnlichen Titels, von denen mehrere ristiren,
zu verwechseln. Von sämmtlichen Jagdzeitschriften hat die Deutsche
FJagdzeitung“ (Nr. 1043 der Zeitungs-Preisliste) das größte
Fs rrman und die reichste Ausstattung. Im veiflossenen halben
Jahre brachte dieselbe in zwolf Nummern 89 Illustrationen, slso
n Durchchnitt mehr als 7 decselben pro Num ner und zwar me si
Deiginalbiider. Die „Peutsche Jagdzeitung?“ ist na⸗
menitich micht zu verwechseln mit dee „Illustrirten
Jagdieituna“. die in Leipzig in kleinem Formate erscheint.

Wein⸗Etiauetts

farbig bis arbr
gand zu haben in der Tith. Auftalt F. X. Demetz.
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demeß in St Ingoeri

Jar. T
der Zeitungs⸗
Breisliste.
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        2222 X 2
282 255283 F*
p 3535 553833 85 55332
7553353538 8355555 —— 5
858532 4323353385335— 52555 ——— 2a 8
—88 2252 55532 —2235*2332 — 3233 z5E* ——
2332535 5355 ã — — 352 65823538 *m5c5 5* 52
—A 2 2 * —— — 2 8 2 32538 * 252 22 c 84 * 2* 3 2
8 — —— 223, 25083385 5 2 8 * —A
* 8 5* —— 3 5 3823826 3855822 2*
539 * 2 — — 2 2 23 52 5*2 3235 —5
*623383 .7 2 3 25335523833 —3582—5282 23BEB —82 85552 —
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— — ——— ẽ 225 E Sm 8 2 8 m 22 —— — — 2322 ——
— —* 353288 * —— —A —A 522533 — 3 2322558
—A 23 — 58*c22 2 253552 55 253252 28
2 5222 22 23 2*5* 25—z—223 25253 E„E2. 2 — ——
5783828 2575—523 »55385— 2582. 233 23335 *27*
* 5826—32 —— ———— 49 22* **s 23 5325232558 5
—A— — 35355352235 28* „E7„72 38 5— 533 35
5383535255827 3533 535 — —3 3 53233353355 5* 2858
—A— — 5 — ——— I3552— 25 — 2
5, 553535535 z68 523235235865 223 535255 —A— Q32
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— —* —— —— —V *25 XAMAA — 2 7—* —5 8 8 2 8885
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* —8 * ——I — —— 2
5333— —3535253 282 — 5 38 6
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55 33 23323 3338 553552—5S6 58
5383 3338*253 z238387 5328852
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2 365358
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23535533 33 32333358 5233 7328833
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32 — 3 * * 5 2 * 5 5 2 —82
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2352 2723 535 323*8* 28338233
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DT * — 2 2 2 2 2 i*⸗
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83—283 52353535558 — —23533365 525532 —
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—— 335 23 555323337 25 — 38 353235 m2 7 —552 — 2
* * 52557 37735335* — 22 *2 5* 23 2 —A * *
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        St. Ingberter Anzeiger.

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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupitblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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M 63. Samstag, den 20. April 1878.

— — —
Deutsches Reich.

Berlin, 17. April. Die „Provinzial-Correspondenz“
zringt unter der Ueberschrift „Die Finanzteform und die Reichs
dee“ einen Urtikel, in welchem es u. A. heißzt: „Das Bedürfniß
ind die Nothwendigkeit der Finanzreform im Reiche beruht nach
zer Auffassung des Fürsten Bsmarck und der verbündeien Regie—
ungen auf zwei gleichmäßig berechtigten Forderungen. Die eine
ssudie Selbstständigkeit der Reichs Finanzverwaltung, und zu diesem
Zwecke die Vermehrung der eigenen Einnahmen des Reschs, damit
das Reich nicht ferner genöthigt ist, die Beitiäge vor den Thüren
zer Einzelstaaten einzusammeln. Die zweite Forderung ist die, daß
»ie Vermehrung der Reichseinnahmen auf dem Wege stärkerer
Heranziehung gewisser dazu vorzugsweise geeigneter indirekter
Steuern erfolge, um damit zugleich die immer steigenden Anforde—
rzungen der direkten Besseuerung im Staate sowie in den Kreis-
ind Communalverbänden vermindern zu können. Das war der
Sinn, in welchem eine umfassende und grundsätzliche Finanzreform
ingestredt werden sollte und in welchem der Kanzler eine sichere
Mehrheit aus den Reihen der conservativen und liberalen Parteien
zu gewinnen koffte.“ Die Correspondenz legt im Weitern dem
obigen zweiten Punkte des Bismarck'schen Programms einen Sinn
und Umfang bei, für welchen in nationalliberalen Kreisen schwerlich
emals, eine Zustimmung zu erwarten gewesen ist. Ein Streit
darüber, ob die Erwattung einer solchen Zustimmung jemals irgend
»inen Anhalt für sich gehabt haben kann, ist am Ende doch wohl
iemlich unfruchtbar.

Der Reichskanzler hat sich heute Nachmittag für einige Tage
auf seine lauenburgischen Besitzungen begeden.

Dem „Staats Anzeiger“ zufolge dat der König dem bisherizen
Minister des Innern Staatsminsster a. D. Grafen zu Eulenburg
den Stern der Großkomthure des königlichen Hausordens von
hohenzollern und dem Staatsminister a. D. Oberpräsidenten De.
Achenbach den rothen Adlerorden erstet Clafsse mit Eicherlaub verliehen.

Berlin, 17. April. JIu Bezug auf die Einziehung der
Finhundert-Marknoten der vormaligen Preuß'chen
Banl hat der Bundesrath heute beschlossen: 1) Die aufgerufenen
Nolen kögnen bis zum 1. Juni 1878 nicht bloß bei der Reichs⸗
»ankhaupikasse zu Berlin, sondern auch bei den Zweiganstalten der
Reichsbank gegen Baargeld umgetauscht werden; 2) nach dem 1.
Juni 1878 erfolgt die Einlösung der aufgerufenen Noten nur noch
»ei der Reichsbankhauptkasse zu Berlin; 3) die vorstehenden Bestim
nungen sind im Laufe des Monats April ein Mal in den nach
z30 dis Reichsbanlstaluts bestimmten Blättern bekannt zu machen.

Die „Provinzial⸗Correspondenz“ schreibt: In der europässchen
dage ist eine wesenlliche Veränderung noch nicht eingetreten, obwohl
ie vorherige scharfe Spannung friedlicheren Stimmungen zu weichen
cheint.

Durch königel Erlaß vom 6. April d. J. ist aus besonderem
Allerhöchsten Verkrauen der Domprombst Dr. Holzer zu Trier zum
Heitglied des Herrenhauses auf Lebenszeit berusen worden. Es ist
»er ersie katbolische Geistliche, der im Herrenhause sitzen wird. Dr.
dolzer, am 7. September 1800 geboren, gehöcte von 1850 -54
der damaligen ersten preußischen Kammer an und war von
1856— 1874 unun'erbrochen Mitglied des preußischen Abgeocd⸗
ietenhauses. Von 1867—1873 gehörte er dem Morddeutschen
esp. dem deutschen Reichsstage an. In allen parlamentarischen
Versammlungen wußte sich der Trierer Dompropst durch sein überaus
nildes und versöbnliches Wesen und durch seine große Liebens⸗
vürdigkeit allgemeine Beliebtheit zu erwerben, es nird daher seine
Berufung in das Herrenhaus in weiten Krei en mit Genugthuung
egrüßt werden.
NAKuslaud.
Wien, 17. April. Die „Polit. Corresp.“ meldet aus
hutarest: Ein Theil des russischen Corps Zimmermann trifft aus
jer Dobrudsha ein zur Verstärlung des rufssischen Lagers auf dem

mAsu sCcOSlòôÛôÒnuuu

Plateau Furtscheri, welches der Schlässelpunkt aller Verbindungs⸗
inien, zwischen der Wallachei und Rußland ist. Die Russen ver⸗
chanzen dieses Lager und häufen darin Lebensmittel- und Munitions
orräthe an. In Galazz ist die rufsische Garnifon verstärkt. Bei
Zulina sind Steiuschiffe postirt, um nöthigenfalls wieder die
Donaumündungen zu sperren. Die Brücke von Barboschi erhält
chwere Belagerungsgeschütze. Die rumänische Armee concentrirt
ich gegen Turnseberin und Tirgovist (im Nordwesten der Wallachet,
im, wenn die Russen von ihrer Uebermacht Gebrauch machen
ollten, im Nothfall den Rückzug nach Ungarn frei zu haben).

Wien, 18. April. Die „Presser meldet: Diee Meldung
er „Times“ von der Erxistenz einer österreichischen Antwort.auf
Salisbury's Cirkular wird hier officiös bestätigt. Dieselbe wurde
estern oder heule durch den Grafen v. Beust in London überreicht.
Undrassy gelangt, einzjehend auf Salisbury's Argumentationen zu
em Schluß, der Kongreß sei auch für England der beste Weg zur
riedlichen Wahrung seiner Interessen. Die Cancen für den Kon⸗
reß sind neuestens sehr befestigt. Hier wird schon für die nächsten
Tage der Zusammentritt der Vorkonferenz erwartet. — Die Nach⸗
icht der „Times“ von der russischen Antwort auf Oesierreichs
horstellungen ist unkorrekt; die Ankwort wurde nicht offiziell ertheilt.
sußland äußerte sich nur vertraulich in günstigenn Sinne für eine
Berständigung über Andrassy's Bemerkungen. Neben den Verhand⸗
ungen mit der Pforte wurden die Statthalter von Dalmatien,
dann dem Bonus von Kroatien beauftragt, mit den Flachtlingen
direlt wegen der baldigen Rückkehe nach Bosnien und der Herje⸗
Jowina zu verhandeln.

Paris, 16. April. In den hiesigen englischen Kreisen
vill man bestimmt wissen, daß Rußland keineswegs die Absicht
abe, erxstliche Zugeständnisse zu machen, sondern nur scheinbar
lein beigebe, weil es den Congreß zum Abschluß einer neuen An—
eihe nöthig habe. Da in Paris die Stimmung immer russen
eindlicher wird, so ist nicht auzunehmen, daß Frankreich, welches
o große Interessen im Orient und namentl'ch im Mittelineer hat,
is zum Schluß den Ereignissen gleichgiltig zusehen werde. — Laui
ffiztellet tütkescher Nachrichten aus Konstantinopel fürchtet man,
er Sultan lasse sich zu sehr vom Groß'ürsten Nikolaus beeinflussen,
er sehr liebenswürdig und diplomatisch gewandt sei, zumal es für
ine ausgemachte Sache gelte, duß der Zweck seiner zahlreichen
zefuche set, den Sultan füc ein Bündniß gegen England zu ge⸗
dinnen; auch hätten die türkischen Minister zu ihrem großen Bedauern
efunden, daß der Sultan ungleich geneigter sei, Rußland sein
Ihr zu leihen, als England. Die Verherßungen, die der russische
zroßfürst dem Sultan machte, werden von din türkischen Ministern
ils nicht ernst gemeint betrachtet. In fürkischen oifiz'ellen Kreisen
siilt denselben Nachrichten zusolge die Besetzung Konstantinopels durch
ie Russen keineswegs für unmöglich; bis jetzt ist die frürkische
degierung zwar entschlossen, sich derselben mit bewaffneter Hand zu
vidersetzen; indeß wegen den Gesinnungen des Sullans fürchiet
nan überrascht zu werden. (K. 3.)

London, 19. April. Ein Supplementblatt der „Amts⸗
azelte“ veroöͤff⸗nilicht eine Proklamation der Königin, weiche die
Uusfuhr von Torpedos, Torpedoschiff n und Apparaten zum Werfen
rennbarer Sloffe verbietet. — Dem Vernehmen nach wurde Ordre
rtheilt, die in Chatham stehenden Fußregimenler bis Montag auf
vollständige Kriegestärke d. h. auf 1066 Mann pro Regiment
u bringen.
Vondon, 17. April. Die „Times“ hat Grund zu glau⸗
en, daß der russische Botschafter in Wien v. Nowikow die russische
Antwort auf die Bemerkungen des österteichischen Kabinets nunmehr
n Wien übecreicht habe. Die Antwort spreche das Bedauern der
ussiichen Regierung aus über den umfassenden Charaktler der
sterreichschen Einwendungen, erkläre jedoh, daß bei ihr jede
deigung vorhanden set, die Einwendungen zu erwägen und eine
Zerständigung von Kabinet zu Kabinet herbdeizuführen. Die „Times“
ährt fott: Oesterteich« Ungarn bestehe auf dim Zusammentrin des
        <pb n="230" />
        Kongresses, welchen es mehr als je für möglich erachte. Das
Wiener Kabinet sandte nach London eine Note detreffs des Citku—
lars Salisbury's, worin jeder einzelne Punkt desselben erörtert
ded auf den Kongreß als einzig mögliche Lösung gedrun⸗
gen sei.

LTondon, 17. April. „Reuters Bureau“ meldet aus
Calcutta vom 16. d. M.: Die indische Regierung erhielt Befehl,
Truppen nach Malta zu senden. Foigende Truppentheile sind
dazu bestimmt: zwei europaische Reiterregimenter, zwei Ghorka⸗
Corps, zwei europdische Fußregimenter, zwei eingeborene Faßre⸗
gimenter, zwei Feldbatterien, vier Compagnieen Sappeure. Zwei
Dfficiere sind nach Malta gegangen, um die Aufnahme dieser
Truppen daselbst vorzubereiten. — Die Admiralität sandte gestern
40 Schlepphampfet nach Malta. — Das Thurmschiff „Monarch“
wurde ins Viittelmeer beordert.

Butkaest, 17. April. Rumänien hat direlt gegen den
Frieden von San Stefano in St. Petersburg protestirt. Die in
St. Petersburg überreichte bezügliche Note ist anders abgefaßt, als
die an die rumänischen Agenten im Auslande bereits früher er⸗
lassene Depesche.

Arh'e'n, 17. April. Die englische Regierung hat den
Konsul Merliw nach Bols abgesandt, um zwischen den griechischen
Insurgenten und den türlischen Truppen einen neuen Waffenstill⸗
fiand zu vermitteln.
Rermisqhtes.

'In Speyer spielte ein Kind mit einem Zündhölzchen,
welches plötzlich brannte und das Hemd des Kindes in Flammen
sehite, Auf das Geschrei des Kindes eilten die Eltern herbei,
leider zu spaͤ. Von den Knieen bis an den Scheitel war das
hedaueruswerthe Kind mit Brandwunden bedeckt und es etlag in
der solgenden Nacht seinen fuͤrchterlichen Leiden.

Wie die „Rh.“ berichtet, wird der Bischof von Colopho—
mium i. P. i. am Mittwoch in Speyer eintreffen, während der
Feiertage sich am Gottesdienst betheiligen und am Ostermontag den
AÄlumnen des Priester Seminars die vier niederen Weihen und das
Subdiakonat, am Osterdienstag dens Iben die Diakonatsweihe er⸗
tcheilen.

Am 15. d. wurde im englischen Garten in München
ein Reitpferd scheu, ging mit dem Reiter einen Officiersbedienten,
durch und rannte mit solcher Gewalt gegen eine Dioschke, daß die⸗
selbe umgeworfen und zertrümmert und die Insassen, ein Herc
und eine Dame, herausgeschleudert wurden; Eisterer wurde hiebei
anscheinend nicht unerheblich verletzt und in bewußtlosem
Zustande nach der Restauration zum chinesischen Thurm
verbracht, wo ihm die erste ärztliche Hilfe geleistet werden konnte;
die Dame scheint eine wesentliche Beschädigung nicht erlilten zu
haben. Der Reiter blieb unvberletzt, sein PVierd wurde aber schwer
—XXX

Passau, 17. April. Von Wels geht der „D. Z.“ die
Nachricht über einen schaudernden Raubmord zu. Ein dortiger
Brieftraͤger batte vorgestern früh an Werthbriefen etlicht Tausend
Gulden ju verlragen und kam Abends von seiner Tour nicht mehr
zurück. Da man ihn als ehrlichen Mann kannte, wurde der Gen⸗
darmerie Anzeige über ein muthmaßliches Verbrechen gemacht und
schon gestern Nachmittag fand man die Leiche im Keller eines
Hauses in Asche versteckt. Der ledige Goldarbeiter Gerber, der in
diesem Hause wohnte und den Tag vorher größert Zahlungen
gemacht hatte, sollte des Mordes dringend verdäcghttig verhajtet
Derden. Derselbe aber nahm sich aber im nämlichen Augenblicke
durch Gift das Leben.

PMainz, 13. April. In der Nähe der Inundations⸗
jchanze am neuen Raimundithot wurde heute die Leiche eines er⸗
schlagenen Soldaten vom 117. Infanterie Regiment aufgefunden.
Der Soldat, der seit dem 8. März d. J. spurlos verschwunden
war, trägt eine schwere Verlezung am Kopf. Wahrscheinlich wurde
demselben die Hirnschale eingeschlagen und der todte Körper als⸗
dann ins Wasser geworfen. Auch sand sich der Säbel des Er—⸗
I Gemoderte heißt Schäfer und
ist aus Rimborn gebürtig.

Elberfeld, 14. April. Vor den unsere Stadt pas⸗
firenden Personenzügen bemerkie man heute mehrere Lokomotiven

nit Trauerflot. Auf näheres Befragen crfuhr man, daß die ent⸗
jprechende Anornung für den Begräbnißlag von Albert Borsig
erfsolgt ist, um das Andenken an den Erbauer der Lokomotiven zu
ehren. Wie ein Berliner Blatt berechnet, hat der verstorbene
Maschinenfabrikant Borsig 4000 Lokomotiven gebaut und an jeder
sn der guten Zeit 5000, später 3000 Thaler verdient. Wenn
man den Durchschnittsverdienst mit 2500 Thaler annimmt, so gib!
dies in Vermögen von 10 Millionen Thalern oder 80 Prillionen
Mark. Das Vermögen, das in Werken, Effellen und Gütern stect,
wird auf 800 —60 Piill. Mark verauschlagt.

Leipzig, 11. April. (In den Aprtil geschiäͤt.) Ginen
zecht heftigen Ränfall“ hat der Oberbülrgermeister unserer guten

Sladt Herr Di. Georgl zu bellagen. Gr erhielt vor Kurzem eiu
in Drecden aufgegebenes, vom koniglich preußischen Gesandten,
dem Grtafen Soima, amilich unterzelchnetet Telegtamm, etwa mit
solgendem Inhalt: „Europaͤischer Congreß gelicherx!. Leipzig als
Tongrekort bestimate Sofortige Besprechung mit Ihnen bezüglich
her Lokalfragen Unerbringung der Botschaster nothwendig. Wo⸗
nöglich schleunigst hietherkommen.“ Obwobl es nun nirgendwo
wottommi, daß die Gesaudten in direktem Verkehr zu den unteren
Behörden des Staates, welchem sie beglaubigt sind, treten, sondern
erartige Rapporte durch die ressortmäßigen oversten Landesbehörden
uu erfolgen haben, stieß sich Herr Dr. Georgi als guter Leipziger
nicht an die Hindernisse, sondern dampfte mit dem näctsten Zuge
von Leipzig nach Dresden, eilte sofort nach der Wohnung des
zreußischen Herrn Gesandten und erklärte die Bereitschaft der
Bemeinde Leipzig, das Beste zu thun, um die Vertreter der Greß⸗
mächte würdig und gastlich zu empfangen. Mit immer wachsendem
Frestaunen hörte Graf Soims den Sprecher an, er wußte nicht,
vobon Dr. Georgi sprach, endlich fiel sein Blick auf den Wand—
alender. „Welches Datum haben wir denn heule, mein werther
derr Oberbürgermeister?? — „Den ersten April!“ — Damit
dar der Schlüssel zu dem Räthsel gegeben. Tableau. Gruppe.

FBienenwvirthschaft. Ein so:ben auf Grund statis⸗
ischer Erhebungen veröffentlicher Bericht des bienenwirthschaftlichen
Hauptvereins in Sachsen bietet zunächst einen eklatanten Beweis
der großen Bedeutung, welche die Bienenzucht im Allgemeinen für
die gesammte Bodencuͤltur hat. Aus jedem der 17 000 Vereinsstöcke
liegen tägl'ch etwa 10,000 Bienen aus — 1I70,000, 000, jede viermal
—⸗680, 000,000, an hundert Tagen — 680,000, 000,000.
x8 befllege jede Biene vor der Heimlehr 50 Blüthen, so haben
die Vereinsbienen 3,400, 000, 000,000 Blüthen des Jahres besucht.
Rtimmt man nun an, daß von je zehn Blüthen nur eine befruchtet
vird, so ergeben sih 340, 000, 000. 000 befruchtete Blürhen. Der
dohn jür die Befruchtung von 5000 Blülhen sei blos ein Pfennig,
p 'haben die Vereinsbirnen jährlich 68,000,000 Pfennige —
580.000 Mart Nutzen geschaffen, den Niemauden beachtet. Jeder
Bienenstock hat somit für idie gesammte pflanzliche Bodencultur
inen Werth von 40 Mark. Die Bienen jedes Vereinsimlers
leisten in Sachsen gegen 252 Mark Beittag zum Gedeihen der
Landwirthschaft.

Berlin. Eine ersühternde Scene, welche fich in der
Abendstunde des vergangenen Montags in der Ritterstraße ereignete,
hat das plötzliche Etgtauen des schönen, reien Haarschmuckes
iner jungen, 26jährigen Frau zur Folge gehabt. Letzlere, die
hultin eines Bersicherungs-Juspeklots, erwartete zu genannter Zeit
hren von der Reise heimkehrenden Mann und hatte aus diesem
hrunde schon mehifach aus dem Fenster der eine Treppe hoch be
egenen Wohnung ausgeschaut, aber immer vergeblich. Vas vier⸗
ährige Söhnchen, gleichfalls den Papa sehnsüchtig erwartend und
deßhalb am Fester Posto fassend, benutzte den VNoment, in welchem
die Mutter fich entfernt hatte, öffnete dasselbe und legte sich
weit auf die Fensterbrüstung, um auch seinerseits nach dem Heim⸗
tehrenden Ausschau zu hallen. In diesem Augenblicke rollt eine
Dioschke heran, es ist der Papa, freudig verkündet der Kleint
mit lautem Ruf die Ankunft des Ersehnten, de Mutter eilt zum
Eupfange bis vor die Hausthür, der Kleine will vom Fenstet
aus dem Papa sein fröhl ches Willkommen entgezenrufen — er
beugt sich dahei zu weit nach vorn — und stürzt kopfüber auf
die Straße. Die nichts ahnende junge Frau betritt glüchstrahlend,
Arm in Arm mit dem Gatten, die Wohnung — zur Vervoll⸗
tändigung des glücklichen Famlienbildes fehlt nur noch der kleine
nuntere Herrmarn — man ruft, man sucht vergeblich — da bringen
remde Leute das blutende, ohnmächtige Kind von der Straße
herauf und legen dasselbe in die Arme des entsetzten Elternpaares.
Mit jaähem Aufschrei sank die Mutter bewußlos zusammen, während
der Vater sich mit dem verunglückten Kinde abmühte. Ein rasch
herbeigeholter Arzt constatirte, daß außer einigen Contusionen und
dautabschärfungen das Kind ohne Schaden davongekommen war,
—VV—
virti, daß die ernstesten Beforgnisse in Bezug auf ihren Geistes⸗
ustand vorhanden sind; das schöne, volle, dunkelbraune Haar der
uinglüchlichen Mutter ist während der Nacht vom Montag zum
Dienstag vollständig ergraut.

Berlin, 12. Upril. Der „Rordd. Allgem. Zig.“ geht
zber eine in den ersten Tagen des Marz in Panama ktaltgehabte
droße Fenersbrunst, wobei Offijiere und Mannschaften der Corvette
knsabeth einen witksamen Antheil genommen haben, folgende Mit⸗
heilung zu: „Das Feuer btach durch Explosion brenndarer Flüssig⸗
eiten in einer Apotheke auzs. Um Tage vorher waren die vom
Typhus reconvalercente S eladeiten Graf LuanerPustau, Deubel
uind v. Schimmelmann zur Erholung am Lande in einer Wohnung
oberhalb dieser Apotheke eirquartirt. Der Brand verdreitete sich
o schnell, daß die Flammen bereits durch den Fußboden schlugen,

ehe die Seecadetten die Treppe erreichen lonnten und nur mit Noth
und Dank dem energischen Einschreiten des Stabzarztes Dr. Essen⸗
        <pb n="231" />
        dorfer ihr Leben retlen konnten, dabel aber alle ihre Habseligkeiten
nbüßten. Dem Sercadetten d. Schimmelmann gelang es, noch
rin Kind dabei zu reiten. Die Mannschaft der Elisabeth verthedigte
an der Schiffsfeuerspritze, der einzigen, welche am Otrt existirte,
nit dem den Leuten eigenthlimlichen Eifer und Ausdauer eine Häuser⸗
reihe nach der andern, bis es gegen Abend gelang, dem weiieren
Fortgang Einhalt zu thun. Man batte das seltene Schauspiel,
Fuß acht brennende Straßen ausschließlich von Matrosen der Elisabeth
anter Fuhrung des Co vetten: Capitäns Stubenrauch bewacht wurden,
während weit und breit fich weder Beamte noch Ojfiziere oder
Soidoten der Nepukblik sehen ließen. Nur dieser erfolgreichen Hilfe
hat Panama die Erhaltung eines großen Theils seiner Straßen
and Häuser zu verdanken.

F Eine Graͤfin Ziethen und ihr gegenwärtiger Gatte, der
Oberstlieutenant a. D. v. Winning, sind in Genug als Hochstapler
xechaftet und auf auf Requisition der Staatsanwaltschast zu Dresden
dem dortigen Gericht eingeliesfert worden. Die Gräfin ist müttlicher⸗
seits eine Ur-Enkelin des General-Feldmarschalls Fürsten Blücher
und stammt väterlicherseits von den General-Feldmarschällen Ziethen
und Schwerin ab, gehört also den berühmtesten Famil'en Preußens an.

pThorn, 13. April. GRussisches.) Gestern Mittag sollte
in Alexandrowo eben der Personenzug nach Thern abfahren, es
war schon zum dritten Male geläutet, als auf Anordnung des dort
neu stationirte n Gendarmerie-Offiziers eine Revision des Zuges
vorgenommen und der im Zuge befindliche Bankier Herr Simon-
iohn aus Tharn genöth'gt wurde, auszusteigen und in Alexandro—
wo zu bleiben. Das Verbrechen des Herrn Simonsohn, welcher
nit 20,000 Rubel in Scheinen à L,3, 5 und 10 Rubeln und
polnischen Pfandbriesen aus Warschau zurüchkkehrte, bestand darin,
daß er in Alexandrowo nicht augemeidet hatte, er führe Popiergeld
dei sich. Allerdings besteht die Anmeldepflicht nur in Bezug auf
Bold uad Silber; allerdings sind Tausende von Rubeln Papier—⸗
Jeld wöchentlich über Alexa;drowo ausgeführt worden, ohne daß
Anmeldung erfolgt wäre; allerdings hat Herr S. selbst seit Jahren
vöchentlich mehrmals Papiergeld aus Warschau über Alexandrowo
musgefützrt, ohne daß ihm jemals das Mindeste in den Weg gelegt
worden wäre — aber das half Alles nichts, das Geld wurde mit
Beschlag belegt, und die Ratze der Kammer konnten sich trotz aller
Reklamationen des Herrn S. und trotz langer Berathungen nicht

enischließen, es ihm zurückzugeben. Endlich beschlossen die Räthe,
den Fall, übec den sie sich nicht zu einigen vermochten, dem Viini⸗
derium in Petersburg vorzutragen, 10 pCt. der Summe abet
zurückzubehalten und nach 6stündigem Warten, Abends zalb 7 Uhr,
onnte Herr S. mit dem Reste der Summe nach Thorn zurückkehren.
Rasfische Beamte selbst, die übrigens zum Theil Herrn S. sehr
höflich entgegenkamen, haben gistanden, duß Fe das Verfahren nicht
begreifen könnten; wir Deutschen an der Grenze aber sind an die
diebenswürdigkeiten unserer rufsischen Freunde schon so gewöhnt,
daß wir in dieser Hinsicht nichts mehr unbegreiflch finden.
Der Hund der Taubstummen. Zahbllos sind die
Beispiele über die Verstandesthätigkeit dieser vierfußigen Freunde
des Hauses und jüngst erst hat man einen Arukel üder „Hunde⸗
Tharaktere“ aus der Feder der Frau v. Enderes gelesen, welcher
die Sympathie für dieses treue Thier gewiß noch gesteigert hat.
Ich will nun, so schreibt ein Leser an die Wiener „Neue Freie
—pᷣresse“, einen Fall aus meiner eigenen Ersahraug erzählen, der
sür die Forscher und Thierfreunde auch nach anderer Richtung ein
gewisses Inleresse bietet. Mesne taubstumme Tante wohnt seit
zielen Jahren in Gesellschaft eires jüngeren taubstummen Mädchens
auf einem Zimmer, dessen Vorzimmer auf den Corridor führt. Die
heiden Taubstummen halten natürlich die Thür steis geschlessen.
Bort ungefähr zehn Jahren bekam meine Tanie einen kleinen kurze
jaarigen Hund zum Geschenke, für den de Gemeinde Rudolphsheim
eine Hundemarke unentgeltlich zugestand, weil er gleichsam als
Wächier der beiden taubstummen, alleinstehenden Frauen angesehen
wurde. In der ersten Zeit seines Aufenthaltes bei den Taubstummen
neldete der Hund stets durch lautes Gebell die Anwesenheit von
zeuten, die vor der Thür im Corridor die Glocke zogen. Natürlich
varen Glockenschall und Gebell verloren für die Taudslsummen, bis
der Hund endlich auf den Einfall kam, das Kleid der Frauen zwischen
zie Zähne zu nehmen und die Herrinnen nach der Thür zu zerren.
Spater genügle das bloße Zerren am Kleide, um die Frauen zum
Deffnen det Thür zu veranlassen. Das Hundegebell, das mich bei
edesmal'gen Besuche ankündigie, hatte nach 2 Jahren aufgehört,
und so blieh der Hund durch mehr als sieben Jahre stumm, bis
an sein Lebensende, das vor einigen Monaten eingetreten ist. Der
Dund hat in diesem langen Zeitraume keinen Lauf mehr von sich
zegeben, ob er nun im Zimmer oder auf der Straße war, ob ein
Fremder oder ein Bekannter bei seiner Hertin eintrat, und seine
Aufmerksamkeit war stets nur auf das Mienenspiel oder die Handbe⸗
vegung der stummen Frauen gerichtet, gleichzeitig die Direktive
ür sein Thun und Lassen. Daß der Hund, indem er erlannte,
ꝛaß sein Gebell feiner Herrin gegenüber nußzlos sei und nicht ver⸗
danden wurde, sich diesen naturgemäßen Ausdrud seines Inflinktetz

zänzlich abgewöhnt hatte, gehört gewiß zu den merkwürdigsten Er⸗
cheinungen des Thierlebens.

rAuskunftsbureau in Paris. Das Haus Ru⸗
»olff Mosse hat am 18. April in Paris, Placo de la Bourse,
10 rue Notre-Dame- des- Viotoires eine Filiale seiner Annoncen⸗
xpediton errichtet. Wie man uns gleichzeitig mittheilt, wird
»ieses Bureau allen Paris besuchenden Deutschen über dortige Ver⸗
ältnisse meit Ausküünften und Rath jederzeit unentgeltlich zur
Berfuügung stehen. Diests auerkeuneukwerthe liberale Entgegen⸗
ommen durfte namentlich den vielen Besuchern der Pariser Welt⸗
zusstellung sehr willlommen sein.

F Die Pariser Weltausstellung wird, wie der
„K. 3.“ geschrieben wird, zwar am 1. Mai erdffnet werden, doch
dürfte dieselbe vor dem 15. Mai beziehungsweise 20. Mai nicht
oollständig sein.

F Auf der Pariser Weltausstellung beabsichtigt man den
Foucault'sthen Pendelverfuch in voch großartigerer Weise zur An⸗
schauuug zu bringen, als es früher im Pantheon und im Dome
zu Köln geschejyen war. An einem 85 —70 Metier laugen Eisen⸗
tob, der in einem besonderen Gebäude aufgehängt werden soll,
vird man ein Gewicht von 300 Klg. besfestigen und mit dem
LPendel eine Art Sprengausguß verbinden, der die Bewegung der
krde beständig auf dem Boden bejeichnet. Unter dem Pendel,
velches so zu sagen frei im Weltraum aufgehängt ist, wird ein
olossaler Erdglobns von 25—80 Meier Durchmesser Aufstellung
rhalten, dessen Drehurg unberkennhar klar gemacht werden soll.

Die „Estafette“, ein allerdings nicht sehr zuverlässiges
Blatt, erzählt die hübsche Geschichte, daß Prinz Louis Napoieon,
der Sohn Napol ons II., nachdem sein Oheim Murat für ihn
dei der Conscription das Loos gezogen, sich als einziger Sohn
iner Wittwe legitimirt habe und auf Grund Dessen vom Militär⸗
dienst befreit worden sei.

EGstern und der Weltuntergang.) Gegen das Vorjahr, wo
Istern am 1. April gefeiert wurde, fällt heuer dieses Fest un⸗
semein spät aus, da es erst am 21. ds begangen dwird. Am
pdätesten wicd es aber 1886 begangen werden, da es in diesem
zahre auf den 25. April, den Tag des Evangelisten Markus fällt.
Der berühmte französische Astrolog Notredame (Michael Nostradamus)
tellt jür das Jahr, an welchem Ostern auf den 25. April faällt,
den Untergang der Welt ganz sicher in Aussicht.

fRiesig. In der Eryphian Hall in London zeigt sich
inem neugierigen Pablikum eine Riese von Körperverhäunissen,
»ie in der That „pyramidal“ sind. Der Mann, erst 23 Jahre
alt, mißt um die Schaltern 8 Fuß, 7 um den Leib und 8 um
»ie Waden, und wiegt nahezu den dritten Theil einer Tonne
20 Centner?) Seine Größe ist indeß nur 6 Fuß 4 Zoll. Als
dind von 4 Monaten wog er 55 Pfund, und als Knabe von
10 Jahren 250 Pfund. Sein Arzt erklärt diese Masse weniger
us Fett, als vielmehr aus solidem Fleisch bestend. Herr Camp⸗
rell, dies ist der Name des Leichtfußes, bewegt sich etwas schwer⸗
ällig aber doch ohne H'lfe, und ist von seiner jungen kübschen
jrau begleitet, deren Dimensionen indessen nur den von gewöhn⸗
schen Menschen entsprechen. — Ob sich diese Zahlen nicht schließ⸗
ich als eine riesige — Aufschuneiderei darstellen werden?

Es wurde vor einiger Zeit in englischen Zeitungen behauptet,
nan betreibe ia London Butterfabrikation aus Themseschlamm.
Dies 6ab der Gesundheitsbehörde Veranlassung nähere Untersuch⸗
ingen hierüber anzustellen. Der amittliche Bericht bestatigt die Ge⸗
vinnung von Fett aus Themseschiamm, bemerkt aber, daß das
jett eine solche Beschaffenheit habe, daß es zur Butterbereitung
ntauglich sei. Seine Verwendung könne es nur zur Seife⸗ und
Ichtfabrikation finden; das Publitum brauche deshalb nihht zu be⸗
ürchten. Butter aus Tbhemseschlamm zu erhalten.

tIn China ist die am 80. Juni 1876 eröffnete erste
kisenbahn von Shanghai nach Woosung (18 Km.) nach den neuesten
Zerichten von der chinefsischen Regierung, welche der Neuerung ab⸗
jold war, angekauft und sogleich zerstöri worden.

F Das Telephon hat sich bereits bis Chinma Bahn
jebrochen und es bestehen schon telephonische Verbindungen von 500
Meilen Lange. Moͤglicherweise sind die bezopften Kinder des himm⸗

aschen Reiches dazu berufen, dieses Kommunikat onsmittel zu ver⸗
ollkommnen, welches für sie wichtiger ist als der Telegraph. Von
em Letzleren lönnen sie nämlich keinen Gebrauch machen, weil es
hrer Sprache an einem Alphabet fehlt. „Nach der Erfindung so
nerkwürdiget Apparate, wie das Telepyon und das „Phonogtaph,“
chreibt dazu ein amerikanisches Blatt, ,‚darf man anderen dunder⸗
aren Erfindungen entgegensehen, die heute noch unmoöglich eifcheinen.
Das Phonograph könnte möglicher Weise e'he kleine Rebolution
zuf dem Gebiete der Verbreitung von Wissen hervorrufen und
ielleicht die Berichterstatter und die Vorleser überflüssig machen,
a durch dasselbe Reden und Vorlesungen genau aufgezeid nel und
eproduzitrt werden. Vielleicht werden in nigt sehr ferner Zeit
VBorleser von ihrer Behausung aus zu Tausenden von Zuhdtern in
        <pb n="232" />
        mehreren Städten zugleich reden und die Kaufleule in Newyork
sich von ihrem Komtoir aus an den Börsengeschäften in allen
großen Städten der Welt ganz ebenso betheiligen können, als ob
fie persönlich an Ort und Stelle wären.“

ꝓ Eine rationelle, billige Ernährung ist unter den heutigen Ver⸗
hälivifsen von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. Als im Re'chstage
Graf Moltke für die im franzosischen Kriege ersparten 26 Millionen
eintrat, betonte er mit besonderer Wärme die Vortheile der Etnährung
durch die Erbswurst. Diese Erbswurst des Krieges erscheint
— einen Fabri—
kanten in Görlitz (Alexander Schörke). Jene war doppelt so theuer,
als die Goͤrlitzer Etrbswurst des Friedens und erreichte dieselbe nich:
an Ausgiebigkeit und Nährkraft; es ist daher leicht verständlich,
daß diese Speise den Armen eine Wohlthat werden muß, wenn sie
allseitig in Anwendung kommt. Der Nutzen derselben geht daraus
herbor, daß ein Teller Erbswurstsuppt für 4 oder 5 Pfennige und
in Siück Brod dazu eine nahrhafte Mablzeit schafft, bei welcher
ein Mensch bestehen kann.
Literarisches.
Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Zagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vom sk. Oberförster H. Nitzsche.

Ueber die Osterfeiertage:
vohes —ν»,
'inchner Märzenbier
von Sedelmayer
2M. Raul.

Fünfter Fahrgang. Ar. 18 enthält: Zur Hundeauf⸗
Fucht von H. v. Clausewitz. — Eine seltene Doubleile von
Braf Reichenbach. — Schnellzundung und Durchschlag. —
Die Platztugel von v. Frankenberg⸗Ludwigsdorff. —, Zur
Auerhahnbalz mit Illustrasion u. s. w. Verlag von Schmidt
&amp; Günther in Leipzig. 8 M. halbiäh'lich.
Als Anhang dazu erscheint:

Biblibthekfür Jägeru.Jagdfreunde.
Von erfahrenen Fachmännern herausgegehen. 7. Lieferurg:
Die Jagdzonen der Erde von Dr. Foicht'nger. Jährlich 12
Hefte, 6 M. pro anno. Alle Buchhandlungen und Post-
anstalten nehmen Bestellungen an.
⸗— —ZBW
Fur die Redaction verantworilich:.. F. x Demen.
——AN
Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
derren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufnierksam.
ẽs handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt ⸗Ge⸗
vinnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
ebhafte Beiheiligung voraussetzen läßt. Dieses Unternehmen vercient das
yolle Vertrauͤen, indem die besien Staatsgarantien geboten sind und auch
porbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
zahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

—
Rarn
er
aoldnen S5tern
—eIaun.
Holzversteigerung
im Rohrbacher Gemeindewald.

Donnerstag, den 25.
April 1878, Nachmettags 5 Uhr
im Schulhause kommen naäͤch—
stehende Holzsortimente zur öffent⸗
lichen Versteigerung:

5 kiefern Stämme 4. Kl.
25 , Sparren
170 gemischte Stempelstaͤngen
300 Bohnenstangen

2 Ster kiefern Scheit

8 „ slärtkere kief. Zaunprügel
12 ,„ schwächere,
21, Prügelholz

7 , Krappen.

Rohrbach, 18. April 1878.
Das Bürgermeisterame:
»rban Jakob.
Ostermontag
F ———
bei Quirin (Reririsch).

Taglich circa
40 Schoppen Milch
abzugehen bei
HRud. Munmzinger.
Haasenstein &amp;
Vogler.

Erste und alteste
Aminomcee ÿ —nα-—
tĩou
Frankfurt am NMain
22 Göthentata æÂe
Agenturen in: .Cassel, Gies-
gen, Darmstadt. Mannheim,
Carlsruhe. Wiesbaden.
Annoncen aller Art, Stellen-
Rauf-, Verkauf-, Heiraths-, Agen-
tur⸗Gesuche ecte. in alle Blatter
und Fachze tschriften der Welt
besorgen wir ohne alle Neben-
kosten.

Specialitãt: Ausschliessliche
Regie aller grösseren Schweidzer,
Pariser, Russischen, Englischen.
Holländischen Insertious- Organe

Mna ge¶

Bekanntmachung.
Am Mittwoch, den 24.
April 1878, Vormittags 11
Ahr, vor dem Stadthause in
Zt. Ingbert, versteigere ich auf
dem Wege der Zwangsvollstreck
ing öffentlich gegen Baarzalung
an den Me'stbietenden:
1 Wagen, 1 Pfeid, 1
Kleiderschrank, 2 Tische u.
2 Oeldruckbilder.
St. Ingbert, 20. April 1878.
Faßbender,
königl. Gericht-voslzieher.

αια den Glieke die Hand?
200 R.Mark
Haupt-Gewinn im günstigsten Falle bietet die allerneueste
grosse Geld-Verloosung, welehe von der hohen Regierung
genehmigt und garantirt ist.
Die vortheishafte Einrichtung des neuen Plares ist derart, dass
m Laufe von wenigen Monaten durch 7 Verloosungen 49,600 Ge-
wimmne zur sicheren Entscheidung kKommen, darunter befinden sich
Jaunttreffer von ↄvantnell R-M æ75. (100 speciell aher
Gewinn a *. 230,000 Gewinn a M. 12,000
Gewinn a AM. 125,000 23 Gewinne aà M. I0, oo00
Gewinn a M. 809,090 4 Gewinne à M. 8000
Gewinn a X. 60,000 31 Gewinne a A. 5000
Gewinn a? 59,000 74 Gewinne a M. 4000
GFewinn e 19, 000 200 Gewinne à . 2400
ewinune 36,009 412 Gewinne a X. 1200
Gewinne a b. 30. 040 621 Gewinne a NI. 500
Gewinne à M. 23,0909 700 Gewinne a M. 250

Gewinne aà M. 29, 000 28. 015 Gewinne à A. 138

3 Gewinne à M. 153,000 etc. ete.

Die Gewinnziehungen sind planmüssig amtlieh festgestellt.

Zur nächsten ersten Gewinn-Ziehung dicser grossen vom 8Staate
carantirten Geld-Verloosung kostet

ganzes Original-Loos nur Mark 6
nhalhes * 3
vioertel „I!/

Alle Auftrüge werden sofort gagen BPingendung, Posteinzahlung,
oder Nachnahme des Betrages mit der grösesten sorgfalt ausgeführt
jund erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen verschenen
SOriginal-Loose selhst in Hünden.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläüne gra-
tis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten
unaufgefordert amtliche Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
Garantie und kann dureh directe Lusendungen oder auf Verlangen der
Interessenten durch unsere vVerbindungen an allen grösseren Plätzen
Deutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glücke begünstigt und hatte sich
dlieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der:
»rsten Hanpttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten
direct ausbezahlt wurden.

Voraussichtlich Kann bei einem solchen auf der Solidesten,
BRasis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und hitten vir daher.
im alle Auftrüge ausführen zu können, uns die Bestellungen baldigst
und jedenfalls vor dem 15. Mai d. J. zukommen 2u lsassen.

Kcufmonn b Simon,

Bank-und wechsel-Geschaäft in Hamburg

Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eiseubahn-Actien

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurech für das uns seither geschenkte Vertranen
und indem wir bei Beginn der neuen Verloosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir uns aueh fernerhin bestreben, durch
stets prompte und rcelle Bedienung ädie volle Zufriedenheit
unserer geehrten ITnteressenten zu crsangen. D. O.

—

Damit jeder Kraukße
bevor er eine Kur unternimmt,
oder die Hoffnung auf Gene—
sung schwinden läßt, sich ohne
—
deilmetrode erzielten über-
reschenden Heilangen überzeugen
ann, sendet Richter's Verlags-
Unitalt in Leipzig auf Franco—
Lerlangen gern Jedem einen
„Attest⸗Auszug“ (180. Aufl.)
zratis und sranco. — Versäume
jtiemand, sich diesen mit vie⸗
jen Krankenberichten verse henen
„Auszug“ kommen zu lassen. —
Von dem illustrirten Original⸗
werke: Dr. Airy's Naturheil⸗
methode erschien die 100. Aufl.,
Jubel-Ausgabe, Preis 1Vit.,
u beziehen durch alle Buch⸗
handlungen

—IIIIII

17
nmygn im

cc
Frucht- Brod und
Fleisch⸗Preise der Stadi
Zweibtücken vom 18. Apr'l.
Weizen — M. — Pf. Korn
08 M. 99 Pf. Gerste 2rehige
0 M. — Pf. Gerste 4 reih
— M. — Pf. Spelz 0 M
— ppf. Hhafer 7 M 42 ppf
Heu 2 M. 40 Pf. Stroh 2
M. 29 Pf. Kartoffeln 3 M.
10 Pf. Weißsibrod 124 Kilog.
58 Pf. Kornbrod 8 Kil. 78, 2 Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 pf.
Bemischtbrod 83 Kilo. O M. 97 Pf.
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Dual. 60 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
Butter 1M. 12Pf. per Vi.
Redaktion Druck und Verlag von J. Xx. Demeß in StaIngbert.
Hiezu „Illußsrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 16
        <pb n="233" />
        St. Ingberter Anzeiger.
— —

——— — —

————
—WEBBüäBEjFV

—
Der St. Jugberter Auzeiger und dat (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauplblatte verbundene Unlerhaltungsblati. (Sonntagt urit illustrirter Vel⸗

lage) erscheint wöchentlich Viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Absnnementspreis betragt vierteljährlich

1 Wark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 18 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Nerlamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnei.
M 64.

Dounerstag, den 25. Apru

1378.

Deutsches Reich.

Berlin, 22. Aptil. Eine vom Reichskanzler dem Bundes⸗
edihe unterbreitete Denkschrift über die Wanderlager und Waaren⸗
auktionen gibt einen sehr umfassenden Einblick in die ganze Materie.
Inhalt und Umfang der Denkschrift erhellen aus einer kurzen, in
riner Vorbemerkung enthaltenen Uebersicht des Ergebnisses der ge⸗
schehenen Erhebungen. wobei außer den betheiligten Behörden auch
Handels- und Gewerbekammern, gewerbliche Vereine, Fabrikanten,
Groß⸗ und Kleinhändler theils mündlich, theils schriftlich vernom⸗
men worden sind.

tung des Vorschlagt äines gleichzeitigen Rüctzucß der englischen
Flotte und der russischen Truppen bisher zwat resultatlos, aber
doch in freundlichem Sinne fortgesetzt; sie durfte sich in die Laͤnge
ziehen, weil die Entjscheidung der streitigen Punkte technische Er
Irterungen durch Spezialkommifssäre an Ort und Stelle erheifche.
Wenn die Kabinete von London und St. Petersburg sich einigten,
verde es nöthig fein, von der Pforte Garantieen dafür zu ver⸗
angen, daß sie für den Fall eines Scheiterns der Weiterderhand⸗
hungen der Herstellung des status quo fein Hinderniß bereile.
Rußland werde in diesem Punkte wahrscheinlich eiwas sirenge sein,
weil s AÄberzeugt sei, daß die Pforte, falls die Feindseligkeiten wie⸗
der ausbrächen, nicht für Raußland Pariel ergreifen werde.

NKusland.

Wien, 21. April. Die hochoffizibfe „Montagktredue“ sagt
in ihrem leitenden Artikel: Die ltzten Nachrichten konstatiren eine
eiwas günstigere Gestaltung der polttischen Situation. Es isl
nunmeht Aussicht vorhanden, daß beide streitenden Mächte, Eng⸗
land und Rußland, einen Vorschlag Deuischlands annehmen wer—
den, durch welchen die Gefahren eines imminenten Konfliktes ver⸗
mindert und die Aussichten für das Zusammentreten eines Kon⸗
gresses in eine bestimmtere, nähere Perfpeltive gerückt erscheinen.
Die Einigung UÜber die von England wie Rußland einzubehaltenden
militaͤrischen Positlonen werden als ein günstiges Präjudiz betrach⸗
tet. Die Chancen einer gewaltsamen Lösung des Konflikts werden
dadurch wesentlich gemindert. Die Zugeständnisse Rußlands wer⸗
den dadurch erklätt, daß ex andernfalls isolirt dastehen und die
Erfolge des mit schweren Opfern geführten Krieges gefährden
würde.

Wien, 21. Apr'l. Die hiesigen Blättet sprechen sämmilich
Zweifel darüber aus, daß England geneigt sein würde, seine Flotte
nach der Besika-Bai zurückzuziehen. — Nachrichten aus Athen be—⸗
sagen, daß der anglo-griechische Bündnißbvertrag berei:'s in das
Stadium der Pourparlers eingetreten fei. Nach diesen Pourpar⸗
lers will England d'e Kosten für die Ausrüstung und Unterhal-
tung eines griechischen Kontingents von 75, 000 Mann tragen,
auch sollen im Pyräus Proviantdepots errichtet merden. Die
Pforte hat sich bereit erkllärt, Bauum und Barna am 3. Mai,
Schumla am 27. April den Russen zu übergeben.

Wien, 21. April. Durch bedeutende Konzessionen seitens
—XX
Kreise vollständig von dem Gedauken einer Allianz mit England
abzubringen, und da Rußland zuverlässigen Mittheilungen zufolge
auch dem britischen Inselreiche in nicht undedeutenden Punkten
nachzugeben gesonnen sein soll. so hat die Lage im Ganzen augen⸗
blicklich ein ziemlich friedliches Aussehen gewonnen. Der Fr'ede
erscheint überhaupt, in dem Momente gesichert, wo die „meisthethei⸗
ligten“ Staaten sih über die Theilung des Raubes geei—

nigt haben. Hierbei dürfte allerdings ebensowohl über die Wünsche
der Türkei wie über die Bitten ihrer Vasallen mit Stillschweigen
hinwegegangen werden. (Deutsch. M. Bl.)

Wien, 21. April. Zwischen Oesterreichern und Montene
grinern ist auf den von öderreichischen Truppen besetzsen wontene—
drinischen und albanesischen Grenzdistrikten ein ernsthafter Konflikt
ausgebrochen. Derselbe droht in Folge der in jenen Gegenden
hertschenden Blutrache den Charalkler eines Krieges anzunehmen.

Turin, 20. April. Der gewöhnlich qut unterrichkekt
„Corr. It.“ enthält folgende wichtige und intesessante Nachricht
aus Rom vom 19. d.: Die Verhandlungen zwischen der deutschen
Regierung und dem Natilan über die Herstellung eines modis
vrivendi, welche vor einiger Zeit begonnen haben, hofft man, bestem
Vernehinen nach, in nicht zu ferner Zeit einem beiderseitig befrie
digenden Resultate entgegenzuführen. Näheres verlautet noch nicht,
da die ganze Angelegenheit unter allergrößter Dislretion betrieben
wird, und zwar auf Seiten des Vankans durch den Kardinal
Staatsfelreiär Franchi, auf Seiten der deutschen Regietung durch
den Kardinal Hohenlohe.

London, 24. April. Vie ,Timed“ meldet aus St. Pe—
zicsburg: Geslern wurde die Dialussion belreffend die Ausilh

BSermischtes.

F Die Gemeinden Shmittshausen und Wall⸗
dalben hatten am Ostersamstag und «Sonntag Abend ziemlich
tarke Gewitter, das erste am Samsiag sogar mit starkem Hagel
erbunden, der mehrere Zoll hoch fiel, ohne jedoch merklichen Schaden
zu verursachen. — In Schmittshausen schlug der Blitz am Sonn⸗
'ag Nachmittag in die Stallung des Ackerers J. vollmar und
ddtete datin 2 Rinder, ohne an dem Gebaude selbst erheblichen
Schaden zu verursachen.

rLandstubl, 17. Apri. Beim Pflagen auf einem
Acker hinter dem hiesigen Schloßberg, auf der sogenannten Meh⸗
le rei, jand dieser Tage tin hiesiger Einwohner einen Topf mit uwn
gesähr 1200 EStück Silbermünzen verschiedenen Gepräges, wahr⸗
scheinlich aus der Zeit der Sidinger Herrjchaft.

Blickweiler, 18. April. Heuie Morgen um 11 Utzr
wurde der schon seit Sonntag den 24. Maͤrz vermißle Acke rer Jo⸗
hann Kohl von hier als Leiche bei Breitfurih aus der Blies ge⸗
ändet. Derselbe soll noch eine Baarschaft don 4 M. 80 Pf. bei
sich gehabt haben, ebenso eint Quittung über ca. 1600 M., welche
er an seinem Unglücksstage bezahlt hatte.

FFrankenthal, 20. April. Der des betrügerischen
Banlkerotts beschuldigke Bäcker Klippel von Kallstadt, welcher auf
delegraphisch⸗ Requisition hin in Havte auf einem Schiffe verhaflei
wurde, ist gestein Abend hier eingebtacht worden. Er soll noch
7000 biz 8000 Mark bei sich haben.

Jür die Redaction veramsworinich: ic. «. J

Wir machen hierdurch auf die im deungen Diatie zrehende Annonce de
derren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
Es handelt fich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗Ge⸗
vinnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
lebhafte Betheiligung vorausse zen läßt. Dieses Unternehmen verdient das
bolle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien beboten sind und auch
vorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
zahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

IIVB.

Am Donmnerstag, 25. h. Abends halb 8 Uhr findet

im Grewenig'schen Saale ein

G.
—Q
der Zurkhard'schen Capellt von Saarbrücken
mit darauffolgender
Tanzunterhaltung

stath, wozu die verchrlichen Vere'ne⸗Mitglieder hiemit ergebenst
eingeladen werden.

Einheimische Nichtmitglieder dürfen an diesem Tage aingtführt
werden.

VRehnliche Unterhaltungen sind in diesem Jahre noch drei in
Aassicht genommen und zwar pro Juni,, Auguft und November,
worüber das Nähere seinerzeit bekannt gegeben wird.

St. Ingbert, den 23. April 1878.

Der Vorstand.
        <pb n="234" />
        Bekanntmachung.

Am Montag, den 29. April
nächsthin, wird mit Herstellung
des Pflasters an der Distrikts:
straße von St. Insbert nach
Hassel, in St. Ingbert begonnen
und ist bis auf Weitexes das
Befahren dieser Straßenstreck
untersagt. J

Die Fuhren müssen während
dieser Zeit über Oberwürzbach
oder Rohrbach nach St. Ingbert.
St. Ingbert, 22. April 1878.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Ein Mädchen,
welches Haus⸗ und Feldarbeit
verrichten klann, wird gesucht.
Wo? Zu erfragen in der
Frped. ds. Bl.

&amp;
8
8

— —
Anzeige.
Unterzeichneter hat seinen sesten
Wohnsitz in Zweibrücken u.
empfiehit fich im Einsetzen künst⸗
licher Zähne, ganzer Gev esse
Okturaloren, lünstliche Gaumen)
Plomdiren, Behandlung aller
Zahnschmerzen zc,
J. Klaus,
früher mehrjähriger Assistent von
dem beruhmten Zahnarzt Seiler

imn Offenburg.
Wohnung : arsberisch's Haus
Lindenstraße Nt. 2.
nuu Täglich zu sprechen.

—

—— —

Nan biüete dem GIüelze die Hand?

— *

275. O000 R. Mark
faupt⸗Gewinn im gunstigsten Palle bietet die allerneueste
grosse Gæeiu Verioosung, welehe von der hohen Regieruns
Fenehmigt und garantirt ist.

Pievoriheiafte CRinricktung des nenen Flares ist derart, das:

im Lse von venigen Monaten darch 7 Verloosungen 49,600 Ge-
Minue zur sicheren Entscheidung rommen, darunter bofinden aich
ααtueli B.M. 275. 000 speciell aber
cewinn Gewinn aà 2,000
Gewinn a M. 23, 000 Gewinne à M. 10. 000
Gewinn e *. 80,000 Jewinne a A. 8009
Zevinn 8060,000 Gewinne a M. 3000
Gewinn 000 Gewinne a S. 32000
Gewinn 200 Gewinne a. 3400
Gewinn 200 115 Gewinne à M. 1200
Gewinnes 300 521 Gewinne a M. 8500
Gevinne a dM. 23, 000 700 Gewinne aà M. 230
Gevinne aà M. 20,000 28.015 Gewinne à M. 138
5 Gewinne M. 18,000 ete. ete.

Die Gevinnziehungen sind pianmãssig amtlieh festgestellt.

Zur pachsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staate
garantirten Geld-Verloosung kostet

ganzes Original-Loos nur Mark6
halhes * 3
Jviertel * IL

Alle Auftrũge werden sofort gegen Pinsendunge, Posteinzahlung
oder Nachnahme des Betrages mit der grössten dorgsalt ausgeführi
und ertialt Jedermann von ns die mit dem Staatswappen verschener
riginal oose selbst in Händen.-

ιαι_BNgen vwerden die erforderlichen amtlichen Plãne gra
tis beigefügt und naeh jeder Ziehung senden wir unseren Interessente
maufgefordert amtliche Listen.

Fie Auczahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats
Garantie und kann dureh directe Zusendungen dãer auf Verlangen der
eresenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen
bDeutschlands veranlaast woerden.

Inete Collecte war stets vom Glũücke begünstigt und hatte sich
lieselbe unter vielen anderen pedeutendon Gowinnen oftmals der
— —— crreuen, dise den botreffenden Interessenten
direct ausberahlt wurden.

α lann bei einem solchen zuf der solidesten
,Rasis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethoi-
ligung wit Bastimmtheit gerechnet werden, und bitten vir daher
un alle Aufträge ausführen 2u können, uns die Bestellungen baldigst
na jedenfalls vor dem 15. Maind. J. zukommen 2u lassen.

Ruufmonn &amp; Simon,

Bank-und Wweécehsel-Geschaft in Hamburg

Fin- und Verkauf aller Artan Staatsobligationen, —XXR

und Anlehenslooso.

P. 8. Wir danken hierdurch fur das uns seitkor geschenkto Vertrauer
dud indem wir bei Beginn der neuen Verloosung zur Betheili
gung einladen, werdon wir uns auch fernerhin bestreben, durel
ztets prompte und reelle Bedienung die vollo Zufriedenhei
aneseret géenrten Interessenten zu erlangen. Dn. n.
Mttion Drud und Verlag

*
Einladung.
um Donmgeratag, den 28. h. wird die Pollichia,
ein naturwissenschafnicher s der Pfalz ihre diesjährige Wau⸗
derversammfuug in unserer Siadt abhalten. Indem das
mierfenligie Comils dies hierm't hekaunt zu geben ich dechrt,
erlaubt es sich, die Freunde der Pollich'a und ihrex Bestrebunger
zu zahlxeich'r Betheiligung ergebenst einzuaden,
Brogramm:
rereteg den 28.
Vounittags 10 Uhr 50 Min. Empfang der Gäste am
Bahnhof.
Um 11 Uhr Beginn der Verhandlungen im Grewenig'sches
Saale,
Tages⸗Ordnung:
1. Vortrag des Herin Professor Recknagel von Kaisers⸗
lautern über: „Wetterprognose.“
2. Vortrag des Herrn Dr. Diltrich von Dürlheim;
„Das Reich der niedrigsten Ocganismen.“
3. Vorirag des Herrn Dr Met fi s von Dürkheim: Aus
dem Gebiete der Anthropslogie.
Um 1433 Uhr: Festessen im,Gasihaus zur Post.“
üm 28 ühr: Toneert der Burkhoaͤrd'schen Eapelle in der Ge⸗
sellschaft Harmonie.
Freitag, den 26.
um9 Uhr; Besichtigung der hiefigen gewerblichen
Etablissements. —
Um 1311 Uhr: Frühkneipe im Casé Seiter.
St. Ingbert, den 22. Aptil 1878.
Das Lokal⸗ Comis.
der Ocarina⸗Gesellschaft St. Ingbert
Sonntag, den 28. April,
im großen vaale bei F. Obtrhanser in St. Ingbert,
unter gefäll ger Mitwirkung des Herrn Hompesch, Musikdireltor
aus Saarbrücken, sowie des Herrn A. Wies, Violinvirtuos aus
Blieskastel.
Programm.

*

1. Marsch aus Lohengrin von.
2. Arie aus Troubadour pn..
3. 4) Bacarole
—8* von. *
. Aurora, Wolzer von.
. Klavier Soeiiii...
Fatinitza, Marsch von
Hänner Quortett, Soldatenliche von.
Ouverture aus Khalif von Bagdad.
a) Cuvatine voon.*
b) Unga⸗ische Tanze von..
bearbeitet vonnn.. 2*
x10. Cri⸗Cri⸗Pollka vuonn..
11. Arie aus dem Wildjchütz, Lied für Bariton
*12. 4 Lieder.
13. Clavier⸗Soloo.... 0 Hompesch
«1, Schotsch, „Gllck auf“ von. ... Parlow.
15. Solo⸗Quartett, ,Du bdist mein Traum“ v. Zimmermann.
x16. 3) Jodler vonn.. F.irchytag .
by Feuer und Flamme, Gasopp von Faust.
Die mit* bezeichneten Nummern sind Pocen des 10ñimmigen
Ocarina⸗ Orchesters.

R. Wigner.

Verdi.

L. Spohr. (Wies

Labyzki.
(GHompesch

Suppö.

Ubt.

Raff.

Brahms,

Wilhelmy. (Wiet

Zühnert.

Anfang Punkt 8 Ubr.
—A
Fischer und im CafsSeiter, à 70 Pf. Abends vor
7 Uhr ad an der Cahße.
Jänisch's Lagerbier
in der
Carawanseral.
. . Te n Inqobert.
        <pb n="235" />
        *
22 ———
* S*
* 32 33
153 333333 5*
s3 3 22
238335333388* 8 7
02 2 — *t 2* 82 3 *
2553523 888 3283 55535 *
2 2* 232 5 5 2* 8*8 5223
22 55 265 25323 —
— 55 3355 2538 —— 5233328* —A
— 5—*.2 25 533 88 2528 — —
—— 388 25 * * 282 — C —— 22
—J————— — 88
5333555233 2333 7 335 533 2332 55
33332332 —A— 23 —2 W 553 ——— 2 — 22258 22
X — — 2605 7 — —— — 22 —7
— 2— — E 2 — —X — A ——— 22 *
— — ——— — * * 222 z255388 — 38 5
* 5 * 52 * 5 2 —8* — * * —
* — —J— 5 3383338 52 5 4 32 — 25 ñR — —*
8 3 85* 5 8 588 —— — * 353*3 33z8853533* * c*
52 * 786 52 — 5—3252 3 58 2 — —A——— —c—85 —
223 3238 52 2—* 23533325 25 55 —373 2 55—338 8
— 23 5533*5 2533535 382* 523* —A ———— A 2*5
3555— 5 3355 s4885 *z38 3373* 835333552 538835 *
* —e— 23533357 ——— ——
— * * 2 —Z — 2 3 * —5 * 5—
—J 2533 32338 23533* *235624388
—* * 322 S 5 2* * *8 * 55 —A — 33238
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
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ODex St. Jugberter Auzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati, (Sonntagß mit illustrirter Wei⸗

lage) ascheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag and Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

art 40 R.⸗Pfz. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts viit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

K—2

M 65. Samstaag, den 27. April 1878.

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Deutsches Reich.

Mzunchen, 28. April. Nach der fuͤr die Fuß⸗Artillerie
Brigade erlassenen Zeiteintheilung der Schießübungen auf dem
dechfelde hat das in Germersheim stehende 2. Bataillon des 2.
Regiments per Bahn am 8. Mai an dem Uebungsorte einzutreffen
und dortselbst bis 9. Juni zu verbleiben; die beiden Bata llone
des 1. Regiments gehen gleichfalls per Bahn nach Ingolstadt und
Ulm am 4. August nach dem Lager und bleiben dis 31. August.
Zur Zeit der Anwesenheit des 2. Regiments haben auch die Land—
vehr⸗Tompagnien der Fuß Artillerie ibre Uebungen vom 18. mit
25. Mai vorzunehmen.

Berlin, 23. April. Es beslätigt fich, daß die Reife des
Zaisers nach Wiesbaden einstweilen aufgegeben ist, obwohl für die⸗
jelbe alle Vorbereitungen bereits getroffen waren. Die Abreise
jollte am 29. April erfolgen und der Aufenthalt in Wiesbaden
länget als in früheren Jahren ausgedehnt weiden. Die veränderte
Anordnung hat ihren Grund in der politischen Lage, welcher ge⸗
genüber das Verbleiben des Kaisers in der Reichshaupistadt für
erforderlich erachtet worden ist. Es heißt jetzt, der Kaiser werde
his zum Beginn der Emser Badereise in Berlin verbleiben. Der
Ankunft des Fürsten Bismarck wird nach wie vor bis zum 29. d.
M. entgegengesehen.

Berlhin, 24. April. Die zur Berathung des dem Reichs⸗
tage vorgelegten Entwurfes betreffend den Verkehr mit Nahtungs-
nitteln, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen eingesetzte Kom⸗
nission hat den Beschluß gefaßt, es möchten ihr die sämmtilichen
zur Zeit in den einzelnen Bundesstaaten bezüglich des Verlehrs
mit Nahrungsmitteln u. s. w. in Kraft befindlichen Gesetze und
allgemeinen Verordnungen zugänglich gemacht werden. Da in Folge
Dessen seitens des Reichsjustizamts auch das preußische Staats⸗
ninisterum um Mittheilung der betreffenden Gesetze und Verord⸗
nungen ersucht worden, so haben die Minister des Innern und des
ulius die Provinzialregierungen veranlaßt, eine Zusammenstellung
der auf die gebachten Gegenstände bezüglichen Vorschriften, die auf
in Kraft befindlichen Gesezen beruhigen, binnen 10 Tagen eirn—
ureichen.
NAusland.

Wien, 24. April, Abends. Die „Polit. Korr.“ veröffent
licht folgende Meldung aus Bukarest: Die Befürchtung einer
easchen Besetzung Bukarest's durch russische Truppen nimmt hier
nehe und mehr zu. Russische Truppen lagern in einer Eatfernung
pon 20km von der Hauptstadt. Die Konzentrirung der tumänifchen
Armee in der kleinen Walachei ist schon bewerlstelligt.

London, 23. April. Bis zur Stunde ist, wie ich von
guter Seite erfahre, noch leine Einigung über den deutschen Vor⸗
jchlag erzielt worden, demzufolge bekannllich England seine Flotte
und Rußland seine Truppen aus der Nähe von Konstantinopel
ziehen sollten; auch in dieser Beziehung scheint man hier Anfor⸗
derungen zu stellen, welche von Rußland kaum angenommen wer⸗
den dürften. Es gewinnt überhaupt immer mehr den Anschein,
als ob die Auffassung der Sachlage in hiesigen maßgebenden Krei⸗
sen grundverschieden von der auf dem Kontinente ist, namentlich
auch von derjenigen in Wien; denn man ist hier nur ganz ver⸗
einzelt der Ansicht, daß sich wischen Wien und Petersburg ein Eint
perständniß auf friedlichem Wege werde zu Stande dringen lassen.
Von einer Vorkonferenz will man hier absolut nichts wiffen.

London, 24. April. Ein Telegramm der „Times“ aut
Pera vom 28. April meldet: Der Aufstand der Muselmänner in
Rumelien nimmt große Dimensionen an. Dreißigtouseud Russen
sind mit der Bekämpfung desselben beschäftigt. Der Aufstand um⸗
jaßt das Gebiet zwischen Tatarbasardfchik und Philippopel bis
Bumuldschina und Tschirmen und wurde verursacht burch den
Drud des neuen bulgarischen Regimes und beschleunigt durch Ex⸗—
zesse der Bulgaren. In einem blutigen und unentschiedenen Ge⸗
echt bei Demotika am 18. April betrug der Verlust der Russen
300 Mann, darunter 8 gelddtete Offiziete.

In Warsihau ist dieser Tage, wie die „Deuische Zeitung“
mittheilt, von einer geheimen russischen Nationalregierung, welche
nus der Fusion der verschiedenen russischen revolutionären Parteien
jervorgegangen ist, eine Proklamation erlassen worden, worin das
ussische Volk zum Ergreifen der Waffen gegen die Regierung des
Zaren aufgefordert wird. Ja allen Städten und Dorfern des
weiten Zarenreiches hat eine Augesehene Hand diese Proklamation
vie aus einem Füllhorn reichlich ausgestreut. Das revolutionäre
Schrifistüuckk trägt die Aufschrift: „Revolutionäre Auseinander⸗
etzung“ und das Datum: 7. April 1878. Ein großes blutrothes
Siegel, an dessen Peripherie die Worte zu lesen sind: „Union der
nationalen Befreiung“, befindet sich am Kopfe des Schriftstückes?
Robespierce's Spruch: „Erdrückt durch Terrorismus die Feinde
des Volkes, und die Ehre der Errichtung der Republik wird euch
zebühren“ und ein Citat aus einem Gedichte Nekrassoff's: „Unsere
Zache steht fest, denn sie basirt auf Blut“ dienen als Motto.
Die Proklamation fängt also an: „Treuherziges Volk, erwache,
zreife zu den Waffen gegen die Tyrannen und räche deine Kne⸗
elung! Jetzl ist dazu der günstige Zeitpunkt gekommen, denn die
Zussände in Rußland sind unerträglich und unhaltbar geworden.
luf der weiten Strecke, von einem Ende unseres Landes bis zum
uindern gibt es nicht Einen Ort, wo der Mensch sich vor den Hel⸗
ershelfsern des Zaren sicher fühlen bönnte.“ Dann folgt eint
zrelle Schilderung der russischen Regierungswirthschaft, und mit
dem Aufruf zu den Waffen schließt die Proklamation.
Rermischtes.

Tf St. In gbert, 26. April. Gestern hielt die „Po b⸗
sichia“, ein naturwissenschaftlicher Verein der Pfalz, ihre dies⸗
ãhtige Wanderversammlung in unserer Stadt ab. Nachdem laut
Programm, das den Lesern d. B. aus dem Donnerstagsblatt bekannt
st, die Festgäste durch das Lokal ˖Comité empfangen worden waren,
vurden sie in den festlich geschmückten Greween i g'schen Saal
zeleitet, wo um 11 Uhr die Verhandlungen und Vorträge der
„Pollichia“ vor einer zahlreichen Versammlung hiesiger Bürger
hren Anfang nahmen. Leider war es einem der Herren, denen
)er ehrenvolle Auftrag geworden, als Sprecher aufzutreten, Hrn.
Dr. Mehlis von Dürkheim in Folge eines eingetretenen Hin⸗
ernisses nicht vergoönnt, uns mit seinem jedenfalls lehrreichen und
pannenden Vortrog: „Aus dem Gebiete der Anthropologie“ zu
erfreuen. Die beiden anderen, auf dem Programm verzeichneten
Vorträge des Hrn. Prof. Recknagel von Kaiserslautern über
Wetterprognoser und des Hrn. Dr. Dittrich von Dückheim
„Das Reich der niedrigsten Otganismen“ deren jeder in seiner Art gleich
helehrend und sprachlich vollendet war, hielten die Zuhörer in un⸗
unterbrochener Spannung und befriedigten gewiß vollständig.

Ehe wir jedoch zu den Vorträgen der beiden Herren übergehen,
wollen wir die Ansprache des Hrn. Subrectoe Beck von Dürkheim,
der als Prasident der „Pollichia“ fungirte, und die des Hrn—.
Bürgermeister Cusst er von hier vorausschicken.

Hochverehrte Vecsammlung! Es sind ungefähr 14 Dezennien
verflossen, seitdem in einem engen Kreise wissenschaftlicher Männer
der Pfalz det Gedanke angeregt wurde, die uatürliche Beschaffen⸗
jeit des Bodens, den dieselbe bewohnt, zu durchforschen, die Pflanzen
ind Thierwelt kennen zu lernen. Aus diesem Verlangen wissen⸗
chaftlicher Männer der Pfalz erwuchs unser Verein und wenn er
ich nach dem berühmten Botaniker Pollich „Pollichia“ nennt,
o war auch in den ersten Jahren seines Bestehens die Pflege des
„otanischen Studiums die überwiegende; daß jedoch die deiden
inderen Richtungen picht vernachlässigt wurden, das zeigt unz ein
Blick auf die reich Sammlung in Dürkheim. Der Verein begann
hald ein thätiges Leben und entfaltete seine Wirlsamkeit. Als
edoch schmerzliche Lüden in den Verein gerissen wurden, als tüch⸗
ige Kräfte des Vereins durch den unerbittlichen Tod hinweggerafft
vurden, da lag die Gefahr nahe, daß die Thätigkeit der „Polichia?
tlahme, nun es galt, Mittel zu schaffen, um ein neues Lehen in
        <pb n="238" />
        den Verein zu bringen. Man glaubte dieses Mittel zu fiaden in
den Wanderbersammlungen: sie sollten immer mehr Freunde dem
Verein gewinneun. Gestatten Sie mir rinfach die Bemerkung:“ der
Ausschuß der „Pollichia“ hatte sich hierin nicht getäuscht; es begann
mit den Wandervpersammlungen ein reges Leben
in unserem Verein, bis das Jahr 1870-71 kam, das
mil blutigen Ziffern in die Geschichte unseres engeren und weiteren
Vaterlandes gezeichnet ist. Damals beseelte bekanntlich nur ein
Fedante das ganze Vaterland, nur ein Gebet lispelten unsere
Voben: Gott schüße unser deuisches Vaterland; die „Pollichia“
fieilie auch ihre Thatigkeit ein; doch schueller und ruhmvoller, als
ir erwartet hatten, war die blutige Arbeit vollbracht; der Sie⸗
geẽrausch war allwählig verschwunden und allenthalben in unserm
Volerlande wurde die Arbeit und Thätigkeit wieder aufgenommen.
Auch die „Pollichia“ sammelte wieder ihre Mitglieder unter ihrem
gemeinsamen Banner. Doch bald zeigte es sich, daß, wenn die
„Pollichia“ zum Mittelpunkt gemacht werden sollte, daß sie ihr
Arbeitsfeld erweitern müsse. Zu den drei schon vorhandenen Sec⸗
ienen der „Pollichia“ traten noch zwei neue hinzu: die anthropo⸗
logische und meteorologische mit tüchtigen Kräften aa der Spitze,
so daß man die schönsten Erwartungen die, schönsten Hoffnungen
auf Erfolg hegen kann. Ich glaubte meine Herrn! diese kurze Ge⸗
schichte der Thätigkeit unseres Vereins bisher unserer heutigen Ver⸗
sammlung vorausschicken zu müssen, um die Ziele darzulegen, die
umser Verein befolgt. Wenn wir nun unsere heutige Wanderver
sammlung nach Ss. Ingbert verlegt haben, so geschah es deshalb,
eil der Ausschuß die sicherste Ueberzeugung hatie, daß auch hier
die Besirebungen unferes Vereins Anklanz finden mögztn. E)he wir
nun zu den Ihnen aus unserem Programm bekannten Vocträgen
schreiten, komme ich einem Ansuchen des Herrn Bürgermeissters
nach, ihm vorher das Wort zu ertheilen. Herr Bürgermeister
WCust er richtete nun, an die Herren Mitglieder der „Pollichia“
gewendet, folgende Worte:

Meine Herren! Es gereicht mir zur besonderen Freude, die
verehrten Mitglieder der „Pollichiak in unserer Stadt begrüßen
zu dürfen und ich sage Ihnen für den Besuch den besten Dank.
Möge es den Herren in unserem Westrich recht gut gefallea, mögen
Sie sich unter uns redt heimisch fühlen, damit der heutige Tag
Ihnen in reudiger Erinnerung bleiben wird.

(Rede des Hrn. Prof. Rednage l.) Ho hverehrte Ver⸗
sammlung! Das Bedücfniß zu einer Weiterprognose darf wohl
nicht neuerdings constatirt werden, nachdem schon seit den ältesten
Zeiten Versuche gemacht werden, welche indeß seit den letzten De⸗
dennien, ja man könnte sagen seit den letzten Juhrea zu einem
befriedigenden Abschluß oder wenigstens zu einer Annäherung an
das Ziel geführt worden sind. Es ist indeß nicht unpassend auf
die aͤlleren Versuche der Werlerprognose — Vorhersagungen des
Wetters zu machen — einzugehen, weil in dieser Beziehung eine
Reihe von Vorurtheilen zu bewältigen sind, welche sich der um—
fassenden großen und schwierigen Arbeit, auf dem richtigen wissen⸗
jchaftlichen Wege die Prognose zu erreichen, hindernd entgegenstellen.
Fz ist ihnen belannt, daß man glaubte an einem bestimmten Ocrte
durch Beobochlung des Benehmens der Thiere einen Anhaltspunkt
für das künftige Wetter zu finden. Es ist da allerlei in Scherz
und in Ernst dersucht worden. Man glaubte, die Spinnen seien
die richtigen Wetierpropheten; ja gewiß gibt jedes Thier, dessen
Auffindung seiner Nahrung, von der Witterung
abhängt, enen Auhaltspunkt zurt Wetterprognose. Es muß
das doch einen Grund haben und der Grund ist leicht zu finden.
Man isi sehr geneigt, den Thieren den Instinct zuzuschreiben und
dersteht darunler eine unfehlbare Gabe, das was ihnen nütlich ist
bom Schädlichen zu unterscheiden. So sagt man, die Kudh frißt
aus Instinct das giftige Kraut nicht. Wenn dieser Instinct besteht,

so ist allerdings große Hoffaung vorhanden, daß die Thiere auch
das Wetter vorher empfinden. (Fortsetzung folgt).
fLudwigshafen, 285. April. Ueber die Bahnlinie
Zweibrücken: Saargemünd entnehmen wir dem Gesqäftsbericht der
Pfalziychen Batnen folgende Angaben: Diese Linie, welche nach
der Concession im December 1878 fertig gestellt sein soll, ist durch
Differenzen über die Bahnhof-Anlage ia Blieskastel, welche der
Entscheidung des Ministeriums unterstellt werden mußgen, im Bau⸗
hetrieb etwas veczögert worden. Ursprünglich sollte nämlich Blies—
kastel eine Kopfstation erhalten, in welche die St. Ingberter Bahn
tiumünden sollte, um von dort gemeinschaftlich mit der Saarge⸗
münder Bahn nach Zweibrücken zu führen. Seildem aber die
Fortsezung det St. Ingberrer Bahn nach Saar⸗
brüchen durch den Staatsvertrag vom 23. April 1877 sicher
zestellt war, es sich also nicht mehtr um eine Sacbahn, sondern
um eine directe Linie ersten Ranges haudelte, welch
den lürzesten Weg von Saarbrücken über Zweibrücden⸗
Landau⸗Germersheim-Bruchsal nich Säddeutsch
land eröffnet, hielt die Direction der Pfälzijchen Bahaen es für
geboten, die Kopfstation fallen zu lassen und die directe Einführung
dieser dinie in den Bahnhof Zweibrüden ins Auze zu faßsen.

stach langen Verhandlungen, welche durch das Widerstreben der
Ztadt Blieskastel sehr schwitrig geworden waren, wurde dus neue
Bahnhofproject vom Pinisterium an 20. August 1877 genehmigt
und kounten die Baumbeiten fortgesetzt werden. Trotz dieser Ver⸗
ögerung glaubt die Diriction den oben angegebenen Termin der
Fertigstellung einhalten zu können, wenn nicht noch unvorherge⸗
ehene Hindernisse sich ergeben. Pf. st.)

f Nach dem soeben ausgegebenen Jahresbertichte der Piäl⸗
ischen Eifenbahnen für 1877 ergibt sich für das abgelgufene Jahr
ein Passivrest von M. 2,792,640 87 Ef. Dag wirkliche Be—
riebsergebniß für 1877 ist M. 4,400,601; erforderlich füͤr die
Jewährleisteten Zinsen, die vertragsmäßigen Amortisationen der
Prioritäten ꝛc. sind M. 7,193,241 837 Pf. Die Differenz
wischen dieser Summe und dem obigen Reinerträgniß M.
2,792,640 37 Pf. hat bekanntlich die Staatskasse vertragsmägig
uzuschießen.

Am 20. April ist in Trippstadt nach längerem Lei⸗
)en der auch in weitern, namentlich in den Lehrerkreisen Bayerns
zekannte Schullezrer, Herr Johann Drescher, Führer und Haupt⸗
edner des pfälzischen Lehrerveceins gestorben.

Speier, 20. April. (Pf. 3.) Eine unter dem Vor⸗
itze Sr. Erz. des Herrn Regierungspräsidenten der Pfalz zusammen⸗
zetretene Kormmission, bestehend aus den Herren Bürgermeistern
on Speier, Kaiserslautern, Sondernheim, Kirchheimbolanden und
zweibrücken, hat die Vergebung der Präbenden, Aussteuerprämien,
lufmunterungspreise und Ehrenbriefe für Dienstbolen aus dem
fälzischen Dienstbotenstift sür das Jahr 1878 vorgenommen und
; Dieustbotea mit mehr als 45jähriger Dieustzeit bei einer und
»erselben Herrschaft Prämien von je 50 Mark, ferner 1 Aus⸗
teuerprämie, dann 9 Dienstboten Geldbelohnungen zu 30 Mark
nebst Ehrenbriefen, 54 Dienstboten Geldprämien zu 10 Mark
nebst Ehrenbriefen und 523 Dienstboten Ehrenbriefe zuerkannt.

Mannheim. Da heuer die Maikäfer massenhaft vor⸗
ommen, hat das hiesige Bürgermeisteramt eine Aufforderung zum
Finsammeln derselben erlassen. Für 1 Liter Maikäfer werden im
Bauhof 10 Pf. bezahlt. Werdient Nachahmung!)

Metz. Der in dem benagchbarten Nancy ausgebrochent
zroße Krach erstreckt sich in seinen Folgen auch hierher. Sowohl
dei dem Konkurs Hael-Demange, als der soeben anzeordneten
2q aidation der Gesellschaft Levy-⸗Bing sind verschiedene hiefige
däuser und Private mit zam Theil namenhaften Summen bethei⸗
uͤgt. In Nanch selbst soll die Bestürzung so groß sein, daß ein
Theil der Depois aus den Banken zurückzezogen wird und in
Folge der all emenen Pank die Geschäfte vollständig darnieder⸗
iegen. Vermehrt wird die Unficherheit der Lage dodurch, daß
obege Konkurse noch eine Anzahl weiterer nach sich ziehen werden.

FRegeusburg, 22. April. Der Ottersonntag war in
uinserer Gegend reich an blutigen Episoden. So viel bis jetzi be⸗
anut, hat im benahbarten Orte Weichs ein 19jähriger Bursche
inen Manu ibotlich gestohen; in einem Bierhause nächst dem
siesigen nüchst dem hiesigen Bahnhof fand eine großartige Rauferei
Ztatt, bei der Manner und Weiber, Zivel und Militar betheiligt
varen und zahlreiche Verletzungen vorfielen; an einem andern Orte
warde ein Magnn lebeusgefährlich gestochen, und schließlich hat ein
Mann sein Weib mit erner Hacke erschlagen.

F Die Altienbtauerei Aschaffenburg erklärt, die Summe
»on M. 1000 Demjenigen zu geben, der nachweist, daß ihr Bier
außer Hopfen und Malz andere Stoffe enthält.

F Mäünchen, 22. April. Gestern ist Adele Spitzeder mit
hrer Capelle nach der Schweiz abgertist, wo sie zuecst in St.
Ballen auftcitt. Sie hat ihre Musiker auf 132 Jahr fest engagirt;
h9i Capellmeister Westermaier, ein Haidh user, hubei ihr ftceie
Verlöstigung und Wohnung und dabei noy 200 M. pco Monat,
die anderen Musiker beztehen 180 bis 190 Mark pto g

(Sr. K.)

F München.] Se Maj. der König hat drei wegen Mordes
um Tod Verurtheilte, nänlich den Tischlergesellen Trum, die
Bauecrnwittwe Stadleder, den Hähnergesellen Schäffer zu lebens⸗
änglchem Befängniß begnadigt.

F Berlhin. Em erschütterndes Unglück hat sich am Grün—
donnerstag auf dem Actillerie-Schießplaß bei Sperenberg in der
sahe von Zossen begeben. An diesem Tage fanden daselbst Schieß⸗
Pbungen der Matrosen-Div sion statt, und ereignete es sich, daß
ine Granate nicht kreperte. Bei dem darauf von mehreren Ma⸗
rosen unternommenen Entladungsversuch explodirte jedoch dieselbe
lößlich und tödtete vier Mann augendlicklich. Zwei andere Ma⸗
srosen wurden schwer verwundet und verstümmelt; von diesen bei—⸗
zen ist bereits einer an den erlittenen Verlezungen gestorben; für
das Aufkommen des Letzten ist gerinze Hoffaung dorhanden.

fF Berlin. Ein Briefträger, welcher einen Brief, den er

4 Treppen hoch bestellen follte, aus Bequemlichkeit zertissen hatte,
ist vom Stadigericht zu 3 Monaten Gefäugniß verurtheilt worden.

F Betlin. Die Ugrrdlichkeit im Geschäflsverkeht wird von

den Gerichten in neuerer Zeit schönungeloz geahndet. Zu dem
        <pb n="239" />
        Fabrikanten Josephh Sheener kam der Kaufmann Walter; Um ki⸗
nen Waschtisch mit Marmorplatte zu kaufen. Er hätte ganz gern
eine etwas beschädigte Plalte genvymmen, wenn er eine solche billiger
bekommen? hatte, entschloß sich aber zu dem Ankaquf einer unbe⸗
schaͤdigten, nachdem Sperner ihm die Versicherung gegeben, daß er
nitr gute, dadeltose Wagrt führe. Später siellte sich jedoch heraus,
zaß die Platte einen Riß gehabt, den Sperner duͤrch Kitt und
Farbe haite verdeden lassen, und daß er nach dem Verkaufe sich
dergnägt dahin geäußert, wie er nun einen dummen Potsdamer
ür die Platte gefunden habe. Die neunte Kriminaldedutation des
Stadtgerichtz verurtheilte den Angeklagten gestern wegen Betruges,
jeßgte jedoch in Anbetracht seiner biherigen Unbescholtenheit nur
reine Geldbuße von 30 Mark fest.

— Ein Restaurateur, welcher mit seinem Etablissement schlechte
BZeschäfte machte, wollte dasselbe vortheilhaft verkaufen. Ein Ver—⸗
nittler dazu war dald gefunden, welcher den Käufer angeln wollte.
Der Kommissionär sand auch bald einen Kauflustigen, und um
ziesem eine gute Meinung von der Frequenz der Restauration bei—
zubringen, verabredete der Resiaurateur, der Vermittler und der
hauseigenthümer, dem daran lag, einen zahlungssähigen Miether
des Restaurationslokals zu bekommen, folgende List: Die Arbeiter
einer in der Nähe gelegenen großen Fabrik wurden vom Haus—
virth, welcher in der Fabrik Bekannte hatte, zum Freibier bei dem
Kestaurateur für einen Vormittag während der Freistunde einge—
aden. In derselben Zeit sollte der Kauflustige vom Kommissionär
ur Besichtigung des Restaurants veranlaßt werden. Alles ging
nach Wunsch. Der Kauflustige kam mit dem Komm'ssiopär an,
ah die Räume von Gästen angefüllt, welche tapfer Bier tranken,
und fragte den Wirth, ob dies alle Tage so sei. „Gewiß“, er⸗
viderte dieser, „diese Herren kommen alle Tage während der Frei—
tunde aus der benachbarten Fabrik in mein Lokal'“'. Der Kauf—
ustige berechnele schleunigst im Stillen die von diesen täglichen
Basten zu erzielende sichere Tageseinnahme und fshloß noch an
demselben Toge mit dem Restaurateur das Geschäft ab. Als der
neue Restaurateur einige Tage lang vergeblich auf den Besnch der
Fabrilarbeiter gewartet hatte, erkundigte er sich bei diesen, warum
ie ihre Gunst dem Lokale seit seiner Uebernahme des Geschäfts
entzogen hätten, worauf ihm diese erklärten, daß, wenn er einmal
Freibier geben würde, sie bereit wären, vollzäͤhlig sich bei ihm zu
oersammeln. Dem neuen Restaurateur wurde nunmehr klar, daß
er betrogen sei und denunzirle gegen den früheren Restaurateur
und den Hauswirth wegen Betruges. In beiden Instanzen wur—⸗
)en die Angeklagten verurtheilt und die von ihnen eingelegte Nich—
eigkeitsbeschwerde wurde vom Ober Tribunal durch Erkenntniß vom
28. März 1878 zurückgewiesen.

7 Welcher starken Dosis von Schlauheit es zuweilen bedarf,
im von säumigen Schuldern Geld zu erhalten, dafür spricht eine
leine Historie, welche wir dem Wochenplauderer des Wiener
Fremdenblattes nacherzählen. Ein Konsektionär, der auch als
ustiger Lebemann bekannt ist, hatte längere Zeit der schöneren
Hälfte enes jungen Ehepaares Waaren geliefert, ohne die Rechnung
zeglichen erhalten zu können. So oft er aich einen seiner Kommis
einkassiren schickte, immer wieder wurde er mit der Zablung ver—⸗
röstet. Die schöne junze Frau, deren Reize ihr Gemahl so e frig
zütete, daß er keine Zeit fand, etwas Anderes zu thun, sagte wie
zewöhnlich: „Mein Mann, ist nicht zu Hause.“ Da beschloß
denn der Konfektionär einmal selbst es zu probiren. Voxerst ver—
zewisserte er sich bei dem Hausbesocrger, daß der Herr Gemahl
virklich zu Hause sei, dann betrat er die Wohnung und stellte in
der artigsten Weise seine Forderung. Doch erging es ihn nicht
jesser, als seinem Kommis, auh er erhielt zur Aut vort: „Ent⸗
schuldigen Sie, mein Mann ist nicht zu Hiuse.“ „Wirklich nicht,
nun denn ...“ und ein kräftiger Kuß erschallte und dann noch
iner — und auf flog die Thür des Nebenzimmers, aus welcher
vüthend der Genahl hecvorstürzte. „Herr, wie koönnen Sie sich
interstehen, meine Frau zu küssen ?“ „Ist mir gar nicht eingefallen,“
zxwiderte lachend der Kaafmann, „es war nur meine Hand. Aber
ei dieser Gelegenheit“ — und hier präsentire er dem eiferfüchtigen
Bemahl die Rechnung, dem diesmal nur nichts übrig blieb, als
dieselbe endlich zu begleichen, während das junge Weibchen, roth
vor Scham und Verlegendbeit, nun seinerseits ins Nebenzim ner sib
u fluͤchten genöthigt sah.

FKußkränzichen. Ein Pastor einer ländischen Gemeinde
in der Nähe von Philadelphia hat ein originelles Mittel gefunden,
um seiner verschuldelen Kirche aus der Klemme zu helfen. Zuerst
am der kluge Pastor auf die 'Idee eine allzemein dem weiblichen
Beschlecht zugeschriebene Schwäche zu diesem Zweck auszubeuten. Es
vurden „Parties“ (Sesellschaften) veranstaltet, bei denen für das
brivilegium, ein Wort zu sprechen, dezahlt werden mußte. Die
Sache war ein vollftändiger Mißerfolz. Daß Weiber zusammen—
ommen sollen, ohne über ihrer Nachsten Kleider, Dienstmägde,
dinder, Männer u, s. w. in bekannker liebenswürdiger Weise zu
Mudern, war zu viel verlangt; auch hältte man sich füglich
enken können, daß es den männlichen Mitgliedern der Kirchenge—

meinde in solch! einer ftummen Gesellschaft nicht behagen würde,
zesonders den au's Sußholzraspeln verfessenen zungen Männern.
Man denke sich, wie theuer ein solcher Spaß Manchem und Mancher
Jekommen wäre, wenn sie für jedesmal, daß sie den Mund zu
inem Worte öffneten, nur 8 Cents hätfen bezahlen müssen! —
Da die Sache nicht „zog“, so wurde ein anderer Versuch gemacht
ind diesmal der Ragel auf den Kopf getroffen. Es wurden Kuß—
ränzchen veranstaltet. Die Kirchenüllesten ftellten Weiber und
köchter zur Verfüguüng, und die übrigen Dorfschbuen beson ders die
ungen und hübschen, sielllen sich selbst zur Verfügung. Fuͤr jedien
duß wurden 10 Ceuts bezahlt. Das Beispiel fand Nachahmung
ind im Handumdrehen waren berschiedene Kirchen einen Theil ihrer
Schulden los. Wie es heißt, bemerlen boshafter Weise die, Pala⸗
elphia Times', haben einige überreife Pastorstöchter, die in Folge
)dieses geistreichen Einfalls noch zu Männern gekommen sind, die
Absicht, ihrem edlen Wohlthäter, dem Erfinder der Kuß-Unterhal⸗
ungen, ein Denkmal zu setzen. An der Spitßze des unter die
»aube gekommenen Damen;Comités, welches zu diesem Zwecke sich
ebildet hat, soll seine eigene, 30 Jahre alte Tochter stehen. Die
Welt ist leicht mit Verdächtignngen bei der Hand, und so gibt es
nuch frivole Menschen, welche behaupten, der Erfiader der kirchlichen
Ibschmatzerei habe eigeutlich mit der ganzen Geschichte nur den
zweck im Auge gehabt, sich seiner Dreißigjährigen zu entledigen.
die Idee wäre übrigens einer weiteren Ausnuzzung werth. Wie
hyär's, wienn ein so armer Tropf. der sich jahraus jahrein vergebens
ibschindet, um seine Schulden los zu werden, eine solenne Kuß⸗
interhaltung zum Zwedce der Zahlung dieser Schulden annoncirte?
Jeder Kuß 10 Cents! Es würden sich ohne Zweifel viele Mädchen
inden, die aus purer Mildthätigkeit sich küssen ließen, und an
Männern, denen es auf einige Zehncentstücke aicht ankäme, würdewohl
8 auch kein Mangel sein.

Literarisches.

D Gpfaͤlzische Geflügelzeitung, Verlag von Herrmann
—XLD

Mit einer höchst reichhaltigen und interessanten Nummer
Doppel-Nummer) beginnt dieses Blatt das neue Quartal. Na—
nentlich begrüßen wir die Illustrationen, welche der die verschiede⸗
nen HühnerRassen beschreibenden größeren Abhandlung, betitelt:
„Unsere Hühner“, beigefügt werden, als angenehme und werthvolle
Zugabe. Es gibt uns dies neuerdings wieder Zeugniß von dem
Streben dieses Blattes, seiner Aufgabe möglichst gerecht zu werden,
ind kein Opfer zu scheuen seine Leser zufrieden zu stellen. Berück⸗
iichtigen wir hierbei den dböchst billigen Preis, (pro Quartal nur
35 Vfennig) so können wir nur wiederholt dieses Blatt allen Ge⸗
fügelzüchtern und Landwicthen zur Anschaffung bestens empfehlen.
Die neueste Nummer berichtet über:

„Uasere Hühner, Beschreibung der Hühner-Rassen (mit Illu⸗
trationen). — „Geflügelseuche,“ Eingesendet von O. O. in M.
— „Geflügelseuche,“ aus Stuttgart. — „Zur Rentabilität der
Beflügelzucht,“ von B. vom Rfeein. — „Warum ich mir Hühner
inschaffter, von J. Mehring. „Federvieh und Rindvieh“, von
VYe. J. Schuster Reallehrer, in Wasselnheim. — ‚Fütterung des
Heflügels von B. vom Rhein. — „Nachtigallenschläger,“ von J.
Mehring. — „Ornithologische Ausstellung in Wien,“ Eingesendet.
— „Ninden-Ravensberg'scher Verband“ Eingesendet. — Brief⸗
kasten — Inserate. — J

Allenk. Post Anstalten und Postboten nehmen Bestellungen
hierauf entgegen. Die bereits erschienenen Nummern werden nachge⸗
liefert. Ahonnementspreis pro Quarial nur 65 Pfenudia.
Illustrirte Frauen-Zeitung. (Preis vierteljährlich 2 M. 50 Pf.
Die neueste Moden-Nummer (15) enthält: Promenaden⸗, Haus- und
Norgen-Anzuge, einzelne Schoßtaillen, Röcke und Tunicas, Fichüs, Tücher,
dalskrausen, garnirte und ungarnirte Strohhllte, Entoutcas, Facher, Gurtel⸗
hloß, Kamm, Schmucknadeln und Armring. Promenaden⸗Anzüge, auch
üte für junge Mädchen und Kinder. Tischdecke mit Gobelin-Stickerei nebsi
CLypenmuster, Divan mit Stickerei, Gardinen- oder Portieren⸗Halter, ver⸗
hyiedene Vorten und Fransen für Möbel, Portieren ac. Korb⸗ oder Tablet⸗
ecken, Arbeitständer, Cigarrentaschen, Strick. und Häkelmuster, Filet-Guipüre,
külldurchzug und Buntstickereien ꝛc. ꝛc. mit 79 Abbildungen und einem
Nodenkupfer. — Die neueste Unterhaltungs-Nummer (16) enthält; Heimath—
os. Novelle von Adelheid von Auer Fortsetzung. — Zur Naturgeschichie
»er ornamentalen Thiere. Von Julius Lessing. Fortsezung. — AÄus der
Frauenwelt. — Verschiedenes. — Wirthschaftliches: Der Mai in der Küche.
Iriefmappe. — Frauen-Gedenktage, — Ferner folgende Illustrationen: Alt—
eutsche Jungfrauen beim Osterwasserholen im Mittelalter. Von A. von
eyden. — Assyrischer Cherub, 10. Jahrh. v. Chr. Geb. — Griechische
Sphynx, 8. Jahrh. v. Khr. Geb. — Assyrischer Greif, 40 Jahrh. v. Chr.
ßeb. — Römischer Greif, 1. Jahrh. v. Chr. Geb. — Ilse ausf ihrem Hei⸗
nathsgut. Von Paul Mey.rheim.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.
— EERRüöAVAI—
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß. J
        <pb n="240" />
        ONOPRI
der Ocarina⸗Gesellschaft St. Ingbert
Sonntag, den 28. April,
im großen vaale bei F. Oberhauser in St. Ingbert.
unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Hom pesch, Musikdireklor
aus Saarbrücken, sowie des I, Wies, Violinvirtuos aus
vBroe mm.

Marsch aus Lohengrin von
ðX aus Troubadour von.
a) Bacarole
Scherlo von ..
Aurora, Walzer voonn.
Nlavier Soloo...
Fatinitza, Marsch vvnn
N anner⸗Quarteti, Soldatenliebe von .
Zuverture aus Khalif von Bagdad.
Cavatine vnn.
Ungarische Tänze von..
zearbeitet vbonnn. *
*10. Cri⸗Cri⸗Polka vu..
11. Arie aus dem Wildschütz, Lied für Bariton
*12. 4 Lieder.
13. Clavier-Soloo Gompesch.
*14. Schonisch, „Glück auf“ von. . Parlow. Wꝛ
15. Solo⸗Quartett, ‚Du bist mein Traum“ v. Zimmermann.
*16. a) Jodler vo...* Freytag.
by Feuer und Flamme, Galopp von Faust.
Die mit * bezeichneten Nummern sind Paecen des 10stimmigen
Ocarina⸗Orchesters.

R. Wagner.
Verdi.

L. Spohr. (Wies.)
Laby;ki.
Gompbesch.
Suppo.

Adt.

Anfang Punkt s Uhr.
Billets à 50 Pf. sind zu haben bei Hrn. Hermann
Fischer und im Café Seiter, à 70 Pf. Abends dvon
7 Uhr ab an der Casse.
* —X * TI
Einjuhriges Militür-Examen.
Die Rerecehtigung zum einjährigen Militärdienst
wird am sichersten durch die Abiturienten-Prüfung des In-
ternAiU—ön—αl Lehrimstituts Erlass des Reichskanzler-
tes vonm 23. Marz 1874) erworben und wurden für das
dritto Mal schon sùmmtiiehe Abiturienten dieser berech-
tigten Anstalt (dieses Jahr 12) für bestanden erklart. — Be-
ccuadere Vorbereitung für das einjahrige Militärexamen in
Garleruho, welches schon 228 Zöglinge der Anstolt dort
beatanden. — Nabheres bei der Direction in Bruchsal.
(A. 61760)
Interessant, billig und reichhaltig ist allein die in allen
Kreisen beliebte
8 * — 66
Berliner Zeitung
(Alte ⸗Langmann'sche)
F Postzeilungeliste 2. Nachtrag 6843. —Aq
Jede Postanstalt nimmt Abonnements für 2 Mark 40

Pfennige für die Monate Mai und Juni entgegen.

Die „Beriiner Zeitung“ (Alte — Lanzmann'sche) enthalt neben
deitartiteln, Kammerverhandlungen, Volitik, Handel, einem reich—
haltigen lokalen Theil, Gerichtszeitung u. s. w. als Sperialitäten:
Die Liste der preuß., sächs., braunschw., hamb. Lotterie bis zu
den kleinsten Gewinnen gleich Tags nach der Ziehung, — einen
Briestasten in Frage und Antwort, zuverlässiger Rathgeber für alle
Faͤlle des Lebens, — die Briefe an den Redacteur u. s. w. Im
Feuilleton erscheint der das größte Aufsehen ertegende Criminal⸗
Roman Zelle 7. Der bis zum 1. Mai er'chienene Theil —
ca. 12 große Bogen — wird an neu hinzutretende Abonnen'en
jür 80 Pf. nachgeliefert.

Bei Besiellungen bitten wir ausdrücklich die No. 5842 2.
Nachtrag der Postzeitungsliste anzugeben, da die „Berliner Bürger:
Zeitung“ den wortgetreuen vollständigen Text derselhen auch unter
dem Titel „Berliner Zeitung“ für 3,60 Pf. nach auswärts
bertreibt.

*
Lager⸗-Fässer,
von 1000 bis 2800 Liter,
hzat zu verkaufen Jakob Stief.
C — . —288 8
2 45 J
Schau' in's Auge deinem
Linde.
Dieses neueste Lied von
Franz Abt
scheint auch sein beliebtestes werden zu wollen. In
ꝛinigen Gosellschaften aus dem Manuscript vorge-
tragen, gefiel dasselbe so sehr, dass vor Erscheinen
vundertse Bestellungoen vorlagen. Die vier ersten
tarken Auflagen waren schneli vergriffen und erschien
sbon, vier Wochen nach Pertigstellung,
die süünste Auflage!
Preis mit apart gedruckter Singstimme M. 1.

Das neuesto Werk von Abt, op. 531 enthält
ausser No. 1 Schau' in's Augo deinem Kinde! noch
wei reirendo Liedchen, namlich: No. 2 Sehnsucht:
„Lieb Vöglein, sag' warum so schnell, o nimm mich
mit, lieb Voglein!“ No. 83 Daheim im Vaterhaus: PDie
Sonn' ist heimgegangen.“

Preis jeder Nummer mit apart gedruekter (dop-9

ꝑ pelter) Singstimme undd Klavierbegleitung M. 1. —- 8*
FDie's Lieder zusammen in einem Hefte 2 Mark.
Gegen Einsendung des Beétrages versende ich franeco. &amp;X
J Pet. dJos. Tonger, Köln. a. 258
— ————
Zwangsversteigerung. Ellern und Erjither
Am BSvienstagden 80. machen wir auf das schoͤne
d 3. Mt 8. Nachmittags 132 Uhr und nützliche pädagogische
u Hasel vor der Wohnung Zunstjournal: Der Jugend
der Witiwe von Johann Zpiel und Arbeit von Dr.
Weiland, im Leben Schmied J. D. Georgens und J. M.
daselbst versteigere ich folgende don Gayette⸗Georgens, unter
zepfandete Gegenstände auf dem ODitwirkung hervorrag. Mit⸗
Wege der Zwangsvollstreckung arbeiter, Preis pro Quartal
zffentlich an den Neistbietenden M. 1.50, aufmertsam. Das-
gegen baare Zahlung, nämlich: elbe bietet in jedem in Bunt⸗
1 Uhr, ĩ Kuh, 6 Hühner druck ausgeführten Monats-
und 1 Hahn, t Wagen j defte Urterhaltung und bil—
mit 3 Dielen, 1 Ambos, dende Beschäftigung der ver⸗
dBlasbalg, Heu und chiedensten Art für Kinder
Siroh, 1 Pferd, 1 Hau⸗ odon 5—13 Jahren. Die
jen Dung, Karioffeln, 1 hꝛeigefügte Beilage gefstattet
Egge und 1 Pflug, 1 die sofortige leichte Nachah⸗
Pferdsgeschirr bestehend aus mung der Vorlagen. Jede
Kummet, Unilerkummet Buchhandlung und Postan⸗
und 2 Ketten. talt nimmt Abonnementsbe⸗
Inahei 26. Aprit 1878. tellungen an. Ausführliche
Der k. Gerichtsvollzieher, llustt. Prospecie Fan
Fa e Iιιν
Biltiae Benug⸗queste nigeet
Billigste Zezugsquelle. Richtor's Verlags-Anstalt.
Emil Hohorst N. K. Hofbuchhandlung.
Buchhandlung.
2 BerlinAlexandrinenstr. 98.
3 Billigsto Bozugsquolle
von Meyer, Drockhaus und
Pierer'schen Conversationslerx'⸗
con elegant gebunden. —
BGebundene Werle z. B. An⸗
dersen, Götbe, Koͤrner, Schiller
F Shakespeare, Lessing ꝛc.
3 Cataloge gratis feo.
3 Auslieferung fuͤr den Allgem
* Verein für deutsche Literatur.
3 Protectorat: Se. Kgl. Hoh.
Prinz Georg von Preußen.
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Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 25. Ppril.
Weizen — M. — Pf. Korn
08 M. 54 Pf. Gerste Areihige

0 M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — Pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 7 M. 47 pf.
Heu 2 M. 40 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M.
00 Pf. Weißbrod 1/ Kilog.
58 Pf. Kornbrod 8 Kil. 78, 2 Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 97 Pf.
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Zuai. 60 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
»amfl.60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
gZutter 1M. 25 Pf. per Pf.
Trdaiiioen u las vn . Xx dene n E Ingcbert.
        <pb n="241" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

MK—r2R,——ä2æòcò/ec/c!u235
Der St. Ingberter Nnzeiger und das (Smal wöchentlich) mit dem Hauplblatte verbindene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Rei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag; Donuerstaäg, Samstaͤg und Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

lRark 40 R.⸗Pfa. Anzeigen werden uiit 10 Pfg., von Auswäris mit 15 Vfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift der deren Raum, Reciamen
mit 30 Afg. pro Zeile berechnet.
— .
— ——— —
M 66. Sonntag/ den 28. April 1878.

——— —
—
— —

Deutsches Reich. —

Berlin. Die Kreuzeitung schreibt: „Nach unseret Kenne⸗
niß ist die schon vor einiger Zeit ventilirte und befonders aus
Elsaß »VLothringen selbst immer wieder lebhaft angeregte Frage
riner Regentschaft des dentschen Kronprinzen in den Reichslanden
neuerdiugs metzr und mehr in den Vordergrund der Erwägung ge⸗
treten, und es wird glaubwürdig versichert, daß sowohl der Kron⸗
prinz selbst wie der Fürst Bismarck dem Projelte ziemlich geneigt
ind. In das Stadium der Ensschließungen scheint dasselbe jedoch
noch nicht gelangt zu sein.“

Ausland.

Paris, 285. Apris. Am nächsten Samstag findet im
klysoe ein Ministerath Statt, bei dem alke Minisker anwesend sein
werden. Man wird sich mit der devorstehenden gesetzgebenden Session,
die man abkürzen will, und mit der Eröffnung der Ausstellung
deschäftigen. Bei dieser Gelegenheit soll auch die Verlheueruug in
Folge der Ausstellung zur Sprache kommin. In hiesigen Refiau⸗
rants sind die Preise bereits um 25 pCt., in manchen Gasthoͤfen
am 100 pCt. erhöht. Man befürchtet, daß diese Vertheuerung
ziele Fremde abhalten wird, nach Paris zu lommen, und daß die⸗
enigen, welche kommen, ihren Aufenthalt in Paris wegen der
roßen Kosten abkürzen werden. Ob man aber, um diesen Uebel⸗
tänden abzubelfen, wirlsame Maßregeln wird ergreifen können, er⸗
cheint sehr zweifelhoft.

London, 26. April. Ein gestern in Erxeterhall stattge⸗
jabtes Meeting nahm eine Resolution zu Gunsten der Bildung
einer Freiwilligenarmee für den activen Diensk an.

Rom, 25. April. Dem ‚Diritto“ zufolge wird die deutsche
Regierang bei der überaus schwierigen Vermittelung zwischen Ruß
and und England (über die gleichzeitige Zurückziehung der dritischen
Flotte und der russischen Truppen aus der Nähe von Konskantinopel)
durch Italien auf das lebhafteste unterstützt.

Wenn schoͤnes Welter ist, so sehen wir den Mond, wenn schlechteß
Wetter berrscht, sehen wir ihn nicht. Ist es bei schlechtem Wetter
Bollmond, se denken wir nicht an den Mond, ist es aber schönes
Wetter, so denken wir: Aha, der hat's gethan. Es ist also auch
mit dem Monde nichts. Ich möchte noch einige Worte über die
Bauernregeln sagen: es gibt Leute, welche den Bauernregeln als
den Erfahrungssäßen des Landmannes große Bedeutung zuschrei⸗
»en. Ein eingehenderes Studium ergibt indeß, daß sie einer we·
entlichen Bedeuturg bar sind, dena es ist bekannt, daß die Bau⸗
ernregeln sich auf bewegliche Fefte beziehen und in Folge dessen
anjuverlässig sind. Ja man trifft in verschiedenen Kalendern Bau—
rrnregeln, die gerade das Entgegengesetzte sagen, so daß man ruhig
»ehaupten kann: der größte Theil der Bauernregeln hat seinen
Btund im Aberglauben. Nun giaube ich endlich deim Baromeler
angelommen zu sein. Das Baromeler ist ja ais Wetterglas bei⸗
nahe in jeder Familie zu Haus und es ist nichts gewöhnlicher als
daß man bei hohem Stand auf schönes Wetter, bei tiefem Stand
auf schlechtes Wetter schließt; indeß wer den Gang des Baro⸗
melers einige Jahre verglichen hat mit der vorhergehenden Wit⸗
lerung, der kommt zur Ueberzeugung, daß das Barometer ebenso
anzuverlässig ist, wie alle übrigen Unzeichen der Witterung. Das
Fallen des Barometers, nicht der tiese Stand desselben, sondern die
rückgüngige Bewegung ist ein Zeichen, daß bei uns die Luft min⸗
dee schwer wird oder daß weniger Luft zu dem Orte hin⸗ als
vegströmt, oder es ist ein Zeichen, daß die Luft an dem Orte
pecifisch leiter wird; daß also das Gewicht eines Cubikmeters
Luff geringer wird und eine Verminderung eintritt durch Beimisch⸗
ung von Wasferdampf. Wasserdampf hat nur bo von dem
zewöhnlichen Gewvicht der Luft; wenn man also der Luft Wasser-
»ampf beimischt, so bekommt man eine Luft, die weriger wiegt.
Die Ankunft von Wasserdampf in einer Gegend ist haͤufig der
Vorbote eines kommenden Regens; es wird also häufig vorkommen,
daß das Fallen des Barometers und der Eintrif regnerischer
Witterung zusammentreffen. Es ist das Fallen des Baromelece
illerdings ein Vorzeichen, doch ein nicht vollständig zuverlässiges,
in respeltables Vorzeichen der lommenden feuchten Witterung; sie
zraucht gerade nicht in Regen zu bestehen, sondern in einer
Trübung der Atmosphäre. Ja es kann das Fallen dis Baromelers
infach deßhalb eintreten, wenn Luft von gleicher Beschaffenheit aber
n geringerem Maße zu⸗s als wegfließt. Wenn wir uns doe
eutlich machen wollen, gewinnen wir eine groͤßere Einsicht und
erstören den Aberglguben und das feste Vertrauen, das wit darauf
zesetzt haben. Denken Sie sich etwa in St. Ingbert habe die
Luft eine Geschwindigkeit von 8 Meter in der Selunde: das ist
ein schwacher Wind, den wir durchaus nicht unangenehm empfinden,
zingegen in Kaiserslautern, das ungefähr in westlicher Richtung
egt. dabe der Wind die gleiche Richiung wie hier, aber eine Ge⸗
hwindigleit von 8 Meiern in der Sekunde: so ist die natürliche
Folge, daß die Luft sich verdünnt, indem mehr hinaus⸗ als herein⸗
ließt, so daß das Baromeler auf der ganzen Linie fallen muß; eß
st durbaus kein Vorzeichen, daß schlechte Witterung eintreten kann.
Ich habe eine Zusanmenstellung gemacht über die Erfolge, die sich
im Fallen des Baxometers ergaben: ich beobachtete, daß det
fintritt des Regens 7 mal stattfand, während 4 mal kein Regen ein⸗
raf, sondern ganz schönes Weiter herrschte.
Ganz unzuverläfsig und durchaus nicht zu beachten ist das
Steigen des Barometers: wir haben bei steigendem Baromeler ge⸗
'ade so viele Regentage als schöne, so daß man darin kem Zeichen
er zu erwartenden gulen Witterung erblicken kann. Im Winter
Neicht es sich vollständig qus, im Sommer hingegen kann man
agen, daß ein“ fortdauernder hoher Baxometerstand von
puter Winerung Gigleitet ist, allein das nützt uns nichts
Ar die Wetterprognose. Doch ist es auch nicht so auflufassen,
ls müßte bei bohem Barometerfand immer helles Wetter‘ sein;
as will ich damit durchaus nicht gesagt haben; in der Mehrzahl
it es richtig. Wir haben einen der schoͤnsten Beisplele im Februgt

Rermischtes.

St. Ingbert, 27. April. (Pollichia) Eort⸗
jetzung der Rede des Herrn Brof. Rednagel.) „Ich kann
mich im Folge eigner Beobachtungen dem Vorurtheil nicht anschlie⸗
hen, ich glaube nicht, daß aus dem Verhalten der Thiere auf das
lünftige Wetter geschlossen werden kann. Auch ist es gewiß eine
jalsche Annahme, wenn man sich dächte, daß das Thier die Zu⸗
nahme der Feuchtigteit in der Luft oder die Veränderung einer
Windrichtung oder die Zunahme der Temperatur genauer empfinde
als die dafür konstruirten Instrumente; denn für alle denkbaren
Vorgänge in der Temperatur besitzen wir Instrumente, die jeden⸗
jalls genauer die Witterungsvorgänge angeben als das Thier. Et⸗
was Anderes, was man sehr haufig hört, ist die Wetterprophe⸗
zeihung der Kranken, wenn einer Gicht oder Hühneraugen hat, so
hat er guten Grund über den Einflaß des Wetters zu klagen;
Rheumalismus wird ganz gewiß stärker, wenn Zug im Zimmet
jerrscht und der Zug entsteht dadurch, wenn rapider Luftwechsel
im Zimmer ist. Wenn das Wetter feucht wird, werden die Slie⸗
jel enger, sie dtücken also mehr auf Hühneraugen.

Wir kommen nun zu den höheren Wetterptopheten, von denen
ich z. B. dru Mond erwähne. Es ist ein allgemeia verhbreitetee
Vorurtheil, daß der Vollmond schönes Weiter bringe, besonders im
Winter. Es liegen über 40jährige Beobachtungen vor, welche in
der Sternwarte gemacht worden sind und die nachgewiesen haben,
daß ein Zusammenhang zwischen Mond und Wuerung. nicht be
deht. Man ist dadei aljo zu Werk gegangen. Man ha di⸗
Regentage verglichen, welche bei zunchmendem Monde eingetreten
siad, und diejenigen Regentage, weiche beim abuehmenden Monde
»ortlamen, und hat gefuden daß ihre Zahl gleich war. Also hat
ich auch dies als ein eitles Vorurtheit erwiesen. Woher kommt
nun aber, daß wir den Mond als ein sicheres Anzeichen einer
zuten Witterung ansehen? Das hat einen merkwürdigen Grund.
        <pb n="242" />
        diesen Jahres gehabt, sehr hohen Barometerstand und prächtiges
Wetter. * * W
Wenn nun Alles das, was man am Orte selbst zur Prognose

derwerthen kann, keinen sicheren Anhaltspunkt gibt, so ist man
darauf angewiesen, den Ort in Beziehung zu bringen mit andern
Begenden und diese Art der Forschung ist in letzter Zeit vielfach
angewendet worden. Man hat Netze, Beobachtungsnetze über grö⸗
zere und lleinere Länderstrecken gebildet. Am weitesten in dieser
Beziehung ist man in Nordamerika vorgeschritten; die als eminent
practisch und materiell bekannten Nordamerikaner verwenden jähr⸗
lich meyrere Millionen Dollars auf Meiteorologie. Sie sehen also,
daß man in einem so practischen Lande dem Wetter eine hohe Be⸗
deutung beilegt. Auch in Deutschland hat sich ein meteorologisches
Stationensystenn gebildet, in welches auch Kaiserslautern eingereihl
ist. Die Centralstation befindet sich in Hamburg, an ihrer Spitze
steht unser Vereinzmitglied Neumayer. Diese Nehge, speciell
das Deuische, sind in der Weise organisirt, daß Morgens um 8 Uhr
Telegramme von allen Stationen nach Hamburg abgehen, um den
Zustand der Witterung zu melden; von einer kleineren Menge der
Stationen gehen nochmals um 2 Uhr Nachmittags Witterungsbe⸗
richte ab. Was nun auf diesen Stationen beachtet wird, das ist

Barometerstand, Temperatur, Feuchtigkeit, Windrichtung, Wind⸗
stärke, Regencnenge, höchste und tiesste Tagestemperatur, Bewölkung
sowohl der Stärke als auch der Art nach, Form der Wolken.
Diese Beobachtungen werden nun in Hamburg selbst, sobald fie
angekommen sind, in Karten eingetragen, von denen. sie hier drei
in vergrößertem Maßstabe aufgestellt sehen. Es ist ein recht durch⸗
dachtes, schönes System, nach welchem die Karten angefertigt wer⸗
den; kann man sich doch aus einer solchen Karte ein schönes Bild
über den Zustand der Witterung in gunz Europa ableiten.“

(Fortfetzung folgt..

*Berichtigung. (Vortrage Prof. Necknagel.) Durch Mißver⸗
ttändniß wurde in einem Theil des gestrigen Blattes (Rr. 65) 18. Zeile von
oben hinter das Wort Witterung „(wittern)“ einge schoben, was wir zu
streichen bitten.“ CGie Red.)

f Ueber die Bahnlinie St. Ingbert-Saarbrücken
theilt der Geschäftsbericht der Pfalzischen Bahnen Folgendes
mit: Das Detailprojekt für die ganze Linie wurde von der
bayerischen und der preußischen Regierung gegen Ende
vorigen Jahres genehmigt. Die Grunderwerbung auf bay⸗
rischer Seite ist durchgeführt, auf preußischer eingeleitet. Der
Bau dieser nicht ganz 11 Kilometer langen Verbindungsbahn wird
bis Schluß dieses Jahres beendigt werden können. Wegen-Be⸗
schaffung des Baukapitajs ist Antrag an die nächste Generalber⸗
sammlung gestellt. — Weiter sagt der Berxicht: Was die Kohlen⸗
bahn von Bexbach nach den bei Neunkirchen gelegenen
Gruben betrifft, so hat, nachdem laut Erklärung der kgl. preußischen
Bergwerksdireition die Verfuchsbauten des sog. Mehlpfuhlschachtes
vorerst so gut als mißglückt sind und die Eisenbahnverwaltung in
Saarbrücken ihre Betheiligung an den Kosten des projeltirten
Sammelbahnhofs abgelehnt hat, sie auch die Einrichtung eines
zurchgehenden gemeinschaftlichen Transportdienstes von und nach

den Gruben der pfälzischen Bahnberwaltung nicht zugestehen wollte,
etztere es füt zwedmäßig erachtet, den Bau dieser Bahn vorläufig
»eruhen zu lafsen. Nachdem die bahyerische und die preußische
stegierung hierzu ihte Genehmigung ertheilt bhaben, ist nunmehr
entfprechender Antrag an die Generalversammlung gestellt.

fTrippstadt, 22. April. Was wir schon !längst ge⸗
ürchtel, ist eingetreten die Gebrüder Gienanth haben ihre hiefigen
xFisenwerle theilweise außet Betrieb gesetzt; die anderen werden
vohl in klurzester Zeit folgen, und das schöne Thal dann still
verden. Wir haben längst keinen Mangel an arbeitslosen Per⸗
onen, und deren Zadl wird noch bedeutend vermehrt werden.
Unseret Gegend klann nur durqch die Erbauung der Eisenbahn von
kaiserslautern nach Biebermühle aufgehelfen werden. Die hundertpfer⸗
digen Wasserkräfte, die jetzt stille an den stillen Werken vorbei⸗
chleichen, würden dann wieder benützt und die Bei⸗ und Abfuhr
zen mehr denn 100,000 Centner Rohmaterial und Fabrikaten
ährlich würde, wie es ehedem war, wieder Hunderte von Menchen⸗
zänden beschäftigen.

F Fußwaschung. Am leßten Gründonnerstag wurde,
wie alljährlich, in Wien vom Kaiser und der Kaiserin von Oester⸗
reich an 12 Greisen und 12 Greisinnen die Fußwoschung vorge⸗
nommen. Die Summe der Lebensjahre dieser 24 Leute beträgt
aicht weniger als 2138, so daß sich ein Durchschnittsalter von et⸗
vas nmiehr als 89 Jahren ergiebt. An der Spitze dieser ehrwür⸗
zigen Gesellschaft steht eine Frau mit 93 Jahren, die jüngsten
hres Geschlechtes zäͤhlen 88 Jahre, waͤhrend der älteste Mann nur
)1 und die jüngsten 87 Jahre zu verzeichnen haben.

F Siam muß in Zulkunft sich's gefallen lassen, daß es die
Ehre, zusammengewachsene Zwillinge kesessen zu haben, mit Boͤh⸗
men theilt. Wie der Neuen freien Presse“ nämlich geschrieben
vird, wurde die Gattin des Häuslers Franz Blajzek in Skrejchov
dei Mühlhausen, Post Woperan (Böhmen), vor drei Monaten von
Zwillingen entbunden, die an den Hüften zusammengewachsen sind,
ind zwar hat die Verwachsung dieser deiden Kinder, die Mädchen
ind, in den Beckenknochen ihren Sitz. Die Kinder sind sonst voll⸗
Immen ausgebildet, gesund, nicht mißgestaltet, und ihre Lebens⸗
anklionen sind von einander ganz unabhängig. So ist z. B. das
iine munter und guter Dinge, während das andere schlaft, und
uimgekehrt.

7 Ein fruchtbarer Sturm mit Hagel und Regen hat am
20. d. große Verheerungen an der biscayischen Küste angerichtet.
Morgens waren bei schönem Wetter viele Fischerboote ausgelaufen;
nach dem plötzlich ausgebrochenen Unwetter, das nur eine Stunde
daueite, ist ein großer Theil nicht zurückgelehrt. In Suanees,
Santander und Laredo fehlen 20 Booie und 128 Leute; die
wei kleinen biscuhischen Hafenorle Bermeo und el Ancota haben
16 Boote und 150 Mann verloeren; an der Küste von Guiputcoa
— in Deva, Ondarroa, Guetaria, Zarauz — werden 50 Boote
nit ihrrr Bemannung vermißt. In Bilbao und Santander werden
Zersammlungen für die Hinterlassenen veranftaltet.

ie
—2—
Zwangsversteigerung.
Am Dienstag den 80.
d 3. Mt s3. Nachmittags *22 Uhr
un Hafsel vor der Wohnung
der Witiwe von Johann
Weiland, im Leden Schmied
daselbft versteigere ich folgende
gepfändete Gegenstände auf dem
Wege der Zwangsvollstreckung
öffentlich an den Mieistbietenden
gegen baare Zahlung, nämlich:
1 Uhr, 1 Kuh, 6 Hühner
und 1 Hahn, 1 Wagen
mit 3 Dielen, 1 Ambog,
1 Blasbalg, Heu und
Sttob, 1 Pferd, 1 Hau⸗
sen Dung, Kartoffeln, 1
Egge und 1 Pflug, 1
Pferdsgeschirr bestehend aus
1 Kummet, Unlerkummet
und 2 Ketten.
Ingbert, 26. April 1878.
7T. Gerichtsbollzieher,
aßkonder.

. Roch, Wirlsh in der
„aselerstraße hat mehrere
junge Schweine

u verkaufen.

Bekanntmachung.

Am Montag, den 29. April
zächsthin, wird mit Herstellung
des Pflastets an der Distrikts⸗
traße von St. Ingbert nach
dassel, in St. Ingbert begonnen
ind ist bis auf Weiteres das
Befahren dieser Straßenstrecke
intersagt.

Die Fuhren müssen während
ieser Zeit Uber Oberwürzbach
der Rohrbach nach St. Ingbert.
St. Ingbert, 22. April 1878.

Das Burgermeisteramt:
Euster.

—— —8
σ
9 * 9 0
Schau' in's Auge deinem
LRinde.
Dieses neuésto Lied von
Franz Abt
scheint auch sein beliebtestes werden zu wollon. In
ginigen Gesellschaften aus dem Doper vorge⸗
ragen, gefiel dasselbhs so sehr, dass vor Prscheinen 4J
hunderte Bestellungen vorlagen. Die vier ersten
starken Auflagen waren sehnell vergriffen und erschien 8
ohen, vier Mochen nach Fertigstellung, 7
die sünste Auflaget —F
Preis mit apart gedruckter Singstimme M. 1. *
Das neueste Werk von Abt, op. 531 enthãlt 2
ausser No. 1 Schau' in's Auge deinem Rinde! noch 8
⁊wei reiende Liedchen, nämlieh: No. 2 Sehnsucht: 9*J
„Lieb Vöglein, sag' warum so schnell, o nimm mich 8
mit, lieb Voglein!“ No. 3 Daheim im Vaterhaus: „Die *
donn' ist heimgegangen.“ F
Preis jedor Nummer mit apart gedruckter (dop- 8
peltor) Singstimme und Klavierbegleitung M. 1. — 8
Die 3 Lieder zusammen in einem Hefte 2 Mark.
Gegen Einsendung des Beètrages versende ich franco.
ot. Jos. Tonger, ösn. a. Rh. ð

* is 6 Mann
Ionnen sofort in Kost und Logis
reten bei

—V——
Mülforp, Wiribh.
Jeden Baudwurm

wufernt binnen 3—24 Stunden

„oliständig schmerz⸗ und gefahrlos;

benso fichet beseitigz auch Bleich⸗

ucht, Trunksucht, Magen⸗

rampf, Epilepsie, Veitstanz,

Bettnässen und Flechten und

war brieflich

Voigt, prakt. Arzt
zu Croppenstedt (Preußen
ò — —— — —— — — —— — —
Redaktion Druck und Verlag von J. X. Demeßz in St Jugbert.
Hiezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 17

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        Srur ita
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F 7 J — 3 —2— 1418— 2 pph
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Oer St. Jusberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlich) mit dem Hauptblalte verbandene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Eer⸗

lage) erscheint vochentlich viermal: Dieustag, Doncerstag, Sanstag und Sonutag. Der Abonne mentspreis beträgt vierteljährlich

Mark 40 R.⸗Pfz. Auzeigen werden mit: 10 Pfg., von Auzwärts viit 15 Pftz für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Recla men
nmit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
Me67.

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Dienstag, den 30. Apri.. 18781

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Dutsches Zieich.

Berlin, 26. April. Dem Bundesrathe ist ein Gesttzent⸗
wurf zugegangen in Betreff der Gewährung einer lebenslänglichen
Feren Zulage von 83. Mark mongtlich an die Inbaber des eisernen
Kreuzes 1. Klofse von 1870 —71 in den untersten Chargen bis
jum Feldwebel aufwärts und an die Inhaber desselden Kreurs
2. Klasse, wenn sie zugleich das preußische militärische Ehrenzeichen⸗
A
Militär Auszeichnung besitzen. Die hierfüe norhige Summe wird
auf etwa 68,860* Mark jäbrtlich angegeben.

Der Kronprinz wird sich in diesem- Jahre wohl nicht zur
Iuspuirung der boherischen Truppen nach Bayern begeben, da, wie
man hört, eine Zusammenlegung größ⸗rer Ktavallerie-Mandver, sos.
wie kombinirte Armeekorpa⸗ Manöver nicht statifinden. Dagegen
wirdezu den im, Juni d. J. stattfinden den Uekungen der bayerischen⸗
Truppen der Kronprinz von Oesterreich eiwartet, um das ihm von
Zayern verliehene zweile Kürassier⸗ Regiment in Landszut zu-be⸗
sichtigen.

stühnng von Seiten der streisregierung zu Theil wird. Und so
möchte ich meine Herren, diese Aufgabe auch ihren Bemühungen
ꝛmpfehlen. Nach den Berechnungen, die ich gemacht habe, wären
die täglichen Telegramme nach Hamburg um jährlich 1200 Mark
zu erlangen and ich glaube, daß dies“ für die Pfalz gewiß kein
unerschwinglicher Betrag istz wo es eine⸗so wichtige Angelegen⸗
heit gilt.“

(Vortrag des Hrn. Dre Dittrich aus Durkheim.) In
der Einle tung weist der Redner auf die Menge der vermeintlichen
und ehemals wirklich angestaunten Wunder in der Natur hin und
geigt, wie es einer hohen Kulturentwicklung bedurfie, um diesen
Wirrwart zu löfen, wie endlich auch der immerfort grübelnde Ver⸗
tand des Menschen einen Phöbus Apullo, der allabendlich auf
Joldenem Wagen in die Fluthen des Meeres tauchte, entthronen
onnte,. Zwar könnte es scheinen, als ständen wir wieder vor
inem solchen Wunder, wenn wit „Das Reich der nied⸗
ägsten Organismen““ hettachten, jener Wesen, die mit
zer einfachen Zelle zusammenfallen. Doch hofft der Redner an
er Hand des geflügelien Wortes: ‚In der Natur gibt es keine
ähen Sprünge, sondern nur allmähliche Uebergänget, auch dieses
zexmeintliche Wunder zu lösen. Der Unterschied der höheren Thiere
und Pflanzen fällt. nicht schwer z. jer tiefer man jedoch herabsteigt,
hesto geringer, desio undeutlicher wird auch der Unterschied. Man
zlaubte jenes niedrigsten Orgauismen jer nach ihren Lebensverrich⸗
sungen in die Reihe der Thiere oder der Pflanzen einreihen zu
dunen. Die Bewegung sollte der erste Prüfstein der Thiernatut
sein. Max war gewohnt etwass, das-eine Orisveränderung vor⸗
nahm, als Thier zu betrachten, dagegen in Allem, was seßhaft
blieb, eine Pflanze zu sehen. Und doch ist es bekannt, daß wir
oxtsveränderliche Pflanzen und seßhafte. Thiere haben. Die Be⸗
wegung also ist bei der Unterscheidung dieser niedrigsten Oiganis«
men nichtig. Doch wasß diese nicht bewe'sen konnte, das sollte dir
Empfindung thun. Man scließt auf Empfindung, wenn ein Wesen
auf einen Reiz eire Reackion zeigt? und wenn der Organismus
nach diesem Reiz irgend welche Veränderungen mit sich vornimmt.
Mehrere Thierarten zeigen in diesem Falle ein Verhalten, datß
auch den meisten Pflanzen (den Sinupflanzen) aigen ist. Von dem
Reich des Lichts auf die Pflanzen hat sich jeder selbst schon über⸗
ztugt und daß Schlingpflanzen beim Täge sich öffnen und Abends
sich schließen ist auch bekannt.. Also auch die Empfindung ist hier
als unterscheidendes- Merkmal nicht stichhaltig. Ebenso verdält es
sich mit der Aufnahme von Nahrung. Echluß folgt.)

(Eingesand). St. Ingberit, 28. April. Ocarina
und Qccarina⸗Meausit — wetr lachte da vor einigen Mos
naten nicht, wenn davos nur gespcochen wurde? Ich denle, seit
gestern Äbend sind die Lacher verstanumt: das erste Concert
der Ocarina⸗Gesellsichasnhat der Dcarina eine Reife
eugniß füt. den Concertsaal- geliefert. Tas sHon vorher bekannt
zegebene Programm hattes seines gewählten Inhaltes wegen die
Erwartungen aus's Höchste gespannt und eine bedeutende Anziehungs-
rafti auf Has hiesige Publikum geübn. Sogar von Auswärts war
rine große Anzahl Freunde der Musib. erschienen. Kaum vermochte
der große Oberhauser'sche Saal die Menge zu fassen, Die Aus—
ührung des Programma bot einen. feltinen Genuß und alle Er⸗
vartungen wurden durch; die Leistungen der Concertirenden über⸗
roffen. Die Piecen des 10ftimmigen Ocarina⸗Occhesters wurden
mit einer. Meisterschaft vorgetragen, das Ensemble war so wohl⸗
slingend, rein und zart, daß man« vergaß,daß die Spielenden
meistens Diletlanten siud. Die Leistungen der jungen Gesellschaft
perdienen aim.o mehs Anertennung, weil die Schwierigkeiten, die
in mehrfacher; Hinsicht zu überwitiden waren, einen erheblichen Auf⸗
wand von Mühe, Geschick und Geduld ersorderten.

Besondern Glanz wurde dem Concerte durch die Mitwirkung
weier auswärtigen Künstler verliesden. Es waren dies Heri
dompeissch, Musilditeltot von Scarbrüden und Hert A. Wies,
Biolinvittuss aud Blieskastel.“ Die Atrangeure deß Concarttet
derdienen doppelten Dank, daß sie die Miwirlang der beiden qe⸗

Ausland.

Wiaen, 28. April. Die „Neue Freie Pr.“ meldet aus
Nonstantinopel, daß unter Intervention der Pforte Rußland den
Rückzug seiner Streitkräfte bdis Adriandpel, England den seiner
Flotte von Issmid nach den Dardanellen zugestanden häiten. Es
lüegt aber sür diese Meldung hier keinerlei bestätigende Nach⸗
richt vor.
Bermischtes.

fxæ&amp; 4. Ingber t,274 April. Pollichta. Fortj.)
.Auf diesen Karten sehen Sie Punlie, mit Strichen versehen,
welche die Windstäike bezeichnen und die sogenannten Isobaren,
das sind Verbinduagslinien aller Orte der Erdoberfläche, für
welche die mittlere monatliche Amplitude der Barometerschwank-
ungen dieselbe ist. Diese Isobaren nun geben uns Aufsschluß über
die zu. erwartende Windrichtung und ich glaube behaupten zu
können: wenn uuns einmal die Windrichtung bekannt ist, „dann ist
Alles Uebrige leicht zu finden. Denn wenn wir die Windrichung
kennen und wissen, woher der Wind weht, so dürfen wir rur zu⸗
sehen, ob an dem Orte, woher der Wind. lommt, Niederschläge siud
und wir können darauf rechnen, daß auch beiuns Niederschläge
zu erwarten sind. Ja wir lönnen sogor finden, ob es bei uns
kälter oder wärmer wird, je nachdem es in den-⸗Gegenden ist,
woher der Windweht. Sie sehen also, daß sich mit der Wind⸗
richtung die Westerprognose sehr leicht macht und in der That
trifft auch ein großer Theil der Lorhersagungen ein: Gewiß ein
nicht zu unterschätzender Erfolg! Auch die deutsche Seewarte dat
dedeusende Forijchritte gemacht, nur ist das Bitd ein zu wenig
nunfossendes, da sich die Vorhersagungen immer nur auf den
naͤchsten Tag beschraͤnken.

Ich bin nun in der letzten Jeit mi Hrn. Dr. Meumaher
auf seine eigene Anregungen in Unterhandlung geireten, ob es nicht
möglich wäre für. die Pfalz eine Wetterprognose zu arrangiren.
Der sofortigen Ausführung des Unternehmens ist jedoh ein Hinder⸗
niß in den Weg getreten,an dessen Hebung auch schon gearbeitet
wird. Es ist dies nämlichadie außerordentliche Verschiedenheit der
Aimatischen Verhälmisses inx der Pfalz. Die Vorderpfalz hal. oft
das schoͤnste Weiter, während es bei uns regnet. Doch dütite das
Hinderniß bald beseitigt sein, wenn nur einmal ein Jahrlang
mettorologische Beobachtungen gemacht würden, damit man sehe,
welche Gegenden der Pfalz.tlimatisch zusammengehören.

Es ·ist/ nicht noͤchig. diese Beobachtungen mit 9roßem Aufwande
ju machen; ꝛines Barometers bedaaf es nicht; xs reicht vollslndig
aus, wenn deren 4 oder Sain der. ganzen Pfalz beobachtei würden,
wie es schon in 8 Städten geschieht: in Durkheim, Neustadt und
Naiserslautern. Doch müßte sonst überall das Weiter, die Wind⸗
richtung und Windstärle zu brobachten sein. Die kgl. Kreisregie⸗
zung dat sich der Sache mit Wärme angenommen, so daß jedenfallt
anjerer Aufgabt der UNimatischen Erforschung der Pfalz große Unter⸗

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        nannten Herren, von denen jeder ein Künstletr und Meister auf
einem Insteumente ist, sicherien. Mit donnnerndem Applaus und
Pa capo · Ruf lohnte das Publikum die brillanten Voriräge der⸗
selben. Wie aber die Biol ine in der Hand eineß Künstlers fich
dets vor allen Instrumenten die besondere Gunst des Publikums er⸗
witbt, so geschah dieses auch am gestrigen Abend.“) — Wir fügen
diesem noch hinzu, daß auch die beiden Lieder, befonders die Arie
aus dem Wildschütz, gesungen von Herr Seiter, den andern
Pocen des Progtamms würdig zur Seite standen. Der Ocarina⸗
Besellschaft aber sagen wir an dieser Stelle den besten Dant für
den seltenen musikalischen Genuß, den sie uns und andern durch
) Möge es darum Herrn Wies gefallen, recht bald ein Violin⸗Concert
hier zu veranstalten; wir sind überzeugt, an freudiger Mitwirkung der hie⸗
figen musikalischen Kräfte, wie an reger, allseitiger Theilnahme des Publikums
wird es nicht sehlen. Dies ein Wunsch im Namen Bieler. (Der Einsender.)

das geftrige Concett derschaffte. Mag ibr bisheriger Gifer Wie
jrkalten, sondern sie zu weitern Leistangen auch fetner beseelea!
— — — e78 — ——
BVir machen hierd, auf die im heutigen Blatte stehende Annoncs dee
derren Kaufmann unnd Simon in Hamb nrg besonders aufmorlsam
ẽs handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichiich mit Haupt⸗ S⸗
vinnen ausgeftatieten Verlogsung, daß sich auch in unserer Gegend eins sehe
ebhafte Beiheiligung voraussetzen laßt. Dieses Unternehmen verdienß dah
olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien çeboten sind und azqh
orbenanntes Haus durch ein flets streng reelles Handeln und Auszahlumg
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.
—
RCESS
at dio in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende GldcM-
inxeigo von Samuel— Heckseher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat oien
lureh seine prompte und vorschwiegene Auszahlung der hier und in der
Imgegond gewonnenen Beträgo einen dermasgen guten Ruf erworben,
lass vir Jeden auf descen heutiges Inserat Schon an dieser Stello auf-
merksam machen.

———
Von der Einkaufsreise zurückgekehrt
habe ich eine hübsche Auswohl der

mexuesten Modeartikel —
zur gefl. Ansicht ausgeftellt.

Wirthschafts-Eröffunng.
Sonntag, 5. Mai eröffne ich
meine neue Wirthschaft mit
einem guten Glase Vier, wo⸗
zu ich meine Freunde und Gön⸗
ner hoͤfl. einlade.
Peter Mathien
in Schieren.
Ein trächtiges Mutter⸗
schwein und einen jungen
Eber hat zu verkaufen
Wo. Collifi, Bäcker.
Gewerbliche Fortbildungsschule St. Ingbert.
Der Unterricht an dieser Schule nimmt nächsten Freitag,
den 8. Mai, Abends 7 Uhr seinen Anfang.
Die Unterrichtszeit wird für das Sommersemester festgeschzt auf:
Mittwoch Abend von 7—29 Uhr,
Freitag Abend von 7—29 Uhr und
Sonntag Morgen von 28—-93 Udhr.
Das Baurgermeisteramt:
Custer.

ẽ

Danksagung.

Allen Denjenigen, die zur Ret
tung unferer beiden Kinder, die
am letzten Samstag Abend in
der ceingeftürzten Sandgrube
verschüttet wurden, hilfreiche
Hand leisteten, sagen wir hier⸗
mit unsern tiefgefühltesten Dank.

Johaun Fuchs, Straßen⸗

wärter und Frau.

Frau Elise Fischer.
Seute Abend 8 Uhr
. Anstich von
Jinnweiler Lagerbier
bei Aaoinr. Sohmitt.

Mamn hiete demm Glüceke die Haud?
375., O00 0 R. Mark
faupt-Gewinn im gũnstigsten Palle bietet die aIIerneneste
GBSS GId-VeFIOOSMg, welche von der hohen HäRegierung

genohmigt und garantirt ist.

Die vortheishafte Einrichtung des neuen Plares ist derart, dass
m Laufe von wenigen Monaten durch 7̃ Verloosungen 49,600 Ge-
winne zur sicheren Entscheidung Kommen, darupter befinden sich
Jaunttreffer von eventnoll R-M. 3TAr. CS gpeciell ah⸗oö

Gewinn 09 Jewinn a
Hewinn a M. 128*,000 29 Gewinne a
dewinn à MA. 80,000 zZewinne a
lewinn à A. 30,000 3. Hewinne a]
Jewinn à . 660,000 74 Jewinne a]
—BD— R000 300 Gewinne a l
dewinn a 006 412 Gewinne a d.
Gewinne a] 2000 621 Gewinne a M.
Jewinne a M. 23,000 700 Gewinne a M.
Gewinnes a M. 20,000 28,015 Gewinne 2 M.
3 Gewinne a A. 15,000 ete. ete.
Die Gewinnziehungen sind planmüssig amtlieh festgestellt.
Zur pãehsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen rom Staat
carantirten Geld-Verloosung kostet
ganzes Original-Loos nur Marx
—XR * 2
viertel 111/4

Alle Auftrũgo werden sofort gegen Finsendung, Posteinzahlung
»der Nachnahme des Betrages mit der grösssten Sorgfalt ausgeführt
uind erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen verschener
driginal· Loose selbst in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gra
tis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenter
maufgefordert amtliche. Listen.

Die Auszahlung der Gewinne ersolgt stets prompt unter Staats-
Garantie und kann durch directe Zusendungen odor auf Verlaugen der
Interessenten dureh unsere Verbindungen an allen grösseren Plützen
Deutschlands veranlasst werden. —

Unsere Collecte war stets vom Glũeke begünstigt und hatte sich
lieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals dert
orsten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffendan Interessenten
direct ausbezanlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solehen auf der 0lideaten
Rasis gegründeten Unternehmen uüberall auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten vir daher
im alle Austräge ausführen 2u können, uns die Bestellungen baldigst
und jodenfalls vor dem I5. Ani d. J. zukommen zu lassen.

Kqaufmunn æ&amp; Simon,

Bank-und wechsel-Geschaft in Hamburg

Ein- und Verkanf aller Arten Staatsobligationen, Lisenbahn-Action

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenkte Vertranen
uud indem wir bei Begimm der neuen Versoosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, durch
stets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenheit
unserer geehrten Interessenten zu ersangen 7 0.

Uaupt-Gew inmn
ev.

S78,000 M.

I — ————
Finladiung zur Betheiliguug an die
WVIiInn-Ohancen
der vom Stante HUHamburg garantirten grosnen

Gæld-Lotteérie, in weleher über
8 Millionoen 600,000 Mark
sicher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheilhaftem Geld Lotterie,
welclie plangemãss nur 91, 000 Loose enthaält, sind folgende: nũumueh
Gexwinn ex. 323. 000 Mark, speciell Mark 250,000, 125,000, 80. 000,
öIECX,CoOCTAAA
—IXEII—
200ο*, 6000 und 5000, 726 mal 4000. 32000 und , 606
ο. J. 1300 MaLIELAGO. AOO ⏑ —
— 120, 168333
10. und. 2. Mark und ommon solche in wenigen Uonen
thcilungen zar Slcheren Pntscheidung.

Die erste Gewinnzichung ist amtlich festgestellt und Costet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur —3/ Reichsmark,
and werden diesse vom Stante garantirten Originnl-
Looseo (keino verbotenen Promessen) gegen frankirté Eim-
sendung des Betrages oder gegen Poatvorschuna
relbsst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhäalt von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra·
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliehe Ziehnngeniste
inaufgefordert 2ugesandt.

Dis Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
erfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengeter
Verschviegenbeit.

Jedæe BesteIInng kann man einfach auf eine Posteim -
ahIungsRnrte machen.

Anan wende sfeh daher mit den Aufträgen

der uinane berorstehendden Ziehung halber

XXXV
—16. Mai d. J.
Samdlel heckschery senꝑh.. I
Banquier und Wechsel-Comptoir in Uambur.
Juüngst am 8. April dieses Jahres hatten vieder mehrere meiner
Interessenten das Glũck
deit grösaten HITaupterrfun
hei mir 2nu 6winnen

Ager-äsier.
von 1000 bis 2800 Viter,
Jakob Stief.
Redaktion Drud und Verlag von F. Teneß n gceert

hat zu verkaͤufen

D O.
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        22 * 55 232722 8* 22 * *
Se — 5253533352— 823283 23238 52 53533 32232.2533 23232
— —— —2 2 52 — 53. —5 *5 525 52*
»5 572 3733 —268 s—33583 238353353 357
5 — — 2 223 — * 2 253272 223 * 28
z58 * 3335232338* 12835 738235 53255553 33338
55 757 — — * 22 * 552 —2 8 5223854 25 —
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55225 2185 3283355 —35233532 5253—— 7 —&amp; 5588*
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—3 —— 3 385 38332
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53 — 3532 22 —855 55735 55 33553 — —z35553523822
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5553,555 232383——22323 538332z35 —3333 335——3
2325723358 — ——— 53742 8 2856 3338 73—87
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* 287 ——— 54 —— * — 2 5
532 5—33632 332 —28333385333 7 33 —32—358
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* * 2 — *
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—— „»2 * 5222 — 52232 35585. 35 — 3333833
— 33552533 354558 734 — — 535338 235357 ——2838
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* 2 2* — 822235* * 22858 58
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2322325 237 8 252
— 32323 223 * —7— 255
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        St. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberrer Anzeiger und das (Jal woͤchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
I Mart 40 8. Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts nuit 15 Pfg. fuür die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen

mit 80 Pfg.pro Zeile berechnet.
M 68. 4J — 9* Dounerstag, den 2. Mai * — * 1878
Deutsches Reich

Manchen. Se. Moaj. der Konig hal ainterm 22. v. Mis.
hestimm, daß flir dieses Jahr die beiden Armeecorps größere
Teuppenübungen, d'e Ausübung der Truppen für den Fehddienst rc
abhalten. Von den lia der Pfalz und in Elsaß Lothringen dis⸗
locirten Feldtruppentheilenn des II. Armeecorps üben die Besatzungs⸗
Brigade, das 53. Jäger-Bataillon und das 5. Chevauxleger⸗Regiment
mit dem XV. Armeecorpz. Die übrigen in der Pfalz stehenden
Feldtruppentheile, wie der Stab der 8. Jnfanteries Brigade sind zu
den Uebungen des V. Armeecorps heranzuziehen. Die efatsmäßigen
Stabsoffiziere des 4. und 8. Infauterie Regiments haben an den
Uebungen ihrer Regimenter iheilzunehmen. Die Formation der
höheren Stäbe erfolgt nach Mobilmachungsplan.

Berlin, 89. Üpril. In hohen milikärischen Kreisen
zlaubt man hier enschieden. an den bevorstehenden Ausbruch eines
rieges zwischen England und Rußland. Man will . in jenen
Zreisen unterrichtet sein, daß es Ruß'and überaus schwer fallen
vuͤrde, im jetzigen Augenblicke, eine großs mobile Armese auf die
Beine zu bringen. Die russische Heeresleitung habe bereits heute
schon ihre liebe Nolh damit, die nöthigen Truppentheile an den
bestimmien Plätzen zusammenzuziehen. Ju Endgland sei man von
dieser augenblicklichen militärischen Schwäche Rußzlands volslkammen
anierrchtet und man schiebt die zaudernde Politil Rußlands die⸗
sem Umstande vornehmlich zu. I

Berlhim, 22. Apqͤl. Auf Bundeszathsbeschluß tritt mit
diesem 1. Juli. ein neues Regulativ, wegen zollamtlicher Behand⸗
lung von Waarensendungen aus dem. Inlande durchs Ausland nach
dem Inlande ein. Die 16 Paragraphen behandeln den Gegen⸗
sichd der Abfertigung, die sich auf Güter des freien und gebunde⸗
nen Verkehrs erstredtz ferner den Inhalt der Deklaration, die
Versendungsabfertiguug, »die der Eisenbahngüter in verschlossenen
Wagen u. s. w. Für den Schiffsvertehr bleiben die Hafenregu
latibe maßgebend. Die gegibenen Bestimmungen lönnen«übrigens
nach 5Z 111des Vereinszollgesttzes von der obersten Landesfinan
steslle nach örtlichem Bedücfnisse abgeändert werden..

— Von verschiedenen Seiten wird abermalzs gemeldet, daß
im Staatsinisterium eine Vorlage in der Ausarbeitung begt ffen
sei, welche die Wiedereinführung von Eisenzöllen betrifft. Die be⸗
antragte Untersuchung über die Lage der Eisen⸗Industrie solle nicht
erst abgewartet werden.

Berlin, 29.0 März. Der Bundesrath machte sich. heute
iber die Aenderungen schlüssig, welche der Reichstag an dem Ge⸗
setzentwurf zur Vertzütung der Ennschleppung von krankem Rindvieh
anbringen willz der hält die dom Reichstag verlangte Milderunq
der Strafbestimmungen für. unzulässig.

Berlin, 30. April. Die „National⸗Ztg.“ erfährt aus
Ldondon, daß Seitens der italienischen Regierung., bedeutende
Ruüstungen vorgenommen werden. JItalien bereitet eine Expedition
nach der albanesischen Küste vor, falls Oesterreich in Bosaien ein⸗
marschiren solleee

—Brankfurt, 28. April. Gestern war der- zur Ausfüh«
rting der bezüglich der Tabalsteuer von der Kasseler Versaumlung
gefaßten Beschlüsse gewählte Ausschuß hier versammelt. Es wurde
deschlossen, eine Deputation nach Berlin zu entsenden, welche ven
maßgebenden Kreisen die Lage der Tadakindustrie, des Tabak⸗
handels und des Tabalbaues, sowie ihrer Hilfsgewerbe vorstellen,
eine darauf bezügliche unparteiische Untersuchung, sowie Steuer⸗
cesorm empfehlen und darauf hinwirken soll, daß moͤglichst rasch
zine Sachverständigen ⸗Commission nach Berlin einberufen werde.
Fin Auszug aus dem sienographijchen Beticht. über die Kasseler
Verhandlungen ist in 300,000 Eremplaten gedrucdt und soll. den
Zeitungen von etwa 60 Städten Deuischlands «beigelegt werden.

Ausland.

Wien, 80. April. Die „Polit. Cortesp.“ meldet? aut
donstantinopel: Großfürst Nikolaus stellte gestern Genetal Todtleben
den Truppen als seinen Nachfolger dor, besuchte heute mit dem⸗

selben den Sultan, bei welchem er sich verabschiedese, und schiffte
sich unmittelbar darauf mit General Nipokojccky nach Odessa ein.
— Die Russen verhafteten in Adrianopel mehrere Muhamedaner.
— Die Pacificirungs-Commission ist nach Philippopel abgegangen.
Die beabsichtigte greße russische Revue bei San Stefano underblieb
vegen der Ereignisse in Rumelien, welche bedeutende Truppende⸗
tachirungen dahin nothwendig machten. — Man versichert, die Ver⸗
zandlungen zwischen dem russijchen Hauptquartier und dem eng⸗
lischen Flottencommando⸗wegen des; gleichzeitigen Rückzuges hätten
in den letzten Tagen vollfländig geruht. Es verlautet jedoch, daß
Beneral Todileben neue. Instructionen mitgebracht habe, in Folge
dessen die Wiederaufnahme der Verhandlungen versucht werden
düufte.

London, 29.April. Das Comite zur Errichtung einer
Freiwilligen⸗ Armee für den activen Dienst macht«bekannt, daß be⸗
teita etwa 8000⸗Freiwillige, darunter viele frühere Offiziere, sich
in- die Listen haben eintragen lassen.

London, 305April. Das Kriegsamt ertheilte den Be⸗
tehl zur Bereithaltung von 5000 Mann und zwei Batterieen, da⸗
mit dieselben gegebenen Falls. sofort nach Malta eingeschifft werden
können. (K. 3.)*

Loundom, 1.t Mai. Gestern tagte in Manchester eine von
.500. Delegirten der liberalen Vereine Nordenglands beschickte Con⸗
erenj, um gegen die Kriegspolirik der Regierung zu protestiren.
Die Lage des Continents rechtfertige keinen Krieg, die Regierung
Beacons field sei das⸗ einzige Hinderniß der Aufrechterhaltung des
Friedens. ꝛ r d

Bombayz4 29. Aprul. Das Lerste Detachement des Ex⸗
peditionscorps ist abgesahren. Weitere Regimenter haben Ein—
ichiffttngsbefehl erhulten. Die Expbedilion nimmt auf fürf Monate
Vorräthe mit.

Konstantinopel, 80. April. Gestern kam es wischen
rufsischen und zürkischen: Soldaten zu einer Schlägerei, wobei es
ahlreiche Verwundeise gab. Das Seraslieram (türkische Kriege⸗
ninisterium) untersagte deshalb den rujsischen Soldaten die Aleber⸗
chreitung der Demarcationslinie.
WVeermischtes.

ffSt. Ingbert, 272 April. Gollichia. Schluß.)
Die höher entwicelten Thiere haben wohl einen eignen Eingang für ihre
Nahrung, während bekanntlich die Pflanze an der ganzen Oberfläche des
dörpecß das, was sie braucht, aufnimmt. Ganz ähnlich aber wie die
Pflanzen benehmen sich auch jieue niederen Thiere, “ die zu ihcer
Srnährung nur auf Endosmose angewiesen sind. Im Allgemeinen
nehmen ja die Thiete Sauerstoff auf und athmen Kohlenstoff gus,
während die Pflanzen: das Gegentheil thun. Nun wäre 8 qut,
venn beide Theile in dieser Weise ihr Dasein fristeten. Dem ist
aber nicht so ‚ wir haben auch Schmarotzerpflanzen, die sich genau
so werhalien wie das Thier, indem sie Sauerstoff, von Seiten
hrer Träger aufnehmen und Kohlenstoff abgeben und dennoch ist
die Pflanzennatur dieser Wesen vollständig unbestritten,. Man hat
sogar die Chemie zu Rathe gezozen und hat bewiesen, daß der
Inhalt der thiecisches und pflanzlichen Zelle sich vollständig gleich
verhäll. Hat wmiau doch das Chlorophyll (Blatigrüm)
auch bei Thieren vorgefunden und die Cellulose,- wieder⸗
holt sich auch beun Thiere im Mantel' der Weichthiere. Man
ieht, daß alle Unterschiede, die man bei den niedrigsten Organis⸗
nen zu machen versucht, nicht stchhaltig. sind. . Von den. höheren
Thieden und Pflanzenkann man sich ein Bild entwerfen; je tiefer
man aber“herabsteigt, desto mehr Theile Jehlen an dem Organis⸗
mus des einen oder des andern Wesens, bis mun auf formloses
sörperheer stößt, dessen Natur unser grüdelnder Verstand umsonst
zu erforschen sucht. Doch, um nicht blos zu verwerfen, sondern
nuf Etwas Positives zu bringen, so bleibt wohl nichts Andereß
übrig, als diesen tleinsten Wesen (nach Hedel Prolisten genannt)
eine eigne Stellung wwischen Bflomen und Thierreich anuweisen.
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        ꝛi oilden, gleichsam ein eignes Reich, eine eigne Welt, aus der
zie andern nach beiden Seiten herausge vachsen sind, ohne damit
der Darwin'schen Theorie huldigen zu wollen: Sie bilden gleich—
jam die gunterste Stufe, von der aus man emporsteigt zu den
höheren Thieren und Pflanzen und so bestätigen sie vollkommen
das Wort: Ed gibt in der Nalur keine jahen Sprunge, sondern
nur allmählige Uebergänge.“ * —
Da sich eine Diskussion diesen Reden nicht anschloß, wurde
die Versammlung hierauf geschlosssnnnn. *
Gegen 3 Udr vereinigte ein solennes Festessen über 80 Gäste
jm Gasthof zur Post, das noch gewllrzt wurde durch die Klänge
einer wohlbesetzten Tafelmusit und mehrere Toaste, die verschiedene
der anwesenden Herren ausbrachten. herr Subrector Besck aus
Dürkheim toastirte auf die beiden Männer, in deren Haͤnde Kunst
ind Wissenschaft gelegt ist, auf Kaiser Wilhelm und König Lud⸗
wig; Herr Subreckor Barnickel von hier auf den Verein
Pollichia; Herr Prof. Recknagel brachte eig Hoch aus auf die
Stadt St. Insbert und das Local⸗Comit. Herr Apotheker Dr.
Bisschoff aus Dürkheim toastirte auf die beiden Herrn Redner
lHerr Prof. Rednagel! und Herr Dr. Ditrrisch und
vußte das Thema zum Vortrag des Herrn Dr. Dittrich ge⸗
schidt zu benüßen, um den Social⸗-Demokraten einen Hieb zu ver⸗
setzen, indem er ihnen auch einen Platz am Reich der niedrigsten
Organismen anwies und von ihnen behauptete, daß sie auch wie
die Zellen auf Theilung ausgingen. Den Schluß des Fesitages
aildete ein Concert mit darauffoigender Tanzunterhaltung im Gre⸗
wenig'schen Saale, das in der würdigsten Weise verliife..
Und so koͤnnen wie beut unseren Bericht schließen mit der
Bemerkung, daß die Einwohner von St. Ingbert nichts versäum-
ten, um den Fesigästen vom Verein Pollichia den Aufenthalt in
unserer Stadt so angenehm wie möglich zu machen, so daß die
derren dieselbe jedenfalls mit dem besten Eindruck verließen.
7Edenkoben, 25. Apris. In der heutigen Polizei⸗
itzung wurde der Metzzer Ph. Ammlung, welcher am hiesigen
Frühjahrsmarkt ein krankes Stüd Vieh schlachtete und verkaufte,
zu 21 Tagen Haft verurtheilt. *
fLudwigsthafen. Waährend der diesjährigen Som⸗
mersaison (dom 1. Mai bis 80. September) gelangen die nach⸗
bezeichneten Rundreisebillete wieder zur Verausgabung und zwar:
1) im Verkehr mit Baden mit achtiägiger Gilugkeit; 2) im süd·
westdeutschen Verlehr; 8) im Saarbrücken⸗pfälzischen Verkehr; 4
der Ludwigshafen nach Hamburg; 58) von Ludwigshafen nach
Paris. —
7Lubwigsbafen. Für die direkte Beförderung von
PBersonen, Reisegepäck Hunden Salons, Kranken⸗ und Gepäckwagen,
nwie von Extrazligen im Rbeinischen Eifenbabnverbande tritt am

Diai ein neuer Tarif mit theilweise veränderlen Taxen in
draft. Die Retourbillete 8. Closse (Schnellzug) nach und von den
„tationen Frankenthal, Germersheim, Landau, Ludwigahafen, Neu⸗
tadt und Speher,/ sowie nach und von Mannheim und den elsaß⸗
othringischen Stationen über Weißenburg berechtigen alsdann auch
uf den pfaͤlzischer Strecken ohns Nachzahlung zur Benutzung der
zchnellzüge in 3. Classe.

FSit. Wenbel, 25. April. (Koͤln. Ztz.) In dem etwa
wei Stunden von hier, nahe bei Marpingen belegenen Dorfchen
Asweiler hat gestern ein schauderhaftes Verbrechen Statt gefunden.
Die Reserbisten aus Alsweiler und den umliegenden Dorfern
»aren dorthin zur Kontrol-Versammlung beordert, und nach der—
»lben gingen eine Anzahl Burschen ins Wirthshaus, wo sie bald
nter sich aneinander geriethen. Die Wirthin, Ehefrau Brüd welche
zens zur Ruhe und zum Frieden aufforderte, mußte Dies aber
nit dem Leben büßen. Der ganze Schwarm der rohen Buben
lel über sie mit Knüttetn und Mesfern her. Es gelang der
irmen Frau noch, blutend und schwer verletzt, auf die Straße zu
üchten und um Hülfe zu rufen; allein ehe diese kam, hatte die
ußerste Rohheit und Brutalität schon ihr Opfer gesordert. Ein
zohn der Frau Brück und eine Tochter derselben, die ihrer Mutter Hilfe
isten wollten, fielen gleichfalls der rohen Bande in die Haͤnde.
Der Sohn kiegt durch Messerstiche md Knütteldiebe lebensgesaährlich
erwundet danieder, und der Tochter ist ein Arm zweimal gebrechen.
AInd wer waren die Morder ? Alles junge Burschen aus Mar—
idgen, deren heute zwölf hier gefänglich eingehcacht wurden.
r Mannheim, 26. April. Gestern wurden, meist von
kindern, 3000 Liter Mailäfer im Bahnhof abgeliefert. Der
Ireis von 10 Pf. per Liter dürfte unter solchen Umständen dem
zürgermeisteramt bald als zu hoch gegriffen erscheinenn..

Em m ederträchtiges Vergehen isn dieser Tage in Ober⸗
engelheim ausgeführt worden. Man hat dort zwei renommirten
Beingutsbesißern die Reben dreier Weinberge an den Wurzeln ab⸗
zeschnitten. Dee Shaden ist ein ganz berrächtlicher und werden
ieser scheußlichen That einige Ingell eimer Jagdfrevler beschuldigt.
Noͤchte es gelingen, die Verbrecher zur verdienten Strafe zu
iehen.
Bienstesnachrichten.

Durch k. allerhöchste Eatschlißung vom 18. v. M. wurden
nuf Ansuchen versetzu: J. derek. Rotar Hermann Heuck in Landau
muf die durch Versezung des k. Notars Bastian nach Speyer er⸗
edigte Notarstelle in Landau; 2. der k. Notar Katl Joseph
Beenen in Heixheim auf die durch Versetzung des k. Notars Heuck
veiler erledigte Rotarstelle in Landau; 83. wurde die Einzietjung
der bisherigen Notarstelle in Herxbeim verfügt.
Ir πον beranern—. . ne n. 7

—X
Eonntag, . Maii
Maimusik

IV

*4

X Jeden Bandwurm A
mtfernt binnen 8—24 Stunden
ollständig schmerz⸗ und gefahrlos;
benso sicher beseitigt auch Bleich⸗
ucht, Trunksucht, Magen⸗
rampf, Epilepfie, Veitstanz,
Bettnässen und Flechten und
war brieflich: — —

Voigt, pralt. Arzt F

uCroppenstedt (Preußen).

xreunden und B.ekannten die schmerzliche Nachricht,
nser innigst gelies“Fyo terchen

bei
Georg Jung.

gestern Abend nach Ziagi⸗
Alter von 14 Monaten
schlafen istt 8 .
Um stilles Beileid bitten de— tiefbetrübten Eltern
477 2ster und Fran.
St. Ingbert, 2. Mai 8. J
Die Beerdigung finden morgen Freitag) Nachmitiag
q Uhr vom Si. Inabertker Eisenwerle aus statt.
—— J c — —

werer Arankheit im zarten
ran fanft und ruh'g ent⸗

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3833—857 —3 55 *7 3
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8 —33 3 35— 3358—22323 383585 53 356 3
— — —533.5 —255— —— 2— — 5 32 38
—550— — 222 228 * 8 — 25 —— 2 S

—3 3— —3357— 5 5388 78
88 7———8323 3 533333887 —3 3323 3358530* 2338
2* 25 2 — * * * 8 * 3 * ——
2 5 52538560 —— — * — 5.5 5
52856 2 ——2 32x 3555 3 * 2
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— 20 —8 2 35582288 *
5* —— * 5 7232332 38 25 52 57 z23—8238 3 523 225 23 *
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3 8 —c725 —358 5 E 2— — 26 75

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5 833 225
— 33335757 5555
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7532237 3255 —A —— AF 285
3338333 ——— *8533
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58226 *7 * 3387 3 25
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3355357 — —3 —3432
2335 2355 — 785
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        Slt. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Aunzeiger md das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verhundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag. Ser Abounementspreis betragt vierteljhrlich
lMark 40 R.⸗Pfa. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswaͤris viit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Rauum. Reelamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet. I—
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M 69. Sanustag⸗ den 4. Mqiieieaei 13878.

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Deutsches Reich. ——
München, 1. Mai. Se. Maj. der König hat den Dom⸗
probst Dr. Anton Steichele in Augsburg (geb. zu Mertingen den
22. Januar 1816; Priester den 28. August 1838, als Dom⸗
probst vereidigt den 16. Noevember 1878) zum Erzbischof von
München-Freising ernannt. (A. 3.)
Berlin, 30. April. Von ojffiziöser Seite wird besltätigt,
daß ein aktives Auftreten der englischen Flotte in der Ostsee die
NReutralität. Deutschlands nicht in Frage stellen könne. — Der
Bundesraths⸗Ausschuß für Zoll- und Steuerwesen beschloß heute,
beim Bundesrath wiederholt den Erlaß eines Gefctzes betreffend die
Trhebung einer Uebergangsabgabe von Essig zu beantragen. —
Die erste Berathung der Tabak-Enquete Vorlage soll in der zweiten
Hälfte dieser Wuoche stattfinden. (A. 3.)
Die Tödtung eines Menschen auf das aus—⸗
drückliche und ernstliche Verlangen desselben ist nach ß 216 Str.G.B.
mit Gefängniß nicht unter 3 Jahren zu bestrafen. Das Schwur⸗
zerscht zu Brieg erklärte eine derarlige Tödtung als einen „Mord
unter mildernden Umständen“ und deßhalb auch einen derartigen
Tödtungsversuch für strafbar. Das preußische Obertribunal dagegen
pernichtete durch Erkenntnriß vom 28. März d. J. das Erkenntniß
des Schwurgerichtshofes, indem es eine derartige Tödtung für straflos
und eine Einziehung der zu dem Tödtungsversuch gebrauchten Waffe
für nicht berechtigt erklärte.

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tische Corps vereinigten sich um 2 Uhr im Palast auf dem Tro⸗
radero, wo die Aufsichtscommission der Ausstellung und die Prä⸗
identen der auswärtegen Sectionen, unter welchen sich der Prinz
von Wales und Prinz Amadeus von Italien befanden, dem Pra—
identen der Republik vorgestellt wurden. Die Eröffnung der Aus—⸗
dellung wurde durch 100 Kanonenschüsse verkündet. Nach einer
ede des Handelsministers erllärte der Marschall die Ausstellung
ur erbffnet unter den enthusiastischen Rufen des Publicums: Ee
ebe die Republich, es lebe Frankreich!“ Mit zahlreichem
Hefolge durchschritt der Marschall verschiedene Theile der
lusstellung. Unzeachtet des veränderlichen Wetters war die
Zolksmenge eive ganz enorme. Die Häuser trugen meistentheils
jlaggen, alle Nationen zeigten ihre Farben. Ganz Paris trägt
in festliches Ansehen, der Zufluß don Fremden ist dußerst zahlreich.

Der in russischen Diensten stehende Brüsseler Nord“ findet
die Situation bedeutend schwieriger als vor einigen Tagen. Eng⸗
and sei zwar jur Bekanntgabe seiner Bedingungen wie seines
Zrogramms aufgesordert worden, aber es beharre — und Das sei
»as besonderz Gefährlice det Situation — auf dem Standpuntte
einer rückhaltlosen Negation, und aus der Leidenschaftlichteit, mit
er die englische Regierung Alles zurückweise, scheine das Gegentheil
»on Dem herborzugehen, was man in London zu erreichen vorgebe.
Der Mord“ sagt, daß England den Krieg um jeden Preis wolle.

London, 2. Mai. Das Bureau Reuter meldet aus
Tonstantinopel vom 1.; Tdileben's Verhandlungen bezüglich des
zleichztitigen Rückzuges der Rufsen und Engländer von Konstan⸗
inopel sind bisher resultatlos geblieben.

Konstantinobpel, T. Mai. Der britische Consul in
Trapezunt empfig eine Deputation der Bevolkerung von Batum,
velche den Enischluß erklärte, sich dem Einmarsch der Russen in
Batum zu widersetzen, und britischen Schuß verlangte.

St. Petersburg, 30. April. Ein Laiserlicher Ukas
rdnet die Formirung von noth 48 Reserve⸗Infanterie⸗-Bataillonen
n, welche die 12., 13. und 14. Reserbe⸗Division bilden werden.
Dadurch steigt die Zahl der Jufanterie-Dibisionen auf 61. (H. Corrsp.)

Auslsand.

„Wien, 1. Mai. Die „Polit. Corresp.“ meldet aus Kon⸗
stantinopel: Totleben begab sich unmittelbar nach der Abreise des
Broßfürsten Nitolaus auf die Pforte und hielt dort mit Sadyk,
Savbfet und Izzet Pascha eine Conferenz. Todtleben soll neuerlich
die baldige Raumung von Schumla, Varna und Batum verlangt
und, falls die Pforte diesem Verlangen unverzüglich nachgebe, den
vückzug der Russen bis an die befsstigten Linien von Tschekmedje⸗
Tschataldja⸗Derkos (etwas weiter westlich und nördlich von Kon⸗
tantinopel) in Aussicht gestellt haben. — Sämmilliche Gesandte
thaten bei der Pforte einen gemeinschaftlichen Schritt wegen Besei⸗
igung der durch Anhäufung der Flüchtlinge in der Hauptstadt ent⸗
tandenen sanitären Uebelstände. Sadyk Pascha versprach Adbhitfe.
— Aus Bukarest berichtet die ‚Pol. Corr.“: Die rumänische Re⸗
zierung ließ constatiren, daß sich gegenwärtig 56,000 Russen in
Rumänien befinden; weitere bedeutende Nachschübe sind im Anzug.

Wien, 1. Mai. Die Situation gilt heute ernster als
gestern. Die Petertsburger Nachrichten lauten beunruhigend; der
Zar soll, eingeschüchtert durch revolutionäre Kundgebungen, für eine
nergische Politil nach innen und auhen sein. In Folge Dessen
jei Schuwalsff's Berufung zur Stellvertretung Gortschakogs's zwei⸗
felhaft. Des Letzteren Zustand ist, da die Füße anschwellen, be⸗
denklich. (F.2.)

Die officibie „Wiener Abendpost“ sagt: „Die neuesten Nach—
richten melden das Fortschreiten und, wie es scheint, auch ziemlich
eingreifende Etfolge des muhamedanischen Aufstandes in Rumelien
und Bulgatien. Die Insurreckion hat in den letzten Tagen offenbar
eine fotmelle Organisation erhalten, als deren Centrum das Gebiet
von Philippopel betrachtet werden muß. Die russischen Stellungen
werden sebr erheblich beunruhigt, und es ist irmerhin bezeichnend,
venn nach einer Londoner Mittheilung gerade von russischer Seite
in die, Pforte gedrungen wird, Verhandlungen mil den Insurgenten
zuf der Basis eines Waffenstillstandes und gänzlicher Ämnestie zu
zröffnen.“ Die Pforte hat sich zwar einberstanden erklärt, daß eine
zemischte türkisch russische Commission zur Beruhigung der Anfstän⸗
dischen entsendet werde, aber die beiden türlischen Mitgliedr der⸗
elben ethielten lediglich den Auftrag, die russsichen Commissare bei
eren Bemühungen mit ihrem Rathe zu unterstützen.

Paris, 1. Mai. Die feierliche Eröffnung der Weltaus—
iellnng hat heute progtammgemäß staitgefunden. Der Marschall⸗
Zräsident, die Minister, Senatoren, Depufirten und das dipidna—

Vermischtes.

Kaiserslautern, 1. Mai. (Mord oder Unglück )
Botgestern Abend gerieth ein zugereister Handwerksbursche in einer
niesigen Herbergen mit zwei Zechgenofsen in Streit, der bis zu
Thätlichteiten ausartete. Wie schwer der Fremde verletzt wurde,
st bis jetzt noch nicht constatirt; so viel steht aber fest, daß der⸗
elbe gestern Morgen vwdt aufgefunden wurde. — Einem unserer
RKeporters wurde auf eine diesbezügliche Frage die Antwort; „Als
»er Handwerksbursche Morgens aufstehen wollte, war er lodi!“ Z
Bestern Nachmittag wurde eine Frauensperson hier eingebracht,
angeschuldigt des Kindesmorders. Dieselbe soll aus Erzenhaufen
iein. (Pf. V.)

7 Am 1. Mai fand in Kaiserzlautern im Hotel zum

Schwan die alljährliche Versammlung der Nofäre der Pfalz statt.

FLandau, 1. Mai. Ein junger Mann von hier, der
am 30. Januar sich in „Englischen Gatlen“ mit einem gelade nen
Kebolver beschaftigte, wobei sich Pplötzlich ein Schuß entlud, dessen
dugel dem neben dem Beschuldigten Sitzenden in's Vein drang,
purde in der gestrigen Sitzung des Zuchtpolizeigerichts zu 4 Wochen
Befängniß verurtheilt.

7Herxheim (bei Landau), 1. Mai. Gestern Vormil⸗

ag wurde durch die Ortsschelle bekannt gemacht, daß die Ge—
neindeberwaliung für den Liter Maikäfer 8 Pf. bezahlt; die
Jolge war, daß Jung und Alt auf den Maikaferfang ausging
und am ersten Abend schon 1200 Liter eingeliefert worden
ind. (C. A.)

fIn Heiligensteln ist die Halsbräune in ganz furcht⸗
warer We se aufgelreten. An 830 Kinder sollen don der füt dieselben
ehr gefaͤhrlichen Krantheit befallen sein und es find bis jetzt noch
eine Anzeichen zu deren Verschwinden vorhanden.
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        pSpeier. Vorigen Sounkag war hier eine Ver samm⸗
lung von Tabakbauern, Tabakhändlern und Tabakfabrikanten der
Borderpfalz, dwelcher auch die Reichstagsabgeordneten Dr. Buhl
und Dr. Groß anwohnten. Nach langerer Debatte, in der sowohl
das Ronopol wie die amerlkanische Fabrikatsteuer delämpft wurde,
beschloß die Versammlung, im Sinne der Kasseler. Beschlüsse gegen
deide wie begreiflicherweise auch gegen das englische System) zu
wirken. Hervorheben möchten wir, daß der Vorsitzende, Kaufmann
Röosinger von hier fich für die Gewichtsteuer (unter Aufhebung der
a Morgensteuer) aussprach, die einen höheren Steuerertrag,
datuürlich“ ba entsprechendet Erhdhung des Eingangszolles, recht
wohl in Aussicht sielle. Di. Buhl hob insbesondere auch hervor,
daß es gut jei, fich nicht blos ablehnend · zu verhallen, ondern
darnach zu trachten, daß die Tabaksteuerfrage endlich einmal erle⸗
bigt werde, damit die deutsche Tabatindustrie unter der nun schon
lo lang fortdauernden Unsicherheit nicht noch mehr leide.

— 08 bekonnt, daß für
das Kilo Maikäfer 3 Pf. aus der Gemeindekasse bezahlt werden.
Der Siadtrath hat zu diesem Zwech 800 M. bewilligt.
7 Ludwilgahafen. Die am 29. v. Mts. abgehaltene
Generalversammlung der Pfälzer Bahnen stimmte dem Antrage des
Decwalluneßraihes zu: den Bau der Koblenbahn von Bexbach uach
den. Gruben bei Neunkirchen vorläufig auf sich beruhen zu lussen
und das brreits hierfür beschaffene Baukonto der St. JIngber:⸗
Eaarbrücker Bahn leihweise zu üderweisen.

7 Waͤhrend der Osterfeiertage war in München ein Aus—
d der bayerischen Gerichtsvollzieder versammelt, um eine Denk ·
chrift an die Regierung und den Landtag in Betreff der künftigen
Gestaltung des Gerichtsvollzieberinstituts in Bayhern festzustellen. Es
wurde ein diesbezüglicher ausführlicher Entwurf einstimmig anu⸗—
genommen. Derselde führt im Wesentlichen aus, daß die gedeihliche
Entwicktung der Reichsjustizgesetze und das Wohl und Interesse des
Kecht suchenden Publiklums nur dann erzielt werde, wenn die
Landes juti werwaltung auf Grund des 8 155 des deuischen Gerichts⸗
herfassungs⸗ Gesehes das Gerichtsvollzieher Institut in Bayern so
organisire, daß auch fünftig dessen Integrität ermöglicht ist. Zu
diefsem Zwecke muß der Wirkungskreis der bayerischen Gerichtsvoll⸗
neher auch außerhalb der deutschen Prozeßordnung erweitert und
die Gebuhren hiesür von der Landesgesetzgebung so bewessen werden,
daß der Gerichtsvollzieher ein anstandiges Austommien hat. Nur
dann werden sich auch künftig diesem Berufe zuverlaͤssige und der
Ausbildung faͤhige Elemente zuwenden.
Wurzoöurg, 209. April. Gestern kam vor dem hiesigen
Stadtgerichte folgender Fall zur Verhandlung: Postexpeditor Müller
dahier war von der Revbisionslammer der Verkehrsanstalien wegeü
u geringer Tarifberechnung einer Lumpensendung der Fabcik Thaler
und Söhne dahier zum Nachzahlen von 39 M. 75 Pfg. angehalten
worden. Die jragliche Firma verweigerle aber die Nachzahlung,
weil Expeditor Muͤller — wiewodl erfolglos — gegeu die Nach⸗
zahlung protestirt hatte, daun, weil der Expeditor Vüller zur rich—⸗
ugea Berechnung verpflichtet gewesen wärc. Nach mehrinaliget
Verhandlung und nach Vorlage der verschiedenen Eisenbahntarife
und Postderordnungen. wurde die Firma Thaler und Söhne zut
Zahlung der Nachforderung von 39 M. 75 Pf. und in die Vroꝛeß
losten verurtheilt, J

St.Johann, 29. April. Wie uns heute mitgetheilt
wird, ist der dei der nenlich in Alsweiler verubten Gräuelthat arg
demißhandelte Sohn der erschlagenen Witthin Brück ebenfalls

feinen Verletzungen am letzten Samstag Abend erlegen. Die Rohz⸗
heit, welche von den an der Affaite Betheiligten verübt worden
it, spottet aller Beschreibung, hat die Obduction doch an der er⸗
schlagenen Frau allein an 20 Wunden constatirt. Ein Scheit
Dolz/ welches von der Behörde consiseirt worden ist, und deffen
man fich als Waffe bei der unmenschlichen Schlägerei bedient hat.
wiegt, sage und siaune, 860 Pfund. Weiter heißt es daß saͤmmi⸗
riche dreigehn Leute, welche bei der Affaire betheiligt waten, ber⸗
haftet sind. Nur einer soll wegen gänzlicher Schuldlosigkeit ent⸗
lassen sein.

4 Gemeinnützigkeit in Mühlhausen. Die:, Industrielle
Beselljchaft“ zu Muhlhausen, ein gemeinnütziger Berein oberelsas⸗
sischer Fabrikanten, Techniket und Ditektoren, welcher dor g3wei
Jahren sein fünfzigjähriges Bestehen durch Beransialtung einer sehr
interessanten Textil⸗Ausftellung beging, hat nach dem Bericht idres
berdienten Vorsitzenden August Dollfuß seit ihrem Bestehen eine
Summe von nicht wemger denn 2,400,000 Feck. vereinnahmt
und zwar 1,200,600 Fres. durch Vermächtnisse und außergewohn ·
iiche Zuwendungen, 600,000 Fres. durch“ VBeiträge der Mitglieder
ze; berausgabt hat sie in dieser Zeit 220,000 Fres. für die Ber
bffentichung ihrer trefflichen Monatsberichte, 83,000 Fres. für
auszeiheilte Preise und Vedeillen, 238,000 FIrcb. füt gemein
nuhige Institute aller AÄrt, namentlich Ar technishe Schulen,
10 000 Irca. fur shre Bibijoihet, v0.b00 Frcs. für ihre Mu—
seen, 70 000 Frcs. für die von ihr deransialteten Ausftellungen
und int ustriellen Experimente. 600,000 Fecs. für den Ankauf von

Bebäuden ee. * gewiß glanzende Seweise edelsten gemeinnühigen
Wirkens. 4 —

p Ratlakuhe, 20. April, Hiesige Blätter melden: „Nach
uverlaässigem Vernehmen ist der Fortbetrieb des Hotela Germania“
esichert, indem⸗ der gegenwärtige DirektorHerr S hlichtinger,
„asselbe um einen Zins von jährlich 32,000 Ma gepachten hat und
war zunãchst unkündbar auf 1 Jahr, sodann ader unter Verab
redung gegenseitiger viermonatlicher Kündigung.“

r Gestiorben in BadeneBadender frühere Gouverneut
von Straßburg General z. D. v. Hartmann. “ J

7 Die in der Versammliung vom 10. Dechr.“ v. Is. in
Nassel gewählte Commission deutscher Wein-Interessenten hat eine
Dentichrifteüsber Herstellbung und Behaudlbung
des Weines, unter bisonderer Berückhsichtigung des gegenwärtig
dem Reichstag vorliegenden Gesetzentwurfes über den Verkehr mu
Nahrungs- und Genußmitteln, ausgearbeitet und im Drut eischei—
nen lassen, welche den Zweck hat, neben der durch diesen Geseßz⸗
entwurf beabsichtigten Vertolgung der Weinfälscher und Weln
chmierer dem Weinbau und Weinhandel die nöthige Freiheit der
Bewegung zu sichern und möglichst scharf die Grenzlinien zu zie⸗
Jen, welche die Anwendung der zum Genießbarmachen, Klären und
kirhalten des Weines nöthigen Mittel von der Anwendung solcher
Mittel scheidet, welche dem Weine fälschlich den Anschein eir—
hesseren Qualität geben. Die Ventschrift behandelt in ihrem zwe—
ten Theil auch die tzeilele Frage des Verschnittes und der Etique
itung, und ihre Ausführang macht uns hier den Eindruck, daß
dieser Punkt noch einer weiteren, namentlich die Interessen der
TFonsumenten noch mehr in's Auge fassenden Klärung bedarf, wöh—⸗
tend der erste Theil den mit Recht zu stellenden Anforderungen n
merkennenswerther Weise gerecht wird. Bezuüglich der gallifirten,
detiotisirten ꝛe. Weine, überhaupt aller nicht in gewerbegerecht her—
zestellten und behandelten Weine verlkangt die Deutjschrift, daß sie
jur nater einer ihre Herstellung charakterisirenden Bezeichnung resp.
inter dem Namen Kunstwein in den Handel kommen und diese
Bezeichnung deutlich sichtharr auf der Eliquette tragen sollin. Die
Denkschrift, welche namentlich die Bewohner unserer weinbautrei⸗
hbenden Pfatz fehr interessiren dürfte, ist durch jiede Buchhandlung
zu beziehen.

F Wesseling, 25. April. In der Nacht vom 28. auf
den 24. d. M. wurde hier ein Mann ermordet. desser Leiche man
ain andern Tage in einem Pfuhle auffand. Laut der D. Reichs—
eitung liegt der dringendste Berdacht vor, daß hier ein Vatermord
zegangen ist; heute wurde der Sohn, ein Mensch von 28 Jah⸗
ren, nach Bonn ins Gefängniß abgeführt.

BSeclin, 30. Axril. Die sechste Kriminaldeputation des
Stadtgerichts verurtheilte heute dea Reichstagsabgeordneten Most
Sozialistenführer) vegen Beleidigung der Geistlichkeit bei der am
22. Januat im Saale des Handwerkervereins abgehaltenen Volks—
bersammlung zu zweimonatlichem Gefängniß. Die Anklage wegen
Gotleslästetung erachtete der Gerichtshof nicht als erwitsen.

ꝓPBeilin. Demnächst findet hier die feierliche Verloburg
der Prinzessin Luise, jungster Tochter des Prirzen Friedrich Kari,
beren Ruckkehr aus Italien man entgegensieht, mit dem Herzog
on Connaugth (Sohn der Königin Victoria) statt. —

4 Ein Mord unter eigenthümlichen Verhältnissen macht augen;
bticlich in Berlin bviel von sich reden. Vor einigen Tagen
wurde in einem Hause der Spandauerstraße ein Handlungsdiener
nit durchschnittenem Halse in seinem Bette liegend todt aufgefunden.
Der That geständig ist der in demselben Zimmer wohnende Küfer⸗
hvursche Paul Heise, der fich freiwillig den Gerichten flellte. Nach
seinen Autsagen hat sich der Mörder schon einige Tagen mit dem
Zedankten getragen, irgend Jemand zu ermorden, um für seine
Lebenszeit im Gefängniß versorgt zu sein.

7 Einem Pariser Feuilleton der „Shlesischen Zig.“ ent⸗
aehmen wir nachstehenden, namentlich für unsere Damenwell inte⸗
ressanien Passus: „Von Fremden haben wir vorläufig nur die
wegen ihrer alljähtlichen Einkaufe eingetroffenen Modewaarer händler
und Putzmacherinnen, die stets den Parisern werthe Gäste find
Vor wenigen Tagen führte mich ein günstiges Geschick in den
Salon eines ganz mit solchen Gäsften — dazu fast sämmilich
Deuischen — gefüllten Gasthofes. Die lebdafte Unterhaltung drehte
sich größtentheils um das Geschäflliche und die Mode, was für
uns Alles wissensollende Laien besonders lehrreich sein mußte. Al—
Frucht dieses Abends theile ich hier die Aussage einer Dame, In
haberin eines großen Putzmachergeschäfts in einer bedeutenden rhei⸗
aischen Stadt mit. „Ich kaufe,“ fagte sie, „jetzt kaum noch ein
Drijtel von Dem hier, was ich früher von Paris dezog, obwohl
ich mein Geschäft wesentlich vergrößert hat. Außec einigen Seiden⸗
doffen, gewissem Besatz und solchen ganz neuen Mode⸗Attikeln, die
jonstwo noch nicht zu haben ünd, kaufe ich nichts mehr in Paris;
alles Andere habe ich eben so gut und billiget in —— sei
** direlt von den Fabriken, sei es in den größeren Modewauren
agern. Aus den hiesigen berühmten Handlungen, welche ganj
Deutfchland mit ihren Mustersendungen und Reklamen überschwemmen,
        <pb n="253" />
        uyis schicte Au — [[—
—— . als die gleichwerihigen in Deutschlong jolglich bei
ardelechhher Bidigteit theurer und meniger taltbat, auch sind sie
pe ig besonders bei Seide, mit allerlei Mängeln— verletzten
e /n und Uehnlichem lechaftet. Freilich die Damen verstehen,
* Wielfaltigen Anschaffens von Kieidern jeder Axie, meist viel zu
— die Beschoffenheit der Waaren zu beurtheilen, oder sie sind
so von Paris eingenommen, daß fie es nicht beachten. —A
ich garviel ein, nu einem aus Paris bezogenen Kleide prunken
u konnen ; deßhalb fallen sie auch regelmäßig hinein. Meine besseren
Fruischen Stoffe kann ich nur ols aͤcht französische,“ ditekt aus
—XR angekommen,“ anbringen. Manche Damen glauben sogar,
ch halte sie zuni Besten, wenn ich hintennach gestehe: das letzte
Reid, in welchem se so bewundert wurden, ist zinheimischen Ur—
prungs gewesen.·

Die Heilung der Gischte durch Bienenstiche
etreffend, theilt man dem Prager Landwirthschaftliche n Wochenblatt
olgenden Fall mit .Die Frau des Einsenders litt so schwer an
hicht, daß sie wahtend eines Fechsmonatlichen Zeitraums weder
vdᷣchlaf unoch Ruhe fand, während ihr rechter Arm derart gelähmt
dar⸗daß sie nicht nuc an jeder Arbeit perhindert, sondern. auch
infähig war, sich allein an— und auszukleiden. Da hörte Ein⸗
ender von einem Landmnanne, der gleich arbeitsunfähig war in
Folge von Rheumatismus und einem Zufälligen Bieuenstiche seine
änzliche Wiederherstellurg verdaatte. Er üverredete seine Frau,
en p zu versuchen, da der durch Bienenstiche verursochte
zchmerz. Taum demjenigen gleich sein koͤnute, den fie bereits ertrug.
x76 wurden ihr in Folge Dessen drei Bienen auf den rechten Arm
gesetzt und während einer geraumen Zeit darauf festgedrüdt, damil
ich die Gistblase der Insekten vollkommen leeren konnte. Der
xzrsolg war ein überraschender, indemn die Patientin schon in der
ächstea Nacht eines langen und festen Schlafes genoß, dessen fie
⸗chs Monate lang entbehrt hatte, während der quälende Schmerz
ast vollständ'g verschwunden war. Dir Arm war natürlich in
jolge der Stiche stark geschwollen, aher die Geschwalst wich all⸗
nälch einem lühlenden ümschlage. Aller Schmerz war gewichen,
der lahme Arm erlangte seine frühere Kraft wieder, und seitdem
hat sich keine Spur von Rheumatiẽ?mus wieder gezeigt.

Aus tbompetenter Quelle. Aus den Cou—⸗
oirs des ungarischen Abgeordnetenhauses erzählt Esyetertes“: Es
war vor den Osterferien⸗ Einige orientiruugs bedürftige Abgeorduete
gehen im Corridor des Hauses den Minister Szende an, in dem
dmen Glauben, der Manu, auf dessen Schultern die Pflicht der
audesvertheidigung ruht, müsse ihnen denn doch zu sagen wissen,
I eine ernste Gefahr in Sicht sei, gegen die das Vaterland ver⸗
he digt werden müsse, oder wicht. Nuͤn, Excellenz, sag' uns einmal
nuf Treu und Glauben, ohne alle diplomatischen Floskelx und Aus⸗
Jüchte — versteht sich auf Diskretion, wi sagen's nicht weiter —
vie ist's mit der Lage? gibt es einen Krieg oder nicht? — Die
xxcellenz sieht sich bedächtig ringsum und bemerkt eine rauschende
Zulane, die eben an ihni voruͤberhuscht. Darin stat Erzbischof
haynald. — „Da geht einmal rasch dem dort nach,“ meinte er,
der kann Euch vieüeicht Auskunft geben.“ — „Wie? der Erj—
hischof von Kolosca sollie besser wissen, ob wir Krieg kriegen, als
er Honved⸗Minister? Wie ist das möglich ? — „Sehr eiufach.
-Fr als Geistlicher steht unserem Herrgon doch näher als ich, und
was Ihr mich fragt, das weiß Gott allein zu sagen!“ ..

ITFremde in P,ar i 3.Paris zählt in diesem Augen.
blick 8B500 Gasthöfe mit 130,000 Zimmern; von den letzteren
waren, wie der „Figaro“ dersicherl, am 25. d. 112,000 besetzt.

f Ein officieller englischer Bericht in den Times“ theilt die
rast uuglaubliche Thatsache mit, daß in London ein Geisteskranker
starb, in dessen Koörper fremde Gegenflände gefunden warden, wo—
Anler 20 Schnallen, 14 Glaestüce, 10 Kiesel und 1782 Rägel.

7Dublin, 28. Aprei. Eine von furchtbaren Folgen be⸗
gleitete Dampfkessel ⸗ Explosion erxeignete sich geslern in der —R
schen Eisengießerei. Durch die Erschütterung wurde ein benachbar⸗
tes Wirthshaus zertrümmert, fünfzehn Personen auf der Stelle
getödtet und nahezu zwanzig mehr oder weniger schwer verwundet,
arunter mehrere Kinder, die auf der Straße in der Nöhe des
Schauplatzes der Katastrophe spielten.

Wie ein reicher Mann. sein Geld anwendet.) „Chaecun à
son goüte — dieses Recht muß man Mr. Emerson Baker, dem
Erfinder der Grover⸗ und Baker⸗Nähmaschinen, zugestehen, der seine
Millionen nach eigner Foçon verbraucht. Aber einen seltsumen
ehrauch macht er davon. Sein Landsitz in Melesley, zwölf Mei⸗
len von Boston, ist von Mauern umgeben, die ein Newyorker Land⸗
n mit riesigzen Freskogemälden geschmückt hat. Der
massive Thurm, der den Glanzpunkt des Ganzen bildet, enthält
in verschiedenen Stodwerlen einen Kindergarten, ein anatomisches
Museum, eine Menagerie und, eine Sammlung von Alterthümern.
In der Hauscapelle, deren Wände mil polyglotten Sittensprüchen
dededt sind, lonnen die Glaubigen aller Regionen ihre Heiligen
Rerehren. Die vorsttzende Gottheit ist ein centnerschweret Bne b

vbhq

nung von Nord und Süd, hat ein bajsnnetgespicktes Pachy, Abr
dod Stück Bajonenten der weiland feindseligen Armeert schwebt
ine ausgestopfte weißßze Taube. din Oelzweig im Schnabel. Die
dßle Freude Batex's sind jedoch seine Schweine. Er hat deren
Mmaͤhlige; sie leben auf einem fürstlichn Fuße und werden mit
ͤnigl chem Pomp begraben. Der massive Schweinestal hat palast⸗
ihnuͤche Verhältnifse; Schranken von polirtem Eichenholz trennen
ie versch'edenen Avbtheilungen, kostbare Oelgemälde an den Wanden
Ferherrlichen die bedeutendsten Episoden des Schweinslebens. Die
xinweihung des Schweinshauses, die im Herbst 1878 in Gegen⸗
han von 3000 Gästen, stattfand, lostete viele tausend Dollars.
Da und dort auf den ausgedehnken Spazlergaͤngen des Partes
esselt den Wandertt das Marmorbildniß eines verblichenen
-„chweines von ungewöhnlicher Größe ader außerordentiichen Ver⸗
eusten. Häufiger uoch sind ausgestopfie Schweine auf kostbaren
Biedestalen — eine rührende Idee, dem Gefeierten sein eigenes
Zelbst zum Denkmal zu setzen! Besonderes Vergnügen gewahren
ser. Baler's Vexir⸗Instrumente aller Ari. Wer einen Metallknopf
nfaßt, darf sicher sein, einen zelectrischen Schlag zu erhalten; wer,
erführt durch gedrudte Affichan, an der Thar dieses oder jenes
Bebäudes in ein Sprachrohr hineinruff, um Cinlaß zu erhalten,
läst. sich voll mit weißem Sitaub; wec eine anscheinend feste
Tieppe hinaufsteigt, versinkt mit ihr in dunlle Kelle, raume; wer
ich ermüdet auf einen Gartenstuhl medeilaßt, werd unsarst zu
Voden geworfen und sieht einen grinsenden Tensel von gemaltem
dolz vor sich aufspringen. Nitisdestoweniger ersreut sich das An⸗
Lesen Mt. Baker's Tag für Tag zahlreichen Bcsuchhß.
x— Ein seltenes astronomisches Ereigniß. ist am“ 6. Mai d.
Is. zu erwarten. Der unserer Sonne nächste bekannte Plauet
Hterkur wird. als kleiner dunkler Puntt an der Sounenscheibe
ruüberzuziehen — eine Erscheinung. welche zuletzt am 5. Novem⸗
et 1868, und späterhin, der ubeteinstimmenden Rechnung zufolge
est wieder am 8. Nov. 1881 vorkommen wird. Rach einer
aotin der „Academy“ wird der Planet um 8 Uar 12 Muämnten
dachmiltags (Greenwich⸗Zeit) mit der Sonnenscheibe zuerst in Be⸗
uhrung kommen und 3 Minuten darnach auf dieselbe seinen
zchatten zu werfen beginnen. Ecst nach Sonnenuntergang wird
e seinen Durchgang vor der Sonne völlig zurüchgelegt baben. n
5 — cdec iIworilich: 5 —2
Wir mascen hier durch auf de ini heutigen Dane ehen Iinnonce der
erren Kaufmann und Simon in 5 amb urg besonders aufmerksam.
zs handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haͤupt⸗ Ge⸗
innen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unse rer Gegend eine sehr
ebhafte Betheiligung voraussetzen lähßt. Dieses umernehmen verdient datz
olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch
orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln. und Auszahlung
aͤhlreicher Gewinne allseits bekannt ist

—

IAXRXIXE
t die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sieh befindende Glucks-
Gzeige von Samuel Heckscher senr. andurg. Dieses Haus hat aieh
urchꝰ deine prompte und verschwiegene Auszahking der hier und in der
ngegend gewonnenen Beträge en dermassen guten Ruf erworbon,
it Jeden auf dessen heutiges Inserat —SE
nerksam machen — — —
eẽr Hauogarten anf dem ude Ane ppuute Ansenuna ur
zehrer ꝛc. zür Anlage, Bepflanzung und Pflege desselben. Preisschrijt, vom
herein zur Veförderung des Garicnbaus in den Koͤnigl. Preußischen Staaten
nit einem Ehrendiplom gekrönt. Von Zranz Göschke, Obergärtner und
dehrer des Gartenbaues am konigl. pomologischen Inftitut Iun Proskau.
Voigi's landw. Volksbücher Nr. 132.) Leipzig. Verlag von Hugo Voigt,
Juchhandlung fur Landwirthschaft, Gartendau und Forstwesen. Preis
O Pfennig.
Auf den Dörfern sowohl, als in den kleinen Städten, wird es selten
in Haus geben, an das si⸗ nicht ein Garten anschließt, niag derselbe grö⸗
zer oder Ueiner sein. Dieser Garten soll nicht nur zum angenehmen
sufenthalt der Familie nach wohl voll brachtem Tagewerk, sondern auch zux
interstützung des Haushalts dienen. Zu jenem Vehuf, um das Auge zu
rfreuen, soll ex mit Ziergewachsen verschiedener Arten, zu letzterem Zweck
nin Gemüusen, Obstbäumen und Obststrauchern angebaut werden. Aber in
velcher Verfassung befinden sich die Hausgärten auf dem Lande in vielen
rällen! Sie dienen weder vem Vergnügen noch dem Nutzen, sondern sind
nehr verwilderte Plätze, die Heimstätten von Disteln und Nesseln und ande—
en unnuhen Pflanzen. Da ein gut gepflegter Hausgarten nicht wenig zur
finbürgerung und Befestigung derꝰ Siulichlteit der Familie beiträgt, die freie
rben. “auch der Kinder, gut verwerthet, Kuche, Keller und Vorrathskammern
nit unentbehrlichen Lebensmitteln billig verforgt. und nebenbei Blumenreiz
nd Blumenduft bietet, so sollle überall da, wo noch das Verftändniß fur
hartenbau und Gartengenuß mangelt, von berufener Seite darauf hinge⸗
viesen werden, daß dieser Mangel vbefeitigt wird. Berufen sind dazu vor
lem die Lehrer, welche, fast durchgängig im Besiß eines Gartens, ein
austerhaftes Beispiel in der Vebauung und Benutzung desselben geben soll⸗
n. Nächstdem siad es turzgefaßte, wohlfeile Schriften, welche denselben
esentlichen Vorschub zu leisten vermögen. Unter den derartigen Schriften
ee die voruegendedie erste Stelle ein“ Von einewm, uchtigen Sachver⸗
andigen verfaßt, gibt fie zwar in allet Krrze. er doqh henugend und da⸗
ei sehr faßlich, eine Anleitungg zur Rdage. * phflege des
w nage, Bepflanzung vn g
sausgariens auf dem Lande Wag die Bepflanzung unlangi, so find
imimiliche Richtungen Hetg Oittenbang vertreten Zierbaum⸗ Blumen.
demuseartrn un. Dbagmn, Es ist zu wünichen daß das Schriftchen in
e Qun ereee 3 woe durch deren Vermittelung in die
W e e um der Ortsvershönerung, der
Aade der kleinen Gartenbesitzer gelangt, Wohlstandes derselben
itenveredelung der Landleuie und der Hebung des —V—
Horschub gu leisten. *
        <pb n="254" />
        Aια —ν ιν-
Samstag, den 11. Mai
nächsthin, Vormittags 9 Uhr in
seiner Wohnung bei Wirth Engel
an der Kohlenstraße dahier
läßt Heinrich Eprau, Fuhr⸗
mann in St. Jugbert, Umzugs⸗
balber folgende Mobiliar⸗Gegen⸗
stände öffentlich an die Meist⸗
bietenden auf Credit versteigern
als:
ein Pferd, eine Einspänner⸗
Chaise, ein Fuhrwagen mit
Leitern, zwei neue Pflüge,
eine Egge, ein Schlitten,
ein Chaisen Geschirt, ein
Fuhr: Geschirr, vier Ketten,
ein Futtertasten und sonstige
Fuhrgerätbe.
St. Ingbert, 27. April 1878.
Sauer, lgl. Notar.

Slitktn Ano Erzuteetß
machen wir auf das schöͤne
und nütliche pädagogische
Zunstjournal: Der Jugend
Spiel und Arbeit von Dr
J. D. Georgens und J. M.
von Gayette⸗Georgens, unter
Mitwirlung hervorrag. Mit⸗
arbeiter, Preis pro Quartal
M. 1.80, aufmerksam. Das⸗
selbe bietet in jedem in Bunt⸗
druck ausgeführten Monats-
hefte Urterhaltung und bil⸗
»ende Beschäftigung der ver⸗
chiedensten Art für Kinder
bon 5—13 Jahren. Die
bdeigefügte Beilage gestaättet
die sofortige leichte Nachah—
nung der Vorlagen. Jede
Buchhandluug und Postan
talt nimmt Abonnementsbe⸗
tellungen an. Ausführlich
llustr. Prospecte araus.
Leipzig.
Richtor's Verlags-Anstalt.
KK. K.Holbuchhandlung.

Serbaguelen Vushert
Lagorbier Anstich.
J Schnapphach.
Sonntag, den 5. Mai, von Nachmittags 3 Uhr ab:—
Concert der Saarbrücker Stadtkapellt
unter Direktion des Herrn Burkhard.

Abends RLLL...
im Saale von M. Schneider.

Entree 50 Pf. —B8

öuα

Fuam biete dem Gliiehe die Hand?:
875. O000 R. Mark
Haupt-Gewinn im gunstigsten Falle bietet die aIIerneueste
grosse Geld-Verloosung, welehe von dor hohen Regierumg

genehmigt und garantirt ist.

Die vortheilhafte Rinricehtung des neuen Planes ist derart, dass
im Laufe von wenigen Monatan durch 7 Verloosungen 49, 600 Ge
Winne zur sicheren Entscheidung kKommen, darunter besinden sieb
Haupttreffer von eventuell R.-M. 3275. OOo speciell aber

e henen;:
„Erfolgreichste Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewahrte
Mittel.“ — Preis 80 Pfg. —
Kranke, welche glauben, an dieser
gefährlichen Krankheit zu leiden,
wollen nicht versäumen, sich obiges
Buch anzuschaffen, es bringt ihnen
Trost und, soweit noch möglich,
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin abgedrudten
Dantschreiben beweisen? — Vor—⸗
räthig in allen Buchhandlungen
oder gegen Einsendung vvn vo
Pfg. auch direkt zu beziehen von
Richter's Verlags⸗-Knustalt in

Leipzig.

ewinn Gewinn 2,00 0
Gewinn a 2 Gewinne à m. IO, o00
Gewinn d Gewinne a M. 8000
bewinn ⸗ 3. Gewinne à M. 35000
Gewinnet 24 Gewinne a MA. 4000
Gewinn 221 Gewinne a M. 2400
dewinn 2 Gewinne à M. 1200
Zewinne 1 Gewinne à M. 500
Jewinne: 709 700 Géewinne à DI. 250
Gewinne a „00 —A

h Gewinne a M. 18,600 ete. ete.

Dio Geéwinnziehungen sind planmässig amtlich festgestellt.

Zur nuchsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staate
garantirten Geld-Verloosung kostet

ganzes Original Loos nur Maxrk —
halbes * — 3
1vierteee II/,

Alle Auftrũge werden cofort gegen Finsendung, Posteinzahlung
oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt
und erhũlt Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
Original-Loose selbst in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderliehen amtlichen Pläne gra·

tis beigesügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessonten

unausgefordert amtliche Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
Garantie und kann dureh directe Zusendungen oder auf Verlangen der
Interessenten dureh unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen
Deutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glüote begünstigt und hatte sich
dieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der.
arsten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten
lirect ausbezahlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der olidesten
Rasis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher
um alle Auftrüge ausführen 2u können, uns die Bestellungen baldigst
und jedenfalls vor dem 15. Mai d. J. z0uKommen zu sassen.

Kœoufmumnn v Simon,
Bank-üund wechsel-Geschaft in Hamburg

Pin- und Verkauf atler Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Aniehenslooso.

P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither geschentte Vertrauen
uud indem wir bei Begim der neuen Versoosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, durch
stets prompte und reelhle Bedienung die volle Zufriedenheit
unserer geéeehrten Interessenton zu erlangen. D. O.

Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
'n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräihig in der
Druckerei ds. Bl.

EBEApt-Gewinn
ev.

S7,000 MM.

Finiadung zur Betheiliguus an die
¶WVinh-COhBMCGEGB
der vom Stante Hamburg garantirten grossen
GeldeLotierie, im weleher uber
8 Millionen 600,000 Mark
sicher gewounen werden müssen.

Die Gewinune dieser vortheilhaften Geld- Lotterie,
weleche plangemass nur 91, 000 Loose enthält, sind folgendeé: nämlich
1Gewinn ev. 375,000 Mark, speéciell Aarb 250,000, 125, 000, 80,000,
80.000 0ο, Ml 40. 000 und 836, 000, 4 Bal 80, 000 u. 25,000
AIAEECACCOATAMSCCIO—S37 α
8000, 6000 und 5000, 76 ma! 4000, 3000 und 2500, 206 mal 2400,
—⏑—
mal 200, 173, 150, 138 Und 0, I6839 06
40 und 20 Mark und Kommen solche in wenigen Monaten in I6
Neiungen zur Sicheren Pntscheidung.

Die erste Gewinnziehung ist amtlich festgestellt und kostot hierzu

das gauze Originalloos nur 6 KReichsmark,
das halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,
das viertel Originalloos nur —2 Reichsmark

und werden diess vomm Stanate garantirten Original-
Loose (keine verbotéenen Promesson) gegen frankirtée Ein-
seudung des Betrages oder gegen Pottvorschuas
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und naoh stattgehahter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngssiste
unaufgefordert zugesandt.

Die Auszahlumg und Versendung der Gewinngelder
orfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengster
Verschwiegenheit.

Jode BestelIung kann man einfach auf eine Postein-
AhIungsknrte machen.
Anm wende sstes daher mit den Anftrügen
der unhe berorstehenden Tiehung halber
bis Zumn
—16. Mai d. J.
rertrauensvoll an
*
Samlel heolceoher sent.
Banquier und Wechsel- Comptoir in Hamburg.
Jüngst am 3. April dicses Janres hatten wieder mehrere meiner
Interessenten das Gluck
den grösessten Hauptgewinu
D. O.

Iũ cS-
LZBEGOMig .

Die Gewinne
garantirt der Staat.

Arbeiter-Bildungs⸗
Verein.
Außerordentliche

General Versammlung
Montag, 6. Mai im kleinen
Saale bei Hrn. Oberhauser.

Tagesordnung:

„Vertinslokal.“
Sonntag, 5. Mai F

Frũucht- Brod nd
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 2. Mal.
Weizen 11 M. 89 Pf. Korn
08 M. 50 Pf. Gerfte Zreihige
0 M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — pf. Spelz 0 RM.
— Pf. Hafer 7 M. 10 pf.
Heu 2 M. 40 Pf. Stroh2
M. 20 Pf. Kartoffeln 3 M.
90 Pf. Weißbrod la Kilog.
57 Pf. Kornbrod 8 Kil. 76, 2 Añ.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Gemijfchtbrod 3 Kilo. O M. 96 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Ouai. 60 ppf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
Zutter 1M. 10Pf. per Pf.

8
bei Julius Grewenig.
Sonntag Nachmittag von 3
Uhr ab
Freimusik
»eter SEchweitzer.

bei mir zu gewinnen

bel
Redalnon Drna snd Verlag von xx. X. Demetz in St Inobert
        <pb n="255" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— —

Der St. Ingberter Anzeiger und das (S mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati. Sonntags mit illustrirter Veĩ⸗

lage) erscheint wöchentlich vierntald Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsépreis bettägt vierteljährlich

lVark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum. NRecliamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
—
—— —
— —— — —
M 70. Sonntag, den .x Mat

13378.

—

— — *
Deutsches Reich.

München. Die „Südd. Preffe, schreibt: „Die Kopenhage⸗

ner Reise des Feldmarschalls Moltke beschäfligt die
Blaͤtter noch immer. Von e'ner einfachen Familienangelegenbeit,
als der Vermählung des „Adoptivsohnes“ vom Feldmarschall mit
einer dänischen oder schwedischen Dame, zu reden, wie gewisse Ber⸗
liner Blätter thün, ist einfach assurd; der Bruder⸗ und Adsptivsohn
des Feldmarfschalls, Herr Wilhelm v. Moltte, ist bereits seit 1874
mit einer Tochter des Reichstagkabgeordneten Graf Bethusy⸗ Hue
oermaͤhlt. Die Heirath eines dänischen Moltke mit einer schwedischen
Dame des gleichen Ramens aber hätte den berühmtesten, mit jenen
Familien aber nur sehr entfernt verwandten Träger jenes Namens
allein schwerlich nach Kopenhagen geführt; sie hat offenbar lediglich
den Vorwand der militär⸗politischen Reise des Feldmarschalls geboten.
Wenn übrigens dei diesem Anlasse die Idee einer Schließung der
Ostsee durch ein deutfch-skandinavisches Bündniß als rein „phan⸗
zastisch“ bezeichnet wird, so ist Das wieder ein Beweis von der
zolitifchen Harmlosigkeit gewisser Leute; normal organisirte deutsche
köpfe könnten sich wohl nur darüber freuen, daß in einer so rein
zermanischen See wie im ballischen Meere nichtbaltische Völker mit
hren Flotten nicht mehr treiben dürflen, was ihnen beliebt. Wenn
Deutschland eine Seeschlacht in dem irischen Kanal liefern wollte,
vürde Das den Engläudern auch nicht angenehm sein. Auf jeden
Fall würde die Aufstellung einer deutsch⸗dänisch⸗schwedischen Flotte
nuf der schlachtberühmten Kopenhagener Rhede für die Eagländer
nilitärisch eine faiale Sache sein, mag sie nun eine politische Idee
Aeiben, oder Wirtlichkeit werden. Vielleicht genügt übrigens in
eser Beziehung England cegenüber eine Drohuag, und vermuithlich
redigt in diesent Augenblick die politisch sehr rege und strebsame
tronprinzessin des Deutschen Reiches ihrer kaiserlich indischen Muttet
was Maßigung.“ (Die deutsche Kronprinzessin befindet sich
nämlich seit Kurzem in Windsor.)

Berlhin, 1. Mai. Die „Neue Stettiner Zig.“ erfährt
zus zuverlässiger Quelle, daß die der Marine⸗Reserve, resp. Land—
vehr angehörigen, in Stettin wohnhaften Kapitäne, Steuerleute und
Matrosen angewiesen worden seien, sich insoweit bereit zu halten,
zaß fie in einer Einbeeufungsordte binnen acht Tagen hachzukom—
men im Stande sind.

Berhin, 1. Mai. Zum' zweiten Male war der Reichs—
ag beute beschlutzunfähig, und was diesen Vorgang noch unlieb⸗
jamer madhte, war der Umstand, daß nur zwei Mitglieder an der
Beschlußfähigkeit fehlten, während drei Abgeotdnete, welche in Ber—
in wohnen, nicht anwesend waren. Die Mitglieder des Reichs⸗
jages sind schnell mit der Klage bei der Hand, daß sie zu lange
in Berlin zurückgehalten würden, und jetzt sind bereits zwei Tage
zurch die eigene Schuld der Mitglieder berlorten.

Berhin, 2. Mai. (GBundesrath.) Der Bericht der Bundes⸗
rathsausschüfse übet den Antrag Preußens betreffend die Eisen⸗
mque?t beantragt nach der „A. Z.“ von Reichswegen eine Unter⸗
uchung der Lage der deutschen Eisenindustrie mit besonderer Rück⸗
sicht auf die 1873 eingetrelenen Tarifänderungen und ferner eine
Untersuchung der Lage der deutschen Baumwollenindustrie, namentlich
nit Bezug auf Eisaß Lothringen durch je eine aus fünf. Mitaliedern
vestehende Commission auf Grund eines vom Bundesrath zu billigenden
Programms.

Berlin, 2. Mai. Der von dem Zollausschuß des Bundes⸗
raths beantragte Gesetzentwurf betreffend die Erhebung einer Ueber⸗
gongsabgabe von Essig lautet: „F.1. Von Essig, welcher in das
Bebiet der Branntweinsteuer-Gemeinschaft aus dem außerhalb des⸗
ielben belegenen Zollgebiet (Bahern, Württemberg und Baden)
ꝛingeführt wird, jst eine Uebergangssabgabe zu erheben. Diese
Abgabe beträgt 2,25 M. für ein Hektolitet. F2. Von Seiten
der nicht zur Branntweinsteuergemeinschaft gehörigen Bundesstaaten
owie in den hohenzollern'schen Lauden kann auf Grund der in
»enselben“ bestehenden Branntweinsteuer eine Uebergangsabgabe für
xffig erhoben werden. Die betreffende Regierung hat dem Bundes⸗

rath von der Fesistellung einer solchen Uebergangsabgabe Mittheilung
zu machen und hiermit den Nachweis zu verbinden, daß dieselbe
uf Grund der bestehenden Branntweinsteuergesetzgebung erfolgt ist.
13. Die innere Steuer von dem zur Essgbereitung verwandten
Branntwein kann sowohl bdei der Ausfuhr des Essias nach dem
Nuslande als auch dann erstattet werden, wenn die Ausfuhr des
ẽssigs innerhalb des Zollgebiets in den Geltungsbereich einer anderen
Branntweinsteuergesetzgebung erfslgt. F4. Dieses Gesetz tritt mit
dem 1. Juli d. J. in Krafi.“
Auskand
Wien, 8. Mai. Die „Presse“ meldet: Verlaßliche Infor—
nationen bestätigen, daß die Pourparlers zwischen London und
Petersburg wieder begonnen haben. Die Verhandlungen betreffen
ↄwohl den Congreß als die milifärische Demarkation don, Konstan⸗
inopel. Es verlautet, Rußland ließe sich zu ansehnlichen gugestãnd⸗
nissen herbei.

Lond'on, 8. Mai. Die „Times“ meldet aus St.
Zetersburg: Das Gerücht, Rußland beabsichtigte ein Ullimatum an
»ie Pforte zu richten wegen schleuniger Raͤumung von Schumla und
Barna, ist unbegründet. So lange die berechtigte Aussicht auf eine
riedliche Löäsung vorhanden sei, dürfte Rußland nichts zur Be⸗
hleunigung der Krisis thun. — Die Russen bestellten 80 Bahn⸗
uͤqe zur Rückbeförderung der Truppen in die Heimath. J
Vermischte.

—rPirmasers, 2. Mai. (P. A.) Das Gewitter,
velches gestern Nachmittag auch über unsere Stadt zoq, entlud sich
nit seiner ganzen Gewalt in der Gegend von KHroͤphen und Wals⸗
zrunnerthal. Der mit Hagel vermischte wolkenbruchartige Regen
riß Alles mit sort, in seinem Laufe Bäume entwurzelnd und die
Uderkrume fortschwemmend. Im Walsbrunnerthal staute sich das
Basser bis zu einer Höhe von über 2 Meter an. Der Schaden
oll ein ungeheurer sein. Leider ist auch ein Menschenleben zu be⸗
lagen. Die 15jährige Tochter des Gemeindedieners Wagner von
dröppen wurde von dem Unwetter ereilte; von dem— reißenden
Strome fortger ssen, wurde sie bei Walsbrunn als Leiche aufgefischt.

FLambrecht, 2. Mai. Gestern Abend kurz nach sieben
Iht wucden wir hier durch d'e Stutmglocken allarmict,s galt
diesmal nicht einem ausgebrochenen Brande, sondern den von Wassers
noth sewer heimgesuchten Bewohnern der eine halbe Stunde vou
sier entfernten Sattelmühle zu Hilfe zu kommen. Das Gewiller
jauste dort so schredlich, daß in wenigen Minuten eine große
Wassermenge von dem nahen Berge herabstromte, Steine und Holz
nit sich führend, in die Wohnungen und Stallungen daselbst ein⸗
»rang, und das Vieh mit Ausnahme eines Rindes und Kalbes,
die in den Fluthen ihren Tod fanden, nur mit der größten Mühe
zerettel werden lonnte. Glücklicher Weise sind keine Menschenleben
zu beklagen. Hier in Lambrecht hatten wir nur ein leichles Ge—
vitter mit starkem Regen.“ f. P.)

t Der Wolkenbruch, welcher am 1. Mai Nachmittags zwischen
dambrecht und Esthalniederging, hat im Elmsteiner Thal
die Straße streckenweise ganz zerstört, viei dereits versteigectes Holz
veggeschwemmt 2c. Nach der „Burgerztg.“ ist Alles, was jzut
Sattelmühle gehoͤrt, zerstört und würden Tausende erforderlich sein,
ie wieder in Stand zu setze.

* Bei prächtigstem Frühlingswelter und unter reger Betheili⸗
jung wurde am Sonntag die Villa Rotberg auf dem Donmners
ꝛerg eröffnet. Das Haus ist im Innern und Aeußeren tenodirt
ind zur Aufnahme von Fremden eingerichtet. Die herrliche Lage
)es Pensionats inmitten der schönsten Waldungen, gestaltet die
Billa Rotberg zu einem der gefandesten und angenehmsten Luft⸗
lurorte. *

Im „Eisenstein“ bei Kirchheimbolanden wurden durch Herrn
Bailipp Schach am 27. April in zwei Fuchsbauen nicht weniger
ils drei alte und elf junge Fuͤchse aufgefunden.
        <pb n="256" />
        pFrapkenthal, 1. Mai. Heute als am erften Tage
der allgemeinen Maikäferjagd wurden über 700 Liter dieser ge⸗
fräßigen Thiere eingeliesert. Wie lohnend übrigens der Fang der
Deaikäfer gemacht werden kann, geht dataus herdor, daß von einem
Sammlet ein Faß mit 123 Liter, woflir 5 Mark bezahlt wurden,
bon einem anderen ein solches von 78 Liter, für das 8 Mark 12
Pfennig bezahlt wurden, zur Ablieferung gebracht wurden. (F. W.)

peIn'Subwigsburg starb dieser Tage der Bäcker und
Weinwirih Braun an der Wasserscheu. Vor etwa —A
war derfelbe von seinem eigenen Bernhardinethund gebissen worden,
und war damals nach 8 Tagen die Wunde vollständig geheilt.

Wiesbaden, 1. Mai. Vor dem Polizeigericht wurde
heute Vormittag die Anllage gegen eine Anzahl hiesiger Kaufleute
verhandelt, welche mit Zucker, gebranntem Kaffee von der Firma
Zultz sel. Witiwe in Köln und Cacao von van Houten vertauft
datten und wegen Lebenmittelverfälschung angeklagt waren. In
desßen Fällen wurde det Urtheilaspruch bis nächsten Samstag,
Vormittags 9 Uhr ausgesabt.

tBeitin. Saluehisaure⸗Fußstreubdulxet. In det Atmee
sind Versuche angeftellt worden, die von Professot Kolbe in Leipig
zu Fußstreubulvern empfotlene Salichlsäure ptattisch zu erproben.
Die ANemeeberwaliung isn burch die Refultate, welche die Verwendung
der Salichisaure bei wunden Füßen and Fußschweiß ergab, bewogen
worden, sämmtliche Fußtruppen mit diesem Mittel zu versehen.
Die Lieferung für das Salichlsaure: Fußstreubulver ist der chemi⸗
schen Fabrik von E. Schering in Berlin übettragen worden.

F Die rothen Luftballons, ein beliebtes Spielzeug
unserer Kleinen sind keineswegs so ungefährlich, wie vieselben aus⸗
sehen. Bekanntlich sind dieselben mit comprimirtem Wasserstoffgas

1
„Gartensllühle

Tüchtige Schmiede su⸗
chen Gebre Lüttgens, Bur⸗
bach a. de Saar.
Schreiner Dercum. ——
7 Ein trächtiges Mutter
a Wagen Dung schwein und einen jungen
Johann Klahm, Eber hat zu verkaufen
binter der katholischen Kirche. Wew. Collifi, Baͤcker.
Bau der St. Ingbert⸗Saarbrucker Bahn.
Für den Regiebau der Bähnhoferweiterung St. Ingbert sfind
die Schmied⸗ und Wagmerarbeiten zu vergeben. Specielle
Bedingungen und Preisverzeichnisse loͤnnen hier auf dem Ingenieur⸗
bureau eingesehen werden.
St. Ingbert, den 2. Mai 1878.
Der Ingenteur:
———
ite.
mewahl, sowie ganz leichte —*
erfilzhüte!!
per Stüd 4
ꝓrmann Frischer.
XECEEX
Senen 6. Mai 1878
Rroßer BRall.
Anfang Abends 8 Uhr.
... Eintriti M. 1.60
Freundlichß ladet ein 3. Cehnert.
J Schnapphach.
Sonniag, den 5. Mai, von Nachmittags 9 Uhr ab
im Saale von M. 5ch neider:
Conctert der Saarbrücker Stadtkapelle
unter Direktion des Serrn Burkhard.
xeve ·Mft.
F.IE.
rer⸗ʒXaässer⸗
1000 bis 2805 Liter,
—XXX

bdon
ot zu verkaufen

zefüllt, einer ßark explodirenden Luftart. Einen Vorfall, der zur
Horficht mahnt, theilen wir nachstehend mit. Die Kinder des
Restaurateurs R. in Berlin erhielten bei Gelegenheit eines Ausfluges
des einen soschen Ballon zum Geschenk und ließen dieselben beim
Nachhausekommen an einem Faden in der Stube herumfliegen.
Durch die Strömung der Luft an die hellbrennende Lampe wurde
ins der leichten Dinger angezogen und zum Cylinder gesuͤhrt. Im
Aben Augendblicke etfoͤlgte ein siarker Knall, die Lampenglocke zer⸗
plitterte in viele kleinen Theile und diese flogen in der Stube
serum, eines der Kinder am rechten Auge erheblich verletend.
Flücklier Weise blieb das Petroleum⸗Bassin erhalten, so daß ein
zrößeres Unglück verhütet wurde.

Derimal' Uheren. Dem Pariser Weltpostcongreß
verden u. A. auch Modelle (2 Decimal⸗Uhren), Zeichnungen und
krlauterungen einer neuen Udrart vorgelegt werden, die das mo⸗
erne Zehntheilungssysten auch auf die Zeitcmessung überträgt.
der von dem Fadrikanten Ferdinand Noll in Brandenburg a. H.
semachte Vorschlag geht dahin: den Tag in 20 Stunden, die
Slunde in 100 Minuen, die Minute in 80 Sekunden, die Se⸗
unde in 50 Tertien einzutbeilen, und die Stunden (1 Uhr bis
20 Ubr) durchzuzählen. Damit fallen die jetzt nothwendigen Be⸗
seichnungen, wie Morgen und Abend, Vor⸗ und Nachmittag von
elbst weg. Da kann also in Zukunft ein Biedermann um
ijz13 nach Hause kommen; ohne daß die Frau etwas dagegen sa⸗
gen klann.

p In welchem Maße der orientalische Krieg auf den Cham⸗
agner⸗Consum in RußLand eingewirkt, beweist die Thatsache,
zaß sich die Champagrer⸗Einfuhr gegen das Vorjahr um das neun⸗
cde (i89.273 Flaschen gegen 1,8370. 914) vermindert hat.

Sonntag, den 5. Main Sonpueg, 5. Mai
duh
7 *75) Maimusik
unsang ß Ube Erree 50 Pf. ! bei
beij NAune.

Hnupt-⸗Gewimnn

—
S75. 000 M-
2R

Alũckxs-
—FRXXVX

Die Gewinne
zarantirt der Stant.
— — I — — —
Finiadung zur Betheiligung an die
Gre wimnOhance
der vom Stante EUamburg garantirten gronsen
Geid-Iotierie, in weleher über
8 Muonen 600,000 Mark
—XX 3 werdenm mussen.
Die Sewinne dieser vortheiIhaften Geld · Lotterie.
releno plangemãss nur 91, 000 Loose enthalt, —XXEV
Geviün er. 875 000 NMarxk, speciell Marx 230,000, 155,000, 80,000,
0,000, 80,000, A— o o ο, 4 — 30,000 u. A
TO&amp; —— 22 Toodo VV⏑ ——
s 00 126 2411000, 3000 ⏑ 060
Doõ 6BL.
mol o 6 8 D 7 70, 67, ʒõ
iõ nd Ia bd sonmen sosche in wenigen —Xãù —
eũceeen icheren Entscheidung.
Dis orste Gewinnziehung ist amtlieh festgestellt und rostet hiorau
das ganze Origiualloos nur 6 Reichsmark,
das halbe Originalloss nut 3 Reiehsmurk,
das viertel Originalloos nur —!/ Reichsmark,

mnd werden diess vom Stante garantirten Original⸗
—28 sreine verbotenen Promessen) gegen frankirte Kin-
gendung des Betrages odet zFegen Postvorschuas
elpst nach den entfernatesten Gegenden von mir versandt.
ieder der Betheiligten erhâlt von mir neben seinem Original-
oose auen den mit dem Staatswappen verschenen Original-Plan gra⸗
is und nach etattgehabter Ziehang sofort die amtlicho Ziehungseliste
maufgefordert 2ugesandt.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
rfolgt von mir direct an die Interesenten prompt und unter atrengater
wiegenheit.

*Gde Bestellung kann man einfaeh auf eins Pottein-
hlungskarte machen.

An wende steh daher mit den Aufträgen
der nahe Dbιl Ziehung halber
—XC

1. Mai d. J.
vertrauensvoll a ꝝn
—
Samiel bechseoher senee.,

Banquier und Wechsel ·Comptoir in Hamburg.

Jũunget am 8. Ipril dieses Jahres hatten wieder mehrere meiner
Interescaenten das Gluck
dem greẽä— E—
4 mir Cůevnnere

IIn
50
edahtion Druck imd Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
Sienun JIllustrirtes Sonnta⸗éblatt“ Nr. 18.
        <pb n="257" />
        Oer St. Jugberter Anzeiger und das (2 mil wöoheatlich) mit dem Huuvlblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Szustag nund Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgi vierteljahrlich

1Marl 40 R.⸗Pfig. Auzeigen werden mit 10 Pig,, von Auswärts mit 13 Pf fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neckamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
As 711. a I —R Dienstag, den 7. Mai I P 1878.

A,
—— —
28Deutksches Reich.
Berlin, 8. Mai. Die drei Tage ganzer oder the'lweiser
Beschlußunfäbigkeit haben dem Reichsstage seinen Arbeitsplan- voll⸗
sändig in Unordnung gebracht. Von der Dinstags-Ankündicung
es Präsidenten v. Forckenbick, es solle in der zweiten Hälste dieser
Voche der Gesetzentwurf über die Tabaks⸗-Enqque'e zur ersten Lesung
elangen, ist keine Rede wieder gewesen. Heute wurde in sechs⸗
ündiger Sitzung die zweite Berathung der Gewerbegefetz-Novelle
ag'nnen, die doch wohl sicher mindestens drei Sitzungstage in
Unspruch nimmt. Inzwischen kommt vielleicht hinter den Coulissen
ine Verreinbarung zu Stande, wonach fast alle Vorlagen in den
Irunnen geworfen nud die entscheidenden Kämpfe zwischen dem
deichslanzler und der bisherigen Reichslagsmehrheit vertagt werden,
is auf Weiteres also ein Justand der inneren Bersumpfung Be—
qujs fortgesetz er gegeuseitiger dilatoriicher Vehaudlung Platz greift.
—Die Beschlüsse der heutigen Sitzung haben das Gewerbegerichts⸗
jesez in Einzelheiten noch über die Kommisfionsbeschlüsse hinaus
erbessert. Als eine glückliche Verbesserung ift beim F 7 die An-
nahme eines Antxages des Abg. Lasker zu erachten, wonach die
mpfangene Armenumierstüßurg die Lählbarkeit in das Gewerbege⸗
icht nicht ausschließen soll, wenn die innerhalb der leßten drei
Jahren aus öffentlichen Mitteln empfangene Unterstützung zurüder⸗
nattet ist; ebenso die Genehmigung des soztaldemokratischen An⸗
rages, wonach die jämmtlichen Beisitzer, denen die Regierungs Vorlage
ur Reisekosten gwähren wollte, eine für Arbeiter und Arbeitgeber gleiche
Zergütigung der Reisekosten und Zeitversäumnißß erhalten sollen.
Beim 8 8 unterlagen zwar die Anträge, welche die Beisitzer der
Sewerbegerichte durch die Gemeindeverttetung (statt durch den Ma⸗
zistrat) berusen wissen wollten, indem dafür außer Forischrittspar⸗
ei und Centrum nur wenige Rationalliberale stimmten; allein es
suwenigstens durch Ablehnung des Amendements des Abg. Bür⸗
zermeister Grumbrecht, der einem unfehlbaren Mag strat die Wahl
uicht entzogen wissen wollte, die Möglichkeit offen gelassen, die Wahl
der Beifitzer den betheiligten Arbeitgebern zu gleichen Theilen zu
übertragen. Ein Streit über die Angerressenheit der Zulafsung
ines Rechtsmittels gegen Urtheile der Gewerbegerichte Ffuͤhrte zu
einer Aenderung der Kommissionsvorschläge. Ein Antrag der
Fortschrittspartei (Bürgers u. Genossen), den 8 19 zu streschen,
»urde abgelehnt; es wird also in Orten, wo Gewerbegerichte nicht
eflehen, der Gemeindevorsteher die ziemlich bedenkliche Pflicht
jaben, Streitigleiten zu entscheiden, die sis auf Antritt, Fortseßung
ↄder Auflösung des Arbeits oder Lehrverhältnisses, auf Ausgan⸗
digung oder Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugn sses beziehen.
Befremdlich wat es, daß nach den Debatten üder die Schlußbestim⸗
nungen noch große Meinungsverschiedenheit über den Wirkungskreis
des Geseßes besteht, namentlich darüber, ob es auf Berge und
Hdüttenardeiter Anwendung findet, wie Lasker enigegen der Meinung
der Slaatsregierung und der Abg. Hammacher Aund Stumm be
jauptete.

In militärischen Kreisen hat eine Aeußerung großes Aufseten
herborgerufen, welche der Kaiser gelegentlich einer der letzten Teup⸗
enbesichtigungen gethan haben soll, indem er bezüglich der schwe⸗
peuden Streitirage zwischen Eagland und Rußland bemerlte, er
werde seinen Neffen, den Kaiser Alexander nicht im Stich lassen.
Indessen ist die Auslegung, Daß dam't auf ein actves Einlenken
Deutschlands zu Gunsten Rußlands hingewiefen werden sollte,
icherlich übertrieben und lag dieselbe auch wohl nicht in der Ja⸗
sention des Sprechenden. Für die vorherrschende Stimmung iis
dieselbe allerdings charalteristisch.

4ussand.

Wien, 5. Mai., In der Orientfrage liegen nach der
Momagsrevue momentan keine neuen Nachtichten vor. Die Voraus⸗
sezung, daß England die Cirkularnote Gortschakoffs deamworien
AXI Unterhandlungen über
die Demarlationslinie, diesen würde zunächst ein Ideenaustausch der
Zabinette über die Haubtfroce folgen, und erst wenn hierlibet ein⸗

Berständigung erzielt ist, soll der Kongretß zusammentreten. In⸗
wischen dauern beidersests die Rüstungen mit ungebrochen⸗r Energie
art. Ein Londouer Telegramm desselben Blaites meldet, die
vortigen Blätter avisirten, England werde vetlavugen, daß die
ussischen Truppen einige Tage früher zurückgehen als die englische
Flotte.
London, 5. Mai. Rußland hat versoͤhnliche Vorjchlage
zemacht, welche gestern dem Kabinetstathe vogelegt wurden, aber
och nicht ojfiziell formulirt sind. Man meint hiet, daß wenig
Aussit auf die Erhaltung des Friedens bleibt, wenn in denselben
as Verlangen Enalands vicht bereits zuaestanden ist.
— ———— — a

Sermischtes.

7St. Ingberfte 6. Mai. Bei einem qgestern durch
hiesige Jagdliebhaber zu Neuhäufel veranstalfeten Fuchsgraben
purden aus einem Baue die anssändige Zahl von zehn juagen
rüchsen zu Tage gesördert, wobei noch 5 lebend.

— Den Dienstboten Michael Bauer, Johann Hem⸗
nerling und Barbara Omlor — alle zu Rattertrhof Gemeinde
dassel, wurden aus dem Paalzischen Diensibotenstift pro 1877 für
angjährmge treue D'enste Ehrenbriefe und dem Hewmerling noch
ine ectöhte Geldbeiohnung im Betrage von 80 Mark zu Theil
ind unterm 4. ds. Mis.durch das Bürgermeisteramt St. Ingbert
ffentlich und feierlich übergeben ⸗· WWVM

—Kirkel, 8. Maĩ. Heute Nachmittag um 3 Uhr bei
einem Gewitter wurde der 68 Jabre alte Ackeret Friedrich Schwarj,
vescher zwischen dem Eschweiler Hof und Neuhͤusel in dem Felde
nit Kartoffelseten heschaͤft'gt war von dem Btiß gettoffen und
olieb auf der Stelle sodt, ebenso die eine seiner dbeiden Küde,
vährend 46 der mit Schwarz an der Arbeit beschäftigten Frauens⸗
zerson und zweien Kindern Nichts gethan hut. Deer Pflug, mit
velchem der Gehroffene gearbeitet datie, wurde vom Blitz zer⸗
rüm nert

Für 1878 erhallen u. a. solgende tath. Qultusgemeinden
Staatsbeiträge: Kusel für Kirchenbau, Nuünschweiler für Pfarrhaus⸗
zau und Rohrbach bei St. Ingbert für Kirchenbau jede 170 M.

fKaiferslautern, 4. Mai. Die beiden kürzlich hier
verhafteten Haadwerlsburichen wurden wieder freigegeben, nachdem
die Section des vodt aufgefundenen Handwerksburschen Drexler er⸗
geben hat, daß derselbe nicht in Folge erlutener Korperverlehungen,
oudern an einem Lungenschlage heslorben ist.

FMesßtz, 2. Moi. (Oochwasser der Mosel.) Bei Ars
jafte der Strom den Eisenbahndamm auf einer Strecke von 120
Meter viermal durchbrochen; emer dieser Durchbrüche war 40
Meier, die andern drei je 10 Meier breit. Zur Ausfüllung die⸗
er tlaffenden Lücken l'eferten die beiden Eiseawerle don Ars 15
Waggon Schlacken (à 5000 Kilogramm), die Eisendahn⸗ Verwal⸗
ung ließ 22 Waggon Sieine, 50 Waggon Kies und 3 Waggon
Faschinen anfahren; erst mit Verwendung dieses ungeheucen Ma⸗
lerials gelang es, die Durchbrüche zu verstopfen. 120 Ardbeiter
waren darau beschaäftint.

FBerlin, 3. Mai.“ Bei dem Brand in der Berliner
Brodfabrik kamen leider drei Feuerwehrmänner um. Ala der Gie⸗
»el wanlte, wurden die don der hinteren Seile anzreiferden
zprißen schleunigst zurüclgezogen zʒ ein Feuermann wurde jedoch
pon dem einstützenden Giebel begraben und lofort getödtet; einem
anderen rissen de herniederprasselnden Trümmer einen Fuß ab,
der heute Vormittag noch im Schutt verborgen war, vnd drachen
hin den Oberschenkel des anderen Fukes, so daß auch er nach
einer Stunde qualvollen Schmerzes auf der Brandftätte den Ge'st
uitfgab, und endlich fiel ein im obderssen Slocvert beschäftigler
Oberfeuermann mit den drennenden Diden durch wurde aber von
einen Leuten geretlet und schwer verletzt nach Bethanien gedbracht.
Tin Spritzenmann, der mit seiner Fackel von unt ˖ n her deñ Feuer⸗
wehtleuten bei der Abtragung einer Maner leuchtete, wurde ver⸗
chüttet und war, da eine riesige Mauermasse auf ihm lastet, no⸗
dis beute Vormittag nicht um Vorschein kran
        <pb n="258" />
        Literarisches.

Von der „Bibliorset der terhaltung und des
Wilßens“, deren außerordentlich billiger Preis (nur 80 Pfennig
sur einen statuchen, nicht wemger alh 286 bis 288 Seiten en⸗
jaltenden Band; jahruich erscheiden 18 vlerwochen liche Baͤnde),
die Anschaffung auch dem Unbemiktelisten ermoͤglicht, ist uns soeben
der vierie und junfie Band des gegenwärtig erschemenden zweiten
Jahrgangs 1878 eree Diese Bände dieten wie die frühenen
nine sore altig geiroffene uswohl unterhaltenden und brlehrenden
zesestosse. Wijr beuschränten nus darauf. nachsiehend nur das In⸗
daliadetzeichnißz des vierten Bandes ju geben: Bepanzerte Herzen“,
Roman von Max v. Schlägel. — Verschwunden“, Roman von
udast Aomg. — Ebbe und Flathe, Novelle von 88
Jastus. — „Die weiße Geiftlichteit in Rußlande von Aug. Scheibe.
DzEine auesterbende Voͤlkergruppe“ von H. Scheube. — Die
Weine don Bordeaux“ von S. Augustin- — „Der Einfluß des
Menschen ouf die klimanschen Berhaͤlinissen seiner Umgebungen“
den H.. Weidenthal. — Aue dem Leben der großen Schafzüchter
eh Nee Setland“ von . Zerhmann. — Den Schluß des Bandes

ziden eine Reihe lesenswerther Midcellen. Ebenso relchhallig uud
nterefsant ist auch der Juhalt des fünften Bandes.
J — M—EED
Faur die Reuaction veraniwortlich: F. X. Deme ——

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
derren Faufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerlsam.
—A Original⸗ Loose zu einer so reichlich mit Haubl⸗ Ge⸗
Annen ausgesianleten Verloosung, daßz sich auch in vnse rer Gegend eint sehe
ebhafte Betheiligung voraussereg laßt. Ditses Unternehmen verrient da
‚olie Vertragen, indem die besen Staatsgarantien ceboten siad und 33
erbenanntes Haus durch ein siets streng reties Handeln und Audzahlung
aharricher Gewinne allfeits belaunt ist.

— Interenanunt —33

ut die in der beutigen Nummer unserer Zeitung aieh befindonde Ginpeta-
Inzeige von Samuo: Hecxscher senr. in Hamburg. Dieses —XRãX
lurch veine prompte und rerschwiegene Aucixniung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Betrãge einen dermassen guten Ruf erworben,
ia it Jeden auf descen heutlges inet chon an dieser Stolle auf-
nerk sam machen.

yeisien⸗ erflelc rung⸗
Mitiwosch, den 15. Mai
Aahhim Rochmintags 2Uhr zu
Si Ingbert im Sterbhause lassen
die: Erden der daselbste verlebten
Sheleiue Georg . Gevrg. und
Elisabeth Schwarß die zu deren
Fcloß gehorigen Mobilargegen
Jande adiheilungshalber dffentlich
In die Meisthielenden auf Ciedit
wersegenn woruntit namentlich:
Ziegen, 1. Zidlein, Bet⸗
uug, Weißseug, Kleidet,
Abhengeschirt und sonstige
ansget aihshaften· . 40
ν. fotar

⸗

Limburger Käase,
prima Qualitai, pr. stiste X
fund Reus 8.M 40 8 zoll⸗
fret und franco per Post
Anler Nachin une: offerir

A L. Mohr-

Ottensen n Holstein.

a bietę dem Glüele die LUauc
V ———
sanpt · einlnnc imne gonst igeten Palle vietet au⸗ —XE
jronue Gæid Veινα vlehé von der hohen Recgiervuung
senehmigt · und· gatantirt ist... ..—31 414338
VBis vortheilhafte hinrichtung des petuen Planes ist deratt dass
m Laufe von wenigen AMonatan duteh 7 ——— —— ———
Anme rurt sicheren sPᷣhMMe önwen; darunter beßndet xieb
— apeciell c

. —
zewinn Gewinn 4 M. I2, 000
deiwrinn evinne a IO, cos
ewinn Gewinnea A. 83000
awion Gewinne à M. 4000
zewiim Gewinne a A 4080
Gewinn Gewinne a M, 2400
Fewinne? u Gemnne ad 1200
Jewinnee 621 Gewinns a M 800
ewinne a73 0 700 Geæwinne a, A. 280
Gewinne a Iet, V/ 28. 015 Gewinne à M... 188
'Gevidne a A. 13,00 ete et
Die Gowinnzienungen vnd pianmãsstg amthen festgestelit.“
ur nuchsten ersten Ge i ienung dieιαν ειNεÂν ro Staäte
Arantirteit Gold. Verlooaum8 Idstet... 3 — 77
—* e tginal-Looe nur Mart6
—8 — —77 8
—n,
Alls Auftrũge Verdeneofort ggen Amendung Poate iarahlung⸗
er NMaebnatme des Betrages mit der grussten Sorgialt ——
umd orhutt.· Jedermann von uns die mit dem Staatsxappen verseben
——— ʒeipete jn AHaudev. 3 —
— vorforderichen amthehen Platt prt
c e et Zeene venãen ir dnderen Intereieüten
maufgretordert amtliche Listen. —V⏑⏑⏑— —
Toie Ausablung der Gęwinne Ant ptets prompt⸗unteꝛ aut.
Iarantie und kanu duꝛeh girecte Zusendunen ode:? auf * —
ierg)ιεÂ durél ungers Viungen au ailen Frössorain ede
heninenianas veruttlaast wvbrden. 4
nebie Colttete war stets voni Glueko boxunstigt vnd bᷣstte alch
zienesbo untet Velen anderen, bedeutenden Goxinnen oftippl⸗ 58
reten LUanpttrefser 30 erfreuen; die den belressenden Inteieasenten
scet icberaßit vutden —
Vxzumzientlion ann beleinem solthen auf —XXX
nι αατοnâ- ten Vnternehmen uberonautf eino nebr veeα etbor
et gercehdet Ferden, und. pitten i e
e Aige augttheen zu ehnen. pau— hetellunge baidizet
nd Jedenfans voj denn 3 nt 9. ommen mulaSen.
αν ,
RANMX- und W e b'as] 20 dedbatt An Ib t
hin⸗ nod Verkauf aller Apx i Btaatsobngatlonen ——
7 nia Amlenensdessc .....
Wir dankxen hieräuren fur das vns — Verttauen
qid indem wir bei Beginn der neuen Vorsoosong xur BRetbęili
gung einladen. werden gir uns guch ci e
det prompio und reehe —ee disꝰ voiis Zusriedenbei
ια ι o.

— — ——
Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
u Achiel, Viertel u. Halbe Bongen
mit rother und blauer Liniatur
iud vor rachig in det J
X

———
* or? 135
222 —
i Bleeadeaectr ux xur Vethaeligzu ug · am iee
2 Gæe winn OGha m
dert ve⸗ Stante VUnamhurg garantirten IXXI
6 - Lotierie, ium veleher üerr
g Monen 600,000 Mark
— ————,——,—————————
Dis Gewinne dieser variheilhaften Gold · Lotterie.
— plangemãss r . ooo Loose enthült, sind iedez uh
Gewinn eꝛ8250 NMarx, speciell Marb 230000. 135.000 80. b0.
ye 75 Tys * —AVV — dod
— ——5
55 ẽ 00 TA 70 na 1000 —BBEL 20
—
* —ãT 5*7 — * —
—F — ** — — ige ι——
Temongen zur —X Entacheidun
Die / erste Gewinmiehnngist amtlieh testgestelit arid Lostet Neren
—33 α Oνινιαα uνr 60 Reienamarß..
doas nhalbe Originalloas nor 3, Reichamnrk.
das xiortel Originalloos nut T Reichsmark J
naͤ werden diese vn Stuute —ääA—
——— rerbotenen — —RV
—XRXXX NHetragen oder ——
colbor nav don Atfe Htenen Gegenden von mit verrandt ·.
Firder Betheiligton · erbait von mir neben zeinem Original-
— ee a eosete
is unde naoh —S —— Nie amtlicho Ziehmgeerb
i ere enin.3 4 ααR
—— Versondung der Gswinngolder
v¶Ugt von wit direct· an i. Interersenten prompt und unterotront etor
Vviegenheit. —
l n Xν man einfach auf eine Pontein-
aiungsi arte meehen. ..
— —— ———— —VX
—— — ——— ——— halor
— ——— zue
ib⸗Mai d· J.
hererauenvrvi an
—ãAAA ——
tavquier und, Weehsel Lomptoir in An mib ur
göngote amn 8. Aprik diesee ”ιιαν ιοαν mekrer ειαÂαν
Intererrenten: aas· Glaek
4 E
ab miu n gerinnen·

Glücoless-Di Geviune
XR. Ivarantitt der Staat.

Eine Fuα
beslehsend asbs Zin üche,
Nelter ussß Spuͤtcher in I0 ver
miethen.
Aut Verlanger loͤnnen diesilben
zerelint oderi auchm botitin
— V abgei eden
werben.n· g! 22
— Greorg Klein! F
Ismcẽ in lc o F. I. Teve in EIngbert.

—
u der
mitꝰ irma, ꝛu deseho iabriefðn
—— ——— —
Seriftι α
— ιν
rton ote., werden raseb
Ane angelertigt ĩn der
VBteindruckxera
M, Demetæ
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        2
— * 2 2
8582-2822 23653858*
—— 2 2 —A ——— 27 8 228
2534 2 —A 3331323 558* 2523 7333 22
2* 82 7* 7 * 28 —7
»2 33253 355838 T 925437 F —— 7
2 5233832 555337 533 —A 2
533335 — *8833335 3838 457333
2 * F *21 5 28 ————— 3 —5 * * 7 —2
A——— 236 173355333
—R — —— — 27 —332235 —A —
7533 733 8383
4 * 2 * 2 25 2253 ——— 3 7
373 55722
83 3 353 353385 4333 63——
E 12 7 2. * 2* * — —
525255 2222—5— 38538 23 — *z — 3E3* A 3
—— * 32 365 —s*2538588 528 533 252—
— 5335 2 522* 52* 95 c2 —1 5 2 —5 —2 — * i 38 9. — — —
323 283 44 4 438 3
2 *72 — — 722 332 5 * 22 2 82.7 * — 2 — 262 2 * 5—
552 7 — —A— — 5—5* 255 32 8835
—A 5227* 25 22 727 JJ 22 7 ʒ 29 523
25 5282 287 28 5 —F *55 — 5325 22 55 8 —B —
—— —23233355 3— 27235 —A— —B ———— 3 25 22* 56
5** —*—2352528 28 —E23 —A ————— —3*51* 35 ða
——— — — 2.2 0 *28 2522 2 2*E 5533 5 —A — 58 ——— S
252—3253* 5 5 535552 —2222 5235 5 123 .26
—— 525227 —? 3 S5 5528 —5532*5 2 25 .
75 *2 285 *25 55z—3 3—5232 z —z 835* 3522
S 555253 28 3222 58 5328 2 5. 5. 5 58 56 - 3 06 8
3—23333837 35 *338 —3558 5— — —
5—52358* 5* 352322575 3 583 —A
523 z22538 s. 33233 5558 125353383 52 5368* 2 —æ
52238 —588 538 — 2353823 39528 557 237 —
233 3383 ——66 2 — —
— 288
3E . E 82236 53532
23 —— 22 2 28* 2
5558 3553 —83 35323
— — . —
*53 52325 2 538533
——————— 2538 3837 B53253
* 3 — —5 *2 82i12
83 2 —A 82 3 8 — E
3*5 z* — 227 — 8 —
3B38* 7 —— 3532 —2235 8
32—322 383. 5587* *3 —E
s323335527 233 5588 382 3
323833328 53 725 ——— —
3227 24. — *.. 25* * — *— ——— 25. 4 — *
J— 433 3 ———
8* 232257. — 7223 ——— — 235. ——222*
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* 22255 * *522 5 5557 —28 z.82
255 5283 ——— —* 6 8X 355
— — —So ——— 2 252 —2 —223— 5 2*
———— 2. 55 8 — 2 * —— ——— 253 5 52. 25 S * — J385 *
F *2 S3— XE 1153 5* — * 23 8 2 65 2
28 32 5 558 2. 55 ———
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S3 83 33* 3353 3532 35587 z 3 3* 8
38 *58 —— 3553 2352 5 58 38 82— — —J9———
2 52*23 — 2 53.5 BB 256 5 * — 2* —X 56 258* —— —A 2z c 22 *
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— 53— 53. 28 — —2 2 * ——— —
Is —5—— —AA 53652835 255—38 3335
—— —— ——— 33 3 325 585523 4225
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8338555355033** *I528 2253 27728533332— 235 3* 238

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232 27 23. 5— 522 53 22 833 3 575
22 * *8555. 2383— 5235—255 55302 532
4* J383235 —A 2 58232 -535333 4 2·7
5323325* 3 3 33 3
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52 559 »2z25 3525—323335220 5553 53 825 235
277* 252 2325 2837 —2. — — 3282 5
*22 22 5 23. *52868 223232 2.
2 *8 52 27275 —3 *5*2 — — —3
*57 7 225822 »— —*3 52 2.8 22* *:
8 22 653 — 53 a 8
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—— 8 —2— 8 —* 2 — ——— * —— 2
— — 22*85 2 2 —— — — VA7 — 8
2. 25 2.3 2B8742523535227 — 38 2.2 2
A —8—5— 283335 2—23382 38
222 ——283 2 — — — — — 83— * * 2. *
32. * * 222 5. 5 —7 2823 —A 282
5— 2223 22 353227 5335 3552253
2227 —— 7 3 ——
— —— * * 9 — 52 75
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3 —— 0 * 52 5 2.— 5 a
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* 5227272 * 2 22323 7—4735
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73357 8
53 — 24
33823 75 j
322 2 **
—
e— —

—
J
J

* * * 3
— 75.*
35375 25222

2 *
0 26 232832.
**268 232225 2 *
— 2* 33 2 23 ⁊
57 33.3 2. 3 — 8
452228 253
I2 55 — 3 —— 2 7
——
113833 *223 5
25222 — *8
* *22.25 2222 2
—— 55273
273 3 533 243.
2 —EV * 2
333333—8
2 2 *— —
2282*25 282227
2353855353*
.2 2 25 2
242 — 258
228755355
2333 — ——
775 32 223 *
3. 5 * 338*
25 * —
n 2. 2.
— 823
J —28525
833332
— —
2.22 —
23 575272 72

—

J

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7

—
—
        <pb n="261" />
        Slt. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter BRei

tage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag nad Sonntag. Der Abonnementsprets betragt vierieliahrlich

Wark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pfaq. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
M 72. Dounerstag, den 89. Mai
1878
— —

Deutsches Reich.

Berlin, 65 Mai. Der „Reichs-Anzeiger“ meldel Fol⸗
gendes: „Se. Maj. der Kaiser haben mit der —AX
Keichskanzlers nach Maßnahme des Gesetzes vom 17. März d. J.,
st. G.Bl. S. 7.:. 1), Im Bereiche deß Auswärtigen Amts den
Staatssekretär des Auswärtigen Amts Staatsminist /x v. Bülow.
2) im Bereiche der kaiserlichen Admiralität den Chef der Admira⸗
litaͤt Siaatsminister v. Stosch, 8) im Bereiche der Post· und Tele⸗
raphenverwaltung. den GeneralPostme ster Wirllichen Geh.⸗Ralh
Dr. Stephan zu beauftragen geruht.“

Berlina, 6.5 Mai. Die nationalliberale Ftaktion hat gestern
in wiederholter Berathung über ihre Siellung zu der Tabals⸗
nquete⸗ Vorlage und zu der Steuerreform die am 11 April ge⸗
saßten Beschlüsse einstimmig bestätigt. Die Sstzung der Frociion
wvar sehr zahlreich besucht. Bei det Berathung der Vorlage sollen
ille auf die Moncpolfrage bezüglichen Bestimmungen gestrichen
werden. — Fürst Bismarch wird an. den Reichstags berathungen
nicht mehr theilgehmen. (UA. 3.).

Ausland.

Dailh News melden aus Konstantinv pel: Des Sue
ans Stellung ist höchst gefährdet und nur du Anwesenheit der
Kussen · verhinderte bisher seine Eutthronung. In Laufe“der letzten
Woche war bereits der Tag für die Rebblunen besiimmt, allein
die Verschwörer änderten ihren Plan, da sie ungewiß sind, welche
Haltung die Russen einer Rebolution gegenüber e nnehmen würden.
Der Sultan wird von den Ministern, den Paschas und dem Volke
zleich gehaßt.

Konst'a netinoprel, 75 Mai. Auq Varna trafen einige
ürkische Truppenabtheilungen in Konstantinopel ein. — Ungeachtet
des anhaltenden Drüngens Seitens— der Russen wurde in Betreff
der sofortigen Räuumung von Vorna „Schumlaund Batuma noch
nichts entschieden. — Nach einer Meldung Samih Puschas und
Vassah Effendis aus Philippopel ist der muhamedanische Aufftand
zeineswegs in Abnahme begriffen. — Zwei tlrkische Comissture
reisen am Fteitag noch Batam ab. Die Russen halten Libana in

der Umgebunz von Batum besetzt. — In Burgas (am schwarzen
Meere) sind neue russische Truppen gelandet. Die Russen bleiben
in San Stefano.

Währeed der Czar auf Eroberungen auszirht undoseiner Sol⸗
vaten aun den Südabhängen des Balkans dem Fieber erltegen,
ritt ein anderer unheimlicher Gast,. die Hungersrothz im nord⸗
oͤstlichn Theile Nußlands auf. In den Gouvernements Kasan,
Wjatta, Nischnei⸗ Rowgorod, Petm und Simbirsk hat dir Noth
anter der ländlichen Bevoöölkerung in Folge von Mißernte einen
schrecklichen Umfaag angenomwen.. Der „Petersburger Herold
perdffentlcht über diese neue Geiftel, von welcher dis heilige Ruß⸗
and heimgesucht wird, eine aus führliche Schilderung und ruft zum
Schlusse die Hufe des Staates zur Linderung dieser Noöth an.
Iber wie soll rene Regierung, bemerkt die „Neue Freie Prefse“,

velche auf Abenteuer ausgehi, welche die Noth und das Elend det
igenen Bebölkerung principiell ignorirt und welche in ihrer
dandersucht die besten Kraͤfte vergeudet und das Volk an den
Bettelstab bringt, im Slante sein, diese Noth :u hiden?

tirlen Eisenbahn von Kaiserslautern nach. Biebermühle, läßt sich
leider auch auf die unterhalb Biebermühle gelegene Pulverfabrik
anwenden. Durch die spätere Erbauung zweier Pulverfabriken ganz
in der Nähe von Bahnen — in Sp. Ingbert und in Bous dbei
S„aarbrücken — ist der Fortbetrieb det genannten Werkes, das
Asa Stunden vom Bahnhof Kaiserslausern liegt, in Frage gestellt.
Sind es auch nur ungefähr 450.000 Kg., was diese Fabrit bis
daiserslautern durch die Eisenbahn an Rohmaterial 2 und von
na durch Fuhrwerke bezieht, so ist die Frachtdifferenz doch immer
dedeutend genug, um die Concurrenz mit den günstiger gelegenen
Fabriken zu erschweren.

In Hürchheimbolanden stürzte am 5. Mai Abends
ꝓoen 9 Uhr das von mehreren Familien bewohnte Rees'sche Haus
in der Lunggasse eir. Sechs Kinder waren unter den Trümmern
zerschüttet, wurden aber glücktcherweise gerettet; sie haben keine
iennenswerthe Verletzungen erlitten. (Pf. Aa.)

'Grünstadi,40 Mai. Stit einigen Tagen kann man
im sog. schwarzen Brett am Stadthaus die Publikason des Ehe⸗
jeloöbnisses des berühmten Franzosen, vulgo Laternenmannes Viktor
denri Jules Rochefort Lugui, Schriftsteller, z. Z. in Genf sich
zufhaltend, mit Fräul. Anna Kath. Strebinger, wohnhaft
n Morges bei Genf, lesen. Die Eltern der Braut sind“ vor
Jahren von hier nach der Schweiz cezogen. Aus dem in französi⸗
cher Sprache verfaßten Aufgebot geht ferner hervor, daß der radi⸗
ale Biäutigam bereits 470 Jahre alt, während die Broutf erst 21
Jahre zätlt. Letztere ist tbenfolls Schriftstellerin und hat ihre
Berwandten dahier schon mehrmals besucht. EGr. Tgbl.).

F OD er Neust. Bürgerzig.“ schreibi: Am— Samstag gingen
»vn Mittag an wicder mehrere aͤußerst heftige Gewitler mit flaͤrken
diederschlägen über dem Neust idter Thal und seinen Nebenthalern
serab, jo daß wir gegen Abend winder Hochwasser hatten, und
war ziemlich in gleichtr Höhe wie am Mutwoch, also in vier
Fagen zweimal. Weiler oben hatten sich aber die Massen der
sürzenden Wassers mehr vertheilt und ward Weidenthaͤlund seine
Lmgegend am meisten ˖betroffen, ohne daß wir aber von dort
tdachrichten über außergewöhnlichen Schaden vernommen häatten.
Uuch der Schauplaß des Unspeuers vom 1. ds., von Esthal bis
jur Sattelmühle und indas Elmsteiner Thal herab, wurde wieder
tark! heimgesucht, aber ohne eigentlchen Schaden anrichten zu
önnen, denn das Vernichtungswerk vom Miltwoch war so grundlich,
aß dem Nachfolger nichts mehr zu thun übrig blieb. Auch am
5.. d8. stroͤmte der Speyerbach noch mit hochgesdwellter Flut und
es brauchte gar nicht sehr viel, um ihn abermals zum Uederquellen
zu bringen.

Pirmasens, 4 Mai. (Moderne Romantik.) In
em benachbarten Dorfe R. liebte ein flotter Bursche ein Maͤdchen.
Diese Neigung stieg bei den Eliern auf Hindernisse. Da faßlen
die beiden Liebenden den Entschluß., sich scheinbar zu hassen und
ju meiden. Diesen Schein trieben sie so weit, diß Beide neue
Verbindungen eingingen und das Nädchen dieser Tage mit dem
Scheinbräutigam Hochzeit aben jollte. Heimlich aber war eine
kntführung berabredet worden, und ist das treue Paar vor einigen
Tagen, resp. in einer Nucht — wie es heißt, nach Anmerika —
zum Schrecken der beiderseitigen Eltern und noch medr der beiden
Vuzeberlobten auch wirklich durchaegangen. (B. A).

Münchweiler, 6. MNui. Das ist geweß ein „rüstiger
Aller“, der in senem 86. Jahre noch einen „flotien Walzer“
anzt. Einen solchen Fall haben wir von der hiesigen Kirchweite
ju verzeichnen, und zwar ist es der vielen Lesern bekannte Fleisch⸗
»eschauer Menges von Llingenrrünster, welcher trotz seines hoten
Alters von beirahe 860 Jahren heute als Waljzertänzer“ sfür man⸗
ben Fünderen eip Musser bäste obgeben innee . 6.)

RVermisttes.
fKaiserslautrer n, 4. Mai.. In der heute dahier
ibgehaltenen Generalversommlung der Aclionäre der Kammgarn⸗
pinnerei wurde nach Erledigung der Tagesordnuug die D bidende
ür das abgelaufene Betriebsjahr auf 1014 pCt. festaesetzt, der
Keservesonds mit nahezu M. 75,000 bedact und außerdem den
Arbeitern und deren Unterstützungskassen nicht unbedeutende Beträͤge
ugewiesen.
f Von der Mooalb. Der dürzlich im „Pfäl. Qurier“
jebrachte Artikel aus Trippstadt über d⸗ Betriebseinstellung der
ꝛortigen Esenwerle und daß Bedurfniß der Erbauung der projec—

dvie Nedacuion vere m
Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
derren Kaufmann und Simon in Ham burg besondert aufmerksam.
—A Original⸗Loose zu einer so reichlich mit 4u6.3

—L
        <pb n="262" />
        winnen ausgest ritteten Verloosuns, daß fich auch in vnserer Gegend eine sehr
lebhafte Betheiligung voraussezen läßt. Dieses Unternehmen verdient das
dolle Verlra uen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch
dorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
jahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

—XXV
jat die in der heutigen Nummor unserer Zeivung aich besindende Glucks-

aAnreige ron Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat eieh
iurcuꝰ reins prompts und versehwiegene Auccahlung dor hier, und in der
Imgegend gewonnenen Beträge dααεεÂν guten Rutf orworben,
da? Jir Jeden aut dessen heutiges Insorat Ichon n dieser Stelle auf-
merksam machen.

82 d —⸗⸗ 0
Licitation. Saatlupinen
—Freitag, den 24. Mai dei M. Thiery.
nädssthin, Nachmittags * Uhr zu
Hasfsei bei Cyristian S chauen
Dich vom unterzeichneten, hiezu
gerichlich beaustragten k. Notar
die nachdezeichnete zu der zwischen
douise Holzmaun odne Gr⸗
werbe in Hafel, Wittwe zweiter
The von Jatob Stein und
deren verstorbenen ersten Ehemann
Jalob Dreßler, weiland Tag⸗
ner cllda, bestandenen Guter⸗
gemeinschaft gehör ge Liegenschaft
sne Baune von Hasel abtheilungs⸗
halber öffentlich an den Meist⸗
Lielenden zu Eigenthum verste gert.
nämlich:
CEin zu Hasel am Rohr⸗
bacherweg gelegenes Wohn⸗
haus mit Hofgering, Garten
und sonstigen Zubebörungen
deben Peler Schäfer und
Dreißlers Kinder.
Sauer, k. Notar.

Methusalem
Fraubfurter Magenbiller.)

Dieser vorzüglichste aller Keaufer⸗Magenbitter ist auf Grund
der mueren Forschungen im medicinischen Fache mit Zuhilfename
üchtiger Kräste aus der Medicin sowohl, als auch der Chemie
„urch Extraction dir echtesten Kräuter dargestellt und für den Genuß
„ortheilhaft und zusagend zuber eitet, Trotz seines kurzen —A
Jat sich der Methusalem schon eines sehr günstigen Erfolges und
großer Beliebtheit zu eifreuen; gewißn das günstigste Zeichen der
Rerllität und guten milden Wirkung des Getrankes, Zum Schutze
gJegen Cholera, Ruhr, Haͤmmorrhoiden c. ꝛc. ist ex ein unschaͤtbares
Uüniversaimittel. Ganz besonders empfehlenswerth st er für Magen⸗
leidende; vermöge seiner erwärmenden und belebenden Eigenschaft
dewirkteer eine ethöhte Verdauung. Die Magenhaut wird gestärkt
und dadurch das Blut zur Saftebildung besördert. Viele Menschen
mit schon zerrütteter Gesundbeit perdanten der segensarrichen Wirlung
dieses kostbaxen Hausmittels ein dolltommenes Wohlbefinden weeder.
Nur längerer regelmäßiger Gebrauch ist von günst gem Erfolge gekrönt,
HPan minmt nñglich ein Likörgläschen: Morgens zum Frühstück,
Mittags nach Tisch und Aßends vorm Sclafengehen. Tie tägliche
Nnusgabe kommt dann hoͤchstens 20 Pf.

Zu benehen in Oriainalflaschen, Preis 27 1 Flasche M.
2. 46 Pf. 22 Flasche M. 1. 30 Pf. in der Nieder⸗
lage von:

J. Peters in St. Ingbert.

Lalender enih. Broschüte nebtn Zeuanifsen von Fachleuten und

Laien in den Niederlagen egratis,

Garkenllühle
bo Schreiner Dereum.

—— * *
— ———
— II 7
2523355323
2525333535356
—25 555333528
5533535523
— 384 3 2
* 2282——
5353433
2573—235
2732
— 1733322 —
12*8*S*
—8 z535
— —
271322
—
523355
—
22
2322553
*2B253* —
32 v„2
* F
3252533225
——
——
zisg
53353
353365
183532 28
—
— 853232
ẽ 6332
544282
z22

wdan biete dem Gliücke die Haud:
28
*75. 000 R. Mark
Haupt-Gewina im gunstigsten Palle bietet die allerneueste
grosse Geid-Verloosunsg- eiche von der hohen Regieruns
genehwmigt unã garantirt ist.
Die vortheishafte Pinrichtung des peuen Plares ist derart, dass
im Laufe von wenigen Nonate⸗n durch 7 Verloosungen 49,600 Ge-
wWinne 2rur sicheren Entscheidung kommen, darunter bofinden sicb
Aaunttraffor van ⸗ↄveantnoll R M æ75. 00 6 speciel aher

Uaupt-Gewinnl GIũi s-
—RXXX

ev.
75,000 M.

2 ⏑ — —2 — — ÆVAOAMAMMCVZZAA
Finindung zur Betheiligung an die
,Gevinn Ohane

der vom Stante Hamburg garantirten grosscemn

Gelid-Lotterie, im weleher ü ber
8 Millionen 600,000 Mark
nicher gewonnen werden missen.

Die Uewinne dieser vortheilhaften GelId · Lotterie,
welehe plangemass nur 91, 000 Loose enthalt, sind folgende: nãmlieh
Gewiun er. 375, 000 Mark, speciell Marb 250000, 185, 000, 80.006
80000 4160000 o 30, 000 3. 285000.
J—— IIOd 100 37 mal
Ass cooo va 3000 ö 122690 206 mal 2400,
To ã I.Aal Tä 60 300.. —A
mas 209 — 7038 Ad. 120, I— 6667 0
0 Tã?o Nark und Kommen veee Iten Ab-
smien icheren Pntscheidung.

r-te Gevinnzichung ist amtlich festgestellt und kostet hierzu

das gane Originalloos nur 6 Reichsmark,

das dalbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

qas viertel Originalloos nur /⸗ Reichsmark,
and werden diese vom Stauto rarörten Original-
Loose (xreine verbotenen promescen) Fegen frankirte Lin-
gendung des Betrages dder Fegen Postvorschusa
bst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original-
Looss auch den mit dem Staatswappen versehenon Original- Plan gra-
ijs d vach stattgehabter Ziebung sofort die amtlicho Ziehungaliate
aunanfgefordert zugesandt.

——— der Govwinngelder
arfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengster
VJerschwiegenheit.

éde Bestellung kann man einfach auf eine PuSteimn-

rahliungskarte machen.
wan wende sieh daher mit den Muftrügen
dor nuahe bevoratehondenm ZTiehung —XRWM
Nis Tumn
6. Mai d. J.
Famuel fleoksetrver zen.
Banquier und Wechsel · Comptoir in Unamburg.

Jüngot amn 8. April dieses Jakres batten wieder mebrere meiner

snteressenten das Gluck
den grössten UIa ptgewian
D. O.

Die Gewinne
garantirt der Staat,

Gewinn* 2. 090 Gewinn à 2,000
Gewinn al 1253,000 Fewinne a M. 10, 000
Gewinn a] 80,000 Jewinne à M. 8000
Gewinn a7 b0,000 Gewinne a MN. 3000
Gewinne *,000 74 Gewinne à M. 000
Gewinn 9;,000 200 Gewinne a M. 2400
Gewinn a —A —X
Gewinne a M. 3. 000 621 Gewinns a M. 500
Gewinno a M. 25,000 7od Gewinne à M. 230
Gewinne a I. 20,000 28.015 Gewinne à MV. 138
6 Gewinne a M. 15, 000 ete. ete.

Die Gewinnriehungen gind planmãssig amtlieh festgestellt.

Zur nüchsten ersten Qevinn-Zziehung dieser grossen vom ðtaat ·
garantirten GeidVerloosupg kostet

ganres Original- Loos nur Aark 6
halbes * — „3
1 viertel k IL/4

Alle Aufträge verden sofort gegen insendunge,, Posteinzahlunt
oder Nachnahme des hotrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführi
àã erhalt Jedermann von uns die mit dem Staats wappen verschene
riginal· L ooss· selbet in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Plaãne gra
tis beigefügt und nach jeder Ziehung enden wir unseren Interessenter
maufgefordert amtliche Listen.

ie Auszahlung der Gevinne erfolgt stets prompt unter Staats
Garante und kann durch Aele εεν)ungen oder auf Verlangen der
Ihleressenten durch unsere vVerbindungen an allen grösseren Plützen
Deutrcklands veranlasst werden.

Iugere Collecte war stets vom Qlũcke begũnstigt und hatte sieh
diesesbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der
ersten Haupttreffer zu crfreuen, die den petreffenden Interessenten
quect ausberahlt wurden.

vQtlich kann bei einem solchen auf der solidesten
Rasis gegruündeten Ijnternehmen überall auf eine sehr rege Bethei
ligung mit notheit gerechnet werden, und bitten vir daher
alle Anfträge ausführen 21 Fönnen, uns die Bestellungen baldigst
ad jedenfalls vor dem 31. ai di. J. 2ukommen au lassen.

KRcuufmunn Simon,

Bank- und Gesehatt in Hamburg
Fiu und Verkauf aller Arton Staatsobligationen, EFisenbahn-Adtien
und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurch fur das uns either geschenkte Vertranen
uud indem wir bei Beginn der neuen Verloosung 2zur Betheili
gung einladen, Ferden vir uns auch fernorhin peętreben, durch

dtets prompte und vreelle Bedienung die volle Zufriedenhæit
X gechrten Interessenten 2u ersangen. —

4 mir au 0ennen,-

— — —

—— — — — — —
II ¶ Ie Von 3. . demes in St Ingbert.
        <pb n="263" />
        2
*
353 33
—— — — 3*
58 3z3832 — *
2 23253333 8
23588 333 22233
35 353538* 33353233 31
— 52 5 2 BE —
— 555 853353 — 58* *533335 J
55535238 33 — —— 25322 7
* * * *
3 23333637 3353 77 23 ——— *24
33 5* ——8 3325 A — — 58 25
—— — 28— 3 * — —— — — C
2 * 2* 8*
A * 338278 35538 53537 —— —
— — — — 272 2 —— — * 8 * * *
528 38358* ⸗ — V—— Fs 35255 38
—2222 232 28 J * — — *5228 2222 B8 —
8 5255 838 B89 2 —A —— — 5r 2 — 2*2 2
78 32238 2358 — — 8 . 5 5 33 3 38245 * 23*8*2 7 —3 2
— 3 2 * 52 * — C 22 —— 289 * ** —5 232
* 5 8 353535357* 8
33 8*838 825 — 5 58523 222 57555 A—— 3
——5 —— 525 58 48 52 858 23824 2285 25 2 — —*
—5 283 25 5 2 83 —323538 5 3235 8 385 — 57
— 282 572 A— 538 35 —H 21 8 2538 5 82 3
8 52 * 8 238 533385 8 5332 338353588 — E——
553 585 5* — 2253332 ———— 33353325 —A
8278 3235 223 8 3 *8 ——— — —— —A * 52 *
5 —F 5523, 752 8 5523 * 5233388 33 35 38
... 55 23*325 22* 23335 53 2 23385 22326238 —A
32448 * 2 35 *» *2 5 253323 3* —8 52222 38348
5 *.2 8 — * 25331232 2322 225 5* 8 —A 5*
23 .5 22*8 —55 5 8— ————— 38 32 5 24
52 3838 228332 * ————— 231335353* 2
S 2 8 * 2 222 5 2 — A *
8* 32* 322 5857528 7*8 — 32333335 — 3255
—2 * 2 5 2 —A N 525 — *
5 35335558 3732332
—2 5 * — . .. * — —25 — — 8
2 ———— 333 a e 25348
S 585335 3 —— — 0
32 — — 8 J—— 2 35 2
2323— 33355835 25335 — 2
25352532 8 — 5* *2 22
323 2 * S2 — 13223536 224 —A—
J— 32
33* * 72 *22 3
»s788 — —
* —X
8658
22 232
—A 558
25. 235855533355 8 *
F 8 — 553384555* —3— *222 2 24
d 535 * 22 2223— 252* 222
5328 2255 2 * 26553 23 5533* 238,222
258 —A —A 5 —32468 N8 8 57 532 “„» 2588
75282 — 835*3 * *8 E— 4 ————
25—2 —23 2552* 57 — 38335 52 2333 5332864 ——
53*553 25535308* 255 2223 — —A —23*6 8
83222 223 5555 55 —53 8 —A * 22 — ——— —
* c 52353 25532 — A 25
82* F —2223255 25232 53525 6537 323355 5223 —8
3352238 *53233* 3535533 —2233 5 33335333 2
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3352— 22 32 2.5. 5—2,3, 57
3538383255 ⸗—3328383335
—— S5* 2. 3 53228
535—255233 7—3328
⸗*2332322 2 2 235 *—38232
5—57823 52372232385
63 5332533 5.4,25 - 232523328
608 323523 288 58 25* 583232
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5383633 832352 3335233238
3— 23 5—5522 2*55358—32823
22222* — 2525
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2 *. 5 *3 2 5z—33 — 2322
S 238 25*38—2825582
25352823 538 753738 2*
5232 322. 58225 2.*
53232 28 u2 :.5 2 77 —57—
2332 ———— 335822 83 25
25*358355 —52775* „2834723
253 58 55 —
— 25* 553 3 — 253.8 2.23
523233 7 5 —2257 4555535
5522.2 22558 —A
52——222 7— *—*2 33832325

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        Sl. Ingberler Anzeiger.

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der St. Ingberter Anzeiger und das (M mal wö hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei

Aage) erichein wöchentlich vlermal: Dieunstag, Donnerstag, Samstag nud Sonntag. Der Abonne mentspreis bettagt vierieliahrlich

Wark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfqg. für die viergespaltene Zeile Blattschrijst oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

M 73. Samstag, den 11. Mai 1878.

Deutsches Reich.

Mäaäuchen. Wie ein fränkisches Blatt berichtet, sollen bei
der neuen Gerichtsorganisation an Stelle der 38 Bejirksgerichte,
die Bahern gegenwärtig zählt, 17 Landgerichte treten. Als Land⸗
gerichtsfitze werden für Oberbahern München, Traunstein und Weil⸗
Jeint, für Niederbayern Passau und Landshut, für Oberpfalz Re⸗
zjensburg und Amberz, sür Schwaben Augsburg und Kempien be⸗
eichnet.
rich Muünchen, 8. Mai. Was die Mitthe lungen einiger
Blätter über die Size der künftigen Landgerichte betrifft, so hat,
vie der „Bayer. Kurier,“ erfaͤhrt, vor einigen Tagen der Justiz⸗
nin ster v. Fäustle einer D pation aus Freising mit aller Best mmt⸗
heit erllärt, daß das, was über die küuftigen Landgerichtssitze in
jen Zeitungen siehe, einfach nicht wahr sei; zur Zeit könne eine
zefinitwe Entscheidung noch nicht getroffen werden, weil vom Reich
ioch eine Reihe von Einführungsbestimmungen erlassen werden
nüßten, welche auf die Bildung der Landgerichtsbezirle von Einfluß
eien; dann müsse auch die Bildung der künftigen Amtgerichtsbe⸗
rke vorausgehen.

Berlhin, 7. Mai. Der Reichstag ist in seiner heutigen
Sitzung in der zweiten Lesung der Gewerbe⸗Ordnungsnovelle bis
zu 5 127 a gekommen. Unter Anderem wurde 8 124 angenom⸗
nen, welcher lautet: „Ein Arbeitgeber, wilcher einen Gesellen oder
Behilfen verleitet, voc rechtmäßiger Beendig das Arbeits-Verhältniß
zu detlassen, ist dem früheren Arbeitgeber für den dadurch enistehen⸗
ven Schaden als Selbsischuldner mit verhaftet. In gleicher Weife
haftet ein Arbeitgeber, welcher einen Gesellen oder Gehilfen an⸗
zimmt, von dem er weiß, daß derselbe einem anderin Arbeitgeber
zur Arbeit noch verpflichtet ist.

Berlin, 8. Mai. Die „Provinzial Korrespondenz“ schreibt:
Die Verhandlungen zwischen Rußland und England haben
in den letzten Tagen wieder eine lebhaftere, bessimmtere Wendung
zenommen, an welche in London und Petersburg erneute Hoff⸗
nungen auf Erreichung e'nes Einverständnissez über die weilere
Behandlung der schwebenden Fragen geknüpft werden; in diesem
Sinne wird besonderts auch d'e Petersburger Reise Schuwaloff's
zedeutes. Die Gerüchte betreffs einer neueren Schärfung der Be—⸗
ziehungen zwischen Rußland und Oesterreich finden keine Be⸗

ätigung.
Ferner meldet die „Provinzial⸗Korrespondenz“: Die Reise
Sr. Majestät des Kaisers nach Wiesbaden sei für dieses Jahr
aufgegeben; Se. Majeslät werde bis zur Reise nach Ems theils
gier, theils in Babelsberg residiren. Furst Bismarcks neuralgisches
Nerven-)Leiden sei in Folge seiner jüngsten Erktankung erneut
jerborgetreten; Bestimmungen über den Zeitpunkt seiner Rückehr
eien noch nicht getroffen.
Berlin, 8. Mai. Schuwaloff besucht auf seiner Reise
aach Petersbutg den Fürsten Biemardk in Friedrichsruh. (Fr. 3.)

Berliner Blättern zufolge sieht in der That für diese oder doch
edenfalls die nächste Reichstagssession eine Vorlage bezüglich der
Errichtung einer Statthalterschaft für Elsaß Loth⸗
ringen in Aussicht. Der Kronprinz soll dem in jüngster Zeit
nehrfach eroͤrterter Plan, wonach ihm die Vertretung der Sou⸗
peränität im Reichslande übertragen wücde, durchaus geneigt und
su einem alljährlichen mehrmonatlichen Aufenthalt in Straßburg
bereit sein. Im Falle der Verwieklichung des Projelles würde dem Kron.
—I
das Reichskanzlerumt für Elsaß- Vothringen in Berlin Aaufgehoben
verder. Von der Scaffung einer eigenen elsässischen Land⸗ever⸗
retung ist nicht die Rede; man würde mit dem Landesausschusse
cegieren, jedoch den Act. 10 des Dittaturgesezez aufheben, Der
Jegenwärtig in Berlin anwesende ehemalige badische Staalbminister
FIrht. v. Rozgenbach soll mit dem Kronprinzen in der Angelegen⸗
Jeit mehrfach bonsetirt hahen.

Ausland.
Wien, 8. Mai. Bezüglich des Standes der russisch⸗ eng⸗

lischen Verhandlungen verlautet, daß England eine solche Redu⸗
irung der Grenzen Bulgariens fordert, daß ein wirklichet kercito—
zialer Zusammenhang zwischen Rumelien und den kürkischen West⸗
provinzen bleibt; ferner wird ein Besatungsrecht der Pforte in
den bulgarischen Vontusfestungen sowie das Verbleiben Jvon Karß
und Batum bei der Türlei verlangt. Hier erachtet man die Be⸗
visligung dieser Forderungen seitens Rußlands für unwahrscheinlich.
Die Beziehungen der hiesigen Regierung mit Montenegro sind sehr
espannt.
zep Paris, 8. Mai. Die ‚Eßstafette“ meldet den Durck zug
ahlreicher Abtheilungen russischer Seeleute“ durch Frankreich jut
kinschiffung in Havre. Nach Aussage der Offiziere, welche diese
Abtheilungen führen, rüstet Rußland vier Dompfer aus, welche für
)en Full des Krieges die Transeporischiffe, welche Truppen aus
inglischen Colonicen an Bord haben, jerstörer und den Verkehr
wischen England und den englischen Colonicen abschneiden sollen.
Paris. Ueber den Geldpuukt bei dem Aussiellungs-Unter-
nehmen wird der Köln. 3.“ Folgendes mitgetheilt: Die Bau⸗
rosten, die auf 35,313,000 Fr. veranschlagt waren, haben sich,
zesonders der schwierigen Fundamentirung des Trocadero·Gebãuded
vegen, bereits nahezu auf 50.000,000 Fr. erhöht. Bei den
ocberen Bodenverhältnssen des Trocadero mußte nämlich den Funda
nenten durch die Einsenkung cementirter Pfeiler von coiossaler
Bröße der noͤthige Halt verliehen werden. Gegenüber diesen Bau—
'osten rechnet man auf 34,000, 000 Fr. Einnahmen, woruner
das Eintkrittsgeld mit 14,000 000 Fr. (gegen 3, 100000 i. J. 1885
ind 10,765,000 i. J. 1867) upd der spätere Verkauf dee ange⸗
vandten Materials mit 743 Millionen angesetzt ist. Es hat so⸗
jar die Rücksicht auf die leichtere Verkäuflechteit des gebrauchten
Naterials dazu beigetragen, daß der zur Annahme gelangte Bau⸗
»lan von Davioud und Bourdais dem großen Ausstellungsgebaude
nicht wie im Jahre 1867 eine ellipsoide, sondern eine viereckige
jorm verliehen hat. Uebrigens hofft man, daß das Ausslellungs⸗
efictt des Staates nur ein scheinbares sein werde, indem an ver⸗
nehrten Zoll aebilhren, Einnahmen, der Post und der Steuer auf
zeist ge Getränke mehr als die nach der odigen Berechnung unge⸗
deckt gelassene Summe herauslommen werde.
London, 4. Mai. Der „Standard“ meldet: In Folge
»on Nachrichten über den Ausbruch von Unruhen in Nicaragua
vurde ein englisches Kriegaschiff nach San José beordert.
Konstantinopel, 8. Mai. Die rings um Konstan⸗
inopel aufgestellte Armee ist jetzt wieder in vollkowmen lriegstüch⸗
igen Stand gebracht. Vorgestern besichtigte der Sullan alle Ab.
heilungen derselben. — Man hofft mit den Aufstandischen in
Thefsalien und Epirus ein beftiedigendes Abkommen zu treffen.
Konstantinopel, 8. Mai. Die Mehrjahl der rus⸗
ischen Munitionsdepots und Proviantvoctäthe werden von San
Stefano nach Tschataldja übergeführt. Die neuen von den Russen
aAbgeschlossenen Lieferungsvertiäge destimmen die Lieferungen nach
Udrianopel anstatt nach San Stefano.

—A

Zweibrücken, 8. Mai. Laui soeben hierher gelang⸗
ber bürgermeisteramtlicher Zuschtift aus Fraulautern ist am 5. d.
in der Saar bdei Roden eine männliche Leiche geländet worden,
velche als di jenige des sen 20. Viärz von hier verschwundenen
Bürstenmag ers Karl Fickeisen durch dessen Frau rekognoszirt wor⸗
den ist. (3. 3.)

Sit. Martin, 7. Mai. Gestern Abend wurde hier
jelegentlich des im übrigen ganz schadlos übcr uns herziehenden
Sewitters das seltene Phänomen einer ganz gewaltigen jog. Winds⸗
praut oder Windhose wahrgenommen, die theils im Dorfe selbst,
heils in unmitteldater Näh. desselben, Spuren von solch verhee⸗
render Gewalt zurückließ. daß heute Ftüh de Siaite des Ereig⸗
isses einen wirklich staunenenregenden Anblick dardot. In einer
choͤnen Obstanlage wurden Baume von sehr beträchtlicher Sfärle
        <pb n="266" />
        wie Federballen in die Höhe. gehoben, aus der Wurzel gerissen
und umgelegt und ist hiermit dem beireffenden Eigenthümer ein
seht namhafter Schaden eiwachsen. Mehrere Dächer warden —B
nabe halb abgedeckt, so daß wohl mehrere tausend Dachziegeln
nöthig find um die entstaadenen Lücken wieder auszufüllen. Leute
die das Ereigniß im kritischen Moment beobachtten, schildern den
Vorgang mit dem gewalt'gen Brausen des Windes, dem Wirbeln
der Nebel und dem HDerumfliegen der abgerissenen Baͤumäste in der
Lust als einen furchthoören und grauenerregenden. (G.)
fKirchheimbolanden, 7. Mai. Unserem Bericht
über den gestern Abend 9 Uhr erfolgten Hauseinsturz im heutigen
Haupiblatte haben wir leider noch eine traurige Mittheilung zuzu⸗
fügen. Wir erfahren, daß die Bisitzerin des Hauses, Frau Wittwe
Rees, bei der Katastrophe schwer verletzt wurde. Die alte Frau stand
im Begriff, die Stiege zu ihrer im dritten Stockwerke belegenen
Wohnung hinaufzusteigen, als der Zusammensturz erfolate. Ein gioßer
Stein traf ihren Kopf, so daß sie bdewußtlos zusammensank und heute
an einer heftigen Gehirnerschütierung dainiederliegt. (N. W.)

7 8Sandau, 7. Mai. (Pf. A.) Gestern wurde dahier Kauf⸗
mann T. beerdigt. Derselbe hatte sich mit der Bahn nach Edes—
heim begeben, verspaͤtete sich daselbst, und um nun noch rechtzeilig
den Bahnhof zu erreichen und mit dem Zug wieder nach Haufe
fahren zu können, verlegte er sich aus's Laufen. Er erreichte je—
doch den Bahnhof nicht, sondern mußte, da ihn eine Schwäche
uberttam, innehaiten und wantte in ein an der Straße gelegenes
daus, wo er todt zusammensank. Aeltere Leute sollten sich hüten,
anen solchen erhihenden Dauerlauf zu unternehmen.

Die neuesien Nachrichten aus Amerika enthalten die Namen
folgender in Amerika gestorbener Pfälzer: Beuger! Adam, aus
Fodlingen, 48 Jahre, gest. am 6. Febtuar, Philadelphia; Dörr
F'da, geb. Berg, aus Lambsheim, 57 Jahre, gest. am 15. März,
New⸗Pork; Dellmann Adam, aus Kapsweyer, 65 Jahre, gest.
am I5s8, Zebruar, Louisville; Paul Barbara, geb. Walther, aus
Riedertirchen, 63 Jahre, gest. am 25. März, New-⸗PYoꝛk.

7 Mit dem 1. Januar 1879 gelangt auf Grund eines Be⸗
schlussts des Bundesrathes vom 25. Mäiz d. J. für die Eisen⸗
hahnen Deutschlands ein neues Frachtbrief⸗ Formular zur Einfüh—
rung. Da die hierbei zwar nicht betheiligten bayerischen Bahnen
diesem Beispiele aller Vortaussicht nach sich anfcließen werden, so
mögen Druckereibesitzer, Industrielle und Kaufleute von dieser
Aenderung Notiz nehmen. (Mitgetheilt von dem Sekretariat der
Pfalz. Handels⸗ und Gewerbekaiumer).

7. Das Militärbezirksgericht München hat am 3. d. zwei
aus Preußen übergetretene Kapitulanten Unteroffiziere, den Serge⸗
anien A. Schulz von der 9. und den Sergeanten G. Richter von
her 3. Komp. des Juf.Lebregiments, dir erstere ein Pommer, der
undere ein Schlesier, welche gelegentlich des kaijetl. Geburtsfestes
am 22. März d. J. sich geweigert hauen, in den auf Se. Maj.
den König von Bayern ausgebrachten Toast eipzustimmen, wegen
Majestatsdeleidigung zu je 8 Monat Gefängniß und zur D'igra—
danon veructheut; der gleichfalls⸗ angejchuldigte Vizefeldwebel FJ.
Harting, welchem das besagte Vergehen nicht klar genug nachge⸗
wiesen werden konnte, wurde freigesprochen. Es waren bei der
betreffenden, von den Unteroffiz'eren des Inf. Leibregiments im
Maigarten“ veranstaltelen Festlichkeit 24 norddeuische Kapitulanten
Jugegen, von welchen noch mehr als die genaneten sich jenes straf⸗
haden Benehmens schuldig gemacht habden sollen, die aber nmicht
genau er mittelt werden lonnten.

pManchen, 4. Mai. Vom deulischen Sängerbunde, dem
gegenwättig 60 Einzelbünde mit über 2000 Vereinen und gegen
30,000 Sängern angehören, wurde beschlossen, e ne —A
schaffen, welche den Zweck hat, Komponisten auf dem Gebiele des
deuijchen Männergesanges, sowie deren Hinterbliebenen in Fällen
der Bedüritigkeit Unterstühungen als Ehrengaben des deuischen
Sängerbundes zu gewähren. Mit solchen Unterstützungen soll aber
erst dann begonnen werden, wenn ein Kopitai don 80 000 M.
vorhanden ist; als Anfang wurde aus dem Bundesvermögen eine
Sunne von 10,000 M. der Siiftung überweesen.

pStutt'gart. Am 21. und 22. Mai wird die deutsch⸗
conservat: de Partei Süddeuischlands eine Parteiversammlung dahier
halten. In der Emladung dazu ist aus der Pfalz der Fabrikant

K. Herf in Oggersheim unterzeichnet.

Gotrengen, 7. Mai. Gestern Abend wurden hier
zwei Erdbebenstöße virspürt, der eiste, welcher etwa drei Selunden
Zauerte, um 10 Uhe 834 M. 38 S., der zweite, schwächere, welchet
eiwa zwei Sicunden dauerte, um 10 uhr 37 M. 19 6.

Bradenheim, (GBurtemberg), 2. Mai. Ein donner-
aͤhnlicher Knall erscholl heute Nachmitiag 8 Uhr. Das Klein⸗
inechsche Laboratorium flog in Folge einer ihrer Ursache nach
noch nicht aufgeklärten Expiosion in die Luft. Von drei darin
—XX blieb einet, 16 Jahr alt, auf der
Siclle sodt 2 find derart verbrannt, daß einer seinen Wunden
ebenfalls ecliegen wird, wahrend der augenblidlich nicht im Gr⸗
sdaude gewesene Geschäfissführer unberlegzt blieb.

fMannheim, 8. Mai. Wie die „N. Bad. L.3.*
hört, wird die Goldschmidi'sche Massenverwaltuug demnächst die bei
des Kuhn in Beschlag genommenen, aus der Havana hierher ver⸗
brachten Pretiosen im Casinosaale zur Versteigerung bringen.

4 Einer großen Gefahr ist dieser Tage ein Personenzug auf
der Station Reden bei Neunkirchen entgangen. Eine Weiche ver—
jagte den Dienst und der Zug war im Begriff auf einen in ei⸗
nein Nebengeleise stehenden Kohlenzug zu fahren, als ein Weichen⸗
eller die Geistesgegenwart hatte, eine wwischen dem Kohlen⸗ und
Bersonenzuge siehende Weiche herumzuwerfen. Dadurch wurde der
Zersonenzug in ein drit'es Geleise geleitet, in welchem zwei leere
Plateauwagen standen, die indeß keinen großen Widecstand. boten
sad jerschmettert bei Seite geworfen wurden. Nur die Lokomo⸗
ive irug einige Beschädigungen davon; die Possagiere hatten voa
der Gefahr keine Ahnung.

'HRühlthaussen, 8. Mai. Ein Holzspalter staud gestern
vegen Thierquälerei vor den Schranken des Polizeigerichtes. Weil
ꝛin Huhn keine Eier mehr legte, hatte er es oͤffentlich bei leben⸗
»igem Leibe gerupft. Für dieses Vergehen wurde er mit drei
Tagen Haft bestraft.

Gebweiler, f5. Mai. Die hiesigen Fabrikanten Bau⸗
vart Söhne u. Comp. haben am 29. April ihren Webern den
Jdohn um 20 Procent herabgesetzt, worauf 160 Arbeiter die Ar⸗
geit einstellten.

pMetz, 4. Mai. In den letzten Tagen des vorigen
Monals hat die offizielle Uebergabe der Bahnstrecke Diedenhofen⸗
Zierc⸗Trier, die am 15. d. M. dem Verkehr übergebin werden
bird, Statt gefunden. Die neue Bahnlinie, welche nicht von blos
dtaler Bedeulung ist, sondern eine allgemeinere Wichtigkeit hat,
ndem sie die direlte Verbindung zwischen Metz und den rhei⸗
uischen Städten Trier, Köln ⁊c. herstellt, zweigt in Diedenhofen
jon der Meztz-Luxemburger Linie ab und führt über Koͤnigs⸗
nachern und Sierck nach dem bereits auf preußischem Boden ge⸗
egenen Perl, von wo sie siets am Ufer der Mosel entlang an den
tizenden Orten Remich, Wormeldingen und der Grenzstadt Greven⸗
nachern vorbei nach Trier weitergeht.

Vom Rhein. Die Anfang Juli beginnenden Pionier⸗
ibungen auf dem Rhein bei Mainz werden etwa drei Wochen an⸗
nern. Es werden an ihnen 11 Compagnien mit über 50 Offi-
seren und 1100 Mann, einsdließlich der Stäbe und Commandirten,
heilnehmen. Auch viele ausländische Offiziere werden als Zuschauer
wartet. Die Uebungen werden, schon der großen Zahl der theil⸗
rehmenden hessischen, rheinischen, dadischen und würtemberg schen
Fompagnieen wegen, einen gtoßartigen Anblick gewähren.

Der Deutsche Brauerbund hat eine Vorstellung wegen der
von der französifchen Regierung begbsichtigten Erhöhung des Ein⸗
angszolles auj Bier um Francs 2. —, von Francs 5,75 auf
Fraucs 7,75 per Heltoliter gerichte', worin 1) vorgeschlagen wird,
da es außer jeden Zwe'fel stehe, daß die deutsche Brauindustrie
egenüber der frauzbifischen jedes Schutz olles wohl eutbehren lͤnne —
zeñ deutschen Eingangszoll entspechend zu reduziren, eiwa auf M.
50 (G Me2) per 50 Kilo brutio oder M 4,50 (jetzt M 6)
»er Hektoiter, indem dadurch weder sür das deunche Reich ein
enneuswerther Ausfall in den Einnahmen für Zoͤlle noch eine
onstige Schädigung deutscher Interessen entsteden würde, resp.
zante. 2) wierd gebeten, in Würdigung der sweren Schädigung,
velche duich Erbdhung des Eingangszolles auf Bier Seitens der
ranzössischen Regterung der deusschen Bierindustrie, speziell der⸗
enigen der Reschslande erwachsen würde, bei der französischen Re⸗
ziecung alle geeigneten und möglichen Schritte zu unternehmen,
Im die Durchführung der beadsichtigten Erhöhung des Eingangs⸗
olles auf Bier zu verhindern.

f Herr Professor Reuleout führte vor Kurzem in einem im
aufmänmschen Verein zu Leipzig gehaltenen Vortrage die Papier⸗
ieserung jür die Standesämter als schlagendes Beispiel dafür an,
aß die Vergebung an den Mindestfordernden von recht nachthei⸗
igem Einfluß sein kann. Das jetzt gelieferte Papier bestehe beis
aͤhe ausschließlich aus Holzstoff und man würde es in 10 bis 15
Jahren erleben, daß die für unsere Familien höchst wichtigen Alten
xX Siandesämter dem natürlichen Zerstörungsprozeß veifallen.
Wir lonnten einen so folgeoschweren Mißgriff seitens unserer Ver⸗
valinng nicht für möglich halten, wenn er nicht von so zuver
assisger Seite mitgelheilt wäre. So lange die Regierung mit der⸗
irtigen Beispielen vorangeht, so lange fiednur „billigst“ und folglich
zuch „schlecht“ kauft, ist eine Besserung unserer Zuslände nicht zu
rwarlen. Die „Bonner Zig.“, der wir Vorstehendes entnehmen,
ugt ihrerseits binzu: Uns ist vor Kurzem aus dem Munde »ines
Zkandesbeomten eine Mittheilung geworden, welche mit dem Urtheil
»es Professor Reuseaux übereinstimmt. Auch die Eisnbände der
Standesbüch⸗r seien schlecht und lüderlich. Unsere Nachlommen
berden die üblen Folgen dieser „Sparsamkeit“ zu tragen haben.

f Einer der Soldaten Friedrichs des Großen
ebt gegenwärtg noch in Bromberg. Derseltbe heißt Stanislaus
Jazmewki, hat unier dem großen Konige während der letzten
        <pb n="267" />
        Negierungẽejahre desselben dem 1. Artillerieregiment in Berlin an—
Fehott und ist 117 Johre alt. Bei großer Dür tigkeit bezieht der⸗
selbe eine kleine Pension aus dem Landwehrfonds. Er soll sich
einem Körpers und Gessteszustande nach leidlich gut erhalten haben.

7 Eunbraver Mann hat für eine muthige That am Mitt⸗
woch Abend auf der Chaussee nach dem Neuen Krug schlechten
dohn empfangen. Eine Equipage, besetzt mit einer Dame, einem
Heitn und drei Kindern, wahrscheinlich eine Gutsbesitzersfamilie aus
——
einen in der Nähe fallenden Schuß erschredt, scheuten und durch⸗
g'ngen. Alle Bemühungen des Kutschers, die Pferde zu bänd'gen,
varen vergeblich. Er fiel sogar vom Bock und die Thiere rasten
nun unter dem Jammergeschrei der Kinder, jeglicher Führung bar,
»ahin. Der Aunblick des hoch und nieder springenden Wagens,
der jeden Augenblick brechen konnte, veranlaßte einen des Weges
sommenden Reiter, die Gefahr eines solchen Beginnens vergessend,
sich den Thieren in den Weg zu werfen. Der gewaltige Anprall
varf den kühnen Mann vom Pferde und unglücklicher Weise unter
den Wagen. Die Pferde der Cquipage flanden allerdings wie ge⸗
zannt und an allen Gliedern zitternd still, der edle Retter aber
var überfahren und hatte ein Bein gebrochen. Rührend war d'e
—A
aahm. Er ward in die Cqu'page gelegt und zu Fuß folgten Els
sern und Kinder dem traurigen Zug bis in die Stadt, wo der
unge Mann bei seinen Eltern Aufnahme fand. Tie Mutter der
Jerelleten Kinder hat das Lager ihres Retters die garze Nacht
zicht verlassen und ist erst Donnerstag früh nach Hause zurückge⸗
ehrt, nachdem ein Gpsverband angelegt war und der Arzt den
Zranken für außer Gefahr erklärt hatte.

F In Bremen hat dieser Tage eine Aultion der Hinter
rassenschaft des Masseumöcders Thomas stattgefunden; dieselbe erzielte
ie Gesammtsumme von 404 M. 50 Pfig. Die Gebote blieben
im Allgemeinen unker den Erwartungen. Während einzelne Gegen⸗
däude überaus theuer bezahlt wurden, insbesondere solche, die re—
amenhaft verwerthet werden fonnten, gingen andere von wirklichem
Werihe zu auffallend belligen Preisen ab. Für die goldene Ubr
and die massiv goldene Kette wurden nur 76 Mork erzielt, während

Freiwillig gerichtliche Zithar:. Deutsch und Joh.
Versteigerung. 5. plent g19. 80 TDez.
Montag, den 27. Mai oder 10 4 22 qm
rächsthin Vormittags 10 Uhr Acker in der Dumpf neben
u Heckendalheim in der Johann Waolle, Sohn von
Wirthschaft von Nikolaus B ecker Johann F und Johann
verden vor dem unterzeichneten, Wilhelm.
iezu gerichtlich beguftragten k. Figenthümer sind:
Notar, die nachstehend bezeich⸗ 1. Die genannte Witiwe Su⸗
ieten Liegenschaften im Banne anne Blaumeiser.
von Hedcendalheim, mit Etrmäch⸗ 2. Die Kinder zweiler Ehe:
igung des Familier rathes, öffentz 1. Elisabelha, b. Magdalena, c.
ich au die Messtbietenden zu Johann, d. Marie, welche ihre
kigenthum versteigert: Hutter als Vormünder'n und
A. Zur Gütergemeinschafterster Fohann Blaumeiser, Tagner in
Ehe zwiftten dem in Heckendal- Heckendalheim, zum Nebenvor-
seim verlebten Feld⸗ und Wald⸗ nunde haben.
züter Peter Blaumeiser und dessen 3. Die Kinder erster Ehe:
benfalls verlebten ersten Ehefrau Susanne, b. Margarethe,
Udaria Walle getörig: velche den Johann Blaumeiser,
Pl. Nr. 58781. 33 Dez. S„chmelzarbeiter in Heckendalh im
oder 114 24 qm Ader- um Vormunde und den Peler
and auf Staffel neben Wil⸗ Walle, Bergmann all a, zum
delm Deuisch und Entshe mer Nebenvormunde haher.
Hofgut. St. Jagbert, 10. Mai 1878.
2. Pl. Nr. 2004. 39 Dez. Sauer—. !. Notar.
oder 13 a 29 qm Acler⸗
hinter den Stockfeldern neben
Johann Zepp und Georg
Becker.
B. Zur Gütergemeinschaft
weiter Ehe des genonnten Peter
Blaumeiser und dessen hinter⸗
zliebenen Wittwe Susanne Blau⸗
neiser gehörie.
3. Pl.⸗Nr. 17012. 41 Dei.
oder 13 4 97 qm Acker
oben an den Kiefern, neben
Johaun Walle, Sohn des
Johann Walle, und Veter
Würz.
Pl.Nr. 832. 45 Dejz.
oder 153 4 33 qm Acer
im kleinen Alment neben

ür die Brille 16 M. und für das ganze werthlose Passagierbiller
zon einem Liebhaber 21 M. kamen. Auch der Revolver wurde
u hohem Preise, 82 M., verkauft. Flir den Trauring von
Thomas wurden 18 M. gelöst. Zwei Stücke von der Maschine,
velche Thomas zu seinem Verbrechen benutzt hat, erzielten 4 M.
20 Pfq., fur die Tonne, in welcher Thomas das Dynumit auf
vem Dampfer „Rhe'n“ verschifft hatte und aus der er solches in
Zremen in seine Höllenmaschine umpacte, wurden 1 M. 70 Pfg.
zezahlt.
Sechslelsthaler; deutschen Gepräges werden nur
noch dis 1. Imid. J. bei den k. Kreiskassen und Rentämtern
im gewechselt und bis dahin auch bei allen ködniglichen Kassen (ein⸗
chließlich der Steuercinnehmer) in Zaͤhlung genommen. — Auch
ie hessischen *3, *4 und *8 Thalerstück⸗, die alten norddentschen
ijß, isnd und Uis Groschenstücke und-die medlenburgischen 85, 2
und 1 Pjiennigstücke sind von diesem Tag an unqnbringlich.

pNeweYork, 4. Mai. Der bekannte Waffenfabrilant
Remington hat seine Zahlungen eingesselt. Die Passwa belaufen
ich auf eine Million Dollars, die Aktiva betragen 4 Millionen,
ind jedoch schwer zu realisiren.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
zerren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam ˖
es handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗Ge⸗
vinnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
lebhafte Beiheiligung voraussetzen läßt. Dieses Unternehmen vercient das
olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch
‚orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

J Interessant
st die in der heutigen Nammer unserer Zeitang sich besindende Glücka-
æzeige von Samue Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
surcu seine prompte und verschwiegene Ausrahlung der hier und in der
mgegend gewonnenen Betrüge einen dermassen guten Ruf erworben,
las vir Jeden auf dessen heutiges Inserat sehon an dieser Stelle auf-
verksam machen.

Die Gewinne
garantirt dor Staat.
Einladung zur Retheiligunug an die
— GreWiInn- OhABGOn
der vom Stante HUHamburg garantirten grosssen
Gæeld-Lotterie, in welcher uUber J
8 Millionen 600,000 Mark
sieher gewonnen werden miissen.

Die Gewinne dieser vortheilhaftem Geld-Lotterie,
welehe plangemaàss nur 91, 000 Loose enthält, sind folgende: nãmlich
Gewinn es. 375,000 Mark, speciell Mark 250,000, 125, 000, 80, 000.
00. 5ö 3 nal 10,000 und 86. 000, 4 mal 30, 000 u. —A
οJV 15000. nal 12,000 und 14000 37 ñal
d, 60 und 5000, 76 mal 4000, 3000 und 2300, 206 mal 2400,
döund 17500, 112 wal 1200, 1356 mal 500, 300 u. 20, 30,628
nal 73, 150, 1388 121 IUnd 120, 16839 wal 9 70, 67, 80
i0 und 20 Nark und kommen solche in wenigen Nonaten in 4 Ab-
ecnungen zur icheren Entscheidung.

Diè erste Gewinnziehung ist amtlieh festgestellt und kostet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur —/ Reicelsmark,
and werden diess vom Stante garantirten Original-
LOOSe (keine verbotenen Promessen) gegen frankirte KEin-
sendung des Retrages oder gegen Pontrorschuas
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Looae auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngsliste
anaufgefordert 2ugesandt.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
rfolgt von mir direct an dieo Interessenten prompt und unter strengster
Verschwiegenheit.

Jede BRestelIung kam man einfaeh auf eine Pontein-
2ahIungstnarte machen. *
uan wende sieli daher mit den Auftrügen
der unhe bevorstehenden Ziehunxg halber
bis Tunn W

16. Mai d. J.
vertrauonsvoll an
Samueld heobsoher senp.,
Banquier und Wechsel Comptoir in Hamburg.

Jüngst am 83. April dieses Jahres hatten wiedar mehrere meiner

interessenten das Glüuck
den grösstem Hauptgewiänn
Kei mir zu çgewinnen. PD. O.

Gliũcks-
ATIIZLSGICO.
        <pb n="268" />
        v * *
Licitation.
Freite«g, den 24. Mai

näd sthin, Nachmittags* Uhr zu
dassei bei Christien Schanet
vicd vom unterzeichneten, hiezu
gerichtlich beauftraqgten k. Notar
die nachbezeichnete zu der zwischen
douise Bolzmann ohne Ge⸗
werbe in Hasel, Wittwe zweiler
Fhbe von Jatob Stein imd
deren verstorbenen ersten Shemann
Jakob Dreßler, weiland Tag⸗
ner ellda, bestandenen Güter⸗
gemeinschaft gehoöͤr ge Liegenschaft
m Banne von Hasel abtheilungs⸗
Jalber öͤffentlich au den Meist⸗
Fietenden ju Eigenthum versteigert,
nraͤmlich:

Tin zu Halel am Rohr⸗

zacherweg gelegenes Wohn⸗

Jaus mit Hofaering, Garten

und sonstigen Zubehörungen

neben Peter Schäfer und,

Dreßles Kinder.

Fi genthümer sind:

4. Die genannie Louise Holz⸗
nann.

2. Elisabeiha Dreßler, Ehe⸗
rau von Volentin Osthof, Berg
nann in Hasel.

3. Die Kinder urd Repräsen⸗
anten von Jakob Dreßler, wei⸗
and Bergmonn in Hasel, als:
Jolob, b. Katharina, welche
en Johann Zapp. Aufseher allda
um Vormunde und den genannten
zalentin Osthof zum Nebendor⸗
aunde haben.

St. Ingbert, 9. Mai 1878.

Eauer, k. Notar.

J

—
2
8 ——
87 58
*
5
2
8
—
4

* dus voller leberreugung
rann jedem Kranken die tansendsach
denirrie Dr. Airys Heilmethode
mpfohlen werden. Wer —X
arüber wissen will, erhält auf
Franko⸗Verlangen von Richters
Jeriags⸗Anstalt in Leipzig einen mit
elen belehrenden Krankenberichten
erfehenenAuszug“ aus dem —B
rirsen Buche: „Dr. Airy's Ratur⸗
eilmethode“ (100. Aufl., Jubel⸗
lusgabe) gratis und franco zu⸗
* gesandt.

J Sonntag, den 12. Mai
Eröffnung meiner Gartenwirthschaft
mit Kegelbahn.

Shilipp Emrich.

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BerlinAlexandrinnstr. 98.
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Z von Meyer, Brodhaus und
ZViererschen Conversationslerx⸗
con elegant gebunden. —
Gebundene Werke z. B. An⸗
dersen, Göthe, Koͤrner, Schiller
Shakespeare, Lessing ꝛc.
CEataloge gratis feo.
Luslieferung fuͤr den Allgem
Berein für deutsche Literatur.
3 Proiteciorat: Se. Kgl. Hoh.
Prinz Georg von Preußen.
2prospeet und Statut
frauco gratis.
— Bihligsle Zezugsquelle
* von
sàmmtlichen literarischen
* Prscheinungen.
rucht⸗ ãAã
Fleisch⸗Preise der Stadt
zw ibrücken vom 9. Mai.
Weizen 11 M. 46 Pf. Korn
)8 M. 53 Pf. Gerste 2reihige
) M. — Ppf. Gerste 49reih.
— M. — pf. Speli 0 M.
—pi. Haser 6 M. os pf.
deu 2 M. 40 Pj. Stroh 2
. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
30 Pf. Weißebrod 1 Kilog.
36 Pf. Kornbrod 3 Kil. 77. 2 Kil.
;2 Ppf. ditto 1 Kilo. 26 pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 95 Pf.
paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
sindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Zuai. 60 Ppf. Kalbfl. 66 Pf.
»amfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
zZutter IM 10 Pi—. vper Vf.

Aan biete demn GIüeke die Hamch?
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enehmigt und garantirt ist.

pie voriheilafte Finrichtung des neuen Plares ist derart, dass
m Lacie von venigen Monaten durch 7 Verloosungen 49,600 Gæ-
M sSicheren Entscheidung Xommen, darunter hbefinden sich
Tauptsfer von evontnell R-M 475. 000 speciell aber
Gewinn 649 Gewinn 2,000
Bewinn 2,000 Jewinne a M. IO, ooo
Gewinn 20,000 dewinne à MA. 3000
Je winn 30,000 Jewinne 3000
Jewinn ,000 Jewinne a 1000
Jewinne ,000 Gewinne a 2400
Jewinn a 2*000 Gewinne a M. 1200
Gewinne a 2000 321 Gewinns a MI. 500

Gevime à A. 33,000 700 Gewinne à MN. 2350

Gevinme a M. 20,000 28. 015 Gewinne 2 M. 138

zGevinne à M. 18,000 ote. ete.

Die Gevinnziehungen sind planmãssig amtlieh festgestellt.

Zur nacheten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staate
arantirten Geld-Verloosung kostet

guntes Original-Loos nur Mark 6
aalbes *
viertel IL/Aä

Alle Auftrüge werden rosort gegen Pinsendung, Fosteinzahlung
oder Nechnahmeé des Betrages wit der grössten Sorgfalt ausgefuhrt
cæait jecdermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
Original·Loose selbst in Banden.

PetMfen veräden die erforderlichen amtlichen Plãne gra-
tis beigefugt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten
maufgefordert amtliche Listen.

i αααuse der Gewinne erfolgt stets prompt unter 8taats·
qarantio und vann durch directe Zusendungen oder auf Verlangen
ecenten durech unsere Verbindungen an allen grösseren Platzen
Deutschlands veranlasst werden.

ιecte var stets vom Glücke begünstigt und hatte sich
lieselbo unter vielen anderen bedentenden Gewinnen ofimals derl
creten Haupttreffer zu ersfrenen, die den betreffenden Interessenten
rect ausbẽzahlt wurden.

Voicutlich xann bei einem solchen auf der solidesten
Rasis gegrũndeten Unternehmen uberall auf eine sehr rege Bethei-
igung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher,
A ae Aufträge xεũhren z2u Köônnen, uns die Bestellungen baldiget
nd jedenfalls vor dem SI. Mai d. J. zukommen zu lasson.

Kcaufmuonn &amp;æ Smon,

Bank-und Wéehsel-Geschaft in Hamburg

in- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. 8. Wir danben hierdureh für das uns seithor geschenkte Vertrauen
d indem wir hoi Beginn der nenen Verloosung ꝛur Betheili·
rung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, dareh
tetꝰ prompte und rcelle Bedienung die volle Zaufriedenheit
er get urton Tntaressenten 2u ersangen, nD. 42⸗.

— *
Auszug
nus den Registern des Standes⸗
amtsbezirkes St. Ingbert pro
Monat Apris 1878.
A. Geburten:

1. April. Karolina, T. von
Valeatin Krebs. 2. Bertha, T.
on Ludwig Oberkircher. 8.
—XLL
juker. Maria, T. von Ludwig
Sicawar:. Nikezsaus, S. von
———— — —3

xenien e Geua don Femeß in E Inngbert

duν ,u. 9 Viaurtid.
T. v. Georg Kiehl. 6. Joseph,
5. v. Philipp Schwarz. 9.
datharina, T. v. Peter Schu⸗
macher. 10. Maria, T. v. Peter
Junsfleisch. 11. Anna, T. v.
Wilhelm Strieby. 15. Mag⸗
dalena, T. v. Joh. Jos. Heinrich.
Philipp, S. v. Johann Hüppchen.
Anna, T. von Michael Weber.
16. Johann Joseph, S. von
Johann Schäffer. 17. Josephb,
5. von Karl Feichtner. Elisa⸗
hetha, T. von Jalob Selzer. 18.
Magdalena, T. von Peter Lang.
Johann, S. von Louisa Trier.
Phetzppina, T. von Daniel
Schorz. 19. Peter, S. von
Peter Gries. Elisabetha, T.
bon Joseph Steinselz. Philip⸗
pina, T. von Peter Wagner.
21. Albert, S. von Peter Weiß⸗
gerber. 22. Charlotia Maria
Ernestina, T. von Heinrich Todt.
23. Johann, S. von Georg
Stalter. Anton, S. von Adam
Staß. Rosina, T. von Philipp
reischet. 24. Johann, S. von
Nkolaus Ochs. 25. Sophia,
T. d. Heinrich Wolter. Berlha,
T. von Joseph Hellenthal. 29.
Peter, S. von Peter Thomas.
Maria Katharina, T. von Hein⸗
rich Ka'ser. 80. Johann, S.
d. Peter Schmelzer.

B. Eheschließungen:

6. April. Philipp Heinrich
Thrist mit Elisabetha Müller.
27. Friedcich Wilhelm Reiß mit
Tharlotta Klum. Peter Kreischer
nit Sophia Werner.

C. Sterbfaͤlle:

1. Johann, 8. M. alt S.
‚on Jean Peters. 3. Anna,
10 J. olt T. von Joseph Morlo.
5. Magdalena Schöser, 72 J.
ilt Ww. von Jakob Kuhn. 7.
Beorg Dessland, 43 J. alt, Ehem.
;on Anna Rubel. BVarbara
decker, 19 J. alt T. von Jakob
Dicher Ww. 8. Elisabetha, 9
VPe. alt, T. von Peter Nothof.
helena, 14 Ta. alt T. von Peter
298. 9. Peter, 4 M. alt S.
von Johann Becker. Elisabetha,
.IJ. 6 M. alt T. von Ludwig
daberer. 12. Jalob Peters, 23
J. alt Ehem. von Maria Kohl⸗
sofer. 14. Kerol na Scank,
38 J. alt Ww. von Ludwig
Stenger. 17. Peter, 6 M. all
5. d. Georg Conrad. Peter,
13. 9 M. all S. von Martin
Schwab. 18. Margaretha, 3
J. alt T. von Peter Joseph
jung. 20. Nitolaus Georg, 19

.alt S. von Johann Rung.
421. Jojeph Peters, 53 J. alt
Fhem. von Maria Ripplinger.
Zarolina Kneib, 49 J. alt Ww.
don Jakob Müller. Maria, 8
M. alt T. von Joseph Klein.
22. Peter, 2 J. alt S. von
deinrich Reidelstürz. 25. Jakob
3 M. alt S. von Joseph Leon
dardt. 28. Katharina, 2 J.
11 M. alt T. von Mariin
5chwab. 29. Ludwig, 1 J. 6
s. alt S. von Michael Zim⸗
aermann.

Der Standetbeamte:

E·.q er.
        <pb n="269" />
        ⸗ ¶ 90
—
—N ⸗
der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöo hentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Vei
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Sanustag und Sonntag. Der Abonnementspreis vetragt vierteljahrlid
mart 40 R.⸗Plg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts atit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 74. W Son tag, den 12
on „den 12. Mai ——

2

Deutsches Reich.

Mäünchen, 8. Mai. Im Militärbudget jür das Etatsjahr
1878 — 79 ist Vorsorge getroffen, daß den noch zwölfjähriger Dienst⸗
seit mit dem Civilversorgungsscheine aus der Armee ausscheidenden
Unteroff ciren eine einmalige Beihülfe von 165 M. gewährt werden
ann; diese Bestimmung soll rückwirtende Kraft für die seit dem
1. April Jl. J. Ausgetretenen erhalten. (Analoz einet für das
Reich vorgeschlagenen, aber noch nicht Gese gewordenen Bestim⸗
mung.) (N. C.)

Berlin, 2. Mai, Nachmittage.) Als Englands Forderungen
detreffend die Abänderung des Stefanovertraged nennt mon: 1)
die Begrenzung Bulgar'ens derart, daß der territoriale Zusammen⸗
zang der Türkei gewahrt bleibt, 2) das Besaßungsrecht der Pfotte
d den bulgarischen Festungen und 3) das Verdleiden von Kars
und Batum bei der Türlei. *

De „Probinzial-Correipondenz“ stellt den S ch luß des
Peich 6:496 für die Woche vom 20. bis 25. Mai in Aussicht
and bezeichnet als nothwendigerweise noch zu erledigende Auf ahen
die Erquete:Vorlage, die G werbegesetze, die Rechtsanwaltsordnung
and die gerichtliche Gebührenordnung und neben einigen kleineren
iber dringlichen Vorlagen womöglich auch den wichtigen Gesthent⸗
wurf über den Verkehr mit Nahrungsmittel“ Die verrauliche
Bereint arung zwischen dem Präsidium und der Regierung übir die
inbedingt zu eiledigenden Aufgaben werde demnäqfst erfolgen.

1

erst wiedet in einer Berliner Klinik erlennen. Einem 201ährigen
Dädchen, welches durch Scropheln die Nase eingebüßt, sollte eine
Unftliche aus der Stirnhaut hergestellt werden. Sie lag bereits
auf dem Operationstisch und die Chloroform⸗Narlose fing schon an,
hren Geist gefangen zu halten, als sie noch zulezt die Worte dem
Dperateur h nhauchte: „Aber bitte, Herr Gehemrath, wenns möglich
ist, 'ne iom'jche !“

FEine Fabrik ums„ fl. Am 15. April wurde bei dem
reisgerichte in Tabor die Taborer Altienmalziabrik und Geireidehalle.
velche im Jahr 1872 mit einem Kostenauiwande von 150,000 fl.
ercichtet, im Jarre 1874 sammt Geundfsfücken, auf 204.000 fl.
freiwillig und im Jahre 1877 auf 110.700 fl. er eutiv abgeschäßt,
iag der dr tien exetutiven Feilbietung um den Messtbot von 5 fl.,
sage fünf Gulden, von der Taborer Sparkasse erstanden. Die Spar⸗
dafse trai als einziger Kaufer auf. Noch an demselden Tage wurde
derselben von dritier Seite eine Kaufofferte von 36,000 fl. überreicht.

Die hohen Absagtze. Professor Busch in Bonn
Jielt über die Fußbekleidung und die hohen Adsätze der Damen in
er lezten Sitzung der niederrheinischen Geselljchast für Natur⸗ und
deiltunde einen Vortrag, welcher Verbreitung verdient, demt die
zelehrenden und warnenden Aeußerungen eines so berühmten Chi⸗
urgen allenthalben so zeitig als mönlich beherzigt werden möchten.
Zunächst besprach Projessor Busch den Bau des Fußes im All⸗
jemernen und demonstrirte an Abgüßffen sowohl die normale Ferm
ais auch die häufigsten Abweichungen von derlelben. Sodanng ving
stedner zu des gebräuchlichsten Fehleen bei der Anferligung der
rußbelleidung über und verwe lie am längsten dei dem jchon einige

Nale in der Geschichte der Mode aufgetauchten, dann wieder ver⸗
chwundenen und jetzt wieder eingefuͤhrten Stödelschuh. Er will
nicht sprechen von den häufigen und zuweilen lebensgefährl chen
Berlezungen, welche er durch dieses scheinbar unschuldige Ding hat
ervorbringen sehen, sondern will nur dessen Einfluß auf den Fuß
uind das Gehen belrachten. Wenn wir aus der Mirtellage des
Fußes, weiche wir beim Stehen einnehmen, vorwärts schreiten, so
vickelt sich der Unterschenkel am Fuße, der Fuß am Boden ab.
Deese Bewegung geschieht hauptsächlich im Sprunggelenke und den
Zehengelenlen. Freie Bewegung in diesen ist Bedingung fülr ein
nicht ermüdenden elastisches Gehen. Wenn wir nun ein Gerüst
unter dem binteren Theil des Fußes aufbauen, so fiellen wir den
Fuß mehr oder weniger in eine stumpiwinkelige Beugung und jetzen
sadurch den untern Thel der Zehengelenke und den vordera des
Zprunggelenles außer Spiel. Deßwegen muß die Trägerin des
Stöckelschudes das Bein mit fast ste f gehaltenen Gelenken des Fußes
orwärts setzen, ungefäahr in der Bewegung,. welche wir bei Pjerden
Sieppen“ nennen. Der Gang erhält hierdurch, wenn wir ihn
vit dem elast schen schwebenden vergleichen, etwas Auffallendes, und
da auffallend so oft mit schön verwechselt wird, so bdürgerte sich
der Stöckelschuh in der Frauenwelt Europas bald ein. Der aus⸗
ebildete Fuß der erwachsenen Frau erleidet durch den hohen Absatz
eine dauernde Formoderärderung, er ist nur leistungsunfähig und
s bilden sich leicht lästige Schwielen in der dauernd gedrückten
Hhaut vor dem Minelfußlöpfchen. Außerdem egtwickeln sich zuweilen
sarmäckige Knieleiden durch Ueberaustrengung des Kniegelenles und
einer Sireckmuskeln. Seihst im Siehen ist die Musleluanstrengung
rothwendia, da der Fuß auf einer geneigten Ebene steht und beim
hehen haben die Trägetinnen des hohen Adjates dieselde Anstren⸗
jung füt das Knie, als wenn sie dauernd bergab gingen. Der
ildsame Fuß des jungen Madchens hingegen kann durch diesen
Z ruh in einen absjcheulichen Hohlfuß verwandelt werden, welcher
zeim Auftreten gar nicht mehr sedert. Dite Entsthung dieser
Mdode wird wohrscheinlich ebenso wie die der Crinoline darauf zu⸗
rüchsaführen sein, daß sie urspringlich besti umt war, eine Unschon⸗
heit zu verdecken. Ein salauer Jünger Crispin's hat wahrschein⸗
uͤch mil dem hohen Absotz zuerst den unschönen Gang Plattfüsiger
zotrigirt. Plattfüße werden nämlich, wenn die Koöͤrperlast auf dem
stumpfwinkelig gebeugten Fuß einfällt, hohter. Wenn daher Je—

Ausland.

NKonstantinopel, 9. Mai. Die muhamedanischen
Uufständisgen vom Rhodopegebirge richteten an die Christen in
Tdefsalien und Mactdonien eine Preclamation, welche die letzleren
zu den Waffen tuft, um das gemeinsame Vaterland gegen den
zemeinsamen Feind zu veriheidigen.

Ein Telegramm aus Batum berichtet, die Russen haͤlten
divana occupiri; die türkische Garnison habe sich vor der russischen
ebermacht zurüägezogen, aber die iruhamedanische Bevöllerung sich
vedersetze z. der Einzug der Russen Jei eist nach eiunem Kanpimit
der bewaffaeten Bevöllerung erfolgt.
Vermilsqhtes.

t In Zweibrücen machte Frau G., eine tüchtige und
leißige Geschäftefrau, ihtem Leben durch Erhängen ein Ende.
7 Aus sttaiserslgutern, 7. Mai, schreibt die „Pf.
B.: Vorgestern Abends 9 Uhr verduiitete tin hi siner Wirth zum
größten Ersiaunen seiner zahlreichen Gäste, und nachdem sich die⸗
seiden von seinen dinterlassenen Biers, Weine, Cigarren⸗c.Schulden
aicht restauriren konnten, mußten sie in der Nochbatschaft ein Faßchen
Bier tiquiriren, bei welchem die Gesellscha't sich dis zur späten
Mitternach astunde auch ohne den Wirth köstlich unterhielt. Dem
Fiuge dieses sauberen Vogels, dem sine treue Ehdehälfte vorher den
Weg bahnte, ist man ouf der Sdur und wird die rächende
Nemesis ihn eie len. — In dem Garten des Herrn Victot Neu⸗
zauer in Reustadt sind an den Weinstöcken bereits de Blüthen
ju sehen. In den ersten Tagen des Wonnemonais allerdings
eine großge Sel:enheit. — Das Poltzeigeticht in Speier verurthe lte
zen Kaumann J. B. Fell von da wegen Feilthaltens von ge⸗
—IIL

pAus Würtfemberg. Am südlichen Eude der rauhen
Ab, in der Gegend von Ebingen, haben am dorigen Sonnabend
ch mehtere Gewuͤter in Wolkenb:üchen entladen und großen Schaden
angerichtet. In Pfafflingen stand das Wasser deei Fuß hoch und
ettranken einen Schaser 653 Schafe im Scofftall; in Margarethen⸗
hausen wurde eine Menge aufgeschichtetes Holz fortgefübrt, in Zelu
dausen disgleichen viel Bauholz xc.

æaiserin Augufta heat vom Kaiser Alexander das
Berdiensilreuz jür freiwillige Krankenpflege erhe ten.

4 Daß die Eitelleit die Fraueu selbst in den Augenblicken
ger größten Angst und Aufregung wicht verläßt, lonnte man neulich

1
        <pb n="270" />
        mard deutlich eupfiudel, daß er mit einean hohen Absaß besser geht
als ohne denselben, so ist ihm entschieden zu rathen die Stelze als
orthopadisches Heilmittel fur seinen fehlerhaft gebauten Fuß beizu⸗
behalien. Die der Mehrzadt nach' schön gebauten Füße unserer
Landezmänninnen wünschen wir aber dem elastischen, fvwebenden
Setrune wiederg geben zu sehen, dessen Verlust niat aufgewogen
wird durch die scheinbare Verlürzung, welche der Siöckelschuh dem
Fuße verleiht.

FHamburg, 7. Mai. Gestern Abend ist die Pulder ·
sadrit der Schalau (unwent Blankensee) in die Luft geflogen. Es
sind X Personen todt, 5 schwer ver unde. —

Der Vesnv, FürnBismard und Shatkes
jpeare. Der geisivolle Correspondent der „N. Zürige Zig.“,
Vir. Wyl, ziett in einem Feuilleton- folgende Parallele zwischen
rem Fürflen Bismaick einerseirs und Shakes: eare audererseitẽ.
„Ich suudire an seinen Linien berun und finde eine Menge fei⸗
ner Unterscheidungen, wie dei Guido Reni, wenn er nach dem
Nacten zeichnet. Womit foll ich Dich vergleichen, Elter Feuer⸗
ropi7 Ich denke hin und her und verhfalle zuerst auf Bismarck und
jeine Huliung in der orientalischen Fyage — alle Welm weiß, daß
er schrecklch 1oSbrechen kann Und doch rüenrt er sich nicht, und Nie⸗
mand weißß, wann den großen Ausbrüchen von 1866 und 1870
rin neuer foigen wird. RNicht übel, sagte ich mir, das klingt
portisch und zeigt, daß du dich auf Politit verstehst. Als Po.t
muht du aber eiwas Anderes finden. Ec verhält fich zu unser
Einem wie Sholespeart, janst du? Warunm Weil er bold
neblich, dald schreclich ist, weil er, odwoal das Feuer aller
Leidenschasten im Vusen bergend, steis mojestätisch übec allen Er⸗
scheinungen thront, weil er, was um ihn auch vorgehe, alles groß⸗
arig wiederspiegelt, sei es Morgen oder Abend, Lenz oder Winler
und weil er feldst dann majestärisch runt, wenn seinem Fruer⸗
mande unendliche Gluthen entuedmen, weil wir armselige Zwerge
fiud, und er ...*

4 3wei Pariser Velocipedisten, Baton von
Graffenriero und Herr Baumailléè haben kürzlich die aroͤßte Fohel
betudet, die jemais mit einem Velociped gemacht worden ist. Sie
berließen Prris am 16. März, durchschninen den Westen, die
Mine, den Süden und den Südosten Franukreichs, das nöͤedliche
Italien und die Schweiz und behrten am 21. April zurück, nach⸗
dem sie in 40 Tagen 800 Mieilen gemacht. Auf di se 40 Tage
I 1530 Jabre alt.
Herr Baumaillé ist derselbe Velocipedist, der im Jahre 1875 die
Reise von Paris nach Wien in 12 Taen zurüdgelegt hat, die⸗
Jelde Reise, zu welcher der ungarische Lieutenant Zubowetz mit sei⸗
ner famosen Stute Caradoe vierzehyn Tage brauchte. Herr Bau⸗
maills* hat in den Utzten zehn Jahren ungefäht 27,000 Meilen
auf dem Velociped gemacht, also füafmal so diel, als der Erdum⸗
kang beirägt.

Das Einkommen der Extaiserin Eugenie benagt

nach euglischeu Blättern 680, 000 Fronct und dabei ist sie die Be⸗
ielin von Camilia House zu Chselhurst in England. Sit ist
sehe stark geworden und kleidet sich jezt so einfach, wie die Konigin
Viltoria.

pNom. Die Erben des Cardinals Antonelli haben die Ap⸗
pillation gegen das ihnen unxünstige Erkenutniß (in dem Projeß
des angebuchen Tochter des Cardinals gegen sie) eingele t. aber erst
ain Tage vor Ablauf der Frist. Als Gründe ihrer Appellation
haben sie angefahrt, das Urtheil des ersten Richters verletze die
Grundsätze der Gerechtigkeit, der narutl chen, moralischen und so⸗
tialen Ordnung.
1273 Personen ertrunken. An der spanischen Küste
ereigrete sich am 23. v. Mis. ein schrechtiches Unglück. Morgens
jrüh waren von Santander 31 Fischerbote bei leichtem nord ðst⸗
lichen Winde in See gegangen, die gegen 10 Uhr pfoßzlich von
einer schweren Böe aus Süd überfallen wurden, so daß es ihnen
nicht mözlich war, den Hafen wieder zu erreichen, selbst wenn ste
die Netze im Stich gelafsfen hatten. Anstatt nun die Ruder zu
denutzeñ, setzlen die meisien Böte. lange, schmale Fahrzenge ohnt
Dech gereff e Segel, und die Folge davon war, daß ein großer
Theil derselben keaterte, wobei 60 Personen ertraniein. Je San⸗
auder erregte die Nachricht don dem Unglücke große Wuth unter den
Pobel, der den Hafenlapitän ermorden wollte, weil derselbe die
Fijcher nicht vorher gewarnt habe. Nur mit bewaffneter Hand
onnte der Beamte den Händen der Mienge eutriffen werden.
Auch die Fischerflotten anderer Küstenstädte haben Verluste zu be⸗
tlagen; bei Laredo ertranlen 40, dei Colindres 28, ber Castto⸗
Urdiales 4, bei San Sebastian 5 und bei Bermes, einem kleinen
Dle von 2000 Einwohnern, sogar 136, im Ganzen 273 Per⸗
jonen.

r Die Amerikaner sind ausgezeichnet Ubiliche Leule. Ein
Mann in Illinon deschwert fich über die unregelmäßige Zusendung
einer Zeituug durch die Poft in folgenden zarten Worien: X
wünsche, daß mir der leßzte wöͤhentliche Waͤchter am Erie noch⸗
mals zugesandt wird; er ist in hiesiger Postojfice verlegt, verhu⸗
deit worden. Es ist ein übermüthiges, faules Satanspack, unser
Danvile Postpersonal. All mein Klagen über das Abhanden⸗
ommen meiner Postsaven dat dis jetzt nicht allein nichts genüßt,
jondern es wurde im Gegentheil nod shlimmer. Also jenden Sie
iha nochmals.

p Der öltesie Burger Minnesota's ist ein Deutscher,
Namens Herman H. Ahnemann. Dechelbe fleht im 107. Jahre
and lebt mit seinenn Sohn auf Pine-Island. Er wurde in Han—
nover geboren, war mit Napoleon in Rußland und unter den
jünf Uberlebeuden eines Regimenis, welche den grimmigen, russt⸗
schen Winter überstenden. Der alte Hert ist noch wohl und
nunter und im Stande, mehrtete Meilen zu Fuß zu gehen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
eege
—34 — b. Zum persoͤrlichen Nachlasse
Licitation. des Gutav Z x gehörig: ale
Montag, den 27. Mai 3. Pl.⸗Nt. 637. 34 41
xächsthu Nachmittags halb drei Im Flade Wohnbaus X
— Andau, Scheuer, Stall und
Oberharuser werden ver Heolraun und
dem damtt gerichtlich beaufiragten Pl. Ac. 63612. 3 420 gu
1. Notar Sausr in St. Ingbert —
die nachhin deschriebenen zu der einem Gange zum Bache.
ischen dem in St. Jnobert Das Ganze gelegen an der
berli⸗bien Hinttenbeamten Gustab doblenstraße zu St. Juader!
Zix und seiner auch verftorbenen jeben Johann Greweng's Ecden
swenen Etesrou Amalie Karitz und Ono Beiacad
destande nen Gürergemeinschaft so⸗ 4. Pl. Pr. 1499. 325 210
wie zum personsichen Nachlaffe ꝓo Ader auf dem gzroßen
des Gesteren gehörigen Liegen⸗ Slur. 1. Ahnung.
schajten im Bamne von Si. iaenedm rind-
Juerern der Abihe lung wegen— 1. Karl 3x, minderjähriger
Rfentich an die Meifidietenden —A
u Eigenthum versitigert, nawlich: e 8 g mit Anue
3 daase, welcher den Richard Si
—** —*88 Guterge⸗ sion, Fabrilant in Zwe brücden,
e. 133 66 um Vormunde und Karl Hoase,
78 Ine F —8 — Büter · Expeditor in Kaiferblau⸗
ut esflur ern, zum Beivormunde hat.
rchengut. 2. Die zweuchelichen Knder
Pl. Nr. 051, 951, ies Gustad Jix und der ge⸗
81 und 95124. 7 2 nanmen Amalie Kauß, Rameus
18 qm Garlen in den 2. Emilie Aung Katharina, d Saatluvinot
Dilmen osder Großdärten. IPoutine Anna Maria Josephine, lhbei M. Thierv.
Imer ue on . e —
Sltezu Illustrirtes Sountaagoblattee“ Nr. 10.

BadeAnllalt.
Maibädbder, sowie alle vom
Arzte verordneten Bäder können
jeden Tag geno nmen werden in
Erewneenias Bade Austall.
Das Heu und Ohmet
aui 3 Beet Wesen in den
Stegwiesen siad zusammen oder
in tinzelnen Beeten auf 1 Jahr
uu verpachten. *.
Wuiw. Jos. Neumaun.

Der Arbeiter⸗Bildungs
Verein sucht jur Einrichtung
leines Lokales
Tische und Stühle
zu laufen.

D-⸗- Vorstand:
Dercum.
Eine Fer uwohnung
destehend aus 6 ZIm er, Küche,
Keller und Speicher ist zu ver—
miethen.

Aus Berlangen konnen dieselben
getrennt oder auch möblind in
tinzeinen Zamern abgegeben
werden.

IEECCS

—RRBR

— —
        <pb n="271" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (S mal wõhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei

age) erscheint wöchentlich vlermal: Dieustag, Donnerstag, Samstaz und Sonntag. Der Aboune mentspceis veträgt vierteljahrlich

JWMark 40 R.Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Aus värts aiit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pifg vro Zeile berechnet.
M 75.

Dieustag, den 2M. Mai 1878.
—

Doutsches Reich.
München, 12. Mai. S. M. der König, in Schloß
Zerg eingetroffen, hat sofort Se. M. den deutschen Kanse: zur
zlüdlichen Bewahrrung bei dem Attentate auf's Inniefte beglückwünscht.

Berhin, 11. Mai. Heute Nachmitiag 82. Uhr wurde

ꝛin Mordversuch auf unsern Kuser verübt. Als derselbe in Be—
zleitung feiner Tochter, der Großherzogin von Baden, von seiner
jewöhnlichen Spazierfahrt nach seinem Pulois zurückkebren wollte,
prang ein Mensch unser den Linden, bei den Häusern Ne. 8 un
3, zwischen der Wilhelms⸗ und Kleinen Mauernstraße, hinter einem
Bäckerwagen hervor, und feuerte zwei Schuͤfst aus ein in Pebolver auf
»en Kaiser ab, der im offenen Wagen saß. De Großherzog n don Beaden,
uchte den staifer, der unverletzt blieb, mit hrem Körper zu decken —
aach anderen Nachrichten wurde sie oh mächtig — während der Jãger
zes Kaisers sofort vom Wagen sprang, um dea Pidrer zu ergreifen.
Dieser feuerte noch zwei Schüsse unter das Pudldum ab, ehe er
estgerommen wurde. Die Sautzmänner konnien ihn kaum votr der
Vollswuth schützen. Der Kaiser verließ fofert den Wagen und wurde
nit ungeheuerem Jubel begrüßt. Der Altentäter, ein langer,
jagerer, battloser Mensch von 23 Jadren heißt Emil Max Hödel,
zenannt Lehmann, ift ein Klempner aus Leipzig. Er wurde sofort
n das nächste Polizeibureau geführt und dorh in Gegenwatt des
Minifters Eilenburg, Lothar Buchers und Tessendorfs verhört. Er
zibt an, beschäftigung los zu sein, er habe sich erschießen wollen,
um die gegenwärtigen Zustär de und damit die Bedrückung der Armen
durch die Reichen zu constatiren. Er habe in der letzen Zert
ocialdemokratische Schriften colportirt, aber zul tzt Hunger gelitten.
Auch wurden dei ihm sociademokratisch⸗ Schriften und Bilder der
lais. Fam'lie gefunden (Einem andern Bericht entnehmen wir: Ent—⸗
rüstet wesst Hödel die Anschuidigung zurück, daß er den Kaiser hube
erschießen wollen, kann aber den inzw schen eingelaufenen Nuch ichten
nicht wdersprewen, daß er seldst soe glist sche Volksversammlungen
in Schleud zz bei Lipzig einberufen und abgehalten hebe und dort
ils Volksredner aufgetreten sei. — Doch dleibt er dabei, daß er
aus Noth sich selbst habe erschießen wollen, denn, sagt er, dem
zrmen Volt bleibt nichts Anderes übrig, wenn es nicht verhungern
vill, als sich selbst todtzuschietzen.) Als das Publifum erbitlect über
Hoͤdel herfiel, dat ein in der Nähe stebender Arbeite,, Ramens Krüger,
Jei seiner Mutter Weberstraß · 27 wohnhaft, das Publifum: Haut ihn
poch nicht so, er kriegt schon seine Strafe,“ diese Worke uͤnd das
zanze Benehmen des Krüger für den Altenläter verdaͤchtigten diesen
o, daß er ebenfalls verhaktet wurde, später jdoch da dessen volle
Unschuld sich erwies, freigegeben wurde. Alsed e Nachricht in Berlin
ruchbat wurde, bedeck!een sich die Hauser mit Fahnen und große
Menscheywassen stiömten zum kaiserlichen Palais. Die Minister,
Moltke, Gen⸗räle u. s. w. erschienen sofort, dem Kaiser Glüd zu
wünschen. Abends durchtogen unzeheure Massen die Gassen, vdie
Bolkehymne singend. Der Kaiser zeigte siih mehrmals auf dem
Balkon. Später begab er sich mit dem Kronprinzen und seiner
Tochler in das Opern⸗ und Schausp elhaus, wo er mit stürm ischen
Hochrufen und der Natiou lhymne begrüßt wurde. Bei der Heim⸗
ahrt stand das Volk überall dicht gedrängt, den Kaiser zu sehen
und zu bew llommen. Viele Straßen waren illuminiet,

Berlin, 12. Mai. Fortdauernd treffen an den Kaiset
Blückwunsch Telegramme der deutschen Fursten und der europaischen
Souberane ein. Der Großherzog von Baden trifft morgen per⸗
oͤnlich dier ein. Reichstags Präsident d. Forckenbed hat eine Audienz
zei dem Kaiser nachgesucht, deren Gewahrung heute erwa'tel wird,
ind ging desdalb nicht nach Kiel zu der dou statifindenden Kriegs⸗
— Stauff nderg nach Siel.

Berlhin. Die neuraigischen Schmerzen des Reichskanzlers
Fursten⸗Bismarck haben derart zugeuommen, daß sein Hausarzt,
derr Dr. Siruck ihm angerathen hat, sich füc längere Zeit von
ꝛen Geschaften, kernzuhalten. Dorf man Meldungen aus unter
richfetea paͤrlamenfarischen und Hofkreisen Glaudbea schenlen, so
würde der Reichskonzlet auf demngendeyn Wunsch seiner Famil

mnach der Erledigung der Srientfrage (H defin vive um seinen
Abschied nachsuchen.“* ( D. Mont.Bl.)
Ausland.

Wien, 12. Mat. Sämmtlicht Blatter sind voller Theil⸗
nahme betreffs des Allentals auf den Kaiser Wilhelm. Das
„Fremd⸗nblatt“ sagt: Die österreichtsche Nation beglück vünscht vor
allen anderen die deussche Nalion zur Errettung des Kuaisers. Nicht
allein Deutschland wurde se ne kräftige Hand und sein weises Haupt
erettet, sondern Oesierreich ein aufrichtiger Freend, Eurnpa ein
Fürst erhalten, der ein treuer Friedensiö derer sei und auf dessen
Einfluß es jetzt weniger als je verzichten lann.

Wise n, I2. Pai. Der Belimer Corrispondent der hoch⸗
zific dien Montagsrevue schreidt, die wesentlichste Diff renz zwijchen
kuglaud und Rußland ist die Ftage wegen Batum und zwar im
dinblick darauf, daß Batum ein wichtiger Etappenpurntt sur einen
Feldzug nach Indien z vischen Bojatnd und Oo ssa bildet. Dieser
Zunkt wird deiderseitig zähe festgebalten. Die Nachgibigieit freint
sur um den Preis anderer Conzʒ ssionen moͤglich. Angesichts der
Sachlage ist es rathsom,die Feredensaus fichten nicht mit den
Friedentwünschen zu verwechsin Gigen das Projekt, den
eutschen Kronprinzen zum Siatihalter bon Elsatz Lothringen zu
ernennen, besteht, noch einer Mittheilung desselven Correspondenten,
an allertöchster Stlle bestimmte Abneigung.

Paris, II. Mai. Fürst Hohenlohe eröffaete heute die
»eutsche Kunstausstellung im Ausstellurgspalaste. Er wurde von
der deutschen Ausstellungskommiffion und don dem Handels ministet
Teisserene de Bort empfangen. Deefem dankte er, Namens der
eutjchen Küustler für die wohlwollende Aufnahme derselben. Der
„Liberte? zufolge erwiderte der Handel ⸗minister, er schäte fich
zllücklich wegen der Toeeilnahme Deutschlands an der Ausftellung.
Dieje sei ein Pfand der herzlichen Beziehungen, welche zwaschen
heiden Völkern bestehen müßlen.

Paris, 12. Mai. Gestern gleich nach dem Bekanniwerden
es Atientates auf den Kaiser Wilheim beulückvünschie det Marschall
Vlac. Mahon den Kaiser tlegraph sch zu dem Fehlschlagen des ruch⸗
olen uttentates. Die biesigen Zeitungen sind einstimmig in Ver—
da mung des Attentates. — Oberst Denfert, der Vertheidiger von
Belfont, ist gestorben.

Paris, 12 Mai. Die Nachricht von dem Attentat, welche
in Paris gegen 6 Uhr Sonnabends dekonnt wurde, hat hier die
ebhafteste Sensation hervorgerufen. Auf detr deutschen Boisa aft
'and gerade ein Galadiner statt zu Edren der deutschen Weltaus⸗
tellungs Komm ssion. Es wurden auf den Kaiser nit dem qgrößten
knthesiaemus Hocht ausgehracht.

Rom, 11. Mai. Det .Courrier d'Italie“ meldet unter
borbehalt, daß die Verhandhungen wegen Abdankung des Bey von
Tuns zu Gunsten Frantreichs fortd auern; eine derartige Abiretung
osle eventuell als Gegenleistung für ein enqlisches Sarpten“ de
rachtet werden.

St. Petersbur g, 11 Mai. Haupifachlich der deutschen
Vermittlung, weiche dir⸗eln vie indirelt geuͤdt wurde und dem Frst⸗
zalten der deutschen Regierung an dem Siandpunkie der Wahrung
der europäischen Interssen allen Großmüchten gegenubder, ohne nach
der einen oder anderen Seite hin abzuweichen, st es, wie ich oon
juberlässigster Serte erfahre, zu danken, daß die Vereinbarungen
wiß nen hier und London einen friedli ven Verlauf nehmen werden.
die deiderseitigen Forderungen und Zugestandnisf sollen in der
Uuterredung Schawuloffs mit Bismara begen einander abgewogen
obrden sein und eine andere als riedliche Einigung

runmehr sast Uun möglich erscheinen lassen. —AV
auteten bisber noch nicht, werden jedoch baldigst erwartet.
Bermisates.
Su. Ingabert, 14. Mu. Auch der hiefige Krieger⸗
berein hat ein Glückwunch⸗ Telegramm an Se. Val. den deusichen
Kaiser gesandt.
        <pb n="272" />
        f Das diesjahrige pfal ische Hauptfest der Gustavb⸗ Adolf ⸗Stif⸗
sung wird in Kaiser 8184 utern abgehalten werden.

fKaiserslaurerun, 12.* Mai. Heute waren hier
Delegirie der Städte, in welchen die vier pfälzischen Bezirksgerichte
hren Sitz haben, versammelt, um sich wegen der Organisat on der
ukünftigen Landgerichte bei Einführurq der deutschen Jastiz Gefetze
jzu besprechen. Der Versammlung wohnte eine —Xä
pfalzischen Landlags · Abgeordneten bei, und sprach man sich ohne
Ausnabme für die Beibehauung der bisheriben Bezirksgerichts⸗
Fintheilung aus. Die Delegirten: Versammiung tkonstatirte denn
auch nach eingehender Erörterung der füc die Pfalz hochwicht gen
Frage, daß die sämmtlichen Delegirten sich für Beibehaltung der

etzigen Bezirksgerichts Eint heilung der Pfalz und Belassung der
—0 — die zukünfligen Landgerichte au
n Inleresse der Pfalz liegend einstinmig ausgespro hen haben.

oo¶ä̊e
v
I

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der

derren Kaufmann u Id Simon in Hamburg besonderz aufmerksam.

ẽs handelt sich hier um Original Loose zu einer so reichlich mit Haupt ⸗ Ge⸗

inden ausgesiatieten Verloosung, daß sich auch in unse rer Gegend eine sehr

ebhafte Betheiligung boraussetzen läßt. Dieses Unternehmen ver ient das

olle Verlrauen, indem die besten Staͤatsgarantien geboten sind und auch

sorbenanntes Haus durch ein sieis streng reelles Handeln und Auszablung
ahlreicher Gewinne alliseits bekannt ist.

2 432
Licitation.

Montag, deu Z3. Juni
aächsthin, Nachmittags 4 Uhr
u Rohrbach in der Wirth⸗
ichasit von Johann Abel,
werden vor dem unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten kl.
Notar, die nachstehend bezeich⸗
neden, zum Nachlasse der zu
Rohrbach verlebten Maadalena
Bender, gewesenen Wittwe
des daselbst verstorberen Acketers
Georz Valentin Bohnert, ge⸗
hörigen Liegenschaften, im Baune
boa Rohrbach, der Abtheilung
vegen, öffentlich an die Meist
hieienden zu Eigenthum ver⸗
wigert, als:

—

im Ader hinter dem Spieser
Flur oder auf dem Tum⸗
melplatz veben Peter Hein⸗
tich und Jakob Zimmer—
mann.
Pl.⸗Nr. 147411. 9 a 54
Im Ader am Spiefer Flur
eiste Ahnung neben Johann
Behring und Valentin Boh⸗
nert.
Pl. Nr. 882. 114 24 qm
Ader hinter der Neufelder⸗
Ahuung neben Niltolaus
Bender, Wittwe und Peter
Wagner.
Pl. Nr. 1549. 13 a 63
Im Acer am Spieser Weg
neben Peter Heucich und
Johann Schiel.
kigenthümer sind:

L. Die minderjahrigen Kinder
les verstorbenen Georg Bohnert,
weiland Schmelzarbeiier, als:
J. Valentin, b. Anna und 6.
Matia Bohnert, weiche den nach⸗
zenannten Jakob Gölzer zum
Hormunde und Jalod Wahrheit,
Tagner zum Nebenpormund baden.

3. Peter Bohnert, Schmelz
arbeiter.

3. Valentin Bohnert, Kessel⸗
chmied.

4. Marx Bohnert, Fubhrmann
jur Zet Soldat im k. b. 8. Inf.⸗
Reg. in Metz.

5. Ensadetha Bohnert, Ehe⸗
rau von Peter Wagner Ma⸗
chinenichlosset.

6. Katharina Bohnett, Ehe⸗
jrau von Jodann FI denger,
Bergmann.

J. Anna Bohnert, Ehefrau
don Ado!ph Hussong, Bergmarn.

8. Martia Bohneit, Ehefeau
von Jokoh Gölzer, Beramonn.

Alle in Rohrbach wohnhait.

Si Jagder, 14. Mai 1878.

Zauer, k. Notar.
— — — — — — — — — — ⸗
Tedattion Truck und Verlag von . x. Temen in Sirert

Einladung.
Da viele Stimmen lauf wer⸗
den, unn einen
Geisen⸗Verficherungs⸗
Verein
lin ährlicher urt wie der Vieh—
Versicherungs Verein) hier zu
rüsden, so laden wir Alle D'e⸗
en gen, die sich daran zu bethei⸗
ligen gedenken, zu einer nähern
Besprechung auf Sonntag,
den 19. Mai, Nachmil⸗
ags 8 Uhr in das Wirthe
chaftelokan von Georg Stief
m Ort hößflichst ein.
Mehrere Theilnehmer.
Pfälz. Eisenbahnen.

— — —

fahrzlan vom 15. Mai 1878.
von St. Ingbert nach Zweibrücken
ꝶ io:; 122 380 7.
von Zweibruͤcken nach St. Insbert
710 920 1218 518
von Zweibrücken nach Homburg
Ras 72* 10*80* 1228 420 60 820 g8b0
don Homburg nach Zweibrücken
62 918* 11260* 1160 417 6⸗* —
don Homburg nach Neunkirchen
61i⸗0 922 1126* 404* ger
don Neunkirchen noch Homburg
6 7uoα I28ο ν qsο.
von Homburg nach Kaiserslautern
628 727* 120* 6** ges
hon Kaiserslautern nach Homburg
dur dSe Sio 11 10460* 34 740.
don Zweibrücken nach Landau
s 7aäα J 2zio 314 (nach Pirmasens) 8*
don Landau nach Zweibrücken
82 1 4220 7808
von Landstuhl nach Kusel
7 800 410 853.
Zzon Kusel nach Landstubl
tze gat 12 50

Abfahrt

in St. Ingbert von Zweibrücken
gie Joeo 128 —X 10.
in Zweibrucen von St. Ingberi
681 11* 1e⸗ 50 8
in Zweibrücken von Homburg
Gᷣe 9⁊o⸗ 128 120 50 7 10.
in Homburg von Zweibrücken
311 7240 11184 1220 4260 6268 g800 —
in Homburg von Neunlirchen
822 72e2 1262 687 —
in Neunkirchen voa Homburg
Gao 9as 2Zu8 LIaß* b0 9.
in homburg von Kaiserslautern
Gir 90 Is LIet 4. S.
Kaiserslautern von Homburg
?24 Bat 124 Le Taο IOο.
n Zweibrücken von Landau
—A
a Landau von Zweibrucken
72 92. 26 782
Landstohl von Kusel
7ꝛe 11* 127 710
Nusel von Landsuhl
8e 1015 Bs Oso.
vvbederntet Schnellzug.

Aukunft
        <pb n="273" />
        22
2522—3 22
35s3s5 35 3 333 75 335 —A
2 * 3 2 2 2
—288 — 255353* ẽ ẽ 253 53535355355555537
— — 24 F —*7X * 35 5753
5335—ẽ85 »571 373 37 2223 38338 3883368
— — — — — —
—— ——— 53235 553 33 73832 8 3333322337
——— 2 22* ** — 2
52353 55 5 82*887 5,65 25 —5 33 —— —S— 22238838
E, * — * —A — m22 —— 238 2 —A— —
585*3 J 353537 c56 26 — —
333 ——— 3 3373 55*
333837 333 553358 3 738
5322—2 —52 32522538 833 — — 532086238
55 3 — 5352228 —— 27
— —* 278 8 —A 55355533357 ẽ 253 mA — 35272* 2
—3335* 8 — —5——533233 — —— 5838 ——
32S —A BE3 5 57 5—5 * * — — —235 s—13255*3
— — 32 55335* — 25 82228 32 —3522 — —
5238—328 332353378 327222. 37 5 323553 335333—33882537
aA —A 5*58* — 5222 —333*8 22852358
532855 2—52 70837
5 ——— — *8* 3— — 25 322. * — 282 2 *
* —23—382 3 —
—— — 5232 533832323562* 2558 573333333263358 223
237252 55—720. 3z335255 2326 522553335 238
— — ——— 525 2822733 222257 2*83
22* —A — 8 * * 8 * 7 * FC. * 2
3826 J
557—3 33 528 ——ã— 262 833382588—
—R533E5 55*3 2288 78583533 1535 — 2287 — 2380 *
&amp; 2 2 5 7232 25 2 5 2 — 258538 —A —— 2
5—2 — 22* 8* * 3 2 252355 22258
—92 2 2. 5. 523 z353333 686
— J—
—*
— *32
2 32228 * —
17 53 55 —— F
F 84* 275 2 33328 — —
— — 53 25828873*
38 53 335335* 52 — FA 2 8* — * — 53252 * 3235
558 3853.,33 — 6535383 53 237 355353888 *
2 2 3250 52535 258 2 — æ *222223 3 — 28
—A —— — — 87 32* 7 7 —5229 2 255
5*552338535 cx 55080 2 2 —e 7 ——— S6
— 5—53522382353 s — 23 353 k3 —— 5
5523 5352 — 2. —A 2 ð — 532 ——2857
383355555563338* 7 6 45 35233323 *
— —— 5S716 2 —Ax— — —A—
3338355638 53 25 55 ———— 33
2 * 7 2 ** —9
33 358333 s55 28 633 —5533s53332 32
2B23* *88 — 28 2 5 75 25333 A
— J S52 —A 2 2* 22 — 2 3 28 3253 ä33 38
— 3——5—323332338 — *27 2* 5 S *
228— — 5 — ———— — 2 585 —— — 7 * 8 —33 —— — z 88
138288 353 335254 555 z553 5s8 — — 383— —33352*
22 *5s 253 223 * 5 —⸗ D —5* 2 8h 2 * — 223 282 5*
* 522 — —* 22 5 * S 523835233 328 8
— —A —— * 2 2*8* — 2 22 o * — —223* 522523 2
—* ⸗⸗88* 5 2 —A— 88 23 5—588 —*227 *
2228 s—782z55—3356535522 5z52z323 5 325 2232 * —53325
5 . — —35—— 25 32 5 3 5 —7 3
2 — 2 2** 2 — 2 2 2 — —— —

* 23 5 *— ⁊* *— 2*2 an — 2
33 857 —53883 375337334336587
2 7 — * — —— * 2 322.* — 2 2
822338757555353 22328 —233—533— 536*75* ——558
33s5555335733235325535 — q26
— — * 2* 8* — — * 27 225 — —
— — V 5338—3883327228* 55 556 853

— 3235 555582 2 2 5 8 2 52 *5* *
7 — — * 2— 2 — *
55532555285 ES 2 46⸗08

—A— *

— — —2 2 222 22 2 222 * — — ⸗ ⸗ —— —A
2 555 —A 53 3532 . 7838 53 525535575
2—535 22353 3 2 2 2 * c 35 55525—5
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        St. Ingberler Anzeiger.

—
— ——⏑ —72——————
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

tage) erscheint wochentlich pBiermalz: Dienstag, Donuerstag, Sanstag und Sonatag. Der Abounementspreis betragt vierteljhrlich

JWarlk 40 N.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts aitit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclkamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
76

Donnerstag, den 16. Mai 1878.

M MWhdMWcheVc

Deutsches Reich.

Berkhin, 183. Mai. Ein ipspirirter Wiener Brief der
Norddeutschen Allgemeinen Zig.“ sagt über das österreich sche Pro⸗
zramm zur Lösung der grientalischn Frage: Die österrrichischen
Interessen diktiren die Aufstellang einer Armee in Ossgalizien, einer
Urmee in Siebenbürgen und einer Armte im Banat; ferner eines
KRorps in Süddalmatien, sowie die Okkupation Bosniens und
der Hrzego vina und allen turkischen Gebietes zwischen dem
Adriatischen und dem Aegässchen Meere mit den Grenzen im Eü⸗
zen vom Golf von Valona bis zum Golf von Salonschi und im
Osten von der Ostarenzse Serbiens bis zum Busen vor Orfano;
endlich sei die E«tsendung eines Panzergeschwaders an die Küste
pon Albanien und eines solchen an die Küste von Macedon'en
nörh'g. Ferner dürfte der Abschluß von Militärkonventionen,
Schutz⸗ und Trutzbündnissen, kurz die Einleitung einer Ocganisirung
Rumäniens, Serbiens, Montenegros und oller von der Türkei noch
veiter sich loslösenden, die österreichischen Interessen tangirenden
The'le mit Oesterreich ⸗ Ungarn zu einem Staatenbunde, ungefähr
nach dem Vorb elde Deutschlands(Lk), kaum weiter von der Hand
zu weisen sein, wobei die von der Türkei bereits losgelösten oder
siich noch loslöseuden Theile theils mit Montenegro, Serbien und
Rumänien zu vereinigen oder als selbständige Bundeszlieder zu
onstituiren s in werden.
NAusland.

Wien, 14. Mai. Der Zusammeuntritt des Kongresses ist
weifellos, Ort und Zeit aber noch unbest'mmt. Ersterer hängt
von dem Befinden Bismards, letztere von dem Gortschakoffs ab.
Wird dicser, wie allgemein angenommen, durch Schuwaloff
ersetzt, so verzögert er sich wahrscheinlich. Der Kongreß
hat dann aber um so größere Aussicht auf fsiried—
iche Beilegung aller Streitigkeiten.

London, 14. Mai. Der Locdmahor und die Geme nde⸗
dertretungen von London üdermittelten dem Deutschen Kiiser tele—
zraphische Glückwünsche. — „Advertiser“ meldet, dis erste Armee—
rorps sei beordert, sich zur Einschiffung am 28. Mai bernit zu halten.

London, 15. Mai. Gestern Abend brachen in Folge ernes
Arbeiterstcile ernste Ruhestörungen in Bladbur⸗e aus. Eine große
Masse von Strikenden durchzogen die Straßen, warf⸗n die Feuster
in den Hauptmühlen ein und zerstörten die vordere Seise des
Hauses des Arbeitgebers Horndy. Letzterer wurde durch Stein⸗
würfe verwundet. Das Haus des Obersten Jackson, des Vor⸗
ätzenden der Arbeitergeber-Vereinigung wurde in Brand gesteckt und
gänzlich zerstört. Starke Abthe lunzen von Infanterie und Cavalerie
ind angekoumen. Der Tumult dauert fort.

Konstantinopel, 14. Mai. De Verhandlungen wegen
Raumung der Festungen von Seite der Türken und gleichzeitigen
Rüchzugs der Russen von San Stefano sind, wie dem Wiener
„Telegrapaischen Corresp.Bureau“ gemeldet wird, gescheitert, da
der Rückzug plan des Generals Totleben in Petersvutg nicht ge
nehmigt wurde.

Amerika. Neulich veröffenslichte daz „Frank. Wochenbl.“
ꝛinen ihm von einem in Amerika lebenden Frankenthaler zugeko me
nenen Brief, in welchem alle Aubwanderungslustigen vor einer
debersiedelung nach Amerika gewarnt wurden. Jüagst ging ihm
ils Gegenstück der Brief eines anderen Landmannes zu, der also
iautetz „Chicazo, 23. April 1878. Geehrter Herr! Den in
Ihrem gesch. Blatte vom 4. April a. c. vrröff ⸗ntlichten Brief eines
Frankenthalers aus Litne Falls muß ich mir doch etlauben zu
herichtigen. Ich rathe allen sogenannten Kaufleuten ab, nach
Amerita zu kommen, ebenso auch Handwerkern, als Schlossern,
Badern, Metzgern ꝛc., da wir adsolut keinen Zuwachs nach unseren
zroßen Städten bedürfen; aber boegehrenswertheist auf der anderen
Seite eine Besicdelung der reichen Ackerbaud ste'cte der Verein.
Staaten durch eine fleigige, mit der Landwirthschait vertrout⸗
Bevöllerung, die Rier in verhälimaßig kurzer Zeit zu einem Wodl⸗
dand kommen wird, von dem sie sich nichts trüumen laßt“

Vermischtes.

T Am Abend des leßtoerflossenen Sonntags hat ein junger
Zursche in Habkirchen einen andern nach vorausgegangenem
Wortwechsel erstochen. Der Thäter hat sich der k. Gendarmerie
in Zwerbrücken freiwillig gestellt.

FHomburg, 13. Mai. (Nord versuch.) Ju der
Pecht vom 12. auf den 13. ifd. Mts. feuerte ein Bursche von
dirkel mehrere Revbolverichüsse auf seine frühere Geliebte von Ab⸗
tühlerhof ab; mädrend sich dis Madchen in Begleitung ihres
Bruders und eines andern Burschen von der Tanzmusif kowmend
nah Hause begab. Die Verletzungen sollen nicht erhend sein.

H. A.)

fwaiserslautern, 14 Mai. Der Stadtrath
jat geftern de Absendung des nochstehenden Telegramms beschlossen:
„Seiner Majestat dem deutschen Kaiser, Berlin! Mit lief⸗
ter E trüstung wurde von der Bürgerschaft der Stadt Kaisers,
autern die Nachticht von dem rudlofen Attentate vernommen, wel—
hes am Samstag gegen Eure Majstät, unsern eurwürdigen Kaiser,
erübt worden ist. Mit dem Ausdruck der Freude über das Miß—
ingen dieser Frevelihit verbenden wir den Dank gegen die Vor—
chung. die Eure Majestät so fichtlich beschützt hat, und heaen den
Wunsch und die Hoffaung, daß uns unser Karser noh lauge Jahre
ꝛrhalten bleiben möze zum Wohle und zur Ehre des Varlandes.
In tiefsler Ebrfurcht Der Stadtrath von Kasserslautern. Im Auf⸗
rag: Goerg, Bürgermeister.“

F Am Nachmittag des 13. Mai schlug der Bliß in den
Thurm der kath. Kirche zuOt ter sta det ohne zu zünden, richtete aber
un Altar und Orgel große Verheerungen an.

Die Neust adter Squtzengesellschaft hält ihr dies jãh⸗
rises Preisscießen am 16. 17 ünd 18. Juni. Die Preise repraͤ⸗
jsentiren einen Werth von 2000 Mark.

Nierstein, 14. Mai. Der Burgermeister Vohwinkel
vurde heute Nacht beraubt und ermordt.

T Dem Hrn Adjunkten Rutz ouf dem Sta ffelhof, bei
Birmasens erep eie sein Pferd, welches ihm vor fünf Wochen ein
Fohlen geboren. Um dieses Forlen zu erhalten, laßt ec es von
einer Zieege, wilche auf die Krippe gestilli wird, säugen; die Ziege
ꝛält ganz ruhig und das junge Fohlen findet sich ganz wohl dabei.

Vom Gebirg, 14. Mai. (Pf. ) Velanntlich wurde
der Atientäter Hödel von einem jungen Herrn, Namens Gustav
Ubbrecht zuerst festgehalten, in Folge dessen er von der Schutz
nannschaft in sichern VBewahrsam gebracht werden konnte. Wr
ind id der Lage, coustatiren zu können, daß dieser junge Herr
Niemand anders ist, als der Sohn des kyul. Oderförstets Albrecht
auf Jodanniskeeaj in unserer Pfalz.

Frammersbach (Uncerftanken), 10. Mai. Am 5.
38. Mts. wurde ein zehnjähriges Madchen von hier von einer sehr
zroßen Kreuzotter in die Finger gebissen. Nach Verlauf von
venigen Stunden war der ganze Ärm dedeutend angeschwollen.
Brauntwein, dekannt als Gegenmit'el bei Orterbissen, zeigte auch
in diesem Falle seine interessante Werkung. Das Mädchen trank
n wenigen Minuten einen viertel Luer, ohne im geringsten berauscht
su werden. Seit heute besucht es wieder die Schule. (LC. A.)

t,Aus Bayern, 12. Mai. Wie das „Bayreurher Tag⸗
latt“ schreibt, ist ein im Feldzuze 1870,71 in fran zösische Gefangen⸗
chaft gerat jener und von seinem Weibe längst als todt bewe nter
Detonomiebesitzer aus einem Dorfe der Oberpfalz kürzlich unverhofft

n seine Heimaih zurücktekehrt, wo er nur von seinem Reupferde
ind seinem Hirde, welche beide beim Anblide ihres Herrn ihrer
Freude Lebhaften Ausdruck verliehen, wieder ertannt wunde. Das
Weid des Heimgekehrten hatte sich muttlerweile wieder verehelicht
und sind aus dieser zweiten Ehe wei Kinder vorhanden. Während
der letzten acht Jihre war der Todtalauble in Gefangenschaft in
Algier zucückzehalten worden.

tEtlangen, 10. März. Der Premierlieulenant Hirsch von
zem hier aarnisonirenden 6. Idaerbataillon ist heute früh in
        <pb n="276" />
        Pistolenduel gefallen. Eine Bele idigung von Seile eines früher im
—XE———
Ursache zu dem Zweikampfe. Dem Beleidigten versagte der ihm
zuftehende ersie Schuß; auf den Schuß seines Gegners fank er so⸗
jott entseelt zu Boden. Sein Gegner, Student Brand hat fich der
Behörde gestellt. n

r Kindersegen. In Gallweiler (Bez⸗Amt Siau⸗
sen) hat eine Frau innerhalb 27. Monaten J Kinder geboren:
1876 eines. 1877 drei und 1878 ebeufalls drei. Von diesen
Kindern sind indessen nur noch 8 am Leben.

Stuttgart, 6. Mai. Ein Hierr hatte im Stultgarter
Dartesaal ein Geldpecket gefunden und dieses vorschriftsmäßig so⸗
fort dem Saaldiener zur Ablieferung an die Inspect on übergeben.
Der Verlierer ließ sich nicht ermitteln. Nun forderte der Finder
die Herausgobe des Padeis von der Eisenbahnverwaltung. D ese
zestrͤnt ihm das Recht dazu, well in den nur gegen Billet zugüng⸗
lichen Räume der Essendahn Alles, was dort verloren werde, ohne
Weiteres in die Detention der Verwaltung übergehe. Diese Auf:;
fafsung bat das Oberttibungl als irrthümlich abgewiesen und die
Fifenbahnverwaltung zut Herausgabe des Fundgegensands verurtheilt.

7 Vom Thäringer Walde wird gemeldet, daß es da⸗
zelbst vorlezten Mittwoch und Donnerstag heft g geschneit habe.

olzversteigerun
un en — 8 aatlupinen
Forstreviers Et. Ingbert. ?ei M. Thiern.
Monhtag, den 27. Mai l. J.
zu St. Ingbert, Vormittags
10 Uhr bedinnend:
Schläge: Rehthal, Stein⸗
topf, Zolischeid, Eichen, Schloß⸗
berg und Zuf. Ergebnisse:
26 eichen Stämme und Ab⸗

schnitte 38., 4. u. 5. Cl.;

378 buchen Stämme und Ab⸗
—II

15 birken und ahorn Adschnit'e

2. Cl.;

4 liefern Sämme u. Sparren
45 aspen u.

404 gimischte Stempelstangen;

240 eichen Wagnerstangen 1.

und 2. Cl.;

8 Ster eichen Zaunprügel;

8 Wsselhotz 4.

und 5. Cl.;

26911, versch. Brenntölzer;

900 Gedund buchen Reiser⸗

wellen.

Zweibrũd⸗n, 18. Mai 1878.

Fönigl. Forstamt.

Einladung.

Da vicle Stimmen laut wer⸗
gen, um einen
Geisen⸗-Verficherungs⸗

Verein

in aͤhnlicher Art wie der Vieh⸗
Zersichetungs Verein) hier zu
rü den, so laden wir Alle D'e⸗
en'gen, die fich daran zu bethei⸗
igen gedenken, zu einer nähern
gesprechung auf Sonntag,
den 19. Mai, Nachmii⸗
ags 3 Uhr in das Wirthe
chaftslobut von Georg Stief
m Ott böflichst ein.

Mehrere Theilnehmer.

J 7
Am IB. und B.
Juni d. d.
beginnt mit der I. Ziehung
die vom Staate geunehmige

und garantirte
Unamn hurge r Stadt-
Lotterio.
Dieselbe kesteht aus I,000
Loosen und AO, 600 Ge
vinnen, wovon Haͤupttreffer
ventu⸗l
375,000, 250,000,
125,000, 80,000,
ß30, 000, 50,000, 1 2
10,000, 12 368,000,
32 830,000, 1à 25,000,
5à 20,000, 6 à 15,000
12 12, 000, 23 à 10, 000
4à 8Sooo, 2 à 60006,
31 à 5000, 74 à Aooo
Mark ꝛc.
Hierzu vers. Original⸗
loose
Ganzo Halbe Viertel
s Mc. 3M 1,50 MK.
gegen Einsendung des Be
rages oder per Postoorschuß.
Spieler erhalten dio Ge-
vinnliste gratis!
mdith. Raßtius,
vom Staate au⸗
eitellter Haupt⸗Gollecteur
in Rraunsehweixtz
Pedattion Truck und Verlag von

Für die zahlre che Bethe ligung
an dem Leichendegängnsse ihres
lieben Kindes, sowie für die
vielen Blumerspenden sagen Allen
den innigsten Dank.

St. Jugbert, 16. Ma 1878.

Dr. Bartholomae,
Marie Bartholomae.

Schnappbach.
Sonntag. 19. Mai
Erosffnung
der von Hen. C. V. Graffion
ühernowmmennu

Ve
Bon uit
—
doflichst lad n2
Friedrich Jentz.

—

auch Chemnitz hatte Tonnerstag das Veronügen eines starken
Schneegestöbers.

P'Die „Berliner freie Presse“ schlaägt vor, die Beschäfligungs⸗
losen und Nothleidenden möchten in Zulunft nicht mehr, um in's
vefänzniß zu kommen, Sachen beschädigen, sondern sie sollten sich
— zum Duell fordern, da schon die Aufforderung zum Zweikampf
mit Festung besiraft werde. Eventuell könnten sie ja auch blind
auf einander los schießen, da einige alte Pistolen schon zu beschaffen
vären. Auf diese Weise kämen die Leute in angernehme Gesell⸗
chcht von Duellanten auf der Festung, würden besser verpflegt
als im Gefängniß und trügen außerdem dazu bei, daß das ganze
Duellwesen der Lächerlichkeit verfalle.

Altona. Ueber die Wirkung der neulichen Explosion
gehen noch von v'elen Stiten Betichte ein. Fast unglaublich klingt
»8, duß die Erschütterung in Göttingen verspürt worden, wie Prof.
linterfues von dort mistheilt. Von Wedel bis Gõitingen sind in
der Luftlinie 28 geographische Meilen. F

Dienstes nachrichten.

Der prakt. Arzt D. V. Kaufmann in Dürkgeim wurde
zum Bezirksarzt 2. Cl. daselbst ernannt.

Der geprüfte Rechtskandidat Heinmich Schneidert von
dandau wurde zum Volizeianwalt in NReustadi o. H. ernannt.
Bierbrauerei Gebrüder Becker.
HagerbierAnstich
sowie bei unsern hiesigen Kunden
Herrn Ph. P. Bernhardt
Peter Feiedrich und
Heinrich Stief.
bert, den 15. Mai 1878.
dobr. Beoker. J

Soeben erschien im Verlage der K. K. Hof⸗ und Verlagsbuchhand⸗
lung von Ad. G re in Wiesbaden: „Geerling, K. F. A. der
deutsche Aufsatz für Bürger⸗, Mittel⸗ und höhere Tochter⸗
schulen“. Preis 630 Mark öroch, geb. 6,80 Mark.

Die Art und Weise, den Aufjaß durch den Schüler entfstehen zu
lassen, becuht auf der in den Seminarien üblichen, gründlichen Methode,
weiche den Schüler veranlaßt, den Gedankengang des Lehrers mit einzu⸗
chlagen, sich korrelt auszudrücken und nach und aach den ganzen Aufsatz
an der sorgsamen Hand des Lehrers fertigzustellen. Die erste Stufe des
Werkes enthalt viel schatzenswerihes Material.... Der zweite Theil ift
dem ersteren eng angeschlossen; dieselbe Unterrichtsmethode liegt beiden
zu Grunde. Das Buch wird manchem Lehrer für den Aufsatzunterricht
willkommen sein. ... Üuch diese (die dritte Stufe) wird dem Lehrer wie
dem Lernenden eine willkommene Gabe sein.

Kölnische Zeitung pro 1877 Nr. æ08, 233 und 280.

Norräthig in allen Buchbandlungen.

2 — 29
Schau' in's Auge deinem
4
Kinde.
Dieses neuessste Lied von
Franunz Abt

scheint aueh sein beliebtestes werden zu wotlen. In
einigen Gesellschaften aus doem Manuseript vorge-
tragen, gefiel dasselbe so sehr, dass vor Erscheinen
runderte Bestellungen vorlagen. Die vier ersten
ztarken Auflagen waren schneli vergrifsen und erschien
aben, vier Wochen nach PFertigstellung,

die fünfte Aufslage?

Preis mit apart gedruckter Singstimme M. 1.

Das neueste Werk von Abt, op. 531 enthalt
ausser No. 1 Schau' in's Auge deinem Kinde! noch
zwei reizende Liedchen, numlich: No. 2 Sehnsucht:
„Lieb Vöglein, sag' warum so schnell, o nimm mich
mit. lieb Vöoglein!“ No. 3 Daheim im Vaterhaus: , Die
Sonn' ist heimgegangen.“

Preis jeder Nummer mit apart gedruckter (dop-
pelter) Singstimme und Klavierbegleitung M. 1. —

Die 8 Lieder zusammen in einem Heste 2 Mark.
Qegen Einsendung des Betrages versende ich franco.
det. Jos. Tonger, Köln. a. Rh.
—
F. X. Demes in St Inabert.
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        222 2 —— 2 *8 ⸗ 22 *2 22
2 3523325325s 5—53383 253 25353 88 52355 23538555 35
—A — ẽ — —
5z2533523323 3 328 255— * 28 6 — —
— 335*33353 5323 5 32*8 56 25822532 25535387
23—2336 23355 328 35556 s5583 5 358283355—3
* 8 — — 3,5— * — .2 * 3 —32853232
* — — * 5*2 55 — 3.244 2 3 355 2
— 3222 2 2 2 —220 2 52 5 2 — 4 222
328 555 52355238 53. 83.12325 26833 592
23*2 —z5332388 522565 — 3 853535”3332 8
25 83533235 6* 25020 2—833 52 32832 c 25 —3z232328
2335338 —— — 5*2 — —A— 58 5 57232 55 533
—A— 323 —2732—7228 333 52287 —
22 —— — 323 2* —* 22 2553 —A — —8 *
255 3— 33 —3* 358383338235
— —53— — 2 2 * S 4 ⸗ 2 A— 25 522 22 —A
5—2 — 2—22735 —5 523 —— * —* —
8 22 — —8 —A—— 8* — 2 224 2
— — —— 25 — v8 —5 3 52222
22 228 ·22353275 32532 —A s üñ 38 23 22 28
55z75283833 35533883 33275332 33
—s — —— 2* 2z ————— —3— 53 —— —— —
* — — Ek2* —* 55 *. — 328 8 — 322 — ——
—— * 5—2 *8 3322 585 2 25 — 8 — — 282 2*
* 2 — — 22 —— — —R 2 — — —3 — * —A —
5333 3——s38335833—3—633 53553353755333353532
5253753858 353235353 355 335353 32532337 s5335332373033
232 2 — 52532555 — — 25 — — —A
222 2* —3 53323558— 52823 SS 2 6 3 — 3 — 32 S 2
2 55*5 2533553 —A 223255852 2 — —52355 * 23
238353333837 333 3 33 3333335333356353338
2 — — 3* 2 8 E 828*2* — — 2 7 B *— EB —2X 38
2 S ——— —235335B289 722 2*23 3422 * A —A 22
— — 522 35
— 252283 8 — * 55 855 58 * 233 —53 —E 23255 2
5*25 7 2 3 — ꝛe 3 2
5—2 5624 65 4 52555 5223383232E 6
8 * 522 2 — 227
222 5——7—. 535S532 —332555 55555 — 535353 55
338333 833 33 23383583 333 —J——
— * * — —3 .
23525328 —3— 5 383285278 535
s— — —— 3— — 3233833 73
— — —*2 — 3
383*85835 OS— 25* 555 337 2255523 2323355556 ——
383353 2233 ——. 783—5833 52

— 2 r * — 2
238—353582 555 — — 55283 375325 — 555 2352. à I —— 23 *8*
z535—588 55—533738 283333325 —533533335
83

—35—2253 555 — 33 —32—3 233233 ——3353 385572—

—— — —*5 5—— —— —225— 3 MS——83 2*
—13832 22332 2398553 — 883265—88— 22352 —
* 5835 — 25533555 * * 85 823228 S 2825
2 * 5—5 25353 22 —z — 5285 522 283 *2255 —A— 232 —
2272328 —— 58332 2552 —A *
—A — — — 2575528 2

S enr ——— — 8 7ã — 2 —3—

575 3—5122 — 525322 2333 — 532 3235582
25 —A 22 23 —A s 5 55222222 33 — 5 25 3**
3 523 * —7
3 ——— — — — —3 8

2 * —

55 — — 3 3 8 —333 ẽ
526* 57 5*— 552——— 7222 8 52325 22 2* 28S338337— 28
5*32 —E5527— B —z5322582 —— 235 28
282 ——2282322 528 222 —A— 535235 322285 28
I5— — 832 582— 53 8. 538
—z—575 —— — — —585—58 —56253 —22, 58
222272 552238— BS8 6 * — 3 2 52 * 22 — 32 2X 25228
—33 3333— — 3 53333335
*— 26 EAEABSB328 32 3 — 332 3—5338 8 23223—3—28

—
2 1222 — —
33—53283— 2
s53s35 33833
23
2232523 Sm —A— *
3583353353353 — —
48 87 28 323558855
3456335 A— —
333535356223 —A— 328533533 8 —— — —V —A 23
28 52525328* — 53* 3325 8 223255 25 * *— 28383
53553* 855557 —— 22332 *232 D 838324 2537 338
— — — —22 — T 2 F *
35885735 3333 52 2235 5 — 5555233 53533
38 —*533538 32 — z32583338 333333337335
7— — 5 — — —— 38 8535 28 * * 53 2* 227 8
3833333323 32 5 — ——— —A— — — 52 *53742
— 33533* 353352358 2222323 23252853 353555 — 253
2885 33832333 29852 227 —z227323 3528523837 F 25
2* 2 ————— 3 — 28 — —
— * — 2 —— ——— 2 22 —525 2 25333 —
—A —A — 2z 87 — *» — 228 — — . — 8 2
35535353 — a
53 — 22 —* 532 82 8 28— A z23 2
5z335 *2232 3822 5353 7232 28522 —A 228588 — ———
223 5255 A 338 5* 32,28 — — *
* 55333335
— S— * * —
33535237 4 3
2.226G —A — —— z3258 22 5*2 2N2 2 538 52382 ʒ⸗
—A 23585 * 5853535232 52 — 235 8 233238 88 —2
32z355 52 353532 2587 — 52 S22 —A 22238 258 233253 5
23385 3237385 2582 237333333335 —23233723
33 5 —z 785S543 5582 535323 25733233 —A— 2 — ——
— 2 3353333 — —2225 82 8 3 — 575328
38 — 23323553 333553 L1383 * — — —ã— 553
5272 3 333 23353 32335333
—25 3253 2235 8 * 25553 52 323535 55333533332
— 2 223 5 33 5 — —X — — 8582
—A 2* 2 28 52328 5 533853 2— ** A
2 —— 33333335 — *z
3 3 8 22353233
277 2 8 7 8 J
3353558 35335333
— —— 22 322 —* * — 27 283—25 * —8
* 8. 5232 — *257 2533342 — 13227 * S — 2*
α S — 252 5383—537 . 25 58337 * 0 — 228
33 33388 25 A——
* —X * S — 5* 2 —132 2*86 — — — 5
25322 0 223535 3 532355 2 8 223355 28 5558
— — 22 522835 222 5*552 53353383 ——
* 228 — 53 22235 33s535335553 25*22
— — 8* 2 52. . 55585533 —A 2 3 3
— * * 7 — —A 235 3 8
22557 7 73 2323 2533888 325333753* 2233328
3 558 * *22 —5*2 553528 55 255333 — 5535
* *F 8 — 22757 — 225 — 32 —— — 2
282228 *7 7335325335 *252.8 355 52 5 *8
A—— 3533233730 *2883 25 5.28 2 3822 *
55384 227 2 ——— 388322 13338353585 382553538
8 7 7 — — 2 22
* * 2 2 224 35535388 2232 2 —A
2 228 s 5 22 ——— 5533358 125358 S 232333
53.5 * — — 228 2 — 2 2 2 *8
— — 73383 * 22382 2532 3335387
223 —8 2 — 724 Zees7 53 22 2835833—3385 — 53
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        St. Ingbeiler Anzeiger.

— Beæ222ü—
Der St. Ingberter Anzeiger und das (Mmal wöhentlih) mit dem Hruptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. GSonntags mit illustrirter Bei⸗

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mit 30 Pig pro Zeile berechnet.
——

Samstag, den 18. Mai 1878.

— —

Dentsches Reich.

Berlin. Die „Volksztg.“ schreibt: „Ein hiesiger Phoko—
graph, welcher eines der auf den Straßen verbreiteten Blätter mit
dem Bilde des Attentäters Hödel gekauft und in dem Bild einen
Menschen erkannt hatte, der etwa acht Tage vor dem Altentat bei
ihm eine Anzahl Photographieen hatte anferligen lassen, hat vor
dem Untersuchungsrichter, nachdem er sich die Photographie des
Attentäters hatte zeigen lassen, folgende Erllärung abgegeden: An
einem der ersten Tage dieses Monats kam ein Unbekannter zu ihm,
ließ sich photographiren und bestellte eine Anzahl von Bildern,
velche er angeblich zur Vertheilung an seine Freunde benutzen
wollte. Bei der Abholung der angefertigten Photographieen habe
der Unbekannte ihm gegenüber ausgesprochen, er (der Photograph)
ollte nur für sich noch eine größere Anzahl von Exemplaren an⸗
sertigen, da er mit seiner Pbotographie ein gutes Geschäft machen
verde. Auch habe der Unbekannte im Verlaufe des Gesprächs ihm
erklärt, nach eiwa einer Woche werde er todt sein, aber „wie ein
lektrischer Funke werde es durch die ganze Welt gehen.“ Dieser
Unbekannte scheine nach dem ihm vorgezeigten Bilde der Attentäter.

Berlin. Bezühlich seiner Aeltern gab Hödel an, daß sein
Vater, dessen Namen er trägt, todt sei. Seine Mutter, eine ge⸗
»orne Trabert, habe sich mit dem noch lebenden Schuhmachermeister
Lehmann in Leipzig wieder verheirathet. Daher der Name Hödel
zenannt Lehmann. Eine Kiste, d'ie er kurz vor der That an seine
Mutter mit einem Breefe abgesandt, ist in Leipzig argehalten und
deren Rüdsendung angeordnet worden.

Berhin, 156. Mai. Gestern, Dienstag, Vorm ttag wurde
Hödel wiederum vernommen; gleichzettig waren mehrere Zeugen
dorgeladen. Unter diesen auch ein Beamter aus dem Kultus⸗
ministerium, der Geh. Sekretär Herr Kühnel. Ihm, wie den
anderen Zeugen fil ganz besonders die Frechheit im Auftt ten
Hödels beim Verhör auf. Als eine ebenfalls vorgeladene Arbe.ter⸗
jrau, welche er unmittelbar voe dem Adfeuern dies Schusses bei
—A
dozwischen: „Was die da schwört, das schwöte ich auch alle Tage,
ich leiste den Eid auch“, und dabei lachte er höhnsch auf.

Auch einen Ennöastungszeugen hat der Verhaftete jetzt vorge⸗
ichlagen. Derselbe marde am Montag Abdend von einem Nuntius
noc, vorgeladen, hatte aber nicht recht Lust zu erscheinen bis ihm
dedeutet wurde, daß er kommen müss⸗. Es ist ein sich hier nur
dorübergehend aufhaltender Nidlergeselle BVaumaun, welchem gegen⸗
Aber Hödel seinen Lebensüberdriß und seine Absicht, sich d a Le—
ben zu nihmee, geäußert haben will. Baumann erschien denn
auch gestern früh vor dem Unterfuchungsrichter. Er wurde von
dödel in vertraulicher Wese wie ein alter Bekannter begrüßt.
.Du“, rief Hödel ihm eutgegen, „was meinst Du wohl, man
nöchte mir gerne 20 Jahre aufbrummen; ich soll auf den Kaiser
zeschossen haben, Du weißt aber, daß ich mich seldsl erschießen
wollte“. Baumann wußte aber nicht nur gar nichts von dieser
Absint, sondern er erklärke auch, Hödel überhaupt nicht zu kennen;
28 sei wohl möglich, daß er ihn ein Mal geseyen habe, ader er
'onne sich dessen nicht entsinnen. Hödel war über diese Antwort
nöchst aufgebracht. Er warf dem erst so freundschaitlice Begrüßten
aunmehr vor, daß er lüge — eine Toktik, die er anwendet, so oft
hm eine Zeug⸗naussage nicht behagt. — Im Vorübergehen sei
noch erwähnt, daß Hödel von sämmtlichen Zeugen mit Bestinmt⸗
heit als der Attentäter erkannt worden ist.

Das Material zur Ueberführung Hödels wegen des ihm zur
Last gelegten Verhrechens ist zunmeht nach der Ansicht des Unter
uchunzsrichters als vollständig beisammen zu betrachten und es
cönnte alsbald mit der Verhandlung gegen ihn hbegonnen werden,
wenn es sich nicht darum handelte, nunmehr festzustellen, ob Hödel
aus eigener Intiative das Attentat gegen den Kaiser unternommen
hat, oder ob er zu diesem Zweche mit Andern in Verbinduuqg ge⸗
tanden. Die in Leipzig mit Beschlag belegten Papiere, welche
das Letztere beweisen sollten, find gestern in Berlin angelkommen.

Es ist jdoch, wie von maßgebender Seite erklärt wird? nicht thun⸗
ich in diesem Augenblicke mit derselben Ausführlichkeit oͤffentlich
arüber zu berichten, wie über die persönlichen Verhältnisse —XC
peil die Untersuchung darüber erschwert werden könnte. Es dürfen
)ader eirige Tage vergehen, ehe über diesen Punkt Authentisches
in die Oeffentlichkeit gelangt.

Berlin, 15. Mai. Der „Prov. Corr.“ zufolge erwiderte
)er Kaiser bei dem am Sonntage in Gegenwart des Kronprinzen
tattgehabten Empfange des Staatsministeriums auf die Glückwunsch⸗
Ansprache des älsesten Ministers, des Justizministers Leonhardi:
ẽs sel das dritte Mal, daß auf ihn geschossen worden; so erschüt
erud und betrübend Das sei, so fiade er doch Tiost in der Theil⸗
ahme der Bevölkerung, welche sich vom ersien Augenblicke an so
ebhaft kund gegeben und die ihm sehr wohl gethan habe. Man
»ürfe solche Dinge in leiner Weise zu leicht nehmen; er habe in
»er Zet, als er Mitglied des Staatsministeriums gewesen, stets
nuf die Gefahren hingewiesen, welche sich aus der Geltendmachung
)er damaligen staatsfeindlichen Richtungen ergeben müßten. Seine
Zefürchtungen feien durch das Jaht 1848 leider bestätigt worden.
Jetzt wiederum und in erhöhtem Maße seres Aufgabe der Regierung,
»ahin zu wirken, daß revolutionäre Elemente nicht die Oberhand
zewännen. Jeder Minister wüsse das Seinige thun. Jasbesondere
omme es darauf au, daß dem Volke die Religinn nicht verloren
zjehe. Dies zu verhüten, sei die haupisächlichste Aufgabe. — Die
„Prov Corr.“ meint, die Reichstagesfession werde keinesfalls vor
dem 25. Mai geschlossen werden können.

Ausland.

Wien, 15. Mai. Die Zustände in der Militärgrenze und
kroakien gestalten sich täglich bedohlicher, die Flüchtlnge thun sich
u bew ffueten Banden zusammen, und man projeklirt die Prokla—
nation des Standrechts. — Die Peiersdurger Berichte über Schu⸗
valoff's Mission lauten wenig günstig, die Partei des Tbhronfolgers
zewinnt au Einfluß. EFrtf. Zig.)

Rom, 12. Moi. Keine Regierung hat den Nuncien den
kmpfang der letzten Eochtlika bescheinigen wollen, was dem h.
Bater und den Kardinälen Manches zu denken gegeben hat. —
Der Papst leidet seit einigen Tagen an einer Leberentzündung (K. 3.)

London, 15. Mai. ‚Standard“ erfährt aus Hongkong,
pas britische Geswader in China sei nach Yokohama gefegeln, um
die russische Flotte in den Gewässern von Japan zu überwachen.

Londbdon, 16. Mai. De Nd gin inspizett demnadst die
Truppen in Woolwich. Der „Standard“ meldet, das Torpedoto⸗
nuné wählte am Hughyfluss die geeignetsten Punkte für Bersendung
yon Torpedos zum Schutze von Diamont, Harbour und Kalkutiq.
— Die ‚Times“ meldet aus Philadelphia 15. ds.: die Russen
'auften von der Providenze-Aruis Kompagne 200, 000 Gewehre,
vesche ursprüglich für die Turken fabrizirt worden waren enb
bestellten eine we'tere halbe Million.

Be!garad, 15. Mai. Auf Veranlassung des deuischen
Zenerallonsuls Grafen Bray fand heute anläßl'ch der glücklichen
Errettung des Kaisers Withelin ein Tedeum statt, welchem der
Ministet des Aus värtigen Ristisch, det Adjutant des Fursien sowie
ämwiliche diplomatische Agenten mit ihrem Konsulatspersonale bei—
vohnten.

In verschiedenen Otken Nordamerikas werden wie der
„Times“ telegraphirt wird, Besorznisse vor wahrscheinlich kommu⸗
uistischen Erhebungen während des ommenden Sommers gehegt:
Ungeheure Massen von müßzigen und verarmten Personen im ganzen
Lande werden von rüchsichtslosen Demgogen angetrieben, zu Gewalt⸗
naßregeln zu schreiten, um sich wegen der Unbill zu rächen, die
huen angeblich von dem Kapital zugefügt morden ist. Vollsver—
ammlurgen, auf welchen kommunistische Gesinnungen ausgedrückt
verden, finden unter zahlreicher Betheiligung häufiz statt, und die
Unwesend /n applaudiren den zündenden Reden mit solcher Ein⸗
nüthigkeit, daß man ernstlich eine zu gleicher Zeit ausbrehende
mheilnosle Bewegung befürchtet. Die Kommunisten flöriten baupi.
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        iächlich in San Franzisko, St. Louis, Chieago, Cincinnati, Newyork
und der pennsylvanischen Kohlenregion. Die Pol'zei ist in allen
zroßen Städten auf der Hut, und die Besorgniß ist so groß, daß
Bischof Stevens von Pensylvanien bei Gelegenheit der Eröffnung
der in Philadelphia abgehaltenen jährlichen Konvention der pennsyl⸗
oanischen Episkopalkirche die Bewegung als eine Wolke bezeichnet,
die nicht größer fei, als eines Mannes Hand und die zerplatzen
werde, ehe man sich deren Annäherung bewußt sei. Die Bemerkung
des Bischofs machte einen tiefen Eindruck. Man glaubt, daß die
Ethebung in San Franzisko beginnen wird, wo die Kommunisten
am besten organisirt, am stärkster sind und die offenste Sprache
führen. Wenn Ruhesförungen eintreten sollten, wird die Regierung
dieselbe energisch zu unterdrücken suchen. Eduard Megy, der Kom⸗
munistenfütrer in Newyork, der Mitglied der Pariser Kommune
war, wurde verhaftet, aber gegen Bürgschaft wieder auf freien
Fuß gesetzt. Der Richter las ihm bei dieser Gelegenheit eine derde
Lektion, und soagte ihm, die Kommune sei keine amerikanische Insti⸗
rution und ihrre Grundsätze würden in den Vereinigten Staaten
nicht geduldet werden.

Rermischtes.

fUeber das Vermözen des Bierbrauens Fr. W. Tascher

in Kaiser slauterp ist die Gant eröffaet. Vor Kurzem

noch sollte die Bierbrauerei in ein Allien ˖ Unternehmen verwandelt
werden.

fNeustadt, 14. Mai. Gestern Mittag zog ein Gewitter
übir die Gimmelduger Gemaikung, welches auch reichlich Schlossen
extsandte, ohne aber irgendwie erheblichen Schaden zu thun; was
übrigens zu bewundern st, da nicht allein sehr große Körner fielen,
sondern auch sehr große Eisstücke, aus zusammengefrornen Körnern
bestehend. Ein bei Gärtner v. Erden gefallenes Stück maß 8
Emtr. in der Länge und 8 Emtr. im Durchmesser. (B. Z.)

F Landau, 14. Mai. (Verhaudlung gegen Franz Kübler
bon Riedselz wegen Meineids) Bei dem Wettrennen in Zwii—
hrücken im Jahre 1875 benutzte bei einem Rennen, zu welchem
aur pfälzische Pferde zugelassen wurden, der Aderer Kuhn von
Mörzheim ein Pferd des heutigen Angeklagten und errxang dawit
zen ersten Preis. Wegen dieses Betruges wurden Kuhn und Kübler
seinerzeit bestraft. Der Gewinner des zweiten Preises bei jenem
Rennen klagte darauf gegen Kuhn, veil der erste Preis ohne jenen
Betrug ihm zugefallen wäre. Kuhn dagegen erhob Klage gegen
sübler, weil er ihm zwei Drittel seines ersten Preises überlassen
hatte. Die Sunime, um weiche es sich bei bieser Klage handelt,
beträgt 550 M. Kübler leugnete, von Kuhn Geld empfangen zu
haben und schwor in der Cwil-Sitzung des Bezirtsgerichtes Landau
dom 4. Okllober einen Eid aus dahin gehend, daß Kohr ihm sein
Pferd mit dem Bemerken zurück eschickt habe, er könnt dasselbe nicht
gebrauchen und daß Kuhn ihm nichts bezahlt, ouch keine Rückzah⸗
jung versprochen dabe. Wegen dieses Meineides wurde Kübler
heute zu 3 Jahren Zuchthaus, Anerkennung der dürgerlichen Ehren⸗
cechte auf die Dauer von 5 Jahren nach estandener Strafe ber⸗
urtheilt und ihm gleichzeitig dauernd die Besahigung abgesprochen,
als Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden. Kübler
soll gegen das Urtheil zu appell ren beabsichtigen.

4 Die diesjährige Hauptversammlung der prälzischen Sinnethmer
wird am 2. Juni im Germaunia-Saale der Brauerei „Stiit“ in
Landanu stanfiaden.

7 In Folge der heftigen Regengüsse in den letzten Tagen isi
der Rhein z emlich gewachsen und hat theilwe se die niedrigen Ufer
aberschwemmt.

Nierstein, 14. Mai. Ueber das in verflossener Nacht
dahier verübte Berbrechen schreibt die „Landeskr.“: Bütgermeister
Vohwinkel, ein Mann von etwa 68 Jahren und seit einigen Jahren
Wittwer, wurde in seinem Bette ermordet, und das in seinem
Pult befindliche Geld, eiwa 600 fl., geraubt. Die alsbald statt⸗
gehabte Leichenschau hat ergeben, daß die 18 tlichen Streiche mit
einer Axt auf den Kopf ausgeführt wurden. Das Mordinstrument,
das maßn im Haufe vermißte, wurde später in dem durch den Ort
ließenden Bach gefunden. In dem Zimmer des Ermordeten wurde
eine alle werthlose Kopfbedeckurg (eine Mütze), die warrtscheinlich
Eigentqum des Mörders ist, aufjgefunden. Das Untersuchungsge⸗
richt hat einen Matzaerburschen aus Friesenheim in Haft genonmen.
Derselbe hat einige Zei: in demselben Hause dei dem Schw'egersohn
des Ermordelen in Atbeit gestenden und wurde kürzlich entlassen.
Der Ern ordete schief zu ebener Eide, währeund Schwiegersohn mit
Familie im oberen Stock wohnte. Ein im Hofe befindlicher sehr
p chsamer Hund hat nicht das geringste Zeichen von Unruhe gegeben,
so daß die Angehörigen des Ermordeten erst das Verbrechen heute
morgen enidedten. Es ist demnach anzunehmen, daß der Ver—⸗
hrecher eine Person sein muß, de mitdem Hunde vertraut ist.

FFalsche 50⸗Pfennigstück kursiren in jüngster
Zeit in verscuiedenen Gegenden des oberbah⸗rischen Regierurgebezuls.
Dieselben sind aus versitbertem Messing gemacht und an der
nelben Farbe, sowie dem schlechten Gebräae keuntlich

fFMainz, 14. Mai. Ein zweites Verbcechen wurde in
Nierstein von einem jungen Manne verübt, der einen Andercu jüugfi
im Rhein ertränken wollie. Der Thäter wurde heute Vormittag
wegen Mordversuchs unter Gendarmerie-Bedeckung hier eingebrach—
und sofort in's Arresthaus abgeliefert. Der in's Wasser Geworfene
'onnte sich noch rechtze tig reiten. (Tagal.)
rOffenburg, 10. Mai. Die hiesige Straffammer ha
den Weinhändler Max Bernheimer, weil er einem Manne eine zur
zrößeren Hälfte aus Sprit, Trester, Hefe und Wasser bestehende
Flüssigkeit unter der ausdrücklichen Versicherung, es sei reiner Wein
oerkauft hatte, zu drei Wochen Gefängn'ß verurtheilt.

Ein Blitz aus heitrem Himmel. Der „Koln.

Zztg.“ geht aus Aachen folgende inleressante Mittheilung zu
„Am 13. Mai Vormittags stand ich mit einem Bekannten in Aachen
n nächster Nähe der Stephanskirche vor dem Schaufenster eines
Beschäftshauses. Die Sonne blickte freundlich vom Himmel heral
and kein Regentropfen fiel zur Erde. Da plötzlich sahen wir hoch
ben in der Luft eine Feuermasse, dieselbe juhr mit einem einzigen
zewaltigen Schlag⸗, ähnlich wie er beim Platzen einer Vombe ge—
hört wird, herab in din Thurm der Stephanskirche und warf hie
eine Glocke aus dem Glockenstuhl herab; dieselbe blieb glücklicher
ve se im Gewölbe liegen. Der Feuerstrahl hatte auch nicht gezündet
Beräubt stand ich eine Sekunde, dann sprang ich emsetzt in das
nächste Hals hinein; der Herr, welcher neben mir gestanden, hatte
dasselbe gethan; wir zitterten Beide am ganzty Leibe. Es war
mir, als wäre ich im Rücken von emem heftigen Schlage getroffen
worden, das Gefühl war so deutlich, doß ich meinen Rock aiszog,
am zu sehen, ob er beischädigt sei; doch derselde zeigte nicht die
zeringsite Verletzung. Aus den umliegenden Häusern stürzten nun
die Leute heraus, alle sahen beftürzt nach obden. Wie ich späler
erfuhr, hatten die Meisten geglaubt, ihr Haus sei von dem Schlage
getroffen worden.“

FDer Glückwunschtelegramme sind so biele an
den Ka'ser gelangt, daß nab Aeußerung eines Hofbeamten ein
zolles Jahr Zeit nöthig sein würde, wenn ein Einzelner sie in der
dänge und Ausführlichkeit beantworten follte, wie fie eingelaufen
ind. Bereils vorgestern Abend kam eine Begrüßung vom Präsiden⸗
en der vereinigten Staaten Amerikas an, nachem im Laufe des
A
der Sultan ist darauf bedacht gewesen, dem Kaiser seine Hochach⸗
sung erkennen zu geben.

fF Berlhin, 12. Mai. Fast jeder Lotleriegew'nn hat be—
lkanntlich seine Geschichte, und es ist nun einmal nicht zu bestreiten,
daß der Zufall zuweilen wunderbar spielt. Vor etwa 4 Wochen
war in einem Hause der Schönhauser Allee zwischen zwei Ehe—⸗
seuten ein großer Streit ausgebrochen. Der Mann, ein armer
Ddaurer?geselle, hatte sich vom Mun e das Geid fuür ein achtel Loos
der sächsischen Loitecie abgespart und dasselbe auch heimlich die ersten
4 Kiassen durch bezahlt. Bei der füniten Klafse haperte es mit
dem Gelde und der Mann verfetzte, um rwicht des Anspruchs auf
die Betreiligung an der Haupiklasse verlustig zu gehen, den Trau⸗
ciug, das einzige Werthstück, das er in der schweren Zeit noch
hehalten hattꝛ. Seine Frau tkam doöhintet und es zab eine schwere
eheliche Scene. Im Verlaufe des Zwistes rief die Fiau dem Mann
sornig nach: „Und wenn Dich der T....l holt, mer soll'z
leich sein!“ Die heflize Frau ahate nicht, wie schnell sie an
diesen Ausbruch des Unwillens au' traurige Weise er nuert werden
ossse. Aa de aselben Vormittage stürzte näulich der Mann vom
Bau und erlitt so schwere innete Verletzungen, daß er am Abend
»ereits starh. Die Beerdigungakosten vertmochte die Frau nur da⸗
zurch zu erschwinjen, daß sie das Lezßte opferte, was sie besaß.
Als sie bis vor eiwa acht Tagen den Rest aufgezehrt hatte, fand
ie in der dürfligen Bacderobe des verstorbenen Mannes das omi⸗
iöse Loos. Ein Rüdkaufshändler kaufte es ihr aus Mileid für
jen Originalpreis von 20 Mark ab und gewann zwei Tage darauf

30,000 M. Der Mann hat aus gutem Herzen — ein gewiß
eitener Fall — der Wittwe die Hälfte des Gewinnes, den er auf
dem Wege des D eiskonts bereits erhoben, am Freitag zugeschick.

4 Ein drolliger Streich wurde vor einigen Tagen dem Ci⸗
jarreneFabrikanten F. in der Wasserthocstraße in Berlin don einem
leinen Affen gespielt, den ihm sein Schwager kürzlich von einer
Zeereise mitgebracht. Der Affe, welcher wegen seiner außerordenl⸗
ichen Zahmheit bei seinem Herrn und dessen Kunden sehr beliebt
var, haite in alle Rau lichkeiten ungehinderten Eintritt und hielt
ich besoaders häufig im Laden auf. Als der Cigarcenhändler am
freitag Morgen feinen Laden betrat, fand er zu seinem größten
Z3chtechen, sowohl den Ladentisch wie den Fußboden mit Cigarren
edect, die zwar zierlich neben einander gepackt waren, aber dem
Besitzer derselden doch einen richt trostlosen Andlick gewährsen, denn
nie derschiedensten Sotten lagen in wahrhaft babyloniser Ver⸗
pirtung bunt durcheinander. Det Affe hatte Tags zuvor in der
Fabrik dem Sortiten zugesehen, fich Rachts in den Laden ceschlichen
ind hier in einer techt unliebsamen Weise die Manipulation des
Sortirens nachgemaht, so daß eine mebr als zweitägige Ardeit zur
        <pb n="281" />
        ðntwirrung des Chaos nothwendi, war. Nur die dringenden
Bitlen einiger Kunden, in deren Gunst sich der kleine Missethäter
durch sein possirliches Benetzmen festgesetzt, vermochten den erzürn⸗
ten Herrn, dem Affen das Leben zu schenlen.

Berlin.“ Anfangs voriger Woche soß der Hauseigen⸗
humer G. in der Schützenstraße am Fenster seiner Parterre—
Wohnung und las den Kursbericht in der Zeitung, als plößlich
ein Steinchen durchs Fenster geflogen kam und eine Scheibe zer⸗
rüm verte. Wüthend sprang der Hauswertih auf, stürzte auf die
Straße und faßte enen Knaben ad, der auch sofort eingestand,
daß ihm beim Spielen ein Steinchen aus der Hand geflogen sei.
Woas ist Dein Vater?“ schrie G. den Knaben an. „Mein Vater
ist Glaser und wohnt hier gleich um die Ecke“, antwortete ruhig
der Gefraale. „Wenn er Glaser ist, danu wird ihm das Glas
aicht theuer kommen. Hier ninmsit Du den Fensterflügel mit,
sagst Deinem Vater, deß Du die Scheibe eingeworfen und wenn
Dein Vater eine eingesetzt hat, bringst Du mir das Fenster wieder!
Bascholl!“ In seiner Rage vergaß er nach dem Namen des Va—
sers, sowie nach Straße und Nummer zu fragen. Schon acht Mal
zing die Sonne auf und nieder; doch Knab' und Fenster sab er
nimmer wieder.

Was Kriege kosten. Die soeben erschienene Regi⸗
itrande des großer Generalstabs reproduzirt eine über dieses Thema
angestellte Berechnung des Londoner „Economisi“. Danach kosteten
die wölf Kriege seit dem strimfeldzuge — wobei der jüngste
russisch⸗türlische nicht mitgerechnet ist — durch Tod vor dem Feinde
ader in Folge der Eikrankungen 1,948,000 Menschenleben. An
Beld erforderten sie eiaen Aufwand von 48 Milliarden und 260
Millionen Mark, eine Summe, die dem acht bis zehnfachen Betrage
der Jahreseinkünfte der sämmtlichen europäischen Staaten sowie
Nordamerika's gleidkommt.

FParis, 15. Mai. Gestern Abend fand eine Exrplosion
innerhalb einer im Centrum der Stadt gelegenen Amoncen Fabrit
tatt; das Fabrikgebäude wurde gänzlich zerstört. Unter den
Trümmern des dusch die Erplosion zerstörlen Gebäudes in der Rue
Boéranger sind bisher 3 Todte aufgefunden worden; mehrere Per⸗
jonen werden vermißt. Die Zahl orr Verwundeten ist groß; bei
einer Anzall derselben wurden bereits Amputationen vorgenommen.

fParis, 15. Mai. Unter den Trümmern des durch die
Frplosion zerstörten Gebäudes in der Rue Beranger sind bisher
3 Todie aufgefunden worden; mehrere Personen werden noch ver⸗
miß‘. Die Zahl der Verwundeten ist groß. Der Polizeip oftct hat
eine Verwandung am Schenlel und Brandwunden an der Hand
erlitten.

f Vom Triumphbogenin Paris stürzte sich Sonn⸗
tag Vormittag ein Mensch herab und fand furchtkar zerschmettert
einen Tod auf dem Pflaster. Beim Hinaussteigen hatte er sich
rasch seiner tleider eutledigt und war oben nackt mit einem Satze
ducch die auf der Plattform befindlichen Besucher über die Ballu⸗
trade in die Tiefe gesprungen.

f Ein Eidbeben in Venezuela tödiete 600 Menschen.
In Carocas wurde eine heflige Erschütterupg verspürt.

FSfrohwische als Blitzableiter. Wenn es dem
menschlichen Forschen und Erfindungsgeiste leider bis jetzt noch

nicht gelungen ist, ein Mittel zu enidecken, um der gewitterschweren
Luft die gefahrdrohede Ueberladung an Elektrizitär zu entnehmen
und dadurch den schädlichen Hagelwettern vorzubeugen, so ist da⸗
zegen der flüchtigen Nottz einer landwirthschaftlichen Zeitung die
Enideckung zu verdanken, daß einfache Strohwische die wiksamsten
And wie selbstredend billigsten Blitzadleiter sind, welche es dem Be⸗
itzer des ärmsten Bauernhäuschens ermöglichen, sich vor den Gefahren
des Bleßstrahles zu schützen. Der erste Versuch wurde in der Nähe

von Tarbes (Ober⸗Pgrerden) durch einen intelligenten Landwirih
gemacht, und zwar mit solch befried'gendem Resultate, daß bald
darauf 18 Gemeinden des Bezirkes Tarbes alle ihte Häuser mit
derartigen Strohwisch⸗Leilern versahen und wirklich stitdem der
Blitz keinem auf diese Art eschützten Gebäude mehr Schaden anthat.
—TRiflis, 14. Mai. Det Schah von Persien ist hier einge⸗
lroffen und feierlich empsfangen worden; die Stadt ist geschmückt
und wird AÄbends illuminirt.

r400 Dorlars fulr einen Kuß, den er seiner Nach⸗
barin, Frau Mead, Multer von vier Kiudern und Gatlin eines
belannten Arztes in South Bethlehem, Newyork, gern geraubt
Jätte, nicht etwa wirklich erhielt, mußte ein Maun, Namens Whit⸗
ded, auf, Grund eines am 18. April abgegebenen Erkenntnisses der
Albany County Court enkrichten. Die Dame saß eines Tages vor
hrem Hause, ihren Galten erwartend, als Wijilbeck zu ihr trat
ind ihr erzäͤhlle, er habe geträumt, daß sie ihm einen Kuß ver⸗
prochen; er wollte den Kuß auf eigeumachtige Weise eintassiren,
uhr aber garstig ab und wurde don Frau Mead verklagt. Das
st in der That eiwas theuer für einen Kuß, din man nicht einmal
dekommen hat.

F Das tleinste Postamt in der amerikanischen Union befand
sich bis zur 1. April, an welchem Tage es oiff,iell geschlossen
wurde, ia dem Dorfe Texas, Lycoming Couniy, Pennshlvania; da
die Gesammteinnahmen im Jahre sich auf volle vierundfünfzig
CTents beiaufen hatten, wurde der Posimeister in Texas seiner
schweren Amtspflichten enthoben.
— —ED»A IIIIIIIZZZ ——
Fur die Redaction verantwertlich: F. X. Demetz.

bexathbatodRNRls gÑÑôäXÑ̊l!s RRcehcceeheeuececeen

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der

Herren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam.

Es handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗Ge⸗

winnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr

lebhafte Betheiligung vorausseßzen läßt. Dieses Unternehmen ver ient das

»olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten fiad und auch

»orbenanntes Haus durch ein ftets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannmt ist.

Illustrirte Frauen⸗Zeitung. (Preis vierteljährlich 2 M. 50 Pf.)
Die neueste Moden-⸗-Nummer (17) enthält: Gesellschafts⸗, Promenaden⸗
and Reit-Anzuge, Ueberkleider, Mantillen, Fichüs, Haar- und Cravaten-—
-„chleifen, Kragen und Manschetten. Ganze Anzuge, auch einzelne Kleider und
Zaletots für Mädchen, sowie Blufen und Latzschürzen. Jahreskleidchen mi
Zaletot, Schuhe, Stiefel und Strumpfe für größere und lleinere Mädchen,
Baschegegenstände für Kinder von 2 bis 12 Jahren; Tag⸗ und Nachthemden,
Beinkleider, Corset, Corset⸗Taille, Unterroche, Kragen und Manjchetten.
dinderbett mit Vorhang, Decke aus Leinen-Cannevas mit Stickerei in Zopf—
ind Sternstich nebst verschiedenen Ausführungen, Arbeits- Neceffaire, Schub—
asche, Nadelkisfen, gehälelte und gestrickte Einsätze, Spitzen⸗ und Grundmuster,
unte Stickereien zur Verzierung von Kleidern, Schürzen ꝛc, Tülldurchzug
u Gardinen, Spitzen⸗Bordüre als Umfassung fur Taschentücher, Stichmusier,
zu Schuhen, Kissen ic. ic. mit 93 Abbildungen und einer Beilage, enthaltend
26 Schnittmustern, 1 Muster⸗Vorzeichnung, 1 Aufwinde, 2 Alphabete nebsft
Zahlen in Kreuz⸗ und Plattftich, Namens-Chiffren, sowie ein Eckttuck in
xreuzstich. — Die neueste Unterhaltungs-NRummer (18) enthält: Hei—
mathlos. Novelle von Adelheid von Auer. Fortsetzung. — Zur Naturgeschichie
der ornamentalen Thiere. Von Julius Lejfing. Schluß. — Aus der Frauen⸗
welt. — Verschiedenes: Literarisches ꝛc. — Wirthschaftliches· Der Mai in
der Kuche. Schluß. — Briefmappe. — Frauen⸗Gebdenktage. — Ferner fol⸗
gende Illustrationen: Prinz Heinrich der Niederlande und Prinzesfin Marie
don Preußen. Von G. Koch. Byzantinisches Seidengewebe mit Elephanten.
8. b:8 10. Jahrhundert — Romanischer Schmucbuchstabe mit Drachen aus
einer Handschrift des 12. Jahrhunderts. — Lowe und Dromedar. Gold⸗
tiderei vom Deutschen Kaisermantel, gefertigt zu Palermo im Jahre 1188.
— Deutscher Bronzeleuchter in Drachenform. 12. bis 18. Jahrhundert. —
Italienischer Majolika-Teller mit Chimären. 16. Jahrhundert. Reiher
Japanische Goldsticerei. — Im Mai. Von W. Friedrich. — Der englijche
Damen⸗Orden der indischen Krone.
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.

—
Sonntag, den 19. Mai 1878
im Fichtenwäldchen zu Elversberg
von Nachmittags 3 Uhr ab
gresset Concert.
Ausgeführt von der Capelle Friedrichsthal.
Entree 30 Yfennig.
Für Abitnrienten, Primaner und Secundaner!

Als bestes Lehrbuh füc den deuischen Aufjaz zum Abi⸗
turienten-Eramen empfehlenwir Venu's deutsche
Aufsatze, Verlag von Adolph Gestewitz in Wees⸗
baden. 14. Auflage. Preis 4 Mart geb. Dasselbe enthält
eine Anleitung zum Anfertigen von Aufsähen. 838 Mustec
Uufsätze und 27 Diepositionen. Ebenso Galbula, latei—
aische Aufsatze, 3. Aufflage. Preis 4 Mark. Vorräthig in
allen Buchhandlungen. Bisheriger Absetz 34.000 Exemoplare.
— —

—
— ⏑ů

—

Am Sonntag, den 19. Mai
Harmoniemusik
ei Meter Jung.

Prauuirt: aunover 18224,
Kassel 1877.
Der Vortheil des achten
Prof. Inst. ʒ. Jiebig'schen
Backmehls
iegt in der Feinheit des Mehles,
der raschen Bereitungsart aller
Bäckereien und des höchst seltenen
Nißlingens derselben.

Depot bei: Ph. KIinek
n St. Insgbert.

Nur die Packete find acht, die
eine „ incdmithe als ge
richtlich eingetragene Handeils
narke tragen.

In Jeden Bandwurm Du
entfernt binnen 8—24 Stunden
bollständig schmerz⸗ und — —
ebenso sicher beseitigt auch Bleich⸗
sacht, Trunksucht, Magen⸗
krampf, Epilepfie Veitstanz,
Bettnaͤssen und Flechten und
war brieflich:
Voigt, prakt. Atzt
au Croppenstedt (Preußen)

iefpapier

mit Firma. 2u Gesohâstasbriefen
in achõßûñnen veræierten
BSchriften.

Monogra mi me, Vislten-
ERarteon ete., werden rasch
und billig angesertigt in der
Buoh- und Steindruokorei

F. X. Demez.

8t. Inghbert.
        <pb n="282" />
        Krieger-

J
Vorein.

Sonntag, den 19. Mai 1878
Ausssug nach Elversberg
mit Fahne und Musik.
Antreten am Vereindlokce nt Mütze und Vereinszeichen früh 4 Uhr.
Abmarsch Punkt halb 5 Uhr.
Um zahlreiches Erscheinen bittet
Der Vorstand.

Die k. Präparandenschule zu Blieskastel:
sejert am 22. ds. des Nachmitiags von 2 Uhr ab im Gartens.ale
des Herrn C. König ihr
Maifest.
vozu die Angehörigen der Zoͤglixge und die Gönner der Austalt,
nwie Jugend⸗ und Muñkfreunde hier nit geziemendst eingeladen werden.
Zur Aufführurg kommen:

Eolumbus“, melodramatische Dichtung mit Chören
und Clavierbealeitung von J. Beckeer;

2. Baechus Chor“ mit Clav'erbegleitung aus Anti⸗
ne“ des Sophokles; Musik von F. Menpdels⸗
fohnBarthboldy (fstimmia iür gemischten Chor arr.);

3. Zeklamatorische und musikalische Stücke.

(Statt besonderer Einiadung.)
FCeibig, t. Haupilehrer.

AInamn biete dem GIlücelkze die Haridh?
—

x*75. 000 R. Mark
daupt-Gewinn im gàunstigsten Falle bietet die allerneueste
grosse Gæeid Veriooscunsg, vwelche von der hohen Regierung
Fenehmigt und garantirt ist.

Die Vortheisuafte Finriehtung des neuen Plares ist derart, dass
m Laufe von venigen Monaton durch 7 Verloosungen 49,600 Ge-
nué zur sicheren EPntscheidung Kommen, darunter befinden sich
fauntreffer von ↄrentvaj P M x. OOS speciell aher
Gewinn a 0 20 Gewinn æ 2, 00 0
Gewvinn ⁊* I. 128,000 23 ewinne a M iO, o00
Gewvinn à. 80,000 4 ewinne aà ?, 8000
Jewinn à X. 60,000 31 ewinne a J 3000
Zewiun àã. 50,000 74 Gewinne a21 000
Jevinn z . 0,000 200 Gewinne a7 2400
Gewinn aX. 3,000 412 Gewinne a . 1200
Gevwinne àa . 30. 000 521 Gewinns à N. S500
dewinne àa A. 23,000 700 Gewvinne à N. 230
Gewinne a M. 20, 000 28. 018s Gewinne a M. 138
zGevinne à A. 13,000 ete. ete.

Die Gevinnzi⸗ nungen sind planmũssig amtlieh sestgestellt.

r pucheten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staat⸗
arantirten Geld-Verloosung kostet

ganaes Original-Loos nur Markx 6
nalbes 2 3
viertel 1/

Alle Auftrâge werden sosort gegen hPinsendung, Posteinzahlung
der Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgefuhrt
au hait Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
riginal-Loose selbst in Händen.

Den Bestelungen werden die erforderlichen amtlichen Plãne gra-
tis beigefugt und nach jeder Ziehung denden wir unseren Interessenten
naufgefordert amtliche Listen.

i Aezahlung der Gevwinne erfolgt stets prompt unter Staate·
Garantie und sann dmch directe Zusendungen oder auf Verlangen der
c,Jαntfen aureh unsere Verbindungen an allen grösseren Platzen
Heutschlands veranlasst werden.

nocrte Collecte var stets vom Glũeke begünstigt und hatte sich,
lieselpᷣe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals 8*
cen Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten
lrect aushozahlt wurden.

Vcichtlien sann bei einem solchen auf der sao li deaten
Rasis gegründeten Unternehmen überail auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Best immtheit gerechnet werden, und bitten wir daher.
id ie Aufträge efuhren zu können, uns die Bestellungen baluget
nd jedenfalls or dem 21. Mai d. J. a2ukommen au lassen.

Kœufmounm &amp; Simon,

Banx-und wéehsel-Geschaäftin Hamburg

Fin- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Pisenbabn- Action

und Anlehensloose.

P. 8. Wir danken hierdureh für das uns seither geschenkte Vertrauen
mä uem wir bei Beginn der neuen Versoosung zur Betheili
zung einladen, werden wir uns auch lernorhin bestreben, dureh
ztets prompte und rcelle Bedienung die volle Zufriedenheit
Vecret geeurten Intereasenten zu erlangen. D. 0.

Sonntag, den 19. Mai
son 3 Uhr ab
BEArrnonie
—VIC
n Eberhardt's Garten.
Entré 20 Pfa. Für Krieger⸗

Vereinsmitalieder frei.

Einladung.
Da vicle Stimmen laut wer⸗
den, um einen
Geisen⸗Versicherungs⸗
Verein
lin ähnlicher Art wie der Vieh⸗
Versicherungs Verein) hier zu
zründen, so laden wir Alle Die⸗
en'gen, die sich daran zu bethei⸗
igen gedenken, zu einer nähern
Besprechung auf Sonntag,
den 19. Mai, Nachmii⸗
tags 8 Uhr in das Wirth⸗
schäftslohn von Georg Stief
im Ott höflichst ein.
Mehrere Theilnehmer.

Eltern und Erzieher
mochen wir auf das schöne
und nützliche dädagogische
Zunstjoutnal: Der Jugend
Ipiel und Arbeit von Dr.
J. D. Georgens und J. M.
don Gay tte⸗Georgens, unter
Muwirlkung hervorrag. Mit—
arbeiter, Preis pro Quartul
M. 1.50, aufmerssam. Das⸗
selbe bietet in jedem in Bunt
druck ausgeführten Monats
hefte Urterhaltung und bil—
dende Beschäftigung der ver⸗
hiedensten Art für Kinder
hon 5213 Jahren. Die
bdeigefügte Beilage gestaättet
die sofortige leichte Nachab
nung der Vorlagen. Jede
Buchhandlung und Postan
talt n'mmt Abonnementsbe—
tellungen ar. Ausführliche
lustr. Prospecte aratis.

VLeipjig.

Richter's Verlags-Anstalt.
K. K. Hofbuchhandliuro.
Fs 2

Erklärung.
Erkläre hiermit, daß Coristian
Bernd, jetzt Christ an Kopp
senannt, nicht befugt st. l zieren
stamen zu führen und ich keine lei
Berantwortung mehr dafür über⸗
ehme. Georg Kopp.
Rytgi 19. 360i 1878

*

aimusik
Peter Luck,
Werth in Hasel.
Der untere Stock

neines der protestautischen Kirche
segenüber gelegenen Paus. s, drei
roße Zimmer, Küche, Keller,
Dachstube mit Pflapzgarten,
Stallunz ꝛc., ist sofort zu ver⸗
m ehen.

— 2
*
x4

w—33 *
21*
— 328 *
2 *
3 *
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8 *
2351*
28—
224 *
2358 *
—V — 2
2553
287
28*
525 J
845 *
252
3
33
3
2218
38
8412
2 3
2215
8079
7. 7
8 2
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*
*

—8

*
*
8
2
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*
z2
—

Frucht- Brod und
Fleisch⸗Preise der Stadi
zweibrücken vom 16. Ma'.
weizen O M. — Pf. Korn
)8 M. 85 Pf. Gerste Sre'hige
— M. — pf. Gerste 4 reih.
8 M. 73 Pf. Spelz 0 M.
pji. dafer 7 M. 12 p.
heu 2 WV. 40 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
30 Pf. Weisibrod 192 Kilog.
36 Pf. Kornbrod 8 Kil. 78.2 Kil.
52 Pf. d'itto 1 Kilo. 26 Pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 98 Pf.
Paar Wed 100 Gramm 6 pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Zual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
»amfl. 60 Pf. Schwemefl. 60 Pf.
Zzuttatr 1M. 20Pf. per Vid.

C. Hofmaun.
Fine Familienwohnung
estehend aus 6 Zimmer, Küche,
deller und Speicher ist zu ver⸗
niethen.

Au Verlangen können dieselben
zjetrennt oder auch möblirt in
einzelnen Zamern abgegeben
verden.

Geora Klein.

ꝛr
x77533
2288*
* 25338
236 —8X
—23
3225 *2
33 —453383
3* —28* 3
5 888 337
8 55 5 33
* 288 ———
7 J *245
587 1333,2
28 I —2233
— 558
5328 22 232 ———
—— —— 13358*
2
35
33 53532355
28 ———
5 — 325 58
28336 „5 F
570357 333 228 —
F 87*. 535
8336333 —
—E 8383358 53
323836383 237 2
433233562

—

Ised vau J. xX. vemeß in StuIngbert.
        <pb n="283" />
        SBil. Ingperrer Anzeiger.

pαXXααXαααιαα
der St. Iugberter Auzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich vpiermalz Dieustag, Dounnersstag, Sasstag nad Sonntag. Der Abonnementspreis detragt vierieljahrlich

l Warl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pftw. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg/ pro Zeile berechnet.
M 78.

Sonntag, den 19. Mai 1878.
— — —
—

Deutsches Reich.

Mänchen, 17. Mii. Verkuuf von Geheimmitteln. Das
igl. Staatémin sterium des Innern hat sich nach Einvernahme des
lal. Obermedicinalausschusses veranlaßt gefunden, die zum Verlaufe
von Geheimmitteln auf Grund der in dieser Seziehung früher gil⸗
tigen Vorfchriften in widerruflicher Weise ertheilten Ministerial⸗
bewilligungen, insoweit diese Geheimmittel unter den 8 1Loer kais.
Verorduung vom 4. Januar 1875 über den Verlehr mit Arznei⸗
mitieln follen und ihr Verlouf auber den Apoiheken stanfinden
durfte, zuriiczunehmen. Für den Verlauf der hee in Rede stehenden
Beheimmittel ist daher fortan lediglich die erwähnte kais. Verordnung
maßgebend und die Frage, welche von diesen Geheimmitteln von
den Apothekern im Handverkauie und welche nur auf Grund eirer
ichriftl:chen ärztl'chen Ordination abgegeben werden dütfen, bemißt
sich rach Z 25 der allerhöchsten Verordnung vom 25 apiil 1877,
die Zubereinung und Fei haliung von Arzneien betreffend.

Schweinfurt, 13. PMai. Der deutsche Kronprinz wird
dem „Tagbi.“ zufolge während der Herbstimandber des 2. bayer.
II

Berlin, 16. Mai. Es herischt allgemeine Uedereinst'mmung,
daß daz Min'sterium mit reaktionären Maßnatmen eifrig beschäftigt
sei, welche das Vereins⸗ und das Preßgesetz betreffen. Die Rüd-
lehr des Reichskanzlers ist neuerdings wieder unwadricheinlich ge—
worden, was mit dem Eensterwerden der Verwicklungen in der
orientalijchen Fraue zusammenhängt.

Berlin, 16. Mai. Der „Reichs Anzeiger“ bringt an
dir Spitze seines Blattes folaenden kaiserlichen Eriaß:

„Die That e nes auf Irrwege gerathenen Menschen, welcher
anscheinend nach Meinem, bon Goites nädiger Fügung so lange
beschützten Leben trachtete, hat zu ungemein zahlreichen Kundgebungen
der Treue und Anhänglichkeit an Mich Veraulassung gegeben, die
mich tief gerührt und inpig erfreut haben. Nicht allaͤn aus dem
ganzgen Deutschland, sondern auch vielsach aus dem Auslande, von
Behdiden, Corporationen, Vereinen, von Pribalpersonen aller
Lebenskreise und aller Lebensalier ist Mir bethärigt worden, daß
das Herz des Volkes bei seinem Kasser und Könige ist und daß
is Gutes und Trauriges treu mit ihm empfidet. Das'erbe Gesühl
habe Ich insbesondere auch hier aus jedem Ange gelesen, in welches
ich nach diesem Vorfoll gesehen und ich bin in der That tief und
warm von der würdigen und erhebenden Art berührt worden, in
welcher die Bevd kerung Beilins Mir ibr Mitgefühl gezeigt hat.
Ich wünsche, daß Jedet, der mir seine Theilnahme beithätigte, auch
wissen dudge, daß er dam t Meinem Herjen wohlgeihan het, und
beauftrage Ich Sie, zu diesem Zwecke das Vorsteheude dekonnt zu
machen. Birlin, den 14. Ma 1878. Wil h'eUm. (An den
—XX

Die „Koͤln. Ziq.“ schreibt: „Daß die sogenannteschrist li ch⸗
soziale Parftei aur für die Sazialdemokratie ordeitet, das
dewe'st auf's Neue ein in Ne. 19 des „Staatssojalist“ enihaltenen
Urtikel: Die praktische Loösung der Wohnungsfraze“. Dir Ver—
jasset dessiven fordert den Erumß eines Reichs. oder —XXXV
—X Wohnungẽ⸗Genosseuschafisgesetzes zunächst für die
Städte „„nach welchem sämmtliche Hasisbesitzer eines Ortes auf
den Antrag des zehnten Theiles der Wohnungsinhaber einer jeden
Eiadt gendthigt sein ollen, ihre Häuser an eine zu bildende Wohnungs⸗
genossenschaft abzutreten, welde die gesammten, innerhalb des
Vemeindeberzirks belegenen Wohn- und joust gen Gebäude im Wege
der freien Ueb reinkuuft oder der Caleigenun eigenihünlich zu er⸗
werbden und für die Beftiedigung des Wehnungsdedürfniss:s der
ftadrischen Einwohner zu sorgen hat.““ Die für die Erwerbung
der gentff nschastlichen Grundstücke erfordeilichen Geldminel mussen
vomn Siaate b'ischafft werden vermittelst 4prozentiger Reutendriefe

auf Hoͤhe des Kost⸗ und Werthpreises der Grundstücke. Derartige
Theorien werden im Nomen des Cyristentduns vorgetragen! Wie
die Sonaldemokratie, so huldigt auch die christlich jozale Parte
dem Grundsat, dak Eigenthum Diebsaßt sei; auch

sie nährt den Klassenthhaß, indem sie die Unzufriedenheit
fördert, und wie die Sozialdemokratie, so flührt auch sie — zur
Revolution.“
Ausland.

Wien, 16. Mai. Der „Polit. Corresp.“ wird aus Konstan⸗
tinopel gemeidet? Die Russen haben ein Zeltlager eiwa 1 Mieile
Uber San Stefano hinaus in der Richtung nach Koastantinopel
aufgeschlagen.

London, 16. Mai. Einer Meldung der „Times“ aut
Philodelphiag zufolae haben die Russen von der Vrovidene Arme
Company“ 200,000 Gewehre, welche uisprünglich fur die Tarkei
fabr:cirt wurden, gekauf: und ene weitere halbe Mill on Gewehre bestellt.

London, 17. Mai. Die ‚Times“ meldet aus St. Peter s⸗
burg 16. Mai: Es ist Grund zu dem Glauben vorhaudek, daj
d'e von England vorgeschlagene Losung als eine soiche befunden
worden sei, welche die Mönlichkeit einer freundlichen Uebereinkunft
leineswegs ausschließe. Momentan wehe der Wind enischieden zu
Bunsten des Friedens. Der „Standard“ ersährt: Die Piorte
vosle keine weitere Verslärkung der enalischen Floite im Marinara⸗
neer dusden, aber einen Wechjel der Scheffe in Jamidgolf gestarten.
— Nagqh einer Reutermeldung aus Konstantinopel rücken die rus⸗
ischer Linien am Mitwoch bis Kowosköi vor. Naq einer Times⸗
neldung aus Philadelphia kauften die Russen die Danpfer „Siate
Talifornia? und „Cny Sidney“ an und unterhanoeln wegen de
Anlaufes zweier weiterer Schffe.

Aus Malta, 9. Man schreibt man der „Pol. Corr.“, doß
an diesem Tag das erhfle Schiff mit ind: schen Truppen doct angelangt
ist: alle Soidaten sind Hindus; sie tragen weiße Unifarm und
orthe Turbans. In Suez und Port Said sind sechs Dampfer mit
ind schen Truppen angelommen. — Au: Malta ist eine furchtbure
Denge von Sch'ießmaterial jeder Art sowie von Proviant auf⸗
gespeichent.

Bermismtes.

Frankenthal, 16. Mai. Von einem gräßlich⸗ n Un⸗
zlüche wurde gestern Abend der Amtsverweser des tgi. Gerichts⸗
zollziehers Koch, Herr Friedrich Koch bdetroffen. Derjelbe wurde,
m Bear'ffe mi dem lehten Zuze von Oggeraheim hierherzufahren,
deim Ueberschte ten des Schienengeleises von der Maschipe deß
dan Franktnihol kommenden gerade einfahrenden Zuces erfaßt, zu
Boden geworfen uad ihm die linke Hand derart sermalmt, daß die⸗
jelbe sofont oberhalb des Gelenkes amputirt werden mußte.

FMunchen, 15. Mai. Die dvon hier aus zegangene Noch⸗
richt, daß das J. Armerkorps seine großen Heibstinandoer zwischen
Ingolstadt, das II. Armerlorps zwischen Gemunden und Lehr dor
nehmen werde, ist unrichng, indem sicheren Vernehmen nach das
l. Armeelorps in Schwaben zwischen Lech, Iller und Donßu in
dem Terrain innerhaid Memmingen — Mindelheim und Gunzburg,
das U. Armeekorps nördlich des Mains auf der Linie Schweinfuri
Vtunneistadt mandoriren wird.

fKulmbach, 13. Mai. Gestern fand Here Direktor
Taff er in jeinem Garten einen Spargel, welcher eine Länge von
*7 Centim. und eine Breite von 7 Cemim. hatte. Gewiß ein
Zeichen der großen Fruchsbarkeit des heurigen Jahres.

tMainz, 13. Mai. In der Nähe von Neudorf fiel
zestern Nachmutag ein Wollenbruch, der in den Gemarkungen von
Neudorf, Kedricch, Rauenthal, El:ville, Niederwalluf ꝛc. coloss den
Schaden verursachte. In Kiedrech wurde ein Hous und eine Viühle
weoger ssen, ein großzer Treil der Weinberge ist überall rumirt;
niat nur Weinst)cke und Weinbergéspfähle, sondern sogar die Erd⸗
wurde theilwe se wegzerssen.

F Ueber zwei verstece Sunder“, die zum Tode verurtheilten
Müller und Götielmann, schreidt das „Mijr. Tagol.“:
„Wie uns mitgetheilt wird? sollen die deiden sich in dem Ärrest⸗
haus in einer Art und Weise betrogen, die annehmen läßt, doß
jedes menschliche Gefudl ia der Brust der beiden Morder ersid
        <pb n="284" />
        el. Zu den tollsten und frivolsten Streichen seien die Beiden
sederzest aufgelegt und pichts verrathe etwa eine Furcht vor der
Ausführnng ds Todesurtheils.“

f Berlhin. De Areuzzeirung“ berichtet: „Am Montag,
Abendz uoch 6 Uhr, ersch enen im königlichen Palais sieben junge
Peädchen als D putirte dec Schulerinnen des Lehrerinnen⸗Seminars
zn der Königin⸗AugustarSch le um Sr. Majestät ihre Glücwünsche
u ürbeibringen und en vom Hojkavstgärmier Schmidt gefert gles
Keumen⸗Kssen und einen Lordeciktarz zu uͤberreichen. Diests un⸗
angemeldete Erscheinen erregte zuuächst in den Dien rtreisen großeb
Sdunen. Als aber auf dringendes Bitten der jungen Damen
he Vorhaven dem Hofm richall Perponaer gemeldet war, nahm
eser das 6riginelle Anliegen, welches izm von den Damen uner
ebhaften Bitten, nur inmal ihrem Ka'ser nahen zu dürfen, vor⸗
geteagen wurde, mit so liebens würdigem Interesse auf, daß er nah
surzer Zeit der Depuation verküuden konute, —AD
ie lofort sehen. Nachdem die Gäste das Palais veil ssen hatten,
urde die Deputation in St. Mojestät Saal geführt und war jehr
ratzüctt, als der Ka'ser aus seinem betannten Eckummer ihnen
äch ind und freunolich grüßend entgegenkum. Die Ene las ein
hedicht vor, welches Se. Majestät entgegennohm. Sodaun nahm
er das Blumentissen und schließtich den Lorbeerkranz mit der Frage:
„Auch der ist füc mich bestimmu?“ Se. Muajestät sprach sich dahin
aus, daß ihm nun schon zum dinen Male so Trübes begegnet sei,
Iber Gottes Hand ihu gnäd'g beichützt habe; die von allen Seiten
hm bew esene Liebe erquace sein Herz, wenngleich der Schmerz
nicht fehl ·. Auf die freundlichste Weis⸗ erkundigte sich der Kaiser
nach dem Alter und den Familien der Einzelnen, sprach über ihre
Zukunst als Lehrerinnen und eniließ die Entzückten mit herzlichem
Tart und Händedruck. Die so huidvosl Empsangenen kamen in
strahlendem Glück aus dem töntglichen Palais.“

In Melka, der he ligen Staet des Islam, existirt jeit
araltet Jeit die Verordnung, doß kein olleinstehendes fremdes
Frauenzimmer dieselbe beireten darf. Wittwen oder Maͤdchen, die
Jun ihr reigiöser Drang dennoch deranlaßt, nach dieser beiligen
—AV müssen vor deren Thoren so lange warten,
dis sich ein Bewohner Metkas herberläüßt, sie füc d'e kurze Zeit
—&amp; dieser Stadt zu deirathen urd erst unter
dem Schutze ihres neuen Gatten darf die vereinsamte Frau die
Beburtsstadt des Propheten beixeten. Die so glücklich, wenn auch
nur für kurze Zeit unter d'ie Haube Getkommene muß gewöhnlich
hrem so erworbenen Gatun zür die Ehre, daß er sich hetbe ließ,
sie in feinen Hirem aufzunehmen c schönes Semmchen Geld er⸗
legen. Naturiich tritt er in alle Rechte eines wirllichen Ehegatten.
Ju Melka ex stert dader eine eigene Classe Menschen, deren Be⸗

chäftigung nur darin besteht, die dort anklommenden Wittwin—
Rädchen zu verheiraihen, was ihnen im Laufe des Jahres, be—⸗
onders wahrend der Zeit der großen Wallfahrt, ein schönes Ein⸗
ommen obwirst. In neuester Zeit hat nun, wie der Presse geschrieben
vird, dee Stadtbehörde die Verordnung getroffen, daß eine jede
biche extra muros abgeschlossene Ehe von ihr leaal sirt werden
nuß, und muß dann die Ehekandidatin für diese Legalisirung eine
eträchtliche Steuer an die Stadttasse zablen. Aber auch diese
Steuer vermag nicht der Frömmigkeit der mahomedanischen Frouen
Lkbbruch zu thun und noch immer strömen sie schaarenweise nach
er heiligen Stadt.
f In allen praltischen Dingen sind die Amerikaner bekanntlsch

)en meisisen Völtern voran; jene dringende Befürworttung des An—
soncitens aber, welche Horace Greeley, der berühinte transatlantische
Jublecest und National⸗Oekonom, in se'ner Schrift über Anz igen
en Kaufleuten, Fabr kauten, Unlernebmern und anderen Geichafts⸗
näunrn ans Herz leat, verd ent als ein hervorragendes Zeichen
)es erwähnten prakuschen Sinnes hier nochmals besonders et vähnt
u werden. Zunächst bezeichnet H. Greeley die Annorce als das
Mitlel, dem Publitum einen gleich hohen Vegreff von dem Werth
iner Le'stung orer Sache beizubringen, als ihn der Leisteude, der
gerferliger, der Vertauser der Sache, selbst hat. Diese Furction
er Annonce ist offenbar von der töchsten Wichtigkeit für jeden,
Rer Geld verdienen will. Ohue sie bliebe ihn ja als Lehn nur
das eigene Bewaßtsein, Gutes zu bieten oder der mühsame Weg
er persönl chen oder bricfl chen Aupretsung, um seine Geschäfisbe⸗
iehugen in einem gewissen Brzitk auszudehnen. Bedient er sich
dar der Annogce, so lann er schnell und mit geringen Kosten
Jeden wissen lassen, was er anzubieten hat und zu welchen Be⸗
ingungen und Pie sen. Durch die Kosten sich abschrecken zu lafsen,
alt Greelth für ebenso thöricht, als wenn man, aus Scheu von
en Kosten der Sicherheitsvorrichtungen. sein Eigenthum den Dieben
reisgeben wollte; vielmehr schützt die Annonce davor, daß die
indern Geschäitskosten nicht übe flüssig werden, indem sie das Aus⸗
leiden des Kunden verhütet. Nur schlechte Geschäftsleute, sagt er,
aben keine desondere Neigungen für die Zeitungeu, indem sie nicht
utell gent genug find, die Mecht der Presse und den Grad der
Jerbceurung zu ermessen, den deselbe e ner Bekanntmachung
eben kann.
—— —
— R———
Dienstesnachrichten.

Der Bezirlsamtecss ssor Dt. H. Motitäus von Kusel ist an das
Zezirksamt Londau und der Bezirlsamtsassessor A. Reger don Landau an
as Bezirksamt Kusel. beide ihrem Ansuchen entsprechend verfetzt worden.
— F ecrantworilich: J. X. Demes. —

Sonntaq, 19. Wai 1878
Maimusik
Peter Luck,
Werih in Haͤfel.

CC,.
239 3
Schau' in's Auge deéeinem
Kinde.
Dieses neuesteæ Lied von
Franunz Abt
cheint auch sein belieutestes werden zu wollen. In
inigen Gesellschasten aus dem Manuscript vorge-
ragen, geßel dasselbe so sehr, dass vor PErscheinen
derte Bestellungen vorlagen. Die vier orsten
arken Auflagen waren schnell vergriften und erschien
eben, vier Wochen nach Pertigstellung.
die fünste Auflage!
Preis mit apart gedruckter Singstimmoe M. 1.

Das neuesste Werk von Abt, op. 531 enthãlt
uszer No. 1 Schau' in's Auge deinem Rinde! noch
Fei reirende Liedchen, namlich: No. 2 —RXWE
Lieb Vöglein, sag' warum so schnell, o nimm mich
— Vaterhaus: „Die
zonn' ist heimgegangen.“

Preis jeder Nummer mit apart gedruckter (dop-
pelter) dingstimme und Xlaviert egleitung M. 1. —
Pie's Lieder zusammon in einom Hofto 2 Mark.
Jegen Finsendung des Betrages versende ich franco.

het. e Tonger, Köln. a. Rh.«
Wein⸗Etiquetts.
arbig bis 7farbe
and zu haben in der Lith. Austalt F.
St. Inabert.

Am I2. und .
Juni d. dJ.
beginnt mit der I. Ziehung
die vom Staat genehmig e

und garautirte
II inn hau rge Stadt-
Lotterie.
Dieselbe kesteht aus VI, O00
Loojer und A9,600 Ge
vinnen, wovon Haͤupt:reffen
ventu⸗; I
375,000, 230,000,
125,000, 80,000,
*0,000, 50 000, 12
10,000, 1à 36,000,
32 30,000, 1 25,000,
52 20,000, 6 à 15, 000
1à 12, 000, 28 à 10, 000
4 d 8000, 2 à 600w,
31 à 3000, 74 à MA000
Mark ꝛc.
Hierzu vers. Original⸗
loo se
Janze Halbe Viertel
Mx. 3M 1I,S50 ML.
negen Einsendung des Be
rages oder per Postvorschuß.
Spiolor erhalten die Ge-
rinnlisto gratis!
Wilsh. Bastilius,
vom Staate au⸗
Eellter Haupt⸗Collectenur
1 tr.

—A
chwe denwies
su verpachten. Austunft bei
dea. Grossard:.
Billiaste Vezugsquelle.
Emil Hohorst
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BerlinAlexandrin pftt. 98.
5— Billigsto Bozugequelle
voun Mither, Brocdhaus und
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con elegant gebunden. —
Gedundene Werke z. B. An⸗
dersen, Goͤtbe, Koͤrner, Schiller
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ʒ Auslieferung far den Alluem
7 Verein für deutsche Literatur.
3 Protectorat: Se. Kal. Hoh.
—Prinz Georg von Preußen.
Prospect und Statut
0 franco gratis.
IIX
von
aammtlichen literarischen
Erscheinungen.

Demu:b

Indalton Drud und Berlag von

F. X. Demeß in St Inobert.
Biem JIllustrirtes Sonntagoblatt“ Nr. 20
        <pb n="285" />
        St. Ingberler AAnzeiger.

— ———— —
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraͤgt vierteljahrlich

1Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfzg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
Mä 79. Dienstag, den 21. Mai 1878.

Dentsches Reich.

Mäünchen, 17. Mai. Wie die Augsburger „Allz. Zig.“
uverlässig vernimmt, wird der bayerische Landtag Ende Juni oder
zleich Anfangs Juli wieder zusammentreten.

Muachen, 19. Mai. Eine socialdemokratische Versamm—

lung hieselbst, in welcher über „das Atlentat auf den deutschen
Zaifer, die Socialdemokratie und die Presse“ verhandelt wurde, ist
zestern Abend nicht ohne Zwischenfall verlaufen. Der Vertreter
der Polizeibehörde ließ dem Hauptredner das Wort entziehen, als
derseibe versicherte, daß, wenn man den Arbeitern Steine start
Brod gäbe, diese Steine den Anderen (den Liberalen) gegen die
dZöpfe fliegen würden, und wenn man die Bayonnete gegen sie
aufpflanze, diese Bayonnete sich auf die Liberalen selbst richten
würden. Sonderliche Furcht vor einer nabenden Reackion scheint
übrigens den Socialdemokraten, nach dieser Versammlung wenigstens
zu urtheilen nicht innezuwohnen. Auf ein bischen mehr oder
weniger Unlerdrückung, so calculiren sie ganz offen, kommt es nicht
an, wir haben nichts zu verlieren; nimmt man uns das Versamm⸗
ungsrechts, Presse und Flugschriften, so agitiren wir insgeheim
ind auf krummen Wegen — das Verbotene schmeckt ja so gut —
und im persönlichen Verkehr. Nur zu sehr gerechtfertigt war der
Ausspruch eines Redners, daß die deutsche Bourgeoisie überaus
aässig und träge sei, bei weitem nicht die Thatkraft und die Macht
jabe, wie etwa in der Schweiz und in Frankreich, und daher sich
als ein viel leichter zu besiegender Gegner darstell.e. Daß das
Attentat auf den Kaifer ernstlich gemeint gewesen sei, das wird
hier in socialdemokratischen Kreisen enischieden bestritten. Der
soeialdemokratische, Zeitgeist' nennt es nur noch „Klempnerschießen“
und behauptet, unwiderleglich nachgewiesen zu haben, daß Hödel
nichts weiter als ein bezahlter agent provocateur sei! (So zieht
man sich freilich am bequemsten aus der Sache). Das Attentat
soll seinen Ausführungen zufolge nur arrangirt worden sein, um
den ungüustigen Eindruck von Dentler's Tod zu verwischen!!

Berlhin, 18. Mai. Der dem Bundesrathe von der
preußischen Vertreluag vorgelegie Gesetzentwurf gegen Ausschreitungen
der socialdemoktatischen Bestrebungen zählt 8 Paragraphen und ist
zunächst füt eine Dauer von 3 Jahren bestimmt. Derselbe er⸗
mächtigt den Bundesrath, Vereine und Druckschriften, welche den
jocialdemokratischen Bestrebungen dienen, zu verbieten resp. zu
unterdrücken. Eine derartige Maßregel bedarf indessen der Zustem⸗
nung des Reichssstagez. Leztere ist, wenn der Reichssstag dersam—
melt ist, sofort, anderufalls bei seinem nächsten Zusammentritte
einzuholen. Verbote socialdemolratischer Druchschriften und Vereine
tönnen durch die Ortspolizei erfolgen. Dieselben erlöschen aber,
wenn der Bundesrath dieselben nicht innerhalb 4 Wochen bestätigt.
Die Beschlagnahme socialdemokratischer Druchschriften kaun polizeilich
erfolgen, ohne daß eine richterliche Bestätigung erforderlich ist. Für
Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des Gesetzes sind
Strafen nicht unter 3 Monaten Gefängniß angedroht.

Berlin. In politischen Kreisen werd das Entlassengsgesuch
des Cultusministers Dr. Falt für einen überaus verhängnißvollen
Schritt angesehen, dessen Consequenzen für die ganze lünftige Ge⸗
daltung unserer Regierungsverhältnisse sich noch jeder Berechnung
entziehen. (Deutsches Mont.Bl.

Dr. Falks Entschluß, bei seinem Entlassungsgesuch
zu beharren, gilt für unabänderlich. Der allverehrte Cultusminister
wird auch auf jedwede andece Anstellung verzichten, sogar nicht
rinmal ein Mandat zu einer der legislatorischen Koͤrperschaften
annehmen.

u
Ausland.

Wien, 19. Mai. Von guter Seite verlautet, daß Ruß
and auf die vom Grafen Schuwaloff Überbrachten Forderungen
nicht eingegangen ist. Rußland hat indeß ein Gegenprojekt, den
ruropäischen und asiatischen Orient aufgestellt, dessen Annahme
eitens England es als wahrscheinlich erachtet. Der Europa be⸗
reffende Theil würde dem Congreß unterhreitet, der asialische Theil

dagegen soll Gegenstand einer Separal⸗Abmachung zwischen England
und Rußland werden. Dieses neue russische Gegenprozekt soll in
seiner Gesammtfasfung angeblich die weiestgehenden Konzessionen
nachen.

Das Wiener „Telegraphen⸗Correspondenzbureau“ bringt unter
der Firma „Berlin, 17. Mai“, folgende anscheinend hochoffi
ziöse Darstellung der Situation: „Evrigegen der von Petersburg
aus verbreiteten Version, daß Graf Schuwaloff aus eigener Initia—
ive nach Petersburg reiste, ist es authentisch, daß Bismard diese
Informationsreise anrieth und selbst die Zustimmung des Czaren
„inholte und dieselbe an Schuwaloff mittheille. Auch dauern die
elegraphischen Verhandlungen zwischen Friedrigsruhe, London und
Betersburg fort. Der russische Gegenvorschlag eines Suds Bulgarien
roll von Salisbury als erwägungswertherachiet worden sein. Da—
zegen ist bezüglich Bessarabiens eine Schwierigkeit eingetreten, weil
Bismartk sich neuestens für die Retrozession an Kußland ausgesprochen
und angeblich auch Oesterreichs Zustimmung zur Russifizierung des
nördlichen Donau⸗Ufers mitgetheilt hat. Oesterreich soll aus
jandelspolitischen Gründen die frühern Ideen der ifreien Donau⸗
Mündungen“ abgelegt haben, weil dieselben den englischen Waaren
die sonst von Oesterreich und Deutschland versorgien rumanischen
und bulgarischen Märkte eröffneten.“

London, 18. Mai. In letzter Nacht kam es in Blad⸗
zurne neuerdinga zu ernstlichen Ruhestörungen, wodurch großer
Schaden verursacht wurde; bei eineni Zusammenstoße mit der Po⸗
izei wurden 14 Aufrührer verwundet; um 2 Uhr Morgens war
ie Ordnung wiederhergestellt.
Bermischtes.

7 Zweibrücken. (Zuchtpolizeigerichtssitzung vom 8. Mai.)
Der 20 Jahre alte Bergmann Lud'w ig M. aus Sulzbach
n Preußen, der bis zu den in Nachstehendem zur Erzählung ge—
angenden Vorfällen eipen guten Ruf genossen halte, lam am
Abende des 23. Februar abhin nach Schna ppbach und kehrte
jiet mit einigen Kameraden in der Wirthschaft der Witlwe Zoln⸗
ofer ein. Nachdem er mit feinen Begleitern einige Schoppen Bier
jekcunken, steckte er eines der benüßten Biergläser zu sich und be⸗
zab sich mit den anderen Burschen fort. Vor deren Weggang
atte die Wiethin schon das Fehlen des Bierglases bemerte unß
ine bezügliche Bemerkung gemacht, von dem Beschuldigten aber
ur Autwort erhalten, er wisse bon Nichts und ldnneüber den
Zerbleib des Glases keine Auskunft geben. Der von ihm verübte
diebstahl scheint ihn aber doch beunruhigt zu haben, denn gegen
0 Uhr des Abends kam er mit 2 Begleitern nochmals in dieselbe
Birthschaft und fing mit der Wirthin sofort wieder von dem ab⸗
anden gekommenen Glase zu sprechen an. Diese wollte aber kei⸗
etlei Veranlassung zu einem Dispute geben und fertigte ibn des⸗
alb lurz mit den Worten ad, er solle die Sache auf sich beruhen
assen, das von ihm benützte Glas sei ja noch auf dem Tische ge⸗
tanden und damit sei es gut. Als nach einiger Zeit das gerade
n Verzapf hefindliche Fächen leer geworden war, erklärte di— Wir⸗
hin, sie stecke kein we keres Bier mehr an, und focderte die Bur⸗
hen auf, sich zu eutfernen. Der Beschuldigte verließ daraufhin
zuch mit seinen Begleitern die W'rthschaft. Ein anderer Gaͤst,
jer mit diesen Burschen in keinerlei Berührung gekommen war, ent⸗
ernie fich in wenigen Minuten darauf ebenfalls. Es war Dies
zer 24 Jahre alte Glasstrecker Jakob Emmes von Schnappbach.
daum war derselbe auf die Straße gekommen, als ihm der Be⸗
chuldigte mit einem eisernen „Wagenstorren“, den er einem nahe⸗
tehenden Wagen entnommen haite, entgegentrat und die Frage an
hu richtele, ob er hier bei der Witkwe Zolnhofer wohne. Kaum
jatte Emmes hierauf eine verneinende Antwort gegeben, als der
Heschuldigke den Wagenstorren erhob und ohne jede weitere Veran⸗
assung Jenem einen Schlag auf den Arm versetzte, der den Emmes
jeftig schmerzte und es ihm gerathen erscheinen ließ, in die Zoln⸗
zofer'sthe Wirth'chaft vurückzulehren. biz die Burschen sich eman
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        hätten. Diese gingen nun durch die Straße von Schnappbach wei⸗
jer und kamen 'an zwei ruhig aus dem Wirthéhause nach Hause
gehenden Männern vorüber, die sich gerade von einander verab⸗
schiedeten. Ohne sie zu kennen oder irgeudwie von denselben eine
Anreizung erhalten zu haben, trat der Beschuldigte auf sie zu und
stredie den Einen durch einen Schlog mit dem Wagenstorren auf
den Kopf bewußtlos zu Boden. Der Begleiter des Verletzten
wollte den Angreifer festhalten; es gelang jedoch dem Beschuldigten,
loszukommen und davonzuspringen. Da der Verletzte, Christ ian
Siegwardt Glasmacher aus Schnappach, durch den Schlag eine
nicht unbedenkliche Kopfwunde erlitten hatte, so wurde der Beschul-
digle, nachdem es der k. Gendarmerie rasch gelungen war, ihn zu
ermiiteln, am solgenden Morgen verhaftet. Nach dem Grunde der
Mißhandlung des Siegwardt befragt, suchte er sich dahin auszu⸗
reden, er habe, als die beiden Männer sich von einander verab—
schiedeten, geglaubt, einen ihm anhaftenden Schimpfnamen von die⸗
seu aussprechen zu hören. Er habe sich hierdurch von diesen ver⸗
spottet geglaubt und deshalb Einen derselben zu Boden ceschlagen.
Die Kopfverletzung des Siegwardt heilte im Allzemenen günftig,
so daß dieser nach 43 Tagen seiner Beschäftigung als Glasmacher
wieder in vollem Umfange nachgehen konnte. Bei Ausmessung der
Strafe zog das Gericht die von dem Beschuldigten an den Tag ge⸗
legie außerordentliche Rohheit und die Gefährlichkeit des gebrauchten
Instrumentes in erschwerenden Betracht und sprach wegen Koͤrper⸗
berletzung des Emmes und Siezwardt, sowie wegen Diebstahls des
Schoppenglases bei Wwe. Zolnhofer eine Gesammtgefüngnißstrafe
von drei Jahren und drei Monaten aus.

f Das 26. Jahresfest des pfälzischen Hauptvertins der Gustav
Adosph-Stiftung wird am 17. Juli l. J. in Kaiserslautern
stattfinden. Die Abgeordneten der pfälzischen Zweigvereine und
duswärtigen Hauptbereine treten am Vorabend zu einer berathenden
Versammlung zusammen.

Bekanntmachung.
Am Mittwoch, den 22. Mai, Was 1139 Uhr,
wird der Verificator von Zweibrücken in St. Ingbeit eintreffen
und die Verification der Maaße, Gewichte und Waagen vornehmen,
wie folgt:

Minwoch, den 22. Mai für das J. Viertel.

Donnerstag, den 28. Mai jfür das II. Viertel.

Freitag, den 24. u. Samstag, den 25. Mai für das II. Viertel.

Montag, den 27. Mai für das IV. Viertel.

Dienstag, den 28. u. Mittwoch, den 29. Mai zu Schnappbach.

Freitag, den 31. Mai und Samstag, den 1. Juni werden
die größeren Waagen an den Standorten verifieirt werden.

Die Gewerbetreibenden wollen ihre Maoße, Gewichte und
Waagen nur in reinem und rostfreiem Zustande zur Verification
bringen, indem solche Gegenstände, welche nicht rein und rostfrei
siud, zur Stempelung nicht zugelassen werden.

Sit. Ingbert, den 20. Mai 1878.

Das Polizeikommissariat:
CRoe⸗rlein.
Literarisches.

Es ist mir aber bis jetzt kein Werk bekennt, in welchem die
Aufgäde, den Gesammtfprach⸗ und Aufsatzunterricht
in das Lesebuch und den Gesammtunterricht anzuknüpfen
so vollklommen geloͤst wäre, wie in dem „Deutschen Aufsatz von
Zarl F. A. Geerling.“ Indem ich der Eirteilung des Werkes
meinen ganzen Beifall schenke, muß ich erklären, daß die einzelnen
Uebungen ebenso naturgemäß gewählt, als höchst zwedmäßig durch—
geführt sind. Ich empfehle daher diese fleißige, umsichtig und
zraltisch durchgeführte Arbeit allseitiger Beachtung und Benutzung.

N. Adam, Haupilehrer in Beitingen.

Vorräthig in allen Buchandlungen.

Verheirathete

Schlosser,
welche in Blecharbest geübt sind,
finden dauernde und, gut lobnende
Accord⸗ Arbeit bei E. König,
Maschinenfabrikant in Speyer.
— Umzug wird vergütet.

* 8

Eine Wohnung
im 2. Stock mit Mansardzimmer
nebst Speicher uud Keller im
Westphälinger'schen Hause
ist zu vermiethen.

August Hager, Methzger.

f Die Kaiferslauterer Geflügelausslellnng hak einen
Ueberschuß von 1942 M. 62 Pf. gelüfert.

Wachenbeim. Jagdhüter Jacob Speyrer von hier
salte drei Schlingensteller angezeigt und in Frankenthal wurden
iese: Ph. Renfer mit drei Wochen, Jac. Baumann mit sechs
Wochen und Chr. Baumann mit drei Wochen Gefangniß bestraft.
detztere zwei Grüder) appellirten, jedoch vergeblich. Jagdhürer
Speyrer erhielt aus der Jagdschutztevier-Kaffe 40 M. als Beloh⸗
nung. (D. A.)

4 Auf dem Markte in Freinsheim wurden am 17. ds.
teise Kisschen verkaust, ein Beweis wie sehr die Vegetation dieses
Jahr voran ist.

FHeidelberg, 14. Mai. Göstern löste sich ein be⸗
deutender Theil der Felsenwand am Fuße der Mollkenkur, im
Teufelsloch ab und stürzie in mächtigen Bldcken in die Tiefe. Ein
Blück war es, daß Niemand in der Näbe war, denn dem raschen
Finsturz wäre nicht zu entflehen gewesen. A8

F'Am 2. Mai macqhie sich ein Mann in Rom duran, sich
elbst zu verbrennen, und that dies auf offener Straße in schreck⸗
icher Weise. Er kegoß sich mit Petroleum und zündele fich selbst
in. Alle Hilfe kam zu spät. Ter Beklagenswerthe, dessen Iden⸗
jtät nicht festzustellen war, ist völlig verklohlt der Erde übergeben
vorden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
ZJerren Kaufmanrn und Simon in Hamburg besonderz aufmerksam.
ẽs handelt sich hier um Original-Loose zu einer so reichlich mit Haupt ⸗Ge⸗
binnen ausgeflatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
ebhafte Beiheiligung voraussetzen läßt. Diesez Unternehmen verdient das
‚olle Vertrauen, indem die besisen Staatsgarantien geboten sind und auch
orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

Wan biete dem Glüceke die Hand?!

—M—

75. O00 R.Mark
Jaupt-Gewinn im gànstigsten Palle bietet die alIlerneueste
grosse Geld-VerIGonsg, welche ron der hohen Regierunug
enehmigt und garantirt ist.

Die voribeisafte Binricktung des neuen Plares ist derart, dass
im Laufe von venigen Monaten durch 7 Verloosungen 49,600 Gæ-
innée zur sicheren Entscheidung kommen, darunter befinden sieh
Taupttreffer von eventnell R.-M. 375. 000 speciell aber
dewinne? —E Gewinne. 2,000
Gewinn a M. 25,000 hewinne a . I0, 000
Gewinn a M. 80,000 Qewinne a M. 8S000
Gewinn à M. 530,000 Gewinne à 5 3000
Fewinn à M. 75,0090 Gewinne a 000
Jewinn a M. 9,000 Gewinnec 2400
Zewinn a * 2,000 Gewinne? 1200
Gewinne a 000 z.. Gewinne ! 500
Gewinne a1. 3,000 700 Gewinne à . 250

Jewinne a7. 35,000 28. 015 Gewinne à A. 138

3 Gewinne a M. 18,000 ete. ete.

Die Gewinnziehungen sind planmässig amtlieh festgestellt.

Zur nächsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen rom Staate
zarantirton Geld-Verloosung kostet

ganzes Original-Loos nur Mark 6
halbes .3
viortel 1/

Alle Auftrãgo werden sofort gegen Einsendung, Posteinzablung
oder Nachnahmeé des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt
und erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
Original-Loose selbst in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pline gra-
tis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten
unaufgefordert amtliche Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
Garantie und kann durch directe Zusendungen oder auf Verlangen der
Interessenten dureh unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen:
Deutsehlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glũcke begünstigt und hatte sieb
lieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals dert
ersten Haupttreffer 20 erfreuen, die den betreffenden Interessenten-
lirect ausbezahlt wurden.

Voraussichtlsieh kann bei einem solchen auf der Solidesten
Rasis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Best immtheit gerechnet werden, und bitten wir daher.
um alle Aufträge xnsführen zu können, uns die Bestellungen baldigst
und jedenfalls or dem 31. Mai d. J. ꝛubommen 2u lassen.

Kaufmonn &amp;æ&amp; Simon,

Bank-und wéchsel-Geschaft in Hawburg

Ein- und Verkauf aller Arton Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenste Vertrauen
uud indem wir bei Beginn der neuen Versoosung 2ur Betheili-
gung einladen, werden wir uns auch fernerhin bestreben, dureh'
atets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenbeit
unserer geehbrten Interessenten z2u erlangen. D. O.

Dntnion Drua ind Verlag von F. x. Vemeß in Et Ingbert.
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        2
A — —* —
53855—3 355
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2 52 n * 3 ⁊ 563835 57 8
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233535 5533 a8 343828 ——— —— 35*35
2 2 —— 3 5 27
* 22— 338 22 22 582* 3 — 5 232 —
* * 52 583 2 —242 —— — ⁊* 53— 233 8 5
3 375 —z25582. 58 —— — 53 5385* z 55
2 * * 2 ** 25
253338 28338* 553 358 —7733883 77 3353333235
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—28338— 82 23 9877 53535 O 53 8 —
28 23553355 823 8* ——— 3 3523 z235237*
5 225238 335 22 328355 55—32838 2*
8 5 3258 2 —— 2* * * 35 32*8 8 8*3832
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55372538 3 335— 33323—38 ———
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2235 553 8 B 3 — — ——— 225 — 55 5 2 6 5B 88
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* 33537 83373735355⸗ — 35335838
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3 23533 2322 33333 3283 3233
2 2 2 .* 8232 —2 —
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* 533358 22 *55 2525235 32533338 — 35522 7
8 8 A 22— 823 8
3333353 5338 7 5 25 55533 —8
3 55333325 33 — —— 5222* 2 —A—
38 —75 5—3 2 288 3333333355 ——— —
5 2*28* — J 2 5 *2 — 23 282
3382 3323s * *3 2* 285328 — 53833
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* * 587 2 2 — 3 f — 222 *25 ———— ⸗5228 — 8 5
ã * 2—353. —— —— * —8 5 —5z3533 2 * 2 5 23 —2 — *
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325—2—53553 3 —R 3* — *»83—353 5332235 25255
—A — —* — 2 32 — * 5 2— 25* 3 2 —8 3 55355
—— ——— 52 8322 583 * 2553583358* 2825 527 — —24
37 35 1533338355 3333 538533
3355 733 32335—3238 —A— 22185 — —A ——
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528 —5323 —3— * —A 8 255383258 — 38283 58 *22 3
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        St. Ingberter Anzeiger.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (3 mal wo chentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonniags mit illustrirter Bei—

jage) erscheint wöchentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

lMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Vfs. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.

—N»ö—

M 80. Donnerstag, den 23. Mai I

1878.

Deutsches Reich.

Mänchen, 20. Mai. Als eine in mehrfacher Besiehung
erfreuliche Thatsache ist zu registriren, daß unsere neugegründeten
Realschulen auch bereiis bei der Landbevöllerung Anklang finden.
So hat sich, da vielfache Anfragen namentlich auch von Landwirthen
über d'e Bedingungen der Aufnahme in die Realschulen e'nliesen,
ꝛas F. Rektorat in Traunstein veranlaßt gesehen, in einer desfall
gen Bekanntmachung die gewünschten Aufschlüsse und sonstigen
Erlaäuterungen zu geben. Wie wir weiter vernehmen, werden“in
derschiedenen kleineren Städten des Landes Einleitungen zur
Bründung von Realschulen, wenn auch vorerst nur folchen mit
dier Klassen getroffen und werden mehrere derselben mit Beginn
des tommenden Schnljahres in's Leben treten können.

München, 21. Mai. Der deuische Kaiser hat nach
hierher gelangter Mittheilung folgende Zeiteintheilung zur Inspi⸗
eirung des XV. Armeecorps im Eliaß, dei welder auch die ba he⸗
tische Brigade in Metz (Infanterie ⸗Regiment Nr. 4 und 8), sowie
das 5. Jäger⸗Bataillon und 5. Chebauxslegers⸗Regiment betheiligt
sein werden festgesetzt: Am 14. September Reise dach Strahbun,
15. Sept. Ruhe, 16. große Parade des Armeecorps, 17. Corps⸗
nanöver, 18. Ruhe, 19., 20. und 21. Feldmandbber der Vidi—
sionen gegeneinander, 22. September Abreise des Kaisers. Tas
Dauptquartier bleibt auf die ganze Dauer der Inspicirung in
S l p —A——

TForpsmandver in dessen Nähe abgehalten. Die Feldmandver der
Divisionen gegeneinander finden in der Gegend der mittleren Zorn
(auf beiden Seiten dieses Flüßchens) siatt.

Würzburg, 18. Mai. Wie der „Nürnb. Anz.“ berichtet,
zeabsichtigt⸗ die demokratische Partei sich in ganz Deutichland neu zu
organisiren und hat der Frankfurter demokratische Verein beschlofsen,
zu dem Zwede eine Versammlung von Vertrauensmännern auf
Bfinasten nach Würzburg zu berufen.

Berlin, 20. Mai. Die „Kreuz⸗Ztg.“ bemerkt heute:
„Ueber das Entlassungsgesfuch des Ministers Dr. Fall ist noch
leine bestimmte Entscheidung getreffen. Man nimmt an, daß die⸗
elbe im Einverständniß zwischen Sr. Majeftät dem Aaiser, Fürst
Bismarck und Dr. Falk so lange stillschweigend vertagt sei, bis
Fürst Bismarck darüber mündlich verhandeln kunn. Mau glaubt
nicht, daß Dr. Falk jetzt zurücktreten werde.“

Berlin, 21. Mai. Es bestätigt sich, daß Falt ble'bt.
Allgemein wird es auffällig befunden, daß der Reichskanzler unter
den gegenwärtigen Verhältnissen trotz wieder hergestellter Gesund⸗
heit noch in Friedricheruhe weilt. (Fränk. Kurier.)

Berlin, 21. Mai. Der Gesetzentwurf gegen die Aus⸗
chreitungen der Sozialdemokratie ist dem Reichstage gestern Abend
zugegangen. Außer dem Wegfall des 8 6 sind auch einzelne
andere, mehr redaltionelle Aenderungen vorgenommen worden. In
der Begründurg ist hervorgehoben, es liege die Absicht ferne, das
Bereins⸗ und Versammlungsrecht sowie das Recht freier Meinungs⸗
lußerung allgemeinen, dauernden Beschränkungen zu unterwerfen,
ss erscheine aber im oͤffentlichen Interesse geboten, dem fortgeseßten
Mißbrauche der Sozial-Demolraten mit diesen Freiheiten Schranken
zju sehen und auf diese Weise Bestrebungen Raum zu gewähren,
die darauf gerichtet seien, durch Aufllärung, Belehrung und Stär⸗
lung des Sinnes für Recht, Sitte und wirthschaftliche Verbesserungen
die Wurzeln des Usbels zu beseitigen. Solche Schranken köhne
nur die Gesetzgebung aufrichten.

In der Montagssitzung des Reichttags wurde in dritter
desung das Geseß deir. den Spiellartenstempel angenommen. 81
des Gesetzes lautet: „Spielkarten unterliegen einer nach Vorschrift
diesez Gefetes ww erhebenden, zur Reichscasse fließenden Stempelab⸗
gabe, welche beträgt: O,80 M. für jedes Kartenspiel von 36
oder weniger Blanern, O,50 M. jfür jedes andere Spiel. Spiel⸗
larten, welche unter amtlicher Controle in das Ausland ausgeführt
werden, unterliegen det Abgabe nicht“. Die in Bavbern übliche

1

höhere, Destenerung der franzöfischen Karlen fallt demnach weg.
Das Gesetz tritt mit dem 1. Jan. 1879 in Kraft.
Ausland.

Paris, 19. Mai. Der Minister der öͤffentlichen Arbeiten,
derr v. Freycnet, wird in der heutigen Sitzung des Abgeordneten⸗
jauses einen Gesetzentwurf einbringen, durch welchen der Wieder⸗
rufbau des Tuilerienschlosses angeordnet werden soll. Nach diesem
Blane soll der mittlere Theil des Palasies, getrennt von den äd-
Javillons wieder hergestellt und für ein Museum der modernen
dunst bestimmt werden. Den Hof des Schlosses und einen Theil
des Carrousselplotzes würde man in einen großen Garten umwandeln.
Die Gesammtkoflen sind auf 6 Millionen Francs veranschlagi.
Für das laufende Jahr erbitlet sich der Mininer nur einen Credit
bon 900,000 Francs.

London, 21. Mai. Die „Times“ meldet aus Phila-⸗
ꝛelphia: Die Russen kauften den Dampfer Columbus von der
Linie New Yorl. Havannah für 800,000 vell.

London, 22. Mai. Der „Standard⸗ rerfaͤhrt, es sei jetzt
naehr als wahischeinlich, daß der Kongreß in der ersien Junihälfie
usammentreten werde. Zufolge des ungeregelten Standes der An—
‚elegenheiten in Konstantinopei wird das englische Eskadre wahr⸗
deinlich wieder nach den Prinzeninseln Ubersiedeln. — Die „Times“
estreitet, daß die englische Regierung geneigt sei, ihrem bisherigen
vekodosiiger dit Nuihicke Wunsnh y gnnokab·iuusse MNe vil
villigung Rußlands dem Kongreß unter Bedingungen beitreten, wie
ie die gemeinsamen Interefsen sämmtlicher europäischer Mächte zur
Löfung der Orientfroge erfordern, erfolgen.

—— BZZBZBZEäAF »
Vermischtes.

7 Das „N. W.“ berichtet aus Frantenthal: Johann
Veorg Boyer, 89 Jahre alt, Cigarrenmacher von Speyer, erging
ich am 20. Januar l. J. in der Wirthschaft von Lubwig Neu—
heller in Asselheim in Gegenwart mehrerer Gaäste, als die Sprache
uuf die schlechten Zeiten kam, in beleidigenden Aeußerungen gegen
nen deutschen Kaiser und den Reichskanzler Fürsten Bismard.
Späler ließ er noch die bezelchnend Aeußerung fallen: „Wir
iehen noch wit der rothen Fahne voran!“ Er war bither qut
eleumundet und wurde heute zu 3 Monaten Gefängniß verurt heilt.

Die Kreisversommlung pfälzischer Lehter soll am 18. Sep⸗
ember d. J. in Frantenthal gehalten werden. Als Berathungs-
gegenstände nennt das „F. W.“: 1) Idee und Ausbau der Volis⸗
und Fortbildungsshulen; 2) Bildung und Stellung des Volts⸗
chullehrers; 8) Die Lebrordnung für die deutschen Schulen
er Pfalz.

i * ünchen, 19. Mai. Die Postamisgehilsenprüfung vom
1. Aprite1. Is. haben 75 Adspiranten bestanden; 7 wurden als
inbefähigt zurückgewiesen. Von ersteren gehören 8 dem Oberpost⸗
imt Munchen, 9 dem Oberpostamt Augsburg, 6 dem Oberposiamt
Lürnberg, 12 dem Oberpostamt Bamberg, 18 dem Oberpoftamt
segensburg, 5 dem Oberpostamt Würzburg und 17 dem Oberposi—
imt Speier an.

fIn Tu bingen herrscht unter den Studenten große
lufreguna. Durch Senatsukas ist namlich die Entfernung aller
großen Studentenhunde angeordnet. Ob das Reciorat durch Auf⸗
tellung eines Normalhundes von zulässig größter Größe den
—A
zesagt. Die Studenten wissen sich aber zu helfen. Sie führen
eßt stalt riesiger Hunde zierliche mit Maullotb versehene Zidiein
zurch die Straßen der Stadi.

ftVom Rzein. In den saämmilichen —A
Westfalens und am Niederrhein ist unter den Arbeitern in Folge
er unablässigen Bemühungen gewissenloser Agenten das Aus⸗
vanderungsfieber im Steigen. Die Agenten durchziehen die Gegend,
serführen die Bergleuie zur Auswanderung nach Frankreich und
uchen außerdem noch möalichst viele Arbeiter unter Vorspiegelund
        <pb n="290" />
        joldner Berge zur Auswanderung nach Australien, Brasilien und
iftila (Capder guten Hoffnungh zu verleilen. Die Gesuche um
Auzwanderungs- Erlaubnißscheine mehren sich in erstaunlicher Weise,
trotzdem schon mancher Auswanderungslustige, nachdem er seine
ganze bewegliche und unbewegliche Habe zu Geld gemacht, sowie
seine bisherige Beschäftigung eingestellt hatte, um sofort abzureisen,
die traurige Ecfahrung gemacht, daß er von seinem Agen!en betxogen
var, indem es mit der Abreise noch längst keine Eile hatte. Alle
Frmahnungen sind diesen Leuten gegenüber vergebens.
Darmstadt, 14. Mai. Das Bezirksstrafgericht ver⸗
ariheilte heute den Gründer des Deutischkaholieismus Joh. Ronge
wegen durch die Presse vecübter Beleidigung des katholischen Pfar⸗
rers Gredy von Odernheim zu einer Geldbuße von hundert Mark.
fLeipzig, 20. Mai. Gewaltige Aufregung rief gestern
zegen Mittag auf dem Augustusplatze das dort wie ein Lauffeuer
esbreitete Gericht hervor, der Attentäter Hödel sei entlassen und
befinde sich wieder in Leipzig. Anlaß zu diesem Gerücht hatte der
Sireich eines zwanzigjährigen, bartlosen, schon bestraften Kolpor⸗
seurs gegeben, welcher, unterstützt von einem auf die Aehnlichkeit
mit dem Bilde Hödel's verweisenden Collegen, mehreren am Augustus⸗
platze stationirten Padträgern laut zugerufen hatte, ob man ihn
denn nicht kenne, er sei ja Hödel, eer sei entlafssen worden, weil
sich seine Unschuld herausgestellt habe. Der Mensch wurde ver⸗
haftet. ( D. A. 3.)
fBerlin, 20. Mai. Nachrichten aus Petersburg zufolge
vird Großfürst Nilolaus sich demnächst zu längerem Curgebrauch
nach der Rheingegend (es heißt nach Baden Baden) begeben, während
Broßfürst Michael nach Tiflis zurüdkehrt. n
7 Ueber das schreckliche Erdbeben in Caracas sind Nach⸗
tichten vom 19. April eingelaufen. Die Gewalt desselben war
ganz unerhört. Cua, eine kleine, nicht weit von Caracas gelegene
Staͤdt, ist völlig zerstött worden: von 8800 Einwohnern dbaben

sich 2000 reilen Ionnen, und von ihnen sind viele vor Schrecen
vahnsinnig geworden. Die Pflanzungen auf einem Flächenraume
on 6 Knͤomelern sind zerstoͤrt. Auch die Stadt Caracas selbst
sat sehr gelitten, viele Wohnungen, die noch stehen geblieben sind,
— Furcht vor neuen
datostrophen der ganzen Bevölkerung das Verlassen der Stadt
uuferlegen mußten.

PDie reichste Straße der Welt ist die Fifih (5.) Avenue
n Néaw⸗Yort. Unter Anderen wohnen in derfelben Dr. Rhine⸗
ander min 3 Millionen Dollars Jahreseinkommen. M. O.
soberts mit 5 Millionen, Moses Taylor mit 5 Millionen,
lugust Belmont mit 8 Millionen, Robert und A. Stuart mit 5
duili.. Mis. Stevens mit 2 Viillionen, Amos R. Ens mit 5. Mill.,
Jatob und William Astor mit 60 Millionen, Mrs. A. T. Ste⸗
dort mit 50 Millionen, Pierre Lorridald mit 8, James Ker⸗
iochan mit 2, Vanterbilt mit 75, Calvert Jones mit 2, James
Bordan Bennet mit 4, Fried. Steveas mit 10, Lewis Lorrillart
nit IMillion; im Ganzen Jahreseinkommen dieser 16 Personen:
240 Millionen Dollars!

Der bedeutendste Geflügelzüchler in den Verein igten Staalen
st wahrscheinlich A. B. Rodeson in New-NYork. Er besitzt 6000
eänten, 4000 Puter und 1200 Hühner, welche insgesammit täglich
30 Bushel Ma's, 2 Barrels Kartoffeln und anderes Futter ver
ehren. Robeson's Geflügelhaus hat 7000 Dollars gekostet.

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
derren Kaufmann und Simon in Hamb urg befonders aufmerksam.
7s handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt ⸗ Ge⸗
binnen ausgeflaiteten Verloosung, daß sich auch in unse rer Gegend eine sehr
ebhafte Beiheiligung voraussetzen läßt. Diejses Unternehmen verdient das
olle Verlrauen, indem die besien Staatsgarantien geboten sind und auch
orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
aihlreicher Gewinne allseitz belannt ist.

—
32
Bekanntmachungen.

Tüchtige Nieter
pon Sifen

Feinste Zungen,
Fleisch· Leber⸗ und Grieben⸗
vurst, Sardines a Phuile, russ.
Sardinen, Sardellen, amtrik.
Deisch., FANavstrron sttigrat,
Sultana- und Tafelrosinen, Cit⸗
zonen, Vanille. Essig⸗ Essenz,
Maiwein⸗Essenz, Himbeersaft,
ngem. Früchte, Restles Kinder⸗
mehl, Maizena, Chocoladen,
einstes Tafelsalz empfiehlt zu
den billigsten Preisen

J. Peters, St. Ingbert.

Sonntag den 26. Mai,

Vorstands⸗Wahl
vom Geisßtenverficherungs⸗
perein in der Wirthschaft von
Beorg Stief im Ori.
hy eden Bandwurm n
entfernn binnen 8—24 Stunden
vollständig schmerz⸗ und gefahrlos;
benso sicher beseitigt auch Bleich⸗
sucht, Trunksucht, Magen⸗
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30,000, 50,000, 1 à
10,000, 12 36,000,
3430,000, 1à 25,090,
52 20,000, 6 à 15,000
1à 12, 000, 23 à 10, 000
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Isunttreffer von eventnell R-M. 375. O0060 speciell aber
ewinn F Gewinn a. TP, o00
hewinn a M. 125,000 23 Gewinne aà M. 10, o00
ꝛewinn a . 80,000 Gewinne aà M. 8000
dewinn b0,000 2 Gewinne a U. 5000
zewinn 50,000 74 Jewinne à M. 1000
ewinne *n,000 200 Gewinne a A. 7T400
ewinn 900 412 Jewinne a M. 1200
tewinne 290 b21 Gewinns à A. B00
ewinne 200 700 Gewinne à M. 230
ewinnen 200 28.015 Gewinne à N. 138
Sewinne a M. 48,000 ete. ete.

Die Gewinnziebungen sind planmässig amtlich festgestellt.

Zur nächsten ersten Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staaté
arantirten Geld-Verloosung kostet

ganzes Original-Loos nur Mark 6
nalbes 3
viortel * Lu/A

Alle Aufträge werden sosort gegen Einsendung, Posteinzahlung
»der Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgefuhri
ind erhält Jedermann von uns die mit dem Staatswappen verschenen
Original-Loose selbst in Hünden.

Den Bestellungen werden die orforderliehen amtliehen Plüne gra-
is beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten
maufgefordert amtliche Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staatæ-
darantie und kann dureh directe Zusendungen oder auf Verlangen der
lnteressenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plützen
Deutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glũcke begünstigt und hatteo sich
Veselbo unter vielen anderen bedeutendon Gewipnen oftmals der
arsten Haupttreffer 2u erfreuen, dio den betreffenden Interessenten
lirect ausbezahlt vurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der S0Iidesten
BRasis gegrũndeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
igung mit Bestimmtheit gerechnet werden, und bitten wir daher
um alle Aufträge asglühren zu können, uns die Bestellungen baldigat
ind jedenfalls vor dem 81. Mai d. J. ⁊ukommen zu lassen,

Kuufmouonn Simon,

Banxk- und wechsel-Geschaft in Hamburg
Ein- und Verkauf aller Arten Staat robligationen, Eisenbahn-Actien
XEX
P. &amp;. Wir danken hierdurech fur das uns seither geschentte Vertrimen
nud indem vir bei Begim der neuen Verioosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir uns auch fernerhin best reben, dureh!
stets prompte und roelle Bedienung die volle Zufriedenheit
apserer geehrten Interessenten zu erlangen. D. O.

—11

Hemeß in Tt Inobert
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        — I * 32 * —3822 22
* * 2328 2 232 9 2 — 7 —52
383555533 3, 535582 5332 58 83 25*32
—2 2829 28—B8— —A — 5 53 2 —2 25 e 2 8
—5333525 6533328 3—3553 8 53 535 55854 2 E
5—2253523 2322* 5255— 5 3* 258 52 2*23
— *3 — 22 5228 *7 2 3 9 6 66 58 —
2 8 —8 —— A * —2 —A —
2 22 — — —A 33—2—83. — 2 —— — q 3
333255758 3*583 —5 —86 53323 3253 42
5583833 482 535538 23.3 332323 325 —
9—58 — 3— ——— — — —— — 2 — *
* —28585 535555 —6 8 —*
— *2 —z55—53 3235 785 55388 3. 5
—552—588 533 322323 2355*582 535333*2 33836* * 3178
5 ß3 2 *
355—3 3 335355 535 222533533 8*
— *22 — 82328 — 5z2 5 — 5 25* 3222m38 28 —3— — —3
R53235 63232 — 5 5zx58 35335 —283 X 22 32
—3332322 3537 3252353 5*3832632233 5358 235 538
552—335 2ñ 8 25065 53253V42 —— — * 2 —
3 * 2 s,22 — 542*
523338 3284 — n238 32 3
355 — — z25323505 25 53
—5—33 —53 88—573 5*525353—3z532r 526 28323 233 825238
385353352 23334826 z5z333 237733888 535523
3383 78 33 3 33 —3335—3 5353283
— 2* — 34 2 — 2 2 2 3.2222 32 —— 5 5 3
2—zS63 —37 3* *322 255—33332755 225332 48 22*8
— 553533233 3*58 25232 33 55 Sa33 8
s—53 522 — 32 —A — 2 —2 ——
—X — Z — —— 222 —A —A A— 2 2*5 2 —B——
V BSA— 3— — 3228328 *253* — *
52 —533353833333—.36382332 838 * — 8533e 7 55656
552285 5*38332 3 * — —— —50 —8* *
— — 5 2z 555 3 55855 8
— 23825555 9 52 2 —
rE———3 —222 —2 2322 323385 32588282
22223 253 235 22 277 353235 — — *53532
2 224 3 2* zg 835 T * — — ———— 3
ss 53333355 5555—383288 5635683 55 *23 28
58 57535353585 537355 32358383 33 53553 —253252 232
—2 2* 25 — 232 * —A 8 25322335
353 382852560 — 5258 2353. 2* 535 z3553253532
55 35335525 3485683553 —— 5385—2z 3353 588
—A 2 nà —— 2 * * 2 * 2 7 ——
532 53 —— —— 5 5 22 5235 — —es S58 2 8 * 5
5 Vz 228 .585——38 23 — 5 An IX . — »T —X 2—2822
—A—— 3 2823 5575— —25 — — 2332 — 58322
—8 53 263 55 —33355 255 33335367
— 2 — RX — 5*— J ,
33 3565853 763 *3353823 —333233 22585233 3283335528
*⸗ð * —A 2 52 8 8 —A — 3 55 552* 8
—3 5825 5*283*2 38 23525 2.5 4 2225578 — 555 558
55 7753323 5223—7 225 —— — 555
A 25*24 528332 388638853732
— —2 ——38 — 23 25 2 —25 2 — 2 — —*3 5z5
—— —A 2222 *2** 2 — *88 —88
— —— —A —— 5——2— 8—83 8
838* A 3 385335 75333332333235
S 2 —E —— 2 57 —A — 53 2. — — 23
——22325—2.358* * —52 —325* 56 —3 2* 223 —8 — 52583—
S * * 2 —E * 2222—5 —25 3 388 5553533583
— —— —5683 383235333333553 5
—35 5833— 2233523 52k2 —8—35 —
—2 — —
323833— 333 52535 733553383
— — —A —52 ⸗ 2 32 S SES 4 — —— 2 32 *
—— — —— 3 3 3 —— 3z25 EE2. *S — 3
— — — — —A — — — [22236 353 25 t * 32 52— S 2
383 8 —
—55 353 —235* 5 — *
— — —

222 -2 —22322 —AA
22222 8 5 22 5 — —3828 2223252 52223558
55555233535358553353 535 52535383 35385 —3— 23833
2 — 8* 2272378 35222 8— ——
R5325 — — ——— 8 2255 25—B— 52228
8 5 3 333 833 3
5 2 —— 2222 — 2 8 2 8 VN — — — 58B 0 *
2553852535233.5335 3z835335357 23383333558* —
S25 53258 28323 ⸗ 2 — * 2 —A S dã
257558525 235382 2 582—53— 5— 553527253 535357
233353355753 733455355 56655 328333838233
75 — —385—383523633 —z3 83753323235 23286— 8 332* 3
52 4 2 5 222 5X 2372 — 2 — 5ñ255
———— 3 —2 * —A * * 322238 —A—
583 *5823222 2— 3— 3583—3 332 . I5823555388 8
— 53 — 22 5 2253*853 23 — BRRX8 3232325 32 * 52 S5 — —2
—A 33533 835 —z533839825573335
— —— — 3 5 —z23225 —„ * — 23335 —
538 —A — * 532—532 2 3232553252855— 835—33555333 552
3 — — — — — — S —* — —
83732 3553583535335 232 7730338 83333535
* * 2 — * —*
—D —— — 5358.5 583225— 832356335882—
8 —E 2 8 — * 3222 DBS5S5 52 * 58 O — — ——— 2 85
*33 33 —33235328 3 25 7523335355385
—— 333 —5—28 8 2 —A — —
583 2555 828 52 3 22838 8 8 582 —x 232
—2 2 8 — —2 —2 — * — “· * * 5 E
353 33283—53
588 — 3 8 *
553525 2536 25 2575 3 — — —2 25328 —AX 5S 560
25535 ——X— * 32— 8233 — —232235 55 **
8. 8 * —28322 7 2252 2 5z23 ⸗ —T
28 338 33 33 5z 3— 833
— 2323 553238
225 253555323 5 5555 3536
— 36* 2 3
42338 53223 222522 28
»253555 5—æ83235 14533.—5 785 —5 5323535. —3
2 —A 3222 IE 22 25 —— — 8353.32
»02338 — 23 7 —A— 253 —5 — * 2
8 * — 23* 358552—83 — 2 ———— — 2
* Amæ — —2 e —8 —*; 7
e 235337. 3534 532*2237 *8* 8.28 * 23353333
F —— — M — —— — A.
852 3355 722 2 2 — 8 22 — 33* * EA—
835 s3538 33 52— 32. 2238 5 — — 5 22
52 5 —255238 — * 228538 2 25ñ 3532385353
2—2328 23528 —5—525338 * 55 —— Ek‘ 2335658
2 * 22 53 2 225336 ã XR. —*8 2 2 *
83 533338 8* 33* 558 53323232323
— 2* — ——— *8 —3z3582235 *5*84 22 —53 2 58 8 ——
5 883833 333325235338
2 22 — 222 42 97 58 — —A
— —— — 322 * 2927 — * 2 82232 8
3283 2 3 333338— 5——8522333 — —2
22—22 22 — — — — 2 c58 — 5—2—53 *81233—28 55*
— —55—353 28 — * —— 2 2 25 224
—53 5323335333333 383535783857362 —523838 5583333
353 2333*33z2653338353 3526 252 —8353 360 3—3
——26 35* — —E———— —X —— 2 22 2 —A —8* —
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        St. Ingberlker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati, Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich plermal ? Dienstag, Donnerstag, Samstag and Sonnutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljhrlich

Marlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfq., von Auswaärts mit 15 Pfqt. für die viergejpaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

M 81. Samstag⸗ den 25. Mai 1878.

Deutsches Reich.

München, 22. Mai. Von unterrichteter Seite ist aus
Berlin heute die Mittheilung hierher gelangt, es dürfe nicht mehr
weifelhaft erscheinen, daß das sog. Sozialisten⸗Gesetz die Zustim⸗
nung des Reichstages nicht erlangen werde. Einige Mitglieder
der national⸗liberalen Fraktion, welche glauben nicht gegen das Ge⸗
setz stiamen zu können, sollen — so wird hier versichert — die
Absicht haben an der Abstimmung nicht Theil zu nehmen.

Berlin. Am 20. d. fand hier in der Bruanenstraße eine
socialdemokratische Volksversammlung statt, zu welcher speciell auch
Frauen eingeloden waren, welche denn auch vereint mit Mädchen
und männlichen Socialdemokraten in großer Anzahl erschienen.
Jede ,Dame“ war mit einer rothen Schleife oder einem Halstuch
hekleidet und mit Strick- und Nähzeug versehen. Die „Buͤrgerin“
Hahn vermißte man in der Versammlung. Deren Führerolle scheint
jetzt eins Frau Canzins übernommen zu haben. Die Versammlung
wurde von Kaufmann Grün eröffnelt. Derselbe kritisirte hierbelt die
von William Ernst verfaßte Broschüre „Ein Wort gegen die Social⸗
demotratie“. Darauf hielt Frau Canzins einen Vortrag über die
Pflichten und das Elend der Arbeiterfrauen, in welchem sie namentlich
wischen dem Loose der reichen und armen Kinder eine Parallele
‚og. Die Arbeitermütter müßten sich dagegen wehren, daß ihre
Zinder in der Schule zu Knechten erzogen würden. Das Vater⸗
iand des Arbeiters sei dort, wo er Brod finde. Zwischen Arbeitern
der verschiedenen Nationen dücke kein Völkerhuß existiren, denn alle
bildeten eine Brüder⸗ und Schwesterfamilie. „Und was soll gar
den Arbeitern die Religion? Hat uns der liebe Gott, auf den
wir so lange vertrauten, schon einmal geholfen? (Ruse: Nein)
dat die Religion bisher dem Arbeiter etwas Gutes gebracht? Aber
die Religion lehrt Unterthänigkeit, Hnechtseligleit; darum muß sie
den Arbeiterlindern eingeprägt werden.“ Die Arbeiterfrauen müßten
der Religion den Rücken kehren und sich gegen den Religions⸗
unterricht in der Schule wehren. Als sodann Frau Stägemann
vei Besprechung eines Arbeiterbegräbnisses in Rixdorf äußerse: „so
iind die Pfaffen, wer kein Geld hat, der kann in der Müllgrube
beerdigt werden“, löste der anwesende Polizeibeamte die Versammlung
auf. In Folge dessen entstand aufangs einige Unruhe, doch wurde
der Vorsitzende Grün bald Meister derselben und bewog die Versam⸗

melten, ruhig das Lokal zu verlassen. GGerm.)

Berlin, 22. Mai. Die Deutsch Conservativen beschlossen
einstimmig die Annahme des Attentatsgesetzes, das Cenlrum und
der Fortschritt find einstimmig dagegen. Die Nationalliberalen
beschlossen, das Gesetz abzulehnen, dabei jedoch ihre vollste Bereit⸗
willigkeit zu etklären, auf dem Boden des gemeinen Rechts (nicht
durch Ausnahmegesetze) alle etwaigen Lücken im Gesetz auszufüllen,
welche für Ausschreitungen bellagter Art vorhanden sein möchten,
und erforderlichen Falles im Herbst zu außerordentlicher Sitzung
uusammenzutreten. Bennigsen ist als Redner der Partei zur Dar⸗
legung dieses Standpunkles bezeichneet. (Fr. Z. und K. 3.)

Berlin, 22. Mai. Die „Provinziat- Correspondenz“
ichreibt: An die Reise des Grafen Schuwalow knüpfen sich fort⸗
zesetzt günstige Aussichten für die Gewinnung einer hoffaungévollen
Verständigung zwischen England und Rußland. Die neuesten Er⸗
lärungen der englischen Minister, sowie die Kundgebungen von
Peersburg betonen den Wunsch und die Hoffnung einer neuen
Sicherung des eurspäischen Friedens.

Dem ‚Berl. Tagbl.“ meldet einer seiner Mitarbeiter aus
Leipzig: Hödel's Mutter bewohnt auf denm Königeplaßz im 5.
Stockwerk des Hauses Nr. 1 eine kleine Wohnung. Ein an die
Thür genageltes Pappschild trägt die Aufschrift: „Eduard Traber.
Schuhmacher.“ Dem Besucher präsentirt sich, nachdem die Thür
zebffnet worden war, ein in seiner dußeren Erscheinung einen
seltenen Contrast bildendes Ehepaar. Den kleinen, unansehnlichen,
nuf seinem Schusterschemel sitzenden Mann überragte in ihrer außeren
Erscheinung und wohl auch an Gewedtheit seine stattliche, wenn
uuch etwas verschwommen aussehende Ehefrau. Das Zimmet

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zeichnete sich durch keinen allzugroßen Grad von Sauberkeit aus,
ein hervorragendster „Schmuck“ bestand aus großen, zu socialdemo⸗
ratischen Versammlungen einladenden Placaten. Der Zweck des
Befuches überraschte das Ehepaar Traber nicht sehr, sind sie doch
eit einer Woche in gewissein Sinne der Oeffentlichkeit preisgegeben.
Sie beobachteten in ihren Mittheilungen auch nicht die geringste
Zuruckhaltung. Wahrend die Frau, welche dem Sohne übrigenß
ehr ähnlich ist, mit einer breisen, behaglichen Ruhe über die Er⸗
ziehung sprach, welche sie ihrem Max habe angedeihen lassen, sprang
das kleine bewegliche Mäanchen alle Minute von seinem Schemel
auf, um seine Frau an Vergessenes zu erinnern. „Erzähle doch,
vie er Dich ianmer verhauen hat,“ monirte er einmal und damn
vieder: „Mer sind zufrieden, daß sie ihn endlich feste gesetzt haben,“
während es ihn noch ganz besonders zu interefsiren schien, ob denn
Max, der nun alle Tage ins Panoptikum geführt werde, dort auch
nit Ketten ausgestellt ist. Die Leute glaubten nämlich, der Atten⸗
äler werde dort in Person gezeigt. Die Frau berichtete: Mein
Sohn wurde am 27. Mai im Graßhof'schen Hause, der sogenannten
Pretzel, wo ich in Dienst stand, heboren. Sein Vater war der
Betreideagent Johann Lehmann in Schönefeld, der ihn auch ge⸗
richtlich anerkannt, aber nur acht Wochen für sein Kind gesorgt
hat. Ich brachte den Jungen im zarten Alter zu meiner Mutter
in Möckern und bald darauf zu meinem Bruder Wilhelm Hödel
in Schleuditz, der auch zu seinem Vormunde bestellt wuͤrde. In⸗
wischen hatte ich Leipzig verlassen, wünschte aber dorthin zurüd⸗
ukehren. Die mir in Folge der damals noch bestehenden Be⸗
chränkungen der Freizügigkeit im Wege stehenden Schwierigkeiten
zeseitigte ich durch meine Verheirathung mit meinem jetzigen Manne.
Ichh war damals, im Jahre 1863, 48 Jahre alt. Wir nahmen
Marx zu uns und schickten ihn in die Armenschule, jezige zweite
Bezirksschule. Er war während seines Aufenthalts beir der Groß⸗
mutter und dem Onkel verzogen worden und dermaßen verwildert,
)aß wir unsere liebe Nolh mit dem sehr unfolgsamen Jungen
»atten. In seinem 8. Jahre stahl er während der Messe 2 Thaler
ind wurde dafür mit zehn Ruthenhieben gezüchtigt. Er wurde
adurch jedoch nicht gebessert, sondern vollführte fortgesetzt kleine
Diebstähle, für welche er schließlich mit Gefängniß bestrafi wurde.
Als er 12 Jahre alt war, brannte er uns« nach einem neuen
Streiche aus Furcht vor Strafe durch, wurde in Magdeburg auf⸗
jegriffen und uns wieder zugeführt. Im darauffolgenden Jahre
vurde er in die Besserungsanstalt zu Zeih gebracht, welche er, 14
Jahre alt, leider ungebessert verließ. Der Klempnermeister Hertling
rtlärte sich der Behörde gegenüber bereit, ihn in die Lehre zu
nehmen. Dort verblied er, trotzdem sein Meister viel Mühe hatie,
hn zur Arbeit anzuhalten, 21 Jahre, verschwand aber plößlich
vor Ablauf seiner Lehrzeit, wurde uns abermals zugeführt uund
von uns dann einem Klempnermeister in Kayna üdergeben, wo er
eine Lehrzeit vollendete. Dann ging er nach Zeitz zurück und
arbeitete beim Klempnermeister Nagel als Gehilfe, vertauschte aber
diese Stellung bald mit einer ähnlichen in Leipzig. Viermal
vechselte er seine Meister in kurzer Zeit, nirgends ader hielt er aus,
weil er ein „Faulhaber“ war. Um diese Zeit bemerkte ich zum
ersten Male, daß er sich politischen Vereinen anschloß. Das Bischen
Lust zut Arbeit hörte auch auf und eß begann das Bummelleben.
Er kam erst spät Abends nach Hause und warf sich auf das Col⸗
pottiten von socialdemokratischen Flugschriften. Was Sie hier an
den Wänden sehen, hat er selber angeliebt, mit meinem Mann hat
er aber nicht viel über Politik gesprochen, well der nichtz davon
wissen wisl. Seine Reisen führten ihn Lunangesochten dis Wien,
von dort aus aber wurde er wegen Mittellosigkeit per Schub wiedet
zu uns gebracht. Die Bummelei wurde nun noch aͤrger; arbeilen
wollte er nicht mehr, troßdem ihm Stellungen angeboten wurden.
Ich sollte ihn gänzlich erhalten. Darüber kam es zu argen Scenen.
Am 24. April dieses Jahres verließ er uns, nachdem wir ihm
erflärt hatten, wir wollten nichts mehrt von ihm wissen. Ich brachte
mit Mühe und Noth 12 M. auf, mit denen er angeblich über

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        Dresden nach Böhmen gehen wollte, um sich dort Arbeit zu suchen;
ir versprach, sich von der Politik zurüchzuziehen. Seit jener Zeit
hörten wir nichts von ihm bis zum 10. Mai. An diesem Tage
jam Morgens eine Kiste von ihm aus Berlin, in welcher sich außer
seinen alten Kleidern und schmutziger Wäsche noch Bilder von Bebel,
Liebknecht und Most befanden, sowie seine eigene Photographie,
die er sich inzwischen hatte machen lassen. Am Abend desselben
Tages erhiellen wir per Post einen Pfandschein über eine am 9.
Mai (also zwei Tage vor dem Attentat) für 13 M. bei einem
Rückkaufshändler Braun in Berlin versetzte Uhr. Auf der Rückfeite
standen die Worte: „Liebe Eltern, löset die Uhr ein, sie hat über
10 Thaler Werth.“ — „So, mein lieber Herr,“ schloß die Frau,
„nun habe ich Ihnen Alles gesagt, und wenn Sie mir einen
Zefallen thun wollen, so schicken Sie mir ein Bild von meinem
Max, aber bitte, ein recht schönes mit der Pistole.“
»Darmstadt, 22. Mai. In der heutigen geheimen Sitzung
der zweiten Kammer wurde die Civilliste des Großherzogs mit
1,0896,288 M. (also nach dem Antrag der Ausschußmehrheit) in
naamentlicher Abstimmung mit 29 gegen 20 Stimmen bewilligt.

Ausland.

Paris, 20. Mai. Von den Bestimmungen über welche
sich der Post-Kongreß in seinen ersten beiden Sitzungen geeinigt
hat kann die „Liberte“ die folgenden anführen: 1. das Porto für
internationale Korrespondenzen wird auf 25 Cent. per Brief bis zu
15 Grammen festgefetzt; 2. das Porto für Correspondenzkarten
beträgt 10 Cent.; 8. für Geschäftspapiere, Muster, Zeitungen und
Druchschriften wird das Porto auf 5 Cent. pro 50 Gramm festge⸗
setzt mit einen Minimum von 25 Cent. für die Geschäftspapiere
und von 10 Cent. für die Muster; 4. der Preis für die Rekom⸗
mandiruug und das Porto für den Empfaugschein dürfen nicht
25 Cent übersteigen; 5. die Gewichtgrenzen für Sendungen von
Drucksachen wird von einem auf zwei Kilogramm erhöht.
Zondon, 22. Mai. Graf Schuwalow kraf heute Nach—
mittag in Dover ein und fuhr alsbald nach London. — Heute
findet hier ein Kabinetsroth statt.

London, 22. Mai. Der Lordmayor hat ein Telegramm
yon dem deutschen Kaiser empfangen, welches dessen aufricht gen
Dank fürr die freundlichen Glückwünsche ausspricht und die unwandels
haren guten Wünsche des Kaisers für das wachsende Gedeihen der
Jroßen und mächtigen Corporation Londons versichert. — Die
Miitelmeerflotte wird demnächst durch de Corveite „Boadicea“
und das Thurmschiff „Glatton“ verstärkt.

Der „K. Z.“ wird aus Konstantinopel über einen Versuch
zur Befreiung des entthronten Sultans Murad berichtet. Unge—
jahr 30 Flüchtlinge sind am Montag Morgen plötzlich und ganz
merwartel in den Garten des vomn Sultan Murad bewohnten Pa—
sastes eingedrungen, indem sie den Ruf „Es lebe der Sultan“ er⸗
hobenn, ohne dem Worte Sultan einen Eigennamen (Murad oder
AIbdul Hamid hinzuzufügen. Als sich die am Palast aufgestellten
Schildwachen dem Eindringen dieser Menschen in das Innere des
Palastes widersetzten, guben diese auf die Schildwachen Feuer,
wodurch eine derselben getödtet wurde. Die inzwischen eirgetrof⸗
fenen Truppen erwiederten das Feuer und bei dem Tumult gab
e8 Todte und Verwundete auf beiden Seiten. Ali Suavi, welcher
diesen Angriff vorbereitet und geleitet zu haben scheint, hat dei
diesem Kampfe den Tod gefunden. Der Vorfall hat keine anderen
Folgen gehabt und die Ruhe in der Stodt ist keinen Augenbleckh
destoͤrt worden. Die hierbei verhafteten Personen haben erlklärt,
daß sie den Zweck des Angriffes gar nicht gekannt haben und daß
sie einem Loosungswort gehorcht baben. Eine Untersuchung ist so
ben über diese Sache eingeleitet worden. Im Ganzen sollen es bei
diesem Vorfall 16 Todte und 20 Verwundete gegeben haben.

Petersburg, 22. Mai. Die „Agence Russe? schreibt,
Alles berechtige zu dem Glauben, daß die Anstrengungen Derjenigen,
welche an dem Ausbruche eines Krieges ein Interesse hätten und
die daher die Einigung Rußlands und Englands zu verhindern
suchten, erfolglos bleiben würden. Auch die letzten Nachrichten
nus Konstantinopel und Betlin sowie die Nachrichten über den dem⸗
nächstigen Zusammertritt des Kongresses bewiesen Dies.

Petersburg, 22. Mai. Der „Regierungsbote“ meldet,
daß der Schah von Persien morgen im kaiserlichen Palast empfaugen
werden wird. Dosselibe Blait veröffentlicht ein Danktelegramm
des Großfürst⸗Thronfolgers an die Gesellschaft der Moskauer Kauf⸗
seute, wegen Ueberser dung von 400,000 Rubel für die Freiwil⸗
tigenflotte.
—1
BVermischtes.

Zweibrücken, 22. Mai. Heute früh 6 Uhr hat sich
der 24 Jahre alte Jakob Schwender von Kirkel, welcher in der
Racht vom 12. auf den 18. d. M. in der Nähe des Abstäberbofs
auf die Katharina Tey von diesem Hof, seine Geliebte, 4 Schusse
aus ranem Revolver abfeuerte, der hiesigen königl. Gendarmerie
gestellt.

s. Im Garten des Herrn J. Latlenberger zu Großkarl⸗

hach hat man am 22. d. M. die erste Traubenblüthe gefunden.
7 Bei der Prüfung der Postdienstadspiranten in München
vurden die drei besten Arbeilen von Pfätzern geliefert, nämlich von
zen Hetren Schindler, Frey und Weigel. Von den Adspiranten
»er Pfalz außer den bereits genannten noch folgende: Liebeck,
—„chollmeyer, Schwarz Luther, Defaa, König, Ballh, Schreiner, Beck,
duntz, Fix, Boßlet, Brunion uud Blaul.

München, 15. Mai. Der socialdemokratische „Zeitgeist“
jerichtet: „Ein Freund aus der Kaserne schreibt uns folgende
zeilen, die keines Kommentars bedürfen: „Am Sonntag unter'm
Abendstall redeten die Soldaten von dem „Attentat auf den Kaiser“.
da bemerkte der Soldat Singer: „Mir ist der König lieber als
der Kaiser.“ Ergrimmt ob solcher Rede zieht ein preußischer
ünteroffijier Nameus Oito den Säbel und rennt denselben dem
Sotdaten in den Oberschenkel. Das Hemd und die Unterhose
varen gerade wie in Blut gewaschenꝛ. Der Soldat kann den Fuß
jar nicht biegen, er ist ganz steif. Was weiter geschehen wird,
leibt noch abjuuwarten“.

F In München ist es vergangenen Sonntag zwischen
Sozialdemokraten und Nichtsozialdemokralen in einer Schantwirth—
haft zu einer Schlägerei gekommen. Das Feldgeschrei lautete:
Haut die Köonigsmörder!“ Das unqualifizirbare Verhalten
der sozialdemokratischen Presse nach dem Attentat hat weiten Kreisen
ine heilsame Aufklärung gedracht über die edlen Ziele der sozial⸗
demokratischen Führer.

F Dem K. f. N. wird aus Regensburg geschrieben: „Die
Frau Erbprinzessin Helene von Thurn und Täxis, welche am 22.
s. ihr Namensfest feiert, wird dieser Tage aus Italien in Müuchen
intreffen uund sich von dort aus zu längerem Aufenthalte nach
Berathshausen begeben. Die fürstlichen Kammerdiener und Be—
»ienten werden unter be vährter Direktion des Herrn v. Orsbach
hei der Ankunft die Frau Erbprinzessin Helene von Thurn und
Taxis in Gerathshausen, die eine begeisterte Verehrerin des Marien⸗
sultus ist, das noch im vorigen Jahrhundert gesungene Marienlied
anstimmen:

Schönsie Jungfrau, Deine Strehnen
Pfleg' ich allzeit anzuflehnen

Ich bifiehl wich Deinen Haaren,

Die dem Gspons so angenehm waren,
Steh' uns bei in all' Gefahren,
Ded' uns zu mit Deinew Haaren,
Führe uns an Deinen Locken

In die Statt, wo All' frohlocken.“

FNierstéein, 17. Mai. Der des Mordes an Bürger—
neister Vohwintel beschuldigte Retzgerbursche Berg aus Friesenheim
tellt beharrlich in Abrede, die That begangen zu haben. Wie die
Ldskr.“ schreibt, follen bis jezt nur wenige Indizien gegen ihn
vorliegen. Die Stiesel des Verhafteten sollen in die im Garlen
efindlichen Fußspuren passen; auch kann derselbe über seinen
Berbleib während der Nacht sich nicht ausweisen.

F Der 1000jährige Rosenstock in Hildesheim. Die „Hildesh.
Zfig.“ schreibt: Das herrliche Frühlingswetter, welches wir in
diesem Jahre bislang erlebt, bat auf die Vegetation überall einen
ungemein üderraichenden Einfluß ausgeübt und dieses sehen wir
nich an dem 1000jährigen Rosenstocke, welcher mit seinen groß⸗
attigen blätterreichen Ranken die östliche Rundmauer des Domchors
umntlammert. Denn oberhalb des Knollens zwischen der Gaffel
zer beiden sfüdlichen Stämme dieser höchst merkwürdigen Staude
jat sich seit zehn Tagen ein kräftiger rothbrauner Trieb entwickelt,
ser schon jetzt fast einen Zoll hoch ist und voraussichtlich als ein
neuer Schößling emporstreben wird; ist dieses der Fall, dann hat
ieselbe innerhalb eines Jahres zum zweiten Male einen neuen
-chößling erhalten, weil der erste am 4. Juni des vorigen Jahres
uerst bemerkt wurde.

FGummersbach, 10. Mai. Man schreibt dem „Düss.
hJolksbl.“: „Am 30. April starb zu K. der in hiesiger Gegend
inter dem Namen „Geldstoffel“ allgemein bekannte Maurer B.
derselbe war Wittwer und ohne legitime Nachlommen und führte
zis zu seinem letzten Athemzuge ein höchst ärmliches Leber. Sein
ümmerliches Dasein fristete er, wo er nur konnte, auf Kosten
Anderer, und nicht selten hat man ihn außerhalb des Weichbildes
'eines Wohnortes bettelnd betroffen. Ein Gerichtsbeamter, welcher
bei der Inventarisirung des Nachlafses zugegen war, erzählt:
Wohnung und, Garderobe“ (die Bezeichnung „Gardecobe“ ist durch⸗

aus nicht zutreffend, denn der Munn kleide sich factifch in Lumpen)
eigten ein abschreckendes Bild von der Verkommenheit dieses
Menschen. Die Wohnung — ein undewohnbares Gemach, ein
Biehstall; die Garderobe — ein einziger Unzug, der kaum noch
inigen Werth füt den Lumpensammler hatte; von Hemden waren
aur zwei alte faule Leinenlappen vorhanden. Während des Krank⸗
eins soll der Geldstoffel, statt den ihm vom Arzte verordneten
Wein zu trinken, vorgezogen haben, üch mit rem billigeren Essig
        <pb n="295" />
        zu begnügen. Und dieser Mann hinterläßt seinen lachenden Erben
in sicher angelegten Hypothelen — 120,000 Mk.!“ . **

Dieser Tage ging in Ofssch atz die Verhandlung gegen
die bei der Wurzener Fleischaffaire betheiligten Personen zu Ende.
In Folge des Genusses von Fleisch einer Kuh, die dem Verenden
dereis nahe war, als sie geschlachtet wurde, waren beinahe 238
Personen erkranlt, von denen 6 gestorben sind. Rittergutspächter
Hidher, der die Kuh verlouft, und der Fleischer Richter, der sie
ausgehauen hatte, wurde ein jeder zu drei Jahren Gefängniß ber—
urtheilt, dagegen der Mitangeklagte Künzel freigesprochen.

7Berüin, 20. Mai. Die „Germania“ enklärt es cls
jestslehend, daß König Ludwig von Bahern gegerwärtig inkognito
in Pparis verweile.
pBerlin, 21. Mai. Das Attentat hat also doch noch
ein Menschenleben gekostet. Der Registrator der General-Wittwen⸗
tasse, Cduard Köhler, war einer der Ersten, die Hödel entgegenge⸗
srelen und wucde von diesem mit dem Rebolver bedroht. Köhler
etkrankte in Folge der Aufregung und starb am Samstag Nach—
mittag. Die Form der Krankheit war eine Unterltibsentzündung,
die Ursache aber der jähe Schreck, als er die Mündung der P stole
auf sich gerichtet sah und, wie die Aerzt? vermuthen, eine bei dem
schnellen Sprunge zugezogene innere Verletzung. Seine letzten
Worie waren noch: „Um diesen Hödel muß ich mein Leben ver⸗
sieren.“ Köhler hinterlaßt eine Wittwe und zwei noch die Schule
besuchende Kinder.

4 In den Indufstrie Bezieken des Nord⸗ Departements in
Fraukceich stehen, wenn „La Presse“ gut unlerrichtet ist,
riesige Arbeitseinstellungen bepvor, welche die ganze Baumwoll
Induͤstrie plötzlich zum Stillstande zu verurtheilen drohen. 15,000
Arbeiter hätten schon ihre Werlstätten verlassen und in einigen Tagen
würden Millionen von Spindeln ruhen. Fast überall hätten sich
die Fabrikanten genöthigt gesehen, die Löhne herabzusetzen. In Rety
bei Arras haben schon am 14. ds. bereits die Grubenleute ihre
Arbeiten eingestellt.

F Paris. Die surchtbare Exptosion, von welcher das
Quartier du Temple am 15. Mai gegen 8 Uhe heimgesucht wurde,
hat Paris in die größte Bestürzung versetzt. Sie fand in dem
Hause Nr. 22 der Rue Berranger statt. In demwselben befindet
uͤch die Sp elwaarenhandlung Blanchot, in welcher haupkfächlich
Zuͤndhütchen für Kinderpistolen verkauft werden. Diese exptodirten.
Die Gewalt der Explosion war so furchtbar, daß nicht allein das
vierstöchge Haus, in welchem sich das Magazin befand, sondern
auch das neben demselben liegende Haus Ar. 24 einstürzte. Die
meisten übrigen Häuser der Straße sind beschädigt und fast alle
Fenster der Umgegend zerschmettert. Als die Explosion erfsolgte,
ergriff ein panischer Schrecken das ganze Viertel; alles stürzte aus
den Häusern und ergriff die Flucht. Der Anblick, den die Straße
selbst gewährte, war schauderhafl. Sie hatte das Aussehen, als
wenn fie einem Bombardement ausgesetzt gewesen wäre. Ueberall
Trümmerhaufen, vecwundete, noch halb schreiende Menschen. Dabei
schlugen die Flammen aus den eingestürzten Häusern hervor. Vor
dem Huuse selbst befand sich ein Wagen, der gerade im Augenblichk
der Explosion an demselben borüberfuhr. Er wurde mit furchtbarer
Gewalt gegen das gegenüberliegende Haus geschleudert und eines

jeiner Räder zerschmertert. Der Kutscher, der mit dem Schrecken
davon kaw, ergriff die Flucht, während der Mann, der sich in dem
Wagen besand, schwer verwundet wurde. Ungeachtet des Schreckens,
der sich im zanzen Viertel verbreitet hatte, wurden die Rettungs—
arbeiten sehr schnell in's Werk gesetzt und viele Personen, die dem
Tode nahe waren, in Sicherheit gebracht. Ein junger Maun riß
ein Mädchen von 3 Jahren aus den Flammen, der, Concierge des
Unglückshauses und seine Frau, die min dem Lebea ddvon gelommen,
fonnten unter den Trümmern hervorgezogen werden; der Polizei⸗
dienet Jacol, einer der ersten, die herbeigecilt, rettete 11 verwundete
Personen, und einem Faßbinder, Namens Eduard Dechaux, gelang
es ebenfalls, 11 verwundete Personen in Sicherheit zu bringen.
Bald mußte man es aber aufgeben, an die Rettung der untker den
Trümmern Begrabenen zu denken. Das Feuer machte solche Fort—
schritte, daß erst an's Loͤschen desselben gedant werden mußte. Die
Gewalt der Exrplosion war so furchthar, daß 3 bis 400 Kilogr
schwere Steine über sechsstöckige Häuser hinübergeschleudert wnrden
Die Trümmer der Häuser bedeckten fast das ganze Viertel. Unter
den Trümmern der beiden Häuser befanden sich, als man des Feuers

halber die Reitungsarbeiten aufgeben mußte, wohl an 30 Personen.

fParis, 21. Viai. Die Leiche der bei der Erplosion in
der Rue Beranger umgekommenen Frau Mathieu, die man gestern
auffand, war furchtbar verstümmelt, und wenn sie nicht vor dem
Pult des Magazins, wo die Frau nach Tisch zu arbeiten pflegte,
aufgefunden worden wäre, würde man ihre Ident'tät nicht haben
sesistellen köͤnnen. Die Leiche war mit Ausnahme der Beine gan;
aadt; der Kopf war durch einen Stein gänzlich zerschmettert und
die Haare gänzlich verschwunden. Die Haut war fast überall ver⸗
hrannt. Die Brandwunden der Leiche werfen einiges Licht auf
die Ursache der schrechlichen Katastrophe, zumal man neben ihr die

1414

Scherben einer Petroleumlampe sand. Man schließt daraus, daf
die Explosion in Folge des Zerplatzens dieser Lampe entstand,
welche die sich in dem Magazin befindenden pyrotechnischen Stücke
in Brand slieckte. Für diese Ansicht spreicht auch, daß die Keller
vpollständig unversehrt find. (K. 3.)

Paris, 21. Mai. Dec „Ag. Havas“ zufolge über⸗
schreitet die durchschnittlice Zahl der Besucher der Ausstellungen
an Sonntagen die Zahl 100,000, an Wochentagen 50,000.

7Die Maschinenhalle der Weltausstel⸗
hung war am Freitag früh der Schauplatz eines beklagenswertben
Unglücksfalles. Seeleute waren im Auftrage des Marineministeriums
damit beschäftigt, eine zur Panzerung eines Schiffs bestimmte,
16,000 Kilo schwere Gußplatie abzuladen; in Folge eines Ver⸗
ehens kam die gewaltige Metallmasse zu Fall, wobei der Eine
der Männer am Kopfe schwer verwundet und dem Andern ein Bein
buchstäblich vom Leibe gerissen wurde.

— Aus Petersburger Hofkreifen wird geschrieben: „Man weiß,
daß Kaiser Alexander am 29. April seinen sechszigsten Geburtstag
gefeiert hat. Das hat an sich vielleicht geringere Bedeuktung. Aber
der Kalser stand seit Jahr und Tag unter dem Bann einer aber—⸗
Jäubischen Furcht — der Furcht, daß er seinen sechszigsten Ge—
hurtstag nicht überleben werde. Niemals ist nämlich noch ein Ro⸗
manoff, soweit die Geschichte des Hauses zurücreicht, ganz sechszig
Jahre alt geworden. Der Kaiser war fest überzeugt, daß auch er
deine Ausnahme von diesem Schicksale, dem bisher alle seine Vor⸗
fahren verfallen waren, machen würde. Als vor Jahr und Tag
die Großfürstin Helene ganz nahe vor ihrem sechszigsten Jahre
larb, befand sich der Zar in einer Erregung, die schwer zu be—
schreiben ist. Von jenem Tage an lastete ein doppelt schwerer Bann
auf ihn, war seine Stimmung eine doppelt verdüstette. Seit wenig
Tagen nun, seit seinem Geburtstag, seit der Mitternactsstunde
des neunundzwanzigsten April, ist der Zar vollkommen wie neu ge⸗
boren. In seinem persönlichen Verhalten zeigt er eine Milde und
eine Freundtichkeit, die ihm lange Zeit hindurch fremd gewesen ist.“

F Bauern⸗Diner. Dem Lieferanten für die Fußbe⸗
kleidung der russischen Armee ist von den Bauern des Kreises
stortschewa, welchen dieser die Arbeit zugewiesen hatte, aus Dank⸗
barkeit ein glänzendes Festmahl in Moskau gegeben worden, außer
v'er Beamten belheiligten sich sechs Vertreter der Bauern an dem⸗
selben; das Diner für diese 10 Personen hat die fabelhaste Summe
von 1000 Rubel gekostet. Ein merkwürdiges Bauern-Diner!

Xiterarisches.

Die in Stutkgart erscheinende „Vibliothek der Unter—
haltung und des Wissens“, Jahrgang 1878 (Preis pro
decwöchentlicher Baad von 256 bis 288 Seiten, Taschenformat,
nur 50 Pfennig), bietet in jedem ihrer neu zur Ausgabe
ommenden Bände zahlreiche gediegene und höchst interessante Bei⸗—
sräge aus den Bereichen des Romans, der Novelle und alles Wissens—
werihen. Nachstehendes Inhaltsverzeichuiß des erwähnten sechsten
Bandes möge dieses Urtheil begründen. Der Band enthält: Ver—
schwunden. Roman von Ewald August König. — Furchtlos und
reu. Historische Novelle von Schmidt⸗Weißenfels. — Berns größter
Sohn. Lebensbild von H. Scheube. — In der Sllaverei bei
den Patagoniern. Aus dem Leben eines fianzosischen Reisenden.
Von H. Osterland. — Das Vermählungs⸗ und Einzugsfest eines
spanischen Königspaareg. Ein Blatt aus der europäischen Sitten⸗
geschichte. Von A. Weidenthal. — Ueber amerikanische Eisenbahnen.
Von Friedrich Zimmermann. — Die Schnecke im Volklsglauben,
als Nahrungsmittel und als Telegraph. Von Hugo Zeitzmann. —
An letzteren Beitrag reiht sich noch eine Anzahl Miscellen, mit
welchen der Band schließt.

Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vom k. Oberfoörst⸗r H. Nißsche.
Fünfter Jahrgang. Nr. 16 enthält: Saujagd in einem
FRlostergarten von G. v. d. Borne. — Des alten Försters
Gesst. Gedicht von Paulus mit Illustration. — Jagdbilder
aus Ostindien von H. v. Clausewitz. — Büchsen von kleinem
Kaliber u. s. w. Verlag von Schmidt &amp; Günther in Leipzig.
3 M. halbjährlich.

Anhang dazu erscheint:

Bibliothekfür Jäger u. Jagdfreum'de.

Von erfahrenen Fachmännern herausgegehen. 10. Lieferung:

Zur Naturgeschichte der Waldschnepie von Freiherr von

Thüngen. Jährlich 12 Hefte, 6 M. pro anno. Alle Buch⸗

handlungen und Postanstalten nehmen Bestell ingen an.

Ar die Nedachion veraniwortlich: F. X. Demeß.

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte sehende Innuc
herren Kaufmann und Simon in Hambuagg besonders aufmerksam.
ẽs handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt- Ge⸗
winnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
lebhafte Beiheiligung voraussezen läßt. Dieses Unternehmen verdient das
olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantiéͤn geboten find und auch
vorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseitz belannt is.
        <pb n="296" />
        82 2
Licitation.

Monitag, den 27. Mai
nrͤchsthin Nachmittags halb drei
Uhr zu St. Ingbert im Cafo
Aberhauser werden vor
dem damit gerichtlich beauftragten
. Notar Sauer in St. Ingbert
die nachhin beschriebenen zu der
wischen dem in St. Ingbert
derlebten Hüttenbeamten Gustav
Zix und seiner auch verstorbenen
wenlen Etesrau Amalie Kautz
hestandenen Gütergemeinschaft so ˖
wie zum personlichen Nachlasse
des Ersteren gehörigen Liegen⸗
schaften im Banne von St.
Ingbert der Abtheilung wegen
yffentlich aan die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, näwlich:

a. Zur erwähnten Güterge⸗
meinschaft gehoöͤrig:

1. Pi. Rr. 866. 13 a 66
qin Acker im Dilmesflur
neben Kirchengut.
Pl. Nr. 951, 851n,
I5113 und 9513.. 7 a
15 qm Garien in den
Dilmes⸗ oder Großgärten.

p. Zum persoͤnlichen Nachlasse

24 Gustap Zix gehörig:

3. Pl.⸗-Nr. 637. 34 41
Im Fläche, Wohnhaus mit
Anbau, Scheuer, Stall und
Hofraum und

zIl.Nr. 6362. 44 48 qm
Pflanzgarten dabei, mit
einem Gange zum Bache.

Das Ganze gelegen an der
Kohlenstraße zu St. Ingbert
neben Johann Grewenig's Erben
und Otto Weigand.

4. Pl.⸗-Nr. 1499. 55 2 19
qm Acker auf dem großen
Flur, 1. Ahnung.

Figenthümer sind:

I. Karl Zix, minderjähriger
Sohn des Erblassers Gustav Zix
zus dessen ersser Ehe mit Anna
daase, welcher den Richard Si
mon, Fabrikant in Zwe brücken,
‚um Vormunde und Karl Hagse,
Züter⸗ Expeditor in Kaiserslau⸗
jern, zum Beivormunde hat.

2. Die zweitehelichen Kinder
des Gustab Zix und der ge⸗
nannien Amalie Kautz, Namens
Emilie Anna Katharina, b.
Pauline Anna Maria Josephine,
z. Gustav Robert und d. Oskar
Fmil Fir, welche den Ludwig
Zautz, Kaufmann in St. Johann
a/ Saar, zum Vormunde und
ailfred Simon, Fabrikant in Zwei⸗
hrücken, zum Beivormunde haben.

Wenn die Liegenschaften nicht
sum Eigenthum zugeschlagen
derden, werden fie sofort im
Banzen oder einzeln verpachtet.

St. Ingbert, 10. Mai 1878.
Sauer, l. Notar.
ILL
mit Firma, zu Geschâstsbriefen
in achöüûõnen veræaierten
Schriften,
onogz me, Vialten-
Karténm eto., werden raseh
ndã villig angelertigt in der
Buch- und 8Steindruokerei
*. , Damestæ.
8t. ingboert.

3
Todes⸗Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die,
schmerzliche Nachricht, daß es dem Allmächtigen gefallen
dat, unsere liebe Mutter und Schw' egermutter

Catharina Uhl seb. Fiack
nach kurzem Krankenlager verflossene Nacht zu sich abzu⸗
rufen.

Die Beerdigung findet morgen (Samstag) Vormittag
10 Uhr slatt.

Um stille Theilnahme bitten

Die trauernd Hinterblie benen.

St. Ingbert, den 24. Mai 1878.

Wan biete dem GlIüeke die Hande
375, O00 0 R. Mark
Taupt-Gewina im gunstigsten Falle bietet die allernæueste
GSSse GeId-VerIooSung, weleche von der hohen Regierunsg

enehmigt und garantirt ist.

Dieꝰ vortbeislafte Linrichtung des neuen Planes ist derart, dass
m Laufe von venigen Monaten durch 7 Verloosungen 49, 600 Gle-
inne zur sicheren Entscheidung kommen, darunter befinden sieh
Taunttreffer von eventuell R.M. 275, 000 s6peciell aber
dewinnc 930 Gewinn a. 42,000
Zewinn a T. 128,000 Gewinne a M, 10, 000
Gewinn aà M. 30,000 dewinne à M. 8000
Jewinn à MA. 60,000 2] Gewinne a M. 3000
Jewinn à M. *5,000 74 Gewinne àa 7000
Jewinn a M. 2,900 200 Gewinne a ?25 7400
dewinn a?“ *,900 1412 Gewinne àa). 1200
Jewinne a7 7 900 621 Gewinns à M. 500
Fewinne a X 8,000 700 Gewinne à A. 250
Gevinne à M. 729,000 28,015 Gewinne à MD. 138
3 Gewinne à M. 15,000 eto. ete.

Die nãehste ersto Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staate
carantirten Geld-Verloosung ist amtlich festgestellt und sindet

sshon am 12. und 13. Inni d. J. statt

ind xostet hierzu

ganzes Original-Loos nur Mark 6
halbes * * 3
viortel F 1/,

Alle Aufträüge werden tofort gegen Finsendung, Posteinzahlung
„der Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführt
ind erbãlt Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen“
Iriginal· Loose selbst in Handen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gra-
tis beigefügt uud nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenten
maufgeéfordert amtliche Listen.

Die Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
Jaranstie und vann dureh directe Zusendungen oder auf Verlangen der
ateressenten dureh unsere Verbindungen an allen grösseren Plätren
heutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets rom Glücke begünstigt und hatte sich“
lieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals der
æsten Haupttreffer 2u erfreuen, die den betreffenden Interessenten
lirect ausbézahlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der Solidesten
BGsis gegründeten Unternehmen überall auf eine sehr rege Bethei-
igung mit Bestimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon
ler nahen Ziehteng nalber alle Aufträge Baldiget direct 2u
riehten an

Kaufmoumn &amp; Simon,

Banxk- und Wwechsel-Geschaft in Hamburg
EBin- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Risenbahn-Actien
und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenkte Vertrauen
and indem wir bei Beginn der neuen Verloosung zur Betheili-
gung einladen, werden wir ums aueh fernerhin bestreben, dureh
stets prompte und reelle Bedienung die volle Zufriedenheit
unserer geehrten Interessenten zu erlangen. D. oO.

Frau Joh. Hager
jat ihre
Wiesen u. Kleeäcker
u verbpachten.

Zwei noch ganz neue 8
Bienenhäuser,
1 Einbauer und 1 Zweibauer,
ind billig zu verkgufen bei

G. Michaeli

in Rohrboch
Tuͤchtige Nieter
verden gesugn vom Eisen⸗
werk Kaicerslaufern.

Der untere Stock
meines der protestanlischen Kirche
zegenüber gelegenen Hauses, drei
zroße Zimmer, Küche, Keller,
Dachstube mit Pflanzgarten,
Stallung ꝛc., ist sofort zu ver⸗
miethen.

C. Hofmann.

Zu vermiethen:
Im Schulhause zu Rentrisch
eine Wohnung.
Erz, Lehrer.

Verheirathete
Schlosser,
velche in Blecharbeit geübt sind,
finden dauernde und gut lohnende
Accord· Arbeit bei E. König,
Maschinenfabrikant in Speyer.

— Umzug wird veraütet.
Ein braver Junge
zon guter Familie kann in die

dehre treten bei

Joseph Kuhrr, Blechschmied.
Sopyntag den 26. Mai,
Voctands Wahl

om Geißenverficherungs⸗

berein in der Wirthschaft von

Georg Stief im Ort.

19 Morgen
Acker mit blauem Klee
im Roth, eine Wiese im Al⸗
nent, ein kleines Wieschen
hinter dem Hause hat zu die r⸗
pachten

Michael Haas, Bäcler.
Eine Wohnung
im 2. Stock mit Mansardzimmer
nebst Speicher und Keller im
Westphälinger'schen Hause
ist zu vermiethen.

Auaust Hager, Megzger.

1 —ä—

ertrauen kann ein kranker

nur ju einer soltzen Heilmethode
—12— welche, wie Dr. Airy's
daturheilmethode, sich thatsächlich
ewährt hat. Daß durch diese Me—⸗
hode ãuderst gunstige, ja stannenerrt
ende heilerfoige erzielt wurden, de⸗
ean die in dem rrich ilustr. Buche

vu ——
—
. Arusc
bh d. reichen Srigi⸗
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
olche Kranke noch heilung fanden,
ur die Hilfe nicht mehr möglich
chien. Es darf daber jeber Kranke
ich dieser bewährten Methode um
o mehr veriraunensnoll zuwenden,
Us die Leitung der Kur auf
WVunsch durch dafür angestellte
raktische Aerzte gratis erfolgt.
näheres darüber findet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
tarken Werte: Dr. UAiry's Na—
urheilmethode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Wark,
deipzig, Mehter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
kinsendung von 10 Briefmarken
io Pf. direet franco versendet
43 —

Allgemeine Wechsel
ber Si. 3 Pf., 25 St. 80 Pf.
sind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
Fa. X. Demetæ.

Frucht- Brod; und
Fleisch⸗Preise der Stadt
zweibrücken vom 28. Mai.
Weizen 0O M. — Pf. Korn
)8 M. 77 Pjf. Gerste 2reihige
Dm. — ppf. Gerste 4 reih.
— M. — pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 7 M. 27 P.
deu2 M. 40 pf. Stroh?
N. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
10 Pf. Weißbrod 10 Kilog.
36 Pf. Kornbrod 3Kil. 78, 2Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 96 Pf.
Paar Weck 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Zual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
Zamfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 P·
Butter 1M. 10Pf. per Pfd.
scramon Drud und Verlag von J. X Demet in St Ingberi
        <pb n="297" />
        St. Ingberler Anzeiger.

Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatit. Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

ngnart 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
I 82. Sountag, den 26. Mai 1878.

X
Deutsches Reich.

Einer Deputation aus Schweinfurt, welche in Sachen
der Sitze der iunftigen Landgerichte jüngst in München war, wurde
im Jusitizministerium bedeutet, daß die endgiltige Bestimmung der
—AI oder Februar kommenden Jahres
werde verdffentlicht werden; für die Fesisetzung der Zahl der lünf⸗
tigen Landgerichte seien verschieden e Bestimmungen der Einführungs⸗
geseßze von Einfluß, so z. B. ob die Führung der Handelsregister
den Amtsgerichten oder den Collegialgerichten übertragen werde,
ferner, ob die Zwangsversteigerungen den Notaren verbleiben, endlich
ob für eine Vermehrung der Amtsrichter die erforderlichen Mittel
don den Kammern bewilligt werden.

Berlin, 28. Mai. Die „Nordd. Allgem. Zeitung“ er⸗
fährt von „competenter“ Seite, Se. Maj. der Kaiser habe schon
n voriger Woche erklärt, auf das Entlassungsgesuch des Ministers
Fall nicht eingehen zu koönnen. An diese Adlehnung hätten sich
iber weitere Crörterungen geknüpft, so daß die entscheidende Wen⸗
dung noch ausstehe. — Dasselbe Blatt erklärt ferner, von der nach
Zeitungsmeldungen angeblich in Aussicht genommenen Beschränkung
dez Wahlrechts und Verlängerung der Legislaturperiode (zur Be⸗
kämpfung der Socialdemokratie) sei in den jüngsten Berathungen
des Staatsministerlums nicht die Rede gewesen.

Berlin, 23. Mai. In der heutigen Sitzung des Reichs⸗
tages wurde zuerst die Rechtsanwaltsordnung durch ubstimmung
süber? den ganzen Gesetzentwurf genehmigt. — Es folgte dann die
erste Beraihung der Vorlage betreffend die Ausschreitungen der
Socialdemokratie.

Berlin, 23. Mai. Die Reichstagssession wird, wie wir
hören, morgen, Freitag, Abends 7 Uhr, durch den Präsidenten des
Keichskanzleramts, Hofmann geschlossen werden. (Berl. Tagebl.)

Es dürfte von Interesse sein zu erfahren, daß die dem Atten⸗
alsgesez im Bundesrath angehängten Motive von dem baierischen
Bundesrathsbevollmächtigter verfaßt sind.

Zu der Nachricht, daß die deutschen Botschafter bei den Regie⸗
rungen, dei welchen sie beglaubigt sind, sondirt hätlen, ob Geneigt⸗
heit zu einem energischen und solidarischen Vorgeben gegen die
Socialdemokratie vorhanden sei, bemerlen die „Neuesten Nachrichten“,
das Organ der liberalen Abgeordneten: „Uns erfüllt diese Nachricht
mit Scham. Wie! das große, einige Deutschland, Sieger in
hundert Schlachten gegen das mächtige, intelligente und geachtete
Frantreich, Deutschland, von dessen Entscheidung, wie man in Wien,
in London und in Petersburg ganz offen zugesteht, der Wellfrieden
abhängt, soll nicht allein fertig werden mit seinen Socialdemokraten!
Die Millionen, die in den jüngsten Tagen mit jubelndem Zuruf
aiser und Reich auf's Neue Treue gelobt, sollten nicht ausreichen.
zu deren Vertheidigung; fremde Hilfe soll angerufen werden?
Welche Selbsterniedrigung!“

Bezüglich des Vereinswesens werden aus dem Erfurter
Parlamente von 1850 folgende Worte des damaligen Abgeordneten
o. Bismarde citirt: „Gerade in dem Vereinswesen sehe ich die
gefährlichste Waffe der Geister, die verneinen, gegen jede obrig
keitliche Autorität. Warum soll die Obrigleit sie nicht zerbrechen,
obald sie die Macht dazu fühlt? Ich glaube, daß Dies ein Recht
ist, das Vereinsrecht, dessen Mißbrauch entschieden den Gebrauch
übertrifft; es wird oft gesag?, man solle nicht das Kind mit dem
Bade ausschütten; was nicht mißbraucht werden könne, sei auch
nicht zu gebrauchen, und dergleichen mehr; dieses Recht aber wird
so viel mißbraucht, daß es ganz unbrauchbar ist. ... Ich möchte
Sie also bitten, meine Herren, Alles zu thun, was nach den vor⸗
liegenden Anträgen, von denen ich bedauere, daß sie nicht noch
weiter gehen, in Ihrer Macht sieht, damit dieser Blasebalg der
Demokratie nicht in den Händen verbleibt. um die Kohlen unter
der Asche anzublasen.“
Ausland.
Paris, 22. Mai. Die Girardinsche France, welche eine
gewisse Fühlung mit russischen Kreisen hat, meldet, daß Kaiser

Alexander II. von Rußland geneigt sei, falls der Krieg mit Eng⸗
land vermieden werde, von der Regierung zu Gunsten des Großfürsten⸗
Thronfolgers zurückzutreten. Dieser wird als Alexander III. dem
russischen Volle eine Verfassung ollroyiren.

London, 24. Mai. Der „Standard“ erfäbrt, daß die
Mittheilungen Schuwalow's den heutigen Ministertath beschäftigen
werden. Wie das Blatt weiter wissen will, wären die neuerlichsten
zünstigen Erwartungen anscheinend gerechtfertigt, obgleich noch nichts
sest geregelt se. Der Kongreß werde aber zusammentreten, falls
nicht stoͤrende Zwischenfälle eintreten und die Elemente für eine
Verständigung zwischen England und Rußland feien gewonnen.
Der Zar kam Engiand mit erheblichen Zugeständnissen entgegen
und pbschon noch diele Schwierigkeiten zu überwinden seien, dürfe
ine friedliche Löͤsung doch erwartet werden, wenn die gegenwärtige
Stimmung des russischen Kabinets andauere.
Vermischtes.

Von den aus dem Remontedepot Fürstenfeldbruck an den
Zuchtbezirt Zweibrücken abgegebenen 16 Zu chtstuten, welche
im Mittwoch in Zweibrüden eintrafen, ist eine Derselben in den
Besitz von Herrn Urban Jalob in Rohrbach gekommen.

Henugstbach, 23. Mai. Vorgestern hatte ein sechs⸗
ähriges Mädchen von hier das Uxglück, vom Feuer so verbranni
zu werden, daß es heute Nacht starb. Dasselbe war in der Küche
nit Feuerschüren beschäftigt; die Kleider wurden vom Feuer erfaßt
und verbrannten fast vollständig am Leibe. Wieder eine Mahnung,
daß man Kinder nicht unbeaussichtigt lassen soll!

FPirmasens, 20. Mai. (P. A.) Vor dem k. Zucht⸗
oolizeigerichte in Zweibrücken wurde der Schuster Heinrich Breith
zon hier verschiedener Einbruchsdiebstähle ꝛc. überführt und zu 3
Jahren Gefängniß verurtheilt. Genannter B. hatte sich im vorigen
Jahre nach seiner Verhaftung irrsinnig gestellt und war deßhalb
ur Beobachtung in d'e Kreisirrenanstalt Klingenmünster gebracht
vorden, von wo es ihm zu entweichen gelang; er wurde jedoch
päter wieder aufgegriffen.

4 Die allgemeinen Bestimmungen, nach welchen Vollksschulen,
Studien⸗ und sonstigen Lehranstalten (Instituten) bei Ausflügen
uuf den Pfälzischen Bahnen Fahrtoxermähßigungen gewährt werden,
—VXXXXXXV
Lückfahrt werden je ein Lehrer oder Schüler auf ein einfaches
Fahrbillet hin⸗ und zurückbefoͤrdert, welchem auf der Rückseite durch
die Abgangsstation der Stationsstempel beizudrucken ist. 2) Bei
inmaliger Benützung einer Bahnslrecke zur Hin⸗ oder Rückfahrt
erfolgt die Beförderung von je zwei Lehrern oder Schülern auf
ein einfaches Fahrbillet, wobei die Abstempelung unterbleibt. 3)
Zinder unter 10 Jahren werden je zwei auf ein einfaches Billet
uind zwar sowohl zur Hin⸗ und Rückfahrt (1) wie bei einfacher
Fahrt (2) zugelassen. Diese Ermäßigungen werden nur bei einer
Betheiligung von mindestens 20 Personen und unter Ausschluß
der Sonn⸗ und Feiertage ertheilt. Die Giltigkeit der Billete
beträgt für Strecken bis einschließlich 30 Km 1 Tag, für größere
Strecken 2 Tage. Bei Benützung von Schnellzügen sind Schnell⸗
ugsbillete zu loͤsen. Angehörige der Schüler, welche sich eiwa den
Ausflügen anschließen, haben die gewöhnlichen Fahrtaxen zu ent⸗
richten. Gesuche um Fahrtaxermäßigung sind bei der Direltion
einzureichen.

Mänchen, 22. Mai. Der ehemalige Adjutant des
Prinzen Adalbert, dann Packträger, zuletzt Commissionär dahier,
Fallot von Gemeiner, ist vorgestern hier im groͤßten Elend gestorben.

Falsche Zweimarkstücke, deren Gepräge ziemlich
zut ist, die aber leicht an dem fettigen Gefühl und an dem leichten

Bewicht zu erklennen sind, werden augenblidlich vielfach in den
ändlichen Steuerkassen in Zahlung zu geben versucht, find aber
iberall sofort als falsch erkannt worden. Der arbeitenden Land—
»eböllerung mit den groben und rauhen Händen sind die Falsifikate
vornebhmlich mit Leichligkeit in die Finger zu spielen. Die Stück⸗
        <pb n="298" />
        änd werthloz und aus einer Composition von Zink und Blei an⸗
gefertigt. Die Verausgaber dieser Falsifikate, von denen große
Mengen bereits beschlagnahmt sind, haben sich stets als unverdächtig
erwiesen, während alle Recherchen nach den Fälschern ohne Erfolg
varen.

FWeilburg Massau), 21. Mai. Aus dem hiesigen
Landraͤthssgebäude wurden mittelst Einbruchs Banknoten, Silberzeug,
Schmuck ec. im Werthe von ungefähr 20,000 M. gestohlen. Der
Landrath, Graf Schwerin, sowie dessen Frau' waren auf einer Kind⸗
saufe in Frankfurt a. M. abwesend.

Unverfroren. Aus Eisenach wird gemeldet:
In Folge der durch die Zeitungen gegangenen Mittheilungen, daß
ein vermögender Bürger unserer Stadt der letzteren nicht nur zwei
prächtige Schulgebäude für die höhere Töchterschule und das
Lehrerianen-Seminar geschenlt habe, sondern auch noch ein schönes
Thealer erbaue, ist derlelbe mit Tausenden von Bettelbriefen und

Wiesenversteigerung.
Montag, den 27. 1. M.,
des Nachm itags um 3 Uhr zu
St. Ingbert im Cafés Ober⸗
hauser, unmittelbar nach der
Zix'schen Versteigerung, läßt Herr
Leon Levi, Ledechändler in
Blieskastel, auf langjährige Zahl⸗
sermine zu eigen versteigern:

St. Ingberter Bannes:

Bl.Nr. 827. 18 Dez. oder
6 a 183 qm Wiese in den;
Großwiesen, neben Ww.
Ripplinger und Jakob Buh⸗
mann.

Pl.Nr. 841. 1310 Dez.
oder 4 4 537 qm Wiese
allda neben Ww. Jochum)]
und Gebr. Dötr.

Aus Auftrag

Das Geschäftsbureau

L. Bechthold, St. Ingbert.

Am I2. und 10.
Juni d. J.
beginnt mit der L. Jiehung
die vom Staate genehmigte
uind garautirte
Uaunmhurger Stadt-
Lotterie.
Dieselbe bestehtaus OBI, 000
Loosen und AO, 600 Ge—
vinnen, wovon Haupttreffer
ventuell
375,000, 230,000,
125,000, 80,000,
60,000, 50,000, 1 à
A0,000, 1à 836,000,
342 30,000, 1à 25,000,
5à 20, 000, 6 à 168,000
1à 12, 000, 23 à 10,000
42 S000, 2 à 6006,
31 à 00o, 74 à Aooo
Mark ꝛe.
Hierzu vers. Original⸗
—X
Ganze Halbe vViertel
6 Mr. 3M 1I,50 M.
gegen Einsendung des Be—
rages oder per Postoorschuß.
Spieler erhalten die Ge-
vinnlisto gratis!
Wilhz. Bastlius,
vom Staate an⸗
gestellter Haupt⸗Gollecteur
—ED—

— — — ——

öe 4

Aus vollor beberzeugung
kann jedem Kranken die tansendfach
bewãkrte Dr. Airy's Heilmethode
empfohlen werden. Wer Näheres
darüber wissen will, erhält auf
Fnnte erhanesn von Richter's
erlags⸗Anstalt in Leipzig einen mit
vielen belehrenden Krankenberichten
versehenen „Auszug“ aus dem illn-
ritien Buche: „Dr. Airy's Natur⸗
heilmethode“ (100. Aufl., Jubel⸗
Ausgabe) gratis und franco zu—⸗
— aesandt —2

Methusalem
craukfurter Magenbitter.)

Dieser vorzüglichste aller Käuter-Magenbitter ist auf Grund
der niueren Forschungen im medicinischen Fache mit Zuhilfename
rüchtiger Kräfte aus der Medicin sowohl, als auch der Chemie
durch Ertraction der echtesten Kräuter dargestellt und für den Genuß
vortheilhaft und zusagend zubereitet. Trotz seines kurzen Bestehens
hat sich der Methusalem schon eines sehr günstigen Erfolges und
zroßer Beliebtheit zu erfreuen; gewik das günstigste Zeichen der
Rteellität und gulen milden Wirkung des Getränkes. Zum Schutze
gegen Cholera, Ruhr, Hämmorrhoiden ꝛc. ꝛc. ist er ein unschätzbares
Universalmittel. Ganz besonders empfehlenswerth ist er für Magen⸗
seidende; vermöge seiner erwärmenden und belebenden Eigenschaft
bewirlt er etne erhöhte Verdauung. Die Magenhaut wird gestärkt
und dadurch das Blut zur Säftebildung befördert. Viele Menschen
mit schon zerrütteter Gesundheit verdanken der segensreichen Wirkung
dieses kostbaren Hausmittels ein vollkommenes Wohlbefinden wieder.
Nur laängerer regelmäßiger Gebrauch ist von günst gem Erfolge gekrönt.
Man nimmt läglich ein Likörgläschen: Morgens zum Frühstück,
Mittags nach Tisch und Abends vorm Schlafengehen. Die tägliche
Ausgabe kommt dann höchstens 20 Pf.

Zu beziehen in Originalflaschen, Preis per J Flasche M.
2. 40 Pf. Flasche M. J. 30 Pf. in der Nieder⸗
lage von:

J. Peters in St. Ingbert.

Kalender enih. Broschüte nebst Zeugniffen von Fachleuten und
daien in den Niederlagen gratis.
Ar a

Unterftützungsgesuchen aus allen Gegenden Deutichlands überfluthet
worden. Als Curiosum wollen wir nur eins der naivften Gesuche
erwähnen. Die Gräfin St. schreibt ungefähr, daß sie seither eine
Einnahme von jährlich 4000 Thaler gehabt, die aber durch die
—V
Da sie aber nach ihrer gewohnten Lebensweise diese 4000 Thlr.
auch fernerhin bedlürfe, so etsuche sie Herrn d. E, ihr doch die
fehlender 2000 Thlr. jährlich zuzulegen.
— — — — — — —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demne gz.
AInteressant
ist dio in der heutigen Nummer unserer Zeitdung sich befindende Glücks
Sureige von Samueiò Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat X
durcuꝰ seins prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworbon.
Jat? Si cJeãen aut dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle auf
merksam machen.

IIXIXR * Die Gewinne

1 * GrLũ RS- garantirt dor Staat.

—AA Ersto Ziehung:
875. 000 M- —

Eimladung zur Betheiliguug an die
GWViInn-OhAMQCOM
der vom Stante Hamburg garantirten grogsen
Geld-Lotterie, im welcher üher
8 Millionen 600,000 Mark
sicher gewonnen werden müssen.

Die Gewinnmne dieser vortheiIhaftem Geld Lotterie,
welche plangemũüss nur 91, 000 Loose enthalt. sind folgende: nämlioh
Gewiun ev. 875, 000 Mark, speciell Mark 250,000, 125,000, 80,000,
s 6 vud 36,000, 4 a g0, (od u. 25,000,
— J 70000, 37 wal
3000. ee sU α 00αnd 2600, 206 mal 2400,
V CAM.. XXX
c63263830 —A
O I ESoiche In wenigen Monaten in 775
cime cheren Pntscheidung.

Diß erste Gewinnzichung ist amtlieb auf den

I2. und 13. Juni d. J.

festgestellt und kostet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das hvalbe Originalloss nur 8, Reiehsmark,

das viertel Originalloos nur 21/3 Reichsmarß.
und werden diess vonn Stante garantirtenm Original-
Loose (keine verbotenen Promessen) gegen sramnk irte Ein-
sendung des Retrages oder gegen POStvorscehuss
gelbst nack den entferntesten Gegenden von mir versandt.

—
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsliste
unaufgefordert 2ugesandt.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
orfolgt von mir diroct an die Interessenten prompt und untor strengster
Verschwiegenheit.

- J.”ede BestelIlung kanmn man einfach auf eine Posstein-
zahlIungskarte machen.
u5 Man wende sieh daher mit den Auftrügen
vertrauensvoll an
Lamuel hHeoksoher senh.,
Banquier und Wechsel ·Comptoir in Hamhburęg.

Jũngst am 8. April dieses Jahres hatten wieder mehrere weiner

Interessenten das Glũck
den grössten Hauptgewinn
Pi mir ⁊zu gewinnen. D. O.
— IBDEXfüMRENñ

Dem „Geerling'schen Aufsatzwerk für Bürger⸗, Mittel⸗,
Fortbildungs⸗ und höhere Töchterschulen“ gereicht zur Empfehlung
ine große Menge brauchbaren Materials... Zum größten Theil sind die
rrlänlerungen pädagogisch und sachlich musterhaft. .. Es ist nicht zu
ezweifeln, daß das Buch (J. Theil) den Lehrern für den schwierigen, deut⸗
hen Unterricht auf der untersten Stufe ein willkommenes Hilfsmittel bietet.
Vohl Keiner wird es gebrauchen, ohne für sich und seine
Schuler reichen Gewinn davonzutragen. ... Auch die zweite Stufe
nthält auf 200 Seiten eine Menge recht brauchbaren Stoffes.... Das
huch erfülli seinen Zweck vollkommen und wird in dem Kreise, fur den
s bestimmt ist, Anregung mancher Art geben und den rationellen Betrieb
des deutschen Unterrichtes wejsentlich fördern helfen. ... Was wir von der
ersten und zweiten Siufe gesagt, gilt auch von dieser dritten. Eine Fülle
portrefflicher Thematawerden gestellt, besprochen, ganz oder nur theil—
veise ausgeführt. Musterstücke zu jeder Art befördern das Verständniß.
Die Anleitung zur einfachen und doppelten Buchführung, die Geschäftsauffätze
und 538 suͤnd fur den Kaufmann und Geschäftsmaun sehr gut zu
—XR
Preußische Lehrer⸗Zeitung pro 1877 Nr. 207, 208. 228.

Vorräthig in allen Buchhandlungen.

Redattion Drud und Verlag von Fx. Demeß in St Ingbert. —
Sisezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 21.
        <pb n="299" />
        St. Ingberlker Anzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wö hhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Songtags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieunstag, Donnerstag, Sumstag und Sonntag. Der betragt vierteljahrlich

WMarlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ii3värts mit 135 Pfz. für die vierzejpaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mwit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.

—XR
M 88.

Dienstag, den 28. Mai 1878.
——

Deutsches Reich.

Mäünchen, 26. Mai. Es sind heute 60 Jahre, seit König
Maximilian Joseph J. dem Königreich Beyern die Verfassung gab;
das Monument des Königs auf unserm Max⸗-Joscph-Platz ist aus
diesem Anlaß heute wieder wie alljährlich mit zwei frischen Blumen—
kränzen geschmückt. —- Zur Durchführung der neuen Justizorgani⸗
jation werden, wie wir aus guter Quesle vernehmen, erhebliche
Peubauten nicht erforderlich sein, da in allen Städten, welche für
Gerichtssize in Aussicht genommen sind, die erfotderlichen Gebäude
ür die Gerichte vorhanden sind.

Berlin, 25. Mai. Der Kaiser hat wiederholt an den
Tultusminister Falk geschrieben, um ihn zu bewegen, von seiner
Entlassung abzustehen, und da der Reichskanzler in demselben Sinne
in ihn dringt, so zweifelt man kaum noch an seinem vorläufi,en
Berbleiben im Amte.
Ausland.

Wien, 26. Mai. Die hogoffiziöse Montagstebue meldet,
daß über den Intalt der zwischen Schuwalow und Salisbury ge⸗
flogenen Besprechungen weder von Seiter Rußlands noch Englands
Mittheilungen an die übrigen Mächte gelangt seien, deren Zu⸗
timmung zum Congreß jedoch sicher sei, sobald das günstige Re⸗
sultat der Mission Schuwalows außer Zweifel stehe. Londoner
und Petersburger Nachrichten gestalten jedoch die Annahme, daß
veitere Verhandlungen angeknüpft wurden, welche Schuwalow ver—⸗
anlaßten, frotz seiner weitgehenden Vollmachten, in Petersburg noch
neue telegraphische Informationen einzuholen. Hierdurch wird
erklärbar, daß zuverlässige Meldungen länger auf sich warten lassen
ind widersprechende Nachrichten umlaufen.

Paris, 26. Mai. Die Debars“ veröffentlichen an hervor⸗
‚agender Stelle folgende, offenbur aus cffizidser Quelle stammende
Rotiz: Die Reise des Grafen Schuwalow hat zu einem äußerst
befriedigenden Resultate geführt. Rußland willigt ein, den Vertrag
von San Stefano auf den Tisch des Congresses zu legen. Alle
Machte haben zugesliuumt. Der Congreß würde am 11 Juni in
Berlin zusammentreten. — „Paris Joucnab“, das Organ der Haute
Financen bringt ein Spezialtelegramm aus Petersburg, wonach
Schuwalow und Kumany, der russische Consul in Paris zu Ruß—
lands Congreß-Bevollmächtigten offiziell designirt seien.

Rußlhands Concessionen werden wie folgt deifinirh:
Die Grenze Bulgariens werde nach dem Princ pe bestimmt verden,
daß zwei Drittel der Bevölkerung jedes Ortes den Ausschlaz geben
sollen, vb derselbe zu Bulgarien gehöre oder nicht. Dadurch werden
die Küsten des ägäschen und schwarzen Meeres, wo diele Griechen
vohnen, ausgeschlossen. Rußland würde auch darein willigen, daß
Bulgarien sich nichi über beide Balkanabhänge erstrecke. In diesem
Falle sollte die Verwaltung von „Süd⸗Balkanien“ nicht direlt der
Pforte überlassen werden. In Kleinasien beanspruche es nur Arda-
han und Kars, wogegen es auf Baium verzichte. Auch bezüglich
der Höhe und des Zahlmodus der Kriegslosten werde es nach
ziebig sein.

Paris, 26. Mai. Nach den letzten Berichten des Bot—
schafters Saint-Bailler hegt er noch die Hoffnung, den Besuch
eines Mitgliedes der kaiserlich deuischen Familie bei der Weltaus—
dellung zu erreichen für den Fall, daß die orientalische Frage sich
in ihren friedlichen Tendenzen dauernd erbäll. Man nimni an,
daß dann entweder Prinz Karl oder Prinz Georg nach Paris
ommen würde. — Das hier verbreitete Gerücht von einer baldigen
Ankunft der Kaiserin Augusta ist daher unbegründel.

In Konstantinopel will man in Erfahrung gebracht
haben, daß der letzte Putschversuch Auf russische Anstiftung erfolgt
ei, um unter dem Vorwande der Wiederherstellung der Ruͤhe Koñ⸗
dantinopel überrumpeln zu koͤnnen. Die Regierung ist auf ihrer
hut; sie zieht zahlreiche Truppen hieher. Au der Vershwoͤrung
sollen auch Anhänger Suleiman Paschas betheiligt gewefen sein,
velche den in kriegsgerichtlicher Untersuchung befindlichen Generai
zefreien wollten.

Vermischtes.

*. Die Collecle für die Wasserbeschädiglen ze Esthal zc. hat
in Neustadt Mark 3092.85 ertragen.

F Nach einer Entschließung des königlichen Staalsministeriums
für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten sind Gesuche um Verleihung
von Freiplätzen am Centtal Blindeninstiurt, dem Taubstummen-
Institut und der Erziehungsanstalt für krüppelhafte Kinder in
München alljährlich bis Ende Mai bei den kgl. Bezirlsämtern ein⸗
sureichen. Freizöglinge genießen in diesen Austalten ganz freie
Berpflegung, unentgeltliche ärztliche Vehandlung, Terne und Unmer-
richts- Material; jedoch hat jeder bei Aufnahine und mit jedem
Jahre bei Beginn des Schuljahres einen Kleidungsbeitrage von
36 Mark an die Inspektion zu zahlen. — Für zahlende Zöglinge
zeträgt die Jahrespension 360 Mark und das Schulgeld monatlich
10 Vark.

Weißenburg, 22. Mai. Das Comitee der Schleithal⸗
Weißenburger Pferde:Rennen, welche am Pfingstmontag, den 10.
Juni statifinden werden, verdffentlicht bereits das Programm. Per⸗
oönliche oder schriftliche Anmeidungen werden bei dem Secretär
der Kreisdirektin Weißendurg bis zum 7. Juni Abends 6 Uhr
inter Erlegung des Einsatzes angenommen. Spätere Anmeldungen
nnen kene. Berüchschtigung finden. An zwei Rennen Unnen auch
Pferde aus der Pfalz theilnehmen.

Straßbarg, 24. Mai. Wie der „K. 3.“ miitgetheilt
vird, beabsichtigt man mit der Legung des unterirdischen Telegraphen⸗
labels von Frankfurt a. M. nach Straßburg bis Aufang Juli
ertig zu werden und dasselbe alsdann nach Meß weiterzuführen.

F Mainz, 25. Mai. Der der Ermordung des Riersteiner
Bürgermeisiers verdächtigte Metzgerbursche ist heute nach elftägiger
Haft in Freiheit gesetzt worden Außer dem Mangel au Beweis⸗
naterial, soll um deswillen die Freilaffung erfolgt sein, deß der
Ztaatsbehörde gewichtige Verdachtssmomente gegen andere Persjonen
geworden find.

tFeuerversicherungsbank für Deutschland in
Botha. Die Bank hatte ausweislich ihres letzten Rechenschafts-
verichtes am Schlusse des vorigen Jahres einen Versicherungsbestand
von 2684 Millionen M. erreicht. An Praämien und Zinsen ꝛc.
nahm sie im Jahre 1877 mehr als 810 Millionen M. ein, ver⸗
gütete im ebengenannten Jahre für Brandschäden 969,210 M.
und behielt 6,178.063 M. Ueberschuß, welchen sie mit 80 pCt.
der Prämien ihren Versicherten als Dibidende zurückgewährt.

fBerlin, 22. Mai. In dem Beleidigungsprocesse gegen
Frhrn. O. v. Loe hat heute das Obdertribungl das Erlenntniß des
. Kammergerichts, nach welchem der Angeklagte wegen wiederholter
Beleidigung des Fürsten Bismarck zu einem Jahce Gefängniß ver⸗
artheilt worden ist, vernichtet und die Sache an das Kammergericht
urückgewiefen.

t Berlin, 23. Mai. Die Vorunlersuchung wider Hödel
am hiesigen Siadtgerichte ist beendigt. Für die Annahme, daß
Död l Mitschuldige hatte, hat zsich kein Beweis gesunden, wohl

aber dafür, daß er den Mord schon eine Zil lang beabsichugt hat.
Hödel wird vor den Staalsgerichtshof gestellt werden.

Elephanten⸗Kostüm. Vor dem Elephantenzwinger
der k. k. Menagerie in Schönbrunn bei Wien zweigien sich in den
—R größexen. Gruppen ab,
um sehr differirende Anfichten über eine uber raschende Etscheinung
auszutauschen. Der große Elephant praͤsentirte sich rämlich beklei⸗
)et, dem neuesten Staude der Bekleidungshygiene entsprechend, mit
uinem Netzhemd verseden, welches über den ganzen mächtigen Leihb
eicht und unter demselben mit Bändern zusammengehalten wird.
Die Bekleidung des losispieligen Thieres ist nach dem Beispiel
iamentlich des Londoner Thiergartene erfolgt. Man hat dort bat
Netzhemd adoptirt, wie es in Indien die sogenannten Tempel ⸗
ẽlephanten, welche ein seht hohes Aller erteichen, seit uralter Zeit
tagen. Wenn schon in Indien erfahrungsmäßig wirksam, joll dat
Netzhemd, wie versichert wird, in Euroba ungleich startecen —
        <pb n="300" />
        gegen schädliche Einflüsse des Klimas und Wetiers gewähren. Die
Hrobe laͤßt sich um so leichter machen, als unser Elephant das
35 gerne zu tragen, in demselben sich also wohl zu befinden
ichtint.

FDas Gefolge des Schah ven Persien, der belannt
lich auch Berlin mu seiner Gegenwart wieder beehren wird, bestand
auf der Streke von Teheran nach Täbris aus ungefähr tausend
Personen, worunter sich bei zweihundert Soldaten mit mehreren
Fanonen befanden. Außerdem zählte diefe Karawane auch einige
tausend Kameele und verschiedene Zugih'ere. Seine Europareise
will Nasreddin mit einem gottgefälligen Werle beschließen, nämlich
ni einem Pilgerzug nach Melka. Eine solche Pilzerfahtt ist übri—
gens nv'icht leicht zu nehmen. So wird der Schah gemäß den Vor⸗
schriften des Islam in Dschiddah, der Hafenstadt Milkas, seine
jammilichen Kleider ablegen müssen und nur mit einem Tuche um
die Lenden nach der heiligen Stadt zieden. Auch muß er den
Weg von Dschidda nach Mekla, der volle zwei Tage in Anspruch
nimmt, durchaus zu Fuß zurücklegen. Der Groß⸗Scherif will daher
jür den hohen Reisenden längs dieser ganzen Straße Zelte mit Er⸗
frischungen aufstellen laffen. In Meltka muß sich der Schah wie⸗
her fein Haupt ganz kahl abrafiren lassen. Die Mellaner wollen
übrigens, da es das erste Mal ist, daß ein persischer Fürst ihre
Stadt besucht, dem Schah, troßdem die Perser nicht als rechigläubige
Nuselmanner betrachtet werden, einen imposaunten Empfang bereiten.

pRewYork. Vor ungefähr neun Mouaten wanderte
ein junger Mann von 22 Jahren, Namens Jakob Scheidt
geboren jzu Caulbach bei Kusel, nach Amerika aus. seit welcher
Zeit er bei einem Farmer in Arbeit steht. Derselbe hatte am
Is. Februar d. J. ein ungewöhnlches Abentener zu bestehen. Bei
Belegenheit einer Reise nach dem Staate Tennessee, wo er einen
Alen Koumeraden nach langer Trennung einmal wiederfehen wolbe,

1

Man biete dem Glüeke die Hand:!
275. O000 R. Mark
Jaupt· Gewinn im gunstigsten Falle bietet die allerneneste
zrosse Geid Verioong, welehe von der bohen Regierung
enehmigt und garantirt ist.

Die Foribeiafte Finrichtung des neuen Planes ist derart, dass
m Inofe von venigen Monaten durch 7 Verloosungen 49,600 Ge-
inne zur sicheren Pntscheidung kommen, darunter besinden sich
Jaunttro Sor von XCASAAM R-M ιαι gnααli a
Gewinn a 070 Gewinn a 2,00 0
Bewinn a M x3,000 23 Jewinne a FV. IO, oo0
Fewinn 4 80,000 Zewinne a M. 8000
zewinn a— ß0,000 2) Gewinne a 3000
zewinn a zu, 000 74 Gewinne a? 1000
Jewinn 5000 200 Gewinne aJ 2400
zewinn 900 412 Gewinne à 2. 1200
zewinno? 200 821 Gewinne a Il. 500

Gewinne s 00 700 Gewinne a I. 250

5Gewinne a M. —— 28,015 Gewinne à NA. 138

zGevinne MA. 18, 000 ete. ete.

Die nachste erste Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staat.
araptirten Geld-Verloosung ist amtlich sestgestellt und findet

schon am 12. und 13. Juni d. J. statt
und Kostet hierza
ganzes Original-Loos nur Mark 6
halbes .3
1 viortel 1V/ 2

Alle Auftrâge werden sofort gegen Pinsendung, Posteinzahlung
der Nrchnahme des Betrages mit der grössten vorgsalt ausgefũlirt
G chait Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
driginal· Loose selbst in Händen.

en Bectelumgen verden die erforderlichen amtliehen Plüne gra
tis beigefũgt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenter
nnaufgefordert amtliche Listen.

Bie Acczahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats ·
arantie wa sann durch directe Zusendungen oder auf Verlangen der
ccecenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plãtren
beutschlands veranlasst werden.

ere Collecte var stets vom Glueke begünstigt und hatte sieh
RKesene ater vielen anderen bedeutenden Gevinnen oftmals der
Acten Haupttreffer 2u erfreuen, die den betresfenden Interessenten
lirect ausberahlt wurden.

Vorichtlich kapn bei einem solchen auf der solidesten
Rasis gegrũndeten Unternehmen übereil auf eine sehr rege Bethei-
igung mit Bestimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon
ianon Ziehrung hatber alle Aufträge bBaldiget direct 2u
jiehten an
Kœaufmonn &amp; Simon,
Banxk-und weehsel-Geschaft in Hamburg
Fin- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensboose.

P. S. Wir danken hierdurch für das um seither geschenkte Vertrauen
à nhaem vir bei Beginn der neuen Versoosung zur Betheili-
gung einladen, werden vir uns auch fernerhin bestreben, durch
tets prompte und wvelle Bedienung die volle Zufriedonheit
unseret geehrten Interessenten zu orlangen. D. O.

jah er, 4 Meilen von Dulian angekommen, in lurzer Entfernung
vor sich, wie ein Mädchen von 3 Männern angefallen und aufs
Aergste mißzandelt wurde. Judem er so schnell als möglich dem
Schauplatze der Unlhat zueilte, wandien sich die Männer von dem
Madchen ab und gingen auf unsern Helden los. Doch der, mit
einem derben Stos und geladenem Revower bewaffnet, ließ sich
nicht eipschüchtern, sondern machte zwei der Unthäter durch wohl⸗
gezielte Hiebe auf den Kopf kampfunfähig. Der dritte, ein Ameri⸗
janer, entfloh, während die beiden Verwundeten, angeblich irischer
Abkunft, nach ihrer Transportalion in die Stadt schleunigst dingfest
zemacht wucrden. Der Vater des mißdandelten Mädchens, welches
ich zu einer Tante auf Besuch begeben wollte, alz sie ange'allen
purde, soll, wie berichtet wird, dem Retter seiner Tochter deren
dand angeboten haben, die ca. 25,900 Dollar schwer wiegt, worauf
dieser aber nicht einging.

xF Die Socialifien und Communisten in Chicago sche inen
es darauf abgesehen zu haben, der „Boutgeoifie Angst zu machen;
fie sind eifrig damit beschäftigt, die zu ihrer Fahne Schwörenden
mit Hinterladern zu bewaffnen und einzuexerciren. Sie erllären
jedoch, daß sie dies nur zur Vertheidigung thun und nicht daran
denken, Unruhen herbeizujühren. Man schätzt ihre Zahl in Coot
Founthy auf 8000. Die Polizei beobachtet alle Bewrgungen der
Tommunisten, um elwaige Versuche derselben, in der Gartenstadt
in Bischen Conpmune zu spielen, im Keime ersticken zu lönnen.

i⸗ Redaction veranworiich F.. Dm

WDir miachen erurch auf die im heutigen Blatte stehende Annontce der
Herren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
vs handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗ Ge⸗
vinnen ausgesiaiteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine fehr
ebhafle Veiheiligung voraussetzen läßt. Diejez Unternehmen verdient da
olle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten find und auch
orbenanntes Haus durch ein siets streng reelles Handeln und Auszahlung
zahlreicher Gewinne alljeits bekannt ist.

*

Anzeige und Empfehlung.

Einem Vverehcichen hirsgen und auswärtigen Publifum die
ergebensie Anzeige, daß die Gastwirthschaft von Herrn Carl
Engel übernonmen habe. Ich werde mich bemühen, durch Halten
von duten Getränken und Spe sen, durch billige und rasche Be⸗
dienung meine Gäste in jeder Weise zu befriedigen.

Zu recht fleißigem Besuche ladet höflichst ein

Louis Schwarz, Kohlenstraße.
Venn's deutsche Aufsätze,
14. Auflage. 4 Vit. gebunden.

Jedermann, welcher einen guren deutschen Aufsatz
schreiden lernen will, den empfehlen wir ohbiges bewährtes Aufsatz
buch, welches im Verlage von Ad. Gestewitz in Wiesbaden
erschienen ist. Bis,eriger Absatz 34.000 Exemplare! Vorräthig
in allea Buchhandlungen.

Danksagung. I1 Morgen Kleehen
Für die so überdus zahlreite hat zu vervach gelsang
Belheiligung bei der Beerdiaun — —— *
unserer unvergeßlichen Mutter —* noch gan neue Axc
und Sawerermun ienenhäuser

Katharina Uhl, 1 Einbauer und 1 —

geb. Fiach, sind billig zu verlaufen bei
sagen wir Allen unsern tief⸗ G. Michaeli
gefühlusten Dank. in Rohrbach.
St. Ingdbert, 26. Mai 1878
Im Namen der Familie:
Met. Josß. Uhl, Baͤcer.
Menpu Freunde Wil⸗
helmn zu seinem heu⸗
tigen Namenstag ein dreifach
donnerndes Hoch, daß das Garten⸗
haus wackelt und sein Liebchen
bor Freude zappelt. M.
Ure Freunde Wilhelm
Sch. zu seinem heutigen
Namenstag ein dreifach don⸗
nerndes Hod!!!
A. E. J. E.
Eine Wohnun Disichim—
mit 5 Zimmer, Keller u. Speichet »nebyrafestes
in der Nähe des Schulhauses wegen wird das Donners—
m Josephsthal ist zu vermiethen. tagsblaut schon morgen
Naker⸗a in der Exyed. d. BRi. (Mittwoch) ausgegeben.
f urn
ÿ—ç
Tmes end ci von . 4. Temet in St Ingbert.
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        a —— — *
2 2 —
z3 —s 3 35335
8 7 75 5—1*7 3 * 82 822 5*28
5 —68 2338 52 55 32557 5732355S55 52338
22 556 —58 553 5—25 2555553 52338535335565
*5 —A— 558 —“ 37* 5355 23 3—2323 233235337533 S
—A— 5825 55 523 2228 35733* 3435*
5.5 222225 —»325553 22 — —— 522373235* * —5338 ,
225 S833 2535535 55 7* 58 5328538 — A
5528 285338 338 3355 32 7337 32383338 * 555583382833
—2 *25 2 — * J — 2 2297 *
5 2 29 3 2228 5 ——532 2333258 * 522238 3 582
D5 56 8 —z252* —— 5 E⸗ 5332* 28 2 328283 5232
55 »585 5 53 * 5835555*35 85 2338553322*
520 * 5— 55 —— — —s838 5355 —E —F 535 237
— * T c 327
58 S2EI —2 5 253525 253 —A 258 5 388 523535 532
s 557 2385355* .2848 38383853 38656
255 52 5 5z72* 22 25 5 52. 5 5355 8 338 288228
25 ——— 1358838 —552555 3253583338
*» — — — 55 522 — S7 * 5282 *
5585 75335 —s22288332 — 2233—5—2825 5728533—285
—55 553 — 8 36 252 75 2525223538 5325335
388 — 552 525 255*e* 52 * — 232 9— 2*538 5328
— 7362557 —?“ —— — 8* —E— 558 2—z32 O — — —— 5
3523s73232 334 332383333333 838 57333533—37 ———
— —5358 — * 2 R 2 —2 *. 83 8 *
22 255723383853 *
222 38 S— 35225 2—32587558232 —55—824265 ——— — 233203 *
37 — 388333383 s53s522335
8 8 — 7 2 ** —3 T * 22 3 8 —
— * 8 558 2832 * — * —5* — 8 22 * 525328 ——
TS 2 ———— —«35553333 —225253 52225
2 —A 553335325386 2533575535
5æx 6096 335 — ——— — —
—33835 2 —— 6
2228238860—
*
*284 —A *
22 8 3 2 78 2232722 * —— —
—e 55 853353555 538 333—533—3353535 23
*55 252 553 25533282. 3232758 333555—536 *
285 5*25 *833 3323353238 5238368 3—— 383533
—.6 —8 — — 52*853—225*7 ,3 EcE
— * * — — 553532 22 5235 —V
—A 2328335686323535 — ———
2360 3533538 * 325— 253 5553 53—52238 55BSS S
3 —A 52* 22 5 2 —A 232z238 3—853533
—558376 53 5535 —5338038,72222 558733858
— —F—— * —— 8 * 58 —
535 58582 28 —H — 2 83 3— 8 2 7
2 —58832322 522 S —A 8 2558 2333258 1/1*22
2555235533 5353285 — J5 58 —3333— 55325838 3
53325358 2z25 35—5——2——2352382575 3553;5 3232325
5222535 23 —55 63355—73383688838 5335535355383
52328535 3 535 3 .28 5 088 — 2
582 — 7128 e 8 2 23—322 28 25 32 * — — —525 8533
— 328553 28— *3 72 53 532 3 5584ꝰ
E *232 2 25838 — 323 52 25* — ———— 32538 — — ——
2—5552 328388* — 1353222 —5* 252 553858 22 528 7
555—52 25 — 83 2258255 * 565 38332* —5—52 525 4
5335 —3852 25335333*
8 8 3 * 52532
—A 525235 22 85358 253 52223535353 7 * *
— *8 55227 22 sI82322522 35 — —2222 8 3238 * 8 S 8*
—A J —A— 5552 2EES225233 2
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36322535 3 3 533
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53332533 ———— 5558 5 52833 52* 28083 „8.

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53332358 7555335535 s 2822 553 25358 383233333338
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—238338 —5808 — 285323385* —A —s25285 222 584 528
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— 7.2 —— — 2 89 2225 83 53255 — — 8 55

38 25372 55 5—22 27 * 2355232557 —A ——

* 2 22 * — 6 * 8 2 36 —— 4
253583333 ———5— — 5 —258 ——— *33855 2 325 5 —2

—— — 28 8 2 33 — —— *88
5 252 —* —25278 24 555 5232 115 5 — 8
5388* 3z3853 51323— 88 —A A — S S
—— — ag 55 3 83
2 285 329 — — 2 28 — Z
43232285350 33253353 —5
2 —2—2535 **

33552333585
50 35
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— 2 2 23 2 2* * —8—
5 4222—* z355335 55 55388 32 6
557 22538 5535555 533 25 3— 22—
— 55 55328 2587—733 33 —53 —*— sz 535585
— *82 2 —A —F — 5 5225 —
— N2 15 z35538 25 53 5 —A —F—
58 — —5258* 5222 7 25* 5**8
2 2 2 — 2 538 8 —W
2 * * 8 — —B 2 &amp; 5 *
——— 2373555 755553 — 726 3 33528
zæ5383 5555 333225 3353832. A J33 3832257
2 5 — * * 2 — 3
—— 2 2 * * 22 8 522 8 223
5383 258 5 383335 2358535 538 65325 53353358
58 ——— 2* 55553 * 8 — —X 3 2
25 0 — 8 — — 225723232 215 * S 232
* 2 2 —⸗ —2 — — 2
“—2 228 u 2 555 * * 8
557 337 5332 233535—15335338* 363
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55. 620532533 22323 52 25—523238255 —S—82 2
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5383— 33333333—3233 —A 35 23 —782
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55 s533 2353 3*82 385282933
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— —— 33 * 2323383 287 — *2* 358
—22 2 — 3 3285323533 5233 52238
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———— 558 533 283553358 58
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335 8 34 2533335 3273323
37 8 53* 2 33883 5353237
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlich) mit dem Hrupltblatte verbundene Unterhaltungsblati, Sonntags mit illustrirter Wei⸗

Llage) erscheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donuerstag, Saüanstazg und Sonntag, Der Abonmnementsvreis betragt vierteljahrlich

1 Mark 40 R⸗Pfg. Anzeigen werden mit 20 Pfg., von Aasvarts mit 15 Pfyfur die vierzejpaltene Zeile Blattichrift oder deren Raum, Reciamen
mit 30 Pfg.pro Zoile berechnet.

äαα

M 84.

Donnerstag. den 830. Mai 1878.

Deutsches Reich.

Minnchen. Usber die Frage: „Haben sich die Wanderlager
seit der Herrschaft der deuischen Gewerbeordnung vermehrt, und
wenn ja, in welchem Umfang? äußert sich die dem Reichstag vor⸗
zelegte Denlschrift bezüglich Bayerns also: „Die Wanderlager
haben dier unter der Herrschaft der neuen Gesetzgebung erhebiich
zugenommen. Während z. B. beim Stadtmagistrat von Erlangen
in den Jahren 1868 bis 1872 nur acht Gesuche um Bewilligung
ur Abhaliung von Wanderlagern einliefen, fanden sich in dieser
Stadt im Jahre 1876 allein 5 Wanderlager ein. Welche Wir⸗
kungen das Wegfalten der überhaupt dem Gewerbebetrisb im Um⸗
jerziehen, nicht allein dem Betriebe der Wanderlager, in Bayern
rüher gesetzten Schranken hatte, zeigen unter Auderem die Ein—
rahmen für Legitimationsscheme. Dieselben sind beispielsweise im
Regierungsbezirk der Pfalz in den Jahren 1868 bis 1876 in den
iolgenden, für die einzelnen Jahre angegebenen Sätzen gestiegen:
)0, 484, 726, 950, 1058, 8607, 8441, 10 3687 11812 Mm.
Die Steigerung von 1258 auf 8607 M. bezeichnet den Uebergang
ju der neuen Gewerbegesetzgebung.“

Berlin. Der „Reichsanzeiger“ weröͤffentlicht das Gesetz
über die Zuwiderhandlungen gegen die zur Adwehr der Rinderpest
erlass: nen Vieheinfuhr · Verbote. Die Strafe ist auf 1 Monat bis
ju 2 Jahre Gefängniß festgesetzt; sie steigt auf 6 Monate Ge—
fängniß bis zu 5 Jahre Zuchthaus, wenn der Zuwiderhandelnde
üch oder einem Andern einen Vortheit verschaffen oder einem
Andern einen Naqctheil zusüügen wollie fchrlussiger Zuwiderhandin
wird mit Geldbuße bis zu 600 Mi. oder Gefängniß bis zu 8
Monate geabhndet. Die angedrohten Strafen erhöhen sich nochh be⸗
deutend (bis zu 10. Jahre Zuchthaus), wenn in Folge der Zuwider⸗
handlungen Vieh von der Seuche ergriffen wurde.

Berlin, 25. Mai. Die „Volks⸗Zeitung“ will— wissen, daß
der Justizmin'ster und der Minisier des Innern unter Bezugnahme
nuf die in diesen beiden Tagen im Reichstage stattgehabten Ver—
handlungen durch Generalverfügung die Staatsanwälte, die Ver
valtungsbehörden und die Organe der Polizei anweisen werden,
uit äußerster Strenge gegen d'e Ausschreitungen der Socialdemo—
kraten, sei es auf dem Gebiete der Presse oder des Vereins und
Versammlungsrechts ungesäumt und energisch einzuschreiten. In
Anbetracht der bevorstehenden Maßregeln ist vom Vorstand der
socialdemokratischen Partei, wie wir höten, der Beschluß gefaßt

worden, den Socialistencongreß in diesem Jahre nicht statifinden
zu lassen. Ferner wird im preußischen Minisserium des Innern
unverzüglich, der Aufforderung des Abg. d. Bennigsen gemäß, an
die Ausarbeitung eines Reichsvereins⸗ und Versammlungsgesetzes
egangen werden.

Berlin, 26. Mai. Der Cultus-Minister Fallk tritt XX
einen vierzehntägigen Urlaub an und reist nach Hannoder. (Fr. J.)

Berlin, 27. Mai. Das vereinzelt an der Boͤrse ver⸗
breitete Gericht von einem Altental auf den gegenwärtig in England
veilenden deutschen Kronprinzen ist ohne jeden Anhalt; von compe—
tenter Stelle liegt keine derartige Nachricht vor.

Ausland.

Wien, 27. Mai. Die officsöse „Wiener Abendpost“ schreibl:
Die Meldung des „Journals des Debals“ daß die Conferenz als
zesichert zu betrachten und bereits fotmelle Einladungen zur Be⸗
schickung derselben ergangen seien, wird heute von mehtreren Seilen
vestätigt. Wie es scheint, ist das Datum des 11. Juni für den
Zusammentritt des Congresses in Berlin in Aussicht genommen.

Wien, 27. Mai. Die „Presse“ meldel: Andrassh be⸗
ziebt sich am 8. Juni nach Berlin zu den am 11. Juni begin⸗
ienden Congreß.

— Nur bis zum 81 d. M. werden die allen Ve Thalerstũcke
bei den kgl. Steuerkassen angenommen.
F In Gernsheim hat am 28. Mai ein schreclicher Brand
gewüthet dem ca. 830 Gebaulichteiten zum Opfer fielen.
dAus Zweibrücken erhält die „Suͤrd. Post“ die Mii⸗
theilung, daß in Folge Beschluffes des dortigen Reserde⸗Offiziercorps
ein Reserveoffizier entlassen wurde — und zwar aus dem unge⸗
deu⸗rlichen Grunde, weil er in einem Geschäfte thätig sei, dessen
Inhaber Temokraten sind. — Die Nachricht scheint wohl noch der
Bestätigung zu bedürfen.
f*Germersheim, 28. Mai. Der Rhein steigt von
Tag zu Tag. Nach eingegangenen Nachrichten aus der Schwei
sind von dort aus in nächsier Zeit noch beträchtliche Wassermassen
zu erwarten und ist dadurch die Gesahr einer Ueberschwemmung
leider wieder sehr nah gerückl.

pKarlsruhe, 27. Mai. Heute früh sieben Uhr öffnete

ꝛine junge Dame, Zoͤgling des in dem Hause Langestraße Nr. 241
hefindlichen Töchterpenfionats, im dritlen Stocke Fenster und Laden
hres Zimmers, bekam dabei das Uebergewicht, überschlug sich, blieb
tinen Augenblick an einem Fenster hängen und slürzte daun mit
jurchtbarer Gewalt die bedeutende Höhe auf das Straßenpflaster
herab. Die Unglückliche, einzige Tochter einer angesehenen Familie
in der Pfalz, war fast augenblicklich eine Leiche. Der traurige
Borgang erregt hier allgemeine Theilnahme. (B. L3...

Weinheim, an der Bergstraße, 26. Maĩ. Gestern
agte hier die 11. Wanderversammlung rheinbayerischer, badischer
und hessischer Volksschullehrer. Auf der Tagesordnung stand u. A.
der Vortrag des Direktors Hawercamp aus Ludwioshafen über
„Die Schule eine Staatsaustalt“. Der Redner sprach fich für
oine Staatsschulen aus; er wünscht die interconfessionelle einheitliche
eutsche Nationalschule, deren Leitung, Aufsicht und Einrichtung der
Staat desorge; die Unterhaltung der Shule und die Bezahlung
er Lehrer solle vom Staate übernommen werden, welcher seiner⸗
eits die Kosten durch eine allgemeine Schulsteuer zu decken habe.
kr verlangt, daß der Lehrer ein von der Gemeinde unabhaängiger
Staatsdiener sei. Da der Redner gleich bei Beginn seines Woͤr—
rags erkläͤrte, daß er nur beabsichtige, seine Idee von der Staats⸗
chule zur Kenntyiß der Versammlung zu bringen, so gelangten die
von ihm aufgestellten Sätze nicht zur Abstimmung.

F Aus dem Reichsland, 23. Mai. (Pf. Ztg.) Gestern
jand in Forbach die sregelmäßige Lehrer⸗Conferenz deẽ Conferenz⸗
bezirks Forbach⸗St. Avold pro 1878 statt. Bei dieser Gelegenheit
purde auf Veranlassung des karserl. Kreisschulinspektors, Hertn
Janton in Forbach, von sämmtlichen Conferenz⸗Mitgliedern eine
Adresse an Se. Majestät den Kaiser gesandt, worin dem tiefsten
Bedauern über das frevelhafte Unternehmen gegen das Leben Sr.
Najestät, sowie der Freude über das durch Goltes allweise Fuͤrsorge
‚um Heile der ganzen deutschen Nation zugelassene Veißlingen herz⸗
lichster Ausdruck gegehen wurde.

New-Yort, 26. Mai. Ein Tornado (Wirbelsturm)
richlete in Wiscensin großen Schaden an Eigenthum und Saaten
in. Es heißt, viele Personen sesen getödtet und verletzt.
—r artlich:
— ——————— —— — —— —u
Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blaite stehende Annonce ver
derren Kaufmann und Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
Es handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗ Ge⸗
vinnen ausgesiatleten Verloosung daß sich auch in vnserer Gegend eine sehr
ebhafte Betheiligung voraussezen laßt. Dieses Unternehmen verdient das
volle Vertrauen, indem die besien Staatsgarantien sseboten sind und auch
vorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
zahlveicher Seminne alli⸗ita hetannt ist.

α
Rermischtes.
fSt. Ingbert, 29. Mai. Des Christi⸗ Hiumelfahrt⸗
sestes wegen wird der Zweibrücker Fruchtmarkt an Freitag den 31.
d. M. abgehalten.

XXEX
st die in der heutigen Nammer unserer Zeitung sich befindende Glücka-
Anzeigo von Samuei Heckscher sem. in Hamburg. Dieses Haus hat zieh
lureh seine prompte und verschwiegeno Auszahlüung der hier und in der
Imgegoend gewonnenen Betrãge einen dermassen guten Ruf erworbon,
lass wir Jeden aut descon houtiges Inserat schon. an diesor Btelis auf
nerksam machen.
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        — —
êöä—
Todæes-⸗Anzeια-
Freunden, Beklannten und Verwandten hiemit die
schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen ge⸗
fallen hat unsere innigst geliebte Mutiter, Schwester und
Tante

Magdalena Steinfeld, geb. Schmelzer,
m Alter von 89 Jahren heute Nacht zu sich in das bessere
Jenseits abzurufen.
Um sulles Beileid bitten
Si. Insgbert, 29. Mai 1878.-
Im Namen der Hinterbliebenen der tieftr. Sohn
Friedrich Steinfeld.
Die Beerdigung findet Freitag Morgen um 23 10
Ubr statt.
—L

—F

GeschäftsEmpfehlung.
Unterzeichneter empfiehlt sich hiermit einem
erehrlichen hiesigen, sowie auswärtigen Pub—
ifum als
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um Anferligen von Grabsteinen, sowie aller
nderen in dies Fach einschlagenden —X
rente Arbeit bei billigen Preisen wird
zugesichert. Achtunasvoll
2 IBMι.

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758

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inne zur sicheren Entecheidung kommen, darunter befinden sich
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dewinn 096 Gewinn a 2,000
Gewinn a M. 125,000 23 Gewinne a F. 10., 000
Gewinn a M. 80,000 Gewinne aà D. 3000
Jewinn a M. 80,000 2) Gewinne à . 3000
Finn àM. V,000 74 Gewinne a . 1000
Gewinn a 75 000 200 Gewinne a I 2400
Gewinn a 000 412 Gewinne a 1200
Gewinne a .00 621 Gewinne a M. 800

Gewinne a O00 700 Gewinne a ID. 230

5 Gewinne a J 3000 28, 015 Gewinneo 2 M. 138

G vinue x M. 18.000 ete. ete.

Die nuchste erste Gum-Ziehung dieser grossen vom Staat
rarantirten Geld-Verloosang ist amtlieh jestgestelit und findet

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und Kostet hierzu

ganzes Original-Loos nur Mark 6
nalbes .3
viortel * 1/2

Me Auftrũge worden sosort gegen Pinsendung, Posteinzahlung
Ader Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgfalt ausgeführ
t Jedermann von uns die mit qdem Staatswappen verschenei
Original · Loose selbet in Händen.

hen Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gra
tis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenter
maufgefordert amtliche Listen.

Fie Auszahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
qarantie und kann dureh directe Zusendungen oder auf Verlangen der
νNten aurch unsere Verbindungen an allen grösseren Platzen
ectxchlands veranlasst werden.

iα Collecte war stets vom Glücke begũnstigt und hatto sich
Uesesbe unter vielen anderen pedeutenden Gewinnen oftmals der
rcten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreffenden Interessenten
reet ausberahlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der 20lidesten
,Qas is gegrũundeten Unternehmen uberail auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit hectinemtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon
,anen Zienunq“ hulber alle Aufträge bauldiqat direct ⁊
iechten an

Kquufmunn &amp;æ Simon,

Bank-und weéehsel-Geschaft in Hamburg

Fin- und Verkauf aller Arten Staataobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. 8. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenlete Vertrauen
id nem vir bei Beginn der neven Verloosung zur Betheili-
gung einladen, gerden wir uns auch fernerhin bestreben, dureb
tets prompts und rcelle Bedienung die volle Zufriedenhei
Anseret geenrten Interesgenten zu erlaugen. D 0.

Donnerdtag Nachmittag vor
J 3 Uhr ab
Harmoniemusik
der Krieger⸗Vereins⸗Capellt
in Eberhardt's Garten, bei
ungünstiger Witterung im Sälchen.
Entrs 20 Pf. Für Krieger⸗
vereinsmitglieder frei.

I Morgen
Acker mit blauem Klee
m Roth, eine Wiese im Al⸗
nent, ein kleines Wieschen
hinter dem Hause hat zu ver—⸗
pachten

Michael Haas, Bäcker.
*
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Unterzeichneter hat seinen festen
Wohnsitz in Zweibrücken u.
empfiehlt sich im Einsetzen künst⸗
licher Zähne, ganzer Geb sse
Okturatoren, künstliche Gaumen)
Plombiren, Behandlung aller

Zahnschmerzen ꝛ⁊c.

J. Klaus,
früher mehrjähriger Assistent von
dem berühmten Zahnarzt Seiler

in Offenburg.
Wohnung : rsberisch's Haus
Lindenstraße Nr. 2.
uan Täglich zu sprechen.
Allgemeine Wechsel
per Si. 3 Pf., 265 St. bO Pf.,
sind zu haben in der
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F. X. Demetz.

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sucht bis 1. October irgend⸗
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Jupi d. J.
beginnt mit der J. Ziehung
die vom Staate genehmigte
und garantirte

Hamiburçger Stadt-
Lotterio.
Dieselbe besteht aus 1,000
Loosen und 49,600 Ge⸗
winnen, wovon Haͤupttreffer

eventuell
375,000, 250,000,
125,000, 80,000,
160,000, 30 000, 1 2
AO, O—00, 12 36,000,
3230,000, 1à 25,000,
54 20,000, 8 à 15,000
12 12,000, 23 à 10,000
4à Sooo, 2 à 6000,
31 à 5000, 74 à Aooo
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gegen Einsendung des Be⸗
traͤges oder per Postvorschuß.
gZpieler erhalten, die Ge-
vinniste gratis!
Zdich. Bagflius,
vom Staate an⸗
gestellter Haupt⸗Collecteur
im Rennnsehweig.
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LAanupt-Gewi Die Gewinne

p nn garantirt der Staab.

ev. Erste Ziehung:
S755000 M- 2. 8 B8. Lun.
* — — .. —

Eimiadung zur Betheiliguug an die
Gewinn Ohano n
der vom Stante Hamburg gnrantirten grossen
Geid. oerie, in welcher Aber
8 Monen 600,000 Mark
sicher gewonnen werden milssen.

Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld · Lotterie,
welehe plangemüss nur 91, 000 Loose enthalt, gind folgende: nümlich
Geviün ed. 875, 000 Mark, speciel M.M 250000, 125,000, 80.,000,
⏑ —Be —
0 Oο ———6⏑—
J—— IIso 10000 37 wal
Isoõc cooo uad 2000, 76 TTsO00 206 mal 2400,
Voõ Ind 16060. 412 —F 300 J —A
TA 684 c 220 87, 80
A scommen solche Femicen Ion.ten - Ab-
mnugen ur icheren Pntscheidung.

Di erste Gewinnziehung ist amtlich auf den

12. und 13. Juni d. J.
festgestellt und kostet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

dans dabe Originallioss nur 3 Reichsmark,

ãas viertel Originalloos nur 2l/⸗ Reichsmark,
and werden diess vom Stante —XA
Looxe (xkeine verbotenen pPromessen) gegen frankirte BRin-
gendung des Betrages oder gegen FPOStVOrBhuman
gelbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis bnd naeh stattgehabter Ziehung sofort die amtlieho Ziehnngsliste
maufgefordert zugesandt.

——— der Gevinngelder
arfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter atrengeter
Verschwiegenheit.

— Jede Bestellung kann man einfaeh auf eine PontSin-
ZAungelkre machen.
AMan vende sieh daher mit deon XXVXXX
certrauensvoll an
Famuel fleesseher sendc.,
Banquier und Wechsel · Comptoir in Hamburg.

Jüngst am 3. April dieses Jahres hatten wieder mebrere weiner

nteressenten das Gluck
den grössten LRUauptaæe ve fnam
bei mir WuLrewinnen., D. O.
— — — 77cc
kAen Ar au von F. X. Temes in St Inabert.
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        —2222
2522 92 — 32—3532233
* 725s3 5 533328 — 33 253 52
22 — ——— ——3—7*883
8252224238 — * —— — — —* *8* — * 5582
2257 2855. 33—258 — —6827 568 3385833
28 — ——— —— — 3*7 — 212 —
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3*52 5—21 8 3558352273 * 2235255* 22 — —835223832
2—5525 5523 3 532235 325 383355—3 2532386.
22 5—883236 238 385378332 58 53 55338 33 2332 58*38
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—555835&amp; O —5333353—8 55* — —5238 32 —2m 322 —3
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3332233555 e e
— —A— —82 — 8 — * 8
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2337 5ñ28 3525 — 2 * 222383324 —,235 2 28 88—
2 — 2 2 — — 8 — — — ——————— . * 5 2888*
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5 —— —2 —324 . 555 —7 — — 2 — 3*2 8 8* — — 2 *
8 * 2 8 — ——
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533233 33555335 Jo 7 37 — —
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285 5233—55 5364 —358333—5565 s 53583— —3E55—
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33*3533837 2355 383358 88 22533537 z355*383353
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—5 — 8 533 228— — 2 3 — * 8 * 2 3
23 333348 2553 333843855 553338 323553533
5253558 735238 63833 52—2553 553* —525262
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5 2353532388 553 2 7572255335 z255 5— —— 5202552
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5 —7533533333833 ——8⏑ — 2555758 5335 —5388 48
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8 238333 —225
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—— 253333833328
27 —33 —5*558325585323 53 535235282 55
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* —85 —— * 232 2 23 55352387 223 5 25 3 —A
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— 53233 —55 5323325 333333 *52333 5535355
228 2 J —5 9 3 223
1358 E5 3255353 233328533834237* z33 23335
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2. 27 2 .2 2* —— 22 — 85 ——— 2 2 257
5 —— 553 525357 — 553835 25532355
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55 33 55558 253335 555322832 —— 5333233 *635328
527 5525 *5553 —J— 525335* ———
3538 63338 35 5*52535238
52823 22235 —— 58 235285 — ——— 9
32.33358 3 3 333833— —388
—A 2* 583353833537388253538 53338233 232522
5572 52 83 2852 — —8 58 58 5 22 — —— * *
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—85 2537353558 — 553553—328 853333
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55252 53253 — 3 52320 5222258* —35333357 2
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—A — 223 52 232328 —— —— 3222 *
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2355 2226

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525575 5872 285 68 322 5 232* c23c.2 257, 2*
—*3 2*8325288 252 225358335 s. IS 5 235
28232 55* s 25 3 — * 2528 eq22. — c 25 385 459
22223 —2933232532 32375 3583—2833 5*322323
2.3 75 82 2722 2.2.3 23 5222 —3 2 3385** 52537 u —8
de 333323 —3763256833 *5222 7.522 25 6* 5 232 3
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A * z—238 8238 5 735* 385 255 73758 235335 —
123333333558338 3*3833 938357358* 25335 33 2553
—*
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84643335233 z258 553553332385 525 —583
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3J 2 3 7
2 325 *75 5353. 33 25* 253 22853. 282. 33
3333338229 T3. 2 — s»55 3835 383 7588
— *2 337 8 — —8 — r2 *3 2 8 22 2
— —— — — —A 8 8 — 323 * — 2*
5383338338323533—— 2305 7533 3 —
8 2.2 23828 2358 5*52 S S *
— 552383355353358 —— — 258 —
5255— 5353232332333

*— 535337
* 5. *7
2* 5588368
—A 22 2 85

* 3228 28
23 232 3236
2 25 22
—— 25 6583
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1 * * —2
23 — 228.

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* ——*8
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1X 32
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— ,2 772
2323* 55528 23
325 55—25235 88
38352538 E
2 2. —
253 538 52322 52303
23 5 33 5153522 —A
* 2342— 252 —32 8
58 5 22 2535*2 3 5* 8
—2582825 5.22 7842 2 53
—22 522 2327 S * 2 72 25
7 —— 2 — 23 327
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— * — &amp;4 2* —2 *
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—3323 3 37 —533333222 * 32
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* —353533335323855 2 253 z7
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—— 85952* ——413
5 *23323— — — * J — *22
2 — S —X — X 2 22*
838 73 52533. 3333 — 2 7
s3 333— »555555 335
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—2*22 53288 — —2
5. —225223. —35 332323257 32
5533 53235 — 2 *2 —* —*8 53
5235 832.5535 5535* ——
— 5 — * 22 23*2 —— —2
283 — 5 *2
— 252.2325 3 7 *
3333 3
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S — — —
335— 33—3—585 7*
—A 2—33 835 88
33 25352275
533—5332355 —8 23255333 225
25 — — *2 — — —— 2* 2
* * 2 32 nnn S 8B 23 — ⸗·
228383533233 33 —— 25525 23523
55 — 12 27 22 2 32 —X * *
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—2822 232 3233*—83c—8838 A
*333373 223352535 553323333328
353385 2728872 — 2
—A 2323 9692 52535553932235— 2*
25835 22 53353 55322.57*
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52— — 23.3 2. 23— 5333
— * 52235253225 33 3 2 —
2225 52353233 2z233 * ——
25585 533333383 25 235833
— 25 23, 5432 538 — ———
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3 —2 5 . 232 23*
— 255* 38833553333833 2753
88 322353822* ãñ
— 2535228 253333
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27 28357 5 3232233
— —J5— I 5s358 5383
— 3 25833 8
— S 2 A S 8 3
* 3222 9 257 2 —A
3 — A 778 225 22 3 —
38 —— 5252338
24232 e
——— * 2533 77 25382 23523
—281 * —F — 3—
2323 —— ——
133223 555 5
2338 3258323 —A — 5532
52 — 5333 — 2825
8 2383 2 332 ——— 33358537
225 523 22 5337 5 2353 3 T 2
272 — 2522 Sæ ——— —A * s*3853
233 — *3288 223 53* ——— 23855 *33
* *833853 5s5258 ñ 75 I523 28353 —A— 5*
52 15328 333 z33353 55
—— —2582333 ů —— 2232 —— 72558
13333 I 55 522 23 52 3 3 5337558
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52272 * * 2237 — —— 27
152 1333333 S2 3 — — 2252.5 —73 2535
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        St. Ingberfer Anzeiger.

S— ——
Der St. Ingberter Anzeiger und das (S mal wöhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalz Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

4Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pfqa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reeclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
A 85. Samstag, den 1. Juni 1878.

30. Mai. (Gemeinnütziges.) Wenn das viele Geld nehmen, das der geplante Straßenbau kostet?
ein Sa eegee— wenn * soll —* Stadium Unsete Gemeinde und unser Distrikt ist arm, Rom ist auch nicht
der Concurrenz mit anderen, mehr enwwickelten Gemeinden, so an einem Tage gebaut worden und Alles will seine Zeit haben.
müssen die Männer, welche durch das Vertrauen ihrer Mitbürger Bevor wir diesea Einwand Lerüchichtigen, sei es uns gestattet
an die Spitze dieses Gemeinwesens gestellt worden sind. ihr Haupte zu bemerken, daß wir der seit einigen Jahren eingetissenen Aus⸗
augenmerk auf diejenigen Verhaltnisse riddten, welche die angestrebte gabesucht für Durchführung von baulichen Anlagen das Wort nicht
Hebung ihres Bezirkes bedingen und müssen es als irre vorzüglichste xeden wollen. Wir anerlennen das Princip der Sparsamkeit, so⸗
Aufgabe betrachten, diese Bedingungen zu erfüllen, wenn auch schwer vweit es sich um nicht durchaus nothwendige Ausgaben handelt.
zu bewältigende Hindernisse ihnen dabei in den Weg treten. Die Ausgabe aber, für die wir hier eine Lanze einlegen, ist, weil

Daß unsere gegenwärtige Gemeindeverwoltung diese ihre Aufe aus emem allgemein gefühlten Bedürfnißß hervorgehend, nolhwendig;
zabe richtig erfaßt hat, daß sie sich schon manche Verdienste um sie ist, weil auf die Erzielung von Vortheilen, welche der All⸗
das Gemeindemohl erwoxben hat, dürfte wohl nur Kurzsichtigleit Femeintheit zu gute kommen jollen, berechnet, rein speculativer Natur.
oder blinder Parteieifer in Abrede stellen. Die Reihe von jegens: Das Captal, das angelegt werden soll, wird uns und unferen
reichen Schopfungen, welche aus der Thätigkeitsperiode der jehigen Lachkommen reichliche Zinsen bringen. Eine am unrechten Ort
Stadwertretung stammen, zeugen mehr als Worte vermögen, von und zur unrechten Zeit angewendete Sbarsamkeit kann noch ver⸗—
der Wahrheit unserer Behauptung. derblicher wirken, als ein Uebermaß von Liberalität, sie ist oft der

Wenn nun in den vorliegenden Zeilen der Versuch gemacht — R die Höhe gewerblicher und commer⸗
werden soll, auf Verhältnisse hinzuw⸗isen, deren rasche und energische W
—28 das tn it Stadt und des ganzen Distrektes wir n n — ere e —— 9—
unabweisbar erheischt, so möchten wir uns von vorneherein gegen rtt —— dae —B ei 8 ach
die Unterstellung verwahren, als wollten wir unbefugter Wesse in — 43 * e hani — e
die Competenzen unserer Gemeindevertretung uns eindrängen. Wir 363 — uttweiler
sind weit davon entfernt und wissen genau die Grenzen zu ziehen, db en Vin nnne n ee —
mnerhalb deren wir berechtigt sind, uns zu dewegen. Liebe zu ———— —8 ind *8* errain⸗
unferer Stadt, Interesse au der Wohlfahrt unserer Mitbürger, das —— —„ *3 z, F F endthigte
aus solchem Interesse hervorgehende Bestteben, in ruhiger und ob⸗ ———— e 8* e uch stehen
jettiver Weise einen Fingerzeig zu bieten zur Erreichung von nahe⸗ — ———— di de eine Zeit ge⸗
liegenden unschätzbaären Vortheilen, das sind die Fattoren, die uns F * irung gemachten Vorschläge zu bewerl⸗
die Feder in die Hand gedrückt haben. Toch nun zur Sache! elligen. Endlich kommt noch der günstige Umstand dazu, daß die

An der West- und Nordwesigrenze unserer Gemarkung, teine Hrenzen der — asute in Derehe in geringer Ent⸗
zwei Stunden von St. Ingbert entfernt, wohnen auf einem geringen rnegee * Vr ert A in dn. od aß J— zu bauenden
Flächenraume ca. 20,000 Menschen, mit denen der Verkehr unsrer⸗ he— e e y ge p n 8 d ulzbach sei.e
sets zum Theil erschwert, zum Theil fast völlig unmoͤglich gemacht wiliig * rt hat, au birer enmarkung eine fahrbare
ist, weil enwweder gar keine oder doch ur sehr noihdünftige Ver⸗ e dee ß den * Iner fich verpflichtet, dieselbe
bindungswege vorhanden sind. Es drängt sich da einem unwill⸗ — uil * daß er oe s eine sahrbare Straße hier
uͤrlich die Frage auf: Kann das möglich sein ? Kann das in derz vug Wele ene u si,, bieet die ger
riner Industriegegend möguch sein, in s Zeit, we rostlose —E h —* — F aen
—A fernungen ah hilli * 3

zu vermindern, hemmende Schranken zu beseitigen, neue Wege zu 588— n r —g guns n Zurüdzahlungs⸗
eröffnen und neue Verbindungen anzuknüpfen, ein charalierissisches bungen Capitalien von beliebiger Höhe emeinden zur Ver⸗
— betleinne Ja, so hier in Flage sleh uden puns oen Fiutter nur an das Pracedenz von Zwei⸗
Ortschaften Duttweiler, Sulzbach ꝛc. sind, was commeicielle Ver— 7 3 Doch in den Puntte wollen
bindungen betrifft, noch mehr als Meilen wert von uns entfernt. de en c e 9 zu — a unsere Absicht nur
Wir können, ohne den Vorwurf der Uebertreibung zu riskiren, getrost den 8 z — v — er Frag einige unregung zu
die Behauptung aufstellen, daß in der ganzen Pfalz kein Distriit feben und vielleich “ — von St. Insberi zu ermuntern,
mehr in einer ahnlichen ungünstigen Lage sich befindet. Und doch n, einer geeigneten Vorstellung bei der Distritie verwaulung die —X
detlangt das Bcdürfneß dringend eine Aenderung. Wer die Ver— Wnen der erewetaenn, zu unterstützen. Alles Uebrige
hälinisse unseres Distriktes zu beurtheilen das Verfländniß hau, berlassen wir gerne 87 Mannern, in deren dänden die Leitung
wird dieses Bedürfniß constatiren müssen. So diel uns dekaunt ist, »er — und Distritigangelegendeit ruht, indem wir dabei
Vat auch die hiesige Gemeind vertretung, unsere oben ausgesprochen⸗ pr J ee getragen werden, daß sie nach der Frincipiellen
Bbaup ung insobder Weise tethtsettigend, die Nochwendigeit nesohridung der Frage cuch die geeignelen Minel und wen hben
ziuer besseren Verbindung mit den genannten Orischaften in aner berden, das Uniernehmen zum Wohle des Gemeinwesn durch·
Eingabe an die Distriktsverwaltung dargelegt und ur die Hersiellung Ufübren.

von Straßen petitiopirt. Gesetzt aber auch, daß das Bedürfniß

unsererseits sich weniger stark, als es thatsächlich der Fall ist, geltend

machen wücrde, wäre es denn nigt ein All berechnender Klugheit,

dem jensenigen Verkehr, der sich bis jetzt ausschließlich nach Saar⸗

drücken wendet, Gelegenheit zu geben, seine Richtung auch hierher

zu nehmen ? Und das würde geschhen, ohne Bedenen sagen wir

es, wenn die Verbindung dutch Straͤßen hergestellt wäre. Stehen

ja doch die Preise fast allet Verkaufsartilel in St. Ingbert nied—

riger als in Saarbrücken, eine Thatsache, an deren Richtigkeit wohl

tein Zweifel auflommen dürfte. Welch' unberechenbare Vortheiie

würden daraus für unsere Stadt und den ganzen Distrilt sich
egeben!

Aber — so hoͤren wir jetzt schon einwenden — woher denn

Deutsches Reich.

Mänchen, 29. Mai. Dem gestern zu Ehren der Errettung
des deutschen Kaisers aus der Lebensgefahr des 11. Ma abge⸗
haltenen Festkommers der hiesigen k. polytechnijchen Hochschule wohnte
auch Se. Exjellenz der Herr Staatsminister des Aeußern nnd des
i. Hauses v. Pfretzschner bei.

Die bereis gemeldete Aufnahme unseres Reichstagsabgeordneten
des Fehtn. v. Stauffenberg in die Kandidatenliste fuͤr den Ober.
l rgerme sterposten von Berlin wird hier all zemein als dasjenige
zufgefaßt, was sie sicher ist: eine den hochverdienten Parlamen—
arier seitens der öffentlichen Meinung der Reich-haupistadt er—
wiesene Aufmerksamkeit. Man glaubt veder an emen ernstlichen
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        bezuglichen Wahlgedanken noch an eine ebentuelle Annahme jener
Wahl seitens des Genannten, dem die derzeitigen preußischen und
Zeruiner Verhälmisse kaum sonderlich lockend erscheinen dürften.

Bernin, 28. Mai. Die von auswärtigen Blättern gebrachte
Nachricht, die Einladungen zum Kongrefse seien bereits an, die
Rabinete abgegangen, wird hier don unterrichteter Seite als un⸗
degründet bejeichnet. — Die auf den 11. Juni anberaumt gewesene
Abreise des Kaisers nach Ems wurde gutem Vernehmen nach auf⸗
—XE

Ein Extrablatt des „Erzgebirgischen Wochenblattes“ in Chem⸗
nitz vom 26. d. M. besagt: „Die heute Morgen im Chemniß ab⸗
gehaltene Volkzversammlung wuͤrde aufgelöst und der Reichstagsab⸗
geordnete Johann Most verhaflet.“ In Folge dieser Vorgänge
find der Staatsanwalt und die beiden ersten Polizeibeamten in
rinem anorymen Briefe mit Ermordung bedroht worden. Auf die
Entwdeckung dies Briefschreibers sind von der Behörde 100 M. Be⸗
lohnung ausgesetzt. Das Thema, über welches Herr Most der
Tagesordnung gemäß sprach war: „Das Reichsgesundheitsamt und
das Nahrungsmittelgesetz“.
NAusland.

Ein Wiener Brief der Kreuzzeitung präzisirt die Hauptaufgabe
des Kongrefsses dabin, daß ihm eine den europäischen Interessen
entsprechende Revision des Friedens von San Stefano zufallen
werde. Die Revision solle in einer Weise stattfinden, die der
Würde Rußlands nicht zu nuhe trete. Saͤchlich wird es sich,
fahrt der Artikel fort, in der Hauptsache um d'e künftige Gestale
jung Bulgariens und der ehemaligen Vasallenstaaten der Türkei
handeln, womit jedoch andere auf den Orient Bezug nehmende Be⸗
rathungsgegenstände nicht ausgeschlossen wären. Man hat Gruxd
zu vermuthen, daß Rußland einwilligen werde, die Grenzen Bul⸗
gariens viel enger zu ziehen, als es im Vertrage von San Stefano
deschieht. Damit würde nicht nur den speziellen Wünschen Groß⸗
bruianniens und Oesterreichs, sondern auch Griechenlands und der
nicht slavischen Bevölkerung Bulgatiens Genüge geleistet und von
Rußland das Gehassige der Meinung hinweggenommen, daß es
durch den Frieden die Bedingungen einer staatlichen Existenz der
Türiei indirelt beseitigen wolle. Indem Rußland auf die Ideen
verzichtet, von welchen es bei Schaffung eines Neu⸗ Bulgariens im
Sinne des Vertrages von Sau Stefano geleitet war, wird es
auch der Möoglichkeit Vorschub leisten, den Aufstand im Rhodope⸗
Gebirge zu dampfen; denn dieser war vorzüglich durch den Wider⸗
willen det Muhamedaner gegen ein über sie zu verhängendes bul⸗
garisches Regiment hervorgerufen. Für ein auf mäßige Grerzen
reduzirtes Bulgarien wird Rußland nicht mehr jenes JInteresse haben.
wie für das Bulgarien des Friedensvertrages von San Stefano.“

Paris, 29. Mai. Die Prinzen Reuß und Baͤttenberg
werden augenblicklich gerüchtweise als Throntandidaten für einige
Theile des zukünftigen Bulgarien gerannt. Ein russisches oder
russisch beeinflußtes Bulgarien, selbsi in veschränktem Sinne, gilt
für unmöglich, dagegen eine Herstellung mehrerer Kleinstaaten für
wahrscheinlich.

RKom', 28. Mai. Der deutsche Botschafter v. Keudell über⸗
reichte dem König Humbert von Italien die Insignien des dem⸗
selben anläßlich seiner Thronbesteigung von dem Kaiser Wilbelm
herliehenen schwarzen Adlerordens.

Petersburg, 29. Mai. Die „Agenee Russe? bestaͤligt,
indem sie anderweitige Zeimngsangaben widerlegi, daß bis jeßzt die
Zabineie lediglich vertraulich befcagt wurden, ob das ins Auge
gesaßte abet noch niot festgese zie Datum des 11. Juni für den
Zusammentritt deß Kongresses ihnen lonvenire.

— ⏑ —
Vermischtes.

pFrankenthal, 28. Mai. Heute Nacht sind aus dem
Unterfuchungsgefängnisse drei schwere Verbrecher ausgebrochen: Epp⸗
ling aus Frankenttal, welcher türzlich wegen schweren Diebstahls
———— jedoch noch nicht dahin
abgelieferti werden lonnte, weil bas Urtheil noch nicht rechtskräftig
geworden. Blappert aus Hochdorf, welcher wegen Raub, begangen
an dem Seisensieder Müller in Ludwigshafen, und Bechiel von
Weisenheim a. S., welcher wegen verschiedener Diebssaͤhle, u. a.
eines Bettes zum Nachtheil des Gastwirths Heinrich Dilg, in Un⸗
lersuchungshoft sich besanden. Die Ausbrecher wußlen d'ie Schlüssel
ihrer Zelle abzubrechen, was um so auffallender erscheint, als die⸗
selben in verschiedenen Zellen sich befanden, und dann ihren Weg
über die Umfassungsmauer nach der Promenade zu genommen.
Blappert waren feiner Gefähclichkeit wegen Ketten angelegt, deren
et sich jedoch zu entledigen wußte und die er aud zurück lich.
Vereis in oiller Fruhe war der Telegraph nach allen Richtungen
mhaͤtig und auch die Gendarmetie ist tuͤchtig hinter den Flüchtlingen
her; obd es aber gelingen wird, dieselben jezt, wo ein jeder Korn⸗
ader ein willkommenes Versteck bietet, sobald wieder dingfest zu
machen, möchte zu bezweifeln sein. Jedensalls bleibt es unerklär—⸗
sich, wie es möglich war, ohne Instrumente und sonstige Hilfs⸗

mittel die saͤweren und soliden Schlösset und Riegel der massiven
Befangnißthüren zu befe tigen. (Ir. W.)

Frankenthal, 29. Mai. Ueber den gestern bereits
nitgetheüten Ausbruch von drei Gefangenen aus dem hiesigen Ge⸗
anzniß erfat ren wir noch folgendes Nähere: Bechtel, welcher eine
Zelle allein inne hatte, wußte ein zum AufsteLen des Fensters die⸗
nendes Eisen (sogenannte Scheere) loszureißen, mitlelst dessen er
den in der Zelle befindlichen Abtritt demolirte und dann, unter Be⸗
zütung einer kaum sichtbaren kleinen Ritze im Holz, das vorn außen
los mit einem Riegel verschlossene, zum Entleeren des Abtrines
enende Thürchen zu öffnen wußte, durch welches er sich hindutch⸗
wärgte. Einmal im Bange, öffnete er an der Eppling nad Bap⸗
dert deherbergenden Zelle das naͤmliche Thurchen, worauf diese bei⸗
den auf demselben Weg ebenfolls in den Gang gelangten. Es
hlieb nun noch die massive, mit einem starken Schlosse versehene
Hangthür zu bewältigen, was dieselben durch Abschrauben des
Schlosses zu bewerkstelligen suchten. Da sich trotz des Losloͤsens
der Schrauben das Schloß nicht vollständig entfernen ließ, so hoben
se mittelst abgebrochener Stuhlfüße die Thür aus den Angeln und
hefanden sich nun in dem an die Promenade angrenzenden Hof der
Anstalt, von wo aus sie nur noch die allerdings ziemliche hohe
Mauer zu übersteigen hatten, um in das Freie zu gelangen. Der
Fesseln hatte sich Bappert dadurch entledigt, daß er dieselben mittelst
des oben etwaͤhnten Stuhlbeines etwas oval drückte, wodurch es
ihm möglich wurde, die Füße, wenn auch vielleicht mit großer An⸗
trengung herauszuziehen. (SFr. W.)

pMalzaufschlag in der Pfalz. Von dem k.
Finanzministerium, sowie der Generalzolladministtation sind sämmt⸗
iche Verfügungen, welche die Einführung des Malzaufschlaggesetze8
m der Pfalz vom 1. Juli l. Is. an ermoͤglichen, bereits getroffen.
gqᷓs werden 30 —38 Aufschlageinnehmer beziehungsw. Malzaufseher⸗
zosten daselbst errichtet werden, viele dieser Stellen werden mit
echtsrheinischen Aufschlagsbediensteten besezt werden. Die vom 8.
bis 10 Aptil d. Is. dahier abgehaltene AXR
hat mit geringen Ausnahmen udgürstige Resultate ergeben.

pAÄugsburg, 27. Mai. Das weltberühmte Hatel zu den
drei Mohren in Augsburg wurde in heutiger öffentlicher Versteige⸗
rung von dem größten Glaubiget nach der Bayer. Hypotheken⸗ und
Wechselbank, dem Herrn Finanttath 8. A. Riedinger ersteigert,
der 18 in bisheriger Weise forlführen läßl. Somit bleibt das
Unternehmen seinem ursprünglichen Zwed erhalten.

pSchwetzinzgen, 28. Mai. Ein Riesjenspargel im Ge⸗—
wichte von 281 Gramm wurde letzter Tage dahier gestochen. Durch
die noßkalten Nächte ist der zägliche Ertrag im Durchschnitt ge⸗
ringer, der Spargel dagegen um so zarter und schmockdaftet. (B. L. 3.)

p'Aus dem Elsaß, 26. Mai. Verifloffenen Freitag
Nachmittag richtele ein fürchterlichr Sturm in den Gemeinden
ꝛ ftett, Gambsheim und Offendorff a. Rhein großen Schaden an:
—X zusammengerissen.
In Offendorff liezgen mehrere Wohnhäuser armer Lente vollständig
Ferstört. (B. L.Z.)

In Kreuzuach ist in der NRacht vom 22.- 28. Mai
ein Theil der Gräff'schen Tabalfabrik abgebrannt.

p uAm 25. jand in Frankfurt sa. M. die Generalver⸗
jammlung des deuischen Jagdschutz-Vereins unter dem Vorsiße det
Reichstagsab geordu den Fürsten Hohenlohe: Langenburg flatt. Uuj
der Tagesordaung stand als Haupt-Gegenstand ein neuer Siatuten⸗
Entwurs. Die Äenderungen bezwecien haupisächlich, den Landes⸗
dereiuen und Seklionen größere Freiheit zu geben. Der Entwurf
vurde ohne Debatte genehmigt. Danach verfolgt die unter dem
Ramen „Allgemeiner Deui,cher Jagdschuzverein“ mit ihrem Sitß in
Dreseden bestehende und mit den Rechten einer juristischen Person
versehene Genossenschat (mit beschränkier Hafipflicht) den Zwech:

z) gegenseitiger Unterstützung mit Beihilfe der Staals behbrden zur
Purchführung der Gesetze über Jagdpolizei und Wildschonung im
janzen Deutschen Reiche: b) insbesondere dem Unwesen der Wild⸗
Fiebe und Jagdkouttavententen mit allen gesetlichen Mitteln ent⸗
zegenzutreten; e) den Handel mit Wild und Wildpret in nerhalb
zer gesezlich n Schonzeit zu yerh'ndern; d) de Pflichttreue einzelnet
zagdschuzbeamten durch Prämien und Belobungen anzuerlennen:
) Jauf dem Gebiete der Gesetzgebung eine den Aasorderungen
iner guten Jagerei enisprechende Revision der jagdpolizeilichen
Borscriften und Bestimmungen über die Schonzeit des Wildes in
Fen einzelnen Staaien des Deutschen Reiches anzustreden. Dei—
xitisstüühig find diejenigen Personen, die nach den Geseten ihres
dandes zur Lösung einer Jagdkarte, eines Jagdscheines oder zut
usubung der Jagd derechtigt sind. Weggel ssen wurde die Ve⸗
limmung der allen Stamien, wonach jedes Mitglied verpflichtet
var, eine zur Kenntniß kommende Jagdtontravention zut Apzeige
zu bringen. Ein Fünftel der Jahresdeuräge, sowie die Erntins⸗
Jelder, Schenkunzen u. dol. laufen in die Kasse des Vereins, vier
Fünftel der Beiträge kommen den Landes und Sehlionsvorständen
u Gute. Jahresbeitrag und Eintritisgeld sind bit 1. Januat
1381 auf 5 M. festgesetzt. Zur Wahrnehmung der lotalen Inte
        <pb n="309" />
        cessen werden Landesdereine resp. Seltionen gebildet, und zwar in
Preugen 12 (Provinzialvereine) in Bayern 8 (desgl.), in den
ibrigen Bundesstaaten je 1. Sammtliche Bekanntmachungen siud
sn dem Gesellschaftsorgane , Der Waidmann“ zu veröffentlichen.
Rach Erledigung dieses Gegenstand⸗s bam u. A. die Veischieden ⸗
Jeit der Jagdkarkeugesetzgebungen in Deutschland zur Sprache; in
zieser Hinsicht versprach der Präsident, falls sih — wie zu er⸗
warien, da ja jezi Steuerteformen geplant wütrden — ein geeig⸗
geter Moment finde und er sehe, daß die Reichs behörden der
Sache geneigt wären, im Reichstage einen Antrag auf Ausgabe
on Jagdkarten für das ganze deutsche Reich zu stellen, und zwar
würde er im Interesse der Betheiligten selbst den Preis von 20
M. vorschlagen. Die Versammlung erklärte sih hiermit einver⸗
danden. Die nächstjährige Generalversammlung soll zwischen dem
15. Mätz und 15. Aptil in Breslau stattfinden.

x Die Kaisergloke in Köhn wird am 2. Seplember ge⸗
legenlüch der Anwesenbeit des Kaisers, bei Enthüllung des Denkmalt
Friedrich Wilhelms VI., zum ersten Male geltutet werden.

pBerlin, 27. Mai. Der Sgah von Persien tritt
Anfangs nächster Woche mit seinem aus 20 Personen bestehenden
Wefolge von Wien hier ein; er wird hier nur einige Tage ver⸗
weilen, und sich zu einem vierwöchentlichen Aufenthalte nach Paris
»egeben; von dort geht er nach London, Madrid und Lissabon.
Sein Aufenthalt in ECuropa wird 6 Monate dauern.

Berlin. Es wird jetzt ärztlicherseits mehrfach daboi
Jewarnt Kendecwager nicht in der Art von den Wärte⸗
zinnen vorwärts bewegen zu lassen, daß die Kinder rüdwärts
fahren. Diese seit einer Reihe von Jahren eingerissene Unsitte,
podurch die naturgemäße Forderung des Auges, dei Fortbewegung
zen Gegenständen sich zu nähern, unbefriedigt bleibt, wirkt nach⸗
weislich störend auf Entwickelung und Ernähtung des großen Ge⸗
hirns und der Augennerven.

f Ein Papierhaus nach amerikanischer Art wird in
nächster Zeit in Berlin auf dem Platz hinter dem Exerzierhaus in
der Karlsiraße aus Anlaß der im Juli dort stattfindenden Papier⸗
ausstellung errichtet werden. Die Wände dieses Hauses sollen aus
Baupappe ausgeführt, das Dach mit Dachpappe gedeckt werden.
Die Fußböden werden mit Papierteppich, die Wände mit Papier—⸗
tapeten behängt und die Decken mit Papierstuckarbeit versehen. Die
Fenster zieren Papierborhänge, die Wände Papierbunidrucbilder in
Rahmen aus Pappmasse und selbst die Gestelle der Möbeln ge⸗
denit man aus Pappmasse herzustellen. Nun spotte noch einer über
sartenhäufer!

Wahrsagerin — wunderbar. Die erst seit
Zurzem verehelichte Beamtensgattin Adele L... y in Ofen war
rüngst des Vormittags eben damit beschäftigt, ihre Wohnung in
DOrdüuung zu bringen, ols draußen geläutet wurde. Sie öjfnete
und fand vor der Thür eine Zigeunerin, welche sich anbot ihr
wahrsagen zu wollen. Obwohl die Beamtenssrau das Ansuchen
ablehnie, drang die Zigeuneren so lange in sie, bis die Frau auf
deren Bitten eingeng und sie ins Zimmer treten ließ. Unt r ver⸗
schiedenen geheimnißvollen Zeichen weissagte die Zigeunerin der
Beamtensfrau allerlei Schönes und Angenehmes. Aber auch etwas
Unangenehmes prophezeite sie, was der jungen Frau gar nicht in
den Sinn wollte. „Sie werden heute no h mit ihrem Man e Streit
haben,“ hatte nämlich die Zigeunerin gesagt, welche merlwürdiger⸗
weise, als sie fort ging, gar kein Honorar für ihre Mühewallung
angenommen hatte. Als Mittags der Gatte heunlehrte, erzählle
er iht lächelnd, daß er bald die Essenszeit versäumt hätte, da er
seine Uhr zu Hause veigessen habe. Die Uhr? Ja, wo ist denn

die Uhr ? Sie fehlte am Schreibtisch‘e und auch die silberne Kette
nit dem Medaillon. Die konnte nur die „nneigennützige“ Zigeu⸗
ngerin mitgenommen haben. Nun gab's allerdings ein kleines
Donnerwetter... die Zigeunerin hat also Rech?t behallen.

—WBestersburaqe 27, Mai. Die Alieste Frau in Peters⸗

urg ist, wie die „Peib. Gas.“ berichtet, eine im städtischen Armen
ause bei Smolna lebende Greisin von 186 Jahren. Dieselbe iss
schon seit 1814 Pensionärin dieses Ashls und hat sich noch bis
ezt eine verhältnißmäßig große Rüstigkeit bewahrt. Ihr Haupt⸗
zaar hat seine ursptungliche dunkele Farbe noch zum groößten
Theile bewahrt und ist nur stellenweise ergraut. Dazu geht die
Frau ohne Stütze und fremde Beihilfe noch ziemlich rüstig im
zimmer umher. Ihres Standes ist sie eine Bürgerstochter.

In New⸗ Orleans kamen am 26. April 262 deuische
Auswanderer aus Laguahra (Venezuela) an. Der Agent der dor⸗
igen „Deutschen Gesellschat“, Karl Becker, hat über diese Ange⸗
egenheit an eine dortige Zeitung eine Zuschrift gerichtet, welcher
vir Folgendes entuehmen: „Diese Leule wurden vor Monalen von
sewissenlosen Agenten in Ostpreußen und Preußisch: Polen zur Aus⸗
banderung nach Venezuela verleitet und über Rotterdam nach dort
ingesch'sst. In Venezuela angekommoen, fanden die Leute den
„qwipdel bald genug aus; man wies ihnen unfruchtbares, unge⸗
undes Land an und plünderte sie aus, anstatt ihnen zu helfen⸗
Innerhals 16 Monaten raffte das Feber 190 von ihnen hluweg,
ind die anderen legten dann die lezten Mittel zusammen, um jenes
niserable Land zu verlassen. Sie mietheten einen Schooner und
amen nach elftägiger Reise hier an. Ich erhielt heute Morgen
on unseren Prafsidenten, Herrn Rickert, und vom ersten Vicepräst
enten, Herrn Brandner, den Auftrag, sosott nach besten Kräften
ue sie zu sorgen. Mildthätige Leute in der Nähe des franzoösischen
Marktes hatien bereits für den heut' gen Tag Lebensmiltel zur Ge⸗
nüge beigesteuett und für morgen habe ich Folgendes eingekauft
ind an Bord beordert: 100 Pfund Flessch, 2 Faß Kartoffeln,
235 Pfund Ecbsen, 25 Pfund Bohnen, 5 Piund Kaffee, 10 Pfund
Zucker und 200 Laibe VBrod. Die Leute werden bis Montag
Horgen an Bord bleiben, da es mir, ttotz eifrigsten Bemühens,
uicht gelang, ein passendes Local für dieselben zu finden; ich habe
udessen ein solches in Ausficht. Für 20 der Manner habe ich
nuch bereits Arbeit, und die ledigen Frauenzimmer werden als
Dienstmädchen gar bald untergebracht sein.“

x D* m RX

Imũstrrte Frauen⸗ Feitung. Preis mertessahrich M. 80 Pfy
Die neueste Moden⸗Rummer (19) enthält: Promenaden⸗, Haus⸗ und Reise⸗
Inzüge, Staub⸗ und Regenmantel, Fichüs, Sonnenschirme, Taschentücher und
Rorgenhauben. Toiletten ⸗Gegenstãände zur Trauer: Prinzeßkleid, Anzug mit
Tunica und Paletot, Hute. Hauben, Cravaten, Kragen und Manschetien. An⸗
üge für Knaben und Mädchen, einzelne Prinzeßkleider und Blusenschuͤrzen.
luͤdeuische Truhe, Kleiderbürste, Schirme und Stodstander, Rückenkissen, Plaid⸗
kasche.Irische, gehaͤlelte, gestickte und gestrickte Spitzen zur Verzierung von
Somnmerkleidera Vorichen und Kragen⸗Eden in Kreuzstichstickerei, schmale und
reite Durchzugmuster in Tüll, geinüpfte Franzen, auch Spitzen in Filet⸗
huipüre ꝛc. ꝛc mit 83 Abbildungen und einem colorirten Nodenkupfer. —
Die neueste Unterhaltungs⸗NRummer (20) enthaͤlt: Heimathlos. Rovelle
yon Adelheid von Auer. Fortsetzung. — Rubische Frauen. Von Adolf
kbeling. — Aus der Frauenwelt. — Verschiedenes. — Briefmappe. —
zrauen⸗ Gedenktage. — Ferner folgende Illusirationen: Herzog Arthur von
onnaught und Prinzessin Luise Margarethe von Preußen. Von C. Kolb. —
das Euwarhsche Frauen⸗Hotel in RNew⸗Pork. — Wjera Sassulitsch. — Die
Doctorbäuerin“ Amalie Hohenester. — Emma Saurel. — Nubische Frauen.
zon Hans Malart. — Zwei Illustrationen zu Schiller's Wallenstein und
Maria Stuart.

Wir machen hierdurch auf die im heufigen Blatte stehende Annonce der
derren Kaufmann und, Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
7s handelt sich hier um Original ⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗ Ge⸗
innen ausgesiatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
ebhafle Veiheiligung vorausjetze a läßt. Dieses Unternehmen ver ient das
olle Bertrauen, indem die besien Staatsgarantien geboten find und auch
‚orbenanntes Haus durch ein ssets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne alljeits b⸗fannt ift.

IXXXVV
iat die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich besindende Glueksa-
(nreige von Samuel Hecksecher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sich
lureh seine prompte und versehwiegene Auszahlung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben,
las? Sir Jeden auf deasen heutiges Inserat Schon an dieser Stelle auf-
mertsam maehen.

—
Futter⸗Verpachtung.
Zwei Beet Wiesen in Bruch⸗
rech neben den Pfarrwiesen und
ein Stück ewiger Klee bei Robr⸗
zach, St. Ingberter Flur, sind,
für die diesjährige Ernte zu
nerbachten.
M. Frie⸗edrich.

ßesucht⸗
zird ein braves,
eißiges Dienst⸗
idchen, welches
in allen haͤutlichen
Urbeiten dewandert ist.
Die Frpedition saat von wem.

Soeben erschienen:
Erfolgreichste Behandlung der
Schwindsucht
urch einfache, aber bewährte
Rinel üHreis 80 Pio.
Zranke, welche glauben, an dieser
gefährlichen Krankheit zu leiden,
oollen nicht versaäumen, sich obiges
Buch anzuschaffen, es briagt ihnen
Trost und, soweit noch möglich,
—Xä
die zahlreichen darin abgedructen
Dankschreiben beweisen. — Vor⸗
äthig in allen Buchhandlungen
»der gegen Einsendung von 80
fg. auch direkt zu beziehen von
Richter's Rerlaas⸗Anstalt ir

2

— — 2 *5 — —

Neu erschien im Verlage der K. K. Hof⸗ und Verlagsbuchhandlung von
Ad. ,, in Wiebbaden: „Der deutsche Aufsatz für die Bür⸗
ger⸗ Mittel⸗ nud höhere Tochterschulen“. 3 Theile. Preis
3.30 Mark broch. 6,80 Mark geb.

Dieses vorzügliche Weri behandelt seinen Stoff in drei konzenirischen
dreisen, und jeder bildet fur fich ein abgeschlossenes Ganze. .. Was er
der weite Theih) bietet, ist jur das gewöhnliche Leben schon hinreichend. ..
Zahlteiche wohl ausgedachte Aufgaben reihen sich an die Aufsätze an. Wir
vinschen dem Buche allerwärts die freundlichste Aujnahme. Dem vortreff⸗
lachen Inhalt entjspricht eine feine Ausstattung.

Allgemeine Deutsche Lehrerzeituug, Beiblatt Nr. 10

NAarxs¶hie in allen Ruchhandlungen
Wein⸗-Etiquetts,
farbig bis rig
ind zu baben in der Lith. Anstalt 5. —XXX
        <pb n="310" />
        Soeben erschien:
Pariser Weltausstellungswalzer.
Für Klavier componirt von
BOuqIuet-
op. 36. Plegant ausgestattet mit schönem Jitel.
(Ansicht des Weltausstellungspalastes.)
Preis Mark 1.50.

Todes-Anzeαο.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigst
geliebte Frau, Enkelchen, Nichte und Coufine
Karolina Schuster, geborne Dahlem,
nach langen schweren Leiden gestern Nachmittag 4 Uhr
im Allet von 2423 Jahren zu sich in ein besseres Jen⸗
seits abzurufen.
Si. Ingbert und Niederwürzdach, 31. Mai 1878.
Um stilles Beileid bittet
Der tieftrauernde Gatte
Jakob Schꝛtster.
Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 8 Uhr
in Niederwürzbach statt.

*

Das Urtheil eines renommirten Klavierlehrers
ũher dieses neueste Werk des beliebten Tanz-Com-
ponisten Jean Bouqonet lautet:

Die Pariser Weltausstellung in Töne, und
speciell in Walzerform 2u verherrlichen, ist —
war eine heikle Aufgabe, jedoch hat es der
Componist in vorliegendom Walzer verstanden,
dieseibe sehr glücklich zu lösen.

.Nach einer pompôsen Einleitung, welche
die Pröffnungsfeier der Ausstellung malt, ver-
nehmen wir eine reizende Folgo von höchst
schwungvollen, melodischen Walzern, welche
dureh genannte Figenschaften, sowie durch ihroet
pikanten Rythmen nicht verfehlen we den, dio
Tanzlust auf das angenehmste anzuregen. In
einzelnen Theilen führt der Componist ver-
schiedene Nationalitäaten vor und es dürfto nicht
schwer halten, die charakteristischen Pigen-
thümlichkeiten derselben bald heraus zu erkennen. «

Opgleich der Walzer von brillanter Wirkung
ist, so bietet dennoch das sehr handliche und —
geschickte Pianoforte-Arrangement nur mässige
Schwierigkeiten dar.“

Gegen Pinsendung des Betrages in Marken ver- d
seude icl franco. 22

5 mn. a. Rh. &amp;

—D ——

uan viete dem Glüeke die Hand:?

—7

75, 000 R.Mark
Haupt⸗Gevnnn im gunstigsten Falle bietet die Allerneneste
grosse Geld-Verloosung- wolche von der hohen Regierunpꝑ
Zenehmigt und garantirt ist.

hie voriheimafte Finrichtung des peuen Plares ist derart, das:

m Laufe von wenigen Monaten durch 4 Verloosungen 49,600 Ge
Winnue zur sicheren Entscheidung kKommen, darunter —XX
daupttreffer von eventnell R-M. 375, 000 speciell aber
rewinn 200 Gewinn O O O
Fewinn a A. 288,000 Jewinne a U. 2,000
Gewinn af 80,000 Gewinne a MI. 8000
Gewinn a 80,000 ) Zewinne a A. 3000
Gewinn⸗ 79,000 4 Gewinne àa 757 7000
Jewinn J000 200 Gewinne a] 400
ewinn 900 412 Gewinne aà M. 1200
Jewinne a 00 321 Gewimo aà M. 500
Gewinne a 00 700 Gewinne à M. 230

5 Gewinne à d. 0, 000 28, 015 Gewinne à M. 138

3 Gewinne à M. 15,000 ete. ete.

Die huchste erste Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staat-
carantirten Geld-Verloosung ist amtlich lestgestelit und findet

schon am 12. nud 13. Zuni d. J. statt
E&amp;
ganzes Original-Loos nur Mark 6
1halbes F 3
1viertel — 1!/4

Alle Auftrâge werden sofort gegen Pinsendung, Posteinzahluns
oder Nachnahme des Botrages mit der grössten Sorgfalt ausgefuhrt
ã crhalt Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
riginal·Loose selbst in Händen.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Pläne gra
tis beigefügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessenter
unaufgefordert amtlieche Listen.

Gis Auezahlung der Gewinne erfolgt stets prompt unter Staats
Garano und rann uich directe Zusendungen oder autf Verlangen de
Tterenenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätren
Deutschlands veranlasst werden.

Unvere Collecte war stets vom Glücke begũnstigt und hatte sich
dieselbe unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals de—
ersten Haupttreffer 2u erfreuen, die den betreffenden Interessenter
lirect ausbezahlt wurden.

Vorauscichtlich kKann bei einem solehen auf der solidesten
BRs is gegrumdeten Unternehmen überail auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Bectimmtheit gerechnet werden, man beliebe daher sehor
üc anen Ziehung nulber alle Auftrüte Baldiget direct za
richten an

Die Gewinne
garantirt dor Staab.
Erste Ziehung.
12. und 183. Juni.
— — —— —
Finladung zur Betheitigurg an die
WVIMnB-OhAMBCOHM
der vom Stante Hamburg gurantirten grossen
Gæeld-Lotterie, inmn welcher üher
8 Millionen 600,000 Mark
scler gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheilhaftem Geld-Lotterie,
welche plangemãss nur 91, 000 Loose enthãlt, sind folgende: nämliob
Gexiun ex. 35.Mark. speciell Mark 250,000, 125000, 80,000,
GTAAAAAAAADDOOOAMACOCSCCCC.M
ITas o döo nd i üü⏑⏑—— 00 I0. 000, 3.4l
8000. 6000 und üö ne 000, 3000 und 2500, 206 mal 2400,
2000 und 1500, 412 mas 1200, 1356 mal 500, 300 F 250, 30, 628
mal 200 7 30. 6, 67, 30
i Je le IoU4ten in I
isicisungen zur vicheren Putscheidung.

Dié erste Gewinnzichung ist amtlien auf den

12. und 13. Zuni d. J.
jfestgestellt und kostet hieren

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur 2*/2 Reichsmarb,
und wverden diess vom Stante garantirten Originai-
LOosSe (keine verbotenen Promessen) gegen frank irte Fin-
sendung des Betrages oder gegen Postrorzchuss
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehungsliste
unaufgefordert ꝛugesandt.

Dié Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
orfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengeter
Verschwiegenheit.

— Jede BentelIung kann man einfach auf eine Poateim-

zahIungs Karte machen.
.Man vende sieh daher mit den Austr“xen
vertrauensvoll an
Samues beoksehen senꝑ.,
Banquier und Wechsel Comptoir in Iamburg.

Jũngst am 3. April dieses Jahres hatten wieder mehrere meine:

Interessenten das Gluck
den gröesatenmn Unuptgewinn
kei mir zu cçgewinnen,

Kaufmumnn Simon,
Bank-und weéchsel-Geschaft in Hamburg
Ein- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Bisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdurch für das uns seither geschenkte Vertrauen,
und n.adem vir bei Beginn der neuen Versoosung zur Betheili-
gung einluden, werden wir uns auch fernerhin bestreben, dureh
ctets prompte und roelle Bedienung die volle Zufriedenbeit
aunserct geehrten Interessenten z2u erlangen. D. O.

⏑ö—
Prämiirt: Hannover 1877—
Kassel 1877.
Liebigꝰs
Puddingoulver
ist zusammengesetzt aus den fein⸗
sien Ingredienzen (selbst die Eier
ehlen nicht) und giebt einen Pud⸗
ding, der nicht besser und billiger

zuf andere Art herzustellen ist.

Depot bei: Pli. IKIIncK
in St. Ingbert.

Rur die Packete sind ächt, die
eine, ιιναιιless als ge
richtlich eingetragene Handels
mnarke tragen

WMorgen Kleeheu
hat zu verpachten
Vogelsana.
7 Jeden Bandwurm
entfernt binnen 8—24 Stunden
vollsiändig schmerz⸗ und gefahrlos;
ebenso sicher beseitigt auch Bleich⸗
sucht, Trunksucht, Magen⸗
krampf, Epilepfie, Veitstanz,
Bettnässen und Flechten und
zwar brieflich:
Voigt, pralt. Arzt
zu Croppenstedt (Preußen)

Redaltion Drud und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert.
        <pb n="311" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.

—— — —
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

1Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfs. für die viergespaltene Zeile Blattschrijst oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
AM 86.

Sonntag, den 2. Juni 1878.

Deutsches Reich.

Das ‚N. W. Tagblatt“ läßt sich aus Berlin schreiben:
Es verlautet mit Bestimmtheit, daß der deutsche Kronprinz den
schwerwiegendsten Einfluß auf die Königin Viktoria zu Gunsten
der Erhaltung des Friedens ausübte. Mit dem Lord Beaconsfield
hatte der Prinz zwei Unterredungen. Deuisa land soll die voll⸗
ändige Befriedigung der englischen Wünsche in Aussicht gestellt
haben. (Diese Meldung stimmt Aberein mit eivem Petersburger
Zrief der „Pol. Corresp.“, in welcher es u. A. heißt: Das Ver⸗
Fenst?. die Situation wesentlich erleichtert zu haben, gebührt nicht
ausschließlich dem Grafen Schuwalow; die peisönliche Intervention
des Kaifers Wilhelm somohl in Petereburg wie in den Londoner
Hofs und ministeriellen Kreisen hat ihren großen Antheil daran. Die
Aufttäge, mit welchen der deutsche Kronprinz und seine Gemahlin
Seilens seines kaiserlichen Vaters an die Königin Viltoria betraut
waren, haben mächtig dazu beigetragen, die dußerst schwül ge⸗
wordene Athmosphaäre in den boben Londoner Kreisen zu reinigen.)

Ausland.

Die franzosischen Schutzzöllner wollen es gerade so machen,
wie die deutschen; sie verlangen Zollerhöhungen, um der Noth⸗
lage des Handels und der Gewerbe“ in Frankreich abzuhelfen.
kin darauf hinzielender Antrag ist im Senat eingebracht worden.
Wenn nun in allen Ländern die Schußzöllner ihren Willen durch⸗
setzten, so hätten im Großen und GManzen Gewerbe und Handel
nirgends etwas gewonnen, die Consumenten aber müßten die Zölle
zahlen.

London, 29. Mai. Das „Reuter'sche Bureau“ meldet:
Das Gerüucht von einem angeblichen Attentat auf den deuischen
stronprinzen hat seinen Ursprung in dem am letzten Sonntag vor
der deutschen Boischaft von einer Anzahl deutscher Socialdemokraten
zemachten Versuch, die Ueberreichung einer Loyalitätsadresse der
deutschen Arbeiter Londons an den Kronprinzen zu verhindern.
Die Socialdemokraten, durch einige Franzosen verstärkt, rottelen
ich zusammen, sangen die Marseillaise und riefen: „Nieder mit
dem Kronprinzen!“ Schließlich bracte die Polizei die Tumultanten
auseinander.

London, 31. Mai. „Advertiser“ erfährt über die Unter⸗
jandlungen bezüglich des Kongresses, daß solche befriedigende Fort⸗
schritte gemacht und e heute im Parlamente eine ministerielle Er⸗
Aärung darüber erwartet werden darf.

zuter Lage und 10 M. erxtra. Ein Preis wie dieser dürfte für
zin Rind wohl noch nicht gezahlt worden sein.

In Neustadt muß die Vegetation schon ganz bedeulend
orgeschrinen sein, denn dort wird jetzt schon 78er Wein verzapft,
vie im Inseratentheil der Bürgerztg.“ Nr. 128 zu lesen. (G.)

Vom Glan, 29. Mai. Auf der Straße zwischen
Altenglan und Ulmet in der Nähe der Schleip'schen Drahtfabrik
türzte gestern Nachmittag gegen 5 Uhr ein von einem blinden
BZferde gezogenes Fuhrwerk, auf dem 5 Personen saßen, einen Ab⸗
jang hinunter. Der Wagen wurde dadurch zertrümmert; das
Bferd blieb unverletzt, einer der Insassen (Braun von Eßweiler)
vurde todt vom Platze getragen, der Sohn desselben wurde lebens⸗
jefährlich verlezt, Heimann, Handelsmann von Eschenau erhielt
zleichfalls schwere Verletzuungen (Armbruch und Stirnwunde) während
die beiden anderen Insassen mit dem Schreclen davon ipen

fLudwigshafen, 31. Mai. Einer der neulich aus
dem Frankenthaler Gefängniß Entsprungenen (der zu vier Jahren
Zuchthaus verurtheilte Fabrikarbeitee Eppliyg), wurde gestern im
Nundenheimer Wäldchen aufgegriffen und durch den Polizeidiener
heiberger von Mundenheim in das hiesige Polizeigerichtsgefängniß
ingebracht.

7 In Aholming (berbayern) haben zwei Brüder, von
enen der eine erst 17 Jahre ait ist, einem Gemeindediener,
velcher ihnen im dorligen Gasthause ihre ‚langen Messer“ abge⸗
ommen hatte, aufgelauert, ihn überfallen und durch Schläge
)erart zugerichtet, daß er andern Tags starb.

Nürnberg, 29. Mai. Das mittelfränkische Schwurge⸗
iicht hat heute den stud. jur. Guido Brand, 19 Jahre alt, Sohn
»es k. Bezirlsamtmannes von Weißenburg aS., welcher am 10.
Mai abhin den Prewmierlieutenant Eduard Hirsch vom 6. Jägerbat.
uu Erlangen im Duell gelödtet hat, freigesprochen.

F Wie das „Bamb. Tagbl.“ aus Erlangen meldet, hat
ieuerdings ein Pistolenduell zwischen einem Offizier, v. G., und
inem Slubenten bei Rathsberg Statt gefunden. Eine leichte Ver⸗
pundung des Studenten am Oberschenkel war das Resultat.

FWorms, 29. Mai. Ein Müllerbursche aus der Pfalz,
velcher in dem benacbbarten Neuhausen in Arbeit stand, wurde
zestern, einer Verletzung der Sittlichkeit beschuldigt, verhaftet.
deute jirüh wurde derselbe an einem Fensterkreuz seines Haftlolals
erhängt gefunden.

F In Pfeddersheim wurde einem Mädchen, welches
illein zu Hause war, die Zoͤpfe abgeschnitten. Der Thäter ist bis
zetzt noch unbekannt. (W. Z.)

F Ein aus Amerila zurückgekehrter Cinwohner von Bosen⸗
heim bei Alzei hatte den Leichtsinn gehabt, fünf lebende Colorado⸗
äfer in die Heimath mitzubringen und die einzelnen Exemplare an
Belannte zu verschenken. Die Behoörden haben Anstalten getroffen,
dem drohenden Unheil porzubeugen. Eine strenge Strafe soll dem
eichtfinnigen Kaͤferfreunde zu Theil werden.

FKoͤln. Die durch den Tod erledigte Stelle eines Scharf⸗
ichters in Koͤln soll in Folge Minislerialerlasses vorläufig nicht
vieder besetzt werden, weil der König die Todesstrafe regelmäßig
n Zuchthausstrafe umwandelt.

Falsche Füunfmarkscheine. Aus Kolberg ist
zerichtet worden, daß dort ein falscher Funsmarkschein, den echten
zis auf folgende Unterschiede täuschend gleichend, cirkulirt hat und
ingehallen worden ist. Anf dem falschen Scheine zeigen die
zeiden Knaben auf der Vorderseite einen unfreundlichen Gesichtaus⸗
zruck und das Wasserzeichen in der Mitte des Scheines reicht weiter
iach unten bis in die leglen Sterne zu beiden Seiten des Reichs⸗
idlers; auch hat der falsche Schein ein dunkleres Ansehen, am
neisten das mittlere Feld mit den beiden Knaben, das sich von
einer Umgebung nicht lichter abhebt, wie dies bei den echten der
fall ist.

FParis, 27. Mai. Die Ausstellung wurde gestern von

Vermischtes.

pSi. Inabert, 31. Mai. In der Landgerichtssitzung
bom Mittwoch wurde ein Sonntagsschüler von Rohrbach wegen
rohen und ungezogenen Benehmens während des Religionsunterrichteb
dem unterrichlenden Caplan gegenüber mit 2 Tage Haft bestraft.
Bösen Buben mag diefes eine Warnung sein.

Zweibrücken, 27. Mai. (Pf. Ztg.) Am 30. Ayril
Jüngsthin starb in München im 81. Lebensjahre der auch in weiteren
reisen der pfälzer Bevölkerung gekannte quieszirte Studiendirektor
Joh. Mich. Fischer, welcher vom Jahre 1835 bis 1872 als
ðyinnasialprofessor an der hiesigen Studienanstalt wirkte und der⸗
jelben in den lezten acht Jahren seiner Wirksamkeit zugleich als
Rektor vorstand. Nachdem er im Jabre 1871 sein 5—0jähriges
Dienstjubiläum gefeiert, trat er 1872 in den Ruhestand und lebte
jeitdem in München,, bis zu seinem letzten Lebenstage frisch an
Geist und Koͤrper; ein Schlaganfall führte nach wenigen Stunden
sein Ende herbei. (3. 3.)

FLandau, 29. Mai. Heute wurde hier die Leiche der
im Montag in Karlsruhe in so schrecklicher Weise verunglüdten
Tochter des Dr. Hitschler zur Erde bestattet.

fOberhochstadt, 30. Mai. Unlier eigenthümlichen
Bedingungen wurde heute dahier folgender Handel abgeschlossen.
Fur ein ftattliches Rind von ca. 27) Jahren erhielt ein hiefiger
Firwohner 200 I. — 342 M. 86 Pf. ferner *ä Ader in
        <pb n="312" />
        111,296 Personen besucht. Die Ausstellung nahm in der ersten
Woche 201,652, in der zweiten 252,487 und in der dritten
302, 454 Francs, also in jeder folgenden Woche 80,000 Fr. mehr
als in der vorhergehenden ein.

rDer Herr Pax. Cham bringt im „Charivari“ eine
hübsche Zeichnung. Ein Herr und eine Frau stehen vor der Façgade
des Wellausstellungsgebäubes, auf decen Stirnseite wit großen
Zuchstaben das Wort,Pax“ (Friede) prangt. Die Dame: „Mein
Freund, wer ist dieser Herr „Par“ ? Der Herr: „Das ist Der⸗
senige, der die Erlaubniß zur Erbffnung gegeben hat.“

fF Ueber den Orkan in Nord-Amerika liegen jett folgende
naͤhere Nachrichten vor: Am Abend des 23. Mai hat ein furcht⸗
barer Sturm von Südwesten nach Nordosten einen langen Strich
von Wisconsin verwüstet — und darin die Siädte Mineral Point,
Mountié Vernon, Primrose, Oregon und Paoli.“ Die letzten
schwächeren Wirkungen des Orkaus wurden bis Madison und bis
jüdlich von Chikago gespürt. In dem geraden Striche des
Sturmwindes ward Alles verwüstet und hunderte von Gebäuden

umgeblasen; Trümmer wurden meilenweit weggeweht. Bisher ein⸗
getroffene Nachrichten besagen, daß etwa 30 Personen umgekommen
und 50 verwundet sind. Einige wurden vom Wirbelwinde auf—
gehoben, eine Strecke fortgetragen und dann zu Boden geschleudert.
Die Verwundungen kamen meistens in den zerstörten Gebäuden
vor. In einem Falle ward ein Schulhaus mit dem Lehrer und
den Kindern eine Strecke weit fortgeschleudert, wobei drei von den
stindern umkamen, aber einige ganz unverlegzt blieben.
Dienstesnachrichten. 5
Ernannt wurde der Kaplan Theodor Adam in Kaiserslautern
zum Pfarrerverweser in Steinweiler.
Fur die Redoctie verantwortlich: .
teoreasant
ist dio in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks-
Anzeigo von Samuel Heéeckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sich
durch seine prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
Umgegend gewonnenen Betrüge einen dermassen guten Ruf erworben,
dass wir Jeden auf dessen heutiges Insserat schon an dieser Stelle auf-
merksam machen.

*

Anzeige und Empfehlung.

Einem verehrlichen biesigen und auswärtigen Publuum die
ergebenste Anzeige, daß die Gastwirthschaft von Herrn Carl
Engel übernommen habe. Ich werde mich bemühen, durch Halten
von guten Getränken und Speisen, durch billige und rasche Ve—
dienung meine Gäste in jeder Weise zu befriedigen.

Zu recht fleißigem Besuche ladet höflichst ein

Canis Schwarz, Kohlenstraße.

Danksagung.

Herzlichen Dank sagen wir
allen Denjenigen, die an dem
Begräbnisse unseres theueren
Sohnes, Bruders, Schwagers
und Onkels

Ferdinand Groß
AUntheil genommen.

Zu besonderem Dank fühlen
wir uns den Damen, welche
den Verstorbenen durch reichliche
Blumenspende ehrten, ferner dem
sriegervereine, der Gesellschaft
Gemüthlichkeit und dem Sänger⸗
hore des Casino's gegenüber
verpflichtet.

Zugleich bitten wir, dem Ver⸗
blichenen ein wohlwollendes An⸗
denken zu bewahren.

St. Ingbert, 31. Mai 1878.
Die trauernd Hinterbliebenen.

Geschäãfts⸗Empfehlung.
Unterzeichneter empfiehlt sich hiermit einem
erehrlichen hiesigen, sowie auswärtigen Pub⸗
kum als e
Bildhauer
um Anfertigen von Grabsteinen, sowie aller
underen in dies Fach einschlagenden Artikel.
Vlegante Arbeit bei billigen Preisen wird
zugesichert. Achtunasvoll
JIBACOb TABVMAOB.
»Meire Wohnung befixdet sich bei Herrn Otio
47 Handelsgärtner.

Von heute ab
Wormser
Bier
bei Phil. Emrich.
Ein halb Morgen Klee

hat zu verpachten

Pet. Schäffner, Schuhm
Eine noch fast neue
Wirthschafts⸗

Einrichtung,

Bierpumpe mit doppelier

Leitung, mehrere Tische und

Bänke, sind sofort billig zu

laufen. Näheres sagt die Erped

IAD. ud B.

Juni d. J.
beginnt mit der L. Ziehung
die vom Staate genehmigte
und garantirte

Hamm hurger Stadt-

Lotterio.

Dieselbe kesteht aus OBI,000
Loosen und 49,600 Ge⸗
winnen, wovon Haupttreffer
eventuell

375,000, 250,000,

125,000, 80,000,
830,000, 530,000, 12
40,000, 1à 36,000,
34230,000, 1à 25,000,
5à 20,000, 6 à 16, 000,
1à 12, 000, 28 à 10, 000
4 à Sooo, 2 à 6000,
31à 5000, 74 à Ao000
Mark ꝛe.

Hietzu vers. Original⸗
loose

Ganze Halbe Vieoertel

6 MKx. 3M 1,50 M.
gegen Einsendung des Be⸗
trages oder per Postvorschuß
B8Spieler erhalten die Ge-
winnlisto gratis!

Wilh. Wasilius,
vom Staate au⸗
gestellter Haupt⸗Goll ecteur
in Rraramn a v .

Unoer

F Die Gewinne
GrIũcS- lgarantirt der Staab.
—XXXX F Ersto Ziehung:
eα i
— — ——
BEinladung zur Betheiligung an die
Gre Wimnmn-⸗Ohance
der vom Stante EHamburg garantirten groasen
—ö in weleher über

8 AMillionen 600,000 Mark
sicher zewonnen werden müsgen.

Die Gewinne dieser vortheiIhaftem Geld-Lotterie,
welehe plangemãss nur 91, O00 Loose enthult, sind folgende: nãmlioh
— —
—ELE
Tou V ο 10000, 37 mal
D ι s 6 mael Goödö, 3000 J0ο, 266 mal 2400,
Dso mmd 300 —.260 30628
nal 200 775 150, 138, 124 FX 120, 16839 7 70, 67, 80
e lce Wenigen Monaten in -
Resagen u icheren Putacheidung.

Dis orste Gewinnziehung ist amtliek auf den

** 12. X 13. Jumi d. J.

fentgestellt und Lortet hierzu

das gunze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 8 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur 22/5 Reichsmark,
and werden diess vom Staate garantirten Original-
Loose (eine verbotenen Promessen) gegen frankirte Bin-
gendung des BRetrages oder gegen PoOStvorsenuas
delpet nach don entferatesten Gegenden von mir versandt.

yeder der Betheiligten erhñlt von mir neben seinem Original-
Loose vuch den mit dem Staatswappoen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach tattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehungeliste
anausgelordert zugesandt.

Die Auszahlung und Voersendung der Gewinngelder
rfolgt von wir direct an die Interessenten prompt und unter strengator
Verachwiegenheit.

Jede RestelIung kann man einfach auf eine Posteim-
HIunSKAri machen.
a -Tan wende sieh daher mit den Auftrügen
rertrauensvoll an
Samuel heobseltrer senb.,
Banquier und Wechsel-Comptoir in Hamburg.

Jungst am 8. April dieses Jahres hatten vieder mehrere meiner

Ipteresaenten das Glũck
dem grössstem HVauptgewinm
D. O.

αααα.ÑÛ”ô
Rechnungen
zn Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur

lind vorräthig in der
DrRerei ds. Bl.

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadi
Zweibrücken vom 31. Mai.
Weizen 0 M. — Pf. Korn
08 M. 60 Ppf. Gerste 2reihige
— M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — Pf. Spelz 0 M.
— Ppf. Hafer 7 Mea48 p.
Heu 2 M. 40 Pf. Stroh 2

1M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
— Pf. Weißsbrod 195 Kilog.
56 Pf. Kornbrod 3 Ail. 77, 2 Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Gemischtbrod 8 Kilo. O M. 98 Pf.
Paar Wedckh 100 Gramm 6 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Dual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
Butter 1M. — Pf. per Pfd.

XXBRVE
Redallon Drud ind Verlag von X emeß in Inben.
Hiezu „Illustrirtes Sonntaasblo t Nr. 22.

σααιι
        <pb n="313" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermalz: Dienstag, Donnerstag, Sanstag und Sonutag. Der Abonnementspreis veträgt vierteljährlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 87. Dienstag, den A. Juni 1878.

Deutsches Reich.
Berlin, 83. Juni. Ein zweites Attentat auf der
Raiser ist zestern: Nachmittag?2 Uhr 10 Minuten ausgeübt
vorden, als derselbe seine Spazierfahrt nach dem Thiergarten
internahm. Die That geschah Unter den Linden. Aus dem Hause
Nr. 18 dortselbst (Kestaurant Busch) feuerte mit einer Flinte vom
weiten Stock heraus vom Fenster über den Balkon ein junger
legant gekleideter Mann zwei Schüsse ab, dieselbe haben den Kaiser
in die linke Wange und die linke Schulter verletzt. Der Kaiser
wurde leichenblaß und lehnte sich zurück; der Diener sprang hinzu,
stützte den Kaiser und hielt demselben das Taschentuch an die
dart blutende Wange. Die kaiserliche Equipage kehrte sofort in's
Palais zurück.

Der Thäter machte nach dem Abfeuern der Schüsse einen
Selbstmordversuch und soll auch auf den Restaurateur Busch einen
Schuß abgefeuert haben. Dirser war am Hals⸗ und Rockkragen
don Blut überströmt, als er von einem Polizeilieutkenant im Hause
Nr. 18 vernommen wurde.

Der Thäter ist ein Dr Carl E. Nobiling vom landwirth⸗
schaftlichen Institute in Halle (ist nach eigener Angabe Schriftsteller)
der kürzlich eine Anstellung im landwirthschaftlichen Ministerium
hier nachgesucht hat, aber abschlägig beschieden wurde.

Die glücklicher Weise nicht gefährliche Verwundung des Kaisers
ist nach gutem Vernehmen folgende: 7 bis 8Schrotkörner, Kaliber
str. 3 und 4, haben den Kaiser getroffen und einfache Fleischwunden
hervorgerufen. Sie haben die Schläfe gestreift, die Wange durch⸗
bohrt ohre schwere Beschädigung und leicht in den Hals gedrungen.
Zwei Schrotkörner scheinen im Handgelenk zu stecken, einer im Arm.
Die Wunde im Arm blutet sehr stark. Der Kaiser blieb bei voller
Brsinnung. Geh. Rath Langenbeck bezeichnet die Verwundungen
als durchaus ungefährlich.

Dagegen hat nach Mittheilung des Kammerheren v. Senden
der Kaiser an dreißig Schrotkörner in Huupt und Schulter sitzen.
Bis jetzt sind dem Kaiser fünf Schrotkoͤrner aus dem Gesicht und
drei Schrotkörner aus der linken Schulter gezogen worden.

Eine unbeschreibliche Aufregung und Wuth bemäcdhtigte sich
des Volkes, als der schwerverwund:te Mörder um 2 Uhr 20 Minuten
im Polizeiwagen aus dem Hotel Busch nach der Charité gebracht
vurde. Die Polizei mußte vorsichtzshalber den Wagen in den Flur
des Hauses Unter den Linden 18 einfahren lassen. Bei der Ab⸗
jahrt wolte nan den Wagen umstürzen und den Attentäter steinigen.
Fast wäre dieser Akt der Vollsjustiz gelungen, wenn nicht die
Schutzmannschaft zu Pferde mit eigener Lebensgefahr die Andrängenden
zurückgeworfen und den Wagen eskortirt hätte.

Eine andere erschütternde Katastrophe ereignete sich am
31. Mai Vormittags 94 Uhr, als die 3 Panzerschiffe des deut—
schen Uebungsgeschwaders bei klarem Weliter, ruhiger See und mä⸗
zigem Winde Dover passfirt halten und in die Nähe von Folkes
tone gekommen waren. Zwei Derselben, der „große Kurfurst“
und „König Wilhelm“ stießen entweder in Ausführung eines
Manbvers oder um einem nahe fahrenden Segelschiffe auszuweichen
derartig zusammen, daß der König Wilhelm den Kurfürsten an—⸗
rannte und ihm die Seite einstieß, so daß dieser in 15 Minuten
dersank. Eine Anzahl Folkestoner Fischerboote war in unmittel⸗
zarer Nähe und leistete gute Dienste im Auffischen der Mannschaft,
benso die Dampfer „Albert“ und „Eduard'. Von der Mann—
scaft sollen bis jetzt 255 gerettet sein und 215 Personen ihren
Tod in den Wellen gefunden haben.

Berlin, 1. Juni. Der „Reichsanzeiger“ verkündigt die
Ernennung des Botschafiers Grafen zu Stolberg Wernigerode zum
Staatsminister und Vicepräsidenten des Staateministeriums.

Fürst Bizmarck und Graf Stolberg werden Pfingqsten
n Berlin eintreffen und soll Letzterer alsdann die Vicepräsidentschaft
)es Staatsministeriums und die Stellvertretung des Reichskanzlers
Abernehmen.

j
J

NAusland.
Wien, 2. Juni. In der heungen Sitzung der ungarischen
Delegation erllärte Graf Andrassy auf Befragen, er sei in der an—
jenehmen Lage zu antworten, daß er heute die bestimmte Mitthei—
XXLVDX
vorden ist. Die Einladungen sind auf den Vorschlag O sterreichs
yon Deutschland versendet worden. Darüber, auf welcher Grund—
age der Congreß einberufen wurde, könne er keine Mittheilungen
nachen, da dies erst nach Annahme Seitens der Großmächte ge—
chehen könne. Doch sei es jedenfalls ein güastiges Zeichen, daß
kẽngland und Rußland die Grundlage angenommen hätten. Gra
Andrassy sagte wmeiter: er könne bestimmt erklären, daß die von
zem „Globe“ mitgetheilten Pankle nicht als authentisch betrachte
verden können.

Vermischtes.

f* Zweibrücken, 1. Juni. Die hiesige alltkatholische Ge—
neinde wird auf der auu 12. d. M. in Bonn stattfindenden Sy⸗
rode durch Kaufnann Fr. Kapser in Mittelberbach vertreten
sein. (Z3w. 3.)

Der Sohn des Taglöhners Philipp Hauenstein in Morsch⸗
deim (ei Kirchheimbolanden) hat in der Giesinger Lotterie einen
Treffetr von 10,000 M. gemacht. Da hat Fortuna jedenfalls dik
richtige Adresse gefunden.

. Dem „Dürkh. Anz.“ wurden am Freitag von Erpolzheim
die ersten neuen Kartoffel vorgezeigt. — Bei einer Ver—⸗
steigeruna in Dürkheim wurden 12 Dezimalen Acker um den hohen
Preis von 2328 M. zugeschlagen.

FWachenheim, J. Juni. Seit vorgestern finden sich in
dem Garten der Frau Ludwig Heinrich Wolf Traubenblüthen. (D. A.)

F Roßwein (Sachsen). Dec hiesige Vorschußverein ist in
Bant erllart. Deficit 2,1835,000 M. Ueber 700 Personen, die
Jahre lang durch falsche Bilanzen getäuscht wurden, sind dadurch
in schweren Schaden gebracht.
Fur die Neda

2*

nινν
st die in-der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks-
Inzeige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
lureh seine prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Betrüge einen dermassen guten Ruf erworbem,
lass wir Jeden auf dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle zuf,
merksam machen. —

Wir machen hierdurch auf die im heutigen Blatte siehende Annonce der
herren Kaufmann u. Simon in Hamburg besonders aufmerksam.
Es handelt sich hier um Original⸗Loose zu einer so reichlich mit Haupt⸗Ge
winnen ausgestatteten Verloosung, daß sich auch in unserer Gegend eine sehr
lebhafte Betheiligung voraussetzen läßt. Diesez Unternehmen verdient das
polle Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch
vorbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

„Die in unserem heutigen Blatte besindliche Gewinn⸗Mittheilung des
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachten.
dieses weltbekannte Geschäft besteht weit über 50 Jahre und hat
einen Kunden schon die größten Hauptgewinne von Mart 360,000,
70,000, 246 900, 225,000, 188, 000 180,000, 156,000, ostmals 152000,
0.00, 90, 000, sehr häufig 78,000, 60,000, 48,000) 40,000, 36, 000
Mark rꝛc. ꝛc., besonders aber im Königreich Bayern abermals aus der Ge—
vinnziehung vom 24. Mai 1878 den größten Haupttrefser, vor
durzem schon wieder den glücklichen Gewinnern im Köoönig⸗
ceich Bayern die große Prämie von 252,400 Mark und kurz vorher
benfalls die große Prämie von 246,000 Mark, überhaupt in der letzien
zeit die Summe von weit über 210 Millionen ausbezahlt, wodurch viele
Leute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt sind nun wieder für einen
jeringen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ed. 875,000 Mark,
vorauf, wir besonders aufmerksam machen. Auch bezahlt dieses Haus
zurch seine weitverbreiteten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Orte aus. Da durch die getroffene großartige Einrichtung in Ver—
nehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
ist, weg man dem Glücke die Hand bieten und sich vertrauensvoll an die
Firma Laz. Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewissen⸗
saft und prompt bedient wird.“
        <pb n="314" />
        Danksagung.

Herzlichen Dank sagen wir
Allen Denjenigen, die an dem
Begräbnisse unserer lieben Frau,
Enkelin, Nichte und Cousiue

Karolina Schuster,

geborne Dahlem,
Antheil genommen.

Zu besonderem Dank fühlen
vir uns der freiwilligen Feuer⸗
vehr, der Gesellschaft Gemüthlich⸗
teit, sowie dem Gesangvereine

don Niederwürzbach gegenüber
derpflichtet.

Zugleich bitten wir, der Ver⸗
dorbenen ein treues Andenken
zu bewahren.

St. Ingbert und Nicderwürz⸗
zach, den 4. Huni 1878.

Im Namen der Hintecbliebenen
Der trauernde Gatte
JAakob Schuster.
Schöues Makulatur
wird billigst abgegeben in der
Druckerei dieses Blattes.

B Die Gewiuno
auptowin garantirt der Staat.
* Prste Aidng
S75. 000 M. 12. und 183. Joni.
Fimiadung zur Betheiligunug an die
Ge Wwinn Ohancen
der vom Stante Hamburg gznrantirton grossen
Geld-Lotterie, In wolecher üher
—*77 7
8 Millionen 600,000 Mark
adeher gow⏑e werdem milsneon.

Die Gewinne dieser vorthotIhaften Ged Lotterio,
welehe plangemãss nur O1I, O00 Loose enthalt, sind folgende: nämlioh
lGewiũn ex. 8375, 000 Mark, speciell Mark 250,000, 125,000, 80.,000,
—A——— 5
I⏑ 4—⏑ö3 — ο VU,J 160600,. 37 B.
Ddo Iss VV 660
d ⏑⏑⏑⏑ —
— ⏑ —
O md Iart und Fonmnen solche in wenigen Monaten in 7 ab-
Jeuungen zur Sicheren Pntscheidung.

Dièé erste Gewinnziehung ist amtlich auf don

12. uud 18. Juni d. J.
seatgestellt und kostet hierzu
das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,
las halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,
das viertel Originalloos nur 25 Reichsmark,
und werden diesse Vvonm Staute garantirten Original-

LOoSse (keine verbotenen Promessen) gegon fraulärte Eiu-
sendung des Retrages oder gegen Postrorschuss
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngsliste
anaufgefordert zugesandt.

Die Auszahlung und Versendung dor Gewinngolder
orfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengster
Verschwiegenheit.

QS Jode BestelIumg kann man einsfach auf eins Posteim-
ZLAIIuUngslIcarte machen.
Man wende siehn daher mit cten Auftrügen
vertrauensvoll an
Samuel Heokscher senb.,
Banquier und Wechsel Comptoir in IIninhurg.

Jungst am 3. April dieses Jahres hatten wieder mehrere meiner

Interessenten das Glück
den grösstein Eauntgewinu
D QOMO

Khai mir zu gewinnen

—35—
28
25

525
527
—

—254
857
8

—*
1

214
588
25
5
2
—
25

22222228
82222228
22333352*
218 v
——

s5J

2
—— 2
*

——
5*

*

* *
33. 53
328.

J
—5 87
—A
5 F
82
5
7

5*
—

—E

57*

2*
4

—
A—
8—
⸗
—
o b
w⸗
—52
2

—

XX —
325

— —
F
2

—
238

—

Bille dieses Meine Geschäftsdivise: Ville dieses
genau genau
zucben. Glück und Segen bei Cohn! leen.
vewährt sich stets ganz vorzüglich, denn wiederum vor Kur⸗
jem wurde laut ue ßeele bei mir schon wieder

zewounen und den glücklichen Gewinuern
—üumnn Königreich Bayeru
Das grosse Loos, nämlioh dio grosso Pràmie von
252,400 Mark auf Uo. 313.
und ebenso kurz vorher
das grosto Loos, nämlioh dio grosso Prämis von
246,000 Alark auf Uo. 456,
von mir in baarem Gelde ausbezahlt und abermals habe ich vor
eirea S Tagen aus der Gewinnzie hung vom 21. Mtai dieses Jahres
den größten Hauptgewiun
auf Nr. 11109
wie derum meinen Kunden

imn — Bavern
in baarem Gelde ausbezahlt:

Uebethaupt dabe ich in der letzten Zeit meinen geehrten Lunden
die Summe von weit üͤber

23 Milltioneu Mark
und / in kurzen Zeitrdumen außer zahlreichen fonstigen großen Hauptge⸗
winnen von 10, 20, 80, 50, 60, bis 100,000 Mark folgende große Pru—
mien laut amtlichen Ziehnngslisten in baarem Gelde ausbezahlt: Mark
360, 000, 270,000, 2265, 000, 182, 000, 180,000.
156.000, danfa 152,000, 180,000, 120, 000 *
nodurch meine Firie mit Reqht herall als die
Allerglücklichste

eklannt ik. — Die n eingerichate und garanürte
sochst interessante grose Gel⸗Lottende, in welchex die Gewinne inn Ganzen
ie großartig⸗ Summe baaren Geldes von F
über 8 Militouen Mark deutsche Reichsmünze
hetragen, enthoͤlt nur DI, OOO Loose und werden in wenigen Monaten
n 7 Abiheilungen im Ganzen 48, 6000 Geldgewinne ficher gewonnen
vorunter namentlich folgende große Haudptgewrnns:
1 großer HaupteGewinn und Prämie ev. 375,000 M.,
speciell M. 250,000, 125,000, 80. 000, 60,000.
50,000, 40,000, 36,000, 80,000, 25, 000, viele Gewinne vor
20,000, 15,000, 12, 000, eine sehr große Anzahl von 10,000
3000, 4000, 2400, 2900, 1500, 1200, 500 *. 3

Die Bewinnziehnnug der 1. Abtheilung ist amtlich auf

Nächsten Mittwoch und Donnerstag
Eden 12. und 13. Juni dieses Jahres festgestellt, zu welcher

Ein garzes OriginalLoos mur 6 Mark,

Ein halbes Original-Loos nur 8 Mark,

Ein viertel Original-Loos nur 1 Mark 30 Pfg.
oftet. Diese mit Staatswappen versehenen wirklichen Original-
Loose sende ich gegen Einsendung des Betrages in baarem Gelde oder in
Postfreimarken, oder auf Wunsch auch gegen Postvorschuß selbst
jach den entferntesten Gegenden den geehrten Auftraggebern
fort zu. Ebenso sende ich die amtliche Gewinnliste und die Ge—
winngelder sofort nach der Gewinnziehung jedem meiner geehrten Kunden
prompt und verschwiegen zu. Durch meine ausgebreiteien Geschäfts-
erbindungen überall kann man auch jeden Gewinn in seinem
Wohnort ausbezahlt erhalten.

— Jede Bestellung kann man auch zur Bequemiich—
kleit einfach auf eine Posteinzahlungskarte machen
— und erhält jeder Auftraggeber die wirklichen Original⸗
Loose sogleich von mir zugesandt.
Coaz. Sams. Gohbrn,
n Hamburg. HauptComptoir, Bank und Weghsel-Gejchäft

X

28

222
—333
—2*

532*
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20 235230
353 357
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5 5557
37 73533568
— —
53 7533
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353 22358
23 5523
2 35 2
33832
75 83228
25 53325
52283 8
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edaktion Truck jynn Nlo ,: Inhe⸗et
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        25 222.2 2, 32-*
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223 553333557 253
X 3355653* 55535528* 2282—224
* 15* —5 — —222 22 ——— 22* —X
38 556 2 5 —25 553538 33355 5232 8383
7 —— — ——29 — 37 23 7233380 325553858 22
* 2 2* 8 SE790 2 5 *5 22 338—4 28 * —
585 2 253555 — 5 52 ;XX 355322333 — 2 2
552 33272 25 2835828 —E z25 — *
—528 32552 28 5 — — — 5223 25B30 — 25 333 8
— 22* 25 — 25 2 52 *528 2 — 525
— 65325 — 25* —53587 5—— *z3333* 253232 3583 538
72 223225*4 z225—2 * 3335 53338 — W. ——
cẽ 255525 — 5 — 253 828323 —
— Ai 2 5—5 52 22 322 532 2 3 B3332 —3 — 32 32235 22
—A— 25 —* 2*6 535,33 25 ———— —55 2
232332558732 5355355235 5355563,3823 —— ———
——— — 23332 552555 — 23* —— 552355353
—A —A ———— * 8 5 2 —252335233 — .
53332 * 3835—33528383 2 233355335557 555325 8z38
53 — *S — —252 52535353329833 A —— — 2
334335 3 633* —32 557 35558 —
3 33 6 3 77385335357 *.
2 5353 5. * — —— 5 25 —8 * 5323 *2523 222 — S* *
8332223* 3 33833332337 —362—5 5833
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* 3—— — — 2 — 82 —x— 58 S 28 ——— * 2
— — 38388355
52 2 2 222 * * 2 25725 * — 2 * 8
225 55 52358 52532 555333335855 55352c35 — 33 33
*52338 267 53 552383335833387 2 3 *33323 3223 25532282
—7322* —— 3B* 3 3232 2255725—5 S5 333*
222 2 —A —R — 2 * —8 22 ? 53 — S —
—
— — —— — — 5 3 3 28 —
5—3532323* — 525 * 553 32322 32 533 * * 82 522.*
2 53 8233558 3228 5z35 585 —
2 —* 2575 n 2*
— 38 34233330
ι 2 3* 2 c
c5 E27* 868 —
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535 5333 — 5252

335333333333835358535 —222

— 2 2 —— 233535535 —D

* 55222 ã *2* 7 —— 22 S852z222 -ò 3353238

* D * . * — 22 —— — —— 0— 2

7 28253282 238 2237 5 —A 233253555553325 223262 82
23335253 12585 225* 228 285823 2338332436 — 5523235333
5327 — 2 25558 9 2527*5 * 2279 2 —2 — — 5333

3733333335355— —5335 52532372 * —552383822

s 5*723 3533385838—366853 —— 25

* ẽ

5 583 252 358—37 — 522253232 5z722 2532528532 ——
— 289 2 * 82 * ð —— 255 2 539 522857
5 5*52 —A —— 535 25252 223 5332— 528232323
5358 323585 —2—2 5558552235* 2582 338833373 —
s3 37 538535—3—5*5353 —25333533332—2553
223573257 2 z32533 — — — 2*

2 — 255522353525 223353333—3333 z255352373
73333 ——37
x5 52533 7525 —z833—832
—z55757 2755 255533353 — 25 333353355 —85*
2 553252 —— 3280 228 8 S 2 A —252 — —z2552 ——
58t —88 — 52 —S 6&amp; — — 52 * 282 28 5239 325
2 5285 5—2328 5 7 —z2255

—2— * — ——22 5 —822 S
22555568 52555 525 28 57 7—55532 2533232335 5558
8 —2 8 232 52—5 22 DS e 2 58* * 25 —
—— — — 3338 33253535735*
* — —

— —— — 5 50 5755233 535 — 2338—25 533
2532233* 53 5333357 — 5356835
53 8—33335 ———
258322 2 D 22 532 ——— — —232 —222— 2 — 25328 3M 2
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5353 —8 553353335332

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3 3 255575 23533533863
* —2382323——225 2—343 — — 228 R —— 2 2*
*8 52233353533 5—32 S8 32
22 3232633535 33
235 53 2 —55 53255338*
— M 2 5252c522

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— —F — * 55253*535
—* .5z5 5526 5 333533353 2
5533235 22288 25232383 123 35 *358 58 22 232
— ———— 5 255 —E — —— 558 532 2523 82*88
—A 553 2588 3383* — — 9 25 285 XEIXAX
———— z25328 2383 8 58335*—253523 —— —A 55*324
* — — 5 — * —? 8 523 —z227 2525232 252 25 36
8 25 * 5852 — 222 552 * 52* — —A— — *8.2
— —— 286 — 2358 —— —— 535 8
— — * 57583 35385 353233388 57553 7 —* 55 BE
555355 5533 z2585 733 553338 322258 33275 21335333235*
g 5257 5 A 533358305
5523 —M * 53555 123 23238323555 —— 253858* 2753
58 333638 5353—338 z333583
75383 555327 — 73352 55323568356 — A—
—3 7 —2 32*5 ** —— 8 8 2 S
— * 22 2 — 532 *24 „B325 22 — 2533* 35553833
308 53352332 —5338— 33 * 55533*3332 33
52 D 224 — 38 * — — — * 22275 28 d *—*2** 2
2388 —— 52752 * 3B8 52* — 2 2 5
en 2239 2228 5 5552* 2 * 2253 —A 2253600 — 2—
88 2 5 —— 3 ———A 2 32 — 52 2 22 5535
227 — —— eI 3838 — 2555*809 —
A— 272 —32385 —A —— 25338 * z2532 5523583 828
— 53 2
228 —3533 53325680 —A——— 23532
— 2.22 8 25 — 7 m32 5 2* —25257568
— —— 2228 55 5f* 2 2.2 235 — 5—92 —
5 —S5* 52 5—*538 — 2252 2z223237 55 2 22 —A——
22 532— — 5 53235 3 25959 5* 8
522525853 5 25233 —55 — 555328—5538 37 228 —AA — 22 5 — ——
5z8352353537 — —— 2527 35335383 — 3
58533332 525588 15332338*
— 25 — 55 7 88 0 * —32 25*
— —23532 85 25 „52 — — — 2
58323353533 —A 22 52 2
2 * — * —
535333365 33535556 25233523
2 5 ⁊* 22
5 —— —2—O3ISBAaS
8 5B323
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32335313333438 53532535
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3228 533 5z328s 63253*
53 33232 2 — 5*
3 — 75 35 z34
353535333* 2*
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535363 23557
53 536565
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2522
13532533535
—. 2 22 4 32 3
—5235552 * *
55555535353585 * 2 2 28
—53*s——88 358** 5
— 5* 2 2
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5775* 5555323338 —— — 5327
333—325563633 —3355—3333
25
25536828 8 — 8 233635 — ———
258342 522 33432 383 225
* —A ———— 285 5 * — —A
2 753 22* * * —8— 22533 —A
12 33238— — — 57233425 5322353
2325 5323 2323 2525 2253532
2 7 *
5353578533833535* 28 „5238 H527
230 7233 23 s8 3833533853338
56783 z3 33388
* 3533 * 25 5322 —2 — 8. 2
2 s7 35533838357 53272 32*
— — 2 — 2 2 3 r
— 5 * 2 2 7 — 2 522
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2,552 2 55 53 S 83 255 — A
2 * 5 7 —
335555338238 3 52 3325330 2537
3 35*82
72s853755333 — —— 3333328
28555 5*8 23 2 —
57733553353535855 265358355555555—
533338483535235 206855
22535635* —32
        <pb n="316" />
        05 32222322 3535 —3 5353——33 355 555233 328 8 38238
82,33352. —— 55. —3 22882* — 385 53 —Xx —3— — 522555*
32823335— —3 33333 —
7 2 * 2. nuo — 2 — — —
— * 2877 2223 —*5233838322722 — 723 — 53—
5 3— 383— 3333 3
T
*5 323252 53* 2 9 —— 238 — 52 2
— — — 23 52235333553353 235333833
5* —522 7 —65323 3. E s5325 635* 3282 —A A. 5
— s*25*77 2 5 2. .83 5233538 3232753
—332534 —32338 aa —A —532723533253 382 *
23—*82— 3 —328 5353 33353—32 87553*
5 3 3— 5 —— 35—22333 533—23833 55 3833
q Rcc *P 262 52583352535 *35 —22 53352 —5568 23383835* 2355338
* 3 * 8 * 2. 2
553332555 —833836 —38353 5625335 3338 82283
533 —53 33332. —— 2355 3. 243 822.33 3 2, 2 3 23853 232*33
32 23 33 5. 53 —.5 38* —“ 2 ——222233222— —— 23 m3
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ux * — 3 ic — k * —* 253c7 —M— — 3 — .2
2. *832683 22 33S. 32 . 23282 82 228375
G — ——38— 5323227 i 2323558 2 I83332 54.33 *
—*3533358335353325* —A 33 * 2. 2. 5585223 5. 5.3 s 2.5333
S* 4 5 5338 233 ——— 5.1 3 2 —A—— 2 6 3 8 2 22
585*—33 2355—33 55— 6623333—5 8 2728
*
— — 3—3333— 83 34723
— 282 5* * * 2 *8 XT3 2. 8 —58 —
28 2 57* 25— 25 28386 I55— —5. 522 523 —
255222— — 5 5——232828 —— — 2222 5 3562
5 *2875* 53753375 2 — A 5853 — 8 553
2 —25 —* 25822 2. 322 —2 537* 325
— — 8—5 38233 55557
— — 3535823223 23263353 333.3 32333
5333 —35. 2 7 2 *3 28323 53 13*552— 8322—33 3535523 255332

2
3.
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5
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2
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— *
2288 — 882273 7
— *53 Er 35
* 7 8 *8 53
932583 —5
* —3 — 2 —
2233522— 35 —3235— 532
2.53 32 58, — 3*38752 53 —J
— *820— 2 32* 3 S —3
22 —3— 520 —2. 3282 2.8 22
A —— 2 —— — —J— —
3*5 —388—268 7
T *3 22533 35 525 2 —A
12 —55 — »52338* — 27
—23258333 3353558 23
33 335—23 — —835333
*233323332 57332333
5* 55228 2,32 — 5
5 523535827 *22 323553
— * 3 — 25* 22 — 2
5S 2828 —38—282255
2 522a 5* ·j 5 2 7. 2722 8
2. 22 —A 577 2233523
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— — 2*222
23328 .. . Zz. 7 222
3.2 2. 2. — ** — * 8 2
2333. 53. 53. 3. 5 3353
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53333532837
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A 2353 —— e —
—— 7
32358228 3 528 23 2787 —— —
532.585* 323 755 553223. *85
s3538 A —V 558
5828 322 —2 —— 2353258
2 58 —A 255725* 3258*23
295537 25532 —————
83783 2225 223752 282388
23S 3828 2525. 3 2. *2233 2553
58*3 2532 — 3—5* *85—3538 5*
3 7 53 3337*83553235333 *
— —2 * — * 3238* 25
532322 53835258— —
— 53532* 3 5* ̃ 8
33 233 * 8 22 2— S2
25 2 c⁊* 7 *
223 2 x — * 55223 87 —
— 25 —— *225323
3* 9 —— 237 3 —
* 2 * 75
O—5. 235533355 — *
—3 *2 92 3. 32. 23. 3 88
ggα ä 3333388
—32 * 3333333
3252 77 F
2238* B 22 — 2533 8
3 * 323682938 58 *
J
35328 328322588 338
——— 25 325528 *
538 53— 288858
J— DeKeFer 2 z233. * —
—383 * * 7 553*83
—— — 2* 2 —9 5722
45853 2.625 7 25 525
3 252 3 27* 3 7
3 *3 — 5333 77
5
2533832 3553
2 2 25 3 E.

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*22

— 9 — —22 —
7273333 233535—732505 75
2. 2 5. 23 —— 558 D
95 2 * * — * .2 — * — 2
—3— 23 5———5352 232225 872
—E 23 7—— 23*26 229225
2. 22. 3 *vvV. 26 — 8 2
3 22. 523 5*5535* 2. 2 —
557 — 8 2 8 * 957* 82
8 25223 8.7 5 755* 2. *8 322
— 2522 2583 538 523*02* A —
—— 255 — 83333
888 s5333— 3 3338
22 —8 7. * — — 22 2 8 —— —2223 3
552235« 3 3 — 22 2232337 23
8 3 22 2 *
333 533 358 32. 52 52333335355
— 52 8 J 3 2 —232328 S 28
5322283 22 23383298 235 3332 35333323
3 227 ** 2* 2* —&amp; *F 52322 2 51 x
—7 2535 —533 —2528 23 —*35528 23 *
—— * — 2— 53 535 * 3 22 —2 — —2522 2
*88585 63 —522 38 2 2252. 2 86825 * 2
833 3c. 235 53 2357 253537337 3353 8
—7* — · —22
*23.253 32 3535333322 255833535 2228 2
8 —— — 27 7 2 8
z537 38 23333 8383338 55538
* * 22 * —
—————— 28 52 5 322 ——— — ñ 532282 —

7 2 * 2 —.O—-2 3 32 2*6 232 2 ẽ*
5253535 2z2 333332538 56 55233
2535327 533 S*85.53 255. 5 2— 333353.23
3 2* . 22 *.
5235 * 383323 35538 55—3.553532 7
—2—8352 53 83533553333 55*338*2383918
235353 52 583338 532 2532858 285823 2
233 ———— 55 23235333238 5.27 23 3 33 7 54235* 3 1
7 F 58 45 a A 7 38B8322 7 —333252—235323822 7T 24

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        <pb n="317" />
        St. Ingberler ANnzeiger.
— —
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis detragt vierteljahrlich

i Mark40 R.⸗Pfz. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auzwaärts atit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 830 Pfg pro Zeile berechnet
«c.
As 88.

Donnerstag, den 6. Juni

188

Deutsches Reich.

Berlin, 4. Juni, 4 Uhr 30 Minuten Nachmittags. Fürst

Bismarcdk ist im königlichen Palais gewesen.

Berlin, 4. Juni, Abends. Der Zustand des Kaisers
wird von den behandelnden Aerzten als ziemlich befriedigend ge⸗
schildert. Besorgniß errege allein die Armo ude, Da Kaiser werde
durch das Liegen angegriffen. Der Kaiser nahm Bouillon, Huhn
und Aepfelkombot. Das offiziöse Fremdenblalt“ meldet soeben:
Es sei des Kaisers Wunsch, die Geschäfte- keinen Augenblick stocken
zu lassen, stündlich merde der Zusammentritl des Ministeriums und
die Uebernahme der vorläufigen Regentschaft durch den Krorhrinzen
erwartet.

Die „Kreuzzeitung“ schreibt unteim 3. de.: Der Verbrecher
sst besinnungslos und ist nur menig Aussicht auf Erhaltung seines
Lebens vorhanden, obwohl die Geh. Räthe Dr. Wums und Liman
hn noch nicht ganz aufgeber. Es werden ihm fortwährend Eis—
umschläge gemacht. Heute Morgen ist er längere Zeit bei Be—
sinnung gewesen. Gestern Nachmittag richtete seine Mutser in
Begenwart der Stadigerichtsräthe Johl und Hollmann, des Ober
taatsanwalts v. Luck; des Staatsanwalis Tessendorff ꝛc. folgende
Fragen an ihn: „Hast Du Geld versprochen bekommen oder er⸗

halten, wenn Du den Kaiser erschießeft ? Nobiling: „Nein “*
Mutter: „Hat Dich das Loos getroffen z Nobiling: „Ach Goit!“
Staatsanwalt Tessendorf: „Es ist also ein Complott ? Nobiling
„Ja!“ Staatsanwalt Tessendorf: „Wer sind Ihre Mitschuldigen?“
Pobiling: „Das darf ich nicht sagen.“ Herzzerreißend sollen die
Angstruse der Mutter gewesen sein, die ihm wiederholt zurief:
„Karl, Karl, Du stehst bald vor dem Richterstuhle Gottes, um
Botleswillen erleichtere Dein Herz, nenne Deine Mitschuldigen, ehe
8 zu spät ist.“. Doch der Verbrecher gab keine Antwort, er schien
dereits die Besinnung verloren zu haben, brach auch kurz darauf
ohnmächtig zusammen.

Berlin, 4. Juni. Die „Norddeulsche Allgemeine Zeitung“
schreibt: Aus dem Gewivre der Nachrichten über die Vernehmungen
Nobilings geht so viel mit Sicherheil hervor, daß er anfangs zwar
ede Verbindung mit der Sozialdemokratie geleugnet, später aber
nicht nur den Zusammenhang mit derselben eingestanden, sondern
auch hinzugefügt hat, die Ausübung der That sei rach getroffener
Bestimmung auf ihn gefallen. Mitschuldige näher zu bezeichnen,
iehnte er theils ab, theils war er dazu nicht im Stande. Es läßt
sich bis jetzt noch nicht erlennen, ob das Verbrechen aus einem
zrößeren Compleit oder aus einer Art frevelhafter Improvisation
riner Anzahl verbrecherischer Subjekte entsprungen ist.

Berlhin, 5. Juni. Das Bulletin üͤber das Befinden des
Kaisers von heute früh 10 Uhr lautet? Nach einer guten Nacht
jind die Kräfte Sr. Majestät gehoben. Die Kopfwunden und
nehrere Wunden am Arme sind in der Heilung begriffen. Die
Unschwellung am rechten Arm ist unverändert. Fieber aber nich
vorhanden. Der Appetit ist gering.

Berlin, 4. Juni. Sänmmiliche Kabinete haben die ihnen
uugegangene Einladung zum Congresse auf den 13. Juni angenommen.

husland.

Paris, 3. Juni. Die hiesigen Zeitungen sind einstimmig
in der Brandwarkung des Allenlals gegen den deuischen Kaiser,
zugleich constetirend, daß es der Kaiser sei, dem man zum Theii
das Zustandekommen des Congresses verdante.

— Ueberaus groß ist die Aufregung und Entrüstung, die in
Parisa über das Ältental auf den Kaiser Wilhelm herticht.
Man wollie am 2. ds. die Nachricht gar nicht glauben, leider
wurde sie jedoch bald von der deutschen Botschaft bestätigt und
der Unwille war allgemein. Seit gestern Abend eilt Alles was
n Paris Namen hat, auf die denlsche Gesandtschaft, um seine
Theilnahme kund zu geben. Marschall Mac Mahon fandt⸗ sofort
in Beileidstelegramm nach Berlin. Alle Bläller sprechen ihre
kntrüstaag über das Attentat auf den allgemein seines milden

Sinnes und edlen Charakers wegen geliebten greisen Monarchen aug

— Der Major Jouan vom 37. Linienregiment, in Garnison

ju Neuchateau, wurde am 1. ds. von einer Person, die von Paris
am, ermotdet. Der Offizier erhielt fünf Kugeln in den Kopf.
Der Morder wurde verhafiet.
.Sämmt'che Petersbur ger Zeitungen geben ihrer tiefen
kntrüstung über das Allentat auf Kaiser Wilhelm Ausdrude
„Golos? schreibt: Der deuische Kaiser und ganz Deutschland soll
vissen, daß das gesammte russische Volk beim Allmaͤchtigen die Er⸗
etiung des deutschen Kaiserz erfleht. — Im gleichen Sinne sprickt
ich die „Neue Zeit“ aus.
RVermischtes.

X Die Bürgerschaft Ludwi gshafens hat beschlossen,
aus Anlaß des jüngsten Altentales auf den Kaiser folgende Adresse
an denselben abzusenden:

Allerdurchlauchtester, großmächtigster Kaiser!
Allergnädigster Kaiser und Herr!

Kaum sind einige Wochen vergangen, daß der Stadtrath von
dudwigshafen, im Namen der Bewohner di.ser Stadt, Eure
Maßestaͤt beglückwünschte ob der Errettung aus drohender Lebens⸗
jefahr, und abermals dringt die Kunde keines schmachvollen Mord⸗
infalls auf Euerer Majestaät geheilgtes Haupt in alle Lande!

Ents zen und Scham erfüllen das Herz jedes hraven Deutschen
— Tausende und aber Tausende würden den eigenen Leib willig
zum Schutz des theueren Lebens unseres verehrten Kaisers darbieten.

Angstvboll und mit Grimm erfüllt über entartele Söhne des
Vaterlaudes fragen wir uns, Was soll aus der herrlichen Schöp⸗
ung, die wir Euerer Majestät verdanken, was soll aus dem neu
erstandenen deutschen Reiche werden, wenn unser Kaiser nicht mehr
ein Haupt ruhig in jedes Bürgers Schooß legen könnte ? und ua—
villkürlich müssen wir dann der Worte des Dichters gedenken
„Laundgrafwerde hart“.

Wenn unsere heißen Wuünsche an Gottes Thron Erhörung
inden, dann wird Euere Majostät auch diese schwere Prüfung über
tehen und in der ungeheuchelten Liebe, der unveränderlichen Treue
des deutschen Volkes Trost und Erhebung fiaden.

F München, 4. Juni. In verflossener Nacht ist das
Pschotrbräu⸗Keller haus ulil werthvollen Vortäthen ausgebrannt. Die
Feuerwehr batte groͤße Anstrengung, die Nebengebäude zu reiten,

* *

—
Intereasant
igt die in der hentigen Nummer unseret Zeitung sieh befindende Glũucks·
Anzeige von Samuet Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
lureh seine prompte und versehwiegenc Ausrahlung der hier und in der
Imgegend gewonneneo Beträge oinen dermassen guten huf erworben
lass wir Jeden aut degen hentiges Inserat vchon an dieser Stelle anf
merltsgam marnhen

„Die in unserem srtigen Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung des
derrn Laz. Samf. Cohn Hamburg ist ganz besonders zu beachten.
Dieses weltbekannte Geschäft besteht weit Uber 50 Jahre und hat
einen Kunden schon die größten Haupigewinne don Mark 360, 000
270,000, 246,000, 225,000, 183 000 180, 000, 156,000, oftmals 152,000,
o. oο, 80, do, sehr haufig 70600 000, 48, D00, 40 bο, Bö ä
Mark ꝛc. ꝛc., befonders aber im Königreich Bayern abermals aus der Ge⸗
vinnziehung vom 25.Mai 1378 den groößten Haupttrefser, vor
dutzem schon wieder den glücklichen Gewin nern im König⸗
reich Bayern die große Prämie von 282,400 Mark und kurz vorher
benfalls die große Prämie von 246,000 Mark Uuüberhaupt in der letzten
Zeit die Summe von weil übe 2i Millionen ausbezahlt, wodurch viele
Leute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt sind nun wie der für einen
geringen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 875,000 Mark,
vorauf wir besonders aufmerksam machen. Auch bezahlt dieses Haus
durch seine weilperbreileten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Drte aus. Da durch die getroffene großartige Einrichtung in Ver—
mehrung und Bergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarien
st, möge man dem Gluge die Hand bieten uͤnd sich vertrauensvoll an bi—
irma Laz. Sams. Eohn in Hamburag wenden bei der man gewissen⸗
aft und prompt bedient id
        <pb n="318" />
        Bezirkslehrerverein Blieslastel⸗St. Ingbert.

Mitmwoch, den 12. Juni, des Nachmittags von 132 Uhr

ab, im Schulhause zu Niederwürzbach Jahresversamm⸗

lung, wozu Mitglieder und Freunde der Schule höoflichst einladet
Der Aussqhuß.
*

4

4

K

VJ
15

—XE
sst. Ingbert Oberstadt)
empfiehlt: Tafel⸗, Kaffee⸗ und Theegeschirre, Wasch⸗
tisch⸗ Garnituren, Bierservice, Ehachepstsständer.
Stammseidel, Fliegenfallen und alle fonstige Artikel in Glas
ind Porzellan zu billigen festen Peeisen.

Bitte dieses Meine Geschäftsdivise: Bitie diefes
genau 2 genau
— * Glück und Segen bei Cohn! uisn.
bewaͤhrt sich stets ganz vorzü lich, denn wiedernum vor Kur⸗
zem wurde laut ——— — bei mir schon wieder
sewonnen und den glücklichen Gewinnernnn
im ünigreich Bäyer
Das grosso Loos, numlioh dio grosso Pramie von
252400 Mark auf Us. 313.
und ebenso kurz vorher
das groans Loos, nämlich dio grosss Pràmio von
246,0600 Mark auf As. 46,
von mir in baarem Gelde ausbezahlt und abermais habe ich voꝛ
rirea S Tagen aus der Gewinnziehung vom 24. Mai dieses Jahres
den größten Hauptgewinn
auf Nr. 11109
vie derum meinen Kundes
i m Rbn geeeich Bayern
in baarem Gelde ausbezahlt:
üeberhaupt habe ich in der leten Zeit meinen geehrten Kunden
die Summe von weit üͤber
2953 Millionen Mark
und in kurzen Zeiträumen außer zahlreichen sonstigen großen Hauptge⸗
winnen von 10, 20, 30, 50, 70, bis 100,600 Mark folgende große Prä⸗
ien iau amllichen Ziehungslisten in baarem Gelde ausbezahlt: Mark
Id dö d doο οο 182, 000, 180.000,
οο, vt 152, o00, 180.000, 120, 000 *. *.
wodurch meine Firma mit Recht Aberal als die
Auerglücklichste
bekannt ist. — Die vom Staate Hamburg eingerichtele und gaxantirte
höchst interessante große Geld⸗Lotterie, in welcher die Gewinne im Ganzen
die großartige Summe baaren Geldes von
eeee li ionen Mark deutsche Reichsmünze
betragen, enthält nur 91,0 00 Loose und werden in wenigen Monater
in 7 Abiheilungen im Ganzen 498,600 Geldgewinne sicher gewonnen
Zorunier namenilich folgende große Hauptgew:nne:
nzroßer Haupt⸗Gewinn und Prämie es. 375,000 M.
— 6—
oo 40, oõd. 36, Oõo, 80, 000, 25, 00, viet cpinm v-
20,000, 15,000, 12,000, eine sehr große Anzahl von 10,000
3000, 4000, 2400, 2000, 1500, 1200, 500 *. ꝛc
Die Gewinnziehung der 1. Abtheilung ist amtlich auf
Naͤchsten Mittwoch und Donnerstag
den 12. und 13. Juni dieses Jahres festgeste It, zu welcher

Ein are Driginase Loos nur 6 Mark,

Ein — es DriginalLoos nur 3 Mark,

Tin Liertel Driginal⸗Toos nur 1 Mark 80 Pfsg
tostet. Diese mit Staatswappen versehenen wirklichen Original⸗
Loose sende ich gegen Einsendung des Betrages in baarem Gelde oder in
Postfreimarken, oder auf Wunsch auch gegen Postvorschuß selbit
nach den entferntesten Gegenden den geehrien Auftraggebern
sofort zu. Ebenso sende ich die amtliche Gewinniiste und die Ge
winngelder sofort nach der Gewinnziehung jedem meiner geehrten Kunden
prompt und verschwiegen zu. Durch meine ausgebreiteien Geschäfts⸗
derbindungen überall jann man auch jeden Gewinn in seinem
Wohnort ausbezahlt erhalten.

Jede Bestellung kann man auch zur Bequemlich—
teis einfach auf eine Posteinzahlungskarte machen
ind erhält je der Auftraggeber die wirklichen Original
oofe sogleich von mit zugesandt,

28ams. Gohrn,
in Hamburag. Haupt Comptoir, Bank und Wechsel⸗Geschaft.

Futter⸗Verpachtung.

Zwei Beet Wiesen in Bruch⸗
rech neben den Pfarrwiesen und
ein Stück ewiger Klee bei Robr⸗
hbach, St. Ingberter Flur, sind
jur die desjahrige Ernte zu
berpachten.

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125,000, 80,000,
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10,000, 1 à 36,000,
3430,000, 12 25, 000,
5 20, 000, 6 à 18, 000.
1à 12, 000, 28 à 10,000
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ind zu haben in der
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6 Die Gewinne
ewrtn Giũñcks- ι; gtaat.
jĩ Ersto Ziehung:
876, 000 2 An-e — —
er — — ⏑ ⏑⏑
Dimndung zur Betheiligung an die
GVInn-OhAnOm
der vom Stnnte Hamburg arantirten groasen
Geid- Lotterie, im weleher üUber
—
8 Millionen 600,000 Mark
sieher gewonnen werden mussen.

Die Gewinne dieser vortheilhaften Geα Lotterie
welche plangemass nur 91, O00 Loose enthalt, sind folgende: nãmlieh
Gewiun er. 8375, 000 Mark, speciell Marx 256, 000. 125,000, 80,000.
60000, z8õöõ V360060, ei. 25000,
inas Goo und 13, 000 —a 00 27 al
sι 0ο, 76 nal 46000, 32000 —X
3 c ⏑0 ñ 250, 30628
ö⏑ ILII2. 16838 ⸗ 95, 710, 67,
Sσ le e αν Monaten in7 Ab-
Reiungen zur Sicheren Entscheidung.

Die ercte Gewinnzienung ist amtlick auf don

12. und 13. Juni d. J.

festgestellt und kostet hieran

ãas Fanzo Originalloos nur 6 Reichemark,

das hnaibe Originalloss nur 3. Reichemark,

das viertel Originalloos nur 2/2 Reichsmark,
and werden diers vor Stnnte arantirten Original-
LoOone (Leine vorbotenen Promessen) gegen frankirte Fin-
dendung des Betrages oder gzegen Pontvornohuan
Abet nack den entferatesten Gegenden von mir versaandt.

e eα Retheiüügten erhâit von mir neben szeinem Original-
ILooss eh den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gri-
tis vnd nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlieho Ziehnngaliate
unaufgefordert 2ugesandt.

pie Auszablung und Versendung der Gewinngelder
arfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter atrongeter
Verschwiegenheit.
T4 de Besteliung kann man einfach auf eine Pontein-

hIuungsk arte machen.
pMan wende ateh daher mit dem Muftragen
rertrauensroll an
Samuelh eebsehrer sence.,
Banquier und Wechsel · Comptoir in Bamburt.

Jüngst am 3. April dieses Jahres hatten wieder mohrere meiner

Intoressenten das Gluck
den grösaten LIauptgewinn
A mir xu gewinnen.

48

Fsmon Drud und Verlag von v. . Demetz in St Inagbert.
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3325*5832333 25336336385235 2612 23335
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2 — 32 525553075 * 233535333
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225 323333553 231235533238858
2 *55288 5523 535 52266
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2782 * 2 2 753 5857 S. — 232 232

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3538 33 3 2332 238
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43
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag, Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

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mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

—

F 89. eauustag. den 8. Juni 1378.
— ————— —
Deutsches Reich.

Mäünchen, 4. Juni. Um einer größeren Anzahl schon
aängere Zeit bei der Fahne stehenden Mannschaften die Gelegenheit
zur Verbringung der Pfingstfeiertage bei ihren Angeldrigen zu
zjeben, wurde genehmigt, daß insoweit es die dienstlichen Verhalt⸗
nisse gestatten, bis zu 30 Mann pro Compagnie ꝛc. vom Freitag
bis Dienstag einschließlich in Urlaub entlassen werden könnten.

(Abendztg.)

Berkin, 5. Juni. Wie verlautet, steht nunmeht d'e Be⸗
rufung des Reichstages fest behufs Berathung eines Gesetzes,
welches den Regierungen Vollmachten zur Unterdxückung der sozial⸗
—X

Berlhlin, 83. Jun'. Der Kronprirz hat heute Morgen in
Folge einer böniglichen Kabinetsordre, die vom Kaiser mit Weuge⸗
zeichnet und vom Täürsten Bismarck und den Chefs des Militär⸗
und Civilcabinets gegengezeichnet ist, die Geschäfte über⸗
rommen. Man erwartet sür den Abend durch den Reichs—
Anzeiger eine darauf bezügliche zffentliche Kundgebung.

Berlhin, 6. Juni. (Bulletin Vormittags 10 Uhr.) Seine
Majestät hat eine ruhige Nacht verbracht, Schmerzen sind auch heute
nicht vorhanden. Die vermehrte Wartme und Anschwellung des
cechten Vorderarmes haben sich vermindert. Der Ap, etit läßt
noch zu wünschen übrig. Fieber ist nicht eingetreten. Der berühmte
Thirurg Professor Esmarch (Kiel) ist gestern eingetroffen, um im
Berein mit den übrigen Aerzten den Kaiser zu behandeln.

Ueber die Scene, welche sich beim Eintreffen der Nachricht von
dem Attentat in der Familie des Verbrechers entwickelte, wird von
zut insormirter Seite Folgendes berichtet: Die in der Hindersinstraße

vohnhaften Eltern Nobiling's — seine Mutter und der Stieivater
— saßen am Sonntag Nachmittag beim Kaffe in höchster Seelens
uhe und unterhielten sich mit gleichgiltigen Dingen, als ein könig-
icher Wasen mit zwei Herren in Civil und zwei Offieieren vor⸗
überjagte und dann in der Roonstroße 8 anhrelt. Wenige Minuten
puͤter fuhren die Herren mit dem Geheimrath Langenbeck, der in
jenem Hause wohnt, wieder zurück. Herr d. G., Major a. D.,
)en Stiefvater des Nobiling, der vom Fenster aus die Eilfertigkeil
mit angesehen hatte, sagte zu seiner Frau: „Da muß wohl eine
„ohe Person plötzlich schwer erkrankt sein; sie habens mit dem
Beheimrath sehr eilig.“ Eine halbt Stunde später kam eine Droschke
eister Classe vor das Haus gefahren und eine schwarz geklerdete
Dame mit loditenbleichem Anilitz stieg aus. „Barmherziger Gott,
vas fehlt meiner Tachter!“ rief die Majotin und stürzte der Kom⸗
nenden schon auf der Treppe entgeger. Diese Tochter ist eine
oflegende Schwester in einem Berliner Hospital. Sie bat im
Flüsterton die Mutter, zu schweigen und erst in die Woheung zu
ommen. Hier ließ sich die Tochter erschöpft in einen Lehnfiuhl
zieder, während die Mu'ter mit angsterfüllter Seele an ihren
Lippen hing. Endlich fragte die Tochter? „War Karl heute hier?“
— „Neinm,?“ sagte der Major, „gestern, am Sonnabend hat er uns
hbesucht.“ — „Und Ihr wißt nicht, was heute Nachmittaz Unter
den Linden vorgefallen ist?“ — „Nean,“ antwortete die Mutter,
„aber spanne ups nicht auf die Folter, was ist geschehen ?“ —
„Man hat auf Kaiser Wilhelm geschossen.“ — Der Major und
eine Frau sprangen entsetzt auf und fragten zugleich: „Wer?“ —
Die Tochter hölte erst tief Athem, dann anlworteie fie mit lon⸗
oser Stimme: „Der Mörder heißt Karl Nobiling, man schreit
ven Namen wit Verwünschungen begleitet ducch alle Straßen der
Stadt; ich hörte den Tumult von meinem Fensler aus und fuhr,
vie ich ging und stand, zu Euch, um zu hören, wo unser Karl
st,“, Der Mäjor stand wie an den Boden gewutzelt, die Muner
iel in Ohnmacht, die Tochter fing sie in ihren Armen auf, Wieder
lam ein Wagen vorgefahren, ziwei Herren stiegen die Treppe zur
Wohnung des Majofs. hinauf, es waren zwei höhere Polizeibeamte,
ie in sehr höflichem Tone den Herrn Masor v. G. uͤnd seint
Bemahlin ersuchten, zur Polizeiwache nach der Mittelstraße mitzu⸗
ommen. Die Tochter fragte, ob sie ihtre Eltern begleilten dünse.

was ihr gestatiet wurde. Die Majorin, die sich wieder erholi hatie,
olgte von der Tochter gestützt, ihrem Panne und den beiden
derren, die mit den Damen nach dem Mollen narki fuhren. Auf
»em Wege dahin sprach die Mutter nicht eine Sylbe, sie sah mit
halb verworrenem Sinn das Gewoge der Menschen auf der Straße,
hörte das Ausrufen der Extrabläller und das Verdammen des
Ddrders.“ Ueber die Confrontation des Attentäters mit der im—
zlücklichen Mutter ist bereits berichtet worden. Welche Stimmung
in der bellagenswerihen Familie berrscht, läht sich eher denken,
As schildern.

—Posen, 5. Juni. Buchdrucker Priwasch, stellvertretender
Vorsitzender des hiesigen socialdemokratischen Lesebereins „Coacordia“,
wurde Sonntag nach dem Bekanntwerden des Alttenlates wegen
beleidigender Aeußerungen über den Kaiser verhaftet und ist heute
»om Kreisgericht wegen Maiesflätsbeleidigung zu 4 Jahr Gefaängnß
verurtheili worden.

Ausland.

Die „Post“ bringt folgendes Privat⸗Telegramm aus Wien:
„Die Londoner Sozialen baben offenbar vorher Kenntniß von dem
Uttentat auf den Kaiser Wilhelm gehabt. Andrassy erzählte gestern
einigen Delegationsmitgliedern, er habe die Meldung rhallen, daß
nglische Geheimpolizisten einen Tag vorher die engüsche Regierung
»enachrichligt hätten, es herrsche ünter den Soziüfien ein⸗ große
Bewegung, ein wichtiges Ereigniß scheine bevorzustehen.

Petersburg, 4 Juni. Die „Ag. russe? schreibt: die
Anwesenheit der Leiter der Cabinete auf dem Eongresse und der
Beist, welcher vorausichtlich auf diesem walten werde. ließen hoffen,
daß die orientalische Frage daselbst nicht nach kleinlichen Gesichts⸗
punkten der Kifersucht, sondern in einer Weise behaudelt werden
würde, welche das allgeme'ne Einverständniß und die Befestigung
des europäischen Friedens zun Ziele habe. Es sei zu wünschen,
daß das Befinden Gortschakoffs demselben gestatte, dem Congresse
beizuwohnen; der Congreß unter solchen Ümständen sei stets das
Ziel der Bestrebungen des Reschzkanzlers gewesen. — Der Kaiser
vesuche moraen Gorischafaff.

VermisHtes.

*St. Ingbert, 8. Mai. Unserm heutigen Blatte liegt
ꝛeine Abbildung des Attentäters Dr. Carl E. N obiling bei.

Zweibrücden, 6. Juni. Gellern hat auch das hiesige
Zürgermeisteramt im Auftroge des Stadtraths ein Beileids— und
Zuldigungstelegramm an Se. Moistät den deutschen Kaiser ab.
gehen lassen.

fKaiserslautern, 8. Juni. Ein schrecliches Ver⸗
rechen wurde gestern in Trippstadt umd zwar von einigen hiesigen
ungen Leuten degangen. Man erzählt darüder Folgendes: Drei
unge Burschen von hier, Namens Kaufmann. Hasemann und Sachs
efanden sich in Trippstadt und machten in einer Wirthschaft solchen
-Zcandal, daß sie mit Gewalt aus dem Lokal entsernt werden
nußten. Der Commandant der Gensdarmerie nahm nun den
Udiunet Schneider Schmitt mit, um die betreffenden Personen fest⸗
ustellen und zu protokolliren. Dieselben widersetz'en sich aber
hätlich, wobei Adjunkt Schmitt mit Messerstichen derart verwundet
vurde, daß er sofort eine Leiche war. — Die drei bei dem Vorfall
Zetheiliglen sind verhaflei.“ (. 3)

FIn Kaiserslautern sollie gestern Abend eiue social⸗
zemokratische Versammlung mit der Tagezordnung: „Das Altenlat
zuf den dulschen Kaser und das Hödel-Geseh! stattfinden. In
Folge dieser Ausschreibung erschien in der gestrigen Kaisersl. Zg.“
in von einer großen Anzahl Bürtger Kaiserslautern's unterzeichneter
Aufrnf folgenden Inhalts: „Troß der traurigen Vorkommnisse der
etzten Tage hat es schon wieder ein Socialdemokrat dus Mannheim
ewagt, auf deute Abend eine Volksversammlung in den Kraffr'schen
Zaal auszuschreiben, deren Zweck — wie das bisherige Wirlen
ꝛer Socialdemokratie zur Genuͤge zeigt — nur ein⸗ Aufwiegelung
inserer Bevölkerung sein kann.
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        Die traurigen Früchte und die betrübenden Folg'n der social⸗
demokratischen Irrlehren sind nur zu bekannt; es ist endlch an der
Zeit, daß die hiesige Bürgerschaft lich aufrafft, das Weitetumsich⸗
jreifen des socialdemokratischen Gifles verhindert und offen erklüͤrt,
daß am hiesigen Orte, wo ordnungsund rater landsliebende
Buürger wohnen, kein Platz ist für eine Partei, deren Tendenz den
Umsiurz alles Besiehenden bezwedt.
wWier fordern deshalb alle gutgesinntken und ordnungsliebenden
Bürger auj, in der heule Abend 8 Uhr im Krafft'jchen Saale
dattfindenden Versammlung zahlreich und puünktlich zu erscheinen,
um dem wülssten socialdemoktatischen Treiben entgegenzutreten.“ Die
Versammlung ist denn auch Angesichts des Auftretens des weitaus
zrößeren Theils der Bürgerschaft, die den socialdemokratischen Agitator
richts weniger als Lorbeeren erwarten ließ, abgesagt worden.

F Neustadt, 85. Juni. Am nächsien Pfingstuontag werden
m Neuftadter Saalbau die sogenannten Jubiluumssänger concet⸗
siren, welche seit längerer Zeit bereits in Deuischland und Europa
reifen und an allen Höfen und in allen Concertfälen mit dem
zesten Erfolg sich hören ließen. Es sind theils Neger und farbige
Aobtoömmlinge folcher, ehemalige Sclaven, welche durch den Secessions⸗
—XR— Erziehung und Bildußg an
der fogenannten Fisk Universität in Nafhville (Tennefsse) erhielten.
Sie siad aber nicht etwa Kunstsänger in unferem diesoceanishen
Sinne und reisen auch vicht um des Gelderwerbs in persönlichem
Interesse willen, soudern haben sich aufgemacht, um Miittel zu er⸗
verben für die Ecweiterung der Austalt, die sie selbst erzoz, dann
vomöglich noch andere Anstalten, die zur Ermoöglichung der gehell⸗
chaftlichen Hebung der farbigen Race errichtet werden sollen. Ihr
rrfolg ist noch berall ein guter, seibst oft brillanter gewesen und
ihrem Zweck haben sie schon ergiebige Summen zugrführt. D'e
hesellschaft besteht aus vier Hetren und sieben Damen mit größten⸗
cheils sehr guꝛen, venn auch erwas fremdartig klingenden Stim⸗
men, und die von ihnen ausgeführten Gesaänge sind theils religibs⸗
rnsthaften Charalters, theils sind es Lieder, wie sie unter den
amerikanischen Negersciaven entstanden sind und heimisch geworden,
die aber von höchst eigenthümlichen Charalter und oft mit wunder⸗
ichen Effecten ausg stattet sind. Aber gerade diese Eigenthümlich
sKeslen in Verbindung mit musterhafter Präcision und Sicherheil
sind es, die den Saͤngern üderall den Beifall sichern, den sie sich
auch in diesem Concert erwerben werden. Es ist eine fremde Ge⸗
zankenwell, die sich in fremden und völlig originalen musikalischen
Formen uud Manieren darstellt, aber so aufgefaßt von döchstem
Interesse ist.

p'In Edenkoben wurden am vorigen Sonntag Leute,
welche die Extrablätter mit der Nachricht von dem Attentat herum⸗
rugen, von den Sozialdemokroten aus dea Wirthshäusern hinaus⸗
geworfen. (Pf. K.)

In Ludwisshafen jand am Sonntag Vormiitag d'e
jelerliche Eröffnung der Pferdebahn statt. Die Einrichtung der
Wagen wird allseitig gelobt. Der Dienst auf der Pierdebuhn
beginnt hier Morgens halb7 Uhr und schließt Abends hab 10
Uhr. alle 10 Minuten geht auf der Linie Neckarbrücke-Ludwigs⸗
hafon und zurück ein Wagen ab. Die Wagen waren am Sonntag
dom Publikum statk ir Anspruch genommen .

Fvgudwigshafen, 4. Juni. Die Direction der Pfälz.
Hahnen gibt bekannt, daß die Giltigleit der Reltourdillete zut Pariser
Weiltaussiellung auf 30 Tage festgesetzt wor den ist.

Frankenthal, 4. Juni. (F. W.) Heute wurde
das Urtheil gegen den berüchtigten Herbrecher Hornung und Genossen
derkündigt. Derjelbe erhielt als wiederholt rückfälliger, unver⸗
zesserlicher Dieb wegen verschiedener schweren Diebstähle mirtelst
Finbruchs eine Zuchthausstrafe von 15 Jahren nebst Verlust der
bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer vvn 10 Jahren. Louis
don Kirchheim a. E. welcher dem Hocnung, nachdem er aus dem
Zuchthause in Kaiserslautern enisprungen war, Unterlunft gewaͤhrt
und sich verschiedenet Hehlereien der gestohlenen Gegenstände schuldig
nachte, erhielt eine Gegängnißstrafe von 1 Jahr 1 Monat, dessen
Thefrau edenfalls wegen Hehlerei eine Gefängnißstrafe von 9 Monaten,
dessen Tochter Katharina wegen desselben Reates eine jolche von 9
Mionaten bnd die Eheleute Haas von Freinsheim ebenfalls wegen
Hehlerei Gefaͤngnißstrafen von je 9 Monaten.

patéeinfischlingen, 5. Juni—⸗ Heute Morgen
pwischen 5 und 6 Uhr wurde die i Sjahrige Tochter des Joh. Georg
don Nieda von Kleinfischl ngen neden dem KNirqhofe erschossen, todt
mufgefunden. Der Liedhaber derselben, Carl Woif von hier, hatte
sich wahrscheinlich auch das Leben nehmen wolen, denn er hatte
ach in seinem Beite liegend einen Schuß gegeben, aber unrichtig
zurch die Wangen getroffen. Derselbe is noch bei volligem Be—
wußisein. Das Nähere wird si9h bald herausstellen.

J Munchen, 3. Juni. Die Landrichterswittwe Fr. K.
hadt dahier zeugt heute an, daß mit dem „Gioßen Kurflitst“ ihr
sehier Sohn, der Patrose Adolf Hädl, 1912 Jahre alt, in den
Dcean versunken ist. Acht Jahre vorbet statb im gleichen Alter
A Bruder den Heldentos in der Schlacht bei Wörth. — Uater

den bei dem Schiffsuntergange Verunglückten befiadet sich auch der
stapitän⸗Lieutenant Ludewig, Bruder des hiesigen k. Professors
—X—

p'Mänchen, 3. Juni. Nach den Bestimmungen über die
dlesjährigen Herbstübungen hat die bayerische Besatzungsbrigade in
Metz (Infanterie Regimenter Nr. 4 und 8), sowie das Jägerbataillon
NRr. 5 ihre Regiments⸗, bezw. Brigade⸗Exercitien auf dem großen
Exercirplatz bei Metz, das Chebaurleger⸗Regiment Nr. ð seine
Regimentsuͤbungen dei Saargemünd und die Brigade⸗Exercitien mil
der 31. preußischen Cavallerie-Brigade bei Hagenau vorzunehmen.
— Vor einiger Zeit waren wiederholte Klagen über die vielen
Versager des neuen deutschen Armee⸗ (Mauser⸗) Gewehres in die
Deffentlichleit gedrungen. Bei dem Informalions⸗Schießcourse für
Ziabsoffiziere in Spandau hat sich nun auf das A
jerausgestellt, daß die Ursache der v'elen Versager einzig und allein
in der Patrone zu suchen ist. Die in dieser Richtung angestellten
Proben und Versuche haben absolute Gewißheit ergeben, daß mit
er Aenderung in der zukünftigen Patronenfabrikation der veregte
Mißstand schwinden oder doch auf ein Minimum redurirt wird
wie dieses bei leinem anderen Militärgewehr bisher erreicht wurde,
so daß der deutsche Soldat ein festes Vertrauen zu seiner Feuer⸗
waffe haben lann.

pBaden-Baden, 5. Juni. Der Schah von Perfien
ist gestern hier eingetroffen und hat im Englischen Hof“ Abstei g⸗
quartier genommen. Derselbe gedenkt, einige Tage hier zu verweilen.

p'ntan uheim, 1. Juüni. Die „N. B. V.-Zig. schreibt
Gestern Nachmittag wurde der Wirth Gebhard aus der Land⸗
tutsche“ wegen Verdachts der Brandstiftung verhaftet.

Aus Elsaß. Ueber die durch den Orkan vom 24
Mai in Gambsheim angerichteten Verheerungen erfährt das „Els.
J.“, daß 7 Häuser niedergerissen, gegen 90 abgedeckt und fasl
200 große Obstkäume entwurzelt oder abgebrochen wurden. Der
Schaden in Gambsheim und dem dazu gehoͤrenden Weiler Betten⸗
sofen wird auf 80,600 M. geschätzt und beitrifft 90 meistens armt
Familien.

pWeißenburg (Etsaß), 5. Juni. Das seit Jahren am
Pfingstmontag üoliche Weißenburg⸗ Schleithaler Pferderennen wird
dieses Jahr an genanntem Toge nicht staltfinden, sondern bis auj
weiteres verschoben.

Mainz, 4. Juni. Das Attentat auf den Kaiser scheint
den hiesizen Gerichten reiche Beschäft: gung liefern zu sollen, indem
gestern nicht weniger als 5 Personen hier in Haft gebracht worden
find, die bei öffentlicher Diekutirung des Vorfalls Majestatsbe⸗
ie digungen begangen haben jollen.

4 Für den kolossalen Rückgang aller finanziellen Ver⸗
hält'a isse spricht u. a. die bisher noch niemals beobachtete
Th utsache. daß bei der am 4. Juni begonnenen Ziehung der dritten
Ziasse 158. preußischer Klassen-Lotterie mehrere Tausend Viertel⸗
doose als unbegebbar an die General Loiteriedirektion zurücgeschict
perden mußten, weil die bishecigen Inbaber die Erneuerung der⸗
jelben verweigerten.

p Erst bezauhlen! konnte der Titel für ein lleines Genre⸗
—XV Tage des Attentats inmitten der all ·
gemeinen Aufregung auf dem Taͤegraphenamte in Berlin sar
rine durze Zeit all zemeine Heiterleit verbreitete. Zu dem allse tig
bestürmten expedirenden Beamten triti am Nachmiltage des genannten
Tages ein loöniglicher Kammerlakai mit einem Sioß Depeschen,
welche, wie er dem Beamten mitiheilte, telegraphische Grüße des
S hah's in d'e Heimath tragen sollten. Der Beamte überflieg
flüchtig die Depeschen, macht dann aber plötzlich mit dem Daumen
ind dem Zeigefinger e'ne charakieristische Bewegung, die ohne
Zweifel die Frage enthielt, oh der „Konig der Könige“ auch das
röthige Kleingeld mitgescict habe. Als dies verneint wurde, de⸗
uerke der Beamte das Geschäft nicht abjchlietßen zu önnen; ver—
gebens rewonstrirle der Lakai und verwies auf das Hofmarschallam
zjur event. Bezahlung; der Beamte blieb daben, daß im Stephan'jcher
Resort das „erst bezahlen? das Loosungswort sei und so wanderten
enn die Papiere unerledigt zurück zum Schah, der sich schließlich
vohl oder übel zu dem landesüdlichen Telegrabden Odolus derstanden
hbabden dürfte.

pSchnelle Justiz. Das Kreisgericht zu Spandan
hat bereits am Dienstag den —E
Ftohne aus Birlin, welcher am Sonntag Nachmittag in einem
offentlchen Lokale Spandaus sein Bedauern über das Mißlingen
des Noblling'schen Attentats auzsprach, zu 22 Jahren Gefaͤngniß
berurtheilt. (In Berlin waren schon am Montaz wezen Unjuge
und uñehrbietiger Aeußerungen 87 Personen verhaftet worden.)

pRaffinirie Rache. In Alessandria (Norditalien) hat
sich vor einigen Tagen folgender empörende Vorjall ereignet: Ein
junger Italiener, der spät in der Nacht aus einem Cajö chantan
deimtehrte, wurde auf offener Straße von einigen, ihm auflauernden
ermummten Strolchen überfallen und in ein entlegenes Vorstadt⸗
Jaus geschleppt, wo man ihn mehrere Stunden gefangen hielt und
abrend dieler Zeit tätowicte. Letztere Prozedur bestand darin
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        daß man ihm mittelst einer Nadel und einer unausloschlichen äßenden
Zaͤure auf Stirn uad Wangen die drei italienischen Wocte: Ladro
Rauber), tradibore Verräther) und ruffiano (Wüstling) einätzte.
Rachdem Dieses geschehen gab man iam seine Freiheit wieder.
Als Ursache dieser Tätowirung gibt mar die verschmähte L ebe
ines Wravchens an, das sich dafür gehörig rächen wollte und sich
daru die Mitwirlung von einigen gemietheten Strolchen verschaffte.
Der junge Mann gehört einer angesehenen Vürgerfamilie in An⸗
tona an.

c. Tod eines NRisesen. Enzlische Blätter melden den
Tod eines junger schottischen Riefen William Campbell, welcher in
eßzter Zeil in der Eghptian Hall in London ausgestellt war, er
acb in seiner eigenen Behausung, der Schankwirtschaft zum ‚Herzog
von Wellington“ in Newcastle on Tyne im Alter von 26 Jahren.
sur 6 Fuß und 4 Zoll groß, imponirte er taupisächlich durch
seinen wahrhaft kolossalen Körperumfang, um die Schultern maß
x 96 Zoll, um die Brust 76 Zoll, um den Leib 47 Zoll und
uin. die Wade 35 Zoll. während sein Gewicht die immerhin recht
ausehnliche Höhe von 728 Pfund erreicht haben soll.

4 Einfingender Delinquent. Die amerikan jchen
Jeitungen brin zen folgende Details über eine zu New⸗ Albany im
Staate Ind ana staitgefundene Henrichtung, welche durch die Sing ·
nanie des Delinquenten um eine halbe Stunde verzögert wurde.
Der Zulauf zu diesem traurigen Schauspiel war so groß, daß drei
utres Tand von den Zuschauern bedeckt waren, die gleichsam einen
angeheuren Ameisenhaufen bildeten. Drei Geistliche, ein Weißer
und zwel Schwarze bestiegen das Schaffot mit dem Verurtheilter.
Lharies Foniains, so der Name desselben, begann sogleich, nach⸗
den der Priester Hawt sein Gebet gesprochen, die Hymne: „Er⸗
zarme Dich, Herr!“ zu singen. Als diese vollendet war und
ohne sich einen Augenblick Ruhe zu gönnen, intonirte er den Ge⸗
sang: „Ich wandle an des Jordans Ufern!“ Noach der letzten
Strophe machten die Priester eine Bewegung, um sich zurückzu⸗
ziehen, aber der Verurtheilte bat sie inständig, zu bleiben, um ihn
hoch das Lied: „Düster war die Racht und kalt die Erde“ singen
zu hören. Auf dieses verlängerte Singen solgte eine Scene ohne

Codes⸗Anzeige.
Theilnehmenden Verwandten, Freunden und Bekannten
die schuerzliche Nachticht, daß unser irnigst geliebtes
—XX MCATC.
heute Morgen 10 Ubr, im Alter von 29 Jahren, von
Golt dem Herrn zu sich genommen wurde.
St. Ingbert, 7. Juni 1878.
Die tieftrauernden Eltern:
Heinrich Burkay
Mandalena Burkay geb. Schütz.
Die Beerdigßune

rittee 2 Us8r statt.

irt Hannover 1877. Kassel 1877.
X

Stollen, Butter⸗, Zuckere und Zimmetkuchen, Sandtorten,
Topf⸗, Napf⸗ oder Radonkuchen, Bretzeln, sowie alle Hefeu⸗
gebäcke sind schnell und leicht, ohne Hefse und ohne aufgehen
uu lassen, mittelst

Just. v. Liebig's selbstthätigen Backmehls
herzustellen. Rec⸗pie sind jedem Packet deiggeben.
Einen deliciösen Feiertags-Nachtisch bereitet man mit
49 9
ciebig's Puddingpulver

und stellt dawit ohne weitere Zuthaten, als Milch und Zucker,
einen Pudding in Vanille, Mandeln oder Chocolade her. —
Bebrauchsssanweisung bei jedem Packet.
Niederlage bei Ph. LCIiIno˖ in St. Ingbert.

Nur die Packete sind ächt, die eine „Windmühle“
als gerichtlich eingetragene Handelsmarke tragen.
— p

ι
Wein⸗-Etiquetts,
farbig bis Marbig

ind zu haben in der Lith. Anstalt F. X. Demetz.
Si. Ingbert.

Bleichen. Etwa hundert Zuhörer haiten nach und nach die Siufen
des Sqhaffots erstiegen und waren an dem Verurtheilten vorüber⸗
defilirt, wobei ihn Jeder die Hand drückte und ein ge Worte an
hn richtete. Fontains pries, gegen alle gewendet, den Scheriff
von New⸗Albany. Er habe von ihm alle möglichen Aufmerksam⸗
eiten erhalten, sagte er, und die Zeit, welche er im Gefängniß
zugebracht, sei die glüclichste seines Lebens gewesen. Sobald das
Defil'ren vorüber war, drückte der gerührie Scheriff an einer Feder
und der Delirquent hatte in wenig Augenblicken vollendet.
Ur die Redaction verantwortlich: F. X. Den. s.

Die in unserem heutigen Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung deß
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonderz zu beachten.
Dieses weltbekannte Geschäft besteht weit über 50 Jahre und hat
einen Kunden schon die größten Hauptgewinne von Mark 860,000,
270,000, 246,0060, 225,000, 188, 000 180, 000, 156,000, oftmals 152,000,
150.000 90, d00 sehr haufig 78,000 60 000, 48 000, 40, 000, 86,0060
Wark ꝛc. ꝛc., besonders aber im Konigreich Bayern abermals aus der Ge⸗
vinnziehung vom 24. Mai 1878 den großten Haupttrefser, vor
zurzem schon wieder den glückl ichen Gewinnern im König-—
eich Bayern die große Prämie von 252,400 Mark und lkurz vorher
benfalls die große Präͤmie von 246,000 Mark, überhaupi in der letzten
Zeit die Summe von weit über 2212 Millionen ausbezahlt, wodurch viele
deute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt sind nun wie der für einen
jexingen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 875,000 Mark,
bvorauf wir besonders aufmerksam machen. Auch bezahlt dieses Haus
urch seine weitverbreiteten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Irte aus. Da durch die getroffene großartige Einrichtung in Ber⸗
nehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
st, möge man dem Glücke die Hand bieten und sich vertrauensvoll an di⸗
irma Laz. Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewissen⸗
aft und prompt bedient wird.“
c magen hierdurch auf die im heutigen Blatte stehende Annonce der
zerren Kaufmann n. Simon in Hambarg besonders aufmerksam.
ẽs handelt sich hier um Original ˖ Loofe zu einer so reichlich mit Haupt-Ge—
binnen ausgestatteten Verloosung, daß sich — in unserer Gegend eine sehr
ebhafte Betheiligung voraussetzen läßt. Dieses Unternehmen verdient das
olie Vertrauen, indem die besten Staatsgarantien geboten sind und auch
orbenanntes Haus durch ein stets streng reelles Handeln und Auszahlung
ahlreicher Gewinne allseits bekannt ist.

Am Pfingstmontag
Tanzmusik
bei Jarob Quirin,
Ren'risch.
rische Bierhefe

dei ẽ sche 8 ,
8 doeben erschien:

*Pariser Meltausstellungswalzer.

Fũür Klavier componirt von

—XXI
op. 36. Elegant ausgestattet mit schônem Jitel.
(Ansicht des Weltausstellungspalastes.)
Preis Mark 1.50.

Rechnungen
uun Jedermanns Gebrauch
in Uchtel, Viertel u. Halbe Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind dorräthig in der
Dreckerei ds. Bl.

Das Urtheil eines renommirten Klavierlehrers
üher dieses neueste Werk des beliebten Tanz-Com-
ponisten Jean Bouqouet lautet:

„Die Pariser Weltausstellung in Töne, und
speciell in Walzerform 2u verherrlichen, ist
war eine heikle Aufgabe, jedoch hat es der
Componist in vorliegendem Walzer verstanden,
dieselbe sehr glũcklich zu lIösen.

„Nach einer pompösen Finleitung, welche
die Eröõffnungsfeier der Ausstellung malt, ver-
daehmen wir eine reizende Folge von nhöchst
zehwungvollen, melodischen Walzern, welche
durch genannte Figenschaften, sowie durch ihre
pikanten Rythmen nicht versehlen we den, die
Tanzlust auf das angenehmste anzuregen. In 7
ꝛinzelnen Theilen führt der Componist ver-9
zchiedene Nationalitäaten vor und es dürfte nicht
schwer halten, die charakteristischen Eigen-
thũmlichkeiten derselbon hald heraus 2u erkennen.

„Ubpgleich der Walzer von brillanter Wirkung
ist, s0o bietet dennoch das sehr handliche und
geschickte Pianoforte-Arrangement nur màssige
Schwierigkeiten dar.“

Gegen Einsendung des Betrages in Marken ver-
gende ieh franco.

Pet. Jos. Tongebo, Kösn. a. Rh.

3
        <pb n="324" />
        Bezirkslehrerverein Blieskastel⸗St. Ingbert.

Mittwoch, den 12. Juni, des Nachmittags von 122 Uhr

ab, im Schulhaufe zu Niederwürzbach Jahresversamm⸗

lung, wozu Milglieder und Freunde der Schule höflichst einladet
Der Ausschuß.
GeschäftsEmpfehlung.
ünterzeichneter empfiehlt sich hiermit einem
verehrlichen hiesigen, fowie auswärtigen Pub⸗
ikum als
Bildhauer
um Anfer'gen von Grabsteinen, sowie aller
anderen in dies Fach einfchlagenden Artikel.
“gaute Arbeit bei dilligen Preisen wird
zugesichen! Achtun asvoll
IACObD TMVAVI.
T Meine Wohnung befindet sich bei Herrn Otlo
Ungewitter, Handelsgäriner.

Bitte dieset/ Meine Geschäftsdevise: Bitte dieses
genau * F genau
eitth. Glück und Segen bei Cohn! zucsn
bewährt sich stets grz vorzüglich, denn wiederum vor Kur⸗
zem wurde laut amtlicher Ziehungsliste bei mir schon wieder

gewonnen und den glücklichen Gewinnern
im Königreich Bayeru
Das grosse Loos, nàmlich dio grosse Prämio von
232,400 Aark auf Uo. 313,
und ebenso kurz vorher
das gronso Loos, nämlich die grosse Prâmio von
246,000 Mark anf AUs. 456,
hon mir in baarem Gelde ausbezahlt und abermals habe ich vor
eirca 8 Tagen aus der Gewinnziehung vom 24. Mai dieses Jahres
den größten Hauptgewinn
auf Nr. 11109
wiederum meinen Kaunde
i m —AA Bayern
in baarem Gelde ausbezahlt:
ũeberhaupt habe ich in der letzten Zeit meinen geehrten stunde
die Summe von weit iber F
25Daillionen Mark
und in kurzen Zeiträumen außer zahlreichen sonstigen großen Hauptge-⸗
innen von 10, 20, 80, 50, 70, bis 100,000 Mark folgende große Prä—
mien laut amtlichen Zie hunsslisten in baarem Gelde ausbezahlt: Mart
Io ö oοαο 228 000, 182, 000, 180, 000,
156000, haufs 152, 000, 150, 000, 120,000 *. 38.
wodurch meine Firma mit Recht überall als die
Allerglücklichste
bekannt ist. — Die vom Staate Hamburg eingerichtete und garantirte
höchst interessante große GeldeLonerie, in welcher die Gewinne im Ganzer
die großartig; Summe baaren Geldes von
ibee Millionen Mark deutsche Reichsmünze
betragen, enthält nur 91,000 Loose und werden in wenigen Monater
in 7 Abiheilungen im Ganzen A9, 600 Geldgewinne sicher gewonnen
dorunler namentlich folgende große Hauptgew:nne:
1 großer Haupt- Gewinn und Prämie ev. 375,000 M..
speciell M. 250,000, 125,000, 80. 000, 60,000.
000, 40, oöd, 36000, 30, 00, 25, 000, viele Gepinne von
20,000, 15,000, 12, 000, eine sehr große Anzahl von 10,000
ο. 4000, 2100, 2000, 1500, 1200, 500 *. *
Die Gewinnziehung der 1. Abtheilung ist amtlich auf
Nächsten Mittwoch und Donnerstag
den 12. und 13. Juni dieses Jahres festgestellt, zu welcher

Ein ganzges Original⸗-Loos nur 6 Mark,

Ein halbes Orißinal Loos nur 3 Mark,

Ein viertel Orißinal-Loos nur 1Mark 30 Pfg
tostet. Diese mit SEtaatswappen versehenen wirklichen Original⸗
Loose sende ich gegen Einsendung des Betrages in baarem Gelde oder in
Dostfreimarken, oder auf Wunsch auch gegen Postvorschuß selbs
nach den entferntesten Gegenden den geehrten Auftraggeberr
sofort zu. Ebenso sende ich die amtliche Gewinnliste und die Ge
winngelder sofort nach der Gewinnziehung jedem meiner geehrten Kunden
prompt und verschwiegen zu. Durch nieine ausgebreiteten Geschäfts
Ferbindungen überall kann man auch jeden Gewinn in seinem
Wohnort ausbezahlt erhalten.

Jede Bestellung kann man auch zur Bequemlich
einfach auf, eine Posteinzahlungskarte mache:
nd exhält jeder Auftraggeber die wirklichen Original
»ose sogleich von mir zugesandt.
7. Sams. Gohkn,
Uun Hambnra. HauptComptoir, Bank und Wechsel⸗Geschäft.
d Wednelatg en
A—

Mmamn briete dem Glüenne de and:
x75. O00 O R. Mark
Haupt-Gewinn im gunstigsten Palle bietet die allernæsueste
gronne Ge- VE—oιg, welche von der hohen. Regierung
Fenehmigt und garantirt ist.

Hpieꝰ vortheimnafte Dinriehtung des neuen Plares ist derart, dast
im Laufe von venigen Monaten durch 7 Verloosungen 49, 600 Geæ
Winmne zur sicheren Entscheidung kKommen, darunter befinden sich
Hauttreffer von eventnall R-M. 375. V00 speciell aber
Gewinn a .. “06 Gewinn a A. „000
Gewinn aà AM. 128,000 23 Gewinne à M. IO, ooo
Gewinn à M. 80,000 4 Gewinne à M. 8000
hewinn a 77. 6“8, 000 31 Gewinne à V. 3000
zewinn a77 70060 74 Gewinne à M. 4000
lewinn — 000 260 Gowinne »a5 5400
Zewinn e 90909 412 Gewinne 200
Gewinne — 600 621 Gewinns a M. 300
Gewinne a 900 700 Gewime a M. 2350

Gewinne a. 3, 000 28,015 GCewinne à A. 188

6 Gewinne à M. 15,000 ete. ete.

Die nüchste erste Gewinn-Ziehung dieser grossen vom Staaté

garantirten Geld-Verloosung ist amtlich estgestelit und findet
schon am 12. und 13. Zuni d. J. stalt
und kKostet hierzu
1ganzes Original-Loos nur Mark 6
1 halbes 3
vioertel F 1I/ —

Alle Auftrũge werden sofort gegen Einsendung, Possteinzahlung
oder Nachnahme des Betrages mit der grössten Sorgsalt ausgeführt
und orhitt Jedermann von uns die mit dem Staatswappen versehenen
Original-Loose selbst in Häanden.

Den Bestellungen werden die erforderlichen amtlichen Plãne gra-
tis beigesügt und nach jeder Ziehung senden wir unseren Interessonten'
inaufgefordert amtliche Liston.

Die Auszahlung der Géewinne erfolgt stets prompt unter Staats-
Garantie und kann dureh directe Susendungen oder auf Verlangen der
Interessenten durch unsere Verbindungen an allen grösseren Plätzen
Deutschlands veranlasst werden.

Unsere Collecte war stets vom Glũcke begünstigt und hatte sich
dieselde unter vielen anderen bedeutenden Gewinnen oftmals dert
ersten Haupttreffer zu erfreuen, die den betreftenden Interessenten,
direct ausbezahlt wurden.

Voraussichtlich kann bei einem solchen auf der S0lidesten
Basias gegründeten Unternehmen ũberall auf eine sehr rege Bethei-
ligung mit Best immtheit gerechnet werden, man beliebe daher schon
der nahen Zictung hulber alle auftrüge Baldiust direct 2u
richten an

Ictufmonn v Simon,

Bank-und wechsel-Geschaäft in Hamburg

Pin- und Verkauf aller Arten Staatsobligationen, Eisenbahn-Actien

und Anlehensloose.

P. S. Wir danken hierdureh für das uns seither geschenkte Vertrauen
uud iudem wir bei Beginn der neuen Versoosung zur Betheili-
gung einladden, werden wir uns auch fernerhin bestreben. durch
stets prompto und reelle Bedienung die volle Zusriedenheit
unserer geelrten Interessenten zu erlangen. D. 0O.

Am I. und 40.
Juni d. J.
beginnt mit der . Ziehung
die vom Staate gencbmig e

und garautlrte
LEa in hurger Stacdt-
ILoOtterãĩe.
Dieselbe besiehtaus 1,000
Looser und AD, 600 Ge
winnen, wovon Haupttreff
eventuell
375,000, 250,000,
1235,000, 80,000,
60,000, 50, 000, 1 2
AO, —00, 1à 36,000,
3480,000, 1à 25,000,
52 20,000, 6 à 15,000
12 12,000, 23 à 10,000
B8000, 2 à /hOM,
21à 3000, 74 à A000
Mark ꝛe.
Hierzu vers. Original—
oose
Ganze Halbe Viertel
6 Mx. 3M 1,50 Mk.
gegen Einsendung des Be—
trages oder per Postvorschuß.
Spieler erhalten die Ge-
vinnliste gratis!
2disth. Basilius,
vom Staate an⸗
ertellter Hanpt⸗Goll ecteur
in Rraunselhweig.

oeben erschienen—
„Erfolgreichste Behandlunzg der

Schwindsucht
durch einfache, aber bewahrte'
Mittel.“ — Preis 30 Pig. 9
dranke, welche glauben, an dieser
gefährlichen Krankheit zu ne
wollen nicht versäumen, sich otiger
Buch anzuschaffen, es bringt ihnen
Trost und, soweit noch —*28
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin abgedruckten
Dankschreiben beweisen. — Vor-
räthig in allen Buchhandlungen
oder gegen Einsendung von 30
Pfg. auch direkt zu beziehen von
Richter's Verlags-Anstalt in
VLeipzia

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 6. Jun'.
Weizen 11 M. 24 Pf. Korn
08 M. 62 Pf. Gerste Zreihige
— M. — Pf. Gerste 4rcih.
— M. — pPf. Spelz 0 M.
— pi. Hafer 7 M. 27 pf.
Heu 2 M. 80 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
— Pf. Weißbrod 142 Kilog.
56 Pf. Kornbrod 3sil. 77. 2 Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf.
Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 95 Pf.
Rindfl.“ 1. Qual. 66 Pi. 2.
Oual. 66 ppf. Kalbfl. 66 pi.
Hamfl. 60 Pf. Schweinifl. 60 Pf.
Butter O M. 90Pf. per Pid.
edattion Drug und Verlag von F. X. Demeß in ESt Ingbert
        <pb n="325" />
        St. Ingberter Anzeiger.
— ——
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich pViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich

1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neciamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 90. Sonntag- den v. Juni 1378.
—

— —
Deutsches Reich.

München, 65. Juni. In den letzten Wochen des Land⸗
lages find bekanntlich mehrere Mitglieder der ultramonianen Kammer⸗
frallion aus derselben ausgetreten, eine Vereinigung derselben zu
iner neuen Fraction gelangte jedoch damals n'icht zur Ausführung.
Wie wir nun vernehmen, soll dies alsbald nach dem beborftebenden
Wiederzusammentritte geschehen, respeltiv die Bildung einer Lußersten
Rechte versucht werden, zu welchem Behufe auch bereits Vorbesprechungen
anter einigen der betr. Abgeordneten statigefunden haben — Die
Untersuchung, welche gegen den Redakteur des Vaterland“, Dr.
Sigl, eingeleitet wurde, betrifft nicht allein eine Majestatsbeleidigung,
ondern auch — nach Art. 110 des R.Str.G.B. — eine Auf-
orderung zum Ungehorsam.

Augsburg, 7. Juni. Nach der „Allg. Ztz.“ hat König
dudwig die Einderufung des bayerischen Landtags auf
1. Juli angeordnet.

Berlinz; 6. Juni. Die „Nordd. Allg. Zig.“ hört aus
diplomatischen Kreisen, daß die Anwesenheit der frempen Minister
in Berlin auf ungefähr acht dis zehn Tage bemessen ist. Sobalb—
iber die Grundbedingungen eine Einigung erzielt worden ist, dürfte
die Regelung der Debatte und die Fesistellung der Protokolle auf
eine europäische Commission übergehen.

Borlhin, 6. Juni. Der ‚Reichsanzeiger“ publicirt heute
Nachmittag die Ordre des Kaisers und Königs vom 4. Juni,
beglaubigt von den Kabinetschefs v. Wilnowsth und v. Albedyll,
zegengezeichnet vom Reichslanzler und vom Staatsministerium,
zerichtet an den Kronbrinzen, welche dem Kronprinzen für die
Dauer der Verhinderung des Kaiser⸗ — Nönigs die Veriretung
in der oberen Leitung der Regierungsgeschufte überträgt.

Berlhin, 6. Juni. Der Kronprinz einpfing im Laufe des
gestrigen Tages außer dem Chef des Civillabinels auch den Feld—
marschall Graf Moltke, höhere Offiziere und Nachmittags den Chef
der Admiralität v. Stosch. Abends 8 Uhe fand eine Berathung
des gesammten Staatsministeriums im kronprinzlichen Palais stati.
Heute Vormittag arbeitete der Kronprinz mit dem Kriegsminister

und dem Chef des Militärcabinets. — Prinz Wilhelm von Preußen
und der Erbgroßherzog von Baden werden morgen aus Bonn bier
eintreffen.

Berlin, 7. Juni. Bulletin 63 Uhr Morgens: Der
Laiser hal den größten Theil der Nacht ruhig geschlafen; im ver⸗
eßzten rechten Arme sind wider Schmerzen noch Hitze eingetreten.

Das Entlassungsgesuch des Cultusministers Dr.
Falt soll nachh der Nat. Z379g.“. endgiltig zurücgenommen sein,
nachdem die Schwierigleiten. welche dasselbe veranlahßt haben, gehoben
vorden.

Stuttgart, 6. Juni. Auf Pfingsten ist im ganzen
Lande Kirchengebet für die Genesung des Kaisers angeordnet. Die
Bulletins werden an den größeren Telegraphenstalioncn des Fandes
offentlich angeschlagen.

Die amiliche Provinzialkorrespondenz sagt am Schlusse eines
Aufsahzes Uber das Nobiling'sche ãttentat: Vergebens
ust die Ausrede, daß die Sozialdemokratie Altentale nicht begehen
werde, weil fie zwecklos seien, indem an der Gefallenen Stelle
ofort andere Persoͤnlichkeilen treien. Solche Ausride ist vergeblich.

Denn einmal handelt der auf's Aeußerste entflammt: Haß nicht
mehr nach Zwecken, sondern nach dem unbezuhmbar erregten Instinki;
zweilens liegt aber in dem scheinbar zwecklosen Attentat eine grauen⸗
polle Zweckmaßigleit, die, auch wo sie dem Frebler verborgen bleibt,
doch Denen bewußt ist, die die Gesinnung des Frebels bereiten unb
amhertragen: die Zweckmäßigkeit, daß die Gesellschaft in der un⸗
entbehrlichsten Grundlage ihres Bestehens, in dem Bertrauen Aller
auf die allgemeine Sicherheit, auf die innere Schranke des Gewissens
und auf die äußere des Gesetzes unheilbar erschüttert, rathlos bis
ur Wehrlosigkeit werden könnte. VDie Voraussetzung, die solchen
Berechnungen zu Grunde liegt, wird sich nicht bewahrheiten. Die
A das Gewissen

det Nation wenden. Sie wird von den berufenen Vertretern der⸗

selben den Schuß für die bedrohte Gesellschaft verlangen, den die

hestehenden Geseße nicht genügend gewähren. Sie vertraut, die

Entschlossenheit und Hingebung, auf welche fie rechnet, bei Allen

zu finden, die Staat und Gesellschaft erhaiten wollen.“
NAusland.

London, 6. Jum. Die ‚Times“ dementirt auf das
nachdrucklichste, England und Rußland hätten ein Privatabkommen
um Nachtheil der Interessen DOefierreichs getroffen. England habe
lein Grund zu einem solchen Verfahren. „Morning; Post“ meldet:
Die Russen concentriren 27,000 Mann und 1285 Kanonen in
Tschorlu. — „Dailhy News“ berichtet aus Petersburg: In Folge
des Bestrebens der Türken, Feirdseligkeiten zu provociren, sind
Rußland und England üũbereingelommen, ihre Streitlraste nicht
bor dem Congreß zurückzuziehen.

Pera, 4. Juni. Die Türkei weigert sich, Varna zu räumen,
weil sie nach den jungsthin mit den Bulgaͤren gemachten Erfahrungen
sich scheue, die große Anzahl der in der Festung wohnenden Moha⸗
medaner der Gnade der Bulgaren und Russen zu überlieern.

——
Fermischtes.

fF St. Ingbert, 7. Juni. Bei dem heuligen israelitischen

Gottesdienste wucden Gebete für die Genefung und Erhaltuͤng
anseres Kaisers verrichtei. — Auch die staiserslauterer
Isrcaeliten halten heute (Fteiiag) aus Anlaß des Alttentats einen
Bottesdienst ab, in welchem Gebete für den Kaiser verrichtet
werden sollen.
7 St. Ingbert, 8. Juni. Nach uns gewordener Mit⸗
theilung ereignete sich gestern Abend auf dem Bahnhofe Blies⸗
lastelLautzzkirchen ein bedauerlicher Unglücksfall. Der
vortige Portier wurde von dem um 6 Ubr 24 PMinmen hier ein⸗
reffenden Zuge berfahren und war auf der Stelle lodi. Naͤberes
ehlt noch.

t Aus Trippstadit, 3. Juni, wird der „Pf. 3.“ ge⸗
chrieben: Heute Nachmittag wurden die drei Kaiserslauterer Bursche,
velche den Adjunkten Schmidt von hier auf eine so schändliche
Weise erstachen, in das Untersuchungsgefangniß eingeliefert, nachdem
ie Gerichtskommission heute früh am Orte der That die noͤthigen
lufnahmen gemacht hatte. Die Namen der jugendlichen Bursche
ind: Sachs, Kaufmann und Hasemann, von welchen Letzterer bei
»er Erstechung nicht unmittelbac detheiligt war. Piit Revolver,
Degen ⁊c. ꝛc. dersehen. waren die Buben zur Maikur in den Waiß
ezogen.

Erlangen, 2. Juni. Der Studirende der Rechte,
Zuido Brand, der kurzlich dom Schwurgericht zu Nürnberg frei—
jesprochen wurde, ist auf Grund der Universitatzsatzungen wegen
Zweikampfes bis Michaelis 1879 von hier weggewiesen und das
aufende Semester von seiner Studienzeit gestrichen worden.

fBerlin, 5. Juni. Die „Tribuͤne“ meldet; „Die Ver⸗
inlassung zu dem Duell, in welchem vorige Woche ein tüchtiger,
joffnungsboller, junger Offizier eines hie sigen Garderegiments seinen
Tod gefunden hat, soll eine ähnliche gewesen sein, wie die, welche
her vielbesprochenen Erlanger Dueliangelegenheit zu Grunde gelegen
Jat. Ein Einjährig-Freiwilliger, Student der hiesigen Universität,
var von dem Offizier im Dienst beleidigt worden, und hatte nach

ibgeleisteter Dienstpflicht Satisfaltion verlangt, welche ihm nach
ergangener ehrengerichtlicher Eatscheidung nicht verweigert werden
onnte. Das Duell sand außerhalb Berlins statt und' endelr müu

der Toͤdtung des Offiziers.

fF Die wahre SGütergemeinschaft besteht darin,
daß die Menschen und Völker immer mehr von einander lernen
ind durch Entwickelung ihrer Indididualität und Arbeitslraft zuerst
ich selbst und ihre Familie, sodann aber auch ihre Gemeende, ihren
Staat und die Menschheit Aberhaupt vorwärts bringen, daß sie
hre sittlichen, geistigen und technischen und wirthschaftlichen Fort⸗
dritte nnd Ecrungenschaften sich gegenseitia aneianen ik n
        <pb n="326" />
        producie möglichst frei miteinander austauschen und so die Einzel⸗
kraft der Gesammtkraft, die Einzelwoblfahrt der Gesammtwohlfahrt
dienstbar machen. Ein soicher Dienst des Einzellebens am Gemein⸗
schaftsleben, eine solche Gütertheilung kann aber weder von oben
noch von urten her anb fohlen und erzwungen werden, sondern
muß aus der jreien That und edlen Gesinnung jedes Individiums
hervorgehen. Die Verschiedenheit der Abstammung des Nlimas,
der geographischen Lage, der Bodenbeschaffenheit, der hundertjährigen
materielien und geistigen Entwickelung wird jedem Vollke immer ein
besonderes Gepraͤge aufdrücken, aber es werden gewisse Haupteinigungs⸗
punkte bleiben, welche die Voͤller mit der Zeit mehr an einander
binden und eine höhere Gesammtcultur eemdoglichen. Wie die
Entwickelung der veischiedenen Voͤller nach dem Ziele einer innigeren
Gemeinschaft nur eine langsame sein kann, so dnnen auch ganze
Gesellschaflsklassen eines einzelnen Volles nur allmaͤhlich in eine
nmer vollstandigere Gemeinsamkeit der materiellen und geistigen
HDuter zusammen wachsen, weil oft Generationen zur Entwickelung
von Fäahigkeiten gehören und weil den unteren Klassen in ihrer
Gesammtheit vor Allem größere Schärfe von Beobachtung, erhoöhte
Gewöhnung zu denken und zu urlheilkn, mehr Feinheit und Würde
n außeten Auftreten auerzogen werden muß. Dies Alles läßt

ich nicht im Handumdrehen erreichen, sondern bedarf der Gesammt⸗
arbeit von Generationen.
An⸗ Nedaction veraniwortliæ«· *

3.
à O —WÆÆEE—tR⸗]—m
.ie unserem heutigen Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung des
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachten.
dieses welibekannte Geschäft besteht weit über 50 Jahre und, hat
rinen Kunden schon die größten Hauptgewinne von Mark 360,060,
370,000, 246, 000, 225,000, 188000 180, 000, 156,000, oftmals 152,000,
.οο, v90, boäο, sehr haufig 78, 000, 60 000, 48, 000, 40, 000, 86, 000
Rark rc. 2c. besonders aber im Königreich Bayern abermals aus der Ge⸗
pinnziehung vom 24. Mai 1878 den größten Haupttrefser, vor
durzem schon wieder den glücklichen Gewinnern im Konig⸗
teich Bayern die große Prämie von 252,400 Mark und kurz vorher
benfalls die große Präͤmie von 246,000 Mark, überhaupt in der letzien
Zeit die Summe von weit über 2uh Millionen ausbezahlt, wodurch viele
deute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt find nun wie der für einen
zeringen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 375.000 Mark,
dorauf wir besonders aufmerksam machen. Auch bezahlt dieses Haus
zurch seine weiiverbreiteten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Zrie gue. Da durch die geiroffene großartige Einrichtung in Ver—
nehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
st, möge man dem Glude die Hand bieten und sich verirauensvoll an di⸗
firma Laz. Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewissen⸗
sJaft und prompt bedient wird.“

Aus freier Hand zu
verkaufen:

lqui erhaltenes Tafelklavier
pon Kaim u. Günther,
polirte Bettstelle in Nuß⸗
baumholz,
ovale Badbütte,
KRrautständer,
ovale Waschbütte,
Badewanne in Zink,
Queckfilberbarometer
mit Thermometer.

Die Exped. d. Bl. sagt bei wem.
Ueber die Pfingstfeiertage:
Morgens und Mittags zum Kaffee
Kuchen
und mürbes Backwerk,
sowie Mittags
gefüllte Meringen und
feinere Torten.

Conditorei J. Ricxel.
*
Jahrmarkt
am 17. Juni 1878 in St.
Ingbert. 3
Eine noch fast neut
Wirthschafts⸗
Einrichtung
Bierpumpe wmit doppelter
Leiung, mehrere Tische und
Bänke, sind fofort dillig zu
laufen. Näheres sagt die Erped.
Eine Wohnung
im oberen Stock mit 2 Zimmer,
Zuüuche, Platz auf Speicher und
Neller hat zu vermiethen
Earl Soffmann.

Bitte diesesß Meine Geschäftsdevisez witie —
genau * genau
Ien. Glück und Segen bei Cohn! aiaen.
ewährt fich stets ganz vorzüglich, denn wiederum vor Kur⸗
zjem wurde laut ßeeee bei mir schon wieder

gewonnen und den glücklichen Gewinnern
im Königreich Bayernu 3
Das grosseo Loos, namlioh die grosse Prämis von
252,400 Mark anf As. 313.
und ebenso kurz vorher
das grosso Loos, nämlich dio grosso Prümie von
246,000 Mark auf As. 456,
von mir in baarem Gelde ausbezahlt und abermals habe ich 9
Cirea S Tagen aus der Gewinnziehung vom 24. Mai dieses Jahres
l — * 4
den größten Hauptgewinn
auf Nr. 11109
wie derum meinen Kunden
i m eee Bayern
in baarem Gelde ausbezahlt:
VUecsberhaupt habe ich in der leßten Zeit meinen geehrten Kunden
die Summe von weit über
2543 Millionen Mark —
und in kurzen Zeiträumen außer zahlreichen sonstigen großen Hauptge⸗
pinnen von 10, 20, 80, 50, 70, bis 100,000 Mark folgende große 2
nien lam amtlichen Ziehungslisien in baarem Gelde ausbezahlt: Mark
bñο οοο 3 ο 182, 000, 180,000,
156,000, haufig 152, 000, 150,000, 120, 000 ꝛc. xc.
vodurch meine Firma mit Recht überall als die WM
Allerglücklichste
ekannt ist. — Die vom Sigate Hamburg eingerichtete und garantirte
hchst interessante große Geld⸗Lotterie, in welcher die Gewinne im Ganzen
ie großartige Summe baaren Geldes von
uͤber s Millionen Mark deutsche Reichsmünze
zetragen, enthält nur PVI, 00 0 Loose und werden in wenigen Monaten
in 7 Abiheilungen im Ganzen AB, 600 Geldgewinne sicher gewonnen,
worunter namentlich folgende große Hauptgew:nne:
großer Haupt⸗ Gewinn und Prämie ev. 375,000 M.,
speciell M. 250,000, 125,000, 80.000, 60,000,
30,000, 40,000, 36, 000, 30,000, 25, 000, viele Gewinne von
20,000, 15,000, 12, 000, eine sehr große Anzahl von 10,000,
5000, 4000, 2400, 2000, 1500, 1200, 600 3
Die Gewinnz ie hung der 1. Abtheilung ist amtlich auf
Nächsten Mittwoch und Donnerstag
den 12. und 13. Juni dieses Jahres festgestellt zu welcher

Ein ne Original⸗Loos nur 6 Mark,

Ein za es OriginalLoos nur 8 Mark,

Ein viertel Original⸗LToos nur 1 Mark 80 Pfs.
ostet. Diese mit Staatswappen versehenen wirklichen Original⸗
Loose sende ich gegen Einsendung des Betrages in baarem Gelde oder in
postfreimarken, oder auf Wunsch auch gegen Postvorschuß ——
ach den entferntesten Gegenden den geehrten Auftraggebern
ofort zu, Ebdenss sende ich die amtliche Gewinnliste und die Ge
winngelder sofort nach der Gewinnziehung jedem meiner geehrten —XX
prompt und verschwiegen zu. Durch meine ausgebreiteten Geschafts
berbindungen überali kann man auch jeden Gewinn in seituem
Wohnort ausbezahlt erhalten.

Jede Bestellung kann man auch zur Bequemlich⸗
lei¶ einfach auf eine Posteinzahlungskarte machen
ind erhalt jeder Auftraggeber die wirklichen Original⸗
Noose sogleich von mir zugesandt.

C2. Sams. Gohn,
in Hamburag. Haupt⸗Comptoir, Bank und Wechsel⸗Geschäft

Ein droves, sseißiges Dieust⸗
mädchen für hausliche Arbeiten
wird gesucht.

Näheres in der Erp. d. Bl.
riepapier
mit Firma, zu Gesohũstshriefen
in schöûõnen veraierten

Schriften,
—IVLwA
Rartem ete., werden raseh
and billig angefertigt in der
Buoh- und Steindruokereoi

F. X. Demetæz.
8t. Ingbert.

sq
Pfingstmontag finder in meinem Garten, bei dunsiger
Witterung
Harmonie · Ausik
statt, wozu freundlichst einladet
Zulius Grewenig.
MEIAXCXAI. D—— —
Raͤuqherkerzchen gegen Schnaken.
Einfachsies und sicherstes Mittel zur Beseitigung
dieser lästigen Insekten.
1— 2 Kerzchen werden je nach Größe des Zimmers angezündet
und dem ruhigen Abbrennen überlassen.
Dieselben sind der Gejundheit des Menschen durchaus un⸗
adlich.
i 3 haben in Pacchen à 20 Pf. bei Herrn J. Friedrich.
— — e — — — — — — ———— ——,, —GD- e uXOQô XXÊů ZZZZ
—Iecdanien drucdk und Verlag von F. X. Demeß in St Ingbert. J
Biezu „JIliustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 28.

—Aã
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaliungsblatt, (Sonuntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sanstag uud Sonnutag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg. von Auswärts vrit 153 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neelamen
nit 30 Pfgapro Zeile berechnet.
M 91 Dienstag, den 11. Juni. ʒ 1
A .* 9 * * — 878 F
Deutsche Sozialdemokraten in London.

Man schreibt aus London: Wenn man die socialdemolbratische
Partei in ihrer ganzen Nadckttheit und Unverfrorenheit kennen lernen
will, dann bietet sich in London reichliche Gelegenheit dazu. Es
zxistiren dort mehrere socialistische Vereine, deren Mitglieder lediglich
deutsche Arbeiter jnd. Alles, was Deuischland den Rücken kehrt,
theils weil es der Militärpflicht nicht genügen will, theils weil es
beim moralischen oder materiellen Bankerott mit den Gesctzen in
Conflilt gekommen, wendet sich in London der Sozialdemokralie zu.
Von ihr erhoffen sie, die sich aus eigener Verschuldung mit der
Besellschaft in Deutschland zerworfen haben, ihr Heil und ihre Zu⸗
kunft. Man braucht nur die Reihen der Londoner deutschen Sozial⸗
demokraten zu mustern, um über dieselben zu erschrecken. D'e
Führer leben von den Mitteln, die ihnen die Gesinnungsgenossen
in Deutjchland senden und die Verführten sind anrüchige und dunkle
Existenzen. In ihren Vereinen wird der Mord gepredigt und gegen
den deutschen Thron und die Zustände in Deutschland unsäglich
getobt, werden die unfläthigsten und revolutionärsten Schriflen ver—
jaßt und nach Deutschland geschmuggelt, kurz eine Meule heran⸗
gezogen, die in der Stunde der Gefahr und der Entscheidung ein
Schrecken der Welt sein könnte. Im Lager der deutschen Soz'al⸗
demokraten in London wetteifert die grasseste Unwissenheit mit der
hrutalsten Rohheit.

Diese allgemeinen Sätze erhalten eine schlagende Illustration
zdurch die Vorgänge, welche in London jüngst dei Gelegenheit der
Aeberreichung einer Adresse der deutschen Arbeiter an das kron⸗
prinzliche Paar stattfanden. Nicht als ob die Vorgänge an und
ür sich von großer Bedeulung und Tragweite wären, aber man darf
in ihnen ein Symptom einer maßlosen geistigen Berwilderung er⸗
zlicken, die sich bei Denen eingenistet, denen die schöne Idee der
Zugehörigkeit zu einem geliebten Vaterlande und die Achtung, die
man der treuen Vaterlandsliebe schuldig ist, unterging in einem
Gemisch konfuser, kosmopolitischer Ideen und der toll und besessen
um sich schlagenden Rohheit, die ihre Freude hat an dem lärmenden
Slandale.

Die deutschen Vereine London's beschlossen, eine Bersammlung
zur Diskufsion einer Adresse an den Kronprinzen abzuhalten. Eine
Meute verkommener Gesellen drängte sich unter wüstem Toben in
das Lokal und suchte durch tolles Geschrei, und Lärm jede geordnete
Debatte zu stören. Als der Vorsißende sah, daß sich eine Ver—
sammlung mit solchen Stoörenfrieden nicht abhalten lasse, erklärte er
die Sitzung vorläufig für geschlossen. Dies war das Signal zu
einem Höllenläͤrm. Während die loyalen Arbeiter in den andern
RKaumlchkeiten sich zerstreuten, versüchten die Sozialdemokraten eipe
Bersammlung unter fich abzuhalien. Die Rädelsführer derselben
üernahmen den Vorsitz und schwatzten tolles Zeug uüͤber Vaterland,
Deutschland, Loyalitaͤt u. s. w., dazwischen wuste Fanfaronaden
Aber die allen, zum Ekel breitgetreienen Themaia. Ein Knirps
aus Sachsen, Milisärflüchtling, seines Zeichens Häringsverkäufer in
inem kleinen Geschäfte, geberdete sich am iollsten, und mit bestia⸗
lischer Rohheit wüͤihete er gegen alles Bestehende, um schließlich zu
xllären, daß das ganze Ättentat Hödel's in Berlin ein reiner
humbug sei und daß der elende Hödel von der Reaklion als Werk—

Feug zu dieser Farce gedungen worden sei. Die Mitglieder dieses
Vereins sahen sich durch diese freche Verhöhnung des den Arbeitern
Jewährten Gastrechtes verletzt, und da die gütlichen Aufforderungen,
»en Saal zu räumen, fruüchtlos blieben, begab sich der Prüsident
)es Vereins zur nächsten Polizeistation, um den Saal räumen zu
lassen. Die Polizei leistete diesem Ersuchen Folge und sechs Poli⸗
isten führten die Krakehler zur Thür hinaus

Darauf wurde in Ruhe der Entwurf der Adresse festgestellt.
Am folgenden Tage wurde sie von einer felerlichen Deputation dem
ronprinzlichen Paar üterreicht. Leider sollle es auch diesmal nicht
hne Störung abgehen. Vor dem Palast der deutschen Botschafl
jatten sich Kommunisten und Sozialdemokralten in Massen eingefunden;
je setzten durch das Abfingen der Marseillaise eine pöbelhafte
Begendemonstration in Szene. Dann vertrieben sie sich die Zeil
zamit, Andersdenkende zu insultiren. Sie hatten sich in einzelne

Rudel vertheilt und beschimpften Jeden, der ihnen in den Weg trat.
Als die Deputation aus der Botschaft kam, wurde sie mit Schmähungen
iberhäuft. Die Sojialdemokraten folgten den einzelnen Mitgliedern
ind insultirten sie in den Seitengassen in gröblichfier Weife. Wieder
jeichnete sich unter dieser Bande der erwähnte Knirps aus Sachsen
mus, der an der Spitze einer kleinen Schaar Flüche ausstieß, zur
Justheilung von Schlagen aufforderte und laut bedauerie, daß seine
hartei nicht einige Fässer Pelroleum mitgebracht habe. 4

Diese freche Demoustration hak zu dem Gerücht Anlaß gegeben,
zaß in London ein Attentat auf den Kronprinzen gemacht worden
i. Wie scharf die englische Preffe diese Ausschreitungen verurtheilt,
udge folgende Stelle des Standard“ beweisen: „England öffnet
jastfreundlich seine Thore den Flüchtlingen aller Länder und aller
Meinungen, aber e8 wird nicht dulden, daß diese Gastfreundschaft
nißbraucht werde. Die deutschen Sozialisten leben hier unbelaͤstigt
ind unbewacht, aber derartige Demonsirationen sind unertraglich.
Solche Schändlichkeiten müssen unterdrückt werden. Jederman ist
rei in seinen religiösen und politischen Meinungen, aber wenn Mei⸗
nuungen ihren Ausdruck finden in Gewaltakten, in Jusullen gegen
ürstliche Gäste oder in Beschimpfungen loyaler Deputationen, dann
nuß das Gesetz in Anwendung kommen!“
Deutsches Reich.

Berlin, 7. Juni. Die von der preußischen Regierung

eim Bundestath eingebrachte Vorlage betreffend die Aufloͤsung deẽ
deichstags ist von gestern datirt und vom Fürften Bismardck ge⸗
eichnet. Sie lauset: „Die Erkenntniß der Gefahren, welche
S„taat und Gesellschaft durch das Umsichgreifen einer jedes fittliche
ind rechtliche Gebot verachtenden Gesinnung bedrohen, hatte die
jerbündeten Regierungen bewogen, anläßlich des Attentats vom
I. Mai einen Gesetzentwurf zur Abwehr sozialdemokratischer Aus⸗
hreitungen vorzulegen. Der Reichstag hat die Vorlage abgelehnt.
Inzwischen ist durch ein westeres ruchlofes Verbrechen gegen den
daiser von neuem der erschütternde Beweis gelieklert, wie weit jene
Besinnungen um sich gegriffen, wie sie sich bis zu mörderischen
Thaten steigern. Mit erhöhtem Ernst tritt an die Regierungen die
Frage heran: welche Maßregeln zum Schutz des Staates und der
Zesellicha't zu ergreifen seien. Angesichtz des Mlemals vom 2.
zuni wird die Veraniworllichkeit der Regierung für die Aufrechter⸗
jallung der Rechtsordnung durch jenen Gesetzentwurf nicht mehr
jedecht sein. Die preußische Rgierung ist der Ansicht, daß es
nörbig ist, den Weg der Gesetzgebung lin der durch die Vorlage
ʒezeichneten Richtung schon jetzt weiter du verfolgen. Bei der von
der Reschstagsmeh:heit eingenommenen Stellung laͤßt sich nicht darauf
rechnen, daß eine wiederholte Vorlage oder ein auf gleicher Grund⸗
lage ruhender Entwurf einen besseren Erfolg erziele. So erscheint
es rathsam, durch die Auflösung des Reichstags Neuwahlen herbei⸗
führen. Die preuß sche Reglerung glaubl dies um so mehr befür⸗
worten zu follen, als sie gegen die Richtung, in welcher ihr von
Rednern des Reichatags eine evenluelie Unterstützung in Aussicht
zestellt wurde, prinzipielle Vedenken hegt. Sie ist nicht der
Reinung, welche die bestehenden Gesete gewähren, im Ganzen eirer
Finschränkung bedürfe, und hält es nicht für gerecht, mit den er⸗
sürebten Sicherheitsmaßregeln andere als die bestehende Rechtsord⸗
aung gefährdende Bestrebungen zu treffen. Gerade die Bestrebungen
der Sozialdemokratie machen eine Abwehr nöthig. Auf Grund des
Art. 24 der Verfassung (nach wilchem zur Auflösung des Reichs—
jags während der Legislakurperiode ein Beschluß des Bundesraths
anter Zustimmung des Kaisers erforderlich isi) wird daher beantragt,
die Auflösung des Reichslags zu beschließen.“

Die Annahme des Antrags auf Aufld fung des Reichs⸗
hages von Seiten des Bundesrathes wird als zweifellos angesehen.
Die Neuwahlen werden ungefähr für Ende Juli in Aussicht ge⸗
nommen, die Einberufung des Reichstages soll dann in kürzester
Zeit folgen. Während der Wahlperiode dird der Bundesrath die
»em Reichstage vorzulegende Gesetzentwürfe fesistellen. Dieselben
verden nicht nur Maßregeln gegen die Sozialdemokraten, sondern
vuch die wirtyhschaftliche Polink betreffenden Vorlagen umfassen.
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        Hiemit warde die legislative Seite der Behandlung gegeben sein,
während in administratider Hinsicht die strenge Ausführung der
bestehenden Gesetze bevorsteht, wobei auch Anordnungen bezüglich
des Freizügigkeitsgesetzes in Aussicht genommen zu sein scheinen.

Berlin, d. Juni. We das Deutsche Montagsblatt wissen
vill konnte heute, Sonntag, der Kaifer bereits eine kurze Zeit im
Lehnstuhl zubringen und äußerte den Wunsch, das Beit verlassen
zu dürfen! Die Aerzte machten dem Kaiser die trostreiche Hoffnung,
haß derselbe morgen (Montag) das Beit vielleicht werde verlassen
sönnen. Seit zwel Tagen erhält der Kaiser auch keine Eisumschläge
mehr. Geh. Rath Langenbeck äußerte beim Verlassen des Palais:
„Dem Kaiser geht es außerordentlich gut.“

Aussand.

Wien, 9. Juni. Die Anregung, wilche vor einiger Zeit
ju einem gemeinsamen Vorgehen der Regierungen gegen die sozia⸗
iistischen und nihilistischen Tendenzen gegeben wurde, hat nicht nur
dazu geführt, daß dieser Gegenstand auf dem Kongroesse gemeinschaft⸗
icher Erörterung unterzogen werden soll; sondern es sind auch zu⸗
verlaͤssiger Mittheilung zusolge bereits jetzt Vorkehrungen getroffen
worden, um auf administrativem Wege die Feststellung gewisser
Rormen zu ermoöglichen, welche bereits vielseitig zut Ausfübrung
zelangt sind und deren Ergebnisse zusammengestellt und dem Kongresst
Jur Kenntnißnahme und eventuellen Beschlußfassung unterbreitet
werden sollen.

Paris, 9. Juni 3 Uhr 45 Minutien. Die Manner dbes
16. Mai spekuliren darauf, daß der Marschall Mac Mahen nach
Schluß der Weltausstellung seine Eatlassang gebe. Sie hoffen dann
in der unausbleiblichen Verwirtung für sich und ihre monarchischen
Bestrebungen im Trüben fischen zu lönnen.
Bermischtes.

fFOsthofen. Wie der „Rheinische Bürgerfreund“ berichtet,
oll der Möcrder des Bürgermeisters Vohwinkel zu Nierstein in
einem seiner Enkel entdeckt worden sein, der sich am Samstag in
Wiesbaden erschossen hätte. Unbefriedigte Geldforderungen sollen
in der Seele des Enkels den grausigen Entschluß gereift haben.
Derselbe war seines Standes ebenfalls Metzger.

4 Erlangen. Mehrere hiesige Fleischermeister haben seit
einigen Tagen unter Würdigung der b'lligen Viehpreise eine ent
prechende Erniedrigung der Fleischpreise eintreten lassen. Auch
rinige Wirthe haben öffentlich bekannt gemacht, daß sie das Bier
‚über die Straße“ b'liger abgeben. Unsere Bäckermeister scheinen
in dieser Bez'ehung weniger einfichtäsvoll und glauben wobl, das
Publikum rechne nicht. Seit 1 Jahr sind die Kornpreise nach
und nach von 10 M. auf 6 M. 90 Pf. zurüdgegangen, also um
3 M. 10 Pf. pr. Ztr. gefallen, unsere Brodpreise siad aber die
nämliches geblieben wie vor einem Jahr. (Tout comme ohez
aous!) sagt das Mannh. Tagebl.!

FBerlin, 7. Juni. Als einen erfreulichen Beweis dafür,

dät bei dem greisen Monarchen auch bereits die gude Laune wieden
eingekehrt ift, wird dem „Berl. Tgbl.“ von zuverlässiger Seit
'olgende ebenso hübsche wie charal:eristische Anekdote erzähll. Be
einem Besuche nämlich, den der Kronprinz im Laufe des gestrigen
Tages dem Kaiser abstattete, empfing dieser ihn lächelnd mit den
Worten: „Na Fritz, hast Du heute schan regiert ?

fF Berlhin, 7. Juni. Nobiling's Zustand hat sich gebessert
die andauernde Bewußtlofigkeit macht zeitweise dem aufdämmernden
Bewußtsein wieder Platz. Die Aerzte hoffen nunmehr mit Bestimmt
heit, ihn am Leben zu erhalten, da eine genaue Untersuchung
ergeben hat, daß ihm wohl die abgefeuerten Kugeln das Gehirr
eingedrückt haben, daß dieselben jedoch nicht in seinem Kopf stecken
zeblieben, sondern in die Decke seines Zimmers gedrungen sind.

Dem „Hamb. Corr.“ entnehmen wir eine Zusammenstellung

der im 19. Jahrhundert ausgeführten Attentate: Auf Frankreid
ommen das Höollenmaschinen⸗Atientat, vom 24. Dezember der
Jahres 1800, die Ermordung des Herzozs von Berrhye, die sieben
Angriffe auf das Leben Ludwig Philipp'a, die Ermordung des
Bischofs don Paris und das Orsini'sche Atientat vom 14. Jannai
1868; auf Italien die Ermordung det Grafen Rossi und des
herzogs von Parma und ein Angriff auf den König Ferdinand
don Sicilien; auf Spanien das Attentat des Priesters Marino
zegen die Königin Isabella (2. Febrꝛuar 1852) und die Erschießung
dek Marschalls Prim; die Schweiz und Sriechenland lieferten
durch Ermordung des Grafen Capodistrias und des Cantonalsirathe
Leu von Ebersohl (1845) ihr Contingent; 1865 wurde der Prasiden
der nordamerilanischen Republik, Abraham Lincoln, 1868 der Fürf
Michael Ul. von Serbien ermordet. In Rußland und gegen
russische Staatsmänner sind binnen sechszehn Jahren nicht wenigen
als sechts derartige Mordversuche untkernommen worden und zwar
wei gegen das Leben Kaisers Alexander I. (18608 und 1867),
je einer gegen den Großfürsten Kopstantin, den Marquis Wiels
polsti, den jängeren Gorischakow und den General Ttepow.
Desterreich wurnde am 18. Februar 1858 durch den Angtiff
d:benyi's gegen den Kaiser Franz Joseph in Beitleidenschaft gezogen.
Deutschland, das feit den Tagen Oito's von Wittelsbach und del
derzogs Johann Parricida von Schwaben vom politischen Meuchel⸗
morde frei geblieben war, ist während des 19. Jahrhunderts nich—
weniger als acht Mal die Stätte solcher Verbrecher gewesen: die
Ermordung Kotzebue's, der Angriff auf den Präsidenten Ibell, die
Mardversuche Blind's und Kullmann's gegen den Fürsten Bismarck
die beiden Attentate gegen Friedrich Wilhelm 1IV. (XIschech am
26. Juli 1844 und Sefeloge am 22. Muai 1858), endlich die
sweußlichen Verbrechen Ostar Beckei's (14. Juli 1861), Hodel's
und Nobiling's gehdten der deuischen Geschichte unserer Zeit an.

F Perpignan, 6. Juni. In der Nähe von Moncada
einer 10 Km von Barcelona (Spanien) entfernten Eisenbahnstat ion
ist dee nach Frankreich bestimmte Zug gepiündert worden.

— — K — — E—
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
—
Danksagung.

Für die zahlreiche Belheili⸗
zung bei der Beerdigung unseres
lieben Toͤchterchens

WMarie

sprechen wir hiemit Allen unsern
herzlichsten Dank aus.

St. Ingbert, 11. Juni 1878.

heinrich Burkey und Frau.

Eine noch fast neue

Wirthschafts⸗

Einrichtung

Bierpumpe mit doppeller
deitung, mehrere Tische und
Bänke, sind fofort billig zu
laufen. Nöheres fagt die Exped.

Ein braves, fleißiges Dieusi⸗
mädchen für hausliche Arbeiien
XX

Naheres in der Erp. d. Bl.

Vierbrauerei St. Ingbert.
WVreiskegeln
Anfang Mittwoch Nachm. 3 Uhr,
vozu freundlichst einladel
C. Rosenthal.
nd in unserem Lokale zur Ansicht ausgestellt.
—

—XXXR
Herzogl. Braunschweigische Candes⸗
Cotterie.
vom Staate zeeg und qozntirt
Dieselbe besteht aus X6, 000 Original-Loosen und
AA, ñ00 Gewinnen:

1 Haupitreffer eb. 450,000, — 1 Haupttreffer à 12,000,

g ) 800,000,1 22 10,000,

150,000, 8000,
80,000 6000,
60 000 5000,
nn 4000,

5 3000
2000,
1000,

J1

O, con,
15,000,
Reichs⸗Matk u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 168. und I9. Juli 1878,
zu welcher ich Driginas. Toos⸗

Ganze SFalbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Marx 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler erhaͤlt die Gewinnlisten gratis!

. PoSilius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterle
im Rraunschweig.

—E
        <pb n="329" />
        —s2 2 —— 22 2 40 * XV —X 228
2538s5353283 32553 3 5332335—35535 3555 55535553 333 5353
—— 2 3 J — 3 252
253825245 — 33 83 528383—5232 232335 ẽ 2383 535 3
——3 55585 — —
32 535 555833 8 533553355 32233 253832 83328
— ——— 2558 8 —— —538 2 .235 2262 82 —
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—3 2
5 3 13353835336
23833583553 — 253233
— 28 — 8 * ev — 222

—5237 *25— 228 25. 7— 8

2535532553538538 533535*8

227 372223325 * ———— 35

55 2220 * —— c

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8* 3* 25 — — 53
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*23 —22838623 »32 22

2 * 2 A32— 5323 — —

23 782 *58 3833

* * vv 222. 323.534

58 6325 33 53353585

2325383555 2383 3
—A 28 m5527 — 5
39 — — —580—
435253 2335338358
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783. 252 3533 8 232322355
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        31. Ingberlter Anzeiger.
c St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlich) mit dem Haupkblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragi vierieljährlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pfz. für die vlergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 92. J Donnerstag, den 13. Juni. 1878.

—
Deutsches Reich.

München, 11. Juni. Was den bevorstehenden Landtag
zetrifft, so dürfte es nicht richtig sein, daß, wie dieser Tage be—
hauptet wurde, decselbe nur den Militäretat erledigen und dann
sofort wieder vertagt werden soll; jedenfalls müßten sich die Kammern
nich — wenn die Regierungsvorlagen bezüglich der Durchführung
der Reichsjustizgesetze zur Berathung im Ausschusse verwiesen werden
ollen, welche auch nach der Wiedervertagung der Kammern in Per⸗
nanenz bleiben sollen — mit einem desfallsigen Geseßentwurfe be—
'assen, da es hinzu eines besondern Gesetzes bedarf. Man wird
äübrigens auch aunehmen dürfen, daß von den bei der Vertagung
der Kammern im Februar d. Is. unerledighgebliebenen Gegenständen
venigstens der Gesetzentwurf, bez. des Verwaltungsgerichtshofes
während der bevorstehenden Landtagssession zut Erledigung gebracht,
resp. zunächst im Ausschusse der Kammer der Reichsräthe und dann
in dieser selbst zur Berathung gelangt; das desfallsige Referat des
derrn Reichsraͤthes v. Neumaher ist auch bereits fertig gestellt. So
ieht man auch ollseitig bemüht sein dürfte, die Landtagsdauer
vährend der heißen Jahreszeit möglichst zu kürzen, einige Wochen
vird dieselbe jedenfalls beanspruchen.

Mänchen, 12. Juni. Se—. Maj. der König haf den
diesigen Domprediger Ehrler zum Bischof von Speyer ernannt.

Berlin, 11. Juni. Arläßlich der Erbffnung des Con⸗
zresses findet am Donnerstag Abend um 7 Uhr ein großes Gala—
diner im Weißen Saale des königlichen Schlosses statt, woran ale
Mitglieder der königlichen Familie, die hier anwesenden Fürstlich-
e ten, die Congreßdelegirten wit denen ihnen attaquirten Personen
und alle activen Staatsminister theilnehmen werden. — Der fran—⸗
zösische Bevollmächtigte Waddington ist gestern Abend hier ein⸗
Ietroffen. Heute Nachmittag findet der feierliche Empfang der
französischen Congreßbevollmächtigten durch den Kronprinzen im
vönigl. Schlosse statt. Fürst Gortschakow, Graf Schuwalow und
). Oubril werden heute Abend um 6 Uhr, die italienischen Dele—⸗
zirten um 9 Uhr, die österreichischen Drlegirten morgen Mittag 1
Ahr erwartet. Die türkischen Congreßbevollmächtigten Karatheodori
Effendi und Mehemed Ali sind gestern Abend auf der Yacht „Iz⸗
din“ in Oddissa eingetroffen und sofort nach Berlin weitergereist.
Sämmiliche Congreßdelegirke werden vor ihren Woznungen mili⸗
ärische Ehrenwachen erhalten. — Die russische sowie die englische
TFongreßgesandischaft sind neben ihren Secretären auch noch mit der
entsprechenden Anzahl von Offizieren für die belreffenden Fachfragen
aus gerüstet. — Geh. Legationsrath Lothar Bucher ist zum Sécrétär
archiviste des Congresses designirt. — Der „Nationalzeitung“ zu⸗
olge wird Lord Begconsfield dem Kaiser ein zigenhändiges Glüd
wunschschreiben der Königin von England überbringen.

Aus Berlin vom 11. wird der „Irkf. Ztg.“ gemeldet:
Als Ende des Congresses ist der 25. Juni in Aussicht genommen.
Nachher geht Fürst Bismarck auf drei Wochen nach Kissingen und
ehrt zur Eröffnung des Reichstages wieder hierher zurück, um die
Verlheidigung des Ausnahme-Gesetzes zu führen.

Berlin, 11. Juni. Der Antrag auf Auflösung des
Reichstages wird im Bundesrath erst morgen, vielleicht erst
iäbermorgen zur Berathuag kommen. An seiner Annahme ist
aatürlich nicht im geringsten zu zweifeln und wahrscheinlich erfolgt
dieselbe sogar einslimmig. Als Zeit dir Neuwahl ist das letzte
Julidrittel, als Zeit des Zusammenkrittes für das eue Parlament
twa der 1. September in Aussicht genommen worden. Während
der Wahlzeit wird die preußische Regierang als solche auf dem
Verwaltungswege und kraft ihres Rechtes ju eigener Regelung der
Ausführung des Freizugigkeitsgesetzes die sozialdemokratische Agitation
zelämpfen und namentüch die Auͤfammlung größeter der Heimaths⸗

zerechtigung entbehrender Arbeitermassen in den groößeren Städlen
»erhindern. Eine Unlerstützung dießer Wahliaktit durch andere
)eutsche Regierungen wird wohl zu erwarten fein, schon jetzt liegen
nehrere bezügliche Erklärungen in Berlin vor. Dem neuen Reichs⸗
age werden dann außer dem Sozialistengesetz Revisionen der
Hewerbeordnung und des Freizügigkeitsgesetzes vorgelegi werden;
m ersierer Hinsicht denkt man namentlich au die durch die lebte

v
J
1

Sesffion nicht erledigte Vorlage über Beschränkung der Schankfreiheit.
Endlich erwartet man nach Ablehnung der von dem Reichstage in
die Rechtsanwallsordnung hineingebrachien Veränderungen eine aber⸗
malige Vorlage des Regierungsentwurfes. Ueberhaupt denkt man
in der außerordentlichen Reichstagssessson alle Reichstagsarbeiten bis
auf den Etat zu erledigen und nur diesen wie die Steuerreform
als Gegenstand für die nach Neujahr zu erwartende ordenlliche
Reichstagssession übrig zu lassen.
Bexlhien, 11. Juni, 4à Uhr 18 Min. Nachm. Der Bundes⸗
räth hat soeben einstimmig die Auflöfung des Reichstages beschlossen.
Gach Art. 24 der Reichsverfassung ist zur Aufloͤsung des Reichs⸗
ags der Beschluß des Bundesrathes unter Zustimmung des Kaisersß
ꝛrforderlich. Nach Art 25 müssen im Falle der Auflösung des
Reichstags innerhalb eines Zeitraums von 60Tagen nuch derselben
die Wähler und innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen nach
der Auflösung der Reichstag versammelt werden.)
Berbin, 12. Junit Der Kaifer hat eine ganz ungestörte
erquickende Nachtruhe und konnte gestern einen kleinen Gang durd
»as Krankenzimmer unternebmen.
Ausland.

Wien, 12. Juni. Ein Telegramm der „Wiener Abendpost!
ius Paris vom heutigen Tage meldet: „Der Erkönig Georg von
dannover ist heute früh 6 Uhr gestorben“

Londonmn, 10. Juni. Die „Morningpost“ befstätigt das
Berücht, die Königin werde Beaconsfieid nach seiner Rückkehr vom
Longreß den Herzogsrang anbieten. — Der Herzog von Cambridge
eist morgen nach Malta ab. — „Dailh News“ melden aus
donstantinopel „via Syra“?: Es siud Gerüchte von einem bebor
tehenden Regierungswegsel verbreitet.

Konstantinopel, 10. Juni. Ein in verschiedenen euro⸗
äischen Journalen veroͤffentlichtes Memorandum der Pforle über
ie Prefsion, welche die russischen Bevollmächtigten seit den Ver⸗
jandlungen über den Vertrag von San Stefano ausgeübt haben,
vird von Seiten der Regierung kategorisch als apolkryph bezeichnet
pit dem Hinzufügen, daß die Pforte an Riemand jemals ein solches
Szchriftstück gerichtet habe. — Osman Pascha wurde unter Bei⸗
ehaltung seines Kommandos zum Palastmarschall ernannt und
Zaid VPascha zum Minister des Innern..

Rermischtes.

FZweibrücken, 11. Juni. Am itraelitischen Pfingst⸗
este wurde in der hiesigen Synagoge ein feierlicher Gotsesdienst
ibgehalten für die baldige Wiedergenesung Sr. Majestät des Kaisers.

Aßweiler, 6. Juni. Heuse Abend um u28 Uhr
vurde unser Ort danch Feuerlarm in Schrecken gesetzt. Der Aß⸗
veiler⸗-Hof stand in Flammen. Bald eilten die Feuerwehren
yon Ommersheim, Niederwürzbach und Ormedheim herbei und
zriffen wacker ein. Der Brand dauerte bis Nachts 2 Uhr, und so
unge hielten auch die Feuerwehrleute aus. Der Hof fiel dem Feuer
um Raub, da bei dem hier hertschenden Wassermangel sowie dem
Fehlen einer Spritze in unserm Orte eine rasche und ausgiebige
Bekämp'ung nicht dut möglich ist. Ein Haus, das des Schreiner⸗
neisters Hartmann, blieb undersehrt. Es sind drei Familien, die
eider Nichts versichert hatten, siark heimgesucht. Den genannten
Feuerwehren gebührt herzlichet Dauk und große Anerkennung.

Dürkheim, 11. Juni. Gesiern wurde eine hiesige
Familie von einem schweren Unglücksfall betroffen. Der Bauers⸗
nann Wilhelm Bauer, ein stiller, fleißiger Mann, hatte eine hiesize
Familie mit seinem Gefaͤhrte zu einer Vergnügungstour durch das
Thal zu den Hohbergen gefahren. Auf dem Heimwege hatte die
Familie noch einen Verwandlen im Thale besucht, und als der
Bagen an dem Hause vorfuhr, wurde dis Pferd scheu und stieß
Zauer, der es halten wollte, mit der Deichsel in die Brust, rannie
ort und nahm ihn noch eine Strede mit, bis er todt zur Seite
iel. Man kann sich den Schrecken der aus dem Hause Eilenden
denten. So endete die fröhliche Aus ahrt mit trauriger Heimfahrt.
Zauer binterlätt eine Witiwe und 4 unversorgle Kinder (Du435
        <pb n="332" />
        pNeustadt, 8. ˖Juni. Ein Bauerdmanu in Haßloch,
Namens Fießer, ein schon etwas bejahrter Wittwer, der seit etwa
10 Tagen vermißt wird, wurde in dem Speherbach gefunden.
Derselbe hat sich mit einem Stricke an einem Pfahl festgebunden,
damit ihn das Wasser nicht abwärts treibt. Eine Heiratheange—
jegenheit soll ihn zu dieser verzweifelten That gebracht haben. (Pf. V.)
7irmasens. Auch in hiesiger Stadt haben sich die
Unfünge eines socialdemokratischen Vereins gezeigt. Ein in
einer hiefigen Gerberei beschäftigter Arbeiler hatte den Vertrieb social⸗
demokranscher Schrift besorgt. Die bis jetzt bekannt gewordenen
Mitglieder bestehen hauplsächlich aus eingewanderten fremden
Arbeitern. Einige der Hauptwühler — worunter der obengenannte
Herbergefelle — wurden von ihren Arbeitgebern zur Rode gestellt
und da sie bei ihrer Gelinnung beharren, sofort aus der Arbeit
entlassen. (P. A.)
pAus der Pfalz. Das ksonigl. Staatsministerium der
Finanjen gibt auf Grund der Bestimmung in 8 8 der allerhöchsten
Harordnung vom 29. v. Mis. die vom 1. Juli 1878 ab für
saͤmmtliche, der vereinigken Zoll⸗ und Aufschlagverwaltung über
ragenen Geschaͤfte geltende Begirkseintheilung der Pfalz kekanut.
Fẽa werden baselbst 29 Aufshlag-Einnehmereien, welche zugleich
ebergangesteuerftellen bilden, errichtet, dem Hauptzollamt Kaisers⸗
lautern sind unterstellt 21 Aufschlageinnehmereien, dem Hauptzoll⸗
inte Ludwigshafen 8 Auischlageinnehmereien (Vorderpfalz, dem
igentlichen Vier producirenden und consumirenden Theile); im
Ganzen sind 721 Gemeinden ausgeschieden, wovon 580 den 21
Aufschlageinnehmereien des Hauptzollamtes Kaiserslautern, 141 den
g üufse,lageinnehmereien des Hauptzollamten Ludwigshafen incor⸗
potirt sind. Die Bezirkseintheilung ist folgende: Hauptzolb
amt Kaiserslautern: Aufschlag⸗ Einnehmereien: Annweilet
ail 28 Gemeinden, Bergzabern mit 28 G., Blieskastel mit 24 G.,
Dahn mit 190 G., Ebernburg mil 26 G., Edenkoben mit 21 G.,
Homburg mit 40 Gemeinden. St. Ingbert mit 8 G., Kaisers⸗
utern mit 34 G., Kandel mit 16 G., Kusel mit 56 G., Landau
mit 28 G., Landfluhl mit 39 G., Lauterecken mit 46 G., Neu⸗
hotnbach mit 22 G., Neustadt a. H. mit 20 G., Pirmasens mit
23 G. Rheinzabern mit 11 G., Waldfischbach mit 22 G., Winn⸗
Deilex mit 408 und Zweibrücken mit 21G. Hauptzollamt
cubwigshafen: Aufschlag:Einnehmereien: Dürkheim mit 22
czemeinden, Frankenthal mit 16 G., Germersheim mit 10 G.,
wrünstadt mit 83 G., Kirchheimbolanden mit 30 G., Ludwigs⸗
hafen mit 11G., Schifferstadt mit 8 und Speyer mit 9 Gemeinden.
Summtliche Uebergangsͤsteuerstellen haben unbeschränkte Bejugnisse
zur Erhebung von Ucbergangsabgaben, sowie zur Aussertigung und
Erledi gung von Uebergangsscheinen. Mit den gleichen Befugnissen
werden vom 1. Juli 1878 ab die Uebergaugssteuersiellen in Harx⸗
heicn, Max'miliansau und Zleinbodenheim belassen und werden
jexnen von diesem Zeitpunkte an neu errichtet Uebergangẽsteuerstellen
zu Mittelbexbach, Rbeinheim und Berg, H.eZ.⸗A.⸗Bez. Kaisers ˖

autern, dann in Bobenheim, H.⸗Z.A.⸗Bez. Ludwigshafen. Die
lebergangsstellen zur Ausfertigung und Erledigung von Uebergangs⸗
cheinen uͤber Weintransporte in Edesheim, Maikammer und Muß⸗
zach, H.⸗Z.A.⸗Bez. Kaiserslautern, darn in Deidesheim und Wachen⸗
heim, H. Z.⸗A.-Veg. Ludwigshafen, werden vom 1. Juli 1. J. an
jn Funttion bleiben. Dagegen werden vom 1. Juli 1878 auf⸗
Jeldet die Uebergangsstellen in: Bellheim, St. Julian, Hochstatten,
Hundhe'm, Niederhausen, Odenbach und Oggersheim.

Zur Deckung der im Jahre 1877 entstandenen Brand⸗
schäden an Gebäuden in der Pfalz ist ein Beitrag von 12 Pf.
für 100 M. Versicherungslapital erforderlich. Hierauf wurden
hereits im vorigen Jahre vorschußweise 5 Pf. erhoben, somit beträgt
der zu zahlende Rest 7 Pf. Gleichzeitig wird aber noch ein Vor ⸗
schuß von 8 PPf. pro 1878 erhoben, so daß im Ganzen 12 pf.
jsür 100 M. Verfichercapital zu zahlen sind.

Im Postamtsgebaäͤude zu München sind am Samstag
uus einem eben eingetroffenen Postwagen drei Beutel entwendet
worden, in welchem uch Werthe don ca. 18,000 Mark befanden.

In Münchenmer Blättern fiaden wir folgende heitere
Annonce: „Erklärung. Es hat sich Jemand den Spaß gemacht,
mich das große Lods in der Kirchenbaulotterie jür Giesing ge⸗
vinnen zu iassen. Das trägt mir täglich Briefe von nahe und
rerne ein, die alle ein Stiüd von diesem „großen Loose? bean—
ipruchen. Ich kann den Gesuchstelletn leider nicht helfen, denn ich
habe lediglich zehn Mätk gewonnen. Mänchen am 8. Juni 1878.
Dr,. Westermayer. Stadipfatrer.

Straßburg, 8. Juni. In der Nacht von gestern
auf heute wurden hier au drel Haupiplätzen der Stadt Placate
folgenden Juhalts aageshlagen: „Nieder min dem Kaiser! Nieder
mit dem Kropprinzen? Nieder mit Königen und Fürsten! dann
werden wic frei! Nieder mit der Heuchelbrut, die uns aussaugt!
Auf deutjche Mönner, schaart euch zusammen mit aller Kraft,
um diese Teufelsbrut zu vernichten!“ Die Polizei bat selbstherständ⸗
lich diese Plerate sofort entfernt vnd Kecherchen eingeleitet, die aber
bis jetzt lein Ergebniß hatten. Die Aufregung ist groß — ülerall
heißtes: „Das hat kein Elsasser gethan!“ Die Adresse an den
Zaiser träzt zohlreiche Unterschriften von Altelsässern.

4 Der Kunstanstalt von E. Hoppe und Co. in Berlin ist
— wie das „Berl. Tagbl.“ schreibt — diess Tage aus New York
auf selegraphischem Wege ein Auftrag auf 4000 Portraits unseres
aisers in Oeldruck zugegangen. In der bezüglichen Depesche
heißt esb, doß die Firma, wenn sie nicht die volle Zahl auf Lager
Jabe, wenigsiens unverweilt sch cken solle, was sie vorräthig hat.

pFalsche Fünfzigpfenaigstüche. In jungster
Zeit wurden hier falsche Fünfzigpfennigstücke in größerer Zahl in
ümlauf gesetzt; am Samstag ist nun auf dem Markie eine Frauens—
person verhaftet worden, welche bei verschiedenen Händlern solche
jalsche Münze verousgeben wollke.

Für e sciou beranivorii 4. x. Demeßz.

——
Aus freier Hand zu
verkaufen:

wqut erhaltenes Tafelklavier
bdon Kaimeu. Günther,
Canapee,
polirte Bettstelle in Nuß⸗
baumholz,
obale Badbütte,
Krautständer,
obale Waschbütte,
Badewanne in Zink,
Queckfilberbarometer
mit Thermometer.
Die Exped. d. Vl. sagt bei wem.

Line noch asi neue
Wirthschafts⸗
Einrichtung
Bierpumpe wmit doppelter
deiuung, mehrere Tische und
Bänke, sind fofort dillig zu
aufen. Näheres sagt die Exped
Eine Wohnung
im oberen Stock mit 2 Zimmer,
süche, Platz auf Speicher und
Keller hat zu vermiethen
Carl Hoffmann.

00000000 v
— 2
Herzogl. Braunschweigische Candes⸗
sotterie.
vom Staate eget und Irgt
Dieselbe besteht aus 86, 000 Driginal⸗-Loosen und
AA, 5300 Gewinnen:
Haupitreffer eb. 480,000, 1 1 Hauvpitreffer à 12,000,
3 300,000, 5 „10,000,
150.000 8000,
80.00 6000,
oge 5000,
4000,
3000
2000,
1000,

—ZL

Bau der St. Ingbert-Saarbrücker Bahn.

Dier Transpott von ca 2000 Kubikmeter Erde soll
an Fuhrleute in Aecord vergeben werden.

Aogeboie sind bis zum 16. ds. Mts. an den Unterzeich⸗
neten einzure'chen.

St. Ingbert, den 12. Juni 1878.

Der Ingonieur 2
Otto Seibz.

15,000,
Reichs-Mark u.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. und 19. Iatli I878,
zu welcher ich Vriginas· Soose
Ganze Halbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
zegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Svieler erhält die Gewinnlisten gratis!
. 8ilĩus,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
imn Rraunsenweig.
D——————
Redaktion Drud ind Lerlag von F. X. Demez in St Ingbert.

Fur Tauben- und Hähner-Liebhaber.

Freitag, 1, Juni, in der Wirthschaft von Peter
Beck, neven der keib. Kicche, hä M. Biron aus Mann
den Verkauf einer großen Auswahl von Tauben
und Hühner“ ab.

1
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        2* 242 —2 ⸗
53 382 — * — 3 — —2 2 8
—8 28 3 — 2 2 22 ub 4
s8 5523555 183 5333 3835555* 585333 385 755
3 8 38* — * p — 3 — 7 223 532 8 *
58* 233323535 3—338 853338 5532 85 8355*
2 28235302 8 58 32 3* 2* * 2* 25 *
2 * 2—55 * * * — — 8 522 5 — — *
25— * —8 — 52 S —XE 5322 2* * —— *5x
52* —E J — — 8 5 352228 —282 * *
55 5855 * — 22 52 2 285 5—— 8 323
226 523*70 37 7 253 22* 83 —E — X
352 5. 5222 553 28 *232 * —z3 —523 )*48
5 252 * 2* — 2 — —— —A —A — 282 *
2. * — ——— 22 53 8E 55 —232355 5538 58 8 *22
g53 3323833 55 7183 233 58* 35353533 —8353
58 2 53553 3 2 — 325 *—533 — 2225367 —583338—7
——z38 553333 2 5s .55 3 55235 2 3375332883533
—22 * 8 —J n T— 88 —22 — 2* 22
2 325 2 —— — —F — —3 33235 * 52 27 — 5* — 68 — 2*8*
322 S5 555332 8 553538 3 535358532 ⸗ —255223233
5358 2832 83 22533 — 22 23 —232 * 22833 —
5353 —7827 255725383 3533 38 33 3333 3*
—32853333223 —A 3 383 353387 232—8873832
—25—s53—385* *7352383 8 2 3458332
2* ⸗ * F — 4
3 3 —A— —
— — —* —— — 2 558. 52338 2 22 2 —A —A—
— 5333 — 52 528 X 238 *3—38.55 23z32—
x —3 — * 8 —A —— * 32 88 2E—253 E 253 25
333533333833333353535 333 63333385873357 35325
— 2555686 3535305 532 —235S — —
— — —— 552 525585853058 5558 533232 2233 226 2*8
8 — 82 — 15 25523* 5352585 8*2088
8 8 æ5538 555 58338—25383 5382385
— *1 2z222 * X —
82 * 2
2E. 2582386038 E2 58 715
3235232342

2 *

38538135232 3832338

5352* — 5 5827 2. * 2* A 5338 33

— 322* 32* 55 5 555. z255 — 2737

2 8 * —53— 8 5326 2* 2258 —A —— 522 E55232
—A— 22 522 — — 5322 ẽ 9* * *

A —— 358 522 2 — 55 * 238 4 2xm2 58 —
23535255 558 3558 5232 — 5850

2 535538 58 32 —A 58 33 2, 535 23 535 25

3335333 347 —5252328538 53233353 — 255 385 2

* 25583 55 — —85 22 8 5* 2* 3828 — * ——
s*2553 38 3338* 552232 —338 —A
ẽ 35 32 5253223 * 3253 2 7588 A

356.1 gs 73387 3333 7

55 38 3 * —8 2 — 52— 8 3è — — v

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sanstag und Zonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteliährlich

wark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aaswürts viit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
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————— — — — —⸗
Samstag, den 18. Juni. 1878.
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Deutsches Reich.

Berlin, 12. Juni. Die Eröffnungssitzung des Congresses
ist morgen Mittag 12 Uhr, die erste materielle Sihung Sonnobend,
die Dauer des Congresses wird auf eiwa 4 Wochen angeaommen,
da wöchentlich nur 2, höchstens 3 Sitzungen staufinden.

Beriin, 12. Juͤni. Naͤch kiner kaiserlichen Verordnung
vom 11. Juni sollen die Wahlen zun Reichslaa am 30. Juli
stattfinden.

Berlin, 12. Juni. Die „Prov.-Corr.“ schließt einen
Artiket über die Siellveriretung des Kaisers durch den Kronhptinzen
mit folgenden Worten: „Jetzt ald Vertreler des Königs und Keisers
berufen,, gilt der Kronprinz der gauzen Nat'on als Bürge und
Pfand für des Reiches Zulunft. Die Ihm in so reichem Maaße
bereits zu Theil gewordene Liebe und Vereh'ung biesen sich Ihm
in diefer schweren Zeit als kräftigsie Stütze dar zut Lösung seiner
ersten Aufgabe für den inneren Frieder.“ — In einem weiteren
Artel, der den Berliner Congreß behandelt, schreibt die „Prov.⸗
Torr.“: „Zur besonderen Genugthuung dürfte es dem deuitschen
Bolke gereschen, daß durch den Berliner Congreß die ernste besonneue
Friedenspolitik, welche die deutsche Regierung seit Beginn der orien⸗
salischen Verwickelangen befolgt, nunmehr die höchste Bestätigung
und Erfüllung finden soll.“ Der Artikel schließt: „Wenn nicht
alle Anzeichen und Aussichten trügen, wird der Berliner Congreß
nach den Erregungen und Erschü'terungen des russisch iüclischen
Zrieges und nach den die Ruhe Europas bedroh nden Zerwürfnissen
welche sich daran knüpften, ein endliches friedliches Einverständniß
der europäschen Mächte über eine Frage herbeiführen, welche früher
dets als Ausgangspunkt eines unvermeidlichen allgemeinen Kriegs⸗
brandes erschien. Möge den Völkern Europas recht bald die Ge⸗
wißheit eines segensverheißenden Absdhlusses beschieden sein! Möge
auch unserem iheuren Kaifer gerade jetzt in seiner Leidenszeit dieser
neue Erfolg der Friedenspolilik vergönnt stin, in welcher Er stets
den höchsten Beruf des deulschen Kaiserthums erkannt und bessätigt
hat.“ — In einem dritten Art'kel, betitelt „Regierung und Reichs
lag gegenüber der Sozialdemokratie“, erinnert die „Prov. Corr.“
an die Siellung des Reichstages gegenüber der Strafgesetznovelle
und der jüngsten Vorlage zur Abwehr sozialdemolratischer Aus⸗
schreitungen. Das Blatt bemerkt dann weiter: „Die Regierung,
getragen von dem Bewußtsein ihrer unmittelbaren Verantwortung
uͤnd Pflicht, steht im Begriffe, den Beistand des deutschen Volkes
selbst zur Erreichung ihrer Ziele für den inneren Frieden und neues
wirthschaftliches Gedeihen anzurufen. Die Regierung erstrebt in
vollsier Aufrichtigkeit die Stärkung des Staatslebens durch Ver⸗
einigung und Kräftigung der wirklich erhaltenden Elemente; diese
Bereinigung aber muß einen positiven Inhalt und bestimmte ge⸗
meinsame Ziele haben. Wenn der Versuch, eine fruchtbringend«
Gemeinschaft auf wirlhschaftlichem wie polilischem Gebte!e anzu
hbahnen, in dem bisherigen Reichstage nicht zum Ziele geführt hat,
so wird der gesunde patr'otise Geist des deutschen Volkes, welcher
sich unter den schweren Ereign'ssen der letzten Wochen in ethebender
Weise bekundet, so Gott will, dazu helfen, daß sich im lünftigen
Reichstage eine Mehrheit klar bewußter und fest entschlossener
Männer zusammenfinde, um d'e drohenden Gefahren für Staat
und Gesellschaft wirtsam zu beschröcen und sichere Grundlagen
für einen neuen Ausschrunrg des politischen und wirlhschaftlichen
Bedeihens des deutschen Voikes zu schaffen.“

Berlin. 13. Juni. Das heute Vormittag ausgegebene
ärztliche Bulletin lautet:

Nach ununterbrochenem Schlafe während der Nacht ist das
Befinden Sr. Wajestät des Kaisers durchcus befriedigend und der
Krätezustand besser. Voraussichtlich wird heute kein Bulletin mehr
ausgegeben werden. Berlin, 13. Juni 1878, 102 Uhr Vormit⸗
tags. Dr. v. Lauer. Dr. von Langenbick. Dr. Wilms.

In unseren Hof- und Regierungskreisen hat die leider nun—
mehr konslatirte Thatsache, daß ein, wenn auch uur geringer Bruch—
theil des preußischen Heeres von der socialdemokra⸗
tisscheen Bewegung erfaßt ist, eine außerordentliche Sensation erregt.
Der Gedanke, unsere irneren Schw'ierigkeiten kbönnten sich bis u

dem Grade steigern, daß eventuell mil'tärische Altionen durch revo⸗
utionäre Umtriebe gestärt werden und letztere einen Theil unserer
Streitträfte absorbiren könnten, ist ein so schreckenerregender, daß
ruuüsere MilitärVerwalteng allen ihren Scharfsinn und ihre ganze
Fnerg'e darauf verwerden wird, den Eintritt solcher Eventualitäten
zu verhindern. Ueber das, was nach dieser Richtung hin geschehen
vird oder bereits geschehen ist, vernimmt man, daß zunächst an die
ämmilichen Truppenkommandos Weisungen ergangen sind, die Sol⸗
»aten vor jeder Gemeinschaft und Beziehung mit solchen Personen
zu warnen, welche sich an socialdemokratischen Bestrebungen betheiligen,
ind den Subaltern-Officieren, eine größere Wachsamkeit gegenüber
en Unteroffiz'eren und Mannschaften in dieser Hinsicht einzuschärfen,
benso jedwede Zeitungslektüre von den Kasernen fern zu halten.
Auch geht man mit dem Plane um, die kleinen Garnisonen in die
rößeren Städte zu verlegen, wo eine schärfere und umfassendere
kontrole geübt werden kann.

Die „Berliner Zeitung“ schreibt unterm 12. Juni: Welche
Dimensionen d'e Reaktion in Preußen und dem deutschen
steiche annehmen würde, falls es der Reichsregierung gelänge, im
nächsten Reichstage eine feste Majorisät für sich zu gewinnen, enl⸗
ieht sich augenbliclich noch der Berechnung, doch glauben wir
rersichern zu dürfen, daß folgende Ziele von der Regierung fest in's
Auge gefaßt sind: Auf dem politischen Gebiet:

1) Sie Beschrünkung der Preßfreiheit durch das Verbot solcher
Druchschriften, welche „rebolutionären Bestrebungen!“ dienen, auf
dminiftrativem Wege, sowie durch die Wiedereinführung der Kau⸗
ionen und des Zeitungsstempels, endlich durch die Beschränkung
des Zeilungsverkaufes auf öffentlichen Straßen.

2) Die Beschränkung des Versammlungs- und Vereinsrechtes
zurch das Verbot so'scher Verteine und Versammlungen, welche auf
die „Untergrabung der Grundlagen von Staat und Gesellschaft?
abzielen.

3) Die Beschränkung des allgemeinen. direkten Wahlrechtes
zurch Festsetzung eines höheren Alters für die Wähler und Einführung
ines Census.

4) Diee Verlängerung der Legislaturperiode von drei auf
ünf Jahre.

5) Die wesentliche Verstärkung der Polizeikräfte in den Städten
v'e auf dem flachen Lande.

Auf dem wirthschafllichen Gebiete:

1) Die Beschränkung der Freizügigkeit und der Gewerbe—
freiheit.

2) Die Begünstigung der Schutzzoll; Bestrebungen auf direktem
und indirektem Wege.

Auf dem sozialen Gebiet:

1) Verschärfung der Strafbestimmungen gegen das Gesinde.

2) Erleichterung der Lohn Beschlagnahme u. s. w.

Auf dem konfessionellen Gebiet:

1) Begünstigung der orthodoxen lutherischen Geistlichkeit.

Auf dem militärischen Geb'et:

1) Wirksame Garanticen gegen die Einwirlung der Presse
und des Reichstages auf die Behandlung der mililärischen An—
gelegenhesten, Pflege des militärischen Kastengeistes durch Abschließung
des Militärstandes von dem Bürgerthum, streuge Durchführung des
Verbokes der Zeitungsleklüre in den Kasernen u. s. w.

Auch dem blödesten Auge wird h'iernach das Eine ersichtlich
jein, daß der von unserer reaktionäten Regierung geplante Feldzug
—XEVV
lismus gill und jede gesunde, normale, frerheitliche Entwickelung
nehezu unmöglich macht.

Eine interessante, allerdings der Bestätigung noch sehr bedürf⸗
lize Nachticht wird mehreren Blästern aus Eisleben gemeldet, wohin
der in Schochwitz verhaftete Bruder Nob lings geschafft ist. Zunächst
wärcen viele sehr kompromitirende Schriftstücke mit Beschlag belegt
ind ferner habe man einen Beirag von mehr als 20,000 Thalern,

heils in baarem Gelde, theils in grten Papieren vorgefunden, von
vetlchem man vermuthe, daß es die Kasse der zum Komplott Ge⸗
örigen bilde, deren Kassirer der Verhaäflete gewesen sel. Dann
        <pb n="336" />
        V αgæ A ι οι ιιι α-
die Braut dieses Nobiling, ein Fräulein Meta Schmidt, Tochier
eines Försters in der Nähe Eislebens, hobe am 3. d. M., als
am Tage nach dem Attentate, einen Brief von ihrem Bräntigam
empfangen, den sie sofort verbrannt, und am 4. d. M. sei sie
spurlos verschwunden. Letzleres wird durch einen Aufruf der tief⸗
bekümmerten Angehörigen der Verschwundenen in einem Eislebener
Lokalblatt bestätigt, in welchem sie bitten, des einundzwanzigjährigen
Mädchens, welches im Hausanzuge das „Hotel zum Schiff“ in
Eisleben verlassen, um nahewohnende Bekaunte zu besuchen, aber
nicht zurückgekehrt sei, im Betretungsfalle sich annehmen und es zu
den Eltern zurückführen zu wollen. Der Behörde ist es nun auch
gelungen, den aus Brasilien heimgekehrten ehemaligen Formermeister
G. Hund, welcher in der Muͤllerstraße 182 wohni und ein bedeu⸗
tendes Vermögen von Brafilien mit nach hier gebracht haite, als
die „Goldader“ der Berliner Sozialdemokratie zu entdeden. Der⸗
selbe war am zweiten Feiertäge zur Vernehmung vor die Kriminak
behörde sistirt. Hund hat die Mittel zur Begründung des Arbeiter⸗
bildungsinstitutes hergegeben. Er unterstützte die Sozialdemokraten,
die aus dem „Nordklub“, der bei seiner Gründung eine harmlsse
Dereinigung bildete, einen hochrothen, revolutionären, sozialdemo⸗
kratifchen Verein bildeten, mit anschnlichen Getdmitteln. Dieser
Llub tagie in letzter Zeit Rosenthalerstraße 61 beim Restaurateur
Grüneberg, auch Nobiling war Mitglied dieses Klubs. — Hund
wendete bei den letzten Wahlen bedeutende Summen an, die Wahl
köwe's für den Reichstag zu hintericeiben und den Sozialisten
den Sieg zu sichern. — Als der wegen Majessätsbeleidigunz am
letzten Sonnabend zu 5 Jahren Verurtheilte in seine Zelle abgeführt
wurde, äußerte er; „Davor hütte ick ooch zweemal ordenilich in⸗
brechen loͤnnen.“ Diese Aeußerung charalterisirt genugsam, weß
Geifteskind dieser Majestätsbeleidiger war.
NAusland.

London, 10. Juni. (ESozialistische Demonstration.) Die
süngste Demonstration der deutschen Sozialisten vor dem deutschen
Boischafthotel in London, bei welcher 6 bekanutlich auch Schlägereien
gab, fand letzten Samstag ein Nachspiel vor dem Zuchtpolizeigerich
in Bow ⸗Street. Ein Rädelsführer der Sozialisten, Namens Adolph
Siegel, seines Zeichens ein Schneider, hatte mit seinem Auhange
einen Landsmann, Gustab Adler, der zur Arbeiter⸗ Deputation ge⸗
bötte, die dem Kronprinzen eine Ergebenheitsadresse überteichte,
mißhandelt. In Folge dessen verklagte Adler den Siegel, aber
da sich die angebliche Mißhandlung nur als ein bloßes „Hut vom
stopfe schlagen“ erwies, sprach der Polizeirichter den Angeklagten
unter der Bedingung frei, daß er einen Bürgen finde, der für
sein künftiges friedliches Verhalten eine Kaution von 10 Lstr.
erlegt. Nachdem sich ein solcher Bürge gefunden, wurde Siegel
auf freien Fuß gesetzt und verließ unter dem Geleite einer Menge
deutscher Sozialisten den Gerichtssaal.

London, 12. Juni. Die Deutschen in Edinburg haben
beschlossen, an den Kaiser eine Adresse zu senden, in welcher sie
ihren Abscheu über die zwei Attentate und die Hoffnung ausdrücken,
daß eine solche That niemals wieder den deulschen Namen be
flecken möge.

Konstantinopel, 12. Juni. Es tauchen neuerlich
wieder eraste Anzeichen auf, welche auf die Absicht der Russen
schließen lasser, sich in kurzer Zeit aus San Stefano in der Rich⸗—
lung auf Adrianopel zurückzuziehen. Es ist aus dem russischen
Hauptquartier der Auftrag ergangen, alle Vorräthe aus San Ste⸗
fano und Tschataldja innerhalb eines Zeitraumes von 20 Tagen
nach Lule Burgas und Adrianopel zu schaffen. Die Insurgenten
im Rhodopegebirge sollen sich gegen die Angriffe der Russen erfolg⸗
reich dehaupten und in neueren Kämpfen den letzteren mehrere Ka⸗
nonen abgenommen haben.

PVermischtes.

FWie die „Neust. Bgztg.“ mittheilt, hat auch bei der Ver—
haftung des Atitentäters Nobiling der unvermeidliche Pfälzer nicht
gefehlt. Die drei ersten Personen, die in Nobiling's Wohnung
eindrangen, waren bekanntlich der Hotelier Holtfeuer, ein Offizier
und ein Kellermeister Karl Dietz. Letzterer ist aus Forst, also ein
Pfälzer, und ein Sohn des dortigen Polizeidieners Dieß. Da
die pfälzer Küfer und Kellermeister bekanntlich nicht zu den sensi⸗
diven und schwachnerbigen Naturen zu gehören pflegen, so mag der
Umstand einen Begriff von dem furchlbar aufregenden Charatter
der Vorgänge gehen, daß Dietz hinterher vom Weinkrampf befallen
wurde.

F Der historisch gewordene berühmte Lambrechter Geisbod
wurde am Dienstag in Deideshe im von dem in Rhodt wohn⸗
haften Gutsbesitzer Hrn. Friedrich Steigelmann ersteigert. (G.)

FLandau, 11. Juni. Der am 3. Mai de. Is. wegen
Verdachts des betrügerischen Banlerotts verhaftete Kaufmaun Fer⸗
dinand Levyy von Germeroͤheim wurde am Samstag Nachmittag
cus der Haft entlassen.

, A. es Tandseltte
Rähe von hier, die sich über das Eigenthumsrecht eines Sackes im
Werthe von vielleicht 50 Pfennig nicht einigen konnten glaubten di
Sache vor Gericht bringen zu müssen. Die Affaire ging glücklich
yon statten, es kam zum Vergleich und in die Kosten von — 38
Marl haben sich die Beiden gegenseitig zu theilen. (Kh.)
fFAugsburg, 9. Juni. In vergangener Nacht ergeignete
sich nach der „A. Z.“ ein trauriger Vorfoll. Ein junger Manu,
Vamens Wallishauser, neckte und insultirte den Militärposten am
Zeughausplatz, sfuchte das Gitter des Kugelgartens zu üdersteigen
ind wagte schließlich sogar einen thätlichen Angriff, worauf der
Posten, nachdem er weederholt angerufen und gewarnt hatte,
Feuer gab und den Ex,edenten in den Unterleib traf, was noch
im Lause des Tages den Tod desselben zur Folge hatte. Der
Betödtete war selbst Soldat und stand sogar bei derselben Kom—
dagnie, der auch der Posten angehört (er war nur auf einige
Tage beurlaubt); um so unbegreiflicher ist es, daß er, der doch die
Instruktion der Wachtposten kannte, in so leichtfertiger Weise seip
Leben auf's Spiel etzte.

GBSunzenhaufsen 10. Juni. (Großes Schadenfeuer.
deute Mitternacht entstand in Rosth a. Sand ein großer Brand
Derselbe brach in einem Bäderhause in der Nähe der Schule aus.
Diese nebst 15 Häusern, wie auch die Kirche sind vollstündig per⸗
rann. Leider sind auch Menschenleben zu beklagen. Fünf Männer
nd durch eint einflürzende Mauer getödiet wordin. Einer der Ge—
dteten hinterlaͤßt eine Willwe mit 14 Kindern. Entstehung des
Brandes his jetzt unbcumt.

7 Maunnz, 11. Jußi. Waohrscheinlich in einem Anfall b00
Beistesstörnng oͤffnete am Montag ein hiesiger Weinhändler un
Füfer seine fümmtlichen Faͤsser und ließ seinen ganzen Vorrath, 15
Stück Wein, in den Keller laufen. Rachdem er zugesehen, dis der
letzte Tropfen in der Senkgrube des Kellers verschwunden war,
begab er sich in jeine Wohnung und schnitt sich mit seinem Rustr⸗
messer den Hals daxh. — Gestern wurde ein hiesiger Obsthändler
wegen Majestätsbeleidigung verhaftet.

fBiberach, 7. Juni. Heute murde ein hier in Arbeit
dehender Schrifisetzet Nanens Mayer, gebürtig aus Kirchheim⸗
olanden in der Pfalz, wegen Beleidigung des Kassers verhaftet.
Der Bursche konnte schon em Sonutag koum seine Freude üder
das schändliche Altentat verhehlen.

rLeipzig, 10. Juni. Die Abneigung gegzen die So—
zialdemokraten wird hier in einigen Kreisen so weit getrieben, daß
»eispelsweise in einzelnen Bierldkalen an notorisch als Sozialisten
hekannte Persönlichteiten kein Bier verabfolgt wird. „Die herr—
jchende Tagesströmung schiezt ia ihrem Uebereifer eben leicht über
das Ziel hinaus.“

F Berlin, 8. Juni. Unter den bei den hiesigen Social⸗
demokraten aus Anlaß des jüngsten Attentats beschlagnahmten
Paperen befi det sich, wie man der „Germania“ schreibt, ein Ge.
dicht, in welchem der Mord als VMiittel behufs Beseitigung der ge⸗
sellschaftlichen Schranken empfohlen wird. Tie bezügliche Stelle
des mit „Zuruf? belitelten Gedichtes lautet:

„Die Schranken, die gezogen, müssen fallen,

Durch Blut und Trümmer laßt zum Ziel uns wollen

Und selbst den Mord nicht scheuen, wo's von Nöthen“.

An einer Stelle heißt es:

„Wach, Deutschland, auf in Bergen und in Auen!

Was säumst Du noch die volle Krast zu weihen

Der ein'gen That, die Hife wird dverleihen,

Hör auf zu harren auf Vernunfl zu bauen!“

fBerlin, 12. Juni. Die Einrichtung des Kongreß⸗
Saales und der anliegenden Räume wurde heute Äbend vollendet.
Den Boden des Kongreß- Saales bedeckt ein mächtiger Teppich, auf
welchem der hufeisensötmige Tisch aufgestellt wird. Die Sessei
sind mit Leder von grüner Farbe überzogen; von gleicher Farbe
ist die Decke des Tisches. Die Protokollsührer sißen an den bei⸗
den unteren Enden des Tisches, dem Präsiditenden gegenüber. An
den Wänden des Saales stehen zahlreiche mit rother Seide über⸗
ogene Stühle. Der Buffetraum ist mit Treibhouspflanzen sehr
geschmackvoll dekorirt.

Uéeber die Sozial-Demoktatie schreibt die
„Berl. Ztg.“: Wer von der Sozial⸗Demobkratie ernstlich bedroht
wird, das ist nicht der Staat, sondern die moderne Gesellschaft.
Das jetzige Bürgerthum mit all seinen Institut'onen, die Freiheit
der Erwerbsthätigkeit des Individuums, das Eigenthums- und das
Erbrecht, die Ehe, mit einem Wort: jedes Heiligste und jedes un⸗
entbehrlichste in den bestehenden Einsichtungen der heutigen Gesell⸗
chaft bilden die Angriffsobiekte für jene Partei. Somit ist e—
zuch die Gesellschaft, die sich zu vertheidigen hat, füe d'e der Krieg

zegen die Sozial⸗Demokratie ein Akt der Nothwehr und deshalb
ꝛine Pfleht gewotden. Wie diese Gesellschafi diesen Krieg zu
jühten hat, dazu hat die von der sozialdemokratischen Partei bisher
Heobachtete Taltek selbst die Anweisuag gegeben. Es wird noch in
aller Lebenden Gedächtniß sein, mit weich rückfihuloser Richtach⸗
        <pb n="337" />
        m Reqres der AIscũsshen Meinung die soc aldẽmotcanα
A 88 —* ihre anders gesinnten Genossen zum
ünschluß an ihre Bewegung zwangen. Wer sich den damals
oͤluhenden Sirile⸗Verbänden nicht anschließen wollle, wutrde in
Zcnuf ertlart und kein Prinzipal durfte es wagen, einen außerbalb
der sozialst schen Gewerkverbände stehenden Gehilfen aufzunehmen
oder zu behalten, bei Strafe, sosfort sein gesammtes Personal
riten zu sehen. Dieses Mittel der Ausschließung, welches zuerst
don den SosialDemokraten kraft der Coalition in Anwendung ge⸗
zracht wurde, ist von den Arbeitgebern, wenn sie einmüthig zu—⸗
ummendalten wollea, mit noch weit durchschlagen derem Erfolg
anzuwenden. Die Industriellen im Rheinlande und in Westfalen,
wm iche in den jüngsten Tagen die Initiative zu einer solchen Sozia⸗
ustesperre ergriffen, haben hierin unsere volle Billigung. Niemand
kann derlangen, daß die Arbeitgeber, welche sich von sozialistischer
Zeile läͤglich als die geborenen Feinde der Arbeitnehmer versa rieen
hören, ihre Humanität so west treiben, um denselben Leuten, welche
zen Umfturz aller heutigen Wirthschaftsberhältnisse als ihr nächstes
positives Ziel erklären, sür sich und ihre Agitation den Unterhalt zu be⸗
schaffen oder, um es mit einem Wort zu bezeichnen, die Kriegs⸗
sosten für die Rüstungen ihter Gegner aufzusringen. Daß die
wahnwitzige Verruchtheit der Hödel und Nobiling ihren Ursprung
n den sozialistishen Dottrinen hatte, welche das schwache Hirv
dieser Fanatiker verwirrten, steht zweisellos fest. Einer Partei
Jegenüber, deren Lehren, wenn auch nur in vereinzelnten Fällen,
oAche Schandthaten erzeugen, darf und muß jede gesellschaftliche
Rücksicht aufhören; ihr gegenüder kann es hinfort im Volke nur
ane Partei geben; die Partei der anständigen Leuse. Was kein
Fesetz, was keine polizeiliche Gewalt vermochte und je vermögen
varde, das wird die oͤffentliche Verachtung zu Stande bringen:
zie Versührer schreckez und die Versührten ernüchtern und zum
Nachdenken über sich selbsi veranlassen. Wir kennen nur ein Aus—
nahme⸗Gesetz, welches hier Hilfe scheffen würde; es lautet: Gesctz
wider die Sozial ⸗Demo'raten. Einziger Artikel: Wer immer sich
zu den Lehrer und Vesftrebungen der Sozial-Demokratie bekennt,
ist aus jedem Verkehr der ehrlichen Leute ausgeschlossen. Mit der
usfühtung dieses Gesetzes wird das anständige Publikum beauf⸗
zragt.

f Der ehemalige König von Hannover, Georg V., ist gestern
Morgen um 6 Uhr in Paris gestotrben. Georg V., der einzige
Sohn des Königs Ernst August von Hannover aus dessen Ehe mit
Friederike von Mecklenburg, der Schwester der Königin Lou se,
durde am 27. Mai 1819 in Berlin geboren. Sein Vater,
zamals Herzog von Cumberland, bestieg 1837 den Thron von
Hannover, als er am 18. November 1851 starb, folgte ihm der
Sohn als Georg V. Der Krieg von 1866 machte der Herrschaft
des Welfenhauses in Hannover ein Ende; seitdem leble Geoig V.
abwechselnd in Hietzing bei Wien, in Paris, oder auf feinen Be—⸗
sitzungen bei Gmunden. Vermählt war der König, der bekanntlich
scüh das Augenlicht verloren haite, set dem 18. Febcuar 1848
mit der Prinzessin Marie von Altenburg, die ihn überlebt. Aus
dieser Ehe enistammen ein Sohn, Ernst August, (geboren 21.
—A0—
Beorg war seit längererer Zeit leidend; schon vor einigen Monaten
erwartete man Tag um Tag mit Bestimmtheit sein Ableben. Der
Mannesstamm des Welfenhauses steht aunmebhr auf den zwei Augen
des Prinzen Ernst August.

F Aus Paris wird geschrieben: Der Riesen-Ballon, an
welchem nüchst dem Champ de Mars gearbeitet wird, geht feiner
Vollendung entgegen. Dieses Ungethüm ist dazu berufen, die
größte Sensation und Attraction auszuüben. Um sich einen Be—
zeiff zu machen von den tiesigen Dimensionen dieses Ballons,
sei vor allem erwähnt, daß er viermal so groß ist, wie der s. Z.
so viel angestaunte und bewunderte Ballon der Ausstellung von
1867. Jener hatte blos 5000 Quadratmeter an Umfang. Der
etzige besitzt einen Umfang von 20,000 Quadratmitern! Seine
Höhe beträgt 68 Meter, so daß er schon auf dem Boden liegend
zeinahe die Thürme von Notre Dame erreicht und den Arc de
Triomphe um die Hälfte überragt! Sein Gew'cht ist ohne Füllung
1500 Kilogramm. Dieser Ballon wird auf einmal 100 Luftfahrer
nufnehmen können, nämlich 60 in dem Haupüschiffe und ie 20
in zwei kleineren Schiffen.

. Wahrend des russischen Feldzugs scheint von Lieferanten
und Militärintendanten nicht wenig gestohlen worden zu sein.
Uus Adrianopel wird gemeldet, daß das russische Hauptquartier
zegen nicht weniger als 90 Militärintendanten und Subintendanten
die Anklage wegen Diebstahl und Unterschleif erboben hat.

—⏑,⏑

—IX
Literarisches.
D.G(Gfälzische Geflügelzeitung. Verlag von
herrmann Kayser in Kaiserslautern.)
Nachdem sich allerorts ein großes Interisse für die Giflügel⸗
naqht und ein eifrigeß Streben kundgibt, diesen säther mit Unrecht

oce ilachlassigten —ν, —
denselben im Inleresse der Allgeneinheit nutzbringender zu machen,
ist es sicherlich mit Anerklennung zu begrüßen, daß die „Pfäl⸗
zische Geflügelzeitung“', durch belehrende Abhandlungen
auf dem Gebiete der Geflügelzucht, durch Mittheilungen über Pflege
und Zucht, sowie durch Beschreibungen der verschiedenen Hühner—⸗
arten, deren Eigenthümlichkeiten und Vortheile, sowie durch Abdruck
der nalurgetreu gezeichneten Abbildungen einer jeden einzelnen Race,
sich die Aufgabe gestellt hat, nach Kräften zur Förderung der Ge⸗
lügel⸗ und Singvögelzuchl beizutragen.

Auch die uns vorliegenden, letzt erschienenen Nummern dieses
Blattes bieten eine solche Keichhaltigkeit inlerefsanten, anregenden
ind belehrenden Stoffes, Mittheilungen nützlicher Ersahrungen auf
»em Gebiete der Geflügelzucht, daß wir jedem Landwirthe, jedem
Freunde der Geflügelzucht dieses billige Fachblatt (pro Quartal
jur 65 Pf.) zum Abonnement hiermit wiederholt empfehlen können.

In einem größeren Arlikel werden unsere sämmtlichen Hühner⸗
Arten beschrieben und enthalten die lezten Nummern zugleich ganz
elungene Abbildungen der verschiedenen Racen. Nach einer genauen
Zezelchnung der allgemeinen Körpertheile des Huhnes und der daxan
ich knüpfenden Kunstausdrücke, finden wir in den folgenden Num⸗
nern die genaue Beschreibung der Racen und enthalten die bis
etzt erschienenen Blätter, Beschreibungen der Cochin⸗China⸗ Hühner
mit Abbildung), der Brahma's oder Brahmaputras (mit Abbildung),
er Malayen, Ganges, oder Malakta⸗Hühner (mit Abbildungen),
er Kampfhühner oder Kämpfer (mit Abb'ldung), des Yolohama⸗
uhnes (mit Abbildung), der Brajsilianer oder Straußenhühner
diesen werden die Beschreibungen fammtlicher übrigen Hühner⸗
dacen nebst den nöthigen Abbildungen einer jeden einzelnen Race
olgen). Alsdann finden wir Artikel: über „Geflügelseuche“. — „Was ist
die Ursache der schallosen Cier und welche Mittel gibt es dagegen ?*
— ZVergleichniß der Aufzuchts⸗ und Mästungskosten bei Federvieh
und Rindvieh.“ — „Berichte aus Geflügelzucht- Vereinen.“ —
„Behandlung des Andreasberger Kanarien-Vogels.“ — Anfrage
an Geflügelzuchtvereine.“ — Betichte über Geflügel-Ausstellungen“
u. s. w. vebst Kauf, Tausch und Verkauf des Geflügels betrefferden
Inseraten.

Bestellurgen können bei allen k. Postanstalten und Post boten
gemacht werden. Die bereits erschienenen Rummern werden saͤmmilich
dachgeliefert. — Preis pro Quartal aur 65 Pifg.
Von der in diesen Spallen schon mehrfach erwähnten
„Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“
Jahrgang 1878 (Preis pro vierwochentlicher Band von 256
dis 288 Seiten Taschenformat nur 30 Pfennig), liegen uns
zegenwärtig der ßebente und achte Band zur Besprechung vor. Wir
dzuͤnen bei Durchsicht dieser Bände unser früheres anerlemendes
Urtheil nur bestätigen, denn das vorliegende, einzig in seinee Art
zaste hende Unternehmen bietet für einen sast unglaublich belligen
Zreis den mannigfaltigsten, interessantesten und gediegendsten Inhalt.
Zum Beweise dessen lassen wir nachstehend das Indaunenten
ses siebenten Bandes folgen: „Vecschwunden“, Roman von Eiald
Auguͤst König. — „Ahnungslos“, Kriminalgeschichte aus der feinen
Weit. Von Karl Chop. — „Kostüm und Luxus im alten Franlk—
eich“, von Aug. Scheibe. — „Die großen Betrügeteien in New—
Yoit“, ein Bild aus dem gegenwärtigen Amerika von Eduard
Hraunfels. — „Masauiello“, Ledensbild aus der italienischen Ge⸗
chichte von Georg Hagen. — „Feste im himmlischen Reiche“, aus
»em Volksleben des fernen Ostens. Von H. H. D'scus. — Ein
zefiederter Hausfreund', von W. Böcker. — „Eine Reihe Mis—
rellen schließt den Band. — Der Inhalt des achten Bandes ist
Hhenso reichhallig und interessant.
Jllustrirte Frauen-⸗Zeitung. (Vreis vierteljährlich 2 M. 80 Pf.)
Die neueste Moden-Nummer 58 enthält: Promenaden⸗, Gesellschafts⸗
ztrand⸗ oder Reise-Anzüge, Sommerkleider mit Ueberkleidern, Blusen, Man⸗
illen und Fichus; Rock mit Zugeinrichtung, fußfreie Unterröcke, Hute, Hand⸗
huhe, Cravaten, Cravatenschleifen, Fichus, breite Kragen und Ueberman⸗
chetlen, Bade⸗ und Schwimm⸗Anzüge nebst Tasche, Mantel, Pantoffel, Kappe,
Frottirer, Seifenlappen ꝛc. Anzute für Knaben und Mädchen, auch Turn⸗
inzuge und Hüte. Taufanzug (Schlepp⸗Tragbettchen), Tragmantel mit Pelerine.
IRfenschirm (Bannerform), Arbeitskörbchen, Pinseltasche, Staubtuch, Decke mit
zuipure⸗Durchbruch und doppelseitigem Stickstich auf Leinen⸗Canevas mit
yerschiedenen einzelnen Figuren, gestrickte und gehäkelte Grundmuster, Vorten
zuf Stoff und Java-Canevas, Vordüren in leichter und Plaitstichstickerei,
9male und breite Spitzen und Einsätze in Tülldurchzug ꝛc. ꝛc., mit 860 Ab⸗
ildungen, einer Beilage mit 17 Schnittmustern, Muster⸗Vorzeichnungen und
stamens⸗Chiffren ia Kreuzstich und Weißstickerei; ferner ein colorirtes Moden⸗
upfer. — Die neueste Unterhaltungs-⸗NRummer (22) enthält: Heimath⸗
28. Novelle von Adelheid von Auer. Schluß. — Ves deuischen Volkes
Schatzkästlein und sein Schatzmeister. Von W. Lackowitz. — Wernher. Ein
Almengang vor 700 Jahren. Von Karl Stieler. — Aus der Frauenwelt.
-Verschiedenes: Literarisches ꝛt. — Wirihschaftliches: Mittagsessen für Juni
nach neuer Anordnung. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Ferner
olgende Illustrationen: Ludwig Erk. Von C. Kolb. — Wernher. Vier
zeichnungen von E. Fischer⸗Corlin. — Drei Römer-Gläser aus dem 17
Fahrhundert.

—Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter.

ü» 828uSö——————üM—ü———2883»öXXBVV—⏑ ⏑⏑—⏑—⏑—⏑— ——⏑——— —————8
Fur die Redaction verantwortlich: F. xX. Demek.
        <pb n="338" />
        u einer am Sonntag, den 16. h. Nachmittags
uhr im Grewenig'schen Saale ab zuhaltenden
XIEIXXL

Tages⸗Ordnung: Annahme der „pfälzischen Adresse an Se.

Maj stät den Kaiser.
St. Ingbert, den 14. Juni 1878.
P. Custer, Birrgermeister.

Barnikel, Vorstand der Harmonie. E. Beer, Vorstand des

Musikvereins. Euster, Vorstand des Casino. Dereum, Vor⸗

sland des Arbtiter-Bilduugs-Vereins. Fischer, Vorstand des

serieger⸗ Vereins. Schuster, Vorstand der Gemürhlichteit. H.

Stief, Vorstand der Feuerwehr.
Vom Büchertisch!
Für die kleinen Ceute!

Seit dem 1. Januar d. J. erscheint in Richter's Verlags⸗Anstalt, K. K
dofbuchhandlung in Leipzig eine Monatsschrift betitelt:

Der Jugend Spiel und Arbeit
Paädagogisches Kunstjournal
herausgegeben von
Dr. Jaͤn Daniel Georgens
und Jeanne Marie v. Gayette⸗Georgens,
umer Mitwirkung hervorcagender Mitarbeiter

aber welches unsere Zeitung bereits ein eingehendes Inserat brachte. Die⸗
selbe hat den Zweck, der Jugend vom Kindergartenalter an bis zur
Intlafsung aus der Schule alle die Beschäftigungen und, Unter—
altungen zu bieten, welche geeignet sind, den Sinn für das Schöne und
ẽdle zu bilden. Die Monaisschrift „Der Jugend Spiel und Arbeit“ unter⸗
cheidet sich von allen anderen dadurch, daß sie theilweise in Buntdruck er⸗
deint, un auch den Farbensinn bei Kindern zu wecken und gleichzeitig den⸗
elben die Freude an der einmal begonnenen Unterhaltung und Beschäftigung
dauernd zu bewahren. Die Verlagsbuchhandlung ist durch Gewinnung der
hesten künstlerischen Kräfte in der Lage für gediegenste Ausstattung zu ga⸗
Anliren. Der Abonnementspreis (1 Mark 50 Pf. pro Quartal) ist ein. so
zilliger im Verhältniß zur reichhaltigen und eleganten Ausstattung, daß jede
Familie, wenn auch weniger bemittelt, in der Laͤge sein wird, für die Kinder
su abonniren. Die geringen Kosten werden gewiß die schönsten Früchte in
her Ausbildung der Kinder tragen. Den Kindern kann keine nützlichere und
hessere Unterhaltung geboten werden wie dies neue Journal solche bietet,
denn Spiele, Erzählungen, Anleitung zum Bild⸗ und Holzausschneiden, Flech⸗
sen, Zeichnen, Ausmalen und Modelliren, sowie zu weiblichen Hendaͤrbeiten
ind derucksichtigt und die geschmackvollsten Illustrationen fanden Aufnahme
vie dies bereits erschienene Hefte zeigen. —

Wir machen alie Eltern, Kindergartenfreunde, die ja an Hunderttausend
zählen, Lehrer und Lehrerinnen auf dieses schöne und nützlich e Journal für
hie Jugend aufmerksam, wünschend, daß dasselbe fich bald in alle Familien,
wo Kinder find, einbürgern möchte..

Prospect und Heft 1 liegt i jeder Buchhandlung zur Einsicht offen,
und werden daselbst wie auch bei jeder Postanstalt Abonnementsbestellungen
mtgegen genommen und schon erschienene Heste auf Wunsch nachgeliefert. K.

ůůö—
Herzogl. Braunschweigische Candes⸗
Fotterie.
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe bestest aus 86, 000 Original-Loosen und
AM, 00 Gewinnen:
Haupitreffer eb. 480, 000, 1 Haupttreffer à 12,000,
300 000. 27 —28
50,000, 8000,
30.000. 3000,
30.000 3000,
0000, 1000,
30 000 3000
JA 2000,
87 1000,

4

000,
Reichs-Maik u. s. w.
Die eiste Ziehung findet statt
— 1I8. IO. aitli 1878,
u welcher ich Briginas⸗Loose
Ganze Halbe Viertel Adt tel
16 Mark 8 AMark 4 Mark 2 Mark
gegen Einserdang des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spicser erbelt die Gewinnlisten ratis!
fras
Obereinnehmer der Brounschw. Landes:Lotterie
in Rraunsehwei—

2

oersicherungs⸗Weseuschasi.

Der Geschäftssiand der Gesellschast ergibt sich aus den nach
dehenden Resultaten des Rechnungsabschlusses für das Jahr 1877
Srundtapital.. 646 9,000,000. —
Prämien:; und Zinsen: Einnahme für 1877 —, 7,3445,112. 20
Prämien⸗-Ueberträgfge.. 2 10,367,052. 10

— 26,812,164. 30
Versicherungen in Kraft am Schlusse des
Jahres 1877... ..443986,460, 882.
Den 1. Mai 1878.
Die Haupt-NAgentur für die RYfalz:
Heiur. Kern in Neustad,
Die Agenten der Gesellschaft:
Joh. Friedrich in St. Ingbert.
Joh. Meister in Hornbach.
Emannuel Simon in Zweib'ücken.
Joh. Wannenmacher in Ommersheim
—
doeben erschien:
Pariser Meltausstollungswalzer.
Für Klavier componirt von
JTeAn BoOuquet-
op. 36. Plegant ansgestattet mit schönem Titel.
(Ansicht des Weéltausstellungspalastes.)
Preis Mark 1.50.
Das Vrtheil eines renommirten Klavierlehrers
aber dieses neueste Werk des beliebten Tanz-Com-
bonisten Joan Bouqouest lautet:

Die Pariser Weltausstellung in Töne, und *
speciell in Walzerform 2u verherrlichen, t
ar eine heikle Aufgabe, jedoch hat es der J
domponist in vorliegendem MWalzer verstanden,
lieselbe sehr glücklich zu lösen.
„Nach einer pompösen Finleitung, welche *
lie Eröffnungsfeier der Ausstellung malte, ver-
ehmen wir eine reizende Folge von höchst d,
zchwungvollen, melodischen Walzern, welche 8
durch genannte Figenschaften, sowie durch ihre —
bdikanten Rythmen nicht verfehlen we den, die 72
Fanzlust auf das angenehmste anzuregen. In 8
dinzelnen Theilen führt der Componist ver-
chiedene Nationalitäten vor und es dürfte nicht
zchwer halten, die charakteristischen Bigen-
hümlichkeiten derselben bald heraus z2u erkennen.
„Obgleich der Walzer von brillanter Wirkung
ist, s0 pietet dennoch das sehr handliche und
geschickte Pianoforte-Arrangement nur müssige
Schwierigkeiten dar.“
Gegen Einsendung des Betrages in Marken ver- c
sendo ich, franco. 8
* wet. Jos. Tongeb, Köln. a. Zih.
— ———
Wohen fleißiges Dienst⸗ EEonntag, den 16. Juni
mädchen für häusliche Arbeiten
—5 Harmoniemusik
Näheres in der Exp. d. Bs. bei Louis Schwarz,
— Machfolger C. Engel)
Lin seitenes Ereigniss * Kohlenstraße.
ja, ein im Vuchhandel gewiß Sensation
erregender Fail ist es wenn ein Buch
160 Auflagen erlebt, denn einen so
zroßartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzielen, welches sich in gan; unßer-
Irdenilicher Weise die Gunst des Publi—
ums erworben hat. — Das berütmte
oputar⸗ medicini sce Rext. Pr. Airves

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 13. Juni.
Weizen — M. — Pf. Korn
08 M. 72 Pf. Gerste 2reihige
— M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — pf. Spelz 0 M.
— ppj. dafer 7 M. 76 pi
Heu 2 M. 30 Pf. Stroh7
M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M
30 Pf. Weißbrod 1 Kilog
56 Pf. Kornbrod 3Kil.77, 2 Kil
52 Pf. d'itto 1 Kilo. 26 Pf
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 95 Pf
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2
Dual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf
Zuttet 0o M. 90 Pf. per Pid.

ater Autioge
BSAÆAAææO—
und liegt darin allein schon der beste
Beweis für die Gediegenbeit seines In⸗
‚alts. Diese reich iUnstrirte, vollständig
iur gearbeitete Jubel-Ausgabe kann
nit Recht Allen Kranken, welche be—
vanrte Heilmittel zur Veseitigung ihrer
eiden aͤnwenden wollen, dringend zur
durchsicht empfodlen werden. Tie
darin abgedruckten Original-Atteste
beweisen die außerordeutliczen Heilersoltze
und sind eine Garantie dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getäuscht
wird. Obiges 541 Seiten star!e, nur
1 Mark kottende Buch kann durch jede
Buchhandlung bezogen werden; man
verlange und nebme jedoch nur „Dr.
Airy's Naturheilme!:bode“, Original-
— Aaszabe von Kichter's Veriags-
Anstalt in xeipziq.
Redaftion Fruck und Lerlag von F. Femne in mngbert.
        <pb n="339" />
        St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterholtungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betrãgt vierteljahrlich
lMarl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die vittgespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet,
— — — — — t —
Sonntag, den 16. Jum. 1878.

DDwoeO O

M 94. —
Deutsches Reich.

Muünchen, 12. Juni. Was die Regierungsentwürfe behufs
Durchführung der neuen Neichs justizgesetze betrifft, vernehmen wir,
daß der größte Theil derselben sich bereits unter der Presse be⸗
iindet, so daß dieselben unmittelbar nach dem Wiederbeginne der
Thätigkeit der Kammern an die Mitglieder derselben ver theilt
werden koöͤnnen. Der den Kammern vorzulegende Militdretat ist
zum größten Theil bereits gedrudt. — Das k. Staatsministerium
des Innern hat die Vorarbeiten für die neuen Reichstagswahlen
bereits angeordnet und die thunlichste Beschleunigung derselben
anbesohlen.

Berlin, 18. Juni. Die Einladungen zu der auf heute
2 Uhr anberaumten Ersffnungsfitzung des Congresses ergingen
gestern Abend 10 Uhr. Baid nach 1.Uhr begann die Auffahrt
der Congreßdelegirten vor dem Palais des Reichskanzlers; die
Delegirten benußten die Botschaftswagen und trugea — die
diplomatische Uniform des Heimathlandes. Etwa 20 Ninuen nach
2 Uhr erschien über dem Dach des Palais des Reichskanzlers die
Flagge des Deutschen Reiches, die Eröffnung des Congresses ver⸗
ründend. Die Straße vor dem Palais ist für den gewoöhnlichen
Verkehr gesperrt. Fur die Mitglieder und die Arbeiten des Con⸗
gresses ist ein besonderer Post- und Telegraphendienst eingertchtet
und zu diesem Zweck eine Anzah! Post⸗ und Telegrophenbeamte
zur Verfügung gestellt. Es verlautet, daß die heutige Sitzung des
Congresses lediglich Formalitäten, hinsichtlich des Praͤsidiums,

Bureaus ꝛc. gewidmet gewesen sei und am Montag die erste eigent⸗
liche Arbeitssitzung folgen werde. Der läãngere Zwischenraum
erscheint motivirt durch den Wunsch durch gegenseitige Besprechungen
und Vorverhandlungen zwischen den Bevollmächtigten der einzelnen
Staaten die Erledigung der Congreßaufgaben zu fordern. Von
olchen Vorbesprechungen hatte bereits gestern nach dem Abendempfang
bei dem Reichslanzler eine bis in die Nacht dauernde zwischen
Andrassy und Schuwalow stattgefunden. Andrafsh hatte auch im
Ldaufe des heutigen Vormitr:ages wiederhotte Besprechungen mit
Beaconsfield, der in seiner Wohnung (Kaiserhof) mit Salisbury
zusammen arbeitete. Mittags hatte auch Schuwalow mit Salisbury
und Andrassy eine längere Unterredung im Kaiserdof. — Der aus
Brüffel hierher berufene türkische Minislerresident Caratheodori⸗
Effendi fungirt nicht als Congreßbevollmächtigter, sondern wird aur
mit den türkischen Congreßdelegitten lonferiren.
Berlin, 13. Juni. (tronpringlicher Erlaß.) Kaum der
menchlerischen Hand eines Verblendelen durch Gottes Gnade ent⸗
dangen, hat des Kaisers und Körigs Majestät, Mein Herr Valer,
sich zum zweiten Male dem Geschoß eines im Versted lauerndeu
Verbrechers ausgesetzt gefunden. Wiederum hat Gottes gnädiger
Schutz über dem theueren Haupie gewaltet. Der Frebler hat zwar
ieider des Zieles nicht gefehlt, seinen verruchten Zweck aber nicht
erreicht. Die Schmerzen, weichen die zahlreichen Wunden verur⸗
achen, fraten zurück gegen den liefen Kummer, welcher das landes⸗
aaterliche Herg des Zaisers und Koͤniga durch die noch am Abend
seines bisher so reich gesegnelen Lebens ihm nicht ersparte Erfahrung
ʒedrudte, daß im deutschen Volke solche Unthaten in rascher Folge
eisen konnten. Die herzliche Theilnahme indeß, welche sich alsbald
in der Einwohnerschafi der Residenz zu erkennen gab, die Entrüstuug
über das Berbrechen, verbunden min der innigen Freude über die
Erretlung aus unmitielbarer Todesgefahr, die Segenswünsche, welche
aus allen Kreisen und aus allen Theilen des deutschen Valerlandes,
ja, von überall, wo im Auslande und selbst in den fernsten Welt⸗—
heilen Deutsche weilen, in Adressen, in sinniger Dichtung und in
Telegrammen, in Slumenspenden und ähnlichen Aufmerksamkeiten
durch standische und kommunale Vertreter, weltliche und kirchliche
Norporationen, Behörden, Vereine, Versammlungen, durch Würden⸗
txäger und durch Privathpersonen ohne Unterschied des Standes
und Berufs, des Allers und Geschlechts, in warmster Weise Aus⸗
druck fanden, haben jeden Zweifel des kaiserlichen Herrn an der
anveränderten Treue und Liebe des deutschen Volkes derbannt und
efsen Ueberzeugung neu gekräftigt, daß die verderbliche Saat, aus
wvelcher die Frepeltbaten entsprossen sinn in den Vatriotizmus der

Nation keinen nachhaltigen Boden finden werde. Se. Majestãt
der Kaiser und König, Mein Herr Vater, ist überaus gerührt von
den zahlreichen Beweifen lautersien Anhänglichteit welche sich noch
äglich mehren, und hat Mir aufgetragen, Allen, nah und fern,
velche ihm das volle Vertrauen in die kreue und hingebende Ge⸗
innung des Volkes wiedergewährt, Allen, welche durch sywpathische
dundgebungen auf seinem Schmerzenslager sein Herz imn wohl⸗
huender Freude erfüllt haben, den innigsten Dank zu sagen. Ich
entledige mich dieser Allerhöchsien Weisung, indem ich Sie veranlasse,
das Vorstehende zur oͤffenilichen Kenniniß zu bringen.

Berlin, 11. Juni 1878.

Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

An den Reichskanzler.

Berlin, 13. Juni. Seitens der Regierung ist behufs Be⸗
lämpfung der Sozialdemokratie zunächst eine strengere Handhabung
)es Poßwesens in Ausficht genommen. Sodann ist allen Behörden
eben solche Handhabung des Preß⸗ und Vereinẽgesehes empfohlen
vorden.
Ausland.

Wien, 13. Juni. In unterrichteten Kreisen glaubt man
jier allgemein an einen glücklichen Ausgang der Kongreßverhand⸗
lungen. Berichten aus Berlin zufolge hat Fürst Bismarck geäußert,
der Kongreß müsse zu einem friedlichen Erfolge führen. Ford
Beaconsfield foll sich in ähnlichem Sime geäußert haben, da das
kinverständniß der Mächte viel weiter gediehen als man im
Bublikum glaubt.

London, 13. Juni. „Reuter's Bareau“ meldet aus
Que bec (Canada Nordamerika): Sireitende Arbeiter plünderten
in Mehlmagazin und nahmen 200 Baͤrrels Mehl fort. Den
Polizeimannschaften gelang es nur mi vieler Muhe, die Ruhestdrer
u zerstreuen und das Legislaturgebäude zu besetzen. Sie wurden
jei ihrem Einschreiten gezwungen, die Waffen zu gebrauchen, wobei
in Arbeiter erschofsen wurde. Außerdem wurden mehrere Ruhe⸗
slörer, sow'e mehrere Polizeimannschaften und unbetheiligle An⸗
vesende durch Gewehrschüsse, Säbelbiebe und Steinwürfe verwundet.
Rermischtes.
Kaiserssslaufern, 13. Juni. Der der liberalen
Partei angehörende Abgeordnete zum bayerischen Landtog Philipp
Sqhmidt Maiserslautern) hat aus Gesundheitsrüdsthten sein
Mandat niedergeilegt.
7 Wie man der „Pf. P.“ wittheilt, sei eine Anzahl Fabri⸗
'anten und Gewerbetreibender in Kaiserlautern zusammen⸗
jetreten, um die socialdemokratischen Elemente aus ibren Etablisse⸗
ments zu entfernen.
F Aus Kirchhelmbotanden, 8. Juni meldet das
N. W.“: In der gestrigen Sitzung des Igl. Polizeigerichtes wurde
ein Butterhändler aus Mauchenheim wegen Thierqualerei (er mal⸗
rätirte sein Pferd fast eine halbe Stunde mit einem Stecken) und
damit verbundenem groben Unfug in eine Hafisttafe von zehn
Tagen verurtheilt
4Der Reichstagsabgeorbnete jür den Wahlbezirk Landau⸗
Neustadt, Herr Gutsbesitzer Jor dan in Deidesheim, hat seinen
Freunden mitgetheilt, daß er eine Neuwahl ablehne.
Pirmasens 12. Juni. Ein Eiuwohner aus Erf⸗
veiler ließ fich vergangenen Sonntag in hiesiger Stadt anläßlich
ines Gespräches über das jüngste Attenlal und Angesichts des
unserm Sonntagsblatt beigegebenen Porträts Nobilings die Aeuße⸗
ung: „Schade, daß er nicht getroffen!“ zu Schulden lommen.
Untersuchung ist bereits eingeleitet. (P. A.
fFLandau, 18. Juni. Sonntag den 28. Juli findet
»ahier der Delegirtentag des pfaͤlzischen Gewerbedeteinsberbandes
tatt und soll dadei auch auf Antrag des Vereins Neustadt die
ociale Lage und die Stellung des pfalzischen Gewerbestandes zur
Soc'altd emokratie auf die Tagesordnung gesetzt werden. (C. A.)
Der zum Bischof in S peyer ernannte Herr Joseph
Ehrler wurde 1856 zum Priester geweiht. Nach mehrfacher
Verwendung als Hilfshriefter ist er seit 1864 Prediger. wan nunr
        <pb n="340" />
        in Kissingen und Kitzingen, wirlte seit 11. Juli 1867 am Münchener
Dom und ist, wie die „Pf. Zig.“ berichtet, durch seine Predigten,
welche die Konigin⸗Mutter waͤhrend ihres Dortseins stets leißig
besuchte, bekannt und beliebt. Das genannie Blatt bemerkt weiter:
„Die Wahl dieses ganz ausgezeichneten Piannes muß wieder als
ane höchst glückliche bezeichnet werden und wird in der Speyerer
Dibzefe gewiß allenthalben freudigst begrüßt werden ··

F Der Kaiser hat dem verwundelen Hotelier Holtfeuer
ein Geschenk von 10,000 Mark gemacht. —

p' Aus Ungarn werden die Ernte⸗Aussichten als sebr gün⸗
stig geschildert. Man schreibt darüber der „Fr. Z.“: „Wir sind
noch weit entfernt von der Ernte; nichtsdestoweniger werden schon
allseiis Berechnungen über den möglichen Ertrag der dies jährigen
Fechsung angesielll, wobei der jetzige gunstige Saatenstand durch—
wegs escompiirt erscheint. Daß die Chancen sehr gunstig sind,
leidet heute keinen Zweifel mehr, nachdem die Niederschlüge allwärts
die Saaten in den üpp'gsten Stand gebracht haben. Die Boden⸗
feuchtigkeit ist so ergiebig, daß nunmehr selbst einer kleinen Dürrt
Troß geboten werden kann. Den angestellten Berechnungen, X
nalurlich vichts weiter als Hypotheken sind, liegen die Ernte-Ergeb⸗
nisse der letziten Jahre zu Grunde und zwar bezüglich derjenigen
Glire de Gaͤltungen, welche unsere Hauptprodukte bilden. Es sind
dies Weizen und Rogger. Die vollständig verläßlichen statistischen
Dalen reichen nur bis 1875, da das tgl. ungarische statistische
Jureau die Jahre 1876 und 1877 noch nicht bearbeitet hat. Die

Ernteausweise der Wiener Fruchte und Mehlbbrse pro 1876 und
1877 sind nicht durchwegs offtziellen Ursprungs. Im Jahre 1875
war ein Flächenraum von 8,675,689 Joch mit Herbst · Weizen
besät und licferte einen Ertrag von 268 Mill. Metzen Weizen;
in Raum von 2,050,012 Joch lieferte 6.8 Mill. Metzen Roggen.
Auch für das laufende Jahr wird derselbe Flächenraum in Rech;
nung gezogen und daher angenommen, daß wenigstens 3.6 Millionen
Joch mil Weizen besdet siud. Da nun aus den bisherigen ojffiziellen
Saatenstands⸗Berichten erhellt, daß mindestens eine gute mittelmäßige
krnte zu gewärtigen ist, so dürfte bei Weizen per Mill. Joch ein
Fctrag vou 9 Mill. österr. Metzen, zusammen daher bei 32.4
Millionen österr. Metzen in Aussicht zu nehmen sein, welche rund
cinen Werlih von 162 Mill. Gulden repräfenliren würde. Da bier⸗
hon erfahruͤngggemäß etwa die Hälfte für den Erport abgegeben
verden kann, so könnte der Erport⸗Erlös aus Weizen allein schon
30 Millionen Gulden detragen. Von Roggen erwartet man einen
Expott ⸗Ertrag von 20 Millionen Gulden.“

f Einer der enragirtesten Maßigkeitsvereinler Amerika's hat
in einer am 19. Mai abgehalten Versammlung den Vorschlag gemacht,
lle Weinteben in der ganzen Welt auszurotten. Da aber bekannt⸗
nlich viele herzstärkende Wässerlein aus Getreide gewonnen werden,
so müßte man consequenter Weise auch die Cerralien ausrotten, in
welchem Falle sogar die Menschenbeglückungskunst der Temperenzler
eine brodlose werden würde.

— Iir ie ee belaiworilich: J. x. eme b5.

Bekanntmachung. Aus freier Hand zu
Die Commission der Ga s⸗ verkaufen:
anstall hat folgenden Be⸗ 1 gut erhaltenes Tafelklavier
schluß gefaßt: pon Kaim u. Günther,
„Die Gasrechnungen müssen Canapee,
innerhalb längstens 8 Tagen be⸗ polirte Bettstelle in Nuß
zahlt werden, sobald der Schuldner baumholz,
fich im Besitze der Rechnung für obale Badbütte,
zwei Monate befindet. Krautständer,
Für die Commission; ovale Waschbütte,
Si. Jnabert, 14. Juni 18785. Badewaune in Zink,
Das Burgermeisteramt: Queckfilberbarometer
Custer. we Thermometer.
g ie Exped. d. Bl. sagt bei wem
Kriener⸗Verein.
*
Wirthschafts⸗
Einrichtung
Bierpumpe mit doppelter
Sonnltag, den 16. Juni, Leitung, mehrere Tische und
Abends 8 Uhr Bänke, sind fofort dillig zu
Geueralversamulung aufen. Räheres jagt die Erped.
im Vereinslokale.
AUm zahlreiche Betheiligung Eine Wohnung
bittet unier Hinweis auf 8 20 m oberen Stock mit 2 Zimmer,
der Statuten. F üche, Platz auf Speicher und
Der J. Vorstand Keler hat zu, vermiethen
Fischer. Earl Hoffmann.
Sonntag, 16. Juni 1878 Allgemeine Wechsel
per Si. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.
Concert sind zu haben in der
in der Garten⸗Wirthschaft bei Buch⸗ und Steindruckerei
Eberhard. EF. X. Demetæ-
EBHARMONIE.
Dienustag, den 18. B. bei günstiger Witterung im Gre⸗
wenig'schen Garten
Gær oSAces MIIIiItArconcert
der vollständigen Capelle des westfälif chenn Dragoner⸗
Regimentes von Saarbrücken.
Beginn 934 Uhr Nachmittags.
St. Ingbert, den 14. Juni 1878.
Der Vorstand:
Barnikel.

Aufruf
zu einer am Sonntag, den 16. h. Nachmittags
4 Uhr im Grewenig'schen Saale abzuhaltenden
VOIIBS-VoFSMLIVBBS-
Tages-Ordnung: Annahme der pfälzischen Adrefse an Se.
Majesiät den Kaiser.
Si. Ingbert, den 14. Juni 1878.
V. Custer, Birrgermeister.
Barnikel, Vorstand der Harmonie. E. Beer, Vorstand des
Musikdereins. Euster, Vorstand des Cafipo. Dercum, Vor⸗
fland des Acrbtiter⸗Bildungs⸗Vereins. Fischer, Vorstand des
Krieger⸗Vereins. Schuster, Vorstand der Gemüthlichkeit.
H. Stief, Vorstand der Feuerwehr.
— —— — — — cx;p
Raͤucherkerzchen gegen Schnaken.
Einfachstes und sicherstes Mittel zur Beseitigung
dieser iästigen Insekten.

1—2 Kerzchen werden je nach Große des Zimmers angezündet
und dem ruhigen Abbrennen übexlassen.

Dieselben sind der Gejundheit des Menschen durchaus un⸗
schädlich.

Ju haben in Päckchen à 20 Pf. bei Herrn J. Friedrich.

Methusalem
(Frankfurler Magenbilter.)

Dieser vorzüglichste aller Kräuter⸗-Magenbitter ist auf Grund
der neueren Forschungen im medicinischen Fache mit Zuhilsename
süchtiger Kräste aus der Medicin sowohl, als auch der Chemie
durch Extraction der echtesten Kräuter dargestellt und füt den Genuß
bortheilhaft und zusagend zubereitet. Troß seines kurzen Bestehens
hat sich der Methusalem schon eines sehr günstigen Erfolges und
Froßer Beliebiheit zu erfreuen; gewik das günstigste Zeichen der
Keellilät und gulen milden Wirkung des Getränkes. Zum Schußze
gegen Cholerꝛ, Ruhr, Hämmorrhoiden x. ⁊tc. ist er ein unschäzbares
Universalmittel. Ganz besonders empfehlenswerth ist er für Magen⸗
leidende; vermöge seiner erwärmenden und belebenden Eigenschaft
bewirkt er eine erhöhte Verdauung. Die Magenhaut wird gestärkt
und dadurch das Blut zur Säftebildung befördert. Viele Menschen
mit schon zerrütteter Gesundheit verdanken der segensrrichen Wirlkung
dieses kostbaren Hausmittels ein volllommenes Wohlbefinden wieder.
Rur längerer regelmäßiger Gebrauch ist von günst'gem Erfolge gekrönt.
Mon nimmt üglich ein Likörgläschen: Morgens zum Frühstüch,
Mittags nach Tisch und Abends vorm Schlafengehen. Die tägliche
Ausgabe kommt dann höchstens 20 Pf.

Zu benehen in Originalflaschen, Preis her 1I Flasche M.
2. 40 Pf. U2 Flasche M. 1. 50 Mf. in der Nieder—
lage von:

— —
Zur Prüfung zum Einjahrig freiwilligen Dieust
einpfehlen wir als bewährten Lehrgang für den deutschen
Aufsatz, welcher belanntlich sehr streng beurtheilt wird, Venn's
deutsche Aufsfätze, 14. Auflage. Prris 4 Mark gebunden.
Verlag von Ad. Gestewitzz in Wiesbaden. Vorräthig in aller
Buchhandlungen.

J. Peters in St. Ingbert.
Kalender enih. Broschüte nedst Zeugniffen von Fachleuten und
Laien in den Niederlagen eratis.
— — — — —— — — — ⏑
AIedainon Ina imd Veriag von 5. X. Demet in St Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 24.
        <pb n="341" />
        Ss. Ingbertker Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (Z2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

1Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts viit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Nectamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 94.

Sonntag, den 16. Juni. 1878.

Deutsches Reich.

Muünchen, 12. Juni. Was die Regierungseniwürfe behufs
Durchführung der neuen Neichsjustizgesetze betrifft, vernehmen wir,
daß der größte Theil derselben sich bereits unter der Presse be⸗
findet, so daß dieselben unmittelbar nach dem Wiederbeginne der
Thätigkeit der Kammern an die Mitglieder derselben vertheilt
werden können. Der den Kammern vorzulegende Miilitäretat ist
zum groößten Theil bereits gedbruckt. — Das k. Staatsministerium
des Innern hat die Vorarbeiten für die neuen Reichstagswahlen
beteits angeordnet und die thunlichste Beschleunigung derselben
anbefohlen.

Berlin, 13. Juni. Die Einladungen zu der auf heute
2 Uhr anberaumten Eröffnungssfitzung des Congrefses ergingen
gestern Abend 10 Uhr. Bald nach 1 Uhr begann die Auffahrt
der Congreßdelegirten vor dem Palais des Reichskanzlers; die
Delegirten benutzten die Botschaftswagen und trngea — die
diplomatische Uniform des Heimathlandes. Etwa 20 Minuten nach
2 Uhr erschien über dem Dach des Palais des Reichskanzlers die
Flagge des Deutschen Reiches, die Eröffnung des Congresses ver⸗
lündend. Die Siraße vor dem Palais ist für den gewöhnlichen
Verkehr gesperrt. Für die Mitglieder und die Arbeiten des Con⸗
gresses ist ein besonderer Post- und Telegraphendienst eingerichtet
und zu diesem Zweck eine Anzah! Post- und Telegrophenbeamte
zur Verfügung gestellt. Es verlautet, daß die heutige Sitzung des
Congrefses lediglich Formalisäten, hinsichtlich des Präsidiums,
Bureaus ꝛc. gewidmet gewesen sei und am Montag die erste eigent⸗
iiche Arbeitssitzung folgen werde. Der längere Zwischenraum
erscheint motivirt durch den Wunsch, durch gegenseitige Besprechungen
und Vorverhandlungen zwischen den Bevollmächtigten der einzelnen
Staaten die Erledigung der Congreßaufgaben zu fördern. Von
olchen Vorbesprechungen hatte bereits gestern nach dem Abendempfang
dbei dem Reichskanzler eine bis in die Nacht dauernde zwischen
Andrassy und Schuwalow stattgefunden. Andrassy hatte auch im
daufe des heutigen Vormittages wiederholte Besprechungen mit
Beaconsfield, der in seiner Wohnung (Kaiserhos) mit Salisbury
zusammen arbeitete. Mittags hatte auch Schuwalow mit Salisbury
und Andrassy eine längere Unterredung im Kaiserbof. — Der aus
Brüssel hierher berufene türkische Ministerresident Caratheodori⸗
Fffendi fungirt nicht als Congreßbevollmächtigter, sondern wird aur
mit den türkischen Congreßdelegirten konferiren.

Berlin, 13. Juni. (Kronprinzlicher Etlaß.) Kaum der
neuchlerischen Hand eines Verblendeten durch Gottes Gnade ent⸗
zangen, hat des Kaisers und Körigs Majestät, Mein Herr Vater,
sich zum zweiten Male dem Geschoß eines im Versteck laueruden
Verbrechers ausgesetzt gefunden. Wiederum hat Gottes gnädiger
Schutß über dem theueren Haupte gewaltet. Der Frevler hat zwar
jeider des Zieles nicht gefehlt, seinen verruchten Zweck aber nicht
erreicht. Die Schmerzen, welchen die zahlreichen Wunden verur⸗
sachen, traten zurück gegen den tiefen Kummer, welcher das landes—
bäterliche Herz des Kaisers und Königs durch die noch am Abend
eines bisher so reich gesegnelen Lebens ihm nicht ersparte Erfahrung
»edrüchte, daß im deutschen Volke solhe Unthalen in rascher Folge
ceifen konnten. Die herzliche Theilnahme indeß, welche sich alsbald
in der Einwohnerschaft der Residenz zu erkennen gab, die Entrüstung
Aber das Berbrechen, verbunden mit der innigen Freude über die
Errettung aus unmittelbarer Todesgefahr, die Segenswünsche, welche
aus allen Kreisen und aus ollen Theilen des deutschen Vaterlandes,
a, von überall, wo im Auslande und selbst in den fernsten Welt—
heilen Deutsche weilen, in Adressen, in sinniger Dichtung und in
Telegrammen, in Blumenspenden und ähnlichen Aufmerksamkeiten
durch stündische und kommunale Vertreter, weitliche und kirchliche
dorporationen, Behörden, Vereine, Versammlungen, durch Würden⸗
räger und durch Privatpersonen ohne Unterschied des Standes
ind Berufs, des Alters und Geschlechts, in wärmster Weise Aus
)ruck fanden, haben jeden Zweifel des kaiserlichen Herrn an der
inveränderten Treue und Liebe des deutischen Volkes verbannt und
ꝛefsen Ueberzeugung neu gekräftigt, daß die verderbliche Saat, aut
velcher die Frevelthaten entsprossen sind, in dem Pattiotissmus der

Nation keinen nachhaltigen Boden finden werde. Se. Majestät
der Kaiser und König, Mein Herr Vater, ist überaus gerührt don
den zahlreichen Beweisen lauterstes Anhänglichkeit, welche sich noch
äglich mehren, und hat Mir aufgetragen, Allen, nah und fern,
velche ihm das volle Vertrauen in die treue und hingebende Ge—
innung des Volkes wiedergewährt, Allen, welche durch sywpathische
dundgebungen auf seinem Schmerzenslager sein Herz mit wohl⸗
huender Freude erfüllt haben, den innigsten Dank zu sagen. Ich
entledige mich dieser Allerhöchsten Weisung, indem ich Sie veranlasse,
das Vorstehende zur oͤffentlichen Kenntniß zu bringen.

Berlin, 11. Juni 1878.

Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

An den Reichskanzler.

Berlin, 13. Juni. Seitens der Regierung ist behufs Be⸗
fämpfung der Sozialdemokratie zunächst eine strengere Handhabung
des Paßwesens in Ausficht genommen. Sodann ist allen Behörden
eben solche Handhabung des Preß⸗ und Vereinsgesetzes empfohlen
worden.
Ausland.

Wien, 13. Juni. In unterrichteten Kreisen glaubt man
jier allgemein an einen glücklichen Ausgang der Kongreßverhand—
ungen. Berichten aus Berlin zufolge hal Fürst Bismarck geaußert,
»er Kongreß müsse zu einem friedlichen Erfolge führen. Lord
Beaconsfield soll sich in ähnlichem Sinne geäußert haben, da das
kinverstäändniß der Mächte viel weiter gediehen, als man im
Publikum glaubt.

London, 13. Juni. „Reuter's Bareau“ meldet aus
Quebec (Canada, Nordamerika): Streikende Arbeiter plünderten
ein Mehlmagazin und nahmen 200 Barrels Mehl fort. Den
Polizeimannschaften gelang es nur mit vieler Mühe, die Ruhestörer
zu zerstreuen und das Legislaturgebäude zu besetzen. Sie wurden
hei ihrem Einschreiten gezwungen, die Waffen zu gebrauchen, wobei
in Arbeiter erschossen wurde. Außerdem wurden mehrere Ruhe—
törer, sow'e mehrere Polizeimannschaften und unbetheiligie An⸗
vesende durch Gewehrschüsse, Säbelhiebe und Steinwürfe verwundef

Rermischtes.

f Kaiserslautern, 183. Juni. Der der liberalen
Partei angehörende Abgeordnete zum bayerischen Landiag Philipp
Schmidt (Kaiserslautern) hat aus Gesundbeitsrüäsichten sein
Mandat niedergelegt.

Wie man der „Pf. P.“ mittheilt, sei eine Anzahl Fabri⸗
kanten und Gewerbetreibender in Kaiserlautern zusammen⸗
zetreten, um die soc'aldemokratischen Elemente aus ihren Elablisse⸗
ments zu entfernen.

F.Aus Kirchheimbolanden, 8. Junl meldet das
„N. W.“: In der gestrigen Sitzung des Igl. Polizeigerichtes wurde
ein Butterhändler aus Mauchenheim wegen Thierqualerei (er mal⸗
rätirte sein Pferd fast eine halbe Stunde mit einem Stecken) und
»amit verbundenem groben Unfug in eine Haftstrafe von zehn
Tagen verurtheilt

Der Reichstagsabgeorvnele für den Wahlbezirk Landau⸗
Neustadt, Herr Gutsbesizer Jor dan in Deidesheim, hat seinen
Freunden milgelheilt, daß er eine Neuwahl ablehne.

FPirmasens, 12. Juni. Ein Einwohner aus Erf⸗
weiler ließ fich vergangenen Sonntag in hiesiger Stadt anläßlich
eines Gespräches üüber das jüngste Attenlai und Angesichts des
anserm Sonntagsblatt beigegebenen Porträts Nobilings die Aeuße⸗
rung: „Schade, daß er nicht getroffen!“ zu Schulden kommen.
Untersuchung ist bereits eingeleitet. P. A.)

fFLandau, 18. Juni. Sonntag den 28. Juli findet
dahier der Delegirtentag des pfälzischen Gewerbevereinsverbandes
ttatt und soll dabei auch auf Antrag des Vereins Neustadt die
sociale Lage und die Stellung des pfälzischen Gewerbestandes zur
Soc aldemokratie auf die Tagesordnung gesetzt werden. (L. A.)

. Der zum Bischoff in Speyher ernannte Herr Jofeph
Ehrler wurde 1856 zum Priester geweiht. Nach mehrfacher
Verwendung als Hilfspriefter ist er seit 1863 Prediger, war zuers
        <pb n="342" />
        in Kissingen und Kitingen, wirlte seit 11. Juli 1867 am Munchener
Dom und ist, wie die „Pf. Ztg.“ berichtet, durch seine Predigten,
velche die Königin-Mutter während ihres Dortseins stets fleißig
besuchte, bekannt und beliebt. Das genannte Blatt bemerkt weiter:
„Die Wahl dieses ganz ausgezeichneten Mannes muß wieder als
eine hoͤchst glückliche bezeichnet werden und wird in der Speyerer
Diözese gewiß alleüthalben freudigst begrüßt werden.“

7 Der Kaiser hat dem verwundeten Hotelier Holtfeuer
ein Geschenk von 10,000 Mark gemacht.

Aus Ungarn werden die Ernte⸗Aussichten als sehr gün⸗
lig geschildert. Man schreibt darüber der „Fr. Z.“: „Wir sind
noch weit entfernt von der Ernte; nichtsdestoweniger werden schon
allseiis Berechnungen über den möglichen Ertrag der diesjährigen
Fechfung angestellt, wobei der jetzige günstige Saatenstand durch⸗
wegs escomptirt erscheint. Daß die Chancen sehr günstig sind,
eidet heute keinen Zweifel mehr, nachdem die Niederschläge allwärts
die Saaten in den üppgsten Stand gebracht haben. Die Boden⸗
jeuchtigkeit ist so ergiebig, daß nunmehr selbst einer kleinen Dürre
Trotz gebolen werden kann. Den angestellten Berechnungen, die
natürlich nichts weiter als Hypotheken sind, liegen die Ernte⸗Ergeb⸗
gisse der letzten Jahre zu Grunde und zwar bezüglich derjenigen
Betreide-Gattungen, welche unsere Haupiprodulte bilden. Es sind
dies Weizen und Roggen. Die vollständig verläßlichen statistischen
Daten reichen nur bis 1875, da das kgl. ungarische statistische
Bureau die Jahre 1876 und 1877 noch nicht bearbeitet hat. Die

Aus freier Hand zu
verkaufen:
laut erhallenes Tafelklavier
von Kaim u. Günther,
Eanapee,
polirte Bettstelle in Nuß⸗
baumholz,
»vale Badbütte,
RNrautständer,
vale Waschbütte,
Badewanne in Jink,
Queckfilberbarometer
mit Thermometer.
Die Exped. d. Bl. sagt bei wem
kine noch fast neue
Wirthschafts⸗
Einrichtung
Bierpumpe mit doppelter
deitung, mehrere Tische und
Bänke, sind fofort billig zu
aufen. Näheres sagt die Exped.
Eine Wohnung
m oberen Stock mit 2 Zimmer,
süche, Platz auf Speicher und
Keller hat zu vermiethen
— Carl Hoffmann.
Sonntag, 16. Juni 1838 Allgemeine Wechsel
per Si. 3 Pf., 25 St. 50 Ppf.
Concert sind zu haben in der
in der Garten-Wirthschaft bei Buch⸗ und Steindruckerei
Eberkard. F. X. Demetæz.
HARMONIE.
Dienstag, den 18. h. bei günstiger Witterung iin Gre⸗
penig'schen Garten .
Grosses Militarconcert
ver vollständigen Capelle des westfälischen Dragoner⸗
Regimentes von Saarbrücken.
Beginn 134 Uhr Nachmittags.
St. Ingbert, den 14. Juni 1878.
Der Vorstand:
BRarnikel.

Zur Drüfung zum Einjährig freiwilligen Dienst
empfehlen wir als bewährten Lehrgang für den deutschen
Aufsartz, welcher belanntlich sehr sireng beurtheilt wird, Venn's
deutsche Aufsätze, 14. Auflage.“ Preis 4 Mark gebunden.
Verlag von Ad. Gestewitz in Wiesbaden. Vorräthig in allen
Buchhandlungen.

Ernieauswerse der Wiener Frucht⸗ und Mehlbörse pro 1876 und
1877 find nicht durchwegs offiziellen Ursprungs.. Im Jahre 1878
war ein Flächenraum von 3,675,639 Joch mit Herbst ˖ Weizen
besät und licferte einen Ertrazs von 2658 Mill. Metzen Weisen;
ein Raum von 2,050,012 Joch lieferte 6.8 Mill. Metzen Roggen,
Auch für das laufende Jahr wird derselbe Flächenraum in Rech—
nung gezogen und daher angenommen, daß wenigstens 3.6 Millionen
Joch mit Weizen besäet sind. Da nun aus den dbisherigen offiziellen
Zaatenstands⸗Berichten erhellt, daß mindestens eine gute mittelmäßige
Ernte zu gewärtigen ist, so dürfte bei Weizen per Mill. Joch ein
Ertrag vou 9 Mill. österr. Metzen, zusammen daher bei 32.4
Pillionen osterr. Metzen in Aussicht zu nehmen sein, welche rund
einen Werth von 162 Mill. Gulden repräsentiren würde. Da hier⸗
von erfahrungsggemäß etwa die Hälfte für den Export abgegeben
verden kann, so konnte der Export⸗Erlds aus Weizen allein schon
30 Millionen Gulden betragen. Von Roggen erwartet man einen
kxpott.Erxtrag von 20 Millionen Gulden.“

F Einer der enragirtesten Mäßigkeitsvereinler Amerika's hat
u einer am 19. Mai abgehalten Versammlung den Vorschlag gemacht,
ille Weinreben in der ganzen Welt auszurotten. Da aber bekannt⸗
iich viele herzstärkende Wässerlein aus Getreide gewonnen werden,
o müßte maa consequenter Weise auch die Cerralien ausrotten, in
velchem Falle sogar die Menschenbeglückungskunst der Teraperenzler
eine brodlose werden würde.
5 Inc diee .. ůα5α.

Aufruf
zu einer am Sonntag, den 16. h. Nachmittag—
4 Uhr im Grewenig'schen Saale abzuhaltenden
XVXXILLBCI
Tages-Ordnung: Annahme der pfälzischen Adresse an Se
Mojestät den Kaiser.
Si. Ingbert, den 14. Juni 1878. —
V. Culer. Buürgermeister.
Barnikel, Vorstand der Harmonie. E. Beer, Vorstand de—
Musikdereins. Euster, Vorstand des Casino. Dereum, Vor—
stand des Arbtiter⸗Bildungs-Vereins. Fischer, Vorstand des
Krieger⸗Vereins. Schuster, Vorsiand der Gemüthlichleit.
H. Stief, Vorstand der Feuerwehr.

7
Räucherkerzchen gegen Schnaken.
Einfachstes und sicherstes Mittel zur Beseitigung

dieser lästigen Insekten.

1—2 Kerzchen werden je nach Groͤße des Zimmers angezündel
und dem ruhigen Abbrennen überlaßsen.

Dieselben find der Geiundheit des Menschen durchaus un
schaͤdlich.

Zu haben in Väcchen à 20 Mf. bei Herrn J. Friedrich.

Methusalem
(Erankfurter Magenbilter.)

Dieser vorzüglichste aller Kräuter-Magenbilter ist auf Grund
der niueren Forschungen im medicinischen Fache mit Zuhilsename
üchtiger Kräste aus der Medicin sowohl, als auch der Chemie
zurch Extraction der echtesten Kräuter dargestellt und für den Genuß
hortheilhaft und zusagend zubereitet. Trotz seines ldurzen Bestehenz
hat sich der Methusalem schon eines sehr günstigen Erfolges und
zroßer Beliebtheit zu eifreuen; gewik das günstigste Zeichen der
Reellität und gulen milden Wirkung des Getränkes. Zum Schuzze
zjegen Cholera, Ruhr, Hämmorrhoiden ⁊c. ꝛc. ist er ein unschätßbares
Universalmittel. Ganz besonders empfehlenswerth ist er fütr Magen⸗
eidende; vermöge seiner erwärmenden und belebenden Eigenschaft
bewirkt er eine erhoͤhte Verdauung. Die Magenhaut wird gestärkt
und dadurch das Blut zur Saftebildung befördert. Viele Menschen
nit schon zerrütteter Gesundheit verdanken der segensreichen Wirkung
ieses kostbaren Hausmittels ein dolllommenes Wohlbefinden wieder.
Nur längerer regelmäßiger Gebrauch ist von günst gem Erfolge gekrönt.
Man nimmt fäglich ein Likörgläßschen: Morgens zum Frühstück,
Mittags nach Tisch und Abends vorm Schlafengehen. Die tägliche
Ausgabe kommt dann höchstens 20 Pf.

Zu beziehen in Originalflaschen, Preis per JI Flasche M.
2. 40 Pf. 3 Flasche M. J1. 50 Pf. in der Nieder⸗
lage von:

J. Peters in St. Ingbert.
Kalender enth. Broschüte nebst Zeugnifsen von Fachleuten und
I Laien in den Niederlagen eratis.
Redallivn Drug ind Verlag von J. XDemesß in St Ingberi.
Hiezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 24.
        <pb n="343" />
        Sl. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Souniags mit illustrirter Bei—
age) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnenrent spreis betragt vierteljahrlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfy., von Auswärts mit 15 Pfz. für die viergejpaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
—⏑—
AM 95.

⸗
Dienstag, den 18. Juni. V 1878.
— — — We
Deutsches Reich.
Berlin, 16. Juni. Gestern conferirte Fürst Bizmarck min⸗
dord Beaconsfield und Salisbarh
Das nationalkiberalbe Central-Comitee ver⸗
sammelie sich in Berlin am 16. Juni Vorm'ttaus; demselben ge!
hören die Herren v. Forckenbeck, Schenk v. Stauffenberg, v. Bene
aigsen, Lasker, Ridert (der Geschäftsführer der Partei), Miquel,
b. Benda, Stephani, Völl, Kiefer und eiwa noch ein Dutzend der
jervorragendsten Parteigenossen aus allen Theilen Deutschlands an.
Der Wahlaufruf der Partei ist in den nächsten Tagen zu erwarten,.
hjoffen wir, daß seine Parole ist: das Zusammenqgehen aller libe—
calen Elemente! 6Deutsches M.Bl.)
Nach der ‚Voss. Zig.“ werden in Sansso uc i bereils die
nöthigen Aenderungen zur Uebersiedelung des Kaisers getroffen.
Von Babelsberg habe man Abstand genommen, weil es äußerst
schwierig sein würde, dort selbst unter Zuhilfenahme von Patrouillen
vom Garde-Jägerbataillon solche Maßregein zu treffen, daß unter
allen Umständen für de ungesiötte Sicherheit und Ruhe des hohen
Patienten garantirf werden könnte. Ver „Nat.“Ztg.“ zufolge ist
dagegen von einer Uebersiedelung nach Sanssouci nur vorübergehend
die Rede gewesen. Die Großherzogin von Baden soll den Wunsch
jegen, der kaiserliche Vater möze ihr nach der Jasel Mainau
Bodensee) folgen, wo der Kaiser in früheren Jahren gern zu ver⸗
veilen pflegte.
NAusland.
Wien, 16. Juni. Die hochoffiziöse Montagbrebue“ meldet:
Die einlaufenden Nachrichten über den Congreß sind günstig Eine—
Berständigung zwischen Oesterreich und Rußland sei ais erzielt zu
ann om dedul pecndet san.
Frandreichs Zustimmung zur Verlängerung —ARBR
VDe *
s 83 15. Juni. Waddington besizt eine von Thiers
zinterlassene Denlschrift, welche dieser in Voraussicht des Congrefss
43 spet r5burg, 15. Juni. Das „Journal de St. W
ourg begruüßt die Eröffnung des Congresses und betont, de
Weisheit und Mäßiguug der Staats manner und der durch dieselben
veriretenen Regierungen seien das sicherste Pfand, daß nichts unter⸗
assen werde, Europa einen soliden Frieden zu geben, die Ocdnung
m Orient herzustellen und die Ursachen der beständigen Vdesorguse
uü beseitigen. — Eine heute statigehabte Versammlung hier ahee
Ungehötiger des deutschen Reiches deschloßz, an die deutschen Co⸗
onten aller Erdtheile einen Aufruf zu richten, dieselben möchten als
diebesbeweis für den Deutschen Kaiser einen großen Fonds sammela
Rhufs Ersetzung des Verlustes des „Großen Kurfürsten“ oder zu
inem ähnlichen durch den Kaiser zu besliimmenden Zwecdk.

Kaiserl. Majestät die größte Entrüstung und Trauer hervor⸗
gerufen. Auch die ehrfurchtsvollst unterzeichneten Büuͤrger der
Stadt St. Ingbert sind davon mit unsäglichem Schmerje
zrfüllt worden; auch sie haben empfunden, wie tief durch
das verdrecherische Treiben enlarteter Nenschen das deutsche
Bolt gedehmüthigt worden, der Ruhm deutscher Treue ge⸗
iunken ist.

Durch Gottes weise Fügung ist das entsetzliche Unkterfangen
ereitelt und das theure Leden unseres allverehrten Kaisers
dem deutschen Land uͤnd Volk erhalten worden. Voll Dant
zegen den Höchsten für seine sithtbare Hilfe und unter den
Fjeiligst n Versicherungen unwandelbare Sreue und Liebe
schaart sich jetzt Alldeutschland fester um den Thron Ew.
staiserl. Maj.“ denn die schrecktithe That hat deutlich gezeigt,
daß jenem verderblichen Treiben einer Partei, welche den
Unsturz uaserer politischen und sozialen Ordnung zur leßlen
Folge hat, Einhalt gethan werden müsse. Nur durch ein⸗
nüthiges Zusammengehen von Fürst und Volk kann dieser
Zweck erteicht werden.

So wagen auch die ehrerbietigst unterzeichneten Bürger
der Stadt St. Ingbert Ew. Kaisecl. Maj. ihre ehrfurchtvollste
Huldigung darzubringen und zugleich das Gelöbniß, daß fie
Alle nach dem Maß ihrer Kräfte dazu beitragen werden, daß
Glaube, Zucht und gute Silten gefördert werden und so die
Ruhe und Sicherheit in unserem theueren Vaterlande wieder
Wohnung nehme.

Gott der Allmächtize schütze und erhalte unsern Kaiser
und unser ganzes Vaterland)

Ew. Kaiserl. Majestät
ehrerbietig gehorsamsie
(Wir vr —* s⸗ zue Unterschrmr cb 2c.

im adthause 3332
en gestrigen Versammlung nicht beimohnen; sie werden
joffentlich den kleinen Gang aufs Stadthaus nicht versaumen, um
erde dn der Adresse beizufügen, auf daß diese letztere werde
der vielhundertstimmige Ausdrack hier wohnender Vaterlandsliebe.

S Ensheim, 17. Jani. Voa hier ging in den J
Tagen Line mit Wrtengsien ber sehene Beileidss und Glu
wunsch: Adtesse nach Betlin ab.

D aie dt, 14 Jumi. Am gestrigen Nachmittag ver⸗
inglüdien sechs Personen in Gceiesheim durch Zerspringen einer
rtigen Exerzierplatz gefunden worden war
Hranate, die auf dem do tig L 1 rp 55 9 b
und wit der hantiert wurde. Wie die „D. Zig.“ hört, ein
dind gleich todt, einer Frau sind beide Beine zersamettert, ein
ährsi ndet, die Wunden der andern
Mann ist noch lebensgefährlich verwundet, di nee nee
iind weniger schwer. Die Verletzten wurden ˖ in das hiesige
vospital verbracht.
Vermischtes.

fSt. Ingbert, 17. Juni. (Adresse an Se.
Maäajestat den deutschene Kaisser.)“ Auf eine an die
Bürger unserer Stadt ergangene Einladung verschiedener hiesiger
Herren hatte sich gestern Nachmittag gegen 4 Uhr im Grewenig'schen
Saale eine sehr zahlreiche Versammlung behufs Annahme einer an
Se. Majestät den deuischen Kaiser zu richtenden Adresse eingefunden.
Der Saai war dicht besetzt; jeder Stand, iede Partei war der⸗
treten: cin Beweis, daß die Herren, welche die Einlavung ergehen
ießen, der dffentlichen Neinung, dem Wunsche Vieler entgegenkamen.
derr Subrettor Barnikel eröffnete nach 4 Uhr die Versamm
ung wit einer sesselnden Ansprache. (Ihres gediegenen Juhaltes
vegen lassen wir dieselbe in der Donnerstagb Nummer; folgen
da der Raum es heute nicht gut gestattet).

Der Wortlaut der von Herrn Barnikel aa Se. Moj— den
Zaiser erlesenen, und von der Versammlung einstimmig angenom⸗
uenen Adresse ist folgender:—

Kaiserliche Majessfät!
Ueberall in deutschen Landen hat die Kunde von dem
frebelhaften Myrdversuch gegen die geheiligke Petson Ew.

— MUUG Mü— — ——
Für die Redaction verantwortlich: F. X.Dementz.
. *
Eine empfehlenswerthe Zeitung.

Wie seht Gediegenheit, Reichhaltigkeit und unparteiische Behandlung
aller Zeitfragen geeignet sind, einem journalistischen Unternehmen allgemeine
Anerkennung zu erwerben und zu sichern, dafür liefern die außergewöhn⸗
ichen Erfolge der in Berlin seit 7 Jahren bestehenden Zeitung: „Berliner
Tageblatt“ einen treffenden Beweis. Die gegenwärtige Abonnentenzahl
Neses Vlattes beträgt T0, 000, eine Ziffer, welche bisher in Deutschland
non keiner Zeitung auch nur annähernd erreicht wurde.

Der reiche und interessante Jnhalt des „Berliner Tageblbatt“
nebst dessen Gratis-Beilagen , ßBerlaäner Sonntagsblatte und dem
Uustrirten Witzblait „u ük“ ist aber auch vollkommen dazu geeignet, selbst
den weitgehendsten Änsprüchen des zeitungslesenden Vublikuns noch jeder
Richtung hin vollkommen zu genügen.

Einein großen Kreise von Spezialkorrespondenten an allen Hauptplätzen,
cowie der ausgedehntesten Benutzung des Telegra phen verdankt das „Ber⸗
iner Tageblaktt“ den Vorzug, daß es durch die ihm täglich zugehenden
zusführlichen Special-Telegrammegallenanderen Zeitungen mit seinen n euest en
dolitischen Nachrichten voraneilt.

Ferner dürfte noch die Thatsache zu beachten sein, daß das „Berlin er
Tageblatt“ bei seiner entschieden liberalen Tendenz nach jeder Richtung hin unab⸗
ängig ist, und sich durch keine Parteirücksichten bei der Beurtheilung politischer und
satißnal⸗zkonomischer Fragen beinflufen läßt, sondern dieselben lediglich nack
        <pb n="344" />
        einem eigenen über den Parteien stehenden Ermessen beleuchtet. — Nächn
en umfangreichen Lokalnachrichten, welche glles Wissenswerthe über die Er⸗
eignisse in der Reichshauptstadt in wohlgesichteter Form bringen, enthält das
„Berliner Tagebiatt“ eine alle Zweige des Handels umfassende Han⸗
elszeitung“ mit completem Kurszettel der Berliner Börse, die vollstaͤndige
Ziehungsliste der preuß. SlaaisLotterie ꝛc. — Eine besondere Zierde des
Vlalles bildet das „Feuilleton“, in welchem die neuesten —xX
ersten Schriftsteller Kufnahme finden. Im nächsten Quartal erscheint Fr.
ZSpielhagen's neuester Roman „Platt Land“, welchen der Verfasser
als ein Pendant zur Sturmfluth“ bezeichnet, genauer: als eine Ent⸗
mehungsgeschichte der in Sturmfluth“ geschilderten Zustände, welche niemals

atten eintreten können, wären ihnen nicht diejenigen porgergegangen, vet
Darstellung „Phatt Land bringt. Es ist unzweifelhaft, daß diese neueste
Schöpfung des beliebten Dichters gleich der Sturmfluth“ allgemeines Auf⸗
ehen erregen wird. — Sobann werden in diesem Theile des Blattes dem
Theater, Kunst, Wissenschaft durch Originalkritiken und Berichte sorgfältigste
heachtunig gewidmet. Nach Aufzahlung dieses reichhaltigen, den Abonnenten
ebotenen Lesestoffes ist die kolossale Verbreitung des „Berliner Tage—⸗
Tant⸗ erilarlich und kann eine weitere Zunahme der Leserzahl wohl mit
echt erwartet werden. Der Abonnementspreis ist als ein sehr mäßiger zu
ezeichnen; derselbe beträgt für aAne 3 Blaͤtter zusammen nur 5 M. 25 Pf.
xro Quarial inelusive Posiprovision.
—F
Bau der St. Ingbert-Saarbrücker Bahn.
Steintransport-Vergebung.
Fuͤr die Künflbauten der Si. Ingbert· Saardrücker Bahn von
der kgl. bay r. preuß. Landesgreuze an bis circa 400 Meter unter⸗
halb dem Rentrischer Hammer soll der Traneport von girca 70
bin Schichtsteinen und 60 Kbun Hausteinen im
Wege der Subwmission vergeben wer en. Die Bedingungen liegen
im Ingenieur-Bureau in St. Ingbert auf.

Offersen sind versitgelt mit der Auflschrift „Submission
auf Sieintrangaport“ bie zum 28. ds. Mits. Vormittags
I1 Uhr an den NUaterzeichneten einzureichen und wird die Er·
Ifnung der Off ten in Gegenwar! der erschienenen Submittenten
erfolgen.

El. Jagbezt, den 17. Jui 1878.

Der Ingenieur:
Otto Soitz
54 0
Blerbrauerei St. Ingbert.
Donae⸗r2rag, den 20. Juni
OCOMCOTI-
Aludang Nachmittags 3 Uhr.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Freitag, den 56, Juli
aächsthin, Nachmittags —A
u Schnappbach bei Carl
Ficior Graffion wird das
nochbezeichnete, dem Jakob
Schwarz, Meßger in Schnapp⸗
dach gehörige Grundstück im
Banne von St. Ingbert, wegen
Nichtbezahlung des Erwerbspreises
im Wege der vertragsmäßigen
Miederversteigeruug oͤffentlich aus⸗
geboten und dies dem Meist⸗
dielenden zum Eigenthum zuge—⸗
schlagen, nämlich:
.er. 16648. 24 2 58
qm Acker auf den sechs
Fichen neben Jul. Grewenig.
Si. Ingbert, 14. Juni 1878.
Sauer, k. Noiar.
Ein braves, fleißiges Dieust⸗
mãdchen fuͤr häusliche Arbeilen
wird gesucht.
Naäberes in der Exp. d. Bl. J
Fonsumverein zu Mariannenthaler Glashütte.
Die Mitglieder werden hierdurch zu einer ordentlichen
General-Versammklung
uf Samstag, den 22. Juni, Nachmittags A Uhr im
Saale des Herrn M. Schneider zu Schnappbach ein—
serusen. rotogdorna:
Neuwahl des Vorstandes —R zrai
Mariannenthaler Glashütte br —15. dVespghungerahes
Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes:
Kust. Helmnbach.

Deutsches Montags-Blatt
—N — Nerloger; Berlin
GQefredacteur: 78

nn — α * Wontag.
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— SDas Deutssche Montags-Blatt“ hat in jüngster
deit wodl. bnniesen wie sMagfertig . den —3
— deiß, Die Schnoe ig 01 ar 8 0vV
auf dem Fruß. Voeblast Vorzang des vfenilichen Lebens
wird nur durch ihre Sicherheit und Verläßlichkeit
übertroffen.

Die politische Wochenschau des Chefredacteurs, wie die zahlreichen
Spezial⸗Tolegrammie aus allen Centren mes politischen Lebens stellten
das „Deutsche Montags⸗Blatt“ von vornherein in die Reihe unserer
vornehmsten Organe.

Der literarische und kritijsche Theil des „Deutschen Montags⸗
Blatt' glänzt ebenso sehr durch die Frische und Originalität seiner
Mittheilungen als durch die elegante, schneidige und gleichzeitig anregende
Form, in welcher dieselben gebbten werden. Die Elmne der deutichen
Schrifisteller hat dem von so seltenem Erfolge gektrönten Blatt
iyyft; wertttätigste Unt rflützung gewidmet, so daß es sich mit
Fug zu den ersten Orgaren der deusschen Presse zählen darf.
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Ale Postaustalten des Deut⸗ Siule zum L. Jusi neu hinzu⸗
— 3 nee tretende Abonnenten erhalten

uch In und
de inde wie Ne ergebenst Unter, Ammtliche im Laufe des Monat
eichnete nehmen Abonnemeuts Junierscheinende Rummern gratis
ederzeit entgegen, und möge man und franco gegen Einsendung
im eigenen Interesse die Abonne⸗ der AbonnemenisQuittung an die
ments⸗Anmeldung bei der Post Frpebin 3 —5
beschleunigen, damit die Zufter Erpedition des Den schen
ung des Blattes von Beginn des Montags⸗-Blatt““, Berlin 8W.
ZQuartals an prompt erfolge. Probe⸗Nummern gratis und
Offiz ieller Zeitungskatalog N. 1140.) frauco,
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Das „Deutsche Monfags-Blattein bel len

Eisenbahnbuchhandlungen, Zeitungs⸗Verkäufern jederzeit in ein⸗
zelnen Nummern zu kaufen.

Herzogl. Braunschweigische Candes
Lotterie.
vom Staate Zrchig und garantirt.
Dieselbe besteht aus X6, 000 Original-Loosen und
AA, 00 Gewiunen:
Haupttreffer eb. 460, 000, 4 Haupitreffer 212,000,
à 300,000, 22 10,030,
150,000, 8000,
30.000. 5000,
30,000, 5000
'O, O0o, 1000,
30,000, 3000.
000, 2000.
20,000, 000,
15,000,
Reichs-Mark u. s. 10.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. nd 19. Juli 1878.
zu welcher ich Driginal⸗Loose
Ganze Salbe Viertel Agtel
16 Mark 8 Mark 4 MNark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postborschuß versende.
Jeder Spi ler xrhalt die Gewinnlisten Hratis!
Tosi—uus,
Obereinnebmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
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rie spapier
wmit Firma, zu Geschaâstsbriefen
in schüönen veræaierten
Schriften,
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ICArtenm ete., werden rasch
und billig angefertigt in der
Buoh- und Steindruokerei
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8t. Ingbort.
Kedainion Drud und Versag von F. X. Temeh in St Ingdbevrt.

Der Zweibrücker Frucht⸗
markt wird statt Donnerstag,
Freitag, 21. ds. Mts.
abgehalten.
Des Frohnleich⸗

namntfestes wegen
wird die nächste Nummer unseres
Blattes schon morgen (Mitt⸗
woch) auscegeben.

Die Expedition.

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2* m3—82 22 282.* — w
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20 53322 558 2735857
78252 3525 * —A

22 288 25 — 8 —— 25 8
—88 —258 333 3333838
2268525 288 *2383 —— —

25223 22 7— 7* 2 — * 2 —2—
5 55 5353338333 77353333
—*6 : 8 * *
385.5. 383 3323333 3330 33
28368 A
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33. 33,35*2 —A——
. — 33 3333 5332335

— * 8 * — 2

8 8*323 2 *83 — 2 S. * 223
3. 223 3. 532323 12 2 235*2
2223 3 8 123232 2538 —3—
2* c5 83 S —*22 5237 2 225 *
3— 2*. * 8 —— — 8 * 82

— — — —— — ——— 2 82 *

3 58 558 5 1

2 237* — T 28255 *5223
2 * S 2

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a *537 55 232 2558
3 . — 3258 7833
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—A 2858 323 3333*
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2 68 —H 7 S 8 —— 2
3 333 2 *2
2. 0 * 56022. 7* 55 5252

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32 328* 23963333 233883
5—853* * —252532223 5*3*

S· 3 — 2222 523 —F * 53 —A
m35388 —23—3 —2— 3853—33333
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— —— 2* * — — *
—2325 5 —5 3306 55260— 35533323
— — 2 33 — 3 — * 2
* 8 2 — v53 — 283 —32353 —
—— 2 — — — 8223 53 — —— E: 253332
3528 — *5 22 8 2 z5
.. 53 — 3224322 ———— 5248 2232
7 5*35322 S* — 2 2 528333235* *22
22 —A—A— 287 23 253525 — 3 3
— 23—02385 j 52—— —5 5258
25— 7522323 — — —
233232 2 2. 5 * 2* * —A
33 53 5 58 — 23—*7* 35287 3*
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7 8 * 2 535* 7 * 2 * 2.3 *22
282623225 2 87 — *
3 8 232 2 * 722 —— *
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*3335 8 2 —: 7 n * 3 552 —552 *
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22 28 2*22 —E—— —2 —— *8232 —A—
—— —X —* 2 * 5525*53 52
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333335553 257 a 3533553 838*
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        ꝓSi. Inaberter Anzʒeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem ˖ Hauptblatte verbundene —X Sonntags mil illustrirter Vei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierleljährlich
lMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg.pro Zeile berechnet.
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M 96. Donnerstag, den 20. Jum. 1878.
Deutsches Reich.

Munchen. Wie das hiesige, Fremden 'blalt“ mitteheilt, sind
m k. Staatsministerium der Justiz folgende Einführungsgesetze zu
den Reichsjustizgesetzen vollendet: 1) zum Gerichtsverfassungsgesetze,
2) zum Civilproceß, 8) zur Strasproceßordnung, 4) zur Concurs
ordnung und 5) zum Subhastationsverfahren.

Dem „Pfälzischen Kurier“ wird aus Munchen geschrieben:
Der für Speyer neu ernannte Bischof Ehrler gehört zu denjenigen
hlesigen Geistlichen, die nur ihrem Berufe leben, sich von allem
politischen Treiben ferne halten und deßhalb sich auch niemals an
oolitischen Verfammlungen betheiligen. Da der hochwürdige Herr
erst im 45. Lebensjahre stehl, so dürfte er wohl der an Jahren
üngste Bischof in Deutschland sein.

Berlin, 17. Juni. Als ein erfreuliches Zeichen für das
Befinden des Kaisers ist es von der Bevölkerung aufgefaßt worden,
daß heute zum ersten Male seit dem zweiten Juni die Wache für
das Brandenburger Thor, welche das Kaiser⸗Alexander-Regiment
gegeben hat, mit klingendem Spiel an dem kaijserlichen Halais
vorüberzog. Das Mußikcorps spielte die Volkshymne, und das
Publikum strömtec in dichten Massen herbei, um fichtlich seine Theil⸗
nahme zu belcüden. F

Die heutige Congreßsttzung begann um zibel Uht und
dauerte bis kurz vor sünfeUhr. Gortschalow nahm on der
Sitzung Theil. — 7777

Die Forschungen nach der gesunkenen Panzerfregatte „Großer
curfürst“, welche bisher von englischen Tauchern vorgenommen
vorden, sollen ergeben haben, daß die Ueberreste desselben geborsten
uind daher rettungslos verloren seien. Die Admiraltät will sich
ndessen hierbet nicht beruhigen, und es ist deßhalb ein deuischer
Taucher und ein kaiserlicher Maxine-Ingen eur nach Folkestone ge⸗
chickt worden, um die. Untersüchungetz zu wiederholen.

Berlin, 18. Juni, 10 Uhr Vormittags. Sowohl in der
Oeilung der Wunden, »als zauch in dem Kräftezustand Sr. Majeftät

—DDD —
Dr. v. Lauer. Or. v- Langenbeck. Dr. Wilms.

Die „Nat. Lib.Corresp.“ spricht es als selpstverständlich aud,
zdaß kein Sozinldemoktat in den Reichslag gewäblt werden dürfe.“
Es sei die erste Aufgabe aller Ordnungsparteien, denen, welche
„die bösen Geister“, mit' denen wir jetzt zu kämpfen haben, herauf⸗
beschworen, das Handwerk zu legen. Es sei falsch zu meinen,
„diese Hand voll Phrasenhelden“ könne im Reichstage gar nichts
chaden. Man übersehe, daß erst der Reichstag den Agitatoren
das eigentliche Fundament und zugleich den Nimbus für eine erfolg⸗
reiche Wirksamkeit im Lande gewährt habe. Es sei die äußerste
Zeit, daß diesem Verhältniß einmal ein Ende gemacht werde. Jeder
Wahlkreis, der foctan einen sozialdemokratischen Abgkordneten in
den Reichssstag sende, übernehme damit die moralische Mitschuld für
Alles, was aus der rebosutionären Wühlerei der Sozialdemokratie
hervorgehe. Und die gesammte deutsche Nation müsse es als eine
Befleckung ihrer Ehre betrachten, wenn bei deu demnaͤchstigen Wahlen
luch nur ein einziger Sczialdemokrat den Sieg davon trüge, um
o mehr, als die in den ittzten Reichstagswahlen gewählten Sozial—
demokraten nirgends die Hälfte aller wahlberechtigten (1) Stimmen
zuf ssich vereinigt haben, so daß es nur der Pflichterfüsllung und
»es einträchtigen Zusammengehens aller nichtsoz'al stischen Elementen
dedürfe, um ihre Wiederwahl zu verhindern. „Wie immer“, fagt
die Nat. Lib. Corresp., „sich anderwäris die Parteien befehden mögen,
in den von der Sozaldemokratie bedrohten Wahlkreisen darf es
nut Einen Gegensatz geben, den der Freunde der Ordaung gegen⸗
her der Revolution.“ Die „Nat.Lib.-Cortisp.“ führt fort: „Die
Aufgabe in allen diesen Wahlkreisen düngt uns eine sehr einsache.
Da, wo die Sozialdemokratie das vorige Mal gesiegt hat, dürfte
z sich empfehlen, alle Stimmen auf den Candidaͤlen derjenigen
—XV zu bereinigen, welcher der Majorität am nächsten gekommen
st. Mogen die leitenden Männer der verschiedenen Parteien an

nen betreffenden Orten sich unverzüglich und loyal mit einander
as Benehmen setzen; es gilt die Ehre des Vatetlandes zu retten!“

Aussand. J

Aus Paris wird von einer Ende dieses Monats bevor⸗
stehenden Reise des Prinzen Napoleon nach Dänemark und Schweden
zemeldet, welche mit der Möglichkeit einer Verlobung des kaiserlichen
Prinzen mit der Prinzessin Thyra von Dänemark in Zusa mmens
hang oeebracht wird. Diese Partie wäre für den Prinzen jedenfalls
nicht un vortheilhaft, indein er dadurch der Schwager der zukünftigen
Herrscher bon England, Rußland und Dänemart würvde, Eine
andere Frage ist allerdings, ob die Aussicht Galtin eines deposse⸗
dirten Thronfolgers zu werden, für die danische Königslochter und
d-ren Familie viel Verlockendes haben wird,

Bermtschtes.
fSt. Ingbert, 17. Juni. (tede des Herrn Subrektot
Barnikel, gehalten gelegentlich der Abfassung der Adresse an
Se. Maj. den deutschen Kaiser).

.. ⸗Meine Herren! Es ist mir der ehrenvolle Auftrag zu
Theil geworden, unsere heutige Versammlung zu eroffnen“ und
den Zweck unserer Zusammenkunft in kurzen Worten dar—
zulegen. Wenn ich mich diesem Auftrage hiermit uunterziehe, so
zeschieht das mit denselben schmerzlichen Gefühlen, die duch Sie,
meine Herren, bewegen. Es wor am 11. Ma, als uns der Tic
zraph die Nachricht brachte, daß ein verkommener Bosewicht einen
zum größten Glück vereitelten Mordversuch auf unseres Kaisers ge⸗
Jeiligte Person verübt habe. Die Entrüstung üher diese Unthat
var eine großt und allgemeine. Aber auch eben so groß und all⸗
Jemein waren die Kundgebungen der Freude über die glückliche
Errettung des Kaisers aus Mörderhänden und allenthalben wurde
dieser innigen Freude durch Glückwunschtelegramme an den Kaiser
n geziemender Weise Ausdruck gegeben. J

Doch kaum war der Eindruck von diesem Ereigniß eiwas ver⸗
vischt, als ain 2. Juni die nief erschütternde Kunde sich verbreitete,
daß ein zweites Attentat auf den Kaiser verübt worden sei und
dieses Mal leider m't Erfolg. Vom Hinterhalte aus hatle ein
eiger Mörder mit kalter Berechnung die Mordwaffe gegen ihn ge⸗
sehrt und ihn schwer verwundet. Ein Shhrei dis Enlsehzens und
des Schmerzes hallte durch alle deutschen Lande. Eine dumpfe
Betäubung und eine unsägliche Trauer bemächtigte sich aller Her⸗
zen. Dem Manne, der unser deutsches Vaterland nach der trau⸗
rigen Zeit der Zerrissenheit im Innern, der Unterdrückung und
Schmach von Außen zur Einheit, zu Ehren und Ansehen führte, es
zu einem Hort des Friedens machte, der es sich zur schönen Auf—⸗
Jabe setzte, des Vaterlandes Wohl in allen Beziehungen zu fördern,
im Unterricht, im w'ssenschaftlichen, künstlerischen, sitllichen und reli—
diösen Leben, dem Manne, der in allen Tugenden als ein erhabe⸗
nes Vorbild voranleuchtet, dem besten, edelsten Kaiser ist am Äbend
eines thatene und ruhmreichen Lebens in dieser Weise vergolten
vorden. Unfer Deutschland, das als das Land der Treue in Lied
ind Wort gepriesen wurde, wie haben entartete Buben es be⸗
ichimpft, befleckt, entehrt! Wie haben sie ihm mit frevelhafter Hand
den Kranz der Tugenden, seinen Stolz und seine Zierde, bom
Haupte gerissen und mit Füßen gelresen! Und damn das Maß
des Unglückes noch voll werde, muüͤ jeden Tage wird es uns kla—
rer, daß nicht der Bedanke einzelner, sittlich verdorbener Menschen
sich in den zwei Mordthaten offenbart hat, fondern daß cine ganze
Partei, die kein Recht, keine Pflicht, kein Gesetz, keine Ordnung,
keine Religion, kein Vaterland kenni, mit enlsetzlicher Consequen
und Rührigkeit darauf hrnarbeitet, die Grüundlagen der politischen
und sozialen Ordnung zu zerstören, die Repräsentanten staatlicher
Gemeinschaft, sei es quch durch Meuchelmord, zu beseitigen und einen
Zustand herzustellen, von dem der Dichter sagt:

„Nichts Heiliges ist mehr, es löfen
„Sich alle Bande frominer Scheu,
„Der Gute täumt den Plaß dem Böosen
„Und alle Loster walten frei.“.
Wahrlich tief betrübend sind die Erfahrungen, die wie in der letz⸗
ten Zeit gemacht haben. — 7
Meine Herren! Es ist hier weder Zeit noch Ort, Unter⸗

4
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        uchungen darüber enzustellen, wie es hat moglich werden koͤnnen,
aß unser Vaterland der Schauplaß soicher Frevelthaten, der Bo⸗
den solcher allen Geseßen, aller Sine hohnsprechenden Zuftaͤnde
geworden ist, unser Balerland, von dem noch am Anfange diese
Fahrzehntes ein berühmter Franzose geäußert hat: „Es ist mit
dan aqhtbarsten Tugenden ausgeflattet, mit der Liebe zur Arbeit
und zum Studium, einem umermüdlichen Fleiße, dem Sinn für
Drdnung, mit Vaterlandsliebe, Pflichtgesfühl und dem Gefühl für
persönliche Würde, mit welcher sich Achtung dor der Autoriiat und
Behorsam gegen die Gesetze derbinden“. — Wie gesagt, wir wollen
olche Untersuchung nicht onstellen und auch keine Partei verant ·
wortlich machen; vielleicht tragen sie saͤmmtlich die Verantwortung.
Die Gefahr dor dem gemeinsamen Feind muß uns heute Alle ver—
ninen in dem Bestreben, mit aller Energie, die uns zu Gebote
steht, seine Angriffe zurüctzuweisen, den Boden, den er schon im
Besiiß hat, mit allen moglichen Mitteln zurückzuerobern, mit dem
Aufgebote unserer ganzen suttiichen Kraft dahin Sorge zu tragen,
daß der deuische Namen von dem Makel wieder einigermaßen ge⸗
reinigt wird, der ihm von verruchter Hand angehängt worden ist.

Vor Allem aber müssen wir unserm Kaiser für den ihm zu⸗
gefügten großen Schmerz als schwachen Trost und geringt Enl⸗
schübigung die Gefuhle unserer innigften Theilnahme, unserer Liebe
nd Derehrung zum Ausdruck und zur Kenniniß bringen.

Bevor Ihnen aber die hier aufliegende Adresse belannt gegeben
wird, ersuche ich Sie, meine Herren, mit mir einzustimmen in den
Ruf: „Se. Maj. unser gnodigster vielgeliebter Kaiser Wilhelm J.
zx lebe hoch!“

Sinmüthig erhoben sich die Anwesenden und stimmien bedeister⸗
An in des Hoch auf den greisen Heldenlaiser.

PNeustadi, 16. Juni. Mit der Post (Possstempel Neu⸗
zadi) erhielt die Red. der „Neust. Zig.“ heute solgende Zuschrift:

Herr Reialdor.

Wenn sie in ihrer Zeidung nicht aufheren über unß zu schelten

lo nehmen sie sich in Obacht, daß sie nicht auf eine unnaditliche

Waise sierben. Wir bassen ihnen schon auf ße Iawarzer Sadan
ind werden ihnen das Vell kerben und ist die Kugel für fie ge—⸗
jossen und das Tolgmesser geschrifen. Huden sie sich also sonß
wehe ihnen. Das Looß wird falen und einer von uns wird et
ausführen.
Mehrere Sozialdemoltaten.

Eines Commentars bedarf dieser Schreibbrief nicht. Orio
graphie und Styl sprechen bezeichnend genug, welchen Abschaum
die „Partei“ in sich birgt.

f Aus der Pfalz. Die Ernennungen für das durq
die Einführung des Maizaufschlaggefetzes in der Pfalz nothwendig
gewordene Erhebungs personal — Aufschlageinnehmer sind bereits
irfolat. Es werden circa 28 rechtstheinische Aufschläger in die
Pialz versegt und deren bishetige Stellen durch —IIXVL
wieder ergänzt.

p6ibrfeld, 16. Juni. Dio Elberfelder Zeitung“ meldet
Der sojialdemokcarsche Agitalor Hasfselmann ist am Samstat
Abend in Barmen wegen Vergehens gegen die offentliche Ordnung
derhaftet und in das Elberselder Arresthaus abgeführt worden.

7Paris, 18. Juni. Worgestern wurde einem in einer
Dilla wohnenden ehemaligen Pariser Kaufmann die Summe von
42, 000 Franct in Werthpabieren, baacem Geld und Golde und
Silbersachen gestohlen. Der Diebstahl wurde degangen, wãährend
der Mann min seiner Familie zwei Pariser Freunde, welche be—
ihnen gespeist hatten, nach der SGisenbahn begletete. Die Thaͤlter
ind voch nicht enidedt worden.
dienstoonac richten.

Der Landgeorichtüchsessor Beuno Au rich in Ludwige hafen aut
ded zweite Staauanwolt Bernhard, Pfier in Landau wurden
Boietsgerihisrathen in scaiserdrautern besdedoet. Sonach wurdu
den Sesutegerichien Zwtibrüchen, Landau nnd Kaiserklautera
ein weñerer Nath bejgeeben..

— —

BRBWMWFFA
Aewmen.
— —
—2

—
Hausverfteigerung
—eontag, den 24. Juni
näüchsthin, Rachmittagt 2 Uhr
u Si. Ingbert bei Heirtich
Smin, uͤßt Heinrich Zim⸗
mer, Maurer hier von seinem
mn der Blieskastelerstraße ge⸗
legenen Wohnhause mit Hofraum,
pflanzgarten und gemeinschaft⸗
lͤcher Einfahrt
. Nr. 442, 443 und 444.
La0 Dezimalen oder 8 4
32 qm die obere Hälfte
aeben Ludwig Merler öffent⸗
ich an den Meistbietenden
dersteigern.
St. Jagöert, 19. Juni 1878.
Sauer, k. Notar.
Die vor züglichen
Whittaker Schinken
vilche von keinem anderen Schin⸗
sen an Zartheit und Wohlgeschmad
Mwermosfen weiden, sind zu haben
e
σα4&amp;, St. Ingbert.

Ausschreiben.
Der Nachtwaͤchtr MRipp⸗
linger hier legt stine Sielle
irder dom 1. Juli 1I. J.

Bewerber um diese Sielle
vollen ihre Gesuche bis dahin
nuf dem unterfertigten Amte
inreichen.

Der Gehalt beträgt jährlich
100 Mil. und haden die Nacht⸗
vachter gemeinschaftlich die Rei⸗
rigung und Anzünden sowie das
Aus machen der Straßenlaternen
zu besorgen.

St. Ingbert, 18. Juni 1878.

Das Bürgermeisteramt:
Euster.
Rechnungen
in Jedermanns Gebrauch
Achiel, Viertel u. Halbe Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der
Druckerei de. Bl.
—

Herzogl. Orxunschweigische Candes·
Fotterie.
vom Stante Wechrit und X
Dicfelde bestehi qus 86,000 Hrigina ⸗Loosen und
AA,00 Gewinnen:
1 Haupitreffer ey. 480,000, 1 Haupttreffer à 12, 000,
* d 300,000, 39 10,000,
150,000, 8000,
80 000, 6000,
60.000, 5000
10,000, 1000,
20,000, 3000,
000 2000,
20, 000, 1000,
15.000.
Reichs-Matl u. s. w.
Die une Ziehung findet statt
Mam 18. und 1I0. Juli 1828
u welcher h Vriginai· o⸗

Gaunze SFSalbe Viertel Achtel
16 Mavx 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhau die Gewinalisen gratis:

Fr 28IIĩus.
Otcccxu xvꝛer der Braunschw. Landes: Lotterie
—X
Zvweite Auflage 1870
gibt in einem —EE
αε»ναν Xenntnio vnd auf fodo Frove
A _Nα NMαα, Reæit, Pννοri, Broia io Po-
äα, αιαν Zn αν Th-αιααα augendbtickxtiehen
Bcheid. Auv oa. 2000 Mæinen Oavseiten —
ια , ι _α, Tafel Bevα
24 Lceserungen, à S0 Venniqs.
BEBAιαιοnZ in allen Buonhondlemgen.
des Bibliooraphischen Institute
EM-

tʒein⸗Etiquetts
»big bis 7er
sind zu haben in der Oith. Anctalt
Icuten Drod .

*
333
5533332
4 23 *8
8 3385
223 223 3765353
253 2383 12
5553 253 3323
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— ——— —
3883.533 — —
483358 324 858
5364 3 53*
333
5* 32* — —
—7
— —— —5 8
323353416 333 42
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        —— XXX A— x1 dut 2 2 82 28 22
53 325 23— 373363333 55 523888
2 2 * .* — BZA 2 E3 522
— — — A — * 2 * — 3 2 2 α 52
2 28928 325 258 325233 254 85355338
55 2 33385 — * 32 538538 *35
ẽ — 2232z2323 5z—5222 3252 —m 223 7 —8 8 *
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233 33 33— 5233 5 3532535
22 3 —556* — B2325 — ————
—5 — 65852532 — 7—. — 5—522 S R2 —A 828 —32 —
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5225 238— 3 3335338
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Ler St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mitf illustrirter Bei

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlid

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfs., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

— — —
A 97. J Sonntag, den 23. Juni. 1878.
Abonnements⸗Einladung.

Zu dem mit dim 1. Juli beginnenden UI. Quartal des
„St. Ingberter Anzeiger“ deehren wir uns ergebensi
einzuladen.

Die Abonnenten, welche das Blatt durch die Träger beziehen,
erhalten dasselbe fortgel'efert, wenn nicht vor Ablauf des Quartals
ausdrücklich abbestellt wird.

Der Abonnementspreis für den „St. Ingberter Anzeiger“
beträgt pro Quartal Mark 120, mit illustrirtem Unter⸗
haltungsbsatt Mark 146.

Juserate werden mit 10 Pf. die Agespaltene Zeile, außer⸗
pfälzische aut 16 Pf. berechnen; für unsere hiefigen Abon⸗
nenten jedoch nur mit 8 Pf. amtliche und gerichtliche Anzeigen
ausgenommen.

Zu zahlreichem Abonnement ladet ergebenst ein

Die Expedition.
ANeutsches Reich.

Berlin, 20. Juni. die 43 dem belannten Artikel der
„Karlsruher Zatung“ deducirle Conjectut, daß Fürst Bismarck im
Bundesrath zu Anfang voriger Woche in Betreff der einstimmigen
Annahme des Antrages auf Auflssung des Neichstags die Cabinels-
frage gestellt habe, erledigt sich durch die notorische Thatsache, daß
der Fürst den betreffenden Sitzungen des Bundesraths gar nicht
beigewohnt hat. — Heute Vittag findet eine Sitzung des Staats-
ministeriums statt, in welcher dem Bernehmen nach uͤber die ber'm
Bundesrath einzubringenden Vorlagen bitr. d'e Bekampfung der
Sozialdemokratie berathen werden soll.

Berlin, 20 Juni. Die Delecirten der franzosischen Alliance
israblite haben Besuche bei fast allen Congreßmitglieder gemacht
und find überoll sehr aünst'g empfangen worden. Allseitig wurde
die Nothwendigkeit der Gleichst-Ilung aller Religonsangehörigen in
den Honaufürstenthümern und im neuen Bulgarien anerkannt.

Berlin, 20. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt:
„Zu der vorgestern mitzetheilsen Erklärung der Leibärzie des
Kaisers wird offiz ös geschrieben: Die ausführliche Erklärung
der Leibärzie über das Befinden des Ka'sers war, wie aus ihren
Worten schon hecvorgeht, dazu bestimmt, allzu hoffnungsvollen Auf⸗
fassungen über die daldig⸗ Wiederherstellung des Kaisers entgegen⸗
zuireten, besouders wohl den Notizen, welche schon von einem nahe
bevorstehenden Regierungswechsel und sogar von einer Badereise
sprachen. Die Veröffentlichung hat nun, wie es in solchen Fällen
zu geschehen pflegt, die Stimmung nach der entgegengesetzten Seite
zeworfen und an vielen Stellen einen Pessimismus verbreitet, der

in den wirklichen Umständen keinen M halt findet. Auf Grund zu
verlässiger Erkundigungen kann versichert werden, daß der Kronprinz
gestern gegen de bei ihm sich meidenden Ojfinere sich dahin aus
gesprochen hat, daß die Hoffnung auf die Wiederherstellung des

Kaisers nur nicht in so kurzer Zeit, wie vielfach angenommen wurde,
zuversichtlich gihegt werde.“

Alle über die Verhaftung angebl'cher Mitschuldigen des Ver⸗
drechers Nodiling verbreneien Nachrichten sind falsch.

Berlin, 21. Juni 10 Uhr Vormittags. (Bulletin.) Der
Kräflezustand des Kan sers schreitet stetig vor. In dem He lungs⸗
vorgange der Verl tzzungen st keine Storung eingetreten.

Ueber den Siand der Tabakssteuer-Augelegen—
beint wird mitgetheut, daß dem Reichskanzler von einem dochgest Iten
Beamten ein sehyr ausführliches Memorandum üͤberreicht worden ist
in welchem derselbe sehr eingehend die Nachtheile entwickelt, welche
sowohl die Einführung des Monopols als auch der Fabrikatsteuer
mit sich bringen würde, und schließlich Vorschläge macht, wie der
Tabak zu besteuern sei, ohne daß dadurch der Tabakdau und die
Tadakindustrie ruinir! wecden. Diese Vorschläge sollen sich, natürlich
mit veränderten Säͤtzen, ziemlich eag an unser jetziges System der
Labatbesteuerung anschließen. Ein anderes Memoire in derselben
Angelegenheit wird jetzt von einem Mitgliede des Reichskanzleramtes,
welches in vollswirthschaftlichen Dingen als Autorität gilt, aus
gearbeitet. Nach der Siellung desselben in den wirthschaftlichen

»Fragen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß derselbe sich gleichfalls
gegen das Monopol und gegen die Fabrikatsteuer aussprechen wird;
in den weiteren Ausführungen wird er aber von den Ausführungen
des Verfossers der vorerwänien Denkschrift abwei hen indem er
vermuthlich einen sehr hohen Eingangszoll unter Modalitäten,
welche ein Fortbestehen des inländischen Tabaksbaues ermöglichen
werden, ohne die Dfferenz zwischen Einfuhrzoll und inländischer
Steuer zu einem Schutzzoll und zu einer Prämie auf die Aus—
dehnung des Tabakbaues zu gestalten, vorschlagen wiro. Denen
aber, welche aus der Existenz dieser beiden Denkschriften auf ein
Aufgeden der Monopolpläne folgern wollen, möchten wir doch in's
Bedachtniß zurückrusen, wie fest der Reichskanzier einmal gefaßte
Plane trotz oaller Schwierigke't weiter zu verfolgen pflegt.

Der geschäftsführende Ausschuß dis südwestdeutschen Partei⸗
Tages der Deutsche Fortschritte pariei hat vergangenen Sonntag in

FJeankfurt den Beschluß gefaßt, ein Zitkular, folgenden Inhaltes an
die Parteifrennde zu etsenden? Allseitig wuͤrde anertann t, daß es
etzt, wo es unbedingt erforderlich ist, deu Tealtionären Strömungen
nit aller Energie entgegenzutrelen, zweckmäßig sei, wenn möglich mit
der nationall beralen Partei gemeinschaftlich vorzugehen, um auf
)iese Weise einer Zerspitterung der Stimmen vorzubeugen, welche
inderelt der lonserdativen, ultromantanen oder sozialdemokratischen
Hartei Nutzen bringen tönnte. Wenn nun auch hierüber vollständige
xinigkeit dorhanden war, so waren wir in gleicher Weise eben so

einstimmig darüber, daß die Aufstelluug und Uuterstützung eines
der Partei nicht angehorenden Kandibaten von Anfang an nur
dann erfolgen dürfe, wenn derselbe über drei Punkie ausreichende

Barantien bieten würde, nämlich 1) daß er untet keinen Umstanden

für irgend welches Ausnahmes Gesetz eintreien, 2) daß er keiner

Aenderung unserer Wirthschafts⸗Poluͤit, namentlich der beabsichtigten

Ponopolisirung des Tabaks oder auch nur der erhöhten Fabrik⸗

Steuer zustimmen, 38) endlich, daß er in keinerlei Verlangerung des

eisernen Militäretats willigen, sondern für die unbedingte vollstaͤndige

Wiederherstellung des Budgets-Rechis des Reichstags eintreten werde.

Wenn in diesen drei Richtungen n'cht die genügenden Garantien

geboten werden, dann ist es unserer Meinung nach unerläßlich, daß

die Partei Genossen selbst dann, wenn fie bestimmt wissen. daß sie
unterliegen, seldsiständig vorgehen.“
NAusland.
Paris, 20. Juni. die alljährlich übliche Truppenrebue
im Bois de Boulogne fand heute stait; an derselben nahmen un⸗
gefähr 35, 000 Miann Theil. Ein⸗ große Menschenmenge wohnte
dem vom Welter begünstigten Schauspiele bei. In der Begleitung
des Prasidenten der Republit befanden sich viele fremde Offiziere.
Unter den Zuschauern auf der Tribüne war auch der Schah von Persien.
In Rußland werden keine sonderlich zuversichilichen Friedens⸗
hoffnungen in den Kongeß gesetzt. Die „Neue Zeit“ verfolgt die
Haltung O stereichs mit Mißtrauen. Jedenfalls“, außert dieselbe,
haben die Rüstungen Oesterreichs die Beachtung Rußlands auf
jich gezogen. Jeden Tag bringt der Telegraph uns Nachrichten
über Ditlozirungen der rufsischen Truppen in Rumänsen zur Sichet⸗
stellung unseres Rückens. Diese Bewegungen sind derart, daß sie
uns nicht nur vor den Rumänen schützen, sondern auch bor ihrer
Verbrüderung mit den ungarischen Hoͤnbedtruppen. Die Offenheit
iller d'eser kriegerischen Demonstrationen ist rübrend: der Wiener
Telegraph bezeichnet den Tag, an welchem das Vorrüden der mobili⸗
ärten österreichischen Atmee in Siebenbürgen zur rumänischen Gränze
hin stattfinden soll und der Bukarester Telegraph zählt jede Stadt
auf, in welcher unfere Avantposten erscheinen. Noch ist Hoffnung
vorhanden, daß Oesterreich sich besinnt. Doch haben sich schon die
ersten Congreßsitzungen nicht ganz günstig gestaltet; zunächst hat die
Forderung Bismard's, daß alle Vorjchläge ichriftlich eingeliefert
verden sollten, nicht die allgemeine Zustimmung erhalten; sodann
zat Oesterreich sich störrig gezeigt, so daß die nachste Sitzung nicht
nuf den nächsten Tag, fondern erst auf Montag angesetzt werden
nußte. Der erste Schritt ist schwierig, der weite wird uns
chon schneller zum Frieden, oder uͤberhaupt nicht zum Frieden
ühren.“ (Berl. 3t9.)
        <pb n="352" />
        —
Katferslautern, 18 Juni. Unser bisheriger Reichs—
agsabgeordneter, der Direcior der Kurmärkischen Landesirrenanstalt
zu Eberswalde, Dr. August Zinn, ist am 29. vorigen Vonats zum
GBeheimen Sanitätstath ernauunt worden. (K. 3.) V

In Sippersfeld ist, wie die „Pfälz. Post“ mittheilt,
am Morgen des 17. Juni die Frau des Schuhmachers Weimer,
welche mit ihrem Manne sehr uneinig und zuletzt von ihm getrennt
lebte, in der Scheune des Hauses ihres Mannes, in welches sie
sich am Tage vorher begeben hatte, erhängt gefunden worden. Ob
hier ein Selbstmord vorliegt oder noch Schlimmeres, wird die
Untersuchung der Gerichte klar stellen.

F Aus Billigheim, 16. Juni, meldet man der „Pf.
Bztg.“: Ohnlängst fuhr ein Landmann Pfuhl auf seinen Acker und
entoeckte dabei ein Loch im Boden, welches ihm die Röhre zu
einem Hamsterbau zu sein dünkte. Er ließ nun den Inhalt des
Fafses in die Oeffnung laufen und siehe da, es lamen nicht
weniger als neun Hamster zum Vorschein, welche er sämmtlich
södtete. Es dürfte sich überhaupt empfehlen, daß die Feldbesitzer
sich energisch der Vertilgung einer Ungezieferspezies befleißigen würden,
die bekanntermaßen, namentlich wenn sie in großer Zahl vorhanden
ist, großen Schaden am Getlreide anrichtet.

München. In den Bestimmungen über die diesjährigen
Truppenübungen heißt es u. A.: Die vayerische Besatzungsbrigude
in Metz übt dort (nach den vorangegangenen Regimentsübungen) in
—AD

— — * origezugen —

4. mit 6. September bei Saarunion. Die Divisions⸗ und Korpe
mnanöber machen diese Truppen dann mit dem preußischen 15. —XX
zwischen dem 10. und 21. September in der Gegend von Straß
zurg und Brumath, und wird auch das baherische 5. Cheb. Reg.
zu diesen Detachements-, Divisions- und Korpsmanövern bei den
15. preußischen Armeekorps eingetheilt.

Cannstatt, 20. Juni. In Folge starker Gewitterregen
und eines in vergangener Nacht in der Nähe von Tübingen nieder
gegangenen Wolkenbruches ist der Nekar sehr angeschwollen und haf
hielfach Verheerungen angerichtet. Hier und in Berg wurden viele
der erst vor Kurzem aufgeschlagenen Badehäuser von dem reisenden
Strom weggerissen, und leider sollen auch zwei Menschenle ben zu
zeklagen sein. Die Anlagen von hier und Berg sind ühberschwemm
uind der Verkehr beider Orte nur auf der Landstraße möglich
Trümmer von gescheiterten Flößen, weggerissenen Brücken u. s. w
reiben den Strom herab.

F Berhin, 18. Juni. Nach dem „Tageblalt“ erzähelt
Andrassy an der Tafsel Karolyi, daß bei einem Spaziertritt in
Thiergarten einige Strolche leere Schnapsflaschen nach ihm geworfen
hätten, ohne ihn zu verletzen.

F Aus« Hamburg wird geschrieben: Wegen Verdachts de
Wechslung in angeblicher Höhe von 600,000 Mark ist der Kauf—
mann Friedrich Hansen, in Firma Hansen u. Co., verhaftet worden
Dieselbe hatte ein bedeutendes Exportgeschäft in Tuchen und Buckskins

Fur die Redaction —E F. x. Demesß.
——
Räucherkerzchen gegen Schnaken. Cartenwirthschaft von P. Weisgerber
53 Heute (Sonntag) von Nachmittags 3 Uhr ab
Einfachstes ind sicherstes Mittel Zur Beseitiagung Concert der Blieskasteler Stadtkapelle,
ieser lastigen Ju wobei feine hausgemachte Würste sowie frische Schweins
122 K d Groͤße des 8 ündet J
— ——
Dieselben sind der Gesundheit des Menschen durchaus un⸗
schaͤdlich.
— in Pächhen à 20 Mf. bei Herrn J. Friedrich.
Wirthschafts-Erösffnung.
Sonntag, 283. Juni in dem Hause des Herrn E. Hoff
mann, gegenüber der Pprotest. Kirche, Froffne meine
Bĩer-u. Weinwirthechaft.
wozu meine Freunde und Gönner höflichst einlade.
W Nic. Rodenbusch.
dür gute Getränke werde stets besorgt sein.

— 33 287
43288 z32 3238553
232384 22 385 I
338373 373 35358333

—55—58 2 2332388
3253 528 332533 53
—2 8 *27 * 322
* * —
2552 233 282
2555 — 83.22333
77 — * * 2
*343 383 2325*
J *
——34213 353523*
3855328183 668668233
*? —E—
J
538 5
36
33 5— 38383
3263
5522 —F — C5 A——
— 5382335325
55333238235323338733
E O I E EôEôOæœ.e 55 2
9 ove 0 —
Friedrich Spielhagen's
neuester Roman: „Platt Land“
erscheint von Mitte Jun c. ab im täglichen Feuilleton des

—19 —V

„Borlinor Tageblatt
und wird bis Ende September c. zum vollständigen Abdruck
sommen; mithin gelangen alle Abonnenten des III. Quartals
in den Befitz des ganzen hochinter sarten und werthvollen Werles

Das „berliner Cageblaltee hat besonders in der
letzten bewegten Zeit so recht augenscheinlich seine
Leistungsfähigkeit in Bezug auf

rasche und zuverlässtge Verichterstattung
bewiesen und kam ihm hierbei der große Kreis seiner
vpezial⸗Korrespondenten mit ihren käglichen Original-
Telegrammen sehr zu statten.

Wie sehr die Leistungen dieser Zeitung Seitens
des Leser⸗Publikums anerkannt werden, beweist die That—
sache, daß das „Kerliner Tageblatt“ gegenwärtig

70 Tausend Abonnenten
besitzt; eine Abonnentenzahl, welche keine zweile Jeitung
Deutschlands auch nur annäbernd erreicht hat.

Zink—⸗
Badewannen
für Erwasene, sowie für Kinder
Draht⸗- u. Haarsiebe
au in allen Großen,
Fliegenschränke
bei Otto Weigand.
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen

sind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.
Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stadi
Zweibrücken vom 21. Juni.
Weizen — M. — Pf. Korn
8 M. 57 Pf. Gerste 2reihige
— M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — Pf. Spelz 77 M.
— Pf. gdafer 7 Me72 pf.
Heu 2 M. 30 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
80 Pf. Weißbrod 11 Kilog.
56 Pf. Kornbrod 8 Kil.77, 2 Kil.
52 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf
Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 98 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Oual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
Hamfl. 60 Ps. Schweinefl. 60 pf
Butter O M. 85 Pf. per Pid.

Marit Gummelt,
Friedrich Becker,
VS RLOB TE -
Vnnas uand Bt. Ingbert
im Juni 1878.

Bier-Schoppenglaäser
per Stück 18 Pyf.
sowie alle übrigen GGIaswaa-

rem billigst bei
Otto Weigand.

T
I5

2525433525 *
338353555
— ——
55— —53 8 —2 5
2537. 5 5 —5—256
—
N 6*8

— —5

—26* *e

32
— —5 —
auf oas Beriner 5

Abonnemenaeιιιι3-,αι—

und Berliner, Sonntags

blatte zum Preise von
nehmen alle Reichspostanstalten jederzei entgegen und wird im
Interesse der Abonnenten höfl. gebeten, das Abonnement recht frühzei“i⸗
anzumelden, damit die Zusendung des Blattes von Beginn des
an prompt erfolge.

. Probe⸗NRummern gratis und franco.

———— ——— — — — —
Nedaltion Drud und Verlag von

F. x. Demeß in St Ingbert.
αM laÄ“ Nr. 28.
        <pb n="353" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

—

der St. Ingberter Anuzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei
lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samnstag und Sonutag. Der Abounementspreis betragt vierteljährlich
JMark!ao R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— —— ———
Dienstag, den 25. Juni. 1878.
A 98ß.
Deutsches Reich.

Qtölhn, 23. Juni. Die „Kölnischer Zeitung“ veröffentlicht
folgendes Wiener Telegramm: Ofsiziell wird mir bestäfigt, daß
ine Verständigung zwischen Sigland, Oesterreich und Ruüßland be—
züglich der Grenzen der Bulgarei erfolgt sei; die Einzelheiten der—
selben mitzuth ilen, ertlärte man sich außer Stande, versichert aber,
daß das sorben hier bekannt gewordene, auf diese Angelegenheit
besügliche Berliner Telegramm der „Times? höchst mangelhaft sei.
Graf Andrassh ist stets dafütr gewesen, daß in den rumelischen
Festungen süblich des Balkans die Türkei das Besotzungsrecht!
behielte. England hatte in den letzten Abmachungen mit Rußland
d'esen Puntt fallen lassen. Oesterreich aber nun ist es gelungen,
hier seinen Standpunkt aufrecht zu erhallen, dagegen scheint nördlich
des Balkans in Bulgarien die Türkei ein Besatzungsrecht nicht zu
erhalten.

Karl Spanier, Oekonom und Gemeinderath in Mühlbach, Jakob
Höh, Ackerer in Laatzkirchen, Johann Philipp' Lang, Seifensieder
in Landau, Karl Brack, Gutsbesitzer in Wachenheim, Franz Philipp
Rebholtz, Wirth und Adjunkt in Siebeldingen, Karl Schwarz,
Dekonom in Windsberg, Ludwig Bachmann, Zimmermann und
Adjunlt in Eenstweiler, Michael Höh III., Ackerer in Gerhardsbrunn.

2) Als Ersatzgeschworne: Ludwig Lang, Oekonom und Post⸗
halter, Peter Loch, Zimmermann und Gemeinderath, August Kranz⸗
bühler, Buchdruckereibesitzer, Theodor Märker, Rentner und Bürger⸗
meister, Blasius Bähr, Uhrmacher, diese alle in Zweibrücden wohnhaft.

F Zweibrücken, 24. Juni. (Schwurgericht.) Verhand⸗
lung gegen Katharina Fuch s, 80 Jahre alt, ledige Dienstmagd
von Speier Tochter des Ackerers Georg Fuchs daselbst, angeklagt
des Kindesmordes vertheidigt vomek. Advokatanwalt Frenckel.

WVie Angeklagte sieht in sittlicher Beziehung in üblem Rufe.
Schon früher hat sie einmal unehelich geboren. Gerichtliche Stra⸗
jen sind gegen sie jedoch, außer einer geringen Geldstrafe wegen
Felddiebstahles, noch nicht verhängt worden. Vor drei Jahren
nerließ sie das elterliche Haus, nahm Kost und Logis bei fremden
deuten und arbeitete sodann in einer Cigarrenfabrik in Speier.
Im vorigen Jahre zrat sie Ende August bei dem Müller Feldner
zaselbst in Dienst. Ihr körperliches Aussehen ließ daraufk schlie⸗
jen, daß sie schwanger sei. Wenn sie jedoch hierüber von ihrer
Diensiherrschaft zu Rede gestellt wurde, stellte sie einen solchen Zu⸗
stand jedesmal auf das Eutschiedenste in Abrede, ja drohte sogar
nit Verklagen. Am Vormiltage des 2. März abhin fühlte sie sich
uawohl, vesorgte jedoch⸗ ihre Arbeit nach wie vor. Als gegen
Abend das Anwohl ein zunahm, redete ihr Ehefran Feldner zu,
doch ihren Zustand einzugestehen und sich die nöthige Hilfe ange⸗
deihen zu lassen. Als sie auch jetztk noch leugnete, forderte Ehe:
rau Feldner sie auf, das Haus und den Dienst zu verlassen.
Vorher hatte besagte Ehefrau eine Hebamme kommen lossen. Die
Angeklagte verließ jedoch vor deren Ankunft gegen 8 Uhr Abends
das Haus ur'd kehrte erst gegen 10 Uhr wieder dahin zurück.
Sowohl die durc den k. Bezirksarzt am anderen Taze vorgenom⸗
mene Untersuchung, als eine Reihe anderer Indizien wiesen darauf
hin, daß sie geboren haben müsse; aber auch jetzt bestritt sie Dies
hartnäcktg und suchte allerlei Ausflüchte. — Dit Nachforschungen
nach dem Kinde blieben Anfangs erfolglos, bis dasselbe am
31. März im Rheinhafen in Speier wenige Meter vom Uier ent⸗
fernt in einem Schurze eingewickelt, in dem sich zugleich ein 12 Pfund schwe⸗
cer Stein befand, aufgesunden wurde. Dasselbe war weiblichen Ge⸗
ichlechts, sein Mund war mit einem von dürrem Grase gedrehten Pfropfe
sest verstopft. Die gerichtliche Obduktion und Seltion der Leiche
ergab, daß das Kind vollkommen lebensfähig gewesen war und
auch nach der Geburt gelebt hatte. An dem Kopfe waren an ver—⸗
schiedenen Stellen Knochensprünge wahrzunehmen; das Gehirn war
breiig zerflossen. Nach dem ärztlichen Gutachten war zuerst der
Kopf des Kindes in sehr gewaltthätiger Weise auf einen harten
störper aufgeschlajen worden; darauf hatte das Verstopfen des
Mundes mit dem erwähnten Graspfropfen Statt gefunden. Diese
beiden-Gewaltakte waren allein schon hinreichend, den Tod dedt
sindes herbeizuführen. Als dasselbe in das Wasser versenkt wurde,
war es schon nicht mehr am Leben.

Die Angeklagte legte nach anfänglichem Leugnen ein theilweises
Beständniß ab. Sie habe danach in der Aufregung und Ver—⸗
zweiflung an dem kritischen Abend mehrere Straßen Speiers durch⸗
wandelt und schließlich am sogenannten Mittelsteg, einer hinter dem
Feldner'schen Anwesen über den Spegerbach führenden Brücke, geboren.
Es sei ihr alsbald der Gedanke gekommen, das Kind, das gelebt und
geschtieen habe, zu tödten. Sie habe sich daher an den Rheinhafen
bdegeben, aus dort am Ufer wachsendem Grase einen Pfropf ge⸗
dreht und dem ächzenden Kinde in den Mund gesteckt, um es zu
zxsticen. Es habe aber noch Lebenszeichen von sich gegeben, weß⸗
qJalb sie es mit einem Steine beschwert in das Wosser versenkt
zjabe. Die an dem Kinde vorgefundenen Kopfpverletzungen bestritt
die Angeklagte demielben beigebracht zu haben. Dieselbe wurde zu
einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren verurtheilt.

Ausland.

Wien, 23. Juni. Unsere offi;zibsen Blätter sind sehr be⸗
friedigt über die neuesten Berliner Berichte bezüglich der Regelung
der buͤlgarischen Frage. Oesterreichs Wünsche speziell betreffs Ver⸗
hinderung der Schöpfung eines neuen großen Bulgarenreichs, würde
durch die Congreßabmachungen vollkommen genügt. 3W

Wien, 28. Juni. Die ungarische Ernle wird eine ungünstige
werdean. Man schätzt den Ausfall, den dieselbe durch aufgetretenen
Brand erleidet, auf 20 Procent. — Die galizische Bahn weist eine
Mehreinnahme von 8389,45 Fl. aus.

Paris, 283. Juni. Das Amisblait“ veröffentlicht unter
gestrigem Datum den Tagesbefehl des Kriegsministers an das Gou—
bernement von Paris, in welchem er das letztere beglückwünscht für
die musterhafte Haltung der Truppen bei der zünosten Rebue am
20. ds. Die Journale, indem sie diesen Tagesbesehl wiedergeben,
nehmen gleichzeitig Bezug auf die vorjährige Repue unter dem
verflossenen Ministerium, wo Marschall Mac MNahon die denkwürdigen
Worte sprach: „Er würde seine Mission zum Ziele führen.“

Konstantinopel, 22. Juni. Die Russen legen Torpe—
dos zwischen San Stefano und Rodosto; 19 Torpedoboote sind
für den Tschekmedscher See angekommen.
Vermischtes.

F St. Ingbert, 24. Juni. Gestern Abend zwischen
8 und 2210 Uhr entlud sich über unseret Stadt und Gemarkung
ein sehr heftiges Gewitter. Ganzt Feuergarben zuckten durch das
grauschwarze Gewölk und ein wolkenbruchartiger Regen strömke un⸗
unterbrochen fast eine volle Stunde hernieder. Glüclicherweise
hatten wir keinen Hagel und haben unsere Gärten, Wiesen und
Felder nur durch eine starle Ueberschwemmung gelitten. Immerhin
ist der Schaden ein erheblichet. — In den Straßen fluthete fuß—
hoch das Wasser und aus niedergelegenen Ställen mußte das Klein⸗
bieh gebracht werden, um es von dem Ectrimken zu reiten.

F Zweibrücken, 24. Juni. Zur Schwurgerichissession
des 2. Vierteljahres 1878 wurden eingerufen:

1) als Hauptgeschworne: Heinrich Schneider, Ackerer und
Adjunkt in Oberndocrf, Jakob Will, Guisbesitzer in St. Martin,
Mich. Wack, Kaufmann in Kusel, Peter Hafner, Ackerer in Einöd,
Friedrich König, Bierbrauer in Pirmasens, Ossscar Karl
Ludwig Krämer, Eisenwerksbesttzer in St. Ingbert,
Jakob Oderlinger, Bierbrauer und Bürgermeister in Hornbach,
Rudolph Schmitt, Weinhändler in Deidesheim, Johann Stetz,
Ackerer und Gemeinderath in Altenbamberg, August Karl Kuby,
Weinhändler in Edenkoben, Ludwig Brünisholz, Kaufmann und
—AD
rath in Bellheim, Johann Georg Reudelhuber III., Müller in Lambs⸗
heim, Peter Schatto V., Ackeret und Adjunkt in Obermoschel,
Jalob Lebeau, Landwirth und Bürgermeisier in Daunnstadt, Philpp
Schuck, Berbrauer in Kaiserslautern, Friedrich Eckel, Weinhändler
in Deidesheim, Georg Wolf jun., Ackerer in Wolfersheim, Michael
Altfchuh, Holzhändler in Sarnstall, Jakob Lambach, Gemeinderalh
und Ackerer in Ingenheim, Jatob Christ J. Landwirth und Adjunk
in Iggelheim, Johann Georg Lehmann, Bürgermeister in Limbach
        <pb n="354" />
        Zweibrücken, 22. Juni. Heufte confiscirte unsere
Polizei eine Quantität Milch, von welcher nicht weniger als der
bierte Theil aus Wasser bestand. (Zw. 8.)
F Dürkheim, 23. Juni. Vor kurzer Zeit erhielt hier
eine angebliche Landschaftsmalerin Lang aus Landau bei mehreren
Personen Unterstützung, um eine Operation an ihrem Auge, das
die Sehtrast verloren, in der Klinik zu Hewelberg bethätigen zu
tönnen. Dieselbe machte auf ihrer Liste falsche Einträge von L8,
3, 6 Mark 20, 13 und 80 Mark, um die andern Personen,
welche, um Unterstützung von ihr angegangen wurden, zur Zeichnung
von gleich hohen Betraͤgen zu bestimmen, was ihr auch theilweise
gelang. In Wachenheim und Deidesheim soll diese Person gleiche
Schwindeleien wie hier verübt haben, und es ist anzunchmen, daß
dieselbe durch den guten Erfoig, welchen sie bier erzielte, ihre
Thätigkeit in d'iesem Industrciezweig auch anderwärts fortsetzt. —
Darum Vorsicht!

x Das Glanthal sowie die Thäler hon Hüffler und
seusel wurden am Samstag von einem Woltenbruch schwer
geschãdigt.

F An Stelle des verstorbenen Lehrers Drescher und des zurüch
gelretenen Lehters Bregel sind die beiden Ersatzleute, Lehrer Lichti
in Edenkoben und Hauptlehrer Berg in Zweidrücken, in den Kreis-
ausschuß des pfälzischen Lehrervereins eingetreten. Die 7. Haupt⸗
versammlung dieses Vereins soll am 18. September ds. Is. in
Frankenthal statifinden.

Worms, 21. Juni. Im Rhein in der Nähe der Bade⸗

Anstalt wurde heute Vormitiag eine männliche Leiche geländet
welche als diejenige des am 2. Februar d. J. mit dem Tüncher
Roßmann verunglückten Tünchergesellen Valentin Rembor aus
dingenfeld anerkannt worden ist.

FDererste Wunsch eines Stummen. Der im
weiten Bezirk, Schulgasse Nr. 655 in Pest, wohnhafte Tapezierer
Franz Palmer wurde Nachts plötzlich stumm. Der sofort herbei—
zeholte Arzt konstatirte einen Schlaganfall, welcher dem Bedauerns
verthon die Zunge gelähmt hätte. Er vermag sich jetzt nur mehr
hdurch Zeichen oder durch die Schrift mit seiner Umgebung zu ver—
tändigen. Der erste Wunsch, den der Kranke hegte und auf einen
Zettel niederschrieb, lautete: „Nan hole mir einen halben Liter
Wein.“

fHamburq, 20. Juni. Ein aus Schwerin gebürtiger
Tischlergeselle stellte sich gestern auf dem Stadihause mit der Er—
llärung ein, er gehöre einem Complott an, welches ihn dazu aus—
ersehen habe, den Kroaprinzen zu erschießen. Falls er dies nicht
noch an demselben Tage ausfjühre, werde er Abends selbst erschossen.
5s stellee sich heraus, daß der Arme irrsinnig sei, worauf sein
dorläufiger Transport nach dem Curhause erfolgle. (H. N.)

FParis, 19. Juni. Aus Hadte wird vom heut'gen Tagt
zemeldet, daß der Dampfer Frarco's auf der Fahrt nach Honfleur
hon dem Dampfer Ulliance, der von Ssuthampton kam, angeraunt und
aufgerissen marden ist; neun Passagiere wurden schwet verwundet,
mehrete andere ertranken.

Für die Redaction verantwortlich:

.4. Wemeßtz.

—— 2*
Bau der St. Ingbert-Saarbrücker Bahn.
Die für den Transporr von 2000 Kbm Erde ein⸗
gelaufenen Angebote erhielten keine Genehmigung und wird deßbalb
diese Arbeit nochmals zur Vergebung ausgeschrieben.
Angebote wolle man bis 29. d. V. Vormittags 10
Uhr an den Unlerzeichneten einsenden.
Der Ingenieur:
Otto Seitz.

Zink—⸗
Badewannen
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gut geräucherte Vorder⸗
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bei ganzen Schinken A1 Pf.,
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bis 40 Pf., per Centner
32 Mark, empfiehlt bestens
N. Redel, Unterstadt neben
der Vost. —
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vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus X6,000 Original⸗-Loosen und
44,500 Gewinnen:
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150,000, 8000,
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Eine Wiese
in der Gehnbach, 128 Ruthen
groß, hat für d'e diesjährige
Heu⸗ und Ohmeternte zu ver
pachten
di. Velten, Bäcker.
Soeben erschienen:
„Erfolgreichste Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewährt;«
Mittel.“ — Preis 30 Pfg. —
dranke, welche glauben, an dieser
gefährlichen Krankheit zu leiden
wollen nicht versäumen, sich obiges
Buch anzuschaffen, es bringt ihnen
Trost und, soweit noch möglich,
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin abgedruckten
Dankschreiben beweisen. — Vor⸗
räthig in allen Buchhandlungen
oder gegen Einsendung von 30
Pfg. auch direkt zu beziehen von
Richtexr's Verlaqs-Anstalt in
Leipzia

Losung: l Id i:
—5 — Parolo“. ”,
Kriegerbund. 9 9 9 Neich.
— — ⸗
Alleinige amtliche Zeitung des deutschen Kriegerbundes,
jore de nn m vereinigten Verbände: Mecklen burgischer Kriegerverband,
Sudthuringischer Kriegerbund, Gauverband schwäbischer Veteranen⸗Vereine,
Frieger⸗Verband im Sieg-, Dill- und Westerwald⸗Gebiet und des Verbandes
chemaliger Waffengefährten der Kur⸗ und Neumark.
Die „Parole“ ist die reichhaltigste Krieger⸗
Zeitung Deutschlands,
ie darf ihren Inhalt wohl ohne Ueberhebung als mannigfaltig und iuteref⸗
— bezeichnen Ihre Leitartikel geben den Kameraden reichhaltige Anregung.
Die Bundesbekanntmachungen bringt sie mit äußerster Schnelliakeit. Am
Donnerslag Nachmittag versandfertig, bringt die „Parole“ noch die Bekannt⸗
machungen, welche ihr bis Mittwoch Abend zugehen, ja in wichttgen Fällen
noch die Eingänge von Donnerstag früh. In gleicher Weise schließt sie die
Wochenübersicht uͤber die wichtigsten Vorgänge auf dem Welttheater Mitiwoch
Abend resp. Donnerstag früh ab. Das Feuilleton der „Parole“ enthält
jpannende Erzählungen bewährter Schriftsteller, sowie eine Fülle gemein⸗
nußtiger, ernster und launiger Mittheilungen. Im Briefkasten beantwortet
die Redaktion der „Parole“ (Berlin 8W., Großbeerenstraße 47) alle an fie
gerichtete Anfragen. Insonderheit finden alle Rechtsfragen gründliche und
achgemäße Erledigung, da ein hervorragender praktischer Rechisgelehrter sich zur
Bearbeinung dieses Theils hereit erllärt hat. Den Kameraden auf dem Lande
sind in den kleineren Städten namentlich, wo die Aufsuchung eines Rechts⸗
anwalis mit großen Zeit⸗ und Geldopfern verknüpft ist, werden wir dadurch
manche Sorge abnehmen. Die neue Einrichtung endlich der Preisaufgaben
mit werihvollen Gewinnen hat unter den Kameraden, wie unter den Damen
herseiben/ großen Beifall gefunden, wie uns eine stetig wachsende Fülle von
anerkennenden Zuschriften zeigt.
Die „Parole“ erscheint jeden Donnerstag Abend. Man abon⸗
nirt bei aͤllen Reichspoft-Anstalten für den billigen Preis von nur
73 Pfennigen für das Bierteljahr. (Die Parole“ ist verzeichnet ↄn
in der Zeilungs-Preisliste 1878 unter Nr. 8164, Bei direktem Bezuge —
von mindefstens sechs Exemplaren unter einer Adresse tritt ein ermäßigter 20,00,
Preis von à 63 Pfennig pro Exemplar und Quartal ein. 15,000,
Wie bitten, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zu⸗ Reichs: Mark u. s. w
slellung der . Parole“ keine Unterbrechung eintritt und RFellamationen über Die erste Zieh da
sehlende Rummern möglichst vermieden werden. EBRProbe⸗Nummern iehung findet statt .
gratis und franco. A am 18. und 19. Jitli I1878,
Inserato sden A eeeeede zu welcher ich BF riginal⸗Loose
ie weiteste und Ecfo er endste Verbreitung.
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Berlin 8W., 48. Jernalemerstraße. gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
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Redaktion Druck und Verlag von zy. x. Demek in St Ingbert.

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53352553355 8555—2635 — 233838 —— — A ẽ

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2223 „1 2. — — —7 22 —A ——
25517 — 7 —227 5*53 53535
3855 33 35323*5862 5 235
33223585 3573* 5332255535
—335—2 33—33——35596
52*3385 s32 333 2
— 835* 55 25552 7
— 9383355 723 532—2*5*5 —8
A 2 ·8 2E. 8 — 7
3235 —34 25. 222 53
23c* 5375 —— 3 * * 58*
53*8 5 7 ——— —5— —*
—3 7 7 22 2 — — 8
35235 55 3237 2
53238 »8 *532333*8 3 * 2.
5538 —F 2353338 2 *
23838 R A 00
35* — 5 5223 2* 3 2.

8 2— 52 2 22 *
—12323 5 5. 2 5 *235 8
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33 — 7 *e 7 3 ã — 22. —
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5225 2578 235 225 255
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5227 283 5 30
53233 8323 A* 32*285
252. 5z33 28 *25 — 72

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* 525 2373
7 52. 3 22. 2.

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28 57233283 298
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—222 22* 2553 *2 5
33832353 — 392.3
9 —A— * — 82*
——838 33353327 —522
25 —3728 522*225* 3* 27 8
322523536 8s 7 J 22 2. — 2
——232822 22 — — * 22222
5358353 55313225 *8
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27 53 22 —A 72
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22*82. 323.* —— *2 25
—223355 23355852364 22
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—552 3 52332855382666377
25332 325 —E——— 8
52238 2 2. 352 —8 2
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52825 23 3353335 ——
2582 28 *22
—22 * 223 3 8 * *
53 32 35223 2.2 8
3 52808* 22 2. 223 —
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255238 — 2 *
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—A * : 23 —52272577 —2 *
22 222* 23533553 2
2.5 7 2535 282323*28
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J 7 *228 S. 2555 225 32 *722
— 5 53 3285 2 333 232 32 83*
T—35 235 5. 55 3 7 09 53333338
2* A 555333535 ——
8582 A 33225 2 —A 5335
5323353 5253 35835
— 328583 22. 3 7 2 *
* 73 3. 7 2323 5235
358 28 328 3 2 3 2 2235
5527* —2 — 73327 7* —
3287 33 523336 15 —
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273 52382 335833 583 53
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2* 3283 —— 2553 9
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532883 —— 2 2 *
353555 *2383 —228 2*43 8
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533335833353 4 — 8 —*
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3323 3 2 252 * 3.
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— 285 223383 23 — *8* 55* 5*
*5* 55 58s283538385 283832—3 2
22—2,3 22 * —A —— ——— 8 — 83
* —R — 2 — — * 833
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2* — —98* — — — — * * 35
3835323587 —A — 3 233852333 88 557
*238 25 4 3 * 727 22 5*
2 27 2353323253 5. 23268
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* 1 * cv 2 7 — b —* — 32 — — * —
e 3555338255 35 33
7— —* 7* * 2* 3 J
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* — 2.*2252 2332338 232* 3
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53833233353 2858 *32 —
2 325 3833 F
* 27 272 35. 5. 3 5 33 55
—3 s55532538 3 33
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353383 333333
352533553353
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34
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        Si. Ingberter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei
— Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit' 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeitle berechnei.
— —————— —
Dienstag, den 25. Juni.
M —

1878.

Deutsches Reich.

Kölmn, 23) Juni. Die „Koͤlnische Zeitung“ veröffentlicht
jolgendes Wiener Telegramm: Offiziell wird mir bestätigt, daß
——
züglich der Grenzen der Bulgarei erfolgt sei; die Einzelheiten der—
selben mitzuth ilen, ertlärte man sich außer Stande, versichert aber,
daß das soeben hier bekannt gewordene, auf diese Angelegenheit
zesügliche Berliner Telegramm der „Times“ höchst mangelhaft sei.
Graf Andrassy iststets dafüt gewesen, daß in den rumelischen
Festungen süblich des Balkans die Türkei das Besatzungsrecht
behielte. England hatte in den letzten Abmachungen mit Rußland
d'esen Punkt fallen lassen. O sterreich aber nun ist es gelungen,
hier seinen Standpunlt aufrecht zu erhällen, dagegen scheint nördlich
des Balkans in Bulgarien die Türkei ein Besatzungsrecht nicht zu
erhalten.

Larl Spanier, Oekonom und Gemeinderath in Mühlbach, Jakob
Zöh, Ackerer in Lautzklirchen, Johann Philipp Lang, Seifensieder
in Landau, Karl Brack, Gutsbesitzer in Wachenheim, Franz Philipp
Rebhotz, Wirth und Adjunkt in Siebeldingen, Karl Schwarz,
Delonom in Windsberg, Ludwig Bachmann, Zimmermann und
Adjunlt in Ernstweiler, Michael Höh III., Ackerer in Gixhardsbrunn.

2) Als Ersatzgeschworne: Ludwig Lang, Oekonom und Post
halter, Peter Loch, Zimmermann und Gemeinderath, August Kranz⸗
bühler, Buchdruckereibesitzer, Theodor Märker, Rentner und Bürger⸗
meister, Blasius Bähr, Uhrmacher, diese alle in Zweibrücken wohnhaft.

FZweibrücken, 24. Juni. (Schwurgericht.) Verhand⸗
lung gegen Katharina Fuch s, 80 Jahre alt, ledige Dienstmagd
von Speier Tochter des Ackerers Georg Fuchs daselbst, angeklagt
des Kindesmordes vertheidigt vom k. Advolatauwalt Frenckel.

Die Angeklagte sleht in sittlicher Beziehung in üblem Rufe.
Schon früher hat sie einmal unehelich geboren. Gerichtliche Stra⸗
fen sind gegen sie jedoch, außer einer geringen Geldstrafe wegen
Felddiebstahles, voch nicht verhängt worden. Vor drei Jahren
»erließ sie das elterliche Haus, nahm Kost und Logis bei fremden
deufen und arbeitete sodann in einer Citarrenfabrik in Speier.
Im vorigen Jahre zrat sie, Ende August bei dem Müller Feidner
daselbst in Dienst. Ihr körperliches Aussehen ließ darauf schlie⸗
zen, daß sie schwanger sei. Wenn sie jedoch hierüber von ihrer
Dienstherrschaft zu Rede gestellt wurde, stellte sie einen solchen Zu⸗
tand jedesmal auf das Entschiedenste in Abrede, ja drohte sogar
nit Verklagen. Am Vormittage des 2. Marz abhin fühlte sie sich
iawohl, besorgte jedoch ihre Arbeit nach wie vor. Als gegen
Abend das Unwohl ein zunahm, redete ihr Ehefrau Feldner zu,
doch ihren Zustand einzugestehen und sich die nöthige Hilfe ange—
deihen zu lassen. Als sie auch jetzk noch leugnete, forderte Ehe—
rau Feldner sie auf, das Haus und den Dienst zu verlassen.
Vorher hatte besagte Ehefrau eine Hebamme kommen lassen. Die
Angeklagte verließ j:doch vor deren Ankunft gegen 8 Uhr Abends
»as Haus urd tehrte erst gegen 10 Uhr wieder dahin zurück.
Sowohl die durb den k. Bezirksarzt am anderen Taze vorgenom⸗
nene Untersuchung, als eine Reihe anderer Indizien wiesen darauf
zin, daß fie geboren haben müsse; aber auch jeßt bestritt sie Dies
hartnäcktig und suchte allerlei Ausflüchte. — Die Nachforschungen
nach dem Kinde blieben Anfangs erfelglos, bis dasseibe am
31. März im Rhzeinhafen in Speier wenige Meter vom Uier end⸗
ernt in einem Schurze eingewickelt, in dem sich zugleich ein 12 Pfund schwe⸗
ter Stein befand, aufgefunden wurde. Dasselbe war weiblichen Ge⸗
chlechts, sein Mund war mit kinem von dürrem Grase gedrehten Pfropfe
'est verstopft. Die gerichtliche Obduktion und Siltion der Leiche
ergab, daß das Kind vollkommen lebensfähig gewesen war und
auch nach der Geburt gelebt hatte. An dem Kopfe waren an ver⸗
schiedenen Stellen Knochensprünge wahrzunehmen; das Gehirn war
zreiig zerflossen. Nach dem ärztlichen Gutachten war zuerst der
dopf des Kindes in sehr gewaltthäliger Weise auf einen harlen
Körper aufgeschlagen worden; darauf hatte das Verstopfen des
Mundes mit dem ecwähnten Graspfropfen Statt gefunden. Diese
beiden Gewaltakte waren allein schon hinreichend, den Tod des
Kindes herbeizuführen. Als dasselbe in das Wasser versenkt wurde,
war es schon nicht mehr am Leben.

Die Angeklagte legte nach anfänglichem Leugnen ein theilweises
Gestaäändniß ab. Sie habe danach in der Aufregung und Ver—
—
vandelt und schließlich em sogerannten Mittelsteg, einer hinter dem
Feldner'schen Anwesen über den Spegerbach führenden Brücke, geboren.
Es sei ihr alsbald der Gedanke gekommen, das Kind, das gelebt und
geschrieen habe, zu tödten. Sie habe sich daher an den Rheinhafen
ꝛegehen, aus dort am Ufer wachsendem Grase einen Pfropf ge—
dreht und dem ächzenden Kinde in den Mund gesteckt, um es zju
ersticen. Es habe aber noch Lebenszeichen von sich gegeben, weß⸗
helb sie es mit einem Steine beschwert in das Wosser versenlt
habe. Die an dem Kinde vorgefundenen Kopfverletzungen bestritt
die Angellagte demselben beigebracht zu haben. Dieselbe wurde zu
einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren verurtheilt.

Ausland.

Wisen, 23. Juni. Unsere offiziösen Blärter siad sehr be—
ftiedigt über die neuesten Berliner Berichte bezüglich der Regelung
der bulgarischen Frage. Oesterreichs Wünsche speziell betreffs Ver—
hinderung der Schöpfung eines neuen großen Bulgarenreichs, würde
durch die Eongreßabmachungen vollkommen genügt.

Wien, 23. Juni. Die ungarische Ernte wird eine ungünstiçe
werden. Man schätzt den Ausfall, den dieselbe durch aufgetretenen
Brand erleidet, anf 20 Procent. — Die galizische Bahn weist eine
Mehreianahme von 8389,45 Fl. aus.

Paris, 23. Juni. Das „Amisblatt“ veröffentlicht unter
gestrigen Datum den Tagesbefehl des striegsministers an das Gou⸗
bernement von Paris, in welchem er das letziere beglückwünscht für
die musterhafte Haltung der Truppen bei der jüngsten Revue am
20. ds. Die Journale, indem sie diesen Tagesbesesnl wiedergeben,
nehmen gleichzeitig Bezug auf die vorjährige Revue unter dem
verflossenen Ministerium, wo Marschall Mac Mahon die denkwürdigen
Worte sprach: „Er würde seine Mission zum Ziele führen.“

Konstantinopel, 22. Juni. Die Russen legen Torpe⸗
dos zwischen San Stesano und Rodosto; 19 Torpedoboote sind
für den Tichekmedscher See angekommen.
Rermischtes.

F.St. Ingbert, 24. Juni. Gistern Abend zwischen
8 und 2210 Uhr entlud sich über unserer Stadt und Gemarkung
ein seht heftiges Gewitter. Ganze Feuergarben zuckten durch das
grauschwarze Gewöll und ein wolkenbruchart'ger Regen strömte un⸗
unterbrochen fast eine volle Stunde hernieder. Glücklicherweise
hatten wir keinen Hagel und haben unsere Gärten, Wiesen und
Felder nur durch eine starle Ueberschwemmung gelitten. Immerhin
ist der Schaden ein erheblicher. — In den Straßen fluthete fuß—
hoch das Wasser und aus nicdergelegenen Ställen mußte das Klein⸗
vieh gebracht werden, um es von dem Ectrinken zu reiten.

Zweibrücken, 24. Juni. Zur Schwurgerichtssession
des 2. Vierteljahres 1878 wurden eingerufen:

1) als Hauptgeschworne: Heinrich' Schneider, Ackerer und
Adjunkt in Oberndorf, Jakob Will, Gutsbesitzer in St. Martin,
Mich. Wack, Kaufmann in Kusel, Peteir Hafner, Ackerer in Eindd,
Friedrich König, Bierbrauer in Permasens, Oscar Karl
Ludwig Krämer, Eisenwerksbesitzer in St. Ingbert,
Jakob O! erlinger, Bierbrauer und Bürgermeister in Hornbach,
Rudolph Schmitt, Weinhändler in Deidesheim, Johann Stentz,
Ackerer und Gemeinderath in Altenbamberg, August Karl Kuby,
Weinhändler in Edenkoben, Ludwig Brün'sholz, Kaufmann und
2. Adjunkt in Zweibrücken, Heinrich Bossert, Ackerer und Gemeinde⸗
tath in Bellheim, Johaun Georg Reudelhuber III., Müller in Lambs⸗
heim, Peter Schatto V., Ackerer und Adjunkt in Osbermoöschel,
Jakob Lebeau, Landwirth und Bürgermeister in Dannstadt, Phil pp
Schuck, B'erbrauer in Kaiserslautern, Friedrich Eckel, Weinhändler
in Deidesheim, Georg Wolf jun., Ackerer in Wolfersheim, Michael
Altjchuh, Holzhändler in Sarnstall, Jakob Lambach, Gemeinderath
und Ackerer in Ingenheim, Jalob Christ J. Landwirth und Adjunk
in Iggelheim, Johann Georg Lebmann, Bürgermeister in Limbach,

d
        <pb n="358" />
        3weidrucken, 22. Juni. Heute confiscirte unsere
Polizei eine Quantität Milch, von welcher nicht weniger als der
vierte Theil aus Wasser bestand. (Zm. 3.)

F Dürkheim, 23. Juni. Vor kurzer Zeit erhielit hier
eine angebliche Landschaftsmalerin Lang aus Landau bei mehreren
Personen Unterstützung, um eine Operation an ihrem Auge, das
die Sehlraft verloren, in der Klidik zu Heidelberg bethätigen zu
fönnen. Dieselbe machte auf ihrer Liste falsche Einträge von 2,
3, 6 Mark 20, 18 und 30 Mark, um die andern Personen,
welche, um Unterstützung pon ihr angegangen wurden, zur Zeichnung
von gleich hohen Beträgen zu bestimmen, was ihr ouch theilweise
gelang. In Wachenheim und Deidesheim soll diese Person gleiche
Schwindeleien wie hier verübt haben, und es ist anzunchmen, daß
dieselbe durch den guten Ersfolg, welchen sie zhier erzielte, ihre
Thätigkeit in d'esem Industriezweig auch anderwärts fortsetzt. —
Darum Vorficht!

* Das Glanthal sowie die Thäler von Hüffler und
KQusel! wurden am Samstag von einem Wolkeubruch ischwer
geschädigt.

7 An Stelle des verstorbenen Lehrers Drescher und des zurück
getretenen Lhrers Bregel sind die beiden Ersatzleute, Lehrer Licht
in Edenkoben und Hauptlehrer Berg in Zweibrücken, in den Kreis⸗
ausschuß des pfälzischen Lehrervereins eingetreten. Die 7. Haupt⸗
bersammlung dieses Vereins soll am 18. September ds. Is. in
Frankenthal statifinden.

F Worms, 31. Juni. Im Rhein in der Nähe der Bade—

Anstalt wurde heute Vormittag eine männliche Leiche gelanden
welche als diejenige des am 2. Febhruar d. J. mit dem Tüncher
Roßmann verunglückten Tünchergesellen Valentin Rembor aut
Lingenfeld anerkaunt worden ist.

F Der erste Wunsch eines Stummen. Der ia
zweiten Bezirk, Schulgasse Nr. 655 in Pest, wohnhafte Tapezierer
Franz Palmer wurde Nachts plötzlich stumm. Der sofort herbei—
geholte Arzt konstaticke einen Schlaganfall, welcher dem Bedauerns—
werthen die Zunge gelähmt hätte. Er vermag sich jetzt nur mehr
durch Zeichen oder durch die Schrift mit seiner Umgebung zu ver—
tändigen. Der erste Wunsch, den der Kranke hegte und auf einen
Zettel niederschrieb, lautete: „Nan hole mir einen;z halben Liter
Wein:“ J

FHamburg, 20. Juni. Ein aus Schwerin gebürtiger
Tischlergeselle stellte sich gestern auf dem Stadihause mit der Er—
klärung ein, er gehötre einem Complott an, welches ihn dazu aus—
ersehen habe, den Kronprinzen zu erschießen. Falls er dies nicht
noch an demselben Tage ausführe, werde er Abends selbst erschofsen.
Es stellie sich heraus, daß der Arme irrsinnig sei, worauf sein
vorläufiger Transport nach dem Curhause erfolgte. (H. R.)

FParis, 10. Juni. Aus Habdte wird vom heutigen Tage
gemeldet, daß der Dampfer Frarcois auf der Fahrt nach Honfleur
von dem Dampfer Alliance, der von Southampton kam, angerannt und
aufgerissen worden ist; neun Passagiere wurden schwer verwundet,
mehrere andere ertranken.

Fur die Redaction verantworilich: F. Xx. Demesß.

Bau der St. Ingbert-Saarbrücker Bahn.
Die für den Transporr von 2000 Khbun GErde ein⸗
gelaufenen Angebote erhielten keine Genehmigung und wird deßhalb
diese Arbeit nochmals zur Vergebung ausgeschrieben.
Angebote wolle man bis 29. d. M. Vormittags 10
Uhr an den Unierzeichneten einsenden.
Der Ingenieur:
Otto Soit.

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Kranke, welche glauben, an dieser

gefährlichen Krankheit zu leiden

wollen nicht versäumen, sich obiges

Buch anzuschaffen, es bringt ihnen

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auch die ersehnte Heilung, wie

die zahlreichen darin abgedruckten

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sprecbend billiger, sowie
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erste Qualität, das Stück 35
bis 40 Pf., per Centnen
32 Mark, empfiehlt bestens
N. Redel, Unterstadt neben
der Post.

Allinige amtliche Zeilnng des deutschen Kriegerbundes,
sowie der mu hm vereinigten Verbande: Mecklen burgischer Kriegerverband,
Südthuringischer Kriegerbund, Gauverband schwäbischer Veteranen⸗Vereine,
Krieger⸗Verband im Sieg⸗, Dill⸗ und Wefterwald-Gebiet und des Verbandes
ehemaliger Waffengefährten der Kur⸗ und Neumark.
Die „Parole“ ist die reichbaltigste Krieger⸗
Zeitung Deutschlands,
fie darf ihren Inhalt wohl ohne Ueberhebung als mannigfaltig und iuteres⸗
sant bezeichnen. Ihre Leitartikel geben den Kameraden reichhaltige Anregung.
Die Bundesbekanntmachungen bringt sie mit äußerster Schnelligkeit. Am
Donnerstag Rachmittag versandfertig, bringt die „Parole“ noch die Bekannt—
machungen, welche ihr bis Mittwoch Abend zugehen, ja in wichttgen Fällen
noch die Eingänge von Donnerstag früh. Ja gleicher Weise schließt sie die
Wochenübersicht über die wichtigsten Vorgänge auf dem Welttheater Mittwodh
Abend resp. Donnerstag früh ab. Das Feuilleton der „Parole“ enthält
spannende Erzählungen bewährter Schriftsteller, sowie eine Fülle gemein—
nutziger, ernster und launiger Mittheilungen. Im Briefkasten beantwortet
die Redaktion der „Parole“ (Berlin 8W., Großbeerenstraße 47) alle an sie
gerichtete Anfragen. Insonderheit finden alle Rechtsfragen gründliche und
achgemäße Erledigung, da ein hervorragender praktischer Rechtsgelehrter sich zur
Bearbeitung dieses Theils bereit erklärt hat. Den Kameraden auf dem Lande
und in den klleineren Städten namentlich, wo die Aufsuchung eines Rechts-⸗
anwalts mit großen Zeit-⸗ und Geldopfern verknüpft ist, werden wir dadurch
manche Sorge abnehmen. Die neue Einrichtung endlich der Preisaufgaben
mit werthvollen Gewinnen hat unter den Kameraden, wie unter den Damen
derselben, großen Beifall gefunden, wie uns eine stetig wachsende Fülle von
anerkennenden Zuschriften zeigt.
Die „Parole“ erscheint jeden Donnerstag Abend. Man abon—
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in der Zeitunge⸗Preisliste 1878 unter Rr. Z3164. Bei direktem Bezuge 4.
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flellung der Parole“ keine Unterbrechung eintritt und Reklamationen über Di 5
i anern möslichst vermieden werden. A Probe⸗Rummern ie erste Ziehung findet statt
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Die Expedition der „Barole“, 16 Marß 8 Marxk 4 dlarß 2 Nark
Berlin 8W., 48. Jernialemerstraße. — des Betrages oder Postvorschuß versende.
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G. Uhl. Zimmermeister. Otto Weigand. —
Redaktion Druck und Verlag von F. X. Demetz in St Ingbert.

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vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 86,000 Ven e und
44,500 Gewinunen:

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58 37223 82 53528207 —2583283 — * 2*
—* *5 ——— 5523375 2 5853
* F ——— 2533 2 17 *
7 33 27253535
— — 2353332838533 53832737—
253 2* 3 553 — 5 2.,23
253 38338285 3337 —
285 — 25 2 — 33 227 232
522522 5— 555—3832 225285
22 533 23335573 — * —E——
5*83 22 53533523383533 268525
23333253*3 2. —z323223 228 *
25 352 — 2 —3— 2 — —2*2337
8 3235 —8 8 2 — —— 2. 63
5525355 25233 2358 2258
2 95 2533528 * —51
3513387 *
8313338 —A
2 552385* — 2 2 —2 2*
z33356335533*
542 S32833 2
S *3232 2388 8
* — 2254 ——
z32833355355 —28
— 8 M255 ——
5z5583 2 * 4
—2535335333358 2
8 2333283 3
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25B53353232—
38. * A 2233858383
2388 383232.8 5333832 — Sc—
— 388* 23 5333555 325 8 38
aß — F 38 2373835 — 22 *
558
27 22 583855 23 28 758 57 25
— — — 2. * 32 * 35 * *
—
; 23357 222382 32 88233237
7*5 —A — — — 2223 3833 38333583
1852857 S. 25 3553 52352323 — *7 2 89
35855 33 3335
2 *83 38 32533 35335
* 335 2 —— 8* *722 *3 8 — 8
231328 8 833333 273338
— —A—— 82 ⁊ —— — —— — 73,233
2 22 3 5532 * 3 22232 558 2277 23 *
8338 581777* 523355853 32388
23 2 2 3 2 * * 2 — —3
323253 53332253 53652 2223268 —
583 3 2.3 2232533238 5533272357 —35*
— 5 z. 523*337 533. 3353 ——
52335 A — — 535 5383 J
53 27 823* 37032 233 5*7 — *72*
—2335 23533383 385 3288 — 38
2 32 27 3 — S7328 37
22282.23 n3 2 58 * *38
75 A. 22235 2233388 25 5532*
38 — 3558533 Z 2 22 —A —
23 *2. 32* 223* — — —27 5888* 24 ẽ
z 335 323855 85 —
— *
— s 375 733338 3573 S
52* 33555553353333538 37 3 5 2 *
— 25z5— 353333335* 2 22 A 22*
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        Sl. Ingber ler Anzeiger.
ca St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntass⸗ mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich vpierntal: Dieustag, Dounerstag, Saustag und Sonnutag. Der Abounemeutsvreis veträgt vierteljährlich

WMark 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mikt 10 Pfg⸗, von Aas värtzs mit 15 Pfi. fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum. Reelamen
mit 30 Pig pro Zeile berechnet.
M doo. —

Donuerstag, den 27. Juni. J 1878.
Dentsches —X .*3 —— lassen. Die weitere Prüfung der Rechnungen fuͤhrle zu
Hert Dr. A. Bahet ritt wieder als Riiqhrtags Kandidate Inntn wetlwürdlaen Ertdedung. Der Kaset liet näämlich, umi sei he
a e3 — omburg Kusehy auf Fivilliste zu vergiößern, dein Staat angehörigen Grund und Boden
in seinen Wahlkreis Homburg Moniburg f dib
Im Wahlkres aisherzboutern⸗Kirchheimbo Lerkouien. Der Ausschuß stellte fest, daß allein 26,000 Hektaren
laund'en kandidirt der Jeitherige Ab eorznete Dr. Zinna; die zu diehem Zweck verkauft worden siud. Nauürlich wird man die
Wiederwahl deser ganz tüchngen Kraft dücfte kaum einem Zivefel A aus diesen Verläufen erzielt wurde, sowie auch die
enterliegen. Näch sens wird eine allzemeine Wählerversammlung — zwei Mill onen von der exkaiserlichen Fam'lie zu-
tatifinder. —GU
in in den Wahlkre'sen Lanmdau (Landau-Neustadt) und Bu tarest, 25. Juni. In Belgrad, der Haupistadt von
Bermersheim (Berbzobern⸗Germiersheim)— sind liberalerseiis die RXumänisch- Bessanabtena, ist es vorgestern— zwischen Rassen und ru—
vorbexeinungen bereins in Fluß gebracht. nänischen Zollbeamten zu Streit und schweren Thatlichkeiten ge⸗
Muüͤnncheenn, 25. Juni. Durch Beschluß der Polizeidirektion lommen. Die Negicxung hat bei dem russischen Obercommandanten
wirde der sozialdemokratische Arbeiterberein München geschlossen. mergischen Protest eꝛhoben. In Bularest herrscht allgemeine Nie⸗
Be rai n, 25. Juni. Die sKongiehdeledirten bezeichnen detaeschlagenhe t. wel sih die Raßsm schouals Herren von
Jente die Sitsat on ars ͤberaus günstig, die Regelung der dul- Bessarabien geberden und weil Rumänien von mehteren Seilen,
atischen Fraze macht so große Fortschine, daß dieselbe in dir 8 von Italien und Fraukreich, den Rath erhieit, mit Rußland um
Donnerttagssitzang eiled gt werden düite. Softa wird zu Numelien. Den Preis in's Reire in fmmean.
zesch'azen. Rußland hat durchgsetzt, daß unser Vorbehalt weiterer Bermisaates.
Modalitäten der Organisa'ion den Türken bestimmte Octe be—⸗ F. Den „N. Nachr.“ wird ans Dahm, 23. Juni, geschrieben:
reicdnet werden, wo sie Truppen hutsen dürfen. Als feststehend deute Ahend ume 8 üde wurde unser Di nn enemn so schweren
'ann angerommen werden, daß Varna und Schumla zu Nordbul⸗ Zewilter heimgesucht, wie es seit Menschengedenken nicht mehr
arien sseschlagen werden. In der heut gen Sitzung w rd die Be⸗ rorgelommen ist. Es solgte Blitz auf Blitz, Schlag auf Schlag,
athu g über die Oganisation Butgaciens sortgesezt; es handelt Ind Eisflücke fielen in handgröße herrieder. Vor Anbruch des
ich dabei um die Fesistellnng der At rihut⸗ des Fürsten von Bul- Zewitters begann die Abendandacht der Frohnleichnamsoktabe;
ι F A Ihren ane — — 3 n iegh F gdesau Fu iantaon de ee
zünstigen Vila * 3 — eben den letzten Sezen, da fiel ein fucchtbar greller Bitzschla
—** fein lanm. Alle Detsilfragen werden einer europäischen. jernieder und nach 8 einer Minute —5 e ee —9
Dene 3 — — cege edee 8 Itud ꝛ en der Anee, die — e laut, und
esu es Ka'ser er Erwarle rd. Legconssi⸗ nae Aues drängte sich nach denn Ausgange. Aufängli glaubte man,
Ecledigung der bulgarischen Frage auf die Tazesocdnung die 8 habe in die Kirche eingeschlagen. Run ertönte die Sturmalocke,
richi q Dap sedee dein Sonderdhansen, so wil de F Ineroehr eawoie und enee gaben we Siguale, und
Wie Graf Herdect Bisarck in Sondershaufen, ill de iUsles eilte zum Brandplatze. Es hatte 'm eine Scheuer', inder
Sehn des Grafen Harih Acunim, Freiherr v. —— —— zinige Wagen voll Heu untergebracht waren, eingeschlagen; dieselbe
e 53 — n De eeen I anu tand z3 ——8 — und brannke mit dem Nebengebäude in
eichsstage land diren. Freunde hiporischer Parallelen bedauerr iner ertelstunde voll ändig nedee.
ehr, daß die beiden jungen Herren nicht gigeneinander in demselben feAus Quirndach, 283. Juni, w'r der „K. Ztg.“ ge—
reise auftreien fönnen. Ließ sich die Sache nicht noch —— chrieben⸗ Ein fürchterliches Unwetter hat uns gestern hemgesuggt.
- Es heßt, daß auch det jüngene Sohn Bismarck's, Wilgelm Segen5 Uhr Na ymitlags kamen mehrere Gewitter aus veischiedenen
jerannt, in Goslar als Reichslagsladidar aufs st llt werden soll, Richtungen heraug zogen; der Regen degann in Suömen zu fließen
— noch nicht belanni“ ist. Schade, daß ind baid lamen don'il'n Seien die Wass rfluthen dꝛe Vergabhänge
Bismarck nicht nwoch mehe Söhne hat. erab und wälzien fich, Steine, Schlamm, Hö!zer und Ackerwerkscuge,
. Dien,Post, v.röffertlicht den Wahlaufruf der deute mi sich sorteihende haälabrn Garien und Wesen verwüstend.
ge J dee aeee J dera —D85 Ieniarn Nauern 7 dee un eine einigen Jahren neuerbaule
des gejellsa afilichen uud staatliche en we 3 einerꝛe Brücke theilweise demolirt. er Schaden ist sehr groß;
Belämpfung der sich außerhalb der staatlihen Oronung stellenden die Gartengewächse, Gemülse c. sind vernichtet, Det 88
Partei jeien außerordentliche Vollmachten, welche den Vorzug vor Wagen des besten Heues heils weggeschwememnt, theils verdorden
iner, allzemeinen Veschräukung der bücgetlichen Freiheit verd enten, ad werihios. Daß unsere Felder berzäl nißmäßig wenig gelitten
—— d ae ee ee —8 pardauten a aclee — düb
e dile aun pewahren. heils mit ewigem Klee vepflanzt sind. Wie ich eben höre so
Fecher werden als Fotderungen der deutschen Reichzpartei aufgesiellt: 43 Wetier ee in Rehweiler, Eisenbach 8 33
Verbesserung der Gewerb geschzebung, Festha ten au den guten )aufen ähnlich wie hier gehaust haben. Es ist demnach zu befürchten,
Tr aditionen der Handelspolitit des Zollvercins, Regelung der Zoll; daß sich dasielbe noch weiter ausgedehut hat. -Das üppige Thai
8 eann 3 gattiun meeen w i F Iennetnt a* —F Sand· und Schulihaufen.
Hhatigte:t . kon e en, ie „Reustadter Ztg.“ schreibt: Die litzten heißen Tage
Selbststär digteit des Reiches in seinen Fmanzen, Bejeiligung der dewuken Bunbeeen 8 Reben, deren de sich 4
Matrikularbeiträge, Entlastung von diretien Struern milelst aus— vickell, wozu es freilich auch höchste Zeit ist. Einzig ader dürflen
ebiger Benutzuig ind rekter Struerquellen. De Pactei wolle keine sä Tra: e wir hrute i —
—— des — als die 25 des — uee e n bee im Hose der OHp.
Barderlandes und die Erfüllung der Culturaufgaden exjordecten. Da mit dem J. Jul daa bayer jche Malzaufichlags—
Schließlich wird die Erwartung ausgesprochen, daß eine Mehrheit neßetz für die Pfalz in Kraft triti, so wird von diesem Zeu⸗
vb — ie — sernpeehe rg eihn en »auft an auch von deunin die Pfalz eingeführten Ver, Branntwein
üßang e Politi er lei en en Staats:näuger, die n ind geschrotenem Man (wenn diese Actitel nicht von einem auf
Haterlaud zu ungeihater Höhe gesührt und diesem die derdiente bayerischem Gebiet helegenen Versandtort kommen) eine Ueber—
Achtung der Welt erworben haben. nangssteuer erhoben. Diese Steuecr, welche sür Bitr 2 M.
Nusland. 30 Pi, jür Branntwein 4M. 40 pjf. und süt geschrotenes Malz
Par i 8 De⸗ mit der Ver fica ion von 18707 betraute 1M. vom Hektoliter beträgt, kann ennpeꝛet bei einer einschlägigen
Aueschuß der Dep tirtenkammer stellte sest, daz Napoleon UI. si h ilebergaugsst. lle an der Grenze unter Vorsühruag und Deklaranon
ine Summe von 2,083. 000 Fres, auf sein Coilliste zu viel hase der Waat⸗ oder — sostt vom BVerfand'!ort: aus die Weare mi
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        zollamtlicher Bezettelung begleitet st — da dir in den Beglen⸗
papieren genaunten Zoll⸗ oder Steuerstelle (Haupt- oder Neben⸗
zollamt, U bergangssteuerstelle) zue Entrichtung kommen. Die mit
Malzaufschlagsstationen verbundenen, sowie die andereu Uebergangs
ftellen wurden bereits mitgetheilt. Pf. K.)

Cannstatt, 25. Juni. Gestern Abend fand hier unter
großer Betheiligung die Enthüflung des Graddenkmals für Freiligrath
statt. Nach einer Weiherede des Professors Klaiber siel die Hülle,
gezogen vou jugendlichen Enkeln des Gefeierten. Die eherne
Kolossalbüste ist ein Werk Donndorf's.

Straßburg, 20. Juni. Außer dem , Mainzer Jour⸗

Die vorzüglichen
Whittaker Schinken
welche von keinem anderen Schin⸗
ken an Zartheit und Wohlgeschwmack
Abertroffen werden, sind zu haben
bei
J. Peters, Si. Ingbert.

Bier⸗Schoppengläser
per Stück 18 Pf.
owie alle übrigen GlIas wana⸗-

rem billiast dei
Otto Weigaud.

—

Bin k⸗
Badewannen
jür Erwachsene, sowie für Hinder,
Draht⸗ u. Haarsiebe
i in allen Groͤßen,
Fliegenschränke
bei Otto Weigand.
Reine 60onnene
Roßhaare

zu haben bei
W. Kahn &amp; Cie.
Schweinefleisch,
ut geräucherte Vorder⸗
—* en, das Pfund As Pf.,
hei ganzen Schinken 41 Pf.,
hei gröperem Quanlkum ent—⸗
sprechend billiget. sowie
Limburger Käse,
erste Qualität, das Stuͤck 35
bis 40 Pf., per Centner
32 Mark, empfiehlt besteus
N. Redel, Unterstadt neben
der Post.

Anzei
nzeige,
Umerzeichneter hat senen feslen

Vodnsitz in Zweibrücken und
zupfi hlt sich im Einsetzen künst⸗
icher Zähue, ganzer Gebisse
Olturatoren, lünstliche Gaumen)
Plombiren, Behandlkung aller
Zahnjschmerzen ꝛc.

J. Klaus,
früher mehrjaähriger Assistent von
dem berühenten Zahnarzt Seil x

in Offe uburg.
Wohnung : Kesberisches Haus

Lendenstraße N.. 2

e Täglich zu sprechen. za
Rriespapier
nit Firma, zu Geschãftsb riefen
ian scliüönen veraierten
Sclriften,
Mommogra in mie, Vlsitonu-
IAFon ete., werden rasch
ind billig angefertigt in dar
huoh- und Steindruckerei
F. X. Demetz.
8t. Inghert.
— —— — —8
Herzogl. Braunschweigische Candes⸗
Cotterie.
vom Staate genehmigt und garanirt.
Dieselbe besteht aus 86,000 — und
AA,00 Gewinnen:
l Hauvitreffer ey. 450, 000, 1 Haupitriffer à 12.,000,
à 300.000. 22 .10.,00,
150,000, 8000,
80 000. 6000
43000, 3000,
O0, 4000
4 3000
2000,
1000.
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NReichs: Markeu. s. w.
Die eirsle Ziehung findet statt
am 18. uUnd I9. Iuli 1828,
zu welcher ich K riginas⸗Loose
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16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvor'chuß versende.
Jeder Syviier erhält die Gewinnlisten gratis!
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Obereinnehmer der Braunschw. Landes Lotterie
LILEIXXXXXUC

12 J

SB —
Redaktion Druck und Verlag von

*

nai? ist der Postdebit für die Reichslande auch noch fünf soc al—
—9 atischen Blättern, an ihrer Spitze der „Vorwäcts“, entzogen
worden.
HYienstesnachrichten.

Die kalhol. Pfarei Habkirchen wurde dem Pfarrer von
Dürkheim, K. Le Maire verlichen, die Berwaltung der tkathot,
Pfatrei dem Pfarrverweser von Forst, K. Deppisch, und jene der
sathol. Pfarrei Feilbingert dem Pfarrverweser von Böristadt,. Var—
hol. Haager üdersraren.

mcc . x. TViue 8.

Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf die
wöchentlich 6 Mal erscheinende

Zaarbrücker Zeitung,

Saarbrücker Zeitung,
nebst dem Gratisbeiblatt: Der Bergmannsfreund.

Die Haltang der Zeitung ist liberal. Leitartikel, Tagesüber⸗
ichtea, Landtags⸗ und Reichstags-Berichte, Teligramme, Cotre⸗
vpondenzen in jeder Rummer.

Der große L jerkreis der Saarb ücker Zeitung, nicht nur in
zer gewerbereichen und wohlhabenden Ssargegend, sondern auch in
dem benachbacten Elfaß Lothringen bietet Anzeigen weiteste Ver—
reitung und sicheren Exsolg. Local-Inserate werden mit
G Pf. die 7spaltige Petitz⸗ile, auswärtige mit 15 Pf., Recamen
nit 30 Pig. brs Zeile berechne:.

Abonnements zum Preife voun 8 Mark po Quariat nehmen
jier die Expeditisn und die Träger, auswärts alle Postümter an,
ind ladet dazu höflichst ein

die Expedition der Saarbrücker Jeitung.
Ver Quartal 3 Mark.
Bei dem herannahenden Onartalswechsel laden wir er⸗
gebenft zu neuem Abonnement ein.

Die jetzt wöchentlich siebenmal erscheinende und in
ihrer Sonntagsbeilage die neuesten Depeschen desselben Tages bringende

— ⸗

Süddeutsche Presse

—* und

Münchener Nachrichten

hat fich in den letzten Jahren eine hervorragende Stelle unter
den Organen des bayerischen wie des gesämmten deutschen
Liberalismus errungen. — Bei völliger Unabhängigkeit
nach jeber Seite steht die „Süddeutsche Prese“ in freundschäftlichen
Beziehungen zu hervorragenden bayerischen Neichotags-
und Landtagsmitgliedern der national-liberalen Partei
und durch eine ausgiebige Mitarbeiterschaft derselben
unterstützt.

Die hervorragenden Leistungen unseres Blatites in der aus⸗
wärtigen so gut wie in der inneren deutschen und
bayerischen Politik sind wiederholt von den ersten deutschen
Organen auerkaunt worden.

Die, „Süddeutsche Presse“ ist ein Quellenorgan ersten
Ranges für deutsche Politik in Bayern wie für bayerische
Augelegenheiten und Nachrichten in dem übrigen Reiche,
und hat“ auf die bayerische und die allgemeine Parieivolitik einen
bedeutenden Einfluß gewonnen.

Für die Hebung des wissenschaftlichen und vermischten
The les wird ungusgesetzt Sorge geiragen. — Im Feuilletoun
der „Süddeutschen Presse“ sind neuerdiags die interessautesten
Nomane der Neuzeit wie „Sturmfluth“ von Spielhagen, „Kaämpfe
und Ziele“ von E. Vely, und zur Zeit der „Nabob von
Daudet erschienen.

Der lokale und provinzielle Theil der „Süddeutschen
Presse und Münchener Naͤchrichten“ ist notorisch der reichhaltigste
aller Münchener und südbayerischen Blätter. Die Sonntags⸗
beilage bringt außer den neuesten Telegrammen, Erzählungen,
Skizzen, Essai's, Plaudereien ꝛc. — Die Handelszeitung der
„Süddeutschen Presse“ ist neuerdings erweitert und bereichert worden
und erfreut sich allgemeiner Aufmerksameit.

Inserate, welche bei der weiten Verbreitung unseres Blattes
in den sozial höchststehenden und kauffähigsten Schichten
des Publikums sehr wirksam sind, werden mit 20 Dfeynigee
Petitzeile berechnet. Das Abonnement auf die 7 Mal,
wöchentlich erscheinende „Süddeutsche Presse und Münchener
Rachrichten“ kostet pro Quartal nur 8 Mark und ist diese
Zeitung auswärts durch alle Postanstalten, in München von
den beiden Expeditionen Fürstenfelderstraße 18 und Vro—⸗
mengadeplatz 6 zu beziehen.

München, im Juni Wi

ie
Administratien der „süddentschen Presse und

münchener Uachrimten“.
Nen hinzutretende Abonnenten erhalten ven bis
zum 1. Juli erschienenen Theil des „Nabob“ gratis und
ranco gegen Einsendung der Abonnements⸗VLuittung
achaeli⸗⸗*

7⸗ae 8000 Exempfare.“

.

.ODemeß in St Jugbert.
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        3 * 2 —4
s5*5533555 58 538 533 . 555 55555 335223
532355* 2 22 —— 5 555 2553z3.2302
* 55 555 *2 * — 258 5 2 EQ —
22*3 — 3 — — 3 3248
25z5—3351 52 5527. 655 5535 —3355 5235338
225355 2 222 2 522 2* — 2228 325
5557 7535 5 — 7533 528 55250 35—523
——— 235355 55 32. 3 ——— 33555582*
2 * * —2*2 7 o * —— 5 F
53 525 m—Sm 2 —«555 —A 2 —— z255 —5
2 83 ——52 2 52 2 4 22
⸗5 5 3853 5——3357583 523353 357 3322
— —2323232522 — *—552585 32522 535237*
— —— — 3 283 — 2 223 — 33538 5555 2557
3 5* 5552 5* 52822 — — — — A ————
s527* —2 338 ——33 —3 23 . 35338
s35337——2235 553333575333 533358 33533338
5225 27 3 z285 — 25 5353 3 6 3 28* ———
——— 28 —z2553 — 53353 — —532 5—238— 555
3* 22 55325 ——— 828 F 252 *»255—338238
— 2 2 52326 — 222328527 2 — 2—22552
— 5 57 53553 —— 22 — — 5 235
250 * — — —— 2 *—*25 * 53 —AA 2 2 5*
557 255233,322—33333—5 —— 83 8
232 —A — * 382 * — 2 — 752
s —3 . 3— — 3333323
5 2 2—— 53 —2352 232 2 * 22——252—5532
32282 —— 7 3 ——323 238 32387
*82 J —J — — A— 3 2 8
— ——
——— —— Waojt“ 2312 52
2—288 555 —2 522 552355 —2225 2236332433832
—z—z52z5 385355— —— —3 ——328
—A ——— 233 ——— 53333 2238 5537—
2 —— —A —— — 8 38 8 z32 X3
225 2505 8— —E 222 —238

* *
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35328 * 71223. * 5237* 55523* * S585 —&amp;—
3 8388335 — — —— — * 32533, 85*
* 55282.7 5 3.73 553—2555— 2388— 729* 232,2
2 2 2. —— 22. 53 — 327 27237— —— 252 *
525. 238 3325255 — — 7332 5835
2352 358 5— * 2235 52.* — *2* 5832 —
— — 5252 — —
538555333233* 23 2555 5 ——* 8 35
2 —2 * — —TRXVXF 2 * * * 522 29
25227 2232323452237 5228 3.8 23 »255833 2
38 c 2 2.2 — * —2 2237— 2. 2
5 5533 223 533* —53 3. 523 —A
2353288 85 e 235*83
25 ẽ — 7 7
58 * — 2 * 523*55253232
2 — 22 — 1355 28 *5
53355358338* ua 35355388
232 358353335 852833
27 85. — 25 33
25752 55258 232 2E
— 3258* — 3. 22 575852
— * —30 — —
268238 2* 25 2 E —A
37332 355353 28* ——
— 7.8 * 2 * 27
285353.28 222 z2. * *
25.5 *22 28 529 —2
—— — 552658—2 5 252 22
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552 5383555 78 — — 8 1285 8
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        St. Ingberter AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntaz. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

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M 101 Saumstag, den 28. Imm. 1878.

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Zu dem mit dim 1. Juli beginnenden LII. Quartal des
„St. Ingberter Anzeiger“ beehren wir uns ergebenst
einzuladen.

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erhalten dasselbe fortgel'efsert, wenn nicht vor Ablauf des Quartals
ausdrücklich abbestellt wird.

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haltungsblatt Mark LAo.

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fälzische mit 15 Pf. berechnet; für unsere hiefigen Abon—
nenten jedoch nur mit 8 Pf., amtliche und gerichtliche Anzeigen
dusgenommen.

Zu zahlreichem Abonnemenl ladet ergebenst ein

Die Eapedition.
Deuisches Reich.

München; 26. Juni. Im überfüllten Saale des Or⸗

oheums erstatlete heute Frhr. v. Stauffenberg Bericht über
d'e vergangene Reichstagsperiode. Die Versammlung wurde mit
einem dreifachen Hoch auf den Kaiser erbffnet. v. Stauffenberg,
von großem Besfall empfangen, weißt die vielfach gegen die Ar—
hdeiten des Reichslages als von zu ideeller Nalur erhodenen Vor⸗
pürfe zurück, iadem er die vielen neugeschaffenen wichtigen mate⸗
riellen Gesetze aufzählt und namentlich das Paterigeseß hervorhebt
als Beispeel dafür, daß der freihändlerische Doktrinarismus des
Reichstags nicht allzu stark sei. Er erwähnt sodann das einstimmig
mit Ausnahme der Sozialisten dem Fürsten Bismarck in der orien⸗
alischen Frage ertheilte Vertrauensvotum. Betreffs der Tabaksteuer
ꝛetont er als Prinzip seiner Partei, daß die direkten Steuern den
Sinzelstaaten, die indirekten dem Reiche gehören müßten. Die ein⸗
Jebrachten St uervorlagen stellten kein bestimmtes Programm dar,
er verlangt ein bestimmtes Steuerprogramm, um eine Steuerreform
Jerbeizuführen. Dazu gehöre die Uebertragung eines Theiles der
Stempelsteuern auf das Reich unter Wahrung der konst iutionelln
Mechte gegen Schmälerungen. Der Reichstag habe die Tabalsteuer
abgelehnt, weil er ein brauchbarcs Steuerprojekt zu Stande
Zringen wollte. So ein schönes Ziel auch die Befeitigung der Ma⸗—⸗
rikularbeiträge sei, so könne dennoch nicht die ganze große Tabak⸗
endustrie, welche Hunderttausende beschästige, um deßwillen beseitigt
verden. Ueberhaupt liege in der Annahme, daß das Monopol 400 Mil.
einbringe, eine bedeutende Ueberschätzung. Noh andere Gegenstände
seien mit Erfolg der indirekten Besteuerung fähig, z. B. der Zuder. Be—
reffs der eifolgten Ablehnung des Sozialistengesetzes bemerkte Redner:
Alle Parteien seien einig gewefen, die Regle ung zu untetslützen, hätten
das Gesetz aber abgelehnt, weil alle Schruͤte in diefet Nichtung
n ernstlicher Weise geprüft werden müßtker. So nothwendig es
iei, Au⸗schreitungen entgegenzutreten, dürfe doch die Gesetzgebung
nicht zum Hasse einer Klafse gegen die andere reizen. Ein Gesetz,
wenn gehoͤrig überlegt und morbirt, wirde allse'tige Unterstützung
inden. Er sei überzeugt, der neue Reichstag werde den von dem
Redner im allen Reichstag angedeuteten Weg fur den einzig richtigen
befinden. Redner verlheidigt noch die nationalliberal⸗ Pariei gegen
»en Vorwurf, daß sie Realpolitik treibe und daß die Führer der
Partei Terrorismus auf die Fraclion ausübten, und erklärt sich
odann bereit, bei nächsier Gelegenheit uüber seine Slellungnahme
im kluuftigen Reichstaze auszulaffen. Die Vecsamm'ung bringt
den Redner zum Dank ein dreifahes Hoch und schließt mit einem
veiteren Hoch auf Kaiser und Deusschland,

Bersin, 26. Juni. Die dem Bundesrathe vorliegenden
Anträge des Reichskanzlers bezüzlich der Taba! Untersuchung sind
olzende: Die Untersuchungs Commisfion besteht aus Reichsbeamlen,
ind s Landesbeamten, wovon Preußen 2, Bahera J, Vaden und
ẽlsaßLothringen 1 und die Hanse Städte 1 wählen; ferner aus
drei Sachverständigen aus den Kreisen des Tabakdaues, der Tabak
sabrikation und des Tabakhandels. Die Aufgabe der Commisston
sst, durch Erhebungen über Umfa na, territoriale Vertheilung, innere

Gliederung und wirlhschaftliche Bedeutung der bei Beschaffung, Ver⸗
arbeitung und Vertrieb des Tabaks betheiligten Erwerbsthatigkeit
ꝛeine Brundlage zu gewinnen, auf welcher sie unter Vernehmung
don Sachkundigen feststellt, welche Formen der Tabakbesteuerung
jür Deutschland geeignet sind und ein befriedigendes finanzielles
Ergebniß in Aussicht stellen, über das Ergebniß ihrer Erhebungen
zu berichsen und die zur Einführung für geegnet erachtete Form
der erforderlichen Gesetzentwürfe aufzustellen.

Berlein, 26. Juni. Der Bundesrath wählte zu Mitglie⸗
dern der Eisenindustrie-Untersuchungskommission den Berghauptmann
Serlo (Breslau) als Vorsitzenden, den Geheimrath Huber, den
daierischen Staalsrath Schlör, den Geheimraih Stumm (Neun⸗
ticchen) und den Konsul Meier (Bremen).

Ausland.

Die Wiener „Presse“ erfährt aus Berlin, daß die Okku⸗
pation Bosnieus und der Herzegowina durch Oesterreich in vier—
—D

—Paris, 26. Juni. Der deutsch:? Generalpostmeister Dr.
Stephan ist mit dem Stern der Großoffiziere der Ehrenlegion
»etorirt worden.

Die Koönigin Maria Mereedes von Spanien ist am 26. dse.
Mittags 12 Uhr gestorben. Dieselbe als drille Tochter des Herzogs
»on Montbensier und einer juͤngeren Schwester der veririebenen
dönigin Isabella am 24. Juni 1860 geboren und also gerade
8 Jahre alt, war erst seit einigen Monaten mit ihrem Veller
dönig Alfons XII. vermählt. Die an diese Heirath geknüpften
doffnungen auf eine Aussöhnung zwischen der Familie Montpensier
uind der küniglich spanischen Tynaftie scheinen mit ihr zu Grabe
jehen zu sollen.

Der „Times? meldet an, daß über nachstehende Puncle zwischen
den Congreßmächten eine Enigung erzielt werden dürfte oder in
en Privatbesprechungen wohl dar schon erreicht sei. Die Balkan—
inie, als Gräoze der Bulgarei, wird von den Türten befestigt
ind besetzt; Sofia, strategisch begränzt, und Varna fallen an die
Balgarei; Boskien und die Herzegowina werden entweder ven
Jsterrteich annee irt oder militätisch besetzu; Antivari wird an
Nontenegro überlassen, doch bleibt sein Hafen ein mare clausum
ind es dürfen nur montenegrinische Fischerboole von ceringem
Tonnengehalt in demselben sich aufhalten; der Küstenstrich am
Uegäischen Meer wird beträchtlich erweitert und verbleibt den
Türken; Griechenland erhält den Busen von Vols und eine gering⸗
ügige Gränzber chtigung in Thessalien und Eprus; Kreta faͤllt an
vriechenland, Batum und Kars 'an Rußland, Serbien und Mon—
enegro werden durch einen Landstrich getrennt, der wenigstens 22
dilometer breit ist; Oesterreich, als Oberherr Bosniens und der
)erzegowina, wird im Interesse Europas und des europäischen
Friedens damit beauftragte, eine Vereinigung von Serbien und
Nontenegro, falls es den Serben einfallen sollte, an Stelle des
Fürsten Milan, Nikita von Montenegro auf den Thron zu berufen, zu

»erhindern und schließlich die Handelslimee vom Continent bis an
den Busen von Salonichi zu shützen
Vermisihtes.
fFZweibrücken, 24. Juni. (Schwurgericht.) Verhand⸗
ung gegen Johannes Landenstein iss Jahre alt,
ediger Tagner vom Ripprierbof, Gemeinde Ramsen, zuletzt in
cFisenderg sich aufhallend, angellati der Inbrandsetzung e'nes gegen
Feuersgefahr versicherten fremden Gebaͤudes iun behuüerischer Absicht.
vertheidigt von Rechtkcandidat Engelhorn.

Der Tagrer Valentin Langenslein I, ein Bruder des An—
zeklagten, desaß auf dem zur Gemeinde Ramsen gehorigen Ripper⸗
erhofe ein kleines Auwesen bestehend aus einem üeinen Wohnhause
nit Stallung, beide unter einem Dache, sowie einigem Grundbesitze.
Der Eigenthümer benützte d'eses Anwesen jedoch nicht, da er quf
»em Hofe nicht genügenden Verdienfst fand, sondern hielt sich ständig
n Eisenberg auf, wo er in Diensten stend und mii seiner Frau
eine Miethwohnung inne hat. Seit Mitte Januar abhin nahm er
den Angeklagten in seine Behaufung auf. Dag auf dem zedachten
        <pb n="366" />
        Hofe besindliche Häuschen gerieth, da es nicht bewohnt wurde,
Illmaälich in sehr defelten Zustand. — In dem über dieses ganze
FZebaude sich erstreckenden Speicherraum btach plbtzlich am 22.
Februar abhin, Äbends kurz nach 10 Uhr, Feuer aus, das sofort
den ganzen Dachstuhl ergriffen hatte, obwohl man etwa eine Viertel⸗
stunde vorher noch nichts Auffälliges bemerlt hatte. Rasch geleistete
Hilfe beschraͤnkte das verheerende Element auf seinen Herd und
derhütete ein Uebergreifen auf die benachbarte Scheuer. Alle Um⸗
stände ließen auf eine absichtliche Brandlegung schließen, und ver⸗
schiedene Momente lenkten sogleich den Verdacht der Thäterschaft auf den
heutigen Angeklaglen. Derselbe wurde am 23. Februar im Walde
bon Cisenberg verhaftet, leugnete Anfangs wiederbolt, gestand aber
sodann auf dem Transporte nach Kaiserslautern freiwillig dem ihn
begleitenden Gendarmen die That ein. Danach sei tr an dem
fraglichen Abende um 18 Uhr von Eisenberg weg über den
Tlauserhof gegangen, habe dort von einem Strohhaufen Stroh
mitgenommen, dieses quer über das Ackerfeld und durch den Wald
auf den Ripperterhof getragen, sei damit mittelst einer Leiler,
welche schon längere Zeit an der Giebelmauer des Gebaäudes ge⸗
legen war, in die dort befindliche Speicheröffnung eingestiegen,
habe das Stroh zu dem dort lagernden, von ihm schon früher dahin
berbrachten Gehölze gelegt, dann Stroh und Holz mit zwei
Schoppen Steinöl, das er schon einige Tage zuvor dahin gebracht
habe, übergossen und sodann das Ganze mit Streichhölzchen ange—
zündet. Als Motiv zu dieser That gab der Anzeklagte an, seines
Bruders Haus sei alt und baufällig gewesen; Niemand habe es
zaufen wollen; er habe bei seinem Bruder in E senberg bleiben
wollen und dabei gedacht, um die 1100 Mark, für die das Haue
versichert gewesen, lönne sein Bruder das Haus seiner Schwieger⸗
eltern kaufen. GSr bestritt dabei jedoch auf das Bestimmteste, doß
er von Jemand zu der That verleitet wurde, insbesondere sein
Bruder und dessen Edefrau um die That auch nur gewußt hätten.
— In seinen gerichtlichen Verhören blieb er bei diesen Angaben
stehen und fügte nur bezüglich des Beweggrundes zur That bei,
er habe gedacht, mit dem Brandentschädigungsgelde könne sein
Druder das Haus, zu dessen Ausbesserung diesem die Mitiel ab⸗
gingen, wieder aufbauen und habe er selbst dabei gehofft, daß ihm
dansn eine Stube zu seinem ausschließlich n Gebrauche überlassen
werde.

Mit diesen Angaben stimmle das Ergebniß der Vorunter⸗
suchung und die thatsächlichen Verhältnisse im Allgemeinen übderein.
Vor dem obengenannten Ciauserhofe, und zwar von einem daselbst
sitzenden Strohhaufen, fanden sich am Tage nach dem Ausbruch
des Feuers Spuren von verzetleltem Stroh quer über die angren⸗
zende Wiese und das darauffolgende Ackerfeld und den Wald in
zer Pchtung nach dem Ripperterhof; daneben fanden sich frisch
ausgeprägte Fußspuren von eigenthümlicher Siellung, die bis an
die Brandställe sich fortsetzen und auf einer schraͤg hinter derselben
hinziehenden, erst Nachmittags vor dem Brande geegten Acker zu⸗
rüagingen, bis sie sich in dem angrenzenden Walde verloren. Die
heschlagnahmten Shuhe des Angeklagten paßten genau in die be—
zeichnelen Fußspuren. Auf dem Speicher des Hauses fand sich
Asche von Holz und Streuwerk an drei von einander geschiedenen
geschwärzten Stell n. Einige Tage nach dem Brande fand man
schließlich im Stalle unter der Asche, da, wo ein Theil der Decke
hom Speicher beim Brande heruntergebrochen war, einen offenbar
hier herunter gefallenea Steinkrug, in welchem sich roch ein'ge
Tropfen Petroleumn befanden.

In der heuligen Sitzung modifizirte der Angeklagte theilweise
sein früher abgegebenes Geständniß, indem er nämlich als Bewez⸗
grund zu der That angab, er habe damit seiner Schwägerin, mit
der er nicht gut stehe, einen Possen spielen wollen. Auf wieder⸗
holtes Befragen des Herrn Präsidenten lehtte ex jedoch zu seiner
früheren Aussage, nach welcher er durch den Brand seinem Bruder
die Brandenischädigungssumme habe zuwenden wollen, zurück. An⸗
gesichts des unumwundenen Geständnisses deß Angeklagten wurde
uͤber die Thäterschaft nicht wester debattirt, und der Vertheidiger,
Rechtskandidat Engelhorn, beschränkte sich darauf, das Vorhanden
sein mildernder Umstände nachzuweisen, während Dies der Vertreter
der L Siaatsbehörde, der k. Staatsanwalt Schrer, entschieden
vestritt. Da die Geschworenen die Schuldfrage dejahten und keine
mildernden Umstände annahmen, so verurtheilte der Schwurgerichts⸗
hof den Angellagten auf Grund Desssu zu einet Zuchthausstrafe
bon fünf Jahren, zum Verluste der bürgerlichen Ehrenrechte auf
die gleiche Tauer, zu einer Geldstrafe von 150 M., eventuell um⸗
dewandeit in 10 Tage Zuchtbaus. uad in die Kosten des Ver⸗
fahrens.

'Zweibrücken, 25. Juni. Verhandlung der Anklage
gegen Adam Walch, 30 Jahre alt', Steinklopfer aus Lautz⸗
uͤrchen, wegen Verbrechens gegen die Sittlichleit, vertheidigt von
dem k. Advokat⸗Anwalt Schmidt.

Der Angellagie ist ein sittlich verlommener, im schlechtesten
Rufe stehender Mensch. Wegen Diebstahls, Betrugs und Bedrohuug
Ines Beviensteten ist er zuchtpolizeilich schon dfter bestraft worden

Er ist derheirathet an eine gewifse Katharina Lampel, Tochter des

in der Poiizeiansalt in Kaiserslantern verslorbenen Taguners Dominil

Berhard Lampel und einer gewissen noch lebenden Katharina Feilen.

Seit einigen Jahren wohnt er zu KirkelNeuhäusel, nachdem er

uvor mit seiner Schwiegermutter und deren Familie in Lautzirchen

jusammengewohnt hatte. Diese Schwiegermuttes und deren Töcter

Anna und Marie stehen ebenfalls im übelsten Rufe. In Lautz-

litchen gilt es für ausgemacht, daß der Angellagte nicht bloz mit

seiner Schwiegermutter, sondern auch mit seinen Schwägerinnen

im verbotenen Umgang stand. Von dieser sittenverderbien Umgebung

hildet die jüngste Tochter der Ehefrau Lampel, die beinahe 19jahrige

Elisabeth, eine Ausnahme. Dieselbe wurde von ihrem 8. Lebens⸗

jahre an in dem Armenkindethause erzogen und trat daselbst im

Apru 1876 in ihrem 17. Lebensjahre auf Veranlassung ihrer
Mutter aus. Der Vorstand dieser Anstalt gibt ihr das Zeugniß
ines odentlichen und fleißigen Mädchens. Wie erwähnt, wohnte
die Wittwe Lampel vor zwei Jahren mit dem Angeklagten und
dessen Familie in Neuhäusel. Da sich die Tochter Elisabeth durch
Zudringlichkeiten des Angeklagten belästigt sah, veranlaßte fie ihre
Mutter auf Neujahr nach Lautzlirchen zu ziehen. Hier war die
klisabeth Lampel wegen ihres braven und sittsamen Wesens all⸗
gemein geachtet und beliebt. Ihren Lebensunterhalt suchte sie
hurch Ansertigen von weiblichen Handarbeiten und durch Unterrichten
von Kindern zu erwetben. Sie ist von schwächlichem Körperbau
und hatte ein krankes Bein, mas sie am Gehen hinderte. An
diesem Mädchen verübte der Angeklagte am Abend des 18. Januar
abhia einen rohen Gewaltalt. Die Einzelheiten der That können
hier nicht nähet besprochen werden. Dieselben zeugen von einer
—ADD
glieder, wie sie sonst nicht leicht vorzukommen pflegt. Die Schwieger⸗
mutter und ihre beiden Töchter suchten dem Angeklagten durch
verschiedene Mittel Gelegenheit ? zur Verübung des Verbrechens zu
zeben. Nach demselben bezeugten sie über dasselbe nicht etwa Miß
zilligurg oder Entrüstung, sondern gabea durch verschiedene un⸗
ücht'ge Aeußerungen ihre Freude darüber kund. Der Hergang
des verbrecherischen Vorfalls ist größtentheils nur aus den Erzählungen
der Vergewaltigten bekannt. Der Angellagte bestreitet dagegen die
Wahrheit dieser Erzählung, wobei er von seiner Schwiegermutter
and seinen beiden Schwägerinneu unerstützt wird. Letztere sind
destrebt, durch Lügen der handgreiflichsten Art ihm herauszuhelfen.
Die Angaben der Elisabeth Lampel sind aber durch eine Reihe
von Beweismomenten derart bestätigt, daß ihre Wahrhaftigleit nach
Annahme der Anklage keinem Zweifel unkerliegt. Die Verhandlung
'and bei beschränkter Oeffentlichkeit statt. Der Angteklagte, ein
cobust gebauter Mensch, blies auf den in der Voruntersuchung ab⸗
Jegebenen Erklärungen stehen. Der k. Staatsanwalt Petri hob die
‚elastenden Punlte der Aunllage in seiner Ansprache hervor und
ↄlaidirte gegen Annahme mildernder Umstände. Der Vertheidiger,
Anwalt Schmidl, suchte nachzuweis⸗n, daß die Verhandlung nicht
den vollen Beweis der Thäterschaft des Angeklagten ergeben habe
ind daher im Zweifel zu seinen Gunsten zu entscheiden sei. Die
Beschwornen bejahten jedoch die Schuldfraze und verneinten die
Frage nach dem Vorhandensein mildernder Umstände. Der Angeklagte
rurde h'etauf zu einer Zuchthausstrafe von acht Jahren, zum
Verluste der bücgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer und
zu den Kosten verurtheilt.

Zweibrücken, 27. Juni. Die auf gestern ausge⸗
schriebene Versteigerung der hiesigen ehemaligen „Leinenzwirnerei“
blieb in Etmangelung eines convenablen Preis⸗Anzebots ohne Re⸗
fultat.

f Die seit Kurzem eingetretene Hitze hat in unsrer Gegend
reider schon ein Opfer gefordert: am 26. Juni versch'ed in Kä s⸗
hofen in Folge Tags vorher erhaltenen Sonnenstichs ein kräf—
liges Mädchen im Alter von 22 Jahren.

Das k. Handelsgericht Kaiserklautern hai jüngsthin
eine interessante Ensscheidung gefällt. Ein Kaufmann schuldete
dem Vorschußverein Rockenhausen, e. G., eine Gesammischuld von
M. 6800, für deren einzelne Beiträge S., D. und G. als Solidar⸗
hürgen hafteten. Der Verein erhob gegen H. und gleichzeitig gegen
die erwähnten Solidarbürgen Klage auf Rückzahlung des Darlehens.
Die Haftbarkeit wurde von den Bürgen besteitten. Nach 8574
der Satzungen genannten Vereins „lönnen einem Schuldner mehrere
Vorschüsse oder Credite, welche gleichzeitg bei ihm ausstehen, gewädrt
vBerden; insofeen jedoch bei dem früher Aufgenommenen Bürgen
iateressirt sind, müssen dieselben vor Auszahlung der späteren Posten
hvon den weiteren Creditirungen benachrichtigt werden.“ Auf Grund
diefer Bestimmung erkannte das Handelsgericht gegen den VBürgen
G. auf Zahlung, ließ dagegen bezüglich der beiden Mitbeklagten
S. und D. den Kläger vorerst zum Beweise durch Zeugen und
Urtundien darüber zu, daß diese Bürgen von den späteren Credi⸗
tirungen vor Auszahlung der betreffenden Posten denahrichtigt
wurden, und daß sie zur fraglichen Zeit jedenfalls Kenntniß davon
erhalten haben. In den Urtheilsgründen heißt es, daß nach den
Siatuten deßs Nereins jeder Bürge ein verkragsmäßiges Recht auf
        <pb n="367" />
        nachrichtigung habe, wenn dem Schuldner ein weiterer Credit
—R Hiernach hat die Unterlassuag dieset Benach⸗
satigung zur Folge, daß der Bürge insoweit entlastet wird, als
jeine VLage durch Gewährung des neuen Credits verschlimmert wird.
Das ist bei den ersten Bürgen der Fall. Anders liegt die Sache
dei dem dritten Bürgen. Derselbe kann sich auf die Statuten,
vie schon deren Wortlaut darthut, zu seinen Gunsten nicht berufen:
3 ware ihm freigestanden, sich vor Uebernahme der Bürgjchaft bei
dem Kläzer, also dem Vorschußverein, übier die Höhe der dem H.
hereits eingeräumten Credite zu erkundigen und darnach seine Ent⸗
cheidung zu treffen. Ist er durch diese Unterlassung in Schaden
gekommen, so hat er sich selbst die Folgen seiner Unvorsichtigkeit
zuzuschreiben.

Deidesheim, 24. Juni. Heute wurden dahier
2 Dienstmägde verhaftet und in das kgl. Bezirkegerichtsgefängniß
nach Frankenthal abgeführt. Dieselben sollen ihren Dienstherrschaften
nach und nach — man spricht für etwa 1500 M. — Flaschen—
weine entwendet und mit ihren Liebsten gebechert haben.

pAusder Ebene, 24. Juni. Die heute Nachmittag
unter überaus zahlreicher Belheiligung von Landwirthen aus dem
südlichen und westlichen Theil der Pfalz vorgenommere Versteige⸗
rzung von 15 Stück Rindvieh, Simmenthaler Race, aus dem Stalle
des als Biehzüchter wie besonders als Imker bekannten Herrn J.
Wernz zu Rehhütte lieferte den kliugenden Beweis, daß rationell.
Viehzuͤcht den lohunendsten Zweitz der Landwirthschaft bildet. Es
kamen 7 Kühe, 3 trächtige Kalbinnen und 8 Stück Jungvleh, da⸗
runter 2 nicht besonders vielversprechende Fassel zum Ausgebot
uind trotz der Bedingungen — Baarzahlung und keine Garantie
für Gewichtsfehler — wurde die enorme Summe von 6450
M. erzielt, eine Summe die selbst die hochgespannten Erwartungen
zes Versteigerers um über 1000 M., den wirllichen Werth der
Thiere aber um etwa 2000 M. überschreitet. (Pf. K.)

Emn Hr. Wilh. Seibel in Würzburg zeigt im „Land. Anz.“
seinen Freunden und Bekannten in Annweiler den am 24.
d. M. heim Baden im Main durch Ertrinken erfolglen Tod seiner
deiden Söhne, Friedrich, 17, und Georg, 16 Jahre alt, a.

Godramstein, 25. Juni. Heute Nachmittag um
1 Uhr hat an einem Steinbruche Distriklt Kalkgrube der 56 Jahre
alte Michael Götz von hiet den Tagner Grorg Knerr, 36 Jahre
alt, ebenfalls von hier, nach einem Streit mit einer Spitzkugel
aus einer Reiterpistole absichtlich in die linke Seite geschossen und
o schwer verletzt, daß er um 9 Uhr Abends gestorben ist. Der
zenannte Göß zeigt nicht die geringste Reue. Seine Pistole hatte
er schon am Samstag geladen, er lebte mit Knert in Feindschaft
und scheint absichtlich die Waffe mitgenommen zu haben, um den⸗
selben zu verletzen. Götz wurde durch die Gendarmerie verhaftet
und nach Landau abgeführt. (L. A.)

Im Wahlkceis Speier (Frankenthal-Speier) scheint die
Wiederwahl des Hrn. Dr. Groß von Lambsheim bei den Liberalen
allgemeinen Anklang zu finden.

F Die zur Unterstützung bedürftiger Gemeinden behuss An⸗
chaffung von Loschgeräthen zu verwendenden 3 pCt. von dem Ge⸗
ammtbetrage aller in der Pfalz für das abgelaufene Jahr ver⸗
züteten Brandschäden bez ffern sich auf 11,884 M. 23 Pf. Gemeinden,
welche auf Unterstützung refleltiren, haben ihre Anträge spätestens
bis 15. Juli bei dem vorgesetzten kgl. Bezitksamte einzureichen.

F Der Pfalze Saarbrücker Besirklsverein deutscher Ingenieute
wird am nächsten Sonntag den 80. Juni zu St. Johann sim
Hotel Köhl von Vormittags 11 Uhr an eine Versammlung ab⸗
halten, auf deren Tagesordnung u. A. der Antrag steht, daß die
Dauptversammlung in der soc'alen Frage Stellung nebmen
möge. (K. 3.)

F Nach Artikel 663 cod. eiv. kann in Städten und Vor⸗
städten Jeder seinen Nachbar zwingen, daß er zur Erbauung und
Reparatur einer Scheidemauer mit beitrage, welche ihre in diesen
Städten und Voistädten gelegenen Häuser, Hofräume und Gärten
don einander trennt. Diese Scheidemauer soll in Städten unter
50,000 Seelen mit Inbegreff der Mauerkappe 26 Dezimeter
(8 Fuß) hoch sein. — Durch ein Urtheil vom 3. März 1877
hat das preußische Obertribunal erkannt, daß der eine Nachbar
von der cegenseitig auferlegten Verpflichung der Abgrenzung sich
dadurch nicht befreien kann, daß er die Hälfle des zur Errichtung
einer Scheidemauer erforderlichen Terrains dem andern Nachbar
abtritt und auf jedes Miteigenthum an der neuen Mauer verzichtet.
Diese Entscheidung wird im Wesentlichen damit bezründen daß
der Artilel 656 cod. civ. nur ein aus dem Miteigenthum fließen
des Recht, jedenfalls nur eine Modifikation desselben erkennen lasse.
Die Vorschrift des Arikels 663 eit. stelle sich dazegen nur als
ine exeptionelle, auch auf ländliche Grundstücke nicht ausgedehnte
positive Disposition dar, deren Gtund auf einem noch nicht vor⸗
jandenen Miteigenthum nicht beruhen könne. Dieser Grund bien
sich dielnehr in dem nachdarlichen Schutzrechte dar, welches den

Aßschluß der anelnanderstoßenden Besitzungen in Städten und Vor—
tadlen hervorrufe. Die Vorschrift des Artilels 663 sei, insofern
je die Neuerrichtung einer Scheidewand zum Gegenstande habe,
diesem ihrem Gegenstande und Grunde nach den Artikeln 655
und 656 nicht untergeorduet.

Kempten, 28. Juni. In der Bezirksgerichtssitz ung
»om 22. Juni wurden die Handwerksburschen, welche im „Engel“
Reustadt) schmachvolle Aeußerungen gegen den deutschen Kaiser sich
—XEV
der Buchbinder Franz Göggel von Gammertingen zu 2 Jahren
—XV

Efsen, 22. Juni. In der gestrigen Ausschuß- und Vor⸗
dandsfitzung des Deutschen Vereins wurde Herr Kommerzienrath
Ard Kerupp als Uiberaler Kandidat für die Reichstagswahl auf⸗
gestellt.
7Paris, 24. Juni. Der Schah hielt sich vom letzten
Freitag Abend bis Sonnsag um 4 Uhr in Fontaineblau auf, wo
r im Hotel de France et d'Angleterre abgestiegen war. Sein
Befolge bestand aus fünf Personen und der entsprechenden Diener⸗
ichaft. Bei der Abreise verlaugte man für den zweitägigen Auf⸗
enthalt die Summe von 14,000 Fr. Dieses war dken Persein
aber doch zu stark und sie verweigerten die Bezahlung. Als der
Wirih nun grob wurde, schritt der dem Schah beigegebene Oberst⸗
Lieutenant Lamorelle ein, gebot dem Wirth im Namen des von
hm veriretenen Staatsoberhauptes Schweigen und sorderte ihn auf,
zur Abmachung seiner unverschämten Rechnung nach Paris zu
fiommen. Die Perser waren un so weniger geneigt, 7000 Fr.
den Tag zu bezahien, als der Aufenthalt des Schah im Grand
Hotel für sich und sein ganzes Gefolge (Wohnung und Nahrung)
nur 3000 Fr. den Tag kosiete.

4 Als der Marschall Mac Mahon kürzlich ein großrs
Krankenhass in Paris besichtigte, sprach er leutselig einen der
Patienten an und fragte ihn nach seinem Leiden. „Meningitis !“
antwortete der Gefragte. „Oh, eine gefährliche Krankheit! Ich
zabe sie selbst gehaßt. Man stirbt daran oder man wird verrückt!“
Literarisches.

Illustrirte Frauen⸗Zeitung. (Preis vierteliährlich 2 M. 50 pf.y)
Die deueste Moden Rummer (28) enthält: Elegante Promenaden- und
Zaus⸗Anzüge, Ueberkleider, hohe Taillen, Paletots, Mantelets, Kleiderärmel,
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orbchen, Nachtlampen⸗ oder Windschirm, Taschentuch-Behälter, Schuhtasche,
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hus und Aberglauben. Von Alexander Kaufmann. — Ein Eskimo⸗ Besuch
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Berliner Zoologischen Garten. Von Paul Meyerheim. — Gräfin La Motte.

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General⸗Anzeiger für die Pfalz,

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wird allen Wirihschaften, Café's, Restaurationen, allen offentlichen Bureaus,
den kgl. Notaren, Gerichtsvollziehern, Geschaͤftsbureaus, Burgermeisterämtern ꝛc.
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aufgelegt. Da uns nicht alle Wirthschaftsbefitzer, Geschäftsbureaus ꝛc. ꝛc.
bekannt sind, so ersuchen wir diese, das Blatt bei der Post bestellen und
den Abonnementsbetrag von 1 Mark pro Quartal bei uns, G. L. Langs
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Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzusenden. Auf gleiche Weise
dnnen alle Bewohner der Pfalz den General⸗ Anzeiger gratis bezichen, da
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Vverloofungen, Handelsberichte, eine größere Courstabelle ꝛc.

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A 102.

Sountag, den 80. Juni. 1878.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Juni. Die Ausarbeitung der Gesetzvorlage
betreffend die Bekämpfung der Ausschreitungen der Sozialdemokratie
ist so weit vorgeschruten, daß der Entwurf demnächst dem Staals⸗
ministerium zugehen wird.

Der Handelsminister hat die k. Eisenbahn-Direltionen ange⸗
wiesen, darüber zu wachen, daß vor Annahme von Arbeitern, welche
beamtenähnliche Stellungen ausfüllen, insbesondere bahnpolizeiliche
Funklionen ausführen sollen, die betreffenden Dienststellen auf sorg⸗
sältige und zuverlässige Weise sich über die fittliche und politische
Führung der Anzunehmenden vergewissern, nöthigenfalls sich mit
der Polizeibehörde vorhtr in Verb ndung setzen. Anlaß zu dieser
Verfügung hat die Thatsache gegeben, daß auch im königlichen
Fisenbahndienst beschäftigte Arbeiter sich schwere Majestätsbeleidi⸗
zungen haben zu Schutden kommen lassen.

Berlin, 28. Juni. Bulletin von 10 Uhr Vormittags..
Das günstige Besinden Sr. Maj. des Kaisers und Königs dauert
an. Die Wunden sind bis auf zwei sämmtlich geheilt.

Berlin, 28. Juni. (Die Dauer des Congresses.) In
Folge der am Mittwoch Abend stattgehabten Besprechung im rus⸗
sischen Boischaftshotel, welche zu keinem Resultate führte, wurde
die nächste Congreßsitzung auf Freilag verschoben. Trotzdem hofft
man schon demnächst mit den principiellen und schwierigsten Ver—
dändigungen vollkommen zu gedeihlichem Ende zu gelangen, so daß
man den Rest verschiedenen Spezialcommissionen zur Regelung über—
lassen kann. In der That beabsichtigen die ersten Vertreter Frank⸗
reichs und Englands, wenn es irgend angeht, schen Montag, 1.
Juli, Berlin zu verlassen, so daß dann den zweiten und dritten
Bevollmaͤchtigten die Foriführung der Spezialarbeiten überlassen
werden könnte. Schon heute ist festgestellt, daß für Frankieich
Herrn Desprez, für England Lord Odo Russell diese weitere Thätig⸗
leit übertragen werden wird. Fürst Bismarck hofft noch immer,
daß er am 4. Juli seine Badereise nach Kissingen werde antreten
sönnen, wo seiner schon seit Wochen d'ie ihm vom Könige von
Boyern zur Verfügung gestellten Pferde und Wagen, nebst Diener⸗
schaft, harren. Sherzweise ist in der Diplomatie das Gerücht
verbreitet, der Reichskanzler werde rach Abschluß des Berliner
Traktats den Herzogtitel erhalten. Thalsoche ist, daß gewisse diplo⸗
matische Persönlichteiien vom Fürsten Bismarck schon jsetzt als
„Herzog“ zu sprechen lieben,

In Congreßkreisen circul'rt folgendes anouyme Schreiben,
welches sämmiliche Boischafter in Konstantinopel erhalten haben:
„Die türkische nationale Partei hat beschlossen, sich an der Regelung
der Geschicke des Reiches zu betheiligen. Es ist möglich, daß Un—
ruhen in der Hauptstadt cusbrechen werden; wir versichern schon
jetzt Ew. Excellenz, daß die Person und die Sicherheit der Eeuropäer
sowie aller Christen nicht werden bedroht werden“. Man befürchtet
eine große revolutionäre Bewegung. Der Sultan ist eingeschüchtert
durch die in Umlauf befindlichen unheimlichen Gerüchte und soll
bereit sein, Midhat Pascha zurückzuberufen. In diesem Sinae
aͤußerte sih der Sultan dem englischen Boischafter gegenüber.

Ausland.

Paris, 27. Juni. In einem nicht unlerzeichneten Ariikel
greift das „Journal des Debats“ heftig die Haltung Englands
und Oesterreichs auf dem Congresse an und bestrebt sich, klar zu
machen, daß auf einen Erfolg des Congresses kaum zu hoffen sei.
Das Blatt fügt hinzu, daß man diesmal die Rechnung ohne di⸗
Turkei macht, und fragt, was wohl geschehen würde, wenn die
Türken sich mit den Rumänen verbündelen und sich weigerten, sich
den Beschlüssen des Congresses zu unterwerfen. — Die Bonapartisten
bauen große Pläne und Hoffnungen auf ein Projeck bezüglich einer
Verheitathung des Sohnes Napoleons des Dritten, über welches
man sich Näheres leise zuflüstert. Diese Gerüchte entspringen un⸗
weifelhaft aus seiner beabsichtigten Reise nach Dänemart. Man
sagt, wenn er erst durch- Verwandtschaft (als Schwager) mit den
zutünftigen Souverainen Englands und Rußlands verbunden sel,
o werde die Wiederherstellung der kuiserlichen Dynastie nicht mehr
ange auf sich warten lassen.

Rermischtes.
F Zweibrücken, 26. Juni, Vormittags. (Schwurgericht.) Anklage gegen
Latharina Lindenmayer, 35 Jahre alt, ledige Dienstmagd aus Dirm—
tein, wegen Kindsmords, Vertheidiger: Rechtskandidat Eugen Kieffer. Am
Morgen des 12. April abhin fanden zwei Arbeiter in einem Keller des
Fabrikgebäudes von Kuhn und Adler in Ludwigshafen die in eine Frauen—
acke eingenähte Leiche eines neugebornen Kindes, welche nur von außen durch
in Kellerloch hineingeworfen worden sein konnte, da der Keller stets ver⸗
chlossen gehalten wurde. Bei der gerichtlichen Sektion zeigte es sich, daß
das Kind nach der Geburt gelebt und durch Erwürgung seinen Tod gefunden
hatte. Die Spuren von Fingern waren an dem Halse des Kindes deutlich
ichtbar. Die angestellten Nachforschungen führten zur Ermittelung der An—
eklagten als der Mutter des todten Kindes. Sie gab an, das Kind sei zu
Zoden gefallen und gleich todt gewesen, weshalb sie ihres Dienstherrn Haus
seimlich verlassen und es durch das Kellecloch in den obenerwähnten Keller
inabgeworfen habe. Sie habe sich dann einige Tage bei Bekannten in
)udwigshafen aufgehalten und sei am 12. April nach Frankfurt abgereist.
Diese Angaben widersprechen jedoch den Ergebnissen der Untersuchung. Die
Angeklagte steht in schlechtem Rufe und hat schon Gmal geboren. Im Jahre
1872 war sie schon einmal wegen Kindsmords in Untersuchung. Da das
dind aber erst nach 10 Tagen in einem Taubenschlag versteckt gefunden wurde,
onnte wegen der schon stark vorgeschrittenen Verwesung nicht mehr festgestellt
verden, ob das Kind nach der Geburt çelebt hatte und mußte deshalb die
kinstellung des Verfahrens erfolgen. Die Angeklagte, welche auch bei der
Berhandlung kein Geständniß ablegte, wurde von den Geschwornen ohne
nildernde Umstände des Kindsmords fur schuldig erklärt und hierauf zu 7
Fahren Zuchthaus verurtheilt.

— 26. Juni, Nachmittags. Verhandlung gegen Gotthard Adolph
Schweigert, 27 Jahre alt, Bäckergeselle aus Baden-⸗Baden, wegen Ver—
rechens gegen die Sittlichkeit. 53 — Rechtskandidat Meyer. Der
Angeklagte, der sich schon beim Militär schlecht aufführte, ist wegen Diebstahls
und Unterschlagung mehrfach bestraft. Am Morgen des 29. März l. J. aus
»em Gefängniß in Zweibrücken entlassen, überfiel er auf der Straße zwischen
xinöd und Webenheim eine 23 Jahre alie Frau aus ersterem Orte und
ergewaltigie dieselbe trotz ihrer heftigen Gegenwehr. Nach vollbrachter That
eintfloh der Angeklagte und wurde am folgenden Tage in Dudweiler ver⸗
jaftet. Die Geschwornen bejahten die Schuldfrage ohne Annahme mildernder
Imstände und wurde der Angeklagte zu 10 Jahren Zuchthaus und Verlust
»er bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer verurtheilt.

F In Landstuhl wird am Sonntag den 7.Juli eine Ver⸗
ammlung freisinniger Wähler des WahlkreisesHomburg⸗Kusel
Ztatt finden, der auch der seitherige Abgeordnete Hr. Di. Buhl
—XVC

Neustadt, 27. Juni. (Lartoffelkäfer.) Heute Vor—
nittag fand zu Lambrecht der Sohn von dem Spitalverwalter
B. S. Fuchs in dem am Spital gelegenen Garten an einem
da serkrone⸗Blumenstod circa 8 bis 10 Stück der so verderblichen
Toloradotäfer, oder genauer gesagt, d'ie Larven von solchen. Die⸗—
selben haben die Größe von sogenannten Kellerrassin.

Neustadt, 27. Juni. Bei dem Bürgermeisterami lief
Jestern ein Droh⸗ und Brandbrief ein, in welchem mit weiteren
Brandlegungen gedroht wurde und zwar mit massenhaften, wobei
sogar die abzubrennenden Gebäude namhaft gemacht wurden.

Gahrende Briefträger.) In Munchen werden 4
Postomnibuse, welche je 8 Briefträger fassen, angeschaffi, damit diese
nicht mehr zu gehen brauchen und die Postsachen rascher besorgen
oͤnnen.

FBergzabern, 23. Juni. Heute Nachmittag wurde
im Hause des Herrn Adjunkt Hertle eine Erdbeere gezeigt, welche
ein Gewicht von 25 Gramm hatte. Dieselbe stammte aus der
Bärtnerei C. Velten in Speite. (Südpf. Wochenbl.)

Aus der Pfalz. In Betreff der Neichstagswahl in
vem Bezirke Zweibrücken⸗Pirmasens haben wir nähere Erlundigungen
ingezogen und erfahren, daß der bisherige Reichstagsabgeordnete
Dberappellrath Schmidt allerdings schon vor einiger Zeit sich
»ahin ausgesprochen hat, eine weitere Wahl nach dem regelmäßigen
üblauf der letzten Wahlperiode ablehnen zu müssen und zwar in
rolge wiederholter Krankheit, durch welche er dauernd verhindert
par, den Sitzungen des Reichstages beizuwohnen. Wie wir ferner
jören, wurde aber Oberappellrath Schmidt unmittelbar nach Auf⸗
ösung des Reichstages in Zweibrücken-Pirmasens wieder als Can⸗
aidat aufgestellt, und glauben wir annehmen zu dürfen, daß die
ämmftlichen bisherigen Reichstagsabgeordneten der Pfalz (mit Ausnahme
des Hrn. Jordan, für den unabweisbare Gesundheitsrüchsichten be—
dimmend sind) zietzt im Angesichte der außerordentlich wichtigen
        <pb n="370" />
        Sitzungsperiode sich dem ihnen durch Ueberlragung eines Mandats
zu Theil werdenden Vertrauen ihre Wahler nicht entziehen werden.
(Bf. K.)

Berlhin. Strousberg's Concurs schwebt jetzt vor dem
Stadtgerichte. Er hat seinen Gläubigern einen Vergleich auge⸗
hoten, wonach er ihnen binnen drei Jahren 8 Procent ihrer Forde⸗
rungen auszuzahlen sich anheischig macht. Da seine Schulden sich
uuf'70 Millionen Matt belaifen, so würde er immerhin über 2
Millionen auszuzahlen haben.

pDie sia'mefischen Zwillinge übertroffen.
Dem in Janina (Albanien) erscheinenden griechischen Blatte, Janina“
meldet man aus Karditza, daß die Frau des dortigen Jnsassen
Rolio Magira von Drillingen entbunden wurde, die einen einzigen
örper mil drei Köpfen, sechs Händen und sechs Füßen bilden.
Das Monstrum ist am Leben und voller Gesundheit.

Die Hungersnouhsin China übersteigt in ihren
Schrecken alle Vorstellangen. Chinesische Zeitungen veranschlogen
die Anzahl der aus Noth zu Grunde gegangenen auf über fünf
Pillionen Menschen, und die grausenhaften Rachrichten über Leichen⸗
verzehrung lassen sich leider nicht mehr anzweifeln. Ein amilicher
Beticht in der Pekinger Staatszeitung von Mitte März, eingesandt
bon Li Ho⸗nien, vem Gouverneur von Honan und Yan, dem
obersten Commissarius der Unterstützungsbehörde, sagt darüber fol⸗
gendes: „In der ersten Zeit dieser unerhörten Hungersnoth nährten
die Lebenden sich von den Leichen der Gestorbenen; später wurden
die Schwachen von den Starken verzehrt; jetzt ist das Elend zu
einer solchen Höhe gestiegen, daß die Leute ihre eigenen Bluts—
berwandten verschiingen. Schredlichere Zustände, wie diese, hatte
die Geschichte bisher nicht aufzuweisen, und wofern nicht rasche

Bekanntmachung.
Die Stadt St. Ingbert wird bei der am 30. Juli
. J. stattfindenden Keichstagsmahl in 8 Wahlbezirke ein⸗
getheilt:

s

1. Wahlbezirk:
(Wahllokal 3tadthaus:)
Wahlvorsteher: Custer Peter, Rentner und Bürgermeister
in St. Ingbert.
gtellIvertreter: Gref Peter, Bäcker und I. Adjunkt in
St. Ingbert.

Dieser zweite Wahlbezir kumfaßt das ganze J. Stadtviertel von
haus⸗ Nr. 1 bis Haus⸗Nr. 194d einschließlich; ferner das ganze
V. Siadivierlel von Haus-Ne. 1 bis Haus-Nec. 172 einschließlich.

2. Wahlbezirk:

( Wahlloßkal Schulhaus im Josephsthal:)

Vahivorateher: Woll Peter Joseph, Kaufmann und J.
Adjunkt in St. Insbert.

Stellvertreter: Siegwardt Carl Philipp, Glasmacher
und Polizeiadjunkt zu St. Ingberter ⸗Grube.

Dieser zweite Wahlbezirkt umfaßt das ganze HII. Stadtviertel
von Haus ⸗˖Nr. 1 bis Haus:Nr. 1140 einschließlich; ferner die
St. Ingberter Grube (Schnoppbach), Mariannenthaler⸗Glashütte,
Sulzdacher⸗Glas hütte, Rußhütte, Schloß Elsterstein, Seifensiederei,
Dbermahle und Schürer⸗Ziegelhütte.

3. Wahlbezirk:
(Wahllokal Schulhaus in der Interstadt an der
Kaiserstraße:)
Vahlvorsteher: Kraemer Gustav, Eisenwerksbesizer,
Diftriktsrath und Landrathsmitglied in St. Ingbert.
gtolIIvertreter: Eonrad Ernst, Gastwirth in St. Inobert.

Dieser dritte Wahlbezirk umfaßt das ganze L. Stadtviertel
oon Haus-⸗Nr. 1 bis Haus⸗Nr. 2044 einschließlich; ferner das
zanze St. Ingberter Eisenwerk inchk. der Häufer an der Kaiserstraße
unterhalb des Bahndammes und der Sitzweilerhof.

Die Reiche lagewahl beginnt am Dienstag, den 830. Juli
1. IJ Vormittags um 10 Uhr und wird Abends um
6 Uhr geschloffen.
St. Ingbert, den 29. Juni 1878.
Das Bürgermeisteramt:
uster.
Allgemeine Wechsel
pet St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.
ind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
F. X. Demete.

in beliebigen Quantitäten bei
Heu sser.

Zilfsmaßregeln getroffen werden, dann geht die gesammte Bevölkerung
zieses Landstrichs zu Grunde. Die örtlichen Hilfsquellen sind gan⸗
erschöpft, die Vorrathshäuser sind leer, Geld ist nicht vorhanden.
Die wenigen Wohlhabenden haben Alles, was sie besaßen, längst
Jergeborgt und verschenkt.“ Uebereinstimmend mit diesem Bericht
schreibt der katholische Bischof von Schan⸗si, Msgr. Monaggatta,
aus Tat⸗Yuen, der Hauptstadt der am meisten heimgesuchten Pro—
binz, am 24. März: „Bisher begnügte man sich mit dem Verspeisen
der Leichen, jetzt aber tödtet man Lebende, um sie zu verzehren
Der Mann iißt seine Frau, Eltern verzehren ihre Söhne und Töchter.
und umgekehrt nähren Kinder sich von deu Leibern ihrer Eltern,
wie man fast an jedem Tag zu hören bekommt.“ Die chinesische
Regierung hat zur Linderung dieser furchtbaren Zustände bisher
nur wenig beigetragen. Die Genehmigung einer Anleihe von
500,000 Taels und 100,000 Picul Reis, dazu ein Beitrag aus
der Staatskasse von 200,000 Taels und 16,000 Picul Reis, dies
scheint so ziemlich alles gewesen zu sein, wozu sie sich aufraffte.

F Ein speculativer Honighändler, Namens Perrine, in Chicago,
Illinois, hat ein zur Aufnahme von 2000 Bienenstöcken bestimmtes
chwimmendes Haus gebaut, mit welchem er den Missisippi von
rouisiana bis nach Minnesota hinauf und zurück in der Weise zu
jegeln beabsichtigt, daß er in der günstigen Jahreszeit immer da
auf längere Zeit Halt macht, wo am Ufer die Blumen gerade in
der Blüthe stehen. Die Bienen würden bei dieser Wanderfahrt,
welches Verfahren in kleinem Maßstabe mit befriedigendem Erfolg
in mehreren europäischen Ländern versucht worden ist, stets das
teichste Material zur Honigbereitung finden.
Fuür die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
Bekanntmachung. 9— auf Nororietäl beruhen
eibringen ⁊c. ꝛc.
— — 38 Si Irotett den 80. Juni 1878
Reichstagswahl zu Idder— Das Bürgermeisteramt:
nanns Einsicht im SiudeGCuster.
d 8 Ine —A
age lang auf, wobei d'e J
Wähler ausdrücklich auf die Be⸗ Harmonie
dimmung des 8 3 des Wahl⸗ Eberhard.
Reglements vezüclich der Rekla⸗
nationsfrist hingewiesen werden,
welcher lautet:
„Wer die Liste für un⸗

richtig oder unvollständig hält,

kann dies innerhalb 8 Tagen

yon heute an bei dem Gemeinde⸗

vorstand anzeigen oder zu

Protokoll geben und muß die

Beweismitiel sür seine Be⸗

bauptungen, falls dieselben
Herzogl. Braunschweigische Candes
Cotterie.
vom Staate und garantirt.
Dieselbe besteht aus 86,000 Original⸗-Loosen und
AA,00 Gewinnen:
l Haupttreffer eb. 450, 000, 1 Haupitreffer à 12,000,
à 8300,000, 29 .10,000,
150,000, 8000,
80,000, 6000,
50000 5000,
q;000, 4000
209,090, 3000⸗
25.000 2000,
30,000, 1000,
15,000,.
Reichs-⸗Mar!l u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. unnd 19. JIuli 1878,
zu welcher ich —E —
Ganze Halbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spiecler erhält die Dewanhte
. us,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
im Rraunsgehweig.

F

2

—
—R
vedattion Drua ime erieg von . a. Demeßz in E Ingbert.
Diezu „Illuskrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 26
        <pb n="371" />
        St. Ingberlter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Rei

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstagz, Donunerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

Mark 40 R.Pfe. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswarts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neciamen
mit 80 Pfg pro Zeile berechnet.
103 Dienstag, den 2. Juli. J— 1878.
.Die Wählerlisten für die Reichstagswahl
siud bis Dienstag den OV. Juli im Stadthause hier
aufgelegt, versäume Keiner, fich von der Ein⸗
— feines Namens zu überzeugen, da Der—⸗
jenige, dessen Name nicht in den Listen eingezeichnet
— keinen Urmständen zur Wabl zugelassen
wir
Deutsches Reich.

Wie aus Munchen gemeldet wird, ist Dr. Sigl daselbst
wegen Beleidigung des deuischen Kaisers verhaftet worden.

Berlirn. Als frühester Zeitpunkt für die Berufung des
neuen Reichs'ags wird der 19. August bezeichnet. Difinit ve Be⸗
schlüsse koͤnnen indessen erst gefaßt werden, wenn der Schluß des
Kongresses fesisteht, da zwischen diesem Zeitpunkt und der Eröffnung
des Reichs‘ages Fürst Bsmarck die Kur in Kissingen beenden
muß. Die Betheiligung des Reichskanzlers an den Berathungen
des Reichstags ist zwe fellos. Wie man hört, ist es die Absicht,
dem neuen Reichstag den Berliner Frieden und die faämmtlichen
auf den Kongreß bezüglichen Altenstücke vorzulegen.

Das Staegtsmiuisterium ist in der vergangenen Woche mehrere
Male versammelt gewesen. Wie das „Deutsche Mant. Bl.“ hört,
handelt es sich um drei Gesetzesvorlagen, welche von der preußischen
Regierung dem Bundesrath, und später dem Reichstage, unterdreitet
werden solken. Diese Vorlagen bestehn aus einem Gesetze gegen
die soz' aldemok: at schen Ausschreitungen (Beschränkung resp. Sue—
pension des Preß⸗, Vereins- und Versammlungswesen), eine Novelle
zum Strafgesetzbucht und eine Abünderung des Wahlgesctzes.

Aus Ha 5pertKreis Hagen, den bekannilich Eugen Richter
im Reichstag rerfriti) wird der „B. Volkszeitung“ geschtieben: Von
dier aus ist an Fürst Biswmarck die Anfrage gerichtet worden, ob
ꝛe, nachdem seine Söhne vergriffen sind, nicht einen Veiter oder
Onkel zu vergeben habe, um einen Zuwachs der Fraktion Bismarck
zans phraso zu emöglichen und Gucçen Richter mit Erfolg aus
dem Felde schlagen zu klönnen.

Ausland.

Rom, 28. Juni. Der P. pst nörh gte Ledohowsky, tkrotz
seines Widersirebens, einen Brief au den Clerus von Posen zu
senden, um diefen aufzufordern, von der politischen Agitation ab⸗
zulassen. Der Popst will nicht ararchische Mittel anwenden, um
lirchliche Zwecke zu erreichen. 2

Athen, 27. Juni. Di'e kretensische Nationalversammlung
hzat den Confulu mitgeiheilt, daß sich in Apokorona 2500
hristliche Familien ohne Obdach und Brod b inden.
Vermischtes.

F Zweibrücken, J. Juli. Auf Einladung des engeren
Ausschußz unserer Pariei war gestern der weitere Ausschuß, vertreten
durch mehr als 100 Männer aus allen Theilen des Wahlkreises
Pirmasens-Zweibrücken, dahier versammelt, zum Zwecdk
der Aufstellung eines Candidaten für die bevorstehende Reichttags⸗
vahl. Der Vereinsborstand, Hr. J. B. Wolff, hieß die Eischlenenen
jerzlich willkommen, setz'e ihnen den Zwed der Einladung kurz
nuseinarder und theilte mit, daß der engere Ausschuß sich dahin
chlü sig genacht habe, Hrn. Oberappellrach Karl Schmidt,
velcher sich zur Annahme bereit erkrt habe, zur Wiederwahl vor⸗
zuschlagen. Hierauf entwarf Herr Anwalt Gulden ein getreues
Bild der gegenwärtigen politischen Situgtion, indem er zunächst
das Wesen der verderblichen Sozialdemokratie schilderte und daraus
die Nothwendigkeit der Abwehr, die als eine Nothwehr sich dar⸗
ülle, ableitete und alsdann die Stellung und die Aufgabe der
ia ional⸗liberalen Richtung präzisirte, wie Dies in dem bekannten
Programm der Pariei niedergele,! ist. Schleßlich befürn octete
mnich er die Candidatur des Herrn Schmidt. Es entspann sich
darauf eine Diskussion, welche sich hauptsächlich darum drehte, ob
ür Herrn Schmidt, welcher in den beiden letzten Sessionen deß
Reschstagz leider öfter verhindert war, das Mandat seinen Wünschen
entsprechend auszuüben, und der auch gegenwärtig noch nicht völlig

wiederhergestellt ist und zum Nurgebrauch in dem Schweizer Bad
Ragatz weilt, Aussicht auf baldige Genesung vorhanden sei. Briefe
inferes Herra Abceordneien geben hierüber 2wünschenswerthe Aus⸗
unft, indem darin mitgetheitt wird, daß sein Arzt die bestimmete
Bersicherung auf baldige Wiederherfiellung gegeben habe. Ander⸗
veitige Einwände gegen die Candidatur des Herrn Schmidt wurden
von keiner Seite erhoben; im Gegentheil wurde es allseitig als
Thren'ache und als eine Pflicht der Dankbarkeit vbezeichnet, unseren
eitherigen bewährlen Abgeordneten, der sich durch die mit dem
steichslagsmandat verbundenen bedeutenden Opfer voun der Wieder-
unnahme nicht abschrecken lasse, wieder zu wähien. Die Abstimmung
ꝛrwies denn auch die volle Einmüthigkeit des weileren Ausschusses,
dem sich nachträglich auch die Hexren Vertreter von Pirmasens,
velche erst später eintreffen konnten, einstimmig anschlofsen. Es
vurde dann noch beschlossen, Herrn Echnidt anheimzuçeben, ob er
or der Wahl hier vor seinen Wählern zum Zwick der mündlichen
darstelluag seines Programms erscheinen, oder dieses seinen Wählern
chrifilich kund geben wolle. Die beir. Versammiung wünde im
ersteren Falle an einem noch zu bestimmenden Donnerstag hier in
Iweibrücken stat finden. Zum Schlusse wurde unter Hinwes auf
die ceanerischen Parteibestrebungen die Nothwend'gkeit energischer
Agitation nachgewiesen und von dem Voifitzerden der Hoffnung
dusdrud gegeben, daß unser Candidat auch diesmal wieder den
Sieg davon tragen werde.

f Zweib rücken, 27. Juni, Vormittags 8 Uhr. Schwurgericht.)
Berhandlung gegen Karl Reeber, 21 Jahre alt, Tagner aus Merzalben,
uletzt in Blieseberfingen sich aufhaltend, angeklagt des Verbrechens der
Zörperverletzung mit Lödtlichem Erfolge und des Vergehens der qualificirten
örperverleßung, vertheidigt von Rechtscandidat Kacl Wildi.

Der Angeklagte stand schon seit laäͤngerer Zeit bei der Bliesthalbahn: in
Arbeit und wohnte zuletzt in dem loihringischen Orte Bliesebersingen. Sonn⸗
as den 12. Mai . J. war er mit mehreren Kameraden nach dem pfälzischen
Irenzorte Hablirchen gegangen. In der Wirthschaft von Johann Schuwer
wrtfetbst gerieth er Abends gegen 11, Uhr in Sireit mit einem Burschen aus
Frauenbecg in Lothringen, nämlich wmit dem 18 Jahre alten Schmied Johann
gaptist Thomas. Dieser Thomas und ein gewisser Wilhelm Mayer von
dabkirchen hatten ein Mädchen bei fich, mit welchem der Angelklagte drei
Touren tanzte und das er nach der lehten Tour vor allen Leulen umarmie
und bußte. Als ihm Thsmas dies vorwies, gab ihm der Angeklagte zur
Antwort, das gehe ihn nichts an und jchlug dem nun auf ihn zugehenden
Thomas ohne Weiteres ein Bierglas mit solcher Heftigkeit auf die Stirne,
aß es zersplitierte und den Thomas nicht unerheblich an der vorderen limen
Schläfenge end verletzte. Darauf sprang der Angeklagte aus der Wirthschaft
n die gegenüberliegende von Carl Maus, wo sich seine Kameraden befanden.
kr mußte sich bei dem Schlage mit dem Glase selbst verlezt haben, denn er
xigte in der Maus'schen Wirthschaft eine blutende Verletzung am Mitielfinger
der rechten Hand mit dem Vorgeben, der Thomas habe ihn gestochen Dieser
war dem Angeklagten auf den Schlag hin gefolgt, ohne ihn zu erreichen.
Mit seinem Bruder, dem Schmiede Rikolaus Thomas kam er“bald darauf
in die Maus'sche Wirthschaft und sah sich nach dem Angeklagten um, verließ
diese Wirthschaft aber bald, da Feuerabend geboten wurde. Die beiden
Thomas blieben dei anderen Burschen vor der Thür auf der Straße stehen.
Als der Angeklagte mit seinen Kameraden auf die Straße kam, ging Johann
Baptist Thomas auf ihn zu mit den Worten: „Du bist der, welcher mich
zeschlagen hat!“ ohne daß letzterer den ersteren jedoch angriff. Der Angeklagte
iber ging einen Schritt zurück und führte in dem nächsten Augenblid umcrt
»em Ausrufe: „was wilst denn Dul! einen Schlag gehen die unbewehrte
inke Brustseite des Thowmas, welcher laut tönte Thoͤmas iaumelie einige
Schriie zurück und ftürzte jofort zusammen. Ein Dolchmesser hatte ihm das
derz durchbohrt, nach wenigen Augenblicken war er eine Leiche. Der An⸗
metlagte hatte sich elsbald nach der That nach Blieseberfingen XRX
uinterwegs zeigte er einem Zeugen ein Dolchmesser mit dem Beifügen: „mit
em habe ich ihm eins gegeben, ich habe gesplrt, daß es hineingegangen ift,
ch glaube aber nicht, daß er caput ist!“ Das Messer hat er spaͤter verstedt,
och wurde es wieder aufgefunden. Am Morgen des 20 Mail stellie er sich
reiwillig der Gendarmexie in Zweibrücken. Er leugnet nicht, dem Thomas
en Schlag mit dem Glas und denjenigen mit dem Messer gegeben zu haben,
ehauptete aber, nur deßwegen gestochen zu haben, weil Thomas mit nen
Messer auf ihn losgegangen fei. Seine Heimathsbehörde gibt ihm ein gutes
rdeumundszeugniß, doch ist er schon gerichtlich bestraft. Der Getödtete war
ils ein braver und fleißiger Bursche bekannt, der seine arme Mutter nach
dräften unterstützte. Reeber wurde zu 5 Jahren und 8 Monaie Zuchthaus
ind Zjährigen Ehrenverlust verurtheili.

f Barmen, 29. Juni. Die „Varmer Zte.“ meldet, daß
)er große Tunnel bei Schwelm gestern Abends in einer Länge
don 21 Melern enstürzte. Circa 27 Personen sind verschütten;
zis heute Morgen wurden 7 Leichen aufefunden.

7 Amerhfaniiche B'ätter erzählen mebrere komische Delgile
        <pb n="372" />
        aüber eine Spiritistensutzung. Es wurde angekündigl, daß

der „Geist“ des berühmten Daniel Webster während der Sitzung

das Zimmer in sichtbarer und körperlicher Form durchschreiten

werde, ohne daß man ihn aber gehen hören wird. Leider befand

sich unter den Anwesenden ein arger Steptikec, dem es, ohne ent

dect zu werden, gelang, den Fußboden mit winzigen Nägeln zu

besäen. Der „Geist“ erschea und wollte seinen Spaziergang be⸗ Dienstesnachrichten.

ginnen, aber schon beim ersten Schritt hielt er inne und befühlte Versetzt wurde in gleicher Diensteseigenschaft: der Aufschlag
it schmerzhafiein Ausdruck seine Fuße. Dasselbe wiederholte sich einnehmer R. Sterzl von Pfaffenhausen an die Aufschlagein—
heim zweiten Schritte. Beim dritten konnte der „Geist' sich nicht nehmerei St. Inabert.

meht enthalten, einen ziemlich irdischen Ausruf auszustoßen unr
setzie sich auf den Boden nieder, um aber allsogleich unter heftigem
Fluchen wieder au'zuspringen und zu verschvinden. Die anwesen⸗
den Gläubigen, welche sich das sonderbare Benehmen des ‚Geistes“
nicht zu erklären vermochten, konnten sich vor Ueberraschunga kaum erbolen.

äßi Massenberwalter — Sduldner
wbertagematig — folgende zu der zwischen
iederverst eigerung. den Ehe-leuten Bihy bestandenen
Donnerstag, den 18. Zütetcgemeinschaft gehörige Liegen⸗
Juli 1878 Nachmittags 3 Uhr schast im Banne von Si. Ing⸗
im Cafs Oberhauser zu bert, nämlich:
St. Ingbert, wird auf Betreiben Pl.⸗Nr. 160. 2 a 89 qm
von Johann Joseph Fiak sen., Fläche, ein zweislöckiges
Rentner in St. Ingbert, Gläu— Wohnhaus mit Laden, Ein—⸗
biger, gegen die in Gant erklärte fahrt, Hintergebäude und
Sophie Horst, ohne Gewerbe sonst gen Zubehörden, ge⸗
in St. Ingbert wohnhaft, Wittwe legen an der Haupistraße
von Jatob Bihy, welland zu St. Ingbert neben Jo⸗
Schreiner allda, in ihrer Eigen— hann Hellenthal und Ge—
schaft als gesetzliche Vormünderin brüder Doerr, wegen nicht⸗
ihrer minderjährigen Kinder So- hezahlten Erwerbspreises im Wege
phie und Tusabeih Bihy, diest der vertraasmäßigen Wiederver—
als Erben ihres Valers, und, weil deicgerung öffentlich zum Verkaufe
quch eigenen Namens betheiligt, ausgeboten und dem Meistbietenden
gegen ihre Gantmasse vertreten zum Eigenthum zugeschlagen.
durch Carl Ambos, Geschäftsmann St. Ingbert, 1. Juli 1878.
in Zweibrücken, als probi oricher Sauer, t. Notar.
Bekanntmachung.
Die Stadt St. Ingbert wird bei der am 30. Juli
1. J. stattfindenden Reichstagsmahl in 8 Wahlbezirke ein⸗
getheilt:

Bekanntmachung. / Die Amisstube
Vom 1. Julil. J. an liegen die des Unterzeichneten befindet
Wählerlisten zur Reichs⸗ sich jetzt im Hause des Hrn.
tagswahl zu“ Jedermanns Peter Maller an der
Einficht im S ed, hause zu Hauptstraße hier, in der
St Ingbergt 8 Tage lang früheren Wohnung d
auf, wobei die Wähler ausdrück⸗ — F
lich auf die Bestimmung des 83 e ⸗
des Wahl⸗-Reglements bezüglich mann.
der Reklalnalionsfrist hingewicsen St. Ingbert, 1. Juli 1878.
— eg F —— Or s. Noktar.
„Wer die VListe für unrich— — ⏑ —üæ
tig oder unvoliständig hält, Pateutirte
kann dies innerhalb 8 Tagen Einmachgläser
vom Tage der Auslegung an mit Gummiverschluß,
bei dem Gemeindevorstand an⸗ — sehr praktischh —
zeigen oder zu Vrotokoll ge⸗
ben und muß die Beweis⸗ Oonfiturglaser,
mittel füt seine Behauptungen, seine Weingläser —A
8 bei Otto Weigand.
falls dieselben nicht auf No⸗ — ——
dorietät beruhen beibrinzen Ein Logis,
. bestehend aus zwei geräumigen
z. * Zimmern, nebst Küche, Keller
St. Jagbert, 80. Juni 1878. und Speicher hat pr. sofort oder
Das Bürgermeisteramt: später zu bermiethen
Custer. Max Woll.
Gesohàsfts-Vorlogung.

Hiermit die érgebene Mittheilung, dass ich die seit 1.
April von meinem Vater übernommene und in eigenem Namen
fortfũührend COoncditorei
in das Haus der Herren Gebrüder DORBR., dem Café Ober-
hauser gegenüber verlegt habe, und bitte auch mir Ihre ge—
neicte Cundschaft zuwenden 2n wollen.

Achtungsvoll
dohann Ricłeb. Conditor.
—————— — E——
Herzogl. Kraunschweigische Candes⸗
Frotterie.
vom Staate , und garantirt.
Dieselbe besteht aus 86, 000 Original-Loosen und
AA,00 Gewiunen:
Haupttreffer evy. 450,000, 1 Haupitreffer à 12,000,
à 800,000, 2* 10,000
150,000, 8000,4
80.000, 6000,
30 000, 5000,
000, 4000
0000, 3000
25,000, 2000
20,000, 1000
151000..
Reichs:Mark u. s. w.
Die erste Ziehumg findet statt
am Iss. und 1I9. Jitli 1878,
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganze KHalbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spicier erbalt die Gewinnlisten 68
W RASĩIĩus,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes-Lotterie
imn Rraunsehweig.

1. Wahlbezirk:
(Wahllokal 5Stadthaus:.)
Wahlvorstehere: CEuster Peter, Rentner und Bürgermeister
in St. Ingbert.
StelIvertreter: Gref Peter, Bäcker und II. Adiunkt in
St. Ingbirt.

Dieser erste Wahlbezirkumsaßt das ganze J.
Stadivierlel von Haus-Nr. 1 bis Haus-Nr. 194d einschließlich;
ferner das ganze IV. Stad!viertel von Haus Nr. MWbis Haus Nr.
172 einschließlich mit ciner Bevöllerung von 3228 Selen.

2. Wahlbezirk:

( Wahllokal Schulhaus im Josephsthal:)

Wahivorsteher: Woll Peiler Joseph, Kaufmann und J.
Adjunkt in St. Irgbert.

ntellvertreter: Siegwardt Carl Phelipp, Glasmocher
und Polizeiadjunlt zu St. Jugberter-Grube.

Dieser zweite Wahlbezirk umiaßt das ganze II.
Stedlvierlel von Haus-Nr. 1 bis Haus-Nr. 1142 einichließlch;
ferner d'e St. Ingberter ˖ Grube (Scnaphbach), Mariannenthaler⸗
Glashütte, Sulzbacher⸗Glashütte, Rußhütte, Schleß Elsterstein,
Seifenstederei, Odermühle und Schürer Ziegelhütse mit einer Be⸗
völkerung von 3096 Seelen.

3. Wahlbezirk:
(2dahllokal 5qhulhaus in der Anterstadt an der
Kaiserstraße:)

Wahlvorateher: Kraemer Grstav, Esenwerksbesiter,
Distriktsrath und Landrathsmitglied in St. Ingbert.
Stéellvertreter: Conrad Ernst, Gastwirth in St. Ingbett.

Dieser dritte Wahlbezirk umfaßt das ganze II.
Stadtviertel von Haus- Nr. 1 tit Haus⸗Nr. 2044 einschlichlich;
serner das ganze St. Ingberker Eiserwerk incl. der Häuser en der
Kaiserstraße unterbalb des Bahndammes und den Sitzweilerhof mit
einer Bevöllerung von 2896 Seelen.

Die Reichstagswahl beg'nnt am Dienssstag den 80. Inli
1. J7 Vormittags um 10 Uhr und wind Abends um
6 Uhr geschlossen.

Si. Ingbert, den 29. Juni 1878.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.
——————— — — ——— —— —
Redaktion Druck und Verlag von

—E— —— X ———
F. X. Demetz in St Inaqgbert.
        <pb n="373" />
        2—53538 ——— 88 2
22278* 22235 2 5358325328 —— E
553833 55353356 3—3385 5325 *25 223355 52338 5855
— v — 2 ⸗ 3 822 24 20 3.— 3 — 28
* —E —— * — 2 55.5832 5532 —2*8328 —s — 555
— —— ———— 3 5 2282 22 —— —*
5— 83 5—383 ——252 5 3835833 27 —3 586
—5855 528365 B3555S *6 A 5c*
253255 — 62 538 325
*— — «5 5 2283832 GE 2 — * — 37 274
* — 26 28 2 32 58 8 — 3825 538 55
8 — 2* 2275 m2 528 8523 8 28 .3 — z388 3*
22 —A — 2 285 — — 8 —33338 —— 5*
* 328
———— *25552 53 —325483555 262 2 2 222238 —
— — * — —2 —
2 33323585 F — 5z2 55335 337
5232 5353272587 —* 2235.. 383 5885 3357 22
28 53—35251 S—2 * 2 S22 8 528 38* 58
5885 2 2 28 2 22 * 3 5 —2 *
33 — 33 ö
8* 5—5225335 2—*8 58 — 8 822
— — 2553 * 3232 — 5E »85222 35 — 2 — 3*
8 538 —*8 8 275 —2 22555 5323 ——— 2
— — 55322 322 25 3 2 2228 —52522.2 3 ——8 — 235* S D
* * — 2 2*8 2 * — 2 * —ä S53
— 3 335 5372333 383
2
* 8 — 380 52352 3832535323233 —A—
an * 2 532 —8 — — * 0 * — 5223558* — 55 —
— —— —A 2 2 52 —A —* 8 * S3 — 2
⸗ —— 5227 55 * —X —3— 2*253 —8 — — S2
—A — 8. 2320 32 22835 — 32222*
5 83575 .23255 58 —A—— 235 *5358 —*235* ———— —Sr
ã 835 —78*8 —E 257*85 — —
— — 2 S — — * —— —A —— — — 2*
— 28E 2 55 z2535565— — 8 8 83 *
22583 5—32320907. * — — 55* Q. 0 222 — * NRA5 —A
s 53532 3333633333535 —53553628—338 7 —7535532
— — * 2 2 *
2333323 3 3 23 —— —
2 EE —— 2 5222 —25 33
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— 2558333—33535555 22 2
— 5223335253 —525 8225 272 48 —
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2B— * — 22 5 — 2 —5 — —— — — 52* —e——— —7
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— —8* 2 — 52 88 22 — 262* ——
x&amp; 8 2 22 22 O * 8 —A —8 c —5
— — — * 2 — — * — —A 323 — *
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—3— —8 25 552 —53 28 2227 —A—— * 2—— 2 — 53 — —323 32
2 —* 25 4232 —— 223576 —A —— 285 AA — 2 —A
5 853 —53. —2358 — 52 222 989 2* 32228 3 — 78
A *8 2*2232 — —
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sountags mit illustrirter Bei—
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mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
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M 10. Donnerstag, den A. Juli. 1878.
— — — — — — — ⸗— — —
Deutsches Reich.
München, 1. Juli. Das Finanzministerlum hat auf
Grund des Artikel 27 uünd 94 des Malzaufschlaggesetzes vom 16
Mai 1878 eine Verfügung erlassen, nach welcher es einzelnen
Gemeinden und Genossenschaften gestattet ist, gegen bestimmt
Cautelen und gegen Ertheilung der hauptzolamtlichen Genehmigung
Futterschronnühlen o hner Controlapparat aufzustellen und für
landwirthschafil che Zwecke zu gebrauchen. Es ist damit einem
oft wiederholten Wunsche der Landwirthschaft Rechnung getragen
worden. (A. 3.)
München, 2. Juli. Der Landtag wurde heute durch
den Präsidenten v. Ow eröffnet. Derselbe erwähnte des
Attentats auf den Kaiser und forderte das Haus guf, seinen Ab⸗
scheu gegen die That, seine Theilnahme für den Kaiser und Dant
negen Gott für seine Reltung burch Ausstehen auszudrücken. Das—⸗
selbe geschah. Die Austrütsgesuche der Abgeordneten Philipp
Schmidt (liberal), Seitz und Häuser (Patrioten) wurden genehmigt.
Von neuen Vorlagen sind eingegangen: Der Milttäretai füt
1878,79, die Erwtiterungs- und Ergänzungsbauten für die im
Belrieb befindlichen Staatsbahnen und ein modificrter Gesetzeniwurf
in Betreff der pfälzischen Bahnen. Die nächste Setzung findet am
ß. Juli statt.
Berltin, 1. Jali. Die Vertreter Rumäniens haben heut?
m Congreß ihre Forderungen und Wünsche in gemaß gter Weise
dargelezgt. Der Congreß soll darauf, wie' es scheint in ihrer As⸗
wesenheit beschlossen haben, die Unabhängigkeit Rumäniens anzu⸗-
erkennen unter dem Vorbehalt voller Neligionsfreiheit für alle Be«
kenntnisse und der Behandlung aller S aalen in Handelsbeziehungen
auf dem Faße der me stbegünstigten Nation. Wegen Bessarabiens
wurden erstens im Allgemeinen die Bestimmungen des Friedeas
bon Saa Stefano ancenommen, also Beffarab eu für Rußland und
die Dobrudscha süt Rumänien. Aber darüber hinaus wäre die
Strecke etvoa von Mangalia an Schwarzen Meere bis Silistria
an der Donau Rumänien zugewiesen wo:den. Außerdem soll die
Angelegenheit Montenegro's zer Verhaaudlung gekommen sein.
Nussland.

Wien, 2. Juli. Die „Pol. Corr.“ meldet: Nach den
neuesten Berichten befinden sich auf der Valkan-Halbinsel z vischen
Jassy, San Stefano, Bukareft und Sophia an russischen Truppen
198 000 Combattanten und 90,000 (2) Nichtcombaitanten. Det
Jleichen Quelle zufolge verloren die Russen bisher an Todten, Verwun
deten und Siechen 321,000 Mann, darunter 2700 Officiere.

Petersburg, 2. Juli. Das „Journal de St. Peters
bourg“ bezeichnet die Annahme, die Türkei könnte sih der Aus—
führung der Congreßbeschlüsse widersetzen, als absurd. Eine Eden—
ualität dieser Art anzunehmen, h'eße glauben, daß Europa nur
zum Congreß zusammengeireten sei, um fromme Wünsche auszu⸗
Pprechen. Der Congteß werde, che er auseinander gehe, die
Gewißheit erlongt haben, daß die Pforte seinen Beschlüssen zustimme
und dieselben aussühre oder aber, der Congreß werde Maßregeln
anordnen, welche er für nothwendig balte.
Die Arbeiterbildungsvereine sind es vor Allen,
welche eine bewährte Schutzwehr gegen die trüden Fluthen des
Socialismus bilden. An diese Vereine tritt jetzt die eruste Mah
nung heran, ihren Organismus neu zu bleben und zu kräftigen.
Von ihrer Reschskreue haben die süddeutschen Vereine jüngst in
wohlthuender Weise Zeugniß abgelegt, als auf Aaregaung des Frei⸗
burger Vereins der Verba dsvorstand in Augsburg dem deutschen Kaiser
ausAnlaß des ersten Attentats eine würdige Kundzebung zugehen ließ.
Unsere Arbeiterbildungsvereine stehen im Wneidendsten Gegensatz zu
den soclalistischen Bestrebungen; ihre Devise heißt.: darch Bildang
zur Freiheit, durch Fleiß und Spar'amkeil zu einer menschenwür—
digen Existenz, eine Devise, die auch wahr. bleibt, während die
„soc ale Gleschheit“, don der die focialist jchen Arbeiter fajeln, den
nackten Communismis zur nothwendigen Voraussetzung hat Und

unausbleiblich zue Beraubung und Verarmung der Gesellschaft
führt.
Wenn unsere tüchtigen drusschen Arbeiler einmal muthig und
offen den Kampf gegen die Prahlhänse und Maulhelden aufnehmen,
welche dem schonen Namen „Arbeiter“ Unehte machen und durch
ihr wüstes Treiben die Grundlagen der Sittlichkeit, die Elemenmte
der Productivität: Arbeitsfreudigkeit und Arbeitstüchtigkeit, zerstören,
so ist die Axt an die Wurzel des schlechten Baumes gelegt und
die Arbeit an der rechten Stelle begonnen, wo weder das Straf⸗
gesetz, noch der Einfluß der Gebldeten sich direkt als wirksam er⸗
weisen. Nie war die Zeit so günstig, um unseren deulschen Ar⸗
beiterbildungsvereinen einmal frisches Blut zuzuführen und ihr
Programm weniger auf seinen allgemeinen Werth, als auf seine
Erweiterungsfähigkeit zu prüfen. Es wäre, um hier nur Eines
ervorzuheben, sehr wünschenswerth, daß neben den Bildungs⸗ und
Anterrichtszwecken den Lein wirthschaftlichen Beitrebungen mehr
Raum geschaffen wurde.

Die Kosigebereien, wie fie einige Vereine, wie u. A. der sehr
üchtige Freiburger Verein bei sich eingeführt und zwor mit dem
jesten Erfolge, verd'ent überall nachgeahmt zu werden; sie sind
u. A. geeignet, dem fremd zuzezogenen Arbeiler das Gefühl hei⸗
mathlichen Behagens zu geben, in ihm Anstand und edl⸗ Gesellig⸗
eit zu pflegen akd ihn dem verderblichen Wirthshausleben zu enl—
fremden. Dann wäre es von großer Wichtigkeit, in allen Vereinen
Arbeitsnachweisungs Bureau⸗es einzuführen. Um diesen Bureau's
praktische Wirksamkeite zu geben, wäre es freilich nöthig, daß die
ßrobinziellen Verbände sich kräftiger organificten Und schließlich füt
dat ganze deutsche Reich ein Centralverband gegründet würde;
die verschiedenen Arbeitsnahweisungs ·Burcaus mürden dann in
anhaltenden geschäftlichen Verkehr ireten; das von einem Ort zum
andern reisende Vereiasmitglied, versehen mit einer Legitimations⸗
tarte seines Heimalhsvereins, fände zunächst am Orte, wo es At—
heit sucht, freundliche Aufnahme und im Bureau Gelegenheit, über
den Stand des Arbeitsmarttes dou ober in der Nähe zuderlässige
Auskunsft zu erhallen.

Veruiistes.

F'Zweibrücken, 27. Juni, Nachmittags. Schwurgericht.) Verhand⸗
lung gegen Carl Kaufmann, 20 Jahre alt, ledigen Schlossergesellen, ge⸗
»oren zu Kusel, beheimathet in Hütschenhausen, wohnhaft in Kaiserslautern,
Sohn des daselbst wohnenden Tagners Johann Kaufmann, angeklagt des
Todtschlags, vertheidigt von Rechtscandidat Richard Ottmann.

Am Sonntag den 2. Jun i. Is. fruh Morgens ging der Angeklagte
nach seiner Angade in Begleitung seines jüngeren Bruderz August Kaufmaun
und des 20jährigen Carl Hasemanu von Kaiserslautern in den Wald, ver⸗
sehen mit einer doppelläufigen Pistole, den dazu dienlichen Zundhütchen und
Zugeln und einem Pulverhorn un Pulver, um im Walde nach der Scheibe
zu schießen. Nachdem die drei Burschen im Wolde unweit Trippstadt sich
dieses Vergnügen eine Zeit lang gemacht hatten, begaben sie sich gegen 8
Uhr nach Trippstadt, besuchten dort im Laufe des Vor⸗ und Nachmittags
mehrere Wirthschaften, wo sie Bier tranken und Etwas aßen. Sie führien
jich in einigen Wirthschaften unordentlich auf, so daß sie nach kurzem Auf⸗
enthalte ausgewiesen werden mußten. Dabei erging sich besonders der An.
geklagte in eiszelnen Drohungen, wie: „Hente gibt's noch was, auf Pistole
oder Degen!?“ „Ich habe iyn herausgefordert auf Tod und Leben, es ift

mir eins, ob auf Pistole ober Dolch!“ und weiler „Wir gehen jetzt noch
n eine andere Wirthschaft, kommen dann wieder und schlagen Alles zusammen!“
Rachmittags zwischen 2'und 3 Uhr kamen die drei Burschen in die Wirth⸗
chaft von Carl Schmitt daselbst, wo sie am Vormittage schon einmal auf
einige Stunden eingekehrt waren. 6E entspann sich hier cin Wortwechsei
wischen Auguft Kaufmann und Hasemann, in dessen Verlauf letzterer mit
nem Stocke dem ersteren einen Streich auf die Stirne versetzte, woraus
ieser ein dem Angeklagten gehöriges, im Griffe stehendes Messer öffnete und
»amit auf Hasemann losging. Auch gegen den Wirth Schmidt zo derselbe
mit dem offenen Messer aus. Deßh ilb wurden die drei Burschen aus der
Wirthschaft entfernt. Auf der Straße setzten sie jedoch das Scandaliren fort.
August Kaufmann n'iit offenem Messer. Der Adjunkt Philipp Jac, Schmidt,
welcher gerade vor seinem nahezelegenen Hause stand, ermahnte die Lärmenden
zur Ruhe und forderte den August Kaufmanu auf, das Messer cinzustecken.
Statt Folge zu leisten, ging Letzterer · auf den Adjunkten zu und unter der
Drohung, ihn todtzustechen, wenn ?t nicht weggehe, stieß er zweimal mit dem
ffenen Messer nach demselben, ohne ihn jedoch, da dieser zurückwich, zu treffen.
Der Adiunkt gab sich nun den Burschen alz solcher zu“ erkennen mit dem
Bemerken, er wolle es ihnen zeigen. Zugleimh ersuchte er die Zeugen Philipp
und Jacob Schmidt, welche den Burschen ihres bedrohlichen Auftrelens halber
auf die Straße gefolgt waren, die Gendarmerie in rufen. Darcuß 5XX.
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        zie Burschen, nachdem August Kaufmann dem Adjunklen noch zugerufen hatte:
Ihr koͤnnt sein, was Ihr wollt!“ in die sogenannte Hasengasse ein, welche
die nach Kaiserslautern fuhrende Straße einmündet. Noch im Dorfe
jetzten August Kaufmann und Hasemann den Lärm fort, letzterer hatte die
Pistole des —E rief: „Tod oder Landau!“ und
Fer erstere haite noch immer das offene Messer in der Hand und drohte:
Heute gibt's noch Todie!“ Der rasch herbeigeeilte Genvarmerie⸗Sergeant
Sirehle von Trippstadt, ging nun, begleitet von Philipp und Jacob Schmidt,
Im die Ramen der noch unbekannten Ercedenten feftzustellen, holte einige
hundert Schritte vor dem Dorfe zunächst den etwas zuͤrückgebliebenen Carl
hasemann ein, hieß seine vorgenannten zwei Begleiter den beiden andern
hurschen, welche etwas vorausgegangen waren, einsiweilen nachgehen und durch⸗
suchte den Hasemann nach der Pistole. Letzterer hatte jedoch die Pistole beim
derrannahen des Sergeanten in den Siraßengraben geworfen, wo sie furz
zarauf vollständig mit Kugeln geladen aufgefunden wurde. Während Ser⸗
geant Strehle sich noch bei Hasemann aufhielt, war auch der Adjunkt nach⸗
gefolgt und ging an diesen voruber, den andern Burschen nach. Inzwischen
hzalten fich Philipp und Jacob Schmidt den Brudern Kaufmann genaͤhert und
tiesen ihnen zu, stehen zu bleiben, bis der Stationskommandant komme—. Die
3 beachteten aber diesen Ruf nicht, der Angeklagte sah jedoch um und
eß sich Angesichts der Nacheilenden, worunter er den eben hinzukommenden
Adjunkt Schmidt bemerken mußie, mit den Worten: „Her das das Messer!“
don seinem Bruder August das Messer geben und Letzlerer rief den Nach⸗
ilenden zu: „Komm' nur Einer her, ich stech' heute todt, was vor mich
ommt!“ Der Adjunkt, welcher die Brüder Kaufmann vergeblich zum Stehen⸗
sleiben aufsorderte, faßte nun den August Kaufmann, welcher sich jedoch sofort
hudte, einen Stein von der Straße aufhob und damit nach dem Adjunkten
imnem Schlage auszog. Dieser nahm ihm jedoch den Stein ab. In
iesem Augenblicke, oder sei es, wie Zeuge Philipp Schmidt sagt, der Adjunkt
fich nun gegen den Angeklagien wandle, sprang dieser mit geoffnetem Messer
zuf den Adjunkten, fiach nach dessen Brust und linktem Arm, jedoch nur die
leider an den betreffenden Stellen zerreißend. Der Adiunkt fiel dabei auf
die Fußbank der Straße und während er o0 wehrlos dalag, verseßte ihm der
Angeklagte drei weitere Messerstiche in den Ruͤcden und eilte mit seinem
Bruder davon. Der Adijunki erhob sich, taumelte einige Schritte und fiel
n enem nahen Acker todt nieder. Dem fie verfolgenden Sergeanten Strehle
ind den beiden Schmidt drohte der Angellagte nochmals mit offenem Messer
it den Worten: „Kommt nur her!“ und August Kaufmann warf mit
inem großen Stein nach seinen Verfolgern. Der Angeklagte wurde bald in
inem Kornocker gefunden und leugnete die That, am nachsten Morgen und
hei Confrontation mit der Leiche gestand er sie jedoch zu, ohne sonderlich
rregt zu werden Er sucht die That mit Betruntenheit zu enischuldigen.
Die gerichtliche Obdultion ind Setlion der Leiche ergab, daß nur die drei
Stiche im Ruͤcken den Koͤrper getroffen hatten, einer weniger gefährlich die
heiden anderen gingen in die Vrusthöhle und linke Lunge. Die fünfte Rippe
var unmittelbar neben ihrer Geleniverbindung mit der Wirbelsaule in sent⸗
rechter Richtung ganz durchschnitien und es hatte auch eine zweimalige Durch⸗
schneidung der Zwischenrippenarterien stattgefunden, was eine schnelle Ver⸗
hiutung und damit nvermeidlich den sofortigen Tod des Verletzten zur Folge
haben mußte. Der Angellagte soll eine sehr mangelhafte Erziehung genossen
haben und exrfreut sich keines guten Rufes. Er wird als rauflustiger und
excessiver Mensch geschildert. Erst am 21. Mai abhin wurde er wegen vor⸗
aͤtzlicher, mittelst eines Messers verübten Korperverletzung zu einer Geĩänaniß⸗
frafe von drei Monaten verurtheilt.

nildernde Umstände an. Der Angeklagte wurde hierauf wit zehn Jayren
oabe bestraft und ihm die buͤrgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer
berkannt.

Kaiserslautern, 1. Juli. Mit der Aufstellung
der Reichsstags-Wahllisten wurde hier zugleich eine Zählung der
siesigen Bevoölkerung vorgenommen welche einen Stand von 24,044
Zeelen ergab. Die Zahl der hiesigen Reichstagswähler beträgt
1268 in 8 Wahlbezuken. (Pf. 3.)

FIn Kirchheimbolande n wurde, wie das „N. W.“
neldet, Heu, fertig gemacht, zu 70 Pf. per Centrer verlauft.

FHaßloch, 1. Juli. (Zeichen der Verwilderung der
Jugend.) In der vorigen Woche wurden fünf ganz jugendliche
Vilderer von hier auf der Grenze Iggelheim und Haßloch von
en verein'glen Schützen dieser beiden Gemeinden in dem Augen⸗
zlicke erwischt und festgenommen, als sie, bewaffnet, deim hellen
Tage auf freiem Felde eine Art Treibjagen hielten. Einer der
ungen Wilderer rief seinem Kameraden, den er von einem besonders
nuthigen Schützen in der Verfolgung arg bedrängt sah, das fürchter⸗
iche Wort zu? „Schaf' ihn in die Ewigkeit (Kh.)

Oie Rheinpf.“ meldet, daß der Pꝛiester Dr. Anton Straub,
der als Caplan in Weyher und Homburg verwendet war und bis
‚or Kurzem zur Herstellung seiner Gesundheit in Edenkoben verweilte,
a votiger Woche in den Orden der Gesellschaft Jesu eingetreten ist.

Elberfeld, 289. Juni. Ueber den Tunneleinsturz bei
S„chwelm erfährt die „Elberfelder Zig.“ aus auihentischer Quelle:
der Tunnel ist in einer Lange von ungefähr 30 Meter bei der
Jerzimmerung eingestützt, und zwur durch ein pfötzliches Verschieben
es Gebirges. Die Zimmerung ist zusammengebrochen; sieben
Maurer und ein Bergmann sind verschüttet. Die Verunglückten
ind jedenfalls iod; vor acht bis zehn Tazen ist zu den Ver⸗

chütteten nicht zu gelangen.
Handels⸗ und Zerkehrs-Nachrichten.

Zurhessische 20,Thaler.Loose. Ziehung am
. Juli. Hauptreise: Nr. 162121 gewann 36,000 Thlr., Nr.
3777 gew. 8000 Thlr., Nr. 162992 gew. 4000 Thlr., Nr.
z1259 gewann 2006 Thlr., Nr. 140095, 162124 gew. 1500
Thlr., Rr. 1758504, 118337, 141048 gew. 1000 Thlr., Ni—
00960, 125064, 182788, 129875, 18272 gew. 400 Thaler.

Braunschweiger 20-Thaler— Loose vom
Jahr 1868. Ziehung am 1. Juli. Auszablung am 30. Sep⸗
mber. Hauptpreise: Serie 8221 PNr. 48 gewann 48,000 M.
3. 7708 Nre. 42 gew. 15,000 M. S. 2441 Nr. 47 gew.
7203 M., S. 1322 Nr. 50 gew. 8000 M.

Meininger 7 Gulden-⸗Loose. Am 1. Juli ge
ogene Serien: 687 712 1550 1598 2360 2811 2828 3438
637 Aß36 4484 4580 4755 5146 5267 6068 6141 6507
5531 65883 7888 7418 7506 8149 8317 9219 9473 9847
3911 9983.

— Fur die Redaction verantworisich:

Der k. Staatsanwalt Scherrer hielt die Anklage in allen Punkten auf⸗
wecht, wobei er besonders nachzuweisen suchte, daß der Angeklagte bei der That
ie Abficht zu tödten gehabt habe. Der Vertheidiger, Rechtscandidat Richard
Ditmann, bestritt diese Absicht auf das Entschiedenste und machte mildernde
Imflande geliend. In ersterem Punkte schlossen sich auch die Geschworenen
der Ansicht des Veriheidiger an und erklannten demnach den Angeklagten nur
A Foͤrberverletzung mit tödtlichem Erfolge für schuldig, nahmen jedoch keine

e z.

— ——— —— — —
OäO⏑⏑⏑—
Herzogl. Kraunschweigische Candes⸗
Cotterie.
vom Staate — und garantirt.
Diefelbe besteht aus F6,000 Origiunal⸗-Loosen und
AA, I00 Gewinnen:
Haupttreffer ev. 450, 000, 1 Haupitreffer à 12, 000,
à 800,000, 22 10,000,
150,000, 8000,
80.000, 5000,
30 000, 000,
Ooo 1000
30000
2000,
1000.

—

— — —— 4 ... — HV— —*
Todes⸗Anzeige.

Wir bringen hiermit unsern werthen Freunden und
Bekanpten die Nachricht, daß heute früh halb 8 Uhrer
unser l'ebes Söhnchen Julius in dem Alter von 28
Jahr nach längerm Kranisein in dem Herrn eyutschlafen
ist und bitlen um stille Theilnabme.

St. Ingbert, den 83. Juli 1878.

Die trauernden Eltern:
F. A. Eckrich und Eleonora Eckrich.
Die Beerdigung findet am Freitag Nachmitlag um

a
20.000,
15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet stalt
am 18. iund 19. Juli 1878,
zu welcher ich Irmnas· cosc
Ganze Haͤlbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spicker erhält die Gewinnlisten 6*
I. TSiIlius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landek⸗Lotterie
in Braungehweig.
-ε_
———— — — — — — —— —⏑ —
T eln von 3. . Demes in St Inabert.

7 *
Aecvuers Haound-Lemiscon
Zueite Auflage 1876
gibt in einem ound Ausx unst uber jeden Gegen-
ad qden m⸗,naenichen RKenntnis und auf jede Frage
aach einem Namen, Hegrif, vemdivort, Ereign is, Da-
tum, einer Zakl oder Thatascohe augenblicktichen
—
60,000 Artinel, mit vielen Karten, Tafeln und Beilogen.
24 Lieferungen, à 80 Efennige.
ö Sαεννiption in allen Buchhandlungen. /
—XV Bibtiopraphischen Instituts
TAvMA.
—
—II
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        8523353—5533 8 *
222 — 283 2 *
28—35355 —ãAV * —— — —
553333383355*— — EB358 52 2 *
5355338328 2238 —— 5352 — —
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2 323552 ——— 2 *58532333 3 —
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* — 238 5223238 2 —8 32 ——— 53 35335
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*25* — —325385 —— 232 72 —*833 * 325338 —
J— — 335353 25 32538 25336
73 2 —2 —152555283 228328 232 8 — 2 — — 502 —
J 35 3383 s 52 —22238 — 254 3328
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I8 —33 z531338 8 Ie ü 5
3 —
8 8 523522 —— ——— ——— 28257 33 —50 — *
28 33 — — 23 28232 58
— —— 23 7 52222 2 232* 23 S 22 3 8 5* —c
—F — — — 33338833833337 233235383 5323733538
J — s82883763 2 8233555 252353 285 8 2
z — 3223252 33 33367 53
2 53 3878
7* 222237 553253233
7 3357555 5 2323332588 3333628 3532525
* 352335326 3533333585 3355333 3 575*
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Be
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounement spreis beträgt vierteljahrlich
Mark 40 R.-Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reciamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
Samstag, den 6. Juii. 1878.

—
—
Deutsches Reich.

München, 2. Juli. Aus dem dem VLandtag vorgelegten

Haupt· Eiat der bayerischen Militärverwaltung füt das Jahr 1878779
geht hervor, daß in diesem Johr mit der Bildung von 2 Infanterie⸗
regimentern aus 6 der disherigen Jägerbataillone vorgegangen
verden soll, so daß wir künftig nur noch 4 Jägerbataillone haben
werden. In Folge dieser Formirung muß der Mannschaftsstand
um 2 Unteroffiziere, 2 Stabshoboisten, 18 Hoboisten, 6 Bataillons⸗
tamboure, 4 Gefreite und 72 Gemeine vermehrt wmerden, dagegen
gehen ab 4 Unteroffiziere, 6 Stabshornisten und 72 Horn'sten.

München, 2. Juli. Der Gesetzentwurf betr. die pfäl—

nischen Eisenbahnen, den die Regierung der Kammer heute in ver—
inderter Fassung vorgelegt hat, hat nunmehr folgenden Wortlaut:
„Einziger Artikel. Die Staatsregierung ist ermächtigt, für den
Falle der Herstellung a) einer Eisenbahn von Kaiserslautern nach
dauterecken für ein Bau- und Einrichtungskapstal im Maximaibe⸗
rage von 4,400,000 M., b) einer Verdindungsbahn zwischen den
Fisenbahnlinien Busch-Saargemünd, sowie Zweibrücken Saargemünd
⸗einerseiis und Saargemünd-Saaralben andrerseits für ein Bau⸗
und Einrichtungsk pital im Maximalbetrage von 265,000 M.
einen jährlichen Zinsertrag in der Maximalhöhe von 44 Proz.
dis zum 31. Dezemsber 1904 zu gewährleisten und statt dieses
Zinsertrages einen Ueberschuß der Betriebsrente in einer dem
51/ prozentigen Zins aus diesem Kapital entjptechenden Größe
sicher zu stellen.“ In dem früheren Entwurse war in Art. 2 der
Regierung die Ermächtigung ertheilt, für die erhöhte Subvention
der pfälzer Bahnen zur Gotthardbahn für 41,200 M. die Zins—
garantie zu übernehmen. Nachdem die pfälzer Bahnen gleich
anderen die Nachtragssubvention micht leisten, fällt deser Ar—ikel
weg. Dagegen ist dem früheren Artikel 1 der Punkt 6 beigefügt
worden, nachdem in dieser Richtung zwischen dem Reihhskanzler
und der bayerischen Regierung ein Vertrag abgeschlossen worden
ist. — Der Finanzausschuß hat sich sofort nach der heutigen
Kammersitzung versammelt und Herrn Frankenburçer zum Refe—
renten üker den Rilitär-Etat ernannt. Gleichzeitig wurde be—
ichlessen, vor näbhstem Samstag keine Sitzung zu halten und die
Sitzu gen schon früh 7 Uhr zu beg'nnen.

Berlinn, 3. Juli. Die „Prov.“Corr.“ enthält einen
längeren Artikel, betitelt: „Die Regierung und die wirthschaftlichen
Intetessen des Volles“, welcher folgendermaßen schleßt: „Die
Sieuerreform setzt voraus, daß Regierung und Vollsbertretung auf—
richtig und wahr mit einander versahren, daß man mit voller
Offenheit im Einzelnen sich darüber verständigt, welche Erleichte⸗
rungen für die Bundesstaaten durch Mehreinnahmen im Reiche er⸗
zielt werden sollen. Es kann durch die Steuergesetze selbst dafür
gesorgt werden, daß die höheren Erträge der Reichssteumn den
Einzelstaaten nach einem gewissen den Verhältnissen und den dring—
lichen Reformen entsprechendem Theile zu Gute kommen. Ju
allen diesen Dingen ist eine Verständigung leicht, wenn man den
ernsten Willen hat, sich mit der Regierung zu verständigen. Die
Staatsregietung will weder auf dem politischen, noch auf dem
Steuer⸗ und Wirthschafts Gebiete die Reaction, will vielmehr auf
allen diesen Geb'eten, eine vernünftige Entwickelung. Gegen Zucht⸗
iosigkeit und Erschütterung der monarchichen, conftuutionellen, ge⸗
ellschaftlichen und Eigenthums-Ordnung will sie energisches, die
Cultur, die Gesittung und den Forischritt der industriellen Arbeit
chützendes Eingreifen. Bezüglich der Steuerverhältnisse will sie
zine verstündige, Reich und Einzelstaaten fördernde, dem Bollke die
Aufbringung der Steuern eileichternde Rfotm. Den handelspe⸗
itischen Fragen gegenüber will sie Wahrung der nationalen Ge⸗
ammtinteressen im Sinne der Entwickelung seit 1818 und seit
Bründung des Zollvereins, ohne Voreingenommenheit durch Lehr⸗
ätze vollswirthschaftlicher Parteien, die Uber der vermeintli hen
Folgerichtigkeit ihrer Meinungen die prattischen Interessen der Nation
übersehen. Auf diesem Wege darf die Regierung hoffen, daß die
Naticn ihr folgt und Männer wädlt, die des Ernstes der Lage
bewußt und von der Nohhwendigkeit eines festen, praktisch frucht.
otingenden Zusammengebens der Regierung und Vollsvertrefung

unter den so schweren Verhältnissen des Vaterlandes durchdrungen
sind. Alle Wähler, denen das Gedeihen und der Aufschwung des
Volkes und Vaterlandes über das blose Parteiinteresse geht, mögen
daher mit aller Entschlossenheit und Zuͤdersicht an ihrem Theil
dazu helfen, eine Reichstagsmehrheit zu sichern, welche nicht blos
in der zunächst dringlichen Abwehr der Gefahren für Staat und
Gesellschaft, sondern ebenso sehr auf dem Gebiete der Wirthschafta⸗
reform der kaiserlichen Regierung volles Vertrauen und festen
Willen zu freudigem Zusammenwirken entgegenbringt.“

Berlin, 3. Juli. Die officiöse „Provin.Corresp.“ sagt
über die Arbeiten des Congresses: Während die politische Unab—
hängigkeit Rumäniens, Serbiens und Monfenegros jetzt endgültig
anerkaunt ist, hat der Congreß behufs der dauernden Ordnung
und Sicherung der Verhältnisse in Bosnien und der Herzegowina
»as Einschreiten Oesterreichs in denselben als dringend und den
»sterreich schen und europäischen Interessen enisprechend anerkannt.
Der vorläufije Einspruch der Türkei gegen die Entscheidung wird
die Ausführung nicht hindern können. Auch über die Frage der
Wiedervereinigung Bessarabiens mit Rußland (vorbehalilich des Land⸗
ttriches an der Mündung der Donau) gegen die Abtretung der Do⸗
zrudscha an Ramänien ist bereits ein volles Einverständniß erfolgt.
Es bleibt sonach von den großen entscheidenden Fragen nur noch
die armenische übrig, und auch über diese ist eine Verständigung
im wsentlichen bereits vorbereitet. Nach aller Voraussi ht geht
der Congreß einem nahen, glücklichen Abschlusse entgegen.“

Berlin, 4. Juli. Bulleti'n. Bei St. Maj. des
Kaisers und Königs siad nunmehr fämmiliche Wunden geheiil. In
—R

Der „seichsanzeiger“ publizirt den an 1. Juni in Paris
interzeichnete Weltpostvertrag nebst einer erläͤuternden
Denkschrift. Der Verirag ist geschlossen zwischen Deutschland, der
Urgentinischen Republik, Oesterreich -Ungarn, Belzien, Brasilien,
Dänemart, Aegypten, Spanien, den Vereinigten Staaten von
Rordamerika, Frankreich, Großbritannien mit Britisch-Indien und
Sanada, Gricchenland, Ital en, Japan, Luxemburg, Mexiko, Mon⸗
enegro, Norwegen, Ninderland, Peru, Persien, Porlugal, Rumänien,
Rußland, Serbien, San Salvador, Schweden, der Schweiz und
der Türkei. — Det „Reichsanzeiger“ publijirt ferner eine Betannt.
machung, bete. Normen für die Konsiruktion und Ausrüstung der
Tisenbahnen des deutichen Reiches.

Der Voistand des Deutschen Kriegerbundes in
Berlin erläßt einen Aufruf an alle Kameraden in Deulsch⸗
and, in welchem es heißt: „Der Feind im Jnnern hat sein Zer⸗
idrungswerk in einer Weise begonnen, die jedem ehrlich denkenden
Menschen auf dem ganzen Erdball das Blut in die Wangen treibt.
Picht unsere tapfere Armee kann diesen Feind so erfolgreich be⸗
ämpfen, wie er aus dem Volk heraus bekämpft und besiegt werden
ann; und hier ist der Platz für Deulschlands ehemalige Krieger,
an der äußersten Sp zze. Uasere gemeinsame Arbeit sei der Kampf
zegen die Vaterlandsseinde ohne Unterschied, und das erste Zeichen,
zaß wir diesen Kanpf aufgenommen haben, mözen die bevorstehenden
Wahlen sein. Kaneraden, hier ireiben wir keint Politik, hier
ꝛxfüllen wir nur unfere Pflicht, indem wir uns das Heiligste zu
erhalten suchen, was uns von ihnen entrissen werden soll. Seien
wir deßhalb alle Mann — nicht Einer fehle — am Wahltaze
aut auf unserem Platze! Eure Sorge, Eure Pflicht ist es, Kame-
raden, die Ihr mit dem Vorsitze betraut seid, an der Wahlurne
mit allen Euren braven Mitgliedern zu erschenen. Unsere Loosung
aber fei an diesen Tage: Kein Vateriandsfeind darj
gewählt werden! Unsere Stimme erhält nur ein Mann,
dessen Liebe zu Thron und Vaterland unzweifelhaft feststeht!“

Ausland.

Wien, 4. Juli. Meldung der „Politischen Corresp.“ aus
Tonstantinopel, 2. d.: Die Pforte soll ihre Congreßdelegirten an—
gewiesen haben, der Otkupation Bosniens bedingungsweise zuzu⸗
timmen; da die Pforte Dauer, Truppenzahl und Gebiet der
Olkupation vertragsmäßig abgegrenzt wuͤnscht, dürften ihre Be—
dinqungen schwerlich berücksichügt werden.
        <pb n="380" />
        Paris, 2. Juli. Der Schah von Persien ist
heute abgereist, um sich nach Wien zu begeben. — Erzherzog Albrecht
von Oesterreich ist gestern Abend hier angelommen und am Bahn⸗
hofe vom Marschall⸗Präsidenten empfangen worden; heute ist der
Erzherzog wieder abgereist nach dem Seebad Trouville.

— Ueber die letzten Stunden des Pariser Aufenthalis des
Schah von Persien weiß der „Figaro“ noch Folgendes zu berichten:
Dem Beranien des Grand Hotel, in welchem Nasr⸗Eddin abgestiegen
var, ließ er durch Mirza Hossine⸗Khan einen prachtvollen Kaschmir⸗
Shawl mit der recht orientalischen Bemerkung überreichen, derselbe
sei für seine Ehefrau oder, wenn er eine solche nicht hätte, für
jine beliebige andere Person bestimmt. Die Hotel⸗Rechnung belies
sich auf den relauiv bescheidenen Preis von 76,000 Fres. (mit Ein⸗
schiuß der Depeschen), also eiwa 3454 Fres. pro Tag für 32
Personen, die geladenen Gäste nicht gerechnet. In Fontainebleau
war dem Schah für einen Aufenthalt von 24 Stunden eine Rech⸗
zung von 14,200 Fres. präsentixt worden, die man nach langen
Unterhandlungen so gütig war, auf 7000 Fres. herabzusetzen. Es
hieß darin u. A.“ Blumen 1500 Fres., 20 Hühner 400, eine
Figarre 8, vier Zimmer 200, zwei Kisten Cigaret:en 50, zwölf
Pfirfische 120, eine Melone 60, drei Wagen 800 Fres. Um ein
Ühr Nachmittags holte det Marschall Mac Mahon den Schah im
Hotel ab und geleitete ihn nach dem Bahuhof, wo ein aus acht
Waggons bestehender Separatzug seiner harrte. Beim Abschied
erhielien der persische Konsul Odiaet und der Gesapdischafisarzt
Dr. Quarante die Mittheilung, daß sie zu Großoffizieren des
Sonnen⸗ und Löwen⸗Ordens ernannt seien. Das nächste Reiseziel
des Schah ist Salzburg, wo er zwei Tage zu verweilen gedenlt.

Vom alten Garibaldi liegt in SEachen des Sozialismus
ein recht wunderliches Schreiben vor, das an den Chefredakteur der
Capitale“ gerichtet ist und in der Uebersetzung folgendermaßen
jautet: „Caprera, 21. Juni 1878. Es ist noch nicht lange Zeit
Jer, daß ich die beiden Kaiser von Deutschland und Rußland lobte,
uind es reut mich Dieß nicht. Sie sind wahrlich wohlverdient um
den menschlichen Fortschritt, und ich war ob der gegen den ehr⸗

würdigen Wilhelm gerichteten Mordversuche cgewiß betrübt. In
diesem Falle glaude ich nicht für einen intransigenten Kommunarden
gehalten werden zu müssen und, wie alt ich auch bin, einen Rath
ettheilen zu können. Die allgemeine Besorgniß ist heute auf die
AUrt, den Sozialismus zu zügeln, gerichtet, und es scheint mir leicht,
Dieß zu erreichen: 1) Abschaffung der stehenden Heere, durch
welche die Leute mit ungeheurem Vortheil dem Aderbau zurückge⸗
geben werden, und Aufhebung des Pauperismus. 2) Das Eisen zur An⸗
sertigung von Pflügen und Grabscheiten und nicht mehr zu Instrumenten
der Zerstörung zu benützen. 8) Sich zu begnügen für zwölf und nichtmehr
für Tausende zu essen. 4) Endlich, internationales Schiedsgericht,
um die Streitigkeiten zwischen der Nationen zu regeln, und nicht mehr
menschliche Schlachtbänke. Ich schließe mit einer Bemerlung an den gegen⸗
waͤrligen Kongreß: daß, wenn den Sklaven nicht Gerechtigkeit widerfahren
wird, wir Rebolutionen predigen werden. Immer Ihre G. Garibaldi.“
Permisqchtes.

fZweibrücken, 28. Juni. (Schwurgericht.) Verhandlung gegen
FacobeSchwender, 24 Jahre alt, Fuhrmann von Kirkel, wegen zweier

herbrechen des Versuchs des Todischlags. Vertheidiger: Anwalt Frenckel.
Der Angeklagte bemuhte sich im Herbst 1877 um die Liebe der 20 Jahre

alten Katharina Fey von dem zur Gemeinde Kirkel⸗Neuhäusel gehörigen

Abstäberhof. Die Fey wies seine Bewerbungen auch eine Zeit lang nicht

zuruck; an Weihnachten 1877 suchte fie mit ihm zu brechen und zwar wie

sie angab, um deßwilien, weil ihre Eltern ein Verhältniß mit dem Angeklagten

nicht leiden wollten. Er kam nämlich am ersten Weihnachtsfeiertage Abends

auf den Hof und wollte ihr ein Christgeschenk Überbringen; sie nahm aber

dasselbe nicht an und ging nicht einmai zu ihm heraus. Dies erbitterte ihn

so, daß er sich mit der Vrohung entfernie; „Wenn sie das Geschenk nichl

nehme, werde sie keine 21 und er leine 24 Jahre alt.“ Von da an war

zwar das Verhäliniß noch nicht aufgegeben, indem sich das Mädchen noch

hie und da seine Begleitungen gefallen ließ, aber ihm gelegentlich zu verstehen

gab, daß er von ihr ablassen möge, da ihre Eltern seinen Wunschen entgegen
eien. Am 12. Mai abhin wurde zu Neuhäusel in der Hussong'schen Wirth⸗
schaft ein Ball abgehalten, den die Katharina Fey mit ihrem 18 Jahre alten
Bruder Karl besuchte. Bei ihrem Eintreten war der Angeklagte schon in der
Wirthschaft anwesend und saß alein an einem Tisch. Die Fey suchte ihm
ndglichft ausguweichen und zeigte fich frostig gegen ihn, tanzte zwar auf sein
Berlangen mit ihm, gab ihm aber zu verstehen, daß fie nichts von ihm wifsen
wollie. Dies erregie, wie er auch aussprach, seinen Zorn, daß er die Wirth⸗
chaft verließ und eilends nach Hause, d. h. nach Kirkel lief. Auf dem Weg

dahin holte er einige auf dem Heimweg begriffene Mädchen ein, denen gegen⸗
über er die Bemerkung fallen ließ, er hahe eiwas auf dem Herzen, in fünj
Minuten werde er wieder in Neuhäusel sein! In seiner Wohnung hielt er
sich kaum eine Minute auf, steckte zugegebenermaßen hier einen scharf geladenen
Revolver zu sich und sprang dann sofort nach Reuhäusel zuruck. Er traf die
Fey, die gerade im Begrifse war, nach Hause zu gehen, mit ihrem Bruder
und dem Lorenz Denne vor der Hussong'schen Wirlihschaft und richtete sofort
in Denne die Frage: „Willst Du das Mädel heimführen?“ Als dieser
migegnete, es preffire ihm nicht, begann er die Frey zu schimpfen, worauf
diese, unterstützt von Denne, enisprechend erwiderte. Ver Angellagte verließ
zehi die Andern und ging gegen Kirkel zu, während Denne die Geschwistet
Fey auf ihrem Wege nach dem etwa 26 Minuten von Neuhaäusel entfernt
degenden Abstäberhof begleitete. Als fie noch etwa 10 Minuten von dem
Abshäberhof entfernt waren, trat plößzlich der Angeklagte hinter einer am
Wege stehenden Pappel hervor auf fie ju, zog die Hand aus der Hosentasche
and feuerte rasch shintereinander auf das sich zur Flucht wendende Mädchen

wei Schüsse ab, wodurch dafselbe eine ganz unbedeutende Verletzung an der
Innenseite des linken Armes und der entsprechenden Stelle der linken Seile
rlitt. Dann schoß er zwei Schüsse gegen den Denne ab, wandie sich aber
neich nochmals gegen die Katharina Fey und gab zwei weitere Schüsse auf
iese ab, von denen einer ihr linkes Knie traf, so daß sie zusammensank
ich jedoch rasch wieder erheben konnte. Der Angebklagie ergriff jetzt die
Flucht nach dem nahe gelegenen Walde, während Denne und die Geschwister
Fey sich nach Hause begaben. Die Wunde der Katharina Fey am Knie
lutete wohl anfänglich stark, war jedoch schon nach 14 Tagen ohne allen
kachtheil verheilt. Die Kugel hatte das Oberlkleid, zwei Untexröcke und daß
demd durchdrungen, war jedoch nicht in dem Knie siecken geblieben. Denue
var auch von einer Kugel getroffen worden, wie ein Loch in dem Brusttheil
eines Rockes bewies, jedoch hatte sein Körper keine Verletzung erlitten. Die
heschworenen erlannien in der Verletzung der Fey eine Koörperverletzung nach
z 2234 des Reichsstrafgesetzbuches, ohne mildernde Umstände anzunehmen.
Die Strafe lauteie auf Grund dessen auf 8 Jahre Gefängniß.

rKirchhheimbolanden, 8. Juli. Am I1. und 2.
ds. Mits. wurde dier der 12. Verbandstag der pfaälzischen Credit—
genossenschaften (Vorschußbereine; Vollsbanken) abgehalten. Ver—⸗
reten waren auf demselben die Vereine Alsenz, Bergzabern, Blies⸗
astel, Dahn, Dürkheim, Edenkoben, Frankenthal, Glanmünchweiler,
ßrünstadt, Kaiferzlautern, Kandel, Kirchheimbolanden, Kusel,
dambrecht, Landau, Ludwigshafen, Neustadt, Obermoschel, Pirma
ens, Rockenhausen, Speher, St. Ingbett, Winnweiler, Zweibrücken.
— Nach dem vom Verbands⸗Direktor erstatteten Bericht ist die
Mitgliederzahl der dem Verband angehörenden Vereine im vorigen
Jahr auf 9095 gesttegen, der Betrag der Vorschüsse um 200,000
Mark gewachsen, der Gesammtumschlag um 26 Millionen Mark.
Das eigene Capital der Vereine betrug im vorigen Jahre 4,5542,000
Mark, das fremde Capital, das sie in Besitz hatten, 18,228,000
Mark. — Als Ort für den nächsten Verbandstag wurde Speher
zestimmt, als Abgeordnete zum allgemeinen Vereinstage in Eisenach
Zebhart von Zwerbrücken und Schwarz von Kaiserslautern gewählt.
Diesen Abgeordneten ein bindendes Mandat in der Nevisorenfrage
zu geben, lehnte die Versammlung ab.

F Dürkheim, 2. Juli. Die auf dem Hohberg am letz—
sen Sonntag gefundene männliche Leiche wurde heute als die des
29jährigen ledigen elternlosen Dienstlnechtes Johannes Jaß von
daardt durch seinen Kost- und Logisgeber Joseph Jausel von dort!
tesognoscirt. Jaß ist seit dem 14. April jüngst von Haardt ver⸗
chwunden. Daß hier ein Verbrechen vorliegt, ist nicht im ent⸗
erntesten anzunehmen, da der Verlebte sich nur mit ganz wenig
geld, höchstens einem Wochenlohn von 6—7 Mk., von zu Haufe
eutfernte und dessen Werthsachen, Uhr und Ring, ja noch bei der
deiche gefunden wurden. Wahrscheinlicher ist dazegen, daß sich der⸗
elbe nach Verausgabung feines wenigen Geldes selbst den Tod
»urch Verhungern gegeben hat, da er schou früher einen derartigen
Zelbsimordversuch machte und sich einmal auf einem Heuspeicher
zersteckt hielt, wo er jedoch noch rechtzeitig entdeckt wurde. (D. A.)

FRheinzabern, 1. Juli. Gestern Nacht wurden hier
dem Herrn Bürgermeister, Adjuntten, Gemeindeschreiber, Polizei⸗
ziener urd noch einigen Bürgern, darunter Gastwirth König, die
Fenster eingeworfen. Da dieser grobe Unfug ziemlich gleichzeitig
derübt ward, so muß man annehmen, daß mehrire Subiecte sich
zaran betheiligten. Wie ich höre, soll dabei das Leben eines Kindes
ehr gefährdet gewesen sein. Hoffentlich wird es der Polizei ge⸗
ingen, die Thäter zu ermitteln. (Pf. 3.)

FFrankenthal, 2. Juli. (Pf. K.) Christoph Goger,
38 Jahre alt, Maurer von Friedelsheim, hatte am 8. Juni ab⸗
hin zu Dürlheim in der Kuni'schen Wirthschaft, nachdem die Wir—
hin die Depesche über das Altentat auf den Kaiser Wilhelm vor⸗
zelesen hatte, sich in so unehrerbietigen Aeußerungen und unfläthigen
wWünschen gegen den Koͤnig von Bahern und den deuischen Kaiser
rgangen, doß ihm heute das Bezirlsgericht zur Buße eine neun⸗
nonatliche Gefängnißstrafe auferlegte. Der k. Staatsanwalt hatte
eine solche von 3 Jahren beantragt.

Speier, 3. Juli. Gestern Nachmittag ereignete sich bet
)en Pionier-Uebungen auf dem Rheine der sehr bedauernswerthe
Unglücksfall, daß ein Unteroffizier des 5. Chevaurlegers⸗Regiments
Julie aus Lachen), welcher erst vor zwei Tagen zur Uebung bei
)em hiesigen Pionierbalaillon eingerüdt war, ertrank. Derselbe fiel
vährend der Fahrt auf dem Rhein kopfüber hinein, und es konnte
dessen Leiche bisher noch nicht aufgefunden werden. (Pf. 3.)

FSaarbrücken, 3. Juli. Heute Vormittag sistirte die
Polizei eine Menge Handwerksburschen und anderer vagirender
Hesellen, prüfte ihre Resselegitimationen und behielt Diejenigen in
zerwahr, welche sich nicht genügend auszuwiisen vermochten oder
esetzwidrigen Verbanden angehören. Wie wir hören, ist diese
hon lange gewünschte schärfere Ueberwachung des Vagabunden⸗
zud Strolchenthums endlich höhern Ous versügt worden. Wer
»a weiß, woe viel arbeitscheues Gesindel unter der Maske eines
—X
insere Gegend durchzieht, der kann das energische Auftreten det
Behoͤrden mur loben. (Saarbr. Ztz.)

f Saarbrücken, 4. Jul:. Nach dem neuesten Berich!
ꝛer Handelztammer hat sich die allgemeine Geschäftslage in unserm
Bezirk nicht gebessert, eher noch verschlechtett. Die Produktion der
        <pb n="381" />
        wisenschienen ist seit dem Ueberwiegen der Bessemer Slahlschienen
fast erloschen. Dagegen wird mehr Eisen zum Oberbau der Eisen⸗
hahnen verwendet (Schwellen). Die Suarwerke haben namhafte
Opfer gebracht, denn die Herabsetzung der Lohne war bei dem
heuern Lebensunterhalt nicht thunlich. Bedauert werden die seit
I. August 1874 bestehenden hohen Frachtpreise in Bezug auf Erze
und Rohe sen von Siationen der Luxemburgischen und Reichseisen⸗
hahnen. Die Glasindustrie geht zurück. In Bezug auf die Ta—
hatsfabrikat'on wird noch immer geklagt über die Straßburger Ta⸗
balsmanufaktur. Es heißt sodann: „Sehr zu bedauern wäre es
—IX
durchginge; ganz unberechenbar wäre aber der Schaden für die
Tabals'ndustrie, mit welcher die Wohlfahrt von so vielen Tausen
den verknüpft ist, wenn solche in Geistalt einer Fabrikalionssteuen
erhoben würde“. Es ist ganz naturgemäß, daß der Handelsberich“
mehr die lokalen Ansichten sammelt. Aber der Reichstag wird wol
ebenso na'urgemäß den allgemeinen Standpunkt vertrelen, und die
Wohlfahrt von Millionen im Auçe behalten. Das Monopol wird
iudeß wohl durch keine Euquete hinreichend empfohlen werden.
Die Geldverhältnisse sind nach dem Berichte schlimm gewesen. Die
Reichsbanknebenstelle hat 4 Millionen weniger Umsatz. Dagegen
hob sich der Giroverkehr an derselben sehr und betrug 63 Millionen
Mactk. Der Andang theilt mehrere Schreiben mit, z. B. über dit
Bemühungen des statistischen Amts, genauere Nachweise der Ausfuhr
zu erhalten, über eine in Saarlouis residirende Schiffsuntersuchungs
fkommission, eine Agitation gegen den Consumverein zu Grube von
der Heydt, Verkürzung der Creditfristen, Aufnahme von Wechsel⸗
prolesten, Herftellung einer Haltestelle zu Scheidt oder Schafbrücke
(Halberg und Saarhafen). Die Menge von Eirzelheiten in dem
deißig gearbeiteten Becicht vird es vielen Interessenten wünschens⸗
werih machen, den ganzen Jahresbericht zu besitzen. (S. Z3.)

F* Das unter dem Titel „Rheinschnaken“ seither im Verlage
der Vereinsdruckerei in Mannheim erschienene Wizzblatt zeigt in
jeiner gestrigen Nummer an, daß es von jetzt ab zu erscheinen auf—
hört. Hiermit ist die ganze Reihe der im Laufe der letzten Jahre
hier gegründeten Witzblättet von der Bildfläche verschwunden und
aur das älteste humoristische Blatt, die „Mannheimer Familien⸗
blätter“ vulgo „Stadtbas“ übrig geblieben.

FKempten. Das Bezirksgericht Kempten hat den Bier⸗
brauer Lorenz Schlechter in Lindau, welcher von einer Berliner
Firma ein Heitoliterfaß Glyzerin und ein Kilogramm Salizylsäure
unter der Deklaration „Holzglasur“ bezogen und für sein Bier
berwendet hatte, wegen Betrugs zu 21 Tagen Gefängniß und
wegen Uebertretung des Malzaufschlagsgesezes in eine Ge'ldstraft
hon 4000 M. verurtheilt.

F (Zur Warnung vor hohen Hacken). Montag Abend wollte
eine Frau die Treppe eines neuerbauten Hauses in der Dreikönig⸗
straße in Frankfurt a. M. heruntergehen, auf dem linlen Arm ihr
7 Monate altes Kind tragend. Mit dem Absazß ihres einen
Schuhes blieb sie plötzlich an einer Treppenstufe hängen und griff,
um nicht zu fallen, mit der freien rechten Hand rasch nach dem
Treppengeländer, sich krampfhaft daran anklammernd. Durch diese
hastige Bewegung entglitt das Kind ihrem Arme und stürzte über
das Geländer weg in den mit Steinplatten gepflasterten Hausflur.
Der sofort zu Rathe gezogene Arzt constatirte, daß das Kind durch
den Fall einen Schädelbruch erlitten und schwerlich mit dem Leben
davon lommen wird.

fFLabiau. Von einem Hause der Marktstraße wurde
hier folgendes Placat abgenommen und der Polizei eingereicht:

Labiau, 19. Juni 1878. Zu dem Attentat Nobiling's
jüge ich hinzu, daß es nur techt und billig ist, den (io!) Kaiser
zu erschießen. In vier Wochen ist der Kaiser eine Leiche und wir
werden unser Ziel erreichen wonach wir lange Jahre gestrebt haden.
Einen von den Geschworenen trifft das Loos. An allen Orten
werden diese Zettel erscheinen. Lassen sie die Verhafleten nicht
los, so geschieht das schreckliche. Im Namen der Socialdemokraten
von Labiau. Forschet nicht, wer es geschrieben hat, sonst kostel es
euch fürchterliche Opfer. Wir rächen uns blutig.

Bekanntlich ist in Labiau und Umgegend die Socialdemolratie
niemlich stark verlreten.

t Die Gesammt-Einnahme der Weltausstellung in
den Monaten Mai und Juni (mit Ausnahme des Festtages vom
30. Juli) belief sich auf 3,112,963 Fres.

f Vor einigen Tagen hatte man in Paris aus der Seine
in der Nähe von Boulogne den Leichnam einer mit einer gewissen
Sleganz gekleideten Frauensperson ausgefischt und zur Retognos
sirung nach der Morque geschafft. Tags datauf erhiest die Polizei
aus Frantfurt ein Telegramm, welches sie ersuchte, einer jungen
Frau nachzuforschen, die diese Stadi eben verlassen hatte; das
Signalement stimmte vollständig mit dem der Ertrunkenen. Es war
die Frau eines hochgestellien Mannes, die sich in einen Kunstler
Zerliebt und denselben in Paris aufgesucht hatie; da er sich weigerte
das Verhältniß fortzusehen, wählte die Unglüdliche, die sich umsonf
daheim kompromitnirt dalte, den Tod.

Neapel, 28. Juni. Einem hiesigen Priester mit Na⸗
men De Mattia war es vor einigen Wochen gelungen, in der
dotterie fünf Nummern zu errathen und darauf einen Gewinn von
über zwei Millionen ausbezahlt zu erhalten. Dieses glückliche Spiel
releidet nun ein Nachspiel, indem gegen den Gewinner, der nach
Paris reiste, ein Haftbefehl erlassen und die von ihm bei der Bank
von Neapel hinlerlegle Summe von 750,000 Lire mit Beschlag
delegt wurde. Ueber den Grund dieses Vorganges, der die çanze
Stadt in Aufregung versetzt, herrschen verschedene Gerüchte. Am
wahrscheinlichsten durfte ein Betrug in Verbindung mit e'nigen
dottobeamten dabei vorgeherrscht haben, da de Maitia der Sohn
rines früheren Lottokollekteurs ist, das Spiel in seiner Familie
mmer heimisch war und derselbe immer in Gesellschaft von Lotto⸗
eamten gesehen wurde. Die auf schriftliche Denunziation einge⸗
leilete Untersuchung wird die näheren Umstände aufklären.
citerarisches.

Eine längst mit Spannung erwartete Abtheilung von „Brehm's
Thierleben“ Werlag des Bibliographischen Instituis in Leipzig):
zie Riederen Thiere, von Professor Oscar Schmidt in Straßburg, ist
jetzt in der zweiten, umgearbeiteten Auflage zum Abschluß gebracht und muß
als eine Glanzpartie dieses klassischen Werkes bezeichnei werden.

Gerade auf dem Gebiete der niederen Lebewesen bewegt sich die Forschung,
ungeregt durch die Ideen Darwins, Häckels und anderer Koryphäen der Eni—
vickelungstheorie, in neuester Zeit so umgestaltend wie auf keinem anderen.
Durch die neu erdffneten zoologischen Stationen zu Neapel, Triest ꝛc. wurden
em Forscher zudem Beobachtungsgebiete erschlossen, die bisher so gut wie
nicht vorhanden waren. Die Resultate sind bekanntlich von der weiitragendsten
Bedeutung und mußten auch der Schmidt'schen Darstellung in „Brehms
Thierleben“ ihren Stempel aufdrücken. Seine ebenso umfassenden wie erfoͤlg⸗
eichen Studien gerade in diesem populären Werke niedergelegt und so zum
Bemeingut gemacht zu haben, ist ein Verdienst Oscar Schmidts, das in
hohem Grade anerkannt werden muß.

Auch mit Bezug auf die außerordentlich reichhaltige Illustration ist dieser
Band geradezu epochemachend zu nennen. Freilich konnte eine so außer⸗
gewöhnliche Leistung nur durch außergewöhnliche Mittel erzielt werden. Die
Zchwierigkeilen in der Beschaffung wirklich wahrheitsgeireuer Abbildungen
dieses eigenthümlichen Thierkreises kennt nur der Fachmann; ihre Ueber—
windung ist hier in bewundernswerther Weise gelungen. Wie früher an zahl⸗
reichen anderen Küsten europäischer Meere, so neuerdings in dem Aquatium
zu Neapel während zweier Winter lag der Verfasser speziellen Studien für
dies Werk ob. Gleichzeitig wurden dort auch unter seiner wissenschaftlichen
deitung künstlerische Beobachtungen angestellt, die es ermöglichten, dem Buch
eine Reihe von Thierbildern einzuverleiben, die hier überhaupt zum ersten⸗
mal zu finden sind, während andere durch neue richtigere Auffafsung und
unmittelbar der Natur abgelauschte Bewegung alles bisher Dagewesene über⸗
treffen. In der technischen Herstellung, in der Ausstattung des Buches über⸗
haupt hat das Bibliographische Institut ein Meisterstück geliefert.

Der Kleine Meyer. — Wenn Gelehrte, Bibliothekare, Kunst⸗ und
Alterthumsfreunde, Journalisten, Politiker oder gebildete Leute überhaupi
über irgend einen Gegenstand des Wissens einer kurzen und bündigen Aus—
unft in möglichst kurzer Zeit beduürfen, greifen sie seit nunmehr einem
duftrum zum „Kleinen Meyer“, wie man, im Gegensatz zu Meyers großem
donversations⸗Lexikon, das bequeme zweibändige Hand-⸗Lerikon zu nennen
pflegt. Von diesem trefflichen Buch, das schon in seiner ersten Auftage eines
der popularsten Werle geworden, hat das Bibliographische Institut in Leipzig
beben eine neue Bearbeitung beendet.

Ein berühmter Schriftsteller nannte es bei seinem ersten Erscheinen „ein
Haushaltstuck wie kein anderes Buch“, und das findet seine Bestätigung
in der ungeheuren Verbreitung, die es gefunden. Jetzt erscheint das Wer
n hohem Grade vervollkommnet, sowohl durch sorgsaltige Revisfion, neue,
olanmäßigere Vertheilung dez Stoffes, als auch namentlich durch einen be⸗
rächtlichen Zuwachs von Artikeln bis auf die neueste Zeit. Troßz einer Er⸗
peiterung um zwanzig Bogen, die allein über 8000 neue Artikel repräsentiren),
rotz einer bedeutenden Vermehrung der instruktiven geographischen, historischen
and ftatistischen Karten, der Bildertafeln und mit dewundernswerthem Fleiß
bearbeiteten tabellarischen Uebersichten ist der Preis (15 Marlk für zwei präch
lige Halbfranzbände) derselbe geblieben.

Wem seither Meyers Hand⸗Lexikon gute Dienste geleistet, dem wird es
in der vervolllommneten neuen Auflage noch weit bessere Dienste thun. Man
vill nicht immer in bänderreichen Werken suchen, nicht immer in bogenlangen
Urtikeln blättern, um eine kurze Auskunft zu erhalten über einen Namen,
rinen Begriff, ein Fremdwort, ein Ereigniß, ein Datum, eine FZiffer, eine⸗
Thatsache. wie fie beim Lesen von Zeuungen und Buchern, im Gesprach,
beim Nachfinnen, Beschauen, Schreiben so oft aufstoßen und im Gedachtniß
oder Wissen eine Lucke fuhlen lassen. Ein bequemer Band zur Hand, der
auf den ersten Griff und ersten Blick den verlangten Nachweis kurz, bestimmi
und richtig gibt, das ist, was man tausendfällig im Leben braucht und
im „Kleinen Meyer“ in trefflichster Weise hat.
Die im Gegensatze zu den fonst so theuren Bucherpreisen sich durch
außerordentliche Wohlfeilheit auszeichnende „Bibliothek der Unterhal—
tung und des Wissens⸗ Jahrgang 1878 (Preis pro vierwochent⸗
licher Band von 256 bis 288 Seiten Taschenformat nur 30 Pfeunig)
ährt auch in ihren neuesten Bänden fort, nur Vorzügliches und Interessantes
ju bieten. Wir erhielten vor Kurzem den neunten Band und veröffenilichen
sum Belege für unser Urtheil nachstehend dessen Inhaltsverzeichniß: Ver—
chwunden. Roman von Ewald August König. — Vor dem Sturme.
PRovelle von Franz Eugen. — Zwei Silhouetten am Hofe Karls Xx.
Von Aug. Scheibe. — Der Wann fur Alles. Zur Charakteristik dez
dondoner Verkehrslebens. Von H. Thüringer. — Der Bernstein. Kultur.
istorisch naturwifsenschaftliche Slizze von Dr. W. Heß. ˖— Ein fürstlicher
Jauer. Aus der russischen Gesellschaft von G. Sqweitzer⸗Mosen. — Das
erste Wiener Kaffehaus. Eine geschichtliche Erinnerung. Von Hug⸗
Zeißzmann. — Den Saluk hildet eine Anzgkl ieueanier Migeellen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. ) ⸗ v

4

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        <pb n="382" />
        Geschäfts⸗-Empfehlung.

Der Unterzeichnete empfiehlt sich dem hiesigen, sowie auswär⸗

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und sichert reelle und gute Bedienung zu.

Si. Ingbert, den 4. Juli 1878. K. Gupp.

NB. Meine Wohnung befindet sich in der Kohlenstraße bei
Herrn Georg Klein.

Prämürt Hannover 1877, Kassel 1877.
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Nur die Packete sind ächt, die eine, Windwühle“ als gericht⸗
lich eingetragene Handelsmarle tragen.
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Liebig'“s Mamufaetoy. Heine &amp; Liebig.,
Hannover.

Der seit J1. Januar in Speyer wöchenilich 8 mal erscheinende
General dineiger für die Pfalz,
eneral⸗Anzeiger für die Pfalz,
Gralisblatt für alle Bewohner der Rfalz,
wird allen Wirthschaften, Café's, Restaurationen, allen öffentlichen Bureaus,
den kgl. Notaren, Gerichtsvollziehern, Geschäftsbureaus, Bürgermeisterämtern ꝛtc.
zratis von unß verabfolgt und in allen Bahnhof⸗Restaurationen der Pfalz
iufgelegt. Da uns nicht alle Wirthschaftsbesitzer, Geschäftsbureaus ꝛc. ⁊tc.
zekannt find, so ersuchen wir diese, das Blatt bei der Post zu bestellen und
»en Abonnementsbetrag von 1 Mark pro Quartal bei uns, G. L. Lang's
Buchhandlung hier, in Landau oder Kaiserslautern (Otto Ruff) gegen Ab⸗
jabe der Posiquittung zurück erheben zu wollen, oder bei Einsendung von
Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzusenden. Auf gleiche Weise
dnnen alle Bewohner der Pfalz den General⸗Anzeiger gratis beziehen, da
wir bei Berechnung von Inseraien den Abonnementsbetrag in Abzug bringen.

Inserate finden in der Pfalz die weiteste Verbreitung und werden wenn
mehr als einmal beauftragte, für die Bewohner der Pfalz mit nur 10
Bfg. berechnet.

Der General⸗Anzeiger“ bringt außer den wichtigsten Tagesereignifsen:
Gemeinnütziges, Verkehrsnotizen, Gewerbliche uud landwirthschaftliche Berichte,
Verloosungen, Handelsberichte, eine größere Courstabelle ꝛc.

Expedition des „Geueral⸗Anzeiger für die Pfalze
G. L. Lang's Bnuchdruckerei.
Zveyer, üllerheiligenstraße 21.

Die Perle des Schwarzwaldes.
neuester Roman von Ed. Wagner,
erscheint von Mitle Juli c. ab im täalichen Feuilleton des

*
mer Gyatz“
* *
34 1 2
ind wird bis Ende September c. zum vollständigen den
ommen; mithin gelangen alle Abonnenten des UI. Quartals
n den Besitz des ganzen hochinteressanten und werthvollen Werkes.
Ulmer S a 4l verbreitestes, beliebtestes und bil⸗
p ligstes Blait freisinniger Tendenz,
aͤglich reueste Telegramme, telegraphische Kurs⸗ und Handels:
derichie, Originalarükel übrt Politik und Tagesfragen, reichhal—
ige vermischte Nachrichten aus Würteberg, Baden, Bayern
ind dem übrigen Deutschland. —8
at sich die Hebung
Der „Ulmer Spatz der wirthschaftlichen
Berdältnisse zur besonderen Aufgabe gestellt und dadurch seinen
Zeserkreis auf's Neue ganz bedeutend erweitert.
Inserate haben im „Ulmer Sopaßz! die größte Ver ⸗
oreitung. ut Epatz
auf den „Ulmer Spatz“ nebst
Abonnements Sonntagsblätter zum Preise von
1 Mark vierteljährlich nehmen alle Postanstalten jeder⸗
zeit entgegen uad wird höfl. gebeten, das
Abonnement recht frühzeitig anzumelden, damit
ie Zusendung des Blattes von Beginn des Quartals an prombp
rfolgt.
— robenummern gratiz und franko.

Herzogl. Braunschweigische LCandes⸗
Fotterie.
vom Staate genehmigt und Iet.
Dieselbe besteht aus 86, 000 Original⸗Loosen und
AA,5700 Gewinnen:
1 Haupttreffer ev. 450, 000, — 1 Haupitreffer à 12,000,
J e à 300,000. 22 410,000,
150,000, 8000,
80000. 6000.
õ0.000, 5000
10,000, 1000
20,000, 3000⸗
25.000, 2000, *
20.000 —G
15,000,
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. und I09. Jiuli 1878,
zu welcher ich Driginal⸗Loose
Ganze Salbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einserdung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spiler erhält die Gewinnlisten 34
Tte 7 Silius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
im Rraunsclaweig.
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—
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Freanzõsisclhes dournal fũe Deutsohe
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Sowie nach gleichem, bewährtem Systeme eingerichtet
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Bzlättern vollständig verschieden): Tagesgeschichte, belletri-
ztische, populârwissenschaftliche and vermischte Aufsätze, ge-
diegene Novellen, interessante Processe etec. Wöõchentlich eine
Nummer. Quartalpreis für jedes der beiden Journale nur 1 M
50 Pf., diréct unter Band 1 M. 66 Pfg. Insorate (à 25 Pf
die 48paltige Petitzeile) bhei dem ausgedehnten, bereits über
ganz Deutschland und Oesterreich-Ungarn sich erstreckenden
Leserkreise von erfolgreichster Wirkung.

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sind vorräthig in der
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ertrauen kann ein kKranker

nur jzu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Hr. Aicgeg
daturheilmethode, sich thatsächlich
ewährt hat. Daß durch diese Me⸗
hode ußerst — slaunenerrt ·
ende Heilerfoige erzielt wurden, be⸗
⸗isen di⸗ iu⸗sr. Auch⸗

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FXrucht- Brod⸗ unr
Fleisch⸗Preise der Siad
Zweibrücken vom 4. Zuli.
Weizen 10 M. 75 Pf. Korn
3 M. 28 Pf. Gerste 2reihigt
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— M. — Pf. Spelz — M.
— Pf. Hafer 7 M. 56 Pf.
hdeu 2 M. 30 Pf. Stroh 2
M. 20 Pf. Kartoffeln 2 M.
30 Pf. Weißbrod 11 Kilog.
54 Pf. Korrhrod 83 Kil. 76. 2 Kil.
51 Pf. dirx der Viast26 Pf.
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olche Kranke noch heilung fanden,
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tarken Werke: Dr. Airy's Na⸗
urheilmethode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Märk,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
velche das Buch auf Wunsch gegen
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sedasion ud und ccieg o —0
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        Sl. Ingberter Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Be—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfs. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
Sonntag, den 7. Juli.

A sos.

is78.

Deutsches Reich.

München, 4. Juli. Das hiesige „Fremdenblatt“ erfährt
„aus bester Quelle“, daß Domkapitular Anton Schmid nicht Wurz⸗
zurger Bischof werden wolle, weil ihm „seine Bescheidenheit dite
Annahme dieser hohen Würde nicht gestatte.“

SBerlin, 4. Juli. In der heutigen Bundesrathssitzung

wurden die Ausschußanträge wegen Ausführung der Tabak-Enquete
mngenommen und die Mitglieder der Kommission für die Baͤum⸗
doben⸗ und Leinen⸗ Induftrie-⸗Enquete ernannt. Auch die Gewerbe—
»rdnungs-Novelle soll die Zustimmung des Bundesraths erhalten
jaben.
Berlin. Gerüchtweise verlautet, daß der zeitige Gouver⸗
neur von Berlin, General v. Boyen, der erst vor wenigen Jahren
den General von Stülpnagel ersetzt hat, seinen Abschied nehmen
wolle.

Der nunmehr vor die Schranken des Staatsgerichtshofes ge—
orderte Meuchelmörder Hödel trägt noch jetzt dieselbe Frechheit
sur Schau, die ihn vom Tage seiner Einlieferung kennzeichnete.
Alle Versuche des Gefängnißgeistlichen, ihn Angesichts der erdrücken⸗
den Beweislast zum Geständniß zu bewegen, sind fruchtlos geblieben.
död.l wird also wahrscheinlich sein System des Leugnens bei der
Herhandlung beibehalten. Alltäglich wird der Verbrecher, mit
etten belastet, im Hofe der Stadtvoigtei eine halbe Stunde ins
Freie geführt, in der Zelle selbst bleibt exr nach wie vor fest ge—
schlossen. Während er sich früher über seine Fesselung beschwerte,
jußert er jetzt kein Wort mehr darüber. Er entwickelt einen sehr
zesunden Appetit und ist trotz aller Unbequemlichkeiten stets guter
Dinge.

— 4. Juli. Die Kaiserin Eugenie ist soeben mit der
Herzogin von Mouchy hier eingetroffen und in der Villa Petit
Elysée abgestiegen.

Ausland.

Wien, 4. Juli. Dem „Fremdenblatt“ zufolge werden sich
demnächst im Ganzen sieben Divisionen auf dem Kriegsfuß befinden,
um die Akltion jenseits der Grenzen, entsprechend den orientalischen
Verhältnissen, mit imponitender Macht zu beginnen. Das Blatt
hedauert die widerstrebende Haltung der Pforte, in deren Interesse
es gerade läge, sich mit Oesterreich über die Modalitäten des
Ueberganges friedlich zu verständigen und die politischen Behörden
entsprechend zu insnuiren. — Die „Presse“ betont, daß die Schwierig⸗
kesten der auswärtigen Situation für Oesterreich erst jetzt in vollem
Ernste beginger. Niemand möge wähnen, die kulturelle Mission,
welche Oesterreich in den Grenzländern zu erfüllen habe, sei einfach
mit militärischen Mobilmachungen und Beamtenernennungen abzuthun.
— Die „Neue Freie Presser vermag den Zweck der Occupation
auf unbestimmte Zeit nicht einzusehen und würde eher eine offene
Anntxionspolitil begreifen.

Wien, 4. Juli. Die „Polit. Corr.“ läßt sich aus Berlin
dom heutigen melden: Die Kriegs-Entschädigungsfrage ist derart
zeordnet, daß keine kürkische Hypothek angetastet, auch die Kriegs—
kentschädigung in keine Gebietzabtrelung umgewandelt wird. Die
Donauschifffahrts-Fragen sind im Wesentlichen erledigt. Die Schwie—
rigkeiten dezüglich der griechischen Frage sind groß, und ist kaum
eine solche Erledigung zu erwarten, daß mit Sicherheit auf An—
bahnung dauernder friedlicher Verhältnisse zwischen der Türkei und
Griechenland gerechnet werden könnte. Die englisch⸗russischen Diffe⸗
tenzen wegen Batums sind noch ungelöst; Bismarck will die Lö—
sung dieser Frage späteren direkten russisch-englischen Verhandlungen
sorbehalten wissen.

London, 4. Juli. Die „Times“ veröffentlicht einen Be—
icht ihres Berliner Correspondenten über eine Unterredung, die
derselbe am 3. Juli wit dem Fürsten Bismarck haite. Der Fürst
habe gefentfurt ein Tee' den Frieden und habe so viel als möglich
zur Ethagh,nfoeneden beigetroagen; England habe einen großen
Erfolg in der Einschrünkung der Grenzen Bulgariens errungen;
sachdem die bulgarische Frage gelöst worden, sei der Frieden ge⸗
sichert. Doch moͤge man von Rußland nicht weitere Zugeftändnisse
derlangen, da dessen Friedensliebe Grenzen haben könnte. Die

Frage wegen Batum biete Schwierigkeiten, werde jedoch hoffenilich
außerhalb des Congresses eine befriedigende Lösung finden. Er
(Bismarck) glaube, daß die Türkei Oesterreich gegenüber schließlich
nachgeben, Zugeständnisse an Griechenland aber nicht machen werde.

London, 4. Juli. Im Unterhaus antwortete Schatzkanz⸗
ler Northcote auf Childer's Anfrage, der Congreß sei jetzt so weit
vorgeschrtütten, daß seine Beendigung in 10 oder 14 Tagen zu er⸗
varten sei. Er hoffe sodann in Betreff der seit Feststellung des
Budgets erfolgten nachträglichen Ausgaben Vorschläge machen zu
müssen.

London, 5. Juli. Die ‚„Times“ glaubt es als wahr⸗
scheinlich bezeichnen zu dürfen, daß Batum Rußland zugesprochen
werde unter der Bedingung, diesen Plat nie zu befestigen.

Petersburg, 5. Juli. Die „Agence russe“ schreibt:
Nachdem der „Standard“ angedeutet, die englischen Delegirten
würden sich der Cession Batum's widersetzen, baben mehrere russische
Blätter, darunter „Golos“, erklärt, Rußland müsse, falls diese Drobung
äch verwirkliche, sih vom Kongreß zurüchziehen. Ohne so weit zu
zehen, wie diese Blättet, müfsen wir doch sagen, daß die öffentliche Mei⸗
uung Rußlands nach den veröffentlichten Engagements sich weigert, anzu⸗
nehmen, daß englische Minister geneigt sein könnten, ihrem Worte untreu
zu werden. —

Washington, 4. Juli. (Indianerkrieg,) In militärischen
Kre sen wird befürchtet, der gegenwärtige Indianerkrieg werde sich
auf alle Stiämme der Indianer ausdehnen.

Habana, 2. Juni. Ein königl. Dekret bewilligt Cuba
dieselben Gesctze hinsichtlich der Munizipal- und Provinzialverwal⸗
lung wie solche in Spanien in Kraft ünd.

Vermischtes.

F Zweibrücken, 29. Juni. (Schwurgericht.) Verhandlung gegen
deinrich Klippel, 47 Jahre alt, Bäcker von Kallstadt, wegen betrüg⸗
ichen Bankerotts, vertheidigt durch Anwalt Schmidt. Der Angeklagte, welcher
ein gelernter Bäcker ist, betrieb neben seinem Bäckergeschäfte einen Weinhandel,
vozu er jedoch, da er selbst wenig Vermögen hatte, stets fremde Gelder ver⸗
venden mußte. Da er stets auf etwas großem Fuße lebte, kam er in Ver⸗
mögensverfall, welcher durch die letzten auf einanderfolgenden schlechten
Weinjahre beschleunigt wurde. Er wußte sich jedoch bis in die letzte Zeit zu
salten und seine Gläubiger zu täuschen. Als er sah, daß sein Bankerott
anvermeidlich war, verließ er am 24. Februar heimlich Kallstadt und reiste
nach Hamburg, von wo er nach Hause schrieb, daß er seiner verzweifelten
dage wegen nach Amerika auswandern wolle, um sich dort eine neue Existenz
zu gründen. In Hamburg schloß er einen Ueberfahrtsvertrag ab und schiffte
ich ein, wurde aber in Havre auf Requisition verhaftet und eine Baarsumme
von 1870 Dollars bei ihm vorgefunden. Am 1. März abhin wurde er nun
auf Antrag seiner Gläubiger in Gant erklärt, wobei sich eine Ueberschuldung
don 33,000 M. exgab. Es liegt ihm nun, wie die Anklage behauptet, zu
dast, Vermögensstücke zum Rachtheil seiner Gläubiger beseitigt zu haben,
nämlich: 1) 124 VLiter Wein, welche er von Moritz Kaufmann in Mannheini
um 742 M. gekauft hatte und am 8. Februar an die Adresse seines Sohnes
Sarl Klippel in New⸗PYork spediren ließ, und die nicht wieder erlangt werden
lonnten; 2) 631 Liter Wein, welche er mit seiner Fuhre nach Luswigshafen
'ahren und an eben den Sohn am 14. Februar abhin nach New⸗Pork spe—
diren ließ, welcher Wein von Rotterdam zurück spedirt wurde. Der Ange⸗
llagte gibt an, seine Gläubiger nicht dadurch habe betrügen, sondern durch
zünstigen Verkauf des Weines in New⸗PYork durch seinen Sohn sich die Mittel
jur Befriedigung derselben habe verschaffen wollen; sein Sohn habe ihn um
Wein ersucht. Dieser Angabe steht entgegen der Umstand, daß der Sohn,
der Bäcker in New-York ist, sich in sehr gedrückten Vermögensverhältniffen
vefindet. Den Brief, worin ihn der Sohn um Uebersendung von Wein
exsuchte, vermag der Angeklagte nicht vorzuzeigen. 8) Ende Januar abhin
oderkaufte der Angeklagte seinen Weinvorrath an Valkenberg in Worms und
erhielt dafür 3946 M. 95 Pf. ausbezahlt, welchen Betrag er zugestandener
Maßen nach Hamburg mitnahm. Anfang Februar nahm er bei Gerheim
in Grünstadt noch 1000 M. und bei Rupprecht in Kallstadt noch 200 M.
auf auch discontirte er am 5. Februar bei Bankier Schiffer in Grünstadt
einen Wechsel über 1000 M., den er darlehensweise von einem Handelsmann
in Obrigheim erlangt hatte. Aule diese Beträge hatte er bei seiner Flucht
mitgenommen. Auf seiner Durchreise durch Worms gelang es ihm außerdem,
den Handelsmann Kuhn zu bestimmen ihm gegen Ausstellung eines Monats⸗
wechsels 300 Mk. zu geben. Er selbst gibt zu, bei seiner Flucht 8000 Mk.
besessen zu haben, leugnet jedoch die Absicht, seine Gläubiger zu benachthei⸗
ligen und gibt an, er habe den Entschluß gehabt, nach Amerika zu gehen,
um dort ein neues Geschäft zu gründen und seine Gläubiger zu befriedigen,
habe jedoch von Heimweh befallen, diesen Entschluß aufgegeben und die Ab—
ficht gehabt, Uber Havre nach Hause zu kehren. Rach der Anklage verdienm
diese Aufstellung keinen Glauben. Seine Geschäftsbücher sind sehr mangel⸗
haft geführt, so daß sie keinen Ueberblick über eseine Bermögenslage geben
Der Ruf des Angeklagten if qut

—1
        <pb n="384" />
        Ber tigl. Staatsanwalt Scherrer erlduterte die Anklage und fuchte den
Nachweis zu liefern, daß der Angelklagte die Absicht gehabt habe, seine Gläu—
biger zu betrügen, dies gehe schon daraus hervor, daß er mit 8000 Mt.
die Fuͤcht ergriffen habe.“ Die Vertheidigung bestritt die betrügerische Ab⸗
icht, indem sie auffiellte, der Angellagte habe den Wein an seinen Sohn
chicken wollen, um diesem aufzuhelfen, nicht aber um seine Gläubiger zu be—⸗
nachtheiligen; er habe fich in einem Irrthume hinfichtlich seiner Vermogens⸗
zerhalinisse befunden und habe geglaubt, seine Liegenschaften genügten, um
seine Glaubiger zu befriedigen. Jedenfalls seien aber mildernde Umstände
vorhanden, wenn man die allgemeine Geschäftsstockung in Betracht ziehe und
bedenke, wie der Angeklagte den Wucherern in die Hände gefallen sei, die
ihn mit ihren schändlichen Operationen bis zum Bankerott hätten bringen
mussen. Die Herren Geschworenen bejahten die Schuldfrage, nahmen jedoch
mildernde Umsiände an, worauf der Angeklagte in eine Gefängnißstrafe von
drei Jahren verurtheilt wurde. — Mit dieser Verhandlung schlossen die
Schwurgerichtssfißungen fur das 2. Quartal 1878 und wurden die Herren
deschworenen mit einer Ansprache des Herrn Präfidenten entlassen.

F'Zweibrucken, 4. Juli. Die Eröffnung des pfälz.
Schwurgerichts für das 3. Quartial 1878 ist auf den 23. Sep⸗
sember festgesezt und zum Präsidenten desselben der Appellations⸗
gerichtsrath Hessert ernannt.

pKariserlautern, 4. Juli. In Stodborn hat ein
Mann seinem eigenen Töchterchen beim Mähen mit der Sense
derart einen Hieb in den Hals versetzt, daß dasselbe sosort todt war.

7 Bom Rhein, 2. Juli. Es ist nun bestimmt, daß o
Pontonierübungen bei Mainz am 15. d. Mis. ihren Anfang neh
men. Theilnehmen werden 8 preußische, 2 sächsische und 2 würt
eabergische Pioniercompagnieen. (S. M)

vedacion —75 — in —
„Die in unserem heutigen Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung de⸗
dherrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachten
Dieses weltbekannte Geschäft besteht weit über 50 Jahre und ha—
einen Kunden schon die größten Hauptgewinne von Mark 360, 060
270,000, 246,000, 225,000, 188, 000 180, 000, 156,000, oftmals 152,000
30d0ö, do, bo, fehr haufig 76000, 60, 000, 48, 000, 40, 000, 36, o00
Mark ac. ꝛc. vor Kurzem schon wieder die große Prämie von 252400 M.
ind kurz vorher ebenfalls die große Präͤmie von 246,000 Mark, über—
jaupt in der letzten Zeit die Summe von weit über 2u2 Mill. ausbezahlt, wodurch
iele Leute zu reichen Capitalisten geworden find. Jetzt sind nun wie der für einen
geringen Ansaß große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 450,000 Mark
vorauf wir vesonders aufmerksam machen. Auch bezahlt dieses Haus
durch seine weitverbreiteten Geschäftzverbindungen die Gewinne in jeden
Drie aus. Da durch die gelroffene großartige Einrichtung in Ver—
mehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarte
ist, möge man dem Glüde die Hand bieten und sich vertrauensvoll an di
Firma La Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewisfen
haft und prompt bedient wird.“

Consumverein zu Mariannenthaler
Glashütte E. G.
IRILABI
für die Jeit vom 15. Roveiber 1877 bis 31. Mai 1878.

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Die Amtsstube ! —** ——— Ar
des Unterzeichneten befindet geit nne *
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Peter Müller an der das Stück für nur 60 Pf
Hauptstraße hier, in der versendet gegen Nachnahme
früheren Wohnung des Hrn. Carl Minde in Leipzig
kgl. Oberförsters Linde⸗
mann. —Mug
St. Ingbert, 1. Juli 1878. MNMa dchen n
— Hausarbeit gesucht. Wo? sag
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Waaren⸗Conto. Capital⸗Conto.
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Cafsa⸗Conto. ECreditoren.
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Mobilien⸗Conto. Gewinn⸗u. Ver⸗
Werth nach Ab⸗ lust⸗Conto.
schreibung .. A 403 34 8 Reingewinn .. 2089 70 8
M3301 0531 M 3301 05
Der Verein zählte bei Beginn 72 Mitglieder,
Am 31. Mai 1878 79
Mariannenthaler Glashütte, 4. Juli 1878.
Der Vorstand.
G. Braune, Director. Friedr. Geyer. Kassirer.

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Diefeibe besteht aus 86, 000 Original⸗Loosen und
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20,000, 1000,
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Erste Gewinnziehung der allerneuesten
Geldverloosung.

Qau Der einaige Weg füur Jedermcunn um bei heutigen
Heschastsverhältnissen sich für einen unbedeutenden Geldbetrag event.
ein großes Vermögen zu erwerben ist: sich zu dieser vortheilhaften
Zeldderlsosung Originalloose kei mir zu bestellen.

Die von der hohen Landesregierung eingerichtete und garantirte
große Geldverloosung, in welcher die Gewinne im Ganzen die
zroßartige Gelde Summe von mehr als

S Vtiüuionen 8s00, 000 Mark,
hetragen, enthält nur 86,000 Loose und werden in wenigen Monaten in
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großer Hauptgewinn und Prämie event. M. 450,000, spec. M. 800,000
150, 000, 80, 000, 60, 000, mehrmals 40,000, 30,6000, 25,000, viele Ge⸗
vinne von 20,000, 15,000, 12, 000, 10,000. eine sehr große Anzahl von
3000, 6000, 5000, 4000, 8000, 2000, 1000, 5300 ꝛc.
die Gewinnziehung der ersten Abthellung ist am tlich festgestellt auf
dem 18. und 109. ds. Mts.
u welcher ein viertel mit Staatswappen versehenes Originalloos
nur 4 MarTEI. LoOstot-
ind sende ich diese Driginal⸗Loose gegen Einsendung des Betrages in
baarem Gelde oder in e, oder auf Wunsch auch gegen
Postvorschuse den geehrten Auftraggebern sofort zu. Ebenso sende ich die
mtliche Gewinnliste und die Gewinngelder sofort nach der Ge⸗
winnziehung jedem meiner geehrten Kunden prompt und verschwiegen
zu. Durch meine ausgebreiteten Geschaftsver bindungen überall kann mar
uch jeden Gewinn in seinem Wohnort ausbezahlt erhalten.

cr 3 Bestellung kann man auch zur Bequemlichkeit einfad
uf eine Posteinzahlungskarte machen .

α. Sums. Colim, in Hamburg.
Haupt⸗ Comptoir und Bankgeschäft ˖

Es ist weltbekannt, daß ich meinen Lunden im Konigreich Bayern
autamtlichen Gewinnliften übers 0 Mal die großten Ha upttreffer
bor Kurjem schon wieder 2Mal die große RNraͤmie baar ausbezahlt hab⸗

—8233

13532

—

53822 2
26*2355
52327258
23463383

55 6333

z383

* —

S — 28
332227

— —A 838
28 I*7. 5

32 — —
292 333255738
— —

—
337332573836
2—3,—5233
23228 83535288
223 82568 26383 23

————— —— —— —
Redallion Drud und Verlag von F. x·

emeß in St Ingbert.
Siezu Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 27
        <pb n="385" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts uatit 15 Pfz. fuür die viergejpaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pig pro Zeile berechnet
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—EEXXEBXBQ&amp;eæ————

Deutsches Reich

Berlin, 6. Juli. Der Congteß beschloß definitiv die Ab⸗
irelung Batum's an Rußland. Die Erbrterung der griechischen
Frage wurde begonnen, aber nicht beendet. Die Frage der Ab⸗
sretung Kreta's schwebt wwüch. Die Grenzregulirung wird einem
zriechisch-ürkischen Separalabvkommen vorbehalten. Die rumänischen
Bertreter sind nach Wien abgereist.

Berlin, 7. Juli. (N. Irkf. Pri): Der Kongreß hat
zeftern Rußland den Besitz von Ardahan, Kars und Batum zuge⸗
sprochen, mit der Beschranlung, daß Batum Freihafen und die Fe⸗
ttung geschleiftwerde. — Auch die Dardanellenfrage wurde erledigt
anier Aufrechterhaltung des dermaligen Standes. Morgen sollen
»ie Grenzfragen abgeschlossen werden. — Die Unterzeichnung des
Zertrages wütde Donnerstaz oder Freitag erfolgen.

Die Resolution des Kongresses bezüglich Griechenlands lautet:
Der Kongreß ladet die Pforte ein, einen Vertrag mit Griechenland
abzuschließen behufs einer Bestimmung der Grenzen dieses Königreichs;
er hat. die Ueberzeugung, daß die Grenzberichtigung am besien sich
Jestalten würde, wenn die Grenzlinie von Salambria in Thessal en
zis Kalama in Epirus sich ersireckte. Die Mächte bieten ihre
Juten Dienste an, um ein Einvernehmen zwischen Griechenland und
der Pforte in allen Schwierigkeiten, die sich bei den Verhandlungen,
irgeben würden, herbeizuführen.

Aushland.

Paris, 7. Juli. Der „Soleil“ fagt in einem Kommen—
jar zu dem Werlke des Congresses: Mit Ausnahme von Fraukreich
und Deutschland nimmt, empfängt, erstrebt oder fordert jeder
kinzelne einen direlten oder indiretten Antheil an der Ernte. Die
Futeresselosigkeit Frankreichs ist nothwendig, aber die Interesse losig—
eit Deutschlands überrascht und beunruhigt uns. Bismarck habe
Furopa nicht an ein so chevalereskes Vorgehen gewöhnt. Was mag
zr sich als Antheil Deutschlands vorbehalten haben ? (Der sonst
o maßenvolle Autor-dieses Artikels ist Eduard Hervé, der für
den publizistischen Führer der orleanistischen Partei gilt.)

London, 7. Juli. Reuters Burcau mildet aus Koon⸗
tantinopel vom 6. d.: Rumänische und fürkische Kommissäre,

unter letzteren Kiamil Pascha und Reschid Pascha, werden unver⸗
üglich die Raumung Varna's und Schumla's bewerkstelligen. —
Die türkischen Kongreß-Delegirten in Berlin erhielten die Weisung,
nit den österteichischen Delegirten die Modalitäten der Ollupation
Bosniens festzustellen.

einen Kunden schon' die größten Hauptigewinne von Mark 860,000,
270,000, 246,000, 228,000, 183,000 180,000, 156,000, oftmals 152 000
180. 000, 90,000, sehr häufig 78,000, 60,000, 48,000 40,000, 36,000,
Nark ꝛc. ꝛc., vor Kurzem schon wieder vie große Prämie von 252,400 M.
und kurz vorher edenfalls die große Pramie von 246,000 Mark, über⸗
haupt in der letzten Zeit die Summe von weil uber ·2u. Mill. qusbezahlt, wodurch
iele Leute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt find nun wie der für einen
eringen Einsatz große Capitalien: zu gewinnen bis zu ev. 450,000 Mark,
»orauf; wir⸗ besonders aufmerlsam machen. Auch bezahlt dieses Haus
urch seine weitverbreileten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Orte aus. Da durch“ die geiroffene großarlige Einrichtung in Ver⸗
nehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
st, möge man dem Glücke die Hand bieten und sich vertrauensvoll an die
irma Laz. Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewissen⸗
aft und prompt bedient wird.““

seiner

Im Namen
Maiestät des Königs—
T. .. 2.
Urtheils⸗Ausfertigung.

Das kgl. bayerische Landgericht des Cantons St. Ingbert,
Bezirksgerichts Zweibrücken in der Pfalz, hat in seiner öffentlichen
bolizeigerichtssizung vom 26. Juni 1878, abgehalten in dem
Sitzungssaale des kgl. Landgerichts zu St. Ingbert, wo zugegen waren:
dudwig König,kgl. Landrichter des Cantons St. Ingbert,
Jutius Müllterr, igl. Polizeianwalt und G ustav Adolf
rieger, kgl. Landgerichtsschreiber, solgendes Urtheil erlossen:

In Sachen

Ludwig Bechtound, Geschäfisagent in St. Ingbert wohn⸗
haft, Kläger, in Peison erschienen

gegen

Frarz Adolf Echr ich, Geschäfisagent allda wohnhaft und
benfalls in Person erschienen, Beklagten.

Wegen Beleidigung

ꝛc. rc. rc.
Aus diesen Gründen

erklärt das kgl. Polizeigericht, den Beklagten der Beleidigung
»es Klägers, verübt am 8.. Juni abh'n in der Wirthschaft von
deinrich Schmiti dahier dadurch, daß er demselben den Vorwurf
nachte, er habe ihm anvirtraute Gelder bis jetzt nicht ausbezahlt
ür überführt und verurtheilt ihn zu einer Getdstrafe von sechs
Nark, umgewandelt sfüe den Fall der Nichtzahlung in eine Haft ˖
trafe von zwei Tagen und zu den sämmtlichen Kosien liquidirt zu
ieben Mart dreiundneunzig Pfennig und spricht zuzleich dem Klaͤ—
Jer die Befugniß zu, den verfüçenden Theil dieses Urtheils auf
dosten des Bellagten einmal innerhalb einer Frist von vierzehn
Tagen nach eingetretener Rechtskraft im St. Ingbenter Anzeiger“ zu
deröffenllichen.

Alles dies in Anwendung der 88 188, 194 und 200, Ziffer
laund 3 des Reichestrafgesetzbuches, 44, 58, Absatz 1 und Ziffer
2., 90 und 985 Ziffer Tdes Einführungsgesetzes und 161bis 163
der Straspro eßordnung.

ꝛc. ꝛc. ꝛc.

Also geurlheilt in erster Jostanz und verkündet am Tage und
Orte wie Eingangs dieses gemeldet.

Auf der Urschrift sind unterschtieben: König und Krieger.

Gegenwäctiges ist von Allen denen, die es angeht, alskald
n Vollzug zu setzen.

Fur richtige Ausfertigung ertheilt auf Verlangen des Klägers.

St. Ingbert, den 6. Inli 1878.

Derkgl. Landgerichtsschreiber:
8ez. Krieger.

Nro. 562, vol. 61, fob. 60 6(. 11 einregistrirt zu Blies⸗
astel am 6. Juli 1878 far achtzig Pfennig ohne renvoi. K gl.
Rentamt gez. Pfirmann.

Pro copia:
Derkgl. Gerichtsvollzieher:
Faßbender.

Bermilchtes.

In Edes heim wurde am 4. Juli, während ein Hoch⸗
jeitszuz durch die Straße zog, aus einem Hause geschossen und
zabei einem Herrn der Hut durchlöchert und er selbst am Kopfe
erwundet.

FWürzburg, 4. Juli. In der gestrigen Sitzung des
Bezirlsgerichtes dahier kamen fünf Fälle von Majesltätsbeleid güngen
ur Verhandlung. Gegen einen Knecht, welcher geäußert haben
soll: „Wenn nur Nobiling ein stärkeres Blei genommen hätte, so
väre es vielleicht doch durchgegangen,“ wurde die Abgabe der
Aklen en den Untersuchungsrichter beschlossen, weil nicht bewiesen
verden konnte, ob der Angeschuldigke nach dem Worte „wenn“
)as Wörtchen „nur“ gebraucht habe. Ein Wazenwärter wurde
u sechs Monalen Gefängniß, ein Seilergeselle von Kitzingen zu
inem Jaht und drei Monaten Gefängmiß, ein Buchdinder ju
inem Jahr und- sechs Monaten Gefängniß, ein Obsthändler ju
wei Jahren Gefängniß veturtheilt.

ienstesnochrichten.

Das ständige V'icariat Ensheim wurde dem Prvatv'eare
k. Hoffmann in Kusel und das Vecariat bei Pfarrer Weinmann
u Kusel dem Privatvicarte Joh. Kirchner in Essingen vom 16.
zuli an übertragen.
Fr die Redaction verantwortlich :x, e
„Die in unserem heutigen Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung des
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachten.
dieseß weltbekannte Geschäft besteht weit über 50 Jahre undbal
        <pb n="386" />
        Int Namen
Seiner Maiestät des ßönigs
—XX 22

Holzkohleu⸗Dranusport.
Aus den Gebr. Kraemer'schen Waldungen wird der
Transport von 1000 Eeutn. Holzkohlen zur Kohlenmühzle
in Friedrichsthal auf dem Submissionswege an den Wenigstneh—
menden vergeben.
Die Submittenten wollen ihre Eingaben bis Freitag, den
12. Juli, I Uhr Mittags, dem Unterzeichneten übersenden, bei
welchem auch die näheren Bedingungen zu erfahren find.
St. Ingbert, den 8. Juli 1878.
Küßwetter, Oberförster.
Gesobafts- Emptobhlung.
Einem verehrlichen hiefstgen, wie auswärtigen Publilum hier;
nit die ergebene Nachricht, daß in meinem elterlichen Hause mich als
— Saͤttler &amp; Tapezierer ——
tablirt habe und bestrebt sein werde alle werthen Aufträge zu
vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber aus zuführen.
Indem billige Vreise zusichere, empfehle mich einem geneigten
Wohlwollen besteus.
St. Ingbert, 9. Juli 1878. Achtungẽ vollsi
Julius Ehrhardt.
verzogl. Braunschw. Landeslotterne
vom Staate — Iee.
Dieselbe besteht aus 86, O000 Original⸗-Loosen und
AA, I00 Gewinnuen:
lHaupttreffer ev. 480,000, — 1 Haupitreffer à 12,000,
2 300,000, 22 „IO,OOO,
150,000, 3000,
80,000 3000,
50 000, 30001
O,000. 4000,
20, 000 3000,
25, 0 2000,
oO0O, 1000,
15.000.
Reichs-Matk u. s. w.
Die erste Ziehung sindet statt
am 18. uUnd 19. Juli 1828.
zu welcher ich Frigmas· Tose
Ganze Halbe Viertel Aqhh tel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
zegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versenoe
Jeder Spicier erhält die Gewinnlisten gratis!
7I. Rasilius,
Odereinnehmer der Braunschw. Landes:Lotterit
in Rrannschweisg.

—R—

Das kgl. bayerische Landgericht des Cantons St. Ingbert,
Bezirksgerichts Zweibrücken in der Pfalz hat in seiner öffentlichen
Polizeigerichtssitzung vom neunzehnten Juni achtzehnhundert acht und
fiebenzig, abgehalten im Sitzungssaale des igl. Landgerichts St.
Ingbert, wo zugegen waren: Ludwiig Köning, igl. Landrichter
Fes Cantons St. Ingbert, Julius Müller, 1gl. Polizei⸗
anwalt und Gustav Adolf Krieger, kgl. Landgerichts⸗
schreiber, folgendes Urtheil erlassen:

In Sachen

1. Franz Adolf Eckrich, Geschaͤfisagent in-St. Ingbert
wohnhaft;

2. Eleonore Ruppertus, Ehefrau von Georg Rickel,
Fonditor, allda wohnhaft und des Letzieren selbst der ehelichen Er—⸗
machtigung wegen, alle in Person erfchienen, Kläger,

gegen

Ludwig Bechthold, Gaschaͤftsagent in St. Ingbert wohnend.
Beklagternn, ebenfalls in Person eischienen.

Wegen Beleidigung

ec. x. x.
Aus diesen Gruuden

indem das kul. Polizeigericht die beiden Klagen mit einander
verbündel, erklärt es den Beklagten der Beleidigung der beiden
släger, verübt dadurch, daß er durch einen von ihm geschriebenen,
in Rummer 47 des „St. Ingbertet Anzeiger“ vom drei und zwan⸗
zigsten März abhin veröffentlichten Artilel, dem Kläger Eckrich den
Vorwurf des Meineids machte und ihn des unsittlichen Umganges
mit seiner Schwiegermulter der Klägerin Ehefrau Rickel bezichtete,
für überführt und verurtheilt ihn zu einex Geldstrafe von einhundert
Mark, umgewanvdelt für den Fall der Uneinbringlichkeit zu einer Haft ⸗
strafe von zwanzig Tagen und zu den sämmtlichen Kosten mit
Ausnahme derjenigen der Vorladung der bei der heutigen Verhand⸗
lung nicht wieder producirten Zeugen, liquidirt zu dreißig ein Mark
achtzig drei Pfennig, spricht zugleich den Klägern die Beiugniß zu,
innerhalb einer Frist von 14 Tagen, von eingetretenet Rechtslraft
an, den verfügenden Theil dieses Urtheils eiumal auf Kosten des
Beklaglen im „St. Jugberter Anzeiger“ in demselben Theile, mit
derselben Schrift, wie der Abdruck der Beleidigung geschehen, be—
kannt zu machen.

In Anwendung der Paragraphen 185, 194 und 200 des
Reichsstrafgesetzbuches der Artikel 44, 38, Absotz 1 und Zffer 2,
90 und 95 Absaß 1 des Einführungsgesetzes und 161 bis 163
der Strafprozeßordnung.

2c. ⁊c. ꝛc,

Also geurtheilt in erster Instanz und verkündet am Tage und
Ortie, wie Eingangs gemeldet.

Auf der ürschrifi sind unterschrieben: König und Krieger.

Gegenwärtiges ist von Allen denen, die es angeht, alsbald in
Vollzug zu setzen.

Für richtige Ausfertigung ertheill den Klägern.

St. Ingbert, den 2. Juli 1878.

Der kgl. Landgerichtsschreiber:

gez. Krieger.

Neo. 570, vol. 61, fol. 59 c. 11- 12 einregistrirt zu Blies—
kastel am 4. Juli 1878 für achtzig Pfennig ein renvoi. Kal.
Rentamt: gez. Pfirmann.

Pro copia:
Der kgl. Gerichtsvollzieher:
Faßbender.

Glück und Segen bei Cohn!
Erste Gewinnziehung der allerneuesten
Geldverloosung.

Der einaige Veg fur Jedermannm, um bei heutige
Geschastsverhältnissen sich für einen unbedeutenden Geldbetrag event
ein großes Vermögen zu erwerben ist sich zu dieser vortheilhafte
Geldderloosung Originalloose bei mir zu bestellen.

Die von der hohen Landesregierung eingerichtete und garanliris
große Geldverloosung, in welcher die Gewinne im Ganzen die
großartige Gelde Summe von mehr als

S8 Millionen 800,000 Mark,
etragen, enthält nur 86,000 Loose und werden in wenigen Monaten in
Abiheilungen im Ganzen 44,500 Geldgewinne sicher gewon⸗
nen, worunter namentlich folgende große Hauptgewinne:
ngroßer Hauptgewinn und Prämie event. M. 450, 000, spec. M. 300,000
150,000, 80,000, 60, 000, mehrmals 40,000, 80,6000, 25,000, viele Ge
vinne von 20,000, 15,000, 18,000, 10,000, eine sehr große Anzahl vor
000, 6000, 5000, 4000, 8000, 2000, 1000, 500 ꝛc.
Die Gewinnziehung der ersien Abtheilung isi amtlich festgestellt auf
den 18. und 19. ds. Mts.
zu welcher ein viertel mit Staatswappen versehenes Originalloos
nur 4 Marikx Kostet-
und sende ich diese Original⸗Loose gegen Einsendung des Betrages in
baarem Gelde oder in enee oder auf Wunsch auch geger
Postvorfchuß den geehrten Auftraggebern sofort zu. Ebenso sende ich di
Imtliche Gewinnlifte und die Gewinngelder se ofort nach der Ge⸗
winn ziehung jedem meiner geehrten Lunden prompt und verschwiegen
un Durch maͤne ausgebreitelen Geschäftsver bindungen überall kann mar
uch jeden Gewinn in seinem Wohnort ausbezahlt erhalten.

7 Beftellung kann man auch zur Bequemlichkeit einfac
iuf eine Posteinzahlungskarte machen.

Fuæa. Scums. Colim, in Hamburg.
Haupt⸗Comptoir und Bankgeschäft.

c Es ist weltbekannt, daß ich meinen Lunden im Konigreich Bayern
auta utlichen Gewinnliften uberßzb Mtal die großten Haupttreffer
uind vor Kurzem schon wieder Mal die groste Prämie baar ausberablt hade

—

Zwangsversteigerung.
Am Monilag, 22. Juli 1878,

Nachmittiags *33 Uhr vor der

Wohnung des Metzgers Jaco b

Seqhwarz in Schnappbach

versieigere ich folgende gepfändete

Gegenstände oͤffentlich an den

Miistbietenden gegen baare Zah⸗

lung zwangsweise, als:
ij ppolirten runden Tisch, —
1 Canapee, 1 polirtes
Thisffonier, 1 polirtes Com⸗ Rechnungen
mode, 1 vollständiges Velt u Jedermanns Gebrauch
mit polirter Bettlade, Roß— n Auchtel, Viertel u. Halbe Bogen
und Stahlmatratze, ꝛtc. J po⸗ iind vorräthig in der
üürtes Nachttischhen, 1 po⸗ Druckerei ds. Bl.

Iinen cud und Leciag von F. X. Demek in St Inabert

lirtsen Secretär, 2 lackerte
Kleiderschränke und 4 Bett⸗
laden.

Si. Jagbert, 9. Juli 1878.
Der k. Gerichtsvollzieher:
Faßbender.

jJ Qualuat Limburger
Käse in Perganment-Papier
empfiehlt billegst
        <pb n="387" />
        — —— — —8 2 2 u 22 —4
—* 7* — — — * — 2— — — 3 . a 34 J
— S51 — 583 535 553 — 5238 3 3 2X233 83 328
5 — —855 35 A 55 823 5 3535 25 533 —
22 55 2* 2* S5 * ———— * 20 2 — — 88 335* 5— O a2
52* * 2**5 —2 8 — 8 553. 25 * S * * 2 838 —* *
5 825822 * — —— — — 555 * 328 —
2wE2 2 * * * 2 * — —. 5 — ——
22252 2 —AI * —— — F Eä 2 420 5533 * — — ——— A
3 55 —A —? 33 —— 532 35 233 — —3
5233235 6 — * —X —— — 2 53583221 242 37 258
2232 2328 . 55 XES. 0 * 2 —E 55 ———— 2238
7 — —32 8 2 2 —— 2 —2 * . 2 2 * T
25283 7—3—8* 32—3325 53 533382 —252656—75 588
2 528 2 —
55*28 33—2 3— 57 753233 553 5323358 A 23
—52 5—235* 58 353 5*22 — 5332328 3324 —8X 3
22568 — —A 28 *3823* 552—232 8
— — * —* 2322 — — 8 —*— —— S * *282 — — 52 * 0 —
* 5 5382 —— 225 3 — —X —— — v * I S 222 8
328 — 388 —» 3335—555 6—83 —835537 —
z322— 5— 832* 35—533538* S —38 32 5
23235 —38—75325538 —527 — »5 —2— 832* 28
— 313—2253885* — 3 232 22 2555535 — ——— —3 *
S21 — 535827 325 75 —2857 333 3——3325 —— 8
5122 ——— 5* 2838—— — —3— ——3 5 5— 234 2 *
2 * 2 3 — 2 — 8* 2 — —— 26
5285 — 8 3377 28887
7528 — — 5257 5* — —— — 239 ——— 2 822 283
522 — 3 5232 53 2 —822 S —— — w 2 * —
— 288 55383 35—5323 —— — 235 —58 — —5526—7 —3—
3 338 3333333 ss37z333333387328
8 * * — 2 257 2* 25 * *
332 53533353 z 333855558 s833578
—7 — —— 2 * * — *
33z435 83232833 538 33 —3 387 —
9 —— —2 7 3 — 2 72 ẽ
— 2 28 —A 351 2 5 ——— 55 22
— S 2 ———
—
*2 38 2322222 25— —2.5— —2—2—8328 —2822288 — 222
55 355 5333—353238 323333353353353 ———
— *— — 5222 2 3 2 0 —Z 5222 22 — 5
5—8 5*32 5 E—B33— — * 23 —
* —A Ex 55
A — 3 33, 55 5* 53— —52533* —35
. — 28222 2 *
—3— 8 — — VV — * 52 5* „ 2 — —A—— — 4
s5 333 8 3 333—3383 z5255 58035
—82532 — 5385 33 — — —28—— 7—83585 328
A — 5 —3—33251375337353333 z28SS3s 28
— — — —A B 3 ——— — 5** — *
— 2— s3 3 255335—5535— 583338
25 583⏑ 55—532335 — — 558 22
— —s 3 2* X — —— —— —M
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— —
325323,323 535 225 53 25 — 3 2 2 5552 35 — 2 —3253
x* 2* S 9* ——— * 2 23 — 22* — 24 —E6 22 33 —
—A 2. —5 S5 22 — 525 *52 53 3 *
2 * E 6 2225 —A— ——— 832 55 ——
— ——— 2 * 3 T782 — —2 ⸗——33—5350 8 53 2 8 220
285 —583332——325 2538333588338
* ——„ — 2* —*2 —&amp;— —3— *
225532 .575283 282535 — ———— 55 3232z23—3585 3552 538538
33353 7 333*
— 53 2 5 5 25328 5 — —
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        ↄi. Angberter Anzeiger
der St. Jugberter nzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dieustag, Donnerstag, Saustaz und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertellahrlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aasvärts mit 13 Pfga. kirr die diergespaltene Feile Blatischrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfa pro Zeile berechnet.
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M 108. Donnerstag, den LI. Juli. — 1878.
Deulsches Reich. J

Berlin, 10. Juli. Der Staatsgerichtshof sprach

heute das Todes urt heil gegen den Attentäter
dodel aus.

Mänchen, 8. Juli. Gestern Abend warde dem Abg.
Crämer das Referal über die besden Gesehentwürse, den Bedarf
üe Erweiterung der Pfälzischen Eisenbahnen betreffend, überiragen,
and heute Abend wird derfelbe an den Ausschuß mündlichen Be⸗
richt erstatten. (ẽr. K.)

Berlin, 9. Juli. Die fürkisch-englische Kondention wegen
Abtretung Cyderns ist unter Wissen Rußlands abgeschlossen. An⸗
drosshy scheint verständigt gewesen zu sinnn. I

Berling 9. Juli. Bezüglich Erledigung der Vatumsfrage
bestätigt sich völlig, daß die önffestigungsfrage vom Congreß in
einer Weise berührt wurde. Morgen glaubt man, den Rest der
dem Congresse vocliege den Fragen zu erledigen und vielleicht schon
irtikelweise mit der Lesung des Verkrages beginnen zu können.
Dieselbe würde Donnerstag fortgesetzt und voraussichtlich beendigt
verdeu. Alsdann würde Freitag keine Sitzung stattfinden und
—A— ꝓ

Berlin, 10. Juli. (Prozeß Hödel.) Das Kamn ergerichts⸗
jebäude war schon am frühen Morgen von dichten Menschenmassen
umlagert. Gegen 684 Uhr traf unter Eslotie reitende Schutz⸗
nänner der „grüne Wagen“ mit Hödel ein, der an Haͤnden und
Füßen gefesfselt und unter Verwünschungen der an den Waogen heran⸗
»rängenden Menge nach dem Innern des Gebäudes geschafft wurde.

Hussand.

Wien, 9. Juli. Die „Pol. Korr.“ meldet aus Kon—⸗
tantinopel: Fürst Labanoff erklätte der Pforte, daß die
Kussen, ungeachtet ihrer Rückmarsch⸗ Vorbereitunger, San Siefano
zst nach der Räumung Varna's und Schumla's verlassen würden.

London, 8. Juli. (Unterhaussitzung.) Auf eine Anfrage
hartington's erklärte der Staatssekretär des Innern, Croß: In
Hinblick auf den Umstand, daß Rußland einen Theil des asiatischen
Bebiels des Sultans behalten würde, gingen die Konigin und der
Sultan am 4. Juni eine Konvention folgenden Inhalts ein:
Falls Rußland Batum, Ardahan, Kars oder einen von diesen
Plaͤtzen erhält und falls Rußlaud irgend zuklnftig versucht, Besitz
jon einem weiteren Theile des asiatischen Gebieses des Sultans,
ils dem durch den definitiven Friedensvertrag festgesetzten, zu neh⸗
men, so verpflichtel sich England, in der Vertheidigung dem Sultan
beizustehen. Der Sulltan verpflichtet sich, die Besetzung Cyperns
durch England zu gestatten. Fauls Rußland je der Pforte das
durch den jüngsten Krieg in Äsien eiworbene Gediet zurückgibt,
jört die Konvention auf und England räumt die Juset Cypern.
Da die Bedingungen, auf denen die Konvention basitt, jeßt einge⸗
relen sind, hat die Pforte den Firman erlassen, welcher zur Ueber⸗

racçung Cyperns auf England ermächtigt. England ergreift sofort
Besitz davon; Wolseleh ist zum Verwalier der Insel ernannt. Die
zezüglichen Schriftsiüde werden heuie vorgelegt.

London, 9. Juli. Das „Reutersche Bureau“ meldet aus
donstantinopel: Bezüglich der Ollupation Bosniens sei eine Eim—
jung zwischen Oestetteich und der Pforte auf der Grundlage einer
— Besetzung durch O sterreich und der Pforte erzielt
orden.

London, 10. Jull. Die nationale Vereinigung aller libe⸗
alen Vereine veröffentlicht einen Aufruf, worin sie das Land auf⸗
orderten, fofort euergisch gegen die Annexion Cyperns und die
sheimnißvolle Art zu protesicen, it welcher die Regierung die
lllianz mit der Tüͤcke abgeschlossen hat.

PBetersburg,9. Juli. In hiesizen hohen Kreifen cir⸗
ulirt ein autographirtes Peemorandum dez Prinzen Peter von
Adenburg. Daffelbe knüpft an den Zusammentritt der Congreß⸗
Zevollmächtigten in Beruin und an die schmerzlichen Umsttinde cu,
ner denen derselbe erfolgte. Die ganze Well, erschreckt durch die
atsezlichen Ereignisse in Berlin, ftage: Sollen wir eine Vveute
er Internationalen werden. die darauf abzielt, die Grundlagen

F
der Gesellschaft zu erschüttern, die Throne und Regierungen zu
dürzen, die Religion ju vernichten Die Ideen der Sodialisten
nerbreiten sich in erschreckender Weise, die Geschichte beweise, daß
nan Ideen nicht mit Bayonellen belämpfen köͤnne; daß, um die
deine verbrecherischer Ideen aus zurotten, es der gleichzeitigen über⸗
rinstimmenden Thätigkeit aller Regiexrungen und Fürsten bedürfe.
Zider hatten die Regierungen troß aller Verkehrheiten der Ideen
des Socialismus demselben Vorwände zur Unzufriedenheit gegeben,
ꝛesonders durch die Blutsteuer, die schwer auf dem Volke laste.
Es genüge nicht, einen Freden zu schließen, so ehrenvoll derselbe
ein mone, wenn man einen Frieden fortseße, der den Regierungen
die Mittel raube, das Volk zu unterstützen und verläßliche ver⸗
»esserungen in der inneren Verwaltung einzuführen. Jede Regierung
ʒedürfe einer ihrer politischen und geographischen Lage entsprechen⸗
denn bwoffneten Macht. Sie abzuschaffen, wäre eine verbrecherifche,
innlose Idet, aber die gegenwärigen von Robespiete eingeführte
Massenaushebung müsse geändert werden.

Rermischtes.

St. Ingbert 1I1. Juli. Vorgestern wurde ein junger
barfüßler von hier in Si. Johann verhaftet, weil er in einem
»ortigen Laden ca. 18 — 20 Mi. entwendet hatte. Bei seiner
Durchsuchung fanden fich noch ca. 16 Mi. vor, außerdem ein neues
Bortemonnaie und neue Strümpfe. Derselbe hat alles einzestanden
ind sieht seiner verdienten Strafe nun entgegen.

FBrebaq, 10. Juli. Demnächst sollen hier und zu
Z„chafbrücke ca. 150 italienische Arbeiter untergebracht werden,
velche im Dienste eines Untecnehmers beim Vace der neuen Eisen⸗
ahnslrecde Si. Johann⸗St. Ingbert beschäftigt werden. (S. 3.)

Das t. Polizeigerich Kaiserslautern bat am 6.
). M. den Cigarresfadrikanten Julius Theobald wegen Beleidigung
u 2 Monaten Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte die Unler—
eichner eines gegen den sozialdemokratischen Agiiotor Dreesbach
erichteten Aufrufs als „Kerls“ und .Lumpen“ bezeichnet. Einer
ieser Unterzeichner, und Malzfabrikani Katl Bockler, hatte Klage
rhoben. Theodald gilt in Kaiserslautern als der eigentliche
Führer der dortigen Sozialdemokraue.

F Aus Weisenheima—. S., 6. Juli, schreibt die „Pf.
8.“: Die Kirschenerndte ist nun vorüber. Der Ertrag war in
iesem Jahre ein sehr ergiebiger, Halbreife Kirschen wurden
venige aber so mehr reife —XXL
Veisenheim wurden 9000 Körbe, der Korb zu 50 Pfund', auf
VBägen und zu Schiff den Rhein abwäris 16,000, der Korbu
30 bis 70 Pfund, abgeschiät. Es gingen also von hier ab
15, 000 Koͤrbe Kirschen. Rechnen wir den Korb durchschnitilich zu
30 Pfund, so haben wir 1,800, 000 Pfund. Das Pfuͤnd wurde
u zwarzig bis zu zehn Pfennig verkauft. Nehmen wir im Durch⸗
bnitt 12 Pfennig, so haben wir einen Etlös bon Kirschen für
ieses Jahr in der Summe von 180,000 Maunt. Die —XV
ingen von hier ab nah England, Hamburg, Bremen, Lüded,
derlin, Düsseldorf, Cöln, Mainz, München, Memmingen, Landehuf,
„tuttgart, Usm, Karlsruhe und vicle andere Stadie , die Pfalzer
nicht zu nennen. Ein Großhaͤndler und deren gibt es viele hier
zahlte der Bahn als Fracht für Ktirschen nach München 3000 Mat.

tDer Tünchergeselle Heinrich Metzger in Speyer, welcher
zus purem Muthwillen einen Stallhasen mit einem Regenschirm
dermaßen mißhandelte, daß darüber der Schirm zerbrach, bekam
für diese Rohheit eine Strafe von 8 Tagen Haft.

St. Wendel, 4. Juli. Vor eilwa acht Tagen ereignete
sich in Namborn folgender Fall: Ein Bahnwärter band seine Geise
twa 15 Fuß von einem Bienenstock an. um zu weiden. Die
Beise kam nach und nach dem Bienenstock naͤher und warf den⸗
elben mit ihren Hörnern um, da fiel das ganze Bienendolk über
dieselbe her und richtete sie so mit Stichen zu, daß sie jaͤmmerlich
chrie und in einigen Stunden ihren Geist aufgab. Der Bahn⸗
värter eilte auf das Geschrei der Geise herbei und wollte ihr zu
dilfe lommen, wurde aber von dem Beenenvolf ebenfalls so zuge⸗
tichtet, daß er mehrere Tage zu Vell liegen mußte. Ein zweiler
        <pb n="390" />
        Mann in der Nahe mußie e'ligst die Flucht ergreifen. M. Bl.⸗Ztg).
p Merzig, 3. Juli. Als neulich bei Gelegenheit der Ein⸗
zuartierung einer reitenden Batterie Arillerie dahier ein Mann
spurlos verschwand, gab man den verschiedenartigsten Vermuthungen
ber das Geichick desselben Ausdruck. Die Einen glaubten, er sei
heim Baden ertrunken, während Andere vermutheten, daß er deser⸗
jrt sei. Als die Batterie unsere Stadt bereits 2 Tage verlassen
hante, fand man den Kanonier, welcher in einer hiesigen Bier⸗
Frauerei eirquartiert war, fest schlafend auf der Malzdörre liegen.
Derselbe haite drei Tage und drei Nächte hindurch geschlafen und
wäre anscheinend noch nicht erwacht, wenn man ihn nicht geweckt
hätte. Erst gestern Nachmittag konnte der Artillerist hier aus⸗
rücken, nachdem er von Saarlouis aus wieder mit den nörhigen
leidungsstüden und Waffen versehen war. (M. 3)

F Vom kal. Milnrbezittsgeriche Mümnchen wurde der
Sergeant J. Kirschner vom 2. Jnf.⸗fkeg. welcher über die preu⸗
zischen Soldaten schimpfte und einem Hagdeburger, der ihn in
infiändiger Weise zur Rede fsetzte, „ein Paar niedetbayerische
Schellen? anbot, wegen Subordinationsverletzung zu 6 Mona!en
Zefängniß verurtheilt.

FClus Karlsbad.) Das „Karlsbader Badeblatt“ schreibt:
„Nicht geringe Heiterkeit erregten am Montag in unserer Kurstadt
uͤber fünfzig gefärble Gesichter, welche zumeist der arbeitenden Klasse
mngehörten. Wie wir erfahren, siammen selibe von der Sta istetie
der Sonntagt zur Aufsührung gebrachten Operette „Indigo“, wo⸗
dei eine mit Änilin gemischle Schminke in Verwendung gebracht
purde, und nun so die armen Opfer trotz Waschen und Reiben
als „Indianer“ auch bei Tage herum!:aufen müssen, bis die alles
heilende Zeit sie wieder zu Europaͤern srenipelt.

7 Glogau, 6. Juli. Die 4. Compagnie des 5. Fuß⸗
Artillerie⸗Regiments wurde am heutigen Schlußtage der dies jähr igen
Schießübung von einem schweren Unglück betroffen. Eine Funf⸗
ehn Centimetet⸗ Granate crepirte vor dem Einsetzen in das Rohr.
2 Ranoniere wurden auf der Stelle getödtet, l Unterofficier und
2 Mann schwer, Hauptmaun Brenncke, 1 Unterofficer und 2
Mann leicht verwundet.

FIn Neukirch bei Triberg im Shwarzwald hat es am
3. dä. Schneefall gegeben.

Sltettin, 8. Juli. Gestern Abend um 10 Uhr stießen
die Dampfer „Politz' und „Greifenhagen“ in der Nahe des Bleich⸗
holm auf einander. Letlerer, der mit 40 Possegieren von Swine⸗
münde kam, sank innerhalb drei Minuten, doch gelang es sämmt⸗
lichen Passagieren und der Mannschaft, sich an Bord eines in der
Nahe befi idůchen Schooners zu retten. Auch die Effecten wurden

neist geborgen. Man ist bereits beschäfligt, das Schiff zu heben
Der am Bug stark beschädigte Dampfer „Poölitz“ ist auf der Wiese
uuf Grund gesetzt. .*

F Wegen Veirbreitung eines falschen Geruchts bom dem
hanlkerott eines Handlungshauses werden dieser Tage in Berlin
rei angesehene aufl⸗u?e zu 8, resp. 6 und 6 Wochen Gefängniß
zerurtheit.

—FWieen, V. Juli. In der heutigen Schwurgerichtsver hand⸗

ung wurde der Redalteur des hiefigen soziald emokratischen Blattes
Der Sozialist,“ Johann Schwarzinger, wegen des Verbredens
der Storung der öffentlichen Ruhe zu einjährigem jchweren Kerker
berurtheilt.
57—Paris, 6. Juli. Aus Lyon wird vom heutigen Tage
gemeldet: In den Zimmerwerkstätten im Entrepot für Feitstoffe,
Petroleum, Seife und Pech brach eine heftige Feuersbruast aus.
Ddurch mehrere Explosionen wurden vier Personen tödtlich, zwölf
schwer und viele leicht verwundet.
Paris,:7. Juli. Die Aultion der Juwelen der Köonigin
Isabelia dauert nun schon eine ganze Woche und ist noch nicht be⸗
ndet. Die ersten sechs Verkaufstage lieferten ein Gesammterträg⸗
niß von 1.595. 290 Fr. — Für den am 3. September wieder⸗
ehrenden Todestag Thiers' werden schon irtzt umfassende
horkehrungen zu einer großen vollsthümlichen Feier getroffen.

Lissabon. Groß's Aufsehen erregt die Entdeckung
iner Fabrik, welche sich mit der Nachahmung der Banknoten der
‚ortugiesischen Bank beschäftigte, da bei diesem Verbrechen Graj
Benamajor, einer der bedeutendsten portugiesischen Adeligen com⸗
romittict ist. In seinem Pallaste fard man bei der angestellten
Untersuchung einen vollständigen Falschmünzerappatat vor, nebst
alschen Bankscheinen, jeder im Beltage von 20,000 Reis (gleich
00 France) von denen einige noch unvollendet, andere aber schon
ur Crculation bereit lagen. Der Graf selbst übergab der Polzei
ine beträchtliche Anzahl falscher Banknoten, welche er in einer sei⸗
jer Villen zu Penaverde bei Cintra, 25 xm. von Lissabon, ver⸗
jorgen gehabt hatte. Graf Penamajor stammt direlt von der be—
uhmien Familie Don Giovannis de Castro ab. —A
n. Die Verhaftung dieses Edelmannes, der in seinem Hause die
ersten Familien Pottugals empfing, machte ungeh ures Auffsehen.
Die vorgefundenen Steine sind von einem D utschen, einem de—
cuhmten Lithographen, mit Namen Gruder, gezeichnet. Die portu⸗
ziesische Presse glaubt, d ß der ungeheure Luxus, der beim Adel
n Portugal Platz gegriffen hat, die erste Ursache der zahlreichen
Berbrechen sei, mit denen sich die Gerichte fast jeden Tag zu be⸗
schäftigen haben.

Vertragsmäßige Die Amtsstube
—AD

Samstag den 27. Juli iich jetzt im Hause des Hrn.
3 Anpuhe * gꝛ heter Müller an der

n a d n der Wirth⸗ —0

schaft von Carl Victor Graf⸗ rtsuan bier, in der
sion wird auf Belreiben dessel⸗ * heren ohnung des Hrn.
hen als Gläubiger gegen Jakob gl. Oberförsters Linde—
ZSchwarz Mehger allda, Schude nann.
F 32 dhinnd * Zt. Ingbert, 1. Juli 1878.
rwerbspreises die pachdezeiche w
gete Liegenschaft im Vanne St. Oh. k. Notar.
Ingbert nämlich:

Hl. Nr. 1664*6. 24 a 53 qm
Ader auf den sechs Eichen neben
Jul. Grewenig.

St. Ingbert, 9. Juli 1878.

Sauer, k. Notar.

Arbeiter-Bildungs-Veérein.
Am nächsten Sonntag den 14. Juli
Ausflug nach der Schnappbach.
Abgang präeis 2 Ubr vom Vereinslocale ab.

..
Herzogl. Braunschw. Candeslotterie
vom Staate — und Ieet.
Diefelbe besteht aus 86, 000 Original-Loosen und

AA, I00 Gewinnen: J

Haupttreffer eb. 480, 000, 1 Haupitreffer à 12,000,
300 000. 750 10000,.

50,000, 8000,
80,000, 6000,
20,000, 5000,
200 1000,

3000,
2000.
1000,

Zweibructker
Lirohenbau Looseo
a 2 Mk.
Ziehung am 3. September.

Jertige
Vekschafte
per Stück 30 Pf.

Vranz Woll.

Allgemeine Wechsel
ber St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.
sind zu haben in der
Buͤch⸗ und Steindruckerei

F. X.- Demetæ-

— C

Holzkohlen⸗rausport.

Aus den Gebr. Kraemer'schen Waldungen wird der
Transport von 1000 Centn. Holzkohlen zur Kohlenmühle
n Friedrichsüthal auf dem Submissionswege an den Wenigstneh
menden vergeben.

Die Submittenten wollen ihre Eingaben bis Freitag, den
12. Juli, 1 Uhr Mittags, dem Unterzeichneten übersenden, bei
welchem auch die näheren Bedingungen zu ersahren sind.

St. Jugbert, den 8. Juli 1878.

Küßwetter, Oberförster. —
TameeIna Iind Vecieg von v. x. Demes in Inobert.

20,00.
15,000,
Reichs-Marlku. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. n IO. Juli 1878,
ju welcher ich Driginal⸗Loose
Ganze KGalbe Viertel AIhtel
16 Mark 8 NMark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spicier erhält die Gewinnlisten gratis!
2* 32 232
In. TRMSIIIIS,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
?n — ———
00000
        <pb n="391" />
        —A —
2223 8 A2—
—A — — — 22
02 2
3538 558358 —A 2 J
—— 8 c3 *
— 333253353 335382785537
55 5 235 5323 553533 5537 *53553 *
2 —— 2 2552 * 5858 — 5353353535 * 4 —
—080235 23 3 8— 75538 22385 23227 — 52—2—5 — 222
8 225 572 * 338353—7* z5z38333338* 5535*8 — 8
525553 — z2322318 3235 * 3535 8 3*555535— —38z *
—5* 3— 525529 33 5 55263 23
2823 52 — 3585 23 3
5—573 38332373875 8 33 —335 5555 53238 55533 58
— 2 — 2 —* 2* 8
553857 252338 z538 5 —18588235. 2183333832 55753 28
5 5 —— —— 3287 153522353 —e—22 55 — 325 15 *
382* 3332—383 553533583 5538 5 25532 58
c 153 257 222
A 228233353 2 53233 3 7838 ——— 533
25 —AW 22 2 55—32*55 25588 8* 533 5
„S8 757328 33332033 5355057 c5 5336 5253 —8
5* —— 522 2338 SS —82 5 532235 8 23
3 — 8 5235827 22* 225 *833 —X * 225 2 2*
7—s2 355 *38 — —— 525 5852 — —
553533 85 s128285 5 — —
3 —223 —2 * — 32 8 2 2
22327* 323*85 e3385388 235 384358
523
7 5—8 * * * — 3 3 2 j —— 7 3 *
78883838* A 83535* 558 33135
553575680 2 5333323382353358 —A — 252* 28323
8 5 — 25* 5 8z8BB27 25 5 —— * 8 235
73 —— 55 7 *— 527E— 252 — 2 — ——— E27
* —2 —EX— 528 52* 582 B2M22 8 2235 „78 32 8
—265832 —A 25258 —35 223260 —*
— K 35335353. 333 —32336535 5338 —
12253 — 5 * 33333338 5822325
31355 —238 553333533338 — 533323
— — 552 828 525 333 S *
cz 36 383338733*
5 853555 722 58 5285755 555338 732 EF 2 z28 5
—— 5357 328383238* 538 333 6333 58338838 —
* J —* —
535755.52 252 2332233 3328 55 253353233* ———
3352358553 55557 223822 3 58 326 2868 5252 A ——
—3 — 2 — 2
— 325 —— 22138 225 25— 363 5233328
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—— * 55 55 —————o 233532 253868*
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255335* 2. 53 555353853 2 *8 —5582388* —55527 52 52*
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2333355838 3238 23235 3382 3333235353502
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* * — * — 5257 3212 8 — *
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5533383335 —M———— 32888 2222
84 2538s332833558 * 235338325 s8—5355535— 25533332
528-—735 538383538* 23333 8—338333353555 25
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2 28 — 23832355 2— 3822 22 i 525338 2 532
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3 75 — 283 * 25 233 1237533 23803
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3 2232233852
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        St. Ingberter AAnzeiger
der St. Jngberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Fauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Senntags mit ilustrirter Ve⸗
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mit 30 Pfg. vro Zeile berechnet.
— 32 —— M— ————
Same“a. den 13. Juli.
——

— —
——
Zu den Wahlen.

Das Centralcomite der nationalliberalen Partei hat soeben

drei Flugblätter ausgegeben. Das erste beschäft'gt sich mit der

Frage, ob die Auflösung des Reichstags nothwendig war, um der

Regierung die gegen die Socialdemokraten erforderlichen Vollmachten

zu verschaffen. Tas eigene Verhalten der Regierung rechtfertigt

zlämend jene Auffassung der Liberal⸗n, welche die frühere Vorlage

berworfen und sich bereit erllärt haben, im Herbste einen gereifteren

und besser abgefaßten Entwurf zu prüfen. Gerade durch die

Auflösung habe die Regierung anerkannt, daß sie felbst unter den

zurch den zweiten Mordanfall oufgededten Berhältnissen noch drei

Monate ohne besondere Vollmachten auskammen könne. Im Volke

habe man nach dem zweiten Atteniate die sofortige Berufung des

Reichstages erwartet, damit er außerordentliche Vollmachten ge⸗

währe. Die vationalliberale Partei hätte dazu, e ihr Aufcuf

beweise, die Hand geboten. Die Regierung wollte aber den Versuch

gar nicht machen, weil es ihr darauf ankam, zu anderen Zwecken

die L'beralen vor dem Lande anzuklagen. Die Zwecke, um derent⸗

willen man der bisherigen Mehrheit das Vertrauen des Volles

entziehen wolle, lägen auf dem Gebiete der allgemeinen dauernden

Aufgabe des Reichatags. Das Flugblatt führt dann im Verlauf

ijeiner Darstellung aus, wie zwischen der Mehrheit des letzteren

und dem Reichskanzler bis vor Kurzem vielfach Uebereinstimmung

hestanden, wie d'e nationalliberale Partei länger als ein Jahrzehnm

jindurch, vermittelst ihrer Thaten bewiesen, daß sie die Aufgaben

auseres offentlichen Lebens durchaus praktisch, sern von jeder Recht⸗

Jaberei, auffasse und deren Lösung im mögiichsten Zusammenwirken

mit der Regierung erstrebe. Aber je länger je mehr sei dasselbe

erschtert worden dadurch, daß nachgerade die Stetigkeit aus der
stegierungsthätigkeit verschwunden, daß betreffs der Einrichtung der

stegierung selbst, betreffs der sür das Wohl und Wehe des Volkes

o entscheidenden Steuer⸗ und handelspolitischen Fragen vielfach an

Stelle alier und bewährter oder neuerer, aber wohlerwogener Grund⸗

äße plötzliche Einfälle und Anregungen geteeten seien. In der

Frage der Steuerreform hälten die Liberalen von jeher, ja sogar

jrüher als die Regierung betont, daß es eiwünscht wäre, das Reich
ñba-ziell auf eigene Füße zu stellen. Aber so wichtzg sei dieles
Bedüefniß dem deutschen Volle doch nicht, daß es darum Gefahr
laufen sollte, 200 bis 300 Millionen neue Steuern bezahlen zu
müssen. Diese Gefahr aber werde eintreten, wenn die Wähler sich
durch Mißbrauch der socialdemokratischen Verbrechen verleiten lafsen,
tatt der bisherigen überalen Abgeordneten unbedingte Jasager zu
wählen, d'e auf das Verlaugen verfassungsmäßiger oder geseßlicher
Bürgschaft bezüglich der Verwendung der neuen und der entspre⸗
henden Verminderung der alten Steuern von Vornherein Verzicht
geleistet. Daß die Liberalen an dieser Forderung unerschütterlich
sestgebalten haben, sel es hauptsächlich, weshalb man ihnen das
Vertrauen der Wähler abwendig machen wolle. Ebenso wird in
dem Flugblatit dargelegt, wie die Wahl von Conserdativen fast noch
meht als in den Steuerfragen, in denen der Zolle und handels⸗
politit Zustimmung zu unbekannien, aber vielleicht ho ᷣst gefaͤhrlichen
Projekten bedeute. Der nalionolliberale Wahlauftuf“, so heißt
res sehr richtig, „er“lärt ausdrücklich, daß in diesen Fragen, welche
leine politischen sind, die Ausichten in der nationallderalen Partei
aus einandergehen, d. h. daß die einzelnen Mitglieder die Freiheit
jaben, sich darin nach ihren besonderen Ansichten zu enischeiden.
Die Wahler mögen sich darüser mit ihren Verlretern verfiändigen.
Aber die Wahl unbedingter Regierungsanhänger würde lediglich
bedeuten, daß man sich ia diesen Angelegenheiten für die Zustim⸗
mung zu gänzlich unbekannten Entschlüssen der Regierung erklärt.
Auf keinem Gebiete mehr, als auf dem hier in Rede stehenden, ist
das oben gekennzeichnete System der uunbestimmten Andeutungen
deübt worden. Kein Mensch weiß, was die Regierung in den
Zollfragen eigentlich will; es gibt Organe derselben, welche im
Sinne der entschiedenen schutzzöllnerischen Realtion, d'e soar Zoͤlle
auf Getreide d. h. eine Veriheuerung da taͤglichen Brodes will,
cteden; und andererseits gibt es Anzeichen, aus denen man schließen
sann, daß im Großen und Gamen Alles heim Allen biben ni

s

Wenn das Volk inmitlen solcher Unklarheit und Dunkelheit über
die Absichten der Regierung eine Mehrheit von Confervativen, d. h.
zon unbedingzten Anhängern der Regierung wählte, so würde datß
bedeuten, daß es auf jede eigene Emischeidung über seine unmittel⸗
barsien Interessen verzichte.

Sowohl die Erinnerung an den Wahlkampf, wie eine lange
Reihe ähnlicher Beispiele beweist, wie das Blatt am Schluß seiner
Ausführungen fehr richtig bemerlt, daß die uationalliberale Partei
in den zwölf Jahren ihres Bestehens allezeit der Staaisgewalt das
eingeräumt hat, was erforderlich war, damit neben der Freiheit
die Ordnung herrsche. „Es ist also nicht zm befürchten, daß diese
Partei, indem sie ihren Grundsähen getreu bleibt, dem schlimmsten
Feinde der Ordnung und der Freiheit, der Socialdemokralie gegen⸗
Aber, die erforderlichen Mittel der Abwehr verweigern solle. Wir
Jaben nachgewiesen, wie unbegründet jeder solche Vorwurf ist, wie
a daher auf die Verhüslung ganz anderer Ziele des Wahlkampfes
erechnet seiin muß. Wenn die Wähler ihre Entscheidung mit Be⸗
onnenheit und Festigkeit treffen, dann werden sie sorgen für die
ntschiedene Unterdrückung der socialdemolratischen Agitation; zugleich
iber für die Bewahrung des Bolkes vor Hunderten von Millionen
jeuer Steuern, unter denen sich auch ein das Brod vertheuernder
Betreidezoll befinden kͤnnte; und für eine selbstständige Volksver⸗
retung, welche die Regierung in allen kllaren, dem offentlichen Wohle
ienenden Absichten unterstützt, zu unklaren Projelten und gefähr⸗
ichen Unt ernehmungen aber ein entschiedenes Nein spricht.

‚„Und zn diesem Zwecke muk das Volk Lißerale wählen!“
Deutsches Reich.

Berlin, 9. Juli. Fürst Bismarck geht sofort nach dem
Schluß des Kongresses nach Kissingen; er hat die feste Absicht,
der außerordentlichen Session des Reichstages beizuwohnen. Die⸗
'elbe wird, wie man hört, nicht vor dem 6. September beginnen
und, wie es heißt, nur die wenigen Wochen über dauern, welche
erforderlich sind, die wichtigsten Vorlagen zum Abschluß zu bringen.

Berlhin, 10. Juli. Die englischekürlische Allianz, nament⸗
lich die englische Besetzung Coperns, verzogert die Unterzeichnung
des Berliner Vertrages um einige Tage. — Die Mitthellung des
Memorandums des Prinzen Peter von Oldenburg gegen den er—⸗
drückenden Militarizmus durch das offizidse Wolff'sche Bureau
vird hier vielfach als Wahlmanöver aufgesaßt. Man glaubt nicht,
vaß eine Abrüstang wirklich in Aussicht genommen sei.

Berlin, 10. Juli. Die „Provinzial⸗Korrespondenz“ schteibt:
Die Friedensverhandlungen des Berliner Kongresses stehen unmitlel⸗
bar vot ihrem glücklichen Abschlusse. Alle wichtigen Fragen, die
ich an den Vertrag von San Sliefano knupfen, haben unter dem
'ortdauernd friedlichen Gesammtwillen der auf dem Kongresse ver⸗
inigten europäischen Mächte und durch allseitig vertrauensvollet
Zusammenwirken ihrer Bevollmächtigten ausgleichende Losung ge⸗
unden. Auch die auf die Grenzregulirungen bezüglichen Kommis⸗
ionsarbeiten find bereins zu einem befriedigenden Ergebniß gelangt,
ind der Kongreß selbst wird sich in den nächsten Tagen der schließ
ichen Fesistellung und Genehmigung der getroffenen Vereindarungen
vidmen können. Die in den letzten Tagen betannt gewordene
Thatsnche, daß England ein besonderes Ablommen mit der Türkei
vegen Abtretung Cyperns zu englischer Okkupation und behufs
Schutes der Türkei in ihrem asialischen Besitze geltoffen hat, wird
)en Abschluß der Kongreßverhandlungen nicht stören oder aufhalten,
da dieselbe den Vertraz von San Stefano, welcher der Beschluß⸗
rahme des Kongresses unterliegt, nicht berührt. Am' Samstag
vird der Friede zu Berlin unterzeichnet werden, in welchem Europa
den Abschluß der jüngsten Kriegsära und der seitber noch drohenden
—D
neuen Zeit friedlicher Entwickelung und friedlichen Aufschwungs
reudig begrüßen wird.

Berlin, 10. Juli. Das Todesurtheil hat Hödel mil
rechem Hohnlächeln angehört; überhaupt war sein Benehmen während
der ganzen Vechandlung ein äußerst freches. Als ihm das Wort zur
VBertbeidigung gegeben wurde, üußerte er: „Ich danke für jede Ver⸗
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        theidigung; es hilft mir doch Nichts.“ Die That anlangend, blieb
Hodel bei seinem seitherigen Leugnen und bei der Behauptung, er
sabe nur einen Selbstmocdversuch gemacht, stehen.

Berlin. Offizios wird darauf dingewĩesen, wie fleißig die Staats⸗
eisenbahnbauten in letzter Zeit gefördert worden sind. In dem
Zritraum vom 1. apiil 1877 6i8 81. Murz 1878 st aus diesen
Milleln die Summe von 114,600,000 Mark zur Verwendung
gekommen; im vorigen Quartal hat die Foriführung der Bauten
angeblich bereits die Summe von 29,000.000 Mark gefordert.
Das Gerichtskostengesetz ist unterm 18. Juni, die Gebühren⸗
ordnung für Gerichtsvollzieher am 24. Juni, die Gebührenordnung
jür Zeugen und Sachverständige am 30. Juni d. J. Allerhöchst
bollzogen worden.

Eine große Aunzabl von Berliner Arbeitgebern hat beschlossen,
sich an den, von verschiedener Seite ins Werk gesetzien Maßregeln
gegen die Ausschreitungen der Sozialdemokratie nicht zu betheiligen,
diese Maßregeln vielmehr darauf zu beschränken, daß nur gegen
die sozialdemolratische Agitation in den Werkstätten und gegen die
Agitatoren selbst einzuschreiten sei. Die Borsigsche Maschinenbau⸗
Anstalt hat sich an diesem Beschlufse nicht betheiligt; die Vorfteher
derselben haben vielmehr an ihre sämmilichen Arbeiter die latego⸗
rische Aufforderung getichtet, sich allen sozialistischen Sonderbe⸗
Rrebungen fern zu halten, andernfalls sie sofortige Entlasfung zu
gewärtigen haͤtten.

uücher die in der Kongreßsitzung vom 8. voll:ogenen Grenp
regulirungen verlautet nach der W. Fr. Presse, daß der Paß
Ichtiman an die Türkei fällt, Samarlow und Köstendil an Bul⸗
Jarien; Pirot und Wranja werden serbisch, der Zabroda⸗Paß und
Tren bulgarisch.

Vom 1. Januar 1879 an wird der Spiellartenstempel für
die Reichskasse (nicht mehr für die Einzelsiaaten) erhoben; er be⸗
trägt 80 Pfg. für jedes Kartenspiel von 86 oder weniger Blättern,
30 Pfg. für jedes andere Kartenspiel. Von diesem Zeitpunkt an
sind nur noch die mit Reichsstempel versehenen Spielkarten zum
Gebrauch gestaltet, wie auch Privatpersonen die dann schon in
ihrem Besiß befindlichen Spiellarten nur noch gebrauchen dürfen,
sofern sie mit einem dem Reichsstempel gleichen oder höheren Landes
flempel versehen sind oder nachträglich mit dem Reichsstempel ver⸗
sehen werden. Wer dann ungestempelte Karten feilhält, veräußett,
bertheilt, erwirbt, damit spielt oder wissentlich in Gewahrsam hat,
berfüͤllt sür jedes Spiel in eine Strafe von 80 M., ebenso der
Wirth, in dessen Local mit ungestempelten Karten gep'elt wurde,
sofern er nicht nachweist, daß es ohne sein Wissen geschah.

NAussand.

Konstantinopel, 8. Juli. Das Seraslieral erhielt
den Auftrag, ein 15,000 Mann starkes Expedit'onstorps nach
Kreta zusammenzustellen. Die Einschiffung dieses —XW
24. d. beginnen. — Die Russen befestigen Kazüsman (üüdöstlich
von Kars). (W. Pr.)

Peilersburg, 10. Juli. Das Journal der St. Pelers
bourg sagt bei Besprechung der englisch⸗ türlischen Konvention, es
sei zu hoffen, die Besezung Cyperns werde das Friedenswerk nich!
durqhkreuzen. Beaconsfield habe die Ecwerbung nur gemacht, um
nicht mit leeren Handen von dem Kongresse zurülchzukehren.

Ueber die Berechnung der russischen Kriegtlosten bringen die
„Birs. Wed.“ die Notiz, daß sich zwei Beamte des russischen Fi⸗
nanzministeriums nach Berlin begeben hatten, um den russischen
Congreß Bevollmächtigten mit Daten über die russischen Kriegs⸗
losten und im Falle der Nothwendigleit der Berechnung der kür—
tischen Kriegs Confribution mit nöthigen Erklärungen an die Hand
zu gehen. Es ist nicht uninteressant, hier die Berechnung der rus
fischen Kriegskosten laut offizsellen Daten folgen zu lossen: Budget
Ueberschüsse 40,000, 000 Rubel, Emission fünfprocentiger Vank
Billete 4. Em'ission 100,000, 000 Rubel, Auslandische Anleihe von
1877 100,000,000 Rubel, Schuld des Staatsschatzes an die
Siaaisbank für laufende Auszaben vom 12. (24.) Juni
148000,000 Rubel, Emission von Orient ⸗Obligationen 200,000,000
Rubel, Emission 4 procentiger Schaßscheine 100,000, 000 Rubel,
in Summa bis 12. (24.) Juni 1878 988,000.000 Rubel.

Zermisqtes.

P Zweibrücken, 10. Juli. Vor etlichen Tagen wurde
von der Gendarmerie ein Verbrecher, an beiden Füßen gefesselt,
aus dem Frankenthaler Untersuchungsgefängniß hierher verbracht.
Der immerhin etwas ungewöhnliche Anblick eines also unschädlich
gemachten Menschen hatte auf dem Wege vom Bahnhofe bis zum
Fustizpalaste, den der Gefesselte, ein Buͤndel in den Händen tra⸗
gend, in Folge der am Gehen hinderlichen Fesseln nur in kleinen
Schritten zurücklegen konnte, eine beträchtliche Menge kleiner und
guch großer Kinder angelot. Es war dies der sals gefahrliche
Dieb und Einbrecher gefürchtete 50 Jahre alte Friedrich Hornung
aus Ramsen, Kantons Goöͤllheim, welcher schon vielfach bestraft
worden ist, und dem es wahrend seinet Verdrecherlaufbahn bereits
dreimal gelang, aus den belreffenden Gefängnissen auszudrechen.

Erst unterm 4. Juni abhin wurde er zu Frankenthal wegen zweier
hedeulender, winlels Einsteigens und Einbruchs verüster Diebstähle
nit 18jährigem Zuchthaus und 10jährigem Ehrenverluft bestraft.
xr ergriff hiegegen Berufung, vermuthlich nicht so fest in der
doffnung, kine Strafermäßigung zu erlangen,“ als vielwehr in der
ẽkrwattuig, während der Zeu bis zu seiner definitiven Aburt Jeilung
in der Untersuchungshaft eher eine Gelegenhett zu einem Fluch!⸗
Jersuche zu eriangen. als wenn er einmal wieder hinter den festen
Mauern des Zuchthaufes sitze. Seine Berufung wurde, wie vor⸗
auszusehen, am juͤngften Sanstag verworfen, und fün seinen siche⸗
en Transport nach dem ihm nicht unbekannten Zuchthause in
Zaiserslauiern wird die k. Gendarmerie seinen „Fähigkeiten“ ent⸗
prechende Vorsorge treffen. (J. 8.)

Kuse'nl, 9. Juli. Seit bielen Jahren zum ersten Mal⸗
vleder wurden die Bewohner hiefiger Stadt gestern Abend durch
die Kunde einer grauenhaften Mordthal erschreckt. Ein hier wohnender
Maurer aus Schellweiler, Namens Gillenberger, erdrofsellte seine
Frau. Kurz vor der That soll Leßtere noch für ihren Mann
Hranniwein getauft hoben; es mußte demnach sogleich auffällig er—
deinen, als Gillenberger zu Nachbatsleuten sagte, seine Frau fei
zestorben. Der Leichenbeschauer bemerkte dann die Spuren der
hewaltihat. Die eingele lete Untersuqung wird hoffentlich den
Thatbestand ermitteln, der U:belihäler aber die gebühr ende Straft
inden. Nachtraglich erfahren vit, daß der Morder bereits die
That eingestanden hat. (K. 3.)

tRammelsebach, 8. Juli. Zum 4. Glangau · Säanger⸗
est dah'er am Sonntag den 14. Juli, haben sich 18 Vereine mit
150 aitiven Sangern angemeldet. Es werden dtei Gesammtchöre
und sechzehn Einzelchoͤre gesungen werden.

pRaisersiaguiern, 8. Juli. Das fünfjährige Söhm
hen des Gäriners Ziemer fiel am verflossenen Samstag in der Nähe
der Orth'schen Fabtik in die Lauter und eitrank, obwohl dasselde
durch einen Voruͤbergehenden hätie gerettet werden können, der
sedoch zu naß geschwitzt war, um in's Wasser zu gehen!“ wie er
sich äußerte. — Als der Polizist Hr. Laudenkloos Kenniniß von
dem Unfalle erhielt, sprang derselbe trotz feines eigenen Leidens,
jn's Wasser und holte das Kind heraus; leider war daßselde
hereiis eine Leiche. (Pf. Vztg.)

fVom Haardtgebirg, 9. Juli. Der Sauerwurm
virthschaftet an den Rebsiöcken so verheerend, daß ganze Weinberge
nicht von Ferne so viel Ertrag liefern, um die Kosten des Baues
zu vestreiten. Der sauere 77er wird jetzt füß und zieht im
Preise an. (Rh.)

aIn Speier hal sich am 9. d. M. der Vorstand der
Reichsbanknebenstelle Speier, Georg Lichtenbecger, in seiner Woh—
aung erschossen; er soll in letzter Zeit Spuren von Geistesstörung
gezeigt haben. — In Schalloden bach hat sich am nämlichen
Tag der Wirth und Bäcker Daniel Weisenheimer erhängt.

feFrantfurt a. M., 10. Juli. Heute Abend, 5. Min.
nach 6 Ühr, drach in dem Staditheater, in welchem gegen
värtig die „Meininger“ Vorstellungen geben, Feuer aus, und
war unter dem Dache. Das Publikum, welches bereiis zahlreich
im Hause versammelt war, konnte ohne Unfall das Freit gewinnen.
Den angestrengten Bemühungen der Feuerwehr gelang es, das
Feuer auf den Dachstuhl des Gebäudes zu beschränken, so daß um
71/13 Uhr jede Gesahr eines weiteren Umsichgreifens des Brandes
befeitigt war. Die Vorstellungen dürften auf alle Fälle für einigt
Zeit unterbrohen sein.

Bamberg, 5. Juli. Gestern fand am diesigen Stadt⸗
gerichte eine Monstreverhandlung wegen Verkaufs verfälschtet Lebens⸗
nittel, Schmalz und Butter, statt. Es waren 80 Beschuldigte
zeladen, von denen nur der kleinste Theil freigesprochen, der bei
Weitem größere aber mit Freiheitsstrafen bis zu 14 Tagen und
mit Geldstrafen bis zu 30 Mark belegt wurde. Als Curiosum
aus dieser Verhandlung sel besonders erwähnt, daß einer der Ver—
artheilien eine Scheibe angeblich gutes Schmalz auf dem hesigen
Biciualienmarkte ausgeboten hatte, welche nach der chemischen Unter⸗
suchung aus 99 pCt. Rindstalg und 1 pCt. Schmutz bestand.

fBerlin, 6. Juli. EEin Haus für drei Mark.) Alt
Aur osum mag die Thatsache angeführt werden, daß in einem am
Mittwoch anf dem Stadtigericht angestandenen Subhastationstermint
das Haus Breslauerstraße 4 zu einem Alleincebot von drei Marl
losgeschlagen wurde; allerdings hatte der Käufer, ein Rentiet
Zrüger, eine erste Hypothet von 45, 000 Mark an dem Hause.

fBerlin. Ein für Haushaltungen höchst wichtiges Pa⸗
sent ist in diesen Tagen ertheilt worden. Emil Lingner (Firwma
Hoftapezirer A. Wolter, Charlottenstraße 30) hat naämlich die Er—
a ndung gemacht, mittelst eigenthümlich construirter Gardinenstangen,
Vardinen, Rouleaux und andere Fensierde'orationrn deratt an den
Fenstern zu befestigen, daß sie vermittelst eines einzigen Feder
drucks entfernt und später wieder desestigt und so die delorationb
sreien Fenster dann, ohne die Dekorationen irgendwie zu schädigen
zeöffnet, gereinigt und jeder anderen Manipulation unterzogen wer⸗
den können. Die Bedeutung dieser Erfindung ist einleuchtend.
        <pb n="395" />
        4 Wie die in Berlin erscheinende „Deuische Zeitschrift für
zraltische Medizin“ meldet, hat das preußische Kultusministerium
en deutschen Universitäten den Vorschlag zur Begutachtung unter⸗
reitet, um die Universitäts-Ferien abzulürzen und einheitlich zu
regeln, das Winters⸗mester vom 1. Oktober bis Ultimo Febtuar
and, das Sommersemester vom 1. April bis Ultimo Juli dauern zu lassen.

F Ein Kongreßhund. Die Berliner „Volksztg.“
chreibt: In den Ressaurauts der Friedrichsstadt produzirt sich seit
iniger Zeit jeden Abend ein ältlicher Herr mit seinem Pudel und
erregt mit der Dressur desselben stets schallendes Gelächter. Der
Borgang ist folgender. Nachdem er dem Hunde eine kleine mit
Flittern besetzle Jocke angezogen, macht derselbe auf das Kommando
schön.“ „Was sagt Bismark zum Kongreß?“ — Der Hund
rütielt sich. „Was sagt Rußland?“ — Levhaftes, anhaltendes
Zellen. „Was sagt Oesterreich?“ — Der Hund legt den Kopf,
lang auf den Boden ausgestreckt, zwischen die Vorderpfoten und blinjelt
nit den Augen. „Was sagt Frankreich? Der Hund macht sehr
schön. „Was sagt der Türke?“ Der Hund vergißt alle Dressur
ind fängt zum Entsehen aller Anwesenden laut an zu heulen. —
gur Ruht gebracht, derlürdet der Meister den Sctlaß der Vor
Tellung und hebt mit der Frage an: „Nun, was sagt Rumänien,
Montenegro, Serbien und Griechenland?“ — Der gelehrige Hund
nimmt als Unwort den Schwanz zwischen die Hinterbeine, geht
angsam zur Thür und ma ht durch Kratzen an derselben bekannt,
daß er gerne in's „Freie“ möchte. Bemetkenswerth ist, daß der
Figenthümer des Hundes einen Gewerbeschein mit sich führt.

fFParis, 0. Juli. Gestern ist wieder ein Exrpreßzug
wsschen Tarragona und Barcelona (Spanien) von Räubern ge⸗—
olündert worden. Das Gesindel nabm den Reisenden Geld, Werth⸗
zegenstände, Geschmeide u. s. w. ab, fügte sonst aber keinem ein Leid zu.

Der Schah hat während seiner Anwesenheit in Paris
aicht weniger als 5400 Briefe aus allen Theilen Frankreichs, zu⸗
neist aber aus der Haupistadt erhalten, welche sämmtlich Bitten
im Geld enthiellen, und zwar wurden die verschiedensten Summen,
yon 50 Francs bis zu — drei Millioren von ihm erbeten. Die
Zesuche waren in der mannichfachsten Weise molivirt: die Einen
hzaten blos um Unterstützungen, die Anderen um Geld zum Gründen
zon Unternehmungen; Einige aber proponirten dem Schah eine
Tommandite und wollen ihn an dem unagausbleiblichen Gewinne
Untheil nehmen lassen. Nach einer vorgenommenen annäherungs⸗
weisen Zusammenzählung aller begehrten Summen brachte man
die neite Ziffer von 80 Millionen heraus.

Die gewöhnliche Bevölkerung von Pariis beträgt ungefähr
2,000,000 Einwohner. Nach einer von der städtischen Verwaltung
ungeordneten Aufstellung hatte aber Paris am 1. d. Mis. nich
weniger als 3,200,000 Meuschen zu bekoͤstigen.

FVenedig, 4. Juli. In ganz Venetien hat sich eine Ver⸗
chwoͤrung gebildet gegen die sogenannte „Regia“, welcher das Ta⸗
zalsmonopol vom Staate übertragen ist. Diesebe hat nicht blos
den Preis der Cigarren bedeutend erhöht, sondern auch den Con⸗
umenten eine bedeutend verschlechterte Waare seit einiger Zeit ge
doten, so daß sich nun aller Orten „Anirauchklubs“ gebild⸗t ha⸗
zen. In Padua liest man an allen Straßeneden: „Wer am
Tage raucht, wird des Nachts geprügelt“, höflicher sind die Plakate
in Rovigo, welche die Bürger ersuchen vom 1. Juli an ja keine
F'garre mehr zu rauchen. In Mira fordern häuserhohe Affichen
nit Riesenletiern alle Einwohner auf, das Beispiel Mailands nach⸗
juohmen und die Cigarren zu verbannen. während Vieifenrauchen
aoch erlaubt ist.

f Großes Brandunglück. Aus Riga kommt die Nadricht,
daß in dessen Nachbarstadt Jalobstadt am 30. Juni ein Brand
uusgebrochen ist, welcher von den circa 460 Häusern 300 ver
aichtet hat. Der Riga'schen Zeitung wird über diese Katastrophe
X
Düna bis zur Straße hinter dem Oberhauptimannsgericht bildet
Jakobstadt einen Trümmerhaufen. An öffentlichen Gebäuden sind
»as Rathhaus, die Rente, die steinerne griechisch- orthodoxe Kirche,
vas Stadtgefängniß, das Oderhauptmanusgericht und eine steinerne
Kaserne ein Raub der Flammen geworden. Der Schaden, den
das Feuer angerichtet, ist sehr bedeutend. Man schätzt auein den
Werth der niedergebrannten Immobilien auf eine halbe Million
Rubel. Von den Mobilien baben Viele nur wenig oder sast gar
aichts gerettet.

f Sind das noch Menschen? Folgende scheußliche Geschichte,
zxzählt ein Korrespondent aus Charkow in der „Zig. f. St. u. L.“,
zoll im Poltawaschen Gouvernement passirt sein, welche die in
Zleinrußland herrschende Rohheit und Unbildung aufs Traurigste
harakter sirt. Die Burschen und Mädchen eines Dorfes versam⸗
nelten sich zu einem geselligen Abend, wie sie von Goszol vielfach
jeschildert worden sind. Die Burschen stehlen gemeinsam ein Lamm,
im es mit ihren Dorfschönen zusammen zu verspeisen; eines der
mnwesenden Mädchen verweigerte jdoch die Theilnahme an dem
Mahle, da sie nichts „Gestohlenes in den Mund nehmen wolle,“
ersprach jedoch, über das Geschehene nichts laut werden zu lassen.

Nicht zufrieden damit, berielhen sich jedoch die Bauernjunglinge
darüber, wie sie sich am besten ihres Stillschweigens versichern
tönnten und beschlossen, die Unglückliche lebendig zu begraden. So—
gleich rissen sie die Diele der zum Versammlungsort benutzten
dütte, auf und begannen ein Loch zu graben. Das unglückliche
Mädchen trat dazu und fragte, wozu das Loch dienen solle. „Um
das Fell und die Knochen des Lammes darin zu verbecgen,“ lau⸗
iele die Antwort, so daß die Ahnunzslose an ihrem eigenen Grabe
mitzuarbeiten begann. Plötzlich jedoch fielen die herzlosen Scheu⸗
'ale über die Unglückliche her, hieben ihr, da das kräftige Mäd⸗
chhen fich zur Wehr setzie, Arme und Beine ab, warfen Alles mit
—XVD
zurück, nachdem sie sich gegenseitig Schweigen gelobt haiten. Aber
die Greuelihat sollte nicht unentdeckt bleiben; ein 7 jahriges Mäd—
hen, welches nach kle nrussischer Bouernfitte im Ofen die Nacht
derbracht hatte und von den Mördern nicht bemerkt worden war,
perrieth der Mutter der Ermordeten wie der herbeigerufenen Obrig—
eit den Oct, wo das unglückliche Bauernmädchen verscharrt wor⸗
den war.

Wegen Zweiweiberei wurde in New-York ein
zeulscher Hausirer verdonnert. Der Richter hielt folgende Ansprache
in den Delinquenten: „Könnte ich verordnen, daß Sie mit Ihren
jeiden Frauen leben müßten, so glaube ich, wäre dies die schwerste
Strafe, die ich Ihnen geben könnte. Es kommen bei Ihnen mil—
zernde Umstände in Betracht und ich verurtheile Sie daher zu
ünfzehn Monaten Zellengefängniß.“

Melbourne, (Australien) 4. Juli. Es ist nunmehr fest
zeschlossen, im Jahre 1880 hier eine inlkernationale Ausstellung
ibzuhaiten. Die Einladungen zur Einreichung von Bauplänen für
Zas Ausstellungsgebäude sind bereits etlassen, auch der für die Aus⸗
dellung erforderliche Platz ist schon gemiethet.
Literarisches.

Illust rirte Frauen⸗Zeitung. (Preis vierteliährlich 2 M. 50 pf.
Die neueste Mod en⸗NRummer (25) enthält: Bade⸗Costiüme, Strande und
zromenaden⸗Toileilten für Erwachsene und Kinder, Morgenröcke in Prinzeß-
orm und mit Jacke, einzelne Anzuge mit Ueberkleid oder Paletot, Hute,
Schleier⸗Coiffüre, Kragen, Manscheiten, Taschentücher, Cravaten, Cravaten⸗
rẽnden, Corfet und fußfreier Unterrock. Fur Babies: Hüte, Stiefelchen und
Jäckchen. Haus⸗- oder Reisemütze und Socke aus Leinen für Herren.
Schlummerrolle, Decke in Filet⸗Guipure, Korb⸗ oder Nähtischdecke, Vöffel⸗
„der Schlusselkorb, Wäschebeutel, Arbeitsbeutel. Bordüren in Kreuzstiche und
oppelsertigem Siickstich. Spiten und Einsätze in Häkel⸗ und Stridarbeit,
ruch Durchzugarbeit in Tull ec. ꝛc. mit 72 Übbildungen und einer Beilage,
uthaltend 14 Schnittmuster, verschiedene Mustervorzeichnungen, Namens-
Thiffren in Kreuzsiich⸗ und Weißstickerei, sowie ein Alphabet in Kreugzstich-
ticerei; ferner ein Modenkupfer. — Die neueste Unterhaltungs⸗Num⸗
ner (26) enthalt: Santa. Eine corsische Geschichte von FJ. von Stengel. —
de ilbronn. Von Eduard Paulus. — Frauenarbeit und Frauenschmuck auf
der Pariser Weltausstellung. Von Julius Lessing. J. — Aus der Frauen⸗
velt. — Verschiedenes. — Wirthschaftliches: Das englische Luncheon. —
Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen: Auf
der Reiherbeize. Von W. Räuber. — Das Rathhaus zu Heilbronn. Von
ß. Burmeistet. — Der Georgsbrunnen und die Franziskanerkirche zu Heil⸗
zronn. Von P. Burmeister.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Notämtter
Fur die⸗e Medoction verantwortlich F. Xx.*
Es ist allenthalben eine nur all zu berechtigte Klage, daß es fasi
unmözlich ist, einen reinen unverfälschten Wein zu bekommen und
varen die bisherigen Versuche, sich darüber, eine Geweßheit zu
zerschaffen, in den meisten Fällen sieis nur unsicher, in jedem Falle
iber sehr theuer und zeitraubend. Dieser Mangel ist jetzt durch
zine neu erfundene und in mehreren Staaten patentirte Weinprobe
zesefigt, indem mil Hülfe dieses Apparats und der dabei befindlichen
Unletung, welche mit Rücksicht auf die Resultate der neuesten physi⸗
alischen und chemischen Focschungen erster Fachgelehrten geprüst ist,
Jedermann Gelegenheit hat, jeden Wein, sowohl auf Fälschung im
Allgemeinen, als auch auf einzelne fjremde und meist schädliche Sud⸗
tanzen insbesondere zu untersuchen.

Es darf daher diese Weinprobe Allen, welche nur irgendwie
handel mit Wein betrebben, sow'e dem gesammten Wein consu⸗
nirenden Publikum durch ihre auß'rordentliche Zweck näßigkeit auf
dak Moste empfoklen merden.

Nn 2

Die in unserem gn Blatte befindliche Gewinn⸗Mittheilung des
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachten.
dieses weltbekannte Geschäft befteht weit Uber 50 Jahre und hat
einen Kunden schon die größten Hauptgewinne von. Mark 360,000.
270,000, 246, 000, 225, 000, 183, 000 180, 000, 156,000, oftmals 152,000,
50,000, 90,000, sehr häufig 78,000, 60,000, 48,000, 40,000, 36,000
Nark ꝛc. etc., vor Kurzem schon wieder die große Prämie von 252,400 M.
ind kurz vorher ebenfalls die große Prämie von 246,000 Mark, über⸗
zaupt in der letzten Zeit die Summe von weit über 2113 Mill. ausbezahlt, wodurch
iele Leute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jett sind nun wie der für einen
seringen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 450,000 Mark,
vorauf wir besonders aufmerlsam machen. Auch bezablt dieses Haus
urch seine weitverbreiteten Geschaftsverbindungen die Gewinne in jedem
Orte aus. Da durch die getroffene großartige Einrichtung in Ver—
nehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
st, wog man dem Glucke die Hand bieten und sich vertrauensvoll an die
jirma Laz. Sams. Cohn in Hamburag wenden, bei der man gewissen⸗
raft und prompt bedient wird.“
        <pb n="396" />
        Bierbrauerei St. Ingbert.
Gartenwirthschaft.
Sonntag, 14. Juli, Nachm. 83 Uhr bei günstiger Witterung

Gesohafts- Empfehlung.
WEinem verehrlichen hiefigen, wie auswärtigen Publilum hier—
mit die ergebene dlachricht, daß in meinem elterlichen Haufe mich als
m⸗— Sattler &amp; Tapezierer —
ttabtirt habe und bestrebt sein werde alle werthen Aufträge zu—
vollsten Zufriedenheit der Auftraggeber auszuführen.

Indem billige Vreife zufichere, empfehle mich einem geneigien
Wohlwollen bestens.
St. Ingbert, 9. Juli 1878.

CONOBERF
uusgtsührt von der Zägercapelle Imeitrückken.
gesũt . * Iu
Geschäfts⸗Empfehlung.
Der Unterzeichnete empfiehlt sich dem hiesigen, sowie auswaͤr⸗
ligen Publikum als
GIaser meister
und sichert reelle und gute Bedienung zu.
Si. Ingbert, den 4. Juli 1878. AM. Hupp.
NB. Weine Wohnung befindet sich in der Kohlenstraße bei
Herrn Georg Klein.

Achtungs voll st

Julius Ehrhardt.

b. redrich Schwarz. 10. Katharinu
T. v. Peier Schäfer. 12. Philipp
5. v. Daniel Leonhardt. Marga⸗
etha, T. von Joseph Wagner. 183.
Johann, S. v. Johann Morlo. 18.
hhilippine, T. von Johann Gülcußg
Fohamta, T. von Jakob Eisel. 16
deinrich, Sohn von Georg Wagner
Nagdalena, T. v. Pet. Jos. Mojes
beriha. T. v. Nil. Redel et Jung
Johann, S. v. N. Nedel et Detemple.
7. Ludwig, S. von Johann Buser.
8. Katharina, FX. v. Joseph Metz
19. Alwina, T. von Karl Heiderich.
*rida Elijabetha, T. v. Joh. Thierd.
OD. Katharina, T. v. Philipp Metz
21. Peter, S. von Johann Thiery
dudwig, Sohn v. Ludwig Schwarz.
Pikolaus, S. v. Peter Zimmermann
22. Georg und Helene, Zwillinge v
Beorg Schmiti. Adolf S. v. Jakob
Schweitzer. 24. Joh., S. v. Jal. Zanz
Johann, S. v. Nikolaus Ripplinger
Fohanna Julianna, T. v. Peter Uhl
ßeier, S. von Peter Heinrich Latz
Maria, T. v. Joseph Ochs. Ludwig
Augufi, S. von Franz Fuhrmeister.
Franz Jos., S. v. Michael Paulus
36. Johann, S. v. Nikolaus Stolz.
37. Maria, T. von Peter Schmiu.
28. Magdalena Kath., T. v. Johann
Thristian Kausch. Ludwig Peter, S
o. Ludwig Werner. 20. Peter, S
von Peiter Wagner.
L. Eheschließungen:?

4. Juni. Daniel Schmidt mu
Barbara Sandmeier. 6. Peter Karl
Zopp mit Anna Maria Zepp. 14
Tarl Düpre mit Christina Damerus.
18. Joh. Jos. Peterß mit Margaretha
zenanni Katharina Seel. Georg
pink mit Karolina Beck. Chrift.
quckas mit Gertr. Meier. 25. Franz
Quirin mit Amelia Mertz.

O. Sterbfälle:

4. Juni. Elisabetha, 16 J. alt,
ledig, T. v. Johann Schweitzer. 5
Nikolaus, 3 M. alt, S. v. Georg
Allar. 6. Anton Schenkelberger Wm
58 J. alt. 7. Maria, 2 J. 8 M.
alt, T. v. Heinrich Burley. Katha⸗
rina, 4M. alt, T. v. Theodor Thiel.
3. Barbara, 2 J. 6 M. alt, T. v.
Beorg Paul. 9. Johann, 1I3. 4 M
alt, S. von Johann Schmitt. 10
Anna, 5 M. all, T. v. Johann Ripp⸗
inger. Margaretha, 1 M. 14 Tag
alt, T. v. Apollonia Frisch. Joham
Rlemmer, 53 J. alt. 11. Joseph
Best Ww., 73 7 alt. Katharina
Buch, 43 J. alt, Ehefrau von Mich
xller. 12. Georg, 1J. 8 M. ali
S. v. Joseph Schmelzer. 13. Wil⸗
jelm, 43. alt, S. v. Wilh. Schmelzer.
14. Barbara, 4 J. alt, T. v. Peter
Schein. 15. Georg, 1 J. 3 M. alt,
5. v. Peter Wagner. 17 JohannPeter
Unbehend Ww., 78 Jahr alt. 18
Farl Dupre, 26 J. alt. Anna,!
J. 10 T.alt, T. v. Heinrich Jung
Margaretha, 10 M. alt, T. v. Jos
Bastian. Elisabetha Gedeis, 41 J.
alt, Ww. 1. Ehe b. Wigand Schiva
2. Ehe von Christian Dawo. 109.
ẽlisabetha, 8 M. alt, T. v. Heint
Schmitt. 21. Jakob Schmitt, 21
J. alt, Bergmann. 24. ESlisabetha
IJ. alt, T. von Peter Ecker. 28
BZeorg Schenkelberger Ww., 10 3
alt. Nikolaus Danzer, 16 J. all.
Schreiner. Peter Joseph Martin
18 Jahr altb Schmelzarbeiter. 27
Maria, 2 J. alt, T. v. Johann Jang
Jakob Schneider, 68 J. alt, Gerber.
30. Margareth, 19 Tage alt, T. v
Joseph Wagner.

St. Ingbert, 6. Juli 1878.

Der Siandesbeamte: Custer.

Do suh mos!
Unserm Freund Heinrich T..
Un a noch dem ditto P.....
Wünsch' mer zu Ihrem Namens⸗
Blud u's Bescht! sescht
Un e dununerud dreifcch Hoch!!!
Rufen 'mer a noch hinnenoch.
K. F. G. K. J. K. W. B

Die

Weinprobe

Deutsches Ræichenutent)

Appoarat nebst Anleitung zur

Prutung, des Weines

auf Fälschung.

Allein zu haben bei or 8172)

Em. Ueuburger in Mainz.

Preis per Stück V. 2.50 gegen

Nachnahme.

Mittel gegen Trunk⸗

sucht.

Trunksucht, wodurch Tausender
Familienglück und ehelicher Frie⸗
den gestoͤrt, wird durch mein der
Gesundheit unschädliches Mitiel,
das mit oder ohne Wissen des
Trinkers genommen werden kann,
geheilt.

Johannes Seifert, Droguist
Berlin, Lothringer⸗Sir. 50.
*) Wissenschaftlich geprüft u.

zestens empfohlen von Dire ctor

Dr. Werner, vereideter Chemiker.

Frucht Bros in
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zweibrücken vom 11. Juli.
Weizen 11 M. 33 Pf. Korn
8 M. 26 pf. Gerste Zreihige
— M. — Pf. Gerste *Qreih.
— M. — pf. Spelz 7 M.
23 Pf. Hafer 7 M. 66 pi.
Heu 1 M. 90 Pf. Stroh 2
M. — Pf. Kartoffeln 2 M.
30 Pf. Weißbrod 1/ Kilog.
55 Pf. Kornbrod 8 Kil. 76. 2 Kil.
51Pf. ditto 1 Kilo. 26 Ppf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 93 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf. 2.
Dual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 60 Pf. Schweinefl. 60 Pf.
Butter 1M. 10Pf. per Pid.

Auszug

aus den Registern des Standeßamts⸗

bezirls St. Ingbert

pro Juni 1878.

A Geburten?

1. Inni. Karl, S. v. Paul Buch⸗
seit. Margaretha, T. v. Peter Ripp⸗
inger. 2. Ludwig, S. von Peter
Dielforter. 3. Friedrich, S. v. Jal.
duber. Ludwig, S. v. Val. Kraus
qtaria, T. v. Franz Best. 4. Johann,
5. v. Joh. Peters. Gustav Adolf,
5. v. G. A. Kittelberger. 5. Jakob,
5. v. Jakob Schmitt. Carl, S. v.
Jakob Stegner. 6. Peter, Sohn v.
pßeter Weiser. 7T. Anna, T. v. Georg
Appel. 8. Karolina, T. v. Johann
Tichter. 8. Elisabetha Magdalena,
F. v. Ludwig Ottmann. Elisabetha,

J.X. v. Jakob Emmes. 9. Carl, S.
ö— — —— — —— — — — — —
Fedallion Txud und Verlag von F. Xx. Demet in St Ingbert.

c
herzogt. Braunschw. Landeslotterie
vom Staate e oeg und garantirt.
Diefelbe besteht ous 66, 000 ODriginal⸗Loosen und
AA, I00 Gewinuen:

1 Haupitreffer eb. 450, 000, 1 Haupitteffer à 12,000,
1 à 300.000, 22 .10,000,
1 50,000, 8000,
80,000, 6000,

20,000, 5000,
—AXW 4000,
400. 3000,
25,000 2000,
20,000, 1000,
15,000,.
Reichs-Matkeu. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. und 19. Juli I828,
zu welcher ich Frigimnas⸗ Coose
Ganze Salbe Viertel Abctel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß. versende.
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis!
8ilĩus,.
r der Braunschw. Landes:Lotterie
re vrnsehweicgßß.

4

Glück und Segen bei Cohn!
neErste Gewinnziehung der allerneuesten
Geldverloosung.

h Der einaie Veg füur Jedermann um bei heutigen
Heschasisverhältnissen sich für einen unbedeutenden Geldbetrag event.
ein großes Vermögen zu erwerben ist: sich zu dieser vorthellhaften
Geldderloosung Originalloose bei mir zu bestellen.

Die von der hohen Landesregierung eingerichtete und garanlirte
große Geldverloosung, in welcher die Gewinne im Ganzen die
roßartige Geld Summe von mehr als

S Millionen 800,000 Mark,
betragen, enthält nur 86,000 Loose und werden in wenigen Monaten in
Abiheilungen im Ganzen 44,500 Geldgewinne sicher gewon⸗
nen, worunter namentlich folgende große Hauptgewinne:
dgroßer Hauptgewinn und Prämie event. M. 450,000, spec. M. 300,000,
150,000, 80,000, 60, 000, mehrmals 40,000, 30,000, 25,000, viele Ge—
winne von 20,000, 15,000, 18,000, 10,000, eine sehr große Anzahl von
3000, 6000, 5006, 4000, 3000, 2000, 1000, 500 ꝛc.
Die Gewinnziehung dver ersten Abtheilung ist amtlich festgestellt auf
den IS. und 19. ds. Mta.
zu welcher ein viertel mit Staatswappen versehenes Originalloos
nur 4 MarIX KRostot-
und sende ich diese Original-Loose gegen Einsendung des Betrages in
baarem Gelde oder in ———— —— oder auf Wunsch auch gegen
Postvorschuß den geehrten Auftraggebern sofort zu. Ebenso sende ich die
amtliche Gewinnliste und die Gewinngelder sofort nach der Ge⸗
winn ziehung jedem meiner geehrten Aunden prompt und verschwiegen
zu. Durch maͤne ausgebreitelen Geschäftsver bindungen überall kann man
uch jeden Gewinn in seinem Wohnort ausbezahlt erhalten.

Agede Bestellung kann man auch zur Bequemlichkeit einfad
auf eine Vosteinzahlungskarte machen.

TLouæ. Scums. Colim, in Hamburq-
Haupt⸗Comptoir und Bankgeschäft.

Es ist welibe lannt, daß ich meinen Lunden im Königreich Bayern
amamtuchen Gewinnlisten übersO Mal die groößten Haupttreffer
ind vor Kurzem schon wieder 2 Mal die aroße Prämie baar ausbezahlt habe.
        <pb n="397" />
        2 —
—— —
der St. Jugberter Auzeiger und das (Z mal möcheutlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatit. (Sonntags mil illustrirter Vei⸗

lage) erjscheint woͤchentlich viermalz Dieustag, Donnerstag, Sa nstaz und Sonntag. Der Abounementsvreis betragt rierteljahrlich

Mark 40 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auzwärts uit 15 Vfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Reclkamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 110. ——— 2 —“V Ernu⸗g, den T. Juli. — F F 1878.

2*
—
Deutsches Reich.
Nertin 11, Juli. Die heutige 18. Kongreßsitzung begamm
um 2 Uhr und schloß gegen 524 Uhr. Beaconsfi⸗ld wurde aber—
muals durch Unwohlsein von“ derselben ferngehalien. — In der
jeutigen Sitzung wurde die Lefung des Vertrages bis auf ein'ge
unwesentliche Puulte, die in der Samslagssitzung erledigt werden
sollen, beendigt. Morgen findet leine Sitzung statt, sondern wird
zie Ausfertigung der Vertragsexemplare vorbereitet. Die Unter⸗
eichnung des Vertrages nund der Schluß des Congrefses dürften am
Samstag erfolgen. Die Kongreßmitglieder gedenlen theils Samstag
Abend, theils Sonntag Berlin zu verlassen. *
Ausland.
Wien, 11. Juli. Die ,„Polit. Corresp.“ läßt sich aus
Berlin von heute melden: Vor Schluß der gestrigen Kongreß⸗
atzung stellte Gortschaloff, nachdem die Stadt Olti difinitiv Rußland zu⸗
erktannt, die Frage betreffs Batunmis erledigt und schließlich die wichtige
Frage der Capitalisirung des bulgarischen Tribuis in Verhandlung
genommen war, den Antrag auf Neutralisirung der Umgebung der
Schiplapässe, wo die Gebeine so v'eler russischer Opfer ruhen. Da
die Türken aus strategischen Rüchsichten gegen den Antrag opponirten,
so wurde die Entscheidung dieser Ftage vorbe halten. Je naͤher der
Abschluß der Kongreßarbeiten herantückt, desio unverlennbater wird
die Mißstimmung, welche einige hervorragende Zwischenfälle der
lezlen Zeit in einzelnen Kreisen des Kongreffes hervorgerufen
haben. — Aus Serajewo vom 10. d. wird der Pol. Corr.“ mit⸗
getheilt, daß sich die Aufregung der dortigen Bevölkerung über die
Nachrichten vom Kongresse nun wieder vollkommen beschwichtigt habe.

Parit. Gesen die social⸗ demokratische „Egalitö“ sind
wegen füunf verschiedener Artikel strafgerichtliche Verfolgungen ein⸗
geleilet, auf Grund deren das Blalt vor dem Zuchtpolizeigerichte
und auch vor den Geschworenen erscheinen wird. Es sind ihm
nämlich fünf verschiedene Vergehen zur Last gelegt: Aufreizung det
Bürger zu gegenseitigem Hasse, Verherrlichung von Handlurgen,
welche das Gesetz als Verbrechen bezeichnet (Nanisest an die deutschen
Social⸗Demolraten aus Anloß des Nobiling'schen Attentats), An⸗
griff gegen das Eigenthum, Veröffentlichung eines Artilels mit der Unter⸗
schrift einer Person, welcher die bürgerlichen und saatsbürgerlichen
Rechte aberlannt worden siad (Plyses Reclus), und endlich Auf⸗
ceizung zum Ungehorsam gegen das Gesegt.

London, 11. Juli. Ein in der zweiten Ausgabe der
„Times“ enthaltenes Telegramm aus Sidney vom heutigen meldet
den Ausbruch eines Aufstandes der Eingebotenen der französischen
Tolonie Neu⸗-Caledonien gegen die doitigen Behörden. Die
Eingeborenen hätten gegen 125 Weiße, darunter Frauen und
Kinder, ermordet und zwei Militärstationen eingenommen. Ein
französischer Oberst sei gefallen. Die nach Caledonien deporlirten
Theilnehmer am Commune- Aufstande und andere Sträflinge hätten
an der Bewegung nicht theilgenommen.

Vermischtes.

Durch das Maljausfschlaggeseß sind die pialzischen Hef e⸗ und
xasigfabrikanten in die mißlichsie Lage versetzt, da fie durgF diese
Steuerlast nicht mehr concurrenziähig sind. Während der Beauer
dei der Ausfuhr des Bieres Rückbergütung der Steuer erhält und
bei Einfuhr sog. ausländischer Biere eine Einfuhrsteuer erhoben
wird, haben die obengenannten Fabriken keinerlei Vergünstigungen
ihnlichers Art. Die Pfalz führte bis jetzt namhaft Hefe in die Nachbar⸗
lander aus, wo das Produel gerne gekauft wurde. Da nun eine
Ruͤckvergutung des Malzaufschlags nicht gewährt wird, ist dieser
handel wie adbgeschnitlen, denn Hessen, Baden und Württemberg
erheben von den Hefefabrikanten keine Malzsteuer. Die Auflage,
welche in der Form des Maljaufschlages mit ca. 20 -30 pCt. das
Prodult trifft, macht natürlich mu jenen sieuerfreien Geblelen den
dandel unmoöglich. Aber auch in der eigenen Provinz wird der
Absatz auf das Schwerste bedroht Außerpfätzische Hefe wird
deuerfrel in die Pfalz eingelassen. Das ist eine Concutrenz, da
ein Widerstand geleistet werden klann. Vergebens haben sich die
Fabrikauten um Aufhebung dieses Mihstanden an die lgl. Regierung

gewendet. Jeht veisuchen sie ihr Glüd bei dem Landtag. Die
kingabe beanttagt als Nachttag zum Malraufschlaggesetz. daß die
zenannten Gewerbe vom Malzaufschlag vollständig zu befreiin oder
durch Erhebung einer Uebergangsabgabe beim Eingang des aus⸗
ündischen Fabrilats und Sieuerrückvergütung beim Expott iman-
discher Erzeugnisse vor dem Untergange zu schüten seienm Hoffent⸗
lich ist dieser Schritt von Erfolg. J J
In Flommers heism werden die neuen Kartoffeln mit
3 M. per Centner dezahlt und wurden bereus arößere Parthien
zu diesem Preise versendet.
r.Speler, 10. Juli, Auf der Gewecbe⸗Bank hier wurde
heute eine salsche 20 Mark-Note zurüdgewiesen. Die Hecstellung
derselben scheint auf lithographischem Wege siatigefunden zu haben.
Das Wasserzeichen fehlt, und die Farbe ist duͤnkler als die der
Aechten. Die Fälschung ist bei genauer Vergleichung mit ächten
Scheinen leicht erkenntlich. 6Sp. 3.3
Saarlouis, 11. Juli. Heute Morgen 8 Üühe brannte
im Dorfe Roden ein kleines, einstöckiges Hauschen ab, das erst im
borigen Jahre, nachdem es durch Btand zerstört worden, wotandi
neu aufgebaut warden war. Leider war das Feuer bereits so weů
vorgeschritten, daß das ebenet Erde schlafende Ehepaar nur mit
Mühe gereltet werden konnte; ein bei demselben schlafendes kleines
dind wur schon beinahe erstidt und konnie nur mi Muühe in's
deben zurückgerufen werden. —Die drei älteren Kinder der Familie
aber, ein fünfzehnjähriges Mädchen und 2 Knaben von 4 und 8
Jahren, die zusammen in einem Beite, in der Mansarde schliefen,
ind mit ihrem Lager derbraunt, so daß sich nur die nebeneinandet
iegenden Gerippe fanden; jedenfalls waren dieselben im festen
Morgenschlafe erstickt, ehe die Flammen sie berührten.
ur die as ee6ccio
nek.

„Die in unserem heutigen Blaite befindliche Gewinn ⸗Mittheilung des
derrn Laz. Sams. Cohn in Hamburg ist ganz besonders zu beachien.
Dieses weltbekannte Geschäft besteht weit üder“ 50 Jahre und hat
einen Kunden schon die größten Hauptgewinne von Mark 360,000.
70000, 246000, 225,000, 1883 000 I80, odo, 186, odo ofimals 182.000
50.000, 80,000, iehr häufig 78.000 60,000, 48,000, 40,000, 36. dos
Mark ꝛtc. ꝛtc., vor Kurzem schon wieder die große Prämie von 252,400 M
und kurz vorher ebenfalls die große Präͤmie von 246,000 Mark, über⸗
haupt in der lehten Zeit die Summe von weil uber 2isr Mill. ausbezahlt, wodurch
ziele Leute zu reichen Capitalisten geworden sind. Jetzt sind nun wie der für einen
zeringen Einsatz große Capitalien zu gewinnen bis zu ev. 450,000 Mark,
vorauf, wir besonders aufmerlsam machen. Auch bezablt dieses Haus
zurch seine weilverbreiteten Geschäftsverbindungen die Gewinne in jedem
Drte aus. Da durch die geiroffene großartige Einrichtung in Ver⸗—
mehrung und Vergrößerung der Gewinne eine große Betheiligung zu erwarten
st, möge man ˖ dem Glücke die Hand bieten und sich vertrauensvoll an die
Firma da Sams. Cohn in Hamburg wenden, bei der man gewissen
raft und prompi bedient wird.“

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.

Donnerstag, den 18.
Juli 1878 Nachmittags 3 Uhr
im Cafée Oberhauser zu
St. Ingbert, wird auf Betreiben
von Johann Joseph Fiak sen.,
Rentner in St. Ingbert, Gläu⸗
biger, gegen die in Gant erklärie
Sophie Horst, ohne Gewerbe
in St. Ingbert wohnhaft, Wittwe
pon Jalob Bihy, weiland
Schreiner allda, in ihrer Eigen⸗
chaft als gesetzliche Vormündecin
ihrer minderjährigen Kinder So⸗
phie und Eusabeih Bihy, diese
als Erben ihtes Vaters, und, weil
auch eigenen Numens betheiligt,
gegen ihre Gantmasse vertreten
durch Carl Ambos, Geschäftsmann
in Zweibrücken, als provisorischer

J Massenverwalter — —chulduer
—, folgende zu der zwischen
den Ehe⸗leulen Bihy bestaudenen
Gũtergemeinschaft gehörige Liegen⸗
schaft im Banne von St. Ing⸗
bert, nämlich:

Pl.⸗Nr. 160. 2 a 89 qm
Flaͤche, ein sweistöchiges
Wohnhaus mit Laden, Ein—
fahrt, Hintergebäude und
sonst gen Zubehörden, ge⸗
legen an der Haupistraße
zu St. Ingbert neben Jo⸗
hann Hellenthal und Ge⸗
brüder Doerr, wegen nicht⸗

bezahlten Erwerbspreises im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
steigercung offentlich zum Verkaufe
ausgeboten und dem Meistbietenden
zum Eigenthum zugeschlagen.
St. Ingbert, 1. Juli 1878
Sauer, t. Notar.
        <pb n="398" />
        Au
Zur Wilhelms-Spende!

Am 20., 21. und 22. Juli d'eses Jahres soll nunmehr die
in allen Zeitungen angekündigie Wilhelms · Spende gesammelt werden.

In allen Städten und Dörfern des Deutschen Reiches, in
Schule und Haus, bei den Deutschen aller Religionsbelenninisse
sollen die Hände sich regen zur Darbringung dieser Spende.
Mann und Frau, Kind und Greis, ein Jeglicher soll bei⸗
feuern; denn nicht die Größe der Gabe, sondern das Gefühl, in
welchem sie gegeben wird, ist von Bedeutung.

Kein Wort ist genügend zum Ausdrucke des Schmerzes, daß
unser geliebler Deutscher Kaiser, der Einiger des Reiches, von ruch⸗
joser Hand verletzt wurde. Kein Wort ist genügend, um die
Freude auszudrücken und den Dank gegen Gott, daß das Leben
des Kaiserlichen Greises gerettet wurde. Wo aber das Wort vir⸗
sagt, ist zu allen Zeilen ein äußeres Opfer dargebracht worden.

So möge alld Jeder zur Wilhelms⸗Spende ein Kleines bei⸗
steuern — alle Zeichnungen über 1 Mark sollen augzeschlossen,
Pfennig · Einzahlungen zulässig sein — als Ausdrud dies Schmer jes
und des Leides, aber auch als Ausdruck der Freude und des
Danles, und jedes deutsde Gemüth möge sich daran erquicken, daß
es beitrug, seinem Kaiser für den Ihm von Einzelnen angethanen
Schmerz millionenfältige Freude zu dereiten.

Berlin, den 18. Juli 1878.

Im Nimen und Auftrage des vom General-Feidmarschall Grafen
von Moltke geleiteten Comitss fur die Wilhelm: Spende
der geschäftsführeude Ausschuß.

Militar boncert
ausgeführt von der ganzen Kapelle des 58. Chevaur—

leger⸗-Regiments unter Leitung des Stabstrompetere
SHerrn Sommer. —

(Bei eintreiendem Regen wird das Concert im Saale abgebalten.
Auf obige Anzeige Bezug nehmend, dürfte einem mrsiklieben—
den Publikum zur Nachricht dienen, daß die Kapelle des Herrr
Stabatrompelers Sommer sich eines allgemeinen guten Rufes erfreut
Man ist überzeuzt, das Niemand undefriedigt das Concert-Lolal
zerlassen wird, und sieht daher eines zahlreichen Besuches eutgegen.
—A yer bei Cohn!
Erste Gewinnziehung der allerneuesten
Geldverloosung.

PVer eineaige Veg fur Jedermamnn um bei heutiger
heschastsverhältniffen sich fur einen unbedeutenden Geldbetrag event
ein großes Vermögen zu erwerben ist: sich zu dieser vortheilhaften
Beldverloosung Originalloose bei mir zu bestellen.

Die von der hohen Landesregier ung eingerichtete und garamiirte
zroße Geldverlsosung, in welcher die Gewinne im Ganzen die
zroßartige Geld Summe von mehr als

S8 Millionen 800,000 Mark
»etragen, enthält nur 86,000 Loose und werden in wenigen Monaten ir
3 Abiheilungen im Ganzen 44,500 Geldgewinne sicher gewon⸗
ien, worunter namentlich folgende große Hauptgewinne:
großer Hauptgewinn und Prämie event. M. 450,000, spec. M. 300,000
50,000, 80, 000, 60, 000, mehrmals 40,000, 30,000, 25,000, viele Ge
winne von 20,000, 15,000, 18, 000, 10,000, eine sehr große Anzahl von
odο, oοο, üoοο, öοο, Bοο,, 2οο, 1060, 0ο e.
Die Gewinnziehunzg der ersten Abtheilung ist amtlich festgestellt auf
qdem 18. umcd I9. ds. Mts.
zu welcher ein viertel mit Staatswappen versehenes Originalloos
nur 4 Mariæx Kostet-
und sende ich diese Original⸗Loose gegen Einfendung des Betrages in
baarem Gelde oder in —,e oder auf Wunsch auch geger
Postvorschuß den geehrien Auftraggebern sofort zu. Ebenso sende ich die
aimtliche Gewinnliste und die Gewinnugelder sofort nach der Ge⸗
winnziehung jedem meiner geehrten Kunden prompt und verschwiegen
zu. Durch meine ausgebreiteten Geschäftsverbindungen überall kann man
auch jeden Gewinn in seinem Wohnort ausbezahlt erhalten.

Deiß Jede Bestellung kann man auch zur Bequemlichteit einfac
auf eine Posteinzahlungskarte machen.

Tuæa. Scumas. Oolim, in Hamburg.
Hanpt⸗Comptoir und Bankgeschäft.

Dax Es ist weltbekannt, daß ich meinen Kunden im Königreich Bayern
autamtlichen Gewinnlisten übers OMal die größten Haupttreffer
ind vor Kurzem schon wieder 2 Mal die grosse Prämie baar ausbezahlt habe

Um die zur Wilhelms Spende vorzunehmende Sammlung soll
rin Comit gebildet werden und werden zu diesem Bebufe die
Bürger der Stadt St. Ingbert eingeladen, sich am Sonn tag
(heute) den 14. ds. Mts. Nachmittags um 3 Uhr
im Stadthause zu versammeln und das bezuͤgliche Comstö zu
wühlen.

St. Ingbert, den 13. Juli 1878.

Das Meaormeisteramt:

Todes⸗Anzeige.

In BVottes unerforschlichem Rachichlusse hat es ge⸗
legen, unsere innigstgeliebte Mutter, Schwester, Schwieger⸗
mutter, Großmutter, Ur⸗Großmutter und Tante

Maria Collisi, ges. Squhmacher,
im 81. Lebensjahre, nac einem f5tägien Kra«kenlager,
versehen mit den heitigen Sterbsakramenten zu sich in ein
besseres Jenseits abzurusen.

St. Ingberi, dea 13. Juli 1878.

Die tieftrauernde Familie.

J
Sonnta4, den 14. Juli von
c—r
der „Kriegervereins⸗-Capelle“
in Emrich's Garten.
Entré 20 Pf.
ür Kriegervereins Mitglieder frei.

Eire 3 Meter lange gußn
eiserne
Abtrittröhre
ist billigst zu verkaufen.
—XX

8

J
—* —
—————————————ex —
Herzogl. Braunschw. Landeslotterie
vom Staate gorchig und garantirt.
Dieselbe besteht us 66, 000 Original⸗Loosen und
AA, 500 Gewinnen:

Haupttreffer ed. 450, 000, Haupitreffer à 12,000,
à 300.000, 10.00,
150,000, 8000,

30,000., 6000,

30 000, 5000,

09 1000,

3000,

2000,

1000.

corned Beaft
Zwei brucke r
Lirohonbau Loose
a2Mk.
Ziehung am 3. September.
Fertige
—A
per Stück 30 Pf.
dei Franæx Woll.

destes gerauchert. Och senfleisch
ohne Fett und ohne Knochen,
delicai im Geschmack und vor
schöner rother Farbe, besonder!
geeignel zum lalten Aufsschnin
auf Butterbrod oder als Beilag⸗
jum Mittagstisch mit Gemüsen
offerirt per 10 Pfund 7 M
50 Pf., per 50 Pfund 36 M
zollfrei und franco per Poñ
nachnahme.
Ottensen bei Hamburg
A. L. Mohr-
Ausführliche Preislisten aller
Hamburger Del'catessen fend
gtatis.

,000,
Reichs-Mai!eu. s. w.
Die erste Ziehung fi det statt
n * Ib 19. Juli 1878, Seide —Ae dge
ju welcher ih Vriginas· Tose eei —8 eee
Gange valbe Viertet agtet rrpereeeg
16 Mark 8 Mark 4 Nark 2 Mark das Stück für nur 60 Pf.
zegen Einserdung des Betrages oder Postvorichuß versende. versendet gegen Nachnahme
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis! Carl Minde in Leip ig.
l. PASilius RAMA.
4 d 9
Obereiunehmer der Braunschw. Landes Lotterie Rechnungen
in Rraunsgehweoig. ———— sind vorräthig in der
,,⏑ Druckerei ds. Bl.
Redallion Trud und Verlag von F. X. Demez in Er Ingbert.
Hiezu Illustrirtes KZonntagoblatt“ Nr. 28

d
12

Zu vermiethen
mehrere Wohnungen auf da
Schduste hergerichtet und soso:
be iehbar.

Naͤheres guf dem Geschäfte
huteau voun F. A. Eckrich.
        <pb n="399" />
        St. Ingberter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte berbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Beö⸗
iage) erlcheint woͤchentlich Slermalz Dieustag, Donnerstag, Samnstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aaswärls nit 13 Pfy. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Necla men
mit ˖ 30 Pfg. pro Zeilen berechnet:
— — — — —
M IIX. Dienstag, den 16. Juli—
— — —— — —

1878.

Deutsches Reich.

Mäünchen, 183 Juti, Abends. Vor einer äußerstzähl⸗
cichen Versammlung hielt heule der Abg. von Stauffenberg feine
TFandidatentede für die Richslazswahl, aus welcher Folgendes her⸗
rorzuheben ist:? Der Volksverwilderung gegenüber müßten die
Strafgesetze volllommen ausgeführt und eiwarge Lücken derselben
fusgefüllt werden. Es sei schwer zu beantiworten, ob dies auf
Brund des gemeinen Rechts oder vdn Ausnahmgesehen geschehen
oͤlle. Strafgesetze müßten aber für Alle gleich sein. Bedingungs⸗
os tönne er sich nicht verpflichten, allen Vorschlägen der Reichsre⸗
Rerung beizustimmen; er hoffe aber, daß eine Verständigung her⸗
eigeführt werden könne. Eine Anmderung des Wadlgesetzes sei
iwsolut nothwendig, da nichts Besseres an seine Stelle gesetzt
verden lönne. Die Verändernng der Vereinsgesetze anlangend,
vünsche er ein adbsolutes Verbot des Besuches politischer
Versammlungen für Fra useen und Minderjährige.
In der Handels⸗Politik sei den realen Verhältniffen Rechnung zu
ragen und au den bewährten Grundlagen des Zollbereins festzu⸗
zalten. Im Interesse der Industrie sei gesetzlich ein Enquete-Ver⸗
ahren festzustellen. Betreffs der Steuern und Wehrverhältniffe
)es Reiches halte er an dem Parteipcogramm von 1871 fest.
zchließlich erklärt Redner bei Erwähnung der allseifigen Angriffe,
amentlich der offiziösen Presse gegen die National-Liberalen: seine
Partei habe die Politik des Reichskanzlers von Anfang treu und
offen unterstützt. Er (Stauffenberg) habe in Bayern mit unter
den Eisten die Idee des Reiches hervorgehoben und die Fahne des
Reiches hochgehalten, in einer Zeit, als dies nicht so leicht, wie
etzt war. Die Rede wurde von dem lebhaftesten Beifall begleitet.

Berlhin, 14. Juli. Nach Unterzeichnung des Friedens⸗

vertrags schloß Fürst Bismarck gestern die Verhandlung mit folgender
Ansprache (französischn: „Ich constatire, daß die Arbeiten des
Congresses beendigt sind. Ih erachte es als letzte Pflicht des
Borsitzenden, den Dank des Congrefses denjenigen der Bevollmäch—
igten auszusprechen, welche Conmissionen gebildet haben, namentlich
zen Herrn Desprez und Fürst Hohenlohe. Ich danke gleich'alls
im Namen der hohen Versemmlung dem Seeretariat für den Eifer,
den es gezeigt hat, und welcher dazu beigetragen hat, die Arbeiten
»es Congtesses zu erleichtern. Ich schließe in den Ausdruck d'eser
Anerlennung die Beamten und Officiere ein, welche an den Special—
zerathungen der hohen Versammlung theilgenommen haben. Meine
herren! In dem Augenblicke, in welchem wir von einander scheiden,
lehe ich nicht an, zu behaupten, daß der Congreß sich um Europa
vohl verd'ent gemacht hat. Wenn es unmöglich gewesen ist, alle
Pünsche der öffentlichen Meinung zu erfüllen, so wird doch die
Beschichte jedenfallz unseren Absichten, unserem Werke recht geben,
ind die Bevollmächtigten werden das Gefühl haben, in den Grenzen
»es Möglichen Europa die große Wohlthat des so schwer bedrohten
Friedens gegeben und gewähtleistet zu haben. Dieser Erfolg wird
jurch keine Kritik, welche der Parteigeist der Orffentlichkeit eingeben
dunte, geschwaͤcht werden. Ich habe die feste Hoffuung, daß das
Finvernehmen Europa's mit Gottes Hilfe ein dauerndes ble'ben
vird, und daß die persönlichen und' herzlichen Beziehungen, welche
vührend unserer Arbeiten sich unter uns gebildet haben, die guten
Zeziehungen unker unseren Regierungen bestätigen und befestigen
verden. Ich danle nochmals meinen Herren Collegen für ihr
WVohlwollen, das sie mir entgegengebracht haben, und indem ich
iesen Eindruck der hohen Dankbarkeit berahren werde, schließe ich
nie letzte Sitzung des Congresses.“

Nach den Schlußparagraphen des Berliner Vertrages bleiben
innetliche Bestimmungen des Pariser Vertrages von 1856 und
»es Londoner Vertrages von 1871, welche durch den Berliner
hertag unberührt gelassen worden, in Kraft. — Seitens des
kongresses sidd zutr Ueberwachung der Ausführung des Bertraged
rei Lokalkomm'ssionen eingefetzt worden, die in Tirnowo, Adria⸗
opel und Erzerum tagen werden.

Berlin, 14. Juli. Auf der Reise nach Jugenhe'm werden
emnächst der Kaiser und die Kaiserin von Ruß'and hier eintreffen.

Die Nationall beralen des Wahlkteises MainzOppen—

deheim haben den bekannten Kommerzienrath und Professor Louis
Reuleaux in Berlin als ibren Kandidalen aufgestelli.
Die Demokraten in Frankfurt a. M. haben Hrn. Leopold
Sonnemann, den Eigenthümer der Frankf. Ztg.“, als Kandidaten!
estimmt.
NAusland.

P'a ris, 14 Juli. Die „Agence Habas“ meldeh:“ Ad⸗
miral Hay hat am 12. Juli Besitz von Cypern ergriffen. — Eine
Derstärkung von 2 Compagnien Marine-Infanterie wurde nach Ca⸗
edonien, dessen Gouverneur bereins über 1700 Mann Truppen umd
)00 Mann Marine⸗Soldalen verfügt, geschict.

Petersburg, 14. Juli. Das ,„Journal de St. Pelers⸗
„ourg“ bespricht das Werk des Kongresses und meint, die Dauer⸗
jaftigkeit werde zum größten Theil von dem Geist abhängen, mil
veldem die Tuürkei dasselbe ausfuͤhren werde. Unzweifelhaft werde
es der Regierung möglich sein, mehr als eine Absicht des Kön—
zresses umzustoßen, doch werde die Pforte ohne Zweifel darauf
aufmerksam çemacht werden, daß eine Handlungsweise nicht gegen
das Werk des Kongresses, sondern gegen die türkische Herrschaft
selbst sich richten dürfte.

Vermischtes.

F St. Ingabert, 16. Juli. Wir wollen nicht versäumen,
in die Wählersammlung des Wahlkreises Zweibrücken-Pirmasens
im Donnerstag 18. Juli Nachmittags2 Uher im
roßen Saaledes Stadthauses zu Zweibrücken noch—
nals zu erinnern.

— Als Candidaten für die Centrumsbartei für die Pfalz
verden der „Rtz.“ solgende Herren bezeichnet: Anwalt H. Horn in
Frankenthal für den Wahlkreis Frankenthal⸗Speier; Gutsbesitzer
Dr. Siben in Forst für den Wahlkreis Bergzabern-Germersheim
iud für den Wahlkreis Landau-Neustaͤdt. Stadipfarrer Dahl in
daiserslautern für den Wahlkreis Kaͤiserslaukern⸗Kirchheimbolanden.
Dr. E. Jäger in Speier für den Wahllkreis Pirmasens⸗Zweibrücken.

Zweibrüädken, 15. Juli. (3. 3) Soeben erhallen
wir die erfreuliche Mittheilung, daß Hr. Oberappelrath Karl
5 chmidt, nachdem er vor Kurzem gekräftigt aus Bad Ragatz
nach München zurüdgelehrt, zu der am nächsien Donnerstag hier
Statt findenden liberalen Wählerversammsung sich einsinden und
eine Kandidatur begründen wird. Ferner hat derselbe auch noch
inigen anderen Orten unseres Wahlkreises Besuche: zugedacht.

3Zweibrücken, 18. Juli. Unserem Mitbürget Ollo
Dingler wurde von dem Sultan die Concession für Erbauung
eines Wasserwerles füt Konstantinovel und dessen Vorflädte ertheilt.

Gu 3)

FDie auch in den „St. Ingberfer Anzeiget“ übergegangene
Notiz aus Brebach, wonoch für den Bau der Si. Ingbert⸗
Zaarbrücker Bahn 150 1talienische Arbeiter verwendet werden
ollen, wird seitens des bauleitenden Ingenseurs, Herrn G. Klein
u Goffontaine, als gänztich unwahr bezeichnet, mit dem Hinzufügen,
»aß bei fraglichen Bahnbauten ausschließlich mur einheimische Ar⸗
heiter, namentlich Bergleute verwendet werden sollen. —

Saarbrücken, 8. Juli. In dem Dorfe Rümmelsbach
bei Lebach wurde dieser Tage ein 76jähriger Mann vorgefunden,
der von seinen Verwandten seit 52 Jahren an einer Kette, welche
an einem Ring um die Hand und an der Wand über sfeinem
Bette befestigt ast, gesangen gehalten wurde. Der Unglückliche,
sdessen Befreiung die herbei gerufene Gerichtscomission anordnele,
wurde im Jahr 1826 in Trier beim 30. Inf. Reg. wahnsinnig
ind als unhe lbacr entlassen. Seine Eltern und später seine Ver⸗
ꝛandten verwahrten ihn bis heute in der angegebenen Weise.
Als ihm die Fesseln abgenommen werden soll'en, wehrte er sich
mit Hünden und Füßen dagegen. Merkwürdiger Weise ist der
Mann trotz seiner 52jährigen Gefangenschaft noch gesund und frisch.

In Lamsheim ist die große 30 Eir. schwere Kirchen⸗
zlocke zerspruagen.

kIa Helter 8ber g hat sich am 10. d. M. der Schuster
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        Lippert erhängt. Bebor dieser Strick sich dem andern über—
eferle, hatte er fich einen Branntweinhieb, seinem armen Weib
aber andere Hiebe angedeihen lassen.

7In Sffenbach'a-M. ist in der Gasfabrik der große
Gasomeler, weicher zur Reparatur an einein Gerüst aufgezogen war,
mit diesem umgestürgt und hat nach dem „M. T.“ leider drei
Arbeiter schwer verletzt.
7 In dem Dorse Roden bei Saarlouis brach am 11. ds.
uͤt einem viersidckigen Hause Feuer aus, wobei 3 Kinder von 472,
6 und 15 Jahren den Tod fanden.

p Mänchen, 12. Juli. Der von Wien gestern Abend
7 Uhr 130 Min. abgelassene Kurierzug stieß gegen 1 Uhr Morgens
in der Station Wels in Folge unrichtiger Wechselstellung auf einen
nächst der Vichrampe befindlichen, mit Schlachtv ieh beladenen
Vinerzug. Der Anprall muß. ein furchtbarer gewesen sein, denn
die Maschine hat sich durch die Güterwägen hindurch in die Rampe
festgerannt. Die Wägen sind zum größten Theil jzertrümmert.
Nach hier eingetroffenem Telegramme sind 1 Reisender (aus Sachsen)
jodi und ein weiterer schwer, mehrere leichter verwundet. Loco⸗
molibführer und Heizer sollen durch den ausströmenden Dampi
vollsiandig verbrüht und ersterer bereils gestorben sein. (A. 3.)
7 Berlinm-12. Juli. Der Vergoldergehilfe Kusch, 18 Jahre
alt, wurde am Donnerstag Nachmittag dabei betroffen, als er
zwischen dem Palais des Kronprinzen und dem kgl. Opernhause ein
Jleca. folgenden Inhalts ankleben wollte: „Neuestes Bulletin;

Majefstät der Kaiser ist wieder hergestellt, nun kann der

driile Attentäler kommen“. Der Bursche wurde festgenommen und
zur Haft gebracht.

p'Pparia, 183. Jull. Bei einem Eisenbabnunglück auf der
Brester Bahn zwischen Vitre und Chateaubourg wurden 85 Personen
getödtet und 10 verwundet.

4 Paris, 9. Juli. Der Händler aus der Rue Saint
dazare, Martin, welcher einen Ausläufer der Societe Generale in
seinem Laden am helien Tage ermordele, um ihm eincassirte Gelder

abzunehmen, wurde zu lebenslänglicher 3wangsarbeit verurtheilt.

F Di: Firma Steinway in New-⸗Yorkklagte gegen die
Cladierfabrik Gebrüder Mangert in Paris und Nancy, weil diese
Herren mit der Devise „System Steinway“ dessen Patent aus,
Feuteten. Das Urtheil lautete auf 20,000 Francs Schadenersatz
und je 50 Francs Strafe füc jedes Clavier, das seit 1869 naq
„System Steinway“ gebaut wurde.

F Die letzten Momente der Sitzung der Staatsgefetz zebung
bvon Pennsyhlvauia werden vom „Philadelphia Demokrat“ in fol⸗
gender, für die Herren Legislatoren nicht eben schmeichelhafter Weise
jeschildert: „Unsere Gescetzgeber geberden sich wie die Buben beim
Schiuß ihrer Sitzungen. So war es auch das letzte Mal. Eine
Menge unerledigier Bils lag noch am lehten Sitzungsabend im
Repräsentantenhause vor, aber vor Belächter, Gebtüll und Geschrei
lonnte man kaum die Titel der Bills hoͤren. Man warf sich mit
Papier, Kalendern, Federn, Büchern, selbst mit Spucknäpfen, unter
Jetem Beifallrufen, sobald ein Wurf getroffen hatite. Unbändiger
Jubel ahec entstand, als ein geschleudertes Kissen eine Wolke von
Federn über eine große Anzahl Mitglieder ergoß. Und solchen
rinfältigen Schlingein gibt das Volt die Gesetzzebung und die
Staalsverwalung in die Hand! Mitten in der Naht magqten die
Hderren eine Pause, um ein Champeigner-Souper einzunehmen.
Natürlich wurde der Skandal hierauf noch tollet. Eine ganzt
Anzahl wichtiger Bills aber ist wegen dieses Unfugs unerledig!
geblieben.“

Gorzüge des schoͤnen Geschlechts.) Nach Haller können die
Frauenzimmer den Hunger langer ertrogen, als die Männer; nach
pᷣlutarch sich jchwerer berauschen z nach Ungar werden sie älter und
dekommen nie ein kahles Haupt; nach de la Part haben sie die
Seckrantheit schwächer; schwiminen nach Aristoteles läänger oben
und werden nach Plinius selten von Löwen angefallen, d. h. von
wiiden, denn dem Ansall der zahmen sind sie selbsi in den bewohn—
lesten Gegenden ausgesetzt.

4. e
* 7
Wilhelms-Spende.

Das unterm Hemigen gewählte Comité hat für Erhebung
und Einzeichnung der Wilhelm⸗Spende folgende Lokale bestimmt:

1. Bürgermeistereilokal,

2. Schulhaus im Josephsthal,

3. Lateinschulhaus,

1Behausung des Kaufmannes Joseph Beer GVor—

schußverein),

Für das St. Ingberter Eisenwerk die Wohnung
des Polizeidieners daselbst,

Für die Schnappbach die Wohnung des Polizei⸗
adjunkten Siegwardt daselbst.

Die Einzeichnung kann am Samstag, den 20., San n⸗
tag, den 21. und Montag, den 22. ds. Mis., von Morgens
8—12 und Nachmittags von 2—4 Uhr geschehen.

St. Ingbert, den 14. Juli 1878.

Das Comits6:
KZamann, k. Bergmeister, Barnikel, l. Subrektor, Custer,
Bürgermeister, Woll, J. Adjunkt, Kahm, Seifenfabrikant,
Bavper, Stadlischreiber.

Zwangsversteigerung.
Am Monlag, 22. Juli 1878,
Nachmittags 23 Uhr vor der
Wohnung des Metzgers Jacob
S qh war z in Schuappbach
versieigere ich folgende gepfändete
Gegenfiände öffentlich an den
Meistbietenden gegen baare Zah⸗
kung zwangsweise, als:
Jppolirten runden Tisch,
1. Canaopee, 1 polirtes
Chiffoniet, 1 polirles Com⸗
mode, 1 vollständiges Belt
mit polirter Bettlade, Roß⸗
und Stahlmatratze, x. J po⸗
lirtes Nachttischchen. l vo⸗

lirien Secretär, 2 lack'rte
Kleiderschränke und 4 Bett⸗
laden.
St. Jagbert, 9. Juli 1878.
Der k. Gerichtsvollzieher:
TFauhender.
1 Holl. Kronbrand
—A
und Crau-Murst
empfiehlt
J. Peters, St. Ingbert.
—— — — 7—
Reinen Honig
J. Baron.
ν —E—
Herzogs. Sraunschw. Candeslotterie
vom Staate gerhig und garautirt.
Dieselbe besteht cus 86,000 riginas⸗Loosen und
AA, 7I00 Gewinnen:
Haupitreffer eb. 450,000, 1 Haupttreffer à 12,000,
300,000, 22 10,000,
150,000, 8000,
80,000, 6000,
30,000, 5000,
5900, 4000,
Nn 3000,
25,579, 2000,
20,000, 1000,
15,000,.
Reichs-Matkuu. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 18. unct 19. Juli 1878.
zu welcher ich Briginal⸗Loose
Ganze Haͤlbe Viertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jebder Spicler erbalt die Gewinnlisten gratis! Allgemeine Wechsel
F F
e8ilius- — V—
Obereinnebnaꝛ b&amp; Braunschw. Landes-Lotterit sind zu haben in der
n ranungen weig. Buch⸗ und Steindruckerei
α
ö———————— — —— —
FImme imnd vVerslag von FJ. Xx. Demest in St. Ingbert.

Mittel gegen Trunk⸗

sücht.*)

Trunlsucht, wodurch Tausender
Familienglück und ehelicher Frie⸗
den gestört, wird durch mein der
Gesundheit unschädliches Mittel,
das mit oder ohne Wissen des
Trinkers genommen werden kaun,
geheilt.

Johannes Seifert, Droguist
Berlin, Lothringer⸗Sir. 50.
*) Wissenschaftlich geprüft u.

bestens emfohlen von Direckot

Dre Merner, vereideter Chemiker

¶ rin vellenes creigniss
Ekin seltenes Ereignisso
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fail ist es, wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
Iroßartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzielen, welches sich in ganz unher-
ordentlicher Weise die Gunst des Publi⸗
ums erworben hat. — Das berühmte
opulaär⸗nnde Werk: „Dr. Rirv's
8 ——
Einkundertæter Auflage p
— — —
und liegt darin allein schon der beste
Beweis für die Gediegenbeit seines In⸗
halts. Diese rrich iuustrirte, vollständig
uͤmgearbeitete Jubel-Ausgabe kann
mit Recht Alen Kranken, Wwelche be—
währte Heilmittel zur Veseitigung ihrer
Leiden anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden. Die
darin abgedruckten Driginal, Atteste
beweisen die außerordenllichen Heilerfolge
und sind eine Garantie dafür, daß das
Vertrauen der Kranken nicht getäufcht
wird. Obiges 544 Seiten slarke, nur
1 Mark kostende Vuch kann durch jede
Buchhandlung bezogen werden; man
verlange und nehme jedoch nur „De.
Airy's Naturheilmethode“, Original-
Ausgabe von Kittter's Verlags
Anstalt in Leipziq.
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        S
2
*
*
—A 55
— — 3 —
A 3523388 5 2
23558 53338 —RM ———— 1
353 333538 5533*838 5335335 2
d 2 J—— 2 3275 226
23533333358 8833 333333 —1232732 —
E6 — —8 D —2 * —8 — 2 d
—— — 5 g *3 — * 4 83 * ⸗
* 2252 5358 5 — * —383 —A 2333333 22
* 3382223 527 323 25 * —22323 m57 * — 8388 — *
258 335 5*535823 2235 ———— 2838327* — * 5 —
52323 225 238— * — 32322 53355 b 3 3 * 238 8 73
2 855 *2333 —⁊ * * 52555 — 28857 —A —— — 5 —74
—A— 32353335 23233325* 528 5 9 53 — 223257
* * — — * A — * — —— 57 —22 2*2 — —A 3 5
5 2 533 ——— 20 TBBVS 8 28 532 528 *85
* * 58— o —8 — *—z25 322 — — 8
538 2* 2 * 2 2352 2 558 —52 — ⸗
— 32123238 * 522 5333557 — 52 —— 3278 8 8 — X
2 22 —2 12232 3 —A 22 z724 8 33 2*
523— 2325 48388338 558 528 23 33258* 3323385 53
32353353233 —33 5385323 35 32 532853 333335334
— 32 —2 2 —2 82 ——— * 5*5 — * ⸗
532 3257 —A —B2325 72 —0 — 3 2233 25355 7—
252 saag 32 —M 253383237 332 52 323 — ——— 3 33333337
——— — 2388* 523588 —A 82 23357 53285EB8* 3 35
252 — 2558 5353235 — 55 88 —A—
— ————— 52* 8 ——— — 8 —22 5325 2 833335
* 523 —— — 24 22 2323 2 * 2 2 * —— —F 2338
33 327 7537 5 —8 3535 8B533253 8 82 233*
723585 332* 288 3
* — —8 —52 — — —
3s333533355335 33853 355538
— 855 557553. 5355 8538 2 23333258 5*83 53 G
333 322 23 —A 3353258 — 723 — * 3 * S8 828
— 322 Q25 353383533335 —A 2 2 —2 — — α t 8 ⁊ 3 8
338234 58 552 250 5 2 —— 5 —— —83 — —
28 2255 2B5523552 2 — 25238 3353332 ——
323253 25 523 553 28 84 0 3753.2 358355333338 3 *
3833385* 8 — 525 8 2 255 25 —25 —55* 3
22 *5s3583 2232 —— 22 5z53272 55 N i
2 —— 5s 3J335 — 55532355 325—363 —
8 35235 55 e
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33533333835 32553*3* 8878
252 2 32223 532 * 2
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322— — — ZS— i
— — — 22 I
33383733 * 88*
2 3 —323
33535 868
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24232 — ——— —A 22282 22 238 2 2 2 2222
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38338 3353 3 2 533 1233333553 35553
J 2 — 2 0 — —— 2
—* * — 332 328 2 22235 25
28* * 53588 o —23338 2 — —58 235—5553* —s82833
Ze 32333523 32 8 35388323 23 3338333 —25327
— 38253 5 3228 2 5*5 2.5 3235352 — 28538 5*5 —A 82S4
5233323 3333858 3733—— 55 38383 33 53553 3*8—
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e — 3 3 88 2 25 —æ35 5 825—88 2283*
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a ——z85 — 38 333 —z23533 575 35722 535 2*8883
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5213202 3z33288 »23, 33 325253 —588 3 3232325383 53282
551 359 222323275* 2*— 3230 52233 28—325 55388
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25 —— 2 —— DS2 — —* * 22 ——58 — — * 2*
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—25352— — —5 · 2 23*232 535 J2523

* — 3 —33555355* 2 I222 22 7 35 228 —E —
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3 3 — ——— 22 32 ẽ —8
— — 33 8* 5* —* X * —A
— —3 32558331—3338 728
38535355 s5 ——A — 22z23 35383 725
— *— 53 2 — —8 2——
83333—3—38255 38— — 83—5——3332 57

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        St. Ingberler Anzeiger.
—A Unterhaltungsblatt. (Senntagt mit illustrirter ERe

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mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M iII2. — Donnerotaa/ den 18. Juli. 1378.
— —
Deutsches Reich.

Mäünchen, 16. Juli. Die pfälzischen Mgeordneten haben
gestern dem kgl. Staatsminister der Justiz eine Erllärung vorgelegt,
—XXIä
Anficht dahin kurd gaben, daß es am besten sei, es vorläufig bei
den bestehenden dier Bezirksgerichten als künftigen Landgerichten in
der Pfolz zu belassen und auch den Befiand der vorhandenen
Landgerichte als künftige Amtsgerichte deinen Kiefer eingreifenden
Heränderungen zu unterwersen. Die Deputation, welche dem
Herrn Staateminister dieses Schriftftück überreichte, empfing von
demselben ringehende Aufschlüsse über den dermaligen Stand dieser
Sache. Im Wesentlichen geht aus denselben die Uebereinstimmung
des Hrn. Staats-Minifters mit den Anschauungen der Abgeordneten
hervor; eine bestimmte Stellungnahme der Staals- Regierung zu
der ausgesprochenen Ansicht erwies sich indeß zur Zeit als unzuläfsig,
weil die Feststelleng der noch zu berathenden Landesgesetze von
entscheidendem Einfluß auf die Zuständigkeit und Gestaltung der
o rschiedenen Gerichte sein wird. Unter diesen Verhältnissen empfiehnt
es sich, vor weiteren Schritten die Entwickelung der einschlägigen
Landesgesete abzuwarien.

München, 16. Juli. Der neue Erzbischof von Möänchen-
Freising Herr Dr. Anton Steichele und der neue Bischof von
Speyer Domprediger Joseph Ehrler ünd gestern von dem Papste
in einem Konfistorium prälonisirt worden.

München, 16. Juli. Gegenüber dem in der Presse der
ogenannten Deu' schkonser vativen aufgetauchten Vorschlage, den Für—
ten Hohenlohe hier als Gegenkandidaten gegen Siauffenberg auf⸗
zustellen, veröffentlichen die, Neuesten Nashrichten“ folgendes Schiei⸗
zen Hohenlohe's aus Berlin vom 14. Juli an ein Mitglied der
bayerischen Kammer, Profesfor Marquardsen: „Ich lese in einem
Münchener Blatte den Vorschlag, die konservativen Münchener Bür—⸗
ger sollten ihre Stimmen mir zuwenden, womit wohl meine Kandi⸗
datur gegenüber Stauffenberg gemein: ist. Sollie die Nachricht
mehr sein, als die Meinung eines Unberufenen, so ditte ich zu
erklären, daß ich eine solche Kandidatur unter keinen Umständen
annehmen wücde. Der Gedanke beruht auf vollständiger V.rken⸗
nung meiner politischen Stellung. Ich begreise nicht, wie Jemand
zlauben kann, daß ich als Gegenkand. dat einet Mannes auftreten
würde, der während meiner bayerischen Ministerzeit mir stets seine
»olle Urlterstützung gewährt hat, mit dem ich seit jener Zeu in den
hauptfragen der deutschen Politik übercin estimmt und dem ich
auch jetzt noch trotz bestehender Meinungsverschiedenheiten zec öulich
uud politisch zu nahe stehe, um als sein Gegner auftreten zu kön⸗
ten“. — Der Bezirksgerichtsrath Herz hai endgiltig seine Reichs⸗
tagekandidatur gegen Hohenlohe sör den Wahlkreis Kulmbach⸗
Forchheim zurückgezogen.

Wie man aus Munchen schreibt, sind Hof-Equipagen und
Pferde auf Befehl S. Maj. des KAönigs in Bereiischaft gesetzt, um
dem Reichssskanzlec Fürsten Bismard bei seiner An unft in Kissingen
zur Verfügung zeftellt zu werden. Auch ein Sicherheitésbeamter
wird von München nach stiissingen abgehen.

Berhin, 15. Ju i. Füest Gortschakow ist heute Mittag
am 1 Uhr von der Kaiserin und um 2 Uhr vom Kronprinzen
empfangen worden. Derselbe reist voraussichtlich am Mittwod
nach Wildbad abd. Fürst Bismarck reift heute Abend ab nach
Zissingen. Gestern Na hmittag um 3 Uhr fand eine Sizung des
Staatsministeriums statt. Waddington reist heute Abend ab. Lord
Odo Russell ist mit Familie am Vormittag nach Potsdam über⸗
zefiedelt. Sir H. Elliot ist gestern nach Wien zurückzereist. Der
tanzösische Botschaster in Wien ist gestern hier eingetrossen.

Berlin, 15. Juli. Wie aus ruffischen Kongreßkreisen woch
jachträglich mitgetheint wird, werden de Ergebnisse des Kongresses
etzt erst für weit befriedigender anerkannt, als man allgemein nock
zot wenigen Tagen zuzugeben geneigt war. Der Umstand, daf
ꝛei der angestrebten Versöhnung so zahlreicher widerstreitenden In⸗
eressen kein Theil vollständig zuftiedengestellt wurde, sei ein Reweis
ür die Unparieilichkeit und Weisheit des Kongresseßs. Als un—

5 inittelbare Refultate des Kongreffes dirfen zwei qroße Thatsachen

gelten: Die reelle, prattische und dauerdafte Verbesserung bes
Looses der christlichen Völkerschaften und die Ausföhnung Englandß
und Rußlands im Interesse des Friedens.

Berlin, 16. Juli. Der ‚Reichsanzeiger“ meldet: Ver
daiser hat den Vice -Präsidenten des Staatsministetiums, Grafen
Stolberg, mit der allgemeinen Stellvertretung des Reichskanzlers
nach Maßzabe des Gesetzes vom 17. März 1878, 8 2, beauftragt.
Berlin, 16. Juli. Se. Maj. der Kaiser hat dem Für—
len Bismarck sein don Winterhalter gemaltes Portrait in lebens⸗
roßer ganzer Figur gefchenkt; Dasselbe wurde gestern Abend dem
Beschenlten überbracht. — Der Kronprinz hatte gestern Nachmittag
rine Konferenz mit dem Neichskanzler.
Berlin, 16. Juli. Der „Post“ zusolge besiatigt es sich,
daß außer dem Sozialistengeseß andere Vorlagen für die außer⸗
ixdentliche Reichstagssejsion nicht vorbereitet werden.

Tas „Berl. Tagebl.“ schreibdt: Die Hauptbestimmungen des
Berliner Friedens find folgende: Im Artikel ĩheißt
8, daß alle Regierungen darüber einig waren, deim Berliner Kon⸗
jreß den Vertrag von San Stefano zum Ausgangspunkt der Ver⸗
sandlangen zu nehmen, in Berbindung mit dem Pariser und
dondoner Vertrage. Den meisten Raum im Vertrage nehmen die
Bestimmungen über die Festsetzung der Grenzen ein. Bulgarien
vird ein tribntäter und autonomer Staat, er zahlt an die Pforte
Tribut, dessen Höhe später definitiv nach den Revenüen des Landes
»emeffen, von Europa fixirt wird. Die Fürstenwahl durch die
otadeln findet in Tirnowo statt; der Fürß darf aus keiner der
roßen europünschen Fürstenfamilien gerählt werden; unter gewiffen
Umständen kann, wie es im Vertrage heißt, Bulgarien sogar ein
rbliches Fürstenthum werden. Bei der Bestimmung über die Un—
ibhängigleit Serbiens, Monteregrss und Rumän'ens und bei deren
Brenzleststellung ist ausdrücklich in jedem Artikel die Bestimmunß
ider die Gleschstellung der Kulte aufgenommen. Montenegro er-
jalt Antivari, die freie Schifffahrt auf der Bojana, jedoch
nicht daz Recht, eine eigene Kriegsflagge zu führen und Kriegs-
ch ffe zu halten; die montenegrinischen Schiffe segeln unter dalma⸗
inischer Flagge. Was Bosn'en beir fft, so heßtees in dem Ver⸗
rage, daß Oesterreich die Administration der beiden Prov'nzen,
Zosnien und der Herzegowina, übernimmt, mit Ausnahme einer
wischen Serbien und Montenegro gelegenen Enklave, wo die tür—
ujche Berwaltung bestehen bleibt. Was Asien betrifft, so erhält
stußland Ar: ahan, Kars, Batum, Ollti und die im Verirag vor—
jesehene Grenzregalirung. Es heißt im Bertrage, daß der Kaiser
yon Rußland die Abficht hat, aus Batum einen Hafen zu machen,
pelcher wesentlich dem Handelsverkehr zu dienen bestimmt ist. Die
Türkei verpflichtet sich, Armenien eine gute Org misation zu geben,
zierüber Europa Wittheilung zukommen zu lassen und das In—
erefse der armenischen Bevölderung wahrzunehmen. Ebenso ver⸗
flichtet sih die Pforte, Krets diejenige Verfassung und Autonomie
uu geben, welche die türlische Regierung d'eser Jnsel laͤngst zugesagt hat.
eber die Regelung der türkischen Schuldfrage enthält der Vertrag
aichis, dazegen ist die von Kongreß beschlosfene Resolution wegen
der griechischen Grenzberichtigung in den Vertrag aufgenommen.
Die Besetzung Buigariens durch russische Truppen dauert neun
Monate, die Truppenzahl von 50, 000 Marn darf jedoch nicht überstiegen
wverden. Die Ratifitkation des Vertrages sindet rach vier Wochen statt.

Ausland.

sKeonstantinopel, 15. Juß. Gestern fand unter dem
Borsitze des Sultans ein großes Konseil statt, welches sich mit der
Frage betreffs Epiras und Thessaliens beschäftigle und gewisse
Maßnahmen betreffs Griechenland beschloß. Das Konseil beschas⸗
iigte sich weiters mit den Detals der englischen Konvention; die
tonzession zum Baue einer Eisenbahn Merftna-Diarbekt· Erzerum
wurde einer englischen Gefellschaft verliehen. Beireffs verschiedenet
inderer öffentlicher Bauten sind Unterhaadlungen in Zuge. Der
englische Boischaiter Loyard hat fast täglich Unterredungen mit dem
Zuttan, um alle auf die Finanzen und de öffentlichen Arhenen
ezuüglichen Projelte festzustLen.
        <pb n="404" />
        Authen, 17. Juli. Die ‚Agence Havas“ melden: Die Türlen
perwũsten die Ländereien und zexstören die Ernten in Theffalien
und Spirus. Die Christen grffen wieder zu den Waffen.

Fmummes 7 *

fx Das am Sonntag in Rammelsbach staltgehabte 4.
Glan⸗Bausangerses verlief bei starler Betheiligung in der schönsten
Weise. Es hatten sich 18 Vereine eingefunden; vorgetragen wur⸗
den 8 Gesammt⸗ nund 16 Einzelchöre. Die Festansprache hiell
Herr Pfarrer Reiffel von Quirnbach, Der Ort Rammelsbach
hatte sich recht hübsch herausgeputzt.

Das kgl. Zuchtpoligeigericht Landan verurtheil?‘e am
IG. d. den 21 Jahre glten Draht⸗ und Blegarbeiter Peler Huͤhnle
hon Waldhambach wegen Beleidigung des deutschen Kaisers und
des Königs von Bahern zu 8 Jahren Gefängniß.

Frankenthal, 16. Juli. Schon vor Jahresfrist be⸗
richtelen wir über eiuen Fall von Falschmünzerei, Jie von einem in
der „Reuen Anlage“ wohnenden Schmied getrieben worden sei.
Mangels Beweis mußte das Verfahren s. Z. gegen ihn eingestelll
werden. Der jetzige Eigenthlümer des Hauses nahm vor einigen
Tagen bauliche Veränderungen in demselben vor und fand bei dieser
Geiegenheit im Boden vergraben ein Kaͤstchen, welches eine Form
und Sianze zur Herctellung falschen Geldes enthielt, 45. T.)

7 Die „T. 3.“ sagi: im Moselthale stehe kein gesegneten
Nußtjahr in Aussicht. VDagegen versprechen die Apfelbäume reich⸗
uchen Ertrag; wai des „Viezes“ (Apfelwein) wegen, ein Intereffe
fuͤr die Stadt sei. Bei einer Civil⸗Beböllerung von noch nicht
20,000 Seelen werden, abgesehen von den Vororten, jahrlich an
100 Fuder von diesem Genänk consumirt, I

F Eine berechtjgte Bitte an alle Eisenbahn ⸗Verwallungen er
laͤßt die Gartenlaube“, nämlich, die Fenster der Wagen —A
mi Gardinen zum Schutz gegen die Sonnenstrahlen zu versehen.
Wer jemals in einem dichtbesetzten Coupe 8. Classe in einer Hitze,
wie sie die vorige Woche gebracht, eine Reise zurüdgelegt hat, wird
in diese Bitte einstimmen. Zudem gehört die 8. Classe zu de
einträglichsten für alle Bahnen und ist es kaum denlbar, daß man
guf dieses billige Schußmittel so wenig Bedacht immt. —

Ein zweilér Melhusalem. In dem kleinen Dorjfe
Kirchbrachi bei Gelnhausen ist vor einigen Tagen der aͤlteste
Mounn m Kurhessen gestorben und vielleicht auf dem ganzen Con⸗

—A

Nachstehende Lieferungen für die Koͤngliche Steinkohlen⸗
grube Sulzbach⸗Altenwald und zwar:

) Anlieferung der Victualien für das diesjährige Berg⸗
fest, bestehend in Brod, Vier, S5chweine- und
Ochsensteisch; 9J
Anlieferung von ca. 15 500 Kg Kornslroh für
die Schlafhäuser,

sollen Freitag den 26. Juli e., Vormittags im Bureau

der unerzeihneten Berginspection

ad 1. um 9 Uhr im Wege der Submission,

ad 2 um 10 Uhr öfßenilich an den Mind estfordernden
wergeben wetrden.

Die Bedingungen liegen hier zur TFinficht offen.

Sulzbach, den 15. Juli 1878.

Röniglice Berg⸗Juspection V.
Wilhelms-Spende.

Das unterm Hemigen gewählte Comité hat für Erhebung
und Einzeichnung der Wilhelm⸗Spende folgende Lolale bestimmt:

1. Bürgermeistereilokal,

2. Schulhaus im Josephsthal,

3. Lateinschulhaus,

4. Behausung des Kaufmannes Josepb Beer Wor⸗

schußverein),

Für das St. Ingberter Eisenwerk die Wohnung
des Polizeidieners daselbst,

Für die Schnappbach die Wohnung des Volizei⸗
adjunkten Siegwardt dajelbst.

Die Einzeichnung kann am Samstag, den 20. Sann⸗
tag, den 21. und Montag, den 22. ds. Mis., von Morgens
8-12 und Nachmittags von 224 Uhr geschehen.

St. Ingbert, den 14. Juli 1878.

Das Comité:
damann, k. Bergmeister, Bastnikel, k. Subteltor, Custer,
Buürgermeister, Woll, J. Adjunkt, Kahn, Seifenfadrilant,
Bawer, Stadiscreiber.
— —[‘ü—[— —e— — ——,— —
Frna und vVersod von 57. F.

tinente. Derselbe, ein Aderzmann, Flonian Weismuih, eereichte dat
ansehnliche AÄlter von 148 Jahren und 1 Monat, troßgdem ex stets
init Entbehrungen aller Art zu lampfen hatte. Er diente s. Z.
unter dem Herzoze Ferdinand von Draunschweig und machte da⸗
mals eine Reihe don Gefechten ec. mit. Zwei Söhne (hochbetagie
Breise), sechszehn Enkel und dreiunddierzig erwachfene Urenkel dil
den seine noch lebende Vachkommenschaft.

Oberhæusen bei Reissbach, 85. Juli. Gestern in
der Nacht geichah bei dem hiesi zen Keämer ein Einbruch und wur⸗
den an Waaren und Geld circa 4000 Mark entwendet. Die Un⸗
sicherheit des Eigenthums wänst, wie der „Landsh. Ztg.“ geschrie—
Hen vird, in hiesiger Gegend mit jedem Taze, deunn stets mehrt
ich die Zahl der Strolche, die betteind und stehlend d'es Bilsthat
ru⸗ und abziehen. Ducchschrütilich zaͤhlt man täglich 80 bis 40
zaumstatke Hrenschen, die pon Dorf zu Dorf, von Haus zu Haus
iehen und hergusfordernd die Wohlthätigkeit in Anspruch nehmen.
7e liegt auf fla her Hand, das folchen Uebelständen die Orts—
polizei nicht mehr gewochsen ist, und daß hier Abhilfe durch die
Staatsorgane dringend gebeten ersche nt.

F Lech (in Thesh). 4. Juli. Gs schneit wie zu Weinachten
seit 4 Ubr fruh! Es ist 9 Uhr frah und 16 Centimeter Schnet
zedeclken die Erde unmittelbar por dem Wirthshaus zur Krone, in
xem ich schreibe. Wunderschön standen gestern noch die Wiesen
Das schoͤne, kraͤstige Gras wird durch diese Witterung außeror dent
sich leiden. Die nahen Alpen sind von zahlreichem Vieh befahren
Dieses stehr nun im Schnee, weil jede Vorsicht, irgend eine Schirm⸗
hütte zu errichten, hier außer Acht gelassen wurde.

fDie französische Otbahngeselschaft laßt am 20. Juli nüchs
hin einen Extrazug nach Paris von Avricourt aus abgehen. Die
Billete haden eine BSültigleit von allerdingz nur 5 Tagen und
eriolgt die Adfahrt in Abricourt am 20. Juli Abends 9 Uhr 10
Minuten. Die Ruckkehr hat slattzufinden in Paris 10 Uhr 3
Minuten Abends. Aulunst in Aur'contt am andern Morgen 11
Uhr 50 Minuten. Handgepäck ist frei. Der Preis für Hin⸗ und
Rückreise beträgt ab Avricoutt für 2. Wagenclasse Fres, 27, für
3. Wagenclasse Fres. 16,80. Das Naͤhere i wobl bei der Babn⸗
verwaltung zu ectfahren.
—— —
FFur die Nedaction veraniworilich: J. X. Demes.

Besalzene Schweinszunge per Pfund.. 0M. 60 Pf
Rinds-Roulade F ,...0M.90 ppf
GBrau⸗Wurnrst 1V. 20 pf
ditto II. Qualitaͤt, .. OoOM.so pf
emtfieblt IPMABFS, St. Indbert.
G Muũtzemn-
efunden Seidene Comptoir⸗ und Ar
wurde unten am Viaduct der beitermüten (echte Seide) per Duß
Saarbrückersir. ein schwarzer 712 Ve, per Groß 86 M. olse
Regenschirm nii Ketichen das Stück für nur 60 Pf
und kann gegen die Inserations⸗ vweep gegen Nachnohme
gebühren abgeholt werden hei ar inde in Leipzig.
Johann Collisj, Bäcker. * pug
Stationsbeklebzeitel
billigst bei
F. J. JDemeb

Prämiirt: Haunover 1877
Kassel 1877.

Kirschtorte.

Aus / Pfd. Liebig's selbst⸗
thätiges aege 1 Ei
iwaz Milch, Butter, Zucker mache
inen steifen Teig, rolle dünn aus
ind bade sofort schön braun.
Belege dies mit gedämpften Kir⸗
chen, destreue mit Zucker und
uübergieße mit folgendem Guß
Bringe Liter Milch mit Zucker,
twas Citronenschale und Canehl
zum Kochen, 6 Löffel Liebig's
Mehl werden mit kalter Milch
angerührt in die kochende Misch
ung hineingethan, laffe abkühlen
und füge noch 4 Eier hinzu, das
Weiße zu Schaum geschlagen.
Das Ganze muß noch ca. 15
Minuten schön braun backen.
Auf dieselbe Art mache mar
Erobeer⸗ und sonstige Obsitorten

Nur die Packete sind echt, die
eine „Windmühle“ alst Han
elsmarke tragen.

Niederlage bei

BH. Alinck, Et. Inabert

Zu vermiethen
wehrere Wohnungen auf dal
—A
beziehbar,

Naͤheres gaf dem Geschäfte
hutean von F. A. A,b
Makulatur
zum Tapazieren verlaus

Aus joller beberzeugung“
kann jedem Eranken die iaastadlach
dewa arie Dr. Aicy's Heilethode
empfohlen werden. Wer Raheres
darüber wissen will, erhält auf
e eeen von Richter'd
erlagd⸗Anstalt in Leipzig einen mit
vielen belehrenden Krankenberichten
verse henen Auszug“ aud dem is
setrien Buche: „Dre. Airy's Natur⸗
heilmethoder (100. Aufl., Jubel⸗
Uuaade) gratis und franco zu⸗
gesandt J
A Et. IIF
        <pb n="405" />
        —R
* —
„53 228
535351 335553 35533
84 3225— 3 533 222232 —
33 —335 ——3333s3836338 238
3 E5383 553 33 370 46533 338
382 22 *z., 252 *E38 122 7238 —— — —732
282 ——— — * — ——— 2 2 —5 5572 * — —
— 258 2385865 —3 323773 3333
3*8352 3352351 53588 *3375238323463 725233 25833
* 3* — 22* * 58 225 *
25358 32337 8 — 22232 *5 —— m— 522 —8
28235 2 — — 23 328 5283— 3 * — — 7 —— S5 2
285 *538 —3353 5 * 528 2 82.2 6, 23b2 2823 *233 ut —
2 2 22 — —— 3 25 22— * 322 — 23 D— ———— * *
Su 2 — 2 2 5*2 — 278 22 —8 2
—XLX— 2333832— 8 a 53828 21 28 3
7 52—5758 —2 222 — *5 —— — 52.* 2* — 55 —
⸗ —— * s 2*5 * 22
23 — 35832k—233 —e2855 552 23 2338 *
——5553 57523235 7 58 z526* —5*—522 32 —53322335 25255
—35333 üs 238 32057
—* W 2 düu — n 2 — 57 . *
355333537— 5536535 555 ——— 35352332 — 233532 2
232 * 238252 5232358 — 8528
— —— — —ãA— — 28..832 3333528237 58383 223322
5555258 25 525 5222822 — 2 2255 258
* — —
783
* 2 75 — — 2 852 —2*2 ⸗ 252— 5*8* — e—
22 523253 3328 133353*228 53535533 —2283 235
* — — — — 228 ——A 23222
JJ —
—A * 8 * A —85232 * — 85— 528.
z 3 52332 5843338333
8 37 25* —22523557 8 5
e
524538 55 —2 233583 —8 »z383 555335233
* d
z3553253 3333335 —8
555 ——
23256536562
5 ** —
22
2 32*582
2253252 *2583
252325533 9 2 558
2332*8323 55 75E5 —58 8
8425 5 o —A 38 ——
53323 335*6 3333 — ——
—A 2 2* 228 28 * —— 2 *
45 3 7 852327
8285 3*5 532 ⸗⸗ 2— 3 —— — 53
23ã 333 5288
—— —— — 8 8 2 22 323 * — —
5*53533 J3 2277 —— 353532 2 — 38
23245 223 5252 55 — 25 25 2 —— 25523 22
—3*2 2222 22282 82 2 8* 528 »53 522
585 2 2555 ——7 *8* 2 —— — 8 —— —— — —— — 23325
* — 233 21338 2522— 55338*
5538 38 — — — 28 28325537 3372 3584 2 — — —
5322323 — — 3 * 2 — 2 22 32 53
*522 7333238 —* 255 —525253 28 52*2 — —— 22 2 * — *832
5 * — —3 25 —S4 265 5532323323 —AA —
253 A 25555 533—82353 28 — 3322—
—— — 40 2 —— —— m2 z2383383 2332
—— 85 3 13334 553— 2 58 58 5 3
—— —* — 7 2532238 X* —— — 23*88* 3 — 2— *
552 9 —3 —— 25338 25323 — 25 2 bo 28
— 728 222 33322 —— 2523288 2 — 2* 2*2 — 5
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5** *85 55532 5 * WE —A 7 33 *22328 5238558
* — 8 553733775 e 52* 32 3 — 8* O * 22 ⸗ 7 —
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S —A —— 8 2 52583 8 — —W 2 — 84 523
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— 28538 —5888 8 53535533338 —
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5388 33555325* J
52 —35853 22338 23353337 33 323533
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5328 —22* 22533555* 53 225*
535323238533 8 35353335 53
6*87 33
552338 25323232 —*
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3
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——
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3323233 1533388 5557355353553 25 —— 22222
27 —2 58 989 5 2 —5*24 — 2X 82
228 35383333* 5332 28 3z3882524 5423 525 —27632
———— 5522 5 — — 527 ——— — — 523*
555*325323533 8s 5832223 2322533535 555538 755 22 *7
d — JT —
333733 25385 35*76 I 32. 33283 2858
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——— 8 — —2—8 25 ð — 558 ——x— 2 55833
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25232 3235323538 5233533532Sẽ —— *S2 22 — 5
353553338555* 5385 —263 532 2* —s53252 33553 353
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— —35322— 3** 5053 5383815 8 r — 52322 2522 29 *
3z33335532535217 —— 822328383853 353 *
2 f*8 * * J — 3 „—2 —5 2
35238333323338
23535559 258* 2253 33* 2553555
53 323338 55538 5328 523235532553— 3633 27
——— — 22 22— — — — 2 222 ꝛ —2 2 3—— — 28* —
— 223328 25522 —7855 333333533383327635
* x 3 — 52 — — — X 73 2 3
333833853835* 328 —
353*3335 333 8 *8
z258 33352 3BE353253 383325328622 15553* z2833538
252— —— 22* —3 5223
—2 532

*
*

32332
255
s 333355
3* — 8 * 23238
2 7 5 — —
22 25 233838* *
* 53*
28 553* — 333 —A
— 3 8 J— —A 5* 228
525858 — 2 5352 2 553*5
I 55 238
*F —— 23333 352 2333*
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—— 25 3875
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        St. Ingberter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt,. (Sonntags mit illustrirter Bes—
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— — — — — EXRαOÔXXαααιÔNUαααα«M — —
M 1II3B3. Samstag, den 20. Juli. 1878.

Deutsches Reich.

Aus München wird der „Sp. Zig.“ geschrieben, daß nicht
alle pfälzischen Abgeordneten dem gegen den Justitzminister ge⸗
außerten Wunsch um Belassung der bisherigen Gerichtssitze bei der
Berichtsorganisation beigetreten seien.

München, 16 Juli. Der Entwurf eines Gesetzes zur
Ausführung der Reicheprozeßordnung enthält in 5 Abschnitten 81
Artikel. Der J1 Abschnitt enthält einleitende Bestimmungen (5 Art.);
der 2. Abschnitt besondere Strafbedingungen (20 Art.); 3. Abschnitt
handelt von dem Vollzuge det Strafen und den Folgen der Ver—⸗
urtheilung (8 Art.); 4. Abschnitt: einige besondere Bestimmuugen
über Zuständigkeit im Verfahren (18 Art. 1. Im Allgemeinen. 2.
Im Verfahren gegen Minister. 3. In Strafsahen, bei welchem
Tivil· und Militarpersonen betheiligt ind. 4. Im Militärstrafver⸗
fahren. 5. In Vereinssachen. 6. Bei polizeilichen Strafverfügungen.
7. Im Verfahren in Zollstrafsachen. 8. Verfahren in Steuerstraf⸗
achen. 9. Einige besondere Bestimmungen für die Pfalz. Vor—⸗
äufige polizeiliche Maßregeln.) Der 5. Abschnitt enthält die
Ueberleitungsbestimmungen (5 Art.).

Als Mitglied der Commission für die Tabalks-Enquete ist
zon Seiten Bayerrs Herr Oberrechnungsrath Felser ernannt worden.
Felser hat sich durch eine Schrift gegen das Monopol und für die
Fabrilsteuer nach amerikanischem Muster bemerkbar gemacht. Als
Sachverständiger ist von Seilen Bayerns Herr Bürgermeister Dr.
Broß in Lamsheim zugezogen. We die Voss. Zig. hoͤrt, liegt es
in der Absicht, die Enquete in der Weise zu leiten, daß die stom⸗
nission einen Fragebogen ausarbeitet, und daß dann einzelne Unter⸗
sKommissionen, welche für Gebietstheile, in denen besonders Tabak⸗
bau oder Tabakfabrikation getrieben werd, ernannt werden, für die
möglichst genaue, und vollständige Ausfüllung der Fragebogen sorgen
sollen. Die aus den Fragebogen gewonnenen Informationen sollen
alsdann durch Vernehmung von Sachverständigen weiter vervoll⸗
tändigt unb so ein möglichst erschöpfendes Material zur Beani—
wottung der vorliegenden Fragen gewonnen werden.

Berlin, 17. Juli. Die „Post' schreibt: Von maß—
gebender Seite verlautet, die Reichsregierung deabsichtige den Reichs⸗
tag so spät als möglich einzuberufen. Wie der „Post“ ferner
mitgetheilt wird, heg: Se. Maj. der Kaiser dringenden Wunsch,
venn irgend möglich, den Reichsslag in Person zu eröffnen.

Berlin, 17. Juli. Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ melden:
In dem vorgestern abgehaltenen Ministerrathe wurde der Entwurf
des gegen die Solialdemokratie zu eilassenden Gesetzes durchbe⸗
rathen; derselbe wird nunmehr dem Kronpripzen behufs Ertheilung
der Genehmigung zur Einbringung in den Bundesrath vorgelegt
werden. — Die „Nordd. Allgem. Zig.“ schreibt ferner: Se. Maj.
der Kaiser ist in langsamer, doch sichtbar fortschreitender Genesung
begriffen. Fals wärmere Witterung eintritt, wird schon in den
aächsten Tagen Entscheidung über eine Veränderung des Aufent⸗
haltes getroffen werden. Dasselbe Platt hört, Fürst Bismarck habe
por seiner heute früh erfolgten Abreise nach Kissingen eine lange
Unterredung mit dem Kaiset gehabt.

Berlin, 17. Juli. Die „Provinzial⸗Correspondenz“ bringt
tinen Artikel: „Das Friedenswerk des Congresses“, in welchem es
heißt: die Zuversicht des deutschen Kronprinzen, daß die auf dem
Congresse erreichte Verständigung der Großmaͤchte eine neue Bürg⸗
ichaft des Friedens und der Wohlfahrt der Bölker sein werde, und
die Ueberzeugung des deuischen Reichskanzlers, daß der Congreß
ich um Europa wohl perdient gemacht babe, dürften, je länger,
e mehr, überall zur Geltung gelangen. Mit gutem Grunde durfte
Fürst Bismarck darauf hinweisen, daß der Tongreß Europa die
sroße Wohlthat des Friedens, welcher so schwer bedroht war,
wiedergeschenit und innerhalb der Grenzen des Möglichen gesichert
jabe. Wenn (so fährt die „Prov. Corresp.“ fori), nach den
Worten des Kanzlers es unmödlich gewesen ist, alle Wunsche der
ffentlichen Meinung zu verwirklichen, so ist darauf hinzuweisen,
daß dem Congresse überhaupt nicht die Aufgabe zufiel und nicht
vufallen konnle, eine volle absolute Losung der orientalischen Frage
u finden, daß er vielmehr die ganz bestimmte, begrenzie Aufgabe

hatte, den vorläufig zwischen Nußland und der Türkei geschlosenen
Frieden von San Stefano mit den Interessen und Ansprüchen der
ibrigen europäischen Mächte und mit den früheren europäischen
Berträgen in Einklang zu bringen. Diese Aufgabe ist unter aäll⸗
eitigem Einverständniß gelöst und dadurch dem Frieden Europas
eine neue Bürgschaft gegeben. Das Weseatlichste bei dem Erfolge
des Congresses ist die wirklich verirauensvolle Gemeinschaft und der
allseitig ernste Wunsch und Wille für eine wahrhaftige Friedens—
politik, welcher die Bevollmächtigten aller Großstaaten erfüllte.

Bezüglich des englisch-türkischen Verlrages bemerkt die Corre⸗
pondenz: Im Zusammenhang der Ereignisse, wie er sich durch das Er⸗
Jjebniß des Krieges wie des Friedensschlusses gestaltet, unter dem
Wirken des Geistes, wescher die Mächte bei den Verhandlungen ge⸗
eltete, wird auch jene Thatsache eher eine Bürgschaft weiterer fried⸗

icher Entwickelung im Orient als der Anlaß erneueter Conflicke
ein. Fürst Bismark konnte mit voller Ueberzeugung der gemeinsamen
S„timmung des Congresses Ausdruck geben, indem er die Hoffnung
ussprach, daß das Einverständniß mit Gottes Hülfe dauerhaft
leiben werde.

In dem Aufruf, der an der Spitze seiner Unterzeichner den
Namen des Feldmarschall v. Moltke trägt, ist ausgesprochen, daß
der Ertrag der im ganzen deutschen Valerlande zu veranstaltenden
Sammlungen für die Wilhelms-Spende dem Kronprinzen behufs
Berwendung zu einem allgemeinen wohlthätigen Zweck übergeben
verden soll. Das Handschreiben, durch welches der Kronprinz
)dieser Absicht des Komites seine Zustimmung ertheilt hat, lautet:

Ich dante Ihnen aufrichtig für Ihre Mittheilung vom 26. v.
M. und den derselben beigefügten Auftuf. Ich hoffe, daß der Er—
'olg desselben ein beredtes Zeugniß für die Liebe und Verehrung
iblegen wird, welche das deuische Bolk seinem Kaiser widmei.
Bern bin ich bereit, seiner Zeit die Verwendung der eingehenden
Summen zu einem allgemeinen wohlthätigen Zwed zu übernehmen.
Berlin, 2. Juli 1878. Ihr wobigeneigter Friedri ch
Wilhelm, Kronprinz. — An den köoniglichen Generalfeldmar—
chall v. Moltke zu Kreisau.

Das Gesuch vieler Träger des Namens Robiling um
Erlaubniß zur Namensveränderung ist genehmigt. Dieselben werden
den Nawen Edeling führen.

Berlin. Das Gesetz bezüglich der Abänderung der Ge⸗
werbeordnung ist vom Bundesrath nach den Beschlüssen des Reichs⸗
ags angenommen worden. Der Bundesraihs hat nun beschlossen,
daß die Einzelstaaten einheitliche Instrultionen für die darnach
aufzustellenden Fabrik⸗Inspeksforen erlassen und diese so
einrichten sollen, daß die Beamten keine Befugniß zu polizeilicher
Verfügung erhalten, sondern ihre Aufgabe vornehmlich darin zu
uchen haben, durch eine wohlwollend kontrolirende, berathende und
dermittelnde Thätigkeit nicht nur den Arbeitern die Wohlthat des
Besetzes zu sichern, sondern auch die Arbeitgeber in der Erfüllung
der Anforderungen, welche das Gesetz an die Einrichtung und den
Betrieb ihrer Anlagen stellt, takivoll zu unterstützen.

fusland.

Paris, 17. Juli. Berichte aus Valenciennes (lan der
helgischen Grenze) melden von einer Arbeitseinstellung, welche gestern
in Anzin und Denain ausgebrochen ist und sich über das ganze
dortige Kohlenbecken zu verbreiten droht. Die Zahl der feiernden
Arbeiter bträgt 3000. Die Behörde hat alsbäld Maßregeln ergriffen,
im Unordnungen zu verhüten. Zwei Bataillone Infanterie und
in Escadron Cavalerie sind bereits in Denain eingetroffen. — Da
eiernde Arbeiter den Versuch machen, ihre die Arbeit fortsetzenden
Berossen hiervon abzuhalten, so war die Gendarmerie gendthigt,
Feuer zu geben; dieselbe gab Schüsse in die Luft ab. Durch eine
wprallende Kugel wurde ein Grubenarbelter verwundet. 13 Vet—
haftungen wurden vorgenommen. Die Arbeter fordern dem Ver—
nehmen nach Lohnerhöhung und Verminderung der Arbeit.

London, 16. Juli. Die gesammte biesige Presse, Jallen
poruuf die,, Times“, bringt dem heimkehrenden Ministerpräsidenten
einen jubelnden Wlllomm. Ausgenommen allein sind „Daily
News“ und „Standard“', welch letzterer auf die gesammte Otieni⸗
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        zolitik des Kabinets zuruckölickend, einen Mangel an Entjchlossen⸗
heit in der Haltung desselben findet und das Zustandelommen des
Zerliner Verirages nur durch das englisch⸗rürkische Ablommen *
entschuldbar erachtet. Die Fuͤhrer der Opposition dagegen wollen
die in letzterem verkorperte Politik im Parlament angreifen. —
Sobald das Klima es gestattet, gehen dornussichtlich zwei Kommis⸗
ionen nach Kleinasien zur Besichtigung des Euphrat⸗, bezw. Tigris⸗
hales in der Voraussicht nämlich, daß eine Bahn in das Bigris⸗
chal gebaut werde. Sbwohl Dieß die längere Strecke ist und
folglich Mehrkosten entstehen vürden, soll sie strategische und kom⸗
merzielle Vorzüge bieten. Die Unternehmer hoffen auf eine zehn⸗
ährige vierprocentige Staatsgarantie. (K. 3.)

Der „N. fr. Presse“ tel graphirt man aus London, daß aller
Wahrscheinlichkeit nach die jetzige Session die letzte dieses Parla⸗
menles sein und das Unterhaus am Schlusse der Session aufgelöst
verden werde, da Earl Beagconsfield die jetzige Hochfluth des
Enthusiasmus im Lande für seinen Erfolg und den seiner Partei
auf die nächsten Jahre hinaus sichern will. „Das ganze Land
preist Beaconsfield. Am Donnerstag wird Beaconsfuald von der
önigin empfangen und am nämlichen Abend wird er eine große
stede im Oberhause halten, in welcher auch einige wichtige, bishet
unbekannte Abmachungen mit Frankreich bekannt gegeben werden
ollen.

Zu den russischen Preßstimmen über das Kongreßwerk,
die wit in letzter Zeit mitiheilten, fügen wir einen Artikel des
groͤßten russischen Blattes, des „Golos“, der sich zieml'ch gedrückt
zußert. Das Blatt, welches besitebt ist, die Meinung der besitzen⸗
den Mittelklassen zu repräsentiren, schreibt: „Die russische Gesell⸗
schaft fühlt sich offenbar unbefriedigt. Die Resultate dreijähriger
Anstrengungen, Sorgen und gewaltiger Opfer werden für verhält⸗
nißmäßig gering angesehen; die im Auge gehabten Ziele sind bei
Weilem nicht erreicht. Was Das aber für Zele waren, weiß, die
Wahrheit zu sagen, Niemand ordentlich zu erklären. Man hat viel
don der Befreiung der Slaven gesprochen, nicht weniger, wenn
nicht mehr, von der Rechtgläubigkeit, da Vielen rechtzeitig einfiel,
daß wir früher die Griechen befreit und überhaupt die Rechtgläubig⸗
leit im Orient gerettet haben ; man sprach auch von Zargrad
Stadt des Zaren, Konstantinopel) und der Aufpflanzung des
reuzes auf der Hagia Sopia. Es ist ũberhaupt schwer zu sagen,
welches Ziel wir nicht gehabt haben. Am Lautesten schrieen wir,
die es scheint, über unsere Uneigenvützigkeit und daß wir keinen
Fußbreit Landes für uns selbst wollten; Das war aber vor dem
feriege, als es lächerlich war an eine Entschädigung zu denken und
das Fell des Bären zu theilen, ehe er geschossen war. Wie nebel⸗
zaft diese Zeilen aber auch waren, man fühlt, daß sie nicht erreicht
worden sind.“
Bermisqtes.

pa St. Ingbert, 19. Juli. In der gestern Nachmittag
im Fruchthallsaale in Zweibrüchen flattgehabten Versammlung
der ünberalen Waähler des Wahlkreises Zweibrücken⸗Pirmasenz,
welche außerordentlich zahlreich besucht war, entwickelte unser bis⸗
veriger Reichssstagsabgeordneter Herr Oberappellraih Schmidit,
aachdem er von dem engeren Auͤsschuß der liberalen Partei unseres
Bezirkes für die nächsthin statifindendenden Reichssstagswahlen als
Fandidat aufgesftellt wo: den war, sein politisches Progtamm. In
larer, leichtwerständlicher, fließender Rede sprach er ungefähr Fol⸗
gendes: Seitdem er das leßte Mal vor seinen Wählern gestanden,
seien betrübende Erscheinungen zu Tage getreten; Gewerbe und
Industrie lägen darnieder, nicht in Deutschland allrin, sondern in
der ganzen Welt. Er hoffe, daß es jetzt besser würde, nachdem
auf dem Berliner Congreß der Friede wieder hergestellt worden sei.
Ais weiteres Unglück müsse er den Untergang eines der größten
deutschen Marinefchiffe, des großen Kurfürsten verzeichnen. Der
noterielle Schaden sei der geringste gegenüber dem unersetzlichen
Verlust au Menschenleben. Die Thatsache, daß die Bemannung
dieser Schiffe in treuer Pflichterfüllung heldenmüthig wie Spartaner
Jestorben seien, gewähre doch einige Beruhigung. Und endlich als
iles Unglüd müsse er die entsetzlichen Mordversuche auf unseres
Zaifers geheiligte Person derzeichnen. Man habe fast allenthalben
die deutsche Nation für diese Verbrechen verantwortlich gemacht.
eE prolestite aber gegen die Annahme, als sei das deutsche Volk
daran schuld; dieses habe nichts damit zu thun. Auch in England
ind Frankreich seien solche Verbrechen schon vorgekommen und doch
sei es Keinem in diesen Laändern eingefallen, das ganze Volk dafür
herantwortli h zu machen. Die —XDVV—
zaß die beiden Altentäter socialdemokratischen Ansichten huldigten.
die bürgerliche Ordnung müsse nun gegen die Tendenzen und
Ausschreitungen der Socialdemotratie geschuͤtzt werden. Der darauf
hezugliche Jüngst dem Reichstage vorgelegie Gesetzenwurf sei nicht
angenommen worden, weil er nicht zutreffend, nicht bestimmt genug,
nicht kiar redigirt gewesen sei. Dem nächsten Reichstag werde nun
ein neues GBesetz vorgelegt werden. Die Abgeordneten seien ver⸗
pflichlel. die Regierung in ihrem Bestreben gegen die Unterdrüdung

eio Deuoliafi schr Lusschreituttgen zu unterstühen. In weiche.
hoem dies geschehen werde, wifse er selber noch nicht; jedenfalls
rde er stas daftr Sorge tragen, daß die Freiheit der Nation
nicht verlümmert wonde.

Bezüglich der gegenwaͤrtigen Lage in wirthschaftlichet Be⸗
iedung aͤußerte er, werde dafür gesotgt werden müssen, daß die
hemmnifse, welche dis feht einem Anfblühen der wirthschaftlichen
Zerhültnisse eiugegen gestanden wären, beseitigt werden.

Um'das Reich in financiellet Beziehung auf eigene Fuͤße zu
jellen und um die Matricularbeiträge zu beseitigen, werden dem
steiche eigene Einnahmen durch Erhöhung der indirekten Steuern
eschafft werden müssen. In erster Linie habe man dabei an eine
söhere Besteuerung des Tabaks gedacht. Bismarch's Ideal sei das
Tabaksmonopol. Für das Monopol sprechen folgende Thatsachen:
. Wir sind rings umgeben vom Monopol. England, Frankreich,
Jtalien, Oesterreich haben das Monopol. 2. Auch die Tabaks—⸗
Fflanzen sind nicht gegen das Monopol. 3. Die bedeutendsten
nutotitäten haben sich für das Mo opol ausgesprochen. Die
Nachtheile des Monspols seien folgende:

Ein blauͤhender weitderzweigter Handel, eine blühende In⸗
dustrie, die ca. 120,000 Arbeiter abgesehen von der Hilfsindustrie
heschaͤftige, werde vernichtet. Die Hälfte oder zwei Drittel der
darin beschäftizten Arbeiter würden brodlas werden, der Tabak⸗
hau, von dem viele kleine Landwirthe in Deutschland leben, würde
auf ganz unsichere Füße gestellt und der Regierung auf Gnade und
Ungnade überliefert werden. Bei der Tabaksindustrie seien in
Deutschland ca. 800,000 Menschen direkt oder indirect betheiligi.
Sie würden durch die Einfühtung des Monopols schwer betroffen
verden. Ferner würden die Einnahmen aus dem Monopol na⸗
nentlich in den ersten 10 Jahren sehr unüchere und leineswegt
ehr hoch sein. Er für seine Person habe sich noch nicht entschie—
ven; der fei weder für das Monopol, noch absolut dagegen; er
verde die Enischeidung der Frage nach der Veröffentlichung der
sesultate det Enquöte seinen Wählern überläfsen.

Eine wichtige Frage sei auch die Militärfrage. Das Reich
herwende für das Miililär allerdings eine sehr große Summe;
allein das sei eine Nothwendigkeit; denn wenn Deutschland allein
ür sich abrüsten würde, so wäre das sofort eine Einladung für
unsere Feinde über uns herzufallen. Die Geschichte bestätige das.

Nachdem Herr Schmi'dt die Grundlosigkeit einiger Vorwürfse.
pelche der national-liberalen Partei gemacht werden, wider legt,
chloß er seine mit großem Interesse von der Versammlung verfolgte
Rede mit einem Hoch auf unsern deutschen Kaiser.

Herr Oberappellrath Schmidt wird am Samstag Nach
nittag auch unsere Stadt mit seinem Besuche beehren und um
25 Uhr in Grewenig'schen Saale öffentlich sprechen.

'St. Ingbert, 18. Juli. Gestern Nacht 12212 Uhr
hrannle 6 in dem Er z'schen Hause auf der Schnappbach. Der
asch herbeigeeilten Feuerwehr der Vopelius'schen Glashütte und von
— Schnappbacher Bevöl⸗
erung gelang es bald des Feuers Herr zu werden, und dasselbe
zuf seinen Ursprung zu beschränken, indem nur der Dachstuhl
»es Hauses, wo Heu aufbewahrt war, abbrannte. Ein größerer
Zrand hätte jedoch lescht entstehen können, da die Gemeinde Schnapp⸗
zach selbst keine Feuerspritze besitzt, und es doch gewiß wünschens—
verth und am Platze wäre, bei Zeiten für die Anschaffung einer
olchen zu sorgen.

'St. Jugbert, 19. Juli. Vor etwa 4 Wochen hott⸗
ich ein in unserer benachbarten preußischen Gemeinde Elver s2berq
mnsaßi zer Bergmann, Familienvater, aus seiner Wohnung entfernt
hue wieder dahin zurückkehren. Seit dieser Zeit wurde er vermißt
hor einigen Tagen nun wurde derselbe todt im Walde zwischen
sier und Elversberg aufgefundeo, neben ihm eine halbgeleerte
„chnapsflasche. Dem Trunke sehr ergeben, haite er sich wahcschein⸗
ich im Rausche niedergelegt und durch einen Schlaganfall seiner
Tod gefunden.

1 3weibrückn, 18. Juli. (3. 3.) In der gestrigen
—„zung des hiesigen Zuchtpolizeigerichts find u. 'a. folgende Urtheile
rgangen: die bekannten Bäumchendiebe Semar und Sefrin von
Foͤntwig erhielten je ein Jahr 3 Monate Zuchthaus, der sog.
Keückenmüller“ von hier, 8. Müller, wegen eines im Deuischen
daus“ verübten Lebensmitteldiebstahls 6 Jahre Zuchthaus, Tag⸗
oͤhner Baus von hier wegen Beleidigung des deuischen Kaisers
dJahr Gefängniß und eine Frau von Winterbach wegen Fund⸗
iebstahls (dieselbe hatte eine 50 M.-Rolle gefunden und Dies
nicht angezeigt) 14 Tige Gefängniß.

Aus dem Westrich, 186. Juli. Herr Oito Fleisch
nann, Zuchthautgeiftlicher in Kaiserslautern und Redacteur der
aselbjt etscheinenden „Pfalz. Post“ befindet sich auf einer Wahl⸗
reise durch's Alsenj⸗ und Münsterthat, um für die Candidatur des

Ixn. dv. Gienanih zum Reichstage zu wirken, Der Herr Pfatrer
,eranstaltete zu diesem Zwece Versammlnngen in Ällenbamberg, Feil
Iind and ren Orlen, und ließ sein bekannkes Licht allenshalben
        <pb n="409" />
        leucͤlen. Es ist dieser Herr unseres Wissens der erste Geusliche,

welcher es mit seinem Stand und der Würde desselben vereinbar

findet, förmliche Wahlreisen zu machen, als politischer Stumpredner
aufzutreten, und den Leuten den bekannten Sand in die Augen zu
treuen. Daß dieses Treiben keinen bessera Erfolg als bei früheren

Wablen haben wird, ist leicht voraus zu sehen. Wunder nimmt

es uns nur, wie Hert Fleischmann eine derartige, in gehäffsiger
Weise betriebene Wahlagitation mit der wirklichen Aufgabe eines
Geistlichen, die doch auf einem ganz anderen Feld liegt in Etn⸗
tlang bringen will. (Pf. Kur.)

fFrankenthal, 18. Juli. Der Ausschuß des hiesigen
Zewerbevereins hat eine Colleckion praktischer amerikanischer Werk
euge angekauft, um solche unter seinen Mitgliedern verloosen zu
jassen. Dieselben sind dieser Tage eingetroffen und in dem Schuu⸗
jenster des Hrn. J. Gaschott zur Ansicht ausgestellt. (F. W

F Diedenhofen, 14. Juli. Der Thätigkeit unserer
Bolizei ist es gelungen, heute eine Diebsbande, beftehrund aus einer
Frau und vier Männern, festzunehmen und in Sicherheit zu bringen,
welche sich seit einiger Zeit den Inhalt der plombirten Eisenbahn⸗
wagen auf dem Güterbahnhofe anzueignen wußten. Die bestoh⸗
lenen Waggons haiten sie so geschickt wieder plombirt, daß an den⸗
selben gar nichts wahrzunehmen war, wodurch es sehr schwer fiel,
den wirklichen Thätern auf die Spur zu kommen. Um so mehr
freuen sich die am Güterbahnhofe beschäftigten Beamten, daß über
die Angelegenheit klares Licht gekommen ist. Eine Menge Tuch,
Stoffe, Sliefel, Lederzeug, Fässer, Branntwein ꝛc., welche gestohleli
varen, wurde mit Beschlag belegt.

fKissingen, 18. Jali. Gestern Abend 9 Uhr 18 Min.
raf Fürst Bismark mit seiner Gemahlin und Tochter, von dem
zahlreich versammelten Publikum begrüßt, hier ein, bestieg sofort die
dereitstehende königliche Equ'page und suhr nach seinem Absteige⸗
OQuartier in der oberen Saline.

fUlm, 17. Juti. In Glassenbardt in der Nähe von Ner-
angen fand man 20 verendete junge Rehe, die einer noch nicht
ionstatirten Krankheit erlegen sein sollen.

F In Würzburg ist ein Schuhmacher vom 9. Infanterie⸗
stegiment zu fünf Tagen Dunkelarrest vecurtheilt worden, weil er
zuf einen, von ihm gefertigten Schuh die Worte: „Deutscher
Reichskrebs“ geschrieben hatte.

München. Geichen der Zeit.) Bei der Eröffnung der
3. odentlichen Schwurgerichtssitzung für Oberbayern betonte der
Präsident Frhr. b. Castell in seiner Ansprache an die Geschmorenen,
zaß nicht weniger als acht Verbrechen abzuurtheilen seien, in wel—
ben Menschenleben dem Messer zum Opfer fielen. Sieht: man
olche Thaten immet und immer wiederkehren, so müsse man sich
ragen, ob noch auf der ganzen Erde ein gleich großer Fleck be—
lehe, wo sich das Verbrechen in gleich großer Anzahl findel, wie
in unserem fonst so gesegneten Altbahern. Reduer glaubt, die Ur⸗
ache davon möchte in der früheren zu milden Beurtheilung dieser
Thaten zu suchen sein, so daß jetzt Strenge geboten sei, von wel—
cher allerdings kein Unschuld'ger betroffen werden sollte, der aber
auch kein Schuldiger entkommen dürfe.

fTrier, 16. Juli. Der auf dem Karioffel-Acker bei St.
Barbara gefundene Käfer, welcher zu der Besorgniß Anlaß gab,
daß der Koloradokäfer bei uns eingewandert sei, hal sich bei naͤherer
Untersuchung glücklicherweise als ein harmloser Marie nkäfer
entpuppt. Aehnliches passirte dieser Tage, wie wir in auswärtigen
Blattern lefen, in der Stadt Andernach. Auch dort glaubte man
den Koloradokäfer gefunden zu haben, bis es sich schließlich heraus⸗
tellte, daß man es mit einem Marienkäfer zu thun habe.

Schwabach, 17. Juli. Gestern irat hier Herr Sonne⸗
mann von Frankfurt in einer Versammlung auf. In derselben
wurde die Aufstellung eines Kandidaten der Voikspartei für den
Dahlkreis Ansbach · Schwabach in der Person des Holzhandlers Kröber
zon München beschlossen. Kröber, dessen Aufstellung in Naenberg
von dem Frankfurter Centralausschufse hintertrieben wurde, soll also
ait Erlaubniß der Frankfurter Herren in unserm Wahlkreise
iandidiren.

fKastel, 9. Juli. Ein Riesenfaß hat der hicfige Küfer
Irschbügel angefertigt. Dasselbe in obalet Form, häln 11 Stud
der 13,000 Liter.

Dortmund, 17. Jun. Auf der benachbarten Zeche
sKeu Isetlohn fand gestern eine Explosion durch schlagende Wetter
latt. Von 5 Arbeuern, die unten beschäftigt waren, wurden 2
lestern Abend todt zu Tage gesördert z) die 3 anderen sind noch
nicht aufgefunden. Der Querschlag, wo sich es zutrug, ist zertrümmetrt.

FHamburg, 13. Juli. In der Caserne des 76 Inf ⸗Reg.
lam es heute zu einer traurigen Scene. Der Sergeant Koch wurde
don einem Solidaten, welcher bereils im dritlen Jahre dient, in
der Pugstude mit dein Gewehrkolben erschlagen, so daß er auf der
—A hat seinem Hauptmann die That
Rumwunden eingestanden und soll die Aeußerung geihan haben, daß
t seht wohl wisse, daß eine Kugel sein Loog sai, dber ein solches Le⸗
en unter den steten Nörgeleien des Sergeanten zuertragen, sei unmoͤglich.

y

x Als Geschent des Kaisers von Maroklo fär
Zaiser Wilhelm sind in Hambutg mit dem am 11. d. M.
Atends 11 Uhr vom Mittelmeere angelangten Dampfer ‚Lissabon“
10 prachtvolle Hengste eingetroffen. —2 waren von einer
gleichen Anzahl marrokanischer Diener geleitet und wurden von
aiserlichen Stallmeistern in Empfang genommen. Die Pferde
sind zunächst in den Stallungen des Herrn C. Olde untergebracht
und werden, nachdem fie sich einige Tage von den Strapujen der
Seereise erholt, per Bahn nach Berlin weiter besdrdert werben.

F Berlin. (Kongreßkosten.) Nicht der uninteressankeste
und schmerzloseste Theil des Aufenthaͤltes der Fremdlinge in unseren
Mauern ist das Ende: nämlich die Bezahlung der Rechnung. Die
dier Wochen, während welcher der Kaiserhof die englischan Kongreß⸗
Delegirten in seirien Mauern gesehen hat, werden wohl mit golde⸗
nen Buchstaben in den Geschäftsbüchern des Hotels verzeichnet
werden. Die Herren, deren Zahl einschließlich der 16 Altachés
und der Bureaubeamten des Lord Salisbury gegen 50 erreichte,
ewohnten 68 Zimmer. Ihre Gesammtrechnung betrug — circa
10,000 Mark, also täglich gegen 1120 Mark. vLord Beaconsfield
elbst hatte im Kaiserhof eine Flucht von Zimmern inne; er mußte
ich daselbst mit einer Summe von mehr als 28,000 Martk aus—
vsen. Außerdem hatie der Lord die Intechnangstellung einer füg⸗
ichen Gratificatien an die Dienerschaft befohlen, die er bei seiner
Aoreise noch mit einem „Trinkgeld“ von 1000 Mark bedachte. —
Nicht weniger als die Diplomaten habmn auch die Vetrtreter der
Presse tief in die Tasche greifen müssen. So hat dem Korrespon⸗
den der „Times“ sein hiefiger Aufenthalt einen Aufwand von ge⸗
nau 17,200 Franken berursacht. Von xiaer Summe von
18,000 Franken, welche er zu feiner Verfügung hatte, blieben ihm
nach Zahlung des Retourreisebillets genan 800 Franken übrig.
VBon dieser Gesammtausgabe fallen nahezu 9000 Mark oder
11,050 Franlen auf die Telegraphengebühren. Nicht wit einge⸗
zechnet ist natürlich hierbei das Gehalt oader die Remuneration, die
»er Korrespondent selbst für seine hiesige Misfion bezog. Blel

müähßiger aber immer noch bedeutend stellen sich die Ausgaben
anderer Spezialkorrespondenten. Der Vertreter der „Temps“
. B. hat 3600 Franken (nahezu 8000 Mart), für Telegramme
ausgegeben, seine Gesammiausgaben erreichen ziemlich MoOd Franken.

Paris, 11. Juli. Auf der Wiener Weltausstellung von
1373 lastete, wie Jeder weiß, der große finanzielle „Krach“, der
so viel Weh im Gesolge hatte; der Pariser von 1878 sollte ein
solcher nicht ganz erspart bleiben, sie weist auch einen Krach“
auf, aber glücklicherweife nur en miniature, keinen welterschüttern⸗

den und sein Geräusch dringt kaum über die Enceinte von Paris
hinaus. Von 46 lleineren Restaurateuren, die in der Nähe des
Marcgfeldes ihr Glück versucht hatten, haben 30 dieser Tage ihre
Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Eine unausbleibliche Folge, wenn
die täglichen Kosten 80 Francs betragen und 80 Centimes einge⸗
nommen werden.

F Paris, 16. Juli. Die Gruben⸗Arbeiter in Anzin ha⸗
ben diesen Morgen die Arbeit gekündigt; sie verlangen 5 Fres.
Arbeilslohn und die Minderung der Arbeitszeit auf“ 8 Stunden
säglich. Drohende Banden durchziehen den Ort, und man hatte
diesen Morgen Besorgnisse wegen der Wohnung des Directors der
Besellschaft, de Marcillh. Der Präfekt von Line ergriff sofort mit
Beneral Clinchant, dem Befehlshaber des ersten Armeecorps, mili⸗
ärische Maßregeln zum Schutze von Personen und Eigenthum.
Anzin, im Departement du Nord, hat eine der bedeutendsten Stein⸗
ohlengruben Frankreichs, die seit 1834 ausgebeutet wird und im
Durchschnitt 5. bis 6000 Arbeiter beschäftigt; außerdem bedeutende
Eisenhütten, Hochöfen, Glashütten, MWaschinenfabriken ꝛc.)

ũ (Athmungsprozeß.) Den neuesten Untersuchungen
des Prof. Pettenkofer zufolge alhmet der Mensch von der in 24
Stunden verbrauchten Luftmenge bei Tage 31 pCt. Sauerstoff ein
und 69 pCt. Kohlensäure aus, bei Nacht 69 pCt. Sauerstoff ein
und 81 pCt. Kohlensäure aus. Daraus ergiebt sich, daß man
ʒei Nacht durch das Athmen einen Vorrath von Souerstoff (Le⸗
densluft) in sich aufnimmt, den man erst am folgenden Tage bei
der Arbeit verbraucht, und daß man in der Nacht einer an Sauer⸗
toff reicheren Luft bedarf, als bei Tage. Darum soll man zum
Schlafen die größten und bestgelegenen Zimmer wählen.

T(Doppelkohlenfaures Natron sals ärzt⸗
liches Mirtel gehden Brandwunden.) Ein ameri⸗
lanischer Arzt empfiehlt das doppelttohlensaure Natron zur Anwen⸗
dung als ärztliches Miltel bei Brandverletzungen. Von einer kürz⸗
lich abgehaltenen amerikanischen Versammlung von Aerzlen wies er
die Vortrefflichkeit des Mitlels an sich selbst nach. Er brachte sich
nämlich mit fiedendem Wasser eine große Branddlase an dem Dau⸗
nen seiner rechten Hand bei, legte doppeltlohlensaures Natron
arauf und bedeckte dasselbe mit einem Sildchen feuchter Leinwand.
Sehr rasch verschwand der durch die Brandverletzung verursachte
Schmerz, und am andern Morgen war von der Verletzung nichts
F q eine etwas dunkle Färbung an der verbranuten Siell⸗
zu sehen.
        <pb n="410" />
        Das finanzielle Auskunftsbureau des Züddeutschen Bank⸗
und Handelsbtattes Munchen ertheilt zuverlaßigsten fachverständigen
Rath in allen Angelegenheiten der Capitalanlage, Versicherungßnahme, des
Genoffenschaftswesens ꝛc. überhaupt in allen materiellen Fragen des Lebent
in einer so zutreffenden und ausführlichen Weise, daß wir dieses Institut
besonders dem boͤrsen-⸗ und geschäftzunkundigen Privatpubliknm nachdrücklichs
empfehlen koͤnnen.

Ginmalige Auskunfte für Nichtabonnenten 1 Mark, fur

Todes⸗Anzeige.

Lieben Freunden, Verwandten u. Bekannten
hiermit die Trauernachricht, daß es Gott dem
Illmächtigen gefallen hat, unsern innigst geliebten
Gatiten, Valer, Sohn, Bruder, Großvater,
Schwiegerbater, Schwager und Onkel

3 Peter Kuhn,
Aufseher auf dem Gebr. Kraemer'schen Eisenwerke,
nach längeꝛem Leiden im Alter von 54 Jahren, zu sich
in ein besseres Jenseits abzurufen.

Um ftille Theilnahme bitten

St. Inabert, 19. Juli 1878.

I Die trauernd Hinterbliebenenen.

J Die Beerdigung fiadet Sonntag Nachmittag um!/a 3
us faatt.

Geschaͤfts⸗Empfehlung.
Der Unterzeichnete empfiehlt sich dem hiesigen, sowie auswär—⸗
ligen Publikum als F
GIasermeister
und sichert reelle und gute Bedienung zu.
St. Ingbert, den 4. Juli 1878. K. Hupp.
NB. Meine Wohnung befindet sich in der Kohlenstraße be'
Herrn Georg Klein.
Zweibruoker Kirohenbau-Lotterieo.
Zietzung unwiderrussich 3. Sept. 1878.
hauptsreffer M. 40 000. P 000. ⁊c. Auf 20 Loose ein
resser.

Loose aà M. 2 sind zu 88 bei der General⸗Agentur:
August Schuler, B. Schuler'sche
Kaufmann Buchhandlung
Zweibrücken.
In St. Anagbert bei Franz Woll.
— —— — — — — r — —
Märchenhaft!!!
Folgende 12 Gegenstaͤnde liefere ich für
nur 6 Mark

per Nachnahme in Kiste perpact:

1echi chines. Sonnenschirm; 1 echt japanes. Fächer mit
Malerei; 1 reizende Manilla-Tischdecke, D5 Centim. lang; 1 feiner
Serdiellendaller (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Brief⸗
waage; 1 Microscop, welches 50 Mal vergrößert; 1 Ocarina
d. éin neuerf. Inftrument, worauf man alle Melodien bei nur
einiger Uebung liedlich produciren bann; 1 Broche und Ohrringe,
dunsivolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfindung, vermittelst man
mit Personen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklaͤrung; 1
f. Ring imit. Gold m. Emaille; 1 Metermaaß.

Diese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Angeboten zu verwechseln.

Carf WMinde in Leipzia.

Abonnenten viertel jährluch (fur venebige Anzahl Anfragen) — Man
wofur jede Woche noch extra das zwei Vogen slarke vorzüglich redigirte und
weit verbreitele Suddeutsche Bank⸗ und Handelablatt — Organ
wr die Pelerieten und politischen Interessen Deutichlands — gratis zuge⸗

andt wird.
Die neue Einrichtung des Handels blat tes, wird demselben jeden
falls wieder einen weiteren, graͤßeren Kreis Anhänger und Freunde zuführen.
F eIoriii: . x. Demes. *

Vertragsmäßige
Wieder versteigerung.
„Samstag den 27. Juli
nächsthin Nachmittags 3 Uhr zu
Schnappbanch in der Wirth⸗
schaft von Carl Victor Graf—
fion wird auf Belreiben dessel⸗
ben als Gläubiger gegen Jalkob
Echwarz Metzger allda, Schuld⸗
ner, wegen Nichtbezahlung des
Erwerbspreises die nachbezeich⸗
nete Liegenschaft im Banne St.
Ingbert im Wege der vertrags⸗
—V
fenilich ausgebolen um sie den
Meistbietenden zum Eigenthum
zuzuschlagen nämlich:

Pi.Nr. 16646. 24 a 53 qm
Acker auf den sechs Eichen neben
Jul. Grewenig.

St. Ingbert, 9. Juli 1878.

Sauer, tk. Notar.

Bekanntmachung.

Aunf Grund des Art: 40.
des Localpolizeibeschlusses wird
folgende Anordung getroffen:

Während der heißen Witte⸗
rung sind die Straßen Morgens,
8, Mittags 12, und Nachmittags
5 Uhr, mit frischem Wasser zu
begießen.

Gegen diejenigen, welche dieser
Anordnung nicht nachkommen
wird protocollirt, und können an
Geld bis zu 60 Mark, odier
mit Haft bis zu 14 Tagze be⸗—
straft werden.

St. Ingbert, 19. Juli 1878.

Das Polizeikommissariat:

IXXVNC

Soeben erschienen:
Erfolgreichste Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewahrte
Mitiel.“ — Preis 80 Pfg. —
Kranke, welche glauben, ar diese
zefährlichen Krankheit zu leiden
vollen nicht versäumen, sich obiges
Buch anzuschaffen, es bringt ihnen
Trojt und, soweit noch möglich
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin abgedruckter
Dankschreiben beweisen. — Vor
räthig in allen —XVX
oder gegen Einsendung von 80
Pfg. auch direkt zu beziehen vor
Richter's Verlags-Anstalt ir

Leipziag
Die
Weinprobe
(Deutsches Reichenctent
Apparat nebst Anleitung zur

Prufung, des Weines
auf Fälschung.
Allein zu haben bei O —7
Em. Uenburger in Main,
Preis per Stüct M. 2.50 gegei
Nachnahme.
Haasenstein &amp;
Vogler.
Prste uud älteste
Annouten⸗Expedition
Prank furt a. Mais-
Filiadlen in Darmstach

Mannheim, Carlsruhe, Stutt

garte, Würzburg, Ulm
Preiburg in Baden.
Besorgen ⁊u Originalpreise
ohne alle Nebensosten
Ztollen· OQoauobo, Paobtungen,
Vaoanzon-Angeob —XEX
Cauf-A Vorkaufu· Loiraths· Osfort⸗
Anxeigon. Disaoroto Anseit
—V

Reinen Honig
A. Rarynm.

verkauft

Die Hauptblätter der
Schweiz und Prankreieh
sind von uns gepachtete
nebmen Anzeigen mur

ns.

2
— JF

Frucht- Brod⸗ un
Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 18. Juh
Weizen 11 M. 24 Pf. Kon
8 M. 56 Pf. Gerste 2reihig
— M. — pf. Gerste 4 rih
— M. — pf. Spelz 0 N
— pf. hafer 7 M. 68
Heu 1 M. 90 Pf. Stroh
N. — Ppf. Karloffeln 219
30 Pf. Weißbrod 1Vs Kilo
55 Pf. Kornbrod 8 Kil. 76, 281
51 Pf. dinno1 Kilo. 26*
Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 839
Rindfl. 1. Qual. 66 Pf.
Qual. 66 pPf. Kalbfl. 66
Zomfl. 6d Pf. Schweinefl. 609
HZutlir 1M. — Ri. per Vid

vꝛ
R Avon J. X. emne n SEt. Ingbert.
        <pb n="411" />
        St. Ingbetler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter VRei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donuerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
lMark 40 R.⸗Pfo. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergefpaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
M 4. Sonutaag- den 21. Julttzt. 1878.
— — — — — — r— e e — ö.
deutsches Reich.

München, 18. Juli. Der Landtag is heute durch könige
liche Boischafi bis auf Weiteres veriagt worden. J

, Bertin 18. Juli. (N. Frif. P) das Befinden des

Kaißers hat sich so erheblich gebessert, daß die Reise nach Gaste in
bereits für Ende dieses Mona!s in Aussicht genommen ist.
Aussland.

Paris, 18. Juli. Die Arbeitseinstellung in Anzin hat
nicht weiter um sich gegriffen. Es sind leine Unordnungen mehr
ju besürchten; indeß ist wenig Hoffnungdaß die Arbeu von den
jetzt feiernden Arbeitern dald wieder aufgenommen werde. Das
Gericht in Donai bat 6 Personen,welche wegen Bedrohung: der
Arbeitsfreiheit angeklagt waren, zu Gefangniß verurtheilt.
Aus London wierd der Köln 83i4. gemeldet: Gutem
Verneh nen nach laz dem Kabinetsrathe gestern die Ftage wegen Auf⸗
lösung des Parlamenles vor, und wurde dieselbe gruudjätzlich be⸗
iuht. Der Zeitpunkt hängt von den Umständen ab; in parlamen⸗
nar schen Kreif⸗n betrachtet mau die Wahlen als zum Oktober oder
Nobember bedorstehend. U
stonstantinoperl, 18. Juli. Die Aussichten auf Ver⸗
fländigung zw schen der Pforte und⸗Griechenland verdüstern sich.
Die Pforte trifft militärische Varkehrungen, um die angeblich
neuerlich von Aihen angefachte Jusurgirung der türlischen· Grenz⸗
propinzen, eventuell elb. durch Beralimahregeln— gegen Griechen⸗
land, zu verhindern. Vorgestern sind mehrere Transpotdampfer

mit Truphen unter dem Commando det Aimtals Hassan Pascha
von Konstantinopel nach Volo aboegangen. Eine neue Truppensen-
dung nach der griechisgen Grenze fieht in Ausßicht.
Washingten, 18. Juü. In den Wesissaaten herrscht
außergewöhnliche Hze; piele Personen in St. Lone, Chicago
und anderen Otten fiad am Sounenstich geslorben. — Laut Bericht
deg landwjthichaltlichen Bureuus ist der gegenwärtige Stand der
Getreideernie beffer dis am 2 Juni.
e besser — 89
Bermischtes.
. IZweibrüchen, 18.,Juli. Heute früß hat sich in
nseren Nachbarorte Bubenhaufen ein junget Mensch — wie wir
bören aus Liebesgram erschessen.
fKaisergtaufers. Von dem Zuchtpolizeigericht wurde
am 16. ds. verurtheilt: August Kaufmann, lediger Sandformer
bon da, 18 Jadzte alt, zu 6 Monaten Gefaͤngmeß ind 3 Monaten
Haft wegen Bedrohung, Widerstandes und Angriff mit blanter
Waffe (betheiligt an dec Trppstadter Affaire mi Tödtung des
dortigen Adjuncten Schneider) —
f.Unsstein, 16. Juli. Im Garten des Herrn Phil.
Wolff dahier wurden heute Trauben gefunden, die sichh zu sarben
aniangen.. ——55.

Saarbrücken, 19. Juli. Der „Gasthof zur Post“
8 Wilhelinstraße hier ist zum Kauspreise. von 54,000 M. in
Besiß der Herren Purpur &amp; Mucarsti, Inhaber dix uner der
Fima, Parpur &amp;Co. daber bestebenden Wein⸗Großbandlung,
überaegangen. S, F
kin ie Unglüd ereignete sich am 15. d. M, Vor
itlags 10 üͤhr, in dem in der Nahe des Erlendacher Hofes ber
— bei Trier gelegenen Steinbruche. Mehrere dort bes äftigte
tde ter ließen behufs Sprengen der Steine einen Schuß los, wo

ei, da jedenfalls nicht die nölhige Vorsicht beobachtet wurde 3
Nann sofort geödtei „2 schwer, und 4 Mann leicht verwundet
porden sind. Unter den Geödtelen befiner sich ein berheiratheter
sirheiter, der eine Wittme mit 2. Kindern »hinterlätüt. Wen, die⸗
Schuld dieses sehr Hedauerlichen Vorfalls trifft, wird die bereus
aͤngestelllo Unteisuchung ergeben. 6 u. M.g.)
r Areurn ach, 16. Juli. Gessern erschoß sich in Münster
J. St. ein Eisenbahnbediensteler, der Wagenrevisor Pf. gebuͤrtig
aus St. Wendel, mitlels ines mu Petroleum geladenen Gewehres
Derseibe. binteriaßt bine Feau mit 5 Kindern. Verweigerung
don Geldunterftüßung feitend seiner Mutter, welche Vermögen be⸗
sihe. soll die Ursache gewesen sein.

t Vle Urbeber dee aroken Zrand⸗t in Idhi, n —

75 Wohnhäuser, 107 Scheunen ec. dolal abbrannten und 33 Wohn⸗
nebst 33 Nebengebäuden ze. mehe oder weniger beschädigt und 116
Familien oder 437 Personen obdachlos wurden. wurbe ein 9Yjähriger
nabe, Christian Stadler, ermiitelt, der aus Rache gegen seine
ZStiefmulter, we'l sie ihn immer geschlagen, drennende Schwefelhölzer
vom Boden seines Hauͤses aus in eine anstoßende Scheuer wars.
„t Bingen 16. Juli. Wie gefährlich das unsinnige
Laufen nach dem Vahnhof werden kann ist gestern Montag, an
tinem erschütternden Beispiel wieder vot Augen geführt worden.
Fin etwas corpulenter Herr aus Mahen, welcher mit Kreuznacher
Freuuden einen Ausflug auf den Niederwald machen wollte, hatte
lich Morgens zum Zug etwaßs verspätet und deßhalb seme Schritte
nach dem Bahnbof übermäßig beschleunigt. Sofort klagte er über
Seilenstechen und Athemnoth 3 die Schmerzen wurden so heftig,
daß er hier die Hülfe eines Arztes ju suchen genöthigt war, diesem
auch sein Leid und dessen Ursache llagte, jedoch, während der Arzt
den Puls fühlte, todt zusammenbrach. Alle Wiedet besebungs⸗
versuche waren erfolglos Gh. u. N.B.)
7 Eine Broschüre wider den Sozialismus. .Duis⸗-
burg, 10. Juli. Der „Elberf. Ztg.“ wird bon hier geschtieben:
Bedeutendes Aufsthen hat eine! hier jüngst erschienene Broschüre
don einem Georg Helferich gemacht, in welcher derselbe — früher
elbst Sozialist — fich an seine ehemaligen Parteigenossen wendet,
un ihnen die Augen zu oͤffnen über den Abgrund, am welchem sie
dehen. In letzteren zu fehen, hane a als Agent der sozialstischen
Partei besondere Geleenheit.E hat sich von den Sosialdemo—
raten schon vor den Attensaten getrennt und verschmäht es, sich
des Schimpilex kons zu bedienen, in welchem die sozialdemokratischen
Rädelsführer so vortrefflich zu Hause sind. Sachlich und in schlich⸗
ler Sdrache redet der zur Einsicht gekommene Mann, und der Ein⸗
dxud seiner Werte muß verschiedenen Fabritherren sa überzeugend
vorgelommen sein, daß sie daz Schristchen in größeren Parsien be⸗
tellien. um dasselbe. an ihre Arbeler zu vertheilen. Da ist es
denn begreiflich daß von demselben seit den 3 Wochen seines Er—
cheinens ca. 8000 Eeremplare (das Stück kostet 30 Pfge.) verkauft
vorden sind. Es führt den Tisel „Die Ausbeutung der Arbener
durch die Sozialdemokratje“ und liefert den Nachweis 1) daß die
Lösung der sozialen Frage von der Sozialdemokratie nur durch die
zewalisame Rebolution angestrebt werde; Daß, es den Augitatoren
deshalb nuc datauf ankomme, die Arbeiler in thunlichst gedrückter
Lage zu erhalten, indem sie sich thatsächlich gegen jede Besserstellung
der Arhe hei aus spiechen und die Erwerbung bon irgend welchem
Besitz (inem Hduschen ↄder Land), für unsijnnig erllären, 8) daß
die Agita oren die Tribene des Keichstagen nicht als ein Hritlel
zur Erreichung besserer Zustände in der Arbeiterwelt, sondern nur
als ein Agitationsmittel belcachten; 4) daß die Agnatoren, trotz
ihrer Berufung anf das Denlen, in der Partei selbst das Denken
officiell in die Acht ettlären; 5) daß troß der Erk:arung, „die
Religion sei Privaisache“ die Verbreitung des Unglaubend Parlei⸗
jache; 6) daß der Kommunismus (auch, der b Weiber) das End⸗
ziel der Soz aldemokratie jei; 7) endlich, daß die Parteiführer nur
dazu die Arbeiter benutzen, um auf ihre Kosten ein möglichst bi—
hagliches Leben zu führen. ,
at, Berlin. Der durch Nobdiling verwundete Hotelier Holt⸗
feuer ist soweit hergestellt, daß er Berlin detlassen lonnte, um sich
zur Cur rach Toplitz zu begeben.
7 Die wackere That eines bayerischenOffiziers
fand am Freitag Rachmittaz in der Nähe der Siegessäule in Berlin
die wärwmste Anerkennung des Publikums. Zwel bon Branden⸗
burger Thor her kommende, mit einer Equipage durchgehende Pferde
fetzten die Passanten in Schrecken. Die Insassen des Wagens,
zin alter Hert und ein kleiner Knade, wurden hin und. her ge⸗
schleudert und hielten sich krampfhaft an den Thüren umd Sitzen fest.
Der Kutscher gab sich die größte Mühe, die * wieder in die
Gewalt zu bekommen, es war nicht moͤglich. i einem verzwei⸗
felten Versuche dazu fiel er sogar vom Boch, glücklicherweise ohne
äch erheblich zu derletzen und die feurigen Thiere stürmten ohne
Leitung dahin. Schon schien ein Unglück unvermeidlich, da spranc
ein baierischer —XX mit einer Dame 4
        <pb n="412" />
        haltend zufällig auf dem Trottoir stand, ihnen entgegen, griff iun
die Zügel und brachte den Wagen, freilich nicht ohne Gefährdung
seiner eigenen Person — denn er wurde mindestens 30 Schritte
weit geschleift — zum Stehen. Ein lautes Bravo ericholl aus
der Reihe det Passanten, indessen zog der wackere Ritter es vor,
sich etwa beabsichtigten Obationen dadurch zu entziehen, daß er in
eine Droschke sprang und davonfuhr.

ünter Siegel. Herc W. G. erster Sekretaͤr einer der
renlabelsten Actien-Gesellschaften in Verlhin, ein junger Mann in
günstiger Lebeuslage und außerdem glüdlicher Bräutigan der hübschen
Tochrer eines angeseheuen Geldaristokraten, begab sich vor ewa 14
Tagen in Geschaͤstsangelegenherten nach Stuttgart. Hier fund er
inSchreiben vor, dessen Inhalt ihn recht unangenehm berührte.
Sein Schwiegerpapa in spo schrieb darin etwa Folgendes: „Sie
haben uns in Betreff ihcer Vermögenslage arg hinters Lcht zu
führen gesucht! — fuͤr einen Schwiegerfohn, an dessen Wohnungs⸗
thüre das brandmarlende Seegel des Exelutors hastet — danke ich
bestens. Su hen Sie sich eine Vraut — in Schwaben.“ Achtungs-
doll und ergebenst .... Herr G. traute jeinen eigenen Augen
nicht. Wie viel er auch hin vnd her sam, er erinnirte sich nischt
Jemandem etwas schuldig geblieben zu jsein, — doch halt! Den
neuen Anzug hatte er ja noch nicht bezahlt; hatte der Schneider
Anwa Besorgnisse gehegt d. Herr G. sendet mit telegraphischer Post—
anweisung deu Betrag ab. VDer Schneider bedankt sich ebenfalls
auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Drahtwege mit der Bemerkung:
Die Sache haͤtte aber doch keine Eile gehabt! Herr G. thelegraphict
run an feine Braut: „Es muß ein entjetzliches Mißderständniß ob⸗
walten; kehre übermorgen zurüd — Alles mus sich auft äreu.“ —
In Berlin angelangt, stürut G. nach seiner Wohnung in der
Wilhelmsstraße und constatirt die unglaubliche Thatsache — daß an
der Thür des Siegel des gefürchteten Beamten des Stadigerichts
prangt. Herr G. jagt wuthschraubend mit einer Drosvke nach der
Eretutions⸗Abtheilung in der Judenstraße. Dort weißz man von
einer gegen ihn gerichteten Exekutionsvollstreckung nicht das Mindesse.
Noch drei Tage respekt'it G. das verhängnißvolle Siegel, dann
ech rafft er allen Muth zusc:umen und das Furchtbare geschieht:
der schuldenfreie Mann, im Vollbewußtsein seiner Zahlungsfaͤhrgkeit,
er reißt das unanastbare Siegel der heiligen Justiz herab, komme,
Sas da wolle. Die Familie seiner Braut läßt sich verleugnen —
seine geliebte Vraut selbst — schreibt auf thränengetränklem Papier:
Ach Wilhelm, warum warst Du nicht aufrichtig — wehe! wehe!
daß ein Cxekutor unser Glück zerstören muß.“ — Herr G. flucht

einem SchiCsun. — Sonniag Nqhmmuiag fancmeu
‚or — — es ist Herr S., der Vater seiner ihm verloren gegangenen
Fraut; „Lieder G., jagt er, Sie müssen heute mit uns nach Trep⸗
ow fahren — die Anderen sitzen unten im Wagen, mit Ausnahme
neines Sohnes Karl — der muß als Sttafe zu Hause bleiben —
der Junge hat Ihnen und uns den bösen Streich gespelt — er
jat irgendwo einen Exekutionsstempel gefunden und bei einem Besuch
m Unmuth darüber, Sie nicht zu Hause zu finden, au Ihre Thür
zellebt. Erst heute legte er reuedoll das Gestandniß seiner unüber⸗
egten Missehat ab. Nicht wahr, zwischen uns bleibt doch Alles
deim Alten?“ —

pFolgenden hübschen Scherz erzählt der Pariser
Figaro“: Gine Tame, die an großer Kurzsichtigkeit leidet, sPeiste
einst mit ihrer Tochter an der Taͤble d'hdte eines Hotels. Mitten
n der Maͤhlzen bringt ihr ein Kelluer eine Depeiche auf einem
ilbernen Tadlet. Ich danke, ich will nihts mehr.“ „Aber, gnädige
Fiau, das ist für Sie!“ Ich wiederhole Ihnen, daß ich nichts mehr
vill.“ Während der Lellner sich erstaunt zurückzieht, flüstert die
Tochter ihrer Mutter ins Ohyr: „Mama! es ist eine Depesche ..
vahtscheinlich vom Papa.“ „Ach so! erwiedert die Mutter etwas
rwirit. Und sie streckt eilig die Hand nah dem Tablet aus.
Aber es war nicht mehr derfelbe Ktellner und sie faßte — eine ge⸗
hackene Seezunge.

4Chinesische Minister⸗Verantwortlichkeit. Das Reich
der chinesischen Tusche und des Drachen⸗Ordens beschämt den ge—
ammten Westen. Man wird an das „Lügenmärchen“ Rober!
Brutz' erinnert, der einmal einen fremden Berg hinaufjchteitet, in
an fremdes Land geräth und hier all rhand fabelhafte Sachen
zeht: einen Staat ohne Soldaten, einen Fiskus ohne Steuern, end
ich Min ster mit voller Veranmortlichkenn. Jetzt dringt der neueste
Sleamer aus Caina eine solche merkwürdige —X
ich das „Petinger Stea's Journal“ meldet, wurde auf Brfehl der
eiden Karserinnen der Reichs-Regent von China, Prinz Kung, vor
in Gerichts⸗Tribunal gestellt, weil er nicht jene Maßnahmen er—⸗
zriffen hatte, welche geeignet gewesen wären, die jetzt in China
errschende Hunzersno:h zu Helämpfen. Die andern Siaatsminister
hurden wieder dem Züchtigungs Tribunale, bei welchem das Bam⸗
usrohr eine wichtige Rolle spielt, üdergeben und ihres Adels ver—
uftig erklätt. Ihre Aemter dürfen sie iedoch Alle insgesammt beer
ehalten.
Für die Redaekion verantwortlich: F. X. Demetz.

Aufforderung.
Wer au den Nachlaß, der zu
Rohrbach verledten Eheleute
Franz Best und Philippine
Staudt noch eine Forderung
geltend zu machen hat, wolle
dieselbe binnen längstens 8 Tagen
bei dem Unterzeichneten aumelden.
Si. Ingbert, 20. Juli 1878.
Sauer, k. Notar.
Zwangsversteigerung.
Am Monlag, 22. Juli 1878,
Nachmittags ij 3 Uhr vor der
Wohnung des Megtgers Jacohb
Schwarz in Schuappbach
dersieigere ich folgende gepiändete
Begenstaͤnde offentlich au den
Meistbietenden gegen baare Zah⸗
luno wangsmweise, als:
Jppolirten runden Tisch,
J. Tanapee, J polirtes
Chiffonitt, 1 polirtes Com⸗
mode, 1 bollständiges Bett
mit polirter Bettlade, Roß⸗
und Stahlmatrage, ?c. 1po⸗
suicles Naͤchttischhena, J po⸗
irsen Secrelär, 2 lad rte
eleiderschränke und 4 Bett⸗
laden.
St. Jagbert, 9. Juli 1878.
Der k. Gerichtsvollzieher:
Faßbender.
Gesalzene Schweinszunge per ve.an8 IVNAGOo
Rinds⸗Roulade zunge p 7 J
Grau⸗Wurst — — 20 gf.
ditto IBI. Qualitͤ —* g.
emdfiiehlt I. PtoBS, St. Inobert.
Fre iele . Demeß in St. Ireee
Sisnu Alluñrirtes Sountaasblatt“ Nr. 20

Heute, Sonntag Nachmittag
don 3 Uhr ab
Harmonie
in der Garsenwirthschaft von
P. Weisgerber.
Rohrstuͤhle
u 3 Mk. per Stüc, Wei⸗
denstühle iu 8 Mk. und
u 2,30 Mk. verlauft
Seb. Müller, St.hlmacher
in Hasel.
Makulatur
zuum Tawvezieren verlauft

Bekanntmachung.
Nachst hende Lieferungen füc die Königliche Steinkohlen⸗
grube Sulzbach⸗Altenwald und zwar:

1) Anlieferung der Victualien für das diesjährige Berg
fest, bestehend in Rrod, Vier, Schweine- und
dusensteisch;
Anlieferung von ca. 15 500 kKg Kornstroh für
die Schlafhäuser,

jollen Freitag den 26. Juli e., Vormittagas im Bureo
der unserzeihneten Berginspection

nad Jum 9 Uhr im Wege der Submission,

nd 2 um 10 Uhr öffenilich an den Mind estiordernde
bergeben werden.

Die Bedingungen liegen hier zur Einsicht offen.

Sulzbac, den 15. Juli 1878.

Königliche BergeInspectian V

—
        <pb n="413" />
        St. Ingbeiter Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (W mal wothentlichj) mit dein Huudtblatte verbundene Unterhaltuagsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlic viermalz Dienstag, Donnerstag, Sanstaz und Souatag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

l Mark 40 R.⸗Pfg. Anuzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts vit 15 Pfg. für die viergespallene Feile Blattschrift oder deren Naum, Neclamen
mit 30 Pig pro Zeile berechnet.
M L45. Dienstag, den 28. Juli.
ws
Deutsches Reich.

Nus Berlin, 20. Juli, meldet man dem „Fr. Journ.:
„HDer Kronprinz hut die Gesetzespochagen gegen die soc aldemokra⸗-
füchen Umtriebe genehmigt; dieselben gehen dem Bundesrath fofort
nach dem Schluß seiner Ferien zu. Vorher durfte über den Inhalt
dichts Zirverlässiges bekannt wetden.

Berlin, 21. Juti. Se. Maj. der Kaser hat gestern
Nachmittag die esste Spazieifahrt unternommen; auch heute fudt
er eine Stunde lng spaz'eren. — Die „Nordd. Allz. Z.“ schreibt:
Wie zuverlässiz verläutet, gedenkt der Kaiser, sobald es die Witter⸗
ung gestastet, sfeinen Aufenthalt in Babelsberg zu nehmen; darilver
hinaus, namenilich üdber eine eiwaige Cur in Teputz und Gasteinn,
find noh keine Entschließungen gefaßt, welche wefentlich von der
Zunahme seiner Kräfte abhängen dürften.

Das „Berl. Tagebl.“ schreibt: Gegenüber den aus Konstan⸗
tinopel cinlaufenden Nachrichten, diß eine Verständigung zwischen
der Pforte und Griechenland neuetdings unwahrscheirlich zu werden
beginne, erfazren wir von guter Setite: „Die grie hische Rezierung
hat unterm 16. Juli zu Rom mit dem itslienischen Kabinet ein
Schutz- und Trutzbüdaiß abgeschlossen. Tarin verpflichtet sich
Italien mit seiner Flotte ei e Landung türkischer Truppen ansden
griechischen Küsten verhendern zu wollen, Em malienisches Ge⸗
schwader soll schon in einigen Tazen nach den griechischen Gewässern
unter Segel gehen.“ Ju dieser wichtigen Nachricht ist allerdinge
nicht gesagt, welche Gegenleistung sich Italien ausdedungen hat.
Jedenfalls ist in Italien die Gührung im Wachsen. Meldungen
römischer Zeinungen zufolge werden in einigen Städten Jaliens
Meetings der „Italia irridente“ (d. i. der Vereinigung italienischer
Patrioten zur Wedervereinigung Triests und Wälschtyrols mit dem
sönigreich Italien) veranstaltet werden. Ein von der vorgeschcit⸗
nenen Partei in Ron organ sirtes Meetinz fi det wahrscheinlich am
nächsten Sonntaz statt. Aber auch anderswo sind die Separat⸗
Verträge an der Tagesordnung. In Londoner diplomaufchen
stressen glaubt man an den Bestand eines russisch-persischen Ver⸗
trages, der nicht seit dem Kriege, so dern aus jüngster Zeit datirt.
Man will hierin auch den Grund für die wenig freundliche Haltung
Lord Beaconsfieids gegenüber den von Malkon Khan auf vem
Kongresse vertretenen Ansprüchen Persiens erdlicken. Thatsächtich
machte England die meisten Schwier'gke ten gigen die Ab.retung
ber Stadt Thotur aa Persien.

Ueber die Lage der deutschen Eisenindustrie wird der „West-
jälischen Zeitung“ aus Dortmund geschtieben: „Die Inven-
dur der Esene und Stahlwerke ist nun beendigt. Die Betriebs⸗
ergebniffe sind im Ganzen güsstiger, als an Ende des Geschäfts⸗
jahres 1876 —77, wenngleich sie noch immer viel zu wünschen
übrig lassen. Im besten Fulle haben die Wecrke einen gering
jügigen Ueberschuß erzielt, andere sind eben auf die Betriebskosten
gelommen, viele aber schließen wiederum mit einer Untecb lanz ab.
Auf einzelnen Etablissements hat in der letzien Zeit ein ziemlich
otter Betrieb geherrscht, und auch für die nächste Zeit siund manche
mit reichlichm Aufträgen versthen. Besonders sind die Bessemer
—AI
Die Fabritaion von Stahleisen ist ebenfalls in der letzten Zeit in
der Zanahme begriffen. Verschiedene Werke ha en davon belang⸗
reiche Aufträge nay Ruß aud zu effektuiren. Dasselbe gilt von
der Drah:fabritation. Ader die Leiter der Fadriken haben kein
Vertraurn zuu dem Vestand der gegenwärtig leidlich günstigen Kon⸗
junktur und siellen dahr keine neuen Arbeiler an, lieber dehnen sie
die Lieferfristen aus, oder legen Nachtschichten ein. Sie befürchten
bei Ausbleib ausreichender Bestellungen in die Lage zu kommen,
einen weiteren Preisrückzang des Esens herbeizuführen, indem sie
zur Erlangung eatsprechender Aufträge für die Beschäftigung der
vermehrten Arbei:sträsfte geaöthigt sein würden, stärlere Angebot:
nit vbill'geren Preisen zu machen. Seit Kurzem zeigt sid bei
Aeutschem B.ssemer Roheisen eine steigende Tendenz dießhald die
— Shien-Walz verke vielfach ihren Bedarf aus Euglind be⸗
ziehrn rejsp. zu diesem Zweck Aoschllisse mit englischen Werken gemahh
ziben. Aud die Bleche habn an Preis gewoönnen, indem sie

bis 6M. höher nstiren, als vor acht Tagen.“ Dazu bemerkt die

1F. H. s.“ „Daß die Lage der Eisenindustrie nach wie vor
eine schwierige ist. wird Niemand bestreiten. Wenn man aber be—
müht ist, die Ursahe hiervon haupisachtich in der Handelspolitik
ftast in den während der Gründerzeit begangenen Suͤnden und in
der seit Jahren festgehaltenen Heberprodukuon zu suchen. so verdient

doqh die Thatsache, daß im ersten Jahre nach Anfhebung der Eisen⸗

zoölle die Betriebsergebniffe im Garzen günstiger gewefen sind, als
im letzzen Jayre mit den Zölen, sicher die gießte Beachtung.“

NAuskand.

Wien, 21. Juli. Dee „Mo tagsrevue“ erfährt, daß
Fürst Bismaick und Gruf Andrassh während des Berliner Congresses
sch auch über den beiderseitigen Standpunkt in Sachen des ösier⸗
recchisch⸗ deutsch.n Handelsvertrags ausgesprochen haben und daß in
Folge davon nichts mehr im Weg sieht, daß die beiderseitigen
Bevollmächtiglen bald wieder zu— Fortsetzung ihrer Arbeiten zusam⸗
mentreten, die hoffentlich zum Abschluß des Vertrags jühren.

Nahh den neuesten Berichten aus Valencisennes ist der
zestrige Tag in größter Ruhe verlaufen; die Zahl der Streikenden
hat aber zu zendaumen und belduft sich jetzt aus s —9000

Paris, 21. Juli. Alle Berichie aus Anzin stimmen darin
ibetein, daß der dortge Strekk, obgleich die äußere Ruhe vor der
dand keine Gefahr läuft, einen sehr ernsten intensiven und düsteren
Tharaker angeno mmen hat. Alle perfönlichen Versuche, welche der
Praftkt des Deparlemenige, der commandirende Gencral Lecodinte
und andere amtliche Persönlichkeiten mit einer alle Anerkennung
verdtenenden Selbstverl eugnung gemacht haben, die Arbeiter in
Büte zur Rücktehr in de Gruüben zu bestimmen, sind vergeblich
Jebl eben; verg blich selbst das Anerbieten, fie mit militaͤrischer
Bededung a!u ihre Arbeitsstellen zu geleiten, wofern sie fich nur
durch die Drohungen ihcer Kameraden zurückhalten ließen. Die
Streikenden und namenilich ihre Frauen tragen eine finstere Ent⸗
chloss nheit zut Schau, einen stummen Trotz, der sich allein Anscheine
nach erst durch sehr bittere Erlahrungen wvird brechen lasfen. Von
Zeit zu Zeit werden einige Berhaftungen bewerkstelligt; doch hal
sich ein positiver Beweis für die Behauptung. daß der Bonaparlis
mus oder die Internationale bei diefem Sireit die Hand im Spiele
hätte, bisher nicht erdringen laffen.

Paris, 21. Juli. Der Streik in Anzin dehnt sich weiter
aus und bedroht das garze Kohlenredier daselost,. Die Ordnung
ist indessen nicht gestöct. Man hofft, daß die morgen statifindende
Versammlung der Verwaltungsräthe der Compagnie eine Losung
herbeifühtren werde.

Inzwischen werden aus der Provinz schon wieder zwei neue
Streils gemeldet: Die Färbergesellen von St. Chamond bei
St. Etienne, 700 an der Zahß, und die Bäd rg sellen von Bo r⸗
deaur, an der Stärke von 4509, haben ihre Arbeiten eingestelli.
Jene verlangen Herabsezung der Arbeit:zeit und Erdöhung der
Loͤhne, diese eine Echöhung des Lohnes für die Arbeiter erster
klasse auf 4 Fres. 47 Cent. und für die Arbeilee zweiter Klasse
auf 2 Fres. 45 Cent.

London, 20. Jusi. Die von Hart'ng'on im Unterhause
angelündigte Rejolut on wird d.e Genugthuung darüber aussprechen,
daß die Uncuhen im Orient darch den Bechliner Vertrag beigelegi
vorden, ohae daß es oon Neuem zum Keriege gekoenmen sei, sowle
daß einigen Völkecschaften der Tarkei Freihen und eine selbstständige
Reglerung bewllizt wo den sei. Die Jnterpllation wird ader zu⸗
Jleich bedauern, daß den Reklamationen Griechenlandz nicht mehr
Folge gegeben worden, und daß England, indem ez allein die
Harantie für die der Pforte verbleibenden Tertitorien übernommen,

damit zugleich sich Verpflichuungen und Verantwortlichkeiten aufge⸗
bürdet habe, ohne daß ein Mittel angezeigt sei, denselben nachzu⸗
kommen und ohne zuvor die Genehmigung des Parla nents einzuholen.
—. Die Besprechung der Risolution findet voraussi dilich au 29.
L
Vermisqhtes.
S. Inzubert, 23. Juai. Unserer heutigen Nanmer
        <pb n="414" />
        liegt ein Prospelt bei, betreffend „Gichtkellen mit Flußableitung“
don E. Winsser, Berlin, Beindurgerstraße 29, wotauf wir be⸗
sonders aufmerlsam machen.

Sit. Ingabert, 22. Jull. Von der am 18. ds. Mis.
zu Zweibrücken stattgehabten allgemeinen Versammlung liberalei
Maänner des Wahlbezirkes Zweibrücken-Pirmasens brachte man die
erfreuliche Qunde hierher, daß unser bisheriger Reichsstagsabgeord⸗
neter, Herr Oberoppelirath Sschen i dit aus München der auf jener
Bersammlung zugegen war und von derselben einmüthig wieder
uis Kandidat der freifinnigen Wählet unferes Wadlbezirles zur
zeborstehenden Neuwahl aufgestellt wurde, auch seinen hiesigen
Wahlern sich vorzustellen beadsichtige. Seinen Vorsatz führte Hr.
Schmidt'am verflossenen Samstag Nachmittag aus. Ueber 100
Personen hatten fich im Grewenig'schen Saale eingefunden, um ihn
ju hören und von Person keunen zu lernen. Zu bedauern war,
daß die Versammlung an einem Werltage stattfienden mußte, an
dem viele Gesinnungsgenossen verhindert waren, ihr anzuwohnen.
Von Hrn. Subrektor Barnikel willkommen geheißen, drückte
dr. Schmidt qzuerst seine Freude darüber aus, daß es ihm
vergönnt sei, auch mit feinen diesigen Wählern in persönlichen und
mündlichen Meinungsaustausch treten zu lönnen. In längerer Rede
intwickelte er hierauf jein Programm und fand damit allgemeinen
Beifall. Mehrere Herren, dadei auch Hr. Bürgermeister Custer,
drückten ihm perjönlich ihre Zustimmung aus. Wir verweisen üb⸗
rigens hier auf das Referat über die oben genannte Ve sammlung
in Zweibrücken (Samsiag ⸗Nr. d. Bl.), in welchein die Grundfaäͤtze
des Hr. Schmidt ausführlicher niedergelegt sind, werden aber in
der vnachsten Nummer wieder darauf zurückkommen. — Hr. Schmidt.
von dem die Rede ging, er sei krank, macht keineswegs den Eindruch

ines kranken Mannes; er sieht im Gegentheil sehr gefund und
zekräftigt aus. Sein Auftreten ist fehr gewinnend, seine Rede klar
ind verständlich. An Wissen und Erfahrung reich, ist er auch als
Hertretet des Volkes im Land- und Reichsstag bewährt. Wenn
nicht alle Zeichen trügen, wird ihn der 30. Juli unserm Wahl⸗
reise als Vericeter erhalten. Es liegt d'eses in den Händen der
Waͤhler; aber auch in ihrem Inleresse!

St. Ingberi, 28. Juli. Am Sonntag Nachmitiog fand
m Grewenig'schen Saale eine wertere Wablerversammlung statt.
Der Kandidat der „Centrums“-Partei unferes Wablkreises, Hr. Dr
Ffugen Jager von Speyer, Redalteut der „Pfälzer Zeitung“,
sielt vor einer sehr zahlreichen Versamm lung seine Kandidaten-Rede.
xrFr erntete damit bei seinen Parteigenossen reichen Beifall.

pPirmasens, 20. Juli. Soeben geht uns die Mit⸗
heilung zu, mit der Bitte um Ver oͤffentlichung, daß ein erwachsenen
unger Mann, 20 Jahre alt, aus Biel in der Schweiz gebürtig,
ind auf der Reise dierher begraffen, zwischen Ber. zabern und hier
jerschwunden sei; von Bergzabern sei er vor einigen Tagen abge⸗
eist und seit der Zeit jede Spur von ihm verloren. Der junge
Mann, der deutschen Spache ganz unkundig, heißt Louis Mosch⸗
osch und ist Ugrmacher. Wer über dessen Verbleib Auskunst
jeben kann, wird gebeten, solche an die Expedition des Pirmajsenser
Unzeigers“ zu richten.

Berlin, 20. Juli. Hödel hal die Frist zur Sinreichung
der Nichtigkeitsbeschwerde verstreichen lassen, ohne von diesem Rechts—
nittel Gebrauch zu machen.
Fur die Redaction veraniworilich: F. X. Demeß.

—

Aweibpruokor Mrhenbau- Pottorio.
Ziehzung unwiderrussich 3. Sept. 1878.
Zauptireffer M. 40 000. J 000. 2c. Auf 20 Loose ein

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Ratur heilmethode, sich thatfachlich
dewahrt hat. Daß durch diese Me⸗
hode ãuerst günftige, ja fsaunenerrt ·
ende Heilerfsige crzielt wurden, be⸗
veisen die in dem reich iuastr. Buche
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⸗al⸗ Itteste, laut welchen selbst
oiae Kranke noch Heilang fanden,
ür vie Hilfe nicht meht moglich
chien. Eã darf daber jeber Kranke
ich dieser bewährten Nethode um
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Dritter Jahrgang.

Diese Zeilung erscheint monatlich in New York und enthaͤll die
Namen der Deutschen, welche in Amerila sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerilanischen Krieges
n 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner all zemeint interessante
Rachrichten aus Amerila.

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        Si. Ingberier Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntägs mit illustrirter VRei—

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstazg und Sonntag. Der Abonne mentsvpreis beträgt vierteljährlich

Mark 40 R.Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswarts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pifg. pro Zeile berechnet.
M 116.

Donnerstag, den 23. Juli. 1878.

Deutsches Reich.

Berlhin, 21. Juli. Die neuerdings wieder aufgelauchte
Nachricht, daß das vorgeschriebene Maß von Kenntnissen für die
terechtigung zum einjaäͤhrigen Militärdienst geändert, beziehentlich
erhöht werden soll, ist ohne Grund, da jetzt die geltenden Bestim⸗
nungen erst vor drei Jahren nach einem Gutachten der Reichs⸗
Schulcommijssion fesigestellt und in einem Reglement niedergelegt
porden sind. Dabei möchte die Bemerkung am Orte sein, daß
unge Leute, welche sich in einem Zweige der Wissenschaft oder
Zunst oder in einer andern, dem Gemeinwesen zu Gute kommenden
Thätigkeit besonders auszeichnen, dann kunstverständige oder me⸗
hanifche Arbeiter, welche in der Art ihrer Thätigkeit Hervotragen⸗
ves leisten, endlich zu Kunstleistungen angestellte Mitglieder landes⸗
herrlicher Bühnen don dem Nachweise der wisfenschafllichen Be—
suͤhigung befreit werder lonnen.

vrisruhe, 23. Juki. Frankfurker Blätter sprechen
„on einer bevorstehenden Conferenz fämmiliher deutscher Minister
d. h. doh wohl nur sämmtlicher leitender) in Heidelberg mil dem
Fürsien Bismarck. Es ist allerdings etwas daran, die Verhand-
ungen darüber aber scheinen noch einigermahen in der Schwebe
u sein.

—XX

Paris, 21. Juli. Die Arbeitseinstellnugen in verschiedenen
Orten von Frankreich geben allen Denen, die sich nicht durchh den
cheinbaren Wohlstand von Paris, welcher durch den großen Zufluß
hon Fremden hevorgerufen wird, blenden lassen, zu Besorgnissen
Anlaß. Der Streil der Grubenarbeiter von Anzin verbreitet sich
nehr und medbr und droht sich auch auf die Kohlenbezirke von
Aniche und Denain zu erstreclen. Zu Bordeaux ist ein Streil
iner den Bäckern ausgebrochen, zu Dijon unter den Schreinern,
u Etienne und St. Chamond unter den Färbern- Die Arbeiter
Jerlancçen höheren Lohn, denn das allgemeine Steigen der Preise
ir die uorhigen Lebensmittel zwingt sie dezu. Es sind Dies
schlechte Vor eichen für die Zukunft, zumal es feltgestellt ift, daß
die Ernle dieses Jahr in zwei Drittheilen von Frankreich nur
mittelmäßig ausfallen wird und die landwirthschaftlichen Ergebnisse
uberhaupt nicht glänzend sind. Wenn die Geichäftskrisis, welcht
diele industrielle Plähe drückt, nicht bald aufhört, so werden die
arbeitenden Klassen sehr leiden. Die große Metallindustrie
Frankreichs ist mit unverwertheten Produlten überladen, und
cühnlich ist es mit mehreren Zweigen der Spinnerei und Weberei.
Der „Nouvelliste de Rouen“ meldet, daß die Industriellen von
Dolbec, Lillebonne und dem Bezirke von Havre fast einstimmig bes
schlossen haben, die Arbeitszeit auf fünf Tage für die Woche herab⸗
zusetzen; in anderen Manufakturplätzen der Normandie hat man
—00— des
Sireils von Anzin ist die Aufhebung der Arbeit an den Mon⸗
nagen; es ist also zu erwarten, daß dieselbe Ursache auch an
inderen Orten dieselbe Wirkung haben wird. Außerdem aber
werden die arbeilenden Klassen von den bonaparlistischen Agenten
aufgehetzt und zugleich von den radikalen Blältern, welche der Re—
zierung gegenüber immer feindlicher auftreten. Die Gesammtheit dieser
Thatsachen beunruhigt die Mänger vom linken Zentrum sehr, und
die Organe dieser Partei fangen an, sich besorgt zu zeigen. Die
Handelsgeschäfte gehen überall schlecht, und der Festjubel und Lärm
auf dem Trocadero und den Boulevards von Paris kann aufmerk⸗
same Beobachter nicht täuschen. Die Bonapartisten und die Ultrara⸗
Hitalen freuen sich, aber die gemäßigten Republikaner sind voll
Sorge und haben Defsen gar kein Hehl.

Pari's, 23. Juli, Nachmistags. Der Praßdent der Re⸗
oublik hat den Bertrag von Berlin heute Morgen rat'fisirt.

Paris, 283. Ju. Ganz ungewöhnliches Aufsehen macht
— eine neue Zusammenkunft Gambetta's mit dem Prinzen von

ales.

Paris, 28. Juli. Die „Déiense“, das Organ dies
bischoss Dupanloup von Orleans, bringt folgende auffallen de
Depesche aus Rom, 23. Juli; „Der päpsillche Nuntius in München

wird nächstens nach Betlin gehen, um ein Abkommen abzufchließen,
welches Deutschland den religiösen Frieden wiedergeben wird.“
Rom / 20. Juli. In vielen Städten finden Demonstra⸗
fionen für die Wiederherstellung Italiens statt. — Auf Morgen ihß
dier ein Meeting gegen das Auftreten Italiens auf dem Kongreß
anberaumt. — Die Radikalen predigen unverhüllt den Krieg
zegen Oesterreich.

KZonstantinopel, 23. Juli. Die Russen besetzten gestern
Schumla, das die Tütken nun endlich geräumt haben.

Washinglon, 22. Juli. Nach einem Berichte des
Agricultur⸗ Departements waren am 1. Juli fast 50 Millionen
Acres mit Kornfrüchten bestellt, was etwas hinter dem Vorjahre
zurückbleibt. Die Winterweizenernte war sebr ergiebig in den
Mittelstaaten. Der vortreffliche Stand des Frühjahrsweizen im
Juni hat sich auch diesen Monat behauptet. Seit dem 1. Juli
dat der Frübjahrsweizen in Minnesota, im Norden von Jowa
und in Wisconsin in Folge verschiedener Ursachen ernstlichen
Schaden gelitten.

Vermischtes.

f Si. Ingbert, 283. Juli. Wir kommen heute auf die
Rede, welcher unser bisheriger Reichstagsabgeordneter Herr Ober⸗
»ppellrath Schmidet am Samstag im Grewenig'schen Saale ge⸗
Jaiten hat, zurück. Wir greifen einzelne Punkte heraus und wollen
ie unsern Lesern ausführlicher vorstellen. Bezüglich des Sozia⸗
istengesetzes, das voraussichtlich dem neuen Reichstage zuerst
porgelegt werde, äußerte sich Ht. Schmidi ungefähr so: Ein
hedeihliches Staatswesen ohne gesetzliche Ordnung, ohne Schutz der
Person und des Eigenthums sei undenkbar. Es durften daher
Imsturzbestrebungen unter keinen Umständen geduldet, gegen dieselben
nmüßten vielmehr die bestehenden Gesetze mit aller Strenge gehand⸗
hdabt werden. Falls diese nicht ausreichen, müsfe eine Reviston der
Besetzgebung eintreten, um bestehende Lüchen auszufüllen und Er⸗
zänzungen vorzunehmen. Denke er auch mit Schauder der Aften⸗
ate und stehe auch fest, daß die Attentäter Anhänger der Social⸗
demokraten jeien, so sei doch bei Schaffung diesbezüglicher Gesete
Vorsicht geboten, damit nicht Anpdere mit leiden
müssen. Denn es set doch zu weit gegangen, wolle man für
die verbrecherischen Thaten Zweier die deutsche Nation verantwortlich
machen. Es seien auch schon in England und Frankreich Attentate
herübt worden, aber Niemand sei es beigekommen, die englische und
ranzösische Nation dafür verantwortlich machen zu wollen. Den
Berbrecher treffe die Strafe des Gesetzes, so verlange es das Recht.
Die Ablehnung des dem aufgelösten Reichstage vorgelegenen Sozia⸗
listengesetzes sei begtündet gewesen durch die vage, all s e⸗
meine und oberflächliche Fassung desselben. Ein
Besetz müsse klar und bestimmt gefaßt sein. Reich und Volk
müßlen nun allerdings gegen socialist sche Ausschreitungen geschützt
werden. In welcher Form dieses aber geschehen werde, koͤnne
er jetzt noch nicht sagen. Er für seine Person werde bestrebt sein,
dafür zu sorgen, daß die schwer errungenen Freiheiten der deutschen
Nation nicht verlümmert, daß aber das Reich und seine Bewohner
vor socialistischen Ausschreitungen kräftig geschützt und bewahrt
werden. Man müsse vorerst abwarten, in welcher Form die Frage
um Abhilfe an den Reichstag herantrete, jedenfalls müsse energisch
vorgegangen werden.

Uebergehend zu der in der gegenwärtigen wirthschaft⸗
lich ein Lage liegenden brennenden Frage, bemerkte Ht. Sch midt
daß Handel, Industrie und Gewerbe noch vielfach darniederliegen,
und daß die Geschäftsstockung eine allgemeine Unzufriedenheit her⸗
vorgerufen habe. Unsere Gegner suchten nun diese mißliche wirth⸗
schaftliche Lage auf Rechnung des neuen deutschen Reiches zu setzen
oder sie doch der liberalen Partei in die Schuhe zu schieben. Das
sei jedoch ungerecht. Denn nicht allein bei uns in Deutschland,
iondern in allen europäischen Stoaten und sogar in den Vereinigten

Ztaaten Nordamerikas zeige sich die Geschäftsstockung, das theil⸗
weise Darniederliegen von Industrie und Gewerbe. (Davon er⸗
wähnte Hr. Dr. Jäger in seiner Rede am Sonntage nichts)
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        di i it Aell rn, 4
sönne man doch daran dem deutschen Reiche oder gar der liberalen
Partei die Schuld nicht beimessen. Seine Meinung gehe nun im
Allgemeinen dahin, es sei die Aufgabe jeder weisen Regierung, daß
die Produkle des eigenen Landes in gleicher Weise in's Ausland
Zugang erholten, wie jene des Auslandes in das eigene Land.
Dieses Princip der Gegenseitigkeit miüsse bei Abschluß
neuer oder bei Erneuerung bestehender Handelsverträge in Anwen⸗
dung gebracht werden. Hebung der Industrie, der Ge⸗
werbe und der Landwirthschaft müsse das erste Streben
der Regierungen sein, denn ohne sie gehe ein Land dem Ruin ent⸗
gegen. Wenn z. B. rachgewiesen sei, daß ungünstige Verträge
hestehen, oder daß irgendwo ein Schutz erforderlich, dann sei es
unsere Aufgabe, Abhilfe zu treffen, Schutz zu gewähren. Es seien
ihm verschiedene Klagen zu Behör gekommen. Beim Eisen werde
dringend Schutz verlangt. Durch die freie Einfuhr von
Mehl und Getreide fühle sich die Landwerthschaft empfindlich
benachtheiligt. Mit der Landwirthschaft leide durch die Getrede⸗
und Mehleinfuhr auch das Mühlengeschäft. Gegen die bekannten
—
richte sich Klage gegen die Eisenbahn-Frachttarife.
In allen diesen und noch anderen Punkten müsse das einheimische
Interesse scharf in's Auge gefaßt und gewahrt werden. Ueber!s
stnie brechen könne man das freilich nicht, denn die betr. Handels⸗
verträge laufen zum Theil noch längere Zeit. Er für seine Person
werde, falls er wieder in den Reichstag e nzutreten berufen sein
verde, entschieden auf der Seite der einheimischen Industrie, der
Gewerde, der Landwirthschaft und des Handels stehen und für
deren Interessen stimmen. —

Das bisherige Wirken des Hrn. Schim idt im Land⸗ und
Reichẽtag bietet die sicherste Garantie, daß diese Worte in seinem
Munde nicht leere Phrase, sondern teine Wahrheit sind. Auch
eine Stellung in der Reichtfinanzfrage, zum Tabaksmonopol, zut
Frage der direkten und indirekten Steuern, zur Militärfrage ken⸗—
zeichnete Hr. Schmidt. Für heute jedoch wollen wir m'it unserm
Auszuge aus seinem Vortrage schließen.

fF Zweibrücken, 20. Juli. Einem aus München hier⸗
her adressirten Privatbrief entnehmen wir nachfolgende Sielle«
„Aus ziemlich sicherer Quelle hat man hier erfahren, daß Appella⸗
tionsgericht und Bezirksgericht (später Oberlandesgericht und Land⸗
zericht genannt) in Zweibrücken bleiben und daß zum Oberlandesge⸗
richt Zweibrücken noch ein nicht unbedeutendes Stück von Elsaß—
Lothringen geschlagen wird. 6. 3.)

F Aus Katz weil er wird der „Pf. B.“ berichiet, daß am
Freitag Herr Wilking vom Hirschhornerhof von den lesgerifsenen
Chaisenpferden des Herrn Henn jr. zu Boden gerissen und aller
Wahrscheinlichkeit nach eine Strece geschleift wurde. Herr Wilking

hefindet sich in einem hoffungslosen Zustande. Herr Willerich eben⸗
falls vom Hirschhornerhofe erlitt einen Bruch des Nasenbeines.

FNeustadt, 23. Juli. Von der ganz außerordentlich
zünstigen Entwickelung, welche das Wachsthum der Traubeu durch
die neueste Periode der Sommerwitterung empfing, gibt eine pracht.

volle schwarze Burgundertraube, groß und vollständig reif, Zeugniß

— ν-— lr MMAbauet vertchrt wurde. .

In Friesenheim wurden am Freitag zwei jung
Mädchen beerdigt, welche beide, frisch und gesund, vor einiger
Tagen wach starker Erhitzung rasch kalten Wein getrunken hatten,
bierauf zu gleicher Zeit krank wurden und auch gleichzeitig siarben,
Es mag dieser Fall als Warnung dienen, bei dieser heißen Witte.
rung beim Genuß kalter Getränke die nörhige Vorsicht walten pu
lassen.

tSpeier, 28. Juli. Mit allerhöchster Genehmicung Se.
Majestät des Königs werden die Versteigerungen und Verpachungen
aͤrarialischer Forstprodukte in der Pfalz, welche seither den kagl. Rent.
ümtern zustanden, vom Wirthschaftsjahre 1878/79 beginnend, durch
die klg. Oberförster bethätigt.

,Mänchen, 21. Juli. Die Kunde eines gräßlichen
Verbrechens, dessen Schauplatz wieder die Dachauerstraße ist, in
welcher vor nicht langer Zeit ein Raubmord an einer Milchfrau
verübt wurde, versetzte heute Morgen die hiesige Stadt in großt
Iuftegung. In der Pfandleihanstalt von Brucklachner, Haus Nr.
13, wurde kurz nach Mitternacht ein Einbruchdiebstahl versucht und
jierbei der nebenanwohnende Mehlführer Reindl, welcher, durch das
Heräusch aufmerksam gemacht, mit seiner Ehefrau herbeigeeili war
ind den oder die Thäter (nach den vorliegenden Unständen scheinen
z ihrer drei oder vier gewesen zu sein) auf der That ertappend,
esthalten wollte, durch einen Stich in die Brust getödtet und dessen
Frau so erheblich berletzt, daß dieselbe sofort in das Krankenhaus
zerbracht werden mußte. Der Mörder ist verhaftet; er ist ein
zelernter Vadergeselle, Namens Uzbauer aus Regensburg, ein ge
richtlich wohlbekanntes arbeitsscheues Subjekt.

tGehet hin und thuet Desgleichen. Die
Kheinische Eisenbahngesellschaft hat zum Tranusport von Bier be—
jondere Wagen bauen lassen. Die Wände derselben, schreibt die
„Neuß. Ztg.“, sind doppelt und ist der zwischen den Doppel⸗
wänden befindliche Raum mit Eis gefüllt. Durch diese für das
ransportirende Bier vortheilhafte Einrichtung hat fragliche Gesell-
schaft den Bierktransport, und besonders den nach Paris, fass
ausschließlich an fich gezggen und erwächst hierdurch anderen Ge—
jellschaften, besonders der Bergisch⸗Märkischen, eine bedeutende
Mindereinahme.

Gebrauch der Kartoffetl anstatt der Seife,
dater den mannigfaltigen Gebrauch der Karloffel gehört auch der,
daß man sie zum Steinigen der schmutzigen Wäsche benutzen kann.
Dazu kocht man serbige, doch nur so viel, daß sie etwas hart
zleiben, damit sie nicht in der Hand zerfallen, wenn man die
Wäsche damit reibt, so wie man es mit der Seife macht. Die
dartoffel auf diese Art angewendet, machen die Wäsche sauberer und
veißer, als die Seife macht. Der Gebrauch der Kartoffeln ist viel

vortheilhafter zum Waschen von gefärbten Tüchern, Westen und
anderen gefärbten Sachen, als der Seife, oder Lauge, da sie weder
an Farbe, noch an innerem Werth verlieren. Die Kartoffeln haben
auch keinen schädlichen Einfluß auf die Sachen von Seide mi
Jüchtigen oder sogar falschen Farben.
— — —— —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ßz.
BGefalzene Schweinszunge per Pfund.. 0M.60 pf.
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33533318 s55382 35* 3281
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5355853 3330 32 5 — 3 5333
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282 27 2*8*332 a 22 2* 4
323 623.57 22 232 7 7
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        . ngberter Anzeiger.

⸗
O ÿÿᷣĩù

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woöchentlich) mit dem Hauptblaite verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint woͤchenklich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstaz und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt viertellährlich

Hark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aazwärts mit 13 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blatlschrift oder deren Raum. Reelamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— AAEAMAAIESC — r — —
M 117. F — Samstag, den 27. Juli.

1878

Deutsches Reich.

München, 24. Juli. Der Redakteur des „Vaterland.“,
Hr. Sigl, ist wegen Beleidigung des Deutschen Kaisers vom
Schwurgerichte zu dreimonatlichem Gefängniß verurtheilt worden.

Berlin, 22. Juli. Die TabaksenquéteKom—⸗
mifssion wird noch acht Tage zur Erledigung ihrer Arbeiten
hedürfen. Der amerikanische Kommissionär, Herr Poesche, hat sein
Referat über die amerikanische Fabrikalsteuer beendet. Die Kom⸗
missionsmitglieder sind der Ansicht, daß das System der amerika⸗
nischen Fabrikatsteuer für Deutschland sich nicht werde adoptiren
lassen; es scheint, daß nach den eingehenden Mittheilungen Poesche's
hon der beabsichtigken Entsendung einer deutschen Kommission nach
Amerika Abstand genommen werden w'rd. Deisignirt waren für
dieselbe der bayerische Ministerialraih Mayr, der Berlin wieder
berlassen, Bing aus Frankfurt und Ermeler aus Berlin. Auch für
die Einführung des Tabaksmonopols scheint in der En quete ⸗ Kom⸗
mission keine Neigung vorhanden zu sein, nachdem die Details der
zsterreichischen und französischen Bestimmungen vorliegen, welche
zum Theil vexatorisch und darum für Deutschland unmöglich sind.
Finstimmig ist die Enquetekommission darüber, daß aus dem Tabak
tine höhere Steuer erzielt merde, als jetzt der Fall ist, jedoch unter
möglichster Schonung der Produzenten und richtiger Bemessung des
Vottheils der Konsumenten. Man meint, daß ohne Gefahr die
jetzige Steuer um zwei Drittel des heutigen Betrages erhöht werden
fönne. Die Enquetekommission hat jedoch nicht einen Modus der
Tabalsbesteuerung vorzuschlagen, sondern nur das Material zu be—
chaffen die Frage besser festzustellen. Von Subkommissionen sind
eingesetzt worden: eine für den Tabakshandel, eine für den Tabaks—
hau und die Fabrikation, die dritte für die Herbeischaffung und
Sichtung des statistischen Materials. Jede Subkomm'ssion bestellt
einen Referenten, der dem Plenum die von ihm redigirten Frage⸗
hogen zur Genehmigung unterbreitet. Ueber die Tabaksenquetekom—
mission erläßt der Reichskanzler folgende Bekanntmachung: „Die
Zommission hat die Aufgabe: durch Erhebungen über den Umfang,
die territoriale Verlheilung, nnere Gliederung und wirthjschaftliche
Bedeutung der bei der Beschaffung der Verarbeitung und dem
VDertriebe des Tabaks betheiligten Erwerbsthätigkeit eine Grundlage
zu gewinnen, auf welcher sie unter Verrehmung von Sahkundigen
eststellt, welche der verschiedenen Formen der Tabalbesteuerung für
Deutschlond geeignet sind und ein befr'edigendes finanzielles Ergeb—
niß in Aussicht stellen, über das Ergebniß ihrer Erhebungen einen
Bericht zu erstatten und sich über die Einführung derjenigen Form,
velche sie als die zweckenlsprechendste erkennt, gutachtlich zu äußern,
zugleich mit dem Anheimgeben, falls sie es für angemessen erachtet,
zie Grundzüge der dem empfohlenen System entsprechenden Gesetz⸗
zebung zu entwerfen. Zu dem bezeichnelen Zweck hat die Kom—
mission 1) ein Programm für ihre Arbeiten aufzustellen und dem
Bundesraith vorzulegen; 2) örkliche Erhebungen durch Vermittlung
der Landesbthörden und durch von ihe im Einvernehmen mit den
Landesregierungen zu bestellende Kommissionen und Kommissarien
zu veranstalten; 2) das Ergebniß dieser Erhebungen unter Beihilse
aes ka serlichen statistischen Amts zusammenzustellen, dasselbe zu
prüfen und erforderlichen Falls zu ergänzen; 4) Sachverständige zu
vernehmen und gutachtliche Berichte zu erfordern. Die Bundes—
regierungen werden ersucht,, Anordnung dahin zu treffen, daß die
Landesbehörden der Kommission und den von derselben mit örtlichen
Eehebungen beauftragten Personen und Dienststellen bei der Vor—
nahme der Erhebungen Beistand leisten und den bezüglichen Requi—
itionen Folge geben.

Berlin, 23. Juli. Für die Wilhelmsspende sind, obwohl
die drei officiellen Sammeltage erst gestern begonnen hirben, bereits
nus sämmtlichen Staaten des deutschen Reiches ausgefüllte Sammel—
listen an die Centralstelle im hiesigen Rathhsaus gelangt. Die
Betheiligung ist nach den bisherigen Ecgebnissen eine ausnehmend
rege. So haben beispielsweise im Dorfe Roth (Rheinpcrovinz)
ämmtl'che Einwohner mit Ausnahme der Säuglinge und zufällig
Abwesenden (262 Personen von 288 Finwohnern) gezeichnet. Auf
hof Rossow in Meckenburg⸗Schwerin haben, wie der Ortsvorsteher

erklärt, sämmtl'che Einwohner (auch Kinder) gezeichnet. In den
württembergischen Gemeinden Ettlenschieß und Goldburghausen haben
anmui Bürger gezeichnet. — Eine hiesige Zeitung bezeichnet
an herborragender Stelle als die Absicht „einflußreicher Kreise“,
von dem Erlös der Wilhelmsspende das dem Actienbauverein
„Unter den Linden“ gehörige Haus 18 Unter den Linden, in
welchem der Hochverräther Nobiling zuletzt gewohnt hal, anzukaufen
und darin ein Kaiserstift zur Erziehuug von Kindern aller Confes⸗
ionen anzulegen. Diese Mittheilung ist, wie uns von berufenert
Seite eiklärt wird, völlig aus der Luft gegriffen. Weder hat das
Central-Comitee, noch der Central-Ausschuß bisher irgend welche
peciellen · Pläne über die Verwendung der Wilhelmsspende erwogen,
noch ist dem Comitee- ein Projekt der beschriebenen Art zur Erwäg⸗
ang zugegangen.

Berlin, 24. Juli. Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ schreibt:
„Durch verschiedene Blätter läuft die Behauptung, in dem Entwurf
»es die Socialdemekratie betreffenden Gesetzes bifinde sich die Be—
dimmung, daß Niemand vor dem dreißigsten Lebensjahr einem
yolitischen Bereine beitreten dürfe, noch anderer Lesart: nicht vor
Beendigung der Militärdienstzeit. Beide Angaben beruhen auf Er⸗
iudung; von Aufnahme einer solchen oder ähnlichen Bestimmung
nn die Vorlage ist nicht die Rede gewesen. Die Behauptung, daß
außer dem erwähnten Geseß dem Reichstag in der nächsten (außer⸗
ordentlichen) Session keine weiteren Vorlagen zugehen sollen, muß
ungeachtet des von einigen Seiten erhobenen Widerspruches aufrecht
erhalten werden. Die im Reichsjustizamte und in anderen Staats—
»ehörden in Vorarbeit begriffenen Vorlagen sind nicht für d'e außer⸗
ordentliche, sondern für die laufende Wintersession bestimmt.“

Der Reichsanzeiger berichtep: Se. Majestät der Kaiser und
äönig sehen Allerhöchst sich aus Gesundheitsrücksichten deranlaßt,
eine Anwejenheit bei den diesjährigen großen Herbstübungen der
Truppen zu beschräuken, hoffen jedoch einem Theile der Manöver
deßs 11. Armeekorps beiwohnen zu können. In Rücksicht hierauf
st in Abänderung der Ordre vom 15. April d. J. betreffend die
diesjähriger größeren Truppenübungen bestimmt worden: Die
zroßen Herbstübungen des 15. Armeekorps fallen aus, und haben
an deren Stelle elftägige Divisionsübungen Statt zu finden. Von
der Zutheilung des Stabes und zweier Batterieen der reitenden
Abtheilung 1. Rheinischen Feld-Artilslerie-Regiments Nr. 80 ist
Ubsrand zu nehmen. Die 16. Div sion hält ihre Divisionsübungen
anstatt bei Metz in dem Bezirk des 8. Armeekorps und die 29.
Divisionzsübungen in dem Bezirk des 14. Armeeckorps ab.

Berlin, 24. Juli. Ein längerer Wahlartikel der „Pro⸗
vinzial-Kotresponden“ besagt u. A.: Die Regierung müsse und
verde von Neum besondere Vollmachten zum Berbot sozialdemo⸗
ralischer Zeitungen, Vereine und Versammlungen, sowie zum wirk⸗
amen Einschreiten gegen die Açitatoren verlargen. Sie könne
ind werde sich nicht auf etwaige Aenderungen des Allen gemein⸗
amen Rechtes verweisen lassen und halte es nicht für gerecht und
rützlich, mit den erstrebten Sicherheitsmaßregeln andere Bestrebungen
zu kreffen, als diejenigen durch welche die bestehende Rechtsordnung
Jefährdet sei. Auch sei es gewiß, daß Einschränkungen wirksamer
Urt, wie sie zur Bewältigung der Sozialdemokratie unerläßlich
seien, auf dem Boden des gemeinsamen Rechtes vom Reichstage
weder jetzt, noch später zugestanden würden.

Berhlin, 24. Juli. Die Abreise des Kaisers nach Teplitz
zilt jetzt als seststesend. Rach der „Fr. 3.“ hat ein Abgesandter
des preußischen Hofes in Teplitz Logis für den Kaiser Wilhelm
und die Großherzogin von Baden, welche am 31. Juli oder 1.
August eintreffen sollen, gemiethet. Der Magistrat von Teplitz ist
ificiell von der Ankunft des Kaisers verständigt worden. Der
rorprinz von Oesterreich dürfte den Kaiser besuchen. — Die Kaiser⸗
in trut heute Abend die Reise von Potsdam nach Baden-Baden an.
Die Kronprinzessin begibt sich am Freitag Abend nach Homburg,
der Kronprinz wird dahin nach Adreise des Kaisers foigen.

Stuttgart, 24. Juli. Dem „Schwab. Merkur“ wird
»om Main geschrieben: „Die Nachricht einiger Blätter über eine
zevorstehende Konferenz sämmilicher deutschen Minister in Heidel—
        <pb n="422" />
        IV
oon der Reichsregierung aufzustellenden Steuerreformplan zurücführen.
NAusland.

Wien. Die „Montagsrevue“ fügt ihrer Notiz bezüglich
Wiederaufnahme der Verhandlungen über einen Handelsvertrag
‚wischen Deutschland und Oesterreich die Bemerkung bei: „Der
Abschluß des österreichisch-deutschen Handelsvertrages ist übrigens
aicht blos für die beiden betroffenen Staaten, sondern für die
handelspolitischen Verhältnisse von ganz Europa von der größten
Wichtigkeit. Kein Staat will vorgehen, bevor nicht von anderer
Seite eine Tendenz festgestellt wurde. So würde Italien gerne
xeue Verhandlungen mit Frankreich anknüpfen, aber es fürchtet
tinen gefährlichen Einfluß des neuen Vertrags auf sein commercielles
Verhältniß zur Schweiz; Frankreich wünscht recht bald zu einem
dandelsvertrage mit Oesterreich-Ungarn zu gelangen, will aber erst
seinen Rapport mit Italien geordnet haben. Umgetehrt gedentt
Italien die Verhandlungen mit Oesterreich- Ungarn dann zu beginnen,
wenn die französischen wenigstens eine erkennbare Basis geliefert
haben. Diese uns von verläßlicher Seile zukommenden Miittheil⸗
angen bestätigen die oben aufgestellte Behauptung, daß durch den
Abschluß eines österreichisch: deutschen Handelsbertrages der Weg
wird frei gemacht werden lönnen. Der Asterreichische Standpunkt
ist übrigens präcis gegeben: Entweder bis zum 1. Januat 1879
neue Handelsverträge oder den allgemeinen Zolltarif.“

Weiter berichtet das nämliche Blatt: „Die Mittheilung, dah
der Widerstand der ungarischen Regierung den Eintritt Serbiens
in den österreichischen Zollberband in Berlin verhindert hat, Konnen
wir bestätigen.“

London, 24. Juli. Die Köonigin verlieh auch dem
Marquis of Salisbury den Hosenbandorden. Der Pariser Times“⸗
Zorrespondent berichtet über eine lange Unterredung mit Gambetta,
der den Berliner Vertrag im Allgemeinen billigte und als dazu
angethan betrachtete, das Dreikaiserbündniß aufzulösen und die
Interessen Frankreichs und Englands identischer zu machen. Eine
franco⸗russische Politik sei nicht länger möglich.

Rom, 24. Juli. Der „Diritto“ meldet: Der deuische
Botschaftec, welcher sich im Bade Casamicciola aufhielt, ift in Rom
eingetroffen und hat eine längere Unterredung mit Caitoli gehabt;
er wird morgen wieder abreisen. Die „Opinione“ dementirt die
Rachricht, Oesterreich habe eine gegen die Agitation der „Italia
irridenta“ gerichteie Note hergesandt; es ist keine Note hier ange⸗
langt. Die italienische Regierung sei den Beschwerden Oesterreichs
zuvorgekommen, indem sie ihre Mißbilligung des in den letzten
Tagen Vorgefallenen kundgab und versicherte, daß die Bevölkerunq
nicht an diesen Ausschreitungen betheiligt sei.

Athen, 24. Juli. Gestern kamen in Piräus v'er fran⸗
zöͤsische Panzerfregatten und ein französischer Aviso an; das Er⸗
scheinen des franzoöͤsischen Geschwaders bei Athen wird allgemein
mit der politischen Sachlage in Verbindung gebracht und steigert
noch die seit dem Congresse so freundliche Stimmung der Griechen
füt Frankreich.

Serajewo, 24. Juli. Die hiesige Bevoͤlkerung besreundet
fich immer mehr mit der Ebentualität des nahe bevorstehenden
Finmarsches der österreichischen Truppen. In den untern muhame⸗
danischen Volksklassen hat sich die Stimmung vollständig zu Gunsten
der oͤsserreichischen Olkupation gewendet, wozu das humane Benehmen
des k. und k. Generallonsuls von Wassitsch gegenüber den ärmeren
muhamedanischen Einwohnern der Stadt, von welchen täglich gegen
506 im öoͤsterreichisch ungarischen Generaltonsulate gespeist werden,
nicht wenig beigetragen hat. Aber auch die Schichten der Bevöl—

terung, ohne Unterschied der Konfession, neigen nunmehr Oesterreich⸗
Ungarn immer mehr zu, was sich alsbald durch Entsendung von
Deputationen sowohl zur Begrüßung der einrückenden österreichischen
Truppen, als auch nach Wien manifestiren dürfte. Die für Wien
projeltirte Deputation soll die Aufgabe erhalten, die ehrfurchtsvollen
Huldigungen des bosnischen Volles Sr. Majestät dem Kaiser Franz
Foseph darzubrinzen und dem erleuchteten Leiter der auswärtigen
Angelegenheiten der österreich- ungarischen Monarchie, Grafen Andrassy,
'uür die Politik zu danken, welche gesrdnete Zusltände in Bosnien
verbeizuiühren zu ihrem erfolgreichen Ziele gemacht hat.
Vermischtes.

FvBierbach, 22. Juli. Heute Vormittag fuhr der Aderer
Frbelding von hier mit seinem Fuhrwerk, einem mit zwei
Auhen bespannten Wagen, auf den sogenannten Heglerberg Mist.
Ungefähr oben auf der Ebene des Berges mit dem Fuhrwerk ange⸗
Lommen, huften die beiden Kühe mit dem noch beladenen Wagen bis
an den Abhang des Berges, wo Kühe und Wagen eineHöhe von etwa
100 Meter hinabstürzten, so daß det Wagen unten im Wiesenthal
in Stücke zertrümmert und die beiden Kühe zwar lebend, jedoch
stard verletzt ankamen; die eine lonnte auf der Stelle he mgeführt
werden, dagegen mußte die andere Abends heimgefahren werden;
setztere ist ebenfalls noch am Leben, man glaubt jedoch, dieselbe

J —E —
Thiere fürchterlich gebrüllt haben, so daß ein Augen⸗ und Ohren—
euge sagte, er wünsche, das fürchterliche, Mark und Bein erschuüt
ernde Brüllen nicht gehört zu haben. (3. 3.)

F.Am Donnerstag Abend um 6 Uhr starb in Blieskastel
derek. Notär Frz. Aug. Wiest, 68 Jahre alt, in Folge eines
diruschlags.

F Zweibrücken, 24. Juli. Das Zuchtpolizigericht dahier
verurtheilte heute den 86 Jahre allen Tagner Chrisiian Schwab
don Stambach, welcher sich in einer Wirthschaft anerkennend über
die That des Hödel ausgesprochen hatte, wegen Seleidigung des
deuischen Kaisers zu 8 Monaten Gefängniß.

FFrankenthal, 23. Juli. In der heutigen Sitzung
»es Zuchtpolizeigerichtes wurde der Maurer Heinrich Sa m maus
Speier wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Jahren Gefängniß ver—
urtheilt.

VLandau. Auf der Tagesordnung für den am 18.
lugust hier Stait findenden Verbandstag des pfälz. Gewerbevereins
Berbandes steht: 1) Bericht des Vororis über das letzte Verbands—
ahr; 2) die soziale Frage: a. allgemeine Lage, b. die Resolutionen
daiserslauterer Industrieller und Gewerdtreibender vom 14. Juni
etzthin, c. Stellung des Verdandes zum deuilschen (antisoialdemo⸗
ratischen) Ardeiterkongreß, d. Antrag von Kaiserülautern, die Grün⸗
zung einer allgeneigen pfälzischen Kranken⸗ und Invaliden⸗Unter⸗
tüßungstafse fur Arbeitnehmer betr.; 8) Antrag von Frankenthal,
ie Erstatiung eingehender Jahrebberichie an den Vorort seitens
er Verbandsderxeine betr.: 4) Antrag von Ludwigshafen, die
irrichtung von Lehewerlstätten betr. 5) Antrag von Neustadt,
deiseentschädigung fuür die Berbandsdelegirie aus der Verbandlasse
etre; 6) Antrag dvor Frankenthol, einheitliches Maß und Ge—
vicht betr.

fSpeies, 20. Juti. Die Anstellungsprüfung für die⸗
enigen Schuldiensterspekunten, /welche im Jahre 1874 aus den
Zchullehrerseminaxien entlafsen worden sind, sowie für jene, welche
ich dieser Prüsum in früheren Jahren nicht unkerziehen konnten
»der sich derselben wiederholt zu unterziehen haben, nimmt am
Donnerstag den 19. September l. Is. Morgens 8 Uhr, im Ge—
»äude des hiefigen Schullehrer⸗Seminars ihren Anfang. Die Ge⸗—
uche um Zulasfung zu dieser Prüfung sind, mit den Zeugnissen
er Lotals und Distrikts Schulinspektion bersehen, durch die letzrere
ängstens bis zum 20. August l. Js. bei der k. Kreisregierung K.

». J. einzurrichen. Für allenfallsige Dispensgesuche ist das Aus—
ichreiben vom 18. Oktober 1875 maßgebend.

7 Speier, 23. Juli. Dem soeben erschienenen Jahresbe⸗
icht des kgl. Schullehrer⸗Seminars zu Speier über das Schuljahr
1877/78 eninehmen wir, daß die Anstalt in den beiden Cursen von
uusammen 57 Zöglingen besucht war. Die Jahresschlußprufung
indet heuer am 29. Juli; die Aufnahmsprüfung am 9. Augusi
tatt. Die der Anstalt zugetheilten Präparandenschulen Blieskaftel,
tircheimbdolanden und Speier erfreuten sich auch in diesem Jahre
'ines sehr guten Besuches. Die Präpararandenschule Blieskaftel
ählte inden 3 Cursen 67; jene zu Kircheimbolanden zusammen 66
die Anstalt in Speier 73 Schüler.

Mannheim, 23 Juli. Heute Nachmittag ist in unserer
Stadt ein gräßliches Verbrechen verübt worden; der in den Schwetz⸗
uger Gärten wohnhafte Blechner Ritz schnilt seinem zweijährigen
dinde den Hals ab. Ueber den Beweggrund zu dieser That ist
nichts bekannt. Der Mörder konnte nicht in Haft genommen
werden da derselbe krauk und dettlägerig ist.

r Nürnberg, 24. Juli. Vor einigen Tagen wurde hier
um Gedächtniß des Kongresses eine Medaille edirt, welche aus der
Prägeanstalt des Medailleurs und akademischen Künstlers Herrn H.
Weckwerih in Nürnberg hervorgegangen ist. Die Medaille, die
ꝛinen Durchmesser von 40 mm hat, ist von vortrefflicher Durch-—
ührung und macht in der That dem Verfasser alle Ehre. Den
Uvers schmücken im Kreislauf die Portraits der fieben Hauplbevoll⸗
nächtigten. Jedes Bildniß ist mit Epheulaub (als Symbol der
Freundschaft) umgeben. Im innern Kreislanf ist die Friedensgöttin
ingebracht, mit der Linken sich auf einen Schild ftützend, welcher

die Worte: „Mit vereinter Kraft“ trägt; die Rechte der Göllin
jält eine Friedenspalme. Der Revers der Medaille trägt in Mitte
ines Epheukranzes die Inschrift: Zur Erinnerung an den Kongreß
in Berlin. 13. Juni bis 18. Juli 1878. Möge er den Völtern
den erfehnten Frieden bringen!

fHorb, 22. Juli. Ein sehr betrübender Unglücsfall
reignete sich gestern Mittag in dem benachbarten Mühringen.
Dtei junge Leute von angesehenen israelitischen Familien in Rexingen
vollten in einem Einspanner einen Ausflug in das Bad Imnau
nachen. Kaum halten sie eine Strede der nach Mühringen hinab⸗
ührenden Staige zurückgelegt, als das Pferd plötzlich in raschen
Lauf gerieth, indem es trotz schon vorher angewandten Sperrens
nicht mehr aufgehalten werden konnte, so daß das Gefährt sammt
Insassen in das Dorf über die Straßenböschung in den eina
        <pb n="423" />
        .. ν Vι αν Ac uileuber⸗ Myvoe
Der rückwärts fahrende junge Mann fiel mit aller Wacht auf das
Hinterhaupt und war auf der Stelle todi; die beiden anderen,
qAne Schwester und ein Veiter des Unglüclichen, trugen nicht un—
bedeutende Verletzungen an Kopf und Armen davon. Sofort wur⸗
den aun Ort und Stelle polizeiliche Erhebungen gemacht. Die
Straße ist an der betreffenden Stelle mit einem Schutzdamm und
mit Randsteinen versehen, welche jedoch nicht im Stande waren,
den jähen Sturz über den Abhang hinunter zu verhindern. —
Die Leiche des braven jungen Mannes wurde noch in vergangener
Nacht nach Rexingen gebracht.

F Mainz, 20. Juli. Die Leser werden sich erinnern,
daß vor zwei Jahren bei Gelegenheit des Geburtsfestes dis Kaisers
in der Wirthschaft zum „Heilig Geist“ eine Militär⸗Schlägerei aus⸗
brach, die großarlige Dimensionen angenommen hatte und eine
—VI—
berhaftet worden. Die Untersuchung dauerte geraume Zeit, bis
schließlich eine Anzahl Soldaten und Unteroffiziere der hiesigen
HJarnison zu Zuchthausstrafen und Festungshaft bis zu 15 Jahren
herurtheilt wurde. Kürzlich sind nun, wie das „Irkf. Journ.“
mittheilt, zwei Soldaten, die zu Zuchthaus und bezw. Festungehaft
peruttheilt waren, begnadigt und aus der Haft entlassen worden.

F Düfseldorf, 21. Jali. Bei prachtvollem, wenn auch
etwas heißem Wetter, hat das Schügenfest heute seinen Anfang ge⸗
nommen Gestern schon fand der festliche Empfang der Gäste stait,
welche sich sehr zahlreich eingefunden baben. Namentlich Süddeutsch⸗
land ist sehr zahlreich vertreten, und auch Wien hat eine sehr starke
Deputation entsendet. Am Abend fand eine große Vereinigung in
den prächtig erleuchteten Tonhallengarten statt, in welcher eine offi⸗
cielle Begrüßung durch das Centrai⸗Comitie und zwar durch den
ersten Vorsitzenden Dr. Bausch und den zweiten Dr. Reinarzt er⸗
folgte. Die Festlichkeit zog sich bis zum frühen Morgen hin. Heute
am Sonntag hatten wir hier einen ungeheueren Fremdenzufluß aus
allen Theilen Rheinlands und Westfalens. Roch immer treffen auch
Schützen ein. Um zehn Uhr besgann die Aufstellung des Zuges,
der sich programmmäßig um 12 Uhr in Bewegung setzte. Er ging
von dem Exercierplatze an der Königsallee aus und war folgender⸗
maßen geordnet: 1) Turner, 2) Herold, 3) Musiklorps, 4) Banner
der Stadt Düsseldorf, Bannerträger und Fahnenjunker zu Pferd
5) die Vorsitzenden des Feste und Zug⸗Comites, 6) Ablheilung be—
rittener Düsseldorfer Schüßen verschiedener Vereine, 7) eine Ab—
cheilung der ältesten Düsseldorfer Schützen-Gesellschaft, 8) Musikkorps,
sistorische Gruppe: 17. Jahrhundert, 9) Johann Wilhelm von Kur—

pfalz mit zwei Berillenen, die ällesten Düsseldorfer Schützenfahnen
ührend, 10) Pagen, 11) der alte silberne Preisbogel auf der Stange,
12) begleitet von zwei Schwerifähnrichen, 13) Warner und Scheiben⸗
‚eiger, 14) Jakobäa von Baden mit Gefolge: Damen und Herren
su Pferde, 15) Schützen, 16) Kaballeriemusik, 17) Herold, 18) die
Deputationen früherer Feststädte. 19) die Bundesfahne auf vier⸗
pannigem, reich geschmückkem Wagen von einem Düsseldorfer Schützen
gehalten, 20) der Bundesausschuß, 21) der Vorstand des Deutschen
Schüzenbundes, 22) Ehrengäste, 23) die bürgerlichen Kollegien,
24) das Central:Komitee, 25) die Mitglieder einzelner Fachkomites,
soweil dieselben abkömmlich sind, 26) die Sänger, welche bei Ueber—
gabe der Bundesfahne wirken, 27) Musik, 28) das deutsche Banner,
begleitet von zwei Schwertträgern, 29) die deutschen Schützen nach
dem Alphabet der Länder geordnet, 30) Nichtdeutsche Schüßen, 31)
Düfseldorfer Schützenvereine, 32) Turuer. An dem Zug betheiligten
sich über 5000 Personen mit 122 Fahnen.
fF Dortmund, 283. Juli. Die , Westfälische Zig.“ meldet:
Auf der dem westfälischen Grubenverein gehörigen Zeche ,‚Hansa“ fand
heute morgen eine Exrplosion schlagender Wetter statt. Funf Berg⸗
Leute blieben todt, 2 wurden verletzt.
FLeipzig, 10. Juli. Das „Leipz. Tagebl.“ meldeh:
Der Brunnenbauer Hillert in Zwenkau hat vorgestern Morgen oder
in der Nacht schon das seiner Frau gehörende Haus in Brand
zestect und seine zwei Kinder, ein Mädchen von 12 und einen Kna—
zen von 14 Jahren, und dann sich selbst umgebracht. Die drei
deichen wurden halbverbrannt aus den Flammen gezogen, während
jeine, schon seit Wochen sehr kranke Frau lebend in dem Garten
unter einem Stachelbeerstrauche gefunden wurde. Ob die Frau
zewußt, daß Hillert das Haus in Brand zu stecken beabsichtigte,
der auf welche Weise, unter welchen Vorspiegelungen oder
Drohungen er dieselbe bewogen hat, sich in den Garten bringen
zu lassen, ist bis jetzt noch nicht erhellt. Daß das Haus gerichtlich
wangsweise verlauft werden sollte, ist das Motiv dieser verruchten
That gewesen. In dem Haufe wurden noch 17 Fiaschen Petro—
eum gefunden, trotzdem daß alle Möbel, Wände, Treppen im
Hhause und das Stroh an und in den Ställen, selbst die Baäume
in dem Garten mit Petroleum stark begossen waren. Hillert hat
ich mit einem sogenannten Nidfaͤnger einige Wunden beigebrachi,
and es muß außerdem angenommen werden, daß er seinen Kindern
und sich selbst Gift beigebracht habe. Dem Knaben von 14 Jah—

Ci α en ι, woraus man auf einen vorgerigen
dampf schließen muß. Auf einer Wandtafel stand: „1500 Mark
zahlbar am 17. Juli.“

x Folgender schöne Zug des Kaisers wird von einem Ber⸗
iner Blatte erzählt: Im Geschäft des Hofkleidermachers Berger
(früher Freitagh), hatte vor 50 Jahren ein Gehilfe Namens Fuchs
zu arbeiten begonnen und war besonders mit den Uniformen des
damaligen Prinzen Wilhelm, des jetzigen Kaisers, beschäftigt worden.
Vor Kurzem nun hatte derselbe im kaiserlichen Palais zu thun und
war dabei vom Kaiser gesehen worden. Dieser ließ sich durch den
ammerdiener nach den Verhältnissen des Fuchs erkundigen und
erfuhr somit, daß derselbe am 22. Juli das 580fährige Jubiläum
seines Engagements in ein und demselben Geschäft seiern würde.
Der Kaiser befahl sofort; daß ihm dieser Tag angemerkt werden
jolle. Vortgestern nun wuͤrde der Jubilar ins Palais beschieden
und ihm vom Geheimen Rath Borck im Namen des Kaisers eine
zoldene Uhr nebst Kette und Glückwunsch überreicht, wodurch der⸗
selbe natürlich hoch erfreut wurde und seinen tiefgefühlten Dank
dem Kaiser auszusprechen bat.

F Aus dem Leben der Störche theilt Hugo Hazlinsky den
solgenden Fall mit: „Zu Kereszt im Ungher Comiiat nistete ein
Storch auf der verfallenen Scheune eines Grundbesihers. Als
nan die verfallene Scheune demolirte, ließ der Grundbesitzer das
Sterchennest mit den Jungen in sehr sorgfältiger schonungsvoller
Weise auf die neue Scheune placiren. Die Störche verließen auch
ihr neues Nest nicht. Es geschah jedoch, daß der Grundbesitzer
am folgenden Sommer Kereszt verließ und nach seiner in Tiba
hefindlichen Besitzung zog, welche eine Stunde von Kereszt entfernt
liegt. In diesem Dorfe pflegte sonst kein Storch zu nisten. Die
Stoͤrche suchten jedoch noch in diesen Sommer ihren vorigen Herrn
auf und verweilten in der Woche von ihrem Wegwandern jebden
Tag einige Stunden in Tiba. Mit dem Frühling ldamen auch die
Störche zurück und begabim sich direct nach Tiba, wo sie jetzt
allein nisten.“

F Die reellen Franzosen. Die durch ihre Liebens⸗
würdigkeit und Solididät so berühmten Pariser Geschäftsleute
cheinen sich auf die Bauernfängerei doch noch besser zu verstehen
As die Berliner. Jüngst ließ fich ein Russe bei einem Pariser
Toiffeur rasiren und „friktioniren.“ Er ging hierauf zur Kosse,
voselbst man ihm nicht weniger als achtundvierzig Frank abver⸗
langte. Unser Russe zahlte ohne Widerstreben, allein hinterher holte
er einen Huisster, der den Coiffeur vor den Friedensrichter befchied.
Der feine Pariser wurde zur Wiedererstaktlung von 40 Mark und
in die Kosten verurtheilt. Aehnliche Bauernfängerrien fallen jeden
Augenblick vor. Jüngst wurde, wie der „Figaro“ erzählt, einer
Gesellschaft für ein Diner die Summe von 9000 Frk. abverlangt
und uls Reklamationen erfolgten, wurden von der Summe bereit⸗
willig 3000 Frank gestrichen, als ob es sich um eine Bagatelle
von einigen Sous handelte. —

Hienstesnachrichten.

Zu U. Staatsanwälten wurden befördert: die Landgerichis⸗
assessoren Otto Osthelder (Pirmasens) in Zweibrücken, Karl Baflfian
Landau) in Landau, Alfred Pauli (Neustadt) in Frankenthal.

Zu Landgerichts⸗Assessoren wurden ernannt: der Landgerichts-
chreiber Friedrich Michel in Obermoschel bei dem Landgerichte
Landau, der Advokat⸗ Anwalt Andr. Tisch zu Zweibrücken in Neustadt,
der f. Staatsanw.⸗Substitut Johann Silbernagel von Zweibrücken
nach Pirmasens, der f. Staatsanw.⸗Substimt Julius Zöller in
Frankenthal nach Ludwigshafen.

Zufunkt. Staatsanw.⸗Substituten wurden ernannt: Polizeianwalt
Julius Schneider in Pirmasens bei dem Bejirksgerichte in Zwei⸗
brücken und der Polizeianwalt Jakob Weis in Ludwigshafen bei
dem Bezirksgerichte in Fraukenthal.

Prot. Kirchendienst. Erledigt: Pfarrstelle zu Neustadt. Ge⸗
sammterträgniß 1617 M. 68 Psg. intl. die Kafualien. — Pfarr⸗
stelle zu Limbach, Delanats Homburg. Gesammtserträgriß 1817
M. 28 Pfg. Meldungstermin bei beiden Stellen 6 Wochen.

Der Lehrer Rudolf Nuth in Lachen wurde zum J. Lehrer an
der konfessionell gemischten Schule zu Winzingen, der Lehrer Mar⸗
tin Fischer in Winzeln zum Lehrer an der II. proitest. Lehrerstelle
zu Alsenz und der interimistische Verweser Jalob Merz in Heugs⸗
berg zum Lehrer an der vrot. Schule zu Oberhausen a. Nabe
ernannt.
ꝛiterarisches.

Illust rirte Frauen⸗Zeitung. (reis vierteljährlich 2M. 50 Pf.)
Die neueste Moden⸗-Nummer (27) enthält: Promenaden ⸗, Haus⸗ und
elegante Sommer-Anzuge. Einzelne, aus reich ausgestattetein Roch⸗ oder
Schooßtaille bestehende Anzüge, Kleiderröcke zu Schoße⸗ oder Blusentaillen,
Fichus. Cravatenschleifen, Laßschürzen, Staubmantel und Hüte. Unlerrbäe
aus Stoff- und Hälelarbeit. Verschiedene Anzuge, Prinzeßkleider für Mäd—
hen jeden Alters, Hute und Paletots fur kleine Mädchen. Blume in dFilet
eine neue Arbeit von der pariser Ausstellungs. Decke mit Kremftich⸗Sliderei,
Tischplatte in Glasmalerei, Papierkorb mit gestickter BVordüre in senkrechten
Stichen auf Leinen, Halbhandschuh in Strick⸗ und Häakelarbeit, gestricter
Strumpf mit Kreuastich⸗Sticherei, Einsätze in Tulldurchzug und Sopiten in
        <pb n="424" />
        nãkel⸗Kloppelarbeit und Tülldurchzug ꝛc. mit 70 Abbildungen; serner vxru
Aorirtes Modenkupfer. Die neueste Unterhaltungs-Rummer (28)
enthält: Santa. Eine corsische Geschichte von F, v. Stengel. (Fortsetzung.)
Frauenarbeit und Frauenschmuck auf der Pariser Welt⸗Ausstellung. Von
Julius Lessing. II. — Der, Geißbub der Alpen. Von 1xC. K. Struwy. —
us der Frauenwelt. — Die Damen⸗Orden und Ehrenzeichen. Von Max
Britzner. J. Der Schwanen⸗Orden. — Verschiedenes. — Wirthschaftliches:
Das englische Luncheon. (Schluß) — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. —
Ferner folgende Illustrationen: Spruchbild. Von Emil Doepler. — Rast
dewönhen. Von Konrad Dielitz. — Der brandenburgische Schwanen⸗
Irden.

Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postämter. 2*

„encin zu gede, crösfentlichen i ach as Inshaulsve u

eAben. Inhaltsverzeichniß des zehnten Bandes: Verschwunden. Romau vor
cwald August König. (Fortsetzung.) — Die Alpensängerin. Eine Erzahlung
zus Tirole VonMar v. Schlägel. — Ein stürmisches Kunstlerleben.
Biographische Skizze von Eduard Braunfels. — Aus der Käferwelt. Zur
denmuniße der Thierseete, Von H. Weidenthal. — Marktscenen in Rio de
Janeiro. Sudamerikanisches Lebensbild. Von Hugo Zeizzmann. Die
NReeres⸗Ernten an den norwegischen Kusten. Aus dem Verkehrsleben des
sohen Nordens. Bon H. Thüringer. — Der rechte Gründer. Socialge⸗
chichtliche Skizze von H. von Hirschberg. — Miscellen. — Inhaltsverzeichniß
zeß elften Bandes: Verschwunden. Roman von Ewald August König. (Fort-
ehung.) — Die Bilder-Prinzessin. Novelle von Theodor Küster. — In den
hrasfiuren des fernen Westens. Nach den Berichten eines deutschen Reisen⸗
»en. Von Hugo Zeitzmann. — Das ausgegrabene Pompeji. Von Schmidt⸗
Weißenfels. Ein vegetabilischer Wohlihäter der Menschheit. Von IDr.
Moritz Schlüter. — An geweihter Stätte. Aus einem Reisetagebuche. Von
d. Schweißer⸗Mosen. — Die eingeborenen Truppen des englischen Oftindiens.
Fin Beitrag Inr Zeitgeschichte. Von H. Scheube. — Das Johanniswürm-
jen. Von Hugo Sturm. — Miscellen.

Fur die ci benlwortlich: F.X. Demne ß.

Die von Hermann Schönlein in Stuttgart herausgegebene und verlegte
Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“, Jahrgang 1878
Preis pro vierwöchentlicher Band von 256 bis 288 Seiten Taschenformat
nur 50 Pfennig), welche sich gleichmäßig durch außerordentliche Billigkeit,
owie durch Gediegenheit und Reichhaltigkeit des Inhalts empfiehlt, liegt uns
gegenwärtig in ihrem zehnten und eften Bande vor. Um einen Begriff von
zer Au und Manniasaltigkeit des in beiden neu erschienenen Bänden Ge⸗

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hin, Vormittags 9 Uhr in der
Wohnung des Väckers Heinrich
Stief in St. Jugbert werden
die zu dessen Gantmasse gehö—
rigen Mobilien auf Betre ben von
Cartl Ambos, Geschäftsmann in
Zweibrücken, als definitiver Ver—
walter d'eser Gantwasse öffentlich
an die Meistbietenden veisteigert,
dDarunter namentlich:
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lKleiderschrank, 1 Pfeiler⸗
chränkchen, J Conmod, 2
Nachttische, 1J Canopee, 8
Sessel, 10 Stühle, 4
Tische, 1 Wanduhr, 8
Spiegel, 10 Bilder, Lein⸗
tücher, Tischtücher, Hand⸗—
tücher, Serbietten, Manns⸗

und Frauenkleider, 1 Ku⸗
chenschrank, Porzellan⸗ und
Zinn⸗Geschirr und verschie—
dene sonstige Haus- und
Küchengeräthschaften.
St. Ingbert, 24. Juli 1878.
Sauer, k. Notar.

weibrüuokeor Mrohenbau-Potterio.
Ziethzung unwiderruslich 3. Sept. 1878.
hauptsreffer M. 40 000. M. 20 000. ꝛc. Auf 20 Loose ei
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Zerviettenhalter (neue Erfind.); 1wirklich richtig gehende Brief—
waage; 1 Microscop, welches 50 Mal vergrößert; 1 Occrina
d. j. ein neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
einiger Uebung lieblich produciren kann; 1Broche und Ohrringe—
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mit Personen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklärung; 1
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Angeboten zu verwechseln⸗ JF
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Tüchtige Erdarbeiter
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3238833
23383335

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535.82733
»53525 5
2382558

—— —
——52232
— —
522 —83— 22
*88 —
2233—5
c 23 8—

— —222

—A —

— 2225—37*
s 837
33 5354
5223. — 282
352333332—3
32568 535709 — 3 2422
2E32*335*35 —E
— —3 —5060⏑ 20— 23

Sonntag, 28. Juli 1878
Freimusik.
Eintriit 50 Pfenniao.
Anfang 4 Uhr Nachmittags.
Stationsbeklebzettel
illiast bi F. X. Deme⸗

—ö— —— — —

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mit überall beigefügten Text-u. Worterkläürungen.

Sowie nach gleichem. bewährtem Svstoms eingerichtet:

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kann jedem Kranken die iagulendfach
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empfohlen werden. Wer Räheres
darüber wissen will, erhält auf
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Lerlags-Anstalt in Leipzig einen mit
oielen belehrenden Krankenberichten
oersehenen „Auszug“ aus dem iln-
ritten Bucha: „Dr. Airy's Natur⸗
eilmethode“ (100. Aufl., Jubel⸗
Ausgabe) gratis und iranco zu—
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The Interpréèter
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Insbesondere mit ganzg nener, vervolIIommneter
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——
ler frapzösischen und englischen Sprache, namentlich für das
Selpstetudium und bei Vorbereitung auf Pxamina (Binjãhrig-
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ʒche und englische Lectüre für Jedermann. Inhalt (bei beiden
hiattern vosstandig verschieden): Tagesgeschichto, hbelletri-
ische, populärwissenschastliche und vermischto Aufssitre, ge-
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30 Pf, direct unter Band ĩ M. 65 Pfg. Inserato (à 25 PI.
lüe 40paltigs Petitzeile) bei dem ausgedebnten, bereits über
zamz Heutschland und Oesterreich-Ungarn sich erstreckenden
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Edenkoben in daer bayer. Rheinpfalz.

IBĩe Expedition.
Fruc um Versag von .F7. Semes in S—t. Inabert.

Frucht- Brod⸗ und
Fzleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 28. Juli
Weizen 11 M. 23 Pf. Korn
8 M. 30 pf. Gerste 2reihige
— M. — Pf. Gerste 4 reih—
— M. — Pf. Spelz O0 M.
— Ppff. Hafer 7 M. 71 pf.
Heu 1M. 90 Pf. Stroh 2
M. — Pf. Kartoffeln 8 M—
— Pf. Weißbrod 123 Kilog.
55 Pf. Kornbrod 3Kil. 76, 2 Kil.
51 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 93 Pf.
dindfl. 1. Qual. 70 Pjf. 2.
Zual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
damfl. 66 Pf. Schweinefl. 60 Vf.
Rutter 0O M. 90Pf. per Psd.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Huuptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sanstaz und Sonatag. Der Abonnementssreis betragt vierteljährlich

4Mark 40 R.⸗Pfg. Amzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Jeile Blattschriit oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 118. 5 Sountag, den 28. Juli.

1878
Deutsches Reich.

Die deutsche Ministerzusammenkunft findet Aufangs August in
Heidelberg statt; Fürst Bismarck geht selbst dahia. Wenn wie
gestern württemnbergisch offie ss geschehen die Zusammenlunft auf
rine Besprechung der deutschen Finanzminister über die auf dem
Tapet stehenden Steuer; und Zollfragen beschränlt wird, so ist das
wohl nicht ganz richtig. Die „leitenden Minister“ der deutschen
Staaten werden dort vertreten sein, soweit sie nicht wie der Vor⸗
sitzende des bayerischen Ministseriums Hertr v. Pfreschner etwa
bereits in Kissingen mit dem Reichskanzler Besprechungen gepflogen
haber. Außer um jene Fragen handeit es sich namentlich auch
um das Sozialistengesetz. Richtig ist, daß in dem außerpreußischen
Deutschland bis auf zwei oder drei Staaten der Finanzmin sster
und der „leitende Minister“ kercits völlig idenlisch geworden sind.

Berlin, 25. Juli. Auf Veranlossung des Untersuchungs⸗
richters ist über die Vernehmungsfähigkeit Nobiling's ein ärztliches
Butachten abgegeben worden. Demzufolge ist Nob ling, damit der
heilungsproceß nicht gestört werde, vor Aufregung zu bewahren
und seine Vernehmung thunl'chsi hinaus zu schitben. Die Stirn⸗
wunde desselben ist noch offen und in der Eiterung begriffen. Ob
mit der loͤrperlichen Heilung auch der geistige Zustand Robiling's
gefunden wird, läßt das Gutachten dahin gestellt. (Fr. 3.)

Bei der Wahlagitation in Berlin sind die Socialdemokralten
wieder allen Parteien weit voraus. Trotzdem ihnen das Abhalten
von Versammlungen durch die streuge Handhabung der Gesetze sehr
exschwert ist, haben sie doch mehr wie alle anderen Parteien ihte
Schaaren füt die Wahlschlacht des 30. Juli gesammelt und man
jürchtet, die Forischritispartei ist zu optimistisch, wenn sie heute
schon sicher darauf rechnet, den Socialisten die beiden Beriiner
Wahlkreise wieder abzunehmen, die sie bei den vorigen Wahlen an
Fritziche und Hasenclever verloren haite. Wohin man kommt, er⸗
hält man die Flugblätter des socialistischen Wahlcomité's, überall
wird von den Agitaloren gewühlt und gewirkt, daß „alle Mann“
zur Urne gehen und den Aposleln Lasalle's ihre Stimmen geben.

Aus der den sach sischen Landtag schließ nden Thronrede
des Königs Aldbert ist als bemerkenswerihes Symptom anläßlch
der bedauernden Erwähnung des Aitentales die Bezeichnung „unser
ehrwürdiger und hochverehrter Kaiser“ noch besonders her vorzu⸗
deben.

In Elsaß⸗Lothringen scheint e'n gröößeres Interesse
an den Wahlen als frilher zu hetrschen. Auch die bisherige Pro⸗
sestpartei gibt ihre frühere mehr passive Haltung auf. Äls ein
versoͤhnender Schritt ist diese Haltung indeß keineswegs aufzufassen,
im Gezentheile, indem diese Partei wieder in die politische Arena
,ritt, beabsichtigt fie weiter nichts, als der ihr verhaßten Autono—
nistenpartei mit Erfolg Konkurrenz zu machen. Diese Bedeulung
allein hat auch die Äufstellung der Kandidatur des ehemaligen
sramzdsischen Deputirlen Kabls in Straßburg den Autonomisten
hergmann gegenüber. Was die mehr auf dem Standpunkte der
Tentrumspartei stehenden bisherigen Asgeordneten Simonis, Guerber
und Genossen aulangt, so ist deren Wiederwahl in ihren allten
Wahlbezirken durchweg gesicherl, auch sind eigentliche Gegenkandi⸗
daten gar nicht vorhanden. Uebrigens hofft diese üderaus rühr ge
Partei noch einige Sitze neu zu gewinnen, u. A. auch den des
dandkreises Straßburg. Im Kreise Hageneu, der biẽher von Hrn.
Nefsel vertreten wurde, landidirt ebenfalis ein Mitzlied der kalhol.
Lollepartei, dessen Wabl keinem Zweifel unterliegt. Was Loth⸗
ungen anlangt, so hält sich die frünzösisch gesinnte Partei treß det
Auftretens des gouvernemenlalen Kandidalen, Reeęierungspräsident
von Freiberg, in ihrer Stellung für so unantastbar, daß die
Wahlen dort bis jehzt kaum irgend eine bemerkvare Bewegung hetr ·
oorgerufen haben. Man ist sich seinet Ueberlezenheit eben zu be⸗
dußt und weiß, daß die bisherigen Abgeordneten wieder Mann für
Mann aus der Wahlurne hervorgehen werden.

NAusland. I

Wien, 26. Juli. Eine Meldung der „Presse“ aus Triest
xtagt, daß die österreichische Behöcde die Schüeßung des Hafent

von Kleck und des Kanals von Stagno Piccold (an der dalma⸗
tinischen Küste gelegen) mittelst Seeminen bekannt magt.
Valenciennes, 28. Juli. Die allgewmeine Lage be⸗
dezüglich der Arbeitseinstellung zu Anzin hat sich gebessert; allent⸗
jalben scheint die Wiederaufnahme der Arbeit eingeleitet zu werden.
Dem Vernehmen nach sind die hauptfächlichsten Organisatoren des
Streils in Haft genommen.
Paris, 23. Juli. Aus Jftalien wird gemeldet, daß die
Zarlbaldianer eine FreischaarenExpedition nach Aldanien vorbereiten.
cinstweilen sollen einzelne tiach Griechenland reisen, um Thefsalien
und in Epitus die Insurgentenbanden zu organisiren und, wenn
möglich, die griechische Regierung mit forkzureißen.
Vermischtes.

F In der 1500 Seelen zühlenden Bürgermeisterei Thea l⸗
rischweiler ergab die Sammluͤng für die Wilhelmz⸗Spende
38 M. 50 Pfg. Es hat sich daselbsi auch nicht e i n Mann vom
Beben ausgeschiossen.

7Alfsenborn, 22. Juli. Der hiesige Jagdbesitzer Karl
rämer hat vor einigen Tagen einen Rehbock gejchoßen, dessen Geweih
drei Stangen hat. Das Hauptgeweih ist normal und das eines
darlen Gr Bockes. Neben der rechten Stange sitzt jedoch auf der
dirnschale, ganz frei für sich, mit selbfiständiger Krone eine dritte
Stange, die eines starlen Gablers, aufrechtstehend wie die andern
Stangen, doch nicht ganz so lang. Gewiß eine Seltenheit. Krämer
bewahrt datz Geweih auf und es lann von Jedermann, der Interesse
daran hat, bei demselben angesehen werden. (M. W.)

tPatente sind erlheilt worden dem Eisendoerk Kaisers⸗
iautern in Kaiserslautern auf einen Thermotelegraphhen und dem
Dr. Wolpert, Professor an der Industrieschule in Kaiserslautern,
auf einen Strahlenrauin⸗Ofen.

fDer ‚Rhpf.“ schreibt man vom Gebireg, 21. Juli:
NRachdem die beiden ersten großen Gefahren von Seilen des Reb—
stichers und namentlich des Sauerwurms vorüber sind, kommt nun
ine weitere Heimsuchung unserer Weinberge durch das Oidium
(Grauwerden der Trauben). Was der Wurm nicht vertilgt hat
— aund das ist nicht viel — bededt jetzt sich vielfach muͤ dem
aschenartizen Schimmel. Die allermeisten Weinbergbesitzer gehen
demselben energisch zu Leibe durch das bekannte Schwefeln, obwohl
inmer noch gar manche nicht viel oder gar nichts davon halten.
Die noch gesuaden Trauben in einzelnen begünstigteren Lagen ge⸗
ben bei der seit acht Tagen herrschenden Sonnenhitze unseren Win⸗
jern noch etwas Hoffnung auf den lommenden Herbst. Gott gebe,
daß wenigstens diese Hoffnung in Erfüllung gehe.

f, Der Wahlkreis Frankenthal⸗Speier scheint der einzige zu seir,
—X aufgestellt wird und
war in der Person des bekannten Agitators Dreesbach. Derselbe
Jellte sich in einer am 24. de. in Frankenthal abgehaltenen Ver⸗
ammlung seinen Wahlern vor, doch wurde in derselben ven eiuer
Anfrage, ob die Versammlung mit der Candidalur Dreesbach's ein⸗
zerstanden sei, Abstand genommen, da bei der Menge der anders
Jesinnten Anwesenden nur ein negalives Resultat zu erwarten war.

F Als eine Naturfeltenheit mögen drei schneeweiße Schwalben
Jelten, die in Hagenbach von einem Schwalbenpaar ausge⸗
Rrütet wurden.

Mäüngqhen, 22. Juli. Der oberste Gerichtshof hat aus⸗
zesprochen, daß die Verwendung von Biercouleur zum Zwecke des
Dunlelfärbents von Bier eine Uedertteiung des Art 7 des Malzauf⸗
chlaggesetes und der Verlauf des mit Biercouleur gefärbten Bieres
ꝛine Uebertretung des 8 867 Ziff. 7 des Strafgesetzbuches bildet,
»ann daß ein Miühlbesitzer, der im Inlande gebtochenes Malz an
inen Dritten abgibt, wegen Uebertretung des Ari. 22 Abs. 4 des
Malzaufschlaggesetzes strasbar erscheint.

NMungen, 24. Juli. Einem auf falsche Aussage hin
wegen Mordversucht zu 12jähriger Zuchthaussirafe Verurtheilien ist
28 jeht, nachdem er bereits Ius Jahre von dieser Strafe verbüßl
jat, gelungen, seine Unschuld zu beweisen. In einer Sißung dee
nittelfränlischen Schwurgerichts vom November 1876 sagte die als
        <pb n="426" />
        Zeugin vorgenommene Naͤherin Treuz auf ihren Eid aus, daß der
Hiuhlengeseũe Meidenbauer sie zu erworden versucht halte; zur Bes
raͤfügung dieser Aussage zeigte fie mehrere an ihrem Köcper be⸗
findliche Wunden vor. Wie sich nun herausstellt, ist diese ganze
Frzähiung erdichtet und die Wunden datte sich die Zeugin selvst
beigebracht. Die Treuz wurde nun zu 12 Jahren Zuchthaus ver⸗
arsheilt und gegea Meidenbauer wird jetzt das Verjsahren zu seiner
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aufgenommen (H. C.)

pmünchen, 25. Juli. Dem Bürgermeister H. Keßler
ju Erlenbach wurde in Anerlennung je'nes Wirkens im Gemeinde⸗
dienst die ülberne Ehrenmünze des Verdienstordens der bayer⸗
stroue verliehen.

r Wiesbaden, 24. Juli. (Todesfall) In Bingen
a. 8th. sraf gestern Nachmittag die telegtaphische Meldung ein,
daß der dortige Commetz'enralh Catl Gräff in Amerilka auf einer
Reise am Schlagflusse stqrb.

FFenne SDivbei denden, Der Verwaltungé rath der
Braunschweiger Maschinenbau:Anstalt beabsichtig'e, in der am 23.
b. Statt gehabten Generalversammlung elne Dividende bon 15
pCt. fur das Belriebjahr 1877- 1878 in Vorschlag zu bringen.
Die D bidenden dieser Gesellschaft in den vorhergehenden 4 Geschäfts⸗
sahren beirugen 21 pet. pro 73/74 28 pCt. pro 74/75, 22
pro 75/76 und 15 Prozent pro 7677..

p'Berlan, 25. Inli. Wie die Volls, eitung“ hoͤrt, hat
das Reichstags Wahleomite der hiesigen socialdemolratischen Partei
da ihl Ponesp and um auf Grund des 89 des Gesedes von
i7. Rarg 1830 um die Genchmigung gebelen, morgen Abend 6
Uhzr auf dem Jahrmarkiplatze eine Ver jammlung unter freiem
himmel abhalten zu dürfen. Die Sociolisten lonnen nämlich lein
docal für ihre Versammlungen erhalten.)

Ber lin, 25. Juli. Die Substription auf 10 Millionen
Mark 83proz. Hamburger Staalsrente wurde dald nach Eröffnung
vegen starker Ueberzeichnung geschlossen.

'gur Katastrophe des „Großen Kurfürst.“
Wie man der ‚Krzig.“ schteibt, ist zur Herbeiführung des Unglücks⸗
salles nach der statigehabten Unlersuchung zweierlei muthmaßlich von
dedeuiung gewesen; zum ersten, daß der „König Wilhelm“ über⸗
haupt schiecht steuert; zum anderen daß in Folge der Bauati des
Konig Wilhelm“ die am Ruder bfindlichen Leute zu viedrig stehen,
unn den steien Ueberblid üder das außerhalb des Schiffes Vor⸗
jehende zu haben. Es muß daher flüͤr moͤglich gehalten werden,
zaß die pidrich in der Rahe dez „dnig Wilhelm“ auftauchende
Teaelage bes Großen Kurfürste während letteres Schiff selbst
nd der von demselben gesteuerle Kurs den am Ruder befindlichen
dalen nicht sichtbar, den einen oder anderen der letzteren in Ver⸗
virrung gebracht und das Beispiel desselben dann die anderen
deute mit fortgerissen hat.

7 In Lond on soll vom J. August ab ein sozialdemolratisches
tlait umcer dem Titel Die Coumune? erscheinen, und zwar haupi⸗

achlich zu dem Zwedde, um in Deutschland derbreitet zu werden.
Man cedenlt es ballenweise aach Hamburg zu schaffen und von dort
zus in Briefpakelen weiter zu spediren, da direlte Postpalete aus
dondon die deutsche Polizei aufmertsam machen könnten.

FMailand, 22. Juli. Gestern Abend damen hier 48
amerikanische Damen in Begleitung des Prof. Dr. Lomis hier an
ind mietheten im Albergo del Pozzo 27 Zimmer. Diese saͤmmilich
Misses und Mistresses sind Studirende der Medicin an der Uni⸗
zerntät von Wafhington und bereisen zum Vergnügen Europa.
Sechzehn dieser Studentinnen sind noch jung und ziemlich hübsch,
die anderen gebören schon dem gereiftern Alter an.

FBaldomeraLarra, die spanische Spißeder, welche
'n Madrid unter klerikalem Patronat zahllose Personen aller Stände
im ihr Vermdzen 9prellt und vor einigen Monaten mit einem
D.fnite, das sich nach Mill onen beziffecte, das Weite gesucht hat,
st, nachdem die Polizei von Spanien und Frankreich lange ver⸗
jergebl'ch auf sie gefahndet, endlich in Auteuil, wo sie einen
benso einfamen als reizenden Pavillon bewehnte, enideckt und
erhaftet worden. Es ist eint sechszigjährige, in ihrer äußeren Ex⸗
cheinung lleine und schrchliche brüneite Frau, die übrigen
hre Identität mit der gefährlichen Spanierin noch hartxrädg,
doch gegen alle Gvidenz in Abrede stellt. Auf die jelegraphische
Zuude don ihrer Verhafinng find bereits zwei Vertreter der spani⸗
chen Behörden nach Paris unterwegs, um die Auslieferung der ge⸗·
ahrlichen Betrügerin zu betreiben.

J Die Hitze in Amerika. Ein Telegramm der „Times
neldet, daß die Hiße in einigen Gegenden Amer kas, namentlich im
Unijsiffippishal vnd in den nordwestlichen St. alen, in der letzlen
Zeit eine enorne war. So erreichte die Hitze in einigen Orten
so2 bis 110 Grad F hrenhcit im Schatten. Der letztere Grad
entspricht ungefähr 34 Grad Réͤuumur. In St. Louis ertranten
in Folge defsen 1800 Personen, wovon 150 gestorben sind. Der
ffenn che Dienst sowie das Privatgeschäft mußten in den meislen
Zweigen in der ersten Haͤlfte der abgelaufenen Woche unterbrochen
der bei Nacht verrichtet werden. In vielen Theilen von Süd⸗
Missouri und Kansas mußte die Ernle bei Mondichein e ngebrach
verden.

Dienstesnachrichten.
Die erledigle protest. Pfarrei Waldmohr wurde dem Pfatre
Friedr. Herm. Jun g in Neuhäusel verliehen.
Zesholischet Kirchendiensi. Srled gie Pfarrei Sqhbnau
Delanais Pirmasens. Gesammteinkoumen 1796 M. 68 WP
Meldungstermin 5 Wochen.

A—
Fur die Redachon veranlworilich: J. X. —A
nαιαιιιαιαι

Die aͤm gestrigen

Anzeiger auf heute

ugelündigte Fer e i un w sitf
iadel nicht siait, sondern au,
A

F. Lehnert (oͤꝛel Laur.)

Ein sellenes Ereigniss
ja, ein im Vnchhaudel gewiß Sensation
rregender Fal ist es wenn ein Bu⸗h
100 Auflagen erlebt, denn einen e
—— Werl
—I

rd ilicher Meise vie Gunft des Pudli⸗
ums erworben dat. — Dat berühmte
ppulur⸗medicinisqe Wert: „Dae. Airyn
daturheilmethode“ erteten in

— 222 2424]⸗0

— — —
Meners Taund-Lecæiscon
Zueite Aufluge 1876
abt feinem Fanct Ausxvsi aber joden Geven-
and der menechlichen Kenntnis vn α Vαα
nak αεν NaM_ον, Begri wemdicort, Ereion is, Do-
α, ασν_ ZVÔαÛι8 αα_ Thαιιαια ιιαν ιαειιο_αν q
Bescheid. Aus . 2000 Fleinen Oavæsiten uber
, ooo Artibel, met vielen Karien, Ta feln —X
24 Li-serungen, à 40 Fsenniqs.
—
Hibtiooraphiechen Instituts
Læepaio.

zu verkaufen:
ine hochträchtige junge
Zuh und 6—8 Wagen 348
dun⸗ bei

rvuchs, Siraßenwaͤrter.

ß

ind liegt darin allein schon der beste
deweid silx die Gediegenheit seines In⸗
alts. Dieje rela ilssrirte, vollsiändig
imxearbedreie Jubel⸗Ausgabe kann
nit Recht Men Kranken, welche de
vãurte Heitmittel zur Beseitigung ibrer
eiden anwenden wollen, —;
Purchscht empfohles werden. it
arix abgedrusicn Drtginal-Atteste
xeweife n ve außkrrerdentlichen Heterfoigt
mo sind eĩne Garauntie dafür, daß das
Bertrauen der Kranken nicht getäuscht
vird. Dbiges 234 Seiten starke, nur
Mark kosiende Vuch kann durch jede
buchhandlung bezogen werden; man
derlange und nehme jeboch nur „Dr.
diryes Naturheilmethode, Griginsl-
Ausgabe von Kichter's verlagä-⸗
AIauslalt in Ceipzig.

— —
——
Rechnungen

u Jedermanns Gebrauch

n Achtel, Viertel u. Halbe Bogen

nit rother und blauer Liniatur

iind vorräthig in der

Druc⸗rei de. Bi. —— —
Annonden tur tosgende Zeitungen;

Basler Nachrichten, wolle man aur Vermeidung von Zeitrorss vpies. ateis direoet riehles * Genfer Journal,

Noue Zarcher Zeituns, EMAasssenι— Vogler Frxus, αα

dSehnoizer Handolszeitung, ——,, ditto Ohroniquour,

—A αναι— —X—

cnchalei, Vnion Libéralo, da genannte Blaàtter ihro Annoncen Berlin, Moebhensehrift. der

—— [— Vereins dentseh. Ingonioute

annebhmen und verrechnen lassen. Deutsche Jagd-Zeitung.

——

— —

)rud nd Vemag don F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu Illustrirtes Sonntageblartt“

Nr. Au
        <pb n="427" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingherter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei—⸗—
age) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstaz und Sonntag. Der Abonnementsbreis betragt vierielijahrlich
Marl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts utit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— N — — A — —
A 119. Dienstag, den 830. Juli. — 1878.
— — — — — n — — e

—AäAMAvA—
Deutsches Reich. IJ

Aus dem Wahlkreis Bergzabern-⸗Germersheim,
28. Juli. Die conservative Pattei hat in unserem Wahlkreise
schon vor der Wahl eine ebenso starke als wohlverdiente Schlappe
erlitten. Bekanntlich hat dieselbe für Bergzabern ˖ Germetsheim den
General⸗Feldmarschall Graf Moltke als ihren Candidalen auf⸗
gestellt und zwar ohne verher zu fragen, ob derselde zur Ueber—
nahme einer so äußerst pretären Candidatur geneigt sei. Wie nun
das „T. f. d. S.“ mittelst Extrablattes mitiheilt) hat der große
Stratege, dem es nach einer Niederlage — wahrscheinlich der ersten
seines Lebens — nicht gelüstet, in einem nach Bergzabern gerichteten
Privatbriefe die Uebernahme einer Candidatur beftimmt abgeiehnt.
Die Conservaliven aber, die mit dem großen Nanen Molite auf
den Bauernfang ausgehen wollten, haben sich sonach recht gründlich
blamirt!

Münmchen, 27. Juli. Heute Vormitlag fand unter dem
Borsitze des Ministerpräsidenten d. Pfretzschner (Prinz Luitpold iff
noch unwohl) eine Staatsrathssitzung statt, in welcher die Seitens
des Landtages unlängst erzielten Gesammtbeschlüsse, als: Errichtung
eines Verwaltungsgerichtshofes, Militaretat 17781879, Eisenbahn⸗
erweiterungsbauten, Verwendung der fraerzös. Okkupations-⸗ Ver⸗
pflegungsgelder u. s. w., verlesen und S. M. dem Konige zur
Sanktion empfohlen wurden.

Lechfeldlager, 27. Juli. Der Inspekteur der 2. preu⸗
ßischen Futz⸗ Attillerie-Inspeltion (Mainz), Generallieutenant v. Kameke,
wird am 28. August zur Besichtigung des vom 8. bis 31. Au gust
im hiesigen Lager versammelt'n 1bayerischen FußartillerieRegiments
hiet eintreffen und einige Tage verbleiben.

Augsburg, 273 Juli. Der „Allgem. Zig.“ zufolge er⸗
folgte die Reise Pfretzschnet's nach Kissingen uim Auftrage des
bayerischen Königs, um Bismarck die Gtückwürische des Königs
ju dem großen Erfolge zu überbringen, welchen der Fürst durch das
Gelingen des Kongresses und des Friedenswerkes errungen.

Berltin, 27. Juli. Laut amtlicher Nachweisung nahm
die Reichskasse vom 1. April bis Ende Juni 1878 an Zollen Neito
23, 860,033 M. ein (2,416;808 mehr als in der entsprechenden
Zeit des vorigen Jahres). Die Gesammteinnahme betrug aus
Zöllen und Steuern 79,992. 108 M. (1,051,285. mehr). Daqu
rachten Wechselstempel 1527,828 (184,294 weniger), Post und
Telegraphie 30,150 970 (005, 261. mehr), Reichseisenbahn
3.889,640 M. (6672 weniger).

Ausland.

Helgoland, 28. Juli. Der Präsident Hofmann krifft
Monta,g in Berlin ein und wird sofort daran gehen, die auf die
Bekämpfung der Sozialdemotratie bezüglichen Vorlagen mit den
Motiven im Druck fertig stellen zu lassen und dieselben den Bundes⸗
ralhsmitgliedern trotz der Ferien behufs schleunigster Instruirung
uu übersenden. Der Bundesrath tritt Mitlse August zusammen.

Wien, 27. Juli. Die „Polit. Korr. veröffentlicht die
Proklamat'on, welche bei dem bevorstehenden Einrücken in Bosnsen
und die Herzegowina in den Landessprachen unter der Bevölkerung
derlheilt werden wird und die über viele Absichten der Regierung
hei der Besetzung die besten Aufschlüsse bietet. Die Proklamation
besagt: „Die Truppen des Kaisers von Oesterreich und Königs
von Ungarn, im Begriffe, die Grenzen zu überschreiten, kommen als
Freunde, um den Uebein ein Ende zu machen, welche lange Jahre
nicht nur Bossnien und die Herzegowina, sondern ˖auch die angren⸗
erden Lander Oesterreiche Ungarns beunruhigen.“ Die Proklamation
betont, daß der Kaiser mit Schmerz die Leiden des Landes ver—
nommen, sowie, daß der Kaiser, nachdem die Landesregierung sich
unfähig erwiesen, die Ruhe dauernd herzustellen, nicht länger zusehen
bnnte, wie Gewalt und Uafrieden in der Nähe seiner Provinzen
jerrschten, wie Noth und Elend an die Grenen seiner Staaien
nochten. Der Kaiser lenkte das Auge Europas auf Eure Lage
und im Völkerrathe wurde einstimmig beschlossen, daß Oeslerreich

Ungarn Euch die lange entdehrte Ruͤhe und Wohlfahrt wiedergebe.
der Sullan vertraut Euch dem Schutze seines mächtigen Freundes
zes Kaisers und Königs, an. Die Trupbpen bringen nicht Krieg.

sondern Frieden; sie werden Jeden schützen, Keinen unterdrücken.
Alle Landessöhne genießen auf Befehl des Kaisers das gleiche Recht
nach dem Gesetz und Schutz für Leben, Glauben und Eigenthum,
Die Gesetze, Sitten und Einrichtungen werden geschont, die Ein—
künfte nut füc die Bedürfnisse des Landes verwendet, die rückstän⸗
digen Steuern der. letzten Jahre werden nicht eingehoben. Die
Truppen follen ihre Bedürfnisse bezahlen.“ Die“ Proclamatson
jordert schließlich die Bewohner! auf˖, sich vertrauensvoll unter den
Schutz der glorreichen Fahnen Desterreich- Ungarns zu stellen, die
Sold aten als Freunde zu empfangen, der Obrigkeit zu gehorchen,
ihre gewohnte Beschäftigung aufzunehmen und sie sollen geschützt
sein in den Früchten ihrer Arbeit:

n Pien,, 28. Jali. Dem- hiesigen „Telegr. Korresp.⸗B.*
liegt bis jetzt kein Telegramm über den eiwn erfolgten Einmarsch
der Oesterreicher in Boßnien vor. 777
Wien, 28. Juli. Die „Wiener Zeitung“ vernimmt, daß
der Kaiser die Rauifikallon des Berliner Vertrags⸗Instrumentes
vollzogen habe.

Wien, 28. Juli. Die Sperrung des Slagnokanals und
des Hafens von Kledd, sowie die Aborbnung der Panzerfregatte
⸗Salamander“ nach jener Gegend als Hafenwachtschiff haͤngen mit

dem Einmarsch nach Bosnien zusammen, um den Oktupationstruppen
im Rücken, nach der See hin, nicht gegen die Tütkei, wohl aber
gegen etwaige italienische Ruhestörungsbersuche Dedung zu gewaͤhren.
Man spricht von der im Geheimen betriebenen; Bildung einer ita⸗
lienischen Freiwilligenlegikon, die in Albanien landen möchte. —
Philippovich erließ außer der Prollamation an die Bosnier einen
ühnlichen, nur etwas energischer: gehaltenen Armeebefehl an die
isterreichischen Truppen.

Wien, 29. Juli, Nachm. Die Ueberschreilung der Reichs⸗
grenze durch die österreichischen Truppen fand heute in bester Ordnung
aind ahne Störung stalt. Erzherzoz Johann Salbalot ist an der
Sp tze einer Brigarde in Berbir (gegenüßer van Ali⸗ Sraditta, ein⸗
erückt.
Paris, 28. Juli. Man ninmmt hier an, daß mit den
umlaufenden Gerüchten über eine neue Dreikaiserzusammenkunft in
Teplitz Oesterreich seiner Hoffnung auf das Nichlaushdren des Drei⸗
kaisetbundes Ausdruck gibt.

Der am 10. August in Paris auf Anregung der Vereini zten
Staaten zusammentretenden int ernati onalen Münzkonferenz werden,
wie jetzt feststeht, alle europaischen Staaten, mit Ausnahme Deutsch⸗
lands, beiwohnen. Auch England, das sich hartnäckig sträubte, an
der Konferenz tbeilzunehmen, hat jetzt die Einladung angenommen.

RVermischtes.

St. Ingbert, 30.. Juli. Die Wilbelmsspende
hat in biesiger Stadt bei 1012 Gebern M. 160, 553 Pf., in der
Gemeinde Hassel bei 92 Gebern M. 11, 47 ppf. ertragen.

rDer Schafer zu Hettenhausen besitzt ein Schweinchen,
das von einer Hündin großgezogen wird. Leßtere säugt noch das
kleine Thier. Bewundern muß man die Anhangllchkeit und Sorg⸗
falt der Hüundin, die, ohne zu kaurren den lleinen Pflegling
erquickt. (P. A.).

fVandau, 29. Juli. Am Samstag Nachmittag ereignete
sich hier ein schwerer Unfalß. Die Magd des Herrn Scharff war
mit Kaffeebrennen beschäftigt und goß zur Belebung des Feuers aus
iner Flasche etwas Spitilus hinein. Das Feuer theilte sich dem
Inhalt der Flasche mit, diese explodirte und übergoß die Unglücliche
derart mit der brennenden Flüssigkeit, daß sofort die Kleider der⸗
elben in hellen Flammen standen. Obgleich Hülfe sogleich dei der
Haand war, erlitt die Magd, Wikwe Margaretha Schellang, geborne
Fidenbach, Mutter zweier Kinder, so schwere Verletzungen, daß an
ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die Gewalt der Erplosion war
so groß, daß dadurch ein großer Theil des Kuchengeraͤhes zerstört
wurde. (Eilb.)
tEin Cantinier in Diedenhofen laßt fich aus Metz
ein Fäßchen Häringe schicken; diese werden auf der Bahn gestohlen;
er xellamirt auf Grund der Rechnung auf Schadenersatz und ahan
        <pb n="428" />
        diesen mit 19 Mark von der Bahnverwaltung . Nun flellt sich stand vor dem Gerichtshofe in Edinburgh ein Mann, der ange⸗
hinterher Folgendes heraus: Er selbst oder seine Helfershelfer stahlen j klagt war, im somnambulen Zustande sein Kind ermordet zu ha⸗
bie Häͤringe; die Rechnung haite nur 9 Mark beiragen, und der den. Er wurde schließlich freigesprochen, da sein Verthe diger nach⸗
Tanuͤnier halte sie durch Vorsctzen der Ziffer 1 um 10 Mark er⸗wies, daß ähnliche Fälle, wenn auch äußerst sellen, doch schon vor⸗
höht, so doaß er schließlich seine Häringe und noch 10 Mart dasun gekommen seier. Eine junge Dame war in Folge eines Schreckens,
haite, nachdem er den Kaufpreis bezahlt. Er ist dieses Betruges den sie bei einem Ueberfall von Räuber erlitten, von Epilepsie be⸗
wegen jetzt in Haft genommen worden. fallen und zuletzt somnambul geworden. In diesem Zustande zeigte
pHie elfle Genexal ⸗Versammlung des Verbandes deutscher sich die Manie, alle erdenklichen Gegenstaͤnde zu entwenden und
Mäll er, welche im Saalbau zu Mannheim von 14. bia sie wurde endlich des Diebstahls angeklagt, jedoch auf den Rath
17. Juli abgehalten wurde, war von etwa 800 Muüllern und des Psyhchologen Dornblüth frei gelassen und dann gänzlich geheilt.
Mühleninteressenten aus ganz Deutschland besucht; namentlich waren Kin anderer Somnabule war zur Nachtzet durch das Fenster
die Bayern, Württemberger und Badener stark verireten. Den Vor⸗ hinausgestiegen, auf das benachbarte Haus hinübergeklettert und
sitz fühtle Wyngärt aus Berlin. Gegenstand der Berathung war hatte ein junges Mädchen, das in der Dachkammer ishlief, geködtet
haͤupisächlich das Verlangen der Müller nach einem Einfuhrzoll aus Sein Prozeß endete gleichfalls mit einer Freisprechung. Der selt⸗
Mehl. Frankreich erhebt einen solchen, waährend nach Deusschland samste Fall dieser Art hatte sich jedoch mit einem Mönch zugetragen.
Mehl unverzollt eingeführt werden darf. Es wurde beschlossen, an Derselbe kam ins Zimmer seines Priors — seine Augen waren
den Reichstog elne dezügliche Bitte zu richten. Ferncr kamen noch zeöffuet, jedoch starr bor sich hin gerichtet; das Licht von zwei
die Assekuranzberhältnisse zur Verhandlung. Ldanpen, die neben dem Bette brannlen, machte nicht den geringsten
FKarlsruhe, 26. Juli. In der vergangenen Nach Eindruck auf ihn. Seine Gesichtszüge waren verzerrt und er führtt
wurde die Regimentskasse des 1. badischen Feld⸗ Art-Reg. Nr. 14 in seiner Hand ein langes Messer. Dies sehend sprang der Prloe
gestohlen. Sie enihiell 1630,000 M. Die Thater (der Bursche schnell aus dem Bett und flüchtete hinter dasselbe. Der Mönch
des rechnungführenden Mojors und die erste Orhonnand) sind ent- aber ging geradewegs auf das Beit los und führte drei Stiche,
flohen. So verbreitet sich das Gerücht, beide seien jenseitss der welche Decke und Laken durchbohrten. Als er sich wieder zurüch
französischen Grenze festgenommen worden. zog, trug ex den Kopf aufrecht und ouf seiner Miene war eint
FFolgender Vorfoll ereignete sich dieser Tage in der Nähe liese Befriedigung ousgeprägt. Am folgenden Tage fragte der
von Gap bei Paxis. Da das in der genannten Stadt liegende Prior den Mönch, wovon er in der vorhergehenden Nacht wohl
96 Jafanterie Regiment in der Umgend eine Militärpromenode ge⸗ geträumt habe uͤnd dieser erzählte: Ihm war es, als ab sein⸗
macht hatte, so war ein „Abjutant“ damit betraut worden, die Muller vom Prior ermordei worden und deren GSeist vor ihm
Nachzligler zu sammeln. Da einer derselben vicht marschixen wollte, erschienen sei mit dem Begehren, daß er ihren Tod räche. Diesel
so siieß er ihm seinen Säbel in die Brust, daß er auf der Stella Vesicht habe ihn in eine solche Auftegung dersetzt, daß er sich augen⸗
edi düeb, Zeugen warer nicht anwesend. Der Adjutant behauptete, blictich aufgemacht, um den Meuchelmörder seiner Mutter zu er⸗
der Mann, der auf dem Boden gelegen, habe nicht weiter marschiren stechen.
wollen. Er habe ihn nun dazu zwingen wollen, und da der Mann
hierauf die Hand an seinen Säbel gelegt, so habe er den seinigen
gezogen uud ihn niedergestoßen.
Somnambule Verbrechex. In den letzten Tagen

Moßilienverstee ung.
Dienstag, 6. August
nächsihin, Nachmittags 2 Uhr
im Hause des Erblassers an der
Bliekasteler Straße dahier werden
die zum Nachlass des hiet ver⸗
storbenen Bergmannes Theodor
Ehrhardt gehbrigen Mobilien,
als: Bettung, Getüch, Weißzeug,
Schreinwerk und Küchenge⸗
schirr
offentlich an die Meistbietenden
versteigert.
Si. Ingbert, 28. Juli 1878.
Sauer, l. Notar.

Soeben erschienen:
Erfolgreichfte Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewahrte
Mitiel.“ — Preis 80 Pfg. —
tranke, welche glauben, ar dieser
Jefährlichen Krankheit zu leiden,
dollen nicht versäumen, sich obiges
huch anzuschaffen, es briagt ihnen
Troft und, soweit noch möglich,
ruch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichru varin abgedrudter
Dantschreiben beweisen. — Vor
lhig in allen Buchhandlunger
oder gegen Einsendung von 80
pfg. auch direkt zu beziehen von
Richter's Verlags⸗Ansialt ir

Leipzig.

WMWeibruokor Mrochenbau-Pottorio.
Ziehung unwiderrussich 3. Sept. 1878.
dauptireffer M. 40 000. M. 20 000. ec. Auf 20 Loose ein
Treffer.

Loose à M. 2 sind zu haben bei der General-Agentur:
August Schuler, B. Schuler'sche
staufmann Buchhandlung

Zweibrücken.
In St. Ingbert bei Franz Woll.
Märchenhaft!!!
Folgende 12 Gegenstände liefere ich für
nur 6 Mark
——
1echi chines. Sonnenschirm; 1 echt japanes. Fächer mit

Malerel; ĩ reigeade Manilla-Tischdecke, 88 Centim. lang; 1 feiner
Serbieitendaliet (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Brief⸗
waage; 1 Microscop, welches 50 Mal vergroͤßert; 1 Ocarina
d. id ein neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
einiger Uebung lieblich produciren kann; 1 Broche und Ohrringe,
kunfivolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfiadung, vermittelst man
mit Personen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklärung; 1
f. Ring imit. Gold m. Emaille; 1 Metermaaß.

Dlese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Angeboten zu verwechseln⸗ 2

Carl Winde in Leipzig.
ruck und Verlag von F. Xx.

4rĩefpapiĩer
mit Firma, z2u Geschaftsbriete-
in achõûõnen veraierten

Bchriften,

Monogramuume, Viniten

ECAFSGB ete., werden rasel

und billig angefertigt in der

Buoh- und 8Steindruokere

. X. Demetæ.

8t. Ingbort.
Ein junger Mann sucht
einer anständigen Familu
eine Schlaffstelle.

Naͤhtres in der Exped. d. B.

Z
Rechnungen
in Jedermanns Gebraugs
in Achtel, Viertel u. Halbe Boge
mit rother und blauer Liniam
sind vorräthig in der

Druckerei ds. Bl.

r cine Stelle sucht, eine solche
pergeben hat, ein Grund stünd zu
verlaufen wünscht, ein solches zu kaufen
beabsichtigt, eine Wirthschaft.

Oeconomiegut xc. zu pachten
sucht, eine Heirath anknüpfen will, eine Geschäftsem—
pfehlung zu erlassen gedenlt — überhaupt zu

Insertionszwecken

2
Rath bedarr, der wende sich vertrauensvoll an du
B——— von
IG Dpaoube c 0o. in Munohen.
welche sid die protupteste und billigste Bedienung zun
Aufgabe macht.
Bureau: Windenmacheratre. 5.

Remetzem St. Ingbert.
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52 * — z3*23 — 525 3523 875 3
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* *582. 2 E 5 : 2 222 2
— 3 —* — 2232 B82
25. 32 37752 2323 285383333
552338* — *372 — 4255528 8
232S8835225 2335 2332 2 852
* — —— — —A 48 * 23 23 — —3 —
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— — 312 2 7. S —52 3285
— 337235337 — 33—2235835 523223
* * 2522: — * 73 m2
*538*37233538533* 553208 5868
3 8 —A —F 57 —5322 * 2 *8* *22 —2
552 2 2388 3 5 2*32 — 2.8 — ——— — 52. 5
7. 2. 5 5. 3 232335 — 233 227 —2*82*
—A— —8 335— 325 03335553537 **552
— G2 22882 2 7 2 32 8322 — qw* 257* * 38
2753 53388326533* 235 332278 —A
50* 2 — 22 3 * 32 27 53583 58328 * 582
5533227 2557 238 55233 *
AA —— *33332255 259
535322 7253 538 23 2 *57558 78353
3238 533—32*3 7 2335683 523 22
25 * 23 *22533 * —58— 22255 — 2
253838337 2* 2. 575 7* 5237 33533538 *
2*—3 3337 5525 —8 522252 528
3 25332765 2 23 * * 2* *555
8337 333333338
33353852.357 22 5533 213 525337— 932
— - 2 —RX
— 0 53 —» 3z238 55 3
77 23255 3555 25 »8823523232 3
—* 225 —A 352 525 — 2 .22
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2. 3538233 5220523 32 * —X
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* 2 5 —8 233288 —— 3 — 5 5 82* 3.
2* 228525 23 5238 * * ¶ —
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323 3 7552 52572 * — *35 *
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        St. Ingberler Anzeiger.
— — — —— — —— — * I — r a⸗ —— — J — * — —

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Ve⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

4 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
120. 00 Donnerstag, den 1J. Augufi —— 1878.
—— — —
Deutsches Reith.
Müirnchen, 39. Juli. Hre Generaldireklor v. Hocheder
begibt sich morgen zu der in Hamburg zusammentretenden Benerals
ersammlung des Vereins deutscher Eisenbahnderwaltungen. Die
bayer. Staatsbahn stellt hiebei den Antrag, die Anwendung der
Bestimmungen in Art. 25 Nr. 3 des Uebereinkommens zum Vereins⸗
Betriebsreglement auf Entschädigungen für Lieferfrist-Versäumnisse
betr. Die deutschen Vereinsbahnen haben nunmeht eine Ausdehnung
bon 53,385,66 Kin, gegen das Vorjahr einen Zuwachs von
1801 xm.
München. Bei der boherischen Armee ist in diesem Jahre
ein fernerer Schritt zu der Gleichstellung aller ihrer Einrichtungen
mit der deutschen Armee erfolgt. Die Gradabzeichen all ihrer Offi⸗
cierchargen sind bei sämmtlichen Waffengattungen durchaus denen
der deutschen Armee nachgebildet worden. Der Ringkragen wird
hei den bayerischen Officieren durch die Schärpe in den bayerischen
Farben ersetzt werden. Ebenso sind füͤr dieselben die deutschen Epo⸗
lellten genau mit den Gradabzeichen der deutschen Armee eingeführt
worden. Bei dem 2. und 3. Jui auf dem neuen Krupp'schen
Schießplatze zu Bredelar Statt gehabten ersten großen Schießversuche
mit der neuen 35,30m Ränone (1050 Pfünder) hat dieses Geschütz
noch auf 104mm (eine deutsche gesgraph. Meile is7420,4808 Mtr.)
Entfernung eine, gegen jede Schiffswand vollkommen ausreichende
Treffsiherheit auegewiesen. Die Wirkungsfähigkeit desselben würde genü—
gen, um auf mittlere Entfernungen jeden zur Zeit vorhandenen Schiffs⸗
panzer glatt zu durchschlagen. Die zur Ladung des Geschützes und
jur Abgabe eines Schusses erforderliche Zeitdauer hat sich auf un⸗
gefähr 6 Minuiten herausgestellt. Der Kostenaufwand für jeden
Schuß stellt sich freilich auf 600 M. Bei 2000m. Entfernung ist
es gelungen, auf der Scheibe die Treffer von sechs Schüssen zu
einer dichten Gruppe zu vereinen, wovon z4wei oder drei sicher schon
zenügt haben würden, auch das stärkste Schiff völlig kampfunfähig
zu machen, wo nicht unmittelbar gleich dessen Untergang herbei⸗
uführen.

Berlin, 30. Juli. Bezüglich des auf Wunsch des Ka'sers
in Babelsberg erfolgten vorgestrigen Empfanges der Minister und
Jes Präsidenten des evangelischen Oberkirchenraths witd der „Noidd.
Allg. Ztg.“ bestätigt, daß der Kaiser sich sehr herzlich und ergreifend
zegen die Minister ausgesprochen hat, sowohl bezüglich der traurigen
Veranlassung feines Leidens wie bezüglich der zu erhoffenden
Benesung.

Berlin, 30. Juli. Die Conferenz deuischer Finanz⸗
minister zur Befsprechung ven Zoll und Steuerfragen iritt auf Ein⸗
ladung des Reichskanzlets am 5. August in Heidelberg zusammen.
In der Einladung soll hervorgehoben sein, daß bezüglich der
Tabatssteuer dem Resultat der eingeleiteten Enquete nicht vorge⸗
priffen werden solle.

(Außerpfaälzische.)

In Mannheim erhielt Kopfer (demokr.) 2431 Stimmen,
Dreesbach 2047, Scipio (naf.lib.) 16090, v. Marschall (conserv.)
53. Graf Oberndorf 225. In Schwetzingen Scipio 438. Graf
Oberndorf 82. — In Frankfurtt erhielten die meisten Stimmen
Sonnemann (demokratisch) 6862 und Varrentrapp (national: liberal)
1587; es wurden 19246 Stimmen abgegeven, also tritt Stichwahl
wischen Sounemann und Varrentrapp ein.“ Der' Sociaidemokrat
Doll erhielt 4079 Stimmen. — Im' Siadtbtzirk Mainz erhielt
Reuleourx (Fortschr.) 2478, Moufang luttram.) 2834, Liebknecht
(socꝛ) 2452, Guido Weiß (demokr.) 907 Stimmen; die Landbe—
itke fehlen. — In Hanau, Stadtöezirk, erhielt Weigel (nat.“lib.)
1845, Frohme (soc.) 1616, Trott scons.) 107 Stimmen. — Ju
Saarbrücken wurde der Candidat, über den sich die Liberalen und
Fonservaliven geeinigt hatten, Bergrath Pfähler (nat.Isb.), ohne
Begencandidaten gewählt. — In Straßburg wurde der Candidat
der Protestpartei, Kablo, mit 6596 Stimmen gegen den Autono—
misten Bergmann, der nur 4012 erhielt, gewahit; Bebel (oc.)
erhielt 141 Stimmen. Die Aufcegung in Straßburg ist groß.
— In Aussburg, Stadlbezirk, erhielt Bürgermeister Fischer (Tan-
didat der Liberalen und Deutscheons.) 4971, Freytag (uitt.) 3304,
Most (oc.) 852. — In Nuͤcnberg erhielt Günther (lib.) 134338
Stimmen, Grillenberger (soc). 10, 161, Luthardt (Deuischeons.) 377.

In den sämmilhchen 6 Wahlkreisen Berlin's haben die
Liberalen gesiegt, mit Ausnahme des 4. Wahlkreises, wo eine Stich⸗
vahl zwischen Zelle und Fritzzsche nöthig wird.

— ——
ů]
Bermischtes.

F. St. Ingbert, 31. Juli. Das Ergebniß der gesttigen
Wahl in hiesiger Stadt ist folgendes: Im J. Wahlbezirk (Wahllok.
Ztadthaus) bei 549 Abstimmenden erhielt: Oberappellrath Schmidt
117 und Dr. Jäger 482 Stimmen; im II. Wonlbezirk Schul⸗
jaus im Josephsthal) bei 447 Abstimmenden erhielt: Obecappell⸗
'ath Schmidt 221 und Dr. Jäger 226 Stimmen; im UI. Wahl⸗
jezirk (Wahllok. Schulhaus in der Unterstadi) bei 301 Abstimmenden
erhielt: Oberappellraih Schmidt 88 und Dr. Jäger 413 Stimmen.
In Summa Schmidt 426, Jäger 1071 Stimmen.

fKaiferslautern, 30. Juli. Geh. Rath Dr. Zinn
ist gestetn Nachmittag wieder nach Elberswalde abgereisst, um dort
am Wahltage seiner Bürgerpflicht zu genügen. (Krsl. 3)

F, Aus Schauernheim wird der Sp. Zig.“ geschrieben:
Vielleicht nioch nie dagewesen! Der hiesige Ackerer D. M. stieß
beim Abmähen seiner Gerste auf ein Feldhühnernest, in welche m
cirea 12 angebrütete Eier lagen. Er schützte dasselbe mittels Gerste,
damit dasselbe ungestört weiter brühen sollte. Allein er sah sich
in seiner Hoffnung getäuscht. Das Huhn verleugnete das Nest.
Beim Abfahren der Gerste nahm M's Söhnchen die Eier mit
nach Haus und legte sie mit Hilfe seines Kameraden auf den
Bachofen des Bäcers S., um eine Probe anzustellen. Am 3.
Tage, Fals der Bäcker S., der von dem Vorfoll keine Kenntniß
Jatte, in seine Bachsttube trat, sah er zum größten Erstaunen ein
unges Hühnchen umherspringen und vernahm noch dazu das Pick,
Pick“ anderer. Durch sein Söhnchen erfuhr er, was vorgefallen.
3. Hühnchen erdlidten auf dem heißen Badofen das Licht der Welt
ind laufen als Waisen herum. Noch 7 Fier liegen auf dem
Backofen, aber wahrscheinlich werden keine Jangen mehr heraus⸗
ommen; denn die allzugroße Ofenhitze wird das jchlummernde
Neben erstickt haben.

'Bergzabern, 30. Juli. Der Btlef des Grafen
Moltte, auf den wit neulich hingewiesen, lautet nach dem „T. f. S.“:

Creisau, 26. Juli 1878.

Indem ich Euer Hochwohlgeboren für die gefälligen Mitthei⸗
iungen vom 21. d. Mis. eigebenst danke, verfehle ich nicht, zu er⸗
w dern, daß mit der Redacleur der „Pf. Post“, Herr Ollo Fleisch⸗
mann, unterm 18. d. Mis. schrieb, das deutjch⸗cosernotide Centrai-
romite der Pfalz bä'te mich als conservativen Cand!daten für den
Wahlkreis Bergzabecn-Germersheim ausgestellt. Herrn Fleischmann
habe ich datauf ersuchen müssen, seinen Gesinnungsgenossen mitzu—

Wahlergebnisse.
Zweibrücken⸗Pirmasens.
Schmidt (lib). 6872, Jäger (ultr.) 3602, Böcking (cons.) 320
und zersplittert 5 Stimmen.
Homburg⸗Kufel.

Buhl (lib.) 1824 und Graf (ultt.) 1197 Stimmen.
Zaiserslautern-Kirchheimbolanden.'
Zinn (lib.) 3309, Dahl (ulir.) 1616, Gienanth (cons.) 392 und
Dreesbach (soc.) 172 Stimmen.
Germersheim-Bergzabern.

Bolza (lib) 7257, Siben (ultr.) 33504, Moltke (cons.) 205 St.
Landau-Neustadt.

Jordan (liib.) 6821, Zimmern (ultr.) 3663, Marx (cons.) 662,

Dreesbach (soc.) 246.
Speyer⸗Frankenthal.
Sroß (lib.) 7944, Horn (ultx.) 4787, Haas (cons.) 498 und
Dreesbach (soc.) 1044 Stiumen.
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        cheilen, daß ich um meine Einwilligung nicht gefragt worden bin
und eine event. Wahl dort nicht werde annehmen können. Hoch⸗
achtungsvoll ergebenst Graf Moltke, Feldmarschall.

FPajsau, 26. Juli. Gestern wurde der Wasenmeister
Langmaier von Höhfelden wegen Verlaufes eines von einem ver⸗
endelen Stiere hertührenden Fleisches von dem k. Landgerichte Pafssau
Jzu 42 Tagen Haft und zu 15 M. Sirafe verurtheilt. (P. 3)

fAus dem Reich Ztande, 27. Juli. (Eine deutsche Stif⸗
tung.) Der köoniglich niederläͤndische Consul Hr. v. Georgii⸗
Georgenau, dessen Vorfahren zur Zeit als Elsaß von den
Franzosenoccupiri wurde, aus diesem Lande auswanderten, hat
nach der Wiedergewinnung des Elsaß durch Deutschland ein an⸗
sehnliches Capital zur Vertheilung von Prämien füc hervorragende
Leistungen in der deutschen Sprache und Geschichte ausgesetzt und
vor etwa 2 Jahren dafselbe noch vergrößert. Die Prämien werden
alljährlich an Personen vertheilt, welchhe dem Lehrerstande bereits
angehören oder sich zu demselben vorbereiten. Zur Verwalkung
dieser Stiftung ist eine Commission ernannt, welche über die
Praͤmien⸗Verleihung verfügt. Füut dieses Jahr erhielten 8 Schüler
an den Präparandenschulen,“ 8 Schuler der Lehrerseminarien, 8
Schullerinnen der Lehrerseminarien, 2 Lehrer und 1 Lehrerin die
Praämien.

PEreeß. Frankfurt, 80. Juni. Gestern kamen
drei Bursche in eine in der Nähe des alten Marktes gelegene
Wirthschafi und zechten Bier. Als es an die Entrichtung der
Zeche ging, bezahlten sie Wirlh und Wirthin mit Stocprügel. Die
herbeigeeilte Schutzmannschaft verhaftete die Thäter, welche aus⸗
tiefen? „Die Zeit ist vorbei, wo man noch etwas bezahlt, wenn
man ein Glas Bier trinkt:“

1Stultgart, 30. Juli. Der Schwäb. Merlur“ herichtet
In Feuerbach nahe bei Stuttgart wurde gestern der sozial⸗
demokratische Agitator Dull verhaftet. Ebenso erfolgie in Stuttgart
die Verhastung des gesammten Personals der Genossenschaftsdruckerei,
20 an der Zahl. Eös handelt sich dabei um die Urheberschaft des
sozialdemokratischen Wahlaufrufes.

x Der dekannte uitraorthodoxe Pastor Knack in Berlin,
berlichtigt durch seine obstinate Opposition gegen das Kopernilus'sche
Himmelssystem, ist am 27. gestorben.

Paris, 30. Juli. Amilicher Nachricht aus Valenciennes
zufolge ist die Arbeitseinstellung zu Anzienn, mit Ausnahme von
Z Virgwerken, vollständig beendigt; die im dortigen Beyrk seit
Beginn des Sireils stationirten Truppen werden zurüdgezogen.

F Triest. Am Freitag, wenig vor 4 Uhr Nachmittags,
fuhr das Boot des Domeniko Miloch, welcher dasselbe mit zwei
Matrosen leitete, mit 14 Personen von der Riva della Sacchetta,
beim Leuchtthurnie ab, um die Infossen nach Hause in die Valle
del Ladzarelid zu bringen. Die Passagiere bestanden aus 12
Waschetinnen und zwei Maännern, wilche hier gewöhnlich Obst ver⸗
lauften. Gegen 5 Ühr bildete sich nun in der Bucht von Muggia
eine gewaltige Wasserhofe, welche gegen die Punta Soitille forischritt.
Fine Wosserhofe ist eine der furchibarsten Erscheinungen auf dem
Meere und besteht mit mancherlei abweichenden Nebenumständen
darin, daß sich eine Wassersäule aus einer Wolke nach der Meereb⸗
Fäche herabsenltt, wobei sich das Meerwasser gleichfalls in Gestalt
zines Kegels erhebt und sich gewoͤhnlich mit jener veceinigt. Nach

Nach der Vereinigung rüct sodann die Säule mit großer Gewau
otirend sort und zerplazt nach einiger Zeit, wobei gewöhnlich die
Wassermassen unter fürchterlichem Krachen mit solcher Gewalt in's
Meer flürzen, daß selbst größere Schiffe, welche sich unglüdlicherweife
ja deren Bereich befinden, meistentheils unrettbar verloren sind.
Miloch scheint jedoch die drohende Gefahr nicht erlannt zu haben,
der war nicht mehr in der Lage, derselben zu entfliehen. Erst
als der Wirbelwind heftiger zu werden begann, wurde auf dem
Boote das Segel gereffi, doch es war leider schon zu spät, denn
das Boot war bereits von der Wassechofe erfaßt, im Wirbel senk⸗
recht in die Hohe gehoben und eben so rasch in die Tiefe geworfen,
wobei es ich vollständig mit Wasser füllie und versank. In ge⸗—
ringer Entfernung von der Unglücksstätte segelte das Schiff „San⸗
Najario“ dessen Führer und SgziffsEquipage Zeugen des fürchter⸗
lichen Ereignifses waren. Mit Hilfe der Ruder und unter unmenschlichen
Anstrengung kam der „San Najario“ bei den Ertrinkenden an und
zelang es dem braben Patrone desselben Peter Belteams, 5 der
BZerunglückten vor dem sicheren Tode zu retten, der leider die
übrigen 12 Jusossen des Bootes ereilte. Als das Unglück von
Trieft aus bemertt wurde, wurde wohl sogleich Hülft abgesendet,
sie war jedoch bei der ungeheuren Raschheit, mit welcher es verlief
etfolglos. Erfahrene Seemänner, welche die Welt duc hschifft haben.
heilten mit, daß ihnen niemals eine Wasserhofe von solchem Umfange
borcekommen fsein. Es scheint bei den meisten Opfern dieses
Urglücksfalles der Tod ganz plötzlich eingetreten zu sein, und zum
Beweise dafür mag gelten, daß eine der von der Mannschaft des
dloyd⸗Vaporetlo, aufgefischten weiblichen Leichen noch in einer Hand
einen angefangenen Strumpf und in der andern die Stricknadel
hielt, so daß sie mitten unter der Arbeit vom jähen Tode erfaß
worden zu sein scheint.

F Venedig, 24. Juli. Vergangene Nacht gegen 12 Ur
zreignete sich hier ein großes Unglück. Der vom Lido kommende
kleine Dampfet „Adria“ stieß nämlich bei den Ciardini publici an
ine Batke, auf der sich eine herumziehende Musikergesellschaft von
13 Personen bejand und brachte das Schiff zum Umsturz. Nur drer
Perfonen konnten gerettet werden, während 10 derselben, darunten
eine Frau, ihren Tod in den Wellen fanden.

7 Glächiches Dänemark. In Frederiksberg der
Rachbarstadt Kopenhagens, untersuchte die Polizei an einem der
setzten Tage bei 40 Händlern die Butter und sand nirgends ver⸗
fälschte Waare vor. An demselben Morgen wurden bei 75 zu
Stadt fahrenden Landleuten die Milch und der Rahm untersucht.
aber bei keinem einzigen zeigte sich eine Versälschung.

pSeltsamer Klube In Chicago haden die verhei⸗
ratheten Damen einen Klub gegründet, den sie min dem Namen
Manntommnachhaufe-Klub“ taufien. Das Abjzeichen dieses —X
vesteht in einem 4 Fuß langen greifbaren Gegenstande, der einem
Besenstiele so ähnlich sehen soll, wie ein Ei dem andern.

Hienstesnachrichten.

Die Stelle eines Bezirksthierarztes für den Amisbezirl Kaisers
lautern wurde dem Districisthierariie Karl Bauwerker in Alsen
übertragen.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Dem eß.

a

driegerverein 18780
regere da 3. — Holl. Kronbrand⸗
augug halb Häringe
d Uhr bei Kamerad *
dore W g ber u Handkaschen
eneral⸗Versammlung. 4
Tages⸗Ordnung: J. Friedrich ·
1. Aufnahme. Die Unterze ichnen
2. Einladung zur Fahnenweihe empfiehlt sich in
des Krieger⸗Vereins Bildstock. Abrahen von
Naa derseiben: wattirten Unterröcken
Monals⸗ Versammlung X und Bettdecken.
e⸗ Unlerzatung. g Ww. Dietrich auf der Meß.
wicd gebelen die Liede·⸗
bücher mitzubringen. Stationsbeklebzettel
Fischer, 1. Vorsland. billigst bei S. X. Demetz.
eßobatts Anzois pet
Einem geehtten hiesigen und auswärtigen Publifum die erge⸗
benste Anzeige, daß ich in dem fruheren Rickel'schen ree * Jung.
bapler. und FPrizeur-Geschätft Wein⸗Etiquet!
angefangen habe und empfehle zugleich alle in dieses Fach ein⸗ fa r7* b i 9 bis7 o y
schlagenden Artikel. Achlungevollst —3
Nikosans TLorenz. —— Lith. —
Lruck und Verlag von FX emeß in St. Ingbert.

Todes⸗Anzeige.
1. Freunden und Verwandten die Trauernachricht, daß J
es Goit dem Allmächtigen gefallen hat, unser liebes Kinder
AnA. SCIVStOT
im zarten Aller von 5 Jahren nach langem schwerem,
Leiden zu fich in ein besseres Jenseits abzurufen.

Die krauernden Eltern:;

—Echuster, t. Steiger,
2Ayster, geb. Janz.
5e ⏑

—2g 2.ugun
Tanzmusisk.
—X

. Demetz.
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        — — 2 * —227 ⁊ X — 256 8 2223 8*322
5z337355 3227 53538s553338283 —F— 55.8 A
— —338 2* 3* —8 5358*3 *2 b * 2 —5 J pÿ.α
28 522 52 2*88 *
S — —A „r232 — 2* — — 6 — 2 8322
8 ————— 2 27 — 32 23388c—8 55 — 2 8 2*22
ü 238 —338 283 5353358 52355*
8 ß 5
5 —53*835 538385337326 25853253 526 25353 532 3 583
538 3 —88 338 58353
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2* —— 83 32 —2 25 2 —
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333 3333— 2533354255538 355
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2 —555 . 55 52 — 2 — 5363 m — 28 37232235 295928*
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25—22 xu 25 — — — 2 225 * S—22528 —3 * —
2 27 5 28 —A —— — 58222 —— — Sñ 2 5 2. —5— —
—* z85 3 —
55353333383432 —A —— 3832 32338
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5723535353 7—582 —753 7 5 75238335353 3233585—353583
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223 —A —— »52 5z553282——c 7 52 852 * * 832 3 —
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        St. Ingberter Acnzeiger.
der St. Ingzberter Auzeiger und das (2 mil wöͤchentli h9) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wohentlich vierm ilz Dienstag, Don«xerstag, Saenstaz uad Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

Mark 40 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
M 121.. Samstag, den 8. August

15785
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Deutsches Reich.

München, 31. Juli. Die Zeitungsnachricht, die baye⸗
ische Regierung habe in der Inspizirung der bayrischen Artillerie
hurch einen preußshhen General eine Verletzung der bahyerischen
seservatrechte erblickt und in dieser Angelegenbeit mit dem Berliner
dabinet in diplomatischem Verkehr gestanden, kann auf Grund ver⸗
äjsigster Mittheilung als unrechtig bezeichnet werden.

Mäünchen. Detr Keonprinz des deutschen Reiches wird auch
n diesem Jahre zur Jaspicirung der bayerischen Teuppen nach
Bayern kommen. Wie verlautet wird derselbe seine Inspectioasreise
zald nach den Vermählungsfeierlichkeiten antreten, die am Berliner
dofe vom 24. bis 27. August statfinden.

Mänchen. Von den zwei Infanterieregimentern, die aus
Jägerbata llonen gebildet werden, wird eines dem 1. und eines dem
2. Armeecorps zugetheilt. Das Regimentsstabequartier für das künf⸗
ige 16. Inf.⸗Reg. ist Passau, fürt das künftige 17. Juf.Reg.
Hermersheim. Ja Folge dieser Aenderung hat das bisherige 5.
zägecbataillon künftig die Nummer 2 zu tragen.

Würzburg, 30. Juli. Laut Privattelegramm aus Kis⸗
ingen traf dort gestern Nachmittage der päpstliche Nuntius aus
München ein und hattfe alsbald nach seiner Aukunft eine astündige
Unterredung mit dem Fürsten Bismacck. Heute Vormittags erwiderte
Fürst Bismarck den Besuch, worauf wieder eine über einstündige
wonferenz zwischen Reschskanzler und Nuntius stattfand. Letzterer
»inirte heute beim Fürsten Bismarck. Wie mein ziemlch sicherer
Hewährsmann mir eben mitth'ilt, sollen die beiden Konferenzen
in durchweg für Beide befriedigendes Rssultat gehabt haben und
zer Nuntius morgen die Rückteise nach München antreten. In
Verbindung mit diesen Konferenzun stehen ohne Zweifel auch die
Besuche der bay⸗rischen Min ster beim Fürsten Bismarck. Es ist
rin eigenthümliches Zusammentreffen, daß gerade Krsingen, wo vor
nehreren Jahren der Mordgeselle Kullmann „angeblich wigen der
Maigesetze auf das Leben des Fürsten zielte“, nun auch der Oct
st, wo die ersten Grundzüge zur Herstellung des religiösen Friedens
m Lande geschaffen werden sollen. (Fr. K.)

NKifsingen, 30. Juli. Gestern Nackmittag traf der
hͤpstliche Nuntius Monsi zuore Masella auit dem Münchener Zuge
zahier ein und wurde am Bahnhofe von dem l. Vadekommissär
und dem Giafen Herdert Bismarck empfanzen, worauf er sich nach
urzer Unterredung mit diesen Herren nach seinem Absteigqartier,
»em „Hotel Kaiser“ begab. Die Andeutung von bevorstehenden
Friedenspfäliminarien zwischen der Kurie und Deutschland, Bebufs
velcher Maiella den Auftrag erhalten habe mit dem deutschen
seichskanzler zu unterhandeln, dürfte dadurch einen thatsächlichen
Antergrund erhalten. (S. 3.)

Berlhin, 31. Juli. Berlin jubelt über den forischriitlchen
Wihlsteg. Die Na hrichten aus den Provinzen lauten noch sehr
jerworren, dennoch ist bereits ersihtlich, daß die Libetalen viel
veniger Terrain verloren haben, als man befürchtete. Richters
Vahlsieg e scheint in der Stichwahl gesichert. Lasker, Bennigsen,
kickeit definitid gewählt.

Berhin, 31. Juli. Bis jetzt sind etwa 50 defi itive
Vablen bekannt, wealche keine große Verftärkung der conserda iden
bartei erwarten lassen. Dagegen werden die sog, reichefreundlichen
darteien gestarkt im Riichstag erscheinen. Das Socialisten-Geset
it zunächst den Regierungen dertraulich mitgetheilt worden.

Berlin, 31. Juli. Die „Prov.⸗Corresp.“ schreibt in
inem Artikel unter der Ueberschrift , beim Abschlusse des Wahl⸗
ampfez“: So möze denn die dei dem Beginn der Bewegung aus⸗
jespsochene Hoffnung in Erfüllung gehen, daß die Wablen, Dant
vem patriotischen Geiste des deutschen Volles durch Stärkung der
ia userhallenden Elemente aus conservat ven und liheralen Kreisen
et Regierung eine Mehrheit klat de vußter, entschlossenet Mannet
m Reichs:age sichern, um sichere Grundlagen für einen neuen Auf⸗
8 des politischen und wirihjchaftlichen Gedeihens des Voltkes
u schaffen.

Berlin, 31. Juli. Die „Nordd. Allcçem. Zig.“ kann
viederholt versi bern. daß iede Muibeiluna von dinem in Sacen

4

des Großen Kurfürsten“ bereits gefällten Urtheile nur auf Er—
iudung beruhen köͤnne. Der Havarie Commission habe competenz⸗
näßig nur obgelegen, Material zu sammeln und die Schuldigen
im Allgemeinen zu ermitteln zu suchen. Sache des Stations:Chefs
sei es gewesen, über das Ganze der Vorberhandlungen sein Gut⸗
achten zu erstatten, welches der Superrevision der Admiralität
unterlag. Der Chef der Admwiralität habe als Gerichtsherr zu
entscheideß gehabt, welche Personen vor das Kriegsgericht zu stellen
seien, und die dazu erforderlichen Anträge bei dem Kaiser zu stellen.
Das Kriegsgericht werde im Laufe der nächsten Woche zusammen-
reten.

Die „Koölnische Zeitung“ schreibt: Nach dem Beschlusse des
Bundesrathes soll die Enquele sich auf die gesammte deutsche Baum⸗
vollen⸗ Industrie, also die Sp nnerei, Weberei und Druderei, so
vie die Leinwande Industrie erstrecken und namentlich die veränderle
Zachlage berückssichtigen, welche durch den Anschluß von Elsaß-
fothringen an das deutsche Zollgebiet geschaffen worden ist. Die
dommifsion wird sich zunächst mi der Aufsiellung eines Programms
ür die Enquete beschäftigen. Der Entwurf zu einem solchen Pro—
jramm ist der Kommission von dem Vorsitzenden vocgelegt worden.
die Verhandlungen in der ersten Sitzung beschränkten sich auf eine
jorläufi e Besprechung dieses Entwurfes. Es sollen dann zunächst
ie erforderlichen statist schen Materialien durch schriftliche Befragung
er Industriellen und der Handelskammern beschafft und dieselben
»ann mit Hilfe des kaiserlichen statistischen Amts soweit verarbeitet
verden, daß die Kommission im Ollober wieder zusammen treten
ina, ua die von ihr zu verneh nenden Sachverständigen zu be⸗
immen. Die eigentliche Enquelte würde dann im Nobember
reginnen, und bei der voraussichtlich sehr großen Zahl der zu
»rnehmenden Sachverständigen eiwa vier bis sechs Wochen in
Unspruch vehmen. Wie sich aus dem Beschlusse des Bundesraths
tgibt, soll die Enquete eine endgiltige Eutscheidung der Fraze er⸗
noͤzlichen, ob in der That in Folge der Aunexion Elsaß Lothringens
in Deuischland die in Frage stehenden Industrieen einmal im
steichrlande selbst urd dann auch in dem alten Zollgebiete wegen
nangelnden Zollichutz s zurückzegangen find.

Die Gerüchte über einen Auszleich der Kurie an der preußi⸗
chen Regierung gewinnen fortwährend an Konsistenz. Bea hienswerth
u diejer Richtung ist eine von dem Abg. Wind: horst Meppen, dem
Fühter der Ceintrumspartei, kürzlich gehaliene Rebe, in welcher er
ich übecr diese Angelegenheit aussprach. Herr Windthorst sagte
1. A.: „Werin der Ausgleich jetzt wirklich gemacht werden soll,
ann werdeu wir glüdlich sein und wir können dann mit Befrie—
zigung anf die heißen Tage schauen, die die Kämpfe uns gekostet.
*s ist dieser Ausgleich nöthig im Interesse des Staats uͤnd der
dirche und es war und ist ein Grundirrihum und Grundfehler,
aß man hat anm haen können, es sei das Juteresse des Staats
in anderes als das der Kirche. Die Interessen beider sind ge—
neinsame di selben. Wir haden nicht gekämpfi und kampfen nicht
zus Lust am Kampfe, wir lämpfen, um den Frieden zu erlangen.
Das Centrum würde lieber auf Seiten der Regierung kampfen, als
jegen sie, da wir nicht zweifelhaft darüber sind, daß ohne eine
este Regierung kein Reich bestehen kana.“ Diese Aeuberung des
Führers des Centiums ist deßdalb von größerer Bedeutung „weil
um ersten Mal in ruhtgec Weise das Berhältuß der Centrums—
raltion zur Regierung ohne Angriffe auf die Letztere beleuchtet wird.

Ausland.

Wien, 31. Juli. Das hiesige „Telegr. Korresp. B.“ meldet
von der kroatisch-bosnischen Greuze vom 31. d.: Nach amtlichen
Meldungen herrscht in Strajewo die vollständigste Anarchie.

Das bon«partist sche Blatt „Ordte“ veröffentlicht in einem
Sensationsattilel die gehe men Deta ls e nes Pianes des Herzogs
jon Audiffret ˖ Pakquier (Präsidenten des Senats), durch die Se—
atswahlen eine orleanistisch und gemäßigt republikaussche Majoritaͤt
u bilden und daun vermitlelst einer Kammerauflösung die Prasi⸗
dentschaft des Herzogs von Aumale zu erreichen. Auf diese Weise
roll ein neuer 16. Mai herdeigeführt werden. De Führer dee
republikanischen Vartei seien bereits mißtrauisch geworden un sogn
        <pb n="436" />
        um dem orleanistischen Komplott zu begegnen, für die Präsident⸗
—D Der Artikel des Ocdre“ gehört zwar
dieselbe Kategorie, wie der neuliche aͤhnliche des „Figaro“, ver⸗
fehlt jedoch nicht, Auffehen zu machen.

Es scheint jetzt gewiß, sagt der Temps“, daß das Proielt

einer Verbindung zwischen dem Sohn Napoleon III. und der
Prinzessin Thyra von Danemark definitiv aufgegeden ist.
Wie die „Dofense“ meldet, wird der Herzog von Gramont
demnächst mit einem neuen Werke hervottreten. Dasselbe wird be⸗
titelt sein: L'Allemagne contemporains und sich vornehmlich über
die diplomatischen Beziehungen Frankreichs zu Preußen wahrend
der Jahte 1860 bis 1866 verbreiten.

Vermischtes.

faAaiserslautern, 29. Juli. Die Mitglieder des
Pfälzischen Müllerverbandes werden zurr Generalversammlung am
Sonniag den 4. August, Vormittags 11 Uhr, im Gasthaus zum
Schwanen in Kaiserslautern eingeladen mit folgender Tagesordnung:
A Rechnungsablage; 2. Neuwahl von Vorstandsmitgliedern; 3.
Fie Zollfrage; 4. d'ie Creditfrage; 5. Erfahrungen über Walzenbe⸗
trieb; 6. Offene Fragen.

F Dirmstein. Noch me hat man so viele Fruchischober
auf dem Felde in der Nähe des Dorfes sitzen sehen, als dieses
Jahr. Wenn auch die Getreidequantität sehr bedeutend ist, so
rägt doch auch die Masse Heu und der Strohvorrath aus der⸗
gangenem Jahr sehr viel dazu bei, daß heuer alle Scheunen zu klein
find. Selbstverständlich ist daher auch das Stroh sehr im Un⸗
werth. Der Centner Korastroh wird um 70- 80 Pig., Gersten⸗
stroh' um 40 - 50 Pfsa. angeboten; fast noch nicht dagewesen, und
— doch keine Käufer. (Fr. W.)

p'Bergzabern, 1. Aus. Das Resultat der Wahl vom
30. Juli ist nunmehr, was den Wahlkreig Germersheim⸗Berqzabern
betrifft, voliständig festgestellt und ergibt im Ganzen

8688 Stimmen für Bolza,

6501 „Siben,

300 , „Moltke.
Herr Moriß Bolza, der Candidat der liberalen Partei, ist hiernach
Fit einem Plus von 2187 Stimmen, oder mit 938 Stimmen
jber der absoluten Majorität gewählt, ein Ergebneß, das unsere
Erwartungen übertröfft. (T. f. d. S.)

Edenkoben, 31. Juli. Heute Morgea brach in dem
Schenkel'schen Hause, Edesheimerstraße, Feuer aus und zwar in
smnem von der Wittwe Hayna bewohnten Zimmer des zweiten Sto kes.
Als die Feuerwehr in das Zimmer draaug, fand sie die beiden 8
Jahre und 14 Monate alten Kinder der Wittwe Hayrna erstickt in
hrem Bette. Man vermuthet, daß der Brand darch Sp'elen mit
Streichhölzern entstanden sei. N. d. Ggr.)

pLudwigshafen, 1. August. Bei dem Polizeigerichte
dudwigshafen kamen gestern unker anderm auch zwei Fälle zur Ver⸗
handlung, welche in weileren Kreisen Interesse zu erregen im Stande
sind. Die Anklage richtete sich in einem Falle gegen Gutsbesitzer
ẽckel von Schifferstadt wegen Weinverfälschung zum Nachtheile des
Wirthes Albert von Mutlerstadt. Der Wein war von der Versuchs⸗
tation Speyer uutersucht und als gefälscht beziehungsweise gallisirt
tlärt worden. Durch die Zeugenaussagen wurnde die Identität
des untersuchten und des von Eckel und Albert verkauften Weines
festgestellt. Das Gericht verurtheilte den Verkäufer des gallisirten
Weines zu 300 M. Geldbuße ebentuell 20 Tage Laft. Der Ver⸗
tlagte beabsichtigt dem Vernehmen nach gegen das Urtbeil Berufung
einzulegen.

FNach der „Saars und Blies⸗Zig.“ beträgt das bis jetzt
hekannte Waͤhlresulsat im Kreise Ortweiler .St. Wendel⸗Meisenheim
für Herrn Geh. Commerzienrath Stumm 11,516, für den ultra⸗
onttnen Candidaten Mooren 10,280 Stimmen. Die Mehrheit
der für Herrn Geh. Commerzienrath Stumm abgegebenen Stimmen
Firde mi Hinzurechnung der noch ausstehenden übet 2500 be:
tragen.

pMünchen, 29. Juli—. Das kzl. Bezirksgericht München
. J. verhandelle vergangenen Samstag gegen die Studirenden der
polytechnijchen Hochschule Bandow aus Königsberg und Wachen aus
Leipzig, wilche vom Stadtgerichte München wegen groben Unfugs
zu vier Tage Hajt beturtheilt worden waren, gegen welches Erkennt⸗
ziß die Beschuidigten aber die Berufung ergriffen hatten. Der Gen⸗
darm Löd will nämlich die Angeklazten in der Nacht vom 20. auf
Fen 21. Mai ds. Jahres, als d'ese auf dem Heimwege vom Bavaria⸗
leller begriffin waren, gesehen haben, wie dieselben mit einem Steine
ine Lalerne eingeworfen haben. Die in der zweitinstanziellen Ver⸗
dandlung erschienenen vier Entlastungszeugen bekunden jedoch, daß
aicht die Beschuldigten, sondern ein anderer, vor ihnen gehender Herr
die Laterne eingeworsen habe, welchen eidlichen Aussagen gegenüber
aber Gendarm Lös, obgleich vom Senats. Vorsitze nden aufmerksam
gemacht, daß er sich viellicht gesret, und befrazt, ob er denn auf
et aus seinen Diensteid abgegebenen Zeugschaft flehen bseibe, mit

aller Bestimmiheit wiederholt behauptet, daz er sich bei der kurzen
Zufernung nicht getäduscht, überhaupt vor den Beschuldigien eint
andere Person gar nicht gegangen sei und er auf seiner Aussage
stehen bieiben müsse. Hierauf erllärte der Staatsanwalt, daß det
Thater, ein Kollege der Beschuldigten, sich am Freitag bei ihm vor⸗
tellig gemacht und Selbstanzeige erstattet habe, daß demnach die Aus—
age des Gendatmen zum Mindesten mit großer Leichtfertigkeit ab⸗
zegeben worden sei. Der Senat sprah hierauf die Beschuldigten
hon der Anklage frei und fazte außerdem den Beschluß, es sei den
dorliegenden erheblichen Verd ichtsgrürden gegen den Gendarmen F
dob Üüntersuchung wegen Verbrechens des Meineides einzuleiten.

pSaariouis, 18. Juli. Das Resultat der gestrigen
Reichstagswahlen in dem Wahlkreis Saarlouis-Merzig⸗ Saarburg
tonstatirte wieder einmal, wie dies vorauszusehen, einen Sieg der
altramontanen Partei, deren Bollwerk unser Wahlkreis nun einmal
ist und bleibt. Der ultramontane Kandidat Herr Kaufmann
Zaanen erhielt, soviel bis heute festgestellt war. über 5000 Stim⸗
nen, während der Kandidat der nationalen Partei, Herr Bürger⸗
neister Guittienne, es auf etwa 1100 Stimmen brachte. Hier in
Zaarlouis stimmten 289 ultram., 173 nat lib.; in Merzig 418
Alram., 182 nat.lib.; in Dillingen 114 ultram., 325 nat.lib.;
n Melllach 65 ultram., 100 nat.⸗lib. Die Majorität hatte der
sanonale Kandidat nur in den Gemeinden Dillingen, Meittlach,
Morschholz, Keuchingen. So betrübend dieses Wahlresultat auch
st, so ist doch zu konstaliren, daß die Zahl der liberalen Wähler
ich auch in dieser Wahlcampazne bei uns nicht nur n'cht vermin⸗
dert, sondern sogar wieder vermehrt hat (1094: 709). Einmal
wird es auch bei uns tagen! (S. Z.)

pAus Wesphalen, 28. Juli. Ein furchtbares Ge⸗
vitter hat am Nachmitiage des 24. v. Mis. sich in den Regie⸗
cungsbezirken Minden, Arnsberg und Düsseldorf entladen. An
einzelnen Orten hat dasselbe gezündet. In Voerde, Kreis Hagen,
chlug der Blitz fünf Mal ein, zwei Mal traf er den Kirchthurm,
hae starklen Schaden anzurichten, zwei Häuser belamen kalte
Schläge, ein Haus aber ging in Flammen auf und eine Frau
nit ihrer Tochter wurde erschlagen. In Duisburg wurde ein
unger Kaufmann, im Alter von 23 Jahren, der unvorsichtiger
Weise unter e'ner Weide Schutz vor Regen gesucht hatte, erschla⸗
gen, sein Begleiter durch den Blitz am Beine verletzt und ein
inderer junger Mann beiäubt. In Derendorf bei Düsseldor
vurde esin sechszehnjahriger Knabe vom Blitz niedergeschmettert und
oiort getödtet, sein neben ihm unter einem Dachvorsprung stehen⸗
der Gejpiele blieb unverlezt. (Ngdb. 3.)

'Rudolstadt a. S. 26. Juli. Die Wahlzerwürfnin⸗
jaben gestern hier zu einem Duell mit blutigen Ausgang geführt.
Der Premier⸗-Lieukenant z. D. te Peerdt, der konservativen Partei
ingehörend, war in hesiger Bahnhofrestauration mit dem der
auionallibeialen Partei angehörenden Dr. Max Staßler in Wort
vechsel gerathen, und es war daraus eine Hecausforderung gefolgt.
Die Duclanien trafen sich gestern in den ersten Morgenstunden in
dem Wäldchen der sog. Kemmritze (Grenzhaus zwischen Sachsen⸗
Meiningen und Schwarzburg-Rudolstadt), an der Chaussee von
studolstadt nach Saalfeld belegen. Der Geforderte, Dr. Mat
Sdaßler, feuerie absichtlich in die Luft und erhielt von der Kusen
eines Gegners eine erhebliche Verletzung im Oberschenkel. ( Fr. 3.

poLeipzig, 28. Juli. Em Goldarbeiterlehrling, welcher
ꝛeinen Principil, einen hiesigen Goldarbeiter, im —A
)ergisteten Kaffee aus der Welt zu schaffen suchte, hat sich in der
Befängneßzelle gestern exhängt.

Leipzig, 289. Juli. Ein wahrhaft enisetzlicher Unglüde
jall bat sich am Sonntag Nachmittag gegen 4 Uhr in der Ulrichs⸗
Isse hier zugetragen. Dort am Ausgange der Gasse nach der
sürnberger Sttaße zu hatte man um diefe Zeit eine Wasserlenungs
wöhrenspülung vorgenommen und ließ dabei aus einem geöffneten
Wasserrohre den Sirahl hoch in die Luft gehen, zum Ergöten einet
ahlreichen Publikums, namentlich einer Menge Kinder, die sich um
zas Rohr aufgestellt hatten und in harmloser Freude dem Wasser⸗
peele zuschauten. Deese Freude sollte bald eine schrecliche Stoͤrung
fahren. Als noch die Menge dichtgedrängt und die Gasse fast
pettend den Platz umstand und die Kinder ahnungslos in dem
eruntersprühenden Wasser umherplätscherter, kam plötlich ein zwei
pänniges Kutschgejchirr, dessen Pferde durchgingen und wahrscheinlich
jor dem rauschenden Wasserstrahle scheu geworden waren, von der
stürnberger Siraße um die Ecde eindiegend mitten in die Measchen⸗
menge dineingejagt. Zwar gelang es dem Kutscher, nach eintu
urzen Strece die Pferde zu zügeln und wieder zum Stehen zu
zringen, aber das gräßlichste Unglück war geschehen. Niedergeworfen
und von dem Gefährt überfahren Jagen mehrere Erwachsene klutend
un Boden und gewähtten Augenzeugen des Unglücks einen Andlid.
der ihnen das Herz erstarren machte. Eine Buchdrucker-Wittwe,
Doroihea Hauschild, 68 Jabre alt, war in Folge erliitenen
Schädel⸗ und Hilswirbelbruchs sofort gelödtet, eine andere Frau in
der linken Seile zum Glück nicht lebensgekährlich verletzt, dagegen
ein Siähriges Mädchen, Tochtler eines Hausschlächters in det
        <pb n="437" />
        Ulrichsgasse, tödtlich verwundet, da ez mehrere Rippenbrüche, eine
Fangenverletzuug und Bruch des linken Schulterblattes erlitt.
Außerdem befanden sich unter den Betroffenen ein Zjähriges, zwei
Hahrige, ein 6jähriges und ein 8 Jahre alles Mädchen, sowie zwei
stnaben von 7 und 12 Jahren, endlich ein 16 Jahre alter Lauf⸗
bursche und ein 17jähriger Schriftsetzerlehrling, die insgesammt
mehr oder wen'ger schwer beschädigt wurden. Wie Leute, die dem
Unglücksorte nahe waren, versichern, trägt der Kutscher des einem
diesigen Spediteur gehörenden Geschirrs, da er nur im Schritt
zaher gefahren kam, keine Verschuldung. (Leipz. Tabl.)

F Explosion von Feuer verkstörpern. Köln, 25. Juli.
Die Direltion des Flora-Theaters hatte gestern Abend ein Som⸗
merfest arrangirt, wobei die Garten⸗Aulagen und die beiden Roll⸗
schuhbahnen prachtvoll illumin'rt waren. Auf der unbedeckten Roll—
schuhbahn wurde nach Beendigung der Theatervorstellung ein Feuer⸗
werk abgebrannt. Leider ereignete sich zum Schlusse desselben ein
trauriges Unglück. Ein Feuerwerkskörper. ein in die Erde gesteck
les eisernes Rohr explodirte mit einer so farchtbaren Detonation,
vaß an dem hundert Schritt entfernt liegenden Theater mebrere
Fenster sprangen. Viele Personen wurden verwundet und zum
Ddospitale gebracht. Der an der Kasse beschäftigte Controleur, ein
tädtischer Marktbtamter, welcher in dem Etablissement einen Neben—
berdienst fand, blieb itodt. Wie man anvimnt, ist derselbe von
einem Eisenstücke in der Magengegend getroffen worden. Ob den
peranstaltenden Feuerwerker, der zugleich in Nppes eine Executor-
stelle bekleidet, irgend welche Schuld trefft, wird die e'ngeleitete
Uaiersuchung ergeben. Uiter den Verwundeten soll sich ein Offi
zier befinden. Ein Knabe erlitt einen doppelten Beinbruch.

4 10,000 Mark Belohnung. Die Hambucrger Poeoli—
zeis Behörde hat an die Berliner Sicherheitsbehörde die Nachrich!
gelangen lassin, daß dort augenblicklich eine Diebsbande arbeitet,
die allen Vermuthen nach ihren Wohnsitz in Berlin hat. Die da—
selbst in letzter Zeit ausgeführten Diebstähle sind sämmtlich gleschartig
Am 23. Juli haben die Einbrecher u. A. die Gelegenhe't gefunden,
einen bedeutenden Diebstahl auszuführen, bei welchen ihnen folgende
Gegenstäude, die als Erdstücke für die Bestohlenen besonderen Werth
haben, in die Hände fielen: eine goldene Taschenuhr, das Gehäuse
von getriebenem schön ciselirtem Gold mil Diamantkaopf. Auf dem
Gehäuse eine Frauengestalt mit einem Löwen, die Britania vorstellend.
Englische Arbeit vom Jahre 1750; eine goldene Taschenuhr. Die
aus Goldblech fast vollrund getriebenen Figuren stellen Rebekka's
Empfaag durch Ifaal dar. Englische Arbeit ans bem 18. Jayr
hundert; ein goldenes Taschengehäuse glatt von rundlicher Form.
Füc die Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung
von 10,000 Markt ausgesetzt. Sämmtliche Polizeibehötrde im In—
und Auslande sind von dem Diebstahle in Kenntniß gesetzt.

F Neben den zahlreichen durch die soc al-demokratischen Or—
gane publizirten Unterstützungen, welche der sozialdemokratischen
Agitation zufließen, erhält diese Agitation Seitens sehr wohlhaben⸗
der Leute, welche jedoch nicht wünschen, daß ihre innigen Be—
ziehungen zur Sozialdemokratie bekannt werden, namhafte, ja sehr
bedeutende Zuschüsse. So ist nunmehr ermittelt worden, daß ein
früher in Frankfurt a. M. ansässig gewesener sehr reicher Mann,
der gegenwärtig in Hamburg als Rentier lebt, seit Anfang Juni
für Wahlzwecke und sonstige Agitationsmittel im Interesse der So⸗
zialdemokraten, ferner in der Form von Darlehen, Vorschüssen
und Geschenken an die socialdemokratische Partei aus seiner eigenen
sasse zusammen 30,000 Mark verwandt hat. Dieser so bedeu
tenden Beiträge ist bishet in keinem sozialdemokratischen Organ
irgend welche Ecwähnung geschehen, trotzdem diese Organe zum
Beweise der regen Betheiligung der Bevölkerung an der Agitation
die eingegangenen Geldbeträge regelmäßtg veröffentlichen. Neben
jenem reichen mit deun Sozialdemokcaten syenputh;sirenden Herrn
zibt es noch andere wohlhabende Leute, welche im Geheimen die
sozialdemoktatische Agilation understützen. So wird das kommu—
nistische Biatt „Egaliée'“ in Paris von einzelnen der diutschen
sozialdemokratischen Partei angehörigen wohlhabenden Personen
durch namdafte Beträge forldauernd unteistützt.

f Berlin, 29. Juli. Hödel ist noch im ner in seiner alten
Gefänznißzelle auf Station 7 der Stadtvoigtei. Derselbe wird ärzt
lich behandelt, da sein bei seiner Einlieferung gehabtes Leiden noch
nicht ganz gehoben ist. Er erhält Lajarethkost, erste Fotm, und de⸗
jchäftigt sich eifrigst mit Lesen, da er durch die Fessellung seiner
Hhände körperlich zu arbeiten verhindert ist. — Das ko perliche Be⸗
jinden Nod Ungs bessert sich merklich. Zu einer Veriehrung desselben
wird man jedo h vor der Hand nicht schreiten. Sonntag wurde er
wiederum in die Kirche der Stadtvoigtei gefühct.

f In Sachen Hdelns meldet die Mattias'sche Deutsche
Reichs⸗Korrespondenz Folgendes: „In gnt unterrichteten Kreisen
war heute, Montag, die Nachricht verdreitet, daß der Kronprinz
auf Grund des Berichtes des Staatsministeriums in Bezug auf
das Erkenntniß des Staatsgerichtähofes wider Hödel dem Gesetg
Lauf gelassein und das Tode surtheil unterjeichne
abe a

r Der Sliadikommandant von Berlin hbat den Soldaten
den Besuch von fast 70 Bierlokalen verboten, welche von Sozial⸗
demofraten frequentirt werden.

FScharfsinnige Bertheidigung. „Meine Herren
von's Jericht, ich biltse um's Wori, von wegen meine Verdefen⸗
dirung,“ wandie sich der 21 Jahre alte Cigarrenmacher Hugo
Ernst Emil Heinrich Jost in Berlhin beim Betreten der An⸗
klagebank an den Gerichtshof. „Watten Sie doh, b s Ihnen ein
Vorwurf gemacht wird,“ war die Erwiderung des Heren Vorsitzen⸗
den. — Angekl.: „Jut ick habe Zeit.“ hierauf wurde vom
offentlichen Ankläger die Anklage verlesen, nach welcher Jost in der
Nacht zum 4. d. M. einen Wächier, welcher ihn zux Ruhe verwies,
durch die Worte: „Na, von eenen Ochsen is ja nicht mehr wie
een Stück Rindfleesch zu verlangen,“ beleidigt haben soll und dem⸗
nächst seine Sistirung zur Wache durch Niederlegen und Stoßen
mit Händen und Füßen erschwerte. Vors.: „Sie sind der Belei⸗
digung und des Widerstandes angellagt, bekennen Sie Sich schuldig?“
— Angekl.: „Ick schuldig; wat meinen Sie woll; det könnte
mir passen bei die Zeiten!“ Vors.“ „Ich mache Sie darauf auf⸗
merksam, daß Sie Sich einer milden Verurtheilung empfehlen, wenn
Sie ein reumüthiges Geständniß ablegen. Haben Sie den in der
Anklage angegebenen beleidigenden Ausdruck bei Ihrer Begegnung
mit dem Wäͤchter gebraucht? — Angekl.: Janz jewiß habe ick det
jedahn, aber nicht von wegen den Wächter, sondern man bloß von
wegen det Rindvieh ins Alljemeene.“ — Vors.: „Bei Ihrer dem⸗
nächt erfolgten Sistirung zur Polizeiwache leisteten Sie dadurch
Widerstand. daß Sie Ihre Fortführung durch Niederlegen zu ver⸗—
hiadern suchten. In diesem Falle werden Sie hoffent ich mit der
Wohrheit nicht zurückhalten. Haben Sie dem Beamten Widerstand
auf d'e angegebene Weise entgegengesetzt?“ — Angekl.: „Rumjelegt
habe ick mir ja, det stimmt schon; aber man nich vor Widerstand,
sondern man blos vor Müdigkeit, wie denn überhaupt in's Nieder⸗
legen nie nich Widersltand jefunden werden kann. Wenn man
nämlich liegen duht, denn steht man nich, un Widerstand heeßt uf
deutsch so dille wie stehen bleiben und nich mitkommen in's Polizei-
revier.“ — Vors.: „Lassen Sie derartige Deduktionen bei Seite
und antworten Sie kurz auf meine Frage, ob Sie Sich auf Grund
der erhobenen Anklage schuldig bekennen?“ — Angekl.: „Na, det
sollle mir passen; ick, janz unschuldig, soll mir alleene so rinn'
legen? Niemals!“ — In Folze der nun Stait fiadenden Beweis⸗
aufnahme wurde der Vorgang in der oben beschriebenen Weise er⸗
wiesen. Es stellte sich aber außerdem noch heraus, daß der Ange⸗
klagte bei Begehung der That stark angetrunken war. In Rücksicht
hierauf und in Erwägung der seitherigen Unbescholtenheit des An⸗
geklagten beantragte der öffentliche Ankläger eine 141ägige Gefäng⸗
nißstrafe, welche indessen durch die erlittene Untersuchungshaft für
verbüßt zu erachten auheimgestellt wurde, welchem Antraze der Ge—
richtshof durchweg beitrat.

Paris, 28. Juli. Be'm großen inkernalionalen Schach⸗
Turnier hat der Deutsche Zuchertort den ersten Preis gewonnen.

7 Paris, 30. Juli. „Temps“ meldet, daß die Bank von
Frankreich beschlossen habe, ihre gegenwärtigen Noten durch neue zu
ersetzen, die fast unmöglich nabzumachen und leichter zu controliren
wuͤren.

F Die „Südd. Pr.“ stellt in Folgendem die durch den Ver⸗
traz von Berlin geschaffenen Gebietsveränderungen zu⸗
ijammen: Die europässche Türkei hat große Verluste erlitten und
sst von ihten 6817 Quadrat⸗-Meilen auf 3867, von 10 Millionen
Finwohrern uuf 6 Millionen herabesuaken. Dabei ist das
künftig unter einem christlichen Sktatthalter autonome Ost-Rumelien
mit 630 O.M. und 1 Million Einwohnern der Türkei zugerechnet,
der Verlust der Oberhoheit über Rumänien und Serbien nicht in Anschlag
gebracht worden. Das nene Fürstenthum Bulgarien darf trotz der Unter⸗
stelling unter den Sullan der eigentlichen Türkei nicht mehr zug⸗
rechnet werden; es umfaßt 1150 O.⸗M. mit 1,700,000 Ein—
wohnern. Unter den letzteren befiaden sich nicht weniger als
680,000 also 40 pCt. ohamedaner. Geringer ist die mohame⸗
danische Minderheit in dem 1 Million zählenden Ost Ramelien znit
etwa 270,000 Glaubenkangehösigen. Rumänien ist souverän ge⸗
worden und von 2201 OQ.V. mit 5,073,000 Einwohnern auf
etwa 2290 O.⸗“M. mit 5,110,000 Einwohnern vergrößert
worden. Es hat Bessarabien mit 150 O.M. und etwa
135,000 Einwohnern abgegeben und dafür die Dodrudfcha
mit eiwa 240 Q.⸗M. und 175,000 Einwohnern bekommen.
Besset ist Serbien davongelommen; es hatte bis zum Kriege
373 O.⸗M. mit 1,3360,000 Einwohnern und lommt jetzi aauf
993 Q. ˖ M. mit etwa 1,640,000 Einwohnern, hat also 120
Q.M. und 280,000 Einwohner mehr bekommen, als ihm der
Frieden von San Stefano zuwies. Endlich Montenegro ist von
78 O.M. auf 158 Q.M. und von 170,000 Einwohnern auf
220 000 Einwohner gelommen. Oesterreich occuprt in dem
nicht an Montenegro abzetretenen Theile von Bosnien
und der Herzegowina 980 Q.⸗M. mit 1,2250,000 Ein—
wohnern; unter der Bevölkerung sind 750,000 griechisch⸗
        <pb n="438" />
        eiwa 120000 römische Katholiken und der Rest Mohanmiedaner.
Griechemand häite nachh den Bestimmuugen dez Berliner Kongresses
eiwa 200 O.«M. mit eiwa 300 000 Eimvohnern in Thessalien und
Epirus bekonnien sollen; die Angelegenheit befindet sich jedoch be—
kannilich noch in der Schwebe. Rußland erhälf in Asien etwa 600
O.⸗M. und 800 000 Einwohner, außerdem in Europa Bessarabien
mit den bekannten geographischen und Vevölkerungsziffern. Endlich
England bekonmt 178 Q.-M. nnd 150 000 Einwohnern.

4 Ein Correspondent des „Standard“ gibt einige M'tthei⸗
lunzen über die Insel Cypern, die als reich an Hülfsquellen,
aber traurig vernachlässigt gesch'ldert wirb. Die Städte liegen beie
nahe in Ruinen. Seit der Bisitznahme durch Eugland seien viele
Griechen, Smyrnoten und sogar Deutsche hingezogen. Klima und
Sprache würden einer englischen Einwanderung große Hinderniffe
enigegenstellen. Der Werth des Grundeigenshums sei um das

Fünizigfache gestiegen. Das Wasser sei gut und finde sich in
riner Tiefe von achtzehn Fuß reichlich. Wasserleitungen aus vene—
rianischer Zeit her lassen sich leicht wieder herstellen, Der Land—
transport (durch Ochsen, Kameele, Maulthiert und Esel) sei zheuet.
Sir Garnet Wolseley wird wahrscheinlich in der Hauptstadt Leu—
kosia residiren, hatte aber bis jetzt sein Haupiquartier an Bord des
Himalaya.

FDie Vielweiberei muß sehr verführerisch sein,
denn in verflossener Woche sind über 1000 neue Mormonen in
New NPork gelandet, meistens Deutische und Schweizer.

In sämmitlichen Wahlkreisen der Pfalz haben
die Liberalen gefiegt, mit Ausnahme Z3wei—
oradenePirmasens, dvo eine Stichwahl nöthig wird,
VV
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.

Mobislienversteigerung.
Montang, 5. Auqust nächst⸗
hin, Vormitlags 9 Uhr in der

Wohnung des Bäckers Heinrich

Stief in St. Ingbert wer en

die zu dessen Gantmasse gehö—

rigen Mobilien auf Betre ben von

Cail Ambos, Geschäftsmann in

Zweibrücken, als definitiver Ver—

walter dieser Gantmasse öffentlich
an die Mteistbietenden veisteigert,
darunter namentlich:
1 Secretär, 1 Chiffonier,
lKleiderschrankt, 1 Pfeiler⸗
schränkschen, 1JI Commod, 2
Nachttijche, 1 Canapee, 8
Sessel, 10 Siühle, 4
Tische, 1 Wanduhr, 3
Sp'egel, 10 Bilder, Lein—
tücher, Tischtücher, Hand—
tücher, Servietten, Mauns-
und Frauenkleider, 1 Ku⸗
chensch'ank, Porzellan⸗ und
Zinn⸗Geschirt und verschie⸗
dene sonstige Haus-⸗ und
Küchengerätbschaften.
St. Ingbert, 24. Juli 1878.
Sauer, k. Notar.

Bekanntmachung.

Dee Hundebesitzer werden wie—
derholt darauf aufmerkjam gemacht,
daß jeder der gefezlichen Gebühr
unlerliegende Hund sortwährend
mit dem für denselben er heilten
gültigen Hundezeichen versehen
sein muß.

Zuwiderhandlungen haben für
den Hundebesitzer eine Geldst.afe
bis zu 15 M. zur Folge.

St. Ingbert, 2. Aug. 1878.

Das Polizeikommissariat:

cerlein.

Sonntag A. August Geschäfts-Verlegung.
⸗ Miache hiermit meinen werthen
P 4 n 27 M U 8 1 K. Kunden bekannt, daß ich von
Montag, 5. Aug. ab meine
Anfang 3 Uhr. — Eintritt 530 Pf seitherige Wohnung bei Frau Ww.
J Be ft —8 in das frühere
Cond tor Rickel'sche Haus über—
Poeter ung — fiedelte, einem geneigten KLohlwollen
mich auch ferner empfohlen haltend
Achmngsvoll
J. Jost, Schuhmacher.

AWeibrucker Mrohenbau-Adtteri&amp;o.
Ziehung unwiderrustich 3. Sept. 1878.
dauptireffet M. 40 000. M. 20 000. 2c. Auf 20 Loose e—

Treffer.
Loose à M. 2 sind zu haden bei der General:Agentur:
August Schuler, B. Schuler'jche
Kaufmann Buchhandlung
Zweibrücken.
In St. Ingbert bei Franz Woll.

—, —
ertrauen kann ein kranker
65 zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airv's

Naturhetlmethode, sich thatsächlich
bewährt hat. Daß durch diese Me—
thode ankerst aünstige, ja anuenerre
gende Heiterfolge erzielt wurden, be⸗
ifen die in dem reich junr. Buche: F
TIXEEITCCS /
uheetbgte
2uärchenhaft!!!
Folgende 12 Gegenstände liefere ich für
nur 6 Mark
der Nachnahme in Kiste perpacht:

1 echt ch nes. Sonnenschirm; J1 echt japanes. Fächer mit
Malerei; Ireizende Manilla-Tischdecke, B5 Cenmtiim. lang; J feiner
Zerviettenhalter (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Br'ef⸗
waagse; 1 Microscop, welches 50 Mal vergrößetn; 1 Occrinad
d. i. ein neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
eniger Uebung tieolich produciren kdann; 1Broche und Ohrringe,
hunstdolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfridung, vermetielst man
mit Personen in d. Entfernung sp echen kann, mit Erklärung z 1
f. Ring imit. Gold m. Emaslle; 1 Metermaaß.

Diese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Angeboten zu verwechseln.
Carf Minde in Leipzig.

aue en —2815
nal⸗Auteste, laut welchen seibst
soltze Kranke noch Feinng fanden,
für die Hilje nicht mehr möglich
schien. Es darf daher jeder Kranke
sich dieser bewährten Methode um
so mehr vertrauensvoll zuwenden,
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafür angeßlellte
vraktische Aerzte gratis erfolgt.
Räheres darüber findet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
starken Werte: Dr. Airny's Na—⸗
turbeilmerhode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefsmarken
a 10 BPf. krirect franco rertfendet.

60 —
Weinprobe
Deutaches Reichsnatent!

e

Appirat nebst Anleitung zur
Vrüfung des Weines
auf Fälschung.
Allein zu haben bei (Pp. 8172

Em. UNenburger in Mainj
Pres ver Stückt M. 2.50 gegen
Nachnahne

Jotel Laur.

8
— —
8
*
—
*
*
228
*838
28
52
w
333
3
—
—

Sonntag, 4. Aug. 1878
Freimusil.
Einteitt 5) Pfennig.
Anfang 4 Uhr Nachmittags.
— Sonntag, 4. Auguft
aunzmusik.
cintrilt 1J Mark.
Jeder erhält bei Abgabe
ner Karte JFlasche
dein
ter Schweitzer.
rsgit
und geräucherte Schweins⸗
zungen sind wieder augt kommen
hbei J. Peters,
St. Inabert.

Frucht- Brod und
Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 1. Aug
Weizen 10 M. 95 Pf. Korn
8 M. 26 Pf. Gersle 2reihigt
— M. — Pf. Gerste 4 reih.
— M. — Pf. Spelz 0 M.
— Pf. Hafer 7 M. 62 pf.
Heu 1 M. 90 Pf. Stroh 2
M. — Pf. Kartoffeln 3 M.
50 Pf. Weißbrod 12 Kilog
56 Pf. Korubrod 8 Kil. 75. 2 Kil.
50 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf
Gewischibrod 8 Kilo. O M. 94 Pi.
Rindfl. 1. Qual. 70 Pf.
Oual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pi.
Hamfl. 66 Pf. Schweinefl. 60 Bh
Butter 0 M. 90 Pf. per Pid.

BRrelmæ hierleben
Zueite Aufiluqe
vt ⸗jich uigeurbeitetem αα πι_α_4Êν Tact und grdsatentheils
aeuen Abbildungen naoh der Natur, umsaset in vier Abtheilungen eine
—
quufs præchtvollste illustrirt
derveneint ia Ilb οαMνεανtlichen Liefserungen aum Preis von Mar
orlaq des Bibsiographisohen Instituts in Leipnzi—

Erschienen sind Band 1283, 7 n. Ou. durch jede Buchh. zu beaieb—
Druck und Verlag von F. X. Demettz in St. Ingber“
        <pb n="439" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärls mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum,. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
α ——— —— —— ⸗
AM 122. Sonntag, den 4A. August
—
Deutsches Zeich.

Mänchen, 1. August. Der General von der Tann, wel⸗
cher heute fsein 50jähriges Dienstjubiläum feierte, wurde vom Deut⸗
chen Kaiser zum Chef des preußischen Infanterie-Regiments Nr. 47
ernannt.

Der zur Zeit in Kissingen weilende päpstliche Nuntius Mon⸗
signore Masella begiebt sich von dort zunächst nach Bamberg zum
Besuche des dortigen Erzbischofs v. Schreiber, der an den ünter—
handlungen zwischen der preußischen Regierung und der Curie her⸗
oorragend Antheil nimmt, und wird wahrscheinlich über Regens⸗
burg erst kommenden Montag wieder hier eintreffen.

Berlin, 31. Juli. Wenn, wie es wahrscheinlich ist, der
Abg. Hänel auch in Holstein gewählt wird, hätie Berlin außer
einer Stichwahl noch zwei Nachwahlen vorzunehmen. JZunächst
verden die äußersten Anstrengungen gemacht werden, um im vier⸗
en Wahlbezirke dem liberelen Stadtsyndicus Zelle gegen den So⸗
ialdemokraten Fritzsche zum Siege zu verhelfen, obwohl man mit
iemlicher Sicherheit doch nur auf die Stimmen für Falk, 2993
mm Zahl, zu Gunsten des liberalen Candidaten rechnen kann. Die
293 Stimmen der Ulttamontanen und die 317 der Christlch⸗
Sozialen sind für Zelle wohl verloren. Die letzteren wollen zu⸗
neist für den verwandten Sozialdemokraten stimmen. Herr Zelle
st eine sehr tüchtige Arbeit⸗kraft und ein lohaler und gemäßigter
Mann; sollte er unterliegen, so will man ihn im zweiten Waͤhl—

ireise aufstellen, wo ihm die Herren von Treischke und Genossen
nichts schaden können und alle fuͤr Klotz abgegebenen Stimmen ihm
ufallen. Die Stichwahlen finden am 17. August statt.

Berlin, 31. Juti. Die Tabaksenquôte-Commission be⸗
chloß, daß behufs Aus führung der örtlichen Erhebungen 24 Be⸗
irlscommissionen gebildet werden, bestehend aus einem Landesbe⸗
amten und drei Sachverständigen. Die Landesregierungen werden
ꝛxrfucht, wegen Bildung dieser Commissionen, nach Anhörung der
andwirthichaftlichen und commerciellen Verbände, Vorschläge zu
nachen.

Aus Berlin, J. August, meldet man dem „Fr. J.“;
Die Eröffnung des Reichstags findet am 9. September staut. —
Der Bericht des Staatsministeriums üder Oödel's Urtheil ist erst
eßzt nach Homburg abgegangen. Die neuliche Mittheilung der
„M. D. R.“, daß der Kronprinz das Todesuttheil schon bestätigt
jabe, war also falsch.

Berlin, J. August. Der „Reichsanzeiger“ meldet die Ab⸗
erufung des bisherigen deuischen Gesandten in Madrid, Grafen
hatzfeld, von seinem disherigen Posten zu anderwe!tiger dienstlicher
Bistimmung.

Zum ersten Mal seit Beendigung des Krieges gegen Frankreich
vird im September eine Anzahl preußischer Officiere, an deren
Siphe der Generalmajor Erhr. v. Les, Kommandeur der 83. Garde—
davallerie-Brigarde, steht, den Manbbern der franzöͤsischen Armee auf
Finladung der französischen Regierung beiwohnen. Anden diesseitigen
Nansvern haben französische Offiziere bekanntlich schon seit einigen
hahren Theil genommen.

Auf der Conferenz deuischer Finanzminister, welche in der
ersten Haͤlfte des August in Heidelberg ftattfinden soll, dürfte es
ich, wie man hört, nicht sowohl um du Frage der Tarakbesteutrung
handeln, als um eine vorläufige Verftändigüng über Erhöhung be—⸗
lehender oder Einführung neuer indirecker Steuern, bezw. Abgaben
yon Bier, Branntwein, Kaffee, Petroleum, da sich mehr und mehr
rausstellt, daß die Einführung des Tabakmonopols, selbst wenn
die Zustimmung des Reichstags zu demselben erz'elt werden loͤnnte,
neiner Reihe von Jahren den Einwohnern des Reiches nur in
ehr geringem Maße zu Gute lommen würde.

Berlin. Htaqh den Angaben der sozialdemokratischen „Ver—
ner Freien Presse⸗ ist die Sozialdemokratie in Berlin, aueweis⸗
ich ihrer Betheiligung bei den Reichs agswahlen, in folgender Weife
sewachsen: 18677 65 Stimmen; 1871: 1961; 1874: 11971,
8777 31,522; 1873: 56,336.
NAussland.
Wien, 1. August. Die „Piesse“ meldet: In Mostar und

Travnik halten die Begs fortwährend Zusammenkünfte, angeblich

um Widerstand gegen die Oesterreicher zu leisten; jedoch dürften
die österreichischen Truppen, welche heute von Dalmatien aus die
Brenze der Herzegowina überschreiten, Mostar erreichen, ehe die
Organisation des Widerstandes begonnen hat.

Wien, 1. August. Der Kaiser empsing heute um 1 Uhr
den neuernannten deusschen Botschafter Prinzen Reuß in Audienz und
nahm dessen Beglaubigungsschreiben entgegen. J

Rom, 3. August. In latholischen Kreisen versichert man,
daß zwischen den Fürsten Bismarck und dem Runtius Masella ein
Cinvernehmen bezüglich eines modus vivenäi zwischen Deutschland
und dem Vatikan erzielt worden sei.

Vermischtes.

. In einem Schweinestall in Pirmasens wurden dieser
Tage sieben junge Steinmarder gefangen: der Alte ist entkommen.

fFKaiserslautern, i. Aug. Eine von Herrn Kunst⸗
jaͤrtner Eichling in dessen Garten gezogene Roggenpflanze erteichte
ine Höhe von 1,90 Meter und lieferte 2450 sehr schöne Körner
nit einem Gewichte von 71 Gramm. Die Aehren hatten eine
Länge von 15 bis 20 Eim. . 3.)

F In Freimergheim weigerte sich der Leichenbeschauer,
den Todesschein für eine 83jährige Frau auszustellen, da er ver⸗
nuthete, daß dieselbe keines nalürlichen Todes gestorben sei. Die
irztliche Untersuchung ergab denn auch so gravirende Momente,
daß der verehelichte Sohn der Verstorbenen wegen des Verdachtes
des Mordes verhaftet wurde.

Wachenheim, 31. Juli. Frau Wittwe Wolf konnle
am vergangenen Sonntag, den 28. Jull, Gästen, die bei ihr auf
Besuch waren, einen Teller voll reifer Trauben vorsetzen! (D. A.)

FLorch, 28. Juli. (Gefährlicher Scherz.) Wie jugend⸗
lichet Uebermuth leicht schlimme Folgen haben kann, beweist folgen⸗
der Fuall, den wir zur Warnung hiet mittheilen: Vorgestern Abend
zjingen einige junge Mädchen hinter ein Gebäude, um dort an
iner alten Mauer Epheu für einen Trauerkranz zu holen. Drei
unge Leute bekamen hiervon Kenntniß und wohßten sich den Spaß
nachen, die Mädchen zu erschrecken. Die Sache hatte aber leider
den traurigen Verlauf, daß das eine dieser Mädchen durch die
— Burschen angelegt halten, so sehr
Winet daß sie in Folge dessen schon am solgenden Tag gestor⸗
en ist.

fFSaarbrücken, 2. Aug. Auch dieses Jahr wieder
vird der für unsere Städie und deren Umgegend so denkwürdige
3. Auzust gefeiert werden. In St. Johann wird der Krieger⸗
)erein die Gedenkfeier am Sonntag Morgen, den 4. d., gemein⸗

chaftlich mit der Feuerwehr und dem Tucnberein begehen, die
driegergräber schmücken und die dort ruhenden tapfern Gefallenen
durch Wort und Lied ehren. Eine sinnige Feier des 6. August
mit Gotteadienst und Gesang findet am Dienstag Abend hier in
der Ludwigskirche statt, bei welcher der evang. Kirchenchvor mit⸗
wirken wird. Der hiesige Kriegerverein wird den Bedenktag —
wie wir hören — am Sonntag, den 11. August, in seinem Ver⸗
inslolal im engeren Kreise mit patriotischen Reden und Gesänçen,
jowie mit Concert begehen. (S. Ztig.)

FKönn, 2. August. Gestern sind hier sechs Personen an
Trichinen erkrankt. Vor dem Genuß von rohem —AR
velcher Form es auch sei, sei gewarnt.

FWahl-Curiosum. Das nennen wir noch eine Wahl⸗
agitation, wie sie in Dresden getrieben worden ist. Da finden
vir auf der „Eselswiese“ des gelesensten Dresdner Blattes nicht
veniger als drei Seiten Wahlannoncen „ unter denen die folgende
vohl die amüsanteste ist: ‚Frauen Dresdens! Warnt FEure Manner,
3. Friesen zu wählen. Er wird unseren Kaffee verheuern und
berschlechtern, — er wird unser Wirthschaftageld vermindern, denn
alle Bedürfnisse zahlen mehr Steuern —Sodviel ist das bunte
Tuch doch nicht werth! Viele sparfame Hausfrauen.“ Unsern
Koffee vertheuern: Ei Herrcheses, Bliemchen⸗Kaffet in der Wabhl.
agitation!
        <pb n="440" />
        Inklusive. Bei dem Abschiedsdiner, das im koͤniglichen
Schlosse die Kongreßmitglieder zur letzten „Hufeeisen⸗Sitzung“ her⸗
einle, kam, wie man naͤchträglich berichtet, in natürlicher Gedanken⸗
verdindung das Gespräch auch auf die bevorstehende Heimreise der
Herren, und dabei nahm der französische Minister Waddington
Zeranlassung, in launiger Weise feinen Tischnachbarn zu erzählen
wie seiner Zeit ein anderer Abgesandter Frankreicht „billig und
gut“ den Heimweg gefunden hat. Im Herbst 1871 war nämlich
Herr Pouyer ⸗;Quertier nach Berlin gelommen, um den Vertrag zu
uͤnterzeichnen, demzufolge verschiedene französsische Departements
von den deutischen Occupaliongtruppen geräumt werden sollen.
Fürst Bismarck lud den fcanzoͤsischen Staatsmann zu Tische, und zwischen
Zsene und Kase kam die Rede auch auf das deutsche Eisenbahnwesen.
herr Pouyer⸗ Quertier ruumte die vortrefflichen Eigenschasten der deutschen
Vahnen ein, da er aber auf Rechnung seiner Regierung gereiss
war, lonnie er sich schließlich die Bemerkung nicht versagen, unsert
Fahrpreise seien sehr hoch. Das möcht ich nicht behaupten“,
meiute der jürstliche Wirth. „Eh bien“, gab der Gast zurück.
Ich kam in einem franzosischen Separatzug und hatte von Aachen
nach Berlin eine Rollgebühr von 1000 Francs zu bezahlen, wahr⸗
scheinlich in Beherzigung des alten Kriegsspruches vae victis.“
Der Reichskanzler sirich seinen Schurrbart und lenkte die Unter⸗
haltung auf ein anderes Thema. Einige Tage darauf trat Hert
Pouyer:· Quertier seine Ruckreise an. Der Secretär, der die Reise⸗
tasse führte, begab sich an den Schalter, um den Fahrpreis zu er⸗
legen und präsentirte ein Tausend⸗ Frarcs⸗Billet. „NMein Herr“,
sagte der Kassirer in dem gemessenen Ton des vormaligen
Soldaten, „die in Aachen bezahlten 1000 Francz decken
auch die Rückfahrt.“ Herr Pouyer⸗Quertier lachte, stieg
tine und dampfte ab. Einige Stationen weiter hielt der
Zug und dem Reisenden ward gemeldet, das Gabel⸗
frühstück stehe bereit. Die Franzosen traten in einen
Salon, wo ein lockendes Mahl sie erwartete. Wieder frug der
Sekretär nach der Nehnung und wiederum lautete die lakonische Aut⸗
wort: „Inklusive Ihrer 1000 Francs!“ Der Zug brauste weiter
und madhe erst wieder Halt zu einem noch pikameren Diner. „Die
Rechnung:“ Ganz kleinlaut richtete der Sekretär diese Worte an den
hedienenden Restaurateur. Inklusive!“ lautete in droͤhnendem Baß
die Anwort. Herr Pouyer:⸗Ouertier aber lief in das Thelegraphen⸗
bureau, um per Draht dem Fürsten Bismark für die sinnreiche Art
und Weise zu danken, in welcher er als deutscher Brand Seigneur
auf die Klage eines französischen Staatsmannes geantwortet, der
angstlich darauf bedacht war, mit dem Gelde seines schwerheimge⸗
suchten Vaterlandes zu sparen. Ob auch bei Herrn Waddington die
Harole „Inllusive, gelautet hat, das wissen wir zur Stunde noch
nicht zu sagen, glauben eß aber kaum, dean unsere transvogesischen
Nachbarn haben ja, Goit sei Dank, w'eder „heidenmaͤßig Geld.“

Paris, 29. Juli. Heute Nacht gegen 1 Ubr brach in der
Rue de Crimée (Paris Villette) gelegenen Moöbelfabril du Vieur
Chone eine heltige Feuersbrunst aus. Von allen Punkten der Haupt⸗

stadt sah man die maͤchtigen Feuersaulen zum Himmel aufsteigen.
Eine zweite Feuerkbrunst brach heute in einer Stearinlerzen⸗Fabril
auf der Ebene von Saint Denis aus. Dieselbe brannte fast voll⸗
ständig ab. Der Schaden, welchen das Feuer in der Möbelfabril
du Vicur Chone anrichtete, beträgt 1,100,000 Irs. 250 Arbeiter
find brodlos geworden. (st. 3)

Paris, 30. Juni. Seit gestern spielt vor dem Assisenhofe
der Proceß gegen den Geschäftsmann Barte und den gewesenen Stu⸗
denten Medicin Labiez, die beschuldigt ünd, die Milchhäudlerin Gillet
ermordet zu haben, um ihr 20,000 Fr. zu stehlen. Die Leiche wurde
in Stücke geschnitten, um sie bei Seite zu schaffen. Die Verhand ·
sungen bieten im Ganzen wenig Interesffe, ein Zwischenfall jedoch
machte heute einiges Aufsehen, Labiez II
ram in das Scocialistenblatt Pere Duchesne eintreten, das von Buf⸗
fenior gegründet wurde, den Gambetta als ullromantanen Agenten
jebrandmarkt hatte. Bufsenior, der im Verdachte stand, von Labie,
Beld erhalten zu haben, hat, um zu beweisen, daß der Pere Duchesn
nicht mit dem aus dem Morde gewonnenen Gelde gegründet sei, er
slart, die Caution für das Blatt sei von einer preußischen Barenin
Frau Josephine Henriette v. Eichstedt, geleistet worden, die dasselb⸗
den ihtem in Berlin wohnhaften und jezt in Mentone lebenden Neffen
erhalten habe. In der heutigen Verhandlung war die Maitresse von
dabien, Lebeuge vernommen. Der Präsident fragte Labiez: „Wer
hatte denn die Caution für den Pere Duchesne gestellt? War ei
nicht eine deuische Fraud Es ist bedauerlich, daß Dentschland so ir
diefe Angelegenheiten gemischt wird. Bei diesen Worten fiel di
debeuge in Ohnmacht und eß war nicht moͤglich, sie in dieser Sitzunc
weiter zu verhoͤren.

Parus, 31. Juli. Barre und Lebiez, Mörder der Milch
händlerin Gillet, wurden zum Tode, die Lepin als Hehlerin zu dru
Jahren Gefängniß verurtheilt.

4 Prüuͤgeistrafe im freien Amerila. Unter dem neuen, mit dem
1. Juli in Virginien in Kraft tretenden Cri minal · Gesetzen werden
Neine Diebstähl⸗ mit Prügeln bestraft und nur Frauen, decen Zu
stand die Applizirung der Peitsche derbietet, sind davon ausgenommen.
Die Gesetßgebung hat sich in Folge der Ueberfüllung der Gefäng⸗
nisse und der zu starlken Inanspruchnahme der figanziellen Kräfit
zu dieser Maßregel entschlossen. Das Volk im Allgemeinen ver—
spricht sich viel Gutes von dem neuen Geseße; wir können jedoq
der barbatischen Maßregel entschieden keinen Geschmack abgewinnen
Jedenfalls ist sie ein „Culturschritt“ nach rückwärts. *

— — cca
Dienstesnachrichten.

Der Regierung der Pfalz ist ein vierter Sekretär beigegeben
und diese Sielle dem Bezirlsamtsassessor E. Dilg in Homburc
derliehen, zum Bezirksamtsassessor in Homburg wurde der Accessit
der Regierung der Pfalz, A. Dilg, ernannt.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Hôtel Laur.
Sonntag, 4. Aug. 1878
Freimusil.
Eintritt 50 Pfennig.
Anfang 4 Uhr Nachmittags.
,
Tan musik.
riulrilt 1 Alark.

Jeder erhält bei Abgabe
Rner Karte 1 Flasche
Lein
weter Schweither.
1878er
Holl. Kronbrand⸗
Häringe
und Handkaͤschen
empfiehlt
J. Friedrich.
2 Zimmer zu ebener Erde und
ein Keller ist zu vermiethen
und sogleich zu beziehen bei
Joh. Keipert, Schneider
Stationsbeklebzettel
billiast be F. X. Demetz.

Preiwillige Feuerwehr.
Sonntag, den 4. Auaust
Valdparthie
im Mühlenthal.
hmarsch 21 Uhr vom Hause des Hrn. Conrad ab.
Das Commando.
Sonntag, A. August
Tanzmusik.
Anfang 3 Uhr. — Eintritt 50 Pf

ohnenschneidmoe
schinen,
WGurken⸗ und
Krauthobe
Oito Weigand.

empfiedhlt

Neue holl. Vollhering
per 10 Pfund Faß, ca. 26-2
Siuͤd enh. 3N. 30 pf.
Neue engl. Matjes Heringt
per 10 Pfund Faß, ca.8
Stfück enth., 3 M. 70 Pf.
Neue ruffische Sardinet
per 10 Pfund Faß, ca. 120 — 18
Stück enth,, 2 M. 80 Pf.
Nleine norw. Fetthering
per 110 Pfund Faß, ca.
Stück enthält, 2 M. 30 Pf
Alles zolIfreisund france
gegen Postnahnahme.
Bei AÄbnahme von 8 Faß *
Pf. 6 Faß 40 Pf. 12 Fe
50 Pf. per Faß billiger. Au⸗
führliche Preislisten gratib.
Ottensen bei Hambure

A. L. Mohr.

—A
Waare und nehme Nicht⸗Cop
lpenirendes geaen Nochnabine zurüs

Peter Jung.
Gesopaffs Inzeigo.

Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publilum die erge⸗
benste An,ʒeige, daß ich in dem fruheren Rickel'schen Wohnhause ein
Barber-und FPriseur-Geschätft
angefangen habe und empfehle zugleich alle in dleses Fach ein⸗
ichlagenden Artilel. Achtungsvollst

Nikolaus Forenz.
* * 40
Wein⸗Etiquet“
arbig bis 772241
sind zu baben in der Lith. An“a't . Demetz
St. Inabert.
—— — — ——— — —2
Druc und Verlag von 3. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 3*
        <pb n="441" />
        St. Ingberter Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal woͤchentlichj mit dem Hauptblalte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wochentlich vierm ulz Dienstag, Donnerstag⸗ Sanstaz und Sonutag. Der Abounementspreis betragt vierteljährlich

Fnart 40 R.Pfz. Auzeigen werden mit 10 Pig., von Ausmwarts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijit oder deren Raum. Reclamen
mii 80 Pfg. pro Zeile berechnet.

N öM.αäαOααααòãäàOEÄSX,

M 123. Dienstag, den 6. Alugus —

—sV—
isjg

Neichstagswahl. I
Dad definitide, amilich festgestellte Etrgebnißß der Reichstags⸗
wahlen in den pfälzischen Wahlkreisen ist:

a. Landau Neustadt: Jordan 11,210 Zimmern 4818, Mart
1079, Dreesbach 327.

iᷣ. Speyer⸗ Frankenthal: Groß 9482, Horn 83399. Dreesbach
1379,. Haas 612, 8 Summen jersprittent, darunter 1 für Fürst
Bismarckk.

Vermersheim - VBergjabern: Bolza 8684, Siben 6496,
Noltke 318.

a. Kaisers. auiern ⸗Kirchheimbolanden: Zinn 9822, Dahl
3192, Gienanth 1578.

6. Kusel⸗Homburg: Buhl 8877, Landrichter Graf 3402. zer⸗
Hplittert 128.

E Zweibrücken ·Pirmasens: 8347 Schmidt, 8081 Jaͤger.
356 Boding, zersplittert 14 Stichwahl vöthig. (Siehe Anzeigen.)

Münschen. Officielles Resaltat. J. Wahlkreis: Wahlbe⸗
rechtigte 22082, abgegeben 14197. Es erhielten Stauffenberg
3538, Ruppert 8082, Hader 1997, Berr 580 Stimmen. Die
Stichwahl findet am Donnerstag Statt. U. Wahllreis: Wahl⸗
verechticie 41065, abgegeben 25624. Es erhielten Westermayer
13404), Schlör 7557, Bauer 306, Kiefer. (Soz.) 3282 St.
Westermager ist also gewählt.

Berlin, 3. Äuguft. Von den heute amilich fesigestellten
Wahlresultaten sind 51 konservativ, 37 freikonservativ, 89 llerital,
18 nat.-lib. 14 Fortschritt, 14 Polen, 89 Stichwahlen, 12 keiner
Fraktion angehörig, die aber vorwiegend liberal stimmen dürften, 6
Partikularisten, darunter 1I Däne, 2 Sozialdemokraten, 3 Eljasser
Protestler. 3 Elsässer Antonomisten.

Bundesrath, der in etwa zehn Tagen seine Arbeiten wieder aufnimmt,
vird dann wohl alsbald fich mit den greifbaren Beschlüssen nach dieser
NRichtung hin zu beschästigen haben. Der Inhalt der Wintersession
ves Reichttages wird jedenfalls in ersler Reihe finanzielle und
handelspolitische Fragen umfassen·“

Die Arbeiten der Tabaksenquéte⸗Kommission
nehmen einen so gtoßen Umfang an, daß ihr Abschluß vorläufig noch
nicht zu erwarten ist; Resultate der Arbeiten lassen sich nach deren
etzigem Stande noch wenig ermessen. Wenn es einerseits den
Anschein hat, als dürften die Erhebungen der Kommission das Mono⸗
pol ausschließen, so wollen Näherstehende andererfeits behaupten, daß
daz sehr gründliche Eingehen auf anderweite Besteurungsarten zumal
den Zwed habe, dem Nachweife der Nothwendigleit des Monopols
als Unterlage zu dienen.

Vom 2. bis 12. September halten die Socialisten, wenn
ie französische Regierung sich nicht noch dagegen erhebt, in Paris
inen „inlernationalen Arbeitercongreß.“

Homburg v. d. Hdhe, 3. August. Se. laiserliche
doheit der Kronprinz und dessen Familie erfreuen sich des besten
Vohlbefindens und unternehmen trotz des Regenwetters häufige
Spazieigänge und Ausfahrten nach dem Taunusgebirge. — Der
BZroßherzog von Mecklenbucq⸗ Strelitz ist hierselbst zur stur ein-
getroffen.
Ausland.

Wien, 3. August. Die „Polit.Korresp'“ bringt folgende
Meldungen. Aus Konstantinopel von heute: Die von der russischen
stegierung bei der Pforte wegen der Räumung Varnas gethanen
Schritte nehmen einen dringlichen Charalter an. In Jolge dessen
dffnete die Pforte dem russischen Botschafter, daß sie im Laufe der
nächsten Woche unter der Vedingung dazu bereit sei, daß die Ruffen
die Verpflichtuag eingehen, acht Tage nach der Räumung Varnas
hre Truppen aus der Umgebung Konstantinopels zurückziehen. —
der russische Delegirte bei der Pacfikalions--Kommissionim Rhodope⸗
‚ebirge ist wegen enistandener Mißhelligkeiten aus derselben ausge⸗
chieden. — Aus Bukarest: Die rumänische Regierung beabsichtigt
—
imentern und eini en Batterier. Der Oberst Lecca soll zum Gene⸗
al⸗Gouverneur der Dobrudscha ernannt werden.

In Rußland herrscht eine hochzradige Verstimmung gegen
Desterreich in Folge des endlich erfolgten Einmarsches in Bosnien.
Der „Golos“ bdeginnt einen Leitartilel mit der Erllärung, nach dem
gerliner Vertrage stehe Nußland vor einem unvermeidlichen Kriege
nit Oestereich und einem sehr wahrscheinlichen Kampfe mit England.
Allein um des ersteren willen solle der zweite doch noch beseitigt
verden? „Zu einem Vergleiche mit England zu gelangen, sagt, Golos“,
vas Kaiser Nikolaus so sehr wünschte. um den bevoistehenden Kampf
Jegen Oesterreich zu vereinfachen — Das ist die nächsle und große
lufgabe der russischen Diplomatie. ... Der Berliner Kongreß brachte
stußland statt des Friedens in naher Zukunft einen neuen Krieg,
eruster als der vorhergegangene. Zu diesem Kriege muß man sich
underzuglich vorbereiten, da dazu unzählige von Gründen vorliegen.“
In noch schärferem, geradezu erbittertem Tone bez'chtet die russische
St. Petersburger Zig.“ Oestecreich einer h'nterlistigen gegen Ruß⸗
land gerichteten Handlungsweise. Sie wirft Oesterreich vor, es suche
die Südjlaven zu einem Schutz und Trutßzbündniß unter der Heges
nonie Oestereschs zu vereinigen. Der Artikel schliefzt mit den Worten:
Gegenwärtig ist jeder Zweifel geschwunden. De verstellte Freund⸗
ichkeit Oesterreichs gegen Rußland war nichts als eine plumpe Falle.
Braf Andiassy hat uns endgiltig die Richtigkeit der bekannten Meinung
des Fürsten Paskiewitsch bewiesen, daß der einzige Weg nach Kon⸗
tantinopel über Wien führt.“

Konstantinopel, 4. Au ust. Verläßliche Nachrichten
nelden den Ausbruch eines Volksaufstandes in Mostar (Haupistadt
zer Herzegowina). Der dottige Kaimakam und Mufti wurden er⸗

nordert, ein Ulema zum Gouverneut eirgesetzt. Dieti Bataillone
ürkischer Truppen ssollen mit den Auiständischen gemeinschaftliche
Sache machen; drei andere erklärten sih sammt ihren Comman⸗
vanten gegen den Aufstand; sie beschlossen, sich den einrückender

Deutsches Reich.

Mänchen. Bei der Minisierkonferenz in Heidelberg ist
Bahern durch den Finanzminister Riedel vertteten.

Berslin, 3. Aug. Nachdem unter dem Vorsitze des sKö⸗
niglichen Ober-Berghauptmanns und Direckors der Bergwerks⸗Ab⸗
Haͤlung im preußischen Ministerium sür Handel, Gewerbe und
affentliche Arbeiten, Dr. Sertlc, die aus den Mitgliedern, G hei⸗
men Kommerzien⸗Raih Stumm aus Neunkirchen bei Saarbrüden,
Konsul H. Meyer aus Bremen, Königlich bayerischea Staatsrath
don Schlör und Kaisferlichen Geheimen Ober-Regierungs-Rath
dhuber, sowie dem unter Genthmigung des Reichtkanzlers als ge⸗
häftsführendes Mitglied zugezogenen Königlich preußischen Ge⸗
deimen Bergrath Dr. Wedding bestehende Kommission zur Unter⸗
uchung der Lage der deutschen Eisenindustrie am 8. und 9. Juli
zusammengetreten war und den Gang der Geschäste im Allgemei⸗
jen geregelt hatte, sind nunmehr die Entwürfe für die Fragebogen,
delche den als Sachverständigen zu hörenden Eisenindustriellen
vorgelegt werden sollen, ausgearbeitet und mit einer Liste, aus
velcher die Wahl dieser Sachverständigen erfolgen wird, an die
inzelnen Mitglieder der Enqudte⸗Kommission zu eingehender Prüufung
dersendet worden. Die erforderlichen stalistischen Uebersichten,
welche den Sachverständigen ebenfalls zur Begutachtung vorgelegt
werden sollen, werden gegenwärtig in der Abtheilung für Berge,
Hütten⸗ und Salinenwesen des preußischen Handels-Ministeriums
Fearbeitei, um bei dem nächsten Zusammemritt der Kommission,
welcher mit der Eröffnung des Reichstages zusammenfallen dürfte,
als Grundlage für weitere Berathungen dienen zu können.

Ueber die Finanzministerkonferenz in Heidelberg schreibt
die Köln. Zig.: Thatsache ist, daß der preuß sche Finanzminister
zei der Aufftellung des preußischen Staatshaushalisetats auf große
Schwierigkeiten gestoßen ist. Auch daben diese letzteren bereits den
Ministerrath beschäĩtigt. Finanzmin ster Hobrecht ist durch diese Un⸗
stände in erhöhtem Maße von der Nothwendigkeit einer durchgrefenden
Resorm der Steuern in Preußen und Deutschland überzeugt worden
und hat bereits, wie es heißt, enen vollstandigen Plan ausgeardeitet
und dem Reichskanzler unterbreitet. Der letztere ist den Bundes⸗
teglerungen zur Kenntnißnahme mitgetheilt, und es soll nun hierüber
ein Meinungsaustausch unter den Finanmministern erfolgen. Der
        <pb n="442" />
        . ι αα u
u flüchten.

alterrtichisches Gebier

Bermischtes.
St. Ingbert, 6. Auqhust. Heute stehen wir vor dem
Jahrestage der Schlacht von Spichern. Es ist wohl kaum
nöthig, unsere Leser an einen so denkwürdigen Tag, wie es der
b. August ist, zu erinnern; er ist uns Allen, besonders uns St.
Ingberlern, undergeßlich ins Gedachtniß geschrieben Jedoch mochte
Manchem im Lause der Zeit die naͤheren Detans über jenen glän⸗
zenden, wenn auch blutigen Sieg, aus der Etinnerung entschwunden
fein. Wir lassen deshalb den Wortlau des offie ellen Telegramms
lüber den Kampf bei Spichern folgen: „Bei Saarbrücken ein be⸗
deutendes, sehr blutiges Treffen, Sieg des preußischen Heeres unter
Voben und Steinmeß Uber Generai Frossard, Erftürmung der
Hohen des Kreuzbergs bei Spichern; große Verluste beider Heere,
2500 Gefangene, 45 Geschüße genommen. Der preußische General
Frangois gefallen. Das neunte Husarenregiment nimmt das Feld⸗
lager und Gepsck zweier franzdsischer Divisionen. Da beide Flugel
des franzoͤsischen Heeres geschiagen sind, iriun dabselbe dn Rig.
jug an.“ *

Von acht Primanern des Gymnasiums in Laiferb⸗
lautern haben sechs die Absolutorialprüfung bestanden.

F In Steinbach gebar die Frau eines dortigen Tag⸗
löhners am 20. Juli ein Knäblein mu zwei vollständig ausge⸗
wachsenen Köpfchen und 4 Armen.

fLandau, 5. Aug. Die am vergangenen Samstag zu
Ende gegangene Absolutorialprüfung am hiesigen Gymnasium ergab
ein höchst befriedigendes Resultat, indem von 27 sich daran Be⸗
theiligenden nur 2 die Prüfung nicht bestonden haben.

tNeustadt, 8. Aug. Unsere Stadt wurde gestern einiger⸗
maßen olarmirt durch die Gefangensetzung des Oberschreibers am
k. Bezirlsamte hier, Dell von hier der bis jeßt als einer der
solidesten jungen Männer in jeder Beziehung gegolten und als
solcher auch das unbedingte Vertrauen seines Vorstandes genossen
hatte, so daß ihm u. A, die Bezirksberzinfungscasse zugetheilt war,

Agemeinen Uebettuj

vat es nich nun in Folge einer oberbehördlichen Bücher- Rebision
ergeben, daß er dieser Casse etwa 10,000 Mark veruntreut und
die Bücher seit Jahren gefälscht hat. Er selbst legte gestern ip
aller Frühe ein schriftliches Bekenntniß seiner Schuld auf feinen
Vureauplatze nieder mit der Drohung, sich das Leben zu nehmen,
und in der That fand in die daraufhin in Bewegung gefetzte Gen
darmerie auf der Wolfsburg mit etlichen 80 Schnitten, die er fich
aun allen Korrpertheilen mit rinem Rafirmessr beigebracht hatte bon
denen aber keiner einen edlen Theil verletzt hat so daß er heute
ungeführdet nach Frankenthal verbracht werden kann. (N. 3.)
7 Se. Maj. der Konig geruhte, an den General von der
Tann solgendes Handschrelben zu richten: . Mein lieber Generat
vdjutaut, Generali Freihert von der Tann! Der 31. Juli, an
welchem Sie mit militatischer Berechnung der Feldzugsjahre Ihr
Unfzigstes Dienstjahe dollenden, läßt mich Ibrer mit besondere
Theilnahme as diesem schonen Lebensabschmite gedenken. Die
Weihe diesen Tages gilt der Eriunerung an eine Laufbahn, die
reich an Ruhm und Ebtzren, zugleich als leuchtendes Vorbid
trevester Hingebung für Thron und Lend ein glänzendes Blatt
bayerischer Geschichie sallt. Emdpfangen Sie deshalb, Mein liebe.
GBeneral, den Ausdrud Neiner waͤrn. sten Glückwünsche zu Ihren
Jubildum, aus Anlaß dessen Ich Ihnen das⸗ Ehrenkreuz des Lud
wigsordens übersende. Zugleich freue Ich Mich, Ihnen mitzu
heilen, daß Ich Sie in Anerlennung Ihrer herborragenden Ver—
diensie um den Kriegsruhm des bayer. Heeres à la suite des J.
Feld⸗Artillerie⸗Regiments gestellt habe. Gerne wiederhole Ich hier
bei die Bersicherung Meiner besonderen Werthschätzung, mit welche;
Ich bin Ihr sehr geneigler Loönig Ludwig. Hohenschwangau, den
24. Juli 1878

oß
Dienstesnachrichten.
Der Forsts amtassistent Marzall beim Kreisforstbureau in Speher
wurde zum Oherförster im Revbiere Pullenried befördert.

Fur die Redaction veraniwortlich: F. X Deme ß.
Bekanntmachung.

Im Vollzuge des 8 27 Ziffer 2 bes ug vom
28. Mai 1870 wird nachstehend das in der heutigen, nach Vor⸗
schrift des F 26 des Reglements zusammengesetzten Wähler-Ver⸗
jammlung ermittelte Ergebniß der am 80. Juß l. —XAV
Reichstagswahlen im Wahllreise Zwe'brücen-Pirmafens öffentlich
bekannt gemacht.

Von 22219 in die Wäͤhserlisten eingekragenen Wahlstimmbe⸗
rechtigten haben sih 17276 bei der Wahl betheiligt, von welchen
im Ganzen 17283 Stimmzettel abgegeben wurden

Hiervon wurden ungillig erklätt.. 35

Die Zahl der giltigen Stimmen dagegen beträgt. .17248

Davon ist die absolute Majorität* .8625

Stimmen haben erhalten:

1. SEchmidt Karl, igl. Oberappellationsgerichtsrath in
München. .. 77. * 8347
Dr. Jäger Eugen, Redalteur der Pfälzer Zeitung in
Speie. —577 7 8031
Böcking Heinrich, Gutsbsitzer auf dem Bickenaschbacher⸗
hofe, Gemeinde Hornbach...77 856

4. Zeriplitterte Stimmen sind vorhanden.. . 533 14

Auf keinen Kandidaten hat sich sorach die absolute Stimmen⸗
mehrheit vereinigt. und ist deßhalb nach 6 28 des Wahlreglements

eine engere Wahl nothwendig geworden, deren Vornahme im

Hinblick auf 8 29 des Reglements bon dem unterfertigten k. Wahl⸗

tommissär biemit auf

Samstag, den 17. August l. J.

festgesetzt wird.

Zweibrücken, den 3. August 1878.
Der Wahlkommissär des IV. pfälzischen Wahlkreises,
Damm, k. Beiirkkamtmunn.

Eine große Auswahl Eine Wohnung
Petroleum⸗ 78 Haupistraße gelegen, mit
2 immer, Küche, Waschlüche
Hängelampen und Brunnen ist zu vermiethen.
mit md ohne Zug, Raheres in der Exped. d. Bl.
sowie Stehlampen, empiehl⸗ 12— 7
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Otto Weigand.

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in sachönen vreroai erten
Schriften,
Aonogramme, Viaiten-
Kartenm ete., werden raveh
and billig angefertigt in der
Buoh- und Bteindruokoroi
F. X. Demetzæ.

X
und geräucherte Schweins—
zungen sind wieder angekommen
bei J. Peters,

St. Ingbert.

F

Haasenstein &amp;
Vogler.
LPrste und alteste
Annoncen⸗Erpedilion
Frankfurt aàa. MAim.

— ûñ—
0

Filiolen in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt.

gart,, Würzhurg, Ulm,
Freiburg in Baden.
Besorgen ⁊u Originalpreisen
ohne alle Nebensosten?
—RXRXRXXXXX Pachtungen,
Vacanzon-Angoeh Saubmissionen,
Laufs- Verkanfa- HLolraths-Offerten
XXC Disoreto Anaoig
in alle Zoeitungen der Weli

AWeibrucoker Mohenbau-Pottorie.
Ziehung unwiderrussich 3. Sept. 1878.
daupttreffer M. 40 000. M. 20 600. 2c. Auf 20 Loost ein

Treffer.
Loose à M. 2 sind zu haden bei der General-Agentur:
August Schuler, B. Echuler'scht
Kaufmann Buchhandlung
Zweibrücken.
In Et. Inabert bei Franz Woll.

Die Hauptblatter der
sSehweiz und Prankreiche
zind von uns gepachtet
nehmen Anzeigen mur

dureh uns.
Vruck und Verlag von FF. „. Hemetz in St. Ingoeri.
        <pb n="443" />
        337
n 44 583
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25 355* 88 23 3238
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e⸗· 5 85* 3 8 —A— 72 —2 2528
* 8 8 —83— 5— — 287— e — 58
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358 8 5* —8 —A 553 88 388. 2 —3
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* 8 3535 —52264 * 2 2 8 —352 —— — 3 2 B—

S 3— 3 —R —ãAA —— —e« 7 5* 22 552

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A 33555 — — — 3 3 — 235 2* s5538
— 55 5 — 53 255 558 — 32 52— 22— — 555
— 32 —A 8 5357 — 2 — — 2 525 2533555
A — 2 7 5?235. 5355353 535355— —A 35353553* 55323535
— 2* —m * 3223 8 3 8 05 D F S 2 28358 — —— 214
5 2 — *56 x 5322 —A— J 522 S 825*
2—2 O 8* 4* 2 5— 52 3 54 * — 25236 * ß S25 2
S 28* Tꝛ 52555 55326 8 2 — 3 2 — — 5338*
2 * 3 25355 522278 — 2 — E285 * 7 23853
3523 z25358s3353817 — ——— * —A 58534 — —— *32
2* 25533 —X 2 9 2 — — — —Xx” 52725 —2 *52
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5* 5 32 555 3538 32 25 38439
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328 s258 28 555533557. 3363 5238365 gα,
553. 8262 58 52532 23 23 —— — —— — *8 5335
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* —A 83527 — 255282 5
23558325 528 55325383 835 5 53535528 25327 — 5——32*
* —5523235 2322 — — 2553533555 555 588 —
c5z5523 5 — 522 25 2 5 222 8 2* 5*
2 2* 3 —— — 25 2 *525 55— — ——
22 —A— —ñ 253 3 —— 2 83 — 5 2
—B— 288 885 5382 238 —528— 5 52 7
2 532 sS— 82 * 25 5 3 2523 ———— ̃e 2
2 232 2 * *2 228 2 — A8822 — —3 35 525
— —A — —A 20 222 ——5*58 2A22 2 8
3 33 753538 5—2 —3555835 2* * 35223 555— 55
— —8 8* 32 D 3 2* 2*2 258 — * —— 855 5
* 8 52587. 22 ——— E 2 5— — * 538325 — 2. *
⁊* S3 55 — —3 — — —8 8 7 — S — * 22 —⸗*
* 2 22 — 28 5 —A * — — 8 ———— 8 5222 — 5. 53555
z 83538—83 83* 3535835528 E 557 355
—* 8 535 5 * —3 DS5 8
5 —— * 7 z2383788 3323
—3— —2 8 —2 53 — ———22 —A
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
* St. Jugberter Anzeiger und das (2 mil woͤ hentlich) mit dem HNrugdtblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermil: Dienstag, Dotureretan, Sa natag und Sonatag. Der Abonuementspreis betragt vierteljahrlich
wMark 40 RPfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ais varts vuit 15 Via. fur die viergeso ilteae Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 VPfg pro Zelle berechnet.
Ac 124. Donuerstag, den 8. August 13878.
—— — — — — —r —— — — — —
Deullches Reich.

Berlin. Prof. Rühlmann in Chemnißz hat Mollte in
einem Schreiben ersucht, seinen Einfluß dafür zu verwenden, daß
aus den Geldern der Withelaspende von Reichs wegen eine nationale
Arbeiterpensions⸗- und Invalidentasse nach deim Printp der Knapp⸗
chaftskasse gegründet wer den foll. Molkte hat hierauf dem Brief
ichreiber geautwortet, daß vor einigen Tagen von aoderer Seiie
ihm ein ganz ähnlicher Vorschlag zugecangen fei. Mollie schresbt:
Ich finde den Gedanken der Gründung eincß Arbeiterpensions⸗
und Invalidenfonds für ganz Deutschland aus den Etträgen der
Wilhelmsspende so außerordentlich richtig und zeitgemäß, daß ich
nicht ver'ehlen werde, denselben maßgebenden Oris in Anxegung
zu bringen.

Iin, 6. August. Der „Nordd. Allzem. Ztg.“ zufolge

iind in det Sozialistenvorlaze die Vere'ne, um deren Verbot es sich

Jandelt, als Vereine bezeichnet, welche socialdemokratischen sociali⸗

tischen oder conmunistischea, auf Untergrabung der bestehenden

Staats⸗ oder Gesellscheftsordnung gerichtelen Bestrebungeun dienen.

Karlsruhe, 6. August. Die Mitgli⸗ der der Heidelberger

Ministerkonferenz werden, einer Einla ung des Großherzogs folgend,

jeute an der Hoftafel theilnehmen und Abends nach Heidelberg

urückkehren.
Mainz, 8. Aug. In einer gestern Abend im Café du

Rhin? stattgehabten, von der socioldemokratischen Arbeiterpartei be⸗

tufenen Volksversammlung, wurde der Beschluß gefoßt, bei der

norgen statifindenden Stichwahl den Candidaten d't ultramontanen

Pattei, Dr. Christoph Moufang, zu wählen. Ais Grund dieses

TFompromisses wurde von den Führern der social stischen Partei an⸗

egeben, daß in dem Wahlkreise Offenbach⸗ Dieburg die Ultra nontanen

ür Liebknecht stimmen würden. Als Gegendank babe die Partei

die Verpfl'chiung übernommen, im Wahilreise Masnz Oppenheim

hte Stimme sür Moufang ab ngeben. (GSr. J.)
NAusland.

Wiren, 6. Auzust. De heutigen Mocgenblatter melden,
daß der Kaiser und der Kronprinz morgen in —A—
verden, um den Kaiser Wilhelm zuͤ besuchen.

Wien, 6. August. Die „Tiener Abendpost“ veröffentlicht
olgendes Telegramm der 20. Truppend vesiom; Heute (5. d)
vdierter Aufstandsversuh in Gracan'a unlerdrüdi. Ein Oberlieute—
nakt, 4 Mann des 70. InfanterieeN-giments verwunder. Unter
den gefangenen Türken 13 Verwundete. Ihre Todtenzahl unbelannt.
Ddas 13. Korps-Kommando berichtele am 3. d M. der den durch
die nölhige Herstellung der Uzora-Brücke und durch anhaltenden
Regen erschwerten Vormarsch von Doboj aus. Die ersten Vortrabs
oatrouillen wurden bei einer starken Biegung der Bosna nördlich
von Kosna mit Gewehrschüssen empfangen. Die mohame danischen
Ausständischen, wetche eine dortheilhafte Aufstellung genommen hatten,
hutden vom 27. Reserve-Regiment in leichten, Jiesolenden Ge⸗
rechten in der Front angegriffen, während das 27. Jägerkatallon
jebst einem Bataillon des InfanteriieReg. Nr. 52 dur Umgehung
xer linken Flanke beordert wurden. Um halb 6 Uhr Nachmitttags
ztiffen Abtheilungen des 27. Reserveregimenis kräftig ein. Zu
leichet Zeil trasen die Vortruppen des 7. Reserberegiments von
er am rechten Ufer der Bosna vorrückenden Kolonne ein. Um
Uhr Abends waten die Ausständischen aus allen Posilionen gegen
dosna geworfen. Gesammtherlust 2 Todte, 1 Unterlieutenant und
Mann verwundet. Die Ungehungétolonne traf eben ein, als
IJnsurgenten in heller Flucht nach Kosna zurückzogen. Die
„ahl der Insurgenten angeblich 1300. Die Hallung der Truppen
üͤhmenswerth. Abends Bivouacs in den genommenen Positiouen

jogen. Bei sortdauerndem Regenweller vird der Marsch auf
Naglag fortgesetzt.

Mostar, 5. Aug., Abends 6 Uhr. O sterreichische Truppen
ind, ohne Widersiand gesunden zu haben, hier eingerückt. Si⸗—
aurden festlich empfangen.

Mosta'c, 6. August. Einer Mitiheilung aus Sera jewo
vee proklamirte Hadschi Loja das religiöse Gesetz des Korans

AScheriah) a's ausschließliches bluͤrgerliches Gefetz. Der christlichen
Bevölke⸗rung bemächngte sich darob eine gesteigerte Aufregung.

Prevesa Epirus), 5. August. Die Probinzen Margariti
und Paramythia find Räubern und Mordern preisgegeben. Griechische
Priester wuiden in den Straßen erschlagen. Die türkischen Behörden
unterstühen und ermuthigen de Missethäter.

Rom, 6. August. Als die zwischen Bismarck und Aloifi
getroffenen Abmachungen werden hier bezeichnet; Stillichweigende
Rücktehr des vertragsmähigen Verhältniffes vor dem Bruche, Amnestie
aller wegen der Kirchengeseze Berurtheilten, Rückkehr der flüchtigen
Bischöfe und Besetzung der erledigten Stühle nach altem Brauch.
Sie werden indeß dort besser beurtheilen können, ob diese Angaben
nicht der Wirklichkeit um ein bedeutendes Stück vorauseilen, wie
me scheinen will. — Cjzaßti geht als Nuntius nach Madrid.

äαä̊ñä u
Vermischtes.
7 Humoristisches bei den Neichstagswahlen.
Die Gründe, weßhalb mancher Wahlberechtigte selu Wahlrecht nicht
usübt, sind mituunter recht ergötzlicher Nalur. So wählte in der
ßemeiude W.. . h...7n nach eigenem Geständniß in dem öffents
ichen Wirthslokal Einer nicht, weil die neuerbaut⸗ Distriktsstraße
ucht ganz so hoch gelegt wurde, als Dicses zut bequemen Einfahrt
u seine Scheuer wünschensweith gewesen wäre!“ — In dem
Atte G..ßst ... h . . s. n war ein Altgescheid:er verhindert,
u wählen, weil er, am Wabllokal mit seinem Gespann angekommen,
och zuvor die Pfreite ausklopfte, waͤhrend welchen Geschäftes die
Ichsen gemüthlich weiter gingen. Nachdem sie auf eine⸗ Eutfernung
pon circa 60 Sqhritt wieder eingeholt waren, war es doch zu weit,

um nochmals retour zu gehen19]

FKaiserslaufern. Midergewichtiges Brod, 40 Laibe,
wurden gestern einem hiesigen Backer abgenonmen und 3 Arme
verschenkt. — Bravo!

f Wir lesen im „Pf. K.“: Da, wo es die besonderen localen
Berhälin sse geftalten, werden nach dem Voigange anderer Bahnen
auch auf den pfälzes hen Linien weitl che Personen, d. h. Bahnwarts⸗
icauen, zum Barrierdienst verwendet werden. Zunächst wurde dies
zestattet auf der Strecke Neustadt⸗W eißenburg für zehn
Bersonen. —

fLudwigsdhafen, 7. August. Auf dem Hemshof sind
gestern zwei Knaben beim Baden in einer Füllgrube ertrunken.

7Frankenthal, 85. Auz. Ein Pflegling des hiesigen
dospitals, welcher gestern Abend mit seinen Zimmergenossen einen
Wortwechsel hatte, getieih dabei so in Wath, daß er seinem Jähzorn
einen a deren Ausdruck mehr zu geben wußte, als daß er sich
aus dem im zweiten Stock belegenen Zimmer auf das Straßen—
oflastec stürzie. Trotz der ziemlich betrüchtlichen Hoͤhe er itt derselbe
eine sichtlchen äußerlichen Beschädigungen, Os innerliche vorhanden
ind, kann bis jetzt noch nicht sestgestellt werden. Der Fall ist um

so merkwürdiger, als der Beschädigte ein doppeller Kruppel ist,
indem ihm ein Bein und einige Finger sehlen. F. W.)

F.Aus Speyer, 8. August wird gemeldet. VDer Schiffer
Peler Kief wurde von dem Tagner Philipp Zahyn im Streite über
ꝛinen geringfügigen Gegeustand durch Meesserstiche in den Hals lebens—
zefährlich derwundet.

Saarbrüktken, 7. August. Dem Herrn Vürgermeister
unserec Stadt ist gestern folgendes Telegrawm“ aus Harnnoder zu⸗
zegangen: „Wie immer zum heutigen Tage den Dat und Glück⸗
vunsch des 1. Hannoverschen Jufanterie:Regiments Ne. 74.“

Die sosort abgesandte Drahtantwort lautet; „Dem tapferen
Regimente herzlichen Danuk und Gegeugruß an feinem Ehrentage
von der Gemeinde Scatbrüden.“ S. 3.

tSaarbrücken, 8. Augzust. Die 10 Marpinger Burschen
welche bei Gelegenheit einer Coutrolversammlung im April eine
Wirthin in Alsweiler erschlagen haben, standen deeser Tage vor den
Geschworcnen. 2 wurden fteigesprochen, gegen die 8 üdtigen wurden
olgende Strafen verhängt: 15 Jahre Zuchthaus, 8, 6, 5, 4,3,
1u und 1 Jahr —A

fNach der im neu⸗sien Kreisblatte veröffentlichten amtlichen
        <pb n="446" />
        Zekannimachung des k. Landrathsamts zu Saarbrücken ist das Wabl⸗
resultat folgendes: Abgegeben wuürden 12,172 Stimmen, wovon Herr
geh. Bergrath Pfahler 11,583 Stimmen erhielt, 284 fielen auf
Herrn Dechant Schneider in St. Johann, 118 auf Herrn Berg-
ralh von Ammon, 63 Stimmen zersplitterten üch und 94 Stimm⸗
zetiel woren ungiltig.

15 rankfurt a. M., 4. August. Der in Berlin ange⸗
egie „Aufruf an Deutschlands Frauen und Jungfrauen“ hat so
diel Sensation gemacht, daß eine Masse Probe von Haaren, sowodl
d Längen als schönen Farben, zum hiesigen Fristur⸗Kongreß ein⸗
Jesandt sind. Bis jetzt sind 48 Proben eingegangen, darunter
Haarlaͤngen u. A. von 80, 97, 110, 120, 180, 140, 145 Etm.

fWahlkuriofum. Von der Bergstraße, 3. Aug.,
wird geschrieben: In Bensheim, dem Hauptsitz der ultramo tanea
Partei unseres sechsien hessischen Wahikreifes, ereignete sich X
eine Zwischenfaß, daß ein ehrsamer Schornsteinfegermeister
n seinem Arbeilskostüm in's Wahllokal trat, in welchem die zum
Irößten Theile aus „Ultramontanen“ zusammengefetzte Wahlkommission
n der Uene saß. Der biedere Schorasteinfeger zieht seinen Wahl—
zellel und „o weht,“ sagt einer der Kommiffäre, „Ihr Zettel ist
ja ganz schmarz.“ „Blos auswendig, meine Herren “ erwiderte
gelassen der Interpellirte, inwendig iß er sauber, just umgekehrt
die bei Ihnen, meine Herren.“ (3. 3.)

pPZu Steinbach aim Kirzigshal sind in der Nacht voni
Zauf 3. August mehrere Gebäude abgebraunt. Leider sind dabei
Mwei stnaben von 11 und 9 Jahren in den Flammen umgelommen.
Außerdem ging viel Fahrniß. Vorräthe, 12 Stück Rindvieh und
zSaweine zu Grunde. Das Feuer soll durch Vernachlässigung
brennender Zuůndhölzchen Seitens der Kinder entstanden sein.

rKKörnn, 1. Aug. Ein hiesiger Hotelbesiher verabreichte
anheimischen, gewöhnlichen Champagner als Champiagier von
inem Hause zu Chalons sur Marne und hatte zu dem Zwecke
äuschend ähnlich nachzemachte Etiquetien jenes Hauses auf die
Flaschen kleben lassen. Ter hiesige Vertreter der gedachten Firma
slagte darauf hin bei dem hiesigen Landgericht gegen den Hotel⸗
wirih auf Schadenersatz. Das Londger'cht verurtheille denselben
zu einem Schadenersatz von 1000 M.

Ablun, 7. August. Die Kaiserzlocke ist gestern in eine
höhe von 75 Fuß gefördert worden. Heute Morgen um 8 Uhr
schwebte sie 80 bis 90 Fuß über dem Fußboden. am Mittag war
die Hälfie des Weges bis zum Glockeenstuhl üÜberschritten; morgen

wvird die Glocke an dem Orte ihrer Bestimmung eintreffen in einer
döhe von fast 200 Fuß.

4 Ein Brautpaar aus dem Dorfe Sch. bei Furlwangen wählte
als Ziel seines Ausfluges Straßburz. Sie bestiegen auch die
Blattsorm des Münsters. Der sie begleitende Thurmwächter machte
je darauf aufmerksam, daß sie sich nicht zu lange in der Nähe
der großen Glocke aufhalten sollten, denn es dauere nicht mehr
lange bis es schlage, und sie könnten dadurch zu— sehr erschreckt
derden. Die Warnung kam zu shpät; denn unmittelbar darauf
Tidaten die mächtigen Töne der Glocke. Der ungeheuere Schall
n nächster Nähe hatte die schrechliche Wirkung auf die Dame, daß
ie sofort arfing, irre zu reden, uͤd authleider in die Irrenanstalt
erbracht werden wußte. (B. L.3.)

f* Der Meuchelmorder Nobiling hat, wie uns aus
ichtrer Quelle milgetheilt wird, an Freitag Rsbend ein Selbstmord⸗
etsuch uniernommen, indem ec sich mit einet Scheere die Puls—
idern zu öffnen begann. Der dem Verbrecher als Pfleger beige⸗
zebene Wärter aus der Charitee vermochte inteß noch den Lebens⸗
üden an der völligen Ausführung dieses Versuches zu verhindern,.
Im einer eiwaigen Erneuerung desselb n vorzubeugen, ist, neben
—XX Wacsamieit, Nobiling nunmehr in seiner Zelle
jefesselt worden.

7 Wahl⸗Kuriosum. In Charlotlenburg war der Name
des dortigen Stadiverordneten-Vorste ers —XX
nicht in der Wahlliste verzeichnet, in Folge dessen der genannte
onservative Herr jein Wahlrecht nicht auzüben konnte.

fParis, 5. Aug. Die stheilweise Arbeitseinstellung der
Pariset Kutscher hat heute Morgen begonnen; dieselbe soll den
Compagnien und Miethkutschern zur Warnung dienen. Ersolgen
leine Zuzeständnisse, so wird morgen die Arbeitseinstellung allgemein
werden.

4 Ein reicher Straßenbettler ist eben in London gestorben
»erselbe hinkerließ nicht weniger als 65,000 Pid. St., weiche er
wei milden Stiftungen unter Uebergehung seiner „zür lichen Ver⸗
dandlen“, die ihn unbegchtet uad halflos ließen, testamenlarisch
bermacht. Er betrieb sein „steuersreies Gewerbe durch mehr als
30 Jahre in „Cheopfid.“, wo er mit einer Pennypfeise mit ihrem
—XR Vo übergehenden zur Milde beweger
vußte. Welcher Virtuose kann sich äbhnlicher Erfolge rühmen?
Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demetz.
Nachrichten aus Amerika.
Catharina Urschel
Johann Schwar;
Perlobte.

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31 New Chambers Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diele Zeitung erscheint monatlich in New Vork und enthält du
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die währerd des amerikanischen Krieges
don 1861 bis 1868 gestorben sind. Ferner all zemeine interessantt
Nachrichten aus Amerita.

Spezialität der Redallion; Aufsuchung Verschollener, Bescha

fung von Todlenscheinen, u. Auskunfiertheilung üder Amerika u. j.
— Preis per Jahr 4 Mart, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verieger Win. Rasch, Post⸗Box 559
im New⸗NYork, oder die Herren Vertreter:

Hert Joh. Wilh. Bornemaun, in Göppingen, Württembero

Herren Lou's Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbayern

Herr H. Vöring, in Gießen, Hessen.

hert Ferd. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover

Herr Friedrich Qelholz, in Bamberg, Bayern.

derr C. Guisez in Sltraßburg, Elsaß.

Herren Egger⸗Honegger, Neumühle⸗-Zürich, Schweij.

St. Ingbert Cottweiler
im August 1878.

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Zu verwi⸗then
3 Zimmer nebst Keller bis 1.
September bezichbar bei
Gesrg Best Wo.
Stationsbeklebzettel
Isssan bei F. XÆ. Demetz.

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ine Stelle fucht, eine solche zu
vergeben hat, ein Grundstück zu
60 verlaufen wünscht, ein solches zu kaufen
beabsichtigt, eine Wirt hschaft,
——Oeconomiegut ⁊xc. zu pachten
sucht, eine Heir arh anknüpfen will, eine Geschäftsem⸗
pfehltung zu erlassen gedenlt — überhaupt zu
Insertionszwecken
Rath bedarf, der wende sich pertranensvoll an die
—— von
vpaube &amp; do. in Munchen,
welche sig die prompteste und billigste Bedienung zur
Aufgabe mocht.
hean: Windenmachereatr. 5.

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ruck und Verlag von F. . VBemeß in St. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.
HDer St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint woͤchentlich vlermal: Dieustag, Donnerstag, Samstaz und Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
1Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neeclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
—⸗ ——— — — —
M 125. Samstag, den 10. August 1878.

Deutsches Reich.

München, 5. August. Eine interessantere, dramatischert

und zahlreicher besuchte Versammlung als die gestrige hat die bayhe⸗
rische Haupistadt lange nicht erlebt; sie war einberufen von der
klerilalen, oder, wie sie sich neuerdinas nennt, von der katholisch⸗
bayerischen Partei, von weit über tausend Personen, darunter die
dälfte der socialdemokratischen Partei aagehörig, befucht und bot,
das die Reden der Einzelnen und die Aeußerungen der Gefammt⸗
Jeit anbelangt, ein so bewegtes Bild, daß man sich füglich nach
Frankreich versetzt wähnen durfte. Das Ergebniß deeser Wahlver—
fammlung war, um es nur gleich herauszusagen, die Thatsache,
bdaß die Soziaudemokraten enischlossen sidd, Mann für Mann für
den Kandidaten der Klerikalen, Rechtsraih stuppert, bei der Stich⸗
wahl einzutreten, wodurch die Wahl Stauffenberg's allerdings
üußerst gefährdet erscheint. Zuerst sprach Ruppert selbst gegen den
Militäretat, gegen Ausnahmsgesitze, gegen indirekte Steuern.
Stärker aber noch als er betonte der zweite Redner, Stadipfarrer
Dr. Westermayer, die Nothwendigkeit des Sichzusammenschaarens
zegen den modernen Liberalismus: dieser habe in und um München
große Sympathieen eingebüßt (große Heiterkeit), selbst das Herz
von München habe sich gegen ihn erkältet (erneute Heiterkeit), all—
gemein sei die Abneigung gegen ihn. „Manches“, sazte Wester⸗
mayer, haben wir mit der Socialdemokrafie gemein: auch wir
bekämpfen die durch den Liberalismus verschuldete Verarmung der
Massen, Verlotterung der Sitten, Verjudung des oͤffentlichen Lebens ꝛc.
Wenn d'ie Sozialdemokraten für Stauffenberg stimmen würden, so
würden sie die liberale Mißwirthschaft billigen. Die Liberaleßs sind
die schlimmsten; alle Revolutionen gingen von ihnen aus, außerhalb
Deuischlands sind sie alle Republikaner; das Eigenthum der Kirche
haben sie genommen, aber iher Eigenthum, das Eigen⸗
thum des Großkapitals (lang anhaltender Beifalh) beschützen
sie. Stauffenberg ist einmal gar nicht reichstreu, führte Westermaher
unter Stürmen von Beifall weiter aus, denn was reichstreu ist,
kann nur Bismarck difiniren; dieser aber hat vor Siauffenberg's
Wahl in der offiziösen Presse warnen lassen. Wir, sagte Wester⸗
maher weiter, stehen jetzt dei Bismarck in Gunst, die Liberalen
will er an die Wand drücken, uns cajolitt er; wir aber haben
seinen Haß nicht gefürchtet, wir hoffen nun auch Nichts von seiner
diebe.“ Es gab minutenlange Beifallssa'ven für den witzigen und
gewandten Redner, auch für seinen Nachfolger, Appellrath Kopp,
der Frhrn. v. Stauffenberg als Bürgermeister und Ministerkandi—
daten zu verdächtigen suchte, am meisten aber für den Führer der
Socialdemokraten, Schriftsetzer Kiefer, welcher erklärle, daß alle
jeine Gesinnungsgenossen Mann für Mann für Rappert flimmen
würden. Wenig Anklang fand der letzte Redner, Braf Holnstein,
welcher für den glücklichen Ausgang der Wahl zu beien ersuchte,
aicht allzuviel Beifall endlich das Hoch des Vorsißenden auf König
dudwig von Bayern. Vorher haite noch Dr. Sigl in seiner dra⸗
dischen Weise für Ruppert gesprochen. (3. 8.)

Nach der Köln. Zeitung vestätigt sich die Mittheilung der
Allgem. Ztg., daß die Nationalliberalen bei den Nachwahien in
Berlin daran denken, den Frhrn. v. Stauffenberg alt
hren Kandidalen aufzustellen, wenn derselbe, was leider nicht zu
den Unwahrscheinlichkeiten gehört, in München J bei der Stichwahl
den vereinigten Ultramontanen und Socialdemokraten unterliegen sollte.

Nüruberg, 7. August. Zufolge öffentlicher Einladung
»rrsammelte sich gestern im Saale des „Sächsischen Hofes“ einm
noßere Anzahl Hausbesitzer zur Besprechung der Frage der Häauser⸗
deuer-Einschätzunz. In eingehender Weise wies der Be—⸗
aͤrksgerichtsrach Bocke die dem Gesetze zuwiderlaufenden Unzukomm⸗
lichkeiten bei der Häusersteuer⸗Einschatzung nach; seine Ausführungen
wurden nochh in einigen Puukten durch die Rechtsanwälte Beckh und
Dr. Pemsel ergänzt. Schließlich einigle die Versammlung sich dahin, Ausland.
mn das Ministerium eine Denkschrift abzusenden, in welher gebeten Teplhich, 7, August. Die Kaiser Wilhelm und Franz Joseph
pird, „die Vorschriften zu prüfen, nach welcher die Revifion der find heute zusammengekommen; sie umarmlen und küßlen sig be
—A Oberaufsichtswegen abzu⸗ihrer Begrüßung.
indern und inzwischen die vorläufige Einftellung des compromißge⸗ 5 Deim „P. Li.“ wird aus Panesovba, 4. Aug., gemeldet:
achtlichen Verfahrens anzuordnen, serner jene Schahungen, welche „Gestern Abend und heute früh wurde vom serbischen üfer guf di—

»das Compromißgericht seit dem 22. Juli vorgenommen hat, zu
cassiren und das Compromißgericht nach den revidirten Instructionen
seine Thätigleit auf's Neue beginnen zu lassen.“ (Fr. K.)

Berlin, 6. August. Ein gan; besonders königstreuer
Wahlkreis scheint der Kreis Zullichau Crossen zu sein, in welchem
der deutscheonservative Amtsralh Uhden als Reichslags⸗Abgeordneter
hervorgegangen ist. Dort wurden nämlich 50 Stimmen für den
Kaiser und 9 für den Kronprinzen abgegehen. Die ersteren 50
mußten, da der Kaiser überhaupt nicht waͤhlbar ist, als „ungiltig“
cassiirt werden, die 9 für den Kronprinzeu abgegebenen Stimmen
wurden dagegen den „ersplitterlen“ zugezhlt.

Nach der Volkszeitung soll das Staatsministerium sich für
Vollstreckung des gegen Hodel verhängten Todesurtheils ausgesprochen
haben. Unter den Befuͤrworten einer Vollstreckung der Todesstrafe
stehe in erster Reihe Fürst Bismard.

Berlin, 7. August. Die „Prov. Corr.“ meldet, daß der
Kronprinz und die Kronprinzessin bei der Vermählung der Prinzessin
Marie am 24. Augusl den Kaiser und die Kaiserin vertreten werden.
Der Kronprinz werde mit Rücksicht auf die am 9. Sept. biginnende
Reichstagssession einen Theil des Monats Sept. in Potsdam verbleiben.

Berlin, 7. August. Ein längererDie Bedeutung der
Wahlen“ betitelter Artikel der „Provincial⸗Korrespondenz“ gelangt
zu folgender Ausführung: Durch die gesammten Wahlen, soweit die
Bevölkerung von Gesichispunkten der allgemeinen Politik und nicht
don kirchlichen oder besonderen politischen Zwecken bestimmt worden,
gehe klar erkennbar die Thatsache hindurch, daß das slaatserhaltende
Bewußtsein gegenüber kritisch oppositionellen Bestrebungen zu durch⸗
ichlagender Geltung gelangi sei, daß fast nirgends eine Veründerung
nach links, überall nur Veränderungen im Sinne eines engeren
Unschlusses an die Regierung stattgefunden haben. Es sei h'ernach
estimmt zu erwarten, daß die Lösung der Aufgabe, welche die erste
urze Reichstagssession fasi ausschließlich ausfüllen werde, die Fest⸗
tellung außerordentlicher Maßregeln gegen die auf Untergrabung
)er bestehenden Staats⸗ oder Gesellschäftsordnung gerichteten social⸗
demokratischen oder kommun stischen Bestrebungen in voller Gemein⸗
chaft mit der Mehrheit aus den konserbativen und gemäßigt liberalen
Elementen erfolgen werde. Die Gemeinsamkeit in Lösung dieser
Aufgabe werde aauch den Boden für ein weiteres ersprießliches Zu⸗
ammenwirken befestigen. Die wichtigsten Grundlagen der Gesetz
jebung im Norddeutschen Bunde uͤnd im deutschen Reiche selen
inter ähnlichen Partewerhältnissen zwischen Konservativen und Na—
ionalliberalen vereinbart worden. Warum solle ein gleich erfolg⸗

ceiches Zusammenwuken jetzt nicht möglich seia, angesichts zumal der

Nothwendigkeit, daß alle auf dem Boden der jetzigen socialen Ord⸗

nung stehenden Parteien sich fester aneinanderschließen und mit der

Regierung zusammenwirken, um Staat und Gesellschaft vor weiterem

Anwachsen der drohenden Gefahren zu schützen?

Berlin. Von der hiesigen Behörde ist, wie die „Post“
neldet, ein Beamter bereits zum dritten Male nach Wien in kur⸗
en Zwischenräumen gesandt worden, um dem Gange einer Unter⸗
uchung nahe zu sein, die dort gegen eine Anzahl junger Leute
ingeleitet worden ist, welche theils in Prag theils in Wien ihr
Wefen trieben und nichts mehr und nichts weniger bezweckt haben
ollen, als den Umsturz aller Monarchieen, durch den gewaltfamen
Tod derschiedener großer Monarchen herbeizuführen, um alsdann
die Fahne des Umsiutzes und des Schreckens aufzupflanzen.

Berlin. Der Gerichtsassessot Graf Wilhelm v. Bizmarck,
Sohn des Fürsten Bismardh, ist in das Reichskanglerami ais Hilfs⸗
arbeiter berufen worden.

In Ber linm werden sich bel der Stichwahl zwischen Zelle
Gorlschr.) und Fritzsche (socialdem.) die Ultra nontanen des Ab
stimmens enthalten.
        <pb n="450" />
        osterreichischen Cordon ⸗Truphen geschossen. Seit 14 Tagen geschieht
Das faft iaglich.“

Dir *B34ig Alfons von Spanien hab, dem Pariser
Figaro zufolge, beschlossen. eine ungeheure Kirche zu erbauen, un ter
eicher die sterblichen Ueberrese der Königin Mercedes ruhen
sollen. Zu diesem Baue wird bis zur Beendigung desselben eint
Million Realen auf die Ziv lliste erhoben werden, und der Herzog
pon Monpensier, sowie die Prinzessin v. Asturien werden jaͤhrlich
ine Summe von 200,000 beisteuern. Der Herzog von Mont⸗
pensier, welcher vor einigen Tagen nach Paris zurückkam, überbrachte
der Königin Isabella ein Schreiden ihres Sohnes, worin dieser sie
bat, sich an seinem Baue dadurch zu detheiligen, daß sie ihm die
ihr angehörenden Diamanten umnd Juwelen der Kathedrale von
Atocha — sie haben einen Werth von 15 Millionen Realen (ũber
drei Millonen Mark) — überlasse. Die Koͤnigin übergab in
schwülstiger Form sofort ihre Zustimmung, was ihren —A
ruͤhrte, daß er sie in's Land zurückrufen wollte. Darauf g'ng
Isabella indeß nicht ein.
A.
Vermischtes.

7 St. Jagbert, 8. August. Die hiesige Lateinschule
zaͤhlte vei Beginn des eben abgelaufenen Schuljahres 87 Schületr,
Hobon im Laufe des Jahres 8 ausniaten, so daß am Schlusse noch
84 derbleben. Der Confession nach sind 49 Katholiken, 31 Pro⸗
lestanten, 83 Mennoniten und 1 Isralite.

Zweibrachen, 8. Aug. Die diesige k. —AXXV
war bei Beginn des Schuljahres 1877/78 von 238, am Schluß
besselben von 234 Schulern besucht; von diefen 234 ind Prote⸗
stanten 182, Katholiken 42, Menroniten 3, Israeliten 7. Auf
die Lateinschule trafen 134, auf das Gymnasium 100. Ende
1877778 zählte die Anstalt 26 Schüler mehr, als Ende 1876/77,
und 66 miehr, als 1875/76.

Homburg, 3. Aug. Gesiern wurde hier einem jungen
Hunde von bestialischer Hand das Maul ausgeschnitten. Möchte
den Polizeiorganen gelingen, ein solches Subject der gewiß ge⸗
rechten Strafe zu überliefern. (O. A.)

Miesenbach, 5. Aug. (Kais. Zig.) Heute Abend
um 7 Uhr verunglückte am hießgen Schulhause der neunzehnjährige
Sohn des Ackerers Theobald Feil. Derselbe saß auf einem mit
Scheitholz beladenen Wagen. Bei der etwas abfallenden Straze
fiel ein Stück Holz auf die Pferde, so daß in Folge Dessen die⸗
selben in's Laufen kamen. Dabei fiel der Unglüchliche vom Wagen
umd erlitt durch das nachstürzende Holz am Kopfe und Rücken so
schwere Verletzungen, daß er nach wenigen Siunden starb. Allge⸗
mein ist das Bedauern der geachteten Familie des Verunglückten.
37Vonder Zandeck, 6. August. Gewisse dunkele Vor⸗
kommnisse, welche seit einiger Zeit die Einwohner von Gleishorbach
bestandig in Furcht und Aufregung erhielten, bekamen vorgestern
Nacht einen ebenso plötzlichen als uuseligen Abschluß. Vor Wochen
hrannte in genanntem Orte rdes Haus des dortigen Ackerers Joh.
Wendel nieder, und es sprache darals alle Anzeichen für die An—
nahme einer böswilligen Brandstiftung. Der Verdacht fiel alsbald
auf den ledigen Abraham Schwertfeger, und es wurde derselbe in
Untersuchung gezogen. Da siqh hinreichende Indicien gegen ihn
nicht ergaben, wurde er in der öffenilichen Verhandlung freige⸗
sprochen. Ohnlangst wurde nun ein Zeitel an die Kirchthüre an⸗
deschlagen folgenden Inhaliz: „Wenn ihr den Abraham Schwert⸗
segee nicht in Ruhe laßt, so wird halb Gleishorda h angezündet
und mehr als zehn Wingert werden abgeschnitten !“ Der Verda hl
der Urheberschaft fiel sogleich auf den Bruder des oben Genannten,
auf den verheiratheten Georg Schwertfeger, und zwar um so mehr,
ais dieser zur kritischen Zeu von einem Zeugen in der Nahe der
sirche gesehen worden war. Bald darauf kam — wohl um die⸗
sen Verdacht abzulenken — ein neuer Drohbrief zum Vorschein, in
welchem die Namen derer angegiben waren, bei denen es nächstens
brennen werde. Unter diesen Namen, die ziemlich zahlreich waren,
hefand sich auch der des Valers der Schwertfeger. Jeßzt wurde
das Dorf sorgfältig von der Polizei und der Bürgerschaft über⸗
wacht. uUnd es sollte in der That das Haus des alten Schwert⸗
feger das erste sein, an welchem die Drohung auszeführt wurde.
Die Wachabenden aber machten an Ort und Stelle Entdedungen,
die es ihnen unzweifelhaft erscheinen ließen, daß Geotg Schwert ·
feger es gewesen sei, der das Haus seines Vaters in Brand ge—
icat habe. Die Scheune mit sammt ihrem Inhalte an Frucht ⁊c.
ging in Flammen aus. G. Schwertfeger wurde sogleich verhaftet
it n's Bezirkzgefangniß nach Landau abgeführt. Er.)

Landau, 8. August. Durch Commandaniur-Befehl
wurde den Soldaten der hiesigen Garnison der Besuch der Wirth⸗
jichaft „zum Trifels“ verboten. Dem Vernehmen nach soll die
Colpottage sozialdemokratischer Schriften in diesem Lokal Veran⸗
fsfung gu dicsem Bejehle gegeben haben. (Eilb.)

4 Speyer, J. Aug. Heute Morgen eilebrirte im hohen
Dom dadie Bischot Baltes von Ulton in Amerita die Messe. Er

ist ein Pfälzer, aus Ensheim gebürtig; als Kind von 4 Jahren
berließ er im Jahr 1848 die Pisalz, die er jetzt als Bischof zum
ersten Mal wieder nach so langet Zeit beiritt, um auf der Rüd⸗
reise seinem Geburtsorte einen Besuch abzustalten. (Rhypf.)

pSpeyer, 8. August. Die Erossauug der Feldjagd für
das Jahr 1878 wurde für Feldhühner und Wahteln auf den 19.
August, sür Hasen auf den 14. September festgesetzk.

Saarbrücen. J. August. Gegenwärtig werden in
unserer Gegend trigonometrische Messungen vorgenommen. Mehrere
bot der Siadt wohnende Frauen, welch? tüczlich die mit Theodolith
und Meß apparat versehenen Soldalen sohen, frazten einen derselben
neugierig, ob die Straße abgeschattet“ (photographirt) werden folle,
was der Spaßvogel auch bejahte. Nun baten Sie aufs Eindring⸗
lichste, sie mit ihren Kindern doch auf dem Bilde „mit abschatten“
zu wollen. Der Schäcker versprach auch diesez, und die Frauen
jlellten sich nun mit Kind vnd Kegel vor der Front ihrer Hãuser
auf, und hielten während der Zeit als die Abmessungsoperation
dauerte, mäuschenstill. Besonders ein altes Großmüutterchen soll sich
söaiglich auf das zu erwartende Bild gefreut haben, was iedem
der Geseuschaft verspcochen wurde. Natürlich aber werden alle noch
lange auf das Bild warten müssen. (S. 3.)

4 Von einer merlwürdigen Verletzung durch einen Blitzschlag
in der Nahe von Trier, berichtet die S. und M. Ztg.: Ern Ar⸗
heiter wurde auf seinem Heimweg von einem Gewittier überrascht.
Um sich vor dem Regen zu schützen. stellie er sich unter eine Fichte,
ind da ihm diese keinen Schutz gewährte, schicie er sich an, auf
die Sttaße zu treten. Als er gerade den rechten Fuß auf die
Bboschang setzte und den tinten noch im Graben hatte, draf ihn ein
Blitzschlag, und zwar an der rechten Seite senes Körpers von der
Bruͤst nach unten, riß seine sanmtlichen Kleider, das Hemd nich!
usgenommen, herunter, traf dann den linken Schuh von unten
durch die Sodle herauf und verletzte dem Manne nodch die beiden
leinsten Zehen, ohne daß zu sehen ist, wo der Blitz'chlag einen
Ausweg genommen hat. Die rechte Seite des Körpers ist roth
angelaufen, während der linke Fuß dick angeschwollen ist. Spãtet
janden ihn drei Männer und brachten ihn mittels eines Gefährts
nach Hause. Der vom Blitz Getroffene, der am Abend des Vor—
janges noch sprachlos war, bezw. nur unverständliche Laute her⸗
hordrachte, befindet sich wohl und weiß auch den Hergang genau
zu erzaͤhlen.

'Mäanchen, 4. August. Die jurist'sche Schlußprüfung

an hi siger Universität ist vorgestern zu Ende gegangen; zu der⸗
selben zugelassen waren 27, weluich geprüft wurden 26; für nicht
befähigi erklart 2 Candidaten.
7 (Gposlanweisungsverlehr in Bayern.) In der Zeit vom
I. Januar bis 30. Juni l. J. gestaltete sich der Postanweisungs⸗
verleht bei den kgl. kayerischen Postanstalten folgendermaßen: A.
im Internen Verkehre bettug die Stückzahl der ein⸗ bezw. ausge⸗
ahlten Postanweisungen 1341,177 und die Summe der Ein⸗
esp. Auszahlungen M. 64646,683 gegen 1,233,605 Stück mit
M 60.237, 086 in der gleichen Periode des Vorjahres, mithin
qruer 107,872 Stück und 4389,599 M. mehr. Die meisten
Fin⸗ und Auszahlungen wurden in dem Oberpostamtsbezirle Mün⸗
hen geleistet, näͤmlich M. 14,692,912 Ein- und M. 18,195,307
uszahlungen. B. Im Wechsel-Verkehre belief sich d'e Stückzahl
zer eingezahlten Postanweisungen auf 602,691 und die der aus—
Jezahlten auf 397,847 und wurden hiermit M. 40,599,031 Ein⸗
hezw. Auszahlungen geleistet gegen 329,531 bezw. 379,5638 Posh
nbeisungen und M. 37,664 322 in 1877. Hierbon entiallen
auf den Oberpostamtsbezirk Sp yer 121,211 eingezahlte Postam—
veisungen bezw. M. 7,290,801 und 78,477 ausbezahlte bezw.
r. 3,323, 0800. Im Gesaumt wurden auf 1,944,138 Postan
deisungen M. 105,245,7 16 Einzahlungen geleistet gegen 1,763, 186
Postanweisungen und M. 97,921,408 im Vorjahre.

Ktronach, 2. August. Diesen Morgen erschoß im be⸗
rachbarten Kestel der Auszügler L. Ebert, vulgo Schwab, seinen
Sohn, den erst seit 14 Tagen verheiratheten Bauern F. Eberl
hon dort. L. Ebert, der im Mai henrigen Jahres Grundtheilung
hotnahm, lebie mit seinem anderen Sohne Johann, vulgo Huzter,
in besiändigem Hader; mitunter kam es auch so weit, daß Letzierer
einen alten Vater prügelte. Eine solche Scene schien sich heute
zu wiederholen. L. Ebert griff in seinem Zorne nah einer Flinte,
gte auf den ungeheiratheten Sohn an, in diesem Augenblick
prang jedoch F. Ebert zur Abweht dazwischen, der Schuß krachte
Und die Kugel ging Demz'nigen, der das Unglück verhüten wollte,
durch die Brust. Der Erschossene wird von Jedermann als ein
ordentlicher, braver Sohn und Gatle geschildert.

4 Die Ernennung des Generals von der Tann zum
Thef des preußischen 47. Infanterie⸗Regiments enlhaͤlt eine in nicht
militärischen Kreisen kaum voll gewürdigte Auszeichnung. Bringen
zoch schon Zeilungen die Nachricht mit der knappen Fassung der
Henerai seĩ zum Chef eines preußischen Insanterie⸗ Kegiment⸗
annt worden. Das 47. JInfanterie⸗Regiment ist namlich dat
Todiertegiment aus der Schlacht donWörth glorreich belaunlen
        <pb n="451" />
        . (Qonigs-Grenadier⸗) Regiments dessen Chef der Kaiser ist.
hei der Nemmee Reorganisation im Jahre 1859 wurde ersteres aus
m Konigs⸗Grenadier Regiment formirt. (Pf. K.)

— Zwei Zapfjungen kauften sich
jor Jahren zwei Meininger Lotterieloose; sie hatten schon alle
Hoffuung auf Gewinn aufgegeben, als der Eine 30,000 fl. gewann.
der glückli ye Gewinner hal sofort sein Handwerk an den Najgel
zehangt und ist in seine Heimath Bayern abgeresst.

.Karisrtuhe, 7. August. Dem graßlichen Brandunglück
a Steinbach ist en anderes ähnliches nur wenige Tage vorherge⸗
gangen Es war dies in Mühlenbach. Aut Wolfbach, wo bei
mem Hausbrande, der am hellen Tage ausgebrochen, mit rasender
Schnelligkeit um sich griff, eine alte Frau mit ihrem Enkelkende
dabrannte, Einige Maͤnner, welche sich in der Stube mit Karten⸗
piel unterhielten, tkonnten mit knapper Noth das Leben retten.

Mainz, Die zwöͤlfjährige Tochter des hiesigen Kauf—⸗
manns Martin Kleeberg hat auf dem Conservatorium in Paris.
wo sie ihre Studien für das Piano macht, den ersten Preis, be⸗
dehend in einem Pianino im Wertihe von 12,000 Fres. erhalten.
7 Folgendes nette Stücchen erzühlt der „Mainzer Anzeiger:“
Fin Schulmädchen, das noch lange nicht zu den Backfischen zählt,
agle vor einigen Tagen zum Papa, daß sie 2 M. 50 Pf. für
eine neue „Geoaraphie“ brauche. Sie erhielt das Geld und geslern
früh, als das Madchen in der Kirche war, fiel dem Papa ein, in
Ier' Schulmappe des Töchterchens nac der neuen Geographie zu
juchen! Dazegen fand er einen nagelneuen „Briefsteller für Lie—
hende!“ Bei dem Kaffee gab es nun eine Leclkion, welches keines
Fommentars bedarf.

pBraunschweig, 5. Auz. Ein blutjunger Mensch,
Sohn eines Beamten, hal sich erschossen; wie es scheint, aus
religidsem Wahn. Wie man höct, drückte er eine Pistole auf sich
in dem Augenblicke ab, als sein Bruder in's Zimmer trat. Die
zugel bohrie sich in die Brust und es drang aus der Wunde mit
jolcher Heftigkeit das Blut hervor, daß der Schreck erstarrte Bruder
hamit ganz überströmt wurde. Kurz vor der Ausübung der That
joll der jugendliche Selbstmörder in einem Todtengewölbe gewesen
sein. (Magd. Z.)

Mänstereifel. In hiesiger Gegend wurden in einem
Harten 2 Krügzelchen ausgegraben, welche 72 Goldmünzen von
feinstem Metalle und außerordentlich schͤnem, wohlerhaltenem Ge⸗
präge enthielten. Die meisten Münzen, von der Groͤße eines
Ducaten, stammen aus dem 12., 13. u. 14. Jahrhundert und
ragen vielfach Bildnifse von Erzbischöfen. Die werthvollste Münze
jon allen ist ein englischer Rosenobel von der Größe eines Thalers.

pMasella. Der Nuntius von München, Monsignor Aloisio
Masella, der durch seine Kissinger Zusammenkunft mit Fürst Bismark
etzt eine vielbesprochene Persönlichkeit geworden ist, soll, nach Schilder⸗
nügen aus Rom, eine sehr gewandte und tüshlige Persoͤnlichkeit sein.
—D einer von den hohen
Prälaten, Cardinälen und Mosignoren, die man auf das —X
Zren und in die Lisse derjenigen gesetzt hatte, die ob ihrer liberalen
BGesinnung keine Besorderung verdieuͤten. Damals war es schon
der als Präfeet der Propaganda bereits einflußreiche —XX
der dem Papst eine bessere Bebandlung des brauchbaren Monnes
abrang.

Der silberne Franzos. Aus Siraßburg schreibl
man: Es ist bei Ihnen Silte gewordea, die Geschichte so zu er⸗
ahlen, we sie nicht war, Carl V. zu einem Republikaner und
Fürst Metternich zu einem Revolutionät zu ma hen. Folgende Ge⸗
schichte ist aber augenscheinlich wahr; man erzählt sie im elsässischen
dandvoll seit alter Zeit. Es war nach der Annexion, nämlich nach
derjenigen Ludwig XIV., als ein hoher Beamter des Königs das
dand bereiste. Er sprach mit den Leuten, suchte Stimmung zu
machen, ließ sich in die Rathhäuser und Kirchen führen. So kam
t auch in eine Kirche mit vielen Notizen, hölzernen Täfelchen,
Armen und Füßchen aus Wahs, wächsenen Herzen — das Alle?
halle er schon gesehen aber ein Gezenstand erregte seine besondere
Aufmerksamkeit. Es war eine silberne Maus. Segen Sie mir,“
bemerkte er zu dem Bürgermester, „wie kommt es, daß hierher eine
silberne Maus gestiftet worden; das ist merkwürdig.“ Der Büͤrger⸗
meister gab Ausschluß. „Excellenz!“ sagte er, „es war eine großt
dandplase; Schaaren von Mäusen kamen ins Etsaß und staßen
Alles. Da stisteten die Bewohner eine silberne Maus hierher und
hald hötte die Plage auf.“ „Und das glauben Sie wirklich ?“
jragte wiederum der hohe Beamte. „Gewiß nicht Excellenz“, versetzle
der Burgermeister, „sonst häite ich der Kirche schon längst einen
ilbernen Franzos geschenlt!“

Fr Urber einen neuen Selbstmord⸗-Versuch Nobiling's wird der
Post? derichtet: Nachd'm der Meuchelmorder Robiling so weit
setgestelli war, daß er der Lazarethgehilfen der Charité nicht mehr
hedurste, ubernahmen die Krankenpfleger der Lazarethstation der
Stadivotgiei Zeller und Koch die Abnahme resp. Anlegung der
nbthigen Ropfverbände bei dem Verbrechet. Koch, ein hoͤchst ge⸗
wisseuhafler Beanter balle am Freisag Abend eiwa geqgen balb

10 Uhr dem Nobiling den üblichen Nachtverdand anzuiegen. Be
zieser Gelegenheit wußte Nobiling, als Koch sein Verbandzeug zu⸗
jammenpackle, sich unbemerlt einer kleinen Verdandscheere zu bes
naͤchtigen, die er dem äußerst vorsichtigen Beamten stahl und unter
einer Beitdecke verstelte. Koch hatte kaum die Zelle des Ver⸗
hrechers hinker sich, als er, wie von einer bösen Ahnung erfaßt,
noch einmal sein Verbandzeug nachsah und sofort den Rerlust der
Scheere beinerlie. Sqhell schloß er die Zelle wiedet auf und fand
zaselbst zu seinem Schrecken, daß Nobiling wit derselben beceits
Zen Versuch gemacht hatte, sich die Pulsader zu öffnen- Dat
Blut träufelte bereits hervor, doch der Beamte that sofort aues
Moͤgliche, jede Gefahr zu beseitigen. Nobiling hattie sich bei dessen
Finiciti so gestellt, als sei nichts vorgefallen und die Hände und
Scheere unter die Betidecke gehalten. Robiling meinte, als er sich
niarvt sah: Wäre Koch ihm nicht wie ein Spurhund auf die
Finger gewesen, er hätte längst Hand an sich felsst gelegt. Nobl—
ung's Verwundung ist eine leichte, angelegte Handschellen werden
ihnm nunmehr von weileren Selbstmordversuchen wohl abhalten.

f In Zülrlichau wurde dieser Tage eine Billardspiel⸗
Wette zum AÄustrag gebracht, die nicht so leicht ihres Gleichen
nden durfte. Eines Abends nämlich dußerte gesprächsweise ein
donditoreibesitzer Herr Peschel zu einem Kaufmann, daß er wetien
vollite, 48 Stunden ohne Unterbrechuug hintereinander allecin
Billard (Carambolage) spielen zu können. Die Wette wurde ange⸗
nommen und dem Sieger ein Preis von fünfundzwanzig Thalern
usgesetzt. Herr Peschei machte sich sofort, Abends 6 Uhr, an
das Spiel. Zwei Tage darauf Abends 6 Uhr 84 Minuten beendete
er dasselbe unter dem lauten Beifall der zahlreichen Zuschauer und
unter den Klängen eines schnell füe den Sieger arrangirten Staänd;
hens. Die 34 Minuten über die 6. Stunde hinaus mußten auf
Anrrechung der vom Sieger gemachten nothwendigen Pausen nach⸗
gespieit werden. Der dauerhafte Sp'eler genoß wahrend dieser
i8 Stunden etwas Fleisch, Ei und Wein. Am anderen Morgen
1Uhr begab sich Herr Peschel wie gewöhnt in sein Geschäft.

4 In der am 2. d. M. in Prag sialigehabten Glaͤubiger⸗
bersaumlung des Konkucses Strousberg konstatirte der Vorsitzende,
daß fl. 10,912,035 stimmberechtigle Forderungen angemeldet sind.
Der Massenverwalter ecstattete einen ausführlichen Bericht in welchem
er darlegie', daß die exelusiven Feilbietungen der Domäne Zbiro
ec. nicht den Betrag der darauf haftenden Forderungen gedeckt
haben. Bon dem Erlöse des beweglichen Vermözens sind nach
olbzug der bevorrechteten Forderungen fl. 220,000 disponibel,
fals in Prozeß wegen fl. 80,000 gewonnen wird. Gerihtlicher
Nustrag des Konkurses würde Jahre dauern und ichwerlich Vortheil
bringen. Die Quote, die Dr. Strousberg biete (diei Prozent),
fei sehr gering; aber man müfse berüdfichtigen, daß nach den
Zusammenflellungen der Berliner Konlursleitung im Ganzen 150
Millibn M. an Forderungen angemeldet wurden, von denen Dr.
Strousberg selbsi 70 Million M. als richtig anerkannt. Diei
Prozent h'ebon ergebe, 2,1900,000 M., von denen eigentlich nur
ein Dritlel vorhanden sei, während zwei Drittel von Dr. Strous-⸗
derg eist verdient werden müussen.“ Der Massenver walter konstatirte,
haß Dr. Strousbecg Alles der Konkursmasse überlossen habe. Nach
)em hierauf zur Verlesung gelangenden Vergleichsantrage Dr.
Strousberg's verpflichlet sich dieser, den Glaubigern dritter Klasse
der Prager Konkursmasse drei Procent ihrer Forderungen ohne
Zinsen und Kosten zu bezahlen, und zwar ein Prozent innerhalb
Wweier Monate nach rechiskräftiger Behebung des Konlurses beim
dandelsgericht in Prag, das zweite Prozent zwei Jahre nach
—XRVVDV Jahre nach der
Zonkursbehebung. D'ejenigen Gläubiger, welche ihre Forderungen
wohl bei der Konlursmosse in Prag als in Berlin angemeldet
jaben, erhalten die gebotene Ausgleichquote nur einmal. Bei der
jolgenden Abstimmung stimmten 176 Gläubiger mit Forderungen
— 20 Gläubiger mit
Forderungen per 1,270,974 fl. gegen denselben. Der Ausgleich
ist sonach angenommen.

f Die öffentliche Versteigerung der Diamanten der Konigin
Isabella in Paris hat Freitag ihr Ende erreicht. Das Gesammt⸗
rtträgniß dieser Auktion belief sich auf 3437,006 oder, wenn
man den 53prozentischen Zuschlag, den die Ersteber zu leisten haben,
nitrechnet, auf 8,608, 886,50 Fres.

Im Westen der Vereinigten Staaten Nord⸗
amerito's herrscht große Hitze; in St. Louis z. B. mögen in den
sehten 10 Tazen wohl 1600 bis 2000 Menschen vom Sonnen⸗
sch theilweise tödtlich getroffen worden sein; aus den andern Pro⸗
bingen werden ebenfalls zahlreiche Erktanlungen und Todes faͤlle
Jemeldet. Der Thermometer erreicht nicht selien 300 Roͤaumur im
Schatten.

7 npDas kleine ameritanische Boot, „Kautilus“, in dem zwei
gtlider, Andriws mit Namen, von Newyort nah Havre
segelten, ist wohlbehalten nach junfwb higer Reise in Mullgore Cove
in Itland angelangt. Das Boot, das kleinste, das je den Ocean
ibersjahren, in im Ded 19 Fuß, im Kiel 18 Fuß lang, 6 Fuß
        <pb n="452" />
        zreit, ð Fuß 8 Zoll tief und geht 6 Zoll tief in Wasser. Halb⸗
degs hatnen die kühnen Seeleuie nebeliges, schweres Weiter zu
duiden und ihr Boot ward einstmals durch eine mächtige Welle,
mehrere Fuß hoch aus dem Wosser geschleudert. J

Eine Parforce⸗Schwimmerin. Londoner Zei⸗
jungen berichten, daß eine junge Engländern, Miß Beckwith, soeben
2 englische Meilen auf der Themse stromaufwärts durchschwommen
hat. Es geschah das nicht, wie man glauben könnte, in Folge
ner Wette, sondern um ihre Landsleute aufzumuntern, sich meht
der so nützlichen Schwimmkunst zu widmen! Das unerschrockene
unge Mädqhen schwamm von der Westminster-Brücke 12 Uhr 25
Min. ab; mehrere tausend Reugierige drängten sich auf dem Vic⸗
soria⸗Quai, um Zeuge ihres Versuchs zu sein. Miß B. erschien
in einem orangefarbenen Anzuge und wurde mit allgemeinem Hurtah
empfangen. Sie schwamm, ohne sich aufzuhalten, unter den
Brücken Lambeth, Bottersea, Chelsea, Kew durch und erreichte um
z Uhr Richmond. Von hier aus unternahm sie den Rückweg
romabwäris bis nach Mortlake, wo sie an's Land stieg, nachdem
sie sechs und eine halbe Stunde im Wasser zugebracht hatte.

Gemeinnütziges.

Gesährliches Spielseug. Einen interessanten
Fall von Bergiftung durch Arsenwasserstoff bringt die „Vierteljahr⸗
schrift für gerichtliche Mediz'n“. Die bekannten kleinen rothen und
zlauen Gummiluftballons werden mit Wasserstoffgas gefüllt, das
uͤblicherwese aus Zint und Schwefelsäure dargestellt wird. Das
im Handel vorkommende Zink enthält nun gewöhnlich mehr oder
weniger Arsen, desgleichen ausnahmslos bie Schwefelsäure unserer
Drozuerien. Bei der zum Zweck der Füllung der Ballons bereiteten
Basmenge befand sich durch die Arsen verunreinigtes Wasserstoffgas
dem 5Italiener, die sich in einem Zimmer eingeschlossen mit Füllung
der Ballons abgaben, zum Opfer filen. Unter ungunstigen Um—
ftänden, etwa von Kindern inhalirt, kann das Gas der Gummi⸗
ballons leicht Vergiflungs-Symptome hervorrufen. Daß diese Ballons
auch in so fern ein höchst gefährliches Spielzeug sind, als sie sehr
leicht Feuer fangen und explodiren, sei gleichzeitig noch hervorge⸗
hoben.

Der Volksglaube spricht dem Petroleum eine Heil—⸗
wirkung bei allen möglichen Gebrechen zu. Um so mehr scheint eine
Warnung zur Vorsicht am Platze. Folgende Thatsachen mögen
zu diesem Zwecke dienen: Ein Bahnarbeiter hatte sich den Finger

zut wenig gequeischt. Ein Mitarbeiter rieih ihm die Eixteibune
zer Verletzung mit Petroleum. Kaum hatte der Arbeiter dies Min
ingewendet, so schwoll die Hand, hierauf der Arm, zuletzt die X
rörperseite bedeutend an. Nach einigen Tagen entseßlicher Qual
jab der Unglüdcl'che seinen Geist auf und zwar in Folge eingetretener
Zlutvergiftung. Ein Jäger rieb seinen sehr werthvollen Jagdhund
im ihn von ieichtfüßigen Blatsaugern zu defreien, am Nacken ftar
nit Petrolenm ein. Sofort verlor sich dei dem Thiere die Freß—
lust, es zitterle am ganzen Leibe, winselle vor Schmerz und starb
chon innerhalb acht Tagen. Ein Landmann rieb 9 Kühe und
dälber mit Petroleum ein, um sie von den Läufen zu befreien.
In Folge dessen starben zwei Kälber in den ersten Tagen und all—
ibrigen kränlelten. Das Haar verloren sie fast sämmtlch.
Landwirthschaftliches.

Ernteaussichten. Was die Fruchtbarkeit dieses Jahres
zetrifft, so steht bereits fest, daß das Ergebniß von zwei der wich
igsten Landesprodukte, Heu und Weizen, den gewöbnlichen Ettrag
derselben weit übersteigt, in Heu wenigstens um 50 pCt. Dapu
tritt nun auch noch der zieml'ch ergiebige zweite Gras⸗ und Klee—
chniti. Letzterer steht jetzt in voller Blüthe und winkt daher der
Sense entgegen. Außerdem verspr'icht auch der Stand von e'nem
)er übrigen Hauptfuttergewächse, der Runkelrüben nämlich, einen
guten Ertrag, so daß die Gesammtfutterernte dieses Jahres jene des
‚origen Jahres noch übertrifft. In Folge dieser zwei gesegneten
Futterjahre muß also der durch frühere Futternoth herbeigeführte
lusfall des gewöhnlichen Viehbestandes endlich wieder gänzlich ge—
»eckt und daher der drückend hohe Fleischpreis ermäßigt werden,
ndem der reichliche Futkter Erlrag sich nicht auf einzelne Begenden
eschränkt, sondern, wie von allen Seiten berichtet wird, ein sehr
illgemeiner ist. Das Brod, welches indeß bisher verhältnißmäßig
nicht so theuer war, wie das Fleisch, wird v'elleicht trotz der ge⸗—
egnelen Weizenernte nicht viel billiger werden, weil die diesjährige
to ggenernte fast überall eine mangelhafte ist. Dabei kommt jedoqh
sas Ergebniß der Kartoffelernte noch in Betracht, da bei einem
zenügenden Vorrath an Kartoffeln die Mehrzhal der Consumenten
iel weniger Brod als im umgekehrten Falle genießt. Aber auch
der ietzige Stand der Kartoffeln verspricht einen guten Ertrag.

Für die Redaction veraniwortlich: F. X. Deme tz.
hatdchtthNAttt XαιαιOαιαιααιαα

—
Gesohaffs- Anzeigo.

Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die erge⸗

benste Anzeige, daß ich in dem früheren Rickel'schen Wohnhause ein

Barbier-und Priseur-Geschätft

angefaagen habe und empfehle zugleich alle in dleses Fach ein⸗
schlagenden Artikel. Achtungsvollst

Nikolaus Lorenz.
St. Inahert.

Soeben erschienen:
Erfolgreichste Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewährte!
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zefährlichen Krankheit zu leiden,
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Trost und, soweit noch möglich,
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Ziehung unwiderrussich 3. Sept. 1878.
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Treffer.

Loose à M. 2 sind zu haben bei der General-Agentur:
Auqust Schuler, B. Schuler'sche
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Zweibrücken.
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Malerei; ĩ reizende Manilla-Tischdecke, D55 Centim. lang; J feiner
Serviettenhaltet (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Brief⸗
waage; 1 Microscop, welches 50 Mal vergrößert; 1 Ocarina
d. ij. ein neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
einiger Uebung lieblich produciren lann; 1 Broche und Ohrringe,
unsivolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfindung, vermittelst man
wit Personen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklärung; 1
. Ring imit. Gold m. Emaille; 1 Metermaaß.

Diese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Anaeboten zu verwechseln.
Carl WMinde in Leipzig.
Druck und Verlag von F. Xx. Demet in St. Inagbert.

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Drekerei ds. Bl.

Gemũthlichkoit.
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Waldparthie

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wozu Freundlichst einladet
Der Vorstand

Eine Wohnung

mn der Haupistraße gelegen,
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Demet æ.

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Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 8. Aug.
Weizen 11 M. 23 Pf. Korn
7 M. 78 Pf. Gerste 2reihige
— M. — Pf. Gerste reih.
— M. — pf. Spelz 6 M.
25 Pf. Hafer 7 M. 40 pf.
Heu 1 M. 90 Pf. Stroh 2
M. — Pf. Kartoffeln 8 M.
— Pf. Weißbrod 12 Kilog
55 Pf. Kornbrod 8 Kil. 73, 2 Kil.
49 Ppf. ditio 1 Kilo. 28 Pf.
Bemischtbrod 8 Kilo. O M. 92 Pf
Rindfl. 1. Qual. 70 Pf. 2
Dual. 66 Pf. Nalbfl. 66 Pf
damfl. 66 Pf. Schweinefl. 60 Vi
Butter 1IM. — Pf. per Pid.
        <pb n="453" />
        St. Ingberter Anzeiger.
— e — — — — — —

Der St. Jugberter Anzeiger und das (S mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

lMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Neclamen
mit 80 Pfa. vro Zeile berechnet.
M 126. Sonntag, den

Deutsches Reich.

Die „Pf. Post“ bringt folgenden Aufruf; An die conserba⸗
tiven Wähler des Wahlkreises Zweibrüicken Pirmasens. Ich ersuche
diejenigen Wähler, welche am 80. Juli ihre Stimme für mich
abgegeben haben, bei der bevorstehenden Stichwahl für den reichs⸗
ireuen Candidaten Oberappelrath Schmidt zu stimmen. Bickenasch⸗
bacher Hof, 6. August. 9. Böcking.

München, 8. Aug. Stichwahl Munchen J. Ab⸗
gegebene Stimmen: 16267. Ruppert (Gentrum) gewähit mit
9743, v. Stauffenderg (national⸗-liberal) 6254 Si. WDie ültra—
montanen und die Sozialdemokraten stimmten miteinander.

Der Wiener „Presse“ wird aus München, 7. Aug., mit⸗
zetheilt: Es verlautet, daß der Nuntius Mafsel la zum Staats—
jekretär ernannt worden sei und zugleich auch als Anerkennung für
seine dem heiligen Stuble geleisteten Dienste den Purpur erhallen
werde.

Berlin, 7. Aug. Daß eine deutsche Kommission aus den
bekannten drei Mitgliedern zum Studium der amerikanischen Be—
steuerung des Tabaks sich nach Amerika begeben wird, steht je tzt
jest. Wahrscheinlich wird sich derselben ais viertes Milglied ein
Tabaksbauer anschließen. Die Fragebogen über den Tabaks handel
sind von der Enquete-Kommission festgeftellt; heute wollie dieselbe
den Fragebogen über die Tabaksfabrikation erledigen; dann muß
noch der Fragebogen Behufs Beschaffung des stat'süschen Matersals
festgestellt werden. — Der Bundesrath tritt am 14. August wieder
jusammen, bis dahin wird das Sozialistengesetz an denselben ge⸗
angt fein. Der Bundesrath wird voreist seine Ausschüsse neu
vählen, dann wird die Ueberweisung der Vorlage an ven —XR

ausschuß erfolgen. — Der Verein der hiesigen Centrumspartei be⸗
schloß, bei der Stichwahl zwischen Fritziche und Zelle sich der Ab—
dimmung zu enthalten. — Das Zustandekommen des im Reichsju stiz⸗
amte fertiggestelllen Strafvollzug⸗ Gesetzes dürfte wegen des
Zostenpunktes für die erste Zeit wohl nicht zu erwarten sein. Die
dosten werden sich nämlich nach angefieliten Berechnungen auf
10 Mill. M. belaufen, die von den Einzelstaaten aufzubringen
ind. (6. 3.)

Berhin, 8. Auqust. (GBerl. Tagbl.) Im Laufe des
zestrigen Tages gingen bei uns von Paris und London dringende
elegraphische Anfragen ein, des Inhalis: ob es wahr, daß in
iissingen ein Attensat auf den Fütsten Reichslanzler unternommen
vorden sei. Das Londoner Journal „Daily Chronicle“ hatte
aümlich eine sensationelle Depesche aus — Wien veröffentlicht in
welcher es hieß, „aus deutscher Quelle werde konstatirt, daß ein
Mordanfall auf den Fürsten Bismarck in Kissingen gemacht sei,
der leider von Erfolg gewesen wäre.“ Obgleich die Nachricht, die
wie schon gesagt, auch ihren Weg nach Paris genommen, uns nach
der vorstehenden Fossung äußerst unwahrscheiniich vorlam, haben
wir sofort direkt an die Bürgermeisterei nach Kissingen telegraphirt
und eine umgehende kelegraphische Erklärung erbeten, um dem sich
tasch weiterverbreitenden Gerüch! mit einem authentischen Dementi
entgegentreten zu können.

In liebenswürdiger Berellwilligkeit ging uns in Folge dessen
in sputester Nachtstunde folgendes Telegramm zu:

Kissuingen, 8. Angust, Abends 9 Uhr 40 Minuten.
dügenbericht: Ich sah soeben, 8 Uhr Abends, noch den Fürsten
Bismarck ausfahren. Bürgermeister Full.

Berlin, 8. August. Der Ministerial⸗Direcior Dr. Förster
m Cultus:Ministerium ist gestorben. — Der „Reichsanzeiger“ ent⸗
Jält eine vom Kronprinzen im Auftrage des Kaisers erlaffene, aus
domburg, den 5. August datirte, vom Grafen Stolberg contrasig⸗
zirte Verordnung, durch welche der Bundesrath zum 14. August
ach Berlin einberufen wird.

Im Koͤnigreich Sachsen sind bei der letzten Reichstagswahl
m Ganzen 124368 fozialdemolratische Stimmen abgegeben wor⸗
)en, d. h. 8000 mehr als im Jahr 1877.

Mainz, 8. August. Bvei der heutigen Stichwahl wurde
Doufang (clericah mit 11283 Stimmen gewählt gigen Reuleaux
liberal), welcher 8918 Stimmen erhiell.

—X
vust

— — —

— —
Ausland.

Wien, 8. August. Der Kaiser ist heute don Tepliß hierher
surüdgekehrt. — Kin Bericht des Kommandos des 18. Armeekorps
in der „Abendpost“ meldet die Ankunft der österr. Truppen in
Maglaj (GBosnien); dieselben hatten unterwegs kieinere Zusammen⸗
toͤße mit Aufständischen. Der Bericht sagt am Sqchlusse: Die
Haitung der Truppen im Gefecht war musterhaft. Die Verluste
des 7. Reserve⸗Infanterie Negiments sind: J Mann todt, 8 ver—
wundet; des 47. Reserve-Inf. Reg.: 1 Mann sodt und7 verwun⸗
det. Die Erschöpfung der Truppen durch den beschwerlichen Marsch
uind die Unwoͤglichkeit eines rechtzeitigen Vorgehens der Verpflegungs⸗
solonne in Folge der schlechten Straße veranlaßten das Korps⸗
ommando, den Truppen sur den 6. August Rastiag zu geben.
Maglaj ist bis auf febr wenige christliche Familien von den Ein—
vohnern verlassen. Eine Zuüchtigung der leeren Stadt ware zwed⸗
os gewesen. Von der 8. Husaren⸗Eskadron find mehrere Husaren,
velche sich in die Wälder geretlel haben, äußerst erschöpft eingetroffen.
Die Zahl der zurückgekehrten beträgt 28, daher sich der gemeldete
Verlust der Huͤsaren Estadron bog 70 auf 485 reduzirt. Einige
odte Hufaren wurden schrecklich verstümmelt aufgefunben, weßhalb
nehrere mit den Wassen in der Hand ergriffene Insurgenten, bei
welchen Habseligleiten der Gefallenen vorgefunden worden, standrecht⸗
lich erschossen wurden. Das Gros der 7. Division hatte bis zum
4. August auf dem Vormarsche keinen Widerstand gefunden.

In unterrichteten franzoͤsischen sereisen spricht man von der Ver⸗
'obung des kaiferlichen Prinzen mit der Prinzessin Thyra
von Dänemark als von einer feststehenden Thatsache. Der Auf⸗
enthalt der Kaiserin Eugenie in Wien wird mit diefer Idee und
dem Wunsche für das junge Paar eine groͤßere Herrschaft in
Desterreich anzulaufen in Zusammenhang gebracht. Moͤglich ist
s immethin, daß die Prinzeffin Thyra trotzdem sie älter als der
Prinz ist und dieser fich zur Zeit „außer Dienst? befindet ihre
kinwilligung schließlich gibn. Die Chance einer Erfuͤllung der
chon öfters erwähnten, ihr eine Kron— verheißenden Prophezeiung
erscheint ja noch leineswegs ausgeschlossen, was auf ihren Entschluß
ʒielleicht nicht ohne Einfluß war. Die im NUebrigen die Kaiferin
kugenie mit großer Auszeichnung behandelten Wiener Blatter drüden
die Hoffnung aus, daß diese nach ihrer Riederlassung in Oesterreich
nicht das bonopartistische Hauptquartier dort in Funttion treten
assen werde. Aeußeriich wird man davon schwerlich viel merken.
Seit dem Tode Napoleons UI. siebt es die einstige Beherrscherin
der Mode die trauernde Wittwe und alie Frau darzustellen.

—
RVermischtes.

fe Am 6. ds. zoz über die Gemarlung von Winnweiler und
Umgegend ein Gewitter, das durch Schlossen und wolkenbruchartigen
Kegen an den zum größten Theil noch nicht eingebrachten Feld⸗
rrüchten bedeutenden Schaden anrichtete.

F Am Sonntag, den 11. Aug., wird der „Pfälzische Ver⸗
schönerungsverein“ bei Gelegenheit des neu hergerichteten Königs⸗
jartens bei Kindsbach ein Waldfest veranstalten. Der Verschöne⸗
ungsvberein hat das Verdienst erworben, den dort zu Ehren des
dönigs Max Joseph J. von Bayern errichtelen Gedenkstein wieder
cenoviren zu lassen. Dieser Stein trägt an der vorderen Südseite
jolgende Inschrift:

„Dem Vater seines Volkes, Maximilian Joseph J., Konig
von Bayern. D. 16. Febr. 1824.

An der Westseite:

„Dem Geber der Verfassung vom 26. Mai 1818.

An der Nordseite:

„Liebe und Treue bewahrem ihm die Herzen der Bayern.“

Renovirt 1878 vom pfalz. Verschönerungsberein.

An der Ostseite:

Unsterblichkeit gibt seinem Namen die Geschichte.“

tKaiserslautern. Die hiesige Realschule zaͤhlte bei
Beginn des abgelaufenen Schuljahtes 290, am Schluß desselben 235
Schüler. Eingerechnet find hietbei 30 (20) Schulet der
        <pb n="454" />
        abtheilung, 7 Schüler der landwirthschaftlichen Abtheilung und 13
(0) Hospitanten und Schliler der mechanischen Werkstälte. Ver⸗
zunden sind mit der Realschule 1) die sandwirthschaftliche Kreiswin⸗
zerschule, welche 22 Schüler zãhlte 2) die vorerwähnte mechan. Werk⸗
stäite mit 8 Schülern, 3) die gewerbliche Fortbildungsschule, die
an Ostern 49 und im Sommer 609 Schüler hatte, 4) die Forn
bildungsschule für Jungfrauen, die an Oflern 51 Schülerinnen und
im Sommer 63 hatte.

Bamberg, 4. Auguft. Dem Militär wurde der Be⸗
juch jener Wirthschaften verboten, in welchen die Schneider- und
Schuhmacher Gewerkschaften dahier ihre Vereinslocale haben.

J Das konigl. bayerische Bezirtsgericht Rempten hat den
Bierbrauer Lorenz Schlechter in Lindau, welcher von einer Berliner
Firma ein Hebtoliterfaß Glycerin und ein Kilogramm Salicylsäure
iler der Dellaration „Holzglasur“ bezogen und für sein Bier
berwendet hatte, wegen Betrugs zu 21 Lagen Gefaͤngniß und we⸗
gea Uebertretung des Malzaufschlaggesetzes in eine Geldstrafe
bon 4000 Mt. verurtheilt. — Nuch ein pfalzisches koͤnigl. Land⸗
gericht hat jüngst Gelegenheit gehabt, bei einem Faßprozesse, den
un Lieferant gegen einen Vierbrauer führte, durch die Vorlage der
Faciura sich zu überzeugen, daß Glycerin an Bierbrauer abgesendet
wird. Der betreffende Bierbrauer behauptet jedoch, es sei Cou⸗
leur“ und kein Glycerin gewesen. Der vorsihende Richter bemerkt
darauf: diese sog. Couleur doch lieber „Faßlack“ zu nennen, weil
jolche ja doch eigentlich zum Zaciren des biertrinkenden Publikums
benutzt werde.

pBdaron Ferdingnd Rothschild, der ällere Bru⸗
der des Chefs des Wiener Hdauses, der seit Jahren als Privat⸗
nann in England lebt, hat eine Novelle „Vroni“ geschrieben,
velche in Leipiig in eleganter Aussialtung erscheint.

J AsUn, 7. Aug. Die Kaiserglode ist heute Morgens am
Blockensiuhl obne jeden Unfall angelangi; nun gilt es nur noch,
dieselbe dem Glocenstuhl einzuverleiben, wozu die Vorbereitungen
sofort getroffen werden.

FWenn ein loyaler Mensch Pech haben soll.) Rach dem
Attentat des Siudenten Becker in Vaden⸗Baden suchte der Kauf⸗
mann Beder in Koln die Gnade nach, anstatt seines Namens den
Familiennamen seiner Ehefrau führen zu dürfen. Das Besuch
vurde genehmigt und es hieß die Famllie von da ab „Nobiling“.
Derselbe ist jetzt wegen Annahme eines anderen Namens in Ver⸗
legenheit.

FGleiwltz, 8. Aug. Ein Opfer der Reichstagswahl.)
Bei Gelegenheit der Reichstugswahl in Potempa bei Tworog ent—⸗
sftand unter den im Wahllocale anwesenden Wahlern Streit, der
derartige Dimensionen annahm, daß der als Wahlvorsteher fungirende
Schulze sich veranlaßt sah, den Schoͤffen Schwierozy zu requiriren,
inm die erhitzten Gemüther zu beruhigen. Als S. die Nuhestoͤrer
nufforderte, sich ruhig zu verhalten, indem er auf die Wichtigleil

des Wahlactes hinwies, erhielt er von dem Arbeiter Franz De⸗
martzny aus Polempa mit liner Zaunlatte einen Schlag über den
Kopf, so daß S. sofort bewußtlos zusammenbrach. Der Bruder
bes D., Namens Pius, welcher dies sah, versetzte er dem auf dem
Boden liegenden Schöffen S. mit einem fausigroßen Stein eben⸗
salls einen Schlag in's Gesicht und ergriff dann die Flucht. Der
Schwerverletzte wurde sofort nach seiner Wohnung geschafft und ist
rach Berlauf von drei Siunden verstorben. Der Arbeiter Franz
Demarny hat sich, als er von dem Ableben des S. Lenntniß er⸗
Fielt, freiwillig zur Verhaftung gestellt, während sein Bruder, der
Arbeiter Pius Demarsny, seit Verübung der That flüchtig ist und
ur Verhaftung gesucht wird. Auf Antrag der hiesigen Koniglichen
Slaalsanwalischaft ist die Section der Leiche verfügt worden.
pBeriin, 6. August. (Wilhelm⸗ Spende.) Filr Berlin
st das Resultat für die Wilhelm ˖Spende nunmehr festgestellt. Es
haben sich in den Hauslisten eingetragen 347,000 Personen mit
inem Gesammtbeitrage von in runder Ziffer 107,000 Mt. Zu
diesem Betrage treten jedoch noch 1500 Mk., welche bei der Cen⸗
ral · Sammelsielle fur Berlin von 4500 Personen persönlich einge⸗
ahlt worden sind. Das Berliner Ergebniß repräsentirt nach obigen
Zahlen rund 110,000 Mt. bei einer Million Einwohner, elwa
1gf. per Kopf der Bevöͤllerung. Eine Uebersicht über das Ge⸗
ammt Resultat im Reich läßt sich noch nicht gewinnen, denn noch
muer laufen die Berichte ein. Gab es doch in Deutschland
90,000 Sammelorte. Man ist jetzt eben damit beschäftigt. das
zgesammte Malerial nach Staaten, Provinzen und Bezitken zu ord⸗
en und an die Berechnung zu gehen. Und dieselben sind sehr
romplicirter Natur. Von dieien Siellen sind Beiträge in den ver⸗
chiedensten Geldsorten eingegangen: Piaster aus Belgrad, Shillinge
zon Engqland, aus Frankreich franzosische Brieimarken. Aus Bayern
abersendet der Schulze eines kleinen Dorfes 5 Mk. 135 Pf. und
ieht dabei außer „dem Porto für den gegenwätligen Brief“ noch
fsieben Pfennig ab. „Diese habe ich nämlich, da ich es für besser
ziell, von Haus zu Haus zu gehen, dem Buben gegeben, der mir
jas Tintenfaß und die Streusandbüchse nachgetragen hat.“ Unter
ven Zuschriften ist eine aus Deuisch⸗Piekar in Oberschlesien an der
ussisch polnischen Grenze. 2298 Zeichner, meist polnische Gruben⸗
Arbeiter, schickten von dort 251 WMark mit einem warmen Begleit—
chreiben. Eine alte Frau und ihre Enkelin“ aus Horlemsdor)
ibersenden zusammen 5Pf. „an seine Hochwürden dem Kaiser,
ine kleine Spende für die Schmerzen, die er hat aushalten
mussen.“ Die WilhelmeSpende wird voraussichtlich am 10. Sipibr.
don dem Comiito dem Kronprinzen übergeben werden.

Fur die Redaction verantworilich: F. X. De m eß.
ääunttnntttn

Crieger-⸗Verein dt. Ingboert.

Für Tauben⸗ und Hühner⸗Liebhaber.
Donnerstag, den 15. August halte ich in der Wirth—
schast von Peter Beck, neben der daih. Kirche einen Verkauf
bon Tauben und Hühner ab.
2W. Riron aus Mainz.
Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste uñd ãltesto
Annonten⸗Expedition
Pranb furt a. Anim

Fahnenweihe zu Bildstock.
Abmarsch vom Vereinslokale deute Sonntag)
Ahr mit Fahne.
Der Vorstand.

—— —

juntt 12

— —
Arbeiter ⸗BildungsVerein.
ute (Sonntaq9) 11. Augufi
GGVNCGOEBRI
der Gartenwirthschaft von Ph. Emrich.
rintriti sur Nichtmitglieder 20 Pf. — Damen frei.
Der Vorstand.

b
ortrauen kann ain kranker
nur mu einer soltden Heilmethode
haben, welche wie Dr. Airv's
daturheilmethode, sich thatsachlich
ewãhrt bat. Daß durch diefe Me⸗
hode Laßzerst zünstige, ja fannenerrt
nde tzeilerfolge erzielt wurden, de⸗
ien die in dem reic iuastr. Buche
Auebatlrethade

FPilialen in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt

gart, Würzburg, Ulm.
PFreiburg in Baden.

—

wven igi⸗
al⸗Atteste, laut welchen selbsi
oice aranke noch geilang fanden
in die Hilfe nicht mehr moglich
dien. as darf daher jeder Kranke
ch dieser bewahrten Methode um
o mehr vertranensvsll zuwenden.
indie Leitung der Kur aus
wunsch durch dafür angestellte
Falensche Aerzte gratis erfolgt
naheres darüber findet man in
vorzüuglichen, 844 Seiten
Hrten Werte: Dr. Niry's Ra—
Arbeilmethode, 100. Aufl. Ju⸗
hel Ausgabe, Preis 1 War!
Leipzig, Richters Verlagkt⸗Anstalt
weiche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
no Pf. direct franco verjendet

Besorgen zu Originalpreiseꝛ
onhne alle Nebensosten:
gtollon· Qoauobo Paohtungen,
Vacdanzon Angeb XE
Lau· &amp; Vorxanfsa Lolraths · Offorte
XXC Disoreto Aneois
in alle Zeitungen der Welt

*7
— 14b
3— »—
9
—— —
88
J *
————
* — E
32325 85
FJ 3333 2
T8 28

3

Die Hauptblatter der
Sehweiz und Frankreich.
zind von uns gepachtet e
nehmen Anzeigen nur

Aureh ung.

dd mine ecieg von V. æ. Demes in St. Ingbert.
ZIllurirtes Sonntagnsblart“
iezu

Acxr. 32
        <pb n="455" />
        Si. Ingberter 2Anzeiger.
5 St. Jugberter Anzeiger und das (R mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Gonntags mit illustrirter Bei—
age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Saustag und Sonutag. Der Abonne mentspreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.«Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum. Reciamen
mit 30 Pfg pro Zeile betechnet.
— —— ——— —————————————çu—u————————————— — — — —
M 127. Dienstag, den 18. August

is78
7 —
J Deutsches Reich.

PMuünchen, 11. August. Die socialdemokratischen Blätter
mserer Stadt geben ihrer Siegesfreude über den Ausfall der
Sitichwahl in einer Weise Ausdruck, wie sie bestialischer nicht ge⸗
zacht werden kann. So schreibt die heutige Volls-Jeitung: „August
Bechioni (der Redalteur der „N. N.“) ethielt dieser Tage von den
in Tegernsee weilenden Damen (wahrscheinlich Judenschiekselich)
nen Kranz von Edelweiß nebst einem anerkennenden Schreiben
für seine Wahlagitation. Ein Strick nebst Anweisung an eine
Straßenlaterne ware wohl besser am Platze

Kissingen, 10. Aug. Allem Anschein zufolge ist die
Verständigung zwischen dem päpstlichen Nurlius und dem Fürstene
Hismarck bereits erzielt und dürfle binnen Kurzem veröffenllicht
verden. Masella speiste gestern beim Fürsten. Er reist in wenigen
Tagen ab, angeblich weil dann seine Kur zu Ende sei, während
Fürst Bismarck sich Ende nächster Woche nach Gastein begiebt.
Dder Fürst empfing den Besuch des von Heidelberg herübergelommenen
Bräsidenien Hofmann und besuchte selbst gestern die englische Prin—
essin Luise, die Frau des Marquis of Lorne.

Berlin, 10. Auz. Die Tabaksen quete-Commission wird
am 15. Oktober wieder zusammentreten, um die Fragen für die
mündliche Vernehmung der Sachverständigen festzustellen, wenn bis
»ahin das Resultat der örtlichen Erhebungen vorliegt. Aus den
Fragebogen sind alle auf bestimmte Steuersysteme bezügl'che Fragen
erngehalten. Die Fragebogen für Leinen⸗ und Baumwollenen quete
änd bereits zur Versendung gelangt.

Ausland.

Paris, 10. Aug. Im ausmwärtigen Amte begamn' heute
Mittag unter dem Vorsitz des Finonzminißers Leon Suh, vie
nlernationale Münzkonferenz. Doch bleiben die eigentlichen Berath⸗
ingen voch um einige Tage ausgesetzt, da mehrere Mitglieder nicht
rechtzeitig eingetroffen waren. Elf Staaten nahmen an dieser Con⸗
erenz Theil nämlich: Oesterteiche Ungarn, Belgien, die Vereinigten
Staaten, Frankreich, Gioßbritannien, Griechenland, Italien, die
Niederlande, Rußland, Schweden-Norwegen und die Schweiz.

Madrid, 9. August. Ojficiell. In Naval-Moral, Provinz
Faceres (Estremadura) hat sich eine Bande gezeigt, die die Republik
musgerufen und einen Kurierzug angehalten hat. Die Behörden
jaben die Verfolgung dieser Bande veranloßt.

London. Das hiesige Kabinet richtete nach St. Petersburg
»ie Anfrage, wann dem Berliner Vertrage entsprechend, mit der
Schleifiung der Donaufestungen begonnen werden würde. Die
ruffische Regierung gab ihre Anlworl in dem Sinne ab, daß zuvor
zon der hohen Pforte mit der Rat fikation des Vertrages begonnen
verden müsse. — Von Indien aus treffen beunruhigende Nachrichten
iber das Verhalten der eingeborenen Bevölkerung hier ein. Fast
n allen Provinzen ist bedeutende Aufregung in Folge fremder
Agitationen zu konstatiren. (D. M. B.),

—
ersichert, die Pforte habe gistern auf telegraphischem Wege eine
Weisung nach Serajewo (Hauptstadt von Bosnien) gelangen
assen, nach welcher sie erklärt, daß sie mit der österreichischen Re⸗
zierung über die Grundzüge bezüglich der abzuschließenden Konven⸗
non bereits einig sei und daß demnach die österreich scheungarischen
Truppen nicht als Feinde, sondern als Freunde das Land beireten,
demnach jeder Widerstand zwecklos und verderblich sei.

Newyork. Eine von der „Tribüne“ abgedructer Brief
uus Wiltesbarre bringt eine Unterredung mit einem Herrn, der
in einem Fabrikgeschäfte in einem der noͤrdlichen Counties in
Bennsyldanien betheiligt ist. Derselbe sagt: „Es sprechen alle
Vorzeichen dafür, daß wir binnen der nächsten zwei Monate viel
ernstere Schwierigkeitin haben werden, als letzten Sommer so uner⸗
varteter Weise über uns kacnen. Es werden Vorkehrungen für
anen gleichzeitigen Arbeiteraufstand der Eisenbahnen, der Betgwerle
ind vieler der größten Fabrilen im ganzin Lande getroffen, und
üchts als die größte Wachsamleit seitens ber Staatsbehörden und
olcherlei Vorbereitungen, welche es mönlich machen, irgend eine
Rerartige Bewegung augenblicklich zu unterdrücken, koönne eine der

chlimmsien Calamitäten, die je dieses Land heimsuchten, abwenden.

Vermischtes.

f Pirmasens, 9. August. Vor Kurzem war ein aus
dem ameritanischen Secessionskriege bekannler Mann hier, nämlich
Beneral Weizel, der damals an der Spitze eines Armeckorps mehrerxe
Schlachten gewonn und sich bei der Einnahme von Richmond, der
Hauptstadt der Südstaaten, hervorthat. Er ist nämlich in dem be—
nachbarten Orte Winzeln geboren, aber schon als Kind mit seinen
Eltern ausçewandert. Nachdem diese bald zu Wohlstand gelangt
waren, schickten fie ihn mu sechszehn Jahren in die Kriegoͤschule,
von wo er bei Ausdruch des Krieges als Officier in die Armee
eintrat. Er ist jetzt 48. Jahre alt, einfach und bescheiden, und dient
noch in der regulaͤren Armee der Vereinigten Staaien von Amerika.

Von der jüngsten Musierung Militärpflichtiger in Kir hh⸗
Jeimbolanden erzahlt das „N. W.“ folgendes ergoötzliche Ge⸗
schicht hen: Nacheinander speochen fünf der Conscribirten, die fur
»as 8. Insfanterie-Regiment nach Metz bestimmt waren, den Wunsch
aus, ihre Militärpflicht bei den Jägern in Zweibrücken ableisten
ju dürfen. Der Offieier, stutz'g über diesen einmüthigen Wunsch,
rragt eistaunt: „Ja, aber warum wollt Ihr Donnersberger denn
ille bei den Jägern dienen?“ Verlegenes Schweigen Sefiens des
Diensipflichtigen. Da übernimmt es der anwesende Gensdarm, das
Käthsel zu losen. Entschuldigen Sie, Herr Oberst, der Grund
st einfach: in Metz kostet das Glas Bier 25 Pf., in Zweibrücken
aur 11. Pf.“ Set jener Zeit aber führen die Jäger vom Don⸗
gersberg den Beinamen „Bierjäger.“

—8 st. ⸗ vrinon Masizao⸗
wuu X e eeee eu
oerübt dadurch, daß er sein Pferd auf rohe Weise mittels eines
Peitschensteckes mißhandelte, zu 8 Tagen Haft verurtheilt. (K. A.)

F.Frankenthal, 10. Aug. Die Werkstälte der Lick—
roth'schen Schulbankfabrik gerieth gistern Abend aus bis jetzt noch
nicht aufgeklärter Ursache in Brand und wurde vollständig vom
Feuer zerstört.

fF In Haßlosch wurden am Moniag zwei Bauern auf dem
Felde vom Sonnenstich getroffen; einer starb noch an demselben
Tage, der andere befindet sih auf der Besserung.

Mannheim, 40. August. Schon seit längerer Zeit
wurden in der hiesigen Zollhalle und Werfthalle bedeutende Dieb⸗
tähle von Kaffe verübt, ohne daß die Thäter entdeckt wurden.
Den Anstrengungen der hiesigen Criminalbeamten Henninger und
Greier ist es gelungen, gestern einige Thäter zu ermitteln; es wurden
zwei Unterbeamte und einige hiesige Kaufleute in Haft genommen.

FFrankfurt, 11. Aug. Heute Morgen ggen 3 Uhr
vurde die Stadt ˖durch die Feuersignale aus dem Schlaf aufge⸗
schreckt. Der weithin geröthete Himmel verlündete, daß ein bedeu⸗
ender Brand ausgebrochen sein mußte, niemand aber wußte sofort,
vo. Berufsfeuerwehr und die Freiwelligen eilten nach der ange⸗
gebenen Richtung, wo sie dann fanden, daß unser Palmengarien,
dezw. dessen Restaurat onshaus, das so viele schöne Feste und
jrohe Menschen gesehen hatte, in Flammen stand. Das Haus ist
vollständig ausgebraunt, doh qlückte es, die Flammen vom Pal⸗
menhaus fern zu halten, dessen Pflanzen indessen durch die Hitze
gelitten haben. Besonders die hochgewachsenen Palmen wurden
durch die Gluth stark beschädigt und es werden Jahre dazu gehören,
je wieder zu ihrem seitherigen Gedeihen zu bringen. Der ent⸗
dtandene Schaden ist enorm und muß das Haus von Grund aus
viederhergestellt werden. Zunächst wird durch ein Provisorium
Hilfe geschafft werden, da die Ausstellungshalle roch steht, die
jeitlich eine Vergrößerung erfahren soll. Viele Menschen sind durch
das Unglück brodlos geworden, verunglückt ist Niemand; die Hal⸗
fung der Fuerwehr war musterhaft.

Paris, 6. August. Die „France“ erhält aus dem
Nord⸗ Departewent die betrübende Nachricht, daß der Sirike der
Brubenarbeiter wieder begonnen hat. Man telegraphirt ihr von
Valenciennes vom 6. August, 19 Uhr Nachmittags: „Heule früh
waren alle Gruben von Dengain verödet. Der Strike lebt wieder
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        auf · Mesgleichen weroen aeus Sttits untergeordnetet Art aus eiues
Syinnerei Hericonrt bei Besoul und einer Maschinenanstalt von
Anieux im Loire⸗Departement gemeldet.

7 Ein Turkomann. Ein Sonderling muß der Schweizer sein,
bon dem Folgendes berichtet wird Ein Turganer, mit dem Ge⸗
schlechtsnamen Opel, hat aus lauter Schwärmetei für die Turken
jeine drei Söhne solgendermaßen taufen lassen: Konstantin, Adrian
und Philipp. Sie heihßen also: Konstantin Opel, Adrian Opel
und Philipp Opel.

yI Folgende Mander⸗Episode während der Anwesenheit
der italienischen Majestäten in Mailand lesen wir in einem Floren⸗
jiner Blatte; General Medici, Flügel-⸗Adjutant des Königs, war
zu Pferde auf der Piazzie d'Armi postirt und im Gespräche mit
weneral Carava, während ein Cavallerie: Regiment in voller Manöber⸗
thätigkeit einen Sturmangriff ausführte. Der Standpunlt Medicis
lag im Mittelpunlte dieses Ungriffas, und der General mußte von
der anstürmenden Cavallerie überritten werden. Sein Pferd ahnte
die Gefahr und wollte ausrelßen; er aber hielt es fest im Zügel
und behauptele seinen Posten. Der Geschicklichteit der Cavalleristeu
und dem instinctiven Ausweichen ihrer Pferde ist es zuzuschreiben,
daß der General, der sich nicht vom Flede rührte, unbeschädigt blieb.
Alie Welt bewunderte seine Unerschrockenheit, die schon sprichwöttlich
geworden ist.

Kleine Leute. Im Royal Aquarium zu Westminister,
London, läßt sich gegenwärtig eine Geseluschaft von Zwergen, die
England zum ersten Male besucht, sehen. Dieselbe besteht aus
tiner Dame, der „Herjogin von Lilliput“ und zwei Herren;
„Baron Kleinfinger“ und Graf „Rosenknospe.“ Der Baron is
30 Jahr kalt und 35 Zoll hoch, während sein Bruder, der Graf

Suhrte zuy und— A 2 uron in. A
derzogin don Lilsipui ist 24 Jahr alt und ein wenig größer
As ihre vorerwähnten Brüder. Die Zwerge sind aus Bolozna
gebürtig.

4Der neuen Amftattacht der Richter in Talar und Bareli
rückt bereits der Wig auf den Leib und nennt die Herren, die drin
decken „Crininalpfarrer.“

FWarnung far Mütter. Bei der gegenwärtigen
Temperatur sei dringend davor gewarnt, Säuglinge Mittags den
lühenden Sonnenstrahlen auszusetzen. Die Folgen dieser Unvor⸗
ichtigkeit sind in den meisien Fällen die bekannten und mit Recht
efürchtelen Brechdurchfälle, an denen Säuglinge rasch zu Grunde
zjehen. Am besten ist es, man bringt die kleinen früh, eiwa 7—9
Ahr, an schöne, schattige Orte, veckt sie leicht mit dünnen Wattdecken
zu, badet fie nach der Rückkehr, läßt sie den Tag über bis Rach—⸗
nittags 5—6 Uhr im kühlsten Zimmer der Wohnung sich aufhalten
and bringt sie dann bis gegen 8 Uhr an die Luft. Sobald sich
die ersten Anzeigen von Brechdurchfall kundgeben, gebe man dem
Zdinde die Milch mit gleichen Theilen Haferschle'm gemengt; tritt
die Diarrhöe anhaltend auf, so gebe man nur Haferschleim, bedede
den Leib mit guisausgerungenen nassen Tüchern, darüber Flanell, und
setze das so lange fort, bis die Diarrhöe aufgehört. Seldstverständ⸗
lich lasse man derartig erkrankte Kinder nicht an die Luft und ziehe
hei Zeiten einen Arzt zu Rathe.

Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Deme 1.

41

0
weibrucker Mrohenbau-ottorio.

Ziehung unwiderruflich 8. Sept. 1878.
daupisreffer M. 40 000. 20 000. 2c. Auf 20 Loose eir

reffer.

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J. Peters, Si. Ingbert.
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Diese Zeitung erscheint monatlich in New York und enthält die
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
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        St. Ingberler AAnzeiger.
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der St. Jugberter Anteiger und das (2 mil wöhentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

Lage) erscheint wo hentlich vlernn il? Dienstaz, Donnerstaz, Sunstazg und Sonutag. Der Abounementsvreis beträgt vierteljährlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijit oder deren Raum. NReclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 128. Donnertag, den 15. August J — J 1578.

———————vv—

Deutsches Reich. dienst um die liberale Sache erwerben würde, wenn er den Frhru.

— Manqen, 12. August. Der breuß. Kriegsminister v. 6. Stauffenberg wählte, welcher kürzlich bei einer Stichwahl im
Zamele, der sich einige Tage dier aufgehalten, ist heute Bormittag Wahlkreise München J gegen einen ultramonlanen Kandidaten er⸗
hach dem Lechfelde abgereis. — Der deutsche Kronprinz trifft von egen ist. Herr v. Bennigsen erklärte es für eine Ehrenpflicht der
iin tommend zur Juspettion des ersten bayerischen Arm'ekorpzs überelen Braunschweiger, dafür zu sorgen, daß ein um die liberale
un 7. Sepiember hier ein und nimmt Ouͤakiier in Baben⸗ Zaqe so verdienter Mann, wie Hert v. Stauffenberg, im Reichs⸗
Jausen bei dem Fuͤrsten Fuzger-Babenhausen. Die Dauer dieses age nicht fehle. Auf eine an Hertn v. Stauffenberg geri hhtete
Aufenthalis ist auf zwvei Tage festgesetzt. (G. Bl.) — elegraphische Anfrage, ob er die Kandidatur für den dritten Wahl⸗
Berlin, 10. August. Nach einem Beschluß den der Bundes⸗ reis annehmen wolle, hat derselbe zustimmend grautworiet, und

ralh im Juni d. J. gesaßl hat, soll folgende Bestimmung über die es ist deshalb die Kandidatur desfelben von Mitgliedern verschiede⸗
Fixation der Brausteuer Platz greifen: er Amts· Comils 8 des Wahlkreises als eine dringend zu empfeh⸗

Diejenigen Brauer, welche ohne die Bedingung der Nachver⸗ ende in Vorschlag gebracht. Daß Fehr. von Stauffenberg der
teurung fixiri sind, haben die Vorräthe an Bier und Wurze beim Befahr eines nochmaligen Unterliegens nicht ausgesetzt ist, steht
Beginn der Fixation und sobald sie aus dem Ferationsberhältniß außer allem Zweifel.
ohne Nachversteurung zur Einzelversteurung übergehen, unaufgefordert Dresden, 183. Aug. Die Versammlung dentscher Forst⸗
pollständig anzuzeigen und sich demnächst einer amtlichen Aufnahme nänner wurde heute früh um 8 Uhr im Gewerbhause eröffnet und
ziefer Vorrathe ju unterwersen, deren Ergebniß auf dem F rations⸗ 'on Seiten der Regierung durch den Finanzminister v. Könneritz
HZertrage unler ihrer Milunterschrift amtlich zu vermerken ist. Fia- egrüßzt. Sie zählt gegen 250 Theilnehmer. Forstrath Ganghofer
del sich zur Zeit des Ueberganges von diem Firationzverhäunisz aus München wurde zum Präsidenten, Geheimer Oberforstrath
hne Nachversteuerung zur Einzelverfteuerung oder zur Vermah⸗ Judeich in Tharand zum Vizepräfidenten gewählt. Von 10 81i8
lungssteuer mehr Bier oder Wücze vor, als in die Fration über- nach 13 Uhr wohnte der König der Sitzung bei. Nachmiltags
nommen war, so treten die bisherigen Bestimmungen in Kraft. sanden Ausflüge nach Tharand und der Moritzburg Statt.

Berlin, 11. Aug. Aus einer angeblich wohl unter— Aussand.
eichleten Quelle wird der „Frankf. Zig.“ mitgelheilt, daß auf der Wien, 12. August. Nach einem Telegramm deß Kom⸗
Heidelberger Minister: Konferenz das Monopol mit Malorität abgee nando's der 7. Division wurde im Laufe des gestrigen Tages
lehut, dagegen das Prinzip hoher indirelter Steuern angenommen Travnik besetzt und wurden Jeldtelegraphen etablirt und die Ver⸗
worden sei. Betreffs der Besteuerungsart des Tabals habe die dindung über Banjaluka vollständig hergestellt. In Yarcar-Vakuf
Tonferenz der Enquẽte nicht vorgreifen wollen. Außerdem sei und Jaice liegen 7 Officiere und 160 Mann verwundet aus den
anerkannt, daß verschiedene Attikel wie Peiroleum, Bier, Brannto rämpfen bei diesen Orten vom 5. und 7. August.
wein ꝛe. noch sehr ertragsfähig als Steuer⸗Objekte seie. Wien, 13. August. Die „Polit. Corr.“ meldet aus Kon⸗

Berlin, 12. August. Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht kantinopel: Die Einschiffung der russischen Garde nach Odessa soll
eine vom deutschen Kronprinzen im Auftrag des Kaisers erlassene im 19. ds. Mts. beginnen. — Die Pforte fährt fort, Truppen
Berordnung aus Homburg vom 9. August, welche den Reichttag ach der griechischen Genze zu senden. England suche bei der
auf den 9. September nach Berlin einberuft. Iforte zu erwirken, daß ihm das Besatzungkrecht in den Dardanellen⸗

Berlin, 12. August. Dr. Schulze-Delitzsch tritt am 29. -Schlössern eingeiäumt werde. Der Großvezier Savfet Pascha zeige
da. in fein 70. Lebensjahr, Wie man hört, haben d'e Vorstände ich dem Verlangen Englands nicht ganz abgeneigt, dagegen wolle
der von ihm ins Leben gerufenen Genossenschaften, des Bildungs⸗ der Sultan nichts davon hören.
vereins und der Handwerkerdereine die Frage in's Auge gefaßt, wie Wien, 18. Aug. Dem ‚Telegr.⸗Korresp.⸗Buregu* wird
die 70. Geburtstagsfeier des so hochverdienten Mannes am Würdigsten fus Konstantinopel vom 13. gemeldet? Nach Nachrichten aus
ju begehen sei. — Am Mittwoch beginnen die Betathungen des S„eraj⸗wo (Haup:stadt Bosniens) hat das von der insurgirten Be⸗
Bundesraths unter Vorsitz des Stellveitreters des Reichskanzlers, ölkerung eingesetzte Regierungs⸗ Komite den von ihm ernannten
Brafen zu Stolberg. Wie verlautet, sind die meisten der Bundes- Bouverneur Hafl; Pascha beauftragt, dem ösierreichischen Truppen⸗
regierungen mit ihren Erklärungen zu dem Sozialistengesetz noch im mmandanten entgegenzueilen und um Nadhsicht für die Bevölke⸗
Rückstande; doch durflen die Bundesraths⸗Bevollmächtiglen nunmehr ung zu bitten. — Hier hält Ran nach den letzteingekroffe nen Mel⸗
Aber die Stellung ihrer Regierungen zu der vom Reichsfustizamt ungen die Fortführung des bewaffneten Widerstandes seitens der
ausgearbeiteten Vorlage bald untertichtet werden, weil der Bundes⸗ insurrekdon für unmöglich. — Mehemed Ali Pascha ist zur Be⸗—
rath die Feststellung des Sozialistengesetzes als seine wichtigste und uhigung der Bevöllerung zum Kommissar der Pforte für Bosnien
junächst einzige Arbeit ansieht. — Der körperliche Gesundheitszu- cnannt worden und wird sich sofoct dahin begeben.
stand des Meuchelmbrders Nobiling macht ersichtlich Fortschritte zur Paris, 11. Auzufil. Der Kongreß der Friedensfreunde
Besserung. Die letzte in selbstmörderischer Abstht herbeigefllhrte vird am 26. Seplember im Florapavillon did Palastes der
VBerwundung an der Pulsader hat gar keine Folgen hinterlassen; Luilerien zusammentreten. Englische, amerikanische, österteichische,
der Appetit ist vorzüglich. Der geistige Zustand Robiling's scheint talienische, holländische und schweijerische Vereine und Staatsmän⸗
edoch ein umnachter bleiben zu wollen; denn seine Antworten, ner haben ihre Theilnahme an diesem Kongrtesse zugesagt, der sich
jelbst auf gleich ziltige Fragen, sind konfuse zu nennen. Immerhin die Aufgabe stelt, zu untersuchen, 1) wie der Friede zu sichern und
wird es eine Aufgabe der Wissenschaft bleiben, zu konstaliten, od die Vorwände für bewaffnete Konflille seltener zu machen seien,
Nobiling durch die erhaltenen Schädele und Gehirnverletzungen 2) wie dem Princip des Schiedsgerichts zwischen den Völkern eine
wirllich eine Geistesstörung erlitten hat oder ob er ein Simus⸗ dermittelnde Kraft erworben und 8) welchen Reformen das Völker⸗
lant ist. (B. Bl.) recht schon jetzt uaterzogen werden könse.

Aus dem dritten Braunschweiger Wahlkreise (Gandersheim⸗ London, 11. Aug. „Reuters“, Bureau“ meldet aus
Holzminden) wird dem Br. Tabl. geschrieben: Herr Landesdirektor donstantinopel: die Pforte habe sich entschlossen, Kreia die weitest⸗
» Benninsen, welcher belanntiich nicht nur in unserem, sondern zehenden Zugeständnisse zu machen, die Forderungen Griechenlands
auch in seinem alten hannover'schen Wahlkreishh gewählt wurde, hal aber abzulehnen, weil dieselben ungerechtferligt feien.
ich entschieden, dus Mandat seines sruüheren Wahlkre' ses anzuneh⸗ In London, 13. Aug. ‚Renters Bureau“ meldet aus Kon⸗
men. In einer Privatbesprechung mit einem Mitgliede des Wahl⸗dantinopel vom 12. d.: General Totleben unlerhandle mit einer
reises Holzminden⸗Ganderheim hat er diesem Wahlkreise seinenrussischen Gesellschaft wegen Uebernahme des Rüctransportes der
Dank und die gebührende Anerkennung für seine Gesinnungstüchtig⸗ russischen Garde nach Odessa, binnen 20 Tagen auf 50 von ihr
leit ausgesprochen, zugleich aber darauf hingewiesen, daß sich der jzu miethenden Schiffen. Die Räumung Batums sei in Folge
zritte braunschweigische Wahlkreis auch sernerhin ein großes Ver⸗ eines Telegramms des Zaren an den Sultan und in Folge bezüg⸗
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        Uchen Rathschlags des Vertrelers Deutschlands von der Pforte nun
mehr veschlossen.

— wenn auch gerade kein rühmliches kulturhistorisches Denlmal für
e'ne gewisse Periode der Geschichte Deutschlands schaffen.
7 Wildbad, 13. Aug. Fürst Gorischakoff ist zur Kur
hier eingetroffen und im Hotel Klampp abgestiegen.

p Die Zeitung France dn Nord meldet, daß am Samstag
den 83. August das Fischerbot Chaterine aus Bouloqne sich gegen
5 Uhr Morgens an der Südwestmündung der Themse in der Nähe
der Bänke befand, als sein Fuührer Jullien-Fourny die Trümmer
eines Fahrzeuges erblickte, von dem aus Zeigen gemacht wurden.
Sich dem Wrack nähernd, so viel es ihm die Sicherheit seines
eigenen Fahrzeuges erlaubte, entdechse er sieben Männer, die an den
Rest eines Mastes angebunden, jeden Augenblick von den Wellen
überdectt wurden. Odgleich die See sehr hoch ging und der Ost⸗
wind heftig blies, zögerle er nicht, ein Boot auszusetzen, in welches
er mit Beistand eines seiner Matrojen den Schiffbruchigen zu Hülfe
eilte. Nach ungeheuren Anstrengungen gelang es den Beiden, bei
)en Unglücklichen anzukom wen und sie alle in ihr Boot aufzunehmen.
Die Arbeit war um so schwieriger, als die von Hunger und Kälte
erftarrten Männer am Mast kein Glied rühren konnten und sie bei
dtr hohen und stürmischen See losgebunden und in's Boot getragen
werden mußten. Teockene Kleider, Speise und Getränke belebten
hald ihre Lebensgeister. Sie bildeten die Mannschaft der deutschen
Brigg Los, Kap'tän Lasch, die von Stettin nach Nantes mit Holz
jehend auf den Bänken der Themsemündung Schiffbruch erlitt.
die Brigg war geborsten und die Mannschoft wäre ohne dag
ꝛnergische Dazwischentreten Jullien's einem gewissen Tode entgegen⸗
gegaugen. Die Chaterine lief Samstag um 6 Uhr Abends in
Boulogne ein. Der deutsche Consul nahm sich der Sthiffbrüchigen an.

Vermischtes.

Pirwmasens, 12. Aug. (P. A.) In der heutigen
Zuchipolizeigerichtssithung zu Zweibrücken wurde dir hiesige Schuh⸗
macher F. Pferdsdorf wegen Majestätsbeleidigung zu einer Gefäng—
nißsirafe von 8 Monaten und in die Kosten verurtheilt. Pf. soll sich
bedauernd über das Mißlingen des Attentats Hödels geäußer!
haben. In der gleichen Sizung erhielt wegen des gleichen Ver—
oͤrechens der hiesige Stuhlmacher Stutz eine Gefängnißstrafe von 4
Monaten. Letzierer war angeklagt, bei einer Gelegenheit geäußert
zu haben, jede Strafe für Hödel sei zu viel, er, als Richter, würde
hn nicht strafen.

F'Offenbach, 11. August. Die hiesige Handelskammer
hat, um Handelsverbindungen mit China anzuknüpfen, im Intersse
der hiesigen Industrie die chinesische Gesandschaft zu Berlin zum
Besuche unferer Stadt und zur Besichtigung ihrer Industrie Erzeug⸗
nisse eingeladen. Der Gesandte nebst Gesolge trifft am 19. Aug.
d. J. hier ein.

pAls warnendes Beispiel für künftige Zeilen will das Ger—
manische Museum in Nurnberg eine seltsame Kollektion seinen
Sammlungen einverleiben. Es handelt fih um eine vollständige
Sammlung aller vollkommen werthlos gewordener Altien von
Unternehmungen, die seit dem Jahre 1870 entstanden und wieder
su Grunde degangen sind. Die Direllion des Germanischen
Museums hal sich deshalb an mehrere ihre nahestehende Personen
gewendet und von diesen wird iht Wunsch ohne Frage zur Aus⸗
jührung gebracht werden. Nach Schätzuug des Berliner Börsen⸗
Tourier dürfte es mindestens siebzig bis achtzig Aktiengesellschaften
geben, deren Altien absolut jeden Werth verloren haben — wobei
Jatürlich diejenigen ausgeschlossen sind, bei denen etwa in der
Liquidation ein, wenn auch noch so verschwindend kleiner Betrag
für die Aktionäre gerettet werden kounte. Den Alktien⸗Kategorien
soll je eine Beschreibung der Schicksale der betreffenden Gejellschaften,
bon ihrer Gründung dis zu ihrem Untergang, beigefügt werden:
Das Germanische Museum wird dadurch sedenfalls ein interessantes

Dienstesnachrichten.
Der kgl. Bezirksgerichtsrath Paul Lobenhoffer in Kalserslautern
—X——
lautern ernannt, und zwar bis 1. Oklober 1879.
Für die Redaction verantwortlich: J. XR. Deme tz.

Güterversteigerung.
Samstag, den 24. Au—⸗

zust nächsthin, Nachmittags 3 Uhr
zu Sengscheid bei Jakob
Schmidt lassen die Eheleute
Johann Buttermann,
Schlosser, un Margaretha
Eisch in St. Ingbert, die nach⸗
bezeichnelen der Ehefrau Butter⸗
mann gehörigen Liegenschaften
auf 4 Zahlungsfristen öffentlich
an die Meistbietenden zu Eigen⸗
hum versteigern nämlich:

1. 24 a 31 qm Acker am

großen Stiefel;

2., 18 2 42 qm Acker beim
Weiherdamm neben Johann
Jungfleisch;

3. 19 a 85 qm Acker oben
am Reichenbrunnerweg;

1. 14 4a 31 qm Acker und
Wiefe bei der großen Wiese
neben Johann Ruffing;

3. 7 a95 qm Wiese unten
am Weiherdamm.

Alles im Banne Ensheim
Flur Sengscheid gegen Rentrisch
hin gelegen; ferner
6. j1a 69 qm Wiese beim

Kalenborn neben dem Brunn⸗
graben im Banne Bischmis⸗
heim.

St. Ingbert, 10. Aug. 1878.

Sauer, k. Notar.
Allgemeine Wechsel
per Si. 3 Pf., 25 St. 50 Pf.
sind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

F. F. Demeh

I eine Stelle sucht, eine solche zu
vergeben hat, ein Grund tück zu
0 verlaufen wünscht, ein solches zu ka ufen
beabsichtigt, eine Wirthschaft,
WMOeconomiegut xx.. zu pachten
sucht, eine Heiratih anknüpfen will, eine Geschäfts em⸗
pfehlung zu erlassen gedenkt — überhaupt zu
Insertionszwecken
J ———
Rath bedarf, der wende sich vertraäuensvoll an die
ODentral-Annoneen- Ux ↄclition von
C. L. Daube &amp; Co. in Munchen,
welche sin die prompteste und billigste Bedienung zur
Aufgabe macht.
Bureau: Windenmacherastr. S.

—
Ueritrauen kann ein kranker
nur zu einer soltzen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
Naturheilmethode, sich thatsachlich
bewahrt hat. Daß durch diese Me⸗
thode ãußerst günstige, ja aunenerrtt
gende Heilersolge erzielt wurden, be⸗
weisen die in dem reich ilustr. Buche

— rrẽ?
Nr 449 8
a ,reichen i⸗
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
iolche Kranke noch Heilung sanden,
für die Hilfe nicht mehr mbglich
schien. Es darf daher jeder Kranke
sich dieser bewährten Methode um
jo mehr vertranensvoll zuwenden.
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafur angestelte
praktische Aerzte gratis erfolgt.
Näheres darübder findet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
starken Werie: Dr. Airy's Na⸗
turheilmethode, 100. Aufl., Ju⸗
belAusgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wuͤnsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
a 1ö Pf. direet franco versendet.
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Die
Weinvrobe
Deutsches Reichsnpatent)
Apparat nebst Anleitung zur
VPrüfung des Weines
auf Fälschung.
Allein zu haben bei (DF. 8172

Em. Uenburger in Mainz.
Preis per Stück M. 2.50 gegen
Nachnahme.
Wein-Etiquetts, * —
farbig bis 7farbig Malulatur
sind zu haben in der Lith. Anstalt F. X. Demet. zum apezieren veraut

Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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333. —3—ꝰ33 13333—3 333333 2353335
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5 — 234832
3 335 3 33555 3353853328
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5—25 353583328 — — 8522727 5523347 — 2 — 2.8
28533333357 2 52533557 5 583 —A 788*
98 * 3 * 338632534 —22333 35—83 —F ——— —
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255555 22 — —25 258325 233—3358 8 35 —EE —
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233 * 25 .* * 3 3 2 2.3 —— 53753* 25
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22 *2 2* 22 3 * 35533 —— 23 ——— 2 * * 38872
1253288 22 A 355 3383*5 83 25258833
3 238 537 255*23 38357 3333825*
2 2235888 5 8 5 * 7 523* * 3 25 85 232
— * 2 2 85 332353335* 552725 23 —A— 2* 8 8
32*592 37 23 233 343 — 353:* — 323 333833* 212
233 — — a 8783
—72 3532 22 753 53 78*8 2233 — 384 5*33683
— 0 573 5 3 2*7 2 23 *67 — 238 S 3
8* 2822328 533 25 —3— 3538 — 53233539
c * 522 5. — 27 8 2 *3 * 2352225 723232
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5 8 85 *3 8 258282 —A
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2327 522 *88 — — 38 338 75
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53533. 223 —— — 332760 332353
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— 575 355323585388 228 R 557
5 253633* —T782— 25 238 S 8
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33 3 3 2533
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555 8372333333333 258 38 3—22. 25 8*
5338 23 33* 3 528* — 228 2 —
2832835523,83833283 5533 35575 38338 383
32 —— *. —F 2 7
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2—2 5*2 *225372 5522 R 7 22 2* M
5222 I2 833233 3 7 225 555
2535.333232 552353— 32538 33 232335 338

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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöhentlich) mit dem Hauptblatte verhundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

age) erscheint woöͤchentlich viermal: Dieustaz, Donnerstag, Sanstaz und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

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A 129. 3 I Samstag, den 17. Augusft I 1878.
Deutsches Reich. J

München, 183. Aug. Der kgl. Kriegsminister General
d. Maillinger hat heute einen mehrwöchentlichen Urlaub an⸗
jelreten; für die Dauer desselben ist das Portefeuille des Kriegs⸗
ministeriums dem Generallieutenant Karl Graf zu Pappenheim,
generaladjulauten S. M. des Königs übertragen worden. (A. Z3.)

Kisfingen, 14. Aug. Fürst Bismarck wird spätestens
im künftigen Montag Kissingen verlassen; ob er sich direkt nach
hastein begibt, oder zuvor nach Teplitz, oder nach Homburg zum
Zonprinzen reist. steht im Augenblicke noch nicht fest.

Aus Berl in, 12. August, schreibt man der „Allg. 3.*:
Bei den Kissinger Verhandkangen stand es lediglich in Fragy, eb
die Curie sich entschließen wird, dahin zu wirken, wie es ex dem
Schreiben des Kaisers vom 24. März d. J. heißt:: „daß auch
diejenigen unter den Dienern der Kirche, welche es bisher unter⸗
ließen, nunmehr, dem Beispiel der ihrer geistlichen Pflege empfohlenen
Bevöllerung folgend, den Gesetzen des Landes, in dem sie wohnen,
ich fügen werde'. In Beantwortung dieses Schreibens hatte der
Papst, wie aus dem Schreiben des Kronprinzen vom 10. Juni
jervorgeht, jenes Verlangen principiell abgelehnt. „Unter der Vor⸗
nussetzung“, schließt dieses Schreiben, „mich mit Ew. Heiligleit in
olcher Geneigtheit zu begegnen, werde ich die Hoffnung nicht auf⸗
zeben, daß da, wo eine grundsätzliche Verständigung nicht erreichbar
st, doch versöhnliche Gesinnung beider Theile auch für Preußen den
Weg zum Frieden eröffnen werde, der anderen Staaten niemals
zerschlossen war.“ In Anknüpfung dieses Passus hat nun der
Papst den officiellen Antrag auf Einleitungen von Verhandlungen
nicht üker eine „grundfätzliche Verständigung“, sondern über eine
hatsächliche Regelung der Verhältnisse beantragt. Das preußische
Staatsministerium beschloß, auf diesen Antrag einzugehen, und der
Papst beauftragte in Folge dessen den Nuntius in München, sich
nach Kissingen zu begeben. Das ist der wirkliche Verlauf der Dinge,
der allerdings mit dem Märchen, daß Fürst Bismatk, um der
Regierung eine feste Mehrheit im Reichstiag zu verschaffen, eine
Berständigung mit Rom suche, in eclatantem Widerspruch steht.
Aeber den thatsächlichen Inhalt der in Kissingen gepflogenen Ver⸗
hzandlungen läßt sich zur Zeit noch keine Mitiheilung machen.

Berlimn, 13. August. Bis heute waren erst von drei
Regierungen theils zustimmende, theils erläuternde Erklärungen zu
dem preußischen Entwurf eines Sozialistengesetzes eingegangen.
Wahrscheinlich zogen die meisten Regierungen vor, ihre Bevollmäch⸗
rigten zum Bundesrath direkt mit Informationen zu versehen, so
daßß der Bundesrath in der Lage sein wird, die Berathung der
vom preußischen Justizministerium entworfenen und vom Reichs⸗
ustizamt rebidirten Vorlage ungesäumt zu beginnen. Vermuthlich
vird der preußische Entwurf des Sozialistengesetzes überhaupt nicht
zelannt, fondern der Bundesrath wird wahrscheinlich nur die von
hm gutgeheißene Vorlage emaniren lassen, und Dieß geschieht vor—⸗
wussichtlich auch erst kurz vor Beginn der Reichstags-Session.

NR. Pr. Zig.)

Berlin, 14. August. Die Prov.Corr.“ veröffenslicht heute
»en preißischen Entwurf eines Gesetzes gegen gemeingefährliche Be—
drebuugen der Socialdemokratie. Derseibe läßt administratives
Berbieten von Vereinen, Versammlungen und Druchkfschriften, welche
solchen Bestrebungen dienen, zu; ferner für einzelne Orte oder Be⸗
irle das Verbot des Waffentragens, des öffentlichen Verbreitens
jon Druchschriften ꝛc.

Berlin, 14. Augnst. Die „Prov. Cort.“ schreibt über
ne Heidelberger Minister Conferenz: Ueber bestimmte Steuergesetz-
ntwürfe fanden keine Detailberathungen statk; es wurden nur Ge⸗
ichtspunkte festgestellt, welche für weitere Schritte auf der Vahn
er Steuerreform maßgebend sein sollen. Hierbei wurde grundsätzlich
aran sestgehalten, daß behufs Verminderung der directen Steuern
ine umfassende Entwickelung des indirecten Steuersystems durch das
Reich stattfinden müsse. Die Angabe, das Tabakswonopol sei als
u erstrebende Form der Tabaksbesteuerung in's Auge gefaßt, sei

unrichtig; die Wahl eines bestimmten Systems der Tabaks-Besteuetung
sjabe weder im Zwecke der Conserenz gelegen, noch gehöre sie zu
eren Ergebnitz. Die Veröffentlichung der Conferenzergebnisse sei
jei dem vertraulichen Charalter der Conferenz für jetzt nicht zu er—
varten. Auf Grund des vereinbarten Programms würden einzelne
vestimmte Gefetzentwürfe arsgearbeitet werden.
—z —IVES
Zur Sammlung des Bürgerthums.

Die „N.Z.“ sagt in einem warm empfundenen Artikel über
die jetzige Aufgabe des deutschen Bürgerthums:

In solcher Laze beruht die Erhaltung, die Weiterentwickelung
des Reichs, die Abwehr der inneren Feinde in allen wesenllichen
S„tücken auf dem deutschen Bürgerthum. In ihm ist die Idee
ines einigen Deutschlands entstanden, von ihm ist sie in Noth und
Befahr gepflegt worden, von ihm aus hat sie sich in die Kreise des
sdels, in die Kreise der Landbebölkerung mühsam Eingang ver⸗
chafft. Aber diese seine große und ruhmvolle Aufgabe hat das
Bürgerthum, hat unsere Bildung, Wissenschaft und Kunst nur erst
ur Hälfte erfüllt. Wie weit sind wir noch davon entfernt, uns
Ils ein einziges, unzertrennliches Volk zu fühlen, wie die Engländer,
Franzosen und JItaliener. Hier nicht nachzulassen, bdier immer von
deuem die Arbeit aufzunehmen, ist unsere erste Pflicht. Es kann
ich in unseren Reihen nicht um ein Mehr oder Minder liberaler
Anschauungen handeln. Programme aufzustellen ist die Sache poli—
ischer Parteien, aber nicht sowohl Angelegenheit der Partei, als
derzens⸗ und Ehrensache sollte es allmälig Fedem im deutschen Volke
derden, die offenen Feinde der neuen Ordnung aus dem Parla⸗
nente guszuschließen. Zu der Regierung werden sie noch lange
ine Hinterthür gebffnet sinden, aber ihnen den Zugang zu unserm
deichstag zu verschließen, liegt in unserer Macht. Bei ihrem
Vahlkampf im Oktober des vergangenen Jahres vergaßen die
anzösischen Liberalen mit einer bewunderungswürdigen Ueberwindung
Ule perfönlichen und prinzipiellen Streitigkeiten, die sie trennten.
im vor Allem die Republik vor Bonapartisten und Klerikalen,
or Royalisten und Orl!anisten zu schützen und zu schirmen. Wir
iuschen uns, wenn wir unser Reich für fester und unerschüttlicher
ralten, als Neu-Frankreich und Neu⸗-Italien. Wir sind vielleicht
ahm gekommen, dem äußeren Feinde in geschlossener Einheit zu
regegnen und nicht mehr selbstmörderische Waffen gegen die eigene
Irust zu kehren, aber wir haben noch lange nicht gelernt, die Ver—
assung des Reiches als ein Palladium anzuerkennen und zu verehren.
kin einiges Herr, eine einige Münze, ein gemeinsames Recht, ein
Barlament und ein Kaiser — gewiß, es sind große Dinge, kostbare
Errungenschaften: allein sie machen den Staat nicht aus, sie haben
'o jung und neu wie sie sind, noch nicht die Kraft gehabt, uns
nit einem Staatsbewußtsein zu erfüllen, wie es die Franzosen und
ängländer auszeichnet. So avsschließlich haben sich in den letzten
Jahren der Sinn und die schöpferische Klaft der Nation auf die
Jesetzgeberische Thätigkeit und das polilische Parteitreiben gerichtet,
»aß in dem Kampf um einzelne Paragraphen und in Wahlftreitig⸗
eiten jene edle und erhabene Vaterlandsliebe des großen Jahres
ins beinabe ganz verloren gegangen iss. De Flamme ghilt es vor
Allem von Neuem anzufachen. Das Reich muß uns wieder werth
and theuer werden, wenn es blühen und dauern soll.

Kein Verständiger bildet sich ein, durch irgend welche Gesetze
den Grist der Socialdemokratie zu bannen. Starke Dämme halten
»ie Fluth vielleicht eine Weile zurück, plötzlich treibt sie der Sturm⸗
vind darüber hin. Auch in diesem Falle dürfen wir die Arbeit
nicht der Polizei und dem Strafrichter uͤberlassen, wir selber müssen
hätig und stetig gegen die Wühlerei vorgehen und den Agitatoren
»ie blindgläubige Masse, die sie gewonnen haben, wieder zu ent⸗
reißen suchen. Die Wahlniederlage der Socialdemokraten ist schwer
senug, um der Rede und der That des liebtralen Bürgerthums,
im dem Gedanken der Reform gegenüber den wilden Wuünschen und
Träumen eines allgemeinen Umsturzes leichteren Einfang in die
Stelen der Verblendeten und Bethörten zu veischaffen. Die Ardeiter⸗
        <pb n="464" />
        klassen werden allmälig wieder einsehen lernen, daß ihr Geschick im
Guten wie im Bösen noch auf ein Jahrhundert hinaus an das
der vielgehaßten und vielverläumdeten Bourgeoisie gebunden ist
daß jede wahrhaftige und dauerhafte Besserung ihres Vooses sowohl
in maierieller wie in geistiger Hinsicht nur im Verein mit derselben,
mit der Kapitalsmacht bewirli werden kann. Wie im Mittelalter
die Stadt, ist auch jetzt noch das Bürgerthum die natürliche Schuzß—⸗
wehr Aller gegen die despotische Gewalt des Adels und die
geistige Uebermacht der Kirche.

Der neue Reichstag bietet dem Volle nur das Bild des Chaos,
eine Majorität ist noch schwieriger als in dem früheren herzustellen;
die Parteien der Mitte werden bald nach rechts, bald nach links
stompromisse schließen müssen, nicht um zu einem erträglichen, sondern
Aberhaupt nur zu einem Resultate zu kommen. In der großen
geseßzgeberischen Thäligkeit wird darum eine wünschenswerthe Pause
eintreten. Seit 1871 hat es keinen Augenblick gegeben, der einer
Sammlung des Bürgerthums, einer Wiedereroberung deß Terrains,
das wir an die Socioldemokratie gerade in der Masse der städtischen
Bevoͤlkerung verloren haben, günstiger und verheißungsreicher ge⸗
wesen wäre. Die Haltung der Parteien im Reichstage wird durch
politische Momente bestimmt, Gunst und Ungunst des parlamen⸗
tarischen Wetters wirken darauf ein. Durchaus unabhängig davon
ist die Arbeit, die wir meinen, die Arbeit, die in dis Tiefe geht,
um das deutsche Volk wieder um das Banner des Reichs im
Frieden, zur Sicherung unserer Freiheit und des Vaterlandes
selber, zu versammeln. Parlamente geheu vorüber, Geseße werden
gegeben und geändert, was aber unerschüttertich bleiben muß, wenn
ein Staat wachsen und gedeihen soll, ist die Liebe seines Volkes
zu seiner Verfassung, seiner Freiheit und seinem Gemeinwesen.

—
—A

Sit. Ingbert, 17. August. Heute (Samstag) findel
hier die im Wahlbezirk Zweibrücken⸗Pirmasens nothwendig gewordene
engere Reichstagsabgeordneten-Wahl zwischen den beiden Can—
didaten Hercen Carl Schmidt, k. Oberappellationsgerichtsrath, und
Dr. Eugen Jäger, Redacteur, statt. Nur unter diesen Beiden ist
ju wählen und alle auf andere Candidaten fallende Stimmen sind
ungiltig, und zwedlos. Die Wahl beginnt Morgens um 10 Uhr
und wird Abends um 6 Uhr geschlossen.

Kein biederer deutscher Mann darf versäumen an der Wahlurne
zu erscheinen, um seine Schuldigkeit zu thun.

FKaiserslautern, 18. Aug. Der hiesige Vorschuß
verein hielt gestern Abend im Saale des Gasthauses Zur Post“
seine statutenmäßige halbjährliche Generalversammlung ab. In der⸗
selben erstattete zunächst der Kassierer des Vereins den Geschäftbe—
richt über das J. Semester 1878. Hiernach betrug die Mitglieder⸗
——
Stammantheile der Mitglieder betrugen 166,476 M. 95 Pf.; der
Reservefond 13,569 M. 85 Pf. Das Gewinn⸗ und Verlust⸗Conto
weist einen Bruttogewinn von 18,688 M. auf; nach Abzug der
Geschäftsunkosten betrug der Reingewinn 6,610 M. 70 Pf. (55
M. 80 Pf. mehr, als im Borjahre.) (K. 3.)

Reustadt, 13. Aug. (Neuft. Z.) Wie wir hören, er⸗
wächst der Distriktskasse Neustadt durch die Unterschlagung ihres
Rechners Dell kein Schaden, indem seine Mutter für die veruntreute
Summe aufkommt. Dell selbst, den man dieser Tage todt gesagt,
hefindet sich auf dem Wege der körperlichen Besserung.

F Neustadt, 13. Aug. Der Buchhändler Rudolf Ackermann,
der früher hierselbst ein Colportagegeschäft unter der Firma Rheinische
Verlagshandlung führte, dann aber nach Mainz übersiedelte, wo er
eine schon länger daselbst innegehabte Filiale in Kompagnieschaft mit
einem gewissen Bingenheimer zu einem sehr umfaänglichen Geschaft
unter der Firma Deutsche Exportbuchhandlung erweiterte, ifl in den
letzten Tagen sammt seinem Associé Bingenheimer in Untersuchungs⸗
haft zenommen worden. Den äußern Anlaß soll eine neue schwindel⸗
hafte Verlazsunternehmung gegeben haben, ein Lieferungswerk,
bei welchen den Abonnenten „gegen die geringe Nachzahlung von
nur 8 Mark“ voͤllig werthlose Chlinderuhren als prächtige uud vor⸗
wreffliche Chronometer aufgehängt werden sollten. Der wahre Anlaß
zu jetzigem endlichen Vorgehen liegt in den Maßregeln gegen die
jozialdemokratische Presse, mit welcher die Colportage Literatur in
engster Verwandtschaft stand.

F Neustadt, 14. August. Durch die Zwangsversteigerung
des Heng'schen Anwesens zu Wachenheim am letzten Montag, ging
dasselbe mit Schiff und Geschirr um den Steigerungspreis von M.
63,000 in den Besitz der Frau Wwe. Wolff daselbst über.

f Landau, 14. August. Durch Kommandanturbefehl vom
gestrigen Tage wurde dem Militär der Besuch der ‚Brauerei Trifels“

wieder gessattet.

1TFrankenthal, 12. Aug. Mitglieder des Mannheimet
Ruderdereins unternahmen gestern eine Spazierfahrt hierher, die für

einzelne Theilnehmer leicht einen unglücklichen Ausgang hätie nehmen
önnen. Ein Boot schlug, von den Wellen eines vorbeifahrenden
Dampfers erfaßt, um, und gelang es den Insassen mit knapper
Noth das Leben zu retten.

7 Nach einer Bekanntmachung der Direktion der Pfälzischen
Eisenbahnen wird am 1. Okiober dieses Jahres im Lolalverkehr
der pfälz. Bahmen ein neuer Tarif für lebende Thlere, Fahrzeuge
und Leichen mit theilweife erhöhten Frachtsätzen zur Einführung
gelangen.

FKandel, 12. August. Am Samstag Abend zog ein
schweres Cewitter über Kandel und Umgegend und wurde in Ober—
landel ein Mann, Familienvater, vom Bliß erschlagen. Der gleich⸗
jeitig im Zimmer anwesende Barbier wurde ebenfalls vom Blitze
zetroffen und soll dessen Zustand ein hoffnungslofer sein. In der
Amgebung soll der Bliß noch mehrmals eingeschlagen haben, ohne
—XRE

r In Munchen hat ein Bierbtauer aus Freude über den
Wahlfieg Ruppert's 1500 Liter zum Beften gegeben.

— Die miludliche Pruüfung sür den Arzilichen Staatsa⸗
dienst (Physikats⸗GSxramen) begann dahier; derselben haben sich
20 Aerzte aus den verschiedenen Provinzen des Königsreiches unter⸗
zozen. Das Resultat iß ein sehr befriedigendes. — Dr. don
Luß hat einen mehrwöchenilichen Urlaub angetreten und sich auf
eine Beflzungen naͤchst Starnderg degeben; Minister v. Fäustlt
vurde mit der Leilung deb ultasministeriume betraut. — General«
irektor v. Ho hedee hat fich heale mit Familie in Urlaub nach
Dberaudorf degeben. Beiriebs direltor v. Badhauser fungirt an
dessen Stelle.

f Bad Kissungen jahlt jeßzt 8288 Kurgäste.

f Ein in Frankfuri im Eisenbahncoupé todt aufgefunde⸗
ner Fremder, der bedeutende Geldmerthe mit sich führte, ist recog
noscitt worden. Es ist der Bürger J. Betz aus Oggersheim—
welcher vor 9 Jahren nach Amerika auswanderte und nunmehr in
die Heimath zurücdkehren wollte.

Frankfurt, 13. August. Der Palmengarten wurdt
gestern Nachmittag dem Publikum wieder geöffnet. Bei günstiger
Witterung sollen nächsten Donnerstag die Concerte der Stasuy'schen
Tapelle im Freien wieder aufgenommen werden.

F Kösln, O9. August. Im Natholischen Volksverein zu Köln
jat Herr Domvbicar Theisen haarscharf nachgewiesen, daß der Libe⸗
ralismus der Vater der Socaldemokcatie ist. Du bel den heurigen
Wahlen der Untramontanismus sich mit der Social-
demokratie verbrüdert hat, so bilden die drei sich sonst schrof
zegenüberstehenden Parteien jetzt eine Familie.

Es giebt keine Kinder mehr — diese Worte drängten sich mir un⸗
villkürlich auf, als ich Zeuge einer Episode wurde, welche ein eigen⸗
thümliches Licht auf die moderne Kindererziehung wirft. Am
Sonntag Vormittag saß ich bei einem kühlen Frühschoppen vor
einer mit künstlichem Epheu umgebenen Restauration der Char—
ottenstraße in Berlin und beobachtele, da der Epheu meinen Blicken
nach außen nicht im Wege war, folgende Szene. Ein halbwüchfiget
Znabe, gegen 10 Jahr alt nach äußerer Erscheinung, mit Stroh⸗
zut, hellen Glacees und — Kniehosen, lüftete schon von Weitem
n höchst devoter kavaliermäßiger Weise den Hut, um ein im aller⸗
zrünsten Backfischalter stehendes Mägdelein zu begrüßen. „Ah, er⸗
challte es von den Lippen der Liliput⸗Dame, wir haben Sie gestern

m Zoologischen Garten erwartet, konnten Sie indeß trotz allen
Zuchens nicht fiaden.“ — „Habe das sehr bedauert, doch verließ
ch den Platz am Tische meiner Eltern nur, um mit diesen die
Ninder“ anzuschauen, welche sich als Reiter auf dem Kameels⸗
ücken auszubilden suchen,“ war die mit Sicherheit im schoͤnsten
Zalonton gegebene Antwort des Sextaners. Dann legten sich die
»ändchen ineinander, die Kleine flötete: „Grüßen Sie herzjlichst
Ihte Frau Mama und sagen Sie ihr, daß es mich unendlich
reuen würde, sie in dein nächsten Tagen wiceder zu sehen, bitte,
mpfehlen Sie mich.“ Der junge Kavalier hatie während der
janzen Zeit den Hut in der Hand gehalten, verabschiedete sich jetzt
unter Dankesworten für den aufgetragenen Gruß höchst charmani,
ah sich noch einige Male ganz entzückt um und ich, als genauer
Beobachter dieses großen Fortschrittes unserer Zeit, dachte eigentlich,
vas soll aus diesen Püppchen wohl werden.

f Von der hessischen Grenze, 13. August. Gessern
ereignete sich hier ein hoͤchst betrübender Vorfall. Zwei Landwirthe
zeriethen nämlich dadurch in Sireit, daß der eine dem anderen an
dessen Acker zu viel abgeackert hatte. Der Beschädigte hatte den
Feldschüßen beigerufen, um die Grenzverletzung m Augenschein zu
nehmen und zu verfahren, wie Rechtens. In demselben Augenblid
fum der Thäter auch zur Stelle, und es enistand zwischen ihm und
)em Beschadigten ein heftiger Wortwechsel, welcher so weit führte,
daß der Schädiger einen Revolbver, den er in der Tasche verborgen
hatte, zog, auf den Beschädigten seuerte und denselben schwer in
        <pb n="465" />
        die Brust verwundete, so daß für dessen Leben zu sürchten ist. Ein

weiter Schuß, auf den Feldschützen abgegeben, prallte an der er⸗

hobenen Hade desselben ab. .

Hagenau, 11. August. Das von dem Offiziercorps
des 3. schlesischen Dragonerregiments Nr. 15 heute auf dem In⸗
fanterie⸗Exercierplatz veranstaltete Rennen hat leider einen belrü⸗
henden Abschluß gefunden. Beim dritten Rennen stürzte ein Offi
cier beim Nehmen eines Hindernisses so unglücklich mit dem Pferde,
daß er schwer verletzt zur Stadt verbracht werden mußte.

fUeber das Treiben der Wucherer unter der
dandbevölkerung in Bahern wird der „Disch. Reichsp.“ Folgendes
mitgetheilt: Wie diese Wucherer ihre Geschäfte machen und welche
Zinsen sie nehmen, ergieb sich aus folgender auf Grunde vorliegen⸗
der bezahlter Schuldscheine gemachten Zusammenstellung. Es
wurden von armen Bauern gezahlt: von 42 Mark Darlehen eine
Provision von 80 Pfennig pro Mark wöchentlich und 8 Mark
xxtra, das sfind jährlich 1095 Mark oder 2607 Projent; von
b Mt. 32 Pfg. pro Woche 1M., also 52 Mt. oder 822 Procent;
pon 63 Mk. 70 Pf. pro Tag 1 M. — 365 Mt. oder 572
Procent jaͤhrlich; vvon 189 Mark 80 Pf. pro Woche 10 Pfg.
von je 1Mk., also 725 M. 40 Pf. oder 821 Procent jährlich.

F Etern und anderen Personen, welche Kinder oder andere

unter ihrer Gewalt stehende, ihrer Aufsicht untergebne und zu ihrer
Hausgenofsenschaft gehörende Personen von Diebstählen u. s. w.
abzuhalten unterlafsen, sind durch die neue, dem Strafgesetze eingefügte
Bestimmung des 8 361 Nr. 9 mit Haftstrafe bedroht. In Bezug
auf diese Bestimmung hat das Ober⸗Tribunal durch Erkenntniß
vom 5. Juli 1878 ausgesprochen, daß für die Heranzietzung der
Eltern ꝛc. zur Strafe nicht die Thatsache allein genügt, daß Kinder
einen Diebstahl oder eine andere der dort bezeichneten sttafbaren
Handlungen verübt haben. Es muß vielmehr ein Mangel an
oflichtmäßiger Aufsicht oder eine Vernachlässigung der Erziehungs⸗
pflichten seitens der Eltern oder derjenigen Personen, in deren Ge⸗
walt die Uebelthäter stehen, hinzukommen. Auch liegt dem Vater
ꝛc. nicht ob, vor dem Strafrichter den Beweis zu führen, daß er
es an der nöthigen Aufsicht über seine Kinder zur Verhütung des
Diebstahls nicht habe fehlen lassen, vielmehr ist es Sache des Richters,
lüber Würdigung des Gesammierzebnisses der von ihm gepflogenen
Verhandlungen zu prüfen, ob er sich dadurch in den Siand gesetzt
sieht, ein Urtheil über die Schuld oder Unschuld des angeklagten
Vaters ꝛc. zu fällen, oder ob er zu diesem Zwecke noch eine weitere
Beweisaufnahme, insbesondere über solche Thatsachen, die der An⸗
geklagte etwa zu seiner Extlastung angeführt hat, für erforderlich
etachtet.

Vatermord. Dem „Brschw. Tagbl.“ wird aus Dil l⸗
misssen, 8 August geschrieben: Wir haben über eine schändliche
That zu berichten, über einen Vatermord. Der Feldhüter Boie,
tiu Greis von fast 80 Jahren, wurde von se'nem 38jährigen Sohne
schon oft arg mißhandelt. Vor einiger Zeit sprach sich der ent⸗
menschte Sohn aber gar dahin aus, daß er den Alten todischlagen
wolle. Gestern nun hat er diese Drohung wahr gemacht. Er warf
seinen allen Vater die hohe, steile Treppe hinunter und mißhandelte
den schon zum Tode verwundeten Greis noch durch Schläge. Das
Amtsgericht Eschershausen hat am Orte der That den Sachverhalt
aufgenommen und die Leiche seciren lassen. Der Mörder ist ver⸗
haftet. Die fluchwürdige That wurde am 6. d. Abends, verübt. Der
entmenschte Sohn schlief, während die Leiche des Erschlagenen im
hause war, die Nacht hindurch, und sandte erst am anderen Morgen
nach der Todtenfrau, welche sogleich Anzeige erstattete.

kBei offenem Fenster. Die erst 19 Jahre alte
Frau eines Officiers in Berlin ist durh ihren eigenen Leichtsinn
in eine schlimme Situation versetzt worden. Aller Warnungen un⸗
geachtet schlief die junge bildschöne Dame während der Abwesenheit
ihres auf einem Commando befindlichen Mannes bei offenem
Fenster, wie sie das auf dem Gute des Vaters siets gethau zu
jaben behauptet. Vor etwa acht Tagen ist die Sache einmai recht
schlecht verlaufen. Als die junge Frau aufstand, fühlte sie eine
entsetliche Spannung im Gesicht und sank fast ohnmächtig zu
Boden, als fie in den Spiegel blickte. Ihr ganzes Gesicht war
detzerrt, der Mund saß veinahe zwischen Ohr und Auge. Alle
Mittel, selbst Electricität, haben bis jetzt nichts genutzt und seil drei
Tagen liegt die arme Frau in geheiztem Zimmer. Durch fort⸗
waͤhrende Wärme hofft der Arzt Erfolg. Jedenfals maq der Fall
Anderen zur Warnung dienen. *

(VBom Schlafwagen.) Mit großem Interesse er⸗
ahrt das reisende Publikum in Fraukreich die Nachricht, daß eine
neue Bequemlichkeit mit dem Schlafwagen (wagons lits) einge⸗
ührt wird. Die Nordbahn fängt damit an. Ressende, die in den
ersten Morgensuunden in Paris ankommen, werden fortan nicht
mehr genoͤsdigt, ihre Nachiruhe im Waggon zu unterbrechen, aus⸗
usteigen und — Paris im Schlafe zu finden, nein, dan gestatte

hnen, im Wagen der Eisenbahn (im Bahnhose) auszuschlafen, bis
die Hotels und die Häuser geöffnet werden.

F Lulu vom Tode gerettet. Prinz Louis Napoleon, welcher
oeben Schweden bereist, besuchte mit dem Könige von Schweden
iine Ackerbauausstellung. Zufällig näherte sich der Prinz, einige
Schritte rüdwärts gehend, einer in voller Bewegung befindlichen
Maschine. Mit einem Male sieht König Oskar, wie die Kleider
»es Prinzen von der Maschine erfaßt werden, und er hat Geistes⸗
jegenwart genug, sich auf die Maschine zu stürzen und diese zum
Stillstand zu bringen. Die Kleider des Prinzen fand man nach
der Katastrophe tolal zerrissen, er selber ist mit getingen Verletzungen
»avon gekommen. Ohne das energische Eingreifen des Enlel Berna⸗
»otte's wäre der junge Napoleonide unter die Rader gelommen und
ermalmt worden.
Dienstesnachrichten.
Der Polizeianwalt an den Landgerichten Waldmohr und Hom⸗
urg, Errst Kissel, wurde in gleicher Eigenschaft nach Ludwigshafen
sersetzt und der geprüfte Rechtalandidat Franz Wagner, zur Zeit
n Kaiserslautern, zum Polizeiauwelt für die Landgerichte Pirmasens
iud Waldfisabach mit dem Amtssiß in Pirmasenß in wederruflicher
kigenschaft ernannt.
Der soeben bei uns Ageresen⸗ zwannte Vanb ber m —iutgart er Jei⸗
ienden Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“, Jahr⸗
jang 1878 (Preis pro vierwöchentlicher Band von 256 bis 288 Seiten
kaschenformat nur 50 Pfennig), gibt uns Anlaß, die Empfehlung zu wieder⸗
solen, welche wir diesem gediegenen und so sehr billlgen Unterne hmen schon
rüher mehrmals gewidmet haben. Zur Charaklerisirung des in dem neuesten
wölften Band Gebotenen lassen wir nachstehend das Inhaltsverzeichniß
esselben folgen: Verschwunden. Roman von Ew. Aug. Konig. — Auf der
znsel. Erzählung von Friedrich Friedrich. — Der ‚„Alte im Vart“. Zur
Säkularfeier des 11. August 1778. Von H. Scheube. — Das Zellenge⸗
ängniß. Eine Skizze von Schmidt⸗Weißenfelßs. — Kreuzung und Selbit⸗
efruchtung im Pflanzenreiche. Von Dr. W. Heß. — Buchhandel und Pu⸗
likum vor dreihundert Jahren. Kulturgeschichtlichez Charakterbild. Von
5. Meilitz. — Auf tiefstem Meeresgrunde. Naturwissenschaftliche Skizze von
zeorg v. Stolp. — Miscellen.
Ari⸗ Jãgtseuna. Organ jur Jagd, discherei und
staturfkunde. Herausgegeben dom k. Oberfdrster H. Nipsche.
Fünfter Jahrgang. Nr. 21 entbaͤlt: Die Fort⸗
pflanzung der Aale von Dr. H. Nißsche, Prosessor der
Zoologie an der Forstakademie zu Tharand. — Thierleben
und Jagd in fernen Zonen von Dr. Pechuel⸗Losche. 7 Er⸗
zählung eines Zusammenstoßes zwischen dem hochgräflich Hei⸗
ligenberg'sjchen Jagdpersonal und den Wilderern aus Nuß⸗
dorf, wobei Mord und andere grobe Thätlichkeiten vorge⸗
tommen sind 1626, mitgetheilt vom Fürstl. Waldburgschen
sanzleirath Schabet. — Steine im Magen eines Rehbocks
und Hirsches, vom Fürstl. Forstmeister Pfizenmayer in Regens⸗
burg. — Der Sturz über die Felswand, Otiginalz. v. C.
Müller. — Hasenschädel mit abnormer Zahnbildung (Illu⸗
tration.) — Jagdeinladungskarten vom Thiermaler Deiler.
25 Stück 1244 M. Verlag von Schmidt &amp; Günlher in
Leipzig. 8 M. halbjährlich.
Unhang dazu erscheint:
Bibliothetfür Jäger u. Jaadfreunde.
Von erfahrenen Fachmännern herausgegehen. Lieferung:
183/14. Ueber Jagdschlösser und Jagdfestlichkeiten von Dr.
Foichtinger. Jährlich 12 Heste, pro Halbjahr 3 Martk.
Alle Buchhandlungen und Postanstalten nehmen Bestell ingen an.
Immt irte rai.en⸗ e. ung. (Pre ccccccc
Die neueste Moden⸗Nummer (29) enthält: Promenaden⸗, Haus⸗ Morgen⸗
ind Reise⸗Anzüge, einzelne Röcke, Blusen und Kleiderärmel, Mantillen, Fichus,
ute, Morgenhauben, breite Kragen, Cravaten⸗Schleifen und Wirihschafts⸗
chürzen. Vollständige Anzüge für große Knaben und Mädchen, Kleider und
Schürzen für kleine Kinder. Cravaten, Kragen und Manschetten fuür Herren.
stückenkissen, Schutzlissen zum Aufhängen, Toiletten⸗Kissen, Arbeitskorb mit
Decke, Negligé⸗- oder Arbeitskorb (Puff). Behälter für Taschentücher, Tisch⸗
»ecke nebst Mustervorzeichnuung, Bunt⸗ und Kreufstichstickereien. Einsätze in
ülldurchzug, gehäkelie Spitzen und Einsätze ꝛc. ꝛxc. mit 67 Abbildungen und
iner Beilage mit 15 Muster-Vorlagen in Stiel- und Plattstich⸗ Stiderei,
rischer Spitzen⸗Arbeit, Filet⸗Guipure sur Decken ꝛc. 1 Alphabet und 12
Schnittmustern, verschie denen Muster⸗Vorzeichnungen und Namens⸗Chiffren. —
Die neueste Unterhaltungs-Nummer (30) enthält: Santa. Eine corsische Ge⸗
chischte von F. von Siengel. (Schluß) — Oberbaierische Gedichte. Von
darl Stieler. 1. Die Knödel. 2. Die schnelle Fahrt. — Der Haushalt
im Vatican. 1. Physiognomie im Allgemeinen. — Frauenarbeit und Frauen⸗
chmuck auf der Pariser Welt⸗Ausstellung. Von Julius Lessing. III. —
Aus der Frauenwelt. — Die Orden und Ehrenzeichen für Damen. 2. Der
preußische Luisen⸗Orden. — Verschiedenes: Literarisches ꝛc. — Briefmappe.
— Frauen⸗Gedenktage. — Ferner folgende Illustrationen: Der hochländische
Rationaltanz Reel“ auf dem Maskenball der Schotten in London. — Kö—
nigin Maria Mercedes von Spanien auf dem Todtenbette. — Elisabeth
Imalie Eugenie, Kaiserin von Oesterreich und Königin von Ungarn. Von
9. Raab. —-Der preußische Luisen⸗Orden. Sechs Abbildungen.
— Zu beziehen durch alle Ruchhandlungen und Postämter. A
u

Fur die Redaction verantwortlich: J. X Deme tz.
        <pb n="466" />
        Holzversteigerung
Donnerstag, den 22. Aug.
1878, Morgens 9 Uhr, zu Don⸗
iieders (Kanton Pirmasens,) in
der Wirthschaft von Ludwig
Bossung allda, versteigere
ich auf Betreiben von Joseph
Hüther, Ackerer in Donsieders
wohnhaft, gegen Wilhelm Hopp⸗
städter, Holzhändler in Spie⸗
sen bei Neunkirchen (Kreis Oit⸗
veiler) wohnhaft, nach Anlei⸗
tung des Art. 8483 d. allg.
deutschen Handelsgesetzbuches an
den Letzte und Meistbietenden
zffentlich gegen Baarzahlung:
a. ca. 2000 gehauene kieferne
Stempel u. ca. 200 gehauene
klieferne Stempelstangen, lagernd
auf einem Waldstücke — Pl.
418192 und 4282, ca. 8
Morgen — am Kaltenbrunnen,
Bann Donsieders, —
». Das noch nicht gefällte
kieferne Stempelholz von Pl.
4247, 4248 und 4249, ca.
b2 Morgen Wald am Haster⸗
jelsen Neppheck, ebenfalls Bann
Donsieders.
Pirmasens, 13. Aug. 1878.
Guckes
Gerichtsvollzieheramtsverwejer.
Bekanntmachung.
Hiesige Schuhmacher finden es
ür unumgänglich nothwendig,
ein Blaubuch anzulegen für Nicht—
jahler oder solche, welche blos
mit dem Gedanken sich befassen,
nicht zu zahlen und jeden da—
durch zu schädigen und wird solches
deshalb in 14 Tagen öffentlich
aufgelegt, was hiermit zur Nach⸗
eicht diene.
Mehrere Schuhmacher.
Alle Sorten
Nähmaschinen Nadeln
angekommen bei
G. Linn.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und älteste
Annonten⸗Expedition
nfurt s., Min.

Filialen in Darmstadt.

annheim, Carlsruhe, Stutt-

zart, Würzburg, Ulm,
Freiburg in Baden.
Besorgen ↄu Originalpreisen
ohne alle Nebenhosten:
Stellon-Qosuohe, Paobtungon,
Vacanzon-Angeb Submissio non,
auf- Vorkaufe- Heiratha- Offerton
Anzoigen. Disoroto Anzeig.
m alle Zeitungen der Wolt.
Die Hauptblätter der
Schweiz und Prankreichs
sind von uns gepachtet &amp;
nebmen Anzeigen mur

Irarein uis.

—— —— — —

Aärchenhaft!!!
Folgende 12 Gegenstände liefere ich für
nur 6 Mark

der Nachnahme in Kiste perpackt:

1 echt chines. Sonnenschirm; 4.echt japanes. Fächer mit
Malerei; 1 reizeade Manilla-Tischdecke, 95 Centim. lang; 1 feiner
Serviettenhalter (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Brief—
vaage; 1Microscop, welches 50 Mal dergrößert; 1 Occrina
J. ir ein neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
iniger Uebung lieblich produciren kann; 1 Broche und Ohrringe,
unstvolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfindung, bermittelst man
nit Personen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklärung; 1
NRNing imit. Goldem. Emaille; 1 Metermaaß. —

Diese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Angeboten zu verwechseln.
Carl Minde in CLeipzig.

AWweibrüuoker Mirchenbau-Potterie.
Ziehzung unwiderrufslich 3. Seyt. 1878.
dauptireffer M. 40 000. M. 20 000. ꝛc. Auf 20 Loose ein
Treffer.
Loose à M. 2 sind zu haben bei der General-Agentur:
August Schuler, B. Schuler'sche
Kaufmann a Buchhandlung
Zweibrücken.
AIn St. Ingbert be Franz Woll.
g

353
* 5
538* —
————
33328
* — ——
* 3 53
35 3833
22 53
—
8 8338
3 58
—
z7
23 x
8283
53288
* 2 * 853
73385
3. —
327 33383
— 3 35
— 83*
5 — 33
5288 *8—
— ———
——— *4
8 72
75383* 35
—2383433 —
* 5328 —
8353
—E
c

Geräucherte Schweins
ungen, Grauwurst, Ame⸗
ikanisches Fleisch in Blechdosen:
ooked corned beef u. Hams.
n 2 Pfund Dosen und im An—
chnitt, Sardines à Thuile, neue
)oll. Vollhäringe, ID Emmentha⸗—
ler Schweizerkäs, Essig-Essenz,
Nestle's Kindermehl, neue grüde
derne, Cappern, Oliven und

Thocolade ꝛc. empfiehlt
J. Peters, St. Ingbert.

⸗.8 — —

ertrauen kann ein Kranker
nur zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airy's
daturheilmethode, sich thatsächlich
»ewährt hat. Daß durch diese Me—
hode üußerst günstige, ja taunenerre-
ende Heilerfolge erzielt wurden, be⸗
sen die in dem eich ilulr. Buche:

7577

ναιJει i⸗

ral⸗Atteste, laut welchen selbst

Alche Kranke noch Heilung fanden,

ir die Hilfe nicht mehr möglich

hien. Es darf daher jeber Kranke

ch dieser bewährten Methode um

o mehr vertranensvoll zuwenden,

ils die Leitung der Kur auf
Zunsch durch dafür angestellte
»raktische Aerzte gratis erfolgt.
Näheres darüber findet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
tarken Werte: Dr. Airy's Na—
turheilmethode, 190. Aufl., Ju⸗
hel⸗Ausgabe, Preis 1 Mart,
eipzig, Richter's Verlags-Anstalt,
velche das Buch auf Wunsch gegen
kinsendung von 10 Briefmarken
io Pf. birect franco versendet.
·⸗ —

Rechnungen
zu Jedermauns Gebrauch
m Achtel, Viertel u. Halben Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der

Druckerei ds. Bl.
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.

Stationsbeklebzetter
zilligst beie F. X. Demetz.

Auszug
aus den Registern des Standesamtz.
bezirks St. Ingbert
pro Juli 1878.
A. Geburten:

83. Juli. Georg Johann, S. v
beorg Schwarz. 4. Elisabetha Ro—
ina, T. v. Johann Lauer. 5. Lud—⸗
vig, S. v. Jacob Schenkelberger
7. Johann, S. v. Johann Detemble.
stegina Katharina, T. v. Ludw. Schmitt,
10. Eugen, S. v. Jacob Jost. 11.
Maria, T. v. Mathias Kihm. Ma—
ia Karolina Elisabetha. T. v. Her—
mann Fischer. 12. Katharina, T. v.
deinrich Klahm. Peter S. v. Ja—
rob Eicher. 13. Anna Clara Cha—
harina, T. v. Joseph Uhl. Anna, T.
». Georg Wack. 14. Margaretha,
T. v. Jacob Lefebre. Theresia,
T. v. Johann Krob. 15. Johann
Joseph S. v. Georg Brauer. 16.
Maria, T. v. Jocob Kißling. Hein⸗
rich, S. v. Felixia Brünion. 20.
Anna, T. v. Carl Kling. 21. Hein⸗
rich, S. v. Joseph Morlo. 22. Eli
abetha Margaretha, T. v. Elisabetha
Feß. 23. Barbara, T. v. Johann
Schmitt. Katharina, T. v. Carl
sosenthal. Jacob Friedrich, S. v
Friedrich Friedrich. 25. Louisa, T.
d. Heinrich Klar. Joseph, S. v. Jo—
zann Schoͤlle Maria, Tv. Phiupp
dayser. 26. Anton, S. v. Wilhelnm
Ganster. 27. Johann Nicolaus, S.
v. Nicolaus Kopp. Carl S. v. Ma—
ria Stolz. Magdalena, T. v. Mi⸗
hael Schmidt. 28. Adam, S. v.
Heinrich Schwarz. Catharina, T. v.
Martin Frank. Heinrich, S. v. Carl
deß. 30. Peter Joseph, S. v. Peter
S„chwerdt. 31. Peter, S. v. Anselm
Schmitt. Maria, T. v. Friedrich
Anstadt.

TW. GEheschließungen:

*. Juli. Nicelaus Schorr mu
ẽlisabetha Schneble. 9. Peter Preß⸗
nann mit Louisa Stolz. 18. Peter
FJoseph Schwarz. mit Elisabetha
Schmitt. 23. Peter Weber mit Ma—⸗
cia Frenzel. 25. Nicolaus Lorena
mit Elifabetha Schwarz.

O. Sterbfälle:

3. Juli. Julius, 2 J. alt, S. v
F. A. Eckrich. Josephina, 11 M
alt, T. v. Heinrich Weisgerber.
Maria,2 J. 10 M. alt, T. v. Hein—
rich Jung. Anna, 2 J. alt, T. v
Joseph Steinacker. Maria, 9 7
alt, T. v. Peter Schmitt. 7. Sera—
phin, 8 M. alt, S. v. Jacob Porcher.
9. Adelheide, 3. J. alt, T. v. Peter
Klein. 12. Heinrich, 6 M. alt, S
v. Joseph Scheuer. Maria Schuh
macher, 80 J. alt, Wittwe von Joh
Collist. Peter, 2 J. 6 M. alt, S
d. Joseph Haselmeier. 13. Elisa—
detha, 6 M. alt, T. v. Heinrich Nau
16. Katharina Flätchen, 73 J. all
Wittwe von Peter Krämer. 17. Ka—
tharina, 9 M. alt, T. v. Ludwit
Feichtner. 19. Peter Kuhn, 54 J
alt, Ehem. v. Elisabetha Feichtner
20. Franz, 8 M. alt, S. v. Fran;
Renner. 22. Rosa, 1 J. 8 M. elt.
T. v. Nicolaus Dietrich. Elisabetha—

113J. 9 M. alt, —A
grad. 23. Elisabetha, 11 M. alt.
T. v. Carl Schwarz. 24. Heinrich,
6 J. 3 M. alt, S. v. Adam Haupt—
mann. 80. Katharina, 8 T. alt, T.
v. Martin Frank. 81. Anna, 4J.
3 M. alt, T. v. Jacob Schuster.

St. Ingbert, 11. August 1878.

Der Standesheamte:

9

Custer.
— C —— —
        <pb n="467" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
— — — — — — ö ⸗ñ e t — e —

der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mii illustrirter Bei

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

Marlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswaärts mit 15 Pfg. für die diergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
— — — — — —
AM 130. J Sountag, den — ut

αα
1578
Deutsches Reich.
München, 14. Aug. Wie ix
»as im Bundesrath von 3— e 77 9
Billigung der größeren deutschen Regierungen, insb 8 d
ahetischen Regierung, gefunden; die“ Annshme ere der
e Bundesraths ist unnvefeibaft. elben seitens
Mänchen, 14. August. Im Gesetz⸗
vwird heute das unter'm 8. * 8* I
Besetz: den Bedarf für Erweiterungs-, Ecgänzungs⸗ und
auf den in Betrieb befindlichen Staatseisenbahnen betr. ehee
Berlin, 15. August. Das Sozialisten.
zen bei dem Bundesrath Daede Sianmeh i Feen
und hat im Wesentlichen folgenden Inhalt: Die Vereine nan
soꝛialdemokratischen, sozialistischen oder kommunistischen reee
ergrabung der bestehenden Staats⸗ oder Gesells — ie Un⸗
eten Bestrebungen dienen, sind zu verbieten. Den Verei uig
iehend sind Verbindungen jeder Art, insbesondere 2 gn
cassen, zu betrachten. Zuftändig für das öffentüch b —
nachende, für das ganze Bundesgebiet wirksame Verdot elanntzu⸗
Jentralbehörden der Bundesstaaten. Vereinskassen, s n die
bereinszwecke bestimmten Gegenstände sind von —* —* ie für
m Beschlag zu nehmen, sobaid das Verbot endgilti 333
m d nsase — ad
e mn j
cigerzohend: Hieyeüewerdiennsn das Reichsamt für
Siß in Berlin und besteht aus 9 Mitgliedern, wovon mindestens
etatsmäß'g angestellte Ftichter sein müssen. Die Mitglieder des
heichtamts werden vom Bundesrathe gewählt und vom Kaiser er⸗
anni. Das Reichsamt enischeidet in der Besetzung von 5 Mit⸗
liedern, von welchen mindestens 3 richterliche sein müssen. Die
Fntscheidungen erfolgen nach freiem Ermessen und sind endgiltig
hersammlungen, von denen anzunehmen ist, daß sie den im 81
zezeichneten Bestrebungen dienen, sind zu verbieten. Versammlungen,
worin solche Bestrebungen zu Tage treten, sind aufzulösen. Den
Bersammlungen stehen öffentliche Fesilichketten und Aufzüge gleich.
Zusiändig füt das Verbot der Auflösuug ist die Polize behörde. —
hͤruchchriften, welche den im 8 J bezeichneten Bestrebungen dienen,
ind zu verbieten. Bei periodischen Drudjchriften kann das Ver⸗
‚ot sich auf das fernere Erscheinen derselben erstrecken. Zuständig
ur das Verbot des ferneren Erscheinens einer periodischen Drud—
chrift ist die Zeutralbehörde des Bundesstaates, wo die Drudschrift
rxscheint, in übrigen Fällen die Landespolizeibehötde. Das Verbot
der ferneren Verbreitung einer im Auslande erscheinenden periodischen
Drudschrift steht dem Reichskanzler zu. Die übrigen 88 enthalten
Strafbestimmungen gegen Diejenigen, welche an verbotenen Ver⸗
inen als Vorsteher, Leiler, Ocdner, Agenten, Redner, Kassirer oder
—V—
drucschriften verbreitet oder wiederabgedrucht haben, ist das ge⸗
ingste Strafmaß eine Geldstrafe, das höchste Gefängniß von einem
Jahre. Den Personen, welche es sich zum Geschäfte machen, die
sezeichnelen Bestcebungen zu fordern, kann der Aufenthalt, in be⸗
limmten Bezirken und Orten versagt werden, wenn sie Ausländer
ind, ihre Äusweisung verfügt werden. Unter gleichen Voraus⸗
etungen kann Vuchdrückern, Buchhändlern, Leitzbibliothekaren und
schankwirthen der Gewerbebetrieb untersagt werden. Druckereien,
beiche geschastsmähßig zur Förderung der bezeichneten Bestrebungen
enutzt werden, können geschlossen werden. Für Bezirke und Ort⸗
—
seit bedroht ist, klöͤnnen die Zentralbehörden des Bundesstaates mit
Vdenehmigung des Bundesraihs für längstens ein Jahr folgende
Unordnungen treffen: Versammlungen sind nur mit vorgängiger
Benehuigung der Polizeibehörden siatthaft; die Verbreitungen von
Druchschriften auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen und anderen
ffentlichen Orten darf nicht Slatt finden. Arbeitslose Personen,
velche nicht; nachweisen koͤnnen, daß sie die Mitel zu ihrem
Unterhalt besitzen, und welche den Unterstützungswohnsitz nicht er—
worben haben, sind auszuweisen. Der Besiß, das Tragen, die Ein⸗

führung und der Verkauf von Waffen wird verbolen, qbeschränkt oder
in bestimmie Voraussetzungen geknüpft.
48 Vermischtes.
— t. Ingbert, 17. Aug. r St
herter Wald in * Nähe det , ee
Licolaus Kiehm, aus Heckendalheim erhangt auj Nanene
nt nnn pr wv z Unglückliche zu Hause vermißt. ——
athet, hinterläßt jedoch keine Ki i —
dergohenm — ee ander. Die Menide zu den

us e u
sat sheu — —— 2 due Nacht
dit hheimbolanden, Commis bei Kaufmann Tifher deee sohn aus
Ve e een Nach einem hinterlassenen Briefe war anenen
— 8 eine Cassen-Angelegenbeit die Ursache der

fLudwigsbafen, 18. Aug. In der bad. Anilin⸗
8 auf di Hemshof explodirte heute Vormittag gegen
di t jener Kessel, in welchen die Soda geschmolzen vird.
Die Erxblofion war so gewallig doß der gange Vachtuhl burchee,
chl — urchge⸗
chlagen und die Vorderwand des mit Bachsteinen aufgeführten G
audes niedergerissen wurde. Ein Vorarbeilee * w
Trümmern erschlagin; vier andere Arbe — —
585 un; e Arbeiter sind durch die fiedende
Soda glücklicherweise nicht schwer beshadigt.

— *8 9 M.A M. ———— —E —

zwei Brieftauben, echler Race, Tauber und Taube, von schleser⸗
hlauer Farbe, kräftigem Schnabel und starkem weißem Hörfter, ro⸗
hen Augen und Füßen, zugeflogen. Die eine derselben trägt auf
zwei Schwungfedern unterhalb der Flügel die Aufschrift: „86
Verdun A. O.“

7 Mannheim, 18. August. Vor einigen Tagen kam
heinaufwärts ein Schiff hier an, welches von Mainz aus von
inem lech gewordenea Schiff eine Ladung im Gewichl von 40 Cir.
ibernommen hatte, die der Uebergeber als Thee bezeichnet halte.
Aus den etwas naß gewordenen Kisten floß jedoch eine ölige
Flüssigkeit, was den Schiffer veranlaßte, von dem Falle Anzeige zu
nachen, worauf man hier eine Kiste öffnete und in derselben —
Dynamitpatronen fand, aus welchen in Folge der Nässe das Nitro⸗
lycerin ausgetreten war. Das Schiff wurde sofort an die Neckar⸗
pitze geschafft und die Patronen zur Untersuchung auf ihren Streng⸗
ehalt einem hiesigen Chemiler übergeben. Welche Gefahr durch
iesen Transport für unsere Stadk bestanden hat, geht daraus hervor,
daß die Schiffer, ohne eine Ahnung von ihrer gefährlichen Ladung
zu haben, sich in der Naͤhe derselben dfters mit brennenden Pfeifen
auigehalten haben. Das ausgetrekene Nitrog!ycerin wurde durch
neutralisirende Stoffe überschüttet und unschädlich gemacht. Der
Schiffer, welcher in Mainz die Ladung übergeben hat, ist, nach
der .N. B. L.« Z.“, in Haft genommen.

Ein zwoͤlfjähriges Mädchen Namens Kleeberg aus Maienz
zat beim Concert im Pariser Konservatorium den 1. Preis im
lavierspiel unde damit einen Erard'schen Flügel im Werthe von
3500 Fres. erhalten.

Die 16jährige blühende Tochter des Gastwirthes Hecht in
Alzei, welche sich in Darmstadt in Pension befand, ist leßzter
Tage von einem Insect am Arm gestochen worden; nach einigen
S5wunden war das Mädchen todt, noch ehe der betrübte Vater —
auf telegrophische Nachricht — Darmstadt erreichen konnte.

7Stuttgart, 18. Aug. In Schwenningen hat sich
dor einigen Tagen ein Njähriger Schuljunge auf der Bühne seines
lterlichen Hauses erhängt. Furcht vor zu erhaltender Strafe
cheint das Motiv der That gewesen zu sein. An der Wand der
Wohnslude hatte derselbe ein aus seinem Schulheft gerissenes Blatt
ingeschlagen, worauf er niedergeschrieben hatte, er habe sich erhängt,
veil er nicht in der Schule gewesen sei und geschlagen würde.

Berlhin, 16. August. Heute, Freitag, früh um 68 Uhr
st das vom Staatsgerichtshof über Hödel wegen seines auf das
deben unseres Kaisers unternommenen meuchlerischen Anschlages ge—
        <pb n="468" />
        fällte Todesurtheil vollzogen worden. Der Delin⸗
quent ist gestern Naͤchmittags 69. Uhr in einem ganz neuen Ge
fängnißwagen in Begleitung eines Polizei⸗Wachtmeisters und zweier
Schutzleute nach dem Zellengefängniß in Moabit übergeführt
worden, nachdem ihm die Unheilsbestätigung schon im Laufe des
Vormitiags durch den Untersuchungsrichter Herrn Stadtgerichtsrath
Hollmann, in Gegenwart des — —— des
Zureauvorstehers des Kriminalgerichts, Herrn Heide, publizirt
worden war.

Die Hinrichtung ist unter Assistenz von vier Gehilfen durch
den Scharfrichter Krauts mit dem von dem Zeugschmiedemeister
Hertn Großmann von hier angefertigten Richtbeil vollzogen worden.
Anwesend waren bei der Prozedur außer dem Untersuchungsrichter
des königlichen Siadtgerichts der Präsident des Staalsgerichtshofes
Herr v. Mühler, der Ober⸗Staatsanwalt Herr v. Luck, der Gefäng⸗
aißeGeifliche Heir Schrötter d 12 bürgerliche Zeugen nebst der
nöthigen Polizeimannschaft.

pBerlin. Das Capitel über die Verfälschung der Lebens⸗
mittel ist wieder um einen interessanten Beitrag bereichert worden.
Fin hiesiger Fabrikant von Feigenkaffee, welcher fein Product in
zahllosen Zeitungs⸗Annoncen als „durchaus reines, nur aus den
hesten Smyrnaer Feigen bestehendes“ seit Jahren dem Publicum
anpreist, ist gegenwärtig der Staatsanwalischaft denunc rt worden,
weil sich herausgestellt hat, daß jenes Fabrikalt vorzugsweise aus
Lupinensamen hergestellt wird. Eine der größten Samenhandlungen
Berlins in der Finienstraße hatte die Licferung übernommen und
machte ein vorzügliches Geschäft dabei. Das beste Geschäft aber
hat natürlich der Fabritant selbst gemacht; denn der Centner
Lupinensamen kostet 6 M. bis 7 M. 530 Pfg., während der Feigen⸗
taffee mit 1 M. pro Pfund verkauft wird. Auf diese Weise ist es
auch allein zu erklären, wie die enormen Inserationsgebühren bei dem
Bejchaäft herauslommen konnten.

( Auch eine Entschuldigung.) Gotlhelf Schneider, Wilhelm's
aus Sindelberg Kanonier bei die Eilfer kaun wegen Krankheits⸗
umständen im Stall wegen einem Skück Vieh weil ihm seine Mut⸗
ser uch krank ist von weil ihr beim Dreschen wmit ein Flegel etwas
aufgestoßen zur Zeit nicht vor der Uebung von den Reserver nach
MR. tommen, was bei obhabender Amtspflicht bezcugt der
—

Der Herbst meldet sich in di auf⸗
fallend früh. Die Blätter mancher — B. de u
schon ein ganz herbstliches Aussehen an. Auch die avorel *
sich zum Äbschied. Aus Aachen wird berichtet, daß die Thurm⸗
oder Mauerschwalben sich in der letzten Inli i
iwoche in Schaaren
sammelten und am 26. Juli nach Süden abzogen. Ein langiähriger
Beobachter der Zugvögel theilt mit, daß seit 21 Jahren 38
früher Abzug der Thurmschwalben nicht vorgekommen sei. Die
Thuͤrmschwalben erschienen in diesem Jahre in Aachen am 20
April, in Barmen am 28. April. An letzterem Orie findet die
Aoreife dieser Thiere in der Regel am 30. Juli statt, in d
Mineleuropa durchschnitilich am 8. August. m ganz

pFalsches Geld, Es sind neuerdings in Weißenfelt
wieder falsche aus Messing hergestellte und schwach übersilberte 20
Pfennigftücke zur Ausgabe getkommen. Ebenso vernimmt das
Weißenf. Kreisbl.“ von dem Coursiren falscher Fünfmarkscheine,
die am leichtesten daran zu erkennen seien, daß sie in der Breite
ein geringeres Maß haben, als die echten. In der letzten Woche
st in Bremen ein falsches Zweimarkstück preußischen Gepräges zur
Vorausgabung gelangt. Ferner sind Falsificate von preußischen
Eir thalerstücken mit der Jahreszahl 1878 in der letzten Zeit in
mehreren Exemplaren bei der Hamburger Polizeibehörde eingeliefert
dolden. Dieselben sind aus Messing hergestellt und mit einer Schicht
Zuecksilber überzogen. Sie lassen sich von den echten haupfsächlich
durch die mangelhafte Nachbildung der Rundprägung und durch das
leichiere Gewicht unterscheiden.

7 GSlacsé⸗⸗Handschuhe zu reinigen. Gewöhnlid,
wendet man dazu Benzin an, dessen Geruch vielen Personen zuwider
ist. Ein anderes zweckmäßiges Verfahren ist folgendes: Man mach!
eine starkke Auflösung von Seife in heißer Milch, in die man au
u Liter einen geschlagenen Fierdoltet tinrührt. Die Handschuhe
werden über die Hand gezogen und mit der Seifenlösung, der man
eAwas Aether oder Salmiakge'st zusetzen kann, mittelst eines feinen
wolligen Fleckchens sanft abgeriedßen. Dann hängt man sie im
Schalten zum Trodnen auf. Weiße Handschuhe verlieren nichts
an ihrer Farbe durch dieses Verfahren und das Leder wird reiu
und bleibt weich.

In Brüssel hat sich in diesen Tage folgende läch erliche
Geschichte zugetragen. Ein reicher Hausbesiher, der im Sommer
auf seiner Villa in der Umgegend wohnt, hatte erfahren, daß sein
daus in der Stadt mehrfach nächtlicher Weile von Dieben besucht
Jorden sei; er stellte deßhalb einen Aufseher an, der in dem Hause
vohnen mußte. Gleich in der ersten Nacht wird der Hüter des
dauses von Eindringlingen aus dem Schlafe geweckt. Er flüchtet
sich auf den Balkon des Hauses und von dort auf den des Nach⸗
barhauses, indem er laut Diebe! Diebe! zu Hilfe!“ schreit. Im
Nebenhause wohnt ein Offizier, den das Geschrei weckt; er siebt
cinen Mann auf dem Balkon, häll ihn für den Einbrecher und
chteßt nach ihm, glücklicherweise ohne ibn zu treffen. Der Schuß
aber erschreckt den Flüchtling so sehr, daß er vom Balkon auf die
Straße jpringt, wo ihn auch sogleich eine Potrouille empfängt, X
das. Seschrei herdeigezogen hätte, Dicse hält hn für einen flüchtigen
ee e i e sig de Suche aut de Dien
aber waren inzwischen ganz unbehelligt gebueben. e
J * (Import von Rindvieh aus Amerika.) Ein vor kurzer Zeit
in Liverpool aus Amerika angekommener Dampfer brachte die bie
letzt größie Ladung lebenden Viehes: 550 Stück Ochsen. Wahren
der Ueberfahrt war ein einziger Krankheitsfall unter diesen Thieren
vorgekommen.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeßz.

Zzweibruoker RKirchenbau-Lotterio.
Montag den 2. September 1878
Nachmittags 2 Uhr in dem an den Fruchthallsaal anstoßenden
Zimmer beginnt die Einlegung der Nummern in die betreffer—

den Räder
öffentlich und unter Leitung
des Königl. Notar's Herrn G. Linder in Zwelbrücken.

Meine so beliebt gewordene, nicht durchsichtig, abe
wirklich gehaltvolle ...
Ueberall als vorzüglich anerkannte

s — 2
Aniversal-Glycerin-Seift
empfehle für Jederwann als mildeste, billigste und für die Gesund—
heit der Haut zuträglichste Waschseife per Stüusck 15, 20 und 30 Pf.
Unentbehrlich zum Waschen für Kinder. Fabrilk von
H. P. Beyschlag, Augsburg.

Alleinige Niederla je bei Herrn J. Friedrich, St. Ingber

Dienstag den 3. September
und eveniuell 4. September 1878
Gewinn⸗-Ziehung: Ankang Morgens 7 Uhr im großen
Fruchthallsaale zu Zweibrücken
öffentlich uad unter Leitung
des Königl. Notar's Herrn G. Linder in Zweibrücken.
Dio General-Agentur,
August Schuler, B. Schuler'sche
Kaufmann Buchhandlung
Zweibrücken.

Bekanntmachung.
Hiesige Schuhmacher finden es
für unumgänglich nothwendig,
ein Blaubuch anzulegen für Nicht⸗
zahler oder solche, welche blos
mit dem Gedanken sich befassen,
nicht zu zahlen und jeden da—
durch zu schädigen'und wird solches
deshalb in 14 Tagen öffentlich
aufgelegt, was hiermit zur Nach⸗
richt diene.
Mehrere Schuhmacher.

F Alle Sorten
! NähmaschinenNadeln
angekommen bei
G. Linn.
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halben Boger
mit rother und blauer Liniatun
sind vorräthig in der

Druckerei ds. Bl.

P. 8. Looße sind foriwährend zu haben bei den be—
kannten Verkaufsstellen und bei der General-Agentur.
—LSS

J
5
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonnutagsblatt“

DAr. 38
        <pb n="469" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (Z mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Beie
age) erscheint wochentlich virrmal Dirustagi, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich
narlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pft., von Auswarts vit 15 Pig fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pso peo Zeile berechnet.
— — — 9— — MEMsœsœME
M 134. Dienstag, den 20. Augast
St. Ingbert, 20. August. Nach den bis jeht vorliegen⸗
)en Ergebnissen der Reichstagsstichwahl vom 17. August 1878 im
Wahlkreis Zwelbtüden-Pirmasens dereinigte Hert Oberappellrath
Schinidt — mit Ausschluß von 10 kleinen. Wahlorien, übet die
Zericht noch fehlt — 9880/Stimmen auf sich gegenübet Hen. Dr
Jäger, dem nur 8430 St. zufielen. Schmidt hat also bei einer
Summenwehrheit von über 1000 Stimmen den Sieg davonge⸗
ragen.

Hier fielen auf Schmidt 488, auf Jäger 1143 Stimmen;
in Zweibruͤcken erhiilt Sch. 1387. J. 194 St.; Blieskastel Sch.
133, J. 176; Piemcsers Sch. 1615, J. 2243. Dahn Sch. 66,
y. 197. Bei der Wahl vom 30. Juli hatie in St. Inabert
Schmidt 426, Jäger 1073 Sitimmen erhalten; in Zweibrücken
-„chmidt 1324, Jöger 159; in Blieskastel Schinidt 128, Jäger
1714; in Pirmasens Schmidi 1462, Jäger 146, Böoding 582
n Dahn Schmidt 68, Jäger 155.
Deutsches Reich.

München, 18. August. Fürst Bismarck ist mit seiner Fa⸗
nilie um 8 Uhr Morgens von Kissingen hier angekommen und um
) Uhr 40 Mim., von seiner Gemahlin, Tochter und seinem Sohne
Wilhelm begleitet, mit vem Salzburger Zug nach Gafiein weiter⸗
zereist. Auf dem Bahnhof hatten sich zu seiner Begrüßung der
Minisier v. Pfrezichner und der preußische Militär⸗Attachs, Oberst⸗
Fieutenant von Stülpnagel, eingefunden. Das zahlreich anwesende
hublilum beachte dem Fürsten lebhafte Hochruse auss.

Berlinm. Das Sozialistengesetz soll, nachdem es im Bundesraih
vurchberothen worden, sofort dem Reichstage zugehen, so daß die Mit:
zuleder schon einige Zeit vor dem Zusammentritt des Reichstags
den Besitz des Gesetzes mit den Motiven gelangen werden. Be⸗
anntlich isi im Reichsstag wiederhoit der Wunsch ausgesprochen,
zaß den Mitgiedern so frübzeitig als möglich die Drucssachen des
Bundesraihs zulommen, da das für die Berathungen des Reichs⸗
ags im höchsten Grade sörderlich sei.

Die „Berliner Freie Presse“ eröttett die Frage, od) und wie
weit Monarchie und Sozial smus vereinbar seien. Der Sozialis⸗
us, führt sie aus, sei keine neue Religion., aber er erfülle d'e
Menschen mit religiöser Begeisterung, weil er ihnen die Ausstcht
zroffnet, schon hier auf Erden das zu erreichen, was die Religonen
thzaen besten Falls erst nach dem Tode versprechen, Gluͤck und Ge⸗
uiuß! „In dieser einfachen Thatsache liegt das Geheimniß uaserer
Stutle, unsetes Wachsthums. Dieser mit relig'dser Gluth um sich
sreifenden Bewegung will. Fürft. Bismarck mit Ausnahmegesetzen
ntgegenarbeiten, die selbstverständlich „Im Namen des Kbnigs“
erlundigt und gehandhabt werden würden!“ Damit würde er
uchts weiter erzielen, als daß er das Ksenigthum in direkten
degensatz zu dem Emanzipationskampf des Proletarials siellte.
hemmen, aufhalten, eindämmen lönnen derartige Gesetze die sozia⸗
atische Bewegung ohne Zwefel auf einige Zeit, vernichten läßt
e sich ebenso wenig, wie sich ein Strom verstopfen läßt! Jeder
derartige Versuch wird sich später an denen rächen, die sich einer
olchen weltgefchichtlichen Bewegung tbörichter Weise in. den Weg
zelegt haben!“ ...

Wegen der Ermordung des Chefs der russischen 3. Abtheilung,
Heneral Mesenzoff, sind, wie man uns: mittheilt, sowohl in Peters
»urg, wie in Moskau umfassende Verhaftungen vor sich gegangen.
In russischen Kreisen wird auf das Bestimmtesse der Vermuthung
aum gegeben, daß Mesenzoff ein Opfer der sogenaannten
Aktionspartei“ ist, die jetzt von der Regierung verleugnet und
zurch Ausweisung ihres hervorragendflen Führers, Atsokoff, sih auf
das Bitlerste gekränkt fühlt. Wie es heitßt, hat die Petersburger
Polzei bei ihrer bisherigen Ermilttelungen die Entdeckung gemacht,
aß auch gegen andere hochstehende Persönlichkeiten, die der „Aktions⸗
aattei“ feindliche gegenüberstehen, Mord anschläge vorbereiset waren.

Ausland.
Wien, 17. Aua. Lauf einer voan der 20. Truppen⸗Divi⸗
ion eingelangten telegraphischen Nachricht wurde dieselbe gestern

X

Vormiltag von einer bedeutenden Macht in der Stellung bei Doboj
im rechten User der Bosna angegriffen und hate, obgleich untet
empfindlichen Verlussen, alle Angriffe abgewiesen.

Wi'en, 18. August. VBie Stimmung in Ungarn
st Angesichts der Meldungen über die Unsälles der Division
Szapary sehr erregt; derselben Rechnung tragend, verlangt
Tisza Äbberufung des derzeitigen bosnischen Civiltommissars Rosky,
zer das Land nicht genügend kenne, und Ecnennung Kallays, des
rüheren Belgrader Generalkonsuls. — Fürst Nilita ersuchte den
hroßdezier selegraphisch um Durchsführung des Berliner Vertrages,
oweit derselbe Monienegro betrifft. Man bifürchtet diesbezüglich
Zchwierigkeiten und den Ausbruch neuer Feindseligkeiten, da die
gjorte, unter Berufung auf das Widerstreben der muhamedanischen
Zepölterung gegen Anerkennung dei montenegrinischen Herrschaft,
ögert, die abzutretenden Gebietstheile zu räumen.

Wien „18. August. Ein hier gestern angelangles Anerbieten
es Fürsten Nikita von Montenegro betreffs einer Unterstützung in
ZBosnien mit 30,000 Mann gegen die Abtretung des Dugakreises
sienalürlich abgewiesen worden. — Wie serner aus Cettinje ge⸗
neldet wird, wurde Macha Wrbitza beauftragt, größere Abtheilungen
ei Niksicz zu konzentriren; das Piperi-Baiaillon hat Auftrag er⸗
jalten, sich marschbereit zu machen. Der Fürst begiebt sich zu
Anfang der nächsten Woche nach Nilsics.

London, 18. August. In einzelnen Theilen Algertiens
eigt sich eine große Hungersaoth und in Folge dessen starle Sterb⸗
ichkeil unter der Bevölkerung. Unter Anderm erschoß das Voll
die maurische Wache und plünderte das Wrock des erglischen
Dampfers „Wallachia“, der eine Kornladung mit sich führte.

Rom, 18. Mugust. Heute am Namenstag des
Hapstes haben sämmtliche klerikalen Blätter eine Festnummer
jebracht. Der Kaiser von O⸗sterreich und Fürst Bismacck gratu⸗
irten telegraphisch. Die Riforma erfähtt, der Papst beabsichtige
e Ernberusung des unterbrochenen vatikan'schen Konzils () Der
Driuo meldet officiös: Die österreichiche Regierung erklaäͤrte dem
ranzösischen Botschaftet Robilant iu⸗ Wien freiweliig, sies bedaure
ebhaͤft die Beschimpfung des italienischen Consulatwappens in Zara.
Die Ragion: erfährt: Das italieniß he Orientgeschwader habe Befehl
rhalten, mit dem französischen Geschwader im Einvernehmen zu
zandeln. Die Beförderung von 216. Kadetten der Militärschule
Modena und 150 Unteroffickeren zu Leutenants fleht bebor. Im
dabinet sind neue Mißverständnisse eingetreten, deren Hauptursache
zie Finanzpolitil bildet. Für den September steht der Ausbruch
iner paruiellen Krifis bevor. (euisch. Montagsbl.)

Am 14. ds. Mis. ließ die Pforte eine Cirkul'art—⸗
de peiche durch ihre Vericeter den europüischen Großmächten zu—
ommen, in welcher mitgetheilt wird, daß die Pforte gezwungen sei,
die Forderungen Griechenlands abzulehnen. In Folge dessen haben
)e Großmächte vereinbart, no Hmals eine gemeinsame, höchst energische
Antwort an die Pforte zu erlassen, die wir ihrem Wortilaute nac
vie solzt mittheilen:

„Entspcechend dem; Artibel 27. des Berlinet Verttages,
welcher lauten:

„in dem Falle, daß die Hohe Pforte und Griechenland nicht

‚dazu gelangen sollten, sich über die im 13. Protokolle des

„Berliner Cangresses angegebene Berichtigung der Grenze zu

verständigen, behalten sich Deutsthland, Oesterreich Ungarn,

Frankteich, Großbritannien, Jialien und Rußland vor, beiden

Theilen ihre Vermittelung zur Erleichterung der Verhandlungen

Anjzubieten“
haben die Großnäshte leine Bemühungen gescheut, ein Endresultat
in der gedachten Angelegenheit herbeizuführen und auch die Hohe
Pforte hat sich zu wiederholten Malen dahin ausgelassen, die Wünsche
der Mächte zu acceptiren. Nunmehr ist es unbill g, zu verlangzen,
daß: — nachdem man sich allseitig der Hoffnung der Befriedigung
Briechenlands hingegeben hat — die Großmächte das Athener
Tabinet den Veränderungen in der Politit der Hohen Piorte noch

aäͤnger aussetze.
In Foige dessen sprechen die Großmüchte ihren Wunsch zum
        <pb n="470" />
        letzten Mal dahin aus, daß die Becichtigung der Grenze zwischen
dem osmanischen Reiche und dem Königreich Griechenland zu ver⸗
einbaren sei, so zwar, daß die füdlichsten Striche von Epirus und
Thessalien an das Königreich Griechenland kommen sollen. Was
Volo betrifft, so sollen dabei die geographischen und ethnographischen
Motive berüdsichtigt und demnach geurtheilt werden.“

So die Note. Bis zur Stunde steht, soviel man hört, noch
Englands Zustimmung au dieser eurqpäischen Note aus.
RVermischtes.
7 Aus der Ppfalz. Das „Nordpf. Wocheublatt“ ent⸗
hält von einem Wirthe in Kirchheimbolanden folgende ebenso ori⸗
ginelle, als den betr. Wein charakterisirende⸗ Annonce: „1877er
Wein (Schippla) die Stunde 40 Pfennige“.

F Dürkheim, 19. August. Es wurde uns heute ein im
Garten des Herrn Andreas Georgens in Ungstein gewachsener
Rettig vorgezeigt, der 32/4 Pfd. wiegt und ungefähr die Form
eines Riesenhackenzahnes mit 4 Wurzeln hat.

fFEdenkoben. Noch in keinem Jahr war die Trauben⸗
krankheit so frühzeitig, so heftig und so allgemein aufgetreten, wie
in diefem Jahre. Die Verheerungen derselben zeigen sich abet
auch jetzt schon in einem uͤmfangreichen Grade. Eine Menge
Trauben haben schan aufgesprungene oder ganz zusammengeschumpfte
Beeren. Es wurde zwar allgemein und wiederholt geschwefelt, doch
in vielen Fällen zu spät ader zur Unzeit, d. h. vor einem heftigen
Regengusse, der den größern Theil des Schwefels sofort wieder
wegspülte, so daß derselbe ohne wirksamen Erfolg blieh. Wer die
genannte Arbeit zu Zechter Zeit vornahm und nöthigenfalls die zwei⸗
oder dreimalige Wiederholung nicht scherte, sieht feine Thätigkeit
nach dieser Seite hin reichlich belohnt. Vesonders erfolgreich zeig!e
ch auch dieses Jahr wieder das Schwefeln vor der Blüthe. Die
gefürchtete 2. Generation des Sauerwurmes hat sich leider
schon theilweise eingestellt. In besonders heimgesuchten Lagen hat
er bereits eine sehr verderbliche Wirksamkeit begonnen. Nur zu
erechtigt ist daber der Wunsch, es möchte durch schnelles Reifen

der Trauben dieser Gefahr die Spitze abgebrochen werden, damil
nicht die schon so sehr herabgestimmten Hoffnungen auf einen er—

ziebigen Herbst ganz in Nichis zerfließen. Bezüglich der Qualilq
önnte bei fortgesetzt günstiger Witterung immerhin noch ein besserer
Wein erzielt werden, denn man trifft schon im freien Felde bielfach
jelle Beeren an. (Ggt.)

Augsburg, Un, Angust. Auf dem Lechfeld hat sich, wie
vir vernehmen, gestern ein schwerer Unfall ereignet. Bei Gelegen
heit der Inspection des 1. Fußartillerieregiments durch Se. Ercellem
den Inspicteur der Artillerie, General Graf Friedrich v. Bothmer,
ꝛreignete es sich, daß eine Granate beim Einführen in das Ge.
chüt (15 em. Ringgeschütz) platzte, wodurch sofort ein Mann ge—
üdtet, zwei Mann schwer, zwei leicht verwundet wurden.

Ein neuer Düsseldorfer Krach“ Das deutsche Bundesschie
zen in Düsseldorf hat mit einem großen Deficit abgeschlossen —
nan spricht von M. 160,000. Vezüglich der Einnahmen hat sich
zas Comité allzu großen Hoffnungen hingegeben. Es war auf
ine Einnahme von 86.000 M. tüäglich gerechnet worden, aber
nur M. 10,000 liefen durchschnitllich täglich ein. Die Düssel
dorfer haben Pech““

F Berlin, 17. August. Zur Zeier der Schlacht von St
Privat sollte heute Abend ein großes Militärfest in der Nord
deutschen Brauerei“? stattfinden. Gegen halb acht Ahr fing es an
uu regnen; das Publikum ging in den Saal und Feuerwerkskörper
zie abgebrannt werden sollten, wurden in den Nebensoal gebracht
Durch irgend ein Versehen entzündeten sich die Feuerwerkskörper.
S„chnell stand der Nebensaal und der große Saal in Flammen.
rast 3000 Menschen waren anwesend und fluchteten sich glüͤcklich
hne Unglücksfall. Die gesammte Feuerwehr und die Gardefüsi
iere halien löschen. Es brannten nieder: Saal, Wohnhaus, Or—
hester, Küche und Eisschunpen. Ein Feuerwehrmann verunglückte
und zwei Andere wurden verwundet. Die Acktiengesellschaft erleides
einen Schaden von fast 300,000 Mark.

7 Berlin, 17. August. Der Hofschauspieler Theodor Dde
ring ist heute Nacht 2*/0 Uhr gestorben.

x*Washington, 16. Aug. Das gelbe Fieber hat sich
don New⸗-Ocleans dis Mississippi verbreitet. Die Einwohner fliehen
Die Verbindungen sind theilweise aufgehoben.

— Für die Redaction verantwortlich: F. x. O em e.
Königliche Lateinschule
St. Ingbert.
Tocse

—

Das Studienjahr 1878/79 heginnt Donuerstag, den
26. September, an welchem Tage im Amtszimmer des Unter
Jeichneten Vorstandes der Anstalt die Inscription der Schüler var—
genommen wird.

Als Normalaltier zum Eintritt in die unkerste (J.) Lateinclass—
st das vollendete neunte Lebensjohr festgesetzt. Die Aufnahmt
in diese Classe ist durch eine Prüfung bedingt, in welcher sich der
Schüler über ein für die vierse Ciasse der Volksschule genügendet
Maß von Kenutnissen in der Religion, im Deutschen und im Rech
nen auszuweisen hat.

Der neu aufzunehmende Schüler hat bei der Anmeldung sei—
nen Geburis- und Impfschein, sowie seine früheren Schul⸗ode—
Studienzeugnisse vorzulegen.

Nach den bestehenden Besstimmungen darf die Oeffenklichkei
und allgemeine Zugänglichkeit der Anstalt durch das Schulgelt
nicht beeinträchtigt werden. Dürftigkeit und dadurch bedingte Zah
lungsunfähigkeit gewährt daher einen Anspruch auf ganze oder
theilweise Befreiung vom Schulgelde. Unbemittelte Schüler werden
ebenso auch durch unentgeliliche Stellung von Büchern und Schreib
utenßlien gerne unterstützt.

Die Aufnahms- und Nad prüfungen finden am 27. und 2
September statt.

St. Ingbert, den 20. August 1878.

Der königliche Subrector:
ERAÆATMISCI.
Zu vermiethen
3 Zimmer nebst Keller bis
September beziehbar bei
Georag Best Wo

Gott dem Allmachtige nat es gefallen, unsere
theure Gattin, Tochter, Schwiegertochter und
Schwagerin

Alexandra Woll.
geb. Müller,
—AI&amp;
aber schwerem Leiden in ein besseres Jenseits abzu-
rufen.

Um stilles Beileid bitten die trauernd Hinter-
hliebenen.

EFBüVä die AmilIlie:
Der trauernde Gutte
ar MNoull.
P. P. Die Beerdigung findet Donnerstag um
215 Uhbr staft

Eine grotze Auswahl—
Petroleum⸗
Hängelampen
mit iind ohne Zug,
sowie Stehlampen, empfehle
zu sehr billigen Preisen
Otto Weigand. J
Erklärung.
Ich nehme hiermit die gegen
meinen Schwager Johann Uhl
zesprochenen Worte als unwahr
urück. Frau Uhl.

200——
Geraucherte Schweins⸗
mungen, Grauwurst, Ame⸗
ikanisches Fleisch in Blechdosen:
looked corned beef u. Hams.
in 2 Piund Dosen und im An—⸗
chnitt, Sardines à l'huile, neue
josl. Vollhäringe, I* Emmentha⸗
er Schweizerkäs, Essig⸗Essenz,
Nestle's Kindermehl, neue grüde
sterne, Cappern, Oliven und

Chocolade ꝛc. empfiehlt
A. Weters, St. Ingbert.
—IN

Bekanntmachung.

Hiesige Schuhmacher finden es
ür unumgänglich nothwendig,
»in Blauduch anzulegen für Nicht⸗
ahler oder solche, welche blos
nit dem Gedanken sich befassen,
nicht zu zahlen und jeden da—
durch zu schädigen und wird solches
deshalb in 14 Tagen öffentlich
aufgelegt, was hiermit zur Nach⸗
richt diene.
Mehrere Schuhmacher

Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Allgemeine Wechsel
per St. 3 Pf., 25 St. 50 Pf
sind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

J. J. Demeb

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J—
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* — 2 2253 2 * — 2* —38— — — »

— 2 — 2 * —5 — 2 — — — *2* 2* * ——
33 3363 3 3 357
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5383835233— F — —⏑ 8—2 3 —2—22755 235 235

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3* 2* 535 333235 52* 2122 53334 —52825 528 5823—
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3 —A 5282 — ———— —A 22 2— 3 —52323
336535 —2523—3 33332382322 — —— ———

2 —— 32322 — ⸗ 888 — 22 * 22 * — w25
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—525* — c5e —2 55 55825*53238 J 55— S8 T5 553—
2 2*58— 322 258258 2538* 22 — —— 52 335
222 — — 23 5 * — 25222 2533 8 23 732338
5 * *2 — —R —— 2 5535 —— 23 —2 *—22332
—8 — L3 2 3— 228 —— 4 —2 22 38 — — * *27 2
* 32 —— 2 —* * — 2 2 25 — § 53* * *
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* 525 283 532583 —— — —237553 235 * 53235
— —8 —— 22 2 * 8 — 2 38 S· G 38 55 —* 2 33 2*
— 8 —A 5 * c 5*25
3563253 333 3358385 33 32333 38
25 —— 55 23535 2 * ——— * 22 22 —
52533* —— 52525 235823 ————
* — — 52232 * 2 * * 5 2 *
s 3333 3 338 838 —
S 2 2 * — * * 3 2 — 5
2* S4 522 —238223 552 2 — 232 8 28
2 — ——-66 2—2323 5382332355255 —2255 25 2z82382*
* 2*
8 ————— ẽ 3 2358333 —33 53 38 3258—2
5 ü5 333553385 3—33 —535 323533

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* 22 B23 23 5835 — 535 * *2.5 7
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5 2358553 2*— E 5—52225 5520 ——533532* * * —A 2238

2285 — 22 52 3553852535 * 253537 —A——
3 335—353 333 33 888
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35382 5833 2232555 5535828 55—523238— 22 262235
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333553588 333 33237 535335323222 32,2 3332563
58 a 534 2235 —— —— 3
8 2 — —A— 5538 — — 35 2 — 226—k
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53*5220 2 — 5—— — 3— —58 —* 5
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25 2 — —3 5*25582 52 2382
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2 2325853* 583 353833—383553238 35532328 E
3235 *282* 5333357 23538385532
8335333527* 3 —333 3 5
3275233 3 * 23238 5553233 555
3353 38 3 3333835—88 35533 8
S * — 325
2 2283 283222
23 2222 253—z 55 3853s355 533355
35352z5z33535—555 —5568 38323 52533 3 —
—— — * 8 * 2 3 — 7* 2
23 5s25352 z235 588 —33753 —3723533
26653 5538. 388 55533238353 ——
5—35353—3 5228535 2535 5335 557 3382*
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2 23 3253323 —2327 — 560 5 56252335 —2 2
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23 — 533380255 58353253 52 22 25 57233 52 —72 222353
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532332 3223332 3 —8 254 25* —27 —A ⏑. 3332
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2 x 2527 555 2 ⸗ —* 5 —A — 222 2322
2 3332752 — 5—2 535 438*2 33 3 3——— 53533
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* —— — 5 * — 28 52 2 — * — 28
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22 3s533338 e— 3 352 338 565 327
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        —A
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52 * 232 22 *522 2537—2232 — 2 —V— —* 2
s 3333 833 33 253337888 —
2553 — —— s5235255353 2— 82 332327 233 5239
* —A 55 5 — 522 —— — 22535338 ** 2333533883 * 55 — 2— 2
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858 2 222 Zꝛ ——— l 332 32 —— 2223 —2 2532 2 S2*
72 52822 3 337338 828 2 336
323x 23558 2 — 2 5 — 252 2.* 552328*5
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2 * 5237 * 2223588 233 —382 2 *5. 32 75* 2 2 — XS
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72382 5235 — 556827 S 22 2 227 27
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538258233 ** ;533535333 I2*8
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2 —J 3 * — 77
22 *2358 *3 5383*5383 222 7—538338
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86 352 2235 33 7—222383
2*52 —33053 2735 ,35 *
5555 * 2 55—*22225 00 3528
533 —— 5453—552577 2 22.3 22
— — 255858 32238 —A 25*5353
n —5 A 2,52223 —A * 5—57 85
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22 52238 52*85 5225 — 7z 32 *
——— — 22 — —A 552*
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22 8333.5 53 552 8. —5—5 S275—233 *
—X ——— S3252257 x—æ324—5
53 *8 *7 55.25—532323 *25
8 3 2 22 —8 57 — 58— — 7z 37 S 525
—— *72 55 383358033*
*3 Bc 35— 8232337 —
* 523335 523 823822333 *
23 ⁊ —— 67 55. 2 535 2235 —
c 22 2 35 *53 2 — 282*
5523 55 5*8 — 732
333232 5.*S38 238 25*33 27
2— — * 3 25 — 27
—AX 7* — —— cz 8
3 22 — 222233335252 — 7
—8333552 323837 3
2 * 2.3 7 — — *
2 25 —25322 5253 2——32.*5 F
c2533 225—* *2352353235 *

385
2533
23335
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3 35 s w 222* z
25.·7 5225* 285 3 — 3335 — 23 — 22
S. 8 — — 2 *2 ——— 1352327
—— 552335 8 7 2 225
7 53333 —— —A
27353325 — S LiS 2 353 223 —— ——
3 —A—— 276532 2 378 52375 J
38 ——— 3* 55353555
—— — 7— z. 8 23337 — — — — *325
232333 32853 * 3 * —— 73 — 2*
5. —— 2. 7* * 53* 253338 228 9522 53
25 23 58 —— 525235 2537 *
— 32 * — — J—
* 5255 —— 28 5*5 — 35382
A 553 — 3. 57 — 3389
A 38 8 —8 2 — 235 A — —
7 * 253338 S 5 — De 8
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— —3— 2 J — 7537 33 — 3 2335 12
* 2832727 2233 33355 —8— —3 3325273
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— *55 5* 27 —8 * —8
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35 5383 23235,53*332* —
2*2 2 . 5 . 2—33—2 —33—683 23353323.5
.— 728275 —877223 —8 —
—A 258833327 833258 2255535
23 355235 4 23333358383 5527
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58583375335 * 7 *2 S· * ——— — — —
282 22 25 — 8 288353 8532* 2* — 27
——E —— 23 23 33—33 333383*8 25223
5 33 135 833 33—8
— — 5 22328 22. 53 8
73. 3 * 7 3225. 383.5885 23 3* 2256
* — 23*53
8837233— 5222 3—2 3532333605 588 88
2733 — 5223 523——232333 2385225*
5* 2 — S 2* co 2 57
553. 5 3 33—332—8253338 *88*
d4 ** — 5282 — E — 2*8 222 — * 3
328 5582835. AI 225 — *
* 25 — S 5. * 2 2.* — — 3827*
2325535 255 —35532353333356— 3538—
* — ⸗ — 2 2*
.232553838 3311533—3 —5. —— 2328 82333

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlich) mit dem Hauptblatie verbundene Unterteltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

Mark 40 R.Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfa. pro Zeile berechnet.
Me1u323. Donnere⸗·a, dAnnra 1878.

Deutsches Reich.

Berim, 20. August. Der Kronprinz und die Kronprinsessin
werden mit Kindern morgen früb 6 Uhr im neuen Palais zurück⸗
rwartel.

Die Stichwablen haben den Sozialdemokraten eine Verstärlung
gebracht, so daß nun ihrer 9 im neuen Reichstag sitzen. In Bayern
st keiner gewählt worden, ebenso wenig in Würlemberg und Badex.
Das Hauptlontingent hat wieder das Königreich Sachsen gestellt,
aämlich 8.

—AV
Stichwahlen vor. Der nächste Reichs:ag wird demnach, wenn wir
nie Ergebnisse der wenigen noch nothwendigen Nachwahlen der⸗
enigen Partei anrechnen, welche der jetzt gewählte Verireter an⸗
Jehört, zusammengesetzt sein aus 60 Konserbativen, bezw. Deutsch⸗
ronservativen, 50 Freikonservativen, 97 Nationalliberalen, 99 Ultra⸗
nontanen (einschl. 5 elsäss. Klerikale), 25 Fortschriitlern, 185
ßolen, 9 Welfen 9 Soziaidemokraten, Z süddeutschen Demokraten,
Autonomisten, 6 elsaß-lothringischen Protestlern, 1 Dänen und
9 Wilden, die bis auf wenige Ausnahmen zur liberalen Partei
erechnet werden koͤnnen.

Aus Berlin wird offiziös gemeldet: Die Heidelberger
donferenz der Finanzminister hat kein Votum gegen das Tabaks
nonopol abgegeben, sondern die Modalitälen der Tabaks⸗Besteuerung
ils offene Frage behandelt.

Die ‚Nordd. Allg. Zig.“ schreibt officiöss: „Die in Heidel⸗
erg versammelten deutschen Finanzminister haben vom ersten
wugenblick ihrer Beralhung an die Modalitälen der Tabakbesteuerung
as eine voch offene Frage behandelt, und zwar um so mehr, als
Ar Ze't der Heidelberger Konferenz die Arbeiten der Tabak · Enquöte⸗
dommision ihren Abschluß noch nicht erreicht hatten. Es ist daher
ntschieden falsch, wenn die N. L. K. behaupiet, die deutschen Finanz⸗
ninister in Heidelberg hätten sich prinzipiell und ohne die Entscheidung
er Tabal⸗Enquẽte Kommission abzuwarten, gegen das Taboaksmonopoi
uusgesprochen. Eine besondere Erdrierung der Frage bat überbaupt
n Heidelkberg nicht Statt gefunden.“

Den schwäbischen Liberalismus kennzeichnet außer
»em berühmten Augsburger Wahlaufruf nichts besser als nachstehende
dorrespondenz der Augsb. Abendztg. aus Schwaben: „Der preußische
Fntwurf eines Reichsgeseßes gegen die sozialdemokrauschen Umsturz⸗
zelüste ist nunmehr bekannt gegeben. Er tat zweifellos eine weit
ingenehmere Gestalt als der vom aufgeldsten Reichslage abgelehnte
entwurf gleichen Betreffs. An der nationalliberalen Fraktion liegt
s, dafür zu sorgen, daß der neue Entwurf mit einigen nothwendigen
edaltionellen Verbesserungen alsbald Gesetz werde. Wenn die
Nationalliberalen dabei auch gezwungen sein sollten, ihr Schmerzens⸗
ind Eduard Lasker an seine Kollegen Eugen Richter und Sonne⸗
nann abzutreten, so kann doch in dieser — verspäteten — Operation
ein Grund gefunden werden, Das zu unterlassen, was absolut
othwendig erscheint. Die Gefährlichkeit. der sozialdemokratischen
herjschhwörung ift sicherlich dadurch nicht gemindert worden, daß
ungst allenhalben im Reiche die Ültramomanen mit den Sozʒal⸗
emol aten Wahlbündnesse geschlossen haben. Der gemeinsame Haß

egen das Reich hat sie zusammengeführt. Sollte nicht die gemein⸗
ame Liebe zum Reiche auch die reichstreuen Konservativen und
dationalliberalen zusainmenführen können 7*

Es scheint nicht in die Oeffentlichkeit dringen zu sollen, daß
Ysterreich im umfangreichen Maße mobilifitt. Am 14. Auquft
ind die Ordres zur Einberufung auksgegeben worden und auf
neiner Reise von Wien nach Prag am 16. ds. fand ich alle
üsenbahnzüge erfüllt mit Reservisten und Landwehrleuten. Es
ielte Itaten. hieß es. Zu meinem Bedauern mußte ich erfadten,
aß die Erbitterung auch gegen Deuschland heftig und allgemein
Man wirft ihm vor;, die Italiener aufgehezt zu haben und
h mit Annexionsgelüsten dezüglch Böhmens zu tragen. Das ist
ue vox pupuli (7
Ausland.
Wien, 20. August. Ein Bericht des Oberkommandirenden
huilivpowitsch über enen Kampf bei Serajewo (Haupistadt Boz

niens) besagt: Als die Infanterie in Schwärmen gegen die Stadt
vorzing, enispann sich ein denlbar gräßlichster Kampf: aus jedem
dause, jedem Fenster, seder Thürspalte wurden die Truppen be⸗
chossen. Selbst Weiber und Verwundete nahmen Theil am Kampfe.
Anglaubliche vom wildesten Fanatismus seugende Szenen spielten
ich ab. Nur der Gutmülhigkeit und der Disziplin der Truppen
st es zu verdauken, daß die Stadt nicht wesentlicher beschadigt
vorden ist. Einige Hänfer wurden indeß ein Raub der Flammen,
Berluste leider nicht unbedeutend.

Teplitz, 19. Aug. Dir Kaiser Wilhelm brachte bei dem
aus Veranlassung des Geburtsfestes des Kaifers von Oesterreich
zestern Statt gehabten Diner den Toast auf den Kaiser Franz
Joseph und dessen Armee aus. Nach der Tafel trat der Kaifer
auf den Balkon hinaus, worauf das zahlreich versammelte Publikum
dem Kaiser von Oesterreich und dem Kaiser Wilhelm begeisterte
hdochs ausbrachte. Gegen Abend machte Se. Majestät noch eine
Spazierfahrt nach der Rosenburg; heute Morgen hat der Kaiser
ein Vollbad genommen. Das Befinden desselben ist ein gutes.

Aus London verlautet, daß die europäische Commission,
velcher die Organisation Ostrumeliens obliegt, vor dem 8. Sep⸗
ember laum zusammentreten wied. Ihre ersien Sitzungen witd die
Sommission in Kenstantinopel halten und dann nach O strumelien
zehen. Wie es heißt, bat sich speciell die indische Regierung sehr
ernst über die Folgen eines russisch- afghanistischen Bündnisses ge⸗
iaßert und die Erklärung abgegeben, doß ein solches mit allen
MNitteln vereitelt werden müsse, soll nicht dem indisch- englischen
daiserreiche die größte Gefahr erwachsen.

Konstantinopel, 20. Autust. Die Vertreter Englands,
Frankreichs und Deutschlands sind von ihren Regierungen angewiesen
vorden, die Pforte in enischiedener Form zur stricken und rückhalis⸗
losen Durchführung des Berliner Vertrages zu mahnen.

———
Vermischtes.

F Zweibrücken, 21. August. Amtlich festgestellles Er⸗
zebniß der Stichwahl: Oberappelraih Schmidt 10048 Stimmen,
De. Jäger 9430.

FIn Kaiserslauten war, wie die „Kaisersl. 3.“
nittheilt, am 15. August (Mariä Himmelfahrt, Napoleonstag) auf
Unordung des Polizeianwaltes durch die Polizei das Arbeiten in
den Fabrilen verboten worden. Am 17. ist nun der Stadirath
iber dieses Vorgehen in Berathung geireten, und hat die Sache
unachst einer Kommision zur Prüfung übergeben, indem die Ansicht
—RV Kompelenzüber⸗
chreisung und ein Eingriff in die bürgerliche Freihtit liege. de*

Kaiferzlautern, 19. Aug. Fuür die am 18. Sep⸗
ember J. J. in Frankenihal statifinderde 7. Kreisversammlung des
»falzischen Lehrervereins sind foligenge Vorträge angemeldet: 1)
Besprechung der Lehrerordnung für die deulschen Schulen der
Bfalz. (Res.: Herr Houssong aus Kleinbockentbeim.) 2. Die Bildung
uind Stellung der Volkaschullehrer (Kef.: Herr Hauptlehrer Börtzler
n Kaiserslautern). 3. Hat angesichis der socialen Uebelstände
unserer Zeit der Vorwurf, die noderne Schule habe diese Zußände
»erschuldet, Berechtigung ? (Kef.: Herr Lehner Esselborn in Lud-
vigshafen.) K. 3.)

FMardorf, 20. Aug. Am verflossenen Sonntog wurde
dahier ein Kind zu Grabe gebrächt, das sich durch den Genuß von
Rachtschaltenbeeren, die es im Walde sand und für Heideldeeren
zielt, vergiftete. (Fr. W.)

F Münden, 17. Aug. Die mit den Wehrpfl'chtigen des
Jahrgangs 1878 vorgenommene Prüfung hat ergeden, daß die
Rekruten wit mangelhaster Schulbitdung betrucen: in Oberbayern
8,6 pCt., Riederbahern 1,3, Pfalz O,8, Oberpsalz 1,2, Oberftanken
D.G, Mittelfranlen O,4, Unterfranten 0,2, Schwaben 0, 3pCt. Es
ist das ein im Ganzen gewiß ungünstiges Ergebn'ß. (u. 3.)

F Wie wir hören, ist nun das Nesulat der in Bahern
dorgenommenen Sammlung der Wil helmsspende im Betrage
don circa M. 124.000 in Berlin abgeliefert worden. Es partica
hiren an dieser Summe eswa 6600 Gemeinden. Wenn auch tweil-
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        ent es doch nicht uninkeressant, die groͤßeren
erfahren klonnten, zusammenzustellen: München
weise scho ipeltablen Summe von M. 11,176 den Anfang,
Beüa Augeburg mit M. 3476, Narnberd mit 1918
bilden 1887, Wurzburg 1843, Hof 1467,. Schweinfurt 1097,
Bayreuth 1057, Kaiserslautern 947, Ingolstadt 927, Landshul
881, Bamberg 878, Memmingen 734, Passau 731, Lindau 725.
sissingen 691, Ausbach 638, Aschaffenburg 634, Reichenhall 374
Landau (Pfalz) 653A5, Straubing 837, Neuburg 530, Pirmasens
4196, Duͤrkheim 481, Nördlingen 456, Erlangen 438, Eichstadt
403, Freising 353, Amberg 341, Rosenheim und Landsberg 334
Dinielsbühl 827, Neustadt q. d. H. 324. Rottenburg 322, Fürth
Z308, Kausbeuren 277, Marktbreit und Immenstadt 272, Traunsten
270. Pfarrkirchen 286, Schwabach 254, Wunsiedel 236, Aulmbach
285, Grünstadi 210, Tölz 207, Weißenbutg 206.
Hamburg⸗ i8. Aug. Gestern Abend fanden in
Harburg bei der Stichwahl Ruhestörungen seitens der vereinigten
Soclaldemokralen und Weifen statt. Erst dem energischen Ein—
schreiten der Polizei, der Feuerwehr und der dortigen augenblicklich
nut schwachen Garnison ist es gelungen, die Nuhestörer zu zerstreuen.
Ein Tipilist wurde gelödiet, mehrere Personen, auch vom Mil itär.
derwundet.

fOdessa, 12. August. Auf dem Torpedokutter Su
lina“, welcher zur bevorstehenden Revue nach Nicolajew unterwegt
war, ersolgie eine Kesselexplosion, wobei 5 Maschinisten und 2
Subalterne das Leben verloren. Die Leichen sind nicht aufge—
funden. Von der ganzen Mannschaft sind 27 gerettet.

New-⸗Yort, 8. August. Bei einem Eisenbahnunglüd
in Sieubenville (Ohio) wurden 15 Personen gelödtet und 50 ver⸗
letzt. Viele der Veiunglückten siad Einwanderer aus Großbri—
tannien.

ꝓ'Auf St. Thomas tobte am 10. Juli ein heftiger,
von Regen begleiteter Sturm, durch welchen drei Gebaͤude umge⸗
rifsen wurden. Zehn Personen erlitten schwere Verletzungen. In
der Nacht vom Ti. auf den 12. Juli wurde ein heftiger Erdstoß
verspürt.

Dienst ne chrichten.

Der fForstgehitfe Joh. Mantel beim Reviere Dannenfels wurde
auf die Forstzehilfenstelle beim Reviere Neuhaäusel, Forstamt⸗
Zweibrüden, verseßt.
Zar die Kedaction veraniworilich: F. X. Demeß.

Güterversteigerung.

Soamstag, den 24. Au⸗

gust naͤchsthin, Rachmittags 8 Uhr
zu Sengischeid bei Jakob
Schmidi lassen die Eheleute
Johbann Buttermann,
Schlosser, un Mar garetha
Risch in St. Ingbert, die nach⸗
bezeichneten der Ehefrau Butter⸗
mann gehörigen Liegenschaften
auf 4 Zadhlungsfristen öffentlich
an die Neistbietenden zu Eigen⸗
chum versteigern nämlich:

1. 244 31 qm Acker am
großen Stiefel;

2. 19 a 42 qm Acker beim
Weiherdamm neben Johann
Junofleisch;

3. 19a 85 qm Acäer oden
am Reichenbrunncerweg;

14 4 31 qm Acker und
Wiese bei der großen Wiese
neben Johann Ruffingq;

5. 7 a 95 qu Wiese unten
am Weiherdamm.

Allezs im Banne Ensheim
Flur Sengscheid gegen Rentrisch
hin gelegen; ferner

6. 11 4 69 qm Wiese beim

Nalenborn neben dem Brunn⸗
graben im Banne Bischmis⸗
heim.

St. Ingbert, 10. Aug. 1878.

Sauer, k. Notar.

Sonmag, den 25. August

Tanzmusik
Eintriit 1 Mark
bei Peter Schueier.

DVe eder erhält dei Ab⸗ mit Firma, zu Gesohaftsbrieser
gabe der Karte 1 Flasche Wein. in schönen veraierten
Scnriften

Er kl ärun g. te

Ich nehme hiermit die gegen arten ete., werden rase
n e Johann Ub and billig angelertigt in der
gesprochenen Worte als unwahr Buch- und Steindruokerei
zurud. Frau Ubl. bei Georg Jung. . s.
urih. Erau Ubl. — — 1—3 J

— Annonoen tur folgende Zeitungen:
Basler Nachrichten, wolle man aur Vermeidung ron Zeitversanmrias, gtets d ire et richten an Gonfer Journal,
— — 2
Nouo Zürcher Zeitung, — Vogler Pribourg, Confedéré,
Schweizer Handelszeitung, LVT n. M. ditto Ohroniqueur,
St. Galler Zeitung Gcrheplutæ ææ. Freiburg, Oberrh. Lurier,

59 ipe da genannto Blatter ihro Annoncen Berlin, Mochenschrift do⸗
Nouchatel, Union Libérale, auasedureh diese Firma Vereins doutseh. Ingenioute
Qazetto do Lausanno. annehmen und verréchnen lassen. Deutscho Jagd-Zeitung.

*

Sonuiag, den 25. ds. Ate
ficdet im „Gasthof zur Post“
— wo die Liste zum Einzeichner
offen liegt — ein
Festessen

zur Feier des Allerhöchsten Na⸗—
mensfestes Sr. Majestät des
Königs Ludwig LII. slatt

Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert.
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        2522233 — — 252223—
* —A 55 3 —A
—— —
—5327552 233333353 53* — —— B5SS—8 52*
I3538—5573 833 —— 2322428
— —*
BB55323 25 35 72 552 23333728—5 83574 25223 — 8233*
— —22 *25222 — 2322* 2 * 2 3 28532.
588 2 22237 2253233323 E —52355— 20238387
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5353333333335 — —— 335258— 582—3223
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22522 32338 33338 52557 —358 289 * —» 23512
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238 573385 55225 — 522 2— 3 22358 222* —E 2
s3355523 3853 2z53 — 32235 235353533
— — 553 222 3 3 3 23 52 —28333 520 55
s 33 53 53s33 »33853383
7 —2 * * 8 ⸗ —
z
28 — —c3⸗ 2 5* 82* — * 2532 323 ——
38333 3333 353305 323333*52733. 6238* z386388338*
25z33833* 37338 2
25 * 2* 25 2287 *
3 2 3— —z5328 ———
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—553 355*553533535233353 335 —28 28383
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3 28 8.22
686—5353 2335333253 —33—3858* 22533 33532555
22 2 2 532 532 535 2 * 52— 5*252 * 25 50 3 —D 18
3835 35355 2 D55 5 58 33753 88
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2538 3352 55852 33332 —— 55253 528 53 353
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5732 363 35285 388 238— 3358 355 85553883
2 5 22 58 75 * —AM — — 2* 5 2532 —5 — —
—A 8 5323 5—25 —82353 2 25 5 55S555— 2

8 — 5*35 325 222 8 2 38 532—58 —

— 222 — — 5m3225 5253252 . * ——

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5835s532353 5387575 5s5823235333375 z23833 — 253886

ẽ * *
532*5323*83 33588 38 533 3555 25 5—2383358
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35 322833 72—33388 —A —353—3333328
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        St. Ingberler Anzeiger.
Dder St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mil illustrirter BVei⸗

lage) erscheint wöchentlich piermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

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mit 30 Pfqvpro Zeile berechnet.
AM 1I33. Samstag, den 24. August —BB 1878.
Deutsches Reich.

.Maänchen, 21. August. Se. Maj. der König wird von

Schloß Berg demraͤchst hierher kommen, um die Eidesleistung des
neuen Erzbischofs von München und des neuen Bischofs von Speyer
entgegen zu nebmen. Nach erfolgter Eidesleistung wird die Con⸗
ecrat on der beiden Bischofe in der Metropolitankirche dahier voll⸗
ogen werden.

Das Ergebniß der Reichstacswahlen in Bahern stellt fich
olgendermaßen: 31 Ultramentane und 17 Liberale einschließlich
oer Freikonservativen — also dasselbe Verhältniß wie beini vorigen
Reichstag. München ist den Liberalen verloren gegangen, dafür
haben sie diesmal den Wahlkreis Kronach Oberfranken) erobert.
Im Uebrigen hat sich nichts verändert. Niederbahern und Ober⸗
afalz haben, wie seither, ganz schwarz gewählt, Oberbayern deß⸗
zleichen. In Unterfranken haben die Schwarzen alle Sitze inne
dis auf einen (Schweinfurt); eben so ist's in Schwaben. In Ober⸗
ranken und Mittelfranken ist daß Verhältniß umgekehrt; da konnten
die Schwarzen nur se einen ihrer Leute durchsetzen. Die Pfalz hat
ich ihren alten Ruhm bewahrt: sie allein schickt lauter freisinnige
AIbgeordnete.

Berlin, 21. August. Der Reichskanzler Fürst Bismarck
st vom Kammergericht auf den 4. Ociober Jl. J. als Zeuge in
zer Proceß⸗ Angelegenheit des Frhrn. v. Los vorgeladen. (Fr. J.)

Berlein. Nach dem BVeschlusse des Bundesrathes vomn G
zuni soll eine Untersuchung über die Frage der Steuerfreiheit des
Spiritus, der zu gewerblichen Zwecken dient, veranlaßt werden.
Pie derlautet, wird die betreffende Commission im Spätherbst ein⸗
jerufen werden. Außerdem ist es beabsichtigt, eine Commission

Zachverständiger zu berufen, welche die Frage. ob Spiritus nach
Maß oder Gewicht zu verireiben, beziehentlich zu versteuern sei,
iner Prüfung unterwerfen soll. (Fr. 3.)

—A Hetzerei gegen die
Liberalen doch noch Blut gefordert, das über Diejenigen
ommt, welche sich nicht gescheut haben, die unfinnigen Verleumdun⸗
en besonders über die nationalliberale Partei zu verbreiten. Es
st in Harburg bei der Stichwahl zwischen dem bisherigen Verkreter
Oberbürgermeister Grumbrecht und dem welfischen Kandidaten
Brafen Grote, der von den Sozialdemokraten unterstüßt wurde, zu

inem Putsch gekommen, bei dem außer mehreren Verwundungen
uuch zwei Todesfälle zu konstatiren sind. Schon seit einigen Tagen
paren die Liberalen ihres Lebens nicht mehr sicher.

Nach einem Bericht der „Frkf. Zig.“ wären in Harburg
»ei den Unruhen 14 Personen schwer, 70 leicht verwundet worden;
wei sind lodt.

Die Freiconservativen stellten im Wahlkreise Mühlha usen⸗
Zangensalza für die dort vorzunchmeude Nachwahl den Gra⸗
en Wilhelm Bismarck als Reichstaäͤgscandidaten auf.

Als am 13. Juli der Berliner Friede unterzeichnet wurde,
rehlle es schon damals nicht an Stimmen?; die an feinen Bestand
sicht glauben wollten und leider haben dieselben nicht Unrecht ge⸗
abt. An Sielle des früher wüthenden russisch-türkischen Krieges
ind nun eine Reihe von Einzelaufständen getrelen, deren Beendigung
ich durchaus nicht absehen läßt. Der Aufstand im Rhodopegebirg
auert, wenn auch nicht mehr mit der anfänglichen Heftigkeit, fort.
In Bosnien haben sich Türken und Christen gegen die öster⸗
eichische Occupation erhoben und hier wird der kleine Krieg irotz
gomentaner Erfolge der öslerreichischen Waffen auch noch geraume
Jeit audauern. Die Lazen im Baluͤmer Gebiet widersetzen sich der
ussischen Occupatiou ebenfalls mit bewaffneter Hand und, um das
shaos vollständig zu machen, droht jeht auch noch ein Privatkrieg
ischen den Monkenegrinern und den Bewohnern derjenigen Prodinzen

zubrechen, welche durch den Congreß an Montenegro abgetreten
dene In diesen Gebeels: heilen ruüsten sich die Einwohner, höchst
FTheinlich unter ansgiebiger Unterstützung der Türkei, ebenfalls
ampfe und nach der ganzen Sachlage wird die Besetzung
nanevinzen für Montenegro keineswegs leicht sein. Rechnet
qdändiu noch die Unzufriedenheit in Griechenland und die Auf
Thessalien, so wird man zugeben müssen, daß das Ergeb⸗

niß des Friedens von Berlin alles Andere, nur nicht den Frleden
gebracht hat, und daß die Regelung der orientalischen Wirren in
absehbarer Zeit kaum zu erwarten ist. Hoffentlich wird es der
Diplomanie, die wohl recht bald wieder in den Vordergrund treten
wird, gelingen, den neuerdings auf der Balkanhalbinfel ausge⸗
brochenen Braud zu loclisiren und zu verhüten, daß bie jeßt nun⸗
betheiligte Mächte in Mitleidenschaft gezogen werden.
Aussland.

Wiäen, 21. Aug. Die „Polit. Korresp.“ meldet aus Kon⸗
dantinopel von heute: Die Pforte setzt ihre Einwirkungen in Be—
reff der Beschwichtigung des Aufstandes in Bosnien fort. — Die
Pforte gestattete dem Grafen Zichy Einsicht in alle nach Bosnien
ind der Herzegow'na abgesendeten Depeschen und betheuerte neuer⸗
»ings das Bedürfniß nach Ertßaltung uünd Pflege der freundschaft⸗
ichen Beziehungen zu Oesterreich. — Zwei Bataillone der türkischen
daisergarde daben Befehl erhalten, sich theils nach Smyrna, theils
ꝛach Samos einzusch ffen. — Dieselbe Korrespondenz weldet aus
Fattaro von heute: Zwischen den Türken und den Montenegrinern
ind die Feindseligkeiten wiedet ausgebrochen. Seit gestern früh
»egannen die Kämpfe bei Podgoritza. — Die „Pol. Korr.“ erführi
jerner von guter Seite, Hafiß Pascha habe nicht das Vorrücken der
laiserlichen Truppen gegen Serajewo abgewartet, sondern sich am
18. d. im Bivouak von Blazni gestellt. Derselbe sei bis auf
veitere Ordre nach Brod gesendet worden.

Paris, 20. August. Die Nachricht mehrerer Blaätter, daß
Madame Thiers demnächst die Memoiren ihres Mannes heraus⸗
jebeu werde, wird dementirt; der Expräsident der Republik hat,
wie man versichert, keine Memoiren hinterlassen. — Die mit der
Weltausstellung verbundene Natisnallotter'e in nunmehr offiziell auf
den 20. Oktober festgesetzt. — In Lourdes ist heute, wie man der
„Union“ telegraphirt, aus Paris ein großer Pilgerzug eingetroffen,
n welchem man vierhundert Kranke zaͤhlte, die ihre Heilungan
der Wunderquelle suchen. ——

Rom, 20. Auq. Bei Arcidosso in der Provinz Grosseto
'and zwischen den Behörden und einem gewissen Lazzaretti, der mit
zinigen seiner Anhänger eine neue Religion proclamiren wollte, ein
»lutiger Couflikt stalt, in welchem zwei Personen (daruner Lazza⸗
zetti) getödtet und zwölf verwundet wurden, worunfer vier Agenten
der Polizei.

New-⸗York, 20. Aug. Das gelbe Fieber fordert besonders
in Grangda zahlreiche Opfer, die Sterblichkeit nimmt zu; fast keine
vom Fixber befallene Person gewinnt Genesung. Die Eisenbahnen
und Dampfshiffe sind von flüchtenden Menschen angefüllt. Zahl⸗
zeiche Aerzte und Krankenpflegerinen, viele Lebensmittel und Medi—
kamente sind dahin abgegangen.
Unsere wirthschaftliche Lage und die Getreidezölle.
Ueber die Ftage der Getreidezoͤlle, welche durch die unter der
Parole „Schutz der nationalen Arbeit“ auftretende Agitation unserer
chutzzollne rischen Großindustriellen schließlich mit Nothwendigkeit
jervorgerusen werden mußie und welche um so mehr an Bedeutung
jewinnt, je klarer es sich zeigt, daß die drohende Gefahr einer
chutzzöllnerischen Reaktion wesentlich in einem Bündniß der indu—⸗
triellen und agrarischen Schutzzöllner liegt, bringt die „Landwitth⸗
chafiliche Zeitung für das nordöstliche Deutschland“ einen beherzi⸗
genswerthen Artitel, welchem wir folgende Ausführungen entnehmen:
Fragen wir uns, ob die Konkurrenz des „billiger produciren⸗
den Auslandes“ wirklich so eine erdrückende ist, daß wir an dem
ohnenden Fortbetrieb der Landwirthschaft schit verzweifeln müssen,
io läßt sich nicht läugnen, daß in Folge der in dem letzlen Jahr⸗
ehnt in Amerika und Rußland ausgebauten neuen Eisenbahnkom—
munikalion immer neue Produktionsgebiete dem Weltverkehr er⸗
chlossen werden. Soll doch Rußland in den Jahren 1865 bis
1875 sein Bahnnetz um das Vierfache seiner Ausdehnung vom
Jahre 18685 vergrößert haben.
Bei ruhiger Erwägung sind jedoch zwei Dinge nicht zu über—⸗
sehen.
Einmal haben die kolossal gestiegenen Zufuhren keinen beson⸗
        <pb n="478" />
        ders schwerwiegenden Einfluß auf die Preise ausgeübt und sodonn
ist für die Preisnormirung mehr wie je die Qualität maßgebend
und wir haben die Preisbestimmung durch Herstellung guter Qua
litäten zum Theil mit in der Hand.

Was die Getreidepreise anbetrifft, so erinnern wir uns daran
in den Jahren 1854 und 18685, also lange bevor die ruffischen
und ametikanischen Zufuhren ihren heutigen Umfang angenommen
hatten, doch in einer nicht allzuweiten hinter uns liegenden
Zeit 28 bis 32 Sgr. für Roggen und 42 bis 50 Sgr. für Wei⸗
zen erhalten zu haben, während heute gesunder, 125 pfünd. Roggen
———
Die Preise für Rindvieh und Schafe sind gegen damals um 50
bis 100 pPCi. gestiegen, was gewiß nicht zu viel geiagl ist, wenn
man im Betracht zieht, daß für durchschnittlich lebend eiwa 80 Pfund
schwere Weidehammel dieser Tage 20 Mark bezahlt sind. Die
Preise für Butter sind gegenwärtig etwas heruntergegangen, den⸗
noch immer höher als vor 10 Jahren, und gerade bei diesem Ar—
nͤtei hat der Producent die Preisbestimmung mit in der Hand. da
für die letztere in erster Linie die Qualität in Betracht tkommt.
Hariiren doch d'e Preise zu gleicher Zeit zwischen 40 Mark, nie
driaste Notiz für amerikanische Butter in Hamburg, und zwischen
157 Mark, höchste Notiz sür süße Sahnebutter in Kopenhagen.

Wir können hiernach die Lage der Landwirthschaft durchaut
nicht für eine so traurige halten, wie es vielfach behaupitet wird.
Wir verkennen es dabei nicht, daß die gegenwärtige Zeit für viele
Landwirthe eine ernste und schwere ist, jedoch nicht in Folse der
amerikanischen oder russischen Getreidezufuhren zum Weltmarkte,
auch nicht in Folge der Aufhebung der Eisenzölle und der bis⸗
—XV mittel⸗
maßige und schlechte Betreide⸗ und Futterernten gemacht haben, weil uns
durch den ungefunden Aufschwung der Industrie in der Gruͤnder⸗
geit die Arbeiiskräfte entzogen und die Wirthschastskosten vertheuerl
worden sind, weil die Umwandlung unsecer Wirthschaften vom
vorhertschenden Getreidebau zur rentablen Viehzucht uns vorüber⸗
gehend indirekte Einbußen auferlegt und große Anforderungen an
die Vermehrung des Betrlebslapitals stellt, welchen wir nur schwer
gerecht werden lönnen. — Das sind alles Dinge, welche uns un⸗
bequem sind, welche wir übel empfinden, die uns jedoch niemals
bom rechten Wege ablenken dürsen, „Selbst wenn Getreidezölle.
woran nicht zu denken ist, eingeführt werden sollten, würde durch
dieselben der Getreidet au auf künstüche Weise begünstigt, der Bezug
von Futtermitteln dagegen erschwert und die letzteren deßhalb ver⸗
theuert werden, also eine empfindliche Stoͤrung in der sich gegen⸗
wärtig vollziehenden und anzustrebenden Umwandlung unserer
Wirthschaftssysteme vom vorherrschenden Getreidebau zur rentablen
Biehzucht und Viehhaltung eintreten, — und damit eine baldige
VBeendigung der Krisis, unter welcher wir gegenwärtig zu leiden
haben, in eine ungewisse Ferne verschoben werden.“ (H. A.)
Bermischtes.

Neustadt, 20. Aug. Die heute in Koͤnigsbach abge⸗
haltene Wein-Versieigerung der Jos. Motzenbäcker'schen Erben brachte
jolgende Preise: 1870er 600 M.; 1873er Diedesfelder 360;
1874er Königsbacher 830; 1878er Königsbacher 400, 460, 540,
580, 600, 670, 770 und 780; 1876er dio. 860, Riesling
680, Diedesselder 4200 M. Von den 1877er Weinen sind nur
3 Nummern zu 325 und 3850 M. zugeschlagen worden, da für die
Abrigen eine Kauflust nicht mehr vorhanden war.

FVom Rzein. Das Sedansfest, das von j dem wahren,
seinem Valerland mit Herz und Hand ergebenen Deutschen unit
Pietiät und Freude begangen wird, naht wieder heran. Auch
unsere Jugend wird gewiß schon letzt von reichstreuen Lehrern auf
diesen wichtigen Tag vorbereitet durch die erneuerte Vorführung der
glorreichen Thaten unserer Krieger in dem letzten deutsch⸗ franzoͤsischen
Kriege, durch Einübung patriotischer Lieder!, durch Verabreichung
von geeigneten Schriften, welche die großen Thaten unserer ruhm
reichen ürmee in Kürze und mit der nothwendigen Klarheit dar⸗
flellen. Ein solches Schriftchen, welches geeignet ist, in den Herzen
der Jugend Begeisterung und Liebe zum Vaterland zu wecken und
zu nähren, ist auch das von Lehrer G. —A
berfaßie Krieger⸗Denlkmal für Alt und Jung.“ Dasselbe enthält
bei geschmackvoller Ausstattung die Geschichte des letzten Krieges in
gedraängter Kürze nebst mehreren finnigen, recht anziehenden, Liebe
Zum Valerland erweckenden Gedichten. Zu lbeziehen ist dasselbe
don Lehrer Tirols in Rheingoönnheim um den Preis von 20 Pf.
in Parihien von 80 Exemplaren und darüber zu 15 Pf., das
Stuck. Der Reinerlds fließt in das pfälz. Lehrerwaisenstift. Das
Schristchen sei hiermit zu dem bevorslehenden Sedansfest bestens
empfohlen.

Saarbrücken. Dem Vernehmen nach ist der Vor⸗
tzende der hiesigen königl. Bergwerlsdirektion, Hetr Geh. Bergrath
chenbach zum Berghauptmann uad Vorsitzenden des Königl. Ober⸗
hdergamts zu Clausihal (Prov. Hanover) ernanut worden.

—Muünchen, 20. Aug. Das Militärbezirlsgericht Munchen
urtheilte gestern in Sachen des Portepée⸗ Fähnrichs des 1. Pionier⸗
Balaillons Prieflinger von Biedersberg bei Bamberg, wegen Wech
selfalschung. Noch als Kriegsschüler hatte et im Herbst vorigen
Jahres bei einem hiesigen „Banthause“ 25 M. als Darlehen ent
nmen, wofür er für i Monat 76 M. () verschreiben uußte.
Zur Zahluug ader Beibringung eines Bürgen gedrängt, ließ er sich
derleiten, dea Namen eines Kameraden als Bürgen auf den Wechse
zu sehen, der nun auf 100 Mälautete, nachdem ein Associe jene
Banthauses noch 10 M. darauf gegeben hatte. Am Verfalltage
kam die Zahlungsforderung an den vermeintlichen Bürgen, und
dieser machte ger chtliche Anzeige. Die Geschworenen sprachen den
Faharich jrei, jedenfalls dem Gedankengange der Vertheidigung
jolgend, Prieflinger habe in eine Art von Bewußtlosigkeit gehandelt,
da man ihm zur Beschaffang des Geldes oder eines Bürgen bloẽ
eine halbe Stunde Zeit gelassen datte.

Mancqcheenn, 20. August. Der Generalquartiermeister
Benerallieulenanm v. Bothmer hat am 12. d. feine 50jahrige Dienst
seit zutudgelegt. Der anspruchelose, wissenschaftlich gründlich gebildes
Dffiier ist geboren am 9. Februar 1816 und wurde am 13. Aug.
1832 im 1. Art.⸗Neg. als Junker angestellt. Unter dem 20.
Juni 1837 wurde demselben gestattet, die polytechnische Schule zu
Dünchen für die Dauer eines Lehrkurses zu vesuchen. Am 28.
Februar 1840 wurde er zum Professor der Mathematil im Kadetten⸗
Zorps errnannt, am 81. Oltober 1845 zum Oberlieutenant im
Art.-Reg. Primz Luitpold defoͤrdert. Mehrere Anerlennungen über
ausgearbeitete Denkschriften in Bezug auf d'ie k. Gewehrfabril
Salpeter⸗Raffinerie zc. wurden ihm zu Theil. Am 5. April 1848
wurde fein Tesuch um Entsendung nach Schleswig-Holstein zur
kriegsdienstlichen Verwendung bewilligt. Als Oberst wurde er am
25. Mai 1866 dem Generalstab der mobilen Armee zugetheilt, am
14. April 1867 zum Generalqnariiermeistet und Generalmajen
befoͤrdert, am 29. RNovember 1867 zum lebenslänglichen Reichsrath
rhannt und seit dem 8. Januar 1860 betleidet er die Chargt
eines Generallieutenants.

pAus Unterfranken. Auf dem Land wird vielfach
lber die Schaaren wandernder und fechtender, oft sehr zudring⸗
icher Hendwecksburschen gellagt, denen man sich bei der mangel⸗
Jaften Polizei taum erwehren kann. Run weiß Jeder, dauß ein
dandwerksbursche zeitweise außr Arbeit und zuzleich in die Lag:
ommen kann, die Hilfe seiner Gewerbsgenossfen und auch Anderer
in Anspruch nehmen zu müssen, und einen zolchen wird gewiß Jeder gerne
geben. Allein es werd dieser Unstand von Fechtbrüdern ausge—
denlet, welche jeder Arbeit sorgfam aus dem Wege gehen und sich
auf diese leichlere Weise durchbringen. Früher konnte man aus
den Einträgen im Arbeitsbuch ersehen, wer eine Gabe verdient;
jetzt ist dies weggefallen und es diem sohin die Freiheit auf die—
sem Gebiete nur den Faulen und schädigt den Braven. — In der
Republit Nordamerika, welche den Mißbrauch der Freiheit besset zu
berhüten weiß wie wir, und zwar im Staute Rewhampfhire, wurdt
am 24. Juli ein Gesetz angenommen, welches eine Strafe von 18
Monaten bis zu 5 Jahren für das ziellose Umherwandern festsetzt
auf das erstere Strafmaß kann schon dann erkannt werden, wenn
nichts ais die einfache Thatsache des zwecklosen Wanderns erwie
sen ist.

Schwarzort. Am 12. de., so schreibt man von hien
der „T.«Ztg.“ machten einige Fischer gicht weit vom Strande einen
seltenen Fang, der hier wohl noch nicht vorgekommen ist; es wurd⸗
nämlich ein großer Schwerifisch, halb leblos, mit Stricken umwunden
ohne große Schwierigkeit ans. Laad geschasst. Die Schwarzorten
Badegaͤste hörten bald die Kunde und wanderken nach der Hütt
des Fischers, der das Thier zur Schau ausgestellt hatte. Dasseld⸗
maß in det Länge fast 9 Fuß, das Schwert 83 Fuß, die Auger
hatien die Groͤße eines Zweithalerstucks, das Gewicht durfte 2 Ctr
uͤbersteigen. Es wurde an den Vorstand des Zoologischen Museum
in Konigsberg telegraphirt und angefragt, os der Schwerifisch dot
Aufnahme finden könne und da bald datauf eine bejahende Antwor
erfolgte, wurde der Fisch in eine hölzerne aifte geschafft und wohl
berpalt dem Dampfboot zum Weitertransport übergeben.

F Essen, 18. Aug. Nach einer Mitiheilung des Rheinisch⸗
Westpfalischen⸗Volksfreundes“ ereignete sfich vorgestern Nachmitta
2 Uhr auf der Grupp'schen Gußsiahlfabdrik ein schreckliches Unglüc
Neun Mann waren damit beschäftigt, einen großen Schmelztiegel
in welchem viele tausend Pfuud geschmolzenes Eisen enthalten waren.
zu heben, als plötzlich an der Hebevorrichtung ein Stüd zerbrad
nd der Tiegel mit seinem giühenden Inhalt unschlug. 2
—VVVV ließ sich in Gestalt eir
furchibaren Feurtregens auf die Arbeiter nieder. Augenblg
aren die Kleider derfelben von der feuerigen Masse versengie
jahlreicke Brandwundeu bedechten den entblößten Rdrper ge
neisten der Verletzten mußten', nachdem sie vorher in mitrden
räutte Wolle gewickelt waren, zum Krankenhause gebra⸗
An dem Auffommen Einzelner wird gezweifelt.
        <pb n="479" />
        Am Haunsbesg ging vor 14 Zagen eine Bäuerin zu Paris angekommen, um die Ausstellung zu desuchen. Leytere-
yrem Nachbarn um ihm ein Kapital von 300 sI. zu kündigen. Ge⸗ dat auch seine Richtigkeit, sie war im „Holel des Etrangers“,
ien, Abends wieder zu kommen, um das Geid in Empfang zu Faubourg Saint Wartin, abgestiegen. Die Polizen setzte sich sofort
jehmen, erschien sie Abends in der Wohnung des Schuldners, der nit der deuitschen Boischaft in Verbindung, um Näberes über die
je aber erschiug; er sitzt in Nummer Sicher. Wendlsh). Dame zu erfahren. . 3). an

FMez, 21. August. Die „Metzer Ztg.“ berichtet: Frei⸗— f'JuwelenzDiebstahl. Schon seit einigen Tagen
ag, den 16. d. Mis., am Jahrestage der Schlacht bei Mars-la⸗-Tour, mterhielt sich die Pariser Skandalchronik von einem Diebstahl.
stin der Kirche dieses Dorfes ein feierlicher Trauergottesdienst den ein der fremden Presse angehbriges Individuum zum Nachtheil
ür die in den Schlachten vom 18. und 18. August 1870 ge⸗ äner vielgenannten Dame der italienischen Aristokratie verübt haben
llenen französischen Krieger celebeirt worden. Die Kirche war ollte. Die Saqe kann nicht länger verschwiegen werden: In eini⸗
hwarz ausgeschlagen und der aufgerichtete Katafalk mit Fahnen jen Tagen wird Herr Morales, Mitarbeiter der Madrider „Cor⸗
ind kriegerischen Trophaen geschmückt. Aus Nanuch, Metz und den espondenzia“ und in den jourxalistischen Kreisen noch bekannter als
ndiegenden Dörfern waren zahlreiche Theilnehmer zu der ernsten ubalterner und von jeher anrüchiger Preßagent der spanischen Bot⸗
Feier herbeigeströͤmt, welche sich nach Schluß des Gottesdienstes in haft und Helferehelfer des Hetrn Angel de Mirando vor dem
—pͤroze ssonen an das nahe Schlachtdenkmal begaben und daselbst Zariser Zuchtpolizeigericht unter der Anklage erscheinen, der Frau
dränze und Traueiktonen niederlegten. stattazzi während einer der jüngsten Soiroͤen, die sie veranstaltete,

FEme niedliche Wahl⸗Anekdote wird der „N. St. Z.“ ms ihrem Sqlafgemach Juwelen und andere Werthobjelte ent⸗
3 Greifswalde mitgetheilt: Ein biederer, zum Wahlact fahrender vendet zu haben. Die Herren Motalöß und Mirando find es
hächter fragt unterwegs seinen „Jehann“, ob er auch einen Wahl⸗ gewesen, welche den Aufenthalt des spanischen Fortschritismannes
ettel in Häuden habe; und als dieser ihm einen solchen mit dem RKuiz Zorilla in der Nähe von Paris ausspionirt und die fran⸗
samen des Justizraths v. Vahl vorzeigt, übergiebt er ihm mit ösische Polizei, nachdem seine Ausweisung erwirkt war, nach seinem
den Worten: „Jehann, dei is nich kauscher“ den richtigen mit dem Lersteck geführt haben.
amen des Grafen v. Behr, welcher ouch vorschriftsmäßig abgegeben 4 Sin Concert in der Luft. Paris, 21. August. Der
purde. Zufällig fragt bei der Heimkehr der Herr den gehorsamen dallon captif machte gestern Nachmittag ein hübsches Exrperiment.
Slimmabgeber, 'was er mit dem andern Wahlzettel gemacht habe, kr nahm den größeren Theil einer Militärmusikbande auf und
vorauf sein ‚Jehann“ mit schlauem Lächeln erwiedert: „doamit ührte die Leute in die Lüfte bis in eine Höhe von etwa 100
jew id den HPreisterkutscher anschmeert, un dei dumme Deuvel hät Metern. Dort spielten sie den Sturmgalopp von Bilse und ihre
m wiß und wahrhaftig aufgeven. nuf der Erde zjurückgebliebenen Kameraden fielen an gewissen

FVoun der Salzach, 17. Aug. In Oesterreichisch⸗ Stellen, wie es die Komposition verlaagt, ein. Man horte die
daufen ließ am 15. ein Bauer auf dem Bauernbräukeller Geld im bimmiischen Klänge ganz deutlich und die Ruinen des Tuilerien⸗
Betrag von etwa 300 fl. sehen. Um 10 Uhr Abends machte er chlosses bildeten sogar ein vernehmliches Echo. Diese eigenthüm⸗
ich auf den Heimweg und ward am Morgen des andern Tages ichen Concertyersuche sollen jetzt in größerem Maßstabe wiederholt
nit durchschniltenem Hals todt auf der Straße gefunden. Das werden.
veld fehlte. London, 17,. Aug. Der ungatische Ober-Lieutenant

4 Ein Pascha und sein Harem. Am 13. August Abends p. Zubovics, der bekannte Wettreiter, schwamm gestern auf einem
am der türkische Gouverneur von Banjaluka, Fein Pascha, mit Pferde die Themse abwärts von Westminster nach Greenwich. Die
dind und Kegel in Berlin an. Er machte die Reise per Bahn Brücken und der Themsedamm waren voll von Zuschauern. Nach⸗
jber Sissek. In fünfzehn Komfortables fuhr Fein Pascha mit dem Zubovics etwan6 englische Meilen durchschwommen, verließ er
den Seinigen“ vor dem „Hotel Daniel“ vor. Wer diese „Seinigen“ das Wasser, da das Pferd ermaitet schien.
ind, laßt sich nicht so schnell sagen. Lassen wir dem schönen Ge⸗ F (Ein sonderbarer Fall von Bigamite.) In Cherxy Vale,
chlechte, dem „Harem“, den Vortritt, so zählen wir zwöls Ftauen inem Oertchen des westlichen Newe Yorks, wohnt ein Seutscher,
zeß Paschas, Alles in weiße Reiselleider gehüllt, das Gesicht tief Namens Seitz, dessen Frau vor Kurzem im Sterben lag. Die
dermummt; ebenso deren Dienerinnen. Der Pascha selbst ist ein tranke Frau hatte ihm schon geraumer Zeit das Versprechen abge⸗
Mann mittlerer Größe, mit grau melirtem Vollbarie und von auf⸗ nommen, daß er im Falle ihres Todes ihre Schwester heirathen
ällig schlottrigem Gange. Dann kam eine Schaar Eunuchen und volle; da sie aber fürchtete, er möchte sein Wort nicht halten, so
iwa ein Dutzend mit Gewehren und Waffen aller Art versehene nöthigte sie ihn, sich vor ihren Augen mit ihrer Schwester trauen
Bosniakten, mehrere derselben trugen in einem Arme ihr Gewehr u lassen. Das Vergnügen, einen so braven, folgsamen Mann zu
m anderen kleine Kinder, die Sprößlinge des Paschas. Eine andere saben, wirkte so günstig auf die erste Frau ein, daß sie von der
Schaar schleppte Bündel aller Geößen und viele prachtvolle Teppiche Stunde an gesund wurde. Seiz hat also jetzt zwei Gattinen und
nit. Jin Hotel angekommen, war die erste Sorge des Paschas, steht in Gefahr, wegen Bigamie eingesteckt zu werden sammt dem
vie er seinen „Harem“ riegelfest unterbringen könnte. Seine Dummtfopf, der ihn bei Lebzeiten seiner Frau mit ihrer Schwester
yrauen wurden zu je Dreien in die Zimmer eingesperrt und vor gelraut hat.
edes derselben zwei Eunuchen als Wachen aufgestellt. Die ganze Nacht Eine außerordentliche Erfindung. Die „Saturday Review“ er⸗
jindurch wurden die Wachen abgewechselt. Die Harems ⸗Weiber klärte einst, daß der größte Wohlthäter des Menschengeschlechts der
nachten alsbald Toiletie und da zeigte es sich, daß sie mit Tia- ein würde, welcher die Menschen in den Stand setzen könnte, eine
nanten und Goldschmuck reich beladen waren. Die meisten sollen inbegrenzte Quantität Wein zu trinken ohne berauscht zu werden.
vahre Schönheiten sein. Alle haben rabenschwarzes Haur, das kin solcher Mann ist gefunden warden. Dr. Bell erfand das
utz geschnitten ist. Die Nägel an den Händen sind hochroth ge- Telephon, aber de ssen Wunder eiblassen vor dem „Telegastograph“.
färbt. Heute Mittag wurde Fein Pascha jzur Polizei⸗Direltion Dies ist eine elektrische Maschine, durch welche der Gaumen gekitzelt
erufen, um die Aufnahme der Personalien seines Gefolges vore und durch irgend einen Wohlgeschmack angenehm berührt werden
unehmen. Bis zum Abend war die Entwaffnung der Bosnialen noch ann und zwar für irgend welche Zeitdauer ohne Furcht vor
nicht vorgenommen worden. Heute ist hier eines der Kinder des Magenüberladang oder Berauschung. Nachdem Suppe oder Fische,
Hascha gestotben, an einem andern wurde eine Operation vorge- oder Wein in einen mit einer mächtigen Batterie in Berdindung
rommen. Der Pascha will sich hier ankaufen und hat heute schon zebrachten Behälter gelegt worden, kann der Geschmack der kostlichen
nehrere Villen desichtigt. Es entsteht nun die interessante Frage, Speisen längs eines Telegraphendrahtes auf Meilen hin und in
ib dem Pascha das Halten seines Harems gestattet werden daff. den Mund einer unbegrenzten Anzahl von Bonvivants geleitet
Mit dem Uebertritte auf österreichisches Gebiet ist derselbe den werden. Letztere haben nur den Drath in den Mund zu stecken, um
„sterreichischen Gesetzen unterworfen und gewinnen die Frauen des den Genuß des Essens und Trinkens zu verspüren. Sie mögen
harems hier ihre persönliche Freiheit. Wenn die das wüßien! sich berauschen oder überessen, aber sobaid die Berührung gelöst ist,

Paris, 18. Aug. Der Besuch der Weltausstellung ist verschwinden die übelen Wirkungen und nichts bleibt zurück, als
n der vergangenen Woche wieder erheblich gestiegen. Er betrug ein „angenehmer Frohsinn“. Der Erfinder hält den modus ope⸗
n den letzten Tagen regelmäß'g 70 — 80,000, an den Feiertage randi vollkommen geheim und will erst seine Erfindung vervollstän⸗
om 15. sogar weit mehr als 100,000 Personen. digen, ehe er sie der Welt übergibf.

F Paris, 14. August. Gestern wurde in den Magazinen Wozu die Zeitungen gut sind, zeigen die practischen Ameri⸗
»es Louvre eine Frau verhaftet, die gestohlen hatte. Als man sie kaner. In vielen Schulen des Westens werden jetzt nämlich anstatt
nei dem Polizeilommissär untersuchte, fand man bei ihr: 5000 der Lesebücher Zeitungen benutzt, um den Schülern die edle Kunst
Franken in Gold, einen deutschen Bankschein von 500 M., 83 von des Lesens beizubringen.
100 M., 4 von 20 M. und 10 von 5 M., sowie einen Titel —X
on 5000 Franken Rente auf den Namen von Frl. Mathilde Welt soll Peter Gölet in New- York sein, indem man den Werth
Beief aus Eisenach. Diese Frau, welche kein Wort franzoͤsisch ver⸗ seines Eigenthums auf 10 000 000 Doll. schätzt. Ob der Mann
tand, behauptete, die bei ihr gefundene Summe sei ihr Eigen⸗ sich jetzt noch mit Unterrichten quält, wird nicht gesagt.
hum und sie sei die Tochter eines berühmten Frankfurter Advo⸗ f Das neueste und einfachste Mittel, das Fuchsin im Rothwein
aten, der ihr 5000 M. hinterlassen habe. Sie sei am 5. d. in zu enidecden, ist daß von Baudivimont in Bordeaur: Man gießt
        <pb n="480" />
        in die flache Hand einige Tropfen Wein; enthält derselbe Fruchstn,
so wird nach werigen Augenblicken die Haut lebhaft roth gefärbt,
nd die Farbe läßl sich durch Waschen mit bloßem Wasser nicht
entfernen; enthält dagegen der Wein kein Fuchsin, so läßt sich der
bom Farbstoffe des Weins verursachte Fleck leicht mit Wosser
entfernen.
Fiterarisches.
Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturtunde. Herausgegeben vom t. Oberfoͤrster H. Nißsche.
Fünfter Fahrgang. Nr. 23 enthält: Das Aschenbrödel
her heutigen Thierzucht, der Hund, von G. Lunze. — Zwei
Ditern auf einen Schuß von O. Freiherr von Gemmingen.
Zur Naturgeschichte der Wildkatze von Freiherr von Buttlar
u. s. w. — Jagdeinladungskarten vom Thiermaler Deiker.
z5 Stück 124 N. Verlag von Schmidt &amp; Günther in
Leipiig. 8 M. halbjahrlich.
Anhang dazu erscheint:
Bibliothetfür Jäger u. Jagdfreunde.
Von erfahrenen Fachmännern herausgegehen. Lieferurg
13/14. Ueber Jagdschlösser und Jagdfestlichteiten von Dr.
Foichtinger. Jaährlich 12 Hefte, pro Halbjahr 3 Mark.
Alls Buchhandlungen und Postanstalten nehmen Bestell maen an.
Fir be iction verantwortlich: F. X. Deme.

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Neue
Kronbrand⸗
Vollheringe
per Stück 8Pf.
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Sorniaß den 25 August
Tanzmusik.
ausgeführt von der Capelle
des 30. Infanterie⸗Regim.
aus Saarlouis.
Eintritt 30 Pf. — Anfang 3 Uhr
bei Peter Zung.

Sonntag, den 25. August
3
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Eintritt I Mark
bei Peter Schweihzer.

Jeder erhält bei Ab—
gabe der Karte 1 Flasche Wein.
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ihre Adresse unter H. 917 sofort
an die Annoncen-Expedition
von Rudolf Mosse iag
München einsenden.

Awelbrueker irohenbau-Potterie.
Ziehung unwiderrusslich 3. Sept. 1818.
Haupttreffer M. 40 000. M. 20 000 ⁊c. Auf 20 Loose
ein Treffer.

Loosfe à M. 2 sind zu haben bei der General. Agentur:
August Schuler, B. Schuler'sche
Kaufmann. Zweibrücken. Buchhandlung.
n St. Inabert bei Franz Woll.“
— — * * *
vbacher Kirchweihe.
ate Iii che 54
bei O. Baron.
Nachrichten aus Amerika.
31 New Chambors Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diese Zeitung erscheint monatlich in New York und enthält die
Namen der Deuftschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
von 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner all emeine interessante
Nachrichten aus Amerika.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
ung von Todtenscheinen, u. Auskunftertbeilung üder Amerika u. s. w.

Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Raich, Post⸗Box 5590,
in New⸗York, oder die Herren Vertreter:

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Louis Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbahern.

Herr H. Vöring,. in Gießin, Hesstn.

Herr Ferd. Bocnemnann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keilholz, in Vamberg, Bayern.

derr C. Guisez in Straßburg, Eisaß. —8

Herren. Egger⸗Honegger, Neumühle-Zürich, Schweitz.

Die höhere Fachschule fur Maschinenbau das .
annte Technikum Mittweida zu Mittweida (Sachsen) war
m veraungenen 11. Schuljahre von 415 Studirenden aus Guropa
Deutschland, Oesterreich Ungarn, Rußland, Rumänien, Schweiz
hZolland, Dänemark, Noerwegen, England), Ameria Bereinich
Staaten, Californien, Brasilien, Holl. Guyana), Afrika (Cap.
rand) besucht, die im Alter zwischen 16 und 40 Jahren stehen und
deren Eltern großentheils dem Kreise der Fabrikanten, Fabrildirek.
oren, Inzenieure, Werkführer und Gewerbtreibenden angehören, ein
eweis, daß die Schule in maßgebenden technischen Kreisen sich nach
vie vor eines guten Rufes erfreut.

Sehr zu billigen und beruthigend für die Ellern ist die Be—
dimmung aus den Schulgesetzen, daß sogenannte siudentische Ver—⸗
zindungen strengstens verboten sind, „weil e, wie es im Programm
Jeißt, mit ihren unvermeidlichen Ansprüchen an Zeit und Geld ihrer
Mitglieder einem fleißigen, regelmähigen Studium enlgegen sind,
aljo dadurch gerade dem Zwecke hiesiger Anstalt widersprechen.“

Auf das Programm und den Jahresbericht der Anstalt, beideß
von der Direetion gratis zu bezi hen, sei besonders aufmerksam ge⸗
macht. Der Wintercars beginnt am 15. Oktober c.

Sonntag, 25. und Moutag,
26. August
dehnappbacher
Kirchweihe.

ozu höflichst einladet
M. Schneider.
797 —
LInterprèto.
FFranzõösisehes dournahd füe Deutsche
mit üherall beigefigten Text- u. Worterklärungen
Sowie nach gleichem, bewährtem Systeme eingerichtet
—

The Interpreètor
Englisehuss dournah für Deutsche
imahesondere mit ganz nener, vervolIkKommneter
Aussprachebezeiehnung.

Herausgegeben von Pmil Sommer

Erleichtertste und wirksamste Hilfsmittol bei Erlernung
der französischen und englischen Sprache, numentlich für da
delbstatudium und bei Vorbereitung auf Examina (Einjährig
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3che und englische Lectüre für Jedermann. Inhalt (bei beider
Blattern vollständig verschieden): Tagesgeschichto, belletri-
ztischo, populärwissenschaftliche and vermischte Aufsätze, ge
liegene Novellen, interessante Processo ete. Wöchentlich ein
Vummer. Quartalpreis für jedes der beiden Journale nur 1M
50 Pf., direct unter Band 1 M. 65 Pfg. Inserate (à 25 Pf
lie 48paltige Petitzeile) bei dem ausgedehnten, boreits übe
zanz Deutschland und Oesterreich-Ungarn sich erstreckende
beserkreise von erfolgreichster Wirkung.

Edenkoben in der bayer. Rheinpfalz.

Dieæ EXxpecdlĩtion.
xrũucht· Bro im
Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 22. Aug
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20 Pf. Weißbrod 11 Kilog
4Pf. Kornbrod 8 Kil. 72, 2 Kil
18 Ppf. ditto 1 Kilo. 24 9
Gemischtbrod 3 Kilo. O M. 90 Pi
Rindfil. 1. Qual. 70 Pif.
Dual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf
Zamfl. 66 Pf. Schweinefl. 60 Pf
Hutter 1M. — Pf. ver Pid.

72
52

*5

—
85
2283
123*
877
332
3255323
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— 22
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26

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billigst bei

F. .

* 8 *
SJemehb.
Druck und Verlaga von F. Y. Demek in St. Inahert.
        <pb n="481" />
        Der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich vBiermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierieljahrlich
1Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
MN 134. Sonntag, den 28. August
isig.
Deutsches Reich.

Mäünchen, 21. Aug. Bei der Unisormsabänderung der
bayerischen Armee im April 1872 — also vor 63 Jahren —
wurde der an die TransaktionsBerhandlungen Bayerns mit Oester⸗
reich erinnernde Federhut der Generale für den Truppendienst ab⸗
geschafft; bis heute wurde aber für denselben noch keine andere
Fopfbedeckung angenommen, so daß nach höherer Bestimmung die
Generale und höheren Stäbe die bequeme leichte Schirmmütze bei
den größeren Truppenübungen tragen müssen; nur da, wo Prinz
Luitpold erscheint, wird der Federhut aufgestülpt. Die Oijfiiere
vom Obersten abwärts und die Mannschaften haben den histo⸗
rischen () Raupenhelm. Wie lange wird Bayern noch mit der
Generals⸗Kopfbededung in den Wehen liegen? (Fr. K.)

In Bezug auf das Erkenntniß des oversten Gerichthofes Betreffs
unberechtigter Führung des Titels, Doctor medicinae“ ertlärt die
Münchener Kort., daß das betreffende Erkenntniß im Kultus
ministerialblait Ne. 21 vom 17. ds. Mis. abgedruckt ist.

Ueber das Socialistengesetz liegt jetzt ein hochbedeutsames
Urtheil aus natianalliberalen Abgeordnetenkreisen in der Rede vor,
welche Herr dv. Bennigsen zu Kriensen zum Zwecke der Empfehlung
der Kandidatur des Herrn v. Stauffenberg gehalten hat. Herr v.
Bennigsen geht auf die Einzelnheiten des Gesetzes zwar nich
ein, gleichwohl haben seine Worte die größte Bedeutung, da wir
nach der Stellung dieses Mannes in der nationalliberalen Partei
in seinen Auslassungen im Allgemeinen die überwiegenden Anschau⸗
ungen der letzteren erblicken dürfen. Die entscheidenden Worte der
Rede lauten:

„Eine Verständigung zwischen Regierung und Reichstag muß
gelingen, um den gefährlichen Agitationen der Sozialdemokraten
gegen die festen Grundlagen des Staates und der Gesellschaft wirk⸗
sam entgegenzutreten. Dazu wird es eines großen Maßes von
Selbstbeherrschung auf allen Seiten bedürfen. Ich hoffe, daß die
Verstandigung gelingt; jedenfalls werden wir uns redlich dafür
hbemühen, daß die Ordnung und Freiheit nicht mehr als nöthig
beschränkt wird. Das war immer das Streben der nationalliberalen
Partei und dafür ist sie abwechselnd von rechts und links getadelt
worden, daß sie Ordnung und Freiheit mit einander in Einklang
halte. Mitunter müssen die Forderungen der Ordnung die der
Freiheit überwiegen, mitunter umgekehrt, wenn auch den Aengst⸗
lichen die Ordnung dadurch Anfangs gefährdet erscheint.“

Weiter sprach Herr v. Bennigsen über die FZollfrage:
„Eine schwere Krisis lähmt seit fünf Jahren Handel und Verkehr.
und noch ist deren Ende nicht abzusehen. Das wird natürlich auch
bei der Gesetzgebung in nächster Zeit zu berücsichtigen sein; da
wird eine so sachveiständige Kraft wie Herr v. Stauffenberg hoch
—I
Freihändler; die Mehrjzahl der nationalliberalen Partei hält die
bisherige Zollvereinspolitik für die Quelle großen Segens; wenn
aber alle Nachbarstaaten eine neue Zollpolitik einschlagen und sich
gegen uns abschließen, dann muß auch Deuischland seine Interessen
wahren und an der Hand der Erfahrung, die durch die jetzt
schwebenden Enqueten gewonnen werden soll, die Frage erwägen,
ob tin größerer Zollschuß nöthig ist. In diesem Sinne hat sich
gerade Herr v. Stauffenberg in München sehr bestimmt dahin aus—
gesprochen, daß wir nicht unseren Nachbarn unsere Thore offen
lassen dürfen, wenn diese die ihrigen vor uns verschließen. Speciell
hat sich Herr v. Stauffenberg für eventuelle Erhöhung der Baum⸗
wollzölle erklärt; daraus geht hervor, daß er kein Doctrinär ist,
sondern ein praklischer Volitiker“

4

haben beschlossen, den Congreß trotz des Verbotes abzuhalten. Der⸗
elbe soll am 2. oder 12. September stattfinden.

London, 22. August. „dteuter's Bureau“ meldet aus
donstantinopel: Derwisch Pascha theilte den Einwohnern von Batum
nit, daß die Russen am 27. ds. in die Stadt einziehen würden.
Ddie Behöcde von Batum macht bekannt, daß Schiffe ankommen
vürden, um diejenigen Einwohner wegzuführen, welche nicht in der
Stadt bleiben wollten.

London, 22. August. Auf einem gestern in Liverpool
tattgefundenen Bankeit sprach der Minister des Innern, Croß, die
doffaung aus, daß der nuumehr gesicherte Friede ein dauernder
ein werde und erklärte, es sei jetzt die etste Pflicht der britischen
Regierung, die Staatsausgaben so viel als möglich einzuschränken.
Vermischtes.

fPirmasens, 22. August. In einer gestern Abend
tattgehabten Versammlung hiesiger Industriellen und Gewerbtreiben⸗
den, bei der 40 Firn.en vertreten waren, einigte man sich, die⸗
enigen Arbeiter zu entlassen beziehungsweise n'cht aufzunehmen,
velche socialdemokratischen Bestrebuagen buldigen und durch Mit⸗
liedschaft bei einem bezügl chen Vereine, Leistung von Beiträgen,
daltung von Zeitschriften oder in sonstiger Weise die Zwecke der
Z„olialdemokratie zu fördern suchen. (P. A.)

fKaiserslautern, 22. August. Vorgestern wollie eine
Frau von hier, die mit Kuchenschneiden beschäftigt war und deshalb
»as Messer noch in der Hand hielt, ihrem Kinde, einem bildschönen
Mädchen von 5 Jahren, eine Wespe von dem Gesicht verscheuchen.
Sie hatte aber das Unglück dem Kinde mit dem Messer in das
ine Auge zu stoßen, so daß dieses sofort ausgelaufen ist. Die
Mutter, welche vor Schrecken in Ohnmacht fiel, reiste noch an dem⸗
elben Tage mit dem Kinde in eine Augenheilanslalt. —X

F Neustadt a. S., 19. Auguft. Gestern Nachmitiag
yurde in der Pfarrkirche zu Unsleben ein 121ähriger Negerknabe
zetauft. Ein Klosterbruder brachte diesen echten Schwarzen aus
Afrika mit.

F Aus Marn heim berichtet das Nordpf. Wochenbl.“, daß
in Schwein des Herrn Jak. Kühnling daselbst 21 Stück Junge
ur Welt brachte. Dieselben werden sämmtlich durch die Multer
zesäugt und befinden sich in dem besten Wohisein.

T Aus Frankenthal, 14. August schreibt das „Fr.

Wochbl.“: Die große Wohlthat der Unfallversicherung hat sich
pieder bei dem kürzlich in der hiesigen Zuckerfabrik vorgekonimenen
Unglückzfall gezeigt. Es verlor nämlich der Maurer Joseph Franger
»on Edigheim durch einen unglücklichen Zufall das Leben. Da die
Arbeiter in der genaunten Fabrik gegen Unfall versichert sind, so
rhielt die Wittwe Frauger mit ihrem Kinde von der Unfall⸗Ver⸗
icherungs⸗ Gesellschaft in Le pzig 3000 M. und zwar in Folge
ütlicher Uebereinkunft. Wenn auch diese Summe den Virlust des
vatten und Vaters nicht ersetzt so ist aber die atme Wittwe mit
hrem Kinde vor drückender Lage sicher gestellt.
7 Am 18. bs. fand in Landau der Verbandstag der
fälzischen Gewerbevereine statt. Verireten waren die Gewerbevereine
»on Bergza ern, Frankenthal, Grünstadt, Kaiserslautern, Kirchheim—
»olanden, Landau, Ludwigshafen, Neustadt, Speyer und Zweibrücken.
ldater den besprochenen Gegenständen befand sich auch die sociale
Frage. Der Antrag auf Gründung einer allgemeinen piälzischen
dranken⸗ und Unterftützungskasse für Arbeiter führte zu dem Beschluß, daß
er nächste Delegittentag die von einer zu diesein Zwecke bestelllen
Tommission auszuarbeitenden Satzungen für eine solche Kasse
zrüfen und feststellen soll, was noch im Laufe dieses Jahres geschehen
oll. In diese Commission wucden gewählt Dr. Mdicus, Chr. Jung
uind Weise von Kaiserslautern, Hawerkamp von Ludwigshafen und
Dr. Anecht von Neustadt. Der Verbandstag beschloß, den einzelnen
Hereinen die Heranziehung der Arbeiter zu ihren Vereinsbestrebungen
zu empfehlen, sie zu ihren Vorträgen einzuladen und überhaupt
nit den Arbeiterkreijen Verbindungen anzuknüpfen.

Fridrichsthal, 20. August. Einen schönen Beweis
eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Arbeitgeher und Arbeiter

Ausland.

Wien, 23. August. Die ‚Wiener Zeitung“ versichert, daß
nach den bis zum 16. ds. eingegangenen Eingaben aller Theile
des Otkupationskorps die Verlusste 161 Todie, 676 Verwundete
und 139 Vermißte, sonach der Gesammtverlust 976 Maun betragen.
(Die Verluste bei Serajewo, Doboj und Stolatsch sind dabei na—
lürlich nicht mitgerechnet.)

Paris. 22. August. Die Veranstalter des Arbeitercongresses
        <pb n="482" />
        lieferte heule die Gewerkschaft der Glashütte Schmidtborn ˖ Hahne hier.
Dieselbe begrüßte nämiich den Herrn H. Schmidiborn, der seine
junge Frau in die Heimath brachte, mit einem feierlichen Fackelzug,
n dem alle irgend ablommlichen Arbeiter (wohl an 130) Theil
nahmen. Dem Zuge vorauf schritt die bewährte Berglapelle; als
Fackeln benutzte man, dem Glasgewerbe entsprechend, meist glaͤserne
dunt beklebte Lampione. Dieser Fackelzug ist gewiß ein redendes
Zeugniß von der beide Theile ehrenden und treuen Andänglichkeit, mit
welcher die Gewerkschaft der Familie ihres Brodherrn ergeben ist,
don der Großvater, Vater, Sohn und Schwiegersohn die Hütte
geleitet daben resp. noch leiten.

æitingen, 20. Aug. Heute begannen die gesößeren
Uebungen des 2. bayerischen Armeckorps, das in diesem Jahre von
einem preußischen Oberkommando nicht insprzirt werden wird.
Dagegen wird Kriegsminister v. Maillinger sich zu den Manðvern
einfinden.

Bingen, 20. August. Vor etwa einem Monate verschied
in der Salzseeftadt in Utha (Nordamerika), in Folge eines Sturzes
vom Pferde, der in den woeitesten Kreisen bekannte Herr Commer⸗
zienraih und Tabalsfabrikant Carl Gräff aus Bingen. Dessen ein⸗
balsamirte Leiche wurde in einem feinpolirten Sarge von Rosenholz
mit massiven Silberbeschlägen über New-ork, (vo bereits von
1000 Freimaurern eine Trauerfeierlichkeit stattgefunden hat) und
dann über Bremen nach Bingen besördert, wo gestern die Beerdigung
Jattfand. Die ganze Stadt betheiligte sich an der Trauerfeierlichteit
und wobnten dem Leichenconduct nicht weniger als ca. 2500 Ver⸗

— F
Fahrniß⸗ und Liegen⸗
schafts⸗Versteigerung.

Montag, den 2. Sept.
nächsthin, Vormittags 9 Uhr an⸗
fangend in dem zu versteigernden
dause

werden auf Anstehen der Witt⸗
we und Kinder des in St.
Inobert verlebten Maschinenschlos⸗
sers Johann Schmitt naämlich:

I. Der Wwe. Elisabeih Mien⸗
ges ohne Gewerbe in St.
Ingbert;

II. Ver grobjaͤhrigen Söhne
Johann und Peter Schmitt,
beide Schmelzarbeiter daselbst, die
zur Gürtergemeinschaft, welche
zwischen den Schmitt'schen Ehe⸗
leuten bestanden hat, gehdrigen
Liegenschaften und Fahrnißgegen⸗
stände der Abtheilung wegen öf⸗
jentlich an die Meistbietenden zu
Eigenthum versteigert.

Die Versteigerung beginnt mit
den Mobilien, worunter nament⸗
lich: 1 Ziege, 3 vollständige

Betten, Weißzeug, Tische,
Stühle, Kleidere u. Küchen—
ichränkt, O:fen, Waschdütten
and sonstige Haus⸗ und
Küch engeraͤthschaften.

Unmittelbar darauf kommen
die Liegenschaflen zum Ausge⸗
ꝛot als:

Plap⸗Nr. 2877 22 und
287793b. 42 40 qw
Fläche, Wohnhaus mit
hofraum und Pflanzgarten
gelegen am Seyenrech an
der Pfarrgasse zu St. Ing⸗
zert neben Gaͤrtner Klahm
und Johann Zinlel.
Pl.-Nr. 3018. 22 2 15
Im Acker im Mühlenthal.
qᷣi.⸗-Nr. 2767. 19 1 76
im Acker im mittleren
Wallerfeld neben Johann
hofmann und der Eisen⸗
dahn.

Alles im Banne von St.
Ingbert.

Si. Ingbert, 22. Aug. 1878.
Sauer, k. Notar.

Bekanntmachung.
Dittwoch, 28. August
nächsth'n, des Morgens halb 9
Ahr zu St. Ingbert, vor der
Wohnung des Mezgers Ludwig
WBeisgerber werden jsol⸗
jende Gegenstände im Wege der
Zwangsvollstreckung gegen gleich
vaate Zahlung versteigert werden,
als: I. ein brauner Schrank, 2.
ein Pfeilerschränschen, 3.
ein Sp'egel in Goldrahmen,
4. ein Regulator, 5. ein
Nachttischchen, 6. ein Tisch⸗
hen, 7. ein Kleiderschrank,
3. drei Stühle, 9. ein
aüchenschrankt, 10. ein
Schafft und 11. ein Lisch.
Blieskasiel, 20. Aug. 1878.
Der kgl. Gerichtsvollzie her:
Wolff.
Danksagung.
Allen Verwandten, Freunden
ind Bekannten unsern herzlichsten
dant für die liebevolle Theil⸗
ahme bei der Beerdigung unseret
uun in Gott ruhenden theuern
Baitin, Tochter, Schwiegertochter
ind Schwäzerin
Alexandra Moll.
geb. Müller,
janz besonders großen Dank aber
en Vereinsbrüdern der Gemüth⸗
ichkeit, welche sie zu Grabe tru⸗
jen, dem hiesigen Musikverein
ür den erhebenden Grabgesang,
owie auch dem brehandelnden
Urzte Herrn Dr. Ehrhardt
sier für seine aufopfernde Thätig⸗
eit herzlichssen Dank.
zt. Ingbert, 24. Aug. 1878.
Namens der Familie:
Der trauernde Gatte
Max Woll.
Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vortäthig in der
Druückerei d8s. Bl.

sonen bei, daruuter 500 Mitglieder von Freimaurerlogen. Am
Brabe sprach außer den Geistlichen noch der belannte Dichter Emil
stitterhaus, der in den denkbar wärmsten und zu Herzen gehenden
Worten die Verdienste des so plötzlich abberufenen Freundes schilderte

FAuf Wilhelmshoöhee bei Kassel werden eifrige Vor—
hereitungen zum Empfange zahlreicher Gäste im nächsten Monai
pitroffen. Es fünd Mitglieder sämmilicher deutscher Fürstenhäuser
ereits angemeldet, welche dahin kommen werden, um den Kaiser
u begrüßen. Das Bifinden des Kaifers bessert sich mit jedem
Tage mehr. Nachtichten von dem Geh. Rath Wilms lauten in
eder Weise günstiger. Der Kaiser wünschte persönlich der Ver—
nählungsfeier der Prinzessin Marie beizuwohnen, nahm jedoch auf
den Wunsch der Aerzte davon Abstand. Dagegen hat der Kaiser
selbst alle Vorbereitungen für das Fest getroffen.

f Für den zoologischen Garten in Hamburg ist am 153.
). eine der werthvollsten und seltensten Thiersendungen in Liverpool
mngekommen, die je Europa erreichten, nämlich: drei Gorillat und
ünf Chimpansen. Ein Gorilla ist auf der Reise gestorben. Einer
der übrigen ist ein Männchen, zwei sind Weibchen; sie flehen im
Alter von eiwa 192 bis 8 Jahren.

FvHavre, 22. August. Königin Christine ist gestorben.

Rew⸗-⸗PYork, 21. August. Das gelbe Fieber nimmt zu.
Bis jetzt sind in New-Orleans 1400 Erkrankungsfälle vorgekommen
vovon 436 mit dem Tode endigten. Von den 195 Einwohnern,
velche in Granada blieben, sind 135 gestorben.
— Für de bebcction verantwortlich: F. X. »

Danksagung.
Für die zahlreiche Theilnahme
in dem Leichenbegängnisse unseres
unvergeßlichen guten Sohnes
Jakob
prechen wir hiermit unsern in⸗
anigstet Dank aus.

51. Ingbert, 24. August 1878.
Im Namen der trauernd
Hinterbliebenen:

Joh. Reidiger sun., Vater.

Sonntag den 25. August
Tanzmusik.
ausgeführt von der Capelle

des 30. Jufanterie⸗Regim.
aus Saarlouis.

Eintritt 60 Pf. — Anfang 3 Uhr
dei Peter Jung.

Makulatur

zum Tapezieren verkauft
Demetæ.
ag. 26. und Montag⸗
26. August
dehnappbaoher
dirchweihe.
yozu hoͤflichst einladet
M. Schneider.

zweibruoker Rirohenbau-Lotterieo.
Montag den 2. September 1878
Nachmittags 2 Uhr in dem an den Fruchthallsaal anstoßenden!
Zimmer beginnt die Einlegung der Nummern in die betreffen⸗
den Räder
Göffentlich und unter Leitung
des Königl. Notar's Herrn G. Linder in Zweibrücken.
Dienstag den 3. September
und eventnell 4. September 1878
Anfang Morgens 7 Uhr in großen
Gewinn-Ziehung: Saale des Zweibrücker Hofes
zu Zweibrücken,
öffentlich und unter Leitung
des Koͤnigl. Notar's Herrn G. Linder in Zweibrücden.
Dio General-Agentur,
August Schuler, B. Schuler'sjche
Kaufmann Buchhandlung
Zweibrücken.
P. 8. Loose sind foitwährend zu haben bei den be⸗
kannten Nerkaufsstessen und bei der General-Agentur.

Wein-Etiquetts,
farbig bis 7farbig
sind zu haben in der Lith. Austalt FX. XÆ. Demetz

49
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Säüezu Allucsrirtes Sonntafüblatt Ne BRA.
        <pb n="483" />
        St. Ingberter AAnzeiger.
ber St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Untertaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt viertellahrlich

WMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswäris mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
M 135. J — Dienstag, den 27. August I J J 1878.

7
XX3
Deutsches Reich.

Mäünchen, 24. Ang. Der Konig hat anläßlich seines Ge⸗
zurtsfestes dem Finanzmin'ster Riedel das Comthurkreuz des Kronen⸗
»xrdens und dem Erzbischof Schreiber von Vamberg das Comthur⸗

renz des Michael · Ordens verlehen.

München, 25. August. Mit Genehmigung des Königs
indet im nächsten Jahre eine internationale Kunstausstellung in
Mänchen statt, welche sich jedes vierte Jahr wiederholen joll.Der
Zönig hat das Protectorat derselben übernommen.

Berlin. Der bei der Pariser Weltausstellung betheiligte
jiesige Fabrikant Olto Matern hatte sich bei der deutschen —XRV
arüber beschwert, daß er in Paris von dem Kapitän Blanc des
02. Regiments ohne alle Veranlassuag in dem Restaurant Rechard,
houlevard Magenta 4, auf die gidbbsie Weise infultirt worden sei.
detzt ist Herrn Matern solgendes Schreiben zugegangen: „Euer
Wohlgeboren benachrichtige ich auf Ihre an die kaiserliche Boischaft
n Paris gerichtete Einaabe vom 25. Juni ergebenst, daß nach
Miitheilung der französischen Regierung der Kopitän Blanc wegen
einer beleidigenden Aeußerungen gegen Sie zu vierzehntägigem
irengen Arrest verurtheilt worden ist. Der Reichskanzler i. A.
hucher.“

Wie wir hören, hat nunmehr die deuische Reichsregierung nach
haris die offizielle Mitiheilung gelangen lassen, daß fie sich zu
hrem Bedauern nicht veranlaßt sieht, der Cinladung zur Theihnahme
in der internationalen Münzkonferenz Folge leisten zu können.

Ausland.

Ich kann Ihnen als bestimmt versichern, daß man sich an
naßgebenster Stelle über die Unvermeidlichkeit des Rücdktrittes des
ßrafen Andrassy vollkommen klar ist und bereits seinen Nachfolger
muswählt. Nach einer Version soll Baron Senotzceh, nach der
mnderen Graf Beust die meisten Chancen haben.“ (D. M. Bl.)

Paris, 25. Aug. Die Gerüchte von angeblich beabsichtigter
Abdankung des Präsidenten der Republit und von Veranderungen
m Ministerium sind der „Agence Havas“ zufolge unbegründet. —
die Polizel verhinderte gestern eine vorbereitende Versammlung für
den focialistischen Arbeitercongreß. Die „Marseillaise“ veröffentlicht
inen Protest dagegen, worin ertlärt wird, daß der Congreß trotz
lledem statifinden werde.

Paris, 25. Augost. Das Fest der Pre svertheilung ift
etzt definitiv für den 21. Oklober fesigesetzt. Das beschlossene
sizielle Prog ramm wird bedeutend großartiger sein, als das bon
1807. Im Industriepalast wird eine Riesen-Estrade errichtet
verden, auf welcher 60 Ehrenplätze sür den Marschall, die fremden
Fürsten, Minisser, Kammern und Kommissäre reserbirt werden. Zu
reiden Seilen der Estrade find außerdem noch vier Logen für die
jrau des Marschalls und für die der Minister und Gesandten ein⸗
zerichtet. Hinter 60 Ehrenplätzen find amphitheatralisch Plätze für
ie Senatoren, Deputirte ußd Stadträthe errichtet. Unter dem
herron sind zwei rechtwinklige Räume, welche 3000 Plätze für die
lussteller enthalten. Im Ganzen werden 21,000 Plätze vorhanden
ein. Ein Orchester mit Chören, bei denen 1800 Mitglieder theil⸗
iebmen werden, wird den Abend dieses großen Festes beschließen.
Peterssburg, 24. August. Heute Nocht langte der
Ninister des Innern, Timascheff, hier an. — Am 1. Sepfember
vdird der Ukas des Kaisers publiziri werden, wonach sämmtliche

deserben erster und zweiter Klasse zu entlassen sind.

e
Vermischtes.

Sit. Ingbert, 26. August. Unfere Stadt zeigle sich
estern im Fahnenschmucke zur Feier des Geburtsz- und Namens—
estes unse res Königs. Am Vorabend durchzog bei Glockengeläute
nd Böllerschießen die hiefige Bergmusik die Straßen der Stadt.
Vit einer Tagesreveille unter üblichem Glockengeläute und Böller—
chießen wurde der Festtag selbst eröffnel; später fand Fe st g o t⸗
edienst beider Confessionen statt, dem sich Mittags ein Feste
ssen im Gafthaus zur Post anreihte, bei welchein Herr Bür—
ermeister Cusst er auf das Wohlergehen Sr. Maj. des Koͤnigs

toastirte. Weitere Festessen fanden in herlömmlicher Weise für
die Knappschaft der St. Ingberter Grube in 8 verschiedenen Wirth⸗
haften statt, allwo Festballle die Feier dieses Tages abschlossen.

Das Kreisamfsblatt bringt eine Zusammenstellung der in den
Jahren 1876 und 1877 erhobenen Collettengelder. Im Jahre 1876
ecgab die Hauscollecte für Erbauung einer protestantischen Kirche in
dirkel· Neuhäu sel 20881 Mtk. 45 Pf., zum Wiederaufbau der kathol.
dirche in Weitersweiler 3152 Mk. 21 Pf., zum Wiederaufbau der
arotest, Kirche in Heimkirchen 2200 Mi. 96 Pf., zum Neubau
iner kathol. Kirche in Schallodenbach 3008 Me. 10 Pf. Sammlung
ür das heil. Grab in Jerusalem 1716 Mti. 58 Pf. Collecte zur
steparatur der protest. Kirche in Reipoltstirchen 3130 Mi. 94 Pf.,
ür den kathol. Kirchenbau in Schweighofen 3174 Mt. 97 Pf.,
lür Erbauung einer protest. Kirche in St Julian 21867 Mi. 59 ppf.
zammlung für das heil. Grab in Jernsalem 1750 Mi. 838 Pf.,

kirchencollelte zum Besten des Diakonissenbauses in Speier 2777
Mt. 33 Pf., Summa pro 1877 34 158 Mt. 11 pf.

7 BPirmasens. Die Maul— und Klauenseuche ist hier in
„ier Ställen zum Ausbruche gekommen. Stallfperre ist hier an⸗
geordnet. (P. A.)

fMorschheim, 21. Aug. Durch einen unglücklichen
Fall von der Speichertreppe in die Hausflur fand heute der
Z8ßjährige Valentin Schottler von hier seinen Tod. Bei dem
Unglüdsfall war Niemand zugegen; beim Auffinden war der Tod
jereits eingetreten. M. W.

7 Dürkheim, 25. August. Geslern Nachmittag entlud sich
iber unserer Stadt und Umgegend ein schweres Gewitter. Um
yor ihm Schutz zu suchen, flüchtele in das Bahnhäuschen am Hexen⸗
icker eine Anzahl Leute von den Feldern. Davon waren im engen
staume 9 Personen zusammen gedrängt. Da schlug der Blitßz durch
»en Kamin, den er vollständig zerstörte, in das Haus', warf im
weiten Siocke einen schweren eisetnen Ofen an die Decke, drang in
en untern Stock, den eigentlich bewohnten Theil, und warf hier
vie im ganzen Hause, die Fenster hinaus tödtete im Stoelle, der
m Erdgeschosse liegt, 2 Kühe und suchte durch den Raum, in dem
zie Leute Unterkunft gesucht; den Ausweg. Hier traf und tödtete
r einen jungen Mann, der an der Thüre ftand, betäubte und
varf, zur Erde alle Anwesenden. Von diesen liegt ein Mann,
Ileichhüter Schmidt, noch heute krant darnieder, einem Kinde des
dahnwärters Dörner wurde das Auge gelroffen, doch ohne bleibenden
z„chaden und ein weiteres Mädchen erhielt an einer Seite Brand⸗
yunden, während dem neben ihm sitzenden Mädchen an der beir.
—eite blos das Kleid verbrannte. Ein Marnn war im ersten
lugenblide etwas gelähmt, hat sich aber vollstandig wieder erholt.
Die in anderem Raume Unserkunfi gesucht, blieben verschont. —
Dden Getoͤdteten beweint ein aller Vater, dessen Stütze er war und
ine junge Witiwe. Er war seit einem halben Johzre verheirathet.
der Bahnwärter Dörner hat blos eine Kuh versichert uud erlitt

ailso einen bedeutenden materiellen Schaden. Mürkh. Anz.)

xöFrankenthal, 22. Aug. Nachdem die Erfahrung
emacht worden, daß andere Städte sich erboten., falls ihnen ein
Sitz der zukünftigen Landesgerichte zufiele, allenfallfige Baukosten
r eigene Rechnung zu übdernehmen, hat der hiesige Stadtrath
zleichen Beschluß gefaßt, ist dabei jedoch der Ansicht, daß dies bei
er Eintheilung selbst nicht in's Gewicht, falle. c(cRh.)

Aus Frankenlhal, 28. August, meldet die „Rhpf.“:
Lrotz schlechter Zufuhr sind die Preise von Kartoffeln die ganze
Woche schon zurückgegangen und ist der heutige Preis 4 M. 8ö Pf.
»er 200 Pfund. Es jcheint wenig Kaufluß zu derrschen, denn
jeute früh sahen wir wieder Landleute mit ihrer Ladung die Stadt
»erlaffen. Mancher Wagen wuͤrde vielleicht auch vicht so billig abge⸗
jeben, wenn nicht die Kirchweih vor der Thür stüünde, und da muß
voch Geld in's Haus.

7 Speyer. Am 1. October beginnt der Unterricht an der
fFrauen⸗Arbeitsschule dahier. Anmeldungen sind beim Bezirksamt
Zpeyer mit Werktagsschulentlaßschein und bürgermeisteramtlichem
Sittenzeugnifz einzureichen. Programme der Schule können durch
Jermittelung der Buͤrgermeifterämter unentgelitich bezogen werden.
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        Maunchen, 22. Aug. Dem Hauptausschuß des bahe⸗
aischen Lehrervereins ist die nachgesuchte Erlaubniß ertheilt worden,
ine Prämencollelte oder Lotterie zu veranstalten zu dem Zwecke
einen ansehmichen Fonds zum Besten von Waisen aus Lehrer⸗
familien zusammen zu bringen. Die Unternehmung wird einen
namhaften Umfang erhalten. Es werden 800,000 Stück Loose
zu 2 M. — mit bedeutenden Geldgewinnsten — ausgegeben. —
Dem Presbyterium der protestantischen Gemeinde zu Ludwigshafen
wurde die Bewilligung der Veranstaltung einer Geldlotterie für den
Ausbau der proiestantischen Kirche dortselbst mit der Befugniß zu
dem Loosabsatze im Umfange des Königreichs ertheilt.

F Tie Eßlinger Maschinenfabrik sieht sich, wie man der
„Deuischen Reichspost“ schreibt, demnächst genöthigt, eine größere
Anzahl von Arbeitern zu entlasfsen, da die Bestellungen aus Ruß
land fertig gestellt sind und neue Aufträge nicht vorliegen.

Coblenz, 24. Aug. Von Reisenden wird uns mitge⸗
theilt, daß gestetn Abend gegen 7 Uhr in der Gegend zwischen
Bacharach und Bingen ein sehr heftiger Wolkenbruch stattgefunden
umnd furchbare Verheerungen angerichtet hat. Besonders soll der
Ort Heimbach schwer betroffen worden sein, so daß in der Haupt⸗
straße der Schlamm die Hausthüren und Fenster vollständig zuge⸗
decl hat. Zwei Hauser sind unler dem Drud der Wassermassen
eingestürzt, eine Menge Hausmobilien sind weggetrieben und theil⸗
weise von Schiffern im hein aufgefischt worden. Ju Boppard
wurden heute Bormittag zwei Ohm Wein gelandet. Der Bahn⸗
damm ist ebenfallz, jedoch unbedentend beschädigt worden. Aus
Bacharach schreibt man uns über das Unwetter: Drei volle Stunden
hielt dasselbe an und die Fluten überschwemmten die Straßen und
Bassen in kurzer Zeit. Die Schlossen in Dicke eines Tauben-Eies
serstörten viele Saaten und Früchte und machten die Hoffnung
manchen Winzers auf eine gute Weinärnte zu Schanden.

F Ein eigenthümliches Fest. Der Scharfrichter
rautß in Berlin gab am Tage der Juftifikation Hodel's ein Fest,
uiber welches ein Augenzeuge also verichtet: „Am Fre'tag Nach⸗
mittag, dem Toge der Hinrichtung Hödel's, ertonten aus einem
unscheinbaren Bierlolal in der Augusistraße schmetternde Fanfaren⸗
klaääͤnge und ein frohes festliches Gedränge machte sich im Lokal
hbemeikbar. Ein fröhliches bemerkenswerthes Ereigniß, vielleicht ein
Judiläum vermuthend, betrat ich das Lokal und in der That wurde
dier ein eigenihümliches Fest begangen. Herr Krautz nämlich, der
neue Schatfrichter von Berlin, feierte inmitten seiner Gehilien und
chemaligen Kollegen das Fest seiner erlangten Meisterwürde. An
langer festlicher Tafel, die freigebig mit den Kindern Floras geschmückt
war, saßen im Sonntagsstaate sämmtliche Scharfrichter⸗ und Ab
deckergehiisfen Berlins, inmitten derselben der Held des Tages.
Abseiis der Tafel hatte eine Musikbande ihren Platz erhalten, welche
mit ihren Blechinstrumenten eine lärmende Musik ausführte. Das
Tafelgespräch drehte sich um — die am Morgen verrichtete That
und mit sichtlichet Genugthuung lauschte der Gefeserte den Lob⸗
prüchen der Tischgenossen. Plößlich winkt derselbe, die Musil
schweigt und nach einer kleinen erwartungt vollen Vause erhebt sich

weibrueker Sirchenbau-Lotterie.
Ziehung unwiderrussich 3. Sept. 1858.
daupitreffer M. 40 000. M. 20 000 ⁊c. Auf 20 Loojse
ein Treffer.

Loose à M. 2 sind zu haben bei der General. Agentur:
August Schuler, B. Schuler'sche
Kaufmann. Zweibrücken. Buchhandlung.
aAn St. Inabert bei Franz Woll.
Märchenhaft!!!
Folgende 12 Gegenstände liefere ich für
nur 6 Mark
der Nachnahme in Kiste perpackt:

Jecht chines. Sonnenschirm; 1 echt japanes. Fächer mit
Malerei; 1 reizeade Manilla⸗Tischdecke, 985 Centim. lang; J feiner
Serdieitenhaller (neue Erfind.); 1 wirklich richtig gehende Brief⸗
raage; 1 Microscop, welches 50 Mal vergroͤßert; 1 Ocarina
d. j7 an neuerf. Instrument, worauf man alle Melodien bei nur
einiger Uebung liedlich produciren kann; 1 Broche und Ohrringe,
kunsivolle Arbeit; 1 Telephon, neue Erfindung, vermittelst man
mit Perfonen in d. Entfernung sprechen kann, mit Erklärung; 1
j. Ring imit. Gold m. Emallle; 1 Metermaaß.

Dlese solide Offerte ist nicht mit den bekannten Wiener
Angeboten zu verwechseln.
Cart Minde in Leipzia.

zer Nachrichter und bringt, wahrend die Musit auf einen zweuen
Wink leise intonirt „Muß i denn muß i denn zum Städtilein
inaus“, einen Spruch aus, den die Gehilfen leise murmelnd wieder
olen. Dreimal wurden schweigend die gefüllten Gläser erhoben,
hne daß daraus getrunken wurde, dreimal schwieg die Musit, um
ann, nachdem die Gläser schweigend geleert waren, in eine lärm«
volle Weife überzugehen. Augenscheinlich hatte es sich bei dieser
igenthümlichen Zecemonie um die Beobachtung eines alten ,Hand⸗
verks“⸗ Gebrauches gehandelt.

4 Der Geistliche, der den Attentäter Hödel zum Schaffor
geleitele, hat solgendes Schreiben an den Stiefvater des Enthaup—
eten gerichtet: „Geehrter Herr Traber! Da der letzte Brief Ihres
inglücklichen Stiefsohnes Mox Hödel, dessen Todesurtheil heut:
Norgen 6 Uhr im Hofe des Zellengefängnisses zu Moabit vollstredt
vorden ist, an das Kammergericht zur Beförderung übergeben, wohl
aum noch heute in Ihre Haͤnde gelangen dürfte, so will ich Ihnen
venigstens, wie ich ihm versprochen, seine letzten Grüße an Sie und
zie Mutter übermitteln. Ich habe ihn auf seinem letzten Gange
zegleitet. Er ertrug die Vollziehung des über ihn ausgesprochenen
Artheels in derselben Weise wie er seine Verurtheilung von dem
verichtshofe hingenommen hatte. Die Seinen zu sehen uud zu
prechen, war einmal keine Zeit mehr, und andernfalls verlangte er
uch nicht so seht danach, damit ihm das Herz nicht schwer würde.
Nichts hoffend“, wie er sagte, ‚„und nichts fürchtend“ ist er zum
Tode gegangen und nichts gefaßt geblieben. Sein Leichnam wird,
vie man mir sagte, uuf dem Gefängnißkirchhofe ein Plätzchen finden.
Oer Pastor an der königlichen Stadtvogtei Heinide.“

Am Dienstag Abend versuchte sich der Raubmörder Thürolf
n seiner Zelle zu erhüngen. Derselbe hatte bereits sein Halstuch
in das Fensterkreuz derselben gelnüpft und wollte eben seinen Kopf
n die Schlinge stecken, als die auf dem Flur wachhaltenden Be—⸗
imten Thürols'e Adsichten bemerkten und sofort gegen dessen Selbst—
nordversuche energ'sch einschritten. Seit Mittwoch hat der Raub⸗
nörder Thürolf die auf der 7. Station der königlichen Stadivoigtei
elegene Gefängniß zelle bezogen, die der Hochverräther Hödel biß
inen Tag vor seiner Hinrichtung innegehabt hat. Thürolf ist num
nehr in dieser Zelle an Händen und Füßen gefesselt worden.
Zisher war er ungefesselt, ging sogar mit anderen Unterfuchungs⸗
jefangenen zusammen auf dem Hofe der Stadtvoigtei spazieren.

F Nächsten Samstag den 31. d. M. wird die französische
Istbahn abermass einen Exttazug mit ermäßigten Preisen für
Zillets 2. und 3. Klasse nach Paris ablassen. Derselbe nimmt
keisende auf der Strecke von Avricourt bis Nanch auf. Die Ab—
ahrt von letzterer Station erfolgt Samstag Abends 11 Uhr, dii
Ankunft in Paris (woselbst 5 Tage Aufenthalt gestattet) am Sonn⸗
ag Vormittags 10 Uhr 10 Min. Die Rückreise von Paris er⸗
oigt am Donnerstag Abend 10 Uhr 5 M. Der Preis einet
Zillets ab Nancy beträgt wie bekannt, für 2. Klasse 25 Fr., für
3. Klosse 16 Fr. Nur Handgepäck ist frei, alle andere Bagage
zahlt die gewöhnlichen Toxen.

— — r —

Rechnungen
in Jedermanns Gebraud
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
mit rother und blauer Liniatur
iind vorräthig in der
NMe- — 2æ Bl.

*

Ein seltenes kEreigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensativ
erregender Fall ist es, wenn ein Bus
toũ Auflagen erlebt, denn einen st
zroßartigen Erfolg kann nur ein Weri
erzielen, welches sich in ganz Außer
ordentlicher Weise die Gunst den Publi⸗
ums erworben hat. — Das berühmtt
opulär⸗medicinische Werk: „Dr. Airy'i
aturbeilmethode“ erschien

— —
und liegt darin allein schon der beß
Beweis für die Gediegenheit seines In
halts. Diese reich iUnstrirte, voll ständin
umgearbeitete Jubel⸗Ausgabe kant
mit Recht allen Kranken, welche bt
wãbrte Heilmittel zur Beseitigung ihren
Leiden anwenden wollen, zuingend
Durchficht empfohlen werden. it
darin abgedruckten Driginal⸗Attefti
deweifen die außerordentlichen Heilerfolg
und sind eine Garantie dafür, daß dat
Vertrauen der Kranken nicht getäuschi
wird. Obiges 644 Seiten starke, nu
1 Mark kostende Buch kann durch jed
Buchhandlung bezogen werden; man
verlange und nehme jedoch nur Dr.

J Naturheilmethode“, GSrigina⸗
nsgabe von Rithter's berlags ·
Raßtall in k*eiprie⸗

Stotion
zilliast bei

——— —
Druch und Verlag den F. x. Demes in St. Ingbert.
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        82
*
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232322 * —— 25 — 232 2m22
22 a5 22 un232 3— * —?— 202232 25 8* 23:25
353553823—3 — —— 225 7852
3552385575355535535 33 33333 52333 328253
2 * * — * 2 2 2* — 5 2 5 — 324
325 5* 2 * . * — 2
25238355 35338 153 332* 7328 3323 282
38733353 33 53383 22383 538 32585 2358
2 2 — ð — 7
33853355332383 — — 252 533 — 223 5337
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* — — 35 33258. 8 4 *5 2555* —cAX —1 z — 2 —2
2 52265355 —A —— 3 s8555535352 —A 3 * 2 2228 2 —
—s—32 52333235236 20 272438 —— — 25 —2* 53 * — —7—„—„——
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— 323 — — — * 2 — 22 —2 —
38 333*385323 3s5s38 53332 368 53 3
22 23224 — S2 o — 2282 * 3 3z3323—27 5* 58
225* —2 2 226 —A — 825 —— B 3222 — 2*535*8235 23
2 * —A —A * — — 52538 8 23 22 223— 2 3z38—3
255 5— 85523 5s8, 38526 —e— 2333578—5337 — 3328—
333*3285 53858 353353373 35255 25353333—58
— 5 — — 35 822 *58 * *25 2 7 *
35 26833535325 322569 z3532828* ——
5 6 33333 983 5 82833333 38325333
2 * 2 * *
—— 53535328 c2 * 2532 5336 32 253 — ———
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—A—— 22— —* B225 — — 52*55 3652 — 8 —E e
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528 355 353235382 2BN333523335 555 582 2338* —
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2* — * 12228282 1*82 —— * ——
* ——2285— 5832——5 3555* 335385
— BB 555282 —2 335383 — * — 2532*
2772 5— 5 3 38 253535233 : 335223 833533 338 — 53337
53 5 *235 292 n3822 25S 2 25 — —355252 —223837
223 3 — 55353 — — 23232522 25 3, 84 525 5535
* 2 — 4 — * 25 —— 8 —— 532 75 —2
382538 858 — 53 33 575 555 232 2853355825
33 53228 —83833 58 33253585533
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32555—25 —883 235535* 52323835 53553533 —53538557 —
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— —5538 325585833 33 28223353 33322335 325
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2 52 5 822 8 —, * 2 8 — 2*7
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22 r —3 — — * 3923 52*53 — 2
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        SBi. ngberter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (3 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erlcheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreiso beträgt vierteljahrlich

arlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blatischrijt oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
Ap
M 136. I Donnerstag,/ den 29. August — 1878.
Deutsches Reich.

Mänchen, 28. Aug. Anlaßlich des Doppelfestes Sr.
Maj. des Königs sind heute füt denselben Glückwunschtelegramme
bon Sr. Maj. dem deuischen Ka'ser, dem Kronpritzen Friedrich
Wilhelm, dem Kaiser von Oesterreich, dem Könige von Sachsen,
dem Großherzoge von Baden, dem Könige von Württemberg, dem
Reichskanzler Fürften Bismarck u. s. w. eingetroffen und sofort
nach dem Schloß Berg bezw. Benediltbeuren (Walchensee) befördert
worden.

Berlkin, 27. Aug. Der Bundesratih hat das Gesetz gegen
die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie wesenllich
in Uebereinstimmung mit dem Ausschußantrage angenommen.

Berlin, 27. Aug. Durch kaiserliche Verordnung werden
die elsaß⸗lothringischen Bezirlsiage am 11. Rovember erdffnet und
schließen spälestens am 23. November. Die erste Sitzungeperiode
der Kreistiage beginnt am 9. September, die zweite am 2. December;
jede Periode dauert höchstens 3 Tage.

Berin. Wie verlautet, wird Nobiling demnächst in ein
Irrenhaus überführt werden, Sein jetz'ges Benehmen läßt die an⸗
aͤngliche Vermuthung, daß er eine Verleßung des Gehirns erfahren
habe, wieder an Wahrscheinlichkeit gewinnen. Er gibt auf, die
zestellten Fragen keine Antwort und verhält sich überhaupt seiner
mgebung gegenüber volllommen apathisch. Seine Ueberführung
in's Irrenhaus soll vorläufig zum Zwecke einer Beobachtung darüber
statifinden, ob er Bloͤdsinn fimulire.

Ausland.

Wien, 27. Auguss. Außer der bereits gemeldeten Beuke
mm Waffen und Geschützen wurden in Folge der Entwaffnung von
Serajewo allein 6000 Gewehre bis jeht eingeliefert. Von den bei
der Einnahme der Stadt gefangenen Nizams, Redifs und Baschi⸗
bozuks wurden 55 Ossiziere und 830 Soldaten nach Brod gebracht.
— Mehrere bei Stolaß zersprengte Infurgentenbanden wurden ge⸗
fangen genommen. Am 24. d. ergaben sich den kaiserlichen Vor⸗
posten bei Mostar 4 Offiziere u'd 154 Rebifs. — Die 20. Trup⸗
pendivision wurde am 26 d. bei Doboj neuerdings durch In fan⸗
jerie und Artillerie angegriffen. Das Gefecht war bedeutungslos.
— Bei Streifungen von Banjaluks aus erfolgte am 24. August
p Zusammenstoß mit Insurgeuten bei Kliuc. Näheres ist nicht
zekannt.

Wien, 27. Aug. Aus Serajewo wird gemeldet, es sei jetzt
erwiesen, daß Hafiz Pascha ein verrätherisches Doppelspiel getrieben;
er sei Organisotor des ganzen Widerstandes speciell auch im Kreife
von Zwornik gewesen, habe bei Zepce commandirt und kam ins
Haupiquartier, um zu spioniren. Er folate dabei einer Weisung
der Pforte.

Paris, 28. August. Die Agentur „Havas“ meldet: Die
Türken fitlen auf griecchisches Gebiet bei Palama und Domoka ein
und es entspann sich ein Kampf zwischen den Bewohnern und den
türlischen Truppen. Die Regierung ergriff Maßregeln, um die
Drdnung wieder herzustellen.

Die Folgen der letzten Ereignisse in Peterbburg beginnen sich
jetzt einzustellen. Auch Rußland hat sein Ausnahmsgesetz gegen
socialiftische Umtriebe und seinen Ausnahmegerichtshof für Aburthei⸗
lung derfelben erhalten. Ein kaiserlicher Ulas ordnet an, daß
Personen, welche unter der Anklage des bewaffneten Widerstandes
gegen die von der Regierung eingesetzten Autoritäten, oder des
Ueberfalls auf Chargen des Mililärs und der Polizei. und über⸗
hdaupt auf alle Siaatsbeamten, bei Ausübung ihrer amtlichen
Pflichten oder in Folge der Ausübung ihrer amilichen Pflichten
siehen, sobald di se Verbrechen von Mord, Mordversuch, Verwundung,
Verstümmelung, schwerer Mißhandlung oder Brandstiftung begleitet
varen — nicht mehr wie bisher vor den Geschworenengerichten,
jondern vor den Kriegsgerichten und zwar nach den für Kriegs-
—X

An demselben Tage — so wird dem „N. W. T.“ telegraphirt
— an dem General Mesenzow ermordet wurde, wurden in Ruß⸗
iand erdolcht: ein geheimer Polizeiagent in Rostoff, der Chef der
Bendarmen in Charkoff, der Chef der Geheimpolizei in Tagaurog

und ein Gendarmerie⸗Oberst in Pultava. Fast alle höheren Be—⸗

Namten der Polizei des Reiches haben „Todesurtheile“ per Post zu⸗
geschick bekommen. Die Panik im russischen Publikum, wie in
den Reihen der Polizeiorgane ist eine unbeschreibliche. In Odessa
warde jede Menschenansammlung auf der Straße verboten. Die
Regierung ließ im Senate ein Gesetz ausarbeiten, laut welchem alle
Jene, welche gegen den Bestand der gesetzlichen Ocdnung konspiriren,
mit dem Tode bestraft werden sollen.

A
RVermischtes.

f Zweibrücken, 28. Auz. Programm der Preise⸗Ver⸗
heilung des Königlichen Landgestüts der Pfalz. Pferde⸗Rennen
und Verloosung von Pferden, landwirthschaftlichen und gewerblichen
Begenständen zu Zweibrücken am 28., 29. und 80. September 1878.
. Samttag den 28. September 1878. 8 1. Die Auswahl der
ur Concurrenz gebrachten Pferde wird am 28. September, Morgens
zräcis 8 Uhr, in dem Gestütshofe durch die Kommisston der Experten
»eginnen. 8 2. Jeder Eigenthümer von Pferden, welcher bei der
Freisvertheilung concurriren will, ist gehalten, sich bei seiner An⸗
unft in dem Bureau der d. Gestüts⸗Direltion zu melden, Nach⸗
ninnags 3 Uhr: Versteigerung von Gestuütspferden. Musterung
ind Prämiirung von Seiten des pfälzischen Pferdezucht⸗Vereines.
Ankauf der zur Verloosung best minten Pferde. Reunion auf Tivoli
bis 7 Uhr. Abends 8 Uhr: Großer Fest-Ball im Zweibrücker-Hof.
B. Sonntag, den 29. Sept. 1878. Vormittags 8ila Uhr: Von
Se ten des Pferdezucht ˖Vereines. Musserung und Prämiirung von
Bespännen. Vormittags 10 Uhr im Gesftütshof: Vorführen der
Beschäler des k. Landgestüs. Vormittags 11 Uhr: Preisevertheilung
des K. Landgestüts. 12 Uhr: Umzug der prämiürten Pferde.
Nachm'ttags 8 Uhr: Pferde-Rennen auf dem Exerzierplatz. Summa
iller Preise hiefür circa 6000 M. Die Anmeldungen zur Bethei⸗
igung werden vom 16. September k. J. an auf dem Bureau der
Bestüls-Direction entgegenommen. Das Nähere besagen die be⸗
onderen Programme. O. Montag, den 30. Sepi. 1878, Nach⸗
nittags 2 Uhr im Gestütshof Verloosung von Pferden, landwirth⸗
chaftlichen und gewerblichen Gegenständen.

Das Erdbeben vom 26. Augnst Vormittags wurde vach der
„Pfälz. Vollsztg.“ auh in Landstuhl gespürt; desgleichen in Birk⸗
veiler, wo man zwei aufeinanderfolgende Stöße unterschied, deren
weiter so beftig war, daß an der Wand hängende Bilder und
Spiegel sich bewegten; ferner in Kirchheimbolanden, wo man kurz
nach 9 Uhr einen Erdstoß spürte, der leichtere Gegenstände in den
Zimmern in Bewegung setzte. (Auch hier in St. Ingbert wollen
Versenen Schwankungen verspürt haben. Die Red.)

F Wie die „Pf. Volkszig.“ ersährt, wurde Notar Sariorius
in Landstuhl, welcher schon längere Zeit in Untersuchung sich be⸗
ladet, am Samstag verhaftet urd nach Zweibrücken gebracht.

F Betreffend das in Kaiserslautern erfolgte Polizei⸗
zerbot der Arbeit am Mariahimmelfahrtstage wird dem „Tgbl. f.
d. Sdpf.“ weiter mitgetheilt, daß untern 28. Februar 1844 ein
ttassat'onsurtheib wirklich erschien, welches unter Bezug auf 8 82
der II. Verfassungs-Beilage sich für die Nichtstrafbarkeit bffent⸗
icher 26. Arbeiten an den fraglichen Feiertagen ausspricht. Dieses
Artheil ist merlwürdiger Art nicht in sonst üblicher Weise publizirt
vorden, wird aber in dem Berichte des General⸗Staatsprokurators
)er Pfalz über die Resultate der Rechtspflege an den piälzischen
Berichten pro 1843/44 erwähnt.

F In der gestern Statt gehabten Generalversammlung der
seustadter Gas⸗Altiengesellschaft wurde die Dividende für
das Jahr 1877,78 auf 13 070 festgesetzt und die Dotirung des
Keservefonds mit 4500 M. und der Spezialreserve mit gleichfalls
1500 M., Alles wie im verflossenen Jahre, beschlossen.

*Landau, 28. Aug. Bei den Arbeiten zur Herstellung
zer Foristraße stieß man gestern im Gemäuer des Walles auf den
ebensgroßen, aus gelbem Sandstein kunstgerecht gemeißelten Kopf
ines bärtigen Ritters. Der Rest einer spanischen Krause läßt auf
de Tracht des 16. Jahrhunderts schließen, mit welcher die Fiqgur
zekleidet war, zu der dieser Kopf gebörte. Leider haben die Nase
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        gehörte wahrscheinlich zu einem Denkmal, das in den Kriegsstürmen
oder in dem großen Brande von 1689 zu Grunde ging. Einige
andere Trümmer sowie der Rest einer Inschrift, welche nur die
Buchstaben XSPR zeigl, sprechen für ein zertrüummertes Moument.

f In Weitersweiler fiel am Freitag Abend ein Mann
von der Scheuer herab in die Treschmaschine. Der arme Mann
war derart verletzt, daß er Montags den Geist aufgab. (N. W.)

r'Aus dem Alfenzthale, 25. Aug. Das Gewitter,
welches am Samstag am westlichen Rande des Alsenzthales hinzog
wäre beinahe verhängnißvoll geworden für das hübsche, am Wald⸗
rande gelegene Kirchlein in Sitters. Ein Blißstrahl traf den
Thuͤrm des Gotteshauses, fuht alsdann quer durch das Schiff,
seinen Weg mit Schwefelflochen bezeichnend und zertrümmerte dit
ZRingangsthüre. Die Kloben sind aus dem Stein losgesprengt, dit
Friesen liegen zersplitlert umher. Es ist dies innerhalb 5 Jahren
das zweite Mai, daß die Kirche durch Blitzschlag heimgesucht wird,
und will man diese auffallende Erscheinuug dem Umstand zuschreiben,
daß der Thurm ein gußeisernes Kreuz trägt.

7 Die Mannheim Ludwigshafener Pferdebahn hat im Jun
sam 3. Juni wurde sie ersffnei) über 67. 000 Personen besördert
im Monat Juli belief sich die Jahl auf 89,696, im August dürft
die Zahl 70,000 erreicht werden. (B. B.)

Das Erdbeben vom 26. Aug. ist nach den der ‚Köln.
Zeit.“ zugegangenen Nachrichten fast in allen Orten der preußischen
Rheinprovinz, von Clepe und Emmerich bis nach Kylburg und Otit⸗
weiler, Heinsberg ind Montjoie, verspürt worden. Besonders starl
wurde dasselbe — im Ruhrbecken bemerkt und weiter bis rß
Münster und Osnabrück im Noidosten, bis nach Lippstadt, Soest,
Arnsberg und Gießen im Osten. Im Nordwesten wurden die
Erdstöße, jedoch schwächer, noch bis Austerdam und an verschiedenen
Orten der holländischen Provinzen Geldern, Utrecht und Limburg
gespürt, im Westen bis nach den belgischen Städten Brüssel, Namur,
Huy, Tougres und Neufchateau. Im Süden hat sich das Erdbeben,
jedoch schon bedeutend abgeschwächt, bis tief in die bayerische Pfalz
wahrnehmbar gemacht. Auch in Frankfurt soll es, aber nur sehr

Ztöße sind die widersprechendsten Mittheilungen gemacht worden.
Zeibst an einem und demselben Orte kommen in Bezug auf die
dichtung Meinungsverschiedenheiten vor, und dieser Umstand ist de
igentlich verwirrende. Die Verschiedenhe't der Angabe von den
oerschedenen Orten dürfte dagegen auf den richtigen Weg zur Auf—
ndung des Ursprungsortes der Bewegung führen, wobei freilich
die Nähe der vulkanischen Eifel den alten Streit, ob das Ereigniß
auf vulkanische oder nepltunische Thätigkeit zurückzuführen sei, viel
ach wieder entzünden dürfte.

F Köoln, 26. Aug. Gestern Abend gleich nach 1194 Uhr
zrach in dem großen Restauralionsgebäude des weit und dreit bekannten
Gerirudenhof“, wie es heißt, unter der Bühne Feuer aus, welchet
mit furchtbarer Schnelligkeit um sich griff und das große Etablisse—
ment, trotz des thatkräftigen Einschreitens unserer Berufsfeuerweh
und der Beihilfe der freiwilligen Wehr, fast vollständig in Asche legte

St. Gallen, 18. August. Im „Taogbl.“ vtröffent
licht die Gemeinderathzkanzlei die Namen von 14 Meßgern, die
der „Mehlwursterei“ übersührt und deßhalb mit Bußen von 20 bi—
40 Fr. belegt worden sind.

F Paris, 22. Aug. Auf der Polizel⸗Präfeckur js jetzt ein
hemischea Labotalorium errichtet worden, pessen Aufgabe darin de—
dehm, den Wein, den Brauntwein, das Bier und alle übrign Ge—
ränke, welche in Paris eingeführt werden, zu untersuchen. Map
ergriff diese Maßregel, weil die Faälschunzen furchtbat überhand
genommen haben.

x Man schreibt dem „Memorial diplomatique“ aus Mexsco,
daß der Genexal Escobedd am 20. Juli in der Stadt Cuanb
Cienagas von regulären mexicanischen Truppen gefangen çenommen
und in Monterez durch ein Kriegsgericht zum Tode verurtheill
worden ist. Egcobedo war bekanntlich commandirender General der
republikanischen Armee und Haupleiter bei der Verurtheilung und
Urtdeilsvollstreckung am Kaiser Maximilian.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X Demeß.

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5553335 2 5085 323333373335—z33835877 28
35322328 —A —— —8423533565 BS552 8 ——
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        ——— ** 27 *
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5323233333 255355— 333583332 mú— 2 22*8223
223 »*333832 5*— 332 3235333355 s52583—357182387
82. — * — * —2 —2
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553 3353 33837 755 2—3 53332353 —822353 2538322
2* 3333337 2 25. 355322 5333335332335 ES. S8
5238333533327 5 55.2. 5 535835 3 3535878 *
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258757 s225 525*33 235237 28 9* 4 —— 25
5323372336337 —
3
— 53 55233 255222 — 25253 —
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* ** ** 20 * — 2
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——— 5 2 —F B7 3 s 225 * * 52
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23 —53232335 352553528 557 —225355333353 2855
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— 2 — ——— 3
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38 233333 8857258 —
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533 35 5523353. —* a5s 22333308 535*s53—
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2— 2 * 23— 2 22 3
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83 83353358 5 2
22 e B 67 5933 2
15853 z 5533 233 57
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755 33—5883 51523 8222522 38
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2 3* 222 * — 5253235 78
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15358 23.3 232 7 * * 3B32,0 5727..
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8 56 *532 733828
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3
553 38353 Ex. 2 5 23323355*
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8

1
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        au. Angberier Anzeiger.
——
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermalz Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljahrlich

gart 40 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.

——

M 137. Samstag/ den 81. August

1818.
—
Deutsches Zteich. bereits gegebenen Befehl zu wiederholen, „umgelehrter Weg“, was
Munchen, 28. Augu. Fur die im nächsten Jahr hier nun ein Theil der Mannschaften am Ruder als ein neues, de
abzuhaltende internationale Kunstausftellung hat fich ein desnderex; vorigen entgegengeseztes Commando auffaßte und nun —
huß hebuden, der aus Maaliedera der Atademie der bildenden Sieuerbord“ erst recht „Backbord“ drehte. Ist diese Darstellung
Zünste und. der bildenden Künstlergenossenschaft befteht. Dieser ichtig, so erklärt sich volllommen, daß die Kieler Haverielommssion
Ausschuß wird zunächst das Programm für die Ausstellung definitiv die Mannschaften am Steuer freigesprochen ha. 332
festsiellen und mit demselben dann die Einladungen an die Künstle Berlin 27. Aug. Wie verlautet, ist die Rüdtehr des
Aller Länder zur Theilnahme an der Ausslellung erlassen, deren Fürsten. Bismarck nach Berlin nicht vor Ende des nächsten Monatß
Eroffnung am 1. Juli 1879 erfolgen und, die dis zum Oltober zu erwarten. Es ist daher nicht anzunehmen, daß derselbe sich an
aaa sou. Da eine solche Ausstellung sen 1860 hiecr nicht mehr en Verhand lungen des Sozialistengesehes überhaupt betheiligen
staltgefunden hat, hofft man auf eine sehr zahlre che Betheiligung vird; vielmehr gilt es als jeststehend, daß die Vertretung der
ein ier Lander Eutopo's hanz desonders auch aus Vorlage vor dem Reichstage dem Vickanzler Grafen Stolberg und
Feantreich und Jialien, welche Lander auch 1869 ducch ihre hervor⸗ dem Prafidentea des Reichsjustizamts Dr. Friedberg übertragen
ragendsten Meister hier vertreten waren. Ein Theil der Kosten der verden wird. Man sagt, wie bei dieset Gelegenheit demertt werden
Ausftellung wird wohl von der bayer. Staaiskasse getragen werdenz was, Fürst Bismarck habe, ols er das Resultat der Reichstags
uc hat Se. Mos, der Konig bereils genehmigt, doß der Glas bohlen erfahren, die Aeußerung cethan: „Ein netter Reichstag das!
palast für die Ausstellung unentgeltlich überlassen werde. Ihh bin neugierig, wie Graf Stolberg mit demselben auslommen
Ber in. 26. Auguft. Enduch, nach fast dreimonatlicher vird',

Dauer, ist die Voruntersuchung über den Unergaug des Gro ßze n Berhin, 28. August. Im Reichstage haben nun saß
Zurfürrst en“ zum Abschluß gelangt. In kurzem ist die Ent⸗ ümmtliche Abgeordnete ihre Plätze belegt; die erste Sitzung wird
Hadung daruber zu erwaren, od degen den Chef des Uebungsgee. don dem ältesten Mitsliede des Hauses. dem 1787 gebornen Abg.
Iwaders Contre-⸗Admiral Bätsch, und die zimächst betheiligten Bonin eröffuet werden. Vom eisten norddeutschen Reichstage
Dificiere das kriegkgerichtliche Verfahten oder etwa nur ein Diec p⸗ zis zum Jahre 1874 fungirte Herr d. Frankenberg⸗ Ludwigsdorf
inarverfahren eingeleitei werden joli. Da das Resultat der ange- us AÄtterspräsident, in den beiden Legislaturperioden 1874 bis 77
tellien icchnischen Etörterungen des Vorganges bisher nicht versf⸗ ind 1877 bis 78 Herr v. Bonin. Das zweitälteste Mitglied
aicht worden ist. so ines für den Richteingeweihten nahezu des Reichstags isg der Fabrilaut Jean Dolfuß aus Mürlhausen im
innndanh, sich ein Urtheil daüber zu bilden, ab auf Grund der lsaß. Wie Al, Korr.“ wissen will. wird, die Erbffnung des
Zestttigen des DitarStrefgesetbehes die Einleilung des Feichstages diesmat durd den Keeondninzen erfolgen. Der Kron⸗
triegsgerichil chen Verahrens geboten ist; mit anderen Worien, ob xinz trifft zu diesem Zwicke angeblich am 8. Sepiember in Ber⸗
ee e e Beeeniee Fahrlasigten bder ane Nichtber in ein und wird auch während der Reiqhetagsverhandlungen größ—
ichtung der Instrukt:onen vorljert, welche direct oder indircet den entheils hietr oder in Potsdam Aufenthalt nehmen. 98
Unlergaug des „Großen Kurfürsten“ herbeigeführt hat. Allen Berlin, 28. August. Im auswärtigen Amte hat heute
Anscheine nach sind für die Beurtheilung des Falls zwei Momente die Auswechselung der Rat fications Urlunden des Berliner Ber⸗
zu berücksichtigen: einmal die Fahrordnung des Geschwaders am rages unter den Bevollmächtigten der betheiligen Mächte stattge⸗
Morgen des 31. Mai, und dann die Ausführung der Mansver unden.

hei dem Ausweichen gegenüber dem die Fahrlinie der Schiffe kreu⸗

zenden Kauffahrte schiff. Was die Fahrordnung detrifft, so müssen

wir die Angabe: daß der Chef der Admiralität dieselbe speciell für

die Durchfahrt des Uebungsgeschwaders durch den Canal angeordnet

habe, entschieden bezwiifeln. Die Wabl der Fahrordnung ilt Sache

des Geschwader⸗Chess. Daß Contre-Admiral Batsch den Canal,

). h. die belebteste Wasserstraße der Welt, in der belannten ge⸗

ichlossenen Marschordnung passitte, kann, sobald diese Tahrordnung

uͤberhaupt zulässig war, nicht Anlaß zu einer kriegsgerichtlichen

Untersuchung sein. Auffallender ist es, daß Contre:Admiral Batsch,

wie er in seinem dem Chef der Admiralität erstalteten Bericht con⸗

talirte, sich, obgleich das Geschrader in der engen Fahrordnung

fuhr, in die Cajüte begab und erst wieder auf Deck erschien, als

der Zusammenstoß unvermeidlich geworden war. Der zweite in

Betracht kommende Umstand ist, daß zur Zeit des Zusammenstoßes

die beiden ersten Schiffe des Geschwaders, oder wenigstens eines

derselben, sih nicht in der durch die augeordnete Fahrordnung vor⸗

zeschtiebenen Distanz befanden. Contrt⸗Admiral Batsch constatirt

selbst, daß der „Broße Kurfürst“ vor seiner Posilion war. Ob

das, wie behauplet wird, darin seinen Grund hat, daß der Fom—

maadant des „Großen Kurfürsten“ mit der Leistungsfähigleit der

nicht vorschriftsmäßig erprobten Maschine des Schiffes nicht hin⸗

laͤnglich vertraut war, mag dahin gestellt bleiben. Nach den Be⸗

richten der Taucher scheinen auch die Luken der wasserdichten Com⸗

partiments des „Großen Kurfürsten“ zur Zeit des Zusammerstoßeß

nicht geschlossen gewesen zu sein. Was nun die Ausfühtung des

Commando's auf dem ‚König Wilhelm“ betrifft, so wird der Vor⸗

jang nach glaubwürdigen Berichten also dargestellt. Un dem

stauffahrteischiff auszuweichen, wurde zunächst „Backbord“ comman⸗

dirt, dann um den „König Wilhelm“ wieder in die Richtung zu

bringen, „stützt das Ruder“, d. h. also Steuerbord. Als nun der

die Mannschaft am Steuer Commandirende nicht sofort ein Wenden

es Schiffes bemerlte, commanderte er, offenbar in der Absicht, den

Aussand.

Wien, 28. August. Die „Polit. Korresp.“ meldet aus
donstantinopel von heute: Die Pforte hat sehr ungünstige Nach⸗
ichten über die Ausschreitungen der „albanesischen Liga“ in Prizrend
erhalten. Letztere tieibt nicht nur die muhamedanische Bevölkerung
ur Erhebung gegen die Fremdlinge (d. h. gegen Veseßung türkischer
Bebietstheile durch Montenegro, Serbien und Oesterreich), sondern
nerleitet auch rezuläre würkische Truppen zum Abfall ven ihren
rahnen und zum Uebertritt zu den Aufständischen. In den an
dobibazar grenzenden Districten herrscht große Aufregung.

In Paris zirkulirt das Gerücht von der Verlobung Gam⸗
zetta's mit einem Fräulein Guichard, Tochter des Abgeordneten
leichen Namens. Die junge Dame soll außer anderen Vorzügen
ine Mitgift von achtzehn Millonen Francs besitzen, welche ihr von
inem Onkel, dem vor einiger Zeit verstorbenen Abgeordniten
dubochet hinterlassen worden sind. Wie man sich vielleicht erinnern
jied hieß es früdert, Hert Dubochet habe Gambetia direlt mehrere Mill.
sinterlassen; dann erfuhr diese Nachricht ein halbes Dementi und
zie ganze Sache blieb unaufgeklärt. Wie es nun scheint, hat der
-eiche Erblasser durch die von ihm gewünschte Vereinigung seiner
nichte mit seinem politischen Ideal den Familien⸗ und Staatsrück-
ichten in gleicher Weise Rechnung tragen wollen. Möge dem
sroßen Volkstribun die goldene Laft leicht verden.

London, 28. August. Wie die „Times“ erfährt, wird
emnächst zut Regelung der mit Rußland schwebenden Grenzregu⸗
irungsfragen eine inesische diplomatische Missioa sich nach Petera⸗
jurg begeben. —
Der fiebente Delegirtentag des Bereins der selbst⸗
ständigen Handwerker und Fabrikanten
Deutschlands,
velche in den letzten Tagen in Magdeburg
olgende bemerlenswetthe Beschlüsse gefaßt:

sich versammelten, hat
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        Landtag auszuarbeiten, dahingehend, daß dem Unwesen der Wander⸗
lager dadurch gesteuert werde, daß dieselben gebührend desteuert
2. Gefängnißarbeit: „Das Central⸗Comitee wird beaufiragt,
Petitionen an den Reichs!ag, resp. an die Landtage auszuarbeiten,
welche verlangen, daß die Gefangenarbeit das freie Gewerbe nicht
weiter durch billige Preise und schlechte Arheit und durch diese den
Ruf deutscher Arbeit auf fremden Märkten schädige; die Kommission
empfiehlt die Beschäftigung der Gefangenen bei Militärarbeiten,
weiche heute auf den betreffenden Schneider⸗ und Schuhmacherwerk⸗
stätten ꝛc. von Soldaten gefertigt werden, die oft hinsichtlich ihrer
Norperkonstitution sonst nicht dienstfahig sind. Muͤßte Ardeit für
den Markt geschaffen werden, so solle dies nur zu den ortsüslichen
Preisen geschehen.“
3. Submissionswesen: „Das Central⸗Comilee zu beauftragen,
eine Denkschrift folgenden Inhalts autzuarbeiten: Das heutige
Submissionsverfahren wirkt demoralisirend quf das Handwerk und
schädigt nicht alsein den reellen Handwerler, sondern auch den Auf—⸗
iraggeber, die Staats ⸗ und städtischen Behörden und durch diese
den Säckel des Bürgers, indem die Arbeiten häuftg oft taum den
billigen Preiz werth sind.“

4. Einführung von Gewerbe⸗ resp. Handwerkerkammern: „Das
LTentral· Comitee zu beauftragen, eine Petition an das Reichskanz⸗
leramt, resp. den Reichstag auszuarbeiten, welche die Einführung
bon Gewerbe⸗ resp. Handwerlerlammern, analog den Handelskam⸗
mern verlange. Das Handwerkh ist berechtigt, die Schaffuug sob
cher Kamnern zu verlangen, welche, in beständiger Fühlung mil
der Gesetzgebung, es möglich machen, daß die das Handwerk be⸗
eührenden Gesetze und Verordnungen nur nach Anhbrung von Sach⸗
dersiändigen des Handwerks zu Stande kommen, und die Gesetz⸗
gebung von 1869 beweist zur Genüze, daß Gewerbes und Handels⸗
kammern zum Wohle des Handwerks, sowie des gesammten Na⸗
tionalwohlstandes unbedingt nothwendig sind.“

5. Betreffs der allgemeinen Geschäftslosigkeit wurde beschlossen:
Das Central⸗Comitee wird beauftragt, dem hohen Reichstag für
die bevorstehende Session eine Petition zu unterbreiten, worin der⸗
selbe ersucht wird, Alles aufzubieien, um die eingetretene Geschäfts⸗
losigkeit zu beseitigen und mit den bereits bewilligten Mitteln durch
Verwendung zu Reichs-, Kanal-, Wege⸗ und Eisenbahnbauten dem
gedrückten Gewerbestand zu Hilfe zu kommen; ferner die Privat⸗
eisenbahngesellschaften anzuhalten, ihre z. Z. eingegangenen Ver—⸗
bindlichteiten zur Anlage neuer Vahnen oder sonstiger Bauten bal⸗
digst zur Ausführung zur vringen.“

6. Wucherfreiheit. „Die Wucherfreiheit ist schädlich für das
Handwerk.“
Bermischtes.

4 Die „Nachtichten aus Amerika“ bringen die Namen solgen⸗
der in Acer'ka gestorbener Pfälzer: Birlel, Franz Jakod, aué
Sondernheim, 25 Jahre, gest. am 23. April in New-⸗Orleans;
Eichenlaub, Johann, aus Vollmersweiler, 41 Jahre, gest. an 29.
Mai in Cincinnati; Frölich Andreas, aus Obernheim, 92 Jahre,
gest. am 10. Juni in New⸗Yorkt; Ganz, Christiana, geb. Kaiser,
aus Lambrecht⸗Grevenhaujen, 58 Jahre, gest. am 22. April in
Philadelphia; Geier, Anton, aus Deidesheim, 59. Jahre, gst.
am 18. Mai in Cincinnati; Geimer, Christian, aus Schönenberg,
79 Jahre, gest. am 12. Mai in Buffalo; Hund, Friedrich, aus
Rheinpfalz, 75 Jahre, gest. am 10. April in San Francisco;
Kralemann, Eva, geb. Müller aus Neustadt, 43 Jahie, gest. am
10. Mai in New⸗Orleans; Singer, Christine, geb. Riehm, aus
Neustadt, 42 Jahre, gest. am 17. Mai in New⸗-⸗Orleans; Schön—
ling, Heinrich, 43 Jahre, aus Erlenbach, gest. am 27. April in
Cincinnati.

FKaiserslautern, 26. August. Gestern in Langweil
bersammelte Landwirthe aus deu Bezirken Zweibrücken, Kirchheim⸗
bolanden und Frankenthal haben sich zum Zwecke des Ankaufes
norddeutscher Stutfohlen endgiltig dahin geeinigt, folche durch Herrn
Bezirkz⸗Thierarzt Bauwerker von Kaiserslautern und Herrn Ockonom
sirchner vom Schmalfelderhof auf dem am 5. und 6. Seplember
zu Ovbelgönne in Oldenburg Statt findenden Fohlenmarlie ankaufen
zu lassen. Das Risiko für Rerluste tragen die sämmtlichen Be⸗
theiligten. Die entsprechenden Baarvorlagen sind bis zum 80.
August an Herrn Oekonom C. Görg in Kaiserdlautern zu hinter⸗

legen und betragen für ein besielltes Saugfohlen je 400 Mark,
für ein 14 jähriges 700 Mark. Die Ausladung der Fohlen
geschieht zu Langmeil. Die Besteller der 14jährigen Fohlen
haben als Art der Vertheilung die Versteigerung beschlossen, während
die übrigen Herren darüber noch keinen Beschluß gefaßt haben.
Vier 190 jährige sollen bezüglich der Transportkosten glieich sechs
halbjährigen gerechnet werden. Alle übrigen Kosten werden jedoch
pro Stück ausgeschlagen. Es kann jeder Landwirth sich betheiligen,

trägt zur Verringerung der Kosten bei. GPf. pp.
Haiserslautern, 28. August. In der Nachi vom
24 auf 25 ds. Mis. wurde in der Kesselfabrik von Raubenheine
hier eingebrochen. Der Einbruch wurde durch Einfthlagen eines
Fensters verlubt. Die Diebe haben mittelst eiserner Stangen den
Aufsatz des Kassenschrankes weggehoben, den Thürverschluß abge.
chlagen und alsdann den Schrank gewallsam aufgerissen. Was ent⸗
vendet worden ist, donnten wir bis heute noch nicht ermitteln.
Auch das Schreibpult wurde gewaltsam geöffnet. Die Thäter sind
zis jetzt noch vubekanntt. Gsrsl. 3.)
fEppstein, 27. August. Heute Mittag gegen ü Uhr
reignete sich dahier eia dedauernswe: hes Unglück. Der mit dem
Abschießen von Bällersalven deschäftigte Kesselarbeiter Ziehl wollt
den den etften Scquß abfeuern, als plößlich der Böller zersprang
und ein GStück dem Manne das rechte Ohr und den Arm abriß
vpahrend ein zweites Srück in das Dach einet denachbarten Scheue
daschlug. Ziehl blied sosort todr am Platze. Derselbe war Vater
zon driß undersorgten iudern und als braver, fleißiger Mann
detannt. (Pf. Zig.)
?Reustadt, 27. August. Der Gasthof, Zum Baherischen
Ddof“ Etraheres Holel Bender) wurde bei der heutigen Versteigerung
derrn Frieor. Eirchberger von hier zum Preis von M. 54 400
ugeschlagen.
rLandau, 28. August. Nach einer Mittheilung des
T. f. S.“ hätte der sih hier in Haft befindende Schwerdtfeger
von Gleißhorbach beim gestrigen Verhöre das Geständniß abgelegt,
haß er sowohl die an verschiedenen Punkten seiner Heimathgemeind⸗
angeschlagenen Drohbriefe geschrieben, wie auch den Braad in dem
Anwesen seines Vaters gelegt habe.
fFLandau, 29. Aug. In der gestrizen Sitzung ded
Landgerichts wurden 5 am Jooß'schen Neubau in der Wesibahn
traße beschäftigte Maurer, welche am Mariah mmelfahrtstage gear—
heitet hatten und deßwegen protokollirt worden waren, freigesprochen.
Die Protoktollirung erfolgte auf Grund der Bestimmungen eines
Tonsularbeschlusses vom 29. Germinal X, wogegen das Gericht
unter Bezug auf 8 82 der II. Verfassungs⸗Beilage sich für die
Nichtstrafbarleit dijentlicher Aebeiten an dem fraglichen Feierlage
ussprach. Schon unterm 28. Februar 1844 erschien ein sich in
zleichem Sinne aussprechendes Kassationsurtheil in dieser Angelegen—
jeit, das aber merkwürdiger Weise nicht in sonst üblicher Art
publicirt worden war. Eilb.)
wFrankenthal, 27. Aug. Ein hiesiges Mädchen, das
eine Nagelwurzelwunde am Finger gehabt, steckte einen Stahlfiager—
hut der inwendig mit Blei ausgefüttert war, an und zog fich in
Folge dessen eine Blutvergeftung zu. Der davon ergriffene Arm
qhwoll sofort furchtbar dick an und nur durch rasche ärztliche Hilfe
lonnte das Uebel soweit zurückgehal:en werden, daß eine weitere
Befahe jetzt nicht mehr zu befürchten ist. Vorsicht bei der gering⸗
fügigsten Berwundung, namentlich wenn man mit Blei in Bet—⸗
hindung kommt, ist äußerst nothwendig und nie genug zu em—⸗
pfehlen. (GG. T.)
FLudwigshafen. Eine bei dem hiesigen Repräsen⸗
kanten des „Norddeutschen Lloyd“ Hrn. Julius Goldschmitt einge⸗
laufene Nayricht, welche sich dersele zu verdffentlichen als ver
pflichtet erachtet, lautet: „Norddeutscher Lioydd. Bremen, 24. Aug
Ein soeben aus New⸗Orleans eingelaufenes Telegramm läßt die
dortigen Gesundheitsberhältaisse in einem so ungünstigen Lichte er⸗
scheinen, daß wir, um nicht die Mannschaft unsere Schiffe der
Befahr der Anstedung vom gelben Fieber auszusetzen, die Erpedition
des Tampfers „Köln“ am 4. September ausfallen lassen. Wir
ersuchen, sür diesen Termin keine Passagiere aufzunehmen und solche
die schon engagirt sind, unter Hinweis auf die große Lebensgefaht
der sich besonders neu Einwandernde aussetzen würden,, zu veran
assen, ihre Reise wenigstens bis zum 18. September zu verschieben
Es ist Pflicht der Humanität, die meistentheils mit den Verhält⸗
nissen unbekannten Auswanderer zu warnen“.
fF Wuürzburg, 27. August. In den Tagen vom 15
bis 19. September d. Is. findet hier ein Weinbaukongreß und
am 17. September eine Generalversammiung für die Viitglieder
des deutschen Weinbauvbereins statt.
7 Passau, 24. Aug. Vor ein paar Tagen starb dahier
die Wittwe des ehemaligen Schuhmahers Bauer, deren äußert
debensverhältnisse auf die bitterste Armuth schließen ließen. Sit
lagte über Mangel am Allernothwendigsten und verschmähie selbl
ein kleines Almosen nicht, um sich ein warmes Mitiggessen zurecht
richten zu können. Ihr verstorbenet Mann besuchte die Märktt
nit Zurschaustellung eines Raudvogels und fammelte so die Spar—
ↄfennige. Die Verlassenschaftecommisfion fand in der Wohnung
dieser ‚Armen“ nicht weniger als 10,000 fl. in Baar und Pa⸗
pieren, welche sie wohlgeordnet in einem Testament für ihre Ver⸗
vandlen bestimmt hatte.
        <pb n="493" />
        alh gemmg zu deherzigende Aistheilung. Rachdem vor einiger
Zeit beim Begegnen zweier Bahnzüge auf offener Strecke der Führer
des dinen Zuges durch eine aus dem andern Zuge geworfene Flasche
getroffer und so erheblich am Auge verletzt worden ist, daß es
fraglich erscheint, ob er seine volle Sehkraft je wieder erlangen
verde wurde dieser Tage unter gleichen Umständen das Fenster
des Lokomotibführerstandes durch eine geschleuderte Flasche zertrümmert
und der Führer — glücklicherweise jedoch uur ganz unbedeutend —
im Kopfe verletzzt. Im Hinblick auf diese Vorgänge dürfte nicht
berflüssig ersche nen, darauf ausmerksam zu machen, welche Folgen
ftir Leben und Gesundheit des Betriebspersonal und nicht minder
nuch der Reisenden durch unvorsichtiges Auswerfen von Gegenständen
dährend der Fahrt entstehen lönnen.

F NQöln, 26. August. Heute Vormitlag wurden die Be—⸗
vohner unserer Stadt durch ein von Westen nach Osten gehendes
xcdbeben in Angst und Schrecken versetzt. Es mochte etwa 3 Min.
zor 9 Uhr sein, als sich plötzlich ein Veben und wellenförmige⸗
Heben des Boden bemerklich machte, dab sich mehr und mehr
teigerte, so daß die Gebdude in ein heftiges Schwanken geriethen.
In den Zimmern machten Tische, Stühle, Betten, Oefen u. s. w.
rine tanzende Bewegung, die so starl wurde, daß die auf denselben
Figuren und Rippsachen aneinanderscelugen und sogar umstürzten.
Ja, von mehreren Seiten wird uns berigtet: daß Oefen und andere
Begenstäͤnde zur Erde fielen, oder daß auf Stühlen und Tischen
itzende Personen mit Heftigkeit auf und nieder bewegt wurden. Viele
behaupteten, es sei ihnen dabei wie ein elektrischer Strom in die
teine gefahren und sie hätten ein Gefühl empfunden, als würde
hhnen der Boden unter den Füßen entzogen und als befiele sie ein
tarter Schwindel. In manchen Häusern wurden auch die Thür⸗
ichwellen in Bewegung gesetzt, auf dem Tom soll das kleine Glöckchen
mehrere mal angeschlagen haben. In einzelnen Wohnungen standen
zuch die Peadel der Wanduhren still. Gegen Ende der Erschütterung,
zie 7—28 Secunden anhielt, vernahm man ein dumpfes, einem
rernen Donner ähnliches Rollen. Nach dem Stoße stürzte sofort
Alles aus den Häusern auf die Straße. Hier sah man an einzelnen
Ztellen Dachschiefer und Kaminsteine, welche herabgeschleudert worden
waren. Leider ist in der Weichserhofstraße, woselbst zwei Schorn⸗
deine einstürzten, eine Frau, die ein Kind auf dem Arme trug,
von den herabfallenden Steinen eines der Schornsteine, so schwer
zerletzt worden, daß sie bald nachher starb. In der Kirche St.
Gereon wurden die versammelten Andächtigen durch das plötzliche
Wanken der Pfeiler in solchen Schrecken versetzt, daß sie sämmtlich
aus der Kirche hinaus ins Freie stürzten. Wie wir ferner erfahren,
ichteten ia den verschiedensten Quartieren der Stadt heradbstürzen de
Scharnsteine größern oder geringeren Schaden an; in einigen
dausern lösten sich die Zimmerdecken, in adern kamen Stuckarbeiten,
Leuchter, Gloden ꝛc. heruntetr. Manche Hausleuie mußten auch,
aachdem die Erschütterung vorüber war, die Beobachtung machen,

2aß Mauern oder Gewölbe ihrer Häuser gerissen waren, oder sie
anden die Hinterbauten von den Vorderhäusern abgelöst. Noch
vird uns witgetheilt, daß Frauen in den obern Etagen, wo die
Virkungen des Eidbebens stärker waren als in den unten belegenen
Käͤumen, sich in der Verwirrung zu den Fenstern herausstürzen wollten,
iber durch das Aufhören der Schwankungen davon abgehalten wurden.
Folgende komische Scene passirte bei dem Erdbeben in
Rölhn. Ein Lehrer, welcher mehreren Schülern zur Nach hilfe
vdhrend der Ferien in einem hiesigen Schul⸗Lokale Unterricht er—
cheilte, war eben im Begriff, einem ungehorsamen Schüler eine
Ohrfeige zu geben und hatie zu dem Ende bereits mit der rechten
dand weit ausgeholt und sich über die Schulbank gebeugt, als die
Erschütterung des Bodens ihn aus dem Gleichgewicht brachte und
xx vornüber auf die Schulbank fiel. So lomisch die Seene war,
der Schrecken in Folge des Erdbebens war den Schülern doch so
in die Glieder gefahren, daß sie nicht in's Lachea geriethen. (K. Vitg.)
fBerlin. Das Gesuch des Professors Virchow um Ueber⸗
afsung des Hödel'schen Schädels ist, wie die „Post“ erfährt, vom
dammergericht abschlägig beschieden worden. Desgleichen ein ähn⸗
aches Gesuch des Herrn Kastan vom Panoptikum.
fF*Gumbinnen, 21. August. Der Bürger und B. Fr.“
zerbffentlicht eine Keihe von Schriststücken, durch welche der Beweis
jeführt wird, daß die geheime Wuhl in vielen Bezirken diß Gum⸗
vinner Wahlkreises vollkommen illusorisch gemacht war. Zur
Thatackerisirung allir übtigen gehöre das ersie Schriftstück: Unter
Anführung von Zeugen erllätrt Oekonom Otto Helmdach dvon Len⸗
leitschen wörtlich: „Als wir am 80. beim Beginn der Wahl das
Wahllolal betrelen hatten, gab mein Bruder, der Gutsbesitzer Jul.
delmdach von Lenkeitschen, den ersten Wahlzeitel ab. Der Wahl⸗
orsteher Raujols öffnete denselben, las den darauf verzeichneten
Kamen, faltete ihn wieder zusammen und legte ihn erst dann in
die Wahlurne. Mein Bruder verwieß ihm dieses Versahren alb
unzulaͤssig, trotzdem wiederholte Naujoks dasselbe noch mehrmals bei
illen Zetteln unseret Belannten, von denen er vermuthete, daß sie
jen Namen des Candidaten v. Sauken enthielten. Auf weederhoite

24 Irt xandrath hade ihn dazu ermächngun.

Eine toltkühne Wette hat wieder ein Menschen⸗
pfer gefordert. Aus Medlenburg schreibi man darüber vom 18.
nugust: „Gestern Abend zechten drei junge Männer zu Schwerin
n einem Restauraut wohlgemuth. Nachdem sie ziemlich angeheitert
varen, gingen sie folgende Wette ein: Zwei der jungen Leute er⸗
hoten sich, in voller Kleidung durch den inmitten der Stadt ge⸗
legenen Pfaffensee zu schwimmen. Wer zuerst das jenseitige Ufer
ecreichte, sollte von dem Dritlen 150 Mark erhalten. Die Wette
zing wirklich vor sich. Zwei stürzten sich in's Wasser, indessen der
Dritte nach dem Ufer eille, um dort die Schoimmer zu empfangen.
Als der eine Schwimmer das Ufer bald erreicht hatte, vernahm er
den Hilferuf seines Kameraden K. Er wollte ihm zu Hilfe eilen
und kehite um; doch da er ein Schwinden seiner eigenen Kräfte
dald merkie, so suchte er mit äußerster Anstrengung das Ufer zu
erreichen, was ihm auch gelang, während sein unglücklicher Kamerad
den Tod in den Wellen fand. Der Verunglückte war Mitarbeiter
einer Zeitung.“

FGegen die Wuthkrankheit. Der 9jaährige Foͤr⸗
ter Gastel erklärt in der „Leipziger Zeitung“: Ich will mein viel
dewährtes Mittel gegen den Biß toller Hunde nicht mit ins Grab
nehmen, sondern es veröffentlichen; es ist der letzte Dienst, den ich
her Welt thun kann. „Man nehme warmen Weinessig und laues
Wasser. wasche damit die Wunde rein und trockne sie. Dann
gieße man einige Tropfen Chlorwasserstoffsäute auf die Wunde,
weil Mineralsäuren das Gift des Speichels zerstören.“

f Von einem nobeln Taschendiebe erzählt die „Berl. Bürger⸗
Zeitung“:: Einer jungen Schneiderin war eines Abends, Ausgangs
»origer Woche, beim Beste'gen eines Pferdeeisenbahnwagens in
Treptow ihr Portemonnaie gestohlen worden. Dasselbe enthielt
außer neunzig Pfennigen Münze mehrere Pfandscheine und einen
Mahnzettel wegen rückständiger Steuern. Die Bestohlene war un—
röstlich, namentlich über den Verlust der Pfandzetiel. Etwa 24
Stunden später wurde ihr in ihrer Wohnung in Berlin in der
Bitschinetstraße von einem Dienstmann ein versiegelles Paket über⸗
bracht. Als die Schneiderin dasselbe öffnete, fand sie in dem Paket
das gestohlene Portemonnaie. In demselben befanden sich sämmtliche
Pfandscheine, auch der Mahnzettel, aber kein Geld, dagegen lag
ein Zettel darin, auf welchem folgende Worte slanden: „Mein
Fräulein, nach Ihrer Schleppe und nach Ihrem Staat zu urtheilen,
mußte ich annehmen, daß eine Zwangsanleihe bei Ihnen von einem
Erfolg gekrönt sein würde. Ich habe mich geirtt, denn ich fand
nur Pfandjcheine und einen Mahnzettel. Da Sie also jedenfalls so
arm sind, wie ich es bin, so sende ich Ihnen Ihre Pfandzettel
zurück. Die neunzig Pfennige behielt ich für mich und berechne
dieselben als Auslagen, denn der Dienstmann ist — bezahlt!“

t Von den bisher zollfrei nach Deutschland eingehenden
schwedischen Zündhölzern soll nunmehr, wie die
„Strals. Zig.“ meldet, ein Eingangszoll erhoben werden. Das
pteußische Finanzministerium hat danach eine Entschedung dahin
getroffen, daß fortan die schwedischen Jündhölzer wegen ihrer Ver⸗
packung in den bekannten Schachteln mit einem Zoll von 12 M.
ür den Zentaer versteuert werden sollen. Diese Entscheidung ist
darin begründet, daß die zur Aufbewahrung jener Zündhölzer
ienenden Schachtela aus Hol;span in nicht unwesentlicher Verbin⸗
ung mit Papier bellebt und haben außerdem ein gelbes Deckel⸗
child mit JInschrift; wegen dieser Papierverbindung sollen die an
ich zollfreien Schahteln aus Holzspan fortan mit 12 M. für den
Zentner zur Verzollung gezozen werden, und in Folge dessen müssen
nuch die in diesen nunmehr zollpflichtigen Schachteln versandten
benfalls an sich zollfreien Zündhölzer nach demselben Zollsatze von
12 M. für den Zentner versteuert werden.

Qu

cLiterarisches.
Illust rirte Frauen⸗Zeitung. (Preis vierteljährlich 2 M. 50 Pf.)
Die neueste Moden-Nummer (81) enthält: Moderne Promenaden⸗,
daus⸗ und Negligle⸗Anzuge, Kleiderärmel, Pelerinen⸗Fichü, Hüte, breite Kra⸗
jen mit Manscheiten, Cravaten, Cravaten⸗Schleifen, Regligs⸗Jachen, Morgen⸗
auben und Hemdenpassen. Anzuge für Knaben und Wiädchen, auch Müutzen,
Zute und Paletots. Regligs⸗, Arbeits- oder Waschekorb. Decke (ñlet antiqueé
ind Kreuzstichstickerei). Fußbank (Bunistickerei). Vordüren in Kreuzfstich⸗
Buntstiderei und irischer Spitzenarbeit. Typenmuster zu Kreuzstichsticerei für
dissen und für Posamente, Franzen in Näh- und Knupfarbeu, gehälelie
Spitzen ꝛc. ꝛc. mit 57 Abbildungen und einem Modenkupfer. — Die neueste
Interhaltungs⸗Rummer (82) enthält: Nina. Aus den Papieren eines
derschollenen. Von Carl Weiibrecht. — Der Haushalt im Vatican. 2.
IArganisation und Gehälter. — Frauenarbeit und Frauenschmuck auf der
Zarisen Welt-Ausstellung. Von Julius Lessing. UI. (Sschluß) — Die
deitlameele im Zoslogischen Garten zu Berlin. Von V Pietsch. — Aus
er Frauenwelt. — Die Orden und Ehrenzeichen fur Damen. Von Max
Britzner. 3. Das preußische Verdienstkreuz für Frauen und Jungfrauen. —
berschiedenes. — Briefmappe. — Frauen-Gedenktage. — Ferner folgende
zllustrationen: Bänkelsänger vor dem Klofterthor. Von W. Lindenschmitt
-Die Reitkameele im een Garten zu Berlin. Von Paul Meyer⸗
zeim Das preußische Verdienstkreuz fur Frauen und Jungfrauen

— Zu beziehen durch alle Buchkandlungen und Postämter.

F — — FAMW — —

Fur die Redaction veraniwortlich;: F. X. Deme
        <pb n="494" />
        Velduntmachuig.
Die Preisevertheilung beim pfälzischen Landgestüte zu Zwei⸗
bruücken pro 1878 betr.

—A— schönsten
in der Pfalz gezogenen, sowie zur Nachzucht yerwendeten Pferde
wird für das laufende Jahr

Sonntag, den 29. September, *
Vormittags 11 Uhrt,
im Gestütshofe zu Zweibrüden stattfinden. Die Musterung und
Auswahl der zur Preisbewerbung gebrachten Pferde wird am vor⸗
hergehenden Tage, Samstag den 28. September, durch die hiezu
ernannte Commission vorgenommen werden.

Die zur Vertheilung kommenden Preise sind folgende:

AGo Preise fur Alsjährige Stuten, welche dat
erste Mal trächtig gehen:

1. Preis 0 6. Preis 90 M,

2. 7. 70,
* —8. 69.,
59 9., 50,
b. —W 10. 40,

zusammen 990 AM

II. 10 Preise für Stuten, welche früher schon einen
Preis erhielten und mit einem Fohlen vorgeführt werden:

1. Preis 100 M., 6. Preis 50 AM.,
2.. 90 7.45
8. 80 8. *, 85 ,
4. 70, 9.30,
5. 07), 10..., 2585,
zusammen 585 4

für Stutfohlen:
b, 7. Preis 35 M.,
* 30 v
25
20
* 2 20,
12. 20
zusammen 540 M

IV. 6 Preise für Hengstfohlen:

1. Preis 70 4 Preis 40 Ab.
2. 60, 5., 30,
3. 50, 6., 20

zusammen 270 M

V. Für Weitpreise im Betrage von 8. bis 16 M nach
dem Ermesfen der Commission, sowie jür Medaillen 187 M.

Summa aller Preise 2572 AM

Für die Bewerber sind nachstehende Bedingungen festgesetzt:

a. Die Mutterstuten müssen von Haupt und Erbfehlern frei
aund gut gehalten sein, von Beschälern des Landgestütes trächtig
zehen und das vierte Jahr bereits zurückgelegt haben;

p. nur solche Fohlen konnen concurriren, welche von Hengsten
des Landzestütes abstammen. Hiebei wird besonders bemerlt, daß
Stut⸗ und Hengstfohlen vor zurüdgelegtem zweiten Lebeusjahre
nicht zur Preisbewerbung zugelassen werden;

c. von den zur Concurrenz bestimmten Pferden muß nachge⸗
wiesen werden, daß sie ansäisigen Personen der Pfalz angehöten,
das durch ein Zeugniß des betreffenden Bürgermeisteramtes bei der
Experten · Commijsion nachzuweisen ist.

Speyer, den 16. August 1878.

königlich Bayerische Kegierung der Psalz,
fßammer des Junern.
In Vertreiung des k. Regierungs-Praͤsidenten.
v. Lamotte.
e Aind.

Todes⸗Anzeige.

Freunden und Bekannten hiermit die Nachricht, daß

unser Töchterchen
Witlhelmine Schlick,

6 Monagie alt, gestern Abend nach wiederholten Krampf⸗
zustenanfällen sonft entschlafen ist. — Die Beerdigung
aͤndet Samstaß, 31. August um 3 Uhr statt.

Un stille Theilnahme bitten

ESchlick und Frau.

)
7

Druck und Verlag von

C 9 I0
Montag, den 2. September— Abends s8 Uhr,
in Grewenig's Saal,
Grosso Rounion,
vozu alle Freunde der Sedanfeie r hiermit freundlichft ein⸗
adet Das Comité.
Wweibruûcker Mrohenbau-Lotterieo.
Ziehung unwiderrussich 3. Sept. 18385.

Haupireffer Vi. 40 000. M. 20 000 c. Auf 20 Loose
J ein Treffe.

Loofe à M. 2 sind zu haben beit der General⸗Agentur;

August Schuler, B. Schuler'iche
Kaufmann. Zweibrücken. Buchhandlung. J

In St. Ingbert bei Franz Woll.
Nachrichten aus Amerika.
Wiu. Raici, VERLEGER.
31 New Oham hera St., N. V- Adresse: Post-Box 5590.
Dieses Blatt enthält allgemeine zuverlässige NYachrichten aus Amerila, sowie die
Ramen ver Deuischen, welche in Ämerika sterben. Ferner die Namen
der denischen Soidaten, welche während des amerilanischen Krieges
von 1881 bis 1865 auf dem Feld und in den Spitälern ge⸗

storben sind.

Es ist die einzige derartige Publikation in den Ver. Staaten, —XX
Moͤglichkeit in den Besiß der Listen der verstorbenen Sol⸗
duten zu kommen, als durch Abonnement auf diese Zeitung. Außer
diesen Listen habe ich eine Sammlung von nahezu 50.000
deutschen Namen, die ich aus alten Zettungen und Be⸗
richten der Leichenschauer gefammelt habe und die
fich bis 1817 zurüchdatiren.

A 2
Höchst wichtig!

21
für

GErben in Deutschland!

Ja Anbetracht der großen Schwierigkeiten von Amerika aus
JNachrichten über Verschollene zu erlangen, habe ich in 1875
* JInstitut und eine Zeitung gegründet und es mir jut

Spezialaufgabe gemacht
Verschollene aufzusuchen,
das beißt, über deren Schicksal Auskünfi zu erforschen und zu
ertheilen.

Wenn Sie Jemanden suchen, respelt've über einen Verstor—
henen einen Todtenschein bedürfen so können Sie sich ver—
rauensvoll an mich wenden und ich gebe Ihnen die Versicherung,
daß ich Ihren Auftrag ptompt erled'gen werde.

Jeder Brief an mich muß francirt sein.

Eine briefliche Antwort kostet 1 Mark in „Postwarken“ irgend
tines Landes.

Das Auffuchen eines Verschollenen kostet 30 -50 Mark.
VEin Tedtenschein, von Notar und Consul beglaubigt, losset
100 Mark.

Ein Drittel des Betrages muß mit dem Auftrag eingesand
werden und zwar in Reichsmarlscheinen in „eingeschriebenem“ Brief—

Briefe sind genau zu adressiren:

WVm- Raæaich- Notar, Postbox 6390, NXew Vork
Vierbrauere zi dis 4538 —
Fleisch⸗Preise der Sta
6 e J * ec er. Zweibrücken vom 29. Aug.
Heulte, Freitag Abend, sowie Behgn 10 M. 49 Pf. Kom
von nun an wöchentlich 2—3 mal AX—
7 M. 88 Ppf. Gerste 2reihig
Futtermalz. 7 M o8 Pf. Gerfie Aru
Auch wieder taglich frische 9. 8 35. ESter b5 J
afer

Bierhefe. Heu 1 M. 90 Pf. Stroh?
n. — Pf. Kartoffeln 2M
— Pff. Weißbrod 13 Kilog
54 Pf. Kornbrod 8 Kil. 73. 2 Kil.
19 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf
Bemischibrod 8 Kilo. O M. 91 9
Rindfl. 1. Qual. 70 Pf.
Dual. 66 Ppf. Kalbfl. 66 Pi

Butter O M. 95 Pf. per Pfd,

Ein braves Dienst⸗
mädchen,
welches kochen und alle häuslichen
Arbeiten verrichten kann, wird
zum sofortigen Eintritt gesucht.
Von wem? sagt die Expedition
dieses Blattes.

F. X. Demetz in St. Ingvoert.
        <pb n="495" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗
lage)erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
1Mark 40 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg. von Auswärts milt 15 Pfs. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclaimnen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
AM 138. Samstag, den J. September 1878.
Deutsches Reich.

Munchen, 28. August. Bezuglich der dies jährigen In⸗
picirung der bayherischen Truppen durch den Kronprinzen des
deutschen Reiches ist nun folgendes bistimmt: Se. 1. 7 Hoheit
wird, von Stuttgart kommend, am 5. September Abends in Ulm
eintreffen und sich von da am kommenden Morgen mit Benützung
der Eisenbahn nach Roggenburg begeben, um den Feldmanövern
der 1. und 2. Division beizuwohnen. Am Abend kehrt der Kron⸗
prinz nach Ulm zurück und begibt sich dann von da aus am
Morgen des 7. September, gleichfalls mit Benützung der Eisenbahn,
ͤber Günzburg nach Roggenburg, um dem Corpsmanöver des J.
Urmee-Corps beizuwohnen. Nach Beendigung des Maudbers am
7. Seplember Nachmittags, wird der LKroͤnprinz über Augeburg
nach Berlin zurückreisen und am 8. September, mithin einen Tag
vor Eröffnung des Reichstags, dortselbst eintreffen. Zur Benützung
bet den Mansöbern sind dem Kronprinzen Pferde und Equipagen
aus dem lk. Marstalle dahier zur Verfügung gestellt. Die aus acht
Bataillonen bestehende erste Infanterie Brigade ist sammt ihrem
Stab heute von hier zu den Manövbern bei Illertssen in Schwaben
per Eisenbahn befördert worden. Da das erste Cürassier⸗Regiment
und der größte Theil der Batterien des 1. und 3. Artillerie—
RKegiments München schon vor mehreren Tagen verlassen hat, so
bestehl die hiesige Garnison zur Zeit nur aus 7 —800 Mann.

München, 29. Augdust. Der seitherige Forstmeister von
der Oberpfalz und Regensburg, Herrmann Fürst, wurde zum
Director der neuorganisirten Forstlehreransialt Aschaffenburg berufen.

Berlin, 29. August. Die Nationalliberaien des 1. Ber—
liner Wahlkreises beschlossen gestern v. Stauffenberg als Candidaten
aufzustellen. Die Forischrittspartei desselben Wahlkreises beschloß,
Ludwig Löwe aufzuftellen. Eine Versammlung nationalliberaler
Wähler des 2. Berliner Wabhlkreises beschloß gestern mit 165 gegen
101 Stimmen, ein Compromiß mit der Fortschrittspartei nicht ein⸗
zugehen, sondern selbstständig einen Eandidaten aufzustellen.

Ausland.

Gastein, 29. August. Die Bäder bekommen dem deutschen

Kaiser wie in früheren Jabren so qut, daß dieselben seit geste rn
bereits auf die Dauer von 20 Minuten ausgedehnt werden konnten.
Die erfrischende Alpenluft begunstigt“ dei der guten Witterung die
Rekonvaleszenz ungemein.
Wien, 27. August. Vor einigen Tagen wurde hierher
gemeldet, daß an der siebenbürgisch- rumänischen Grenze zwei ruͤs—
sische Spione verhaftet worden seien. Wie siebenbürger Blätter
nun melden, fand man bei denseiben Abbildungen und strategische
Beschreibungen weiter siebenbürgischer Pässe und aller Grenzbefesti⸗
gungen. Haupisächlich waren die Blodhäuser berücksichligt, außer⸗
dem fand man Landkarten und andere belastende Aufzeichnungen.
Der eine der Splone, Leopolo Hauser, soll ein Wiener sein; er
diente vor einigen Jahren als Ingenieur einer Eisenbahnbau—
Unternehmung in Oesterreich, gerieth durch deren Falliment in
mißliche Verhältnisse, war ein paar Jahre brodlos und kam voͤr
einigen Monaten nach Bulgatien, um sich daselbst bei den pro—
jektirten Eisenbahnbauten eine Sielle zu suchen. Der zweite, mit⸗
verhaftete, als Spion verdächtige Mann, Manides, gibt sich für
tinen lürkischen Hauptmann aus. Beide besitzen in Wien ausge⸗
stellte Pösse.

Paris, 80. August. Das „Amäisblatt“ schreibt: Die
Münzconferenzarbeiten sind geschlossen; internationale Abmachungen
sind nicht aus den Berathungen hervorgegaengen. Der staltgefundene
Austausch von Gedanlen und Meinungen wird aber die Regie—
rungen aufklären und das Stadium und die Lösung der Fragen,

detreffen die Geldzirkulation, in den verschiedenen Ländern er⸗
leichtern.

London, 29. Aug. Der „Daily News“ wird aus Berlin
gemeldet, daß die Großmächte beschlossen haben, die in der türkischen
Note (in Betreff Griechenlands) enthaltene Beleidigung nicht flill⸗
chweigend hinzunehmen. Principiell ist eine aktive“ uud rasche
Interdention zu Gunsten Griechenlands beschlossen worden, bezüglich
der Form sind jedoch die Verhandlungen noch schwebend.

Rermischtes.

tH. Guth, Meqhaniker in Neustadt a. H., erhielt ein Pa⸗
ent auf eine doppelwirkende Kapselpumpe mit centralem Ausguß;
d. Spöhrer, Ingenieur in Zweibrücken, ein solches auf einen
Wagoonschieber für Eisenbahnen.

F.Speyer, 30. August. Die „Ep. Z.“ schreibt: „Un—
jere Bierbrauer haben aus Anlaß des in der Pfalz eingeführten
Malzaufschlags eine Erhöhung des Bierpreises beschlossen. In den
Wirthschaften, in welchen das Bier bisher 12 Pf. kostete, wird es
vom J. September ab 13, in denjenigen, in welchen es bisher
11Pf. galt, 12 Pf. kosten.“ Und in ber „Rhpf.“ lesen wir;
„Auf die dahier von den Bierbrauern beschlossene Preis-Erhöhung
)es Bieres hin hat bereits eine hübsche Anzahl junger Leute sich
zegenseitig verpslichtet, in einem Sitze höchstens „ein Glas Bier zu
rinken, das Weitere ist abzuwarten?.

F Mannheim, 27. Aug. Die hiesige Strafkammer ver⸗
urtheilte heute den Oekonom und Kaufmann Emil Schwind von hier
vegen Unterschlagung, Untteue und einfachen Bankerotts zu 6 Jahren
uind 6 Monaten Gefängniß und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte
nuf 3 Jahre. Die Unlerschlagung ihm anvertrauter Gelder beziffert
ich auf 250 - 300,000 M. Mit dieser ungeheueren Summe will
der Angeklagte Differenzen gedeckt haben, welcher ihm durch Ankauf
zon Grundstücken, deren Werth er überschätzt hätte, erwachsen seien.

f.Mannunbeim, 28. Aug. Nacqh einer hierhergelangten
Nachricht sind zwei der unlängst durchgebraunten Kaufmann slehrlinge
in Brafilien verhaftet worden und steht deren Auslieferung in
Aussicht.

fAus Bahern, 26. August. In München hat ein
Schneidermeister seine eigene Frau wegen Beleidigung des deutschen
kaisers Jdenuncirt.

rIn Schönberg hat am letzlen Sonntag der Hjährige
Znabe des Schubmachers Bogner seinen Gjährigen Bruder erschossen.
Die Kinder spielten auf dem Dachboden mit einen alten, verrosteten
darabiner, ohne zu ahnen, daß derfelbe geladen sei. Mit einem
'ogenannten Papierkapsel entlud der Aeltere den Schuß, welcher
»en Jüngeren in den Unlerleib traf und dessen sofortigen Tod zur
Folge halte.

In Bezug auf das Erdbeben geht der „K. Zig.“ aus
Lltenessen von einem Grubendireklor folgende interessante
Mittheilung zu: „Am Wontag früh fuhren in drei hiesigen Berg⸗
verken geger 1100 Beamte umd Arbeiter an. Diefelben waren
vährend des Vormittags in einer Tiefe von mehr als 300 mthatig.
Uls dieselben Nachmittags 2 Uhr zu Tage fuhren, hatte kein einziger

pon ihnen etwas von dem Erdbeben bemerki.“ Wie die vorstehende
Potiz nur von den Wahrnehmungen spricht, welche in der Tiefe der
Erde über die Naturerscheinung gemacht wurden, so enthält die
olgende Einiges über die Beobachtungen, welches in einer Höhe von
23 m auf den Baugerüsten der Domthürme stattfanden. Die da⸗
elbst beschäftigten Arbeiter bemerkten deutlich das Schwanken der
Berüste und wurden sämmilich von einem jähen Schrecken befallen,
s überkam sie ein Gefühl, als ob sie ein heftiger Schwindel ergriffe,
ind sie glaubten nicht anders, als die Domthürme würden umer
hnen zusammenbrechen. Auf dem 47 m hohen Gewölbe des Chores
verden für Löschzwecke große Behälter mit Wasser bereit gehalten,
etzteres wurde durch die Heftigkeit der Schwankungen aus diesen
zinausgeschleudert. Mehrere im Gotteshause selbst anwesende Personen
vollen deutlich ein Wanken des ganzen kolossalen Baues beobachtet
jaben. Dieser hat glücklicherweise keinerlei Beschädigung erlitten.

Schuljze⸗Delitzsch, der jüngst so erkrankte, daß er dem Ver⸗
handstag der deutschen Erwerbsgenossenschaften in Eisenach nicht bei⸗
wohnen konnte, befindet sich auf dem Weg der Besserung. Er wurde
gestern siebzig Jahre alt.

F Der unlängst verstorbene Dr. Olio Markwald hat,
vie bie „Hamb. Nachr.“ miltheilen, von seinem 900,000 M. be—
ragenden Vermögen 30,000 M. dem Abgeordneten Lasker vermacht
ind zwar zur Verwendung im Interesse der liberalen Partei. In
durzem soll das Nähere veröffentlicht werden.

k Ein Dekret des Vräsidenten der französischen Republik vom
        <pb n="496" />
        2. August d. J. verfügt bezüglich der Einfuhr fremden Viehes, daß
dasselbe, nach Fesistellung jaͤnes Gesundheitszustandes, nur über
namentlich aufgeführte Zollümter eingeführt werden darf. Tag und
Siunde der Zulassung der Thiere wurden durch Verordnungen der
Präfelten geregelt. Sofern bei den Zollstellen Veterinär⸗ Inspektionen
vestehen, sind folgende Gebühren von Importeurs zu entrichten:
Rinbbieh 30, Kälber 15, Hammel und Ziegen 5, Schweine 10
Tentimes das Stück.

Eine Prämie.) Wie aus Petersburg gemeldet wird,
ist eine Prämie von fünfzigtausend Rubel „von Jemand“ für
diejenige Petson deponitt worden, welche den Mörder des General⸗
Adjutanten Mesenzow dem Arme der Gerechtigkeit überliefern wird.
Man nimmt an, daß Niemand anders als der Kaiser selbst
dieser ‚Jemand“ fei, der aus seiner Privatschatulle die große Prämie
auf Ergreifurg des Thaäters ausgesetzt habe.

pPaplierzähne. Papierzähne ist das Neueste, was die
Zahntechnil aufzuweisen hat. Dieselben sind aus derselben Papier⸗
naffe gefertigt, aus der man u. A. auch die täuschend imittirten
Korallen herstellt, die in der Popierausstellung die Bewunderung
aller Besucher erregen. Die Papierzaͤhne sollen von unverwültlicher
Dauerhaftigkeit sein.

GEine originelle Vorstellung dat am vergangenen Donnerstag
im Pavillon der Presse auf dem Pariser Wellausfstellungs platze in
Paris stattgefunden. Herr Cazeneuve nämlich, ein Prastidigitateur,
zeranstaltete vor einem lediglich aus Journalislen bestehenden Publi⸗
cum eine „sviritistische Sitzung“, d. h. eine solche Sitzung, in welcher

Fahrniß⸗ und Liegen⸗ Hausversteigerung.
Montag, den 16. Sept.
schafts Versteigerung. nächsthin, Rininns 3 Uuhr r
Montags, den 2. Sept. ersirthschaft desKaspar Schwarz
nachsihin, Vormintags 9 Uht an⸗ n der Blieskastelerstraste in
e in dem zu versteigernden Zt. Ingbert
aufe lassen die Eheleute Jalob
werden auf Ansiehen der Witt ol — Dee 8 und
we und Kinder des in St. isabeih Fischer daselbst die
Ingbert verlehten Maschinenschlose nachbezeichneie Liegenschaft im
ers Johann Schmitt naͤmlich: ganne von St. Ingbert öffentlich
J Der Wwe. Elisabeth Men⸗ nn die Meistbiesenden zu Eigen⸗
gen ohne Gewerbe in St. hum versteigern nämlich;
Ingbert; enn— F Pl.Nr. 302713. 7 a 60
. Ver grobjahrigen Söhne qm Flache, worauf ein neues
—A einstöckiges Wohnhaus mit
dade Schmelzarbeiter daselbst, die Batten und Ackerland, ge⸗
ur Gürergemeinschaft, welche legen am Forellenweiher
wischen den Schmitt'schen Ehe⸗ neben Joseph Matheis und
eulen bestanden hat, gehoͤrigen Christian Jungfleisch. .
diegenschaften und Fahrnißgegen⸗ Das Haus wird — je nach⸗
täude der Abtheilung wegen of⸗ em sich Liebhaber finden — im
ennich an die Meistbietenden zu Zangen oder in zwei Abtheilungen
Figenihum versteigern. bbgegeben und kann bdis zum
Die Versteigerung deginnt mit Beisteigerungstage auch aus freier
den Mobilien, worunter nament⸗ dand gelauft werden.
iqh 1 Ziege, 8 vollständige St. Ingbert, 28. Aug. 1678.
Betten, —I Sauer, k. Notar.
Zlhie Kleider· u Kuhen JFA
schränke, Oefen, Waschbuͤtten Sedlanfeiĩ OP.
ind sonstige Haus⸗ und Die Bürger der Stadt werden
uchengerathschaften. ziermit zum Beflaggen ihrer
Anminelbar darauf kommen däuser freundlichst auigefordert.
die Liegenschaften zum Ausge⸗ Das Comits6.
hot als: a
e 1 Mainzer
2877*8b. a am 7
e he Sauerkraut
Hofraum und Pflanzgarten myß⸗blt S. Meter⸗
delegen am Seyenrech an
der Pfarrgasse zu St. Ing⸗
dect neben Gaärmer Klahm
und Johann Zintel.
Pi.Rr. 3018. 22 4 15
Im Acker im Mühlenthal.
hi.sic. 2767. 10 2 76
qm Acker im mittleren
Wallerfeld neben Johann
Hofmann und der Eisen⸗
bahn.
Alleß im Banne von St.
Ingbert.
Si. Ingbert, 22. Aug. 1878.
Sauer, k. Notar.

r das Hinfällige des spiritistischen Schwindels zur Evidenz nachwit-
MNil Armen und Beinen ließ er sich an einen Pfosten binden und
arüber eine Art Zelt errichten. Nachdem das letztere geschlossen
vorden, hörte man aus dem Innern mit Glocken läuten, die
Trommel schlagen und die Flöte blasen, ja der Zauberkünstler hatte,
vie sich nachher auswies, nach dem Diktat des Publikums auf
eine Tafel allerlei Namen und Zahlen geschrieben, arithmetische
Aufgaben ausgerechnet u. s. w. Schließlich trat einer der Jour ⸗
ialisten, den die Herren von der Feder frei aus ihrer Mitte gewählt
jatten, mit verbundenen Augen mit unter das Zelt und wurde er⸗
ucht, eine Hand auf die Stirn des Herrn Cazeneuve, die andere
zuf dessen Brust zu iegen. Trotzdem der Journalist diesem Befehle
achtam und, so lange das Zelt wieder geschlossen war, seine
Stellung nicht veränderte, hörte man aus der Umhüllung wieder
vieselbe Musik wie vorher, ja diesmal fand das Concert noch durch
inen Pistolenschuß seinen Albschluß. Von Neuem ward das Zelt
zeöffnei: Cazeneuve war noch immer fest gebunden, aber — dem
Journalisten waren Uhr und Kette verschwunden und auch die
dravatte abgebunden, welche Gegenstände ihm alsdann der Prästidi⸗
zitateur mit verbindlichem Lächeln wieber Uberreichte. Der Erfolg
var vollständig: wie Herr Cajeneuve seine Kunststücke fertig gebracht,
erschwieg er allerdiugs, jedenfalls hat er den Beweis geliefert, daß
nan den Hokuspolus der Spuritisten auch ohne die Hülfe der famosen
Beister ausführen kann.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme . —

— —

Meine so beliebt gewordene, nicht dur chsichtig, aber
wirklich gehaltvolle ,.

Ueberall als vorzüglich anerkannte
Aniversal-Glycerin-⸗HSeife
empfehle für Jedermann als mildeste, billigste und für die Gesund⸗
heil der Haut zuträglichste Waschseife per Stüd 15, 20 und 30 Pf.
Unentbehrlich uum Waschen für Kinder. Fabrik von
H. P. Beyschlag, Augsburg.

Alleinige Niederlaje bei Herrun J. Friedrich, St. Ingbert.
— — — — — — —

Zweibruoker Rirchenbau-Lotterie.
Montag den 2. September 1878
Nachmittags 2 Uhr in dem an den Fruchthallsaal anstoßende
Zimmer beginnt die Einlegung der Nummern in die betreffen

den Räder
öffentlich und unter Leitung
des Königl. Notar's Herrn G. Linder in Zweibtücken
Dienstag den 3. September
und eveniuell 4. September 1878
Anfkang Morgens 7 Uhr im grosten
Gewinn-Ziehung: Saale des Zweibrücker Hofet
zu Zweibrücken,
öffentlich und unter Leitung
des Koͤnigl. Notar's Herrn G. Linder in Zweibrücken.
Die Qeneral-Agentur,

August Schuler, B. Schuler'sche

Kaufmann Buchhandlung

Zweibrücken.
P. 8. Loose sind fortwährend zu haben bei den be—
unten Verkaufsstellen und bei der General-Agentur.

„Biblorhaptes“, eine Die Wohnung in
pracuische Maschine zum Ansam⸗ nuuntern Stock meines
ein von Schrifistücken, bindet dauses, welche bisher Herr Pfar⸗
diese, mit Registet versehen, er er Dengel bewohnie, ist bis
cehi Bries, Fakturen u. a. Bü- 1. Oktobet beziehbar, anderweit
der; Preis: franco 5 Mk. juu vermiethen.
Neseneopee V. Graffion.
— Ebenda: Der risten⸗ T
Bote, ein Sonntagsblatt bringt ä
auch Geschichten, Politik und chen für hauliche Arbeiten
Anzeigen. die geile 10 Pf. wird wird sofort in Dienst gesucht.
iͤr . . Ten Wonale hine JVnsho4sagt di Epper de Bl
durch franco verschidt. — — 6ITITFæ

DicheDeanne Stationsbeklebzettel
in Turhaben a. d. Elbe. billiast bee F. F. Demetz.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Siein Allucrirtes Sonntaasblatt Nr 585
        <pb n="497" />
        St. Ingberker Anzeiger.
— — — — —— — —— — —— — — —

HDer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagt mit illustrirter Vei⸗

lage) erjcheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonne mentspreis beträgt vierteljahrlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg. von Auswärts mit 13 Pfz. fur die viergespaltene Zeils Blattschrift oder deren Raum. Neelamen
mmit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— — — — —— — êf —
M 139. Dienstag, den 8. September J J IJ 14878.
Deutsches Reich. 1
Müuünchen, 1. Sept. Im Saufe dieses Monais wird in
Berlin eine Kommission zusammentreten, welche die Aufgabe hat,
die über die Benachtheiligung des freien Gewerbebetriebes durch die
Verwendung der Strafgefangenen zu gewerblichen Arbeilen eingel aufenen
pielfachen Beschwerden einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen.
In diese Kommission wurde aus Bayern der Vorfiaud des biesigen
Zuchthauses gewählt; die betreffenden Bundesstaaten werden sich
durch spezielle Vertreter bei den Berhaudlungen und Berathungen
genannter Kommission betheiliger. — 7

Berlin, 831. Rug. Der „Nordd. Allg. Zig.“ zufolge ist
die Einberufung der Eisen- Enquete Kommision zum 16. September
in Aussicht genommen.

Berlun, 81. Aug. Ganz vollzählig wird der Reichslag am
3. September nicht zusammentreten können. Abgesehen von den in⸗
jaftirten Sozialdemokraten Kayser, Wahlteich und Hasselmann und
dem in Essen eine Gefängnißstrafe verbüßenden ultramontan-sozialen
Redaltenr Stötzel, werden noch einzelne Mitglieder durch ihren Ge⸗
jundheitszustand von der Theilnahme an den Verhandlungen fern⸗
gehalten werden, wie zum Beispiel der sozialdemokratische Breklauet
Abgeordnete Reinders und zu allgemeinem Bedauern der verdiente
Schulze⸗Delitzsch. Für das Schicksel des Sozialistengesetzes ist es
zei der Zusammensitzuug des neuen Reichstages vielleicht nicht gleich⸗
gültig, daß nur die Opposition die erwähnten Lücken aufzuweisen hat.

Nachdem die officielle „Provincial⸗Correspondenz“ wiederholt
belont, daß der Rezierung wohl bekannt sei, wie sie vorzugsweise
in dem gebildeten Bürgerthum ihre Stütze zu suchen habe, tritt
jetzt auch die frewillig gouvernementale „Nordd. Allg. Zig.“ für
zine Verständigung der gemäßigt conservativen und liberalen Elemente
des Reichstages ein. Was das conserbative Blatt unter seinem
Zufammengehen der gemäß gt Liberalen versteht, verräth es dadurch,
daß es der nat'onalliberalen Partei einen Vorwurf daraus macht,
daß dieselbe den zweiten Theil ihres Namens zum Schaden des
ersten in den Vordergrund drängt. Mit anderen Worten heißt
das: die freiwillig Gouvernementalen sind bereit, mit den National⸗
liberalen zu praktiren, wofern letztere aufhören liberal zu sein.

Berlin. Frhr. v. Stauffenberg hat an das fortsschritiliche
Tomite des ersten Berliner Wahlkreises telegraphirt, daß er eine
Tandidatur bestimmt ablehne, da er in Braunschweig fest engagirt
sei; ebenso hat er das natio nalliberale Comite gebelen, ihn nicht
nufzustellen.
Ausland.

Wien, 21. Aug. Meldungen aus dem Rhobdopeballan zufolge
haben die Russen Insurgenten nach erfolgloser Aufforderung zur
Niederlegung der Waffen angegriffen und viele Ortschaften des
Arda⸗Thales eingeäschert. Dieselben stellten nach dreitügigen Kämpfen
die Offensive bis zum Eintreffen von Verstärtungen ein. An d'e
Stelle der heimgekehrten Gardetruppen sollen 50,000 Mann andere
russische Truppen über den Balkan in Rumelien einmarschiren.

Paris, 30. Aug. Wie verlautet, soll die Ausstellung um
s4 Tage bis 8 Wochen verlängert werden, um die Auslieller wegen
der verspäteten Preisvertheilung zu entschädigen.

Paris, 1. Sept. Aus Lyon wird gemeldet: Das 140.
Linienregiment war om letzten Minnwoch um 9 Uhr Morgens zu
den großen Manövern ausgerückt. Es herrjchte eine erdrückende
hitze und schon ehe man auf der ersten Etappe, in Heytieu, ankam,
waren an 2009 Mann abgefallen. Die Bevölkerungen boten Alles
üt die Ungledlichen auf; gleichwohl sind vier Reservisten in Hey—
tieu den Strapazen erlegen. Sie wurden mit großem Pomp be—
exdigit. Der General Bourbaki erschien selbst in Hehrieun und hieß
23 Kranke nach dem Melitärsp'tal in Lyon schaffen Von den 4
Berunglückten hinterläßt der eine eine Frau und ein Kind, die
äbrigen waren ledig. Der „Petit Lyonnais“ schiebt die Schuld
zuf die Offiziere, welche den Truppen nicht die reglementsmaͤßige
kdastzeit gegönnt und die Soldaten, die nicht mehr marschiren
sonnten, schonungslos weiler geschleppt hätten; auch hälte der Ge⸗
eral· Bourbali jelbst gerügt, daß mau nicht mil Tagesanbruch,

ondern als die Hitze schon unerträglihh war, aufgebrochen sei.

Am 2. September werden von den Kommunisten Bankette
zur Feier des Jahrestages der Metzeleien in den Gefängnissen ver⸗
anstaltet. WW

Ragusa, 1. Sept. In Trebinje (nüdlichste Spitze der!

Herzegowina) ist ein Aufstand ausgebrochen. Die Insurgenten

ampfen gegen die regulären tütkischen Truppen, welche sich weigern,

hnen die Citadelle zu überlassen. * I

Ram, 1. Sept. Die Ermordung des ltalienischen Konsuls

Perrod auf der Heerstraße von Brood wird durch ein Telegramm

nis Serajewo bestätigt. — Der italienische Ministerresident in

Tanger soll durch Steinwürfe insultirt worden sein. — Der

Minister des Aeußern, Corti, ist nach Vicht abgereist. Cairoui

ibernimmt interirtistisch sein Ressort.

Aus Rom, vom Heutigen witrd der „Polit. storresp.“ von
nformirter Seite mitgetheilt, daß die Vethandlungen zwischen dem

Zatikan und der preußischen Regierung keineswegs abgebrochen,

ondern nur jsuspendirt seien und daß der edentuelle weitere Verlauf

jon der künftigen Parteigruppirung im deutschen Reichstage ab—
jängen solle.
Petersburg, 1. Sept. Der „Regierungsbote“ verdf⸗
entlicht einen längeren Artikel, worin ausgeführt wird, daß ange⸗
ichts einer Reihe verbrecherischer Thaten, seitens einer Menge schlimm
esinnter Personen, welche am 16. August in der Ermordung des
rThefs der Gensdarmerie, Generals Mensenzow gipfelten, die Ge⸗
yuld der Regierung gänzlich erschöpft sei. Die Regierung erachte
3 für ihre Pflicht gegenüber jedem ehrlichen russischen Bürger, dessen
ffentliches und Privatleben, so wie dessen Eigenthumsrechte vor
dechtsverletzungen zu schützen, welche die ruhige und rechtmaͤßige
kntwickelung des Staatslebens stören. Die Regierung werde fortan
nit unbeugsamer Strenge die Leute verfolgen, welche sich als schul⸗
dig oder mitschuldig an den gegen die bestehende Staatsordnung,
ie Grundlagen des zffennlichen und Familienlebengz, sfo wien die
Figenthumsrechte gerichteten Plänen erweisen. Doch bdei aller Ener⸗
jie der Maßrahmen der Regierung, müsse letztere ihre Stutze in
zer Gesellschaft selbst fiaden. Deswegen ruft dieselbe die Hilfe
iller Stände des russischen Volkes herbei, um das Uebel auszu⸗
otten, welches in falschen Lehren wurjelt. Das russische Volk und
eine besten Vertreter müßten durch Thaten beweifen, daß in ihrer

Mitte derartige Verbrecher keinen Platz haben, daß sie der Regie—

ung helfen wecden, den gemeinschoftiichen Feind auszurotten.

Schließlich ermahnt die Regierung die siudierende junge Generation,
die schweren Folgen reiflich zu überlegen, denen letztere sich aussetzt,
indem sie in ihre M'itt⸗ die falschen Lehren aufnimmt. —

Hermischtes. —1—
7 Sit. Ingberf, 2. Sept. Der Jahrestag von Sedan
vurde wie alljährlich auch heute wieder hier gefeiett. Der Vor⸗
ibend des Festes wurde mit Zapfenstreich und Böllerschießen eröffnet.

Heute prangt die Stadt im Fahnenschmude · jind Boͤllerschüsse knallen

ustig drein. Abends 8 Uhr fand jim Grewenig'schen Saale Reu⸗
xian statt, die sehr zahlreich besucht war. Musik und Gesangs⸗
orträge wechselten mit patriotischen Reden und Toasten. — Der

Vorstand des hiesigen Kriegervereins, Herr Fischer, führte uns
in einer kurzen Ansprache die Ereignisse des Jahres 1870 und
deren Folgen vor Augen und wie untet Kaiser Wilhelm, der dazu aus⸗
ersehen, die langersehnte Einigung Deutfchlands vollzogen worden
ei. Zum Schlusse seiner Rede deß er Kaiser Wilhelm als
Zchirmhertn des deutschen Reiches und König Ludwig von
Bayern als dessen lren Verbündelea Hoch leben, in das die Ver
ammlung kräftig einstimmte. — Anderweit⸗ Toaste wurden ausge⸗
bracht auf unsere Armee und das deuische Reich, auch der für's
Daterland Gefallenen wurde liebend gedächt.

So verlief das heutige Sedansfest in recht würdiger Weise
und gehobener Stimmung, wozu die hiesige Berglapelle durch ihr
zutes und sehr fleißiges Spiel nicht wenig dazu beitrug. Erst
nach Mitternacht endete dieses patriotische Fest in schönster Harmo⸗
nie, und zu Jedermanns Befriedigung.

Gegen die Wanderlager und Wanderaultionen richtet sich
wieder eine sebhafle Agitalion von verschiedenen Seiten, welche in
        <pb n="498" />
        eingaben und Petitionen theils au den Bundesrath, theils an das
preußische Handelsministerium Ausdrud sucht. Die bezüglichen Vor⸗
stellungen deklagen eine Uebervortheilung des Publikums, eine Ver⸗
breitung werthloser, dem allgemeinen Bedürfniß nicht entsprechender
Waaren und eine Verkürzung der Detailverläufe und damit der
gesammten Indusirie. Sie sordern zur Abhilfe der Uebelßände ein
polizeiliches Verbot der Wanderlager, mindestens eine scharfe poli⸗
Jeiliche Kontrole derselben und —XLI
erhöhten Abgaben. — Es gehen diese Vorstellungen übrigens nicht
nur von den Vereinen für Zunflwesen ⁊c., sondern neuerdiugs auch
von einzelnen Handelskammern aus, und es scheint, daß die Kegierung
der Frage naher treten will, inwieweit Abhilfe auf dem Wege der
gemachten Vorschläge möglich sein möchte. .
Ofterbrücken, 29. Aug. Bei dem schweren Gewitter
am Donnerstag schlug der Blißz einem auf dem Felde hütenden
Schafer den Boden aus dem Hute, so daß ersterer dreißig Schritie
weit, ganz zerfetzt, von der Stelle flog, riß dann dem Armen auf
der linken Seite die Hose der Lange nach durch und zerschmetterte
den linken hinteren Stiefel, von welchem einzelne Stücke ebenfalle
dreißig Schritie weg auf det Erde lagen. Der Ungqlückliche, welcher
rine volle Stunde bewußtlos, ohne Hilse am Boden lag hat,
außer einigen kleinen Verlezungen am Halse und auf der Siirne,
zußerlich nichts davon geiragen, klagt aber über fürchterliche Schmetzen
in beiden Armen. (Zw. 3.)

Grünstadt, 29. Aug. Wer bisher noh daran zwerfelte,
daß Grünstadt sich zur Großstadt erhebe, wird sich bald eines
inderen üͤberzeugen, wenn er hört, daß Herr Becker mit dem Ge⸗
danken umgeht, die Gewerdehalle in einen Skating Rink umzu-
wandeln. Es sollen Aktien à 5 Mark ausgegeben und genanntes
Zocal asphaltirt werden. Bereits haben sich mehrere Jünger des
modernen Vergnügens gefunden, die in dem ausgeräumten Becker'schen
Saal tuchtig Rollschlitischuh laufen. Also Grünstadt und ein
Skating Rinxk.

pVLandau, 31. Aug. Der Stadtrath hat in einer gestern
abgehaltenen Sitzung sich für „Herstellung einer Quellwasserleitung“
min 18 gegen 8 Stimmen ausgesprochen. Die desinitive Beschluß⸗
fassung wurde einer demnächst zu berufenden Gemeinde ⸗Versammlung
borbehalten. Das Wasser soll aus einer Entfernung von 18 Kilo⸗
meier hergeleitet werden. (L. A.)

F Sen Mitgliedern des pfälzischen Lehrervereins wurde zum
Besuche der Versammlung in Frankenthal von der Direktion
der Pfaͤlzischen Bahnen für die Zein vom 17. bis 19. September

Die kgl. Präparandenschule Blieskastel
begiym dad Schunahr 187879 am 16. Oktober. Aluf—⸗
nahmegesuche sind bis längstens J. Oktober bei dem kal.
haupilehrer der Anstalt einzureichen.

In Ch. Stahl's Verlag in Neu-Unm ist doeben er⸗
schienen:
Großes illustrirtes
Kräuterbuch.
Ausführliche Beschreibung aller Pflanzen und

Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen, ihre Wukung und Anwendung, ihren
Anbau, ihre Einsammlung und Aufbewahrung.

Uebst Aultitung
zur Bere'lung aller moͤglichen Arzneien, Nräutersäfte, Syrupe,
Conserven, Lawergen, Essenzen, Wosser, Pulver, Oele, Salben,

Pflaster, Pillen, Pomaden,
jowie vieler
Geheim und Hausmittel.
Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
Mit nach der Natur colorirten Abbildungen.
Preis pre Ifg. 50 Pfg.

Das Werk ist in 15 Liqn. erschienen.

Fin Kräuterbuch mit nach der Raur eolorirten Abbildungen
wird gewiß überall mit Freuden begrüßt und dürfte unsser Unter—
nehmen, welches auf der Grundlage 30jähriger proktischer Etfahrung
beruht, vor allen anderen ähnlichen Werken sich den Borzug erringen.

üleber 300 Pflanzen, Kräuter, Heilmittel ꝛc. sind in unser
Werk ausgenommen, die in allen Concurrenzwerken gänzlich fehlen.
Die Abbuͤdungen, ganz naturgetreu, ermögzlichen sogar den Laien in
der Botanik, den Werth der Pflanze ꝛtc. richtig zu deuten.

7 Ein namhafter Beurtheiler sagt über dieses Buch:

„Es ist das Besie, das je in diesem Fache aus der Presse
hetvorgegangen. Wenn äͤchtes Verd'enst den Erfolg bestimmt, so
nuß das Werk die undegrenneste Berühmtheit erlangen. Wir
mpfehlen es mit bestem Gewissen zum allgemeinen Gebrauche.“

Vri Einscudung des Betrages erfolgt Franeo⸗Zusendung.

injcließtich eine Fahyrtaxermatzigung von 2v p, Febau:

pSpeyer, 31. Aug. Der Präfident der koniglichen Regierung
der Pfalz hat beschlossen, Schüler der Kreisbaugewerkschule Kaisers-
lautern, weiche sich während des ganzen dreijährigen Kurses durg
Fleiß, Fortgang und Sittlichleit in hervorragender Weiße aus
zeichnen, mit Preismedaillen zu belohnen.

pMannheim, 1. Sept. Das Bezirksamt Heidelberg
ah sich veranlaßt, in Folge höherer Weisung und in Uebereinstim⸗
nung mit dem Bezirksrath, die Tanzmusiten künftig auf das Ge⸗
hzurtsfest des Großherzogs, das Kirchweihfest, die Fastnacht und die
derkömmlichen Ernte⸗ und Herbstfeste zu beschränken. Dieselben
zürfen in der Stadt nicht über 12 und in den Landorten nicht
aber 11 Uhr Nachts vähren. Ausnahmen sollen nur bei zan
besonderen Veranlassungen gestattet werden.

Darmstadre, 30. Aug. Der gestrige Marsch des hier
arnisonirenden 115. Infanterie ⸗Regiments noch Isenburg resp.
Offenbach war von den verhängnißvollsten Folgen für die Mann
chaft, welche seit 83 Uhr unter dem Gewehr stand und erst gegen
i27 Uhr abrüdte begleitet. 2 Soldaten, darunter der Sohn eines
ziesigen Wirthes, erlagen dem Hitzschlag, während einige 50 andere
ufammenstürzten und iheilweise noch in Lebensgefahr schweben. (Fr. 3.

pKarisruhe, 81. Aug. Bei der heut'gen Serienziehung
der badischen 85 fl.⸗Loose wurden die fol genden Serien gezogen
51 159 168 262 314 655 561 621 749 777 939 961
1164 1169 1220 1270 1287 1307 1340 1359 1486 1597
1775 1890 1969 1992 2005 2009 2176 21789 2243 2319
2672 2678 2677 2943 3056 3125 3174 3185 3209 3247
3430 3527 3604 3658 8664 3748 3821 809738 4037 4048
1061 4080 4104 4148 4153 4326 4342 48352 4401 4405
1473 4481 4578 4822 4902 4966 4996 5010 5030 5101
53133 5141 5154 5170 5324 3441 5573 5630 5668 58701
5785 5796 53831 5878 5991 6143 6164 6178 6200 6225
3258 6259 6340 6350 6392 6505 6553 6630 6725 6791
3818 6995 7103 7130 7301 7422 7496 7573 7601 7620
7644 7679 7750 7766 7899 7964 7970 7980.

Am Montag ist bei den Taucherarbriten am Großen
Zurfücsten“ ein bedauerlicher Unfall vorgekommen. Ein Taucher
lieb zu lange unter Wasser; als er nach Oben beföcdert ward
var er fast odt; ein Blutstrom entquoll seinem Munde.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

*
oden
Ulmer Spatæ.

Die populärste,
billigste
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politische Zeitung Sůddeutsch⸗
lands.

Für parlamen'arisches Negime,
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der nationalen Arbeil, bun⸗
dessiaatliche Entwickelung
und Fortbildung des
deutsch. Reiches gegen
Corruption und
Centralisation,
sei es auf poli⸗
lischem oder volls⸗
virshschaftlichem Boden.
Unser Motto:
Gleiches Recht für Alle.
Unser Ziel:

Die Woblfahbrt unserer Mit-

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Subjkriptiontpreis
für den Monat September nur
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Abonnements nehmen alle
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in Ulm.

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Userirauen kann ein kranker
nur zu einer soichen Heilmethod.
haben, welche, wie Dr. Airy'⸗
Naturheilmethode, sich thatsächlich
dewährt hat. Daß durch diese Me—
thode ãuberst gunsige, ja ftaunenerre
zende Zeiterfoige erzielt wurden, be
iser de in dereia ustr. Buche
* riu

aAgedrusen zabireicsen L igl
nal⸗Atteste, laut welchen selb
soltde Kranke noch Heilnug fanden
für die Hilfe nicht mehr möglich
schien. Es darf bdahber jeder Kranke
sich diefer bewährten Methode um
so mehr vertranensroll zuwenden
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Wunsch durch dafur angestellte
praktische Aerzte gratis erfolgt.
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starken Werke: Dr. Airyes Na—
turbeilmethode, 100. Aufl, Ju—⸗
bel⸗Ausgabe, Preiß 1 Vark
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welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briejmarken
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55S855 —— 575528 5353 5 2 5*33875353 233
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5—833—333885353 55 5323232 235 538 2 vE m
753553237 5553 583323 255 8 538 * *5 33837
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—— — 5 5 8 — —322 .25 —
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— 2 — 7— — 22322823 22 — 8 — 2 —72 — 2 5
2 — 7285 28523*8 — 2 252253x OE 55323* *
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2222 32238 353558535* 373 —382 5 — 38357—3c5* »—35 7— 3 53
—A — 28234 3658 A—
255—365* 52 255223 5*5* 7* 8 8 — * ——
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zEñ 8 ——5*5555 * —: —6338
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553555 53335338 —75 283 33875
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— 5353 538 2282 3 8 — — 2
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22854 8338732 575358333* 233 4 338*
I 8 ——85252 —X — 23* 522853368585
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5 2388 388858 A —382853 23232.. 24238223 I
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—* — 2 52 7⁊ 22 22 321 7
253323 * 2335 *2335333 13332 35 55535385 2338
2332 23553353 5382338* 28 22323 23323
232883 233833327 7 — 55 28 52223 — 323*
2252888 2 —A —— 2582 —A 3338523 *3. 2.6
* A — 7 2 2233— — 2828 5233 —8 — —— 2322
2258* 342 58 1353 5S3288 27 532** 2535 . 523228*
2 2. 52. 8* * 38 — 222. 22 vr
*5323 —A — — 3 — — 2— — 52215 22. 225 5
*55528 3* — ——— ———— 23223 2535232337 F
22723 22 *28 22385 3 323335353
—A — es e7 533553325
— 2 * 25 —2 — J— 7
23*833 886 —— — 58333225 55
25 222 S 23225535333
225358 —2* 35. 2 25 —2
354 735 5. 2
83557555 5535
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2553533 253 . 52335*338 ——
528337 — 282. 253 53233 2 2573 2*38
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333358853357 3587 23833 333 S2 *
523 25828 255 F —3 36 27 82
ẽ — 282.25533 — 33 2 — —— 383
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2223 — 22 2 *. 6 523 —— 28
7153338327* 555823 8
28333358 23347537 3825 553353583337
25c2* —— 2 27 23* z24 253832 374
522 —Ac * E — 5* 2.8 8 5252—23 352337
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23 32822 5 — — 2* ———33 2.2 2
5 232 22.315 7 272 27323 ——— 23387.
355332332 — 23 8—3355 73 — 27—
* 22 25 26* 27 2583 — 528
22 5. — 2. —— 23253*
27 2 — 9 — 7 — —AA 2 229 2335357 8 *
2587 AB8337 5 F 55322235338 *7 538 22*
„25553 — *. —A 5,22 223 —2272 25*5375
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53538532567 — 3327 22 03
223582— 25232 2* —2532232 2 0 2*
233832—3535 — 273 5323325*3
* 5 5322327 257 52353 5332 33332*3538
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2.2 88233353 37583 352345 252 2. 5 5* 2
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23—— 3 355 5— 323—3
2583333 5328 5* 332352 255533385666—
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5 23333 2—— 3——553 3353 2358
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35.53 35B335 — —7827
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533 —— 8 388 32 28
22 — —— 6 — 2* —5 — D *
53535388 53 5828 35
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3385 »323233533238 5 22389* *528 3 25
23553338 7335328* 26 92 5322 M— 55 532*
78* — 7383 22 3333 — 2535 25 — 3387 —— —
2 2 — 27 * * 35 2 2 VX
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2 *23 2 8352— 353 3333332* —A — *33
23. —227382377238 — — 583—z382 2758
2583383 253232—8 3573 338. 7533 32335*8 338
52833 3 2822* 32 723 25 25 785* 222
2 533 33287533 22359 — 23235 33
7733 —3338 759 53353355 735383523 23*
2352 7 — 2 ——*5 28 — 5235 8
3 —282 *32. 2 c3c — 2268535 —A — 22
A —— 522553 55* 3528 * —33 3253
—A 25223. 5 53 3 3 25 57 5 25 25 28283 *
752 325325535 922333 38
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3333525 52* 983333* 258 335333 35
25553 3332868 988 5 55 333583 728*
— 272 8 322383 2835533383333 337 *
5* 7 —2 — — 2
*8 2z235552233253 —222 53 32
222 3 Zc. ⁊ 8 222
222

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—
        <pb n="501" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo chentlich) mit dem Haupiblatie verbundene Unterhaltungsblatt. ESonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementevpreis betrãgt vierteljahrlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pig., von Auswärts mit 13 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile betechnet.

—ZW2—2òò???]—?;,* — 2— —— —

Septem ber WW 1878.
—
Deutsches Reiq.

Berkin, 8. Sept. Hiesigen Rlaitern zufolge wi'rd der
Reichstag durch den Grafen Stolberg eröffnet werden.

Bier bin. Die preußische Regierung gehm mit dem Gedanken
um, die Brauntweinschränken mit Keiner eigenen Steuer (40 bis
100 M.) jährlich zu belegen, um die Verminderung derselben herbei⸗
zuführen und so der überhandnehmenden Völlerei entgegenzuwirken.

Braunschweig, 4. Sept. Bei der gestrigen Nachwahl

im Kreise Holzminden erhielt soweit bekannt, Frhr. v. Stauffen⸗
zerg 577 1, Kramm Freilonservativer, 706 Stimmen. Die Wahl
Stauffenberg's ist gesichert.
Posen, 8. Sept. Der volkswirtihlchaftliche Kongreß sprach
sich nach längerer Debatie entschieden gegen die Einführung des
Tabaksmonopols in Deutschland aus, da fie aus wirthschaftlichen
Sründen verwerflich erscheine und insbesondere eine über viele
dreise Deutschlands ausgebreitete, nicht nur für den inländischen
Bedarf, sondern ouch in erheblichem Umfange für den Export ar⸗
eitende Industrie und Handelsthätigkeit vernichten würde. Werde
zie Noihwendigkeit eines höheren Ertrags aus den indirekten
Steuern begründet, so sei die Mehrbelastüung des Takakskonsums
als zulässig anzusehen.

k Durch die pfälzischen Blätter läuft eine von der „Pf.
Bollszig.“ zuerst verbreitete Mittheilung über eine angeblich zwijchen
irchheimbolanden und Macxnheim erfolgte Ausraubung
rines Präparandenschülers durch Jigeuner. Der mi viel Phantasie
ausgeschmückte Vorgang reducirt sich auf die einfache Thatsache,
daß der betreffende Schüler auf dem Heimweg von zwei Maͤnnern
angebettelt wurde und jedem derselben, um sich keine weiteren Be—
lästigungen zuzuziehen, ein Almosen von 3 Pf. gab. (N. W.)

7 Aus Neustabt, 2. Sept., schteibt die „Brzig.“: Jagd⸗
hüler Schaäfer vom Erfensteinerhof erbeutete gestern mit gutem Schuß
un seltenes Wild, einen Fischreiher, der innerhalb der Flügelspitzen
2 Meier maß und sich durch schöne Färbung auszeichnei. Vas
Hefieder ist mit Ausnahme der Bauchs und Brufigegend ganz schwarz.
Das Thier pflegte anscheinend schlafend der Berdauung auf einem
Bemäuer der Ruine Erfenstein, und hatte nicht allein, wie die
Auswaidung erwies, den Kropf, sondeen auch den Schnabel, resp.
Hals voll Forellen. Ein hiesiger Bürger eiwarb das schöne Thier,
um es für sich ausstopfen zu lassen.

fFrankenthal, 1. Septbr. In der gefltigen Sitzung
des Zuchtpolizeigerichtss dahier wurde der 46 Jahre alte Bäcker

Jacob Auth von Speyer wegen schwerer Beleidigungen Sr. Maj.
zes Deutschen Kaisers, sowie des Reichskanzlers Fürsten Bismarck,
zegangen am 17. Januar abhin in ver Seibert'schen Wirthschaft,
zu 8 Monaten Gefangniß veruͤrtheilt und erkonnt, daß der ver⸗
ügende Theil des Urlheils, soweit er die Beleidigung des Reichs⸗
lanzlers berührt, veröffentlicht werde.

T Zu der 7. Kreislehrerversammlung, welche am 17. und
18. September nächsthin in Frankenthal tagt, sind folgende The⸗
Zuãchraomesdetienlz Hehet Bildung und Siclung des Volis-
prechung der Lehrordnung für die deutschen Schulen der Pfalz.
RXeferent: Lehrer Houssong, Kleinbockenheim. 83. Die Fortbiidung
der Lehrer im Lichte der Berhältnisse. Referent: Gefängnißlehret
Rudolph, Zweibrücken. 4. Hat angesichts der sozialen Uebelstünde
inserer Zeit der Vorwurf, die Scule habe d'ese Zustände ver⸗
chuldet, Berechtigung d Referent: Lehrer Esselborn, Ludwigshafen.

f Speyer, 1. Sepibr. Die „Pfälz. Ztg.“ schreibt: Die
Besucher des heutigen Hochamtes in der Domtirche wurden durch
einen Zwischenfall nicht wenig in Aufregung versetzt. Ein offen⸗
bar irrsinniger Mann hatte fich während der Messe auf die Kanzel
begeben und begann daselbst eine Anrede zu halten, als er noch
rechtzeitig ergriffen und zur Kirche hinausgeführi wurde. Bei der
polizeilichen Vernehmung stellte sich es heraus, daß derselbe irrsin⸗
nig und ein vermöglicher Bürger aus Landstuhl sei. Er wurde
noch heute seinen Angehörigen zugeführt.

x* Speyer, 4Sept. Am Sonntag früh gerieth der vierjahrige
nabe des Bierbrauers W. in Abwesenheit der Mutter an den in
einem Schranke aufbewahrlen angesetzten Branntwein. Er trank
von demselben in solchen Maße, daß er vollständig betäubl
war. Die ssofort beigezogene ärztliche Hilfe konnte sein Leben
nicht mehr retten, er starb in der folgenden Nacht. Daß der
Znabe seines Unrechtes bewußt war, gehi daraus hervor, daß er,
nachdem er von dem Branntwein getrunken hatte, die Flasche mit
Wasser füllte. (5. 3.)

FSaarbrücken, 4. Sept. Anläßlich der großen Truͤppen⸗
evue in Paris am 15. d. M., veranstaltet die französische Ostbahn
vieder eine Exirafahrt von Nancyh nach Par's. Der betrefsende
Zug verläßt Nanch am 14. Sept. Abends 11 Uhr und trifft am
nächsten Morgen 10 Uhr 10 Min. in Paris ein. Nach fünf—⸗
ägi gem Aufenthalt erfolgt die Rücffahrt nach Nanch Donnerstag,
.9. Sept., Abends 8 Uhr 5 Min. Billets zu diesen Er razuge
osten von Pauro aus in 2. Klasse 24 Fres., in 3. Klasse 15
Fr. 50 Cta. Im Uebrigen sind die Bedingungen die von früher
her bekannten. J

rNeunkirchen, 2. Sept. Gestern Vormittag nach

11 Uhr brachte' sich der hierselbst wohnende Bergmann Klemens
Sch. mit einem dolchartigen Taschenmesser in der Herzgegend eine

Wunde bei, welche eine fast augenblickliche Verblulung und fomit

dessen Tod herbeiführte. Sch. hinterläßt Frau und Kind. Algz

Aussand.

Wien, 3. Seph. Nach hier eingegangener oifücieller Meh
zung besetzten unsere Truppen gestern vhne Widerstand Drient
muf der Straße nach Trebinje. Die aus 150 Mann bestehende
ürkische Besazung wurde nach Ragusa befördert.

Paris, 3. Sept. Heute war Todtenomt gelegentlich des
Jahresgedächtn sses des Todes Thiers' in der Notre Dame-Hir e,
zie feierlich geschmückt war. Große Menschenmengen, darunter Fye
yolitischen Notabilitäten, daß diplomatische Korps, zahlreiche Depu⸗
ationen aus den Provinzen, wohnten demselben bei.

Vermischtes.

F Zweibrücken, 3. Sept. Bei der heute früh begonnenen
Ziehung von Loosen der Lotter'e zum Ausbau der katholischen Kirche
mu Zweibrücken kamen bis jetzt nachstehende größere Geldgewinne heraus:

Serie⸗Nr. Gewinn⸗Nr. Bewinn:
M
10000
20000
3500
2000
2009
2000
500
500
250
250
50
*0
150
50
50
150
k50
50
150 5
Zweibr. Zig.)
fPirmasens, 2. Sept. Sorben wuürde der fchlag⸗
Ulter Ad. Meter von Lemberg isi das biesicge Gefängniß eingeliefert,
velcher heute Vormittag in Folge eines ehelichen Zwestes seine
Frau dürch dra Messerstiche in die Bruft lebensgefährlich ver⸗
vundet hat, Das unglückliche Ehepaar besitzt drei Kinder. (P. A.)
fHomburg-B3. Septbr. Gestern fiel hier ein Dach—
»ecer von einem 4 Stocwerl hohen Dache auf das Straßenpflafter
vhne erheblichen Schaden zu leiden. — Äm Abend desselben Tages
eriprang beim Fest: Schießen ein Boller und streifte einen Maͤnn
ur unbedeutend.
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        Moliv der That wird momentane Geistesabwesenheit angegeden.

pSaarlouis, 26. Aug. Nachdem die Konigl. Polizei⸗
hbehorde in Koblenz vor Kurzem den Jungen unter 16 Jahren das
Tabakrauchen untersagt hatte, enthält nun auch das hiesige Journal
cine Polizei⸗Verordnung, durch welche bei allen Personen, die das
i5. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, das Tabakrauchen auf
den Straßen und an öffentlichen Orten bei einer Geldstrafe geahndet
wird. (In Trier ist vor Kurzem eine ähnliche Polizei-Verordnung
irgangen.)

7 In den Apfelweinwicthschaften zu Sahsen hausen ist
praͤzis 11 Uhr Poüizeistunde und sammtliche Glaser müssen um diese
Zeit geleert jein. Um sich nun vor Geschäftsnachtheil zu wahren,
find die Wirthe auf solgende glückliche Idee gekommen: Um 11
uͤhr des Abends machen fie ihre Lokale zu, um 201 Uhr öffaen
fie dieselben wieder und sofort entwickelt IIL
Jdeben. Niemand, so meinen sie, könne fie hindern, in aller Frühe
aufzustehen und ihren Geschäften nachzugehen.

r Toburg, 1. Sept. Die Herzogin von Edinburg wurde
heute von einer Prinzessin enibunden. Einundzwanzig Kunonen⸗
schuüfse verlünden das srohe Ereigniß. Marquis of Lorne, Schwager
der Herzo zin, wird heute zum Besuch erwartet.

Eisenach, 2. Septbr. Die Stadt Vacha (zwischen
Eisenach und Hersfeld) ist heute Nacht zum mehr als vierten Theil
abgebrannt.

F. Die Verheerungen, welche in dem heurigen an Ge⸗
wittern und Negengüssen so reichen Sommer die Unwetter verursachten,
haben wohl ihren utminationsnaintt mit den Zerstörungen erreicht,
weiche die Stadt Miskolez fast vernichteten. Das „Neue Pest.
Journ.“ bringt darüber folgende Berichte: „In der Nacht vom
30. zum 31. August, um 2 Uhr, ging über Miskolcz ein fuͤrchter⸗
licher Wolkenbruch nieder. Die Eisenbahndänme sind zerstört, die
Vorstadt Gordon halb vernichten. Leichen werden sortwährend
herausgefischt, bisher zählt man bereits vierhundert. Eine ungemein
große Anzahl Vieh ist zu Grunde gegangen. Der Anblick ist
gräßlich, das Elend unbeschreiblich.“ Ein weiteres Telegramm
eltet: „Miskolcz wurde durch einen Wolkenbruch nahezu zerstört.
Das Wasser steht zwei Meter hoch. Die Zahl der Todten übersteiet
bis jetzt viechunde:t.“ Aus einer Reihe anderer Telegramme stellt
die W. Pr. folgende Nachrichten über das schredliche Unglück zu⸗
sammen: Die durch die Stadt fließende Szinva und der sonst
rodene Preczegraben waren mit jäher Schnelligkeit mit einer stets
rascher anschwellenden Fluth gefüllt, die brausend und tosend die
ufer überstieg und sich, Eniseßen und Verderben bereitend, auf den
schönsten Theil der Stadt ergoͤß. Ehe die Bewohner noch aus dem
Bekanntmachung.
Stipendien zum Besuche der Kreisbaugewerkschule in Kai⸗
serslautern und der Frauenarbeitsschule in Speyer betr.
Die Distriktsräthe des Amtsbezirls haben auch pro 1878/79
wieder Stipendien zum Besuche der Kreisbaugewerkschule in Kaisers—
lautern, sowie der Frauenarbeitsschule in Speyer bewilligt, und zwar

a. für die Kreisbaugewerkschule in Kaserslautern.

1. Der Distriltzraih des Kantons Zweibrücken drei Stipendien
à 200 M. im Ganzen 600 M.
Hornbach ein Siipendium im
Betrage von 150 M.
Blieslastel ein Stipendium im
Betrage von 200 M.
St. Ingbett ein Stipendium
im Betrage von 200 M.,

b. für die Frauenarbeitsschule in Speyer.
1. Der Difitilisraih des Kantons Zweibrücken ein Stipendium
im Betrage von 280 M.
2., hornbach ein Stipendium im
Betrage von 180 M.
3., Blietlastel ein Stipendium im
Betrage von 150 M.
4 .. St. Ingbert ein Stipendium
im Beirage von 200 M.

Die Bürgermeisterämter wollen Dies sofort in den Gemeinden
bekannt machen lassen, damit die betreffenden jungen Männer und
Madchen, welche Lust haben, eine der dezeichneten beiden Anstalten
zu besuchen, Gelegenheit erhalten, sich rechtzeitig um ein solches Sti⸗
bendium bei der unterf. Behörde zu bewerben.

Die Bewerbungsgesuche sind, mit den im Circulatr Ne. 951
vom 20. Auguust 1877 angegebenen Zeugnissen belegt, innerhalbe
längstens 14 Tagen hierorts einzureichen.

Zweibrücken, 27. August 1878.

Königliches Bezirksamt:
Damm.

*
—

9.

Schlase erwacht waren, stand Miskolcz bereits einen und zwer
soch unier dem Wasser. Das tosende Element riß zahlreiche Häuser
nit sich, deren Einwohner größtentheis unter den Ruinen derselben
hegraben wurden. Hunderte vermochten nichts als das nadte Leben
zu retten. In einem Berichte wird mitgetheilt,“ daß der Wolken
zruch und Platzregen drei Stunden währte; unter den Todten be—
inden sich 14 Militärpersonen. Etwa 200 Personen werden nod
bermißi. Von einzelnen aus 8 bis 10 Personen bestehenden
Familien vermochte sich keine einzige zu retten. Ein Mann, der
eine Gatfin und seine 4 Kinder verloren, wurde wahnsinn'g. In
den Haupistraßen gähnen klaftertiefe Abgründe, so daß der Verkehr
mineist Wagen unmöglich ist. Die Siadt erleidet einen Schaden
bon mehr als 100,000 fi., die Privaten wohl über eine halde
Miklion. Aehnliches Unglück traf auch Erlau. Der Erlaufluß
stplötzlich durch einen Wollenbruch tiesig angeschwollen. Zahlreicht
jelbjt siokhohe Häuser sind bereits eingestürzt. Der Post⸗ und Eisen⸗
dahnverkehr hat völl'g aufgehört; die Eisenbahnschienen sind von
dir tosenden Fluth weggeriffen.

Aus Remiremont wird dem „Temps“ vom 31
Augusi telegraphirt: .Die Fabrikanten der Departements Vogesen.
haute · Saone, Doubs, Meurthe⸗et Moselle und des Gebiets von
Zelfort sind heut unter dem Vorsitz des Herrn Claude (de Vokget)
n Remiremont zusammengetreten, um sich über die geeignetes
Maßregeln zur Äbjchwächung der üblen Folgen der Gewer behrifi
ju benehmen. Die Herabseßung der Lohne wurde einstimmig ver⸗
worfen, dagegen die Herabsehung der Arbeitszelt mit allen gegen
bier Stimmen (und 4 Enthaltungen von der Abstimmung) ange
nommen, in der Weise, daß die Arbeit täglich nur so lange dauern
soll, als sie ohre Beleuchtung betrieben werden lann.“ n

rLondon, 4. Sept. Gestern Abend stieß auf der Themse
unweit London der Dampfer „Princeß Alice“, mit ungefähr 600
Menschen an Bord, auf der Rücktehr von einer Lustfahrt nad
Hrabesend mit einem anderen Dampfer, dessen Namen noch unbe
fannt ist, zusammen. „Princeß Alice“ sank sofort. Man fürchtet,
daß sämmiliche auf dem Schiffe Anwesenden mitertrunken seien
Weitere Details fehlen bis jetzt.

New⸗Orleans, 2. Sept. Von der Bevolkerung
von Port Gisson (Mississippl) flohen 1200 Personen aus Furcht
vor dem gelben Fiebder. Es blieben 555 im Orte zurüd. Davon
sind bishet nur etwa 100 von der Krankheit verschont geblieben
400 liegen krant darnieder, die übrigen sind gestorben. Man
ist eifrig bemüht, den Unglüchlichen H'lfe und Nahrungsmittel
mzuführen.

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I Mainzer
Sauerkraut
empfieblt 3. Weters.

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Das 120 Seiten

fiarle Buch: Gicht und

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222 * 2322 22 24 — 23 —3— 2
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2 . 8 3 . 2 5 5555 3 2N252 57 5772 82 2
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— 32 — 72 22. 5532 8æ3238 325388 ——— *25
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52258233—36 223727 253 32 325 *2235. 2
55—2383 — *3* 382332833
F —— 53 8333 v 332 * 227 353 5
53 55553335323
BmÚ* — — 3 7 533* * 92* 2 252236 5* 3
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8 5353 383—835* —2528 225 22 2288353
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragi vierteliahrlich

Marl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
AM 141. Samstag, den 7. Septer

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Deutsches Reich. Cobdin und seine Anhänger in 1851 nicht geträumt hätten, so ist
München, 25. Sept. Se. Maj. der Koönig wird dieser es das Schaufp'el einer Weltausstellung, die viel grandioser
Tage zur Beerdigung des Erzbischofs Steichele und des Bischofs ist, als die ersse Londoner war, deren Erdffnung Fürst Bismartk
Ehrler dahier erwartet. oeranlassen muß, seine Landsleute auf den Weg des Zolischutzes zu⸗
Aus Berlin, 4. Sepf., wird dem „Frkf. Journ.“ berichtel: rückhzuführen, den Frankresch nie verlassen hat und auf dem es ihm
Der Zustand Nobiling's hat sich nach einem neuerdings abgegebenen delungen ist, unter Erhaltung von Ordnung und gedeihlicher Be—
irztlichen Gutachten wesentlich gebessert. Jetzt erinnert sich KRobiling riebsamkeit, dieses neue Wunder der Welt zu produziren (6 Jahre
aach seiner eigenen Angabe ebenso klar der dem Attentat vorange nach dem Friedensschluß zu Frankfurt a. M.)
gangenen Ereignisse, wie an Ereignisse aus früheren Jahren. In
zer zweiten Hälfte des nächsten Monats wird, wenn nicht sein Zu—
tand sich wider Erwarten verschlimmern sollte, mit Vernehmung
desselben über seine That und seine angeblichen Mitwisser begonnen
werden.

ermischtes.

FWaldfischbach, 31. Aug. Im Laufe des heutigen
Tages gewährte eine Zigeunerbivouac den hiesigen Oriscinwohnern
mannichfaltige Unterhaltung und versetzte die Besitzer von Gaͤrlen,
Zühnern und dergl. in nicht geringe Aufregung, und die sorgsamen
dausväter schlossen behutsam die Hausthüren. Eine eiwa 60 Köpfe
tarke Bande, Männlein und Weiblein, nebst hoffnungsvollem, viel⸗
»ersprechendem Nachwuchs, verlotterte, verlumpte, zottelig schmutzige
Nenschenkinder mit oker⸗ und safrangelben corfiscirten Gesichtern,
truppigen Mähnen und verdächtigen langen Fingern, begleitet von
inigen Dutzend Hunden jeglicher Race, vorwiegend aber Doggen,
nit 12 bis 14 pferdebespannten Karren, dabei Pferde, an deren
düftknochen das Kummet ohne Gefahr für das Herasfallen aufge⸗
sängt werden könnte, hatte sich in malerischer Unordnung um den
außerhalb des Ortes befindlichen laufenden Brunnen gruppirt, wobei
kins nach dem Anderen oben in den offenen Brunnen hinein urinirte,
vährend Andere unten das Wasser zum Trinken und Kochen auf⸗
ingen. Daß das Wasser auch zum Waschen benutzt werden lann,
par offenbar allen unbekannt. Von der die Papiere visitirenden
Bendarmerie, die auch, aber ohne Erfolg, nach Hundesteuerquittungen
ahndete, augenscheinlich in ihrem idyllischen dolce far niente und
n den beabsichtigten Besuchen der gemüsereichen benachbarten Gärten
Jestört, brach die Bande alsbald wieder auf und durchzog das Dorf
Waldfischvach, wobei die schͤnen Jagdgewehre und sonstigen Waffen
m Innern einzelner Wagen die Neugierde der Jugend, die prächtigen
nalischen Angelruthenstöcke aber das Verwundern der Kenner er⸗
regten. Netze, Schlingen, Fallen und dergleichen nützliche, mühetosen
Braten in d'e Küche liefernde Jastrumente hatten jedenfalls ihre
Zlätzchen im Jonern der Wagen, wo auch wohl die reichgefüllien
dassen dieser mit deutschen Reichspässen versehenen Künstler, Händler
und Musikanten in sicherer Obhut untergebracht waren. Merk⸗
vürdiger Weise war in den Pässen nichts von Weibern und Kindern
Jgesagt, wohl aber überall: „ohne Unterstützungswohnsig“. Die
Bande gab vor, von Kaiserslautern zu kommen, woselbst es keinem
Zendarmen oder Polizeibediensteten eingefallen wäre, nach ihren
Paperen oder rach gelösten Hundezeichen zu fragen. Ihr Ziel
var Pirmasens. Ihr fideles Herumnomadisiren in deutschen Landen
zildet ein reizendes Pendant zu den reisenden Handwerksburschen,
velche mit wohlgest⸗mpelten Reichspässen, aber ohne Arbeitsausweis
'der sonstigen Nachweis über ihre letzte Arbeitszeit und ihren Leu—
nund, sowie ohne Mittel und in der Regel in sehr def ctem Anzug
ind mit herabgekommenem sonstigen Aeußeren stit Monaten die
iesige Gegend überfluthen. Solte da nmicht vieles faul sein im
Ztaate Dänemark? Wo fehlt es? Wen trifft hier die Schuld für
olches den ruhigen, ordnungeliebenden Bürger beängstigendes Land⸗
treichere und sicherheitä⸗ und eigenshumgefähtliches Nomadenthum?
hier wäre rasche Aenderung am Platze.

fFKaiserslautern, 4. Sepltbr. (Schullehrer: Semi⸗
nar.)“ Das Resultat der diesjährigen Seminarprüfungen ist fol⸗
zendes: Sämmtliche 25 Schüler des obern Kurses erhielten die
krlaubniß zum Uebertritt in die Praxis. Von den 48 SHülern
)es untern Kurses bönnen nur 831 in den zweiten Kurs vorrücken.
Von den 12 zurückgewiesenen wurde 7 der Raih eriheilt, sich einem
anderen Beruse zuzurenden. An der Seminacaufnahmsprüfung
hetheiligten sich 52 Präparanden, 25 aus der Präparandenschule
daiserslautern, 16 aus Edenkoben, 6 aus Kirchhembolanden, 4
aus Kusel, 1 aus Blieskastel. 43 haben die Prüfung bestanden.
Von den 9 als unbefähigt Abgewiesenen kommen sechs auf die
Schule zu Kaiserslautern, wwei auf Edenloben, einer auf Kirch⸗
Rimbolanden. (K. 3.)

Ausland.

Wien, 4. Sept. Die „Polit. Korr.“ meldet aus Kon⸗
tantinopel von heute, daß der nächstens eintreffende französische
Botischafter, Fournier, beauftragt sei, der Pforte zu erklären, Frank—
reich würde im Falle eines griechisch- türkijchen Konflikts einen An⸗
zriff auf die griechische Küste oder eine Blokade der griechischen
häfen nicht zulassen.

Wien, 4. Sept. Die ‚„Polit. Korr.“ meldet aus Kon⸗—
stantinopel von heute: Die britische Flotte soll die Prinzen-Inseln
derlassen und bei Liman Pascha im Marmara-Meer Station
nehmen — Dieselbe Korrespondenz meldet aus Belgrad von heute:
In Folge eines Beschlasses des Ministerraths hat Fürst Milan
jür sich und die Mitglieder seines Hauses den Titel „Hoheit“ ange⸗
nommen.

Paris, 4. Sepf. Das bonapartistische Journal , Pays“
st wegen Beleidigung des Präsidenten der Republik auf den 12.
ds. vor das JZuchtpolizeigericht geladen.

London, 3. Sept. Das Kriegsgericht in Porlsmouih hat
betreffs des Unterganges der Eurydice gestern folgendes Urtheil
gefällt: Das Scheff sei am 24. März gesunken durch Druck des
Windes auf die Scgel während eines pfötzlichen und außergewöhn⸗
lich dichten Schneesturmes, das Offenstehen der oberen Luken habe
wesentlich zu dem Unglücke beigetrazen, sei aber durch die Umstände
gerechtfertigt gewesen. Niemandem sei ein Tadel beizumessen, da
der Capitän häufig auf dem Deck sich befunden; auch die Festigkeit
der Euryd'ce sei gehörig überlegt worden. Die (zwei) Ueberlebenden
treffe gar kein Tadel.
Fürst Bismarck und das befiegte Frankreich.

Ueber dies Thema ließ sich das Kongreßmitglied Kelley zu
Philadelphia in einer Kongreßrede aus. Seine Aeußerung ist so
interessant und lehrreich, daß sie ia Deuischland die weiteste Ver—⸗
breitung verdient. „Die erste Weltausstellung“ — sagte K. —
wurde in London gehalten, und dieselbe war eingestandenermaßen
bestimmt, eine Arl Einweihung des Freihandels vorzustellen. Die
etzige Weltausstellung in Paris ist aber eine Art Fest für den
Schutz. Das besiegte Frankreich triumphirt über seinen stolzen
Gegner. Es scheint, daß Fürst Bismarck, der eine neue Finanz⸗
politik inauguriren will, über das Finanzfystem von Frankreich nach⸗
zedacht hat und dasselbe bewundert. Es ist nur in Folge seiner
geschützten Grenzen, daß Frankreich im Stande ist, die 5 Milliarden
ju verzinsen. Fürst Bismarick glaubte, er habe Frankreich pekuniär
ruinirt und muß finden, er hat ihm nicht einmal weh gethan. Ob⸗
chon Frankreichs Neubelastung jährlich 83000 Millionen Mart
beträgt, läßt man sich freudig auf neue und großartige Pläne zu
Lisendahne und Kanalbauten ein. Wie das zuwege gebracht ist,
hat Fürst Bismarck sich gefragt, und die einzig entdecbare Anlwort
st, daß es durch ein weises und kühnes Zollschutzystem hervorge⸗
dtacht ist. Der Freihandel ift blos eine Theorie uad, wie Goethe
elehtt hat, fähig alt und grau zu werden. Der geüne goldene
Baum des Lebens heißt Beschützung (in allen Gestallen) und von
diesem Baume hat Frankreich reichlich genossen, während Deutsch⸗
land zugeschaut hat, kalt, elend und arm, von der Luft lebend und
ich mit seiner Philosophie brüstend. Ohne Zweifel ist Frankreich
vissenschaftlich im Unrecht; wenn es aber irzend etwas gibt, was
        <pb n="506" />
        p Mit dem 1. Oltober dieses Jahres wird sich das Knaben—
institut zu Ingenheim, das lich während seines nunmehr zwölf⸗
jahrigen Befiehens eines weit über die Grenzen der Psalz reichenden
geachteten Ruses zu erfreuen haue, mit sämmilichen Lehrern (Heirn
farrer Brion ausgenommen) nach Frankenthal übersiedeln, um sich
mit der dortigen Bertololy'schen Handelsschule zu vertinigen. Zu⸗
gleich wird sich die Anftalt zu einer Glursigen Real ˖ und Handels⸗
schule erweitern, sich dadurch den bayerischen Realschulen conform
gestalten und sich in den Stand sitzen, dieselben Lehrziele zu er⸗
reichen, wie sie in diesen Schulen gesteckt sind. Vorstehee der neuen
Ansiali sind die Herren A. Bertololy und J. u. V. Trautmann.
Die eigentliche Direction jedoch übernimmt Herr J. Trautmann, der
durch Wissen und Charakier, durch pädagogische Befähigung und
methodische Erfahrungen eine sichere Garantie flie gediegent Leinungen
und gesunde erziehliche Einwirkung bietet. Wir wünschen der neu
organisirenden Schule bestes Gedeihen. (R. 3.)

FOffenbach, 2. Sept. Seit acht Tagen hat man in
unserer Feldmark mit der Tabakernte begonuen; — ein großer
Theil derselben ist bereits unternm Dache — und sind die Pflanzer
von dem Resultat derselben nuch Quantität und Qualität seht
befriedigt. — Die Besitzer großerer Tabalschoppen hier und in der
Umgegend haben ihre Ankäufe an grünen Blattern beinahe vollendet,
alle Hände sind mit Einlesen beschäftigt — und Kinder und alte
Leute erhallen hiedurch einen schönen Tagesverdienst, und bringen so
rine Arbeitakraft zur Verwendung, die ohne diesen Bau nicht zur Ver⸗
werihung kommen würde. Fuür den Centner G0 Kilo) grüner
Blaͤuer wird 2 M. 50 Pf. bis 2 M. 60 Pf. bezahlt, und von
dem Tagwerk etzielie man (Sandblatt nicht mileingerechnet) 100
bis 120 Ceniner Grüntabak. Im Hinblick auf die in unserer
Bemeinde angebaute Fläche kann man jetzt schon die Ernte der ge⸗
stroctneten Blaͤtter auf circa 2800 Centner für hiesige Gemarkung
annehmen, und da die Waace nach Feinheit und Größe der
Blätter sich zu Dechblatt gut qualificiren dürfte, so darf man auch
mit einiger Sicherheit auf einen guten Preis derselben rechnen, was
um so mehr zu wünschen ist, als bei den schwachen Erträgniffen
der andern Producte gerade der Erls aus Tabat dem Landwirthe
die Zahlungsmitel verschaffen muß. Im Jahre 1877 wurde hier
bielfach vom Tagwerk Tabak 500 -3570 Mark erldst und wenn
man erwägt, daß der Kleinbauer größtentheils die erforderlichen
Arbeiten mit seiner Familie und zum Theil in verlorenen Stunden
selbst besorgt, so kann man gewiß annehmen, daß kein andere?
Produkt im Stande ist, solches Resultat zu liefern. Der Tabals
dau ist in land und volkswirthfchaftlicher Beziehung von der
höchsten Bedeutung, und eine Vernichtung dieser Cultur würde den
Werih unserer Guter um 30— 85 pCt. sinken machen. Die hiedurch
entstehenden Nachtheile — in Rücksicht für die Fruchtfolge und
die ausfallende Arbeitsverwerthung — lBanten gar nicht hoch genug
angeschlagen werden. (Pf. 3.)

F öin Gang über die Frankfurter Messe dietet, wi
das „Fr. J.“ mittheilt, einen wahrhaft traurigen Anblick. Viele
anawärtige Fabrikanten, deren Firmen seit Aufang dieses Jahr⸗
hunderts in erster Reihe prangten, sind nicht mehr erschienen, die
Buden stehen reihenweise leer oder werden von Zehrpfennig⸗ Vazar⸗
eingenommen. Die stolze Bezeichnung „Frankfurter Messe“ ver⸗
dient das, was auf dem Roͤmerberg und dem Mainufer sich dar
bietet, nicht mehr; es sieht aus wie ein bei einer Kirmes gehal⸗
tener Jahrmarlt.

fMainz, 4. Sepibr. In unserer Stadt ist wieder fal⸗
schezs Geld und namintlich falsche Markstücke sehr stark in Circu⸗
saon. Ein in der Schustergasse wohnender Kaufmann hat am
Sonntag nicht weniger als drei unächte Markfstücke, die der Poli—
zei übermittelt wurden, vereinnahmt. Auch ein hiesiger Mesger⸗
meister hat in den letzten Tagen mit falschem Geld sehr unange⸗
nehme Ersfahrungen gemocht. Die unächten Stücke sind gut nach⸗
geahmt, fogar der Klang der Münze ist ganz vorzüglich. Des⸗
halb sehr große Vorsicht.

jKarisruhe, 83. Sepibr. Ueber einen seltsamen tra⸗
zischen Vorgang, der sich letzten Sonntag früh auf dem hiesigen
BZahnhof zuirug, habe ich bis jetzt noch nicht berichtet, weil ich erst
die Klärung der anfänglich ziemlich verworrenen Sache abwarten
wollte. Am Schalter der hiesigen Vahnhoflasse erschien zum Früh⸗
zug in's Ober!and der in einem h'esigen Geschäfte cond tionirendt
adrige Commie A. Schneider aus Meuselwitz (Anhal) und töste
eine Katte nach Singen (Seekreie). Ihm auf dem Fuße folgte
der hiesige Schneidermeister Kühling mit einem Diensimann, um
den Schneder wegen eines Guthabens zur Rede zu stellen. E8
erhob sich ein Siteit, in dessen Verlauf Kühling mit dHilfe des
Dienstmannes dem Schneider 60 Mt. baar entriß und wobei Letz⸗
terer von seühling einige Fußtritte erhielt. Die laͤrmende Gruppe
trennte sich endlich, fast unmiltelbar darauf aber fand man den
Schneider iodt am Boden liegend. Man nahm nun an, Schnei⸗
der sei in Folge der Tritie, die er von Kühling auf den Unterleib
erhalten hatie, gestorben, die Leichenoöffnung ergab jedoch, daß sich
Schneider vergistei hatie. Kühling, der sofott verhaftet worden

war, jetzt aber wieder auf freien Fuß gesetzt ist, will auch gesehen
haben, daß Schneider nach Beendigung des Streites ein Flaschchen
herausgezogen und ausgetrunken habe. Es scheint also, das Schnei
der die Moͤglichkeit des Ueberfalls voraussah und für diesen Fall
den schreckl'chen Entschluß faßte. Der Unglückliche soll einer ange—
iehenen Familie angehören und hat von feinem Princ pal ein gules
Zeugniß. Gestern Abend wurde er begraben.

'Asln. 2. Septbr. Von befreundeter Seite geht der
„e. 3.“ eine, in wissenschaftlicher Beziehung interessante Gabe zu
— ein Küchlein mit vier volllonmen ausgebildeten Be'nen. Der
Besitzer schälte dasselbe aus einem Ei, das allein von der Bru
iegen geblieben war. Leider war das Thierchen todt, muß aber
»utze Zeit vorher noch gelebt haben. Das sonst ganz normal ent
videlte Küchlein zeigt sehr verrümmerie Flügelflummel, unter denen
zwei kräftige Vorderbeine (dieser Ausdruck ist wohl gestattet) her.
borgewachsen sind, die an Stärle den Hinterbeinen nichts nach
zeben. Bei den Säugeihieren kommen solche Monstrositäten, wenn
zuch selten, fo doch rilativ häufig vor, bei den Vögeln findet man
uweiien Doppelbildungen, die einem zweidotterigen Ei wahrschein⸗
iich ihre Enistehung verdanken. Eine Umwandlung der Exiremi⸗
aien aber, wie sie dier vorliegt, gehört unseres Wissens zu der
aroͤßten Seltenheiten.

7 Bei der am 1. Seipibr. in QCürenz abgehaltenen Kirmeß
ürgte, wie die „S.⸗ und M.⸗Ztg.“ berichtet, in einem Tanzzelie
vährend des Tanzes ein Schlosserletrling plötzlich zusammen und
gab seinen Geist auf; der Schlag hatte ihn gerührt. Bald nach
Jem wiederholte sich ein ähnlicher Fall mit einem tanzenden Hu
'aren, doch nicht mit tödtlichem Ausgange, denn bald nachher er
holte sich derselbe, um — weiter zu tanzen. r

4 Bei der im August in Leipzig stattgefundenen Bäcker⸗
und Conditorwaaren-Ausstellung für Deutschland wurde auch ein
Psfälzer, Hr. Holzgrefe von Zweibrücken, mit einem zweiten
Preis, einer Medaille, ausgezeichnet.

FBerlin. Schulze⸗Delitzsch war an seinem fiebzigsten
Behburistage munterer und wohler, als man dies erwarietet hatte.
Fr war, der „Voss. Z.“ zufoige, sogar im Stande das Zimmer
zu verlassen und konnie mit einigen seiner intimsten Freunde, dit
hn an diesem Tage besuchten, im Garten spazieren gehen. Zabl-
eiche Beglücwünschungen und Geschenke sind bdei dem greisen
Volkäsmann und dem Anwalt der deutschen Genossenschaften an
diesem Taqe eingegangen; zu erwähnen ist u. A. eine reich ausge⸗
qaitete Adresse von dem Aufsichtsrath der „Deutschen Genoffen⸗
chafisbank Sörgel, Paitrisius u. Co.“ in Lerlin und ein Geschen!
von zweihundert Fiaschen des ekelsten Rheinweins, den Aufsichts—
rathsmitglieder dieser Bank prwatim Herrn Schulze dedizirten. Aud
ein Genossenschaftsverband aus dem Rheingau hatte ein Stüd
delsten Rheinweins nach Potsdam gesendet. Sehr zahlreiche
Beglückwünschungen und andere Geschenke waren aus allen Gegendin
Deutschlandz zu der Geburtstagsfeier in Potsdam eingetroffen.

'Zur Arbeitslosigkeit. Am Mittwoch in der Nit—
agssiunde gegen 13 Uhr schritt ploͤßlich ein junger Mann auf daß
Iroße Schaufenster des Hoflleferanten für Lederwaaren, Ackermann
in der Königsstraße in Berlin, zu, und stieß kraftigst mit dem Ab⸗
iatz seines Stiefels in dasseibe, so daß jenes in viele Stücke zen
puͤttert wurde. Der junge Mann ließ sich ruhig festnehmen und
eitlärte, daß er der oddachlose Handlungsgehilfe J. B. sei, sei
Monaten vergeblich Arbeint suche und er dieses Leben, da er niqt
wisse, wovon er sich ernähren solle, nicht laͤnger ertragen kbönne,
deshals habe er, um Obdach im Gefängniß zu finden, die Scheibt
zertrümmert.

fHannover, 28. Aug. Der Vereinstag der deulfchen
Vegetarianer oder des „Vereins für naturgemäße Lebensweise“ hal
mnden Tagen des 23., 24. und 285. August hieroris Siall ge—
unden. Einer Vorversammlung am 23., welche zur Anknüpfung
»der Erneuerung der persönlichen Bekannischaften diente, folgte am
24. die geschäfmiche Sihung, welche die Anwesenheit von etwa 40
ardentlichen Mitgliedern und mehreren Theilnehmern ergab. Ver
reten waren außer den näheren Orten Berlin, ODresden, Frankfurt,
stordhausen, Halle, Spandau ꝛc., aus Süddeutschland war Nie
nand erjchienen, weil der füddeutsche Verein erst kürzlich zu Stun⸗
gart eine Haupiversammlung gehalten hat. Berichtet wurde uüber
Fie dishetigen Erfolge und berathen über die besten Mittel de
Agitation. — Daran schloß sich ein vegetarianisches Diner, ann wil⸗
hem eiwa 100 Personen Theil nahmen. Dasselbe mundete auch
jen sonst an Flerschspeisen gewöhnten Gästen so gut, doß die we
igsten nur nach Wein verlangten, der für sie zur Verfügung fland,
ndern bei dem milderen Himbeerwasser blieben. Ecnfie und
ange Reden von beiden Seiten, das Bescheidthun mit Himbeet
vasser und der Scherz, statt des Bratens einen großen Pumben
ackel aufzutragen, ließen die Tafelrunde ebenso animirt erscheinen,
as sonstige Festiafeln mit Braten und Wein. Das Wenu, vor
Zünftlerhand entworfen, war unter das fünfte Gebot gestellt, „d
ollst nicht tödten“, und von Genien, die Fruchtldibe tragen, zun
Petanschaulichung des Prinzips flankirt.
        <pb n="507" />
        f Eine eigenthümliche Kranlheit zeigt sich gegenwärtig im
dannoverschen unter den Kindern: sie kam zuerst in der Schule zu
deugaude einer von armen Torfbauern bewohnten Moorkoline, zum
Ausbruch. Die Krankheit besteht darin, daß die Kinder Zuckungen
hekommen. mit Händen und Füßen um sich schlagen und dann eine
Zeillang wie ohnmächtig still liegen. Dieser Zustand dauert etwa
15 Minuten bis 2 Stunden; die Patienten haben dabei meist ein
frisches, gesundes Aussehen. In Neugaude leiden 40 Kinder an
dieser Krankheit, 38 Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren
und 2 Knaben. Die Schule ist geschlossen und eine ärztliche
Untersuchung angeordnet.

FGoschenen, 31. Aug. Der Richtstollen des Gotthardt⸗
funnels ist gegenwärtig auf 11,211 Meter vorgerücdt oder auf mehr
abs drei Viertel der Gesammtlänge von 14,920 Meter.

Folgenden originellen Widerruf enthält die „Freie Stimme“
aus Konstanz: „Widerruf! Geschehen Bohlingen, den 20.
August 1878, vor Burgermeister Prutscher. Die gegen Müller
J. Riedlinger gemachten Aeußerungen, derselbe habe mich vor der
Reichstagswahl durch Geld beeinflußen wollen, um liberal zu
timmen, nehme ich auf diesem Wege als Unwahrheit und eigene
Eifindung zurlck; erlläre, daß ich unüberlegter Weise durch lügen⸗
hafte Aussagen eine kränkende Schwätzerei hervorgerufen habe, und
muß öffentlich bekennen, daß ich ein dummes unüberleg“es Maul
habe. Urlundlich der Unterschrift. Sebastian Stedele.“

F Eine ergreifende Szene spielte sich am Sonnabend in Pest
bei der Einschiffung des Regiments „Este“ ab, welches in der
ungarischen Haupistadt seinen Werbebezirk hat. Der „P. Ll.“ er⸗
zählt darüber: Eine distinguirte Dame in vorgerücktem Alter er⸗
schien auf dem Quai, gefolgt von einetr Magd, die an jedem Arm
einen riesigen, vollbepackten Marktkorb schleppte. Die Dame holte
uus den Köärben Cigarren, Backwe:k und Tabalpakete in uner—
schöpflicher Fülle hervor und betheilte eine Truppe, an der sie eben
tand, Mann für Mann. Eine Kompagnie kann indeß auch einen
reichen Vorrath schmelzen machen und so waren denn auch die bei⸗
den Koͤrbe endlich leer. Da, als das letzte Paket ausgetheilt war,
trat der Hauptmann der Kompagnie an die Dame heran, lüßte
hr vor der Front seiner „Eljen“ rufenden Bursche die Hand und
sagte ihr mit jener vollendeten, ritterlichen Artigkeit, welche die
Offiziere unserer Armee auszeichnet, Namens der Mannschaft herz⸗
lichen Dant. Die alte Frau aber legte den Arm um den Hals
des jungen Offiziers, der mit gesenktem Degen vor ihr stand,
drückte ihm einen Kuß auf die Wange und sagte: „Das gill mei⸗—
nem Sohne; er ist auch Offizier und sieht auch unten“. Dann
wandte sie sich, ihre Thränen zu verbergen und verschwand in der
Menge.

— Eine leidenschaftliche Bevöllerung scheint Caserita im Neopo⸗
ütanischen zu haben. Der „Bersagliere“ zählt funf Morde auf,
welche dort an einem einzigen Tage ausgeführt worden. Ein Obst⸗
händler ersticht einen Camorristen, weil er auf dem Markt seinen
Platz einnimmt. Der Liebhaber einer Prostituirten tödtet diese,
am einen Rivalen zu ärgern. Ein Buchdrucker bewirbt sich um
die Liebe eines anständigen Mädchens, wird aber abgewiesen und
lauert deshalb demselben auf, als sie in Gesellschaft der Murter
und einer Tante spazieren geht; er zieht einen Revolver, erschießt
zas Mädchen, dann die Mutter, verwundet die Tante lebensge⸗
faͤhrlich und — erschießt darauf sich selbst.

Literarisches.

Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vom k. Oberförster H. Nißsche.
Fünfter Jahrgang. Nr. 23 enthält: Das Aschenbrödel
der heutigen Thierzucht, der Hund, von G. Lunze. — Des
Jäger's Jahreszeiten von Dr. Winckenbach mit Bld. —
Faltenbeize in Amerika von H. Semler in San Francisco.
— Fuchshistorie, humoristisches Bild u. s. w. — Jagdein—
ladungstarten vom Thiermaler Deiker. 25 Stück 19 M.
Berlag von Schmidt &amp; Günther in Leipjig.

Anhang dazu erscheint:

Bibliothetkfür Jäger u. Jaadfreunde.

Von erfahreuen Fachmännern herausgegeben. Jährlich 12

Heste, pro Halbjahr 3 Mark. Alle Buchhandlungen uud

Postanstalten nehmien Bestellangen an.

L
Gewinn⸗sListe
ꝛer am 3. September 1878 öffentlich gezogenen Ge⸗
winne der Geldprämien⸗Lotterie zum Ausbau der kath.
Kirche zu Zweibrücken.
Serie 63 Nr. 631 A40000; Serie 130 Nr. 401
A20000;
A

2 7 29 2000. 30 ,380 , 2000.

143 Nr. 071 M. 1000. Serie 156 Nr. 555 M. 1000.
6 784 v08. ls 848, 860.
5 Gewinne zu je 260.
Serie 67 Nr. 274. Sexie 187 Nr. 218. Serie 173 Nr. 087.
192, 974., 1897, 39.
35 Gewinne zu je A 1560:
Nr. 902. Serie 8 Mr. 972. Serie
328. a2 21. 53
* 8616.
—* 50.
ez

Serie 3

11 Rr. 307.
37, 6137.
34, 430.
73 866.
8381.
102, 5873.
1111, 283.
125, 951:
336, 501.
162, 586.
34. , 176, 688.
596.

—
766.

*
150 Gewinne zu je AS 60:

s.
1

Nr. Nr. S. Nr. 5. Nr. S. NMr. S. NMr,
325 371 9 214 9 308 10 21 12 646
789 10 390 7 59 0 329 21 68 22 342
702 24 305 25 521 27 174 27 714 80 99
366 33 561 86 111 67 30 39 676 38 786
907 40 652 40 712 64 42 443 42 646
702 46 63 46 504 403 47 488 48 304
663 48 754 50 440 50 725 51 367 55 96
125 56 28 39 238 59 396 62 113 62 789
764 65 197 68 813 69 334 69 699 70 37
256 71 707 73 601 73 760 81 543 82 692
763 83 965 84 76 85 442 38 977 86 1981
290 86 685 87 586 87 695 87 912 88 404
478 90 345 90 970 91 980 94 33 100 403
692 102 286 103 944 105 112 107 889 111 345
873 113 299 113 453 113 854 113 983 114 623
193 115 353 115 636 116 310 117 951 120 149
731 127 622 127 627 127 719 130 376 132 486
833 137 919 138 196 189 848 1839 920 140 624
141 141 757 141 924 144 620 147 428 149 7833
791 149 981 150 460 151 8321 151 483 1582 456
974 160 636 162 496 163 390 165 294 166 359
232 169 368 169 411 170 658 173 187 178 813
102 175 437 175 886 177 5335 180 429 185 423
615 185 941 186 563 187 322 187 692 190 279
561 197 908 197 991 198 714 199 883 200 431

2
20
33
39
42
4
84
71
83
86
28
900
112
15
25
137
241
49
158
168
175
185
193
200 Gewinne zu ie A 0:
Nr. S. Nr. S. NMr. Nr. S. Nr. S. Nr.

31 102 2 675 146 4695 41000

884 8 230 9 451 684 10 446 12 592
6009 14 817 15 1899800 16 307 16 627
932 17 440 37 628 .27 687 18 997 19 552

37 22 85 22 296 52 673 23 95 25 164

529 28 586 80 237 408 32 47 37 714
697 38 714 42 97 ⸗- 746 43 103 43 338
437 43 459 44 985 44 997 45 231 46 256

268 47 862 47 585 50 772 52 114 52 673

32 803 532 884 53 216 54 321 56 2656 57 88
57 954 64 597 64 883 66 335 68 495 69 23
0 641 71 364 71 8365 72 138 72 236 72 353
2 711 73 269 75 367 75 997 77 328 77 568
79 573 81 800 81 829 82 260 82 650 82 775
83 614 84 286 84 914 85 388 85 954 87 775
88 216 88 627 89 97 889 151 91 555 92 852
92 915 93 54 93 453 94 942 96 758 96 973
4102 88 104 74 105 185 105 490 107 814 111 104
III 121 111 858 113 60 113 86 1183 293 114 149
16 9 117 328 118 93 120 8126 382 126 440
27 358 128 443 130 714 132 215 133 213 133 859
27 31 137 742 144 111 146 386 146 991 147 732
48 118 148 355 148 974 149 192 150 68 150 431
150 635 151 170 153 617 156 408 156 635 158 194
158 195 160 230 160 374 160 541 160 763 160 801
161 408 161 672 161 795 161 955 162 113 162 250
162 691 165 652 166 885 166 902 166 999 168 589
170 868 172 311 172 391 173 687 175 264 175 403
76 2177 246 177 8359 179 313 179 667 179 678
179 883 180 122 180 328 180 341 180 723 180 774
180 993 181 784 182 679 182 741 1858 20 189 290
        <pb n="508" />
        S. Ne. S. Rr. S. Nr. S,- Fr. S. Nr. S. Mr.
30 351 180 675 189 689 190 782 191 4191 431
i82 951 194 668 195 71 196 316 198 346 199 741
200 223 200 578.

Die nun folgenden 48 Nummern gewinnen in sämmilichen
200 Serien, sofern sie noch nicht mit einem höheren Gewinne her⸗
borgegangin sind, den Betrag von M. 5.

e3 36 91 98 99 112 141 146 172 213 261 820
z28 342 869 881 8058 396 429 536 547 558 587 620
z28 650 673 706 727 737 740 751 778 776 784 785
age 842 875 870 886 890 918 920 925 943 964 967;

Ferner gewinnen M. 58: Nr. 92 S. 83, Nr. 96 S. 28,
Nr. 100 6.“ 80 u. S. 168, Nr. 118 S. 105, Nr. 142 S.
I41 HNr. 147 S. 4, Xc. 214 S. 133 u. S. 137, Nr. 326
S. 4, 848 S. 22 u. S. 168, PYr. 397 S. 59, Nr. 4830 S.
Ts0, Nr. 621 S. 144, Nre. 629 S. 17, Nr. 651 6. 82 u.
S. 84, Ner. 674 S. 22 u. S. 52, Nr. 777 S. 82 u. S. 87,

ar. 786 S. 181, Nr. 887 S. 178, Nr. 921 6. 189. Endlich
Jjewann:
Serie 41 Nr. 924 das Gemälde im Schäßwerihe von M. 320
„108, 66 “ „M. 50
v 50 767, v V „M. 30.
Die Gewinne verden von 1. Oklober 1878 46 nur bei
August Schuler in Zweiberucken gegen Rücgabe der
dett. Koose ausbezahlt und müssen bei Verlust des Anrechtes binnen
wei Jahren vom Ziehungstage an erhoben werden; nicht erhoben⸗
Zewinne fallen der Kirchenkassezu.
Die katholische Kirchenverwaltung.
Die Richtigkeit vorstehender Gewinnliste beurkundet:
Der leitende königl. Notar, G. Finder in Zweibrücken

Fur die Redaction derantworilich: F. X. Demehz.
Königliche Lateinschule Höchst wichtiag!
St. Inabert.

ür

Grben in Deutschland!

Ja Anbetracht der großen Schwierigkeiten von Amerika aus
Nachrichten über Verschollene zu erlangen, habe ich in 1875
in Justitut und eine Zeitung gegründet und es mir vit
3pezialaufgabe gemacht

Verschollene aufzusuchen,
Jas heißt, über deren Schicksal Auskunft zu erforschen und u
ertheilen.

Wenn Sie Jemanden suchen, respektive über einen Verstor⸗
zenen einen Todtenschein bedürfen so können Sie sich ver—
rauensboll an mich wenden und ich gebe Ihnen die Versicherung
zaß ich Ihren Auftrag prompt erledigen werde.

Jeder Brief an mich muß francirt sein. X

Fine briefliche Antwort kostet 1 Mark in „Postwarken“ irgent
eines Landes. .

Das Aufsuchen eines Verschollenen kostet 80 —50 Mark.

Ein Tedtenschein, von Notar und Consul beglaubigt, lohe
100 Mark.

Ein Drittel des Betrages muß mit dem Auftrag eingesan
verden und zwar in Reichsmarkscheinen in „eingeschriebenem“ Brie

Briefe sind genau zu adressiren ·? ze
. A, NOtar, Postbox 5590, New Vor,.

Das Studienjahr 1878,79 heginnt Donnerstag, den
26. September, an welchem Tage im Amtszimmer des Unter⸗
zeichneten Vorstandes der Anftalt die Inscription der Schüler vor⸗
genommen wird.

TAls Normalalier zum Einlr'tt in die unterste (I.) Lateinclasse
ist das vollendete neunte Lebensjohr festgesetzt. Die Aufnahme
in diese Classe ist durch eine Prüfung bedingt, in welcher sich der
Schüler über ein für die vierte Classe der Volksschule genügendes
Maß von Kenntnissen in der Religion, im Deuischen und im Rech—
nen auszuweisen hat.

Der neu aufzunehmende Schüler hat bei der Anmeldung sei⸗
nen Geburis und Impfichein, sowie seine früheren Schul⸗ oder
Studienzeugnisse vorzulegen.

Nach den bestehenden Bestimmungen darf die Oeffentlichkeit
und allgemeine Zugänglichkeit der Anstalt durch das Schulgeld
nicht beeinträchtigt werden. Dürftigkeit und dadurch bedingte Zah⸗
ungzunfähigkeit gewährt daher einen Arspruch auf ganze oder
heumeise Befreiung vom Schulgelde. Unbemittelte Schüler werden
ebenso auch durch unentgeliliche Stellung von Büchern und Schreib⸗
utensilien gerne unterstützt.

Die Aufnahms- und Nad prüfungen finden am 27. und 28.
September statt.

St. Ingbert, den 20. August 1878.

Der Koͤnigliche Subrector:
EArTMLCI.

In Eh. Ssahl's Verlag in N eunu-Ulm ist so ben er⸗

schienen:

3335
252
7

833 25523
5* 2538 —
2 —
α — 3 22
278 5332 3533

212 538*25

8 1 28*
5 *225 3228 2
— ———
— 38 33868533

— 222 2 — 227
—z253 33383 5852553
— *83 2332323
2 —8* 2535737
8 523 55553,23

218 553232
32313 23
333123 225332388
333335 333337—
52537 — ——
328060 3358
33388 3833223
33.3 28333

.
23— 8
—E 83 5325—5382
223833232 323323
22 IEXSABIEBSA S
—
2236 253 —
4523 53 — —————

Großes illustrirtes
Kräuterbuch.
Ausführliche Beschreibung aller Pflanzen und
Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen, ihre Wirkung und Anwendung, ihren
Anbau, ihre Einsammlung und Aufbewahrung.
ANebst Anleitung
zur Berestung aller möglichen Arzneien, Nräutersäfte, Syrupe,
Tonserven, Latwergen, Essenzen, Wasser, Pulver, Oele, Salben,
Pflaster, Pillen, Pomaden,
sowie vieler
Geheim und Hausmittel.
Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
Mit nach der Natur colorirten Abbildungen.
Preis pro Ifg. 50 Pfg.

Das Werk ist in 15 Lfgn. erschienen.

Fin Kraͤulerbuch mit nach der Natur eolorirlen Abbildungen
wird gewiß überall mit Freuden begrüßt und dürfte unser Unter⸗
aehmen, welches auf der Grundlage 30jähriger praktischer Etfahrung
hderuht, vor allen anderen ähnlichen Weiken sich den Vorzug erringen.

Ueber 300 Pflanzen, Kräuter, Heilmittel ꝛc. sind in unjser
Werk aufgenommen, die in allen Concurrenzwerken gänzlich fehlen.
Die Abbudungen, ganz naturgetreu, ermözlichen sogar den Laien in
Xer Boltanik, den Werih der Pflanze ꝛc. richtig zu deuten.

— Ein namhafter Beurtheiler sagt über dieses Buch:

„Es ist das Beste, das je in diesem Fache aus der Prisse
hervorgegangen. Wenn ächtes Verd'enst den Erfolg bestimmt, so
Juß das Werk die unbegrenteste Berühmtheit erlangen. Wir
npfehlen es mit bestem Gewissen zum allgemeinen Gebrauche.“

Zei Einsendung des Betrages erfolgt Franeo⸗Zusendung.

Makulatur
zu m Tapezieren vernn

*
87
—
3
25
—
52
3*
77
—5
—
242

Frucht- Brod⸗ un
Fleisch⸗Preise der Siad
zweibrücken vom 5. Sehs
Weizen 10 M. 63 pf. Kem
89. os ppf. Gersie Zreihi
0 M. — Pf. Gerste 4 rüh
0 M. — Pf. Spelz 60
68 Pf. Hafer 6 M. 189
Heu 1M. 80 pf. Stroh
V. — pi. Kacloffeln 29
ppf. Weißbrod 12 Hile
34 9pf. Kornbrod 8Kil. 74 26
50 Pf. ditto 1 Nilo. 26*
Gemischtbrod 3 gilo. O M. 919
Rindfl. 1. Qual. 79 Pfr
Zual. 66 pf. Kalbfl. 66
Zamfl. 66 Pf. Schweinefl. 60
—

Allgemeine Wechsel
per St. 3Pf., 25 St. 50 Pf.
iind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

FJ. J. Demetß.
Druck und Verlag von

F. X. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="509" />
        1

.
F
ei
er
n
12

I..

si

St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhallungsblatt,. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljahrlich
1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfs. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— — ——————
ber 1878.

M 142. Sonntag, den

Deutsches Reich.

Mänchen, 6. Sepibr. EGtaatsrathssitzung.) In der
gestern unter dem Vorsiße des Prinzen Luitpold ab gehalienen
Sitzung des Staatarathes gelangten die weiteren Entwürfe der
Vollzugsgesetze zu den Reichsjustizgesehen (Strafgerichts und Konkurs⸗
ordnung) nach einer zweistündigen Berathung zur Erledigung. Der
Druck verselben ist in wenigen Tagen beendet. — Die Gesetz
ebungsausschüsse bei den Kammern werden dis Mitte Oktober zu⸗
sammentreten.

Berlin, 8. Sepibr. Zur Wilhelmsspende gehen bei dem
Tentralausschuß noch immer Listen ein, so daß wohl vor vierzehn
Tagen an eine deßtitive Aufstellung des Gesammtertrages dieser
Saͤnmlung nicht wird geschritten werden können. Bei einer vor
einigen Tagen stattgehabten vorläufigen Feststellung ergab sich, daß
sich im ganzen Deutschen Reiche über 11,3300,000 Personen, also
meht als der vierte Theil der Bevölkerung des Deuischen Reiches
an der Spende betheiligt haben und von diesen über 1,800,000
Mark gezeichnet worden sindd.

BerTin, 5. Sepibr. Der „Reichsanzeiger“ meldet; Se.
Majestät der Kaiser und Koͤnig ernannte den bisherigen Chef der
Detonomleabihrilung des wuͤrttembergischen Kriegsminsteriums,
Mand, zum Direltor des Rechnungshofes des Deuischen Reiches.

Die Nauionalliberale Correspondenz“ schreibt: Die Wahl des
Hrn. v. Siauffenberg im dritten Braunschweig'schen Wahlkreise ist
nach den vorliegenden telegrabphischen Meldungen mit glänzender
Majorität gesichert. Damit ist das hochbedauerliche Wahlresultat
in München, soweit es wenigstens die Person dieses hervorragenden
nationalliberalen Parteiführers betrifft, wieder gut gemacht, und dem
Reichstag ist erne Kraft zurückgegeben, die weit über unsere —X
hinaus schmerzlich vermißt worden waͤre. Insbesondere bei den be⸗
borstehenden Steuerdebatten ist die Mitwirkung dieses Mannes von
höchsem Werth. Und wenn auch Hert v. Stauffenderg nicht mehr
wie bisher, als der hervorragendste Reprasentant des nationalge⸗
finnsen Süddeutschland im Reichstag erscheint, so wollen wir uns
doch freuen, daß es die Umflände so gejügt haben, daß ihm
wenigstens noch nachtcäglich ein Platz in der Reichsveriretung ge⸗
holen werden konnte. Das nächste Mal wird hoffentlich auch Rünchen
seine Ehrenschuld wieder einldsen.

Die Agitation gegen die SGinführung des
Tabatmonopols ist noch immer im Steigen begriffen, und
ez sind in dieser Richtung so viel Eingaben an den Bundesrath
gelangt, daß derselbe wenigstens über einen Mangel an Kenniniß
uͤber bie Suͤmaung im Reiche nicht llagen tann. — Mit großer
Spannung fieht man der Enquôte über die Eisen⸗In⸗
duͤstrise intgegen, da von derselben bekanntlich wichtige Be⸗
schlüsse über die Eisenzollfrage abhangen. Inzwischen mehren sich
die Anzeigen dafür, daß man die Eißenzölle, wenn auch in be⸗
schränktem Umfauge, wieder einführen wird. Es gilt als feststehend,
daß innerhalb der preußischen Regierung sich eine derartige Ten⸗
denz geltend macht.

üin, 5. Sepibr. Der Kronprinz des Deuischen Reiches
traf von Berlin heute Abend in Begleitung des Erbprinzen von
Meiningen hier ein, wurde am Bahnhof von den Spitzen der

Fivil- urd Militärbehörden empfangen und fuhr durch die reich
beflaggten Straßen unter Hochrusen des Publilums zum Gouverne⸗
mentsgebäude. Abends 9 Udr findet Beleuchtung des Mün—
sters stait.

Straßburg, 3. Septbt. Bei den beborstehenden Herbst⸗
manbvern des 15. Armetcorpz wird der Großherzog von Baden
das erste Mal iu seiner Eigenschaft als General⸗Inspecteur der 5.
Armee? Inspection zugegen jein. Nach hier eingegangenen Nach-⸗
richten wird der Großherzog am 15. ds. Mis. hier eintreffen und
am Monlag den Pandvern bei Hochfelden beiwohnen; vom Ma—⸗
növerfeld lehrt der Großherzog jedesmal hierher zutüd.

Ausland.
Paris, 85. Sept. Professor Huber von München, der
Verfasser der bekannten Geschichte der Jesuiten, welcher seit einigen
Tagen hier weilt und in den Pariser Gelehrtenkreisen, namentlich in

der sich um Ernest Renan schaarenden Gruppe eine sehr schmeichel⸗
hafte Aufnahme gefunden hat, war gestern vom deutschen Bot⸗
chafter, Fürsten Hohenlohe, zur Tafel gezogen.

London, 6. Sept. Nachrichten aus Blackburn von gestern
agen: Drei der größten Baumwollspinnereien zeigten an, sie
vürden in vierzehn Tagen ihre Etablissements schliehen, drei andere
vürden eine abgekürzte Arbeitszeit einsühren. Den neuesten
Schätzungen zufolge soll die Zahl der Opfer bei der Kollission auf
der Themse sich auf 700 Personen belaufen; Taucher sahen Hunderte
don Leichen inn Wrack liegen. — Das „Bureau Reuter“ meldet
⁊us Konstantinopel: Der Ministerrath beschloß Griechenland zu
intworten, die Pforie köune keine Delegirten zu einer Grenzregu⸗
irungslommission senden, sondern müsse die Antworten der Groß⸗
nächte auf ihr letztes Memorandum abwarten, ehe sie eine Ent⸗
cheidung treffen könue.

Rom, 3. Septbr. Das Leiborgan des Vatikans, der Osser⸗
vatore Romano, verrheidigt Bismarck's Sozialisten⸗-Gesetzentwurf.
— Die „Capitale“ widerspricht dem Diritto, welches behauptete,
zaß Freiwillige für Bosnien heimlich Ancona verließen. — Gari⸗
zaldi verlangt in einem Briefe an das genuesische Blatt „Popolo“
stüstuagen gegen Oesterteich. (N. Fr. Pr.)

Petersbucg, 29. August. Es wird immer besser! Die
Mörder des Generals Mesenzow hat man noch nicht entdeckt, da⸗
ur aber haben heute sämmtliche hiesige Zeitungen eine Zuschrift
inter Kreuzband erhalten, in welcher im Namen des „Centralen
Kevolutionscomitos“ mitgetheilt wird, daß General Mesenzow nicht
zurch Mörderhand gefallen, sondern in Folge eines Urtheilsspruches
des revolutionäcen Comiloͤs, daß der Syruch nicht anders als auf
Tod habe lauten können. Man werde auf dem einmal betretenen
Wege nicht stehen bleiben, sondern vorwärtsschreiten, das heißt
‚auf dem Wege des Lichtes und der Erkenntniß“. Geschrieben war
zie Adrefse des merlwürdigen Actenstüches ursprünglich von Damen⸗
jand, danach aber typographirt. Die Post hat die unter Kreuz⸗
»and abgesendeten Paquete arglos befördert; man war nicht
zarauf gefaßt, daß in der Haupistadt des russischen Reiches mit all
einer Geheimpolizei ein ähnlicher Bund existiren tiönne. Das
zevoluonäte Comité stellt der Gesellschaft und der bestehenden
Staausgewalt folgende Alternative: Entweder Einführung einer
Betfaffung, Abschaffung der geheimen Polizei, Begnadigung aller
Tompromittirten u. s. w. oder Raztia mit Dolch, Gift und Re⸗
zolver unter den Gegnern des sich auf so kühne Weise präsentiren⸗
den Comitoss. Das Comit fügt hinzu, daß bei den ihm zu Ge⸗
hote stehenden ganz außerordentlichen Mitteln es ihm nicht schwer

verden würde, selbst mit offener Gewalt zum Ziele zu gelangen.
Die Geheimpolizei ist aus den Wolken gefallen über eine soiche
Unverjchämtheit polinscher Morder, die, anstatt sich in's Dunkel
der Nacht zu verkriechen, Kreuzbandsendungen an alle Journale
der Haupistadt richten; die deutschen Journale erhielten die Zu⸗
chrift in deuischer Sprache.

Der Sultan von Marolko liegt im Sterben. Den näheren
Mittheilungen aus Tanger ist zu entnehmen, daß die Vergistung
das Werk mehrerer Großen des Reiches gewesen, welche den ihnen
einer liberalen Anschauungen und Bestrebungen wegen verhaßten
Zerrscher aus dem Wege zu räumen hofften. Als der Sultan
üngst in dem nahe bei seiner zweiten Haupistadt Marolko zusam⸗
mengezogenen Lager campirte, ward ihm eines Abends das mar⸗k⸗
lanische Nationalgericht Kuskus“, mit Arsenik vermengt, gereicht,
pon welchem er auch reichlich aß—

New⸗Orleans, 4. Sepibr. Nach den letzten Berichten
st noch keine Abnahme der Epidemie zu bemerken. Depeschen aus
Memphis und Holysprings bestätigen die dortige schreckenerregende
Situalion. Aus allen Städten laufen Gesuche um Hilielei⸗
dung ein⸗

New⸗Orleans, 8. Sepibr. Gestern starben hier 72
uind in Vicsburg 20 Perfonen. In Granada dauert das gelbe
Fieber ununterbrochen heftig fort. Die Hulisvereine erlassen Auf⸗
»ufe an die allgemeine Mildthätigleit.
        <pb n="510" />
        —A

f Erkenntniß des Reichs-Oberhandelsgerichts. In Bezug au
die im geschäftlichen Leben vorkommende Raths- und Empfehlungs-
ertheilung betreffend die Bonität von Kaufleuten, ist in einem Er—
kenntniß des Reichsoberhandelsgerichts über den Grud der Haftbarkeit
des Rathsertheilers für die Folgen seiner Empfehlung entschieden,
daß der, welcher wissentlich einen nachtheiligen Rath oder eine schäd—
liche Empfehlung ertheilt, für den widrigen Erfolg verantwortlich
wird und der, welcher wahrheitswidrig einen Andern als kreditwürdig
empfiehlt, sich gleich einem Bürgen verantwortlich macht, wenn er
das unrichtige Zeugniß wider besseres Wissen oder aus grobem Ver⸗
sehen ertheilt hat. Dagegen finden diese Bestimmungen keine An⸗
wendung auf Denjenigen, welcher sich zu wahrheitsmäßiger Augkunfts⸗
oder Rathsertheilung durch Vertrag verpflichtet hat. Ein solcher
haftet, wenn die Rathsertheilung gegen Belohnung den alleinigen
Gegenstand des Vertrages bildet, auch für mäßiges Versehen, erscheint
dieselbe aber als Bestandtheil einer auch auf andere Leistungen sich
erstreckenden Vertragsverpflichtung, so ist dabei für den Grad des
Versehens zu haften, für welchen bei diesem Vertragsberhältniß aus
der Natur desselben überhaupt einzustehen ist.

FKapellen, 6 Sept. Die Vermuthung, daß der seit
Donnerstag voriger Woche vermißte 72 Jahre alte J. Hoffmann
von hier, in den Wellen des Rheines seinen Tod gefunden, hat sich
leider bestätigt. Vorgestern wurde die Leiche desselben unterhalb der
Rheinbäder bei Speyer geländet und wird heute hierher gebracht
werden.

f Wie man der „Pf. V.“ mittheilt, wurde in Folge der
Vorkommnisse in Haßloch Militär dort einquartiert.

Worms, 3. Septbr. Gestern erschoß sich in dem bes
nachbarten Pfifflinghein auf dem Friedhofe ein junger Mann aus
Furcht vor Strafe, weil er bei einem unlängst auf der Kirchweihe
entstandenen Raufhandel seinem Gegner in den Finger gebissen
hatte. (W. 3.)

F. Eine lolossale Dumurhe't ist einem französischen Blaite an⸗
läßlich der Hinrichtung Hödel's berichtet worden. In dem Blatte
ist zu lesen: „Die Oberstaatsanwalsschaft hatte an alle Strafan⸗
stalten ein Zirkular gerichtet, um bei allen lebensmüden Verbrechern
eine Anfrage halten zu lossen, wilcher von ihnen sich bei der gro⸗
zen Scharfrichter · Prüfung zum Wohle aller Hinzurichtenden justifi⸗
ziren lassen wolle. Darauf hätten sich nun nicht weniger als sechs
Personen gemeldet. Man sei hernach übereingekommen, aus diesen
zwei Indididuen durch's Loos zur Probeexekution zu erwählen, da
mit man Gelegenheit habe, die Geschicklichleit des Scharfrichters
nach allen Seiten hin genau zu beobachten. Zuletzt habe das blu⸗
tige Examen endlich in Brandenburg stattgefunden und fich Herr
Krauts so glänzend gleich bei dem ersten Delinquenten bewährt,
daß man den Reserve-Todeskandidaten zu dessen Bedauern unerledigt
ließ.“ Was ist hier bewundernswerther, die Naivbetät dessen, der
das geschrieben, oder die Naivetät der Zeitung, welche es aufge

ανανναιν OE α 4- —
Der neueste Pariser Modeartikel ist, wie ein Ausstellungsbesucher
erzählt, die „Krauts- oder Scharfrichter-Kravatte.“ In allen
Straßen von Paris bietet man unler der Bezeichnung ‚die Krauts-
stravatte“ eine schmale Halsbinde aus, wie sie der Berliner Scharf⸗
richter bei der Hinrichtung Hödel's getragen haben joll. Die Pa⸗
riser lachen Über den Scherz und kaufen die Scharfrichter⸗Kravatte.
Wäre Hödel gehängt worden, so würde man jetzt in Paris wahr⸗
scheinlich eine Hödel⸗Kravatte erfinden, zu welcher der Strick das
Modell bildete. Die Hödel⸗Kravalte müßte selbstverständlich sehr
eng sein.
7 Willkommen Mensch und Vieh! In einem Schweizerstädtchen
war kürzlich Bezirts-Vereinswettschießen und zugleich auch Ver—
sammlung des londwirthschaftlichen Vertins. Ein praktischer Kopf,
der beide Theile willkommen heißen wollte, that dies mit folgendem
hübschen Verslein:

„Willkommen, Ihr Schützen,

Freunde der Oekonomie! 2*

Schirmet das Vaterlandnd—

Pfleget das Vieh!“ . 67
FLondon, 4. Septbr. Der Dampfer, welcher die
„Princeß Alice“ in den Grund gefahren, ist ein Kohlenschiff aus
Bywell· Castle, das sich auf der Fahrt nach Nordengland befand.
Die Ertrunkenen sind meistens Frauen und Kinder. Der Kapitän
und die gesammte Mannschaft sind ebenfalls ertrunken. Bis jetzt
veiß man nur von ungefähr 100 Geretteten. —
Hohes Alter. “Am 7. August starb in Hustisford,

Wisconsin, Herr Johann Schwieder im Alter, von 103 Jahren.
Der Verstorbene war in Brieg bei Breslau in Schlesien geboren,
machte den Feldzug gegen Napoleon mit, kam im Jahre 1850
—E
heit heimgesucht worden.
ata
Dienstesnachrichten.

Zu Gerichtsschreibern wurden ernannt: beim Landgericht Ober⸗
moschel der Gerichisbollzieher L. Hent daselbst, beim Landgericht
Annweiler der Polizeianwalt R. Prinz in Landau und bei dem
randgericht Neustadt a. d. H. der Polizeianwalt L. v. Löwenich
n Woifstein. Der Bezirksgerichtsrath F. W. Baumann in Kaisers⸗
autern wurde zum Rathe am Handelsgericht daselbst ernannt, der
Assessor am Handelsappellations Gericht in Zweibrücken, Brauerei⸗
besizer K. Bruch, unter Anerlennung der geleisteten Dienste auf
Pachsuchen von seinem Amt enthoben und der Rechsscandidat
E. Kieffer in Zweibrücken zum Advocatanwalt bei den Gerichten in
Zweibrücken ernannt.
Fur die Redaction veraniwortlich: F. RX. Deme ß.
Die in Stuttgart erscheinenden Homödopathischen Monatsblätter“
enthalten folgenden Aufruf und werden die verehrlichen Redakltionen
aller deutschen Zeitungen im Interesse der Sache gebeten, diesen
Aufruf kostenfrei in ihr Blait aufzunehmen.

Zur Reichsstagswahl.

Weit über Tausend schwere Gesundheits⸗Schädigungen durch
die Impfung sind in dem dritten Hilferuf an den deuischen Reichs⸗
tag konstatirt. Vergeblich versuchte man die Vergiftung don 26
schulpflichigen Mädchen durch syphilitische Lymphe in Lebut
zu vertuschen; der Thatbestand wurde amtlich bestätigt.
Der nächste Reichstag wird sich wiederum für oder wider die Auf⸗
hebung des Impfzwangs auszusprechen haben: es ist daher
jetzt Sache der Wähler, von jedem Reichstags-Abgeordneten zu ver⸗
sangen, daß er vor Allem auch verspreche, für Aufhebung des
Impfzwanggesetzes zu stimmen.

Stuttgart, im September 1878.

Sekretariat des Landesvereins für HSomöopathie.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Lrste und aàlteste
Aunoucen⸗Expedition
Franui furt a. Mainm.

Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halben Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.
Filidlen in Darmstadt
Vannheim, Carlsruhe, Stutt
gart, Mürzpurg, Ulm.
PFreiburg in Baden.
Besorgen zu Originalpreise
ohne alle Nebensosten:

—XX Paohtungon,
Vaoanzon- Angob Bubmisnionen,
Lanf-&amp; Verkaufe- Roiraths·Offertoꝛ
Anzoigen. Disero?o Anzeig
in alle Zeitungen der Wolt.

ertrauen kann ein kranker
35 zu einer solchen Heilmethode

haben, welche, wie Dr. Airy's
Naturheilmethode, sich thatsächlich
bewährt hat. Daß durch diese Me—⸗
hode Aukerst güustige, ja staunenerre⸗
zende Heilersoige erzielt wurden, be⸗
»isen die in dem reich iluslr. Buche:

r. bisy's Nafurhoismethal e
—... en e
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
olche Kranke noch Heilung fanden,
sur die Hilfe nicht mehr möglich
chien. Es darf daher jeder Kranke
ach dieser bewährten Methode um
so mehr vertranensvol zuwenden,
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafür angestellte
praktische Aerzte gratis erfolgt.
Näheres darliber sindet man in
dem vorzüglichen, 544 Seiten
starken Werte: Dr. Airy!s Na⸗
turheilmethode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Aubgabe, Preis 1 Wark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wunsch gegen
Einsendung von 10 Briefmarken
à 106 Pf. bireet franco versendet.
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Brehms Miiierleben

æit nstich uägearbeitetem und erieitertem Teæt und grostenthæils
aeuon Abbi ldungen nach der Natur, umfaset in vier Abtheilungen eine
RATA TRASια
qaufs prœchtvoliste illustrirte
und erscheint in IOs uchentliohen Lieferungen aum Preis von I Mare.
⸗ Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipziq.
8

Ancte AæFlauge

Die Hauptblatter der
Schweiz und Prankreichs
dind von uns gepachtet
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ureln u nns.

Stationsveklebzettel
Erschienen find Band 128, 7 u. 9 3. durch jede Bucht. zu bezieh. bidigs bei F. X. Demetz.
Druc und Veriag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr36.
        <pb n="511" />
        ————
—

AAghetter 2eiuer.

Der St. Iugberter Amnzeiger und das (ZRmal wöchentlich) mit deim Hruptblatte verbundene Unterhaltuagsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich vierenalz; Dieustag, Dounerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsbreis beirägt vierteljährlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts it 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Recklamen
mit 30 Pifgq pro Zeile berechnet.
A 1 43. Dienstag, den I0. Septernber 1878.

Deuisches Reich.

München, 5. Septhr. Heute srüh um 10 Uhr kraf der
Kronprinz in Ich nhausen ein, von Tausenden erwartet und enthu—
iastisch begrüßt. Das Manöver begann unmittelbar dacauf. Die
Parade fand um 2 Uhr auf dem Felde bei Orenbrunn statt. Die
Haltung der Truppen war kroßz der unerträglichen Hitze vorzüglich.
Der Kronptinz fuhr wit General v. d. Tann im Wagen durch
das reich beflaggte Ichentaufen nach Quenzburg. Sänmmtliche
Heneräle sind für heute Abend zum Diner nach Auasburg ge—
aden.

Berlin, 7. Sept. Wie die soc'alistische „Betl. Fr. Pr.“
etzt bestätigend meldet, hat vor einigen Tagen in einem Walde bei
dial?au (im Kreise Pilfen in Bbhmen) ein geheimer Solialisten⸗
Fongreß stattgefunden, an dem sich aus Deutschland Deputirte von
herln, Hamburg, Breslau und Dressden betheiligt haben. Die
„Berl. Fr. Pr.“ war vertreten durch ihre Redactture Most und
Finke. In Betreff des Resultates dieser Verhandlungen schreibt
as socialistische Organ: „Was im Walde bei Klattau beschlossen
vurde, „man“ soll es dei Zeiten erfahren.“

Berhin. Nach Ausspruch unserer compttenten Artillensten
nben die Versuche auf dem Schießplatze bei Zossen ergeben daß
die österreichijche Uchatius-Canone sich mit der Krupp'schen Guß-
tahl⸗Kanone in keiner Beziehung messen kann.

Aus Kiel, 7. Sept. wird der „Frkf. Zig.“ gemeldet, die
Untersuhung wegen des Untergangs des „Großen Kucfürsten“.
omme vor ein Kriegsgericht.

Nnusland.

Wien, 8. Sept. Der Bejuch, welchen der Führer der un⸗
narischen Konserveutven, Baron Sennyey, bei Bismarck in Gastein
rhstattete, sowie die Konferenz der beiden Staatsmäuner, wird in
pesigen eingewerhten Kreiien als bedeutsan für den Fall angesehen,
aß Sennyeh össecreich scher Minister des Aiußern werden sollte.
ẽs handelt sich dem Veraehmen nach darum, Bismuarck klar zu
stellen, daß mit Sennyey ein ebenso intimes Zusammengehen, wie
mit Andrassy möglich sei. Bismarck soll aus der Untetredung eine
rolle Beruhigung über das zukünftige Verhältn'ß zwichen Oeiterreich
und Deutschland haben.

Paris, 6. Sept. Bekanutlich gestattete die Polizei nicht,
aß der internationale Arhbeisercongraß gestern eröffaet werde. Die
Heranstalter deslelben hatten, da die Regierung sie zur Abhaltung
iner öffenilichen Versantmlung nicht ermächtigt hatte, eine Privat—
versammtung veranstalten und zu diesem ener derselben, Namens
Finance, den Ballsjaal in der „Nue des Entrepteneurs“ gemrethet.
Da die Polizei den für acht Tage geuietheten Saal nicht als ein
Brivatlocal ansehen wollte, so schriti sie ein, um das Abhalien der
hersammlung zu verhiudern. Als die Polizei vor dem Local an⸗
lam, fand sie dasselbe geschlossen. Sie schloß dasselbe ein und ließ
stiemand mehr eintreten. Ein großer Volt haufe hatte sich vot
vem Haufe ang-sannnelt, verhielt sich abr volständig ruhig.“ Vei
Uekunft der Polizei waren nur seht wenige Arberter⸗Delegirle angt⸗
ommen, und einige derselben parlamentirten mit der Polizei, um
n den Saal eingelossen zu werden. Die Polizei wies sie zurück
und mehrere von ihnen warden festgenommen, da sie zu heftig
drotestirten. Gleiches Schicksal hatte ein Theil derer, die sich in
hen Seal eingeschlossen hatten. Widerstand selbst wurde nicht
jeleistet. Nun versammelle sich ein Thell der Delegirlen in einem
benachbatten Kaffeehause und setzte dort einen Protest auf. Die
nicht verhafteten Veraustalter des Congresses begaben sich heute zum
Dinister des Innern, um einen Protest zu üdergeben und nochs
nals die Ermächtigung zum Asthalten des Congresses zu verlangen.
Der Minister behairte aber auf stiner We gerung, Wweil der Congreß
»en Zwick habe, die Iniernationale wieder herzustellen und so den
non der Nationalbersammlung 1872 angenommenen Gesetzen Trotz
u bieten. — Außer dem schon erwähnten Berichterstalter äneß
ibziger socialdemokratischen Blattes, Hirsch, siad noh ein Täne

anens Schumann, sowie zwei russische Frauen verhaflet worden.
Diese Verhaftungen fanden anf Grund der bei den fünf verhafleten
sanzösischen Socialisten vorgefundene Pabiere statt. (K. 3)

j
J

Ragusa, 8. Sept. Trebinje (Herzegowina) wurde gessern
Mittag von den Oesterreichern ohne Widerstand besetzi; die türk schen
Truppen übergaben das Castell und zogen gegen gestern Abend ab.

Am 6. September haben die Russen endlich Bastum befetzt.
Um 11 Uhr Vormittags zogen sie in die Stadi ein, es wurde die
rujsische Flagge aufgehißt und die Verwaltung der Stadt von
ufsischen Bebötden übernommen. Der bisherige türklische Come
nandant Derwisch Pascha empflag die Russen an der Spitze einer

Deputation der Stadtbewohner. Die türkischen Civilbehördeũ hatten
die Stadt schon vor dem Einmarsch der Nussen verlassen. Zur
Zeit stehen noch 15 fürkische Bataillone in Batum, welche Terwisch
Pascha bald (durch Schiffe) fortschaffen zu lassen versprach. Der
crussische Genera!mejor Nurin wurde einstweilen zum Generalgouver⸗
neuer von Batum ernannt. Beim Abgang der letzten Nachrichten
war in Batum und dessen Umaebung Alles ruhig.

Athen, 7. Sept. Nachdem die Pforte auf die letzte
zriechische Note blos erwidert hatte, daß sie die Anwort der Mächle
zuf ihr Memorandum abwarien müsse, ließ Minister Delyannis
Jeute „ine Circulardepesche abgehen, worin d'e Vermit!tlung der
Mächse nachgesucht wird.

Konstantinopel, 7. Sept. Ein Telegramm aus
Yalowa (Albanien) meldet, daß Mehemed Ali, nachdem es ihm
Jelungen war, eisger Bande von albanesischen Aufständischen, die ihn
bei Ynklowa umzingeln wollte, zu entzehen, nach Hongar geflohen
war; hier wurde derselbe von den Insurgenten umringt und imnt
209 Personem aus seinem Gefolge massakrirt. — Die Türker wird
Rmnächtt eine Gesandschaft nach Afabanissan entienden.
Sermismtes3.
Sil Ingberkeo9. Sept. Das gestern Abend über un—
ere Stadt hinziehende Gewitter, welches sich bei Hasel und Nieder—
vurzbach in sehr heftiger Weise, mit Sturmwind und Schlossen im
Besolge entlterte, so daß es an der Straße zwischen Hasel und
ulershof starle Pappelbäume entwurzelte und quer über den Weg
egte, wodurch momentan die Straße unfahrbar wurde.
BZweibrücken, 9. Sepibr. Gestern früh 1227 Uhr
tarb Herr Johann Peter Krieger, kgl. Kirchenrath, Kabitels Semet
ind II. Pfarrer an der Alexanderskirche dahier, Inhaber des
ẽhreukreuzts des k. bayer. Ludwigsordens, sowbie dis J. nieder⸗
ändischen silbernen Dertzeichens für die Feldzüge 1813 und 1815,
m Aiter von 82 Jahren und 6 Wochen, ohne vorhergegangene
drankheit an einem Schlaganfalle, der den edlen Verblichenen 2
Tage vother getroffen. Der Verlebte war auch Ehrenmitalied des
siesigen Kriegervereins; in seiner Dasksagung an den Verein für
ziese Auszeichnung, die uns zur Eirsicht doregt, schreibt derselbe
. A.: „Ich hatte mich schon im Jahre 1813 413 17jähriger
Ztudent zu freiwilligem Felddienste gemeidet, als ein deutsches Är—
neecorps unter General Bülon die Niederlande befreite, konnte
edoh damals nicht angenommen werden. Im Jahre 1815 aber
rat ich in die Kompagnie freiwilliger Jäzer, aus Studenten der
larbersität Utrecht gedildet, welche kurz nach der Schlacht bei Wa⸗
etloo ausrückte und eben die Festung Valenciennes zerniren half,
als der Pariser Friede den Krieg beendizte. Die Freiwilligen
wurden mit ehrenvollem Abschied entlassen. Als die noch Lebenden
das 50jährige Jubisqum ihrer Rückkehr aus dem Feldzuge feierten,
verliceh Se. Moj, der König der Nederlaude ihnen das Feldzeichtn
für 1818 und 1815, — ein sibernes Kreuz an orangefarbenem
Bande nebst Diplom. Jetzt in meinem 79 Lebensjahre mache
ich Anspruch auf die Titel nicht nur eines Veteranen, sondern
auch eines Invaliden, der wegen Altersgebrechen an Versamm⸗
lungen und Festen nicht mehr Theil zu nehmen vermag. Wo und
wie aber ein so achtbarer für das Heil des großen deutschen Va⸗
ler'audes mit Wort uand That einftehender, gegen König und Va—
terland in Treue bewährter Verein sene Gesinnung kund gibt,
schließe auch ich mich in Gesste mit den wärmsten Segenswünfchen
an.“ — Die Achtung uad Lebe der ganzen Einwohnerschaft fol-
gen dem edlen Verblichenen weit über das Grab hindus. (3w. 3.)
tZweibrüschen. Die Dingler'sche Maschmnenfabrik hat
Jum ein Palent nachgesucht für eine Kel⸗ oder Schraubenvorrichtung
        <pb n="512" />
        als Zwischenmechanismus an Steuermaschinen, bei welchen mit der
Bewegung nur eines Punktes der Steuerstelze die Steuerung des
Steuerchlinders erzielt wird.

Kaiserslautern, 8. Sepibr. In der verflossenen
Nacht starb an einem Schlaganfalle der frühere Landlagsadgeord⸗
nete, Adjunet Philipp Schmidt. (K. 3.)

FDie dijesjährige Generalversammiung der Pollichia findet
Dienstag den 24. September von 10 Uhr Vormittags an im
Stadthaussaale zu Dürkheim statt. Aus der Mitte des Ausschusses
haben schon Vorträge angemeldet: Dr. Bischof über das Vorkom⸗
men von Schwer jspat und Pfilomelan ir Vogefensandstein, Lingen:
felder über eßbare Pilze, Dr. Mehlis über die „Physiologie und
die Verbreitung der Getmanen.“

Landau, 9. Sept. Am Samstag Nachmittag gerẽethen
die beiden Tazlöhner Hust und Deck von Insheim auf einer Wiese
in der Nahe des Ortes in Streit, wober der ürstere dem Lehteren
mit den Zähnen eines hölzernen Rechens derart auf den Kopf
schlug, daß ein Schädelbruch entistand. Leider soll nur wenig Hoff
nung vorhanden sein, den Deck am Leben zu erhalten. — Am
gleichen Tage wurde der Feldschütz von Jockgrim durch einen Bur⸗
schen mittelst 18 Messerstichen lebensgefährlich verlegt.

* Speier, 7. Sept. Dr. Eugen Jäger, Redakteur der
„Pf. Ztg.“, hat sich, wie der „Sp. Ztg.“ mitgetheilt wird —
wegen Beleidigung der bayerischen Minister, verübt in einem Ar⸗
tikel der „Pf. Ztg.“, vor dem nächsten pfälzischen Schwurcgericht
zu verantiworten.

FKarlsbad, 8. Sept. Der „Sprudel“ meldet: Bei
dem wegen Betruges an Karlsbader Bankiers verhafteten van Els
aus Rotterdam wurden Papiere aus dem großen 1876 zwischen
Calais und Dover verübten Postbeuteldiebstahl vorgefunden.

F (Zur Nachahmung empfohlen.) Bei den Brauereibesitzern

Todes⸗Anzeige.
Gotit der Herr hat gestern Morgen halb 7 Uhr
unsern lieben Vater, Schwiegervater und Großvater
Den hochwürdigen Herrn
Johann Peter Lrieèger,
tgl. Kirchenrath, Capitelssenior und 2. Pfarrer an der Alexanders⸗
kirche in Zweibrücken, Inhaber des Ehrenkreuzes des k. bahr. Lud⸗
wigsordens, sowie des kgl. niederländischen Denkzeichens für die
Feldzüge 1813 und 1815,
im Alter von 82 Jahren 6 Wochen aus einem für Kirche
Hund Schule reich gesegneten, bis in die letzten Tage thä—
tigem Leben nach kurtzer Krankheit schmerzlos und im
Frieden heimgeholt.
Wir bitten um stille The lnahme.
St. Ingbert, 9. September 1878.
Pfarrer Krieger
mit Frau und Söhnen.

Fr. v. Schillers Gedichte travestirt.
Beilräge zu komisch-humorist. Vorträgen. Zweites Bändchen, 42
Stücke enthaltend. Eleg. broch. Pr. I A Gehr witzig und
unterhaltend.)

Inhalt: 1. Geburtstag. (Was rennt das Volk.) 2. Ka—
puziner· Predigt. 3. Lied an die Boͤrse. 4. Gegen die Frouen.
5. Der Taucher. (Thulringisch) 6. Der Postassistent. (Ritter
von Toggenburg.) 7. Hanswurst, Doctor und Chor. (Auf, auf,
Kameraden.) 8. Drei Worte des Wahns. 9. Im Büffet. (Will
sich Hector.) 10. Würde der Frauen. 11. Der Ring des Poly⸗
krates. 12. Die Wurst. (Mach der Glocke.) 18. Schm'nklied.
(Punschlied.) 14. Ingenieur Bauer. (Wer wagt es.) 15. Die
gute alte Zeit. 16. Die Bürqschafst. 17. Monolog aus der
Jungfrau. 18. Todtenklage. 19. Ode an den Reichthum. 20.
Der Gang nach der Stadt. (Plattdeutsch) 21. Die Theilung
der Politik. 22. Des Perrüdenmachers Klagen. 23. Der Hand⸗
schuh. (Thüringisch) 24. Das Mopshündchen. 25. Scene im
Hades. (Herr Baron, ich rathe Euch! 26. Die Redoutenfreunde.
27. Der Taucher. (Jüdisch.) 28. Zu Drittel, dem allten Wucherer.
29. Kassandra. (Hanks Christine) 35. Wein, du bist mit Göt
terfunken. 31. Er stand in seinem engen Stübchen. 82. Horch,
die Glocken. 38. Es reden und träumen. 84. Die Hoffnung,
ür Schleswig Holstein.) 35. In einem Thal bei armen hHirten.
36. Der Wasserschlüpfer. 37. Gekränlte Liebe. 88. Räthsei. 39.
Der Frieden von Villa Franca. 40. Hektor's Abschied. 41. Die
drei Worte. 42. Pairoedielied.

Verlag der Körner 'schen Buchhandlung in Erfurt.

Berlins cicculirt gegenwärtig eine Adresse an den Reichstag, welg
bereits von einigen zwanzig namhaften Firmen unterzeichnet ist
In derselben wird petitionirt um die gesetzleche Fesistellung det
Begriffs „Bier“ als eines Gebräues von Hopfen und Malz; soll.
en andere Surrogate zur Mischung zugelassen werden, so sollen fit
einer hohen Besteuerung unterliegen.

F Der Afrilareisende Gg. Rohlfs verläßt Anfang October
Weimar, um eine neue Expedit'on im Auftrage der Geographischer
Besellschaft zu unternehmen. Er begiebt sich zunächst nach Tripolig
und von dort nach Wadai. Die Dauer der Reise ist auf elwo
18 Monate berechnet.

fGenf, 5. Sepibr. Auf dem Genfer See ist gestern ein
Boot untergegangen, wodurch 8 Personen den Tod fan'en.

New⸗-Orleans, 7. Septbr. Das gelbe Fieber har
an Heftigkeit noch nicht nachgelassen. Nach amtlichen Mittheilungen
ind seit dem Ausbruche desselben bis zum 6. Sepiember hier von
1609 Erkrankten 1395 geftorben. Die Truppen, die in oder bei
»en von der Seuche ergriffenen Orten waren, sind nach anderen
Städten verlegt worden.

FReinigen der Rockkragen. Die Kragen der Röcke werden bet
den meisten Personen ziemlich rasch durch die Kopfhaare fettig und
chmutzig. Man kann sie sehr leicht und mit wenig Kosten gründlich
wieder reinigen mit einem Gemisch von einem Eßlöffel Saimiakeeis
in einem Glas Wasser. Mil diesem gehörig umgerührten Gemisch
durchtränkt man ein Leinen-Läppchen und reibt damit das Tuch.
In dem Maaße, als sich nun Schaum bildet, ist dieser mit einem
hölzernen Messer, das man fest aufdrückt, zu entfernen. Map
wiederholt die Operation 2 bis 3 Mal, indem jedesmal das Leinen⸗
äppchen gewechselt wird, und reibt dann das Tuch zuletzt noch mi
einem Wasser ab. (Camm. Kr. Zig.)

J vür die Redacuoen ee

Neustadter 3 8
aunstttehl bere Limburg. Käse
Suppengries I. Quoltitat
Grüne Kerne empfiehlt V. Jepp.
Sago
empfiehlt W. Zepy.

—

Makulatur
zum Tapezieren verkauft
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pr. Post, zum billigsten Ham⸗
burger Börsenpreise, empfehle
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pr. Post-Nachnahme. Bei Mehr⸗
abnahme Rabatt. Necht conve⸗
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Nichnahme zurück.

Ottensen, bei Hamburg.

A. L. Mobr.

77 —

Ein seltenes Ereigniss
ja, ein im Buchhandel gewiß Sensation
erregender Fal ist es, wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
zroßartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzielen, welches sich in ganz vnter⸗
ordeutlicher Weise die Gunst des Publi⸗
tums erworben hat. — Tas berilhmte
populãr⸗medicinische Wert: „Dr. Airyꝰa
— de“ erschi⸗n
— Aar Auflage
und liegt darin allein schon der beste
Beweis für die Gediegenheit seines In⸗
halts. Diese reich junstrirte, vollständig
umgearbeitete Jubel-Ausgabe kann
mit Recht allen Kranken, welche de
wührte Heilmittel zur Bescitigung ihrer
Leiden anwenden wollen, dringend zut
Durchsicht empfohlen werden. Dit
darin abgedruckten Driginal-Atteste
beweisen die außerordentlichen Heilersolg⸗
und sind eine Garantie dafür, daß da
Vertrauen der Kranken nicht getaͤuscht
wird. Obiges 344 Seiten starke, nun
1Mark kostende Vuch kann durch jedt
Buchhandlung bezogen werden; man
verlauge und nebme jedoch nur „Dr.
Airy'se* Naturheilmethode“, Original-

Ansgade von kKichter's derlags

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sind zu haben in der

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F. J. DZeuethßz.

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vergeben hat, ein Grundtust zu
verlaufen wünscht, ein solches zu kaufen
beabsichtigt, eine Wirthsqchaft,

mOeconomiegut ⁊c. zu pachten
sucht, eine Heirath anknüpfen will, eine Geschafteem⸗
pfehlung zu erlassen gedenkt — überhaupt zu

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Rath bedarf, der wende ich vertrauensvoll an die
Central Annmoneν xpedition von
G. L. Daube &amp; Co. in Mundhen,
welche sid die prompteste und billigste Bedienung zur
Aufgabe macht.

Bureau: Windenmacherste 6

Ocuct und Verlag von F. 4. Vemetz in St. Ingber.
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——2353377 ãA3 *2. 53 5358 z5582*53 1725 2 235 — —
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* * 2 D 2 2 * 25
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x 3555 28522 28 *»83285 5333283 55 5*25
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—2 —838 2523 —552 2.3 0863 1335 52372.32 2228323 * 2.3 2. 73 8
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252—303 2 5223 *
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        Slt. Ingberler AAnzeiger.

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ber St. Jagberter Anzeiger und das (2 mal woͤ hhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhzaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvreis betragt vierteljahrlich

3 Mart 40 R.⸗Pig. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Aaswäris it 15 Pfz. für die vierzespaltene Zeile Blattichrijft oder deren Raum. Neciamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnt.
M 144. — * Donnmnerstag, den 18. September 3* J 1878.
Deutsches Reicßc. 7
München, 9. Sept., Nachm. Wie der „Bayerische Kurier“
uus guter Quelle vernimmt, soll der Vater Ambrosius Käs neuer⸗
dings den König dringend gebeten haben, seine Verzichtleistung auf
den Würzburger Bischofstuhl anzunehmen, worauf der König unter
dem Ausdrucke des Bedauerns den Pater Käs von der Ernenaung
zum Bischof enthob.
Boerlin, 9. Sepi. Der Reichstag ist mit folgender Thron—
rede durch den Grafen Stolberg eröffnet worden:
Geehrte Herren! Im allerhöchsten Auftrage haben Seine

staiserliche und sönigliche Hoheit der Ktrorprinz des deutscheu Reichs
und von Preußen mich zu ermächtigen geruht, im Namen der ver⸗
bündeten Regierungen die Sitzungen des Reichstages zu eröffnen.
Als die letzie Session geschlossen wurde, befand sich das deutsche
Volk noch unter dem Eindrucke der tiefen Erregung, welche ein
gegen die Person Sr. Maj stat des Kaisers gerichteter Mordversuch
dervorgerufen hatte. Schon wenige Tage darauf hatte sich abermals,
und mit unheilvollerem Erfolge, die Hand eines Verbrechers gegen
das Oberhaupt des Reiches erhoben. Gottes Gnade bewahrte zwar
auch diesmal das Leben des Kaisers; aber die erlittenen schweren
Verwundungen haben Se. Majestät genöthigt, bis zur völligen Ge⸗
aesunz sich der Regierungsgeschäfte zu eathalten und die Wahr⸗
aehmung derfelben Sr. kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen zu
aübertragen. Schon nach dem ersten Mordanfall waren die ver⸗
bündeten Reg'erungen überzeugt, daß die Frevelthat unter dem Ein—
lusse der Gesinnungen e⸗tstanden sei, welche durch ene auf Unter⸗
zrabung der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtete
Agitation in weiten Kreisen erzeugt und gerährt worden. Sie
haben desbanb dem Reichstage den Entwurf eines Gesehes narg legt.
wvelches diesen gemeingefährlichen Bestrebungen ein Ziel zu setzen
hestimet war. Die Vorlage wurde abgelehnt. Jetzt, wo der
Nat'on ein erneutes Verbrechen die dem Reich und der ganzen
zürgerlichen Gesellschaft doheude Gefahr mehr und mehr zum all⸗
zemeinen Vewußisein gebracht hat, werden Sie, gethrte Herren,
zurch Neuwahlen zur Mitwirkung an der Gesetzzebung berufen, auf's
seue zu p.üfen haben, ob das bestehende Recht genügende Hand⸗
haben zur Unschädlichkeit jener Ve rebungen bietet. Die verbündeten
Kegierungen haben ihte Ueberzeugung nicht geändert. Sie sind
nach wie vor der Ansicht, daß es außerordentlicher Maßregeln be⸗
darf, um der weiteren Ausbreitung des eingerissenen Uebels Einhalt
zu thun und den Boden für eine allmählige Heilunz zu bereiten.
Sie halten ebenso an der Auffassung fest, daß die zu wählenden
Mittel die staatsbürgerliche Freiheit im Allgemeinen zu schonen und
aur dem Mißbrauch entzegenzuwirlen haben, mit dem eine ver⸗
derbliche Agitation die Grundlagen unseres staatligen und Culliur-
ebens bedroht. Ein von diesen Gesichtẽpunkten aus aufgestellter
Besetz ntwurf wird Ihnen unv rzüglich vorgetegt werden. Die ver⸗
bündeten Regierungen hegen die Zuversicht, daß die neugewählten
Bertreter der Nation ihnen die Mettel nicht versagen werden, welche
nothwend'g siad, ym die friedliche Eutwickelung des Reiches gegen
innere Angriffe ebenso sicherzustellen, wie gegen äußere. Sie geben
sich der Hoffnung hin, doß, wenn esst der öffenilichen Ausbreitung
der unheüvollen Bewegung ein Ziel gesetzt ist, die Zurückführung
det Irregeleiteten auf den richtigen Weg gelingen wird. Auf aller⸗
hoͤchsten Befehl erkiäre ich im Nauen der verbündeten Regierungen
den Reichstag für eröffnet.

Die ersie Sitzung des Reich?elsags wurde um 3 Uht durch
den Alterspräsidensen v. Bonin e öffnet; decselbe berief die Abge⸗
axdneten Graf Kleist, Weigel, Eyseldt und v. Soden zu Schrift⸗
ührern, gedachte darauf der Erreitung St. Majestät des Kaisers
aus Mörderhand und brachte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser
nus, in welches die Versammlung begeistert einstimmie. Der Na⸗
nensaufruf ergab 271 Anwesende, demnach Beschlußfähigkeit des
Hauses. Der Gesetzentwurf bezüglich der Bestrebungen der Sccial⸗
demokratie ist eingegangen. Mit der Verloosung der Mitglieder in
die Abtheilungen wurde das Bureau beauftragt. — Nächste Sitzung
Mittmoch 12 Uhr. Tagesordnung: Präsidentenwahl.

Berlin, 10. Sept. Alle Fractionen des Reichstages haben

sich mit der Frage“ der Präsidentenwahl beschäftigt. Die National⸗
literalen und Conservat ven stimmten für d. Forckenbick als ersten
Präsidenten. Von den Conservativen sind von Seydewitz als
erster urd Fürst Hohenlohe Langenburg als zweiter Vicepräsident
aufaestellt worden. Die nat'onalliberale Fraction überläßt jedem
einzelnen Mugliede bei der Wahl der V'cepräsidenten Freiheit der
Abstimmung. Tie Fortschrittspartei schtießt sin den National⸗
ibetalen an. Die Polen wollen, wie es deiht, weiße don abgeben.
Das Centrum flimmt in allen Wahlgängen für Freiherrn von
Frant enstiie. J
—Berhlin, 11. Sept. Forckenbeck ist mit 240 Stimmen
sum Prꝛäsidenten des Reichstages gewählt; Frhr. v. Frankenstein
ultram.) echielt 114; Forckenbeck nahm die Wahl an.

Mäühhausen, 10. Sept. Bei der gestrigen Stichwahl
um Reichstag wurden 3531 Sltimmen abgegeben, von denen Graf
Wilhelm Bismarck 35616 und Reuleaur 15 Stimmen erhielt. Die
Liberalen enthielten sich der Abstimmung. Die Wahl Bismarck
st unzweifelhaft.
Aussand.

London, 10. Sept. Nach einem Telegramm der „Times“
aus Konftantinopel vom 9. ds., waren am Abend vorher zahlreiche
VBerhaftungen angeblich in Folge einer neuen Verschwörung der
Unhänger Murads vorgenommen worden. Die Volkestimmung ser
ehr erregt; die Palastwache habe Verstärkung erhalten.
— —
Vermischtes.

F Von dem Polizeigerichte Kirchheimbolanden wurde
or Kurzem, auf den vom kgl. Polijeianwalt ex officio gestell.en
znafantrag. der Reisende eines Frankfurter Hauses wegen Beleidig⸗
ing des Bahneinnehmers Schwarz, damals in Kirchheim⸗
olanden, jetzt in Kusel, zu drei Tagen Haft verurtheilt, Der
zerk agte legte gegen dieses Urtheil Berufung ein und das Zucht⸗
‚olizeigericht Kaijerslautern erließ in seiner Sitzung ⸗pom 7. Sep⸗
ember ein freisprechendes Erkenntniß, von dem Gesichtspunkte aus—
jehend, daß der Beleidigte nicht aUs Beamter im Senne
rs Gesetzes angesehen werden köane, da er Angestellter
ner Privargesellschaft sei, daß mithin die Klage gegen
den Beleidiger nichts von Amtswegen erhoben werden konnle, viel⸗
nehr dem Bele'd'gten zu überlassen war, sein Recht auf dem Cipil⸗
wege zu suchen M. W.)

Wie der „Pf. Zig.“ geschrieben wird, besteht im Wahlbe⸗
irk Kaiserslautern die Absicht, das erledigte Abgeordneten⸗
nandat für jenen Wahlbezirk dem Frhri. v. Stauffenberg anzu⸗
ragen. Herr v. Stauffenberg hat belanntlich im vorigen Jahre
ein Landiagsmandat für München J aus Gesundheilsrüdsichien
aiedergelegt.

FKaiserslautern, 9. Sept. Bei der gesirigen Ver⸗
teigerung der zur Gantmasse Gebt. Tascher gehörigen Brauerei
purde das Letzigebot von dem Schwager der Falliden, Herrn Bäcker
Bauer, abgegeben. Derselbe ersteigerte die Brauerei nebst Kellern ꝛc.
um den Preis von 80,629 M. 80 pig.

FKaiserslautern, 10. Sept. Gestern wurde die Leiche
des 1. Adjiuncten Phil. Schmidt zur Erde bestattet. Der Trauer⸗
jug war großartig; nicht nut daß der ganze Stadtrath eilnahm,
serner eine Menge Bürger, dann vele hiesige Vereine, auch von
wuswärts waren Freunde und Belanute des Verstorbenen herbeige—
ommen, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Grabrede hielt
Pfarrter Heß. Abends veranstaliete der Verein „Fröhlich Pfalz',
dessen Vorstand Schmidt gewesen war, noc, eine besondere Feier⸗
ichkeit, einen Fackelzug nach dem Kirchhof, wo ein Vorsiandsmitglied,
Weil jun. dem Dahingeschiedenen einen Nachruf widmele.

fBei Frankenstein ging am 9. Sepitember Nachmit!äz
ein Wolkenbruch nieder, welcher beträchtlichen Schaden amrichtete.
Die Hauptmasse des Wassers floß durch, das Isenachthal ab,
vährend man in Neustadt mit der Angst vor dem Ausltreten Des
Speyerbaches davon kam. In der Nahe von Dürlheim wurde
der Eisenbahndamm durch die tobende Wafserfluch erheblich be—
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        schädigi, so zwar, daß der Bahnberkehr an jener Stelle unterbrochen
werden mußte U S
4 Unglaublich aber wahr, schreibt die Edenkobener Gegenw.“
In einer Familie eilrankte ein Kind; es wurde eine alte „gescheidte“
Frau um Rath gefragt, und diese eiklärte, das Kind sei verhext
und die erste Person, welche über- ihre Schwellt käme, sei die Herxe.
Nicht lange darnach kam eine unbescholtene Frau im Auftrag ihrer
Dienstherrschaft, wurde aber allda als die vermeintliche Hexe sehr
übel empfangen. Es gibt noch Häuser hier, wo man sich vor dem
kintritt zuerst erkund gen sollte, ob kein Mensch oder Vih darin
krank ist, um nicht als Hexe empfangen zu werden. Geschehen zu
Rhodi im 19. Jahrhunderett
Zu Mitgliedern der in den nächsten Tagen in Lud win⸗⸗
hafen in Thätigkeit tretenden Distrik 3⸗ Commission für die
Rteichsenquete über den Tabakbau, die Tabakfabrilation und den
Tabalhandel in der Pfalz sind auf Vorschlag der dayer'schen Regie⸗
rung bestellt worden: 1) dee k. Oderiollinspee or Dr. v. Schaller
dahier als Vorsihender, 2) Advocat -Anwalt Mahla (Besitzer ded
Dreihofes) von Landau, 8) Burgermeister Rauh von Offenbach,
9) Eigarrenfabrikant C. A. Riichard in Kaiserslautern, 5) Kauf⸗
mann Chr. Roͤsinger in Speyer. Die Berathungen der Districkb
Tommission finden im Sizungssaale der Pfalz. Eisenbahndirection
dort statt.
7 Näütnberg, 10. Sept. Hier sind taͤuschend in Neu⸗
filber nachgeahmte Zwanzigpfennig Stücke im Umlaus.
pMRünchen. TDie Projenisätze allgemeiner Schulbildung
belragen nach den jüngst publezirten Relratenprüfungen:
schlecht 1878 1876 1862
Nekruten qualifiz. Proz. Proj Proz.
Oberbayern 2492 17 O, ð 122 102
Niederbayern 2247 29 1,,3 *2 33,6
Pfalz 2105 15 7
Oberpfalʒ 1889 2 2
Srerfranksen 1786 10 7
Mintelfranlken 1885 7 0,4 J 7,6
Unterfranken 1874 4 02 07 733
Schwaben 1956 5 0,3 0,1 7,4
FMäünster, 5. Sept. Wie schwer die Concurrenz unserer
Jeimischen Hüttenwerke gegenüber den ausländischen Etablifsements
ist, erhellt am besten aus den Submissions⸗Resultaten, die bei einer
Schienenlieferung der wesifalischen Eisenbahn sich ergeben haben.
Wahrend von den deutschen Werlen der Hörder Hüttenverein die
pbilligste Offerie von 152 Mark pro 1000 Kilo stelle, sorderte,
laul dem „Westfäl. Merkur“, das Eisenwerk von Cockerill in Seraing
vei Lüttich nur 140 Mark franco Dortmund. Von den übrigen
deutschen Submittenten stellte sich der Preis pro 1000 Kilo bei

Dorimunder Unon auf 159 Mark, Bochumer Verein 157
—X

F Berlin, 10. Spt. Der Alientäter Nobiling ist heute
Nachmittag gegen 254 Uhr in Folge einer Lungenlähmung gestorben.

7 Graz, 8. Sept. Das Deukmal des Erzherzozs Johann

wurde in Gegenwart des Kassers Franz Joseph feierlich enthüllt.

FMistolez, 83. Sept. Heute, an vierten Tage nach
der Ueberschwemmung, geh! man in den Haupistraßen noch in fuß
hohem Wasser herum, und es ist gar nicht abzusehen, wann dosselöe
wofließen wird. Es mangelt sehr an Brod, noch mehr an Trink⸗
wasser, da die Brunnen eingeftürzt sind. Die Leichen, die bis jethl
destattet wurden, dürften die Zahl 800 übersteigen. Am 2. hat
nan 538 Verunglückte begrahen; 21 Wagen hinter eir ander mit
ungehobelten Holisärgen, ein stummes Gesolge, keine Thränen! Es
nangçelt an Arbeitern, Wagen und Geräthen; wohl werden alle
Arbeiter und Wazen, die aufzufinden sind, requirirt, die Dörfer
zellen Vorspannwagen, doch ist Alles der Größe des Unglüc;
zegenüber zu wenig. Taugenichtse, Diebe benützen die Gelegenheit,
am ihte schmutzigen Handwerk zu betreiben. Die Leichen werden
dtraudt, die unherliegenden Werthsachen weggetragen.

Paris, 5. Sept. Die neulichen Todes⸗ und Eckrankungs-
alle in der Armee als Folge der Strapazen sind leider nicht ver⸗
zinzelt geblieden; wie in Lyon, so siad auch in Noncelle (Aveyron)
jahlreiche Sotdaten den übertriebenen Märschen erlegen. Die Blai—
er jprechen sich mit großer Entrüstung über diese Menschenschinderei
rus, die sonst im Frieden so viel Opfer lostet als eine kleine
Schlacht im Krlege.

FLondon, 9. Sept. Ueber 600 Leichen von dem unter⸗
gegan enen Dampfer „Princeß Alice? sind schoa aus der Themse
aufgefischt.

Dienstes nachrichten.

Der Gericht? vollzieher W. Cuno von Obernburg wurde unter
Belassung auf seiner gegenwärtigen Stelle von dem Antr'tte det ihm
vexluhenen Gerichtsvollz'eherstelle in Obermoschel auf Ansuchen ent⸗
hJoben und gestattet, daß der geprüfte Gerichtsvollziehere⸗Kandidat
J. Berke aus Frankenthal z. Z. in Rockenhausen, bis auf Weitereß
als Verweser dieser Stelle auigestellt werde; ferner wurde gestattet,
daß der gepeufte Gerichtsvollzieher⸗Kandidat V. Gönnheimer aus
Dppau, z. Z. Amtsverweser des Gerichtsvollziehers Becker in Speyer,
als Verweser der zeitweilig unbesetzt belassenen zweiten Gerichtsvoll
zieherstelle in Rockenhausen aufgestelll werde.

Fur die RNedaction verantworilich: F. X. Demetßzz.

Die kgl. Präparandenschule Blieskastel
beginnt das Schuijahr 1878,790 am 16. Oktober. Auf⸗
nahmegesuche sind bis langst us I. Oktober bei dem tgl.
Hauptlehter der Anstalt einzureichen.

Für Tauben⸗- u. Hüh⸗
ner⸗Liebhaber!
Sonniag, den 15. September
hält M. Biron aus Mainz
in der Wirthschaft von Peter
Beck neben der kath. Kirche in
St. Ingbeit einen Verkauf von
Zauben und Hühner ab.
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mit Firma, zu Geschãstsbriefen
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Vei Ehr. Schömperlen in Lahr ist osben erschienen
Der Vetter vom Rhein.
Ein neuer Kalender aus Lahr
auf das Jahr 1879.

Dieser neue Kalender ist sehr schön ausgestattet, sein Inhal—
mannigfaltig und interessant; 40 schöne Bilder zieren denselben
dazu noch das Titelb'l), auf welchem wir das Straßburger Münster,
die Kehler Eisenbahnbrücke über den Rhein, das Porträt der
Herausgebers, eine Elsäherin und einen badischen Bauern in ihrer
NRationaltracht erbliden; ferner find Gewerbe und Fabrilafion—
Handel und Verlehr bildlich dargestellt.

Dieser Kalender ist zu dem sehr billigen Preife vor

Pf. zu haben.

Druck und Verlag von F. X. Demest in St. Ingbert.

Nachrichten aus Amerika.
31 New OGhambors Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.
Diese Zeitung erscheint monatlich in New York und enthält die
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deuischen Soldaten, die während des ameritanischen Krieges
don 1861 bis 18685 gestorben sind. Ferner all zemeine interefsante
Nachrichten aus Amerila.

Spezialität der Redaltion: Auffuchung Verschoslener, Beschaf⸗
fung von Todtenscheinen, u. Auskunftertheilung übder Amerila u. s. w.

Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.

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Zu beziehen durch den Verleger Wm. Ra'ch, Post ⸗Bozr 5590

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Herren Louis Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheindayern.

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Herr Feid. Bocne nann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Kelhotz, in Bamberg. Bayern.

Herr CT. Guisez in Straßburg. Elsaß.

Herren Egger⸗Honegger. Neumüble⸗Zürich, Schweiz.

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sind iu baben in der Litb. Ansalt
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353135335538

222155

538890

22523 — J

3253538383383 323, *

55368 38* 52323. 3

— 2 A — — 3 229 —

* — 223 333

28c5 2333335 — 55 52228 5258357

—3338238 222 72 313822538 5 5 2

—A 78 * 2* —B 2333 3

— 52353335 Ss 3 2 — ä 3* 28 5323*8 —*87

5233532* * 3 — — N 2 35 2 * 8 28GF —*
575323398 7* 228 3323227 8333555*3 **
235353383838 s5355 33335338 32385328 —8
5358 25*538 22322 23738 —A 1525 —*
J253 338 ————— 255 33 332.*2 — 32
—— 88 355 *23.0 3252357 * — —

2 5223 737 3283.2 38 525253555* *
228355 2 58353 —R 2558 325557
—5 55— 58 2.7 2277 2 * 2

125.2 — 2 — — 2 —* 2 —— ⸗28 2
— * — 2 233 7 5 7⸗ 233 73387 8 3— 7 2 8
5 2 23 — — 5 2. 235323353 53 2 2.59 8
528* 2.3 2 7 135523253833 535587 er
— ——— 8755 33353 23353573733
5555883* 33 335335* 3533 5253 13357 s *
5233333 *5 3338* — 237 523337
* —2 —8— 2 —
233558 7553 23 23557 225353 385 2*
3332333 7 34337 253283* 5223—5353* 3
— — — — *
—3355*2 32883 838 233 523827 — 2
3258 22725 27283. 237 333 21
822 * 53532, — 12339357 25325 5 7*
223 35* 2 3322 * — 1355383335838 F
25 2232 265 232 0 55 2 3* 25522 — 3
*R 3 25532 5 —— —— ——
— 22 2 A — ñz238
7 . 2* 2322 55. 538 8
238 8

23
2
G

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22
22
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—

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—*

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2
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41 — ——
—A
558338 323
68 7 — 552 — 222
3
527223 2232 332335 2 85 * 22 2 2
2838 3 — 28 22333338*
* 2 — 2* — F—
22 ãAS 238 z233582 —A 3 2225
525.83 ——— A——— 3737*5
* * 2 —A * * * 2
2 32883 57535338855255 z232258358
— —— 3 — —X — — 5*
25353 5283333 232 12222 5235 5353257
—331 353553*
—3 23222* * —AA —Z 32 5 2 7235 35
ꝛ —A — 23 — 220 22. 2 8 2 2. —
38313233237 * 32253 — 2WB8688 —A 5 52
523 — — 58 32 223 205232 — 22
533375223 238 22333 —552306 *28 3
8 —2538 23553322 23 55 * — —— 228
* 2268 2 5323 8 2 — 322375 *218 2 *
33322357 235* 3
322 — p I X 85
33253*552 2353332 233820 52.235 2
25253334 1337 2252 2553 * * 5223 —*
*232 323 A— 58. 257 — 233
823*87 2833 z325533 7255 252
7 5 3828 252 222253233 25753 522 27
23 3837273 — 252 533 3278 22* 272 *
332—383 753523 552352* 5564
5575853775 355 *2323333 223 258557 7 8
—A 32332* 2233228233 252384
2 23268 — 532 235 — 3833235 — 2
—* 2
* 5552 35338
2 — 8
———— 3
28 2. 22 . 2.2 * 7257
5228 33353 33553533358
4 532 3353335353353
7 — * —8 — 5ñ
286 2352353552
1333223235

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        Ingberker Anzeiger
— — — — 7* . —
dir St. Juzberter Anzteiger uns das (2 mal wo hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungeblatt. (Sonntagt mit illustrirter Eei⸗
age) erscheini woͤchentlich vViermalz Dienstag, Donnerstaz, Samstagz und Sonntag. Der Aboune mentepreis betragt vierteljahrlich
Mart 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pig., von Ausvarts mit 15 Pfaz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neciaier
mit 30 Pfa. pro Zeile berechnet.
⸗ J —— — —
A 145. Samstag- den 14. September 1878.5

— 458

—A Deutsches Reich. J **8* F 26
—Mäünchen, 10. Sept. Wie wir von unkerrichtetet Seite
„ernehmen, hat sich der Kronprinz Friedtich Wilhelm über die bei⸗
zen großen Ma över des 1. Armeecorps, welchen er beiwohnte,
n einer für unsere Truppen und deren Fühter höchst schmeichel⸗
zaften Weise ausgesprochen. Wie uns ferner mitgetheiit wurde, war
ie Natural⸗Verpflegung der Truppen diesmal sehr gut, es war
n dieser Beziehung auf das Beste gesorgt. Trotz der großen An⸗
drengung der Truppen, namentlich in den letzten Tagen bei den
roͤßeten Uebungen, ist der Gesundheits zustand derselben im Allge⸗
neinen befriedigend und war die Zahl der Kranken verhältniß⸗
nüßig nicht groß.

Mäünchen, 10. Sept. Nachslehende Oifisiere des bay⸗rischen
Heneralstabes werden vom 1. lommenden Monats auf längere Jeit
um preußischen großen Generalstabe nach Berlin kommandirt, näm⸗
ich: die Majore E. Schnitzlein und M. v. Luß, sowie der Haupt⸗
nann A. Frhr. v. Konitz.

Aus Munchen, 10. Sept., schreibt man der „Allg. Z.“:
Der Deutsche Kaiser wird auf der Reise von Gastein nach Berlin
uim 14. ds., Abends, München pafssiren, ohne in den Bahnhof ein⸗
nufahren. Wie wir vernehmen, st das strengste Incognito erbeten
pocden. — Die Corsecration und Inthronisation des neueruannten
Bischofs Dr. Ehrler wird in der ersten Woche des nächsten Monats
n Spyr stal finden. Die Nachricht mancher Blätter, daß der
crzbischof v. Schreiber in der kommenden Woche sich nach Speyer
egeden werde, ist dahr eben so unrichtig wie eine andere, daß
Rieser Kirchenfürst eine Einladung sich nach Rom zu begeben, er⸗
alten habe.“

München, 11. Sept. Die Entwürfe des Ausführungs⸗
irsezes zum Gerichtsverfassungsgesetze und des Gesetzes zur Aus⸗
ührung der deutschen Cwilprozeßordnung und Concursordnung sind
or einigen Tagen an die Mitglieder der Ausschüsse be'der Kammern
rertheilt worden und zwar direct durch das lönigl. Staatsminsterium
zer Justiz. Die Veriheilung der beiden Gesetzentwürfe an die
inderen Mitglieder der Kammern wird in kürzester Zeit erfolgen
dnnen. — Aus dem prachtvollen Köosk am tgl. Schlosse auf dem
Linderhof sind mehrere, zum Thell werthvolle Gegenstände entwendet
vorden, ein Vorfall, der nicht gerenges Aufsehen erret. — Wie
vit vernehren, wird die Zahl der Anwälie abermals vermehrt;
s8 sollen nam ntlich in München 11 neue Anwaliffellen errichtet
oerden.

Berlin, 10. Sept. Die von dem Abgeordneten Mosle
ingebrachte Interpellation hat folgenden Wortlaut: „Odgleich seit
m Zusammenstoße der Panzerschiffe „König Wilhelm“ und „Gro⸗«
jer Kurfüsst' am 31. Mai bei Follestone bereits mehr als drei
Monate verflossen find, ist über die Ursache dieses beklagenswerthen
lufalles außer dem ersten Bericht des Geschwaderchefs vom Tage
es Unsalls selost keine amtliche Kundgebung erfolgt.“ Da es aber
on hoͤchstem Inter sse ist, Aufklärung hierüber zu erhalten, gestat⸗
et sich Unterzeichneter an den Reichskanzler die Änfrage zu richten:
Sind die Ursachen dieses Unfalles berein ermittelt und ebenluell
velches sind dieselben ? Sind dereits Maßnahmen ergriffen, um
mer Wiederholung selher Unfälle nach Moͤglichkeit vorzudeugen ?“

Berlin, 10. Sept. O fie ös wird geshrieben: Ueber die
zulassung junger Leute zur Erlanzgung eines Zeugn sses der Reife
ür den Errjährig Freiwell'gendienst, ohne daß dieselben ein Gym⸗
»osiam oder eine Realschule erster Ordnung besucht haben, ist fol⸗
ende Feststellung nunmehr erfolgt. Die betreff nden jungen Leute
nüssen sich vor dem 1. Januar und 1. Juli zu den Prüfungs—
erminen Ostern und Michatli mit ihren Zulassungsgesuchen an
as betreffende Schulcollegium wenden. Dem Gesuche muß deige⸗
eben werden: Lebenslauf, die Einweligung der Eltern, die früheren
Squlzeugn sse und die Zeugnisse der Privatlehrer über die Kennt⸗
rsse in den einzelnen Zweigen. Die Prüfung kaunn nur in dem
taate abgelegt werden, in welchem der Nachsuch⸗nde geboten ist
ad gegen eine Prüfungscebühr von 80 M. Das Provinzial-
schulcolle;ijum bestimmt diejenize Anstalt, an welcher die Prüfung
Alegen ist. — Von 1. Octoder ad werden für den Verkehr im

Weltpossverein besondere mit einem Frankostempel von 10 Pf. ver⸗
ehene Wellposttkarten eingefübrt, weiche bei sämmtlichen Reich⸗ post⸗
anstallen für den Stempelwerth verkaufl werden. Diese Karten
ind für Mittheilungen nach allen denjenigen Ländern vervendbar,
ohin das Porto für den gewöhnlichen srankirten Brief 20 Pfo
eträgt. Im Verkehr mit solchen Ländern, wohin ein Briefporio
on 40 Pf. zur Anwendung kommt, können die neuen Postkarten
aegen nur nach vorgängiget Vervollständigung des Werthbetrageß
s Sten pels auf 20 Pf. benutzzt werden. Unfranlirte oder un⸗
aureichend frankirte Postlarten gelangen nicht zur Absendung. An⸗
ere als von der Reichspostverwaltung ausgegebene und unmittelbar
nit dem Frankostempel versehene Postkarien werden im interna⸗
vnalen Verkehr zur Postbeförderung nicht zugelassn. e

Bexlin, 10. Sept. Wie verlautet, sanden zwischen den
ʒroßmächten erneute Besprechungen Statt, weiche den Zweck haben,
ine beschleunigtere Ausführung des Berliner Vertrags seitens der
zforte zu veranlafsen. Die Anregung geht von Deusschland, als

er Prasidialmacht auf dem Kongreß, aus. — Nach bisherigen
dis positionen wird der Reichskanzier in der zweiten Hälste deßs
* ptember hier eꝛwartet.

Berlin, 11. Sebt. In der heutigen Sitzung des Reiche⸗
aiges wurde die Wahl des Präsid'ums vorgenommen. Abgegeben
»urden 859 Stimmen; davon erhielt v. Forckenbeick 240, v. Fran⸗
enstein 114 und Delbrück 8 Stimmen; 2 Stimmzeitel waren
nbeschrieber. Somit ist v. Forckenbeck zum Präsidenten gewählt 3
erselbe erklärte unter dem Ausdrucke seines Dankes die Annahme
et Wahl.

Bei der Wahl des ersten Vic präsidenten wurden 359 Stim⸗
nen abgegeben; davon erhiel:en d. Stauffenberg (nat.⸗lib) 125,
. Frankenstein (Centrum) 119, v. Seydewitz (deutsch⸗kons.) 115;
»a also keiner die absolute Major tät erhalten hatte, so hatte engere
Vahl Statt zu finden. Dieselbe ergab 129 Stimmen füͤr von
Ztauffenberg, 121 für v. Frankenstein und 111 für v. Seydewitz.
ẽs war nunmehr eine weitere Stichwahl zwischen v. Stauffenberg
ind Frankenstein nothwendig; diese ergab 175 für v. Siauffen⸗
erg und 142 für v. Frankenstein; 33 Zetlel waren unbeschtieben.
konach ist Stauffenberg gewählt; derselbe nahm d'e Wahi
ankend an.

Zum zweiten Vizepräsidenien wurde mi 212 von 335 Stim⸗
nen Fürst Hohenlohe-Langenburg gewählt; 117 Zettel waren un⸗
eschrieben. Zu Schriftführern wurden durch Alktlamation gewählt:
Zernards, Giaf Kleist (Schwenzin), Th lo, d. Soden, Bium v.
Ninnigerode, Weigel und Eysoldt. — Rächste Situng Freitag,
Tagesordnung: Interpellation Mosle. (Untergang des Großen
durfürst“'. Mosle ist Vertreter fur Bremen und nat.lib.

Der „Nationalzeitung“ zufolge wird Fürst Bisemarck am
Zonniag h''er eintreffen.

Berlin, 11. Sept. Die Leitung der Geschäfte deb Reichs⸗
ags befindet sih jedenfalls in bewährien Häuden. Von diesem
Besichtspunst aus ist die Wiederwahl des alten Praͤsidiums nur
erfreulich. Die Wiederwahl des Füsten Hohenlohe Langenburg
var von vornherein unbestritien. Von den zu Schriftführern Ge—
vählten gehören 2 den Deutschkonservativen, 1 der Reichspartei,
2 dem Centrum, 2 den Nationalliberalen, 1 der Fortschritis partei
an. Zunächst wird sich der Reichstag mit der Interpellation des
Ibg. Mosle wegen des Untergangs des Scheffes „Großer Kur—
ürst“ am Freitag beschäftigen.

Berlin. Ueber den Tod des Nobiling berichltet man den
Morgenblättern: Nobiling's Zustand, der, so weit es sein körper⸗
iches Leiden beiraf, sich anscheinend zu dessern schien, war doch
noch immer ein äußerst bedenktich r, da die Ecderung der Wunde
maufhörlich fortdauerte, obgleich von den ihn dehandeinden Aerzten
viederholt die Apsicht auegesprochen wurde, daß, wenn nicht eine
Blutvergiflung durch Vere terung eintrete, Nobilng am Leben zu
rhalten sei, wiewohl andererseits durch den großen Verlust von
Behirnniasse an der völl gen Wiederherstellung der Gessteskräste
ntschieden gezweifelt wurde. Seit lzten Sonntag verschlimmerte
ich der Zustand Nobiling's sich lich, urd Dienstag Mittag gegen
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        12 Uhr erklaärien die Gefängnißarzte, daß der Verbrecher nur noch
wenige Stunden zu leben habe. Die Mutter des Meuchelmoͤrde rs
wvurde aiign werdenzuhen uünd verlebte mit ihm die letzten Stunden.
db der Sohn be Verstand gestorben, ob er seine That bereut, ob
er aberhaupi Mitlheilungen gemacht, wollie die Mutter nicht mit⸗
heilen. So weit wir heuite unterrichten sind, ist er ohne weitere
Dinheilungen aus der Welt gesch'eden. Da Nobiling noch Unzer⸗
uchungogefangener und nicht verurtheilt war, so steht es der Fa⸗
milie srei, seinen Leichnam zu beanspruchen. Nobiling's Tod
seint durch Blutvecgiftung in Folge der Veriiterung herbeigeführt.
Die Obduction wird das Nähere ergeben.
Ueber die Beschaftigung sozaliftischer Arbeiter sind an alle
um Ressort der Militärverwaliung gehörigen Sebhrden neuerdings
jJemefsene Inftruktionen erlafsen und ist namentlich ang⸗ordnet wor⸗
den, daß Hilfsschreiber, Zeichner, Hilfswärter, Magainarbeiter und
indere jn Lohn stehende Personen, welche sich zur Socialdemokratie
eennen und dies durch das Halten und Lefen socialistischer Zeit⸗
qqriftea, sowie durch Theilnahma an Socialisten⸗ Versammlungen
an den Tag legen, ohne Weineres aus ihrer Veschaͤftigung entlassen
rverden sollen. Ebenso ist den Lokalbehörden empfohlen worden,
harguf Acht jun haben, daß auch Handwertämeister, welche ver
e eine angehsren, oder seeialistische Gesellen und Arbeiter
—— nicht mit Arbesten oder Lieferuugen bedacht werden.
Dieje Versühung durfte wohl auf folgenden Vorgang zurlchuführen
sein Die socialdemokiatische Vetliner Freie Presse? haite vor
rinlger Zeit zu der Mittheilung, daß es den hiesigen Militaͤrmufilern
don ihrem Borgesehien verbornn sei, in solchen Lolalen zu spiolen,
vo Soeialdemoiralen verlehren, die Bemerlung gemacht, daß andene
and hoöhere Offiziere nicht so schlimm von den Soe aldemolraten
zachten, vielmehr fich der hiesigen Associations- Bucht ruckerei zu
Herftellung ihrer Druckarbeiten und also der Thätigleit socialdemo⸗
atischer Arbeiler bedienten. Auf diese Rachricht hin sanden von
dem zuständigen Ressortchef im Kriegsminssterium, Oberstlieutenant
Blume, sofort Ermittelungen statt, welche ergaden, daß in der
Awahmen Buchdrucderei das Reglement über „Topographie jür
Officiere“ gedrudt worden ist. Die Direltion der hiesigen Kriegs⸗
mademie hatte ju Bewerbungen um diese Drudarbeiten öffentlich
aufgefordert und der Associations- Buchdruderei diese Arbeit über⸗
ragen mit Rücsicht auf die von ihr gestellten, der Keiegsalademie
am meisten konvenirenden Bedingungen. In seinem Bericht hbl
zer Obirst v. Radowitz, elz Direttionsmitglicd der Kriegsalademie
udruclich hervor, daß die von der Associations- Buchdruderei ge⸗
siefetrsen Arbeiten durchaus gut und zur Zufriedenheit der Bestellerin
usgefallen seien, da derselbe jede Kennniß von der politischen
Steüung der Associations⸗Vuqbruckerei gefehit habe und ferner Ar⸗
veiten añ diese nicht mehr übertragen werden dürsen.

War das Sozialisten Gesez betrifft. — schreibt man
dem Frij. J. aus Berlin — so ist man mehr und mehr der
Meinung, daß die Vorlage mit flarken Veränderungen zur Aunahme
gelangen wird, nur erscheint et fraglich, ob die Annahme durch
den Reichstag genügen dürfte, das Geseh lebens ähig zu machen.
Man sprich— sich mehrseitig dahin aus, daß die Vorlage neben
zuderen Veränderungen, die vorzunehmen wüären, namentlich auch
die Bestimmung des Bundesralhs zur richterlichen IJnstanz in Preß⸗
uind Vereinsangelegenheiten wieder verlieren musse. Mit anderen
Worten: das von Preußen vorgeschlagene, dom Bundesrattz ge⸗
richene Reichsamt für Preffe und AXI
dan Geseh hinein. Geschieti Dieß, so wird das Geset aber für
den Bundesraih unannehmbar, oder doch wenicstens für jent Staaten,
die wie Bayern, Sachsen, Würtemberg, bei diesem Anlaß um keinen
Preis eine Starkung der Reicht⸗ und Central ⸗· Gewalt durch ein
Jeuen Reichsamt zulassen mögen. Dann wäre freilich der Bundet⸗
naih jener Falior, an dem die Vorlage scheiterte und da die Auf⸗
sdsung dieser Koͤrperschaft nicht angüngig, müßte das neue Geseß
sVlieblich wieder auf die lange Bank geschoben werden. Man jagt,
daß nicht wenig Adgeordnete eesonnen seien, unter diesen Umständen
sur das neue Reichsamt zu fümmen, für das kie sonst aur winia
Symdathien besäßen.

Es isft schon dfter daron die Rede gewesen, daß beim Bundes⸗
zalh die Wiedereinführung der sogenannten Wuchergeseßtze
a Anregung gebracht worden sei. Ein in diefes Gebiet einschlagiger
Antrag soll nun, wie von versviedenen Blaͤtiern mitgetheilt wird,
eu der Weimarischen Regierung eingedracht worden sein.
Beranlaßt ist dieser Schtitt besonders durch den im Eisenachet
Dberlande zum Schaden der dauerlichen Vevdllerung wahrthaft
fredenllich geiriebener Wucherunfug und die daraufhin eingegangenen

Besuche der Bezirlsverwaliung. Daneben haben freilich auch ultra⸗
Aenlane und protestantische Orthodorxe nicht ermangelt, die Wucherti
herzloser Handelsleute zu Angriffen guf die Liberalen xc. auszu⸗
deulen. Ver Bezirltausschuß hat in seinen Anträgen die Regierung
tsucht, deim Reiche dahin wirken zu wollen, daß: 1. Vauern und
lemnen Handwerkern die Wegselfahigteit entzogen, 2. das Bundes
Jesez vom 14. November 1867 bezüglich der verlragtmaßigen

Zinsen aufgehoben und ein Maximalzinssuß von 6 pot. iur Nichu
vechfe!fahige fesigesetzt werde, 3. die civilrechtliche Unverbindlichkeit
wucherischer Geschafie und deren strafrechtliche Verfolgbarkeit aus.
Jesprochen werde. Ob die Regierung all' diese Anträge oder nint
sinen Theil derselben zu den ihrigen gemacht hat, in noch nicht
elannt. J
NKarlaruhze, 56. Sept. Das Miniflerilum des Innern
zJat im Einverständniß mit dem alilatholischen Bischof Reintens
den daherischen alikatholischen Pricster Reuftle (früher in Rehring)
sum Verweser der al:katholischen Pfarrpfründe Sauldorß bei Mes—
lirch bhestellt. *
—Ausland.

Wien, N. Sept. Wie dem „Pesler Lloyd“ gemmeldet wird,
zerfügt die Albanesenliga über 45,000 vollständig autgerüstete Sol-
zaten und besitze betrachtleche Waffendepoits. Der Fanalismus
verde fortwährend durch Verläumdungen gegen Oesterreich, welches
zie Mohamedaner ausrotten wolle, aufgestachelt. Taäglich strdmen
nafsenhaͤft neue Kampfer zu. Es sstehen traurige Ereignifse bevor
Nur ein Lichtpunkt erhelle di eSituation, nämlich die Trennung ber
atholischen von den mohamedanischen Aibancsen; erstere sind ben
alls sehr zahlreich und apfer. Sie werden gefühtrt von Doda
Trenk und wollen nicht mehr gegen Oesterreich lampfen, weil dieses
ür die Erhaltung von Grudza und Trjeschi, welche von Monie;
negro besetzt worden, erfolgreich eingetrelen ist. Durch diese Se⸗
mession ist die Macht der Liga dedeulend geschwächt worden.

Die ‚Wiener Abendposi“ schreibt: Der ungenein harmmackge
V derstand, den die Brigade des Generalmajors Zach vor Dihac
jefunden, sowie die Kämpfe der Brigade Sametz vor Kljuc im
„Zanathale zjeigen, daß in Westbossnien nicht minder widen
penstige Elemente zu bewaälligen sein werden wie in dem dstlichen
Theile des Landes. Bihac, der ehemalige Sih der kroatischen Kö⸗
aige, eine halbe Stunde von dem öͤsterreichischen Orie Zavallje ent⸗
ernt, hat eine zwar nur alterthümliche Befest gung, die jedoch bei
jartnadiger Vertheidigung immerhin noch einige Zeit haltbar ist.
veneralmajor Zach hat daher klug gebandelt, als er den Versuch
ufgab, seine Kräfte weiter bei einem Unternehmen zu exponiren,
as durch die Wirtsamkeit einer ausgiebigen Art llerie zwar um⸗
zandlicher und langwieriger, jedoch sicheter zu Ende zu führen ist“.
Die Generale Zach und Samez hanen die Aufgabe, die Kraino
zu besezen; ersterer sollte von Westen, letzterer von Osten her vor⸗
dringen. Sameß löste seinen Theil der Aufgabe, indem er Kljuc
desetzte; Zach jand die Hindern sse vorerst zu groß.)

Wien, 11. Sept. Die „Polt. Korresp.“ meldet aus Kon⸗
qantinopel folgende Details über die Ermordung Mehemed Ali's:
Tie unmittelbate Veranlassung zu dieser Katastrophe gab die von
Mehemed Ali am 5. d. in Yalova einberufene Veisammlung alba⸗
uesijscher Hauptlinge, welchen er den Gegenstand jeiner Mission
inter Darlegung der Ansichten und Ralthschläge der Regierung aus
inanderjt hen wollte. Als Mehemed ertlärte, daß die Regierung
richt die Macht habe, sich dem Willen des geeinigten Europat gi⸗
valtsam zu widersehzen, und somit auf Ausführung der Kongreß⸗
neschlüsse Bedacht nehmen müfse, weßhalb den Albanesen ernstlich
eraihen werde, der Durchiührung der territorialen Veränderungen
int Schwierigleten zu bereiten, brach in der Versamailung der
Sturm los, welcher sich auf die Straße verpflanzte und zu einem
lutigen Kampfe führte, in welchem 100 Personen theila geiddtet,
heils verwundet wurden. Erst spater gelang es dem Mufti, die
uhe herzustellen. Mehemed benutle Dies, um mit seinem Gesolge
ime andere Zufluchtsstäite aufzusuchen, woselbst ex die Racht un⸗
nehelligt verbrahte. Am Tage darouf wurde jedoch sein neues
Zuartier von den sanatischen Albanesen ausgespäht, die sofort zun
Angriffe schritten und soioohl ihn als 89 Personen seiner Eskorte
heus Offistere, heils Soldalen, nach verzweifelter Gegenwehr
niedermegeiten. Mehemed Ali erhielt 16 Wunden, darunter 8
oͤdtliche.

Die „VPol. Korr.“ meldet ferner, die Pforte habe noch don
Jeiner der Großmaͤchte Antwort auf ihre Cireulardepesche in Betres
der griechischen Frage erhalien. Die Pforte bleibe ind ß entschlossen,
zu erklären, daß sie jegt keine Delegirten für die don Seilen
Driechenlande geforderte Grenzregulirung ernennen koͤnne.
Madrird, 11. Septeiber. Das „Diario“ meldet, def
zine Verschwörung zu Gunsten einer Fdderal-Republik in Seville
enideckt worden sei. Es seien Verhaftungen vorgenommen und
wichtige Papiere aufgesunden worden.
Rermisdtes.
paaisestautern., 9. Sept. Geflern Abend 6 Uht
iuhe eine dahier zu Besuch ssich aufhaltende Uhrmacherfamilie aut
duͤsseldorf in einem Kahne auf dem in der HRahe unserer Stab
sefindlichen Blechhammer⸗ Weiher, einem sehr heimiüdischen Wosset
parieren. Ein Knahlein von 58 Jahren neigte sich etwas zu weit
uf die Seite, um eine Wasserrose zu pflücen, belam das Ueber⸗
        <pb n="521" />
        nJewicht und fiel in den Weihet. Aupoden Hilferuf der Eltern eilte
zin junger Mann herbei, der eben da gebadet hatle, sprang in dat
—28 und bein⸗ zwellen Untertauchen stieß er auf das Kind,
dessen Fuͤße ganz von Schlingpflanzen umwickelt waren. Er
brochte das Kind herauf und noch einiger Zeit gelaug e8, dasselbe
wiedert in's Leben zurück zu rufen. 6jf. 8.) *.
Da Or. Kaecht in Reust a di aus der baherischen Kammer
der Asgeordneten ausgelretea ist, ist eiut NReuwahl nothwendig ge⸗
vorden, die laut Amtstlatt am 8. QOct. naͤchsihin zu Edentoben im
„Schaf“ Vormittags 11 Uhr ftattzufinden hai. Am sjelben Tage
jur selben Zeu it aug in Kaiserrlauterten in ver Frucht⸗
jalle der für den derstorbenen Ph. Schmidt eintreteude Abgrorducte
zu waͤhlen, 8Sp. 3)
Durt geim, 9. Sept. Kaum hatten wir vnß von dem
Sqreden des nachtlichen Gewiters heute frud echolt, ois ah gegen
itrag schon wieder sinstere Wolken don allewn Seilen zusammen⸗
ogen umd neues Unheit verkündeten. Nach 1 Uhr ging et denn
auch bt. Sdlag auf Schlag, Bliz auf Vuͤr, und dan in Recen
als hauten sich alle Schleußen des Firmamenis gebfuen. Roch Ver—
lauf einer Stunde Lonuten wier den Haßz der Elemente gegen das
dodild der Wenschenhans einigermaßen Aberdlichon Der Schaden
aßt sich micht veranschlagen. Weinberge, Garten, Vecer und Wiesen
—AVCAÆ — —
der Eisenba hndamm in der Sichtung aach Erpolzheim unmittel-
nat unter“ der hiefigen Siadt durchbrochen. Bahnschienen
nit angeschraubten Schwellen ragen hoch ir die Luft, eine nahe
Zimmerwerlsiälte wurde zum Theil eingedrütt, und nahmen die
Wasser Holz, Werkzeuge und Arbeiter in einem Nu mit; leßtere
lonaten nur mit Mühe und Todesgefahr befreit werden. Leute
im Felde suchten sich an Bäumen und Wingertspfählen zu hallen.
an nicht mit sortgerissen zu werden. — Das Ramiiche wird unß
aus Seistadt erzaͤhlt, wo auqch die Thiere ia den Stallen über Fuß
ief in Wasser standen. In Seebach, Greihen und Hardenburg
soll der durch daß Weiter augerichtete Schaden ebenfalls deirächtiich
tin. Die ältesten Leute erinnern lich keiner sotchen XXXV
in unserer Gegend. Der Blitz kraf in Ungstein 8 Menschen, denen
jofort ärztliche Hüe geschafft werden mußle. Ein Schlag in eint
Scheuer zu Ellerstadt zundete glücklicher Weise nicht. Die Zügel⸗
hütte dei Maxdorf ist vollstandig zusammengetissen. Mit Bangen
sehen wir weiteren Hiobsposten entgegen. Meust. gtg.
fWeisendeim a. S. Wie erfrenlich sich dleß und
usreichende Dungung bei dem Gemüsebau lohni, dabon gidt ein
ans don dem Sclossermtister Koob dahier vorgezeigtes Weißlraut⸗
zaupt, welches fünftehn Pfund wiegt und 0,24 Vieter im Durch:
aesser hat, Zeugniß; dasselde wurde einem siautstück im freien
Feld, das regelmähig bepflamt, noch diele Exempiare von sast
Aeicher Groͤße aufweist, entnonimen. (Fr. T.)
fOggersheim, 10. Sept. Wenn das Gewitter in der
Nacht vom 8. aut 9. September ein großartiges genannt werden
nuß, so muß das, welches gestern Nachmittag gegen 2 Uhr über
ans dahinzog, als ein grauenerregendes bezeichnet werden. Um
2 Uhr war es so fiuster, daß man im Zimmer absolut nicht mehr
esen konnte. Uadheilderkündende Wolkenmasser berührten fast die
Zebaude und auf einmal brach ein Gewetler los, wie es in solcher
Bewali hierorm wenig erlebt wurde. In wenigen Minuten standen
Hdfe und Straßen unter Wasser; die Hagellocner prafselten sch auer⸗
iich an den Fenfterscheiben mieder und dermehrten den allgemeinen
Schreden und die Angit. Wahrlich, der Untergang der Weln kann
ein schredlicheres Schauspiel sein. Mit dangeni Herjen eillen die
Finwohner auf ihre Tadalsfelder und tkraurig, um ihre scönft⸗
doffnung ärmer, kehrten sie zurück; nur wenige Pflanzen blieben
verschont; man zeigte ellenlange Tabalstippen, an welchen faktisch
ein Blattheil mehr zu sehen war. Was noch um 2 Uhr das Auge
irfreute, lag um 3 Uhr werthlos zusanmengeschlazen am Bs.
»n. (F. V.) J
fOberndeim, 10. Sept. Gestern hatten wir ein Ge⸗
wditter mit wollenbruchactigem Regen. Ju ganz kurzer Jeit sah
dat Thal wie ein See auß. Das Grummet wurde IXXXV
zie Wiesen mit Sand und Geroͤll überd eckt. Auch der Kohlflur
an einem Hang wurde hart mitgenommen, da ganze Strecen Humus-
boden mit den daraufstehenden Pflanzchen den Berg hinabtutschten.
Die Feldwege sind furchwar zerrissen und mancher Landmannver
estern Abend jchwer seufzte, wird heute Motgen dei Befichtigung
üines Sqchadend bedenklich den Kopf schütteln. Achalich lauend⸗
—XXVKLLXXVEVEV (h.)
If Karndert, 8. Seyt. Der heutige Polizeibericht
neldet ein scheußliches Verbrechen, dessen Schauplaß am Freitag
Ibend ein Gehohn an der XXXXX Nem⸗ Gibißenhos
md Lichtenhof gewesen ist. Am Samstag Abend wurde daselbfi
in 7u jahtiges Madchen, dessen Adipet bvon Schnisltwunden zer⸗
leischt — aus einer Bauchwunde war das Cingeweide —X
reten — und außerdem von Mücdcen und XRXXXI
sufgqqunden. Das belammernatderihe Wesen kdedie noch and gad

in. daß es von jeinem eigenen Vater, dem Tagloyner Bg. giyert
on Nücnberg, auf so 8* Weise mißhandelt und hilflot liegen
elassen worden sei AÄbende gab es in Folge der erlttenen Ver⸗
hungen selnen Geist auf. Der Thater, Wweicher sich in der Nahe
en Schauplatzes seines Verbrechens auftzehalien, wurde gestern
rüh von zwei Personen gefaßt und in Haft genommen. GEr if
niner That in bollem Umfange geftändig.Mit beijpielloser Roheit
ind Gleichgiltigkeil gibt er an doß Kiud auf so barbarische Weise
erfleischt zu haben, weil er mit seiner Frau in Streit lebe und
ich habe an ihr für schlechte Behandlung rächen wollen. —
fSqwabmanchen (Schwaben). Bei der am 2. Sepi
tattgefundenen Ziehung der Zweibrüder tir henbau⸗Lotterie fiel
»er Haupttreffer (40.000 Mt.) in die hiesige Collecte. Die glud⸗
iche Gewinnerin ist eine schon seit vielen Jahren in iner hiesigen
FJamilie als Aindswärterin bediensteie Babette Neidhacdt, Die so
uwwerhofft Reichgewordene äußzerte in ihrer Freude: IJetzt: bin ich
38 Jahre alt; wenn ich jezt noch 40 Jahre lebe, dann wird esü
vohl xeichen.“
fMänchen, IO. Sept. Das Bezirksgericht Munchen
.d. J. verurtheilte heute die Katharina Hofniann, Gendarmerie⸗
vachtmeisters⸗ Ehefrau, zu Z3 Jahren Gesangniß. Die Angellagte
eschuldigt, vom Jehce 1874 bis vor Aurzem durqh die Vorsplege ⸗
ung der falschen Thatsachen, sfie brauce Geld für hohere Beamte
er Regierung. des Kriegsministeriums u. s. w., wobei sie sogar
inmal den Namen des Ministers v. Pfretzschner und den des
Fürsten Bismarch in's Spiel bdrachte und den Darlehensgebern
ehr hohe Zinsen in Aussicht steilte, eine Reihe von Personen um
rhebliche Summen (70 —80,000 M.) beschwindelt zu haben.
fMannheim. Das neue großartige Gasweri der Stadt
Mannheim geht jeiner Vollendung enigegen, der eine Gasometer
aus der Dingler schen Maschinensabtik in Zweibrinden) ist bereits
ertig gestellt. Während bisher die Gazerzeugung —A
z000 Lubilmeter betrug, kaan sie mit den goei neuen Gasomelern
uf 13300 Kubilmeter und darüber gekeiger iverden Das neue
JZaswert tang vielleicht noch im Lause den kommenden Winters in
Jetrieb geleit wetden.
fF Die Erinnerung an den blutigen Tag von Bazeitbles
imn L. September 1870 ift, so schreibt die Berliner Staats.Zig.“,
ei einem hiesigen Handelsmann flets in ersreulicher Weise aufge⸗
rxiicht worden; so glücklich aber. wie am lehiverslossenen September.
der Mann in feinem Leben noch nicht gewesen. Er machte dern
zutsch französischen Feldzug mit und war bel Baseilleß. Unser
andelsmann war mit unter den Letzten, welche durch das brennende
⸗oef zogen, und hatte das Glück, aus einem Gebäͤnde ein kleines
Radcqhen zu retten. Vater und Mutter des Kindes standen hände⸗
ngend vor dem Hause, das die Franzosen zu einer neinen Festung
mgewandelt hatten. Immer gieriger fraßen die Flammen umd
den Augenblick drohte der Einfiurz. Die Ellern der Qleinen
urden mit Giwalt verhindert, in das Gebaude zu eilen, weil der
'od bei solchem Beginnen fast undermeidlich war. Markerschüuernd
aren die Hilserufe der Mutter. „Ma Lisette! Ma Lisottoe
srie sie derzweifelt, indessen der Vater, Thränen an den Wimpern,
nit zudenden Lippen dastand. Da sprang, ehe Jemand es ver.
ndern konrte, der Mudtetier W., unser Handelsmann, der zu
ause ebenfalls Frau und Kinder haite, in das Haus, eilte die
tiege hinau, und kehrte, selbst halb erflidt, in der nächsten Minute
unt dem bewußtlosen Kende zuruck. Rührend war die Scene, die
ich jetzt abspielte, un so ergreifender, ai⸗ ringe herum Leichen,
feuer, Blut und Sterbende. W. wurde zwei Tage von dem
zater des stindes verfolgt, bit derselbe genaue Erlundigungen
ngejoten hatte, wer der Relter sei. Dann nahm der glucliche
hater Abschied don dem Soldaten. Am i. September 1871
thielt W. von dem Geistlichen jeneß Depariements im Auftragi
es Gutspächters Ch. ein Schreiben, dem eine schoͤne Busen⸗RNadet
ls Andenken beilag. Jbes olgende Jahr wiederholte sich diese
krinnerung an den bentwrdigen Tag; fiets iag in Geschenk bei
als ein elegantes Rotizbuch dald ein schönes Tuch dou Lhoner
Zeide. Im veiflossenen Jahre nun wurde W. von schweren
Schlagen getroffen; er falirie mit seinem kleinen Geschaft volle
tändig und stand mit Frau ünd Kindern oßfbem Eilend. In
einer Noth waadte er sich an den Geistlichen, der die Correspondenz
wischen Hrn. Ch. und idm alljährnich vermilttelie, und dal wenn
nöglich, um die Gewährung eines kleinen Darlehen zum Wieder⸗
Infang. Am 1. ds. M. trafen begleitet von einen Schreiben
es Geistlichen, 1200 Fe. an W. ein. Dei Brief enthält u. A.
olgende Stelle: „Im Auftrage des Hren. Ch. dilie ich Sie, die
ꝛeifolgende kleine Summe als unverzinzliches Darlehen anpunehmen
nit dem Beding, daß Sie dasselbe nus dann zurückzahlen, wenn
Sie selbst meinen, eb zu tounen. Sie mdgen diese kieine Gefallig⸗
cit als Zeichen der unverslechnichen Dantbarleit annehmen um
abei des schredlichen Tages don Bajeille⸗ gedenten, jenes Taget,
in dem Sie so glüdtich waren, guien Ellern thr amziget dint
nieder gu schenten. Lisetle lat ren Reticr herzlig giüße,
        <pb n="522" />
        Zind gedeiht sichtlich und macht den Eltern Freude ꝛce. Ergebenst
Th., Vicar.“ — W. ist Abergiücklich, er kann ein Geschaft an⸗
sangen und hofft, daß an dem Gelde des danlbaren Vaters der
Segen Gottes haften werde.

4 London, 11. Sept. Heute erfolgie in der Kohlengrube
Albercarne bei Newport (Grafscaft Monmouth) eine Explofion.
Fiwa 370 Personen befanden sich in der Grube, von denen bie
setzt 80 gerettet sind. Man fürchtet, daß die Uebrigen umge—
fommen sind.

— Von den Brieftauben. welche im Juni d. J. in Ro m auf⸗
gelossen wurden und von denen einige ihre belgische Heimath erreicht
hdaben, sind vier nach Philadelphia verschlagen worden.
Zwar nicht im Fluge, sondern an Bord der amerikanischen Brigg
Tlara P'den, welche amm 22. Juni von Livorno abgegangen war.
Auf der Hoͤhe von Majorca, etwa 30 (engl.) Meilen vom uächsten
dande, fielen die Tauben auf dem —AR
und fangen. Eine derselben trug den Stempel einer corombophilen
Gesellschaft in Brüss⸗l.
Hienstesnachrichten.

NRechtslandidat Jäger in Homburg ist zum Rotar in Bergzabern
ernannt, Notar Schmolze von Edenkoben nach Blieskastel versezt.
Die Verwaltung der Pfarrei Wattenheim wurde dem Pfarr⸗
berweser von Oiterstädt; Georg Kropp, übertragen. F

Der Tabakfteuer-Assistent L. Schäffler in Edenloben ist unter
zgleichzeitiger Berufung zum Zollassistenien auf die deim Hauptzoll⸗
mie Kaiserslautern ext. stat. errichtete 3. Ussistentenstelle, serner
der Malzaufseher Gg. Chr. Stahl bei der Aufschlage inehmerei

Hausversteigerung.
Montag, den 16. Sept.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr in
derWirthschaft desKaspat Schwarz
uin der Blieskostelerstraße in
St. Ingbert
lassen die Eheleute Jalob
Ochs, Schmelzarbeiter, und
Elisabeth Fischer daselbst die
nachb; zeichnete Leegenschaft im
Banne von St. Ingbert öffentlich
an die Meistbietenden zu Eigen⸗
thum versteigern nämlich:
Pl.Nr. 3027923. 7 a 60
qm Flache, worauf ein neues
einstöckiges Wohnhaus mit
Garten und Ackerland, ge⸗
legen am Forellenwe'her
neben Jos ph Matheis und
Christian Jungfleijch.
Das Haus wird — je nach⸗
dem sich Liebhaber finden — im
Ganzen odecr in zwei Abtheilungen

abgegeben und kann b's zum
Versieigerungstage auch aus frrier
hand gekauft werden.
Gi. Ingberl, 28. Aug. 1878.
Sauer, l. Notar.
Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der —
Druckerei ds. Bl.

Aus vollet leberreuzunge
kann jedem Arauken die iguleudlach
rewabrie Dr. Airy's Heilmethode
empfohlen werden. Wer Raheres
zarüber wissen will, erhält auf
Pr, Beriangen von Richter's

erlags⸗Anstalt in Leipzig einen mit
pielen deleyrenden Krankenberichten
bersehenen Auszug“ aus dem iln-
iririen Buchte: „Dr. Airy's Ratur⸗
Feilmethode⸗ (100. Aufl, Jubel⸗
Ausagabe) gratis und franco zu⸗
gefandt. 2*

Fr. v. Schillers Gedichte travestirt.
Beiträge zu komisch-huͤmorist. Vorträgen. Zweites Bandchen, 42
Slude euthaltend. Eleg. broch. Pr. IMA. Gehr witzig und

unlerhaltend.)

Inhalt: 1. Geburtstag. (Was rennt dos Volk.) 2. Ka—
uziner Prediet. 8. Lied an die Boͤrse. 4. Gegen die Frauen.
Der Teucher. (Thuringisch.) 6. Der Poflassistent. GKitter
bon Toegenburg.) 7. Hanswurst, Doclor und Chor. (Auf, auf,
ameraben) 8.Drei Worie deg Wahns. 9. Im Büffet. (Will
sich Heclior) 10. Würde der Frauen. 11. Der Ring des Poly⸗
rateg. 18. Die Wurst. Mach der Glocke.) 13. Schmonklied.
Punschlied.) 14. Ingenieur Bauer. (Wer wagt es.) 15. Die
Jute alte Zeit. 16. Die Büraschaft. 17. Monolog aus der
Jungfrau. 18. Todtenflage. 19. Ode an den Reichthum. 20.
Der Gang nach der Stadt. (Plattdeussch.) 21. De Theilung
der Politik. 22. Des Perrücdenmachers Klagen. 23. Der Hand⸗
schuh. (Thüringisch.) 24. Das Mopshündchen. 25. Scene im
dades. GHert Baron, ich rathe Euch) 26. Die Redoutenfreund'.
27. Der Toucher. (Jüdisch) 28. Zu Drittel, dem eAIten Wucherct.
29. Kossandie (Hauks Chr stine.) 35. Wein. du bist mi Göt
tetfunken. 31. Er stand in' se nem engen Stürchen. 32. Horch,
—VVV
(für Schleswig Holßein.) 35. In einem Thal bei armen Hirten.
36. Det Wasserschlüpfer. 37. Gekränlte Liebe. 38. Rä'hsel. 89.
Der Frieden bon Villa France. 40. Hettor's Abschied. 41. Die
zrei Worte. 42. Parodielied.

Verlag der Kör ner' schen Buchhandlung in Erfurt.
druã imno Leciag von

IE

xdentoben Hauptzollamis Kaiserslautern, als Auffchlageinntyaic-
zaselbst berufen wor den. ** pe
Fiterarles. **858* .*
Illustrirte Frauen⸗Zeitung⸗ Preis vierteljahrlich 2 M. 80 Pf.)
Ddie neuesste Moden⸗NRummer (38) enthält:

Braut⸗ und Hochzeits⸗-Toiletten, Promenoden⸗ und Haus · Anzüge für
damen und junge Mädchen. Regenmaͤntel. Herbst⸗Mantelet, Hüte. Cravaten⸗
-chleifen und Taschentücher. Hausrock und Mütze für Herren. Bollstãndige
Amzuge fur Knaben und Madchen, auch einzelne Kleider, Hute, Mantel und
degenmantel für Kinder. Nahtischdecke, Arbeitz · Necefsaire Stuhl⸗Ueberlage,
zehaͤkelte Dede nebft einzelnen Rosetten, Dedce mit Kreuzsiichstickerei, kleiner
kTeppich, Ecdden, Bordüren und Einzelfiguren in Kreuzstichstickerei Spitzen und
rinsahe in Halelarbelt und Tulldurchzug ꝛc. ꝛc mi 70 Abbildungen, dazu
ine Bveilage mit 12 Schnittmufiern, verjchiedenen Mustervorzeichnungen und
Ramens·Chiffren in Weißflickerei und Areuzlich und ein Modenkupfer. — Tie
ieueste Unserhaltungs⸗Rummet (84) enthält; Nina. Aus den
hapieren eines Berschollenen. Von Carl Weitbrecht. (Schluß.) — Der
haushalt im Vatican. 8. Der papftliche Hofstaat. — Auf dem Joche. —A
hichler. — Frauenarbeit und Frauenschmud auf der Pariser Welt⸗Ausstellung.
gon Julius Lessing. IV. — Germania. Zwei Jahrtauseude Deuischen Lebens.
Zon Frwin Sqhlieben. — Aus der Frauenwelt. — Die Orden und Ehren⸗
eichen fur Damen. 4. Die preußische Erinnerungs⸗Kriegsdenkmünze an die
Freihe its · Kriege. — Verschiedenes. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenltage.
ferner folgende Illuftrationen: Herzog Marimilian und Herzogin Ludoviea
VBaiern. Von C. Kolb. — Im Haften einer Hansaftadt. (Motiv aus
danzig.) Von G. Schönleber. — Die preußische Erinnerungs-Kriegsdenk-
nunge an die Freiheitskriege.

SZu bejiehen durch alle Buchhandlungen und Postämter

p ÊÇÇXα

Zur die Redaction veraniworilich: 5

Demetß..*
*
7.
Zur bevorstehenden Herbstsaison empfehle ich
rren-. Filæ- u. Loden-Hute,
Knaben-Hüte ——
gerliner Winterkappen. »
3 in den neuesten Fagçons zu 40
billigen Preisen. 60
Lermann PVischer.

ünchener Prämien-Lotterie
voncessionirt durch Allerhöchsten Erlass vom 11 Mai 1878
TMUDPISXV- AO,. OOOM-BMB PAAT.
Ziehung am 5. Uoreuber 18388.—
Preis des Looses JI Maurx. —
Loose versendet die Geneéral-Agentur
are sFCang, BRankgeschäft, München.
St Ingbert zu beziehen durch Herrn Franx WVoll.

5827
2328 233 383537333
5535 58 — 5
* *5 278 55333323
* 218 536235
4 2183 533834
z83 353655355
33 85353
— —— 238 22322
2 525*25
z383 258252
* ——— — 2
3 —— —— — —
2513 285333
3232 3225235
3825 *842352
— 625*5 J
22222
2533353
— — ———
5882 80
2 453 * 8
—42 292223 —325888
5 2221353
„S2232—
23324233
— 23 25

oeben erschren.

„Erfolgreichste Behandlung der

Schwindsucht
durch einfache, aber bewährte
Mitiel.“ — Preis 30 Pfg. —
Zranke, welche glauben, ar bieser
gefährlichen Krankheit zu leiden,
vollen nicht versäumen, sich obiges
Buch anzuschaffen, es briagt ihnen
Trost und joweit noch möglich,
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin abgedrudten
Dankschreiben beweisen. — Vor⸗
räthig in der Buchhandlung von
L. Schauermann in Mitter⸗
eich (Oberpfalz), welche auch
asselbe gegen Einsendung von 85
Bfg. franco per Post überall hin
versendet

rucht-· Brod⸗toc.
Fleisch⸗Preise der Stadt
Zwibrüclen vom 12. Sept.
Weizen 10 M. 32 Pf. Korn
8 M. 03 Pf. Gerste 2reihigt
6 M. 78 Pf. Gerste 4 reih.
6 Hi. oe pi. Spen 6 B.
70 Pf. Hafer 6 M. — P'.
Heu 1 Mi. 80 Pf. Stroh 2
M. — Pji. Kartoffeln 2M.
pf. Weißbrod Inn dilog.
52 Pf. Kornbrod 8 Kil. 74.2 Kil.
50 Pf. ditto 1. Kilo. 25 Pf.
Bemischtbrod 3 Kilo. O M. 89pj.
tindfi. 1. Qual. 70 Pf..
Zual. 66 Pf. Kalbfl. 66 Pf.
Butter 1IM. 10Pf. per Pid.

—

22meß

in Sc.

zIngoe⸗

1
        <pb n="523" />
        8* l. Ingberler Anzeiger.
Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
2 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neckamen
mit 30 Pfa. pro Zeile berechnet.
— — — — N —
AM 146. Sonntag, den 7r September 1878.
Deutsches Reich.

Würzburg. Nach dem „Frk. Volksbl.“ soll die Ernennung
des geistlichen Raths Georg Heller, zur Zeit Superior der Töchter
des geistlichen Erlösers in Wien, zum Bischofe von Würzburg un⸗
nittelbar bevorstehen. Heller ist am 13. Nobember 1831 in Neu⸗
jof (Mittelfranken) geboren.

Berlin, 12. Sept. Der Gesammtvorstand des Reicht-
ages ventilirt heute die Frage in Betreff einer Adresse an den
Zaiser zut Beglückwünschung wegen der wieder hergestellten Gesund⸗
heit. Die erste Lesung des Sohialistengesetzes findel wahrscheinlich
Montag statt. Die Regierungskreise rechnen auj die Annahme des
Besetzes in anuehmbarer Form mit einer kleinen Majoritat.

Berlim, 12. Sept. Im Ministerium des Innern findet
gegenwärtig eine Rebision des Entwurfs des Gesetzes über die Ge⸗
neinde⸗Abgaben statt, da dieser Entwurf, wenn auͤch in veränderter
Bestalt, nochmals dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden soll.
Die Bezirls-⸗Regierungen sind auch jetzt wieder aufgefordert worden,
aäch zu äußern. In einer Hinsichi wird der neue Entwurf ohne
Zweifel vollständiger sein, als der vorjährige. Er soll nämlich Be⸗
timmungen über solche Gemeindeabgaben enthalten, welche für
jesondere Leistungen der Gemeinde (z. B. Kangalisation, Wasserver⸗
orgung erhoben werden und einen anderen Charakter haben, als
die gewöhrlichen Gemeindesteuern. Ueber die vorhandenen Gemeinde—
ibgaben der bezeichnelen Art wiid jetzt eine eingehende Statiftik

aufgestellt.

Eine Zusammenstellung der Reichstagzmitglieder
nach ihrem Beruf ergibt foigendes Resultat: Dem Heere gehsren
mn: J General⸗-Feldmarschall, 1 General⸗Lieusenant z. D. und 1
Oberst z. D.; der Diplomatie: 1 Botschafter; den höchsten Staats-
tellen: 7 Minister⸗Oberprüsidenten und Regierungs präsidenten finden
ich 11, Regierungsräthe 7 und 21 Richter, sowie 24 Rechtsanwälte
und 5 Staatsanwälte; ferner 3 Landesditekloren „15 Landräthe,
13 Professoren, 8 Bürgermeister, J Gymnosialdirektoren, 5 pratt.
Aerzte und 84 Beamte verschiedener Kategorien; geistliche Herren
ind 24 gewählt und als Renmer 26 bezeichnet; das größte Kon⸗
tingent flellen die Gutsbesitzer, 106 an der Zahl, unter ihnen
zefinden sich viele der neuen Konservat: ben; die Presse ist durch
18 Schrifisteller vertreten; Fabrikbesitzet uad Kaufleute sind 34
»orhanden sowie ein Buchhändler; endlich noch 3 Handwerler,
l Drechsler, 1 Bierbrauer und 1 Photographengehilse (Fritzsche,
velcher als Cigarrenarbeiter unter die letzteten zu rechnen wäͤre,
st in der Lisie als Redakteur aufgeführh. Da Graf Wilhelm
Bismarck als gewählt zu betrachten ist, so bleibt nur ein Mandat
— für Stettin — noch zu vergeben. Unter den Gewählten be⸗
inden sich 1 Herzog, 7 Fürsten, 1 Prinz, 27 Grafen und außer⸗
dem 126 Adoqeordnete vom Adel.

Aussland.

Wien, 10. Sept. Dein „Tageblatt“ wird aus Belgrad
derichtet, es verlautete derläßlich, alle Albanesen von Wranje seien
jach Sienita abmarschitt. Letzterez werde ftärker befestigt. Zwischen
Povibazar und Wischegrad stehen 18.000 Insurgenten. In Cettinje
ist der Wiederausbruch der Feindseligkeiten geniß, da die Plforie
veder die Macht noch den Willen hat, die im Vertrage von Berlin
jugesprochenen Orischaften abzutreten. Am Freitag marschirten
nhßzere Truppenmassen an die Grenze ab; 18 Geschütze sind gegen
Bodgoritza und Sputz dirigitt worden.

Belgrad, 11. Sept. Rußland soll Serbien den Rath
eribeilt haben, seine Armee nicht zu entwaffnen, in welchem Falle
s ihm die festgesetzten Unterstützungsgelder weiter zahlen wolle.

Paris, 12. Sept. Wegen Beleidigung des Präsidenten
der Republik wurde der Herausgeber des bonapartistischen Blattes
Pays“ zu 2000 Fres. Strafe und Rogat, der Redacteur desselben,
u 8 Monate Gefängniß und ebenfalls 2000 Francs verurtheilt.

Madrid, 11. Sept. Das „D ario“ meldet, daß eine
berschworung zu Gunsten einer Föderal⸗Republik in Sebilia ent⸗
vedt worden sei. Es seien Verhaftungen vorgenommen und wich⸗
ige Papiere aufgefunden worden.

Petersburg, 10. Sept. Am Sonnabend während der

9
drdnungsfeier in der Isaakkirche fand man plötzlich unter den Füßen
jes Publikums Hunderie von Drusschriflen. Oben war auf den⸗
elben ein schwarzer Todtenkopf, darunter romh gedruckt: „Betet
nicht für das Leben des Tyraunen, denn er ist so gut wie todt:
diesem Schicksale entgeht er nicht, dafür bürgen wir mit Allem,
vas hoch und heilig ist. Das Rebolutions Comné.“ Der Vorfall
rregte gewaltigen Eindruck unter dem Publikum, welches meist aus
Beneralen, Offizieren und Beamten bestand.

Konstantinopel, 12. Sepi. In Folge der Ermordung
Dehemed Aliss soll Osmann oder Derwisch Paschaals Beruhigungs⸗
ommissär nach Albanien entsendet werden und das Commando
zines in Rossowo zu concentrirenden Armeekorps von 832 Batail-
onen übernehmen. In Folge der Metzeleien in Albanien werden
— V nach Jakoba, wo Mehemed Ali ermordel wurde,
entsendet.

Rermischtes.

T. St. Ingbert, 14. Sepi. Heute wurde uns von Berg⸗
nann Roth die Mittheilung gemacht, daß er von einem einzigen
Burkenkern 84 vollständig ausgewachfene Gurlen zog. Gewiß eine
Seltenheit.

FKaiserslautern, 12. Sepi. In der gestrigen
Sitzung des hiesigen Polizeigerichts warden 8 junge Burschen aus
Fischdach, welche kürzlich in einem Eisenbahnwagen groben Unfug
»erübt, indem sie trotz der Abmahnung anderet Fahrgäste in be—
ästigender Weise gebrüllt, getrampelt und geblasen, zu Haftstrafen
von 14, 10 und 8 Tagen verurtheilt. (s. 3.

tEppstein, II. Sept. Heute Nachmittag siel in der
Lähe der Brücke ein 2jähriger Knabe in den bon dem letzten Ge⸗
oitterregen hoch angeschwollenen Ifenachbach, ohne daß Jemand deu
Unfall bemerkte. Glücklicher Weise wurde daß mu vem Wasser
ampfende und untersinkende Kind von dem über die Brüde fahrenden
herrn Dr. K. von Oggersheim wahrgenommen, der schneil ent⸗
chlossen ins Wasser sprang und das geretlete Kind seiner nicht
benig erschrockenen Mutter in Haus brachte.

fLandau, 11. Sept. Vor dem kagl. Polizeigerichte dahier
vurden heute etwa 20 Sonntagseschüler aus Bornheim, meistens
Nädchen, wegen Besuchs der Tanzmusik zu je 2 Tagen Haft verur—
heilt. Möchten doch die Eltern ihre schulpflichtigen Kinder vom
zZesuch der Tanzmusit ernstlich abhalten, damit sie nicht in die
dage kommen, in ihrer zarten Jugend schon mit dem Gefängnisse
Bekanntschaft zu machen.

fNürnberg, 8. Sept. Ueber die soeialdemokratische
Tlique dahier schreibt die „Südd. Arbeiterzeitung“: Die schon sehr
ceichhaltige lolale Galerie socialdemokratischer Ehrenmänner ist wie⸗
)er um ein stattliches Exemplar vermehrt worden. Herr Christian
MNeher, Vorstand von Grillenberger's Gnaden des Mannlichen
S„teinbühler Krankenvereinz“, wolule nach Amerila auswandern,
ergaß aber zuvor ein Deficit von ca. 86,000 M. in de Vereins⸗
asse in Ordnung zu bringen. Schon hatte der Biedere das Schiff
estiegen, das ihn den Klammern europaischer Kapitalsty:annei
atrücken sollte, als ihn die Schergen unserer brutalen Bourgeois⸗
ustiz faßten und ihn nach dem Pegnitz-Strand zurücklieferten. Er
vird nun wohl bald in einem Haufe untergebracht werden, wo die
Arbeit staatlich organisirt, das Ideal Grillenberger's somit durch⸗
jeführt ist. Das Haus steht an der Fuͤrther Landstraße.

fHOof, 10. Sept. Ein ungeheueres Krachen und Drsöh⸗
ien beim Neubau der neuen Baumwollspinnerei verklindele heute
Aa Uhr Morgens, daß ein schweres Unglück sich ereignet habe.
Die ganze Eisencoastruclion im Innern dee Neubaues, soweit sie
nufgestellt war, ist vollständig zusammengestürzt; dabei wurden 2
Mann getödtet, 2 Mann schwer verletzt.

f Mainz, 12. Sept. Ein schrecklicher Unfall trug sich
jestern Nachmittag auf der Biebricher Chausse zu. Ein Treiber
ührte mehrere Ochsen don Bischofssheim nach Wiesbaden. Auf
er Biebricher Chausse wurde derselbe plötzlich von einem der
Ichsen angegriffen, zu Boden geworfen und so mit den Hoͤrnern
gestoßen. daß an ein Aufkommen nicht mehr zu denlen ist. (Maʒ. 3.)
        <pb n="524" />
        pBerlin. Der Behörde ist es gelungen, eine Falsch⸗
münzerbande zu entdeden und festzunehmen, welche hauptsächlich falsche
Thalerstücke aus den Jahren 1861, 1866 und 1867, sowie Fünf⸗
und Zweimarkstücke verausgabte.“

FUnfreiwillige Komit. Anfang dieses Monats
fand in Neuß eine Thierausstellung statt. In der betreffenden An⸗
zeige hieß es wörtlich: „An der Ausstellung für Rindvieh lönnen
fich sämmtliche Bewohner des Gauberbandes, an derjenigen für
Pferde, Schweine und Schafe jedoch nur die Bewohner des Kreises
Neuß betheiligen.“ 2

4 Zur Rachachtung für alle Herrschaften, welche geneigt sind,
aus Gutmuͤthigkeit schlechten Dienstboten gute Zeugnisse zu ertheilen,
bringen wir nachstehenden Fall zur Kenntniß. Ein Kaufmann in
einer Provinzialhauptstadt hat die eben verflossene Babesaison mit
seiner Fam'lie in Wiesbaden verlebt und seine Wohnung dem erst
am 1. Juni dieses Jahres zugezogenen Dienstmädchen überlassen.
Bei der Zurückkunft der Famuie war das Mädchen nicht mehr an⸗
wesend, bielmehr wurde constatirt, daß sie mit einem Geliebten
davongegangen und Alles, was werihvoll und nicht beschwerlich beim
Transport, aus dem Vermögen der Herrschaft hat mitgehen heißen.
Die Letztere klagte den eiwa 1600 M. belragenden Schaden gegen
die frühere Herrschaft des Mädchens tin, weil dieselbe, obwohl der
Grund der öntlassung Unehrlichkeit gewesen war, dem Mädchen
dennoch ins Zeugniß geschrieben hatte: „Treu und zuverlässig.“
Das Gericht hat angenommen, daß diese Ausdrücke gleichbedeutend
seien mit „ehrlich', und da es glaubwürdig erscheinen muß, daß
dieses Zeugniß hauptsächlich die zweite Herrschaft bewogen habe,
den Dienstboten ju engagiren, wurde die erste Herrschaft zum vollen
Ersatz des zugefügten Schadens verurtheilt. —

F Den AÄufschrei eines patriotischen Herzens theilt der Parifer
„Figaro“ mit. Ein junger Franzose ruft in einer Gesellschaft, in
wilcher man die schredlichen Ereignisse der Jahre 1870 und 1871
zum Gegenstand der Diskussion gemacht hatte, mit Emphase aus-
Lieber wollie ich das Letzte opfern. was ich befitze, als noch eint

Verloren. Sevrg Rol
von hier, hat in
der Nacht vom 25. auf 26. August
egthin, seinen grauen noch ziemlich
neuen Tuch rock in hiefiger
Stadt verloren. Der redliche Fin⸗
der wird gebeten, denselben gegen
Belohnung an ihn abzugeben.

*
r
4—

C

— “ —
ortrauen kann ein Kranker
64 zu einer solchen Heilmethode
haben, welche, wie Dr. Airv's
Naturheilmethode, fich thatsächlich
bewahrt hat. Daß durch diese Me⸗
thode Außerst anstige, ja sa nnenerre
gende Heilersoige erzielt wurden, be⸗
e in —— dr Buck⸗
r. IX

WVV

aEen gahlreichen Brsoi⸗
nal⸗Atteste, laut welchen selbst
soiche Kranke noch Heiluang fanden,
für die Hilfe nicht mehr möglich
schien. Es darf daher jeder Kranke
sich dieser bewährten Methode um
so mehr vertrauensvoll zuwenden,
als die Leitung der Kur auf
Wunsch durch dafür angeftellte
praktische Aerzte gratis erfolgt
Räheres darüber findet man in
dem vorzuglichen, 544 Seiten
darken Werke: Dr. Airyes Na—
turbeilmethode, 100. Aufl, Ju⸗
bel⸗Ausgabe, Preis 1 Mark,
Leipzig, Richter's Verlags⸗Anstalt,
welche das Buch auf Wuͤnsch gegen
Einsendung dvon 10 Briefmarken
à 10 Pf. pirect franco versendet

2
*
—*
J

Stationsbeklebzettel
zilligst be F. X. Demetz.

Be Ehr. Echomperlen in Lahr ist soeben erschienen:

Der Vetter vom Rhein.
Ein neuer Kalender aus Lahr
auf das Jahr 1879.

Dieser neue Kalender ist sehr schön ausgestattet, sein Inhalt
manniofaltig und interessant; 40 schöne Bilder zieren denselben,
dazu noch das Titelbild, auf welchem wir das Straßburger Münster,
die Kehler Eisenbahnbrücke über den Rhein, das Porträt des
Herousgebers, eine Elsäßerin und einen badischen Bauern in ihrer
Nationaltracht erblicken; ferner sind Gewerbe und dabrikation,
Ddandel und Verkehr bildlich dargestellt.

Dieser Kalender ist zu dem sehe billigen Preife von
80 Pf. zu haben.

Invasion erleben. Gerührt drückt ihm ein pensionirter General die
hand, und jener fährt fort: Denn wie ich mich Anno 1871 —
in Belgien gelangweilt habe, Das spotttet jeder Beschreibung.

FEin neues gefährliches Jvsekt.) In den Vereinigten Staaten,
aus denen bekanntlich sowohl die Reblaus als der Koloradokäfer stammen,
ritt abermals ein Insekt auf, das nach vorliegenden Berichten in
den Staaten New⸗England, New Jersey und New VYork großen
Schaden anrichten soll. Dasselbe zerstört mit fabelhafter Raschheit
Wollen⸗ und Leinengewebe, führt das Verderben von konservirtem
Fleisch herbei und bieibt sowohl dem Kampher als auch den übel—
riechensten Substanzen gegenüber völlig indifferent. Dieses Inselt
ührt in den Vereinigten Siaaten den Namen Capet-beeétloe (Teppich-
notte), auch Vüffelmotte, Anthrenug, sirophularias. (Das sollte,
vie ein norddeutiches Wort sagt, gleich „die Motten kriegen“.)

FEine Schwiegermutter als Prämie. ODer
Gaulois“ erzählt folgendes launiges Geschichtchen: „Ein Bauer,
nit einem derben Knittel bewaffnet, tritt vor den Präsidenten einet
Thierschutzvereines. „Ich begehre meine Prämie,“ sagt er. Wo—
ür ?“ fragt der Präsident. — Ih habe einem Wolf das Leben
jeretiet. Ich hätte ihn mit diesem Knittel da niederschlagen kön⸗
jen, ohne daß er Zeit gehabt hätte, sich zu mucken.“ — .Und
vas hai das mit dem Wolf für eine Bewandtniß ? Wo war erf
Was hat er gethan? — „Er hat meine Schwiegerinutter aufge⸗
ressen.“ — Der Präsident überligte einen Augenblick und er⸗
viderte endlich: „Mein Freund, ich finde, daß Sie genug be—
ohnt sind.“

FIn Warschau sind die Menschenpocken furchtbar heftig
ausgebrochen, Von 2230 Erktrankten sind 806 bereits gestiorben.

— —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

In Ch. Stahl's Verlag in Neu-⸗-Ulm ist soeben er—
schienen:
Großes illustrirtes
Kräuterbuch.
Ausführliche Beschreibung aller Pflanzen und
Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen, ihre Wirkung und Anwendung, ihren
Anbau, ihre Einsammlung und Aufbewahrung.
NUebst Anleitnng
zur Bereitung aller moͤglichen Arzneien, Kräutersäfte, Syrupe,
Tonserven, Latwergen, Essenzen, Wasser, Pulver, Oele, Salben
Pilaster, Pillen, Pomaden,
sowie vieler
Geheim⸗ und Hausmittel.
Naci den neuesten Queilen bearbeitet.
Mit nach der Natur colorirten Abbildungen.
Preis pre Ifg. 50 Pfg.

Das Werk ist in 15 Lfgn. erschienen.

Ein Kräuierbuch mit nach der Naftur colorirten Abbildungen
wird gewiß überall mit Freuden begrüßt und duüfte unser Unter⸗
nehmen, welches auf der Grundlage 30jähriger proltischer Erfahrung
beruht, dor allen anderen ähnlichen Wetken sich den Vorzug erringen

Ueber 300 Pflanzen, Kräuter, Heilmittel ꝛc. sind in unse
Werk aufgenommen, die in allen Concurrenzwerken gänzlich fehlen.
Die Abbüdungen, ganz naturgetreu, ermöglichen sogar den Laien in
der Botanik, den Werth der Pflanze ⁊c. richtig zu deuten.

FEin namhafter Beurtheiler sagt über dieses Buch:

„Es ist das Beste, das je in diesem Fache aus der Presse
hervorgegangen. Wenn ächtes Verdienst den Erfolg bestimmt, so
Ausß das Werk die undegrensteste Berühmtheit erlangen. Wir
empfehlen es mit bestem Gewissen zum allgemeinen Gebrauche.“

Sei Einsendung des Betrages erfolgt Franev⸗Zusendung
riespapiere Allgemeine Wechsel
mit Firma, zu desohsttebriefan ver Si. 8 Pf., 25 St. 80 pi
in schônen veraierten sind zu haben in der
Schriften, Buch⸗ und Steindruckerei
XRXXE J. X. Demek.
Rartom ete., werden raseh
ind billig angefertigt in der
Buch- und Steindruokereoi
T. Dometæz.
8t. Ingbert.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Siezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr 47.
        <pb n="525" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo hhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheini wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstaz, Samnstaz nad Sonntag. Der Aboune mentspreis betragt vierteljahrlich

Marlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Ausvarts mit 135 Pfy. fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum. Neclamen
miit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
AM 147.. Dienstag, den 17. Eeptember
1878.
Deuksches Reich.

Näünchen, 18. Sepit. Erzbischof d. Stei hele und Bischof
khrler legten heute den Eid der Treue und des Gehorsams in die
dände Ste. Maj. des Königs ab.

Berlin, 14. Sept. Gegenüder der Nahricht der „Weser⸗

Zeitung“ von einem entdechen neuen Complou gegen den Kaiser
ind der Verhaftung des Attentäters wird officis folgendes Com⸗
mun?que veröffentlicht: Vor etwa acht Tagen erregte in Gastein
ein Herr die Aufmerksamkeit durch den Eifer, mit welchem er sich
nach der Zeit, zu welcher der Kaiser seine Ausflüge zu machen
aflegt, nach den Wegen die er dabei einschlage, nach der Art und
Weise der Ausführung x. erkundigte. Er wurde verhaftlet. Auf
die Frage nach dem Namen nannie er einen solchen. Bezuügzlich
einer Subsistenzmittel befragt, gab er den Betrag seiner Habe auf
12 fl. an. Als man ihn genau unterfuchte, fand man Visiten⸗
sarten bei ihm, die auf einen andern Ramen — einen adeligen —
lauteten, als er angegeben hatte, sowie die Summe von 200
Thalern in Fünfmartstuͤken. Da man Zweifel hegte, ob der auf
)en Visitenkarten genannte Name der des Verhafteten sei, gab der⸗
elbe einen dritten an, welcher sich bald als der richtige erwies.
Der Verhaftete war ein geborener Hannoveraner, welcher sich spä⸗
er in Graz als Kaufmann niedergelaffen und eine nicht sehr Ver⸗
rauen erweckende Vergangenheit hinier sich hat. Eine Haus⸗
uchung constatirte den Vesitz soeialistischer Schriften. Jud ssen ließ
sich die Absicht eines Nttentaté nichi feststellen, und der Verhaftele
nurde nur wegen Namensfälschung zu einer kurzen Gefängnißhaft
xeturiheilt.

Aus Baden, 13. Sepf. Der württemb. Bifchof Hefele,
welcher diesen Sommer, wie gewöhnlich zum Curgebrauch in Baden⸗
baden weilte, nahm, wie ich aus sicherer Quelle weiß, mehrmals
Belegenheit, sih dahin aus usprechen, daß es nicht weniger im
Interesse der kathol schen Kirche als des Staales lage, wenn sich
die ultramontane Vartei Deutschlands den friedlichen Ablfichten des
Papftes zur Beilegung des lirchenpolitischen Streites anbequemen
würde; leider bilde aber der Ehrgeiz gerade der hervorragendsten
Altramontanen Parteiführer das groͤßte Hinderniß. Er der Bischof,
zabe bisher, ehne Schädigung für die Ktirche, auch das gerin ste
Zetwürfniß mit dem Staat zu vermeiden gewußt und auch den
venigen Hetzern in Württemderg sei es noch nicht gelungen, erheb⸗
ichen Anhang zu gewinnen. Ihm sei es auch ganz erwünscht ge—
vesen, daß der Kerchenrath den kathoi. Geistlichen don jeder Wahl⸗
agitation abgerathen habe. pf. K.)

Kassel, 15. Sept. Kaiset Wilhelm ist heute früh um 8
Ahr im besten Wohlsein bier eingetroffen, von zahllosen Volksmassen
nit Enthusiosmus begrüßt, und fuhr unter fortdauerndem Jubel⸗
ufen im offenen Wagen nach Schloß Wilhelmahöhe. Der Kaiser
rrug das Haupt mit dem Helm bedeckt und den rechten Arm in
er Bnde. Se. Masestat grüßte freundlich mit der linken Hand.
Die Kaiserin ist gestern Äbend in Wilhelmshöße angekommen.

KAussaud.

Wien, 18. Sedt. Die Anwesenheit des Grafen Schuwa⸗
ff wird dahin ausgelegt, daß ein energisches (7) Auftreien der Drei⸗
aisermächte in Konstaninopel in Aussicht stände. Demgemõß seien
wischen dem Prinzen Reuß und dem Grafen Andrafsy bereus Be⸗
sprechungen abgehatten worbden. — Die Russen konzentriren bei Adriano⸗
del bedeutende Truppenmossen, halbverfallene Tüurkerschanzen werden
uusgebessert und mit schweren Geschützen armirt.

Wien, 18. Sept. (Offisiell) Gslern haben die Ope⸗
ationen an der Save begonnen, und ist diese von unseren Truppen
lberschritten worden. Ueber den weileren Verlauf dieser Ope⸗
anionen können in den nächsten Tagen Mittheilungen nut in dem
Naße vers fentlicht werden, als Dies mit Rüdsicht auf die gebotene
addlichste Geheimhaliung der militärischen Bewegungen thunlsch ist

Gastein, 14. Sept. Naiser Wilhelm ist heute Vormiltag
J Uhr, Fuͤrst Bismard heute Nachmittag 23/ Uhr von hier ab
ereist. Letzterer wird sich direlt nach Bedin begeben.

Vermischtes.

f In einer am Sonntag zu Blieska st el Statt gehabten
Verjammlung des Aussquusses des Feuerwehrberbandes für den
Zezirk Zweibrücken wurde u. A. der Beschluß gefaßt, die nächste
Bezirlss Uersammlung am 20. Oktober 1878 n St. Inabert
abzuhalten.

Die prlzischen Bahnen vereinnahmten in den bis jetzt ver⸗
lossenen 8 Monaten von 1878 604 181 M. 39 Pfg. weniger,
us in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

F Der „Pirm. Anz.“ schreibt: In der Bahnhofswirthschaft
es benachbarten Dorfes Mnchweiler erschoß sich am vorigen
Mitwoch Abend mitielst eines Revolvers aus bis jetzt noch nicht
rmittelten Gründen ein junger Mann. Derselbe wurde ais der
5jãhrige Philipp Graf von Hinterweidenthal recoznoscirtt.

14. Die Kus. Ztg.“ berichtet über Line Gant, die in ihren
rinzelheiten lebhaft an die berüchtigte Sp tzeder⸗Affoire erxinnert.
Sparsame Arbeilerfamilien legten ihre sauerverdienten Sparpfennige
ei dem alles Vertrauen genießenden Geldmanne Seyl in Kusel an
gjegen 5 pCt. Zinen, die sie nicht erhielten. Nun droht ihnen
x ganze oder theilweise Verlust des Capitals. Warum wendelen
ich die Leute nicht an solide Spark ssen, die ja seit Jahren be⸗
sehen ? Dieser Seyl operirle wit fremdem Gelde, dessen Ziffern
ch in die Hunderttausende erstreckten, von einer Buchführung aber
it, wie wir hören, keiue Spur zu finden. Möchten sich Andere

niese schliamen Erfahrungen zur Warnung dienen lassen!
7 Der 63 Jahre aite Münchener Hofianger Kinderman
jat sich mit einer 17jäh igen Ballettänzerin von dori verlobt.

FJWiesbaden, 15. Sipt. Heute Nacht um 11Uhr 40
Nin. wurden hier drei starke Erdstoͤße, jedoch bon kurzer Dauer, verspürt.

. Dem „Rh.⸗Westph. Vollsfr.“ zufolge floriren die Krupp'schen
Berte derart, daß Herr Krupp sich entschlossen hat, auch in dem
nadichen Keilwig dei Werden groößere industrielle Anlagen zu er—

chten. Er ist mit den betreffenden Eigenthümern bereits behufs
zcwerbung eines Arcals von 100 Morgen in unmittelbarer Nähe
er Stadt in Unterhandlung getreten.

x Merlwürdige Verunglücung. Man berichtet der „Wesif.
tob. Ztg.“ aus Wilten unerm 12. v. : Von einem gewiß feltenen
englücksfalle ist ein Arbeiter auf, einer Annener Zeche betroffen.
derfelbe, ein Schnied, hielt ein zum Einsprzen von Wasser in ein
Zohrloch bestinmmtes Rohr ins Feuer und bemerkle dadei, daß das
kohr noch Wasser enihielt. Indem er nun in dasselbe blies,
im das Wasser zu entfernen, platzte das Rohr und das ihm da⸗
urch mit großer Vehemenz in den Mund kommende Wasser trieb
hm den Kopf auseinander, so daß augenblickticher Tod die
jolge war.

fLondon, 18. Sept. D'e Aufstelkung des Obelisk die
stadel der Kleopatra“ am Themseufer fand gestern Nachmittag
hne Zwischenfall statt.

x Eisenbahn nach Amerika. Die amerilanischen Blätter be⸗
prechen ein Eisenbahnprojelt, welches selost die Pacific⸗ Bahn noch
inter sich lassen würde. Man will nämlich die alte und die neue
Welt, Asien und Amerika, durch eine Resenbahn verbinden und
amit die Seefahrt über den atlantischen Ocean theilweise unnöthg
nachen. Amerila soll sein Esenbahnnetz bis nach einem Punkte an
er Grenze des Washington-Tertitociums und der britischen Befitze
uingen ausdehnen, England dann die Bahn durch Alaska bis zum
Fap Prinz Wales an der Behringstraße sorisetzen und schließlich

Lußland an der anderen Soeile der Behringstraße eine Eifenbahn
jach St. Petersburg anlegen. Damit waͤr dann ein ununiec⸗
zrochener Sch'enenstrang don Washington nach St. Peters burg
zetgestellt und man könnte die Reise mit eine geringen Unter⸗
»rechung von 40 Meilen Seefahrt ganz zu Lande machen.

p Der Daltonismus oder vie sogen. Farbenblindheit
st zwar längst in wissenschaftlichen Kreisen bekannt, aber hat doch
rst in neuerer Zeil wegen der verhaͤngnißvollen Folgen, welche si⸗
im Signaldienste der Eiserbahnen und der Schiffe herbeiführen
ann, die allgemeine Aufmerksamkeit erregt. Betanntlich sind in
nehreren Staaten Verordnungen über die Prufung der Eisenbahn⸗
        <pb n="526" />
        dedienstelen in Bezug auf ihr Farbeafehvermözen erlassen und es
ist auch zu diesem Zwecke ein eigenes oplisches Instrument erfunden
orden.“ Neuerlich hat nun A. Favre seine diesfälligen Beobach⸗
ungen in einer der französischen Akademie der Wissenschaften über⸗
reichten Dentschrift niedergelegt, welche der Abthelung für Mediein
und Chirurgie zur Prüfung überwiesen wurde und in welchem fol⸗
gende Sätze aufgestellt werden: 1) Ter Daltonismus beruht auf
Ünkenntiniß oder auf Verwechselung der Farben. 2) In Frankreich
Jiebt eß meht als 3,000,000 Meuschen, weilche mit Daltonismus
chaftet sind. 3) Die Zahl der mit diesem Fehler pin
Frauenspersonen verhält sich zu jener der Manner, d'e an Dalto⸗
aismus leiden, ungefähr wie 1: 10. 9) Unter zehn Fällen von
Farbenblindheit, können bei jungen Leuten neun leicht behoden
verden. 5) Die beste Heilmethode besteht in einer syste matischen

Vom L. Oktober l. J. ab *.
findet die Verwerthung sämmmlicher Forstprodu'te aus den Wal⸗
bungen der Gebr. Kraemer unrer nadstehenden Biding⸗
angen statt:

Die Abgabe von Holz und andern Forstprodukten erfolgt bei
einem Werthe von 20 Marik und darunter
nur gegen Baarzahsung der Taxe.
Für höhere Beträge — deren Zahlung innerhald 8 Mongten
vom Tage des Empfangs an gerechnet, zu geschehen bat — muß
eder Holzempfänger schriftliche und genügende Bürg⸗
schaft stellen.
Gegenwärt'g beträgt die Taxe:
Für den Ster Buchen Prügelholz 4 M.
Krappen 2M. 80 pf.
Gemischte Prügel 3 M.
Krappen 2 M. 20 pf,
Eichen Pfähle 6 M. J
Kiefern Pfähle 3 M.
p h, den 17. September 1878.
Waldeigeuthümer:
Küũss wetter-
Hur tevorssehenden Herbstsaison empfehle ich
ren., Filz- u. Loden-Hute,
— Knaben-Hüte, —
Berliner Winterkappen. —
Alles in den neuesten Fagons zu 0
billigen Preisen. 2
Lermann PVischer.
Münchener Prümien-Lotterie
oncossionirt durch Allerhöchsten Erlass vom IL. Mai 1878.
IINVUPttresser 40, 000 MATI DABMIL-
Ziehung am 5. Uoreiuber 1878.

Preis des Looses J Maurlic.
Loose versendet dio General-Agentur

Carls sLang, Rankigeschüft, München.

In SIt. Inghert zu béziehen dureh Herrn Franæ WoII.
Wr
Aligemeines Deutsches Reichs-Adreßbuch

pro 1879.

Die Außgabe pro 1879 erscheint Ende Dezember dieses Jakres
in einer neuen vollständig revid rten Auflage in sauberster Ausstattung
sauf 600 Seiten in groß Octav) und bleibt der Preis pro Exm⸗
plar für die Abonnenten Malt 10; nach dem Erscheinen im Buch⸗
handel theurer.

Auf die correcte Herstellung der neuen Auflage ist die größte
Sorgfalt verwendet worden und dürften mit dieser Ausgabe die
bisherigen Mängel und Fehler vollständig beseitigt sein. Den ersten
milichen Theil uüber die sämmtlichen Militair ˖ und C.vilVerwaltungen
zes Dtutschen Reichs verdanken wir den neuesten Zusammerstellungen
des Reichetanzieramtes. In der nahh den Branchen geordneten
Reihensolge der Handelsfie nen sind über 40,000 der bedeutensten
Firmen des Fabrik⸗ und Handelssstandes in Deultschland enthalten
d wollen sammiticke Firmen, welche noch keinen Anfra⸗
— erhalten haben, denselben schleunigst ver⸗
angen.

acn Schluß für die Aufnohme der Firmen (kostenfre) und
der Inserate (Geschaͤftsempfedlungen) ist arn 10. Otiober cr.

Siraßhurg i. E., im Septemder 1878.

Die Expedition des Allgem. Deutschen Reichs⸗Adreßbuches.

Uebung an farbigen Objecken. 6) Die Frauen müssen im Kreise
hrer Familie dafür sorgen, daß der Farbensinn der Kinder gehörig
wichelt we de, besonders bei jenen, die sich häufiz in der Benen—
nung der Farben irren. Es ist zu ew pfehlen, den Daltonismus
nuicht in'z Lächerliche zu ziehen. 7) Künftig foll Niemand im Ei⸗
enbahndienste, bei der Marine oder an Malerschulen ohne ene
Farbenprüfung zugelassen werden. 8) Die Farbendlindheit soll
war nicht zum Waffendienste zu Land oder zur See untauglich
nachen, aber die mit derselben behafteten Soldaten dürfen nie zum
Dienste mit Farbensignalen verwendet werden. Regelmäßige
ebungen im Farbensehen sind in der Armee und bei der Marine
inzuführen. 2) Die Prüfungen und Uebungen im Farbenunter⸗
heiden bilden einen Lehrgegenstand der Volksschule.

—7 In eci veranworilich: R. X. Demeß.
Vom ersten Oktober ab wird, — um den Ansprüchen des
Publiluns in der voll kommensten Weise zu gerügen — das
0
—Z 3 J
zexner Tageblatt
lich zweimal,
—— — 4
orgens u. Abend⸗
It, erscheinen, ohne den
bonnementsé preis zu erhöhen. —

Durch diese Neuerung wird das fenden polit ischen Nachrichten
Berliner Tageblatt? in der Lage und einem ausführlichen Cours⸗
ein, nicht nur wie bisher an Fulle bericht der Berliner Mittagsbörse,
und Sicherheit der Informationen, auch noch die von dem eigens
ondern auch an Schnelligkeit mit errichteten 8
en ersten Organen der deutschen Bureau des „Berliner Tage⸗
Tagespresse erfolgreich in die Schranken blatt“ redigirie erste Hälfte der
zu treten. Auch in die entfeintesten kammerverhandlungen enthalten.
Theile des deutschen Reiches wird es Die bisher in Deutschland unge⸗
83 die usen, Han⸗ annt große Verbreitung dieser gänzlich
dels⸗ und Borsennachrichten aus 3443 3
terlin, wie aus allen Centralpuntten unabhüngigen freisßnnigen
ger pch und des Ipenehen mit Zeitung
iner Geschwindigkeit zu tragen
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Der große Kreis von Spezial⸗ re n
an auen Haupi⸗- in Deutlichsten füx die Gediegenheit
ahen sowie die ausgedehnte sie Be⸗ und Reichhaltigkeit ihres Inbalis, und
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7 gleit bei der Fülle des

ʒev „Berliner Tageblatt den ebotengen Stoffes, jso kann das, Ber⸗
worzug daß ez durhh die ihm zäglich e Tageblo⸗ mit seiner uñ lich
un zibeimal zugehenden le nabee —8
rusführl. ZSotzinuteltrauu· echt ais
llen anderen Zeitungen mit seinen 3 02
— rtichtalligste und hilliglte
reiu. dentsche Zeilung

Die Abendausgabe des Ver-nnpfohaen werden. Die werthvol ,
liner Tageblatt“, welche bereits am len Beigaben: das illustrirte
ehsten Morgen in allen Theilen Wißzblatt —u LEd, jowie das belle⸗
Deunchlands ich in den Händen der wiftische — „Berliner
Tfer befindet, wird, außer den bis Sonntagsb att, erfrenen sich einer
dachmittags 8 Uhr eintref⸗allseitigen Anerlenuung
Im Feuillelon des „Berliner Tageblatt“ beginnt im Laufe des IV. Quatt.
in neuct weibändiger Roman: „Jorstmeister“
don
Berthold Auerbach.

Der Name des gefeierten deutschen Erzählers überhebt uns jeder An⸗
hreisung eines Werles, welches den Dichter von einer gan z nenen Seite zeigt.

Reben diesem überaus fesselnden Roman wird im Feuilleton überdieß
dem Theater, der Kunst und Wissenschaft belondere Aufmerlsamkei⸗
gewidmet.

SAbonnementspreis für das täglich zweimal, Morgens und
Abends, erscheinende „Berliner Tageblatt“ ne bft „ulk⸗ und „Ber⸗
liiner Sonntags⸗ vierteljährlich füt
u tee r ve. 25 pe. aue drei

wie vor Blatter zusammen.

Aulle Reichspostämter nehmen jederzeit Biste llungen entgegen, und
vird im Inleresse der Abonnenten gebeten, recht frühzeitig das Aboune⸗
ment anzumelden, damit die Zusendung des Blattes von Beginn des Quar⸗
dals an prompt erfolge.

Schöne ausgesuchte
Zwetschen
uß Tao⸗ascheiderhof.

Aus joller lehereugunge
rann jedem Krauken die ansendiach
zewa irie De. Nixv's Heilmethode
mpfohlen werden. Wer Raheres
arüber wissen will, erhält auf
jrankoa⸗Veriangen von Richters
eie nae in Leipzig einen mit
zielen belehrenden Krankenberichten
ersehenen Auszug“ aus dem iln-⸗
lritien Buche: „Pr. Airy's Natur⸗
eilmethodes (100. Aufl, Jubel⸗
Auogabe) gratis und frauco zu⸗
2 gesandi. —4

Rechnungen
zu Jedermauns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
nit rother und blauer Liniatur —
ind vorcachig in der Stationsbeklebzettel
Druckerei da. Bl. billiagst bee F. X. Pemes.

Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbeci.
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322543 — 255533 383 A
938333532385735 237535 2552.538 255* 23
* — *5 * 2. 5 3.2 22— 2 2 2 *
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555 53337—82285* 5575,3 3322 532z5733535
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A 2225 332337 2. 7 3 s E
32 ——— 33833 238—2 357323
3223225232353 225333 —A 22.22 333 232
—A 258255 —— — 253 3353*2588
53232 753353 533535 AA 2322 7523 225
2 7* — * 558 — **.2* 25 * — 2
2S2 7 32 , —5232 5 23 5 25 — *
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53355 25523332327 2*82355 8523353
2333 255 ——— 55 V 53.355 2
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich ÿViermalz Dienstag, Donunerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteliahrlich

eMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen“ werden mit 10 Pfq., von Auͤswärts vit 15 Pfa. für die viergejspaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnkt.

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M I48. Donnerskag, den 40. Eepteublher 1378.
—2

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4. *
Beutsches Reich. .Bemrlin. We Berl. Fr. Pr.“ Gsocialdemokr.) cäth den
Berlin, 10, Sept. Am heuligen ersten Tag der General⸗ Sot aldemekraten — allerdings in verblüsster Weise avber dech ganz
debatte über das Soc alisten⸗Gesetz sprachen von! Seite der: Regier⸗ nerstanduich — fie sollten. wenn due Socialisteugesetz vom Reichstag
arg Graf Stotberg und Graf Eulenburg, beide mit wenig Gluck angenommen würde, fteiwilligt nicht mehr ˖ Steuer zahlen, sondern
d Geschid, besonders der Erstere. Geiutreich, hier und da schaff muer die Eretnion über. sich ergeven lassen; wern 3. B. in“
sieß sich Bamberger aus, während Bebel mit einer geradezu er⸗ Berlin 30 000 solche Ex cutionenvoxlämen, so wäre das einerseits
IXX Offfenheit über die Ziele und Aussichten der Gocal⸗ jür den Einzelnen leine Schande mehr, und andererseits werde
Fmotratie sprach. In geschicter Weise insinuirte er · den Zusammeun⸗ Riemand auf die gepfändeten Gegenstände e was bieten, es ware
hang der preußischen Regierung mit der Geschichte und jahtelaugen denn, um'sie für den Ausgepfäudeten selbst wieder zu ersteigern.
Führung der deutschen Socialdemokratie Marxscher Linie und wies Banz so gleschgültig oder gar erwünscht,/wie sich die Socialdemo⸗
drohend auf den durch den Widerstand wachsenden Fanatismus der raten austellan, muß ihnen also jenes Gesetzedoch nicht sein; wie
Massen hin. Ist anch Manches davon übertrieben“, so liegt dem erst! wenn es in verbesserter Auflage aus dem Reichstaj hervorginge!
heobachter und Freund des Recches ernste Sorge darüber dochnicht —I——
fern. Um so gewisser- thut · Abhilfe nothh, soweit dies ducch ein. Jum ersten Mal nach seiner Genesung zu Pferde gest egen und hat
wohlerwogenes, maßvolles Gesetz möglich ist. Das Meiste oder einen Spazierritt in Begleitung des Generals v. Lehndorff gemacht.
boch sehr viel werden daun immer noch und erst recht andere NKiel, 17. Sepf. Die ‚Kieler Zta.“ berichtet, daß der
Facioren im staotlichen, socialen unb geistigen Leben der Nation zu Thef der Marinestation der Oftsee, Contre-Adm'ral⸗Werner seinen
hun haben.Die Rede Bebels in beachtenswerih und wird weire Abschird eingereicht hat.
— todu Ausland.
chweigen, würde das unlaugbar vorhandene Uebel nicht zum schwierigen Paris,Al Sept. Sämmiliche wézen“ des? soziäl stischen
ind langsamen, aber nothwendigen Heilungsproceß führen. UIrbeitereongresses vechafreten- Personen wurden, mit Ausuahme von
Berlimn, 17. Sepr. Der Reichstag beend: gte heute die: Hirsch in Freiheit geseßzt.
erste Lesung des Socialistengesetzes. Dasselbe wurde schließlch einer London, 18. Sepf. Die „Morninqgpost“ will wessen, daß
aus 21Magliedern bestehenden Eommijsion überwiesen; gegen die der Hsterreichische Vouchaftet Graf VBeust fant Posten derissen und
— D am Berliner Hose Grof Karoihi ersegt
Abg. Hänel (fortschr.) erklärte, der Gefetzentwurf, wie er vorliegt, werden soll. Graf Karolyi wücde. den veuen Poften dereica un
ti unannehmbar e Avᷣg. ve Kleisi-Retzow (cons.) November antreten.
nannte die socialdemokeatische A itation eine Pflanzschule des Hoch⸗ Konstantinop'el, 17. Sepi. Nach einer Melduß
herraihs für die ungebildeten Mafssen. Abg. Hasselmann Goccald.) Reuter'schen eeä wuͤrden die — edu de
rief ihm deshalb das Wort „Denunciant“ zu, wofür er vom Prä⸗ 16 Tagen räumen und rach Tjchataldia zurückg-hen
sidenten zur Otdnung gerufen wurde. Abg. Bebel (ociald.) ver⸗
jangte, daß auch v. Kleist-Retzow zur Ocdnung gerußfen werde, wie
— Fechsche als
Lügner erklärt und die Soctaldemdlraten Banditen genannt hätte.
Außerdem spcach noch der Socialdemokrat Bracke. — Fürst Bib⸗
macck veriheidigie sich gegenden gisttrn rrhobenen Vorwurh, et babe
ant den Socialdemokraten unter Jandelt; wenn man seine Bestreb⸗
ngen, das Loos der Arbeiter zu verbessern, so bezeichnen wolle,
so Jchülte man das Kind mit dem Bad aus.. Bebel habe veel
Unrichtiges vorgebracht, was er im Einzelnen ausführte; »iusdesondere
habe er nie einen Herren Eichler beauftragt, in seinem Namen mit
zn' Secialdemofra en zu verhandeln. Etlozgen sei auch, daß
Fritzsche an ihu, Bismarck, irgend welche Bexichte geschickt habe.
Roͤttig ist, so fuhr er fort, daß ih den Geh imen Rath Wagner
zach Essenach gesch cit hade, um mir- über die doctigen Verbaad⸗
zungen berichten zu lassen. Deeses hiel ich für meine Schuldigteit.
Ith meine, wir haben mit einem gefährlich n Feind, zu tämpfen,
dit Siaat und Gejsellschaft scuwer bedroht. Die Auffotderuag der
Socialdemok aten zu gewaltjamem Umsturz ist ja cauß all· aglich.
Sie haben den Mord des Generals Misenzow als Act dir Ge⸗
echtigleit gefeiert, und ein bezüglicher Artikel wurde mit den Worten
—X aljo Ihr seid gewarnt. Wovor?
Vor nichis Andetem als vor dem Mo.d.nesser, das Mesenzow traf. vor der
Hucheflinte Nobileng's. Wenn wir unter der Tyannei einer
jolchen Gesellschaft von Banditen leben sollen, dann höctj de Eristenz
aus. Ich hoffe, daß der Reichstag die Regierung unterstüßen wird,
uß dem Kasser Schuß für sene Persoa, für se'ne preuß schen
Anterlhanen und' seine deutschen Landsleute gewährt wird. Möglich,
daß von unsertr Seite vielleicht noch einige Opfet fallen, aber
deder, dem das passirt, möze bedenken, daß er zum großen Nutßzen
des Vaterlandes aufj dem Felde der Eqrte fällt.“
Betrthin. Der Abg. Stumm und eine An ahl' Mitglieder
det Reichspartei haden folgenden Antrag eingebracht: „Der Reichs⸗
ag wolle beschlehßen, den Reichskanzler aufzufordern, in der nächsten
Sessiton einen Gesetze ntwurf vorzulegen, der auf Einführung obliga⸗
orischee na h dem Muster der bergmännischen —XXO
ildender Alterverforginge⸗ und Invalide atassen für alle Fabrikar⸗
Riter gerichtet ist.“

Vermischtes.

.Qauserzlautern', 17. Sept. (stas. Ztg) Gestern
Abend' nach'7 Uhe wurde aus dem Laden des Herra Uhrma her
Staehle ein äußerst frecher Diebstahl verübt. Der 21. Jahre alte
ZSteindrecher Jos ph Hager von hier entwendete, nahdem er eine
Scheibe am Ladenfenster eingeschlagen, durch de hiedurch entstandene
Oeffaung 6 Taschenuhren, 15goldene und 52silderne, im Wecthe
»on 194 M., ohne daß die Taat soöfort gemerkt wurde. Der
Thäter wurde indeß bereits um 8 Uhr vom Herrn Vol'zeik)» nm'ssär
ruf der Straße verhaftet, wobei noch 3Ugren und 4 M. baar
Beld bei ihm vor zefunden wurden; eine vön den Uhren hatte er
inzwischen — untert Angabe falscher Namen — bei einem Piand⸗
iher füc 6M. vers⸗tzt, eine zweite bei e nem andern Pfandleiher
sür 84.M. verlauft; auch diese Uhren wurden beshlagnahmt und
dem Gerichte überliefert.

F. Die „Pf. Volksztg.“ berichtet von Kaiserstautern:
Wir hasten küczhch Gelejenheit, ein Pracht Exemplar eines in hee⸗
siger Stadt verfertigten Tisches zu sehen, dessenwir; seiner kunst⸗
hvollen, im Rengifsancsstyl ausgeführten ptachtvollen Gravirungen
vegen, Erwähnung thun müssen. Dieses Meisterwert ist das Fab⸗
rikat des Herrn Schie nermeisters Reinhard Kölichh, Glockenstraße
Ret. 10, und brahte den Preis von binahe 490 Mart en. TDer
Tejch wurde von Herrn F. H. Weber, Rentner aus Chcago, er⸗
tanden und wird derselbe bald'gst die Reise nach der auderen
hemifphäre antreten.

F Neustadt, 15. Sept. (Pf. Ki) Heute Nahmitsag vera
ammelte sich hier im Sauibau eine Anzahl Scriftsteller und
tünstler, sowie Freünde det Literatur und Künst aus der Pfalz,
inmn einen Verein zu grüuden zur Fördecung der Literatur und
Zunst in der Prali, sow'e durch Wahrung der si h daraus ergebenden'
gemeinsamen Intereffen, welcher Zweck zunächst durch Pflege des
Jesellgen Verkehrs unter den Mitgliedern, durch Vortcäge, Diskassion
»on Kritik erreicht werden soll. Heute wurden zuvö derst die
ZStatuten festgestellt und ein aus fünf Mitzliedern bestejendet Vor«
sand des Vereins gewählt. Vorsitz nder ist He. Job. Hütl in
sNeuftadt. Die nushste Ve samminng soll im Nevember in Neustadt
Statt fünden. Miglied des Dereins kann jeder ehreuhaf.e RNann
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        werden, der in Schrifistellerei oder in Kunst thätig ist oder sich
dafür int refsist. J 38

F Zwijchen Siebeldingen und Godramstein flog'am Dienstag

Abend einem Schaffner die Mütze vom Kopf während der Zug in
voller Fahrt war. Bei dem Versuche danach zu haschen, fiel der⸗
jelbe vom Trittbreft, glücklicherwise jedoch in's Gras, so daß er
mit leichten V.rlezungen im Gesicht davon kamm.
Der Gemeinderath von J.ockgrim, hat dem Vater des
ermordeten Fe!dschützen Jos. Metz, welcher seit seirem Rücktritte
vom Feldschützendienste von seinen Sohn und Nachjolger eine jähr⸗
liche Alimentation von 25 fl. bezog, einen jährlichen Quiescenzge⸗
halt von 45 Mtk. ausgesetzt.

F Speyer, 18. Sept. S'cherem Vernehmen nach ist das
Einireffen des Bischofs Ehrler auf den 4. Oct. festgesetzt. Die
feierliche Weihe und Inihronisation wird Sonntag den 6. Ociober
stattfinden. (Pf. 3.)

Würzburg. Der Weinbau:;Congreß wurde am 15. dz.
Abends durch eine Begrüßungésanrede unseres Bürgermeisters Or.
Zürn eröffaet. Das erste Verzeichn ß der Theilnehmer weisst 258
Namen auf, darunter Dr. Hobermehl von Edeshe'm, Hauptmann
a. D. Alvenarius von Gau Algesheim, D. E. Buhl von Deides⸗
heim, Gutsbesitzet Dael v. Köth von Sorgenloch bei Mainz, Guts⸗
befitzet Cktel von Deidesheim, Prof. Neßler von Kausruhe, Bezirk.⸗
gerichtsrath Reuther von Landau, Dr. Förster vron Oppenheim,
Assessor H. Bresgen von Trier, Director Gölhe von Grafenberg.

f Ulm, 18. Sept. Heute Nacht entgleisste in Falge Falscher
Weichenstellung in Bruchsal ein Gaterzugg, wodurch zehn Wägen
zu Grunde gingen.

Berlin, 15. Sppt. Die Uebergabe der Wilhelmẽspende
an den Kronprinzen ist heute Mittag in einem Depositenschein über
1800 000 Nark, welcher Betrag bei dec Seehandlung deponirt ist,
durch das betreffeade Comiié erfolgt. An der Spitze des Letzteren

»Vom 1. Oktober l. J. ab 4
findet die Verwerthung sämm'l'cher Forstprodukte aus den Wal⸗
dungen der Gebr. Kraemer unter nadstehenden Beding⸗
ungen flatt:

Dee Abgabe von Holz und andern Forsiproduklen erfolgt bei
cainem Werthe von 20 Marik und darunter
nur gegen Baarzahlung der Taxe.
Fur höhere Beträge — deren Zahlung innerhalb 3 Monaten
vom Tage des Empfangs an eerechnet, zu geschehen hat —, muß
seder Hotzempfänger schriftliche und genügende Bürg—
schaft stellen.
Gegenwärt'ig beträgt die Toxe:
Für den Ster Buchen Prügelholz 4 M.
... ., Krappen 2M. 80 pf.
Gemischte Prügel 3 M.
, Krappen2 M. 20 pf.
Eichen Pfähle 6 M.
Kiefern Pfähle 3 M.
—A—
Für die Waldeigenthümer:
IEsũsmMGs —L'..
Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. October beginnt ein neues Abonnement auf
die wöchentlich 6 Mal ersgeinende

Saarbrücker Zeitung,

nebst dem Gratisbeiblatt: Per Bergmaunnsfreund.

Die Haltung der Zeitung ist liberal. Leilartikel, Tagesüber⸗
sichten, Landtogs und Reichstags⸗Berichte, Telegramme, Conrespon⸗
denzen und inler ssantes Feuslleion in jeder Nummer.

Die Saarbrücker Zeitung, deren Auflage steis im Zunehmen,
ist im Saarrevier das größte, weitaus verbreiteste und gelesenste
Tageblatt, und zählt auch in den benachbarten Kreisen, in Deutsch⸗
Lothringen, im Unter-Elsoß und in den angrenzenden Theilen der
bayerischen Pfalz einen großen Leserkreis.

Anzeigen, welche auf die Bevölkerung dieser industriereichen
und wohlhadenden Gebiele berechnet sind, haben demnach weiteste
Verbreitung und möglichst sichern Erfolg, wie solchen keine andere
in hiesiger Gegend erscheinende Zeitung zu bieten vermag. Die
7)paltige Petitzeile wird mit nur 15 Pfg. berechnet.

Abonnements zum Preise von 3 Mark pro Quartal nehmen
alle Postämter an, und ladet dazu höflichst ein

Saarbrücken, im Septembert 1878.

Die Expedition der Saarbrücker Zeitung.

waren Graf Moltle, Graf Eulenburg Prossen und v. Fordenbeq
erschienen.

f Josterburq. Berauschte Fische. Der P. g9. Zig.
wird von hier gescheieben: „Daß Menschen hin und wieder sich m
eine frbhliche Stimmung versetzen können, dürfte nichts ungewöhn⸗
liches sein, daß dies aber auch Fischen passirt, die doch zäglich
nit dem Nassen zu thun haben, gehört wohl zu den größten Aus—
natzmen, und doch ist es Faktum, daß heute sämmtliche Fische in
unserm Schloßteiche beirunken waren. Eine in der Nahe belegene
„Bairisch. Bierbrauerei“ hatte mit ihrem Fabrikat „Pech“ und muß!e
dasselbe (nan will sagen, daß es 300 Tonnen waren) weglaufen
assen. Ver Zufall wollte es nun, daß das Wasser des Ohber⸗
eiches in Folge des Umbaues der sogenannten Strauchmühle abge⸗
perrt ist, so daß die braune Biermasse ohne jede NMijchung von
Wasser in den Schloßteich drang. Wenige Minuten darauf wimmelte
is an der Obeifläche von großen und kleinen Fischen, welche die
zeischiredensten Mandver ausführten. Zu Tausenden lagen sie ruhig
nuf der Seste, als wollten sie ihren Rausch ausschlasen; andere
drehten sich wieder in schnellen Kreisen, während Taußende nur die
Spetzen der Koͤpfe vorstreckten und, wie es schien, nach der Luft
chnappten. Die Thiere, in einer ungeahnten Masse und ver⸗
ich edenster Gröͤße, gaben dem Wasser eine völlig dunkelschwarze
Farbe und boten einen seltenen Andblick. Das war aber auch ein
Fest für das Volk. Jung und Alt, Knaben und Mäbchen, Männer
Ind Weiber mit Körben, Knitteln, Slangen, kleinen Nitzen x. be⸗
vaffnet, fielen wie Krähen über die bedauernswerthen Wasserbewohner
her und zogen sie erbarmungslos ans Ufer bis ein energisches Halt
des Besitzers, Herrn Lieutenant Behrend, dazwischen schallte und
dem Treiben ein Ende machte. Es haben kleine Knaben Hechte
»on 10 Pfund Gewichtem't der Hand herausgenommen.
— Mwò! Accentorcewet
Fuür die Redaction veraniwortlich: F. X. Demeß.
— —— — 4—

Arbeiter-Bildungsverein.
Sonutag, den 22. September
Stiftungsfesff. IJ
Mittags Z uhr Zusammenft in Ver—
einslokal. Abends 8S Uhr bei
Julius Grewenig.
Entrée 50 Rfg. Fremde koönnen eingeführt
werden. Der Vorstand.

Allgemeines Deutsches Reichs-Adreßbuch
pro 1879.

Die Ausgabe pro 1879 erscheint Ende Dezember dieses Jahres
in einer neuen vollständig revid'rten Auflage in sauberster Aus statturng
(auf 600 Seiten in groß Octav) und bleibt der Preis pro Exem
plar für die Abonnenten Mark 10; nach dem Erscheinen im Buch⸗
handel theurer.

Auf die correcke Herstellung der neuen Aufluge ist die größte
Sorgfalt verwendet worden und dürsten mit dieser Ausgabe die
aikherigen Mängel und Fehler vollständig beseitigt sein. Den erfien
amtlichen Theil über die fämmtlichen Militair und Cpil-Verwallungen
es Deutschen Reichs verdanken wir den neuesten Zusammerstellungen
des Reichslanzleramtis. In dec nach den Branchen geordneien
Reihenfolge der Handelsficnen sind über 40,000 der bedeutensten
Firmen des Fabrike und Handelsstandes in Deutschland enthallen
and wollen iämmtliche Firmen, welche noch keinen Anfra⸗
gebogen erhalten haben, denselben schleunigst ver⸗
langen.

Der Schluß für die Aufnahme der Firmen (kostenfre) und
der Inserate (Geschäftsempfedlungen) ist am 10. Ociober cir.

Straßhurg j. E., im September 1878.

Die Expedition des Allgem. Deutschen Reichs-Adreßbuches.
Geraäucherte Echweins—
—— — Rechnungen
rauwunrst,
Mainzer Sauerkraut, —— Vrbrau⸗

ECEitronen, in Achtel, Viertel u. Halben Bogen
Sardimes à 1e Buile, mit rother und blauer Liniatur
cisch angekommen bei —ILD
J. BReters, St. Ingbert. Druckerei ds. Bl.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        2—s 28—— 222
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2— — — 2* 2 4 * J —A
65383855355* 555 c33 — —3—323333883 22 222222. 2
——— s* *2853 53 555 —55 55—5382
532223 2z338 55 3533 5837588 532 —53355536
D —* — de * — * —*8 — — — * 222
—535 .28 5—33685 * —5822 23522232 * 25 5358
8 25— ——3332 52538 33522 52 *8522 — 2
53——3—33328 Exs 2322237 525338 I8 —
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2222 235 3833. 32852.2 35572
233 222 — — ——
5 3z33 332353 283333253 833 35333*
7583 23 s5 3 333 5 533527
22 — „23338
* J 2 2* * 23 82. 35 532 25* 72 c⸗
— 7 uð 7 35 * —A— — 227 23135

— 25 2 302 1535536235* s 382.58 — 25
—A 783 —833 *5 33 35387 2 93*

277 —28 2333535 583—825 —A
2242355 2 — 55353222 22 323 8* 22331]
— — 77 KRBRVBVXFRAMAMA vM 3233355232 2 5ñ —

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        St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Haupt blatte verbundene Unterhaltungsblati, (Sonntags mit illustrirter Bei
lage) erscheini wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich
2 Marl 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts mit 15 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pig vpro Zeile berechnet.
—— — — — — èRVBUoUß5GWE
— 149. Samstag, den 21. Septeubberr

Bis
Abonnements-Einladung. —M
, Bei dem bevorstehenden Quartalswechsel laden wir uͤnsere verehrlichen
Postabonnenten zur Erneuerung des Abonnements auf den St. Ingberter
Anzeiger hiermit ergebenst ein. — Unsere hiesigen Äbonnenten und die
der Umgegend, denen das Blatt durch die Trager geliefert wird, erhalten
dasselbe weiter, wenn nicht vor Ablauf dieses Monats abbesiellt wird.
Der „Anzeiger“ wird sortfahren, die Tagesereigniffe möglichst rasch mit⸗
jutheilen. Besondere Aufmerksamkeii werden wir den lolalen und provin
ziellen Ereignissen widmen.
Das Anterhaltungsblatt wird nur Gediegenes und Gutes bringen.
Der Abonnementspreis bleibt unverändert 1 M. 40 Pf. mit illusir.
Sonntagsblatt und 1 M. 20 pf. ohne dieses.
.Inserate werden mit 10, außerpfälzische mit 15, für unsere
Abonnenten jedoch uur mit 8 jjef. die hewöhnliche Zeiie berechnet;
1en und gerichtliche Anz igen sind hiervon ausgenommen.
Zu zihlreichen Abonnements ladet ergebenst ein
Die Erpedition.

aber auch das neu in sie gesetzte Vertrauen nach Kräften zu recht⸗
ertigen. Ich hörte sachfsundige Reisende mit Anerkennung von
zem guten Geschmack sprechen, der sich neuerd'nas in den ihnen
zräsentirten Waoren kundgebe. So ist dvolle Hoffnung auf Wieder⸗
herstellung des alten Nuhmes unserer Stadt vorhanden.
Aussaud.
Wien, 15. Scept. (Amtlich.) Die 13. Div sion hat, über
Zradaschatz vordringend, am 16. S⸗psember, Dubrawa an der
Tinja, Lorcar und Krespie nach hatnäcktgem Gefecht besetzt. Am
17. rückte sie gegen Novi Brezta (an der Sa) vor und dbesetzte
diesen Platz Abends 8 U'r nach einem lang anhaltenden Kamp.
Der Widersland der Iniurgent à war bis jum letzten Augenblick
ehr hartnächie. Es wurden 2 Geschi'tze und 2 Fahnen erbeutet.
Pa.ris, 16. Sept. Lounis Blaͤc legt im „Roͤppel“ Ver⸗
vohrung dagegen tin, doß er bei dem neuen Wochenblalte La
RYépublique Gmocrat que et sociale“ sei es als Gruͤder, sei ea
als Redalteur, betheiligt se. Das Biait hatte ihn gleichwohl in
einem Prospektus unter seinen Patronen mür aufgesührn. — Gam—
netta w'rd, ehe er seine Absicht auslührt, e nen Au⸗flug in die
Sdweiz zu machen, dem Did e-Departement einen schon längst
ersprochenen Besuch abstatten. Ec wird morgen früh in Süm—
dambert eintreffen, in dem nahen Andancettebei dem Abgeordn.
Ht stophole dejruniren und dann zu Schff die Rhone herab nach
Balence fahren, wo ihm der Gemeinderath und die Bevöllerung
einen feierlichen Empfang und für den Abend ein Bankell im
Theatersaale vocbereiten. Am Mittwoch werd Gambetta sich naach
somans begeben und in dem dortigen Ciuscus, der 8000 Personen
'aßt, eine große politische Rde haten. Wahrscheinlich wird er
»ann über Grenoble nach der Schweiz gehen. -Dem „Frutgais?
ommt das Gerücht zu Ohren, daß der für die Weltausstellung be⸗
lnimte Gesammekredit von 45 Miillonen Francs (ursprünglich 35
Veill' onen, zu welchen dann noch ein währcud der Kammerferien
röeffneter Nachtragskredit von 10 Mill onen trat) überschrit!en sei
und daß man insbesondere einem der giößlen metallurg schen Eta⸗
olissements des Landes roch eine beträchtliche Summe schutde, welche
nan ihm bis zur Eröffnung neuer Hinzasellen mit 5 peu. vere
insen müsse. —U
London, 17. S pi. Den, Duily News“ wird als Neuestes
aus Konstantinopl gemeldet, daß die Gesandten zweier Machte der
Pjorte unterbreiltet haben. sie möchte auf das Zusommenseelen; eines
weiten Kongressez hiuwiekn, um der mangelhatten Aussührung der
Bestimmungen des erssen Kongresses ein Ende zu machen.
Wie kaum in einem anderen Lande haben in IJtalien die
Urbeitseinst llungen in d esem Jahre in bedentlicher Weise sich ver—
nehrt. Bei allen diisen Strikes macht sich eine gut angelegte
Duganisotion benerkbar, und es scheint, daß die Agenlen der Inter⸗
nationale nicht erfolglos die Arbeiterbevo.kerung in Italien aufgehehzt
zalen. Wie sebr diese revolutionäre GesellsMaft das Terrain für
hre Bestrebungen bdearbeitet, beweist der Umstand, daß dieselbe ihr
Augenmerk auch auf die Armee bereits gerichtet hat undin den
Reihen derselden Pros⸗iyten zu machen sucht. So hat man vor
venigen Tazen in den verschiet enen Uebungslagern, und zwar
usbesondere in jeuem zu Rumini, revolutioräue Schriften umser dee
Solt aten zu vertheilen gesucht, die freilich bisher keinen Ersolg
gehabt baben. Die Regierung ist denn auch auf der Hut, und
der Minister des Innern hat seine Or ane beauftagt, hre Auf⸗
merksamteit zu verdoppein und jede derartige Agstanion zu Guusten
der Internationale zut Anzeige zu bringen.

Deutsches Reich.
Berlin, 18. Sept. In Betreff der vom Berliner Cabinet
angeregten Schritte der Vächte bei der Pforte behufs sa nellerer
Ausführung des Bertiner Vertrags schreibt die „Noctb. Allo. Zig.“:
Die deulsche Regierung: dürfte vorlärfig die Angelegenheit nicht
weiter verfolgen, um so mehr, als de Sachlage durch die inzw schen
zeschehene Raumung Batums eine Aenderüng ersahren habe; über⸗
haupt falle die deutsche Anregung in eine frühere Zeu, iwo sich
de Pforte um die Ausführung des Vertrages weniger zu bemüben
chien. 2
Berlin, 18. Sept. In der heutigen Reichslogssitzung
wurde angezeigt,; daß die Kommission für das Sojialistengesetz kon⸗
stitusrt seiz diefelbe besteht aus foigenden Mitgliedern: v. Bennigsen
Worsitzender), Harnier, Lasker, v. Putttkamer (Fraustad) u.
Schauß, Gneist, Reichensperger (Olpe), Moufang, v. Hertling,
Brüel, Graf Galen, Hauck, Schwarze (sielldertretender Voꝛsitzender),
b. Schmid (Württembera), v. Kardorff, v. Stauff nberg, Hänel,
Hoffmann (Schrif führer), v. Helldorf, Ackermann und v. Goßler.
— Der Antrag Brocke auf Sistirung des Strafverfahrens gegen
Fritzjiche wurde vom Hauĩe angerommen. Nächste Setzung unbe⸗
stimmt.
.„Die Kommission bestebt aus 7 Nationalliberalen, 8 Deutsch⸗
konservativen, 3 Deutsche Reichspartei, 6 Zentrum, 2 Fortschriit.
Frankfurt, 17. Sept. Der Abgeo daete der Stadt
Franlkfurt im Reschstage, Herr Sonnemann, hut den ihm zugedachten
Slttz in der Commission für das Social:sten -Gejetz de Soc aldemo—
kraten Bebel überlassen. Die Frantfurter Bürgerjchaft mag sich bei
Perrn Sonnemann da ür beranken, daß deriselde endlich Farbe
dekannt und seine Wähler nicht länger m Zweifcl darüber gelassen
hat, daß feine politische Stellung identisch sei mit der des Hertn
Bebel und Genossen. (Fr. Pe.)
Karlsruhe, 16. Scht. Die oberste Verwaltungsbetzörde
jat den unterstehenden Beamten in veriraul'chem Wege die Weisung
sugehen lassen, die Vollsschullehrer in ihrer Wetsamleit und Ste
ung zu schützen, wenn Klagen wegen strenger Vest afung der
Schüler bei ihnen eingehen; gegen einen eiwaigen Mißbrauch des
Siockes don Seiten der Leh er habe das Gesetz hinre chende Mittel
oorgesehen. (Fr. J.)
Pforzheim, 18. Sept. Die rahe u fünf Jahre lange
Zrisis des hie sigen Bijruteriegeschäftes ist als beendigt zu betrachten.
Nahezu sämmtliche Firmen arbeiten bercitzs wieder mit voller
Stunden abl, manche sogar darüber h'naus, und gute Abeitskräfte
sfind geradezu rat geworden. Zwar haben sig dee Bestellungen für
den deutschen Markt noch nicht erhedlech gesteigert, dagegen vermehrt
ich der ausländische Verbrauch von Tag zu Tag nud, was ke—
sonders hervorzuheben ist, die Nachfrage richtet sich nicht vorzugs
weife mehr nach dem sogen. „Schund“, sondern fost ausschließlich
jach solider, th uerer Waare. So, ar Par.ser Häuser, die früher
in Pforzhe m nur leichte und bill ge Wagren sucten, geben jetzt
dem entgegengesetzte Aufträge. Merkwürdiger Weise nimmt der
Absatz noch denjenigen Ländern, wo gegenwarttg der Krieg herrscht,
m meisten zu, auterdem ist er aber auch sehr lebhaft nach Italien,
Sbanien. Rußland und Fraukre ch. Die Pforzheimer Firmen suchen

Das Protestantenfest in Neustadt a. d. H.

C. P. V. Der peolt. Betein der Patz ist der ältefste unker
illen freifinnigen kirchlichen Vereinen Deu'sclaͤndss, er ist es auch,
)er die größten Erfolze erzielt hat unt:er allen. Es war ein böchst
ztücklicher Gedanke, das Fest seipes zwanzigjährioen Bestehens zu
eiern. einen Rückdlick zu geben auf den langen Weg seiner Kaͤmpfe
ind Siege. Wir wollen uns am 22. Seprember micht sonnen in
Slanze unserer Erfolge, und im Bewußisein, wie hertlich weit wir
s gebracht baben, daun häge und müde die Hä. de in den Schoß
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        legen, vein, der Rückblid auf die Vergangenheit soll uns ermuthigen,
anf dem betretenen Wege mit Ruh:? und Besonnenheit weiter zu
gehen, bis unser gutes Recht allgemeine Anerkennung gefunden hat
dei uns, wie im dentschen Vaterlande. Noch sisd wir wet davon
entferut. Im Noden uuseres Varerlandes wird mit grimmigem
Fanatismus der Kreuzuug gegen den religiösea Fressinn gepredigt,
die Staatsgewalt aufgeboten, uürsere Richtung zu unterdrücken, ader
auch bei uns in der Pfjal, haben unjere Gegner die Hoffaung nicht
auigegeben, unsere Provinz, die zum politischen und kuchlchen Libera⸗
lusmus sich allezeit mit Stolz bekannte, zur Orihodoxie zu bekehren,
pder wie es heute hetßt. conse dativ zu machen. Die letzten Reichs⸗
agswahlen haben der Beweis erbra dt, daß die Gegner sich unges
intin tührig erweisen und einige, wern auh nicht allzuglänzeude,
so doch nicht erwartete Erfolge zu verzeichuen haben. Lasseu wir
den Parteien, welche die Umkehr predigen, gleichzültig das Feld,
wer vermag dann zu sagen, wel dven Lauf die geschichtliche Ent⸗
—XXVDI wirdF Die conservative Partei, die
por einigen Jahten gänzlich undetannt war, hat alle Ursache mit
ihren Focischütnnen seit ih ein erften Auftreten bei der vorleyten
Reichssagswahl zufrreden zu sein.

Das Protessan: enfest in Neusßadt a. d. H. b'etet der fressinnigen
Pfalz eine willkommene Veranlassung, zu zeigen, daß wir Pfalzer
in uͤnserer ungeheuern Miehrheit totz aller Machinationen und
Agitationen unsern alten polischen und kirchlichen Gesinnungen treu
geblieben sind, Proiest zu erhebden gegen de Verdächtigungen, mit
welchen die Wulsamkeit der freifinnigen Partei in Kirche und
Schule, in Staat und Geiellschaft überschüttet wird.

Zie' werden um 22. Sepiember auch daran gedenken, daß die
Maänner des proiestantischen Verenes es waren, die in schwerer
Zeit nicht blos die Fessein einer herischsübtigen H erarchie sprengten,
die Geister und Gewissen unter ihre Sahungen knechten wollte,
sondern auch der politischen Freiheit zuerst wieder eine Gasse brachen,
das Jodqh entfernten, das, drückender, wie nirgends mehr, eine ge⸗
waltihatize rrac onäre Bureaukrafie der Pfalz aufgelegt hatte.
Die Gründung des prot. Veremes beze chnet einen Weundepunkt in
der poltrschen wie kirchlichen Geschichte der Pfalz.

Tarum werden auch zur Feier dieser groͤßen That die prot.
Männer aus ollen Theilen der Pialz in Neustadt sich sammeln,
dankbar zurücksehen auf die errungenen Erfolge, neue Kraft und
neue Frische zu saͤmmeln für die Kämpfe der Zutunft. Nicht mehr
eroberad schreiren wir vorwäris, wic sehen im Großen und Ganzen
erfüllt, was wir erstrebten, aber nicht geringere Mühe und
Ausdauer erfordert unsere neue Aufigabe, das schwer Errungene
gegen fanansche Angriffe von Begnern zu vertheidigen, die nicht
waͤhlerisch find in der Wahl ihrer Waffen.

Tas auigestellie Programm laulet im W. sentlichen; 1) Eroffnung
der Vefammlung und Begrüßung der Gaue. — 2) Festoericht,
erstattet durch Pir. Hoepffaer iu Reustadt. — 3) Rechnung adlage.
i Rob fion der Statuter. — 5) Nuwahl des Ausschusses. *
6) Ausprachen der Abgeordneten. — Hervorragende Personlichkeiten
haͤben vhr Ersche nen uge'att, so daß die Feler au sich eine be⸗
deutende Anzahl Gaͤste anziehen wird.

Protestanische Männer, de ihr die Freiheit liebt in Kirche
und Stea, die ihr, sest auf dem Voden der Grundsätze der U ion
bon 1818 aushatrend, jeden hierarchischen Zwag zurüchweiset, die
iht den fö dernden Einfluß der Religion auf das Volksleben schätzet,
aber den Unlerschied zwächen Religion und Ortboderie wohl er—
ennet, ihr werdel nicht fehlen am 22 Sept. zu Nustadt a. d. H.
BVermischtes.

Zweibrüchen, 18. Sept. Vor die am 23. Sept.
nächsthin unter dem Vorsitze des kgl. App ationsgerichtsrathes
Dssert dahier beginnende Session des pfälzischen Schwurge⸗
richtsfar das IUII. Quartal 1878 sind folgende Personen
berwiesen worden: 1L. Vollmer Jakob, 38 Jahre alt, Tagner von
Eppstein, augellagt des Mordvpersuthes. Sißzung: Montag den 23.
Seplember, Morgens 8 Uhr begzinneud; Vertheidiget: Rechtskan⸗
ditat b. Beenard. 2. Dr. Eugen Jager, 36 Jahre alt, Redak⸗
deur in Speier, beschuldigt der verleumderischen Beleidigung des
kal. bahrijchen Staatsministeriums durch die Preisse. Sitz ing:
Dieustag den 24. September, Morgens 8 Uhr beginnend; Ver⸗
theidiget: Anwalt Gebhart. 83. Soffel Katharina, 32 Jahre alt,
edige Tochter des verlebten Tagners Peter Soffel von Soberndeim
in Rheinpreußen, zuletzt Köchin in Winrweiler, angeklazt des stinds⸗
mordes. Sihung: Dienstag den 24. September, Nachm tiags
Z Uhr beninnend; VBerthe diger: Anwalt Frencel. 4. Weimer
Samuel, 38 Jahre alt, Schuhmacher von Sippersfeld, angeklagt
des Todtschlags. Sitzung: Mittwoch den 25. September, Mor⸗
gens 8 Udr beginnend, und den folgenden Tag; Verih idiger:
Anwalt Keffer. 5. Endres Wilhelm, 28 Jahre ale, lediger Metz⸗
zergeselle von Edenloben, angeklagt der Vornahme unzüchtiger Hand⸗
ungen mit Gewalt und der Kösperverletzung mit nödtlichem Er⸗
jolge. S'tzung: Freitag den 27. September, Morgens um 8 Uhr
deg nnend; Vertheidiger: Rechtskandidat Maher. 6. Götz Johoann

Michael, 80 Jahre alt, früher Sieinbrecher, jetzt ohne Gewerbe in
Forramstein wohnhaft, angeklazt des Todischlags. Situng:
Samstag den 23. September, Morgens um 8 Uhr beginnend;
Feriheidiger: Rechtskauididat König. 7. Sgwerdtfeger Georg
29 Jahre alt, Aderer von Gleishorbach, angek agt der Brandstif⸗
ung und der Storung dis öffentlichen Friedens. S'tzung: Sam⸗
Jag den 28. Sept⸗mober, Nach nittags um 3 Uhr beginnend; Ver⸗
beidiger: Rechtskand'dat Wildt. 8. Klein Jatkob IL., 88 Jahre
ili, Tigner von Vogeldach, angeklagt der vorfatzlichen Brandstif⸗
ung. Sitz ng: Montag den 80. Sepiember, Morgens um 8 Udr
eginnend; Vertheidiger noch nicht bestimmt. 9. Roos Peter,
29 Jahre alt, Ma'chinenführer auf dem Bruchhofe, genannt Schel⸗
neutopi, Gemeinde Hoiaburg, angeklagt der Körperverleßzung mit
ödilichem Erfolge. Sitzung: Montag den 80. September, Nach⸗
mittags 4 Uyr deginnend; Vertheidiger: Rechtslkaudidat Rhein⸗
derzer. 10. Eichinger El sabeih, 46 Jahre alt. Ehefrau des Metz⸗
Jers Andreas Reich in Kleinniedesheim, angeklagt der Brandstif⸗
sung und des Betrugsversuchs; Sitzungstag und Vertheidiger noch
nicht bestmmt.

Reustadit. Den Theilnehmern an dem Fest des Prote⸗
tanktenbereins am nächsten Sonntag hat die Direktion der Pfälz.
Hahnen freie Rückfahrt dewilligt; die Billete sind bei der Abfahrts⸗
tanon adzustempeln und bei der Rück atzrt ist die im Saalbhau zu
rhaltende Legitimationskarte votzuzeigen.

fLandau, 19. Sept. In einem hiesigen Garken wur⸗
den gestern neben vollständig reifen weißen Trauben frisch aufge⸗
brochene Blüshen gefunden.

Frankenthal, 18. Sept. In der gestrigen Gener al⸗
versammlung des pfalz. Lehrerwa seustiftes betichtete Lehret Thirolf
hon Rheinzörnhein als Kissirer des pfälz. Lehrwa senstiftes, daß
dessen Vermözen bei 918 Mitgliedera zu Ende des Jacres 1877
nuj 28, 578 Mark angewachsen war und daß im vergangenen
Jaht 3305 M. unter 136 bedürftige Lehrerwaisen vertheilt wurden
Immer noch stehen etwa 600 pfälz. Lehrer diesem gemeinnütz gen
Zereine ferne. — Der bisherige Ausschuß wurde weder gewählt.

F Ddas Aschaffeuburger Jatelligenzblat enthält nachftehendes
„Gingesandt“: „Wie belannt hat der Magistrat Würzburg ein
Berbot erlassen, wonach für die Folge keine Bier⸗Preffion
‚eim Verschaak des Biers in Auwendung kommen darf. Dieses
Perdot hat nicht nur in Würzburg, sondern auch auswärts bei
dem ganzen biertrintenden Publikum, das Kenniniß von diesem
Beschluüß durch die Zeitungen erbielt, die vollste Bligung erfahren.
Auch wir Aichaffenburger wünschen und hoffen, daß unser Magistrat
dem Beispiele der Würzburger Vater folgen wird, denn die Gründe,
wel he bei der Abfchaffung in Würzburg in Erwägung kamen,
danen hier ebenfalls angefühat werden. Gewiß wird auch unser
arztlicher Verein durch ein Gutachten, wenn es nothwendig wäre,
den alljertig gehenzten Wuusch nach Beseitigung dieser der Gesundheit
chat lichen Eiurichtung unlerstützen, wie es auch in Wüczburg ge—
schehen ist.“

——
Literarisches.

Eine bemerkenswerthe Neuerung in der Erscheinungs⸗

weise des „Berliner Tageblatt“. Vom ersten Oktober an tritt das
Berkner Tageblatt“ in die Reihe der täglich zweimal, in einer Morgen⸗
und Abend-⸗Ausgabe, erscheinenden Blätter und stellt sich somit — ohne an
diese Umwandlung eine Preiserhöhung zu knüpfen — auch in dieser Bezieh⸗
ung in die Reihe der größesten Organe der deutschen Tagespresse. Besaß
— Spezialität in der Fülle und
Sicherheit seiner Informationen, so wird es mit diejen Vorzil jen fortan auch
ine Schneiligkeit der Berichterstattung an den —Ab
iner anderen Zeitung Ubertroffen wird. Sehr zu Staaten kommt dabei
em „Berliner Tageblatt“ der große Kreis seiner Spezial⸗ Korrespondenten in
llen Hauptplätzen; dadurch, sowie durch die ausgedehnteste Benutzung des
kelegraͤphen, wird es ihm — bei den ihm nun täglich zweimal zugehenden
usführlichen Specialtelegrammen — erniöglicht sein, nicht nur die reichhal⸗
igste und billigste, sondern auch die am schnellsten informirte deutsche Zeitung
u werden.
VdDie Atendausgabe des „Berliner Tageblatt“ wird auf diese Weise schon
im nachsten Morgen in allen Theilen Deutschlands in den Händen seinen
1, o00 Abonnenten sich befinden, so daß der noch so entfernt von Berlin
vohnende Leser gleichzeitig alle bis Rachmittags 8 Uhr eintreffende politische
dachrichten, einen ausführlichen Coursbericht der Berliner Mittagsbörse und
den größten Theil der parlamentarischen Verhandlung des Tages am nächst⸗
olgenden Morgen erhalten wird, für deren Abfassung das „Berliner Tageblatt“
brigens speciell ein eigenes parlamentarisches Bureau errichtete. So strebt
iese wahrhaft unabbängige, freisinnige Zeitung unablässig vorwärts. Natürlich
o das Mor genblaitdes „Berliner Tageblatt“ dabei nicht vernachlässigt
berden und wie sein Feuilleion bisher für unsere ersten Romandichter die be⸗
jebteste Art zur Verösfentlichung ihrer neuesten Werke war, so soll auch jetß
son dieser Tradition nicht abgewichen werden; denn im Laufe des IV. Quar⸗
Is wird der neueste Roman Berihold Auerbach's der gefeierte Poet, unter
em Tilel „Forstmeister“ im „Verliner Tageblatt“ veröffentlicht Außerdem
jehen die werthvollen Veigaben, das illustrirte Witzblatt ‚Ulk“ und das
eiletristische Wochenblatt, Verliner Sonntagsblatt“ nach wie vor den Abon⸗
ienten ohne jede Preiserhöhung zu, denn der Abonnements⸗Preis für das
Berliner Tageblalt“ in seiner zweimaligen Ausgabe, als Morgen⸗ und
Ibendblatt, mit allen Gratisbeigaben bleibt vierteljährlich auf 5 Ml. 25 Pf
ormirt, ein Preis, der in der That außer allem Verhältniß zu dem dafür
gebotenen steht.
        <pb n="535" />
        Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung haͤt seit
ihrem Bestande durch ihre Wanderlehrer aͤllein 1100 belehrende Bor⸗
Fraͤge zum großen Teile aus dem Gebiete der Vollswirthschaft in den ver⸗
chiedensten Teilen Deutjchlands abhalten lassen. Außerdem haben die ihr
Igehbrigen beiläufig 800 Vereine durchschnittlich noch die zehnfache Zahl
olher Vorträge veranstaltet. Durch ihre Antegung waren bereits im
Jahre 1875: 170,720 Bände in Vereins⸗ und Volksbibliotheken zur
Fenutzung aufgestellt, und hat sich diese Zahl bis heutmehr als verdoppelt.

Es jcheint uns angemeßen, grade in der gegenwärtigen Zeitlage auf
iese Tätigkeit hinzuweisen, deren Fortfetzung und Erweiterung als ein
ringendes Bedürfniß der Zeit anerkannt werden muß. Die Moöglichkeit
Königliche Lateinschule
St. Ingbert.
Das Stud'enjahr 1878/,79 heginnt Donnerstag, den
26. September, an welchem Tage im Amtszimmer des Unter⸗
eichneten Boꝛstandes der Anstalt die Insc:ipt'on der Schüfer vor⸗
feaommen wird.

Als Normalalter zum Einir'tt in die unterste (1.) Lateinclass:
st das vollendete neunte Lebensjohr festgesetzßt. Die Aufpahme
qdiese Classe ist durch eine P üsung bdedingt, in welcher sich der
Zchüler über ein für de vierte C.asse der Volksschule genügendes
Noß von Kenntnissen in der Religion, im Deutschen und im Rech—
en auszuweisen hat.

Der neu aufzunehmende Schüler hat bei der Anmeldusg sei⸗
en Geburis⸗ und Impfschein, sowie seine früheren Schul oder
Studienzeugun ss vorzulegen.

Nach den bestehenden Bestimmungen darf die Oeffentlichkeit
and allzemeine Zugänglichkeit der Austalt durch das Schulgeld
iicht beeinträchtigt werden. Dürftigkeit und dadurch bedingte Zah⸗
ungsunfähigkeit gewährt daher einen Auspruch auf ganze oder
cheuweise Befreiung vom Schulgelde. Unbemittelte Schüler werden
»benso auch durch unentgel liche Stellung von Vüchern und Schreib⸗
atensilien gerne unterstützt.

Die Aufnahms-⸗ und Na! p üsungen finden am 27. und 28.
September statt.

St. Ingbert, den 20. August 1878.

der hoͤnigliche Subrectr:
HMHarnmniixel-
Konigliche Xreis-Baugewerkechule
RKaiserslauternn.

Der Unterricht an der Kreisbaugewerlschule für das Winter⸗
hall joht 1878/79 beginnt Montag, A. November, in den
vokaütaten der KreisVangewerlschule (Pfälzisches Gewerbemuseum)
uud dauert von November dis Ende März. Die Schule besteht
uus 3 Cursen in 8 Wmierhalbjahren und bezweckt jungen Leuten,
velche dem Bauhandwerke sich gewidmet haben oder zu widmen
eabsichtigen, demnach Mauerern, Steinhauern, Zimmerleuten, Gla⸗
ern, Spengsern, Dach⸗ und -chieferdeckern, ferrer Schreinern,
Scloffern, Tünchern, Zimmer⸗ und Dekorationsmalern, die zum
rationillen Betriebe ihres Handwe kes erforderlichen Kenntnisse zu
dermitteln, Der Unterricht erfolet durch theoretische und prattisde
Anleitung, sowie graphische Darstillung in thunlist popalär ge⸗
raltener Weise.

Für Sthreiner und Schlosser ist zu bemerken, daß dieselben
n den 2 ersten Cursen din Unterricht, unter steter Rücksichtnahme
uuf ihr Foch, gemeinsam mit din übrigen Schülern genießen, im
etzten Curse aber gesonderten Unterricht im Zeichnen uund Modelliren
nit spez eller Anwendung auf ihr Fach, sowie in Fachwerkstätten
erhalien, welche dieses Jahr zum ersten Male in Betrieb gesetzt
verden, und wo die Schüler als Schreiner in den Manipulationen
)es Holzschnitzens, Drehens, im Fertigen von Aufsätzen und ge⸗
chweiften Moͤbeltheilen, als Schlosser im Schmieden, Drehen,
Hießen, Ciseliren und Tre ben zeüdt werden. Dieser Unserricht
n den Werkstätten kann nas Beendigung des 3. Carses fortgestzt
verden, wenn der Schüler als Lehring in die Werlstätte eintritt,
ais er ausgelernt hat.

Für die Tünchner, Zimmer- und Dekorationemaler tritt in
esem Winter als Neuerung eine eigene Abtheilung ins Leben,
dodei für sie zu den übrigen an der Kreisbaugewerlschule gelehrten
u ihrer sonstigen Ausbildung nothwendigen Unterrichtssparten,
leburgen im Maleratelier treten, die sich eistrecken sollen auf:
nusfassen und Anlegen von Fluchornumenten in Aquarell-, Leim ⸗
uind Oelfarben, Uebungen im Liniren von geometrischen Figuren
nit dew Pinsil, sowie Zeichnen freier Ornamente mit demselben,
uuf Chabloniren und seine Anw⸗ndung auf ebene und g'egliederte
Wandflächen für den 1. Curs — Malen mit Licht und Schatten
zach einfachen Körpern in Angendung auf architeltonische Glieder⸗
ingen und auf einfache Octnamente als Stuckimitationen, ferner
Marmorstudien und Holzimitat'onen, Vergoldung, sowie Sgraffito⸗
ühungen als Forisetzung der Chablonenmalerei füt den 2. Curs —

iner solchen aber hängt lediglich von der Unkerstuzung ab, welche der Ge⸗
elischaft aus der Bevdlkerung zu Teil wird, weil sie auf die Veiträge ihrer
Mitglieder angewiesen ist. Der niedrigste Jahres-Beitrag ist Sechs Mark,
ind'es erscheini sonach dringend erwünscht, daß recht Viele, denen dies Opfer
u bringen gestaitet isi, die Tätigkeit der Gesellschaft auf diese Weise fördern
selfen. Die Anmeldungen können unter Post-Einzahlung an die Adresse des
—— ⁊ Dr. Ham macher, Berlin W., Maithaikirchstraße 15, gerich⸗
et werden.
———n— ——— —»o…,, &amp;ä—ü—üÿù7ùò3—7“]—7]“]”“”7]77—2—
Fur die Redaction nerenimart

ð*
ð*
zekoratives Malen auf Papier, Leinwand, Holz und Putz in poly⸗
hromer Behandlungsweise mit Leim und Oelfarbe, Frescomalerei
ür den 3. Curs.

Außerdem lönnen auch junge Leute vom Kunstgewerbe, als
runstschreiner, Golde und Siiberschmiede, Metallarbeiter, Toͤpfer,
dolzichncidet, Tapezierer ꝛc. als Hospitanten Aufnahme finden, um
m Zeichnen und Eutwerfen von in ihr Gewerbe einschlagenden
dunsigegenständen geübt zu wetden.

Die Inse ipion fisdet am 80. und 81. Oktober J. J. auf
vem kal. Rektorate, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmit⸗
ags von 4 bis 6 Uhr statt, wobei die betrefsenden, amtlich be⸗
saubigten Schul⸗ und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
Zchulgeld beträgt 20 Mark und ist bei der Inscriprion zu ent⸗
Mten. Zur Befreiung von demseloen ist die Vorlage eiacs Dürf⸗
gteitszeugnisss nothwendig. Lehrprozramme und Statuten konnen
vurch de Tascher'sche Buchhandlung hier, jeder Zeit, gegen porto⸗
reie Einsenduig von 40 Pf. per Exemplar bezogen werden.

Kaiserstaulern, im Sebtember 1878. 37.

Aönigl. Rektorat:

— — CE. Spatz. *
Vom L. Oktober l. J. a

indet die Verwershung sämmm'cher Forstprodu?te aus den Wal⸗
ungen der Gebr. Kraemer unter navstehenden Beding—
uingen flatt:

Die Abgabe von Holz und andern Fo:stproduklen erfolgt bei
·inem Werthe von 20 Mark und darunter

n nur gegen Vaarzahlung der Taxe.

Fur höhere Veträge — deren Zahlung innerhalb 3 Monaten
dom Tage des Empfangs an eerechnet, zu geschehen hat T, muß
der Holzempfänger schriftliche und genügende Bürg—⸗
schaft stellen. J

Gegenwärtig beträgt die Taxe:

Fur den Ster Buchen Prügelholz 4 M.

F . Krappen 2M. 80pf.
Gemischte Prügel 3 M.
Krappen 2 M. 20 pf.
Eichen Pfähle 6 M.
.., „ Kiefern Pfähle 3 M.
Sit. Jugbert, den 17. Septenber 1878.
Für'die Waldeigenthümer:
IEv —Sν—
32
ILAInterproètoe.
Franzẽsĩsehes dJournad fũe Deutsche
vit überall beigefügten Text- u. Worterklürungen.
Sowie nach gleichem. bewährtem Sveteme eéeingerichtet:
Englisches Journal for Deutsche
insbesondere mit gunm nener, vervolIommmneter
Aussprachebezeiehnung.
Herausgegeben von Emil Sommer
Erleichtertsto und wirksamste Hilfsmittel bei Prlernung
ler französischen und englischen Sprache, namentlieh für das
zelbststudium und bei Vorbereitung auf Examina (Binjahrig-
reiwillige); zugleieh anziehendste und erfolgreichste französi-
—XE
Blattern voliständig verschieden): Tagesgeschichte, belletri-
—E
liegene Novellen, interessante Procosso ete. MWochentlich eine
Vummer. Quartalpreis für jedes der beiden Journale nur 1M.
30 Pf., direct unter Band 1 M. 65 Pfg. Inserato (à 25 Pf.
lie 48paltigs Petitzeile) bei dom ausgedehnten, bereits über
zanz Heutschland und Oesterreich-Ungarn sich erstreckenden
eserkreise von erfolgreiehster Wirkung.
Edenkoben in der bayer. Rheinpfalz.
Die Exmedition.
        <pb n="536" />
        2weibruokon.
⸗ .14
Landwirthschaftliches Fest
—— Morgens 8 Uhr: Auswahl
Samstag 28. Sept. en Konkurrenz bei der
Preisevertheilung des kgl. Landgestüts der Pfal?
vorgeführten Pferde; Nachminags 3 uhr: Versteigerung
von Gestütspferden, Musterung und Prämirung
von Seiten des pfälzischen Pferdezücht⸗Vereins, Ankauf
der zur Verloofung bestimmten Pferde; von 3 bis 7 Ubr
Reunion auf Tivoli; Abends 8 Uhr: Festball im Zwei⸗
brücker Hof. Vernloge Sthe Uhre
— ormittag 2 Uhr: Von
Sonntag, 29. Sept. Peen
Vereins Misterung und Prämiirung von Gespän⸗
nen; 10 Uhr im Gefiuͤtshof: Vorführen der Beschäler
des kgl. Landgestüts; 11 uhr: Preise-Vertheilung
des kgl. Landgestüts; 12 Uhr: Umzug der prämi—⸗
irten Wabr
Nachmittags 8 Uhr auf dem Exerzirplatze?
Yferde⸗Rennen. 6 ninnen

Summa aller Preise für dosselbe ca. 6000 Mark. Die
Anmeldungen zur Betheiligung werden auf dem Bureau der kel
Gestüts-Direltion angeno nmen.

Montag 30. Sept. Rferdemarkt.
Nachmittags 2 Utzr im Gestütshof: Verloosung von Pfer—
den, landwirthschaftlichen und gewerblichen Gegen
stäuden. Das Loos lostet I Mark. —
Auf den Pfälzer Bahnstationen am 28., 29.
und 80. September Verausgabung einfacher Fahrbillete
mit Giltigkeit zur freien Rückfahrt bis einschließ⸗
lich 80. September bei gleichzeitigem Zukauf einer
Eintrittskaärte à 1Mark.

Arbeiter Bildungsverein.
Sonntag, den 22. September

Stiftungsfest.

Mittags S uhr Zusammonkunft im Ver⸗

einslokal. Abends 8S Uhr F L. bei

Julius Grewenig.

Entroͤe 50 Yfsg. Fremde können eingeführt

werden. Der Vorsland.

—173383 233 2833333
233387 82 —
353 35 8 283323375
zz4388 3883 3533338
152332 3123 334*35*
235583 215 3523853
2 2* ——
—————— 235 33453355
*»53 5383 5833
— 832 2338
*32 8833 23
—* —3— 2585 *
253 2535532
13 355232
— ——
268x357222
282538
R252558
——
—5252
2552
*2
* 2
3538
535 338
—23
— 222

zt

—⏑

—
Im Verlage von OSCAR MPRRES, Berlin 8S.O.
ist erschienen und direkt wie durch jede Buchhandluno
zu beziehen:

1. Das Kaĩser-orubIumen-—Liede (Ich kenne
dine Blume, die unser Kaiser bebt!), für 1 Sing-
ztimme mit Pianoforte-Begleitung, Prachtaus-
gahbe, componirt von J. Bec k, Musikmeister des
3. Garde-Reg. 2. F. op. 222 Preis 1 Mark.
Dasselhe für Hünner-Quartett, mit Partitur
und 4 Stimmen von demselben Komponisten, Prois
1 Mark.

Drtheile der Presse:

Das Kornblumen-Lied von J. Bec x ist sowobl hinsichtlich
seines Textes als seiner melodiôsen und klangvollen Komposition
als eine der gelungensten musikalischen Erscheinungen z2u be-
zeichnen. * Dresdener Nachricht.

Das Kornblumen-Lied ron J. Bee k ist ausgezeichnet durch
seine Komposition vnd Ausstattung. Berlineér Fremdenblatt.

IIEIYWtLV
Joncessionirt durch Allerhöchsten Erlass vom 11. Mai 1878
EMUPttssexæ 4.0, OO00 MaATLEX PAaM.
Ziehung am 5. Uoveuber 1878.
CPPreis des Looses J Maurse.
Loose versendet die General-Agentrrr
Larf LCang, Bandhlgeschäft, München.
In 88. Ingbert 2u beziehen durch Herrn Vranz WVoll.
— —

225s-Ww—————

— — — —— —

Aus voller bebeneugung*
kamn jedem Kranken die igasendsach
bewãhrte Dr. Aixy's Heilmethode
empfohlen werden. Wer Näheret
darüber wissen will, erhält au
Irdhen erer von Richter't
Verlags-Annalt in Leipzig einen mil
vielen belehrenden Krankenberichten
versehenen „Auszug“ aus dem ilun⸗
sdrirten Buche: „Dr. Airy's Natur⸗
heilmetbode“ (100. Aufl., Jubel⸗
Xusgabe) gratis und franco zu⸗
gesandt.

Bei dem Herrannahen des IV. Quartals erlauben wir uns zum Abonnenient auf die
⸗— J
Süddentsche Presse
und
* —
Münchener Nachrichten

ergebenst einzuladen. Ziele und Leistungen unseres Blattes, als des

leitenden nationalliberalen Organs in Bayern,
siud von Freund und Feind längst gleichgemäß anerkannt Diese ebenso einflußreiche
wie nach allen Seiten hin ungbhängige Stellung der „Süddeutschen Presse“ ist nament⸗
lich auch während der ietzten Wahlkämpfe höchst bedeuisam hervorgetreten. Die „Süd⸗
deutsche Presse“ besitzt einen lokalen und provinziellen Theil von einer Reichhaltigkeit wie
kein anderes bayerisches Blatt. Die stetig wachsende Bedeutung der „Süddeuischen Presse“
für die städtischen Münchener Verhältnisse wird sich bei den bevorstehenden Gemeinde—⸗
wahlen der bayerischen Hauptstadt von Reuem bewähren können.

Im Feuilleton bringen wir den Roman

„Platt Land“ von Friedrich Spielhagen,

wohl das reifste Meisterwerk des ersten dentschen Nomanschriftstellers)

Der Handelstheil unseres Blattes hat neuerdings an Raum wie an Einfluß be—
beutend zugenommen. Fur Literaturbesprechungen, Vermischtes u. s. w. ist bestens
Sorge getragen. Endlich die Theaterrezensionen der „Süddeutschen Presse“ haben sich
durch Sachkunde, gewählie ;Sprache und geistreiche Dialektik seit geraumer Zeit für die
Munchener Bühnenverhältnisse eine Autorität ersten Ranges errungen.

Dee Adminisstrution.

, Ein junger Mann such
bei einer anständigen Fa—
mille Kost und Logis.
1Näh,. in der Exp. ds. Bl.

Frucht- Brod⸗ und
Fleisch⸗Preise der Stad'
Zweibrücken vom 19. Sept.
Weizen 9 M. 91 Pf. Korn
8 M. 383 Pf. Gerste 2reihige

J ——
0 M. — pf. Spelz 6 M.
77 Pf. Hafen 6 Mos p̃t

18 1 M. 80 Pf. Stroh 2

IM. — Pif. Kartoffeln 2 M.
— Pf. Weißbrod 193 Kilee

52 Pf. Kornbrod 3 Kil. 75, 2 4i.
50 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf.

Gewmschtbeod 83 Kilo d e. v0o pl
Hamfl. 66 Pf. Schweinesl. 60 Pf
Rindfl. 1. Qual. 70 Pf. 2
Qual. 66 Py. Halbfl. 66 Pf.
Butter 1M. 153Pf. per Pfb.

) Reu hinzutretende Abonnenten erhalten den bis 1. Oltober erschienenen Theil
nans „Plait Land“ gegen Einsendung der Abonnements⸗Quittung gratis nach⸗
eliefert.

———— —

Den und Versag von F. X. Dem̃etz in St. Ingbert.
        <pb n="537" />
        Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit deim Haupiblalte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntage mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sounntag. Der Abonunementspreis betragt vierteljährlich
Z Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts viit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder dercn Raum,. Neclamen
mit 30 Pfg vpro Zeile berechnet.
— ⸗ — — — 5* — —* ———— — — — — —
M 150. —A Sountaag, den 22. September 1878.
— — — — — — —
Vermischtes.
7 Laisersltautern. Auf ergangene Anfrage hat Frhr.
J. Stauffenberg erklärt, daß er bereit sei, das im Wahllreis
Zaiserzlautern⸗Kirchheimbolanden erledigte Mandat eines Abgeordneten
um bayerischen Landtag anzunehmen. Es dürfte demnach seine
Wahl noͤch außer Zweifel stehen.
p'Reustadi, 17. Sept. Die Wergmüller'sche Weinver⸗
deigerung, welche mit 103 Fuder heute am dritten Kirchweihtage
in Haardt abgehalten wurde, war, wie zu erwarten stand, nicht
illein sehr zahlreich besucht, sondern auch im Verkauf sehr animirt,
d daß alle Nummern bis auf einen 1872er und 3 edle Deides⸗
heimer 1875er Absaß gefunden haben. Die Preise stellten sich
ür 1874.er0: Haardier 800, beste Lage 1000, Neustadter 805 und
070; 1875e0: Haardier 475, 490, 560, 573, 600, 620, 626,
365, 670, Auslese 760, 780, 995, Herrheimer 310, 525, Neu⸗
udier 618, 688. Ruppertsberger 789 und 795, De desheimer
300; 1876er: Haardter 575, 680, 693, Auslese 980 und 1000,
Neustadter 695; 1877er: Haardter 255, 265, 280, beste Lage
40 und 470, Neustadter 330, Auslese 485, Königsbacher 380,
himmeldinger und Königsbacher 385, 400 und 415 Mark die
1000 Hiter. F
pNeusta'dr, 18. Sepi. Die Weinversteigerung des Herrn
Anwalt Louis aus München auf der Haardi am 18. d. M. war
ehr besucht und ebenso animirt; von über 30 Nummern — ca.
60 Fuder wurden nur 7 Nummern zurückgehalten, alle andern
u den Schlußgeboten zugeschlagen. Die schoͤn gebauten Weine er⸗
ellen folgende Preise: 1875er: Haardter M. 5800, 570, 5385,
310, 618, desgl. Leiten 805, 810 und Herrenletten Traminer
lido ne Gimmeldinger 580, 610, 635 M., Köonigsbacher
93 M. 1874er Daardter Herrenleitten M. 1015, Unssteiner
M. g10 und 1100, Gimmeldinger M. 1000, St. Martner
0 M. 1876er Haardter M. 585, 590, Konigsbacher M. 840.
8770 Haardtir VEt. 370 und 450. Auf 1876er wurden für
Hhimmeldinger M. 870 und 690, Haardier bester Lage M. 850
ind 950 geboten, jedoch ohne Zusdlag. —
7Frankéenthal, 19. Sept. (Kreislehrerversammlung.)
Den ersten Gegensland der Tagesordnung in der heutigen Ver⸗
sammlung bildete die durch den Vorstand erstattete Statistik des
Bereins; aus derselben ist hervorzuheben, daß der Verein dermalen
1335 Mitglieder zühlt, von denen 958 Vollsschullehret, 48 Leh⸗
von Koheren Lehranstalten, 20 Schulvorstände., 17 Geistliche
und 300 üngehörige anderer Stände sind. Ferner wurde bei
dieser Gelegenheit die Miltheilung gemacht, daß die Prämiencollecte
ür das Lehrerwaisen dift von der Regierung genehmigt sei; die⸗
selbe würde voraussichtlich einen Reinertrag von 230,000 Mark
ergeben, wovon auf die Pfalz ein verhaͤltnißmäßiger Antheil treffen
vürde. Die Rechnungsablage ergab für das abgelaufene Jahr eine
Finnahme von 4185 M. I6 pf., eine Ausgabe von 83714 M. 23
Pf., das Vereinevermögen beirägt 2088 Ri. 74 Pfr.
Einem badischen Blatt eninehmen wit die Noliz, daß in den
Pforzheimer Fabriken seil einiger Zeit wieder eine erfreuliche Thaͤtig⸗
sei begonnen hoi. Es wird wieder in voller Geschaͤfts zeit und
beilweise selbst darüber hinaus nach Feierabend gearbeitet.
gFrankfurt, 18. Sept. Gestern zogen 130 Jäger
zur Jagd:Erdffnung hinaus in den Stadtwald. Die Beute bestand
in einem einzigen Rehbock, der für 25. Mi. am Abend
an einen Wildprethandler verkauft wurde.
7Mäünchen, 17. Sepibr. (Militärbezirksger icht.) Der
Vicefeidwebel G. Winter des I. Fußartillerieregiments vertheilte
am 28. April frisch ewaschene Gradlröce an die Mannschaft,
pobel der Kanonier Beckel einen derselben zu Boden fallen ließ.
Dieses Versehens halber gab ihm Winter eine Ohrseige, daß dem
Manne das Trommelfell zerriß und er 23 Tage ärztlich behandelt
verden mußte. Der Soldat hatte nichts angezeigt, wenn nicht
riterung eingetreten wuͤre. Das Trommelfell ist wieder geheilt;
gedel dehauptet, ganz so gut, wie früher, sei sein Gehör nicht.
die Geschworenen sprachen ein Schuldig“, jedoch ‚ohne Mißhand⸗
umg? und Winter erhielt 7 Tage gelinden Arrest. — Ein anderen

Deutsches Reich.

Berlin, 19. Sept. Die Reichstags⸗Commission für das
Socialistengesetz hielt heute Mittag ihre eiste Sitzung und hat odne
Generaldebatte alsbaid in die Berathung des ersten Paragraphen
rin. Zahlreiche Mitglieder des Bund-sraths wohnten der Sitzung
bei. Ladier brachte zu Z 1 folgenden Antrag ein: Vereine, welche
durch sociale Besirebungen dea Umsturz der bestehenden Staats und
Gesellschafts⸗Ordnung dezwecken oder in welchen socialdemokratis he,
duf den Umsturz der bestehenden Staats- und, Gesellschafts⸗
Didnung gerichtele Vestrebungen in den öffentlichen Frieden
oder die SEintracht der verschiedenen Classen der Bevolkerung
gefährdender Weise zu Tage treten, sind zu verbieten.“ — Ein
venerer Antrag Lasler's bezweckt die Ueberweisung des Beslandes
der Kassen verbotener Vereine an eine besondere Administration
unter Erhaltung der ursprünglichen Zweckdest mmung ansflatt der im
Entwurfe vorgesehenen Ueberweisung an die Ortsarmenkassen. —
Hanel beautragt statt eines neuen Gesehes den Attikel 130 des
Strafgesetzes durch folgenden Satz zu ergänzen: Wer in einer den
offentlichen Frieden geführdenden vVBeise oder wer durch beschimpfende
Aeußerungen über die religiösen Ueberzeugungen Anderer oder über
die Einrichtungen der Ehe, Familie oder des Staaus oder über die
Ordnung des Privateigenthums die Angehöigen des Staates in
seindseligen Parteiungen gegen einander öffemtich aufreizt, wird mit
Geldstrafe bis 600 M. oder mit Gefüngniß bis zu 1 Jahr bestraft.
„Art' 2 und 3 des Hänel'schen Antrages destimmen, daß Vereine,
welche ihrer Absicht gemäß zur Begehung der in F130 bezeichneten
Handlungen gebraucht werden, von' der Polizei vorläufig aufzulssen
sind; binnen 8 Tagen ist ein ordentliches Rechtsverfahren einzuleiten.
Das Verbot kann durch ras Gericht auch ohne Bestrafung von
Personen ausgesprochen werden. — Min'fter Graf Eulenburg sprach
aͤch im Laufe der Debatte gegen den Hanel'schen Antrag aus, indem
er die Definition des 831 der Vorlage für genügend —X
aber, einer bessern Fassung nicht entgegen treten zu wollen; der
Lasler'sche Anteag sei discutirbar. . et

Berlin, 20. Sept. Wie wir erfahren, wurde Fürst Bismarck
aach Schluß der Dienstag⸗Sitzung des Reichstages, in welcher er
jeine große Rede gehalten, in seiner Wohnung angelangt, von
einem heftigen Unwohlsein ergriffen, das sich bis zu einem Gallen⸗
Erbrechen steigerte. Es scheint, daß den Reichskanzler die kaum
mehr gewohnte oratorische Anstrengung mehr ergriffen hat, als er
jelbst erwartete. Im Laufe des gestriegen Tages ist eine erfreuliche
Befferung in dem Befinden des Fürsten eingetreten. —

Kafsel, 19. Sept., Nachm. Der Kronprinz traf heute
Nachmitiag 4 Uhr in Wilhelmshöhe ein, von der Bevöllerung mit
lebhaftem Zurufen begrüßt.
ANANusfand.

Wien, 20. Sept. figiell.) Generalmajor Rheinländer
meldet aus Zavalje vom 19. Septemper Donnerstag), Abends
7 Uhr: Die Festung Bihac (im nordwestlichen Bosnien, an der
kroatischen Grenze) hat heute lapitulirt. Die kaiserlichen Truppen,
welche um 4 Uhr Nachmittags die Festurg befehten, fanden 8
Geschütze vor, darunler 4 schweren Kaliders, sowie sonstige Waffen
und Muninionsvorrath. Von regulärem türkifchem Militär defand
sich in der Festung ein Stabsoffizier und die Geschütbedienung.

Pariz, 19. Sept. In einer Rede zu Romans erklaͤrte

Gambetta, indem er übec die in neuerer Zeit vor einigen Zeitungen
angedeutete Moͤglichkeit des Rücktrintes des Marschalls Mac Mahon
sprach: Dieser Rücktritt sei keinezwegs gefahrdrohend; dem Rüdtritt
erde unmitlelbar der Ersatz folgen; indeß der Marschall: Präsident
werde nicht zurücktreten, da er lein Interefse daran habe. Gam⸗
belia ertlart sich dann als Anhänger der Unabfetzbarkeit der Nichter,
derlangte die Absetzung der der Republit feindlichen Beamten: und
pendeie der Armee Lodsprüche. Gambetia bekampfte ferner den
Kieritanamus, forderte fur die Universitäl das ausschließliche Recht
der Verleihung der alademischen Grade Getzt haben es auch die
jogen. freien oder klerikalen Univerfitäten) und beionte schließlich
energisch die Nothwendigkeit, den Keredit Frankreichs zu befestigen,
sprach sich Iber zugleich ausdruͤcllich gegen die Konversion der Rente aus.

79 —
        <pb n="538" />
        Sergeant der Münchener Garnison, Namens Stagl, erhielt wegen
Mißbrauchs der Dienstgewalt (er hatte einen auf Posten stehenden
Mann beohrseigt) 6 Monate Gefängniß.

T Es wurde die Wiedererrichsung der am 1. Juli ds. Irs.
aufgelösten, nicht fixen Uebergangsstlle Sanct Julian, Haupt⸗
zollamtsbezirlts Kaiserslautern, mit der Befugniß zur Ausferngung
und Erledigung von Uebergangsscheinen füt Bier genehmigt.

CSut befsolgter Rath) Aerztuche Verhaltungs maßregeln
jönnen nicht genau und ausführlich genug sein. Ein in Berlin
wohnender Rentier nahm seit einiger Zeit derart an Leibesfülle zu,
2aß es ihm lästig wurde und er deshalb seinen Arzt befragte.
Der Arzt verordnete dem Dicken mehr Bewegung und gab ihm auf,
taäglich neunmal den Kreuzberg hinauf- und herabzusteigen. Nach
Verlauf einiger Monate suchte der Arzt seinen Patienten wieder
auf: „Aber was ist Das, sie sind ja noch viel fetter und rölher
geworden?“ — „Ja, ich kann nichts dafür, Ihren Rath habe ich
ganz genau befolgt.“ — „Also fäglich neun Mal den Kreuzberg auf
und ab und doch wieder dicher ?? — „Ja, Sie koͤnnen Sich

UÜberzeugen fragen sie nur unten im Kaiserstein und oben auf dem
Tivoli an!?“ — „Was heißt das 7“ — Nun ich habe jedesmal
anten und oben ein Seidel getrunken!“ — Mensch, Das macht
ja täglich achtzehn Seidel, und da wollen Sie mager werden
Aber Herr Doltor, davon haben Sie mir ja gar Nichis gesagt!“

F Berxlin, 19. Sept. Die heutige geheime Sitzung der
Berliner Stadtverordneten entschied sich jͤr die Candibalur Forcken⸗
decd zum Oberbürgermeister.

1 An Reuleaux, der bekanntlich seine KNandidatur in Langen⸗
salza⸗Mühlhausen dem Grafen Wilhelm Vismard gegenüber zurück⸗
zezogen hat, widnen die ‚Wespen“ Folgender:

Was er gethan so willig,
Beurtheilt eß gerecht:
Dem Kanzler jcheint es billig,
Dem Wahllreis scheint es schlechi.
Bruchstud gus einen WRonolog des Kanzlers.
Wie jetzt die Dinge stehen,
Kann Shmpathie nichts frommen. IJ
Andrassy, heißt's, will gehen,
So sei Sennyei willkommen.
Er empfangt ihn in Gastein.)
Der Zug nach Bosnien.
Vn Ronstantinopel zu singen.)
Die Oestreicher wolllen okkupiren gehn,
Sie wollten annektiren und kunnten's nit gar schön. —
Die Oestreicher zogen in Serajewo ein,
Der Aufruhr hinter ihnen macht ihnen viele Pein.

—*

—Geschäfts⸗-Empfehlung. 1*
»inem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum die er⸗
gebene Anzeige, daß ich neben meinem Mützen- auch ein
Hut⸗Lager
errichlet habe, und alle Sorten Hüte, als Herren?, Filj⸗,
Loden⸗, Knaben⸗ und stinderhüte in jeder Façon vorraäthig halte.
Auch bringe mein Muͤtzen Lager bestehend aus allen
Urten Seiden⸗ und Tuch · sowie Winter ˖ Mützen in em⸗
pfehlende Erinnerung.
St. Ingbert, 21. Sepi. 1878. F
Achtungs boll
Bitlhelm Stief.
Der seit 1. Januar in Speyer wdcheniich 8 mal erschelnende
* s
General⸗Anzeiger für die Pfalz,
BGratisblatt für alle Rewohner der Bfalz,
wird allen Wirthschaften, Cafs's, Restaurationen, allen zffenilichen Bureaus,
den kgl. Rotaren, Gerichtsvollziehern, Geschäftsbureaus Bürgermeisterämtern rꝛc.
gratis von unt verabfolgt und in allen Bahnhof⸗Reftauralionen der Pfalz
aufgelegt. Da uns nicht alle Wirthschafisbefiher, Geschäfisbureaus ec. ac
bekannt sind, so ersuchen wir diese, das Blaut bei ver Post zu bestellen und
den Abonnementsbetrag von 1 Marlk pro Quarial bei uns, G. 8. Lang'3
Buchhandlung hier, in Landau oder Kaiserslautern Otito Ruff) gegen Ab⸗
gabe der Pofiquittung zurück erheben zu wollen, oder bei Einsendung von
Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzusenden. Auf gleiche Weise
onnen alle Bewohner der Pfalz den General⸗ Anzeiger gratis deziehen, da
wir bei Bexechnuug von Inseraien den Abonnementsbeirag in Abzug bringen.
Inserate finden in der Pfalz die weileste Verbreitung und werden fur
die Bewohner der Pfalz mit nur 10 Pfq. pro Zeile berechne.
Der „General⸗Anzeiger? bringt auher den wichtigsten Tagesereignissen:
Zemeinniliges, Verlehrsnotlzen, Gewerbuͤche uud landwirthschaftliche Berichte,
Verloosungen, Handelsherichte, eine größere Courblabelle ee v
kuxetilign des General⸗Inzciger für die Jfet
G. 8. Lang's Buchdrucerei.
Speyer, üllerkeiligenftraße 21.

9

Zichahi, zschaho, zschahiaiao, der Winter ist bald wiainder de
Jetzt schaffet, daß ein Jeder sein Ränzele ho.
F.Wie das Volt spriht.
Sitzen bleiben! sagte Liebknecht beim Hoch auf den
aiser — da wollte er nicht iukomerodirt sein.
Darin liegt meine Hauptstärke, sagte das Cen—
rum — da hatte es seinen Kopf für sich.
Präsentirt's Gewehr! fagte die Regierung — da
wollte fie den Waffenverkauf unter Umständen verboten wissen.
Das ist der Richtige, sagte de Norddeutsche Allge⸗
meine — da gasb sie Herrn von Vlowetz einen jüdischen Namen
—Ischersterbeün Devotion, seg!e das Reptil — do
lebte es davon.
Ein bedenklicher Stoß! sagte Bismarck — da meinte
er das neueste Notenmatetial der Pforte.
leinangefangen! sagte Griechenland — da machie
es mobl.
Ausgeflogen! lagte der österreichische Adler — da ließ
er in Bosnien die Flugel hängen.
Beidem Gewühl is mir am wohlsten, sagte die
„Berliner Freie Presse“ — da schrieb fie einen Lenlariitel

Welch ein Drang⸗Saali sagten die —XXLC
sucher im Zuhdrerraum — da wurden sie fast zu Tode gedrüdt.

Das beruht auf Ertindung, sagte Me. Edison
T da belam er auf der Pariser Weltausstellung einen großen
Preis. (Uti.

FTKrossen. (Schrecliches Brandunglück.) Das Dors Reuen⸗
dorf an der Oder bei Merzwiese gelegen, ist am 16. d. M. Nach⸗
mittags fast total niedergebrannt. Vas Feuer ist in der Scheune
deẽ Bauers Gottfried Groß ausgebrochen, und hat sich in der
urzen Zeit von einer halben Stunde fast über das ganze Dorf
ausgebreitet. 22 Wohnbäuser, 88 Scheunen und 57 Stalle sind
ingeaschert und einige Wohngebäude start beschädigt worden. Roch
st nicht ermittelt worden, wie das Feuer enstanden ist, man sagt,
es soll durch Ausbraten von Sped verursacht worden sein.

f Aus einer schweizerischen Rekrutenschule. Ein Rekrut sagte
ju einem Hauptmann, der sich gerade eine Cigarre angezündet
hatte: „Herr Hauptmä, sind au so guet und gaänd mära chli
Füüir!“ Der Hauptmann gab ihm seine brennende Cigarre mit
dem Bemerken? „Do ig Fuͤlnr, aber Prüße wär's nit erlaubt,
a so mit em Hauptmä p'rede!“ Der Rekrut meinte aber ganz
noid: „Jo, i glaub a, iVPrüße wärid Ihr au nid Hauptmä worden
Fur die Redaction verantworilich: F. X. D e me z.
— ———

mum

Beräucherte Schweixe.
zungen,
Grauiwvurst,
Mainzer Sauerkraut.
Eitronen,—,
Sarcddimes à 1 Hunile,
zrisch angelommen dei
J. Veters, St. Ingbert.

Tanz· Unterricht.
Mit dem 6. Okiober naͤchsthin
wird Unierzeichneter einen Eur⸗
sus erbffnen. Lusttragende wer
den gebeten sich bei Hen Kayser
zu unterzeichnen

Achtungsvoll
K. Beutel
Lehrer der Tanzkunfl.

PLeden erschien:
Erfolgreichfte Behandlung der
Schwindsucht
durch einfache, aber bewaͤhrte
Nittel.“ — Preis 80 Pfg.
dranke, welche glauben, an dieser
zefährlichen Krankheit zu —38*
Zollen nicht versäumen, sich obige
Buch anzuschaffen, es bringt *—
Trost und, soweit noch moͤglich,
auch die ersehnte Heilung, wie
die zahlreichen darin —**
Danljchreiben beweisen. — Vor·
äthig in der Buchhandlung von
RSEchauermann in Minter.
eich Oberpfalz), welche auch
aasselbe gegen Einsendung von 33
Bfg. franco per Post uberall hin

ersende

Allgemeine Wechsel
per St. 8 Pf. 25 St. 80 pf.
ind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

E. J. Jeuctk.
T — — — MWäeee22 — —AZcce&amp;Z
Druch und Verlag von J. X. Demeß in St. Ingbert. 7
Biezu Alluctrirtes Sonntaasblatt Nr ꝛ
        <pb n="539" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo chentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntant mil illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donxerstag, Samstag nud Sonntag. Der Abonnementspreis beirägt vierteljaͤhrlich
2 Mark 40 R.Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswaärts it 13 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattichrift oder deren Raum. Neclainen
mit 30 Pig. pro Zeile berechnet.
M 15. 2Dienstag, den 24. Septeubbe 1ggr8.
— ⸗
Abonnements-Einladung.

Bei dem bevorstehenden Quartalswechsel laden wir unsere verehrlichen
Hostabonnenten zur Erneuerung des Abonnements auf den St. Ingberter
Anzeiger hiermit ergebenst ein. — Unsere hiesigen Abonnemen und die
der Umgegend, denen das Blatt durch die Träger geliefert wird, erhalten
dasselbe weiter, wenn nicht vor Ablauf dieses Monats abbestellt wird.

Der „Anzeiger“ wird sortfahren, die Tagesereignisse möglichst rasch mit⸗
utheilen. Besondere Aufmerlsamkeit werden wir den lokalen und provin⸗
ziellen Ereignissen widmen.

Das Uuterhaltungsblatt wird nur Gediegenes und Gutes bringen

Der Abonnementspreio bleibt unverändert 1 M. 40 Pf. mit illustr.
Sonntagsblatt und 1 M. 20 pf. ohne dieses.

Inserate werden mit 10, außerpfälzische mit 15, für unsere
Abonnenten jedoch nur mit 8 9f. die gewöhnliche Zeile berechnet;
amtliche und gerichtliche Anzeigen sind hiervon ausgenommen.

Zu zrhlreichen Abonnements ladet ergebenst ein

Die E— .
HDeutsches Reiih.

München, 22. Sept. Der nen ernannte Bischof von
Speyer, Joseph Ehrler, bisher Prediget an der hiesigen Metropo⸗
itankircche, wird morgen München verlassen, um sich in stiller
Zurückgezogenheit für sein neues Amt vorzubereiten. Derselbe genoß
diet allgemeine Hochachtung; während seiner elfjährigen Thäugkeil
pahier hat er sich von dem politischen Parteigetriede serne gehauen,
aur seinem geistlichen Berufe lebend, und die Kanzel von dem
Barteigezanke sotgfältig bewahrt.

Berlhin, 21. Sept. In heutiger Sizung der Commission
rür das Sozialistenge-setz fsand nach Annahme der
S2, 3 und 5 mit den dem 8 I entsprechenden Amendement
asker's eine laͤngere Discussion über 8 5, betreffend die Beschwerde
in den Bundesrath statt. Lasker befürwortet als Recarsinstanz
in Preußen dos Oberverwa tungsgericht, und, wo solche Gerichte
nicht bestehen, das Reichs Oberhandelsgericht zu destunmen. Gneist
chlug vor, die Competenz der Verwaltungsgerichte, wo dieselben
andesgesetzlich bestehen, beizubehalten, im Uebrigen ader die Be⸗
chwerde au den Reichslanzler zuzulassen, weil nur dadurch dem
Reichstag eine Controle über die Aussührung des Gesetzes ermögz⸗
licht werde. Beide Vorschläge wurden von dem dayerischen Justiz⸗
minister Fäustle und dem sächsischen Justizm nister Abeken bekämpit.
weil dadurch die Mawirkung der Landesbehörden bei Ausiührung
zes Gesetzes illujor sch gemacht werde. Die preußischen Vertreler
chwiegen. Foriseging der Berathung Monsag.

„Berlümnz, A1. Sept. Die Commision für das Sojilisten⸗
esetz nahm heute den gestern abgelehnten Fe6 mit 18 gegen7
Stimmen (ein Mitglied der Centrumspartei fehlte) in folgender
Fafsung Lasker's an: „Druchschriften, worin socaldemokralische,
zial st: jche oder communistische auf den Umsturz der bestehenden
Ziaats- und Gesellschaftzordnung gerichtete Vestrebungen in einer
den öffentlichen Frieden oder die Eiuttacht der Bevölterungtclassen
efährdenden Weise zu Tage trete, sind zu verbieten. Bei perio⸗
dischen Druckschrifsen lann zugleich mit dem zweiten auf Grund
dieses Gesetzes ergehenden Verbot einer einzelnen Nummer das Ver—
jot serneren Erschesnens ersolgen.“, Hierauf solgte die Aunnabme
ner88 2 und 3, des letzteren in solgender Fassung: „Auf Grund
)es Werbotes sind Vereinskassen, ferner für alle Vereinszweche de⸗
timmten Gegenstände durch die Polizeibehörde in Beschlag zu nehmen.
dachdem das Verbot endgiltig geworden, ist das in Beschlag ge—
ommene Vereinsvermögen darch die Berwaltungsbehoöͤrde zu lquidiren
und nach den gesetzlich zulässigen Verpflichtungen und Zwecken des
Berrins zu verwenden. Gegen die Anordnungen der Behörde findet
nur eine Beschwerde an die Aufsichtsbehörden statt mit dem Vorbe⸗
zalt jedoch des Rechtswesens für die vermögensrechtliche Anspeüche
Dritier und der Vereinsmitgliedet.“ F 5 wird in folgender Fassung
mgenommen: „Versammlungen, worin socialdemokratische, socioli⸗
lische oder communistische, auf den Umsturz der bestehenden Slaats
und Gefellschaits · Ordnung getichtete Bestrebungen zu Tage trelen, sind
auffuldsen. Versammlungen, von denen auf Grund von Thatfachen
mzunehmen ist, daß fie zur Foͤrdetung obiger Bestrebungen beftimmt
ind, sind zu derbieten. Versammlungen wirden dffentlichen Festüch
leiten und Aufzügen gleichgestellt Juständig für das Verbot und
die Auflosung ist die Polneibehörde. Die Beschwerte solgt dem

andesgesetzlich vorgeschriebenen Instanenzug gegen Polijeiverfügungen
utsprechendet Art.“ Hierauf folzte die Berahung des F4 (GRecurs
un den Bundesrath), die heute nicht abgeschiossen wurde. Gueist
prach sür die Uedertragung des leßzten Entscheides an den Reichs⸗
anzler, weil dadurch auch der Einfluß des Reichslages gewahrt
aleibe. Lasker will das preußische Oderderwaltungsgericht als oberste
stecursinstanz. Seitens des Bundesrathes treten Sachsen und
Bayern für die Bundesraihs-Kommission als letzte Instanz ein.
Minister Eulenburg äußerte sich nicht.

Das Zustandekommen des Socialistengesetzes ist als gefihert
ju betrachten. Tle Regierung verhält sich den von der liberalen
Partei eingebtachten Amendements gegenüber entgegenkommend, so
daß nicht zweifelhaft ist, daß diese Partei sür das Gesetz stim⸗
men wird.

Die Schutzzoͤllner des Reichsstages, welche ihre neuliche Debatte
Per die Handelsverttäge vertagten, werden die Fortsehung der
Diskussion während dieser Session wohl laum mehr aufnehmen, da
die Mehtheit gegen eine Interpellalion an die Reichsregierung im
jegenwärtigen Augendliche ist. Dagegen hören wir, daz die volls⸗
vitt aschaftliche Vereinigung nach dem Weederzusammentritt des
eichstazes sich nochmals versammeln wird, um sich über eine
Jaterpellation an die Reichsregierung wegen Abschluß eines Handels⸗
»ertra ges mit Rußland schlüssig zu machen. Im Uebrigen werden
nuch die Freihändler im Reichttage demnächst zu einer Berathung
ufammen:reten.

Die „Nordd. Allqg. Zig.“ meldet, die Essen-Unterluchungs—
Tomm ssion hade gestern ihre Sitzungen beendet und vom 5.gRob.
ab sohde die Vernehmung der von der Conimission voergeschlagenen
Sachverstaͤndigen in Berlin ersolgen.

—Berlin, 21. Sepft. Der Präsident des Reichstages, Herr
». Focdenbed, hat sich heute Nachmittag 3 Uhr bis zum Wiederzu⸗
aumentritt des Reichsstanes nach Breslau zurüclbegeben. Es ist
vohl die letzte Fahrt. welche Herr v. Forckendect in seiner Eigenschaft
als Oberbürgermeister von Breslau antritt, da für nächsten Donners⸗
ag seine Wahl als Oberbürgermeister von Berlin mit Sicherheit
u erwarten steht. Daß Herr v. Forckenbeck die Wahl annehmen
verde, darau wird nicht mehr gezweifelt. In parlamentarischen
reisen meint man, daß Herr v. Forckenbed in seiner Eigenschaft
ꝛis Oberbürgermeister von Berlin zwar sein Reichsstagsmandat bei—
uubehalten gedense, um dem politischen Leben nicht ganz Valet zu
sagen, daß. er aber das Prasidium deß Reichtages alsdann kaum
beibehalten dürfte, weil die Geschäfte der Verwoltung der groͤßten
dommune des deutschen Reiches die Kräfte und Ärbeilen eines
Mannes voll und ganz in Anspruch nehmen.

Aussand.

Wien, 23. Sept. (Oificiell). Nach einem sechsstündigen
Gefechte wurde am gestrigen Tage das auf der do minirendsten Höhe
von Senkovic befestigte Hauptlager der Insurgenten von den Oester⸗
ceicheen genommen und den fliehenden Insurgenter der Rückzug
ze perrt. Zwei gezozene Geschütze und mehrete Fahnen wurden
dabei erbeutet. Im Haup!quartier Szaparh's erschien eine De—
patation aus Tuzlas und erklärte die Unterwerfung der Stadt.
Die Besezung und Entwaffaung Tuzlas“ ist eingeleitet. Die
Defterreichet rüch en am 21. de. 'auch in Bjelina ein.

Paris, 22. Sept. Ein Art'kel der, Roͤpublique frangaise“
empfiehlt die Aufrechterhaltung der disherigen vorsichig zuruckhal⸗
enden auswärtigen Poluik Frankceichs. Dieser Artilel wird heer
mit dem Gerücht, wonach Frankreich seitens Englands zur Besitz⸗
nahme von Tunis aufgefordert sei, in Verbindung gebracht.

Paris, 22. Sep. Der Temps“ meldet: da der sozialistische
Arbeitereongreß am Donnerstag wiederum eine Sitzung zu dalten
dersuchte, so wurden neuerdings Haussuchungen vorgenommen, weiche
zur Beschlagnahme der Protokolle der Vereinssitzungen führten.

Konstantinopel, 21. Sept. Die Russen haben Er⸗
erum vollständ g geräumt. Gestern hat die Räumang der russi⸗
chen Stellungen in der Nähe Konstantinopels begonnen. Die Di—
zision des Generals Slobeleff ist gestern von Tschataldja abge⸗
jangen. Des russische Haupsquartier wird Sau Stefano zwischen
        <pb n="540" />
        dem 23. und 24. ds. verlassen. Die Polizeiverwaltung daselbn
wurde bereits gestern den Türken übergeben.

New-York, 21. Sept. In Folge bedrohlicher Kund⸗
zebungen strilender Arbe ter wurden zwei Compagniten Truppen
von Baltimore nach Washington beordert.
Vermischtes.

73weibrücen, 20. Sept. Auf Antrag des k. Gestüts⸗
direktors Hr. v. Rad hat der geschäftsleitende Vorstand des Remonte—
Zuchtbezirts Zweibrücken, Hr. k. Bezirksamtmann Damm, die 15
Besitzer der aus dem k. Remontd:pot Fürstenfeldbuck im Mainl.
J. an die Genossenschaft abgegebenen Zuchtstuten eingeladen, diese
Zuchtstuten am Sonntag den 29. d. M., Vorm nags 10 Uhr, im
Hoie des k. Landgestüts dahier zur Vorführung beren zu ralten.
Man geht hiebei von der Ansicht aus, daß man die passende Ge⸗
legenheit, wo Se. Exc. der kgl. Regierungspräsident Hr. v. Braun,
die Mitglieder des Landrathsausschusses und der Erpertenkommission
sowie viele Pferdezüchter und Pferdeliebhaber aus allen Theilen
des Kreises anwesend sein werden, nicht unbenützt solle vorübergehen
lassen, vielmehr den anmesenden einflußreichen und sachverständigen
Personen von den Fortschritten und seitherigen praktischen Leistungen
hder Genosse schaft jowie von deren solider Grundlaze solle Einsicht
verschaffen und den Zuchtbezirk Zweibrücken als nachahmungswerthes
Beispiel den anwesenden Regierungsorganen zur wohlwollenden
Unterstützung und den bejirksangehörigen Ockonomen und Pierde⸗
züchtern zum vortheilhasften Anschlusse folle einpfohlen sein lassen. —
Dieser Einladung wird ohne Zweifel von allen Hertn Adiessaten
willig entsprochen werden. (3. 3.)

Geschäfts-Empfehlung.
inem geehrten hiesigen wie auswärtigen Puhlikum die er⸗
aebene Anzeige, daß ich nebeu meinem Mützen⸗ anch ein
* 7
zutLager
errichtet habe, und aue Sorten Hüte, als Herren,, Filz⸗
doden⸗, Knaben⸗ und Kinderhüne in jeder Façon vorräthig halte.
Auch bringe mein Mützen-Lager, bestehend aus allen
Arten Seiden und Tuch- sowie ⸗-Winter ˖ Mützen in em⸗
ofehlende Erinnerung.
St. Ingheit, 21. Sept. 1878.
Achlungs voll

—— —

Wilhelm Stief.
Deutsches Montags-Blatt
Deutsches Montags-Blatt
Ohefredacteur: Preis II Mt. Verleger:
Arthur Levysohn. vierteljährlich. Rudolph Hosse.
Politischeliterarische Wochenschrift.
Das „Deutsche Montags⸗Blatt“ wird fortfahren, durch seine
Spezialielegramme und Informationen, die poilitische Wochenschau
us der Feder des Chefredacteurs und die Berichte vom euro⸗
paischen Geldmarkt von Dr. Ebeling, die intimen Briefe
aus den verschiedenen Hauptstädten Europas, die eichstags⸗Bilder
u. s. w. seinen Lesern ein möglichst umfassendes Bild der Vorgänge vor
und hinter den Coulissen der politischen Buhne zu geben. Das eigen⸗
lige“ Feuilleion: Dohm's ungereimte Chronik, Mauthner's
Theaterwoche, die naturwissenschaftlichen Plaudereien von Stinde
ind Bohm, denen sich demnächst Aufsfätze aus der Feder Max
VYtaria von Weber anschließen werden, die musikalischen Artikel von
Lir dee u Zrohl, Die dunftlerischen Efahs
n et Berger, Landgraf, vie desellschaftigen Strafpreditlen
von edi Dohm, die Zeu⸗ und Streitfragen mit Beiträgen von
GButzonw, Lanbe, Lorm, Feodor Wehl u. Anderen, die novel⸗
snhen Aurrgungen von Anzengruber, Rosegger, Johann van
Dewall, Ada Christen, L. Habicht u. s. w. vereinigen sich um
das Deulsche Montags⸗Blait zu einem Brennpunlt für unser künstlerisches,
ilerarisches und gesellschaftliches Leben zu machen, der allmontäglich von
dem Guten das Beste, von dem Neuen das Neueste in origineller
Weise wiederstrahlt. Der sensationelle Erfolg den das Deutsche Moͤmiags.
Blalt“ gleich bei seinem Erscheinen gehabt, wird Redaction und Verlags
ur zu neuen Ansirengungen anspornen, um das überaus billige Blatt
aicht nur auf der bisher erreichten Höhe zu erhalten, sondern noch immer!
veuer zu vervollkommnen. Probe⸗Rummern gratis und franco.
nie erscastalten und Buchhandiungen, sowse die Verlagshandlung'
Phen hrnememnd jederzeit entgegen (Post⸗Zeitungs⸗Breisliste 1878
No. ).

1900 Mark
nd bis I. Oktob.
uszuleihen. Nähere
U8kunf tertheilt
5. Ch. Kayser.
Stationsbeklebzettel
zilligst be F. X. Demetz.

V
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
nit rother und blauer Liniatur
ind vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.

Atterdach, 20. Sept. Gestern wurden 3 Personen
jon hier, wegen des Verdachtes der Braudstiftung verhaftet. —
Die Sache steht im Zusammenhang mit dem kurzlich hier flattge⸗
jabten Brande. . 3.)

* Den diesjahrigen Anstellungsprüfungen der pfälzischen Schul—
diensterspectanten, welche am 19. d. M. im Schullehrerseminar zu Speier
jor einer gemischten Commission ihren Anfang nahmin, unterziehen sich
von 45 Angemeldeten 48. Vie schrijtlichen und mündl'chen Prüfungen
nehmen eine Woche in Anspruch.

Hamburg, 20. Sept. Heute Abend 6 Uhr erfolgie
in der auf der Insel Grasbrook gelegenen Theersiederei eine Explo—
sion. Die Theersiederei branpte vollfständig nieder. Zwei Verso⸗
nen kamen hierbei ums Leben, eine dritte wurde lebensgefäͤhrlich
perleßzt.
Literarisches.

Illustrirte Jagdzeitung. Organ für Jagd, Fischerei und
Naturkunde. Herausgegeben vomn f. Oberfoͤrster H. Nißsche.
Fünfter Fahrgang. Nr. 24 enthält: Ueber diebhühner—
aufzucht von Dr. Schmidi. — Ueber Schwarzwild von Forst—
neister Pfizenwayer. — Jagdbilder aus Siebenbürgen von
M. Wagner. — Eine Erinnerung von Freiherr Schenk zu
Schweinsverg. 2 große Illustrationen n. s. w. Verlag von
S„chmidt &amp; Günther in Leppzig. Der neue (6.) Jahrgang
zängt am 1. Oktober an, alle Buchhandlungen und Postan—
qalten nehnnen Bestellungen an, 3 Mark halbjaährlich.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

— —

Die Hopfenlaube.

Fach⸗ und Handelszeitung für das

deutsche Brauwesen.
Offic elles Organ des Badischen
Brauerbundes, sowie des Bejirks—
vereins vom Deutschen Brauer⸗
bunde in Leipzig,
für Bierbrauer, Hopfenpro⸗
duzenten und Hopfenhand⸗
lungen

geradezu als nnentbehrlich

s bezeichnen, da solche die rich⸗

igsten, genauesten Preis notirungen

des Hopfens und der Gerste und

onst das Wissenswertheste für

Brauereien ⁊c. enthalt.

Abonnements preis halbjährig

7 3 10 Mark bei der Expedition in
kriesfpapier scürnberg. — Bei allen Buch—⸗
mit Firma, zu Geschaftsbriefeon jandlungen und Postanstalten
in — Hauptzeitungsca alog Nr. 1878)
ιιι an ve auf Na Jahr 8

Rartemn ete., werden rasch
and billig angefertigt in der — 3 20 P.
paitige Petitzeile.

Buch- und Steindruokereoi e Probe⸗Rummern gratis.e

F. X. Demetz. L 0——000

Abonnements-Einladung.

Mit dem 1. Octobes beginnt ein neues Abonnement au
die wöchentlich 6 Mal erscheinende

Saarbrücker Zeitung,
nebst dem Gratisbeiblatt: Jer Fergnanusfreund.

Die Haltung der Zeitung ist liberal. Leitartikel, Tagesüber⸗
sichten, Landtags und Reichstags⸗Berichte, Telegramme, Correspon⸗
denzen und inleressantes Feuilleion in jeder Nummer.

Die Saarbrücker Zeitung, deren Auflage steis im Zunehmen,
ist im Saarrevier das größte, weitaus verbreiteste und gelesenste
Tageblatt, und zält auch in den benachbarten Kreisen, in Deutsch⸗
dothringen, im Unter⸗Elsaß und in den angrenzenden Theilen der
dayerischen Pfalz einen großen Leserkreis.

Anzeigen, welche auf die Bevdlkerung dieser induftriereichen
und wohlhabenden Gebiete derechnet sind, haben demnach weiteste
Verbreitung und moglichst sichern Ersolg, wie solchen keine andere
———
7)paltige Petitzeile wird mit nur 15 Pfg. berechnet.

Abonnementz zum Preife von 8 Mark pro Quartal nehmen

Postämler an, und ladet dazu hoflichst ein

Saarbrücken, im September 1878.

Die Expedition der Saarbrücker Zeitung.
Fruck und Verlag von F. F. Semeß in St. Ingbert.
        <pb n="541" />
        2222
5555, 3528
* *
555 33. 55238 535333352
53535 5388 83236813 335337
5323 3 — z28 —2* —*EI83538
53335 528 — 8 — 35 2——z2238 32533383228
—383538 532355* — 3 22 233535 5 8 58238385
2 NBXN88 2 — 532 F 2 — 233— —— *2 2 —

2)8 322232 23 — 2 2 — —A 5252 3 28 3 3 3
—A —— — 28 8 23 355 28 — —55 . 25*
525353 — — J——— 2*23 553 2 55 2 3ER 553 358 28
—F 355 — 8 — 35 e —25 8 —72* * 3383 5543
2 — * eW 2 1 * 2 * *
35 z3555 53338 3 33— 333383 23273853
233 5 2258 5 8 8 * * 3228 — —A *28* .
—— —— — 535375 255 568 7255533 755— 5* 58 2222*8
5752 8604 ** 3 *5538355 —2 — 53325355
—225 —A — S8 2* 3 *2 38 252 —3 225 2255

— LF— e.. 27 — —8 2 38 —A 8S⸗n 8 — ———
53833*3 —— 22 E 2 27*2 —— 2 —A 5
9 S 5* 8 5 — 58 23 8 * 2825
23855 55353835 5338 —3535 35 32523 53382 53 23332335
2888 z357 38 5858 13. 5524 52535 57335

— 5 5— — 5 168 — 4 2 —X *2 * d *
— — 5*2*53 * 2535225 —5 5535 *
22 S—* 32 3 25 — — 32 — 323 —* , 35 —38 33 * 832 35
25537 5 53—5 —A 2338353 *538 — 523 428
— 2 * 5 25 — — 2 25. —RV S2 2532
55 52256*88 588 8*2 J8757. —85333325 23 5233c8
0 * 2* 3 e — 888 13 8 3.23 —8 5 *
53223253 25 252 22 8353755 — —252 55 —5— 255 752 —A— —
533538 235 —— Qœ 83355
2—55 5225 — * 225353335823 3*2 5—1353537 53553553
2 527 8 . 53555 232 85BA
222 5S. * 2— d * 23 — —2522 323589* 2S 2*
nb 2* * 2* * 2 52 —W —* —— — *
s8—— 4582 32 58233 — —— 5 * —— —
5 5883 3823373 ẽ —A —— 238 E —— — 5823 22328
23227 335523 25 A 22 385 —
—— 736287 — — **52 225 —2. *
—— 2 38 —8 — 3 *
255* 3502 — 532 23 — 5 — 2252
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2;
St. Ingberter Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wö heutlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhallungsblatt, Sonntags mit illustrirter B ei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betraͤgt vierteljahrlich
lMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Naum. Necka nen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet. —
n J — — — — —— — —————— 7
M 152. Donnerstag, den 26. September 1878.
Deutsches Reich.

Berlin, 24. September. Bezuglich des Firkulars,
durch welches Deuifchland bei den Mächten die Sarmigkeit
der Pforte gegenüber den Stipulationen des Berliner Verlrases zur
Eprache brachte, schreibt die „Nordd. Allg. Zig.“: Die deutsche
Regierung nahm zu der ganzen Sache lediglich in dem Streben
Stellung, zur Herstellunge der Ruhe und des Friedens von
Suropa beizutragen, und verhelte sich von Haus aus
nicht die Moͤglichkeit, ja Wahrscheinlichkeit, daß dieser Zirkular⸗
ischritt nicht bei allen Mächten sofort Anklang finde. Um eigenktlich
deulsche Interessen habe es sich dabei nicht cehandelt. Es blies
aber immer zu hoffen, daß die im Orient mäher betheiligten
Mächte die gegebene Initiatve bald aufnehmen und se'ner Zeit
demeinsame oder gleichzeitige Schritte beantragen würden. Deutschland
wollte nur eine Änregung geben, welche die andern Mächte gerade
in erster Linie aus Berlin erwarten donnten. Die Vermuthungen,
als ob Deutschland seine Aktion über die eiste Anregung
dinaus fortseßen wolle, würden sich als irrthümlich“ er
weisen, zumal die Pforte schon in einigen Punkten der Ausführung
es Bertrages näher getreten sei, z. B. Batun geräumt habe.
kdenso falle in's Gewicht, daß die Ermordung Mehemed Ali's es
iraglich erscheinen lafse, ob der Pforte nicht vielmehr die Macht
als der gute Wille zur Ausführung des Berliner Vertrtages fehle.
— Die seit Jahrespflicht gepflogenen Unterhandlungen mit Ruß
iand wegen der Erleichterung des deutschrujsifchen Grenzverkehrs
jaben nach der „A. 3.“ zur Aufstellung des Entwurfes einer

convention geführt, deren Unterzeichnung in naher Zeit erwaͤrtet wird.
Ausland. J

Calcutta, 22. Sept. Eine englische Gesandischaft, ge⸗
zuthrt vom General Chamberiain, sollte sich zum Emir von Afha⸗
nistan begeben, um dort dem Einfluß Rußlands (das vor kurgem
auch eine Gesandschaft dahin entsendet hatte) die Stange zu halien.
Am 21. September verließ die Gesandtschaft Peschawer, um sich nach
Alimusjed zu begeben; ein Offieter des Emir aber verbot ihr vi⸗
Weiterrese und besetzte die Hoͤhen eines Engpasses, durch welchen
der Weg führt, mit Truppen. Darauf kehrte die Gesandischast nuch
Peschawer zurück. J

Die Beleidigung, welche der Emir Schir Ali von Asohan stan
den Engländeru angethan hat, indem er hrer Gesandischaft den
kintritt in sein Land verwehrte, soll mit Blui abgewaschen werden.
Rach dem „Standard“ solle schon Befeht ergangen, vor der Grenze
yon Afghanistan eine starke Streitmacht zusammenzuziehen. D'e
„Times“ meint aber, vor dem Frühjahr könne der Feld ug nicht
deginnen, und es sei ja möglich, daß bis dahin der Emr sich
ines Besseren besinne. Die „Times“ nimmt als zweifellos an,
»aß Rußland hinter dem Emir stecke; in Petersburg dagegen ver⸗
wohrt man sich eifrig gegen diese Unterstellung.

durch Notariatzact dom 9. Mail. Is. um etwa 1380 M. aus freier Hand
»erlaufte, von welcher Summe er aber nur 10 Me baar erhielt, während
er Ubrige Theil zur Befriedigung seiner Gläubiger zurückbehalten wurde.
zZeugen gegenüber sprach er sich dahin aus, daß ihn nur das Drängen der
Witiwe Merz zur Veräußerung seiner Immobien gebrucht habe. Aber auch
eine Früchte wurden ihm unterm 14. Juti 1. J. auf Anstehen anderer Gläu⸗
»iger gepfändet und deren Versteigerung auf den 26. Juni darauf festgesetzt.
Am 23. Juni erschien er bei dem beir Nolar in Frankenthal und veriangßte
Abrechnung über die Verwendung des Kaufpreises seiner Immobilien. Er
hatte noch etwa 100 M. heraus zu bekommen gehofft, mußte aber zu seiner
zroßen Enttäuschung erfahren, daß das Geld zur Befriedigung seiner Gläu—
aiger nicht einmal ausreichte. Ingleich hörie er, daß auch Witlwe Merz aus
dem Erlöse befriedigt worden sei. Die Nacht vom 23. auf den 24. Juni
zatte der Angeklagte mit seiner Frau auf einem Tanzboden in Eppstein zu⸗
jebracht und dort gespruüchzweise in großer Erregung geäußert: „Derjenige,
velcher fein Haus dem jehzigen Besitzer wieder abkaufe werde von ihm todt⸗
jeschofsen und dann schieße er fich selbft iodi.“ di⸗— Anklage findet hierin
en Beweis, wie sehr er über seine schlimme Lage und die von der Wittwe
MNerz hierzu gegebene Veranlassung aufgebracht gewesen sei; wenn er nun in
olcher Stimmung in den naͤchsten Morgenstunden die Witlwe Merz in ihrer
Wohnung, wie geschehen, überfaslen habe, so könne dies nur geschehen sein,
im an der alten Frau Rache zu nehmen, vielleicht auch, um sie zu berau—
en. Kurz vor der That hatte der Anaeklagte in mehreren Häusern in der
ähe der Wohnung der Witltwe Merz gebettelt. Aus diesem uͤmftande wird
efolgert, daß der Angeklagte fich vorher vergewissern wollte, ob die Gelegen⸗
eit zu seiner That günstig sei, daß also der auf die Wittwe Merz unter⸗
rommene Angriff ein überlegter war, und betrachtet man die Ärt und
Veise der Aussuhruug — deren Ted bezweckte. Die Angegrifftne hatte
rämlich vier verschiedene Stichwunden: eine 222 em. lange Hauiwunde am
echten Daumen, eine solche an er linken Scite des Kinns, eine weitere am
inlen Handgelenke, dann aber insbejondere eine vierte Stichwunde in der
dänge von Lus emn. auf der vordern nfen Brustjeite, wo sie 7 em. tief in
die Muslkulatur eingedrungen war. Diefer Stich würde nach dem ärzilichen
Befunde, wenn er mehr senkrecht in die Brufl eingedrungen wäre, lebens⸗
efährlich geworden sein. Die Heilung aller Wunden erfolgte aber innerhalb
Tagen. Gegen den Angeklagten liegen erhebliche Beftrafungen nicht vor.
stur war er dem Müßiggange ergeben, und daher soll auch sein Vermögens⸗
ückgang rühren.

Die Geschworenen verneinten die Frage bezüglich des Mordverfuchs und
rkannten den Angeklagten des Todtschlag verfuches unter Verneinung der
zrage nach Vorhandensein mildernder Umstände für schuldig. Ter Schwur⸗
erichtshof erkannte auf Grund Defsen auf eine Zuchthausstrafe von 7 Jahren
ind auf den Verluft der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer

Nach Schluß dieser Verhandlung schritt der Gerichtshof zur Abwandlung
iner Kontumazialsache vhne Zeugen oder Geschworene. Der 24 Jahre alie
kagner Mathäus Baͤppert von Hochdorf haite nämlich am Abende des 15.
Fanuar abhin in der Kassenstraße in Ludwigshafen den Seifenfieder Johamm
Nüller von da mit einer Wafse niedergeschlagen und dann dessen Geldlasche,
velche mindestens 245 M. enthielt, demselben weggenommen. Er wurde
eßhalb wegen Raubes vor die *8 Sesfion des Schwurgerichis verwiesen,
oußte aber aus der Untersuchungshaft zu entweichen und konnte bisher nicht
oieder verhaftet werden. Der Gerichtshof verurtheilte ihn in contumaciam
u einer Zuchthausstrafe aus die Dauer von 8 Jahren und zum Verluste der
urgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer. —W

fBei Gelegenheit des Zweibrücker Pferde rennens wer⸗
den am 29. Seplember folgende Extrazüge gefahren: a. Von Neun⸗
irchen ab um 10 Ubr 38 Min, Vorm., in Homburg ab um
1 Uhr 15 Min., Ankunft in Zw ibrücken um 11 Uhr 36 Min.;
). von Zweibrücken ab um 9 ühr 30 Min. Abends, Ankunft in
domburg um 9 Uhe 55 Min., in Neunkirchen um 10 Uhr 27 Min.

n Saarbrücken um 11 Uhr 15 Min.; c. von Biebermühle ab
Anschluß an Personenzug 261 von Zweibrücken) um 9 Uhr
43 Min. Abends; Ankunft in Lapdau Westbahrhof 11 Uhr
20 MWin. Landau Hauptbahnhof um 11 Uhr 38 Min.

fFKaiserslautern, 28. Sept. (Zur Warnung)
deute Morgen wurde von den Herren Dockor Heiner und Bezirks-
hieratzt Bauwerler ein Stüd trichinsses Schweinefleisch untersucht,
as einem amerilanischen Schinken, der in Ludwigshafen als trich'nos
»efunden wurde, entnommen ist; in demstlden wurden nicht nur
odie, sondern auch noch lebende Trichinen constatitt.

Reustadit, 22. Sept. Da die Trauben durch Wurmfraß,
strankhe t und Faulniß so tasch abnehmen „daß bes zur Herdstzeit
m Ociober nichts mehr vorhanden wäre, so wurde auf den 23.,
24. und 25. d. Mis. eine allgemeine Vorlese gestattet. In meh⸗
teren Orten des Oberlandes soll die Weinlese aus demselben Grunbe
chhon am 1. Oct. beginnen.

fReustadi. Ju den Ausschuß des protestantisch n Ver⸗
ins der Pfalz wurden am vergangenen Sonntag gewählt: Die
Herren Philipp Sirtccius von Aufweiler, Buͤrgermeiste Munzinger

Bermisthtes.
F, Aus dem Kanfon St. Jagbert ist Herr Müller
bauck von Rohrkach als Geschworener einberufen.

B3weibrücken, 28. Sepi. Schwurgerichts⸗Verhandlung gegen
Jakob Vollmer II. 838 Jahre alt, Tagner von Eppfstein, wegen Mord
dersuchs. Vertheidiger Rechtscandidat v. Besnard.)

Die 84 Jahre alte Wittwe Merz in Frankenthal, welche in der Neugasse
daselbst mit eiter verwittweten Tochter zusammenwohnt, wurde am Morgen
des 24. Juni abhin, in ihrem nach der Straße gelegenen Wohn⸗ und Schlaf⸗
immer, in dem sie sich gerade allein befand, von einer Mannsperson von
ainten überfallen und durch vier Messerftiche verletzt. Auf ihr Hiljegeschrei
rat ihre Tochter unter die Zimmerthür uͤnd sah noch, wie der Eindringling
uuf ihre Mutter losstach, weshalb sie in der Angst davon lief, um Hilfe zu
jolen. Der Angreifer, der nur von der Straße aus durch eines der niederen
Fenster, dessen oberer Fluͤgel offen war, in das Zimmer gelangt sein konnte,
ilte nun durch den Hausgang, dessen von innen verschlossene Thuͤre er rasch
ffnete, auf die Straße und ergriff die Flucht nach dem Canal zu, wurde
edoch von mehreren Männern, welche den Hilferuf der Wulwe Merz gehört
hatten, verfolgi, eingeholt und festzenommen, Es war der Angeklagte.“ Ber
elbe schuldete seil Jannar 1873 der Winnwe Menz fuür bane Darlehen
10o f. Dieselbe hatte zu Anfang des Jahres 1878 Verfoigung gegen ihn
Angeleitet weil fie ihres Geldes bedurfle und der Schuldner auch schlecht
tand. Letzierer ging fie wiederholt um Geduld an, jedoch vergeblich, so daß
a (chl ießlich, um einer Zwangsbersteigerung vorzu beugen, seine Immobilien

— —

1.
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        von Quirnbach, Sahner von Dürkheim, Rothhaas von Kandel,
Vraunsberg von Frankenthal, Christmann von Homburg, Bürger⸗
meister Ritterspach von Kirchheimbolanden, Herr von Harxheim,
Flaus und Guth von Landau, Fickeisen von Lambrecht!, J- Exter
ind Völker von Neustadt, Spieß vom Schalfederhof, Huber von
Waldfischbach, Hoffmann von Speier, Saiomon Frank von Lang⸗
meil und Notär Pasquai von Zweibrücken.
pStraßburg, 24. Septemher. Heute früh erkolgte
wischen Naney und Charleville ein Zusammensioß eines Personen⸗

mit einem Schnellzug, welcher leßtere Um 53 Uhr irt nu
sollte. Mehrere Todte und Verwundete trafen heute Abend hier
in. Der Stoß muß furchtbar gewesen sein. So find, wie Augen⸗
Jeugen berichten, die beiderseitigen vorderen Wagen auf einander
gejchleudert worden. (Str. 3.)

pNew⸗-Orleans, 23. Sept. Die Gesammtzahl der
»isherigen Erkrankungen am gelben Fieber beläuft sich auf 7972,
ie der Todesfälle auf 2514.
Isrie con verani.

Zweibruoken.

2 —
Landwirthschaftliches Fest
— Morgens 8 Uht: Auswahl
Samstag 28. Sept. der zur Konkurrenz bei der
Preisevertheilung des kgl. Landgestüts der Pfalz
sordestihrten Pferde; Nahmuigas 3 Uhr: Versteigerung
oon Gestütspferden, Musterung und Prämäürung
hon Seuen des pfälzischen Pferdezucht⸗ Fereins, Aulauf
der zur Verloosung vestimmten Pferde von 3 vis 7 Uhbr
Reuinion auf Tivoli; Abends 8 Uhs: Festball im Zwei⸗
brücker Hof. ———8a
— orm'ttags r: Von
Sonntag, 29. Sept. Seiten des Pferdezucht⸗
Vereins Misterung und Prämiirung von Gespän⸗
nen; 10 Uhr im Genutshof: Vorführen der Beschäler
des kgl. Laudgestüts; 11 Uhr: Preise-Vertheilung
des kgl. Laudgestüts; 12 Utze: Umzug der prämi⸗
irten Pferde;

Nachmittags 8 Uhr auf dem Exerzirplatze:
Vferde-Rennen. nn
Summa aller Preise für dasselbe ca. 6000 Mark. Die
Anmeldungen zur Betheiligung werden auf dem Bureau der kel.

Gestüts⸗Direltion angenommen.

Montag 30. Seyt. Pferdemarktl.
Nachmittags 2 Uhr im Gestütshoß: Verloosung von Pfer⸗
den jandwirthschaftlichen und gewerblichen Gegen⸗
fiäͤnden. Das Loos tostet I Mark.

IS Auf den Pfälzer Bahnstationen am 28. 29.
und No Sepiember Verausgabung einfacher Fahrbillete
mit Giltigkeit zur freien Nückfahrt bis einschließ⸗
ih 30. Sepiember bei gleichzeitigem Zukauf einer
Fintrittskarte a Mark.

Erscheint Auflage

. ,Parole.“ &amp;
Donnerstag. 99 Exemplare.
Alleinige a mitl. Zeitung des deutschen Kriegerbundes

cca. 60 000 Mitglieder)
owie der mit ihm vereinigten Verbände: Mecklenburgischer Kriegerverband,
ZSudthuringischer Kriegerbund, Gauverband schwäbischer Veteranen⸗Vereine,
rieger⸗Verband im Sieg⸗-, Dill- und Westerwald⸗Gebiet und des Verbandes
ehemaliger Waßiengefahrten der Kur⸗ und Neumark.
die „Paroie“ is die reichhaltigsle Kriegerzeitung Deuntschlands.

Aiue amtlichen Bekanntmachungen des Bundes, der Bezirke und Vereine
zringt sie mit größter Punktlichteit. Was den nichtamtlichen Inhalt der
Parole“ anbetrifft, so darf man denselben als mannigfach, belehrend und
interhaltend bezeichnen. Das Feuilleton enthält spannende Erzählungen mit
vomöglich geschichtiichem Hintergrunde, sowie eine Fülle gemeinnütziger, ern⸗
ster und launiger Mittheilungen. Die politische Wochen⸗Uebersicht der „Pa⸗
eole⸗ erhält ihre Leser in Kenntniß der frischesten Thatsachen der inneren
und äußeren Weltbegebenheiten. Im Fragekasten beantwortet die „Parole“
hereiiwillig die Anftagen der Kameraden, und speciell ein bewährter Jurist
Hie Rechtsfragen, wodurch den Kameraden auf dem Lande und in den kleine⸗
Sadlen Namenilich manche Sorge abgenommen wird. Die AX
tafel sorgt für manche interessante Unterhallungen und die werthvollen
— hoch erfreut.

Die „Parole“ erscheint jeden Donnerstag. Man abonnirt
zei allen Reichs-Postanstalten für den billigen Preis von nur 75 Vennig.
—V—— (Zeitungs⸗Preisliste 1878 Pr. 2164.) Bei
her unterzeichneten Expedition beträgt das Abonnement für ein Exemplar
direkt unter Kreuzband eine Mark, bei Bezug von wenigstens sechs
Exemplaren und aufwärts unter einer Adresse G5bß Pfennige pro Exem⸗
plar und Quartal.

MWir binen das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, damit in der Zu⸗
stellung der „Parole“ keine Unlerbrechung eintritt und Reklamationen
ber sehlende Rummern möglichst vermieden werden. 7 Probe⸗
stummernugratisüund franco. S——
Inserato finden durch die „Parole“ in Kriegervereins⸗Kreisen die

weiteste und Erfolg versprechendste Verbreitung Zeile aà 80 Pf.
Die Expedition der „Parole“.
Berlin 8W., 48. Jerusalemerstraße.
— — — — —— — — —
Frmã ind elag von x. Demes in St. Ingbert.

Vom L. Oktober l. J. ab *
indet die Verwerthung saäͤmm'licher Forstprodukte aus den Wal⸗
dungen der Gebr. Kraemer unter nabstehenden Beding⸗
ungen flatt:
Die Abgabe von Holz und andern Fo siprodukten erfolgt ber
einem Werthe von 20 Maik und darunter
mn nur gegen Baarzahlung der Taxe. æ 4
Fur höhere Benäge — deren Zahlung innerhalb 8 Monaten
dom Tage des Empiangs an zercchnet, zu geschehen hat —, muß
der Holzempfanger schriftliche und genügende Bürg—
schaft stellen.
Gegenwärtig beträgt die Taxe:
Für den Ster Buchen Prügelholz 4* M.
„ Krappen 2 M. 80 Ppf.
‚.. Gemischte Prügel 3 M.
— „ Krappen 2 M. 20 pf.
Eichen Pfähle 6 M.
. Kiefern Pfähle 3 M.
Set. Jugbert, den 17. September 1878.
Für'die Waldeigenthümer:
ICSHASSs VveostO.
Brillante Ausstellung
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Nähmaschinen

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Früßte Säulenmaschine M. 150) für
Cylindre mit klein⸗ —
stem Kopfe . . M. 120)macher,

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Hesse Hereules .. R. dhe Schneider,
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Singer . . M. 90) für Familien
JWheeler &amp; Wilson. . M. 9 und

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Zweibrücken, Hauptstraße 82.
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Sardimes à 1 huile.

risch angekommen bei

J. Reters. St. Inabert.

TanzUpterricht.
Mit dem 6. Oltober nächsihin
vird Unterzeichneter einen Eur—
sus eröffnen. Lusttragende wer—
den gebeten sich bei Hrn. Kayser
uu unterzeichnen

Achtungsvoll
K. Beutel
Lehrer der Tanzkunh

Allgemeine Wechsel
per St. 3Pf., 25 St. 50 Pi
sind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei

F. J. DJemetz.

Unserm heutigen Blalie
liegtj ein Circular der Pfälz.
Preßhefen⸗Fabril der
Gebr. Koelitz in Ludwias⸗
hafen a. Rh. bei.
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        ac —X
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9 23 3332 ————
222232 338583 338 ——35 655 2*
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8 MAA — 2 — 3 8 3234 — j S 532 28
25 2 2 3538 253223 5 22 — 523 —57 —A — 535383535
533 28 3255 5335 5s —85 23 5.525 c53 33 3s5633838
5 —22 52222 222 5
5353 2 5z A —A —533 52222 385237
555 3235188 833832832* 5353536 —564 z853z2—5652 5 52 25
5—25 23 553z358 25 *5232 2 28 — 23282 22
5*55 2—* 3353583338 2338 —55 56555 —
282 »232 25 522 —— 22* 8 — 25 273 55* ——
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553 535 228555 —* 555 s8 228 —88333333
—53 231825 5 353332573
2 —3 325 * 63 25 2* 55—8 2 2 ⸗ ** 28
22* 22 52 3224 2 * — Z 8 5222—22 5555338388 2532
53 ——— 553 8—872 22223 2332 535 258 5—55833 —52
58 525 — * 323282 555 —— 33 52535 532
25 n—7 23222 55S525 —— 2*8 A ——
— 27 —38——3 2 —* — — — 2683232328 25 22
2 22* — —A— 8 25358— S 235 8333* ——— ——
32582 J —— 2535822 855 8 532 —z22 25335238
3 6335557 3555 358 J
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* 3 52523 2 —* —5 — * —2 * *2c98 — —
32 — 22 *8 8 . 5 ñ358* — 272 — — *
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* 22 3.8 * 3 — 133X3
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53735 323533 7 1 5I 8
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253 z33538 378 55* 333
3537 48 55 52283 53533 368
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sg 2533333 A
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—s823353 —*5* 23*333233 * 35252532553537
3233* — 323326 3538 5333233663
53583335 23887
7 —8
333 3— 33333383883—3
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (N mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Lboune mentspreie betragt vierteljahrlich
Mart 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswaärts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
—— — — — — —ú - —
A 153. Samstag, den 28. September 1878.
Abonnements-Einladung.

Bei dem bevorstehenden Quartalswechsel laden wir unsere verehrlichen
dostabonnenten ur Erneueruug des Abonnemenis auf den St. Ingberter
eeer hiermit ergebenst ein. — Unsere hiesigen Abonnensen und die
der Umgegend, denen das Blatt durch die Trägergelieferi wird, erhalten
zaffelbe weiter, wenn nicht vor Ablauf dieses Monats abbeslellt wird.

Der „Anzeiger“ wird sortfahren, die Tagesereignifse moͤglichst rasch mit⸗
utheilen. Vesondere Aufmezlsamleit werden wir den lokalen und provin⸗
iellen Ereignissen widmen.

Das Uuterhaltungsblatt wird nur Gediegenes und Gutes bringen.

Der Abonnementepreis bleibt underandert 1 M.40 Pf. mit illustr.
Sonatagsblatt und 1 M. 20 ppf. ohne dieses.

Juserate werden mit 10, außerpfaulzische mit 18, für unsere
Abonuenten jedoch nur mit 8 gef. vdie gewöhnliche Zeile berechnet;
amtliche und gerichtliche Anzeigen sind hiervon ausgenommen.

Zu zahlreichen Abonnements ladet ergebenst ein

Die Erpedition.
DZeutsches Reicdch.

Berlin, 25. Sepi.
ee —8 Ire M 2 vg be
ronprinzlichen Paar und *
deburtsfest d ee — — Familie dae

Bertin, 23. Sepl. Sie⸗ Rii
Sozialistengesetz fuhr 8* in 2 A 8 8 da
eschloß mit 18 gegen 8 Slimmen (6 Konservative und 4
Hrittler), dem ersiten Absaßz nach dem b. S
Imendement folgende Fasf „Sdauß gestelluen
pun— — affung zu geben: Gegen Personen, welche
ie Agication für die im 81bejzeichneten Vestreb
oden mat kann im Falle einer cue *
dzhaddengenaegth disede I hia, 15 neden der vernirlten
ußerhalb ihres Wohnortes etkannt werden. Auf Grund dieses
Frlenntnifses kann den Verurtheilten der Aufenthalt in bestimmten
Bezirken und Orten durch die Landespolize dehörde versagt werden.
Hegen solche Anotdnungen findet Beschwerde nur an die Aufsichts⸗
jehoͤrde statil. — Hieran schließt sich alsdann der Satz der Re⸗
ierungsvorlage: wenn sie Ausländer sind, lönnea sie von der
andespolizeibehörde aus dem Bundesgebiet ausgewiesen werden.
DDer zweite und dritie Absatz des Z 16 erhielten nach den An⸗
rägen Kardorffs fsolgende Fassung: Gast- und Schankwirthen,
owie Personen, welche mit Branntwein oder Spiritus Kleinhandel
reiben, lann der Beitleb ihres Gewerbes unteisagt werden, wenn
sie troß ergangener Verwarnung der Polizeibehörde in ihren Lo⸗
jalen Ägilatonen für die in 81bezeichneten Bestrebungen durch
nufreizende Reden zulassen, oder sich selbst bei solchen Agilationen
zetheiüigen, ferner, wenn sie nach 8 6 verbotene Druckschriften aus⸗
egen oder dulden, daß die Thangkeit der auf Grund dieses Ge⸗
ehzes verbotenen Vereine bei ihnen iusgeheim fortgesett werde.
nter denselben Voraussetzungen kann Personen die Befugniß zur
zewerbamaßigen oder nicht gewerbzmäßigen öffentlichen Verbreitung
on Druchschriften und zum Handel mit Druchschristen im Umher⸗
ehen entzogen werden. — Minister Ealenburg sprach sich gegen
jas d. Schauß'sche Amendewent zum etsien Absatz aus. Der so
mheunderte F I6 wurde im Ganzen auͤgenommen. Die Vorluge
vburde bis g I8 einschließlich ericdigt.—

Berlin, 25. Sept. (Oificde). Von dem angeblichen
borschlage der Chrie, die preußische Negierung solle den abgesetz
en Bschöfen die 8tüͤdkehze in ihre Discesen gestatten, ist hier nicht
as Mindeste bekannt; dergleichen ins Specielle gehenden Vor⸗
chläge sud überhaupt durch? den Sland der Verhandlungen gänz⸗
liich ausgijchlossen.

Berlin, 25. Sept. Der „Reichsanzeiger“ verdffenilicht
ie Ernennung des Grafen Haßfeld zum außerdrdentlichen und be⸗
ollmächtigten Bo schafter ber der Pforte.

Berltin, 28. Sept. Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ bezeichnet
zie Zeitungsmeldung über die Wiederaufnahme der Zollverhand⸗
ungen mit Oesterteich als voreilig; ein bestimmier Termin füͤr die
Wieder⸗Aufnahme liege noch nicht vor.

Die Franzosen können und wollen nicht recht glauben, daß
ODeutschland bei der endgiltigen Auseinanderseßzung zwischen Europa

und der Türkei so ganz auf die Maklerkourtage verzichten will.
WDie jetzt aus Berlin berichtet wird, ist man in Frankreich wegen
)er bevorste henden Forschungsreise unseres Landsmannes Gerhard
Rohlfs in Nordafrika nicht ohne Besorgniß. Wie verlautet, soll
die Rolfs'sche Expedition, die lediglich wissenschaftliche Zwecke ver⸗
olgt. seitens ber französischen Beamten in Algier auf das sorgfäl⸗
igsit im Auage behalten und überwacht werden. Diese Nachricht
— so unglaublich sie scheint — dürfte immerhin nicht ganz unbe⸗
zründet sein, da jenseit der Vogesen schon seit längerer Zeit eine
aum beagre fliche Furcht vor deuischen Absichten auf nordafrikanisches
Hebiet Platz gegrffen hat. Diese Besorgniß trat sogar ziemlich
neutlich zutage, als unser Kaiser im vorigen Jahre in Erfüllung
nes Abltes internationaler Kourtoisie eine Svpezialgesandtschaft nach
Marotto schickte. eine Höflichkeit, die der Sullan einige Monate
atauf durch Absendung einer marolkanischen Gesandtschaft nach
Berlin erwiderte.
W F NAusland.

den, 26. Sept. Das amtliche,

zaß es bezüglich des aa eneer —*8
ehr sern liege, auf halbem Wege stehen zu bleiben oder *
inmal begonnene Werk rückgängig zu machen. Aus den ue
hweren Opfern erwachse der Regierung auch die flicht, die Pon—
ication der besetzten Gebiete dergestalt durchzuführen daß si *
isterreichisch- ungarischen Mon achie zu dauerudem Segen —*
azu fei aber eine Auseinandersetzung mit der Pforle üͤber u
iche Stellung —A wünschenswerth. e rech
— ————
Veltausfiellung nicht am 81. Ottober, sondern erst am 20. No⸗
ember Abends geschlossen werden soll.

Die politischen Rorde in Rußland kommen in neuerer Zeit
vieder häufiger vor. Im Laufe der letzten Woche wurden in
tetersburg drei Gendarmerieoffiziere erstochen, in Ufa der Polizei-
ninister, in Orenburg ein Conmissar der Landespolizei, in Pansa
wei Polizeioffiziere und in Tiflis der Polizeigeneral Carnowish er⸗
nordet. Bis jetzt ist es nicht gelungen, auch nur einen der Thater
zu fangen.

Die in Skutari (Albanien) residirenden Consuln benach⸗
richtigen ihre Gesandten lelegraphisch von der außerordentlichen
Aufregung, welche in Albanien herischt, und drüdten die Befürch—
ung ãaus, daß selbst die Personen der fremdmäͤchtlichen Vertretungen
n Gefahr schweben. Wahrscheinlich eriolgt von Seiten der Ge⸗
andien ein gemeinsamer Schritt bei der Pforte. (Pest. Ll.)
Zum Frevel der Entwaldungen.

Noch biel mehr als auf dem Gebiete des Veriehrswesens offen⸗

art sich auf dem Gebiete der Forstkultur die Ohnmacht und Ge⸗
ieinschädlichteit der Selbsthilfe, des Invidualismus des Laisser-faire.
Bohin man blickt, triten die furchtbarsten Unglücke als Folge der
rebelhaften Waldverwüstungen hervor. China verdankt seine Dürre
ind in deren Folge seine Hungersnoth haupisächlich seinen Entes
haldungen. Auf Eypern haben sich Klima und Fruchtbarlkeit ver⸗
hlechtert durch den Pascha:Vandalizmus, der mit seinem herrlichen
valdebesitz unter der Turkenderrschaft getrieben worden ist. Welche Ver⸗
jeerungen haben die Ueberschwemmungen nicht schon in Frankreich
wuz3 gleichen Ucsachen angerichtet! Selbst der ungeheure, durch
Jahrtausende vor der Art geschützte Waldreichthum Amerikas wird
in Opifer des mörderischen Laisser-fairo: Leichtsinns. In Folge
Ressen sicigt nicht nur die Ungesundheit des Klimas, sondern einzelne
Hdegenden heklagen fich dereits über eine merkliche Abnahme der
xruchibarkeit. Distrikte, welche früher Pfirsiche zogen, müssen schon
uf deten Kultur verzichten. Ja besorgte aber ungehörte Stimmen
ertünden den Tag, wo dort auch die Weizenkuitur aufhören wird.
yIn Deutschland ist auch viel gesündigt worden. Noch ist bei uns
nicht Alles, was noch an Wald vorhanden, gehörig geschützt, und
noch nicht Alles, was verwüsiet, wieder angepflanzt. Doch im
Vergleich mit andern Ländern ist unser Forstinltur weniger der
        <pb n="548" />
        Privatwillkür und der fiskalischen Finanzausbeulung ausgesetzt. Sehr
hlimm sieht es in dieser Hinsicht mit Oesterreich. Die schreckliche
deimsuchung, twelche Tirol kürzlich ducch eine Ueberschwemmung er⸗
suhr, ist lediglich auf die Entholzung der Gebirgsketten zurückzu⸗
jühren. Obschon dort seit Jahren wacnende Siimmen ertönten, ließ
8 der Staat geschehen, daß zwei große Privalbesitzer in Tausser
die vorhandenen Waldreste niederschlagen ließen. Was zwei Speku⸗
länten in Ausnutzung ihres geheiligten „Privateigenthums“ ihren
Fassen an Gewinn zuführten, mußten zuhlreiche NMeuschen mit ihrem
Leben, andere mit ihrer ganzen Habe büßen. Das sind die Folgen
des durch das Monchesterthum überspannten Eigenthumsbegr ffs!
Das Recht des Parteieigenthuns hört auf, wo sein Mißhrauch und
und seine Gefährlichkeit für die Allzemeinheit beginnt. Hier hdat
der Staet die Gesammiheit gegen die Einzelnen zu schützen. Doh
wicht nur die Gefehzebung, auch det Jugendunteticht follte wirß
semer für Waldschuß und Baumpflanzungen eintreten. Unsere
e erfährt von diesen Dingen praktisch uund theoretisch zu wenig;
e lernt weder den Baum schätzen und licben, noch lernt fie ihn
pllanzen und pflegen. Das ist ein Unglück füt die Nation. Die
Fugend wird dadurch um einen jchöneg und unschaldigen Zeilder⸗
und das Land um den unermeßlichen Nuten gebracht, der
ihm aus der aufgeklärten und théötigen Sorge allex seiner Bewohner
fuͤr Baum⸗- und Osftzucht erwachsen würde. Wos den Waldschutz
im Großen betrifft, so getört dieser natur: ich zu den Aulgaben des
Slaates. Doch dleibt diese Aufgabe unersullt, wenn die Noth·
wendigkert des Waldschutzes meht Jedernann Fdon im Schuluntericht
eingeimpft wird.

Ñ2Akh Ruh MMlMM9hh MWMbuhMbbohäRMhHAAMMGckntueeatlMuια àααα

aß diese die betreffenden Redakteure vor Gericht gestellt oder diese Nahrichit.
ementirt habe. Man müsse daher glauben, daß diese Vorwürfe begrunder
seien. Der Artikel habe nur bezwedt, für die damals bevorstehenden Reichs
agswahlen Propaganda zu machen,

Es wurden drei Fragen an die Geschworenen gestellt, eine wegen der⸗
leumderischer Beleidigung, mit einer Unterfrage hiezu, betreffend die mildern-
den Umstände, und eine Frage wegen qualifizirter Beleidigung. Die erfte
Frage wurde verneint und die dritte bejaht. Der k. Staatsanwalt beantragte⸗
un Gefangnißstrafe in angemessener Dauer. Der Gerichtshof belegte den
Beschuldigten, dem Autrage von dessen Vertheidiger entsprechend, mit einer
Zeidstraft von 500 Mark und verordnete die Vernichtung der beschlagnahmten
ẽLemplare der „Pfälzer Zeitung“ und außerdem, daß der verfügende Theit
es Urtheils innerhalb dreier Wochen von Rechtskrast des Uriheils an in
der „Pfalzer Zeutung“ in demselben Theile, in welchem der beleidigende Artikel
fand und mit denselben Lettern, wie dieser, publizirt und daß dem
Ministerium eine Ausfertigung des erlassenen Urtheils zugestellt werde.

— Schwurgerichtsverhandlung gegen Katharina Soffel, 32 Jahrts
ait, ledig, aus Sobernheim, zuletzt Köchin in Winnweilon wegen Kindsmorda
Bertheidiger Anwalt Frenckel.

Die Ungeklagte hat shon einmal im Jahr 1871 geboren, einen Knaben
der bei ihrer Matler in Sobernheim in Piltge ist. Sie diente bis Septem
ber vorigen Jahres in Kreuznach, wo sie ein Liebesverhältniß mit einen
ungen Burschen anknüpfte, bei mehreren Herrschaften, war aber leichtferti,
n ihrem Lebenswandel und uͤnordentlich in ihrem Dienste. Im October
877 tam sae als Kochin in eine Gastwirthschaft in Winnweiler, wo sie sich
ordentlich deirug und kingezogen leble. Im Laufe der Dienstzeit stellte fid
jeraus, daß fie in anderen Umständen sich defand, was sie auch selbst mehrfag
an ihren Geliebten schrieb. Am 80. Mai abhin stand sie in der Frühe, wi
ewöhnlich auf und ging amm acht Morzens in den Keller, angeblich um
hemüe zu holen. Nach einiger Zeit kam fie aus dem Keller zurück, wobei
je auffaend schlecht aussah. Sie mußte sich zu Bette legen. Tags darauf
rbei ete sie wieder. Am folgenden Tage wurde im Keller die Leiche eines
zeugeborenen Kindes gesunden, das die Angeklagte auf Vorhalt als dat
hrige anerkannte. Dasselbe hatte, wie die Sektion ergab', nach der Gebur!
zelebt und war, wie beträͤchtliche Verletzungen an defsen Köpfchen zeigten
jewaltsam um's Leben gebracht worden. Die Anklagte gefiand auch zu daß
je im Keller das Kind geboren, daß es geschrieen und daß sie es getödte⸗
habe, „um ihre Schande vor der Welt zu verbergen.“

Da die Angeklagte in der heutigen Sitzung ein unumwundenes Ge⸗
tandniß über die ihr zur Last gelegte That ablegte, so betrafen die Debatten nur die
yrage über das Vorhandensein mildernder Ümstände. Don kgl. Staatsanwalt
setri sprach sich gegen die Annahme derselben aus, während der Vertheidiger
besonders die hilflose Lage der Angeklagten bei der Geburt, deren verlassenen
Zustand und reumüthiges Geständniß als folche geltend machte. Die Ge—
chworenen nahmen auch unter Bejahung der Schuldfrage mildernde Umständi
mn, worauf die Angeklagte zu einer Gefängnißrafe von vier Jahren veur⸗
theilt wurde.

pZweibrücken, 26. Sept. Gestern ist die 4. Estka
dron des k. b. 5. Chevaurlegers-Rgts. hier eingetroffen; dieselb
st von jehßt an h'er garnisonirt.

pus der Pfalz wird der „Frankf. Zig.“ geschrieben
Wicderum iß in den pfälzishen Schulperhältnissen ein Forischritteg
— — —
* nach preuß schem Master umgestaltet worden. Man het
adlch herausgebracht, daß der bürgerlichen Bildung mehr Au⸗
nerksamkeit geschenkt werden aüsse und daß dis bis dato bestaude⸗
uen Gewerbeschulen, deren es allerdings in der Pjfalz nur sehr
venige gibt, nicht hinreichend seien, um eine gehörig praktische
ürgerliche Bildung zu produciren. Uber man hat leider wieder
rur halb reformirt. Die wenigen Realschulen sind für eine Be—
dlterung von nabezu 700,000 Seelen, die sich auf über 100
Quadr.Meilen veriheilt, nicht hinreichend und zu weit auseinander
Jelegen, so daß der Kostenpunkt den Gewerbetreibenden abschredt
eine Bisaung, die heutzutage in Folge des Fortschrittss der In
»ustrie eine absolute Nothwendigkeit geworden ist, auf einer Reab—
chule sis anzueignen. Während die Pfalz nur wenig Realschuler
zat, ist mit den Laleinschulen, so. Proghmnasien, gerade da
hegentheil der Fall. Fast jedes Städichen hat eine lateinische
S„chule. Aber wie werthlos sind sie für den Industriellen! Du
ateinschulen sind eigentlich nur Vorschulen des Gymnasiuma, in
velchen nur klassische Studien gepflegt werden, nicht aber praktische,
pie sie der Industrielle haben muß. Wie wenig Werth die La—
einschule für den Nichtstudirenden habe, zeigt die Statistik, nach
belcher unter 80 taum 6 die Anftalt complet absolviren, waͤhrend
zie übrigen schon vorher dieselbe verlassen, da sie ihnen die frt
hren Beruf nothwendige Bildung nicht bieten kann. Was itnt
)er Industtielle mit einem Kopf voll lateinischer und gricchischer
stegesn, wenn es ihm an aller übrigen Bildung mangelt und er
roch nicht einmal einen grammatitalisch richtigen deulschen Aufsahß
nachen kann? Wird doch die Atithmethik, Physit, deutsche, fran⸗
oͤsische und englische Sprache auf den Progymnasien —XLC
achlaäfsigt, welche Fächer doch gewiß nothwendig für den In⸗
ausiriellen sind! Auf den Latelinschulen werden die Ansprüche eines
Industriellen in keiner Beziehung gewürdigt, und deshalb sind sie
ir den Gewerbestand, der id der Pfalz das Haupitomingent —R
Zurgerthums darfellt, zierlich werthios. Wie leicht ader waͤre dem
erwähnten Uebelftande abzuhelsen ? Wütde man an denjenigen
Hlãtzen, wo jetzt Lateinschilen bestehen, Realschulen errichten, so
nen wir einen Fartschritt erz'ell, der uns alle Ehre machen
urde. dHie vier Un der Pjalz beftehenren Gymnasien, verbunder
nit einet Lateinschule, teichen sbe die studirende Jugend volsstandig
wus, dem Gewerbestande aber waͤre mit erwähntert Reformalion
räüudlich gehohen.

RBermischtes.

Das von den Orgasisten J. H. Lützel unter dem Titel
„Der pratusche Organist“ im Verlage der J. J. Toscher'jchen
Buchhandlung in Kaiserslautern herausgegebene Werk wurde gaicht
allein von der gesaämmten musikalischen Kritik in der vortheilhaftest / n
Weise beurtheilt, sondern auch unter dem 6. Sept. l. Jis. durch
das kgl. bayr. Staatsmin ster'um des Innern für Kirchen⸗ und
Schulangelegenheiten den Seminarien und Praparandenschulen des
stönigsreichs zum unterrichtenden Gebrauche empfohlen. — Unter dem
3 November 1877 wurde das Werk im Einvernehmen mit dem kgl.
Consistorium zu Speyer von der tgl. Regierung der Pfalz den piot.
Prestyterien des Regierungsbezirkes empiohlen und die Erlaubniß
ut Anschaffung aus den Meuteln der —XL——

8weibruücken, 24. Sept. (Schwurgerichts⸗Verhandlung gegen
Dr. Esaen Jager, Redakteur, in Speyer wohithaft, beichuldigt der ver⸗
leumderischen Beleidigung des tzl. bayer. Staaismimiiteriums durch die Vresse,
veriheidigt pon Anwalt Gebhart.

In der unter der Redaktion des Beschuldigten in Speyer erscheinenden
Pfaulzer Zeinung“ war in der für Montag den 15. Juli abhin ausge gebenen
Minner i62 ein Artikel enthalten, der die Ueberschrift: „Zux Reichsstags⸗
wahl J, Der Pfälzer Krakehler“ mit dem Quadrat-Zeichen fuhrte. Derselbe
hbemerkt im Eingange, nachdem er als gute Eigenschaften des Pfälzer Volkes
dessen stete Heiterteit ind Freiheitsliebe hervorgehoben hatte, daß man an
den Pfälzern besonders auch deren Pfüfizteit und Klugheit rühme. Es wird
dabei die Frage gestellt, ob dieses Nachruhmen wahr sei, wenn das Pfälzer
Volk fort und fort liberal wähle. Lasse sich dieses Vollchen nicht me her an
der Nase herumfuhren, als irgeud cain'aunderes Volk, dem man großen Unab—
häugigkeitssinn und scharfe Urtheilslraft nicht nachsage? Die Pfaälzer Heiter⸗
ieit sei verschwunden; der Pfälzer —— laut über die
Wirihschaft, wie sie jeht geführt werde.

Der Verfaiser des Arlikeis laßt nun den Leser, um den Pfälzer Krakehl
zu hören, in das Herrenstübel eines großeren Wirthshauses treten. Hier sind
Veante aller Kategorieen versammelt. Zuerst betlagt fich der Justizbeamte
uber die Fluth der neuen Gesetze, die an Aotrektheit und Klarheit tief unter
den früheren sanden; die neue Gerichtsorganisation werde erst noch recht ein
heilloses Durcheinander schaffen u. dgi. m. Der Verwaltungsbeamt: erwidert
hierauf: „Sie dürfen nicht klagen, mein Herr Kollege; die Richterbeamten
sind doch anabhängig, aber uns sind Hände und Fuße gebunden; Jeden
Augendlick neur Weisungen, neue Entscheidungen, die sich oft einander wider⸗
„sprechen, und dazu noch die Nasen! Das Kränkendste aber ist der MNeyotiz⸗
mus, die Denunziation, die Zuruckseßung. Sie wissen, Herr Richter, daß
man heute nicht mehr nach Kenntnissen, nach Verdienst und Alter avancirt,
sondern nach Verwandtschaftsgraden und Schönfärberei. Werde ich heute,
meine Herren, als Unramontaner, was ich Gott sei Dank nicht bin, denunzirt,
dann sitze ich nach zwanzig Jahren noch auf meinem Posten, wenn ich nicht
gar in den Mußruhestand gedrhckt werde.“

Hieran schließen sich die Klagen eines orthodoxen Piarrers und eines
Lehrers.

Am 27. Juli darauf stellte das kgl. bayerische Gesammtstaatsministerium
wegen dieser einem Verwaltungsbeamten in den Mund gelegten Aeußerungen
chasantrag wegen Berufsbeleidigung gegen den Redalteur der „Vfälzer
Zeitung“ und gegen die etwa sonft für den straibaren Indalt des erwähnten
artikels verantwortlichen Personen.

Der Veschuldigte gibt an, der Artikel ruhre nicht von ihm, sondern von
einem Verfaßer her, den er nicht angebe. Die Tendenz des Artikels sei ge⸗
wesen, auf die Wahlen einzuwirken, nnd nicht das Ministerium zu beleidigen.

Der Vertheidiger hob im Eingange seines Vortrags hervor, daß der
Beschuldigte nicht die Obrigkeit herabsetzen, sondern nur seinen Oppositions⸗
sandpunkt habe festhalten wollen. Ter ürtikel sei gegen die Liberalen ge⸗
richtet und nicht gegen die Regierung, mit welcher der Veschuldigte gar Nichts
zu thun gehabt habe. Eine verleunderische Veleidigung sei in dem inkri⸗
inirten Passus des Artikels nicht enthalten Die Behauptung des Nepotismus
ic. sei so unwahr nicht. Der Verthetdiger führt hier eine Reihe von Bei⸗
spielen zum Belege seiner Behanptung an und fährt dann weiter, daß auch
in verschiedenen Blättern der — Regierung der Vorwurf, daß es
nicht mit rechten Dingen bei Beförderungen zugehe, gemacht worden jei, obe
        <pb n="549" />
        fKaiserslautern, 25. Sept. Die „Ksrsl. Z.“ er⸗
klärt, daß Frhr. von Stauffenberg auf eine Anfrage der Wahl⸗
manner hiesiger Stadt fich definitiv zue Annahme der Wahl zum
Landtagsabgeordneten bereit erklärt hat.

rLandau, 25. Sept. In einer am Samstag slattge⸗

sjundenen Versammlung der Wahlmänner des Kantons Landau wurde
der Beschluß gefaßt, Hrn. k. Landrichter Adolph Trauth in Blies—
tastel als Candidaten für die bayerische Abgeordnetenkammer auf-
ustellen.
iis FFreinsheim, 24. Sept. In vergangener Nacht ist
hier eine erbärmliche That verübt worden. Acht, dem Kanfmanne
Michael Mangold gehörige Kirschbäume, im ungefähren Werth von
10 - 1200 Mark, wurden nämlich durch Abschaäͤlen der Rinde und
Umhauen total ruinitt. Deu Thätern soll man bereits auf der
Spur sein. (Durkh. Anz.)

J Wie die Kus. Z319.* berlchtet, ist gegen einen bei der
Pastexpedition Kussel beschüftigten Poftgehilfen üntersuchung wegen
Unterschlagung von 1300 M. eingeleitet, ebenso ist Untersuchung
eingeleitet wegen eines Todesfalles in Quirnbach, der mit einem Ver—
brachen in Verbindung stehen soll.

f Burrweiler, 21. Sept. Vor etwa drei Monaten
lam ein elegant gekleidetet steider Herr angeblich aus Ametika
mit Namen Heineck nach Burrweiles und kehrte bei Wirth Hed—
mann ein. Er benahm sich sehr nobel, zahlie flott, gab seinem
Wirthe, weil er oͤfter auf einige Tage verreiste, M. 18500 in Gold
zum Aufheben, welche er sich nach einigen Wochen, als er eine
groͤßere Reise nach Mainz ꝛce antrat, zurückgeben ließ. Er ber—
iprach, bis zum Kirchweih⸗Mittwoch wieder zu kommen, wo er dann
ait Herrn Hellmann eine Reise nach Paris mahen wollte. Wäh—
xend seines Aufenthaltes in Burrweiler war derselbe mit seinem
Hautherrn sehr vertraulich geworden; sie sprachen auch über den
Werth verschiedener Staatspapiere und Eisenbahnaktien, wobei der
Gastwirth aus einem Wandschrank die seinigen herbeiholte und vor⸗
zeigte. Als nun Herr Hellmann dieser Tage seine Staatspapiere
nachsah, entdeckie er, daß ihm von solchen im Werthe von eirca
I. 3000 fehlen; da nun der „Amerikaner“ bis heute nicht zurück⸗
zekehrt ist, so ruht det Verdacht der Enlwendung auf ihm. Die
Sache ist zur Anzeige gebracht.

fGrünstadt, 22. Sept. Das noch nicht 2 Jahre alte

stind des Wagnermeisters Herold stieg vermittels eines Stuhles auf
die Fensterbrüstung im zweiten Stockwerk und ebe es die Mutter
des Kindes verhindern lonnte, stürzte dasselbe aus dem Fenster hinaus
auf das Hofpflaster. Mit einem Schrei des Entsttzens begleitete
die Mutter den Fall und mit den schlimmsten Befürchtungen eilte sie
hinab in den Hof. Doch wie erstaunte sie, als ihr das Ktind au
der Treppe schon entgegen kam. Dasselbe hat durch den Sturz
außer einer geringfügigen Hautabschärfung nicht den geringsten Schhaden
erlitten und läuft schon wieder munter auf der Gasse herum.

FFrankenthal, 28. Sept. Herr Kaminfegermeifter
Franz Biundo schoß am verwichenen Freuag Nachmiltag in der
Nähe des Petersauer Waldchens einen jungen Seeadler, der von
emer Flügelspitze zur andern eine Länge von 1 Mtr. 10 Ctm. hat,

Frankenthal, 24. Sept. In der hiefigen Zuger—
jabrik verunglückte am 17. August der Arbeiter Mich. Dictz infolge
eines Skurzes von einem Neubau. Er hinterließ Frau und Kend.
Diese erhalten nun von der deutschen Unfall⸗Versicherungs Genossen⸗
schaft in Leipzig, bei welcher die Zuckerfabrik ihre Arbeiter gegen
alle Beschädigungen, wofür dem Fabrikdesitzer eine Hatipflicht nicht
obliegt, versichert hat, eine Entschädigung von 3000 Pe., wovon
dem minderjährigen Kind Ro und der Witlwe Ls zusallen.

f Ludwigsbafen, 24. Sept. Der hiesige Herbsl⸗
Jahrmarkt hat mit einer blutigen That geendet: ein Maͤdchen,
das zu einer der fahrenden Gesellschaften gehörte, welche diese
VPtatkte bebölkern, wurde heute Morgen von einem ditto Mann
durch einen Pistolenschuß in den Kopf schwer vecrwundet; sie mußte
in das Spital gebracht werden. Der Anlaß zu der That ist uns
unbetannt, wird aber nicht schwer zu rathen jein. (Pf. K.)

Speier. Dem von der kirchlichen Behörde aufgestellten
Programm über die am Sonnlag den 6. Okt. Statt findende Konse—
tration und Juthronisation des Hrn. Bischofs Ehrler entnehmen wir
Folgend:s: Morgens Festgeläute, um 884 Uhr Abholung des Konse⸗
hrators, Herrn Erzbischofs Schreiber von Bamberg, und des Hrn.
Bischofs Ehtler durch das Domkapitel und die Geistlichen in der
bischöfl. Residenz und Geleitung zum (gegenüberliegenden) Dom in
feierlichem Zuge; um 9 Uhr Beginag der Konsekrationsfeier, bei dem
Tedeum Geläute mit allen Domglocken und Böllersalven, bischoͤflichet
Segen, Thronbesteigung und kanonische Huldigung des Domkapitels
und der Geistlichen, Rückehr zur bischöfi. Wohnung unter Flocken⸗
geldute und Böllerschüssen. Konsekrations-Assistenten sind der Vischof
oon Eichstüdt und der Bisthumsderweser von Freiburg.

kEin Bauet in Greißing GRederbahern) hat in jüngster Zeil
* wenig freudige Entdeckung gemacht daß Mäuse ihm Lin
kapital don ca. 8000 M. fakiisch aufgefressen haben. In der

Meinung, das Papiergeld sei gut aufgehoben, hat man wahrscheinlich
seit kanger Jeit und im Drange der Ernte sich nicht darum ge—
ümmert, so daß die stets hungrigen Thierchen Zeit hatten, ihr
Zerstörungswerk zu vollbringen. Zum Glück soll den Betreffenden
dieser Schaden nicht gerade empfindlich berühren.

Der Bischof von Passsau hatte während der 7. Ver⸗
sam mlung des bayerischen Lehrervereins 24 Beiten für fremde Gäste
zur Verfügung gestellt, wofür ihm von der „Bayer. Lehrerzeitung“
gebührender Dank gespendet wird.

Mannheim, 20. Sept. In der vergangenen Nacht
hat sich im hiesigen Amtsgefängniß der in Untersuchungshaft befind⸗
licht Ludwig Gebhard, Valer des ebenfalls in Untersuchungshaft
befindlichen Wirths Gebhard (Landkutsche) erhängt.

FSaargemünd, 22. Sept. Der Bau der Bllesthal⸗
bahn, an welcher zur Zeit fast 1000 Arbeiter beschäftigt sind,
schreitiet — /wie man der „Mehzer Ztg.“ von hier schreibt —
unter der Leitung des Sektions⸗Ingenieurs Göhring von der
Pfälzer Bahnverwaltung rüstig vorwärts; der über das Kohlbach⸗
Thal führende Damm Uebergang hat bertits die Höhe von 80
Meter erreicht, so daß voraussichtlich statt des vertragsmäßigen
Termines vom 1. April 1879 die Betriebseroffnung schon Ende
dieses Jahres wird stattfinden können. Auf lothringischem Gebiete
rhält die Saargemünd-Lautzkircher Bahn nur bei Folpersweiler eine
daltestelle und bei Bliesbrücken eine Station, letztere allerdings
aum zwei Kilometer von der pfälzischen Station Rheinheim entfernt.
Durch den Bau dieser Bahn, sowie der Fortsetzung von St. Ingbert
iber Brebach nach Saarbrücken wird sich das Absatzgebiet der
pfälzischen Kohlengruben voraussichtlich erweitern, wegen der An—⸗
ichlußbahn von Zweibrücken über Neuhornbach nach Bitsch und
ꝛbentuell nach Buchsweiler haben die Verhandlungen noch nicht zum
Abschlusse gelangen können.

F Berlin, 21. Sept. Der Redakteur der „Berliner
Freien Presse“ Karl Emmerich wurde wegen Miajestätsbeleidigung
heute Vormittag auf dem Redaktionsbureau verhaftet.

F Brüsfssel, 21. Sept. Der Assisengerichtshof verurtheilte
den Schriftsteller Claudel wegen Veröffentlichung einer Broschüre,
welche Beleidigungen gegen den deutschen Kaiser und Angriffe gegen
die Autorität der Gesetze enthält, in contumaciam zu fünfjährigem
Gefängniß und 2000 Fres. Geidbuße, und Calier, den Drucker
der Broschüre, zu 18 Monat Gefänanmß und 500 Frcs. Geldbuße.

MBienstes naͤchrichten.

Die Verwesung der protestant. Pfarrstelle zu Heimkirchen,
Dekanats Kaiserslautern, wurde dem Stadtvikar E. Gassert in Pir—
nasens übertragen, das ständige Vikariat zu Erfenbach, Dekanals
daiserslautern, dem bisherigen Pfarrverweser K. W. Aign von
Weilerbach, das ständige Vikariat Wattenheim dem bisherigen Pri⸗
patvikar J. Weppler zu Weingarten und das neugegründete siän⸗
zige Vikariat zu Mittelbexbach dem bisherigen Privatvikate Ph.
Roth zu Limbach verliehen.

Zum Papositas in Böbingen wurde der Caplan von Gossers
veiler, Adam Eichhorn, ernaunt. Anweisjung erhielt: Captan
Franz Schaub von Ludwigshafen als Caplan von Gossersweiler;
Taplan Auton Geiger von Dahn ats Caplau von Ludwigshafen;
Taplan Adam Langhanfer von Kirchheimbolanden als Caplan von
Dahn; Caplaneiverweser Isbert von Herxheim als Hilfspriester
don Edesheim; Neopresbytr Joh. Eisen als Caplan von Ossenbach;
Ncobresbuter J. A. Helländer als Captan von Obherlustadt.

Iiterarisches.

Illust rirte Frauen⸗Zeitung. (Hreis vierteljahrlich 2M. 50 Pf.)
Die neueste Moden-Nummer (35) enthält: Promenaden⸗ und Morgen⸗
Unzitge, auch einzelne HerbsteAnzüge, Schooßtaillen, Kleiderärmel, Paletots
Shawls, Tuücher, Hüte. Schürzen, Kragen, Cravaten, Gurtel mit Fächerkette
ind Fächer, Unterröche, Strumpfe und Nachthemd. Anzüge für Knaben und
Mädchen auch Jäckchen, Lätzchen, Röchchen und Servietten für Kinder. Kamin—
tuhl mit geftickter Bekleidung nebst verschiedenen Stickereien auf
Stoff. Decken für Körbe, Commoden, Toiletten und Serdbirtische
Berzierte Speisekarten für eine Festtafel;, Toilettenkasten, Schlüsselkorb,
Federwischer, Portemonnai. Carreaux, Bordüren und Namens⸗Chijfren in
dreuzstichstickerei, gehäkelte Ein⸗ und Ansätze, Spitzen und Einsätze in Tülldurch⸗
jug, Franzen aus Wolle und Java-Canavasec. exc. mit 73 Abbildungen
uind einem Modenkupfer. Dazu die dritte Abthellung des Extrablattes fur
iltdeutsche Leinenstickerei, enthaltend die von Professor Julius Lessing ge⸗
ammelten Muster des 17. Jahrhunderts. — Die neueste Un te rhalt⸗
u1ngszNummer (6) enthält? Letztes Kapitel einer Familien⸗Chromt
Bon Isabella Braun. — Reiseplauderbriefe. Von Robert Alexander. 1.
Trouviile. — Die Bermälungsfeier am ietischen Hofe. Von Erwin
Schlieben. — Ebers' Aegypten in Bild und Wort. — Woͤn Adolph Ebeling.
— Aus der Frauenwelt. — Zum Andenken an Fiederike Brexer und Emilie
flygare⸗-Carleͤn. Von Hermann Kindt. — Die Orden und Threnzeichen für
Damen. Von Max Geitzner. 5. Die Kriegsdenkmünze für den Feldzug
jegen Frankreich. — Berschiedenes. — Wirthschaftliches: Eingemachtes Obst.
— Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. Ferner folgende Illusrativnen: Frau
aus Albsona in Istrien. Von A. von Heyden — Orxangen-Verkäuferin in
dairo. Von L. C. Muller. — Die Defilir-⸗Cour bei der Vermählung der
Prinzessin Marie von Preußen zu Potsdam. Von H. Luders. — VDie Kriegs
denkmünze für den Feldzug gegen Frankreich.

FTZu eziehen durch alle Buchhandlungen und Ped—
Fur die Redaction verantworilich .n ⸗

α
        <pb n="550" />
        „— Vom 1J. Oltober l. J. ab —
indet die Verwerthung sämmmicher Forstprodulte aus den Wal⸗
dungen der Gebr. Kraemer unter nachstehenden Beding⸗
ungen hatt: —

Die Abgabe von Holz und andern Forstproduklen erfolgt bei
inem Werthe von 20 Mark und darunter

nar gegen Vaarzahlung der FJaxe.
Fuͤr höhere Beträge — deren Zahlung innerhalb 3 Monaten
vom Tage des Empfangs an zerechnet u geschehen bat T, muß
der Holzempfaͤnger schriftliche uund genügende Bürg⸗
schaft stellen.
Gegenwärtig beirägt die Taxe:

Fuür den Ster Buchen Prügelholz 4 M.

28. Krappen 2 M. 80 Pf.
Gemischte Prügel 8 M.

Krappen 2 M. 20 pf.

Eichen Pfähle 6 M.
F Kiefern Pfähle 83 M.
St. ¶ crt,den 17. September 1878.
Zr dee Waldeigenthümer:
iss wet ter-

mtements⸗Einladung.

Mit dem Monat Olktober 1878 beginnt ein neues Quarilal⸗Abonnement auf
die in Kaiferslantern, monatlich zwei⸗ bis dreimal erscheinende

22 *0 9 4
Pfaãlzische Geftügelzeitung.

Dieses Vlatt hat sich gur Aufgabe gestellt, die Geflügel⸗, Zier⸗ und Sing⸗
voͤgelzucht zu fördern, dem Zuchter mit Rath und That an die Hand zu gehen
und die auf dem Gebiete der Geflügelzucht von den verichiedenen Züchtern
zemachten Erfahrungen zu verbffentlichen und dahin zu wirken, daß die Ge⸗
ftügelzucht im Interesse der Gesammtheit ergiebiger und nutzbringender werde.
Jede NRummer dieses Blattes bringt lehrreiche Artikel und Beschreibungen
der verschiedenen Hühnerarten nebst den nöthigen Abbildungen eirer jeden
einzelnen Rasse; diese Abbildungen find so naturgetreu ausgeführt, daß der
geschätzte Leser jede Raffe sofort erkennen kann. Außerdem werden Berichte
aber die verschie denen Huhnerkrankheiten sowie Mittel zur Heilung u. s. w.
berdffentlicht. Das Blait selbst ist von vielen Geflugelzuchter⸗Vereinen bereits
als Vereins⸗Organ erwählt worden. Die Pfalzische Geflügelzeitung
hat sich in allen Theilen unseres deutjschen Vaterlandes eingebürgert und sich
viele Freunde und Leser erworben, weßhalb dieselhe als weilverbreiltetes, viel⸗
gelesenes Blatt vorzüglich zu Inseraten, zu Empfehlungen, für Kauf⸗, Tausch⸗
Inzeigen u. s. w. zu empfehlen ist. Bei Anzeigen kostei die einfache Vetit⸗
zeile dder deren Raum 15 Pfennige.

Abonnementsgebühr pro Suüartal nur 63 Pfennige· Um unseren
geschätzten Abonnenten zu ermglichen, die Beschreibungen sammtlicher Hühner⸗
Arten nebft den noͤthigen Abbildungen vollstandig beziehen zu können, haben
wir von den ersten Quartalen ds. Is. eine groͤßere Auflage drucken lassen
und können deßhalb, auf Bestellung sämmiliche, bereits erschienenen Nummern
des laufenden Jahrganges vollstandig nachgeliefert werden.

Um zahlreiche Betheiligung aller Geaͤgel uchter und Freunde der Ge⸗
Ligel;ucht, ersucht
i Redaftionu. Verlagsexpedition der Pfälz. Geflügelzeitung.

In h. Stahl's Verig in Reu—Aum m
chienen: RF
Großes illustrirtes J
— Rrguterbug
Ausführliche Beschreibung aller Pflanzen und
Kräuter
in Bezug auf ihren Nutzen, ihre Wukung und Anwendung, ihren
Anbau, ihre Einsammlung und Aufbewahrung.
Nebst Anleitung
zur Vere'lung aller möglichen Atzneien, Qräutersäfte, Syrupe,
VTonserven, Lawergen, Essenzen, Wosser, Pulver, Oele, Solben,
Pflaster, Pillen, Pomaden,
sowie vieler
Geheim⸗ und Hausmittel.
Nach den neuesten Quellen bearbeitet.
Mit nach der Natur colorirten Abbildnungen,
hreis pra Ifg. 50 Pfg.

Das Werk ist in 15 Lfgn. erschienen.

Fun Kräuterbuch mit nach der Na'ur eolorirten Abbil dungen
vird gewiß überall mit Freuden begrüßt und dürfte unser Unter⸗
nehmen, welches auf der Grundlage 30jähriger praktischer Erfahrung
eruht, vor allen anderen ähnlichen Weiken sich den Vorzug erringen.

Üeber 300 Pflanzen, Kräuter, Heilmittel ꝛc. find in unser
Wezk aufgenommen, die in allen Concurrenzwerken gänzlich fehlen.
Die Abbil!dungen, ganz naturgetreu, ermözlichen sogar den Laien in
F Bolanik, den Werth der Pflanze ꝛc. richtig zu deuten.

VEin namhafter Beurtheiler sagt über dieses Buch:

7XEs ist das Beste, das je in diesein Fache aus der Presse
ervorgegangen. Wenn äͤchtes Verd'enst den Erfolg bestimmt, so
nuß das Werk die unbegrenltesie Berühmtheit er'angen. Wir
mpfehlen es mit bestem Gewissen zum allgemeinen Gebrauche.“

BVei Einsendung des Betrages erfolgt Franeo⸗Zusendung.

**1

n 2
S
J 5*
7

—* —24 “2 3
—
3 3
—A — 545 5525—
—
523332685 5532
*23233 52223532557*
553. 53725 —53— 233
2577 38, 7 225 125528
5585325885 533258
3233 25258 32
— —— —
——— 25577.33337
353 3352233352
15335575—32387
— 3338——32227*
* —ãA ——
32 523*5222
2 ———— ö 2 *
23383353353
2 —A —— 232225829
3557357 3767
2⸗

—538 —
223
3

—*
*

2
8*
Aw

Muvnehener
Pràmienlotterie
1000 Geldgewinn

EHMAUPpttre ssor
40, OO O MATIL
DAAIC.

Ziehung am 5. Uov. 1878
Prois dos Looses 1 Marr
Auf 10 Loose 1 Freiloo⸗
Zu beziehen durch die
General·⸗Agentur
Darl Lang.

Bankgeschàft, Mũnchen,

oder
derrn FrFanz WolIl
in St Inohert

Bei dem Herrannahen des IV. Quartals erlauben wir uns zum Abonnement auf die
Züddeutsche Mresse
und
Münchener Nachrichten

ergebenst einzuladen. Ziele und Leistungen unseres Blattes, als des

leitenden nationalliberalen Organs in Bayern,
sind von Freund und Feind längst gleichgemäß anerkannt. Diese ebenso einflußreiche
wie nach allen Seiten hin unabhängige Stellung der Suddeutschen Presse“ ist nament⸗
lich auch während der letzten Wahlkämpfe höchst bedeutsam hervorgetreten. Die „Sud⸗
deuͤtsche Presse“ befitzt einen lolalen und provinziellen Theil von einer Reichhaltigkeit wie
ein anderes bayerisches Blatt. Die stetig wachsende Bedeutung der Suddeuischen Presse“
für die städtischen, Münchener Verhaltnisse wird fich bei den bevorstehenden Gemeinde⸗
wahlen der baherischen Hauptstadt von Reuem bewähren können.

Im Feuilleton bringen wir den Roman

AM 9
„Platt Land“ von Friedrich Spielhagen,

wohl das reifste Meisterwerk des ersten dentschen Romanschriftstellers

Der Handelstheil unseres Blattes hat neuerdings an Raum wie an Einfluß be⸗
heutend zugenommen. Fur Lileraturbesprechungen, Vermischtes u. s. w. ist bestens
Sorge geiragen. Endlich die Theaterrezensionen der Suddeutschen Prefse“ haben sich
zurch Sachlunde, gewählie Sprache und geistreiche Dialektik seit geraumer Zeit für die
Nunchener Buhnenverhaltniffe eine Autorität ersten Ranges errungen.

Die Administrution.

xrucht⸗, Vrod. u. dleischpreise vor
Zweibrücken vom 26. Sept.
Weizen 10 M. 28 Pf. Kors
8 M. 34 Pf. Gerste Zreihig
7 M. — pf. Gerste 4 reih
8 M. 41 ppf. Spelz 6M
73 Pf. Hafet 6 M, 03 Ph.
Heu I M. 80 Pf. Stroh 2
HVe. — pPf. Kartoffeln 2M
pf. Weißbrod Uln Kilog
32 Pf. Kornbrod 8 Kil. 75. 2Kil.
30 Pf. ditto 1 Kilo. 26 Pf
hemischtbrod 3 Kilo. O M. 90 Pf
sindfi. 1. Qual. 70 Pf. 2
Zual. 66 ppf. Kolbfl. 66 Vi
Zunter 1M. 10 Vif. ver Vid.

) Reu hinzutretende Abonnenten erhalien den bis 1. Oltober erschienenen Theil
Panen pᷣlait Land“ gegen Einsendung der Abonnemenis⸗Quittung gratis nach⸗
geliefert.

—

— — — —, — — —15 7571
AIT. von F. X emes in St. Inaber—
        <pb n="551" />
        Sl. Ingberler Am⸗ider.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
1 Marl 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfs., von Auswarts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Naum,. NReelamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet. J
— PeERääÄαæäαιαα !ααα—lP' —
As 154. Sonntag, den 29. September 1878.
Deutsches Reich.

Berlhin, 26. Sept. Der „Reichsanzeiger“ publizirt einen
aus Kafsel vom 22. d. datirten kaiserl. Gnadenerlaß; laut demselben
wird bezüglich aller aus Elsaß Lothring n stammenden Wehrpflichtigen,
welche sich als beurlaubie Rekruten der Einstellung in ihren Trup⸗
pentheil durch die Flucht entzogen haben, wenn sie sich bis Neujahr
1879 zur Erfüllung der aktiben Dienstpflicht freiwillig stellen, jede
strafrechtliche Verfolgung wegen Fahnenflucht eingeftellt und die eira
dereits ertannte, aber noch nicht eingezogene Gelostrafe unter Nieder⸗
schlagung rückständiger Kosten erlassen.

Dem Vernehmen nach hat Se. Maj. der Kaiser in Beantwortung
der vom Reichstaq durch dessen Präsidum an Hochdenselben gerich⸗
teten Adresse ein Dankschreilen an das Präsidium ergehen lassen.

Die Kommision für das Sgzialiftengesetz vertagte die weitere
Debatte über 8 19 (Beschmerdeinstanz des Bundesraths) wegen der
Abwesenheit des Ministers v. Culeuburg. 8 20 (Belagerungszustand)
wurde mit einigen Lasker'schen Amendements angenommen. Hiernach
lautet der Eingang. „Für die Ortschaften der Bezitke, welche durch
die in 8 1 bezeichneten Besttebungen mit unmilteibarer Gefahr finr
die öffentliche Sicherheit bedroht sind. ..“ Bei Absazß 1 soll das
Versammlungsverbot sich nicht auf Versammlungen für Reichstags—
und Landtagswahlen beziehen. Bei Absatz 3, wonach gewissen Per⸗
sonen der Aufenthalt in Bezirken und Ortschaften versagt werden

kann, ist amendirt: „Der Aufenlhalt außerhalb ihres Wohnorts“.
Z 21 wurde unverändert angenommen. Zu8 22 wurde der An—
trag von Schauß, wonach das Gesetz bis zum 81 März 1881 gelten
soll, mit 18 gegen 7 Stimmen angenommen. Die Konservativen
und Gneist stͤmmten dagegen. Der Antrag Gneists auf eine
zjäͤhrige Dauer des Gesetzes ist dadurch erledigt.

Berlin, 26. Sept. Die hiesige Stadiverordnetenver⸗
sammlung wählte mit 85 gegen 8 Stimmen den Reichstagspräsidenten
b. Forckenbeck, seitherigen Oberbürgermeisßler von Breslau, zum
Oberbürgermeister von Berlin.

Koblenz, 25. Sept., Morgens. Der Kaiser, die Ka'serin
und der Kronprinz hatten Withelmshöhe gestern Nachmittag 3/2 Uhr
verlassen und wurden in Gunterehausen von den Hurrahs der von
dem Mansner heimkehrenden Regimenter begrüßt. Die Weiterreise
hierher gestaltete sich zu einem förmlichen Triumphzuge. In Treysa,
Marburg, Gießen und an allen Stationen der Lahnbahn, besonders
aber in Ems und Lahnstein hatten sich nach Tausenden zäh'ende
Volksmassen angesammelt. Die Schulen, Turner, Feuerwehren,
Vereine, Schühen und Krieger hatten fich in geordneten Reihen
aufgestellt. Von Wetzlar an waren alle Stationen festlich beleuchtet,
das Denkmal Stein's und ber Limburger Dom, die ganze Stadt
Ems, sowie die Burgen Lahneck und Stolzenfels traten besonders
glänzend hervor, Lahnstein und die Koblenzer Brücke bildeien ein
wahres Feuermeer. Die Allerhöchsten Herrschaften wurden überrall
mit einem unbeschreiblichen Enthusiasmus empfangen, überall ertönie⸗
der Gesang der Vollshymne und der „Wacht am Rhein.“ In
Gießen und Lahnstein fand ein kurzer Aufenthalt Stati. An beiden
Orten nahmen die Allerhöchsten Herrschaften die gehaltenen Anreden
und den dargebotenen Ehrentrunk enigegen. Am hiesigen Bahnhofe
wurden die Majestäten von dem Oberpräsidenten v. Vardeleben und
dem kommandirenden General v. Göben empfangen. In Lahnstein
war der Regierungs-Präsident v. Wurmb zut Vegrüßung der
Majestäten erschienen.

Kasfel, 26. Sept. Feldmarschall Graf Moltke hat sich
zeim Mansver eine Erkältung zugezogen, in Folge deren er in seinem
Quartier, der Villa Henschel, utuͤdbleiben mudle.

Vermischtes.
fKaiserslauten. Die hiesigen Brauereibesitzer haben
sich dahin geeinigt, vom 1. October JL. J. an wegen des Malz⸗
aufschlages den Preis des Bieres pro Liter auf 26 Pf. zu erhöhen.
tNeustadt, 26. Sept. Gestern war hier der 24er Aus,
chuß des liberalen Wahlbereins versammelt, um sich üüber die Kan⸗—
idatenfrage zur Landig &amp;*pahl wen sig z.Ä ,—nu. Die u
uuhrte zu dae ee e, rregen ren ag Feg een J—

v*

einseitig vorgeschlagenen Handidaten, Herrn Landrichter Trauth in
Bliekkastel, nicht einigen konnte.

T Der Herbst⸗Anfang wurde in Godram stein auf näch—
sten Montag den 30. Sept., in Edenkoben und Diedes—
feld auf Montag den 7. Ott. festgesetzt.

rMunchen, 27. Sept. Von den 14 jungen Leuten,
welche dahier die Prüfung für den Einjährigenfreiwilligendienst mit ·
machen, find bereits schon 10 zurückgewiesen worden und dürfen
die mündliche Prüfung nicht mitmachen.

fFBerlin, 26. Sept. Eine englische Firma hat einen
Plan zur Hebung des „Großer Kurfürst“ eingereicht.

F Unverbesserlich, diese Berliner! Ein Amerikaner, Namens
dowe, produzirt im Walhalla Theater zu Berlin allerlei Wilhelm
Tell ⸗Künste. Man stellt im tiefsten Hintergrunde der Bühne ein
Berüst aus d'cken Bohlen auf, die dazu dienen, die Kugeln aufzu
angen und postirt vor diesen Kugelfang eine brennende Kerze. Der
dapitän Howe entfernt sich von dem Ziele so weit als es die —XR
zestattet, d. h. etwa 85 Schritt weit, legt sich auf den Rücken,
den Kopf gegen das Ziel, die Füße gegen das Publikum gewendet,
ind schießt so über seine Schuller hinweg eine schwere Pistole mit
zezogenem Lauf gegen die Kerze ab, die unfehlbar von der Kugel
uusgelbscht wird. Die Kerze wird dann dem Publikum gezeigt —
s fehlt ihr nichts als das Endchen des Dochtes. Auf dieselbe
Weise löchert der treffliche Schütz“ eine Karte an der durch ein
derz oder einen Trefle bezeichneten Stelle und, um seinen Leistungen
die Krone aufzusetzen, schießt er seiner Frau, die unbeschadet ihres
dapitänsgattin⸗Ranges gieich der erstbesten Kunstreiterin in Trikols
rscheint, einen kleinen Apfel aus dem Chignon, Bei seiner ersten
Produktion sagte ein Zuschauer zu seinem Nachbar: „Das ist doch
aicht so schwer wie Tell's Messterschuß.“ „Warum? WVielleicht, weil
Tell einen Pfeil zu senden haile .“Nicht darum: aber fehen
Sie denn nicht: Tell schoß auf seinen Sohn, während Howe auf
seine Frau schießt.“ — Unverbesserlich, diese Berliner!

fF In Elberfeld wurde am Freitag das Urtheil gegen den
Zocialisten Oppenheimer (früher in Mannheim), verkündigt. Der—⸗
elbe war angeklagt der Anreizung zu Gewaltthätigkeiten in einer
Vollsversammlung, Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen durch
Behauplung von erdichteten und entstellten Thatsachen, Aufforderung
um Ungehorsam gegen Gesetze, Beleidigung der Staatsanwaltschaft
in Elberfeld, der Polizeibehörde in Barmen und der Handelslam⸗
mer in Dortmund. Der Strafantrag lautete auf 2 Jahr Gefäng⸗
niß. Das Gericht verurtheilte ihn zu 6 Monaten Gefängniß und
xlannte auf Vernichtung' der confiscirten Exemplare, Plalten und
Formen der Nr. 190 und 191 der „Berg. Volksstimme.“
fPosen, 28. Sept. Aus Krotoschin wird nach hier lele—
zraphisch gemeldet: Große Feuersbrunst. 20 Wodhnhäuser, sowie
Speicher total nledergebrannt; viele arme Familien obdachlos. Vier
Menschenleben zu beklagen.

Der „Rappel“ unternimmt es, an der Hand der bisher
dorliegenden Ergebnisse in runden Ziffern die Bilanz der Parifer
Weltausstellung zu ziehen. Die Einnahmen betragen bdis zum 18.
September 8,665,052 Fres. und werden his zum Schluffe der
Husftellung fich auf 13 Millionen bedaufen. Die Veraͤußerung des
Materials, Abgaben der Restaurotionen ꝛc., Erträgniß der Torka—
deroconcerte und die Subbention der Stadi Paris werden zusammen
21 Millionen, die Besammt ⸗Einnahmen daher 34 Millionen ergeben.
Die Gesammttosten betragen 45,300,000 Fres., sonach würde sich
ein Deficit von 11,800,000 Fres. ergeben. Dahingegen hat sich dat
Erträgniß der indirekten Sleuern ohne Zweifel haupisächlich in Folge
der Weltausstellung. für die ersten acht Monate des Jahres 1878
um 51 Millionen vermehrt und wird bis zum Ablauf des Jahres
zin muthmaßliches Plus von 70 Millionen Frs. ergeben, während
s in dem Budget nur auf 10 Millionen veranschlagt war. Jenem
Ausfall von ca. 11 Millionen würde also zu Gunsten der Welt⸗
nusstellung ein Aktivum von 60 Millionen Frs. gegenüberssehen,
vobei die sonstigen Vortheile, welche Handel und Gewerbe von
lt eftaen iene ggz gergsen yoch vicht einmal einge⸗
        <pb n="552" />
        Eine meirkwürdige Uhr. In der Pariser Ausstellung zeist
nan ine Utr, welche nündlich einen Pistolenschuß abfeuert. Der
Aussteller, über den Zweck dieser Schüsse befragt, antwortete ganz
ohlegmatisch: Es geschieht dies, um die Zeit zu todten

Bern, 25. Sepyt. Gestern sind im Gotthard⸗Tunnel an
der Südseite drei Pulverlisten exptodirt. 6 Personen wurden ge—
ödlef, 1schwer verwundet, 2 eontusionirt, Z3 leicht derwundet.

Triest, 22. Sept. Im hiesigen Hafen verbrannte heute
ein amerikanischer Schooner, der 2969 Tonnen Petroleum an
Bord haite.

Der Vesuv hat in der Nacht vom 22. zum 23. d. wieder
u speien angefjangen, und wie aus Neapel von vorgestern Abend
elegrophirt wird, sind seine Eruptionen im Zungehmen begriffen.

Kautschul-Fußbdden. In Gngland haben sich
XDDD Guttapercha oder Kautschul
Jepflastert sind, besonders in Pferdestellen (allerdings wohl nur be⸗
züterter Pferdebesitzer) bestens bewährt. Ein derartiger Fußboden
ichert die Gesundheit der Pferde und verhindert, daß sich die Thiert

Gewerbliche Fortbildungsschule St. Ingbert.
Dieselbe begint das Wintersemesiet Mittwoch, den 2.
Oktober, Abends 7 Uor. Die Unlerrichtszeit für die einzelnen
Curse ist wie folgt festgeseßt:
I. Curs:
Dienstag und Samstag⸗Abend von 7—29 Uhe und Sonntag⸗
Morgen von 38 - 2210 Uhr;
II. und III. Curs:
Mittwoch⸗ und Freitag; Abend von 7229 Uhr und Sonnlag⸗
Morgen von 28-310 Uhr.
Die Schüler werden zu regelmäbigem Schulb esuche dringend
ermahnt.
Das Bürgermeisteramt
uster.
Das Neueste in;
menkleiderstoffen, Tuchen u.
Burkins
u Herren⸗ und Knaben ⸗ Anzügen, sowie
in wohlaffortirtes Lager in Teppich⸗
äufer, Sopha ˖Vorlagen u. Tischdecken
apfehle ich hiermit zu den billigsten Preisen.
Larl dSohanok.
IDer sen J. Jannar in Speyer wöchenilich 8 mal erscheinende
* *
General⸗Anzeiger für die Pfalz,

Gratisblatt für alle Vewohner der Yfalz,
wird allen Wirthschaften, Caféͤ's, Restaurationen, allen öffentlichen Bureaus,
den kgl. Notaren, Gerichtsvollziehern, Geschaftsbureaus Bur germeifteramtern ꝛtc.
gratis von uns verabfolgt und in allen VBahnhof⸗Restaurationen der Pfalz
aufgelegt. Da uns nicht alle Wirthschafisbesiter, Geschäftsbureaus ⁊c. ꝛc.
elanni sind, so ersuchen wir diese, das Blatt bei der Post zu bestellen und
Fen Abonnementsbetrag von 1 Mark pro Quarial bei uns, G. L. Lang?“s
huchhandlung hier, in Landau oͤder Kaiserzlautern (Otto Ruff) gegen Ab⸗
dabe der Posiquittung zurück erheben zu wollen, oder bei Einsendung von
Inseraten statt 1 Mark als Zahlung mit einzusenden. Auf gleiche Weise
Hnnen alle Bewohner der Pfalz den General ⸗Anzeiger gratis deziehen, da
vir bei Berechnung von Inseraten den Abonnementsbetrag in Abzug bringen.

Inserate finden in der Pfalz die weiteste Verbreitung und werden für
oie Bewohner der Pfalz mit nur 10 Pfq. pro Zeile berechnet.

Der, General⸗Anzeiger“ bringt außer den wichtigsten Tagesereignifsen:
Bemeinnugiges, Verlehrsnotizen, Gewerbliche uud landwirthschastliche Verichte,
Berloosungen, Handelsbe richte, eine groöͤßere Courstabelle —

Erpedinion des Geueral Anzeiger für die Pfalz“
Speyer, Allerheiligenstraße 21.
Petroleum Tanz-Unterrieht.
Mit dem 6. Okltober nächsthin
per Schoppen zu I1Pf. vird Unterzeichneter einen Eur⸗!
bei THhiI. Klinek. sus erdffnen. Lustiragende wers
Jen gebelen sich bei Htn. Kayser
u unterzeichnen 827
Achtungsvoll
K. Beutel
Lehrer der Tanzkunfst.
Unserm Freunde Michael
9 . zu feinem heufigen
stamenstag ein donnerndes Hoch,
zaß das Mehl aus allen Säücken
jaͤnbt und des Kiebchens Treu
vr noch fester bleibt.
II. V.

Für Klavierbesitzer.
Auf vielseitiges Verlangen
sehe ich mich veranlaßt, in den
aächsten Tagen nach St. Ing⸗
bert zu kommen, um Klaviere
zu stimmen. Auftrage beliebe
nan in der Redaction dieses
Blaties abzugeben.
B. Mo⸗ppel,
Instrumenrenmacher aus Worms

deim Niederlassen an den Knieen verwanden. Man empfiehi v
artige Fußboden nun auch für Zimmer- Die Vortheile, die ein
Fußboden von Guttapercha oder Kautichul gegenüber den Holzfuß
Dden darbiete, beständen darin, daß er selbst gleich einem Teppich
das Zimmer warm, glatt und reinlich bekleiden würde, und man
t8 ebenso geräuschlos, als wären Decken ausgebreitet, durchschreilen
jönnte. Gin feuchtes Tuch würde jede Unsauberkeit staublos ent—
ernin. Es ließen sich auch Täfelungen, wie Mosaiken, auf's beste
nachahmen und würden dem Zimmer ein elegantes Aussehen gebern
ohne jene Kostenpreise der ersien Täfelung.

New⸗Orleans, 285. Sept. Gestern starben 58 Per
sonen. In Memwphia nimmt das gelbe Fieber wieder zu; an
Montag und Dienstag verstarben daselbst 120 Personen.

Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demeß.

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allen Postanstal
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Brieftrãger
Tark 530 Psennig
r vierteljuühr-
——
Der, Ulmer Spata“* bietet seinen Lesern: eine auf freisinnige
Grundlage gehaltene politische Zeitung nach den besten und zuver
esigsten Quellen, — sodann dureh sein aus „Stadt und Land
tadtische Ingelegenheiton aus Stadt und Bezirx — Personal Dien
tesnachrichtes — Handels- und Kursnachrichten — inteéressant.
privatcorrespondenzen aus allen Hauptstüdten — amüsante Nittheil-
ungen aus Nah und Fern, höchst spannende, von sittlichem Ernst.
durchdrungene Romane, Erzählungen und Novellon. — Ausserdem
malten que Abonnenten des, Ulmer Spatz“ in den ,Sonntagsblütten
les Uimer Spata* ein treffliches Blatt voll Unterhaltung, Belohrang.
Iumor und datyre.

Druckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
J. X. Demet'schen Buch⸗ und Steindruderei.
— BMBBECOOoOR — — — c2„———U —7— ————⏑— [*' — —
Ana und Verlag von FJ. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nru89.
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        Anzeiger.
⸗ St. Ingberter Anzeiger uad das (2 mal wo hentlih) mit den Hruptblatte oecbundene Unterhaltun asblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) etscheint wöchentlich viernnil: Dieustaz, Donaerstag, Sansta, nnd Sonutag. Der Abouuement spreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ais virts mit 15 Pifr. für die diecgespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neela men
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
M 155. Dienstag, den 1. Oktober

ws7s
Deutsches Reich.
München, 30. Sept. Die zweite Lesung des Sozialisten⸗
zesehenwurfes soll morgen Abend beginnen. Tas Endergebniß der
itrsten hat nirgendwo eine rechte Befriedigung hervorgerufen. In
Regierungskreisen hält man nach wie vor eine Anzahl der von der
dommission vorgenommenen Abändernungen für „unannehmbar“ und
amentlich der Reichskanzler selbst soll von den durch Lasker's
bessernde Hand“ ins Leben gerufenen Mod ficationen ganz und
jar nicht erbaut sein. In linksliberalen Kreisen findet man da⸗
zegen in den durch die Kommission vorgenommenen Aenderurgen
wirkliche „Verbesserungen.“ Die beiden Hauptdifferenzpunkte zwi⸗
chen Regierung und Reichsstag werden die Bestimmungen über die
Dauer des Gesetzes und über die Rekursinstanz bilden. (Südd. Pr.)
.Berlin, 27. Sept. Zur Ausführung der Reichs-Justiz⸗
gZesetze ist im Justiz-Ministerium eine Reihe von Geietzen ausge⸗
beilet worden, welche jetzt der vorbereitenden Berathung des,
Staatsministeriums unterliegen: nämlich ein Gesetzentwurf betreffend
zie Schiedsmanns-Ordnung, zur Ausführung der deutschen Civil⸗
Brozeß⸗ Ordnung, und ein Gesetzentwurf betreffs der Uebergangs⸗
Zestimmungen für die Civil Prozeß⸗ und Strafprozeß -Ordnung.
Leßterer enthält namentlich Vorschriften darüber, wie es mit dem
im 1. Oktober 1879 bereits anhängig gemachten zu halten sein
oll. Ein Gesetzentwurf bezüglich der sün anhängige Konkurssachen
ind auhängige Zwangsvollstreckungen und das unbewegliche Ver⸗
nogen nothigen Uebergangsfristen ist noch in der Bearbeitung.
Das zweite Verzeichniß der beim Reichsstag eingegangenen
Betitionen weist deren 29 auf. Es befinden sich darunter solche
vegen Beseiligung der Wanderlager und Aultionen durch Aenderung
der Gewerbeordnung; eine auf Einführung allgemeiner Arbeiter⸗
ensionskassen im Wege der Gesetzzebung; die Vertreter der Essig⸗
abrikanten von Elsaß-Lothringen, Rheinland, Westfalen, Hessen⸗
Nassau und dem Großberzoglhum Hessen bitten die zu erwartende
Vorlage eines Gefetzes üͤber Eimführung einer Uebergangssteuer auf
Essig von 3,82 Mt pr. 100 Liter sammt einer Sieuerrückver⸗
zütung auf Essig, der nach den Südstaaten auseführt wird, an⸗
unehmen. de
Nachdem der erste deutsche Arbeiterkongreß in Gera im Okto⸗
zer v. J. die unter diesem Namen organisirte antisornaldemokta
ische Bewegung so außerordentlich günstig inaugurirt hatte, war
vorauszusehen, daß ihre Organe die Jahresfrist bis zur Erneuerung
ener Verhandlungen zur Agitation wirlsam benutzen würden. Der
weite densche Arbeiterlongreß, welcher an 12., 13. u. 14. Oltober
. J. in Dresden tagen wird, hat in Folge dessen auf eine äußerst
ebhafte Theilnahme zu rechnen, um so mehr, als die soeben ver⸗
iffentlichte Tagesordnung jehr interessanie Debatten in Aussicht stelli.
Dieselde enthält u. A. folgende Puntte: Eröffnungsrede des Vor⸗
itzenden des sländigen Ausschusses über „die wahre Belämpfung
der Soz'aldemokratie“; Betichte des Generalfekretärs und des Schatz⸗
neisters; die Verwendung der Wilhelmsspende und die freien
dülftkassen; das Wesen und Wirken der Gewerkvereine; die Auf⸗
Jjaben drr Fabrit-VJInspektoren nach der neuen Gesetz ebung; die
bresse und die Arbeiterfrage; Betheiligung der Arbeitet am Gedeihen
der Unternehmungen; das Herbergöwesen; die Aufgaben des Aussfchus⸗
es und der Vertrauensmänner des deutschen Trbeitetlongresses, ins«
esondere die Arbeiterstatistik, das Lehrlingswelen und die gewerb⸗
iichen Schiedsgerichte (Gewerbegerichle) betreffend; Antrag eines
rorporativen Mitgliedes auf Streichung des Zusatzes „anli⸗sozial⸗
emokratisch‘' im Namen des Kongresses; Vorschläge zur Ausbrei—
ung und praktischen Wirlsamkeit des deutschen Ardeiterkongresses;
Wahl des Vororts und sländigen Ausschusses, Best'mmung des
nächsten Kongreßortes. Für solche liberalen Parteielemente, welche
in einer Bekämpfung der Sozialdemokratie durch selbstthatige Wirk
amkeit des Voikes mitarbeiten wollen, sei noch hinzugefügt, daß
Anmeldungen zur Theilnahme (sowohl Einzelner als auch von Ber⸗
anen) an das Bureau des deutischen Arhbeiteckongresses, Berlin 8.,
titterstraße 3, zu richten sind.
Berlin, 28. Scept. Die Wahlprüfungs-Commission det
xrichstages beantragt, die Wahl des Grafen Grote (in Harburg,

wo die argen Excesse vorkamen) zu beanstanden und den Reichskanz⸗
ler zu ersuchen, wegen der Wahlagitation durch Staatsbeamie und
der von Wahlvorstehern begangeren Ungesetzlichkeisen Ermittelungen
und wegen eines anderen Punltes strafgexichtliche Untersuchung
eintreten zu lassen.

. Berhin, 28. Sept. Bitreffs der Hebung des „Großer
urfürst“ sind berets über 120 Projecte eingegangen.

In Frankfurt a. M. hat sich ein „kathol. kaufmännischer
Berein“ gebildet; den Hinterlassenen seiner Miiglieder, welche regel⸗
mäßig die Beiträge gezahlt haben, gewährt er eine Unterstützung
hvon 50 Mark. Vorsitzender ist Ferd. Hohoff . Für ein lath. Ge⸗
eslenhaus sind 6676 M. gesammelt. * *

—Baden⸗Baden, 29. Sept. Gestern Abend nach 9
Ahr trasen Kasser Wilhelm und Kaiserin Augusta, heute Abend 6
Uhr der Kronprinz Friedrich Wilhelm, der Großherzog und die
Broßherzogin und der Ecbgroßherzoz von Baden hier ein.
Bermischtes.

7TZweibrücken, 27. Sept. Verhandlung gegen Wilhelm
kndres, 29 Jahre alt, Mitzzgergeselle von Edenkoben, angetlagt
der Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewalt und der Köcper⸗
nerletzung mit tödtlichem Eifolge. Endres wurde unter Annahme
nildernder Umstände für letzteren Fall für schuldig befunden und
u einer Gesammtzuchthausstrafe von 6. Jahren und zum Verlusi
er bürgerlichen Ehrenrehte auf gleiche? Dauer verurtheilt.

FZweibrüchen, 30. Seypt. Unser diesjähriges land⸗
virthschaftliches Fest, welches von dem schöusten Weiter kegünstigt
var, nahm wie gewöhnlich einen glänzenden Verlauf. Nachdem
chon am Samstag eine große Menge Gäste eingetroffen war, stroömte
s gestern sörmlich von allen Seiten in unsere festlich geschmückte
Ztadt. Nach vorhergegangenem üblichem Umzug der preisgekrönten
Pferde durch die Streßen der Stadt, fanden Nachmiitags 3 Uhr
»ie Rennen statt. Die Betheiligung an denselben war in diesem
Fahre schwächer als sonst, was lediglich in zufälligen äußeren Ver⸗
ältnissen seinen Grund hat, doch gewährten dieselben ein interes⸗
aintes, zum Theil aufregendes Schauspiel. Leider ist dabei ein
inglücksfall zu verzeichnen. Das Pferd des preuß. Lieutenants
)xn. Jacobi aus Lauterbach (br. Wallach „Insolvent“) stürzte
vährend des Ojfiziers-Hürden Rennens bei dem Nehmen eines
dindernisses so unglüchlich, daß es auf der Stelle eine Leiche war.
der Reiter, der unter das Pferd zu liegen kam, trug glückicher⸗
veise nur eine Verstaubung der rechten Hand davon, die ihn jedoch
on der weiteren Theilnahme am Rennen nicht abhielt. Er hatte
as Glück, aus den beiden letzten Rennen als Sieger hervorzu⸗
jehen, als welcher er jedesmal von der dicht gedrängten Zuschauer⸗
nasse mit lebhaften Bravorufen begrüßt wurde.

.Kaiferslautern, 28. Scpt. (Ein unzeitiger
-„cherz.) Heute Morgen erhielt die Erpedit'on der Kaisersläuterer
zeitung“ einen auf der hiesizen Stadwpost gestern Abend aufge⸗
jebenen Brief, welcher die Todesanzeige eines hiesigen Kaufmanns
enthielt, der Io am Herzschlage gestorben sein sollte. Die
Todesanzeige euthielt auch Tag und Stunde des Begräbnesses ganz
jenau und trug de Unterschrift der „ieftrauernden Witiwe“. Da
vit den Todtgesagten gstein noh gefund und munter gesehen,
hedten wir in sein Haus, wo er frisch und gesund am Kaffeetisch
itzend vorgefunden wurde. Die nöthigen Vorbereitungen, um dem
Ztiesschreiber, dem man auf der Spur zu sein glaabt, zu entdecken,
ind im Gange, und wird dieser dann der ve dienten Strofe für
iesen höchst unzeitigen und rohen Scherz sicherlich nicht entgehen.

F Die Weinlese beginnt in Wollmesheim 2. Ouober.
zn Jlbesheim am 3, Oltobet. In Khodt am 7.
Oktober.

f Vom Zuchtpolijeigerich Landau wurde am 27. Sep⸗
ember ein Nagelschmied aus Billigheim, Namens Pauli, wegen
Najestätsbeleidigung, begangen zu Billigheim in der Wirtschaft von
Metzaer durh eine rohe Bemerkuag über das bayerische Königshaus,
u 1 Jahr Gefäugniß verurtheilt.

Das „N. W.“ schreibt: In dem reizenden Park des Herrn
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        Bolsen in Zell, don Heren Süßmaier in Frankfuti vot 3
Jahren angelegt, befinder sich ein kleiner Weiher. Vor einigen
Tagen nun spielten die zwei Söhnchen des Hrn. Golsen von 4
und 9 Jahren, im Park Der kleinere Junge, ein munteres
liebenswürdiges Kind, lief über den Rasen nach dem Weiher, um
die darin umherschwimmenden Fesche zu sehen, glitt aber entweder
auf dem asphaitirten glatten Rand aus oder beugte sich zu viel
Uber und — stürzte kopfüber ins Wasser, an einer Stelle, die wohl
über 1 Meter tief ist. Im nänlichen Augeublidck stand sein Njäh⸗
riges Brüderchen circa 10 bis 12 Schritte davon entsernt auf
tiner Anhöhe. Rascqh entschlossen sprang er, sfaut nach Hause zu
laufen und Hilfe zu holen den Hügel hinab, stieg des Schwinmmens
etwas kundig, in's Wasser und holte sein kleines Brüderchen her⸗
aus. Die Geistesgegenwart des Jungen verdient alle Anerkennung.

Die armen hungernden Arbeiter. Man schreiht der „Bad.
Landesztg.“ aus Pforzheim unterm 18. ds. Mis.: „Der Führer
der dortigen Sozialdemokraten, Herr Lehmann, welcher zugleich die
Bierbrauerei „Hoh“ in Pacht hat, veröffentlicht im „Pforzheimer
Straßenanzeiger“ Folgendes: „Heute Abend: Allgemeine Versamm⸗
lung. Tagesordnung: Megelsuppe, Kesselfleisch, Sauerkraut und
Leberwurst, Jub heidi, Jub heida.“

Aus Lothringen, 26. Sept., berichtet man der Karlsr.
Zig.“: „Die Eisenindusirie unseres Bezirles leidet immer noch
unter der gegenwärtigen Geschäftskrisis. Mangel an Bestellungen
und, wo solche einlaufen, niedrige Preise kennzeichnen die Lage,
welche noch durch die französische, belgiiche und englische Concurrenz
verschlimmert wird. Die Werke von Sihringen⸗Wendel, Hayingen
und Ars haben theils die Arbeitszeit beschränken, theils die Zahl
der Arbeiter verringern müssen. Von letztern hat sich ein Theil
den landwirthschaftlichen Arbeiten zugewendet, wodurch einem seit
Jahren herrschenden Nothstande abgedolfen wird. Aussicht aul
—XXRVVV———
debrigens leiden auch andere Industriezweige unter den gegenwärtigen
Geschaͤftsberhältnissen, jo namentlich auch die elsässische Baumwollindu⸗

trie. webche, wie u. A. ous dem Jahresderichiet der Handelsdammes
u Colmar hervorgeht, seit laängerer Zeit statt des Gewinnes mehe
der weniger großr Verluste zu duchen hat und fur die nachße
Zulunft zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß gibt.“

4Ein Eisenbahn⸗ Unglück trug sich am 25. Sept. zu Gebweiler
m Oberelsaßz zu. Ein dortiger Handelsmann wollte einen von
hm verladenen Eisenbahnwagen auf die Brücenwaage fiellen, um
venselben abzuwiagen. Da gerade ein anderer Eifenbahnwagen im
Wege stand, ließ er letzteren durch seine Pferde hinwegziehen, jedoch
u weil, so daß derselbe außerhalb des horizontalen Bahnhofgebieten
u stehen kam. Kaum waren die Pferde entfernt, als dieser Wagen
n's Rollen kam. Bei seinem Lauf kam er ducch einen geöffneten
Zahnübergang, worauf in gleichem Augenblick ein Fuhrwerk mit 4
hersonen die Bahn überschreiten wollte. Der Zusammenstoß er⸗
solgie, ahnungslos sür die Insaßen des Fuhrwerks, und zertrümmerte
dasselbe sammt Pferden vollftändig. Zwei Personen blieben auf
der Stelle todt, eine andere soll inzwischen gestorben sein. (B. L.Z3.)

Berlin, 23. Sept. Eine seltene Operation ist dieser
Tage an einem auf städtische Kosten in der Charite verweilenden
Manne mit glücklichem Erfolg vorgenommen worden. Es ist ihm
namlich die kraukhaft gewesene Horndaut am Auge, die ihn am
Zehen behinderte, abgeschnilten worden. Von dem Auge einet
indes nun, welches dasselbe verloren hatte, wurde eine Hornhaut
ntnommen, auf das Auge aufgesetßztt und so geschickt angebracht,
daß dieseibe nach kurzer Zeit mit dem Auge verwuchs und dem
Maune die Sehkraft wieder gegeben wurde.

Mr. Philippe Bertrand, Sohn des berühwten Generals
und Gefährten Napoleons J., hat in Holland, wo er seit lange
ansässig war, sich seldsst um's Leben gebracht.
Fur die Redactien veraniworilich: F. R. Deme g.

Gewerbliche Fortbildungsschule St. Ingbert.
Dieselbe b⸗ginnt das Wintersemesier Mittwoch, den 2.
Oktober, Abends 7 Uhr. Die Unterrichtszeit für die einzelnen
Turse ist wie folgt festgesetzt:
I. Curs:
Dienstag⸗ und Samstag⸗Abend von 719 Uhe und Sonntag⸗
Morgen von 238 — 2210 Uhr;
II. und III. Curs:
Mitiwoch⸗ und Freitag; Abend von 7 —9 Uhr und Sonnlag⸗
Morgen von 18-2410 Uhr.
Die Schüler werden zu regelmäßigem Schulbesuche dringend
erwahnt.
Das Bürgermeisteramt *
uster.

An die Stelle

des verlebten

Herrn Notar
Wiest als Notar nach
Blieskastel versetzt, ha⸗
be ich meine Amtsstube in
dem Hause meines Vorgän⸗
gers eröffnet.
L. Sechmolzo

kal. Notar.

Petroleum
ver Schoppen zu 11Pf.
hei BFHhII. llinelx.

Müũnohener
Praàmienlotterie
1000 Geldgewinne

EBAUPtIresIr
4.O0, OOO MATL
PAa.
Ziehung am 5. Aer. 1878
Preis des Looses 1 Mark
Auf 10 Loose 1 Freiloos
Zu beziehen durch die
General·Agentur
OrrF.
Bankgeschaft, Mũnchen,
oder
Herrn PFFEFEB W OII
in St. Ipohert

Beschäftsempfehlung.

Vieinen verehrl. Kunden bringe
nein Dachdecker⸗Geschäft
in empiehlende Erinnerung mit
dem Bemerken, daß ich eine be⸗
deutende Preisermäßig⸗
ung eintreten ließ, indem die
Tagesschichten früder mit 4 und
5 Mark bezahlt, jezt mit 83
XR
Dachdeckerarbeiten.

Gute und solide Arbeit wird
zarantirti.
Nikolaus Nipplinger,

wohnhaft Hasseler Stroße.

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CIMer Zeitung. ox 8
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ei allen Posta nstal-
sowie bei jedem

Briestrãger
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bGu vierteljäahr-

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Der VDlmer Spata* bietet seinen Lesern: eine auf freisinniger
sGrundlage gehaltene politische Zeitung nach den besten und æuvor-
tassigsten Quellen, — sodann durch sein aus „Stadt und Land',
ztudtische Angelegenheiten aus Stadt und Bezirk — Personal-Dien-
atesnachrienten — Handels- und Kursnachrichten — inteéressante
Privatcorrespondenzen aus allen Hauptstädten — amüsante Mittheil-
ungen aus Nah und Pern, höchst spannende, von sittlichom Prnste
lurchdrungene Romane, Erzählungen und Novellen. — Ausserdem
rhalten die Abonnenten des, Ulmer Spatz“ in den ,Sonntagsblätter
les Uhmer Spata* ein trefflieches Blatt voll Unterhaltung, Belehrung.
Humor und Satryre.

14

Cin seltenes Ereignias
sa, ein im Buchhandel gewiß Senfation
erregender Fau ist et, wenn ein Buch
100 Auflagen erlebt, denn einen so
zroßartigen Erfolg kann nur ein Werk
erzieler, welches sich in ganz uanser
ixdentlicser Weise die Gunst des Publi⸗
rums erworben hat. — Das berühmte
opular⸗medieinische Verk: „Dr. Airvn
eilmeihode ert

xAVV·
O ôOοô

ind liegt darin allein schon der bestt
Beweis fuͤr die Gediegendeit seines In⸗
halts. Diese rrich iuefrirte, vollkändig
uͤmgearbeitete Jubel-Ausgabe kann
mir Recht Aen Kranken, welche de
vuhrie Heilmittel zur Beseitigung ihrer
deiden anwenden wollen, dringend zur
Durchsicht empfohlen werden. —8*
zarin abgedruckten Driginal⸗Atteste
beweisen die außerordentlichen Hrilersolge
und sind eine Garantie dafür, daß das
Vertranen der Kranken nicht getänfcht
vird. Obiges 344 Seiten starke, uux
Mark kostende Buch kann durch jede
Zuchhandlung bezogen werden; man
——

naa Raturdeilmethode“, Orighal-

asgabe von Riqter's derlaaa-
Lxefalt in Teirtiq.

Für Klavierbesitzer.
Auf vielseitiges Verlangen
jehe ich mi h veranlaßt, in den
nächsten Tagen nach St. Ing⸗
bert zu lommen, um Klaviere
zu stimmen. Aufträge beliebe
man in der Redaclkion dieses
Blattes abzugeben.

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der St. 3Pf., 25 St. 50 Pf
änd zu haben in der

Buche und Steiudruckerei

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        3209

s5 3155s 4583 5583 3 5838

228 a 5323 34 32. 532 * 315354 — 223* 8 2

282 382282— 5235535 5333 232 93 3883 557 8 327
2323383 53533 A — — 28 ——— —.

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552353 53588 2 523 2 —— 2353S5 5 53 553 3 **
— * —— — 2* 7 5ck—5 —A—— — 256 4 E * ec
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585 2355338 5232 d 2 2 —ã— 2 2* * 53 8 —— 35335
52* 8 —— 5 — — ——2 —A * 5c8* 357208
852232 — —AA * —MMAA 8 *522 25 35 —3 — — 52322 —A —

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25352 5565337 5833562* 5 5575328 —E —⏑—
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25558383232 233225 — —3 2555323225 522 —353327
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5285—355528531 2 255352237 25338 35—3 222 5ñ 5— 2823
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289 338 5333553* E. 2 4*7 — 38
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52838 5571338555238 — 53* 28253 33
22323 22.1 2332 22. 353832335*
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonnlags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustaz, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteliährlich
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mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
—XÆBWA»Ü owe2⏑232⏑2⏑2———⏑— ———— — — — —
M 156. Donuerstag, den 3. Oktober 1878.

Deutsches Reich.

Mäünchen, 30. Sept. Die „Corr. Hoffm.“ meldet:
Die bayerischt Staaisregierung beabsichtigt mit Einführung der
ceichsjustizgesetze die Competenz der Schwurgerichte für Ahurthe lung
„on Preßfachen zu beschränken, indem sie die in den 88 18 und
238 des Reichspreßgesetzes mit Strafe bedachten Vergehen wieder der
Aburtheilung der Schwurgerichte entzieht.“

Berlin, 28. Sept. Wie dem „Reuter'schen Bureau“ aus
Rkom gemeldet wird, soll der Papst einen zweiten, in sehr herzlichen
Ausdrücken abgefaßten Brief an den Kaiser von Deutschland ge⸗
richtet haben, worin er ihn zu seiner Wiedergenesung beglücwünscht
ind ihm ein langes und glückliches Leben wünscht. Das Schreiben
zerührt nicht die zwischen Deutschland und dem Vatikan über krch⸗
iche Fragen schwebenden Verhandlungen.

Berlin, 1. Oltober. Die Commission für das Sozialisten⸗
Jesetz begann heute die zweite Lefung der Sozialistengesetzvorlage.
Bon den Commissionsmiigliedern war Stauffenberg beurlaubt.
Seitens des Bundesrathes waren Minister v. Eulenburg und die
Minister der Mittelstaaten anwesend. Fürst Bismarck war nicht
erschienen. Bei der Berathung des 8 1 erklärte Minister v. Eulen⸗
zurg, daß die Regierungen die aus der ersten Lesung hervorgegan ⸗
zene Fafsung des Gesetzes im Allgemeinen für annehmbar hielien.
Dieselben wunschten aber, daß in 81 statt des Wortes „Umstarz“
er Ausdruck Untergrabung“ wieder hergestellt, und ferner, daß
ver beantragte Zusotz: „in einer den öffentlichen Frieden und die
xintracht der BevoölkerungsClassen gefährdenden Weise“ wieder ge⸗
trichen werde. Die Beschlüsse der Commission in Betreff der
Fontrolinstanz würden von den Regierungen im Princip angenom⸗
nen, dieselben wünschten aber eine Modifikation dahin, daß die 5
yom Bundesrath aus den obersten Gerichtshöfen des Reichs und
der Einzelstaaten zu erwählenden Mitglieder auch aus den obersten
Berwaltungsgerichten der Bundesstaaten entaommen werden könnten
uind daß der Kaiser den Vorsitzenden und den Stellvertreter der
Fommission ganz nach freier Wahl ernenne. Was den Termin für
zie Gültigkeit-des Gesetzes anbelange, so erscheine eine Frist von
294 Jahren viel zu gering und sei nicht acceptabel. De Negie⸗
rungen seien eigentlich gegen jeden bestimmten Termin gewesen und
Jätten ihrerseits keinen solchen in das Gesetz hineingebracht. Die
Tommission setzte die zweite Lesung „des 8 1 hierauf aus, damit
die einzelnen Mitgliedergruppen sich erst untereinander verständigen
lönnen. 8 la die (Genossenschaftskassen betreffend) wurde wesentlich
aiach den Anträgen der Sublommission angenommen. Fortsezung
der Berathung morgen.

ANusland.

Wien, 1. Okt. Das ungarische Ministerium hat seine
Demission eingereicht. Ursache: die Kosten der Olkupation. In
Folge Dessen wird auch die Frage des Verbleibens Andrassys alut.
Die Entscheidung steht nahe bevor.

Paris, 30. Sepi. Die „Ussembloͤe Nationale“ meldet
nit aller Gewißheit, daß die Vermählung- des Prinzen Louis
Napoleon (Lulu) mit der Prinzessin Thyra von Dänemark denn
»och entfchieden sei. Der Anstoß zu dieser Verbindung, welge jetzt
als eine reine Herzensangelegeuheit hingestellt wird, sei von dem
Beneral Fleury ausgegangen, der glückliche Abschluß der betreff n⸗
den Unterhandlungen dem Herzog Padua, einem ehemaligen Mi⸗
zisser des Innern Napoleon III. und eifrigem Bonapartisten zu
anken.

In Libna wurden 14 Kanonen und große Munitionsvor⸗
zäthe wie auch viele Pferde erbeutet und 1800 Gefangene gemacht.
die Oesterreicher halten 3 Todte und 37 Verwundete. Die Haupt⸗
ührer der dortigen Aufständischen sind gefangen. Erzherzog Johann
vurde zum Stadicommandanten ernannt.

Die jährliche Ausfuhr von Petroleum aus Nordamerika hat
etzt einen Werih von 48 bis 62 Will. Dollars, und es ist in
»en eiwa 10,000 Oelquellen des Landes einschließlich der Roͤhren⸗
eitlungen ein Capital von wenigstens 100 Mill. Dollars angelegt.
Die Lage des Marktes ist gegenwärtig für die Oelerzeuger schimm;
s8 herrscht fortwährend großes Angebot bei geringer Kauflust;

Rohsl ist seit einem Monat mehr als 15 pCi. gefallen. Die Ge⸗
iammtausfuhr aus Amerika betrug vom 1. Januar bis 10. Sep⸗
ember 1878 4,277.000 Faß (gegen 4,777, 000 in dem gleichen
Zeitraum des Vorjahrs.) Trotzdem hat die Oelerzeugung nicht ab⸗
Jenommen; sie detiägt noch immer 40,000 Faß tägl'ch. Dagegen
ist man mit der Anlage neuer Brunnen zurückhaltender gewesen.
— Ueber die neuentdecken californ schen Oellager hören wir Fol⸗
gendes. Im letzten Jahr hat man dem Erddl in Californen
zrößere Aufmerksamkeit geschenkt und dabei eine „Oelregion“ ent⸗
deckt, die nicht allein mit geringen Kosten lohnend auszubeuten ist,
ondern d'e auch eine Aufregung unter den Speculanten hervorge⸗
ufen hat, wie sie seiner Zeit in Pennsylvanien (wo bisher allein
Del erzeugt wurde) nicht größer war. Die haupisächlichste Petro⸗
eum-Gegend Californiens befindet sich in San Buena Ventura
zounty und ist bis jetzt nur an wenigen Stellen angebohrt worden.
das californische Rohpetroleum ist grünlicher als das in Pennshl⸗
‚anien. Etwa 8000 Acres des Oeldistrietes sind bereits von
Zrivatpersonen angekauft. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Cali⸗
Irnien sämmtliches Petroleum zu liefern im Stande ist, das westlich
om Felsengebirge verbtaucht wird, und daß es noch große Mengen
ür de Ausfuhr nach Australien und den Südseeinseln übrig
zjaben wird. (elbericht von Wirth &amp; Comp. in Frankfurt a. M.)

Vermischtes.

Bei Gelegenheit der Kirchenfeierlichleiten in Speyer werden
im Sonntag den 6. Oklober folgende Extrazüge gefahren: a. Von
St. Ingbert ab um 5 Uhr Morgens, von Zweibrücken ab 5 Uhr
5 Min. Morgens, von Bexbach ab 5 Uhr 30 Min., von Schwarzen⸗
icker ab 5 Uhr 43 Min., von Homburg ab 5 Uhr 55 Min., von
zandstuhl ab 6 Uhr 31 Min., von Kaiserslautern ad 7 Uhr 5M.,
on Hochspeyer (Auschl. an Zug 212 der Alsenzbahn) ab 7 Uhr
29 Min., von Neustadt ab 8 Uhr 3 Min., Ankunft in Speyer
zUhr 45 Mim.; b. von Ludwigshafen ab un 7 Uhr 30 Min.,
Norgens, Ankunfst in Speher um 8 Uhr 17 Min.; c. von
hermersheim ab um 7 Uhr 40 Min. Morgens, Ankunft in Speyer
im 8 Uhr 9 Min.; d. von Speher abum 9 Uhr 20 Min.
Abends. Ankunft in Germerbhein um 9 Uhr 52 Min., in Woͤrth
im 10 Uhr 50 Min., in Lauterburg um 11 Uhr 20 Min.; 6.
»on Speyer ab um 9 Uhr Abends, Ankunft in Neustadt um 9
Ahr 46 Min., in Kaiserslaulsern um 10 Uhr 532 Min., in Land⸗
tuhl um 11 Uhr 23 Min., in Homburg um 11 Uhr 59 Min.,
n Schwarzenacker um 12 Uhr 14 Men., in Bexbdach um 12 Uhr
19 Min., in Zweibrücken um 12 Uhr 30 Min., in St Ingbert
um 1 Uhr 7 Min.

7 Zweibrücken, 30. Sept. Zur Preisvertheilung bei'm
igl. Landgestüte wurden diesmal vorgefüöhrt 21 Stuten von 42
Jahren, 16 Mutterstuten wit Fohlen, 86 Siutfohlen, 22 Hengst⸗
ohlen. Fur 49 jährige Stuten, die das erste Mal trächtig gehen,
vurden 10 Preise von 170 bis 40 M. und außerdem drei Dip⸗
ome ertheilt; fuͤr Stuten, d'ie früher schon einen Preis erhalten
satten und mit einem Fohlen vorgeführt wurden, zeha Preise von
00 bis 25 M. und außerdem drei Diplome; für Stutfohlen
wölf Preise von 90 bis 20 M. und außerdem 8 Diplome; für
Zengstfohlen sechs Preise von 70 bis 27 M. und auferdem ein
Ddiplom, endlich noch zuei Weitpreise von 12 und 8 M.

FZweibrücken, 1. Oktt. Bei der gestern dahier abge⸗
jaltenen Verloosung von Pferden ꝛc. haben folgende Nummern
Pferde gewounen: 1192, 1980, 2197, 2410, 4440, 5238,
1802, 7979, 8952, 10400, 11424, 13024, 18192, 16823.

Gw. 3.)

f Auf der Versammlung von Bienenzüchtern in Rocken⸗
hdausen, die von etwa 180 Personen besucht war, wurde be⸗
chlossen, die Einrichtung eines Honigmarktes für die Pfalz anzu—⸗
treben, und darauf hinzuwirken, daß ein Eingangszoll auf fremden
—QXW (FIr. W.)

fFrankenthal. Die diesjährige Ausstellung in München
heim Okloberfest wird von vier Gemeinden des Bejirks Frankenthal
mit Obstsorten beschickt werden, nümlich von Kleinkarlbach, Studern⸗
        <pb n="558" />
        heim, Lambtheim und Kleinbockenhdeim. Die Bemeinde Lambsheim
stelli 80 verschiedene Sortimente von Aepfeln und Birnen aus.

4Speyer, 30. Sept. Die Direkt'on der pfäzischen
Bahnen hat den ausmärtigen Besuchern der Bischofkinthronisations⸗
feier eine 50prozentige Fahrpreissermäßigung für die Tage vom 5.,
6. und 7. Oktoder in der Weise gewährt, daß die einfachen Billete
nach Speyer zur freien Rückfahrt berechtigen, wenn sie von der
—AVV
Vorweis eines von den Pfarrämtern ausgestellten, mit dem pfarr⸗
amtlichen Siegel versehenen Legitimationsscheines.

Einem Manne Namens Tod in einem Orte der Pfalz
wurde im Laufe voriger Woche Nachts das Kraut aus seinem
Garten gestohlen; an einer Bohnenstange aber hatten die lustigen
Diebe ein Zettelchen angehängt mit der Aufschrift: „Für den Tod
ist kein Kraut gewachsen.“

fF Diedenhofen, 26. Sept. Gestern schoß Major v.
Dinkloge auf der Jagd von Moyheuvre einen großen Wolf. Auf
der gleichen Jagd ist auch ein Siebenschläser geschossen worden.

F Beim Kreislandwirthschaftsfeste in LRandshut war ein
Mastschwein ausgestellt, das 700 Pfund wog; dasselbe wurde
sofort um 350 M. verkauft.

4 Freiwilligen⸗Prüfung in Köln. Von den 90 jungen
Leuten, welche sich der Prüfung zum einjährig⸗freiwilligen Militär—⸗
dienste unterzogen hatten, sind nur 20 durchgekommen. 42 fielen
schon im schriftlihen Examen durch.

4 Vor einigen Tagen erkrankten in Lößnitz (Sachsen) 14
Personen durch den Genuß von Mehlspeisen; eine Frau starb sogar.
In Folge Dessen ließ der Stadtrath 16 Sack Mehl aus dem
Lager des Verkäufers untersuchen. Das Gutachten des Chemikers
Dr. Geißler in Dresden hat ergeben, daß alles Mehl, welches aus

dem Verkaufskasten des Bäckers entnommen wurde, mit einer sehr
beträchtlichen Menge Arsenik vermischt war. Das in den Säcken
enthaltene Mehl hat sich dagegen als nicht arsenikhaltig erwiesen.

Am 23 Sept. wüthete in der Gegend der rufssichen Hafen⸗
stadt Kertsch (Krim) und auf dem Meere ein furchtbarer Otcan,
welchem außer mehreren mit Getreide und Waaren beladenen Schiffen
im Werthe von über 5 Millionen Rubel, auch viele Menschenleben
zum Opfer fielen. Die im Hafen befindlichen Schiffe wurden von

den Ankern gerissen und an's Ufer geschleudert; gegen 15 leichtere
Fahrzeuge in Splitier zertrümmert, und auch der Hafen selbst erlitt
nicht unbedeutende Beschädigungen. In der Stiadt Kertsch sind
über 40 Häuser zertrümmert worden. Vom Ufer aus den strandenden
Schiffen ertönten mitten durch das Orcangebeul berzzerreißende

P. P.
ihen beehre mich, ergebenst anzuzeigen, daß ich unterm Heu⸗
Geschäfts— und Consultations—
Bureau
dahier eröͤffnet habe.
Mein Bureau befindet sich vorläufig noch bei meinem seitherigen
Prinzipale Herrn Gerichtsvollzieher Faßbender dabier.
St. Ingbert, den 83. Oktober 1878.
I. Hiclcer,
Gehilfe bei Herrn Gerichtsvollzieher Faßbender.
Geschafts⸗Empfehlung.
Hiemit die ergebene Anzeige, daß ich die
Wein⸗ und Bierwirthschaft, welche August
Mäüller in der Blieskasteler Straße inne hatte,
ibernommen und solche bis Samstag eröffnen
verde, mich einem geneigten Wohlwollen bestens
empfehlend. Philivpy Paulus, Wirth.

nenschlicht Süummen, welcht vergebens um Hilfe flehlen. Außer
zielen Unglüadsfallen in Kertsch, deren Zahl noch nicht erminch
durde, damen 60 Matrosen um das Leben. Auch das russisch
Zriegsschiff ‚Krikun“ ist dabei zu Grunde gegangen.

7 GEin weiblicher Ruderhauptmann.) „Sowremlennha Ip
viefirja“ melden, daß im Distrikt Pawlosk in Südrußland sich eine
weihundert Mann zählende Rauberbande gebildet habe, welche das
zanze Gourvernement beunruhige. An der Spitze dieser Räuberbande
teht eine junge, bildschöͤne Frau, Namens Aloline Terentien Mies;-
owa, eine Bauersgattin aus dem Dorfe Slobodyozere, welche sich
rüher mit Rubelfälschung beschäftigte. Auf den Kopf dieset weib—
ichen Räuberhauptmanns hat die russische Regierung einrn Preis
don 15,000 Silberrubel gesetzt. 4

fF Eine weitere Erfindung Edifon'»s. Ein
Mitarbeiter des „New PYork Herald“* theilt dem Blatte mit, daß
ẽdison augenblicklih mu einer Erfindung beschäftigt ist, die —
venn sie zu Stande kommt — eine große Wohlthat für die Blinden
n sich schließen würde. Der Berichterstatter hatte dem genialen
Manne einen Besuch in seinem Laboratorium abgestattet. Edison
chüttete Wasser in eine Flasche und schrieb mit dieser Flüssigkeit
nif ein Blatt Popier. Die Schriftzüge waren blaßgrau. Rach
Berlauf einer Minute hoben sich jedoch die Ränder der Sarift
züge und verhärteten sich so, daß die Schrift merklich erhöht war.
„Führen Sie Ihre Finger über die Schrift,“ sagte Edison nun
zum Korrespondenten, „und sehen Sie zu, ob Sie den Charakter
der einzelnen Buchstaben nicht durch den Tastsinn erkennen können.“
Der Ber'chterstatter lonnte sich überzeugen, daß die Buchstaben
»öllig erkennbar waren. Edison fuhr fort: „Die Blinden haben
einen sehr empfindlichen Taftfinn. Indem sie mit dieser Tinte
schreiben, können sie unter sich schriftlich verlehren, waß ihnen eine
neue Aera des Glücks und des Fortschrittes eröffnen würde. Ich
zin jedoch noch nicht mit mir und meiner Eifindung zufrieden.
Die Buchstaben müssen sich noch viel ma: kanter vom Papier ab⸗
seben.“

Braunschweiger20 Thlr⸗-Loose von 1868.
Bei der am 30. Sept. statigehabten Verloosung fielen auf folgende
Nummern höhere Gewinne: 120,000 M. auf Nr. 16 der S.
625; 15,000 M. auf Ne. 8 der S. 4555; 9000 M. auf Nr.
16 der Serie 3557; 2500 M. auf Nr. 45 der Serie 8754. Die
Zahlung erfolgt am 31. Dezember.

Fur die Redaction veraniworilich: F. xX. Deme ß.

Bekanntmachung.

Die Feldtauben sind während
der Saatzeit, und zwar von heute
bis 10. November eingeschloffen
zu halten.

Si. Ingbert, 3. Olt. 1878.

Das Polizeikommissariat:

Marlein.
An die Stelle
es verlebten
herrn Notar
Wiest als Notar nach
Blieskastel versetzt, ha⸗
he ich meine Amesstube in
dem Hause meines Vorgän⸗
—V —
IZC
— — —

Warnung.
Ich ersuche hiermit Jedermann,
neiner Frau Elisabetha
—XV
auf meinen Namen etwas zu
dorgen noch zu leihen, indem ich
nichts mehr für dieselbe bezahle.
St. Ingbert, 2. Olt. 1878.
Carl Feichtner, Bergm.
Haasenstein &amp;
Vogler.
Prsto und ũlteste
Annonten⸗Erpedition
RrarnKfurt a. Maim.
Filialen in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

zart, Würzburg, Ulm.
Freiburg in Baden.
Besorgon ꝝu Originalpreisen
ohne alle Nebensosten:
Itollen · Qecuohe, 7aobtongen,
Vaoanzen · Angod Baobmiacionen,
cauf·&amp; Verraasu- Lobrathe· Ostorter
Anaeigon. Duoroe Ameig
in alle Zeitungon der Wolt.

F
23

Die Hauptblatter der
chweiz und Prankreichs
ind von uns gepachtet &amp;
nehmen Anzeigen mur

—

Drucf und Hersog von F. X. Demen in Et. Ingbert.
        <pb n="559" />
        52 52 222 2388385352232233 22 — —EVe
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— S 5 — — 2 ⁊ — — — —2 —5 3 3 —— 52 m— 28
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2585 —A 0 . —A— 2 — 5555 ——— 5

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— S —2— 2 2 —2 3——535 585—S8.. — —33325325
* —— —2 — 22 2822 —— * —
8552 5. 5 ——332 —— 53222 ———333—2528 2 2
25 35—353 —— —33335—3—6 w —523 — 353355
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5355 52—5232556 2553 —1u 82575 2B222 —
— — — 8 2 —8 8 32 2
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— *15355 72355.—5—* —5 — —5555 23338355
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2282 32 — * 3 —32. -æ5 22 22 — 8 S53 7 * 538 5
3 — 3 — 3333
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22 — 2525 5333383 5253 5— —2855 8 2538* —* 575328 22
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2283552 25533 5637853 —
352285 3 5833 48335355 —xz5533 — 333853853— 78
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—5308 52 5555 —A 5s225 —5253
8* —— *27 DE — — 25552* 553 25
—— —— 525
5835 5375 2— 3 3 — — 85 32
—5 5558* 82 282 — 2 228555
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22 * 5235 —228535 2 6 —232— 2
—— 8 — 2 —222 352 — s 228 — 2
33553 735 —55 3 — —53* 5353835
555 8 —— 22 —A 2 53 8 — 5 ———
— 2 — —A— —— — —A —— 7 — 5*
38—33 33
—A 50 — 5383—7— 553 58258
———— 385235, 53835358
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5563— 733 3833—52—2 —s 58 225322
—383335 z38 33 38
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3z5—55—8335 3 283
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55— 28584
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255553 *
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2—5255 —
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238 —XX 2
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— 7— 525
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8 —A 3 —
23353227—85
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—7322—23
187 —— 8
21 5353 5

22 *
222 — 2
s55 555 75 55 3833 .S283
— 5 523228 z533 83256s 5883338338
28* . 52 55* s 532* 53 252. F —— 5222528
55 5S5 23 82 38 53535 528. 75 5232* cz5 5 A
z3. 335 3253 5—5 53333 772 3 8 6553
53 555 2583 68 2 —35355 25 552 —57——523 78—2338
— 5E5 232 *
552 ⸗2 9 —— *— 5 8 — — 53—2213232 e —A— * * 1 —
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225 2 2* S ⸗ 2 2 S8E 5— 8 20 e 9 —— —E
5358 5583 385 A —*233— 7583833 52383 58
—A A— 882 5 — 5 2338 — —8 8E —2 53 83
525393 553 . 2—25 82232328 5. 53 — —5 —3 3855 — —
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— 2 — 2—28* 3 *»8s822 5398032 52586 8 ae 52
3353533. 757 538 3 3 s 3,25383
— 55 —28 833 —E— 27 2255 2 —7—7— 2
J. 38 — 33435338388ö
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5855383 5555535 55 52838 * — — 2*
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55535 — —— 7— 2 58835 —
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584 09 52* 25*2 3 23253 223 22* 32 —32 — 5*25 —
5233825 553——12553 *2 — s. 2 838
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5832632 80 53378 5385 352 3 555 5553——335 235
* 5 — * 22 * —A 2 — 22 — —
5— 4525 78—2 38— 33535*86565 s———E 533. 53 55 *
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—A * 3 * *23 52325 — 2
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2* J — * * 2285* 5 7 —X2
ex 55 —55*5555232 —242 —2355—EB08 * z233282
55 38363238 18235 2838 2538388 — —
* 85 52 22 23555 33 35385 222533
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z2ez 5555 35 3883 55555 353233
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22322 28 —A *82 3232 — 5 2 —2 * — —*—
55558 523338—383553 —23235 23553 — 68335355—**
—3 —— *8* —— * —* 2285
55253 —53888323368 —5 58 3255 —2 53* — 88
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z888 55352333328* 5733 3585 22333 5533 5—352235 35323 33
8 23 4 528 — 2 5822 352 5 ——— 5325 S
25.2528 2232* —E 55 22 25 * 55338—558 5 *
2.252* 53222 2 8575 — —A —A — c5*55 —*
8 —— 585583260 —X — 2** 5* — — — — —S 28* —2 27*
632 — — E— 5—2 —260 —
58 /3 —385535335333 —x257 56535 33533., 355* 5353358s8333
* S —— — — 8 2 —— * * 3235 —2 2 2 22 — —
527 5*6 2632232. 38 3 25 2682 282828 — 322 säü 55 5
—X —2232633535, 3338 55* 3258332753 A 55
28 3222322 2S87 —X 7 —— —5553535 — 22235538 —5
— ——— 530 55553353573 —*
— 5E52788 2—383353. S5.383E533 528333538
5 28332 3233358388 — s563235 *
ẽ O — 252———— 58353 583 —333523552365 I BS T228
8s 25 — *2558 5—63336
—— E88 0⏑ 36 2135523688 — 158
—A ——— — 5 55
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        — 2 2 —3 29283 85 * 3 * 57
835 55337 — . 3323 —838
2 3 333333
— — 2* 7 ⸗ — —
23353833237* 552 25 — —— ——
z25— 583333 3—8233235 *57 232 223
35258 25 — 53533232335.3293 22 2353
83 33 232353 3833325
z9 2 8 2 — 73
3 533 36
e28 3332,32 2 ä 5328 2—3838* 2 2 5 *2 8
A 22 —AA—— *2 —A— 2 — —8 — 2* 23 7 — — — 20 &amp;
—85,5 2 .— 272758233237 * — 5* * 3 2 2
3— 3 3333 8 3388
* 2
— 3. 28253 ——3 38 2 38535
3 — 3 — 38 23 28 83338
— 2555835 2 27 333
283 3 322382338358723 —A 5223 — 232 2337
3 — 3528832 5* 3 28 3 22 3
* 5*85855 22 — 38* 2* — 238 22 2 J
585 328 35535 — 383535825 255 5225 2. 2 2. 5. 8528
5287* 2— —583 35—3355535 3535 5532 53 8 2 * 872.*
25 8*5282557232 * 3 235223 8 — 8 52 25 s 2. 85
33 3— 3—3 32.3352365 2353 283 538
2233
523 — 223—332328 8 236 * — 2238 81 *c 2 227
—A—— ——3 2 282—53 —23 52 — 3 . 7825 —A —— 8 5522
3358 *»53333335 2313 —83533 5. 5—333* 24 53 38 —
—J — — — V— —5 572375
1333 3 8 3 533555 353 3225 555
⸗ 2
23.. 3 —535322 —33 23c3 5 335335 55 372 53 8358 2
2283 2835—232—3 335—326— 2222 — 28523228
* 53 3 38
218322533—5*332534
* 2. 3 2* 3 5323728
22773 *5 8* 227 233 5328
—3
2523 828 223333358
5.8 572535 S—
2 *8 —— 25338
5334342* 131 33*3227—
33388 88* 53558335
37— 253218 8533287 2
—
183887 —
3838 257 5333 3 5
2 2398*25 13228 22
Z 52 * — — 5 2* 2 3337 58 72
2 2S52 53 2
38386 2* —* — * 286
2 2285* * 2 —A——— 2
— 3393 2
255333885 22228 523233 —
7 J 2 235 2 2 223
— n 2 20 *
— 22 2—352* —
— 2728 552 3* 5237232 *F
53581* 38
*858 3 2 *223*8325835
d 8* 2832 21112*88 53225233
—D—— —V 2333287 33
68 J
253253288 e238
———— 58 E⸗ 255532 23 5223232
* 535373353 25
9 e 8* 22272 3223238
35328 22523533233
233352
—A

4 —
31 —A —E8303
2 522 —— c 27 *532
5 —— 22 528 378
2—53 53523537 —A—
3853333338388.
ä 2222 xñ25382252

—A *25 738 —57

— —2 27— A3 23

2.* 832 2.3 *

—— 223. 5 * 2. 2. 2 23
23252 — ————
2 —A — ——

5387382—83355358
52213 335353237
232383238 3*2357

— 58552
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2353 3 5 5335*32
28* 53*3 23253378
22535 —3222*228
—28

2* — 2 *3

288235382 52283.*

2825 22 552* 2 *
*52523353 35832258
22 * 32 —A
5 53 —828232
281353555335623
8 55533322303
51355535323883

3733852
337283855*—2258

— 2 — 7—

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5—33 3 —2 3 2. 2 2* 222 33238 3

2 558538 253323232 53 3268 5538555

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— — * — 2—72 1223838 — 5 2 3. —

*5 * * 23 *575 326888 5333535 325 —8
25857 Tc2.8 * 385333328 53 78538— *
*32 232339535 328233533355 3

* 2
583 33538 79 233388 53355 8
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25* 33*2332335 27 5738355* 558
7 —4— 38 55 2.3 5823872722 —c3 — 8

* — — 5531532 —88 — VV *

w 50 358 5232 — * .22.2* E E s —
53332353538 — 2855853553 3 *
*555 — 27352 283

85 2 2 25333 2532 S837 — 2 *
—— 52337 2223223 5s82223 3
———— S253 2 523233 3223
33333 22333 — — 2.2. 52 ; —*
— 33825323 2 255 253528 8
722. 3338 2223 — 2555385 322328
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5*3 5822 —A— — 3 2. 8 2322 2
2 22 5 72 225 *22 — 8 S4 2
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353353 332 — 322 3
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88 — 2535 28388 8
23 2 82233 — — 2 —
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        Si. Angberter Anzeiger.
— g — T m— à . ä[.

der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltun zablatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wocheatlich vliernulz Dieustag, Donnerstag, Sanstag und Sonutag. Der Abounementsvreis beträgt vierteljährlich

WMarlk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von An3 vurts nit 135 Vrfur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neela neu
mit 30 Pfa vro Zeile berechnet.
M 157. Samstag, den 65. Oktober

—VUVWAoÄÜ— — — — — — —⏑ — ——
Agö
Deutsches Reich.

Die „Corr. Hoffm.“ meldet: „Die k. Siaatsregierung beab⸗
sichtigt mit Einführung der Reichsjustizgesetze die Kompetenz der
Schwurgerichte für Aburtheilung von Preßsachen mu beschräuken,
mdem sie in den 88 18 und 28 des Reihspreßgesetzes mit Strofe

hedachten Vergehen wieder der Aburtheilung der Schwurgerichte
entzieht.

Berlin, 2. Olt. Die Reichstagskommision hat heute die
weite Lesung des Sozialistengesehes beendigt. Trotz der Einwendungen
des Grafen Euleuburg hielt die Mehrheit der Kommision (18 gegen
7 Stimmen) daran fest, daß das Gesetß vorerst nur bis 81. Marz
1881 gelten solle. Auch bezüglich der Recurdinstanz (G19) hielt
man an dem Beschluß der ersten Lesung (vier Bundesralbamitglieder
und jüaf richterliche Mitglieder) fest. Auch 8 20 wurde in der
hm in zweiter Lesung gegebenen Fassung belassen, nut wurden die
Worte „sowie der Landeabertretung“ gestrichen, so daß also von den
zuf Grund dieses Paragraphen getroffenen Anordnungen nur dem
Reichtstag Rechenschaft gegeben werden muß. Statt des in eister
Lesung beschlossenen 8 162 wurde als zweiter Absatz des 8 16
solgende Bestimmung angenommen: „Unter dem in Abs. 1 des 8 16
bezeichneten Voraussetzungen kann gegen Gostwirthe, Schankwirthe
ind Peisonen, welche stleinhandel mit Branntwein und Spiritus
teeiben, sowie gegen Buchdrucker, Buchhändler, Leihbibliotbekare und
Inhaber von Lesecabineten neben der verwirlten Freiheitsstrafe zu⸗
gleich auf Untersagung ihres Gewerbebetriebes erlannt werden.“
—XXX
zegen Buchdrucker ꝛc. wieder hergesiellt.

Berlin, 2. Olt. Fürst Bismarc wird am Freitag als
Zeuge vernommen werden. Nachdem das wider von Loss wegen
Beleidigung des Reichskanzlers ergangene Urtheil des stammerge⸗
ticts von 29. Sepi. 1877 durch Beschluß des Obertribunals vom
22. Mai d. J. vernichtet worden ist, hat das Kammergericht einen
Termin behufs nochmaliger Verhandlung auf den 4. Ollober an⸗
beraumt und beschlossen, den Fürsten Bismarck zu diesem Termine
borzuladen, um fein Zeugniß daruüͤber zu vernehmen, ob ein Protest
zegen die Ernennung des Grafen Arnim als Botschufter in Lon⸗
don eingelegt worden ist. Betanntlich halte Herr v. Los bestritten,
zaß dieser Protest von der englischen Regierung eingelegt worden
sei, und beantrazte erstens deplomatische Sachverstaändige darüber
ju vernehmen, ob Fürst Bismarck nach den maßgebenden Grund⸗
jaͤtzen des diplomatischen Geschäfisberfahrens berechtigt gewesen sei,
einen nicht von der eaglischen Regierung empfangenen Protest schlecht
hin als einen Protest gegen die Ernennung des Grafen Arnim zu
bezeichnen, und zweitens die zur Zeit des Protestes im Amte
gewesenen englischen Minister Lord Granville und M. Gladstone,
welche deu Protest in Abrede gestellt haden. darüber vernehmen
u lassen.

Berlhin, 2. Ockt. Die „N. A. Z.“ erklärt das Gerücht,
die Kegierung deabsichtige, falls das Socialistengesez nicht zu Staude
lorame, dem jetzigen Reichsstag einen anderen Gesegentwurs auf dem
Boden des gemeinen Rechts vorzulegen. füt vollständig unbegründet;
die Regierung halte eine wirksame Bekampfung der Socialdemo⸗
tratie nur durch ein Specialgesetz für mönlich und werde von diesem
Zesichtshunkt aus jedenfalls auch weiter handeln.

Straßburg, 2. Oct. Die Stadterweiterungscs nmission
zat sich sicherem Vernehmen nach für die Durchführung des dom
hiesigen Stadtbaumeister Conrath vorgelegten Planes ausgesprochen.
Da in diesem Plan auch die Anlage von zwei Häfen dotgesehen
iß, so darf wohl auch die Canalfrage (Kudwigshafen⸗Siraßburg)
als in bejahendem Sinn erledigt gelten (d. h. soweit es Straßburg
vetriffi). — Der 845j0hrige Bischof Räs ist, wie ich hoöre, vor eiwä
3 Tagen einem großen Ünglück entgangen. Er fuhr nach dem
Dorse Gerberschweler zur Einsegnung der dortigen neuen Kirche.
In kurzer Enifereng vor dem Dorfe scheuten die Pferde vor einem
heranlommenden Esti. Die Kutsche fiel den hoben Straßenabhang
hinunter, wobei sie zerbarst und ein Pferd umlam; der Bischof selbsi
lam ohne d'ie geringste Verleßzung davon.

Ausland.

Paris, 2. Ott. Im Ministerialrath wurde heute als Tag
der Preisvertheilung für die Ausstellung der 21. Ollober festgesetzt.
Es wird dabei aui die Anwesenheit des Köigs von Spanien, des
Ptrinzen und der Prinzessin von Wales, des Kronprinzen von Däne-

mark, des Prinzen Heinrich der Niederlande, den Grafen und der
Bräfin von Flaudern, der Erzherzoge Victor und Fri⸗drich gerechnet.
Am 22. Oknoder wird dann das große Fest im Schiosse von
Verfailles gehalten werden. (t. 3)

London, 2. Oct. „Die Times“ veröffentlicht eine Zuschrift
des ehemaligen Vicckönigs von Indien, Sir Lawrence, welche einen
rieg gegen Afghanistan als sür die Finanzen Indiens kosispiclig,
mißb lligt und erklärt, es sei keine Schande für England, sich mit
dem Emir Sher Ali zu vergleichen.

Belgrad, 2. Oct. Mehr als 4000 bosnische Insurgenten,
»arunter zwei Paschas, 200 Beas und ein ganzes Nizam⸗Batallon
lüchteten nach Serbien, woseibst sie entwaffnet und internirt wurden;
zieselden führten 3 Krupp'jche Geschütze, einige tausend Hinterlader,
ziele Pferde, Proviant und Munition mit sich. Fast taͤglich über⸗
chreiten kleinere aclische Insurgentenbanden mit Weib, Kind und
habe die serbische Grenze.

Petersburg, 2. Oci. Der „Neg!erungsbote? veröffent⸗
licht einen kaiserlichen Befehl, wodurch die Polizei und Gendarmerie
rmächt'gt werden, alle Fabriken und Manufacturen jederzeit zu
zifitiren. Durchsuchungen müssen im Beisein des Fabr kverwallerß
bolljoaen werden.

In Rußland ist man bitterböse auf Deutschland, und nament⸗
och ist Fücst Bismarc dort die „bestgehaßteste“ Perjönlichket,
rährend seine Popularität früher eine sehr große war. Wenn ein
in Großen und Ganzen maßvoll gehaltenes Blatt wie der „Novole
Vremza“ sich in den heftigsten Ausdrücken gegen Deuischland's
bolitik ergeht, so ist Dieß siher ein Ziichen hochzradiger Verstim⸗
nung. Das russische Blatt sagt unter Andecem: „Man hat er⸗
varten dürfen, daß Deutschland eingedenk der tiefen Dankbarkeit.
velche es Rußland schuldet, die Aufgabe der russischen Diplomatie
richt zu Gunsten Begesnéfield's erschweren und verwickeln werde.
ẽͤbenso, we Rußland damals Preußen die Lösung seiner nationalen
lufzabe erleichtert, hätte Dieß Preußen in Beziehung auf den
Irient für Rußland thun müssen. Es ist anders gekommen: Der
Sinfällige“ Vismarck hat sich durch einen pradlerischen Beaconefield
essein lassen and an Gorischakoff gerächt. Der deuische Kanzlee
jat seine politische Pflicht, seine Verantwortlichkett vor der Zulunft
Deutschlands der kleinlichen Genuzthuung pexsoöͤnlicher Eigenliebe
um Opfer gebracht. Als ene starke Natur wird er wahrscheinlich
ine Reue darüber fühlen. Deutschland wird es für ihn zu de⸗—
euen haben. Wer haben von Fürsten Biamark erwartet, er werde
das diplomatische Geschck des Grafen Schuwaloff erganzen durch
ein Talent zu Gunsten Rußlands und der Völker, fur deren Be⸗—
reiung es sein Blut vergossen, nicht aber, daß der große deutsche
Staatemann aus perfoͤnlicher Gereiztheit in Beziehung auf die
uffischen Diplomaten die Stelle eines Intriganten spielen werde.
Die deutsche Politik mag vor dem Kongreß gewesen sein, welche sie
volle, waͤhrend des Kongreffes ist sie eine Rußland entgegenwirkende
ewesen; wenn sie aus einer persönlichen Rache des Kauzlers erft
o geworden, so stellt sich eine solche Unsol-erichtigkeit der deuischen
Bolitik als eine unverzeihliche Ungereimtheit heraus. Wir haben
sterreichische Freundschaft während des Krimkriezes, preußische auf
»em Berliner Kongresse etiahren. Nun — wir haben genug daran!“

Bermisqtes.

Sit. Inabert, 2. Olt. Einer in Blieskastel von
München angelo nmenen Privatcorresponden; nach soll das Land⸗
zerichht Blieskastel bei Einführung dir neuen Gerichts⸗
—IL

f. Zweibruncken, 25. Sept. Schwurgerichts⸗Verhandlung gegen
Samuel Weimer, 88 Jahre alt, Schuhmacher von Sippersfeld, ange-
lagt des Todtichlags, vertheidigt von Anwali Kieffer. Der Angeklagte ist in
einer Gemeinde allgemein alb ein finsterer, abstoßender, roher und unheim—
icher Mensch bekannt. Schon in seiner Kindheil jeigte er sich unvertractig
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        and ungezogen. Beim Militär zog er sich mehrere Insubordinationssteafen
zu. Seine Ehe mit der nunmehr verlebten Katharina Buch war nicht glück⸗
uch. Veide Eheleute lebten mit einander in beständigem Streit; sie belegte
ihren Mann oft mit den abscheulichsten Schimpfworten, und er pilegte sie
dafur auf die gröblichste Weise zu mißhandeln, so daß die Spuren hievon
manchmal lange Zeit an ihrem Körper bemerkbar waren. Die Ehefrau ver—
ließ schließlich, um den fortgesetzten Mißhandlungen zu entgehen, und in
Furcht, ihr Mann möge sie noch umbringen, die eheliche Wohnung und bezog
einige Tage nach Ostern l. J. bei den Eheleuten Martin in Sippersfeld eine
andere Wohnung. Ihr Ehemann hatte hiegegen Nichts einzuwenden und
berforgte sie selbst noch am nämlichen Tage mit verschiedenem Hausgeräthe
und einigen Lebensmitteln. Ein vierjähriges Söhnchen nahm die Mutter in
hre Wohnung auf, während die übrigen drei Söhne bei dem Vater blieben.
Die Haushaltungsgeschäfte bei dem Angeklagten wurden anch nach diesem
Wegzuge von dessen Ehefrau besorgt. Dieselbe bezog auch von dem Ange—
klagien einzelne Lebensmittel; doch war derselbe in dieser Beziehung so spar—
sam, ja geizig, daß seine Frau zu ihren in dem benachbarten Orte Gonbach
wohnhafien Eltern ihre Zuflucht nehnen und diese ihr Unterstützung gewähren
mußten. Sie hatte nun allerdings keine Mißhandlungen mehr von ihrem
Manne zu erdulden, aber sie beklaͤgte sich oft bei ihrer Ruckkehr aus der Be⸗
hausung ihres Mannes über die von diesem und ihren Kindern gegen sie
ausgestoͤhenen beschimpfenden Redensarten. Am 16. Juni abhin begab sie
sich des Nachnmittags um halb1 Uhr wieder in die eheliche Wohnung, um
die Haushaliungsgeschäfte zu besorgen. Obwohl sie sich vorgenommen haite,
nicht lange dort zu bleiben, hielt fie sich den ganzen Nachmittag daselbft auf
ind war' ganz vergnügt und munter. Der Angeklagte würdigte sie jedoch
keines Vlikes Gegen 8 Uhr schälte sie Kartoffelnn, und schon jetzt wäre es
beinahe wegen Brennholzes, das sie den Angeklagten in ihre Wohnung zu
chaffen bat, was dieser ablehnte, zu Zwistigkeiten gekommen, und Nur die
Nawesenheit des Zeugen Lenckel, der bei dem Angeklagten in Miethe wohnt,
md eines gewissen Becker, verhinderte den Ausbruch eines Streites. Als fich
heide Zeugen Lenckel uud Becker gegen 6 Uhr entfernt hatten, scheint der
Angeklagte seinem Zorne freien Laͤuf gelassen zu haben. Um diese Zeit jahen
nämlich Kinder, welche auf dem vor dem Fenster des Weimer'schen Hauses
aufgeschichteten Holzes standen, daß der Angeklagte in seiner Stube auf seine
Fraͤu mit einem weißen Prügel schlug, und eins dieser Kinder, die Zeugin
Katharina Folz, konnte gleich darauf durch einen im Scheuerthore des Ange⸗
klagien befindlichen ziemlich breiten Spait sehen, wie derselbe in der Scheuer
mil dem nämlichen Prügei auf seine Frau losschlug. Besagte Scheuer steht
mit den Wohnräumlichkeiten des Angeklagten in directer Verbiudung, so daß
man, um in die Scheuer zu kommen, das Haus nicht zu verlassen braucht.
Dieselbe Zeugin Folz machte auch die Wahrnehmung, daß, als der Angeklagte
die Anwesenheit der Kinder vor dem Scheuerthore bemerlte, alsbald den er⸗
wahnten Spalt mit einem Wagentuche, das schon vorher an dem einen Thor⸗
flügel innen angeschlagen hing, verdeckte, so daß inan nicht mehr in die
Scheuer sehen koͤnnte. Ganz um diese Zeit hörte ein Zeuge beim Vorüber⸗
gehen an dem Scheuergiebel ein fesles Getrappe, wie weun sich zwei Personen
in der Scheuer einander nachliefen. Andere Personen vernahmen einen in
der Scheuer zwischen dem Angeklagten und seiner Frau geführten hejtigen
Woriwechsel uͤnd einen hellen aher gedehnten Schrei aus der Scheuer, der
sich 223 Mal wiederholte und der Stimme nach von der Ehefrau Weimer
ausging. Das Thor war hier, wie sich einzelne Zeugen uüberzeugien, derart
inwendig verhängt, daß man nicht in die Scheuer blicken konnte. Nicht lange
nachdem dies die Zeugen wahrgenommen, bemerkte man den Angeklagten mit
einem Stallkübel aus seinem Stalle in den Hof und von da an den Dorf⸗
brunnen gehen. Die Ehefrau Weimer wurde nach den eben geschilderten
Vorfällen an diesem Abende nicht mehr gesehen und war auch weder jetzt,
noch in der Nacht in ihre eigene Wohnung zurückgekehrt. Der oben erwähnte
Zeuge Lenckel, der gegen 7 Uhr wieder in die Wohnung des Angeklagten
gerreten war, erkundigte sich bei diesem nach seiner Frau, worauf d.rselbe,
oͤhne daß man etwas Auffäliges an ihm bemerken konnte, anur Antwort aab:
Sie wird wohl fort sein, sie ist zur Thüre hinaus.“

Am felgenden Morgen fuhr der Angeklagte mit seinem Sohn Friedrich
in aller Frühe auf den Acker, um Klee zu holen. Um halo 6 Uhr kehrten
fie nach Hause zurück, und erst jetzt will der Sohn Friedrich die Entdeckung
gemacht haben, daß seine Mutter in der Scheuer an einem Balken entseelt
ding. Der Augeklagte machte sogleith die Anzeige hiervon bei dem Bürger⸗
meisteramte und bezeichnete dabei seine verlebte Frau als geisteskrank. Auf
die Kunde ron Tem, was geschehen, eilten viele Leute herbei und fanden die
Leiche an einem Balken, welcher über einem die Tenne von dem Barren ab⸗
schließenden Mäuerchen in gleicher Richtung mit diesem sich hinzieht, mittels
eines um den Hals geschlungenen und um den Balken mehrmals gewundenen
Stranges in der Weise aufgehängt, daß der Knoten linksseitig vor dem
Ohre augelehnt war, die übrigen Körpertheile aber frei in den Barren herab⸗
hingen. Die Haare waren stark verwirrt und mit Spuren von Heu und
Eiroh untermischt; die Haube war vom Kopfe heruntergesunken und der
Rock über die Hüfien und den Unterleib herabgerutscht. Der Strang, an
dem die Leiche hing, war in der kunstlichen Weise an den Ballken befestigt,
wie es die Zimmerleute zu thun pflegen, wenn fie Bauholz aufziehen, so daß
man sich wunderte, daß eine Weibsperson Dies so fertig gebracht haben sollte.
Ter zuerst an Ort und Stelle geeilte Zeuse Peter Folz wurde bei der Leiche
als Warter aufgestela. Das erwähnte Wagentuch war bei seiner
Ankunft nur an dem einen Thorflügel angeheftet und hing im Uebrigen bis
auf den Boden und war ganz trocken. Zur Erklärung der Verhängung des
Scheuerthores mit dem Tuche behauptete der Angeklagte, er habe dasselbe,
dat vom Regen naß geworden, zum Troanen über die gagze Breite des
Thores ausgespannt. Als die Leute sich allmählich verlaufen hatien und der
Angeklagte sich unbemerkt glaubte, fühlte er der Leiche auf dem Kopfe herum
m nomentlich auf dem Schädeldache, wie wenn er dort etwas unterjsuchen
vollte, und Dies widerholte er mehrmals, wenn er sich unbeobachtet glaubte.
Den Wächter Folz ersuchte er auch einmal in den Barren hinabzusteigen und
nachzusehen, ob die Leiche mit den Füßen aui dem Boden stehe. Dieser kam
dem Ersuchen nach und konstatirte, daß die Fuüße von denm Boden ctwa um
einen Fuß entfernt waren. Der Zeuge Folz entdeckte später auf der in der
Tenne stehenden Windmühle einen Knebel, von dem die Rinde abgeschält war
und deßhalb weiß aussah. An der Bruchstelle desselben klebte noch ein ge⸗
Käuseltes derart schwärzkiches Haar, wie solches die Verlebte hatte.

Ein auf Befebl des Präsidenten gefertigikes Modell veranschaulicht aufs
Benaueste das Innere der Gebäulichkeiten des Angeklagten. Der Barren der
eser liegt, als die Tenne, ist von dieser durch ein Mäuerchen und arüber
besindliches Balkenwerk getrennt. Der Barren selbst ist 2 Meter tief. Um
in denseiben hinabzusteigen, bediente man sich eines in der Scheuer vorhandenen
Leiterchens. Es wurden im Ganzen 833 Bes und 4 Entlastungszeugen ver⸗
Jommen und zwar während des gestrigen Tages. Heute früh begannen die

Debatten und dauerten bis gegen Abend. Der Angeklagte stellte, wis fruher,
die That in Abrede.

Der Wahrspruch der Geschworenen lautete nach halbstundiger Berathung
auf „Nicht schuldig“, worauf Weimer sofort auf freien Fuß gesetzt wurde.

Kaiserslautern. Ueber die Holzschuhfabrik von Chr.

zotz dahier schreibt die „Pf. Vollszig.: Wir nahmen gestern die
helegenheit wahr, die Erzeugisse dieser Fabrik in Augenschein zu
ehmen, welche heute zu der bei Gelegenheit des Oktoberfestes in
Munchen stattfindenden Ausstellung des landwirthschaftlichen Vereins,
erbunden mit' den Erzengn'ssen der bayerischen Holzindustrie, abgehen.
Pir waren erstaunt über die Mannichfaltigkeit dieser Fabrikate,
ie alle Nuancen bieten, von den solidesten, wasserdichten hohen
5chuhen für Wiesengräber bis zu den niedlichsten Kinderschuhen und
legacnesten Damenpantoffeln. Es besinden sich z. B. in der Aus—
ellung Kinder⸗, Schüler⸗,, Frauen⸗ und Mannsgalloschen das Paar
son 1M. 40 Pf. bis zu 2 M. Basonders praktisch auch für
Urbeiter scheinen uns die Laschenschuhe, und ist der Preis für
Nännerschuh 8 M. bis 3 M. 80 ppf. und wenn dieselben mit
zeder und Nägeln auf den Schlen beschlagen sind, halten dieselben
inen ganzen Winter. Für unbemittelte Schullinder sind ungefütterte
zchnürschuhe schon zum Preise von 2 M. an bis solche für größere
Rädchen von 2 M. 50 Pf. bis 3 M. zu haben. Der Hauptvor⸗
ug dieses Ariikels liegt darin, bei kalter und nasser Witterung
mmer einen trocknen und warmen Fuß zu haben, was gewiß für
Ander, die im Winter manchmal einen weiten Weg in die Schule
Jaben, nicht zu unterschätzen ist, außerdem kommt noch das bedeutende
5. sparniß für ärmere Leute in Betracht. In Frankreich trägt
Jedermann Holzschuhe von dem Aermsten bis zum Reichsten, nur
sei uns herrscht in dieser Beziehung ein Vorurtheil.

Kaiserslautern. Auf das Gutachten des Gefund⸗
jeitsrathes hat der Stadtrath die Anlage von Versitz zruben ver⸗
oten. — Erne Commission wurde vom Stadtrath deauftragt,
nusterg'ltige Schlachthäuser zu besichtigen; ihre Wahrnehmungen
ollen sür den Plan des neuanzulegenden Schlachthauses verwerthet
oerden. — Der Gesundheitsrath wurde vom Stadnalh aufgefordert
u einem Gutachten über Vorsichtsmaßregeln gegen Einschleppung
von trichinösem amerikanischem Schweinefleisch.

fFQaisertlautern, 2. Ott. Ein Nachspiel zu den
deichstagswahlen. Die „Kaisersl. Ztg.“ schreibt: „Gestern wurde
vr Redakteur unserer Zeitung durch eine Vorladung überrasht,
velche ihm Herr Karl Freiherr von Gienanth sen. auf Hochstein
urch einen Gerichtsvollzieher hat zustellen lassen. Herr von Gie⸗
zanth fühlt sich nämlich nachträglich noch beleidigt durch das vom
iveralen Wahlcomitee im Monat Juni d. J. veröffentlichte Vor⸗
pvort zu der von Herra Dr. Zinn zu Langmeil gehaltenen Wahl
ede und hat nun von den Mitgliedern des liberalen Wohlkomitees
en Redalteur unserer Zeitung allein herausgegriffen und diesen
begen Beleidigung verllagt. — Die Sache kommt am nächsten
smamstag, den 5. Oltober, vor dem hiesigen Polizeigerichte zur
Berhandlung. — In deiselben Sitzung kommen noch zwei andere
Beleidigungsklagen zur Verhandlung, welche Hert Baron von
hienansth gegen die Herren Christan Zinn von dier und Dr.
daoid von Vudwigshafen wegen zweier Gedichte, die in der
pfälzischen Volkszeitung? veröffentlicht waren, angesttengt hat.“

f Am 29. Sept. hielt der Ausschuß des pfaälz. Holzhändler⸗
Bereins unter dem Vorsitz des Herrn Gehrlein von Maximiliansau
dei Friedr. Bauer in Haardt eine ordentliche Sitzung ab, die den
Zwech hatte, sich über mancherlei Mißstände und übder die mißliche
dage, in welcher sich geginwärtig der pfälzische Holzhandel befindet,
u besprechen und sich beschwerend an die k. Regierung zu wenden.
Zugleich wurde die Gründung einer Arbeiter⸗Unfallversicherung unter
dolzhändlern und auch sonstigen Interessenten beschlossen und die
Fiesbezügli deu Echebungen sowie Ausarbeitung von Statuten Herrn
Ferd. Jentzzner übertragen. (Pf. A.)

Dürkheim, 1. Olt. Bei dem Winzer Martin Fischer
zier wurden gestern Nachmittag zwischen 4 und 6*4 Uhr mittelst
Finbruchs goldene Schmuctgegenssände im Werthe von M. 490
und M. 2500 in Baar gestoblen. Die Diebe sind bis jetzt noch
nicht ermittelt worden.

Landau. Die k. Siudienanstalt Landau hat das neue
Schuljahr mit 370 Schülern erdffnet, 4 mehr, als bei Beginn des
»oxigen; davon kommen 221 auf die Lateinschule und 149 aui
das Gymnasium.

Speier, 30. Sept. Die Gewerbebank hatte am letzten
Samsiag ihre statutengemäße ordentliche Generalversammlung im
Basthaus zum Pfalzer Hof behuss der Legung der Geschäftsetgeb⸗
nisse des 1. Semefiers 1878. Dem dort verlesenen Geschäfis⸗
zericht eninehmen wir in Kürze Folgendes: Der Gesammtumsaß
var in dem verflossenen 1. Halbjahre M. 8,697, 041. 00. Die
—X—
zestiegen, und sind seit dem 30. Juni weitere 26 beigetreten.

F Die niueste Nummer der „Nachrichten aus Amerika“ ent⸗
jalten die Namen folgender in Amerika gestorbenen Pfälzer: Anna
Macia Becht, geb. Hellwig, aus Rohrbach, 74 Jahre alt, gest. am
        <pb n="563" />
        24: Juni, New⸗Orleans; Christian Bardes, aus Annweiler, 80

Jahre alt, gest. am 14. Juli, Cincinnati; Daniel Deprez, aus

Billigheim, 45 Jahre alt, gest. am 18. Juli, Circinnati; Su—

sanna Siben, geb. Glaßer, aus Deidesheim, 68 Jahre alt, gest.

am 19. Juli, New-Orleans; Wilhelmina Carolina Uehlein, geb
Munter, aus Homburg, 51 Jahre alt, gest. am 24. Juli,
Fincinraiti.

f Aus dem Elsaß. Vom 26. bis 29. Sept. wurde zu
Jtrenheim eine Hochzeit gefeiert, wie sie im Elsaß schon lange
nicht dagewesen ist. Der Gutsbesitzer und Reservelieulenant Jakob
Diebold aus Fürdenheim heirathete die jüngste Tochter des Bürger⸗
meisters und Kreisrathe Karl Ammel zu Ittendeim. Drei Tage
dauerte das Fest, dem 400 eingeladene Gäste beiwohnten. Zur
Bewirthung der Gäste waten 2Ochsen, 2 Kälber, mehrere Schweine
und Schafe geschlachtet worden. Sodann wurden 50 Hasen, 100
hühner, 100 Enten, 80 Tauben und 2 Centner Fische verzehrt.
Der Wein floß in Strömen. 3 Köche und 10 Kochfrauen sorgten
sür die Zubereitung, und über 30 Kellner bedienten die Gäste.
Beim Festessen des ersten Tages brachte der elsässische Dichter Daniel
hirtz in Eisasser Mundart zwei Trinksprüche zum Vortrag; Abends
war großes Feuerwerl, dem bis früh Morgens der Tanuz folgie.
Am zwerten Tag war von den jungen Leuten aus Ittenheim und
Fürdenheim ein Pferdrennen veranftaltet. Die Familien Ammel
Diebolsd gehören zu den ältesten und angesehensten des Unterelsaß.
starl Ammel ist schon 26 Jahre Bürze meister in Itteüheim, und
zor ihm verwaltele sein Vater dasselbe Amt länger als 40 Jahre.

F In Jsenburg Großherzogth. Hessen) wurde dieser Tage
ein Sozialdemokrat zum Bürgermeister gewählt.

FVom Rhein, 28. Sept. Der Preis von Zwiebeln
sst so merkwürdig gesunken, daß man zu 1 M. 80 Pf. bis 1M.
90 Pf. pro Centner in den Ortschaften um Frankenthal genug
haben kann. (Rhpf.)

Kassel, 30. Sept. In einem Hause der Wörthstraße
hierselbͤ ist heute bei Gelegenheit eines Umzugs eine grauenhafte
Enideckung gemacht worden. In einer am Boden stehenden, zum
Theil mit Rauchwaaren angefüllten Kiste fand sich nämlich der fast
dis zur Unkenntlichkeit entstellte Leichnam des sein länger als acht
Wochen vermißten zehnjährigen Sohnes eines im Nachbarhaufe
vohnenden Schreiners. Der Knabe war am Tage seines Ver—
schwendens wegen verschiedener dummer Streiche in eine Boden—
kammer gesperrt worden, hat von hier jedenfalls einen Ausweg
iber das Dach in das Nachbarheus und dort in der Kiste ein
willkommenes Versteck gefunden. Wahrscheinlich ist nun der schwere
Deck! umgeschlagen, der Knabe aber, ohne sich befreien oder um

hülfe rufen zu koͤnnen, elend erstickt.

Der vor einigen Tagen gemeldete Tod des berühmten Geo—
graphen Petermann scheint nach nerern Melduugen kein natürlicher
gewesen zu sein. Wie Berliner Blättern aus Gotha mitgetheilt
wird, hat derselbe durch Erhängen seinem Leben seibft ein Ende
gemacht. Die Familie versuchte dus nahe liegenden Ursachen, einen
Schlagankall als Todesursache henzustellen. Unter den Motiven zu
)nm beklagenswerthen Selbsimord dür ten unerrreul che Fameliender⸗
zaltnisfe in eister Line stehen. (Uebrigens scheint auch eine pshchische
Vererbung mitgewerlt zu haben; es haben nämlich s. Z. der Vater
Petermanns und ein Bruder von ihm ebenfalls ihrem Leben durch
ẽrhängen ein Ende gemacht.)

Berlinund Zeitz. Ein angesehener Fabrikant aus
Zeitz hatte bei einem Berliner Kunstschlosser ein Geldspind gekauft,
welches ihm von dem Verfeitiger als vollkommen diebessicher ga—
rantirt worden war. Ein Schlossermeister aus Zeitz, den es ver⸗
droß, daß die allgemein in bestem Ansehen stehende Schlosserkuast
an der Elster geringer geachtet wurde, als die am grünen Strand
xer Spree, erkläcte öffentlich in einem Zeitzer Blatte, daß er das
berliner Geldipend, nachdem er es sich henau angesehen, in drei
Stunden aufbrechen und alles darin Enthallene herausholen wolle;
nut brauche er zuvor fünf Tage Zeit, um sich das nöthige Werk
eug zu den Bohrungen anzufertigen. Der Berliner Meister, dem
)er herausfotdernde Artikel zugesandt wurde, erklärte nun in dem⸗
ilden Blatte, daß er 300 Mark in das Geldspind einschließen
volle, die möge sich der Zeitzer College heiausbohren. Au einem
vestinmten Tage der vergangenen Woche waren nmun um den Gelb⸗
chtant versammelt: der Zeitzer Fabritkant, Abgesaudte von Be⸗
Prden, sämmtliche Schlosser don Zeitz und der Berliner Kunst—
closset mit ein gen Freunden. Rachdem der Berliner, win ber—
prochen, 300 M. in das Spind gelegt und dasselbe verschlossen
zatte, degann der Zeitzer mit der Bohrung. Seine selbstgefertgten
jnstrumente wurden von allen Kennern fuͤr echletß Zeiher Faͤbelai.
uso für ausgezeichnet erllärt, allein obgleich der Mesier arb itele,
ns ihm. der Schweiß in Stidmen von der Slirn rahn, halte ae
ach drei Stunden erst ein Loch gemacht, etwa so groß, daß man
inen Bleistift durchsteken konnte; an der Panjerung aber zerbrachen
ile Bohrer. Keuchend warf sich der ganz Ermattete auf einen
Siuhl und erklärte: „Weiter gehis nicht!“ — Unter allgemeiner
deilerkeit wurden nun die Gloser mit Zeitzer Ausbruch gefüllt und

von den Preisrichtern das Verditt abgegeben: „Die Berliner Kunst⸗
ichlosser haben ihr Lehrgeld nicht vernascht.“

Eine sonderbare Briefadresse ging dieser Tage in Berlin
ꝛin. Dieselbe lautette: „An meinen lieben Sobn Isaak K —
deim 4. Vataillon; wo der Kapitän den weißen Schimmel reitet.“
Nach vielem vergeblichen Hin⸗ und Herftagen gelang es endlich,
den Empfaänger des Briefes bei der 4. Kompagnie eines dortigen
Gardetegiments zu ermitteln und ihm den Brief zugänglich zu
machen.

F Auf dem Potsdamer Bahnhofe in Berlin werden jetzt
die jämmtlichen 12 Weichen der Geleise durch eine äußerst sinn⸗
reiche centrale Vorr'chtung von einem Signalthurm aus durch nur
einen Weichensteller gestellt. Die Kosten dieser Einrichtung, die
ich als sehr praktisch bewährt, sollen reichlich 80,000 M. betragen
Jaben.

F Einem Schuster in Itze hoe hat seine Frau am 28.
September drei Knaben und zwei Mädchen geschenkt. Der allzu
lückliche Vater hat sich an die deutsche Kaiferin um Uebernahme
)er Gevatterschaft bei den fünf Neugeborenen gewandt, um den⸗
elben, wie er sich ausdrückt, einen guten Eingang in dieses arm⸗
elige Leben zu virschaffen.

F Bera, 29. Sept. Ein recht trauriger Fall hat sich in
den letzten Tagen zu Gains im Kanton Außerrhoden ereig⸗
net. Der dortige Schollehrer hatte den Kindern in der Schule
jur Belehrung und Warnung Tollkirchen vorgewiesen und sie dann
auf den Ofen gelegt. Unglücklicherweise kommt nach den Schul⸗
tunden sein eigenes stind in die Schulsiube, sieht die rothen Bee⸗
ren und ißt sie. Kurz dazauf war es elne Leiche.

tParis, 27. Sept. Seit zwei Tagen hat die Weinernte
n der Champagne begonnen; die großen Händler haben den gamzen
krtiag beteits vorher käuflich an sich gebracht. Die vornehmsten Ge⸗
vächse sind zu den hohen Preise von 800 — 828 Franken per 2 Hek—
oliter, die zwe ttlassigen zu Preisen zwischen 400 und 650 Frauten
derkauft worden.

fF Eine aufgeschobene Hinrichtung. An 6000
Personen hatten sich neulich in Greenville, Tennesee, zusammen⸗
zgefunden, um den Mörder George Howell am Galgen baumeln zu
sehen. Der „Spaß“ sollte gerade beginnen, als vom Gouverneur
ein Aufschub des Urtheils anlangte. Der Haufe war schwer ge⸗
äuscht und darüber so wülhend, daß in der Nacht ein Mob das
Befängniß, zu stürmen versuchte, unn den Mörder zu „iynchen“.
Ein Marschall wurde erschossen, und der Sberiff mußte die Miliz
zu Hülfe rufen, um die Rasenden zurückzuschlagen.

New-⸗-Orleans, 29. Sept. Das gelbe Fieber führt
fort, bösartig in den Provincialdistrikten zu sein, aber in den

Städten läht es nach, mit Ausnahme' von Vicksburg, wohin die
Ieflüchteten Einwohner thörichter Weise zurückgekehrt waren. Die
Zohl der Todesfälle in Folge der Seuche beträgt bis jeht in New—
DOrleans 2,758, in Memphis 2,469, in Vicksburg 7090,
in Greenvisllse 300, in Grenada 274, in Hollyspring 133,
in Pott Gibson 110, in Canton 99, in Stickmann 84, in
Browalville 66, in Plaguemine 65, in Batonrouge 58, in Grand
Junction 44, in Louswille 36, in Palersonville 33, in Morgon
Tity 30, in Babadieville 830, in Chattandaga 26 und in andern
Orten 200.

4Mormonisches. Eine der vielen Favoritinnen Brig⸗
ham Poungs, des verstorbenen Mormonen-Propheten, Amelia Fol⸗
som, ist am 15. August mit J. Leavilt, dem General:-Passage⸗
Agenten der Ctutral-Bahn von Utah, getraut worden. Leabut ist
ein „gemäßigter“ Mormone und hat „nur“ zwei Weiber. Sech⸗
zehn von den Wittwen Brigham Youngs weinen fich noch immer
die schönen Augen .... rah einem neuen Gatten wund.

Gemeinnühiges.

Eine Mahnung an Eltern. Ir. Tschamer in Graz
hat beobachtet und durch CTrperimente verschiedener Art, zum Theil
an sich selbst, unwiderkeglich dargethan, daß die schwaͤrzen Punkte
und die schmutziggraugrünen, abwischbaren Belege auf den Orangen⸗
ind Aepfelschalen nich's als eine Art Pilze sind, die genossen, in
der Luftröhre sich vermehren und dann Keuchhusten veranlassen.
Es ist daher das Schaͤlen der Aepfel durchaus gerechtfertigt; zum
Mindesten ist es geboten, daß die Kinder, welche die Upfelschale
gerne mitgenießen, angehalten werden, sie vorher säuberlich abzu⸗
reiben.

Mittel gegen die Kartoffelfäule. Ein Beo—
hachter hat, wie er versichert, vor mehreren Jahren, als seine Kar⸗
toffeln in Folge der Karloffe krankheit faulten, sie durch Bestreuen
mit Gyps gegen ferneres Foulen geschützt. Die noch gesunden
Kartoffeln sind auch ferner noch gesund geblieben; die schon ange⸗
faulten und vernarbien gepflanzt, haben all⸗ kraflige Stauden ge⸗
liefert.

Flut die Redaction verantworilich: F. X Deme
        <pb n="564" />
        Ich beehre mihh, amzuheigen, daß ich unterm Heu

igen ein *

Geschäfts⸗ und Consultations⸗
Bureau

aoniglicae Kreis augewerksßhule
Raiserslauteͤrn.

Der Unterricht an der Kreisbaugewerlschule für das Winter⸗

jalbjahr 1878/79 beginnt Mvntag⸗ 4. November, in den
anialen der Kreis⸗Baugewerlschule (Pfälzisches Gewerbemuseum)
ad danert von November bis Ende März. Die Schule bestehi
zus 3 Cursen in 3 Winlerhalbjahren und bezweckt jungen Leuten,
velche dem Bauhandwerke sich dewidmet haben oder zu widmen
eabsichtigen, demnach Mauerern, Steinhauern, Zimmerleuten, Gla⸗
ern, Spengsern, Dach⸗ und Schieferdeckern, ferner Schreinern,
zchlossern, Tünchern, Zimmer⸗ und Dekorationsmalern, die zum
ationellen Betriebe ihres Handwerkes erforderlichen Kenntnisse zu
ermitieln, Der Unterricht erfolgt durch theoretissche und prattiste
anleitung, sowie graphische Darstellung in thunlidst populär ge⸗
altener Weise.
Fiür Sdhreiner und Schloffer ist zu bemerken, daß dieselben
n den 2ersien Cursen den Unterricht, unter steter Rücksichtnahme
vuf ihr Fach, gemeinsam mit den übrigen Schülern genießen, im
etzien Curse aber gesonderten Unterricht im Zeichnen und Modelliren
nit spey'eller Anwendung auf ihr Fach, sowie in Fachwerkstätten
rhalten, welche dieses Jahr zum ersien Male in Betrieb gesetzt
derden, und wo die Schüler als Schreiner in den Manipulationen
des Holzschnihens, Drehers, im Fertigen von Aufsätzen und ge⸗
chweiftenn Moͤbeltheilen, als Schlosser im Schmieden, Drehen,
hießen, Ciseliren und Treiben zeübt werden. Dieser Unterricht
u den Werlstätten kann naz Beendigung des 3. Curses fortges⸗tzt
perden, wenn der Schüler als Lehrliug in die Werlstätte eintritt,
zis er ausgelernt hat.

Für die Tünchner, Zimmer⸗ und Dekorationsmaler tritt in
iesem Winter als Neuerung eine eigene Abtheilung ins Leben,
vobei für sie zu den übrigen an der Kreisbaugewerkschule gelehrten
u ihrer sonstigen Ausbildung nothwendigen Unterrichtssparten,
leburgen im Maleratelier treten, die sich erstrecken sollen auf
Ausfassen und Anlegen von Flachornamenten in Aquarell⸗, Leim⸗
ind Oelfarben, Uebungen im Liniren von geometrischen Figuren
nit dew Pinsel, sowie Zeichnen freier Ornamente mit demsjelben,
juf Chabloniren und seine Auwendung auf ebene und g'gliederte
Wandflächen für den 1. Curs — Malen mit Licht und Schatten
ach einfachen Körpern in Anwendung auf architektonische Glieder⸗
ngen und auf einfache Ornamente als Stuckmitatienen, ferner
Narmorstud'en und Holzimitat'onen, Vergoldung, sowie Sgraffito⸗
bungen als Fortsetzung der Chablonenmalerei für den 2. Curs —

etorat:bes Mahen duf Pap'er, Leinwand, Holz und Putz in polp⸗
hromer Behandlungsweise mit Leim und Oelsarbe, Frescomalerti
ür den 3. Curs.

Außerdem können auch junge Leute vom Kunstgewerbe, als
dunstschreiner, Golde und Selberschmiede, Metallarbeiter, Toͤpfer,
holzichneider, Tapezierer ⁊c. als Hospitanten Aufnahme finden, um
in Zeichnen und Entwerfen von in ihr Gewerbe einschlagenden
dunsigegensiänden geübt zu werden.

Die Insccipion findet am 80. und 31. Oktober J. J. au
dem kal. Reltorate, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Nachmit—
ags von 4 bis 6 Uhr statt, wobei die betrefsenden, amtlich bie
laubigten Schul⸗ und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Das
Schulgeld beträgt 20 Mark und ist bei der Inscripiion zu ent⸗
aichten, Zur Befreiung von demselben ist die Vorlage eiaes Dürj⸗
igteitszeugnisses nothwendig. Lehrprozramme und Statulen könner
durch die Tascher'iche Buchhandlung hier, jeder ——A
freie Einsendung von 40 Pf. per Exemplar bezogen werden.

Zaiserslaulern, im September 1878.

kKönigt. Rektorat:
C. Spatz.

hahier erdffnet habe.
Mein Bureau befindet sich vorläufig noch bei meinem seitherigen
Prinzipale Herrn Gerichtsvollzieher Faßßbender dahier.
St. Ingbert, den 3. Oltober 18785.
F. Ric-er, F
Gehilfe bei Herrn Gerichtsvollzieher Faßbender.
Holländer Canaster· Tabak
aus der Fabrik von
Ermeler &amp;K Comp. in Berlin
eben in allen Sorten eingetroffen, sowie auch EMA tæ Da IL
ind andere Sorien aus der Lipp'schen Tabakfabrik bei
Joh. Weirich, —
Cigarrenlager en gros —XXE
Das Neuesie in:
menkleiderstoffen, Tuchen u.
Buxrkins
u Herren⸗ und Knaben ⸗-Auzügen, sowie
in wohlaffortirtes Lagerzr Teppich ·
äufer, Sopha Vorlagen u. Tischdecken
pfehle ich hiermit zu den beligsten Preisen.
Karl dohanck.
—ehlung-
ulle Sorten Haararbeiten,
als Zöpfe von 2 M. an und höher
ind Chignons zu 1 M. 50 Pf. ⁊c.
bite Haarbilder und Bouquets
werden schon von 80 Pf. an bis 20
Mark angefertigt; serner alle Sorten
Haarketten für Herrn und Damen
In Tmart an, Brochen, Ohr⸗
ringe und Kreuze ⁊c. ⁊c. alles nach
edem beliebigen Muster. I
Zugleich empfehle alle Arlen
Bürften und Kämmie, als Kleider⸗-
Hhut · Sammt· Haar⸗, Zahn⸗ und
Nogelbürsten, Friseur⸗ und Staubtämme in Schildkrdie E. fenbein,
Horn⸗ und Kautschuck ꝛc. sowie in Parfümerien echtes Lau
je Cologno und sonstige Odeuis, Oele und Pomaden, sowie
ille Sorten Seife, als Mandel⸗, Honig⸗, Glycerin⸗ und Veil hen⸗
Seife. ꝛtc. ec. Johann Meirioh,
xienr.
Tanz-Upterricht.

An die Stelle

⸗8 verlebten

herrn Notar
Wiest als Notar nach
Blieskastel versetzt, ha⸗
ze ich meine Amtsstube in
dem Hause meines Vorgän—
gers eröffnet.
L. Schmolze

kal. Notar.

Mit dem 6. Oktober naͤchsihin
vird Unlerzeichneter einen Eur⸗
Us eroffnen. Lustiragende wer⸗
en gebeien sich bei Hen. Kayser
u unterzeichnen

Achtungs voll
K. Beutel
Lehrer der Tanzkunst.

Muünoehnener
Pràmienlotterie.
1000 Geldgewinne
EHEMUPttrsIr
40, OOO MATL
DAM.
zZiehung am 5. Usr. 1878.
ↄrois des Looses J Mark
Iuf 10 Loose l Freiloos.
Zu beziehen dureh die
General·Agentur
rI
Bankgeschaàft, München,
oder
derrn FRII
in 8t. Ingbert.

Frucht- Brod⸗ un
Fleisch⸗Preise der Stad
zweibrücken vom 8. Olihr
Weizen 10 M. 19 pf. Korn
8 M. 34 Pj. Gerste 2reihige

0 M. — Pf. Gerste 4 reih.

10 M. — pf. Spelz 6 8.

36 Pf. Hafer 6 M. 46 Ph.
)eun1 M. 80 Pf. Strod 2
M. — Ppf. Kartoffeln 2 M.
80 Pf. Weißsibrod 122 Kilog
52 Pf. Kornbrod 3 Kil. 75. 2 Kil.
30 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf
Bemischibrod 3 Kilo. O M. 90 Pf
sindfi. 1. Qual. 70 Pf.
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lage) erscheint woͤchentlich pierm al: Dieustag, Donnerstag, Sanstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

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mit 30 Pfg. pro Zeile berechnel..
M 158. *Sonntag, den 63. Oktober — 1878.
Deutsches Reich.
München, 3. Okt. Prinz Wopoid reist mit dem heutigen
Abendschnellzuge nach Betlin, einer Eintadang des Kaisers folgend.
München, 3. Ott. Seit eimer langen Neihe von Jahren
war der Einttitt von Dreijährig -Freiw-lligen, welche auf Avancement
zum Unkteroffiziere dienen, in die Armee nicht so zahlreich, wie am
diesmaligen l. Oltober. Als Erklärung hierfür muß einerseits die
verbesserte pekumäre Siellung diefer Chargen und der Mangel an
Unteroffizieren, sow'e auderseils der Umstand angesehen werden, daß
die Nachfrage von Arbeitnehmera eine geringe ish.
Durch das Socialistengeseß können auch die eingetragenen Ge⸗
nossenschaften als da sind Spare, Credite und Vorschuß ⸗Vereine
u. s. w. in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Subcommission
für das Socialistengesetz stellte in der vorgestrigen Sitzung den
Antrag, bezuglich des Verbots der Genossenschastliche Kassen fol⸗
gende Bestimmungen in das Geseß aufzunehm u
8 la. Die Vorschriften des 8 1 finden' auf Verdindungen
jedet Art Anwendung. Jedoch sind eingetragene Genossenschafien
Gesetz vom 4. Juli 1868). registrirte Gesellschaften (Gesetz vom
23. Juni 1873) eingeschriebene Hülfskafsen (Gesetz dom 7. April
1876) und andere selbständige Kassenvereine, weiche nach ihren
Statuten die gegenseitige Unterstützung ihrer Mitglieder be,wecken.
junächst nicht zu verdieten, sondern unter eine außerordentliche
staatliche Kontrole zu stellen.
.Diemit der Kontrole betraute Behdide ist befugt: 1) allen
Sitzungen und Versammlungen des Vereins beizuwohnen; 2) Gene⸗
ralpersammlungen einzubernfen und zu leiten; 8) die Bücher,
Schristen und Kassendestände einzuschen, sowie Auskunst über die
Verhälmisse des Vereins zu fordern; 4) die Ausführung von Be—
schlüssen, welche zur Förderung der im ze1, Absatz 2 bezeichneten
Bestrebungen geeignet sind, zu untersagen; 5) mit der Wahrneh⸗
mung der Obliegenheiten des Vorstandez oder anderer leitenden
Organe des Vereins geeignete Personen zu betrauen; 6) die Kassen
in Verwahrung und Verwaltung zu nehmen.
— Wird durch die Generalversammlung, den Vorstand oder ein
anderes leitendes Organ des Vereins den von der Centralbehörde
innerhalb ihrer Befugnisse erlassenen Anordnungen zuwider gehandelt,
oder treten in dem Vereine die im g 1, Absatz 2bezeichneien Be—
trebungen auch nach Einleitung der Konttole zu Tage, so tann
der Verein verboten werden. —

13. Aut Grund des Verbets sind die Vereinskasse, sowie
alle für Zwecke des Vereins bestimmten Gegenstände durch die Be—
hörde in Bejchlag zu nehmen. “—

Nachdem das Verbot endgültig geworden ist, hat die von der
Landespolizeibe doͤrde zu bezeichnende Verwaltungebehoͤrde die Ab⸗
wicllung der Geschäfte des Vereins (Liquidation) geeigneten Personen
zu Ubertragen und zu überwachen, auch die Namen der Liquidaloren
belannt zu machen. W
ie, An die Stelle des in den Gesetzen oder Statuten vorgesehenen
Beschlusses der General-Versammlung tritt der Beschluß der Ver⸗
waltungsbehzrde. Das liquidirte Vereinsvermoͤgen ist nach Maß⸗
gabe der Vereinssiatuten, bezw. der allgemeinen geseßlichen Bestim⸗
mungen zu verwenden, unbeschadet der Rechtsanspruͤche der ehemaligen
Vereinsmitglieder odet Dritier an das chemal ge Vereinsvermögen.
Der Zeitpunkt, in welchem das Verbot endgültig wird, ist alß
der Zeiipunkt der Auflosung oder Schließung des Vexeins dr
Kasse) anzusehen. Gegen die Anordnungen der Behörden finde
nur die Beschwerde an die Aufsichlsbehötden statftftt.

Entsprechend diesem Antrage sind im Abs. 1 der 88 2 und
Ehinter dem Wort Verbot? eingeschaltet die Worte „und die
Anordnung der Kontroler
, In der Kommission stellle der Abg. Lasker den Anirag, die
Worte „Eingetragene Genossenschaften? und registririe Gesellschafien“
mit den dazu gehörigen Eitaten zu streichen, weil der Entwurf eine
droße Beunruhigung unterden Hunderttausenden von Genossen⸗
schaften hervorrufen werde. Troß dieses gewiß sehr berechtigten
Kinwandes wurde der FeIla in der Fassung der Subcommission
angenommen. 5

444

7

J **

2

Es wird sigh nun zeigen, ob die Credit⸗SGenossenschaften diefe
polizeiliche Beaufsichtigung widerstandslot über sich werden ergehen
laffen, oder od sie die allerdings nur kurz zugemefsene Zeit bis zu
den Berathungen im Reichsstag benützen werden, um gegen diese
Eingr'ffe, wodurch ihre gapze Selbsiständigkeit vernicdtet wird,
protestiren werden.
—Frankfsart, 2. Ockh. Der unter der Leitung Sonne⸗
mann's stehende demoltatische Verein hielt gestern eine Versammlung,
aus deren Verhandlungen hervorgeht, daß die letzte Reichstagswahl
dem Verein 8400 Mark Koften verursacht hat. (S. Mj)

Die frühere Kaiserin Eugenie, welche sich betanitlich zur Zeit
jn Arenenberg aufhält, soll dort Snen sehr regen Verkehr mit her⸗
vorragenden Franzosen unterhalten; Wuͤnsche und Hoffnungen beim
Regierungswechfel 1880 sollen dabei einen lebhaften AÄntheil haben.
AD
ardinal v. Bonnechose, mehrere Tage Gast auf dem Arenenberg.
Vermischtes.
fZweibrücken, 28. Sept. (Schwurgerichi.) Verhandlung gegen
Michgel Götz, 56 Jahre alt, früher Steiubrecher, jetzt ohne Gewerbe,
on Godramstein, angeklagt des Todtschlags, vertheidigt von Rechtscandidat
donig. Der Angellagte hatie bis vor zwei Jahren durch Ausbeuit eines
dalksteinbruches auf einem ihm gehörigen Grundftuͤde auf Godramfteiner Ge⸗
narlung einem erheblichen Verbienst. Im Sommer 1876 wnrde er durch
jerabfatgende Stein⸗ und Erdmassen in diesem Bruche —QWo —
dadigt, daß er mehrere Monate krank lag und in Folge geminderter Ar⸗
eitsfahigleit sein Geschaft als Steinbrecher: aufgeben mußte. Dieses herbe
ßgeschick erzeugte: bei ihm Mißmuth und Lebensüberdrnß, der fich öfter in
elbstmordgedanea Außerte. Tox zwei Jahren halle auch der Tagner Ge⸗
rg Knerr von Godramstein auf einem neben der erwahnten Kallsteingrube
»es Angellagten gelegenen Grundstucke eine solche erbffnet. veide RNachbarn
eriethen bald in Sireit, der durch Uebergreifen des Knerr auf das Gtund⸗
tück des Angeklagten veranlaßt wurde. Zwischen beiden Rachbarn gab es
run, so oft beide mit ihren Ehefrauen ju gleicher Zeit auf ihren Grund⸗
dücken waren, Dispute, die nicht seiten zu Schimpfereien führien. Dies war
—X abhin der Fall. Wegen einer ganz
eringfügigen Ursache geriethen beide Eheleute in Streu. Auf eine Aeußerung
»er Frau des Angeklagten erwiderie Knerr, «wenn sie das sagen koͤnne, sei
ie eine „Lügensagerin“, oder „eine schlechte Fraut. Daraufhin ging der
Ingeklagte einige Schritie zurück und holte, während die beiden Frauen wei⸗
er disputirten aus dem zugebundenen Aermel seines am Boden liegenden
Vammses eine Pistole, ging' mit derselben wieder gegen Knerr vor, und
euerte mit dem Rufe da“ aus einer Entfernung von 1 bis 2 Schrutten
inen Schuß gegen denselben ab. Knerr taumelte schwer getrossen nach vor⸗
varts und stuürzte zu Boden. Der Angeklagte verlies sofort den Ort der
That. Knerr blieb noch eine Zeit lang daselost liegen; gegen Abeud wurde
er nach Hause geschafft, gab aber noch an demselben Abend seinen Geifl auf.
Lach dem Ergebnifse der Section hatie die Kugel eine große für einen Finger
eicht durdaangi Wunde auf der linken Seile des Getroffenen vetursacht.
Die unvermeidliche und rasch eintretende Folge der Verleßung mußte der
Tod Knerr's sein. Der Angeklagte machte auch aus seiner Thaterschaft gar
einen Hehl. Wie er selbst angiebt, hatte er die Pistole schon Samstag den
22. Juni zuvor mit einer Spißlugel geladen und dieselbe nach der That in
ein nahegelegenes Fruchtfeld geworfen, wo man dieselbe jedoch später nicht
mehr auffinden bonnte. Der Angeklagte genoß bisher einen guten Ruf und
st gerichtlich noch nicht bestraft worden. In der heutigen Verhandlung blieb
er Angeklagte bei seinem früher abgegebenen Geflaͤndniffe stehen. Der lIgl.
Staats anwalt Scherer hiell die Anklage in jeder Beziehung aufrecht, wobei
er die Annahme, mildernder Umstande dem Ermessen der Gefchworenen über⸗
ließ. Die Vertheidigung, geführt von Rechtscandidat König, versuchte vor
Xllem den Nachweis daß der Angellagte die Absicht zu loden der ver ihm
ur Last gelegten That nicht besessen haͤbe. Die Geschworenen sprachen den
Angeklagten des Todschlags unter Annahme mildernder Umfianbe für schul⸗
Iran derselbe in eine Gefangnißstrafe von. drei Jahren veruribeiu
vurde.
7Speyer, 83. Oct. Heute Ubend halbs 8 Uhzt hielt der
neuernannte Vischof der Didcese Speyer unter dem Gelauie der Dom⸗
slocken und unter Böllerfalven seinen Einzug in unsere Stadt. Der⸗
elbe wurde von einer statllichen Reiterschaar aus hiesiger Stadt und aus
)en uimnliegenden Törfern begleitet. Die Straßen der Stadh durch
velche sich der Zug bewegte, waren reich mit Fahnen und Kränzen
zeziert. Auch der nichtkatholische Theil der Einwohner bewies
vurch die Schmüchung seinet Häuser die Courtoisie gegen die
atholischen Mitbürger. Um Dom gewahrte man ebenfalls Fahnen⸗
hmuchdabti eine maͤchtige Fahne in den deuilschen Reichsfarben,
ie zum ersten Mal an dem jüngsten Königsfeft am Dome ausge⸗
leckt worden war. Hier angelangt, begab sich Bischof Ebtlet de
        <pb n="566" />
        leitet vom Domkapetel, zuerst in den Dom. don wo aus derselbte
in die bischöfliche Residenz geleitet wurde. Am GEingang derselben
wurde er von einer Anzahl weißgekleideter Jungfrauen mit einer
Ansprache und Ueberreichung von Blumen begrüßt. Vor dem bischöf⸗
lichen Gebäude hatten sich eine große Menschenmenge versammelt.
Die Feler der Copsekcation und Inthrouisation findet nächsten
Sonntag statt. Möge mit dem neuen Bischofe der Geist echter
hhristlicher Liebe und Duldung einziehen. (Pf. R.)

Die grünen Hundertmark⸗Noten der baherischen Hypotheken⸗
und Wechselbank, die zur Zeit nur noch als einfache Schuld scheine
gelten, verlieren vom 831. Dejember 1880 an auch diefe Geltung.

7Straßbezurg, 29. Sept. Dem zwischen Toul und
Napch vor wenigen Tagen stattgehabten Eisenbahn⸗-Unfall folgte
rasch ein anderer, noch schwereter, im Indre⸗Departeiment; es stieß
dort bei Station Chateauroux auf der eingleisigen Bahn ein von
Paris kommender, stark besetzler Personenzug Nachts mit einem
Güterzug zusammen, der irrthümlicher Weise dem erstern entgenfuhr,
16 Personen wurden, schwer verwundet, wovon 5 bereits ge⸗
storben sidndd.

4 (Grubenunglüch.) Aus Westfalen, 2. Ott. Leider habe
ich Ihnen einen betrübenden Unglücksfall von der Steinkohlenzeche
.Haufe“ bei Witlen a. d. Ruhr zu melden. In der genanuten
Grube arbeiteten dier Bergleute vor Ort, als plötzlich durch einen
wuchtigen Schlag eine Wasserader sich öͤffnete, aus welcher das Wasser
mit solcher Mächtigleit hervordrang, daß den Bergleuten der Rückweg
abgeschnitten wurde. Drei von ihnen fanden in den hervorbrausenden
Fluthen ein kühles Grab, während der Vierte, ein Jüngling von
17 Jahren sich durch einen verzweifelten Sprung rettete, über den
er aber selbst keine Ungaben machen kann. Unter allgemeiner Theil⸗
nahme sind die Leichname der drei Verunglückien bereits in die
Gruft gesenlkt.

4Wie die „Posener Zeitung“ meldet, ist dem Fräulein
Katharina Nobiling zu Rokitlen, Kreis Birnbaum, sowie dem Fräu⸗
lein Anna Nobiling in Posen gegen Wegfall u⸗ Namens „Nobi«
liug“ mittelst Allerhöchster Kabinetsordre der Name Edeling beige⸗
legt worden.

7 Wien. In der Kamerl'schen Zuckerfabrik Grußbach explo⸗
dirte am 30. Sept. ein Kessel. Die Zerstörung war furchtbar.
Vom Nesselhaus blieb kein Stein auf dem andern; sechs andere
Dampfkessel wurden theils zertrümmert, theils bis auf 60 Schritit
weit geschleudert und platt gedrückt; die Stücke des gesprungenen
Kessels, einzelne bis zu 20 Centner schwer, wurden bis auf 200
Schritte weit geschleudert. Ein Heizer und dessen Frau, die ihm
das Mittageffen gebracht hatte, zwei Knaben im Alter von 12 und
13 Jahren und ein siebenjähriges Mädchen blieben todt auf dem
Plag, ein achtzehnjähriges Madchen wurde so derbtüht, daß es
dald darauf starb; an 20 andere Personen sind mehr oder minder
schwer verletzt. Ueberheizung war wahrscheinlich die Ursache der
krplosion.

r (. Mehr Licht!“) Un poeco piu di luce! Das ist jetzt der
allgemeine Wehruf in Wien, wo man mit der Gas beleuchtun
außerordentlich unzufrieden ist. In Folze defsen ist im Pubükum
bereits das Witzwort epidemisch geworden: „Wenn doch einmal
eine Feuersbrunst ausbräche — damit man die Gaglaternen besser
zu sehen bekommt!“

FCaschendiebe im Patiser Ballon capuf.) Der Ballon capii
hat schwerlich einen zweiten so fleißigen Passagier gefunden, wie e
eine junge Englarderin war, die täglich 324 Mal mit ihm auß
juhr. Diese lustige Leidenschaft fiel schließlich der Polizei auf, und
als die junge Dame unlaͤngest den Platz mit ihrem Begleiter, einem
Herrn mit holzernem Bein, der sie unten zu erwarten pflegte, verließ
solgte man ihr, hielt sie an urd untersuchte ihre Taschen. In
diesen sand man 20 Portemonnaies, wovon drei, die Ausbeute der
letzten Auffayrt, 3000 Fres. euthielten. Das angelegte Kapital,
20 Fres. für jede Fahrt, hatte sich also gut verzinst. Die Erregung
der mit dem Buallon aufsleigenden Erdbewohner hatte bei der genialen
Engländerin mit Recht die Hoffnung auf eine gute Ernte erregt.

rLKertsch. (GFurchtbarer Orcan.) Der „Nilolajewstif
Wiestnil“ meldz „Am 23. d. wütheie in der Umgegend der
dafenstadt Krisch ein furchtvarer Orcan, welchem außer mehreren,
mit Waaren und Getreide beladenen Scheffe im Werthe von fünj
Millionen Rubel auch viele Menscheuleben zum Opfer fielen. De
im Hafen stehenden S hiffe wurden vom Auler gerissen und ant
Ufer geschleudert; gegen fünfzehn leichtere Fahrzeuge wurden gänglich
jertrümmert. In der Stadt Kertsch sind über vierzig Häuser zer⸗
dört worden. Die Dächer flogen in die Luft. Vom Ufer, aut
den zerschmenerten Schiffen ertoͤnten mitten durch das Geheul des
Dreans herzzereißende menschliche Stimmen, welche vergebens um
Rettung flehten. Außer vielen Unglüdsfällen in Kerisch felbst,
dereren Zabl noch nicht ermittelt wurde, kamen 60 Mattosen um's
Leben. Auch das russische Kriegsschifj Krilun“ ist dabei zu
—A

FGlasgow, 2. Olt. Die „City of Glatgow Bank“
jat fallirt und werden die Pafsiva auf 8 bis 10 Mill. Pf. Sterl.
geschaͤßt.

F In Chieago siud in fünf Tagen sage zweihundert und
aeun Bankerotte vorgelommen. Die Passiva betragen die Kleinig⸗
se't von 4888,784 Dollars, während die Aktiva aus 383,108
Dollars destehen, die wiederum als hoöͤchst zweifelhafte Werthodject
— faule Papiere ꝛc. — erscheinen.

fFNew-Orleans, 3. Oll. In Folge des neuerdingt
ingetretenen warmen Wetters breitel sich das gelbe Fieber in den
danddiftrikten aus und nimmt audb in den Städten wieder zu.

Fl die Nedacetion vere—rtlic *. — De—
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—5 158. * . 4 Sonntag, den 8. Ortober : J J — “b 1878.

8——
J Deutsches Reißß.
— Müncher, 3. Olt. Prinz Topodd reist in't dem heutigen
Abendschnellzuge nach Berlin, einer Emladang' des Kaisers folgend.
Mäünchen, 3. Ott. Seit einer langen Reihs von Jahren
war der Eintritt von Dreijahrig⸗ Freiw ligen, welche auf Avancement
zum Unt: roffiziere dienen, in die Armee nicht so zahlreich, wie am
diesmaligen 1. Okltober. Als Erklärung hierfür muß einerseits die
verbesserte pekuniäre Stelluung dieser Chargen und der Maungel an
Unleroffizieren, sow'e auderseits der Umstand angesehen werden, daß
die Nachfrage von Arbeitnehmern dine geringe i. —

Durch das Socialistengesez konnen auch die eingetragenen Ge⸗

nossenschaften, als da sind Spar⸗, Credit⸗ und Vorschuß⸗Vereine

u. s. w. in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Subcommission

für das Socialiftengesetz stellte in der vorgestrigen Sitzung den

Antrog, bezuͤglich des Verdots der Genossenschaftͤchen Kassen fol⸗
gende Bestimmungen in das Geseß aufzuncehm

8 la. Die Vorfchriften dess 81 finden auf Verdindungen

ledet Art Anwendung. Jedoch sind eingetragene Genossenschasten

Gesetz vom 4. Juli 1868), registrirte Geselischaften (Gesetz vom
23. Juni 1873). eingeschriebene Hütjskassen (Gesetz vom 7. April
1876) und andere selbständige Kassenvereine, welche nahh ihren
Statuten die gegenseitige Unterstützung ihrer Mitglieder bezweden,
zumächst nicht zu verbdieten, sondern unter eine außerordentliche
staatliche Kontrole zu stellen.

Die mit der Nontrole betraute Behdrde ist defugt: 1) allen
Sitzungen und Versammlungen des Vereins beizuwohnen; 2) Gene⸗
ralversammlungen einzuberujsen und zu leiten; 3) die Bücher,
Schristen und Kassenbestande einzuschen, sowie Auskunft über die
Verhältnifsse des Vereins zu fordern; 4) die Ausführung von Be—
schlüssen, welche zur Förderung der im F L, Absatß 2 bezeichneten
Bestrebungen geeignet sind, zu untersagen; 5) mit der Wahrneh⸗
mung der Obliegenheiten des Vorstandes oder anderer leitenden
Organe des Vereins geeignete Personen zu detrauen; 6) die Kassen
in Verwahrung und Verwaltung zu nehmen. 4J

Wird durch die Generalversammlung, den Vorstand oder ein
anderes leitendes Organ des Vereins den von der Centralbehörde
innerhalb ihrex Befugnisse exlassenen Anordnungen zuwider gehandelt,
oder treten in dem Vereine die im z J, Absatz 2 bezeichneten Be—
strebungen auch nach Einleitung der Kontrole zu Tage, so tana
der Verein verboten weiden. ———

8 13. Aut Grund des Verbeis sind die Vereinskasse, sowle
alle fůr Zwecke des Vereins bestimmten Gegenstaände durch die Be—
hörde in Beschlag zu nehmen.

Nachdem das Verbot endgültig geworden ist, dat die von ber
Landespolizeibehörde zu bezeichnende Verwaltungebehörde die Ab⸗
widlung der Geschäfte des Vereins (Liquidation) geeigneten Personen
zu übertragen und zu überwachen, auch die Namen der Liquidatoren
belannt zu machen.

An die Stelle des in den Gesetzen oder Statulen vorgesehenen
Heschlussez der General- Versammlung tritt der Beschluß der Ver—
waltungsbehorde. Das liquidirte Vereinsbermoͤgen ist nach Maß⸗
gabe der Vereinsstatuten, hezw. der allgemeinen geseßlichen Bestim⸗
mungen zu verwenden, unbeschadet der Rechtsanspruͤche der ehemaligen
Vereinsmitglieder oder Dritier an das ehemal ge Vereinsvermögen.

Der Zeitpunlt, in welchem das Verbot endgültig wird, ist als
der Zeitpunkt der Auflosung- oder Schließung des Vereins (der
Nasse) anzusehen. Gegen die Anordnungen der Behoͤrden findet
nur die Beschwerde an die Aufsichtsbehörden statt.

Entsprechend diesem Antrage sind im Abs. 1 der 88 2 und
Jhinter dem Wort „Verbot“ eingeschaltlet die Worte „und die
Anordnung der Kontrole.“

In der Kommission stellte det Abg. Lasker den Antrag, die
Worte⸗, Eingetragene Genossenschaften? und „registrirte Gesellschaflen“
mit den dazu gehörigen Citaten zu streichen, weil der Entwurf eine
droße Beunruhigung unter den Hunderttausenden von Genoffen⸗
Gaften, hervorrufen werde. Trot dieses gewiß sehr berechtigten
kinwandes wurde der F La in der Fassung der Subcoamission
angenommen. .T

Es wird sich nun zeigen, ob die Credit⸗Genossenschaften diese
polizeiliche Beaufsichtigung widerstandslos über sich werden ergehen
lassen, oder ob sie die allerdings nur kurz' zugemessene Zeit bis zu
den Berathungen im Reichstag benützen werden, um hgegen diese
Eiugr'ffe, wodurch ihre ganze Selbsiständigkeit vernichtet wird,
protestiren werden. I
Frankfurt, 2. Ock. Der unker der Leitung Sonne⸗
nann's stehende demokratische Verein hielt gestern eine Versammlung,
aus deren Verhandlungen hervorgeht, daß die letzte Reichstagswahl
dem Verein 8400 Mark Kosten verursacht hat. 48. M.)
Die frühere Kaiserin Eugenie, welche sich belanntlich zur Zeit
n Arenenberg aufhält, soll dort ẽnen sehr regen Verkehr mit her⸗
orragenden Franzosen unterhalten; Wünsche und Hoffnungen beim
Kegierungswechsel 1880 sollen dabei einen lebhaften Antheil haben.
So war in der vergangenen Woche der Erzbischof von Rouen,
dardinal v. Bonnechose, mebrere Tage Gast auf dem Arenenberg.
Vermischtes.

F3Zweibrücken, 28. Sept. (Schwurgericht.) Verhandlung gegen
Richgel Gotz, 56 Jahre alt, fruher Steinbrecher, jeyt ohne Gewernbe,
»on Godramstein, augeklagt des Todischlags, vertheidigt von Reqchtscandidat
dönig“ Der Angeklagte hatte bis vor zwei Jahren durch Ausbeuie eines
doalksteinbruches auf einem ihm gehörigen Grundstüde auf Godramfteiner Ge—
narkung einem erheblichen Verdienst. Im Sommer 1876 wurde er durch
jerabfallende Stein⸗ und Erdmassen in diesem Bruche derart koörperlich be⸗
chädigt, daß er mehrere Monate krank lag und in Folge geminderter Ar⸗
ritsfähigleit sein Geschaft als Steinbrecher aufgeben mußte. dvieses herbe
Niß geschick erzeugte bei ihm Mißmuih und Lebensuberdruß, der fich öfter in
Selbstmordgedanzen Außerte. Vor zwei Jahren hatte auch der Tagner Ge⸗
tg Knerr von Godramstein auf einem neben der erwähnten Kaltfeingrude
es Angeklagten gelegenen Grundstücke eine solche eröffnet. VBeide Nachbarn
eriethen bald in Streit, der durch Uebergreifen des Knerr auf das Grund⸗
tück des Angeklagten veranlaßt wurde. Zwischen beiden Nachbarn gab es
mun, jo oft beide mit ihren Ehefrauen zu gleicher Zeit auf ihren Grund⸗
dücken waren. Dispute, die nicht selten zu Schimpfereien führten. Dies war
iuch wieder am Mittas des 25. Juni abhin der Fall. Wegen einer ganz
zeringfügigen Ursache geriethen beide Eheleute in Streit. Auf eine Aeußerung
er Frau des Angeklagten erwiderte Knerr, wenn fie das sagen könne, sei
ie eint „Lügensagerin“, oder „eine schlechte Fraue. Daraufhin ging der
Angellagte einige Schritie zurlick und holie, wãährend die beiden Frauen wei⸗
er disputirten aus dem zugebundenen Aermel seines am Boden liegenden
Vammses eine Pistole, ging mit derfelben wieder gegen Knerr vor, und
euerte mit dem Rufe „da“ aus einer Entfernung von 1 bis2 Schritten
inen Schuß gegen denselben ab. Knerr taumelte schwer getrossen nach vor⸗
oarts und stürzie zu Boden. Der Angellagte verlies sofort den Ort der
That. Knerr blieb noch eine Zeit lang daselöst liegen; gegen Abeud wurde
r nach Haufe geschafft, gab aber noch an demselben Abend seinen Geifl auf.
Lach dem Ergebnisse der Section hatie die Kugel eine grohe fur einen Finger
richt durchgängige Wunde auf der Unken Seite der Getroffenen verursacht.
Hie unvermeidliche und rasch eintretende Folge der Verleßung mußte der
Tod Knerr's sein. Der Angeklagte machte auch aus feiner Thäterschaft gar
inen Hebl. Wie er selbst angiebt, hatte er die Pistole schon Samstag den
22. Juni zuvor mit einer Spihkugel geladen und dieselbe nach der That in
ein nabegelegenes Fruchtfeld geworfen, wo man dieselbe jedoch später nicht
nehr auffinden konnte. Der Angeklagte genoß bisher einen gitten Ruf und
fst gerichtlich noch nicht bestraft worden. In der hemigen Verhandlung blieb
er Angellagte bei seinem fruͤher abgegebenen Geständnifse dehen. Ver igl.
Ztaatsanwalt Scherer ˖ hieli die Anklage in jeder Beziehung aufrecht, wobei
ex die Annahme mildernder Umstände dem Ermessen der Geschworenen uͤber
ieß. Die Vertheidigung, —— von Rechtscandidat König, versuchte vor
Zllem den Rachweis daß der Angellagle die Absicht zu lödten ber der ihmn
uur Last gelegten That nicht besessen habe. Die Geschworenen sprachen den
Ingellagten des Todschlags unter Annahme mildernder Umfiände für schul⸗
in worauf derselbt in eine Gefangnißstrafe von drei Jahren verurtheiit
vurde. H

Speyer, 83. Oel. heute Abend hals 53 Uhr hielt der
reuernannte Bischof der Didcese Speher unter dem Geldule der Dom⸗
zlocken und unter Böllersalven seinen Einzug in unsere Stadt. Der⸗
elbe wurde von einer statllichen Reiterschaar aus hiesiger Stadt und aus
den umliegenden Törfern begleitet. Die Straßen der Stadt, durch
welche sich der Zug bewegte, waren reich mit Fahnenund Kraͤnzen

zeziert. Auch der nichtkatholische Theil der Einwohner bewies
durch die Schmuckung seiner Häuser die Courtoisie gegen die
atholischen Mitbürger. Am Dom gewahrte man ebenfalls Fahnen⸗
chmuck, dabel eine mächtige Fahne in den deutschen Reichsfarben,
die zum ersten Mal an dem jungften Konigsfeft am Dome ausge-
dedt worden war. Hier angelangt, begab sich Bischof Ehrler, be⸗
— —0
        <pb n="568" />
        et vom Domkap'tel, zuerst in den Dom. don wo aus derselbe
die bischofliche Kesidenz geleitet wurde. Am Gingang derselben
wurde er von einer Anzahl weißgekleideter Jungfrauen mit einer
Ansprache und U⸗berreichung von Blumen begrüßßt. Vor dem bischsf⸗
lichen Gebaͤude hatten sich eine große Menschenmenge versammelt.
Die Feler der Consekration und Inthronisation findet nächsten
Sonntag statt. Möze mit dem neuen Bischofe der Geist echter
hristlicher Liebe und Duldung einziehen. pf. K.)

F' Die grünen Hundertmark ⸗ Noten der bayerischen Hypothekeu⸗
und Wechselbank, die zur Zeit nur noch als einfache Schuld scheine
gelten, vetlieren vom 31. Dejember 1880 an auch diefe Geltung.

I Straßburg, 29. Sept. Dem zwischen Toul und
Narch vor wenigen Tagen stattgehabten Eisenbahn⸗Unfall folgte
rasch ein anderer, noch schwererer, im Indre⸗Departement; es stieß
dort bei Station Chateauroux auf der eingleisigen Bahn ein von
Paris kommender, stark besetzler Personenzug Nachts mit einem
Ghüterzug zusammen, der irrthümlicher Weise dem erstern entgenfuhr,
16 Personen wurden schwer verwundet, wovon 5 bereits ge⸗
storben sind.

pEGrubenunglück.) Aus Westfalen, 2. Oll. Leider habe
ich Ihnen einen betrübenden Unglüdsfall von der Steinkohlenzeche
Haufe“ bei Witlen a. d. Nuhr zu melden. In der genanuten
Rlube arbeileten vier Bergleute vor Ort, als plötzlich durch einen
wuchtigen Schlag eine Wasserader sich offnete, aus welcher das Wasser
nit soicher Mächtigkeit herbordrang, daß den Bergleuten der Rückweg
obgeschnitten wurde. Drei von ihnen fanden in den hervorbrausenden
Fluͤthen ein kühles Grab, während der Vierte, ein —AX
(7 Jahren sich durch einen verzweifelten Sprung rettete, über den
tr aber selbsi keine Angaben machen kann. Unter allgemeiner Theil⸗
nahme ind die Leichname der drei Verunglüchen bereits in die
Gruft gesenlt.

ꝓWie die „Posener Zeitung! meldet, ist dem Fräulein
atharina Nobiling zu Rolkitten, Keeis Birnbaum, sowie dem Fräu⸗
ein Anna Nobiling in Posen gegen Wegfall ihres Namens „Nobi⸗
ling“ mittelst Allerhöchster Kabinetsordre der Name Edeling beige⸗
legj werden.

7 Wien. In der Kamerl'schen Zuckerfabrik Grußbach explo⸗
dirte am 830. Sept. ein Kessel. Die Zerstörung war furchtbar.
Bom Kessethaus blieb kein Stein auf dem andern; sechs andere
Dompftessel wurden theils zertrümmert, weils bis auf 60 Schritte
deit geschieudert und platt gedrüdt; die Stücke des gesprungenen
essels, einzelne bis zu 20 Tentner schwer, wurden bis auf 200
Schritte weit geschleudert. Ein Heizer und dessen Frau, die ihm
das Muttagessen gebracht hatte, zwei Knaben im Alter von 12 und
13 Jahren und ein siebenjähriges Mädchen blieben todt auf dem
Piaß, ein achtzehnjaͤhriges Mädchen wurde so verbrüht, daß es
hald barauf statb; an 20 andere Personen sind wehr oder minder
ichwer verletzt. Ueberheizung war wahrscheinlich die Ursache der
kxplosion.

. Mehr Licht!“) Un poco piu di luco! Das ist jetzt der
allgemeine Wehruf in Wien, wo man mit der Gasbeleuchtun
nußerordentlich unzufrieden ist. In Folze dessen ist im Publikum
dereits das Witzwort epidemisch geworden: „Wenn doch einmal
»ine Feuersbrunft ausbräche — damit man die Gaslaternen besser
zu sehen bekommt!“

JCTaschendiebe im Pariser Ballon capuf.) Der Ballon capuif
dat schwerlich einen zweiten so fleißigen Passagier gefanden, wie e
ine juͤnge Englärderin war, die täglich 3—24 Mal mit ihm auf
uht.“ Viese kuftige Leidenschaft fiel schließlich der Polizei auf, und
ais die junge Dame unlängst den Platz mit ihrem Begleiter, einem
derrn mit bolzernem Bein, der fie unten zu erwarten pflegte, verließ
olgte man ihr, hielt sie an urd untersuchte ihre Taschen. In
iesen jand man 20 Portemonnaies, wovon drei, die Ausbeute der
tzien Auffahrt, 3000 Fres. enthielten. Das angelegte Kapital,
2ö Fres. jür jede Fahrt, hatte sich also gut verzinst. Die Erregung
der mit dem Ballon aufsteigenden Erdbewohner halte bei der genialen
Engländerin mit Recht die Hoffnung auf eine gute Ernte erregt.
fKertich. (Furchtbarer Orecan.) Der „Nilolajewstif
Wiestnik? meldu: „Am 23. d. wütheie in der Umgenend der
hafenstadt Kertsch ein furhdarer Orcan, welchem außer mehreren,
mit Waaren und Getreide beladenen Scheffe im Werthe von füns
Millionen Rubel auch viele Menschenleben zum Opfer fielen. Di
m Hafen stehenden Sshiffe wurden vom Anker gerissen und anit
Ufer geschleudert; gegen fünfzehnleichteie Fahrzeuge wurden gängzlich
ertrümmert. In der Siadi Kertsch sind über vierzig Häuser ger⸗
ftört worden. Die Dächer flogen in die Luft. Vom Ufer, aut
den zerschmetterlen Schiffen erldnten mitten durch das Geheul det
Dreans herzzereißende menschliche Stimmen, welche vergebens um
Rettung flehten. Außet vielen Unglücsfällen in Kertsch felbst,
dereren Zabl noch nicht ermittelt wurde, komen 60 Mattosen um'
deben. Auch das russische Kriegsschigßf Krilun“ ist dabei zr
Bruade gegangen..“
Glasgow, 2. Okt. Die „City of Glassgow Bank“
zJat fallirt und werden die Passiva auf 8 bis 10 Mill. Pf. Steil.
geschätzt.

7 In Chicago sind in fünf Tagen sage zweihundert und
reun Bankerotie vorgelommen. Die Possiva betragen die Kleinig—
et von 4,888,784 Dollars, während die Altiva aus 883,108
Dollars bestehen, die wiederum als höchst zweifelhafte Werthobiecte
— faule Papiere ꝛc. — erscheinen. J

7New-Orleans, 3. Oll. In Folge des neuerdingt
ringetretenen warmen Wetters breitel sich das gelbe Fieber in der
danddistrikten aus und nimmt auch in den Stadten wieder zu.
e di⸗Mehbactien ver⸗ewarilich? F. X. Demer.

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Het St. Ingberter Anzeiger und das (2 mil woͤchentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wo hentlich piermalz: Dieustag, Donnerstag, Samstaz nud Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

Mack 40 R.Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Aus värts mit 13 Vi. fur die viergejpaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— — Dienstag/, den 8. Oktober IV 1878.
Deutsches Reich.

Wie man dem „Berl. Tagbl.“ mittheilt, wird die Ausführung
des Socialistengesetzes im Königreich Sachsen, in der Unterinstanz
den Kreishauptmannschaften zufallen. Die Kreishauptmannschaften
werden zunüchst das Verdot soc aldemokratischer Zeitschriften und
Bereine auszusprechen, sowie die socialdemotratischen Kassen zu ver⸗
walten haben. Gegen die Entscheidung der Kreishauptmannschaften
vird den durch das Gesetz Betroffenen alsdann der landesgesetzlich
vorgeschriebene Instanzengang, d. h. die Appellation an das
Ministerium des Innern, und gegen die Entscheidung des Mi⸗
nisteriums noch die Beschwerde an die Recursinstanz in Betlin
zuftehen.
Kusland. J

Paris, 6. Olt. Die „Agence Havas“ meldet aus Belgrad:
Der russische Vertreter Persiani sprach sich dahin aus, daß die
russische Okkupation Rumeliens solauge dauern werde, als die öster⸗
reichische Okkupation Bosniens undider Herzegowina. Rußland werde
der Einderleibung dieser Provinzen an Oesterreich widersprechen.

Die franzöͤsischen Freimaurerlogen werden am 23. October
u Ehren des Prinzen von Wales ein großes Fest im Trocadero
eben. —

Der Unterrichtsminister hat die gerichtliche Verfolgung eines
Deistlichen beantragt, welcher in einem Vortrage bei Geiegenhert
einer Preisbertheilung behauptet hatie, die Universität von Frank⸗
teich erziehe nur zu Unfittlichleiten.

London, 3. Ott. Die Zahlungseinstellung der „City of
Zlasgow Bank“ deren Passiva auf ca. 140 Millionen Bulden
zeschätzt werden, hat in Glasgow, sowie im ganzen westlichen
Schottland, wo sie 50 bis 60 Zweiginstilute hattel, ungeheure
Aufregung verursacht. Das Fallissenent wurde dem Vernehmen
aach dadurch verursacht, daß die Bank große Vorschüsse auf ameri⸗
lauische Fonds, Getreide⸗Vorräthe und Gebäude leistele, deren Werth
nunnieht sehr gesunken ist. Die Depositoren sind größtentheils
kleine Gewerbetreibende und Pächter.

London, 6. Okt. Meldungen des „Neuter'schen Bureau's“
zus Konstantinopel vom 4. Och.: Vom Sultan sind dem
zxitischen Botschafter Layard hinsichtlich der Annahme des eng⸗
lischen Reformplanes tt die asiatische Türkei zusagende Wersier⸗
ingen gegeben worden. Auch an die Königin Victorig schrieb der
Sultan, daß er die englischerseits vorgeschlagenen Inst nunouen
inführen lassen werde. — 5. Olt. Die Pforte will an die Groß
mächte ein Circular gerichtet haben, mit dem bd i Oesterreich
nufzufordern, daß es sein Verhalten mit den Erklärunden auf dem
Oerliner Congresse in Einllang bringe. Das Circular enthält
erner die Forderung, Orsterreich sollte seine Trußzen bis zur
äntscheidung der Mächte zurückhalten, widrigenfalls die Pforte das
dorgehen Oesterreichs als Verletzung des internationalen Rechts
trachte.

Nicht auf Jamaika, wie anfänglich gemeldet worden, sondern
f der zu Dänemark gehdrigen Antillen-gnsel St. Croit ist
in Neger⸗Aufstand ausgebrochen. Die Aufständischen verbrannten
aehtere Pflanzungen und ermordeten deren Besitzer. Auch soll die
Hälfte der Stadt Fredetilstad verbrannt sein. Die Ursache des
dusftandes läßt sich aus den spärlichen Berichten, die bis jeßt vor⸗
iegen, nicht erkennen.

Vermischtes.

13weibrucken, 28. Sept. In der heutigen Schwurgerichts⸗Ver⸗
andlung wurde Michael Godez, 56 Jahre alt, fruher Steinbrecher jetzt ohne
dewerbe, von Godramstein, angeklagi des Todischlags, unter Annahme mil⸗
dernder Umstände in eine Gefängnißstrafe von 8 Jahren veruriheili.

— Georg Schwerdtfeger, 29 Jahre alt, Adcerer von Gleishorn⸗
dach, angeklagt wegen Brandftiftung und Storung des dffentiichen Friedens
durde von den Geschworenen fur „sqhuldig“ unter Ausschluß mildernder Um—
dande zu 6 Jahren Zuchthaus verurheilt uner Aberlennung der bürgerlichen
ẽhrenrechte aus weitere 6 Jahre.

JZweibruden, 80. Sept. Vorm. (Schwurgericht.)

L. 88 Jahre alt, Tagner von Vogelbach, Tamon Landstuhl,
orsatzlicher Vranditiftung; Vertheidiget dtechistandidat Abobif

Der Angeklagte ist überführt, in der Racht vom 24. quf

Jacob Alein
aingeklagt wegen
Ditimann.
25. Juli d. J.

acht dem Ackerer Jacob Bauer J. von Vogelbach gehörige Haufen Korn, welche
auf einem Acker in der Nähe des Ortes aufgesetzj waren, in Brand gesteckt zu
jaben. Die That geschah aus Rache, da er in dem Bauer denjenigen ver⸗
nuthete, welcher ihn wegen Holzdiebstahl angezeigt habe, fur welches Vergehen
r am 24. Juli mit 8 Tagen Gefängniß bestraft worden war. Der Angellagte
rklärt fast alle Zeugenaussagen fur gehässige Lügen. Die Geschworenen er⸗
aanten auf „schuldig' unter Annahme mildernder Umstände. Das Urtheil
lautete auf vier Jahre Gefängniß, und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte
auf 4 Jahre.

— Nachm. 4 Uhr, Peter Roos, 20 Jahre alt, Maschinenführer vom
Bruchhofe bei Homburg, angeklagt wegen vorsätzlicher Korperberletzung mit
dodtlichem Erfolg; Vertheidiger Rechtskandidat Rheinberger.

Der Angeklagte hat am Abend des 21. Juli d. J in der Nähe der
Tappel'schen Bierwirthschaft in Homburg mit noch 8 Burschen den aus der
jenannten Wirthschaft mit seiner Geliebten kommenden 25 Jahre alten Schuster⸗
zesellen Jacob Braun von Homburg überfallen und demselben mit einem
Dolchmesser 2 Stiche, den einen auf die Stirne, den andern in den Rucken
eigebracht. Der leßtere Stich hatte die Lunge und das Rippenfell verletzt
ind verursachte eine Brustfellentzundung, welcher der Verletzte in der Nacht
»es 22. August d. J. exrlag. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf
schuldig“ unter Ausfchluß mildernder Umstände. Urtheil: 6 Jahre Zucht⸗
aus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer.

fWegen einer im Sprechsaal der „Pfälz. Vollkszig.“ in
daiserslautern enthaitenen Einsendung wurde von 8 Bier—
zrauern Klage erhoben. In dem fraglichen Eingesanet war be—
zjauptet worden, daß die Kaiserslauterer Bierbrauer Belladonna
und anderes Teufelszeug zur Bierbereitung nehmen.

Neustadt, 7. Okt. In der gestern Nachmitiag dahier
im Saalbau abgehaltenen Versammlung der Wahlmänner des Be⸗
irks Landau: Neustadt wurde nach längerer Discussion, an welcher
ich namenilich die Herren: De. A. Buhl von Deidesheim, Dr.
dneht von Neustadt, Ph. D. Nnodloch von Landau, Buchhändler
Wiiter von Neustadt und H. Müller von Landau betheiligten,
instimmig beschlossein, an der Candidatur des Herrn Landrichters
Trauih von Blieskaftel festzubalten.

F Nach dem „D. A.“ fielen dem letzten Dürkbeimer Wurst⸗
naukt zum Opfer: 3 Ochssen, 5 Fassel, 5 Kühe, 10 Rinder, 73
Schweine, 33 Kalber uad 7 Schaafe. Enten, Gänse, Huͤhner,
lund dabei von der Stalistik als „vogelfrei“ angesehen und zaͤhlen
nicht mit, selbst Hert Lampe ist nicht unter Coairole gestellt. Bei
den größeren Wirthichaftsbuden wurden getrunten: Rothwein 800
ꝛitet, Wein à 1M. 1500 Liter, Wein à 50 ppf. 10000 Liter,
Wein à 40 Pf. 15,000 Liter, Wein à 35 Pi. 5000 Liter, Wein
380 Pf. 6000 Liter, in Summa 38,300 Liter Wein, und Bier
3500 Liter, dabei ist aber der Verbrauch der Weeinftände und
Schubkärcner nicht mitgerechnet und wer gesehen hat, wie dort die
Massen sich drängten, der wird noch einige 1000 Liter den obigen
uzählen können. Wollen wir nun in eine einzige Bude gehen uͤnd
ins dort einmal vortechnen lassen, was aus der Küche hervorge⸗
eicht und von den Kellnerinnen herumgetragen wurde. K. Woif:
300 Pfd. Sauerkraut, 4400 Liter Wein, 1 Rind 360 Pid., 5
Sdweine 600 Pfod. 14 Enten, 10 Ganse, Hühner, Bratwarste
2600, Kesselwurst 5300, Hasen, Kuchen. Und bei einem solchen
Fonsum sol man noch an die ewig wiederholten Klagen über
chlechte Zeiten glauben!

f. In Grünstadt muß laut Stadtrathsbeschluß alles zum
Verkauf bestimmte Schweinefleisch auf Trichinen untetsucht werden,
und zwar auf Kosten der Verkäufer.

* Winden, 7. Ott. Auf der Bahnstrecke zwischen hier
und Betcgzabern entdecktte man gestern nicht alljuweit von der Sta—
ion Barbeltoth, eine tüchsche Zerstörung des Geleises, die, wenn
ie nicht rechtzeitig ensdeckt worden wäre, großes Unglück hätte her⸗
ortufen Ionnen. Von verruchter Hand waren nämlich an dieser
Stelle die Schienen ganz herausgerissen, und alle Nagel, Bolzen
u. s. w. beseitigt worden. D'ee Unterjuchung ist im Gauge.

In Reichenbach hat sich am 1. d. in. ein 147 Jahre
alter Schmiedelehrling von Rehweiler erhangt.

Wollmesheim, 4. Okt. (L. A.) Heute Nachmiitag
1 Uhr fuhr der Acdersmann Friedrich Vögeli von hier mit seinem
nit zwei Kühen bespannten Fuhrwerke (Karren), an weichem er noch
scinen Pflug hängen hatte, auf dem Feldwege gegen Impflingen.
Waͤhrend er an einer Kehre im dortigen Hohlwege bemüht war,
den Pflug hinten zu halten, damit derselbe nicht häugen bleibe,
        <pb n="570" />
        me Peomenade durch die Straßen der Stadt und war so ficher
as Rendeweus grumdlich vereitnn beben
Aiterarisches.

Mit dem 1. Ollober erscheint die Ilustrirte Frauen⸗Zeitung nun⸗
nehr in vierzehniägiger Ausgabe, — das Modenblatt mit dem Unterhalunge
laite zugleich, — wodurch die Abonnenten das Unter haltungsblatt 8 Tage fruher
rhalien, als bisher. Bei dieser Gelegenheit hat auch das äußere Gewand
es BViattes eine Verschönerung erfahren, indem jede Nummer in einem ele⸗
anten Umschlage ausgegeben wird, welcher ein großes Portrait trägt; der
bonnemenlapreis von viertelsährlich 2 Mark 50 Pf. ist jedoch troß dieser
fẽrweilerung nicht erhöht worden. Weitere Mittheilungen über die Berdderung
zes Inhaltes der Unierhaltungs-Nummer, — das bekanntlich mit der , Moden—
vell uübereinstimmende Modenblatt bleibi mit jeinen Beigaben unverändert. —
nthält das Probeheft, welches von jeder Buchhandlung zu exhalten ist. Auq
ümmt jede Postanstalt Bestellungen auf die Illustrirte Frauen⸗
Zeitung“ an.

Die im Verlage von Hermann Schonlein in Stuttgart erjscheinende

Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens“ Gährlich 13
ierwöchentüche Bande, enthaltend je 256 bis 288 Seiten Taschenformat zum
Preise von nur à 30 Pfenuig) beendet mit dem uns soeben zugegangenen
reizehnten Bande ihrea zweiten Jahrgang. Dieser Umsiand gibt uns Anlaß,
uf dieses epochemachende literarische Unternehmen zurückzukommen und dafsselbe
inserm Leserkreise auf's Neue zu empfehlen. In's Leben gerufen, und im
gegenfatze zu den sonst so theueren Preisen der belletristischen Literatur, die
ʒ„chopfungen unserer beliebtesten Schriftsteller dem Publikum zu einem fast
mnglaublich billigen Preise zuganglich zn machen, und zwar in der handlichen,
equemen Buchform (Taschenformat), hat dieses Unternehmen schnell die Gunst
er Lesewelt gewonnen und es vielen Tausenden moglich gemacht, die so
erechtigte Liebhaberei fur Anlegung einer Privatbibliothek zu befriedigen.
dat nun der Herausgeber es sich einerseits ernfilich angelegen sein lassen, durch
illigsten Preis und gediegenen, interessanten Inhalt das Möglichste zu leisten
o zeigt anderseits eine im vorliegenden dreizehnten Bande angekundigte
steuerung, daß die Verlagsbuchhandlung bestrebt ist, auch in sonstiger Weise
hren Subscribenten entgegen zu kommen. Bisher ergab fich nämlich der
lebelstand, daß die Kosten des nachträglichen Einbindens der Bibliothek sich
ur manchen Minderbemittelten als zu theuer erwiesen. Um nun dieser
„chaitenfeite abzuhelfen, zeigt die Verlagsbuchhandlung an, daß fie, von dem
m j. Oltlober d. J. beginnenden dritten Jahrgange ab, die saämmtlichen
Zande, elegant in englische Leinwand gebunden, mit Goldrücken und Decdel⸗
zressung, zu dem kaum glaublichen Preise von nur à 78 Pfennig liefern
berde. Die Koflen dieses eleganten Einbandes stellen sich demnach auf nur
a gofennig pro Band, ein Preis, wie er bis jetzt noch nie und nirgends
ruch nur enifernt gestellt worden ist, der fast unmöglich erscheint und sich
edenfalls ur durch die Anfertigung enormer Massen erklären läßt. Die
Viblioihet der Unterhaltung und des Wissens“ wird durch diese Neuerung
ewiß enorm an Verbreitung gewinnen, denn uns ist kein einziges literarisches
internehmen bekannt, das einen elegant gebundenen stattlichen Band voll
zediegenen Inhalts für nur 75 Pfennig bietet.

brachlen die Kühe dadurch, daß sie die Kehre zu kurz nahmen, den
Karten zum Umfallen, wobei sein auf dem Karren sitzendes einziges,
7 Jahre altes Söhnchen, derart am Kopfe verletzt wurde, daß es
sogleich seinen Geist auigab. Der Vater, weicher Zeuge dieses
Borfallz war und in dessen Armen dann sein Kind verschied, ist
Janz untröstlich. Dieser Fall dürfte eine neue Mahnung für Eltern
sein, ihre Kinder nicht auf Fuhrwerken mitzunehmen.

FSudwigshafen, 5. Olt. Der Vertrieb der Loose
der von der kgl. Staatsregierung der proteftant. Kirchengemeinde
behuss des Ausbaues ihrer Kirche bewilligten Lotterie wurde den
Herren A. C. Voltz und Jul. Goͤldschmit dahier übertragen. Mit
ber Ausgabe der Loose weird in der ersten Hälfte ves nächsten
Monats begonnen werden und wollen sich tücht ge Agenten behuss
Uebercnahme von Loosen direct an vorgenannte Herren wenden.

(Pfalz. Kurier.)

Speier, 7. Okt. Die gastrige Bischofsfeier hatte
Hunderttausende nach unserer Stadt gefuͤhrt. Die Züge drachten
müubersehbare Schaaren Schaulustiger, namentlich aus dem Westrich.
Die Feier verlief p ozrammentsprechend. Vischof Ehrler ist eine
Zußerst gewinnende Ecrscheinung. In den gemäaßigt clerikalen Krei⸗
sen unseter Stadi gibt man sich der Hoffnung hin, daß der neue
Oberhirt dem heillosen Treiben einet gewisser Presse ein Ziel setzen
werde. Möge d'eser Hoffnung keine Täujchunzg folgen. (Eilb.)

p St. Avold 3 Ott. In der hiesigen Leimfabrit waren
zwei 14jährige Kaaben beschaftigt, aus einem großen mit siedendem
Wasser gefüllten Kessel gereinigte Trockeunetze heraus zu nehmen.
Die Arben war für die Kräfte der Knaben zu schwer. Einer der⸗
selben ftieg, um besser hantiren zu können, auf den fußbreiten Rand
des Kessels, glitt aus und fiel bis zur Brust in das kochende Wasser.
Erst nach 16 Stunden erlöste der Tod den unglücklichen Knaben
von seinen Qualen. (M. 3.)

FIn Berlin werden großartige Vorbereilungen zum Em⸗
pfang des Kaisers getroffen. Die Stadtverotdneten ⸗Versammlung
bewilligte für die Beleuchtung der oͤffentlichen Gebäude, Dentmäler
ꝛc. 50,000 M.

Ein Philosophenstüdchen.) Ein Philosoph in Sakramento
fing kürzlich einen Liebesbrief an seine Frau ad, in dem dieselde
ju einem Rendezvous für jenen Rachmuttag bestellt wurde. Was
ihat der Gatte? Putzie er seinen Revolver, verfertigte er Patronen
und stellie sich auf die Lauer Nicht im Geringsten. Er flecte
ein fach die falschen Zähne seines Weibes in die Hosentasche, lüßte
die Kinder, steckte sich eine Cigarre an, machte in aller Gemuthsruhe

Todes⸗Anzeige.
Gett dem Allmächtigen hat es gefallen unsern innigsi⸗
geliebien Gatten und Vater
Herrmann Nedekind
im Alter von 40 Jahren nach kurzem Unwohlsein uner⸗
wartet schnell zu sich zu nehmen.
Um stille Theilnahme bittet
Ens heiwerhof, 8. Oltoder 1878.
Die tieftranernde Gattin
mit ihrem Kinde.
Die Beerdigung findet Mitwoch, den 9. Oktober,
Nachmittags? 4 Uhr statt.

Muüntchener
——
2000 Geldgevwinne.

Haupttressor
40, 00 0 Mark
DAAMV.-

Ziehung am 5. Uor. 1878.
Prois des Looses J Mark.
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Fre die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.

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zerlinischen Inserate gepachtet,
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ions⸗Aufträge an d'ese Annoncen⸗
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Inabert.
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22 52333.55 —
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2— 2. 53353 23 35 26552 252 *
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252 258 —53— ——338—3 8323. 2823333
E* 5*23588 2*8223283 *2 —3 —3
— 52**8* —32— 3 — —33— 3— —— 5—5338
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5382 2722 *2 N223. 8383 2 23 22 —22—72
54* S5 — — 57332328 — — . 2 5*8. — *8 7 —3
— 2335233 323
35 2—3 —583323 2523 32 7
23827 2 3535683* 552 33385323 3355337*
J 38 W 7 53833825355 33373257233637
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75273 52728223* 275 — —
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—E———— 2 388 233 32 22255
22 2585 T4 23 2. — 5725 228 525585
33 33835637 33867
X — * * F 27 *7* 2. —
— E.s 288258 22583
333353 2335235 3 338
3 2255 —E — —7— 5. 33 —32—
533* 21553 3333—583 — 22758* 53233532*8
522325* .83 —M—— R3 a * 35535*5
2⁊* * 2 2 — 78 1523 8 3 — 7
55333 5 333 1333533 s—532383 383536
2.838 — —A 2 2. 2537*2 — —* 7
—2 2 2 2. 5227 * —— 6252 23 2 5288 S
222 2 * — 22 Sꝛꝰ 7* 83 853 2353 —35 5323
———— 32 838 333358733328
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323334 22733 2*37 3235233533
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2523 55 535* z3353 352353 —z—8 7 2328*32
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        Sl. Ingberler
7 erler Nnzeige
Der St. Jugberter Auteiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Oaudtblatte verbundene Unterhaltunzsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöͤchentlich vlermalz Dienstag, Donunerstag, Bauskag nuud Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierteliahrlich

Wark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Aus virte nit 15 BPia. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 160. I 9 Donnerstag, den 10. Oktober igg
Deutsches Reich.

Mäünchen, 7. Oltober. Heute Vormittag tagte dahier die
von etwa 90 Mitgliedern besuchte Centralversammlung des land⸗
wirthschaftlichen Vereins in Bayhern, welche um 9 Uhr von dem
Vorsihenden, Reichsssrath v. Niethammer eröffnet wurde. Erster
Gegenstand der Tagesorbnung war ein Vortrag des Directors Dr.
Wentz von Weihenstaphan über Vieh-Versicherung. Redner führte
aus, daß es sich dei diesen Versicherungen um kolossale Werihe,
namentlich in Vahern, handele, welches Land nach einer im Jahre
1873 vorgenommenen Zahlung 3,000,000 Stuck Rindvieh und
350,000 Pferde besitze; auf jede Quadratmeile treffen in Bayern
2225 Stück Rinddieh, dagezen im Deuischen Reich durchschnitilich
nur 1500. Bezüglich der Qualitat des Rindviehrs nimmt Bahern
in Deutschland weitaus den ersten Platz ein. Der bayer. Rindvieh
stand repräsentirt ein Capital von 800 bis 1000 Millionen Mark
Ein Procent hievon verloren, macht schon 10 Mill. Mark. Dr.
Wentz sprach eingehend über die verschiedenen Arien der Viehver.
cherung und empfahl die Errichtung von Orts-Viehversicherungs
Veremen, durqch welche man den kleinen Leuten in die Hand ardeite;
zugleich seien diese Vereine ein Mittel, um den Socialdemokraten
entgegen zu arbeiten, bezüglich deren man auf dem Lande auch nicht
die Hände in den Schooß legen dürfe. Redner beantragt folgende
Resolution: „Orts Viehversicherungs-Vereine sind möglichsi allgemein
im Koͤnigreiche Bahern zu verbreiten. Zugleich ist Bereinigung
derselden in groͤßeren Verbaͤnden, wo moͤglich in einem Landesder⸗
bande anzustreben. Vieh Versicherungs Vereine, welche als Geschäits⸗
unternehmungen zur Erzielung eigenen Gewinnes arbeiten, erscheinen
nebenher zulassig unter der Voraussezung guter Statuten, guter
Verwaltung und namentlich ausreichender Reservefonds. Es ist
wunschenswerth, daß das Gentralcomite die ihm angemessen erschei⸗
nenden Schritte thue zu schnellerer Verbreiiung wohleingerichteter
Oris Viehversicherungsvereine, sowie zur Errichtung einer diefe er⸗
gunzenden Landes-Viehversicherungs ⸗Anstalt, sei es mit, sei es ohne
Gliederung nach stre sen.“ — Nachdem Dr. May über die Vich—⸗
versicherungsgesellschaft in Oberfranlen, Fr. Walz aus Speyer über
den pfaͤlzischen Verein und N. Kraus über den Verein in Weiden

gesprochen, wurde die Resolution Wentz einslinmig angenommen.

Ausland.

Paris. Der Beneralcommifsar der Weltausstellung, Sena⸗
jor Krantz, hat im Einvernehmen mit dem Handelsminister beschlossen,
zum Besten der Opfer des Gelben Fiebers in Louisiana auf dem
Tuocadero ein großes Fest zu veranstalten.

7000 Arbeiter der Webereien von August Florin und Scamps
n Roubaix haben die Ardeit eingestellt.

Nach in Newyoik eingegangenen Nahrichten aus St. Croix
dauert der Aufstand in ungesgwächter Weise fort. Die aufständischen
Neger fahren fort, die Zuckerplantagen in Brand zu stecken; von
54 Besitzungen sind 40 dereits verbdrannt. Eine französische Fregate
soll Truppen auf der Insel gelandet baben. Spateren Nacrichten
zusfolge soll es gelungen sein des Aufstandes, der in Folge von
Streitigkeiten zwischen den Negern und Pflanzern wegen der Arbeits⸗
contrakte autbrach, Herr zu werden.

Rermischtes.

Die pfäzischen Genossenschaften (Volkebanken,
Consumbereine) haben auf telegraphischem Weg folgende Pelition
an den deutschen Reichttag gerichtet: „Die unterzeichneien Ge⸗
aossenschaften bitten dringend, im Falle der Annahme des Socialisten⸗
Gesetzes den 8 1 desselben, bete. genossenschaftliche Kassen, derart
ju forwmuliren, daß hierdurch niemals die so wohlthätig wirkenden
vchultze'jchen Genossenschaften betrofsen werden können.“

F Beim Oktoberfest in München erhielt für lando'rth⸗
schafiliche Leistungen der Gutsbesiger Jalob de Malespine im Kirch⸗
heimerhof die kleine silberne Vereinsdenlmünze; die Gemeinde
Moorlautern ein Ehrendiplom; sodann ehrende Erwähnung Muller
Keidiger in St. Ingbert, Pfarret G. Walle in Bebelsheim, Güter⸗
erwalter A. Lehmann in Zweibrücen, Handelsgärtner Meth und

Dekonom Betz in Kirchheimbolanden, Müller Andr. Schleppi in
Altstadt, Lehrer Reiland in Kindsbach, Lehrer K. Rödel in Dier-
ach, die Gemeinden Neuhofen (Bez.A. Speyer), Ulmet, Offenbach
Bez.A. Landau) und Herrheim dei Landou.

f Zweibrücken, 1. Olt. Schwurgericht.) Elijabetha Ech inger, 46
Jahre alt, Ehefrau des Metzgers Andreas Reich von Kleinniedes heim, angeklagt
wegen Brandstiftung und Betrugsversuch; Vertheidiger Anwalt Schmidt.

Die Angebklagte ist beschuldigt, am Vormittag des 27. Maind. J. das
Wohnhaus des Aderers Joseph Kiefer in Kleinniedesheim, in welchem fie mu
hrem Ehemann in Miethe wohnte, in Brand gestect und bei Regulirurg
»es Brandschadens gemeinschafilich mit ihrem Ehemann den Schaden an
Robilien in betrügerischer Absicht höher angegeben zu haben. Sie halle sogar
chon seit drei Wochen vor dem Braude einen großen Theil ihres Weißzeuges
ꝛei ihrer in Großniedesheim wohnenden Mutter in Sicherheit gebracht. Der
estrige Tag wurde durch die Vernehmung der von der Anklage vorgeführten
5 Belastungszeugen in Anspruch genommen, während die Debaiten bis heute
kachmittag nach 4 Uhr andauerten. Die Geschworenen erklärien die Ange⸗
lagte, welche waͤhrend der ganzen Verhandlung beharrlich geleugnet hatie, im Sinne
er Anklage fur schuldig. (Bei Inbrandsetzung eines von Menschen bewohnten
Bebaudes laßt das Gesetz mildernde Umftande nicht zu.)

Strafe: 4 Jahre 3 Monate Gesammtzuchthaus.

Damit gingen die diesmaligen Schwurgerichtsverhandlungen zu Ende.

Die Schwurgerichtasession des letzten Vierteljahres 1878
vird am 9. Dezember nächsthin unter dem Vorsitze des Appellations⸗
jerichtsrathes Schmidt in Zweibrüden beginnen.

F Aus dem Westrich, 7. Oct. Gegen die seiner Zeit
nitgetheilie Verfügung des Bezirktamtes Homburg, wonach die
Sonntagsschule nur währende der Ernteferien. dem Oster⸗ und
NJingstsonmage, dem Werhnachts-, Frohnleichnams⸗ und oͤrllichen
ditchweihfeste ausgesetzt, dagegen an jedem anderen Sonn⸗ und
Feiertage (auc, während der für die Werktageschule angeordneten
)erbstferien) pünktlich abgehalten werden soll, wurde von einer
Irtsschulcommifsion Berusjung an die lal. Regierung ergriffen.
etztere hat nun unlerm 3. ds. Mis. die Verfügung des kgl. Be—
irksamtes bestätigt und dahin entschieden', daß jür die Ferien au
den Sonntagsschulen lediglich Zuff. 5 der Regierungs⸗ Entschließung
om 21. April 1853 maßgebend ist. (Pf. P.)

fKaiserslautern, 6. Oct. Vor dem hiefigen Poli⸗
eicerichte wurden gestern die drei Beleidigungsklagen, welch⸗ Freihert
darl v. Giexanth, gewesener Reichstagscandidat der deuisch conser⸗
ativen Parsei, gegen 1) Hugo Weise, Redacteur der Kaisersl.
Zeitung, 2) Geschäftsmann Christian Zinn hier und 3) Dr. David,
xaktischen Arzt in Ludwigshafen, angestrengt hatte, verhandell.
Der Hiäger Fihr. v. Gienanth war persönlich erschienen und nicht
erbeistandet. Durch die Verhandlungen wurde u. A. dargethan,
daß der vielbesprochene Brief des Frhen. v. Gienanth an Herrn
bolsen denn doch ein purer Wahiagitionbbrief war, was die
„Pfalzische Post“ seinerzeit so harinäckig bestrin, indem sie das
Schreiben als einen ganz harmlosen „vertraulichen Privatbrief“
inge sehen wissen wollte. In dieser Beziehung bemerite der lol.
Polizeianwalt, daß man einem „vertraulichen Privatdrief“ nicht
Dutzende von eonservaliven Flugblättern beilege. Zu der Verhandlung
jegen Zinn war nebst anderen Zeugen auch Proffessor Stichter von
Zweibrüchen geladen, der sich demühte, eine zuireffende Definition

des Woites „Mucker“ zu geben. Der k. Polszeianwalt beantragte
in Bezug auf H. Weise und Dr. David auf Grund des von den⸗
elben angerufenen Art. 193 des eer (Wahrung be⸗
dechtigtet Interessen) Freisprechung und gegen Chr. Zinn Bestrafung
vegen Beleidigung, jedoch unter Berücssichtigung der durch die
Wazlbewegung hervorgerufenen Aufregung. die Verlündigung der
Artheile in den drei Sachen findet am 16. d. M. statt.
fKaisertlautera, 8. Oltober. Bei der heute voe⸗
genommenen Abgeordnetenwahl flelen auf Frhrn. Franz v. Stauffen⸗
herg 155, auf Forstmeister Heißg 13 Stimmen.

fHaardt, 8. Oct. Das Resultat der hier und in der
Amgegend abgehaltenen Traubenversteigerungen ilk ein über alles
krwarten günstiges, so daß alle jene Weinbauer, denen überhaupt
iwas zu lesen geblieben ist, in Wahrheit von einem Glücks herbst
u sprehen Ursache haber werden. Kein Wunder, daß unsern
Binzern etwas der Kamm steigt und ste don jezzt zu ethebenden
Forderungen für ihr Erträgniß sprechen, woran sie noch vor 8 bis
        <pb n="574" />
        14 Tagen nicht gedacht daben. Wurden doch bei der Trauben⸗
beesteigerung der Frau Dr. Schepp am 8. do. Preise erzielt, wobei
zach Schaßung der gewiegtesten Weinbergbesiher die Logel Mosi
à 40 Liter auf 18, 20, ja selbst 22 Mark zu flehen lommen
dürfte. Vei sorgfältigster Auslese ift aber auch auf vielen Stellen
auf ein sehr gutes Product zu rechnen. (B.3.)

Ebenkoben, 8. Otlt. Bei der heute Vormittag vor⸗
genommenen Wahl eines Abgeordneten für den Wahlkreid Landau⸗
Reustadt wurde Herr Landrichter Trauth von Blieskastel mit 161
Stimmen gewähli. Von ultramontaner Seite erhielt Herr Land⸗
richter Graf von Rockenhausen 29 Stimmen; außerdem fielen auf
derrn Sartorius von Mußbad 8 Stimmen. *2*—

Landau, 8. Olti. Dast. Bezirksgericht verurtheilte in
gehriger Sißzung den Kaufmann F, Levi von Germereheim wegen
infachen Bankerotis zu 4 Monat Geiangniß.
Speyer, 7. Oct. Zufolge Beschlusses des k. protest.
Consisioriumns vom 3. d. Mts. wird der ständige Generalsynodal⸗
riusschuß auj Minwoch, den 28. ds. Mis.. uur regelmaßigen
Jahresversammlung einberufen werden.

p Speyer, 8. Sept. Se. Erxc. der Herr Etzbischof
Schreiber von Bamberg hat, wie wir bestimmt mittheilen tonnen,
von hier aus die bereits in verschiedenen Blaͤttern wiederholt be⸗
sprochene Romreise angetreten. Der Herr Erzblichof nimmt seinen
Weg über Straßburg, Lyon, Marseille und Genua. Ob die Reise
des Erzbischofez mit den shwebenden kirchex politischen Berhandlungen
in irgend einem Zusammenhange steht, wie eimzelne Blaätter be⸗
baupten, geht Abir unsere Information hinaus. Der Professor
und geistliche Rath Dr. Lingg wird den Hertn Erzbischof nach
Rom begleiten. (Pf. 3.)

fBerthelningen, 9. Oll. Vorige Woche wurden
hier einem Unternehmer 1600 Fr. in einem Sock vom Wagen ge⸗
siohlen, ohne daß es gelang, den oder die Thäter zu ermitteln.
Der Bestohlene, der schon die ganze Summe verloren gab, erhielt
indeß vorgeftern 1200 Fr. von dem hiesigen kathol'schen Pfarrer
zugeftellt, welche diesem auf sein Zureden ein Unbekannter, der sich
in der Beichte als Dieb belannte, behufs Rückerstattuug an den
rechtmäßigen Eigenthümer eingehaͤndigt hatte. (Saarbr. Ztg.)
Trier. In Oberkeil (greis Wittlich send am 2.Olt.
viele Eintrohner don einem jürchterlichen Broudunglück heimgesucht
Wotden. Es sollen nicht weniger als 18 Wohnhauser nebsi Stallung

uindv Schrunec, sehlere mit den gesaumten Tenretrträügem dem wihenden
Jeuer jum Opfer gefallen jsein.
In Worma ist der Thealerbireltor v. Stülmer mit Hliniet⸗
saffung dedeulender Schulden durchgebrannt, seinen Gläubigern dichn
uis einen alten Rock und eine alte Hose zurücklassend.
4Das ,Deuische Montagsblati“ bringt in seiner „ungereimten
Fhronik“ solgende gelungene Schilderung von Lulu's Brautjuche
Nachdem zuerst die Brautfahrt des Königs der Niederlande abge⸗
jandelt, fahrt die Chronik fort: »

Der zweite Braͤutigam, den ich mein', Isn Jüngling noch au
Jahren, Doch ist er um ein Liebchen fein Schon weit umhergefahren
Ällüberall, sogar in Wien, Thaät' Mütterlein sür ihn werden; Er
Jat ein ganzes Magazin Von eingeholten Körben. Obwohl ein
Jüngling, hat er statk Als Mann sein Leid getragen; So trug er't
juch nach Dänemart, Zur Haupistadt Kopenhagen. Er sang unterm
Fensier bei nächtlicher Zeit Der schduen Prinzession Thyra und
Jinselt ihr sein Liebeslied Auf halbverstimmter Lyra. „Was hor'
ch draußen vor dem Thor, Was auf der Vrücke schallen ? Laßi
den Gesaug vor unserin Ohr Im Saale wiederhallen?“ — Spricht
die Wer mag tas sein, Der liebende Sangesbube ?
— Sie sieht ihn: „Kommen sie herein, Herein in die gute Stube!“
— Er schaut sie an, fie nidt ihm zu, Hin kniet er liebesrunken,
ind so sind Thyra und Lulu Sich in den Arm gesunken. So
amen Beide unter das Joch Amors, des Schalks, des icsen; Und
will's Gott, grüßen wir sie noch Als Kaiserin der Franzosen.

p Der König der Annoncen ist bis jetzt der Modewagrenkauf⸗
mann Rudolf Herzog in Berlen, denn er gidt jährlich 150,000
Mark sfür Insetate aus. Interessant dürfte die Thatsache sein, daß
in bedeutendes Geschäft die regelmäßige Annonce für wichtig hält;
eit 18 Jahren hat der Herr Herzog nur ein Probejahr ohne
Annonce verlehbt, — der Rückgang in der Einnahme war aber
ein so beträchtlicher, daß er sofort zu seinem Grundsatz, fleißig zu
inseriten, zurückehrte.

London, 8. Okt. (Fallimente.) Simon und Co.
AD
Passiva betragen 40,000 Pfund St.; serner stellten Collin, Dunlop
und Comp., Zwirnfabrikanten in Glasgow, ihre Zahlungen ein
Die Passiva sind unbelaunt.
Frur die Redactien veranwortlich: F. A. Demeß.

————
Tanz- Untorrioht. Holländer CanasterTabaß
aus der Fabrik von .
Ermeler K Comp. in Berlin
zoeben in allen Sorten eingetroffen, sowie auch EMVIS DBK
und andere Sorten aus der Lipp'schen Tabakfabrik bei
Joh. Weirich,
Cigarrenlager en gros &amp; en dotail.

Der Unterricht deginnt heute
Donnerstag, 10. Oklt. im Lokale
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geschaft zu leicht fũühren. Re-
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Zeitung unter den Buchstaben
H. G. abzugeben.

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drã und Versag von F. x. Demeß in EA. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatit, (Sonntags mit illustrirter Bei,

lage) erlcheint wochentlich piermal? Dieustag, Donnerstag, Samétag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

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Me161. 2austag, den 12. Ottobee g.
Deutsches Reich.
München, 10. Okt. Zur Bearbeitung der Einführungs⸗
gesetze für die Reichsjustizgesetze in Bahern sind durch Detret Sr.
Majestät des Königs die Gesetzgebungsausschüsse beider Kammern
des Landtages auf den 21. d. Mis. einberufen worden.
Berlhin, 8. Oct. Mit Ruücksicht auf das bievocslehende
Inkraftreten des Sozialistengesetzes wird heute in der „Berl. Fr.
Pr.“ von Mitgliedern des hiesigen focialdemokratischen Wahllo nites
an die Parteigenossen die Aufforderung exlassen. von jetzt ab in den
Werkstäͤtten ꝛc. allwöchentlich umfassende Geldsammlungen für die
zu etwartenden Opfer des Ausnahmegesetzes“ zu veranstalten.“
Berlin, 9. Olt. In der heuugen Reichstagssitzung wurde
auf Antrag des Abgesrdneten d. Bonin das bisherige Präsidium
durch Acclamation wieder gewählt. d. Helldorf (cons.) und Windt⸗
dorst (Centrum) erllärten im Namen ihrer Fractionen, daß sie, ob⸗
wohl das Präsidium nicht nach Verhältniß der Parteien gewählt
jei, sich mit Rücksicht auf die Geschäfislage des Hauses der Wieder⸗
wahl nicht widerfetzen. Es folgte nunmehr die zweite Lesung des
Socialistengesetzes. v. Ftankenstein derlaß eine Erklärung des Cen⸗
lrums, wonach dieses, wiewohl es d'e Gefahren der socialistischen
Agitation anerkenne. dennoch das vorliegende Geseß als nicht geeig⸗
zu deren Belampfung erachte: das Centrum werde also dagegen
immen.

In der Berathung über Z 1 bezeichneie Sonnemann das Ge⸗

setz als ein Tendenzgesetz schlimmster Art und berief sich dabei auf
das Urtheil der ausländischen Presse. Fürst Bismarck erwiderte
darauf, der Inhalt von Sonnewann's Blatt (Franksj. Ztg.) stimme
ctets auffallend mit der offictösen französischen Presse überein. Was
die Arbeiter betreffe, so sei er jeder Besserung ihrer Lage zugethan,
so daß er, sobald von der Socialdemokratie ein greifbarer Vorschlag
in dieser Hinsicht ausginge, denselben prüfen würde; aber daran
jehle es ja eben; sie haden keinen, sie wissen keinen, sie verneitzen
und bekämpfen nur das Bestehende. „Sie müssen, bemerkte Fürst
Bismaick am Schluß seiner Rede, indem Sie uns dies Gesetz geben,
Vertrauen zu uns haben. Das laäßl sich aicht erzwingen, es läßt
fich aber berdienen. Haben Sie mehr Furcht vor mir und den
verbündeten Regierungen als vor den Socialdemokraten, dann freilich
müssen Andere an unsere Stelle treten, die Ihr Vertrauen in
größerem Maße besitzen .... Es ist wünschenswerth, daß wir bei
diesem Gesetze bald zu voller Klarheit kommen und nicht genölh gt
werden, dauernd Nachträge machen zu müssen. Menn Bestreben
geht über dieses Gesetz hiraus. Ich wünsche, daß die drei Froc⸗—
tionen, die uns das Zustandekommen dieses Vesetzes ermoöglichen,
sich überhaupt die Hand reichen, um eine vereinte Schutzwehr zu
dilden gegen olle Stürme, denen unser deusches Reich ausgesetzt ist.“

Abg. Hänel begründete dann den Standpunkt der Forischritts⸗
partei. Adg. Brüel (Weife) behauptete, die Ausichreitungen der
Soc aldemokratie hätlen ihren Grund in der Erschütterung des
degitimitätsprincihs durch die Vorgänge von 1866. — Nach der
Rede Brüels (die schwer verständlich war) erkiärte der den Vorsitzz
sübrende Vicepräsident v. Stauffenberg: Ich habe eine Aeußerung
des Vorredners nicht richtig verstanden und mir dieselbe daher im
Stenogramm vorlegen lassen; darnach hat der Vorredner gesagt,
man werde die Gefühle eines Hannoverauers üder die jetzige Re⸗
zieruug würdigen können, wenn man sich der Gefühle eines Deut⸗
schen zur Zeit Napoleans J. erinnere. Diese Aeußerung ist parla⸗
mentarisch durchaus unzulässig.“ (Beifall) — Fürft Bibmarck
ettlärte: „Ich erwidere auf die Rede Brüel's nichts, nicht weil ich
aichts darauf zu erwidern häite, sondern weil ich nicht eine Silbe
don der Rede verstanden habe.“

Nach einer persönlichen Bemerkung Sonnemanns, worauf Fürst
Bismarck kurz erwiderte, wurde die Sitzung geschlossen. Foctsehung
der Debatte worgen.

Berlin, 9. Olt. Die „Provinz. Corresp.“ weist bei Be⸗
sprechung des Commissionsberichtes über das Sozialistengesetz datauj
hin, daß dle Commissions-Mehtrheit sich grundsäßlich auf den Bo⸗
den der Vorlage gestellt habe. Jedoch sei eine Verständigung über
die virlsame Geslaliung der einzelnen beabsichtigten Maßregein, so⸗

pvie über die Ausführunge- und Contrsl-Behö: den noch nicht erzielt.
Dierzu zählten namentlich die Bestimmungen über das Verboi pe⸗
iod scher Schriften, über die Beschwerde Instanz, über Auswei⸗
nngen und die Dauer des Gesetzes. So erheblich die noch be—
tehenden Streipunkte in ihrer practischen Bedeutung erschienen, so
ei doch die Summe dessen, worüber die Mehrheit sich bereits mit
den Regierungen verständigt, von so überwiegender Bedeutfung, daß
»aß die Zuverncht begründet erscheine, daßz die Uebereinstimmung
iber Wesen und Ziel der großen Aufgabe auch die letzten Schwie—
igkeiten überwinden lassen werde. Die Regierung müsse auch
noch bei den bevorstehenden Berathungen die Beseitigung der Be—
chlüsse anftreben, in welchen sie eine bedenkliche Schwaͤchung und
Abstumpfung der ihr zu gewährenden Vollmachten und Waffen
rkenne.

Berlin, 9. Ott. Die von hier rach auswärts gemeldele
dachricht, der Chef der Admiralität sei im Begriff, seinen Abschied
u nehmen, ist, wenn nicht ganz und gar erfunden, jedenfalls sehr
erfrüht. Es versteht sich von seldst, daß General v. Stosch auf
ein em Posten ausharren- wird, bis die Unterfuchung über die
irsachen der unglücklichen Katastrophe, welcher der Große Kurfürst“
jum Opfer fiel, vollfiändig beendigt sein wird. Davon scheint man
iber noch weit entfernt zu sein, denn jeder Miltheilnug, daß wieder
in Schritt vorwärts geschehen sei oder solle, folgt ein offiziöser
Biederruf auf dem Fuße. Indeß geht aus der öffentlichen Distussion
iber die Angelegenheit ziemlich deutlich hervor, daß General von
S'osch zahlteiche und einflußreiche Gegner hat.

Berlin. Die preußische Regierung hat die Frankfurt Hom⸗
urger Bahn angelauft. Die Zustimmung des Landtages zu dem
Anlauf der kleinen, aber nicht unwichtigen Lin'e ist wohl un⸗
weifelh aft.

Wie das ‚Berliner Tgbl.“ berichtet, sind ‚bereits zahlreiche
Zefuche um Begnadignag derjen'gen Personen an den Kaiser ge
ichte worden, welche sich der Majestäisbeleidigung schuldig geinacht
jaben. Die in Berlin Verurthtilten und ibre Angehörigen geben
ã der Hoffnung hin, daß der feierliche Einzug des Koisers in
eine Refidenzstadt Veranlossung zu einer Amnestie geben wird.
dieif och wird indessen auch angenommen, daß erst die Wirkung des
Socialistengeles abgewartet werden soll, bevor eine General ⸗Amnestie
erlassen werden könne.

Ausland.

Paris, 9. Okt. Das „Journal officiel“ verdffentlicht ein
Dekret des Marschallprafidenten, durch welches die Munizipalräthe
ruf den 27. d. M. zur Wahl von Delegitten für die Senatoren⸗
vpahlen berufen werden und der 5. Januar 1879 als Tag der
Wahlen zur Erneuerung des einen Drittels des Senats festge⸗
etzt wird.

Baris, 9. Olt. Gambetta ist gestern von dem Schlosse
des Cieies am Genfer See nach Frankreich zurückgekehrt. In
dem Gienzorte Vellezarde und auf den folçgenden Stationen dis
Ux⸗:le⸗Bains, wo er zunächst Halt machte, wurde er don den ber⸗
ze:geeilten Bevolkerungen mit den stürmischen Rusen: Vive la B-
»ublique! Viveo Gambetta!“ begrüßt.

Herr Rarl Hirsch ist, wie wer verrehmen, heut auf freien Fuß
Jesetzt worden. Seine Uatersuchungshaft hat fünf Wochen gedauert
ind in den letzten vierzehn Tagen ist er, wie man uns verfichert,
nur ein einzigek Mal vernommen worden., Allem Anschein nach
hürfte das Vecfahren keine weiteren Folgen haben.

Wie man aus Amiens mildet, sehen sich die großeren dor⸗
igen Manchesserjammet Webereien durch ihre übele Lage genöthigt,
hre Arbe tsloöhne um zehn Prozent herabzusetzen.

Aus Petersburg 1. Okt. wird dem Pesther „Lloyd
zeschrieben: Die Organisation der nihilistischen Partei macht be⸗
»eutende Fortschritie. Zu ihren bisherigen Aknonsmitteln gesellt
ich auch eine geheime, oder, wie die Russen dieselbe nennen, „unter⸗
cdische“ Presse. In den letzten sechs Wochen scheinen mehtere
volutionare Blaͤtter gegründet worden zu sein, denn das Land ist
ait ganzen Packeten von Jeitschriften, die sich „Organe des künf⸗
jgen Rußlandte nennen, überschwemmt worden. Die Regiecung
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        dat ader alle „Wutgesinnten“ aufgefordert, Orucksachen „derdreche⸗
rischen Inhalis“ der Negierung zuzustellen, allein kein eingiger
Fuipfanger wollte der verhaßten Verwaltung diese Gefälligkeit er—
weisen. Die letzten Nummern der „Revolutions-Zeitung“, welche
dier erscheint, haben eine Kriegserklärung gegen den jezigen Staat
gebracht. „Wir russische Revolutionäre,“ lesen wir in einem der—
artigen Blättchen, „sind nur das Echs des gesammten russischen
Volkes, wenn wir den Krieg bis auf das Messer dem verrotteten,
verlotterten und bankerotten Regierungssyst⸗m erklären. Der Adelige,
der Kaufmann, der Kleinbürger, der Bauer — alle diese Klassen
der Bevölkerung sind der Tyrannei der „Tschinobnits“ satt; man
will nicht eine Satrapenherrschaft dulden, nachdem wir über 300,000
Menschenleben füe die Beseitigung einer Regierung in Bulgarien
geopfert haben, welche diel humaner und freisinniger und anstän⸗
diger war, als unsere mongolische Ausgeburt. Das Voik ist nicht
so blöde, sich auf die Schlachtband für Fremde führen zu lassen,
während es selbst noch viel unglücklicher ist, als die durch die
Moskauer Schwindler zu „Brüdern“ beförderten Bulgaren. Hat
ein russischer Bauer so ein Haus und Hof wie der bulgarische im
Rustschilker Bezirk? Verfügt irgend ein „Mujzik“ bei uns über solche
stornkammern w'ie der Bulgare im gesegneten Thale von Safia
und Adrianop:l? Und wann hatte die Türkei solche Klein-Michel,
Murawjews, Trepows, Mesenzows, wie Rußland sie zu Hunderten
aufzuweisen hat? Wir sind das un lücklichste Volk auf Erden, und
unser Unglück ist das Zarenthum. Es hat unsere Knochen erweicht,
indem es unser Mark aussog. Es hat uns zu Sklaven gemacht
und uns alle moralische Wurde genommen. Wir sind durch das⸗
selbe zu einem entnerbien Volke, ohne Bewußtsein und ohne Frei—
heitsdrang, degradirt worden. Wollen wir je unsere Menschenrechte
wieder erlangen, so müssen wir die Romanows entfernen und das
von denselben eingeführte Regierungssystem mit Stumpf und Sihl
ausrotten. ...“ Das hiesige Ocgan der „Nalionalen Regierung,“
welches eben auch zur „unterirdischen“ Presse gehört, sagt urbi et
orhbi, daß „man“ Mittel genug besitze, um die bestehende Ordnung
zu stärzen, daß „man“ aber erwarte, daß der Krieg sich nur auf
die Sphare des „officiellen Rußlands“ erstricken werde, da „man“
voraussetze, daß die „Gesellschaft“ das Tischtuch zwischen sich und
dem Zarenthum entzweischneiden werde Sollte diese Voraussetzung
als eine irrige sich herausstellen, dann werde man den Krieg auch
der Gesellschaft, wie sie die absoluten Gewaltherrscher geschaffen
haben, erkläären und denselben ‚mit Stahl und Eisen ohne Er⸗
barmen führen.“

Bermischtes.

fSt. Ingbert, 12. Olt. Mit dem 15. ds. M. tritt
eine neue Fahrordnung in Kraft und verwe sen wir auf den Fahr⸗
plan im heutigen Inseratentheil.

F Dürkheim, 7. Oct. Vercçcangenen Donnerstag wurde
hier die Jagd im Reviere Alteglashütte in zwei Jagdbogen, zu⸗
sammen circa 2200 ha groß, um den Preis von 1640 M. an
Herrn Eduard Christmann, Gutsbesitzer, verpachtet; früherer Preis
154 fl. — 264 M. — Ein Jagdboden im Reviere Hardenburg,
der früher 80 fl. — 137 M. 14 Pf. kostete, wurde dem Herrn
Biebel von Forst zu 400 M. zugeschlagen. (TDT. A)

F Döorrenbacqch, 8. Oct. Die Weinlese in hiesiger Ge⸗
markung wurde auf Donnerstag, den 10. Oetober festgesetzt. —
Mit der Reife der Kastanien geht es j zzt rasch vorwärins und isf
man mit dem Erträgzniß in dieser Hensicht besser zufrreden als mit
dem Weinstock. Soçar an die fruchtbaren Jahre Eryptens? wurde
ich heute erinnert durch Kastanienhülsen, in welchen sich ausnahms⸗
weise fieben schöne, vollkommen ausgewachfene Kastanien in den
einzelnen Exemplaren vorfsanden, während gewöhnlich nur drei, höch⸗
stens vier Kastanien per Hülse gefunden werden. (T. f. S.)

FFrankenthal, 9. Oct. In der gestrigen Sitzung des
tgl. Zuchtpolizeigerichtss dahier wurden drei Peisonen von Haßloch
wegen mehrerer Fälle der unhetechtigten Jagdausübung zu empsfind⸗
lichen Strafen verurtheilt und zwar 1) der 17 Jahre alte Tagner

Jacob Brand, Sohn des Maklers Georg Brand von Haßloch —
dicser selbst befindet sich wegen Mordversuchs auf Stationkcomman⸗
danten Schwarz von Haßloch in Uotersuchungshaft — zu 2 Jahren
Gefängniß, 2) der 23 Jahre alte Ziegler Georg Nüller von da
zu 5 Monaten und 3) der 25 Jahre alte Bachsteinmacher Franz
Haarbardt von Iggelhein zu 9 Monaten Gefängniß. Zugkich
wurde auf Stellung der Verurtheilten unter Polizeiaufsicht ertannt.

FLudwigshafen, 10. Okt. Bezüglich der Petition
der pfalzischen Genossenschafien an den Reiaslag, das Sozialiftenge⸗
gesetz beir., wird uns mitgetheilt, daß die hiesige Vollsbank die
Petntion nicht unterzeichnet hat, da nach Unsicht der Verwaltung
de gehegten Befürchtungen nach den unzweidtutigen Bestimmungen
des Gesetzes (Unterdrückung der sozialdemobcatischen, sozialiflischen
und communistischen Besttebungen) volllommen unmoniv'rt erscheinen,
und fie es sogar im Interesse des Genossenschaftzwesens sut
wänscheswerth hält, wenn die vorhandenen sozioldemokratiihen Ge

nossenschaften zur Auflösung gezwungen und des Emsehen nem
hereine mit sosialdemolrarischen Bestrebungen durch das Geseß un
nözlich gemacht würde. E. .5
— Vom Nhein, 7. Okl. Vorgestern war eine Deputation
)es Stadtrathes von Blieslastel mit dem Bürgermeister Mayher an
er Spitze in Speyer, um gegen eine Aufhebung des Gerichtes in
glieslassel zu wirken. Se. Exc. Regierungspräsident v. Braun
sahm. die Deputation sehr freundlich auf und beruhigte dieselbe
nit det Versicherung, daß bei der k. Regierung von einer beab⸗
Htigten Einziehung oder Verlegung des Gerichtes Blieslaftel nichts
delaunt sei. Ghpf.)

F Speier, 9. Oct. Der hochw. Herr Bischof Ehrler hat
zei Uebernahme der Bisthumsderwaltung die bisherige Geschästs-
xdnung beibehalten und in der Personalbesetzung keinerlei Aende⸗
ung angenommen. Herr Domprobsi Busch ist Generalvicar der
diöcese, Herr Regens Laforet bleibt Official. Herr Domv'car
S„chwartz sungirt wieder als bischöflicher Secretär. (GPf. 3.)

4 Beim Munchener Oktoberfest erhielten noch die kleine
ilberne Vereinsdenkmünze mit Ehrendiplom Johann Krebs, 38 Jahre
n Dienst bei dem Werth und Oekonomen Peter Ellenberger in Schwegen⸗—
seim; Barbata Kautznann, 42 Jahre in Dienst bei dem Gutsbesitzer
dorenz Groß in Alsterweiler; Magdalene Rode, 34 Jahre in Dienst
ei dem Kaodwirth D. Stauffer in Friedelsheim; Maria Reff, 31
Jahre in Dienst bei dem Oekonomen J. J. Lingenfelder in Ober⸗
ustadt; Barbara Bilrger, 31 Jahre in Dienst bei dem Landwirth
V. Dürk in Wattenheim. e

7 Im neuen Centralbahnhofe in München wird nicht mehr
zie Gasbeleuchtung, sondern das eleetrische Licht zur Einfüh—
ung gelangen.

FNürnberg, 5. Olt. Heute Vormiltag kam der ver⸗
jeirathete Drechsler Baum in die Wirihschaft Zum Berglein“ in
)er Bergstraße und ließ sich ein Glas Bier geben. Als ihm dies
)er Wirth gebracht hatte, äußerte er zu Letzterem: „Heut kannst
Du Einen sitzend sterben sehen.“ Der Wirth nahm natürlich
Zcherz an, läuschte sich jedoch, denn Baum hatte unversehens
Cyankalium unter sein Ber gemischt und dasselbe getrunken, worauf
natürlich sofortiger Tod eintrat und ein alsbald gerufener Arzt
nichts mehr zu thun hatte, als zu erklären, daß jede Hilse nußlos
'ei. Baum hinterläßt eine Frau und vier Kinder. Motiv des
A
saben sich in den „nichtsocialistischen Arbeilerverein für Nürnberg
ind Umgebung“ am gestrigen Konstituirungsabend gegen 100 Min
zlieder eingeschrieben.

fMiäesbach, 2. Oct. Auf der Anklagebank des k. Land⸗

zerichtes erschien heuse die ungefähr 24 Jahre alte Dienstmagd
Nothburga Kerndl von Reichersdorf, deschuldigt der Namensfälschung
ind des groben Unfuges. Die Anllageschrift lautet dahin, daß
»ie Kerndl, welche zuletzt beim Brachauerbauern mit Verläugnung
hres Geschlechts sich als Knecht verdingte, seit mehr als teinem
zahre in ihrer dienstlichen Stellung durch Tragung von Manns⸗
leidern die Leute glauben machte, sie sei wirklich eine Mannsperson,
ind, nachdem bere is festgestellt war, daß man es mit einem
Frauenz mmer zu thun habe, durch den Besuch von Wirthshäusern
ind Vergnügungsplätzen, durch Cigarrenrauchen und ein nur bei
edigen Burschen in Gastlokalen gewohntes ausgelassenes Benehmen
ortgesetzt dffentliches Aergerniß erregt habe. Während dieser Zeit
nachte fie sich auch der Namensfälschung schuldig, indem fie ein
hr zugestelltes gerichtlichss Dokument fälschlich ‚Jalob Kerndl“
unterschrieb und einem Gendarmen gegenüber auf Befragen sich
auch so nannte. Die Angeklagte eine nicht unsaubere Person, die
ich in dem Koftüme unserer wiiblichen Landbewohner unftreitig
horiheilbafter präsentiren dürfte, erscheint auch heute wieder vor
Zericht in den Attributen des männlichen Geschlechtes, belleidet mit
hose, Weste und Jappe, in kurzgeschorenen Haaren. Auf die
Frage des Landrichtere, was sie zu dieser Handlungsweise veranlaßt,
zerklarte die Angeschuldigte unter Thranen, fie habe die Manns⸗
leider nur getiagen, weil sie ihr zur Verrichtung der ihr obliegen⸗
des schweren Ardeiten bequemer dünkten und sie als Mann mehr
dohn zu verdienen hoffte. Die Beschuldigung des häufigen Wirths⸗
zauabesuches und unanständigen Benehmens wird von ihr zurück⸗
jewiesen. Die Thaisache iß indefsen von Zeugen bestätigt. Das
Berlcht derurtheite die Nothbuega Kerndl zu 14 Tagen Gefängniß
ind der Vorsißeude befiehlt der tief Beschämten nach einigen er⸗
nahnenden Worten, zum Strafantritt in Frauenkleidern zu er⸗
cheinen. (Miesb. Anj)

f In Bat⸗m bestehe zur Zeit 3780 freiwillige Feuerwehren,
jawiß eis ftatfliches Heer, welthes im Augenblidk der Befahr bereit
d, süe Hab und Euf des Nächsten beizuspringen,

UAsdbag (Oberfranken), 4. Oct. Der Schloßgärtner
zahiet bronate sich am 17. September mit einem schwedischen
Zuudhoͤl zhen tindedeutend an der Hand und beachtete die unscheln⸗
are Wunde niht weiter. Am 22. Septemder wurde derselbe kranf,
ein Arw fing in auffallendet Weife zu schwellen an, und es zeigte
e n rothtt Stxcit bdir zum Obetarmtheile. Jeßzt erst kam er
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        atf den Gedanken, i3 mochte dies don dem Brennen mit dem
Zundhoͤlzchen hertühten. Es wurde sofott der Arzt gerufen, und
deselbe conflatirie auch eine Vlulvergiftung, welche durch rechtzei⸗
tiges Eingreifen glüdlicherweise beseitigt werden konnte. Ein Beweis,
daß man auch beim Gebrauche von schwedischen Zündhölzern sehr
»oisichtig sein darf, trotzdem dieselben leinen Phobphor an sich
haben.

Im Bodensee bei Ueberlingen wurde jüngst ein
decht von 1,22 Meter Lange und 832 Pfund Gewicht gefaugen.
Dem Ungethüm, das sich verzweifelt wehrlte, mußte mit einem
Todischlaäger der Garaus gemacht werden.

fCin Veteran.) Abermals hat ein würdiger Veteran aus
der Feldzugszeit 18918 —15 das Zeitliche gesegnet. Im 83 Lebens⸗
jahre verstarb heute der Bureaudiener und Hausmeister der k. b.
Ziaatsschuldentilgungskassa Gg. Wierl.
fSit. Ichann, 10. Okt. Ein origineller Zwischenfall
ereignete sich in gestriger, Polizigerichtssizung. Einer der
oorgestern in Saarbrücken aufgegriffenen Vagabonden, ein
junger Berliner, war im Arresthaus, weil mit Ungeziefer behaftet
und bis zum Exceß schmutzig, einer Waschprocedur unterzogen und
ihm auch seine ziemlich verwahrloste Flachsperrücke abgeschoren wor—
hen, um die Schmarozerthierchen grüudlich zu vertreiben. Aufge⸗
rusen, sich wegen Landstreicherei zu verautworten, apostrophirte der
Wann sofort den Friedensrichter: „Beseh'n Sie mir man, Herr
Präsident! Ist es nich Sünd und Schande, 'n richtiges Berliner
ind so zu schimpfiren ?“ Und nun beklagte sich der Miensch bitter,
daß man ihn gewaschen und von den vom Ungeziefer wimmelnden
haaren bifreit habe. Natürlich konnte das Gericht der Gefängniß⸗
derwal: ung nur Recht, der Polizeianwalt aber dem Strolch nur
den Trost geben, wenn er oder ein anderer Berliner BVagabund der
Polizei wieder in die Hände fiele, wolle er sie mit Frack und wei⸗
zer Weste bekleidet vorführen und auch einen Friseur bestellen
lassen. (Saarbr. Zig.)
fVTrier, b. Olt. Eine mysteriöse Vergiftungs-Affare bildel
seit vorgestern · Rorgen den Gegenstand des Stadtgesprächs, bezw.
der polizeilichen, ärztlichen und gerichtlichen Untersuchung. Der
Photograph Paul F., ca. 25 Jahre alt, zuletzt in Kondition zu
doöln, traf vorgestern in Gesellschaft einer jungen Dame, Franciska
D., anscheinend 17 bis 18 Jahre alt, ebenfalls aus Köln, hier
in und übernachtele mit seiner Reisegefährtin in einem hiesigen
hasthause. Darauf kam er gestern Vormittag in höchst erregtem
Zustande zu einem seiner Bekannten hierselbst und erklärte diesem
zuf die Frage nwach der Ursachhe seiner Aufregung, er und das
Nädchen hätten sich in vergangener Nacht gleichzeitig verg ften wollen.
luf die weitere Frage, wo denu das Mädchen seir, erwiederie er:
„Das ist todt! Vei ihm hat das Mattel gewirkt, bei mir leider
zicht genug. Ich habe nur starke Lerbschmerzen.“ Beide hatten,
vie er sagt, das schrell tödtiich wirlende Cyankali, welches in der
Photographie verwendet wird, in aufgelössem Zustande genommen.
die Sache wurde auf dem Polizeiamt angezeigt, und bei der un⸗
xzüglich vorgenommenen Rech:rche fand man die Leiche des Mad—
hens im Bette. F. wurde zur Heilung in's Hospital gebracht, wo
hm aber der Arzt, Hert Dr. Weis, bei der näheren üntersuchung
rtärt haben soll, daß er (F.) gar kein Gift genommen habe. Es
afolate darauf die Verhaftung des F.
In Mainz waurde der Toptzierer Grub, welcher seine
igene Braut wegen Majestätsbeleidigung denuncirte, zwegen falscher
Denunciation zu 9 Monat Gefänguiß verurtheilt. Auf seine Be⸗
wiung dverdopyelte das Obergericht diese Strafe.

fEfsen. Die Besitzer des Krupp'schen Elablissementz in
tisen tragen sich schon lange mit dem Gedaunten, die Le mug ihres
gesammten Etadlissements einem hohen Staaissbtamten zu üdertra⸗
jen. Jetzt hört mon, daß der Vorsteher der Verkehrs⸗Abtheilung
der koniglichen Generaldircction der sächsischen Staaisbahnen, Fi—
zanztath Zencke in Dreßden, als Leitet des Krupp'schen Etablisse⸗
genis mit einem jährlichen Gehalt von 30,000 Mark und einer
ahrlichen Tantieme, die im Minimum auf 15,000 Vaark garantirt
vitd, gewonnen ist und bereits am 1. Januar 1879 seinen neuen
ldosten antreten soll.

Zur Eisen⸗Enquete. Am 5. November findet
ux Wiederzusammentritt der Kommiffion für die Eisen Enquele in
txün statt. Zur mündlichen Vernehmung hat die Kommission

Sachverständige designirt, die zu diefem Termin ebenfalls hier
ntreffen werden. 7 derselben gehören dem Bergbau und der
achetfenbranche an; 9 der Fabrilaion von Eifen⸗Stahl, und
Außwaaren; 11 der Kleineisen⸗ und Maschinenindustrie; 6 der
andwirthschaft und den Eisenbahnderwaltungen; 6 endlich den
uenhändiern, Un Fragebogen sind 4 Arten anfgehellt, und zwat
in Sachverfländige der Eifenindustrie, fur Bergbautreibende, füt
ksenhandler und far Konfumemen don Eisen und Eifenfabritaten
Fach ihrer mundlichen Vernehmung erhaluuen die 4 Sachverstandigt
bitse Fragebogen mit, um diejelden in det Helmait nach undieen

3

Drientirung und nach bestem Ermessen auszufüllen. Die Fra ge⸗

»ogen selbst sind seht eingehend aufgestellt, jedoch werden einzelne

Bunkte derselben noch einer wiederholten Remedur unterliegen, um

von vorneherein jede Unklarheit auszuschließen und wirklich zuver

äßsiges und brauchbares Material zu liefern. *

In dem Fragebogen für die Sachversltändigen der Eisenindustrie

heißt es beispielsweise: 8

J. Wirthschafniche Lage der Eisenindustrie an und für sich und mit

Rücksicht auf die Produktion des Auslandes:
a. Allgemeine Lage,

b. Verlaufspieise,

Selbstkosten,

.Frachten,

—A

f. Einfluß der Gesetzgebung.

Wirkung der ausländischen Kondurtenz auf dem deutschen Markte.

Die deutsche Eisenindustrie auf auswättigem Matkte und der

Einfluß auslündischer Zollsätze.

IV. Maßregeln zur Hebung der deutschen Eisenindustrie.

a. Erfordert die Fortexistenz der Eisenindusttie die Wiederher⸗
stellung der Eisenzölle?
b. Können wir auf die Eifenzölle verzichien, wenn das Ausland
die seinigen fallen läßt?
In welcher Minimalhöhe müßten die Eisenzölle wiederher⸗
gestellt werden?
Welche Nach⸗ und Vorkheile würden aus der Wiederein⸗
führung der Eisenzölle entstehen
1. Für die Industrie,
2. Für den Handel,
3. Für die Transportfaktoren,
4. Für die Konsumenten?
se. Kann an Stelle der Wiedereinführung der Eisenzölle durch
irgend welche andere Maßregeln Ersatz geschaffen werden ?

V. Stalistit.

In ähnlicher Weise, wie die vorstehende Skizze, ist der Frage⸗
»ogen für die Bergbautteibenden aufgestellt, während der für die
Fisenhändier und für die Konsumenten naturgemäß kürzer ge⸗
iaßt ist.

Die Bevölkerung Berlins umfaßte nach den Veröffent-
lichungen des flädtischen statistischen Bureaus amm Anfang der
Woche vom 14. bis 21. September 1,03885,558 Seelen. In der⸗
selben Woche wurden 169 Ehen geschlossen. Geboren wurden 801
Kinder. Gestorben sind (exclufive der Todtgeborenen) 316 männ⸗
liche, 305 weibliche, zusammen 621 Personen.

F Dr. Majunke hat mit dem 80. September die Chef-Re—
daktion der „Germania“ niedergelegt; an seine Stelle ift
Dr. Franz getreten, der früher schon die „Schlesische Volkszeitung“
und das „Schles. Kirchenblatt“ redigirt hat.

—7 In Wien ist am 4. October eine Frau Anna Suda im
Alter von 111 Jahren 6 Monaten und 8 Tagen gestorben. Sie
war eine böhmische Bäuerin und besorgie bis zum 90. Lebensjahre
selbst ihre Aecker. Im 97. Lebensjahre erlitt sie eine schwere Ver⸗
letzung am Kopf und nach überstandener Kraukheit zog sie zu ihrem
Sohn Thomas nach Wien, wo sie sich bis zu ihrem Lebensende
einer guten Gesundheit erfreute. Dieser Sohn, jetzt 60 Jahre alt,
ist Hausknecht bei enem Wiener Speditionshaus. Ein Bruder
der Anna Suda starb im Alter von 103 Jahren.

k. Der abwesende Strohmeier. Ein drastisches Meisterstüͤck
behördlicher Weisheit lieferte der Bürgermeister eines niederöster⸗
reichifchen Ortes. Der niederösierreichische Landesausschuß hatte sich
an den Bürgermeister jenes Städtchens um Auskunft über einen
gew ssen Strohmeier gewandt, und erhielt hierauf folgenden hoch⸗
weisen Bescheid: „Obiger Strohmeier in unsernm Orte nicht auf⸗
indbar; Ueberhaupt ist der Name Strohmeier in den leßzten 30
Jahren in der Gemeinde nicht vorgekommen. Strohmeier (1)
Bücgermeister.“

. Geltsame Grabschrifl.) Der „Figaro“ in Paris schreibt,
es gehoͤre zwar nicht zu den Seltenheiten, daß man auf Kirchhöfen
die Inschrift finde: „Hier ruht (folgt der Name), gestorben am
Tage seiner Geburt.“ Aber es habe doch eigenthümlich berührt,
als auf einem Grabstein kürzlih die Kunde verewigt wurde; „Hier
ubt Pauline Lefdvre, geboren an ihrem Todestage.“

f Rom, 6. Okt. Heute Morgen halb 8 Uhr wurde Haupt⸗
mann Fadda von 31. Jafanterieregiment in seiner eignnen Woh⸗
zunig ducch 12 Dolchstiche meuchlings ermordet. Der Mörder,
Namens Manjzi, wurde verhaftet. Üls Ursache giebt ein Gerücht
die angebtiche Verführung der Ehefrau Manzis an.

*F (Gelungene Rache.) Vor Kurzem war die Aufmerlsamkeit
ur Spaziergünger in Broadway, der belebtesten Straßze Newyorts.
auf einen Negex gezogen, welcher daselbst auf⸗ und abmarschirte.
leher seiner Schulter irug er das Weack eines Regenschirmes, welcher
nit einem Plakate versehen war, mit der Aufschrift? „Ein Negen⸗
chirm von Johnson's erdet Qualivat nach sechswöchentlichem Gebrauch.
cke dassfirte natürlich häaußz das Geschäft von Johnson und Ko.
        <pb n="580" />
        auf welche sich das Plakat bezog. Dieselben ließen den Neger ver⸗
haften; kaum war dieser aber im Polizeigericht angelangt, als sich
ein Herr Sevmour aus Cbhicago dem Richter vorsiellte und erklärte,
er habbe den Neger zu seinem Diepsie engagirt und ubernehme die
Verantwortlichkeit für denselben. Er erzäblte daun dem Richter, er
habe das corpus delicti vor sechs Wochen bei Johnson uud Ko.
—XRXx der
Neger präsentirte. Er habe sich bei Johnson und —XXXX
daß er betrogen worden fei, doch diese hätten sich geweigert, ihm

irgend eine Genugthuung zu geben. GEr habe deshalb diese Stedft
für dieseltken ausgesonnen und sei der Ansitht⸗ daß er dadurch kein
Gesetzesverlezung begehe. Der Richter entließ den Neger, inden—
er entschied, so lange der Neger sich keines Frisdensbruches schuldi
mache, könne er ihn in seinen Marsche nicht aufhalten. Und der
Neger setzte seinen Marsch vor Johnson und Ko.'s Laden fort.
Fur die Redaction verantworilich: J. X. Demez.

—
eh„—.
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werden schon von 50 Pf. an bis 20
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ringe und Kreuze ꝛc. ⁊c. alles nach
edem belieb'gen Muster.
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Nagelbursten, Friseur⸗· und Slaubkämme in Schildkröte, Efenbein,
Horn⸗ und Kautschuck ec., fowie in Parfümerien echtes Vau
ãe Cologne und sonstige Odeurs, Oele und Pomaden, sowie
Sorten Seife, als Mandel- Honig⸗, Glycerin⸗ und Beil4en⸗
tit Johann Moirich,
Friseur.
— — —
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Ja Anbetracht der großen Schwierigkelten von Amerika aus
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ein Jussteitut und eine Zeitung gegründet und es mir zur
Spezialaufgabe gemacht

Verschollene aufzusuchen,
das heißt, über deren Schichjal Auskünft zu eriorschen und zu
ertheilen.

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benen einen Todtenschein bedürsen so können Sie sich ver,
trauensvoll an mich wenden und ich gebe Ihnen die Versicherung⸗
daß ich Ihren Auftrag prompt erled'gen werde.

Jeder Brief an mich muß francirt sein,

Eine briefliche Antwort kostet 1 Mark in „Postwarken“ irgend
eines Landes.

Das Aufsuchen eines Verschollenen kostet 80 —50 Mark.

gdo Fedicihein von Notar uund Consul beglanbigt, lostet

dark.

Ein Drittel des Betrages muß mit dem Auftrag eingesandt
werden und zwar in Reichsmarlscheinen in „eingeschtiebenem“ Brief.

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2. Sept. Karl Friedrich, S. von
Ludwig Klär. 3. Peter, S. v. Pet.
Thomas. Anna Maria, T. v. Chr.
Werner. Katharina, T. von Georg
Schmitt. Katharina, T. von Jalob
Schmiit. 4. Georg, S, von Johann
dager. 5. Nikolaus, S. v. Nilkolaui
cchweitzer. 6. Elisabetha, T. vor
Adam Berberich. 10. Maria Barb.
T. v. Louise Klbrecht. 13. Josephina,
T. v. Josenh Klahm, Gärtner. 17
Wilhelm Carl, S. v. Wilhelm Rep⸗
pert. 18. Joseph, S. v. Peter Geb
ring. Katharina, T. von Heinrich
dorlemann. 20. Katharina, T. von
Rikol. Leonhardt. 21. Peter, S. v
Pet. Nicola. Daniel, S. v. Daniel
Weber. Maria, T. v. Georg Woll
25. Elisabetha, T. v. Johann Grell
Joseph, Sohn von Andreas Kehler
Friedrich Oscar Eugen, Sohn von
Friedrich Seyb. Joseph, Sohn von
Fohann Deckarm. 26. Elisabetha
T. von Peter Leonhardt. Bernhard
Friedrich, S. v. Phil. Pet. Vernhardt
38. Katharina, T. v. Peter Georq
30. Joseph, Sohn von Karl Kaiser
statharina, T. von Peter Lambert.

BR. Eheschließungen:

3. Sept. Nikolaus Scheuer mil
Elisabetha Weirich. 7. Peter Kolter
mit Maria Fell. 10. Joseph Kuhn
mit Elijab. Henrich 24. Karl Renner
mit ·Kaihar. Schmitt. Jakob Schmitt
mit Katharina Schmitt. 28. Göltzer
Jakob mit Gebhardt Louisa.

O. Sterbfälle:

1. Sept. Maria Latz, 51 J. alt,
Ww. von Johann Jalob Stief. 7
Johann, 3 M. ali, S. v. Jalot
risel. 8. Jakob, 8 M. alt, S. v
Joh. Jos. Peters. Peter, 18 Tage
alt, S. v. Maria Leigner. 9. Fried⸗
ich Fichter, 60 J. alt, Ehemann v.
Margaretha Jann. 13. Magdalena
Siegwardi, 84 J. alt, Ehefrau von
Joh. Lembert. 14. Ludwig, 19.1
Tag alt, Sohn von Ludwig Fichter.
Margaretha, d M. alt, T. v. Danie
dennchen. 15. Maria Sprunck, 6(
j. alt, Ww. von Peter Jos. Hager
16. Franz Jakob, 8 M. alt, S. v
Johann Schillo. 18. Philippino
s in. alt, T. von Georg Theobald
19. Peter Josehh, 13 1 M. alt
5. v. Nilolaus Stief. 21. Peter
—XV
heter, 5 M. alt, S. v. Peter Gries
Margaretha, 1 J. 5 M. alt, T. v
Nikolaus Weber. 29. Jakob, 13
3 M. alt, S. v. Jak. Mohrbacher
Maria, 6 J. alt, T. v. Georg Jene
30. Gertrauda, 1 J. 3 T. alt, T
n. Jakob Feichtner.

St. Ingbert, 8. Oktober 1878.

Der Standesbeamte:

——

Pfälz. Eisenbahnen
Fahrplan vom 15. Okt. 1878
Abfahrt
von St. Ingbert nach Zweibrücder
5*6 1081 880 720
von Zweibrücken nach St. Ingber
710 1218 518 728
von Zweibrücken nach Pirmasent
5160 720* 1212 520 888
von Pirmasens nach Zweibrücker
580 928 228 5 18* 910
von Pirmasens nach Landau
580 735* 1286 zis
von Landau nach Pirmasens
Bα α
von Zweibrlicken nach Homburg
516 775*8 1080* 1226 410 610 ge
von Homburg nach Zweibrücken
620 78 (direct nach St. Ingber
918* 1125* 110 417 662 920
von Homburg nach Neunkirchen
614 98 130 11268* 4.1 98
von Neunkirchen nach Homburg
6 7 10* 1230 610 910
von Homburg unach Kaiserslauter
628 727* 1268 6*8
von Kaiserslautern nach Hombur
z ĩo 5280 56 87 11 1016* 3*0 sK
von Landstuhl nach Kusel
7 880 410 828
von Kusel nach Landstuhl
586 qss 12 547
Ankunft
in St. Ingbert von Zweibrüucer
8is 10 121 —X ga⸗
in Zweibrücken von St. Ingber
6** 1187 466e —
in Zweibrücken von Pirmasen?
61*1 108 310. 6160* 1022
in Pirmasens von Zweibrücker
G6o 820* 120 684 108
in Pirmasens von Landan
10*0 320 624 100.
in Landau von Pirmasens
76 98* 282 72
in Zweibrücken von Homburgz
biꝰ 9α 12* 188 30 710 10
in Homburg von Zweibrückn
ßzua 7ιν IiSν 12ο uν Gea ge
in Homburg von Neunkirchen
622 7264 1252 —X 922
in Neunkirchen voa Homburg
600 —X 218 11** 58 —
in Homburg von Kaiserslanterr
Gio 94 18 11204 413 6.
in Kaiserslauiern von Hombure
7824 878 1240 160 748
J i d l
„ucht⸗ Brod⸗ —9— in ednehl dem dee
leisch⸗Preife der tadi in Kusel von Landftuhl
Zweibrücken dom 10. Okibr. — —
Weizen 10 M. 40 Vf. Korn ln hedeniet Shnellzun
Ama un x. emeb n Et. Ingbert.
        <pb n="581" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntaga mit illustrirter Bei⸗
age) ericheint wochentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnemeutspreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Aaswärts mit 15 Pfz. für die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfg pro Zeile berechnet.
⸗ — — — — — — — — — — — —
M 1622.. ESonutag, den 13. Oktobber . 1878.
— — —— — — —t — — —
Deutsches Reich.

Munchen, 9. Ott. Die Resultate der heurigen Seplember-
Prüfungen für den Einjähr'gen Freiwilligendienst sind im Durch⸗
chnitt wiederum nicht befonders erireulich und mit denen der Sep⸗
emberprüsung 1877 sowie der Märzprüfung ziemlich gleich, indem nur
15 pCt. der Prüflinge das Befähigungsaltest erhalten konnten; die
chlechtesten Resuliate wurden in München mit nur 21, die besten
m Regensburg mit 87 pCt. erzielt. (Abdz.)

Peünchen, den 10. Oklt. Zur Bearbeitung der Eiführungs-
gesetze dür die Reichejustitzgesetze in Bayern sind durch Dekret Sr.
Majesiai des Konigs die Gesetzaebungsausschüsse beider Kammern
zes Landiages auf den 21. d. M. einberufen worden.

Berhin, 10. Det. Der Reichstag sitztle heute die zweite
Beraihung des Socialistengesehes fort. Der Socialdemot: ab Hassel⸗
mann hielt eine sehr erregse Rede, in welcher er die Regierungen
uind die Reichttagsmehrheit für eiwaige künflige Gewaltthätigkeiten
ind Blultvbergießen verantwortlich machte, die Pariser Commune
rertheidigte und zun Schluß von der Möglichkeit eines offenen Auf⸗
zandes der „unterdrüctten Arbeiterbevöllerung“ sprach, wofür er
„om Präsidenten zur Ordnung gerufen wurde. Dr. Löwe empfahl
dem Reichstag, darauf zu sehen, daß das Genossenschaftswesen ge
schont werde; im Uebrigen aber dürfe man der Regierung die
Mittel nicht verweigern, welche nothwendig seien, um den Terroris
nus zu brechen, unter welchem die Arbeiter selbst stehen.Winterer
selsass. Geistlicher) bekämpft das Gesetz, weil es ein Ausnahmsgesetz
ci. v. Bennigsen empfiebit die Annahme des Entwurfs in der ihm
on der Commission gegebenen Fassung; er besorgt nicht, daß in
eaclionärem Sinne gewirthschaftet werde; dafür bürge das Wort
zeß Reichslanzlers, das er in gestriger Sitzung gesprochen habe. v.
Bennigsen appellirte zum Schluß an den Patriotismus derParteien,
zie sich überail, wo es sich um das Wohl des Vaterlandes handle,
die Hand reichen müßten. — Sodann wurde 81 angenommen in
der Fassung der Commission mit Beifügung der von Ackermann
conserb.) deantragten Worte: „insbesondere die Eintracht der Be⸗
zzlterungsclassen“. Für den 8 1stimmien die Nationalliberalen
ammt und sonders, desgl, die beiden conservativen Fractionen, die
Bruppe Loͤwe (also auch Dr. Groß und Dr. Zinn), von der
Forijchritispartei Hilf, Müller (Gotha) und Baumgacken, endlich
bie Elsaͤsser Rack und North.

Aussand.

London, 11. Olt. Hier vorliegenden Nachrichten zufolge
eigt Rußland offiziel den Mächten an, daß es den Rückzug seiner
Truppen aus den frürkischen Gebietstheilen aufgehalten hade und
at die Kabinene, sich den energischen Schritten Rußlands bei der
Bforte wegen der verübten Grausamkeiten in den geräumten Disrikten
amnzuschließen.

Madrid, 10. Oet. Marolkaner ermordeten bei Tetuan
inen spanischen Consulatsbeamten und internationelen De legirien
der europdischen Consulate fur die Lazarethanstalt in Tetuan. Die
r Regierung verlangt Genugthuung wegen dieses Falles von

arokko.

Kopenhagen, 9. Ockh. Der Gouverneur von St. Croir
elegraphirt unterm 8. do.: Der Aufftand ist unterdrückt. Die
däufte von Frederiksted und 80 Plantagen sind niedergebrannt.
das Zuderwert ist tepatirbat. 20 Plantagen und die Zuckerfiederei
ind unversehrt. Der Belagerungszustand ist erklärt.
— ñ

—
Rermischtes.

F Zweibrücken, 8. Oet. In der heuligen Sitzung des
Zuchtpolizeigerichtes wucde gegen den k. Nolar Sartorius von
dandstuͤhl verhandent. Derselbe ist angeschuldigt zweier Vergehen
der Fälschung öffentlichet Urkunden in seiner Eigenschaft als Be⸗
unter, eines Vergehens der Unterschlagung im Amte in idealer
Toncurrenz mit dem Vergehen des Betrugs und endlich zweier
Bergehen der Unlerschlagung im Amte. Die Urkundenfälschung foll
adurch begangen worden sein, daß der Angeklagte einem Theilungs⸗
ite nachträglich noch die Worte beifügte: „Fuͤr weitere frühere

Vorarbeiten 50 Stunden“ und dem entsprechend war auch in der
Abrechnung das Guthaben corrigirt und um 50 fi. erhöht. Die
Unterschlagungen beziffern sich insgesammt auf circa 4900 M.
Die Sigalsanwaltschaft beantragte gegen den Angeklagten eine Ge⸗
ammtgesängnißstrafe don 313 Jahr und die Erklärung, daß der⸗
elbe unfähig sei, innerhalb 8 Jahren öffentliche Aemter zu bekleiden.
Der Urtheilsspruch erfoigt am 16. Ociober.

Zweibrücken, 10. Olt. Im Auftrage seiner Exzellenz
dez Herra Regierungspräsidenten, Staatsraths v. Braun, traf heute
der k. Kreisbaureth Herr Siebert von Speyer hier ein, um von
den Räumlichkeiten der Leinenzwirnerei Einsicht zu nehmen und
zieselben einer technischen Prüfung in der Richtung zu unterftellen,
yb fie zu unterrichtlichen Zwecken geeignet erscheinen und eine
Adaptirung derselben zut Unterbringung der Studienanstalt als
hunlich und im Vergleiche mit den Kosten eines Neubaues als
»mpfehlenswerth sich erweist. (3. 3.)

Saarbrücken, 11. Olt. Auf dem Polizeiamt hier
zellte sich gestern Mittag freiwillig ein Mann aus der Gegend von
gaumholder, der im Februar 1871, während der Schlacht Viller⸗
cxel vom 30. Infanterie-Regiment desertirt war. Der Maun,
belcher in der deutschen Verlustliste als „vermißt“ aufgeführt wurde,
jat sich während der gaazen Zeit in der Schweiz umhergetrieben,
cheint aber von dort kürzlich — Gott weiß watrum — ausgewiesen
vorden zu sein, und hat sich jetzt des elenden Flüchtlingslebens
att, wie gesagt, freiwillich der Militärbehörde gestelli. Geftern
Ubend noch wuͤrde er nach Saarlouis gebracht, woselbst demnãchst
rieg gerichtliche Aburlheilung wegen Desertion vor dem Feinde er⸗
olgen wirde... E6G. 3)

*FMannheim, 10. Oct. Gestern Abend ereignete sich
ier imd Hotel Falkenstein“ ein gräßlicher Unglücksfall. Eine ame⸗
kanische Familie Namens Stern, saß mit ihrem Kind einem zwei⸗
zihrigen Kaaben, am-Tisch, auf welchem eine brennende Petroleum⸗
ampe stand, die das Kind durch irgend einen Zufall umsti ß.
Zofort ergoß sich das brennende Petroleum über das Kind, dessen
dleider sosort in Flammen standen. Leider besaben die entsetzten
xẽltern nicht die nothige. Geistesgegenwart, um das Feuer zu er⸗
ticken und erst einer herbei eilenden Magd gelang es, dem Kleinen
die Kleider vom Leibe zu reißen, doch hatte derselbe über dem ganzen
kdörper furchtbare Brandwunden. erlitlen. Obgleich durch rasche
Zilfe dem weinenden Kinde alle mögliche Linderung verschafft wurde,
d. war doch eine Reitung. nicht mehr möglich; der Tod erlöste
zasselbe gegen halb 10 Ubr von den entsetzlichen Schmetzen (M. A.)
f7München, 11. Oct. Gestern Abend starb hier der
Benerall'eulenant und Generalquartiermeister Graf Max Bothmer,
Mitglied des Reichsrathes, im Alter von 62 Jahren.
fWorms, 8. Oct. Der hiesige social⸗demokratische Verein
jat sich gestern aufgelöst.

Freudenstadt, (im würtemberg. Schwarzwald), 8 Olt.
Zeute Morgen 4 Minuten nach halb 2 Uhr wurden hier zwei schnell
iuf einander folgende horizontale Erdstöͤße in der Richtung von
SESO. nach NNW. verspürt.

F Von den Fünflingen des Schustermeisters Kay in Jägern⸗
orf, Holstein, sind nun vier Kinder gestorben und wenig Aussicht
orhanden, daß das letzle kleine Wesen seine Geschwifter über
eben werde.

f(Gefahr für Raucher.) Nachdem der Koloradokäfer beinahe
versunken und vergessen“ ist, erscheint der Cigarrenläfer und zwar
jleich in drei verschiedenen Arten auf der Bildfläche. Die letzte
stummer (42) der Zeitschrift ‚Natur“ bringt eine kurze Mittheilung
iber jene in Nordamerika und auf den Anktillen einheimischen, durch
»en Import von Tabak wiederholt nach Europa verjschleppten Käfer.
dem PElaphidion irroatum, einem zierlichen, silbergrauen, dunlkel
ezeichneten Bockkafer mundet allein nur das edle Kuba⸗ oder Havanna⸗
radut. Zwei andere, unseren in Möbeln und Herbarien häufigen
zohrkäfern (Knnobium und Ptinus) nahe verwandie Arten lieben
as Gewächs der Vereinigten Staaten, Louisianas, Alabamas, Vir—
iniens u. s. w. Besonders von Chatoramus Tabaci sißen nicht
elten als „Funsichtbare Passagiere“ die Larden inmitten der Cigarren
        <pb n="582" />
        und werden in der Regel erst entdedt, wenn der geschmorte Insasst
bereits eine Eruption beim Raucher veraulaßt hat. Auch in Munchen sind
vor längerer Zeit zahlreiche Larden von einem dieser Kafer, ver
muttzlich von der letzteren häufigsten Art, zum Schrecken der Verkäufer
und Konsumenien in besseren amerikanischen Cigarren gefunden worden
Unseres Wissens brachte man damals die Insassen der Cigarren in
Zusammenhang mit einem Spedkäfer (Dermestes vulpinus), der
in Tausenden von Exemplaren auf nordamerilanischen, wenig sorg⸗
fältig präparirten Fellen wimmelte, die mit den Cigarren einige
Wochen in ein und demselben Raume gelagert hatten, und nohm
an, daß die Verpuppung der Spedkäferlarven im Tabal stattge⸗
funden habe.

Boston, 9. Okt. Ein Ettrazug von 20 Wagen, der
von Silberlake zurückkehrte, stieß mit einem Güterzug zusammen,
wobei 25 Personen getodtet und 150 verletzt wurden.

FeTimes“ gibt die Summe, welche die Aktionäre der Citt
of Glasgow Bank zu decken haben werden, mit 2 Mill. Pfd. St
an. Die Hauptbetheiligten, auf welchen die Schwere am Meiften
lastet, sind kleine Kaufleute, Aerzie c., welche gerade nicht zu den
Wohlhabenden gerechnet werden können. Dennoch wird mit ziem⸗
lichor Wahrscheinlichkeit angenonmen, daß die Creditoren voll be⸗
friedigt werden koͤnnen. Der Stadtrath von Glasgow hat Shritte
gethan, um eine Konferenz mit den Leitern sämmilicher Bankinstitute
Schottlands anzubahnen, in welcher jene Banken aufgefordert werden
sollen, Arrangements für die Uebernahme der Depofiten oder des

jenigen Theiles der Depositen der Glasgow Bank zu treffen, welche
sie für ficher erachten, damit auf diese Weise ein Theil des großen
Betrages an Geld, welcher in offener Rechnung und als Deposuen
der City⸗Bank ühderwiesen wurde, freigemacht wird. Auf diese
Weise dürfte mehreren Firmen die Ersüllung ihrer Verbindlichkeil
erleichtert werden. Aus Glasgow wurde bereits telegraphisch die
Zahlungseinftellung der Schiffsbanfirma Potter, Wilion und Conip.
gemeldet. Ein Theilnehmer der Firma ist Direltor der Cityh Bam
und dieser soll von der Baut Vorschüsse im Betrage bon 2 Mill
Pfd. Sterl. in Händen haben, zu deren Sicherheit Land in Neu—
seeland dient. Der Sekretär von Neuseeland meldet hingegen der
„Times“, daß vielmehr die Bank Schuldner jener Firma sei.
Demselben Blatte wird aus Douglas geschrieben: Die Bessürzung,
welche hier der Fall der Bank von Mong einer Zweigniederlassung
der City of Glasgow Bank, hervorgebracht hat, ist'im Wachsen

Die Deposilen der Bank werden auf 800,000 Pfund Sterlino
eschätzt. — —
— (Allzuviel verheiralhet.) In dem Büreau eines Newyorker
Distriktsanwalts fand sich am 18. Sept eine Anzahl von Frauen
ein, um Klagen gegen den wegen falscher Vorspiegelung verhafteten
Adolf Hoffmann alias Eckstein zu erheben. Alle Erschienenen gaben
an, mit ihm verheirathet zu sein. Frau Antoine Geiger gab an.
mit ihm am 13. Juni getraut worden zu sein und Frau Fannh
Eckstein sagte, daß sie ihm am 26. August angetraut wurde. Int Ganzen
soll er nicht weniger als sechs Gatunen besihen und außerdem haͤit⸗
er noch eine Braut, denn eine der Erschienenen gab an, daß ir
fich vor Kurzem mit ihr verlobt habe und in wenigen Wochen mit
ihr vor den Traualtar treten wollte. Der Fall wird demnãchst
der Grand Jury in Newypork vorqelegt werden.
Dienstesnachrichten.

Die Verwesung der Pfarrei Rothselberg wurde dem für diese
Pfarrei design'rien Pfarrer, Stadtv car Ed. Hoffmann in Kaisers⸗
lautern und das Stadtvicariat Kaiserslautern dem Vecar A. Siepp
in Waldfischbach übertragen, dem protest. Pfarrer Pöhn in Wald⸗
fischbach der Pfarramtscandidat O. Fertsch aus Oppau und dem
protest. Pfarrer und Dican F. Arnold in Landau der derzeitige
Verweser der 2. Pfarrstelle in Zweibrücken, L. Baher, als Privat
vricar beigegeben.
—— —
Fur die RNedaction verantwortlich: . xF. Demeß.
⸗ — — ⸗ αXô ä äααοο αäα
4 geht dahin, fich in Geographie
Die moderne Bildung dthin bun
zu unterrichten, während die meisten Menschen, oft die Gebildetsten, über die
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druck und Verleg von 4. x. Demetz in St. Ingbert. ———
Hiezu Illußrirtes Sonntaasblatt“ Nr AI.

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        <pb n="583" />
        Ht. Ingberler Anzeiger.
— — — — — — — —
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wo hentlich) mite dem Hauptblatie verbandene Unterhaltungsblati. (Sonntags mit illusteirter Bei⸗
lage) erscheint woͤchentlich viermalz Dienssstag, Donnerstag, Sametag aud Sonntag. Der Abounementsvreis betragt vierteljahrlich
Nark 40 R.⸗Pfg. Anuzeigen werden mit 10 Pfg., von Autwärts mit 13 Pfa. fur die viergesp altene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neclamen

mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
Diendtag, den 18. Oktober —W 1878.

—
7
Deutsches Reich. 8 J

Berlin, 11. Okt. Neueren Bestimmungen zufsolge würde
der Kaiser bis gegen Ende des Monais in Baden⸗Vaden bleiben
ind dann direlt zurückkehren.

Das Sozialistengesetz beschäftigt in hohem Maße die Aufmeik⸗
samkeit des Auslandes. Nach Paris und London übermittelt der
Telegraph allabendlich ausführliche Referate über die Debattien im
Neichstage. Wir sind heute schon in der Lage, einige auf die
Borlagẽ bezügliche Aeußerungen der ausländischen Prefsfe anzuführen.
Das Journal des Debats sagt:

„Das Geseß ist ein drakonisches, aber zur Rechtfertigung der
Besetzgeber muß gesagt werden, daß die ungeheure Mehrheit des
dandes Ausnahmemaßregeln gegen eine Partei verlangt, die sich
außerhalb des Gefetzes gestellt hat, indem sie den Klassenlkrieg erllärt
ind perlündet, daß sie vor keinem Mittel zurüchschrede, um die de⸗
stehende Sozialordnung umzustürzen.“ J
Und die „Londoner Times? saßt ihr Urtheil in einem Leitartilel
in die Worte zusammen:

„Die große Mehrheit des deutschen Volkes hält gang unzweifel⸗
haft die Sszialdemokratie für eine schwere Gefahr für die friedliche
Entwickelung der Nation und es muß der Regierung die Möglichkeit
zegeben werden, gegen diesen Auswuchs einzuschreiten, selbst auf
die Gefahr hin, der allgemeinen Freiheit dadurch zu nahe zu
lreten.“

—AV
Bläͤtter, welches auf den ersten Blicd überaus befremdend wirlen
muß. In der Vorausfetzung des ersten Satzes haben sie allerdings
Recht. Die ungeheure Mehrheit des Volles erblidt in dem Anwachsen
zer Sozialdemokratie eine schwere Gefahr für den Staat. Wenn
aber sodann die Annahme von Aus ahmegesetzen gutgeheißen wird,
so geschieht es in der weiteren Voraussetzung, daß in Deuischland
ebenso wie in Frankreich und England die Regierung eben nur in
o weit diese Gesetze anwenden lönne, als die Vollsvertretuag fie
ingewendet wissen will. Die franzosische Regierung des 16. Mai
zat nach sehr kurzem Vesinnen es vorgezogen, sich wieder in Rapport
mit der Majorität des Volkes zu seßen und daß die englische
Regierung auch nicht um eines Fingers Breite von strilt parlamen⸗
arischer Regierung abweichen würde, bedarf nicht erst der Erwähnung.
Wenn die englische Regierung bei der Vorlage eines solchen Aus⸗
rahmegesetzes, wie es bei uns geschehen ist, dem Parlamente ganz
unverblümt zu verstehen geben wlirde, daß damit eigentlich nur der
Anfang gemacht werden solle für weitere Beschränlungen der Preß
tteiheit, der Freizügigleit u. s. w., so würde das City-Blatt nicht
einen Augenblick anstehen, entschiedenen Widerspruch dagegen zu
erheben. Und wir sind überzeuct, daß der Widerstand gegen das
Ausnahmegesetz bei der großen Masse des Volles weit weniger aus⸗
geprägt sein würde, wenn man sich auch bei uns der festen Ueber⸗
seugung hingeben könnte, daß es nur zu dem bewilligten Zwecke
ingewendet werden würde.

Berlin. 12. Ott. Reichstag. Die zweite Berathung des
Sozialestengesetzes wird fortgesetzt. Beisg 5 spricht v. Stauffen⸗
herg gegen das Amendement Brüel (Schuß der Wahldersammlungen),
velche uͤbrigens den Zweck verfehlen würde, und fürt den Kom⸗
nissionsbeschluß, da Wahlversammlungen nach den bestehenden
kLandeswahlgesetzen und den Reichssstagswahlgesfetzen ohnehin geschützt
eien. Reinders (Soz.) ist gegen den Paragraphen und äußert
mn Verlause seiner Aussührungen, daß er gegenüber der Behaup⸗
ung v. Kleist Rezow's, die Soz'aldemokraten bereiten in den Ver⸗
sammlungen Hochverratih vor, seinerseitß alle die, welche für das
zorliegende Gesetz stimmen, als Landeßverräther bezeichnen müsse.
Großer Lärm. Rufe: zur Ordnung!) Der Prasident ertheilt
den Ordnungsruf. Der Redner ersucht eventuell um die Annahme
des Amendements Brüel. Briwüel tritt für sein Amendement erin.
Dder Minister Culenburg erllärt dasselbe für unannehmbat. Die
betheiligung an den politischen Wahlen sei den So, ialdemokraten
aicht Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck behufs Verfol⸗
nung ihrer befonderen Theorieen und Tendenzen. Hietan mühten
e überall und unter allen Umständen verhindert werden. Die Be⸗—

ichränkung der Wahlversammlungen solle übrigens nur unter den
in 8 5 bezeichneten Bedinguugen erfolgen. Hänel beantragt ein
Lnter · Amendement, wonach das Brüel'sche Amendement lautcn
vürde: „Auf Versammlungen zum Betriebe von den Reichstag
der die Landesvertretung betreffenden Wahlangelegenheiten nach
nusgeschriebener Wahl finden die bisherigen reichs⸗ und iandesgeset .
ichen Bestimmungen underändert Anwendung.“ Der Hanel'sche
duteranttrag wird in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 167
Stimmen und das Amendement Brüel gleichfalls abgelehnt. Der
115 wird nach den Kommisfionsbeschlüssen angenommen, ebenso der
j ba. — 8 6 Gerbot von Druchschtiften) wird von Hertling be⸗
umpft. Derselbe verbreitet sich über die verderblichen Wirkungen
nes atheistisch revolutionärfleptischen Geistes, der nicht nur in der
pzialdemokratischen, sondern auch in der liberalen Presse hervor⸗
rete, will aber den Verwaltungsbehörden nicht noch weitlere Re⸗
niessivbrfugnisse einraumen. Bamberger wendet sich gegen die
haltung des Zentrums dem Gesetz gegenüber und verweißt auf die
bahlbündnisse desselben mit den Sozialdemokraten. Eine zeitwelse
rinjchräukung der Preßfreiheit halte auch er für bedauerlich, aber
othwendig. — Um 4 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag
10 Uhr. — Für den Antrag Hänel zu 3 5 des Sozialistenge⸗
ezes stinmten das Zentrum, der Forischriit, die Elsäßer (mit Aus⸗
zahme don Norih und Rack), 14 Nationalliberale. darunter Braun,
8amberger, Lasler und v. Stauffenberg, ferner Berger (Gruppe
Löwe) und Bühler (Reichspartei).
Das Berliner Tageblait hört, daß in Folge des Schreibens
»esß Papstes Leo XUI. an den Kardinal⸗Staatssekretär Nina der
Reichskanzler Fürst Bismarde in den letzten Tagen an Letzteren ein
5chreiben gerichtet habe. In demselben bitte er Namens des
da sers den Staatsselretär, dem Papfte für die verbündlichen und
»ohlwollenden Worte zu danken, welcher derselbe an den Kaiser und
ie deutsche Nation gerichtet habe. Fürst Biswark soll in dem
Schreiben seiner festen Ueberzeugung Ausdruck gegeben haben, daß
ie Verhandlungen zwischen dem Papste und der preußischen Regierung
n kurzer Zeit don dem glücklichsten und dauerhaftesten Erfoige ge⸗—
rönt sein würden.

Ausland.
Wisen. Die' Minister Andrassy, Tisza und Wenkheim wur⸗
den am 11. ds. vom Kaiser in einer drei Stunden dauernden
Audienz empfangen. Am Montag dütfte Tisza provisorisch daß
Finanzminisserium und Wenlheim das des Janern übernehmen.

Wien, 12. Ott. Gifijiell.) General Reinländer besetzte
in 10. d. M., ohne Widerfiand zu sinden, Vernograc und beab⸗
ichtigte, am 11. d. gegen Buzin zu tüden, dessen Unterwerfung
on einer Deyputation bereits ausgesprochen wurde. Zahlreiche ver⸗
vundete Insurgenten aus dem Gejfechte vom 6. d. sind zwischen
Peci und Vernograc aufgefunden worden. Die Feste Kladus ist
noch von Insurgenten beseht und wird durch das eirste Jägerba⸗
aillon zernirt.
Loudon, 11. Okt. „Neutert Bureaqu“ meldet: Bombay
10. Olt. Es verlautet, General Haines werde den Oberbefehl
iber 35,000 Mann in Peschawer übernehmen. Der Ausbruch
er Feindseligleiten wird für unvermeidlich gehalten. Alimusdsc,id
oll mit schwereren Geschützen befestigt fein, als man geglaubt.
ẽrhebliche Verstärlungen werden nach Peschawer geschicht. — Der
„Standard“ meldet aus Kalkutta: Die Peschawerabtheilung hat
vem Vernehmen nach Ordre erhalten, Alimusdschid underzüglich
anzugreifen. Eine Abtheilung Infanterie und eine Gedirgsbatterie
ind in den Paß eingerücki.
London, 13. Olt. Der zweite anli⸗socialistische Arbeiter⸗
on greß wurde heute hier erdffnet; er ist jahlreich besucht und
vählte den Dr. Max Hirsch (Berlin) zum Präsidenten. In der
eutigen ersten Hauptwersammlung versuchten Sozialdemokraten, die
gerhandkungen durch Lärmen und Zischen zu ftören, wurden aber
zurch den Vorsitzenben Roth energisch zur Ruhe verwiesen.
        <pb n="584" />
        Vermischtes. —

f Kaisertlautern. Gegen den Redalleur und den
Herleger der „Pfälzischen Volkszeitung“ haben der k. Rektor Red⸗
nagel sowie Redalteur und Verleger der „Kaiserslauterer Zeitung“
dlage ethoben wegen der Aufnahme von Inseraten eines W. Müller,
worin der Konsumverein von Kaiserslautern verdächtigt und ange⸗
zriffen und die Abonnenenten der Kaiserlauterer Zeitung zur Auf⸗
gabe des Abonnements zu überreden versucht wurden, weil' jenes
Zlatt die Interefsen des Konsumvereins derirele. Die Klage lautet
auf Schädigung der Ehre und des Geschäftes. Etwaige pekuniäre
cntschädigungs⸗ Ansprüche sind ausdrücklich vorbehalten. Gegen den
Kaufmann Müller ist gleichfalls Klaze erhoben. Derselbe hatte
fast läglich Annoncen gegen den stonsumverein in der „Pf. V.“
xeröffentlicht.

fKusel, 11. Olt. In der Putersbacher Mühle wollte
zestern der Sohn des Besitzers Georg Klink am Dache einige schad⸗
hafte Ziegeln ersetzen; bei dieser Arbeit brach eine Latte, welche als
Stützpunit dienen soilte; der junge Manu stürzte herab und erlitt
so schwere Verletzungen, daß sein Tod einige Slunden sputer er—
folgite. Dem Verunglückten wird von allen seinen Bekannten das
Zeugniß eines braven jungen Mannes ausgestellt. (Kus. Ztg.)

Am 6. Ott. hat der in Pforzheim erscheinende sozial⸗
demokratische Genossenschafter“ sein Erscheinen eingestellt, indem erx
angibt, daß „es ihm im einigen, starken Deutschland nicht mehr
gefalle und er es vorziehe, das Bündel zu schnüren und seine schnöde
Heimath zu verlassen; doch werde er aus der Ferne seine Richtung

einem andern Blatte anvertrauen, das die Leser geistig mut ihm
derknüpfen solle.“

t Würzburg, 11. Okt. Heute standen die Beleidigungä
klagen Seitens des kgl. Bezirksgerichtsarztes Dr. Reippoldt und
des kgl. Rechtsanwalts Or. Steidle gegen Stephan Gätschenberger,
Herausgeber der „Gloͤdli“ vorm Schwurgericht zur Verhandlung.
Die „Glöckli“ wurden im Laufe der Verhandlung als ein trauriges
Skandalblatt charalter:sirt. Die Geschworenen bejahten die Schuld⸗
fragen nach langer Berathung. Um 10*4 Uhr Abends wurde das
auf 6 Monate Gefängniß lautende Urtheil verlündet.

4In Geisenfeld (Obs.) ist bei einem am 7. Oltober
Nachts ausgebrochenen Feuer ein 182jähriger Knabe, der in einz
Zammer schlief, mitverbrannt. WV

4 Eine wunderliche Geschichte weiß das „Düssel. Vbl.“ aus
So est zu berichten. Vor längerer Zeit saßen in einem hiesigen
Hotel mehrere dem Kaufmannsstande angehörige Herren bei emer
Flasche Wein. In diesem Kreise wurde u. A. die Frage aufge⸗
worfen, ob ein Wechsel nur auf einem Blatt Papier oder Perganent,
der auch auf Holz, Blech, Eisen ꝛc. ausgestellt werden lönne refp.
lingelsst werden müsse. Da die Ansichten hierüber verschieden
waten, so wurde eine lleine Weite eingegaugen und beschloß man,

inmal den Versuch zu machen. Es wurde also auf einem Deckeel
riner Cigatrenkste ein Wechsel im Bettage von 15 Mkausgefiesst
und von einem der anwesenden Hecren acceptirt. Dieser Tage
vurde dem Acceptantken derz betreffende Wechsel zur Einbsung vor
Jezeizt,“ dessen Annahme jedoch derweigert, weil Acceptant · der ͤnsz hi
ei, ein Dokument, And ein solches sei ein Wechsel, müsse aͤuf
Papier oder Pergament ausgestellt sein. Der Wechsel wurde pro⸗
estirt und bald nachher erschien ein Rechtsanwalt und händigte
dem Aeceplanten des auj eigem Cigarrenkistchen ausgeltellten Wechsels
die Prötesturkunde auc Ackepiant wird die Sache nun weiter
reiben man ist daher allgemein auf das Urtheil des Handelsge⸗
richts gespannt. —
—BParis, 12. Okt. Der Bischof von Orleans, Dupanloup,
Mitzlied des Senats, ist gestern Abend plötzlich gestorben.
Gornehme Gauner in New⸗NYort) Die neueste ameri—
anische „Post“ erzählt: In den fafhionablen obern Theil der Stadt
vesteht ein deutscher Klub, zu dem die reittsten jungen Leute der
eutschen Kolonie gehöten. Das Finschreibegeld beträgt 500 Dollars,
er Beitrag beziffert sich auf 280 Dollars per Jahr. In dieseü
klub wurden nun käürzlich zwei eben erst aus Dentschland einge⸗
roffene Kavaliere eingeführt, ein Graf von Wartenslebens, der ein
kntel des berühmten Grafen York zu seia behauptete, und der
iud⸗re ein Baron Rhedern. Die beiden Herren brachten betrüchtliche
Mittel mit sich. Man sprach davon, daß sie bei Newyorler Bankier
ziz'in Höhe von 300,000 Dollars alkredirt waren. Im Klub
pielten sie mit Gluͤck und Geschick. Es stellte sich heraus, daß sie
ehr gewundte Falschspieler waren. Unter solchen Umftänden bleibt
iur die Annahme übrig, daß sie nicht die sind, für welche sie sich
rusgeben, sondern daß sie die volltönenden Namen alter Familien nur
nißbrauchten, um sich leichter Eingang in die von ihnen gesuchten
Zreise zu verschaffen.“
7CGerbotener Weg.) Ein amerikanisches Blatt theilt folgende
Varnung mit, die der Mayor einer kleinen laliforniichen Stadt auf
er Promenade aushängen ließ; dieselbe lautet: ‚Kühe ohne Begleitung
ürfen nicht die Anlagen beschreiten.“ — Wenn eine Kuh diese
zekanntmachung liest, muß sie nicht denken, daß ein Ochse es ge⸗
chrieben hat?

F (Auch eine Antiquität.)“ Ein“ alter Stubengelehrter zeigte
ineni Haͤusfreunde seine; Bibliother, wehhhe mehrere Zimmer aus⸗
üllte. „Hier firden sie das klaffis he Altecthum!“ rief der Gelehrte,
indem er eine andere Thür öffnete. Der Besucher trat näher, und
him entgegen kahn dievlerzigjährige unverheirathhete Tochter des
hausherrn.·
Zur die Redaction verantwortlich: F. XR. Deme 6. J

Theilungs⸗
Versteigerung.
Montag, den 4. Novemb.

aãchsthin, Nachmittags 83 Uhr in
der Wirthschaft von Kaspar
Shwarz zu St. Ingvert,
witd vor dem unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten kgl.
Notar, die nachstehend beschr'e⸗
bene, zur Bütergemeinschaft der
in Si. Ingbert verstorbenen
Fdeleute Theodor Ehrhardt
veiland Bergmann und Marie
Zintel gehsrige Liegenschaft,
Zer Abtheilung wegen, öffentlich
u Eigenthum versteigert:
Pl. Nr. 3648, 68 qm Flaͤche,
worauf ein Wohnhaus mit
Hof, Garten und Acker an
der Blieskafteler Straße zu
St. Ingbert neben Kaspar
Schwarz und Joh. Schall⸗
damme.

Eigenthümer ist Jakok Ehr⸗
jardi, minderjaͤhriger Sohn der
zenannten Eheleute Ehrhardt,
der den Nikolaus Hager, Schmelz;
arbeiler in St. Ingbert zum
Bormunde vnd den Adolph
khrhardt, Bäcer und Wirth all⸗
»a zum Nebenvormund hot.

Si. Ingbert, 14. Okt. 1878.

Sauer, k. Notar.

Todes⸗Anzeige.
Allen Freunden und Bekannlen die' schmerzliche Mit⸗
theilung, daß unsere inniast geliebse, treue und gute Gat⸗
tin, Mut'er, Tochter, Schwester, Schwiertrtochter und
Schwägerin
Margaretha Oberhauser
geb. Gundelwein
nachh läugerem schwerem Leiden am 14. d8. Mis., Abends
halb 11 Uhr ruhig und sanft verschieden ist.
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 3
Uhr statt.
St. Ingbert, Pirmasens und Saargemünd am 15.
Ottober 1878.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

AMiuüũnchenmner
Pràmienlotterie.
2000 Geldgevwinne.

EMAUPttre Ier

40, OOO MATIL

DAMI.
zZiehung am 5. Uor. 1878.
Prois deos Looses 1 Mark.
Auf 10 Loose 1 Preiloos.
Zu beziehen durch die
General·Agentur
— — —
Bankgeschàft, Mũnchen,
oder
FHerrn FrAune WVGII
in 8t. Ingbert.

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eine Annonce dom 3. und 5. ds. Mug. derichtige

w ich dabin. deß ich ein förmliches

J Geschäfts- u. Consultations⸗

bureau 26

n ischt errichtet habe, sondern neben meiner jezigen Stellung

Zeriretungen vor dem hiesigen kgl. Land⸗ und
Polizeigericht ubernehme.

Fur Vertretung hien . 9.re. . ich nicht wie üblich

M. 2.30 sondern

Lampen,
ampenglä⸗
rver und alle

Blaswaaren dverlaufe von
heule an zu herabgesetzten Preisen.
Bleichzeitig empfehle mich in
allen in mein Geschäft einschla⸗
genden Arbeiten und mein wohl⸗
assortirtes Lager von Blech⸗
waaren zu billigen Preifen.
Nie. Stief, Blechschmied.

⏑—1 Slationdbeklehrertel
Gehilfe bei Hrn. Gerichtsvollzieher Faßbender. bvbilligst bei F. XÆ. Demets.
„ruck und Verlag von ig. x. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="585" />
        228* W24
z235 28222 2* —
* 5 77 222 832 328
* . *75 83
535 233558327283 23523538
2333323 558
A— 5* —F—— 258 58 J 32 4
3*53 22 2 — 2222 5223 835 82 888
—A —S 283 85 223 *828 3 3.8
— — 33* —332338* 834 s3533 — 55 8537 5338
— 8* 5 — *3 — 2 22 4 3603623* 3* —
555 238 532888 533 —— 3353 3235 V 55 287 23
537 — 33322 J* 2255 325 8588 8
Ü2z2825 53. 5375 E82 kIS 352 2 5332 5 3 23* —58
— —532 3255256 — 2 258 Ee 3255 55353 *825 * — 8
55 5532236 A—— 2285 532—8 3 530* —&amp;—
57 ——— — —8233 53 75 8358 ———S 38 — — 2
52455353 282 —— S5— 58543852 * 29 5 — *5 —72
8 4 — — —S87— 35353333* A 26 538 . 535 320 38268
— * 55560 27* 38222 — * 25 325 3223 2 5 2
* —2 p —A 24 —XX6 —1 —A— 8 —— 5 ß X ——
ZVOS z222385* * J 2 2323 — 8313 ——— 2 —2 252
—BA 83333 282335823 533553 558 32228
*8353538* 22538 3 3343377333358 — —3 28 22853
— 73 53534 35733235875 — — 5535 555555 2*
—827 —A—— —ẽ 2 *2 z822 3325 5. 33535553
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22 3 535 533 A — —— 532553 23

823 —* 5328 2323 — 5 22385353 2
355334533 * —— 1232 55533 2
2355 2 — —c — 233525 2 5228 5
OSe n m238 2 A—— 35* 557 *838
—4 28 —A 3 553 3375 2
* 2 3238 2** 53283 8 32* *
s 333 5538 33 2388
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        Slt. Ingber ler Anzeiger.
Der St. Ingberter Autzeiger und das (2 mal wo gentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illusteirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Sametag und Sonntag. Der Abonnementépreiß betragt vierteljahrlich

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mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 168. * Dienstag den 18. Ok tober 1878.

———
Deutsches Reich.

Berlin, 11. Oti. Neueren Bestimmungen zufolge würde
der Kaiser bis gegen Eude des Monais in Baden⸗Vaden bleiben
und dann direlt zurückkehren.

Das Sozialistengesetz beschäfligt in hohem Maße die Aufmeik⸗
samkeit des Auslandes. Nach Paris und London übermitteit der
Telegraph allabendlich ausführliche Referate übet die Debatten im
RNeichstage. Wir sind heute schon in der Lage, emige auf die
Vorlage bezügliche Aeußerungen der ausländischen Preffe anzuführen.
Das Journal des Debats sagt:

.Das Gesetz ist ein drakonisches, aber zur Rechtfertigung der
Gesetzgeber muß gesagt werden, daß die ungeheure Mehrheit des
Landes Ausnahmemaßregeln gegen eine Partei verlangt, die fich
außerhalb des Gefeges gestellt hat, indem sie den Klassenkrieg erklärt
und verkündet, daß sie vor keinem Mittel zurüchschrecke, um die de⸗
dehende Sozialordnung umzustürzen.“

Und die „Londoner Times“ saßt ihr Urtheil in einem Leitariikel
in die Worte zusammen:

„Die große Mehrheit des deuischen Bolkes hält ganz unzweifel⸗
daft die Sozialdemokratie für eine schwere Gefahr für die friedliche
Entwickelung der Nation und es muß der Regierung die Möglichkeit
Jegeben werden, gegen diesen Auswuchs einzuschraten, felbst auf
die Gefahr hin, der allgemeinen Freiheit dadurch zu nahe zu
reten.“

So das Urtheil der beiden großen franzdssischen und englischen
Blätter, welches auf den ersten Blick überaus befremdend wirkben
muß. In der Voraussetzung dis ersten Satzes haben sie allerdings
Recht. Die ungeheure Mehrheit des Volkes erblicht in dem Anwachfen
der Sozialdemokratie eine schwere Gefahr für den Staat. Wenn
aber sodann die Annahme von Aus ahmegesetzen gutgeheißen wird,
jo geschieht es in der weiteren Voraussetzung, daß in Deutschland
ꝛbenso wie in Frankreich und England die Regierung eben nur in
so weit diese Gesetze anwenden bönne, als die Vollsbertretuag sie
angewendet wissen will. Die französische Regierung des 16. Mai
hat nach sehr kurzem Vesinnen es vorgezogen, sich wieder in Raßport
mit der Mojorität des Volkes zu seßen und daß die englische
Regierung auch nicht um eines Fingers Breite von sirikt parlamen⸗
zatischer Regierung abweichen würde, bedarf nicht erst der Erwähnung.
Wenn die englische Regierung bei der Vorlage eines solchen Aus⸗
nahmegesetzes, wie es bei uns geschehen ist, dem Parlamente ganz
unverblümt zu verstehen geben würde, daß damit eigentlich nur der
Anfang gemacht werden solle für weitere Beschränkuugen der Preß

ireiheit, der Freizügigkeit u. s. w., so würde das Cim-Blatt nicht
einen Augenblick anstehen, entschiedenen Widerspruch dagegen zu
erheben. Und wir sind überzeuct, daß der Widerstand gegen das
Ausnahmegesetz dei der großen Masse des Volkes weit weniger aus⸗
geprägt sein würde, wenn man sich auch bei uns der festen Ueber⸗
eugung hingeben lönnte, daß es nur zu dem bdewilligten Zwecke
mgewendet werden würde.

Berlin. 12. Ott. Reichslag. Die zweite Berathung des
Sozialistengesetzes wird fortgesetzt. Being 5 fpricht v. Stauffen⸗
jerg gegen das Amendement Vrüel (Schut der Wahlvbersammlungen),
welde übrigens den Zwed verfehlen würde, und für den Kom—
missionzbeschluß, da Wablversammlungen nach den bestehenden
Landeswahlgesetzen und den Reichstagswohlgesetzen ohnehin gefchühl
eien. Reinders (Soz.) ist gegen den Paragraphen und äußett
m Verlause seiner Aussührungen, daß er (egenöber der Behaup⸗
ung v. Kleist Rezow's, die Sozialdemokraten bereiten in den Ver⸗
ammlungen Hochverrath vor, seinerseits alle die, welche für das
wotliegende Geseß stimmen, als Landesverräther dezeichnen müsse.
Großer Larm. Rufe: zur Ordvung!) Der Präsidem eriheilt
en Oidnungsruf. Der Redner ersucht evenzuell um die Aunahme
)es Amendements Brüel. Biüel triit für sein Amendement lin.
Der Minister Culenburg erllärt dasselbe für unannehmbar. Die
detheiligung an den politischen Wahlen fei den So, ialdemokralen
nicht Selbstzwick, sondern nur Mittel zum Zweck behuss Verfol⸗
zang ihrer bdesondeten Theorleen und Tendenzen. Hieran müßten
e überall und unter allen Umsländen verhindert werden. Die Be—

2
schraͤnkung der Wahlversammlungen solle übrigens nur unter den
in 8 5 bezeichneten Bedinguugen erfolgen. Hanel beantragt ein
Inter · Umendement, wonach das Brüel'sche Amendement ĩautecn
vurde: „Auf Versammlungen zum Betriebe von den Reichstag
»der die Landesvertretung belreffenden Wahlangelegenheiten nach
ausgeschriebener Wahl finden die bisherigen reichs und landesgesetz⸗
ichen Bestimmungen unverändert Anwendung.“ Der Hanel'sche
Anterantrag wird in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 167
Stimmen und das Amendement Brüel gleichfalls abgelehnt. Der
35 wird nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen, ebenso der
3 5da. — 8 6 Werbot von Druchschriften) wird von Hertling be⸗
ampft. Derfolbe verbreitet sich über die verderblichen Wirkungen
des atheistisch revolutionär⸗sleptischen Geistes, der nicht nur in der
ozialdemotratischen, sondern auch in der liberalen Presse hervor⸗
rete, will aber den Verwaltungsbehörden nicht noch weitere Re—⸗
zressipbefugnisse einräumen. Bamberger wendet sich gegen die
Haltung des Zentrums dem Gesetz gegenüder und verweißt auf die
Wahlbündnisse desselben mit den Sozialdemokraten. Eine zeitweise
tinschräntung der Preßfreiheit halte auch er für bedauerlich, aber
othwendig. — Um 4 Uhr vertagt sich das Haus auf Montag
10 Uhr. — Für den Antrag Hänel zu F8 des Sozialistenge⸗
etzes stimmten das Zentrum, der Forischrin, die Elsaßer (mit Aus⸗
iahme von North und Rach, 14 Rationalliberale. darunter Braun,
Bamherger, Lasler und v. Stauffenberg, ferner Berger Gruppe
köwe) und Bühler (Reichsparteiß
Das Berliner Tageblati hört, daß in Folge des Schreibens
»es Papstes Les XIII. an den Kardinal⸗Staatssekretär Nina d
Reichskanzler Fürst Bismarck in den letzten Tagen an Letzteren *
Schreiben gerichtet habe. In demselben bitle er Ramens des
da sers den Staatsselretär, dem Pahpste für die verbündlichen und
vohlwollenden Worte zu danken, welcher derselbe an den Kaiser und
die deutsche Nation gerichtet habe. Fürst Biswmark soll in dem
Schreiben seiner festen Ueberzeugung Ausdruck gegeben haben, daß
ie Verhandlungen zwischen dem Papste und der preußischen Regierung
n lurzer Zeit von dem glücklichsten und dauerhaftesten Erfolge ge⸗
rünt sein würden.
Ausland.
Wien. Die Minister Andrassy, Tisza und Wenkheim wur—
den am 11. ds. vom Kaiser in einer drei Stunden dauernden
Audienz empfangen. Am Moniag dürfte Tisza provisorisch das
zinanzministerium und Wenlheim daß deß Innern übernehmen.

Wien, 12. Ott. (Offiiell) General Reinländer besetzte
im 10. d. M., ohne Widersiand ju sinden, Vernograc und beab⸗
ichtigte, am 11. d. gegen Buzin zu tüden, dessen Unterwerfung
von einer Deputation bereits ausgesprochen wurde. Zahlreiche dver⸗
vundete Insurgenten aus dem Gefechte vom 6. d, sind zwischen
Peci und Vernograc aufgesunden worden. Die Feste stladus ist
noch von Insurgenden desetzt und wird durch das erste Jägerba⸗
aillon zernirt.
Loudon, 11. Ott. Reuters Bureau“ meldet: Bombay
10. Ott. Es verlautet, Genetal Haines werde den Oberdefehl
iber 35,000 Mann in Peschawer übernehmen. Der Ausbruch
er Feindseligleiten wird fur unvermeidlich gehalten. Alimusdsehid
oll mit schwereren Geschützen befestigt sein, als man geglaubt.
vrhebliche Verstaͤrkungen werden nach Peschatder geschickt. — Der
„Standard“ meldet aus Kallutta: Die Peschawer abtheilung hat
)em Vernehmen nach Ordre erhalten, Mimusdschid underzüglich
inzugreifen. Eine Abtheilung Infanterie und eine Gebirgsbatterie
ind in den Paß eingerüdi.

London, 13. Ott. Der zweite anti⸗socialistische Arbeiter⸗
ongreß wurde heute hier erüffnet; er ist zahlreich besucht und
vählte den Dr. Max Hirsch (Berlin) zum Prafidenten. In der
jeutigen ersten Haupwersammlung versuchten Sozialdemokraten, die
Berhandlungen durch Lärmen und Zischen zu stören, wurden aber
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        Vermischtes.

pKatsfertlaufern. Gegen den Redakleur und den
Berleger der Pfälzischen Voltszeitung“ haben der“k. Rektor Red⸗
nagel sowle Redalteur und Verleger der „Kaiserslauiterer Zeitung“
Nlage rhoben wegen der Aufnahme von Inferaten eines W. Müller
worin der Konsumverein von Kaiserslautern verdächtigt und ange⸗
griffen und die Abonnenenten der Kaiserlauterer Zeitung zur Auf⸗
gabe des Abonnements zu überreden versucht wurden, weil jenes
Zlatt die Interessen des Konsumvereins bertrete. Die Klage lautel
auf Schädigung der Ehre und des Geschäftes. Etwaige peluniäre
Entschädigungs⸗Ansprüche sind ausdrücklich vorbehalten. Gegen den
Kaufmann Müller ist gleichfalls Klaze erhoben. Derselbe hatte
fast täglich Annoncen gezen den Konsumverein in der „Pi. V.“
beroͤffentlicht.

pAusel, 11. Ott. In der Patersbacher Mühle wollte
gestern der Sohn des Besitzers Georg Klink am Da che einige schad⸗
dafle Ziegeln erfetzen; bei dieser Arbeit brach eine Katte, welche als
Siützpuntt dienen soilte; der junge Mann stürzte herab und erlitt
so saͤwere Verletzungen, daß sein Tod einige Stunden sputer er⸗
folgie. Dem Verunglücten wird von allen seinen Bekannten das
Zeugniß eines braven jungen Mannes ausgestillt. (Kus. Ztig.)

Am 6. Okt. hat der in Pforzheim eischeinende sozial—
demokrat sche „Genossenschafter“ sein Erscheinen eingestellt, indem er
angibt, daß „es ihm im einigen, starken Deutschland nicht mehr
gefalle und er es vorziehe, das Bundel zu schnüren und seine schnöde
Heimaih zu verlassen; doch werde er aus der Ferne seine Richtung
Inem andern Biatte anvertrauen, das die Leser geistig mit ihm
verknüpfen solle.“

Wuͤrzburg, 11. Okt. Heute standen die Beleidigungs—
tlagen Seitens des kgl. Bezirksgerichtsarztes Dr. Reippoldt und
des tgl. Rechtsanwalts Dr. Steidie gegen Stephan Gütschenderger,
Herausgeber der „Gloͤdli“ vorm Schwurgericht zur Verhandlung.
Die „Glddli“ wurden im Laufe der Verhandlung als ein trauriges
Skandalblait charaktersirt. Die Geschworenen bejahten die Schuld⸗
fragen nach langer Berathung. Um 108 Uhr Abends wurde das
auf 6 Monate Gefaängniß lautende Urtheil verlündt.

In Geisenfeld GObs.) ist bei einem am 7. Oktober
Nachts ausgebrochenen Feuer ein Üdjahriger Knabe, der in eincx
Naumer schlief, mitverbrannt.

F Eine wunderliche Geschichte weiß das .Düssel. Vbl.“ aus
—AV Zeit saßen in einem hiesigen
Hhotel mehrere dem Kaufmannsstande angehörige Herren bei einer
Nasche Wein. In diesem Kreise wurde u. A. die Frage aufge⸗
vorfen, ob ein Wechsel nur auf einem Blalt Papier oder Perganent,
oder auch auf Holz, Blech, Eisen ꝛc. ausgestellt werden lönne refp.
eingelöst werden müsse. Da die Ansichten hierüber verschieden
Paden, so wurde eine kleine Weite eingegangen und beschloß man,

einmal den de zu machen. Es wurde also auf einem Veger
einetr Cigartenbste ein Wechlel im Betrage von 13 Mk. ausgestelli
und' von einem der? unwesenden Hecren acceptirt. ·Dieser Tage
wurde dem Acceptanten der betreffende Wechsel zur Einldsung vor⸗
Jezeigt, desfen Annahme fedoch berweigert, weil Acceptant der Ansicht
sen, ein Dokument, und ein solches sei ein Wechsel, müsse aͤuf
Papier oder Pergament ausgestellt sein. Der Wechsel wurde pro⸗
estirt Und baid nachher erschien ein Rechtsanwalt und handigte
dem Atceptanten des auf eiaem Cigarrenkistchen ausgestellten Wechsels
die Protesturkunde aus. Acceptant wird die Sache nun weiter
treiben man ist daher allgemein auf das Urtheil des Handelsge⸗
richts gespannt. ——

PPparus, 12. Okt. Der Bischof von Orleans, Dupanloup,
Mitalied des Senats, ist gestern Abend plötzlich gestorben.
Gornehme Gauner in New-Mort) Die neueste ameri⸗
janische Post“ erzählt: In dem fashionadlen obern Theil der Stadi
vesteht ein deutscher Klub, zu dem die reichsten jungen Leute der
Heutschen Kolonie gehören. Das Linschreibegeld beträgt 500 Dollars,
er Veitrag beziffert sich auf 250 Dollars per Jahr. In diesen
dlub wurden nun käürzlich zwei eben erst aus Deutschland einge⸗
roffene Kavaliere eingefuͤhrt, ein Graf von Wartenslebens, der ein
cntel⸗ des berühmten Grafen Yort zu sein behauptete, und der
udere ein Baron Rhedern. Die beiden Herren brachten beträchtliche
Mittet mit sich. Man sprach davon, daß sie bei Newyorler Bankier
is in Höhe von 300,000 Dollars alkredirt waren. Im Klub
pielten fie mit Gluͤck und Geschic. Es stellte sich heraus, daß sie
ehr gewandte Falschspieler waren. Unter solchen Umständen bleibi
aut die Annahme übrig, daß sie nicht die sind, für welche sie sich
rutgeben, sondern daß sie die volltönenden Namen alter Familien nur
nißbrauchten, um sich leichter Eingang in die von ihnen gesuchten
Zreise zu vetschaffen.“

7 LGerbotener Weg.) Ein amerilanisches Blatt theilt folgende
Warnung mit, die der Mayor einer kleinen laliforniichen Stadt auf
——— ohne Begleitung
»arfen nicht die Anlagen beschreiten.“ — Wenn eine Kuh dieĩe
gekanntmachung liest, muß sie nicht denken, daß ein Ochse es ge⸗
cheiehen hat?

FCiuch eine Antiquität.) Ein aller Stubengelehrter zeigte
einem Haus freunde seine Bibliothek, welhe mehrere Zimmer aus⸗
iüllte. „Hier finden sie das klafsij he Alterlhum!“ rief der Gelehrte,
indem er eine andere Thür öffnete. Der Besucher trat näher, und
hin entgegen tam die vierzigiahrige unverheirathete. Tochter des
Hausherrn. Aan- a
Zaur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme sz.

— —— —

Theilungs⸗
Versteigerung.
Montag, den 4. Novemb.

aächsthin, Nachmittags 3 Uhr in
der Wirihschaft von Kaspar
Schwarz zu St. Ingvert,
wird vor dem unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten tgl.
Notar, die nachstehend beschr'e⸗
bene, zur Bütergemeinschaft der
in Si. Ingbert verstorbenen
Edeleute Theodor Ehrhardt
weiland Bergmann und Marie
Zintel gehorige Liegenschaft,
der Abtheiiumg wegen, öffentlich
zu Eigenthum versteigert:

Pl. Nr. 3648, 68 qm Flàuche.

worauf ein Wohnhaus mit
Hoj, Gatten und Acket an
der Blieskafteler Straße zu
St. Ingbert neben Kaspar
Schwarz und Joh. Schall⸗
hamme.

Eigenthümer ist Jalot Ehr⸗
zardt, minderjähriger Sohn der
denannten Eheleute Ehrhardt,
der den Nilolaus Hager, Schmelz
arbeiter in St. Ingbert zum
Votmunde und den Adolph
Ehrhardt, Bäcker und Wirth all
da zum Nebenvormund hoat.

Si Ingbert, 14. Olt. 1878.
Sauer, k. Notat.

Todes⸗Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit⸗
lheilung, daß unsere inniast geliebte, treue und gute Gat⸗
nin , Mut er, Tochter, Schwester, Schwiegtrtochter und
Schwagerin
Margaretha Oborhauser
geb. Gundelwein
nach längerem schwerem Leiden am 14. ds. Mis., Abends
halb 11 Uhr ruhig und janft verschieden ist.
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 3
Uhr statt.
SGSi. Ingbert, Pirmasens und Saargemünd am 15.
Oktobet 1878.
Die tieftranernd Hinterbliebenen.

Miünuchener
Pràmienlotterie
000 Geldgewinne

EHaupttresser

A40, OOO MarL

. DABMV.
Ziehung am 5. Uor. 1878
preis dos Looses 1 Mark
Auf 10 Loose 1 Preiloos.

Zu · beziehen dureh die

General-⸗Agentur

DTVI.

* 49 ———

———

Bankgeschäft, München,
ode;*
Herrn Frane WoII
in 8t. Ingboert.

—— eine Annonce vom 3. und 58. do. Mis. derichtige

Vyg ich dahin, daß ich ein förmliches J

7 Geschäfts- u. Consultations⸗
bureauu

mischt errichtet habe, sondern neben meiner jeßigen Sitellung

Vertretungen vor dem hiefigen kgl. Land⸗ und

Polizeigericht uberr⸗bme.

Für Vertreiung
M. 2. 50 fondern

Lampen,

IAmpengla

ser und alle
Glaswaaren verlaufe von
heute an zu herabgesegten Preisen.
Gleichzeinge empfehle mich in
alben in mein Geschäft einschla⸗
genden Arbeiten und mein wohl⸗
affottictes Lager von Blech⸗
waaren zu billigen Preisen.
MNie. Stief, Blechschmied.
—er.. Sv” dtionsbeklehzettel
Gehilfe bei Vrn. Gerichtsvollzieber Faßbender. bimgn der F. X. Bemen
Druc und Lerlag von g. xX. DZemetz in St. Ingbert.
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        28
* 27 2222 2383
—136 53 23375 22355 2553 5338
53 225 —7883288 2 *88 78 sz*88 28 —72 22
— 33382 352 2838 33373*8533 * —228553—723 5 32*228* 2Ex
538 58 33
—— S 28 —3 »—383* 2 5* * 22 22 * —B— —
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235 8 —— — „2 3*5 * 23 —— — — 22 * 2
* — — — * —8* DZ 2 22c8 F —8 3 2*
3— 3— 224 * *58 8 5323 78 8 22* 3 52 —— MO i⸗ 20
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s ẽ g 33* — B——— 25,223
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25355372 — 538533355 533857535667 253 3 253 53325
53 —25 3833 523 3555553535 —— —— 33225 5 355353373
—— — — — 255 s5322325 585 2526042
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5 38858633833388 F 23 3 238838535 53825
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z83773368 338 333838533 3833 5533233 323323373
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5835337 55 3578 338—3353 538 288528
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—A 2EI *8 238 —F 2233558238 * —— 8 3
3288 3357*757—33823 — —— 5z3353 855
— — 2 — —— 2 S —X — 2 O * — — 23
52* 2 —2 328375 * 2 58 2238
25 259235 52 — 338 223338 * 2 t2
52 c7x— 2*832 2 7 ———
— — 8 —2 * 522 —3
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728 5362
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23822835
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36 * 53 *8 — 538
33883535335 533535322 z383 58331637
2 ———— — —— 22 28 513* 525 8
33353 3 7* S⸗·
2 R —S — *
25723535 — 83323335 — — 35
222 * —— 5 532 .583 * — 5
527—— 8 55223 S2 557 55 5332
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—4 * 5357 2z35225 7 ——
A 23385332538 — 253233 2* 3 75
2283332 —— sz3333358828 — —8 *
2 * 53853533232 3*23833 8 * 288 —A
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2 22—857 — 58 3 —— J 92
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158
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        St. Ingberler Anzeiger.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Olt Die Sodsialdemokratie hat in ihrem

Programm den Satz: „Erklärung der Religion ale Privatsache.“
Man kbnnte darin eine Anerkennung der Gewissens⸗ und Culius⸗
jreiheit, einen Ausdruck der weitgehensen —X
scharf genug tritt der Gegensaß in der Aeußerung derbor, die der
Agitator Dreesbach in einer Versammlung thal. „Das Christenthum
lehrt: So dir Jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Bacen,
dem biete den andern auch dar. Wir aber sagen: Wenn dir
Jemand auf den rechten Backen schlägt, so haue idm zwei auf den
iinlen.“ Ein anderer Agitator erklärte: Wir halten Gott für
ein Asyl der Dummheit, wir betrachten Goll als das groͤßte Uebel
in der Welt, und darum erkläten wir Gott den Krieg.“ Das
Parteiblatt, der „Volksstaat“, erkennt in der Religion „das haupt⸗
ochlichste Nasführungs⸗ und Ausbeutungsmittei es ertklärt:
„Niemand anders ist des Namens eines Sozialisten würdig, als
wer, selbst Atheist, der Ausbreitung des Atheismus mit allem Eifer
jeine Castrengung widmet“, es ruft aus: „Mit dem letzien Christen
wird auch der letzle Sklave frei werden. Die Zukunst muß ven
Atheismus gehören.“ Und Bebel verkünden: „Die Religion ist
unmer fortschritisfeindlich, das ist ihr Lebensprincip. — Nach
meinem Dafürhalten kann der Sozialismus ohne den Atheis mus
nicht bestehen. Alle diese Aeußerungen mögen zeigen, was es sozial⸗
demokratisch heißt: „Die Religion wird als Privatsache angesehen“.
Wer die Brandreden gehört oder gelesen hat, mil welchen der be⸗
kannte sozialdemokratische Agilator Most unter dem rauschenden Bei⸗
jall seiner Parte genossen in Berlin zum Austritt aus der X
dirche aufforderte, der muß gestehen, daß die Programmworte der
Sozialdemolraten in Bezug auf die Religion pure Heuchelei sind.

Berlin, 15. Oct. Die 88 16 2 und 166 sowie 18
des Social stengesetze ß werden nah unerheblichen Debatten in der
Fassung der Commission angenomnien. 8 17 fällt nach den An⸗
rägen der Commission aus.

Ber hinn. Auch aus Rom wird offied; gemeldel, es sei nicht
vahr, daß Fürst Bismarck neuerlich ein Schteiben an den Cardinal⸗
Staatsseccetär Nina gerichtet habe.

Aussand.

Wien, 15. Ott. Die Blätter melden: Der bisherige
Botjchafter in Berlin, Graf Karolhi, ist zum Botschafter in London
und Giaf Beust zum Boischafter in Paris ernann. (Beust in
Paris — da heißt es sür —A auf der Hut sein.)

Die Annexion von Bessarabien durch die Russen ist nunmeht
iaut Artikel 45 des Berliner Vertrages thatfächlich vollzogen. Der
cussische Reichsanzeiger veröffentlicht das darauf bezugliche Telegramm,
welches der russische Konsul in Ismail unterm id, . an den
Minister des Aeußeren nach Petersburg gerichtet hat.

Der russische Finanzminister, Generagladjutant Greigh, empfing
gestern während der Durchreise durch Berlin die Herren Bleich-
dder, Mendelssohn und Warschauer. Die Konversat on drehte fich
im die Modalitäten einer neuen russischen MetallAnle he, blieben
aber vorläufiz ohne jegliches praliisches Ergebniß. Herr Greigh
nachte darauf dem Reichskanzler einen Besuch, der nahezu zwei
Stunden dauerte. Abends setzte der Finanzmiuister seine Dienst⸗
reise nach Paris fort.

Rom, 14. Oct. Der Erzbischof von Bamberg besuchte heute
Notgen den Kardinal Rina und sollte Abend von dem Paypste
mofangen werden.

Der Konstantinopeler Cortes pondent der „Daily-
Pews“ derichtet unterm 4. do., daß innerhalb kurzer Zeit dreißig
Mordthaten fast vor den Thoren der Haupistadt verübt wurden,
außer einigen in den Bo⸗porus⸗Doͤrfern und am asiatischen Gestade.
Die Opfer seien stets Christen gewesen. Er fügt hinzu: Die
Turken geben dor daß d Schaldigen entweder Deserteure don
der Armee oder als Soldaten berlicidete Räͤuber seien, die eben
diefe Veilleidung gewählt hätten, um den Verdacht auf die Soldaten
u wälzen und die Polizei auf die unrichtige Faͤhrte zu führen.
Nut wenige Leute halten dies fur richtig, besonders, da in jedem
jalle Chriften die Odfer waren. E ist Niemand arretirt. viel

Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunzsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei—
lage) erlcheint wochentlich viermal: Dienstag, Donunerstag, Bamstag nud Sonutag. Ser Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
Wark 40 R.Pfs. Anzeigen werden mit 10 Pfg., ven Auzwaärts mit 13 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 164. Donnerstag, den 17. Oktober
Iusis
weniger bestraft worden — ein Umstand, der nicht besonders zu
Bunsten der türkischen, Reformen“ spricht.

Vermtschtes.

Si. Inaberi, 17. Okiober. Unserer heutigen Nummer
liegt ein Prospeet bei, betreffend Gichtkenen mu Flußableilung
bon E. Winter, Berlin, Bernburgerstraße 20, worauf wir hiermit
besonders aufmerksam machen.

Bei der diesjährigen Anstellungsprüfung der pfaͤlzischen
Schuldienstexspeltanten wurden von den 36 bestandenen Prüflingen
12 mit der D. und 24 mit der III. Note qualificirt. Die Note
lwurde demnach keinem ertheilt.

.Die pfalz. Bahnen vrreinnahmiten in den bis jetzt verflof⸗
jenen 9 Monaten von 1878 8,529,263 M. 21 Pf; es ist Das
Jegen die Einnahme des gleichen Zeiiraums von 1877' ein Weniger
bon 684,817 M. 58 pf.

.Aus Kirchhheimbolanden 12. Det., meldet man
der „Pf. Volkszig.“: In hiesiger Stadt geht man den Bierbrauern,
die das Bier zu 13 Pfg. verzapfen, fest zu Leibe. Bereits haben
ich Clubs gebildet, die nur Wirthschaften, in denen das Bier zu
12 Pfg. abgegeben wird, besuchen. Auch der hiesige Turverein hat
jat sein seuheriges Local verlassen und kneipt nun in einer anderen
Wirthschaft. Viele Local täten, die seither stark frequentirt waren,
tehen meistenthais leer; denn für das 18 Pf. Bier finden sich
eine Consumten. Wie wir nim dören, wollen Einige wieder
ibschlagen. — Am 10. dss. Abends zwischen 6 und 7 Utzr wurde
»er ledige Aderer Adam Stord von Ram s.en durch sein eigenes
Fuhrwerk überfahren und getödtet. Der Verunglüdte war mit
Steinsahren beschäftigt, als die vor den Wagen gespannten Ochsen
ʒlötzlich scheu wurden und durchgingen. Stord wurde ein Stud
Wegs nachgelchleift und gerieth dann mit dem Kopfe unter die
sder des schwerbeladenen Fuhrwerles. — AusBurrweiler,
4. October, wird der „Pfälz Ztg.“ geschrieben: Hier wurde die

dogel (40 Liter) Most zu 10 bis Moack 10,50 und 30 Liter ju
Ve. 12 verlauft. Bei der ger ngen Nachfrage sind letztere schon
nuf M. 10 heruntergegangen. Das Fuder (1000 Liter) gekelierter
Wost wurde zu 340 330 M. verkauit. Das Erträgniß dürfte
200 Fuder machen. Das Gewicht jchwankte zwischen 75 bis 836
nach Oechsssle. Zu Gleisweiler wutde das Logel (50 Liter Tokayer
302 83 Grad wiegend) zu 12 Me. und 1000 Liter gewöhnlicher
Most zu 300 M. derkaufi. Die Nachfrage ebenfalls gering.

In Gonnheim beginnt die Traubenlese am 16., in
Bobenheim sa. fg. am 17. b. Vi. In Meckenheim am
21. Ociober.

rMuünqen, 14. Okt. Wie von militärischer Seite mit⸗
jetheilt wird, hat die Geschützgießerei zu Augsburg den Auftrag er⸗
jallen, mit der Fabrilation kiner gewissen Anzahl von Gußstahl⸗
Bronze Geschlitzen zu beginnen; es witd diese Gatitung von Geschützen
aus demselben Malerial hergeftellt, aus welchem die österreichljche
LIchatius⸗ Kanone besteht. Od die Einführung solcher Geschüutze in
der bayerischen Artillere beabfichtigt ist oder nut einige Probe⸗
kxemplare deschafft werden sollen, weiß man nicht mit Beßimmtheit.

fReutlingen (Württemberg), 11. Olt Der Zug der
Muswanderung, der seit mehreten Jahren sehr unbedeulend war,
st in neuester Zeit wieder angeregt worden. Rechtsonwalt Hahn,
velcher im Laufe dieses Sommers eine Reise auf Veranlassung bet
Regierung in Canada (brinsch Rortamerila) machte, hat durch seine
Bortäge, die er hielt, die Lust zur Auswanderung nach Canada
rwect. Vorgestern ging der erste Zug, bestehend aus gegen 20
PBersonen im tkraͤftigsen Alter, dorthin ab. Es sollen demselben
pald weitere Züge folgen. Die dortige Regierung soll Untersilitzung
and Grundstücke, Urwald, den Auswaänderera zugesagt haben.

München, 12. Ott. (Pf. K.) Die oberbaherische Han⸗
»els⸗ und Gewerbekamnmer hat, in der Ueberzeugung, daß?ber der
dandhabung des (staatlichen Sub missionsverfehren⸗ mannichfache
lebelftaände bestehen, au⸗ ihrer Mitte eine Kommission gebildel zu
em Zwedce, Vorschläge zur Abh'lfe der deßfalls bestehenden Be⸗
bwerden zu machen und der lal. Staateregierung zu unterbreum
        <pb n="592" />
        p Leipzug, II. Ott. In Marienbad, wo er Heilung don
einem Leiden suchte, statrb vorgestern der Prof. der Medicin an der
Fiesigen Universitͤt Dr. med. H. Friedrich Germann. Der Ver—⸗
Jorbene gehörte zu den entschiedensten Gegnern des Impfzwanges
und war das Haupt der Agttation gegen denselben, für die ihm
lein Opfer an Zeit und Geld zu groß war. Frkf. Zig.

J'Aus Jena wird folgende komische Scene berichtet, die sich
dei der Rückehr des Jenenser Füsilirbataillons aus dem Mandver
zreignet haben soll? Als der das Bataillon nach Jena überführende
Zug hinter Schwabhausen wegen des enormen Gefaälles der Bahn
zon ben dazu befugten Schaffnern nach Kräften gebremst wurde,
so daß einzelne Räder fich nicht drehten, sondern auf den Schienen
entlang rutschten und in Folge ber starken Friktion rechts und
jnks die Funken davonsprühten, da glaubte der Feldwebel, der ganze
Waggon sei in Brand gerathen und für die Insassen hätte das
letzte Stündlein geschlagen. Es standen dem Kriegsmann keine
Signalmittel zu Gebote, mit denen er dem Lolomotivführer die Gefahr
häite mittheilen koͤnnen — er kommandirte Trommier und Pfeifer
zuf ihren Posten und ein Signal folate auf das andere, ohne daß
man von Seiten des Zugpersonals der gewohnten kriegerischen
Musik eine Beachtung schenkte. Dem Feldwebel schien die Gefahr
mmer drohender zu werden und — geladen — Feuer“ erscholl
das Kommando und ein wahres Peleloufeuer wurde aus dem Wagen
heraus in die stille Nact erbffnet. Jetzt übertrug sich die Angst
zuch auf einen, im Dienste noch jungen Bremset, der mit dem
Bahnwesen noch nicht genau veriraut war — auch er glaubte sich
dor' dem mörderischen Feuer nicht sicher auf seinem luftigen Sitz,

Sonntag, den 20. d. Mts. des
Nachmnags 2 Ühr wird im Gosthose „Zur
dost“ die
Jahresversammlung
des Feuerwehr-BezirksVe
bands Zweibrücken
slalfinden, welchet sich um 4 Uhr eine
Feuerwehrübung
anschließtl. Zum Schluß des Abends 8 Uhr uim Saale des
herrn Georg Jung ein
BaALIL,
wozu alle activen und passiven Mitglieder
ringelader sind.
Ddas Commando
der freiwilligen Feuerwehr.
Wirthschafts⸗Verlegung. V
Die Verlegung meiner Lirtbschaft aus dem Brück'schen
Hause nach dem Goldenen Lamm⸗ vis-a-vis dem früheren
dotal zeige hiermit ergebenst an.
St. Johann, den 16. Ottober 1878.
Achtungsdoll
——— rxis Jolas.
Danksagung. (‚„Danksagung
Fur die ehrende Theilnahme Fur die zadlreichen Beweise
dei der Beerdigung unserer innigst aufrichtiger Theilnahme bei der
Jeuiebten, treuen und guten Gar⸗ Veerdigung unserer geliebtesten
Multer, Tochter, Schwester, Mutter, Schwiegermutter, Groß⸗
Schwiegerlochter und Schwägerin nutter und Urgroßmutter
Rargareiha Oberhauser. Rarbara Zimmer
geb. Gundelwein, geb. Holzer
sprechen wir Verwandten, Fteun⸗ agen wir hiermit unsern innigsten
iin Uad Bekannten, besonders dank und bitten, der theuenn
ich dem hiesigen Mus lverein Verstorbenen ein frommes An⸗
ansern refgefühliesten Dank aus. denten bewahren zu wollen.
Ei Irert, Pirmasens und Im Namen der trauernden Hinter⸗
Sdatgemand 16. Ott. 1878. bliebenen:
Die nieftr. Hinterbliebenen. — PF . Culte ··
Lampen⸗Cylinder
St. 9' Pf., 5 Dtz. à 80 Pf
dei meht roch viel billiger.
L. V. Hussong
Blieskastel.
Die Posthaltestelle
ür St. Ingbert Ensheim besta⸗
ze sich jen im „Goldenen
Lamm Mainzerstraße.

npfieblt
M. Haas,
Obierstadi vis-à- vis der Apothele.

und da aus die Signalleint ihren Wienst verjagte, so ergriff er
die Flucht und mit affenartiger Beschwindigleit saß er — auf den
Puffern des Wagens, um so im unfreiwilligen Ritt- im Bahnhoej
Jena seinen Einzug zu halten.

Londeon, 15. Oltl. (Falliment.) J. D. Findlay &amp;
stomp. in Glasgow, Ostindienhändler, haben ihre Zahlungen ein—
gestellt; die Passiva betragen 200,000 Pf. St. In Manchester
herrscht große Beunruhigung in Folge von Gerüchten bdezüglich
weiterer Fallifsements.

—X

Kaiserslautern, 15. Okt. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 Me82 Pf., sorn 7 M. 97 Pf Spelzkern — M. — Pf. Spel
z. 80 Pf., Gerste 8 M. 64 Pf., Hafer 6 M. 48 Pf., Erbsen 7 M
20 Pff., Wicken 5 M. 34 Pf., Linsen 7M. 47 Pf., Kleesamen 88 M. 81
pf.. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Ps. 2. Qual. — Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 38 Pf., Bulter per Pfd. — M. 75 f. Eier 2 Siud 12 Pf. Kar⸗
toffeln per Ceniner 2 M. — Pf. Siroh — Mi. — Pf. Heu 1M. 30 Ppf.

Homburg, 16 Okt. Fruchtmittelpreis und Vienalienmarkt.) Weizen
10 Mbi Pf Korn 8M. 24 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M.
20 Pf., Gerste Lreihige — M. — Pfs., Gerste 4reihige — M. — Pf. Hafer
o hr ie Deischseucht 8W. 75 Pf. Erbsen — W. — Phi, Widen
. M. — Pf., Bohnen — M— Pf. Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
hrode6 Pfund 72 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 60 Pf., Kalbsieisch 60 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinesleijsch
z0 Pfr, Butter 1 Pfund — M. 809 Pf., Kartoffeln per Ctt. 2 M. 50 Pf.
Fur die Redaction verantiwortlich: F. X. —QA
—r — — — ——

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste mid alteste
Annoucen⸗Expedilion
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55 82 553 2—s238 357552888
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555 * e —E—— 2525 8 82 ——— 2*88 3 8528
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53 3,28 2885 2 55 — —S 52 2 S S
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2*538233 75 33883335 52325 235535
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5283288 58 873468 533253 8842
— s3 35 8338—33383
— z 39—3 21233 2
5153383 2753 2
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—— — — —
555 55. 3235335
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525 55 3385723833

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23 55 3338 2

*2 7* 22 23553 —R
222 78 5322558
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—3 2 —225 52557
58 548 3838283

— 2. 5 —23 m*22*

228 7285 352 5z2833233
235 52*25.3833 7*533357
B255 7262 — ——
3 s 3363 3 *353252
525 3 3— — 22
555 5* *8 * * 3
523 223 25— 52333556
532 28 — —
537 z8. 333322 53
8233728* 238353— 335287
235 23 558832
—A— 2 *57
—A 8 53
— 53 * — 5E22
———— —E

35 2— 5527 S*
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—— —— ——— 2220
s
—5*55 X232 5525 — 285

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2 — * —8
5585 85 332 758 258 388
2 —28* * — E *88
23 * —32—33—2 857
z25 23 8
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8252238 — 222 —
5* * —R— *77 A
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58c* 588—58* ————
205233 735323 252
332 —A — —— — —F —— —8 * —
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5358 5*23 * 8 —*D5 322*
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535— 38853532833,28 5323
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2* 60 — —— — — — —52 — 22 2 —5— 5232 2 * 2
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— * — — — —A ——A — —— ———— 28 5858 —

22 — 25c25 — — —A 23 3* 2* 2285 ——— — 22
25225 — — 3 3 3535
7 3 —8538 3333—3 —38
33233383335 7553325335535 375 5332 655—5

* * * — —2 7* 2 ——
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9 — 2 — — — 9* * — 2 — —— 8 * 5

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28323 55 ——222353 506 2 z282— 522 — 2* —
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3 * 2 2 2 2 m BEZXZRS 2
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5— 713535552233 — —
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383 — 7 52* — 9 *25 ——
35
— — :; 8B3B333 5527&amp;5272228 2268 S *
3687 F —3 585 —— 55 23 9
—— 258282353223535533—3 —22 2283 22 252
3 67
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52253 3 259 5 2 æi — —— — 775 5 325—5352 3
27 2 — 323228 — 5 * 8 — —8 * 22
2 72—— z25382 — —A —A— — 325883
53522 555I588355 58 — 238 —ã— —

27 25 ———22322 *32* 3 542 22—*—222 5 222
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3* 2* O 5 3 S5c6 2 s332 —5*387 2S828
2* 3.2 — 23* 2 221 —S52 Av 22 — 2 —8 2 3 —
2E. 522 5s25335325555 53 22328
— — 282 — —A— J—— — 5 —355 * 55535
s 5832385534 522 53zz3———333352* 53352 522323538
—335325333 8— *532 3382638538353
2 * 9 — — 2 * 327
—A 3552 38 3 —673
—————— 255 2 238 z355—53383382 —A

* B——2383T755B 233883353 55 2538—523875

224 — — 5B5339* 5 3 22 ——A *A.. — 2
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z. —— —333— 283583 —35856538 252825 »75 8352—53328
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22* 2 323 253333 358282—8 ** 8 22 23222

53553433 352 —xX 53858 8 25 5* 3
*8388 2—5z339822 — 382 — — 535
5555 27 23*5 55856 5* 5923 524 28
— ——— 2 —AA 3 * 379
—52B582 578 — 8 352 38 —A —
*253338323588* 833335553338533 3584 3838
5 3352 2223 515 D MO BSABZ —
S 414 —23522
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        * n 22 552622 2.2
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38 58 233 3
52. —22322. * — — — 2 8* 2 53
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2 3* — — * * 2682 837 2.2 * 53 5533833
—— — I 255 75383 5*328 —55 2 33 8 272
33255 5 4 3 53 2 8 2 224525327
3* 3333253833338
52275* — 523 2 23337 8* 2 S 78 5 3
5 — — 2 2 3 2522 25 — —
3 5—3883
8 —2 8. —— 2 522823338 — 52, 7* 537 —E 8 22
355535538* *38223 2.* 8268223 —A—
2 * —2 2 2 2 —3 — —3 OMO w — — — 235 2
* — 853 233386333
*;. — 23 —22328.0 25*3 22. — 25 5.25 —— *
2 3 —8* 2 5 F55 58 8555 5325332 8 33 *
2 — — 55855 75822 S 2 . 28 83
83 38 3333388
32 2838333253 *283533357 25558
388 538 33383 387 87336383558
32 27 25323233 8 5238 288 * 22*22* 8—
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22*4 .25.5* * —583 —23333353— ⸗ 353837 J
22 s 2 2. 233 22 ⁊ 883 525 225285238 * 282 3*8 38
553 35 5323 325583388 ẽs8 3323753357
555 — s5**52 3. 5 — 2 552 s52 25 322288 83 3
225 * 23522 —3 ⸗ 2522 — 88 5
— 425532352 352 —8 2 33*235358
358 *58 —325 225355 225 25552
788 533* 82 2 222 —3— 3 7 52 — —— —A *
282 2325533 2523573353 53 5333355 55 85
⸗ * i 2. 2 — — 3 c — * 3 8* 35
22 2 2323328 258 *2 —55 2

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3222328 2N5388 2* * 52z2553 * 39
— ——— 838 3533 282257 23
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55988 32238* 355 —A—— 28 vc S y *
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2885 53233285335 A s 5332352283 28
285 7 — 3— z23533333 2355— 8 22 —— — 3
—— 25 522553333 2355337 —52 — 72
58 852 2353 Zꝛ 25 28 25 38 * 72
23 3838 — 55 , 532 X 55*8* — 2* 552 * 3 82*
12 3330 2382 225. A * 2225337* 558 32*
238553 — — 32 —A 283258 252. 3 *
278 &amp; ** 3 25 * 327 ——3 25 2. S
3 —2 22 2.5 — —— — 22 *
*838358 * 3 F — 353 — — — — 37 * ꝓ ——
783 —28— —3 D2 * —5 20 2*
—* 83*835 5 3 2238353 J 18 8* —2 2
—27 * —F— . 3 — * —* —
ar 25 425335 — 758233 3333 F
25* 3373338 333 723 82 ————
——— * —7— 2 2 * —2 2
J——— — —755325 253558 288 5 2563 35
28326 —A 3 *25s2.3 — 222 2 535
*4 — — —A — * — 8555 * — * 5 8 7 2
*— 2 — 22 *25 2227 2*
23735 *323 58335 7825 5325 38
2 *3 —5 * —5 7 *
233233 *58 — 28355 * 2 —
*ꝛ 222
15 5225 83268 28235
52* 3 353235 27
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532.2 — * — 5222 * —8
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253533 2 538 2233* 2538*3
5 3523332328 55 375333525253 5325533345
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— S* —— — —— — 2. 2 * — 232522 —
— —5 322 2 2 —— — 38 — — *
3 232852575 228
—2 333*333 553333752337 5282 — — Eie 528753 *5
A 22 22 253 3 8 3 5352353337 28
53 35524 3 33633 35355833 9223
* — 5 2 2 23 5553 — 5 228
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5*32 2 — RM77 * 5325 * 27 32 32
23 — — —582 53285353 5852., 23528
3* 3235553 —2 3 2 258 5 2 3 3 53 22 32
2538 2573346 33 55 3553303 255332,323.33
* S. 537 2 —— — 28 80— —A 225 25 —
3233 2552583 3 283 635 — 5338 2558
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27* 2523283c —— 2 2 — ⏑— — — 23 23 * 2*
* 28 228 223 * —— 2522 322 29323227
*522332332332 75233325* 2 352853
35355—533553 553 333 3— 25 — 21
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523
9
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        St. Ingberler Anzeiger.
— — *
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchenilich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Ver Abonne mentspreis betragt vierteljahrlich
WMark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfqe, von Auswärts vit 183 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Neciamen
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
— — 6— — — — — —— — — —
M 166.— Sauruustag, den 109. Oktober 1878.
Deutsches Reichßh.

„Munchen, 16. Okt. EEinführungsgesetz.) Mit Rücksicht
zuf den Reichstag ist die Einberusung des Gesetzgebungsansschusses
inserer Kammern einige Wochen später erfolgt, als dies beabsichtigt
var; demungeachtet aber wird in Folge der nicht erwarteten langen
Dauer der dermaligen Reichstaasseffion der Veginn der Berathungen
des Ausschusses der Kammer der Abgeordneten, der in den ersten
Tagen der fommenden Woche erfolgen soll, noch weiter verzögert
verden, da fünf Mitglieder desselben, die Herren Hauck, Krätzer,
Dtarqiiardsen, Theod. Mayer und Volt Mitglieder bes Reichstages
ind und deshalb nicht vor den leßten Tagen dieses Monats werden
zier eintreffen können. Zu den dem Ausschusse zur Berathung vor⸗
iegenden Gesetzentwürfen sind von den Abgtordneten Haua, Theod.
Mayer und Horn eine sehr große Anzahl von Mod filationsanträgen
nereits eingereit und dieselben autographirt an die Ausschußmet⸗
zlieder und die Regierungsvertreter bereits bertheilt worden.

Berlin, 14. Okt. In diplomatischen Kreisen glaubt man
aicht, daß die austro türkische Affaire weilere Berwicklungen bringen
derde; dagegen wird der türkisch-griech'sche Krieg für undermeidlich
zehalfen und glaubt man, die gricchische Kriegserklärung werde
angstens nach Verlauf von acht Tagen erfolgen. (N. Fr. Pr.)

Berlun, 15. Okt. Die Tabak: Snquete⸗Commissson ist auf
den 4. November einberusfen.

Berlin, 16. Olt. In der heutigen Reichstagssizung
tam zunächst 8 20 des Sozialistengesetzes (Bestimmungen über den
ogenannten kleinen Belagerungszustand) zur Beralhung. Bei der
Adstimmung wurde ein Amendement Ackermann's wonach hbei jeder
Befahr (nicht vur bei unmittelbarer) die betreffenden Ausnahme—
naßregeln eintreten sollen, angenommen, ebenso ein Amendement
Uckermann's, wonach anch aus dem Wohnorie die Ausweisung zu⸗
ässig ist, und ferner auch das lehke Amendement Aceermann's, betr.
rie Bekanutmachung durch den „Reichsauzeiger.“ Schließlich wurde
z20 mit den Anträgen Ackermaun's niit großer Majorizät ange⸗
rommen (dagegen ftimmten die Fortschrittspartei, das Zentrum,
ne Sozialdemokraten und von den Nadionalliberalen: Lasker,
Schlieper, Braun, Thilenius und Schröder [Friedberg)).

Z 21 wurde nach unerhedlicher Debatte angenommen.

Zu 8 22 (Zeildauer des Gesttzeß) befürwortete Lucius den
Aatrag v. Schmid auf Ausdehnung der Geltungsdauer dis zum
31. März 1883. Windthorst kündigte an, er werde für den KLom⸗
niffionsantrag stimmen, damit die möglichst kürzeste Dauer eintrete,
edoch würden er und seine Freunde gigen das Ganze stimmen.
Bracke (Soz.⸗Dem.) sprach gegen den Paragraphen; Redner, der
diederholt von dem Gegenstande der Diskussion abschweifte, so daß
x mehrmals zur Ordnung gerufen wurde, führte aus, das Gesetz
wverde wirkungslos bleiben. Kiefer trat für den Kommissionsantrag
(Ah Jahre) ein, um dem gegenwärtigen Reichstage die Moöglichteit
der Revision zu geben. Bei der Abstimmung wurde das Amen⸗
dement Lucsus⸗Schmid mit großer. Majorität abgelehnt, ebenso
jasjenige Ackermann's (jede Dauerbestimmung wegzulassen) und schließ—
iich der Prragraph in der Kommissionsfassaug (Geltung bis 31.
MNärz 1881) angenommen. —

Am Freitag soll die dritle Lesung des Gesetzes folgen.

Soeben hat jn Dresden der zweite Deutsche Arbeitercon⸗
zreß getagt. Der Cougreß bezweckt die Zusammenfassung aller
antisozialistischen Elemente zur praltischen Arbeit an der Lösung der
ecialen Ftage. Man kann nicht leugnen, daß dies Unternehmen
Anfangs nicht eine seht günstige Aufnahme gefunden hat, da der
sName Dessen, von weichem die erste Anregung ausging, Dr. Max
dirsch, ihm eine einsettig fortschrittliche Tendenz zu geben schien.
In dieser Beziehung hat indeß die jüngste Zeit eine erfreuliche
dlärung gebracht. Die neueste Nummer der „sozialen Frage“, des
Longresseß, schließt einen Artikel, in welchem die Stellung des
Fongtesses zu den politischen Strömungen beleuchtet wird, mit den
Worten: „Wir weisen entschieden den Vorwurf zurück, als ob wir
anseitig einer politischen liberalen Parteirichliung huldigten. Wir

sind weder fortschrittlich noch nationalliberal, aber wir sind liberal;
vir sind auch nicht prononcirt politisch, aber wir stehen zu der Minung,
yaßz das politische Leben von dem wirthschaftlichen und socialen
ucht zu trennen ist. Die Gegenwart gibt uns zum Theil Recht,
ie Zukunft wird dies ganz thun.“ Daß jener Vorwurf der Ein—
eitigkeit ucht berechtigt ist, zeigte denn auch die Physiognomie des
iesmaligen Congrefses. An demselbhen nahmen z. B. neben dem
ortschrittlichen Reichstagsabg. Müller⸗Gotha der nalionalliberale
teichstagsabe. Rickert und der nationalliberale sächsische Landtags⸗
ibg. Roth theil. Dem Arbeitercongreß sind bis jetzt beigetreten
IJs Vereine (mit 65 000 Miigliedern) und 825 persönliche Mit—
slieder. Unter den 94 Vereinen befinden sich 10 fortschrittliche, 11
iationalliberale Reichs und Wahlvereine, eine Anzahl von Gewerks
ereinen, Gewerbevereinen u. s. w. Nach diesen glüdlichen Anfängen
st gewiß die Hoffnung berechtigt, daß der Arbeitercongreß, wenn
x sich von speciell politischen Vestrebungen fernhält und lediglich
ie praltische Lösung seiner socialpolitischen Aufgaben ins Auge
aßt, ein werthvoller Facior im Kampfe gegen die Socialdemokratie
ind zur Wiederherstellung gesunder Zustände werden wird.

Mälhausen i. E., 15. Ott. Zur Charabteristik des
derrn Sonnemann schreibt man von hier Folgendes: „Die ein⸗
ige deutsche Zeitung, welche hier von den der extremsten französisch-
epublikanischen Rchtung angehörigen Vertretern der hohen Industrie
jehalten wird, ist das Sonnemann'sche Blatt. Vor drei Jahren
jatten die Ober-Elsässer Industriellen hierselbst eine großartige
lusftellung ihrer Erzeugnefse in den Räumen der Société- In-
ustrielle vecanstaltet. Eine ganze Reihe von Festlichkeiten war
ei dieser Melegenheit ins Werk gesetzt, zu welchem die bedeutend⸗
en Industriellen, Literaten und fachwissenschaftlichen Berühmt—
eiten Frankreichs, Elsaß⸗Loihringens und der Schweiz Einladungen
rhalten hatten. Es war jedoch weder der Herr Ober Prasident
. Moeller, noch irgend ein anderer Beamter des Reichslandes,
ioch überhaupt irgend ein Deutscher eingeladen, mit einziger Aus—
ahme des Herrn Sonnemann, welchet unter den Ehrengästen bei
iesem im höchsten Grade demonstraliv fran ösischen Feste einen
servorragenden Platz einnahm.“

Ausland. J

Paris, 14. Olt. In Sachen des Pariser Arbeiterkon⸗
sresses werden 39 Personen auf den 22. d. M. vor das Zucht⸗
yolizeigericht befchieden; die Anklage lautet dahin, daß diese 894
Personen seit dtei Jahren in Paris einer nicht gestattesen Gesellschaft
yon mehr als 20 Personen angehören. (K. 3.

In einem in Paris statigehabten Duelledes Redakteurs
»es „Pays“, Rogat. mit einem Redakteur des Eodenement“ wurde
detzterer am Arme schwer verwundet.

Die franzdsischen Ergänzungswahlen zum Senat stehen be—
anntlich unmittelbar nach Neujahr bebor. Bei der jetzigen Sird—
nung und bei den am Ruder befindlichen Personen können die—
zlben kaum auders als zu Ungunsten der Monarchisten ausfollen.
Ddieselben haben allerdings zur Zeit noch im Senat die Mehrheit
ind fuchen daher die durch Todesfall erledigten Sitze nach ihrem
veschmacke zu besetzen. Durch den Tod Dupanloup's ist ein lebens⸗
aͤnglicher Senatssitz frei geworden und die Bonapartisten, Legiti⸗
nisten und Orleanisten wollen an seiner Stelle den Erzbischof von
Zaris, Kardinal Guibert, zum lebenslänglichen Senotor wählen.
der Senat hat außerdem noch einen lebenslänglichen Plaß zu der⸗
eben, den des Generals Charreton, welcher der Linken angehörte.
Im diesen bewirbt sich Graf Daru, welcher zwischen Bonapartis-
nus und Orleanismus schillert. Auch er dürste sich noch im Se⸗
at einen lebenslaäͤnglichen Sitz erwerben, so lange die gegenwärtige
Nojorität noch vorhanden ist. Was die Republikaner betrifft, so
at die letzte Rede Gambetta's in Grenobie selbst bei den Be—
vunderern desselben entfernt nicht haßs Glück gemacht wie die von
5t. Romans. Man findet, daß diese Phrasen bon der „demolra⸗
ischen“? Republik, Zivilisation und Forischritt doch allmählig etwas
intönig werden und auf die Dauer eine schaale und underdauliche
dahrung bieten.
— — ——
        <pb n="596" />
        Bermischtes.

f Vom 1. Nobenber ab wird bei den Poslanflalten im Reichs⸗
postgebiete die Aufsbewahrungsfrist für diejenigen mit dem Vermerl
posslagernd“ bezeichnelen Sendungen, welhe innerhalb Deutschlands
jur Post gegeben sind, auf einen Monat, und die Aufhewahrungẽ⸗
jrist für dergleichen gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendungen,
jowie für Postanweisungen vom Auslande auf —W— festge⸗
setzt. Werden die Sendungen innerhalbh. der bezeichneten Fristen
hon der Post nicht abgeholi, so ersolat die Rüchsendung nach dem
Aufgabeorte. Alle vor den, 1. Noyenber zur Post gelieferten
Lagersendungen werden noch nach den bisherigen Bestimmungen
dehandelt, mithin 8 Monate lang am Bestimmungsorte aufbewahrt
werden. Bezuglich der Werthbriefe und der Packete vom Auslande
zleiben dia bisherigen Bestimmungen in Kraft. J

B8weibrücken, 16. Oll. Heute Nachmittag wurde
das Urtheil gegen den kgl. Notär Sartorius von Landstuhl, 89
Jahre alt, wegen mehrerer Vergehen im Amte (Falschunc oͤffent⸗
ucher Urkunden in seiner Eigenschaft als Beamter und XCC
ung im Amte) vor dem hießgen Zuchtpolizeigericht gefällt und
lautete: 4 Jahre 6 Monaie Gesammtgesängniß und Unfähigkeit,
ein öffentliches Amt zu bekleiden, fuͤr die Dauer von 85 Jahren.
Der Staatsanwält hatte nur 8*4 Jahre beantragt. Der Beschul⸗
digte war wöhl zu der am 8. d. M. Statt gehabten Verhandlung,
nicht aber zu der heutigen Urtheilsverlündigung erschienen. (3w. 3.)

7, Aus dem Vezitl Homburq. (O. A.) Der Ausbau
des Vistrikisstrahennehes in Bezirk Homburg schreitet immer mehr
seiner Vollendung entgegen. Durch den Distriksausschuß wurden
n unoster Zeit“ solgende neugebaute Streden nach vorheriger Be⸗
achtigung in den Distriktsverband übernommen: Straße von Kirr⸗
decge nach Moöͤrsbach, von Käshofen bis Bundenbacher Gemarkungs ·
grenze und von Lombsborn nach Martinshoͤhe. Im Bau ist
hegriffen die Straße von Wiesbach nach Kraͤhenbers. Im Kanton
dandstuhl werden dermalen gleichtails mehrere Distriktsstraßen gebaut
und im Laufe des nächsten Frühlahrs vollendet werden. Im
stanton Waldmohr wird im nächsten Jahr mit dem weiteren Aus⸗
hau des Distriltsstraßennetzes begonnen, zu welchem Behufe bereits
mehrere Prolekie gefertigt wurden. — Von den im laufenden Jahre
zur Ausfaͤhrung gelangenden Hochbauten ist der prot. Kirchenneubau
in Neuhäusel dollendet, während verschiedene Schulhausneubauten
noch in der Ausführung begriffen find.

—aiserrbautern, 16. Ott. (Aus dem Ger'chis⸗
jaale.) Vor dem hiesigen t. Polizeigerichte wurden heute die drei
Urtheile in den Beieidigungsprocessen publicirt, welche yHHerr Carl
Freiherr von Gienanth zu Hochflein gegen die Herren Redalteur
Weise, Dt. David in Ludwigshafen und Chr. Zinn angestrengt
hatte. Die Klagen gegen Weise und Dabid wurden abgewiesen
und Klager zu den Kosten verurtheilt, indem das Gericht annahm,
daß dieselben zur Wahrung berechtigter Interessen gehandelt haben
8 193 R.Str. G.); razegen wurde Herr CEhr. Zinm einer Be⸗
aͤdigung des Klägers auf Grund des 8 185 des R.Str. G. un⸗
er Annahme mildernder Umftände für schuldig erklärt und zu einer
Heldstrafe von 10 M., sowie zu den Kosten verurtheilt. (K. Z.)

KRirchheimbolanden, 15. Olt. Der 5.esige
Bierstreit neigt sich seinem Ende zu. Ein⸗ diesige Brauerei hat
damit den Anfang gemacht, den Preis des Bieres auf 12 Pig. zu
cmaßigen. Wahrscheinlich werden die anderen die jem Beifpiel
olgen.

* fLandau. 17. Oct. Heute Vormittag sptach das hie⸗
fige Handelsgericht das Urtheil in einer Klage, welche mehrere
Fitionate der Annweilerer Aktienbrauerei Burg⸗Trifels gegen die
Besellschaft angeslrengt haben. Das Urtheil verfügt nach Antrag
die Vernichtung der General⸗ Versammlungsbefchlüsse, durch welche
die jungen Aknien von der Vollzablung liberirt und 130,000 Mt.
zle Aküen zurücgekauft werden sollen.

Als erstes Motibd ist geltend genocht, daß die Sonderinteressen
der Altionäre durch die Generalversammlungsbeschlüsse nicht verletzt
derden dürfen. Die sehr interessanten Rectsfragen in die⸗
sem Prozeß werden wohl später in döchster Instanz definitiv ent⸗
schieden. (Eilb.)

fpLudwigshafen, 14. Oti. (Generalbersammlung der
Bolksbant.) Aus dem Beschäftsbericht ergiebt sich ein Minderum—
schlag von etwa 4 Millionen gegen das erste Halbjahr 1877.
Dieser Ausfoll im Umschlag hat feinen Grund einerseits in der
allgemeinen Geschäftslosigkeit, die in dem Verkehr der Mitglieder
sum Ausdruck kam, andererseis in der aus Grunden der Vorsicht
gebolenen reservitten Haltung der Verwaltuug.

Speyer, 16. Ott. Am Tage des Bischoffestes wurden
hon den Bewohnern und Gaͤsten der Stadt Speyer 356 Centner
Fleisch von in Speyer geschlachteten Thieren verzehtt. Wie viel
nag da im Ganzen wohl vertilgt worden sein!

p Gestorben in Heidelberg Otts Schrieder, früher Be⸗
fißer des dortigen „Hotel Schrieder.“ Die „Heidelb. Ztg.“ sagt.
de ploͤßliche Tod des in den besten Jahren stehenden Mannes sei

at alle seine Fteunde ein Fäthsel; wahrscheinlich hebe tin au-
ziudticher Augendlick seiuen Seist umnaqhtet. ———

FHäaruaberg, 15. Ott. Heute wurde hier ein don dem
Detonomen Wollertdoͤrfer zu Großreuih dei Schweinau gezogener
strautkopf zu Markle peteac welcher genau 21 Pfund wog.

pEin Braufesselals Lebensterter. In einem
Ruckgebäͤude der Lowengrubt in München arbeitete am Samfstag
stachminnag ein Kupferschmied in seiner mit einem Glatdach ver⸗
ehenen Werkftätte an einem kupfernen Kefsel, als sich plotzlich der
olaue Himmel, der oben hineingeschaut, versinsterte, das Glasdoch
ersplitierte und mit fürchterlicher Detonation ein Niumpen auf den
umgestülpten, Kessel fiel, der sich dann als Mensch und Maurer
ntpuppie, welcher vom dritten Stock herablam. Der Schmied
vurde vor Schreck unwohl, der Maurer aber verspürte, da er auf
zen elastischen Kessel und zwar mit einem von Natur gepolsterien
ddrpertheil gefallen war, durchaus leinen Schaden, nur einen ent⸗
etlichen Durft, dem er sogleich abzuhelfen sich anschickte.

7Saardrücen, 17. Olt. Die Frau Friedrich
Stunun, aus einer delgischen Familie stammend, ist nach laͤngerer
Zrantlichteit in Gersau in der Schweiz gestorben und wird heute
dort beerdigt. (S. 3.

7Mettlach, 15. Oct. In dem um 25 11 Uhr heute
Morgen dvon Saarbrücken hier anlangenden Zuge befand sich ein
Arrestant in Begleitung zweier Gendarmen aus Zweibrücen, welch
detztere den Arresiaaten nach Trier in's Gefängniß abzuliefern hatten.
Doschon nun derselde an den Händen gebunden war, brachte er es
zoch fertig, im hiesigen Tunnel durch die Finsterniß degünstigt, zum
Wagen hinaus zu springen. Die Gendarmen am Bahnhofe ange⸗
dinmen eilten sofort in den Tunnel, woselbst sie auch ihren
Arrestanten sehr schwer verletzt und gebunden, wie er war, vorfanden
ind in Empfang nahmen. Es ist anzunehmen, daß derselbe sich
darch den Sprung das Leben hat nehmen wollen. (S. 3.

F Der erste der Preise für den Entwurf eines allgemeinen
dollegienhauses füt die Univerfität Straßburg von 6000 M.
ist Herrs Warth in Karlsrude, die weiteren 4 Presse von je 3000
in. dem Architelten Eggert in Strakburg, Hoßfeld und Hindeldey
in Berlin, Mulius und Bluntschli und O. Sommer zu Frankfurt
a. M. zuerkannt worden.

7 Man schreibt der „Bad. Landesztg.“ aus Straßburg,
O9. Oin. , Der Centralausschuß der deuis hen Schützenvereine hat
heschlossen, daß das nächste, in drei Jahren erfolgende Bundesschie⸗
zen in Sttaßburg staufinden soll. Der Straßburger Schuͤtzen⸗
jerein, von Eingewanderten vor einigen Jahren gegründet, zaͤhl⸗
jeute 60 Mitglieder, worunter ein nicht unerheblicher Bruchtheil
eingebsrener Elsaͤsser.“

FAus den Entscheidungen des Oberhandelsgerichtes hebt die
Zaelsruher Zeitung solgenden Fall hervor, der wohl geeignet ist.
beherzigr zu werden. Bekannitich üben die Lebensversicherungs⸗
Beselishaften härfiz ihre Vertragtclaiselr in sehr schroffer Weise
aus. So hatte Jemand sein Leben für 60000 M. versichert und
nach seinem Tode erhob die Gesellschaft Anstände, erdot sich aber
im Vergleichewege zur Zahlung von 48000 M; darauf gingen
die Erben aicht ein und sie sind nan in allen drei Instanzen mit
ihrer Klave aus der Police abgewiesen, exhalten mithin gar nichts.
Der Verficherte hatze nämlich im Fragebogen angegeben, er sei
rußer Kinderktantheiten nie erheblich krant gewesen und sei, abge⸗
sehen von jenen Ausnahmen, nie ärztlich behandelt worden. Die
Bes⸗llschaft hat aber nachgewiesen, daß der Verficherte drei Jahre
dor Abschluß des Vertrages dreimal zu verschiedenen Zeiten einen
Arzt consultirt hat, weil er an Halsentzündung und Drusenan⸗
wellung gelitien hatte. Nach der sehr strengen Fassung der
Policeclauseln mußte eine unwahre Angabe des Verficherten angt⸗
nonmen werden, welche den Verlust der Versicherungssumme zut
Folge hatte, obwohl sichtbar der Verficherte nur in dem Irrthumt
var, jene erheblichen Unpaßlichkeilen und die desfallsige Consultation
eines Arztes lämen bei der Fragebeantwortung nicht in Betracht.

pRNewe⸗Ulm, 11, Ott. Verflossenen Miltwoch traf Kauf⸗
mann Bissingee in Leipheim auf der Jagd das jshrige Maͤdchen
FRes Bahnwärters Göggelinann, welchet er für eine Fuchs gehalter
hatte, durch einen Schuß so unglüdlich in den Kof, daß an deu
Auftommen des Mädchens gezpweißelt wird.

Eine aus Hamburg bezogene Sendung don amerikanischen
Fervelatwürsten warden dieser Tage in Coblenz auf Teichinen unter⸗
ucht u. lehlere in solchem Srade, vorgesunden, daß ein Verlaul
der Wursft nicht Statt finden darf. Da solche Wurst vielfach und
in rehem Zustande consumitt wird., so ist die dußerste Vorsicht so⸗
wohl für Kaͤufer als auch für den Verläufer geboten.

f Vor einiger Zeit siarb in Roßla eine Frau in Folgt
elner Atznei. Das Kreisgericht zu Sangechausen hat nun weger
iahrläsfiger Tödtung den Dr. V., der auf dem Recept neben der
Zahl 183 die Bezeichnung „Tropfen“ weggelassen hatte, zu 1 Monal.
den Apotheker S., der durch einen unerfahrenen Lehrling Arzneitn
derabreichen ließ, zu 2 Monaten und den Apothekerlehrliag F. der
        <pb n="597" />
        45 Gr. statt 16 Tropfen Opium derabfoltt halte, zu 3 Monaten
Gifaängniß verurtbeiltt. —0

FBraunn. Ein Pendant zu den siamesischen Zwillingen

purde in der Nacht vom 830. Sept. in Tischnowiß geboren. Eine
aume Frau genas eines Zwillingspaares, das im horijontalen
Schnitie des Beckenausganges volllommen verwachfen ist. Kein
sichibares Zeichen ist vorhanden, weiches auf eine Trennung der
seiden Bauchhöhlen schließen ließe. Die Lage beider stoͤrper ist
eine vollkommen entgegengesetzte. Das Geschlecht der dieses Curiosum
hildenden 2 Ktinder is nicht destimmbar, da jedes hierauf deutende
geichen fehlt. Jedes Kind hat einen vollkommen ausgebilbeten
Zopf, 2 Hände, 3 Füße, welch leßtere sich gegenfeitig kreuzen.
Beide Kinder leben und nehmen willig der Mutler Brust an. Ob
zie Lebensfähigkeit der „Tischnowitzer Zwillinge“ längere Zeit
andauern wird, ist von den Aerzten bisher nicht ausgesprochen
vorden.

fParis, 4. Oklt. Rappel erzählt: „Gestern, gegen drei
Uhr, erreichte der Ballon Captif beinahe seinen höͤchsten Stand⸗
punlt, als eine Engländerin, die mit aufhestiegen war, einen
Schrei ausstieß und zusammensanl. Man glaubte zuerst an einen
Nerben⸗ oder einen Schwindelanfall. Aber ein Arzt, der glück
icherweise im Nachen des Ballons war, erkannte, daß sie der Ent⸗
indung pahe sei. Die Entbindung ging denn auch während des
Hherabziehens glücktich vor sich; ein wohlgestalteter Rnabe wurde
rinige hundert Meter hoch in der Luft geboren.

7 Ein schreclliches Verbrechen wurde von wwei jungen Leulen.
Namens Pfarret, Söhnen eines Todtengräbers auf dem Kirchhof
jon Pèere Lachaise in Paris begangen. Dieselben bestiegen, als
Fleischer derlle det, einen Eisenbahnzug nach Auxerre, ermordeten
dort ihren Großvater und ihre Großmutter mit ihren Messern,
plunderten das Haus, worin dieselben gewohnt hatten, und lehrten
darauf nach Paris zurück. Ter Aeltere, 19 Jahre alt, wurde der⸗
haftet, während er seinem Vater bei seiner Arbeit behülftich war,
der Andere, um ein Jahr jünger, ist noch nicht eincebracht worden.
Der Gesangene soll sich bekllagt baben, daß die alten Leute keinen
Scu im Vermdgen besessen hätten.

4 Ueber das telegraphisch gemeldete Unglück in einem Con⸗
zerisaale zu DSiverpodol erfährt die K. Ztg. folgendes Nahere:
Um Abend des 11. waren in dem Kolosseum⸗ Theater, einer Mu
sathalle niederen Genres, gegen 4000 Perfonen anwesend. Wäh—
dend einer der Sänger ein komisches Lied vortrug, entwickelte sich
in einer Ecke des Saales unterhalb der Gall⸗rie eine Schlagerei,
die ziemlich großen Larm herborrief. Diejenigen Anwesenden,
welche nur den Larm hörten, ohne zu wissen, was eigentlich vor⸗
gehe, wurden sehr unruhig. Da plistzlich erhob Jemand den Ruf
Feuer“, und augenblicüch entftand ein fuͤrchterliches Gedränge,
velches sich unglücklic,erweise nach einem einzigen der vorhandenen
sechs Ausgänge richtete. Die sofott mit lauter Stimme abge⸗
gebenen Versicherungen des Direklors und anwesender Polizisten,
daß keine Feuersgesahr vorhanden sei, derhallten unbeachtet. Bin⸗
nen wenigen Minuten waren 37 Personen, darunter zwei Frauen,
u Tode gedrückt, eine große Zahl Anderer gefährlich verletzt. Der
Direktor des Theaters hat eine Belohnung von 20 LV. fült
die Entdeckung Desjenigen ausgesetzt. der den Feuerruf erho⸗
»en hat.

F Rostow am Don. Zwischen den Sialionen Kamenskaja
uind Ssewero-Donetzlaja der Eisenbahn Woronesh⸗Rostow rifsen in
der Nacht zum 2. d. gegen 1 Uhr von einem nach Woronesh
zehenden Güterzuge 22 beladene Waggons ad, die in rückläufiger
Zewegung gegen das Ende eines auf dem Reservestrange stehenden
Militͤrzuges stießen, wobei 8 Personen: u. 13 Güterwagen zer⸗
rümmert wurden. Gelödtet wurden 2 Aerzte, 2 Oijficere u. 7
Antermilitärs. Schwer verwundet wurden 5 Mann, minder schwer
30 - 40. In den zertrümm rien Güterwagen befand sid Spiritus,
der in Brand gerieth.

t Woronesch, 7. Oll. Ueber einen schredlichen Unglüd⸗
fall auf der Rostow-Woronesch Eisenbahn bei der Station Kamen⸗
laja geht dem Nowosti“ solgender ausführlicher Bericht zu: Auf
ser Stalion Kamenslaja sollten in der Nacht auf den 3. Oltober
wei Züge kreuzen: ein Wearenzug aus Wornowesch und ein
Meilitäczug aus Rostom. Genau um Mitternacht mrafen die beiden
züge ein. Nach einigen Minuten wurde der Waarenzug nach
Tscherkask weiter befoördert, während der Militärzug noch auf den
Schienen stehen blieb. Es war laum eine halbe Stunde vergangen,
als piotztich ein furchtbares Krachen, dermijcht mit Geschrei, ertoͤnte.
Die Nacht war so dunkel, daß man kaum auf zwei Schritte sehen
onnte. Die Eisenbahnbeamten ffüürzten auf die Plattform und er⸗
zlidten einen mächtigen Trümmerhaufen, aus welchem man Geschrei
uind Stohnen vernahm. Die sofort angestellle Untersuchung ergab
Folgendes: Als der Waarenzug fast die nächste Haltstation erreicht
hatte, ldsten fich von demselben 24 Waggons, was von dem Con⸗
duckeur erst nach einigen Minuten bemerkt wurde. Der Mascqhiniß
dab sofort Contredampf, holte die zurückrollenden Waggons zwar
zin, konnte dieselben aber nicht wieder anketten. Dieselben erhielten
im Gegentheil einen so statken Stoß, daß sie rit groker Geschwin⸗

digteil auf der hier abschlüssigen Bahn weiter zurücrollken. In
Zeit von 4 Minuten halten sie die Strecke von sieben —A
Jelegt und fließen mit furchtbarer Gewalt auf den Mititärzug. Die
sten drtei Waggons mit Soldaten wurden von dreizehn Waaren⸗
vaggons buchsiäblich zecschmettert. Im Ganzen zählte man etwa
35 Todte und Verwundeise. Die Todten, 20 an der Zahl, trug
nan, mit den denselben gehörigen Sachen, auf den Eisenbahndamm,
vährend die Verwundeten ins Krankenhaus transpottirt wurden.
rzinem Soldaten waren Hände und Füße zerschmettert. Als ihn
eine Kameraden weinend aufshoben, um ihn ins Krankenhaus zu
ringen, tröstete er dieselben, indem er sagte: „Weinet nicht, Vrüder,
ch Wwerde bald gesund werden. Nur in den Händen und Füßen
uhle ich eine gewisse Schwere; ich kann dieselden nicht bewegen.“
Um 6 Uhr Morgens gerieth der Spiritus in den zerschmetterten
Waarenwaggons in Brand, konute aber gelöscht werden. Was
en Zug anbetrifft, der das Unheil angerichtet, so hatte der Maschinist
rach dem verunglückten Versuch, der abgelöslen Waggons wieder
jabhaft zu wecden, den Zug sofort in der geößten Eile zur Halt⸗
jation geführt und von dort das Unglüd telegraphisch nach samen⸗
kala gemeldt.

f BWaitenliebe. Unter der Schreckensherrschaft des gelben Lodes
n Memphärs lbsten sich leicht alle Bande der Dlutsfreundschaft
ind Famile. Kinder üießen die Eltern im Stich, Eltern ihre
dinder, Ehemänner ihre Ehefrauen, aber, sagt die „Avalanche“,
deß ist auch nicht ein Fall bekannt geworden, daß eine Gattin den
hatten auf dem Sieche und Sterbebett zurücgelassen habe.“ In
»en Tagen der Noih und Drangsal zeigt sich der Heldennulh des
echten Frauenherzens in seiner ganzen Größe und Erhabenheit.
Dienstesnachriqh ten.

Der bisherige Realienlehrer an der Realschule in Landau,
rrnst Falch, wurde zum Professor der Industrieschule in Kaisers⸗
autern ernannt.

Dem tgl. Notar Friedrich Bartels in Homburg wurde seinem
Ansuchen entsprechend gestaltet, den geprũften Rechtskandidaten Aug.
Seitier von Kirchheindolanden auf die Dauer eines Jahres als
Amisverweser aufzustellen.

Der Lehrer an der Privatis qterschule zu Ludwigshafen, Franz
üttiger, zum Schulverweser an der konf. gemischten Schule zu
Zudwigshafen, der bisherige interimistische Verweser an der unteren
dafessionell gemischten Schule zu Kirchheimbolanden, Adam Schmül⸗
)ers wurde zum Schulverweser an der bath. Schule zu Zweibrücken,
er Schulverweser Kari Weimer zu Kuhardt wurde zum Schulver⸗
veser an der unteren lath. Mädchenschule zu Oggersheim ernannt,
ie von der Gemeinde Ludwigshafen beschlossene Umwandlung der
hortigen vier konfessionell gemischten Schulverwelerstellen in Lehrer⸗
dellen wurde genehmigt und die bisherigen Schulverweser Nilolaus
dall, Eduard Rief, Franz Rüttiger nnd Nar Wellker zu Lehrern
in biesen Stellen ernannt, die Verwendung des israelifischen Leh⸗
ers Ifaat Stern am 2. Schuljahre der Mädchen an der konfessionell⸗
emischten Schule zu Neustadt in provisorischer und jederzeit wider⸗
uflicher Weise gestattet und der Schuldiensterspeltant und interi⸗
nistische Verweser Philipp Bettag in Mundenheim zum Schulver⸗
veser an der kaih. Knabenschule ꝛzu Speier ernannt.
Handels⸗ und Berkehrs-Nachrichten.
Zwischen der deutschen Reichspost-, der bayerischen und würlem⸗
zergischen Postverwaltung einer⸗ und der öͤsterreichischen wie der
ingarijchen Postverwaltung andererseits ist ein Fahrpost-Ueberein⸗
ommen abueschlossen worden, weiches am 1. t. Mis. in Kraft
itt. VBon diesem Tage gilt für alle Fahrpostsendungen im deutschen
Reiche wie in Oefterreich⸗Angarn ein vollständiger galeicher Tarif.

Fiterarisches.

Illustrirte Franen⸗Zeitung. (Preis wirteljährlich 2 M. 50
Die neueste Nummet (88), mit dem Vortrait von Madame Mac Mahon au
dem Umschlage, enthält in ihrem Modenblatie: Besuchs⸗, Gesellschafts-⸗ und
Promenaden⸗Toiletten, Radmäntel, Dolman-⸗Mäntel und Paletots. Garnirte,
ind ungarnirte Hüte, Capoten, Pelzwerk, Handschuhe, Cravaten⸗Schleifen
Spitzen⸗Kragen, Mantel⸗Anzieher, Roch zum Unterheften (Balayeuse), Kleider⸗
irmel, Passementerie-Borten, Knöpfe, Franzen fut Mäniel und Kleider, auch
erschiedene Kleider-⸗Garnituren. Anzüge für größere und kleinere Mädchen,
uch Paletots, Mäntel und Hute. Fensierlissen mit Lambrequin, Fensterblende
and Vorhänge, Scat⸗Tafel⸗Nadellifsen, verschiedene Durchbruch⸗Muster und
Ausführungen ꝛc. ꝛc. mit 96 Abbildungen und einer Beilage mit 15 Schnitt-
nustern, verschiedenen Muster⸗Vorlagen und Namens-Chiffren. Die gleichzeitg
uegegtene Unterhaltungs-Nummer enthält: Mal' Occhio. Novelle
on Alexander von Roberts. Fortsetzung. — Sängerwerth. Ballade von
Felix Dahn — Das Bildniß Shalespeare's von Adolf Menzel. Von Ludwig
ßietsch — Aus den Seebadern der Ätlantic. Von Ernst von Hefse Wartegg.
. Anlanlic⸗City. — Der bairische Elisabeth-Orden fur Damen. Von Max
Fritzner. — Verschiedenes. — Wirtschaftliches; Miliagsefsen für November.
Briefmappe. — Frauen Gedenliage. — Ferner folgende Illustrationen:
Fine Geographie⸗Stunde. Von E. Pagliano. — William Shakespeare. Von
Adolf Menzei (1830), Holzschnitt von F. L. Unzelmann (1882). — Der
airische Elisabeth⸗Orden.

SZu beziehen durch alle Bukhandlungen und Postämter.
— — — — —— —
Fur die Redaction veraniwortlich: F. Dem⸗*
        <pb n="598" />
        Sonntag, den 20.d. Mits. des
dachmittags 2 Ühr wird im Gasthofe „Jur
r we n uruen-—
Jahresvorsammlung
es FeuerwehtBezir ks⸗Ves
bands Zweibrücken
llattfinden, welcher sich um 4 Uhr eine
FJeuerwehrübung
mschließt. Zum Schluß des Abends 8 Uhr im Saale des
herrn Georg Jung ein
BALDL.

Wirthschafts⸗Verlegung.
Hu⸗Verlegung meiner Lirthschaft aͤs dem Brück'schen
Haufe nach dem Goldenen Lamm⸗“ vis-a-vis dem früheren
Lolal zeige hiermit ergebenst an.

St. Johann, den 16. Oklober 1878.
Achtungsvoll ——
Fritz Jolas.

2*
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D.

33

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38

*5

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*5

28

1*2

21

* 53

7 2238
8 3
*23222
23355

* 52*38

— —
—3 533 38
22 ——
za 238
386 5333 *53
560 Z383 2

wozu alle ackiven und pafssiven Mitglieder der Feuerweht höflichst
ingelader sind.— Das Commando J
— der freiwilligen Feuerwehr .
Ronigliche Rreis-Baugewerkechule
Raiserslautern.

Der Unterricht an der Kreisbaugewerkschule für das Winter—
halbjahr 1878/79 beginnt Montag, 4. November, in den
fautaten der Kreis-Baugewerkschule (Pfälzisches Gewerbemuseum)
iud dauert von November bis Ende März. Die Schule besteht
uus 3 Cursen in 8 Winterhalbjahren und bezwecht jungen Leuten,
welche dem Bauhandwerke sich gewidmet haben oder zu widmen
beabsichtigen, demnach Mauerern, Steinhauern, Zimmerleuten, Gla⸗
— —
Schlossern, Tünchern, Zimmer⸗ und Dekorationsmalern, die zum
Aonellen Betriebe ihres Handwerkes erforderlichen Kenntnisse zu
dermitteln,. Der Unterricht erfolgt durch theoretisshe und prattischt
Anleitung, sowie graphische Darstellung in thunlichst vopalär ge
haltener Weise.

Für Schreiner und Schlosser ist zu bemerken, daß dieselben
in den 2 ersien Cursen den Unterricht, unter steter Rücksichtnahme
nuf ihr Fach, gemeinsam mit den übrigen Schülern genießen, im
etzien Curse aber gesonderten Unterricht im Zeichnen und Modelliren
nit spezieller Anwendung auf ihr Fach, sowie in Fachwerkstätten
erhalten, welche dieses Jahr zum ersten Male in Betrieb gesetzt
verden, und wo die Schuler als Schreiner in den Manipulationen
des Holzschnitzens, Drehens, im Fertigen von Aufsätzen und ge—
schweiften Moͤbeltheilen, als Schlosser im Schmieden, Drehen,
Glehen, Ciseliren und Treiben deübt werden. Dieser Unterricht
in den Werlflätten kann nach Beendigung des 3. Curses fortgesetzt
—
bis er ausgelernt hat.

Für die Tünchner, Zimmer- und Dekorationsmaler tritt in
diesem Winter als Neuerung eine eigene Abtbeilung ins Leben,
wobci für sie zu den übrigen an der Kreisbaugewerkschule gelehrten
zu ihrer sonftigen Ausbildung nothwendigen Unterrichtssparten,
— sich erstrecken sollen auf:
Ausfafsen und Anlegen von Flaͤchornamenten in Aquarell⸗, Leim⸗
und Oelfarben, Uebungen im Liniren von geometrischen Figuren
mit dem Pinsel, sowie Zeichnen freier Ornamente mit demselben,
auf Chabloniren und seine Anwendung auf ebene und gegliederte
Wandflächen für den 1. Curs — Malen mit Licht und Schatten
nach einfachen Körpern in Anwendung auf architektonische Glieder⸗
ungen und auf einfache Ornamente als Stuckimitationen, ferner
Marmorstudien und Holzimitationen, Vergoldung, sowie Sgraffito⸗
ibungen als Fortsetzung der Chablonenmalerei für den 2. Curs —
deloratives Malen auf Papier, Leinwand, Hotz und Putz in poly⸗
hromer Behandlungsweise mit Leim und Oelfarbe. Frescomalerei
jür den 3. Curs.

Außerdem können auch junge Leute vom Kunstgewerbe, als
Zunfischreiner, Gold- und Siiberschmiede, Metallarbeiter, Topfet,
Dolzichneider, Tapezierer ꝛc. als Hospitanten Aufnahme finden, um
in Zeichnen und Entwerfen von in ihr Gewerbe einschlagenden
Zunsigegenständen geübt zu werden.

Die Infeription findet am 830. und 81. Oktober J. J. auf
Zem kgl. Kekrorale, Vormittags von 9 bis 12 Uhr und Naqchmit—
jags von 4 bis 6 Uhr statt, wobei die betrefsenden, amtlich be⸗
laubigten Schul⸗ und Lehrzeugnisse mitzubringen sind. Dab
Schulgeld beträgt 20 Mark und ist bei der Inscripiion zu ent⸗
richten. Zur Befreiung von demselben ist die Vorlage eines Dürf⸗
igkeitszengnisses nothwendig. Lehrprogramme und Statuten kbnnen
zurch die Tascher'sche Buchhandiung hier, jeder Zeit, gegen potto⸗
freie Einsendung von 40 Pf. per Exemplar bezogen werden.

Qaiserslaulein, im Sepiember 1878.

ßöniaf. ktorat: Sto ton etlebzettet
E. Spatz. bisliast bein F. X. Demetz.
citÄ,σοNRοαα)σοονααιααασαασαααααιäαιαXιααXX äια! WBPrarr ksABfœktr— ö„—“ —
Drud und Verlag von F. X. Demetß in St. Ingbert.

4
Köchst wichtigt
für

Erben in Deutschland!

Ja Anbetracht der großen Schwierigkeiten von Amerika aus
Nachrichten über Verschollene zu erlangen, habe ich in 1875
in Insttitut und eine Zeitung gegründet und es mir pur
Spezialaufgabe gemacht

Verschollene aufzusuchen,
»as heißt, über deren Schicksal Auskünit zu eriorschen und zu
rtheilen.

Wenn Sie Jemanden suchen, respeltive über einen Verstor—
zenen einen Todtenschein bedürfen so können Sie sich ver,
rauensvoll an mich wenden und ich gebe Ihnen die Versicherung—
zaß ich Ihren Auftrag prompt erled'gen werde.

Jeder Brief an mich muß francirt sein.

Eine hriefliche Antwort kostet 1 Mark in „Postwarken“ irgend
eines Landes. z
Das Aufsuchen eines Verschollenen kostet 80 — 50 Mark.
Ein Todtenschein, von Notar und Consul beglaubigt, bostet
100 Mark.

Ein Drittel des Betrages muß mit dem Auftrag eingesandt
werden und zwar in Reichsmarlscheinen in „eingeschei benem“ Brief

Briefe sind genau zu adressiren;

NoOtaar, Posthox 3590, Neiv ork
Pampen, Firi G. Seibel, Bacbbinder
atupenglä⸗ —XD
ser und alle if n
GBlaswaaren verkaufe von .ch rif te
eute an zu herabgesetzten Preisen.
Bleichzeitig empfehle mich in
illen in mein Geschäft einschla
zenden Arbeiten und mein wohl—
issortirtes Lager von Blech—
waaren zu billigen Preisen.
Mie. Stief. Blechschmied.

—D——
Brusischwach. A
Damit bezeichnet man oft das

erste Stadium der immer allge—
meiner werdenden Lungenkranl·
heiten, gegen welche in dem Werke
hen „Die Brust-⸗ und Lungen-
rankheiten“ praktische Heilvorschläge,
jgegeben sind, deren Werih —9
den zahlreichen darin abgedruckten
Attessen hervorgeht. Vorräthig
ind gegen 60 Pf. in Briefmarken
u beziehen durch K. Gotthold's
zuchhan lung in Kaiserslau
ernu.
ααοαXXä äXX ààë àÆOMb.Bn2äWe WMÑ.
Fruchts, Brod u, Fleischpreise vor
Zweibrücken vom 17. Olibi
Weizen 10 M. 46 Pf. Korr
8 M. 10 Pf. Gerste Sreihig
0 M. — Pf. Gerste 4 reih—
7 M. 3 Pf. Spelz ß M.
67 Pf. Hafer 5 M. 93 Pf.
Heu 1 M. 80 Pf. Stroh?
M. — Pf. Kartoffeln 2 M.
50 Pf. Weißebrod 192 stilog.
52 Pf. Kornbrod 8 Kil. 75, 2 seil
50 Pf. ditto 1 Kilo. 25 Pf
Bemischtbrod 8 Kilo. O M. 90 Pf.
Rindfl. 1. Qual. 70 Pf.2
Duaosf. 66 Bf. Lalbfl. 66 M.
        <pb n="599" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich Viermal: Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pig., von Auswarts mit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neciamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
M 166. S oOonntag, den 20. Oktobe E —

—
Deutsches Reich.

Dem K. v. u. s. D. wird aus München geschrieben: Ueber
die Jahl und die Sitze der künfrigen dandgerichte (jeßigen Bezitks⸗
getichte) ist immer noch nichts Sicheres bekannn. Soͤbsel darf in⸗
dessen als gewiß angenommen werden, daß schon wegen der noth⸗
wendigen Gebaulichkeiten im Jateresse der Koflensparung nur in
jolchen Stadten, die jezt Siß eines Vezirkogerichts sind, Land⸗
zerichte werden errichtet werden. Dagegen verlautet, daß in jenen
Städten, die jetzt ein Bezirkszericht haben und lein Landgiricht
erhalten, aach 8 78 des Gerichtsverfassungsgesetzes Straflammern
zebildet werden sollen. Diese Nachricht erscheint dicht unwahrschein⸗
ich; wenn in den meisten Regierungsbezirken bloß 2 Kandgerichte
errichtet werden sollen, so wird sich die Bildung exponirter Straf⸗
ammern schon wegen der großen Entfernungen und der in Folge
Dessen sehr hoden Auslagen für Zeugengebühren bald als ein
Nothwendigleit herausstellen. In der Bildung von Strafkammern
age dann auch zugleich einiger Etsaz für die Stadte, welche das
Bezirksgericht verlieren.

Berlin, 17. Olt. Eine Verständigung der beiden eonser⸗
»aliven und der nationalliberalen Fraction über die noch rreitigen
Punkte des Sozialistengesetzes soll dahin erfolzt jein, daß im 86
die Presse betr.) die Commissionsfassung beibeholten und zu 8 16
ein Zusatz hinzugefügt wird des Inhalis: „Ein Agitator muß
mindestens 6 Monate seinen Wohnort in der detreffenden Orischast
gehabt haben, um der ohne weiteres erfolgenden Ausweisung zu
entgehen.“ 8 190 soll einen Zusaß erhalien, wonach dem Kaijfer
die Ernennung eines zehnten Mitgliedes der Recurscommission zußkehi.
Diese Amendements sollen von den gedachten drei Fractionen gemein⸗
jam eingebracht werden.

Berlin, 17. Olli. Die wirthschaftliche Vereinigung ESchutz ·
oͤllner) des Reichttags trat heute Vormittag 10 UÜhr zu einer
Besprechung zusammen. Es handelte sich um eine Erklaärung be⸗
uglich der von Deutschland einzuschlagenden Handelspolint. Die
ahlreich besuchte Versammlung einigte sich über eine Erklärung, be⸗
reffs der Vornahme der Revision des deutschen Zolltarifs auf
Hrundlage der im Zuge befindlichen Enqueten. Die Erklärung isi
in der Weise mod' ficirt worden, daß sie nicht nur den Forderungen
der Industriellen, sondern auch derjenigen Vertreter der Landwirih⸗
chaft entspricht, welche die Allianz mit den Schutzzollnern befür⸗
vorten. In der Erklarung wird hervorgehoden, daß mit Rüdcsicht
auf den außerordentlichen Charakter dieser Reichslagefession, welcher
iediglich zur Berathung des Sozialistengesezes zusammenberufen,
von einer Diecussion unserer Handeis⸗ und Zollpolitik während
dieser Session Abstand genommen werden müßte. Wir hören, daß
leitende Kreise bder Reichsregierung diesem Ansuchen der schußzoll⸗
nerischen Gruppe des Keichstages nicht fernstehen, und daß man
die neulich statigehabte Unterredung zwischen dem Reichtkanzler und
rinem der Hauptvertreter der schutzzoͤllnerischen Richtung, dem Ab⸗
jeordneten v. Varnbüler, damit in Verbindung bringt.

Ein Vorspiel der Wirkungen, die das Soj'alistengesetz unaus⸗
dleiblich in seinen Folgen haden muß, trug sich dieser Tage in
Berlin zu. In einem Restaurant unterhielten sich, wie man
der Frankf. Zig. schreibt, zwei junge Manner über den von
Hrof. Wagner herausgegeben Briefwechsel zwischen Rodberius und
dassalle und kamen bei dieser Gelegenheit auch auf die leßte Lassalle⸗
ede des Fürsten Bismare zu sprechen. Ta erschien der anscheinend
urch den servirenden Kellner von dem Gespräche unleriichtete
Besiter des Lolals und erllärte. daß et in seinem Lokale soꝛialiftische
desprache und politische Crdrierungen nicht dulden koͤnne. Der
zetreffende Gastwirth scheint wohl schon einen Vorgeschmach von 8
lGba des Sozialistengesetzes und Furcht vor der Konzessionsentziehung
jehabt zu haben.

Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hasselmann hiell
Sametag Abend in dem socialdemokratischen Veren zur Wahrung
der Interessen der werllhätigen Bevölkerung Berlins“ in Bertin
nen Vortrag, dessen Thema lautete: Der Fürst Reichskanzler
lt die Proͤduknogenossenschaften durch Staotshilfe.“ Nach der
sRede — entwickelte sich ein sormlicher Hasselmann⸗Kultus. Alles

drangte sich an ihn heran, man hob ihn in die Hohe und küßte
hm die Hande, und ein Hoch nach dem anders wurde in endloser
RFeihe auf ihn ausgebracht. Sichtlich abgespannt bat er, man möge
hn nur kurze Zeit sitzen nud fich erholen lassen. Der Bitte wurde
ofort entsprochen, und nun boien die Arbeiler Cigarren, Bier ꝛc.
in Masse. Wahrend dem hatte in einem Nebenzimmer ein Klavier—
pieler die Weisen aus Mamsell Angot“ erklingen lassen, und
in Sattler Dastig, bekannt als fozialistijcher Wahlagitator, dirigirte
das „Lied der Petroleure“, dessen fünf Strophen nun zu Ehren
desß Hen. Hasselmann abgesungen, da capo verlangt und wiederholt
wurden. Das Petroleumlied hat den Refrain:

Hier Petroleum, da Petroleum,

Petroleum um und um!

Laßt die Humpen frisch voll pumpen:

Drei Mal hoch Pertroleum!
Darauf wurde noch im Chor die Andorf'sche Arbeiter⸗-Marseillaise
»orgetragen. Kurz vor 11 Uhr verließen die Schaaren das Lokal.

Die über Amerika eingetroffene Kachricht von der Besetzung

zer Insel Upolu (eine der bedeutendsten der Samoainseln) durch
has deutsche Schiff Ariadne“ hat man in Reichstagskreisen mit
em Sozialistengesetz in Zusammenhang gebracht. Von konsewativer
Seite meint man, daß die Regierung mit dem Gedanken umgehe,
zie zu längeren Freiheitsstrafen veruriheilten Socialdemokralen nach
er genannten Insel zu deportiren. Der „K. Z.“ zufolge wurde
ie Insel besetzt, weil die Regierung von Samog sich weigerte, den
deutschen gleiche Rechte zu bewilligen, wie den Amerikanern, obwohl
zurch einen Handels⸗ und Freundschaftsvertrag Deutschland alle
kechte der meistbegünstigten Nation zugesichert waren. Die Hafen
Jalatite und Falatiti sind gegenwärtig im deuischen Besitz, und
zZapitän v. Werner wird sie nicht herausgeben, dis die Regierung
hrer Verpflichtung nachgekommen ist. Einstweilen aber ist es doch
och zu früh, die Insel als deutsches Eigenthum anzusehen, und,
venn auch nur auf dem Papier, eine Strafcolonie aus ihr zu
nachen.
Ausland.

London, 18. Oll. „Reuter's Bureau“ meldei aus
Zonstantinopel vom 17. da.: Der Sultan habe gestern dem eng⸗
ischen Gesandten Layard mitgetheilt, er, der Sultan, habe ein
Schreiben an den Emir von Ufhganistan abgesandt, mit dem Er⸗
juchen, die Differenzen freundschafilich mit England auszugleichen.

Mostar, 16. Oct. Feldmarschallieutenant Javanovbics hielt
heute feierlichen Einzug in das mit Triumphbogen und österreichischen
Fahnen geschmückte Mostar. Ein hahlreiches aus Christen und
Türken gebildetes Banderium riti dem Commandanten entgegen und
jeleitete denselben in die Stadt, wo beide Bischöse, sowie ein
ürkischer Geistlicher, die Wurdeniräger und die Schuljugend den
Fommandanten erwarileten.
Bermisqhtes.

Kommenden Sonutiag wird in sämmilichen katholischen
Pfarreien der Pfalz ein Hirlenbrief des neuen Bischofs verkundet.
Lach der „Pf. 3.“ ist das Sendschreiben in besonders mildem
Ton gehalten.

FDie Nachricht in gestriger Nummer dieses Blaltes.,, daß der
AIrchitelt Professsr Warih in Karlsruhe vom Berliner Preisgericht
ur den Bau eines Kollegienhauses der Straßburger Universitaͤt den
J. Preis erhalten hat, ist noch beizufligen, daß Herr Warth ein
Pfalzer ist, und zwar der Sohn dest. Steuereinnehmerd Warth
zu Frankenthal, früher in Limbach, wo der Preisträger Ende der
Wer Jahre das Licht der Welt eröblickt hat.

fKaiserslautern, 18. Okt. Die hiesige Polizei war
heule Morgen in voller Thätigkeit, um in den hiesigen Druckereien
das Manuscript und den Saz eines Cirkulats aufzufinden, das
von dem Kaufmann Wilhelm Müller unterzeichnet ist, gegen welchen
die Herren Recior Dr. Recknagel, Redackeut Weise und Buchdrucker
Rohr Beleidigungeklagen angestrengt haben. Das Circular isi
zegen den kaufmännischen Verein resp. dessen J. Vorstand und
vieder gegen Dr. Rednagel, als Vorstand des Consumvereins ge⸗
richtet. Der genannte Kaufmann erklärt darin dem Consumverein

——
        <pb n="600" />
        „den Kampf bis aufs Messer.“ Der genannte Hauptgegner des
Fonsumvereins hat an seinen Schaufenstern „Austrittsformulare“
aus dem Consumverein und einen Trauermarsch“ für dessen baldiges
Fingehen angezeigt.

4Wie mon hört, soll Frhr. v, Gienanth gegen das in dem
Proceß wider Dr. David ergangene freisprechende Urtheil Berufung
angemeldet haben.

fKaiserslautern, 17. Olktober. (Kaif. Ztg.) Die
„Pfätzische Volkszeitung“ ist neuerdings auch von den nachsehenden
aiserslauterer Brauere besihern wegen Beleidigung verklagt worden:
Gebr. Pitthan, F. D. Bender, J. Mayer, J. Gelbert, Karl Gel⸗
dert, C. Marhoffer und Johann Schwarz. Auch diefe Klagen
tkommen am Mitiwoch den 30. Ollober vor dem L. Polizeigerichte
zur Verhandlung.

FAuch die Kaiserslauterer Bierbrauer sind wieder
auf den alten Satz von 12 Pf. per Schoppen Bier zurückgegangen,
da ihre Wirthschaften seit 1. Oli. leer sisanden.

7 Kaiferstautern. Fehr. v. Stauffenberg hat dem

hiesigen liberalen Wablkomite nachstehendes Schreiben zugehen lassen:
Betlin, 9. Oklober 1878. Sehr verehrte Herren! Die eben er⸗
haltene Nachricht über die Wahl des Wahlkreises Kaiserelautern ⸗
irchheimboianden bewegt mich zu lebhaftem Dank gegen die Waͤhler;
das mmir dewiesene Verlirauen ist um so ehrenboller, als ich dem
größeren Theil der Wähler persönlich unbekannt bin. Ich brauche
wohl nicht zu versichern, daß ich nach besten Kräften beftrebt sein
werde, diesem Verirauen zu entsprechen. — Es find so wichtige
Gegenstaͤnde, die der Erledigung im nächsten Landtage harren —
ich rechne hiezu insbesoudere die Frage der Steuerreform — daß
ich, sobald ich lann und es die Reihenfolge der dem Landtage vor⸗
zulegenden Gegenfände erfordert, mich persönlich mit meinen Waͤhlern
benehmen werde. Mit vorzüglicher Hochachtung F. Freiherr von
Stauffenberg.“

F Moorlautern, 17. Oct. Gelegentlich der Tanzmusil
am letzten Sonntage erhielt ein junger Bursche von 17 Jahren,
als er gerade die Veist'sche, früher Hemmer'sche Wirthschaft, verlassen
wollte, von eͤnem Unbekannten, ohne allen vorherigen Wortwechfel
einen Messerstich in die Eingeweide. Der Bedauernswerthe liegt
lebensgefährlich darnieder. Gerichtliche Untersuchung ist im Gange.

E. 3)

FQuirnbach, 16. Olt. Bei rückgängigen Preisen und
gutem Antrieb war der Handel unter dem Rindvieh recht belebt.
Der Pferdemarkt war mittelmäßig angetrieben und der Handel auf
demselben gering. Nach dem Marltregister wurden verkauft 8
Faffel, 18 Ochsen, 16 Stiere, 43 Kühe (darunter zwölf mit
älbern) und 72 Rinder, im Ganjen soinit 152 Stück Rindvieh,
z Pferve und 1 Füllen um den Gesammterlös von 32,286 M.
Naächster Markt am 6. Nopember.

7 Wie der „Sp. A.“ hört, sollen im sogenannten Cholerd⸗
bieriel iu Speyer, dessen Drainirung bald vollendet wird, inehrere
Faͤlle von Thphus vorgekommen sein.

7 Die Herbstberichte aus Württemberg lauten weit günstiger,
als die aus der Pfalz. Es wird doch sowohl qualitativ als quan⸗
itativ ein guter Mittelherbst erzielt.

Mannheim, 16. Oct. Die drei seiner Zeit von hier
zurchgebrannten Kaufmannslehrlinge sind von Brasilien aus nach
damdburg ausgeliefer? worden und werden jetzt von zwei hiesigen
Holizeibediensteten dort in Empfang genommen und nach hier zurück⸗
jebracht. — Das Beitlergewerde scheint selbst in dieser schlechten
Zeit noch ein ganz einträgliches Geschaft zu sein. So wurde
sestern hier ein „Beiller verhaflet, welcher in seinen Kleidern ein⸗
Jenäht nicht weniger als 18,000 M. bei sich führte.

F Einem unschuldig auf falsche Aussage hin zu zwöfjähriger
Zuchthausstrafe Verurtheilten wird in den nächsten Tagen vor dem
Schwuͤrgerichte in Am berg, die Rehabilitation durch Wiederauf ·
ahme des Verfahrens zu Theil werden. Der Mühlgefelle Johann
Veidenbaner war nämlich im November 1876 auf die Aussage
er Näherin Trenz wegen Mordversuchs zu zwolfjähriger Zuchthaus⸗
zrrafe derurtheilt worden. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß
aje ganze eidliche Aussage der Trenz nur ein Phantasieftückchen
dar und sie sich die vorgezeigten Wunden selbst beigebracht hatte.
die Trenz ist bereits wegen Meineds zu zwolfjähriger Zuchthaus⸗
leafe verurtheilt worden, und das Verfahren gegen Weidenbauer
nauß nach dem Strasprocetß wieder auigenommen werden, ehe reha⸗
ilitirt wird.“ (S. M.)

FSaarkrücken, 14. Oct. Heute Abend kutz vor 9
thr brannte die eine Reihe der Stallungen welche zur neuen
daserne gehört, vollstäͤndig nieder; die Pferde konnten geretttt
verden. Ueber die Entstehungsursache des Feuers verlautel
ioch nichs.
Dienstesnachrichtenn.—
Mathol. Kirchendienst.) Die erledigte Pfarrei Rubenheim
vurde dem Domvikar Petet Helfer in Speher verliehen.
Zum Reutbeamten von Obermoschel wurde der Rechnungscom⸗
nissar der Reg'erungs-Finanzkammer der Pfalz, N. Moschel befoördert
ind die Stelle eines Rechnungscommissärs der Regierungs Finanz⸗
sammer der Pfalz dem funct. Rechnungssrevisor L. Reanault in
Speher verliehen(
Im e xction xart Vortlich: — m⸗

—8 7 7* F * 1 Bre
uste⸗ Nicht —— * — ——
Die meisten Menschen werden bei dem Witterungswechsel im Herbst und
fruhjahr vom Husten befallen. Es ist irztich constatirt, Idaß jsder Husten hochs
zefaͤhrlich werden kann und kein Huhender deßhalb ganz sorglos jein darf.
Dir machen darauf aufmerksam, daß obriges Fabrikat arztlich geprüft und
blohlen in. 9 Zu haben in St. Inab ert bei Herrn J. Friedrich.

Be G. Seibel, Bubbinder,
lann man auf alle
Zeitschriften
abonniren.

Lampen⸗Chlinder
1 Si. 9 Pf., 8 Dh. à 80 Pi
dei mehr noch viel billiger.

E. V. Sussong
Blieskaflel.

Todes⸗Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unser liebes
ind EMmmæa.
nach 14tGögigem Dasein wieder zu sich abzurufer.
Die Beerdigung findet mergen, Montag Nach⸗
mittag um 8 Uhr statt; dies Freunden und Belannten
als hoͤfl. specielle Mittheilung dienend.

Die trauernden Eltern:
4 Petchthold,
⸗BOxeqqhthold.

Die Posthaltestelle
in St. Johann für St. Ing
bert und Ensbheim befindet sich
jetzt imn Goldenen Lamm⸗
Mainzerstraße.

Brust⸗ und Am⸗
gen-Leidenden.
sowle denen, welche an Katarrh
od. Heiserkeit, Verschleimung, Blut⸗
speien leiden, kann kein ange⸗
nehmeres u. sichereb, zugleich rein
diatetisches Haus⸗ u. Genußmittel
empfohlen werden, als den rühm⸗

ichst bekannten rheinischen

Fraußen-Brusthonig

— welcher allein ächt

Eα), mit nebiger Ver⸗

lußmarle,

2 ,

s . euliq

——ν in St. Ingbert

—E bei J. Fried⸗

rich, in St Johann bein F. P.
Dudenhöffer und Larl KThiriot,
in Saarlonis bei F. Altenlirch,
in Blieskastel bei Apotheker C.
Kichter, in Saargemund bei Apo⸗
ibeker H. Kirchner, in Sulzbach
bei Apvotheker A. Treffon.

9
—
353
V
3
45
17
317

Erce stbri ngend
jur alle Kranken ist die Lecture
der zahlreichen in dem Buche:
Dr. Airy's Raturheilme⸗
hode“ abgedrudten Berichte
Wer die erfolgie Genesung auch
in verzweifelten Fallen. Preis
Ml., vorräthig in K. Gott⸗
o1d“*8 Buchhandlung in Kai⸗
erslautern, auch gegen Einsen⸗
dung von 12 Briefmarken à 10
pf. franco zu beziehen durch
Richter's Verlags⸗Anstalt,
Leipzig. Ein , Auszug? steht
gratis u. franco zu Diensten.

Aigste Remontoir⸗
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verden rasch und billig angefertigt in der
J. J. Demetz schen Buch- und Steindruderei.
en 3. X. Demetz in Si. Ingbert.
Bieru .Allustrirtes Sonntaasssblatt“ Nr42
        <pb n="601" />
        Sl. Inagberfer Anzeiger.
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Der St. Ingberter Auzeiger und das (Z mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

iage) erscheint wöchentlich vlerm aühz Dieustag, Dounnerstag, Samstag nud Sonnatag. Ser Abonuementspreis beträgt vierteljahrlich

Mark 40 R.⸗Pfa. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswaäris mit 13 Pfg. fur die viergesp altene Zeile Blattschrijt oder deren Naum. Neelamen
mit 830 Pfg. pro Zeile berechnel.
— 167. Dienstag, den 22. Oktober n 1878.

—

Deutsches Reich.
Berlinun, 19. Okt. Der Reichs!ag nahm in seiner heutigßen
Sitzung das ganze Sozialistengesetz bei namentlicher Absti nmung
nit 221 gegen 149 Stimmen an. Dafür stimmten geschlossen und
mnusnamslos die beiden conservativen Fractionen, die Nationalliberalen,
zie Gruppe Löwe und einige nicht Fractionen angehörige Liberale.
Fürst Bismard verliest darauf eine Botschaft des Fassers, wo—
zurch er zum Reichstagsschluß ermächtigt wird. Fürst Bismarck
xuckte seine Befriedigung über das Zustandekommen des Gesttzes
uus und erklärte, die Bundebregierungen seien entschlossen, mit den
»om Gesetz gewährten Miiteln einen aufrichtigen Versuch zu machen,
)ie herrschende Krankheit zu heilen; schwerlich werde dies in dritt⸗
Jalb Jahren gelingen, doch hoffte ˖ die Regierung alsdann auf weiteres
xẽntgegenko umen des Reichstags. Die Sizung schließr mit einem
)xeimaligen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser.
Das „Berliner Tazbl.“ bringt die angeblich von vorzüglich
anterrichteter militärischer Seite hexrührende Mittheilung, daß am
. Nobembder rund 20,000 Mann mehr in das deutsche Heer ein⸗
zestellt werden, als dies sonst der Fall zu sein pflegt. Das genannte
Zlatt will diese Mitlhellung nicht als eine Kriege in Sicht-Mel⸗
ung* aufgefaßt wissen, dennoch erscheint sie ihm angesichts der
uropdischen Lage von haborragender Bedeutung. Der Artikel
chließt mit folgenden Bemerkungen: „Noch ehe man öffentlich
»on der Ernennung des Grafen Beust für Paris schrieb, waren
obige militaͤrische Maßregeln schon getroffen. Sie bedeuten hoffenl⸗
—X
)xassy sich als Gutsherr nach Terebes zurüdgezogen haben und
ollie die westmächtliche Koalition: Frankreich-Italien-Oest rreich
ine Thatjache geworden sein, dann wird auch die öflliche: Rußland⸗
Deutschlad in voler Rüstung Lhereit stehen. Seilbstverständiich
vird daun Graf Schuwaloff an Stelle Gortschaloffs sitzen. Man
nuag fich drehen und wenden, wie man wil, sehr ruhig siehl's in
rutopa nicht aus. Darum bräaucht es noch keinen Krieg zu geben.
Denn das beste Friedens⸗-Rec⸗ptbleibt immer das alte: „Willst
ODu Frieden — dann rüste Dich!“ Die Verantworlung für die
Richtgkeit dieser Mittheilug muß dem „Berl. Tabl.“ überlassen
Neiben.
Die Wiederaufnahme der Verhandlungen wegen Erneuerung
»es deutsch⸗osterteichischen Handelsvertrages haben sich, wie man der
Fitf. Zeitung aus Verlin schreibt, au's Neue Schwierigkeiten in
»en Weg gistellt. Von Wien aus soll in Verlin das Ersuchen ge⸗
tellt worden sein, den Vertrag wiederum provisorisch auf 6 Monate,
ilso bis zum 80. Jun 1879 zu verlängern. Obgleich diesem
Zerlangen die Mittheilung beigefügt worden sein soll, daß andern⸗
alls am 1. Januar 1879 auch gegen Deuischland der neue allge⸗
neine Zolltaref in Kraft treten werde, scheint man doch in Berlin
)em dsterrechischen Verlangen gegenüber eine sehr grohe Zurückhaltung
ju beobachten und die endliche Herstellung eines definitiven Zustandes
u wünschen. Es entspricht Dieß auch den allgemein laut gewordenen
Dünschen aus unsern industriellen Kreisen, welche durch die Unge⸗
vißheit über die künftige Gestaltung unserer Verkehrsberhälmsse mit
Desterreich schwer geschadigt werden. Man wird von Berlin aus
vahrscheinlich dem Wiener Kabinet anlworten, daß man jetzt zweimal
)en Wünschen Oesterreichs wegen einer kurzen Verlängerung des
estehenden Vertrages mit Rücksicht auf die inneren Verhältnifse
dflerreichs nachgegeben habe, daß aber jetzt nachdem der Ausgleich
wischen Oesterreich und Ungarn abgeschlossen, kein Grund für die
Berzögerung der definitiven Regelung der Verkehrsberhältnisse zwischen
Deutschland und Oesierreich mehr vorhanden sei. Viell⸗icht wird
nan auch nicht vergessen, darauf aufmerksam zu machen, daß mit
dem Ablau'en des Handelsvertrages auch gleichzeitig das Zollkartel
mßer Kraft tritt und daß Oesterreich daher rechtzeitig an eine
Lerstärkung seiner Grenzzollbeamten denken möge.

herein — gefallen, fechten eine Anzahl Häuser ab und fahren dann
in einem Wirthshause da weiter, wo sie in dem nahen Mimbach
dehen geblieben waren, nämlich deim Kurzen“, wie man sich hier
u Lande ausdrückt. Nachdem sie ihre Sauflust befriedigt hatten,
rachen sie ohne Umstände auf und wollten dem Wirthe für ihre
Jeche einen dritten Saufbruder, der sich unterdessen eingefunden
atte, einen Korbmacher aus der Umgegend, als Ersatz zurucklassen.
Dder Wirth war damit natuͤrlich nicht zufrieden, sondern stellte sich
yor die Thüre, den Handwerksburschen den Ausgang versperrenö
ind denselben erklärend: „Das geht nicht! Sie müssen ihre Zeche
ezahlen!“ Was thun jett die Handwerlsburschen ? Der äliere,
in Gaäͤrtner, zieht einfach sein Messer und will sich Bahn machen.
der Wirth, ein starker Mann, läßt es jedoch zum Siechen nicht
ommen, sondern giebt dem Strolche einen Stoß auf die Brufi,
aß er zu Boden taumelte. Unterdefsen verfetzte aber der andere
dandwerksbursche mit seinem Todtschlager dem Wirthe von hinten
inen solchen Schlat auf den Kopf, daß dieser gleichfalls betäubt
rie dersiuczte. Nun wollten sich die beiden Strolche über den Wirth
sermachen, als ein im Dorfe verheiratheter und ganz in der Nahe
vohnender Sohn desselben, ein Schmied, den gan schnell herbel⸗
jerufen, die Thüre dffnete und seinem Vater zu Hülfe eilte. Aber
mich jetzt quittirten die Strolche das Schlachtfeld noch nicht, ob⸗
vohl dieselben bereits zu unterliegen begannen. Erst als ein zwei⸗
er Sohn des Wirthes, ein im Dorfe verheitatheier Backer, zur
dülfe herbeieilte und es jozusagen Prügel auf sie regnete, suchten
⸗ie verwegenen Burschen, nachdem fie noch einen schweren Stein
n den Hausgang geschleudert, das Weite. Der eine sprang durch
ie Blies, wodurch er nach Blieskastel flüchtete. Im vorliegenden
jalle nahm die Sanhe noch einen verhältnißmäßig günstigen Aus—
ang. Allein man fragt sich unwillkirclich, was aus dem Wirthe
eworden ware, wenn ihm nicht zufällig seine Söhne hätten zu
hilfe eilen tbunen. — Heute höore ich, daß die nämlichen Strolche
estern in Blieseast ˖l eine Ladenkasse plünderten und jtzt hinter
Schloß und Riegel sitzen. Wenn dem so ist, dann wird ihnen
icherlich die hiesige Affaire auch mit eingebrockt werden.

Kaiserstlauterrn, 19. Oet. In der derflossenen Nacht
zelang es zwei gefährlichen Verbrechern, dem Ehr. Muͤller (Kride⸗
nüller) aus Zweibrücen und Ad. Eitelmann aus Dürkheim, aus
giesigem Zuch:hause auszubrechen. Dieselben wacen noch nicht
ange eingebrecht und in zwei benachbarten Zellen verwahrt. Die
Borbeteitungen zum Ausbruch wurden jedeusalls seit laäängerer Zeit
zetroffen, da auch nicht das Geringste versäumt war, was zum
Belingen desselben beitragen konnte. Zuerst brach Müller eine
Deffnung aus seiner Zelle in d'ie des Nichbarn, wobei eine selbst⸗
efertigte Laterne zut Beleuchtung diente. Von der Zelle Eitel—
nann's aus, in der noch zwei andere Gefangene schliefen, die man
nit scharfen Schuhmacherkne'pen bedrohdte und einschüchterte (jsie
rbeiteten im Gesängniß als Schuster), wurde eine weite Ocffnung
a die Decke gebrochen, durch welche die Flüchtlinge auf den Spei—
zer gelangten. Hier fertigten sie aus Stangen eine Leiter, die an
en Enden mit Lumpen umwickelt und von dem Spricher auf das
Ddach der Zuchthaus Capelle gelegt wurde. Die Flucht ging als⸗
ann Über das Tach weg nach dem kleinen Thürnichen. wo sie ein
anges Seil, daß sorgfältig mit Knoten versehen wurde, an der
sernen Querstange befestigten, mit dessen Hilfe sie auf die Stroße
zelangten. Die beiden Schildwachen, links und rechts, hatten von
»em Vorgange nichts bemerklt. Man hat übrigens noch gegen 4
Uhr Schritte aus dem Speicher gehört, so daß die Füchtlinge bei
Tagesanbruch unmözlich schon weit entfernt gewesen sein können.
Ueber die Richtung, welche dieselben einschlugen, bestehen nur Ver⸗
muthungen. (Pf. P.)

f Wie dem ‚„N. We aus Kaiserblautern mitgetheill
wird, ist dort das Gerücht verbreitet, daß man daselbst französsiche
Staatsobligationen in bedeutendem Betrag gesunden habe, die in
den Jahren 1870,71 einem Franzosen geraubt worden sein follen.

Ddie Untersuchung soll eingeleitet sein. Ein, Handesmann dvon
Kaiserslautern soll, wie man vernimmt, flüchtig geworden sein.
42* fNeustadt, 18. Oct, Vergangene Nacht wurden diem

Germischtess.

fe Aus Breitfurth, 17. Och., wird der „Pf. Post“
neschrieben: Kommen da am Montaäag Mittag zwei betrunkene
dondwerksburschen, ein Oesterreichet und ein Preuße, in's Dorf
        <pb n="602" />
        —F Scqhreiner J. Becker M. mitselst Einsteigend in eine bewohnte
ube seines Hauses eine Schatulle mit 2600 Mark (2000 Mars
in 20 Markstücken und 600 Mark in Papier) gestohlen. Hert
Becket seßt eine Belohnung don 100 M. auf die Ermittelung des
Diebes. Der Verlustragende ist derselbe Herr, der bedeutendi
Lieferungen sür das Gewerbemuseum übernommen und dessen Holz
lager und Schuppen vor nicht langer Zeit ein Raub der Flammen
wurden.
F Landau, 17. Oct. Wie der, Augsb. Postztg.“ von einem
Correspondenten aus der Pfalz gemeldet wird, ist sichetrem Verneh⸗
men nach Herr Stodipfarter Michael Seibel h'er von der kgl. Re⸗
zierung als Domcapitular in Aussicht genommen. Zugleich soll
dewselben die Stadtpfarrei und damit auch die Domypredigerstelle
in Speyer überttagen werden.

Dangudheim. Der hiesige Sozial' stenverein hat sich, wie
das „Tageblati“ höͤrt, in einer gestern abgehaltenen Versammlung
aufgeidst. Das borbandene Vermoöͤgen wurde unter die Mitglieder
dertheilt.

f—Straßburg, 14. Oct. In Rothau im Niederelsoß
hat am Adbend deß 11. de. M. eine furchtbare Feuerb⸗
brunst die dem Hause Steinheil, und Dieterlen u. Comp. gehöͤrige
Spinnerei in Asche geleglt. Troß allx Anstrengungen gelang es
nicht, das Gebäude zu retten. Die ganze Spinnerei mit circa
10,000 Spindeln ist vollständig niedergebrannt.

Me'iß, 16. Ott. Die Weinlese hat im Moselthal dergangene
Woche ihren Anfang genommen, in den Hauptweinlagen wie Sch—
Vauz. St. Rusfine dagegen erst mit Beginn dieser Woche. Während
sonst in hiesiger Gegend der Weinbauer nach altem Herkommen meist
schon in den ersten Tagen des Oltober zu lesen anfäugt, da sonst
angeblich der Wein „introdne“, hat die diesjährige prachtvolle,
warme und trodne Herbstwitterung dieselben veranlaßt, die Trauben
rine oder zwei Wochen länger hängen zu lassen. In Folge dessen
ist der Ertrag qualitativ eine alle Erwatkungen übertreffender.
Da auch d'e Quantitat nichts zu wünschen übrig läßt, so sind
unsert Weinbauern in bester Stimmung. (S. M.)

F Stuttgart, 15. Okt. Ein Parlamentarier Schwabents
hal jungst fsolgenden Verb ersounen und an den Reichstag adressirt:

Plagt nicht so lange euren Witz,

Ich sag's Euch verbis puris: VF

Wenn's brennt greift man zur Feuerspritz,

Und nicht zum eorpus juris! J

f.Vom Mirrelrhein, 15. Okt. Der Kaiser Wilhelm

hat der im Lause dieses Sommers so schwer von Gewittern und
Wolkenbrüchen heimgesuchten Geweinde Niederheimbach aus seiner
Privatschatulle ein Geschenk von 83000 V. juweisen laffen.
Auch schon dagenesen FIn Dufseldoxf wurde ein Buͤrger
wegen einer angedlich vor drei J hren begangenen Majestaätsbelt idigung
denunciri.
Mons, 189. Oct. Unter den Arbeitern in den hiesigen
Steinbrüchen ist eine Strike ausgebrochen. Eine Abtheilung Gen⸗
darmen hat fich bereits nach dem detreffeuden Bezirk deeden; auch
haben Linientruppen Befehl zum Admarsch echalten.

pVon den Zünflingen. Nachdem von den vor Kurzem in

Lagerndorj gebotenen Funingen schon vorher vier Kindletn
mit Tode abgegangen waren, ist am jungften Sonnabend das Leßte
14 Tage alt gestorbhen.—

EMache ist suß.) Der Zug von Paris nach Versaillen
sollte in fünf Minuten abgehen. Ein Herr sieigt kilig in ein
Toupô erster Klasse, die brennende Cigarre im Munde. Im Begriffe,
sich zu segen fieht er sich einer äliern Frau gegenüber und will
ben, als ein Mann von guter Erziehung, die Cigarre zum Fenster
hinauswerfen, als er von der Tame hart angelfahren wird: Wissen
Sie nicht, daß es nicht gestattet ist, in einem Coupo zu rauchen
jn dem Damen sich befinden ? „Mein Gott,“ erwiedert der Herr,
Sie sehen, ich war eben im Begriff, Ihren Wünschen zuvorzukommen,
ndessen werde ich Sie überhaupt nicht weiter behelligen“ — und
zerlaäßt mit stummer Verbeugung seine Gegenüber. Aergerlich
nimmt er auf der Plattform eines Wagens dritter Klaffe Plaß und
zampft seine Habdannah. Da setz sich neben ihn ein zerlumpter,
rach Zwiebeln riechender Kerl. „Mein Freund“, wendet er sich an
enselben, „bist Du schon einmal erfter Alasse gefahren ?? „Niemals.“
„So komm', ich habe dier ein überflüsiges Billet, das ich nicht
jerfallen lassen möchte, Du kannst's benußen.“ Und er führt ihn
iu das eben verlafsene Coupé, weist ihm den Platz an und schlägt
zie Thüre zu. Im nächsten Augenblicke ging der Zug ab. Bis
Versailles wurde an keiner Siation angehalten.

f Wer General zu werden wünscht, Der begebe sich nach der
stepublik Venezuela; da ist die Aussicht auf Avancement noch
ine günstige. Wer daran zweifelt, der betrachte fich die unten
jehenden Aufschlüsse über den Stand der Armee unter dem General⸗
Zräsidenten Guzman Blanco in der Champagne dvon 1870 — 1872.
Im Staate Bolivar: Gaide-Bataillon: Gemeine Soldaten 5380
Diese wurden commandirt von: 1General, 83 Colonels, 78 Officieren.
Division Urdankta: 5 Generält, 9 Colonels, 78 Ojificiere für
298 Soldaten. Brigade Zukia: 2 Generäle, 8 Colonels, 19
Officiere, 104 Sold ten. Dibision Loß Altos: 16 Generält, 19
Colonels, 112 Officiere, 480 Soldaten. Park: 1 General (Gott,
wie bescheiden!), 7 Colonels, 28 Officiere und — 53 Soldaten.
dolone Alcantara: 1 General, kein Kolonel (Woher dieser Mangel 7)
i1 Officiere, O90 Soldaten. — Im Staale von Aragua: 41 Ge—⸗
neräle (Alle Achtung!), 28 Kolonels, 198 Ojficiere und 1072
Soldaten. Summau: 67 Generale,' 69 Colsnels, 825 Officiere,
2627 Gemeine. Kann man sich ein schöneres Verhältniß denken!
Und nun gar der „Park“ wmit seinen 36 Befehlshabern auf 502
Soldaten — ein Officier und ein Halber auf zwei Soldaten —
Das gidt zu denken, sagt Auerbcch.

F Ein küurzlich in Peter Sburg verstorbener, ehemaliger
Schneidermeister hat laut des von Notar aufgestellten Inventars
ein altives Vermögen von 5,803, 450 Rubel hinterlassen. Die
Passiva beliesen sich nur aui 82 Rubel 10 Kopeken. In seinem
Testament sogte der Ecblasser, er habe im Jahte 1842 sein Ge—
chaͤft mit 8 Rubel begonnen. Er kaufte dafür den Stoff zu ei⸗
nem Rock, den er für 13 Rubel 50 Kobelen veilaufte.

Fhr die Redaction veraniwortlich: F. X. Demet.

Bekanntmachungen.

Wirthschafts-Verlegung.

Die Verlegung feiner Wirttschaft aus dem Brück'jchen
Hause rach dem „Goldenen Laum'““ vis-d-vis dem früheren
Lokal zeige hiermit ergebenst an.

St. Johann, den 16. Otlober 1878.

Achtungs voll

Warnung.

Ich ersuche hiermit Jedermann
meiner Tochter Maria veder
etwas zu borgen noch zu leihen,
indem ich don heute an nichts
mehr für d'eselbe bezahle.

St. Inabert 20. Okt. 1878

Pet. Josß. Jung.

BB2225Mv
Montag, 28. Okl. a. 6.
Morgens 9 Uhr läßt die Ww.
don dem v rflorbinen Hermann
Wedekind auf dem Ens—⸗
heimerhof

Reitpferd (auch eingefahren),

1 Arbeitepferd.

8 Stück 1/2 jährige Fohlen,

20 Stück Schaafe,

mehrere Zuchtkälber Holländer
Kage und

i Jagdwagen
—I
dersteigern.

Fritz Jolas.

Münchener
Pràmienlotterioe.
000 Geldgewinne.

EMuuPttre sfeær
40, OOO MATKER
DAGAMV.
ziehnug am 5. Uor. 1878
Preis dos Loosos J Mark
Auf 10 Loose l Preiloos.
Zu beziehen durch die
General-⸗Agentur

r BPA.
Bankgeschaft, München,

oder
Herrn F5szWoll
in St. Ingbert.

Soeben erschienen in neuer
Auflage:
Hitht n. Rhenmatis mus
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standliche Anleitung zur Be⸗
kämpfung dieser Leiden. Mit
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in Briefmarken franco versen⸗
det von K. Gotthold's
Juchhandlung in Kaißers⸗
autern.

Die Posthaltestelle
in Et. Johannu fuür St. Ing
bert und Ensheim befindet fich
jezt im »„Goldenen Lamm“
Rainzerstraße.

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Durch den Unterzeichneten sind

zu beziehen:

Violinen von 4-100 M.,
Cellos 15- 150 M.,
Bässe 30-150 M.,
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Alles unter Garantie.

Franz Woll.

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A
nm und Verlag von y. x. Demeß in St. Ingderi.
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3335353537 238232
1535355 583 28853 585
—2.5 *43383 53 536353. —8 s58633
5 2:7533.5 5223553 *8 —853353 535555338
53555532337 I 332 38 6585535 553352335351388
2 335 33333 353333523 333358 3 638*
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537 533333 535333233 3553683 3z3 3 323
35 53255 2535238 58 —S 25 — 73 *585 22* — * 5 8
2 — 52 —J— 58 238 38
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533387578 —83835355 237537 28 ]ε
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232 — 2222 22533 85 222325 5* —— 5243 —A
55 352 D 22 —A — 858 8 5 5 23532 27 NB8225 8 285
— ẽ 234 5x353238 5 * — ⸗8553B8. * 5*
55 5323225335 5352328688 5 z3552 —A — 82 —A
255 * S 7 2532238 231.,3 52233 3 3 0 S5 **28 ————
—A — 28 853 22 3z35 555333— B3B5255 F 3
2 — —5225 * 52224— 2 23 23 S8 * 8 3 c8 —* 2c **
525 55252 —A — — 52 — —22E532 228 25283
25,.58 2* 522338 ——5525 — 53*332353528 8 5355*
328337 633535 zazeet
* —3 J
3523255 2333823
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255* 355258232373232 5213235S
z232325253 577 55285ẽ 5
s2653325 —865
*536582385
        <pb n="604" />
        2 5 —
53555
523333 532c3
——— 558
23332855 5383.
232335 * —— — 52 5
—— 5323 522333
55733* e* 23
*7585 553932* — — 3 28 53 78 788
* 3222 39323 * ete 73887
233438 —** 37 382338 75333858 327 27
53830 z2538 3338 A — 33382388 * 525355
35 55 5333338 55251 338588 *
— — 23338387 2 32 2. 2 — S 3 * 8*5 7 z288
33*23737 32 5 7 2533253 7333285
vx 323328 s 25 7 50253388 3338 ———
* ⁊ * — — * 2* 4 — *
522 — 52* 8 22557 32*3
226063 *223 3335 *7 * 533833338 —5532
2 9332323532 — *2527 755 5345 — 3358 ——
A2 Sc . 2* «* 8* ⁊ — 3552 —4 8* s 73328*
5 3333888 ——— 3253 5327 * 283 2233 2288
8 58588233* —2368 23*3355* 233 —
22 3235838 S* 52 583 585333 52 853
5*8* 2358 253* .* 333 3 328 235 53388
74 78 ——— 2 825323 — 3 22 33 25*
2238828 — 53338 9333 —A— —W 55 — 833.
— — —8 583 3 * 5 52 * 5 52 —— —8 5358
222 2* S. 3 ** de 25533 33 8* 2 3237 33323883
23338 2 * 3B. 7e— —82 —
— 7 n 57 22535 258 — 3.
52832232 33832 53 38 *5 35335 *57
—2·⸗ — * ⁊
35 553 5 2520* 2338 — 25888* 235—8 355558
85*7333 538* 32329035 275 25 3 253 * 288
F 255 —— * — 32238 —— — 202 35*3 —* 2*
83 * 38 5536*8
2 3338333535* *
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—* 2325 — 3 257 83.5 323
2282* *25533 333868*
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55353 5* 327
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— II— * 535838 —
* 528 —e— 23* 2 2 2333 5 8 —8
— 2 2352388 323 —33* 535—
5538 —— — 532 *82 *
42583383 3323 3 7* 33
2 227.5 —* 25333338 538 225 55
2. 3.2 283 2 3 222 —A 3 2325
*2 85 3. 53 3 27 *
———— S 23 8*83 —— 2583323 *60
32238 52573 5828 4332338 43
5328337 3238 — 83 753 22782 2 823*
83 5. 2* — 332236835 c. 53 2 2232
2.22 2 2 * * 53 2 * 8 25
2 2* 8 2 — 323283353533 3 53252
22. 72 * 853853 232335 8 2
———— 28 53352357 — 32283 73* —
3232323 *25 —* 2828 5 7* 37 7
232335 * z33* 3 253354 —
74335 —A — —25 88 75533
253 288 208 —— 5228 535 3*3722 7
3332 83 23338 238 23 222275
282 28 3533353535 J 522532 F
—A 22. 2* 3255353 55 52257 —
55. 83 558 2 35555737 52253 355
s 23 22* 2 388 * 327 32 2
22535 80 —2 28 3 —25 7 3 2 J
—— — — TEk. 5 87 53283 25*
3338 2833 * I8 238 s5258 3
I 28 *328 383* — —— *
ä * —— *
* * 8 8 —2
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22353788 5—
583533553—5 — 8
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3525 2 —5
— 3— 5 1 .2 2 .
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28 — 5» 7333533
3 233353 225935—835 —333 8383
—— 5323 53522— *2583385 — —382.8 5323
23258 75. 4. 3 8 258 06533533257332 9
2 33 2287r 55 —8 2. 233252 227
25887 33 4 *2
2 3 — »2 — *
— 7253 90982* 215235,33337533 —— ———
— — *55398 223233 533 8238 2823 3
732 252—853*—325337 37335537536
25—. 22558 38533225 355333 33* u
z5323 52238332*532 2323593523 *25
22355 5238 235 *222232228 53388 2
73 233838376353 25552323322*
2— 32 3 258 *237 t 5222 282 2
32325323 3333 738335 —
—— —3 — * 77 — *8 — — —A — S —
A— 5232338 2323363 2385285 338585
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— 23 —5238* 8 —28 233 23 75328
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* 2 * 22085 2 — ———— ——2 —5 588 5. *
522.2* 25*2 *n323237 523— 3883255*
—— 28 — 23323535 55327 4 2 c
272 7382.5353 57 3 2522 2235533,228
** 3 3353* 238353322 2253358353323533
— 22322 23333332 32
— 7282 2— —5* 5323232 2

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2322. 3 253 * 22 50 * — ,
38232333* * *5 2 232 S0933 523
22532 523222 8 * 2 2 22*5232.7 5
275 —9 —28 353238 3 — 72 —
— * 2283
J * 35 28 23 8 2835222 2 252378 —
—— e 3 ——
33328 2323 27353 S 5*838753 2* —
** QOs 23 22.5 3 22 2S 525538 — 32325
—— 5223235 58222 65 55 233 2 2 83
525 —— 233 * 22582 255*4 2235 22
5 552 323 9082 —— 335532 2822. 5332
2B23. 2 — 2 2233 —A S52 2 * 13
33348 s578 365 25 78*3 533
58 2232 — 22 — 5 5 — 22 8—
2. * 22 —3 — h 23235 — — — — 222
333323333 2 J 7* 232*3 0 22 22.* 43
*22338 — 3238 * 2* 7 — 28 232 52 57
225 22322 7 26 — — 53832 2. 234 * 2
323 — * 3 2 25323 32288 —A 2322 —3
* — 3 —— 222 2 c 5 32 5 22 5 32* *
8 z 2 38* —S 23286353 —
2338333 2 315343583* 225 533 24
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* 2 * — . 2 2 2.
—A — 2 * 2 25353533 —A
72332323 8 —A— 355333 —
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5225 62 5285 552 555535
232835538 2 325 38*
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        <pb n="605" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— — — — — —
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal winhhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungeblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗
Ulage) erscheint woͤchentlich Viermalz Dieustag, Donnerstag, Sametaz aud Sonnatag. Der Abounme mentépreis betragt vierteljahrlie
1 Mark 40 R.Pfg. Auzeigen werden mit 10 Phfag., don Aaswvarts mit 15 Vfg. fur die viergespaltene Zeile Blattichrijt oder deren Raum, Neclamet
mit 80 Pfa. vro Zeile berechnet.
— — —— — ——— —
M IGBs. Donnerstaa, den 24. Oktober 1878.
—— —.

—
Deutsches Reich.

Die ‚Allgemeine Zeitung“ meldet: Der Nönig von
Bayern hat den Profefssor der Theologie an der Universität
Würzburg, Dr. Stein, zum Bischof von Würzburg ernannt.
Diese Ernennung hat ihre Geichichte. Ein Theil des Wärzburget
Didzesanklerus hatte vor einiger Zeit die Taltlosigkeit begangen,
an den Konig von Bayern eine Adresse zu richten und ihn um
baldigste Besetzung der Didzese zu bitten. Damit aber kamen die
herren übel genug an, denn Ludwig II. läßt sich nicht gern
eAwas einteden und so wurde denn die Adresse dem Kultusminister
mit dem Beisatze übermittelt, den Unterzeichrern das allerhöchstt
Mißfallen über dieses ungeeignete Drängen zu erkennen zu geben.
Die Fassung des bekannt gewordenen Erlasses läßt an Schärfe
nichts zu wünschen übrig. Schließlich hat sich der Monarch nun
doch entschlossen, die Vokanz zu besetzen — aber die Würzburger,
welche den Pater Anbrostus Raes zum Bischof wollten, werden
schwerlich erbaut sein von der Ernennung, welche König Ludwig
aus eigener Machtvolltommenheit getceoffen.

Ausland.

Loudon, 22. Ott. Ein Telegtamm der Dailh News aus

Simla vom 21 meldet: Der Krieg mit Afghanistan gilt nunmehr
für unvermeidlich. Die Antwort des Emirs an den Bizeköͤnig be⸗
agt: „Macht, was ihr wollt! Das Ende sieht in Gottes Hand!“
Die Antwort des Emirs ist der Regierung in London telegraphisch
mitgetheilt worden; ihre Rückäußeruug über das einzuschlagende
Verfahren wird bis Mittwoch erwartet.
0 Die sich schon lange hinschleppende Geschaftsstockung in Ein g⸗
land nimmt Angefichts der politischen und finanziellen Erreignisse,
die Britannien heimsuchen, schäcfere Formen an. So wird unler
Anderm aus Sheifield, dem Hauptort der englischen Messerschmied⸗
Industrie, gemeldet, daß der Rückzang in der Eisenbranche noch
nicht zum Stillstand gekommen; hier sowohl wie in Birmingham
und anderen Orten liegt das Geschäft vollkommen darnieder; die
eberpꝛodutiion des verflossen Jahres in Verbindung mit den
gegenwärtigea Banlken ˖ Kalamitäten macht ihren Einfluß immer mehr
geltend. Es sind neue Lohnredultionen von 5 bis 10 pCt. den
Arbeitern proponirt worden; einige der größten Fabrilen und
Eifenwerle haben erkläct sie würden schließen, wenn die Arbeiter
die Reduktion nicht acceptiren sollten.

Mabrid, 22. Olt. Nach hier eingegangenen Mittheilungen
aus Tanger soll auch der dortige diplomalische Vertreter der Ver⸗
einigten Staalen von Marolkanern öffenil'ich insultirt worden sein,
ahne daß bisher von den Behörden dagegen eingeschritten worden wöre.

Berlin, 20. Olt. Auf Veranlafsung der Kriegervereine
Berlins und Umgegend beabdsichtigten saͤmmtliche Kriegerdereine
Deuischlands, durch Entsendung von Deputirten nach Berlin St.
Majestät dem Kaiser eine großartige Ovation darzubringen. Nach⸗
dem die Ausführung vollstandig gesichert war, ist jetzt dem Vor⸗
sizenden des geschäftstührenden Ausschusses, Stadwerordneten
Diersch, auf seine Anfrage durch den Oberhofmarschall. Herrn Gra⸗
jen Püchller, der Bescheid ertheilt worden, daß Se. Maj. sehr er⸗
freut über die gute Absicht seien und den besten Dank dafür aus⸗
sprechen ließen. Da jedoch Se. Majestät erst anfangs Dezember
ds. Is. nach Berlin zurüdkehren könnten, so wünschten dieselben
schon in Anbettacht der Weitierungsverhältnisse und in Rücksicht
dacauf, daß für viele dem Vereine angehörenden Kameraden die
Theilnahme an der beaobsichtigten Kundgebung mit Opfern an Zeit
und Geld verbunden fsein dürste, daß von der in Vorschlag ge⸗
brachten Ovation um so meht Abstand genommen werde, als Se.
Majestät von den patriotischen Gesinnungen der Mitgleder dieser
Vereine überzeugt seien und auf deren fernere Hingebung für die
zute Sache mit Sicherheit bauen.

Berlhin, 22. Okt. Das heute Nachmitag ausgegebene
Reichsgesetzblatt verdffentlicht das Socialistengesez.

Offenbar verfrüht geht durch auswärtige Blätter, welche
bartikulatistischen Interessen dienen, die Nachticht, daß das Reicht⸗
Justizamt dereits mit der Ausarbeitung einer Stafgesetznovelle be⸗
—A
Reichtkanzlers abgehaltene Bundesrathssitzung, in welcher mit über⸗
wiegender Mehrheit das Kompromiß für die dritte Lesung ange⸗
nommen, aber von der Minorität nicht verhehlt wurde, welche Be⸗
denken sich an die der Najorität zu gewährenden Konzessionen lnüpsen.
Deshalb habe Fürst Bismarck in seiner Schlußrede im Reichstage
betont, daß die berbündeten Regierungen, falle sie die in ihre
hande gelegten Mittel nicht für zureichend fänden, die Reform der
allgemeinen Geseßgebung anstreben oder das Sozial stengesetz vervoll⸗
ftändigen würden. Aus dieser Erllärung folgern zu wollen, daß
der Entwurf einer Strafgesehnovelle schon in der nächsten ordent⸗
lichen Reichttazssession eingebracht werde, beruht nach der Ver⸗
sicherung eingeweihter Abgeotdneten auf einer willtürlichen Kom⸗
—ILXVVVV

ühnlichen Auffassungen Raum gegeben und darauf hingedeutet wird,
daß die Fottjchritispartei (Untrag Hänel) beim Worte genommen
verden soll. Von sortschrutlichen Abgesudneten wird heute schon
jer Einbringung einer Stralgeseß novelle insofern widetsptochen, alt
aie Partei nicht geneigt ist, neben dem Ausnahmegeseß noh weileren
Maßregeln ihre Zustimmung zu geben. GBeri. Tagbl.)

Berlhin. Dem biesigen Magistrat ist ojficiell angezeigt
rorden, daß die Ankanft des Kaisers am 4. Dezember eifol⸗
en wird.

Bermischtes.
tVom 1. November an gelangen in Vayhern Korrespondenz⸗
larten fuür den Westpoftverlehr zut Einführung.

f Ein Patent haben nachgesucht unter Nr. 18,260 Gebrüder
Adt zu Forbach, Enßheim und Pont⸗A Mousson für „Verbesse⸗
ungen an der Spulentonftruktion, sowie an dem Verfahren und
den Maschinen zu deren Herstellung. (Zusaßz zu P. A. Nr. 8969).

7. Der derühmte Reisende Robert von Schagintweit wird in
der nächsten Zeit die Pfalz besuchen und in vetschiedenen Stadten
Vorträge hal:en.

tBlieskastel, 23. Ott. Die l Praparandenschule da hier
zaͤhlt gegenwärtig 70 Schüler (66 Katholiken und 10 Protestanten);
davon treffen aus den J. Quts 27, auf den U. Kurs 26 und
auf den LI. 233 Schüler. Am Schlugse des vorigen Schuljahres
jatte die Anstalt 61 Schüler; sie trat demnach das Squljahr
1878/79 mit einem Mehr von 15 Schulern an. — Der hiesige
Stadtrath deschloß in seiner Situng vom 20. d. auf Antrag seines
Bũürgermeisters einstimmig, ein jährliches Stipendium im Bettage
von 120 M. für würdige Zoglinge der kul. Praparandenschule
ahier zu gründen, um damit einen besondern Beweis seines Interefseß
'ür obengenannte Anstalt zu geben. Das Gebaude der Ptaͤparanden⸗
chule, das bisher in miethweisen Gebrauch genommen gewesen war,
st durch Kaufvertrag Eizenthum des k. Aerars und somit der ge⸗
nannten Anstalt gewoiden.

fKaiserzlautern, 21. Ott. Der Vater des Brannt⸗
veinhändlers Moyer in der Glockenstraße dahier — ersterer in
St. Wendel, früher in Kaiserslautern wohnhaft — wurde wegen
Derdachts der Urkundeufalschung geschlossen in Untersuchungshaft
zefühtt; letzterer ist schon seit dinigen Jahren hier nicht mehr ge⸗
sehen worden. — Den hier zur Bewachung des Centralgefaͤng⸗
niffes commandirten Soldaten vom 9. Inf.⸗Reg. wurden die
Wirthschaften , Saalbau“, „Kronprinz“, Alle Pialz“, in welchen
Socialdemoltaten verkehren, derboien. (. W)

fKaisertlautern, 22. Oti. Wie die „Pf. Post“
hoört, wurde der eine der kürzlich entsprungenen Straͤflinge, Eitel⸗
mann, geftern in Türkheim derhaftet. Wahrscheinlich haue er sich
dorthin begeben, um die von ihm gestohlene und versteckte Geld—
umme von etwa 300 Mk. zum Behufe der Weilerreise zu er⸗
heben.

fVom Haardtgebirge, 22. Oct. Die Mitglieder
des pfaltschen Jagdschugbereins, sowie alle Jaͤger und Fleunde
der Jagd wird 18 gew'ß interesfiten zu vernehmen, daß der Ver—
        <pb n="606" />
        ein feit feiner Gründung im Monate Februar lJ. Ix. bereits uber
350 Miiglieder zahlt und auf Anzeigen für rechtskraftig bestrafte
Jagdcontraventionen bisher über 200 Mt. ausbezahlt hat. Ge⸗
suche um Aufnahme in den Verein nimmt Fabrikant Dr. F. R.
Michel iu Ludwigshafen entgegen.·

Forbach, 14. Ott. »Bei der überll bestehenden Ge⸗
schaftskalamität und der von derselben herrührenden Noth des
Arbeiterstandes thut es einem Menschenfreunde wahrhaft wohl, ein
Elablissement zu sehen, welches trotß aller politischen Wirren und
Geschäftskrifen ruhig fortfährt, seine Arbeiter zu beschäftigen, aus⸗
reichend zu ernüͤhren und immer noch mehr arbeitsbedürftige Per⸗
sonen auszunehmen. Es ist dies die sogenannte Dosenfabril“ der
Bebr. Adi zu Forbach, Pontea-Mousson, Ensheim und Schwarzen⸗
acker. Für unfere Siadt ist diese Fabril von denwohlthätigsten
Folgen, da auch solche Personen lohnende Beschäftigung in ihr
finden, welche zu schweren Arbeiten nicht fäbig sind. Wenn man
annimmt, daß diese Fabrik moaailich ca 30,000. Mark an ihre
zmirbeiter zahli, kann man leicht ermessen, ob die hiesige
Beboͤlkerunge dieselbe leicht missseen würde. Nicht allein
aber, daß die Arbeiler der verschiedenen Branchen jür ihre im Ver⸗
gleiche mit Berge und Hüttenarbeitern leichten Arbriten gut bezahlt
werden, erfreuen sich dieselben auch der humansten Vehandlung von
Seiten der Fabriiherren und des Aufsichtspersonals. Die Arbeiter⸗
raumlichkeiten sind gesund eingerichtet, und wo sich in d'eser Rich⸗
iung ein Mangel ergeben sollte, wird demselben sofort abgeholfen.
Die bleichen und siechen Arbeiter und Arbeiterinen, wie man fie in
manchen Städien sieht, kommen hier nicht vor. Eine sehr gut
eingerichtete Invaliden⸗, Kranken⸗ und Unterstützungs-Kasse für die
Arbeiter und deren Angehörige ist ebenfalls vorhanden und schützt
dieselben hinreichend vor Noth. Die bei jeder Gelegenheit sich be⸗
thätigee den, menschenfreundlichen Gesinnungen der Gebrüder Adt
mögen wohl auch ein Hauptgrund sein, daß ihre Fabrilbevöllerung
den sozialdemokratischen Beurebungen fern geblieben ist, trotz der
Aufreizungen hierzu, die vor geraumer Zeit durch Agitatoren hier
in Szene gesetzt worden sind. —* (M. 3.)

pSaargemünd, 20. Ott. Eine vorgestern hier statt⸗
gefundene Verhaftung macht viel von fich reden. Sie betraf den
seit Dezember 18719 sich in dieser Stellung befindenden Ottroilon
Proleur. T. Derselbe hatte neben der über die Oktroieinnehmer
aue uubenden Conirole auch die pereinnahmien-Gelder in Empfang
du nehmen und dem städtischen Einnehmer abzuliefern. — Hierbei
follen ünterschlagungen und Fälschungen seitens des Verhaftten vor
genommen worden sein. Die Untersuchung wird das Nähere fest⸗
stellen. (Saarg. 3ig.)

pP. Im Moselthal bei Mez läßt die Traubenernte in
quantitafiver Beziehung Nichts zu wünschen, und in q alitativer
adbertrifft sie sogar die Erwartungen.

p'Von derdt. Regierung don Niederbayern erging folgende
Enischließung: es lomm noch immer vor, daß namentlich in Land⸗

chulen die Schulkinder während des Unterichtes wollene Tucher um
den Hals tragen. Die Local⸗ und Distriktsschnlbehörden werden
eaufiragt, dem Lehrpersonal in Erinnerung zu bringen, daß die
Zinder bei dem Eintriite in das Schulzimmer die gegen die Kälte
im Freien schühzenden Bekleidungsstücke: Krägen, Mäntel und
wollene Halstucher ablegen ··

Mannheim, 21. Okt. Gestern wurden auf der
Bahnpost zwei Beutel mit 10,000 bezie hungsweise 8000 M. ver⸗
nißt. Sofport angestellte Recherchen ergaben, daß der Dieb, wel⸗
her das Geld entwendete, dasselbe an den Bahnhofabort hinlegte,
wo es w'eder aufgefunden wurde. Der Thäter, ein Hülfearbeiten
hei der Post, wurde verhaftet.

. Ja vdem Dorse Sachsenhausen bei Treysa (in Ober—
sessen) fand neulich eine vom Felde heiukehrende Mutter ihr daheim
arückgeiossenas dreijähriges Kind mit aufgeschnittenem Leibe in
einem Blute schwimmend. Ein slebenjähriges Kind aus der Nach—
zarschaft, das man in der Stube antraf, gestand nach langem
zäaugnen, ' es habe auch einmal schlachten wollen uad deshalb die
Dperation vorgenommen. Osgleich fofort ein Arzt zur Stelle war,
st das unglüdliche Kind seinen Wunden erlegen. .
7Berlin, 19. Ott. Wie eist jetzt belannt wird, ist am
Nachmittag des 16. Ott. auf der Grube Rosenhof bei Klaustha—
dannover ein großes Grubenunglück erfolgt. Beim Ausfahren der
uͤrbeiter ereignete sich ein Gestangebruch an der Fahrkunst und
30 Arbeiter stüczten in die Tiefe. Acht derselben erlitlen den Tot
und 23 wurden mhr oder weniger schwer verletzt. .

7 London, 21. Oklt. Bei einem am Sonnabend in der
Nahe von Pontybt'd stattgehadten Eisenbahnunfalle kamen 12 Per
jonen ums Leben und wurden einige 40 verwundet.

Genua, 21. Ott. Von einer Sendung von Werth—
vapieren der Nationalbank Filiale in Ancona nach Genna wurden
29 Millionen Lire unterschlagen. Drei Beamte fnd verhaften;
die Untersuchung ist im Gange.

Marktbericht.

Kaiferslautern, 22. Ott. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarn.
Weizen Od Mi98 pf., Korn 7 M. 98 Pf. Spelztern — M. — vPi. Spel,
z M. 81 pf., Gerste 8 M. 84 Pf., Hafer 6 M. 87 pf., Erbsen 7 M
34 pf. Widen 5 V. 85 Pf., Linsen 8 M. 28 Pf., Kleesamen 36 M. 62
pf., Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf., 2. Qual. — Pf., Gemischtbrod
ußfund 88 Pf., Butter per Pfd. — M. 75 Pf., Eier 2 Stüch 12 Pf. Kar⸗
soffein per Ceniner A M. — Pf., Stroh — M. — Pj., Heu 1 M. 30 pf

Homburg, 28 Okt. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 MB8 pf orn 8 M. 05 ꝙf, Spelztern — M. — Pf., Spelz 6 M.
ßppf., Gersie Lreihige — M. — Pps. Gerste Kreihige — M. — Pl- Hafer
ß M. i7 Pf., Mischfrucht M. — Pf., Erbsen 6 M. — Pf., Wicken
2 M. — Pf., Bohnen — M— Pf.Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 70 Pf, Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 60 Pf.
Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 60 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleifsch
O Pf., Butter i Pfund — M. 90 Pf., Kartoffeln per Cir. 2 M. 50 Pf.
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335355 52 222 S * 525838 5328* 235535 5*584
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222 282 2* 25 2 8 —s »7 8335835 388 32538*
3 —— — — — 382 22 222* 38—5258 —— 5522 — —
2223322 3 D 2335 ; 583*. EE8 —555375 — — 7233333533335
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*—2355 35 952 8 —B— —— —A 853335835 5m2 8 25
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⸗ 23333233 733 555s53s53323388 253535533 —5382238 217535 53
55235333 32333533583 288 ñ2532 —3535223335 2233537*
8328 5333 —25358253 *——„I5538 332 —A 253333353
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z53235383 33338 — 32833—823532 * * 2328 ——
323385583 538 A — 33323223—258
5* —— 2 — — — — 22 *— — 2*
29*88935 38338 238—33523
— — A22* 2 * —3— 8 —A 2 22 25*52
83—22* *1383 233335382*28 1382385385573355* 28
2332227 s83333 282353353 2 2 2323 7253 57 32333 238
52328557 —A 2 3 3357* 5325 5528333225 23*2322
— — * * — 2 2 — — 8 2 — 3 —3 —— * 2323 57
553883355
23233325 —— 2285 2333333323
* — 3* xrxu * * * 2 · 2
sz *33—83 388388537 1s32835* 23333 8
2* * 2
32 5323838 233577 2 3233532353 8323,,352333 22385
* 23835 3325353 3 33273325 83235 23333332*8397
J 2357 — 28 535253535*337 333353332363323
52 — c2 22252 3— 2* * 775 5* F —8
232 35222 28 A 237 25 3
3 2233—5 5—5—5225822* 2538*8 7
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* 23223238* 2222333 23538* 2 58272
32**7 252885* 2833 232 — 5253335 — 22
557 88 27 R 235528 23 — — — 8 äαοαXÑ
232833* 58 e z326582 53 535
22 285333383 — 5352 3727 32233 5228* 5.2*3 —*S z
* —AA 5388557 325 2—z 2 728588 —A 5253
24333 5538 38573 353333 —— —2333288
233 3232533 z25 * 235 2333335753 2 1552 —
— 9 5382 — 3 7553 2355333323 —— —A 258 2583
— — * — 2 322 —— * 232 — 2 32 5 3
335 — 253772* —A 2Z2 22 58 2 252 33 32
—— ** — 3 * 5 232 8* — 2 2 52 758228 —53
53523*378 23 22225533352 5 * 553 I233* * 28
75332857 3355538 — —
2522 2254 53 230 858. 523 *56823* 2238 ⸗ 2755
52 — — * 2 22 553 22235 — 282 * 25368
2282363 522 2333 722 223355 2353— 528 2375 —
253 2288 — 33 358 383553 355
2*5582353 J
2* — * * — —8 2
s5 8 323 22238 2.7* 8 — 3323 3 253
— — 32 252 —23 222528 * 2232253 — —
——— 222832* 522.32 9 228 * —2 583 — 525
32353 2333 535535 —A—— 3 225
2 2 ã 2 3 2387 22 —8 237 — 55 uvc 2.5
— — 252ẽ 253*2 253524 2888 —55332 2 2
3 — 8— — — —8 2 7*52220 232 7232853 — 573*8* 3 Z—e 2
2 23233* S89 32.2 3 23 XE 2282 S — —
* z8 v— 5* 23 — —— — I2552 —— —A
522 4 22575 3 253 55 — 27333 525
Z223 25*3* 237 * 532* 212 325 2 —A 2232 c
—288 33237 2225377 333 52
7 —72558 237323 — —— 233
25 3* —A — 5532 5522 2 232
8 527 55 33353355 252
238378 32332 3 —A 83 252
253557 55225 — 283
—* — 25* 5222
228 552
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2853 355353335325535523333—58523.
55 63 538253 23333523223353 77 32 26 5
8 252 2 57 — 2853553322 8 2 7
—— ——— 22833253 25E2.52 023* —
25*86857 àñJ252332 5222 23 — 5822 8 8
— 5827232* 75 *
2232 2.2 —A — V[ 52522 55 5 2
32—332385233235 —A —A
33233355335222 5 25237782232 *
8 *27* 35 ——— 3 2 —3
2222 2 *
— 3 2 27 3 8 25252
2— — —ú 3 * — ——— —— 2 2 co
535—2333223 3323383333355387 2
232 2335 3122
.· ⸗ s 235* * 3 23325273* 232589252 85 3
8425252373 555385553 8 23835 22—, 82 0
— 28 255523338533217
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52 Se 5 5* 2* 3 2.33 223 2.2 2 2
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25 33. 223223 —A 3 *
283522 5333 ——5332582 3323332 2
27—32——3522335 3232 — 5. 2 2
23 53253 2222 52 3
53 3575533—2333—3 3 5352—22333 8
* —2283535 — —8*2383223** 53755355 2
25 522535 2232 2223 232323 522 *
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2* — 2* 52 55 22 523322 —A
55983232 333835 433387
33323** 57383333333333253 52233
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2* 5 2. 233 3 — — * —A—
23822*3 5 557— 638 883353
* 35*7 T 52. 580 2323232 2335
*— 5 8 — — ——77 * — 2232535 — 8
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2232 235323 3320983 23 532238223—353 5
3832382233883 —* 2523 325 — 5383
2 552 * —A 953 53*8836 532 27
588 * —— —— 22 — S 2* 235
F —* — 52422 7 23
55 —3
555 2* 23 2,82 2 3 28
*255 233 22223 233 233 1252325
27 —, 2335357
— 2 5 — * 8 — 2.
22 533 33232——6333 »533285 5
23 Z 2. * —— 2
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22 — 8 — . 2332 223 52 25 7*
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⸗ 25 533325733 5573825252 23325
2896 * 335553755 253725
235. 313 232323235*
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und dat (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagtß mit illustricter Bei—⸗

lage) erscheint wbchentlich viermalz Dieustag, Douuersétag, Samstag aud Sonutag. ver Abounue mnentsvreis betragt vierteljahrlich

l Darlt 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., don Laswärto mit 15 Pfz. fur die diergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. NReeclamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet.
Ms168. Donnerstag, des 24. Oktober
is⁊g
Deutsches Reich.

Die „Allgemeine Zeitung“ meldet: Der Köonig von
Bahyern hat den Professor der Theologie an der Unsversitä
Würzburg, Dr. Stein, zum Bischof von Würiburg ernannt.
Diese Ernennung hat ihre Geschichte. Ein Theil des Üärzburger
Didzefanklerus hatte vor einiger Zeit die Taktlosigkeit begangen,
an den Koͤnig don Bayern eine Adresse zu richten und ihn um
baldigste Besezung der Didzese zu bitsten. Damit aber kamen die
Herren uͤbel genug an, denn Ludwig II. laäßt sich nicht gern
etwas einreden und so wurde denn die Adresse dem Kultusminister
mit dem Beisatze übermittelt, den Unterzeichnern das allerhöchste
Mißfallen über dieses ungeeignete Drängen zu erlennen zu geben.
Die Fassung des belannt gewordenen Erlasses läßt an Schärfe
aichts zu wünschen übrig. Schließlich hat sich der Monarch nun
doch entschlossen, die Vokanz zu besetzen — aber die Würzburger,
welche den Pater Anbrosus Ract zum Bischof wollten, werden
schwerlich erbaut sein von der Ernennung, welche König Ludwig
aus eigener Machtvolltommenheit geteoffen.

Ausland.

Londom, 22. Ott. Ein Telegramm der Dailh News aus
Simla vom 21 meldet: Der Krieg mit Afghanistan gilt nunmehr
für unvermeidlich. Die Antwort des Emirs an den Vijzekdnig be⸗
jagt z.. Macht, was ihr wollt! Das Ende steht in Goltes Hand!“
Die Antwori des Emirt ist der Regierung in Loudon telegraphisch
mitgetheilt worden; ihre Rückäußeruug über das einzuschlagende
Versahren wird bis Mittwoch erwartet.

Die sich schon lange hinschleppende Geschaftsstokung in Ein g⸗
band nimmt Angesichts der poluischen und finanziellen Erreignisse,
die Britannien heimsuchen, schäcfere Formen an. So wird unlet
Anderm aus Sheffield, dem Hauptort der englischen Messerschmied⸗
Industrie, gemeldet, daß der Rüchgang in der Eisenbranche noch
nicht zum Stillstand gekommen; hier sowohl wie in Birminghom
and anderen Orten liegt das Geschäft vollkommen darnieder; die
Ueberp:oduktion des verslossen Jahres in Verbindung mit den
Jegenwärtigen Banken ⸗ Kalamitäten macht ihren Einfluß immer mehr
zeltend. Es sind neue Lohnreduktisnen von 5 bis 10 pCt. den
Arbeitern proponirt worden; einige der größten Fabriken und
Eisenwerle haben eillärt sie würden schliehen, wenn die Arbeiter
die Reduktion nicht acceptiren sollten. —8*

Mabdtid, 22. Olt. Nach hier eingegangenen M'ttheilungen
aus Tanger soll auch der dortige diplomalische Vertreter der Ver⸗
einigten Staalen von Marokkanern öffentlich insultirt worden sein,
obne daß bisher von den Behörden dagegen eingeschritten worden wäre.

Berlin, 20. Olt. Auf Veranlassung der Kriegervereint
Berlens und Umgegend beabfichtigten sämmtliche Kriegerdereint
Deutschlands, durch Entsendung von Deputirten nach Berlin Se,
Majestät dem Kaiser eine großartige Ovation darzubringen. Rach—
dem die Ausführung vollstandig gesichert war, iß jetzt dem Vor⸗
figenden des geschäftstührenden Ausschusses, Stadwerordneten
Diersch, auf seine Aufrage durch den Oberhofmarschall, Herrn Gra⸗
sen Pückler, der Bescheid ertheilt worden. daß Se. Maj. sehe er⸗
freut über die gute Absicht seien und den besten Dank dafür aus⸗
sprechen ließen. Da jedoch Se. Majestät erst anfangs Dezember
ds. Is. nach Berlin zurüdlehren köonnten, so wünschten dieselben
schon in Anbenacht der Witlerungtverhältnifsfe und in Rücsicht
datauf, daß für viele dem Vereine angehörenden Kameraden die
Theilnahme an der beabfichtigten Kundgebung mit Opfern an Zeit
und Geld verbunden sein dürfte, daß von der in Vorschlag ge⸗
brachten Ovation um so mehr Abfland genommen werde, als Se.
Majestät von den patriotisen Gesinnungen der Mitglieder dieser
Vereine überzeugt seien und auf deren fernere Hingebung für die
qute Sache mit Sicherheit bauen.

Berhin, 22. Ott. Das heute Nachm'liag ausgegebene
Keichsgefetzblatt veröͤffentlicht das Socialistengeseßz.

Bermischtes.

f Vom 1. November an gelangen in Bahern Korrespondenz⸗
karten für den Wesipostverkehe zur Einführung.

7 Eia Patent haben nachgesucht unter Nr. 18 260 Gebrüder
Adt zu Forbach, Ensheim und Pont⸗à⸗Mousson für „Verbefse⸗
zungen an der Spulenkonstrultion, sowie an dem Verfahren und
den Maschinen zu deren Herstellung. (Zusatz zu P. A. Nr. 8969).“

F Der derühmte Reisende Robert von Schaginkweit wird in
der nächsten Zeit die Pfalz besuchen und in berschiedenen Siadten
Vortraͤge hal:en.

tBlieskastel, 23. Ott. Die b. Praparandenschule dahler
zählt gegenwärtig 76 Schüler (66 Katholiken und 10 Protestanten);
dabon treffen auf den J. Quxs 27, auf den II. Quts 26 und
auf den II. 23 Schüler. Am Schhllusse des vorigen Schuljahrens
hatle die Anstalt 61 Schüler; sie trat demnach das Schullahr
1878,79 mit einem Mehr von 18 Schülern an. — Der hiesige
Stadirath deschloß in seiner Sißung vom 20. d. auf Antrag seineß
Bũrgermeisters einstimmig, ein jährliches Stipendium im Betrage
»on 120 M. füͤr würdige Zoͤglinge der kul. Präparandenschuĩe
dahier zu gründen, um damit einen besondern Beweiß seines Interefseß
ur obengenannte Anstalt zu geben. Daß Gebaude der Praͤparanden⸗
qhule, das bisher in miethweisen Gebrauch genommen gewesen war,
st durch Kaufvertrag Eizenthum des J. Aerars und somi der ge⸗
nannten Anstalt geworden.

FKaiserslautern, 21. Oti. Der Vaier des Brannt
weinhändlers Moyer in der Glockenstraße dahier — ersterer in
St. Wendel, früher in Kaiserslautern wohnhaft — wurde wegen
Hetdachts der Urkundenfalschung geschlossen in Untersuchungshaft
gefühtt; letzterer ist schon seit dinigen Jahren hier nicht mehr ge⸗
jehen worden. — Den hier zur Bewachung des Cenhralgefaͤng⸗
nisses commandirten Soldaten vom 9. Inf.⸗Reg. wurden die
Wirthschaften , Saalbau“, „Kronprinz'“, Alte Psalz“, in welchen
Socialdemokroten verkehren, verboien. (N. W.)

fKaifertlautern, 22. Oti. Wie die „Pf. Posi“
höet, wurde der eine der kürzlich entspeungenen Strufünge, Eucel⸗
mann, gestern in Türkheimn verhaftet. Waohrscheinlich halie er sich
dorthin begeben, um die von ihm gestohlene und versteckte Geld⸗
summe von elwa 800 Mt. zum Bebufe der Weilerreise zu er⸗
hehen.

Bom Haardtgebirge, 22. Oct. Die Mitglieder
des pfalzschen Jagdschutzbereins, sowie alle Jaͤger und Freunde
der Jaad wird 12 gew'ß intereffiten zu vernehmen. daß der Var—

Offenbar verfrüht geht durch auswärtige Blätter, welche
vpartikulatistischen Interefsen dienen, die Nachticht, daß daß Reicht⸗
Justizamt bereits mit der Audarbeitung einer Strafgeseßnovelle be⸗
chaftigt sei. Sie flützen fich dabei auf die unter dem Vorfitze des
Reiche lanzlers abgehallene Bundesrathssißzung, in welcher mit über⸗
wiegender Mehrheit das Kompromiß für die dritte Lesung ange⸗
nommen, abet von der Minoritat nicht verhehlt wurde, weiche Be—⸗
denken sich an die der Majoritat zu gewährenden Konzefstonen lnupfen.
Dethalb habe Fürst Bismarck in seiner Schlußrede im Reichtiage
betont, daß die verbündeten Regierungen, falls fie die in ihre
Hande gelegten Mittel nicht für zureichend fänden, die Reform der
allgemeinen Gesezgebung anftreden oder das Sozial stengeset verboll⸗
ftändigen würden. Aus dieser Erllärung solgern zu wollen, daß
der Entwurf einer Strafgesehnovelle schon in der nächsten ordent⸗
lichen Reichktagtsession eingebracht werde, deruht nach der Ver⸗
icherung eingeweihter Abteordnelen auf einer willtürlichen Kom⸗
dination. Verwunderlich ist es, daß gerade auf konserbativer Seite
ihnlichen Auffassungen Raum gegeben und darauf hingedeutet wird,
aß die Forischtitlepartei (Antrag Hänes) deim Worie genommen
werden soll. Voa fortjchrutlichen Abgeoidneten wird heute schon
—A
ie Partei nicht geneigt ist, neben dem Autnahmegeseß noch weteren
Nakregeln ihre Zustimmung zu geben. (Berl. Tagbl.)

Berlin. Dem diesigen Magiftrat ist offieiell angezeigt
e daß die Ankanst des staisers am 4. Dejember ersol⸗
n wirdb.
        <pb n="610" />
        an feit seiner Gründung im Monate Februar l. 33. bereits über
350 Mriiglieder zahlt und auf Anzeigen für rechtskräftig beslrafte
Jagtcontraventionen bisher über 400 Mt. ausbezahlt hat. Ge⸗
suche um Aufnahme in den Verein nimmt Fabriklant Dr. F. R.
Michel iu Ludwigshafen entgegen.

pForbach, 14. Otf. Bei der überall vbestehenden Ge⸗
schaftskalamitat und der von“ derselben herrührenden Noth des
Urbeiterstandes thut es einem Menschenfreunde wahrhaft wohl, ein
Elablissement zu sehen, welches trotß aller politischen Wirren und
Weschastsfrisen ruhig fortfährt, seine Arbeiter zu beschäftigen aus⸗
reichend zu ernähren und immer noch mehr arbeitsbedücftige Per⸗
sonen aufzunehmen. Es ist dies die sogenannte „Dosenfabrik“ der
Hebr. Adi zu Forbach, Pont-d-Mousson, Ensheim und Schwarzen
acker. Fur unfere Siadt ist diese Fabrik von den wohlthätigsten
Folgen, da auch solche Personen lohnende Beschaͤftigung in ihr
finden, welche zu schweren Arbeiten nicht fähig sind. Wenn man
anninimt, daß diese Fabrik moaailich ca— 30,000 Mark an ihre
Arbeiter zahlt, kann man leicht ermessen, ob die hiesige
Bevölkerung dieselbe leicht mihsen würde.— Nicht allein
aber, daß die Arbeiler der verschiedenen Branchen fürihre im Ver
gleiche mit Berge und Hüttenarbeitern —XV
werden, erfreuen sich dieselben auch der humansten Vehandlung von
Seiten der Fabritherren und des Aufsichtspersonals. Die Arbeiter
raumlichkeiten sind gesund eingerichtet, und wo sich in dieser Rich
ung ein Mangel ergeben sollte, wird demselben sofort abgeholsen
Die bleichen und siechen Arbeiter und Arbeiterinen, wie man fie in
manchen Städien sieht, kommen hier nicht vor. Eine sehr gut
eingerichtete Invalidene, Kranken⸗ und Unlerstützunga-Kasse für die
Ardeiter und deren Angehörige ist ebenfalls vorhanden und schůtzt
dieselben hinreichend vor Noth. Die bei jeder Gelegenheit sich be⸗
thaͤtigen den, menschenfreundlichen Gesinnungen der Gebrüder Adi
mogen wohl auch ein Hauptgrund sein, daß ihre Fabrikbevölkerung
den sozialdemokratischen Behrebungen fern geblieben ist, trotz der
Aufreizungen hierzu, die vor geruumer Zeit durch Agitatoren hier
in Szene gesetzt worden sind. WMM. Z3.)

Saargemünd, 20. Okt. Eine vorgestern hier statt⸗
gefundene Verhaftung macht viel von sich reden. Sie betraf den
seit Dezember 1871 sich im dieser Siellung befindenden Ottroikon
oleur T. Derselbe hatte neben der über die Oktroieinnehwer
audjuubenden Controle auch die pere nnahmten Gelder in Empfang
zu nehmen und dem stadtischen Einnehmer abzuliejern. . Hierbei
sollen ünterschlagungen und Falschungen feitens des Verhafteten vor⸗
genommen worden sein. Die Untersuchung wird das Nähere fest⸗
aͤellen. (Saarg. 3tg.)..

F' Im Moselthal bei Mez Jäßt die Traubenernte in
quantitafiver Bezichung Nichts zu wünschen, und iun q alitativer
uͤbertrifft sie jsogar die Erwartungen. 57
7 Von der h. Regierung don Niederbayern erging folgende
Enischließung: es lommt noct immer vor, daß namentlich in Land⸗

chulen die Schultinder während des Unterichtes wollene Tucher un
en Hals tragen. Die Locals und Distriltsschnlbehörden werden
eaufiragt, dein Lehrpersonal in Erinnerung zu bringen, daß die
inder dei dem Einmruͤte in das Schulzimmer die gegen die Kalte
m Freien schützenden Bekleidungsstücke: Krägen, Mäntel und
wollene Halstucher ablegen.“

Mannheim, 21. Okt. Gestern wurden auf der
Bahnpost zwei Beutel mit 10,000 beziehungsweise 85000 M. ver
mißt. GSofort angestellte Recherczen ergaben, daß der Dieb, wel
her das Geld entwendete, dasselbe an den Bahnhofabort hinlegte,
vd es w'ieder aufgefunden wurde. Der Thäter, ein Hülfkarbeiter
zdeĩ der Post, wurde verhaftet.

7 In'dem Dorfe Sachsenhaufsen bei Treysa (in Ober⸗
dessen) fand neulich eine vom Felde heimlehrende Mutter ihr doheim
urückgeiassenes dreijähriget Kind mit aufgeschnittenem Leibe in
einem Blute schwimmend. Ein flebenjühriges Kind aus der Nadh
‚arschaft, das man in der Stube antraf, gestand nach langem
äugnen, es habe auch einmal schlachten wollen und deshalb die
Dperation vorgenommen. Obgleich sofort ein Arzt zur Stelle war.
ist das unglücliche Kind seinen Wunden erlege.

F. Berlin, 19. Ott. Wie eist jeßt bekannt wird, ist am
Nachmittag des 16. Okt. auf der Grube Rosenhof bei Klausthal
Hannover ein großes Grubenunglück erfolgt. Beim Ausfahren der
urbeiter ereignete sich ein Gestangebruch an der Fahrkunst und
30 Arbeiler Jlürzten in die Tiefe. Acht derselben erlitten den Tod
und 23 wurden mehr oder weniger schwer verletzt. U

—pLonvon, 21. Ott. Bei rinem am Sonnabend in der

Nahe von Ponthybrid stattgehadten Eisenbahnunfalle kamen 12 Per—
sonen ums Leben und wurden einige 40 verwundet. —
—7Genua, 21. Ott. Von einer Sendung von Werth⸗
papieren der Nationalbank Filiale in Ancona nach Genua wurden
22 Millionen Lire unterschlagen. Drei Beamte IXD
die Untersuchung ist im Gange.
Marktbericht.

Kaiserslantern, 22. Okt. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarki.
Weizen Od M98 Pf. Korn J M 88 Pf, Spelzkern — M. — Pi. Spel
g M. 81 Pf., Gerxfie s M. 84 Pf., Hafer 6 M. 37 Pf., Erbsen 7 M
34 pf. Wicken 5 V. 85 Pf., Linsen 8 M. 28 Pf., Kleesamen 86 M. 62
Pf. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf. 2. Qual. - Pf., Gemischtbrod
Figfund 838 Pf., Butter per Pfd. — M. ß Pf., Eier 2 Siuck 12 Pf. Kat⸗
offeln per Ceniner 2 M. — Pf.-Stroh — M. — pj., Heu 1 M. 80 Pf.

Homburg, 28 Olt. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 M. 58 Pf.Korn 8 M. ös pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz 6M.
DPf., Gerfie 2reihige — M. — Ps., Serste 4Areihige — M. — Pf Hafer
3 M. 17 Pf., Mischfrucht M. — Pf., Erbsen 6 M. — Pf., Wicken
M. — Pf., Bohnen — M— pf. Kleesanien — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 70 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 60 Pf.
Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 60 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
ß0 Pf., Butter 1 Pfund — M. 90 Pf., Kartoffeln per Etr. 2 M. 50 Pf.
— —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

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zer deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
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3 ẽ —22225 ——— ——— — 52 —A— —— ——— 2
2 35* 5727 2323590 32 8 — * 225353275* 253
s523 —A —— 53355 23325* —522 223355 —5— —M
— 3 ——— — 323 4 „„⸗ 22 25 28 3 —A 227
32 — —— 2 222 — * 5 2. 2 2
5 — 22 *. 2B825 235532583 23
— 5 25382 888 — — 2 55333 2. 2
225 —5225 23828 —— 5335382 52232683 558
22535 25737 225538 — 3 533*33243— — 222*3 235
s 235* 25 3 —2 12 587 5853233 53
52* 523537 3 A 2353 373833537* 533373 288
5 3* 3333353 23332 333
** 5323338 3 2532 253222* 5233
* * 3 25 523258 23 2552 cE
Ss* F 33333 253
2523* 52355 53 58
22 752 8 25 7 2
2523*

*
*

4J

22828 7
2 32 2
22323 25885328 *7
— — 2
2388 3 2533352353358 8523 35.
253 6 — 2 8532 5223 * 5B3 —X
3358 23—
—572—5— 587 7 —5 3* —A—
JJ 255 S
, — ———
33533 2383753 2322232 2 3. 13 —
5585* 3358 24
— 53533 33338* e 233235385838 28N
— 2322 *523233 2208325*85 252525 2
— 5s287* 7 8 52235 2* — 25238 * 8 25 8
68272582 8558 235323383 22232. 2 2
55533228 *ẽ * * 23832332 5 5302
32832233333388 3288242* 2233333237 *
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33 ——3 33
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32 3— 2572 222 252533733
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*2 —5 5. * 555 —8782236 ———
53232523388 b 55393 335833286232353
z 3 33323—58883
—X 7 5227 2522 83 223 3322435 —
2 5EBS 25 3235 *2.2 5233232233323
23 2* 3 * 27 —825 2 —238ES
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558 795 — —2233 2355322884 —A —— 32
* *»52. 5— 5 32 238 5722 53233 55 *9 2
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2 332 235555333
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33 3 3333? —32 53523835
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—RNX 522 23323232253233 522555
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— 255 53 5 5 3 —A — — — 272 .
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3 5233523 683383,5573 2523 5 1523227
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        St. —A Anzeiger.

— — — e — — —
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 muĩ woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblait, (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieunstag, Donnerstag, Samstag und Sonatag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 30 Pfqa. pro Zeile berechnet.
* — — — — — — ———————————————— —— —— — — —
As 169. Samstag, den 26. Oktober 1878.

—
—
Deutsches Reich.

München, 21. Oct. Der Gesetzgebungsausschuß der Ab⸗
geordnetenkammer dat bereits heute Mittaß eine, jedoch nur kurze
Sitzung gehalten, um sich über die geschäftliche Behandlung der
ibm vorgelegten vier Gesttzentwürfe schlüfsig zu machen. Die
Mimister des Inneren und der Justiz haben der Sitzung beigewohnt,
zu welcher mit Ausnahme der Abgg. Horn, Dr. Frankenburger
und Marquatdsen sämoitliche Ausschußm'tglieder erschienen waren.
Mit Rücksicht auf die Herren, welche an den Verhandlungen der
eben erst beendeben Session des Reichstages Theil nahmen, hat
der Ausschuß beschlossen, mit seinen Sitzungen eirst nächsten Montag
zu beginnen, und es wird dann zuerst der Entwurf der Sub⸗
hastationsordnung zur Berathung gelangen.

Berlin, 22. Okt. In der gestrigen Bundesruthssitzung
hat Reuß ältere Lin'e gegen das Sozialisten-Gesetz gestimmt. —
Die Besetzung der Häfen der Insel Upolu (Schifferinseln) durch
die Besatzung der Korbette „Ariadne“ ist erfolgt, um die dortige
Regierung zur Erfüllung ihrer vertragsmäßigen Verpflichtung,
Deutschland das Recht der meistbegünstigten Nationen einzuräumen,
zu zwingen und gleichzeitig einer Besetzung der Insel Seitens
Nordamerika's zuvorzukommen. — Dem Vernehmen nach steht der
Abschluß eines Kontrakts mit einem engleschen Ingenieur wegen
Hebung des „Grohen Kurfürst“ bevor. (A. Z.)

Der „Reichsanzeiger“ erklärt die Meldung mehrerer Blätter
von Vergleichsverhandlungen der preußischen Regierung mit den
Agnaten der Nebenlinien des früheten hessischen Kurhauses über
das sogenannte kurfürstliche Hausfideikommiß für unbegründet. Seil
der Abfindung der kurfürstlichen Familie im Einverständniß mit
deren gegenwärtigem Haupte, dem Vertreter der älteren Linie,
durqh den Vertrag von 1873 habe für die Regierung zu weiteren
Verhandlungen mit den jüngeren Nebenlinien keine Beranlassung
vorgelegen. Auch hätten solche nach der Einleitung des von lietz⸗

jeren angestrengten Prozesses nicht stattgefunden.

Berlin, 23. Olt. In einem Artikel, überschrieben „Die
Annahme des Socialistengesetzes“, weist die offic ose „Prov. Corresp.“

auf das vertrauensvolle Zusammenwirlen der staatserhaltenden
Mehrheit des Neichstages mit der Regierung hin, wodurch ein
neues, feste? Band für alle staatserhaltenden Parteien auch zu
weiterer fruchtbringender Thätigkeit gewonnen worden sei. Allseitig
sei klat erkannt und offen ausgesprochen worden, daß das neue Ge⸗
setz vor Allem den Boden wieder frei machen solle für eine segen⸗
bringende positive Thätigkeit auf dem Gebiete der Volkswirthschaft
und ernster Fürsorge des Staates für alle berechtgten und be—
sonnenen socialen Bestrebungen. Möge die Wirkung des Gesetzes
sich bald so ersolgreich bewähren, daß diese ernsten Bestrebungen
wieder allseitig günstigen Boden in unserem Volke finden.

Berlhin, 23. Ock. Das hiesige Polizeipräsidium hat aus
Grund des Social'ftengesetzes sofort vier hiesige Vereine aufgelöst,
nämlich: den „Verenn zur Wahrung der Intetessen der werkthätigen
Bevölkerung Berlins“, den „Verein füt communale Angelegenheiten
des Nordostdstrietss, den „Deutschen Tabakarbeiterverein“ und den
.Verband der deuischen Schmieden. — Der „Reichsanzeiger“

publicitt ferner eine Bekanntwachung des hiesigen Polizeipräsidiums,
wonach auf Grund des 8 11 des Socialiftengesetzes 84 namentlich
aufgefühnte nichtperiodische, seit 1872 erschienene Drudschriften ver⸗
deten werden. Davon sind 16 in Berlin, 9 in Zürich, 3 in
Brüssel, 2 in Chicazo, 1 in Bern, 1 in Paris, 1 in Pest und 1
ohne Angabe des Erscheinungkortes herausgekommen.

Das deutsche Sozialistengesetz wirft bereits seine Schalten bis
nach Rußland. In Petersburg ist dem bedeutendsten Blatte, dem
„Golos“, der Straßenverkauf entzogen worden, und zwar erfolgte
das Verbot anläßlich eines von demselben gebrachten Artikels über
das deutsche Sozialistengesetz. Soweit uns die Haltung des genannten
russischen Organs bekannt ist, gehört dasselbe keineswegs zu den⸗
jenigen, welche auf eine Untergrabung oder den Umsturz der bisherigen
Gesellschaft hinardeiten, sondern pflegt in der gemäßigsten Weise für
die liberalen Ideen Propaganda zu machen.

Nach 8 119 des deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes werden

die Oberlandesgerichte mit einem Praͤsidenten und der erforderlichen
Anzabl von Senatépräsidenten (für die zu bildenden Civile und
——A dreizehn für Preußen be⸗
stimmten Oberkandesgerichtsbezirke einen sehr verschiedenen Umfang
baben und dem Berliner Obergerichte außerdem noch bestimmte
Obtiegenheiten vorbehalten sind, so laun es nicht Wunder nehmen,
daß die Zahl der zum Kollegium berufenen Richter sehr stark variiren
vird. Nach dem Plane des Justiz inisters soll das Oberlandes.
rericht zu Berlin mit 50 Räthen besetzt werden (außer den nöthigen
Senatspräsidenten), Breslau mit 28. Hamm und Koöln mit je 25
und dann so weiler herunter bis zu den kleinsten Gerichten Kiel
und Kassel, die nur aus je einem Präsidenten, einem Vizepräfidenten
und 8 Räthen bestehen werden. Das Berliner Odertribunal, das
am 1. Oktober J. J. eingehen wird, zählt einen Chef⸗Prüsidenten,
dessen Stelle allerdings augenblicklich nicht beseßt ist, 6 Vizepräsidenten
und 62 Räthe.
Ausland.

Paris, 28. Okt. Trotz des ungünstigen Wetters war das
gestrige Fe in Versailles sehr großartig. Die hier weilenden Fürsten
ind Botschafter, unter ihnen Fürfi Hohenlohe. waren sämmilich an—⸗
wesend. — Das „Journal des Debats“ despricht in einem Artikel
die russischen Finanzen sehr günstig. — Die parlamentarische Unter—
juchungskommision über d'e Wahlen vom 14. Ott. bereuet eben
hren Bericht über die Wahl des Duc Decqzes vor. Nach rehu⸗
blikanischen Bläitern wird es bei dieser Gelegenheit an hochikanda⸗
losen Enthüllungen nicht fehlen.

Dit Russen setzen allem Anschein nach ihren Vormarsch
auf Konstantinopel in aller Stille fort. Dem Vernehmen nach hat
der russische Botschafter, Fürst Lobanoff, dem Großvezier wiederholt
zu erkennen gegeben, daß die russischen Truppen ihre gegeuwärligen
Positionen nicht verlassen würden, bebor nicht für die christlichen
Flüchtlinge, welche dem russischen Heere folgen, genügende Vorsotge
getroffen sei. Ebenso soll der Botschafter dem Großdenier gegenüber
viederholt haben, die russichen Truppen würden dor Unterzeichnung
eines definitiven Abkommens mit der Pforte ihren Rückzug über
Adrianepel hinaus nicht fortsetzen. Eingegangene Meldungen fig⸗
aalisicen vielmehr eine algemeine Bewegung der rufsischen Truppen
in füdlicher Richtung ..... das heißt auf Konstant:nopel zu.
Wie man in England bisher die Angelegenheit betrachtete, dolu—
mentirt wohl am besten die allerneuefie Rede, welche der britiiche,
„Sprechminister“ und Schazkanzler Northcote in Wolverhampton
gehalten hat. Baronet Notthcote meinte, Fer könne ni cht sagen,
»aß man ficher sei, keine Erneuerung der Kriegsausichten zu haben,
die als beseitigt angesehen worden seien. Die Frage sei, ob die
in dem Berliner Vertrag getroffenen Abmochungen auch würden ausgeführt
Dderden und man könne nicht verkennen, daß gegendie Ausführung gewisser
Theile des Vertrages Schwierigkeiten erhoben würden. Er wünsche,
es möze din Unterzeichnern des Vertrages und vor Allem dem
Sultan die Wichtigkeit in dem Maße einleuchten, daß dieselben keine
Bernichtung des großen Werkes des Berliner Vertrages gestatteten.“
Die Vorlommnisse in Afghanistan lassen eß dem britischen Schatz⸗
'anzler ersichtlich gerathener erscheinen, nur auf den Sultan zu
schlagen, wührend er den Russen meint.
Gesetb
gegen
die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie.

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, Konig von

Preußen ꝛc.
verordnen im Namen des Reiches nach erfolgier Zustimmung des
Bundesraths und des Reichstages, was folgt:

8.1. Vereine, welche durch sozialdemokratische, sozialistische oder kom⸗
munistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Slaais oder Gesell⸗
chaftsordnung bezwedken, sind zu verbieten.

Daffelbe gilt von Vereinen, in welchen sozialdemokratische, sozialistische
»der kommunistische auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesell
chaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden,
nsbefondere die Eintracht der Bevolkerungsklaffen gefahrdenden Weise u
Tage treten.

Den Vereinen siehen gleich Berbindungen ieder Art
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        2. Auf eingetragene Genohenschaften findet im Falle des 81 Adsaß
z ver g 38 den Gesehzes vom A FJuli 1868 betreffend die privatrechtliche
Ztcuung der Erweros⸗ und Wirihschafts⸗Genofsenschaften (B.⸗G.⸗Vl. S
is ff.) Anwendung.

iluf eingeschriebene Hulfstassen findet im gleichen Falle der 29 des
—A eingeschriebenen Hülfskafsen vom 7. April 1876 (K.⸗G.Bl.
. 125 ff.) Anwendung.

g 8. Selbstständige Kassenvereine (nicht eingeschriebene), welche nach
hren Statuten die gegenseitige Unterstitzung ihrer Mitglieder bezwecken, sind
n Falle des 81 Abs. 2 zunächst nicht zu verbieien, sondern unter eine
rußeror dentliche staatliche Kontrole zu stellen.

Sind mehrere selbststandige Vereine der vorgedachten Art zu einem Ver⸗
bande vereinigt, so kann, wenn in einem derselben vie im 8 1Abs. 2 be⸗
eichneten Bestrebungen zu Tage treten, die Ausscheidung dieses Vere ins aus
em Verbande und die Kontrole uber denselben auͤgeordnet werden.

In gleicher Weise ist, wenn die bezeichneten Bestrebungen in einem
Zweigbereine zu Tage treten, die Kontrole auf diesen zu beschränken.

84. Die mit der Kontrole betraute Behörde ist befugt,

1. allen Sitzungen und Versammlungen des Vereins beizuwohnen;

2. Generalversammlungen einzuberufen und zu leiten;

z. die Bucher, Schriften und ossenbestände einzusehen, sowie Auskunft
uber die Verhaͤltnisse des Vereins zu erfordern;
die Ausführung von Beschlussen, welche zur Forderung der im 81
Abs. 2 bezeichneten Bestrebungen geeignet find, zu untersagen;
mit der Wahrnehmung der Obliegenheiten des Vorstandes oder
anderer leitender Organe des Bereine geeignete Personen zu betrauen;

z. die KKassen in Verwahrung und Berwaliung zu nehmen.

g 5. Wird durch die Generalversammlung, durch den Vorstand oder
durch ein anderes leiten des Organ des Vereins den von der Kontrolbehorde
nnerhalb ihrer Vefugnisse erlassenen Anordnungen zuwidergehandelt oder treten
n dem Vereine die im 81 Abs. 2 bezeichneten Vestrebungen auch nach Ein⸗
eitung der Kontrole zu Tage, so kann der Verein verboten werden.

g'6. Zuständig für das Verbot und die Anordnung der Kontrole ist
die Landespolizeibehörde. Das Verbot ausländischer Vereine steht dem Reichs⸗
lanzler zu.

Dos Verbot ist in allen Fallen durch den Reichsssanzeiger, das von der
Landespolizeibehörde erlassene Verbot uberdies ourch das fur amtliche Bekannt⸗
machungen der Behörde besimmte Blatt des Ortes oder des Bezirkes bekannt
uu machen.

Dast Verbot ist für das ganze Bundesgebiet wirlsam und umfaßi alle
Verzweigungen des Vereins sowie jeden vorgeblich neuen Bercin, welcher
jachůch als der alte sich darstellt.

8 7. Auf Grund des Verbots sind die Vereinskasse, sowie alle für die
Zwecke des Vereins bestimmte Gegenstände durch die Behörde in Beschlag
u nehmen. e

Rachdem das Verbot endgullig geworden ist, hat die von der Laudes⸗
holizeibe hörde zu bezeichnende Verwaliungsbehörde die Abwickelung der Ge⸗
schäste des Vereins Liquidation) geeigneten Personen zu übertragen und zu
Werwachen, auch die Namen der Liquidatoren bekannt zu machen.

An die Sielle des in den Gesetzen oder Staluten vorgesehenen Beschlusses
der Generalversammlung tritt der Veschluß der Verwaltangsbehörde.

Das iquidirte Vereinsvermögen ist, unbeschadet der Rechtsansprüche
Dritter und der Vereinsmitglieder, nach Maßgabe der Vereinsstatuten, be⸗
nehungsweise der allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen zu verwenden.

Der Zeitpunkt, in welchem das Verbot endgultig wird, ist als der Zeii⸗
vunkt der Auflösung oder Schließung des Vereins (der Kaffe) anzusehen.

Gegen die Anordnungen der Vvehdrde findet nur die V.schwerde an die
Auffichts behotden statt.

g 8. Das von der Landespolizeibehörde erlassene Verbot, sowie die
Anordnung der Kontrole ist dem Vereinsvorstande, sofern ein solcher im In⸗
Nande vorhanden ist, durch jchriftliche, mit Grün en versehene Verfügung
hetannt zu machen. Gegen dieselbe steht dem Vereinsvorstande die Beschwerde

26) zu.
Beschwerde ist innerhalb einer Woche nach der Zustellung der Ver⸗
fügung bei der Behörde anzubringen, welche dieselbe erlassen hat.

Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung.

89. Versammlungen, in denen sozialdemokratische, sozialistische oder
mmunistische auf den Unisturz der bestehenden Staats⸗ oder Gesellschafts⸗
dnung gerichtete Besirebungen zu Tage trelen, find aufzuldsen.

Versammlungen, von denen durch Thatsachen die Annahme gerechtferligt
ist, daß sie zur Förderung der im erften Absatze bezeichneten Vestrebungen
besiimmt find, find zu verbieten.

Den Versammlungen werden oͤffentliche Feftlichleiten und Aufzüge gleich⸗
estellt.

— g 10. Zuständig für das Verbot und die Kuflosung ist die Polizeibe⸗
hdörde Die Beschwerde findet nur an die Aufsichtsbehörden statt.

811. Drugschriften, in welchen sozialdemokratische, sozialistische oder
ommunistische auf den Umsturz der bestehenden Sstaats⸗ oder Gesellschafts⸗
dnung gerichtete Bestrebungen in einer den oͤffentlichen Frieden, insbesondere
zie Eintracht der Veroͤlterungsklafen gefährdenden Weise zu Tage treten, find
u verbieten. Vei periodischen Druchschriften ann das Verbot sich auch auf
das fernere Erscheinen erstrecken. sobald auf Grund dieses Gesetzes das Verbot
ner einzelnen Rummer erfolgt.

812. Zuständig für das Verbot ist die Landespolizeibehdrde, bei perio⸗
ischen im Inlande erscheinenden Drudhschriften die Landespolizeibehörde des
Bezirks, in welchem die Drugschrift erscheint. Das Verbot der ferneren
Verbreiiung einer im Auslande erscheinenden periodischen Truchschrift steht
em Reichskanzler zu. Das Verbot ist in der im 8 6 Abs. 2 vorgeschriebenen
Weise bekannt zu machen und ist für das ganze Bundesgebiet wirksam.

8 18. Das von der Landespolizeibe hoͤrde erlassene Verbot einer Drud⸗
chrift ist dem Verleger oͤder dem Herausgeber, das Verbot einer nicht perio⸗
disch erscheinenden Druchschrift auch dem auf derselben benannten Verfasser,
ofern diese Personen im Inlande vorhanden sind, durch schriftliche mit Grun⸗
zen dersehene Verfügung delaunm zu machen. Gegen die Verfügung steht dem
Verleger oder dem Herausgeber, sowie dem Verfafser die Beschwerde (8 26) zu.
Zie Veschwerde ist innerhalb Ainer Woche nach der Zustellung der Verfügung
ei der Behörde anzubringen, welche dieselbe erlassen bat. Die Beichwerde
hat keine aufschiebende Wirkung.

814. Auf Grund des Verbots sind die von demselben betroffenen
Drugschriften da, wo fie fich zum Zwede der Verbreitung vorfinden, in Be⸗
dlag zu nehmen. Die Beschlagnahme kann sich auf die zur Vervielfältigung
ienenven Platten und Formen erstrecken; dei Druchjchriften im engeren Sinne
at auf Antrag des Bcaͤheiligien statt Veschla gnahme des Satzes das Ablegen
Jebleren In gescheben. Die in Beschlag genommenen Druckjchriften.

Ptauen und Formen sand, nachden das Berdot endgultig geworoen , —
snsoe zu machen. Fie Veschwerde findet nur an die Auffichtsbehoͤrden statt.

15. Sie Polizeibehbrde in befugt, Druchschrifien der im 8 11 be

tichneten Art, sowie die zu ihrer Vervielfaltigung dienenden Platten and
Formen schon vor Erlaß eines Verbots vorlaufig in Beschlag zu nehmen. Die
Beschlag genommene Drukfchrift ist innerhalb 24 Stunden der Landes-
holigeibehörde einzureichen. Lehiere hat enticeder die Wiederaufhebung der
heschlagnahme sofort anguordnen oder innerhalb einer Woche das Verbot
rlasfen. Erfolgt das Verbot nicht nerhalb dieser Frist, so erlischt die Ve⸗
chlagnahme und mussen die einzeine Stücke, Platten und Formen freigegeben
werden.

8 16. Das Einsammeln von Beiträgen zur Förderung von sozialdemo⸗
ratischen, sozialistischen oder kommunistischen auf den Umsturz der bestehenden
Slaats- oder Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen, sowie die oͤffentliche
ufforderung zur Leistung solcher Veiträge sind polizeilich zu verbieten. Das
Verbot ist offentlich bekanni zu machen.

Die Beschwerde findet nur an die Aufsichtsbehdrden statt.

g 17. Wer an einem verbotenen Vereine ( 6) als Mitglied sich be⸗
heiligt, oder eine Thätigleit im Inieresse eines soichen Vereins ausuibt, wird
mit Geldstrafe bis zu 500 Mark oder mit Gefangniß bis zu drei Monaten
hestraft. Eine gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher an einer verbotenen
Bersammlung (F8 9) sich betheiligt, oder welcher nach polizeilicher Auflbsung
einer Versammlung (809) sich nicht sofort entfernt.

Gegen diejenigen, welche sich an dem Vereine oder an der Versammlung
ils Vorfteher, Leiler, Ordner, Agenten, Redner oder Kassirer betheiligen,
der weiche zu der Versammlnng auffordern, ist auf Gefängniß von Einem
Monat bis zu Einem Jahre zu e kennen.

g 18. Wer fur einen verbotenen Verein oder für eine verbotene Ver⸗
sammlung Raͤumlichkeiten hergiebt, wird mit Gefängniß von Einem Monat
bis zu einem Jahre bestraft.

8 19. Wer eine verbotene Druckschrift (6 11, 12) oder wer eine von
der vorläufigen Beschlagnahme betroffene Druckschrift (8 15) verbreitet, fortsetzt
oder wieder abdrucki, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit
Desüngniß bis zu sechs Monaten bestraft.

F20. Wer einem nach 8 16 erlassenen Verbote zuwiderhandelt, wird
mit Geldstrafe bis zu funfhundert Mart oder mit Gefängniß bis zu drei
Nonaten bestraft. Außerdem ist das zufolge der verbotenen Sammlung
der Aufforderung Empfangene oder der Werth desselben der Armenkasje des
Oris der Sammdung fur verfallen zu exklären.

g 21. Wer ohne Kenntniß, jedoch nach erfolgter Bekanntmachung des
Berbots durch den Reichsanzeiger 8 6, 12) eine der in den 883 17, 18, 19
erbotenen Handlungen begeht, ist, mit Geldstrafe bis zu einhandertfunfzig
Mart oder it Haft zu bestrafen. Gleiche Strafe trifft den, welcher nach er⸗
olgter Bekanntmachung des Verbots einem nach 8 16 erlaffenen Verbote
zuwiderhandelt. Die Schlußbestimmung des 8 20 findet Anwendung.

8 22. Gegen Personen, welche fich die Agitation fur die im 81Abj.

2 bezeichneten Bestrebungen zum Geschäste machen, kann im Falle einer Ver⸗
irtheilung wegen Zuwiderhandlungen gegen die 8 17 bis 20 nebea der
Freiheitsuͤrafe auf die Zulässigkeit der Einschränkung ihres Aufenthaltes er⸗
annt werden.
Auf Grund dieses Erkenntnifses kann dem Verurtheilten der Aufent⸗
halt in bestimmten Bezirken oder Orischaften durch die Landespolizei⸗
ehörde versagt werden, jedoch in seinem Wohnsitze nur dann, wenn eꝛ den⸗·
elbden nicht bereits seit 6 Monaten inne hat. Auslander können von der Landes⸗
polizeibehörde aus dem Bundesgebiete ausgewiesen werden. Sie Beschwerde
indet nur an die Auffsichtsbehörden statt. Zuwiderhandlungen werden mit
Hhefängniß von Einem Monat bis zu Einem Jahr bestraft.

F23. Unter den im 8 22 Absatz 1bezeichneten Voraussetzungen kann
gegen Gastwirthe, Schanlwirthe, mit Branntwein oder Spiritus Kleinhandel
Tabende Personen, Buchdrucker, Buchhändler, Leihbibliothekare und Inhaber
von Lesekabineten neben der Freiheitsstrase auf Untersagung ihres Gewerbe⸗
hetrie bes erkannt werden.

8 24. pPersonen, welche es sich zum Geschäft machen, die im 81 Abs.
2 bezeichneten Bestrebungen zu fordern oder welche auf Grund einer Bestim⸗
nung dieses Gesetzes — verurtheilt worden sind,
ann“von der Landespolizeibehörde die Befugniß zur gewerbsmäßigen oder
ucht gewerbsmäßigen öffentlichen Verbreitung von Druchschriftfen, sowie die
Zejugniß zum Handel mit Drudschriften im Umherziehen entzogen werden
Die Beschwerde findet nur an die Aufsichtsbehörden statt.

g 25. Wer einem auf Grund des 8 28 ergangenen Urtheil oder einer
auf Grund des z 24 erlassenen Verfügung zuwiderhandelt, wird mit Geld⸗
strafe bis zu eintausend Mark, oder mit dast oder mit Gefananiß bis zu d6
Monaten bestraft.

8 26. Zur Entscheidung der in den Faͤllen der 88 8, 18 erhobenen
Beschwerden wird eine Kommission gebildet. Der Bundesrath wählt vier
Mitgueder aus seiner Mitte und fünf aus der Zahl der Mitglieder der
höchsten Gerichte des Reichs oder der einzelnen Bundesstaaten. Die Wahl
Fiefer funf Mitglieder erfolgt fur die Zeit der Dauer dieses Gesetzes und fin
ie Dauer ihres Berbleibens im richterlichen Amte. Der Kaiser ernennt den
horsizenden und aus der Zabl der Mitglieder der Kommilsion deffen Stell—
dertreter.

g 27. Die Kommission entscheidet in der Bese zung von funf Mitglie dern—
don denen mindefens drei zu den richterlichen Mitgliedern gehören müsen.
Vor der Entscheibung über die Beschwerde ist den Betheiligten Gele genhei
ur mundlichen oder schriftlichen Begründung ihrer Anträge zu geben. Die
dommission ist befugt, Beweis in vollem Umfange, insbesondere durch eidlich
vernehmung von Zeugen und Sachverständigen, zu erheben oder mittelf
irsuchens einer Behörde des Reichs oder eines Bundesstaaies erheben zu
afsen. Hinfsichtlich der Verpflichtung fich als Zeuge oder Sachverständiget
ernehmen zu lafsen, sowie hinfichtlich der im Falle des Ungehorsams zu
erhängenden Strafen kommen die Bestimmungen der am Sitze der Kommis
son begiehungeweise der ersuchten Behörde geltenden bürgerlichen Prozeßgesehe
ur Anwendung. Die Entscheidungen erfoigen nach freiem Ermessen und
inn endgüllig.“ Im Uebrigen wird der Geschaftsgang bei der IX
ch ein von derselben zu entwerfendes Regulativ geordnet. welches der v⸗
tatigung des Bundesraths unterliegt.

Fsgur Verirte oder Orhschaften, welche durh die im 81 Abs.
hezeichneten Vestrebungen mit Gefahr fur die doͤffentliche Sicherheit bedroh
ind, können von den Centralbehorden der Bundessiaaten die folgende
Tnotdnungen, soweil fie nicht bereits landesgefehßlich zulasfig find, mit 6·
iehmigung des Bundesraths fur die Dauer von laͤngtteus einem Jabt
etvoffen werden:

j. daß versammlungen nur mit vorchngiget Genehmigung der Polizt
bebdrde stattfinden durfen; autf Beriammumgen zum Zwed ein
        <pb n="615" />
        ausgeschriebenen Wahl gumn KFelchetat oder zur Landez vertretung
erstrecki sich diese Belchrankung nicht;
daß die Verbreitung von Druchchriften auf bffentlichen Wegen,
Sicaßen, Platzen oder an anderen dffentlichen Orten nicht statt⸗
finden darf;

daß Personen, von denen eine Gefaͤhrdung der oͤffentlichen Sicher⸗
hen oder Ordnung zu besorgen ist, der Aufenthalt in den
Verirken oder Orijchafien versagt werden lann;

daß der Besitz, das Tragen, die Einführung und der Verkauf von
e Mhelen beschraäͤnkt oder an bestimmte Voraussetzungen ge⸗
nupft wird.

Ueber jede auf Grund der vorstehenden Vestimmungen getroffene An⸗
Atdnung muh dem Reichstage sofort, beziehungweise bei seinem nächsten Zu⸗
ammenireten Rechenschaft gegeben werden.

Die getroffenen Anordnungen find durch den Reichsanzeiger und auf die
fur landespolizeiliche Verfügungen vorgeschriebene Weise bekannt zu machen.

Wer diesen Anordnungen oder auf den Grund derselben erlassenen Ver⸗
agungen miit Kenntniß oder nach erfolgter oͤffentlicher Bekanntmachung zu⸗
derhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Haft oder
nu Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft.

z 29. Welche Behörden in jedem Bundesstaat unter der Bezeichnung
dandespolizeibehörde, Polizeibehdrde zu verstehen sind, wird von der Central⸗
behdrde des Bundesstaates hekannt gemacht.

g 80. Dies Gesetz tritt mit dem Tage der Verkundigung in Kraft und
nilt bis zum 81. März 1881.

Urkundlich ꝛtc.

Begeben ꝛc.

Dexclin, den 16. Oltober 1878.
Bermiscqhtes.

k Mit 1. Januar 1879 rin das Reichsgeseß über den
Spielkartenstempel in Kraft. Wer von da an Karten,
gie nicht mit dem Reichsstempel versehen sind, feilhält, veraußert,
dertheilt, erwirbt, damit spielt oder solche wissentlich in Gewahrsam
Jat, verfällt für jedes Spiel in eine Strafe von 30 M.

Aus dem Kanton Germersheim, 21. Oct. Herr
Jagdpͤchter v. G. in Zeislam schoß d'eser Tage einen Hasen.
Wie groß war sein Erstaunen, statt einen Bruder Loffel, deren
dier gepirscht zu haben! Das ging nämlich so zu. Der geschossene
dose, eine Haͤsin, warf nad dem Schusse noch drei Junge. Die⸗
saiben sind iebend und werden mit Milch aufgezogen. (S. W.)

fSpeier, 22. Oet. Am Montag Abend hielt in der
gierbrauerer ,Zum Stift“ der „Verein der Cigarren⸗Arbeiter“ eine
Bersammiung ab, in welcher angesichts des vom Reichstag be⸗
ichlossenenen Socialistengesetzes die Auflösung des Vereins beschlossen
ud das Vereinsbermögen vertheilt wurde. Dasselbe hat die Hdhe
oa 700 M. erreicht und es fielen jedem Mitgliede 40 M. zu.
Zur selben Stunde und in derselben Wirthschaft tagte auch die
Rewertschaft der Zimmerl: ute und faßle gleichalls den Beschluß
der Auflösung. Das Vereinsvermögen der Gewerkschaft beläuft
sich auf ca. 400 M., die ebenfalls unter die Mitglieder vertheilt
werden. (Sp. 3.)

Würzburg. Die „Würzb. Pr.“ schreibt: Nach Be⸗
schluß der aus Professoren derschiedener Hochschulen zusammenge⸗
jetzten Medicinal⸗Commission, welche sich mit Vorschlägen über
Siudiendauer und Prüfungsmodus der Mediciner zu beschäftigen
hatte, wurde die Daner des Studiums der Medicin vom Schul⸗
adt 1i879/80 an auf 9 Semester (bisher genüzten 8) festgesetzi.

In Würzburg waren vor Kurzem an verschiedenen
Stellen Plakate folgenden Inhalts angeschlagen: .Die beiden
Adler (Baler und Sohn) aus Allersheim (Usterfranken) haben
innerhalb 14 Tazen die Siadt zu verlafsen, widrigenfalls fie ge⸗
teinigt werden. Mehrere Bürger.“ Die genannten Inhaber des
Raubpogelnamens sind notorische — Wucherer. Wenn man hiu
aid wieder erfährt, wie da und dort der Weijen des Wucherthums
dlüht, reift und eiageheimst wird, dann nimmt es einigermaßen
Wunder, daß der Beirieb dieser sauberen Geschaͤfte nicht manchmal
min groͤßer⸗r Gefahr fur Leib und Leben der betreffenden Inhaber
derbunden ist.

Peeise für Ausstellungsgegenstände im Glaspalaste in
Mänchen geiegentlich des Central⸗NLandwirthschaftfestes wurden
nachstehenden Ausstellern aus der Pfalz zuerkannt: IJ. Silbetut
Denimünze a) Christian Roesinger in Speier für Tadak; by BG.
Müsler UJ. in Großniedeüheim für Honig; c) Gemeinde Klein⸗
bodenheim für Obst. I. Bronzene Denkmünze a) Gemeinde Roht⸗
bach süe Seilerwaaren und Nesselbast; für Obst: b) dem land⸗
virihschafu chen Bezirkskomité Frankenthal; c) Oberfoͤrster Gareis
in Imsbach. III. Ehrendiplome für Odst und Trauben a) der Ge⸗
meinde Kleinkacibach; b) Spies und Klunk in Kleinbodenheim;
c) denm landw. Bezitts-Comite Kandel; d) der Korbflechterschule
Steinfeld für Flechweik. IY. Ehrende Erwähnungen füt ausge⸗
dellte Holzwaaren a) Gebrüder Lotz in Kaiserzlautern; b) Wilhelm
—XX c) Friedrich Knapp in
ausel; d) Narcher und Raquet in Kaiserslautern: o) J. Philivp
Deiß in Zaiserblautern.

tStrasburg, 22. Ott. (Pf. K.) Was die in neuerer
—F iheiltz zur Bestrafung gezogenen, theilt flüchtig gewordenen
Ducherer betriffi, so ist man mit XX
—XVV

Wuchergesetzes und troßz der zahlreichen gegen einelne von ihnt
angesttengten Klagen, bis heute ihr Unwesen weiter treiben konnten
Diese Vlutsauger sind im Besitz des weitaus großten Theiles de
inserer Landbebölkerung geleisteten Ariegskostenentschadigungs⸗ und
Ausgleichssgelder, indem sie den armen Leuten, welche die Ab
vicicung der Geschaste nicht abwatten lonnten, ihre dorderunge
fur underhältuißmaßig geringe Snmmen baar ablkauften. —
wurde ein Fall bei Gericht anhängig gemacht, wo ein Bauer 1
Fres., sage zehn Francs, für eine Fordetung von 180 Fres. er
Feln und wodei der Wucheter dennoch strassos ausging. Jung
Offtziere, haupisächlich aber Geschäftsleute, welche, aus Aldeuisa
jand ohne Mittel gikommen, hier ihr Glück machen wollten un
Fesen Vlutsaugern in die Hände fielen, wurden vollstͤndig ruinir
Ddie Offiziere mußlten außer den kurz gestellten Wechfeln in dre
und vierfachem Betrag der wirklich erhaltenen Summte noch eine
ogenaunten Ehrenschein“ ausstellen, der stets wie ein Damokle
chwert über ihrem Haupte hing und sie immer wieder zu nene
Jalsabschneidern trieb, um die ersten befriedigen zu önnen. Wi
Jesagt, man staunt nur darüber, daß man gegen diese Mensche
die hier zu Lande geltenden Gesetze bisher nicht angewandt hat
Diese Gistpflanzen gedeihen im alten Deutschland, wo leider lein
Wuchergesetze mehr bestehen, stellenweise zum allgemeinen Schade
o üppig, daß man auch hier endlich alen Exnstes an ihre mög
ichst radicale Ausrottung gehen sollte.)
Straßburg?“ 28. Oct. In der vorgestrigen Sitzun,
des hiesigen Polizeigerichtes Nr. 1 wurde ein Metzzger welcher de
WBurjstfatjchung angetlagi war, freigesprochen, weil er nachwiel
daß er in seinem Local in deutscher und in französischer Sprach
in Placat des Inhaltes: „Hier verkauft man mit Viehl gemischt
Wurst“ angebracht hatte. (Str. 3).

fEin verunglüͤcktet Weltaussiellungsbesucher. Frankfurt
rin hier angestelller Beamter benutzte seinen Geschäftsurlaub z
iner Reise nach der Pariser Weltausstellung. Doct angekommen
jatte er sich kaum an dem bunten Treiben ergötzt, als ihm in dit
em Gedränge der Regenschirm fiel, und als er denselben auf
heben wollte, stieß er damit unglücklicherweise wider eine Damet
Diese glauble einen Taschendieb dor sich zu haben und jchrie lau
roleur“ — gleich darauf fielen einige Schutzleute über ihn he
und nahmen ihn, da er ohne Legilimationspapiere war, mit au
die Polizeiwache, wo er volle acht Tage saß, und als er frei ge
assen wurde, dehrte er, ohne die Weltausstellung gesehen zu haben
wieder hierher zurück.

7 Eme sehr arme Waschirau in der Wasserthorstraße in
Berlin war am Dienstag fruh zur Arbeit gegangen und hatte
ihren acht Jahre alten Sohn zu Hause gelassen. Gegen 10 Uhr
tiopfle es an de Thür der ärmlichen Dachwohnung. Der Knabe
oͤffnete. Ein alter Mann stand draußen und bettelte. „Ich kann
Ihnen Nichts geben“, sagte der Knobe, „meine Mutter ist selbsi
arm, wit haben selber Nichts bis zum Abend zu essen.“ Det
alte Mann ging. Nachmittags gegen 4 Uhr klopfte es abermals,
uud wieder stand der alte Mann vor der Thür. Der Knabe be
merkte dem Betiler, daß er ihn ja schon einmal abgewiesen, und
wollie schnell die Thür zumachen.“ Der alte Mann aber drängk
sich in das Zimmer hinein. „Du brauchst dich nicht zu fürchten“
jagte er, „ich thue dir Nichts.“ Dabei pactte er aus einem Korb;
wohl zehn reinlich in Papier geschlagene Schnitten Brod, theilt
Jeschmiert, theils troden, aus, legte sie mit 50 Piennigen auf der
Tisch und verließ mit den Worten: „So, gib Das deiner Mut
ter, ich habe es für sie redlich erbettelt,“ das Zimmer.

Been, 18. Oct. Gestern erlitt der directe Bahnzug vo
dausanne nach Bern durch einen eigenthümlichen Vorfall e'ne Ver
zögerung. In der Näde von Bulle hatten sich drei Fohdlen au
die Bahn verirrt. Eine Entgleifung defürchtend, mäßigte der
Locomotipführer sofort den Gang des Zuges; die Fohlen aber,
zanz stolz, als Avantgarde zu dienen, behartten harlnäckg darauf—
or der Locomotive herzutraben, Spruünge bei jedem Pfiff derselben
machend und sich anhaliend, wenn der Zug anhielt. Dieses Treiben
setzten sie bis an den Bahndhof von Freiburg fort, wo der Zug
eine Viertelstunde zu spät ankam.

fIn Ungarn ist die diesjährige Weinernte so reichlid
ausgefallen, das die Halbe neuen Weins um 1, sage einen Kreuze;
pertauft wird. Einen so reichen Traubensegen bat es jeit 1834
nicht mehr gegeben.

F Eine Fiasche Chaktean Lafitte 1811, Kometenweir
purde während der Pariser Ausstellung enttorkt und von ihrem
kigner, Herrn Vignon, einem Mugliede der Jurhy, seinen Kolle gen
u kosten gegeben. Diese Prode des jetzt sehr seltenen Jahrganges
stammt aus einem Reservekeller. Herr v. Rothschild kaufte den

Votrath 1811er Chateau Lafitie um 121 Fr. die Flasche, der
geuerdings in öffentlicher Versteigetung wieder zu 310 Fr. die
Flasche verkauft worden ist.
FEin Fall gransamer Lynchjustiz in Nußland wird einem
sNiewer Blatie aus dem Dorfe Gafsowka gemeldet. Ein ent⸗
Jebliches Feuer, das um Mitternacht ausgebrochen war und 70
        <pb n="616" />
        haͤuser nebst Nebenbauteu, sowie sämmtliche Getreideborräthe der
Dorfbewohner verzehrt halte, wurde von denselben als die Missethat
des unter ihnen lebenden Bauers Bulaty angesehen. Letzterer hatte
sich durch Frechheit und Zügellossigkeit schon lange verhaßt und
gefürchtet zu machen gewußt. Die über das Brandunglück hoch
aufgebrachten Bauern suchten Bukath bald auf. Er war halb be—⸗
trunken; einer seiner Spießgesellen war bei ihm. „Hast Du das
Feuer angelegt?“, so fragend, umringt in drobend der Haufe.
Bukaty leugnet. „Sage die Wahrheit oder Du selbst wirst in's
Feuer springen!“ Bukaty schweigt. Sie greifen ihn und setzen
ihn auf eine brennende Thürschwelle. Bukaty gesteht nun ein, er
hahe ein Gebäude angesteckt, um die Aufmerlsamkeit der Leute in's
Dorf selbst zu konzentriren und so leichter einige Pferde fortzu⸗
stehlen: der Spießgeselle sollte ihm hierbei behülflich sein. Das
Feuer baite sich leider von der Absicht des Verbrechers nicht ein⸗
engen lassen. Derselbe ward, als er sein Geständniß abgelegt hatte,
sofort in die Flammen geworfen; seinen Helfershelfer prügelte man
halb dodt.

BGemeinnüutziges.

Ein griechisches Mittel gegen den Keuchhusten. Dr. Landerer
zerichtet im Technolog, daß man in Griechenland gegen die Krant—
zeit Johannisbrod (die Frucht von Ceratania Siliqa), in großeren
Quantitäten mit Wasser absiedet, so daß sich eine syrupähnliche
Flüssigkeit bildet, worauf man Rosenhonig zusetzt — (gewöhnlicher
honig thut übrigens dieselben Dienste). Dieser einfache Syrup wird
»aun den Kindern tagsüber theelsffelweise gereicht. Eine dienährige
krkahrung wird zu Runsten dieses Nolfomiufele aαανν

mmnsitirte VJagdzestung. Organ für Jagd, Fisger
und NRaturkunde. Herausgegeben vom k. Oberförster H. Nipsche
5. Jahrgang. NMr. J ist soeben erschienen und zeichnet sich
viederum durch reichhaltigen Irhalt und 2 schöne Illustrationen
nus. Diese Jagdze tung ist die billigste und dabei angesehenste
aller derartigen Zeitichriften, sie zählt die bedeutendsten Jagdfchrijt—
teller und Thiermaler zu ihren Mitarbeitern. Die vorliegende
Rr. Jenthält interessante Artikel über die Drosseln und den Doh—
renstieg von E. von Wolffersdorf mit sehr schönem BId vom Ma—
ler E. Schmidt. Waidmann's Wörterbuch, gereimt von Baron
von Schuckmann: stlobow. — Ein Jagdkalender mit einem reizen—
den Bilde vom Thiermaler F. Specht und vieles Andere mehr.
Die Verlagsbuchhandlung (Schmidt &amp; Günther in Läpeig) hat die
Zeitung sehr hübsch ausgestatlet, der Preis ist 3 Mark halbjähr-
iich. Die „Illustrirte Jasdzeitung“ kann durch alle Buchhand-⸗
lungen und Postanstalten dezogen werden.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeßh.

Dienstesnachrichten.

Hie Verwesung des protest. Dekanats Landau wurde dem
Kapitelssenior Pfarrer Joh. Gg. Friedrich Hessig zu Rhodt und
die Verwesuͤng der Protest. 2. Pfarrstelle zu Landau dem bisherigen
Privatwikar daselbst, L. Baher von Morschheim, übertragen.

Der Kaplaneiverweser Peier Mayers von Weyher wurde in
gleicher Eigenschaft nach Rülzheim versetzt und die Kaplanei Weyher
dem Kaplan von Rülzheim, Gerh. Forthuber, übertragen.
Bekanntmachungen.

L ασ -.
Kastanien und guter Mo st
Eingetroffen in der »POst«?
Montag, 28. Okt. a. C.,
Morgens 9 Uhr läßt die Ww.
hon dem verstorbenen Hermann
Wedekind auf dem Ens—⸗
beimerhof

lReitpferd (auch eingefahren),

1 Arbeitspferd,

8 Stück 12 jährige Fohlen,

20 Stück Schaafe,

mehrere Zuchtkälber Holländer
Rage und

jJagdwagen
öffentlich gegen Zahlungsausstand
dersteigern.

Ausschreiben.

Die Gemeindeverwaitung hat
für junge Bauhandwerker der
Stadt St. Ingbert zum Besuche
der Kreisbaugewerkschule in Kai⸗
serslautern pro 1878/,79 ein
Stipendium bewilligt.

Bewerber hiefür wollen ihre
Gesuche bis Ende dieses Monats
auf dem unterfertigten Amte
einreichen.

St. Ingbett, 24. Okt. 1878.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

⁊
R
—

—
*
v

2
6387
83 S6
*325
————
85
8
—
2*
2533
*3
— 278
25
* 38
———
8
227
—*

28
J 8
453 83
78989 235
143 28
—*
—
82
4343
G82
222
132241
3833
—
— —22
333*
—
385f
18338
383
833
J
3—
23
233
858

*
*
—2

5*

21 —
2 2535
25 5—50 26

X&amp;
—— —

Cualvolle age.
Wochen und Monate und selbst
Jahre verbringen zahlreiche Leiden⸗
de in der Krankenstube ohne Aus⸗
sicht auf Besserung; oft aufgegeben
von den sfie behandelnden Nerzten,
als Todescandidaten betrachtet von
den Angehörigen. In solcher Lage
empfiehlt sich, wenn es nicht schon
früher geschehen die Anschaffung
des bekannten Buches Dr. Airy's
Naturheil methode und kein
Leidender wird mehr zweifeln, daß
es noch eine Genesung für ihn
zibt, wenn er fich vertrauensvoll
der tausendfach bewährten Heil⸗
methode uuterzieht. Preis 1Mhk.,
vorräthig in K. Gotthold s Buch⸗
handlung, in Kaiserslautern
auch gegen 1 Mk. 20 Pf. france
zu beziehen durch Richter's Ver⸗
sags-Anstalt, Leipziag.

— 7
—
Für Jagdliebhaber.

Wasserdichte, echre tyroler
ELOqlæm ite
ber Stüͤck M. A. empfiehlt

Hermann Fischer.

8
5
——
—3
J

PIiMBMcChener
—
00O Geldgewinne

EIM UPIIEVCTIIERV
0, O00 MATL
DAMX.
Ziehung am 5. Uov. 1878.
Prois dos Loosos J Mark
Auf 10 Loose Jl Preiloos.
Zu beziehen durch die
General-⸗Agentur
ODor.
Bankgeschäft, München,
oder
Herrn Franz WVoII

in St Ingbort.

Frucht- Brod⸗ um—
Fleisch⸗Preise der Stad
Zweibrücken vom 24. Okibt
Weizen 10 M. 834 Pf. Korr
7 M. 96 Ppf. Gerste 2reihig
7 M. 20 Pf. Gerste 4 reih
d M. — Pf. Spelz 6 M
58 Pf. Hafer 5 M. 88 pf.
Heu 1 M. 80 Ppf. Stroh?
M. — Pf. Kartoffeln 2 M
80 Pf. Weißbrod 194 Kilog
52 Pf. Kornbrod 3 Kil. 74. 2 Kil.
50 Pf. ditto 1 siilo. 25 Pf
Gemischtbrod 3 Kilo.O M.89 Pf
Rindfl. 1. Qual. 79 Pf.2
Qual. 66 Pf. Kalefl. 66 Pf
Butter O M. 90 Pf. per Psd.

—
— —A 2
Durch den Unterzeichneten sind
zu beziehen:“*
Violinen von 4-100 M.,
Felloss . 154150 B.,
Bässe— 30-150 .3
Bogen 14- 30 M.
ß unter Garantie. Augemeine Wechsel
Iranz Woll. Buche und Steindruckerei
. J. Deuctz.
Annonoen für folgende Zeit ungen:—
Baslor Nachrichten, wollo man zur Vermeidung von Zeitrorsanmniss, stets dire et riohten an Genfer Journal,
Neue Züurcher Zeitung, FS — Vogler ——
dSchweizor Handelszeitung, DVRT a. M. tle romquenr,
dasler Zeitun Géotkentatæ 2æ. Freiburg, Oberrh. Kurier,
st. 8 da genannto Blatter ihre Annoncen Berlin, Mochenschrift des
Neuchatel, Union Libéralo, aussehIiesslieh dureh diese Firu— Veroins doutseh. Ingenioure
Cazetto do Lausanno. Deutsche Jagd-Zoitung.

uck und Verlag von zF. x.

OBeme
5

101
S
Ingoe
        <pb n="617" />
        St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Ingberter Auteiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich piermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag nud Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
Mark 40 R.⸗Plg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts mit 13 Pfa. fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pfga. pro Zeile berechnet.
M I170. — Sountag, den . O br

—
7
Deutsches Reihc.

Berlin, 23. Olt. Durch Verfügung des Polizei⸗Prasidiumb
von heute wurde die heutige Nammer der „Berliner freien Presse“
auf Grund des 8 11 des Sozialistengesezes verboten, gleichzeitig
auch das fernere Erscheinen dieses Blailes verboten.

Ausfand.

Paris, 28. Olt. Der Minister des Innern erließ an die
Bräfelten durch den Telegraphen die Weisung, daß unverzuͤglich die
Veriolgungen gegen solche, gegen die wegen Beiheiligung an der
Tommune ein Contumatial . Urtheil vorliege, eingestellt werden sollen.

Paris, 24. Ott. Gegen die wegen Theilnahme am sozi⸗
alistischen Arbeitercongreß angeklagten Personen ist ein verurtheilendes
Erkenntniß ergangen, welches Strafen von 6 Monat und 200 Fres.
Beldbuße ausspricht. Zwei Frauen wurden freigesprochen.

London, 22. Okt. Nach einer aus Cypern eingetroffenen
Priveilorrespondenz hertscht daselbst unter dem griechischen Element
der Devdilerung große Unzufriedenheit üUber die Verwaltung der
Insel, da die englischen Behoͤrden — gemäß den ihnen voun der
Regierung vorgeschriebenen Instruttionen — den Sriechen die Aus⸗
idung don Civil- Funktionen nicht gestatten — In biesigen diplo⸗
matischen streisen wird versichert, daß der englische Boischafter
kayard in Konstantinopel werde demnächst nach London berufen
verden, um dafselbst persönlich Instruktionen seiner Regierung über
vichtige, zwischen der Türkei und England schwebende Frogen ent⸗
gzegenzunehmeenn. *

London, 23. Ott. Zum englisch- asghanischen Konflikt
meldet dat Reuter'jche Bureau“ aus VBombay von gestern, die
Kegierung werde den Frauen und Familiengliedern der Offiziere,
die zum Dienst an der Grenze verwendet werden würden, freie
Reise gewähren. Dem Kriegskommissariat sei ein Befehl zur Un⸗
ammlung von Pexviantborräthen noch nicht zugegangen, auch
halte man vieljach einen sosortigen Vormarsch für unmoͤglich, das
gelbe Fieber unter den Truppen in Jamrud dürfte jedensalla noch
zunehmen. Den „Dailh News“ wird aus Simla von gestern
helegraphirt, der englische Abgesandie an den Emir von Afghaniftan
sei während seines Aufenthalts in Kubal gut behandelt worden,
jabe aber nur mit den vom Emir dazu ausdrücküich ermächtigten
Personen verlehren dürfsen. Bei seiner Abreise von Kabul habe
üch der russische Gesandte noch am Hofe des Emirs befunden.

Madrid, 23. Olt. In Folge energischer Vorstellung
Spaniens wurden vorgestern in Gegenwart der spanischen Konsuls
die Wachmannschaften, welche am Tage der durch die Marolkaner
verühten Ermordungen von spanischen Unterthanen in Lano mit der
leberwachung der Lazarethe betraut waren, don den marollanischen
Behoörden strenge bestraft.

Persoͤnlichkeit des Erfinders und die Konstruktion des überaus ein⸗
'achen und doch so sinnreichen Apparates ju den Experimenten über⸗
uing, die das gerechte Erstaunen des zahlreich versammelten Auditoriums
xregten. Mit lauter Stimme wurden die zu fixirenden Worite in
den Apparat gerufen (den wir ja schon bei einer früheren Gelegen⸗
deit eingehend beschrieben haben) und klar, deutlich und im ganzen
Saale vernehmbar wurden sie wiedergegeben. Auch einige der
mwesenden Herren betheiligten sich an den Experimenten und ließen
jebeäisch, griechisch, italienisch, französisch ꝛc. gesprochene Seutenzen
„phonograph'ren“, ja selbst die schwierigsten Worter wurden dem
Apparat zum Nachsprechen aufgegeben, der sich aber in allen Stücken
»orzüglich bewährte und jeder Aufgabe gerecht zu werden wußte.
Ddere Sprenger experimentirt allerdings nur mit einem kleineren
Apparate, dessen Leistungsfähigkeir demgemäß nur eine beschränkte
ein kann, auch ist die Ersindung selbst noch in ihrer Kindheit und
Aufte vieler Verbesserungen fähig sein; jedenfalls ist aber der Be⸗
veis geliefert, daß die menschliche Stimme, wie überhaupt Tdne
zer verschiedensten Art fixirt und „für spätern Gebrauch aufgehoben
verden lönnen, und da Herr Sprenger auch unsere Nachtarftädie
u besuchen gedenkt, so wollen wir nicht verfehlen, unsere dortigen
Leser auf den wunderbaren Apparat det Allerwelizerfinders Edison
mpfehlend aufmerltjsam zu mache.

7 Kaiseretautern, 24 Olt. In der gestrigen Sitzung
des Polizeigerichts dahier kamen gegen Kaufmann Wilheim Muüller
dahier drei Klagen wegen Beleidigung verubl durch Inserate in der
„Pfalz. Vollszeitung“ dahier, sowie durch Flugscriften, daun die
Wiederllage Müllers gegen Dr. Recknagei wegen Beleidigung zur
Derhandlung. Die erste Klage, die des Dr. Recknagel, Reclor der
gl. Industrieschule dahier, gründet sich auf Inseraie in Ne. 220,
25, 228, 2330, 232, 242, 257, 262, 268 und 270 ber „Pf.
hoittzeitung“, durch welche Inserale sich De. Rednagel in seiner
khre gekränkt und herabgesetzt fühlt, da ihm hierin der Vorwurf
»es Beitugs, der Habsucht und Unfähigkeit als Lehrer gemacht wird
Müller stuͤzt seine Gegenklage (welche mit der Hauptklage verbunden
vurde) ouf einen Artikel in Rr. 80 der „Pf. Volksz.“, in welchem
er sich durch die Worte: Da schimpfl so ein armer Mann, der
einen Ruin vor Augen sieht ⁊c.“ ebenfalls beleidigt fühlt. Die
dlage des Redacteurs der „Kaiserslauterer Zeitung“ und des Ver⸗
egets und Buchdruckers Cmil Kayser gegen Wilheim Müller, dann
jegen Anton d'Angelo, Redacteur derPfalser Volkltzeitung“ und
Philipp Rohr, Verleger dieser Zeitung, fiütz sich auf ein Inserat
n Nr. 271 und 272 dieses Bliattes.“ Einée weiere Klage Weises
ind Kaysers gegen Wilhelm Muller allein, orundet sich auf Flug⸗
lätter, welche Wilhelm Müller vor und nach Empfaug der Vor⸗
adung wegen Beleidigung verbreitete. In allen diesen Klagen
vurde die Verlündigung des Urtheils auf den 30. dieses Monats
vertagt. Gif. Volls;.)

f.skaiserslautern, 24. Oll. (Zuchtpolizeigeticht.)
deinrich Caspar, geboren 1858, Posigehilfe, erhielt 10 Monaie
befaängniß wegen Unterschlagung eines in amtlicher Eigenschaft
mpfangenen Geldbriefes mit Werthinhalt im Betrag von 3783 Pe.
jerübt am 18. Juni 1878 in Hochspeyer. (ajesl. 3.)

fKaiserslautern, 24. Oll. Die Kaifrsl. Zig.“
chreiht: Die Nachricht, daß von den aus dem hiesigen Zuchthause
ntsprungenen Sträslingen einer in der Nähe don Dürkheim wieder
ingejangen worden sei, ist, wie wir aus guter Quelle hocen bis
jeßt leider unbegründet; im Begentheil glaubt man, daß derselbe,
jachdem er sich in der Gegend von Dürtheim von Verwandten das
idihige Reifegeld geholt, nach Amerita entkommen sei.

F In Zaiserslautern jzirkulirt das Gerücht, man sei
hort einem Theil des Objelts eines großartigen Werthpapieren·Dieb.
rahls (224 Willionen Francs) auf die Spur getommen, der
18704 71 in Franukreich berübt worden. Daß N. W.« berichtet
1. A. daruüber aus Kaiserslautern: „Daß die Spur nach dier
»erfolgt wurde, scheint gewiß zu sein, denn 4 Herren aus Frackreich,
vorunter 2 Geheimpolizisten, 2 Advolatanwälte, sowie Gerichna-
vollzieher und 2 Polizisten von hier begaben sich zur Aufsuchung
in die Wohnung eines hiesigen Kaufmanns und nahmen die fich

1— Bermischtes.

fSi. Inabert, 26, Otu. Gestern gegen Mittag brach
hier ein über eine Vierkelstunde anhaltendes Unwetter los. Heftiger
Wind, der fich zeitweise zum förmlichen Orkan steigerte, untermischt
nit em slark herabfallenden Regen machte den Leuten, die jur
Zeit dez Unwetters die Straße vassirten, das Gehen beinahe uͤn—
möglich.

St. Ingbert, 26. Olt. Donnerstag Abend, den 31.
ds., wird hier im Soale des Hotel Laur durch den Ameritaner
Spreuger ein Ponograph ausgesiellt. Ueder diese wichtige Eifindung
iegen uns verschiedene günstige Urtheile vor und lassen wir m. d.
das der St. Zohanner Zig. hier folgen, welche schreibt:

St. Johann, 21. Ott. Gestern Abead war uns Gelegenheit
geboten, eine der wunderbarsten Erfindungen det Neuzeit, Edisones
Bornzgraph, in Thaätigkeit zu fehen, jenen merswürdigen
Appatal, der im Stande ist, Toöne der verschiedensten Art wie die
menschliche Stimme, Klänge musikalischer Justrumente x. ꝛc. zu
irxiren, eine beliebig lange Zeit aufzubewahten, um sie dann klar
and deutlich wiederzugeben. Herr Sprenger, ein Amerikaner,
war es, det den Phonograph im Saale des Tivoli zur Besichtigung
ausgestellt hatte und nach einigen einleitenden Bemerkungen Aber die
        <pb n="618" />
        vort vorfindenden französischen Pap'ere in Beschlag, welche dafselbst
hinterlegt worden sein sollen. Mon fand solche im Werthe von
M. 80,000, welche der Eigenthümer zu M. 30,000 erhandelt
haben will. Dieselben wurden um diesen Preis ausgelöst und von
der Polizei in Beschlag genommen.“

F Ein besonders für Gastwirthe interessanter Rechtsfall wurde
am 22. ds. von dem Appellationsgericht in Zweibrücken zur Ent⸗
scheidung gebracht. Vor etwa 2 Jahren hatte der Rentner Stahl
pon Ingenheim sein Pferd im Stolle des Hoftels Körber unterge⸗
zebracht. Das als Schläger bekannte Pferd des Stahl zerschmetterte
zinem im denselben Stalle stehenden Pferde eines Oelonomen von
Moͤrzheint den Schenkel derart, daß es getödtet werden mußte.
Der Eigenthümer erhob Klage gezen Stahl und dieser Garantiellage
gegen Körber. Das hiesige kgl. Bezirksgericht verurtheilte im
Frühjahr dieses Jahres den Stahl zur Zahlung einer Ent—
schädigung von 500 Gulden und wies die Garantieklage gegen
Korber zurück, weil dieser für den durch ein fremdes Pferd ange⸗
richteten Schaden nur dann hätte hafthar gemacht werden können
venn ihm von der üblen Eigenschaft eines solchen, z. B. des
Schlagens, Mittheilung gemacht worden wäre. Dies war aber in
dem fraglichen Falle nicht geschehen. Gegen dieses Urtheil hatte
Stahl Berufung erhoben, die indessen von dem Appellationsgerichte
in Zweibrücken als undegründet verworfen wurde. Die Gesammt—
dosten fallen natürlich dem Stahl zur Last urd dürften fich mil
der ausgesprochenen Entschädigung auf ca. 3000 M. belaufen.

fFAus der Pfalz schreibt man dem „Irkf. Journ.“:
Das Betriebsergebniß der pfälzischen Bahnen in den ersten drei
Bierteljahren 1878 weist die Summe von 8,529,263 M. auf,
also um 684,817 M. weniger, als im gleichen Zeitraum des
Jahres 1877. Man kann hienach annehmen, daß der Ausfall
gegen voriges Jahr bis zum Ende 1878 mindestens 900,000 M.
detragen wird. Für das Jahr 1877 mußte die Staatskasse schon
2,792,000 M. zuschießen; für 1878 werden es also 3,500,000
M. sein, eine Summe, welche den Betrag der gesammten direkten
Steuern, welche die Pfalz dem Staate zahlt, erreichen, wo nicht
bersteigen dürfte.

fEine gefährliche Prise. In der Nacht vom

3*
⸗

Hausversteigerung.
Samstag, 2. Nod. nächst⸗
hin, Nachmittags 2 Ubr bei
Johann Fries an der Kohlen⸗
traße hietr
lassen die Witiwe und Erben
des hier verlebsen Samenhaͤndlertß
Naspar Wachs die nachbezeich⸗
nete Liegenschaft im Banne von
St. Ingbert abtheilungshalber
gffentlich an den Meistbittenden
zu Eigenthum versteigern nämlich:
Pl.⸗Nr. 936. 2 a 42 qm
Flaͤche Wohnhaus mit Stall,
Hofraum und Pflanzgarten
in den Großgärten.
St. Ingbert, 23. Olt. 1878.
Sauer, k. Rotar.
Hausversteigerung.
Samstag, 2. Novd. nachst⸗
hin, Nachmittags 8 Uhr bei
Schreiner Johann Schmelzer
iahßt Magdalena Mohyen
Wittwe von Jalob Schmelzer,
veiland Schreiner hier, folgende
Liegenschaft im Banne von St.
Ingbetrt, dffentlich an den Meist⸗
bietenden zu Eigenthum versteigern
aümlich:
Pl.eNr. 388. 95 qm Flaͤche,
Vohnhaus, Siali u. Hof u.
Pl.Ne. 3889. 12 29 qm,
Pflanzoarten.
Das Ganze gelegen auf dem
Hahnacer in Si. Ingbert neben
Karl Jung.
St. Inobert, 24. Ott. 1878.
Aa⸗rer, l. RNotar.
rerkaufe
ane schöne, junge frische Euh
nit Kalb
Fuche, Straßenwärter.

Güterversteigerung.
Montang, 11. Nov, nächft⸗
hin, Nachmittags 2 Uhr in sei⸗
nem Wirthslokal dahie
laßt Herr Jakob Schwarz,
Metzger und Wirth hier, die
nachbezeichneten Liegenschaften im
Banne von St. Ingbert unter
den hier üblichen Bedingungen
iffentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigern:

I. Pl.Nr. 13900, 1390,

1I390 u. 1390 , 84 4
b0 qm Acker ober der
Trift; J
Pl.Nr. 1652. 95 a 6
qm Acker am Rischbacher
Rech;

Pl.⸗Nr. 16571. 21 a
17 qm Acker beim Hasen⸗
eck an der Maäͤusbach;
Pl.Nr. 16579j58. 13 a
29 qm Acker allda;

Pl. Nr. 3909. 11 a 24
Im Acker links in den Ka⸗
steler Rodern;

Pl.⸗-Ne. 3912. 29 a 13
qm Acker allda;

7. Pl.-Nr. 4034. 14 a 31

qm Acker hinter Hobels;

8. Pl. Nr. 4036. 19 a 8

qm Acker allda; —

9. Pl⸗Nr. 4357. 14 a 65

qm Ackt im Rod;

10. Pi.Nr. 4388. 15 a 33
qm Acker allda;

11. Pl.Nr. 4400. 18 a4 74
qm Acker allda;
Pl.„Nr. 4401. 11 a 98
qm Acker allda.

St. Ingbert, 26. Olt. 1878.

Sauer, k. Notar.

Sonnabend zum Sonntag wurde einem Arbeiter im Berliner Thier—⸗
garten von Unbekanuten eine Prise Tabak gereicht. Der Arbeiter
wurde, nachdem er die Prise geuommen, sofort betäubt, da der
Tabak mit einem narkotischen Gisfte geschwängert war. In seinem
zülflose Zustande wurde der Arbeiter seiner Uhr, seines Geldes
und Gutes beraubt. Die Behörde ist dem Thäter, welcher ein
Papier am Ort der That zurückgelafsen hat, bereits auf der Spur.

F Nach dem „Prg. Tab.“ hat in Girschin ein Fleisch⸗
hauer einen israelitischen Gläubiger, der ihn seiner Schuld wegen
mahnte, mit einem Schinlen erschlagen und sich dann selber an⸗
gezeigt.

rf In Parris wurden am letzien Donnerttag einem Juwelier
Diamanten und Schmucksachen im Werthe von 150,000 France
entwendet, die Thäter wurden indesser sehr bald von der Polizei
ergriffen und ein großer Theil der gestohlenen Juwelen bei ihnen
gefunden.

F Wie der „Commercio“ in Genung aus böchst verläßlich r
Quelle melden zu können angiebt, wird der Gotthardt-Tunnel im
daufe des kommenden Jahres fertig gestellt und Anfangs 1880 dem
Berkehr übergeben werden.

Alexandrien, 24. Olt. Die Ueberschwemmungen des
Nils haben beträchtlichen Schaden verursacht, der auf 500,000 Pfd.
Sterling geschätzt wird. 250 Menschen find ertrunken. Die Eisen⸗
bahnverbindung ist unterbrochen. Die Einwohner beschuldigen die
Regierung, die nöthigen Vorsichtsmaßregeln außer Acht gelassen
zu haben.

Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demeß.
— — —
3 „MMM) von L. HI. Pletseh COo. in Breslau
Huste⸗ Nicht Honig-Kräuter-Malz-EBxtratt und -Caramellen“).
Die meisten Menschen werden bei dem Witterungswechsel im Herbst und
Frühjahr vom Husten befallen. Jeder Husten kann höcht gefährlich
verden! Aus einem einfachen Husten und Tatarrh können der Keuchhusten,
die Bräuue, chronischer Catarrh, Lungen⸗Affektionen, Ästhma
ic. entstehen. Kein Hustender darf deßhalb ganz forglos sein. Wir machen
darauf aufmerksam, daß obiges Fabrikai ärztlich geprüft und dipfohlen ist.
2) Zu haben in St. Ingbert bei Herrn J. Friedrich.

Bekanntmachung.
Von Montag den 28.
Oktober an wird die Ab—
und Zufuhr von Gütern
im bisherigen Güterschoppen und
Berladeplätzen eingestellt und der
probisorische Guterschoppen sowie
die neuen Verladeplätze am
westlichen Ende des Bahnhofes
in Verwendung genommen. Das
Verbringen der Güter dahin findel
pon der Kaiserstraße aus auf der
neu angelegten Straße am Lautzer⸗
thälchen Statt.
St. Ingbert, 25. Olt. 1878.
Die Babnhofverwaltung
Eifler.

Für Jagdliebhaber.
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per Stück M. A. empfiehlt
Hermann Zisscher.
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tern Deutschlands gehörend.
Pächter des Inseratentheils
Annar·er· Eoreditien
Adolf Stoiner
EAMBURG.

—
Srust schwach.·

Damit bezeichnet man oft das
erste Stadium der immer allge
meiner werdenden Lungenkrank
heiten, gegen welche in dem Werk⸗
chen „Die Brust⸗ und Vungen⸗
rankheiten“ praktischeHeilvorschläge
gegeben sind, deren Werth aus
den zahlreichen darin abgedruckter
Attesten hervorgeht. Vorräthie
und gegen 60 Pf. in Briefmarken
u beziehen durch K. Gotthold
Bbuchhandlung in Kaiserslau⸗
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Schriften,
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Nartoem etoe., werden rasch
and billig angesertigt in der
-ab- und Steindruokorei
IIXX.
8t. Ingbort.
Druck und Verlag von F. x. Demetz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsbilatt“

d.

44.
        <pb n="619" />
        — 8* 724 — F

483 * — 2— * O

F — e 4
de St. Juzberter Kuzeiger uad da⸗ (2 mal wo heatli t) mit dem Quustotatte verbundene Uaterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wocheutlich vier n il: Dieustan, Dogaerktaun, Stastaz 4n40 Sonitag. Der Aponnemeutspreis vetragt vierteljahrlis
Mart 4) R.Pfa. Auzeigen werden mit 10 3fz., voa At oirts nit 15 Vir. für die viergejspaliene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclane⸗

mit 30 Pfg vrs Zeile berechnet.
äααàαàæääôuäX2—1 P——— .. 8. ————————————— — —
M IITI. Dienstag, den 29. Oktober 1878.
DDeutsches Reich.

Manchen. Eine Correspondenz des Näürnb. Corresp.“
hestüͤtigt, daß die Abgg. Hauck und Mayer im Gesetzzebangsausschuß
den Antraz eingebraht haben, in den recht zrheiuischen Prodinzen
dayerns die Zoangsbersteigetung von Liegenschaften durch den
Amisrichter vornehenen zu lassen. (In der Pfalz blebbt es bei der
VBornahme durch den Rotar.)

Die „Rordd. Allg. Ztg.“ meldet: Die vom Minister des
Junern untern 22. Ott. an die Regierungen, Landdeosleien und
348 Berliner Polizeipcasidua zur Ausführung des Sopaal stenge⸗
czes erlassene Instruttion betont, daß, wenn der Zweck dis Geseßes
cceicht werden soll, die darin gewährten Mittel mi Ernst Und
Zutschiedenheun, ader auch mit Umnsiht und voller Loy ilität gebrau ht
verdea mussen. Es fei deshalb sorgsam zu beachten, daß das
Besetz nicht gegen audere als soziaidemokratische, soz'alist sche und
rommunale Bestrebungen angewendet werde, uud gegen diese nur,
venn die im Gesetz augegebenen Merlmale der Gencingejährlichket
orhauden srien.

Wie in Berlin gerüchtweise verl uet, wird im Bundesrathe
der direkte Antrag auf Erlaß eines G.seßes vorbereitet behuis
Wiedereinführung der Wucher gesetze. Der Maximalzinsfuß
ꝛon sehs pCt., die cvilrechtliche Unverdindlichteit „wu qcherischer
Beschäfte uad dereun strafrechtlche Verfolabarkeit so len weeder aus⸗
J sprochen und das Bundesgesetz von 14. November 1867 bezüg—
ich der vertragsmäß'gen Znfen aufgehoben werden.

Die Volkswirthschaftliche Vereinigung des Reicbstages (1ber⸗
wiegend bediugte Schuß öllner), die bis j zt 203 Piitglieder aus
erjchiedenen Fractionea zählt, zumeist freilich aus den Conserbatiben
and dem Centruni, welch letz'eres 87 Namen daju gestellt hat, erläßt
eine ofentliche Erklärumng folgenden Jihalts:

Ja den weitesten Kreisen des Deutschen Reichs sieht man mit
Spauuung einer ealnlichn klaten Eutschließung der verbandeten
Regierungen rücksi hiltzch datr Grundlagen des Deuischen Handelsver⸗
ehrs mit dem Auslande entgegen.

Es lag deshalb nahe und ist veelfach verlaugt wocden, daß
)er augenblidlich versammelte Deuische Reichstag de hiermet zu⸗
ammenhaugenden Frazen behufs Klarstellang der handelspolitischen
Veze und Zele der Reichzregierung in den Bereich seiner Vor⸗
jandlungen zsze.

Die unletzeschneten Raͤchstlagsmitglieder geben dem Bedauern
Ausdtuc, das ein solches Vorgehen nicht möglich war, weil der Z veck
der diesmaligen Zusammenberufung lediglich der Beschlußtassung
dber das So, ialistengesez galt, und weil die Ethebungen üͤder di
vitthschaftliche Lage und die Lebensbediagungen mehrerer der w ch⸗
igsten Gewerbszweige Deutshlands noch nicht abgeschlossen siad.

Um aber dem Mißverständuisse vorzubeusen, daß es in der
Bertrelung des Deutschen Volkes an dem nörhigen Jateresse für
zerechtigte handelspolitische Forderungen des Landes und an dem
esten Willen fehle, diese Focderungen zur Geltung zu bringen,
jalten wit uns zu der Erklärung verpflchtet,

daß wir lediglich aus den angedeutelen Gründen während der
gegenwärtigen Session de von dem Lande erwartete Anregung
aicht gegeben haben und nicht geben konnten,

daß wir aber angesichts der Handelspolitik der meisten

Deutschland umgebenden Läuder — in Erlenntniß der den

Voltswohlstand schädigenden Mängel deuischen Zolltarifs und

bei der Foetdauer der auf der deutschen Gewerdeihätigkeit und

Landwirthschaft lastenden Krisis — eine auf das Resuitat

sorgiältiger Prüfungen und sahgemäß ger Abwaͤgungen geslätzte

Reform des deuischen Zolliariss für nothwendig halten uad

demgemäß entschlossen sind, für dieselbe in der naächsien ordent⸗

lichen Session des Deuischen Reichstages einzutreten.

Obschon von verschiedenen handelspolitischen Gesichtspunken
sgehend, finden fich die Unterzeichaeten doch in dem Grundge—
vanken vereinigt, daß die schwierigen Frazen der deutschen Handels⸗
volilik nicht sediglich nach den Schlauwortern von Freihandel und
Schußzzoll geloͤst werden können, daß es viclmeht entscheldend darauf

aulo umt. die wirklichen und vermeinllichen Gegensfähe der Interessen
mit Fachkeuntniß, Umsicht und Vaterlaudsliebe ausjugleichen.

Golgen die Unterschriften, uater welchen sämmiliche der pfälzi⸗
schen Abgeordneten.)
Ausland.

Auf den König von Spanien wurde am Freitag Nachmittag
ein Attentat gemacht. Der gestrige Reichsanzeiger“ enthält über
dieses Verbrechen folgendes Telegramm aus Madrid, 25. Oct.:
„Als König Alfons nach der Nückkehr von den Manboern heute
Rachmatag 4 Uhe zu Pjierde in Madrid einzoz, wurde in einer
Ztratze ein Revolber schuß, glüclicherweise ohne zu treffen, auf Se.
Maj stat abgefeuert. Thater verhaftet, hat Absicht eingestanden,
sowne erklärt, daß er So—ialist sei und der Internationale anhänge.
Ec ist 20 Jahre alt und vor fünf Tagen zum Zweck des Atten⸗
ats von Taerragona hier eiagetroffen“. Von der spanischen Bot—
chaft geht dim Tigeblatt“ der Wortlaut der Depesche zu, welche
ie aus Madrid über das Atitentat erhalten hat: „Naqh einer
vahrhaft ruhmvollen Reise durch die Provinzen ist der Nönig
jeute (25.) nach Modrid zurückgekehrt und mit den lehhafiesten
Zeichen der Liebe und der Begeisierung empfangen worden. Nahe
in der Plaza de la v.lla schoß ein Minn aus der Menge ein
Terzerol auf den König, alücklicherweise ohne ihn zu treffen, ab.
Ze. Majeslät, welche den Blitz des Schusses gesehen hatte, hielt
saltblütig den Schritt seines Pferdes an und setzte ruhig seinen
Weg bdis zum Schlosse fort. Der General-Kaptän von Nadrid,
der auf der Seite rat, wo der Schuß fiel, falte den Allentäter,
den die Unmstehenden dezeichneten und ihn sestnehmen halsen. In
demsilben Augenblick ließen die nächsten Personen ein Hurrah er⸗
sõ nen, dessen Bedeutung süc die übrige Bebörkerung eine Zeit lang
anerllärbae bleb. Alles ist empött. Der Verbrecher, ein 23jahriger
Bötichet Namens Makasi, hat ohne weiteres seine That eingestanden
ind eiklärt, daß er ein internationaler Sozialist ist und vor vier
Tagen in besagter Absiht aus Tarrapona engetroffen war. Außer⸗
dem stehm es sest, daß das Verbrechen schon lange vocher vorbedacht
nar. Die „Nordd. Allg. Zig.“ schreibt hierzu: Dem weitsichtigen
Poltiler aber liefert das Madrider Attental nur den ernemen BSe—
veis füc die dringende'Nothwendigkeit, auf dem bei uns berretenen
Weg energischer Bekämpfung jener unheilschwangern Doktrinen,
aus denen dasselbe entsprossen, fortzufahren, uud es nicht bei dem
ecsten leg slatorijschen Aulanuf dewenden zu lassen.
Vermischtes.

¶ää̊

Die naͤchsse Toutrolversammlung in St. Ingbert X
Montag den 11. November, Vormittags 9 Uhr, im Oberhauser'schen
—AA Ensheim, Ommersheim und
de Gemeinde St. Ingbert mit Schnappoach.

Am Samstag beging Herr Medicsnialrath Dr. Bettinger
'n Frankenthal sein fünfzigjähriges Dienstjub.läum. Dersel be
in vor 50 Jahren an diesem Tage als Verweser der Kantondarzt
st lle in Kusel in den Staatsdien getreten.

F Inhaltlich Aussch eidens des tgl. Bezirksamtes Ge rm er 8⸗
heim vom 19. ds. Nis. ist, wie die „Piälzer Zeitung“ meldet
aus dem Zugang 1877 kein einziger Rectut des geda hten Bezitles
mit maugelhalter Schulbildung befunden worden.

Waldsee, 25. Oct. Gestern wurde dahier fast' alkge⸗
nein mit dem Abhängen uund Poppen des Tabals begonnen, und
jeute find schon diele Käufer erschienen, welche votläufig mit ihren
Raklern die Waare befichtigen, auch wurden schon einige Partien
Jut miltlerer Qualisat zu 35—36 M. per Centner verfaufn Für
Waare erster Qualität, die sehr fein und leicht ist, hofft man 40
M. zu bekomren. (Xb.)

, Speyer, 28. Oct. In der Situng des hiesigen Poli—
eigerichtes vom 8. Mai ds. Is. wurde der hiesige Kaufmann
J. B. Fell wegen Feilbietens und Verkaufs voß gefalschtem
Pfeffer unter Confiecation der Waare ju einer Geldstrase von 30
M. veruttheilt. Fell hat diesen Pfeffer von einer Mannheimer
Ferma bezogen. Odbgleich die chemische Unlersuchung keine gesund⸗
        <pb n="620" />
        eiisschädlichen Substanzen unter dem Pf'effer entdeate, mußte bem
Gefeze gemäß dennoch eine Strafe ausgesprochen werden. In
einer Bertheidigung gab damals Fell an, er habe in gutem Glauben
her Reinheilt der Waare solche. dem Verkause ausgesetzi. Hierbon
uusgehend legte er Berufung ein. Das Zuchtpolizei ericht hat nun
As Appelinsianz unterm 15. ds. Mis. diese Berufung verworfen,
das ersirichterliche Urtheil bestätigt und dem Appellanten saͤmmtliche,
nicht unbedeutende Kosten überbürdet. Der erste Richter hatte schon
in seinen Erwägungsgründen angegeben, daß jeder Kaufmann der
Reinheit seiner Waure vollständig gewiß sein müss⸗, bevor er die⸗
jelbe feil bielet und verkauft. Bei einer allenfallsigen Regreßklage
zegen die verkaufende Firma in Mannheim dürfte es sich hera is⸗
jellen, wo und wann der Pfeffer gefälscht worden ist.

Mannheim, 26. Oct. Gestern Abend ist das sozial⸗
demotkratische . Bad.pfälz. Voltabl.“ confiscirt und das fernere Er⸗
scheinen desselben untersagt worden.

Leipzig, 26. Oct. Die hiute ausgegebene Nummer
des „Votwärs“ wurde verboten und das fernere Erscheinen des
Blattes untersagt.

f Ein zweiter „Gabelmann“.) Von einem e'genthuͤmlichen
—A erzaͤhlen
setzt amerikanische Blaͤtter. In New-NYort wurde nömlich ein In⸗
dididuum dabei ertappt, wie es einem Herrn einen Ring gestohlen
hatte, und daher verhaftet. Beim besien Willen konnte der Dieb
den Ring nicht sofort wieder herausgeben, denn er hatte denselben
derschludi und als man ihn nun auf der Polizeiwache mit bekannten
pharmaceutischen Mittelchen nöthigte, das entwendete Gut herauszu⸗
geben, da kam außer dem erwähnten Ring noch ein zweiter Gold⸗
streif zum Vorschein, ferner — eine silberne Uhrkeite und mehrere
einere Gegenftände, als fremdes geütohlenes Eigenthum. Der
ingeniöse Langfinger hatte einfach seinen Straußenmagen als Diebs⸗
derstech verwendet.

pGelbes Fieber im Eisenbahnzuge. Der
„Messager Franco Americain“ enthält folgende Mutheilung vom
3 Oinaber: Ein schreckliches Ereigniß, welches die graueuvollste
Fpisode in der Ep'demie von 1878 bildet, hat die Befürchtungen,
u welchen die vorschnelle Rüdlehr der Gäste aus den Baͤdern nach
ew· Orleans Veranlassung bot, nur zu sfehr gerechtfertigt. Vor
gestern, Montag, brachte ein Zug von Beloxi eine große Anzahl

ZWobilienversteigerung.
Donnerstag, den 31. Olt.
nächsthin, Nachmittags 1 Uhr zu
Hassel im Sterbehause!, lassen
ie kinder u. Erben der allda
derlebten Luise Holzmann,
Wittwe erster Ehe von Franz
Jalob Drehsler und Wittwe
sweiter Ehe von Jalob Stein,
die zum Nachlasse der Verstorbenen
zehör'gen Mobiliargegensiände öf⸗
sentlich zu Eigenthum versteigern,
darunier namennich: ——
lfrischmellige Kuh mite
Nalb, 1 trächtige Kuh, 1
Wagen, 1 Windmühle, 1
Egge, 1 Pflug und dver⸗
schiedene andere Oekonomie⸗
geraͤthschaften, ferner Futter,
Stroh und Kartoffeln, dann
1 Belt mit Zubdehör, 1
Zleiderschrank, 1 Tisch, ver⸗
schiedene Stuhle, 1 Küchen⸗
schrank und sonstige Haus⸗
ind Kachengeräthschaften.
St. Ingbert, 26. Olt. 1878.
Sauer, hk. Notar.

Todes⸗Anzeige.
Freunden und Betkannten
ie schmerzliche Mittheilung,
aß unser Bebes Kind
Ottilie
m Alter von 10 Monaten
hdeute Abend sauft verschie
den ist.

Um suͤlll⸗z Besle'd bitten
Die tieftrauernden Eltern
Carl Seyb,
Marie Seyb, geb. Spie?
St. Ingberter Eisenwerk,

en 28. Oktober 1878.
Die Beerdigung finde:
Minwoch Nachmittag um 8
hr statt.

Allgemeine Wechsel
ind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
F. J. Demetz.

Eéilison“s ——orapi.-
Dieser phyfikalische Wurnderapparat, welcher das
zesprochene Wort, überhaupt alle Töne augenblicklich auf Stanio!
blalt firirt und mit überraschender Treue widergibi, ist imn Saale
des „Hotel Laur“ hier
Donnerflag, den 31. Oktober d. J. 1
zur gesalligen Besichtigung für Damen und Herren avuilgestellt.
Erklärnugen und Experimente
Abends unm s Uhr.
Kassenöffnung 73 Uhr. Eintrittspreis 50 Pfg.
Zu dieser höchst interessanten Schaustellung laden höflichst ein
F. I. DrOnCœI. Svradhlehrer.

oon Personen, welche der Gefellschaft von NeweOrleans angeyhoren
und aus ihrer Villegiatur zurüdkehrten. Auf der Station Rignolets
nachte man die schreckiiche Entdedung, daß das gelbe Fiebert under
den Reisenden autgebrocen sei. In den wenigen Stunden, welche
die Fohtt gedauert, hatte die Pest entsezliche Verwüstungen ange-⸗
richtet. Man zähzlte im Zuge nicht weniger als 103 Kranle. Keine
Beschreibung kann eine Idee don den Schreckenszenen geben, welche
ich in den Waggons während dieses unheilvollen Tages ereigneten.
Die Einen lagen, vom Fieber geschüttelt, kraftisz in den Ecken
imher: Andere wälzten sich unter konvulsivishen Zuclungen und
jeftigem Erbtechen auf dem Boden. Die kleine Zahl, welche wie
Furch ein Wunder verschont blieb, drängte sich in Todesangst auf
der Plattform zusammen...
Dienstesnachrich ten.

Dem Notar Sauer in St. Ingobert wurde gestattet, den ge⸗
prüften Rechtscandidaten Aufschneider aus Speyer auf 6 Monate
zum Amtsverweser zu bestellen.

Gemeinnütziges.

Ausdauer der Kartoffeln. Um Kartoffeln bis tief in
den Sommer in gutem, genießbarem Zustand zu erhalten, wendet
nan in Frankceich nach einer in der „Landw, Zeitschr. f. Elsaß⸗
Lothr.“ enthaltenen Mittheilung folgendes Verfahren an: Man setzt
onen Kessel mit Wasser über's Feuer und, wenn es vollkommen
zedet, tauhht man die vorher gewaschenen Kartoffeln in einem Korbe
»der Netze hinein. Wenn sie ganz mit Wasser bedeckt sind, ungefähr
4 Sekunden nachher, zieht man den Korb oder das Netz heraus
und schüttet die Kartoffeln auf den Boden. Unterdessen wird das
Feuer unterhalten, und wenn das Wasser wieder siedet, taucht man
dieder eine neue Quantität hinein u. s. w., bis der ganze Vorrath
nuf diese Weise behandelt ist. Hierauf bringt man sie auf einen
uftigen Boden und breitet sie duͤnn aus, damit sie schnell abtrod⸗
nen. Durch diese Behandlung wird der Trieb zum Wa hsen gänz⸗
lich erstickt; sie halten sich lange gut, bleiben genießbar und schmac⸗
haft, dis man wieder neue Kartoffeln ernten kann. Auf diese Weise
ollen die Pariser Bast- urd Sprisew ithe ihre Vorräthe für den
Zommer behandeln. Manche setzen dem Wasser auch eiwas Salz
u, was sehr zu emp'ehlen ist. Die Kartofseln müfsen nachher
rocken im Dunkeln auibewabhrt werden.

Fur bdie Wedaction veranwortlich:

— rr
e me b.
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Muiüncehener
Pràmienlotterieo.
21000 Geldge winne

EMAUPttresIær

4 0, O000 MATL

DAMX.
ziehung am 5. Nov. 1878.
Prois des Looses ] Mark
Auf 10 Loose 1 Freiloos.

Zu beziehen durch die

General⸗Agentur
Oarl Lang-⸗
Bankgeschaft, Mũnchen,
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Herrn Fraune WVoII
in 8t. Inobert.

Trostbringend
fur alle Kranken ist die Lectüre
der zahlreichen in dem Buche:
PDr. Airy's Naturheil me⸗
hode“ abgedrucktten Berichte
iber die erfolgte Genesung auch
in verzweifelten Fällen. Preis
1 Mk. vorräthig in K. Gott
o1d“8 Buchhandlung in Kai⸗
erslautern, auch gegen Einsen⸗
dung von 12 Briefmarken à 10
Pf. franco zu bez ehen durch
ichter's Verlags⸗Anstalt,
Zeipzig. Ein „Auszug“
gralis u. franco zu Diensten.

Haasenstein &amp;
Vogler.
PErste und ãlteste
Innoucen·Expedition
Prankfurt a. Mailm.

F * J
Brust- und Lun—
gen-Leidenden,
wie denen, welche an Katarrh
d. Heiserkeit, Verschleimung, Blut⸗
speien leiden, kann kein ange⸗
nehmeres u. sicheres, zugleich rein
diätetisches Haus⸗ u. Genußmittel
empfohlen werden, als den rühm⸗

lichst bekannten rheinischen
Trauben-Brasthonig
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Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

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3 2555 —— — S . — — 535* 253353533 — EBSBLS
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s53523343 203 5 225223232 288 255533 — 353223
53533323* A——— 52 ——232 3527 —z235 — 283227
* 325 5222358537 — —A — 2 558*
528355388 S? —2 8335538 2353523* 3873332,—
5 535388 383335382 52
53235528 222 4* 532 5238 227 —— 333238 —522
—— 32537 228* 52* »53833 2 2232 ——A —A * 8
s 73838* 25325* 25275 38252 32332 83537385 —
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5552 52c7—27520 3 *222 533282153232 23 — 322268
25 383353— 328—3733333338—33838 *5535388
B35 3555352 388832 —33533 «585 —V —
2 2 5—22—2 225 5 — 25 ——23 ——2 58 2225 * 8
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338— 3338—333335 555 83
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3232 —— 5238
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233*3 5335 37 2237 ——— 2227 — 22 3233533 *
15535225835 212523323 3*32*8 5. 55333 3
5222* 23235333 *252 23 58 233 255338 — 2232535
7 —A
p 252323 222 7 — 3c083 53 533882 3 5332897 382 *25
555 — 58242 * 35 2857 3 22827 23 523589 52*
58 2555282 2 33. —2 8 z2 2.8 5232 — 7— 5 2 22 **
232225822 3335313383 27 B27 533355383 5555 3
* 2234438 38 —35353355353 2322 — ——
* 555 527353 52— 255855 239
53223 2 2 25 — 288 58
—A 52 2 — —8 —
22 2 327 2* *2— 2 2 —
— 52353509— 2 —8 2 *
53 2883 —8523 —
9* 235553333—3336 2358535632383737
——— — 22 —2 —252325553 — — 8 —8
7173517
2123082382 82 22533277 ——A ——— 5255327—
—A 2532 228 232—225 3 7 — 225
8 55 — 5358 5985* 2*5222——— —— 22 —
5.535— 232 522232 2 53—55*238 2553
*z552.,*587 532 —— 2253335
552 7 23 3 — 25—5 **23 532322232
2233333233233 235722. 32 2232225* 2255
52z222537 —33 22325 — 22. 23.,23 8* 728 222
* 3 33333 3382 5552
* 2355 252 2585 —322642 282 — 72—
35—3233 255 3233—332* —
8257* 55228 5333338 *
723 *58*2353 — 2 * 3 52253 3237373 ——
* 20322 5 22 27 2325535 8 25255
— 3 — 2 52532322 7 2227222
3 — ——— 2 8233333522 2.2 38223*
2537535 —— 38—225*3775 —
553*5225 * 55 2228 *2153285 67 8
7 2 *273223 3
5333253333533 2*2. 7 62 28525 22322 578*
— 22 2. 2 25 — 2553— ——— — 233535552
8 —222 *22 25*72 *—13835 82
——A 253 3358 8* 238*3232 — —— —A
z255 —532523233 — 2322 22783
21 59* — — 23. 2. 2 5* 3 53 85273 525338
582 22 * 7 3 222 32. 233. 25 2— 555323
2423 55* * 2 —
522 5828 5 553287 S —S2255 A
2.2 — 223 5 5223 735 2,52557 —— —2
23 25527355 2333353735238 8222532
Eo 2555532 2. 5 2 —3253735
2522822332 7* —A 2B35
223 2 58 25258
*2 8

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—2 — —22 — *
52535853536 523333—3 352
252833572323234 5 823 5 5 2— 25232223 —
ã 2272 — — —* 2 22 —* —— —2245 ——— — —
—55 33.56833338 — —233 — —— —3 —2
2*
552332 5283 262 32222 2 5
— 82 58 — —72 2,32—323233* 2 25 2
— æ 533 22. 2 22227 233572 * 2 — —*
— 53857 * 2 * 2 355 2 225 — — — 2* — 8
—— *2 3 —22 —55——532353 B3322 — — *
5 — —287—8 2 —— — 2 525*2 5
5535 3326 222 3255* 2533*
s 3*—2333 —— — 33—3 5333355— 2 28
*27 8ESE. 2332. 57c — 23 8 233. ,2 337
322—— 22 22325 — F— 2, 325382 —2 2 2. 55. 58 *
—5533——253385 — — 62 57323 *
—A — — 2— 2
332 355332—35335*533 —— [
7 7* 25 — — 85 2 p *
82. 3—333 ——32 ——3352. 5 35887
— 57858 — 2 ẽ
2255 — * 22 — 575 352532.225
—A — —A— 82 25 22 —— —2 ——A
22 2 8—32858 55.765538 23*22 8
55 2 ** 55. —25 25*2333 983 — 3 74
23 — * —
2252à3323223 55533 85302235
—„5578 23 3— 32*525—..3 5 ẽ s 5
282353 25332323225 — 23577.5
— 2 27
*3333— ——353233. *—3,32288
2 585435532* z25—3682335 5—2—722236
23 —A * 2 28* — *27 225*
528R7. C. 2 355 2* ——
2 3.5 2 72— 2 222 —— I * —
— — . —532 2*
— 2 2 ———— — 233 75
* —223—283255 — ——382—— 5* —

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*72—24727222722 2 230 2 277 132372
332— 3333353333—553383 35*
53 — 333 — —38 32288
27735823 S2 *⏑ —3. 53 53353 2. 5 53

2, 32575232 28538 532 32 5250 2 25 535728
**2222338823 ——
5 2* 532 —æ * 25822 3 8 * 2 —
— — —A — — — *2 — — 8
e 5 7 32 527 6* ——— —
2222 —— 2232 8253. 355 227*
52 233 — 6 333332238 22538*
5— 2——— 33—383323—37* 22338
2 5 —22
2522r c. 234 — 25355 9 2 ⁊ 22328 —
538 523—3 3338368 253285 5
5 * 2828* 353 2238 3 8 1*322
— — — — 2 822.55 5 3
77 *3 5 B281268 2.2 312 2 — * 8 — * 532.
2 33 85352325. *5 75323353 —333 2322535533
— *25 253837—33255353335335335 5 23537
* — 32 —M 25 52 3
—
—A— — 3 * 39
—— *283 33335338358 m2252
53 3 —A 53235 333335 35533
2—23523 85353232233533823 83 5 m
222 2232 2 5527— 25222 2757
328255 3 2. 2 — 23552 F *522 —5535 68 —A——
— 23 2522359253 50—— —3 2,„ 8ę8— 2—7
* *— 22 —22 — 7 —2 2S. J3 5 —A 532 * 2
*22 23 5 22332—23 223. 57 53227 35 —
—A —z2323253 555353335353555 * — 587238*
5253522 —22 25*252525237 — * —xX

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        —. Angberier Anzeiger.
der St· Jugberter Anzeiger und das (2 mal woᷣ hentlich) mit dem Hruotblalte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich plerm al: Dienstag, Donnerstag, Sanstaz and Sonutag. Der Abonnementsvpreis veträgt vierteljahrlich

arhk 40 F.e Pla. Auzeigen werzen init 10 Pfg., von Aaswürts milt 15 Pfir far die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Neciamen
mit 80 Pfg. pro Zeile berechnet. —
1878.

iz
M 172. Donnuerstag, den 81. Oktober

die J —X Ein Kisenbahnselretär von Si. Johann wurde kärzlich
Fur die Monate November u n n pcz wne zu 4 Monat —2 veuriheilt; er hatte zur
verden Abonnements auf den —33 t. Jugber Fahrt nach Netz ein Fahrbillet verwendet, welches er einem amilich
er Anzeiger“ bei allen Postämtern und in seinem Verwahr befimlichen Palet auber Kurs gesehler Billetle
Bostboten, sowie bei unseren Trägern entgegengenommen . entnosmen hatte.
— 3 — x57. Wünch en. Der Schenkpreis des Winterbieres im Hof⸗
Deutsches Reich. vrauhofe id auf 22 Pf. pro Liter, sohin gegen das Vorjohr um
Man Geen,.209. Oct. Die hamige Rummer des Jocaldemo⸗ 82Plhiebrigen, sesigesen vorden. I
tratischen Zeitgeist“ wurde mit Beschlag dug Im Expepitions⸗ f.Karlsruhe, 26. Ott. Das Oberhofsericht hat den
ocale des Zeitgeist“ arschienen gestern zyei geordnete der Poli Nichtigleitzgrund, es hade ein Geschworener waͤhrend der Berhand⸗
geidirettion, um nachzusehen, ob Leine verbolenen Schriften auf ug heschicfen bezw. genickt“, nicht anerkannt, da aus einem
Lager seien, was abec nicht der Fall gewesen sein sol. dirichen Vattommniß an und filx sich noch nicht gefolgert werden
Pofsen, 29. Ottober. Gestern wurbe in Rawitisch ein 3 daß dem Geschworenen eine wesentliche Vorqusseßung fut den
vom so zialdemokralischen Verein Vorwärts“ veranstaltetet Konzert Wahrspruch entgangen sei. Im Pringip ertrnm der oberste Gerichit
ach Z9 verboten ünd die Versammlung aufgeloft. Der Polizei- of an, doß es daͤlle geben ldane, sjn welchen die geistige Abwesen⸗
nufforderung, das Lolal zu verlassen, wurde nicht Folge geleistet, it da törperlichen gleich zu stellen se.. 57— 3
worauf großer Tumult entstand und das Lolal gewaltsam pon p'alser wii * exhalt, der „Wurtembrg. Korresp.“
Bolizei und Gendarmerie geräumt werden mußle. ufolge, immer noch eine Menge Drohbrie fe des Inhalts, es wurden
Aussand. geue Attentate auf ihn erfolgen, sobald er nach Berlin domme.
London, 29, Olt. Die „Times“ meint, es sei nun an ümgetehrt wird dem Grobherzog von Baden mit Atten⸗
der Zeit Rußland an die ihm aus dem Vernage von Berun er, aten gedroht, Folls er senem aiserichen Sqhwiegerdaser“ noh
dac senden Pfüchten zu erinnern. — Die „Moring Poßt“ zweifelt angeren Aufenthalt in seinem Lande gestatte.·
aran, das 22 Jahre genügen werden, bei den Hundertiausenden, 7Frankfura, 388. Olt. Fraulein Margaretha b. Roth⸗
pelche bei den lehlen Wäahlen für den Sozialigmus stimmten, den dcild, die sich vor Kurzen mit dem Herzog v. Gusche erlobt dai—
Heist revolutionarer Oppoñitien u unterdiuicken. zitt zut tatdolij wen Kirche über! Sie ethalt sereits fejt imager
Madrid, 20. Ott. Die Polizei entdecie 18 Flaschen Zeit Religionsunterricht bei dem hiesigen Enatwforrer J—
dynann u Thamberi bei Madrid. Drei Persenen wurden ver. 7 Elsen, 18. Olt. Seit aAniger Zeit xuort eb wieder
haftet. — Da Ouiva, der Urheber de 9S Zerm diger ab⸗ — Ieege 8 ee dung —— — *
ür in ialdertheidiger ernannt. enklicher Weise (eine Folze der Bergwerfésarbeiten). in Haus no
nhut. so wucde für denselben ein Offinn dene em andern, eine Straße noch der andern wird in den Kerse ver
dodenbewegungen hineinzogen, und die zerboͤrstenen und jerrifsenen
Außenwände zahlreicher massider Häuser, die ciefgentigten Troloirs,
ie mit Holzrahmen ausgekleideten Fensternischen zeigen dem Fremden
a erschrecender Deutlichteit, wie traurig'8 dier mit der Sicherhelt
es Bodens bestellt ist. Gestern Abend urz hor Mijterngaͤt N
ogar in der Beuststraße, welche am meisten doͤn dieser Unsicherheit
u leiden hat, piotzlig ein Tagesbruch entstanden; d. h. ein Siuc
zand von ungesähr 8 Fuhß Durchmesser veisank mit Donnergepotter
n die Tiefe, die darin befindlichen Wosserleitungstöhre dlatzten und
nit brausender Gewalt schoß das Wasser in veni Abgtund hinab.
Dicht daneben wird ein Haus gebail und dir Plaß dau war erst
Urzlich ausgeschachtet worden. Jetzt hat derselbe so bedeutsame
Kffe und Spalten belommen, daß man beflzrchten muß, daß dee
Boden auc hier dicht unter der Oberfläche etüri ist und den Neu⸗
hau nicht wrägt. Elberf. 3.)*
rertwultdiger Fund.) Dieser Tage sand. der Ochsenschächter
Ibt in Oberurseljm Voermagen eines von ihm geschlachteten
Ochsen eine Ankeruhr. Dar Zifferblatt war eiwas gedrückt, Glas
ind Zeiger waxen nicht negeden ‚das silberne Gehäuse nebst
jer Halfte einer sildernen Kapsel war schwarg angelaufen (orhbrh,
as Innenwerk rostig, gber sonst noch gut erhaiten. Gewiß ejn
zochst sellents Nuriosum
Geuersbtunst.) Die Stadt Lengsfeld bei Salzungen
st in der Nacht zum Sonntag zur Hälfie abgebtannt. Amisgericht,
Post, Schulen, Rathhaus und Ader 60 Wohnhauser ohne die Neben⸗
jehäude liegen in Asche. Großer Jammer herrscht im Orte
.Der Eide Weh mit Gelassenheit ind Wurde zu tragen ist
nicht jedem Sterblichen in gleichem Maße verliehen. Als ein Muster
n dieser Hinsicht dürfte ein Freihert von Mm..... gelten, der
Lräger eines Namens, dessen Verwandte und Ahnen als Lenker des
reußischen Staatswagens unb Spißtzen der Veamten⸗H'erarchie schon
nehrfach eine bedeutsame, wenn qleich niemals voltathümliche Rolle
jesp elt haben. Mit Gütern reich gesegnet, angesehener Grundbesiger
n Sclesiens Gauen, wäre des Freiherrn Glüd doͤllstandig gewesen,
venn nicht so häufig ein unheimlicher Gast in seinem Hause Einlebr
ehalten haätte. Keiner Gattinen hatten die Parzen einen
angen Lebensabend gegoönnt. Nach wenigen Jahten chelichen Bei⸗
ammenlebenz waren ihni so“ jwei Frauen von der Seile gerissen;

Rerm Aes.

7 3weirbri cke n, 28. Ott. Aus dem kal. Remontedepot
xücstenfesderuck wurden abermass 6 norddeutste Zuchstuten des
weren Schlagea an tdje Genoffenschaft des Zuchibezirkes Zwei⸗
räcken abgegeben, welche der bevollmächtigte Gutspachter Ernst
deimer vom Truyppaqerhofe heute hierher brachte, um uͤbermorgen
in die alß Käufer angemeldeten Wiglieder der Genossenschaft über⸗
wiesen zu werden. Der KRemonte⸗Zuchthezirk Zweibtücken zählt nun⸗
vehr in den Amtsbezirken Homburg, Pirmasens und Zweibrüden
jl Benossenschaftam tgliedet mit 54 von der königl. Remonte⸗An⸗
ufi · Commisfion approdirlen Zuchtstuten, wovon 83 eigener Zucht
inb, die ‚übrigen SlZuchtstusen dagegen von der kgl. Militatver⸗
wallung aus denkgl. Remontedepot Fürstenfeldbruk bezogen wurden.

f 3weibrad en, 20. Ott. Der -külrzlich aus dem Zucht⸗
haus In Kaiserälautezn eintsprunge ne Schuster Ludwig Müller don
nier, ader sog- Krudenmuůdler ist gestern in Pirmajens per haftet
dorden und wird: heute nach Noiserslautern zurudgebracht werden.

FAMafiserbiautern, 28. Olt. ais. Zig.) Der Koͤnig
jat auf deßfalls an ihn gerichtete Bitte dom 19. August c. dem
Vereine Deutscher Waffenbrüder“ Ju Kaiserzdlautern, welcher dem
Haherischen Veteranen⸗ Krieger⸗ unbrstampfoenossen⸗Bunde angehoͤrt,
ye einer Vereinsfahne einen Veitrag von 800 M. aue
zer Kabinelskasse bewilligg. —

Das Nordpf. Wochenbl.“ schreibt: Die vor einigen Tagen
nitgetheilie Verhaftung des Vaters des Vranniweinhändlers Voher
jon Katferblautern berudt auf einem sehr bedauerlichen
irihun in der Verson.

iFrankenthal, 29. Oet. Ein in der Gutmann'schen
ẽihengießerei beschafligier Schlossergeselle der auch bei seinem Prin⸗
jpal in Kost und Logis ist, kam am Sonnlag Nach spat nach
dause tumuuuirte im Fobrikhos und ries heule wird noch einet
pdt. gistochen! Herr Gutmann, der eden arm hörie, ging in den
dos um den Ruhestörer zur Ordnung zu rufen, wurde aber sofort
jon dem Menschen angefallen, und erhielt 4 Messerstiche in Kopf,
deib und einen Arm. Auf die Hilferufe des Verlezten kamen die
jdrigen noch im Haut wohnenden Arbeiter zur Stelle und in Folge
jes entstandenen Wirrwars konnte der Thäter entfliehen, wurde jedoch
Estern anfänglich durch die Gendarmerie eingebtacht. (F. T.)
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        auu soilie er feine Vriice degraden. Und ν
eines Hauses ansragte, in welchem Zimmer der Kaiafalt errichtet
verbden solle, da amwortete der betruͤbte Wittwer: wie gewöhnlich
m blauen Zimmer.“ So ergeben in sein Geschick verlebte er die
woͤlf Monate seines Trauerjahrs. Da fachte das Gefühl der Ver⸗
zinsammung in seiner Brust aufs neut die Sehnsucht nach einer
debensgefährtin an. Die Dame, die er zu seiner Vierten“ aus⸗
ersehen, schien der Bewerbung nicht abgeneigt. Eines Tages ließ
je fich von ihm auf feinem Siammsitze umherführen und so gelangte
sie auch zu dem alten freiherrlichen Erbbegräbniß. Drei Gräber
jedes mit einem schoͤnen marmornen Denkmal geschmücht, lagen da
n einer Reihe nebeneinander. Die Dame warf einen fragenden
Blick zu dem dreifach verwittweten Freier. „Hier pflege ich meine
Frauen zu begraben“ — lautete des Gefragien Erkläͤrung. Ein
xFrösteln ergriff die Dame. Graute ihr vor dem Gefchick, den
Dreien nachzufolgen ? Hielt sie etwa den Bewerbder um ihre Hand
fur einen verkappten Blaubart ? Kurz und rund — sie ward auf
dem Gute des Freiherrn nicht mehr gesehen und dieser ist bis heute
Witiwer geblieben.

- Henri Rochefort, der seit geraumer Zeit in Petit⸗Saconnet
hei Geuf lebte, scheint sich sehr vereinsant zu fühlen. Eine reizende
unge Genferin von deutschet Abkunft, Fräulein Strebinger aus
Brünstadt in der Pfalz war es, auf welche zunächst die Wahl des
Agitators fiel. Tas Verlobniß wurde geschlossen, aber da legten
ch die unverföhnlichen Deuischhasser in's Mittel. Fraulein Strebinger
hat einen Bruder, der Kaballerie⸗Offizier in der deutschen Armee
ist; rine solche Heirath hatte die politsche Stellung Rocheforus
ompromittirt, er entsagte, das Verlobniß wurde aufgehoben. Frau⸗
ein Strebinger reiste nach der Steiermark, wo sie Freunde und
Verwandte hat, und suchte in literarischer Thaͤligkeit — sfie übersegt
namentlich Novellen von Sacher⸗Masoch für die „Revue des deur
Mendes“ — Zerstreuung. Herr Rochefort seinerseits suchte Ersatz
für das verlorene Liebesglück und hat denselben, wie es scheint,
schnell genug gefunden. In den Mairien des 4. und 9 Arron⸗
dissemenis von Paris befindet sich seit Samstag folgender Anschlag:

4. Arrondissement), sich gegenwärtig in der Schweiz in etit Sa·
onnex aufhaltend, und Fräulein Adele Marie Jeanne Bouin de
Deavbdrés in Paris (O. Arrondissement), sich seinerseins mit ihrer
Minler in der Schweiz, Petit Saconnex anfhaltend.“

F (Tristiger Grund.) In einem englischen Blatte seht solgende
Annonce: „Zu verlausen ein Affe, eine Katze und ein Popagei.
Sich zu wenden an Herin B. Davids, L.Square, der diese Thiere
nicht mehr braucht, da er sich verheirathet hat.“
enstesnac ichten.
Der Polizeianwalt E. Jelito in Bergzabern wurde zum Assessor
he'm Landgeticht Kandel ernannt.

Marktberichte.

Kaiserslautern, 29. Okt. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarni.
Beizen 0sß Me92 Pf., Korn T. M. 81 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Speli
z 32 Pf., Gersie 8 M. 75 pf., Hafer 6 M. 27 Pf. Erbsen 7 M.
34 pf., Widen 5 M. 41 Pf., Linsen ⸗ M. — Pf., Klecsamen 27 M. —
pf., Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 68 Ppf., 2. Qual. — Pf., Gemischibrod
zpfund 39 Pf., Butter per Pfd. — M. 80 Pf. Eier 2 Stuck 11 Pf. Kar-
offein per Ceniner 2 M. 80 Pf. Stroh 1 M. 70 Pf. Heu — M. — Pi.

Homburg, 80 Ott. ( Fruchtmittelpreis und Victualenmarkt.) Weizen
O M 40 pf.“ Korn J M. 83 ppf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M.
Spf, Gersie 2reihige — M. — Pf. Berste 4Areihige — M. — Pf. Hafer
3M. 20 pf., Mischfrucht 8 M. 46 Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken
in. — Vf., Bohnen — M.— pPf. Kleesamen — R. - Pf., Korn⸗
robe6 Pfund 70 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 60 Pf.
stindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 60 Pf. Hammelsleisch — Pf., Schweinefleisch
0 Pf., Butier i Pfund 1 M. — Pi., Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 pf.

—
Für oie

2c.

n verantworilich: iv.

Bemes⸗
ö—e
IIXRVXI
At die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich besindende Glũex⸗
æeigo von Samuel Hockacher senr. in RHamburg. Dieses Haus hat Heh
surch neine prompte und versehwiegeno Auszahlung der hier und in der
Imęgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworbon,
G Jeden nut desnen heutiges Inserat schon an dieser Stello aus·
perxksaam machen.

Mainzer Sauerkraut,
ger. Schweinszungen,
dardines à l'huile,

neue Mandeln und Vanille,

Straßburger Caffee⸗Essenz,

Citronat und Orangeat,
Frische Citronen,
Punsch⸗Essenz,

Am 20. ds. M.

wurde bei Hrn. Ro⸗

enthal hier ein Hut ver⸗

vechsell. Der betr. Herr wird

jebeien, denselben gefi. bei H.

Zdchwarz, Sohn von Jalob,

Meßger, gegen den Seinigen
imzuutauschen.

EHuupt-Gewinn
er.
S78, 0Oo00 M-
Einladung zur Betheiliguug an den
GWVinn- OhanιN
der vonm Stante Hamburg garantirten grossen
Gæeid Lotterie, In welcher über
Millionenm 7 O0. OOO MaTrLK
aicher gewonnen werden mussen.

Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld-Lotterie,
welehe plangemäss nur 82, 500 Loose enthàält, sind folgende, namlich:
Dar grosste Gewinn ist ev. 375, 000 NMark.

I Prämie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125,000 Mark, 1 Gewinn
à 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60,000 Mark, 1 Gewinn a 50,000 Mark,
I Gevwinn a 40, 000 Mark, 1 6Gewinn a 36,000 Mark, 8 Gewinne a
30 600 Marx, J Gewinn à 28, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
ß Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
(o doo Mari, 2 Gewinne à 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
Gevinne a 5000 Marx, 61 Gewinne 4 4000 Mark, 4 Gewinne a 3000
NMark, 801 Gewinne e 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
ine 1200 NMark, 502 Gewinne 2 1000 Mark, 621 Gewinne a
300 Marx, 87 Gewinne 4 800 Mark, 675 Gewinne 2 250 Mark, 40
inno a 200 Mark, 36 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne a
igs Mark, 10 Gewinao 3 185 Mark, 1950 Gewinne 3 124 Nark, 728
Gevime 4 120 Marr, 4 Gewinne s 100 Mark, 8450 Gewinne a 94
Mari, 89500 Gewinne a 67 Mark, 85 Gewinne s 50 Mark, 3950 Ge-
Finne z 40 NMark, 3950 Gewinno a3 20 Mark und Kkommen solehe in
wenigen Monaten in 7 Abtheilungen 2ur nicheremn Pntscheidung.
dio ærcto Gewinnziehung ist amtlieh festgestellt u. kortet hierzu
ãas ganze Originalloos nur 6 Reichamark,
Jaa hnalbe Originalloss nur 8 Reichsmark,
das viertel Originalloos nur Il/ Reichsmark,
nd verden diess vom Stante rarantirten Original-
IOse (reine verbotenen Promessen) gegen frankirte Ein-
endune des BRetrages oder gzegen XXXXXXVX
cst nach den entferatesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhult von mir neben seinem Original-
oose Meh den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
qcbnã nmaeh etattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngaliste
maufgefordert ꝛugesandt.

p̃ic Auszahlung und Versendung der Gewinngelder

irfolgt von mir direct an die Intereasenten prompt und unter satrengstor
Verschwiegenheit.

de BestellIung kamn man einfach auf eine Postein-

hlIungsknarte machen-

wende sich daher mit den Aufträgen der nahe berörst⸗

den Ziehnng halber bis 2um

1I5. November d. J.
·el Heeksoher senb.,
Bandvier und Wechsel Comptoir in Uamburg.

Die Gewinne
garantirt
dor 8taab.

Süßer J
Most
Seifensieder Schmitt.

wypfiehlt
I. Reters, St. Ingbert.
Billigste Remontoir⸗
Ohne Schlussel auf⸗
uhren. mniehen! Neu! Ga⸗
Ame⸗ fuͤr bestes schweizet nterzeichneter ist aguich
ʒabritat! Ich versende gegen n seiner Wohnung, Vahnhof⸗
Jofiwotsouß gut verpacht eine jroße 2 (neben dem Riesen) zu
dia Nemontoir⸗ Taschen⸗ yrechen.
—VV 1878.
zies fur nur 13 M., eine E. UrAder,
biche gat vergoldet mit approbirter Zahnarzt.
Dolenteias fur nur 13 M. —n—n — cc——
in Leiprig— Stationsbeklebzettel
Thalstt. 12. billigst bei F. A. Demetz.
Tunst- uod ohemisohe Masoherei.
Die Unterzeichnete beehrt sich ergebenst anzuzelgen, daß sie das
Reinigen und Waschen von Herren⸗ und Damenkleider
hesorgt, edenso werden weiße Muffe und Pelzkragen gewaschen
und sauber hergestellt, ohne der Qualitaͤt der Betleidungsstüche
Eintrag zu thu. EIlise MABüXOAOqbxe .
Hàu⸗onꝰe 1honor—n-
Dieset phyfikalische Wunderapparat, welcher das
Jesprochene Wort, überhaupt alle Töne augenblicklich auf Staniol⸗
Flau firirt und mit überraschender Treue weideraibi ist im Saale
des „Hotel Laur“ hier
Heute, Donnerstag, den 31. Oßtober d. J.
ur gefälligen Besichtigung sür Damen und Herren aufgestellt.
Erklärungen und Experimente
Ubends um 8 Uhr.
Zassenöffnung 723 Uhr. Eiutrittspreis 50 Pfg.
Zu deser höchst interessanten Schaustellung ladet höflichst ein
F. J. SPronger, Spraulehrer.
—— —

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Tr 33. Xx. Demes in —ù„t. Inagbert.
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5 2 33. 333 338 3553532533 48233 33 28* 28. 522856388
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—A 2725 — *2 ẽã 25*— 53 32 3* 328.2. 5 26323
2 —*1555 835 — 53852 5 — 8 — 53*2 5 3
— —22 58536 *— 28 — * 532 — 33 —2 55 — — 22 X
8 32 43357 53335 25533383 333 338
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—* *2* 333* —A — 53 — 58 ã 282. au
S — 25283 5323538 52 —AA— 55 323828
— 823335833733 725 z33 53332 s546 553333 335 288
5 * 5523332* 52 —3 z5558 33333 —X 52 32388 43284 855
F 522 3536 58 52528 —A 5—58 8 3*
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8 —58 55 —— — —35 728 — 682 526 24 32 —— s8538*
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* 2333835282 25835333 5538 — 58 53532 22
— 336 55 —6835828 — z3 332
S — 5253 * 7 8 42 —2 — J — 25 53 *2*5 — S S 5 —883
* * * 22 e — 223 5 535 — 5 — 22 ——— *
58 285* 8 —A ⁊ 2 2 2 E 22 E XX
3 23*50 —338525555 —2533 2. 353 —538—- 3383553 —
5 2* 5538 255c 3 533323532—242 32723853332532 —z222798
3 —8 — 8 A — 2—2 5*25 558. 232 22 2 22* 2
— — 383 3
2 52 2822 * — 82 * 52* ** 3 —3— 2*4 * ! 32
23365825 3 a856 233
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3308 —BI * a — e5— 55 * 72 2* *82 * i⸗
—3 33 3 338 35533338 7338
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5353783
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3 56333 338—33652
22232 *5—5358* H568*388 25 2 8 3 8
5z2z5ñ33568632 — 223 753 3235 358
3383353883582 231 7x3335— 2232323B3828 2
22222— —A 2—7 — —— —522 52
3333——338 5835 35335 38328 2538
2* 3z 522 * —
— ——— 55 8 2 2 52
2 * 322 3 — * 2 2 — —
3353337333757 5867
—— — *
532 335*33333 835 3253383 — 5333835357
22372525 3233288 28 —ú . 52— 5323*7 525
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22853 2223 25 *525* —*S82 —AVVV—
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3335 333 38538335732 —
Si 5 2 3 — 8 32 ẽ ⁊ 322
*253z322237857—3355 —
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258 553353338 535—33552355 —383552 533238 2853225385
573 833837 25 33333753335232 32383583
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—— 22253 ——235837 33 33552554523
537 z35.33 —— — 553522357 — 28 3335
3288 38 333333
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3 355 6335
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2* 33333 3 23337333733874
7 313 33 3 5
28 * X* —A—— * 2 — 2 — 78*8*
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5525 3323227 — —— — — ———
5388 5333735* G—33 8 z353523343235 2223333
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333 78 —5335533338335 833338338
S. — — 8 —R32 — — —
225 3383 3
5535 333388 2 2232234 * 228353—28* ———
537 5235 28 2824
2 * — —* 2 — — — x —8 5 — 3 * 2.3 —8
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E. 2 25 33 E
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85322255 3 — —3835222
525322222— 228 2 2823. 25 5—5m 522
3, 3582537 2255533533833585 32335535 5755532572
5 32353333258 35** 25533353— s7— 5332352338
—— 225337553 ——5237—3—23232k —A—— ——3832232—2
22 A —— 533353332*228 23323*8238 388323 —55
2 * —2— * 22
3237—— 3383332 8333 5837335382
* 3 —5 2 — 8
— 2233528 333335—33253583 33335 555 53356—8255
85 3525322 — —22553335358235332* 25325*52357
— 8 8
3 773833338353 563553385 —25333853353 7*33.2335
8 * 82 2 322 F — — 2 * — — 2 T —A— —
3 —A— —33 53523-2233 E — 558 232— — —AA 2 5232 5
55 2s33355 5853335333—3——335383 55z3235 233523535358
28532535533 5233553 .52358 55 —783832 3 52
— 522 — —— 5m8
32 *307775 —383 3 5337353s z352— 8— 5*88
* — —M 3 — 5 2 —2 *
45 z g z 357
k *2 Ai— —— — — 225 2
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8 — — —XX — 8 2 2 — S 2 —* R 5284—5—25
* 528—3 5S—2 252335 — 32353* 588822 282 52 525
—25 3
—2 238 — — 5 322 30 5282 22253 —
8 —— 223255533502 —A—— 2358
! — — 5282 S8 0 —— 29 3223323 225 2.
*5222 323535 3—5 33522535 55 —780 5*1* B2 52532232535
I2zB332E2S ES 535323855 2 5— 5382—33232 323337 2
22 523522— 2823 853.— ——22232 5556333*33 —2—222R5S 58
— ———— 32828 — * s z352 ——382283.2
52245 26 38 — — E* 2 23235 2 3528* 8558535 —A—— 73 55
*522 233227 225335 5223535 2—22 55352233 v„85
52z 225 28 55285 5324 — 2522233 — 283 52
— — —A — 222 8 525 2 52538 57
33233 — 35—332648 335532352538* 5c —— 28 2
253535—383338 z25553 3 33523232 —3
532 —8 55523 35 A E
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        * 22 2.2
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7 23585 —— —3 2853 3853 * 8 3838
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7. — 8 5 — —E — 222 —— —
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—* — *2* 32538355355 ** 2 25353*3 552** 8283
3 224 —— 2584555338 6237 2253 28 *
296 a528 * 355 3883* 233* 5885 2*3
— 9 3* * 828 2288 3353
55*85 523388533 — — Dzs 38 —5 *5
7 5523* 7 —A 33583358 —— 23383888
7 25 2 24. ẽ 2 ——— ä 5 I 75 2. 5 7
22 — * * 2258 J 35 5 2 23 —*
1 * 2 3255 2 *25*2 2* 2.8 9 8 2 — —*
2* 453 a BS. 7. 2 23 z25583 25 388 * —A 8
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5 532387 —
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337 —* 13 22 52 5228 ——22.* 25323 5 —25— —
7 *7
⸗*3 5 —2828 3 3* 8 5* 532 35288.
* —23 2523 2 2328 2 s 3238
2 853— 25 *2*8* 825
2325* 5333 33 2538 28838. 32.*6258
w 553— 235.3 ꝙe * 5283883*. — 843
I58 7 723 5338
— — 8 5222* * 5 23.5 2*:
28** 333 833228 32257 253338*8* *
2 — 52358 * 901223 * 55 — —
—
—33— 45 — — — 2 22828 ẽ 3 —2
— *8 28 2335323 22. 552.53
2 2. 5* 53233 32 22 . *22
J— 327 8
388 253 2823233 —e— 585322
— — 53* 2 228 7 — —
e —— 22323
28 34 — —A — 522 3 * —8
F 228 5532* 5 5253 8 5322
— 37 * ⁊ 2 53228 —A
328 27*0 — 8. A 9vyes 5.*8 c78 ——
2* * 5 52 .
82 23 53333 32875 2 3*523
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—3 — 35 3 5 * —— 5 TI
—E —— *23 — 58222
— — 55332237 ———
— 38 8 827 53335331 * 27* —88
— — 355553253 258
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135— 3 25358 —— 553 35
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3 —23. —— 58 523 2 52*
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        SBu. Angberier 2nzeiger.
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der St. Jagberter Anzeiger und das (1 mal wo hentlich) mit dem Huuptblatte verbuadene Unterhaltungtblatt. (Sountags mit illustrirter Beib⸗

lage) erlcheint wbqhentlich vierrn unz Dienstagz, Donnerstag, Samnstaz aud Sonntag. Ver Abonnementévreis beträgt vierteljahrlich

Wacrk 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Aaswärts nit 15 Wit. fur die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neclamen
mit 30 Pig pro Zeile berechnet.
2 173. 332 SEamstag, den 2. November

1378.

»Fur die Monate November und Dezember

werden Abonnements auf den „St. Ingber⸗

ler Anzeiger“ bei allen Postämtern und
Postboten, sowie bei unseren Trägern entgegengenommen.

vahlverein für den Kreis Hagen. 8. Der Arbeiterwahlverein in
dangerfeld. 4. Der sozialdemokratische Arbeiterwahlverein für die
Stadt und den Landkreis Dortmund. In Dresden: 1. Allgemeiner
)eutscher Töpferverein. 2. Verein für Sattler und Berufegenossen.
3. Deutscher Stellmacherverein. 4. Bund der Glasarbeiter Deutsch⸗
ands. 5. Arbeit⸗tbildungsverein. 6. Bund der Tischler. 7.
Deutsches Zimmergewerk. In Leipzig: 1. Tie Zeuschrift ‚Vorwärtk“.
2. Der Arbeiter⸗Bildungsverein. In Zwidau: Mosts Proletarier⸗
diederduch. In Mannheim: 1. Der Pfälzisch-Badische Preßverein.
2. Das Plaͤlzisch-Badische Voltsblatt, In Braunschweig: 1. Die
Metallarbeiter ˖ Gewerks⸗Genossenschaft und der mit derselben ver⸗
ꝛinigte Klempnerverband. 2. Der „Volklsfreund'. In München
vurde die Nummer vom 29. Okt. der „Zeitgeist“ confiscirt. —
Alle diese Vereine and Druckschriften haben — wie theilweise schon
zus ihren Namen respeltive Titeln hervorgeht — socialdemokratische
Tendenzen verfolgt.

Die Seitens des Reschslanzlers nach Amerika entsandten Kom⸗
nissäre zur Erforschung des Systems der Tabakfabrikatb ee⸗
deuerung wetden berein in der ersten Hälfte des November in
Zerlin eintreffen, so daß das Resultat ihrer Untersuchungen noch
zei den abschließenden Arbeiten der Tabalsenquetekommission in
Zetracht gejogen werden kann. Bekanntlich hat der Reichskanzler
gjemessene Ordre erlassen, die Arbeiten der Enquetekommission bitß
Unfang Dez. zum Abschluß zu bringen.

Ausland.

London, 30. Okt. Lord Salisbury ist gestern nach Lon⸗
von zurückgekehrt und dlieb lange Zeit in seinem Arbeitszimmer in
em auswärtigen Amte allein. Heute wird wahrscheinlich eine
Fittularnole an die Großmächte abgehen. Salisburh empfing nach
inander die Vertreter von Rußland, Deutschland, Italien und
Nesterreich. In Lordon wird mit großer Bestimmtheit behauptet,
Desterreich werde mit England zusammen Rußland zur Befolgung
ꝛes Berliner Vertraes auffordern.

Deutsches Reich.

München, 29. Ott. Der Minister des Innern hat um⸗
assende Instruktionen zum Vollzuge des So, ialiftengesetzes erlassen.
Derselbe hat die Behörden beouftragt, den Vollzug des Gesetzes
mit Entschiedenheit, jedoch mit gewessenhajter Beobechtung der ge⸗
jogenen Schranken zu bethätigen.

Berlin, 29. Oftt. In Rußland sieht man die Dinge
sehr finste an. Der heutige „Golos“ erllärtt, der gegenwärlige
Frieden sei so übel als ein Krieg; die laufenden Kosten der Armee
und die Ungewißheit der politischen Zukunit lasten urerträglich auf
Rußland. Ein Krieg böte doch bald Ausficht auf ein bestimmites
Ende, der j zige Zustand aber fei darauf angelegt, Rußlands
Zräfte langsam aufzubrauchen. Osgleich kein Krieg sei, ist auch
kein Frieden. Eine folche Lage führt unwilllürlich zu dem leiden⸗
ichafilichen Wunsche nach einem dauerhaften Frieden, und wenn
dazu auch der Krieg erneuert werden müßte.

Berlin, 80. Ott. Die ministerielle Prov'nzial:Correspon⸗
»enz“ tritt heute nach Ecledigung des Sozial stengesetzes, mit der
Besprechuag jener volkawirthschaftlichen Aufgaben hervor, welche
aach Ansicht der Regierung zunächst ausschließlich die Thätigkeit
der gesetzgebenden Faktoren in Anspruch nehmen sollen. Es han⸗
delt sich da sowohl um die Ideen des Fürsten Bismard bezüglich
riner all,emeinen Steuerreform (theilweiser Ersatz der direkten
Staats⸗ durch indirelte Reichssteuern!), als auch um das Einlenken
in die Bahnen einer neuen Zollpolitik, d. h. im guten Deuisch,
aur die Befoͤrderung schutz zöllnetischer Projelte. Die vielbesprochene
Erllaͤrung der 203 Reichstagt-Abgeordneten, welche im schußöll⸗
aerischen Sinne aber in ziemlich allgemeinen Redenßarten, laud⸗
wirthschaftliche und gewerbliche Interessen durch unsere Zollpolitik
degünstigt wissen wollte, erscheint dem Regierungsorgane als eine
Brück⸗ der Versoͤhnung für die Vertreter der verschiedenen Pacteien.
Die Prov.⸗Cotr. sagt ausdrücklich:

„Diese Erklärungen und Ankündigungen, so allgemein sie zu⸗
nöchst der Natur der Sache nach gehalten sind, schenen doh einen
entschiedenen und bedeutsamen Wendepunlt in der Behandlung der
wirthschaftlichen Fragen zu bezeichnen; sie dürfen als erste hoff⸗
aungstesche Anzeichen gelten, daß die Regierung in dem neuen
RKeichstage auch für ihre wirihschafilichen Beitrebungen die Stütze
einer Mehrheit finden werde, welche entschlossen ist, die Behand⸗
iung der wirthschaftlichen Fragen „nicht rach den Auffassungen und
Beboten bloßer Lehrmeinungen, sondern vor Allem nach den An⸗
sordetungen der thaisächlichen Lage der Dinge und nach den wirk⸗
lichen Bedürfnissen und praktischen Interessen des Volkes zu ge⸗
stalten.“

Berlhin, 30. Ott. Der achte deutsche Handelstag wurde
zeute Vormittag 1094 Uhr im Rathhause durch Commerzienrath
Delbrück eroffnet. Handelsminister Vaybach begtüßte die Ver—⸗
ammlung und sprach die Hoffnung aus, daß es im Hinblick auf
Hott, der das Schlimmste abgewendet, im Hinblick auf den deut⸗
schen Muth, SFleiß und Ernigkeit gelingen werde, die wirthschaft⸗
ächen und soc'alen Verhältnisse in bessere Bahnen ju leiten.
Siadtrath Hagen begrüßte die Versaumlung im Namen der städ⸗
ischen Behoͤrden und der Bürgerschaft, Commerzienraih Konrad
m Namen der Berliner Handelswelt mit einem enthusiastisch auf⸗
zenommenen Hoch auf den Kaiser schließend. In ktas Prafidium
wurden gewäblit: Delbrück (Berlin), Frommel (Augseburg) und
Roß (Hamburg). Es sind 8300 Delegirte anwesend.

Die Liste der auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen
VBereine und unterdrückien Zeitschriften wächst immer mehr an. Der
jestrige „Reichsanzeiger“ enthält die offiziellen Verlüündigungen folgender
Verbote: In Medlenburg: „Der Medlenburg-Pommersche Arbeiter⸗
steund. Organ für das werllhätige Voll.“ In Westfalen: 1.
Dder sozialistische Arbe tetwahlverein zu Bochum. 2. Der Arbeiter⸗

Zur Abschaffung des Borgs.

Der „D. V. C.“ entnehmen wir über die in den Städten
Asnabrück und Crefeld bestehenden Baarzahlungsbestrebungen nach⸗
olgende thatsächlicke Mitiheilungen, wesche wohl geeignet sind, zur
achahmung anzufeuern.

In Ocnabrück zahlt der Verein schon über 700 Mitglieder.
Die Geschaftsleute und Konsumenten sprechen sich über die Resultote
ielfach seht rühmend aus. Der Verein erließ im Jauuar 1877
inter der Ueberschrift „Fott mit der Borgwirthschaft“ cinen Aufruf
in die übrige Bürgerschast, welcher den Beitritt zahlreicher neuer
Ditglieder zur Folge hatte.

Der Crefelder Verein wurde 1878 ins Leben gerufen und
war durch das gemeinschaftliche Wirken der Handelzkammer, deßs
dandwerkerbildungsvereins und des Gewecbebeceins. Das Statut
st datirt vom 11. März 1878 und enthält nur 4 Paragraphen.

Zwed des Vereins ist: „Anst ebung der allgemeinen Baarzahlung
zei den Einkaufen in den offenenen Geschaͤften sowie der Ausschreibung
ind sofortigen Begleichung von Monats-oder spätest ens Vierieljahrs
zechnunzen bei den Handwerlern.“

Die 4 Paragraphen lauten:

8 1. Dejenigen Varger unserer Siadt, wilche dieser Vereinigung
reitreten, verpflichten sich alle ihre Einkaufe in den offenen Ge—
chäften sofort baar zu bezahlen und ihre Monats⸗ und Vierteljahrs⸗
echnungen bei den Handwerkern gleich bei Empfang zu berichtigen.
Dagegen erwarten dieselben, daß ihnen Seitens der Geschäfieleute
uind Handwerker den säumigen Zahlern gegenüber eine entjprechende
Bergütung in Form eines Skontosatßes eingeraumt werde. 82.
Die Ramen der Beitretenden werden period.sch (mit Monaten, Vertel⸗
ahren ec.) im Kreise der Vereinigung b kannt demaht. F 38. Ebenso
verden die Namen aller Geschäftsleule und Handwerker, welche für
Baarzahlung bei den Einkaufen oder fur sofortige Berichtigung der
Monats- und Vierteljahrbrechnungen eine Vergütung einzuraumen
igd bereit erllären, auf ihren Wunsch mit oder Angabe dieser Ver—⸗
zütung öffentlich mitgetheilt. 34. Die durch Insertionen entstandenen
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        tosten sollen durch freiwillige Beitrage gededt werden. Dem Cre⸗
jelder Verein traten bereits viele hundert Bürger bei. Die Ge⸗
schaftsleute, die der Vereinigung angehören, kündigten öffentlich an,
daß sie bei sofortiger Baarzahlnug oder bei ein⸗ höchstens dreimonat⸗
licher Berichtigung der Rechnungen einen entsprechenden Skonto
bewilligen würden. Die Handwerker ziehen bei ihren Quartals⸗
rechnungen gleich 2 oder 3 Prozent ab. Eine ganze Anzahl offener
Geschäfte bew'lligt, bei Baareinlaäufen sofort einen Rabatt, einzelne
5 Prozent. Der Verein halt gedrudte Tabellen zur Berechnung
des Stontos vorräthig und gibt dieselben seinen Mitgliedern un⸗
entgeltlich ab.

In' beiden Orten steiht einer vollen Wirkung der Sqchlendrian
des noch fernstehenden Publikums entgegen. Doch hofft man den⸗
jelben allmählich mit Hilfe der Presse zu überwinden.

— — — —
Rermischtes.

Zufolge Entschliezung des k. Oberposiamts in Speyer ist
die Abfahrtszeit des Postwagens für die Route St. Johann ;Ensheim
bvom 1. November ab auf Nachinittags 3 Uhr verlegt. Ankunft in
Enbheim 484 Uhr Nachmitlauss.

In Amerita gestorbene Pfälzer. Apfel Louis aus Langen⸗
kandel, 29 Jahre, gest. am 28. Juli 1878, New⸗Orleans, Loui⸗
sijana. Burdhhardt Wilhelm aus Gauersheim, 57 J., gest. am 7.
Sept. 1878, New-Pork. Bibel Elisabeth, geb. Lowenhaupt aus
Bauertheim, 83 J., gest. am 7. Sept 1878, Broollyn, New⸗
Yott. Fried. Georg aus Klüngenmünster, 830. J., gest. am 19.
iugust 1878, New⸗Orleans. Louisiaaa. Germann Christine, geb.
Barbier aus Habkirchen, 73 J., Buffalo, New⸗ York. Hassenberg
Andreas aus Speher, 40 J., gest. am 23. Sept. 1878, New⸗
Yotk. Hoffmann Michael aus der Rheinpfalz, 50 J., gest. am
T4. AHug. 1878, Cincinnati, Oh'o. Neumüller Karl aus Kujsel,
63 J., gest. am 29. Aug. 1878, New-Orleans, Louisiana. Pan⸗
zeiter Johann aus Eschbach, 23 J., gest. am 21. Aug. 1878,
Sreenwich, Conecticut. Siahr Anna, geb. Wick aus Langenlandel,
32 J., gest. am 23. Aug. 1878, NewOcleans, Louisiana. Volz
Uarun aus Essingen, 48 J., gest. am 183. Juli 1878, Cincin⸗
nati, Ohio — Wenz Jakob aus Neuhembsbach 41 J., gest, am
17. Juli 1878, Philadelphia, Pennsylvania. Wüst Jakob aus
Erlenbach, 61 J., gest. am 6. Sept. 1878. Cincinnati, Odio.
Wendling C.. geb. Burckgart aus Arzheim, 68 J., gest. am 283.
Aug., New· Orleans, Lousiana. Weigel Georg J. aus der Rhein⸗
pfalz, 533 J., gest. am 16. August 1878, New-Orleans, Lousiana.

rKaiserslautern, 30. Olt. (Kauf. Ztg.) Von dem

Polizeigerichte wurden heuie die Urtheile verkündigt in den am
283. Okliober verhandelten Beleidigungsklagen Dr. Reickaagel contra
Wilhelm Müller, sowie Hugo Weise und Emil Kayser contra Wil-
zjelm Müller, A. d'Angelo und Philipp Rohr. In der ersten
Sache wurde Wildelm Muller der fortgesetzten schweren Beleidigung
des Dr. Recknagel, begangen durch verschiedene Juferate in der
„Pfalzischen Poltszeitung,“ für schuldig erllärt und zu einer Geld⸗
sirafe don 100 M. event. 20 Tagen Haft, sowie zu den Kosten
berurtheilt. Ebenso wurde in der zweiten Klage Wilhelm Muller
der Beleidigung der Kläger Weise und Kayser, begangen durch
Inserate in der „Pfälzischen Volkezeitung“ und Flugblätter, sow e
durch einen Privaibrief an Kayser für schuldig erllärt und deßhalb
zu einer Geldstrafe von 50 M., ebent. 10 Tagen Haft, verurtheilt,
Der verantwortliche Redalteur A. d'Angelo wurde der Mitthäter⸗
schaft an den durch Inserate in der „Pfalz. Volkszeitung“ begangenen
Beleidigungen gegen Weise und Kayser für schuldig erklärt und
gleichfalls zu einer Geldstrafe von 50 M., event. 10 Tagen Haft,
sowie beide Verklagte sol darisch zu den Kosten verurtheilt. Der
Verleger der „Pialz. Volkszeitung“, Philipp Rohr, wurde als
idilverantwortlich für die Kosten verurtheilt, sowet sie den Angellagten
d'Angelo betreffen. In beiden Sachen wurde den Klägern das
Recht zuerkannt, den verfügenden Theil des Erkenntunisses auf Kosten
der Veiklagten in der „Kaisersl. Zeitung“, dir Pfälz. Volkszeitung,“
und Pfälz. Post“ veröffentlichen zu lassen.

PRsaiserslautern. Auch unter den im hiesigen Amts⸗
bezirl ausgehobenen Recruten des Jahrganges 1877 fand sich, wie
die „Pf. P.“ erfährt, leiner mit mangelhafter Schulbildung.

FNeustadt, 830. Olt. Gestern rat ein feingekleideter
HDerr in einen hiesigen Laden und ließ sich, indem er einige Ci⸗
Jarren kaufte, zwei 20 Moarkscheine wechseln und verschwand dann
möglichst schnell. Bei genauer Prüfung des Geldes ergab sich in⸗
deß, daß dasselbe falsch war.

p Duüurthrim, 29. Oct. Gestern Morgen schichle Herr
Bürgermeister Schowalter von Dackenheim seine 8 Herbstleser nebst
Fuhrwerk in seinen in hiesiger Gemarkung in der 20. Bruch⸗
Jewann gelegenen Wingert, um zu herbsten. Als die Leute ganz
in die Nahe des Wingerts kamen, iprangen 4 fremde Burschen
mit Qübel voll Trauben beladen aus dem betreffenden Wingert.
Mehtere Taglöhner eillen den Vorlesern nach, erwischten aber nur
noch einen derselben, welchen sie dann in Gewaäahrsam brachten.

Tags zudor sollen 5 Personen in demselben Wingert gewesen semn,
alleͤn die Vorübergehbenden glaubten, es seien die Leute des Eihen⸗
hümers. Den 8 Taglöhnern und dem Fuhrwerl war nun die
Arbeit gespart: fie fuhren leer nach Hause, indem nicht eine Traube
nmehr zu finden war. Es waren dem Wingert, welcher über einen
Morgen (2614 Stöde) groß ist, 5 — 600 Liter Most geschäzt.

F Aus Nußdorf wurde der „Pf. Geflügelztg.“ geschrieben,

daß ein junger, schon staatlicher Cochin ⸗China⸗Hahn, nachdem er
Abends das Jammern spät gekommener und von ihrer Alten ver⸗
lassener Zwerghühner ungefähr 10 Minuten mit angehört, gravi—
nätisch von seiner Stange stieg, sich zu den Jungen ins RNest seßte
und diefelben unter seine schützenden Flügel nahm, ja sogar jeden
Abend dieser übernommenen Mutterpflicht aufs gewissenhafteste
nachkam.
TFrankenthal, 29. Olt. Auf ergangene Einladung
hatte sich heute eine größere Anzahl von Malzfabrikanten zum
ersten Vereinstag eingefunden. Der Vorsißende C. Neubronner
jetzte in einem ausführlichen Vorirage den Nothstand der deutschen
Mälzereien auseinander, er hob hervor, daß durch die unglücklichen
Differenzialfrachten den ausländischen, insbesondere den österreichischen
Malzfabrikanten eine Einfuhrprämie gezahlt würde und, daß auch
nit Rücksicht auf verschiedene andere Verhältnisse den deutschen
Mälzereien die Concurrenz unmöglich gemacht werde. So sei es
gekommen, daß die Mälsereien schon seit einigen Jahren mit Ner⸗
lust arbeiteten und daß mehrere größere Etablissements zum Still⸗
jand gezwungen oder in Concurs gerathen waären. Eine Abhilfe
ei nur möoglich, wenn das ausländische Malz beim Eingange nach
Deutschland mit einem mäßigen und den Verhältnifsen entsprechen⸗
»en Ausgleichszolle belegt würde. Das Malj sei kein Rohprodukt,
ondern ein Halbfabrikat und da der deuische Tarif alle Halbfa—
zrilate mit einem Zolle belegt haͤtte, so sei es ungerecht und in⸗
ronsequent gerade das Halbfabrikat Malz davon auszunetzmen.
Alle anwesenden Mitglieder waren mit den Ausführungen des
Hetren Neubronner einverstanden und man beschloß dahin zu wir⸗
den, daß bei der bevoistehenden Reform des deutschen Zolltarifes
auch ein Ausgleichzoll für das Halbfabrikat Malz angestrebt wer—
den möchte. Der Vorstand wurde beauftragt, die hierzu erforder⸗
lichen Schritte zu unternehmen. (F. W.)
fFMannheim, 28. Olt. Der Verkauf der Herbsttabatke
zeht in denjenigen Orten, wo abgehängt ist, vorwärts; in Hed⸗
derssheim wurde fsor verkauft und zwar zu 37 —40 M. In den
daardtorten hat man mit dem Verkaufe angefangen, die Tabake
daselbst litten vel unter dem Hagelschlag. 26 bis 28 M. wurden
ür diese Tabake angelegt. Sandblatt wird fortwährend in den
Resten, welche sich noch vorfinden, und zwar zu erhöbten Preisen
genommen.

Berlin. Zur Linderung des durch den Ausbruch des
zelben Fiebers unter der deutschen Bebölkerung in den Südstaaten
der amerikanischen Union hervorgerufenen Noihstandes hat der Kron⸗
yrinz in Vertretung des Kassers mittelst Allerhöcster O:dre dom
16. d. Vits. einen Beitrag von 3000 Mark auf den Antrag des
auswärtigen Amts bewilligt. Der kaiserliche Gesandte in Washing⸗
ton ist von dieser Bewilligung auf telegraphischem Wege in Kennt⸗
aiß gesetzt worden. Die neusten Nachrichten aus Amerika heben
hervor, daß die Bevölkerung der vom gelben Fieber heimgesuchten
Desteilten der Unterstützung in hohem Grade bedürftig ist. Da
ih unter derselben viele Deutsche befinden, so wäre es dringend
erwünscht, wenn aus Deutschland überhaupt reichliche Beträge zur
Unterstützung der nothleidendea Landsleute flössen.

3000 Mark Belohnung. Auf der Eisenbahnfahrl
zwischen Landsberg a. W. und Berlin ist einem Reisenden eine
schwarzlederne Umhängetasche mit dem Inhalt von 29,900 Rubel
in 100.Rubelscheinen abgeschnitten und gestohlen worden. Auf die
Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist von bem Betroffenen eine
Belobnung von 3000 Mark ausgesetzt worden.

Neue Müller. Im Occhester eines größeren Stadi⸗
healers befinden sich unter den engagirten Musilern acht Personen
mit Namen Müller. Um dieselben zu unterscheiden, kam man
aun auf die Idee jeden nach seinem Instrument zu nennen, und
jo hoͤrt man jetzt die Namen: Oboemüller, Trommelmüllet, Cello⸗
müller, Hornmüller, Fagotmüller, Streichmüller, Baßmüller und
Floͤtenniuller.

F Neues Mittel gegen Hüdneraugen. Eine Schlächtertfrau
in Berlin, die sich des Besißes von nicht weniger als 12 gut aus⸗
gewachsenen Hüühneraugen erfreut, las kürzlich in einer Zeitung eine
AÄnnonce, in welcher gegen Einsendung von 1 M. 40 Pf. ein un⸗
trügliches Mitlel gegen ihr Uebel augerühmt warde. Die geplagte
Frau beeilte sfich, den Bettag au die betreffende Adresse in Genf
einzusenden. Nach einigen Tagen empfing sie folgende Zeilen:
„Genf, den 19. October 1878. Sind Ihre Hühneraugen groß,
so daß vor Schmerz Sie schwißen, so sagen Sie die Zehen lod,
an denen solche sitzen. Ich empfehle Ihnen hiezu meine Knochen⸗
sage im Preise don 10 bis 30 Mark. Dr. Essenbart. — Seit
        <pb n="629" />
        ener Zeit ist die Frau total geheiun, wenn auch nmihe don ven
Zahneraugen, so doch don dem Glauben an die Unfehlbarkeit der
Zeitungs⸗ Annoncen. — n

FManqcen, 27. Olt. In der an der kgl. Universitäl
ibgehaltenen mundlichen Prufung für die Kanbidaten der Juris⸗
udenz haben von 22 nur 13 destanden. 831 hatten sich ange⸗
neldet, 9 sind jedoch jurückgetreten. 6—7—
In Shwabach haben sich die Bräuer dahin verständigt,
vas Winterbier per Liter um 20 Pf. auszuschenlen. s. *

Generalfeldmarschall Graf Molite seierte am 26. da. seinen
78. Geburtttag.

Als ein trauriges Zeichen der Zeit meldet die, Volkszeitung“
olgendes Faklum: In Bornst aädt bei Potsdam wurde dieser
Tage ein Wohnhaus, wozu zwei Morgen Land gehören, im Sub⸗
safationstermin einem Bieler für 11 M. zugeschlagen. Das Grund⸗
frück ist auf 20,000 M. taxirt.

Sprechend ähnlich. Madame B.— ist eine
zer zungenfertigen Damen, welche in der Unterhaltung Niemandem
in Wort vergönnen. Eines Tages erhielt sie den Besuch einer
Freundin. „Mieine Liebe,“ sprach Madame B., „ich muß Ihnen
p9 mein Portrait zeigen, das soeben vollendet wurde; wie gefällt
6 Ihnen ?“ „Sehr gelungen,“ erwiderte die Sefragte; „es würde
jprechen, wenn Sie es nur zu Worte lommen ließen.“

F GEine durstige Stadt.) Ein zu Kasan erscheinendes
russisches Blatt meldet: In der Zeit vom 11. bis zum 19. v.
Mis. sind von der Polizei in unserer Stadt 536 betrunkene Männer
ind 46 beirunkene Weiber aufgegriffen worden.

f Der gewaltige Sturm, welcher am Mittwoch an der Ost⸗
uste der Vereinigten Staaten wüthete und namentlich in der
Theupsahe Bay großen Schaden veraulaßte, hat auch in der Stadt
ßhiladelphia selbst viel Unheil angerichtet. Von 5 bis 8 Uhr
Morgens raste der Sturm mit einer Schnelligkeit von 50 bis 80
Meilen per Stunde. Circa 400 Gebauden wurden entdacht und
118 theilweise zeistört, 22 Kirchen, 79 Mühlen uund Faktoreien,
Waaren- und Vorrathshäuser, Schulen und Eisenbahnstationen
vurden beschädigt und zwei Brücken von ihren Fundamenten ge⸗
schleudert. Im Flusse erlitten 17 Fahrzeuge Beschädigungen oder
zingen ganz zu Grunde. Auch wurden 5 Personen getödtet und
10 bis 50 erlitten Verleßungen.

fNeu⸗Seeland. Der am 9. Ocikoder in San Fran⸗
sasco eingetroffene Dampfer Cuy of New-York überbeingt die Nach⸗
ich“, daß auf der Iusel Neu Seeland von den in den Waldbezirken
Jausenden Eingeborenen fünf Missionare ermordet und aufgezehrt
vorden sind, und daß aus Rache dafür Händler und Eingeborene
jon der Küste achtzig Mitglieder obigen Stammes gelödtet haben.
Also sechzehn Wilde für einen christlichen Missionar.

Dienstesnachrichten.

Der Hilfslehrer Jak. Böhler am Schullehrer⸗ Seminar zu
Zaiserslautern wurde zum Lehrer an der protest. Schule zu Winn⸗
veiler, der Lehrer an der protest. Schule zu Ramsen, Gg.
Schwander, zum Lehrer an der protest. Schule zu Winden, der
dehrer Pet. Kiefer au der kathol. Schule zu Neuhäusel zum Lehrer
in der gemischten Vorbereitungsschule zu Irheim und der Schul—
erweser Ph. Stein zu Langmühle zum Lehrer an der protest.
Vorschuss-Verein St. Ingbert
(eiuretragene Genosssensehaft).
Die Mitglieder werden hiermit zu der am
Donnerstag, den 7. Novemboer 1878,
Abends a28 UVUhr..
im Wirthslobkale der ꝛrauerei —
8ta onden
General-Versammlung
angeladen.
—
Tages⸗-oörduanng.
. Vorlage des Geschüftsberichts fürs erste Halbjahr 1878.
. Annahmoe einer Instruktion für den Aufsichtsratn.
Bericht uber den pfulzischen Genossenschaftstag zu Rirehheimbolanden.
St. Inubert, den 29. October 1878.
Der Aufsichtsrath des Vorsohuss-Voereins St. Ingbert B. G.
EHRHARDT-IOCHUM. Vorsitzender.
Worgen ( Samstag)⸗Abend
Netzelsuppe
Touis S5chwarz, Kohlenstr.

X

huic zu Erlendrunt n. - 7 ——
don Immerzheim und der protest. Lehrer Jak. Wilker zu Flomers
Jeim wurden in den bleibenden Ruhestand versetzt.
W —* erarimhes.

Fünfzig Fabeln für Kinder, von Wilhelm Heyh. In
Zadern gezeichnet von Otto Specter. Nebst einem
ernsthaften Anhange. 2. Bände. Gotha, Friedrich Andreas
Perxthes. Gr. Ausg. ABd. M. 3. 50; kl. Ausg. à Bd.
M. 1. 50.

Diese beiden neuen, nur durch ihre Ausstattung verschiedenen Ausgaben
nes Buches, das eigentlich in jeder Familie. wo Kinder find, gefunden werden
olite, heimcin unb in einer recht gemüthvoilen Weise an. Denn ihr Inhalt
rifft so ganz und gar das Leben unsrer Kinder, daß man sie daruber gesehen
zaben muß, um es zu begreifen, wie sich das Kindergemüth vollkommen mit
einer Umgebung, besonders mit deren Thierwelt, dentificirt. Referent hat
inmal vor Jahren wenigstens vierzehn Tage lang an dem Krankenbette seines
am Scharlach darniederliegenden Söhnchens gesessen, um diese reizenden
Bilder aus unserm täglichen Leben zu coloriren, und noch heute wird dieses
Wert als kostbare Reliquie in seiner Familie aufbewahrt. Ref. hat damit
die Fieberphantasieen seines Kindes wesentlich gemildert, aber auch gesehen,
nit welcher Dankbarkeit die durch dieses Buch beschäftigten Kinder auf dasselbe
urückkommen. Es stecht das ganze Gemuthsleben des Thuringer Landes und
dolkes in ihm, und das ist eben kein anderes, als ein Naturleben, welches
iuf jeden Andern anregend wirken muß. Der Dichter, weiland Pfarrer in
Ichtershausen bei Arnstadt; der Maler, so viel wir wissen, mindestens der
holzschneider Laufer, ein Kind von Ichtershausen, waren Thüringer und
saben damit ein Werk geschaffen, von welchein es ungewiß bleibt, wer sich
m meisten um dasselbe verdient machte. Die ganze oesie unsrer Kindheit,
ie wir mit Hund und Katze, mit Kaninchen und Reiterpferd, mit Pferd und
xsel, mit Spatz und Böckchen, mit Kuh und Schaf, mit Storch und Srachen,
an Enle und“ Fischen und sSchwan, mit Truthahn und Hühnern, mit
Raben und Schneemann, mit Schwein und Schwalbe, mit Taube und Sing⸗
ogel, vor der Scheuer, dem Taubenhause, auf der blumigen Wiese, im
zufligen Walde u. s. w, verlebten, Alles taucht wieder vor uns auf, was uns
hemals entzudte, selbst erschrectte, wie der Fuchs und Tanzbär, und zwar so
eibhaftig in Bild und Reim, daß wir wohl nicht fehlgehen, wenn wir vor⸗
iegendes Buch die erste und beste Naturgeschichte unsres kindlichen Lebens
ennen. Da ist keine Sentimentalität, sondern frisches, fröhliches Leben, und
ie meisten Verse purzeln nur so kindlich heraus, wie sie das Kind selbst
mpfindet. Wie verschiedenartig sie auch an sich sein mögen, so steckt doch in
dem Ganzen ein classisch⸗kindlicher Sinn, und so empfehleu wir fie fur die
iebe Weihnachtszeit ais die beste Gabe für die betreffende Kleinweit.“

Gie Ratur R

3 ehl dahin, sich in Geographie,
Die moderne Bildung dhe eed
mu unterrichten, während die meisten Menschen, oft die Gebildetsten, über die
Finrichtung und Funktionen ihres eigenen Körpers fast gänzlich im Unklaren
ind. VDas bekannte Buch Dr. Airy's Raturheimethode nimmt
mier den popular⸗medicinischen Werken einen hervorragenden Rang ein und
nußte in dem Besihe eines jeden Gebildeten sein. Dasselbe ist reich illustrirt
ind elegant ausgestattet in Kichter's Verlags-Auftalt, Leipzig er⸗
chienen und gegen 1 Mark 20 Pf. (in Briefmarken) durch diese franco zu
heziehen. Auszug daraus gratis und franco!

—A

Zweibrücken, 31. Olt. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 28 Pf., Korn 7 M. 83 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.,
erreihige 6M. 68 Pf., Spelz 6 M. 75 Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinte“ Ma— pf., Mischfrucht — M. Pf. Hafer 5 M. 94 Pf.,
serbsen — M. — ppf., Wicken — M. — Pf. Kartoffeln 2 M. 70 Pf.,
deu 1Mu80 Ppf., Stroh 2 M. — Pf., Weißbrod Iu/3 Kilogr. 52 Pf.,
Drnbrod 3 Kilogr. 78 Pf., 2 Kilogr. 49 Pf., I Kilogr. 25 Pf. Gemischt⸗
hrod 3 Kilogr. 890 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
70 Pf. II. Qual. 66 Pf., Kalbfleisch 66 Pf., Hammelfleisch 66 Pf. Schweinefleisch
30 pᷣf, Butter /3 Kilogr. M. — Yf. Wein WLiter 70 Pf. Bier 1Liter 24Pf.

FIse die Redacnion verantwortlich: JF. —. Demeb.

Muünoehenor
Pràmienlotterieo.
2000 Geldgevwinne

EBMUDPIttreI
0, O00. Marix
DAA.
Ziehung am 5. Nor. 1878.
Preis dos Looses 1 Marxk.
Auf 10 Loose 1 Preiloos.
Zu beziehen durch die
General·Agentur
Oarl Lamg.
Bankgeschaft, Mũnchen,
oder
Herrn P-13Woll
in 8t. Ingbert.

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Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halben Bogen
ind vorräthig in der
Druckerei do. Bl.

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        GUIT goII. BOACAVVVgI
Da ich mich entschlossen habe. für die Folge keine fertigen Kleider mehr zu führen,
so verlaufe ich von heute an meine fämmilichen Vorräthe in sertigen Herren · UuUnd Knaben⸗
kleidern, sowie Damen⸗ und Regenmänteln, uim shneil damit zu raumen, pum
Selbstkostenpreise.

Meine Tuchhandlung und mein Maßgeschaft wird wie bieher weiterzeführt, und wache ich
auf eine große Partie schwerer, mittel und hochfeiner Tuche und Buxkine
aufmerksam, welche alle N4 breit und im Stück decatirt sind. i

B. Ackermann,
Zweibrücken, Hauptstraße und Ecke am Mühlgäßchen.

Soeden erschien: Die Gicht

opular gehaliene leichtverstandliche
Inleitung FJa Heilung von
Gicht. Rheumatismue
u nd Erlaltungskrankheiten. RNe.
mand versaume, sich dies voraug⸗
— — Ww an⸗
zuschaffen. Preis fennig,
vorraäthig in K. a
Buchhandlung in Kaiferslau.
tern, welche dasselbe fur 60 Pf
aberallhin verschidt.

Stationsbeklebzettel
dilligst bei F. X. Demes.

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rita Frarckes Piliale Nr ß

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N rit Ir anck e—
Fjlials Nr. 5.
Da fich meine Filialen überall das besondere Wohlwollen
des Publikums erworben haben und zwar durch die außerordentliche
SBilligkeit und vorzügliche Qualitaͤt 5
meiner Waaren, so eröffne ich auch hie r am 2. November —W
imm EIause ddes DIrn. Rierauer Munmnzinger

ein Geschäft in
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Colonial-

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und wird sich ein geehrtes Publikum durch Besuch meines Lokals von der
Reellität meines Unternehmens,
dessen Zweck es ist, meiner Kundschaft eine guu te Waare
2 zu sehr billigen Preisen
zu verschaffen, überzeugen.
St. Ingbert, 31. Oktober 1878.
Fritz Fraucke.

pitz Prancke's PFiliale Nr. 5.
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àFIEE..... ——— — — —
Drudk und Verlag von F. X. Demeß in . nben.
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        St. Ingberker Anzeiger.
Re St. Jagberter Rutzeiger un (2 mal wi chentli· h) mit dem Haudtblatte verbundene Unterhaltungsblatt, EGSounlagts mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheiat wbhentlich vierm il: Dieustaz, Donuerstag, Sanstaz aad Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt viertelsahrlich
achk 40 x.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfa., von Aaraãrts iit 153 Vi. fur die viergeip iltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. Neciamen
mit 30 Pfgpro Zeile berechnet.
—— — — —
8 174. Sounntag, den z. November

1878.
—F
2Faur die Monate November und Dezember diger Deutligleit und zum Erstaunen aller Anwesenden gab der
werden Abonnements auf den „St. Ingber⸗ r 58 7. de 2 dua einen 8 *
—7 — ämienn und richter auf das Sta iolblatt gesprochen wurden. uch einige der
Postboten sunepe ree und anwesenden Herren betheiligten sich an den Experimenten und lie⸗
g gegengenommen. zen deuisch. franosisch und spauisg gesprochene Sentenzen „phono⸗
graphiren“. Besonders deutlich gab der Phonograph ein „Hurrah,
Bermania!“ wieder. Weniger deutlich kamen Zischlauie zum Aus⸗
druck. Die meisten Worte jcdoch waren im ganzen Saale ver—⸗
nehmbar, allerdings etwas gedämpft in der Klangfarbe der sogen.
Bauchrede“. Leider war die Vorstellung, im Gegensaß zu den
borftellungen an andern Orten, sehr schwach besucht. Wir konn⸗—
en dieses nur bedauern. Denn der Phonegraph hat, wenn auch
etzt nod in seiner Kindheit stehend und, wie sich Herr Sprenger
zusdrüchte, mehr noch eine wissenschaftliche Spieleren. doch geraiß
ine Zulunft.

fPirmafens, 30. Oct. Eine Nalurseltenheit, nämlich
7 woblausgebildete Krauttopfe an einem Stengel, einer Wurzel
utsprossen, wurde uns heute vorgezeigt. (P. A.)

Aus Kaiserstautern, 29. Oktober, wird der „Pf.
3tg.“ geschrieben? Wer hätte wohl gedacht, daß die. Diamanten⸗
elder Afrila's“ uns so nahe und noch in unsere pfälzischen Ge⸗
ichtsfäle gerückt wörden? Das hiefige Bankhaus Kehr findet sich
Amlich durch einen Artikel des „Nordpfälz. Wochenblates?“, in
velchem die belannte mysteridse Affaire mit den französischen Werthe⸗
apieren in für das genannte Bankhaus beleidigender Form be—⸗
jandelt wurde, beleidigt, und hat Strafantrag gegen dieses Blatt
ind gegen die „Pf. Voltszig.“, welche den Arl kel nachdruckte, ge⸗
tellt. Herr Auwalt Rüdiger von hier betreibt die kläger'sche Sache
ind Hr. Verleger Thieme von Kirchheimbolanden soll sich weigern,
inen hiesigen Korrespondenten zu nennen. Die zuletzi im Ppf.
urier“ mitgetheilten Ergänzungen“ zur bekaunten Renlengeschichi
heinen an innerer Unwahrscheinlichkeit zu leiden und erft recht in
as Reich der Fabeln zu gehöͤren; dagegen scheinen uns die ersten
Nittheilungen des „Pf. Kur.“ von sehr glaubwürdiger Seite zu
ommen.

tKaifsertlautern, 31. Ott. (Kail. Zig.) Auch der
weite, der neulich entwichenen Zuchthauesträflingen, Adam Eitelmann,
purde gestern in aller Frühe in Oggersheim fesigenommen und ist
ereits gleich seinem .Kollegen“ wieder hinter Schloß und. Riegel
zebracht wrden.

F.Al senze 80. Oct. Dem heute um 12 Uhr 46 Min.
»on Münster a. Stein hier einhefsenden Personenzuge waren zwischen
sier und Hoqhsstätten Steine auf die Schienen gelegt worden, welche
lücklicherweise don der Maschine zermalmi wurden. Spuren davon
onnte man noch an der Maschine sehen. Der Thäler ist unbe—
annt.— (N. W)

fSpeyher, 31. Oct. Die kgl. Regierung der Pfalz hat
us den Mitteln der pfaältischen Immobiliar.Brandversicherungs. Lin⸗
dalt für das Jahr 1877 den Betrag von 11,884 M. 23 Pf.,

das ist 3 pCt. des Gesammtbetrags der Brandschäden jenes Jahres,
inter 52 Gemeinden zum Zwecke der Anschaffuug von Feuerspritzen
zertheilt.

tSpeyher, 31. Oct. Den Nachweisen über den Ver⸗

nögensstand der Schullehrerpensfionsanffalt der Pfalz pro 1877 ent⸗

rehmen wir folgendes: Gesammteinnahme: 200,880 M. 16 Pf.,

»avon entsallen auf Jahresbeiträge der Mitgl'eder 21379 M. 11

Pf. und auf Intercalarien 22,727 M. 48 pf. Gesammtausgabe:

196,152 M. 28 Pf., dadon entfallen auf Pensionen der Lehrer

142,727 M. 6Pf. Der Vermögensstand der Arstalt am Zchlusse

Rermischtes. des Jahres 1877 betrag 888,641 M. 69 Pf. Mehrung degen

fSi. Ingbexrt, 4. Rob. Eine der merlwürdigsten Et- das Vorjahr 17,867 M. 87 pf. (Pf. 3).

indungen der Reujzeit, den Phonograbphen des genialen FBestern ercignete sich im Sp eyerer Bahnhofe der Un⸗

Imerilaners Edison, hatten wir gestern Abend Gebegenheit in zlüd: fall, daß der lLedige Enfen bahnarbeiter Straub von Berghausen

thätigkeit zu sehen. Herr Sprenger war es, der denselben don einer einfahrenden Masch'ne erfaßt und mit starker Gewali

m Saale des Hotel Laur zur Besichtigung ausgestellt hatte. Nach n einen Padwagen gedrüqt wurde. Schwer verletzt wurde er ima
migen einleitenden Bemerkungen über die Konstrultion des kleintn doipital verbtahh.

ind überaus einfachen Apparates und die Personlichkett des Er· Der Geh. Commerz'enrath Krupp in Efsen hat neuerdings

mnders fing Hr. Sprenger an zu experimentiten. Mit vollstan⸗ die gesammte Gemarkung von Ruhlae, sowodbl Feldmatkaia
        <pb n="632" />
        auch Forst, zu bergbaulichen Zuecen belegt. Es sind ahm dere:us
zie Verleihungs-Urkunden flür acht Bergwerke, welche den Vauen
Visenhardi? fübren sollen, als bergrechtliches Cigenthum an Braun-
stein und Eisensteinsausgefertigt worden. A——

F. Folgen des Bersarllar Festes.) Der Figaro“ jchildert
jolgende Familienscene: Ein junger Ehegatte kehrt nach dreitägiger
Abwesenheit nach Hause zurücdl. Er datte nicht gesagt. daß ex
fortzubleiden gedenle, und man kann sich daher vorstellen, miit
welcher Fluth von Liebenswürdigkeit er von seiner Gatlin empfangen
vurde. „Um Himmelswillen,“ ruft die zu Tode geangstigte. Frau
ihm entgegen, „wo bist Du nur gewesen?“ Er, mit der ruhigsten
Miene von der Welt: „Aber Kind, Tu weißt doch, daß ich zum
Feste nach Versailles gegangen bin 7“ „Gewiß, aber das war vor
drei Tagen; und dann, Elender ....“ „Und dann 7 Ich hade
—D—

Die gastronomische Seite des Versailler Festes erhält dutch
nachstehende Konsumziffern eine interessante Illustration. Es wurden
nämlich getrunken: 2000 Flaschen Champagnei, 1200 Flaschen
Bordeaux, 2000 Liter Punsch, 2400 Luter Eiskaffee und Fruchtsaft
dimonaden und 4000 Tassen Chokotade; gegessen: 20,000 Kuchen,
20 000 Sandwichs⸗ und belegte Brödchen, 500 Hühner, 400 Reb⸗
hühner,“ 50 Schinken und 200 Pfurd eingemadvte Früchte. Und
in diesen Zahlen sind nicht einmal, wie das französische Blatt hinzu⸗
fügt, welches in diese Küchengeheimn'sse eingeweiht wurde, die an
bie Dieagerschaft zur Vertheilung gelangten Portionen einbegriffen.
Fin Divisionsexempel mit der Zahl der geladenen Gäste dürfte ein
deren Appetit recht günstig kennzeichnendes Fäzit geben. T
7London. Das Sch chal welches die unglücklichen Actionäre
der falliten Glasgower Bank betroffen, erregt mit jedem Tage
lebhaftere Theilnahme, da sich immer mehr die traurige Thatsache
herausstellt, daß Hunderte von Familien, die bisher ein beschtidenes
aber behäbiges Dasein führen konnten, vollständig an den Bettelstab
gebracht worden sind. Vlan geht jeßt mit dem Gedanken um, der
augenblichen Noth der Geschädigten durch Sammlung freiwilliger
Beiträͤge abzuhelfea.

Eine Eidechsenjagd. Einer der merkwürdigsten
Proesse, die wohl je zur Verhundlung gelommen sind, schwebt jetzt
dor der Superior Court von Cabarus County. Vor einigen Mongten
wandie sich ein gewisser John Forst an John M. Ingtaham, einen
angesehenen und reichen Bürger von Concord mit der B'itie ihm
Arbeit zu geben. Der Appl kant erhielt zur Antwort, er, Ingraham,
habe nichts füc ihn zu thun, daß er ihm jedoch 12,000 Dollars
far 6000 Eidechsenhüute bezahlen wolle. Ingraham Hhellte sozar
tinen Wechsel zu diesem Zwecde aus. Forst jäumte nicht lange,
und machte sich mit Frau und Kindern an die Arbeit und es ge⸗
—X
5000 Eidechsenhäute aufzutreiben. Forst üderlicferte dieselben dem
erstaunten Ingtaham, der nunmehr erllärte, das Ganze als einen
Scherz aufgefaßt zu haben. Der Eidechsen⸗Jäger war jedoch hiermit
nicht einpersanden und reichte sofort, nachdem er einen Advolaten
uengagirt hatte, Klage gegen Ingraham eir. Es herrscht kein
Zweuel, daß Letzterer seinem Versprechen gemäß bezahlen muß.

p Der Prophet Jesaias und die Euphratu—
bahun. Die Rachricht, daß die Pforte einer englischen Gesellschaft
die Konzeffion zum Baue einecr Euphratbahn und einer fran zsischen
die Konzessioen zum Baue einer Bahn Jaffa⸗Jerusal in ertheilt, hat
aicht verfehlt, unter den Israeliten Jerusalem's, besonderß unter
den Kabbaliften daselbst eine freudige Stimmung hervorzurufen. da
aich ihrer Ansicht nach so eine Prophejeiung der heiligen Schrift
xfüllt. Betauntlich wird die Euphralbahn auch die ehemaligen
Provinzen Assyhrien und Baky!onien durchschneiden und sowohl in
Possu!l, wo die Kuinen Ninibes, der einftigen Residenz der assy⸗
rischen Körige, als auch in Hilleh, in dessen Nahe die Ruinen
—XE
schon in Konflautinopel daran, fpäter wwischen der Euphratbahn
und den äghptischen Bahnen eine Verbindung herzustellen, ein Er⸗
eigniß, das der Prophet Jesaias schon vor fast dreitausend Jahren
in Aussicht gestellt hat. Denn bei diesem Propheten heßt es:
ap. 19, Vers 23, wörtlich: „An diesem Tage wird eine Bahn
hon Egypten nach Assyr'en führen, worauf Assyrien nach Egypien
und Eghpten nach Asshrien kommen wird, und die Egypter werden
dann den Assyrern dienen.“

f (G. Kohlss Expediton nach Afrika.) Nach medrtägigem
Aufenthalt in Malta hat die Expedition der „Deutschen Kjrika⸗
aischen Geselljchaft“ unter Rohlfs Führung am 23. Ott. Nuchmit—
sags Malta verlassen, um sich nach Trpolis zu begeben, woselbst
die Landung am 24. um 1 Uhr Miittags ersolgen sollte. Frau
Kohlfs begleitete ihren Mann bis Tr'polis und wird dort während
der eisten Periode der Expedition verweilen. Die Mitzlie der der
rxpedition hatten sich bei ihrer Durchreise durch Frankreich überall
der größten Sympathie zu erfreuen. Die Pariser geographische
Geselljchaft beraum:e eine Ausschußsitzung unter dem Präfidium
Bivpien St. Martins an, der die herdvorragendsten Vertreter der

ranzosischen Geogtapher brimohnten. In derfeiben eutwaeite trohns
eine Plane, welche allgemeis cebilligk wurden. Der Aufenthalt in
Paris dauerte nur so sange, als kethwendig war, um die Aus⸗
ustung (Zete, Feldlagergegen lände, Kleidung, Instrumonie) zu
beschaffen. Leider kounsen in Malta eiserne Wafferlisten, wie Notljs
ie auf seiner Expedition in die lybische Wuste denußte, nicht deschafft
verden. Man verlangte für Fertigung einer einzigen den enormen
Preis von 100 Mark. Rohifs hat deßhalds Zinlklisten don 60
ͤter Kapazität machen lassen, welche allerdings nictt so gut und dauet-
zaft wie eiserne Kisten, aber besser wie jene Schläuche sind mit denen die
Fiugebornen die Wüste durchziehen. In Tripolis wird ein langerer
Aufenlhalt gemacht werden. Zum Theil ist derselbe bedingt durch den
Unkguf der Kameele sowee durch das Anwerben der eingebormen
Diener; zum Theil dadur, daß die Geschenke, welche der Kaifer
'ür den Sultan von Wadai misschickt, erst später eintreffer. Audh
jt ein Theil der Gepäcdhtücke, welche die kaiserliche Admiralität die
Büte hatte, durch den „Wolf“ von Wiltdelmshafen nachh Malta be—
sötdern zu lassen, noch nicht eingetroffen. Auf alle Fällbe hoff!
Rohlfs ater Aufangs Dezember von Tripolis aufbrechen zu lönnen.

Dienstesnachrichten.

(Katholischer Klrchend eust.) Die Pfarrei Dürkheim wurde
dem Pfarrer Mich. Eckel in Freinsheim verliehen, und Pfarrweser
Theodor Adam in Steinwe ler erhielt Anweisung als Pfarrverweser
nach Fteinsheim.
r ve Nedaction verantwortlich: zßz. a4. VReme ß. 7
Paris. Wie zahlreich Eckältungen und Affektionen der
Lungen leider besonders in der letzten Zeit bei unserer Bevöllkerung
aufgetreten sind, wird z. B. auch «aus dieser Thatsache leicht er⸗
ehen werden können, daß allein hier in der letzten Woche über
hundert Tausend Cartons der weltbberühmten Brustkaramels —
Ptar!'a Benro von Donat verkauft wurden.

Angesichts solcher Thatsachen und Zahlen halten auch wir es
für unsere Pflicht im Interesse aller Kranken auf dieses berühmte
Heilmittel auimerlsam zu machen, welches nicht nur das Vertrauen
der Pariser Bevdikerung in so auffallender Weise sondern auch das
der ganzen gebildeten Welt in undegrenztem Maße besitzt.

Aus einem Extrablatt in Franzosischer, Englischer, Spanischer
und Deutscher Sprache entnehmen wir nachstehende Detals über
die Gebrauchs⸗Anweisfung, welche uns wohlgeeignet scheinen, Troß
und neue Lebenthoffnung in jidem Leidenden zu erwecken.

„Die Caramels — Mauria Binno von Donat zeigen ihre
tzekannie überraschende Wirkung in allen E.kältungsfällen —
ufsectionen der Aihmungsorgane und der Lungen — Bronchits —
satarrhen — Husten — Heiserkeit — Siiche und Kizel im Halfe
— Lungenschwiundsucht — Magenschwäche — einfachte Appetitlosig⸗
leit — Nervenschwäche — allgemeine Entkräftung und Asihmatischt
Leiden. Tritt allgemeine Schäche henzu, so versäume man nicht
einen wssenschaftlich gebildeten Arzt zu konsultiren.

Der rasche Absatz und der Weltruf, den dieses wohl hätige
He Iaittel nicht naur in Amer ka, sondern auch in Asien, Afrile
ind Eurbpa gefunden — hat zahlreich Nachahmungen und Fälsch
aingen hervorerufen. Es kann für die GEchtheit nur dann eint
Barantie übernommen werden, wenn sich aus der Vorderseite del
Tartons nichts anderes gedruckt findet als die A Worte: Maria
Beuno von Donat. In losem Zustande können die echten
Taramels wegen der Auswitterung niemals abgegeben werden.
Broßer echter Carton koftet in Deutschland 80, Carton 80 Piq.

Wie wir hören befindet sih auch in St. Ingbert ehr
Depot der ghien Catamels bei Herren Jean Peters, Koh
lenstrasßsse Nr. 631V.

MMIM9 von . VA. Pletsoh Oo. in Brezla
Huste⸗ Nichtꝰ Honig · Krãuter- Mala- Extrakt und Caramellenꝰ)
inerkennung. Seit ciree &amp; Monaten litt meine Frau an heftige
husten, verbunden mit Brustschmerzen und Heiserkeit u. er⸗
tauch von fünf kleinen Fläschchen Honig⸗Kräuter⸗Malz⸗Extrakt von
C. . Plietaen Go. in Breslau haben sich oben genannte Uebe!
bei meiner Frau gänzlich verloren.
3) Ofierode in Ostpreußen. F Albrecht, Buchdrudereibesitzer.
Jeder Husten lann höchst gefährlich werden. Aus einem einfagen
husten ionnen der Kenchhusten Kehlkopf⸗Leiden, Lungen⸗ Affel—
ey Asthma ꝛec enistehen. Kein Huftender darf deshaib ganz sorg
b sein.
) Zu haben in St. In abert bei Herrn J. Sriedrich.
J Anter2af O¶ c
iet dis in der hentigen Nummer unserer Zeitung aich besindende Gluen
Anzeigo vrou —————— senr. in Hamburg. Dieses Haue hat —
urenꝰ ꝛeise prompto ud verschniegeno Kuszahlung dor hier und in de
Umgegendgenonnenen Beträge einen dermasten guten Ruf erworden
een α ι ιαα εενννR vον ierer Stelle au-
meraam machen.

V —
        <pb n="633" />
        St. Ingberlker Anzeiger.
der St. Jagberter Anzeiger und das (Z2 mal wo heutli h) mit dem Hruptblatte verbundene Unterhaltunzsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wo hentlich vierm ih: Dieustaz, Donnerstaz, Sanstaz und Soantag. Der Abonaementspreis betragt vierteljahrlich

Macxk 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pig., von Aczoirts nit 15 8f1. far die vier zejp altene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Necia nen
mit 80 Pfg pro Zeile berechnet.
M 175. Dienstag, den 5. November 1878.

2—

Deutsches Reich.

Mänqchen, 31. Oct. Die Vollzugsvorschrift, welche das
bayerische Ministerium des Inneren zum Reichsgeseze gegen die ge⸗
meingefährlichen Bestrebungen der Socialdemoktatie erlassen hat,
enthält jur Bayern eine erhebliche Abschwachung dieses Gesetzes.
In Ziffer 10 dieser Vollzugsvorschrift wird ausgesptochen, daß
„landesgefetzliichen Bestimmungen über die Heimaths⸗ und Nieder-
assungsverhaltnisse in Bayern durch das dorliegende Reichsgeseß
aicht berührt werden.“ Rach Art. 18 des Gesetzes über Heimath
ꝛe. vom 16. April 18608 begründet die Heimath das Recht, fich
in der Heimathegemeinde aufzuhalten; nach Art. 48 u. f. gibte
leine Ausweisung aus der Heimathsgemeinde, ja, nach Ars. 48
nibt es keine Ausweisung eines Bayern, der in einer Gemeinde
das Bürgerrecht erworben hat, ohne das Heimathrecht dortselbst zu
befißen, aus dieser Gemeinde. Demnach kann ia Bayern ein
unter 8 22 und 28 des Socialistengesehes fallender baherischer
Staatsangehöriger auch niemals aus der Gemeinde, in der er dus
Deimath⸗ oder Bürgerrecht besitzt, au gewiesen werdecc.

München, 2. Rov. Die soziglistische Flugschrift; „Der
Steffelbauer von Feldmo hing und die Sojialdemokratie“,welche
vährend der Reichstagswahlen ziemliche Verbreitung gefunden hat,
purde gestern auf Grund des Soz'alisteagesezes von der Polizei⸗
direktion beschlaznahmt und sodann von der Regierung als Landes⸗
bolizeibehörde verboten.

Berlin, 2. Nob. Die Eibebungen, welche im gesammten
Umfange der preuß schen Monarchie für die Zwecke der Tadak⸗
ntquetecoum sion gemacht worden sind, werden in den nächsten
Tagen zum Abschluß gebracht. Ein großer Theil der Resultate
st durch das preuß sche statist sche Amt bereits an das Reichskanzler⸗
imt abgeführt worden. In einzelnenen Theilen der Monacrchie,
namentlich in Berlin, wird vielfach über Unvollständigkeit der er⸗
ielten Resultate geklagt. Einzelne Betheiligte verweigetten gradezu
die Auskunft; andere fülllen die Fragebogen absichtlich oder unabe
iichtlich unvollständig aus. Unter solchen Umständen glaubt man
aicht, daß es möglich sein wird aus diesen unvollständigen Mit⸗
heilungen viel Nutzen für d'ie Untersuchungs-Commission zu ziehen.
Man hofft mit Bestimmtheit die gesammten Arbeiten der Commission
m Laufe dieses Monats abschließen zu lönnen.

Der „Nordd. Allgem. Ztz.“ zufolge ist die Nachricht, es werde
dem deutjchen Reschstage in Betreff der Revision der Gewerde⸗
»dnung nichts Anderes zugehen, als eine Vorlage bezüglich des
Schankgewerbes, vore lig; es seien gegenwärtig eingehende Erwäg⸗
ungen darüber schwebend, in wie weit und auf welchen Gebieten,
im Zusammenhange mit der Aufzabe der positiven Bekämpfung
der Sozialdemolratie, Aenderungen der Gewerbtordnung vorzu-
nehmen seien.

Berlin, 3. Nov. In hiesigen der franzdͤfsischen Botschaft
ahestehenden Kreisen wird auf's beftimmteste besiristen, daß Frantk⸗
eich bezüglich des Orients aus seiner Neutralitats Politik heraus⸗
teten und altive Polititk machen wolle.

Worms, 2. November. Die Gewerkschaft der Schuhmacher
ind verwandten Gewerbe, sowie die Gewerkschaft der Schneider
ahier sind auf Grund der 88 1 und 6 des Sozialistengesetzes
jestern durch das Kreisamt Worms verboten worden. (W. 3.)

Aussand.

Madrid, 3. November. Seit gestern Abend ist der Prozeß
Oliva's der das Attentat auf den König verübte, in den Händen
es offentlichen Anklägers, welchem binnen 24 Stunden die Erhebung
jer Anklage obliegt. Auf Begehren des Vertheidigers Ol da's hat
as Gericht auf thelegraphischem Wege eine Untersuchung angeo. dnet
iber den angeblichen dreimonatlichen Aufenthalt des Angellagten im
Jerenhause zu Ba celona. Laut Bericht der Aerzte, welche den
Ungeklaglen drei Tage hindurch beobachten, l'egt kein Symtom von
heistesstörung vor.

London, 4. Nod. Das Bombaher Journol Pioncea“
neldet als authentisch: Das an den Emit Sqhir Ali abgegangene
ültimotum fordert Antwort bis zum 20. November, widrigenfalls
»aie englischen Trudpen sofort in Asghanistan einrücken.

. Es gewiunt immer mehr den Anschein, als sollte es zwischen
stußland und der Türkei bald wieder losgehen. Wenigssens werden
»ie hiefülr sprechenden Anzeichen durch nachstehende Meldungen der
Wiener „Politischen Korrespondenz“ aus Kon stantinopel
»om 5. Nov. nicht unwesentlich vermehrt: Die Pforte, in der
Besorgniß, daß die Russen den Aufsiand in Nordmacedonien zum
dorwande einer Besetz ung dieser Provinz nehmen, dirigirt alle von
donstantinopel abgehenden Truppenverstaͤrkungen haupisaͤchlich nach
Seres und Stramitza. Auch von Pristina und S kopio gehen be⸗
rächtliche Truppenabtheilungen nach Macedonen. — Der Sultan
at neuerdings Ghazi Osman mit der Ueberwachung der Be⸗
estigungslinie Tschataldia Derkos beauftragt. Generat Toilcben
at sämmtliche russische Linien bis Lülleburgas inspizirt. Das
assische Zauptquartier bereitet die Ueberwinterung eines großen
Lheiles der Armee in der Umgebung von Adrianobel vor.

Bermischtes.

. Die Direcon der Pfatz. Bahnen giebt bekannt, doß die
tundreisebillete 8. Classe für den internen Verkehr der Pfaͤlz.
Zahnen so wie im Verkehr mit der badischen Staatsbahn zur
Zenützung der auf der Sitece⸗ Frankenthal — Winden cur sirenden
Rachtschnellzüge zwischen Landau und Zweibrücken in 3. Wogenclasse
nur bei Lolung von Ergänzungsbilleten bericht gen.

FDie Ziehung dee Maͤnchener Prämien⸗—Lotterie,
velche am 5. Nov. statifinden sollte, ist auf den 26. Nov. unwider⸗
uflich verschoben worden.

f Bei einem in der Nacht zum 29. Olt. in Odenbaqhh bel
J. Kaufmann ausgebrochenen Brande warden durch einen einstür⸗
enden Schornstein 7 Männer niedergeschlagen; von denseiben
rlitt einer, ein Schreiner, einen Beinbruch, und der verheirathete
Maurer K. Presser wurde an stopf und Brust so schwer verwundet,
»aß er andern Morgens starb; die übrigen lamen mit leichten
Verletzungen davon.

FSpeyer, 2. Nov. Bischof Ehrler hielt gestern im Dom
eine erste Predigt. Es wohnten ihr auch viele Protestanten bei;
don diesen wie von Katholiken hörten wir günstige Urtheile über
en Geist des Friedens, von dem diefelbe durchdrungen war.

FSpeyer, 2. Nov. Gestern Nachmittag war das
AIntersuchungsgericht von Frankenthal h'er, um dem Verbrechen
ines Kindsmordes auf die Spur zu lommen. Dem Voten U.
don hier war nämlich am Donneretag in Mannheim, während
derselbe Kommisstonen besorgte, von einem jezt Unbekannlen ein
Rößeres Packet zur Besorgung an eine hiesige Adresse S. übergeben
vorden. Der Adressat verweigerte jedoch die Annahme desselben
ind veranlaßte die Polizei zur O ffnung des Padcets, in welchem
est eingepackt die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen
Beschlechts, sich vorfand.

f Eigenthümliches Malheur. Dieser Tage ereignete sich der
Fal, daß ein Bräutigam einige Stunden bor der Trauung ver⸗
uftete; alle Vorbereitungen zur Trauung und zum Hochzeismahle
varen bereits getroffen wor den. Das Malheur ist für die Braut
im so groößer, als es dieser nun zum zweiten Male und ganz
in derse ben Weise passirt. Beim druͤten Male wied die heitalihs⸗
ustige Dame sich wodl besser vorsehen.

f Um I. November ist Garnier⸗Pagès (geb. zu Marsille 1803—
zestorben. Er war Mitgl'ed der provisorischen Reg'erung im Febr.
1848 und im Sepf. 1870 Mitgüed der „Regierung der Nat'daal
ertheidigung“ gewesen. Er war Republilant aue Ueberzeugung,
ein ehrlicher Mann durch und durch; aber die staalsmännische Be—

zabung fehlte ihm. Die französische Literatur hat er mit einer
Reihe guter Geschichtswerle bereichett.

fLondon, 1. Nov. Der amerikanische Dampfer „Helvetia“
sat gestern früh um 4 Uhr den Kreuzer Fanny von der dritischen
düstenwache in den Grund gebohrt. Stebzehn Personen sind

vabei ertrunken.
        <pb n="634" />
        —AL

Auf die durch Versetzung des Notars Schmolze erledigte

Notarstelle in Edenkoben wurde der Notar N. Hoseus in Edenkoben

uuf Ansuchen verseßt und der gepr. Rech! scandidat Th. Ruff aub

Speher, Amtsverweser für Notat Harnnann in Kaiserslautern, zum
Notar in Cdenloben ernannt.

4 AVFα—

at die in der hontigen Noummer unserer Zervung sieb betndendo Guαιν
eige von Samuel Heckschor sent. in HAamburg. Dieses Haue hat fHeà
ureh veine prompte und verschwiegens Auszahlung dor hier und in der
Igegend gewonnenen Beträge einen dermassen goten Rus erworbon
i Jeãen aut derson heutiges Inserat z2chon a8 dieser Stelle aufs-
nerksam maenn.

ö— — —— — — — —— — —

Unserm heutigen Blatte liegt ein Preis⸗Courant

u Vrtz Francee bei. —

Fur die Redaction verantwortlich; — eme z.
Holztransport. 78
Aus den Waungen der Gebr. Kraemer wird pyre 4
1878/79 der Transport von ⸗21
1100 Cubikmeter Stempelholz
450 do. Stammholz und
Srea 150 Ster Brennhoz
mn die Halden der hiesigen Grube und an das Eisenwerl auf dem
Submissionswege an den Wenigstnehmenden bergeden.
Die hierauf dezüglihen Kingaben wollen bis Montag,
ERV—
zingereicht werden. g
Die naheren Bedingungen liegen im Forsthaus zur
Finsicht offen.
Si. Ingbert, den 5. Nov. 1878.
Tussweotter, obersersler.

—D 4
53 Z28

eze
—Bu

7328 2538.*8

— 51287
555 5883
88 s9
459 78
34
—A— . *
557—2
38

9
5
223 558
8 2
5 838
2238 23
25353
23 *
221
2233
25222
8* 72
22234
23
—
— *

Unaupt⸗Gev inn
er.
87, 000 M5
EInladunx zur Betheiligunx an den
E inn-⸗Ohano
der vomn Stante Hamburg garantirten zroasen
Geid Lotterie, in weleher uber
AIIionen 7 00, O000 MATIL
micher gewonnen werden müειναν.

Die Gewinneo dieser vortheilIhaftenm Geld Lotterie
relehe plangemãss nur 82, 500 Loose enthalt, sind folgende, nümlieh
Der grösste Gewinn ist er. 375, 0000 Marxk.

Prämioe von 250,000 Mark, 1 Gewinn a 125,000 Mark, 1 Gewinn
S80, 000 Mark, 1 Gewinn a 60,000 Marx, 1 Gewinn a 50, 000 Mark,
Gevinn a 40, 000 Marx, 1 Gevinn a 86,000 Mark, 3 Gewinne a
30. 000 Mark, Gewinn a 28,000 Marit, 6 Gewinne aà 20, 000 Mark,
5 Gevinne a 15, 000 Mart, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
0, oo0 Mark, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
G.inne a 5000 Mart, 61 Gewinne a 4000 Mark, 4 Gewinne a 3000
Mark, 804 Gewinne a 2000 Nark, 3 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
im 1200 Marx, 502 Gewinne ↄ 1000 Mark, 621 Gewinne a
z00- Markx, 87 Gewinne a 800 Mark, 675 Gewinnea 250 Mark, 40
Gevimno a 200 Mark, 36 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne 2
I38 Mark, 10 Gewinne a 135 Mark, 1950 Gewinne aà 124 Nark, 75
evinne 120 Marx, 4 Gewinne s 100 Marx, 3450 Gewinne a 94
Mari, 8950 Gewinne a 67 Mark, 85 Gewinne a 50 Mark, 3950 Gæę-
Ginme a 40 Mark, 83950 Gewinne a 20 Mark und käommen solche in
vrenigen Monaten in 7. Abtheilungen ⁊ur aiceren Entascheidung.

die arte Gevinnziehung ist amtlieh festgestellt u. xostet hierau

das ganze Originalloos nur 6 Reichamarx,

qdas dalbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

ãæs viertel Oricinalloos nur I/ Reichsmark,
und verden diese Jonn Staute rarantirten Original-
LoOose (xeine verbotenen Promersen) gegen frank irte Bin-
gendung des Betrages oder gegen XXVXXXXXV
Abet nacn den entferatesten Gegenden von mir vorsandt.

Jeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original·
— Original-Plan gra-
tis vnd nach atattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehungeliato
maufgefordert 2ugesandt.

pie uczanung und Versendung der Gewinngelder

rfolgt von mir direct an die Intereaaenten prompt und untor setrongeto⸗
Verachwiegenheit.

r Beateliung bann man einfach auf eine Postein-

2hIuBgs r αHε.

Man venoe vet daner wit den Aufträügen der nahe bevorete-

henden Ziehnng halber bis zum

IS. November d. J.
rertrauensvoll 2B
damuel Heceseseler senb.
Banquier und WechselComptoir in Uamburtx.

Die Gewinne
garantirt
dor 8taat.

— MBWäò
Aneigeg·..
Federweißen Mußbacher und honigsüsten Tokayer
m ILOteI V BROSt-
— O.. J d *
St. Ingberter Kirchweihe.
Samstag Abende: I
Concert
Belle Lebeth (Böhmen).
Sonntags Abends:
Montags Nachmittags von
78-7 Uhr:
Tanzunterhaltung.
200 Abends von 8 Uhr ab:
Freimusik.
O DbDęCENHhAIVSCI.

— —

———
Heute, Dienstag, Anstich dom
Erlanger Exporlkbier.
Wiener Rier

vährend der Kirchweihe, dei
Julins Greweri.
Morgen (Mittwoch) Abend:
Wurstsuppe mit Sauerkraut
und Würsten
bei L. Weirich.

—ãA—
950 90
A 62
A

—2

7 *
RXL

Zur gofl. Beacht
Zur gofl. Beachtung!

Da ich mich entichlossen habe, sür die Foige beine fertigen Kleider mehr zu surth
o vrlaufe ich von heute an meine saͤmmtlichen Vorraͤthe in sernigen Herren⸗ und Knuaben
Aeideru, sowie Damen⸗ und Regenmänteln, um schnell da mit zu räumen, jun
Zelbstkostenpreise.

Meine Tuchhandlung und mein Maßgeschaft wird wie biehet weitergeführt, und mache ich
auf eine große Partie schwerer, mittel und hochfeiner Tuche und Buxkins
umettsam weiche alle . breit und im Etück decatirt sind.

B. Ackermann,
kren, Houptstraße und Ece am Mühlgäßchen.

——
„—52235
—386.
* 3 —2

5237
23 55
35353
33223
5—*
— — — — — —— — — ——
dẽ ind ag von F. . Demes in SEt. Ingbert.
        <pb n="635" />
        8 “ S — 222 B — 22228 3222 2 238323428* *2258 22
5 3523 253 *5 253 23 —5 35 335335 25 533 —3z2338 737 —A
— 25 55 532 2 33 —3—— 353
—
2258 5* 8 22 3 — — —* —— * 3*
—A — — ——— S 7 — —
552835 2* s862222 m33585 6.
5. —— 535—55 8323422 — — 232323
* 2 * 3 75 223
* —zS25— — —* 52 — 738 — — 28 52 5 32 82
228 —.. 2 *22 3 —*— —* — .S S * —2 57 a 2
3* 53225322 552 2 2
383335 538— 63338 3 36863*
*33358 2—237 33 27233 3533828 7 5373
232 25 2 X. —2 —8 — ——— 2* 522 3
—A 82 2 282—333. 323 — 888 —*28853575 53532
*2* —— * 2
3283 38 —— — 53*36 58 — — —253628 237
g 5553538 55553533k5845 — »2335583 —623
7 —5— —— αα— S22 7 5288 — S 5 5 58 2
— 3335333 6 —
*2S 0238 22e8 25* 535* 2z25282222 —25 —A
—3— —53 3 3 38 2322225
2 2* *55 2—5 2435 786 53328
ä 5 * 2 — 235 53* * 5 S 3 ** 3823
—— — —A ——— 22 B. 833 5——ꝰ——58325 283234
52—2354 33833 3333 538323
528 528 —5 5577 — — 7233 324
252 6 — —1222 25 m ELES 2 E 2282582838
— 6* ; 535352338 58 31 3* 2 32323 35
7* — 5* —2 2 53* 838. 23 53
—»B5228—2—38 25533 — 2252533 5 —25582 383 5555
—3 5 ——62—3—5— ————23526 ;58533232865
“ E — 3 — 7— —
22* 8 2 —3— — 3324222* 5*25 2 ——— 38 32 3
— — —AA — *c2225 5 —XX 28S23 52528 5 3 3
5—— 55 55— 2—7— 453 85 863332 3553335—3— 28 5365
— 222 —
—A 325
IBL. — 133553235335 2
3232224 22—5— 53528 5 355238 — 523
88382357 —R 552 653 ——“5 25328
*228 S· 558385533 — — 33— 22 8333356325
58322 522327 7 — 2 7 * — —7—23 5 SW 3 S8
358z533335 333333 —s7s3 733 333 557333 8833 —
— —F —— * — 3 Z — * — 7* —— 7 5 —
— 5 5** — 5*6 S. * * ß —W 253 2
5533525358 55335* — 3 22 5885353523
—— 38853308583 3—2 5 3538 Z468 ——A—
23223 *8 3 —J * * — x 3288 5 2 *22 S* 2 —8
s835748s3385 3383 5—323 as 3 — — 8
* —*
58225 e 2 555823375 253558* 2 337 523 —3535 *
2——33338 *2535 —AA — 33563 *5537. 728 15323552 538
2 — —A 20. 585 —F 3 * 588 X —E 8
2 3* 8 — 32—2—28 — — —8 — — 222 25 *
* 525 82 * * * —22— 22 222 2 52 2
25335. 288 38333333538 528 52 —— 532355553323 F
538 723 322 * 268*3 ——22 * 2* —S8 —X 233 23327 —
* 835522 —— 52 — 73 —A — —— 225358235323 2
5s—232 565332 2538 522325 225 3 —28852 —*525338
53558 —— 25 *3833* ee 25338. 3238 2 — 28332 53
* J — —* — — ——
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*23*5—53z533 273 5s53223232 38338333575 ẽ 2
* * 8B822225 375— 33237 5 —— 5I⏑⏑ ⏑—2
222 — * —— 2 3 * 8 — 555 2 2 m̃ 28 25 8 .
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23. — —525: 2 2233 253255 2 ñ Ac — *
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5 —— —2 2 32552336338 —— 27 9 5538 528375238
2 J 2352 * 553*53 — *288 23 22738 —AA —
2351533236633 a 20 Za 3
2554 526560875 5583353 53233 6
— 25522 *2 —A * — — J
— —
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228 2525535 32
555 338837
5323 — S
233 25 55958
—E0 5 2Z229822* *
2* — *
2 2225 — 82
—— 2 — — 722
283 ——2368
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2252533 5726 —25
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525262 332158 —2—
32355 22335873
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5585 3333
53328527 28 25233282
3 —2 —A 5.
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—R
322 2222 *5
2333333333563338
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R-76 252** 2.2
2 3— —— — ————
——525—8332355335
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        St. Ingberler AAnzeiger.
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der St. Jagberter Auzeiger und das (2 mal wöo hentli h) mit de n Drupthlatte verbundene Unterhaltunzsblatt, (Sountags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Sanstag und Sonntag. Der Abonuementspreis beträgt vierteljährlich

WMacrk 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfg., von Aaswärts uit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Necelamer
mit 80 Pfa pro Zeile berechnet.

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M 176. Tonmerstag, den T. November 1878.

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Deutsches Reich.
Müuünchen, 31. Okt. Vom Ministerium des Junern wurde
die Genehmigung erthent, daß zur Errichtung eines Unterstützungs⸗
jondz des „bayrischen Veleranen?⸗, Krieger⸗ und Kampigenossen⸗
Bertins“ im Königreich Bayern eine Wohlthätigkeits!otterie unter⸗
nommen werde, in welcher 900,000 Loose zu 1 M. zur Ausgabe
zelangen sollen.

München, 4. Nop. Se. Maj. der Koͤnig hat, wie die
Mugsburger „Allg. Itg.“ meldet, die Einberufung der baher' schen
Ldandräthe auf den 2. Dez. genehmigt. Darnach tritt auch der
Landrath der Pialz an diesem Tage zusammen.

München, 5. Nov. An Stelle des Generalmajors Fries,
welchem das Kommando der ersten Feldartillerie⸗Brigade übertragen
wurde, ist der Oberst Ritter von Xylander, Abtheilungschef im
sriegsministerium, zum Bevollmächtigten im Bundesrath ernannt
vorden.

Berlhin, 5. Nov. Die „Post“ schreibt: Wie gerüchtweise,
iber aus guter Quelle verlautet, wird Preußen in den nächsten
Tagen einen Antrag auf Revision des Zolltarifs im Bundesraih
reinbringen. — Der Krooprinz stattete gestern Abend der Familie
des Fürsten Bismarck zur Polterabendfeier einen Besuch ab.

Ausland. —*

Petersburg, 5. Nov. Der „Regierungsbote“ meldet aus
didadia vom 4. d.: Der Großfürst Sergei re ste am 2. d. M.
mit der Yacht „Livadia“ nach Odessa ab. In Folge dichten Nebels
und heftigen Suüdwindes gerieth die „Livadia“ auf den Grund.
Der Sroß ürst Sergei, sowie die Offiziere und Mannschaften der
HYacht wurden wohlbehalten ans Land gesetzt. Die „Livadia“ wurde
zuf die Klippen geworfen und befindet sich einer nahezu hoffnungs⸗
losen Lage.
Vermischtes.
fFKaiserzlautern, 4. Nov. In der Kennelgasse auf
dem Kotten wurde heute Nacht der Sacträger Eicher in se ner
Wohnung mit total verbranntem Oberkdrper aufgefunden. Derselbe
war aller Kleidungsstücke entblößt, gegen das Fenster gelehnt, unter
hin ein Haufen Asche, wahrscheinlich von seinen Kleidungstücken her«
ührend, noch lebend gefunden worden, konnte aber über das traurige
Votkommniß keine Auskunft mehr geben, da er bald darauf starb.
— Die ge'ichtliche Urtersuchung ist im Gange, welche wohl diesen
bis jetzt mysteridsen Fall aufhellen wird.“
fKaiserslautern, 5. Nov. Ueber den Sackträger
Ficher schreibt die „Kaiserss. Zig.“: Man vermuthet, daß er in
einem Anfalle von Geistesstörung sich seiner Kleider entledigt, die⸗
jelben auf den Fußboden gelegt, mit Petroleum begossen und an⸗
gezündet, sich selbst aber in das Feuer gesetzt und so freiwillig
den Tod gefunden hal.

Das „Fr. T.“ meldet aus Neustadt, 31. Oct.: Seit
inigen Tagen wird eine junge, den besseren Ständen angehörige
Dame vermeßi. In einem ihrer Schwester hinterlassenen Briefe
soll dieselbe erklärt haben, ihres Lebens müde zu sein, sie werde
deshalb diesemein Ende machen. Wirkiich soll sie auch noch
lurz vor Abgang des letzten Zuges ein einfaches Billet nach Lud⸗
wvigshafen gelöst haben. Ob sie ihren traurigeu Plan auch wirklich
ausgesführt, ist nicht bekannt.

Frankenthal, 4. Nod. Durch das Fallissement der
derrten Gebr. Glossier, Besitzer der eisten Kisselschmiede Franken⸗
hals, einer der ältessen Fabruken unserer Stadi, wurden heute mit
einem Male circa 120 Arbeiter brodlos. Gewiß ein schweres Un⸗
llück in Anbetracht, daß der Winter vor der Thüre steht. (F. W.)

Speyer, 2. Rov. Betreffs der Kindsmordgeschichte hat
ich, der „Rhpf.“ nach, herausgesiellt, daß eine in Mannheim
wohnende Schwaͤgerin des Colporteurs Simon in Speher, geboren
und das todte Kind ihrem Schwager geschict hahe. Warum? wird
die Untersuchung lehren. Uebrigens habe die Section der Leiche
etgeben, daß das Kind nach der Geburt nicht gelebt habe, sondern
dahtend derselben gestorden sein mußte. Die Mutter bfinde fich
m Spital in Mannbeim.

Der Erzbischff von Bamberg ist von Rom kommend
am Sonntag in München eingetroffen.

FWurzburg. Der hiesige Magistrat dat den Wirthen
den Gebrauch von Bierpressionen als gesundheitsschädlich verboten.
Darüber mucht nun ein hiesiger Bierwirih in der Würzb. Presse“
jeinem gepreßten Herzen Luft; er behauplet, der Beweis, daß die
Vierpressionen gesundheitsschädlich seien, werde sich nicht lieefern
lassen; man sollte lieber einmal in den Küchen nachsehen, in wel⸗
hem Zustande da die Bratpfannen ꝛc. seien; da liege oft d'e Ur⸗
jache des Magenwehes, das der Pression zugefchrieben wird.

Die Beleuchtungsversuche mit elektrischem Licht zur Ermög⸗
lichang fortgesetzter Arbeit während der Abendstunden von 5—8
Uhr bei Weederaufbau der Baumwollenspinnerei in Hof scheinen
sich zu bewähren, da fast während der ganjen letzien Woche mit
diesem Lichte gearbeitet wurde. Vorerst ist nur eine Laterne placirt,
zeine zweite soll noch aufgest IUt werden, das Licht einer Laterne soll
so intentiv sein, wie das von 8000 Stearinkerzen.

fFFrankfurt, 4. Nov. Gegen die „Frankf. Zig.“ soll
nach dem „M. A.“ de Maßregel getroffen worden sein, daß sie
auf kerner preuß schen Staatsbahn verkauft werden dürfe.

Preinz Phit pp von Hanau, von dem es seiner Zeit
alschlicherwe se hieß, er sei nicht rechtzeitig zur Armee eingeruͤckt,
st in Serajewo, wo er seinem Dienste oblag, am Typhus ziemlich
schwer erktankt und wird deshalb aus Bosnien hetausgebracht.

fFrankfurt a. M., 4. Nov. Bestem Bernehmen, rach
ist die Frankfurter Bank durch Unterschlagung oder durch Manipu⸗-
ation eines Kassenbeamten mit einem Börsenmann im Incassoverkehr
mit 339,000 Mi. in Schaden gebracht. Die beiden Schuldigen
gaben fich enileibt.

7 Die Mainzer Acltienbrauerei und die Mayerische Brauerei
ju Mainz zeigen an, daß fie in ihren Wirthschaften vom 1.
Nod. ab das Bier per Liter zu 10 Pfq. siatt disher zu 18
perzapfen.

F Die So ialdemokcaten in Mainz haben, wie die „Berg.
Bolksst.“ mittheilt, nachdem sie ihren Verein freiwillig aufgeldst,
lie rothe Fahne in den Rhein versenkt, um sie der Poligei nicht in
bie Hände fallen zu lasse.

Bopfingen, 31. Ott. Es ist gewiß eine seltene Er⸗
cheinung, daß eine Frau in nicht ganze3 Jahren 8 Kinder zur
Welt bringt. Di se Frau befiadet sich in Schioßberg und ist an
den armen Fabrikarbeiter Jos. Holzner allda seit 12 Jahren ver⸗
Jeirathet. Sie gebar vor zwei Jahren Zw'llinge, voriges Jahr
Drillenge und am 30. Okt. dieses Jahres drei mittelkräftige gesunde
Znaben, die heute zur Taufe gebracht werden.

7eaAus Boppard, 24. Oct., schreibt man der Cobl. Zig.:
Es durfte nicht uniuteressant sein, zu erfahren, daß in unserer
Ztadt eine Persönlichkeit in voller Geistesfrüͤche lebt, welche gleich⸗
‚eitig mit dem ersten Napoleon auf St. Helena war. Es is dies
der Rentaer Herr Thomas, der im Gesolge des Sir Hudson
dowe damals auf der Insel verweilte.“

7 Wien erlebte au 3. November einen gewaltigen Schnee⸗
durm. Hunderke von Baͤumen sind auf der Ringstraße ruinirt,
die städtischen Gartenanlagen sind arg mitgenommen, zum Theil
danz vernichtet. Die Telegraphenleitungen wurden vielfach beschä-
digt und der telegr. Verkeht gestoͤrt. Die Eisenbabnzüge kamen
ehr verspätet an, so der Postzug der Westbahn mit neunstündiger
VBerspätung. Auf der Südbahn war der Verkehr vollständig umer⸗
brochen.

f.Paris, 31. Olt. Man kennt jetzt die Einnahmen der
Ausstellung bis zum 26. Ott. Mit Enschluß dieses Toges war
det Gesammtertragz 11,674,000 Fr., während die Einnamen im
Jahr 1867 bis zum gleichen Datum sich nur auf 9,087,000 be⸗
liefen. Also ein Differenz von über 2/0 Mill. Die durchschniltliche
Tagese'nnahme im Ott. beirug 80,000 Fr. Am Ende Scptember
tellte sich das Verhältniß des gegenwärtigen Jahres zum Jahre
1867 eiwas günstiger, denn der Uederschuß betrug damals 3,2838,374
Frcs. Das ungünstige Oktoberwelter hat den Besuch merllich be⸗
aintraͤchtigt.
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        Amerika. Wie ein englisches medizinisches Faqblatt
mittheilt, sind in dem von dem gelben Fieber heimgesuchten Gebiet
in Amerika-bereits über hundert Aerzte bei der Behandlung von
Patienten selber dieser Seuche erlegen.

A48]., Biεν . o pf., xinsen d* Ac. 43 Pf., Kleesamen 30 M. —
Pf. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf. 2. Qual. — Pf., Gemischibre
8 Pfund 88 Pf., Vutter per Pfd. — M. 75 Pf. Eier 2 Stuck 12 Pf. ar
toffeln per Ceniner 2 M. — Pf. Stroh 1M. 10 Pf. Heu — M. — —
Homburg, 6. Rov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 M82 Pf. Korn 7 M. 54 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M.
7 Pf., Gerste Areihige — M. — Pf. BGerste 4reihige — M. — Pf. Hafer
6 M. 16 Pf., Mischfrucht 8 M. 86 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicen
M. — Pf., Bohnen — M. — Pf.,Kleesamen — M. — Pj. Korn—
brod 6 Pfund 68 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 60 Pf,
Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 60 Pf. Hammellleisch — Pf.,Schweinefleisa

30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Vf., Kartoffeln per Ctr. O M. — ppf.
Vͤιααιααæä

* v0

Atenstesnachrichten.

Dem Oberförster F. J. Lindemann zu St. Ingbert
wurde unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und eifrigen
Dienstleistung det erbetene Ruhestard sür immer bewilligt; auf das
Rebier St. Ingbert der Oberförster K. Tochter mann zu Neu⸗
häusel auf Ansuchen verfetzt und der Forstamtsassistent im Reg.⸗
Forsbureau in Spher, E. Mörschel, zum Obe förster auf das
Revier Neuhäusel befördert. I

AXXXX —
iat dis in der heutigen Nammer unserer Zeitung sich befindende Gltiek—
Anreige von Samue Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat aioh
lureh seine prompte und verschviegeno Auszahlung der hier und in der
Umgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben
lasa wir Jeden auf dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle auf-
merkssam machen.

Zelarktberichte.
Kaiserslautern, 5. Nov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 00 Meol pf. Korn7 M. 59 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz
M. 40 Ppf., Gersie 8 M. 67 Pf., Hafer 6 M. 28 Pf., Erbsen 7 M.
obilienversteigerung. Mainzer Sauerkraut, 3568*
2 ittwo ch 13. Rrremder In Schweinszungen, St. Ingberter Kirchweihe.
auchn aetue e, Sardines à lnuuo, In Grewenig's neuem Saale:
zu Si. Ingbert im Sterbe 5
d eeee e neue Mandeln und Vanille, —6
8 Vd —— Dnelweere —8B8 Sountags Bürger⸗Ball.
leute Jaktob Stief, im Leben itronat und Orangeat, —
Bergmann und Maria Latz, die Frische Citronen, Montags Freimusik.
zum Nachlasse der Verstorbenen —W ca Für gute reine Weine bestens gesorgt.
—— m —Nontags Nachmutags im Saale voi
wegen, entli E Non d a it ta im Saale vo
—88 darunter wde J. Veters. Et. Jugbert. g g n
1Kuh, 1eichener Schrank, 2 w T 3
I Züchenschrant, 2 Tische, Hötol Laup. AX
Z Betten nebst Bettzeug, J Entrée à Person 25 Pfg.,
ß Siahle, 2 Ocfen, Getuch Kirchweihsonntag und Kirch⸗ wozu freundlichst einladet Grewenig
und sonstige Haus⸗ und weihmontag: 8
Züchengeräthschaften, endlich 3
eine Parthie Futjer. Freimusik.
St. Ingbert, 6. Nov. 1878. Freundlichst ladet ein
Der Amtsverweser des kgl. Frie drich Lehnert.
Notar Sauer: Shreiner Derenm hat einen
Auffschneider. Ofen mit Rohr und Ofenstein
Ein brabes Diensto zu verkaufen.
mädchen für häusliche Auch kann bei demselben ein
Arbeiten gesucht. Nähetes in ordentlichee Junge in die
der Exped. d. Bl. Lehre treten. F
Holztransport. J
Aus den Waldungen der Gebr. Kraemer wird pre
1878/79 der Tzansport von
1100 Cubikmeter Stempelholz
450 do. Stammholz und
ECirea 150. Ster Brennholz
an d'e Halden der biesigen Grube und an das Eisenwerk auf dem
Submissionswege an den Weniestnehdmenden vergeben.
Die hierauf bezüglichen Eingaben wollen bis Montag,
den 11. Nov., 12 Uhr Mittagg, bei dem Unterzeichneten
ingereicht werden.
Die näheren Bedingungen liegen im Forsthaus zur
Einsicht offen.
St. Juagbert, den 5. Nov. 1878.
CüsgWetter, obersörster.
òMCCCCCCC. 52.
St. Ingberter Kirchweihe.
Satstag Abends:
Concort
Aelle Lebeth (GBöhmen).
Sonntags Abends:
BALI.
Montags Nachmittags von
327 Uhr:—
Tanzunterhaltung.
Abends von 8 Uhr ab:
Freimusik.
ODESENAVSCI.

mMuαXXOäXääν

Druck und Verlag von d. .. Demes in SEt. Ingbert.
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535 533328 3383 *8 —
55 55 335 5352. * 22325 3
55383 353558 7— z3333 3838 —— —
— ——ãâ— 3— — ——— — 5*33 25582
233535552 23335 e 323587
2285555557 22 « 222 8 58*3 — 83 h —
238 55 * 2 258 3 — 22 7 —:“ —2 285 ——
222 72e 2 3 2 —A— — —2 28 22253 * 52
e—— —A⏑ * 7T 5333338233538 55533,
— 3* 23832*88 58 3 — —— 3253333
—2— 58232 2 8.5 5252— — — 3233 — 553355
52 325c *82* 52327 3333335—3364 —x575338
—— 58232 553758 —— 2 —568355835 5
*22 225** 25 5* —85— 28232 3E J3 * 8 2 52560 355
— ——— 2*— 8 55 832337 2354 2228 536863 2
8 — : 2* — 2 S — 232 — —e 0 —3 2
S —8353 5355 ⸗ — 55582 * — 8 5 22 —2SS2 *— WD —A — —
5 25333533 2555 2 225 232. 33 52282 3 —5S34 88 8
—8 22 —53 —3— 722 —A— — — 32 — 15555355 — — 78
2 535238 5 5 5324355 * 22235855 55 A 533323
— 5365 5255332232 —— 537— —5 —227 33 S22 2
—5523—6 —53 2 — 215363 5255 1223322 22654
* 2 — * cx d * 2 5 —2 8 2 202 —
2 — * —X J 2 * 2*2* 32*2 — —— —* — —
A —z—SjS zsa2 2223 — 36338 „237? — 7.56 2352
3333555323 8238 52 2. 32838 532733535 335558833 2323333
5255 225 —5375235 228 33533 3235358 25* 2238
5*S55832 525332355 —5522385334 2 865c —A——— 52
—3 — 8B55k5 —A —— — 55— z235— 38* ⁊ 22 8 583 *38258 55
222 2—B. 3 5385 32 53 7338373* —S——
53* 23532—535 255235 333255 5323 35385 53 8521 8 5*8
— — 3 252 A —A —— 2838255 —— —
— —5828 A 255332 — “a* 5535 — 5235—5535
832* — 783 ———— 82232223375 2* 72233335323 —
258 * 587234 —A ——— O ————— — 3 3 232 2*
22 5 8 2 *5535338 5 55 *2 33 3353 22 25328
25 2 152 5232432 5538337 2528 35728 3 —
— — — 253 —* * 83 35 2365 8355568 535358
23383388 S— 8 J 532855 — 28
— —X——— 5535355 2 — 2— x227 —
22 —A——— —— 385333557 S22 25 D
3238 * 73353 8335337 *5232
3333535 ESÆ
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2532355
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523322355

3—32825
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— 225 * 2
32—62285
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35-——325
53377353
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52 3 365 213 3*
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22 „523 35553 25 3—82 : 5 533
233 55352 ——— 5 85 5558 332
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— 5233. 55373535* 32* 5332* 3
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755333 23333255 * 335228 m8
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2* —A —— — 2325 33333233 25382 33555 EE
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2 685 2 XRi * 2 832 27 ** — n lÑ tke BB 528 *
* 238 z8—3— — 8 8* 553588 . 5 33z23—s
230 58c7 8 * 525 53527 1558 ——— 8
2* 828 — 2 7— 2 — —— 832 —5208 85 8
587 3233358 25 — 232858
* * *
335832 A — — 355—3——83 282 132
588 25858 8 227 —— 2562388 z2532385
8 —*8 * — * S. —2 8.2
5235 ß3 5 2372 A 23235 —— —— 553
5*5352 —— 27 558333332* 3553358 33358 —53355
55 — 7 53 S2 * *27 2*
2—55—8 —A 0 5* 8 525 53368 5 * 8 23
2 * — —7 * * 232 24 853
3333 s385* 4533533228 32353335 325558
5 8 —A *28 —— 32 — 5552535 — . 32 538
33338 38 — 25332 35365 — ——
— 3 — 2 * 32 * — — *8 8 28 8 58
252 ——————— 2 b — 22 — I52533 3853135332335 S 23
— 5258* —22,3— 5 528 532 58 3323522 — — 5378 —57 388
* 358328 2 8 — 3 8— 5 533 3533855* 8 33523228
S — 7* 5553532 — 2z382 57553232538 5 —335333533358 ——
528535 * 8 8 225 — —z25 5 25 — 2858 33553535233
255—37—8 —A 53335755288 332573 32727 cx—*5
—3333—5733, 3 373335
33 332333335585 — 538 3552855
5 — 2 5 2
8905 8 — —— *
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2 59 53523 —
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—R — 3723 53388
— — * — *
3353333 — 3557 3555 s58 348
55 62 3285 235553 22 28 z268 8
323323 5 — 27 * 55 332 —x * 5
5233 328* 222 z 2335 522* 2 22 * E—zE —— 2528
535358523 28265 25330 2 — —— 55 5353* 5235
3353235* 23827 2233*8 —e 2228 15 235 — 2 — 88368 55*
23533335 232538 —e 7 5553255 * — —552 —
5328353* 8 —A 28 —A 25 55 5282 52 222 8 87*
v 532822— 585c 5255 * — 2322 8 2 * —« 2 25 222
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23s877735 —— 55 S8 83 8* 2 558 237 —— 533322 —A
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* —* 2 32* — — * 232355* 52535 5 55 27
*5558528 5*282 253 — 223— 5 22 —X 225 325 * 8
22 * —8 — — .7 7 * 25 * * 8
8 * 22 3 5223 25 5 — —X 227 37 2 558
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— 22 22 5*28* 253 34 k252 2 32* 5235853 e 2 3 — 3235
2.22 5—5238* —A —2 5222553 ES 2388 5 — —7 E
—3 * 323335* 55532— — 48* 52 —303
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555383 236 JJ 525 532533335 2253
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62 33338323 —— 2578
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2 2* 55,3333 — 52260 — * 528 2
— 55533353*385* 48— 5 22—53 5522
3332 233 3234255233433
— 22 —355433— — 233
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25 —83—3 4s5 530323835 323323 5355 ——

— — 323 233—823533383 23 33
23683 55—33523333*8* 428332 „33822 —
352 785 355 533533235 53235 —32232355 868.6 —— A
38323 832385533358
———— 2532 *53 3 —— — 28 * 38 3227 5328— —8 — —
* —A * S —3 * — 32 225 22.2 33 2 — *
2282333.22 523823232 * 5 z2385237 8* 5*23 Q*e 2 323

I —— — — 22828 * 2235 * ————— —A

—A 352 35335 —z335355383 —332 2753

* 3 328 582 5.8 2 2. 58 5 222258 —— 8283 — 2. 8

3 8 83222 — —— — * — 8* 3 3325 *

J s 528853333838
7 * J 2 — 7* 22 222 2222. — 522 22

312 37*—— 23 —A 2 —z — 2 * 2 52227 2323235 383533537 Se—

22 22 528 —2 — 1238 22 29 — —

2* 2.8 — 2 5825332— 233 25826873 260 A

An 2322 2252353333* 3373572322 222 — 5 2 — — 8

112 * —F — 7 3235 3235325 ————— *25 —— — 258

* — J3 982 58 — 22227 — 5238235

—a A 355338 8 8 2522 3327 83223 2 532

— — 2* — — * — —A — —
22—38328 —233386 53 1335 33333 23 252 55 —3
33587 5*323 535373325S52 S * 2 23323
22205277 —888 5.83222 22 23232 25 — S *5 238* — 32232337
32 — —322 258362 52—255 2—* 3 *7 — 3323*

— *2 3Z* ——— — 2 ———— 3— 22* S — — —
—z * D. — 3 2 2 2— 3 5 3 — 2 — 322 ⸗ * ——
5. 52585 5523*22328 — 382233 2525 535538 —A 2
Is 22 38358 2353 5333 3533 8332 83
3 28 3 5.* 2555 — — 5 — 3282 8—
2222 238* 558 X —A—— 55 2358 22 35538*
* 52725 3 223 5325 3255 553 5
—Z —06 — *5 22858 2783 —A 5
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22332 28353 28 8383 3535 53535
22335527* 535. 525. 252
32235233 35. 728 25253, 358
m25235—6525 885* 2223 5
—A 4 852* —N3 22 2—
* — 532 * 2 223 3
—— 38 5 8
— —3 52 — 3 ——
23535333735 15 55322552
572532433358 32 —
222 — 225 — —— *5
— 2 35522322 — ——
3 s 323 533 3335
352282 33 38 *53533533
— 253553232 233 33 53527585
3 — 1 — 52 227 23282
258 5 — —2 * 53522
237*43 78 23232
522523 8 x * 22. 73323
2235553 83.5 — —
23 622 5. 2 ——
27232 5* XX2. —A *
533*3536 33 *225 5233325*
A 228. 3 ——
*55 253 — —E 232 726
22235353 —* 5—238 5—22
3275 22 34 2 2 325 2.*
— 12243 283 2582 2
22858 — 28* H —2552
—— 5.* 83 2572537
—A 55 28 2332203
523282 73 5253 225522
—2 —A27 2 8— 522
— 2232 3 237 — — — 22

⸗22272062.78 — — 2
2 323338557533—33338333333535538
—8 523257 3333 3 —532*8*5 23 755.5 5 53 72
— 52. — 35233385 * 25 22223232 *
3—— 33333 3838
333— 828 2328 —— 3* 7 — 23
5335383235 23535236535322—5 5 5388
—A—— z328325333 353853 3833—57*
—— — — — 328. —
—7 — 2 X — 2
*55 353 7533 8303333 J 85
4 5532 8 2328 22332 258 * —
53223 S 5233 —A 3233 22 2
253223* 25—65235 223355 *. 23353 3 3232
52253 ——A 52333 33 3555S82 2 —27—
5283388 323332 2583 —32382 535233
— 8* —2* — 3B F
52272232 Ez5333 ——— 28559 223 5
385353 3383355335352332 385 22553
— 533383325 z3535333323
7—8—3325—35535 —— 23
2 8 * — 522—252 » 2 — * —
3 5 28835
333
223 5353 3355323222 23385.25 2335
— m5 55322—38277 — 53
2 2 232 2 *5 3. 32 7 32
* 20222.7 * —2 x- —2*
* 25053 —. 3532*773 7528—
225* —2*253235 22 5 —2 232
* 5229 5. * 22355 3 * 53
2733 952F353 * 52 — S·
275232 8388 2 ———— —
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— ——— 222 — 273 53234 533
22525 28552—8632 3325333593
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22 239 —2523 24 — 232c3 —
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8* 52 23253 223 2. 5. 552 5323353
258 ẽ *532833238 223223232 253285
23 523 * 2 23523232 2835 ẽ
338 7 3825828 3635*
* 3 68 25 ⁊* * 2 —A — — 23232
3*53875 2232 553*253 28552
138335 * 3 223353532 536 2332385383
— * 2 — 258 233
5 57 230 s5873 355 *8 — —
7 2 2*52 2225 222 232
5 —A *272 — — 23
——
5*55 — 8
5 25335335338* c.52587 3333 532
— 27— 3837 2. 2 222523335 2535235535
3222328 2235 8 2333332—323332555
3 —
7 28 2. 33223528333 22325 38
44 353323333 33338882 3333737
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233323 — 55233 2528
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        St. Ingberler AAnzeiger.
der St. Jagberter Auzeiger und das (2 mal wo hentli z) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sountags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlih viermalz Dienstaz, Donnerstag, Sumstazg nud Sonutaz. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

Vecl 140 R.⸗Pfa. Auzeigen werden mit 10 Pig., von Aas varts nit 15 Pfz. fur die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum. NReclamen
mit 80 Pfg pro Zeile berechnet.

M 177. Samstag, ?2norember 413878.

— ——— F
Deutsches Reich.

Berlin, 4. Nov. Wie die Arbeiten der Tabak-Enquete,
so werden auch jene dier Eisen Erquetekomm ssion wieder aufgenom⸗
men. Daß man auf Eisenzölle zurückgreifen wird, wird nun schon
als ziemlich sicher angesehen. Die Enqueten werden jedenfalls in
den nächsten Reschslags Verhandlunçen eine große Rolle spielen.
Es wird in Bezug auf dieselben umfassendes Material dem Reichs—
lage unterbreilet werden. Die Berichte, welche dem Bundesrathe
zugehen, werden vermurhl'ch theilweise oder ganz auch dem Neichs⸗
mage vorgelegt werden. Im Bundesrathe werden diejenigen Ar⸗
beiten, welche sich auf prinzipielle Zoll- und Steuerrorlagen be⸗
ziehen, übr'gens erst nach Abwickelung der Enqueten, also im Laufe
des näcsten Monats stat:finden. (K. 3.)

Berlin, 5. Nov. Die Beschwerde-Instanz für das Sojia
listengesetz ist nun also im vollsten Umfang eingerichtet, so daß ihre
Thätigleit in jedem Auçeablick beginnnn koöͤnnte. Bis jetzt aber ist
noch keine einzige Beschwerde gegen die Anordnungen der Ver⸗
waltungsbehörden aus den betreffenden Kreisen eingelaufen. Von
diesem Vorgange ist man überrascht; wenigens scheint derselbe den
allgemeinen Erwartungen zuwiderzulaufen. — Privatnachrichten aus
Peteresburg wollen wissen, daß Graf Schuwalow zum V cekanzler
ernannt sei. Es werde dies nicht, wie bei uns, ein Stellvertreter
des Kanzlers sein, sondern ein Titel, mit welchem das Amt des
Kanzlers verbunden sei und den als Kanzler auch der Fürst Gort⸗
schalow früher geführt habe. Nach einer andern Augabe sollle Graf
Schuwalo:no das Minesterium des Innern übernehmen.

NHussaud.

Paris, 6. Nop. Die „Agence Havas“ meldet aus Rom:
Die paͤpstliche Regierung wird demnächst bei der Berliner Regie⸗
rung einen neuen Versuch mahen, um wenigftens die leichtesten
Fragen, wie die Fürsorge für die verwa sten ki chöflichen Stüh!e
und Pfarreien, zu lösen, ohne den spateren befintwen Unter⸗
handlungen zu präjudiziten.

Paris, 6. Nov. Das „Journal officiel“ meldet: Die
Bevollmächtigten Franlreichs, Belgiens, Griech n'ands, Jaliens
und der Schweiz unlerzeichneten gestern eine Münzlonvention,
welche die Münzunion aufrechterhält und die Konbention von 1865
in einer durch de Umstä: de bedingten Weise modificirt.

London, 6. Nopo. „Reuter's Buredu“ meldet aus Simla
von gestern: Es eirculirt das Gerücht, die Bevöllerung von Kohistan
haͤtte sich gegen den Emir von Afghanistan empört und sei der
Gouberneur ge:odtet worden. Der Emir dabe eine fia ke Truppen⸗
macht zur Wiederherstellung der Ruhe abgesendet.

New⸗-York, 6. Nov. Bei den Kongreßwadlen waren
die Republifaner in folgenden Stoaten siegreich: NewYstl, New⸗
Jeiseh, Connect cut, Illinois, Massachusets, Nichitan, Minnesota,
New⸗Hampfhite, Pennsylvanien, Rhode-Is'and, Wieconsin, Kansas
und Nebraska. Die Demotraten siegten in den Staaten: Atilansas,
Alabama, Delaware, Florida, Georgia, Kentuchy, Louisiana, Mary⸗

iand, Mississippi. Missouri, Norde und Süd Carolina, Tenessee,
Texas und Birginien. Die Republekaner haben eine greßke An⸗
zahl Kongreßsitze gewonnen.
Bermischtes.

F Auch die Wagen 3. Klasse der pfälz. Bahnen find jeßzt
mit Dampfheizung, statt der b'sherigen Oefen, versehen.

f Mittelberbach, 5. Nov. Gestern Norgen geschah
in der Kohlengrube Ksönig“ bei Neunkirchen ein Unglück, indem
fieben Bergleuse von Mitlelbexbach und vier von Wiebelskrrchen
deim Anfahren in die Grube durch ein schlagendes Wetter lheil—
weise zu Boden geworfen oder an Felsen geschleudert, veiwundel
und furchtbar verbrannt wurden, so daß bei dreien aun deren
Juftommen gezweifelt wiro. (Pf. P.)
Kaiserslautern, 6. Nov. Vor dem kgl. Pol zeige⸗
tichte in Kirchheimbolanden kommt morgen die Beleidigungetlage
des Vanquiers Joseph Kehr dahier, gegen K. Thiene, Herautgeber
des Nordpfälz. Woqenblattef“ zur Verhandlung. Es sollen dazu
diele Zeugen eingeladen sein. Die Klage wurde durch eine von

hier datirle Correspondenz, welche im „Nordpfälz. Wochenb!alt“
erschien, veranlaßt. In dieser Correspondenz war bezüglich des
Auftauchens eines vielbesprochenen französischen Rentenfcheines in
hiesiger Stadt von ‚unheimlichen Gerüchten“, die hier circulirt
haben sollen, berichtet. Man sei nämlich, so schrieb der Correspon⸗
dent des „Nordpf. W.“, einem in Frankreich 1870 nader 1871
»erübten Raubmorde auf die Spur gekommen, es seien zwei
ranzösische Geheimpolizisten hier gewesen, und es sei denselben ge⸗
ungen, einen Theil der damals geraubten Werthpapiere bei einem
zietigen „Fon nci⸗r aufzufinden. In seiner lebhaften Phantasie
'ah der betreffende Correspondent zwei hiesige Polizeidiener für
ranzosische Geheimpolizisten an und ließ sich dann wahricheinlich
den „Bären“ von den aufgefundenen Wertbpapieren aufbinden.
Man sagt, daß wegen des besagten Rentenscheines in Folge höherer
We fung eine Unkersuchung wegen Hehlerei im Gange sei, und es
ollen bereits mhrere Zeugen vernommen worden sein. (Pf. .)
fLandau- 6. Nov. Bei der gestern abgehaltenen Ver⸗
deigerung wurde die Wäldin'sche Brauerei nebst Bierkeller der Frau
Wittwe Gerhein von Heuchelhe'im um 30,200 M. zugeschlagen.
Herr Waldin hatte das Geschäft s. Z. um 36,000 Gulden ge⸗
lauft.) (Eilb.)

München, 5. Nov. Se. Majestät der König befich⸗
igte gestern Nachm'ttog den Marstall. Als er den angrenzenden
Platz betrat, fiel eine Frauensperson auf die Kniee nieder. Se.
Majestät befahl ihr im huldvollsten Tone, sich zu erheben. Als—
bald wutrde diefelbe der Polizeidirektion vorgeführt, um betreffs
hres Begehrs befragt zu werden. Es stellte sich heraus, daß
zieselbe fünf arme hungernde Kinder zu Hause zurüchgelassen und
aus Noth den ihr günstigen Moment iur Erlangung einer Unter⸗
tützung erhascht hatte.

F Die Stadt Kissingen übersandte zum Hochzeitsfeste
)er Tochter Bismarck's einen mit frischen Rosen garnirten Hoch
‚eitsstrauß nebst Gratulationsschreiben.

7 Vom Militärbezirksgerich Würzburg wurde der
Sanitätssoldat Bald des 2. Train Bataillons wegen Mordet, ver⸗
ibt am 21. Juli J. J. en der ledigen 22jähricen Schlosserslochter
Magdalena Hemmerich von Wernfeld (Unterfranken) zur Todesstrafe
durch Enthauptung veru theilt. (W. Pr.)

FGundeltheim, 5. Nov. Vergangene Nacht ist in
dem Tunnel zwischen hier und Böttingen, wo Tag und Nacht ge⸗
zearbeitet wird, eine Strede, etwa 80 Meter lang, eingestürzt.
Die Arbeiter hatten noch Zeit, sich zu reiten. Der Tunnel, auf
der Strecke Jagstfeld-Eberbach, macht der badischen Bahnbauder⸗
waltung v'el zu schaffen. (S. M.)

fKarlsruhe, 5. Nov. Der Winter hat dei uns über⸗
raschend früh seinen Einzug gehalten. Auf dem Swarzwald und
im Oberlande liegt dereins ziemlich Schnee. — In Moaͤrxau ist
heute Nachmittag noch außerhald des Hafens ein, Becker in Ruhr⸗
ort gehöriges, Kohlenschiff mit über 9000 Ctr. Steinkohlen gesunken.
Das Scheff führt den Namen „Kronprinz“.

fGEßlingen. Die heesige Maschinenfabrik hat von e'ner
fremdländischen Erse bahnverwaltung eine A—
Schnellzugslokomotiven erhalten. DTurch Ausführung derselben ist
die Fabrik auf d'e nächsten 6 Monate derart beschäftigt, daß das
in derselben derzeit verbliebene Arbeiterpersonal, welches meistens
zus ältern Leuten mit zahlreicher Familie bestebt, zunächst den
Winter über beibehalten werden kann.

föFrankfurt, 5. Nop. Die „Fikf. Zig.“ cchreibt:
kinem bestimmt au'tretenden Gerüchte zufolge soll der Prolurist
eines hiesigen Vankhauses einer Deftaudation dvon 40.000 M. sich
schuldig zemacht haben und flüchtig se'n.

fFrankfurt, 5. Nor. Gutem Veruehmen nach ver⸗
mindert sich der Verlust der Frankfurter Bank durch Aufindung
pon Effec en (100 000 M.) und baar (angeblich 10,000 M.) in
der Behausjung des betreffenden Cassenbeamten.

tAuch ein mil dernder Umstand. Wegen dreier
Berbreden wider die Sittlichleit stand am 26. der Squhmachet
Umlauf vor dem Schwurgericht zu Breslau. Der Anqgtlagte,
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        bom Vorsitzenden nach seiner Verurtheilung (die bezuͤzlich eines
Falles nur mit 7 gegen 5 Stimmen erfolgt war) befragt, ob er
dezüglich des Strafmaßes noch etwas anzuführen habe, erklärte:
„Herr Präsident, waͤre ich gleich beim ersten Fall abgefakt wor⸗
den, so wären die beiden anderen nicht vorgekommen.“

F Ein frecher, kaum 20jähriger Bursche erschien wie die
„Staatsburgerztg.“ in Berlin türzsich berichtete, vor dem Pol'zei⸗
richter, der Bettelei angellagt. Der Augeklagte Franz Otto Müller,
ein geborener Berliner, ist ein Strolch vom reinsten Wasser. Kaum
hatte der Polizei ⸗Anwalt das Wort zur Begrundung der Anklage
ergriffen, als ihm der Vagabund in das Wort fiel: „Sie sind eben so
in Sch .....„wie der Schußmann der mich arr tirte, komme ich
raus, schieße ich Sie und den Schutzmann todi! „Infolge dieser
Aeußerung wurdr die Berhandlung sofort abgebrochen und der An⸗
geklagte vorerst auf Antrag des Polizei⸗ Anwalis wegen ungebühr⸗
iichen Betragens vor Gericht und Beleidigung von Beamten an
Berichtostelle, von dem Polizei⸗Richter zu einer sofort zu vollstreckenden
Hastlirafe von 8 Tazen veruttheilt. Nach Abbüßung dieser Strafe
eist wird auf's neue gegen ihn die Verhandlung wegen Bettelei
wieder aufgenommen werden.

pBerlin, 6. Nod. Das Berliner Fremdenblalt berichtet
Folgendes über die Trauung des Grafen Rantzau und der Gräfia
Htatie v. Bismarck; „Die lirchliche Trauung des Brautpaares
fand im Kongreßsaale heute Nachmitiag 32/12 ÜUhr darch den Pre⸗
diger der Si. Bartholomäuskirche, Herrn Vorberg, Statt, nachdem
kurz zuvor durch den Staudesbeamten, Herrn Dr. phil. Noht, der
slandesamtliche Alt in einem Privatzimmer vollzogen worden war.
um 5 Uhr war Familiendiner von 60 Gedecken im kle'nen Saal,
nd um 7 Uyhr beabsichtigte das Junge Ehepaar nach Wien abzu⸗
reisen. Der Trauuug foigte im engsten Familienkreise ein Diner,
an welchem außer den Mitaliedern der Haäuser v. Bismaick und
d. Ranhaau der Staatssekretät v. Buͤlow, der württembergische Ge⸗
sandte Frhr. v. Spitzemberg, der Wirkl. Geh. Legationsrath Bucher,
der Chef der Reichstanzlei, Geheime Regierungsrath Tiedemann,
und der Legationsrath v. Holstein theiinahmen.“

Sonderbare Charakteristik. Die Ermittlung
der Bodenbenützung wird von den Landleuten nicht sonderlch freu⸗
dig begrüßt, weil sie glauben es könnte eine „Steuer? nachkom⸗
men. In Burgbernheim zeichnete deshalb eine gering bemittelte
Winwe ihren Namen, Stand ⁊c. wie folgt in die Liste ein: Un⸗
mittelbare Wuitwe von 68 Jahren.“

Ohne Knochen geht es nicht.) In einem in Liegniß be⸗
findlichen Fleischerladen sind folgende Verse angeschlagen:

Rinder, Lämmer, Ziegen, Schweine
Daben Glieder und Gebeine,
Ddatum muß beim Fleischverwiegen

Jeder etwos Knochen kriegen.

Ein Stiergefechtin Neussazß. Ueber das Ent⸗
setzen erregende Treiben eines wüthenden Stieres, dem leider auch
einige Mepnschenleben zum Opfer fielen und dessen Tödlung erst
mögzlich war, nachdem derselbe Angst und Schrecken in der çanzen
Slaͤdt verbreitet hatte, wird dem „Neuen Pester Journal“ aus
Reusatz 27. Oliober geschti ben: „Wie es schon auf dem Lande
Ablich ist, treibt man auch dier das liebe Veh, uagebunden, in
Bandeln“, durch die Gafsen der Stadt zum Marklplatz. Heute,
am Vormarkitage, trennte sich ein junger, kraftiger Stier von einem
olchen „Bandel“ und nahm seinen Lauf durch die Fialergasse zum
Haupiplatze; schon unterwegs rannte er jein Horn durch de Weichen
Ines harmlosen Kutschers, der sofort todt zusammenslü⸗zte. Am
Platze angelangt, warf er einen alten hiesigen Bürger in die Höhe;
Her Arrme mußle bewußtlos ins Hotel „um grünen stranz“ getragen
werden; wirter traf er eine Gruppe Bäckerbuben, zwischen die er
hine nfuht, einige der Jungen deschärigte und nahm sodann in
jchwachem Trabe seine Richtung gegen die Donaugasse. An der
Biegung wählte er sich de vom Schse heimkehrenden zwei Stadt⸗
hauptleute als das Ziel seiner Angriffe; der Vree⸗ Stadihaupimann
intsprang, sein Fuß tam untler einen Wagen und wurde leicht be⸗
jchaädigt, in demselben Augenblicke aber erfaßte das ˖ würhende Thier
den Odere Stadihauptmann, schleuderte ihn in de Höhe, so daß er
nin dem Kopfe auf das Pflaster fiel und bewußtlos liegen blieb.
Der Stier, noch immer unbehelligt, rannte nun der Promenade zu.
Schrecen erfahßte die Passanten, Alles stob nach allen Richtungen,
Schutz suchend, ausemandec, man erstieg in aller Eile Laternenpfähle
und BSäume, seldst der städt sche Wachtmann strecte nach einigem
Plaänkeln die Wasfen und sprang, einer Katze gleich, auf die nächst⸗
beste Pappel. Der Suͤer wers idm einen herausfordernden Blick
zu. stampite mit den Füßen und dlieb ruh'g wartend stehen. Ein
deheizler, vielleicht auch etwas augehe terter Hafnergeselle mochte die
Gefahr eines Stierlampfes nicht änsehen, sireckte dem Thier seine
Arme entgegen und avanc'tte; nun wand!e der Stier seine Augen
dem dühnen Angreifer zu, nahm Stellung und ließ seinen Maun
auf sunf Schritie heranlommen, machte daun einen leichten Saz
Id n Ru floa der Hafnergeselle in die Höbe, flog zur Erde und

Jar todt. Ein Tambour, der zur Licitation ging, begaan hieraus
Zturm zu trommeln; das stutzig gewordene Thier nahm erschreckt
enen Lauf dem Playe zu. Sämmtliche Verkaufsstände wurden in
er athemlosen Hast umgeworfen, Alles fuchte Schutz, man wußte
icht, von welcher Seite das Leben dedroht sei. Endlich kam der
Ser in den Hof des der Frau Trandafiel gehörigen Haufes am
daupiplatze, die Thoren wurden hinter ihm geslossen und det Kampf
egann auf Leben und Tod. Die Schützen nohmen gededie Siel⸗
ungen, die ersten Schüsse machten das Thier blos stutzig, neue
Nanition mußte geholt werden und weewohl fast jeder Schuß traf,
rcach er erst unter bem sechsundv'erigsten Schusse, der ihn ins Genick
raf, zusammen. — Außer den 2 Todten ist Herr Ivanovies Batut,
dadoslaw Manojlovits, Stadthaupimann, und ein Bäckerjunge stark
erwundel, Andere trugen leichte Verletzungen davon.“

F «Eine gefährliche Postsendung. Wir leben in
ein amerikanischen Verhältnissen — so berichtet der .Tfl. West.“
ind erzählt u. A. als Belag für diesen Ausspruch folgenden Vor⸗
all: Vor Kurzem erhielt der Kaufmann Chetschikow in Tiflis
nit der Post eine Kiste zugeschick.. Da er den Inhalt derselben
richt kannte, so öffnete er dieselde sehr vorsichtig und fand in der⸗
elben einen Rebolver, welcher mit gespanntem Hahn in Schieß⸗e
zulver steckte. Der Drücker war durch eine Schnut mit dem
Deckel verbunden, so daß bei einem raschen unvorsichtigen Oeffnen
der Kiste der Revo!ver sich entladen und eine Explosion bewirken
nußte. Wer der Absender der Kiste gewesen, konnte bisher nicht
est estellt werden.

F Ein zuter Fund. In desen Tagen ist in Paris der
zewiß seltene Fall vorgekommen, daß ein Droschkenkutscher beim
steinigen seiner Deoschke unter den Kssen nicht nur ein Portemon⸗
laie mit einem baaren Inhalt von über 60 Fr., fondern auch
ille Utkunden fand, die zur Erhebung einer Erbschaft von 134
Heillionen Fre⸗. ausgestellt und von einem sehr zerstceuten Fahr⸗
jaste vergessen worden.

Péaris, 4. Nov. Heute Vorm. 10 Uhr fand das Lei⸗
henbegängniß von Garnier Pagös Statt. Am Grabe wurden
wei Reden gehalten, die eine von Jules Simon, die andere von
Arago, der 1848 Generaipostmeister war und dessen Vater, der
»erühmte Astronom, ebenfalls zur provesorischen Regierung gehörte.
Julez Simon besprach das kommerzielle und politische Leben des
Zerstorbenen. Arago schloß seine Rede mit der Eiklärung, daß
Se republitanische Partei eine große Undankbarkeit dem berühmten
Mitglied der Regierung der nationalen Vertheidigung gegenüber
Fegangen, das gestorben sei, ohne Mitglied der Kammer oder des
Senals zu sein. Beide Reden wurden mit dem Rufe aufgenom⸗
men: „Es lebe die Republik!“

p'Sondon. Die von der Mehrzahl der Guckpächter von
Zent und Sussex ihren Arbeitern angeküudigte Lohnherabs. zung hat,
za letztere sich unnach ziebig zeigten, zu einer Urbeitseinstellung ge⸗
uhrt, welche sich einstweilen auf ungefähr 600 Leute eistreckt.

pMan mildet aus London, 4., die Zahlungseinstellung
des Haufes Smith, Heming und Co., das in Londsn und Indien
tablirt ist. Die Passiva delauien sich auf 2,250,000 Pfund
Sterling — 25 Mill. Mark. Die Akliva sind noch nicht bekannt.

Ein blinder Passagier aus Schottland. Als man
ürzlich die Lucken des so ben in Newyoilk angelangten Dampfers
„City of Chester“ öffnete, fand man unter den Frachtstücken einen
Hanu, der jast zu Tode gehungert war. Es war der 28jaährige
Schotie, Namens James Donellh. Er hatte 11 Tage lang in
ziesem finstern Raum gehungert. Durch Durst zur Ver;weiflung
settieben, hatte er seinen eigenen Urin getrunken. Er hatte sich
m Schiffz?raume verstecht, weil er lein Geld hatte, um die Ueber⸗
ahrt nach diesem Lande bezahlen zu tönnen. Nachdem man ihm
inige Stimulantien und Nahrungemittel verabreicht batte, schicle
nan ihn nach dem Hospital.

F Viereinhalb Jahre in Untersuchungshaft. Vor dem Schwur⸗
seriche in Rom wird jetzt gegen den Apotheker Amato, der de⸗
huldigt ist, den Mönch Luigi Grossi mittelst Schietling vergiften
u haben, verhandelt. .Diesez Ereigniß hat sid 1873 jugetragen
nd volle d'ereindalb Jahre befand sich der Angeklagte in Unter⸗
uchungshaft.

—DV— nach sorgsamen
zchätzungen mit 1,428,917, 000 oder ungefähr 28 Menschen per
Madratmeile berechnet. Europa zählt 309,178,800, Asien
24, 548 800, Afrita 199,921, 600, Australien 4748, 600 Amerila
35,519,800 Einwohner. Die Bevölkerungszahl von 1876 über⸗
reitet die von 1875 mit ungejähr 27 Mill sonen. Die Einwohner
r verschiedenen Staaten Europas vertheilten sich folgeadermaßen:
luf Denischland kommen 42,723,240, auf Oestereich · Ungarn
7700, 000, auf die Schweiz 2,669. 147, Holland 3 809,527,
gelgien 5,336,634, Luxemburg 205,153, Rekland 71 730,980,
„chweden 4,3383, 291, Norweten 1802. 882, Daänemark 1,903,000,
Frankreich 86,102,921, Großbritanien 33,450,000, Spanien
26551647. Porthigal 4 298 881, Italien 27. 482,174. Manaco
        <pb n="643" />
        2741, Republit Andorra 12,000, europdistpe Türkei 8,300,000
Rumsänien 5,073,000, Serbien 1,877,008, Montenegro 190,000,
Zriechenland 1,457,894. Die Bevolkerungszahl der Türkei in
Furopa, Asien und in Afrika belduft sich auf 47,600,000 Seelen
don welchen 20,800 000 auf Egypten, Tripolis und Tunis und
13,000,000 auf Asten komrien. Die Bevölkerungszahl Rußlands
wird auf 86,586, 000 Seelen geschäht, welche Z ffer eine Vermehrung
mit 900,000 Seelen gegen das Jahr 1876 zeigt. Die Bevölkerung
bon Britisch Indien zählt 289 Millionen Seelen; die von China
hetrügt 405 Millionen, Japan zählt 33,299,014 Seelen. Auf
dondon kommen 83,489,428, auf Paris 1,851,792, auf Newyort
und Brooklyn 1,535,622, auf Berlin 1.045. 000. auf Wien
—XRL

fur den Weihnachtstisch derselben kein willkommeneres Geschenk zu finden sein.

Der Preis ist M. 9,75 gebunden M. 11,80. Alle Buchhandlungen halten

zas Buch auf Lager oder liefern es auf Bestellung.

Fünfzig Fabeln für inder, von Wilhelm Hey. In
Buͤdern gezeichnet von Otto Speckter. Nebst einem
ernsthaften Anhange. 2. Bände. Gotha, Friedrich Andreas
Perthes. Gr. Ausg. à Bd. M. 8. 50;: ki. Ausg. à Bd.
M. 1. 50. —

„Das ist ein Jugendbuch bester Art, wie es für Kinder von funf bis acht
Jahren kein schöneres gibt. Es ist schwer zu sagen, wer hier das meiste Ver⸗
ienst hat, ob der Dichter oder der Künstler; beide hatlen so Vortreffliches
eboten, daß die Kinder und die Alten ihte Freude daran haben. In keinem
daus, in dem frische Kinder herumspringen, sollte dies Buch fehlen.“
(Sllustxirte Zeitung, Nr. 1694.)
JuUustrirte Frauen-JFeitung. (Preis vierteljährlich 2 M. 50 Pf;)

Die neueste Nummer (39), enthält in ihrem Modenblatte; Haus⸗ und Gesell⸗

chafts⸗Anzuge, Shawls, Fichüs, gehakelte und gestrickte Manchetten, Kleider⸗

rmel, Unlertaillen, Unlerröcke, Anzige, Haarfrisuren und Hute für junge

Mädchen und Kinder, auch für letztere Untertaillen, Corsets, Leibbinden und

zamaschen. Fensierdecke (Mosik⸗ Arbeit mit Sticerei), Lampenteller, Decken

n Hateiarbeit und Kreusstichstickerei, Wäschebeutel, Arbeitskorb, verschiedene

gunt⸗ und Kreupzstichstickereien, gehäkelle und gestrickte Grundmuster, Spitzon

ind Einsätze, Tuͤlldurchzug, Spitzenstiche ꝛc. cx. mit 61 Abbildungen.
die gleichzeitig ausgegebene Unterhaltungs-Nummer enthält: Mal'

Zechid. Rovelle von Älexander von Roberts. Schluß. — Ein Bärenführer.

don Herrmann Masius. — Aus den Seebädern der Allantic. Von Ernst

von Hesse-Warlegg. II. Die Infel Wight. — Der bairische St. Annen⸗Orden
es Damenstift zu München. Von Max Gritzner. — Verschiedenes. —

Wirthschaftliches: Mittagsessen für Rovemder. — Briefmappe. — Frauen⸗

hedenttage. Dazu folgende Illustrationen: Spruchbild. Von Emil Doepler.

Beinerfamilie auf den Canaͤlen in Venedig. Von A. Rotta. — Ein

tZärenfuhrer. Von Paul Meyerheim. —. Der bayerische St. Annen⸗Orden

es Damenstifts zu Munchen. — Der Umschlag ist mit dem Vortrait der

Hroßherzogin Luise von Baden geschmückt.

— zZu beziehen durch alle Buchhandlungen und Posfäm

Dienslesnachrichten.

Der Studienlehrer für neuere Sprachen an der Studienan⸗
stalt Kaserslautern W. Procop wurde auf Ansuchen an die Stu⸗
d'enanstalt Eichstätt versetzt und der Assistent für neuere Spiachen
an der Studienaunstalt Straubing G. Riedel zum Studienlehrer für
neuere Sprachen an der Studienanftalt Kasserslautern ernannt.

Zum Assfistenten an der Realschule Randau wurde der geprüfte
dehramtskandidat Jos. Müller aus Hersbruck ernannt.

Der Direktor am odersten Gerichtshofe, Adolph v. Wolf,
wurde wegen Krankhet unter Agerkenuung seiner langjährigen vor⸗
üglichen Dienste in den nachgesuchten Ruhestand für immer ver⸗
setzt.
Gemeinnütziges.

Für Hausfrauen. Nicht selten ist es der Fall,
daß Wurste, Schinken u. dgl. aufzubewahrende Eßwaareu schimmlich
werden, wenun fie nur einige Zeit in einem eiwas mit dumpffeuchter
zuft erfüllten Raume sich definden. Um diefem Uebelstande ganz
orzubeugen oder da, wo er eing treten ist, zu b seitigen, ist nichts
apfehlenswerther, als gewöhnliches Kochsalz in einem Teller nur
mit so viel Wesser zu übergießen, daß eine breiarlige Lösung des
Salzes erfolgt. Wenn man schimmliche Würste mit dicfem Sal brei
dünn anstreicht, verschrindet der Schimmel sofort und nach einigen
Tagen überziehen sich die Würste mit überaus feinen Salzkrystallen,
die jeder weiteren Schimmelbildung vorbeugen. Das selbe Verfahren
ist auch sehr zu empfehlen, um den zeitweilig in den Gelenken der
Schinken auftretenden Schimmel zu besetiagen und solch · m vorzubeugen.

Aiterarisches.

Von dem bereitis in zweiter Auflage erschienenen Kaufmänn. Correspondent
n 4 Sprachen Deutsche Englisch⸗Französische Spanisch) von C. Foerster und
d. Maucher, Verlag von 8. Brucker in Munchen, liegen jetzt die letzten 4
Fefte Nro. 104- 18) vor und ist damit das Werk vollendet. Die ungemeine Reich⸗
zaltigkeit und äußerst praktische Einrichtung — die Schlagwörter sind nach
Im Alphabet geordnet — wie die anerkannte Gediegenheit und Correktheit
eß Teries erheden dies nützliche Werk weit über die Zahl ähnlicher Lebrbücher;
zie werihvollen Beigaben im Anhang ersetzen allein schon eine kleine Bibliothek.
Wir emofehlen daber den „Correspondent“ allen staufleuten, jedenfalls wird

— *—
Marktberichte.

Zweibrücken, 7. Nov. (Fruchtmittelpreis und Victualienraarki.)
Veizen 9M. 80 pf., Korn 7 M. 41 Pf. Gerste zweireihige 6 M. 83 P.
erreihige — M. — PPpf., Spelz 6 M. 66 Pf. Spelzkern — M. — Fjf.
oe pfe nhfraht 8 M, 8Ppf Safer 8 WM. 76 Pf.
frbsen — M. — Pf., Wicken 4 M. 86 Ppf., Kartoffeln 2 M. 70 Pf.
deu 1 M.80 Pf., Stroh 2 W. — Pf., Weißbrod Ur/ 3 Kilogr. 50 Pf.,
Trnabrodes Kilogr. 72 Pf, 2 Kilogr. 88 Pf. 1 Kilogr, 20 Pf. Gemischt⸗
rod Kilogr. pf. das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
70 Pf. H. Qual. 66 Pf., Kalbfleisch 66 Pf. Hammelfleisch 66 Pf., Schweinefleisch
zů Vi., Bunler 17, Kilar. 1 R. — Vf., Wein 1 Liter 70 Vi. Bier] Liter 24 Pf.
— — — — — 3
vür die Redacco verantwortlich
Intereasant
it die in der heutigen Nummer unserer Zeitang sieh besindende Glücks-
Inzeige von Samuet Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
ĩuren reine prompte und verschwiegene Ausrahlung dor hier und in dor
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen gaten Ruf erworbon
lac? Sir Jeden auf deasen heutiges Inserat schon an dieser Staele auf-
nwerksam wachen.

Hausversteigerung.

Montag, 11. 1. M., des
Nachmittagse in der Wirthsbe—
jausung des Metzzers Jakob
S5chwarz dahier, unmittelbar
nach dessen Güterversteigerung,
laßi Nitoiaus Ochs, pensionirter
Zergmann von da, sein zu St.

Ingbert auf Höichen gele⸗

genes Wohnhaus nebst Zu⸗

behöt, Pflanzgarten und

Acerland, neben Johann

Ahl, zu eigen versteigern.

Aus Auftrag

Das Geschäftsbureau
L. Bechthold St. Ingberk.

Stationsbellebzetten
villigst bee F. X. Demeß.

Zur gefl. Beachtungl
Da ich mich entschlossen habe, für die Folge kine fertigen Kleider mehr zu führen,
ne deee an errene Vorrathe in fertigen Herren · und Kuaben⸗

ern, sowee Damen⸗ un egenmänteln, i
ere uteln, um schnell damit zu räumen, zum
wj ehge 6538 heeez mein Iea widr bisher weitergeiührt, und mache ich

rtie verer, mittel und hochfeiner Tuche und Buxki
zuimertsa n, welche alle 4 breit nnd in Stück deratirt ug che und Buxkins
B. Ackermann,
BZweibrücken. Hauptstraße und Ede am Mühlgäßchen.

OOOOOO
Movitat. L
Brustkranke finden in dem so—
eben erschienenen Buche: „Die
Brust⸗ und Lungenkrankheiten“,
praktische Rathschläge zur Heilung
auch wenn das Uebel chronisc
oder weit vorgeschritten ist. Das
allen Brust⸗ und Lungenkranlen
angelegentlichft zu empfehlende
Buch ist vorräthig in K. Gott
hold's Buchhandlung in Kaisers
autern und kann gegen 60 Pf
in Briefmarken france bezoger
nerden.

2 24 ——
Nicht zu übersehen!
Wer über die Kirchweihß
gut leben will,
Der geh' zu Binke
Beter hin!
Spansau, Hecht u. Schweinebrate,
Hasenpfeffer, Kalbsroulate.
Beräucherle Schinken, Schweine⸗
zunge,
Futen, Gänse, Hahnen junge,
Sauerbra!ten, Reheschlege!,
Pockelfleisch und Schweinelnöchel.
Exira hausgemachse Wurst
Ein gut Gias Bier für den
Durst,
Re'ner billger Pfälzer Wein,
Süher Most vom Wülfing
sei'mnm.
Tanzvergnügen, Eintritt
frei,
Für 75 Pf. eine Floͤsche Wein.
Samstag⸗Abend Metzel-
suppe,
Die will ich nicht überhuppe.
Zumw Schluß gibts noch gebackene
Aus der Pfanne auf den Tisch.
Zu recht zahlreichem Besuch
ladet höflichst ein
Meisvor hep.
        <pb n="644" />
        Holztransport.

Aus den Wandungen der Gebr. Kraemer wird pre
1878,79 der Transport von —* *

1100 Cubikmeter Stempelholz
150 do. Stammholz und
Eirea 150 Ster Brennholz
mn die Halden der biesigen Grube und an das Eisenwerk auf dem
Submissionswege an den Wenigstnehmenden vergeben.

Die hierauf“ bezüglichen Eingaben wollen bis Montag,
den U1I. Nov., 12 Uhr Mittags, kei dem Unterzeichneten
eingereicht werden.

Die näheren Bedingungen liegen im Forsthaus zur
Kinsicht offen.

St. Ingbert, den 5. Nor. 1878.

Tusswottor, obersorster.
herter Kirchweihe.
In Grewenig's neuem Saale:
Sonntags
Bürger⸗Ball.
montags Freimu sik.
tür gult reine Weine besteus gesorgt.

IXRXVXReo
er.
87, 000 -.
Einladung zur Betheiliguurx amn dem
—EX J
der vom Stante Unamburg gzarantirten groanen
Geld-Lotterie, in welener uber
7 Millionen O0, OOO MarL
aieher gewonnen werden miüssem.

Die Gewinne dieser vortheilhaftem Geld—- Lotterie
velohe plangemüss nur 82, 500 Loose enthalt, sind folgende, nãmlieh
Der grosste Gewinn ist er. 375, 000 NMark.

1 Pràmie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark. 1 Gewinn
a 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark. 1 Gevinn a 50,000 Mark,
I Gewinn a 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 36., 000 Mark, 8 Gewinne a
30, 000 Mark, 1 Geéwinn a 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
I0 000 Mark, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
Gewinne a 5000 Mark, 61 Gewinne aà 4000 Mark, 4 Gewinno a 3000
Mark, 804 Gewinne a 2000 Mark, 8 Gewinne à 1500 Mark, 10 Ge-
Fimne 4 1200 Marke, 502 Gewinmne a 1000 Mark, 621 Gewinne a
500 NMark, 87 Gewinne a 800 Mark, 675 Gewinne a 250 Mark, 40
Gewinne à 200 Mark, 36 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne a
I88 Mark, 10 Gewinne a 185 Mark, 1950 Gewinne a 124 NMark, 75
Jewinne à 120 Mark, 4 Gewinne a 100 Marx, 3450 Gewinne aà 94
Mark, 8950 Gewinne a 67 Mark, 35 Gewvinne a 50 Mark, 38950 Ge-
Finne a 40 Mark, 8950 Gewinne a 20 Mark und Kommen solehe in
wenigen Monaten in 7 Abtheilungen 2ur SICheren PEntscheidung.

Die erste Gewinnziehung ist amtlich festgestellt u. kostet hierzu

das gauze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 3 Reichamark,

das viertel Originalloos nur 13 Reichsmark,
und werden diess voni Staute garautirtem Original-
Loose (keine verbotenen Promesen) Fege franirte Bin-
gendung des Betrages oder gegzen Pontvorschuaa
gelpet nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehnngauietæ«
unaufgefordert zugesandt.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
arfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengator
Verschwiegenheit.
as Jodæe RestelIung kann man einfach auf eine Posstein-

zAlIIuUngsIarte machen.
Alan wende sich daher mit den Aufträügon der nahe bevorate-
henden Ziehung halber bis zum
LG. NOovember d. J.
vertrauensvoll an
—AV— —
Banquier und Wechsel Comptoir in Hamburg.

Giũcka- Die Gewinne
7 garantirt
AIZLGig . de

Moutags —E im Saale von
327 Uhr 3
—A
Entrée à Person 25 Pfg,
wozu freundlichst einladet Grewenig
Kirchweihsonntag
Freimusik. cuirée 60 pf.
Montags
BAL L. Entroͤe 1 Mrk.
Georg Jung.

hdei
agnm v Sirchwethe
Erlanger Exporkbier.
WMWiener.
Rheinkreis⸗Bier.
Inlins Grewenie.

Auszug

aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert

pro Monat Oktober 1878.

—C
Magdalena Wolf. 5. Georg Poller
mit Charlotta Katharina Schneider.
27. Jacob Siegwardt uriti Karolina
Betz. 24. Johann Wellner mi
Chriftina Weber. 29. Johann Bes
mit Maria Glattfeld. 31. Peter
Lehmann mit Maria Hartz. 31.
Rudolf Hötel mit Katharina Schneider

O. Sterbfälle:

l. Olt. Louisa Holzmann 59 J.
a. Ww. von Heinrich Jakob Steim
z. Peter 2 J. und 2 Mi. S. v. Nil
Wagner. 5. Albert 1J. und 3 M
S. v. Philipp Spaniol. 6. Friede
Elisabeiha 2 M. und 17 Tg. T.v
Johann Thiery. 6. Heinrich 9 M.
und 25 Tg. S. v. Nit. Wagner. 9
Maria 1 J. 11 M. T. v. Danie
Schorz. 11. Josephina 2 J. 5. M
T. v. Karl Stief. 11. Johann 2
10 M. S. v. Jungfleisch Franz. 13
Barbara Holzer 92 J. Ww. von Joh
Zinimer. 14. Margaretha Gundelwein
12 J. Ehefr. von 8 Oberhauser.
14. August Margraf 89 J Ehemarnt
b. Sophia Kaul. 17. Elifabetha 1
9 M. T. von Joseph Theobald. 18
Jakob 83 J. 6 M. S. v. Jak. Fucht
19. Emma 16 Tg. T. v. Ludw Vech
hold. 20. Katharina 1 M. T. *
heinrich Horlemann. 21. Margaretha
Jung 46 J. Ww. von Joh. Schmelzer.
22. Angela 2 J. 2 M. T. v. Pete
deinich Latz. 24. Katharina Weis 2
F. Ehefrau von Ludwig Haberer
26. Peter Wachs 39 J. Ehemann d
Maria Biermacher. 28. Otuilie 10 R
T. v. Carl Seyb. 28. Joseph 8 M
S. v. Joseph Morlo Ww. 29. Annc
Maria 2 M. T. v. Christian Werner

St. Ingbert, 6. Rov. 1878.

Der Standesbeamte:
Custer.

A. Geburten:

1. Okt. Jakob, S. von Ludwig
Stolz. Remigius, S. v. Joh. Jos.
dellenthal. Joseph, S. von Jofeph
Theobaid. Johann Andreas, S. v.
Jacob Friedrich. 2. Heinrich S. v.
Farl Hogel. Heinrich S. v. Georg
Jung. 8.Emma T. v. Ludwig Becht⸗
sold. 4. Julianna T. v. Georg
Ichs. 5. Maria Bertha Rosa T.
„. Heinr. Laur. Karolina T. v.
Thristian Frisch. 5. Katharina T.
‚VMiichaei Elier. 8. Nicolaus
. Johann Nelz. 10. Katherina T.
». Johann Kopp. 11. Elisabetha T
o. Carl Bauer. 12. Helena T. v.
RNieol. Lang. Magdalena T. v
Jacob Klein. 16. Friedrich S. v.
Franz Klein. 19. Anna T. v. Con
rad Bender. 20. Katharina T. v.
Johann Peier Weber. 22. Eleonort
T.“ v. Jacob Schmitt. 23. Jacob
S. v. Peter Möllendick. Carl S. v.
Peter Presser. Maria T. v. Johann
uͤhl. 24. Johann S. v. Joh. Jos
Seel. 25. Peter S. v. Pet. Jos
Jung. Oitto S. v. Valentin Ter⸗
schang. 26. Barbara T. v. Franj
Jos. Haas. 28. Johann S. v.
Thristian Gebhardt. Maria T. v.
Iohann Quwig. Anna T. v. Phil.
Weber. 830. Karolina T. v. Phil.
Morgenstern. 81. fatharina T. v
ustavs Müller.

3. Eheschließungen:

8. Okt. Nicolaus Apfel mit Maria

Schmitt. 5. Heinrich Sonn mit

De Unterzeichnete deehrt sich den Einwohnern St.
Ingber!s und Umgebung ergebenst anzuzeigen,
daß sie auf hiestzem Plaße eine
Funst- &amp; chemische Nascherei
errichtet hat. HGerren- und Damenkleider werden
ohne zertrennt zu werden gewaschen und von Flechn
deceimigt, weiße Muffe, Pelzkragen, Glaçe⸗Hand⸗
ich uhe, Bänder, Shlips ꝛe. wieder w'e neu heroeflellt
ohne deren Güte zu schader.

Achlungẽ voll

—⸗ T ——
Frou

Hôtel Laur.“

5.24

Kirchweihsonntag und Kirch⸗
weihmontag:
Freimusik.

Freundlichst ladet tin
Friedrich Lebnert.

bei Wet. Friedrich, Wirlh.

nterzeichneter ist aglich
in seiner Wohnung, Bahnhof⸗
jroße 2 (neten dem Riesen) zu
prechen.

Naifertlautern, Nov. 1878.

E. Rrader,
approbirter Zahnarit.

—— — — — —
Hrud und Lerlag von F. Xx. Demes in St. Ingbert.

Schreiner Heret.m hat einen
Ofen mit Rohr und Ofenstein
zu verlaufen.

Auch kann bei demselben ein
ordentlicht Junge in die
dehre treten.
        <pb n="645" />
        Sl. Angberter SAnzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis betragt vierteljährlich
1 Mark 40 R.⸗Pfg. Auzeigen werden mit 10 Pfa., von Auswärts iit 15 Pfg. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Necla men
mit 30 Pfg. pro Zeile berechnet.
M II78. Sounntag, den 10. November

—
——
Deutsches Reich.

München, 7. Nov. Wie das „Münchener Fremdenblatt“
heute mittheilt, soll sich im bayerischen Staatshaushalte pro 1878
ein Deficit von 83 bis 10 Millionen gegenüber dem Voran⸗
schlage ergeben und d'efes sich aus Mindereinnahmen von 4 Mill
aus den Bahnen, Z Wiillionen aus den Staatsforsten und 2 Mill.
aus den Taxen zusammensetzen. Ob sich diese höchst unangenehme
Mittheilung in allen Theilen bestätigt, wird jedenfalls abzuwarten
sein; daß die Budget-Voranschläge bezüglich verschiedener Ein⸗
nahmspostulate etwas zu hoch gegriffen waren, dürfte allerdings
kaum zweifelhaft sein, doch können der Natur der Sache nach auch
nur annähernd zuderlässige Schätzungen der Gesammtergebnisse zur
Zeit noch nicht vorliegen.

In Gunzenhafen (Bahern) circalirt eine Petition an
die Staatstegierung, in der sie gebeten wird, die früher bestandene
Biertaxe wieder einzuführen. Es heißt darin, die Freigabe der
Biertaxe sei überhaupt nur ein Versuch gewesen; man sei nun zur
Ueberzeugung gelommen, daß das Publikum der Ausbeutung ge⸗
wisser Gewerbtreibender so sehr ausgesetzt sei, daß man jene
Schranken setzen müsse. Andere begehren auch, daß Brode und
Fleischtaxe eingelührt werde. Aaf andere Städte und Orte soll
ringewirkt werden, daß sie dieselben Schritte thun sollen, dann
werde es an Erfolg nicht fehlsen. Die Klagen über das Hinauf⸗
dreiben der Lebensmittelpeeise werden überhaupt immer lauter.

Wie das „B. T.“ höu, wollen sich die deutschen Weinpro⸗
ducenten mit einer Eingabe an das Reicslanzleramt wenden. Es
soll ia derselben ausgejührt werden, daß die deutschen Weinpro⸗
ducenten die Coneurrenz mit dilligen franzoͤsischen Weinen, nament⸗
lich Rothweinen, nicht mehr aushalten können. Die Produttions
kosten in Frankreich seien lange nicht so hoch wie in Deuischland,
und der Emgangszoll auf französische Weine viel zu gering. Die
Petenten konmen daher zu dem Resultate, daß eine Erhöhung des
Zolles auf französische Weine, überaus mothwendig sei. Selbst in
freihandlerischen Kreisen hat man sich längst für eine Erhöhung
des Weinzolls ausgesprochen, und dürfte eine derartige Vorlagçe
wohl auf die Zustimmung im Reichstage zu rechnen haben.

Jak. Exter, Vorstand, Hr. C. F. Volder, Kassirer, und Hr. Pfr.
döpffner, Sekretär.

7Gretthen. Am 4. d. M. feierie Lehrer Raufmann
den Gedenktag seiner 25jährigen Amtsthätigkeit dahier. Die Bür⸗
zerschaft ehrte ihn durch ein von Bürgermesster, Adjunkt, Gemeinde⸗
räthen und der Feuerwehr dargebrachtes Siändchen.

7 In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurden in
Speyer, wie die „Sp. Z.“ meldet, wiederum einige Bubereien
derübt. Diesesmal beglückten die Burschen die Haupistraße mit
hrem Besuch, wo sie unter anderen Rohheiten auch die eisernen
Platten auf dem Trottoirs an den Dachkandelröhren entfernten.
In dieser Arbeit wurden sie jedoch durch die Polizei gestört, wel⸗
es auch gelang, einen der Störenfriede in Nr. Sicher zu

ringen.

fIn der Sißung des Militärbezirksgerichts Würzburg
hom 31. Oklober wurde verurtheilt Gemeiner Anton Wegmann
des kgl. 4. Inf.Reg. wegen 13 Diebstahlsverbrechen zum Nach⸗
heile verschiedener Personen, Vergehens der Selbstbefreiung, zweier
Vergehen der Unterschlagung zum Rachtheile des Militärärars und
Vergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt gegenüber den

Polizeidienern Vohmann und Leiner zu Zweibrücken, dann
vegen Vergehens des Betrugs zu 9 Jahren Zuchthaus, Entfjernung
aus dem Heere, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit der Stellung unter Polizei⸗
aufsicht.
Dienstesnachrichten.
Die prot. Pfaristelle zu Reuhäusel, Dek. Homburg in
in Erledigung gekommen. Gesammteinkommen 1596 N. 47 Pjf-
nebst den Kasualien. Meldungstermin 6 Wochen.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X Deme g. 1.

Gesundheitliches. /“

Wie aus zuverlässiger Quelle mitgetheill wird, war der Zu⸗
drang zu dem hiesigen Depot der weltberühmten Brustkaramele —
Maria Benno von Donat; bei Herrn Jean Peters
Rohlenstraße Nr. 681V. in den letzien Tagen ein, so außer⸗
ndentlich guoßer und die Nachfrage eine so bedeutende, daß der
ganze Lagervorraih bis auf einige Cartons ausverkauit und schieunigfi
neu beordert werden mußte. ...

Wir glauben nicht zu irren, wenn wir uns der Ueberzeugung
hingaben, daß nicht allein die allgemein anerkannte Wirksamkeit der
Caramels — Maria Benno von Donat in jast allen Laͤndern der
Welt gegen Husten — Heiferkeit — Bronchitis — Lungenschwind⸗
jucht — Katarrhen — Mogenschwäche — einfache Appelitlosigleit
— Schlaflosigkeit — Nervenschwache — Allgemeine Entträftigung
— Asthmatische Leiden — zu dem reißenden Absatze beiträqt, sondern
auch der unglaublich billige Preis eines echten großen Carlons zu
50, und eines echten *a Carton zu 30 Pf.

Auch wird es gewiß Jedermann angemessen finden, daß An⸗
gesichts der vielsachen Fälschuagen und Im'talionen eine Garantie
nur dann für die Echtheit übernommen werden kann, wenn sich auf
der Vorderseite eines jeden Cartons nicht Anders gedruckt sindet,
als die A Worte: Maria Benno von Donat.

EEIAAIEI

Betmischtes.
fFFalsche Zweimarkstücke, Hamburger Gepräges,
t'reuliren seit Kurzem, worauf wir, zur Vorsicht mahnend, auf⸗
·merksam machen wollen.
F Wir machen darauf aufmerk'am, daß solche Dienfiboten,
welche vergangenes Jahr vom Dienstbotenstift nur mit Ehrenbriefen
belohnt wurden, obwohl sie wegen nachgewiesener 10jähriger Dienst⸗
zeit hHei Leiner vnd derselen Herrschaft um eine Geldbelohnung
statutengemäß concurriten lonnten, um letztere in diesem Jehre sich
nochmals bewerben können, in diesem Falle aber ihr ausdrücklich
hierauf gerichtetes Gesuch durch Vermittlung ihres Bürgermeister⸗
noch im Laufe dieses Monais Nevember zu erneuern
aben.
FPirmasens, 6. Nod. (Pirm. Anz.) Seit Montag
ist mit der Legung der Röhren für unsete Wasserleitung ange⸗
iangen. — Bei Gelegenheit der eben dahier Statt findenden Kon—
rolversammlungen wurde ein Reservist von dem Bezirksfeldwebel
ermahnt, eine noch aus seiner activen Dienstzeit herstammende
Monturschuld endlich abzutragen, und sschließlich gefragt, in welchen
Raten er den allerdings zienlich hohen Betag von fünfundsieben⸗
zig Mark bezahlen wolle. Ganz unbefangen entgegnete der Gute:
„Nun, jährlich eine Mark,“ welcher Betrag denn auch
von dem dienstihuenden Feldwebel in Anbetracht des Sprichwortes:
„Lieber Etwas, als gat Nichts“, acceptirt wurde. () J
FaIn Kafserslantern wird soeben für die Erbauung
einer zweiten lathol. Kerche agitirt. Auf Sonntag den 10. Nop. IXGFSMM
st eine öffentliche Versammlung ausgeschrieben, in welcher dem iet die in der heutigen Nummer unserer Zeitung aich besindende Gltelta-
Gegenstand näher getreten werden soll. —8 nꝛeige von Samuel Heckseher szenr. in Hamburg. Dieses Haut hat rioh
FNeustadi. Am 6. d. haben die Vertrauensmänner des e Ae r —— ,n in der
brotestantischen Vereins der Pfalz . die. Neutonftimmmung des ge⸗ —
ichaftsführenden Ausschusses hier folgendermaßen ausgeführt: Hr. nerkaam machen.
        <pb n="646" />
        * *
Licitation.

Montag, den 28. Nov.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Inobert in der Wirthschaft
don Georg Stief, werden rurch
den unterzeichneten, hiezu gerichtlich
heauftragten Amtsverweser des
Rotar Sauer, die nach—
tehend beschriebenen Liegenschaften
im Banne von St. Ingbert, zur
Gutergemeinschaft zwischen Joh.
Jatob Stief, gaeiland Berg⸗
mann in St. Insbert und dessen
deilebten Ehefrau Maria Latz,
sowie zum Nachlasse der Leßteren
Jehötig, der Abiheilung wegen
zffentlich zu Eigenthum ver—⸗
steigert, als:

pPi.Nri. 5042. 2 a 11

qm Fläche, worauf ein
Wohnhaus mit ẽstall, Wasch⸗
füche und Hofraum und
Pli⸗t. 506. 5 a 73
qm Pflanzgarten dabei.
Das Ganze gelegen zu
St. Ingbett an der Pfarr⸗
gasse neben Ww. Brunion.
pᷣl.Nr. 3408. 13 a 29
Im Acer in den obersten
Seyen neden Jakob Allar
und Peter Andels.
Pl.Rr. 3248. 114 24
qm Acker rechts in den
Seyen neben Johann Hof⸗
mann und Erben Weber.
Pl.Nr. 3730. 22 2 49
Im Wiese in den Potasch⸗
wiesen neben Jakob Allar
und Johann Maier.
Pl.Nr. 38308. 15 2
37 qm Acker auf Schiffel⸗
land neben Peter Latz und
Nikolaus Eich.
Pl.⸗Nr. 1964. 20 3 95
ijm Acker im Rockenthal
hinterste Ahnung neden
Johann Latz und Andreas
harßz.
Eigenthümer sind:

I. Elisabeiha Stief, Ebefrau
von Georg Lang, Schmelzarbeiter;

2. Johann Stief, Schmelz⸗
arbeiter;

3. Peter Stief, Schmelzar⸗
heiter; diese volljährige Kinder
der Eheleute Stief;

4. Marie Stief, diese minder⸗
ährig, vertreten durch Johann
Lah, Fuhrmann als Vormund
und Georg Stief, Wirth, alb
Nebenvormund. —

Alle in St. Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 9. Nov. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.

Notar Sauer:
K. Auffschneider.
Fin schöner französischer
Ohar·àbano
und eine gute

Howe⸗Nähmaschine

sind zu verlaufen bei
Mh. Weber,
nacker.

Schreiner CcC hat einen
Ofen mit Rohr und Ofenstein
zu verlaufen.

Auch kann bei demselben ein
ordentlicht Junge in die
Zehre treten.

Todes⸗Anzeige.

Freunden und Bekannten die schmerzliche Anzeige,
daß es dem Herrn über Leben und Tod gefallen hat,
meinen lieben Gatten.

Ludwig Koon,
nach längerer Krankheit, heute VRorgen um 41/3 Uhr im
Alier don 28 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Schnappdach, den 9. November 1878.
Die trauernde Wittwe
nebst Familie.
Die Beerdigung findet Dienstag den 12. Novbr.
Nachmittags um 8 Uhr statt.
Kirchweihsonnutag
FreimusikK. écnuitée 50 pf.
Montags
BAL L. Entrée 1 Mrk.
Georg Jung.

—
ce de irchweißhe⸗ ꝰ
Muuünchner Bier
sedenayer

M. Paul.

dei

Hanupt-Gewinm
ev.
275, 000 5.-
Einladung zur Betheiliguug an denm
GWVIinn-OhMACGB
der vom Staate Hamburg garantirten grosnen
Geld-Lotterie, in welcher über
Millionen 00, OOO Marx
nicher gewonnen werden müssen.

Dio Geéewinne dieser vortheilhaftenmn Geld-Lotterie
weleho plangemãss nur 82, 500 Loose enthält, sind folgende, näamlioh
Her grosste Gewinn ist ev. 375, O000 Nark.

Prämie von 250,000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark. 1Gewinn
a 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60,000 Mark, 1 Gewinn a 50,000 Mark,
Gevinn a 40, 000 Mark, 1 Geéewinn a 86,000 Mark, 8 Gewi. 2
0, 000 Mark, 1 Gewinn s 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 —*
5 Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
I0000 Mark, 2 Gewinne à 8000 Mark 3 Gewinne aà 6000 Mark, 81
Gcinne x 5000 Mark, 61 Gewinne à 4000 Mark, 4 Gewinne 2 3000
Mark, 804 Gewinne a 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
me 1200 Mark, 802 Gewinne à 1000 Mark, 621 Gewinne s
hod Mark, 87 Gewinne aà 800 Mark, 675 Gowinne 4 250 Mark, 40
Gewinne 4 200 Mark, 836 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne 2
IS8 Mark, 10 Gewinne a 185 NMark, 1950 Gewinne s 124 Mark, 75
ewinne 4 120 Marx, 4 Gewinne s 100 Marx, 8450 Gewinne a 94
Maric, 8950 Gewinne a 67 Mark, 85 Gewinne a 50 Mark, 3950 Ge-
ine 40 Mart, 8950 Gewinno a 20 Mark und kommen solehe in
vwenigen Monaten in 7, 4btheilungen zur sicheren Pntacheidung.
Ddie ercte Gewinnziehung ist amtlich festgestellt u. ostet hierzo
das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,
das nalbe Originalloss nur 3 Reichsmark,
das viertel Originalloos nur I*/ Reichsmark,
and werden diess vVo Stante garantirten Original-
LGose (reine verbotenen Promessen) gegen franlirte Ein-
dendung des Betrages oder gegen POBIVOrShuan
Mst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.
jJeder der Betheiligten erhàlt von mir neben seinem Original-
[ooss Much den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
-ãâ en ttattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngsesliste
maufgefordert 2ugesandt.
hise Luszahlung und Versendung der Gewinngelder
arfolgt von mir direct an dio Interessenten prompt und untor atrengetor
verschwiegenheit.
e Bestellung kann man einfach auf eins Ponteim-
lIungskarte machen.
Man vende sich daher mit den Aufträgen der nahe bevorste-
nenden Ziehung halber bis 2um
IG. NOvem ber d. J.
vertrauens roll an
Samted heelre oo sen.
Banqduior und Wechsel-Comptoir in Hamhurʒg.

w i G i
GIũcksaæ- e
ATILZCig . der Staabt.

in brabes Vienst⸗

ochen für häusliche
rbeiten gejucht. Nähetes in
der Exped. d. Bl.

Ilgemeine Wechsel
änd zu haben in der
Buch⸗ End Steindruckerei
J. à. LDemeb.

Mainzer Sauerkraut,
ger. Schweinszungen,
Sardinos à l'huilé,

neue Mandeln und Vanille

Straßburger Caffee⸗Essenz,

Citronat und Orangeat,
Frische Citronen,
Punsch⸗Essenz,

ew pfiehlt

J. Peters, St. Ingbert
Nordhäuser
Kornbrandwein
F. Steiufeld.

hei
Sonntag und Montag
Proĩi musũ Ic
Eintritt 1 Mark.

7 Bei Abgabe der
—Karte 8* man
1ZFlasche Wein.
Peter Schweitzer,
Wirth auf dem Höfchen.
Höoteél Laur.
Kirchweihsonntag und Kirch
weihmontag:
Freimusik.

Freundlichst ladet kin
Frie drich Lehnert
37 13
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Unwiderrufiieh
am 26. Usr. Zithung der
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Pràmienlotterie
9000 Geldgewinnsto.
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4.0. OOO MarL
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MAuf 10 Loose 1l PFreiloos.
Zu beziehen durch die

General-⸗Agentur
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Rankgeachäft, Mũnchen,

der
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in St. Inghoert.

5 von . xX. Demes in St. Ingdert.
Hiezu Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. Aß.
        <pb n="647" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jagberter Anzeiger und das (2 mal wöhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sounntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljährlich

1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfag., von Auswärts viit 15 Pfa. für die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen
mit 30 Pfa pro Zeile berechnet.
M 178. Sondntag, den 10. November

1878

—
Deutsches Reich.

Munchen, 7. Nov. Wie das ‚Mänchener Fremdenblatt“
heute mittheilt, soll sich im bayerischen Staatshaushalte pro 1878
ein Deficit von 8/5 bis 10 Millionen gegenüber dem Voran⸗
schlage ergeben und d'eses sich aus Mindereinnahmen von 4 Mill.
aus den Bahnen, 3 Millionen aus den Staatsforsten und 2 Mill.
aus den Taxen zusammensetzen. Ob sich diese höchst unangenehme
Mittheilung in allen Theilen bestätigt, wird jedenfalls abzuwarten
sein; daß die Budget-Voranschläge bezüglich verschiedenet Ein⸗
nahmsposiulate etwas zu hoch gegriffen waren, dürfte allerdings
kaum zweifelhaft sein, doch können der Natur der Sache nach auch
zmur aanähernd zuverlässige Schätzungen der Gefammtergebnisse zur
Zeit noch nicht vorliegen.

In Gunzenhafen GBahyern) ecircalirt eine Petition an
die Staatsregierung, in der sie gebeten wird, die früher bestandene
Biertaxe wieder einzuführen. Es h'ißt darin, die Freigabe der
Biertaxe sei überhaupt nur ein Versuch gewesen; man sei nun zur
Ueberzeugung gekommen, daß das Publitum der Ausbeutung ge⸗
wisser Gewerblreibender so fehr ausgesetzt sei, daß man jene
Schranken setzen müsse. Andere begehren auch, daß Brod⸗ und
Fleischtaxe eingeführt werde. Auaf andere Städte und Orte soll
ngewirktt werden, daß sie dieselben Schritte thun sollen, dann
werde es an Erfolg nicht fehlen. Die Ksagen über das Hinauf⸗
zreiben der Lebensmittelpreise werden überhaupt immer lauter.

Wie das „B. T.“ hört, wollen sich die deutschen Weinpro⸗
ducenten mit einer Eingabe an das Reicskanzleramt wenden. Es
soll ia derselben ausgeführt werden, daß die deutschen Weinpro⸗
ducenten die Coneurrenz mit billigen französischen Weinen, nament⸗
lich Rothweinen, nicht mehr aushalten können. Die Produktions-
kosten in Frankreich seien lange nicht so hoch wie in Deutschland,
und der Eingangszoll auf französische Weine viel zu gering. Die
Petenten kommen daher zu dem Resultate, daß eine Erhöͤhung des
Zolles auf französische Weine überaus nothwendig sei. Selbst in
sreihändlerischen Kreisen hat man sich längst für eine Erhöhung
des Weinzolls ausgesprochen, und dürfte eine derartige Vorlage
wohl auf die Zustimmung im Reichstage zu rechnen haben.

Bermischtes.

fFalsche Zweimarkstücke, Hamburger Gepräges,
c'reuliren seit Kurzem, worauf wir, zur Vorsicht mahnend, auf ⸗
merksan machen wollen.

Wir machen darauf aufmerkiam, daß solche Dienstöolen,
welche vergangenes Jahr vom Diensibotenstift nur mit Ehrenbriefen
belohnt wurden, obwohl sie wegen nachgewiesener 10jähriger Dienst⸗
zeit hei einer vnd derselben Herrschaft um eine Geldbelohnung
ftatutengemäß concurriren konnten, um letztere in diesem Jahre sich
nochmals bewerben können, in diesem Falle aber ihr ausdrücklich
hierauf gerichtetes Gesuch durch Vermitllung ihres Bürgermeister⸗
amts noch im Laufe dieses Monats Neovemher zu erneuern
haben.

7Pirmasens, 6. Nov. (Pirm. Anz.) Seit Montag
ist mit der Legung der Röhren für uasere Wasserleitung ange⸗
fangen. — Bei Gelegenheit der eben dahier Statt findenden Kon—
trolversammlungen wurde ein Reservist von dem Bezirkefeldwebel
ermahnt, eine noch aus seiner activen Dienstzeit herstammende
Monturschuld endlich abzutragen, und schließlich gefragt, in welchen
Raten er den allerdings ziemlich hohen Betrag von fünfundsieben⸗
zig Mark bezahlen wolle. Ganz unbefangen entgegnete der Gute:
Nun, jähriich eine Mark,“ welcher Betrag denn auch
bon dem dienstihuenden Felowebel in Anbetracht des Sprichwortes:
„Lieber Etwas, als gar Nichts“, acceptirt wurde. ()

In KaisergslLautern wird soeben für die Erbauung
einer zweiten kathol. Kirche agitirt. Auf Sonntag den 10. Nov.
ist eine öffentliche Versammlung ausgeschrieben, in welcher dem
Gegenstand naher getreten werden soll.

F Neustadit. Am 6. d. haben die Vertrauensmänner des
protestantischen Vereins der Pfalz die Neulonstituirung des ge—
schaästsfühtenden Ausschusss hier folgendermaßen ausgeführt: Hr.

Jalk. Exter, Vorstand, Hr. C. F. Voͤlcker, Kassirer, und Hr. Pfr.
Höpffner, Sekretär.

F Grethen. Am 4. d. M. feierfse Lehrer Kaufmann
den Gedenklag seiner 25jährigen Amtsthätigkeit dahier. Die Bür⸗
gerschaft ehrte ihn durch ein von Bürgermeister, Adjunkt, Gemeinde⸗
räthen und der Feuerwehr dargebrachtes Ständchen.

F In der Racht vom Sonntag auf Montag wurden in
An
derübt. Diesesmal beglückten die Burschen die Haupistraße mit
shrem Besuch, wo sie unter anderen Rohheiten auqh die eisernen
Platten auf dem Trottoirs an den Dachkandelröhren entfernten.
In dieser Arbeit wurden sie jedoch durch die Polizei gestört, wel⸗
* es auch gelang, einen der Stbrenfriede in Nr. Sicher zu

ringen.

In der Sitzung des Militärbezirksgerichs Würzburg
bom 31. Oktober wurde verurtheilt Gemeiner Anton Wegmann
des kgl. 4. Inf. Reg. wegen 13 Diebstahlsverbrechen zum Nach⸗
heile verschiedener Personen, Vergehens der Selbstbefreiung, zweier
Vergehen der Unterschlagung zum Nachtheile des Militärärars und
Lergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt gegenüber den
Polizeidienern Vohmann und Leiner zu Zweibrücken, dann
wegen Vergehens des Betrugs zu 9 Jahren Zuchthaus, Entiernung
aus dem Heere, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von 5 Jahren und Zulässigkeit der Stellung unter Polizei-
aufsicht.

Dienstesnachrichten. J
Die prot. Pfarrstelle zu Reuhäusel, Dek. Homburg ist
in Erledigung gekommen. Gesammteinkommen 1596 M. 47 Pf
nebst den Kasualien. Meldungstermin 6 Wochen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. De me g.
Gesundheitliches.

Wie aus zuverlässiger Quelle mitgetheilt wird, war der Zu⸗
drang zu dem hiesigen Depot der weltberühmten Beustkaramels —
Maria Benno von Donat, bei Herrn Jean Peters
RKohlenstraße Nr. 681V. in den letzten Tagen ein so außer⸗
oxdentlich großer und die Nachfrage eine so bedeutende, daß der
ganze Lagervorrath bis auf einige Cartons ausverkauft und schleunigsi
neu beordert werden mußte.

Wir glauben nicht zu irren, wenn wir uns der Ueberzeugung
hingaben, daß nicht allein die allgemein anerkannte Wirksamkeit der
Taramels — Maria Benno von Donat in fast allen Ländern der
Welt gegen Husten — Heiserkeit — Bronchitis — Lungenschwind:
sucht — Katarrhen — Magenschwäche — einfache Appetitlosigleit
— Schlaflosigkeit — Nervenschwäche — Allgemeine Entkräftigung
— Asthmatische Leiden — zu dem reißenden Absatze beiträgt, sondern
auch der unglaublich billige Preis eines echten großen Cartons zu
50, und eines echten “ Carton zu 30 Pfg.

Auch wird es gewiß Jedermann angemessen finden, daß An⸗
gesichts der vielfachen Fälschuagen und Im'tationen eine Garantie
nur dann für die Echtheit übernommen werden kann, wenn sich auf
der Vorderseite eines jeden Cartons nicht Anders gedruckt findet,
a1sß die A Worte: Maria Benno von Donat.

— ) von . L . in Breslau,
huste⸗NMicht Honig-Kränter-Malz-Extract u. Caramellen“)
Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. Wir machen darauf
ufmerksam.
*h QZu haben in 8—

bei Herrn IJ. Friedrich.

27ant
'at die in dor. heutigen Nummer unserer Zeitung aieh betndende Glucka-
Anzeige von Samuel Heckscher sonr. in Hamburg. Dieses Haus hat aich
lureh seine prompte und verschwiegene Auszahlung dor hier und in der
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworbon
lass vir Jeden aut doaaen heutiges Inserat sechon an dieser Staole auf-
verkaamn machen.
        <pb n="648" />
        Licitation.
Montag, den 25. Nov.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu

St. Ingbert in der Wirthschaft

von Georg Stisef, werden kdurch

den unterzeichneten, hiezu gerichtlich
beauftragten Amtsverweser des

Notar Sauer, die nach⸗

stehend beschtiebenen Liegenschaften

im Banne von St. Ingbert, zur

Guütergemeinschaft zwischen Joh.
Jatkob Stief, weiland Berg⸗
mann in St. Ingbert und dessen
berlebten Ehesrau Maria Latz,
sowie zum Nachlasse der Letzteren
gehörig, der Abiheilung. wegen
offentlich zu Eigenthum ver⸗
steigers, als: J I

I. Pi.Nr. 5040. 2 a 11

qm Flache, worauf ein
Wohn haus mit Stall, Wasch⸗
küche und Hofraum und
Pl.⸗NRt. 505. 5 a 72
qm Pflanzgarten dabei.
Das Ganze gelegen qu
St. Ingbert an der Pfart⸗
gasse neben Ww. Brunion.
Pl.⸗Nr. 83403. 13 2 29
qm Acker in den obersten
Sehen neben Jakob Allar
und Peter Andels.
Pl.Nr. 3248. 11 a 24
qm Acker rechts in den
Seyen neben Johann Hof⸗
mann und Erben Weber.
Pl.Nr. 3730. 22 a 49
Im Wiese in den Potasch⸗
wiesen neben Jakob Allar
und Johann Maier.
Pl.Nr. 38308. 15 a
57 qm Acer auf Schiffel⸗
land neben Peter Latz und
Nitolaus Eih.
Pl.⸗Nr. 1964. 20 2 98
Im Acker im Rocenthal
hinterste Ahnung neben
Johann Lotz und Andreas
Hartz. — — — — —
Eigenthümer sind:

1. Elisabetha Stief, Ehefrau
jon Georg Lang, Schmelzarbeiter;

2. Johann Stief, Schmelz-
arbeite;;

3. Peter Stief, Schmelzar⸗
heiter; diese volljährige Kinder
der Eheleute Stief;

4. Marie Stief, diese minder⸗
ahrig, vertreten durch Johann
daß, Fuhrmann als Vormund
ind George Stief, Wirth, als
Nebenpormund.

Alle in St. Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 9. Nov. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.

Notar Sauer:
K. Auffschneider.
Ein schöner ftanzösischer
Ohar-à-bano
und eine gute

Howe⸗Nähmaschine

sind zu verlaufen dei
Vh. Weber,
Bbuhmacher.

Schreiner Derenm hat einen
Ofen mit Rohr und Ofenstein
zu verkaufen.

Auch kann bei demselben ein
ordentlicht Junge in die
Lehre treten.

Lodes⸗Anzeige.
Freunden und Bekannten die schmerzliche Anzeige,
daß es dem Herrn über Leben und Tod gefallen hat,
meinen lieben Gatien.
Ludwig LKoch,
nach längerer Krankheit, heute MRorgen um 42 Uhr im
Aller von 28 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Schnappoach, den 9. November 1878.
Die trauerunde Wittwe
nebst Familie.
Die Beerdigung findet Dienstag deun 12. Novbr.
Nachmittags um 3 Uhe
Airchweihsonnutag
FreimusikK. Ecntrée 50 pf.
Montags
BAL L. Entroͤe 1 Mrk.
Georg Jung.

hei
ber du Kirchweihe⸗
Münchner Bier
sedennayer
bei M. Paul.

EHaunpt-Gevinmn

278, 000 MI-
Einladung zur Betheiliguugz an dem
GWVInn-OhACH
der voom Staate Uamburg garantirten grossen
Geld-Lotterie, inm welcher üher
7 Millionenm 7 O00, O OO MATL
sieher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld Lotterie
welehe plangemũss nur 82, 500 Loose enthäãlt, sind folgende, nämlioh
Deér grosste Gewinn ist ev. 375, 000 NMark.

1 Prämie von 850, 000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark, 1 Gewinn
à 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark, 1 Gevinn a 50,000 Nark,
I Gewinn a 40, 000 Mark, 1 Gewim a 86, 000 Mark, 8 Gewinne a
30, 000 Mark, Gewinn a 28, 000 Mark, 6 Gewinne 2 20, 000 Mark,
6 Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
I0, Ooo0 Mark, 2 Gewinne à 8000 Mark, 8 Gewvinne 2 6000 Mark, 31
evwinne a 5000 Mark, 61 Gewinne a 4000 Mark, 4 Gewinne a 3000
Mark, 304 Gewinne a 2000 Mark, 8 Gewinne 4 1800 Mark, 10 Ge-
rinne 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinne a
500 Mark, 37 Gewinne a 800 Mark, 675 Gowinne a 250 NMark, 40
evwinne 4 200 Mark, 86 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne 2
I88 Mark, 10 Gewinne a 185 Mark, 1950 Gewinne à 124 Nark, 75
Gewinne à 120 Marx, 4 Gewinne s 100 Mart, 8450 Gewinne a 84
Mari, 8950 Gewinne s 67 Mark, 835 Gewinne a 50 Mark, 3950 6Ge-
vinne · a 40 Mark, 8950 Gewinno a 20 Mark und Kommen solche ir
venigen Monaten in 7 Abtheilungen zur Sicheren PEntecheidung.
Die erste Gewinnziehung ist amtlieh festgestellt u. oatot hierzu
das ganze Origivalloos nur 6 Reichamark,
das Nalbe Originalloss nur 3 Reichemark,
das viertel Originalloos nur II/ Reiehsmark,
und verden diess vonn Stante garantirten Original-
LoOose (keine verbotenen Promessen) gegen frankirte BRin-
aendung des Betratzges oder gzegen Poatrorsehuss
gelpst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.
jJeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original-
Looae auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tis und nach atattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehungeliete
mnaufgefordert 2ugesandt.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
orfolgt von mir diroct an die Interessenten prompt und unter atrengetor
Verachwiegenheit.

—
AIXVXXX
Man wende sieh daher mit den Aufträgen der nahe bevorste-
henden Liehnng halber bis zum
*5. NoOovember d. J.
vertrauensrol
—A———
Banduier und Wech-l-Camptoir in EHEUAamburg.

Die Gewinne
garantirt
dor Staab.

ensto

a für häusliche

. Nähetes in
der Exped. d. Ml.

sTgemeine Wechse.
ind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei
. I. Denek.

Adinzer Sauerkrau.
ger. Schweinszungen,
Sardinos à l'huilo,

neue Mandeln und Vanille

Straßburger Caffee⸗Essenz,
Citronat und Orangeat,
Frische Citronen,
Punsch⸗Essenz,
empfiehlt
J. Beters, St. Ingbert.
Nordhäuser
Kornbrandwein
F. Steinfeld.

bei

Sonntag und Montag

Vroiĩ musũ Ix
Eintritt I Mark.
Bei Abgabe der
»Karte erhält man
*1Flasche Wein.
Peter Schweitzer,
Wirth auf dem Höfchen.
Höôbel Laur.
Kirchweihsonntag und Kirch
weihmontag:
Freimusik.
Freundlichst ladet ein
Frie drich Lehnert

1
2835
— 325
228
—
*2
28
256
58
——
222
56*5
55
5335
3533577
22825
2355
* —3
288— 8
2553
22
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275* *
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nwiderruflien
am 26. Uov. Zithung der
Miuiüüncehener
Pràmienlotterie.
9000 Geldgewinnste.
ITAUVUPItresIer
CO, OOO MATI
Prois deos Looses 1 Mark
Auf 10 Loose 1 Preiloos.
Zu beziehen durch die
Goneral·Agentur
8⸗
Bankgeschaft, München,.
od er
FHerrn PIELWOII
in St Inohert.

Drud umb VDersag von F. X. Demetz in St. Inghert.
Siezu „Illustrirtos SDonntaassblatt“ Nr. Am.
        <pb n="649" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
ber St. Jagberter Auzeiger und das (2 mal woö hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich viermalz Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementsvpreis betragt vierteljahrlich
1 Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Auswärts nit 15 Pfg. fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum. Reclamen
mit 80 Pfgpro Zeile berechnet.
E
M II78. Sonntag, den 10. November 1878.

Deutsches Reich.

Mäünchen, 7. Nov. Wie das ‚Münchener Fremdenblatt“
heute mittheilt, soll sich im bayerischen Staatshaushalte pro 1878
ein Deficit von 8/5 bis 10 Millionen gegenüber dem Voran⸗
schlage ergeben und d'eses sich aus Mindereinnahmen von 4 Mill
aus den Bahnen, Z Miillienen aus den Staatsforsten und 2 Will.
aus den Taxen zusammensetzen. Ob sich diese höchst unangenehmt
Mittheilung in allen Theilen bestätigt, wird jedenfalls abzuwarten
jein; daß die Budger-Voranschläge bezüglich verschiedener Ein⸗
ahmsposiulate etwas zu hoch gegriffen waren, dürfte allerdings
kaum zweifelhaft sein, doch könnea der Natur der Saqce nach auch
zur annähernd zuderlässige Schätzungen der Gesammtergebnisse zur
Zeit noch nicht vorliegen.

In Gunzenhafen (Gahyern) eirculirt eine Petition an
die Staatstegierung, in der sie gebeten wird, die früher bestandene
Biertaxe wieder einzuführen. Es heißt darin, die Freigabe der
Biertaxe sei überhaupt nur ein Versuch gewesen; man sei nun zur
Ueberzeugung gelommen, daß das Publikum der Ausbeutung ge⸗
wisser Gewerbtreibender so sehr ausgesezt sei, daß man jene
Schranken setzen müsse. Andere vegehren ouch, daß Brod⸗ und
Fleischtaxe eingeführt werde. Auf andere Städte und Orte soll
üngewirtt werden, daß sie dieselben Schritte thun sollen, dann
werde es an Erfolg nicht fehlen. Die Ksagen über das Hinauf⸗
reiben der Lebensmittelpeise werden überhaupt immer lauter.

Wie das „B. T.“ hört, wollen sich die deutschen Weinpro—
ducensen mit einer Eingabe an das Reichslanzleramt wenden. Es
soll in derselben ausgeführt werden, daß die deutschen Weinpro⸗
ducenten die Coneurrenz mit billigen franzoͤsischen Weinen, nament⸗
ich Rothweinen, nicht mehr aushalten können. Die Produktions
kosten in Frankreich seien lange nicht so hoch wie in Deuischland,
und der Eingangszoli auf französische Weine viel zu gering. Die
Petenten kommen daher zu dem Resultate, daß eine Erhoͤhung des
Zolles auf franzölische Weine überaus nothwendig sei. Selbst in
sceihaͤndlerischen Kreisen hat man sich längst fuͤr eine Erhoͤhung
des Weinzolls ausgesprochen, und dürfte eine derartige Vorlage
wohl auf die Zustimmung im Reichstage zu rechnen haben.
Bermischtes.

Falsche Zweimarkstücke, Hamburger Gepräges,
c'rculiren seit Kurzem, worauf wir, zur Vorsicht mahnend, auf⸗
merksan machen wollen.

Wir machen darauf aufmerkiam, daß solche Dienstboten,
welche vergangenes Jahr vom Dieenstbotenstist nur mit Ehrenbriefen
belohnt wurden, obwohl sie wegen vachgewiesener 10jähriger Dienst⸗
jeit dei einer und derselven Herrschaft um eine Geldbelohnung
atutengemäß concurriren konnten, um letztere in diesem Jahre sich
nochmals bewerben können, in diesem Falle aber ihr ausdrücklich
hierauf gerichtetes Gesuch durch Vermittlung ihres Bürgermeister⸗
amts noch im Laufe dieses Monats Novemher zu erueuern
daben.

Pirmasens, 6. Nov. (Pirm. Anz.) Seit Montag
ist mit der Legung der Röhren für unsere Wasserleitung ange⸗
jangen. — Bei Gelegenheit der eben dahier Statt sindeaden Kon⸗
drolversammlungen wurde ein Reservist von dem Bezirkefeldwebel
ermahnt, eine noch aus seiner activen Dienstzeit herstammende
Monturschuld endlich abzutragen, und schließlich gefragt, in welchen
Raten er den allerdings ziemlich hohen Betrag von fünfundsieben
zig Mark bezahlen wolle. Ganz unbefangen entgegunete der Gute:
„Nun, jährülich eine Mark,“ welcher Betrag denn auch
von dem dienstihuenden Felowebel in Anbetracht des Sprichwortes:
Lieber Etwas, als gar Nichts“, acceptirt wurde. (9)

In Kaiserslautern wird soeben für die Erbauung
einer zweiten kathol. Kirche agitirt. Auf Sonntag den 10. Nov.
ist eine oͤffentliche Versammlung ausgeschrieben, in welcher dem
Gegenstand näher getreten werden soll.

F Neustadi. Am G6. d. haben die Vertrauensmänner des
protestantischen Vereins der Pfalz die Neulonstituirung des ge—
sdaftgführenden Ausschusss hier folgendermaßken ausqgeiübrt: Or.

Jak. Extier, Vorstand, Hr. C. F. Voͤlder, Kassirer, und Hr. Pfr.
Hoͤpffner, Sekretär.

4 Grethen. Am 4. d. M. feierte Lehrer Kaufmann
den Gedenktag seiner 25jährigen Amtsthätigkeit dahier. Die Bür⸗
gerschaft ehrte ihn durch ein von Bürgermeister, Adjunkt, Gemeinde⸗
räthen und der Feuerwehr dargebrachtes Ständchen.

In der Racht vom Sonntag auf Montag wurden in
Speher, wie die „Sp. 83.“ meldet, wiederum einige Bubereien
derübt. Diesesmal beglückten die Burschen die Haupistraße mit
hrem Besuch, wo sie unter anderen Rohheiten auch die eisernen
Platten auf dem Trottoirs an den Dachkandelröhren entfernten.
In dieser Arbeit wurden sie jedoch durch die Polizei gestört, wel⸗
5 es auch gelang, einen der Störenfriede in Nr. Sicher zu

ringen.

In der Siztzzung des Militärbelirkegerichs WUrzburg
jom 31. Okltober wurde verurtheilt Gemeiner Anton Wegmann
des kgl. 4. Inf.Reg. wegen 13 Diebstahlsverbrechen zum Nach ⸗
heile verschiedener Personen, Vergehens der Selbstbefreiung, zweier
Bergehen der Unterschlagung zum Rachtheile des Militärärars und
Bergehens des Widerstands gegen die Staatsgewalt gegenüber den
Polizeidienern Vohmann und Leiner zu Zweibrücken, dann
vegen Vergehens des Betrugs zu 9 Jahren Zuchthaus, Entfernung
aus dem Heere, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
ry von 5 Jahren und Zulaͤsfigkeit der Stellung unter Polizei⸗
aufsicht.
Dienstesnachrichten.
Die proi. Pfarrstelle zu Neuhäusel, Dek. Homburg iß
in Erledigung gekommen. Gesammteinkommen 1896 M. 47 f.
nebst den Kasualien. Meldungstermin 6 Wochen.
Fur die Redaction veraniworilich: F. X. De me .
Gesundheitliches.

Wie aus jzuverlaͤfsiger Quelle mitgetheilt wird, war der Zu⸗
drang zu dem hiesigen Depot der weltberühmten Brustkaramels —
Maria Benno von Donat, bei Herrn Jean Peters
sRohlenstraße Nr. 681V. in den letziten Tagen ein so außer⸗
ordentlich großer und die Nochfrage eine so bedeutende, daß der
ganze Lagervorrath bis auf einige Cartons ausverlauft und schleunigsi
neu beordert werden mußte.

Wir glauben nicht zu irren, wenn wir uns der Ueberzeugung
dingaben, daß nicht allein die allgemein anerkannte Wirksamleit der
Faramels — Maria Benno von Donal in fast allen Landern der
Welt gegen Husten — Heiserkeit — Bronchitis — Lungeuschwind⸗
sucht — Katarrhen — Magenschwäche — einfache Appetitlosiglelt
— Schlaflosigkeit — Nervenschwäche — Allgemeine Entkräftigung
— Asthmatische Leiden — zu dem reißenden Absatze beiträgt, sondern
auch der unglaublich billige Preis eines echten großen Cartons zu
30, und eines echten s Carton zu 30 Pfgs.

Auch wird es gewiß Jedermann angemessen finden, daß An⸗
zesichte der vielfachen Fälschuagen und Im'tationen eine Garantie
nur dann fülr die Echtheit übernommen werden kann, wenn sich auf
der Vorderseite eines jeden Cartont nicht Anders gedruckt findet,
als die ¶ Worte: Maria Benno von Donat.

6 von L H. 18 CoO. in Breslau,
Huste⸗ Nicht Honig-Kränter-Malæ- FErtract u. Caramollen“
Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. Wir machen darau
ufmerksam.
*) Zu haben in St NAnoberéhei Herrn J. Friedrich.

IXXXXEXV
it die in der heutigen Nommer unserer Zeivung aich betindende Glueka-
Inzoige von Samuel Heckachor senr. in Hamburg. Dieses Haus hat aieh
Turchꝰ teine prompte und versehwiegeneo Auszahlung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermasen guten Ruf arworbon
ĩase vir Jeden auf dearen heutiges Inaerat achon an diesqr Stoeole auf-
merkaam machen,
        <pb n="650" />
        icitution.

Nontag, den 25. Nov.
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirttschaft
von Georg Sttisef, werden kdurch
den unterzeichneten, hiezu gerichtlich
beauftragten Amtsverweser des
!. Notar Sauer, die nach—⸗
stehend beschriebenen Liegenschaften

im Banne von St. Ingbert, zur

Gütergemeinschaft zwischen Joh.

Jakob Stief, weiland Berç⸗

mann in St. Ingbert und dessen

veilebten Ehefrau Maria Latz,
sowie zum Nachlasse der Letzteren
gehörig, „der Abihrilung wegen
öffentlich zu Eigenthum ver⸗
steigert, alz
—D
q4m Fläche, worauf ein
Wohnhaus mit Stall, Wasch⸗
tüche und Hofraum und
Pl.Nt. 5056. 6 4 73
qm Pflanzgarten dabei.
Das Gonze gelegen zu
St. Ingbert an der Pfarr⸗
zasse neben Ww. Brunion.
Pl.⸗Nr. 3403. 13 4 29
Im Acker in den obersten
Sehen neden Jakob üllar
uind Peter Andels. P
Pl.Nr. 3248. 11 a4 24
Im Acker rechts in den
Sehen neben Johann Hof⸗
mann und Erben Weber.
Pl.Nr. 3730. 22 a 49
qm Wiese in den Potasch⸗
wiesen neben Jakob Allar
und Johann Maier.
Pl. Nr. 38303. 15 4
57 qm Acker auf Schiffel⸗
land neben Peter Laß und
Rikolaus Eich.
Pl.Nr. 1964. 20 a 95
qm Acker im Rockenthal
hinterste Ahnung neben
Johann Latz und Andreas
darß.
Eigenthümer sind:

1. Elisabetha Stief, Ehefrau
jon Georg Lang, Schmelzarbeiter;

. 2. Johann Stief, Schmelz⸗
arbeiter;

3. Peter Stief, Schmeljzar⸗
beiter; diese volljährige Kinder
der Eheleute Stief;

4. Marie Stief, diese minder⸗
zjährig, vertreten durch Johann
Laß, Fuhrmann als Vormund
und Georg Stief, Wirth, als
Nebenvormund.

Alle in St. Ingbert wohnhaft.

St. Ingbert, 9. Novb. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.

Notar Sauer:

K. Auffschneider.

Ein schöner französischer

Ohar-à-bano
und eine gute
Howe⸗Nähmaschine
ñnd zu verkaufen bei

Phy. Weber,
Huhmacher.

Schreiner arenm hat einen
Ofen mit Rohr und Ofenstein
zu verkaufen.
Auch kann bei demselben ein
ordentlicht Junge in die
Lehre treten.

Sodes⸗·Anzeige.

Freunden und Bekannten die schmerzliche Anzeige,
daß es dem Herrn über Leben und Tod gefallen hat,
meinen lieben Gatten,

Ludwig Loch,
nach längerer Krankheit, heute Morgen um 4242 Uhr im
Alter von 28 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.

Schnappbach, den 9. November 1878.

Die trauernde Wittwe
nebst Familie.

Die Beerdigung fiadet Dienstag den 12. Novbr.
Nachmittags um 3 Uß dait.
Kirchweihsonntag
FroeimusikK. cuscée bo pf.
Montags
BALBL. Gitte 1 Mrk.
el Georg Jung.
Münchner Bier
— Sedenayer
ꝛei M. Paul.

—XREXC Die Gewinne

ov. garantirt

875. 000 — dor 8Staab.

— — — . — —2

Finladung zur Betheiliguug an den
GWViInn-Ohancn
der vom Staate HUamburg garantirten groasen
GeId-Lotterie, im weleher über
7 MilIIionen O00, O00 MarIl
si cher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheiIhaften Geld-Lotterie
relehe plangemüss nur 82, 500 Loose enthält, sind folgende, nämlioh
Der grösste Gewinn ist ev. 275, 000 Mark.
iPrũümie von 250, 000 Mark. 1 Gewinn a 125,000 Mark, 1 Gewinr

80, 000 Mark. 1 Gewinn a 60,000 Mark, 1 Gewinn a 30, 000 Mari

Gewinn a4 40,000 Mark, 1 Geéwinn a 36, 000 Mark, 8 Gewinne⸗

30, 000 Mark, 1Gewinn 4à 25, 000 Mark, 6 Gewinne 2 20, 000 Mark,

b. Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinn a 12,000 Mark, 21 Gewinno .

10,000 Mark, 2 Gewinne à 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 31

Gewinne a 5000 Mark, 61 Gewinne aà 4000 Mark. 4 Gewinne a 3000

Mark, 804 Gewinne s 2000 Mark, 8 Gewinne à 1500 Marse, 10 Ge-

xrinne à 1200 Mark, 502 Gewinne aà 1000 Mark „,621 Gewinne a

300 Mark, 87 Gewinne a 800 Mark, 675 Gewinne'a 250 Mark, 40

gewinno aà 200 Mark, 86 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne -

138 Mark, 10 Gewinne aà 135 Mark, 1950 Gewinne a 124 Mark, 75

dewinne 2 120 Mark, 4 Gewinne à 100 Marx, 3450 Gewinne 4 914
Mark, 38950 Gewinne a 67 Mark, 35 Gewinne aà 50 Mark, 3950 Ge-
winne a 40 Mark, 8950 Gewinne a 20 Mark und Kommen solche in
renigen Monaten in 7 Abtheilungen ꝛur SICherenm Pntacheidung.

Die eorste Gewinnziehung ist amtlich festgestellt u. ortet hierzu

das ganze Origiualloos nur 6 Reichsmarx,

das halbo Originalloss nur 3 Reichemark,

das viertol Originalloos nur IV Reichsmark,
und verden diese vom Stante garantirten Original-
LOoSe (reine verbotenen Promessen) gegen franirté Ein-
sendung des Betrages oder gegen Poatvorschuss
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original-
oose aueh den mit dem Staatswappen versehenen Original- Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehnpgeliste
maufgefordert zugesandt.

Die Auszahlung und Vorsendung der Gewinngelder
rfolgt von mir direct an die Interessonten prompt und untor strongetor
Verschwiegenheit.

n Jedæ BestelIIung kann man einfach auf eines Poutein-
AhIungskKarte machen.
Man wende sich daher mit den Aufträgen der nahe bevorste-
ienden Ziehung halber bis zum
6. NOvem ber d. J.
rortrauensvol
muel heebsetrer senp.,
Pænqnier und Wechsel-Comptoir in UIamhuræ.

—vienst⸗

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Elgemeine Wechsel

ind zu haben in der

Buch⸗ und Steindruckerei
J. J. Aem⸗

dinger Sanmcerstau
ger. Schweinszungen,
Sardines à Ihuilo,
neue Mandeln und Vanille
Straßburger Caffee⸗Essenz,
Citronat und Orangeat,
Frische Citronen,
Punsch⸗Essenz,
empfiehlt
J. PReters, St. Ingbert
Nordbäufer
Kornbrandwein
F. Steiufeld.

bei
Sonntag und Montag
Froi musũ lc
Eintritt 1 Mark.
Bei Abgabe der
Farte erhält man
1Flasche Wein.
Peter Schweitzer,
Wirth auf dem Höfchen
Hôteôl Laur.
Kirchweihsonntag und Kirch
weihmontag:
Freimusik.

Freundlichst ladet tin
Frie drich Lehnert.
2
22
2446
—
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um 26. Uod. Jirhung der
Miuünehener
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9000 Geldgewinnsto.
EBUPtITGIꝑr
4O0. O00 MATI
Prois des Loosos J Mark
Auf 10 Loose 1 Preiloos.
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General·Agentur

.
Rankgeschaft, München,
doder
Herrn FOA WVGII
in St Inchort

àSCOCCCOCOCCCCC —— ———— ———
Druck und Verlag von J. X. Demeß in E. Ingbeci.
Siezu Alluftrirtas Sonntaasblatt“ Nr. 45.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
A —— Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstaz, Donnerstag, Samstaz und Sonutag. Der Abonnementspreis beträagt viertellährlich
Mark 40 R.⸗Pfg. Anzeigen werden mit 10 Pfg., von Ausvarts vuit 15 Pfa, fur die vierzespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum. Reclamen
mli 80 Pig pro Zeile berechnet.
Bt— , ———[2[—[c— — — —
Novem ber 1878.

— — — ⸗——

Deutsches Reich.

Mänchen, 9. Nov. Der Gisetzgebungs-Ausschuß der
dammer der Abgeordneten hat heute mit der Berathung des Ent;
vurfs eines Gesetzes zur Ausführung der Reichs-Civilprozeßordnung
und Konkursordnung begonnen. Die Staatsminister der Justiz,
»es Innern und der Finanzen wohnten mit einigen Regierungs—
tommissären der Sitzung bei. In derselben gelangten die Art kel
bis 27 ohne wesentliche Aenderungen zur Annahme. Der vom
AUbg. Dr. Moyer zu Art. 3 beantragte Zusatz bezüglich der Be—
mitzung der Archivalien wurde von den Siaatsministern bekämpft
md dann von dem Antragsteller wieder zurückgezogen. — Da es
zur Erlangung eines qualitatid und quantitatih entsprechenden Per—
onals für die Zahlmeisterstellen in der Armee wünschenswerth
exscheint, auf die möglichst ausgedehnte Heranziehung der Einjährig⸗
Freiwilligen zur Zahl neister Cacriöre Bedacht zu nehmen, so sind
u diesem Behufe vom Kriegsministerium enssprechende neue Anord⸗
aungen erlassen worden.

Die Nordd. Allg. Ztg. stellt gelegentlch der Mitllheilung
iniger Fälle aus den Reichslauden, wo auf Grund des eode pénal
nehrere Wuch er et bestrast worden sind, ‚„allgemeine Betrachtungen“
uin, denen aber ene ganz spezielle Tendenz innezuwohnen scheint.
Diese Betrachtungen lauten folgendermaßen: „Es ist eine unleug—
hare That'ache, daß die Aufhebung der Wucheigesetze seiner Zeit
on einem großen Theile des Volles nicht ohne Bedenken, vielmehr
nit aufricht ger Besorgniß für die fittliche und volkswirthschaftliche
deitsamkeit dieser Moßnahme begleitet wurde. Seitdem aber sind
ie Stimmen niemals ganz verllungen, welche für die Befeitigung
xer Wucherfreiheit plaidirten, und wohl als notor sche Thalsache ist
ukzusehen, daß bie Strömung im Volke in diefer Richtung gerade
jegenwärtig an Ausdehnung und Nachdrucdk sehr gewachfen ist.
Solche Erfcheinungen berdienen allewege die Beachtung ebenso der
gesetzgebenden Fal oren, wie des Publizisten.“

—A
ernste Verhandluagen zwischen der deutschen Regierung und dem
Vat can im Zuze sind und ein erster Schritt zur Verständigung
Jereits gethan ist. — Der „Golos“ schreibt: „Rußland hat bei
Berfolgung seiner Aufgaben auf der Balkanhalbinsel das volle
Reqht, für die Sicherung des Rückens sener auf dem rechten
Donau⸗ Ufer stehenden Armee So ge zu tragen. Rußland kann
nicht umhin, judem es aus diesen Rücksichten den ganzen Unterlauf
der Donau in seiner Macht behält. gleichzeitiz auch besondere Auf⸗
nertsamkeit auf die Sicherung seiner Gränzen nach Oesterteich ˖ Ungarn
u richten. Dazu ist es nothwendig, in unseren südwestlichen Gou⸗
ernements eine vollkommen schlagfertige Urmet von mindestens
300,000 Mann zu haben.“ — Der N. Fr. Pr.“ wird aus
Brody, 7. November, telegrophirt: „Wegen neuerlicher bedeutender
wssischen Truppensendungen nach Rumänien ist det Waarenverkehr

ruf den südrussischen Linien streclenweis gänzlich eingestellt worden.
Man klagt in Wien, daß die österreichischen Handelsschiffe auf der
unteren Donau durch die russische Flagge mehr und mehr verdrängt
verden, wahrend der Strom gleichzeitig von russischen Kriegsschiffen
vimmle.

habe und das U. Semester 1878 mindestens eben so viel nefern
recht gut thun könnte, ohne daß man unter 7 s0 Dividende kerunter
zugehen brauche. Aus der Versammlung wurdeé der Wunsch laut,
man möge um den Reserdefond zu erhöhen, das Eintritisgeld, das
zis jtzt 7 M. benägt, auf wenigstens 10 M. erhöhen, und soll
der nächsten Generalversammlung ein diesbezüglichet Autrag zur
Beschlußfassung unterbreitet werden.

Bei der Posit on Sparkassen-Conto ist eine Zunahme
yon nahezu 8000 Mark zu constatiten, was, wenn man es
zamit vergleicht, daß im gleichen Semester pto 1877 eine Min—
)erung von 20,000 Mart stattfand, ein erfreuliches Zeichen und
pie Herr Cassier Beer bemerkie, der beste Gradmesser für unsere
ziesige Geschäftslage ist, die durchaus nicht so „sch hbecht“ zu
nennen sei, wie man sie so oft scheldern hört.

Auf dem Tratten-⸗Conto würde ein viel größerer Umschlag
dattfinden, wenn wir hier, wie in Kusel, Grünstadt ꝛc., eine Noten⸗
»ankstelle hätten. Auf Vorschlag eines Mitgliedes wurde von der
Versammlung eine Commission, bestehend aus den Herren J. Beer,
F. Conrad und J. J. Grewenig gewählt, die die nothigen
SZchrilte zur Erreichung obigen Zieles zu thun haben.

Der zweite Punkt der Togesordnung: Annahme einer In⸗
ttruktion für den Aufsichtsrath, fand dadurch seine Erledizung, daß
zie von der letzten Generalversammlung zur Ausarbeitung dieser
Instrutt'on gewählte Commission den Vorschlaz machte, von der
Aufstellung einer solchen abzusehen, da das in die Instruktion Auf⸗
zunehmende schon längst bei hiesigem Vorschuß-Vereine in Praxis sei.

rF Mit dem 1. Januar 1879 klommt laut Belannimachung
des Reichskan lers von 30. April ds. Is. ein neues Frachtbrief⸗
Formulac auf sämmtlichen Eisenbahnen Deutschlands zur Anwendung.
Blei hzeitig ist angeordnet, daß von diesemn Termin an das alle
Formular nicht mehr verwendet werden darf. Die Einführung
des neuen Formulass ist deßhalb bis dahin hinausgeschoben worden,
um den Verdrauch der alten Vorräthe zu ermöglichen.

Der zwischen Frankenthal und Dirmstein fahrende Omnibus
chlug am Donnerstag Abend um, wodurch zwei Personen schwer
zerletzt wurden.

F Saarbrücken, 11. Nov. Gestern wurde hier ein
Musiker verhaftet, der, früher bei der jetzt aufgelösten Stad kapelle
ingagirt, später in ein Saarlouis'er Reg'ment eingetreten und von
yort desertirt war. Der Deserteur wurde dem hiesigen Regiments-
ommando übergeben, welches heute Vormittag seinen Rüdtransport
nach Saarlouis veranlaßte. (Sbr. Zig.)

F Essen. Zur Herbeiführung einer Einigung zwischen den
durch den Bergbau an ihren Häufern geschädigten Eigenthümern und
den Vertretern der Bergwerke ist vor einiger Zeit eine sogenannte
Ktegulirungs Kommission eingesetzt worden, die über die Entichadigungen
c. zu befinden hat. Dieselbe hat nun über 191 Häuser sachliche
Entscheidung getroffen. Bei 110 Hänsern wurde der Bergbau als
alleinige, bei 69 akts mitwirkende Beschädigungsutsache und bei 12
däusern der ursachliche Zusammenhang zwischen Bergbau und Be⸗
chädigung als zweifelhaft erachtet. Aus diesen Zahlen ergiebt sich
zur Genüge, welche ungeheuren Kolen den Bergwerken aus den
Bodensenlungen erwachsen; und obendrein wird die Zahl der be⸗
chädigten Häuser noch jeden Tag größecr.

F Wie das Sozialistengesez in Stuftgart gehandhabt
v'rd. Der Pariser „Rappel“ setzt seinen gesinrungstücht gen
Lesern folgende hearsr aubende Geschichte vor: „Seit dem Sozia⸗
istengesetz ist in Deutschland Alles verdächtig geworden, selbst die
jarmlosesten Dinge, selbst das Kegelspiel. Zum Beweis diene,
vas uns ein Freund erzählt, der eben von Stuttgart konmmt.
kine Gesellschaft vertrieb sich die Zeit mit Kezelschieben in dem
Harten einer Restauration, da geschah es, daß einer der Pattner
indem er seine Kugel schwenlte, lebhait ausrief: „Was gili's, ich
verfe den König um ?“ Am anderen Tag wird dieser unvorsichtige
degler, ein bekannter sehr geachteter Kaufmann, verhastet und
vegen hochverrätherischen Anschlags vor Gericht gestellt. Vergebens
erief sich der Angellagte auf die herlömmllche Ausdrucsweise beim
Spiel, vergebens bezeugten zahlreiche Zeugen seine Ehrephaftigkeit

Vermisttes.

s St. Ingberi, 11. Nov. (unlieb verspätel.) Ver⸗
lossenen Donnerstag Abend, 7. Nov. fand in der Bierbrauerei
deufser die Generalversammlung des hiesigen Vorschußvereines statt.
belder war dieselbe sehr schwach besucht, indem von den 351 Mit⸗
Jliedern drs Vereins nur 28 erschienen waren. Herr Cassier Beer
erstattele den Geschaftsbericht pro J. Semester 1878 und veislocht
dam't den Bericht über den pfälz. Genossenschaststag zu Kirchheim⸗
olanden. Aut dem erstatteten Geschäftsbericht werden folgende
Bunkte hervorgehoben:

Der Reservefond, der jetzt nahezu 12000 M. hat, sei staluken⸗
gemäß noch zu klein und nüdte im Verhältniß zu den eingezahlten
Stammantheilen auf 24000 M. gebracht werden. Es müßte in
Zukunft dieses Conto besser bedacht werden, was man auch, da das
Waelaufene Semester einen Reinerlrag von 6674 M. abgeworfen
        <pb n="652" />
        und Hactmilosigteln. bir atichter ensschieden, ouß ver Ausrur ni
auf den Kegelkön'g, sondern auf den König don Preußen () sich
beziehe. Doch nahmen sie mildernde Umstände an, und so wurde
der Verbrecher wegen Majeflätsbeleidigung zu 83 Wochen Gefängniß
verurtheilt.“ Wer wohl dem Franzosen diesen Bären aufgebunden
haben magz?

F (Fatales Qui pro quo.) Ein Pariser Maler geht fruh
Morgens 2 Uhr nach fröhlichem Souper vergnügt nach Hause.
Auf der Straße redet ihn mit stwerer Zunge ein Herr an: „Pardon,
Mousieur, können Sie pfeifen?“ — „O ja,“ erwidert lachend der
Maler, „pfeifen kann ich wohl, aber Virtouse bin ich darin nicht.“
„So können Sie ... mir ... einen großen Gefallen ...
thun .... Ich wohne nämlich ... da oben ... zwei Treppen
hoch ... Und wenn ich spät ... nach Hause konme ... dann
pfeif' ich ... den Rofenwalzer ... und meine Ftau ... wirft
mir den Schle... üssel herunter ... Heute Abend abet ...
ist's ...'n Bischen viel geworden.... die Zunge will nicht
... ich kann nicht pfeifen!“ „O, wenn's weiter nichts ist“, sagte

ott Natser, den „Nosenwalzer kenn— . Damit trilt er unre
das Fenster und pieift. Kaum sind die ersten Takte erllungen, so
dffnet sich das Fenster und der Maler erhält auf den Kopf den
Inhalt eires Waschbeckens. Zugleich ertönt eine kreischende Frauen
diuume: „Da dast Du's, du Lump, für Dein spates Nachhause—
sommen!“

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
— EZBIET5ERET59äEAVK—— —ZRScc?,2
Interessant
ist dio in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Gltcks-
Anzeige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sich
lurel seine prompte und verschwiegene Auszahlung der hier und in de
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben
lass wir Jeden auf dessen heutiges Inserat schon an diesor Stoele auf-
nerksam machen.

Vertragsmäßige Holzversteigerung
Wiederversteigerung. aus Stautzwaldungen des kgl.
Freitag, 29.“ Nodemder Forstreviers Neuhäufel.
nächsthin, Nachmiitags 2 Uhr —
hen Schnappbach, in Donnerstag, 28. November,
der Wirthschaft von Karl Victor Vormittags 10 Uhr zu
6 — F vet Reuhäusel im Lokale
wird auf Betreiben von Peter
Saicling Glassteger auf der seI dra r ur
Schnappbach, Glüubiger, gegen ferwald b * 8 ⸗
Jatob Schwarz, Vichger allda. 81 —8
Schuldner, das nachbeze' chnete ————
Grundstück, im Banne von St. 320 Sie buden Sheit g, ad
Ingbert, wegen Nochtbezahlung —5 —8 u
des Erwerbspreises im Wege der 80 Eie dhen — Casse
vertragsmaäßigen eperheeze une
ung öffentlich ausgebbten, und! 8 2* *
es dem Meistbietenden zum Eigen⸗ 3 akpen .
whum azuseschagen:
Von Pl. Rr. 1664. 1ha — s un
51 qm Acker auf den jechs z00 W penprügel,
ellen.
Sichen eiste Ahnung, neten genhaäufei, 10. Nod. 1878.
dem Walde, itwa eine Tochterinann, iOeribester.
Fläche von ungefähr 25 4 8
21 qm neden Kail Vikor
Grajfion.
St. Insbeit, 9. Nov. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.
Notar Sauer:
K. Auffschueider.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Freitag, 29. Novemder
rächflhin, Nachmittags 4 Uhr.
auf der Schnappbach, in
der Wirthschaft von Karl Vekior
Graffion
werden auf Betreiben von
Balentin Zumbrod, Glasgtrecker
auf der Schnapphach, Gläubiger,
gegen Jalob Schwarz, Peetzger
oͤllda, Schuldner, die nachbezeich⸗
neten Grundstücke im Banne von
St. Ingbert, wegen Nichtbezah
lung des Erwerbspreises im Wege
der vertragsmäßigen Wederver⸗
steigerunz, öffentlich an den
Meistbietenden zu Eigenthum
orrsteigert:
J. pPi. Nr. 1345. 17 a 88
gqm Ader in der Mäusbach
neben Ludwig VBirkelbach
und selgenden Stücke;
picr. 13140. 18 46
qm Ackeer allda neben Joh.
Best und vorigem Stück.
Si. Ingbert, 9. Nov. 1878.
der Amtsrerweser des kgl
Notar Sauer:
N. Auffschneider.

LEaunt-Gewinn
ex.
G75. OOO MM.

—XE Vie Gewinne
garantirt
ATNZGig e. a.
Einladung zur Betheiliguug an den
GVInn-OhAHBCSen
der vom Staate IInmburg garantirten grossen
Geld-Lotterie, inm weleher üher
AMiIIIOoDGB OO, OOO MLASI
sicher geronnen werden müssemn.

Die Gewinne dieser vortheiIhaften Gæld-Lotterie,
relehe plangemüss nur 82, 500 Loose enthàält, sind folgende, nämlich:
Der grösste Gewinn ist ev. 375, 000 Mark.
1Prãmie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125,000 Mark, 1 Gewinn

a 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark, 1 Gewinn a 50,000 Nark,

1Gewinn a 40000 Mark, 1 Gewinn aà 86,000 Mark, 8 Gewinne 3

30, 000 Mark, J Gewinn a 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,

6 Gewinne a 15,000 Mark, J Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewimne

10,000 Mark, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
Gewinne aà 5000 Mark, 61 Gewinne à 4000 Mark, 4 Gewinne a 3000
Mark, 304 Gewinne à 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
winne a 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinne a
500 Mark, 87 Gewinne a3 800 Mark, 675 Gewinne'a 250 Mark, 40
Gewinne a4 200 Mark, 36 Gewinne aà 150 Mark, 22850 Gewinne a

138 Mark, 10 Gewinne a 185 Mark, 1950 Gewinne a 124 Mark, 75
Gewinne à 120 Mark, 4 Gewinne a 100 Mark, 3450 Gewinne à 94
Mark, 3950 Gewinne à 67 Mark, 35 Gewinne a 50 Mark, 3950 Ge-
winne a 40 Mark, 8950 Gewinne a 20 Mark und kommen soleche in
wenigen Monaten in 7 Abtheilungen 2ur SICherem Entscheidung.

Die erste Gewinnziehung ist amtlich festgestellt u. kostet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloss nur 3 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur I/3 Reichsmark,
und werden diese vom Stante garantirten Original-
LOoose (keine verbotenen Promessen) gegen franlicirté Rin-
seuadiangz des Retrages oder zegen Posstrorsehuss
selbst nach den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhält von mir neben seinem Original-
Loose auch den mit dem Staatswappen versechenen Original-Plan gra-
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehungsüüste
unaufgefordert zugesandt.

Dio Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
orfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengseter
Verschwiegenheit.

FD FMode Restellung kann man einfach auf eine Posstein-

2u HInESArte machen.

IMan wende sieh daher mit den Auftrügen der nahe bevorste-

henden Ziehnng halber bis zum

LG. NoOvember d. -F.
vertrauensvoll an
Samuel Hechbksohen sgenp.,
Banquier und Wechsel- Comptoir in IIMnmburgp.

Zur gofl. Boachtung!

Da ich mich entschlossen habe, für die Folge keiine fertigen Kleider mehr zu sführen,
so verlaufe ich von heute an meine emmilichen Vorräthe in sertigen Herren -· und Knaben—
kleidern, sowie Damen- und Regenmänteln, um schneil damit zu räumen, jum
Selbstkostenpreise.

Meine Tuchhandlung und mein Maßgeschäft wird wie bisher weifergeführt, und wache ich
auf eine große Partie schwerer, mittel und hochfeiner Tuche und Burkins
auimerksan, welche alle 54 breit und im Stück deeratirt find.

B. MBckermann,
Zweibrücken, Hauptstraße und Ecke am Mühlgäßchen.
Druck mnd Verlag von F. F. Demeg in Ei. Ingbert.
        <pb n="653" />
        55728 325228335
383 23633353555 53 35335 3
5328576 —— — 25323 75353—3
—XA * 3 55 538
2 3 223 2 55238 53553 5335
5222 23 69 228 6 —5* 52383 —52222 s5s 32323538
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2338989 32 33358 3338 —— F 5328 F
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zES— 53 529 ——— — 35353335
—5323 —— 23253432* 3338
—8 —3 8
—— 255
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woöchentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Somrtag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljährlich

1M 40 A fur die hiesigen Abonnentien. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswärls mi 5 Z fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren
Raum, Reclamen mil 30 pro Zeile berechnet.
M 180. Donnerstag, den 14. November

—
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Deutsches Reich.

Berttiin, 11. Nos. Ddas Gesehß gegen Verfälschung de
Lehenzmittel, welches dem vorigen Reichstage bexeits zugegangen,
aber wegen des Sessionsschlusses unerledigt geblieben war, wird
sicherem Vernehmen nach in der nächsten Reichs agssession wieder
eingebracht werden. Es soll eine Umarbeitung des früheren Ent—
vutfes vorgenommen und dabei auf die Kommifsionsbeschlüsse Rüch
sicht genommen werden.

Berlin, 12. Nvo. Die Frage der Resrganisation det
dehrunterrichts duf den höhern Unserrichtsanstalten steht belanntlich
seii banger Zeit auf der Tagesordnung. Jetzt verlautet, dasb die
Unterrichtsverwaltung folgende Dritttheilung der höheren Auterrichts
anstalten ins Leben treten lassen will: 1) Humanistische Gymnasien
Neichgestellt den heutigen Gymnafien, mit etwas gröberer Berück⸗
ichtigung der Mathematik und Naturwissenschaften und mit der
Berechtigung zu jedem Studium auf allen Hochschulen; 2) Real—
Bymnofien, gleich den jetz'gen Realschulen erster Ordnung mil
Berftärkung des lateinischen Unterrichts in den oberen Klafsen und
mit det Berechtigung zum Studium der neueren Sprachen und Zu—
lassung des Studiums in allen technischen und landwirthschaftlichen
hochschulen; 8) Hdhere Gewerdeschulen oder Realschulen erster
Hednung ohne laleinischen Unterricht, mit der Studienberechtigung
der Realschulen, ausgenommen das Studium neuerer Sprachen.

Berlhin, 12. Nov. Gestern ist der neue Telegraphen
dertragmitEngland unterzeichnet worden, der am 1. Jan
nächsten Jahres in Kraft treten soll. Derselbe normirt, wie wi
der „Köln. Zig.“ entnehmen, den Tarif pro Wort auf 80 Ppf.
und zwar ohne Berechnung einer Grundtare, wie der deutsche Tarif
sie angenommen, und ohne Auterschied des Abgangs- und Bestim⸗
mungsortes, sowie ohne Rücksicht auf den Besö derungsweg.

Mehrere Handelskammern haben Anträge zur Tarifresorm
formulirt und der ständigen Tariskommision der dentschen Eisen⸗
bahnen unterbreitet, welche sich in ihrer Sitzung am 13. d. Mis.
darüber schlüssig machen wird. Es handelt sich vornehnilich um die
pielsenig in Anregnng gebrachle Einführung einer zweiten ermäßigten
Stückguttlasse, die von Eisengießereien und Fabrilanten mannigfacher
kleinen Eisenwraren in Westfalen als durchaus nöhig für die
Fortentwickelung ihrer Indnstrie bezeichnet wird. Die Annahme
riner zweiten Stückguiklasse hat indessen die Erwägung jzur noth—
wendigen Folge, ob die sogenannie allgemeine Wagenladungsklasse
der wichtigste Bistandtheil des Tarifcesormsystems, aufrecht erhalten
werden kann. Aus diesem Grunde sind die Verhandlungen der
Tariftommision diesmal von allgemeiner, größerer Tragweite.

Zum Tabakakmonopol. Die nmeueste Nummer der
„Skatistischen Correspondenz“ giebt einen, wenn auch undbedeutenden
Beitrag zu der auf der Tagesordnung stehenden Frage der Tabaks⸗
besteuerung, indem sie üder das Tabaksmonopol in Oesterreich⸗ Ungarn
tatistische Angaben mittheilt. Das Tabaksmonopol ist gegenwärtig
in 8 eutöpaischen Staaten (Frankreich, Oesterreich Ungarn, Jialien,
Spanien, Portugal, Rumänien, Liechtenstein und St. Marino) ein⸗
zeführt, welche zusammen 126 331 960 Einwohner (ungefähr 40
pCt. der Gesammtbevoöllerung Europas) zählen. Unter diesen nimml
Desterreich Ungarn der Größe der Bevölkerung nach mit 38,904,435
Eimnwohner die zweite Stelle ein. In den öfterreichischen Erblanden
ist das Tabaksmonopol sqon seit 1783 eingefühtt, in Ungarn seit
1850. In Oesierteich existirten 28 Fabrilen, in denen 1874:
26850 Arbeiter bezw. Arbeiterinnen und Kinder beschäftigt waren
und in Ungarn 16 Fabriken mit 9104 Arbeitern. Das NAufsichts⸗
dersonal und Veamlen belief sich in Oesterreich auf 542, und in
Ungarn auf 164 Personen. Die Netto Ginnahnen aus dem Tabakt⸗
monopol haben fich seit Beginn unseres Jahrhunderte bis 1870
tnotm gesteigert; denn fie sind von 1801 mit 11945 760 Mark
bis 1870 mit 76005 840 M. gestiegen.

Wiesbaden, 12. Nov. Gestern Abend fand zu Ehren
Sr. Majestät des Kaisers glänzende Illumination des Markplatzes,
Fackelzug und Serenade sämmtlicher Gesaugvereine statt.

Stuttgart, 18. Nod. Der König ilt heute früh 6 Uhr
nah Wieszbaden Zereuft, um den Kaiser daselbft zu desuchen.

—

Aussand.
Berun, 12. Nov. Die Schweiz hat fuür den 1. Januar
1879 den lateinischen Münzvertrag gekündigt.

Paris, 10. Novd. Der große Erfolg der National⸗Lotlerie
hatte die Mittel bedeutend vermrhrt, mit welchen fsür Pariser und
auswärtige Arbeiter der Gratisbesnch der Ausstellung destritten wurde.
Aver mil dem Wachsen dieser Geldmitiel hat auch der Mißbrauch
damit zugenormen. Das Comite der Lotterie hatie 500,000 En-
frittekarten (tiekots) den 20 Masrien von Paris zur Verfügung
gestelrt, um sie an Arbeiter zu vertheilen. Was ist nun geschehen?
Eine ganze Anzahl von Arbeitern hat sich Tickels erbeten, nicht
etwa, um die Ausstellung zu besnchen, sondern um sie zu verkaufen.
In den letzten Tagen konnte man Tickels für Urbeiter in den Za—
zangen zur Ausstellung füür 50 oder 750 kaufen. Dieser Schleich⸗
handel ist aber weniger wichtig, als was in der Provinz geschehen
ist. Sehr viele Arbeiter haben sich die ihnen zuerkannten Gelder
für die Reise zur Ausstellung zahten lafsen und sind Morgens nach
Paris abgefahren, um Abends oder am nächsten Morgen zurückzu⸗
lehren. Sie haben auf diese Weise das Geld wieder heimgebracht,
welches ihnen gewährt worden war zum belehrenden Aufenthalt in
Paris. Auch ist es vielfach vorgekommen, daß man die für Ar—⸗
beiter bestimmten Karten an Personen, deren Eifer für die republi⸗
lanische Propaganda man belohnen wollte, vrerabreichte.

Madrid, 13. Nov. Der Köonigsmörder Moncast wurde
zum Tode verurtheilt.

deom, 12. Nov. Bon Seiten der Behörden in Mailand
sind Maßregeln ergriffen worden, um ju verhindern, daß die aus
Deutschland auswandernden Mitglieder der Internationalen die
Stadt zum Contrum ihrer Propaganda machen, wie dies beabsichtigt
zu sein scheint. Zwei denische, ein franzöfischer und zwei öster⸗
reichüche Soz al sten sind ausgewiesen worden.

Vermischtes.

Sit. Inabert, 14. Nov. Gestern Morgen reisten von
hier die Herren Bürgermeister Cußtet, Atjuntt Woll und
Stadtrathsmitglied Kahen als Deputation nach München ab,
um hier dahm zu wirken, daß unsere Stadt bei der neuen Gerichts
tintheilung Sitz eines Gerichtes bleide. In einer auf Saumstag⸗
Vormitiag auberaumten Audienz bei St. Criellenz dem Heern
Justizminister werden sie ihre Wunsche in diefem Betreffe vortragen.

fFalsche goldene Fünfmarkstücke mit badischem
Bpräge und mit der Jahreszahl 1878 sind, wie vom Rhein ge⸗
neldet wird, neuerdiugs in Umlauf gesezt worden. Die Falfifilate
sind so weich, daß Nägeleindrücke ganz leicht demerklich erscheinen.

Bruchmuhlbach. (Pf. K.) Es wurde diises Jahr
im Frühjahr von Herrn Kraemer in St. Ingbert ein Bock
zeschossen, der drei Stangen aufhalte. Es ist wohl nicht uninterissant,
dieser Abnormität ein noch selteneres Gegeuftück zur Seite stellen zu
dürfen. Es hat nämlich s. J. Herr Forstwart Wilh. Hofmann
in Herschberg, Revier Thale schweiler, stationirt, einen Sechser-Bock
erlegt, der vier normalt Stangen aufhatte. Die beiden hinteren
oder nachstehenden Stangen waren etwas mehr zusammengerüdkt
und kaum merklich schwächer als die beiden vorstehenden; die vier
Staugen mit ihren Enden bildeten ein wahres Buschwerk..

f In einer am Sonntag in Kaiser ßlautern abge⸗
haltenen sehr zahlreich besuchten Versammlung wurde ein Vexrein
gegründet, der iich die Erbauung einer zweiten katholischen Kirche
zur Auf, abe gemacht hat.

7 Alltenkessel, 11. Rov. Ein entsetzliches Unglüd er⸗
eignete fsich gestern im hiesigen Schlaihause. Die Familie des
kürzlich von Dudweiler herher verfetzten Schlafhausme sters M.....
wurde nach dem Genusse der Mittagssuppe pldtzlich krauk vud alle
Shzntome eisger Vergistung ließen sih wahrnehmen. Wee sich
pater herausste Ute, hat die Fran d'e Suppe statt mit Pfaffer mil
Ratteagift gewützt, welches hoöchst leichsi auiget Weise im Küchen⸗
schrant aufdewahtt urde. Trotz aller angewandten Gegenmitiel ist
herr M....., ein Lrastiger Mann, dem gzenossenen Gefte bdereit—
        <pb n="656" />
        heute Nacht erlegen und mehrtre andere der Familienglieder schweben
noch in äußerster Lebensgefahr.

Manchen, 11. Now. Der bisherige Assistent im hyhgi⸗
enischen Institut in München Gustav Wolffhügel (Pfälzer) ist, wie
wir sicher vernehmen, zum Regierungsrath im Reichsgesundheitzamt
zu Berlin errannt worden.

7. Frankfurt a. M., 11. Novb. Gestern Abend ließ
sich ein bis jetzt noch unbekannter Mann am Uebergange der Mör—
felder Landstroße vom Schnellzuge der Main⸗Neckar⸗Bahn todtfahren.
Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt.

F In Mainz wird in den Wirthschaften der Aktienbrauerei
das Bier zu 10 Pfg. verzapft.

F Aus Baden. Auf Anregung des Handelsministeriums
wurden bekanntlich im heurigen Frühjahr von den Gemeindebehörden
Maßtregeln gegen die in ma'chen Gegenden sehr zahlreich erschienenen
Maikäfer ergriffen, insbesondere durch Aussetzung vou Preisen für
Ablieferung gewisser Mengen dieses gefährlichen Feindes der Land—
wirthschaft. So weit nun Berichte vorliegen, sind im ganzen Lande
etwa 400,000 Kiter Maikäfer abzeliefert und hierfür Preise im
Betrage von etwa 11,000 M. bezahlt worden.

GEin Gedenltag.) Am 9. d. M. sind es 30 Jahre gewesen,
daß Robert Blum in Wien eischossen worden. Am 4. Nos 1848
hatte man ihn verhaftet. Er berief sich auf seine Unverletzlichkeit
als Abgeordneter — man brachte ihn in das Stabsstockjaus. Am
8. wurde er verhört. Seine Berufung auf den deutschen Reichs⸗
gesetzschutz und auf den österreichischen Konstilutionalismus erhiell
eine schnelle Erlediging. Um 8 Uhr Abends war sein Verhör be—
endigt und mit dem ersten Frührotbschein des nächsten Tages
wurde ihm sein Urtheil verlündigt, welches auf Tod durch den
Strang lautete, „in Ermangelnng eines Freimanns“ aber in jenen
durch Erschießen umgewandelt wurde. Mit Fassung hörte Blum

sein Todesurtheil an und stieg eine Stunde spaͤter in den Wagden,
der ihn zur letzten Fahrt abholte. An der Reiterkaserne in da
Augartenstraße, durch welche der Weg nah der Brigittenau führte
und wo bereus eine zahlreiche mil täͤr sche Bedeckung seiner Ankunft
harrte, hielt der Wagen an und der Profoß trat vor, um Blum
zu fesseln. Allein dieser bat dringeud den befehligenden O ficier,
ihn mit den Ketten zu verschonen? „Lassen sie mich als einen
freien deutschen Mann sterben. Sie werden mir auf mein Wor!t
glauben, daß ich nicht den lächerlichen Versuch wmachen werde, zu
enttommen.“ Der Ojficier gewährte es und der Zug, welchen ein
Leichenkatre schloß, setzte sich in Bewegung. Blum mochte wohl
bis zu diesem Augenblscke von der Meinung befangen gewesen fein,
daß seine Hinrichtung nicht eriolgen werde; nun überlam ihn die Gewiß⸗
heit von dem Ernst der Lage. Weinend sank er in sich zusammen,
doch schnell sich ermannend, redete er die ihm geg nübec sitz nden
Soldaten also an: „Ihr babt Robert Blum weinen gesehen; es

var nicht der Abgeordnele, der um sein Leben weinte, dieses gehörte
yon jeher der Sache, für die ich jetzt sterbe. Ich dachte an mein
Weib und meine 4 Kinder und ihnen galten diese Thränen.“
Begen halb 8 Uhr langte der Zus auf der Richtstätte an. Blum
vollte dem Tode ins Angesicht sehen und sich die Augen nicht ver⸗
zinden lassen, doch ließ er davon ab, als ihm der Offieler bedeutete,
daß die Mannschaft sicherer schiße, wenn sie dem Verurtheilten
nicht in die Augen blicke. Hierauf band er sich, jede Hülfe ab:
weisend, selbst das Tuch um die Augen und mit dem Ausrufe:
„Ich sterbe für die deutsche Freiheit, möge das Vaterland meiner
ingedent sein!“ sank ir, von drei Kugeln durchbohrt, entseelt zu
Boden. Blum's Leichnam wurde nach dem Secirsaͤale des Jose ph⸗
niums gebracht, von dort aber aus Pietöt unberührt gelassen und
odann „auf Befehl“ im Währinger Friedhofe au geheimzehaltener
Stelle verscharrt.

F Von einem furchtbaren Verbrechen wird dem Pariser „Na⸗
tional“ telegraphisch aus der Gemeinde Allemans«de⸗Drapt, Arron⸗
d'ssenent Marmande, berichtet: Dort hat ein 19jähriger junger
Mensch, Namens Laprade, seinen Vater, seine Mutter und seine
Broßmutter erschlagen. Der Mörder besindet sich in den Händen
der Justij.

7 In Brüfsel wurde dieser Tatze der Banquier Simon
Phil'ppart, ein Börsenschwindler en gros, der namentlich in E.sen⸗
pahnen „machte?, wegen einfachen Bankerotis zu 6 Monaglen Ge—
jängniß verurtheilt. Gegenüber den Millionen fremden Eigen⸗
hums, mit welchen jener Mensch in srivolfter Weise spielte, erin⸗
nern die 6 Monate Gefängniß etwas stark an das Sprichwoct:
die kleinen Diebe fängt man, die großen läßt man laufen.

F Das gelbe Fieber in Memphis. In weichem Grade
die Stadt Memphis (im nordamerikanischen Staate Tenessee) durch
das gelbe Fieber entvölkert ist, geht aus der Thatsache hervor, daß
⸗ↄ20n den 40,000 Einwohnern nur noch 83500 in der Stadt sind
2500 Weiße und 6000 Farbige.

Marktberichte.
Kaiserslautern, 12. Nov. (Fruchimiltelpreis und Victualienmarkt.)

Weizen 089 Me86 Pf. storn 7 M. 49 Pf. Spelzkern — M. — VPf. Spelj;
b M. 49 Pf., Gersie 8 M. 73 pf. Hafer 6 M. 83 Pf., Erbsen 7 M.
36 Pf., Wicken 5 M. 45 ppf., Linsen 7 M. 82 Pf., Kleesamen 34 M. 20
Pf. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf., 2. Qual. — Pf., Gemischtbred
3 Pfund 38 Pf.

‚Homburg, 18. Rov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 M. 17 Pf. Korn 7 M. 606 Pf. Spelzkern — M. — pf., Spelz O M.
— FEf., Gerfie 2reihige — M. — f, Serste 4reihige 7 M. 60 Pf. Hafer
6 M. 02 pf., Mischfrucht 8 M. 48 Pf. Erbsen d M. — Pf., Wicken
M. — vBf., Bohnen m — pf.aleesamen R. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 68 Pf. Gemischibrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 60 Pf.
Rindfleisch 60 Pf., Kalbfleisch 60 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
60.Pf. Butter Pfund 1M. — pf. —B

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z83 357857355 —— 253605383553 27833832 33*8
vE 153535553—3253 532 222 532257 55— — —XR 2 *
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A — — 258* 225238 S — 223 338 — 22 —— —— 2**
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—235 5235363 3253535557 325 —X — —22 —526 —A—
5c 8.2 — — 52323 8 — 25— 82288 5322* —562
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8 —A— —X — 58 533 z — — 23532783352 3* S6
5,585 7 * 2 24 52 — E —— —c — 2 8 *
3 —3— 522335353*38 5 —A 2 52 5 28 8 2 5*
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5 2 8582588* 55 *8* 5 2 233 2 — — B 8—35
388222 2 522557 2 2 S 222 — „3 F — &amp; 22 22 8
335 528335 s655875 325833 —3358 — 333
335335837 555
52568 28 336333 3
4 2 * *
5332355557 23* 3353238338335828 2 233355535 *
2 535587 252355 5228055 —5553683 522
32555333335538328 ẽ 233328335
—8 2558353* 2523353582533 28
88 228 — — 5572626
5 25335535 8 ———
* —* 2
53 2532355 — 2222528 2255535321
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5—73835ẽ —————
333 5833 55 3222 8 235585233233
—225383333873 — 3358333233
——— 25353 *5552885 33 7372——55
525 — — 8 34353855* —A 25 22 283322*
35523333883 522528 5527 17225 55
— 257 5 5238322 —A 28 — — 32553—3 253
235583 285 3227 3255 55* 53355 —
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D. 5* 2 —— — 2 2
1323355535 34 75 — —— 5 55
588 2522328 55 — * —283 83423234
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J 52 8 „5827 — 22*23 — 2* —A 2
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28 . 5z35755 — —— 55 5225 —A *
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2 —5 875 — 728 c·h 557* — 55 252 22222
2 * 525225 2 2 — 8 —A — 8 — 235 5 75235
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2 —z5262260* m—m 524 AI —— *
587*823 — —ZB3 2532 —3 — 238
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—X 25255 — 553282 52258 *
— 8 — 5283332337
58 33533285 5337—7373853834 3 5335343 33
53555333* —* 5558 55525258 — —23* —E
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255532 353533833 —
— 3358523235
5 5 352—325
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2 5325 385 73 * 52 — s8 83
252 2 5 255 32 232 2 2 27
255555 3 3352338 5 — 5 284
——— — 83335 833. ——W 256
8 8 — — — 5 *25. — —
232 25 7 * — — 29 288 2385 23 54 2* —
— — 528 53 7 2 —— 6 *c —* —7 72 —
s53233538 z258 2323 2 3 6 —— —— — 2
552 — 2225 —A 53 82 275 24 —A c — 6 —
2553 — 5—52 — z25—525558 583 238 s5337 85223 * 58*82
—A — 8 2225 2 533 —V 23328 — — 2 28 22
5558 22 5325235 —— —38 25 2*5 * * 2 584 *
— 8* 3387 2233 2855383. — * 58 * 7 — 5*.
8 ð· 5222 50 5 yd *52 2 — 3 —A
2535338 8 — 2 —* — 25 — 558 53 ca c 0 * —e—
— * BR 2323533 2 ——ã — — —3 z75—8 —
— e.83 22353 22 35 52 98 —— 2 —A —
*8 — 527— *28 32358 224 5 * 238 2 84 53322 ——— 2325
258 23ö 53— 52 —* SE — —e— — — 5 * 8
ꝛ * 22327 2 358 5* 8 5 —52 5 323 * —553 2
238 2 5 — — —
25 333385 3 5883678 33533538 2 55 5. 55332682
X 3 5* 55*83 — 5 225 ——854 2 522 55533 —
—— — 33355 2 —— —2 — * —3 28 —3 22* x ———
2 * 2 — — 38 S7. 375 22
e ——— 573537 2*
2 *8 3 . — 2338 —A 322 33 —— *
* 5553525 2 c33578 — * —A 55233 5 2 — S *2 2
2 5* 233 23 23528* 2222 2 —2* ãA— ——— *
325 —A 5 s 33378 —A * 3 — ã
825 3z2582 55 75325*32.8* 8858 328355 525 * —5
588 2 355 *28 ——82 8833 5753 28 — 83 *
— * 5 O —J. 38— * 2* — 528 8 2 7
25883 55528 * —33833* 3232498 — —A e ——
8 3385 32283 22.* * 5 2 2538 2 —Sn
* 22 — 35333 *255 22 —A—— 38 —3 *
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22833755 53* arr 2 5535*5237 —
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23 3557 2 2053
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* — 222 5533583 —
—.— *» — — * 2 — 322238 2 25 — *
55 —355332835 555555553 553533533 8 550535 8 5337
— 325 5822 — 5 — —— “3 2257535 — —X 25
— * 25 3—55 — 235 5*25352 3558 8522 — 2 — *
58 8 55S8 5 *28223* 3 ERS S S32857 * 3353 J * S
* — — —X — 5—8 228 —2c5 2 2w * 23253 222 —
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2 *2* 2* 7 —* 5
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53. 35253330 — —A —A — 3 506 583238 2588 532
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sSSZS 8— — — z — —— 38338 52
202 —— 523 5 * 2 288 2 5365 255 BA
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage] erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljährlich

I AMA 40 — für die hiesigen Abonnenten. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren
Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M IBSBSI. Samstag, den 16. Oovember 1578.

—
—3 —
Deutsches Reich.

München, 13. Nov. Der Gesetzgebnngs⸗-Ausschuß der
Abgeordnetenkammer hat die Berathung des 236 Artikel umfassen⸗
den Entwurfes eines Gesetzes zum Vollzugçe der Reichs-Civilproc⸗ß-
atdnung und Concursordnung heute vollendet.

Berlhin, 12,. Nov. Fast täglich verlauten neue Nachrichten
uͤber Steuerprojekte, mit welchen sich die Reichsregierung beschäftigen
joll. Insbesondere scheinen augenblicklich die Beleuchtungsmittel den
Gegenstand eingehender Erörterungen zu bilden. Man spricht von
Petroleum⸗ und Gassteuer, von welchen man reiche Ertrüge er—
wartet. Im Vordergrund aller Steuerobjecte bleibt indessen der
Tabak, bezüglich dessen es sich nur um die Frage des Monopols
oder einer hohen Besteuerung handelt. Ohne Zweifel fordert der
Reichskanzler vom Tabak einen Ertrag, der mindestens dem Betrage
der Matricularbeiträge gleichküme, also etwa 80 Millionen Mark
erreichen müßte. Was versch'edene Vlätier über die Neigung der
Untersuchungscommission zum Monopol zu berichten wissen, ist um
so weniger glaubhaft, als es nach dem Stande der Arbeiten der⸗
ielben den Mitgliedern zur Zeit kaum möglich sein dürfte, sich über
diese wichtige Frage schlüssig zu machen. Eben so unzuverlässig
sind die Meldungen über die Eisenuntersuchungscommission. In⸗
wischen treten an den peeußischen Handelsminister von den ver⸗
chiedensten Seiten die Versuchungen, mit den ihm zu Gebote stehen⸗
den Mitteln der nothleidenden Judustrie zu Hilfe zu kommen. Die
Verweigerung von Tarifermäßigungen für Trauben und Mehl aus
Ungarn hat eine Auzahl Kunstgäriner aus Sacsen ermuthigt, für
die Einfuhr von Blumen die Tarifermäßigungen rüdgängig zu
machen. Der Minister für Landwirthschaft hat denn auch bereits
une Untersuchung angeordnet, von deren Ergebniß die Tariferhöhung
abhängig ist. Dagegen protestiren zahlreiche Vertreter des Gerberei⸗
Gewerbes, wie das „Deutsche Momagsblait“ mittheilt, gegen die
Erhöhung der Tarife für die Einfuhr von Eschenlohe. Man wird
sich erinnern, daß gerade dieser Art'kel von dem Reichskanzler in
jeiner Rede im Abgeordnetenhause angeführt wurde, um die Schädig
ung der deutschen Industrie durch die Differentialkarife zu beweisen.
Die deuischen Gerber behaupten indessen, ohne österreichische Eichen⸗
sohe anf dem Lidermarkte nicht concurriren zu können. Auch die
Papierfabrikanten rühren sich; sie sordern die Wiedereinführung des
Ausfuhrzolles für Lumpen, dessen Aufhebung sich als überaus
chaädlich erwiesen habe, und Erhöhung des Einfuhrzolles für Papier.

Der A. Z. schreibt man aus Beilin unter'm 11. über den
Stand der Tabaksbesteuerungsfrage Folgendes: In den maßgeben⸗
den Kreisen. der Reichsregierung befchäͤstigt man sich zur Zeit
nicht sowohl mil der Frage der Einführung des Tabakmonopols,
als mit der Eroͤrterung eines höchst compüzirten Steuersystems.
Bezuglich des einheimischen Tabaks entspricht dasselbe in der Haupt ⸗
jache dem sog. Inland-Monopol-Proejct. Darnach sollen die in⸗
andischen Tadakpflanzer verpflichtet werden, das gesammte Produkt
in getrockneten Tabaleblättern ausschließlich der Reichsregierung
gegen Gewährung eines angemessenen Kaufpreises zu überlassen, wie
Das in den Monopol⸗Ländern üblich ist. Die Reichsverwaltung
aber übernimmt nicht die ausschlichliche Verarbeitung des Rohpro⸗
drodutts und den Betrieb des Fabrilats, sondern sie perkauft das
Rohprodukt unter Vorbehaltung des je nach dem Werth festgesetzlen
Steuerbetrags öffentlich an die Meistbietenden. Was den ausian⸗-
dischen Tadak vetrifft, so soll zunächst die Einfuhr lediglich über
Vtemen und Hamburg zugelassen, die Importeute aber verpflichtet
werden, den eingeführlen Rohtabak öffenllich zu versteigern und den
auf die einzelnen Qualitäten entfallenden Steuerbelrag an die Reichs
lasse abzuführen.

„DBerlin, 12. Nov. Die „Kreuzzeitung“ erklärt sich ent⸗
die den gegen Getreide ˖ und Viehzolle und schreibt: Die deutsche
Landwirthschaft sollte sich hüten vot schuß zöllnerischen Liebhabereien;
se sollie aber bor allen Dingen darliber nicht dergessen, woe ihe
wirtlich Noth thut und wo ihr wirtuch zu helfen ifnEs schernt
iber beinahe, als wollten vor dem Wettrennen nach Schutzzöllen die
andecen berechtigten For derungen auf Verbesserung der Laze
ieses Erwerbszweiges zurückireten. Hier sollse man seinen Starß

punkt nut mit der früheren Energie vertreten und zusehen, fwas
sich erreichen läßt; wenn man jetzt meint, die Lage der Landwirth⸗
schaft ducch Einführung von Schutzzöllen verbessern zu können, fo
zibt man sich damit einer Illusion hin, die man später einmal be⸗
tlagen würde.
Ausland.

Wien, 13. Nov. Die „Po!. Cortesp.“ meldet aus Kon—
tantinopel vom Heutigen! Die Pforte läßt ein neues Rundschreiben
yorbereiten, in welchem auf die Schwierigkeiten hingewiesen wird,
velche die russischen Behörden der Heimkehr der mohamedanischen
Flüchtlinge in den Weg icgen. Um diesem auf die Verdrängung
)es mohamedanischen Elements aus Rumelien abzielenden Verfahren
der Russen zu begegnen, beantragt die Pforte in Uebereinstimmung
nit dem diesbezüglichen Beschlusse der internationalen Commissson in
Philippopel den Zusammentritt der Bolschafter in stonstantinobel zu
zinet Conferenz ad hoc.

Pesth, 13. Nav. Die ‚Pesther Correspondenz“ meldet: Graf
Schuwaloff hat heute den Besuch des Grafen Andrassy erhalten,
Rachmittags um 2 Uhr war Graf Schuwaloff zu einer Privat⸗
audienz bei dem Kaiser beschieden.

Nach dem Attentat des nun zun Tode veruntheilten Moncasi
auf König Alfonso wurde von Madrid aus gemeldet, daß die
panische Regierung Gesetze gegen die Internationale vor⸗
dereite, zu deren Mitgliedern der Meuchelmörder gehören sollte.
Diese Mittheilung wurde mit einigem Staunen aufgenommen, weil
nan glaubte, daß lediglich das Aitentat uud die angebliche Zuge⸗
zörigkeit des Attentäters zu der Internationalen die spanische Re⸗
jierung zur Vorbereitung von Ausnahmegesetzen gegen die Sozial⸗
»emokrotie veranlaßt hätten. Ju Wahrheit aber ist Spanien das
inzige Land in Europa, in welchem die sozialistische Propaganda
mnähernden Erfolg errungen hat wie in Deutschland. In einer
Broschüre über Geschichte, Programm und Thätigkeit der inter—
zativnalen Arbeiter⸗Assoziation findet sich solgender diesbezũgliche
Abschnitt:

„Eine wahrhaft erstaunliche Ausbrekung hat indessen die inter⸗
nationale Arbeiterassoziation in Spanien erlangt, wie die Spanier
igerhaupt gauz bewunderungswerthe Zähigkeit der Regierung und
der Polizei gegenüber bewiesen haben. In der Provinz Barcelona
daben sich Seltonen von Feldarbeitern gedildet. Die Mutterseklion
in Madrid gibt das Organ ‚La Emancipation“ und „El Grits
de Guerra“ (Kriegsruf) heraus. Auf der Jusel Palma erscheint
„El Oberer“ (der Ardeiter), in Barcelona die „Federacion“, in
Zev lla „El Derecho“ (das Recht), im Valls „El Trejedor“ der
Wedber), endlich ein Organ in Valladolid. Neue Seküonen sind
n Toledo, Coragna, Valencia, Tortosa, Granada, Garmonga,
Zaragossa, auf den tanarischen Inseln in der Bildung begriffen.
Fast alle Arheitergruppen haben sich zu Gewerklschaften vereinigt.
Die Buchdrucker, Lithographen, Seidenarbeiter, Hutmacher, Mecha—
nikler, Steinhauer, Schuhmacher, Schneider, Baue uͤnd Hüttenarbeiter,
Ulles gruppirt sich in Sellionen nah dem Programm der Jater⸗
aationalen. Spanien hat seit 1870 in Bezug auf Propaganda
und Ocganisatioa Wunder vollbracht.“

Bedenkt man, daß dieses Zeugniß den Spaniern im Jahre
1871 ausgestellt worden ist, so wird man zugeben müssen, daß die
panische Regierung mindestens ebenso berechtigt ist, wie die deutsche
Regletrung, Ausnhmegeseze zu erlassen.

Die Kinder sind da!

Unter dieser Ueberschrift bringt die „Pfälzische Lehrerzeitung“
aus der Feder ihrts Redalteurs einen Artilei, der seines beherzigens⸗
werthen Inhaltes wegen verdient, in den weitesten Kreisen gelesen
su werden. Wir bringen ihn nachstehend mi Ausnahme eines
jurzen Abschnitles, in dem sich der Versasser jpeziell an die Lehrer
wendet, zur Veröffentlichung und wünschen nur, daß die wohlge⸗
meinten Worte eines warmen Kinderfteundes bei allen unsern
deserinnen und Lesern fruchtbar wirken möjen. Die „Pfälz jche
dehrerzeitung schreibt:

„Man meint wirklich oft, man sitzt aus glühenden Kohlen,
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        wenn in Gesellschaft Erwachsener dies oder jenes Thema auf's
Tapet kommt und dasselbe dann, unbekümmert um die anwesende
Moschuld“, mit einer Deullichkeit ausgeführt wird, daß Einem die
Geduund ausgehen möchte. Nicht jede Rede und Aeußerung, micht
jedes Gespruüch und Urtheil, das für das Ohr Erwachsener passend
ist, schickt sich auch für die Kinder.

Ich bade immer Resprkt vor de m Eczähler, der, bebor eine
jener schlüpfrigen Reden oder über die Grenzen des guten Anstandes
gehende Worte vom Stapel laufen, vorher klüglich das Feld
mustert und mit den Augen fragt: „Sind keineKinderda?“

Ich gehe hiebei nicht von dem frommen Wunsche aus, daß
Derlei uͤnter Estwachsenen gar nicht vorkommen soll, sondern von
der nacklen Thatsache, daß es, und zwar sehr häufiz, vorkommt,
und behaupte: es wird in den Kreisen Erwachsener, sobald sie die
Gegenwart der Kinder nicht derücksichtigen, mehr Uankraut gesät, als
sich Mancher träumen laßt. Wo ich solche unangemessenen und
—VVVV Kinder hören muß,
sommt mit's immer vor, wie wenn ein roher Babe in der milden
Frühlingszeit durch den Garten geht und gefühllos Knospen,
Blüthen und zarte Sprößlinge abschlägt. „Du Wüstling, du!“
würde Jeder sagen, der ihm zusäte. Aber — und das konnst
du vielleicht heute oder morgen schon sehen oder hören — wenn
die Allen und Erwachseuen in der oder jener Gesellschaft beisa mmen
siad, da geht dte Zunge spazieren, das fließt, was anstößig ist, da
dirb Ungewaschenes mit Glanz aufgeführt, da werd mit geistreich
sein sollendem Witz und Spott über Sitte, Zucht, Ordnung und
Anstand hinweggesezt, da wird, was Jedem heilig sein soll, wie
ein Ammenmärchen dehandelt und — Niemand siebt den roihbäci—
gen Jungen oder das blondlockige Mädchen hintendran, und doch
ist gerade an diesen eben ein schweres Verbrechen begangen worden.
Die frivolen Reden waren ebenso viele Todesstreiche gegen kindliche
Gefühle und Regungen, gegen die frisch aufkeimende Ehrfurcht vor
dem sitilich Reinen und Wohlanständigen.

Dise Kinder sind da!' das sollte manche leichifertige
Rede ersticken und Schimpf⸗-, Schelte und unfläthige Worte unge⸗
redet lassen. Gerade in dem Artikel ist das Wort am Platz: was
anus dem Munde geht, das macht den Menschen unrein.

Wie viele Eltern, wie viele Erwachsene beg'eßen in dem
Punkte ihre Kinder mit einer Fluth von Gemeinheiten und wundern
sich hernach und wollen's beklagen, wenn einmal das „Herzblätichen“
ein recht rohes Wort ausstößt. „Ach Gott, wo hat denn das
Kind das her!“ ruft die Mutter verwundert. Nun, das Kind
hat's nicht aus dem Aermel geschüttelt.

Es muß wohdl hart sein für den, der's noch füblt, wenn das
kleine Jalöbchen sich anschickkt, dem Vater ein „Trögelchen“ zu
schnitzen, aber — der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und deine
Kinder handeln genau so, wie du's ihnen taalich und stündlich
porlebst.

Hierher gehöͤrt zuch das lang und breit gesponneße Copilel
von der „jünehmenden Rohheit der Jugend.“ Die mit
Uebereifer betriebene Anklage weiß wohl Etwas, aber sie will das
Kind nicht beim rechten Namen nennen. Was hat nicht Alles schon
herhalten müssen, um den Lagerplatz für die große Schuld der
sum Nat'onalunglück gesteigerlen Berdorbenheit der JIn—
gend abzugeben. Gelehrte und ungelehrte Laien sind mit wahrem
Behagen über dieses Thema hergefallen, um — Nechts zu beweisen
und für sich ein Entlaftungsmanual auf, ustellen. Haben sie auch
daran gedacht, daß die Jugend, mit demselden Recht wie das Lamm
zum Wolf, sagen durite: „Das Wosser fließt von Euch zu uns“??
Meine Meinung ist die: Ihr Eltern, ihr Erwachsenen, laßt das
bloße Gerede und Geschreibe! Es —
schmiedete Blitzableiter, die man verschämt auf's eigene Dach auf⸗
pflanzt. Geht in den verunremigten Tempel der Unschuld, in die
Kinderstube und sprecht dort ein reuiges „mea culpa, mea culpa!“
Oder ivollt Ihr die Vaterschaft verleugnen und sagen: unste Kin—
der sind Kinder unster Zeit? Nein, is sind Eure stinder, und
die Art ist genau so wie die Art. Mit dieser Ausrede übertragt
Ihr blos die Schuld auf ein gedachtes Findelhaus, mit dessen
vorsteher Ihr aber noch nicht geredet habt. Nutt Alles nichts!
Die Eltern, die Erwach'enen olle, die räglich vor den Augen der
seindet herumwandelnden, lebenden Muster und Bespiele, die haben
Schuld oder Verdienst, je nachdem. Habt Ihr Eure Schuld gethan,
so is's gut. Habt Ihr sie versäunit und wollt hintenher über die
ungerathenen Früchtchen in Klagen aus brecheu, so steht iht Anwalt
daneben und sagt in bitterster Ironee: „Dem Alten gerad' wie aus
dem Gesicht geschnitlen !“

Was die kleine Kinderwelt im Rücken der Tischgtesellschaften,
in der Magd- und Gesindestude, im Kenderwägelchen und auf dem
Schoß der „perfecien“ Magd, an öffentlichen Piätzen, in E sen⸗
bahnen und Wirthshäusern — aber iwmer nur von älteren und
erwachsegen Personen — ihre Jugendzeit über sieht, hört, in sich
aufnimmt, das bringt sie getreulich ihten „Meistern“ in Wieder⸗
dorlage. Die Ferwachsene Menschheit“ will deese Ausflusse gar nicht

As ihr Produkl arerkennen. Sie nennt das in zweter und ver⸗

nehrter Auflage erschienene eigene Werk: „Rohheit der Juzend“
ind schieht es einem fremden Verleger unter.

Die Kinder find da! Mögten das die Eltern be—
onders auch dann beherzigen, wenn sie Gelegenheit nehmen, üder
Schule und Lehrer, über Kirche und Geistliche zu sprechen. Ein
ibfälliges Urtheil, e ine ungeredte Kritik, eime verächtliche Be⸗
nerkung vor den Ohren eines Kindes, und du kannst sicher darauf
ählen, die Wirksamkeit des Lehrers auf lange Zeit mit Erfolg
intergraben zu haben. Die Lehrer sind ja keine Heiligen, und
infehlbar sind sie auch nicht. Aber müssen denn absolut die Kin⸗
der dabei sein, wenn du Grund hast deine Unzufriedenheit auszu⸗
»rechen; dieselbeu Kinder, diee morgen wieder sich dem also
Herunterzesttzten“ vertrauensvoll, mit ganzer Seele und mit
Janzem Gemüthe hingeben sollen?

Und wenn du auch nicht selbst ein Freund von des Pfarrers
angen Predigten bist, es ist darum noch kein Gebot fur dich, über
irchliches Wesen, Sitten und Gebräuche, über Religion und reli—
ziöse Dinge in Gegenwart deiner Kinder zu witzeln und zu spötleln.
3 ist recht, daß der Verständige verständig sieht, aber laß
nir des Kindes kindlich Gemüth! Das gereifte Herz hat
eine Weihestunden in anderer Weise, warum aber willst du die
der Kinder frevelhaft zerstören und ihr Heiligtzum schänden?

Eins scheckt sich nicht für Alle! Möchte jeder Erwachsene das
zeherzigen. Was du ganz qut verdauen kannst, bringt deinem
Zinde den Erstickunggßtod, und was deinen alten, wetterharten
Muskeln Auregung und neuen Reiz gibt, ist füe die Kleinen —
Hift. Sei darum iecht behutsant in allem Thun und Reden, wenn
zu unter der zarten Jugend lebst, und laß dir immer Maß und
sichtschuur geben von der ernsten Mahnung: „Die Kinder
ind da!“ H. Krebs.
Rermischtes.

F Homburg, 12. Nov. Dem Vernehmen nach sollen sämmt⸗
liche Distrikts-Straßenalleen in den Distrikten Homburg, Lendftohl
und Waldmoher vollständig mit Obftbäumen bepflanzt werden.

FKirchheimbolanden, 11. Nov. Nädhsttommendes
Frühjahr, nämtich am 30., 31. März und 1. April, an welchem
Tage zugleich die Verloosung stat'findet, wird in unserer Stadt
die 2. allzemeine pfäl,ische Geflügel- urd Vogel-Ausstellung abge⸗
hzalten. Die Ausstellung umfaß!, wie zu Kaiserslautern, 7 Gruppen:
) Häühnervogel, 2) Tauben, 8) Wasseroözel, 4) Sings und Zier—
»ögel, 5) Produlte der Geflügelzucht, gemästete Thiere, Federn,
Fir ꝛe. 8) Lehr; und Uszerrichtsmittel, als die einschlägge Lite—
ratur, Modelle, graphische Darstellungen, Statistik, Vogelschutz
1. s. w., 7) Gerathe, Ukensilien und Futterstoffe, Trink⸗ und
Futtergeschitr, zääfige und dergleichen. Die Localitäten hiesür bilden
die Turnhalle und die Chormann'schen Käumlichkeiten.

F In Ludwigshafen wird die Wiedereinführung des
Octroi und Pflastergelsdes angeregt. Man ist dort zu der Einficht
jekommen, daß die Aufhebuug des Ocktroi die erwarltete Herab⸗
ninderung der Preise nicht im Gefolge hatte.

F Speier, 12. Nov. Gestern hat im Saale des Wittels
zucher Hoses dahier die Prüfung der zu einjährigem Militärdienste
Udspirirenden ihrcn Ansang genommen. Bon 26 zugzelaffenen
xẽxaminanden haben sich 23 der Prüfung unterzogen. Für den
eutschen Auisatz waten folgende Themata gegeben; 1) Ein treuer
Freund, drei starke Brücken, in Freud', in Leid und hintemm
stücken. 2) Wer übder Langweile klagt, klazt sich selbst an. 8)
xine halbe Stunde auf eipem Bergesgipfel dei günstiger Fernsicht,
der: eine halbe Stunde am Bahnhofe einer größeren Sitadt.

In Wiesbaden, hatte ein Bürstenfabrikant 200 N.
n Scheinen, die in einer Blechbüchse eingeschlossen waren, im Ofen
erwahrt. Beim Eintritt der kalten Witterung machte er Feuer im
Dfen, ohne an das Geld zu denken. Als das Feuer hellauf brannte,
iel ihm die Blechtüchse ein, aber zu spöt, denn die Markscheine
varen verlohlt.

4 Ein Rheiländer, der seine Hochzeitsreise nach Konflanlinopel
Jemacht hatte, wollte seinem Freunde für seine Waffensammlung
ine ächte Damascenerk!'nge mitbringen. Man fühcte ihn in einen
Bazar, wo ein alter Muselmann in orientalischer Grandezza kauerte.
Vor ihm lagen auf rothem Seidenteppich die berühmten Klingen
der Siol, des Orients. Der Käufer meinte einem Reisebekannten
Jeçenüber: „Die Klingen sind gewiß sehr schön, aber ich glaube.
ie könnte ich zu Hause in Soungen eben so qut kaufen.“ Wir
estaunte et, als durch die heimathlichen Laate geweckt, der Türlt
mit einem Male lebendig wurde und die gewichtigen Worten sprach
ẽt sin ut Soling!

FDufsseldorf, 2. Nob. Der Schauplatz einer unfte
vill'g komischen Scene war gestern Abend der Perton des Bergisch
Marlischen Bahnhofes. Gegen 99. Uhr standen zwei Züge got
ast gleichze ligen Absahrt bereit, und die Passagiere hatlen schon
Platz genommen. Ein Herr nur war aus dem einen Zuge wiede
Frausdestiegen, um sic beim Scbaffnet irgendwelche AÄuslunlleza
        <pb n="661" />
        holen. Hier erfuhr er daun, daß er in einen falichen Jug geralhen-
war, in welchem auch seine bessere Hälfte mit Vornamen Anna noch
aßin der Gefahr, mit falschem Billet allein nach Elberfetd und
»ielleicht Holzminden anstatt nach Essen zu fahren. In der Auf⸗
degung koönnte er nun ihr Coupé nicht sogleich wiederfinden und
wuüßte sich dann nicht anders zu helfen als daß er an dem Zuge
entiang lief mit dem lauten Ruse: „Anne raus! Anne raus!“
Die darin sitzenden Possagiete verstanden dies als den von einem
Beamten ausgehenden Ruf: „Alle raus!, Vielleicht drohte dem
Zuge die Gefahr des Zufammenstoßes. Genug, Alle slürzten Hals
über Kopf aus den engen Thüren. Der Inspckior lief hinzu und
jragte, was das bebeute, der Zug müsse abgehen. Da wurde denn
das Mißberständniß aufgeklärt; die veilorene Anna war aber auf
diese Weise wieder mit ihrem Galten vereint und Jeder lonnte
seinen rechten Plat wieder einnehmen. (Düss. Ztg)

Wein⸗Erntesam Rhein und in Ungarn. Aus
Rüdesheim wird bir'chlet: „Die Traubenlese in hicsiger Gemarkung
st beendet. Das Resultat derselben konnte kein klaäglicheres sein.
Hherade in den besseren Lagen wurde am wenigsten geeratet. Leute,
zie sonst gewohnt waren, fünf bis sechs Stück zu ernten, mußten
äch mit zwei Ohm und noch darunter begnügen. Fünf Morgen
ergaben kaum zwei Lägel Trauben. Man sprigt im Ganzen nur
don einem Zehntel Herbst. Die WeinChronik hat ein solch' un—
zünst ges Jahr noch nicht zu verzeichnen gehabt. Die Trauben
aind übrigens ziemlich süß und besser als voriges Jahr. Wer sich
der Mühe unterzog, die guten Beeren auszulesen, wird immerhin
einen guten Wein erzielen.“ — Dagegen scheint sich in Neu⸗Arad,
wie der „Arader Zeitung“ gemeldet wird, für die Ttinker nach
der hurigen Weinlese ein wahres Eldorado erschlossen zu haben.
Der Liter Wein kostel 4 kr., der beste 8 kr. Auch gibt es Bauern⸗
schenken, die seht zahlreichen Zuspruch haben, wo man von 8 Uhr
Rachmittags bis 7 Uhr Abends gegen Erlag von 12 kr. so viel
trinken kann, als man will. Kommen vier Gäste auf einmal, wird
hnen ein sogenanntes Veertelschaff auf den Tisch gestellt, woraus
sie vach Belieben trinken lbönnen. Ist dies auch noch zu wenig, sa
jolgen noch einige Litet, bis Alle genug haben. Daß ts dann an
„Illuminirten“ nicht mangelt, ist wohl selbstverständlich.

F Berlin. Vor der vierten Deputation des Kriminalgerichts
sttand am Fretag der Arbeiter August Wilhelm Stein, ein 28jaͤhr.
Mensch, der in seinem verwilderten Wesen und in seinem ganzen
Benchmen lebhaft an den Meuchelmörder Hödel erinnerte, der Ma⸗
stätsbeleidigung angeklagt. Deirselbe wurde am 19. Sepiemder
berhaftetet, weil er einem gewessen Scholz 13 M. gestohlen hatte;
bei seiner Durchsuchung auf dem Polizeibureau fand man bei ihm
einen ganz neuen Revolver nebst dem dazu gehörigen Päcchen mil
25 schatfen Patronen. Auf die Frage, was das zu bedeuten habe,
antwortete er höhnisch, „er sei nach Kassel gereist um den Kaiser
zu erschießen, aber derselbe sei schon abgereilt gewesen.“ Die ein⸗
Jeleiteten Recherchen ergaben weiter, daßk Siein mit der Lehrier
Bahn direkt von Hanover hier angekommen war. Im gestrigen
Termin wiederholt er dieselbe, Aussage, während ein högnisches Lächeln
feine Lippen ümspielte, auch den Diebstan gestand er zu, und als
der Staatsanwalt mit Rücksicht anf die Sawere der Majestätebe⸗
leidigung eine Zjährige Vefängnißstraft beantragte, verzog er das
Gesicht zu einem widerwärtigen Grinsen. Dec Gerichtshof faßte
die Äeußerung nicht als eine Möjestätsbeleidigung, sondern nur
als einen groben Unfug auf und verurtheilte den Angek agten dafür
zu 6 Wochen Gefängniß, während er den eingestandenen Diebstahl
mit 4 Wochen bestrafte, so daß im Ganzen auf 10 Wochen er—⸗
lannt wurde.

pNew-York, 28. Olt. Man schreibt der „Ir. 3.“:
Sin gestern (Sonn!ag) Morgen hier verübter Vankraub erregt die
zrößte Sensation. Maskirte Näuder dran en in die Wohnunq des
Toncierge der „Manhattan Savings Instirut'on“, Ecke des Bioad—
voy und Blecker Street gelegen, knebelten sämmtliche Insassen und
etlangten mit gezozenen Revolvern die Schlüssel zu den verschiedenen
Vewölden und Kussaspuden. Es gelang ihnen auf diese Weise
in aller Ruhe zu operiren bezw. fast sämmtliche Werthe zu ent:
vcnden. Letztere repräsentiren die enorme Summe von mehteren
Millionen Dollars und zwar: Doll. 2,674,700 registritte Vereinigte
Staaten und Städtebonds, Doll. 73,000 Couponsbonds und Voll.
11,000 in Baar. Trotzdem wird den Dieben aus diesem Monstre⸗
raub kein sonderlicher Vortheil erwachsen, da die Nummern der
Bonds hier sosott bekannt gegeben wurden, die registririen Bonds
nicht bertausbar sidd. Das Bankinstitut sah sich indeß genöthigt
don dem ihm statutenmäßig zussehenden Rechte einer vorbetigen
vᷣotägigen Kundigung Seitens der Depositäre Gebiauch zu magen.
Bis jum Abgange der Post hat wan nicht die geringste Spur von
Dieben entdeckt. Entrüstung herischt gegen d'ie Direltoren der
Bank, weil selbe dem Concierge die Doppelichlüssel zu den Gewölben
anverlraut hatten.

New-Yorbdurch Dampfgeheizt. Zu der hoch
Ader den Straßen New Yorks fohtenden Eisenbahn soll nun schon
wieder, wie die dortioen Zeitungen herichten, ein neues Unternehmen

fommen, d. h. wenn es dem Willen des Stadirathes gemäß werden
soll. Dieser hat nämlich dem Vets des Mayors zum Trotze das
Spinolasche Tampfröhren⸗Projelt zur Annahme gebracht. Dieses
Projekt geht darauf hinaus, in verschiedenen Gegenden der Stadt
mächtige Dampfkessel zu errichten und mittelst Röhrenleitung allen
Familien, welche dies wünschen, Dampf zu Heiz⸗ und Koch zwecken
gerade so wie Wasser und Gas zuzuleiten. Dann erst werden wir
auf Dampf wohnen und wandeln und der Boden wird unter uns
ein dampfender Vulcan werden.

fHausmittel. Die schöne Zeit des Gänsebraktens ist
wieder herangerückt. Da kommt es wohl nitunter vor, daß seibst
eine erfahrene Hausfrau getäuscht wird, indem sie statt der ange⸗
priesenen jungen eine bejahrtere Gans lauft. Darum sei hier ein
zanz einfaches, leicht anwendbares, durchaus sicheres Verfahren
unseren Hausfrauen mitgetheilt, durch welches sie sich vor jeder
Täuschung in dieser Beziehung schützen können. Man saßt eine
Jewöhnliche Stecknadel an der Spitze zwischen Daumen und Zeige⸗
inger und setzt den Kopf derselben auf die Haut der Gans.
Dringt bei ganz leichtem Druck der Kopf in die Haut ein, so kann
nan sicher sein, eine junge, diesjährige Gans zu kaufen, welche,
zut gebraten, am Familientische Freude und Genuß bereitet.
Srülpt sich aber auch bei stärlertem Drucke die Haut unter dem
opfe nach innen und durchbohrt dieser jene nicht, so sehe man
»on jedem Handel um eine solche Veteranin ab. So theilt ein
Menschenfreund im „Leipz. Tagebl.“ mit.
Dienstesnachrichten.

Der Assistent A. Schmidt in Ka'serslautern wurde an das
Negierungsforstbureau zu Sp yer in gle'cher Diensteigenschaft versetzt
und auf die Assistentenstelle am Forstamte Kaiserslautern der Forst⸗
rehilie Frz. Frhr. v. Preuschen in Frammershach ernannt.
Aiterarisces.

Von dem bereits in zweiter Auflage erschienenen Kaufmänn. Correspondent
n 4 Sprachen (Deutsch-Englisch-⸗Französisch-Spanisch) von C. Foerster und
). Maucher, Verlag von H. Brucker in München, liegen jetzt die letzten 4
hefte (Nro. i0 —13) vor und ist damit das Werk vollendet. Die ungemcine Reich-
jaltigkeit und äußerst praktische Einrichtung — die Schlagwörter find nach
zem Alphabet geordnet — wie die anerkannte Gediegenheit und Correktheit
zes Texies erheben dies nützliche Werk weit über die Zahl ähnlicher Lebrbücher;
ie werthvollen Beigaben im Anhang ersetzen allein schon eine kleine Bibliothek.
Wir empfehlen daher den „Correspondent“ allen Kaufleuten, jedenfalls wird
ur den Weihnachtstisch derjelben kein willkommeneres Geschenk zu finden sein.
Der Preis ist M. 9,75 gebunden M. 11,50. Alle Buchhandlungen halten
das Buch auf Lager oder liefern es auf Bestellung. —
Fünfzig Fabeln für Kinder, von Wilhelm Hey. In

Bildern gezeichnet von Otto Speckter. Nebst einem
ernsihasten Anhange. 2. Bände. Gotha, Friedrich Andreas
Perthes. Gr. Ausg. à Bd. M. 3. 50: kl. Ausg. à Bd.
M. 1. 50.

„Vor uns liegt in einem einfachen aber ansprechenden Gewande ein alter,
ieber Hausfreund, der uns schon in u serer frühesten Kindheit vom Weihnachts-
ische mit hellen, freundlichen Augen anblickte und mit Jubel empfangen, des
dindes Geist und Gemüth dauernd zu fesseln wußte. Es sind „W. Hey's
Fabeln mit Bildern von O. Speckter“ (GGotha, Friedrich Andreas
perthes; 2 Bde., a Bd. in großer Ausgase M.'3. 50, in kleiner Ausgabe
R. 1. 50), ein in seiner schlichten Einfachheit und seinen nie veraltenden
heistesformen wahrhaft classisches Khnderbuch. Wenn der selige Verfasser dieses
dugendschatzes, der schlichte Rfarrer von Ichtershausen, wüßte, wie viel Dank
hm im Geiste für seine Gabe von den Eltern gespendet worden ist und wie
iel Freude er mit seinem Fabelschatze bereitet hat und immer bereiten wird,
»ann hätte er wohl ein Recht, von sich sagen zu dürfen: „Ich habe gewirkt
nach bestem Wissen und Gewissen, aber daß ich dieses Büchlein für die Kleinen
chrieb, ist wohl allein eines Menschen Leben werth!“ — — draußen stürmt
8 und der Regen schlägt rauschend gegen die Fenster, es ist traulich am
varmen Ofen; bald werden Dächer und Straßen die weiße Schneehülle
ragen und das Christkind wird wieder bei uns einlehren. Die Kinderherzen
chlagen ihm schon jetzt erwartungsvoll entgegen; wer den Kleinen nicht allein
eine große Freude bereiten, sondern auch die Samenkdrner geistiger Erziehung
n die jungen Herzen streuen will, der lege „Hey's Fabeln“ in die kleinen
dände — er wird die junge Geistes-Saat aufgehen sehen.“

(Thüringer Hausfreund, Rr. 46.)

F — 5 geht dahin, sich in Geographie,
Die moderne Bildung Geschichte ꝛc. möglichst umfassend
zu unterrichten, während die meisten Menschen, oft die Gebildetsten, über die
Finrichtung und Funktionen ihres eigenen Körpers fast gänzlich im Unklaren
ind. Das bekannte Buch Dr. Airy's Naturheilmethode nimmt
unter den populär⸗medicinischen Werken einen hervorragenden Rang ein und
müßte in dem Besitze eines jeden Gebildeten sein. Dasselbe ist reich illustrirt
und elegant ausgestattet in Richter's Verlags⸗Austalt, Leipzig er—
schienen und gegen 1 Mark 20 Pf. (in Briefmarken) durch diese franco zu
heziehen. Auszug daraus aratis und iranco!
2Zarktberichte.

Zweibrücken, 14. Nov. (Eruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 9 Pf. Korn 7 M. 87 Wy Gerste zweireihige 0O M. — Pf.,
ierreihige 6 M. 3 Pf., Spelz 6 M. 35 Pf., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinel gt. — Pfrwischfruͤgt — R. — Pfy Hafer 5 Mi 83 p
rẽrbsen — M. — PPff., Wicken 4 M. 67 Pf., Kartoffeln 2 M. 80 pff.
deu 1 M. 80 Pf., Stroh 2 M. — Pf., Weißbrod 1!/2 Kilogr. 50 Pf.,
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., 2 Kilogr. 48 Pf., J Kilogr. 24 Pf., Gemischt⸗
yrod 86 Kilogr. — Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
70 Pf. II. Qual. 66 Pf., Kalbfleisch Ko Pf. Hammelfleisch 66 Pf., Schweinefleisch
0 Vf. Butter * Kilogr. 1 M. — Pf. Wein J Liter 70 Pi. Bier! Liter 24 Pf.

FXur die Redaccion verantwortlich! F. x dn
        <pb n="662" />
        Holzbersteigerung
aus Staatswaldungen des gl.
Forstreviets Neuhäusel.

— —„X
UT gosl. BbBoacubung!

Da ich micqh entschlossen habe, für die Folge keine fertigen Kleider mehr zu fühten,
so verkaufe ich von heute an meine fammilichen Vorräthe in fertigen Herren⸗ und Knaben—
zleidern, sowie Damen⸗ und Regenmänteln, um schnell damit zu räumen, zum
Zelbstkostenpreise.

Meine Tuchhandlung und mein Maßgeschäft wird wie bisher weitergeführt, und wache ich
zuf eine große Partie schwerer, mittel und hochfeiner Tuche und Buxkins
zuimerksam welche alle »a breit und im Stück decatirt find.

B. Ackermann,
Zweibrücken, Hauptstraße und Ecke am Mühlgäßchen.

Wir empsehlen uns zum Spinnen von
—A Ibwerg
im Lohn und zum Weben der Garne zu Tüchern in ver⸗
chiedenartigen Deffins und Breiten und sichern vorzügliche
Qualitãten ju.

Spinnerei Schornreute-Ravensburg.

Näheres bei dem Agenten: J. PiIGCdTiC in

St. Inabert.

Donnerstag, 28. November,
Vormittags 10 Uhr zu
Neuhaäusel im Lokale
der Frau Ww. Klein.
Schläge: Prachtwald, Schüß⸗
lerwald und Zuf. Ergebnisse.
21 Ster eichen und kefern Zaun⸗

prüugel 12/3 Meter lang,
320 Ster buchen Scheit 1. und
2. Closse anbrüchig,
30 Ster eichen Scheit 2. Classe
anbrüchig,
40 Ster birken u. aspen Scheit,
387 Ster buchen, eichen und!
birken Staugen⸗, Aste und
Ktrappenprügel,
300 Wellen.
Neuhäusel, 10. Nov. 1878.
Tochtermann, k. Oberförster.

—IEILLELILB
am 26. AUor. Zirhung der
Muũnchener
Pràmienlotterio.
9000 Geldgewinnste.
EBMUPtreIr
40, O00 MATL
Prois dos Looses J Mark.
Auf 10 Loose 1l Preiloos.
Zu beziehen durch die
General⸗Agentur
Parl Lang.
Bankgeschàft, Mũnchen,
oder
FHerrn Framze WVoII
in 8t. Ingbert.

Danksagung.

Für die zahlieiche Betheilig⸗
ung bei dem Leichenbezängnisse
unseres lieben Gatten

Ludwig Koch
jagen wir Allen unsern tiefge⸗
fühltesten Dank, besonders aber
dem verehrlichen Männerchor von
Schnappbach für den erhebenden
Brabgesang.
Schnappbach, 12. Nob. 1878.
Die trauernde Wittwe nebst

Familie.

Meine so beliebt gewordene. nicht durchsichtig, aber wirk
lich gehaltvolle Ieberall als oorzüglich anerkannte *
2 0 —— 9
Aniversal ⸗GlycerinHeife
empfehle füt Jedermann als middefte, billigste und für die Gesund⸗
heit der Haut joträglichste Waschseife per Siück 15, 20 und 30 Pfg.
Unentbehrlich zum Waschen für Kinder. Fabrik von

H. P. Beyschlag, Augsburg.
Alleinige Nied riate bei Herrn J. Friedrich, St. Jugbert
Trostbringend
für alle Kranken ist die Lectilre
der zahlreichen in dem Buche:
.Dr. Airy's Naturheilme—
hode“ abgedruckten Berichte
iber die erfolgte Genesung auch
in verzweifelten Fällen. Preis
l Mk., vorräthig in K. Gott⸗
01d78 Buchhandlung in Kai⸗
erslautern, auch gegen Einsen⸗
zung von 12 Briefmarken aͤ 10
Pf. franco zu bez ehen durch
Richter's Verlags⸗Anstalt,
Leipzig. Ein ,Auszug“ steht
gratis u. franco zu Diensten.

5
3823
3328
— —
3523
2235
33353
z 2
138333
*s* —8338
338
53225
2588
53358
—N5
232
557
28 3
5 z3333538
——— 2 * 3358*
22. — —
g s
* 532558 38
7583
s
5 i 22
33232303323
—A——
43223—

—IIMIOq
VOS PB.
838,000 Exemplare!
Zu den beliebtesten Witzblät⸗
tern Deutschlands gehoͤrend.
Pächter des Inse ratentheils

Annonten⸗Expedition
Adolf Steiner

EHAMBURIG.

Ein brabes Dienste
mädchen für häusliche
Arbeiten gesucht. Näheces in
der Exped. d. Bl.
) *

I Interprèto.
franzõsisehes Journal fũue Deutsche
mit Uberall beigefügten Text- u. Worterklürungen.

Sowie nach gleichem, bewährtem Systeme eingerichtet:

Höoͤchst wichtig?!
für

Erben in Deutschland!

JIa Anbetrocht der großen Schwierigkeiten von Amerika aus
Nachrichten üder Verschollene zu erlangen, hade ich in 1875
ein Jast itut und eine Feitung gegründet und es mir zur
Spezialaufgabe gemacht

Verschollene aufzusuchen,
das heißt, über deren Schicksal Auskunft zu erforschen und zu
ertheilen.

Wenn Sie Jemanden suchen, respektive über einen Verstor⸗
henen einen Todtenschein bedürsen so können Sie sich ver,
rauensvoll an mich wenden und ich gebe Ihnen die Versicherung⸗
daß ich Ihren Auftrag prompt erled'gen werde.

Jeder Brief an mich muß francirt sein.

Fine briefliche Antwort kostet 1 Mart in „Postmarken“ irgend
eines Landes.

Das Aufsuchen eines Verschollenen kostet 80 —580 Mark.

Ein Tedtenschein, von Nolar und Consul beglaubigt, kostet
100 Mark.

Ein Drittel des Betrages muß mit dem Auftrag eingesandi
werden und zwar in Reichsmarlscheinen in „eingeschtiebenem“ Brief.

Briefe sind genau zu adressiren:

Vm. Raich, Notar, Postbox 36390, New Vork

Englisettes dournal fũr Deutsche
lus benondere mit ganz nener, vervolIommneter
Aussprachebezeiehnung.
Herausgegeben von Pmil Sommer
Erleichtertsto und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung
der französischen und englischen Spracho, namentlich für das
delbstetudium und bei Vorbereitung auf Pxamina (LBinjuhbrig-
Preiwillige); zugleieh anziehendste und erfolgreichsto französi-
sche und englische Lectüre für Jedormann. Inhalt (bei beiden
Blattern vollständig vorschieden): Tagesgeschichto, belletri-
ztische, popularwissenschaftliche and vermischto Aufsütze, ge-
diegene Novellen, interessante Processes ete. Wochentlich eine
Nummer. Quactalpreis fũr jedes der beiden Journalo nur IM.
50 Pf., direct unter Band 1 M. 68 Pfg. Inserate (à 26 Pf.
dis 48paltigs Petitzeile) bei dem ausgedehnten, bereits ũber
ganz Deutschland und Oesterreieh-Ungarn saich erstreckenden
beserkreise von erfolgreichster Wirkung.
Edenkoben in der bayer. Rheinpfalz.
Die EXxpeditlon.

zruckarbeiten aller Urt
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Druc und Verlag von F. Xx. Dem̃e z in St. Ingbert.
        <pb n="663" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mual wö hhentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementépreis beträgt vierteljä hrlich
l A 40 A fur die hiesigen Abonnenten. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts mit 15 H fur die viergespaltene Zeile Blaltschrift oder deren
Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
— — ——— — —
/2
MA 182. Sonntag, den 17. November 1878.
Deutsches Reich.
München, 18. Nob. Trüde Zeitungen zu lefen, macht
kein Vergnügen, trübe Zeitungen zu schreiben, aber noch viel weniger.
Daß das bayerische Staatsbudgel vor einem dedenklichen, nicht eben
tleinen Deßeit steht, ist von den schlimmen Neuigkeilen die neueste
und schlimmste. Das Reich will neue Steuern einführen, die
Einzelstaaten sehen fich in die Nothwendigkeit versetzi, ihre Einnahmen
zu vermehren, aber die Masse der Steuerzahler, welche zu den alien
auch neue Lasten tragen soll, befindet uͤch in derselben Lage wie
Reich und Einzelstaat: auch ihr Budget hat mit einem Deficit zu
kaämpfen in Folge der geschäftlichen Krisis, die alle Welt bedrüdl.
Unter solchen Umständen möhte wohl Niemand gern Finanzminister
sein. Denn wenn auch hie und da von Steuerreformen gespro hen
vird, im Grunde genommen handelt es sich do h überall nur um
Steuervermehrungen, und daß letztere nicht gern gesehen, nirgends
mit Freuden begrüßt werden, ist eine alte Sache. Man spricht u.
A. von der Einführung einer Branntweinsteuer, gegen die sich aller⸗
dings an sich nichts einwenden ließe — abet wird deren voraus—
sichtlich geringer Ertrag genügen ẽ Wir glauben nicht. Mache man
sich darum auf Steuervermehrungen und Steuererhöhungen gefaßt
— es muß das doch einmal klar herausgesagt werden.(Pf. 4.)
—Aus München, 18. Novemsber schreibt man dem „Frl.
Nur.“:: Der Gesetzgebungsausschnß der Kammer der Abgeordneten
erledigte heute den zurückgestellten Art. 42 des Ausführungsgesetzes
zur Civilproceßordnung, indem er dem Antrage Durrschmidt ent-
sprechend die Verjährungsfrist für das Anfechtungsrecht von Hand⸗
sungen des Schuldners außerhalb des Concurses von 10 àauf 8
Jahre herabsetzte. Der gestern zurückgestellte Att. 68 — Kraftlos⸗
erklärung von Utlunden — gelangte unverandert zur Annahme,
jugleich aber auch ein Antrag des Abg. Frankenburger, wonach an
die Krone die Bitte zu stellen ist, daß die Fragen der Amoriist?⸗
darleit der auf den Inhaber iautenden Obligalionen und Actien
erwogen und edentuell dem Landtage eine entsprechende Geseßesvor⸗
age gemacht werde. Der 5. Abschnitt — Bestimmungen für die
Pialz — wurde im Wesentlichen uͤnderändert angenommen. Leb.
hafter Streit entspann sich über Art 220, welcher die Bestimmung
der rechtsrheinischen Gesetzgebung, daß über alle das Eigenthum un⸗
beweglicher Sachen betreffenden Vertrage bei Strafe der Nichtigkeil
Rotariatsurlunden zu errichten sind, auch auf die Pfalz überträgt. Die
beiden Pfälzer Schmidt und Horn bekampfien sich gegen'eitig, indem
der Erstere diese Neuerung als unannehmbar, der Andere füͤr er⸗
wünscht und zwedmäßig erklärte. Nach langem Hin⸗ anr Herreden

zog Schmidt seinen Antrag zurück.

Der Erzbischof von Bamberg ist nach einer roͤmischen Corre⸗
ipondenz der K. Z. Ueberbringer kines Bricfes des Papftes an den
König von Baiern gewesen, worin der Papst seinen Dank aus An⸗
laß der glucklich erledigten Angelegenheit der Besetzung der vakan⸗
len bischöflichen Stühle ausspricht.

Der Dundesrath beschioß am Freitag die Wiederherstellung
— Zündhoͤlzer.

—A Auswärtigen Blättern wird von
Berlin gemeldet: das Defizit des preuß schen Etats pro 1879/80
etrage 78 Millionen Mark, wovon 70 Millionen durch eine An⸗
leihe gededt werden sollen. Seinen Haupigrund habe das Defijzit
in den geringen Einnahmen der Siaatsbahnen. Verschiedene An⸗
ãufe von Privatbahnen werden demnächst das Loch noch detgrößern.

Ausland.

In rußsfischen Kreisen wird jet von Ge nif aus eine kleine
wussisch geschtiebene Broschure don N. Dr agomanoff unter
dem Titel: „Was haben wir exlämpfl ?“ geheimnißvoll zu verbreiten
gefucht. Die Broschüre ist haupisächlich fur die Verbreitung unter
der tussischen Armee bestimm. Der Uutor sucht nachzuweisen, wie
hlecht die russische Poliut gegenwärtig geleitet werde und welche
Mifßersolge der leßte Krieg dem Cyarenreiche eingetragen. An einer
Stelle des Pamphlets heißt es vom Dreitaiservunde, „Alle Dre
sind Nemzu“ (Deutsche), — die Haupt⸗Pointe der Schrift gipfell
n folgendem Satze: „Rach dem Befreiungskriege im Jahre 1814
ebrte die rulsische Aemeer aus Euroba zurück, wo sie Gelegenheilt

XV
als bei uns, in Rußland, und die Folge davon war — der
Dezember⸗Aufstand im Jahre 1825 in Petersburg. Auch den jüngsten
Feldzug nach der Tuürkei wußte sich der russische Soldat in eben
dieser Weise zu Nutzzen zu machen. Er hat gesehen, daß es in den
Ländern, die er befreien sollte, troßdem besser bestellt war, als in
seiner russischen Heimath. Mag eer daher wissen, was er zu thun
hat, wenn ihm nunmehr kommandirt wird, auf seine bdürgerlichen
Brüder zu schießen.“

Vermischtes.
fKaiserslautern, 13. Nov. (Jur Warnung.) Der Kai

sersl. Ztg.“ wird geschrieben: „Unter den Nahrungsmitteln, welch
den Kindern als sheilweiser Ersaz der Muttermilch dienen können,
ist Nestle's Kindermehl sicher eines der vorzüglichsten. Da indessen
in letzter Zeit mehrmals Originalbüchsen mit sauerem Kindermehl im
dandel vorgelommen sind, dieses sauere Mehl aber den Kindern
Abweichen verursacht, also unter Umständen sehr schädlich wirken
ann, so machen wir sowohl Verkäufer als Kaufer, beide in ihrem
igenen Interesse, darauf aufmerkam, sich vor Abgabe, beziehungs⸗
veise Aunahme sauren Kindermehls zu hüten. Die beste Vorsichts⸗
naßregel ist, die Büchse vor den Augen des Verkäufers und des
äufers zu öffnen und sich durch den Geruch von der Güte des
Mehls zu üderzeugen. Riecht es läseartig, so ist es unbedingt zu
ꝛerwerfen. Der Verkäufer soll die Büchse dffnen, um sich vor
Strafe zu schützen, der Kaufer soll darauf dringen, daß die Buchse
por seinen Augen gedffnet wirb, um sein Kind vor Schaden ju
bewahren. —

Kaiferslautern, 18. Nov. Der Tischlerverein da⸗
hier wurde heute vom Bezirksamt aufgelbst.

rLandau, 15. Nov. Im Postwagen des von Neustadt
lommenden Naqsschnellzuges war in vergangener Nacht Feuer aus⸗
gebrochen. Die betreffenden Postbeamten warfen die in Brand ge⸗
rathenen Papiere ꝛe. aus dem Wagen, wodurch einer weiteren Aus⸗
dehnung des Feuers Schranken gesezt wurden. Wie groß der an⸗
gerichtete Schaden ist, konnten wir noch nicht erfahren. (Eilb.)

t Offenbach, 12. Nov. Heute wurbe hier ein Siro⸗
mer wegen Beltelns zur Haft gebracht, der nicht weniger als 600
Mart in Gold und eine nicht unerhe diiche Summe in italienischen
Coubons bei sich führte.

FSpeyer, 14. Now. Von den 23 jungen Leuten, welche
sich der in den letzten Tagen dahier abgehaltenen Prüfung zum
Einjährige Freiwilligen Milidardienst unterzogen, haben dieselbe 8
bestanden, 15 mußten als ungenügend vorbereitet zurückgewiesen
werden (pf. 3)

T.Speyer, 14. Nov. Die dieslährige Hauptversammlung
des pfaͤlzischen Sangerbundes wird Sonntaz, den 24. November,
in der Bauer'schen Wirthschaft zu Haardt abgehalten. Die Tages⸗
ordnung enthält: 1. die Entgegennahme des Jahresberichtes, 2. die
Abhaltung des Sängerfestes, 3. die Bescheidung der Rechnungen
und 4. die Festsehzung des Voranschlageeä8. (Sp. Z.)

7Warzburg, 12. Nov. Herr Dr. Welp Professor der
Augenheilkunde wurde heute Morgen iodt im Belit⸗ gefunden.
föFrantfurt, 18. Noo. Ende dieses oder Anfang kom⸗
menden Monats findet hier die Zusammenkunft der Delegirten von
fämmtlichen Krieger⸗Vereinen Deutschlande statt. Bezweckt wird
die Schließung eines allgemeinen Verbandes unter einem bom Kaise t
zu ernennenden Protector.

7 In Frankfurt a. M. ist der „Schreiner⸗Gesangberein“,
der „Arbeiter⸗Sängerbund des Maingaues“, der Gesangverein
„Alpenröschen“?, der Gesangverein „Freundschaftsbund“, der Ge⸗
jangverein der Spengler, der Gesangberein „Tonkunst“, der Gesang⸗
verein „Lassalliana?, der „Dramatische Elub Herwegh“ und die
doctige Mitgliedschaft des „Allgemeinen deutschen Schneidervereins“
von der lgl. Regierung zu Wiesbaden auf Gtund des Socialisten⸗
gesetzes verboten worden.

Große Heiterkeit rief dieser Tage ein Zwischenfall in der
badischen zweiten Kammer berbor. Mag dehattitie über die Aule-
        <pb n="664" />
        tracht der Richter, als welche der bisherige Frack in Geltung bleiben
soll. Ein dem Richteramt angehöriges Kammermitglied rief im
Laufe der Debaite mit antikem Heroismus: „Ich bin bereit, meinen
Frack auf dem Altor des Vaterlandes zu opfern!“, worauf ein
gleichfalls das Forum besubender College zum großen Gaudium
des Hauses ganz trocken bemerkie: „Er wird auch darnach se'n!“
FSämmtuche fremden Officiere, welche den letzten französischen
Mansbern beigewohnt haben, erhielten Orden der Ehrenlegion. Von
deutschen Officieren erhielt General v. Les das Großofsickerkreuz,
die Oberst⸗Lieutenants und Flügeladjutanten v. Bülow und v.
Winlerfeld das Officierkreuz, die Hauptleute v. Gentzlow. von der
Goltz und der Lieutenant Erbprinz v. Hohenlohe das Ritterkreuz.
4 Ein Badeort abgebrannt. Cape May ist einer der fasbto·
nabelsien Badeorte der Vereinigten Staaten von Amerika; er liedt
in der Nähe New-Vorts im Staate New⸗-Jersey am atlantischen
Ocean an der Mündung des Delawareflußes. Der fast ausschließ⸗
lich aus Hotels und Kosthäusern etsten Rauges bestehende Ort war
dorchweg aus Holz erbaut, wenngleich auf die dekorotive Verzierung
der Häuser außerordentlich viel Sorgfalt verwendet gewesen ist.
Ein Brandstifter hat über diesen blühenden Ort großes Unheil ge⸗
vracht. Am Abend des jüngsten Sonnabend brach in einem Pri⸗
vathause Feuer aus, das bel dem herrschen den starken Winde und
dem Mangel zulänglicher Löͤschapparate im Herzen der Stadt eine
bebaute Fläche von 40 Ackern in Schutt legie. Neun Hotels, da⸗
ner das bekannte Kongreß⸗ Hall⸗Holel, 19 große Kosthäuser,
ine große Anzabll von Villen, Badehäuser und Läden fielen dem
verheerenden Elemente. zur Beute. Eist nach Ankunft der von
Philadelphia — eine Entfernung von 81 englichen Meilen — re⸗
quirixten Dampfspritzen gelang es, der, Feuersbrunst einen Damm zu
seßen. Das größzte Hotel des Ortes, das Stocktonhaus, welches
mchr als 1000 Göͤste ünterbringen kann, wurde dadurch gerettet.
Pin dem Wiederaufbau des Ortes ist begonnen worden.
A
Dienstesnachrichten.

Die kathol. Pfarrei Mutterstadt wurde dem kalhol. Pfarrer
pon Remigiusberg, Th. Achiermann, die lathol. Pfarrei Moͤrzheim
dem Pfarrverweser von Dinkheim Friedr. Will und die lathol.
Pfatrei Maßweiler dem Administrator von Mutterstadt Philipp
Schrimpf verliehen.
r die Rede on derar.-ortlich: x. X. Demeß.
— —5 4 — 7
Vorschuß⸗ Verein St. Ingbert,
v Ceingetragené Genossenschaft ).
Activa.s““ Vilanz ꝓm 30. Juni 1878. —7
Cassa⸗Tonso28487,21 Sparkassen⸗ Conto 2880999, 86
134 Conio · Coͤrrent⸗ Stammantheil: Conto 124522,88
Schuldner 689988,41 11 Conto⸗GCorrente·
Wechsel· Conio, 34581, 13 Glaͤubiger 95336.50
Darlehen⸗ Conto 36846,13 Traotten⸗Conto 1019,75
Mobilien Conto. 556,60 Specialreserre 2209,90
Effeklen Conto 2046,36 steserbefondConio 11764,52
Gulhaben bei 4 Ban ⸗·⸗· · Dividenden · Conto 486,88
nd Vereine 1499,11 buthaben von 28
Banken u. Vereine 283070,95
vewinn⸗ und Ver⸗
lust⸗· Conis 6674,01
780974,95
·hbl 351..

760974,95
—Mitalie——

Unmnwuiderrufliceh
am 26. UNov. Jiehung der
Arũnohener
Pràmienlotterie.
9000 Geldgewinnste.
EMUPtITesser
10, OOO MarIx
Prois des Looses J Mark
Auf 10 Loose 1 Freiloos.
Zu beziehen durch die

&amp; Goneral·Agentur
—
— B
Bankgeschâit, Mũnchen,
oder
—XX
in St. Ingbert.

Wiualvolle Cage.
Wochen und Monate und selbsi
Jahre verbringen zahlreiche Leiden ⸗
de in der Krankenstube ohne Aus⸗
icht auf Besserung; oft aufgegeben
hon den sie behandelnden Aerzten.
ails Todescandidaten betrachtet von
den Angehörigen. In solcher Lage
mpfiehlt fich wenn es nicht schon
rüher geschehen die Anschaffung
des bekannten Buches Dr. Airy's
Naturheil methode und kein
Jeidender wird mehr zweifeln, daß
3 noch eine Genesung für ihn
ibt, wenn er fich vertrauensvoll
zer tausendfach bewährten Heil—⸗
nethode nuterzieht. Preis 1Mk.,
‚orräthig in K. Gotthold s Buch⸗
sandlung, in Kaiserslautern
auch gegen 1 Mt. 20 Pf. france
u beziehen durch Richter's Ver
aas⸗Anstali, Leipzia

—eAA————— —“ — ⸗ ⸗ Sr
us und Verlag von

Paris, Sonutags. Ducch meine Schwester, die Baronin
hörle ich von Ihren weltberühmten Bruflcaramels — Maria Benno
Fon Donat, in dem Augenblicke, als die Aerzte meiner Adele als
letztes Mittel gegen ihren fürchterlichen Husten den Aufenthalt in
Jlalien verordnei hatten. Was thut man nicht für das Leben
ines Kindes? Die Koffer waren zum Theil schon gepackt, da gab
ich den stürmischen Bitten meiner Schwester nach und Adele versuchte
hre Brustcaramels.

Und welches Wunder geschah' nun — denn ich lann es nur
in Wunder nennen —! Adele fühlte sih schon nach dem Ge
zrauche des ersten Cartons wie neu geboren — und empfand nich,
nur eine auffallende Linderung, sondern auch Lösung und Stärkung
Die Reise nach Italien wurde zunächst auf 8 Tage verschoben,
ind späiser — Gott sei ewig Dank — ganz aufgehoben. Senden
Zie bitte umgehend noch 6 Orizinalcattons zu 50 Pfennige. Im
Inleresse der leidenden Menschheit beschwöre ich Sie vorstehende
Zeilen zu veröffentlicehn. —

E.lisabeth Gräfin ......e.

Die Caramels — Maria Benno Von Donat werden debraucht
dei allen Erkältungsfällen — Husten — Heiserleit — Affektionen
er Lungen — Bronchitis — Lungenschwindsucht — Stiche und
ditzel im Halse — Einfache Appetitlosigteit — Schlaflosigleit —
Magenschwache — Nervenschwäche — Augemeine Enilrästung und
Asthmatische Leiden. —

Der reißende Absatz, den dieses beliebte Heilmillel bei allen
Nationen und Völlern der Erde gefunden, hat vielfach Fälschungen
ind Imitationen hervorgerufen. Für die Echtheit kann nur bei
denjenigen Cartons garantirt werden, guf deren Vord erseite. sich
ucht Anderes gedruch findet, als die A Worte: Maria
Benno Von TOnMt- — IP

1 Großer echter Carton kostet in Deutschland 50, 4 echter
Tarton 30 Pfg. — ——

Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters.
Kohlenstraße Nr. 681v.

on . I. EBlétsen Co., in Bres

hufte Nicht Ronig- Rrãuter - Malz· Dxtrakt und 83
Anerkennung. Ihr Honig⸗ Kräuter⸗Malz- Ertrakt hat bei mir, wie auch
hei meinen Kindern vorzugüch bei Husten, Lungen⸗-Catarrh und
Keuchhuften gewirkt. Paul Muüller, Kaufmann, Reumarlkt in S

gevber Husten kann höochst gefährlich werden. Der Keuchhusten,
nuch die Braͤune, beginnen in der Regel mit leichtem Catarrh und Huften.
Die gefährlichen Folgen dieser Uebel find bekannt. —

2).Au haben ine St. In ab er t bei Herrn J. Friedrich.
Feinster Lofodinischer 5 nterzeiyneter ist raglich
F in seiner Wohnung, Bahnhof⸗
dorsch Leberthra n stroße 2 (neben dem Riesen) zu
— —— sprechen.

wegen seiner Gute und Wirksam⸗ Noiserklautern, Nov. 1878.
zeit allseitig von den Aerzten em⸗ IAAXX
fohlen, ist flets borräthig in approbirter Zahnarzt.
Driginalflaschen à. 1 Mark in
St. Ingbert dei J. Fried⸗
rich, in Zweibrücen W. Aug.
Seel, in Homburg bei W.
Simon.

Brust- und Lun⸗
2*
gen-Leidenden.
owie denen, welche an Katarrt
od. Heiserkeit, Verschleimung, Blut⸗
speien leiden, kaun kein ange⸗
nehmeres u. sicheres, zugleich rein
diatetisches Haus⸗ u. Genußmittel
empfohlen werden, als den rühm ⸗˖
ichst bekannten rheinischen
Trauben⸗RVrusthonig
5 welcher allein *
mit nebiger Ver
— ** ue
2 8iesα
2. 8 M. tauflid
— St. Ingbert
bei J. Fried⸗
ich, in St Joham bei F. P.
Duvenhoffer und Karl Thiriot
n Sagrionis bei F. Altenlirqh
n Blieskastel bei Apotheker C
Richter, in Saargemünd bei Apo
deler H. Kirchner, in Sulabad
vei Apoibeker A. Treffon.

—m2

—8
2
1

8

?otioneẽveklebzettel
iast bei F. X. Temet—
Zimm⸗ zu verr nen
inrich Stie'

Mittib Fichkter dat
ogis an der Soarbrückerh
azu vermiethen.

3

Demetz in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. Au.
        <pb n="665" />
        Sl. Ingberler 2unzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunzsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstag, Samstag und Sonatag. Der Asounementspreis betragt vierteljährlich

1M 40 B einichließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswãrts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclanen mit 80 — vro Zeile berechnet.
Ms 183. Dienstag- den 10. November

8178
Deutsches Reich. —

Die Arbeiten des Gesetzgebungsausschusses der baerischen
Abgeordnetenkammer schreiten in erfreulicher Weife vorwärts. Es ist
hereils die erste Berathung des Ausführungsgeseßes zur Civilpro⸗
reßordnung und der Concursocdnung beendigt, so daß die 236 Ar—
filel desselben in nur vier Sitzungen erlebigt worden sind. Diese
ungemeine Raschheit des Forlgangs erklärt sich zum Theil aus der
Thatsacht, daß manche Artikel einfach bestehehendes Recht, nament⸗
ch aus der bisherigen baierischen Civilproceßordnung, wiedergeben,
aber die Vortrefflichkeit der Regierungsvorlage hat den Löwenantheil
an diesem Erfdlg und anerkannt muß auch werden, daß de Sucht
lange Reden zu halten und einen großen Ausschuß für ein kleines
Parlament anzusehen, hierorts nicht Mode ist. — —V

Berlin, 16. Nov. Die ‚Nordd. Allgem. Zig.“ ist in
der Lage, das Schreiben mitzutheilen, welches der Herzog von
Cumberland anläßlich des Todes seines Vaters seiner Zeit an den
saiser gerichtet hat. Das von Gmunden, im Juli 1878, datirte,
an des Königs von Preußen Majeßät adressirte Schreiben zeigt
den Tod des Königs Georg an und fährt dann fort: „In Folge
dieses Todesfalles sind alle Rechte, Prärogative und Titel, welche
dem Könige, meinem Vater, überhaupt insbesondere in Beziehung
muf das Königreich Hannover zustanden, kraft der in meinem Hause
destehenden Erbfolgeordnung auf mich übergegangen. Alle diese
Rechte, Pärogative und Titel halte ich voll und ganz aufrecht.
Da jedoch deren Ausübung in Beziehung auf das Königreich
dannover thatsächliche, für mich selbstverständlich nicht rechtsverbind⸗
iche Hirdernisse entgegenstehen, habe ich belchlossen, für die Dauer
zieser Hindernisse den Titel „Herzog von Cumberland, Herzog
zu Braunschweig und Lüneburg“ mit dem Prädikate „Känigliche
Hoheit“ zu führen. Indem ich auch hiervon Mitlheilung mache,
vird besonderer Erwähnung nicht bedürfsen, daß meine und meines
dauses in voller Selbständigkeit bestehenden Gesammtrechte durch
eitweiligen Nichtgebrauch der dieselben bezeichnenden Titel und
Würden in keinerlei Weise aufgehoben oder eingeschräntt werden
können. Ich verbleibe Eurer Majestät freundwilliger Bruder und
Vetiter Ernst August.“

Die Eröffnung des Landtags am 19. d. (heute) findet Mittags
am 12 Uhr im Weißen Saale des königlichen Schlosses statt.

Aussand..

Wien, 17. Nov. Das hiesige Telegraphen-Correspondenz⸗
Bureau“ läßt sich aus Rom melden: Sodbald der deutsche Kaiser
die Staatsgeschäfte wieder übernimmt, wird die Curie eigen neuen
Schritt in den Verhandlungen mit Deutschland ihun. Der Papst
vürde sodau die Juitiative ergreifen und die diecbezüglichen Ver⸗
handlungen mit dem Kaifer einleiten.

Rom, 17. Nov. Nah einem hier verbreiteten Gerücht soll
önig Humbert in Neapel, als er aus dem Bahnhof krat,
durch einen Messerstich leicht perwundet worden sein. Der Mörder
ei verhaftet.

ESpäter verließ F. anscheinend versöhnt in Gesellschaft des Jung⸗
fleisch die Wirthschaft, zog aber vor derselben sofort das Messer und
zersetzte seinem Begleiter drei Stiche, so daß derselbe 8 Tage lang
arbeitsunfähig war. F. erhiell- wegen Körperverlezung 6 Monate
Besängniß und wegen Unfugs eine Woche Haft. (Zw. Z3.)
7 Die Aufstellung des Denkmals für die im Jahce 1849 bei
Rinnthal Gefallenen, eine in Sandstein ausgeführte Germania, wird
in Bälde ersolgen. Wie die „K. 3.“ berichtet, ist das Standbiwd
hei Bildhauer J. Menges in Kaiserslautern während 8 Tazen zur
Besichligung ausgestellt.

de ene 13. Nov. Der ärztliche Verein für
den Bezirk Zweibrücken hielt am verflossenen Freitag seine Herbst⸗
ersammlung in Homburg ab, wobei gleichzeitig das 50jährige
Doftor⸗Jubldäum des Herrn Dr. Erbelding aus Zweihrücken mit ge⸗
eiert wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Jubilar nach
einer feierlichen Ansprache ein silberner Potal und ein schönes Bier⸗
jslas von seinen Kollegen zum Andenken an—, diese Gedachtnißfeier
iberreicht. Die sehr zahlreich, von fast allen Aerzten des Bezirks
hdesuchte Versammlung und ebenso das darauf folgende Festmahl,
durch einen sinnreichen Toast gewürzt, verliefen auf das Ange⸗
nehmste und in der heitersten Stimmung.

FDie Baugewerkschule in Kaiserslautern hat sich im
aufenden Wintersemester einer starken Frequenz zu erfreuen. Die
elbe zählt im Ganzen 105 Schüler, während die landwirthschaft⸗
liche Winterfchule deren nur 17 zählt. — Die Einweihung des
neuen Gymnasialgebäudes findet nächsten Mittwoch statt.

r* Die Handelstammer in Kaiserslautern beschloß, an
die Kammer der Adgeordneten eine Vorstellung zu richten, worin
um höhere Besteuerung der Wanderlager gebeten wird.

F Neustadt, 16. Nov. Die heute Nachmittag im Saal⸗
bau (Abtheilung Gelber Saal) stattgehabte Versammlung des Ver—⸗
ins pfaͤlzijcher Schrijtsteller und Küastler ꝛc. war von etlichen 80
Deitgliedern besucht. Nach Begrüßung und einem schwungvollen
Prolog, den der Borstand Herr Joh. Hüll vortrug, referirte der
Schriftsührer Hr. Ed. Jost von Landau über die berschiedenen feit
dem 23. Juli c. abgehaltenen Verfammlungen. Dann folgte ein
sehr interessanter Vortrag des Prof. Dt. C. Mehlis aus Dückheim,
zetitelt „Bilder aus der Geschichle der Rheinlande“, hieran reihte
ich eine kurze Diskussion über Vereinsangelegenheiten. Im Laufe
derselben nahm Hr. Pfarrer Petersen bon Mußbach das Wort, um
seine Freude über die Ziele und Zwecke des Vereins auszudrücken
und die Anwesenden aufzufordern, für den Verein in, ihren Kreisen
zu wirken. — Nach eiser Pause hielt Herr Ed. Jost einen dekla⸗
matorischen Vortrag, (Dichtung von Falkmann in Hexametern),
velcher die beifälligste Aufnahme fand. Der Herr Vorstand schloß
zierauf mit herzlichen Worten die Versammlung. Diese hatte, wie
das wiederholt aus dem Munde vieler Anwesenden laut wurde,
die angenehmsten Empfindungen, die erfreulichsten Pläne und Ent⸗—
schlüsse hervorgerufen. (Eilb.)

FEdenkoben, 14. Nrev. In der heutigen Poltzeifitzung
wurde eine Dienstmagd von Diedesfeld zu J Tag Haft ver⸗
urtheilt, weil sie gegen das Verbot ihrer Dienstherrschäft über die
erlaubte Zeit Abends fort blieb und einigemale gar nicht heimkam.

T Gelsenkirchen. Die „Wattensch: Ztg.“ schreibt
unterm 12. d.: „We wir soeben höten, ist in Gelsenkirchen Meg⸗
Bez. Arnsberg) im Stulle des Herrn W. Althorff hier wieder die
Rinderpest ausgebrochen. Um'angreiche Vorsichismaßregeln und
vollständige Absperrung sind angeordnet.

FHamburg, 16. Nop. Aus Helgoland wird von heute
Morgen gemildet, daß dort ein orkanart'ger Südsturm weht. Auf
der Rhede sind 15 Fischerschaluppen gesunken. Näheres ist noch
nicht bekannt.

lBon Allendie Häßlichste.] Die Direklion der
Slaats-⸗Vehrerinnen-Präparandie in Pest erhielt unlängst den Besuch
einer Dame, welche gegen 200 fl. Jahresgehalt und ganze Verpfle⸗
Zzung eine der Präparandistinnen als Gouvernannte zu acceptiren

wünschte. Mehrere Mädchen wurden der Dame sofort vorgestellt,
abder von dieser mit den Worten „Zu schön!“ nicht gec-pterk. Eine

Vermischtes.

FSit. Ingbert, 19. Nov. Der Schmelzarbeiter Georg
Fichter von hier, 839 Jahre alt, wurde gestern Morgen an
dem Eisenbahndamm todt aufgefunden. Fichter, der dem Brannt⸗
wveinkrunke ergeben gewesen und in litzterer Zeil Delirium oder
Anzeigen hievon gehabt haben soll, entfernie sich in der Nacht vom
Sonntag auf Montag (17./18. dss.) von zu Hause, trieb sich in
der Siadt besonders am Bahnhofe umher hat jedenfalls durch He⸗
rabstürzen vom Eisenbahnviadult in Folge Hirnzerschmetterung seinen
Tod gefunden. Er hinterläßt eine Ftau mit 4 Kindern.

F Am Abende des 16. Sepiember abhin sagte in der Kempf⸗
'jchen Wirthschaft zu St. Ingbert ein gewisser Jungfleisch
scherzweise zu dem bei ihm sitzenden 29 Jahre alten Puddler Jakob
F. von St. Ingbert, es sti Alles nicht wahr was er erzähle.
Dies verdroß den F. so, daß er sein Glas deratt auf den Tisch
aufschlug, daß es zerbrach, heftig zu schimpfen anfirg und sich erst
wieder berubigte, als der Wirth nach der Polizeimannschast schickte.
        <pb n="666" />
        o der Natur minder begünstigke Gruppe wurde dennoch ebenfalls

u schön besfunden. Bei dem „Arrangement“ einer dritten, aus
noch weniger schönen Präparandistinnen bestehenden Gruppe faßte
eines der Fräulein den gewiß heroischen Entschluß, sich selbst als
hie „Häßlichste von Allen? zu präsentiren. Die Dame fand dieses
resolute Mädchen nach ihrem Geschmacke and erhöhte den verspro⸗
henen Gehalt sofort auf 400 fl. — Das Verlangen nach einer
möglichst häßlichen Gouvernante ließ verschiedene Vermuthungen zu
und erweckte eine leicht begreifliche Neugierde, die auch bald befrie⸗
digt wurde. Bitte, verehrte Leser'nnen, denken Sie nichts Uebles
von dem Gatten der Dame; diese gab vielmehr auf bezügliche
Frage als Ursache ihrer Wahl den Umstand an, daß sie ihre stin⸗
der mit der Goupernante allein promeniren lasse und dah'er bedacht
sei, eine solche zu wählen, welche keinen Gefahren und Verfolgungen
durch junze Leute ausgesetzt ist.

FMailand. Die mailändischen Blätter bringen die schreck⸗
liche Nachricht, daß man eine Quantität vergiftetes Brod entdeckt
habe. Bis jetzt wurden 10 Laib aufgefunden, jeder im Gewicht
von einem Kilogramm, und man sagt, daß bereits eine Frau und
zwei Kinder auf den Geuuß eines solchen Brodes hin geslorben
seien. Ratürlich herrscht in der Stadt große Aufregung.

fRom, 16. Nov. Die Tibher wächst sest heut Mittag stünd⸗
lich. Es fehlt nur ein Centimeter, dann ist der Pegel unter
Wasser; bei Ripetta beträgt der Wasserstand 14,25 Meter. Ueber⸗

schwemmt sind bereits die Straßen Tordinona, der Korso, der
Ripettaplatz, die Engelsbrücke, Longara und Fiumara. Die Kran—
ken des Hospitals Santo Spirits haben umgebettet und nach dem
ersten Stockwerk transportirt werden müssen. Die Heerstraßen vor
den Thoren Roms sind sämmtlich überschwemmt. Einzjelnliegende
Landhäuser erhalten die nothwendigen Lebensmittel durch militär—
jemannte Barken. Die Paulskirche nebst Kloster an der Straße
bdon Ostia ist vollständ'g blocktt. Die Wiesen zwischen dem Va⸗—
itan und der Ponte molle bilden einen großen See. Bis jetzt
hat die Ueberschwemmung hier drei Menschenleben gefordert.

F Nom, 17. Nov. Das gestern gefällte Urtdeil des Appell⸗
jofes in der Angelegenheit Lambertini⸗Autonelli verwirft das Uriheil
»es Gerichtes erster Instanz, ääßt die von der Gräfin Lambertini
zerlangten Zeugenbeweise nicht zu und verurtheilt die Gräfin in die
dosten.

f Laut einer russischen Nachricht der „Independance Belge“
vurde in einer Goldgrude bei dem sibirischen Dorfe Motighen an
»er Tunzurka „ein massiver Goldklumpen von 147 Pfund gefunden.
zessen Werth auf eine balbe Million Rubel geschätzt wird“; und
im Distrikte von Irknisk werden jetzt mehr als 909 Pfund Gold
gewonnen.“ (7)
Fur die Redaction verantweorilich: F. X. Deme tz.

Cucilienfest.

Musikverein.

5 2 X c.
Vorschuße Verein St. Ingbert.
Die Mitglieder des Mufitvereins dabier werden hiermit zu
dem am Sonntag, den 24. ds. M., Abends von 5
bis 7 Uhr stattfindenden
nν—
„8Uhr Iry,

Bikanz pr. 31. Oßktoß⸗t 1878.

Soll. Haben.
1183900,88. 682013,17.
230674 38. 202288 32.
26154 20. 281847 00.
1686 88. 12003839.
18222 28. 28738.44.
51356.13. 15481.05.
17671534. 4661254 61.
220990.
12153,-. 8667401.
1192532.
48688.
9142,58.
151533.
94947562.

—J—

Conto ·Corrent· Conto

Wechsel⸗-Conto

Sparkassen⸗ Conto

Stammantheil: Conto

Tratten Conto

Darlehen ⸗ Conto

Cassa⸗ Conto

ẽpezialrtservefond⸗ Conto

Bewinn⸗ und Verlust Conto

Reservefond⸗Conto

Dividenden-Conto 84 —.

Fffcien Conto 28,57.

Zins⸗ und Provisions-Confo 074,

Banken‘; und Vereine-Conto 674762,84.

Mobilien: Conio 556 60.
2679999,11. 2679999,11.

und dem darauf

eingeladen.
St. Inabert, den 17. Nov. 1878.
Der Vorstand.
—
AMAovitat. —
Brustkranke finden in dem so
eben erschienenen Buche: „Dic
Brust⸗ und Lungenkrankheiten“,
xraklische Rathschläge zur Heilung
auch wenn das Uebel cronisch
der weit vorgeschritten ist. Das
allen Bruste und Lungenkranken
ingelegentlichtt zu empfehlende
Buch ist vorräthig in K. Gott⸗
hold's Buͤchhandlung in Kaisers⸗
autern und kann gegen 60 Pf.
in Briefmarken franco bezogen
verden.

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ovaler Goldspiegel,

lgroße Badewanne,

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12 junge frischlegende Hühner

Schnappbach.

Braune.
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Geil. hzl. z. gestr. Oeb. 3.
j. Nta.

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Ein bravbes Dienst⸗

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vergeben hat, ein Grundstüsck zu
verlaufen wünscht, ein solches zu kaufen
beabsichtigt, eine Wirthschaft,

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sucht, eine Heirath anknupfen will, eine Geschäfts em⸗
pfehlung zu erlassen gedenkt — überhaupt zu

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so verkaufe ich von heute an meine sammtlichen Vorräthe in fertigen Herren- und Knaben⸗
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Meine Tuchhandlung und mein Maßgeschäft wird wie bisher weitergeführt, und mache ich
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38z3— 833 3553 53 3735.333383 z335 —33335325
35*28 —— — 38 S 26 528* 28 33 5*
— 38 232 58 33 3 — s5*22 2 *s25 2
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2232 838 3223 2353253 — 23 24 532 2682 22 5852 2832
*25 5552 — z2 — * 232882 4 8338 —*
57* 5 —5 58 —E 3835— 325258 2 2— 2 —253223
382255 53538338 —55 35 32 38553 378
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—— — 55 633335388535 —255383383356 33 58 3833
222 *77 B23832 —5553 353 — 32 8 —— ——— DD2—522250
552—28 3528 —23333535757 —52735673355233555 35558
22 — — 0 2 — — 2 98 — —— — —— — —3— — 28
58 2 82 2 532353 8 — —— —A — 52222 5* 8
2553527 — 52 —A—— 8 * 0 8 ——88 —
5328 * 8333573753353 —8337 25 73558
———— 3 — —8 S —* 2 12 * 22 — —— 2 25 * — ——3 — 8
22522523 * — 2 *3553532*32 — 5* — 22*
—5255 23 -5323223225 53437 —73 5535s553353385
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*85 35353232 32*3— —5 5—333285— ————— 238 —A
5 *5Sm1 2.58 2358 2 7523 783. —33328—3332* 55283 *2
53525*8235 533353 2—8 325332—25 32—3828 —58 22
52 225 5—3333 35* —XV 25352 * 5588* 53z353232
22325 — 33553232353323 2 7 RB5 2 2 3c 8 229 8
353585 2383533 353355* 332 3 888338355 —
22 3 ⸗* z253233*55 55523 — 58327035—3532833 35
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—5 33. 335535335 333338 53335
23 —28 —A 7 3 — 3 5342 2 2 3353
2 3—.8 553227 —72338333355 12333353—
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33—5353533322 3833 3578033
753 333577 77333833*
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— — 32535 3552 2523538338335352323
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22 * * 222 — —— —222 522* 5 — 8
231537s833555375332554 368
33— 33333878 z 36 254235 78
52 * — —353 2228 *8 522 * 2 225228 232232
25 52 353253242*6* 22225 *8 165 s—3535 —3335524
2 ——* 8 —— 2222 ——
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55 — —533 —2253 — — 3 * 52 222 —— — 2*84 —
253 — 533357 —Ax — s5S,S65—32 —
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33383338S6833 232 533 768 — 3238—2 332357
⁊ — 22322 22 3 528 22 —Z 538 —38 53 *
2322 A VDV— 52 2 —3 5 — ——8332—k— —
382—38—32533—338 3333 —
522 5353533855 —85. 5355 —533 28 S2 —z55— —— *
23 5 — ——5——33,3*5232 — 2. — 233———3..3
3 2* 233258 23525 — 9 — 2525 5255422 2 —A 22
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535323335535 2538 3 9 83 3333 335338353355 —— 8* 2553 5538
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s 3 —3 3 —— 2——0 383 883333*
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8 J —X * — 535— * * 2
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253—82 * 2*238 82 38 883. 35 —7 2533 72. 3
25 2137 58333583 239 —A 5252 * —283833,3283.
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22323 5682 82—235.5238 — 552 2. 22 148 8 —
33 —82 — 8 2 53 — 3 0 26 8. 535
255 * — * * 8 83 e 7 — —
— — 533 — — — 5—— 22—
——22 — — 7* —— — — 27 55 — 52483 — 8 *
— 88* * —2572 — —55 —2. 3 3 22
5328 —— —758 53338 5 583 55 21257 75
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— 2385 X 53223 25 353533
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* 533* 238 —A 22 3 2— 25527 2. 5 533822 5
— 52 —J22553 —— 5255— 5587 3235533
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3 85*333—38338 23553533238 * —A
5** 223 * 22 2532* 52 *5*5 322 5 225353*8 —
2 33 5255 252 3.* — 232383 —
8 3 733453523 ——25 3282. 5. . 533 2
* 537222 —5238— 53 357532 —— — * 22S D
7 * 223* 7 78 53332 555 5* 52*
— — 2— 35223 ——— 22 —— E 527222 52
—*——5 23333 —35585 — —— 533
25255 3* *5 1253532325328 —A
* — — 520 37* 8* 2* — — 2 23 *
* 52. — —— * 322525 272 5. 552.*23 3 *
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2 —2 53033 7035* 2 3 s· 2 —
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33 2875 8838*838327
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        St. Ingberter Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mil woͤhheatlich) mit dem Hauptblatte verbundene Uaterhaltungsblatt. (Sonntage mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustaz, Donnerstag, Suünstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
Asc 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 . Zustell gzebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 80 VBpro Zeile berechnet.
—
1878.

—
Deutsches Reich.

München, 18. Nov. Die Einberufung des bayerischen
Landtages wird doraussichtlich an 7. Januar k. I⸗. erfolgen und
alls nicht der Reichstag eine längere Unterbrechung nothwendig
nacht, über zwei Monate in Anfpruch nehmen. Außer den Ein—
ũhrungsgesetzen zur Justizorgarisation werden auch die Gesetzent⸗
würfe über die Disc plin der Staatsbeamten, über das Gebühren⸗
wesen und die Erdschaftssteuer zur Berashung gelangen, ferner das
jeue Eisenbahngesetz, sowie das Eirführungs gesetz, betreffend den
bersten Verwaltunngsgerichtöͤhof. Wegen der Sieuerreform herrscht
m Finanzministerium eine große Rührigkeit, um Mittel ued Wege
u finden, die Finanzlage des Landes in eine bestimmte, regelrechte
Foem zu bringen. J

Uus Bamberg geht der „Allg. Ztg.“ die Nachticht zu,
zie Angabe, daß Se. Maj. der König von Bayern durch den Erz⸗
ischof von Bomderg einen Dankbrief des Papftes wegen der Wie⸗
yerbesctzung der drei erledigten dayerischen Bischofssitze erhalten habe,
ei guaͤnzlich unbegründei.

Berlin, 15. Nob. Rach einem Erkenntnisse des Oder⸗
ribunals findet eine Bestrafung auf Grund des Reichs Impfgsetzes
om 8. Apri 1874 wegen Unterlassumg des in älteren Landesge⸗
etzen ersorderten Nachweises der Impfung nicht Stait. Der oberste
Betichtshof führt dabei aus, daß das Reichs⸗Impfgesitz nicht die
Bestimmungen der einzelnen Landesgesetze über den Impizwang auf
)J.8 Gediet des Reichs ausgedehnt, sondern die in ihm behandelte
Matetie selbständig geregelt und ohne sonst auf die Landesgefetze
Bezug zu nehmen, nur verordnet, daß die in den Einzelstaaten be⸗
tdehenden Anordnungen über Zwangs mpfungen bei dem Ausbruch
iner PockenEpidemie nicht berührt werden.

Berlhin, 18. Nov. Der ‚„Reichsanzeiger“ schreibt: Fran⸗
oͤsische Blätter bringen die Nachricht, daß die deutsche Regierung
pon den Samoa⸗Inseln (Schifferinseln) Besitz zenommen habe und
dieselben zu einer deutschen Colonie zu machen gedenke. Daß
Deutschland die Erwerbung oder Gründung transatlautischer Colo⸗
nieen nicht beabsichtige, ist wiederholt in authentischer Form erklärt
worden. Betreffs der Samoa-Angelegenheit hat die „Norbd. Allg.
Zig.“ vom 10. November eine eingehende Darlegung des Sachver⸗
jalts gebracht, woraus sich ergibt, daß die deutsche Regierung in
den Südseeinseln keinen anderen Zweckh im Auge hatte, als die
zertragsmäßig festgestelllen Rechte der Reichsangehörigen, welche sich
auf Samoa angesiedelt haben, und die friedliche Entwickelung deß
deutschen Handels zu schützen. Die gegenwärtige Krisis auf den
Samoa⸗eInseln wird ihre natürliche Loösung dadurch finden, daß
die Landesregierung sich entschließt, mit den betheiligten Staalen
einen Vertrag abzuschließen, welcher denselben die Deutschland be⸗
ceils zugesagte Stellung der meistbegünstigten Nation einräumt und
derbütgt.“

Berlin, 19. Nov. Der preuß. Landtag ist heute eroͤffnet
vworden. — (Abgeordnetenhaus.) Präsident v. Vennigsen eroͤffnet
die Sitzung mit solgender Ansprache: In dem Augendlicke, wo der
dandtag sich versammelt, erreicht uns die Nachricht von einem zum
GSlück ohne ernstlichen Ersolg geblebenen mörderischen Angriff auf
sen Herscher eines befreundelen Landes. Dies Veibrechen rust mit
xneuter Lebhaftigkeit die Erinnerung und den Gedanken wach an
die Schreckensstage dieses Frühlings, an die Gefahren, in weichen
das Leben unseres Kaisers und Königs zweimal geschwebt, an die
Besühle der Tankbarkeit sür die Erhaitung des Lebens Sr. Ma—
estät, aber zu ich die schmerzliche Trauer darüber, daß bis heute
die Folgen des zweiten Attentats den König verhindert haben, die
Regierung selbdst zu führen. Die ernsten und gefahrdrohenden Zu⸗
daͤnde der heutigen Zeit drängen. mit verdoppeiller Kraft die Ver—⸗
reler des preuß yen Volkes, sich in Treue zu schaaren um die Mo—
narchie als die feste Grundlage unserer gesammten Staats- und
hechtsordnung, um den König und die Dynastie. Stimmen Sie

»eßhalb bei dem Beginne unserer Geschäfte leohaft mit ein in den
tuj: Se. Maj. der Kaiset und König Wilhelm lebe hoch! Das
daus stimmie dreimal begeistert ein.

Stuttgart, 19. Nov. Heule wurden die Kammern

wieder eröffnet. In der Abgeordnetenkammer sagte der Präsident
dölder, daß der Etatsabschluß, der den Hauptgegenstand der Be—
cathung bilde, vicht die befriedigenden Zeffern früherer Jahre auf—
veise, daß darin aber eine dringende Mahnung an die Volksver—
retung liege, in patriotischem Zusammenwirken mit der Regierung
die Minel und Wege aufzusuchen, um der heutigen Lage gerecht
zu werden.

Mannheim. Auf Grund des Soc'alistengesezes wurde
die Mituliedschaft der sockalistischen Arbeiterpartei, sowie der hier
destehende Arbeiter-Sängerbund verboten. (M. A.)

Ausland.

London, 19. Novb. Nach einer Meldung der „Times“
aus Konstontinopel vom 18. d. erfolgte die Ernennung Karalheodori
Paschas zum Generalgouverneur von Kreta in Foige eines Ab⸗
ommes zwischen Mouithar Poscha und den kretenfischen Abgeord⸗
jeten, welche die Ernennung eines Christen zum Gouverneur ver⸗
angten.

VLonbdon, 19. Nov. Fine Privaldepesche aus Lima meldet:
Pardo, Prasident des Senats von Peru und ehemaliger Präsident
der Republik Peru ist ermordet worden.

Rom, 19. Nov. Der Popst schritb in Folge des Aitentats
olgenden Brief an den König Humbert: Rachden ich die Nachricht
son dem verdammenswerthen Attentate erhalten, übersende ich den
lusdruct meines Beileids und beglüdwünsche gleichzeitig Ew. Ma—
estät zur Retiung aus schwerer Gefahr. Ich erflehe von Golt die
desundheit Ew. Majestät. Leo. — Der König antworlete einer
Barlauients- Deputation: „Der Mensch ist wahnfinnig: reden wir
ucht von dem Borfall, der unsere Ruhe nicht fören kann.“

Florenz, 19. Nord. Während geflern Abend auf dem
Zignoria⸗Plotze eine patriotische Kundgebung füc den Koͤnig statt⸗
and, Platzte mitten unter der Volksmenge eine Orsini⸗s Bombe, wo⸗
»urch 2 Personen getödtet und mehrere andere verwundet wurden.
Trotz der Erbitterung der Bevölkerung über diese Schandthal nahm
zie patriotische Kundgebung ruhigen Fortgang.

Neapel, 19. Nov. Der Koͤnig hat gestern Abend eine
Deputation des Parlaments empfangen und derselben seine Befrie⸗
igung über die Beweise der Zuneigung der Bevölkerung gegen ihn
und sein Haus ausgedrückt. — Vor dem Palast drängte fich den
janzen Tag eine große Volksmenge unter patriotischen Kundgeb⸗
ingen. Ebenso fanden in Palermo wähtend des ganzen Tags
»attiotische Demonstrationen mit Hochrufen auf den König und den
kufen: „Tod den AUitentälern! Nieder mit den Socialiften!“
jatt. Dos Befinden dis Koͤnigs ist sehr befr'edigend. Die Wunde
Tairoli's ist 4 em lang. Man höofft, derselbe werde morgen das
Bett verlassen können. — Bei dem Einzug hatte sich der Koͤnig die
Begleitung von Polizeiagenten ausdrücklich verbeten. — Der Ätten⸗
ater hat gestern und heute mehrere Verhöte bestanden und ange⸗
jeben, er hasse nicht den König Humbert besonders, sondern die
önige überhaupt; et habe sich viel mit Journallesen beschäfrigt.
Dder Mann hat eine Wunde und eine Conusion. Sein Teflament
wurde in Vieste beschlagnahmt.

Neapel, 19. Nov. Unter den anläßlich der Untersuchung
gegen Passamente y'er verhafteten Personen ist auch ein Redacteur
des Journals „Censor“, Namens Matteo Melitto, welchet schon
1870 mit Passamente in Salerno wegen Verbreitung rebolutionarer
Plakate verhastet war. Der Kaufmann, bei dem Passamente das
Mordmesset kaufte, ist ermittelt; derselbe besaß noch ein zweites
ibhnliches Messer.

Vermischtes.

fBZweibrücken. Die 75jährige Rentnerin Philippine
Wolfangel, welche im Zweibrücker Hof wohnte, wurde am Sonntag
Morgen todt in ihrem Zimmer gefunden: ihr Koͤrpet war mit
Brandwunden bedeckt, ihre Kleidung zum Theil verkohlt.

—Bei einem Leichenbegängniß am Sonntag Nachmittag fiel
der 45jährige Schneider und Musiker J. G. Gebhardt, von einem
HDerzschlag getroffen, zu Voden und war nach ein Paar Minuten
eine Leiche. 13. 3
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        paiserslautern, 19. Nos. Das Zuchtholizeiericht
hat heute die Berufung, sowohl des Goldarbeiters G. Rocker, wie
auch des Polizeianwalts gegen das Urtheil des Polizeigerichts,
welches den Rocker zu einer Gefängnißstrafe von 1 Monat und 15
Tagen verurtheilt halte, verworfen. Es bleibt also bei der von
der ersten Instanz erkannten Strofe.

Kerzenheim. Das Gautverfahren gegen Ludwig
Wand ist beendigt; die Gläubiger ohne Vorzugs- und Unterpfands⸗
recht erhalten 95 Pf, für jede 100 Mart. (R. W.)

Aus Pfortz, 16. Nov., berichtet die „Pf. Post.“:
Gestern Nachmittag derunglück:e dahier acf, eine schreckliche Weise
ein vierjähriges Kind. Die Viutter desselden rar nämlich auf
ganz kurze Zeit aus dem Wohnzimmer, indem das Kind mit
Anein 12/2jährigen Geschwierchen sich befand, in den Kramladen
gegangen. Als sie nach höchstens zehn Minufen zurückkehrte, fand
fie das Kind als verbrannte Leiche am Boden liegen. Dafselbe
war zu nahe an den Ofen gekommen, seine Kleider fingen Feuer
und durch die heftigen Bewezungen, um das Feuer zu löschen,
wurde dies erst recht angefacht und in der kurzen Zeit war das
Nind vollständig verbrannt. Ciu Gehiruschlag scheint dem jungen
Leben rasch ein Ende gemacht zu haten. An den Armen befanden
sich heftige Wunden, welche das Kind sich wahrscheinlich gekratz!
haite, um den brennenden Stoff wegzureißen.

FAus Landau, 11. Nov., schreibt der .L. Anz.“: Am
11. Vczember nächsthin feiert einer der verd enstvollen Lehrer der
Pfalz, Herr Lehrer Huth hier, sein 50jähriges Dienstjubiläum
Im Inleresse der Feser selost haben wit bisher über die in aler
Slille hierzu bettriebenen Vorbereilungen nichts veröffentlicht. Wir
sehen uns aber heute zu vorstehender Notiz veranlaßt, dadurch, daß
die „Pfal. Zig.“ in ihrem gestrigen Blatte einen diesbezüglichen
Artikei briagt, in welchem sie namentlich von den auswärts wohnen
den Schülern des hodverehr“en Jubilars und von der gesammten
pfälzischen Schulwelt erwartet, daß sie fich „bei der Jubiläumsfeier
ein 8 Lehreas betheiligen, der mit Recht der Stolz und eine Zierde
des pfälzischen Voltsschulwesens genannt werden darf!“.

Sun daun, 19. Nob. (A. L.) Aus Berlin erfahren wir,
daß über das nachgelassene Vermögen des verstorbenen Bankiers
Cãsur Chaskel daselbst, des einstigen Gründers der Acꝛien-Brauerei
Annweiler, Conkurs eröffnet worden ist.

f [Bauern⸗Schlauheit.) Ende October d. J. — so erzählt
die in München erjscheinende Süddeutsche Post — fahrt ein
Ansiedler im Moos bei Moosinniag einen Karren beladen mit Torf
und bespannt mil seinem einzigen Don Quixote'schen Gaule in die
Stadt (Munchen) und bietet seine Fracht feil. Eine Dame, der
besseren Ständen angehörig, fragt um den Peis. Der Verkäu'er
detlaugt 10 Mark für die Fubr. „Zu theuer,“ sagt die Dame,

und überhaup! wünsche ich eint zweispännige Toiffuhre“. „Audh
amit kann ich dienen,“ erwiederte der pfiffige Torflieferant, fährt
ort mit seinem Einspänner zu einem Kameraden, entlehnt dessen
Gaul, spannt ihn zu dem seinigen und kommt nun zweispännig
zu der Dame angefahren. „Vie viel kosset diese Fuhre ?“ fragte
diese. „Fünfzebn Mark!“ „Bet.“ Und die Frau zahlt 15 Mark
ür d'e Fuhre Torf, die vorher um 10 Mork ihr zu theuer war.
So wirklich gefchehen in der töniglichen Haupte uund Residenzstadt
München Ende October des Inres 1878.

Ein Steuerexekutor, de von Hanau mit einer großen Geld—
umme durchbrannte und von Mainz aus seinen Schwager benach—
richtigte, wo der größte Theil des Geldes in Hanau versteckt fei,
Jai sich am Samstag Abend im Hanauer Gefängnisse direlt ge⸗
meldet. Nach seiner Angabe ist er von Frankfurt zu Fuß nach
Hanau gegangen, nachd⸗m ihm ein Dieb in Frantfurt den Rest des
beruntreüten Gelides von 5000 Mark abgenommen habe.

p Der hochbetagte Landtagsabgeo dnete für Altena Iserlohn,
düttenbesitzet Kreutz, hat sich einer Staaroperation unterzogen.
Fe ihm den Gebrauch eines vor laͤngerer Zeit erbl'ndeten Auges
wiedergegeben hat.

Markiberichte.

Kaiserslautern, 19. Rov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 00 M. 55 Pf., sorn 7W. MPf., Spehern — M. — Pf. Spel
z M. 38 Pf., Gerste 8 M. 58 Pf., Hafer 6M. 37 Pf. Erbsen 7 M.
z8 pf., Widen 5 M. 49 Pf., dinsen 6 M. 88 Pf., Kleesamen 833 M. 15
pf. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf.. 2. Qual. — Xs. Gemischtbꝛod
zßfund 88 Pf., Butter per Pfd. — M. 76 Plh., ECier 2 Stuck 14 Pf. Kar—
offeln per Ceiuner 2 M. — Pf., Stroh 1 M. 10 Pf. Heu 1M. 40 f.
SHomburg/ 20. Rov. (aruchtmittelpreis und Viciualienmarkt.) Weizen
o v B p orn 4 R. 17 Pf. Speintetn — M. — P, Syela OV.
pf. Gerfie Zreihige — M. — Pf. Serste 4reihige M. — Pf- Hafer
3 M. i8 ppf., Mischfrucht 8 M. 28 Pf. Erbfen 0 M. — Pf. Wickea
d M. D ppf., Bohnen — M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund 68 Pf., Gemischtbrod 6 Pfand — Pf., Ochsenfleisch 54 Pf.
Kindfleisch 54 Pf., Kalblleisch 66 Pf. Hammellleisch — Pf., Schweinefleisch
16 Pf., Butter i Pfand 1 M. — Ph., Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 Pf.

Für die Redaction derauiwortlich: F. A.Demes.

—

31 eht dahin, sich in Geogra
Die moderne Bildung — A —
u unterrichten, während die metsten Menschen, oft die Gebildetsten, über die
inrichtung und Funktionen ihres eigenen Körpers fast gänzlich im Unklaren
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Junoncen⸗Expedition
Vrau“kfurt a. Main
Erschienen sind Band 124. 7. 9 u. 10 u. dureh jede Buchhandl. ꝛu beꝛ
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Nachrichten aus Amerika.
31 New Chambors Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diele Zeitung erscheint monaslich in New Pyork und enlthält die
Namen der Deutschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die nährend des amerikanischen Krieges
don 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner allemeine interessante
Nachrichten aus Amerila.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
fung von Todtenscheinen, u. Auskunftertbelung üder Amerika u. s. p.

Preis per Jahr 4 Mart, portofrei.

Probenummern 10 Pfennige in Postwarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Ra'ch, Post⸗Box 5590,

New-NYork, oder die Herren Vertreter:

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Lou's Göhring &amp; Co., Franukenthal, Rheinbayern.

Herr H. Dbring, in Gießin, Hessen.

Herrt Feird. Bocnemann, in Bergen, bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keslholz, in Vamberg, Bayern.

Herr CT. Guifez in Straßburg, Elsaß.

Herren Egger-Honegaer, Neumühle-Zürich, Schweit.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Filidlen in Darmstadt

Mannbheim, Carlsruhe, Stutt-

gart, Würzburg, Ulm,
Preiburg in Baden.

Besorgen zu Originalpreieg
olhne alle Nebenbosten.
Stellen-Qesuoho, Pachtongen,
Vaoanaon-Angeb Zubmissionen,
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Ansoigen. Disc⁊o Apaeigę
in alle Zeitungen der Welt

Trostbringend
für alle Kranken ist die Lectüre
der zahlreichen in dem Buche:
„Dr. airy's Naturheilme—
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Richter's Verlags⸗-Anstalt,
Leipzig. Ein, Auszug“ steht
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sind von uns gepachtet &amp;
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F. XÆ. Pemetz

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235 5.* 324 5352535 —55333
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— —*5 88* * 28 5225 —392* 3 *
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322 252538 225 5233332333 A
2* —2 ** — ⸗ 27 * ⸗
2327* — 2. 52532222 2 132233. 25222 341
5373533533 2 z333335353533573532
* 52535338 — — 525335
333 3352 3388 52353 28238*3 2557
— — 2. — 4
⸗ 288335 555232 323
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3 122535 2832 — 5 553—,5 332225
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3 2 * 333 25223.3 525 222. 353
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28 *227 2.27 5238— — 2233 202 * 58323
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J 3353 33333223538
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        SBi. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöcentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

sage) erscheint wöchentlich piermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounnementspreis beträgt vierteljährlich

l A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AM 60 „, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 185. Samstag, den 23. November
—

Deutsches Reich.

Mänchen, 19. Nov. Der Gesetzgebungsausschuß der
Zammer der Abgeordneten erledigt heute mit Ausnahme der für die
morgige Sitzung zurückzestellten Abänderungsanträge der Staatste⸗
gierung zum Forstgesetze die Artikel 834 —81 des Ausführungsge⸗
etzes zur Strafprozeßordnung und damit den Rest des ganzen Ent⸗
wurfs in erster Lesung. Actikel 33 — Verfahren bei Anklagen
zegen Minister — erlitt im Einverständniß mit der Regierung eine
anerhebliche Modifilation. Den Antrag Dürrschmidt entsprechend
wurde vorbehaltlich der Redaktion ein durch den neuen Strafprozeß
zedingtetr Antrag in Bezug auf das Gesez vom 19. Imuat 1872,
die Abänderung der Gemeindeordnung betr. angenommen. Eine
mehrstündige Diskussion veranlaßte der Antrag Herz auf Abstrich
der Artikel 48—56 des Entwurfs — Verfahren bei polizeilichen
Strafverfügungen —. Der Antrag wurde begründet mit Henweis
zuf die nach langem Kampfe endlich im Jahre 1861 in Bahyern
erfolgte Trennung der Rechtspfleze von der Verwaltung, auf das
allgemein befciedigende prompte Strafverfahren vor dem Einzeln⸗
richter in Bayern, auf die Bedenken, welche sich gegeu die Aender⸗
anz dieser bewäßrten Prozedur im Zeitpunlt der Einführung eines
großen, mit dem Besteheuden ohnehin vielfaich aufräumenden Gesetz⸗
zebungswerkes geltend machen, auf die Gefahren einer unnöthigen
Verqaickung der richterlichen Strafgewalt mit der Thätigkeitssphäre
der Verwaltungsbehörden und auf die voraussichtliche Einbuße der
etzteren an allgemeinem Vertrauen, welche die von der Regierung
haen zugedachte Strafbefugniß zur Folge haben würde. Für den
Antrag Herz traten insbesondere die Pfaälzer Horn und Schmidt
entschieden ein, während sich die Minister v. Pfeufer und v Fäustle
dagegen aussprachen, den Beweis der Nolhwendigkeit einer Aenderung
des bisherigen Systems ober nicht zu erbringen vermochten. Bei
der Abstimmung wurde der Antrag Herz mit 12 gegen 3 Stimmen
— Hauck, Stenglein, Volk — angenommen. Die Amendements
des Abz. Stenglein zu Art. 48 und 50 waren in Folge Dessen
zegenstandslos. Alle übrigen Artikel gelangten unverändert zur
Annahme.

Munchen, 19. Novbr. Se. Maj. der Konig hat dem Kö⸗
nig Humbert von Italien auf telegrophischem Wege sein Beileid an
dem Attentat ausgesprochen und hiermit den Ausdruck wärmster
GBlüdwusche zur Erreitung aus der Gefahr verbunden.

München, 20. Nov. Der Gesetßgebungsausschuß der
sammer der Abgeordneten erledigte heute die zurückgestellten Anträge
der Staatsregierung einige Abänderungen des Forstgesetzes und des
cedederten Forstgesetzes für die Pfalz betreffend und hiermit den
zanzen Ertwurf des Ausführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung
mn eister Brrathung. Es wurden nur wenige rein redaktionelle Ver—
»esserungen vorgenommen. Zum Referenten wurde der Abg. Steng⸗
jein ernannt, welcher mit den Abgg. Herz und Kopp in die Re⸗
daltionscommission gewählt wurde die ihre Thätigkeit morgen beqin⸗
nen wird. Am Monntag soll die erste Lesung des Ausführungs⸗
Besetzes, zum Getichtsverfassungsgeseze ihren Aafang nehmen. —
Ueber den Tag der Einberufung des Landtags ist von Seite der
Kegierung noch kein Beschluß gefaßl.

Nürnberg, 17. Nov. Da mit dem 1. Januar k. J.
in Folge der Abändeeung der Reichsgewerbeordnung die odligatori⸗
che Einführung von Arbeitsbüshern ins Leben tritt, hat die mittel

tränlische Kreisregierurg den Distriklepolizeibehörden in einer Re⸗
zierungs-Entschließung Erläuterungen hierüber gegeben. Da die ins
Leben tretende Mazregel für Atbeuceber und Abeitaehmer im gan⸗
zen Reiche von Wichtigkeit ist, glauden wir, daß die nachstehenden
Erläuterungen der Regierung von allgemeinem Intereffe sind: 1.
kines Arbeitsbuches bedücfen die aus der Volkeschne (o. h. der
zewöhnlichen Werktagsschule mit Ausnahme der Fortbildungs- und
aͤhnlichen Schulen) entlassenen gewerblichen Arbeiler unter 21 Jah⸗
en ohne Unterschied des Geschlechts. Ob die Arbeiter lediglich ais
Gesellen, Gehülfen, Lebrlinge oder Fabrikarbeiter angenommen sind
»der nur thatsächlich als solche beschäftigt sind, ob sie von Hand⸗
werlern oder von groͤzeren gewerblichen Unternehmern angenommen
ind, ob sie in deren Behnusung, in Werkstuben, Werkstaälten, Fa⸗

1

driken oder im Freien, insbesondere auf Bauplätze und Bauten ar⸗
zeiten, ist unerheblich, Die Arbeiter in Hüttenwerlen und in Bau⸗
zoͤfen gehoͤren zu den gewerblichen Arbeitern und sind demnach zur
FJührung des Arbeitsbuches verpflichtet. 2. Von der Verpflichtung
ur Führung eines Arbeitsbuches sind ausdrücklich entbunden: a)
Arbeiter unter 14 Jahren, welche nach Bestimmung des Gesetzes
ine Arbeitskarte besitzen müssen, b) Gehülfen und Lehrlinge in Apo⸗
hetlen und Handelszeschäften. 2. Zu den gewerblichen Arbeitern
m Sinne des Gesetzes sind unter Anderen nicht zu rechnen und
ur Führung eines Arbeitsbuches demgemäß nicht verpflichtet: a)
dinder, welche bei ihren Eltern und für diese und zwar rnicht auf
Hrund eines Arbeitervertrages mit gewerblichen Arbeiten beschäftigt
ind, b) Person, die in einem Gesindednstverhättniß stehen, c) die
nit gewöhnlichen auch außerhalb des Gewerbes vorkommenden
Urbeiten beschäftigten Tag öhner nund Handarbeiter, d) Personen,
die in der Stellung von Angestellten (Geschäftsführern, Werkmeistern
a. dal.) in gewerblichen Betrieben beschäftigt sind. Auch die-
enigen zur Führung eines Arbeitsbuches verpflichteten Arbeiter,
velche vor dem J. Januar k. Is. in Beschäftigung getrelen sind,
jaben sich mit einem Arbeitsbuche zu versehen.

Bexlin, 19. Novr. In Düsseldorf haben bei der Prüfung
ür den Einjährig⸗Freiwilligen Militärdienst von den 31 Examinan-
den nur 3, in Köln von 90 jungen Leuten nur 20 bestanden.
Unknüpfend an dieses Ergebniß und in Berüchsichtigung der That⸗
ache, daß die Mehrzahl dieser jungen Leute dem Kaufmannsstand
angehörte, ergeht sich die in Brandenburg a. d. H. erscheinende
Kaufmännische Correspondenz“ in bitteren Klagen über den jetz gen
rauerigen Stand der kaufmännischen Bildung und knüpft an die,
in den Handelsstand seldst gerichtete Mahnung, das Uebel nicht
im sich greifen zu lassen, Vorschläge, wie demselden gesteuert werden
önnte. Der Artikel verdient der Aufmerksamkeit weiterer Kreise
mpfoblen zu werden; denn ohne Zweifel ist die unzulängliche
gildung unseres Kaufmannsstandes ein nicht minder großes Hinder⸗
uiß für die Concurrenz mit dem Auslande, wie der —AV
Technik im deutschen Gewerbe. Der Verfall hier wie dort hat
ibrigens vielfach dieselbe Veranlassung, und die Schuld vertheilt
ich ziemlich gleichnäß auf Lehrherrn ünd auf Lehrlinge. Und auf
zas Lehrlingsberhältn:ß muß man ja immer zurückkommen, wenn
nan ein Urtheil über die Solidität oder Unsolidität gewerbliche r
Verhältnisse gewinnen will. Der Zug der Zeit aber geht dahin,
aß jeder Einzelne so rasch wie mözlich ju einer sogenannten
Zelbstständigleit gelangen will, resp. herrscht das Verlangen der
ẽltern oder Vormünder, sich der unmittelbaren und umfassenden
zücsorge für Kinder oder Pflegebefohlene so bald als moͤglich zu
ntichlagen. Daher die Bewohnheit, nohh bei sehr großer Jugend,
ilso mit seht mangelhafter Schülbildung, in das Lehrverhäliniß
inzutreten, verbunden mit dem Verlangen, dasselbe so senell wie
nöglich abzuschließen, und auf der anderen Sene die Gewohnheit
nicht sowohl die Ausbildung des Lehrlings im Auge zu behalten,
ondern denselben zu allerlei mechanischen Diensten zu verwenden,
deren Verrichtung mit seinem eigentlichen Beruf nur in einem ganz
iußerlichen Zusammenhange steht, und dann den „Ausgelernten“ zu
entlassen, um mit einem andern Lehrling, man tann wohl sagen,
nas Spiel von Neuem zu deginnen. Gewiß erfordern die gerügten
lebelstande Abhilfe, gewiß ist das Verlangen nach einer den hohen
Uufgaben des Standes entsprechenden Bildung des jungen Kauf⸗
nannes nur allzu gerechtfertigt; aber wir glauben, daß die „Kaufm.
Sorrespondenz“ ihren Vorbildungsplan — mit alademischem Ab.
yluß — nach e'nem zu großariigen und idealen Plan abstedte
Man darf doch nicht übersehen, daß der laufmännische Beruf in
ehr viele Branchen zerfällt, und daß ein nach dem angegebenes
Frzithungs dral ausgebildeter junger Mann nur sehr wenig Comptoirn
inden wird, welche seine Kennemnisse verwerthen und also ihm ein
zen Kosten seiner Bildung entsprechendes Acquivalent gewähre,
öunten. Ader die Ausbildung des Nachwuchses muß obligatorisch
Jemacht werden für den Lehrling, wie für den Lehrherrn. Und
zies kann nur geschehen, wenn der Kaufmannsstand dem Beispiel
der Handwerker solgt, welche in corborativen Bildungen die
        <pb n="674" />
        AMIIV Vα ι C *—
der arbeitenden Classen verloren gegangen ist. Die Edhre verpflichtet
— nohlesse oblige —, und sie verpflichtet das ehrbare Gewerbe,
für die entsprechende Ausbildung der Lehrlinge und Gesellen zu
sorgen. Erst wenn der Kaufmannsstand auch für fich die Standes⸗
ehre wieder lebendig zu machen bestrebt ist, wird der rückgängigen
Bildung im Kaufmannsstande mit Erfolg gesteuert werden können.

Berlin, 20. Nov. Die „Prov. Korresp.“ schreibt bei Be⸗
sprechung des gegen König Humbert gerichteten Attentates: Immer
mehr gelangt im allgemeinen Bewußtsein die Thatsache zur Geltung,
daß ein Netz geheimer revolutionärer Verbindungen über ganz Euro⸗
pa ausgebreitet ist, deren unseliges Wirken die höchsten Güter und
Heiligthümer aller geordneten Staaten mit den dringendsten Gefah—⸗
ren uümgibt. Immer mehr muß unter solchen Eindrücken die Ueber⸗
zeugung erstarken, daß nur ein klar bewußtes und festes Zusammen⸗
wirken aller Kräfte, die auf dem Boden der jetzigen Gesellschafts⸗
ordnung stehen, mit stacken, entschlossenen Regierungen dem weileren
Umsichgreifen des Uebels vorbeugen kann.

Berlin, 20. Nov. Das Abgeordnekenhaus wählte in
der gestrigen Sitzung sein früheres Präsidium wieder. Finanzmi⸗
nister Hobrecht legte sodanun den Staatshaushaltse!at für 1878,79
vor, der mit einem Deficit von 73,750,000 M. abschließt. Der
Minister hofft, das Deficit werde eine vorübergehende Erscheinung
sein; zu rechnen sei auf eine Erhöhung der Einnahmen aus Forsten,
indirekten Steuern, directen Steuern, Eisenbahnverwaltung. D'ese
Anxahmen hängen von der Steigerung des Gesammtwohlstandes ab;
eine dauernde Beseitigung des Deficits fordere einen Stillstand,
eine Beschränkung der Ausgaben. Redner erinnert an die ähnliche
Finanzlage des Jahres 1868/69, an das damals erschienene Pro—
memoria der Finanzverwaltung. Seitdem sei eine große Reihe
bon Steuern und Lasten durch günstige Verhältnisse aufgehoben, und
damit ein Ausfall von 35 Millionen Mark jährlich an Einnahmen
entstanden. Man habe versucht, Ausfälle durch Vermehrung der
Reichseinnahmen zu ersetzen. Dieses Ziel müsse auch ferner festge⸗
halten werden, wenn man zu geordneten Finanzverhältnissen kommen
und, was geboten sei, die Communalsteuerderhältnisse reformiren
und anderen Finanzbedürfnissen, wie sie das Unteriichtsgesetz er⸗
he sche, Rechnung tragen wolle. Für den nächsten Elat sei eine
besondere Aushülfe zur Ausgleichung durch eine Anleihe möglich ge⸗
wesen.
Ein Arsikel der „Prov.-Kortespondenz“ bespricht die neuesten
bedeutendsten Kundgebungen betreffs Durchführung des Berliner
Friedensvertrages, insbesondere die Banket-Rede Begconsfields, die
Antwort des Kaisers von Oesterreich auf die Ansprache beim Em—
pfang der österreichischen Delegation, die Erklärungen der russischen
Regierung und Frankreichs Bemühungen, die Pforte zur ernsten
Durchsührung des Berliner Vertrages und zur griechischen Grenz—
regulirung zu bestimmen; der Arnikel schließt mit den Worten: So
ist denn in diesem Augenblicke die Heffnung neu befestigt, daß die
Durchsührung des Berliner Friedenswerkes trotz aller Schwieriq—
keiten sicher vorschreiten werde.
Mainz, 20. Novbr. Seit Einführung des Reichsgesetzes
gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soci:oldemokrati sind
bis jetzt im Großherzogthum Hessen 24 Vereine socialdemokratischet
Tendenz polizeilich verboten worden; 5 in Darmstadt, 6 in Gießen,
5 in Offenbach und 3 in Worms, die übrigen zumeist im Kreise
Offenbach. Die socialdemokrauschen Vereine und Gewerkschaften
hiefiger Stadt haiten sich schon vor Erlaß des Gesetzes aufgeröst;
vorläufij siad hier nur die Bücher und Cassen verschiedener gewerls—
genossenschaftlicher Krankenvereine mit Beschlaz belegt, doch ist in
Betreff der Auflösung dieser Krankenvereine von der Regierung noch
nichts entschieden worden.
Ausland.

Am 17. Nov. rückte das Regiment Mollinary, aus Bosnien
zurüdkommeud, wieder in Wien ein. Tas „Fremdenblatt“ sagt:
Weder die Ankunft der Truppen aus Schleswig-Holstein noch das
Wiedersehen der Nordpolfahret hat einen so gewaltigen Sturtm von
Enthusiasmus, solche bewegte Scenen, in denen der patriotische
Geist der Wiener Bevölkerung zum Durchbruche gelangte, erzeugt.
Man muß Auygen- und Ohrenjeuge dieses betäubenden Jubels, die—
ser sürm schen Ovationen gewesen sein, um eine Vorstellung des
großartigen Straßenbildes zu haben, welches Wien von 12 Uhr
Yit!azs bis 5 Uhr Nachmittazs bot.
London, 21. Nob. Der Emir von Afganistan ließ das
englische Ultimatum (dessen Termin mit dem 20. Nov. ablies) un—
beantwortet. In Folge Dessen beichloß gestern das englische Ka⸗
binet, nach Indien den Befehl zum Vorrücken zu telegraphiren.
„Times“ glaubt, die ersten Operationen würden in Besetßung des
Kihyber⸗ und Kurumpasses und im Vorrücken von Quetta aus be—⸗
stehen. Heute findet wiederum Kabineisrath Statt.

—

rKusel, 19. Nop. (Kus. Zig.) Dem um die Mitlags—

jeit zwischen Landstuhl und Kusel verkehrenden sog. Steinzug wird
pon jetzt ad ein Personenwagen dritter Klasse angehängt. Dieser
Zug geht (nur Dienstags, Mittwochs, Donnerstags und Freitage)
»on Landstuhl ab nach 11 Uhr (nmach Eintreffen des Schnellzugs),
rifft 1IU. 7 M. in Kufel ein, geht von hier zurück um 2 Uhr
und gelangt nach Landstuhl um 4 Uhr, was besonders für den
Anschluß in der Richtung nach Homburg von Wichtigkeit ist.
— 7Kaiserslautern, 20. Nov. Die Verhandlung
der von Frhrn. v. Gienanth gegen das freisprechende Urtheil des
h'iesigen Polizeigerichts in seiner Beleidigungsklage gegen Dr. David
eingelegten Berufung wird am 17. December Vormittags vor dem
hiesigen Zuchtpolizeigerichze stattfinden. Frhr. v. Gienanth w'rd
die rbei ducch Anwall Gebhart aus Zweibrücken, Dr. David durch
Unwalt Frenckel von hier vertreten wirden.

Vom Haarditgeberg, 19. Nov. Uasere neuen Weine haben
sich seit dem Herbst in so günstiger Weise entwickelt, daß man mit
Recht annehmen kann, sie werden in der Qualität zwischen die 75er
uind 76er zu stehen kommen. Sie sind durchschnittlich rein von
veschmack und lassen keine Spur der feindlichen Einflüsse von Trauben⸗
rranukheit und Fäulniß erlennen, eine natürliche Folze der Sorgsalt,
velche man allenthalben auf die Lese verwendete. Leider herrscht
iber im Abdsatze rein vollkommener Stillstand und infolge desfsen
eine allzemeine Verstimmung unter den Producenten, welche noch
gesteigert wird durch die Wahrnehmung, daß die Weinfabrilation
n großen Städten außerhald des Weingebietes ungescheut und un
esteuert getrieben wird. Daß Behörden und Regierungen hierge⸗
jen nichts vermögen sollen, ist wunderdar und schwer zu begreifen
Bott besser's! (Sp. 3.)

fGrünstadt, 21. Nod. Am Eamftag Abend ist in
Tarlsberg der zehnzährige Sohn des Ludwig Peiri in seinem Bette
perbrannt.

Speier, 20. Nod. Von den 28 Candidaten, die sich
am 11. Nov. der Aufnahmeprüfung für Pestamtsgehülfen unterzo⸗
jen, haben 25 diese Prüfung bestanden, 3 find durchgefallen.

F Würzburg, 19. Novbr. Gestern wurde dahier ein hoch—
geachteter Officier, der Hauptmann a. D. Carl Schmidt, zur Erde
hestallet, welcher seit den Jahre 1870 an einer Gehirnerschütter⸗
uing litt, die er sich vor Paris bei Recognoszirung des Feindes
zurch einen Sturz von einer Mauer zugezogen hatte. Eine Com⸗
»agnie des 9. Infanterieregimenis eröffnete unter Vorautreiung der
Regimentsmasik den Zug, an welchem sich dre Benecalität und das
Officierkorps fast vollzählig betheiligte.

FS. Johann, 20. Rev. Von dem Polizeigericht wurde
heute ein hiesiger Metzger wegen „Bindemittelzusat“ zu der von
hym fabrizirten und verkauften Wurst zu 60 Vik. Geldbuße verur⸗
heile?. Erschwerender Umstand für den Mätzzer, welchen sein
eigener Geselle der Behörde denuncitt halte, war, daß er wegen
zleicher Uedertretung bereits früher don demselben Gericht bestraft
vurde. — In derselben Sitzung wurde ferner ein Kaufmann
vegen Verkaufs trichinösen ameritanischen Schweinefleisches in 20
M. Geldhuße genommen.

Metz, 19. Nob. Die Wölfe machen sich in unserer Um—
gegend immer mehr bemierklich. Am Sonntag gegen Abend als
der in der Champétraße hiecselbst wohnhafte Muchhändler Colin
mit seinem Geschire den Wald von Colombey bei Borny, höchstens
eine Stunde von der Stadt entfernt, passicte, sah er plötzlich, wie
ein Hund, ein hübscher Spitz, sich auf der Spur eines Wolfes in
den Wald stürzte. Ein lautes Bellen noch, dann war es still,
der Wolf hatie den Hund erwürgt. Der Herr des letzteren war
war dem muthigen Thiere zu Hülfe geeilt, konnte jedoch nur be—
virken, daß der Wolf ohne seine Opfer dos Weite sachte. Erst
am nächsten Morgen fand Hr. Colin den Cadaver seines Hundes
im Walde auf. So berichtet man der „Gaz. de Lorraine.“

Maxau, 19. Nodbr. Man ist gegenwärtig mit Hebung
des ain 4. ds. unterhalb unseres Hafens untergegangenen Ruhr⸗
orter Kohlenschiffes beschäftigt.

p. Falsches Gerücht über Borfigs Etablissement. Das
„Fremdenblatt“ in Berlin brachte gestern Abend die alarriirende
Nachricht, daß einem in angesehenen Kreisen verdreiteten Gerüchte
zufolge die Erben der Borsigschen Werke in einem kürzlich stattge⸗
bayten Famil earath auf Autrag des Kurators beschlossen haben,
die Werke bis auf Weiteres zu schließen. Wir haben es für unfere
pflcht gehalten, ehe wir zur Weiterverbreitung einer für Tausende
io hochwichtigen Mittheilung felbst mit allem Vorbehalte uns ent⸗
schließen mohten, erst an zuständiger Stelle Erkundigungen einzu⸗
iehen und wir sind demnach von lompetentefter Seite —XW
;rfucht und autorisirt worden zu erklären: Ein Familienrath der
Borsigschen Etben existirt überhaupt nicht. Die Verwaltung des
Jesammten Vermögens liegt vielmehr in der Haud von drei Testa⸗
ments⸗-Etxekutoren, dem Justizrath Riem als Vorsitzenden und den
Direktoren Brätsch und Boy, die allein unter Zuziehung der dere
        <pb n="675" />
        α ν ⏑ lhheee Borsig Bestimmungen zu
reffer haben. Eine Sitzung der Testaments-Exekutoren hat aber
eit langer Zeit nicht staltfinden, da ein Testaments-Vollstrecker auf
den Werken in Schlesien, ein zweiter in Italien abwesend ist.
Der vom Fremdenblatt gemeldete Beschluß ist demnach nicht gefaßt,
der Vorschlag dazu von einem Kurg'or auch nicht gemacht worden.
Die ganze Mittheilung entstammt daher müßigem Geschwätz und
entbehrt, wie wir zur Beruhigung der durch sie in Mitleidenschaft
gezogenen Tausende von Arbeitern gern konstatiren, jeder Be—
zründuog. (Berl. Tagbl.)
Zwischen Rosenheim und Salzburg fand am 15. ds. Nach⸗
mittags ein ungeheurer Schneefall stalt. Die Telegrapherleitungs⸗
drähte wurden unzäblige Male gebrochen: es hatte sich der Schaee
armsdick auf denselben gelagert. Auch die Waldungen haben durch
den starken Schneedruck großen Schaden gelitten.
fF In Lemberg fand am 16. de. anläßlich eincs zu Ehren
des Abgeordneten Hausner veranstalteten Fackelzuges durch das pro⸗
vozireade Benehmen der Polizei ein Straßentumult statt, wobei
mehrere Personen durch die rücksichtslos und ohne jegliche vorher⸗
gehende Warnung mit den Waffen vorhergehenden Polzz'sten ber⸗
wundet wurden. Einem Bericht der „N. F. Pr.“ entnehmen wir
noch folgende Einzelnheiten: Der Kampf der schon im Stadtpark
begonnen, nahm erst vor dem bürgerlichen Casino, wo zu Ehren
Hausner's das Festbankett stattfand, einen bedrohlichen Chacakter an.
Die glänzend erleuchteten und prunkboll decorirten Festjäle verwan⸗
delten sich bald in Lazarethe, wo man den Schwerderwundeten den
ersten notbdürftigen Verband anlegte.F Hausger versuchte zwar
vem Fenster aus die Fackelträger, die unter Vwatrufen vordraugen
zu beschweichtigen und zur Ordnung zu ermahnen, aber seine Stimme
oerhallte im zunehmenden Getümmel. Weitere Depeschen melden:
In dem Straßenkampfe wurden dreißig Personen verwundet. Heute
wurden fünszig Akademikecr polizeilich verhaftet und fünf dem Straf⸗
gerichte überliefert. — Wie verlautet beabsichtigt der Uaibersitäts
Senat aus Aulaß des gestrigen Straßentumults zahlreiche Univer—
iitatshörer zu relegiren. Noch jetzt wird das Poltzeigebäude von
einer grogen Menschenmenge umlagert.
fLondon, 18. Nov. Ern Probincialblatt erwähnt den
sonderbaren Füll, daß sich ein Mann buchstäblich zu Tode gelacht
jat. Rolph Abbotson, ein Gastwirth in Blackburne, lachte beim
Erzählen einer launigen Geschichte am Samstag vor acht Tagen so
jerzhaft und anhaltend, daß er sich eine Entzuͤndung des Zwerch⸗
sells zuzog, welche am folgenden Donnerstag seinen Tod zur Folge
datte. e
Von neuen amerikanischen Erfindungen ist di
zjeueste die eines Herrn Salisbury, übver welche der New⸗ Yorker
„Com. u. Fin. Caronicle“ vom 26. Oklober berichtet: „Die am
Sonnabend veranstaltete Ausstellung auf dem Broolyn-Navy -Yards
verspricht in Handel und Fabrikation von Eisen und Glas eine
»ollständige Umwälzung hervorzubringen. Durch Anwendung von
Petroleun als Feuerung wird nicht allein Kohle hintenan gesetzt,
ondern man hat für einen vergleichsweise niedrigen, Preis eine Hiß
kraft gewonnen, welche alles bisher Bekannte übertrifft. In den Ex⸗—
perimenten constatirte man Hehe von 5000 Graden und schmolz
Roheisen in zehn Minuten anstatt zwei Stunden; etenso wurde
Blas in zwei Stunden stait sechszehn flüssig. Die Erfindung be⸗
steht in der flüssigen Feuetung und der Art der Anwendung dersel—
ben, gemacht ist dieselbe aus dem Residuum von Petroleum und
dohlentheer; eine Mischung ungefähr von der Consist⸗ nz des Sy⸗
rups. Durch Anwendung ener kleinen Röhre wird die Masse aus
dem Barrel (Faß) in den Schmelzofen geführt. An dem Ende dieser
Roöhre, wo sie in die Thüre des Ojens eintritt, ist ein trichtersör—
miger Appatat. Wenn die Brennmaier!e in den Trichter eintritt,
—RVD
jes, welcher sie alomisitt und gleichzeitig ein genügendes Quautum
Sauerstoff im Moment der Entzündung hinzutreten
iäßt. Die aiomisirte Macerie schießt in einem wilden aber
xeregelten Strahl in den flammenden Ofen, dissen Ziegel in
Weißglühhitze gehalten werden. Mr. Sal sbury hofft durch
diese Etfiadung die Oe⸗andampfschifffahrt umzugestalten, und er ist
darüber aus, nach Pixsburg zu gehen, um die dortigen 300 Stch-
jjea zu reconstruirex und, diese Stadt zum größten Fabr.lations—
tentrum der Welt zu machen. Wenn der Apparat sich als ebenso
icher erweist, me er zweiflos wirksam ist, so wird M. Salisbury's
Entdeckung obie Frage zu großen und radikalen Veränderungen in
manchen Zweigen der Industrie führen.“ Es springt indefsen sofort
in die Awen, daß, wenn sich die Wirksamkeit der neuen Methode
auch im vollsten Maße bewahrheiten sollte, doch der Preis des Ma—
erials rasch steigen witd. Wenn nämlich Petroleumtesiduum wirt⸗—
lich JO große Hetzwerthe zu schaffen im Stande ist, so wird ein
encemer Begehr dafür entstehen, welcher den Preis bis dicht unter
den für ein Quantam Kohlen treiben wird, welches den gleichen
dißzwerth etzeugt. Denn Pittoleumresiduum ist lanze nicht genug
vorhanden, um alle die in Frage kommenden Oefen zu speisen.

s5Eine zweite Wewertreu. Die Zeitung „Avalanche“ setzt in
folgendem Bericht mit wenigen Worten den Fraäuen von Memphis
ein Denmal, welches schöner und herrlicher ist als alles andere,
vas zum Preis und zur Ehren der Frauenwellt gesungen und ges
'agt werden kann. Sie schreibt über das Verhalien der Frauen
während der Herrschaft der gelben Fieberpest daselbst also: „Eltern
haben ihre Kinder, Kinder ihre Ellern, Manner ihre Weiber, aber
lein einziges Weib bat ihren Mann verlassen. Unter allen Frauen
der Stadt, den weißen wie den schwarzen, den guten wie den
zösen, den unwissenden wie den gebilbeten, hat keine einzige ihren
hyom Fieber ergriffenen Mann verlassen.“

Von Indianern getödtet. Nordamerikanische Blütter melden:
Zeit schon zwei Monalen fehlen alle Nachrichten von einer aus
10 Personen bestehenden Vermessungs Abtheilung, welche ausgeschickt
var, Regierungsländereien in Rebraska zu vermessen. Wahr⸗
cheinlich ist die ganze Abtheilung von Indianern niedergemacht
vorden.

tEine Flohfalle. Ein Amerikaner hat folgende Vorrichtung
nusgesonnen: Ueber einen Teller, welcher Syrup enlhält, brengt er
nertikal ein Rähmchen an, das mit weißem Schreibpapier bespannt
st. Diese Falle stellt er dahin wo sich Flöhe aufhalten. Die
Insekten, die, ihrem Jnastinkte getreu, sich nach Allem hinziehen was
veiß ist, springen gegen das Papier und gleiten hetunter in den
Syrup. Die Vorrichtung soll sich sehr gut bewähren. Wir lassen
dies dahingestellt, denken aber, daß der Mann besser daran thäte,
venn er sich die Flöhe durch fleißiges Scheuern mit heßer Lauge,
iberhaupt durch Reinlichkeit, vom Leibe zu halten suchte.

Dienstes nachrichten.

Der geprüfte Rechtscandidat Eugen Rheinberger von Pir⸗

asens wurde zum Polizeianwalt in Berqzabern ernannt.
Aiterarisches.

Von dem bexeits in zweiter Auflage erschienenen Kaufmänn. Correspondent
in 4 Sprachen (Deuisch-⸗Englisch⸗FranzösischeSpanisch) von C. Foerfter und
2. Maucher, Verlag von H. Brucker in Vünchen, liegen jetzt die letzten 4
defte (Nro. 10—13) vor und ist damit das Werk vollendet. Die ungemeine Reich⸗
zaltigkeit und äußerst praktische Einrichtung — die Schlagwoörier sind nach
»rm Alphabet geordnet — wie die anerkannte Gediegenheit und Correktheit
)es Textes erheben dies nützliche Werk weit über die Zahl ähnlicher Lebrbücher;
die werthvollen Beigaben im Anhang ersetzen allein schon eine kleine Bibliothek.
Wir empfehlen daher den „Correspondent“ allen Kaufleuten, jedenfalls wird
jür den Weihnachtstisch derselben kein willkommeneres Geschenk zu finden sein.
Der Preis ist M. 9,75 gebunden M. 11,50. Alle Buchhandlungen halten
das Buch auf Lager oder liefern es auf Bestellung.

Illustrirte Frauen-Zeitung. 55 vieeteljährlich 2 M. 0 psy)
Das Modenblatt der neuesten Rummer (40) enthält: Ball⸗, Gesellschafts⸗ und
Skating⸗Rink⸗Anzüge, Hüte, Fichüs, Morgenhauben, Cravaten, Tucher, Kragen
und Manschetten, Taschentucher, Fächer, Schmucksachen und Schürzen. Anzuge
und Haarfrifuren für junge Maͤdchen zur Tanzstunde. Kleider und Paletons
ür kleine Mädchen. Schutztuch für einen Lehnstuhl und verschiedene Decken
nit Kreuzstichstickerei, Plättbreti mit verzierten Teden nebst Deckchen zum Ab⸗
ceiben für Plätteisen; Taschentuch-Behälter, Haubenkorb, Arbeitskorb, Steh⸗
nappen, Schreibtisch-Teppich, Buntsiickerei in verschiedenen Sticharten zu
Kückenkissen, gehäkelte Grundmuster, Plein⸗Muster und Bordüren in Kreuz⸗
tichstickerei, gehätelte Einsätze, Spitzen-Stickerei ic. ꝛc. Mit 91 Abbildungen
ind einem colorirten Modenkupfer. Das Unter haltungsbla'tt
nthalt: Der Krieg der weißen und rothen Rose. Novelle don Baldunin
hroller. —- Elslein. Gedichi von Karl Stieler — Liszt's Jugend. Von
Ludwig Nohl. — Aus den Seebädern der Allantic. Von Ernst von Hesse⸗
Bartesg. 111. Brighton, die Königin der Scebäder. —Te baierische St.
Annen⸗Orden des Damenstifts zu Würzburg. Von M. Gritzner. — Ver—
chiedenes. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. — Fürstin Ratalie von
Serbien. — Aus der Frauenwelt. Alllerlere. Dazu folgende Illustra⸗
ionen: Auf dem Berliner Gänsemarkt. Von Wilhelm Claudius. — Verlo⸗
enes Glück. Von Carl Gussow. — Der baierische St. Annen⸗Orden des
Wurzburger Damenstifts. — Satire auf das Joujou. — Portrait der Fürstin
Natalie von Serbien.

Zu beziehen durch alle Buchbandlungen und Vosi⸗
Rurktberichte.

Zweibrücken, 21. Nov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 9 Pf., Korn 7 M. 61 Pf., Gerste zweireihige 0O M. — Ppf.
ierreihige O M. — Pf., Spelz 6 M. 66 Pf. Spelzkern — M. — ÿjf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 8 M. 17 Pf., Hafer 5 M. 86 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Wicken 5 M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 50 ppf.
deu 1 M. 80 Pf., Siroh 2 M. — Pf., Weißbrod 1i/ß Kilogr. 50 Pf.
tornbrod 83 Kilogr. 72 pfe, 2 Kilogr. 46 Pf. 1 Kilogr. 24 Pf., Gemischt⸗
»rod 86 Kilogr. — Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
0Pf. II. Qual. 66 Pfl, Kalbfleisch 66 Pf. Hammelfleisch 66 Pf. Schweinefleisch
z0 Pf., Butter/3 Kilogr. 1 M. — Pf., Wein J Liter 70 Pf., Bier JLiter 24 Pf.
Huste-⸗Ni tꝰ von L. II. Pietseh &amp; CGo. in Breslau
* — Honig-Kränter-Malz-Extrakt und Caramollen?).
Anerkennung. Seit circa ẽ Monaten lilt meine Frau an heftigem
Husten, verbuͤnden mit Brustschmerzen und Heiferkeit. Nach Ver—
rauch von funf kleinen Fläschchen Honig⸗Kräuter⸗MPtalz⸗Extrakt von
L. II. Pietsch Go. in Breslau haben sich oben genannte Uebel
bei meiner Frau gänzlich verloren.
3) Osterode in Ostpreußen. F ˖ Albrecht, Buchdruckereibesitzer.

Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. Aus cinem einfachen
dusten können der Kenchhusten Kehlkopf: Leiden, Lungen⸗Affek
rp Asthma ꝛc enistehen. Kein Hustender darj deshalb ganz sorg⸗
oßs sein.

N Zu haben in St. Ingbert bei Herrn J. Friedrich.

Aινιν
        <pb n="676" />
        Oetanntmachung.
—AID
Nachmittans 2 Uhr,
soll auf dem Bureau des kgl. Bergamtes St. Ingbert die Bei⸗
fuhr von
500 ebm Stempelstangen aus dem k. Forstrevi ere Nesu⸗
häusel,
400 ecbm Stempelstangen aus dem kgl. Forstreviere
100 ebm Buchenstammholz St. Ingbert und
12 ehm Kiefernstämme aus dem kgl. Forstreviere J ä—⸗
gersburg
sur kal. Grube St. Ingbert im Subdmissionswege an den Min⸗
destnehmenden vergeben werden.

Uebernahmslustige sind eingeladen, ihre Angebote bis zu der
oben festgesetzten Zeit verschlossen und gehörig bezeichnet auf dem
Bureau des unterzeichneten Amtes abzugeben, woselkst auch die
Bedingungen zur Einsicht offen liegen und die Submissionsformulare
in Empfang genommen werden können.

St. Ingbert, den 21. November 1878.

Kgl. Bersum St. Ingbert:
Kamann.

V —
lann sofort in die Lehre treten
dei Joseph Jost,

Schuhmachermeister.

Soeben, Die Gieoht· Zwei.
erschie —⸗Ausi.
eine allen Gicht⸗ u. Nheu⸗
matismusleidenden ange
Nlegentlichst zu ———
furzgefaßte Anleitung zut
Selbstbehandlung u. Heilung
dieser Krankheiten. Vorräthign
in K. Gotthold's Buch⸗4
handl. in Caiserslautern. t
Preis 50 Pf. Wird für 60
Bf. überallhin verichickt.

Spielwerke
2200 Slücke spielend; mi
oder ohne Expression, Man—
doline, Trommel, Glocken,
Tastagnetten, Himmelstimmen
Harfenpiel ꝛtc.

Spieldosen
2— 16 Stücke spielend; fer
ier Necessaires, Cigarrenstän⸗
der, Schweizerhäuschen, Pho
ographiealbums, Schreibzeug
dandschuhkasten, Briefbeschwe
rer, Blumenvasen, Cigarren⸗
—A——
ische, Flaschen, Biergläser,
Portemonnaies, Stühle ꝛc.,
les mit Musik. Stets das
Neueste empfiehlt
J. H. Heller, Bern.

aAlrlle angebotenen
Werke, in denen mein Name
nicht steht, sind fremde;
mpf.. Jedermann direkten
Bezug, illustr. Preislisten sende
ranco.

An Vũ d er ru Hicla
am 26. Nop. Ziehung der
Muũncehener
Pràmienlotterie.
9000 Geldgewinnsto.
FHIM UPIteIIAä
4.O, O 000 MATILX
Preis dos Looses J Mark
Auf 10 Loose l PFreiloos
Zu beziehen durch die
General·Agentur
DæarIl Lg.
Bankgeschãft, Mõnchen,
oder
Herrn Frauz WVoI]
in 8t Ingbert.

—

Distriktsstraßenwärterstelle.

Auf der Distriltsstraße von St. Iugbert über Eus—⸗
heim bis zur Gassenmühle ist eine Siraßenwärterstelle mit
dem Wohnsitze in Ensheim zu besetzen, mit welcher ein monaillicher
Behalt von A5 M. aus der Disiriktekasse des Kantons St. Ing⸗
bert, sowie der Genuß der Grasautzung an den Straßengräben
und Boschungen verbunden ist.

Rüstige Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnissen über
Brauchbarleit und Wohlbverhalten bis läugstens J. Dezember
I. J. bei der unterfertigten Behörde einreichen.

Zweibrücken, den 20. Nov. 1878.
Königliches Bezirksamt:
Damm.

— —

*

— —*
*
228
238
2

*3
2 —*

—
1**
e 73
23288
4235*
28823
2
2228
—s6725
588553
—S388
3
122 ẽ
3883
—238
35588
————
*3
*
8

J
9

Eisenbahßn⸗FIrachtbriefe
wie dieselben von Johr 1879 an geführt werden müssen,
auch mit Namens-Unterschrift bedrudi, sertigt der
Unterzeichnete billigst un.

. Demetæ,
thgaraphit &amp; Buchdruckereti.

E
57

Fünfzig Fabeln für Kinder,
von Wilhelm Hey.
In Bildern gezeichnet von Otto Speckter.
Nebst einem ernsthaften Anhange. 2 Bände. Gotha, Friedrid
Andreas Pertbes. Große 5 Wend, M 3. 50; kleine Auso

9 *
L Interprètoe.
fFranzõsisches Journal fũe Deutsohe
mit iuberall beigefügten Text- u. Worterk Iürungen
Sowie pach gleichem. bewührtem Systeme eingerichtet:
Enslisetes Jdournal fün Deutsche
iInsheaondere mit ganz neuer, vervolIIKommneter
Ausssprachebezetehnung.
Herausgegeben von Pmil Sommer
Erleichtertsto und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung
der französischen und englischen Sprache, namentlich für das
Selhststudium und bei Vorbereitung auf Examina (Binjahrig-
Freiwillige); zugleich anziehendste und erfolgreichste französi-
sche und englische Lectüre für Jedermann. Inhalt (bei beiden
Blattern vollstũndig verschieden): Tagesgeschichto, belletri-
ztische, populärwissenschaftliche ind vermischte Aufsutze, ge-
diegene Novellen, interessante Processs ete. Wöchentlich eine
Nummer. Quartalpreis für jedes der beiden Journale nur 1M.
50 Pf᷑. direct unter Band i M. 65 Pfg. Inserate (à 25 Pf.
die 4spaltigs Petitzeile) bei dom ausgedehnten, bereits über
ganz Deutschland und Oesterreich-UOngarn sich erstreckenden
Leserkreise von erfolgreichster Wirkung.
PRenkoben in der bayer. Rheinpfalz.
Die Expedlition. * (Katholisches So nntagtblatt. Ne 48*
— — ———— ——— — — — J
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

Hey⸗Spedters illustrirtes Fabelnbuch ist eine der befen Ninderschriften.
velche in den letzten Decennien erschienen sind; sowohl Wori und Vis find
zanz darnach angethan, das liebe Kinderauge und das naive Qinderherz zu
esseln und zu erfreuen, und es durfte niet leicht zu bestimmen ein, ob die
xrstellung dieses ausgezeichneten Büchleins, das schon so manche Jahr die
tinder erfreuet und doch immer frisch und jung geblieben ist, dem Ehyrifteller
der dem Zeichner der erste Preis zuzuerlennen sei. Dem scherzhaften Inhall
»es Büchleins ist ein Anhang ernsten Inhalts in Sinnspruchen, Gevchien
ind biblischen Sprüchen, dem Begriffsvermögen der Kinder von 4-7 Jahen,
ingepaßt, beigegeben. Wir wollen das eben so schöne als nützliche Vuchlin
ils ein recht werthvolles Weihnachtsgeschenk für die lieben Kleinen hiermre
estens empfehlen.“
        <pb n="677" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagt mit ix deter Eei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donuerstaag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertelid hrlich

lA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A BGO , einschließlich 40 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 B, don Auswarts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum. Reclamen mit 80 H yro Zeile berechnet.
M 186. Sonutag, den 20. November

1878.

Deutsches Reich.

Berhtin, 21. Nov. Das Hiesige Polizeipräsidium entzog
den sozialdemokratischen Agitatoren Hasseimabn und Fritziche, weül
dieselben es sich zum Geschäft machen, sozialistische Bestrebungen zu
jördern, die Befugniß zur gewerbsmäßigen und nichtgewerbswäßigen
oͤffentlichen Verbreitung von Drudhschrifien.

Aussland.

Wien, 21. Nov. Wie die Blätter melden, werden die
Delegationen heute zwei Vorlagen betreffend Nachtragskredite für
die Olkupation erhalten. Für das Jahr 1878 werden noch
—11,720,000 fl. verlangt; für 1879 wird ein außerordentliches
Heereserfort erniß für die Olkupation zum Befrage von 35,560,000
oeranschlagt.

Kopenhagen, 21. Nov. Im Volksthing wurde vom
Prãfidenten mitgetheilt, daß der König ihn beauftragt habe, dem
Hause die Verlobung der Prinzessin Thyra mit dem Herzog von
Tumberland (Er⸗-Kronprinz Ernst August von Hannover) anzu⸗
geigen.

Madrid, 22. Nov. Die „Cocrespondenzia“ bringt fol⸗
gende anderweitig nicht bestärigte Meldung: Mehrere Kabinete be⸗
nachrichtigten die schweizerische Regierung, daß sie itre Vertreter
von Bern abberufen würden, wenn die Schweiz fortfahren sollte,
zie Anarchisten aller Luͤnder aufzunehmen.

anderen Leuten aus Ruß'and nach Brasilien ausgewandert waren.
Dieselben wollen nun nach Rußland zuruͤcdkehren, am dort ihre fru⸗
jere Thätigteit in der Landwitthschaft wieder zu beginnen, da sie
eine Existenz in Brasilien gefunden haben. Sie waren noch mit
)en nöthigen Mitteln zur Rückreise von Brasilien nach Rußland
»ersehen: aber tausend andere Auswanderer von Rußland nach Bra—
ilien sollen, nach Aussage jener, nicht das Geld haben, zurudkeh⸗
sen zu können, und müssen dort aus Noth und in Folge der dott
jeimischen Krankheit zu Grunde gehen.

F Patis, 21. Rov. Zwischen Gambetla und dem früheren
Minister des Innern Fourtou hat, in Folge eines neulichen Zankes
)erselben in der Deputirtenlammer, heute Morgen in Plessiz⸗Piquet
in Pillolen⸗Zweilampf Statt gefunden. Der Ausgang war harm⸗
* Die beiden auf dreißig Schritte gewechselten Kugeln gingen
zorbei.

x ODiebe von königlichem Blute. Am siamesischen Hofe wurde
üngst ein Monstrediebstahl entdekt, der in den weitesten Kreisen
Lufsehen erregt. Niemand Geringeres als zwei koͤnigliche Prin⸗
efsinnen werden der Entwendung von Diamanten, andere Juwelen
ind Goldletten von namhaftem Werthe deschuldigt, welche sich am
S„chwerte des jetzt regierenden Königs befestigt fanden und durch
mechtes Geschmeide ersetzt wurden. Sollien die beiden Damen
des besagten Verbrechens schuldig befunden werden, so steht ihnen
zine eigenthümliche, nur für die Mitglieder der königlichen Familie
n Anwendung lommende Erecution bevor, welche in einem der
Irößeren Tempel der Haupistadt vollzogen wird. Die Veurtheilten
verden in einen Sack gebunden, mit dem Antlitze nach aunten über
inen dreilantigen Block gelegt und mit hölzernen Prügeln einfach
zu Tode geschlagen. Die Säcke werden sodann beschwert und in
»en Fluß versentt. Auf diese Art wurde im Jahre 1859 Prinz
droma Luang Rak Konnaset ins Jenseits befördert.

Aienstesnachrichten.

Erledigt ist die II. protestantische Pfartstelle Landau. Der
dehret an dem Vorkurse der Realschule Zweibrücen Kari Baͤchle,
vurde zum Lehrer an der oberen protest. Knabenschule daselbst, der
rehrer Sebostian Altschuh zu Fehrbach zum Lehrer an der in Dahn
ꝛeuerrichteten kathol. Lehrerstelle, der interimistische Verweser der
ath. Lehrerstelle in Linden, Johann Frey, zum Lehrer, der inte⸗
imistische Verweser der L. ltathol. VLehrerstelle zu Borrsiadt, Peter
dnauber, zum Lehrer, der interimistische Verweser an der kathol.
Schulverweserstelle zu Bliesmengen-Bolchen, August Eichenlaub,
um Schulverweser, der interimistische Verweser Friedrich Stilgen⸗
zauer in Hofstätten zum Schulverwefer, der interimistische Verweser
Andreas Hottes zum Schulverweser an der unteren tath. Schule
u Sonderuheim, die Schulverweserin Margaretha Karnitzschta in
Usselheim zur Schulderweserin an der konfessioneli gemischten Schule
u Neustadt ernannt, der prot. Lehrer Rit. Heißler in Poß bach
nuf die Dauer von 6 Monateun in den zeitlichen Ruhestand versetzt.

J Permischtes.
JBZweibrücden, 22. Nov. Auch ein Zeichen der Zeit!
Bon Seiten der hiesigen Militärbehörde war submissionsweise die
dieferung von Schreinerarbeiten ausgeschrieben. Die Taxalions⸗
iumme betrug ca. 17, 000 M., und aofferirt wurde die Lieferung
von Submitlenten zu etwa — 9000 .
fF Kaiserslautern, 21. Nov. Gestern lamen die
Beleidigungsklagen der 13 tziesigen Bierbrauer gegen den Mechaniker
haupt, sowie gegen den verantworilichen Redakteur und Veileger
der „Pfälz. Volksuig.“ zur Verhandlung. Veranlassung zu der
stlage gab bekanntlich ein Artikel in der genannten Zeitung, als
dessen Veriasser Haupt bezeschnet wurde, in welchem den Bier⸗
zrauern der Vorwurf gemacht worden war, daß sie Belladonna,
Herbstzeitlose ꝛe. zu ihrem Bier verwendeten. Der Urtheilsspruch
wurde auf den 27. ds. Mis vertagt. M. d. K. 3.)
fRuchheim, 20. Nov. Das sechsjahrige Mädchen einer
hiesigen Familie hatte, während die Mutiter im Stall beschäftigt
war, die Aufgabe, das 20 Jahr alte Schwesterchen herum zu
ragen, ließ dasselbe aber in ein mit siedend heißem Wasser gefüllles
Vefaß fallen, so daß das Kind jämmerlich verbrannte und wohl
nicht zu retten ist. Daß ältere Mädchen wollie das Schwesterchen
aus dem Wasser wieder herausziehen und verbrannte sich dadurch
ebenfalle den Arm bis zum Ellbogen auf gefährliche Weise. (F. W.)
4Speyer, 20. Nov. Die protestantisch⸗ theologische An—
stellungsprüfung ist von allen sieben Candidaten bestanden worden.
— Wie lohnend in diesem Jahre der Tabalsbau war, ergibt
fich aus einer Mittheilung aus Waldses, wonach in dieser Gemeinde
zegen 6000 Gentner geerntet wurden, die einen Werih von 150
bdis 180,000 M. repraͤsentiren.
tVom Rhein, 19. Nov. Das Ariegsministerium ver⸗
»ffentlicht das am 1. April 1879 in Kraft tretende Reichsgesetz,
betreffend die Rebision des Servislarifs und der Classeneintheilung
der Orte. Von den pfalzischen Orten b finden sich in Classe 2
Bermersheim, Kaiserslautern, Landau, Neustadt, Speher; in Ciasse
3 Dürkheim, Edenkoben, Frankenthal, Homdurg, St. Ingbert,
Zandel, Ludwigshafen, Pirmasens, Zweibrücken; in Classe 4 Ann⸗
weiler, Bergzabern, Bliescastel, Deidesheim, Grünstadi, Haßloch,
derxheim, Hornbach, Kirchheimbolanden, Kusel, Landstuhl, Lauter⸗
eden, Mutterstadt, Obermoschel, Oggersheim, Otterberg, Rocken⸗
*7 —A—
der Pfalz.
fEnttäuschte Auswanderer. Mit der Berlin⸗
Haniburger Eisenbahn trafen am Sonntag früh aus Hamburg etwa
ünfzig Persogen ein, welche vor einem halben Jahte mit vielen

zillr die Redaccion dexantwortlich: y. X. Dem
AusikSpielwerk
Zleber AMusikHpielwerke.

Die Kunflindustrie hat während jeder Zeitperiode einen Artikel aufzu⸗
veisen, der als besonderer Liebling sich rasch die allgemeine Gunst erwirbt.
Seit mehr als einem Jahrzehent zählen zu solchen die Musik⸗Spielwerke,
zeren Beliebtheit im steten Wachsen ist. Fast in jeder comfortablen, ja nur
jalbwegs anständigen Haushaltung findet man ein Erzeugniß dieser Lunstin—
austrie vor. Ein solch' Spielwerk oder Spieldose ist ein praͤchtiges und X
interhaltendes Ding, immer dazu da, uns und unsern Gaften Ver gnůgen
ind Zerstreuung zu gewähren, in einsamen und sorgenvollen Stunden die
ble Vaune zu verbannen, unsere Grillen zu vertreiben. Niemand, dessen
Nittel es immer nur gestatten, sollie anstehen ein Spielwerk odet eine Spiel⸗
‚oje sich anzuschaffen und bei einem beabsichtigten Geschenke in * Reihe
eine Wahl dafür zu treffen. Und erst zu einem Weihnachtgeschenker
Da gibt es gewiß nichts Passenderes, nichts as dem Gmpfangen eine größere
Freude zu verursachen vermöchte.

Tonangebend, und diese Branche der Kunstindustrie geradezu beherrschend,
st das weliberuhmte Haus J. 8 Heller in Bern, welches viele Hun⸗
erte der geschidtesten Arbeiter beschafligt, das Vollendetste in diesem Genre
roduzirt, und eee Verdienstmedaille wiederholt ausgezeichnet wur de.
die Heller'schen Werke unterscheiden sich vortheiihaft von allen andeten

—— —
        <pb n="678" />
        durch ihre Tonfulle, Neichhaltigkeit und geschickte Wahl der Melodien, sowie
pee harmonische Vollendung. Rls Kennzeichen trägt jedes seiner Werke
die Marke der Firma, (alle andern als Heller'jche angepriesenen sind
fremde) an welch' letztere man sich bei Bestellungen, auch wenn es sich nur
Um eine kleine Spieldose handelt, am besten stets direkt wenden wolle. Ganz
besonders sind die Heller' schen Spielwerke — die im Inseratentheil
unseres Blattes von diesem Hause direkt dem verehrlichen Publikum empfoh⸗
len werden — für Hotels, Cafes und Restaurants geeignet und zu
empfehlen. In denjenigen Etablissements, in welchen sie bis nun eingeführ!
find, hat fich fur die Herren Wiethe ihre Nentabilität eklatant er⸗
wiesen.: Wir ertheilen daher jedem Wirihe, dem es um eine erprobte An⸗
Jiehungskraft seiner Gäste zu thun ist, den wohlgemeinten Rath: die Ausgabe
fur die Anschaffung sich nicht reuen zu lassen, ebenso wie wir zu überaus
geeigneten Weihnachtsgeschenken die Heller'schen Spielwerke
AndSEpieidofen nochmals nachdrücklichst empfehlen.

Illustrirte Preiscourante werden auf Verlaugen Jedem franco zugefendet.

Schiof Silbi. eenden Sie wie bisber sur Er. Excel⸗
lenz den Oberceremonienmeister Se. Majestät des deutschen
Kaisers und Königs Herrn Dr. Grafen pon Siillfried Alcan⸗
fara von Ihren weltberühmten Brustearamels. — Wie Allen be—
lannt bewühren sich die Brustearamels —. Alaria Benno Von
DPonat — wesonders bei allen Erkältungsfällen — Husten —
Heisetkeit — Affectivnen der Lungen — Bronchitis — Lungen⸗
schwindsucht — Einfoche Appetitlosigkeit — Schlaflosigkeit — Ner⸗
venschwäche — Magenschwäche — Allgemeine Entkraäͤftung und
Asthmatische Leiden. Tritt allgemeine Schwäche hinzu, so versüume
man nicht einen wissenschaftlich gebildeten Arzt zu tonsuliiren.

Ein Exlrablait im Innern eines jeden Carlons in Franzofsscher,
Englischer, Spanischer und Deuischer Sprache besagt alles Nähere.
Ein Erzeugniß, welches wegen seiner überraschenden Wirkungen nicht
nur in Amerika, sondern auch in Asien, Afrika und Europo so
reißenden und raschen Absaß gesunden, hat man natürlich überall
zu falschen und imitiren verjsucht. Eine Garantie für Echtheit lann
ur bei denjenigen Cartons übernommen werden, auf deren
Vorderseite sich ncht Anderes gedruckt findet, als die M Worte:
Maria Renno Von Donat.

IGroßer echter Carton kostet in Deutschland 50, An echter
Cartton 30 Pfg.

Depot in St. Jugbert bei Herrn Jean Peters,

Bohlenstraße Nr. 681V
2814 *) von . Pιααι VUo. in Breslau,
Huste-Nicht Honig Krunter-Malæ-Fxtract, u. Caramellen*)
Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. ste in Hustender darf
deßhalb ganz sorglos sein. Wir machen darauf aufmerksam.
* Zu haben in St. Inabert bei Herrn J · Friedrich.
XXXXIVIK
iat die in der hontigen Nummer unseror Zeitung sich befindende Gluck⸗-
Anreige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
urch“ seine prompte und- vorschwiegene Auszahlung der hier, und in der
Omgegend gewonnenen Beträge cinen dermassen guten Ruf erworben,
das? ix Jeden aut dessen heutiges Inserat achon dan dieoser Steolo auf-
werksam wachen.

—

αÛÔXααιäæα
Vertragsmäßige qm Acker allda 2
Wi derver I Best und vorigem Stück.
dicder ersteigerunge Sidntn dieniste
Freitag, 29. Rovemder Antsverweser des kgl.
—
auf der Schnappbach, in ⸗— ..
der Wirthschaft von Karl Victor . Auffschueider.
Graffien ) Zimmer zu vermiethen bei
vwird auf Bekreiben von Peter Seinrich Stref.
Schlickting, Glasstrecker auf der
Schnapphach, Gläubiger, gegen
Jatiob Echwarz, Mehger allda,
Schuldner . das nagbezeichnete
Grundsid, im Vanne von St.
Ingbert, wegen Nichtbezahlung
des Erwerbspreises im Wege der
dertragemaßigen Wiederversteiger⸗
ung öffentlich ausgeboten, unde
eß dem Meistbietenden zuin Eigen⸗
thum zugefchlagen: —
Von Pl.Nr. 1664. 1 ha
Blqm Acker auf den sechs
Eichen, erste Ahnung, neben
dem Walde, etwa eine
Flaͤche von ungesähr 25 4
21 qm neben Karl Viktor
Grasfiou.
ESt. Ingbert, 9. Nov. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.
Notar Sauer:
K. Auffschneider.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Freitag, 29. November
nädsthin, Nachmittags 4 Uhr,
auf der Schnappbach, in
der Wirihschaft von Karl Viltor
Graffion
werden auf Betreiben von
Valentin Zumbrod'e, Glasstrecker
anf der Schnappbach, Gläubiger,
gegen Jakob Schwarz, Metz zer
allda, Schuldner, die nachbe⸗
zeichneten Grundstücke im Banne
bon St. Ingbert, wegen Nicht⸗
bezahlung des Erwerbepreises im
Wege der vertragsmäßigen Wie⸗
derdersteigerung, oͤffentlich an den
Deisthietenden zu. Eigenthum
nersteigert:
ba PleNe. 1345.. 17 3 38
qm Acker“ in der Mänsbach
—XRV
und folgendem Stüke;
2. Pl.-Nr. 1346. 18 6

—

Wir emypfeblen uns zum Spinnen von
Ikachs, HanfAbwerg
im-Lohn und zum Weben der. Garne zu Tüchern in ver⸗
schiedenartigen Dessins und Breiten und sichern vorzügliche
Qualitãten zu.
Spinnerei Schornreute-Ravensburg.

Näheres bei dem Agenien: — [

St. Inabert.

—

LEa u t. Gewinn e Die Ge winne
5 — J Vae e
UZTGOICO. rsto Ziehung:
8700 46 —
— BBBMAXSC—SAs—üö —B MAEMCçwLw——

VLuladung zur Reæetheiliguug an dem

vinOhneà

—⏑⏑—————— grasseii

Gæeid -Lotterie, im welcher übern
7 ꝰMillionenm 7 O0O,O OO MATI
aiceher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne; dieser vorthetIhaften Geldl · Lotterie.
velehe plangemũüss nur 82, 500 Loose enthãult, sind folgende, nämlich
Per grosste Gewinn ist ev. 275, 000 MarKkK.

1 Prämio von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a . 125, 000 Mark, 1 Gewinn
a 80, 000 Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark, 1 Gewinn a 50, 000 Mark,
G.evinn a 40, 000 Mark, 1 Gewim a 36,000 Mark, 8 Gewinne a
30,000 -Mark, J Gewinn a 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
6 Gevwinne a 15,000 dMark, 1 Gewinn a 12, 000 Mark, 24 Gewinne a
10,000 Mark, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 31
Gevinne a 5000 Mark, 61 Gewinne a 4000 Mark, 4 Gewinne a 8000
Mark, 304 Gewinne a 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge
inne à 1200 Mark; 502 Gewinno a 1000 Mark, 621 Gewinne
zod Mark, 87 Gewinne a 300 Mark, 675 Gowinne s 250 Mark, 40
Gewinno a 200 Mark, 36 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinnes
138 Mark, 10 Gewinne a 135 Aark, 1950 Gewinne a 124 Mark, 78
Gewinne 120 Mark, 4 Gewinne æ 100 Marx, 83450 Gewinne a· da
Mark, 8950 Gewime a 67 Mark, 35 Gewinne à 50 Mark, 3950 Ge
Finne a 40 Mark, 3950 Gewinne a 20 Maric und Kommen solche ir
venigen NMonaten in 7. Abtheilungen zur v—erenm Entscbeidung
3 Aste Gevinnziehung ist amtlich auf den “
4
LIL. Und · IS. Decom ber d. J.
festgestellt und kostet hierꝛze .*
das ganze Originalloos nur 6 Reichsmark,
daun dalbe Originalloos nur 8 Reichsmark,
qas viertel Originalloos nur 13/2 Reichsmark,
und werden diese vom Stante gnrantirten Original-
Loone (xeine verbotenen pPromesson) gegen frunkirte Hin⸗
d—enaung des Betraçces oder gegen —XEXXV
gelbst nach den entferntesten Gegonden von mir versandt. *
Jed der Bethelligten erhâlt von mir neben Seinem Original·
Loose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan graæ
tis vnd nach etattgehabter Ziehung rofort die amtlicho Ziehnngeniatt
unaufgefordert zugesandt.

Pie MSuszailung und Versendung der Gewinngelder
erfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter abrongstoer
Vorscehwiegenheit.

I«de Resté lIIung kam man einfach auf eine Postein-
Zzahlungslanarte machen,
in vende sich daher mit den Aufträgen vertrauonsroll an
Zamueh Heckscher sen.
Randmier und Wechsel-Comptoir in IIXRR

ꝛriefpapier
mit Firma, 2u Gesohaftsbriefen
in schönen veraierten
BSchriften,
Honogrammeèé, Visiten-
Rartén eto., werden raseb
ind billig angelertigt in der
Buoh- und Steindruokereoi
F. X. Demetæ.
8I. Inghboert.

Ein brabes Dienst⸗
madchen für häusliche
Arbeiten gesucht. Nähetes in
der Exped. d. Bl.
Irm ind erla von . . Demeß in Sᷓt. Ingbert.
Sieru Allnstrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 7.

—N

9
        <pb n="679" />
        Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerssstag. Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis vetragt vierieljährlich

1.A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärits
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 vpro Zeile berechnet.
M 1837.. Dienstag-⸗ den 26. Noveube 178.

Deutsches Reich. —

Berlin. Die vom Asg. Fehrn. v. Schorlemer-Alst gestellte
und durch 82 Mitglieder der Centrumspartei unteistützte Interpel⸗
lation richtet an die Staatsregierung die Frage: ob dieselbe gewillt
ist, im Bundesralhe des Deuischen Reiches gesetzgederische Vaßre⸗
geln gegen den überhand nehmenden Wucher zu beantragen, welche
auf: 1) Wiedereinführung von Zinsbeschränlungen, 2) Wiederein⸗
führung der civilcechtlichen Unverbindlichkeit wucherischer Rechtsge⸗
schäfte und Strafbarkeit des gewerbsmäßigen Betriebes sowie dir
Verschleierung solcher Geschäfte, 3) Beschräukung der allgemeinen
Wechselfähigkeit gerichtet ind.

Oijficiss wird dem Ber!. Tazbl. ge'chrieben: Die deutsche
Neichspost⸗ und Telegraphen-Verwaltung besitzt ein ausgebreitetes
Netz unterirdischer Telegraphenlinien, welches sich don Berlin längs
der vorhandenen Kunsistraßen bis Straßburg im Elsaß und anderer⸗
jeits bis Kiel erslreckt. Es liegt in der Ablicht, mit dem weiteren
Ausbau dieses Netzes vorzugehen und damit eine unter allen Um⸗
änden gesicherte lelegrapyische Verbindung Berlins mit den wich—
zigsten Handelsplätzen und nitt den größeren Festungen heriustellen.
Bei der Kosispieligkeit unterirdischer Telegraphena ilagen ist es für
die Reichssstelegrapsenverwaltung von hohem Werthh, des Schutzes
dieser Anlagen seitens der Staats- und Gemeindebehörden versi hert
ju sein. Dem Wunsche des Geuetalpostmeisters gemäß haben die
Minister des Innern und des Handels die Provizialbehö den ver⸗
anlaßt die Aufmerksamkeit der Chaussee: Bahnbau⸗ und Gemeindever⸗
waltungen auf die innerhalb ihrer Gebiete vorhandenen unterirdischen
Berbindungen hinzulenken und die Verwaltungen anzuregen, elwaigen
Beschädigungen solcher Verbindungen entgegenzäutreten.

Ueber den Aufenthalt der deutschen Komm ssare in New PYork
sur Prüfung der amerikanischen Fabrikatsteuer erhält die „Deutjche
Tabakszeitung“ folgende Mittheilungen: „Ueber den von ih'en an
die Tabakenquele Kommission zu erstattenden Ber'cht haben sie sich
noch nicht ausgesprochen, doch weiß man, daß ein Migtglied der
Kommission Geh. Rath Mayr aus München der Einführung des
Monopols in Deutischland günstig gestimmt ist, während drei andere
sich dagegen aussprechen werden; es ist möglich, daß sie eine Steuer
auf Blatttabak empfehlen. Geh. Rath Schomer äußerte, sie haden
sowoel die Stärken als auch die Schwächen des amerilanischen
Systems erkannt. Ju Amerita existirt eine gute Art von Steuer⸗
zahlern, weder die höchst noch die niedrigst besteuerten suchen die
Steuer zu umgehen. Ueber die amerikanische Methode, verschiedenen
Fabrikanten das Arbeiten zu untersagen und einem andern zu er—
lauben, die Waare für sie alle zu fertigen, wodurch die Statistil
der Fadrikanten werthloz wurde, sprach sich Geheimer Rath Mayr
jaunig aus. Auch betonte derselbe die Uamöglichkeit, daß die
säufer von Blattiabal auf dem Lande täglich ihre Einkäuse in ihre
Bücher eintrügen; er bemerkie daß die Steuerftage in Deulschland
ein schiierigeres Problem sei, als in Amerika, wo versch edene
Tabake in großen Quanttäten gebaut würden, so daß man den
stemden Tabak entbehren oder die Steuer für ihn so hoch fixiren
sönne, wie man wolle. In Deutschland müsse man jedoch fremden
Tabak haben, weil das Volk ihn verlangt, und wie man zu
zleicher Zeit diesen besteuern und dabei d'e einheimischen Interessen
chützen könne, sei tin schwet zu lösendes Problem.“

Mainze 22. Nov. In Folge der in jüngster Zeit häufi
borgekommenen Mililärexcesse hat das hiesige Festungsgoudvernement
Veranlassung genommen, für jedwelche Ausschreitung veifchärfte
Strafen anzudrohen. Außerdem hat die Militärbehörde angeordnet,
daß in der Gegend, wo diese Excesse in der Regel ihren Anfangs⸗
punlt haden, in der nächsten Ungebung mehrerer berüchtigter Häu—
ser, alle Abend von Anbruch der Dunkelheit an von jedem Regi⸗
ment verstärlte Patrouille zu gehen hat.

Aaussand.

Wien, 23. Nov. Das „Neue Wiener Tagblatt“ meldet,
daß zwischen England und der Tükei Unterhandlungen wegen der
Abtretung des Hafens Alexandrella an der syrischen Küste an Eng⸗
land schweben, und zwar gegen die Garantie einer großea türkischen
Anleihe seitens Kaglandzs. Mit ziemlicher Bestimmtheit verlautet

*

abermals, daß der Abschluß einer öͤsterreich schalürklischen Vereinbarung
bevotstehe, dahin gehend, daß die Türkei ebentuell die gemeinschafiliche
Besezung Novibazats und des dazu gehörigen Distrikts gestatlen
würde. Die Adtretung der Souveränität auf Bosnien und die
Herzegow'na ist noch nicht zugestanden worden. — Am Sonntag
wird eine Sitzuug der österreichischen Delegation. stattfinden, in
welcher Graf Andrassy die Okkupatisnspolitik vecthe digen wird.

Pest, 23. Nov. Der Heeresausschuß der ungarischen Dele⸗
gation votirte nach eixgehender Debatte die für die Umgestaltung
der Werndl⸗Gewehre beantragte Summe von 1,712,000 31.

Paris, 24. Nov. Ein Telegramm des „Temps“ aus
Nom vom 24. d. meldet, daß daselsost 300 Verhaftungen Stait
zefunden haben. Die Reg eiuag besäße Beweise von einer aus⸗
gebreiteten Verbindung gegen das Leben des Königs. — Man
versichert, daß die neulich gestohlenen 293 Millionen sich gegen⸗
wärtig in den Händen der Internationalisten befänden. — Passa⸗
mente fährt fort, die Ersstenz von Genossen zu leugnen. 8

Die Engländer sind bis jetzt, ohne erheblichen Widerstand zu
iden, in Afghanistan vorgedrungen. Im Kurum-Thal hal die Bri⸗
gade Roberts zwei kleine Forts ohne Kampf besetzt. In Alimusjid
aben die Engländer viele Gefangene gemacht, Lastthiere und 10
stanonen erbentet; die Einnahme des Foris erfolgte nicht (wie es
anfangs hieß) ohne Kampf mit der sich zurückziehenden Bisatzungs;
die Engländer hatten 30 bis 40 Todte und Verwundete. Weiter
wird gemeldet, daß die Truppen der Afridis 500 Mann des afg⸗
hanischen Heeres abschnitten und ihnen Woffen und Ausrüstungs⸗
gegenstände avnahmen.

Madrid; 24. Novp.'“ Der Proziß gegen den Mörder Mon⸗

rast kommt morgen vor den Appellhof von Madrid. Die Journale
zringen Meldungen von einigen polinischen Verhaftungen in Sar⸗
ragosso.
Aus Florenz, 29. November geht der „B, L.-Z.“ fol⸗
zeude Notiz über die am Abend des 18. ds. bei der Freuden⸗
dundgebung zur glücklichen Rettung des Königs Verunglükckten zu.
xs blieben sosort zwei Personen todt und andere sechs liegen im Spi⸗
ale, wovon zwei schwer verwundet sind und der Zustand eines
Dritten hoffnungslozs ist. An einer sür die Familien der Verun⸗
Mückten, welche sämmtl'ch den unteren Vollseclaffen angehören, sofort
ingeleiteten Sammlung betheiligte sih der Fürst Demidoff mit der
ansehnli hen Summe von 5000 Lire. Es gilt als festgestellt, daß
d'e unglückbringende Bombe von einem auf der Siraße stehenden
Menschen, nud zwar bereits mit brennendem Zündfaden geschleudert
wurde, und plaßtzte, ehe sie noch den Boden erreicht hatte, wofür
auch der Umstand spricht, doß sämmtliche getrofferen Personen am
dopfe und keine am Unterleibe oder an den Füßen verletzt wurden.
Man fahndet auf ein Individium, welches wenige Secunden var
»em Eintritt des Ungkücke, wie man anuimmt'zu einem Helfershel⸗
ier die Worte: „Vorwäcis, jetzt ist's an der Zeit!“ sprach.

Neapel, 23. Nov. Di: Journale geben der Befriedigung
iber die anläßlich des Attentates von den auswärtigen Blättern
zeröffentlichten ympathischen Kundzebungen Ausdruck. — Die Ver⸗
zaftungen. von Internationalisten in sverschiedenen Städten dauern
fort. In Pifa wurden drei Personen rerhaftet, welche im Verdacht
dehen, sich aa dem Werfen der Orsini⸗Bomben betheiligk zu haben
JIa Padua hꝛden bei drei JInternationalisten Haussuchuagen stattre⸗
junden; es sollen dabei kompromittirende Schriften faisirt worden sein.

„Reuter's Bureau“ meldet aus Konstautinopel: Der Sultan hat
ein Schreiben an den Kaiser von Rußlaad zetichtet, worin er für
dessen Erklärung, den Berl ner Vertrag ausführen zu wollen, danlt
und den Kaiser ersucht, zur Unterdrückung des Aufstandes in Ma—
cedonien beizutragen. Dieses Schreiben soll Schatir Pascha nach
Lipadia bringen.

Verm'schtes.
fF Am vorigen Montag (18. d. M.) verunglüche zu Grube
Altenwald ein Bergmann durch Hereinbrechen einer größecen Fels⸗
nasse und war sofort todt. Derselbe ist aus Bayern und hinter⸗
äßt eine vermögenslose Witiwe und acht unverforgte Kinder.

M
        <pb n="680" />
        In Krsppen brannten in der Nacht vom 19. auf 20,
ds. Mis. Scheuer und Stall des Wirihes Krämer total nieder.
Von den aufgehäuften Futtervorräthen und sonstigen darin befind⸗
chen Gegenständen konnte Nichts gerettet werden. Auch 6 Slüclke
Rindvieh, welche nicht schnell genug und nur durch eine in die
Mauer gebrochent Oeffnung entfernt werden konnten, erlitten schwere
Brandwunden, so daß vier davon getödtet werden mußten. So
diel wir hoͤren, waren Gebäude und Mobilien verfichert. (P. A.)

pKaiserslautern. Nachdem auf das unterm 25.
vor. Mis. erfolgie Ausschreiben der am protest. Schullehrerfeminar
dahier zu beseßenden Hülfslehrerstelle uur eine Meldung aus der
Reihe der vepruͤften Schuldiensterspectanten eingelaufen ist, wurde
diese Sielle mit welchee neben freier Wohaung im Seminargebäude
mit Beheizung und Beleuchtung ein Anfangsgehalt lincl. Zulage)
don 1323 Mark verbunden ist, wiederholt zur Bewerbung ausge⸗
schrieben. Bewerber haben ihre mit Zeugn'issen belegten Gesuche
bis langstens 5. D zemher nächsthin bei der bl. Seminarinspection
Kaiserslautern einzureichen. Berücksichtigung finden nur solche, welche
bereits die Anstellunzspcüfung und zwar wenigstens mit der 2. Noꝛe
bestanden haben.

7 Der Distristsrath des Kanlons Kalserslautern bat,
da die Kreis ˖ Armen⸗ und Kranken⸗Anstalt in Frankenthal nicht
mehr ausceiche, an die k. Kreisregierung die Bitte gestellt, eine
eigene derartige Anstalt für den Westrich zu errichten, und als
dazu geeignete Lokalität das Trippftadter Schloß empfohlen.

In Landaun und dessen Umgebung sind verschiedene Fa⸗
milien durch die Fraut'sche Gant in Frankfutt um große Summen,
man sogt sozar: einige um ihr ganzes Vermögen gelommen. Der
Vater jenes Frant iebte in Landau als Vermittler in Geldge—
schäften und wußle seinem Sohne namhafte Beträäge von Reichen
und weniger Bemittelten zu verschaffen; nun ist der Vater seit
dem Tode seines betrügerischen Sohnes verschwanden.

Fraukenthal, 22. Rob. (Fr. T) Ein raur'ges
Geschick ereilte gestern Nachmittag Hen. Musitlehrer und Musikalien⸗
handler J. Hentich von hier; derselbe wollte in Begzleitung eines
Freundes von hier dem Hänlein'schen Oxrzellonzert in Mannheim
deiwohnen, erlitt aber gestern Nachmitlag is Ludwigs hafen auf dem
Weg in seines Bruders Wohnung einen Schlaganfall in die Beine,

so daß er sich nur mit Mllhe zut gedachten Wohnung, wo er am
Eingange zu derselben zusamme brach, schleppen konnte. Mit Hilfe
eines gegenüber wohnenden Arztes wurde er in ein Zimmer gebracht,
wo er noch bis nach 8 Uhr Abends pöllig bei Besinnung war;
ein erneuerter Schlaganfall raubte ihm dieselbe, und um halb 10
Uhr Karb er. Mit dem Verstorbenea geht eine ausgezeichnete mu⸗
italische Kraft zu Gtartfe.—

— Fp Worms, 19. Rov.: Norgestern Nachm'ttag fand hies

m Rheine unterhalb der Schiffbrücke die Toufe voun eiwa 6 Ange⸗
)öbrigen der hiesigen Baptiften GBemeinde Stat!. Der Prediger
uhrte die im Alter von 6 bis 16 Jahren stehenden, nmur mit
inem wollenen Hemde bekleideten Täuflinge in der offenen Khein
ind tauchte dieselden wiederholt unter Wesser, wobei er einige
æprüche hersagte. Die Getauften verließen den Fluß und kleideten
ich wieder an, nahdem sie vorher im Kreise ihrer Angeboͤrigen
chtig obgerieben worden waren.
7 Musitdirelktor Methiessel, der Komponist einer großen Zaht
weit und breit bekannter Lieder, ist zu Beren am 19. d. M. im
Alter von 72 Jahren gestorbeny. Der Verstorbene hatte seit meh⸗
ceren Dezennien an verschiedenen Schulen der Stadt gewirkt und
auch die Berner Liedertafel geleitet.

Um dir Konstquenzen der Katastrophe in GIlasgo w zu
llustriren, veröͤffentlicht ein dortiges Vsatt eine Liste von über 150
Fallissemen:es in Glasgow und dem Wefien Schottlands, die direlt
der indirelt auf die Zahlungseinstellung der „Eity of Glasgow
Bank“ zurück uführen sind. Die Gesommtverbindtichkeiten ver
alliz gewordenen schottischen Firmen betrageun 25 Mill. Liir. Der
durs Werth des NKapitals der schottischen Banken betrug am 4
Dtiober 24,000,000 Lsr.; am 16. November delicj er fich nur
uf 10,000,000 Lste.
Hienstesnac ichten.
Dem kath. Pfarrer Ant. Boes in Näuschwe ler wurde die
Pfarrei Schoͤnau bertragen.

Der interimist. Verweser Ph. Schwerdiseger au der protest
Schule zu Mörsboch und der interit:. Verweser der kath. Lehrer⸗
tesle zu Ramsen, Peter Lloos, wurden zu Lebrern ernonnt.

— —TTI .4. Deme

Bekanntmachung.
Samstag, den 830. November 1878,
Nachmittags —æ Uhr.
soll auf dem Bureau des kal. Bergamtes St. Ingbert die Bei⸗
fuhr von —
zoo chm Stempelstangen aus dem k. Forstreviere Neu⸗
hänsel
aus dem kgl. Forstreviere
St. Ingbert und
dem kgl. Forstreviere J ä⸗
gersssburg
jur kol. Grube St. Ingbert im Submissionswege au den Min⸗
destnehmenden vergeben werden.

Uebernahmslustige sind eingeladen, ihre Augebote bis zu der
oben festgesetzten Zeit verschlossen und gehörig bezeichnet auf dem
Bureau des unkerzeichneter Amtes abzugeben, woseltst auch die
—AXr liegen und die Submissionsformulare
in Empfang genommen werden lkönnen.

Si. Ingbert, den 21. November 1878.

Kal. Bergamt St. Ingbert:
J. Kamann.

e
Eine ganze Christbescheerung.
—3 —98 Auswahl schöner und solider ig
sachen werden für den äußerst belligen Preis von zusammen nur
10 Mark gut in Riste verpadct geliefert:
Ein Theater (nicht Pappe, sondern Holz) mit vollständiger
Zinrichtung, Coul ssen Mm Wechseln, Hintergrund ebenfalls, Vor⸗
zJaug und Figuren, Alles zum Zu'ammenschlagen eingerichtet. —
Fine Festung mit Mauern, Zinnen und Thürmen. Zum Aufbauen
uind Zusammenlegen eingerichtet. — Ern Pferdestall mit 8 Pferden.
— Ein Werkzeuglasten, enthaltend 8 Stück verschiedene Werkzeuge
— Ein Weitrenuspel. Sehce interessant auch füc Erwachsene
Rücks ite Puffe und Damesp el. Erklärung liegt bei. — Ein großer
choner Baukasten. — Eine Ziehharmonika. — Kin Zaubirkaften
Jenaunt der rothe Teufel. — Mu den in diefem Kaften befind
chen Uensilien sind verschiedene Zauderlunststücke nach beiselegier
Beschresbung zu produciren, als z. B. Erzeugung von Blumen
zus Samen in einer Minute u. s. w. — Ein Omnibus wmi
Pferden zum Fahren. — Ein Kochzeerd mit Blechgefschitr. Man
sann auf dem Heerd mittelst Spirifus wirllich kochen. — Eire
—AV 0 sich willich
hoch in Bogen spritzen. — Ein hodst interessant 8 magnetijchta
Epel, genaunt: Das unfehlbare Vögelein. Das Ganze ist üben
aschend, unterhaltend und sehr lehrreich. — Ein bewegliches Coe⸗
oussel, ist fahrbar und für kleine Kinder sehzr ergoͤlich. — Enn
Fnall Pistol. Mittelst einer neu patentirten Vorrichtung wird w
Papierstteifen geschossen. Ist vollständig gefahrlss. — Eine Maul
rommel. Neues vatentirles Musitinstrument. — Eine Shachle
Zoldaten.
Alle diese Iñ hier aufgeführten Spielsachen liefere ich gut
ud sorgfältig in Kiste verpackt
für nur 10 Mark. —
Dieset Aderaus bellige Preis, denn man muß dedenlen, de
nur solide Waare geliefert wird, ist allein dadurch wögzlich, daß de
Bezug ohne Unterhändler, direlt an der Quelle mit Zuhilfenahm.
aller Vortheile geschieht. Ich versende die Kiste überall hin gegen
Nachnahme oder Einsendung von 10 M. — Lezgteres ißt der BLis
eit halber vorzuziehen. — Es wird steis umgehend expedirt.
Allgemeine Wechsel Jeder Empfänger wird meine Offerte mit Recht
ind zu haben in der empfehlen können.
Buch⸗ und Steindruckerei Gustav Vrandt,
J. J. Demek. Spielw aren Marusactur in Pür nbet«.
— —— — — sD⸗Mt¶ααMàÂXÛä.täãOæOαXααααααäα αα'XαÇOÄÄ.Xαäαααα ôäOιQααM
Druck und Versag von F. Xx. Demetz in St. Ingbert.

Honing—⸗
Lebkuchen,!
im Großen und Kleinen,
empfiehlt
A. Grewenig.
————2
Soeben erschien: . Die Gicht“,
popular gehaltene leichtverftändliche
Anleitung zur Heilung von
Geicht, Rheumatismut
und Erkältungskrankheiten. Nie⸗
mand versäume, sich dies vorzüg⸗
liche, 165 Seiten starle Buch an⸗
zuschaffen. Preis 509 Pfennig,
borräthig in K. Gotthold's
Buchhandlung in Kaiserslau⸗
ier n, welche dasselbe für 60 Pf.
überallhin ver'chickt.

Feinster Lofodinischer
Dorsch⸗Leberthran
von A. Sar demann
in Emmericii,
wegen seiner Güte und Wirksam⸗
keit allseitig von den Aerzten im⸗
piohlen, ist stets vorräthig in
Driginalflaschen à 1 Maꝛk in
St. Jugbert bei J. Fried⸗
eich, in Zweibrücken W. Aug.
Seel, in Homburg bei W.

Simon.
        <pb n="681" />
        52 2 am J
— 353 —55 22832 5355358 535
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Meiss.

Donn⸗rstag, den 28. Noveneber
I18s

Deutsches Reich.
München, 25. Nov. Aus bester Quelle vernimmt man,
daß die Vorarbeiten für eine Steuerresorm im k. Staatsministerium
der Finanzen bereits soweit gediehen und so im Fortgang begriffen
sind, daß sich der Landtag vermuthlich schon im Frühjahr kommen⸗
den Jahis mit bezuglichen Vorlagen zu beschäftigen haben wird,
also noch vor Berathung des Budgets pro 1880/81.

Berlin, 22. Nov. Die heutige Sitzung des Abgeordneten⸗
hauses hatte die erste Lesung der Vorlagen zur Ausführung der
Cicilprozeß⸗, Strasprozeß: und Coucursordaung zur Ausgabe. Die
Discussion beschränkte sich, unter allseitiger Anerkennung des von
dem Justizministerium auf die Vorlagen derwandten Fleißes, auf
die Frage der zwecmäßigsten Behandlungsweise. Man befchloß
die Entwürfe einer Commission von 21 Mitgliedern zu überweisent
Hervorzuheben ist die ausdrücliche Versicherung des Juslizministers,
daß er an eine Hinousverlegung des Termins für das Inkraftreten
der Justizgesetze über den 1. Oltober 1879 hinaus nie gedacht
habe. Wenn von anderer Seite derartige Befürchtungen ausge⸗
sprochen worden sind, so können dieselben bei dem gegenwärtigen
Stande der Dinge in der That als vollkommen beseitigt angesehen
werden.

Berlin, 25. Nov. Die nach Berlin einberusfene Konferen
der Bergwerka⸗Interefsenten der preußischen Monarchie hat zwei
Tage, von Freitag bis Sonnabend gedauert. Es zeigte sich Sin—
stimmigkeit datüber, daß die Adfschaffung oder wenigstens Herab⸗
jeßung der Vergwerlkssleuer, welche jeßt der Staat in Höhe von 2
Prozent des Brutto Ertrages des Bergwerlas erhebt, höchst wünschens⸗
werth sei, aber es ist laum wahrscheinlich, daß Schritte in dieser Rich⸗
ung von Erfolg begleitet sein werden, so lange man in maßgebenden
Kreisen prinziplell davon ausgeht, daß diese Steuer nur eine Ab⸗
loͤsung des Regals vorstelle. Bessere Aussicht hat ein anderes
Petitum der Bergwerks-Interessenten, doß bei der anderweitigen
Regelung der Kommunalbesteuerung für den Wegfoll der lästigen
Doppelbesteuerung gesorgt werden müsse, welche jetzt die Berg⸗
werlsbesißer der westlichen Prov'nzen drückt. —X

Berlin, 25. Nov. Der Handelsvertrag und der Schiff⸗
sahrtsvertrag zwischen Deutschland und Itatien sind in Folge ge⸗
troffener Vereinbarung bis zum Schlusse des Jabres 1879 per⸗
laͤngert. 7

Berlin, 26. Nov. (Abgeordnetenhaus.) Nach Erledigung
yerschiedener Angelegenheiten kam heute die Interpellat on vbon
Schorlemer-Alst über Wuchergeseze an die Reihe. Der Justizmi⸗
aister erllaͤrte sich zur Beantwortung fofort bereit. Der Inter⸗
pellant sprach die Hoffaung aus, daß die Regierung seine Ansichten
theilen und die Einführung von Zinsbeschränkungen ꝛc. bei dem
Bundesrathe betreiben werde; anderenfalls würde er bem Reichs⸗
tage seine Anträge einbringen. Der Justizminister erllärte: die
Regierung könne die geftellten Anftagen zu ihrem Bedauern präc is
weder bejaben noch verneinen. Bestimmte Anworten erheischten
große Vorarbeiten und Untersuchungen. Die Regierung verkenne
leineswegs die Bedeulung und Wichtigkeit der gestellten Fragen und
werde penselben nach wie vor lebhaftes Interesse zuwenden.

Aussfand.

Paris, 24. Nov. Hiesigen Blatiern zufolge haben noch
der Kaiser von Oesterteich und der Koͤnig von Belgien anonyme
Briefe erhalten, wonach ihr Leben durch Attentate bedroht sei.

Paris, 26. Nov. Wie wir doͤren, ist der Legationsrath
Stumem von der hiesigen Botschaft des Deutschen Reichs zum
ersten Sekreiaͤr bei der Botschaft in St. Pesrersburg und
diaf Arco, bisher ebenfalls bei der hiefigen Boischaft deschaf⸗
tigt, zum zweiten Selretär bei der laiserlichen Botschast in Non⸗
dan ernannt.

Paris, 26. Nov. ODifizielle Depeschen aus Ro m bestätigen
die gestern zueist vom Temps* gebrachte Nachricht von der Ent.
dedung eines weitverzweigten Komplolts gegen das Leben des Ko⸗
nigt von Italien und von der Verdaftung mehreret hundert Per⸗
lonen. Auf Grund von Pabieren, die in Rom aufgefunden vucden.

sollen auch“ hier in Paris heuie mehrere Personen verhastet
worden sein
— LSondon, 28. Nov. Den „Daily News“ wird aus Sophia
lelegraphirt, die türl schen Rediis haben 320 Einwohner von Chrest⸗
nitra ermordit. — Ueber den Krieg gegen Asghanistan liegen nur
venige Neuigkeiten vor. Der Vormarsch der britischen Truppen
nimmt seinen Forigang, wird aber bei Jallalabad und Bandahar
bis zum nächsten Frühling wahrscheinlich sein Bewenden haben.
Um Sonnabend ist ein Kabinetskurier mit wichtigen Depeschen an
den englischen Gesaudten in Petersburg, Loid Loftus, von hier
abgegangen. ——
Saragofsa, 28. Nov. Zahlreiche Verhaftungen sind
nach Eatdeckung eines Complottes zur Stsörung des öͤffentlichen
Friedens vorgenommen worden. Die Regierung bat energische
Maßregeln angeordnet.

WBermischtes. J

GGkeischpreise) In Fürth bei Nürnberg bekommt man für
35 Pfig. ein Pfund Hammeifleisch und für 50 Pfg. ein Pfund
Kalbfleisch, und jũüt 46 Pfg. in Homburg ein Pfund Schweinen⸗
lleisch.

f.Alzey, 20. Nov. Großer Brand, wie solcher seit Jahren
hier nicht vorlam! Heute Nachm. 4 Uhr brach in der mit Frucht
zefüllten Scheuer des Eisenbändlers Abel Feuer aus, welches troß
des raschen Eingreisens der Feuerwehr, welche gleich am Platze war,
in kurzer Zeit 4 Scheuern, einige Ställe, und 2 Wohuhäufer in
Asche legte.

Ju Dammheim wurde am Abend des 24. Nov. um
11 Uhr, Jacob Bohlander, 28 Jahre alt, Ackersmanun und Valct
on zwei Kindern, nach vorausgegangenem Wortwechsel von Fried.
kost, 18 a Jahr ali, auf der Straße mit einem Messer durch
wei Stiche in die Brust so schwer verwundet, daß er sich nur noch
echs Schritte weit fortschleppen konnte und wenige Minuten dar⸗
aach starb. Der Thäter wurde noch in derselben Nacht verhaftet
and nach Landau abgeführt.

FEine Frau die vergangener Tage die Strede Moxrs heim⸗
Marnheim per Bahn bereiste, hatte sich sehr wahrscheinlich unbor⸗
ichtig auf einen brennenden Cigarrenstummel oder ein noch bren⸗
xendes Zundhoͤlichen gesetzt, in Folge dessen ihre Kleider in Brand
geriethen. Von den Mitreisenden, die durch den aufsteigenden Rauch
zufmerksam wurden, wurde das Feuer noch rechlzeitig entdeckt und
zeloͤscht, ohne daß es der Frau, die hiervon gar nichts bemerkte,
inen weiteren Schaden zugesügt hätte. Die Oderkleider waren be⸗
reits alle verlohlt.

t In Maikammmer ereigneie sich am letzten Dienstag
der Fall, daß ein stumpfsinniger Mann in Folge des übermaßigen
Zenusses von spiritussen Getränken, die ihm von Andern aufgend,
higt worden sein sollen starb.

F Der lathol. Kirchengemeinde Bornheim, k. Bezieksamt Lan⸗
dau. wurde zur Wiederherstellung der lalhel. Kirche daselbst eine
Follecte in sammtlichen kathol. Kirchen der Pfahj bewilligt uad zur
Vocnahme dieser Collekte Sonntag den 1. December l. J. bestimmt.

tLandau, 27. Nov. Gestern Nachmittag ereignete sich
hier folgender Unglücsfall: Die beiden Bäckerburschen des Hrn. C.
Brück hatten fich nach 8 Uhr Mittags in ihr Zimmer begeden, um
ju schlafen. Der zuletzt hinaufgehende Bursche hatte einen Topf
nit Kohlen mitgenommen und diefelben im Zimmer in Braud ge⸗
steckt. Als um 6 Uhr die Arbeit wieder beginnen sollte, blieben
alle Versuche, die Beiden zu wecken, fruchtlos; man sprengte endlich
die Thure ein und fand sie regungslos auf ihren Betten liegen.
Der rasch herbeigerufenen ärztlichen Hülfe gelang es, den Heinrich
Echwarz von Leinsweiler wieder in's Leben zutüczurufen, während
der andere, Heinrich Müller von Walsheim, der eigentliche Urheber
des Unglüds, todt blieb.

FSpeier, 25. Nov. In vergangener Nacht brach in dem
Lagerhaus des Bierkellers von Schwarz Feuer aus. Es verbrann—

hen, wie die „ESp. Z.“ angibt, etwa 40 Ballen Hopfen im Wertb
don 14,000 Mark. Die Waare war dersichert
        <pb n="684" />
        pPforiheim, 23. Nob. Einem hiesigen Bijouieriehänd⸗
ler, der mit bedeutendem von Pforzheimer Fabrikanten bezogenem
Waarenvorralh in Holland Geschäfte zu maqhen versuchte, wurden
wie man hoört, in einem Hotel zu Amsterdam. während er Abends
auzgegangen war, Goldwaaren im Werthe von über 20000 Mart
gesiohien. Der Dieb hatte, um in das Zimmer zu gelaͤngen, außer
dem gewöhnlichen Verschluß auch ein besonders angelegtes, sog. Vor⸗
hangschloß / zu beseitigen gehabt. Von dem Thater ist bis jeyt keine
Eput ermittelt wocden. Zum Glücke — auch für die hiesigen Lie⸗
jerante, die zum Theil Mufierkolleltionen heigelegt hatten — ist der
Bestohlene bei einer St. Galler Gesellschaft versichert. Hoffentlich
ird die Unlersuhung dag über diesem Verbrechen liegende Dunkel
aufzuhellen vermoͤgen.

JVBöoltlingen, 26. Nov. Gestern fand hier eine ordent⸗
liche und gleich darauf eine außerordentliche Generalversammlung
der Aunnäte hieñger Eisenhütte stalt. Die erstere betraf geschaft⸗
liche Angelegenheiten. In der leßteren, welche Beschaffung weiterer
DBelriebs mitel ebent. AÄntrag des Aufsichtsraths auf Liquidation
der Geselljchaft gemäsßß 8 88 der Staluten zut Tagesordnung datte,
durde eine Kommission von 8 Personen mit dem Rechte der Coop⸗
ation gewählt, welche einer fpater einzuberufenden Generalversamm⸗
junz in dieser Hinsicht Vorschläge machen soll. (BS. 3ig.)

F Von der bayerischebbhmischen Grenze wird
dem „Passauer Tagebl.“ gemeldet: In Folage der rasch zunehmen⸗
den außerordentlichen Költe find an dielen Orten die Schulen ge⸗
sehloffen. Die Kinder können bei dem vielen Schnee auch nicht
zae tommen. Am 17. ds. hertschte an der Grenze fibirische

älte.

f Dover, 26. Nov. Vergangene Nacht um Mitternocht
stieß der Hamburger Postdampfer Pommerania“ unweit Folle⸗
stone mit einem anderen Schiffe zusammen. Die Pommerania
jant nach 10 Minuten. 172 Personen von den Pafsagieren und

der Sahiffemannschaft sind gerettet worden; 50, darunter der Ca⸗
zitän, der 2. und 3. Schiffsofficier, der Ingenieur und der Arzt
ind ertruuken. Die Gereiteien sind hier angekommen. Die „Pom⸗
nerania“ hatte, als sie Rew PYork arn 14. November verließ, 37
passagiere 1., 16 Passagiere 2. umnd 95 Possagiere 3. Klasfse an
Hhoid. 47 Passagiere wuden in Plymouth und Cherbourg gelan⸗
zet und 5 neue Passagiere kamen in Plymouth an Vord. Eine
Dame Namens Hormann und ein Herr Namens Schneider befinden
ich unter den Geretteten.
— — 53 —
rktberichte. —F

Landst uhl, 25. Nov. Gypor muepree Weizen — M. — Pf.
soyg 3 —9 45 Pf., Speli M. - PVl., Gerfie — M. — Pf., Hafer

0 14.

omburg, 27. Rov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlt.) Weizen
10 M82 Pf. Korn 7 M. di Pf. Spelztern — M. — Pf., Spelz 6 M.
38 pf., Gersie 2reihige — M. — Pf. Gerste Areihige O M. — Ppf. Hafer
5 M.'öos pf., Mischfrucht 8 M. 28 Pf. Erbsen O W. — Pf., Wicken
5 wr. — pf. Bohnen — M. — Pf.Kleejamen — W. - Pfi, Korn⸗
zrodes Pfund 70 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochfenfleisch 54 Pf.
sindfleisch 54 Pf., Kalbsieisch 66 Pf. Hammelnleisch — Pf. Schweinefleisch
16 Pf. Vutier i Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 Pf.

Aaiferslautern, 26. Rov. (Fruchtmiitelpreis und Vicitualienmarkt)
Weizen 00 M. 15 Pf, Aorn 7 M. 82 Pf. Spelzlern — R. &amp; Pf. Spelʒ
zM. 88 Pf., Gerftess M. 47 Pf., Hafer 6 B. 27 Pf., Erbsen — M
10 pf., Widen 5 M. 51 Pf., Linsen 6 M. 88 Pf., sleesamen 838 M. 16
pf., Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 66 Pf. 2. Qual. — Pf., Gemischtbred
zPfund 88 Pf., Butter per Pfd. — M. 78 Pf., Eier 2 Giuck Pf. Kaw⸗
offeln per Ceniner 2 R. — Pf. Stroh IM 20 ůů.

Medacc- verantwortli⸗ —A
dio in der hentigen Naommer unæeter Zeivang ieh hesindende Gldæado
Ireige von Samuei Heckachor aent. in Hambure. Dieaes Haus has pioh
jurenꝰ reine prompte und versehniegeno Au⸗hlunt der hier und in äar
Icegend gewonnenen Betrate einen dermasnen Goten Rut «rworbor,.
R ανισαν Hαιιααν Iιιννι ανο—R An diavet Steela anf-
merkaam machen.

PetroleumLampen
mit Mitraill-Breunner!!
.! nene seve —S — — Einrichtung!!
Diese Brenner werden auch einze Un abgegeben, um andern
LTamven anzupassen. Otto WVeigand-
n —7 *

XRXX Dis Gowin⸗
— —7
ung:
G78, 000 MI. 11. und 12. ——
Lluladung xur No ih eigu ⏑n——
XRER —
der vom Stante Hamburg rorantirton gratnen
Geid⸗ I.oiterie, I veleher ubeor
Millionen 7 00,.000 Mari.
—EEEIGR
Die Gewinne dieser vorthetlnten GeldLotterie,
welehe plangemãss nur 82, 500 Loose enthült, sind folgende, numlieb:
Der grosste Gewinn ist ev. 375, 000 Mark.
1 Prämie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark., 1 Gewinn
à B0, Ooo Mark. 1 Gewinn a 60, 000 Mark, 1 Gewinn a 50,000 Mark,
i Gaiuna 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 36. 000 Mark, 8 Gewinne a
Z0000 Mark, 1 Gewinn a 28, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Markb,
s Gevinns a15, 000 Mark, 1Gewinn a 12,000 Mark, 24 Gewimne a
10,000 Marx, 2 Gewinne a 8000 NMark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
Ginne 5000 Mark, 61 Gewinne aà 4000 Mark, 4 Gewinne a 8000
Mart, 804 Gewinno a 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
Fimne x 1200 NMark, 5802 Gewinne s 1000 Mark, 621 Gewinne a
Fod Mark, 87 Gowinne a 800 Mark, 675 Gewinne a 250 Mark, 40
2οο M-rt, 36 Gewinnee 180 Mark, 22850 Gewinne-
138 Marx, IO Gewinne a 185 Nark, 1950 Gewinnes 124 Mark, 78
Zevinne à 120 Marx, 4 Gewinne s 100 Mart, 3450 Gewinne a 94
Mari, 8950 Gewinnea 67 Nark, 85 Gewinne a 80 Mark, 38500 Ge-
r, S050 Gewinne a 20 Mark, und Kommen aolehe in
wenigen Monaten in 7. Abtheilungen 20r ai oheren PBntacheidung.
Pie rcte Gewinnziehung ist amtliech auf den
IQ2. Decem Pber d. J.

Qualvolle Cage.

Wochen und Monate und selbst
Jahre verbringen zahlreiche Leiden⸗
de in der Krankenstube ohne Aus⸗
zicht auf Besserung; oft aufgegeben
n den sie dehandelnden Aerzten
als Todescandidaten betrachtet von
den Angehörigen. In jolcher Lage
empfiehlt fich, wenn es nicht schon
früher geschehen die Anschaffung
des bekaunten Buches Dr. Airy's
Naturheil methode und kein
Leidender wird mehr zweifeln, daß
noch eine Genesung für ihn
zibt, wenn er fich verirauens voll
der Lausendfach bewährten Heil⸗
nethode uuterzieht. Preis 1 Mti.,
vorräthig in K. Gotthold s Buch⸗
handlung, in Kaiserslautern
ch gegen 1 Mt. 20 Pf. franco
zu beziehen durch R ichter's Ver
agsAnstalt. Leivzia.

—
Berlin.
Wer in Berhen durch Annon⸗
ten irgend welchen Zwed erreichen
il denutze die Berlner „Tri⸗
hüne“, momentan eine der be—
liebtesten politischen Zeitungen
der Kaisersiadt. Die „Tri
hüne“, seit 18 Jahren erschei
nend, hal j ht die enorme Auflage
bvon taglich 28,500 Exenipl. er
ceicht und wird in allen Schichten
der Bevöllerung Berlins und in
allen Hauptplaß n Deutschlande
zelesen, namentlich im Kreise des
zutsituirten Publilsums. Tirot
er großartigen Auflage ist der
Insertionspreis mäß:g, nur 35
pjf. kostet die 5mal gespaltene
Peritzeiie. — Die Annoncen,
ccpedinon des Herrn Adolf
Zteiner in Hamburg hat
den Inseratentheil für alle nint
herlinischen Juserate gepachtet,
ind beliebe man alle Art Jnser⸗
ions · Aufträge an d ese Annoncen⸗
—A¶

713000

, Ms
Gegen Husten
Natarrh, Heiserkeit, Verschleimung,
Hals⸗ und Brustleiden, Reiz im
aͤehlkopfe, Blutspeien, Keuchhusten
der Kinder, ist der allein ächte
rheinische
Traubenbrusthonig
7 das angenehmfte,
mildeste, sicherste
Xu biligite haus ·
8 mittel. Allein
* 7 ächt mit nebiger
BVerschlußmarte
des gerichtlich an⸗
erkannten Erfinders in St. In g⸗
bert bei J. Friedrich, in St.
Johann bei F. P. Tupdenböffer
Ind ari Thiriot, in Saarlouis
bei F. Altenkirch, in Blieslastel
bei Apotheker C. Richter, in Saar⸗
gemund bei Apotheler H. Kirchner,
in Sulzbach bei Apotheker A.
Treffon.

lestgestellt und kostet hierzu
ãas gante Originalloos nur 6 Reiebemarx.
quas albe Oripinalloos nur 8 Reichemark,
ãas viertel Originalloos nur 1/0 Reicksmark,
and werden diess vom Stante garantirten Original⸗
Loose (reine verbotenen Promesson) gegemn sramnlairte Fin-
aenun des Betrages oder gzegen XXIXXUVI
etnach den entferatesten Gegonden von mir versaandt.
jJjeder der Betheisigten erhàlt von mir neben seinem Original·
I.ooss ueh den mit dem Staatswappen versehenen Origina-Plan gu-
vnd nach etattgehabter Ziehung rofort die amtliche Ziehungeliste
unaufgefsrdert ꝛugesandt. WA
pie Luszabiung und Vorsendung der Gewinngelder
orfolgt von wir direct an die Interesnenten prompt und unter vtrongster
Verschwiegenheit.
Jede Bestellung kam man einfach auf eine XXV
AhIuνα machen.
N ve⸗- veE daber mit den Aufträgen vertrauensroll an
Samuel egksoher szenhe
Banquier und Wechsel-Comptoir in Unambureꝶ.

—
Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch

in Achtel, Viertel u. Halben Bogen

mit rother und blauer Liniatur

sind vorräthig in des X illi i
ez Stationsbeklebzettel eh. De
A ecemes in —Et. Ingbert.
        <pb n="685" />
        —A—
538 32 —73
325 —
55 ——— E 5588
235* *22 8 — —2 * S⸗· 22825
* — 5 — 3 —325 E7ES 2 * BF 28
—&amp;8 5323 22325. z235323 2 —82S8.
—— — 55575 7 — 3228235 —— ——— E— 2253 532
5 5* * 35 2 2268 —* — r ——AA 228
——— * —A 2222 8 * 55 23 * 2532223 —
258 39 3 358 226563838 55 532835 — 53535335
—A 2 8 — 753533 — — 225385* 8 533633385
55 8388 — * *5338
— —— — 2* A * — V —

7434 827 — —
5334 222 —22557* —223433863 532 — — 78* 2833*288
5822 5228 — 622 —— — 23 —9 — * 8* 23 —
8.2 3 232 — 2 z32838 2
55 —2 2 2— D *2 —J 8 *258
535 — 75 4 8B30328 w 2 5323
53 D 3533 5555 — —A 2* X 27 »38 2 3525
328 32*s528s35 53 533323555
558355 —— — 3858*8 2 25325 * 8 38333538
— —— 358335 8 323533.83
E. 2 523335353 .235228 22 5. — 58* *

2 —2 — 22 53322355 * ——yc 25 — 22*2 — — 2225 S
—— 3 33 23 4 3 — —
25388 * 2 2 2 5355—78236 28 —2 225 — 29* * —*08 53* 2
535252 —5575 29 23553 2 — 5258328 — F 5325 5228
ã — 225238 528 1338 7*33523 — z758—33838
268 — 3353338835 222 22 535*8 8 5 523 532838
2*88 2 21 722 825 3 —28*82 2532 5—
5— 52 3 5532 5*z— 68532 — 8 —— — 2 5375 —
2—568 ——— z 3353653 3533355
7— —— — 353328 3 SE 3538233—347
2352388 335* — —— 2258 —2* 52z2368
355333 22*5 275 5535 — 583
* 22 2 325 55 *228 253228 *
* * 33335 358 6 23353238
8 — —2 — 3 533252338
8s88577 s 53773535
2553537 73353835—6
A 2 0
— *3

3 — 23523

2 —2287

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2 5623

1338332 o⸗

ES — 2 ⸗

—53175 *

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—— — —

* ——— *
35 8—

*2 82 —

553 55232

* 33 2

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52 — 2823*
—

53234380

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— *
22 2. — ————
5C 2 4 —— 8*9 2 8575*
—— 22 * 73
58575 2538 — — 323 2E33858 733
252 8* * 6 7 2 * —
—8 5523*— 382 285 553 *8238
5 533 33233 333387
33 573822 325 23 528582385 355
222 *2 8
2 22 — 2 2* 8 * — es ⸗
— 5 5333253 —253533 2258553
282 2 553 3255753583 ——
238 3382 28 3487* 5353
F » t E *
* 5 5583233 2** 22—25352 * 02* ——
32 55535 x5 2 58 * — 3
1233 3—42 z38833 2233
2255 * 72 5*8 5 3375555 2257
823 73533 2. 825
2—f — 2 * * 8 5 *2— 523* 8 ——82—2* *3
28 — —x55 2— 5 2 3 — —8
8 —3
* —— — 25 2 5 25284 —— 52 2 58 323285
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lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnersstag, Samstag und Sountag. Der Abonuementspreis beträgt vierteljahrlich
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1878.

A 189. Samstag, den 830. November

*

Deutsches Reich.

München, 26. Nov. In der heutigen Sitzung des Ge—
setzgebuungsausschusses kam die Titelfrage zur Sprache. Hienah
ollen alle Richter, die bei den Amtsgerichten angestellt sind, einfach
„Amtsrichter“ heißen, ohne daß „Oberamtsrichter“ ausgeschieden
werden. Die Richter der Landgerichte sollen aber nicht „Landrichter“
vie in Preußen, sondern „Landgerichtsräthe“ heißen, da man bei
uns zu iange gewohnt ist unter „Landrichter“ den Richter der un⸗
lersten Insianz zu verstehen. Zu Art. 34 wurde ein von der kgul.
Staatsregierung eingebrachter An'rag einstimmig angenommen,
velcher den Zweck hat, in Beziehung auf die Adurtheilung der
Preßdelikte durch die Geschwornen das gelteude bayerische Recht
unberührt zu belassen, und also jene Preßreate von der Aburtheil⸗
ung durch Geschworne auch in Zukunft auszuschließen bei denen
zes sich um einfache Beleidigungen nach 8 1885 des Strafgesetzbuches
handeit. Dagegen wurde von der Staatsregierung anerkannt, daß
hie Zuständigkeü der Geschworenen, wie sie bisher bestanden, unbe⸗
rührt bleiben soll. Im übrigen wurden die Titel III (Amtsge⸗
richte), IV (Schöffengerichte), V(Landgerichte), VI (Schwurgerichte),
VII (Oberlandesgerichte), VIII (Oberstes Landgericht) bis zu Art.
19 mit unwesentlichen Aenderungen nach dem Entwurf ange⸗
nommen.

Berlin, 26. Norp. Im Abgeordnetenhause fand heule
»or vollen Tribünen die Berathung über die Interpellation der
Abg. v. Schorlemer und Genossen statt. Gegen die Interpellatton
sptach namentlich Abg. Meyer (Breslau). Hundt v. Hafften führte
u. A. aus, daß der Wucher da am meislen grassire, wo Ultra⸗
montanismus und Polonismus sich die Hände reichen und der
Wunderschwindel zu Hause sei. Windthorst Gielefeld) erklärte,
»aß die schmutzige klerita!e Lotalpreffe die Wuchergesetze bearbeite,
um gegen die Juden loszuziehen; es wäre daher aufrichtiger ge⸗
vesen, wenn v. Schorlemer in seiner Interpellation vor dem Worte
Wucher das Wort „jüdischen“ kingeschaltit hätte. Diese Bemerk⸗
ung gab dem Abg. Schröder-Lippftadt Veranlassung, schwere An—
lagen gegen die Juden zu erheben, denen es zur Gewohnheit gee
vorden, Wuchergeschäfte zu treiben und die wegen ihrer Ausschlach⸗
lung der Bauern durch königliche Kabinetsordres zur Einschräukung
hrer Gewerbe angehalten wurden. Herr Schröder sprach von
Gernichtung dieser Rotte Korah, oft vom Biisall seiner Freunde
interbrochen; die linke Seite des Hauses wurde unruhig. Der
Abg. Dohrn eilte auf die Rednertribüne und rief dem Abg. Schrö⸗
ver unter dem lauten Widerspruch des Centrums zu: „Sind Sie
nit Ihrer Judenheße denn noch nicht fertig?“ Die Freunde der
Interpellation wiederholten oft getörte Sätze. Es sprachen ferner
rür die Beseitigung der Wucherfreiheit v. Peyer-Arnswalde, der
seine Rede damit schloß: D'e Freiconservativen würden doch manch—
nal Minister, die Nationalliberalen nie; Reichen perger unter Ver⸗
veisung auf das kanonische Recht, v. Wedell Malchow. Sehr ge⸗
paunt war man auf die Erkiärungen der Staatsregierung, die sich
mn überaus gewundenen Redentatten bewegten. Bemerkenswerth
war u. A. die Ecklaͤrung des Justizministers, es seien weder an
»zas Justiz- noch an das Handelsministerium irgendwelche Anträge
und Pet ionen um Aufhebung des Reichsgesetzes gelangt. Das
zier und eine halbe Stunde waährende Redeturner war sehr heiß
ind namentlich ergab es viele perfönliche Bemerkungen. Morgen
vird das Haus in die erste Lesung des Staatshaushaltsetats ein⸗
reten.

Berlin, 27. Nov. Der „Nordd. Allgem. Zig.“ zufolge
Jenehmigte der Kronprinz als Protektor der Kaiser-Wilhelm-Spende
zie Bildung einer aus angesehenen, theils mit den Arbeiterverhält⸗
nissen, theis mit dem Versicherungswesen besonders vertrauten Per⸗
onen bestchenden Kommission, welche über die Nutzbarmachung der
jesammeiten Gelder berathen wird. Zum Vorsiteuden dicser Kom—
nission hat der Kronprinz dea Feldmarschall Grafen Moltke ernannt,
mit der Ermächtigung, sich seinen Stellvertreter zu substituiren. Zu
Mitgliedern der Kommission wurden ernannt Bürgermeister Dunker,
Delbruck, Gneist, Schulze⸗-Delitzsch, Sombart, Engel, Stumm,
Boͤhmert (Dresden), Justizrrach Stämmler, Heyne (Leipzig), Fabri⸗

ktant Winenstein (Barmen), Prof. Dingler (Karlsruhe), Rechtsan⸗
valt Hoͤlder (Stuttgart), v. Cramer⸗Kleit (Nürnberg), Bantdireltor
„Scdhauß (München), Rechtsanwalt Freytag (Augsburg), Fabrik⸗
zesitzer Schlumberger (Mülhausea); ferner zu Reserenten für bez.
Ressorts Geh. Rath Neberding für das Reichskanzleramt, Geh.
Raih Lohmann für das Handelsministerium, die Geh. Räthe
Kibbeck und Forch für das Ministerium des Innern. Die Mit⸗
lieder der Kommission sind zu einer ersten Beralhung auf den
3. Dez. in das Herrenhaus eingeladen.

Der Entwurf einheitlicher Normen für die Instruktion der zur
Beaufsichtigung des Fabrilwesens berusenen besonderen Beamten,
)essen Fertigstellung seit einiger Zeit erwartet wurde, ist nuunmehr
denn Bundesrathe zur Beschlußfassung vorgelegt worden. Der
skcichskanzler schiägt vor, daß der Bundesrath bei der Beschluß
assung zugleich feststellen wolle, daß als Aufsichtsbeamten in der
Kegel nur Personen mit wissenschaftlicher Vorbildung angestellt
verden sollen, melche entweder eine höhere technische Lehranstalt ab⸗
olvert und bereits einige Zeit als technische Beamte oͤffentlich oder
ztivatim thätig gewesen sind, oder welche mehrere Jahre eine
srößere gewerbliche Anlaçe mit technischem Betriebe selbst geleitet
aben, sowie ferner, daß für die unter Aufsicht der Bergpolizei⸗
Fehörden stehenden Anlagen die Bergrebierbeamten als Au'sichtsbe—
mie berufen werden sollen und den Bergpolizeibehbrden überlassen
leibe, die etwa nöthigen Instruktionen unter Berücksichtigung der
om Bundesrath füc die Aufsichtsbeamten im Allgemeinen festge⸗
tellten Normen zu erlheilen.

Es mird mitgetheilt, dak der sich fühlbar machende Mangel
m Silbermünzen die Regierang des Königreichs Sachsen veran⸗
aßt habe, im Bundesrathe eine nicht unbedeutende Bermehrung der
Silbermünzen in Vorschlag zu bringen. Diese Vermehrung würde
rst nach einer Abänderung des Münzgesetzes zulässig sein, welches
elannibich festsetzt, daß für den Kopf der Bevölkerung nur höch—
tens 10 Mark an Silbergeld ausgeprägt werden sollen. Dieser
Zetrag ist jetzt ungefähr erreicht, und es soll deßhalb z. B. in den
zreußischen Münzstätten im nächsten Jahre kein Silber ausgrprägt
verden. Sachsen hat schon einmal im vorigen Jahre den Antrag
zestellt, den Satz von 10 Mark auf 15 Mark zu erhöhen, ist aber
hamit im Bundesrath nicht durchgegangen. Auch jctzt wird wahr⸗
cheinlich wieder ebenso entschieden werden, zumal es feststeht, daß
neben den Reichssicbermünzen noch etwa 400 Millionen Mark in
eutschen Silberthalern und 90 Miillionen Mark in österreichischen
Thalern im Reichsgebiete im Umlaufe sind.

Ausland.

Madrid, 26. Nov. Das Journal „Epoca“ äußert hin⸗
htlich der Aufnahme von Mitgl'edern det Internationale in der
S„chweiz: „Europa kann nicht dulden, daß das Asylrecht für die
5ztraflosigkeit der Vershwörer gegen die sociale Organisation ver⸗
verthet wird; die Schweiz muß begreifen, daß diese Sachlage große
Befahcen hervorbringen kann.“

Rom, 26. Nov. Von den bei dem Bomden-Altentate in
Florenz Verwundeten siud zwei weitere Personen gestorben.
Vermischtes.

F Eine Beilage zu Nre. 65 des Kreisamtsblattes enthält die
wischen der k. Kreisregierung und dem Confistorium vereinbarte
Instruction für die Ertheilung des protestantischen Religionsunter⸗
richts in den deutschen Schulen der Pfal z. Wir heben hervor,
zaß diese Instructien besonderes Gewicht darauf legt, daß bei dem
Keligionsunterricht nicht ein bloser Mechanisnus und blos gedächt⸗
iißmäßize Auffassung Platz greife, sondern wirkliches Verständniß
ermittelt werde; es soll daher nichts auswendig gelernt werden,
voas nicht vorher wiederholt und gut gelesen und, der Fassungs⸗
raft der Kinder entsprechend, erklärt worden ist. Was insbeson⸗
yere die biblische Gesschichte belrifft, so soll, einzelne genau bezeich⸗
nete Aussprüche und Weissagurgen abgercchnet, nicht förmlich aus⸗
vendig gelernt werden, dem Auswendiglernen von Liedern fsoll erst
viederholles Lesen und Erklären in der Schule vorangehen, im
ratechismus sollen vorzüglich die Bibelsprüche nach vorangegangener
        <pb n="688" />
        rriarung auswendig gelernt und beachtet werden, daß es veir
manchen Fragen und Antworten desselben den Kindern mehr Ge—
vinn bringt, wenn diese mit ihnen gründlich besprochen, als wenn
sie peinlich auswendig gelernt werden. (Pf. K.)

F Zufolge Regierungsentschließung wurden die Vorstände der
gl. Hypothekene uad Rentämter angewiesen, ihr Gehilfenpersonal
für die Folge zu beeidigen.

F Wichtige Entscheidung für Kaufleute. Ein vom 1. Januar
1877 datirter Wechsel, in welchem der Zahlungstag in folgender
Weise bestimmt war: „am 1. Nov. J. zahlen Sie ꝛc.“ wurde dem
Acceptanten am 1. Nov. 1877 präfentirt. Dieser verweigerte
Zahlung, weil der Wechsel keine Angabe einer bestimmten Zah—
jungszeit enthielte und demnach ungiltig wäre. Das Appellations
zericht zu Magdeburg erachtete den Einwand für berechtigt, weil der
Buchstabe J. zweifelhaft ließe, ob das laufende oder das kommende
Jahr also dss. J. oder k. J.) gemeint wäre, und wies den Wech—
felinhaber mit seiner Wechselllage ab. Die von ihm dagegen ein—
gelegte Nichtigkeitsbeschwerde wurde dom Re'schs-Oberhand lsgericht,
J. Senat, durch Erkenntniß vom 11. Oct. 1878 zuruͤckzewicjen.

FDer Schriftsteler Brach vogel (Verfasser von „Narziß“)
ist im Alter von 55 Jahren vergangene Nocht am Hirnjchlag ge—
storben.

Saarbrücken, 27. Nov. GEin entsetzliches Bild, wo
hin der Schnapsteufel einen früher unbescholtenen Mann brin gen
ann, ertrollte sich heute vor den Assisen. Der Bergmann Heinrich
draus aus Spiesen — der heutige Angeklagte — hat sich, obwohl
zist 40 Jahre alt, seit 1876 dem Schnapsgenuß iu solcher Weise
ergeben, daß er die Pflichten gegen seine Ang hörigen vergessend,
dem Mußiggang fröhnte und sogar zu den oft empörendsten Miß⸗
haudlungen seiner Ehefrau Üüberging. Seit dem Jahre 1876 kamen
viederholt derartige Mißhandlungen vor. Bald schlug Kraus seiner
Frau mit Steinen, bald mit Prügeln, bald mit einem Stocheisen
Aber den Kopf, daß die Unglückliche blukend zusammenbrach. Seine
Wuth ob der verdieuten Vorwürfe seiner Frau Üübder seinen lüder—

lichen Lebenswandel ließ der Augeklagte sogar an den Gerathen
eines Haushalts aus und zerhieb dieselben mit einem Beil. Das
Hauplverbtechen aber, welches dem Kraus heute zur Last gelegt
wird, ist: am 10. Juli d. J. sein eigenes Wohnhaͤus vorsätzlich
in Brand zu stecken versucht und diese That durch Handlungen be⸗
thätigt zu hahen, welche einen Anfang der Ausführung dieses Ver⸗
brechens enthalter. Die Anklage unterstellt, daß Kraus dabei beab—
üchtigte, die Versicherungesumme zu erlangen. Der Brand wurde
indeß rechtzeitig durch die Hülfe der Nachbarn gelöscht. Der An—
geklagte ließ sich ferner am 28. Juli beigehen, mehrmals mit einem
mit Rehposten geladenen Doppelterzerole zu schießen, wobei ein
Schuß durch das Ferster eines Hauses ging und iü das Kopftssen
eines zu Bette liegenden Mannes drang. Auf dem Wege von St.
Ingbert nach Spiesen hatte an demselben Tage schon der Ange⸗
klagte das geladene Terzerol einem Bekannten gezeigt und einen
Lauf abgeschossen. Denselben wieder ladend sagte er: „Der eine
st für meine Frau, der andere für mich!“ Man verhaf'ete endlich
den gefährlichen Menschen und sperrte ihn in das Arrestlokal zu
Speesen, aus dem er sich durch Zertrümmerung der Thüre, natürlich
nur auf kurze Zeit, befreite. Der Angeklagte, der gegenüber den
aus's schwersle belastenden Zeugenaussagen sich frech bderimmt, den
Brandstiftungsversuch läugnet, will theils von den weiter bekundeten
Vorfällen wegen sinnloser Trunkenheit nichts wissen, theils durch
das, wie er sagt, freche Benehmen seines Weibes gereizt worden sein.
Der Wahrspuch der Geschworenen erllärte ihn indeß des Brand⸗
tiftungsversuchs, der wiederholten Mißhandlung seiner Ehefrau
mittelst gefährlicher Werlzeuge, des Schießens in der Nähe bewohnter
Bebäude und der Sachbeschädigung für schuldig, und der Assisen⸗
hof verurtheille ihn zu einer Gesammistrafe von 1 Jahr Gefängniß
und 14 Taze Haft. Das öffentliche Ministerium halle 15 Monalen
Zuchthaus beantragt gehatt. Die Ehefrau des Verurtheilten hatte
wegen der Mißhandlungen und seine Gemeinde wegen der Sachbe—
schädigung Strasantrag gestellt. (Saarbr. 318.)
Kaiserslautern, 27. Nov. In der heungen Sitz«
ung des Igl. Polizeigerichts wurde das Urtheil gesprochen in deim
Beleidigungsprocesse, den 14 Inhaber hiesiger Bierbrauereien gegen
den Mechaniker Carl Haupt, fawie gegen den Redaktteur und den
Vetleger der „Pfälzischen Volk zeitung“, d'Angelo und Rohr an⸗
zestiengt hatten wegen eines in der „Pfälzischen Vollszeitung“ er⸗
shienenen Artikels. Das Gericht erklärte die Verklagten der öffent⸗
lichen Beleid gung der 14 Hläger (auch des Valentin Pitthan, da
dieser als offener Gesellschafter der Firma Gebrüder Ptihan in das
Handelsregister eingetiagen ist) für schuldig und verurtheilte den
Haupt wegen 14 Vergehen der Beleidigung zu einer Geldftrafe von
je 5M., event. 1 Tag Haft, zusammen zu einer Geldstrafe von
70 M. edeut. 14 Tagen Haft, den ꝛc. d'üngelo aleichfalls wegen
14 Vergeden der Beleidigung zu einer Geldsteafe von je 15 M.,
went. 3 Tagen Haft, zusammen zu einer Geldstrafe von 210 M..
tvent. 42 Tagen Haft, sowie beide solidarisch zu dea Kosten, mil

Ausnahme der durch die von Herrn Dr. Heiner auf Ansuchen o
kläger veranlaßten Bierexpertife, erklärte den Verleger Ph. Rohr
ibilverantwortlich für die Kosten, soweit sie dem Verklagten d'un—
jelo zur Last fallen und gestattet den Klägern die Publikation des
irtheils in den 3 hier erscheinenden Zeitungen. (K. 3.) Wie
die „Pf. V.“ mittheilt, beabsichtigen die Verurtheilten gegen dieses

Urthel Berufung einzulegen.

FLandau, 27. Nopv. Der Arbeiter Unterstützungs⸗-Verein
zahier beschloß in außerordentlicher Generalversammlung einftimmig,
daß Mitglieder, welche sich zur Scialdemokratie bekennen, auszu—
chließen seien. Dieser Beschluß wurde gefaßt, um den Verein vor
der Anwendung des 8 83 des Social stengesetzes zu schützen, nach
velchem selbstständige Kassenvereine, welche die gegenseitige Unter⸗
tützung ihrer Mitglieder bezwecken, unter außerordentliche aatliche
u stellen sind, wenn in deunselben socialdemokratische ec. Vestre
ungen zu Tagé treten.

FNürnberg, 25. Nov. Der Naufmann Ad. Heinr.
derzog dahier wurde heute wegen eines Vergehens der fahrlässigen
Tödtung vom kul. Bezirksgeticht zu einer z veimonatlichen Gefang⸗
nißstrafe verurtheilt. Er hatte nämlich am 3. August Abends7
Ahr im Revier Großviehberg bei Hersbruck in einen Busch, in der
Meinung ein Fuchs sei hineingeschlüpft, gefeuert und hiebti den
arin fißenden Taglöhner Joh. Gröschel so unglücklich getroffen,
)aß dieser noch am Abende seinen Wunden erlag. Herzog hau⸗
den Hinterbliebenen des Gröschel aus frelen Stücken 4000 Mark
xntschädigung überwiesen.

.sStraubing, 21. Nob. Vom Schwurgericht wurde
Nax Nöhrer, k. Forstgehilfe, früher in Duschlberg, zuletzt in
Isterhofen, von der Anklage eines Verbrecheas der Korpet verltzung
reigesprochen. Derselbe hatte am 9. Juli Jj. J. den Geschirrhändlet
dödl von Bockhütte, der ihn angreifen wollte, durch gwei Sdhfse
»erwundet, so daß Hödl alsbald starb. Der Angeklagie schütie
Kothwehr vor, da er nicht gewußt habe, welche Waffe der sein
Leben bedrohende Hödl bei sich führe und od dee erste Schuß ge⸗

rroffen habe. Die Geschwornen erkannken nach kurzer Berathang
auf Nichtschuldig, worauf Röhrer in Freheit gesetzt wurde.
fQUeber den Konigsbau auf Herren⸗ Ch ensee wird der Eũdd.
Post“ vom Chiemsec geschrieben: Der Eau des Koͤnigsschlofses
nahh dem Versailler Vorbelde schreitet adtdeilungaweise rasch vor⸗
vätts. Ein Tralt, in den der Thtonsaal kommt, wird bald vollen⸗
et sein. Der Umfang der Baulichkeiten wird von gewaltigen
dimensionen sein und dürfte dem der Münchener Residenz gleich⸗
ommen, wenn der Bauplan vollständig durchgeführt ist. Als
Bauzeit sind 15 Jahre in Aussicht genommen. Die Kosten find
uuf 36 Mill onen Mark veranschlagt. Gegenwärtig siad deim Bau
300 Ardeiter beschästigt, die größtentheiss auf Herren-Chiemsee
elbst in Baracken wohnen. Füc deren Unterhali ist auf's Beste
zesoret. Sie beziehen ihr Bier in bester Qualuät ous der igl.
Zrauerei zu nur 20 Pf. pro Liter. Guten Mittagstisch bekommen
ie zu 40 Pf. pro Kopf. Als Baumaterial werden Ziegelstelne
)erwendet, die auf einer Rollbahn mittelst Lolomotive zum Sce bes
ö dert werden. Von dort werden sie auf Schiffe verladen, welche
»ann ein Dampfschiff auf die Insel schleppi.

fOeisinelle Kinderliebe) Der „Augsb. Abendzeltung“ wird
mnus Müncqen berichtet: Im nördlichen Theile von München
ebt ein Eh paar, dessen größles Unglück seine Kinderlosigkeit ist;
am meisten grämt sich darüber die Frau. Sie wußte sich nun den
Unschein zu geben, als ob sie auf dem besten Wege fei, ihren
ehulichen Wunsch nach einem Nachlömmliag erfüllt zu sehen, und
ährend einer längeren Abwesenheit des Mannes madte fie eine
Wöthnerin ausfindig, die sich bestimmen ließ, iht Neugeborenes au
ie abzugeben. Der Mann war bei seiner Rückkehr über diefen
merwartet raschen Besuch des Storchen sehr erfreut. Der Wahn
jber ist kurz und siehe da, während des Tausschmauses noch trat
zie wirlliche Mutter, die sich inzweschen eines Bessern besonnen
atte, ein und machte das Paar wieder zu einem kinderlosen. Das
lnangenehmste ist aber noch, daß der Staatsanwalt gegen die
Zfeudomutter wegen Vergehens gegen das Gesetz über Beuͤrkundung
)es Personenstandes vorgeht.

Frankfurt. Am Sonntag schicte eine hesige Herr⸗
haft ihre Köchin in das Stadtiheater, wo „Die Jungfern Köoͤch⸗
unen“ gegeben wurden. Dieselbe kam kurz nach 8 Uhr in hohem
Hrade erbobst nach Haus, weil sie in dem Stück eine Verhöhnung
sres Standes erblickte, und sagte den D'enst auf.

.Frankfurt. Fürst Bismarck erhob de'anntlich bei der
Socialistendebalte im Reichstag schwere Beschuldigungen gegen die
dedaction der „Frankfurter Zeitung“, auf welche letztere in eitner
iffentlichen Erllärung antwortete. Jetzt hat Fürst Bismarck gegen
mmiliche Redacteure det „Ftankfurter Zeitung“ die Klage wegen
Beleidigung erhoben.

F.sStrabburg, 25. Nov. Gerüchtwelse verlautet, der
Zrorprinz des deutschen Reiches werde im näͤchsten Jahre das
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        J Berlin. Das preußlsche Obertribunal hat durch Er⸗
seuntniß vom 81. October ds. Is. ausgesprochen, daß die Belei⸗
digung vermitlelst einer Correspondenzkarte steis als eine „öffentlich“
Nzejlügte zu betrachten sei, ohne daß es einer Fesistellung bedark,
zaß ihr Inhalt in Wirklichkeii von einem Dritten gelesen worden.

Berlin, 24. Nop. Die wegen Theilnahme an einer
jeheimen Verbindung hier in Haft befindlichen russischen Studenten
ollen per Schub über die Grenze gebracht und ihnen für immoer
»er Aufenthalt im deutschen Reiche versagi werden.

F Flugmaschine. Sagan, 19. Nov. Das Kaiser⸗
iche Reichspalentamt in Berlin haf, wie schon erwähnt, Herrn Dr.
Ackermann hierselbst für die von ihm erfundene Flugmas hine ein
Patent ertheitt, und es ift zu erwarlen, daß die Ausführung und
Berwendung schon im nächsten Jahre durch eine Berliner Firma
rfolgen werde. Als Hauptiheil dieser Flugmaschine wird ein eigen⸗
bümlich gestalteter Ballon bezeichnet, der mit Leuchtgas geflillt
und durch den Passagier durch flügelartige Bewegungen beliebig
jant Aufsteigen in mäßig hohe Lufisch'chten gebracht und durch
'inen besonderen Steuerapparat dirigirt werden kann, der eine ge⸗
pifse Beweglichkeit und Wendung ermöglicht. Es därfte sich diese
Flugmaschine möglicherweise gut zu Recognoscirung eignen. Hört
die bewegende Kraft auf, so wirlt der erwähnte Ballon als
Fallschirm. (Schles. Zig.)

FOer Untergang der Pommerania“. Hover
27. Novd. 109 geretteie Passagiere und Mannschaften der „Pom—
mnerania“ sfind nach London gegangen. Das Schaff ist innerhalb
15 Minuten nach dem Zusammensioße gesunken, da es in der
Steuerbordseite ein großes Voch hatte. Zwei Boole waren durch
zie Collision zertrümmert, eines wurde beim Herablafsen fortgespült.
Die Ubrigen 5 Boote nahmen 162 Passagiere und Mannschaften
auf. Dieselben wurden von dem „Dampfer „Glengarry au Bord
zenommen. Uls der erste Steuermann Frangen im leßten Boote
ibstieß, stand der Capilän auf der Breücke und ersuchte isn, mög⸗
ichst nahe beim Schiff zu bleiben. Das Boot blieb in einer G⸗
ernung von 10 Yards dom Dampfer, aber wen'ge Minute spãter
zing das Schiff unter. Das Wrack liegt südweftlich, eiwa 12
Meilen von Foreland eutfernt. Getettet sind von —XL
Schon, Possumer, Laumann, Bodenweber, Burle, Westphal Sirasse.
Simon, Jstinsly, Grobe, Ralu, Schmidt, Roffeld mnFrau und
2 Kindern, Schröder, Schaller, Bloch, Kloß, Samp, Habe, Sad,
Fura, Mußschappel, Rauch, Paul, Thiel, Luze und einige 80 non
der Schiffsmanuschaft. Die Cajüten-Passagiere von der „Pomme⸗
rania“, Alfred Faber, M. C. Poppenhausen, Fräulein Sophte
Ohrnstiel, Fräulein Marrrh und Rosa ECiymer sind in Lord⸗Warden⸗
Hotel in Dover.

London, 27. Nov. Unweit Boulogne sind zwei Rettungs⸗
»oote der „Pommerania“ aufgefischt und nach Boulogne gebracht.
Die Barke „Moel Elian“, so heißt das Schiff, welches mit der
Pommerania“ zusammengeftoden, ist so erustuͤch beschädigt, daß
zre Reparatur in Dover sich als unmöglich herausstellt. Mit der
Pommerania“ giugen 20 000 Dollars verloren, die verschiedenen
Bassagieren gehörten. Die Nanen der in Plymouth gelandeten
Zzersonen sind noch nicht ermittelt. Die deutsche Post ist verloren
—X

Hamburg, 27. Novb. Ein Telegramm des „Llcyd“ aus
Maasluis meldet die daselbst erfolgie Ankunft des Dampfers City“
ff Amsterdam“ mit dem Captän der „Pommerania,“ —Schwensen,
in Bord. Schwenfen sagt aus, daß noch ein anderer Dampfer in
)er Nähe der Stelle des Zusarimenstoßes gewesen wäre, welcher,
vie er glaube, etwa 60 Personen gerettet habe.

Berlhin, 28. Nov. Von dem deutschen Generalconsul
zojanowski wurden die Namen von 74 geretteten Passagieren und
4 geretteten Peannschaften gemeldet.

osa Sander gestorben.) Einer der „Pepulärsten“ der alten
ingarischen Räubergilde, Rosa Sander, ist gestorber. Die Roman—⸗
it hat schon vor Dezennien einen Kranz von Sagen und Legenden
im feinen Ramen gewunden und stimmungsvolle Gemüther erklärten
hn sogar für einen braven Mann, der das edle Banditen:Hand⸗
oerl nur zu dem Zwecke treide, um armen, aber redlichen Leusen aus
hrer Noth zu helfen. Thatsächlich war Rosa Sander einer der
erwegensten und kühnsten Räuber, der viele Jahre hindurch fast
nter den Augen der zu seiner Verfolgung ausgesandten Sicher⸗
eitsorga ie seine Heldenthaien ausführte und denselben ost ein
ochnippchen schlug. Gelanz es endlich, seiner habhaft zu werden,
Zdurfte man darauf rechnen, bald wieder seinen Spuren in den⸗
Jakonyer Wäldern zu begegnen; denn so oft er in den Kerler ge⸗
norfen war, so ost gelang es ihm wieder aus demselben zu ent⸗
sringen, und dies galt schon als Regel. Auf den Kopf des Räu⸗
ets wurden unzähligemal hohe Preise gesetzt. Kaner wollte an
in Jum Verräther werden. Endlich im Jahre 1856, fand fich
er Verrather. Im Frltzliag des genannlen Jahres lag Ltosa,
oll des füßen Wrines, im Kukuruzfelde neben seinem Gevatter
tiß. Ploͤtzlich sieht er sich umgingell und aufs Korn genommen.

Rosa dergreift eine Pistole, schoß seiten Gebailer nieder und über
leferte sich sodann ruhig den Soldalen. Der Gevatter war auch
virklich der Verräther. Drei Jahre hindurch währte der Proceß.
stosa! wurde zum Tode durch den Strang verurthellt, jedoch zu
ebenslänglichem Kerker begnadigt. Rosa kam auf die Festumg Kuf—
dein. Acht Jahre blieb er hier, dann schlug ihm die Stunde der
Befreiung; er wurde gelegentlich einer allgemeinen Amnest'e frei⸗
zelasfen. Rosa kam in fein Vaterland zurück. Nicht lange liit
es den allen Räuber im Hause. Am 8. December 1868 fiel Ro⸗
ja mit einigen Genossen den Eisenbahnzug bei Felegyhaza an.
Die ungarische Regierung entsandte den Grafen Gedeon Raday,
damit er dem Räuber-Unwesen ein Ende mache. Rosa wurde am
14. November 1868 in die Szegediner Festung gelockt und —
bier Jahre später — im December 1872 stand Rosa abermals vor
einen Richtern. Wie erinnerlich, wurden in die Strafverhandlung
lStadthauptmann, 2 Stublrichler, 4 Fiskale und 46 Sicherheits⸗
lommissäre als Mitschaldige verwicklt! Rozsa wurde zum Tode ver⸗
urtheint: das Todesurtheil wucde abermals in lebenslänglichen Ker⸗
ler umgewandelt. Im Keiker ist der alle Räuber nun auch gestor⸗
den. Zahlreiche Portraits existiren von ihm, weit mehr und weit
vessere Pottraits, als von so manchem anderen Manne, der wohl
auch „berühmt“, aber freilich kein Räuberhauptmann gewesen ist.
Als Kuriosum sei erwähnt, daß der berüchtigte Räuber auch der
Titelheld eineß vor mehreren Jahren in einem Wiener Theater
nujgeführten „Volksschauspieles“ war. Dies ist ihm also noch bel
Lebzeiten nicht erspart geblieben.

Paris, 25. Nov. Die Gazetie des Etrangers meldet
den Tod des weiland viel besprochenen Regnier, welcher die bekannte
Rolle bei dem Marschall Bazaine spielte und zu den Missionen bei
her drutschen Armee benuzt wurde. Regnier soll über diese Ver—
handlungen Memoiren hinterlassen haben, die in Lelipzig gedruckt
verden.

PIn Paris ist 64 Jahr alt der polnische General Mie⸗
roblawski am 2383. Nov. gestorben. Welch eine Fülle von
krinnerungen wedt der Name dieses halbverschollenen Revolufionärs,
der innerhalb der polnischen Emigration, im Gegensatz zu der ari—
dokratischen Partei der Czartoryski's, das demokratische Element
vertrat. Eine Art moderner Landsknechtsführer der Freiheit“,
veihte er seinen Degen der Sache aller „unterdrückten Vöiker“,
inen Degen freilich, der Jedem Unglück brachte, für den er ihn
og. So der Revolution in Baden, so dem Auffstand in Sizilien,
o der Empörung in Großpolen vom Jahre 1868. Immer wat
Mieroslawski, der gelehrte Stratege der Freiheit, bei der Hand und
mmer wurde er geischlagen, sobald er seine fein ausgeklügelten
driegspläne zur Ausführung zu bringen versuchte. In ihm ver—⸗
rperte sich gewissermaßen das Geschick Polens selber. Wie seir
Vaterland, ermudele er nicht in aus sichtslosen Kämpfen für nationale
Selbsiständigkeit und Befreiung aber die Mitlel, die ihm zu Gebote
tauden, blieben stis gleich unzulänglich. So ist der alte Kämpfer
enn gestotben, ohne das Morgenroth anbrechen zu sehen, das seiner
deimath die ersehnte Freiheit bringen sollte, und wenn wir auch
auf anderem politischen Standpunkte stehen, als der General, so
o rlennen wir doh nicht den idealistischen Zug, der ihn verklärte
und ihn sympathisch machte, bei aller Proklischen Unmöglichkeit
seiner Bestrebungen.

F In der Bergsection der Central⸗Pacificbahn ist nunmehr
dus Telephon zur Einführung gelangt. Jeder Streckenaufseher
sl verpflichtet, dem Hauptbureau durch das Telephon, welches je in
Entfernungen von nur wenigen Kilometer aufgestellt ist, zu herich⸗
en, so oft er nach Osten oder nach Westen geht. Die Ordnung,
velche erreicht worden, soll die beste sein, die sich auf einer Eijen⸗
zahn herstellen läßt. Die Jastrumenlen arbeiten vorzüglich.

FGWiederum Weltausste llung.) Das Project
ner im Jahre 1889 in New York abzuhaltenden Weltausftellung
vutde in einer am 31. Ociober abgehaltenen Versammlung hervor⸗
sagender Bürger New NYorks bisprochen. Es wurde die Ernennung
eines Zehnerkomitees beschlossen, welches die nöthigen Schritte thun
osl, um seitens der Stadt New-Hork an olle Staaten die officielle
kinladung ergehen zu lassen, Abgeordnete zu einer Besprechung
zes Projekts, in New-Nork eine Weltausstellung zur hundertjähri⸗
jen Feier des Regietungsankritts Washingtons abzuhalten, nach
New⸗-Nork zu senden, woselbst am 30. Aptil 1879, dem 90. Jah⸗
zestag Inauguration George Washingtons, die Delegatensitzung er⸗
iffnet werden soll.

FGur Statistik der Atlentale.) Seit dem ersten
Drittel dieses Jahrhunderts wurden auf gekrönte Haͤupter und Prä⸗
identen von Republiken 81 Attentate berübt. Blos in2 Fällen
Lincoln, Herzog von Parma) führte das Attentat den Tor des
Ungefallenen herbei. Von den übrigen 29 Altentaten hallen nur
ehr wenige schwere, einige leichte und die übtigen gar keine Ver⸗
vundungen zur Folge.
        <pb n="690" />
        Aiterarijches.

Von dem bereits in zweiter Auflage erschienenen Kaufmänn. Correspondent
in 4 Sprachen (Deutsch-Englisch⸗FranzösischeSpanisch) von C. Foerster und
. Maucher, Verlag von H. Brucker in Munchen, liegen jetzt die letzten 4
Hefte (Nro. 10— 13) vox und ist damit das Werk vollendet. Die ungemeine Reich⸗
haltigkeit und äußerst praktische Einrichtung — die Schlagwörler sind nach
zem Alphabet geordnet — wie die anerkannte Gediegenheit und Correktheit
deß Texies erheben dies nutzliche Werk weit über die Zahl ähnlicher Lebrbücher;
die werihvollen Beigaben im AÄnhang ersetzen allein schon eine kleine Bibliothek.
Wir empfehlen daher den „Cortespondent“ allen Kaufleuten, jedenfalls wird
fur den Weihnachtstisch derselben kein willkommeneres Geschenk zu finden sein.
Der Preis ist M. 9,75 gebunden M. 11,50. Alle Buchhandlungen halten
das Buch auf Lager oder liefern es auf Bestellung.

Rurklberimerc.

gweibrücken, 28. Nov. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarti.
Weizen 10 M. 30 Pf. Korn 7M. 18 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf.
— —— Spelzkern — M. — pf.
Dinkel ⸗M. — Pf. Mischfrucht 0O M. — Pf., Hafer 5 M. 86 Pf.,
erbsen — M. — Pf., Widen 4 M. 88 Pf., Kartoffeln 2 M. 50 Pf.,
deu 1 M. 80 Ppf., Stroh 2 M. — Pf., Weißbrod 11/2 Kilogr. 51 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 72 pf., 2 Kilogr. 48 Pf., 1 Kilogr. 24 Pf., Gemischt⸗
brod 87 Kilogr. — Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf, Rindfleisch J. Qual.
70 Pf. IIL. Qual. 66 Pf. Kalbfleisch 66 Pf. Hammelfleisch 66 Pf., Schweinefleisch
50 Pf, Butter /2 Kilogr. O M. 95 Pf., Wein J1 Liter 70 Pf., Bier 1Liter 24 Pf
Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Demetz.

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Lampen anzupassen. Otto Weigand.-
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Jacob Guth

EisenbahnFIrachtbriefe
wie dieselben von Johr 1879 an geführt werden müssen,
auch mit Namens⸗-Unterschrift bedruckt, fertigt der
Unterzeichnete billigst an.

—XXI
fithögraphie &amp; Buchdruckerei.

in Zweibrücken Pfarrgasse.
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Reparaturen werden bestens besorgt.

Fünfzig Fabeln für Kinder,
von Wilhelm Hey.
In Bildern gezeichnet von Otto Spedter.
Nebst einem ernsihaften Anhange. 2 Bände. Gotha, Friedrich
Andreas Perthes. Große Ausg. à Band M. 3. 50; kleine Ausg.
à Bd. M. 1. 50.

*68
8
—28 X

33 732
20 — *8
* 553528
2 8 53 223
1 34234
oöBRI 2538
— 5323325
— 5
2 — 5
3283 38363
A33288 35335753
2373 z3385325
—I2512 S55 26
z2343 22—88
— ———
—— —
533386 22 —H——
32 5322æ
—— —— —— —X— —
3 2 2* — —253*
2328
3 3733354
— — —8—
—338833333
33833833
* — 2 2
23 —8—568 ZX383 23

ruße o wach.

Damit bezeichnet man oft das
rste Stadium der immer allge⸗
neiner werdenden Lungenkrank
Jeiten, gegen welche in dem Werk⸗
hen „Die Brust⸗ und Lungen⸗
rankheiten“ praktischeHeilvorschläge
zegeben find, deren Werth aus
den zahlreichen darin abgedruckten
Aitesten hervorgeht. Vorräthieg
ind gegen 60 Pf. in Briefmarken
u beziehen durch K. Gotthold'
zuchhan lung in Kaiserslau—
eru.

Diese beiden neuen, nur durch ihre Ausstattung verschiedenen Ausgaben
eines Vuches, das eigentlich in jeder Familie, wo Kinder sind, gefunden werden
sollte, heimeln uns in einer recht gemuthvollen Weise an. Denn ihr Inhalt
——— Leben unsrer Kinder, daß man sie darüber gefehen
haben muß, um es zu begreifen, wie sich das Kindergemüth vollkommen mit
seiner Umgebung, besonders mit deren Thierwelt, identificirt. Referent hat
einmal vor Jahren wenigstens vierzehn Tage lana an dem Krankenbette seines
am Scharlach darniederliegenden Söhnchens gesessen, um diese reizenden
Bilder aus unserm täglichen Leben zu koloriren, und noch heute wird dieses
Werk'als kostbare Reliquie in seiner Familie aufbewahrt. Ref. hat damit
die Fieberphantasieen seines Kindes wesentlich gemilderi, aber auch gesehen,
mit velcher Dankbarkeit die durch dieses Buch beschäftigten Kinder auf dasselbe
zurückkonimen. Es flecct das ganze Gemüthsleben des Thüringer Landes und
Volkes in ihm, und das ist eben kein anderes, als ein Naturleben, welches
auf jeden Andern anregend wirken muß. Der Dichter, weiland Pfarrer in
Ichtershausen bei Arnstadt; der Maler, so viel wir wissen, mindestens der
Holzschneider Laufer, ein Kind von Ichtershausen, waren Thüringer und
haben damit ein Werlk geschaffen, von welchem es ungewiß bleibt, wer fich
aͤm meisten um dasselbe derdient machte. Die ganze Poesie unsrer Kindheit,
die wir mit Hund und Kazze, mit Kaninchen und Reiterpferd, mit Pferd und
Esel, mit Spatz und Bödchen, mit Kuh und Schaf, mii Storch und Drachen
e Enle und' Fischen und Schwan, mit Truthahn und Hühnern, mit
Raben and Schneemann, mit Schwein und Schwalbe, mit Taube und Sing⸗
bogel, vor der Scheuer, dem Taubenhause, auf der blumigen Wiese, im
duftigen Walde u. s. w. verlebten, Alles taucht wieder vor uns auf, was uns
ehemals entzüdte, jelbst erschredte, wie der Fuchs und Tanzbär, und zwar so
leibhaftig in Bild und Reim, —
liegendes 8 p und beste ereeee Lebens J
nennen. Da ist keine Sentimentalität, sondern isches, fröhliches Leben, und
die meisten Verse purzeln nur so lindlich heraus, wie sie das Kind selbst (sgemeine Wechsel
pfinden Wie verschicdenartig sie auch an sich sein mögen, so stedt doch in sind zu haben in der
dem Gangen ein clajsisch⸗lindlicher Sinn, und jo empfehleu wir fie fur die Buch d Etei
nadiszeu ais die beste Gabe für die betreffende Kleinwelt. uch⸗ und Steindruckerei

— ——— J. J. Demetz.
* —EZBGESE »— — — —E—— — — ———
Druck und Versag von F. X. Demest in St. Ingbert.

w

13 832
143 I
4 —E
2 3
33 34
33
üs5
358
338
25
5585
35
357
335

3* ——
13531
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52531
8868
22

18

828

2

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7

7

—

Fein ster Lofodinischer
Dorsch Leberthran
von A. Sar demann

in Emmericsi,

vegen seiner Güte und Wirksam—
leit allseitig von den Aerzten em—
ofohlen, ist stets vorräthig in
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St. Jugbert bei J. Fried—
rich, in Zweibrücken W. Aug.
Seel, in Homburg bei W.
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Ein bravbes Dienß

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        SBi. IUngberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöhentlichj) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 f⸗ fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 80 H pro Zeile berechnet.
M 199.

Sonntag, den 7. Dezeriber

1878.
Fuür den Monat Dezember kann noch auf den
„St. Ingberter Anzeiger“ abomirt werden.

Madrid, 27. Nov. Der höchste Gerichtshof verurtheilte
den Altentäter Olida y Moncasi zum Tode. (Es ist Das die Be⸗
tätigung des erstinstanzlichen Urtheils.) — In der Kortessitzung
xklärte der Minister der öffentlichen Arbeiten, in einem Hause in
Saragossa seien mehrere Uebelthäter bewaffnet versammelt gewesen,
aber verhaftet worden; dieselben würden den Gerichten übergeben
werden.

Rom, 27. Nov. Ein lebhafter Depeschenaustausch findet
zegenwärtig zwischen dem Münchener Nuntius Masella und dem
vürsten Bismarck und zwischen dem Nuntius und dem Vatikan statt.
Begenstand der Verhandlungen ist ein Compromiß wegen der Be⸗
etzung der erledigten Pfarreien, wobei die Hauptfrage unberührt
zliebe. — Den Depeschen verschiodener Journale zufolge wurden an
nehreren Orten verschiedene Personen ermordet, doch wisse man nicht,
ob aus politischen oder privaten Motiven. Heute Morgen stattete
der König Humbert dem Ministerpräsidenten Cairoli, der noch im⸗
ner das Beit hütet, in dem Palais des Ministeriums des Aeußern
inen zweistündigen Besuch aßs. — In der Abgeordnetenkammer ist
ine große Reihe von Interpellationen angemeldet, welche die innere
Politik und die öffentlichen Sicherheitsverhältnifse, risp. die Vor⸗
änge in Florenz, Areidosso, Ofimto und Jesi betreffen.

DAeutsches Reich.

Berlin, 28. Nov. Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht
eine auf Grund des Sozialistengesetzes mit Genehmung des Bundes—
rathes für die Dauer eines Jahres erlassene Bekanntmachung des
preußischen Staatsministeriuns vom Heutigen, wonach Personen,
yon welchen die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu besorgen
st, in der Stadt Berlin, den Siodtkreisen Charlottenburg und
Potsdam, den Kreisen Teltow, Niederbarrim und Osthavelland der
Aufenthali versagt werden kann. In Berlin und den Stadi—⸗
creisen Charlottenburg und Potsdam ist das Tragen von Hieb⸗,
Stoß⸗ und Schußwaffen sowie der Besitz, das Tragen, die Eön⸗
führung und der Verkauf von Sprenggeschossen, ausgenommen für
das Reichsheer uund die Marine, verboten. Ausnahmen von dem
Verbote des Waffentragens finden sür solche Personen Statt, die
anlaßlich ihres Umtes oder Berufes zum Waffenführen berechligt
find, für Mitglieder von Vereinen, welchen die Befugniß zum
Waffentragen beiwohnt, und für Diejenigen, welche Jagdscheine
besitzen. Betreffs der Jagdwaffen für Diejenigen, welche Waffen⸗
scheine führen, und über die Ertheilung von Waffenscheinen befindet
die Landespolizeibehörde. Diese Anordnungen treten am 29. d.
in Kraft.

Die „Koͤln. Ztg.“ schreikt untern 26. d. M.: „Der Antrag
des Herrn v. Schorlemer-Alst (ultram.) in der heutigen Sitzung
des preußischen Abgeordnetenhaufes gegen die Aufhebung der
Wuchergesezz e wurde der auf der liberglen Seite des Hauses
mit Recht als ein erster Angriff gegen das hisher in Preußen
herrschende System der liberalen Wirihschaf tsgesetzgebung bezeichnet.
Das vom Anfragsteller betonte Uebel selosi ist ja gar nicht zu
ieuguen. Unzählige Menschen gehen mit ibrem Vermögen zu Grunde,
weil sie ducch ihre bedrängten Umstän de sich bewegen lassen, Geld zu so
hohen Zinsen aufzunehnen, daß sie unter der Zinsenlast früher
oder später zusammenbrechen müssen. Allein eine gesetzliche Be—
ichränkung des Zinsfußes etwa auf 7 pCt. sührt zunächst den
Uebelstand herbei, daß unternehmende Leute gehindert werden, aun
zewiunbringenden Unternehmungen sich zu betheiligen, die ihnen
pielleicht 20 —30 pCt. eintragen, so daß sie gern 10 - 12 pCt.
Zinsen bezahlen können. Die Wirkungen der Wuchertgesetze sind in
der Regel die, daß die Hülfsbedürftigen entweder gar kein Geld
finden, weil ihre Lage zu gefährdet ist, als daß ein Kapitalist für
õö pCt. sein Geld hergeben iönnte, und so in vielen Fällen Je—
nand, der durch ein Darlehen, wenn auch zu hohen Zinsen, sich
relten lönnle, sofort banklerott wird, oder aber, und Dies ist der
häufigste Fall, die Wucherzesetze werden umgangen. Und da öffen⸗
bor die Gefahr des Darleihers durch die Wuchecgesetze erhöhl
wird, so ist die einzige Folge derselben, daß der Geldsuchende noch
ürger gerupit und ausgeplündert wird. In der einfachen Wieder⸗
herstellung der Wuchergesetze ist das Heil schwerlich zu finden. Da⸗
jegen geben auch die Genner der Wuchergesetze zu, daß sich gegen
zie gewerbsmäßigen Wucherer und deren Praktiken ouf dem Wege
der Gesetzgebung wohl Etwas thun lasse. Diese Seite der Sache
ist von den heutigen Rednern der liberalen Seite, Meyer-Breslau,
Braun und Windthorst-Bielefeld, doch wohl zu wenig an rkannt
worden. Klargestellt wurde durch die Debatte wenigstens so viel,
daß die Aufhebung der Wuchergesetze nicht eine Folge der „lideralen
Doktrin“, sondern der realen Entwicklung, und zwar in erster Linie
des landwirthschaftlichen Kreditbedürfnisses gewesen ist, sowie daß
die wucherische Gesinnung von allen Seiten scharf verurtheilt wird.“

Aussand.

Wien, 27. Nov. Gestern explodirte vor dem M'nister⸗
halais in Ofen eine Petarde, zertrümmerte die Fenstersche'ben des⸗
elben und beschädigte das nahe gelegene Haus des Erzherzogs Jo⸗
eph. Andrassh sowie mehrere Delegirse befanden sich in diesem Au⸗
genblicke als Gäste Tiszas's in dem Minister-Palais, in welchem auf
einem benachbarten Gange auch eine mit Dy namit gefüllte Spreng⸗
naschine aufgefunden wurde. Der Vorfaoll erregt großes Aufsehen.
der Urheber des Verbrechens ist noch nicht entdeckt.

Jermischtes.

FEdenkoben, 29. Nov. Unser Stadraih faßte karzlich
den Beschluß, dem verstorbenen Stadischreiber Resplandin in dank⸗
bdarer Erinnerung an dessen der Stadt laänger als 50 Jahre gelei⸗
deten Dienste ein Grabdenkmal zu setzen.

F Dover, 28. Nov. Soviel man jetzt weiß, sind von der
Rannschaft der „Pommerania“, die 111 Köoͤpse siark war, 94 ge⸗
rettet, von den 109 Passagieren 72; demnach wären 54 Personen
ertrunlen. Die Maften der „Pommerania“ sollen heute geborgen
verden; es ist zweifelhafl, ob das Wrack jemols gehoben wird.
Die „Times“ bringt die vor den Bergungsbeamten zu Dover ab—
zegebene Aussage eines gewissen Thomas Blighi, Capitains der
englischen Handelsmarine, welcher sich in Plhmouih auf der „Pom⸗
nerania“ nach Hamburg eingeschifft hatte. Blight sagt aus, das
Wetter sei nicht neblig, die See sei ruhig gewesen. Ein Ojficier
»er „Pommerania“ habe ihm erzählt, daß die Thüren der wasser⸗
dichten Abtheilungen offen gewesen seien. Blighi meint, wenn die
Matrosen sich nicht sosort in die Boote geftürzt hätten, so hätten
Alle geretiet werden können. In Fol ge dieser Aussagen wurde der⸗
selbe auf Anordnung des Handelsamtes zurückgehalien. Dagegen
'agt der Capitain der „City of Amsterdam“, die Nabt sei sehr
zunkel gewesen; er habe, als er an der Unglücksstätte vorbei fuhr,
Ddülferufe gehört, aber nichts erlennen können und es sei ihm nur
delungen, den Capitain Schwensen, der aus einem Balken im Was—⸗
jec trieb, aufzufischen. — Unter den geretteten Passagieren der, Pom⸗
merania? befindet sich auch ein Mainzer, Namens Emil Bloch.)

FGegen Frostbeulen. Ein einfaches und gutes Miittel
ist folgendes: Man löse 1 Pfund Alaun in 4 Liter heißem Wasser
auf und bade des Abends vor dem Schlafengehen die schmerzhafien
Blieder 3 -8 Tage nach einande: in dieser Flüssigkeit, so warm als
man es verträgt. Man benutzt dalu stets dasselbe Wasser. Es
vergehen dadurch nicht nur die Schmerzen, sondern die Haut nimmt
auch wieder ihre gesunde Farbe an. Dieses von der „Fundgrube“
mitgelheilte Mittel ist zugleich billig, da das Pfund Alaun taum
mehr als 20 Pfga. kostet.

Huste-Nichtꝰ von L. H. Piètseh « Co. in Breslau
* * Honig-Kräuter-Malz-Ertratt und -Caramellon“).
Anerkennung. Seit circa 6 Monaten litt meine Frau an heftigem
dusten, verbunden mit Brustschmerzen und Heiferkeit. —F Ver⸗
rauch von fünf kleinen Fläschchen Honig⸗Kräuter⸗Malz⸗Extrakt von
L. H. Piectseh CGo. in Breslau haben sich oben genannte Uebel
bei meiner Frau gänzlich verloren.
3) Osterode in Ostpreußen. F Albrecht, Buchdrudereibe sitzer.

Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. Aus einem ein fachen
duften können der Keuchhusten Kehlkopf⸗Leiden, Lungen⸗ Affek⸗
yren Asthma ꝛc entstehen. Kein Huftender darf deshald ganz sorg⸗
os sein.

*) Zu haben in St. Ingbert bei Herrn J. Friedrich.

nAedaction verantwortlich: Fz.

aXC
J 0Iin —
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        Detranntmachung. Auf die pielsahen in uß *,
uns gerichteten Anfragen theilen wir hierdurch mit, daß sich das
auleinae Depot der echten weltberühmten Brustkaramels — Ma—⸗
in Benno VBon Donat in St. Ingbert bei Herrn
Jean Peters, Koblenstrasie Nr. 68IV befindet. Wie
dir bören beträgt der Preis für 1 großen echten Carton in Deuisch⸗
land 50, fur einen halben Carton 30 Pfs.

Al ö—
ist die in dar heutigen Nummer unserer Zeitung sioh besindende GlIdexa-
Inreige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
durch ceino prompte und versehwiegeno Auszahlung der hier und in der
Omgegond gewovnenen Beträge einen dermassssen guten Ruf erworbon,
ĩIas Sir Jeden auf desson heutiges Inserat sehon an dieser Steole auf-
nerxan machen.

* 2 5 m ⸗ — * 2 FV aller Art zu sehr
Güterversteigerunge e yt n ig —* inderspielwaaren billigen Preisen.
* a inie 8 2 e u ch e n, ee ene e 5 — ——
A i und Kopfe in schöner Ausvahl, Korbwaaren, Blumen⸗
rwehh ESt. Ingbert F in nOroßen und Lleinen, — 5— Kindersessel, Rohrsessel von 4513 Wart,
er Wirthabehousung des Philpp A. Grewenig. Puppen⸗ und Kinderwagen, lederne Damentaschen, Filz⸗
n *. 5 Panloffel und ⸗Stiefel, Fil stiefel mit Holzsohlen, Kinderschuhe re.
Lab jun, u Elisabeiha Ochs Avorraa 7 α ιX
von da auf langjährige Zahlter⸗ ontfag, den .VDezem *
mine in Eigenthum wersteigern: LR 1
St. Ingberter Gemarkang: InWGI ung
1. Pl⸗Nr. 4906 und 4907.
66 Dezimalen, 22 a 49
q¶m Wiese in den Schierer⸗
wiesen, neben Franz Grell
Erben.
Pl.⸗Nr. 4933 u. 49333.
39 Dezimalen, 18 a 29
qm Wiese in dex Ruhbach,
neben Vopelius und dem
Bache.
Pl.Nr. 4924. 46 Dej.,
152 67 qm Wiese in den
Schiererwiesen neben Peter
Best und Johann Nau.
Pl.⸗Nt. 4863. 39 Dez.,
13 2 29 qm, Acker im
Schiererfeld, neben Johann
Nau und Peter Best.
Pl.Nr. 4885. 48 Dej.,
16 a 35 qm, Acker daselbst,
neben Johann Nau und
Steiger Günther.
Aus Auftrog
Das Geschäftsbureau J
2. Bechthold, St. Ingbert.

Eaupi Giewinm Dis Gewinne
“ 7 Staab.
rste Ziehung:
s78. o0 2. u
EFinladung zur Retheiliguug an den
Gre Winn- Ohan
der vom Staate HEUamburg garantirten groaxnen
Gelid-⸗Lotterie, im weleher uber
IIGBGMAMXMH O,OO O MIMLX
vicher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheiIhaftem Geld—- Lotterio,
welehbe plangemãss nur 82, 500 Loose enthalt, sind folgende, nãmlieh:
er grosste Gewinn ist eov. 375, 000 NMark.

1 Prämie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125,000 Mark, 1 Gewinn
a 80,000 Mark, 1 Gewinn a 60,000 Mark, 1 Gewinn a 50,000 Mark,
Gevinn a 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 86,000 Mark, 8 Gewinne a
30000 Mark, 1 Gewinn à 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
6 Gevinne a 15, 000 Marx, 1 Gewinn a 12,000 Mark, 24 Gewinne a
10,000 Mark, 2 Gewinne à 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Marxk, 831
.vinne a 5000 Mark, 61 Gewinneo a 4000 Mark, 4 Gewinno s 3000
Mark, 304 Gewinne a 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
Füne a 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinno,
ʒod Mark, 87 Gewinne aà 800 Mark, 675 Gewinne a 250 Mart, 40
Gevwinmne a 200 Mark, 86 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne a
I88 Mark, 10 Gewinze a 135 NMark, 1950 Gewinne a 124 Marxk, 78
GQevinno 4 120 Marx, 4 Géwinne s 100 Marx, 8450 Gewinne a 94
Mari, 8950 Gewinne a 67, Mark, 85 Gewinne a 80 Mark, 3950 Ge-
Finne à 40 Mark, 8950 Gewinne a 20 Mark und kommen aolehe in
wenigen Monaten in7 Abtheilungen zur herem Rotscheidung.
Die ersto Gewinnziehung ist amtlich auf den
LII. U IB. Docom por d. J.

featgestellt und kxoatet hierzu

das ganze Originalloos nur 6 Reichsmart,

das halbe Originalloos nur 8 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur I/3 Reichsmark,
md werden diess vor tante garantirten Original-
Ivose (reine verbotenen Promessen) gegen frankirte Ein-
rendung des Retrages oder gegen Pontvorachuas
Aet nack den entferntesten Gegenden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhâlt von mir neben seinem Original·

Looas much den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra
tis und nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehnngeliste
unaufgefordert zugesandt.

Pie Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
rfolgt von mir direct an dio Interessenten prompt und unter atrengstar
Vers⸗hwiegenheit. J

Jede BestelIumg rann man einfach auf eine Ponatein-
24hIungesarte machen.
Man vende vich dahber mit den Aufträgen vertrauensvoll an
Samuel hechksehder sentb.,
Banduier und Wechsel-Comptoir in Hamburg.

Todes⸗Anzeige.

Freunden, Bekannten und Berwandien hiermit die
schmerzliche Nachricht, daß unsere liebe Gattin, Mutter,
Schwester und Tante

Magdalena Erz geb. Sqhnepp,
nach sehr langem Kranksein heute Mittag um 12 Uhr,
in tinem Aller von 47 Jahren, sanft verschieden ist.

Schnappbach, den 29. Rovb. 1878.

Um stille Theilnabme bitten

Der trauernde Gatte

und cessen 3 Kinder.
Die Beerdigung findet Sonntag, 1. Dez., Nachmittags
um 3 Uhr in St. Ingbert stan.

.. ⸗— — — *

——
Todes⸗Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsern lieben
Sohn, Bruder und Schwager
Oarl dohneidor
in Witten a. d. Ruhr in Westphalen
nach kurzem Krankenlager in einem Alter von 30 Jahren
gestern zu sich abzurufen, was wir werthen Freunden und
—AX
Schnappbach, 30. Nov. 1878.
Die trauernden Eltern und Geschwister.

Druckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
ZJ. X. Demetz'schen Buch- und Steindruderei.
Im i 3. X Semes in . Inobert.
Biezu Illustrirtes Sountaasblatt“ Nr. As.
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        St. Ingberter Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlih) mit den Hruptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich vierm il; Dieustag, Dounerztag, Suünstar uund Sonataz. Der Abounremeuntspreis veträgt vierteljährlich

1As 40 einschliehßlich Träägerlohn; durch die Post bezogen 1AC 60 H, einschließlich 40 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 A, von Auswärts
mit 15 für die viergesnaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 80 — dro Zeile berechnet.
M48 991. Dienstaa, den 8. Dezember *

———

Deutsches Reich.
München, im Nov. Die Schorlemer'sche Interp llation
im preuß schen Landtage betreffs der Wiedereinführung der Wucher—
gesetze und der Beschränkung der Wechselfähigteit wird natürlich
von der klerikalen Presse nicht nur im Poarteiinteresse derwerthet,
sondern auch als Sündenboöcke hinzustellen. Allerdings werden es
in den nächsten Tagen schon elf Jahre werden, daß in Bayern das
Gesetz, die Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen über dle
Zinsen betreffend, in Wirksamkeit getreten ist, und wahrscheinlich
alaubt jene Presse bei sa langer Zwischenzeit darauf rechnen zu
dürfen, daß dem Gedächtnisse ihrer Leser entschwunden, wie das
Gesetz zu Stande gekommen ist. Daß es in Preußen vorzugs
weise die donservative Partei war, welche sich für de Aufhebung
der Wuchergesetze interessirte, wurde schon anderwärts hervorgehoben
aber auch in Bayern finden wir unter den 111 Abgeordneten
welche gegen 20 für das erwähnte Gesfetz ftimmten, viele konser
vative Stimmen, ja Dr. Ruland meinte sogar, er werde mit seiner
Unficht ziemlich allein stehen, da er gegen das Gesetz sei. Auch in
der Kammer der Reichsräthe erklärten sich 24 Votanten, worunter
wei königliche Prinzen, sür das Gefetz und garen nur 11 Stimmen
dagegen. Ueberhaupt wurde bei der damaligen Berathung n'icht
(on politischen Parieieinrichtungen ausgegangen.
Berlhin, 29. Nor. Der Belagerungszustand
in Berlin bildet das allgemeine Tageszefprach. Nicht sowohl die
Thatsache, daß der sozen. „lleine Belagerungszustand' auf Grund
des 8 28 des Sozialistengesetzes eingeführt ist — übrigens nicht
in dem vollen Umfange, den der Paragraph geflattet —, als die
Frage, weßhalb er eingeführt ist, bietet den Gegenstand angelegent⸗
sicher Eröorterungen in allen politischen Kreisen. Ver kleine Bela⸗
gerungszustand verbielet erstens das Tragen von Waffen und das
Handeln mit Waffen allen Denen, welche hiezu nicht eine ausdrück⸗
liche polizeiliche Genehmigung b sitzen. Diese Bestimmung dürfte
daum Viele betreffen und geniren. Der kleine Belagerungszustand
zibt ferner der Polizei ein Recht, solche Persönlichkeiten, welche die
zffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden, eus Berlin und den
umliegenden Kreisen auszuweifen. Diese Bestimmung mag zwar
wesentlich und der Hauptgrund für die Einführung des kleinen
Belagerungs,‚ustandes sein. Aber auch durch diesen Ausweisungs⸗
Zzaragraphen werden an sich nur sehr enge Kreise betroffen. Von
außerordentlichem Interesse jür Alle ohne Ausnahme aber ist die
Ftage, auf Grund welcher Vorkommnisse 8 28 des Sozial'st nge⸗
setzes zur Geltung gebracht wird. Eine ausdrücliche und in diesem
z eklar ausgesprochene Bedingung ist es nämlich, daß für die öff'nt ⸗
che Sicherheit und Ordnung „Gefahr“ vorhanden sein muß,
wenn der kleine Belagerungszustand in Kraft treten solle. Wie ist
nun die Gefahr, welcher Natur und von welchem Umf'ange ist sie?
E'ne dunlle Befürchtung wäre ja an sich noch keine Gesahr; uund
auf Grund bloßer Ahnungen hätte der Bundesrafh zur Einführung
des lleinen Belagerungszussandes seine Einw'illigung schweilich ge⸗
geben. Es muß also eine durch thatsächl che Vorkommnisse begrün⸗
dete Gefahr nachgewiesen worden sein und mit begreiflchem Inter⸗sse
iragt man sich, welcher Natur wohl diese Vorkommnisse çewesen
sein wögen und inwieweil sie ernstliche Befürchtungen rechtfertigen.
Die Regserung ist zu einer Motid rung ihres Vorgehens vorläufig
zar nicht verpflichtet und nur dem Reichstag bei seinem Zusammen⸗
tceten Rechenschaft schuldig. Dennoch dringt man vielsach darauf,
die Regierung möchte zur Auftlärung über ihr Verhalten und zum
Zwecke der Beruhigung g ängstigter Gemüther die Thatsachen zur
zffentlichen Kenntniß dringen, welche zur Einführung des kleinen
Belagerungszustandes geführt haben.

Die Berliner offiz ösen Blätter lassen in sehr dunklen Andeut⸗
ungen durchblecken, daß die Regierung ganz bestimmte Anhaltspunkle
habe, die oͤffentliche Rube und Ordnung in Berlin gefährdet zu
glauben. Es liege nur im öffentlichen Interesse, die Anzeichen dieser
Befahr nicht an die Oeffentlichkeit zu bringen. Angespielt wird
dabei auf eine internationalistische Verschwörung, deren Spuren do⸗
Altentat in Neapel aufgedeckt habe.

Berlin, 29. Nov. Die Esen-Enquete⸗Kommission been⸗

digte heute d'e Vernehmung der Sachverständigen. Der Vericht an
den Bundesrath, welch⸗x voraussichtlich Vorschläge bezüglich der
Fisenzölle nicht enthält, soll in etwa 14 Tagen erstaltet werden.
Das Resultat der Enquete wird als ein der Einführung
mäßiger Eisenzölle günstiges bezeichntt. (A. 3.)

Berhin, 30. Nov. Die Eisenbahnverwaltungen richten
Extrazüge ein, um die Bewohner der Prov'nz am 5. Tezembe
sum Einzuge nach Berlin zu besördern. Es wird der Rath ertheilt,
ür Legitimationen zu sorgen, da die Personenlkontrole in Berlin
ttreng sein dürjte. Die Zahl der Ausweisungen beträgt jetzt 37. —
Die „Kreu zinung“ schreibt: Wie verlauiet, sind in Hamburg seitens
der dortigen Behörde zwei Kisten mit gefüllten Orsini-Bomben an⸗
gehalten worden.

Nach der „Post“ gilt in diplomatischen Kreisen die Wahl des
Prinzen von Battenberg zum Fürsten von Bulgarien
sür gewiß, da seine Cond datur von Deutschlaud und Nußland
zleichzeitig unterstützt werde.

Ausland.

Madrid, 80. Nov. Die Regietung beschloß die Auswei⸗
ung der internationalistischen Ausländer, deren Aufenthalt in
Spnien für das Publikum gefährlich wäre.
Vermischtes.

FSaarbräden, 2. Dez. Ein bedaueil'cher Unglücks-
all trug fich gestera auf einem der zwischen unseren veiden Brücken
por Anker liegenden Canaischeffen zu. Zwei junge Schiffer im Alter
jon 18 Jahren befauden sich dort in dem Cajütenverschlag. Der
ine las in einem stalender, der andere machte sich an einem bon
zer Wand genommenen Revolver zu schaffen. Prötzlich eutlud sich
herselbe und die Kugel einer Meiellpatrone ging den gegenüber
itzenden anderen Burschen eiwas oberhaly der Nasenwurzel in die
Stirne. Der Unglückliche brach sofort zusammen, während der
iufreiwillige Thäter schnell zu einem Arzt lief, denselben auf daß
Zcheff brachte, dann aber entfloh. Der verwundete junge Mann
ourde in's hesige Hospital gebraht; er ist noch am Leben, aber
s dürfte wenig Hoffnung vorbanden fein, daß er wieder bergefiellt
verde. (S. 3.)

Nüunqchen, 830. Novbr. Das Bejirkstericht München
d. J. hat gestern den Kunsthändler Kayser von Frankfurt a.
M., welcher an den hiesigen Senffabrikanien Develey die Copie
rines Bildes von Vantier ais Original verkauft hatte, wegen Ver⸗
zehents des Vetruzes zu 1500 M. Geldstrafe, eventuell 53 Monaten
Beiängniß verurtheilt.

F TDas Hotel Leinfelder in Muünchen wurde an zwei
Frankfurter Unternehrer um den ausehnlichen Preis von Mart
300. 000 vertauft.

F Mannheiw. Wie das „Tagbl.“ miitheilt, will der
—IX gewesene A. Drees⸗
dach nunmehr ein Spezerei Detail⸗ Geschäft hier erdffnen.

JDer Polytechnker in Dar mstadi, welcher sich mit!elst
wwei Pistolenschüsse getoͤdtet hat, soll ein Opfer bon Wucherern
lein, welche die von ihm und Freunden gezogenen „Acc pte“ gegen
horrende Verzinsung versilberten.

f. Jena, 24. Nov. Am vergangenen Freitag hat im Rauh⸗
hale ein Pistolenduell zwischen zwei hiesgen Sludenten, einem Ham⸗
»urger und einem Russen, stattgefunden. Die beiden Gegner müssen
ehr erbittert gewesen sein, denn die vor und während des Ducsss
jetroffenen Bestimmungen lassen auf den ernstlichen W.llen, den
Begner zu södten, m't Bestimmtheit schlehßen. Ta auf fünf Schritt
Entfernung geschossen wurde, ist es als zu betrachten, daß dem
einen Duelianten nut der Arm, dem arderen der Scheutel nicht
unerheblich verletzt wurden.

f Zur Lebensmittelfä'schung. Im LVippstadter Kreisblatt
lesen wir: Kommt da heute Morgen eine dteise⸗Onkel in ein
hiesiges Geschaft und fänet sein Sprüchlein an: „Habe ich die
kͤhre, Herrn ꝛc.“ und fährt fort: „Ich reise für die chemische
Fabrik in Sachsen. Wir machen braunen Javalaffee, und ich
vollte mir erlauben ꝛc.“ Der hiesige Geschäftsmann lehnt di
        <pb n="694" />
        Offerte ab, obgleich der Reise⸗ Onlel seine ganze Beredtsambeit
spielen laͤßt, deren geistreichsser und seiner Meinung nach wohl
nwiderlegbarer Bestandiheil war: „Nun, es kann Ihnen doch
einerlet sein, woran Sie Geld verdienen! “

F (Eine wortgetreue Auslegung.) Gelegentlich einer Revisions⸗
reise besuchte ein höherer Justizbeaaiter einen kleinen Ort und machte
dem dortigen Vertreter der Criminal⸗Justiz das Compliment, daß
bei ihm das Inquiũtionsverfahren viel rascher von Statten gehe,
als in den übrigen Amtsbezirken. „Wie ermöglichen Sie es, die
Verbrecher so rasch zum Geftändniß zu bringen 9“ fragte der Vor⸗
gesetzte. „Ganz einfach durch Anwendung der gesetzlichen Mittel,“
autete die Antwort. „Ei freilich,“ bemerlte der Präsident, „aber
auch die anderen Amtshaupileute wenden die gesetzliche Mittel an
und dennoch dauert ihr Untersuchungsverfahren mehrere Wochen,
indeß das Ihrige in wenigen Tagen beendet ist.“ Es ergab sich
nun, daß ein Paragraph, welcher besagt, daß renitente Unlersuch-

ungzsgesangenen abwechselnd mit Wasser und Brod belsstizt werden
lönne, ganz anders ausgelegt worden war, als der Gesetzgeber ge—
meint hatte. „Ich gebe den Hartnäckigen einen Tag Wasser und
den aaderen Tag Brod, und so bekomme ich sehr bald ihre
Schuldbekenntniß.“
efrLondon, 28. Nov. Außer dem deutschen Schiffe „Pom⸗
meranin“ ist noch ein weiteres in den letzten Tagen gescheitert. Wie
man mittheilt, ist der Dampfer „Armstrong“ aus Newcastle mit
seiner Besatzung von 16 Mann bei dem heftigen Sturm untergegargen.
Fur die Nedaction verantworilich: F. . Demeß. —
ere,⏑
ist die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sieh besindende Glucks-
Anreige von Samue Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sieh
surch reine prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
Umgegend gewonnenen Beträgo einen dermassen guten Ruf erworben,.
ĩas wir Jeden aut dessen heutiges Inserat schon an dieser Stello auf-
merksam machen.

—“

4 *
Bekanntmachung.

Von heute an ist der —
Gas von 20 auf 18 Pf.
herabgesetzt.

StiIngbert, 1. Dez. 1878.
Das Bürgermeisteramt:
CEuster.
Diergan welche rechtmäßige

Forderunzen an mich zu
machen haben, wollen sich inner⸗
halb 14 Tage melden.

Schnappbach, 1. Dej. 1878.
Johanu Sattler, NMaurer.

Bekanntmachung.
Der Beschluß des Stadtrathet
vom 9. Ottober 1874, wornach
Demjenigen, der mit dem Wasser⸗
fasse zuerst an der Brandstätte
ist 5 fl. bezahlt werden, ist auf⸗
gehoben.
St. Ingbert, 2. Dez. 1878.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Zu Deihnachts⸗Geschenken
bestens empfohlen.
Coose d. LCudwigsha⸗
fener Kirchenbau⸗

FTotterie.
Geld⸗Pramiencollecte, geneh
nigt durch allerhöchsten Erlaß

vom 13. August 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stüch,
mit 8080 Geld⸗Gewinnen im
Belrage von M. 115,400.
Haupttreffer M. So,00
Preis des Looses Marsꝰ
Zu bezieh. durch d. General

Debit

A.O. Voltz Jul. Coldsohmit

Ludwigshafen a· Rh.

Wiederverkäufern Rabatt.

EisenbahnFIrachtbriefe
w'e dieselben von Johr 1879 an geführt werden müssen,
auch mit Namens⸗Unterschrift bedruck, fertigt der
Unterzeichnete billigst an.

BF. X. Demetæe,
Jithogtafphie &amp; 8Buchdrutkerti.

EMAMBPS3-Ge vuimnmꝰ Die Gewinne
p ⸗ ——— Staai
F —EXX reto Ziehung:
s75., o00 2- . —
Finladung zur BRetheiliguug an den
GWViIBnR-OhABCẽSm
der von Stante HUambur; garantirten gronsen
Geld-Lotteriæ, im weleher über
MLIIIOoDBGC)A OO, OOO MATI
mleher gewonnen vwerden milgsen.

Die Gewinne dieser vortheilhaftem Geld-Lotterie,
welehe plangemãss nur 82, 500 Looe enthalt, sind folgende, namlich

Der grosste Gewinn ist ev. 375. 000 Nark.
1 Prãmie von S50oO, ooo Marx. 1 Gewinn a 125, 000 Mark., 1 Gewinn
a 80, 000 Mark, 1 Gewinn a 60,000 Mark, 1Gewinn a 50, 000 Mark,
I Gevwinn a 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 86, 000 Mark, 3 Gewinne a
30,000 Mark, J Gewinn a4 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20,000 Mark,
Gewinne a 15,000 Mark, 1Gewinn a 12,000 Mark, 24 Gewinne a
0 b00 Mark, 2 Gewinne s 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 81
Gevinne a 5000 Aark, 61 Gewinne aà 4000 Mark, 4 Gewvinne a 8000
Mark, 804 Gewinne à 2000 Mark, 83 Gewinne a I500 Mark, 10 Ge-
Gume a 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinne s
500 Mark, 37 Gewinne aà 300 Mark, 675 Gewinne a 250 Mark, 40
Gepinne a 200 Mark, 36 Gewinne s 150 Mark, 22850 Gewinne a
138 Mark, 10 Gewinne a 135 NMark, 1950 Gewinne a 124 Mark, 75
Gewinne à 120 Markx,. 4 Gewinne s 100 Mark, 3450 Gewinne a 94
Mark, 8950 Gewinne a 67 Mark, 35 Gewinne a 50 Mark, 3950 Ge-
Ginne à 40 Mark, 3950 Gewinno à 20 Mark und kommen solehe in
denigen Monaten in 7 Abtheilungen zur S1”heren Entscheidung.

Die erste Gewinnziehung ist amtlich auf den

LII. uUnd IS2. Decem ber d. -J.

featgestellt und kostet hierzu

das gamze Origivalloos nur 6 Reichsmark,

das halbe Originalloos nur 2 Reichsmark,

das viertel Originalloos nur Il/ Reichsmark,
and werden diess vonn Stante garantirten Original-
LGose (reine verbotenen Promessen) gegen frankirte ECiu-
gendung des Betrages oder gegen POSIVOoOrSChSaS
Met nach den entferntesten Gegonden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhalt von mir neben seinem Original-
Looae auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
tie vnd nach stattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehungseliste
maufgefordert zugesandt.

pie Auszahlung und Versendung der Gewinngeldor

oarfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengsteꝛ
Verschwiegenheit.
—Taede BestelIung kann man einfach auf eine Postein-

zu IUngslarte machen.

Jan vwendé sich daher mit den Auftrügen vertrauensvoll an

Samueh Heokscher senh.,
Banquier und Wechsal Comptoir in Unmhburg.

Spielwerke

12 200 Sirũcke spielend; m
oder ohne Expression, Man
doline, Trommel, Glocken,
Castagnetten, Himmelstimmen
Harfen pel c.

Spieldosen

2— 16 Sitücke spielend; fer
ner Necessaires, Cigarrenstän
der, Schweizerhäͤuschen, Pho
ographieolbums, Schreit zeug
handschuhkasten. Briefbeschwe⸗
rer, Blumenvasen, Cigarren—
Etuis, Tabalsdosen, Arbeits
ische, Flaschen, Biergläser,
Portemonnaies, Stühle 2c.,
ges mit Musik. Stets da⸗
Neueste empfiehlt

J. H. Heller, Bern.
IFualle angebotenen
Werfe, in denen mein Name
uicht steht, sin fremde;
empf. Jedermann ditrelten
Bezug, illustr. Preislislen sende
Frre

Feinster Lofodinischer
Zorsch⸗Leberthran
von H. Sar demann
in Emmericsi,
wegen seiner Güte und Wirlsam⸗
keit allseitig von den Aerzten em⸗
pfohlen, ist stets vorräthig in
Driginalflaschen à 1 Ma:k in
St. Ingbert bei J. Fried⸗
rich, in Zweibtücken W. Aug.
Seel, in Homburg bei W.
Simon.
— 57 1. 7
Nachrichten aus Amerika.
zi New Chambers Str., New-Vork.
Dritter Jahrgang.

Diele Zeitung erscheint monalich in New VYork und enthälk die
Namen der Deulschen, welche in Amerika sterben, sowie die Namen
der deutschen Soldaten, die während des amerikanischen Krieges
don 1861 bis 1865 gestorben sind. Ferner all emeine interessante
Nochrichten aus Amerita.

Spezialität der Redaktion: Aufsuchung Verschollener, Beschaf⸗
zung don Todienscheinen, u. Auskunftertbeilung über Amerila u. s. w.

Preis per Jahr 4 Mark, portofrei.

probenummern 10 Pfennige in Postmarken.

Zu beziehen durch den Verleger Win. Rasch, Post-Box 5590—
m New-Nork, oder die Herren Vertreter *

Herr Joh. Wilh. Bornemann, in Göppingen, Württemberg.

Herren Lon's Göhring &amp; Co., Frankenthal, Rheinbayern.

Herr H. Töring, in Gießin, Hessen.

— bei Celle, Hannover.

Herr Friedrich Keslholz, in Bamberg, Bayern.

hHerr C. Guisez in Straßburg, Elsaß.

Serren Eager-Honegger, Neumüble-ZZurich, Schweiz. J

F 7 . Demes in St. Ingbert.

4 ») von A I. IEι Co. in Breslau
Huste⸗Nicht Honig-Kränter-Malz- Fxtract u. -Caramellenꝰ
Jeder Husten kann hoͤchst gefährlich werden. Kein Hustender dar
eßhalb gang sorglos sein. Wir machen darauf aufmerksam.
An haben in St. Ingbert bei Herrn J. Friedrich.
        <pb n="695" />
        52 32
— 522
—— 533335
—F 2* 33333338 S
853*— 3 — 522
——— 522 — 333 238
*5* 25 *8* 538 733537
2335 222323558 353258 2522 2
3325 3838 —A 32358 755825533557 —
— — 324 E5 5 —c — 22 5853573523 25
98 * 8* 3 .220 —55353 55323 22528
55 23353775* 8 —3 535577 —333338 53533 555 —342
—25* 2235 —5 55 —2*228 — 5552238* 32* 35 38558 22
258 3783353355 5133 533 323 535 —— —
* * —
38833 5338 3 25328 — 8* 5538 35352 55
25332 8 5535 32 9 — 52 — ——— — — 5—5372 —— 2 —
23233 25 28260 13 ** 53 3483*88 257 —
58 33382 382 78233 355282 ——— ⸗ 53353287
* 52 ——— 2 * — 3 7 22 3
5283 83* — 58 *333 7 22 — 2232355 223 5352* 23
2 — S —2 ? 82 —28 —23— —E — 5 9
n — 6 — 9 ——8 —A —— 522 22 3
22 528 ES 2 —E—— 53 55 — 5282 —55 2 S7E
23 2 32 52 335527 27 3255 —W — 8
s 333533325 ⸗ —A 5 75235535 5583 582 85 —
22* 53233—53—3 835 2 22 — 7225 — z
25528 53535 ————2852 553535 3235558 358 823 58
7 8
5388 ——— 8353358 53
222 A 2* 2 ——— 333353537 252 — 2 — 5
— —A * 5 238 5232* a — 2353 *
2* 22335 333 »3533333 553 — 38 25
—E * 2358885 —— z362 2 552 —— 323555 E 22
336 —A Z 228 7 —1338528 555533237 2 87
5 255 — 8685 822 25* 25 — —— 53335337 5
— winn 65. — 338 — 1 82 228 — —A 2 — 2. 59 eca — —— ——
ν Se 2 5 3333537525 325335353 55532 2532
zZz75 5 738333383 — 2273 555 383
5 2 28 5332857 5*22535 5 83—
o⸗ 75575 35*8* — 5355 52 553
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255 35533333383 23823 5336 B8B538832332
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A. Angberler 2nzeiger.
* St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wö hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblait, Sonntags mit lustrirter Bei⸗
lage)“ erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstaz. Sa nstarund Sonntaz. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
1 A6 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1. GO , einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 D, von Auswartz
mit 15 Bafür die viergespaltene Zeile Blattschrijt oder deren Raum, Neelamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
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M 192. Donnerstag, den 5. Dezember J 1878.
— ———
Deutsches Reich.

Speyer, 2. Dei. Die Seffion des Landraths der Pfalz

wurde heute Mittag 12 Uhr mit einer Ansprache des Herrn Re⸗
gierungspräsidenten d. Braun eröffnet, in welcher derselbe nach
einigen Worten der Begrüßung und des Hirweises auf die umfang⸗
reichen Vorlagen zunächst des noch immer herrschenden Lehrerman⸗
zels gedenlt. Für Unterftützung dürktiger Schulamis Zöglinge werden
tatt der bisherigen 51800 M., für das tommende Jahr
10,000 M. gefordert. Als neues Postulat figurirt ein Posten von
300 Mark für unbemittelle Besucher der Industrieschule in Kaisers
lautern. Redner gedenlt sodaun mit Befriedigung der Enlwicklung
der Fachschulen, als da sind die Kreisbaugewerkschule, die Webere
schule in Lambrecht und die Korbflechtschule in Stemfeld; nur die
landwirthschaftliche Kreiswinterschule in Kaiserssslautern habe keine
Erhöhung der Frequenz nachzuweisen. Größeren Anklang findei
die Kreisversuchstation und der landwirthschaftliche Wanderunterricht.
Der erstrebte Uebergang vom leichteren zum s hwereren Pferdeschlag
brim Landgeftüt Zweibrünen sei durchgeführt, doch sei eine Ergän⸗
ung des Beschälerstandes und daher Erhöhung des Beitrags zum
Pferdeantausssfond nothwendig. In der Kreisirrenanstali Klingen⸗
mũnuster sei die Erwe terung der Abtheilungen für die Tobenden und
in der Kreisarmenanssalt Franlenthal der Küchenneubau unauf⸗
schiebbat. In Folge der Einsührung des Malzaufschlages wurde
das Budget des Kreises nicht unme klich erleichtert und soll im
Jahre 1879 die Kreisumlage 427/10 PCt. bettagen.

Der Herr Regierungspräsident gedenkt fodann mit Worlen der
Anerlennung des verstorbenen Landraihtmitgliedes Hru. Andreas
Bollmer von Edenkoben. An dessen Stelle wurde Herr Rentner
Stöpel von Lardau einberufen. Nach der Beeidigung desselben
wurde dem Landrath Mittiheilung gemacht von den Urlaubsgesuchen
der Hetren Kirchenrath Ney von Mutterstadt und Gutsvdesitzer Wolf
von Wachenheim, sowie det Enthebungkgesuche der Herren Becker
pon Kirchheimbolanden und Friedtich von Großkatlbach. Die An⸗
prache schloß mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät Köniqg
Ludwig U.

Bei der hierauf stattfindenden Wahl wurde Herr Dr. Jalob
um Präasidenten und als Secretär Herr Heydenreich, beide mit
16 von 17 Stimmen gewählt. Die oben erwähnten Urlaubs⸗ und
Enthebungegesuche wurden genehmigt und an Stelle der Ausze⸗
schiedenen die Herren Bürgermeister Fisch von Dreisen uno Dr.
Zöller von Ftankenthal veranlaßt.

(2. Sitzung.) Nach Beeidigung der neu eingetretenen Mit⸗
alieder Fisch und De. Zöller, wurde die Wahl dieser beiden Herren
und des Heren Stoͤpel für giltig erklärt und sodann zur Bildung
der Ausschüsse geschritten. Es wurden gewählt in den 1. Ausschuß
Kreisfonde): Janson, Jenet. Fröhlich, Kramer, Nayer, Frenßel,
Uuffahtt, Schneider, Stoͤpel. 2. Ausschuß GKreisanstalten): Klä⸗
mer, Janson, Froͤhlich, Dr. Buhl, König, Mayer, Krieger, Spies,
Stalter, Wolf, Dr. Zoller. 3. Ausschuß (Straßen-⸗ und Rheim

dumme): Rothhaas, Wolf, Jenet, Kraäͤmer, Munzinger, Frentzel,
Uuffahrt, Spies, Fisch. 4. Ausschuß (Schulwesen): Dr. Buhl,
Neh, Munzinger, Krieger, Schneider, Roihhaas, Huth, Fisch, Dr.
Zoller. 5. Ausshuß (Wünsche und Anträge): Huth, Ney, Rhoth⸗
daas. Heydenreich, Dr. Buhl, König, Wolf, Sialter, Stöpel. —
Die an eister Stelle genannten Herren sind die Vorsitzenden des
betr. Ausschusses. Diesen wurden hierauf die Rechnungen pro 1877
and die Budgeis pro 1879, dann eine Anzahl besonderer Vor⸗
lagen der k. Regierung übergeben, von welch' letzteren wir nach⸗
ddehende hervorheben wollen: Stipendien für Schüler der Industrie⸗
schule Raiserslautern; Verpflegsgelder und Verpflegskostenbeiträge
der Gemeinden für die Pfleglinge der Kreisirrene und der Kreis⸗
armen und Krankenanstalt; Unterstütung zur Anschaffung von
Fenerlöschgeräthschaften aus den Mitteln der pfälz. Brandversicher⸗
ungsanstalt pro 1877; Beitritt der Lehrer an den Realschulen ꝛc.
ju dem allgemeinen Unterftützungevereine füer die Hinterlassenen der
. b. Staatsdiener; Klage der Gemeinde Herxheim (Bez.Amts
Landau) gegen die Kreisgemeinde der Pfalz auf Rüdkersaßz von
Vorschüssen fuür Militat- Fourage⸗ Lieserung im Jahte 1849/50;

Besuch des Vereins zur Foͤrderung Fröhdel'scher Kindergärten (zu
München) um Unterstützung aus Kreissonds u. sJ. w. Herr Dr.
Zöller bittet und erhält Urlaub für di morgige Sitzung. Nächste
Sißung Mittwoch Nachmittag 4 Uhr.
JAus München witd dem „Nürnb. Korr.“ berichtet: Dein
Zdandräthen wird die neue Eintbeilung der Gerichts⸗
fizee behufs Abgabe von Gutachten vorgelegt werden.

Berhlin, 2. Dez. Die von hier ausgewiesenen Socialbe⸗
mokraten begaben sich theils nach Hamburg, th ils nach Nordame:
uta, theils in die Schweiz; Frihsche geht in seine Baterstadt Leip⸗
ig. Sie haben in einen in der Associationsdruckerei gedruckten
Flugblan Abschied von den Parteigenossen genommen, welches ader
yon der Polizei bald mit Beschlag belegt wurde; unter den Unter⸗
chriften desseiben fehlte die Haffelmann's. Die von diesem neuerlich
jegründeten Zitungen „Glück auf!“ und „Berlin“ sind am Sonn⸗
ag nicht meht herumgetragen worden, da die Zeitungstraͤger, ob⸗
vohl sie unter anderer Redackion erscheinen, sich nicht damit de—
affen wollen. Die meisten der Ausgewiesenen find verheitathet ; diese
riffi die Maßregel sehr hart. Die Mehrzahl von ihnen ist mehr
der minder vermögend, ein Theil aber hat nur mit Mühe das
steisegeld zusammenbringen lönnen. Die Stimmung der hiefigen
Socialdemolratien ist rine sehr gedrückte.

Aussand.

Konstantinopel, 2. Dez. Der Militäãrgerichtshof der⸗
urtheilte Suleiman Pascha wegen seines Verhaltenz im türkisch⸗
ruffischen Kriege zur Degradation und Einschließung in eine
Festung.

Bermisqjtes. n

B383weibrüben, 80. Novb., Das Schwurtgericht des

etzten Vierteljahres 1878 wird sich mit folgenden Fallen zu Le⸗
chäftigen haben: 1) Am 9. Dezember, Morgens 8 Ut: Christian
VPdeder, 34 Jahre alt, Ackeerrt und Schlaghüter aus Lemberg, Can⸗
ons Pirmasens, wegen vorsaätzlicher Körberderletzung mit nachge⸗
olgtem Todt des Verletzten. Vertheidiger: Rechtskaͤndidat Koͤnig.
2) Am selben Tage Natin:ttags 3 Uhr: Caroline Rothbaar, 19 Jahre
alt, ledige Dienstmagd aus Bechhofen, Cantons Homburg, wegen
indsmords. Vertheidiger: Rechtslanvida Mayer. 3) Am 10 und
11. Dezember, je Morgens 83 Utzr: Georg Brand, 59 Jahre
alt, Maller in Haßloch wohnhaft, wegen Moidverfuchs und Wider
tands gegen die Slaatsgewalt. Vertheidiger Anwalt Kieffec. 4)
Um 12. Dez., Morgens 814 Uhr: Peter Schwarz, 25 Jahre
alt, aus Kindebach, Cantons Landstuhl, früher Privalpostgehülfe in
Zufel, wegen Unterschlagung im Amte. Vertheidiger: Rechtskandi
dat Engelhorn. 5) Am 12. Dezember, Nachmittags 8 Uhr und
am folgendem Tage: Carl Dell, 24 Jahre alt, gewesener Bezirks⸗
amtsgehilfe und Distrikistkassenrechner in Neustadt, wegen Unter⸗
schlagung im Umte und Urkundenfälschuug. Vertheidiger Anwalt
Frentel.
ß AAusel, 8. Dez. Der am 30. b. M. verstorbene Ban⸗
zuier Wack wurde heute beerdigt. Die Grabrede hielt der altkathol.
Pfarrer Duren. Das Grabgelaute, welches der römisch-⸗ katholische
—Al hatte, wurde polizeilich erzwungen.

f Aut Neussadt', 2. Dec. melvet die „N. Ztg.“: Wie
vir hören ist der Dieb, der den Schreinermeister Jac. Beder III.
hor einiger Zeit in der Nacht durch Eir steigen in seine Wohnung
uim 2000 und einige hunder Mart bestahl, ermitlelt: ec— ist ein
jiesiger ca. 19jähriger Schmiedegeselle, der heute Mittag vefesselt
jinter Schloß und Riegel gebracht wurde. Der Bursche trug jseit
iniger Zeit goldene Ringe, die er don einem Theil des Geldes
rstanden hatte; außerdem jand man noh 1000 Marf baar bei
ihm vor.

t Marienthal. Am 30. Nov. sand die Hochzeit ein eß
ziesigen Buͤrgers mit einem Madchen aus Doͤrnbach Siau. Bein
Antleiden vor der Trauung verschludte die Braut eine Nadel, wad
dieselbe in der Aufregung nicht weiter beachtete. Die buͤrgerlicht
Trauung fand in Ruppertsecken, die lirchliche in Marienthal Statt,
welche beide Handlungen beinahe 2 Stunden in Anspruch nahmen.
        <pb n="698" />
        Beim Austritt aus der Kirche klagte die nunmehrige junge Frau
uber Schmerzen und fiel, am Hause angekommen, in Ohnmacht.
Tie Nacht brachte dieselbe unter großen Schmerzen zu; ihr Zustand
ist ein hoffnungsloser. (N. W.)

pLudwigshafen. Auf Grund des Sozialistengesetzes
wurden hier nachverzeichnete Vereine aufgelöst: 1. die sozialistische
Arbeilerpartei, 2. der Bund der Tischler und verwandten Bernfa⸗
zenossen (Holzarbeitergewertschaft), 3. der Bund der deutschen Ar⸗
heiler, 4. die Metallarbeitergewerlschaft, 5. die Schuhmachergewert⸗
jchaft und verwandte Gewerke.

Am 2. December verstarb zu Paris Herr Eugen Chebandier
de Valdiome in Folge Blutverlustes bei einet Geschwur⸗Operalion
m Aller von 681). Jahren. Der Verstorbene war verchelicht mit
Pauline Sahler, Wittwe von Carl Wilhelm Remigius Vopelius
oon Sulzbach.

Dudweiler. In der Nacht von Montag zum Diens⸗
tag wurden auf hiesiger Grube drei Bergleute durch schlagende
Wenter furchtbat verbrannt und sind dieselben, wie wir hören, be⸗
reits am andern Morgen ihren Wunden erlegen. (B. d. S. Th.)

pMünchen, 1. Dez. Gegen Adele Sp tzeder findet nach
der im tgl. Bezirksgericht l. J. angehefleten Wochentabelle der
—A Mittwoch Verhandlungen wegen Schulden
tait, die sie neueclich contrahirte, wobei sie aber ihren Verbindlich⸗
eiten nicht nachlommen lonnte. Es ist dies nicht die erste Klage,
die in letzterer Zeit gegen A. SpetzederJ eingereicht wurde. Die⸗
selbe scheint sich demnach wieder erklecklichen Credins zu ghenen

N. C.
7Mainz, 2. Dej. In der verflossenen Nacht sand in
zer Neustadt zwischen Soidaten und Squutzmännern ein wahrer
Zampf sian. Die Soldaten machten von der blanken Waffe Ge⸗
hrauch und brachten dem Revier-Vorsteher der Schutzmannschaft
)eg vierten Beurks verschiedene Hieb⸗ und Stichwunden bei. Die
hewohner der Neustadt befanden sich in größter Aufregung; mit
hrer Hilfe gelang es schließlich, die Soldaten zu bewältigen und in
Zaft zu bringen. (Fr. J.)

Uarnz, 2. Vez. Das hiesige Polizeiamt wurde heun
Abend telegraphisch benachrichtigt, daß ein Viehtransport mit 160
Stück hier einlaufen würde, in dem die Rinderpest ausgebrochen
ei, und daß sofort Maßregeln getroffen werden müßten.

Aus Bordeaur wird telegtaphisch die Verhaftung De⸗
ebeque's, Direktors der Munze, gemeldet. Man spricht von einer
Unterschlagung von 1393 Millienen Franken zum Schaden des
hauses Rothschild. Delebecque leugnet jede verbrecherische Absicht
and behauptet — nur eine Anleihe gemacht zu haben. J

TBrüusfsel, 4. Dez. T'Kint wurde zu fünfzehnjährigem
Zuchtbaus, Forttamps zu einjährigem Gefängniß und sechstausend
Frcs. Geldbuße verurthe'lt. J

arktberichte.
Landstuhl, 2. Dez. (Frucht⸗Mittelpreise) Weizen — M. — pf.
e 2 46 pᷣf., Spelz — M. — Pff., Gerste — M. — Pf., Hafer
Homburg, 4. Dez. (Fruchtmittelpreis und Viciualienmarkt.) Weizen
9 Me 97 ppf. Korn 7 M. 62 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 9 M.
Dpf Gerste Lreihige — M. — Pf, Gerste Kreihige OM. — Pf. Hafer
3 M. 20 pf., Mischfrucht 8 M. 50 Pf., Erbsen 0O M. — Pf., Wicken
M. — pf., Bohnen — M. — Pf.,Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rode6 Pfund 70 Pf. Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 54 Pf.
Rindfleisch 54 Pf., Kalbfleisch 66 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
(6 Pf. Butter 1 Pfund O M. 96 Pf. Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 Pf.
Kaiserslautern, 8. Dez. (ruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
PWeizen Oob M. 25 pf., storn 7 M. 49 Pf. Spelzkern — M. — Pf.Spel
M. 82 Ppf., Gerste's M. 21 Pf., Hafer 6 M. 09 Pf., Erbsen 7 M.
z1 Pf., Wicken 5 M. 51 Pf., Linsen 7 M. — Pf., Kleesamen 86 M. 62
ßf., Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 64 Pf., 2. Qual. — Pf., Gemischtbrod
Pfund 837 Pf., Butter per Pfd. — M. 75 Pf., Eier 2 Stück 14 Pf. Kar⸗
offeln per Ceniner ꝛ M. — Pf. Stroh 1M20 Pf. Heu 1 M. 40 pf.
Fr die Nedaction verantwortlich: ir. 5 —
ILLELOCXESMABMII
ut die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich besindende Gluexs-
Anzeige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat siehb
urehꝰ seins prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
gegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben,
ir Jeden aut dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle auf-
nerisam machen.

Güterversteigerung.
Samstag, 7. Dezember
. J., des Nachmittags um 2
ahr, zu St. Ingbert, in
der Wirihsbehausung des Philipp
F mrid, lassen d'e Ehe⸗,
Fuhr⸗ und Ackersleute Johann
Zatz jun. u. Elisabetha Ochs
hon da auf langjährige Zahiter⸗
ine in Eigenthuͤm versteigern:
St. Ingberter Gemarkang:
I, Pl⸗Kr. 4906 und 4907.
66 Dezimalen, 22 a4 49
qm Wiese in den Schierer⸗
wiesen, neben Franz Grell
Erben.
PleNt. 4933 u. 49332.
39 Dezimalen, 18 4 29
¶m Wiese in der Ruhbach,
eben Vopelius und dem
Bache.
Pl.⸗Nr. 4924. 46 Dej.,
58a 67 qm Wiese in den
Schiererwiesen neben Peter
Best und Johann Nau.
Pl.⸗Nr. 48683. 39 Dez.,
134 20 qm, Ader im
Schiecerfeld, neben Johann
Rau und Peter Best.
Pl.Nr. 4885. 48 Dej.,
6a 38 qm, Adeer daselbst,
geben Johann Nau und
Steiger Günther.
Aus Auftrag
Das Geschäftsbureau
e. Bechthold. St. Jugbert.
Mobisienversteigerung.
Dienstag, 10. Dezember
aachsthin, Vorminazs 9 Uhr zu
Schnappbach in der Woh—
zung des Jakob Schwarz
verden vor dem unterzeichneten
msverweser des kgl. Rotars
Sauer in St. Ingbert, auf
Zeirciben von Carl Ambos.

Ges Väftsmann in Zwe'brücken,
als definitiver Berwalter der
Bantmasse des Mtetzgers Jakob
Zchwarz in Schnappbach die
u dieser Gantmasse gehörigen
Mobiliargegenstände, worunter
namentlich:
3 Kleiderschraͤnke, wovon
lpolirt, 4 Beitladen, wo⸗
don 1politt, 2 Nachttisch⸗
chen, wovon 1 polirt, 1
polirter runder Tisch und
Kommode, 1 Sekreitär,
Tische, Stühle, Bettung
und sonstige Haus⸗ und
aüchengeräthe
gegen Baarzahlung öffentlich an
die Meistbietenden versteigert.
St. Inabert, 3. De4. 1878.
QO. Auffschneider.

Haupi-Gewinn
ev.
37, 000 MI.
Einladung zur Retheiligung an den
6¶eWVvinn-OhMATCGB
der vom Stanate Hamburg garantirten grossen
GEIGA ( ⏑
MLiIonhen 00, 000 Marx
aicher gewonnen werden müssen.

Die Gewinne dieser vortheilhaften Geld-Lotterie,
welehe plangemãss nur 82, 500 Loose enthält, sind folgende, nämlieh:
Der grosste Gewinn ist ev. 375, 0000 Mark.
1Praämie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark, 1 Gewinn
8Oõο Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark. 1 Geyßinn a 50000 Sark,
I Gewinn a 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 36,000 Mark, 3 Gewinne a2
30,000 Mark, 1 Gewinn a 25, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
s Gewinne a 15,000 Mark, 1 Gewinna 12,000 Mark, 24 Gewinne a
i0 ob Mart, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Mark, 31
Gevinne x 5000 Mark, 61 Gewinne à 4000 Mark, 4 Gewinne a 8000
Mark, 804 Gewinne a 2000 Nark, 3 Gewinne aà 1500 Mark, 10 Ge-
iune - 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinne a
500 Mark, 87 Gewinne s 800 Mark, 675 Gewinne 4 250 Mark, 40
G.Aime à 200 Mark, 86 Gewinne a 150 Mark, 22850 Gewinne 4
138 Mark, 10 Gewinne a 185 Mark, 1950 Gewinne aà 124 Mark, 75
Scvime a 120 Mark, 4 Gewinne a 100 Marx, 3450 Gewinne a 94
Mari, 8950 Gewinne a 67 Nark, 35 Gewinne a 50 Mark, 3950 Ge-
Gune a 40 Mark, 8950 Gewinne a 20 Mark und Kommen solehe in
wenigen Monaten in 7. Abtheilungen z0ur micheren Entscheidung.

Die erste Gewinpziehung ist amtlieh auf den
LIL. uUnd L2. Decem ber d. -J.

GiSoekxs-
AMTLZBELGC.

Die Gewinne
garantirt der Staat.
Erste Ziehung:
11. und 12. Decemb.

3

3u Weihnachts⸗Gescheuken
bestens empfohlen.
Loose d. udwigsha-
fener Kirchenbau⸗
Fotterie.
Reld-Prämiencollecte, geneb
nigt durch allerhöchsten Erloß!
dom 18. August 1878.
Jahl der Loose 160,000 Stüch,
nit 8080 Geld⸗Gewinnen im
Betrage von M. 115,400.
aupttreffer M. 30,000.
reis des Looses Marks L.
Zzu bezieh. durch d. General
Debit
A.O. Voltz Jul. Goldsohmit.
Ludwigshafen a. Rh.
Wiederberkäufern Rahbatt.

leetgestellt und kostet hierzu

ãas ganze Originalloos nur 6 Reichsmart,

das dalbe Originalloos nur 3. Reichsmark,

das viertel Originalloos nur Il/ Reichsmark,
ind werden diese Vonn Stante garantirten Original-
LGone (keine verbotenen Promessen) gexen srankirte Fin-
gendung des Betrages oder Fegen Postvorsehuas
elbsst nach den entferntesten Gegonden von mir versandt.

Jeder der Betheiligten erhult von mir, neben seinem Original-
oose auch den mit dem Staatswappen versehenen Original-Plan gra-
——&amp; nch siattgehabter Ziehung sofort die amtliche Ziehnngsliste
maufgefordert ꝛugesandt.

hie Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
rfolgt von mir direct an die Interessenten prompt und unter strengstor
Verschwiegenheit.
Jede RestelIung kann man einfach auf eine Postein-
R
im vende vieh daher mit den Aufträgen vertrauensvoll an
Famueh heckscher senbe.,
Banquier und Wechsel Comptoir in Hamhburg.

Rechnungen
u Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
ind vorräthig in der
— — — —
— ⸗-—— — — ——————— — — ——— —
Tuch ins Icriag von r. x. Demetz in St. Inabert.
        <pb n="699" />
        — 82 —A —
3 8 —— 2233 — 225— *
m 2 22 5533 33235333 —2 2
s555525233 558 5 533 652887 2558
53*52 * 57 —53 5 233.2 558 27* —A ——

32333533538 357 —* 38338568* 25355 35537
F ãa2 8 * 288 * *
8523233523 336 55 8323333535 3373253553

225 2 * * * 25 22 22 V.

8— —z* * 23 8 2. — —A 2 82. 2
2285 2 25 —A —— 25 35135S —232 8
T X 2. —— — 8 — — RESIT. 28BS3 —

0 S5 — 522 23 8 87 — 3— ——
2*252 — 83858 3* 583 3 3— — 332 2 535853 338 8
32 55 ——8137523 æ*⁊ 35— 552355232355 53532337 52 5
522* —— 3 52 256 5 255282 —A2 — ** 20— 2335283
53583z55s2e58 —X 22 35 3 —— — 8 35 53258
25 — —2*33355 28—2378 58323 55 23255 —538 3555
* —A——— 3 —3535 — 555532323535 255 5 ZE
— —— 33 —I3 ——3—3 755 35233 55*5
535 — 5525— 2252 227* 3 ——— — 25*3 5533557
N — 2 tã —— —— —
2533 53253585 5255555 S2535 38338 *58 23353323383
25259 * —222* 822 5532323 — — *2235 8 2823555 52
— e— e 8 2 J
332505—235253 5523358 — 285—26 —535—3528—353532
2532 22 2 22355 2 252 —25352233 —E — 2 5*—
·. I — * 5 2m 5 23 2 8528 532 222 —
8 223B3 —2 —A ———— —3 * J — * e
—A 333 38333355 288 3538
2 27 r — —A m 2 F 22 m58
— 2 —X323 s—52,385 ——— * 2 33 —8* 2533 — * * F
552257 — 875653 28 —— —5s6538 2 55*23 25
525522 65*28 — —c1— 555 5825 *
5—285 3* —2 5 * —27 —222 — 8 —A —c
25—833 2528*3 —z325 5—8—42333.855 53 2
538 ez 5322332 225 55 5— 3 55223E5383322 558 —233252 23*8
7 2* ⸗ 2 ec 8 83
352——3333333 ß3 33323353* 33333833533353333838
—3— ———— 22 5355—5——53228 52133338 8835833858* S2
— — 328 ——25*
—c50535232 —

—

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8*
*
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* 2—322
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—M * — 2
—222 5333383 ö—
—333—33—— 353553 5585 33232383—— 2583 *783
— —588285* 27* — 25 2222 —S—— —
3 * 53 55— ,——32 —A 22
— 2235325 * 7 —A — 522 55228
272236253 28 52 32326365 —z5253735—5322522353
eα— 8 — 5*—?2 2 —A—— 5—28833325
3353333858s 8338 —333335833233235538 54 233
5 —58 — 335833 2 525 5535235 335 92 282 7833.5
52228 —333 *—853333333335 2522254
S 528— —220 — 22 2—z3538——7* — —32
22 —A 2222 — 55253 55 5335 85
4837—
5358 2 22 23 —A 253 »322238 32 8 —2538 328
285838 2 — 7—5 5327 5 — 52522 — — 2* — 2
25 — — 222385* —*2758322* 2233883 8
— — 83225 5355228 —— ——
— 3 ——— —382 253353235 *
— — — 53383332333333585* 3038
— —588 —— 2583 253 52522 s58 232225 2583 3
TS533562858 —E 5323223538 232— 5553 5 * 73 —— —
2382 s8 830 33333343 —
3828*25 52 *—233 — 322
25353*2235 55 *2 2 2 232 532 738
8 TB228 *EE — 715—83333332—353 53 — 2222 —
—358025—7 * 2222 ⸗ — —— * 2 27* 52235 *
83 833 53553835343258 ————
23 233228 —»z228 7 — —— 3BIEI 3 —358 232
— 28 — ——— —88 52 —— 8 222 B
—A s33335
2 532 —— 3223 — 9 —— 2 — —2 — — 2m22
33 328388— 3352— 435 53333335323 —
—5s3355 —3335573 2355* 33376533353 —533333832338
ISS 22 25 5333222358 552 2 2— 322
52 —z—s 8 —— — * —X 28
s3332323533335532z33580 —
33

—

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— * 2

s 7 c7S —e 8855

ẽ A * * 5353 25.323

— 1533233 565 — 222

55355336 8 — s883 33 A

— * s — 8 * * —1253* —— 5333 228

2325875 —A — — ——— 55 s65553 33

* 2558 555 35 233,32 ð* 58 5758 53388 728
53283523 A 3 328 325525 ———— s8s?8
7 33333 853 —* 385 — 86 32235 — 72335

2 —— 2* 52238 2 2 — .553325

— 227888 — ea 8E S —A 22 —— 32 —E 2* *
3258 3— * 5355 2528 225 — 552535 —
553357 —s83 * 5336 6 5358 — 3565 323235355 ——

552355 92652 522 * 3537 588 *565 2135 Sv — 2*

* 22533 2 2522 2 ** 538 22238 5z862 5 — 38
557 32 2 533357553 —— —* 2 * 2*
58 2362168 2 ã— 222 — 23— — — —35

—3— — 5 —2 S — 332235333 —z — 22 2 3 235 8225

* 2 3 —35 —AaMA — S2 25 2238 *258 æ 2222

5.,837433 . 2533 353575833 5355338 538335358 533558

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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wo hhentlich)j mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Be
lage) erscheint woͤchentlich Siermalz Dienstag, Donnerstag-Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteliährlich
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mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 80 A pro Zeile berechnet.
M 183. Sanstag/ den . dꝛeceeee 1878.
»Mäungsen, 3. Dez. Nach den Vorschlägen der k. Staats
regierung follen im Zasammenhang mit der neuen Gerichtssigein
theilung in Bayern fechs Bezikksämter, hieruntet Ftiedberg, Teusch⸗
niß und Kehan, aufgehoben werden. Die Landraihsversammlungen
werden die don ihnen abvberlangten Gutachten in Bezug auf die
neue Gerichtssitzeinthellung in geheimer Sitzung abgeben. Man
will die Oeffenslichkeit um deßwillen ausschließen, um dei der Mög⸗
lichkeit einer Abänderung des Planes durch verfrühte Nachrichten die
detheiligten Kreise nicht zu alteriennnn.
Munchen. Nach den vom Justizministerium veröoffentlichten
Ergebnissen der Strafrechtspflege in Bohern während des Jahres
1877 betrug die Zahl der abgeurtheilten strafbaren Handlungen
— mit Ausnohme der Forsistrafsachen — 393 769, worunter 5954
Berbrechen, 84,388 Vergehen und 805,427 Uebertretungen sind.
—.Im Jahre 1877 wurden um 14 Procent sirufbare Handlungen
mehr als im Vorjahre und um 28,6 Procent strafbare Handlungen
mehr als im Jahre 1875 ageurtheilt, wobei im Einzelnen die
Verbrechen gegenüber den beiden Vorjahren um 12,9 Procent, die
Bergehen um 14,1 pGt., bezw. 31,9 Procent, die Uebertretungen
um 14,0 Procent, bezw. 28,1 Procent zugenommen haben. Auf
die besonders starke Zunahme der abgeurtheilten Vergehen wirkte
jedenfalls in erheblichem Grade die Beschränkung der Antragsreate
vnd der Zarücknahme gestellter Strafanträge durch die Strafuesetz⸗
novelle vom 26. November 1876 ein. Derselben dürfte wenigstens
uum Theile die außerordentliche Mehrung der Vergehen der Körper⸗
derlezung um 24,1 Procent gegenüber dem Vorjahr und um 62,7
Procent gegenüber dem Jahr 1875 zuzuschreiben sein. — Die Zahl
zer im Konigreich undem den rinzeinen Regierungsbezirken verur⸗
heilten Personen und der im Besonderen zu schwerer Strafe
Todesstrafe, Zuchthausstrafe, Festungshaft oder Gefängniß) Verur⸗
cheilten, derglichen mit der Größe der Bevslkerung im Kouigreich
und in den einzelnen Regierungsbezirlen, ergibt, daß je ein Verur—
theilter überhaupt im Königreich auf 15 und in der Pfaz auf 9,
in Oberbayern auf 11, in Niederbayern und Unterfranken auf je
16, in Mittelfranken auf 18, in Oberfranken und Schwaben auͤs
je 19 und in der Oberpfalz auf 20 Köpfe der Bevdskerung, dann
je ein zu schwerer Strafe Verurtheilter im Königreich auf 119 und
in Oberbuyern auf 91, in Niederbayern auf 105, in Oberfranken
zuf 114, in Unterfranken auf 125, in Mitteltranken auf 128,
in der Oberpfalz und in Schwaben auf je 142 und in der Pfat,
auf 147 Köpfe der Bevoͤlkerung trifft.. — Von den im Jahre
1877 abgeurtheilten 5954 Verbrechen treffen auf Oderbahern
1510, Mittelfranken 7866. Schwaben 740, Niederbahern 734,
lEnterfranken 684, Oberpfalz 587, Oberfranten 552 und die
Pfalz 391.

Nurnberg, 8. Dez. Der, Fränk. Kur.“ erfährt, doß
zie Begutachtung der neuen Eintheilung der Gerichtssitze vom wit—
jelfränkifchen Landrath (auch von den anderen )) in geheimer Sitz⸗
ang vorgenommen wird. (Der pfälz, Landrath hat am 3. d. eine
zeheime Sitzung gehabt; in derselben wird also bie Frage der Ge⸗
richtssize wohl verhandelt worden sein)

Berlin, 83. Dez. Die Tabalenquelekommisstion soll noch
wei andere Projelte ins Aage geiaßt haben: ein auf den Rotz⸗
—XELXV —
ttiebe iberlassen bleibl, und eine Werthsteuer in der Art, daß Pro⸗
uzent und Impotteur verpflichtet sind, den Verkaufswerthdes
oroduzirten oder importirten Tabaks zu deklariren und von diesem
Werthe naq einem bestimmten Verhaltnißsatze die Steuer ju ent⸗
tichten ist, das Reich aber als Waffe gegen Nichtdeklaration das
Kecht erhaͤlt zu dem deklarirten Priise die Waare selbst zu über⸗
nehmen, was dann wohl weiter voraussetzt, daß der so erworbene
Kohtabak in Reichsfabriken verarbeitet würde, die, wie heute schon
die Straßburger Tabaksmanufaltur, in Konkurtenz mit der Pridat⸗
industrie arbeiten.

Berlin, 8. Dez. Die Wilhelmsspenden⸗Kommission been⸗
deten in ihret heutigen Sitzung die Generaidebatte und beschloß, aus
den Geldern eine Renten⸗Versicherung zu schaffen, den Fondz als

VerwaltungsFonds und nicht als Garantiefonds hinzustellen, derge⸗
talt, daß es dem freien Ermessen des Betriffenden anheimgegeben
st, Einlagen für Renten oder Capital einmal oder wiederholt
nachen zu können. Am Freitag wird die Commission in die Spe⸗
ialdebatte eintreten und namentlich das Statut der Rentenversiche⸗

zung feststellen ·

Berlhim, 4. Dez. Ueber die für Berlin und Umgegend
auf Grund des Socialistengesetzes angeordneten Maßregeln sagt die
offic vse „Ptrop. Corr.“: „Mannigfache Anzeichen ergaden, daß die
ocialistischen Leiter den veränderten Verhältnissen entsprechend mit
anderen Mitteln den Kampf gegen die gesellschaftliche Ordnung
'ortzuführen gedenken und Berlin nebst Umgegend jum Mittelpunti
hrer Thatigleit ausersehen hatten. Die thatsachlichen Wahrnehm⸗
ungen bestätigen die Richtigkeit diefer Angaben: gehe me Vereinig⸗
ungen, welche durch Vertrauensmänner mit einander in Verbindung
dehen, sollen dazu dienen, vom Auslande bezogene socialistische Zei⸗
tungen und Flugblätter zur maffenhaften Verbreitung gir bringen
und zur Besoldung geschäftsmäßiger Agitatoren im Slillen Beitraͤge
zu fammeln. Bestimmte Anzeichen sprechen überdies dafür, daß die
deiter der hiesigen Soc aldemokratie mit Nibilisten, Radikalen und
Internationalen in Verbindung stehen. Für die beabsichtigte Con⸗
zentrirung in Berlin zeugt die neuerdings stattgehabte Ueberfiedelung
ines hervorragenden Agitatlors aus der Provinz vach Berlin,
Berlin und Umgebung war bei unablässig fortgesetzter Unterwühlung
ꝛiner. drohenden Gefahr für die öffentliche S'cherheit ausgefetzt.
Der Gefohr vorzubeugen erschien dringende Pflicht, um so dring⸗
licher angesichts der Rückkehr des Kaisers.“ *.

„. Nach einer offiziosen Notiz in der „Koöln. Ztg.“ über die
Brunde, welche zu den Berhängungen des fogenannten kleinen Be⸗
agerungszustandes über Berlin und Um gegend' geführt
haben, haͤtte die Regierung Kenntniß von einer über Deuischland
derbreiteten und von Berlin aus geleiteteten fozialistischen Agitation
durch kleine Gruppen und Kreise, die nach Art der russischen Nihi⸗
listen gebildet sind und arbeiten. Außerdem solle sie Kenntniß haben
von der Anfertigung von Werlzeugen uud Apparaten zu verbreche⸗
rischen Zwecken.

Berlin, 4. Dez. Gutem Vernehmen nach werden die
Formalitäten zur Wiederübernahme der Regierung Seitens Sr
Majestat des Kaisers morgen vor dem Einzuge in die —R
zrfolgen. Der Vicepräsident des Staatsminifieriums Graf Stol⸗
derg wird den Wiederuübernahmealt gegenzeichnen. Die betreffende
Publitation sovwie die Dantäußerung an den Krondrinzen werden
norgen veröffentlicht.

Berlin, 4. Dez. Die in großart'gster Weise veranstalteten
Vorbereitungen zum Empfange des Kaisers sind nahezu vollendet,
Troß des schlechten Wetters ist die Gegend dom Potsdamer Thore,
oniggräter Straße und den Linden von einer großen Menschen⸗
neuge belebt. De Häuser sind äußerst zahlreich mit Kränuzen,
Tannen⸗Gewinden, Inschriften und Flaggen geschmück.e. Die Vor—
dereitungen zur Illumingtion erstrecken sich bis in die außersten Vor—⸗
dädte. Von auswärts sind viele Fremde hiet anwesend.

Berlin, 8. Dezembers, 1224 Uhr, Mittags. Eben faͤhrt
det Kaiser unter Glocengelaͤute und begeisterten Hurrahrufen einer
ahllosen Menschenmasse vom Potsdamer Bahnhof durch die Koͤnig⸗
zräher Stratze und das Brandenburger Thot in die Stadtn
offenem sechsspäͤnnigem Wagen in kurzen Trab. J

Bechlin. Die erste Beraihung der kleinen Eisenbahnvorlage

ezüglich des Anlaufs der Frankfurt-Homburger Bahn durch den
Siaat wird dem Abgeordnetenhause die ersie Veranlassung zur
Beleuchtung der Eisenbahnpolitit der Regierung geben. Man fieht
ei dieser Gelegenheit sehr wichtigen Debalten entgegen, da der
dandelsminister Maybach ohne Zweifel sich veranlaht fühlen wird,
zas Eisenbahnprogramm der Regierung vor dem Hause zu ent⸗
videln. Der Anlauftpreißs der Frankfurt Homburger Vahn ist
1,800,000 M. Der Staat hat die Schulden und Beamten der
Bahn zu übernehmen.

Karlsruhe, 3. Dez. Dem Kaisercommers der Poly⸗
lechniler in der Festhalle wohnten Tausende bei, hierumer de
        <pb n="702" />
        BZroßherzog, der Erbgroßberzog, die Minister, die Praͤsidenten der
Zammern, die Generalität, die kaisertichen Adiutanten und die
Bemeindevertreter. —
Aussand. —

Franzossische und englische Kapitalisten unterhandeln in diesem
Augenblicke über die Gründung einer Kommanditbank mit einem
Zapital von 1 Million Pfd. Slerlinge, welche sich die Aufgabe
elit, im nächsten Frühjahr, etwa am 1. Juni 1879, im Krystall⸗
palast zu Sydenham in London eine permanente Welt⸗Ausstellung
zu erdffnen. Zur Beurtheilung der Aussiten dieses Unternehmens,
welchem das Patronat der Königin von Eagland gesichert sein soll,
jehlnes uns an jedem Maßstabe; wir sind indeß von betheiligter
Seite angegangen worden, das Projett zur Kenniniß des deuischen
industrielien Publikums zu bringen, auf dessen Theilnahme man den
höchsien, wenn nicht gar einen entscheidenen Werth legt. Prospektus
and näherere Auskunst würde bei Hodgeson im Krystallpatast zu
Sydenham, London und bei Herrn d'Agiont, Rue Auber 1, Paris,
erhalten. 8 4. 3i.
London, 5. Dez., Reuters Bureau“ meldet aus Lahore
bom Heutigen: General Roberts errang großen Sieg und eroberte
Peiwar Kotul mit allen Kanonen. Der Verlust der Afghanen ist
iark, jener der Britten beträgt 80 Verwundete und Todten unter
letzteren zwei Hauptleute. * E
Korstantinopel, 4. Dez. Die Verhandlungen zwischen
der Pforte und Rußland vehufs Herbeiführung des definitiven Friedens
daben begonnen.
Koöonstantinopel, 4. Dez. Im Ministerium sind
bielfache Veranderungen eingetrelen: Osman Pascha, der Sieger
von Plewna, wurde zum Kriegsministet ernannt, Cheireddin Pascha
sum Großbezier, Nurian Zade zum Scheil ül Islam, Karatheodorv
Pascha zum Minister des Aeußern.
VPermischtes. X
egQaiserslautern, 2. Dez. (Kindergärten.) Wie
insern Lesern von früher her bekannt, ist der Kindergurtenverein zu

Noiserslausern, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, Kindergärten
nach Fr. Fröbes System gründen und zu fördern, sowie die
Gruͤndsätze des Fröbel'jchen Erziehungssystemz in immir weiteren
Freisen derbreiten zu helfen, bei der k. Regierung der Pfalz um
die Erlaubniß eingekommen, eine Kindergärtenerinn⸗—⸗
Bildungaanstalt in Kaiserslautern errichten zu dürfen.

Diese Erlaubniß ist denn auch von der k. Kreisregierung nach
sotgfältiger Erwägung aller Umstände ertheilt worden; die hiezu
zxforderlichen Lehrkräfte haben ihre Unterstuützung bereitwilligst zuge⸗
jart, audh sind bereits so zahlreiche Anmeldungen zur Theilnahme
an diesem Cursus eingegangen, daß es möglich war, zu bestimmen,
daß der Lehrkucsus zu Ostern 1879 seinen Anfang nehmen soll.
Far diesen Cursus zur Ausbildung bon Kindergaärtnerinnen sind
Im dem Curatorium desselben vorläufiz folgende allgemeine Be⸗
stimmungen aufgestellt worden:;: F

„F I. Der Cursus bewect, für die in der Pfalz bestehenden
Vollksindergärten und Kleinlinderschulen geeignete Leiterinnen zu
beschaffen. —WW I—

g 2. Der Cursus ist vorlaäͤufiz einjährig. Aufgenommen
werden weibliche Personen, die das 16. Lebensjahr zurückzelezt und
ein Institut, eine höhere Töchtetschule oder mindestens die Werk⸗
und Sonntagsschule mit gutem Erjolge besucht haben. Auf Grund
riner vorausgegangenen Prüfung erhält jede Besucherin nach voll⸗
dändiger Absolvirung des Jabrescursus ein Reifezeugniß als Kinder⸗
Jartnerin.

g 3. Frauen und Jungkrauen, welche nur im Jateresse ihrer
Fotlbilduag an einzelnen Lehrfächern sich betheiligen wollen, lönnen
als Hospitantinnen gegen ein mäßiges Honorar jederzeit eintreten.

8 4. Der Unierricht exsiredt sich auf folgende Lehrgegenstände:
I. Auͤjemeine Pädagogik. 2. Theorie und Praxis des Kindergar⸗
ens. 83. F.bbel'sche Handarbeiten. 4. Hospitiren in den städtischen
Boitskindergärten. 3. Prodelektionen und Kritik derselben. 6.
Deutsche Sprache. 7. Rechnen mit Raumlehre. 8. Geschichte und
HZeogtaphie. 9. Naturkunde. 10. Gesang. 11. Zeichnen. 12.
Tutnen.

g 8. Der Unterricht wird von geprüften Lehrern, Lehrerinnen
und andergärtnerinnen und von einem prabtischen Atzte ertheilt
werden. sr

g 6. Das jahrliche Honorar beträgt 100 M. und ist mo⸗
aatlich oder vierteljahrlich im Voraus zahldar.

87.. Die Maͤhl der Wohnung fuür Auswärtige bleibt der
Benehmigung des Caratoriums vorbehalten.

g 8. Die zur Justandseung des Cursus erfot derlichen Mittel
werden beschafft aus dem Unterrichtsgelde der Theilnehmenden, aus
Zuschüssen des Kindergartenvereins und andern Zuwendungen.

8g 9. Die Beaufsichtigung des Cursus übernimmt ein Cura⸗
rorxium, bestehend aus dem Ausschusse des Kindergartenvereins und
den betheilgten Lehrlräften. Die Leilung derselben, sowie die ge⸗

chäftlichen Angelegenheiten besorgt cein engerer Ausschur von —
Tamen und 5 Herren.“ J

Der im letzten Parographen erwaͤhnte engere Ausschuß bestehl
ur Zeit aus den Herren Localschulinspcior Röhm, Lehrer Rödel,
dehrer Schenlel Dr. Jacob, Redacteur Weise, sowie aus den
Damen: Frau Bürgermeister Börg, Frau Anwalt Frenclel, Frau
Farl Karcher und Fräulein Thurner (Kindergärtnerin).

.Dag Curatorium ist soeben mit der Ausarbeitung eines doll⸗
tändigen Lehrplanes beschäftigt, der, sobald er die Genehmigung
zer k. Kreisregierung erhalten hat, bekanut gegeben wird ···

Diejenigen jungen Damen, welche beabsichtigen, an dem Un⸗
errichtskurse Theil zu nehmen, können nähere Auskunft darüber bei
edem Mitgliede des oben genannten engeren Ausschusses erhalten;
nuch wird seiner Zeit Weileres durch die öffentlichen Hlätter be—
tannt gegeben werden.

FGrünstadt, 2. Dez. Die Einhorn⸗Apotheke des Hen.
A. Convent dahier ging durch Kauf an Hrn. Schrems Uber, wie
nan hört, um den Preis von 50,000 Mart. G. W.)

Speier, 3. Dec. Nachdem die Ouvertüre deset. Mu⸗
ildirectors Georg Vierling in dem letzten Academieconcert zu Manu⸗
Jeim eine vorzügliche Wiedergabe und sympatische Aufnahene gefun⸗
den hat, dürfte sür die Freunde unseres Landsmannes die weitere
Mittheilung von Interessen sein, daß dessen Oratorium Der Raub
)er Sabinerinnen“ am 12 nächsthin in Cassel zur Aufführung ge⸗
angt. Eine weitere Aufführung wird dieses Tonwerk demnächst in
Herrmannstadt, der Haupistadi Siebenbürgens, erleben. Auch der in der
ath. Kirche zu Ludwigshafen unlängst zum 1. Mai aufgeführte 100.
Psalm Vierlings ist in das Progranm des Domchores zu Berlin
zufgenommen worden und soll in der nächsten Zeit in einem geist⸗
lichen Concerte der Reichshauptstadt zur Aufführung gebracht werden.

F Speyer, 3. Dez. Heute Nachmittag wurden am hiesigen
Bahnhofe vier Personen — 3. Manns⸗ und eine Frauensperson
— aus Queichheim bei Landau, auf der Rückreise von Heidelberg
durch hiesige Polizei abgefaßt. Dieselben hatten nämlich in den
etzten Nächten gemeinschaftlich in den Orischaften Fischlingen und
Niede: hochstadt 28 Stück Gänse gestohlen und diese unterm Heu⸗
tigen qüf dem Wochenmarlte in Heidelberg verkauft. Der Erlös,
velchen die Diebe noch vollständig in der Tasche hatten, wurde
huen abgenommen und sehen dieselben ihrer Bestrafung entgegen. (Kb.)
7Rosenheim, 2. Dez. Gestern Ubends 9 Uhr stieß
dor dem Wirthshause zu Westerndorf bei Pfaffenhoẽen der 60jährige
Bruderbauer von Wernhardisberg, Vater von 7 Kindern, nach
tutzem Worlwechsel seinem Nachbarn, dem 83jährigen Demmelbauer
von dort das Vesser mit solcher Araft in, die Vrust, daß der Un⸗
ztückliche, dessen Vetlust nun eine Wiutwe mit 5 Kindern beweint,
ofott todt zusammenstürzte.

fErslangen, 30. Nov. Auch ia unserer Stadt wurdi
zurch das Uaglüd, welches die „Pommerania“ getroffen hat, eint
Familie in üese Trauer cestürzt. Herr Dr. J. E. Scheiding,
zessen Angehörige seit einer Reihe von Jahren hier leben, und der
eit etwas über Z Jahren als Schiffsarzt zwischen Hamburg und
Amerika fuhr, b.fand sich auf dem Schiffe und ist verungladt. Die
seist follte seiner Absicht zufolge seine lezte sein als Schiffsarzt, da
er sich auf dem Festlaunde als Arzt niederzulassen gedachte; sie ist
die letz'e seines Lebens geworden. J

FDer Jesuitenpater Stumpf, früherer Superlot des St
FlemenseRNlosters in Metz, der während des Krieges 1870,71
nit großem Eifer für das Wohl der nach Deutschland abgeflhrten
driegegefangenen thätig war und sich deßhalb der besonderen Gnade
)er Kaiserin Augufta erfreute, hat gestern, in Dijon, wo er seil
einigen Jahren weilt, die Sterbesalramente empfangen.

Zur Nachabhmung. In den Schulzimmern des Gtoß
serzogihums Weimanr befinden sich folgende Schulregeln mit gro—
jem Druck ausgeführt an der Wand befestigt, damil jedes Kind
ieselben flets vor Augen hat: A. Verhalten in der Schule: 1)
domme punkilich und regelmaͤßig in die Schule! 2) Komme cein⸗
ich und anständig gekleidet! 8) Bringe steis die pöthigen Bücher und
deräthe mit! 4) Sei höflich deim Kommen und Gehen! 5) Begib
ich ohne Geräuͤsch an deinen Platz! 6) Sei andächtig bei Gesang
ind Gebet! 7) Sei stets aufmerksjam deim Unterricht! 8) Unterlaß
usbesondere alles Recken, Tändeln, Flüstern und Zusüstern! 9
Das Auge sei auf den Lehrer oder auf die Aufgabe gerschtet! 10)
Dir Hallung sei anständiz, die Sptache edel, laut und —XRXV
Fertige deine Aebeiten mit Fleiß und Sorgfalt an! 12) Bewahret
jor jeder Verunreinigung deine Schulsachen und Gerdthe, das Schul⸗
immer und die Abdortel 13) Beschädige nichts! 14) Gegen deine
Zehrer sei ehrerbietig und gehorsam! 15) Wahrhaftig sei gegen
Zdehrer und Mitschüler! 16) Sei verträglich, dienstfertig und ehr⸗
ich! B. Verhallen außer der Schule: 17) Gehe ruhig, anßaäͤndig
ind ohne Aufenthalt nach der Schule und aus der Schule! 18)
hehe gern zum Hause des Herrn und verweile daselbst mit An⸗
acht und Ehrfurchi! 19) Beitage dich überall wohlanständig und
gesittet, untetlasse insbesondere alles unanständige Toben. Schreien
        <pb n="703" />
        ind Pfeifen in den Straßen und auf oen Spielplaͤßzent! 20) Geht
Abends rechtzeitig vom Spiel nachhause! 21) Gegen deine Eltern
hetrage dich nie anders als ehrerbietig, gehorsam und dankbar!
22) Sei gefällig und verträglich im Umgang mit deinen Geschwi⸗
dern und Gespielen! 28) Sei ehrerbietig, höflich, sreundlich und
zidustfertig gegen Vorgesetzte und Bejahrte! 24) Sei dienstfertig und
uvortommend gegen Freunde! 285) Verspotte nie Gebrechliche und
AIeme! 26) Sei hülfreich, wo du kannst! 27) Schone geweihte
Statten, Denkmaler, össentliche Anlagen, Grenzsteine und dergl.l
28) Fremdes Eigenthum sei dir stets heilig! 29) Achte die Werke
Bottes in der Natur! Quäle kein Thier! 30) Sei ehrbar und
chtig in Worten und Werken.

Berlin, 3. Dec. Im Abgeordnetenhaus bestätigt Mi⸗—⸗
uister Friedenthal den Ausbruch der Rinderpest in Stallupönen
durch den Schmuggelhandel eingeschleppt); auch in Oderbruch sei
mn 7 verschiedenen Orien in Folge des nämlichen russischen Vieh⸗
ransports die Rinderpest ausgebrochen. Alle zur Verhinderung
zer Weiterverbreitung diensamen Maßregeln srien ergriffen worden.

F In Beireff der Verhaftung des Direltors der Münze von
Bordeaux, Delebeque (ehemals Director der Münze in Straßburg),
zerichtet man Folzendes: Das Haus Rothschild hatte vor Kurzem
BZoldbarren im Werthe von 1,500,000 Fr. zum Umschmelzen und
Prägen in die Muünze von Bordeaux geschickt und dasür Münzbons
wpfangen, die am 1. December füllig waren. Vor einigen Tagen
nun zeigte Delebecque dem Hause Rothschud an, er werde die Gold⸗
zücke infolge gewisser persönlicher Verlegenheiten zum bestimmten
Termin nicht liefern lönnen, und gleichzeitig kam der Finanzver⸗
waltung zu Ohren, daß man in der Münze von Vordeaux mit
doldbarren eigenmächtg verfahren wäre. Ein sofort an Ort und
Stelle abgesandter Finanzinspektor constatirte in der That, daß die
boldbarren (nach einer anderen Lesart Silberbarren) verschwunden
und durch Kupferbarren ersetzt wocden waren. Der Finanzminister
zand nun nicht länger an, die Verhafiung Delebeque's zu ver⸗
inlussen.

se Die „Pelites Afsiches“? veröffentlichen folgenden am 9. und
10. Oktober vor dem Rotar Portesin zu Paris volhzogenen Verkaufs⸗
dontrakt: „Frau Marie Eugenie von Gusmann, Gräfin von Teba,
Witiwe des Karl Ludwig Napolton III., uud ihr Sohn, wohnhaft
in Chitlehurst (England), verkaufen ‚an Herrn Baron Hirsch von
Bereuͤth: 1) ein großes Hotel, Avenue Gabriel 26 und Rue de
»Elyjée 2; 2) ein Hotel, sogenanntes englischez Haus, Rue de
Elhse 6, um den Gesammtpreis von 2361500 Fr.“ Tas
erste der drei genannten Gebäude war in den letzten Jahren
des Kaiserreichs Sitz der Zserreichischen Voischaft; das dritte ist seit
dem Kriege von Herrn Rouher bewohnt.

—Eleltrische Lampen für Wohnhäuser. Die von der Elektro⸗
Hynamic Light Co. fabrizirten Sawyer⸗ Ran-VLampen für elektri⸗
sches Licht wurden am 29. Oklober in New⸗NYork einer öffentlichen
Prüfung unterworfen. Die Erfinder der Lampe, die Herren W. E.
Sawyer von New⸗York und Aldon Man von Broollyrn, behaupten,
daß durch ihre Lampe alle Schwierigkeiten überwunden seien, welche
ich bisher der allgemeinen Anwendung von elektrischem Lichte ent⸗
zegengestellt haben. Die Lawpe befinde sich in einer hermet sch ver⸗
ichlossenen, mit Nitrogengas gefüllten Glasglocke und bestehe aus
inem Stückchen Holzkohle von der Größe einer Nadel, welches
zurch Elektrizitüt zu einer Temperatur von 30,000 bis 50,000 Brad
Fahrenheit erhitzt werde, sich aber trotzdem nicht verzehrt, da kein
Sauerstoff in der Glaskugel sei und in Folge dessen ein beständiges
dicht liefere. Die Erfinder behaupten, daß eine Dampfmoschine von
1000 Pferdekraft Licht für 30,000 Brenner mit einem Kostenauf⸗
dande von nur 10 Dollar per Stunde liefern körnte, während die
etzt für Herfiellung der gleichen Beleuchtung nothwendigen 150,000
Fuk Gas per Stunde mindestens 412,50 Doll. kostelen. Ein auderer
nicht zu unterschätzender Vortheil dieser Erfindung bestehe darin,
daß man die Skärle des Lichts beliebig reguliren könne, es lasse sich
dis zu einem schwachen Schimmer dämpfen oder auf die Leuchtkraft
don 30 gewöhnlichen Gasflammen heraufschrauben. Ob an diesen
Behauptungen nichts übertrieben ist, muß die Zukunfl lehren.

fIn New-⸗Orleans batte das gelbe Fieber, welches
eit eitwa 8 Wochen als erloschen betrachtet werden kann, in den
4 Monaten, während welcher die Pest dort wüthete, ca. 50,000
Personen ergriffen; davon sind 4010 gestorben. Die Gesammtzahl
zer im Süden der Ver. Staaten dieses Jahr dem gelben Fieber
krlegenen wird auf rund 20,000 veranschlagt.

f Ein Halstuch als Dividende. Jedem Actionär der „König
Philipp Mills“, einer Fabrik in Fall Riever Mordamerika)
—AEV
nanglung einer Baardividende ein in der Fabtitk selbst verfertigtes
handtuch überreicht.
ph git ulabahadhthidlkwNMANνιιYνιιYιιαι
Dienstesnachrichten.
(EKathol. Kirchendienst.) Die Pfarrerei Nünschweiler wurde
dem Kaplan von Ludwigçéhasen, J. Anton Geiger, übertragen.

Anweisung erhielten ver aplan Heinrih Aung von Mittelderbach
rach Ludwigshasen; der Kaplan Jakob Scheider von Kirrweiler
nach Mittelberbach und der Neopresbyler Joseph Faßbender als
Zoplan von Kirrweiler. — —
—R —WV

Brems Thüierleben.“ Der soeben von der Verlags⸗
zandlung, dem Bibliographischen Institut in Leipzig, versandte vierte
Band eröffnet die Abtheilung der ˖ „Vögel“; dieselbe bildet gewisser⸗
naßen den Schwerpunkt des berühmten Werls, da er das Gebiet
der Specialforschung des Verfassers ist und einen größern Reich-
hum neuer Beobachtungen ausweist als irgend eine andere Ablhei⸗
ung. Die Umarbeitung dieser neuen Auflage ist eine durchgreifende
Jeworden, die eigenen Schitderungen des Verfassers ragen in ihrer
Ursprünglichkeit und Frische weit über die eingestreuten Mittheilun⸗
sen anderer Forscher hervor. Auch in der Illustrirung bielet die
Abtheilung Vögel- das meiste Neue und wurde eine bewunderns⸗
verihe Mannigfalugkeit erreicht: der vorliegende' Band enthält
57 meisterhafte Bilder, von denen der größere Theil Neuzeichnun⸗
gen nach der Natur und in der früheren Auflage nicht enthalten sind.

Weber das „Thierleben“ selbst gibt es im IJn⸗ und Ausland
ur eine Stimme des Lobes und der Bewunderung. Die fremden
dationen beneiden uns um den Besitz eines so einzigen Literatur⸗
verks, das von Seiten der Kritik zu den alten Ehren sortwährend
deue erntet. Die weiteren Bände des „Meisterwerkz in meister⸗
zafter Ausstattung“ verspricht die Verlagshandlung mit der gleichen
Zünkllichkeit zu Ende zu führen, welche sie bisher beobachtet hat.
Zu den Illustratoren hat sich in dieser Abtheilung auch der talent⸗
olle Düsseldorfer Jagzde und Thiermaler Kröner geselll.

Von dem auf zehn Bände angelegten Werk sind mit obigem
zereits sieben erschienen, eine stattlicht Reihe, welche in den
zevorstehenden Weihnachtsausstellungen der Buchläden eine glänzende
Repräsentation nicht verfehlen wird.

Von dem bereus in weiter Auflage erschienenen Kaufmaänn. Correspondenl
in 4 Sprachen (Deutsch⸗Englisch⸗Französisch⸗Spanisch) von C. Foerster und
). Maucher, Verlag von H. Brucker in Munchen, liegen jetzt die letzten 4
defte (Nro. 10 183) vor und ist damit das Werk vollendet. Die ungemeine Reich⸗
jaltigkeit und äußerst praktische Einrichtung — die Schlagwörter find nach
dem Alphabet geordnet — wie die anerkannte Gediegenheit und Correltheit
des Texies erheben dies nutzliche Werk weit über die Zahl ähnlicher Lebrbücher;
hie werthvollen Beigaben im Anhang ersetzen allein schon eine kleine Bibliothek:
Wir empfehlen daher den „Correspondent? allen Kaufleuten, jedenfalls wird
uUr den Weihnachtstisch derselben kein willkommeneres Geschenk zu finden sein.
Dder Preis ist M. 9,78 gebunden M. 11,50. Alle Buchhaudluugen halten
as Buch auf Lager oder liefern es auf Bestelluna.

Gemeinnuütziges.

Ein Lgutes Mittel zum Reinigen der Zäheme. Einer der
ersten Pariser Zahnärzte empfiehlt seinen Kunden folgende Zusam⸗
mensehung, die sich nicht nur durch ihre Zweckmäßigleit, sondern
auch durch ihre Billigkeit auszeichnet: Man löse 20 Gramm Borox
in *4 Liter heißem Wasser auf. setze einen Theelöffel voll Campher⸗
piritus zu und hebe die Mischung in einer gutverkorkten Fiasche
auf. Beim Gebrauch schüttet man etwas davon in die flache Hand
ind befeuchte damit eine weiche Zahnbütste. Wird auch als Toi⸗
ettenmittel zum Waschen des Gesichts empfohlen. .383

Toiletten⸗Waschpulver. Ein Pfund Mandel⸗
leie wird zu feinem Pulver zerstoßen und demselben zugesetzt: 4
Joth feinste geschnittene Baumdlseife, 20 Loth gestoßenen Zimmt,
Loth gestozene Nelken und 2 Loth gesloßene Veilchenwurzel
nengt man zu einem feinen Pulver an und füllt es in Glasbüchsen.

Marktberichte.

Zweibrücken, 5. Dez. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.
Weizen 10 M. 14 Pf. Korn 7 M. 82 Pf., Gerste zweireihige d M. pf.
ierreihige &amp; M. — Pf., Spelz6 M. O9 Pf., Spelzketn — M. — ÿf.
dintel M. — pfrürischfruhl dW. — f.duser 5 Miso p;
krbsen — . M. — Pf., Widen 4 W. 50 Pf., Kartoffeln 2 M. 50 ppf.
deu 1 M. 80 Pf., Stroh 2 M. — Pf., Weißbrod 1/, Kilogr. 51 pj.
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf., 2 Kilogr. 48 Pf. 1 Kilogr. 24 Pf., Gemischi-
rod 8 Kilogr. 87 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
. Qual o6 Pf, Kalbfteisch dð Pf. Hammelfleist bo pfr Saweincstega
0 Pf., Butter?/ Kiloar. O M. 90 Pf., Mein 1 Liter 70 Vf., Bier 1 Liter 24 Pf.

*
—F

r Ne?

**
— geht dahin, sich in —XE—
Die moderne B ildung Geschichte ꝛc. möglichst umfafsend
u unterrichten, während die meisten Menschen, ofi die Gebildetsien, über die
inrichtung und Funktionen ihres eigenen Körpers fast gänzlich im Unklaren
ind. Das bekannte Buch Or. Airy's Naturheilmethode nimmt
inter den populär⸗medicinischen Werken einen hervorragenden Rang ein und
nüßte in dem Besitze eines jeden Gebildeten sein. Daßelbe ist reich ustrirt
ind elegant ausgestattet in Richt er's Verlags⸗Austalt, Leipzig er—
chienen und gegen 1 Mark 20 pf. (in Briefmarken) durch diese franco zu
eziehen. Ausrug dareus àratis und francol

AIntereasct
at die in der heutigen Nummer unserer Zeitang sich befindende Glücks-
nzeige von Samunel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat rich
lurch seine prompte und verschwiegeno Auszahlung der hier und in der
Imgegend gewonnenen Beträge einen dermassen guten Ruf— erworben,
lass wir Jeden auf descen heutigos Inserat vehon an dieser Stelis na
merxsau machen.,

7
        <pb n="704" />
        — 24—OM —
.. aaaus der Seifenfabrik von —V
J. Welcker &amp; Buhler in Neuwied.
Bestes, praltisches und billigftes Waschmittel per 1Pfund⸗
Schahtel Aßs Pf.
Alleinige Niederlage in St. Ingbert bei Herren
e g. o
vvh. Friedrich.
— Fünfzig Fabeln für Kinder,
von Wilhelm hey.
In Bildern gezeichnet von Otto Speckter.
Nebst elnem ernsthaften Anhange. 2 Bände. Gotha, Friedrich
Andreas Perthes. Große Ausg. à Hand M. 8. 50; kleine Ausg.
à Bd. M. 1. 50.

Vor uns liegt in einem einfachen aber anfprechenden Gewande ein alter,
sieber Hausfreund, der und schon in uͤnserer frühesten Kindheit vom Weihnachts⸗
ische mit hellen, freundlichen Augen anblidte und mit Jubel empfangen, des
dindes Geist und Gemüth dauernd zu fesseln wußte. Es sind „W. Hey's
88 mit Bildern von O. Speckter“ (Gotha, Friedrich Andreas

erthes; 2 Bde., uä Bd. in großer Ausgase M. 3. 50, in kleiner Ausgabe
X. 1. 50), ein in seiner schlichien Einfachheit uud seinen nie veraltenden
Heistesformen wahrhaft clasffisches Ktnderbuch. Wenn der selige Verfasser dieses
Jugendschatzes, der schlichte Efarrer von Ichtershausen, wüßte, wie viel Dank
ihm im Geiste für seine Gabe von den Eltern gespendet worden ist und wie
diel Freude er mit seinem Fabelschatze bereitet hat und immer bereiten wird,
dann hätte er wohl ein Recht, von sich sagen zu dürfen: Ich habe gewirlt
nach bestem Wissen und Gewissen, aber daß ich dieses Buchlein für die Kleinen
schrieb, ist wohl allein eines Menschen Leben werth!“ — — draußen stürmt
ts und der Regen schlägt wauschend gegen die Fenster, es ist traulich am
warmen Ofen; bald werden Dächer und Straßen die weiße Schneehülle
ragen und das Christkind wird wieder bei uns einlehren. Die Kinderherzen
ichlagen ihm schon jetzt erwartungsvoll entgegen; wer den Kleinen nicht allein
ine grotze Freude bereiten, sondern auch die Samenkoͤrner geistiger Erziehung
in die jungen Herzen streuen will, der lege „Hey's Fabelu“ in die kleinen
Ande — er wird die junge Geistes⸗Saat aufgehen sehen.“

CGThuringer Hausfreund, Rr. 46.)

Die Gewinne
garantirt der 8Staat.
Ersto Ziehung:
4 und 12. Decemb.
XVV —
9— GEViInn-Ohanoe
der vom Stante Hamburg garantirften groasen
GeId-Loterie, Im w—&amp;ν u ber
n OO, OO»bD» MATL
vIoher gewonnen werden müssen.
Die Gewinne dieser vortheiIhaften Geld-Lotterie,
welche plangemãss nur 82, 500 Loore enthalt, sind folgende, nämlieh:
Der rosste Gewinn ist eov. 275, 000 NMark.
1 Prũmie von 250, 000 Mark, 1 Gewinn a 125, 000 Mark, 1Gewinn
a 80.000 Mark, 1 Gewinn a 60, 000 Mark, 1 Gewinn a 50, 000 Mark,
I Gewinn a 40, 000 Mark, 1 Gewinn a 86,000 Mark, 8 Geéewinne a
80,000 Mark, 1J Gewinn'a 28, 000 Mark, 6 Gewinne a 20, 000 Mark,
6 Gewinne a 15,000 Marx, 1 Gewinn a 12, 000 Marx, 24 Gewinne a
10. 000 Marx, 2 Gewinne a 8000 Mark, 8 Gewinne a 6000 Marxk, 831
Gewinne a 5000 Mark, 61 Gewinne a 4000 Mark, 4 Gewinne a 8000
Mark, 804 Gewinne à 2000 Mark, 8 Gewinne a 1500 Mark, 10 Ge-
vinne à 1200 Mark, 502 Gewinne a 1000 Mark, 621 Gewinne a
500 Mark, 87 Gewinne à 800 Mark, 675 Gewinne a 250 Mark, 40
Gewinne 4à 200 Mark, 36 Gewinne aà 160 Mark, 22850 Gewinne 2
I38 Mark, 10 Gewinao 4 135 Alark, 1950 Gewinnos 124 Nark, 75
Gevwinne à 120 Marx, 4 Gewinne 2 100 Marx, 3450 Gewinne a 94
Marr, 3950 Gewinne a 67 Mark, 35 Gewinne a 50 Mark, 3950 Ge-
vinne 3 40 Marx, 8950 Gewinne a 20 Mark und xommen soleche in
nenigen Monaten in 7 Abtheilungen zur αn—eren Entscheidung.
bie erste Gewinnziehung iat amtlich auf den
IL. UBnG IS. Decem pbor d. I.
festgestellt und koatet hierzu

das — Originalloos nur 6 Reichasmark,

das halbe Originalloos nur 3 Reichemark, l

das viertel Originalloos nur I Reichsmark,
uand werden diese vom Stante garantirten Original-
Loone (reine verbotenen Promessen) geen frankirte Fin-
rendung des Betrages oder gegen Postrorschuas
aelpet nach den entferntesten Gegendon von mir vervandt.

Jeder der Betheiligten erhult von mir neben seinem Original-

Loosr anch den mit dem Staatswappen versehenen Origimal-Plan gra-
tis und nach atattgehabter Ziehung sofort die amtlicho Ziehnngeliste
maufgefordert zugesandb.

Die Auszahlung und Versendung der Gewinngelder
Z von mir diroct an dio Interesaenten prompt und unter itrongater
Verachwiegenheit.

ode RestelIung kamn man einfach auf eine Pontoin-
ungsnarte machen.
-sea sich daher mit den Ansträden vertradenavoll an
el Heekse ..
mi⸗ and Wechsel Comptoir in Un burge.
Druck und Verlag von F. —

Eisenbahn⸗Irachtbriefe
wie dieselben vom Jahr 1879 an geführt werden müfsen,
auch mit Namens⸗Unterschrift bedrucki, fertigt der
Unterzeichnete billigst an.

H. X. Demetær,
sithographie &amp; Buchdruckerei.

Danlsagung.
Für die zahlreiche —2 —
ing bei dem Leichenbegaängnisse
unserer lieben Gattin, Mutter,
Zchwester und Tante.
Magdalena Erz,
geb. Schnepp
agen wir hiermit unseren dief⸗
lefühltesten Dant.. —
Insbesondere danken wir dem
zesangverein des Bürgerhifs⸗
ereins für die erhebenden Grab⸗
jesaͤnge.
Schnappbach, 8. Dez. 1878
Namens der Familie
Math. Erzʒ

Teinfster Lofodinischer
DorschLeberthran
von E. Sar de manmun

in Emmerich,

wegen seiner Güte und Wirksam⸗
leit allseitig von den Aerzten em⸗
fohlen, ist stets vorröthig im
Driginalflaschen à 1 Mark in
St. Ingbert vei J. Fried⸗
rich, in Zweibrücken W. Ang.
Seel, in Homburg bei W.
Simon.

zu Beihuachts⸗Geschenten
bestens empfohlen.
Coose d. Ludwigsha⸗
fener Kirchenbau⸗
Lotterie.
Geld⸗Pramiencollecte, geneh
migt durch allerhöchsten Erlaß
vpom 13. August 1378.
Zahl der Loose 160,000 Stück,
nmit 8080 Geld⸗Gewinnen im
Betrage von M. 115,400.
yaupttreffer M. 80, 000.
Preis des Looses Maria ꝰ.
Zu bezieh. durch d. General
Debit
.0. Volta Jul.Goldsohmit
Ludwigshafen a. Rh.
Miederverkänfern Rabatt.

V
Q 2. Auflage. Preis 80 ns. O
Sie in dem ilnstririen Buche“
Dise Rrust- und

0
moib de 32 ersotgrãgen
hehandlung und, bwoo noch irgend
aöglich, zur schnellen Heilung obiger
deiden hat fich tausendfach bewäbrt
and dann die Lectüre dieses ausge—
‚eichneten Werkchens allen Kranken
richt dringend genug empfohlen wer⸗
»en. Preis 60 Pfg.) — Prospect
urch Th. Hohenleitner, kLeipzig u. Sasel
— — —— ⏑⏑⏑—
Ire ct gratis

) Vorraͤthig in K. Gottholobls
Buchhandlung in Kaiserslautern,
velche dasselbe gegen 60 Pfg. in
Briefm. franco überallhin versendet.

Geräuch. Speckflundern
per 10.Pfund⸗Kiste 3 M. 70,
3 ifi jo m. 20.
Rieler Sprotten
per Kiste ca. 200 St. enth.,
2 M. 30, 2 Kisten 4 M., 6
Kisten 10 M. 50.
Speckbücklinge, zum Roh—
effen, und süße Bratbück⸗
linge,
größte, fetteste Sorte, per 10
Pfund ⸗Kiste, ca. 33—40 St.
enth. 3-24 M., 8 Histen 90
Pf. billiger.
Frische Austern
vper 102Plund⸗Kiste, ca. 50 - 60
St. enth, 4-423 M.
Frische ausgeweideie Schell⸗
fische, Cabliau, Dorsch,
Seezungen
in Kisten à 9 Pfund oder Sad⸗
chen à 90 Pfund, per 10 Pfd.
3-314 M.
Alles zollfrei und franeo
gegen Postnachnahme. Ausführ⸗
uͤche Preislisten über Butter,
zäse, Conserven, Südftüchte,
Delikatessen, Kaffee ꝛc. und Aoch⸗
recepte sende gratis.
Ot tensen dbei Hawburg.
a2. F. Mohr-
Unserer heutigen
Nummer lieg!“ eit
KGrospect dei, betreffend Kbnigs⸗
Trank“ von Jacoby, Beenbucget⸗
draße 29, worauf wir hiermit
aufmertsam machen.

Chocoladen
8
und Cacao's
ler Kaiserlichoen u. König-
lichen Hof-Chocoladen-
PFabrikanten:
Jebr. Stollwerok
in Cöln-,

18 Hosf-Diptome,
EE
roup· Medqaitten.
—E — 5
lex Konproducte. Vod-
endete mechaniseche Fin-
riehtungen. Carunti rt
eine Quatitat bei mds-
sigen Preisen.
Firmenschilder Kennzeich-
qen die Conditoreion, Colo-
vial · und Delicatesswaaren-
eschãfte, sowie Apotheken,

velche
zlolwernae Fabrikale
führen.

In mbe

—ZF
        <pb n="705" />
        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei
lage) erscheint wöchentlih viermal: Dienstagt, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
LA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezoggen 146 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärtẽ
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Reclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
—ñ
1378.

M 194. Sonntag, den 8. Dezenbler
2—
DZeutsches Reicgg.
Speyer, 4. Dez. (Landrath der Pfalz.) In der heutigen öffent⸗
lichen 4. Sitzung referirte Pfarrer Krieger über die Etats der pfäl⸗
zischen Realschulen und der Kreis ⸗Baugewerkschule. Hierbei wurden
die Anträge der kgl. Regierung genehmigt. Für einen Biblioshekar
an letzterer Anstalt wurden 200 für Schreibaushülfe ebenfalls
260 Mort neu bewilligt, ferner unter bestimmten Bedingungen ein
einmaliger Vetrag von 500 Mark zur Anschaffung von Arbeits«
material, fowie eine Reihe von Positionen, welche durch die Ueber⸗
siedelung der Austalt in das GewerbesMuseum veranlaßt werden.
Der Gesammtetat der Kreis-Baugewerkschulebeträgt 25. 948 M.
34 Pf. von denen 18,202 M. 62 Pf. aus Kreisfonds zu decken
sind. Der Landrath sprach dabei im Hinblick auf die hedeutende
Frequenz der Kaiserslauterer Baugewerkschule den Wunsch aus, es
moͤge · derselben ein hoöherer Betrag aus Staaisfonds gewährt werden.
Jenet berichtete sodann über den Vorschußfonds auf Schulhausbauten,
sowie über den Fonds füc Gemeindez weche. 5.
Speyer, 85. Der. Heute hielt der Landrath seine 85.
Sitzung . Wir berichten einstweilen nur über die lebhafte Debatte,
velche sich über die Elementar-Fortbildungsschulen ensspann, für
velche 6860 M. ins Budget für 1879 eingestellt sind. Der lath.
Decan Huth von Pirmasens hatte Namens des 4. Ausschusses den
Bericht uͤber diesen Gegenstand zu erstatten; er beantragte, daß
war das ganze Postulat zu genehmigen, dabei aber der Ueberzeug⸗
ung Ausdruck zu geben sei, daß diese Fortbildungsschulen ebenso⸗
venig wie die Sonntagsschulen ihre Aufgabe entsprechend ecfüllen;
pielmehr ware es zwedmäßiger, die Sonntags und Forbildungsschulen
ganz aufzuheben und dafür ein 8. Schuljahr obligatorisch einzuführen.
Reg. Assessor Hoenleinweist darauf hier, daß die Entfcheidung
zieser Frage nicht in der Zuständigkeit der Kreis; Regierung liege,
ieiner personlichen Anficht nach, sei jedoch dieser Vorschlag freudig
zu begrüßen. Er bezweifle jedoch, daß dieses Project in den ge⸗
werblichen und ländlichen Kreisen Anklang finden werde., da die⸗
selben die Kinder möͤglichst frühzeitig aus der Schule haben wollen,
um sie zu Arbeiten verwenden zu können. Er weist schließlich auf die
großen Kosten hin, welche die Durchführung dieses Vorschlages ver⸗
urfachen warde, indem, abgesehen von allem Anderen, schon die Be⸗
schaffung der Lehrsäle einen Aufwand, von etwa 1,200,000 M.
erheischen würde. Krieger erklärt, daß die Ueberzeugung besteht,
daß die Fortbildungéschule uns dag nicht gebracht habe, was wir
von ihr erwartet haben. Er befürwortet ebenfalls die Einführung
eines 8. Schuljohres, glaubt, daß der Widerstand der Eltern in
der P'aiz wenigstens nicht so heftig sei und daß das Copital,
welches dafür verwendet werden müßte, reichliche Zinsen tragen
würde durch eine höhere geistige Durchschnittsbildung. 5
„Nachdem noch Dr. Zoöller die Vortheile eniwickelte die ein
3. Schuljahr auf die Entwickelung der körperlichen Kräfte äußern
würde, in so fern, als die Kinder nicht so jung zur Erlernung
tines Handwerkes gelangen würden und Spies auch vom landwirth
schaftlichen Standpunkt dem Vorschlage das Wort geredet hatte,
wurde beschlossen, folgende Erllärung in das Protokoll aufzunehmen:“
.. Lkinstimmig erklärt der Landrath, davon überzeugt zu sein,
daß die Fortbildungsschulen ebenso wenig wie die Sonntagsschulen
ihrer Aufgabe entsprechen und daß Abhilfe nur gefunden werde durch
gJanzliche Aufhebung diefer Schulen und Einfühtung des 8. Schul⸗
—X I 0Ppf. Rur.)
Berlin, 8. Dez. Kaiser Wilbelm ist (wie gestern schon
gemeldet) heute Mittag kurz nach 12 Uhr hier eingetroff n. Bei
dem Empfang auf dem Bahnhnfe außerie er sich den Winistern,
Beneralen ꝛtc. gegenüber eiwa mit folgenden Worten: Mit ge—
mischten Gefühlen kehre er in die Haupistadt zurück, in die Freude
über seinen Empfang, Aber die Zeichen der Hingebung an ihn und
ein Haus mische sich der Schmerz um das, was er erdulden mußte.
Sein Herz habe mehr geblutet ais seine Wunden. Er woll⸗ gerne
Alles ertragen und freudig sein Blut vergossen haben, wenn er
üerzeugt sein dürfte, daß das zum Wohle des Vaterlandes und
num Heile der irregeleiteten Theil seines Volkes gereichen könnte.
— Nach etwa 10 Minuten verlieken die kaisetl en Herrichaften

—8
den Bahnhof und bestiegen den offenen sechsspännigen Galawagen
Daran schlossen sich in 22 Wagen die Prinzen und Prinzessinnen
nebst dem Gefolge. Der Kaiser, in großer Generalsuniform mit
dem Militärpaletot darüber, den rechlten Arm in der Vinde, sieht
frisch und kräftig aus. Auf dem ganzen Wege ertönten unermeß⸗
liche Jubelrufe des zahlreich versammelten Publikums; die Fenster
und Balcons waren reich mit Damen besetzt, welche die Majestäten
nit Tücherwehen begrüßten. Um 12 Uhr 485 Minuten trafen der
Zaiser und die Kaiserin vor dem Palais ein. Die Kaiserin begab
ich sogleich in dasselbe; der Kaiser, dem die Generäle und Flügel⸗
adjutanten folgien, nahm die Parade der Ehrenwache ab, begab
ich dann ins Palais und erschien mit der Kaiserin auf dem Balcon,
um das Publikum, das unaufhörlich Jubelrufe ertönen ließ, nach
allen Seiten zu begrüßen. Unmittelbar darauf begann das Defi⸗
liren der aufgestellten Korporationen und Verbände, darunter zahl⸗
reiche starke Deputationen auswärtiger Hochschulen, auch eine be⸗
)eutende Zahl hier weilender Nordamerikaner mit zwei Sternen⸗
hannern; mehrere hundert Banner und Fahnen zeigten sich im
Zuge. — Das Wetter blieb andauernd regenfrei. Die Illumi⸗
zation. verspricht großartiger zu werden, als beim Friedensfest im
Jahre 13753.. U

Berxlin, 5. Dez. Der „Reichsanz.“ bringt einen Erlaß
des Kaisers an den Kronprinzen, wonach Ersterer von heute an
die Regierungsgeschaͤfte weder übernimmt. Dem Kronprinzen hat
der Kaiser in einem eigenen Erlaß seinen Dank „für die mit voller
hingebung und sorglicher Beobachtung seiner (des Kaisets) Grund⸗
satze erfolgreich geführte Vertretung“ ausgesprochen.

Bermischtes.

7 Speyer. Die „Pfälz. 3.“ erfährt, der Landrath habe
sich in der geheimen Sitzung vom 8. d8. mit einer Vorlage der k.
Regierung über etwaige Aufhebung zweier Landgerichte (sjpäter
Amisgerichte) beschaͤftigt; ein Gutachten des Landraihs über die
Sitze der künftigen Landgerichte“ (jetzt Bezirksgerichte) sei noch
nicht verlangt worden.“

VDen Haupttreffer der Munchener Prämienlotterle mit 40,000
Mark hat der Säckler J. Baumann in Windsheim (Baiern), Va⸗
ser einer zahlreichen Famil'e und durch die Geschäflsstockung der
letzten Jahren in großen Schaden gekommen, gewonnen. Da war
alio ein wohlgefüllter Säckel ganz am Platze! Den zweiten Haupi⸗
treffer hat ein italienischer Arbeiter gewonnen. Derselbe machte
sich mit dem Geld sofort heim.
Hienstesnachtecten.
Die Stelle eines Assessors berm Straßen⸗ und Flußbauamte
München wurde dem Staatsbaupraktikanten G. Böcking zu München
(aus Kaiserslautern) verliehen.
Fur die Redaction veramworilich: F. X. D em —
Ein Jeder weiß, daß veir allen Etlaältungssallen, Hufsen, Hei⸗
erkeit, Bronchites, Lungenschwindsucht, Einfache Appetitlosigteit,
Schlaflosigleit, Magenschwäche, Nervenschwäche, Allgemeine Entkräf⸗
ung und Asthmatische Leiden — das anerkannt billigste und sicherste
J)ausmittel, die weltberühmten Brustkaramels Maria Benno Von
Honat sind. Bei dem raschen, sich noch mit jedem Tage mehrenden
Ubsatze, welcher in allen Ländern der Welt stattfindet, besonders
aber in den gebildeteren Kreisen der Bevölkerung kann nicht genug
dor den vielfachen Fälschungen und Imitationen gewarnt werden.
Barantie fuͤr die Echsheit. Ein Extrablatt im Innern eines jeden
Fartons in Französischer, Englischer, Spanischer und Deuischer
Sprache besagt olles Nähere. 1 Großer echter Carton kostet in
Deutschland 50, Vs echter 30 Pf. —
Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters.
Nohlenstraße Nr. 681V. —
8 9) von. L. M. Pi COo. in Breslau,
hzuste⸗Nicht e eee und Caramelien?)
Anerkennung. Ihr Honig⸗ Kräuter-Malz-Extralt hat bei mir, wie auch
»ei meinen Kindern vorzüglich bei Husten, Lungen⸗-Catarrh und
steuchhusten gewirl. Paul WMuller, Kaufmann, Neumarkti. S.
Jeder Husten kann höchst gefährlich werden. Der Keuchhusten,
        <pb n="706" />
        —R — — — 44 — ααν 28 e⸗2—
die —E doicen dieser Uebel sind betannt.
*) Zu haben in St. In gbert bei Herrn J. Friedrich.
Aeber AMusik⸗Spielwerke.

Die Kunstindustrie hat während jeder Zeitperiode einen Artikel aufzu—
weisen, der als besonderer Liebling sich rasch die allgemeine Gunst erwirbt.
Seit mehr als einem Jahrzehent zählen zu solchen die Musik⸗Spielwerke,
zeren Beliebtheit im steten Wachsen ist. Fast in jeder comfortablen, ja nur
halbwegs anständigen Haushaltung findet man ein Erzeugniß dieser Kunstin⸗
zustrie vor. Ein solch' Spielwerk oder Spieldose ist ein prächtiges und stets
anierhaltendes Ding, immer dazu da, unsd und unsern Gästen Vergnügen
und Zerstreuung zu gewähren, in einsamen und sorgenvollen Stunden die
ible vaune zu verbannen, unsere Grillen zu vertreiben. Niemand, dessen
Mittel es immer nur gestatten, sollte anstehen ein Spielwerk oder eine Spiel⸗
ose sich anzuschaffen und bei einem beabsichtigten Geschenle in erster Reide
eine Wahl dafür zu treffen. Und erst zu einem Weihnachtségeschenke!
Da gibt es gewiß nichts Passenderez, nichts das dem Empfänger eine größere
Freude zu verursachen vermöchte.

Rloßisienverserigerung. S3. Aus Pl.Nr. 38351 circa
7D eneasta g, 10. Dezember 434 —A 14 a 79
nächsthin, Vormitiags 9 Uhr zu im, Ader auf Schitfelland,
Schnappbach in der Woh⸗ neben Peter Schmitt und
nung des Jalob Schwarz, Winwe Schmiti.
werden vor dem unerzeichnetene 6. Pl.-Nr. 8S0012. 63 Dej.
Amtsverweser des kigl. Rotars 18 2 6 qm, Ader auf
Sauser in St. Ingbert, auf Mühlenthal, neben Weg.
Bestelben von Caiu Anbroe 7. Pl.-Nr. 8211. 38 Deß.
Besaftomann in Zwelbrücken, 114 93 qm, Adker rechts
Us definitiver Verwalter der in den Seyen, neben Joh.
Dontmasse des Dtetzgers Jalob Brewenig!s Erben.
Schwarz in Sqhneppbach die Pl. Vr. 8371994. 1 Tag⸗
zu dieser Gantmasse gehöͤrigen wert 22 Dezimalen, 411
MNobiliargegenstande, worunter 57 qm, Ader im Poꝛasch⸗
namentlich — wald, neben Carl Redel,
3 Kladerschranke, wobon Weg und Aufsidßern.
lpolirt, 4 Bettladen, wo⸗ Pl.⸗Nr. 3269, 70 u. 3271.
von J politt, 2 Nachttisch⸗ 96 Dezimalen, 32 43 71
hen, wobon 1polin, 1 gm Acker rechts in den
polirter runder Tisch und Seyen, neben Johannes
Kommode, 1 Sekretär, Ewerle und Pfacrgut —
kische, Stühle! Bettung mit selee bestelli. 9
and sonstige Haus⸗und Pl.Nr. 4608 und 4606.
süchengeräthe I Tagwerk 62 Dezimalen,
zegen Baarjahlung öffentlich an —A
die Meistbietenden versteigert. Wohmbacherweiher, neben
St. Ingbert, 8. Dez. 1878. Jung.
α meider · pᷣit. 8218 u. 82181..
üterversteigerung. 1 Tagowerk 89 Dezimalen,
Mon d sleige ung 47 4 836 qm, Ader xechts
Lachmitiags um 2 Uhr, zu St. u den Sehen, neden Georg
e ea. dung und Coöͤrisian Küing,
sung des Michaei Paui, laft— mit Klee behtellt.
Bernhard Augusi, Handels- 13. Pl.Nr. 978. 81 Dejim.,
mann von da die nachbezeichneten⸗ 27 3 60 qm, Acker auf'm
Immobilien, St. Ingberter Ge⸗ rothen Flur, neben Joh.
narkung, auf langjährige Zahl⸗ Schwarz.
ermine in Eigenthum versteigern, Pl.Nt. 2129. 88 Dej.,
nämlich: 9 4 76 qm Acder in den
1. Pl.Nr. 4372 und 4873. Dudweiler Roödern, neben
eget 42 Dezimalen, Foseph Wack.
8 a 38 qm, Acker im
Roth, neben Rudolf Mun⸗ * re
20 a 44 qm, Ader am
zinger, Schreiner Schwarz, Schafkopf deben Michoel
Peter Redel und Ladlnecht haul und Ww. Dellen idal,
dege — mit Korn — mit Norn bestellt und
— risch gedüngt.
Pl.Ne. 8 4
Zäs pls duen ods 30.
2 Tagwerk 13 Dezimalen, 2 44 qm * zuf
72 a757 qm, Acker aufm —** mit orn e
dahnacker, neben Aufstößern.
— 3017. 4 om Pl.⸗Nr. 3718, 371719 u.
222 49 qm, Ader auf'm aus Pl.Nr. 38503, 98
Muhlenthal, neben Joseph Dezimalen, 33 a 839 qw,
Wack und Erben Schmitt, Wiese in den Potaschwiesen,
— mit Korn bestellt. neben Stief u. Ww. Schmiit.
Pl.Nr. 3779 u. 377923. 1 Pl. Nr. 44362. 1 Tag-
73 Dezimalen, 24 4 87 perk 18 Dezimalen, 40 4
—— ——
neben Peter Redel und! jeben Witswe Hager und
Rlam, — mit Rorn beftelli. F vohannes Seel.

— *e —I
st das wellberühmte Haus * Heller in Bern, welcheß viele Zun⸗
vderte der geschicktesten Arbeiter beschäftigt, das Vollendetste in diesem Gemre
roduzirt, und dede Verdienstmedaille wiederholt ausgezeichnet wurde
Die Heller'schen Werke unierscheiden sich vortheilhaft von allen anderen
nurch hre Tonfülle, Reichhaltigkeit und geschickte Wahl der Melodien, sowie
zurch ihre harmonische Vollendung. Rls Kennzeichen trägt jedes seiner Werie
ie Marke der Firma, (alle andern als Heller'sche angepriesenen sind
remde) an welch' letztere man sich bei Bestellungen, auch wenn es sich nur
im eine kleine Spieldose handelt, am besten stets direkt wenden wolle. Gaun
ꝛesonders sind die Heller' schen Spielwerke — die im Inseratenthe
inseres Blaͤttes von diesem Hause direkt dem verehrlichen Publikum empfoͤh—
sen werden — für Hotels, Cafés and Restaurants geeignet und zu
mpfehlen. In denjenigen Etablissements, in welchen sie bis nun eingefuühr
ind, hat sich fur die Herren Wirthe ihre Nentabilität eklatant er.
viesen. Wir ertheilen daher jedem Wirthe, dem es um eine erprobte An⸗
iehungskraft seiner Gäste zu thun ist, den wohlgemeinten Rath die Ausgabe
ur die Anschaffung sich nicht reuen zu lassen, ebenso wie wir zu überaus
zeeigneten Weihnachtsgeschenken die Nexchen Spielwerke
uind Spieldosen nochmals nachdrücklichst empfehlen.

Illustrirte Preißcourante werden auf Verlangen Jedem franco zugesendet

18. PleNt. 4048 und 4049. Irbeiler⸗Bildungs-Verein.
d J 21 2 qm, Sonntag, 8. Dez., Abends 8 Ußz
iese im langen Stein, an
der Rohrbachermühle. Abendunterhaltun
Aus Auftrag o n i na⸗
Das Geschäftsbureau Lebkuch en
L. Bechthold. St. Ingbert. &amp; i,
im Großen und Kleinen,
empfiehlt
A. Grewenig.
— 7 —
Brust⸗ und Lun
gen⸗Leidenden.
owie denen, welche an Katarrh
od. Heiserkeit, Verschleimung, Blut⸗
jpeien leiden, lann kein ange⸗
nehmeres u. sicheres, zugleich rein
diaͤtetisches Haus⸗ u. Genußmittel
empfohlen werden, als den rühm⸗
ichst beklannten rheinischen
Fraußen⸗Vrusthonig
velcher allein äch⸗
EAM-A mit nebiger Ver⸗
5 — schlußmarke a
* Siajoe
* uS M. iauflid
Nu ⸗ 3
rich, in St Johann bei F. P
Dudenhöffer und Karl Thiriot,
in Saarlounis bei F. Altenkirch
in Blieskastel bei Apotheker C.
Richter, in Saargemund bei Apo⸗
theker H. Kirchner, in Sulzbach
bei Apotheker A. Treffon.

q

Zu Weihnachts Gescheuten
bestens empfohlen.
Coose d. Cudwigsha-
fener Kirchenbau⸗
LCotterie.
Geld⸗Prumiencollecte geneh⸗
migt durch allerhöchsten Erloß
vom 18. August 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stück,
nmit 8080 Geld:Gewinnen im
Betrage von M. 115,400.
— M. 30,000.
reis des Looses Mars 2.
Zu bezieh. durch d. General
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Lundwigs hafen a. Rh.
Wiederverkäufern Rabatt.

Rechnungen
in Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Viertel u. Halben Boge—
sind vorräthig in der

⏑——
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JIlachs, Hanf K Abwerg
m Lohn und zum Weben der Garne zu Tüchern in ver
chiedenartigen Dessins und Breiten und sichern vorzüglich⸗
Qualitaten u.
ESpinnerei Shornreute⸗Navensburg.
Naäheres bei dem Agenien: J. PFISGCdCBAIC
St. Inabert.

in

*
L

I 4,
* 2338
— 3 8 *8
2 3328
537 2338
— * 88
1 7 — F
—E —9
37
—E 2533
* —1 8532
8 8 — 2*
22 ———
7 S 28 *
* 3 —X
—— 32 2 8
8 8343
46 3528
24 3333223
2283559
553—
3220.3. — —
3 223283 232 8
3333—3838
—
— J
5550 23 236

— MWMCO

22

Orud ind Derlag von J. x. Demeß in St. Ingsen.
Siezu ZSAllustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. AO.
        <pb n="707" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.
—— 9 —— ZF — —
ca Et. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wo heutli hj mit denn Hauotblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit ilscrirter Bei⸗
lage) erscheint wo hentlich vierm alr Dienstau, Donaerstar, Sanstarund Sonutag. Der Abonuementsvreis betragt vierieliährlich
M 40 Z einlchließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 4, einschließlich 40 B. Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswari

mit 15 2 fur die viergespallene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
— —

M 195. W Dieustag, den L0. Dezembʒer

— — s

Deutsches Reich.

Berltin, 6. Dez. Wie man hiesigen Blättern mittheilt,
eischien gestern Mittag, eine halbe Stunde, nachden der Kaiser in
sänen Palais angelommen, der Geheime —X
Hotelier Holtfeuer (welchex delkannilich zuerst in das Zimmer det
Jobiling tindrang vnd von demselben durch den Hals geschossen
wurde) und überbrachte demselben im allerhöchsten Auftrage den
Dohenzollerne Hausorden.

die Fraktion des Centrums deß Abgeordnetenhaufes hat soeben

beschlossen, einen Antrag einzubringen, wonach das Geset. tetreffend
di Aufhebung der Kloster, außer Kraft gesetzt werden soll, für die⸗
jenigen Ordenslongregationen und Niederlassungen, die sich aus⸗
ueßlich mit Kranlenpflege und Unterricht beschaftigen und am 1ͤ
Dezember 1878 noch nicht aufgelöst waren, unter anderweit ge⸗
eßlicher Regelung deb Kiostergefetzes.

Wie das ‚Berl. Tagbl.“ hört, hat. der General v. Gluͤmer
dem Vostande der Krieger⸗ Kameradfschaft zu Frankfurt a. Main mit⸗
zetheilt, daß der Delegirtentag lammtlicher seriegervereine Deutjsch⸗
jands zur Konstituirung eineb allgemeinen deuischen Kriegerbundes
nder dem Proleklorat des Kaisers nicht, wie projektirt, in diesem
Monat, sondern erst im Monat Januar abgehalten werden lönne.
Wahrend in Rorddeutschtand vorgeschlagen ist. bei der Reform
der Brausfteuer zu dem süddeutschen System der Mahlsteuer überzu⸗
dehen, ist neul ch in der badischen zweiten Kammer vom Minister⸗
uͤscheerklärt worden, daß eine Ausdehnung der dpreußischen Brau⸗
euer auf das ganze Reich in Aussicht stehe. Der preuß'sche Fie
nanzminifler lägt übrigens seit geraumet Zeit durch die Provinzial⸗
deuerbihörden Erhebungen vergestatten, welche ergeben sollen, was
sur Bedenken einer etwaigen Einführung des Jüddeuischen Systems
entgegenstehen.

Berlin, 7. Dej. Bei dem heutigen Empfange des Magi—
sttats und der Stadwerordueten von Berlin sagte Se. Majeslät
der Kaifer, an die Adresse anknüpfend etwa Folgendes: Allerdings
zabe ich aus dem Empfange, der mir vorgestern geworden, erlannt
und, wie Sie in der Adresse richtig sazen, aus den leuchtenden
AIuzen der mich empfangenden Bevölkerung gelesen, daß die Freude
ber meine Genesung und Rücdkehr eine innige, tief aus dem Her⸗
zen kommende gewesen ist. In den äußeren Zurüstungen, welch
jeit einigen Wohen für meinen Empfang so emsig vorbereitet
vordem, ist vielleicht das von mir gewünschle Maß Übeischritten.
Sie haben mir aber vorgestern schon esagt, daß die allgenreine
Freude sich nicht zurückhalten licß. Leider ist es mir nicht möglich
dewesen, die Illumination felbst in Augenschein zu nehmen. Ich
dabe nur Etwas von meinem Fenster aus sehen loönnen, aber von
aAllen Seiten gehört, daß si recht schön gewesen jst. Und so danke
Ihnen herlich fur den mir bereiteten, meinem Herzen wohlt hu⸗
eden Empfang und bitte Sie, d'esen meinen Dank überall zu ver⸗
breiten. Es isi Ihnen gelungen, den tief schmerzlichen Eindruck der
lezten Ereignisse, wenn auch nicht ganz, so doch zum Theil zu
verwischen. Judessen ich muß immer daran denlen, aus welcher
Verar lassung es nothwendig wurde, daß Berkin mich so empfing.
Die Vorsehung hat zugelassen, daß mich so Schweres betroffen.
siis ich errettei war, fand ich darin eine Mahnung, mich zu prüfen,
d ich meinen Lebenzlauf so eingerichtet, meins Pflichten sa erfüllt
habe, daß ich werth war, gerettet zu werden. Wenn ich die kurte
Zeit, welche mir noch zugem ssen ist, ungetrübt verlebe, so ist es
er Wille decr Vorsehung, und wenn es anders kommen sollte, so
ist es auch der Wille der Vorsehung. Menschliche Vorsicht ist gegen
solche Dinge, wie sie mir zug⸗stoßen, ohumächtig. Eine Aenderung
der Gejetze ist nohhwendig geworden. Wie nothwendig diese Aen⸗

derung fur Deutschland und die Einzelstaaten war, liegt jetzt wohl
illen klar vor Augen; aber au d jür die auderen Staaten ist da⸗
durch eine Anregung gegeben. Ist ja doch bewieken, daß weil ver⸗
weigte Verbindungen exstiren, und zwar mit dem ausgesprochenen
Hrimipe, die Häupter der Staaten zu beseitigen. Die dDaupisache
it aber, wie Sie in der Adresse richtig demerlen, die Erziehung der
Jugend. dier gilt es, die Augen offen zu halten. Das ist Ihret
iufgabe, die Herzen der Jugend so zu lenlen, daß solche Gesin⸗

nungen nicht wieder aufwachsen, und, dabei ist das Wichtigste di
Religion. Die keligidse Erziehung muß noch viel tiefex und ernster
zefaßt werden. In dieser Beziehung ik auch in unferer Stadt nicht
Alles gut best If. Ich danke Ihnen nochmals, meine Herren, für
die in der Adrefse kundgegebenen Gesinnungen, welche ich durch den
Emnpfaugbestätigt gefunden habe, und bitte Sie, Das, was ich ge⸗
'agt, in mözlichst weiten Ktreisen mitzutheilaeenn.

Stuttgart, 7. Dez. Morgen findet in jämmilichen
vangelischen und katholischen Kirchen des Landes ein Danlgebet für
die Genesung des Kansers Statt.—
Hamburg, 6. Dez. Der socalistische Reichstagsssabge⸗
ordnete Hasselmann ist gestern von der hiesigen Polizei wegen poli⸗
tijcher Umtriebe verhaftet worden.

Aussand.

— Paruis, 6. Dez. Es wird mit einer ausgiebigen Auß⸗
hildunz der Volksschule in Frankzeich jetzt Ernst gemacht. Und
vas⸗gleichsalls von Belang für die Zulunft ist:? diese Reformen
tallen in eine Petiode des Abscheuts und Widerwillens gegen das
Treiben der Jesuiten in Frankteich. Von allen Seiten erront der
Ruf: Nur Schulen mit Lehrern und Vorstehern aus dem Laien⸗
tande! Weg mit den Möonchen und Nonnen im Unterricht einer
epublikanischen Jugend! Der Gemeinderath von Paris beschloß mit
37 Stimmen, daß der Unterricht in den öffentlichen Schulen von
Baris und deren Leitung ausfchließlich in die Hände von Nicht⸗
zeistlichen gelezt werden solle.

Rom, 7. Dez. Es wird versichert, der Papst habe durch
die Bermitilung des Munchener Runtinus an Kaiser Wilhelm ein
Schreiben gerichtet, in wel vem er denfelben zur Miederübernahme
der Geschäfte beglükßwüuscht und den Wunsch ausfpricht, die Ver⸗
handiungen mögen alsbald zu einem guten Resultat führen.
J„ermischtes.

fSpeher. In seiner Sitzung vom 6. ds. wurde der von
Dr. Buhl eingebrachte Antrag bezuͤglich de Aufügungeiner
b. Klafse an die isolirten Lateinschulen unver—
indert angenommen. (Durch Errichtung d'ieser 6. Klasse, deren
Kosten durch die beir. Gemeinde selbst zu tragen wäre, würde dem
Absolventen das Recht zum Einjährigen-Dienste ohne weitere Prüf⸗
ung gewährt.) 2

F Unter den geretteten Passagieren der „Pommerania“ befindet
sich auch eine geborene Grünstadterin, Ftäul-in Neumann, welche
nach 11jährigem Aufenthalt in Amerika nach Deutschland zurück⸗
lehrte. Sie wu de durch den Dampfer „Gleengary“ aufgenommen
und kam dieser Tage in Grünstadt an. M. W.)

F Zweibrüchen, 7. Dez. Gestern hat sich dadier ein
Bäckerderein gegründet, der sich hauptsächlsch eine bessere Regelung
des Gesellene und Lehrlingswesens zur Aufgabe wadi. (3. 3.)

3weibrücen, 9. Dez. (Pfälz. Schwurgericht 4. Quar⸗
al.) Verhandlung gegen Christian Meder, 34 Jahre alt, Ackerer
uud Schlazhüter in Lemberg, wegen Körperverletzung mit tödtlichem
Erfolg. Vertreter der k. Staatsbehörde: Siaatsanwalt Petri.
Vertheidiger: Rechtslandidat König.

Es war am 2. September dieses Jahres; der Angeklagte
hatie mit seiner Frau und dem Ackerer Heinrich Ziegser von Lem⸗
berg in seiner neben dem Wohnhause daselbst gelegenen Scheuer
dom frühen Morgen an gedroschen. Gegen 10 Udr versügte sich
die Ehefrau Meder in die Küche, um das 10 Uhrbrod hetzurichten
uind der Aug⸗klagte folgte ihr bald nach, wädrend der Zeuge
Ziegler noch einige Zeit in der Scheuer zurüchblieb. Als er dann
bdald darauf ebenfalls die Küche betrat, sand er die Frou Meder
weinend: sie klagte ihm, ihr Nann habe sie geschlagen, weil sie
die Kartoffeln von früh morgens noch nicht vom Tisch weggeräumt
hätte, aber sie habe doch den ganzen Morgen gedroschen und deß⸗
halb zum Wegräumen keine Zeit gehabt. Der Angellagte, dem
rzine solche Rechtfertigung von Seiten seiner Frau einem Dritten
zegenüber sehr unangenehm sein mochte, befahl ihr, zu schweigen.
Als aber die Frau, die sich in ihrem Recht glauble, fortfuhr zu
umern, da übermannte den Angeklagten, der sonst als braver
        <pb n="708" />
        rechischaffener Mensch und als friedlich,er Ehemann bekannt war.
Der Jähzorn und mit dem Ausruf: „Wenn du jetzt nicht flill bist,
steche ich dit das Messer in's Herz“, versetzte er auch wirklich seiner
Frau mit einem Messer drei Wunden in die Brust. Erst als das
unglückliche Opfer seiner schrecklichen Leidenschaft vor ihm am Boden
lag, kam er wieder zur Besinnung und fühlte auch sofort die
schwerste Reue über seine gräßliche That. Wahrend er sich selbst
mit der schwer Verletzten beschäftigte und fie zu Bette brachte,
schickte er den Zeugen Z'ezler um ärzkliche Hilfe aus. Diese war
zwar bald zur Stelle, lonnte aber nichts mehr retten: 2 Sticht
hatten die Lunge verletzt und waren absolut tödtlich. Zwar erholte
sich die arme Frau wieder, so daß sie sogar ger'chtlich vernommen
werden konnte, aber in der Nacht vom 22. auf 23. September
sorderte der Tod sein Recht. Sie starb nachdem sie ihrem Manne
die That vollständig verziehen hatte. Wie schon gesagt, genießt der
Angeklagte einen recht guten Ruf und lebte mit seiner Ftau, einige
Borkommnifsseꝛ, wo ihn seine schlimme Leidenschaft, der Jähzorn,
übermannte, ausgenommen, rechl friedlich und glüchlch. (Schluß folgt.)
F Bergzabern, 7. Dez. Troß des nicht günstigen Er⸗
gebnisses der dießjährigen Obsterute wurden im Amtsbezirke Berg⸗
zabern nach den gemachten Erh bungen etwa 7358 Centner Obst
im Schätzungswerthe van 47,689 Me geerntet.
7Saarbrücken, 7. Dez. Gestern Abend gegen 10
Uhr fand bei Brebach ein äußerst heftiger Zusammenstoß eines von
Soarbrücken kommenden beladenen Kohlenzuges von 50 Waggons
mit einem von Saargemünd zurückkehrenden Güterzuge statt, wobei
ca. 20 Wagen zertrümmert wurden. Glücklicherweise aber kam dat
sämmtliche Personal mit dem Schrecken davon, da es demselben
getlang, vor der Collision don den Wagen herabzuspringen. Die

Zu bevorstehendén Meibnaohten
— empiehle iche mein Lager in ⸗

Velours⸗- und Tapeftiy⸗Sopha⸗ und Bett-Vorlagen in den verschies
densten Größen — — Tischdecken in' Cachemir, Kipsund Gobelin
nrsAsne imd große Bumflidere ien — — Portesen lle Waaren
— — sedene Foulards, F chus und Cad ie — Chales —

gestrickte Zücer — Heixen⸗ und Damen⸗ Gradatten —
Herren⸗, Damen⸗- und Kinder Regenschirme in Seide und Wollstof
— veiße und farb ge leinene Taschensücher ·⸗2Damen⸗ und
Kinderschürzen Vaschliks und Caputzen — gestickte Kragen⸗
aarnituren Seiden: Sammt zu Damenmantel
—— »eien.·. 5——
— * —ERE—— —

rancela.
— gFunfzig Fabelu für Kinder
von Wilhelm hey.
9* In .vildern gezeichnet von Otto Speckher. —9*
Nebst einem ernsihaften Anhange. 2 Bäude. Gotha, Friedrich
Andreas Perthes. Große Ausg. à Band M. 3. 50; kleine Ausg.

w m. I0 *
————— — e

2w—
3
3

22*
— —

HSeh⸗Spedters illustrirtes Fabelnduch. ist eine der besten Kinder schriflen
welche in den letzten Decennien erschienen find; sowohl Wort und Bild find
janz darnach angethan, das liebe Kinderauge und das naive Kinderherz zu
sessein und zu erfreuen, und es dürfte niet leicht zu beftimmen sein, ob die
Herstellung dieses ausgezeichneten Buchleins, das schon so manches Jahr die
hinder erfreuet und doch immer frisch und jung geblieben ist, dem Schrijsteller
oderddem Zeichner der erste Preis puzuerkennen sei. Dem scherzhaften Inhalt
des Büchleins ist ein Anhang ernsten Inhalts in Sinnsprüchen, Gedichten
und biblischen Sprüchen, dem Begriffsvernzögen der Kinder von 427 Jahren
angepoßt, beigegeben. Wir wollen das eben so schöne als nützliche Vüchlein
als ein recht werthvolles Weihnachtsgeschenk fuür die lieben Kleinen hiermit
bestens empfehlen.“

Katholisches So nntaesblatt, Ne. 48.).

1

Passagiere des unmittelbar darauf folgenden Personenzuges wurden
von einem aus Saarbrücken dberbeigerufen Ertrazuge aufgenommen,
—5 7 VUeber die neueste journalistische Schöpfung des Sozialdemo.
kraten Hasenclever, das in Leipzig erscheinende „Lämplein“, be—
richtet das „Berl. Tagblatt“: Den Hauptinhalt bilden Gedichte,
die den Beweis liefern, daß die Soraldemokraten auch in Bezuz
auf die metrische Form zu den „Anarchisten“ zählen. Tie Ausfälle
gegen andere Parieien sind von kindlicher Harmlosigkeit, so die
Sitammbuchverse für Herrn Lasker: „Lasker denkt, Bismark lentt
— Lasker flennt, Stolberg ist Präsident — Lasker sä't, die Real—
Nnion mäht!“ ..“. Ei, wid Das aber Herrn Lasker ärgern!..
Vom 1. Januar an soll dies „Lämplein“ übrigens allwö hentlich
8 3. hoffen wir, daß es die Poltzei nicht vor der Zeit aus
blasen wird!
F(Gerheerungen durch wilde Thierein
Indien.) Es ist amtlich festgestellt worden, daß während deg
Jahres 1876 nahezu 20,000 Menschea den wilden Thieren in
Judien zum Opfer gefallen sind. Bon dieser Gesammtsumme kamen
32 Personen durch Elephaßien, 156 durch Leoparden, 917 durch
Tiger, 123 durch Bären 887 burch Wölfe, 49 durch Hyänen,
148 durch andere wilde Thiere und 15,946 (7) durch Schiangen
ums Leben! — Während derselben Zeit raubtlen die Bestien 54 830
Hausihiere. Und obwohl man im Laufe des Jahres 1876 22 357
Stück Rothwild und 270,185 Schlangen erlegte, und im Jahre
1871 23, 469 Stuct Rothwild und 212,371 Schlangen, so betrug
die Zahl der Menschin, welche im Jahre 1877 den wilden Thieren
zum Opfer fielen, doch noch 19,273, und die von ihnen gefressenen
Hausthiere 48,000
Fur die Redaction veramwortlich: . x4. n e.

q

— — 2 1 8
Consumverein zu Mariannenthaler⸗
d —— J E Glashůtte E. G. d F F
Auf Grund des 811 der Statuten wird dierdurch eine —
ordentliche Sezetalverlammmicung —
iuf Dienstag, 17 de Mis 8 achtuittags A Uhr,
im Saale des Herin Mich. Schneider zusammen berufen.

CTCagea⸗Ordnung: 2
L. Geschästsbericht über die erste Hälfte des laufenden Geschäftslahres.
2. Wahl von 3 Revisoren für die nächste Bilanz.

WMata menhale:⸗Hütte, 10. Dez. 18785. .

75 —Gust. Helmbahh
e e; Vorsiender des Berwaltungsratbes.
— E — —

Zu RWeih ts⸗Geschent

10 Ferkel 3 y —— en
6 Wochen gui, bat uu gerkaufen Loose d. LCudwigsha⸗

⸗ espharde fener Kirchenbau⸗

— CSotterie.
Noꝛar Culmann E Geld Prämiencoll⸗cte, geneh
baqch, sucht ein braves a F
3 — migt durch allerhöchsten Erlaf
* ;vom 18. Argnst 1878.
wanen in guche Haethaung e der et do a
vIrn n ** vohn 6 Thi. mit 8080 Geld Gewinnen in
nisse babe Belrage von M. 115.400.
————— Haupttreffer M. 80,000
Preis des Looses Mark æ.
Zu bezieh. durch d. General
W. Debit—
A. Volte Jul. Qoldschmit
* Ludwigoͤhafen AMA. Rhz.
Wiederbertäufern Rabäͤtt.

J

3
3
3

e

*
8—
—

NAuf Grund der thatsachlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits —
110. Aunft erschienene reichinuftirte Buch:
„or. niry's NRNaturheilmethode“,
38 1 Mark,“) allen Aranken auf's

armste zur LAinschaffung empfoblen
werden., In diesem 5344 Seiten siarken
Werke findet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend. tauseudfach
bewahrte, leicht zu befolgende Rath⸗
nlage, die, wie zahllose Dankschreiben

»Cweisen, oft selbst Schwertrauken

Ich Silfe — Heilung brachten
riers beriags · Andit, Leip⸗
sendet auf Wunsch⸗
An 106 Seit.stark.
NAu⸗ vorher,

3

*
.) Vorräthig in K. Gottrhobd'a
—XXLD
che dasselbe gegen 1 Mk. 20 Pf. in
Briefmi. franco versendet. J

8
Drud und Verlag von F. x. Demetz in St. Ingbert.
        <pb n="709" />
        —
2*
—3 2.
2 —A— 2 28
3232 —A ——
4
2 — 5533387 533 35
5352 5 5 A 53535323
—XX 32 5—23585 3335 * — 3
22 52 3e2 — 523 * 23335 2* 863
552535355 8 *535 7ã 525228 z225* 52552 8
331 3538833 5—223833 A 5 ?
—3331 35335337 5552 —7 A
35 —e s3 3 N * —A — 2237 71 373 s25633333
55 3832328 553 555 55 3833233 375383357
2 525 2 — 2 8. — 2 * 2 28 S4
— 525 3 3832— —552 227 5s 332 — 25333 252 —A
— * — B— —A 88 —— *2— 5 5553 —2 52z553 2
—2 8233 * — 2 * 27 —5 — ——
8* — ——335535 z382— 536 —
5s 25 * 8 9355 3. 5 3 35 — 53— 52533333 85 552 222
ẽ 55* 5520 8*3532 — 3 23365 —————
— — —2—— 2858 — 22 —— — 2*8 * *
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— —A * — 32 8 8 —325. 225 — 2555 —X —*
— 223 ————— 2 2— 5 22 o 2 5355 2 2
2 355. — — 565 2 32 28 5 — — 78 8333.,22
22524 2 28 25 E 2 — 23 2 —8 J —A —22887
72 28 —A 8 2 *— 2* * * — 5 * ⁊*
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—— — — 5 A 35
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2522 2 53 57 23 A ——8 2383 2
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25 3 * —— 372* Q 3253 33327 352
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        SBl. Ungberler Anzeiger.
der St. Jugberter Auzeiger und das (Zemal wõ hentlih) mit dem Hauptölatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint woöͤchentlih viermal: Dieustag, Donnerstan, Sunstag und Sonntaz. Der Abonuementspreis beträgt vierteljährlich

lAA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A BGο B, einschließlich 40 Z Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 ⸗B, von Auswärts
niit 15 B fur die viergespallene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 80 .pro Zeile berechnet.

M 196. Tonuerstag/ den 12. Dezeue 1878.

— —
Deutsches Reich.
Speyer, 9. Dez. (Landrath der Pfalz.) Or. Buhl brachie
Jeute einen Antrag ein, beir. 1. das Verbot der Weinfabrikation,
3. Erhöhung des LSeinzolls und Aufhebung der Zollbefreiung für
Trauben, 3. ein Gesetz zum Schutz gegen die Ausbreitung der
Reblauskrankheit. — Für das Jahr 1879 bewilligte der Landrath
jür Unterhaliung von Diste'ftsstroßen 720,000 M. (wie für 1878)
und für Straßen-Neubauten 14,000 M. 75
Berlin. Die Eisen⸗Enquete⸗Kommesqsaom läßt
zegentocrtig· das Ergebniß ihrer Arbriten in einem Bericht an den
zundesssralth zusammenfassen; Diese Berichterstattung ist an drei
Mitglieber der Kommission- bertheilt worden.“ Den einleitenden
Bericht wird der Geh. Regieruüngsraih' Wedding erstatien; die Zu
ammeystellung dämmtlichet auf die Selbstkosten?rage bezünlichen Au⸗
saben der vernommenen Sachverstäudigen werd auf der nämlichen
hasis der Geh. Oscer-Bergrath Serlo liefern, während Staatsrath
d. Schlör ein vollständiges Resumé der vor der Kommission abge⸗
gebenen Aussagen dem Berichte beifügen wird. Von einem be⸗
ftimmten Resultat der Kommission, in der belanntlich Beschlüsse
nicht gefaßt worden find, kannm im gegenwärtigen Moment selbst⸗
verständlich noch keine Rede s innnn.
Mannheim.“ Dem' Buchdrucker Frz. Muiterer dahier
wurde auf Brund des Socialistengesetzes die Befugniß zur öffent⸗
lichen Berbreitung von Druchschraften eatzogen. *7
Dresden, 10. Dez. Das einflaßreichste Organ der So⸗
taldemokratie Sachsens, die „Dresdener Volkszertung“, ist von der
jiesigen Kreishauptmannschaft auf' Grund des Sozialistengesttzes
oerbofen worden. en ine
Aus saud
Paris, 6. Dez. Wie es zu erwarten war, haben nach
dem Schlusse der Weltausstellung: Handel und Wandel in Paris
merklich nachgelassen. Die Direktaren der großen Magazine finden,
daß die Anlaͤuse sür die Wintersaison ihren Heffnungen nicht ent⸗
prechen, aber mehr noch ols diefe klagen die kleinen Detailhändler.
Die bevorstehenden Weihnachts- und Neujahrsfeste werden, ohne
Zweifel die Lage bessern, aber es zeigt sich doch keine sehr glänzende
Aussicht dafür. Jede Pariser Haushaltung hat ihr Budget über⸗
chritien, sei es, um Freunde oder Verwandte aus der Provinz zu
ewicthen,, sei es durch die Vertheuerung aller nothwendigen Be—
dürfnisse während der sechs Monate der Ausstellung. Die Gast⸗
jöfe sind gegenwärtig beinahe leer, die großen Restaurants sind
chwat besucht und die Thealer verzeichnen magerere Einnahmen.
Fine große Anzahl kleiner Augestellten, die während der Dauer der
Ausstellung beschäftigt weren, sind jetzt ohne Beschäftigung; dann
jat auch die Ausstellung eine Menge von Leuten nach Paris ge⸗
ogen, welche zum Theil für Rechnunz Fremder Geschäfte trieben
'der sonstigen Verdienst fanden; das hat denn freilich mit der
Ausstellung ein Ende gesunden. Auch haben z'emlich viele Leute,
welche vorübergehend als Diener gemielhet waren, jetzt ihre vorüber⸗
jehenden Herren verloren, und so gibt es viele Menschen auf dem
flaster von Paris, die hiald in's Elend gerathen werden. Der
Zustand bezeichnet sich schuürfer durch die hänfigen nächtlichen Anfälle,
die nicht nur in den abgelegenen Straßen, welche nach den äußern
Boulevards führen vorlommen, sondern auch im Mittelpunkte der
Stadt beim Schlusse der Theater und Cafehäuser. Die Kühnheit
der nächtlchen Uebelthäter ist so groß, daß sie sich sogar der Re—
jolver bedienen, deren Knall doch die Nahbarn und Polizeibeamten
anziehen könnte. So ist neulich eine Familie in der Rue de
Queßt angegriffen und der Vater dersfelben durch einen Revolver⸗
chuß verwundet worden. Gestern Abend ist ein Mann durch einen
kevolverschuß getödtet worden. Mordanfälle bei Gelegenheit von
Diebstählen werden üdechaupt immer häufiger und die Polizei
vird fortwährend wit Klagen überlaufen.
Brüfsssel, 10. Dez. Durch Ministerialerlaß wird die
kin⸗ und Durchfuhr von aus Deutschland kommendem Vieh verboten.
Neapel Dem Attentäter Passavante ist jetzt, wie die
Jialie“ meldet, die Anklageschrift“ zugestellt worden. Der Ver⸗
„cecher lag auf seinem Bette ausgestreckt. Als ihm der HZuissier

J

das Document übergab, richtete er sich auf und nachdem er einen
zleichgiltigen Blick auf die ersse Seite desselben geworsen, rief er:
,‚Ich habe verstanden!“ Darauf bog er das Blait zusammen und
legte es unter sein Kopfpolster, streckte sih wieder der Länge nach
auf das Belt und gab dem Waͤchter ein Zeichen, ihn allein zu
lassen.

inn Bermischtes. 3.

F Zweibrücdeny-He Oezbr. (Pfälz. Schwurgericht, 4.
Quarial. 1878.) .(Fall Meder. Schluß.) Bei dem offenen Ge—
tändniß des Angeklagten- und⸗ der ganz klaren Sachlage konnte sich
X Vertheidigung nut darauf beschränken, die Geschworenen zu der
leberzeugung zu bringen, daß in d'esem Falle mildernde Umstände
nzunehmen seien; sie wies in dieser Hinsicht auf den guten Ruf
)es Angeklagten, auf dessen schlechte Etzehung, auf die fürchterliche
lufregung bei der That, auf seine armen Kinder, die durch in—
renge Verurtheilung ganz vernachlaäßigt? bürden und endlich auf
ait Verzeihung, welche die Gestorbene auf⸗ dem Todtenbette ihren
Manne zu Theil hatte werden lassen. Die Geschworenen verneimen
iber die Frage nach mildernden Umsländen, während sie die Schuld⸗
tase bejahten. Urtheilz 6Jahre Zuchthaus und Aberkennung
der bürgerlichen Ehrenrechte in gleicher Dauer.

— Zweibrücken, 9. Dez. (Rachmitlagssißung.) Ver—
handlung gegen die 19 Jahre alte Karoline Rothhaar, Dienstmagd
auf der Aliwoogsmütle, Gemeinde Vogelbach, ledige Tochter des
Dienstknechtes Jatob Rothhaar von Bechtofen, wegen Kindsmoeds
Vertreter der kgl. Staatsbehörde: Staatsanwali Petri; Vertheidiger:
Rechtskandidat Meyer.

Seit Johanni vorigen Jahres diente die Angellagte auf der
Allwoogsmühle bei dem-Müller Christian Wünzinger, mit dem sie
u urerlaubtem Verkehr gestanden sein soll. Seil Februar dieses
Fahres war sie in guter Hoffnung und am 21. September abbin
ühlte sie Geburtsschmerzen und klagte über heftiges Leibweh, Sie
yfl gte mit der ältesten Tochter ihres Dieustherrn im selben Bette
u schlafen und begab sich am kritischen Tage früher als
Jewöhtlich dahin zur Ruhe. Bald ijedoch frand fie auf,
zing jammernd in dem an das Schlafgemach stoßenden Wohn-
immer auf und ab und wickte endlich den Knecht, damm
ieser ihre Mutter von Bechhofen hole. Wahrend der Knecht sich
ertig machle, gebat sie stehend in der Wohnslube und schickte dann den
knecht wieder schlafen, da ihre Schmerzen nachgelassen hätten. Den

rachfolgenden Vorgang bat sie bei ihrem gerichtlichen Verhör ein⸗
estanden und ausführlich erzählt: Sie nahm das Kind mit einer
Ddand am Hälschen und wolite es in die Küche tragen, da kam ihr
der Gedanle, es zu tödten, was sie auch durch einfaches Drücken
des Halses ausführte. Draußen in der Ktüche legte fie das Kind
n dinen Eimer und deckte diesen mit einem Dide! zu. Hier auf
vusch sie die Blutflecken vom Boden und legte sich wieder zu Bett,
vo sie ihrer Schlafgenossin auf deren Befragen zugab, geboren zu
jaben, sie wisse aber nicht ob das Kind lebe. Im Laufe des
ächsten Vormittazs ließ sie ihre Mutter zufen und diese nahm die
zeiche mit nach Bechhofen und wollte sie dort begraben lassen.
Der Todtenbeschauer aber schöpfte Verdacht und machte Anzeige.

Der Staatzanwalt hielt d'e Anklage in allen Puntten aufrecht
ind hielt auch mildernde Umstände in diesem Falle nicht für ge⸗
jeben. Die Vertheidigung plaidirte in erster Linie ouf Freisprech⸗
ung, da das schwache Leben, wenn überhaupt nach dem Sturz des
Reugeborenen nicht schon geschwunden, jedensolls durch den ersten
Hriff an den Hals schon vernichtet worden sei, damals ader habe
die Ungeklazte nicht die Absicht gehadt zu tödten, diese sei ihr erst
päter gelommen und da sei eben das Kind schon lodt gewesen;
nildernde Umstände seien aber zweisellos gegehen. Die Geschwo⸗
enen nahmen die Schuld unter Annahme mildernder Umslände für
erwiesen an. Urtheil 3 Jahre Gefangniß.
fDeidesheim, 10. December. Heute Nacht stard da⸗

jier der gl. Nolar J. Baumann. (Brgztg.)

7. Speyer. Der Ausbruch der Rinderpest in Osslpreußen
und Oderbruh hat die kgl. Kreisregierung veranlaßt, den Bezirks⸗
        <pb n="712" />
        ümtern und Bürgermeisterämtern, dann den Bezitks⸗ und Distrilts—
Thierärzten eine verschärfte Aufsicht auf den Verkehr mit Vith und
namentlich auf die Viehmärkte zu empfehlen, sowie bezünlich der
Des infeluion der Eisenbahnwagen die erforderlichen Anordnungen zu
treffen. (Die Rinderpest ist, wie bereits gemeldet, auch in Berlin
konstatirt worden).

Vor das k. Bezirkagericht Frankenthal waren am 4. d8
20 Standesbeamten geladen wegen Unrichtigkeiten in der Führung
der Standesakten. 19 waren erschienen und wurden zu je 3 Mark,
einer nicht erschienen, zu 20 M. verurtheilt.

fKaiferslautern, 11. Dez. Wie wir aus sicherer
Quelle vernehmen, wird Herr J. Peter Wagner in den nächsten
Tagen an ein jedes Bücgermeisteramt der Pfalz eine Petition aa
hohe Kammer der Abgeordneten des Königreichs Bayern, sowie eine
solche an hohen Reichstag ergehen lassen, betreffend:

1. dem Unfuge der Wanderlager und wandernden Waaren⸗

Auctionen,

2. dem Unfuge des Hausirens und

8. dem Unfuge des Wuche rs, resp. Beschrünkung desselben,
zu steuern, und sind hierdurch alle wohlmeinenden Buͤrger der
Pfalz ersucht, dieser so gerechten Sache ihre Betheiligung nicht vor⸗
enthalten zu wollen. —
rWürzbaurg, 5. Der. In Folge eines Disputes zwi⸗

schen einem Infanterieofficier B. und einem Studirenden fand diese
Tage ein Duell auf krumme Säbel in dem soz. Deutschen Hause
einem Militärgebäude im Mainviertel ssatt, in Folge dessen der
Student schwer, jedoch nicht lekensgesährlich verwundet wurde. Der
leicht verwundete Officher ist bereits wieder hergesiellt.

Marktberichte.

Landstuhl, 9. Dez. (Frucht⸗Mittelpreise) Weizen — M. — pf
Korn 7 M. 50 Pf., Spelz —M. — Pf., Gerste — M. — Pf., Haisen
6 M. 8 Pf.

Homburg, 11. Dez. (Fruchtmitielpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 M. 24 ppf. Korn 7 M. 85 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
6 M. 10 Pf., Mischfrucht O M. — Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken
d M. — Ppf. Bohnen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn
brod 6 Pfund 70 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch 56 Pf,
Rindfleisch 586 Pf., Kalbfleisch 60 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
48 Pf., Butter i Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Cir. 2 M. 50 Pf.

Kaiserslautern, 10. Dez. (Fruchtmiltelpreis und Victualienmarki.
Weizen 08 M. 89 Pf., sorn 7 M. 61 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spel
6 M. 35 Pf., Gerste8 M. 26 Pf., Hafer 6 M. 12 Pf., Erbsen 8 M
— pf., Wicken 5 M. 65 Pf., Linsen 6M. 90 Pf., Kleesamen 40 M. —
Pf. Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 68 Pf., 2. Qual. — Pf., Gemischtbret
3 Pfund 39 Pf., Butter per Pfd. — M. 90 Pf., Eier 2 Stück 11 Pf. Kan
toffein per Ceniner 2 M. 40 Pf. Stroh LM60 Pf. Heu WM. 30 *.

Fur die ebaction veraniworisich: F. X. Demeßn.

Gesocbhafts- Pmpfohlung.
Einem verehrten Publikum von St. Ingbert und der
Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich mich am hiefigen
Platze als
niedergelassen. Ich empfeble Alle in dieses Fach einschla⸗
genden Artikel, besonders Alle Sorten Wand-, Steh⸗
u. Taschenuhren, Ketten, Seidenschnüre ꝛc. ꝛc.
Reparatnren aufs Keste under Garantit.
Fiecheũg empsedle mein Feger in Singer⸗;
4 aus der Fabrik von
Nähmaschinen G. M. Pfaff in NKoiserslautern.
Anetsanmt vesses Fabritat unter Garantie zu den billigsten
Fabrikpreisen. Iß Nadeln und Oel.
St. Ingbert, 12, Dez. 18785.
Achtungevoll
A. Mitt, uhrmacher.
vis-⸗A⸗vis dem Stadthause.

8

— er

Lebensbittor.

Die größte Erfindung der Neuzeit.
Derselbe beseitigt die Brechruhr sofoct, die rothe Ruhr
innerhalb drei Tagen (die Gefahr ist schon in 10 — 12 Stunder
vorũber) den augenblicklichen Magenkrampf bei Frauen und
Mädchen in 5 Minuten, wofür ich garantire. Auch ist derselbe
das unfehlbatste und unschädlichste Abführungsmittel, besonders
bei schwangeren Frauen, Kindern und Wöchnerinnen, wofln
garantirt wird. Auch gegen allerhand Magepleiden, besondert
Magenkrampf hat sich derselbe auj's glänzendste bewährt, was
ich durch 27 amiliche, sowie auch mit über 210 Aitesten von
Privotpersonen und 7 Attesten aus Amerika beweisen kann
Wenn mir alle Genesende ein Attest eingesandt hätten, so würde
ich deren Tausende aufweisen hnnen. 10,000 Mart zahle ig
Demjenigen, welcher mir die Unrichtigkeit meiner Atteste beweiss
Mil Verp. iz3 Ltr. 3,90, N Ltr. 2.80, 6 Lir. M. 1,63

72 e Dortmund.
Atteste.

Herrn A. Hellmich in Dormund. Seit 80 Jahten war
ich defündig mit oft unetträglichen Magenkeiden behaftet, war
dadei für keine Freude der Welt empfänglich, indem ich stete
über mein trauriges Dasein nadhdachte.

Rachdem ich aber einige Wochen Ihren ausgezeichneten
Lebensbittern gebrauchte bin ich wie neu geboren, gesund und
lebensftoh. Die Verdauurgestörungen sind verschwunden, itd
»anke Gon, daß er mich Ihnen zufuͤhrte. Ich werde Ihr Mitte
überall auf's Wärmste empfehlen.

Dettelbach a. M., Bayern, 24. Januar 1878.

(L. 8.) Paul Hahn, Fabrilant.

Für Weihnachtsge⸗
schenke!
Weiße und farbige leinene
Taschentücher, erstere auch
in prachtvollen Caxtons, empfihlt
J. Friedrich.

Zimmtwaffeleisen, Ausstech—
förmchen ꝛc. sowie Kü—
chen⸗ und Haus⸗
haltungsge⸗
genstände
zu Weihnachtsgeschenken
passend.
Otto Weigand.

Ju Weihnachts⸗Geschenten
bestens empfohlen ·
Coose d. Ludwigsha-
fener Kirchenbau⸗

Fotterie.

Geld Praͤmiencollecte, geneh
migt durch allerhöchsten Erloß
vom 13. August 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stück,
mit 8080 Geld Gewinnen im
Betrage von M. 115,400.
Haupttreffer M. 80,000.
Preis des Looses Marb L.
Zu bezieh. durch d. General⸗
Debit
A.O. Voltz Jul. Goldsebmit
Ludwigshafen a. Rh.
Mie⸗edervyerftäufern Pahaftt.

Hochgeehrter Herr A. Hellmich! Das Magenleiden un⸗—
Anfälle von Kopfschwindel, mit denen meine Frau seit vier
Jabren bebaftet war, find durch den Gebrauch des Lebensbitterr
von Herrn A. Hellnich in Dortmund, innerhalh 8 Tagen voll
staͤrdg gehober. Dafür spreche ich Herrn A. Hellmich meiner
herzlichsten Dank aus.

Düsseldorf, 18. Oct. 1878.

F. Sander, Castellan an der kgl. Kunst: Alademie

Hherr A. Hellmich, Dortwund. Durch den Gebraud
Ihres Lebensbitter bin ich in kurzer Zeit vollstandig von meiner
Magenleiden verbunden mit Sodbrennen befreit worden und
spreche Ihnen meinen Dank aus.

Straßburg i. E. 18. Nov. 1878. 9*

A. Schwenniger,
Oberbäcker J. Closse beim kaiferl. Probiant· Am
10,000 Mark zahle ich Demjenigen, welcher meine am⸗

Uchen nud Privat⸗Atteste unwahr macht.

Dortmund. A. Hellmich.

Kieler Sprotten,
Bratbücklinge,
bei Julius Grewenio.
Schlittschuhe
Notar Culmann in For—
bach, sucht ein braves Mäd—
chen von 22-30 Jahren,
welches in Küche und Haushaltung
ersahren ist. Gute Zeug—
nifsebaben. LohneG6 Thl.

—
10 Ferkel Rechnungen
F er el, u Jedermanns Gebrauch
6 Woched alt, hat zu verkaufen un Achtel, Viertel u. Halben Bogen
WV. Bernhardt sind vorräthig in der
„Schmelz“. Druckerei ds. Bl. J
Drnck und Verlag von F. X. Demer in i. mabert.

Niederlage bei Hrn. P. J. Woll in
St. Ingbert.
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        — *
* 9 2—
* — 3— 2833 2 *
* 232232828 58325 —A— —
z333 233 383553383 35865 2555
—A — 2222 325 — 3 3235 2 —285 — — 8
7283 52 3228 —A — 5553552 2— 523 —
z 23525 238 448 —— 223 5633833 2533 2432 5583
8 25 —— 3 524 5583 *8 212 J 32 52* 283—25
5 ẽ * — 555 3 „J263 22338 88 —2 5B 55223 — 255 55325
—5235 5587 z0 32386 23333 2z2—5,55 35 37533 353*
55*55 —5 5803 8 —s *535332 3 2253 78 2802373
s458 23 5803833 313233 s 38 23333333 38857
2 5 —3 28 — 7 25 — 32 55 5*3 — 22 52 3
—A 53 553 —— — *382224 5— 833 253335
—— 8 232 5*883 2522 233 5323837* 523272 253. 23385
82225 60 * 7 — — 28 — 57 D 2—z8—3223 *
5 * 535 335—5— 538335* 255338 22 ———— 588
* — A — 55585 552822227 55 —z32 2z562z335
* — —225 —— 222 ů,— 32 *2*.258 2 85 —X —
23 —x* 5584 252 58—8 — 585585 58* 55z32322355
s— 322387 528 583 8 523323535 — *
* — 22858.242 ERS 2 * S 8 52 2 225 2—2.* *
122 5 —— — 85 2 —A 8* * 25* 27
24 — —3826 52 2256* 828 553 — —
25 585 55282 —— — 38252 852 28322 25 *
3 23225 ẽ —83282 328S5 33 253325 2—538253 22322
25 z23 3—8 2322* — 55582 3üz533225
OA ——— — 2 522 —A 2 — 82 — 225583382257 2532 5
—A —224 35533538 25* —
227 z3373332237 ——
—583353 5* — 233535523—5 2235 — 22— — 28 —
3 * 5235 2552 — — 255 5 323237 55 225355 7
* »2 5233 — 522 —— ——— 3 33
— — — — — — 22 322 22 — —
2382 385328333 258258 233 — 3333525 z2338
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*22, 336 222228 25 * — 23 —— 28 —2 *2
232 a 8 — —z23 EIE— 2323 83 —22* 55 »25522*8 3 229
* *22— 82* * 22383 * 2 —A
3 — —
— 5235337 —2 83 223
A28 —523 28
*2 2 * — — —· * 4 — 2— — r — 22
22 823 63332583 33385x 53 535 2533 53338*
25336 22533 5 33 33 55683 75 68533
„2232 * 75*42323728332 22322 * 3
38 cc 2 3 —J * —2— 8 2——2—38— —2523 7* — 5 2 5
— 2252 522 2 25 8s823232253 —ãA— — *8
* — 32— 2 83 ⸗ 132382353223 22 — * —85
—33—;5 355 532 58 23 63 333 3—3283 3 723 358
325 553 2223S 3
253323388 s82* 2. 528 227 x——82553 — —— 8 S 2 —225
— 52 5*2 5z24228 28 —— —2—— 5*—5—2565* 255623 —E 58 oͤ
— 33— 3 —s8822 272 3 33 3— *22 232.2 22 22
48530 —33z258338 7——— 3 33 3373 535*
73 — 8 22 * —A 3 * 7
5833 3335353 33 —3353333735—3 33—828 3333
3 — 3—2 5222 — — 52 28233 5 —A— — *872 —— * 8— 7
2 * —*2 2 — 282 b,
5—5*5c 2553,8 3555223 25*—3 25 58— —3— — 32355
— — 2228 225* — ——— —*23,2 523 332 — 53
—z3— 3—353 5333333 ——8 328335333854538* ——
2m—552—253 5 26* 5— — 0 2—— ——A 2 — 7
——— 5 ———— — —59 —— — —
8—323 38 s8*8 355373853553 3385 4
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335 3—3 133328 —ss 3375 7 332233832.8
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—A—— —22—33353 —25—88 —— — 525
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553, 25 835235
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2—28 258 33
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8——38883
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* —
228 5*» 5—3533355*
— 535833357
58 555 52552
35 85 5*52535855
22 220 2552230
2 * ——
— ——
— ——
5258* — 52528c88
—2 22 * — — 553
— 3—3
2 —
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85BE 52

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552 5532— 7—5—5
— * 2 * 5352 —— — 323233232
32585 3585* 53353738375 38
2 5 r —— 7 *
5222— 52 * 2 5 —S68 *
3525— — z5z82 6*258 222 263*
53 285 —56528 85 —— —— 8 —
2 —A 355 —82— — ————
185 —5085 38 — 33855 *535
s5 33583 3773872*
2 283 .* —A 2225 8 —
5.2 253 s33556 S52557 55
33
226
13253 577 — — 5ñ8* —225
* 3
23323 35225 258252 ——
— 876* — — 88 2 228*
233 3383 335 — —
535383 353 3 5552355 ——— ñ83
60 5 ——— z257 2258
6 5 55415 32533
8 38 385. 57*æ—23* 543
2523 833333128 23—856. 53233
25 853 2255 z 53 28
—A 33265 —383 35378
3323s87555355537 — AA —
55 3252333—5* — —E5—853 35
—55 A — —— 7* — —8236
2532 25 — 3 535525 2 553568
3* 8338 8*
388 5583 575 33528 5322358
——355 583285 90 54
4858 — —A 535
25* * 27 —A— *
22355 8z35 53253363 —5 38
— ——
1
532 *22 2355
52329 A 55
7 —
2 2 * 1 Z..
5555533 *5 *53215
32522227 J
3538 3383333 — 38 23838 —
2222 5 5 * 333 ———— *223 77 —
— 2 x6 2* — * 8. — — * 58
253 2 2534538 — 784
235238 2286 ẽ 33 568838 — —
755 —X 3 5 —— — * 2T5 2752 5* —— 2 —732
* 22 ꝛ 552233338 8 — — 23— 3* ———
55 3583 38 323828 2753—2 223 35 3 68
S5 8 5324 — —A * 2 —A 528xE 22
* * *2 * 2 2 — 2 82 8 —— —8
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3 255 328 — 525 722833 —ẽ X 7 22* 58
—— 57 —A — 3 3 — —— 2 75828 — 2 2 5588
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* — — — —— ——— G63 —3— 2385 — 222 2 238
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5238580 38 —— — 3385 —2 258335
53 385—22 — 3* —* 5 3 *25 F 2333333 52. 226
532238 z25303 232*88 X 3587 * 22 5 25 5 — *8
282 252 —— — 33 2.3 27 — 5533* 2
— —7— A28 —A 28 3 53 ——2 3 *55 — 28
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5535 25883 33328535333
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2375*533 38738 3 838
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3587* 23*8* — —3 * — 5. 985* —,2 — 22 22. *53— 82 — 8
32355338 5 ——5—3333 385 33*52 233288
758 —33 55 372 335 27 3288
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338883 8373228 N9 528 53653 53 538*
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7 23 * 2 5. 385 23. * a —A —— — 723 5
S 52 3823 235333 — 55 352 3525 8758
— 225 5532328* 222* 3— —8 — * SS2
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53383* 52855853 D58 — 258332 z3433
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564 ———— 2525 —A 23358
22 2355335588* —A F *23 F
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— ————— 2.53 5 5.2 155 ————— 2558
2325327538 ———— 283325 28933 e383
8333533 — 2 — — 338 358 5
S. 33 153.8 82. de —22* 52.57 — 8 ẽ
35 353 5236 — 753 — S O 53355
2 —5 3 J
— 333 2.483 276 53333
568 8 X5 53 BRS 8 2233*
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3387 * — 53
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤ hentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich pꝛermal: Dieustag, Donnerstag, Sanstaz und Sonntag. Der Abounnementsvpreis beträgt vierteljährlich

1 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 SG H, einschließlich 410 H Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Aus wärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
Aß 197.

— ——
Samstag, den 14. Dezember I 1878.

Deutsches Reich.
Speier, 10. Dez. 8. Sitzung. Krieger berichtet über die
Rechnung des Pensionsvereins der Realschul Lehrer und der Studien⸗
lehrer an den isolirten Lateinschulen pro 1877, welche nicht dean⸗
Jandet wurde. Der Voranschlag füt 1879 entz ffert inen Bedarf
don 9300 M. Davon sind aus Kreisfonds zu decken 5540 Mart.
Für Alimentationen der Hinterbliebenen verstorbener Studienlehrer
wpurden, wie früher, 891 M. bewilligt. Behufs des Beitrittes der
Realschul-Lehrer und der Studienlehrer an i olirten Lateinschulen Ausland.
zum ollgemeinen Unterstützungsverein für herterlossene königl. baier. Paris, 11. Dez. Eine Spezial Komm'ssion des Versailler
Staatsdiener genehmigte der Landrath einstimmig, daß die von den Abzeordnetenhauses, beauftrazt, einen Vorschlag d's Professors Ca—
wirklichen Lehrern der Real- und isolirten Lateinschulen zu entrich⸗ nisle Sée zu prüfen, welcher die Gründung staotlicher Anstalten für
senden Anstellungstoxen, soweit fie z. J. dem Kreikpensionsfonds den höheren Schulunterricht der Maͤdchen anregt, hat sich für die
jufließen, ebenso die Wittwen⸗ und Waisensondsbeiträge derseiben Errichtung von LI staattichen höheren Töchterschulen ausgesprochen,
jünftig an die Kasse des allgemeinen Unterslützungsrercines über⸗ die in verschiedenen größeren Städten Frankreichs errichtet werden
wiesen werden. soslen. Nach dem Unterrichtsp'an würde Englisch und Deutsch
Für den Neubau einer Küche und anderer außerordentlicher darin zu den obligatorischen Leltionen gehören.
Zauten in der Kreis⸗Armen⸗ und Krankenanstalt zu Frankenthal Die französische Regierung hat zur Ermittlung gewisser inter⸗
bew' ligke der Landrath 34,000 M. Das Budget der Austalt pro aotionaler Verbindungen geheime Polizisten nach London geschickt
1879 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 219. 053 M. festze⸗ und sucht jetzt diese Mission offiziöss mit Studien über das Lon⸗
dellt; die Dotation aus Kreisfonds deträgt herzu 144,572 M. doner Polizeiwesen zu bemänteln. Der Sprachforscher Littré liegt
Manchen', 11. Dez. Der Geseßgebungsausschuß der in Paris im Sierben und wird also seinen kierilalen Akademiegegner
ammer der Reichsräche hat in der vorgesttigen Abendsihung, die Dapanlcup nur um wenige Monale überlebt haben. Auch Emil
his gegen OUhr währle, die Subhastationsordnung zu Ende berathen. de Girardin ist don den Aerzten aufgegeben; als letzter Versuch
ton ä˖ Sihun dilt eine Reise nach Mentone.
dei Beralhung des Gesetzentwurfes zur Ausführung der Reichszivil⸗ Zu den großen Bank-Fallisements, welche Enmg—
prozeßordnung und Koniursordnung bis zu Art. 121. land jetzt heimsuchen, gesellen sich ausged⸗ehnte —WB Stock⸗
J Zur Präkonisirung des neuen Bischofs zu Würzburg, ungen, so daß die britische Nation in schlimmster Weise über schlechte
herrnA Steinwird cin Ronsistorium Mitte Februar in Rom Zeiten zu klagen hat. Die Serdenwaaren Manufaktur ist sehr ge⸗
ktautfinden. drückt. In Ecngioten sind die Löhne herabgesetzt worden und von
B Zan, 11. Dez. Der Kasser hat die Genehmigung zur ullen Fabriken arbeiten nur drei. Virle Familien verhungern im
stenuncen Speletes auf dem „Potsdamer Platz“ zum An⸗ uchftäblichen Sinne des Wortes. In Barnsley und Merthyni
denken an den Einzugstag (5. Dez. 1878) ertheilt. Gestern Abend der Arbeitslohn der Kohlenarbeiter ebenfalls wieder n
ist ein Komite zur Herstellung des Obelisken ia Granit und Bronze Die Eisenindustrie im Barnsley-Distrikt liegt fast ganz —88
usammengetreten. An dieser Sitzung nahmen u. A. Thel der so z. B. hat die bedeutende Eisenschmelze Elsecat ihre Arbeiter
Oberburgerme ster X Forckenbech, Reuleaurx, Hitzig, Geheimrath vissen lassen, daß vom nächsten Sonnabend ab dieselb geschloss
Hartwig, Geheimtatz Schone. Das Nomite beschloß, sich durch werde. An vielen anderen Orlen sind Baumwollspinnereiem *
Ergänzung bis auf etwa 100 Mitglieder zu verstärken und von weder ganz geschlossen worden oder arbeiten nur 2 dis 8 Ta
den Baumeistern Kyllmann und Heypen, welche den Obelisken ent- der Woche. Die Leinwandfabrikanten in Belfast haben aeh
worfen, einen Kostenanschlag für die Ausführung einzufordern. schluß gefaßt, die Löhne ihrer Arbeiter fofert um 10 on
Das durch Kooptation verstärtte Komite wird über die Beschaffang derabzusetzen. Auch aus anderen Branchen ließen sich * n
der Geldmittel Beschluß fassen und wahrscheinlich alsdann einen Beispiele für die furchtbar gedrückte Lage derselben aufführen ue
ͤffentlichen Aufruf zur Betheiligung erlassen. Petersburg, 10. Dez. An der geslrigen Vewirthun
B erlien, 12. Dez. In den acht Sstzungktagen, welche dem der Ritter des Georzsordens nahmen gegen 4000 Personen —*
Abgeordnetenhause vor den Weihnachtsferien noch zu Gebote stehen, Um 1 Uhr traf der Kaiser ein, begrüßie die auwesenden in
witd es schwerlich möglich fein, die Berathung des Eta!s auch nur ind Generäle und trank auf das Wohl der Inhaber des —*
ür diejenigen Theile, welche der Vorprüfung durch die Budget- vollen Ordens. Der Großfürst Oberkommandirende biaun
lommifsion euntzogen sind, zu Ende zu führen, ganz abgefehen davon, doch auf den Kaiser aus, das mit großer Begeisterung aufgenomme
daß mehrere S ßungen, wie zum Beispiel gleich die heutige, durcch vard. Sodann brachte der Kaifer einen Trinkspruch auf zu
die klerikalen Anträge in Anspruch genommen werden. Der Schwer- Zroßfürsten Thronfolger aus. Abends halb 6 Uhr fand im —*
—XR der patla nentarischen Arbeit wird demnach in die Zeit nach »alais ein Diner Statt, wozu alle Ritter der höheren O —*
Neujahr fallen, und noch lößt sich bei der stets wachsenden Fulle jeladen waren. Ven ersten Trinkspruch brech!e — nde
des Beralhungsmater'als nicht absehen, bis zu welchem Endtermin uuf das Wohl des deutschen Kaisers aus, worin er den —*
Nie Geschafte abgewickelt werden können. Offijiös ist zwar vor als den ältesten Ritter des Georgen Ordens als Freund und
Zurzem noch eine Nachridt dementitt worden, wonach der Landtag besten Kenner des Heldenmuthes der — Armee e
Mitie Februar dem Reichstage Platz machen sollte, um nach Schluß Stürmische Hurrahs fsolgten diesem Toast; die Mujsit sp'elte vie
letzteren seine Thatigleit weder aufzunehmen, aber die allgemeine preußische Nationalhymne. Der zweite Timnispruch galt den Rittern
Ansicht in parlamentarischen Kreisen spricht sich doch dahin aus, des Georger-Ordens, wobei der Kaiser —*88 die junge rus⸗
daß es ohne eine solche Nachsession nun einmal nicht angehen werde. ische Armee habe sich während des letzten Fein uges des nn
ks dibt ja unter den diesjährigen Vorlagen eine Reihe von Gesetz.: nmuthes und der Traditionen der alten russischen Armee eny
—B die R in der gegenwärtigen Session unerledigt bleiben erwiesen. ⸗
eiden, wie es ihnen vielleicht schon ein oder mehrere Male er—⸗ Wie fürkische Blätler allen Ernstes melde ürkij
zangen ist, aber daneben befinden sich andere, wie die Ergänzungen Finanzminister Zuhdi Bey der gos den Wijoe e
der Justizoesetze die absolut nicht zurückzelegt werden dürfen, wenn e8 möge ihm gestaltet werden, um die Einkünfte des Staats
nicht die Einführung der neuen Organisat'on am 1. Oktober künf⸗ vermehren, einen Preis auf die Erfindung neuer Steusen ** ur
igen Jahres den ärgerlichsten Stockungen ausgesetzt sein soll. Je Entdeckung neuer Einnahmsquellen auszuschreiben, welcher Vohgn
näher übrigens dieser Termin heranrückt, um so fester pragt sich jvon der Pforte auch genehmigt wurde. Der ‚Vabit“ erklart 4
anseren Jurissin die Unberdengung ein, daß die ersten Monale unde sogar fur ermächtigi, mindeilen zu daürfen, der Preis werde i

Jahre unter der Herrschaft der neuen Gisetze für sie eine Zeit
Jarter, angestrengter Arbeit sein werden. Von Richtern und Advo⸗
'aten, besonders aus dem Gebiete des Landrechts, die seit langen
Jahren in den parlamentarischen Versammlungen sitzen und zum
Theil eine führende Stellung einnehmen, hört rran vielfach die
Ansicht aussprechen, daß es ihnen nicht wöglich sein werde, bei den
Neuwahlen ein Mandat für die nächste Legislaturperiode anzu—
nehmen.
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        iich darin bestehen, daß der Erfinder dieser Sieuer don den du rch
Sieselbe einflieenden Geldern für ein oder mehrere Jahre zwan zig
Procent erhält. Da es jetzt Viele giebt, die gerne eine Beschäftige
uing annehmen möchten, so wollen wir ste hiermit auf diesen Be⸗
schiutß der türkischen Regitrung aufmerlsam gemacht haben.

Vermischte.
7.Zweibrüchen, 9. Dez. (Pfälz. Schwurgericht, 4.
ZQuarial 1878.) GBerhandlung gegen Georg Brand;809 Jahre
alt, Makler von Haßloch, wegen Mordversuchs und Widerstand
gegen die Staatsgewalt.) Vertreter der k. Staalsbehörde: Staats⸗
anwalt Scherrer, Vertheidiger: Anwalt Kieffer. 9V
Der heutige Angeklagte war schon seiner Zrit in die Unter⸗—
uchung gegen einen gewissen Ulmer verwickett, der vor einigen
Fadren wegen Erschießen eines Försters zu lebenslänglicher Zucht⸗
Jausstrafe derurtheilt worden war; jener Förster hatte auf dem
Sterbebelte auf seinen Eid hin den heutigen Angektagten als seinen
Mörder bezeichnet; jener Ulmer aber hat sich damals für schuldig
erklärt und wurde, da auch sonstige Beweise gegen ihn sbrachen,
ↄerurtheilt.

Heute nun hat fich der Angellagte wegen Mordversuch, verübt
an dem Stations Commandaunten Franz Schwarz zu verantworten.

Am Morgen des 30. September lzihin wurde der Sohn
des Angeklagten Jakob, der wegen Wilddieberret in Untersuchung
sich befand, von dem Stations Commandanten Schwarz verhaftet
und in das Verwahrungelokal in Haßloch verbracht. Da Schwarz
den verwegenen Wülderer kannte, haute er ihm die Hände auf den
Rücken gebunden und ihn mit einem Strick an die Prilsche des
Berwahrungéelokales gefefs lt. Der Angeklagte kau nun an jenem
Morgen zu verschiedenen Malen zu Gendarm Frech, welcher den
zungen Brand bewachte und beschwerte sich bitter über die Behand⸗
lung, welche man seinem Schne angedeihen lasse. Auch drohte er
in mehreren Wirthschaften die Gendarmen kämen nicht lebendig zu
daßloch hiraus, wenn sie seinen Sohn so fort mißhandelten. Als
im haib ein Uhr sein Sohn von den Gendarmen zur Bahn ge⸗
zracht wurde, überhäufte er Letztere auf der Straße mit den
rohesten Beschimpfungen. Dem Stationskommandanten drohte er:
eich schlage dir das Hirn ein und vor dee Füße; du lommst henute
aicht mehr zu Haßlo d hinaus“ ⁊ꝛc. Um 1 Uhr holte sich der An⸗
geklagte bei einem Metzget ein langes Metzgermesser und lief damit
den Nachmittag über in Haßloch herum, indem er den Leuten das
Messer zeigte und Drohungen gegen den Staatskommandanten
nusstieß. Im Naufe des Naqmittags schickte er noch verichiedene
Personen zu dem Stahonskommandanten, die ihn in seinem Namen
wegen der Beschimpfungen um Verzeihung bitlen und ihm epentuell
sagen sollien, wenn er micht verzeihen wolle, d. h. wenn er den
Angeklagten protolollire, so lebe er bis zum Abend nicht mehr.
Gegen 5 Uhr ging der Angeklagte immer noch mit dem Misser
bewaffnet in die Benz'sche WirthsüAaft, wo sich auch der Statious⸗
kommarndant befaud. Nachdem dort ein zweiter Sohn des Ange⸗
klagten auf dessen Geheiß nochmals vergebens den Stationskom⸗
masdanten um Verzeihung gebeten hatte, ging der Vattir B.and
selbst auf denselben zu und bat um Ver,eihung. Als der Siations⸗
sommaudanten eine abschlügige Autwort gab, griff der Angeklagte
in die Hosentasche, zog das Messer heraus und stach auf den Gen⸗
darmen mit den Wocten ein: „So, Sie wollen mir micht ver⸗
zeihen!“ Schwarz hatte die Geistesgegenwart, dem Wüthenden in
den Arm zu fallen und so die Wucht des Stoßes etwas zu mildern.
Trotzdem war die Wunde in der rechten Brustseite sehr dedenklich
ind' nur dem glücklichen Zufall, daß ein Arzt zugegen war, der
die Wunde sofort verband, und der ungemein kräftigen Constitution
des Verletzten ist es zu verdanken, daß der beabsichtigte Tod nicht
virklich eintrat, daß vielmehr Schwarz nach 2monatlicher Dienst
unfähigkeit jetzt wieder vollständig hergestellt ist.

Die Hadhaftwerdung des Angeklagten nach der That bedurfte
keiner geringen Anstrengung der Haßlocher Gendarmerie und Bür—⸗
jerschaft, da er mit dem uoch bluͤttriefenden Messer Jeden nieder⸗
zussechen drohte. Er wil an dem kritischen Tage sinnlos betrunken
gewesen sein und von dem ganzen Vorfall michts wissen. Sein
RKuf ist nicht der beste und seine Vorstrafen nicht wenige. Früher
war er Waldhüter, kam aber in den Verdacht der Wilddieberei und
rat dann freiwillig von diesem Deenste zur ück. (Schluß folat.)

4 Aus Kaiserslautern, 9. Dez., berichtet die „K.
3.“: Bei einer am Samstag im St ftswalde veranstalteten Sau⸗
agd suchte eine stack angeschossene Sau dadurch zu entkommen,
Zaß sie in den Lauterspringweiher sprang und durch denselben
schwamm. Ein Jagdhund schwamm iur aber nach und erw schie
sie am jenseitigen Ufer. Die Sau sezte sich zur Wehre und riß
dem Hunde mit ihren Hauern den Leib auf, so daß ein mulleidiger
Jäger den Hund durch einen Schuß von seinen Leiden ttlöste.
Doch auch die Sau überlebte den Hund nicht lange, sondern ver⸗
endele gleich darauf in Folge des zuerst erhaltenen Schusses.

Aus Grünstadil'. 9. Dejember schreibt das Nordpfäli.

Wochenblatt“: Die Besucher des gestrigen Nicolaus-Jahrmarn
vurden durch das plötzliche Auftauchen von Taschendieben nich
penig erschreckt. In kurzer Zeit wurden nämlich nicht weni
ils 8 Taschendiebstähle ausgeführt und der Polizei angezeigt. 6
uudoe, n
umes Dienstmädchen aus Sausenheim ist besonders hart detroffen
ndem ihm seine ganze Ersparniß von 21 Mark entwendet wud,,
die Diebstahle wurden im Gedränge, das sich haupisächlich um bh
0. Pfennig⸗Buden bildete, ausgeführt und 5 Portemanais —2**
eer) später auf der Straße gefunden. Leider ist man keinen
Thäter auf die Spur gekommen.
Srünstadki, 10. Dez. Der Verwalter der Wittwe
Zeltsam'schen Güter, Burkhardt, hatte gestern Abend das Unglüq
yon der Kellertreppe auszugleiten und herabzustürzen uud blieb auf
der Stelle todt.

Aus Limbach, 9. Dez., meldet die „Pf. Post“: Henn
Nacht erschoß sich dahier ein junger Mensch von 21 — dwr
geranlassung zu dieser grausenhaften That war Eifersucht. Gestery
Abend soll er mit seinem Rebeubuhler einen Disput gehabt und
einem ihn tadelnden Vater erklärt haben er werde ihn nicht mehr
ange schelten. Um 11 Uhr klopfte er an das Fenster des Mäd
hens und rief: „Maq' auf, Tu siehst mich doch nicht mehr!“
Wenige Augenblicke darnach ertönte in einem benachbarten Gäschen
inen Schuß. Als der Nachtwächter hineilie, fand er einen leblosen
umpf ohne Kopf. Einzeine Theile des Kopfes lagen weiser davon
veg zerstreut, und in der Mauer stack ein Messer. Der Unglüdlliche
— er war Bergmann — soll zu seiner That eine Dynamilpatron⸗
»erwendet haben.

Sschaidt, 10. Dez. Vor einigen Tagen stacb hier di⸗
ilteste Fru nnserer Gemeinde, Wettwe Keßler. Man fand unte
hrem Nachlaß zwei Kisten voll Geld aus aller Herren Ländem,
velches tinige Tage zum Sortiren und Zaͤhlen erfocdert. Dasselbe
oll eine Summe von 12-20, 000 Gulden repräsentiren.

pMänchen. Gemäͤßng 2 des Gisetzes vom 2. Imn

1878 über Gewährung einer Ehrenzulage an die Inhaber des
kisernen Kreuzes von 1870771 sind in Bezug auf die Berechtig⸗
uing zum Empfange der Ehrenzulage dem preußischen Milität⸗
Fhrenzeich n 2. Klasse, das bayerische Mititär:Verdie nstkreuz und
* dpir sche silberne und go!dene Militär-Verdienst-Medaille gleich⸗
estellt.
—7 In vri Sege i vor —233
Nacht vom 7, auf 8. Tezember so bedeutend, daß die dort passi⸗
cenden Eisenbahnzüge nur m't Mühe vorwärts kommen konnten und
ellenweife erheblichen Aufenthalt hatten. x

F In Ellwangen explodirte etne An ven Ofen gestellde. Beite
Rasche, aa der die Schraube nicht abgenommen war. Die umher⸗
Ieegenden Stücke todteten ein kleines Mädchen. Es mag diefer
raurige Vorfall bei der bevoistehenden Winterszeit zur Warnung
dienen.

Wäürzburg, 7. Dez. Heute kamen am Stadig ericht
wei Beleidigungsklagen gegen den Redacteur des Fränkifchen
Volksblattes“, Herrn Johann Fußangel, zur Verhandlung. Der
Angeklazte war nicht erschien. Wegen Beleidigung des Advokaten
ind Laadtageabgeordneten Ludwig Louis, früher in Landau, jetz
n München, dem er in seinen „Sittenbüdern“ unsittliches Zu—
mmenwöohnen vorgeworfen hatte, wurde Fußangel zu 1 Mom
daft verurrheilt.

4 Kluger Streich. Ein Muster von Schlauheit wurde in der
Sitzung des Kreisgericht zu Naumburg am 28. d. M. mu
O“ M. Geldkuße bestraft. Der Bölscher Fridrich Wilhelm Lanche
us Burkecssroda, det in dortiger Gemeinde d'e Dienste eines Be⸗
neindedieners versieht, war am 18. Septemder beauftragt eir en ver
Jafleten Bettler nach Edartsberga zu schaffen. Unterwegs warf sich de
Befangene zur Erde und wollte nicht weiler. Da sich nun der Ange
lagte nicht zu helfen wußte, so ließ er den Gefangenen liegen und lie
den nächsten Ort, um Hufe zu holen. Als er jedoch zurüo
ehrte, war der Vozel natürlich weggeflogen. Seine Fahrlässigter
— bußen.

1Paris, 7. Dez. (Possdiebstahl.) Nah amilichen Et⸗
bungen sind vor einigen Tagen aus einem nach der Nordbahn
irigirlen Padwagen der Messagerien zwei versiegelte Packeie und
ia Gelosack entwendet worden; die beiden Packete waren mit
320,300 Frs. deklarirt, enthielten aber 700,000 Frs. in verschie
enen Titeln; der Geldsack war mit 2000 Frs. deklarirt und
athielt beinabe 100. 000 Frs. Absender, also falsche Deklaranten.
oaren — so meldet der „Figaro? keine Geringere als die Hausi
Oppenheim und Rothschild. Die Gesellschaft ist ihnen jegt natürlich
jur in Höhe von 22,500 Frs. haftbar.

Dem „Obzor“ wird mitgeth:ilt, daß in Bibac (Bosnien
in käürlischer Greis, Namens Kara Alija Pdvanovic, lebt, de
rereiis das 135. Lebensjahr erreicht hat, aber noch so rüsiig o
haß er mit einen Sacke Frucht don 40 Oka — 100 Pfund
—VV erlebt und in vie.
Zriegen, so gegen Raboleon und gegen den ersten serbischen Aufstar—
        <pb n="717" />
        —1804 mitgekaämpft. Uebrigens sol es in Bosnien genug Personen
geben. welche cin Jahrhundert erlebt und überlebt haben.
R Nach einem Reuter'schen Telegramm aus New⸗ Yorl stießen
am 1. Dez. auf dem Miassissippi zwei Dawpfer zusammen. Der eine
berselben sank sofort; zwanzig Personen ertranken. 1—

4KGRasfinirte Spieler.) Ein reicher Russe spielte Anfangs
Ockober mit mehreren Beamten in einer bekannuten Spielhölle der
Houyvernementsstadt Pensa. Alle verloren dergestalt daß sie nur an
falsches Spiel denken konnten und requ'rirten die Polizei, welche den
Banthalter verhastete und das Local' versiegelte. Die nun einge⸗
lellete Untersuchung ergab, daß jeder Fremder, der in diesen Locale
spielle, in Folge von dessen Einrichtung verlieren mußte. Die
Dande und der Plafond waren nämlich mit Tapeten hekleidet, deren
Zeichnung aus Sternen bestand. Am Pla'ond war hie und da
durch den Mitielpunkt eines Sternes ein Loch gebohrt und in dem
ber dem Spielsalon befindlichen Zimmer lag auf einer Matratze
ein Geüͤlfe, wescher durch diese Löcher genau in die Karten der
Spielenden sehen und mittelst einer telegraphischen Signalmaschine,
deren Drähte durch die Mouer und den Fußboden des Spielrau⸗
mes tiefen, dem Spieler von Profession durch leise Schläge auf den
Stiefel oder Pantoff⸗l genau die Karee des Opfers, das „geschoren“
Dperden sollle, angeben konn'e. Die Verbrecher wunrden 4 an der
Zahl, zeitlebens nach Sibirien berbannt.

geworden, ote eigenen Sehzuoerungen ors Bersaljers ragen ihees
csprümsüchteit und Frische weit über die eingereuten Mitttzeilun⸗
en anderer Fotscher hervor. Auch in der Illustrirung bietet die
Abtheilung Vögel dad meiste Neue und wurde eine bewunderns⸗
verihe Mannigfalliglkeit erreicht: der vorllegende Band ent hoͤlt
157 meisterhafie Bilder, von denen der größere Theil Neuzeihnun⸗
zen nach der Natur und in der früheren Auflage nicht enthalten sind.
Ueber das „Thierleben“ setbst gibt es im In⸗ und Ausland
mir eine Stimme des Vobes und der Bewunderung;Die fremden
NXalionen beneiden uns um den Besitz eines sa einzigen Literatur⸗
———
deue erntet. Die weiteren Bände des ‚Meisterwerks in meister⸗
safler Ausstattung“ verspricht die Verlagshandlung mit der gleichen
Jünktlichkeit zu Ende zu führen‚welche sie bisher beobachtet hat.
Zu den Illustra'oren hat sich in dieser Abtheilung auch der talent⸗
volle Düsseldorfer Jagd- und Thiermaler Kröner geselli.
Von dem auf zehn Bände angelegten Werk sind mit obigem
hereits seben erschienen, eine stattliche Reihe, welche in den
bevorslehenden Weihnachtsausstellungen der Buchläden eine glänzende
Repräsentation nicht verfehlen wird.

Jarktberichte.

Zweibrücken, 12. Dez. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarl
Weizen 10 M. — Pf. Korn 7 M. 69 pf., Gexite zweireihige d M. — 4
bierreihige d M. — Pf., Spelzs M. 98 Pf. Spelzkern — M. — 3
Dintel M. — pf..hischfrucht O M. — Pf., Hafer 5 W. 38 PJ.,
erbsen — M. — Pf., Wicken 4M. 80 Pf. Kartoffeln 2 M.. 50 Pf.,
deu 1 M. 80 pf., Siroh 2 M. — Pf., Weißbrod 1/ Kilogr. 50 Pf.,
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pfo, 2 Kilogr. 48 Pf., ĩ Kilogr. 24 Pf. Gemischt⸗
hrod 3 Kilogr. 86 Pf. das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
70 Pf. II. Qual. 66 Pf., Kalbfleisch 0 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
36 Pf. Butier i/ Kilogr. O M. 90 Pf., Wein 1 Liter 70 Wf., Bier LLiter 24 Pf.

Aiterarisches.

Breus Thierleben. Der soeben von der Verlags
handlung, dem Bibliographischen Institut in Leipzig, versandte vierte
Zand eroffnet die Abtheilung der „Vögel“; dieselbe bildet gewisser⸗
maßen den Schwerpunkt des hberühmten Werks, da er das Gebiet
der Specialforschung des Verfassers ist und einen groͤßern Reich⸗
thum neuer Beobachtungen ausweist als irgend eine andere Ablhei⸗
lung. Die Umarbeitung dieser neuen Auflage ist eine durchgreifende

——

22 a 49 qm, Ader auf'm jDudweiler Roͤdern, neben
Mühlenthal, neben Joseph Joseph Wack.
Wack und Erben Schmitt, 14. Pl.⸗Nr. 3164. 60 Dej.,
— mit Korn bestellt. 20 a 44 qm, Ader am
Pl.Nr, 3779 u. 3779 2. Schafkopf neben Michael
73 Dezimalen, 24 a4 87 Paul und Ww. Hellenthal,
Acker auf Schiffelland, — mit Korn bestellt und
—8 Verr y frisch gedüngt.

am, — mit Korn beftellt.
e e re
134 Dez'maler, 14 4 79 Hobels mit Korn be
qIm, Acket auf Schiffelland, dan
neben Peter Schmitt und picer. 3718, 371792 u.
Dinwe Schmitt. us PlNr. 3850098
Pl. Nr. 3001 . 53 Dez., Dezimalen 33 439 qm,
* 6 pe auf Wiese in den Potaschwiesen,

blenthal, neben Weg. neben Slief u. Ww. Shmin.
Pl.⸗Nr. 3211. 35 Dez., Pl. Nr. 44362. 1 Tag⸗
3 I Adet aus dat is Desingien, 40 8
in den Sepen, neben Joh. 21 qm Wiefe im Ällment,
Zrewenigs Erben. neben Wittwe Hager und
Pl. Ne. 37194. 1 Tag⸗ — —
work 22 Dezumalen, 41 4 Pl. Nr 4048 Ind 4049
57 qm, Acker im Potosch 63 Diz. 21 4à 47 *
pernn Catl Redel Wiese im langen Stein, an

eg und Aufstößern. der Rohrbachermühle.

Pl.⸗Nr. 32609, 70 u. 3271. Aus Auftrag
96 Dezimalen, 32 a 71 Das Geschäftsbureau
Im Acker rechts in den L. Bechthold. Si. Jngbert.
Schen, neben Johannes
Ewerle und Pfacrgut —
mit Klee bestellt.
Pl. Nr. 4605 und 4606.
1 Tagwerk 62 Dezimalen,
55 a 20 qm, Acker im
Wohmbacherweiher, neben
Jung.
Pl.Nr. 3218 u. 32 18.
1 Taawerk 39 Dezimalen,
47 a 836 qm, Acker rechts
in den Seyen, neben Georg
Jung und Christian Kling,
— mit Klee bestellt.
Pl. Nr. 978. 81 Dejim.,
27 a 60 qm, Acker auf'm
cothen Flur, meben Joh.
Schwatz.
Pl.eNr. 2129. 58 Deij.,
19 à 76 qm Acder in den

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

802 W
Licitation.

Montag, 30. Dezember
nächsthin, Nachmittags 4 Uhr zu
Hasel in der Wohnung des
Reguirenten, werden durch den
untetzeichueren yirza grrichrrich
beauftragten · Amts verweser des
tal. Notar Franz Sauser in
St. Ingbert, die nachstehend be⸗
schriebenen Liegenschaflten im
Banne von Hasch, zur Güterge⸗
meinschaft zwischen den in Hasel
perlebten Lehrerseheleusen Lud⸗
wig Keßler und Katharina
Grün und zum Nachlasse der
Letzteten gehorig, der Abtheilung
wegen, öffentlich zu Eigenthum
versteigert:

Pl. Nr. 294318. 2 a 28
qm Flache, worauf ein im
Orte Hasel gelegenes Wohn⸗
haus mit Hofraum und
Pflanzgärtichen neben VLud⸗
wig Werner.

Pl. Nr. 994. 9a 88 qw
Acker auf der Kling neben
Johann Schäffer.

Pl. Nr. 299. 84 86 qm
Acker am Eisenberg neben
Peter Werner und Johanu
Schäffer.

i. Pl. Nr. 48585. 7 a 18
qm Acker auf der Haide
neben Friedrich Grund.

5. Pl.Nr. 602. 11 4 58
qm Acker am Kahlenberg
neben Peter Unbehend.

3. Pl.⸗Nr. 317. 214 12
qm Acker am Eisenberg
neben Peter Unbehend und
Johann Kraut.—
Eigenthaͤmer sind:

1. Ludweg Keßler, Schmelz
arbeiter in Rohrbach;

2. Katharina Keßler, ledig
und ohne Gewerbe in Haͤsel
wobnhaft. * .

Diese beiden, volljährige Kin⸗
dir der Eheleute Keßler.

3. Elisabetha, 4. Marie, 5.
Auguft, 6. Luise, diese minder⸗
ährige Kinder der genanntken
Fihrleute, welche den Christian
v.An, pensionirien Schmelzar⸗
zeiter in Hasel zum Vormunde
inun ven Jutod eßler, Dchuriver
Ulda zum Nebenvormuunde haben.

—

4

Unmittelbar nach vorstehender
*ᷣcitatlon, lassen dieselden Be⸗
Jeilidten auch die zum Naclasse
er Eh⸗leute Keßler gehörigen
Mobilien versieigern, worun⸗
zer namentlich:

1 Kuh, 2 Betten, 1 Rlei⸗
derschrank, 1 Uhr, 1 Tisch,
verschiedene Stühle, 1 Kü—
herschrank und sonst ver⸗
schiedene Haus⸗ u. Küchen⸗
zerälhschaften.

St. Ingbert, 11. Dez. 1878.1

2. Auffschneider,
Amtsverweser.
Güterversteigerung.

Montag, 16. 1. M., des
Nachmittags um 2 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirthsbebau⸗
ung des Piichael Paul, läßt
Bernhard Augusi, Handels⸗
naun von da die nachbezeichneten
Immob'lien. St. Ingberter Ge⸗
narkung, auf langjährige Zahl—
ermine in Eigenthum versteigern,
nämlich:

1. Pl.⸗Nr. 4372 und 4373.
1 Tagwert 42 Dezimalen,
48 a 38 qm, Acker im
Roth, neben Rudolf Mun⸗
zinger, Schreiner Schwarz,
Peter Redel und Ladknecht
Menges — 84 mit Korn
F»estellt.

Pl.Nr. 3328, 29, 30,

31, 32, 33 und 33334.

2 Tagwerk 13 Dezimalen,

72 a 57 qm, Acker aufm
dahnacker, neben Aufstößern. ¶13,
ßl. Ne. 3017. 66 Dez.,

5

z

8.

10.

11.

12.
        <pb n="718" />
        Verpachtung der Dienstländereien des kgl.
Oberförsters in St. Ingbert. n
Am Samstag, den 21. abhin zu Reichenbrunn,
Rachmittags un 1 Uhr 1
werden die bisherigen Dienstgründe des k. Oberför⸗
sters zu St. Ingbert, bestehend aus einer Wiese
zu 2,72 Tagwerk und einem Acker zu 3,19 Tag⸗
werk, zum Staatswalde „Sengscheiderwald“
gehörig, .
auf mehrjährige Dauer äüffentlich verpachtet, wozu Pachtliebhaber
eingeladen werden.
Zweibrüchen, am 11. Dez. 1878.
Kgl. Jorstamt.
Zu bevorstehonden Meihnaobten
— empfehle ich mein Lager in —
Velours⸗ und Tapestry⸗Sopha⸗ und Bett⸗-Vorlagen in den verschle⸗
densten Größen — — Tischdecken in Cachemir, Rips und Gobelin
— »kleine und große Buntstickereien — Porte feu lle: Waaren
sjeidene Foulords Fechus und Taccuez — —Gaes—
gestricte Tücher — Herren⸗ und Damen⸗ Cravatten —
herren · Damen⸗ und Kinder⸗ Regenschirme in Seide und Woufioff
—— weiße und farbige leinene Taschentliche — — Damen- und
Kinderschürzen — Baschliks uno Capußzen —— gefsickte Kragen-
zarnituren — sowie ächter Seiden Sammt zu Damenmäntel
— en billigsten Preisen. I
ar Schancel.
— Fünfzig Fabeln fuüͤr Kinder,
von Wilhelm hen.
In Bildern gezeichnet von Otto Spedter.
Nebst einem ernsihasten Anhange. 2 Bände. Gotha, Friedrich
Andreas Perthes. Große Ausq. à Band M. 3. 50; kieine Ausg.
à Bd. M. 1. 50.

i ,
—PF m ehle angekleid oͤre en
—— 7 Kopfe in schöner peee ur Huppengestelle
—— —Sä ————
Pantoffel und und Kinderwagen, lederne Damenta 3 Mark,
fel, Filztese mit Holzsohlen e Filz⸗

' 2 u e

TIm Voerlage von Oscar Merroes, Berlin
SO., Schmidstrasse 46, ist erschienen und direkt wie
durch alle Musikalien-HRandlungen zu beziehen:
Das
„Laiser-Rornblumen-Lied“.
(Ich kenne eine Blume, dio unser Kaiser liebt.)
Als Volksausgabe in schöner Ausstattaug mit voll⸗
ständigem Text
J für oins ding-Stimmoe.
Comp. v. J. Be ek, Musikm. des 3. Garde-Reg. 3. F.
Preis 20 PF.
Nachsat?: Behufs Einführung in Schulen ete. wird
bei Bezug einer grösseren Anzahl
Exemplare eéin noch billigerer Preis
gestellt, und wolle man sich dieser-
halb direkt an die Verlags-Handlung
oder an die Expedition ds. Bl. wenden.

— — —
—X
Kieler Sprotten,
Hratbücklinge,
Julius Grewenig.
200 3
a is und Schnee
resten Tritt.
——
z35555
3383533 3
55332375..8
2528
1225332
45537 38
* 55 55135
— * 3 61 ——
33606 ẽ 38*
2 * —3— *
3368857
— 3857
35332833
5 —32
9 3455
288* 583
22 52272
—335 JF
0 000
zuvgaoa ppuv uoquoai
—RXD
ea —A
Für Tauben- und
Hühner-Liebhaber!
Donnerstag, 19. Dez.
bält M. Biron aus Mainz
den Verkauf einer großen Aus⸗
wahl von Tauben und Hüh⸗
ner in der Wirthschaft von
Peter Beck neben der lath.
sirche in St. Ingbert ab.
NB. Der Verkauf dauert nur
38 Mittaas 2 Ubr.

Notar Culmann in—
„ach, sucht ein braves Mäd
chen von 22—230 Jahren,
welches in Küche und Haushaltung
rfahren ist. Gute Zeug—
nissebäaben. Lohn 6 Thl.

Gegen Hals-&amp;
Rrnatloidon

zind die StolIwereeschen
Honig-Bonbons. Mal⸗-Bonbons
ummi-Bonbons, à Paque
Pfg. sowie StolIwercx sene
Brustb· Bonbons, à Paquet 50
g. dis empfellenswerthesten
Jausmittel.
— 27
Allgemeine Wechsel
iind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
F. J. Demetß.
Diese beiden neuen, nur durch ihre Ausstattung verschiedenen Ausgaben
eines Buches, das eigentlich in jeder Familie, wo Kinder sind, gefunden werden
ollte, heimeln uns in einer recht gemüthvollen Weise an. Denn ihr Inhalt
rifft so ganz und gar das Leben unsrer Kinder, daß man sie darüber gesehen
saben muß, um es zu begreifen, wie sich das Kindergemüth vollkommen mit
seiner Umgebung, besonders mit deren Thierwelt, identificirt. Referent hat
inmal vor Jahren wenigstens vierzehn Tage lang an dem Krankenbette seines
am Scharlach darniederliegenden Söhnchens gesessen, um diese reizenden
Bilder aus unserm fäglichen Leben zu koldriren, und noch heute wird dieses
Werk als kostbare Reuquie in seiner Familie aufbewahrt. Ref. hat damit
die Fieberphantasieen seines Kindeß wesentlich gemildert, aber auch gesehen,
mit welcher Dankbarkeit die durch dieses Buch beschäftigten Kinder auf dasselbe
zurudkommen. Es siedt daß ganze Gemüthsleben des Thüringer Landes und
Bolkes in ihm, und das ist eben kein anderes, als ein Naturleben, welches
auf jeden Ändern anregend wirken muß. Der Dichter, weiland Pfarrer in
Ichtershausen bei Arnstadt; der Maler, so viel wir wissen, mindestens der
dolzschneider Laufer, ein Kind von Ichtershausen, waren Thüringer und
saben damit ein Werk geschaffen, von welchem es ungewiß bleibt, wer sich
am meisten um dasselbe verdient machte. Die ganze Poesie unsrer Kindheit,
die wir mit Hund und Katze, mit Kaninchen und Reiterpferd, mit Pferd und
Efel, mit Spah und Böckchen, mit Kuh und Schaf, mit Storch und —X
mit Enie und Fischen und Schwan, mit Truthahn und Hühnern, mit
Raben und Schneemann, mit Schwein und Schwalbe, mit Taube und, Sing⸗
bogel, vor der Scheuer, dem Tauvbenhause, auf der blumigen Wiese, im
ouftigen Walde u. s. w. verlebten, Alles taucht wieder vor uns auf, was uns
chemals entzückte, selbst erschreckte, wie der Fuchs und Tanzbär, und zwar so
leibhaftig in Vild und Reim, daß wir wohi nicht fehlgehen, wenn wir vor⸗
liegendes Buch die erste und beste Raturgeschichte uͤnsres kindlichen Lebens
nennen. Da ist keine Senlimentalität, sondern frisches, fröhliches Leben, und
hie meisten Verse purzeln nur so lindlich heraus, wie sie das Kind selbst
empfindet. Wie verschiedenartig sie auch an sich sein mögen, so stedt doch in Vorräthig in K. Gotthold's
dem Ganzen ein classijch- lindlicher Sinn, und so empfehleu wir sie für die Buchhandlung in Kaiserslautern,
iebe Weihnachiszeit als die beste Gabe für die betreffende Kleinwelt.“ welche dasselbe fun 1J M. 20 Pf.

(Die Natur, RNr. 50.) uͤberallhin franco versendet.
—2 2——cçœçœçL——h— —'—,— DZö — — — — — — ——— — — — —
Drnc imnd ssag von F. Xx. Demestz in St. Ingbert.

Spielwerke
1-2 200 srũcke spielend; w
»der ohne Expression, Man
doline, Trommel, Glocken
Fastagnetten, Himmelstimmen
darfenspel ꝛc.
Spieldosen

2-16 Siücke spiclend; fer
ier Necessaires, Cigarrenstän
der, Schweizerhäuschen, Pho—
ographiealbums, Schreibzeug
hdandschuhlasten, Briefbeschwe
rer, Blumenvasen, Cigarren⸗
Eltuis, Tabaksdosen, Arbeits
ische, Flaschen, Biergläser
Zortemonnaies, Stühle ꝛc.
les mit Musik. Stets da⸗
deueste empfiehlt

J. H. Heller, Bern.

XAllle angebotene
Verke, in denen mein Nam—
icht steht, sind fremde
mpf. Jedermann direkter
Bezug, illustr. Preislisten sende
franco.
        <pb n="719" />
        St. Ingberler Anzeiger.
— ——
Her St. Jugberter Anzeiger und bas (2 mal wöcheutlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis beträgt vierteljährlich

J24 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AA 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Aus warte
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blaitschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
— —
M I198. ESonutag, den 18. Dezember

187

Deutsches Reich.

München, 18. Dez. Der Gesetzgebungsausschuß der
Zammer der Abgeordneten hat in gestriger Sitzung, welcher die
Minister Dr. v. Fäustle und v. Riedel, dann die Regierungskom⸗
missäre des Justiz · und Finanzministetiums beiwohnten, die 2. Le⸗
fung des Gesetzentwurfes zur Ausführung der Reichszivilprozeßotd⸗
zung und Konkursordnung beendet. Unter den beschlossenen Ab⸗
jnderungen betrifft eine auch den Art. 42, welcher nunmehr lauten
soll: „Das Anfechtungsrecht (von Rechtshandlungen des Schuldners
außerhalb des Conkurses) verjährt in drei Jahren von dem Zeit⸗
puntt an, in welchem für den Gläubiger durch eine von ihm be—
wirlte Zwangsvollstreckung ermit'elt ist, daß er aus dem Vermögen
dez Schuldners Befriedigung nicht erlangen kann.“ — Heute tritt
zer Ausschuß in die 2. Lesung des Gesetzentwurfes zur Ausführung
der Reichsstrafprozehßordnung. — Der Abg. Hauck hat sein Referat
über den Entwurf eines Ausführungegesetzes zum Reichsgerichtsver⸗
fassungsgesetze abgegeben. Dasselbe wurde geftern autographirt und
wird heute vertheilt.

Berlin, 12. Dez. Der Compromiß zwischen den deut⸗
schen und österreichischen Commissarien dist zu Stande gekommen.
Ein Meistbegünstigungsvertrag wird auf ein Jahr abgeschlossen. Der
Vertrag kommt wahrscheinlich heute zu Stande. Oesterreich hat Con⸗
zessionen in Betreff der Rohleineneinfuhr erhalten.

Aussand.

Wiären, 12. Dez. Meldung der „Polit. Corr.“ aus Kon⸗
tantinopel. Man bestärigt die Angabe über eine bedenklich wach⸗
sende; Aufregung in Folge der fortzesetzten Verhaftungen; dieselben
jängen inbgesammt mit Der Verschwörung zusammen, welche die Ent⸗
hronung des Sullans dezwecktt haben soll. Der abgesetzte Großmei⸗
ster der Artillerie Reuf Pascha soll nachträglich wegen seiner Haltung
m letzien Kriege vor ein Kriegsgericht gestellt werden. 5.

London, 12.Dez. Gegen Edward Bute Waldon (Fran—⸗
ose) wurde heute vor dem Gerichtshof in Bowstreet die Anschul⸗
digung erhoben, an den Unterstaausselretar Liddell und Lord Lyons
Schreiben geschidt zu haben, in denen er drohte, daß er auf die Kö—
nigin schießen wolle.

k. Staatsbehörde an und bejahten nur die Frage nach Mordversug,
und die nach Widerstand gegen die Staatsgewalt, worauf das
Urtheil gesprochen wurde: 8 Jahre 1 Monat Zuchthaus, und 8
Jahre Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Angeklagte
zerfiel bei Verkündigung des Urtheils in einen Wuthanfall, daß
ihn 4 Gendamen halten mußten und die Sitzung auf kurze Zeit
unterbrochen werden mußte.
F Zweibrücken, 12. Dez. Verhandlung gegen Peter
Schwarz, 25 Jahre alt, von Kindsbach, früher Postgehilfe
beim kul. Postexpeditor Sammert in Kusel, zuletzt Controleur bei
der internationalen Schlafwagengesellschaft in Franksurt a. M.,
wegen Unterschlagung im Amte. Vertreter der kgl. Staatsbehörde:
Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtscandidat Engelhorn.
Bis zum Jahre 1876 Handlungsgehilfe, trat der Angeklagte
jur Post über und wurde im Februar laufenden Jahres von dem
igl. Posterpeditor Sammert in Kusel mit Benehmigung des kgl.
Oberpostamtes in Speyer als Privatpostgehilfe in Kusel augestellt.
Er bekam dafür 153 Mark pro Monat nebst freier Station. DVa
ex unter Verantworilichteit des Postexpeditors Sammert den Schal⸗
erdienst zu versehen und namentlich die Postanweisungen anzu⸗
iehmen und abzufertigen hatte, wobei er verhältnißmäßig viel Geld
inter die Finger belam, konnte er sich nicht enthalten vom März
is Juni ds. Js. 11 einzelne Postanweisungsbeträge, die zusammen
die Summe von 1333 M. 76 Pf. betrugen, zu unterschlagen.
Im nicht entdeckt zu werden, unterließ er, diese Beträge in das
og. „Annahmeduch“ einzuttagen, verjah“ aber die Poslanweisungen
elbst mit einer natürlich falschen Nummer jenes Buches nebst
Dalum und Unterschrift. Trotzdem schöpfte man Verdacht und ließ
zurch einen eigenen Postexpeditor von Speier die Kasse inspiciren.
Fin kleines Deficit wurde vemerkt und Schwarz erllärte sich sofort
neteit, es zu decken; zu diesem Zwecke untetschlug er an 8 auf
inander folgenden Tagen jm Ganzes 774 Mark, decktte einen Theil
»er früher unterschlagenen Gelder und verschwand mit dem Rest.
Erst im September entdeckte man ihn in Frankfurt a. M., wo er
iich bei einer Person, die er als seine Frau ausgab, aufhielt, und
als Controleur bei der Schlafwagengesellschaft war. Er wurde ver⸗
haftet und geßehi jetzt seine That ein. Gchluß folgt.)
7 Zur Wucherfrage liefert nachstehende der „Pf. V.“ zuge⸗
zangene Notiz einen zwar kleinen, aber doch laut redenden Beitrag:
Vor mir liegt ein Pfandschein, ausgestelll von einem edlen Menschen⸗
reunde, der unter der Flagge „lonzessionirte Pfandleihanstalt“ mit
nollen Segeln der Goldküste zusteuert. Daß er den richtigen Curs
zält, lehrt uns das Papierchen. Da steht geschrieben unter der
Rubrik „monatlich zu zahlende Zinsen“ sage und schreibe fünfzehn
Prozent, macht jährlich 180 Prozent!
7 Neustadt. Der Schuhfabtikant A. Wagner dahier erhielt
ein Patent auf eine Ventilationsvorrichtung von Schuhwerk.
fLandau, 11. Dei. Das fuünfzigjährige Dienstjubiläum
des Lehrers Huth wurde in sehr feierlicher Weise begangen. Depu⸗
ationen seiner ehemaligen Schüler, seiner Collegen (die ihm einen
ilbernen Pocal verehrten), des Lehrer⸗Slerbcassenvereins, des Stadt⸗
raths (der ihn mit einem silbernen Candelaber überraschte), der Leh⸗
rer der Realschule (die ihn durch ein Rhein⸗Reisebuch erfreuten), des
Musikvereins ꝛc. erschienen bei dem Jubilar, um ihn zu beglüd—
vüuschen; Frauen der Stadt beschenkten ihn mit einem selbst ge—
tickten Tisch? und Boden Teppich. Auf dem Stadthaus überreichte
ihm Bezirlsamtmann Pfender den Ludwigsorden. Abends war ihm
zu Ehren Reunion im Saal des Gosthoses zum Schwan.
fGönnheim, 12. Dee. Gestern starb dahier wohl der
ülteste Veteran Johannes Knauff im Alter von 95 Jahren. Der⸗
elbe machte unter Napoleon J. die Kriege gegen Oesterreich und
Itallen mit, wurde 1814 durch einen Schuß verwundet und bezog
jeit d'eser Zeit his jetzt eine Pension von Frankreich im Betrage
yon 180 Fres. Knauff war nie krank. Die Kugel, die ihn ver⸗
wundete, trug er im Körper mit herum bis zu seinem Tode. Er
darb an Altersschwäche.
fIn Bahyern hat das Feuerloͤschwesen eine Vervolllomm⸗
aung erlangt, wie in keinem anderen Lande. In BRayern bisteht

Bermischtes.

fSpeier, 11 Dez. Heute brachte Dr. Buhl im Land⸗
calh einen Antrag ein, betr. 1) die Revisftion unserer wir hschaft⸗
lichen Gesetzgebung; 2) Ermäßigung der in der Pfalz zur Erhe⸗
bung kommenden Taxen (Enregistrement) auf die Höhe der Sätze
im jenseitigen Baiern. Dieser Anttaz ging au den 5. Ausschuß.

Zweibrücken, 12. Dez. (Pfälz. Schwurgericht 4.
Quarttal 1878.) (Fall Brand: Schluß.) Tas gestern schon um
b Utzr beendete Zeugenverhör brachte nichts Neuts und Brand bleibt
auch auf seinem früheren Vertheidigungssystem: „Ich weiß von gar
nichts,“ sagte er jeder belastenden Zeugenaussage gegenüber. Gegen
5. Uhr begann gestern das Plaidoyer, in welchen die Staatsbehörde
ausführte: völlig erwiesen sei die Thatsache, daß der Angeklagte
den Gendarmen gestochen habe, ferner daß er die Absicht gehabt
habe, ihn dadurch zu tödten, es sei aber auch eiwiefen, daß er mit
Ueberlegung gehandelt, daß er die That nach einem vorher durch⸗
dachten Plan ausgeführt habe; es sei also die Frage nach Mord⸗
dersuch zu bejahen und ebenso jene nach Widerstand gegen die
Staalsgewalt, da der Angeklagte nach vollbrachter That den Gen
darmen, die ihn verhaften wollten, mit erhobenem Messer drohie,
er werde sie zusammenstechen, wenn fie ihn angriffen. —

Die Vertheidigung bestritt in erster Linie die Zurechnungs⸗
fähigkeit während der That; jedenfalls sehle es an der zum Mord⸗
versuch nothwendigen Ueberlegung, da ja der Angeklagte den ganzen
Tag sich in einem wüthenden Zustande befunden und deßhalb sich
einen Plan über die vorzunehmende That gar nicht machen konnte.
Es läge deßhalb höchstens Todtschiag vor, uber auch die
Absicht zu tödten sei zweifelhaft und es sei deßhalb nur die Frage
A
bejahen. —

Die Geschworenen schlofssen sich jedoch ganz der Auffassung der
        <pb n="720" />
        gegenwartig eine Feuerwehrarmee von beinthhe 4000 Compagnien auf seine Jugend und Rüstigkeit mit dem Bemerken hinwies doy
mit cirea 200,900 Mann-· — * es wohl am besten sei, sich Arbeit zu suchen, und ihn zum Weiter.
Saarlouis, I11N Dez. Die Nälle der letzten Tage gehen aufforderte, tief er: Na dann muß ich eine Majestatz.
zwingi wie Wölfe, ihre dichten Verfiedte in den Lothringer Waͤtdern Beleidigung ausstoßen“, was er auch laut schreieud that. Der
zu verlassen, und ist vorgestern einer dieser ungebetenen Güste am Schutzmann war nunmehr gezwungen, den Burschen, einen schon
Walde in der Nähe des Linsler Hofes durch Herrn Diedrichs er⸗ wiedetholt bestraften Menschen. zu verhafsten.
legt worden, .... p.New-Pork, 11. Dec. Ein heftiger Sudosturm richlett
St. Avotb, II. Dez. Gestern gelang es dem Herrn während zweier Tage bielen Schaden im ganzen Lande an. Mehrere
—— ———— Boitz dets Bezirks der kait Eisenbahnunfälle fanden in Folge von Ueberschwemmungen flah,
serlichen Oberförsterei St. Avold, eine siatiliche —2— zu erlegen. TFinige Personen siad umgelommen.
FHeilbronn, 10. Dec. Der hiesige Stattrath beschloß,
für Fälle, daß Handwerksburschen im Arrest ihre Kleider zerreißen,
Anzuge“ von Sockleinen und statt der Stiefein Holzschuht anzu—
sweffen.
t Shingen, a. D. (Württemberg). 10. Dezember. Schlos⸗
serneinet H. Hler ist gestern vethaftet worden, als dringend der⸗
dachtig, die Explossonskistchen, welche in Hayingen und anderen
Orten per — angekommen en, verfertigt zu haben auf Anstiften
tjnes Privatiers Namens Sch., welcher gieichfalis in Hatt genom
X itt.. 68. M.)
JBerlin, 11. Vq. Ein Arbeiter verlangte gestern von dem
am Mühlendamm stationitten Schuzmann, daß er ihn arreliren
solle daer weber Arbeit noch Brod habe. Als der Schutmann

Alle Erwartungen
ubertreffen die zahlreichen aus dankerfüllten Herzen stammen den Zuschrific
züücklich Geheilter, wie solche in dem Gratis Auszuge aus Dr. Airg'
Raturheil methode zu lesen find. Gratis und franco zu beziehen d euͤrd
Kichters Verlaas⸗Anstalt, Leipzig.

— ——
Versteigerung.
Saam vtag, 21. Dejember
nächsthin, Rachmittags 3 Uhr
un St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Phil. Emrich,
losfen die Kinder und Erben der
zu St. Ingbert verlebten Kohlen⸗
srennerdeheleute Johr Pet. Hol⸗
zer und Barbata Müller,
die nachstehend bezeichneten, zum
Rachlasse ihrer Eltern gehörigen
diegenschaften ⸗ SDer Rotheilung
wegen, öffentlich zu Eigenthum
dersteigern, als·⸗·;·;·;
—— — —————
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus miß Hofraum, PhNr.
1464b. 2 a 89 qm Pflanꝶ
garlew und Pl.⸗Ne 1465,
4 4 77 qm Pflanzgarten.
Das Ganze geléegen zu St.
Inghbert⸗ auf dem großen Flur
naeben. Franz Kaftel und Ge⸗
meindeweesss.
St. Ingbeit. 12. Dej. 1878.
Der Amtsverweser des kgl.
Notar Sauer:
.Auffschneider.
Kinderspielwaaren,
ausn reichhaltigste sortit, sowe
angelleidete Puppen, Puppenge⸗
Z. He, Koöopfe, Schul⸗Gescng⸗
und Gebetbücher, sämmtliche
Schtei bmaterialien: X. empfiehlt
zu den äußerst billigstea Pressen.
Jakob Friedrich
Buchhinder.

— — ⏑ — — —
— Der Unterzeichnete empfiehlt:
Kinderspielwaaren aller Art, Puppenlöpfe, Gestelle,
angekleidete Puppen, Bilderbücher, belehrende und unter⸗
haltende Festgeschenke in Prachtbänden, Märchen ⁊c.,
Portemonngaies und Cigarreu⸗-Etuis. .3
Besondere Empfehiung verdienen die pracht⸗
pollen Artikel aus der Fabril der Herren Gebrüder
Adt in Forbach, als Garderobhalier, Wandmappen,
Schlüssel und Handtuchhalter. Tintenzeuge, — y
Kalender, Dosen u. apa. 34
Woll.

Für Weihnachtsge⸗
scheute!
JWeiße und farbige leinen—
Taschentücher, erstere aug
imn prachtvollen Cartons, empfiehl⸗

— J. Fri⸗drich.
Honing—⸗
Lebkuchen

im Großen und Kleinen,
empfiehlt
. Grewenig.

1155 —
—⏑ — — *

Wir empfeblen uns zum Spinnen vvon
—A
sni Sobn und zum Weben der Garne zu Tüchern in ver—
chiedenartigen Deffins umnd Breiten und sichern vorzügliche
Suauitaten iu 5

Spinnerei Schornreute⸗-Ravensburg.
Näheres bei dem Agenten: J. PFIGGA PICIH in
*. Auahert.

Brusts und Lun—
gen⸗-Leidenden.
vie denen, welche an Kata—

od. uceie — —E e

peien leiden, kann kein ange⸗

nehmeres u— sicheres, zugleich rein
diätetisches Hauss u. Genußmittel
empfohlen werden, als den rühm⸗
ichst bekannten rheinischen
Trauben-Brusthonig
p 57— aeeen ächt

x R mit nebiger Ver⸗

F 8* * — schlußmarke à

— ZSFiesche 1. Vn

—8u. 3 M. iauflich
—X in St. Ingbert
—— bei J. Fried⸗

rich, in St Johann bei F. P.

Dudenhöffer und Karlk Thiriot,

in Saarlouis bei F., Altenkirch,

in Blieskastel bei Apotheker C.

Richter, in Saargemünd bei Apo—⸗

tbeker H. Kirchner, in Sulzbach

hei Apotheker A. Treffon.

Eisenbahn⸗FArachtbriefe
wie dieselben don Johr 1879 an geführt werden müssen.
auch mit Namens-Unterschrift bedruchli, fertiat der
Unterzeichnete billigst an.

. T. Demetæ,
sithonraphie &amp; Buhdrucerti.

— — —

Zu bevorstehenden
Weihnachten
ewpfehle ich mein Lager in
Kin dersessel, Rohrsessel, Kaepder⸗
weqgen, Bumentische, Korbwagen,
von den feinsten bis zu den or⸗
dinärsten, sowie Fitzschube mit
HDolzsoblen ꝛc. zu den biligsten
Breinen. —
D. BiII, SGeilet.
—
Nuruberger Loose,
25*8 a 2 NAark, aa
ziehung am 30. Dezember,
empfiehlt, so lange der Vorrath
reicht Franz Woll.
— ————

— — —— —
Zu Weshnachts⸗Geschenuken
bestens empfohlen.
LCoose d. Ludwigsha-
feuer Kirchenbau⸗

FLotterie.
Geld· Prämiencollecte, geneh
migt durch allerhöchsten Erlof
vom 13. Augnust 1878.
—A
nit 8080 Geld Gewinnen im
Betrage don M. 115,400.
peeer M. 80, 000.
reis des Looses Marsꝰ
Zu bezieh. durch d. General
Debit
A.O.Volta Jul.Coldsschmit
Lndwigshafen a. Nh.
WMiedhderbverkäufern Rahatft.

Feinster Lofodinischer
Dorsch Ceberthran
von V. Sar demann

in Emmerich,

wegen seiner Güte und Wirksam⸗
keit allfeitig von den Aerzten em⸗
ofohlen, ist stets vorräthig in
Driginalflaschen à 1 Mark in
St. Jugbert bei J. Fried⸗
rich, in Zweibrücken W. Aug.
Seel, in Homburq bei W.
Simon

Hramiirt annuover 18.
afsei i1877. H·εαι
Zu Feineres und sert
jerzustellen, als ein Pudding au⸗
Lice higꝰs
Pnddingpulver.
In wenigen Minuten ist ein
Vauille⸗ Mandel⸗, Citron⸗,
Orange⸗, Caffer⸗ oder Cho⸗
coladePudding, fur 6 Perso⸗
nen dinreichenb, ferliggestelli.
Niederiagen be
*linck,
Ingbert
vfuectori
Annover

J

Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
in Achtel, Biertel u. Halben Bogen
mit rother und blauer Liniatur
sind dorräthig in det
Druckerei ds. Bl.
Demetz in St. Ingbert.
Siezu Allustrites Sontaasblate Nre, —30.
        <pb n="721" />
        aß
ter⸗
1t3.
Der
Jon

iete
ct

41*

SBl. Ingberter Anzeiger.
Der St. Jugberter Antzeiger und das (2 mal wo hentlich) mit dem Haudtblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wo hentlich viermilz Dienstag, Donneretar, Sunstar und Sonntas. Der Abonuementspreis beträgt vierteljährlich

74 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswãris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
199. Dienstag, den 17. Dezember

IS8

—
—
Deutsches Reich.

München, 14. Dez. Se. Maj. der König hat dem
atholischen Casino dahier die Bewilligung zur Vornahme don
Sammlungen füc den Papst mitielst Aufrufen in öffentlichen
Blättern auch wieder für das Jahr 1879 ertheilt.

München, 15 Dec. Der Tag des Wederzusammentritts
zder Kammern ist noch nicht bestimmt; doch vernimmt man, daß
zierfür entweder der 8. oder der 7. Januar w'rd anberaumt
verden. — Für die seit Wiederbesetzung des bischölichen Stuhles
in Speyer erledigle Predigerstelle an der hiesigen Metropolitan⸗
eirche wird von Eczbischof der Stadipfarrprediger in der Vorstadt
Au Abgeordnete Huhn in Vorschlag gebracht. Huhn isl eines der
entschiedensten Müglieder der Oppostlion in der Kammer.

Der „A. Z.“ schreibt man aus Berlin: Bezüglich der dem
Reichktag wegen der Besteuerung des Tabaks zu mach nden Vor⸗
jage veriautet, daß als Gruudlage derselben nicht das Tabakmono⸗
vol nach französischem Vorbilde, sondern das Rohtabakmonopol
in Aussicht genommen. Die Grundzüge dieses Besteuerungssystems
ind in Kurzem solgende: Der inläund sche Rostabak darj nur an
das Reich verkauft werden und wird von diesem unter Zuschlag
der Steuer an die Händler und Fahrilanten wieder verkauft. Die
Tinfuhr von ausläudischem Tabat ist nur über bestimmte Hãfen
and Handelsplätze (Bremen. Hamburg, Köln) gestattet. Der ein⸗
zeführte Rohtabak muß von den Importeuren öffentlich versteigerl
verden, und es wird dann neben dem Eingangszoll pro 100 Kilo
hon dem Verkaufswerthe des Tabaks ein Weithzoll, etwa in Höhe
von 50 Procent, für die Reichslasse erhoben.

Dem Fürsten Hohenlohe, Botschaster in Paris, hat der Kaiser
VIaate seiner. Ruckelr Rach Berlin den Schwarzen Adlerorden
versichen.
Ausland.

Paris, 14. Dez. Das amtliche Jouxnal veröffentlicht ein
Dekret, wodurch die Ein⸗ und Durchfuhr von lebendem Rinde und
Schafvieh aus Deutschland und Luxemburg verboten wird.

In Folge der in jüngster Zeit vorgekommenen zahlreichen
Verbrechen wurde in der Shwein von vielen Seiten die Wiedereinfüh⸗
rung der seit längerer Zeit abgeschafften Todesstrafe verlangt. Auch
im Ständecath hat dieser Ruf einen Widerhall gefunden. Der De⸗
dutirte jür Schaffhausen hat dieser Tage den Antcag auf Abände⸗
rung des betreffenden Artiklels der Bundesverfassung gestellt. Da⸗
rach soll auf Mord allein die Todesstrafe stehen und das Begnadig⸗
uingsreht dem Bundesrath anheimgegeben werden.
Zermischtes.

pLandau, 14. Dez. (K. A.) Gestern Abend wurde
unsere Stadt durch eine Trauernachticht, die Allen unglaublich
scheinen wollte, in Aufregung versetzt. Der erste Stadischreiber,
Herr Joseph Himmelspach, hatte sich um 3 Uhr durch einen Re⸗
polverschuß enileibt. Schon seit längerer Zeit befand sich der Ver⸗
dlichene wegen eines Erbschaftsprozesses in großer Aufregung und
slagte öfter über Kongest'onen nach dem Kopfe. Ohne Zweifel
war eine in Folge dieser Auftegung zum Durchbruch gekommene
Gemüthskrankheit das Motiv zu der beklagenswerthen That. In
einem hinterlassenen Brief bezeichnet er selbst diesen Prozeß als
Ursache seines Todes. Seit 32 Jahren hat er als Stadischre ber
nit unermüdlichem Fleiße und hingebender Aufopferung für das
Wohl und Interesse der Stadt gearbeitet. Der Verewigte hatte
rin Alter von 59 Jahren und war Inhaber des k. preuß. Kronen⸗
ordens 4. Nl. und des k. bayer. Verdienstkreuzes für 1870/71.

F In Dielkirchen feierte am 12. d. Lehrer Conrad fein
ünfzigjährigez Dienstjubiläum. S. M. der Koͤnig verlieh ihm
aus diesem Aulaß den Ludwigsorden und die Gemeinde beschenlte ihn
mit einem Sopha.

Berl'i'n. Die über die Form und Größe der Zwanzig⸗
ofennigstücke geführten Klagen werden, wie man hört, eine Aende⸗
—XE
Gutachten der Münzmeister eine Aenderun widerralhen.

TAAeß cvcv—

Maßregeln gegen die Rinderpest.

Nach den Miniheilungen des k. Staatsministeriums des Innern
st der Ausbruch der Rinderpest in Stallupönen in Ostpreußen und
an mehreren Orten des Oderbruches im Regierungsbezitke Frankfurt
in der Oder constatirt. Wir haben daher schon durch autographirte,
am 2. und 3. k. M. an die k. Bezirksämter ergangene Entfchließ⸗
ingen die Viehmärkte des Regierungsbezirkes einer verschärften Auf⸗
sicht unterstellen lassen und namemtlich angeordnet, daß fämmtliches
aus Norddeutschland kommendes Hornvieh einer ganz besonderen
leberwachung unterzogen werde.

Um den Regierungsbezirk der Pfalz gegen die Einschleppung
ind die Verheerungen der Rinderpest nach Kräften sicherzustellen.
ehen wir uns auf Grund des Gesetzes vom 7. April 1869, Maß⸗
egeln gegen die Rinderpest betteffend“ (Amlsblatt 1873, 8. 1027),
er revidirten Irstruction hiezu vom 9. Juni 1873 (Amtsblatt
1873, S. 1042) und der höchsten Bekanntmachung des kgl.
Ztaatsministerums des Janern, „Maßregeln gegen die Ninderpest“
»om 8. August 1873 (Amtsblatt 1873, S. 1031) zu nachstehender
kntschließung veranlaßt:

IL. Vorbeugende Mastregeln.

1. Die k. Bezirksamter, die Bürgerme:sterämter und die Adjuncten
in den zu einer zusammengesetzten Bütgermeisterei gehörigen Neben⸗
zmeinden dann die fämmtlichen Bezirls- und Districtsthierätzte
jaden eine verschärfte Aufsicht auf den Verkehr mit Vieh und
namenslich auf die Viehmärkte zu handhaben.

2. die Ortspolizeibehörden (d. i. die Bürgermeisterümter und
die Adjuncien in den unter Zf. 1 genannten Gemeinden) haben
die sämmtlichen Viehbesitzer, sowie die Viehhändler und Mezger
auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen und zur größten
Vorsicht beim Bezuge von Rindvieh aus nicht pfälzischem Gebiete
zu ernmahnen.

3. Die Orspolizeibehörden haben soforl den 84 des Gesetzeb
bom 7. April 1869 in ihren Gemeinden öffentlich bekannt zu
machen, welcher lauten:

‚Jeder, der zuverlässige Kunde davon erlangt, daß ein Stück
Vieh an der Rinderpest krank oder gefollen ist, oder daß auch nur
)er Verdacht einer solchen Krankheit vorliegt, hat ohne Verzug der
Ortspolizeibehötde Anzeige davon zu erstatten. Die Unterlassung
chleunigster Anzeige hat für den Viehbesitzer selbst, welcher sich
zieselbe zu Schulden kommen läßt, jedenfalls den Verlust des An—
ptuches auf Entschädigung für die ihm gesallenen oder gelödteten
Thiere zur Folge.“

4. Feruer haben die Ortspolizeibehorden das nachstehend im
Abdruch folgende Reichsgesetz vom 21. Mai 1878, betreffend Zu⸗
viderhandlungen gegen die zur Abwehr der Rinderpest erlassenen
Hieh: Einfuhrverbote, öffentlich belannt zu machen und die Bevöl⸗
erung auf die schweren Strafen aufmertsam zu machen, welche die
sbsichtliche und selbst die fahrlässigen Zuwiderhaudlungen gegen die
rwaͤhnten Verbote nach sich ziehen.

U. Maßregeln beinm Ausbruch der Rinderpest in
einer pfälzischen Gemeinde.

5. In diesem Falle hat die Orispolizeibehörde. in deren Be⸗
lirk die Rinderpest ausbricht, nach Vorschtift des F 11 und fol⸗
zende der Instrucklion vom 9. Juni 1873, dann 8 2 der Be—
anntmachung vom 8. August 1873 ohne jeden Verzug das
Erforderleche zu verfügen, namentlich die vorgeschriebenen Bekannt⸗
nachhungen zu erlassen, Sperrmaßregeln vorzunehmen und die Anzeige
an das k. Bezirksamt telegraphisch oder durch expressen Boten zu
erstatten.

6. Sobald eine solche Anzeige bei einem der k. Bezirksämler
intrifft, hat daes Ibe augenblicklich unter Zu iehung des amtlichen
Thierarztes die nach 8 11 u. f. der Justruction vom 9. Juni
1873 und 8 3 u. f. der Bekanntmachung vom 8. August 1873
angeordneten weiteren Maßaahmen zu treffen und anher durch
Drahtbericht sofortige Anzeige zu erstalten.

In allen zweifelhaften Fällen ist die Abordnung des Kreis⸗
hierarztes bei uns telegraphisch nachzusuchen.

(vide 5 15 Abs. 1 der Instruction vom 9. Juni 1873).
        <pb n="722" />
        SScyußobesuummungen.

7. Bezüglich der Desinfection der Eisenbahnwagen bei Vieh
beförderungen find auf Grund des Reichsgesetzes vom 25. Februar
1876 (Reichsgesetzblatt von 18760 Nr. 12 Seits 168) die erfor⸗
derlichen Anordnun gen getroffen.

8. Von den sämmtlichen Distrikts- und Polizeibehörden, dann
von dem gesammten thierärztlichen Personale gewärtiget man bei
der hohen Wichtigkeit des Gegenssandes und im Jnteresse des pfä!-
zischen, viele Millionen Mark im Werthe betragenden Viehstandes,
daß sie mit Umsicht und, wo es nöthig ist, mit der erforderlichen
Energie die sämmtlichen gegen die Einschl ppung und Verbreilung
der Rinderpest nöthigen Maßregeln zur Ausfühyrung bringen werden,
und wird zu diesem Behufe den k. Bezirksämtern und den Bürger⸗
meisterämtern die Verbreitung der gegenwärtigen Entschließung in
den weitesten Kreisen und namentlich durch die Localblätter em⸗ E
pfohlen. Notar Culmann in For—

Speyer, den 4. De zember —1878. bach, sucht ein braves Mäd

Königlich Bayerische Regierung der Pfalz, chein von 22—30 Jahren,
Kammer des Inrern. welches in Küche und Haushaltung
v. Braun. etrfahren is. Gule Zeug—

Metschnabl. hnisfe haben Lohn 6 Thl.

GOGCC. -· OC —0
* 2* 2

Die außergewöhnliche Anziehungskraft

des

Berliner ageblätt“
„B JAgeblcutt
welche demselben bie jetzt mehr als 76,000 Abonnenten zugeführt hat, ist vornehmlich durch
die —Jxx Vorzüge benrunder, welsche desem Ssau su eigen und in Nackfolgendem näher
präcisirt sid:

Täglich zweimaliges Erscheinen als Meorgen- u. Abendblatt,
wovon Letzexes bereits mit den Abendzügen befördert wird und womit den Abonnenten außer
halb Berlins sehr gedient ist.

Zahlreiche Special-Telegramme von eigenen Correspondenten
an den Haupt-Weltplätzen, durch welche das „Verliner Tageblatt“? mit den neuesien Nachtichten

allen anderen Zeitungen stets voran zu eilen im Stande isi.

Freisinnige und von allen speziellen Fraktionsrücksichten unabhängige
politische Haltung, die dem „Berliner Tageblatt“ es gestattet, zu jeder einzelnen Fraue
sein objektiwes Urtheil freixüthig abzugeben.

Reichhaltig und sorgfältig gewählte Nachrichten aus der Residenz
mid denu Provinzen, die auch das Bedürfniß nach einer unterheltenden und über die
Tagesereignisse orientirenden Lek.üre täglich befriedigt.

Ausführliche Kammerberichte des Abgeordneten- und Herrenhauses,
sowie des Reichstages, welch', vern öge eincs eigeren pulamentarischen Bureaus, bereits
in der Adend-Auszabe zum größeren Theil Aufnahme fidin. Eine kurzge'aßte resumitende
Usbersicht folzt den Verhandlungen bis karz vor Beginn des Drucks der Zritun⸗

Vollständige Handelszeitung, sowohl die Börse als alle Gebiete
des Prodnuktenhandels umfassend, nebst einem sehr ausfübrlichen Koursbecicht der Berliner
Borse, ebenfalls bereits in der Abend Ausgabe.

Theater, Kunst und Wissenschaft finden im täglichen Feuilleton
des „Berliner Tageblatt“ sorgfältige Beachtung, meistens in geistvoll geschriebenen Feuil⸗
letos hervorragender Kritiker; auch glänzen darin die Romane and Novellen unserer ersten
Autoren, so z. B. erschint nach Beendigung des gegenwärt'g voch laufenden

Romans: „Jorstmeister“ von ßSerthold Auerbach
von Mitte Januarek. J. ab ei'n neuer Roman in 83 Büchern:
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„Das Recht des Lebenden“ von Lovin dohudking.

Alle neu hinzutretenden Abonnenten erhalten gegen Einsendung von 1. Mart in
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Berthold Auerbach in Buchsorm nachgeliefert und ist ihnen hierdurch die Gelegenheit ge—
hoten. dieses bervorragende Werk des gefeierten Autors ebenfalls kennen zu lernen.

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des gebotenen Stoffes beschließt die Reihe der besonderen Vorzüge des „Verliner Tageblatt“, durch
welche dassabe die gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands geworden ist.
Alle Postaustalten des Reichs nehmen Abonnements jederzert entgegen und wird um recht frühzeitige
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Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

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— 2 2 *2 2 2383. 5837 3 —M—
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2* 225335 2236 5208 7— 5*8 36* —A 58 —2337
253233 232* .538 — — 8 25 8*22 *
c5 * 7 ——— 2232 2 — J521 32 — 2. 2. 3 2 2
2338 —255523723 — —— — 2 52 3
233 35 ——355860285 255 323553553 —5553532 72 3355*
222368 5*7527 38585*8* — — 25302*
53 — 3 3323 s8333 3 35—
2 2 — * 2 — 7 * 25*
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2235—83333 33333535535 2 62 2535755333385
2* 7 4 2 2 * — —Z
—2 ——333—L28 333333825
—————— 22733.3 —33323 3—34 *23332—35 53
32333838 353353 33335 288 2325 228353 538
255 2. 3372, 52 55 5537 32523 2. * 22 53 3 —
z3—3335328 5 23 5—3z525 583 52535 2385 2
5* r332733 2323 23 28 ——3632—32 5
ISGGGSGIBEISS 23231* 23 785*235253 5 537555
2 527 3 * 23 22 — 25 227. 2383 — 52 5323 *
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. —3 3 3; 5—3383 257 —— 283 —3 32.5 S —*7 —
3323 5883553 523 23 2860 33 575
F *5 * —* —— — Z — 7 — * —3V —
323. 723 2225*5 5 533 5268332 6—8— 5 83 — 2
533 6423 358283 2286 8822*22 35 *35 33533 28 235
2. * *5 52 8 — 2* — — Còö — —— 8 Z—
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5237* 38351823 358 —5. 57 2737327 33
239 252533733 —35 —833 3535—55 5333 32337
7 27 5322.8 75 23322 225.52 2 52225322 —
55 * 5223557 533 2333225*7 *5 — 2 5 7
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238 *35375 553835533833234 223327
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Sanmstan und Sonntaz. Der Abouuementsvreis beträgt vierteljahrlich
A0 . einschließlich Trägerlohn; durch —X einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 ¶, von Auswarts
mit 15 ⸗ fur die viergespaltene Zeile Blattichritt oder deren Naum, Neclanen mit 30 pro Zeile berechnet.
— — —
1878.
M 200. Donnerstag, den 19. Dezember

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—
Deutsches Reich.
Aus München w'rd als zuverlässig berichtet, daß die Ein⸗
berufung des Landtags für den g. oder 7. Janat in Aussicht
genommen sei.
Berlin, 16. Dez. Das erwaͤhnle Gesetz über den Ver⸗
tehr mit Nahrungsmitteln ⁊c. legt betannilich den Beamten der
Besundheitspolizei eine ziemich weitgehende Controlbefugniß bei,
dezüglich denen man Anstände zu besorgen hat. Die Molive ver⸗
srciten sich über diese Beltimmungen wie folgt: „Die Bramten der
Besunbheitspolizei koͤnnen eine wirk'ame Controle über die zum
Verkauf bestimmten Nahrungsmittel, Genußmittel und Gebrauchs⸗
gedenstände nicht auküben, wenn ihnen nicht das Recht beigelegk
wird zu denselben zu gelangen und sich in so weit in den Besitz
zu setzen, als es zut Ausübung einer wirklichen Controle erforderlich
ist.“ Hiefür hat das englische Gesetz von 1875 zum Vorbilde
gedient; welches dieses Recht jedem Gesundheitsbeamten zugesteht.
Zon den weiteren Vorschristen des englischen Gesetzes über die
Zerlegung der Probe in mehrere Theile hat sich der Entwurf da⸗
gegen nur die eine angeeignet, daß ein Theil der Probe amtlich
peischloffen auf Verlangen zurüchzutafsen ist, damit dieser mit dem
der ünlersuchung unterworfenen, falls dessen Ident tät hestritten
weifelhaft sein sollie. verglichen werden lonne. Im Uebrizen wird
das Naͤhere über das einzuschlagende Veijahren der Dienstanweisung
uberlassen werden durfen. Auch eine Bezahlung der Probe mit
den üblichen Kauspreisen si ht der Enwurf vor, jedoch soll dieselde
nicht gleich bei der Entnahme derselben erfolgen. Uebrigens ist c6
jelbsive rsandlich daß, wenn in dem etwa darauf eingeleiteten Straf⸗
dersahren auf Einz iehung des Gegenstandes erkannt wird, von einer
Fnischädigung nicht die Rede sein kann. Daß den Beamten der
wefundhheiapolizet vas Rrcht ver Entuahme einer Probe auch in
Betreff der Gegenständ⸗ zuftehen soll, welche nicht in einem ge⸗
schlossenen Verkaufs!olal, sondern an öoffentlichen Orien, auf Märlien,
Piahen, Straßen oder im Umherziehen feilgehalten werden, ergibt
sich als eine natürliche Folge des aufg stellten Gruudsatzes.
Berlin, 17. Der. Die in Saarlouis erscheinende „Saar⸗
eitung“ (ullram.) is in Elfaß Lochringen verboten worden.
Berlin, 17. Dez. Die Tabakenquete⸗ Kommission hat in
ihrer geftrigen Sißung mit 8 gegen 3 Stimmen die Einführung
des Tabatmonopols abgelehnt, ebenso die Einführung der ameri⸗
janischen Fabrilatsteuer. Dagegen nahm die Enquett · Kommission
mit groker Majorität die Einführung der Gewichtssteuer auf Tabal
an, und zwar analog der seiner Zeit vom Finanzministet Camp⸗
hausen ausgearbeiteten Gesetzesvorlage, jedoch mit einigen Abän⸗
decungen und Mod fi'anonen. Die Einfuͤhruͤg der Gewichts Keuer
wunde nach ungefahcer Schätzung dem Reicht gegen 60 bis 70
Millionen Mack einbringen.

und dürfe durch eine längere Zuchthausstrafe nicht wirllich verdorben
dirden. Die Geschworenen bejahten die Schuldfraze und die nach
nildernden Umständen. Urtheil. 2 Monate Gefängniß
VBerhandlung goegen Carl Dell, 24 Jahre alt, gewesener
Zezirkßamtsgehilje und Distritterechner in Neustadt wegen Unter⸗
chiagung im Amte. Vertreter der k. Staatsbehörde: Staatsan⸗
pali Scherrer. Vertheidiger: Anwalt Frenkel. Der Angelklagte
Jatte in Neustadt die Zaleinschule absolvirt und wurde dann auf
Fem dortigen Bezirksamt und später zu Frankenthal als Schreiber
erwendet: später übernabm er die Siadijchreiberstelle in Dürkheim
ind kehrte im Jahr 1872 auf's Bezitlsamt nach Neustadt zurück
ind zwar als zweiter Gehilfe. 1874 wurde er erster Bezirkamts⸗
nehilfe und im selben Jahre auch Disteiklsrechaer und Disirilisse⸗
retar für den Distt'kt Reustadt. Außerdem bekleidete er noch das
Am eines Gemeindeschreibers und Armenrechners in Winzingen.
In allen diesen Stellungen erwarb er sich das größte Vertrauen
jnd den Ruf eines braven tüchtigen und strebsamen Arbeiters.
Auch sein Privatleben war musterhaft: Mit heinem Behalt von
nca 3000 M. bstritt er die Haus haltungskosten und theilte den⸗
elben so mit seiner Mutler und seinen beiden Schwestern.
Bei den jaͤhrlichen Veritotionen seinet Kasse fsaund man Alles
in Ordnung und kein Mensch hatte eine Ahnung von dem Treiben
hes Angeklazten, bis im Laufe dieses Jahres in Speyer bei der
hon dem Angeklagten aufgestellten Distrilts⸗Jahres⸗Rechnurg pro
1876 Uaregelmäßigkeiten wahrgenommen wurden. Die kgl. Regie⸗
ung der Pfalz beauftragte nun das Bezirksamt Neustadt, die
Sache zu untersuchen und dann Bericht zu erstatien. Diesen Auf⸗
rag umerjchiug der Angetloate und da deßhalb eine Berichter⸗
dtauung vom Bezitksamt Neuftadt bei ber Regierung m'cht einlief,
d wunde der igl. Rechnungs-Commissär Heußler mit einer außer⸗
»dentlichen Kassenrevision bei dem Angekligten b auftragt.

Bei der contradiktorisch mit dem Letzteren vorgenommenen
Bisitation det Kasse ergas sich eine ganz geringe Differenz von
84 M. zwischen dem wirklichen Kasfenbestand und dem Adschluß
er Journale pro 1878 — also nichts besonders Auffaͤlliges.
Jenen Tag verbrachte der Angellagte wie gewöhnlich und trenk sos
sar Abends ohne mertliche Veränderung sein Glas Bier in seinem
jewohnten Bierhaus. Am anderen Morgen ging er noch auf ganz
urze Zeit auf die Bezirlsamtskanzlei und dann sah man ihn in
x Richlung gegen das Neustadter Thal zu gehen.

Der iagl. Bezirksamtmann fand nun an jenem Morgen in
einem Bureau von der Hand des Angeklagten geschrieben außer
iner „Adrechnung“ ein umfossendes Gestaͤndn'tß sowohl die Unters
chlagung selost als auch die Falschung der Bücher betreff nd; das
Hesammdefict gab der Angeklagte dabei auf 9705 M. 69 Pf. an.

(Schluß folgt.)

Zweibrücken, 17. Dec. In dem gestrigen Krünzchen
dez Gewerbebereins wurde u. A. Uber die von Kaiserslautern aus
segen die Wanderlager, die Waarenauctionen ꝛc. in Umlauf gesetzten
Zetitionen an die bayer. Abgeordnetenlammer und den Reichsstag ge⸗
prochen; man kam zu dem Ecgebniß, von einem Anschluß an d'ese
Zentionen, welche als formell und materiell mangelhaft bezeichnet
Zurden, absusehen und den Ausschuß des Gewerbevereins wit der
getreibung der Sache zu beauftragen; dersesbe soll sich nach Bedarf
rgänzen, das Handelsgremum in Berüchssichtigung ziehen, Petitionen
arbeiten und einer allgemeinen Versammlung vorlegen. (3w. 3.)

pPirmasens, 17. Dez. GP. A.) Vergangenen Mitt⸗
roch war das hiesige Landgericht zum ersien Male in die Noth⸗
vendigkeit versetzt, ein Urtheil wegen U⸗berireriung des Malzauf⸗
chlaggesetzes zu faͤllen. Ein hiesiger Hefefabritant hatte sich 8
Iedetireiungen dieses Gesetzes dadurch zu Schulden lommen lassen,
aß er eigenmächtig die Siegel an seiner Queijchmaschine loste.
ze wurde fur jede Uebertrelung zu 90 M., also zujammen zu 720
Mart Strafe verurlheilt.

FRadergheim, 14. Dej. (Erfroren.) Heute wurde
n der Nahe hiesiger Gemarkung auf Deidesheimer Banne die Leiche
des Zimmermannes Andr. Kreutzenberget von hier gefunden. Der⸗
ibe berbußle eine mehrwöchentliche Haftstrafe im Polizeigefaͤngniss

BPermischtes.

Die Erdffnung der Bliesthalbahn wird am
80. Dezember 1878 erkolgen. Laut Mittheilung der „Saarbr.
Zig.“ werden, soviel als jeßt festgestellt, nachstehende Personenzoge
auf der Linie Zweibrüclen· S aargemünd veilehren: Zweibrücken
ab 6.04, 9. 13 (Güterzuo), Ti ic .ui. Saargemüũnd an 7 26,
i1.52. i287, 6.33. Saatgemünd ab 553, 10.39, 3. 05 (Güter⸗
pug), 8.00. Zweibt ucken an 7.16. 12. 02, 6. 00, 6. 17.

4 Die pfalz. Bahnen vereinnahmten in den verflossenen
11 Plonaten von 1878 10,715,8555 M. 5 Pf., gegen die gleiche
Periode von 1877 ein Weniger von 804,663 M. 158 Ppi.
Für 1878 muß der Staat fuͤtß die pfälz. Bahnen 1 Mill. M.
meht zuschießen, als 1877, namlich 3,800,000 M.

3Zweibrücen, 12. Dez. (Pfälz. Sqchwurger cht 4.
Quartial 1878.) (Fall Schwarz, Schluß) Bei dem umfassenden
Geftaͤndnisse des Angeklagten tkounte süc die Schuldfrage selbst
auch vor der Vertheidigung nur eine bejahende Answort erwartet
werden; aber auch die Frage nach mildernden Umstanden bildete
lein Streitpunlt füt Staatsanwalt und Vertheidiger da ersterer
selbst die Annahme derselben empfahl, indem er aut führte der Au⸗
etlagte sei nur ein keichtfinniger nicht aber ein verdorbener Mensch
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        P gιιιι αναιιν pleunigt gewohnheitsgemaͤß a—
Branniwein vertrunken haben. Die gerickllich— Untersuchung stIlt
fest, daß Kreutzenberger im betrunkenen Zustande Wachenheim verließ
den ohnehin fehlerhaften Fahrweg verfehlte, entträtet niederfie!
und einschlief, um nie wieder zu erwachen. (Pf. 3.)

FSpeier, 14. Dez. Heute wurde die Landrathssession
durch eine Ansprache des Herrn Regierungspräsidenten v. Beaun,
in welcher er mit Anerkennung der Thätigkeit des Landrathe und
brsonders dessen Präsidenten und Sicrelärs cedachte geschlossen.
Durch gegenseitige Verständigung der Kreisvertretung und Kreisre—
gierung ist es gelungen, den Bedarf für 1879 um 82767 M. 20
Pf. zu ermäß'gen, so daß sich die Kreisumlage auf 41 710 s
berechnet. (Pf. 3.)

f Das nächste mitleltheinische Musikfest fiadet im Julisk. J.
in Mannheim statt. Die Leitung hat Hofcapellmeister Vincenz
Lachner. Wahrscheinlich gelangt am ersten Tace die „Schöpfung“
zur Aufführung. (Tobl.)

T.Straßburg. Ein Lieutenant des hier liegenden säch—
sischen Regiments wettete mit Kameraden, zu Fuß innerhalb zu⸗
jammenhängender zwölf Stunden von hier nach Zabern und zurück
zu gehen — eine Strecke von 84 Klometern — reichlich 11d usche
Meilen. Der Officier ging Mittags 12 Uhr vom Uebungsploatze
dahier ab, erreichte Zabern so zeitig, daß er im Gasthofe zur
„Sonne? daselbst sich während fünfviertel Stunden für den Ruͤck
marsch stärken konnte — nicht ohne das dazu gehörige Attest des
Gastgebers mit auf den Weg zu rehmen und traf Nachts 11 Uhr

An, wo er von den ihn erwartenden Kameraden mit gebühren den
Jubel bezrüßt wurde. Es werden sich Wenige melden, diesen
Parsch nachzuthun. (Straßb. 3.)

FParis, 12. Dei. Die Zahl der Reisenden, die waͤhrend
der Ausstellung (vom 1. Mai bis J. November) in Paris eintrafen
und in den Hotels abstiegen, betrug 571,792 (40,021 mehr als
in dem Ausstellungslahr von 1867 und 308,798 mehr als in dem
zewöhnlichen Jar 1877). Unter diesen 571,792 Besuchern he—
fanden sich 64,044 Enqgsänder 31,419 Belgier, 22,524 Deulsche,
16,417 Jialiener, 14,5550 Nordamerikaner, 13,284 Schweizer,
10,234 Spanier, 9072 Oesterreicher ꝛc. Die Zahl der Souveräne
und Vrinzen, welche die Ausstellung besuchten. brirug 39.

Marktberichte.

Kaiserslautern, 17. Dej. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 08 M. 12 Pf., Korn 7 M. 71 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
6 M. 30 Pf., Gerstes M. 83 Pf., Hafer 6 M. 20 Pf., Erbsen 0 M
— Pf., Wichen 5 M. 70 Pf., Linsen &amp; M. — Pf., Kleesamen 39 M. 33
Pf.Kornbrod 6 Pfund 1. Qual. 68 Pf. 2. Qual. Pf., Gemischtbred
8 Pfund 89 Pf., Butter per Pfd. — M. 90 Pf., Eier 2 Stück 11Pf., Kar⸗
toffeln per Ceniner 2 M. 40 Pf. Stroh 1 M60 Pf., Heu 1 M. 80 pi.

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— 2533 ** 2. 2 — —— D * 222. F “
27552 S2* 25 R 2532 27 25 53538 * — 41333
8 A 532332 25328538233 33 — 2.* 22 553232 F
* — —— 25 * — 2 — 5* 5 SE 35 m — 3
72 3e358 5233353855 2355*53 3 3
e333358 — — 33533 3388 58383
Z 2 — —— 22 27 — ——— 5 55 RAF 5 7 J 3
— * * — * —8 E —8 BD * — 8 *8*
33533333395 553535382 32328353— 255525 53
* —— 23353 3853332 2535*
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25337 33235353 255 2332—
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— * 58 557523 8s3335*3] 22 *3323 3 —
255 23*2 —— —— —————
— 2388353 3*3383328 — 522*283
38 578 5 333727 223.3222 572 3
2 538*5S 23 35323827 525 3 7235232 *
226 578558 2 3572 53275 —A
83222. *2255 25583 53332 235 333533922
3223 5 375533333585535323 —
3585333 3855333353578*
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3287 7* 23 — 2.2 — —— 2
*323 85 — 27 2 52538325 23233*23 2
* 7 222773 1253225 —5— * — A
3377 3 2332 223333255 —— 2*32528
2235 282232 2333583223 2 2. 932 252535
— —52 * 270 233 32 22
1232536 — 5 * — * 3 222 33328 23
12128 372 —A —A— 2 2 — — 738 23288
22— — 28383 3258383 32 „*558 2 7*
* *258 2 *83 2. *275 * —28 8 2332
8 —8 8 8 55333 7 3 s 5323 23233*83
— — 2 28533 20 ——5 233 3 35 —
83833 533 2415.53 25338232 —A 2333
25 238 23338 32528 3233783 * 228
2 — 2 — 2* 2 2. H 2 22 *
352553358 — 2255 833238 ——
— * 2. 3 22. ————— — 23 * *1** 5 3 2 * —
* — * 58* 722. 7 *22 3523.*
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353 25538 532828 23*3533 5
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        St. Ingberler ANnzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mil wo hentlich) mit dem Hrudtblatte verbundene Unterhaltungablatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint woöchentlih viermal: Dienstar, Donuerstar, Sanstaf und Sountag. Der Abounementspreis beträgt vierteliährlich
bAc 40 B einschließlich Traãgerlohn ; durch die Post bezogen 14 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 2 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 B epro Zeile berechnet.
J — — ααιααιιä — — — —
M 201. D Samstag, den 21. Dezember — * 3 1878.
Einladung zum Abonnement.
Bei herannahendem Jahreswechsel erlauben wir uns
zu recht zahlreichem Abonnement höflichst einzuladen. Wie
bisher wird auch ferner der „Anzeiger“ wöchentlich 4 mal
erscheinen, 2 mal mit Unterhaltungsblatt undd
Sonntags mit illustrirter Veilage
Im neuen Quartale wird es sich der „Anzeiger“
angelegen sein lassen, alle billigen Wünsche, die an ein
Ldokalblatt gesiellt werden können, zu befriedigen. In
drientirenden Leitartikeln wird er die wichtigsten
Tagesfragen besprechen; alle politischen Ereignisse
wird er in gedrängter, aber möglichst vollständiger
Aebersicht seinen Lesern vorführen. Besonders wird er
den lokalen Angelegenheiten seine Aufmerksamkeit
widmen und daneben Nachrichten aus der gesammten
Pfalz, die interessantesten Fälle aus dem Ge⸗
richtssaale und die wichtigsten Handels- und
Verkehrsnachrichten bringen. In seinem Unter⸗
haltungsblatte wird er durch gediegene und fes—
— e Erzählnngen der besten deutschen. Schriftsteller
sich Hie Gunst der Leser zu gewinnen suchen; Anekdoten
und. Näthsel werden eine angenebme ZQugabe bilden
Bestellungen
auf den St. Ingberter Anzeiger wollen gefälligst bald ge⸗
macht werden, hier bei uns und auswäcts bei der Post.
Der Abonnementspreis pro Quartal beträgt 1,40. M.
inclusive Trägerlohn; bei der Post bestellt kostet der „An⸗
seiger“ pro Quartal 1,60 M. inclusive Postbestellgebühr.
Unsern bisherigen hiesigen Abonnenten wird der „Anzeiger“
uich im neuen Quartale fartgeliefert werden, wenn sie nicht
madrücklich abbestellen.

Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum
empfehlen wir auch den „St. Ingberter Anzeiger“ zur
Aufgabe von Inseraten aller Art, welche wir für
fälzische Inserenten mit 10, für außerpfälzische
nit 15 die viergespaltene Zeile oder deren Raun be⸗
technen.

Zahlreichem Abonnement sieht entgegen

ergebenste
edaclion und Erprditien des Sl. Incherler Anzeiger.

I Ausfsand.

Petersbura, 18. Dez. Der Regierungsbote“ bringt
eine Mifiheilung der Regierung, wonach unter den Studenten der
kamserlichen medizinisch⸗chtrurgischen Akademie in Petersburg Ansangs
Dezember eine Gährung entstanden ist. Den Anlaß daju bildete
die hier eingelangte Nachricht von der zeitweiligen Eiustellung der
Vorlesungen an der Uniberfität in Charkow. Die Gähruug, die
creits mehrere Tage angedauert hatte, wurde am 12. 6. Mis.
jesonders stark. Gegen Nachmittag 1 Uhr wählien die medizinischen
Stud nien Einice aus ihrer Mitte, um dem Chef der Akademie
inzuzeigen. daß der Grund der Unruhen. die Ungewißheit sei, ob
und welche Entscheidung anläßlich der von den Studenten dem
hroßfürsten Thronfolger eingereichten Bittschrift erfolgt sei, sowie die
n der Nacht vom 10. zum 11. Dez. vorgenomm nen Verhaftungen.
Stadiha ptmann Suroff, der sich bei dem Chef der Akademie be⸗
and, klärte die Studenten über die Gesetzwidrigkeit ihrer Handlung
zuf und schlug denselben vor, auseinander zu gehen; da Dies aber
picht geschah, wurde eine haibe Eskadron Gensdarmen herbeigerufen
und wurden 142 Studenten verhafies. Das in der Stadt ver⸗
dreitete Grrücht, die Studenten sejen dabei mitzhandelt worden, ist
inbegründet. Nur zwei Studenten verletzten sich beim Fallen an
den Füßen. Alle Verhafteten wurden in der Kaserne der Leib⸗
garde des Moskauer Regiments untergebracht.

⸗ermischtes.
FWir machen darauf aufmerkiam, daß der 31. December
der Schlußtermin ist für die Eenlösung der Thaler⸗ und Markno⸗
en der Anhalt⸗Dessauischen Landesbank, der Thalernoten der Bank
es Berliner Kassenidereins, der Darlehnskassenscheine des vormaligen
storddeutschen Bundes, der Thasernoten der Tzöüringifchen Bant

ind der Weimarischen Baaknoten a 100 Mark. 19

—73weibrücken, 12 Dez. (pfalz. Schwurgericht 4.

Quartal 1878.), (Fall Dell. Schluß.) Bei einer sofort borge⸗

nommenen Haussuchung in der Wohnung des Angeklagten fand

rxan 465 N. in Gold, welches jedoch seine Mutter als Etrsparniß
hezeichnete. Den Angeklagten selbsi fand man nach laͤngerem Suchen
erst am Nachmittag auf der Raͤne Wolfburg in einer Art Hoͤhl:
ersteckt mit vielen Schnittwunden am Halse, an Armen und

Beinen bedeckt, die er sich mit einem stumpfen Rasirmesser beige⸗

orocht hacte und an denen er sich zu verbluten hoffte. Er gestand

Alles ein, wollte aber Anfangs die Haupischuld auf den früheren,

derslorbenen Rechner Fleck schieben; im Laufe der Untersuchung

aller bekannte er unun wunden sich für die ganze strafbare Hand
jung allein derantwortlich.

.ire straftechttiche Verantwortlichkeit hat der Aagellagte nach

der Anklage nur für die Summe von 9507 M. 60 Pf., die er

mit Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seiner Handlung unterschla—
zen habe.

. Zu was der Angeklagte die unterschlagene Summe verwendtet
hat, iß nicht ganz klat gestellt; jedenfalls verübte er das Verbrechen
uicht aus Dürftigkeit oder wegen bedrängter Lage, denn jeine Ver⸗
mögensverhältnisie waren n'cht schlecht und sein E'nkommen, wie
ichon angegeben, nicht klein. Wahrscheinlich wutde der größte Theil
der untersclagenen Summe jut Rebaralur sein:s Haufes her⸗
wendet.

Die Mutter und die Schwestern des Angellagten haben gleich
nach angestellter Untersuchung eine Hypothekarberschteibung auf ihr
Wohnhaus für die ganze unterschlagene Summe ausgestellt, und der
Augeklagte hat in diese Hypothetat verschreibung nachträglich einge⸗
villigt, so daß die Distrikislasse von Neustadt gegen jeden pekunären
Schaden sicher geliellt ist. J

— Bei dem Eingeständniß des Angellagten, das er auch bei
»er Verhandlung aufrecht hielt, machte die Entscheidung des ob
elt.ven Thatbestandes keinetlei Schwierigkelten.

Anders verxhielt es sich mit der subjeltinen Seite der An—⸗
tage: Nur wenn die an sich verbotene Handlung etnes Menschen
aus dem völlig freien Willen des Handelnden enisprungen ist,
ist letterer strasbar, die Vertheidigung behauplete nur, der An—

Deutsches Reich.
Die preußischen Kammerliberalen wollen die von ihren Red⸗
ern anlählich des Schorlemer'schen Antrages zur Wucherfrage
a der preußischen stammersizung des 26. Nov. durch vermeintlich
iberlegene reine Ablehnung der Frage begaugenen Fehler wieder
jut machen. Füͤr heute (Nittwoch) soll ein bezüglicher Anfrage⸗
antrag vorbereitet sein. U erdeß hai Fürst Bismarck zu der Sache
dereits Stellung genommen und dem preuß schen Justizminister Dr.
Leonhardt Ermittelungen über die Ausdehnung des Uehels resp.
iber die Mögzlichkeit seiner Eiusämmung äufgelragen. — Jener
Zchritt der p eußischen Liberalen ist entschieden mit Beifall zu be⸗
grüßen, abgesehen von allen Fragen der Partetaltik. Die Beschaf⸗
gung mit jenem öffentl'chen Uebel⸗ oder Krankheitszustand ist eine
Forderung der einfachsten polilischen Moral, felbst wenn sachlich
deniger geholfen werden föunte, als J. B. wir glauben. Wer
ibrigens sagt, daß die Gesetzgebung gar Nichts bessern koöͤnne, ver⸗
leht entweder Nichiz vbon der Sache, oder er ist an derselben
uteressitt. (Südd. Pr.)
        <pb n="730" />
        geklagte sei geist'g nicht völlig inlakt, seine Handlungen können statt
aus freier Seibstbestimmung aus anormalen, tkrankhaften Geistes⸗
funktionen entstanden sein. Der Augellagte ist nämlich nachgewie⸗
senermaßen Epilepuker und diese Kranke sind erfahrungsgemäß zum
größten Theil geistig gestört. Wenn nun die Thatsache des Krank⸗
seins und die regelmäßige Folge der Krankheit von dem k. Be⸗
zirksarzt Dr. Reusch von Neustadt und dem Medizinalrath Dr.
Bettinger in Fraukenthal zugegeben werden, so behaupten beide
Aerzte doch, der Angeklagte sei lrotz der Epilepsie, an der er leide,
dem Strafrichter verantwortlich— D'eser Ansicht entgegen stellte
nun in der gestrigen Sitzung der hiesige k. Bezirlsartzt Dr. Reusch,
der gegen den ansdrücllichen Willen des Angeklagten von der Ver—
theidigung als Entlastungserperte geladen war, auf, der Ang/klagte
Jaide außer an Ep lepsie ouch noch an der Basedow'schen Geh'rn⸗
nerventrantheit und sei sicherlich nur im geminderten Gerade, mög⸗
licherweise sogat gar vicht zurechnungssähig. Dieses entlastende
Guͤtachlen ergriff die Vertheidignng und beantragte auf
Grund desselben Freisprechung. Die Geschworenen schlossen sich
jedoch in soferne der Aasicht der k. Staatsbehörde an, als sie die
Schuldfrage bejahten, fie verücksichtigten aber auch das zweifellos zu
—XXV Herrn Dr. Reusch und nahmen mil⸗
dernde Umstände an. Das Urtheil lautet auf 3 Jihre Gefängniß
und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer.
Die Gischworenen hatten mildernde Umstände angenommen.

Berchandlung gegen Friedrich Kost, 18/0 Jahre alt,
Acerer von Dammheim, Cantons Landau, wegen vorsetzlicher Kör⸗
perderletzung mit nachgefolgtem Tode des Verletzten, vertheidigt
durch Rechiskandidat Goldmann. Am Abende des 23. November
abhin war in der Badstube des Bäckers Behret zu Dammheim eine
größere Anzahl Dammheimer junger Leute beisammen, die Wein
mit einander tranken, den Einer von ihnen in einem Eimer herbei—
geschafft hatte. Zu diesen Burschen, unter denen sich der Auge⸗
ilagte befand, gesellte siw etwas später auch der 29 Jahre alte
Ackerer Jackob Bohläuder von Dammheim. Die Gesellschaft war
friedlich beisammen, bis der Angek'agie uch beigehen leß, odne
eden Anlaß dem Bohnländer eine beschimptende Aeußerung ins Ge⸗
sicht zu sa zen. Alle Anwefenden waren zornig über de Ungezogen⸗
heit des Angeklagten und Bohländer wurde so böse, daß er den
Angeklagien nit ·cinem Fa iststoß zu Bodene warf und fich dann ent⸗
fernte. Er ging jeboch vom Hofe dres Behret noch einmal zurück
in den Hausgang um etwas Vergessenes mitzunehmen. Hier traf
er mit dem Angeklagten, der mit den anderen Butschen fich gerade
entfernen wollte, zusammen. Beide geriethen in Disput, und Boh⸗
länder mißhandelte den Ang⸗klagten, so daß dieser blutete. Sodann
ging Bohländer in den Hof und schloß sih hier einem Belannten
un, um mit diesem heimzugehen, als der Ungeklagte plötzlich rasch
auf ihn zutrat und ihm ůuberfehens ein oder zwei Hiebe auf die
Biust verschtẽ. Nach wenigen Schritten stürzte Bohländer zusam
en und var eine Leiche. Er hatte einen Messerstich im Herzen,
der mit voller Kraft geführt und absolut tödtlich war. Der Ange⸗
tlagte gibt den Siich zu, behauptet aber, betrunken und durch die
empfangenen Schläge gereizt gewesen zu sein⸗ Das Messer wurde
im Hofe des Behret gefunden. Der Angeklagte wierd vom eigenen
Vater als ein ungezogener und unbotmäß'ger Bursche geschilder“.
Bohländer dagegen stand in sehr gutem Rufe. Die That des An⸗
gellagten ist um so bedauerlicher, als der Getödiete eine kranke
Frau nnd zwei kle'ne Kinder iu nicht gunstigen Verhältnissen hin⸗
Ferl eß. Die Verhandlung, die nichis wesentlich Neues ergab, endete
mit der Schuldigsprechung des Angeklagten unter Ausschluß mil⸗
derndet Umstände. Die Strafe lautet auf: 6 Jahre Zuchthaus
und Verlusn der bürgerlichen Ehrenrechte auf weitere 6 Jahre.
Damit endele diese letzte Schwurgerichtssession pro 1878.

Zweibrücken, 19. Deg. Die Eröffaung des pfälz.
Schwurgerich!s für das 1 Quartal 1879 ist auf Montag den 17.
Maͤrz festgesetzt und das Prasidium desselben dem k. Appelltath
Herr Jacob Fitting übertragen.

fLambrecht, 18. Dez. Gestern früh fand man den
Schmied Börner hier nebst Frau und Aind in deren Behausung
im Bette liegend, in ganz bewußtlosem Zustande. Dem ichnell
herbei gerufenen Arzle, Hertn Dr. Humbert von hier, gelang es,
den Mann und das Kind alsbald wieder zur Besinnung zu bringen.
die Frau jedoch wurde in das hiesige Spital verbracht und soll sich
noch nicht außer Lebenscefuhr befinden. Ursache davon war, was
Andern zur Warnung d'enen möze, das zu wete Herunterschrauben
des Dochtes der Petroleumlampe wodurch das Zimmer, resp. der
enge Raum, ganz rußig wurde.

pwürzburo⸗16. Dez. Ein Student der Medizin aus
Westphalen, Namens Siecen, wurde in vergangener Nacht durch
eine Patroulle arretitt; man sagt, er habe die Soldaten geneckt.
Unterwegs fuchte er zu enifliehen, uad als er auf Zaruf nicht
stehen bieb, gab einer der Soldalen Feuer. Siecken stürzte im
Rücken getroffen zusammen; man drachte ihn in's Spital, wo er
bald danach starb. (C)

(Der „Abdzta.“ wird über den Vorfall berichtet: „Kurz dvor
Nitternacht, als die Brückenwache am Main abgeldst wurde. neckte
in voruübergehender angetrunkenener Student der Medizin Namens
Siecken aus Lichtenau bei Paderborn die Soldaten und gab über
hr mangelhaftes Exerzitium ein abfälliges Urtheil ab. Der
ührtr der Patrouslle verstand unrecht und arretirte den Exzedenten.
Die Domsiraße hinunter ging der Transport ohne Hinderniß von
Statten, nach Passicung des sogenannten Leichenhofes machte aber
er Arrestant Miene, zu entfliehen, der führende Unteroffizier legte
wuf den Flächtling an und traf ihn so unglüchlich in den Rücken,
aß der Student sofort todt zu Boden stürzte. Augenzeugen be⸗
Jaupten, daß der Schuß ohne zuvoriges Haltrufen abgegeben wurde.
rirst nach dreimaligem Haltrufen hälte der Unteroffier schießen
ürfen. Der Uheber der unglückseligen That behauptet dazgegen,
dalt gerufen zu haben. Die Untersuchung wird üder diesen Punkt
soffentlich Klarheit verbreiten, unter 'allen Umständen verdient es
Hhatfen Tadel, daß aus so undedeutendem Aulaß ein Menschen⸗
leben geopfert wotden ist.“ Mit angcheiterten jungen Leuten, die
ich ungeitige Scherze erlauben, sollie man doch ein wenig anders
imgehen, als mit Vö dern und Banditen.“ (Wie die „N. Würzb.
Ztg.“ weiter erfährt, wollte der Geiödtete in din nächsteä Tagen
ein Examen ma hen; er soll der einzige Soha seiner Eltern sein.)

FeEin Haus von einem Wildschwein erstürmt. Ein Ereigni ß
nielleicht enzig in seiner Art, setzte dieser Tage ein Dorf in der
stahe von Meß in Aufregung. De Frau eines Einwohners war
—— knurrnde
JZaue aufmerksame gemocht, plötzlich ein Widjschwein auf sfich —*
ennen sah. Erschreckt eilte die Frau in das Haus zurlick und
aite gerade noch Zeit, in ihr Wohnzimmer zu gelangen, und die
Thüre hinter sih zu schließen, denn das wilde Thier war ihr auf
ein Fuße gefolgt und machte nags Versuche, in das Zimmer einzu⸗
ringen. Jezt steigerte sich die Anast der armen Frau dermaßen,
aß sie zum Fenster hinaus auf die Straße sprang und laut um
hütfe schrie. Alsbald war das Haus von zahlreichen, mit Mist⸗
jabeln und sonstigen Beräthen bewaffneten Leuten umst llt jedoch,
zermochte Keiner dem: Wüthen des Thieres, welches mitilerweile in
zie Küche gelangt war und au dem daselbst vorhandenen Geschirr
inen Zorn ausgelassen hatte, Einhalt zu thun. Zum Glück tonnte
hließlich ein Grenzau's her, der des Weges kam, herbeigerufen
berden, und es gelung diefem Beamten, durch einen gut gezielten
338 die Bestiezu lödten. Deeselbe wog ausgeschlachtet 125

fund.

prrane,urt a. M., 46. Dei. Der bekannte Schrift⸗
jeller De. Catl Gutzlow,welder in den letzten Jahren seinen
Wohpnsitz in Sachsenhausen dei Frankturt a. M. aufgeschlagen hatte,
vurde heute Morgeu todt in seinem Zimmer auf zefunden. Derselbe
alte, da er an Schlaflosisleil lut, gestern Abend wie gewoöhalich
inen starlen Cloraltrunk (H) zu sich genommen, beim zu Bette
gehen scheiut er sodann das brennende Licht unvorsichtiger Weise
u nahe an das im Zimmer b fidliche Sopha gestellt zu haben,
asjelbe sowie einige im Zimmer defindliche Stühle wurden von
der Flamme erfaßt und branuten bei starker Rauchentwidelung,
za der Zutritt feischer Luit verhindert war, nieder. Tr. Gutzkow
cheint von dem Qualm erwacht und aus dem Beit gesprungen zu
ein, wo ix — ehe er die Thür erreichen lonnte — leider vom
Frftickungstode ereilt wurde.

dDie halbo ficielle Berliner „Norddeutshe Allgemeine Zeitung“
schreibt in Nr. 259. II redactionell:

Aus der Rheinprovinz. Begründet 1839, umfaßt
daß Stollwerc'sche Etablissement, nach Vollendung
iner Biscuit-⸗Fabrik und Zucker-Raffinerie, alle Branchen des aus⸗
Jedehnten Industrie⸗Zweiges und zählt heute zu den bedeutinderen
nercantilischen Unternehmungen des Deutschen Reiches. Die Ge⸗
ude, innerhalb des Festurgsgürtel Cölu's gelegen, bilden einen
ünfstöckigen Complex mit 700 Fuß Straßenfronten. Drei Dampf⸗
maschinen von 84 Pferdekraft normal bewegen 115 größere Arbeits⸗
naschinen. Fünf Dampfhebewerke vermitteln den Verkehr der Lager⸗,

Fabrikations⸗ und Versandt Raͤume. Die Maschinenweilstätte, aus
velcher fast sämmiliche Maschinen nach Spec al⸗Constructionen her⸗
orgegangen, werden von einem besondern 16pferdigen Motor bedienk.
rigene Druckerei mit Schnell., Buntdruck und Handpressen, Car—
nnage Fabrik, Damp'schreinerei und Klempuerei mit allen er denl⸗
Hen Werkzeugmaschinen ausgzerüstet. Die Zahl der Arbe ter
hwankt zwischen 300 und 500 je nach der Jahreszeit. Das
Fiadlissement hat eigene Wosserleitung mit Hochteservoir, eine
pohlorgan sirlte Feuerwehr mit Dampjffspritze, Hausapothele, beson⸗
sere Kiattenkasse und Menage für das Personal. Acht meist ge—
hlossene Traneportwagen vermitteln den Veikeht mit Bahnen und
Dampischeffen. Die Firma besttzt eine grözere Anzahll eigene:
Magagine, wie sie in den Haupistadten Frankreichs und Englandz
nicht großartiger anzutteffen und ihre Producte sind edensowol auf
zet kaiserlichen Tafel als in der bescheidensten Hütte zu Haufe.
ie Thridelung nad dem Auslande ist durch die drücken den
        <pb n="731" />
        deulschen Zollberhälinisse, die —A
vie sie in vielen anderen Industrie zweigen; und namenlich in Frank⸗
eich eingeführt sind, äußerst erschwert. Der Kette der Aus—; eich⸗
mungen hal Seine Majestät der Koönig Albert von Sachsen d. d.
Dresden den 11. Oktober a. c. ein neues Glied durch Ernennung
der Webräder Stoliwerck zu Höchstseinem Hofliejeranten
ingesügt. Nach Ausweis des Kaiserlich statistischen Amies gelangten
mnähernd 20 pCt. der gesammien Cacao Einfuhr na h Deutschland
a C'dun zur Verzollung; ein Anhalt für die Ausdehnung und
zie Reellität der Fabrikation. .
pAderina Pauti feiert in Berlin in den Räumen des
—XXV zweihundertprozentiger Preiserhöhung ko⸗
ossale Triumphe, indem das Haus an jedem Abend, an dem die
Dida auftriti, vollständig gusverkauft ist. Diese für den Geld⸗
deutel der Sängerin, welche für jeden Abend mit 10,000 Fr. ho⸗
norirt wird, so günstige Situation ist durch solgenden Vers gekenn—
eichnet worden: a
Was für die Räuber man zahlte Herrn Schiller,
Bekommt die Patti für jeglichen Triller.
F(GDie Beredsamkteit der Druckerschwärze.)
Iun letzter Zeit enthielt Ihr Blait — so lautet eine an die Köl⸗
uische Zeitung gerichtete Correspondenz aus London — mehrere in⸗
eressante Mittheilungen über Urt und Wirkung der Annoncen,
Dbschon auch in Deutschland im letzten Jahrzehnt bedeutend mehr
mnoncirt wird als früher, so sind doch die deutschen Leistungen“
n dieser Beziehung sehr geriug gegen die der Engländer und Ame—
tanet. Als Illustration gebe ich folgende Einzelheilen aus einer
Zusammenstellung eines englischen Annoncen⸗ Bureaus: XV
holloway der berlihmte Plllen nann, annoncirte seine Heilm tel
uerst im Jahre 18373; im Jahre 1842 gab er 100,000 M. lich
derwandle die L. Sterling in deutsche Währung) zu diesem Zwecke
us; in 1845 stieg der Betrag auf 200,000 M., 1851 auf
100000, 1855 auf 600,000 M., und im vergangenen Jahre
zetrugen seine Annoncen- Kosten 800,000 M. Es ist erfreulich,
Jierbei die Thatsache zu erwähnen, daß jener Professor aus dem „in
Folge dessen“ angesammelten ungeheuren Vermözen nicht weniger
Ia 11,600,000 MN. menschenfreundlichen Anstalten überwiesen hat.
Die Kleiderhändlet Moses und Son geben seit Jahren 200,000 M.
ahrlich für Annoncen aus, und einen gleichen Betrag verwenden
zwland u. Son für die Anpreisung ihres b kannten Maccasfar⸗
. so wie Tr. de Jonge fur seinen Lebtrihrau. Das Annon⸗
aicn hon Bettzeug kofiet die Herren Htaf und Sons 120,000 M.
rlich; der Schneider Nicholis verwendet in gleichem Sinne jedes
Fahr 100,000 M., und es wären noch manche Andere mit ähn⸗
uͤchen Beirägen aufzuführen. Am ausgedehntesten aber annoncirt
roße Dradauens i entenhä i 2
— B 35
eigen erscheinen in nicht weniger als 8000 Zatungen! Er bejzahlte
ns 15,000 M. für eine einzige große und besonders ausgestattete

Annonce, und ein ander Malbot er dem Rewyork Herald
In vdem Tage, als die Nachr'cht des Falles von Richmond
a New Vork einntaf, 20,000 M. für eine volle Seite jener Zeit⸗
ing; diefe Offerte mußte jedoch abgelehnt werden, weil der Eigen⸗
huͤmer dis Biattes den Raum an jenem Tage nicht zur Verfügung
ellen konnte. Man ist versucht zu fragen, wie sich Aine solche
vußerordentliche Ausgabe für Annoneen bezahlen töune? Die Ant⸗
vort findet sich in den Namen jener Annodcen⸗Könuige selast; denn
professot Holloway wird z. B. auf 40 Millionen Mark geschätzt,
ind j der der Uebrigen, die oben erwähnt worden, hat große Reich
hümec gesammelt. Gewiß der beste Beweis für die Beredtsamkeit
Druckerschwaͤrze auf gefchäftlichem Gediete
Elektrische Beleuchteung. Einem Telegramm
der „Daily News? zufolge bestät'gt Herr Edison,daß er das elek⸗
rijche Lichi durch Weißzlühen einer Verbindung von Piatinum und
Iridium herstellt. Der Konduttor ist nicht eine gewöhnliche Ktolle,
Iudern in anderer Weise arrangirt, in Folge dessen er mit schwä⸗
herer Strömung, als dutch eine Spirale erzielt wird, schon ein
ftimmt flarkes Licht hervordringt. Durch einige geringe Abän—⸗
erungen in der Form des Konduktors erhält er aus einer Zelle
ner Daniell'schen Batterie genügend Licht, um bei demselben lesen
tönnen. Ein einfacher verstellbarer Apparat, welcher an jeder
jampe angebracht wird, regulirt den Betrag der Elektre ität,
velcher von der Hauptströmung abgeleitet werden soll, und macht
‚ag Lecht vollständig unabhängig von der Stärke der Hauptström⸗
mz und von allen anderen Lampen. Der Theil der Strömung,
ockchet für den Regulator benutzt wird, dient auch gleichzeitig zur
derstellung des Lichts. Die Erfinduag Edisons besteht offenbar
heilweise in der Benutzung des Widerstandes des Regulators zur
gcleuchlung an Stelle des bei der Theiluag sich ergebenden Ver⸗
uftes an Elektrizilät, zum Theil in der besonderen Form des Kon⸗
uttors, die Einjelheiten sind jedoch noch Geheimniß.
Marktberichte.
Zweibrücken, 19. Dez. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkh
Weizen o9 M. dé Pf., Korn 7M, 13 Pf. Gerste zweireihige O M. — J.
erreihige d. M. — Pf., Spelz 6 M. di Pf. Spelzkern — M.— Pf.,
dintel M. ppfmischfrucht 0.M. —, Pf Hafer 5 M. 70 pf.
zrbsen — M. — Pf., Widen 0 M. Pf., Kartoffeln 2 M. 50Pjf.,
deu 1 M. 80 Pf., Stroh 2 WM. — Pf., Weißbrod 1/2Kilogr. 80 Pf.,
ornbrod 3 Kilogr. 72 Pf, 2 Kilogr. 48 Pf.1 Kilogr. 24 Pf. Gemijcht⸗
rod 8 Kilogr. 86 Pf., das Paar Wed 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
P. I. Qual, 66 Pi. Kalblleuch od Pf. Hammelfleisch 60 Pf.Schweinefleisch
56 Pf. Builer /2 Kilogx. IM, — Pf, Wern Vne ⁊ . Wiex 1 Liler 24 Mk.
Homburg, 18. Dez. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen.
10 M. 42 Pf. Korn 7.M. 13 pf. Spelzkern — R. 7 Pf. Spelz 9 M.
Pf. Gerste reihige — M. — Pf. Serste 4reihige O M. — Pf. Hafex
6 M. 89 pj., Mischfrucht 7M. 78 Pf. Erbsen O M. — Pf., Wicken
d M. — ppf., Bohnen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., 38
roh G. ehn bã. h. Gemsschibrad. Wunda Pie cabeee do
i8 ppf, Butter 1Pfund MN. 50 Pf., Kartoffeln ber Ctr. 9 M. 50 Ppf.
Fur die Redaction rresermc Dene s.

Holzversteigerungen 2 — vil und Alpen
us Slaatswaldungen des tgl. * R
Fo Ncev ers Neuhãusel. 260 A8 Eichen und
Montag, 6. Januar 1879, 3608 8 aed Eichen
dorminagt Or Ahr dei, Gaste 42 Suet Buͤchen aloßzholz.
wirih —888 zuin —
Schlage: Bauwaid, Oberer —A Oberförster:
BZugwald, Herrndickeischlag und Mörschet.
Zusalge Eraebnisse. Allgemeine Wechsel
103 Eichen Staͤmme 1.- 5. CEl. ind zů haben in der
74 uqhen 2. u. 8. Buͤch⸗ und Steindruckeree
4 Kiefern— 4., — demeß
40 Birken u. Hainbuchen 2., — e
50 Sichen und Buchen Wag⸗
nerstangen.
21 gemijchie Htempelstangen.
jz Sla Cichen Misselholz 3.
bis 5. Cl.
15 Ster Buchen Misselholz 2. Cl.

—— —
Zu bevorstehenden
Weihnachten

zu Weihnachts Geschenken
bestens empfohlen.
LCoose d. Ludwigsha⸗
fener Kirchenbau⸗
Totterie.
Geld⸗Pramtencollecte, geneh
nigt dur qhh allerhöchsten Erlaf;
dom 13. Augnust 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stück,
it 8080 Geld Gewinnen im
Belirage von M. 115,400.
daupttreffer M. 30,000.
Breis des Looses Marrꝰ
Zu bezieh. durch d. General
Debit
A.O Voltæ Jul. Coldschmi
Ludwigshafen a. Nh·
Wiederverküufern Rahbatt

mpfehle ich mein Lager in
rideriessel, Rohrsessel, Kinder⸗
dagen, Bumentische, Korbwagen,
don den seinsten bis zu deu or⸗
inärsten, sowie Filzschube mit
—A re. zu den dilligsten
Wrten
*1. Seilet.
— F—

Bekanntmachung.
Zufolge hohen Erlasses tal. General Bergwerls⸗
und Salinen: Administration vom 13. Dezember
1878 Ne. 2950 werden
— pom 1. Januar 1879 an
deg ede * onn die Kohlen zu nachstehenden Preisen vtrtauft:
Hasiwirih G. Hufsong in Arderkohlt J. Qualität per 9 xg 1A16,
Neuhäusel: V. .100 x*8 85 9,
Schlage: Bauwald und Oberet . III. J100 x8 —2
Buchwald. 1.8.3
einschließlich deb Ladgeldes.
J Zhen Sceit J. dis JhtdEh Inaben. den 16. Darenbnr 1878.
zu Sier Uhen Scheit 2. u. Kgl. Bergamt St. Ingbert:
3. ECt. J. Kamann.

Fei ster Lofodinischer
DorschCeberthran
von A. Sar demannmn

in Emmericsi,
vegen seiner Güte und Wirksam
eit allseitig von den Aerzten em
fohlen, ist stets vortäthig ir
ZDriginalslaschen à1 Marhe
St. Ingbert bei J. Fried
rich, in Zweibrüden W. Au

Sed', in Homburg bei
Simon.
        <pb n="732" />
        *22 —E
tirtes Lager in . F . J
Herren- und Knabenhuten,
Winter-⸗Baschlikmützen von 3M. an,
sowie Herreukragen in allen Weiten, Eravaten ü. Sblips,
Burxkin und Glaͤce⸗Handschuhe, waschlederne Haud
schuhe à M. 2, Bierfilze a M. 1,30 per Dutz
Fitzsohlen. IJ—
EHermanmn Discer

mvrehle ich mein gut asstrrr.. Abonnenients⸗Einladung. ⸗
. Mit den J. Ja nuar 1879 beginnt cin neues Abonnemen,
auf die wöchentlich 68. Mal erscheinende
J F5 J *
Saarbrücker Zeitung,
nebst dem Graͤtisbeiblatt: Jder Bergmannsfreund,

das älteste und berbreitelste aller in der industriellen Saargegend

erscheinen den Tageblätter, dessen Auflage die jedes audern im Re⸗
zierungsbezerkle Trier-erscheintuden Blattes übersteigt.

Die Saarbrücker Zeitung, deren sich Behorden und Privaten
mite großem Eifolg zur Veröffentlichung ihrer Belanntmachungeu
jedienen, hat eiren ausgedehnten Leferkreis nicht nar in den Städten
Saarbtücken und St Johann,“ sondern auch in dem diesseitigen
und den benachbarten Kreisen und namentlich in dem deutjchreden.
den Theile Lothringens.

Die Haltung der Zeitung ist liberal. Leitartikel, Tagestber⸗
lichten, Landtags⸗ und Reichstags· Berichte, Telegramme, Correspon⸗
denzen, Lokalnotizen und interissaples Feuilleton“ in jeder Nummer.
Lotal⸗Anzes gen werden mit 10 Pfycdie 7 spaltigt
Petitzeile aussswaärt i geemit 15 Pf., Retla men mit' 30 pf.
pro Zeile berechnet.
Abonnements zum Prelse hon8 Mark pro Quarfal
nehmen alle Postanstalten des In⸗ und Auslandes entgegen, und
ladet dazu höflichtt in
Die Expedition der Saarbrücker Zeitung.
Fünfzig Fabeln für Kinder

von Wilhelm hzey. J

In Bildern gezeichnet von Otto Spedter. — —
Nebst einem ernsthaften Anhange. 2 Baände Goha, Friedrich
Andreas Perthes. Große Ausg. à Raund M. 3. 50;7 tieine Ausg.
Bo. M. 1. 50.

— Abonnements Einladung. —
Mit dem 1. Jannar 1879 beginet wieder ein neuts Abon:

nement auf die .3 *

Pfälzische Geflügelzeitung “

und laden wir Gefluͤgelzuͤchter und Fiumt der Geflügelzucht zur

zahlreichen Betheiligung höfiichst ein.“

Wir werden wie seuher sĩo auch für die Folge stets bemühi

sein, unserer Aufgabe: „Antegung zur Zucht und Pflege des Nutz⸗
geflügels sowohl als auch der Zier· und Singvögel“ getreulich
nachulommen und wird uns die bis jetzt so reichlich gewordene
Anerkennung' pfälzischer und auswäctiger Geflüel hnd Sing vögel⸗
züchter; sowit dig Wabl unseres Blaties als Organ mehrerer Ge⸗—
flügelzucht Verein⸗ seis n Sporu sein auf dem betreienen Wege
weiter zu schreiten., belehrend ad anregend zu wirlen, um die
Grundfaͤtze einer rationellen Geflügelzucht immer mebr zum Gemein⸗
dut zu machen. Dabei soll der Lebhabere und Pflege der Zier
und Singbögel. und dem Schutze der Wildvögel, wie die bis jeßt er⸗
schienenen Blätter der Pfalzischen Geflügelzeuung den Beweis geben,
reichlichst Rechnung getragen, und belehrenbe Abhandlungen ber
Aufzucht, Pflege, Lebensweise, Fütterung, sowie über Wart und
Pflege in e nzelnen Krankheitéesallen mitgetheilt werden.
Auch im neuen Jahre werden wir mit der Beschreibung XX
licher Hühnerarten nebst den nöthigen Abbildungen enr XR
Race in der Pfälzischen. Geflügelzeilumg fortfahren. 2
Lterarische Beilräge über Geflũgelzucht siud uns stets von
jedem erfahrenen Geflügelzüchter willkommen, und werden von alleu
Freunden unserer Bestrebungen erbeten. Die Piaͤlzische Geflůgel
zeiturg“ hat sich auch im letzten Quartale wieber in allen Theilen
unferes deutschen Voterlandes neu⸗ Freunde und Leser erworben
und ist als weitherbreiletes vielgelesenes Blatt borziglich zu Inse⸗
raten zu einpfehlen. Bei Anjzeigen lostet die einfache Penezeile
Aer deren Raum 15 Pfennige.

Unsere geehrten Abonnenten erhalten mit der ersten Num mer
des neuen Quartals als Neujahrs: Beid abe gratis einen großen
ComptoirKalender pro 18789 4 freiem Raum zu
Notizen, sowie brigedrucklen jüdijchen Feiertagen Briefporto: Ver⸗
zeichniß im deutschen Reiche, Briefporto nach dem Ausland, Packet
porto im deutschen Reiche, Depeschentarif, Wechselstempelgefth Münjz⸗
Vergleichungen und Verzeichn'ß der Bankuoten, welche im ganzen
Reichsgebiet umlaufsfahig sind. Abonnementsgebühr pro Quarial
65 Pf. — Um zaͤhlreiche Betheiligüng: der Geflügelzüchter und
Freunde der Geflügelzucht ersuchh V———

Kaiseislaulern im Dezember 1878 ——
Redaktion und Verlagserpedition.
JJ —
Franaocischo und englische

— —

*
—878*
—
41 *

„Hey⸗Speckters illustrirtes Fadelnbuch ist eine der besten Kinderschriften
welche in den letzten Decennien erschienen sind; sowohl Wort und Bil find
ganz darnach angethan, das liebe Kinderauge und das naive Kinderherz zu
esseln und zu erfreuen, und es dürfte nintleicht zu bestimmen sein, ob die
derstellung diefes ausgezeichneten Buchleins, dag schon so manqches Jahr die
kinder erfreuet und doch immer frisch und jung geblieben ist, dem Schrifsteller
oder dem Zeichner der ersie Preis zuzuerkennen sei. Dem scherzhaften Inhalt
des Bulchleins ist ein Anhang ernsten Inhalis in Sinnfsprüchen, Gedichten
und biblischen Sprüchen, dem Begriffsvermogen der Kinder von 477Jahrem
angepoßt, beigegeben. Wir wollen b eben so schöne als nuͤtzliche Vuchlein

als ein recht werthvolles Weihnachtsgeschent für die lieben Kleinen hiermit
westens empfehlen. atbolisches Sornn dag ablant der.
dSprache. ——
L Intorprèto Mho Interprotor
franzõs. Journal tũc Deutsche, —A Deutsche.
mit erlãuternden Anmerkungen und alphabetischem Vocabulairæe,
sowio mit gane neuer, verrolIom mneter Anssprachebereennun für das Englische.
Seit 1. Juni 1877 herausgegeben von i MIL SOMMEBR.

Erleichtertstio und wirkgamste Hilfsmittel bei Erlernung der französischen und englischen

Sprache, namentlich für das Selbststudium und bei Vorbereitung auf Pramina (Einjuhrig-

hreiwillige); ꝓꝛugleieh amiehendets und erfolgreichste franzogiei und englischo Lectiro zur

Dehung und Unterhaltung . durch die besondere Vinrichtung schon bei deèà boscheidensten

Kenutnissen in erspriesslichster Weise verwendbar.
IXLI vollstandig verschisden): Tagesgeschichte., belletristische,
populãrwissenschaftliche and richt Asatge Segiegene — — — ote. —
— Wõchentlich eine Nummer. — Quarta Preis für jedes der beiden ournale: bei der 2
bost, dem Buehhandei sowio direet uter Bang M. 78 Bi. &amp; , Feines Weißmehl
eines einzelnen Monats direct 60 Pf. -Quartalanf ang: Januar, April, Juli, October; per Pfund 17 Pf.
loch sind jederzeit Nachbestellungen zulüssig. — Probenummera gratis. — Inserate Hühner⸗Futter
à 25 Pft. die 48paltige Petitzeile)? bei dem ausgedehnten, bereits ũber gana Deutschland und“
Sesterreich-Ungarn sich erstreckenden Tevere erfolgroeichster Nikung. per 25 Pfund 2 mN.
BdenKoben in der baver. kneinnnn Dieo xpedition. bei M. Thiert
Druck und Versag von F. X. demesn Ingbert.

, Borräthig in K. Gotthold's
XVXVX Kaiserslauntern,
welche dasselbe gegen 60 Pfg. in
Briefm. franco überallhin versendet.

— —
        <pb n="733" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöheatlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblati. (Sonntags mit illustrirter Rei⸗
age) erjcheint woͤchentlich piermal: Dieustaa, Dounerstag, Sanstag und Sonntag. Der Abonuementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A. 60 —, einschließlich 120 8 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 ⸗, von Auswaͤris
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclhlamen mit 30 pro Zeile berechnet.
— ——
1878.

M 202. Sonntag, den 22. Dezember

Deutsches Reich.

Munchen, 19. Dez. Der bahyeriiche Landtag ist zum 7.
Januar einberufen.

Berlin, 18. Dez. Die Entqu tecommission beschloß ein⸗
timmig die Besteuerung des inländischen Tabakts. Die Resteuerung
lellt sich auf 2 Mack pro Kopf der Bevölkerung. Die Entquete⸗
irbeiten sind fast beendet. Jeßt wird das Programm für die
Bewichtsteuer ausgearbeitet. Hobrechns Reije nach Friedrichstuh ift
uuf einige Tage verschoben.

Seipzrg, 16. Dez. Die hiesize Polizeidirection verspricht
n einer Bekannimachung dem Ermittler des Schreibers einer Post⸗
arie eine Belohnung von 200 M., in welhher einem hiesigen Ein⸗
vohner eine schwere Drohung widerfahren ist. Es gilt diese Post⸗
arte dem Reichstagsabgeordneten August Bebel und lautet:

„Herrn August Bebel, in Firma Ißleib u. Bebel
in Leipzig, Hauptmannstraße.

Genosse Bebel! Hiermit nehme ich mit nur die Freiheit, Sie
arauf ausmerksam zu machen, daß Sie in Ihrer Eigenschafl als
stteichstagsabgeordneter der Stadt Dresden nicht wieder nach Berlin
bommen werden. Gerade, wie Sie Ihren Genossen lehren, gegen
msern Kaisern zu schießen, werde ich als Anhaänger der Socialde⸗
noktatie gegen Sie den Dolch erheben und dafür sorgen daß mein
zweck erreicht wird, und können Sie sich nur dadurch retten, aus
Heutschland, wie es Most, Fritzsche u. J. w. bereits gethan haben,
u gehen. Nameutlich thue ich dies, weil Sie fich gegen früher
aicht mehr offen als Socialdetnoirat belennen, und nur im
heheimen, und nicht wie Ihre Genossen, offen und girade
us jfür die Socialdemokratie wirten. Atfo entwe der fliehen
Sie oder sierben Sie für Ihre Sache, und so wahr, wie ich dies
sier niederschreibe, werde ich die Ausführung meines mit mihreren

AInderen verabredeten Planes bewirken. Piui, schämen Sie sich,
ind Sie doch Hausbesitzer und während Sie Andere zum Theilen
ruffordern, thun Sie dies selbu nicht. Ein Socialdemoktat.“

Zatastrophe vom Paradeplat erwiesen wurde, hat eine weit hoͤhere
gedeutung als die officielle Todienfeier eines auch noch so verdlen⸗
en Mannes, sie ist eine überwältigende sKundgebung germanischer
Arkrast, die immer und überall, ob sie als hehre Begeisterung oder
jerechte und heilige Entrüstung fich äußere, großartig und nieder⸗
chmeiternd auftritt, furchtbar nicht allein im blutigen Ringen der
Feldschlacht für den weichenden Geaner, sondern auch im Kampfe
Jer Geister und der sittlichen Gewalten gegen frevelnde Elemente,
velche die Schranken verhöhnen, die Gefühl und Natur dem Men⸗
chen gezogen. Die taufsend Fackeln, deren Schein, den winterlichen
Ibendhimmel röthete, waren ebenso viele stammende Proteste gegen
as ins Gewand der Gesetzlichkeit sich hüllende Unrecht. Eine
rschütternde Scene ging dem feierlichen Acie der Uebertragung der
deiche kach dem Bahnhof voraus, der Abschied des Vaters und
der Schwester von dem Hahingeschiebenen welchet in der Tobten⸗
ammer des Juliusspitals ausgebahrt lag. Wer dieses Antlitz
setrachtete, welches zu leben schien, ionnte sich nur schrer mit dem
HJedanten vertraut machen, doß der bleiche Todesengel diese frischen
Aippen bereits gelüßt hatte. Wir wollen indeß bei dieser trautigen
Scene nicht derweilen, sondern zur Schilderung des Zuges überge⸗
sen, An der Spitze defselben marschicten als praͤsidirendes Corps die
Westfalen, ihnen folgten die Bayern ohne Fahne, sodaun die
sassauer, Rhenanen und Franken, nach den Corps
eratademische Gesangoerein, dann die Adelphia
nd Nocmannia; hierauf die hochiv. Geifllichteit, hinter dieser der
ʒicherroagen, von bechs Miexden gezogen ; sodann der Wagen mit
en Angehötigen und der a ca de m i chee Srnat mir vren
zrofessoren aller Facultäten, Privatdocenten,
ijsiste nten, Secretariat, Pedelle u. fe w.; hinter diesen die
ischaffenburger und die Verbindungen der Marcomannen, der
Valhalla, der Cimbern, Arminen und Makaren. Zwischen
en Abtheilungen waren in entsprechenden Zwischenraͤumen
hie Musikchöre vertbeilt, welche den Beethoven'schen und andere
Trauermätsche ex cutirten. Der Zug war von einer imposanten
lusdehnung und schien kein Ende nehmen zu wollen. Die Zahl
er Fackellcaͤger betrug nahezu Tausend. Die gigantische Feuer⸗
hlange bewegte sich vom Juliusspital durch die Theaterstraße,
dudwigliraße über den Hauger Ring nach dem Baͤhnhofsplatze, wo
ie Fackelträger so lange Halt machten, bis der Leichnam einwag⸗
jonirt war. Die hochw. Geistlichleit, die Praͤsiden und Fahnen
er Corps u. s. w. begleiteten den Leichenwagen bis an den Waggon
n der Rähe der Güterhalle, wo die üblichen Gebete gesprochen
durden. Die Vertreter der Corps sangen hierauf den ergreifenden
Pers des Liedes: „Ist einer unserer Brüder einst geschieden“, wo⸗
nit der feierliche Act beendet war. Während deeselben hatte der
zug der Fackelträͤger auf dem Bahnhofsplatz Stellung genommen
ind boten die tausend brennenden Fackeln den Anblick eines Feuer⸗
nceres. Unler den Klängen der Musik erfolgte sodann der Rück⸗
natsch in die Stadt darch die Kaiserstraße, Juliuspromenade, Car⸗
nelitengasse, Domstraße, Holsteaße hbis auf den Residenzplaß, welcher
n seinem ganzen riesigen Unfange von einem feurigen Bande ein⸗
sesaßt wurde. In der Mitte des großen Carro's waren die Fahnen
er Abtheilungen malerisch gruppfrt und schließlich wurden unter
Musit ·Begleitung einige Verse des Gaudeamus igitur“ von tausend
Lehien gefungen, darumer auch der Vers: ,‚Ubi sunt qui ante
ros“, 'an dessen Sqhluß sämmtliche noch brennende Fadela in die
zuft geschleudert wurden. Hierauf begaben sich die Theilnehmer des
Zugs in uusterhafter Ordnung nah dem Plaß'jchen Garten, wo
ju Ehren des Berstorbenen ein stiller Salamander gerieben wurde.
Fz dauerte leine fuuf Minuten, so war der große Saal geräumt
ind verödet wie zuvor. Wie wir vernehmen, waren gestern Abend
immtliche Abtheilungen dec hiesigen Garnison bis 8 Uhr Abends
n den Zunmern ihrer Casecrnen consignitt und waren auch jcharfe
Pattronen ausgegeben.

Bermilchtes.

Nach dem mit dem 1. Januar 1879 in Kraft tretenden
Besehe, den Spielkartenstempel betreffend, —RE
asse fließende Abgaben zu entrichten: 0,80 Mark für Karten pꝛel
n 36 obder wenigen Blattern, O,80 Mark für jedes andere Spiel.

Zweibrücen, 17. Dez. Endlich haben die pfalzischen
dehrer die längst erwartete Instruttion für Erthellung des prote⸗
damischen Religionsunterrichtes erbalten. Diese den jeßigen Ver⸗
sältnissen Rechnung tragende, mit padagogischer Einsicht verabfoßte
Fastcuttion, welche vor Allem auf Beseitizung mechanischen Memo⸗
irens dringt, ist als ein wirklicher Forifchtitt auf dem Gebiete deß
tteligioasunterrichts zu —XX

Pirmasens, 19. Dez. Der gestern Abend um 6 Uhr
14 Minuten in Biebermühre nah hier abaelassene Zug blieb ober⸗
jalb des Fischbacher Tunnels in dem Eirschnuitie bei dem ehemals
dutab'ichen Steinbruche im Schnee stecken. Nachdem durch das
viesige Bahnpersonal die Maschine frei gemacht war, gelang es dieser,
die Wagen einzeln in den hiesigen Bahnhof zu befordern. (P. A.)

Wie die „Pf. Ztg.“ vernimmt, hat die k. Regierung der
Witiwe des jügst bei einem Brande in Odenbach verunglückten
Maurers Carl Presser aus der Immobilien-Brandversicherungs
Anstalt eine Unterstützung von 300 M. und eine solche von 200
M. aus dem Prinz Earl Fond angewiesen.

Bei einer am 14. d. M. im Revier Ruppert 3w eiler
ibgehaltenen Treibjagd wurde von dem dortigen tal. Foͤrster Mantel
in Wudschwein etlegl, welches ausgeweidet 236 Pfund gewogen.

F In Dirmstein ist am 18. da. ein auf dem Felde
itzender Strohhaufen von etwa 1000 Centner abgebraant.

Wäriburg, 19. Dez. (Wuürzb. Telegraph.) Eine
mposantete Demonstration wie gestern Abend hat Wüͤrzburg viel⸗
eicht noch nie gesehen. Man bat in unseren Mauern schon Todte
eehrt, die um Kicche, Staat oder Schule sich hochverdient gemacht
Jancn und deren Namen fortleben werden in den Gedenlbüchern
der Geschichte, allein die letzte Ehre, welche gestern dem Opfer der

pWorms, 17. Dez. Gestern wurde die Leiche des hie⸗
igen Steuer⸗Einnehmers Schmitt in Rheindürkheim gelandet. Der⸗
de war am Sonniag in Darmstadt gewesen und von da Abends⸗
gegen 8 Uhr mit der Riedbahn nach Worms zurückgesahren. Wahr:
        <pb n="734" />
        sche'nlich schlief Schmitt während der Fahrt ein, blieb schlafend in
dem Zug, der im Rosengarten stehen blieb, sitzen, wollle dann,
spater aufsgewacht, über die Rheiubrücke, verfehite dieselbe bei dem
heftigen Schneesturm und stürzte in den Rhein.“

Köln, 17. Dec. Seit eimgen Tagen versucht man viel⸗
fach alsche Goidmünzen, 20- Markstücke aus Papiermaché, zu ver⸗
ausgaben.

Wie dar „Saarg. Zt aus Falktenberg gemeldet wird,
wurden in den dortigen Staatswaldungen während der Lehten Tage
erlegt: 1 Wölfin und 6 Wiodschweine, von letzteren durch Herrn
Oberförster Klemme persönlich 4 Stück. Durch die mit großem
Eifer derriebenen Jagden sind die Wildschweine aus —den Staats
waldungen be'nahe vollständig vertrieben.

.Die Postberaubungen scheinen jetzt ep dewmisch zu werden.
So macht wieder die Ober⸗Postdirektiom in Vepzig belauut, daß
am 13.d. Mis. in der zweisen Nachmittagsstande auf dem dor⸗
tigen Thürirger Bahnhofe ein Geldfahrpostb usel, in welchem sich
außerzwei Einschreibebriefen Greldsendung n im Gesammiwerthe von

1413 M. befunden haben, spurlos abhauden gekommen sei. Auf

die Wiedererlangung des Geldes ist eine Belohnung von 100 M
ausgesetzt worden.

FAntwerpen, 16. Dez. Der belg. Steamer der
Bhiteeroß Line, Hermann Lud vig“, Kapitän J. Durt, am 28
September c., somit vor 80 Tagen, ron New-Hork nach Antwerpen
abgefahren, mit einer vollen Ladung Getreide, Speck und Schmalz,
hamsest seiner Abfahrt keine Nachri hten mehr gegeben, so daß man
annimmt,, daß Scheff, Ladung und Mannschaft, 35 Personen, zu—
ammen verkoren sind. Mansschätzt den Verlust auf ca. 21/0 Mil.
tionen Franckß.
F i⸗en verräü—6
Huste-⸗Ni tꝰ von L. M. Pletseh Cꝙo, in Breslau
— *Vit Honig-Kräutor-Malz-Extrakt und Caramellen*)
Anerkennung. Ihr Honig⸗Kräuter⸗Malz- Ertrakt hat bei mir, wie aud
bei meinen Kindern vorzüglich bei Husten, Lungen⸗Catarrh un
Keuchhusten gewirlt. Paul Muüller, Kaufmann, Neumarkt i. S

Jeder Husten kaun höchst gefährlich werden. Der Keuch huften,
zuch die Braͤune, beginnen in der Regel mit leichtem Catarrh und Husten.
Die gefährlichen Folgen dieser Uebel sind bekannt

2) Zu haben in St. Inabert bei Herrn· J. Friedrich.

—

—
A

—

*

r
—
h
——

Todes⸗Anzeige.
1 Freunden, Verwandten aind Bekannten andurch die
Zrauernachricht, daß unsere liebe Mutter“, Grͤßmutter.
Schwester und Tante —*8*
Maria Bruniongeb. Zecer
beule Morgen 6 Uhr, nach kutzem Unwohlsein in einem
Alter von 48 Jahten sanft verschieden in. ·

7 Am ille Theuunahme bitten eet

St. Jngbert, 21. Der. 1878. 6 — 2

0, Die trauernd Hiuterbliebenen.

Die Beerdigung findek Monlag Moxgen um 9 Uhe, staft.

Ad If B Bekanntmachung.
9 —WR Am Dienstag, 24. Dez.
4 1878, Nachm'ttags 2. Uhr ver—
st. —A steigere ich in der Wirihschaft
Büsten, Ofenschalen, Goldfisch- don Michael Pau! 2
gestelle, Rauchservices, Lampen bille größere Parthie
und alle übrigen Artikel in Glas 4 E
und —— *54 Cigarren
— Verkaufslolal vis Abendi — öffentlich an den Meistd'etenden
— 8 Ubr goͤffnet. — gegen baare Zalung. 35
St. Jugbert, 21. Dez. 1878.
Der k. Gerichtsvollzieher.
Faßbeuder.
Veihnaehta-Gie-
vchen Kem empfehle
feinste Parfüũm- und
Toiletto-Schachteln, so-
wie die feinste Seife, Odeura
und alle Parfümeries und
Toiletie·Artiiklil.
Voh. Weindeh
Am 32. Weihnachtstag von
Nachmittags 8 Uhr ab
Tanuzmusit
bei Jakob Quirin,
Rentrisd.

Kriegaer⸗ T
rieger⸗ Verein
Am I. Weihnodststage, Aberds 8 Uhe im?
Jereinslekale
(hristbaum-. Verlooung und Stiftungelest,
wozu die Mitglieder mit Familie hiermit einzeladen werdeu.
R1 Der. J. Vorstand: Fischer.

desohafts- Empfohlung.
. SEsnem verehrlen Putlikum bon St. Ingdbert und
dir Ungegend. die ergedene Anzeige, deß ich mich am hie⸗
sigen Plazes a
Uhrmacher⸗
niedergeiassen. Ich empfehle Alle in diests Fach einschla
genden Artilel, besonders Alle Sorten Wand⸗, Steh—
u. Taschenuhren Fetten. Seidenschnüre ꝛc. ꝛtc.
Weraraluren aufs Befse unter Garanlie.
—rh, — — ——— —— —7⏑⏑ ——
Gleichzettia empfehle mein Lager in Sin ge r⸗
— 136 — aaus der Fabrit von
VRäbmaschinen G. M. Pfaffin Kaiserslautern.
Anerkaunt vestes Fobrikat unter Garautie zu den billigsten
Fabrikpreisie. SMadeln und OGel.
St. Ingbert, 12. Dez. 18785.
Achtungẽe voll
A. MWitt, uhrmacher,
vis-a-vis dem Stadthause.

— — —2
FIriisch gewasserte SArroen-
—55 — ⸗ uu Weihnachtszeschenken geeignet
Ztockfissche, empfehle mein großes Lager'in
jeden Tag bei Kistchen von 100, 50 und 28
JN J. Grewenig. Srtüuück; letztere das Kistgen schon
—— —— — vaon l Wurt an.
„Schöner Spinnhanf Fentle serttigen Rauch —
und Werg Artikel, Pfeifen, Cigarren⸗
hat zu verkaufen spitzen, Tabat ꝛc. ,6
P. Brill Salee. .. Joh. Weirich.
In Folge sehr bedeutender vortheilhafter
W Einkäufe —8*
ist unlerzeichnete LedrhABnAIng im Siande ju fol⸗
genden herabgesezten Preisen reelle Waare Ju 83
J 36 — 40 Piund per Haut
Sohlenleder — ber ij Kilo wi. dez
AX Lund Maodnung ger30 Psud Hi. 11130.
Oberleder in 7-B8pfändiger reinet egaler Wöare M. 2.0
do. .526 M. 2,30.
do. 324 — x M. 2,40.
braun Kalbleder 3 24 M. 3,-.
do. do. in leichter M. 2,90.
Wasch,⸗, alle Sorten Schaflebder, sowle schwatz und
braun Zeugleder, Allann und Noßleder für Satller ju
ebenso heht dill gen Preisen. —
fæ ĩ, Loderhandlung,
77nfhekegegenöber,
Alieskastel, Bahrische Pfaiz.
8s— — Um aenaue Berlicksichtigung der Adresse wird gebeten.“
— —— m aenaue ↄcruauougunq
Druck und Verlag von J. x. DemesF in Et. Ingher.
Biezu „Illustrirtes Sontaasblatte Nr. 581.

Würsto *75
den zum Weibnachts⸗Geschenke an bießi
der am ersten Weihnacht
achmittags 1 Uhr —
ugust Hager, Roßuietzuen
Abgegeben.

Stuu
        <pb n="735" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (Smil wo hrutli th) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunzsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wo hentlich viermilz Dieunstag, Donnerstad, Sünstar und Soauta. Der Abounementspreis beträgt vierteljährlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.66 60 —, einschließlich 10 Zustelljebüihr. Anzeitgen werden mit 10 B, von Auswäri
mit 13 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclanten mit 80 — pro Zeile berechnet.
M 203. Dieunstag, den 2N0. Degemnber —

IA
— 2ZR.
—
Einladung zum Abonnement.

meldet: Am Donnerstag versammelten sich vor der Wohnung des
Ministers der Wege und Verkehrsanstalten gegen 100 Studirende
des Ingen'eur Instikuts, um dem Minister eine Bittsschrift zu über—
reichen. Der Minister berief drei aus der Mitte der Supplikanten
und stellte denselben die Gesetzwidrigkeit ihres Schrittes vor, worauf
sich die Supplikanten unverzüglich ohne Rubestörung ent'ernten.

Die, Moskauer Zestung“ schreibt? Alltäzliche Erscheinungen
zezeugen einen erstaunlichen Zustand der Erschülterung unserer
öheren Lehranstalten. Gesltern wird dem Reltor ein Stein an den
dopf geschleuderz, heute wird ein Kurator fast am Kragen zum
HDause hinausgzeworfen; dort wird ein anspruchsvoller Exmninator
die Treppe hinabbefördert, hier ein Profefsor mit Lärm und Pfei⸗
sen aus dem Auditortum verttieben. Es wird für Unterzeichnung
von Adressen agiurt (kürzlich fand eine Tadelsadresse an Professot
zinomusch in der medico chirurgisch n Akademie bis 600 Anier—
chriften), ex werden gemeinschastlichen Sendschreiben abgefaßt,
rIm ssäre abgesandt, um unter der Lockspeise kameradschaftlicher Soli⸗
zarität bei guter Gelegenheit einen allzeme nen Widerstand zu
Iganisiren.

Bei herannahendem Jahreswechsel erlauben wir uns
jn recht zahlreichem Abonnement höflichst einzuladen. Wie
bisher wird auch ferner der „Anzeiger“ wöchentlich 4 mal
erscheinen, 2 mal mit Unterhaltungsblatt und

Sonntags mit illustrirter Beilage. D

Im neuen Quartale wird es sich der ,Anzeiger?
angelegen sein lassen, alle billigen Wünsche, die an ein
Lokalblatt gestellt werden können, zu befriedigen. In
prientirenden Leitartikeln wird er die wichtigsien
Tagesfragen besprechen; alle politischen Ereignisse
wird er in gedrängter, aber möglichst vollständ iger
Aebersicht seinen Lesern vorführen. Besonders wird er
den lokalen Angelegenheiten seine Aufmerksamkeit
vidmen und daneben Nuchrichten aus der gesammten
Pfalzz die interessantesten Fälle aus dem Ge—
richtssaale und die wichtigsten Haudels⸗ und
Verkehrsnachrichten bringen. In seinem Unter—
haltungsblatte wird er durch gediegene und fes—
elnde Erzählungen der besten deutschen Schriftstellex
ich die Gunst der Leser zu gewinnen suchen; Anekdoten
vBRautb Iel επνια ινιN ιινι Qugabe biiden.

Bestellungen
auf den St. Ingberter Anzeiger wollen gefälligst bald ge—
macht werden, hier bei uns und auswärts bei der Post.
Der Abonnementspreis pro Quartal beträgt 1,40. M.
inclusive Trägerlohn; bei der Post bestellt kostet der „An⸗
seiger“ pro Quartal 1,60 M. inclusive Postbestellgebühr.
Unsern bisherigen hiesigen Abonnenten wird der „Anzeiger“
uich im neuen Quartale fortgeliefert werden, wenn sie nicht
ausdrücklich abbestellen.

Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum
empfehlen wir auch den „St. Ingberter Anzeiger“ zur
Aufgabe pon Inseraten aller Art, welche wir für
ofälzische Inserentenmit 10, für außerpfälzische
nit 15 die viergespaltene Zeile oder deren Raum be⸗
technen. 9

Zahlreichem Abonnement sieht entgegen

ergebenste
ütdackien und Expeditien des „Si. Ingberler Anzeiger“

J Rermischtes. —
In Odenbach, Kanton Landstuhl, grassirt die Hals—
tüune.

—8

—

heschloß eine Verjsammlung die Absendung
atzandexlager an den haierischen Laudtag
De α.
ag stattgehabten Gläubigerder—
ammlung ber grüer und Peters'schen Concursmosse wurde festge⸗
tellt, daß den nicht pribilegirten Gläubigern ca. 5 pCt. hrer
Forderung zufallen werden, wenn das u 30,000 M. geschaͤtzte
Fabrikanwesen d'esen Preis bei der demnächstigen Versteigerung er⸗
ielt. Gezen diejenigen, die kurz vor ausgebrohener Gau ihre ab⸗
elieferten Zuckerrüben und Cichorien vom Fabrilp'atz wicder weg⸗
uhren, wird, wenn sie auf vorherige günche Arfrage nicht den
Betrag der abgeführten Waaren an die Bantmasse vergüten, Klage
ind leider wohl mit glücklichem Erfolg geführt.

F Würzburg, 19. Dez. Ein Studirender der hiesigen
Hochschule ließ seine Großmutter lelegraphisch zu sich bilien.
Bestern Nachmittag kam sie hier on und wunderte sich sehr, auf
)em Bahnhofe nicht von ihm empfangen zu werden. Als sie
in sein Zimmer trat, lag er todt auf dem Belle. Er hatte sich
urz zuvor vergiftet. IJ

tFrankfurt, 19. Dez. Heute fand unter großer Be⸗
heiligung die Beerdigung Carl Gußkow's auf dem Frankfurter
Friedhofe statt Dee Sarg war voͤllig bededt mit Lorbeerktanzen
and -Palmen. Die Grabrebe“ hielt Pfacrer Ehlers. Ferner
prachen Wilhelm Jordan Namens der Genossenschaft dramatischer
Autoten in Leipzig, Dr. Neubürger für die Schillerstistung Ollo
dörth für die Ftankfurter und Wiener Schriststell r Vereine, Za⸗
demack im Namen der dramauschen Kunstler, Pirazzi aus Offenbach.
VDiele Kränze von hier und außerhalb wurden gestiftet. Die sehr
vüurdige Trauerhandlung wurde durch Gesänge des Thealerchors
ungeleitet und geschlossen.

F In Nuolacff (Rußland) sind neun Torpedos, die von
inem Kriegsschiffe weggenommen worden unb duf eine Barke im
Jelebtesten Theile der Stadt gelegt waren, explodirt. Die Erplosion
var so heftig, daß alle Feuster, längs des Huais und in den an⸗
grenzenden Straßen zerschmeitert nnd einige Häufer gänzlich zer.
ertrümmert wurdea. Auf der Barke befanden sich 15 bis 20 Sce⸗
eule, die alle in die Luft geschleudert und in tleine Slüce zerfetzt
vurden.

Ra Kicet
Deutsches Reich.

Berkin, 18. Dez. Das preuß. Abgeordnelenhaus nahm
Jeute mit großer Mehrheit eine Resolution an, welche sich dafür
russpricht, daß das Aussichtsrecht über das preuß. Eisenbahnwesen
aldigst an das Reich übergehe. Der Haadelsminister erllärte, die
)reuß. Regierung sei damit ganz einverstanden.

fdausland.

Bern, 21. Dez. Die Schweiz ist dem Beschlusse der
Pariser Münz konvention vom 5. betr. die Ausprägung von Fünf⸗
rancsstücken, beigetreten.

London, 23. Dez. „Daily News“ melden aus Allahabad,
22. Dez.: Der Emir Schir Ali retiritt mit dir russischen Mission
nach Ballh. Das Land zwischen Jellalabad und Kadul ist in
vlliger Anarchie. Der Stamm der Zulkkurkheyls flüchteie vor der
Antunft der britischen Truppen in's Gebirge, ihre Forts und hHäuser:
verden zerstört.

Der Peterburger „egierungsbote“ von 20. Depmeber

— —— — — — —
Fur die Redackion vera mworn

M
Alle Ermartungen
ibertreffen die zahlreichen aus dankerfüllten Hetzen stammendenh Zuschriften
JPucklich Geheilter, wie solche in dem Gratis Auszuge aus Dr. Airy'e
Naturheilmethode zu lesen find. Gratig und sranco ju beriehen durch
Kichterz Verlags⸗Anstalt, Leipzig.
        <pb n="736" />
        Feines Weißmehl
per Pfund 17 Pf.
Hühuer⸗Futter
per 25 Pfund 2 M.
M. Thiery.

2
7 *
2581135
—z252358
—*2353
2338 8*
235 2
335
—
—3
25327
5555 33
—* —
56
——
* —A —
238
52 * 2
2535 — 25
27 9 — —
——— —
— 7 * 538
22 i
5

*4
*

»ei
zu Seihnachts⸗Geschenken
bestens empfohlen.
LCoose d. LCudwigsha-
fener Kirchenbau⸗
TIotterie.
GeldPrämiencollecte, geneh
migt durch allerhöchsten Erloß
vom 13. August 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stück,
mit 8080 Geld⸗Gewinnen im
Betroge von M. 115.400.
Innntresg M. 80,000.
reis des Looses Marb .
Zu bezieh. durch d. General
Debit
A.O. Volta Jul.Goldschmit
Ludwigshafen a. Rh.
Wiederverkäufern Nahatt.

*

Am 2. Weihnachtstag von
Nachmittags 3 Uhr ab
Tanzmusik
Jakob Quirin,
Rentrisch.
-Die außergewöhnliche Anziehungskraft
e des
6
„Berliner Tageblatt“
belche demselben bis jezt mehr als 76, 000 Abon nenten
ugeführt hat, ist vornehmlich durch die besonderen Vorzüge
egründete, welche desem Blatt zu eigen und in Racfolgenden
räher präcisirt sind:
Täglich zweimaliges Erscheinen als Morgen
ind Abenddlatt, wovon Letzteres bereits mit den Abendzüg er
»efördert wird und womet den Abonnenten außerhalh Berlin⸗
ehr gedient ist. Zahlreiche Spezial-Telegramme von eigene
Torrespondenten an den Haupt Weltprätzen, durch welche das
„Berliner Tageblott“ m't den neuesten Rachrichten allen andere
Ienew k ** eilen im Stuinde issß ια
von allen zilen Fraknonsrücsichten —
—S—— — ———— 3
unzelnen Frage sein objektives Urihenne rennn zug den.
Reichhaltig und sorgfältig g wählte Nachrichten aus der Residen
und den Provinzen, die auch das Bedürfniß nach einer unter
haltenden und über die Tagesereignisse orientirenden Lek ür
äglich befriedigen. Ausführliche Kammerberichte des Abgeord
ie en⸗ und Hertenhauses, sowie des Reichstages, welche, vern ö,
ines eigenen parlamentarischen Burcaus, bereits in der Adeud
Auszabe zum größeren Theil Aufnahme fi den. Eine kurz
geaßte resumirende Urbersicht folgt den Verhandlungen bis ka
dor Beginn des Druds der Zeitung. Vollständige Handels
zeitung, sowohl die Börfe als alle Gebiete des Produlienhandel—
umfossend, nebst einem seht ausführlichen Kourssecicht der Ber
iner Börse, ebenfalls bereits in der Abend Auegabe. Theote
Qunst und Wissenschaft finden im täglichen Feu lleion des „Be
iret Tageblatt“ sorgfältige Beachtung, meistens in geistvoll ge
schriebenen Feuilleto s hervorragender Kritiler; auch glänze
darin die Romane und Novellen unserer eisten Autoren, s
B. erfchint nach Beendigung des gegerwärtig roch laufender
Romans: „Forstmeister“ von Berthold Auer⸗
bach von Mitte Januar k. J. ab e'n neuer Roman in 3
güchten: „Das Necht des Lebeuden“ von Levin
Schücking.

—SX
Einsendung von 1 Mark in Briefmarken, den bis 1. Januar
J. J. abgedruckten und jast zu Ende geführten Roman vo
Berthoud Auerbach in Buchsorm nachgeliefert und iß
hnen hierducch die Gelegenheit geboten, dieses hervorragend
Wertk des gefeiecten Autors ebenfalls kennen zu lernen.

Die Gratis-Beigaben, das illustrirte Witzbla:
VLAIC und die belleteistisce Wochenschr'ft „Berliner
Sonntagsblatt“ erfreuen sich bei dem großer Lefertreif
des „Berliner Tageblati“ einer allgeminen Aneckennuyg und
ncbihen Der enorm billige Abonnements Preis
on Bin Mark pro Qaactalebei der Fülle des gebotenen
Zztoffes beschließt d.ie Reihe der besonderen Vorzüce des „Ber
sner Tageblatt“, dorch welche deosselbe die gelesenste und
verbreitetste Zeitung Deutschlands gewuden ist. All—
Hostarstalien dez Reichs nehmen Abonnements jederzeit entgeger
ind wird um recht frühzeitige Bestellung gebeten, damit die Zu
deung dea Dlaltes vom 1. Januar k. J. ab pünktlech erfolaen kann

—— — —
Fruck und WVersag von

9 26
Wirthschafts-Erösfnung.
Hierdurch z2zeige ergebenst an, dass ich am heutigen
Tage in meinem elterlichen Hauso eine Wirthsthaft eröffnei
nabe. Es wird mein Bestreben sein durch gute und pünkt-
iche Bedienung mir das Vertrauen des geehrten Publikums
u erwerben und bittet um gütigen Zuspruch
8t. Ingbert, 24. Dezember 1878.
Hochachtungsvollst
Potor Best.
⸗Mrstoe V
Stück 2—EStuck
werden zum Weihnachts⸗Geschenke an hiesige —
stinder am ersten Weihnachtstage
»von Nachmittags 1 Uhr ab bei
August Hager, Roßmetzger,—

— 2 abgegeben. — ——
In Folge sehr bedeutender vortheilhafter
Einkäufe
ist unterzeichnete Lecloàr handlung im Sltandt zu sol⸗
genden herabgesetzten Preisen reelle Waare zu vrrkaufen: J

inm b Gerb 36 — 40 Piund per Haut
Sohlenleder in besser Gerbung per a Kilo M. 150.
und Meßtrocknung der 80 Pfund R. 1.140.
Oberleder in 7 —8Spfündiger reiner egaler Waare M. 2,—.
do. — 526 0 — — M. 2,30.
do. 3-4 * u M. 2,40.
hraun Kalbleder 324 M. 83.-.
do. do. in leichter M. 2,90.
Wasch⸗, alle Sorten Schafleder, sowie schwarz und
braun Zeugleder, Allaun und Roßleder für Sattler zu
ebenso sehr dilligen Preisen. 9—

ELion Levi, Lederhandlung

»er Rpothebegegenüber,

Blieskastel, Bayrische Pfalz.
m oenaue Berücküchtianng der Adresse wird gebeten.
gnng 2

eαααæOX

—— ——,
Tcerzosl. Braungochweigisohe
andos-Lottorieè,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieserbe desseht aus 87,000 Original-Loosen un'
45,000 Gewinnen:?
l Haupitreffer ev. 450, 000. 1 Haupttreffer à 12,000.
300 000, 22 „10,000,
50,000, 3000,
30 000, 6000,
000. 3000.
70 4000,
3000,
2000
20 „1000
0. 847 J500
A8sMalu. s. w.
Die pe Ziehung findet statt
am 16. und 17. Zannar 1879
u welcher ic Briginal Loose
EG anze IIn Ihe Vlertel Achtel
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
egen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Syeeter ⸗rhält die Gewinnlisten gratis!
ius,
»un'chw. Landes Lotterie
-8.
F——

—

—. 232 —M—⏑—
22335 837
35338 3533
2
3533 2*55
—— 57 322*
33 —3* 932
2342 8 3,338
33 — 25333
—98 28 23
A —
V— —
—7*

2
2
8

—

5254
—353553
A—
2 25*
253533
3833
——
* *

*

5253
3838

2855

— ——

52853

* 2

232

553

33

205

— 00⸗
222
208
7
F
33
3238*
75
—

—

*
7

2* —D —
— —
— — — 77 — 7
2 ..
—
        <pb n="737" />
        22 222 24 * *
2—2 . 2 22 * 22
55 —36 55 —. 53358 —288 5328853 2 2825352 282 * 2
2 22 0922 3553833 — —2 252* * —— — 51] —22 — 2 8
252 2 * 2233338 — xæ —53222 55 3 238 7 *2*2
32533 2585 535323 — — —552 538222* — 532 5 —
533 38533 —32638323 ñ5833—2582 3 53 z523 8 5358*
7* — — — 2.2 —* * **
———— » 55s3328 —**388583— 23
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32353535593 5355325 552233853353 3535 53338 58 338
—* — —5 222 233 — —2 S 2
2355*8 1598 —A — 2 2 — * — 8* 2 22 5
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2 S 2 2 —— 4 &amp;* * S5
558 55 733zas83338833336 52*3328 — 25. 2 2235
3872—35* —z3—30 7233353 258333 —
— — —R — — 2382328 28 52
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52323538338 38* 338353 633337 2228
* * 232 F —2*225353 25
72 22 22325 5 7 225 282 * 2 * * 8
*33363 33383 33575—5 — 33——2 352333270
2 55552892223 225258 3482 255* — — 2*
29*8* ——— —A 82*38288. 227 e38 —— 2* 5323 — 5
3.2 — ⸗j 572 — » 2 — 22582228 238 8—222 *
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* —* 8 *. — —2* *
— —A — cö 335 *85* 328 s 2
83 —383333—53538 2 222— 335 535—- 3 4—383837
—25 5883*323 53 **532 *53 »32323385 7235
3z 35 572 2237 —A 2288 v 355852 3
22 25*323217** 87232255 2
22 752 — 254 2 — ñzÄ55877 3
522 —68587 — * S 35 J 23
— * — 53. 53. —
.553 72 2 588 8 SS.
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28555 — 235 *»5828 322 382333 28
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöhentlish) mit dem Haudtblatte verbundene Untorhaltungsblatt. Sonntaga mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöͤchentlich viermalt Dienstag, Donnerrztarn, Sanstag und Sonuntaz. Der Abonnementspreis betragt viertelijahrlich
1A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 , einschließlich · 10. Zusieslgebühe. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, NRectamen mit 80 — pro ˖ Zeile berechnee. —

ö— i J — —
183878
öü ιααn — —

M 2044. eEauustag, den 28. Dezember

— —

Deutsches Reichh. IJ

Mänchen, 21. Dez. Die dem Landtage vorzulegenden
Besetzenwürfe, namentllich das Disziplinargeseß für die Beamten
und die Gebühtenordnung, werden unmittelbar nach dem Weih⸗
nachtsfeste im Staatsrathe zur Berathung gelangen.

Mänchen, 22. Dez. Der Geseßgebungs-Ausschuß der
dammer der Abgeordnelen machte sich in Z Sißungen (Samstag
und Sonntag) über die Rückäußerungen des Ausschusses der
Reichsrath—kammer schlüfsiz. Anlangend das Ausführungsgesetz zur
Strafprozeß · Ordnung, so stimmtle der Ausschuß allen Beschlüssen
des Ausschusses der Reichsrathekammer mit Ausnahme des zu Art.
10 gefaßten Beschlusses zu. Gleiches gilt von dem Ausführungs⸗
gesehhe zur Civilprojeßordnung. Auch dier wurde sämmtlichen Ab⸗
underungsbeschlüssen des Ausschusses der Reichsrathskammer zuge⸗
stimmt und nur bei Art. 228 b eine Aenderung ue Miit⸗
serweise hat der Ausschuß der Reichsrathskammer in diesen beiden
Punkten nachgegeben, so daß Gesammibeschluß erzielt ist. Letzterer
ist auch in Bezug auf das Aussührungsgesetz zum Gerichtsverfassungs⸗
zesehe erreicht, indem der Ausschuß der Abgeordnetealammer der
dNvergirenden Anschauung des anderen Ausschusses in 5 Punkten
Rechnung tiug. Darunter befindet sich auch der nunmehr gestrichene
Art. 8 p, wonach bei Ausfertigung der Ucrheile die Formel: „Im
Ramen Seiner WMaj stät des Königs von Bayern? gesetzlich ein⸗
zeführt werden soll. Eine Auflösung des Ausschufses wurde nicht
verfügt; die in München verbieibenden Mitglieder desselben werden
bei der Arbeit der Zusammenstellung der Beschiüsse thätig sein.
Zur Einbringung von Autrügen Seitens der Miglieder des Land⸗
ags soll bei Zusammentrig des letteren eine Eguag ar Frist vor⸗
geschlagen werden.

Ausland.

Wie erinnetlich ha Frankreich seit einiger Zeit mit wieder⸗
holten Aufständen in seinen Strafkolonien zu kämpfen. Der Abge⸗
ordnete George Perrin von der aͤußersten Linken, der den Interessen
der Strafkolonie Neu-Caledonien besondere Pflege angedeihen läßt,
hat nun von dem Marinenminister die Mitthellung erhalten,
daß der Gouverneur der Colonie, Herr Orly folgende Anord⸗
naungen gelroffen hat, um die wegen Theilnahme am Commuue⸗
Aufsiande zu Zwangsarbeit verurtheilten Individuen, deren Zahl
sich Ende August nur noch auf 242 belief, nach Thunlichleit von
den geneinen Seräflingen zu isoliren. Auf der Insel Nu sind
diese Verurtheilten in besonderen Räumea untergebracht und belöstigt;
dasselbe geschieht in Burail, Kanala und in der Bai von Pruy.
Füt die Deportirsen, welche auf den Bauplätzen beschäftigt werden,
ist die Trenrung in Folge der Verschiedenheu ihrer Gewerbe schwie⸗
riger; doch soll auch dort Alles geschehen, was die Umslände ge⸗
latten.

Ueber die Arbeiten der verschiedener europäischen Kom⸗
mijsionen, weiche die durch den Berliner Vertrag veranderten Grenz⸗
perhältnisse zu bestimmer haben, liegt heute eine KReihe von Notizen
dor, die sich kurz dahin zusammenfassen lassen: die Kommission,
welche mil Feststellung der Grenzen für die Dobrudscha beauftragt
war, hat ihre Arbeilen beendet und ist der diesbtzügliche Bericht
hon den Komm'issionsmitgliedern unterzeichnet worden. Die von
den russischen Delegirten betreffs einzelner Beschlüss⸗ erhobenen Ein⸗
wendungen sind von den übrigen Mitgliedern wicht derlichsichtigt
worden. — Die Delegirten der Kommision für Bestimmung der
Drenzen Dslrumeliens sind von ihren respektiven Reg erungen an—
gewiesen worden, in Konstantinopel zu bleiben und weitere Ver⸗
sugungen guwarten. — Zwischen den Vertcetern der Broßmächte
m — finden seit mehre en Tagen lebhafte Beralhungen
über Fesiste Tung der Grenzen Bulgatiens statt. — Die Mitglieder
der Kommission zur Festsetzung der montenegrinischen Grenzlinien
werden ihre Arbeiten nach der Räumung von Spuz und Podgoritza
wiedet aufnehmen. — Vezäglich der gricchisch⸗ürlischen Grenzrekti⸗
itation werden von einer türkischen Spezialkommission Berathungen
Jepflogen, deren Ergebniß in politischer und mililärischer Hinsicht
als Basis zu dem mi Griechenland adzuschliebenden Uebercinlommen
dienen soll.

We verlautet hat die 1umänische Regierung mit der Pforte
ein Uebereinkommen getroff:n, nach welchem sich die letztere verpflichtet,
sür die Verpflezung der Gefangenen, sowie für andere durch den
rieg herbeigeführte Unkosten an Rumänien eine Entschädigung von
Uuse Millionen Frce. zuj leisten. 5200.000 Frcs. sollen demnaͤchst,
der Rest innerhalb sechs Jahren bezählt werden. Die wenigen,
noch in Rumänsen besindiichen tfürkischen Gefangenen werden in
nächster Zeit nach Konftantiropel befördert werden.

Der erste Theil dez Krieges zwischen England und Afgha⸗
nistan ist beendet. Nach offic illen Depeschen ist Jellalaäbad am 20.
Dezember von den englischen Truppen besetzt worden. Die Flucht
etz Emirs Schit Alj ist ebenfalls bestängt und d'e Engländer
danen somit mit Genugthuung auf das bisher ecreichte zurück⸗
icden, Es wäre jedoch voreilig, aus diesen Krfolgen den Schluß
ijehen zu wollen, daß der Krieg-nun bald beeudet sein wird.
Zchon haben die Häupllinge des Gilzaistammes den Sohn Schir
Alis, Jacub Nbau, der von seinem Vater bekanntlich lange in Ge⸗
angenschafe gehalten wurde, zu seinenem Nachfolger ausgerusen und
iaßl sich erwarten, daß andere Stämme dem Beispiel des Gil-
aistammes folgen werden. In Kabul, der Haupsstadt Ajghanistans,
st zwar längst erklärlicher Weise rollständige Anarchie ausgebrochen.
Aber die Uebernahme der Regicerung durch Jacub Khan dürfte der
tathlosigleit ein Eude machen, wenn eben Jacus der richtige Mann
an richugen Platze ist. Ein Versuch des Widerstandes wird jedene
jalls gemacht werden. Injwischen wird den .Daily News? aus
Fellalabad vom 20. . berichtet: Majot Cadagnari habe einen
dichtigen Brief vom Emir Schir Ali erhalten, Aber den Juhalt
ʒesseiben· sei aber Näheres noch nicht bekannt“. In wie weit
rgend welche Eröffaungen des nicht mehr an der Regierung sich befind⸗
ichen Emits von Wichtigkeit sein können. ist nicht recht verstände
ich. Auch oikF. Times“ für: tet nun in Folge der Flucht Schir
Al s u ue alnnen Im Anschluß au Vorstehendes liegt
ioch folgende Depesche aus Jellalabad selbst vor: Offiziell. Jella⸗
abad ist heute von deu englischen Truppen besetzt worden. Die
kinwohner nahmen die Truppen freundlich auf. Hier ist Alles
uhig, während in dem Lande über Jellalabad h'naus und in
dabsul Anarchie herrscht. — General Roderts ist nach Kurum
urückgekehrt.

Der Nothstand in den Fabrik⸗ und Bergwerksbezirken Ein g⸗
lands und Schoftbands ist nunmehr dermaßen entwickelt,
daß in einigen Zeitungen ganze Spalten von Berichten unler
iesem Titel zu finden sind. In Manchesier sind schon 8000 Pfd.
zt., in dem stark heimgesuchten Glasgow bisher erst 3700 Pfd.
S. Unterstützungegelder gesammelt worden. In Edinburg kam es
um 17. zu einer belebten Szene. Der Stadlrath hatte beschlossen.
den Arbeitslosen auf Stadilosten bei dem Wegschaufeln des Schnees
Beschäftigung zu geben. Dieß wurde öffentlich verlündigt, und
jehe da, es ftellien sich an tausend Mann ein, alle offenbar in
coihleidendem Zustande, aber unler den gewöhnlichen Taglöhnern
nuch vele Handwerler und Maschinenbauer. Für solche Menge
angte der Vortath an Schaufeln nicht zu. Die Stadt hatte nur
ber etwa 300 zu verfügen. Die übrigen Leute wurden unge—
jalten, und es drohte zu einem Auflause zu lommen. Sdhließlich
sießen sie sich mit Versprechungen beruhigen. Ter Stadmraih
zat nuumehr an Schaufeln zusammengeborgt, was in der
ähe zu erborgen war, und so weit die Schaufeln reichen oder die
deule sich selber Schaufeln zu verschaffen vermögen, ist den Brod⸗
sosen Beschäftigung beim Schneeschaufeln bestimmt zugesagt.

Vermischtes.

4 Der neuesten Nummer. der Nachrichten aus Amerika“ ent⸗
nehmen wir die Namen folgender in Amerila, verstorbener Pfälzer:
Jafch Breiling 45 Johre alt, (aus Arzheim 9) gest. am 8. Sept.
in San Francisco. J. Faller aus Eddlingen, 283 Jahre alt, gest.
im 29. August in Rew⸗Orleans. Louis Kreutzer aus Neustadt,
38 Jahre ait, gest. am 831. August in New-Orleans. Barbara
dauer, geb ˖ Deidesfeldt, aus Goͤllheim, 88 WJahre allt, gest. am
I3. Rovember in Cypreß, Hills, Rew-HYork. Wilhelm Lander aus
        <pb n="740" />
        Marnheim. 80 Jahre alt. gest. am 11. Nob. in New⸗ Yotk
Friederike Reis, geb. Riesenberger aus Deidesheim, 68 Jahre alt
gest. am 8. Nob. in New-York. Christine Schmitt geb. Groß
aus Goͤllteim. 50 Jahre alt; gest. am 4. November in New Yort.

F Pirmasens, 21. Dez. (P. A.) Soeben wird uns
von einer schauderhaften That berichtet, die ein von Thaleischweiler hier
pagezogener Schuster, Namens Soffsly, ein Trunkenbond, an feiner
Zuhalierin verübte, indem er derselben durch einen Beslhieb die eine
Hand fast ganz vom Arme trennte. Auch am Kopfe soil er dieselbe
mit dem Beile verwundet haben.

f Aus Neustadt, 21. Dee., wird der „Pf. Blztg.“ ge⸗
schrieben: Seit einigen Tagen strömt eine Menschenmenge in die
Bierwirthschaft zum Schiff, wie hier noch nicht erlebt worden ist.
Und wohl noch größer wird der Zudrang während des Thom
marktes und der Feiertage werden. Ist es vielleicht ein köstliches
Bier für 18 Pf., was die Herrn so sehr anzieht ? Neines ist
eine Kellnerin mit einem — zierlichen Knebelbarte, angeblich aus
Brandenburg, in Mannheim als „bärtige Mina?“ betannt. Man
lacht, der Wirth lacht am besten. Wenn der Bart seine Schuldig⸗
keit gethan, beabsichtigt das Kuriosum in einem Bierhause zu
Kaiserslautern zu serbiren, wenigstens soll itrr von da schon ein
alänzendes Anerbielen gemacht worden sein. Tasselbe Blait meldet
aus Kirchheimbolanden, 23. Dez.: Ein frecher Einbruch
wurde im Laufe der verflossenen Nicht hier ausgeführt. Es wurde
nämlich aus dem Burtau des Herrn Bezirks-Ingenicurs Opfermann
ein Kassenschrank von 3 Etr. Gewicht mit seinem Inhalte bon
9000 Maark gestohlen.

fWäuürzburg, 22. Dez. Der Auditeur des 9. Infan⸗
lerie- Reg'ments hat im Ramen und Auftrag des Regimenmzlom⸗
mando's durch Herrn stud. mod. Grünert als den intimsten Freund
des erschofs nen Siecken der Swudentenschaft das tiefste Beiled des
Regiments zu erlennen gezeben. Gad.)

.Wurzburg. Auf die vielseitig erhobene Frage, ob der

Unteroffizier Bude, welcher den Studensen Siecken erschossen hat,

hierzu berechtigt gewesen, diene Folgendes: Die einschlägigen Para⸗

graphen des — unjseres Wissens auch in Bayern zur Recht be⸗
stehenden — BSesetzes über den Waff⸗ngebrauch des Milinärs lauten,
wie fozt: „8 4. Wenn dei Arrestationen der bereits Verhaftele
entsprinzt, oder auch einen Versuch da u macht, so bedient sich das

Militäc der Waffen, um bie Flucht zu vereileln. F7. Das

Militär hat von seinen Waffen nur in so weit Gebrauch zu machen,

als es zur Erreichung des Zwecks erforderlich ist. Der Gebrauch

der Schußwaffe tritt nur dann ein, wenn entweder ein besorderei

Befehl dazu ertheilt ist, oder wenn die anderen Waffen unzucenhend

erscheinen. Der Zeitpankt, wenn der Waffengebrauck eintreten soll

und die Art und Weise seiner Anwendung muß von dem haudelnden

Militär jedesmal selbst erwozen werden. g 10. “Daß beim Ge—
brauch der Waffen das Militär innerhalb der Schranken seiner
Befugnisse gehandelt habe, wird vermuthet, bis das Gegentheil er—
wiesen ist. Die Angaben derjenigen Personen, welche irgend einer
Theilnahme an Dem, was das GEiuschreiten der Militärgewalt
herbeigeführt hat, schuldig oder verdächtig find, geben für sich allein
keinen zur Anwendung einer Strafe hinreichenden Beweis für den
Mißbrauch der Waffengewalt.“ Nach 8 7 würde alss die Haupt-
frage dah'n zu ftellen sein, ob der Unteroffizier Bude seinen Zweck
anderswie erreichen konnke, als ouich den Gebrauch der Schußwaffe.
Die Untersuchung wird Dies zu ermitteln haben.

7 Ein schrecklicher Unglücksfall hu sich Freitag Mittag in
Mainz ereignet. Eben hatten die stinder eines auf dem Flachs⸗
marlt besindlichen MädcheneInsttuts die Schule verlassen und tum—
melten sich noch alle fröhlich und wunter herum, als sich eine
Schneelawine vom Dache loslöste und mitten unter d'e Kinderschaar
fiel. Die Munterleit versftummte sofort, denn ein kleines Mädchen
lag jammernd in seinem Blute am Boden. Man hob die Verun⸗
glückte auf und gewahrte, daß der Schnee ein sozenanntes Oberlicht
vom Dache losgelöst und mit in die Tiefe gerissen hatte. Das
Glas war dem Kinde tief in den Kopf einzedrungen und hatte die
Hirnschale gespalten. Ehe die Eltern von dem Unglück Kenntniß
erhielten, war das Kind eine Leiche.

F Heimliche Dynamit⸗-Sendung. Dreizehn, angeblich Spiel
waaren enthaltende Kisten wurden im Auftrage eines Hatburgers
vor einigen Tagen auf dem venloer Bahnhof in Hamburg zur
Versendung nach der Schweiz aufgegeben und, wie es bei den durch
das Zollvereinsgebiet durchpassirenden Gütern üdlich ist, mit Zoll—
verschluß dersehen und sodann expedirt. Von der Schweiz tkraf
aber bald darauf die Mittheilung ein, daß die Kisten nicht Spiel⸗
waaren, sondern Dynamit enthalten haben. Es ist bereits eine
Untersuchung eingeleitet. Der Soprediteur hat den Inhalt nicht

kannt.

— FParis, 19. Dez. In Folge eines Zusammenstoßes
mit dem eugleschen Dampfer„Fuladine“ sank vor Gallipoli in der
vergangenen Nacht der Dampfer „Le Byzantin“ von der fran—⸗
zoͤfischen Schifffahrisgesellschaft Frayssinet zu Marfeill⸗. Die Mann—

schaft und die Passagiere, letziere ollein 1850 Koͤpfe stark, gingen

bis auf vierzehn Personen verloren.

F Die Wintermode der Damen hat — so wird aus Paris
gemeldet — ein neues, aus dem vorigen Jahrhundert wieder auf⸗
genommenes-Ornament erhalien, namlich Porzellanknoͤpfe aus
Sèvres. Von den ‚marchands do curiosités? werden daher jetzt
die Modelle aus der Zei Ludwig XV. eifrig gesucht. Eine der.
artige Knopfgarnilur aus Seèpres mit Malereien wurde daher in
diesen Tagen mit 2800 Franke im Hotel Drovot verkauft.

fLondon, 23. Dez. Nõodlich von Aberdeen siad vierzehn

Züge, wovon elf Personenzüge, verschnet. Die Weederanfnahme

des Verkehrs ist erst in mehren Tagen ms lich .

fSEin schreckliches Unglück erignete sich am 11. b. auf der
Rostow Wald kawktaser E senbahn iu Südrußland. In der Nähe
der Station Batäjslaja ent leiet? ein Postzug wobei 11 Waggons
boslständig zertrümmert und die darin befiadlichen Possagiere
darunter mehrere O fieiere und ein General, getödtet wurden. Die
Zahl der Vrrletten übersteigt 200. Ursache der Entgleisung waren
die vecfaulten Schwellen und allzu schnelle Fahrt.

7(Jagdreisen.) In der nordamerikanischen Stadt Wor⸗

tster (Peassachusets) lebt ein Herr Jerome Marble, der, ein pas⸗
sionirter Jagdliebhaber, für diesen Sport die Einkünfte seines
wroßen Vermögens ausgibt. Er hat sich einen besonderen Jagd⸗
Palastwagen dauen lassen und mit allen nach dem Westen laufenden
Bahnen einen Contrakt abgeschlossen, daß sein Wagen auf gege⸗
enes Zeichen an jeden Zug angehäugt werden muß. So rreist
derr Marble seit vier Jahren jeden Herbst auf die Jagd nach dem
jernen Westen, und zwar in Begleitung seiner Fam lie und ein⸗
claer Freunde. Der Wagen enthält einen mit Sammeiteppich,
Armsesseln, Wiegestühlen und aufrecht stehendem Piano ausgestai-
etes Wohnzimmer, das 24 Fuß lang ist und nach Bedarf in ein
khzimmer und zu Schlafraͤumen umgestaltet werden kann. Daneben
befindet sich eine mit allem Erforderlichen ausgeftattet⸗ sKüche, ebenso
ein Waffeuraum und ein Kleiderzimmer. Ein groher LKohlen⸗ und
ꝛin Eisbehälter, gut mit Flaschen ausgestattet, befindet sich unter
»em Wagen, dessen hintere Plaltform jur Aufnahme von Küchen—
oͤrben und des Wildes eingerichtet ist. Fuͤr die Hunde, Boote und
onst erforderlichen Artikel wird ein gewöhnlicher Frachtwagen ange⸗
jängt. In diesem Jahre ist die Gesellschaft schen feit dem 2.
Zeptember unlerwegs, befindet sich gegenwärtig in Utah, überall,
vo eine gute Jagd in Aussicht sieht, Inn h Gefallen langere oder
üezere Zeit auhaltend. Sie soll an Antilopen, Gänfen, Prairie⸗
zühntern und sonstigem. Mild bedeutunde euta gomacht hbaben. Das
st jedenfalls ein großartiger und dabei mit allen Bequemlichkeiten
nusgestatteter Sport, wie ihn das alte Europa nicht bieten kann.

IGNoderne Dienstboten.) Jemand welcher gern
die „Slimme des Volkes“ belauscht, will eine Wechs. liede zwischen
‚wei dienstbaren Geistern aus der Kalegorie der Kammerkätzchen
behorcht haben, worin das Eine seinen Platzwechsel ganz eigenthün⸗
lich motivert. Uber tollegialisches Befra gen, ob elwa Kost und
Ldohn zu wenig, der Arbeit zu biel wäre, erfolate das befriedi⸗
gendste Nen. Was denn anderz ist nachher die Ursache? „Der
ange Herr“, ist zu stolj und — nicht ein Bischen freundlich.“
Dir Einsender wünscht hier am Schlusse zwe— Zeilen Gedarken⸗
triche. Judeß wird der Leser ohne diesen iypographischen Auf⸗
wand diese Miktheilung genüzend poinliri fi iden.

t Neuer Wein in alten Flaschen. Vor e'nem Gast setzt der
Tellaer eine bestaubte Flaste mit „altem Rüdesdeimer“ auf den
Tijch. — Gast: Wie alt ist der Wein? — NKelluer: Vierzehn
Jahre, mein Hert. — Reisender: Wunderbar, höhst wunderbar!
Wer sollte es denlen, daß das Leken einer Fliege 14 Jahre währt
ind darüber. Kellner: Sie spaßen. Gast: Keineswegs, sehen
Sie die arme Fliege, die auf der Oberfläche des Weins seit 14
Fahren herumschwimmt ẽ Entkorken Sie die Flasche und setzen Sie
das Thierchen in Freihett. Wer 14 Jahre laageim alten Rüdeg,
geimer herumschwimmt, verdient's, daß er in's Trockae kommf.

Dienstesnachrichten.
Die erledigke Studienlehrerßelle an der Lateins hule zu In—
golsladt wurde dem Studienlehter an der Lateinschule in Kusel
Joh. Bapt. Kranzfelder auf Ansuchen verlichen.
Der Studienlehrer an der Lateinschule zu Kirchheimbolanden
D. Lang wurde auf Ansuchen an die Studienanstalt Dellingen der⸗
setzt, der Assistent an der Studienanstalt Passau J. Oertel zum
Studienlehrer an der Lateinschule in Kirchheimbolanden, der Kiaß—
berweser an der Lateinschale zu Amorbach P. Demmel zuu Studien⸗
lehrer an der Lateinschule in Kusel ernannt. — Dem Präpa⸗
randenlehrer P. Reuther in Kaiserslautern wurde der Thurnuntericht
im Schullehrerseminare und an der Praparandeyschule daselbst
aͤbertragen.
        <pb n="741" />
        Literarisches.

Der neue Reichsbote, Kalender für Siadt und Land auf
das Jahr 1879 ist da und erfreut uns wie seine Vorgünger wieder
durch seinen urwüchsigen gesunden Humor, schöne Erzählungen, feine
prachtigein Bilder und viele Praktila, die dem Kalenderleser zu
wissen gut und nützlich sind. Besonders schön sind die farbigen
Bilder, darunter ,Genovefa und Schmerzensreich“ zu der belannten
rührenden Erzählung „Von der tugendreichen Genobefa.“ Solcher
farbigen Bilder zu Deutschen Märchen und Sagen soll von jetzt an
jeder Jahrgang einige bringen. Ferner ist diesem Jahrgang als
Pramie das Oeldruckbld des Prinzen Friedrich Karl zu Pferde in
pruͤchtiger Ausführung beigegeben. Der ganze reich ausgestattete
—R Hausbuch
jür das neue Jahr bestens empfohlen.

Im Interesse vieler unseter Leser glauden wir hiermit deren
Aufmerksamkeit auf die beteits zu hervorragender Bedeutung gelangten,
unter der Redaction von Emil Sommenr in Edenkoben ¶ Nhein⸗
pfalz) erscheinenden beiden Sprache Journale: L'Interprète,“ fran⸗
poͤsisches Jourual für Deutsche, und, The Interpreter,“ englisches
Journal für Deutsche, lenken zu sollen, welche namenllich dadurch
ausgezeichnet sind, daß dieselben vermöge der den Text üderall de—
zleitenden Anmerlungen selbst schon mit den beschetdensten Kennt⸗
nissen gelesen werden lͤnnen. Wahrend dieselben so einerseits, bei
mäßigstem Preise, vollständ'g die theure Lectüre einer französischen
»der englischen Zeitung ersetzen, entfaltet sich andrerseits in den er
wühnten Anmerkungen ein Spraqunterricht der interessantesten und
praktijchsten Art mit steten Hinweisen auf Wortabstammung und
Umgangssprachsotmen, wobel noch besonders die ganz neue und
dervoll lommneie Aussprachebezeichnung für das Englische herborzu⸗

jeben ist. Ein kurzer Blick in die beiden Blätter wird Jeden sofgrl
damit befreunden.

Brehm s ben. Wer soeben von der Verlags
handlung, dem Biblioraphischen Institut in Leipzig, versandte vierte
Band eroͤffnet die Abiheilung der Vögel“; dieselbe bildet gewisser⸗
maßen den Schwerpunkt des berühmten Werls, da er das Gebiet
der Specialforschung - des Verfasse:s ist und einen groͤßern Reich⸗

Hum neuer Beodachtungen aufwesst als irgend eine andere Ab hei⸗
Ang. Die Umarbeitung dieser neuen Auflage ist eine durchgreifende
geworden, die eigenen Shilderungen des Berfassers ragen in ihre
Urfprünglichteit und Frische weit uüͤber die eingestreuten Mittheilun⸗
gen anderer Forscher hervor. Auch in der Illustrirung bietet die
Abtbeilung Vogel daß aieiste Neucec rdvrnrde r rine bewundernse⸗
werthe Mannigfaltigkeit erreicht: der vorliegende Band enthält
157 meisterhafle Buͤder, von denen der arößere Theil Neujeichnun⸗
gen nach der Natur und in der früheren Auflage nicht enthalten sind.

Ueber das „Thierleben“ selbst gibt es im Ju⸗ und Ausland
nur eine Stimme des Lobes und der Bewunderung. Die fremden
Nationen beneiden uns um den Besitz eines so einzigen Literatur⸗
werks, das von Sciten der Kritik zu den allen Edhren sortwährend
neue ernset. Die weiteren Bände des „Weisterwerks in meister⸗
hafter Ausstattung“ verspricht die Verlagshandkung mit der gleichen
Pünkilichkeit zu Ende zu führen, welche sie bisher beobachtet hat.
Zu den Illustra'oren bat sich in dieser Abtheilung auch der talent⸗
volle Düsseldorfer Jazd- und Thierwmaler Kröner geselli.

Von dem auf zehn Bände angelegten Werk find mit obigem

bereitz füeben erschlenen, eine statiliche Reihe, welche in den
bevorstehenden Weihnachtsausstellungen der Buchläden eine glänzende
Repraͤsentation nicht verfehlen wird, —————

Die Krieger Vereine, die s slame Jehre geramschioe
gewirkt haben, machen gegenwärtig viel von sich reden. Man
hatte sich über ihre Bedeusung bidher keine Rechenschaft gegeben
und fieht nun erstaunt eine Armee der Ordnung von rund
250,000 Köpfen vor sich stehen. Binnen Kurzem wird sie ihre
volle geeinte Kraft unter dem Proteklorate ihres Allerhöchsten
striegsherrn entfalten. Thörichter Weise haben die Krieger Vereint
Angriffe erfahren, als ob sie rraclionären Zwecken dienten. Sie
thun dies ebenso wenig, als Kaiser Wilhelm eine Reallion plant.
Irde politische Richtung ist in ihnen erlaubt, soweit sie sich mit
dem obersten Grundsatze der Krieger⸗Vereine verträgt: „Treue für
staiser und Reich, für Fürst und Valerland!“

Wer sich über Wesen und Bedeutung des Krieger-Vereins⸗
Wesens, sein großartiges Unterstützungs · System und seine patris⸗
tischen Feste gründlich unterrichten will, der findet das Material
tazu in der „Parole“', alleinige amtliche Zeitung des Deutschen
Rriegerbundes, welche allwochentlich am Donnerstag erscheint und
neben dem vollständigen amtlichen Malerial noch eine Fülle beleh⸗
render und unterhaltender Mittheilungen, Feuilletons, Preis⸗täthsel
u. dol. bietet. Man atonnirt bei allen Reichs -Postanstalten für
den billigen Preis von nur 75 Pfennige für das Vier—
teljahr. (Die, Parole“ is verzeidnet in der Post⸗Zeitungs⸗
BPreisliste 1879 unter Ne. 3289.)“ Beim Bezuge von mindestens
echs Exemplaren unter einer Adresse, direkt von der Expedition
der Parole“, Berlin SW., Jerusalemerstr. 18, iritt ein ermäßigter
Breis von à 65 Pf. pro Erempiar und Quattal ein. J

Damit in der Zustellung der „Parole“ keineUnlerbrechung
eintritt und Reklamatsonen über fehlende Nummern möglichst ver⸗
mieden werden, wird hoͤflichst gebeten, das Abonnement rechtzeitig
erneuern zu wollen.

Probe⸗Nummern gratis und franco A
Inserate finden durch die „Pacole“ in Kriegervereins⸗Kreisen
die weiteste und Erfolg ver'prechendste Verbreitung. Zeile à 30 VBf.
Zunstrirte Frauen⸗ Zeitung. Preis vierletssarsic psy)
Das Modenblatt der neuesten Nummer (42) enthaält: Gejellschafis⸗ Ball⸗, und
daus⸗Anzüge, kurze Kostume mit gebauschter Tunica, Kleiderärmel, Hüte,
ẽchleier, — X Cravaten. Theater⸗Capoten. Grotge und kleine
Hadchen⸗Anzuge. Bucher⸗Etagere, Lampemener vn Lampenjchieier, Hand⸗
chuhkasten, Schlusselhalter, Bürstentasche, Radelkissen, Schlüsselkorb, Nähftein,
Hrhalter, Whistmarken⸗Kästchen, Mappe fur Herren⸗Crabaten, Kuotenschloß
stbouquet und Bonbonsmann. Borduüren umd Monogramme in —XX
uüderei? Spitzen und Einsatze in Tülldurchzug und Hakelarbeit. Bunte und
Weißstickereien ꝛc. ac. mit 3 Abbildungen und einem großen, colorirten
MNodenkupfer mit zwei Eis⸗Toiletten. Das Unterhaltungsbliatt bringt
der liebe Gott geht durch den Wald. Rovelie von Adelheid von Aucr.
Schluß.) — Erinnerungen an das Munchener Hoftheater. Von —A
Weihnachten im Norden Englands. Von Hermann Kindt. — Daß bairische
Verdie nsikreuz für 1870/71. Von Max Grißner. — Verschiedenes. — Wirth⸗
chaftliches: Kleinigkeiten für den Weihnachtsbaum. Kleines Backwert zum
Punsch. — Briefmappe. — Frauen⸗Gedenktage. ⸗ Prinzessin Tyra von
Daänemark. — Aus der Frauenwelt Alleriei ꝛc. ꝛc. — Dazu folgende Illu—
trationen: Der Schelm im Hinterhalt. Von K. Koegler. — Weihnachten
or hundert Jahren. Von Erdmann Wagner. Das bairische Verdiensttreua
ür 1870/71. — Prinzessin Tyra von Dänemarftz.
Zu beziehen durch alle Buchbandlungen und Postämter.
Tur die Nedaction verantwortlich: . X. Deer
isjch gewässerte . TTF
wen enge Beklebzettel
7 Mein Haus neben Hern S *sche,
. V. Graffion x* 8 —
bach, 0* grere jeden Tag bei für Stückgüter
2 24 zy: 122 *
Metzger bewohnte, ist von Ja— J. J ˖ Grewenig. billiast bei F. X. Demetz.
netar abhin, auf längere Jaͤhre —
weiter zu vermiethen.
Nähetes zu erfragen bei Ju⸗
lius Greweniq.
— —
Allon,

welche an Beschwerden der Ath⸗

mungs⸗Organe, Brust oder Lunge

leiden, kann das innstrirte Buch:

Die Brust⸗ und

Tungenktrankheiten

nit Recht als ein bewahrter Vath⸗

geber empfohlen werden. Die in

diesem vorzugl. Bucher enthaltenen

Rathschläge beruhen auf langjähr.

Ersahrungen⸗ sind leicht zu befolgen

und haben sehr vielen Leidenden die

ersehnte Heilung selbst da noch

verschafft, wo jede Hoffnung auf⸗

gegeben war; versäume daher

Niemand, sich rechtzeilig dasseibe

anzuschaffen. Ausführlicher Pro⸗

spect gratis und franco durch Ch.

Gahenleitner. Leipzig und Galen

a

Zu Neujahrs⸗-Geschenken
bestens empfohlen.
LCoose d. LCudwigsha⸗
fener Kirchenbau⸗
Lotterie.
Geld⸗Prämiencollecte, geneh
migt durch allerhöchsten Erlaß
vom 13. August 1878.
Zahl der Loose 160,000 Stück
mit 8080 GeldGewinnen im'
Betroge von M. 115.400.
Zaupttreifzr M. 80,000.
reis des Looses Mars L.
Zu bezieh. durch d. Generab
Debil

A.O. Voltæ Jul. Goldsobmit
Lndwigshafen a. Rh.
Wiederderküufern Rahbatt.

Das
* — J *
„aiser-Kornblumen- Lied
.Ich kenne eine Blume, dio unser Kaiser liebt.)
Als Velksausgabe in schöner Ausstattnng mit voll⸗
Kandigem Tert
ffür eins Fing-Stimmo. *
Comp. v. J. Beck, Musikm. des 8. Garde-Reg. 2. P.
—7 Freis 20 P F.
Nachsat?z: Behufs Pinführuug in Schulen ete. wird
bei Berug éiner grösseren Anz,ani
Pxemplare éin noch billigerer Preis
gestellt, und wolle man sich diesen
halb dirext an dio Verlags Aandlung
oder an die Expedition ds. Bl. wenden.

Rechnungen
zn Jedermanns Gebrauch
n Achtel, Viertel u. Halben Bogen
mit rother und blauer Liniatur
ind vorrächig in der

Druckerei ds. Bl.

VBorräthig in . Goctthole
Buchhandlung iu Kaiserslautern,
velche dasselbe gegen 60 Pfg. in
Briefm. franco überallhin versendet.

— J

—X

— —
J———
—— —
Haz
—
—
2
J
        <pb n="742" />
        Bekanntmachung. *—
Zufolge hohen Erlasses lal. General Bergwerls⸗
und Salinen Administranion vom 183. Dezeinber
s78 Nir 2080 werden
vom 1. Januar 18789 äan
die Kohlen zu nachstehenden Preisen perlauft:
“⸗ I. Qualität per 100 kgä 1 IE ,
UI.44100 883 86 8,
— J 100 5 688,
einschließlich des Ladgesdes. I 5
nf Sl. Inobert, den 16. Dezember 1878. 4
Kgl. Bergamt St. Ingbert:
3. Kamann. ———
32 — *3
Musik-Vorein.
Sonntag, den 29. Dezember, Abends 8 Uhr, im
Dberhaufser' schen Saale
—2 Abendunterhaltung. ẽ⸗
Nach derselben J
F .
Nur Fremde können eingeführt werden.
Der Vorstand.
XE . C.
Wirthschafts-Erosffnung.
Hierduürch æeige ergebenst,an, dass ich am heutigen
Tage in meinem élterlichon Hause eine-Mirthsthast erösfnet
habe. Es wird mein Pestreben sein durch gute und pünkt-
liche Bedienung mir das Vertrauen des geehrten Puhlikums
u erwerben und bittet um gütigen Zuspruch J
ft. Ingbert, 24. Dezember 18388s. —
Jochachtumgsvollsß
Peter Besgt.

eruog Braunsohweigischo
Landes-· Lotteri,⸗,
vom Staate genehmigt und garautirt.
Dieselbe besteht aus 87,000 Origingal-Lovsen und
As, O00 Gewiunen:
1 Haupttreffer ev. 450,000, 1.1 Daupitreffer à 12,000,
1324 d 22 5 * 10.000
10ο s000,
8 boοονν
80 000. zodob
0,000 10006
nOOO, 3000
900, 2000
20,000, 50 1000
5,000, 847 500.
MReichs⸗Marlhen. s. w.
Die erste Ziebung findet statt I
anm 16. und N. Jannar 1879
u welchet ĩic Drigini Loose —55
Ganze —X Vilertel Ahtel
I6 Marx 8 Mark 4 Mark 2 Mark
regen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß verijende.
.Jeder Spelet erhau die Gewinnlisen gratis!
WMViIh. RASiIius,
. Obereinnehmer der Braunschw. Landes Loiterie
n raune
A
Abonnements⸗Einladung.

Mit dem 1. Januar 1879 beginnt tin neues Abonnement
auf die wöchentlich 6 Mal erscheinende

XX 488 32
Saarbrücker Zeitung,
nebst dem Gratiabeiblatt: Ver Bergmannsfreund,

das älteste und verbreitetste aller · in der Aindufieellen Soarge gend
erscheinenden Tageblätler, dessen Auflage die jedes andern im Re⸗
gierungsbezirle Trier erfcheinciben Staties ·uberiieigitcth-.
Sie Saarbrüder Zeitung, deren sich Behörden und Privaten
nit großem Erfolg zur Veröffentlichung ihrer Bekannimachungen
bedienen, hat eiren ausgedehnten Leferkreis nicht nar in den Städten
Saarbrücken und St. Johann, sondern auch in dem diessfeingen
und den benachbarten Kreisen und namentlich in dem de utschreden⸗
den Theile Lothringens. 3*

Die Haltung der Zeitung ist liberal. Leitartikel, Tagesüber⸗
fichten, Landtags- und Reichstags; Berichte, Lelegramme, Correspoa⸗
denzen, Lolalnotizen und interessantes Feuilleton in jeder Nummet.

8Sotal-Anzeigen werden mit 10 Pfo. die 7jpaltige
Petitzeile, aus wärtitge mit 15 Pf. Reklamen mit 80 pf.
pro Zeile berechuet.
Abonnements zum Preise von 3 Mark pro Quartal
nehmen alle Postanstalten des In⸗ und Auslandes entgegen, uud
ladet dazu höflichst ein

Die Exrpedition der Saarbrücker ei⸗ma.

Sprache.

7578
— — —

—

Die verbreitetste politisch⸗literarische Wochenschrift:
* Das .α,
sche atag Berlin.
Arihur Levysohn. Rudolf Mosse. veipzig. 1
vird auch im neuen Jahrgange durch die Manmichfaltig
keit seines interessanten und anregenden Iuhalts
»e alten Freunde zu fesseln und neue zu gewinnen wissen.
Alle Postaustalten u. Buch⸗

15 handlungen nehmen Be⸗ J
J Arbk. stellungen an. 1 2 Mrk.
vierteljährlich. Abonnemensspreis pr. Quart. vierteliährlich.
Zur Begegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbe
sellungen auf Nr. 1163 der Post⸗Zeitunqs Vreisliste vro 1879.
—X

dtollwerex ebe

Brust· Bonbons
eine nach äretlicher Vor-
schrift bereitete Voreinig-
ung von Zucker und Krâu-
ter⸗Extracten, welche bei
Hals- und Brust- Affectionen
unbedingt wohlthuend wir-
ken. Naturell genommen
und in heisser NMilch auf-
gelöst, sind dieselben Kin-
dern wie Erwachsenen 2zu
empfehlen.
vVorräthig in 8t. Ingbert
dei J. J. Orewvenig und bei
I. VntSt᷑ s6.

Tho 1 rotor

L Interprotoe o Interpreter
?panzõs. dournad fũr Deutsehe, Englisch. deournad fur Deutsche,

wit erläuternden Anmerkungen und alphabetischem Vocabulaire,

rovwie mit ganz neder, rer voIIkom mneter AuSSprachebereiehnung för das Englische.

Seit 1. Juni 1877 herausgegeben von PMIL SOMMER.
Drleichtertsto und wirksamste Hilfsmittel hei Trlernung der französischen und englischen
dGprache, namentleh für das Selhststudium und bei Vorbereitung nuf Examina (Linjahrig-
Freiwillige); zugleich anziehendste und erfolgreichsto französischs und englische Lectüre æur
Debung und UVnterhaltung, durch die besondere Einrichtung schon, bei, den bescheidensten
Renntnissen in erspriesslichster Weise verwendbar. J

Inhalt (bei beiden Blattorn vollstäandig verschieden): Tagesgeschiehte, belletristische,
bopularwissenschaftliche and vermischte Aufsätze, gediegens Novellen, interessante Procosseo eto.
Woöchentlich eine Nummer. - Quacrtalpreis für jedes der beiden Journale: bei der
post, dem Buchhandel sowie direct unter Band 1 M. 75. Pfg. (&amp; IH. 5 Kr. 8. W.) Preis
ines einzelnen Monats direct 60 Pf. — Quartalanfang: Januar, April, Juli, Octoher;
loeh sind jederzeit Nachbestellungen zulässig. — Probenummern gratis. - Inserabe
àA 25 Pf. die 48paltigs Petitzeile)) bei dem ausgedehnten, bereits über gana Deutschland und

Desterreich-Ongarn sich erstreckenden Leserkreise von ersolgreichster Wirkung.

Ldenkbesa in der bayer. Rheinpfalz. Die Expeditiom.

öασοêοοòααααX 9αᷣàÄäÑäÑαÑääÄä WWdidlchlcbbelWccac McecdobdMÄderetccdtädühtMhcurntscpblhchoht toobttotddteddMhtkbuibavohdttibdcd WdbAetetsWtdechoccbbchlbbslbbetbbbetteracaccctcutuen ütrauuůÿäα

Druck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.

Allgemeine Wechsel
iind zu haben in der
Buch⸗ und Steindruckerei
F. FJ. Jemeß.
        <pb n="743" />
        St. Ingberter Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal xntl). mit dem Vauptblatte verbundene Unterhallungsblatt. (Sonntags mü illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlih viermal: Dieustag, Donuerstaz, Sanstaz und Sountag. Der Abounementsvreis beträgt vierteljährlich

A 40 3 einschliehlich Trägerlohn; durch die Pos hezogen 14 60 Z, einschließlich 104 Zusteükgebhuhr. Autzeigen werden mit 10 ñ, von Auswaru
miit 45 fur die viergejpaltene Zeile Blattschrist oder zeren Raum, Reclamen mit 30 — gro Zeile hexechnet.
Einladung zum Abonnement.
Bei herannahendem Jahreswechsel erlauben wir uns
zu recht zahlreichen Abonnemeunt höflichst einzuladen. Wie
bisher wird auch ferner der „Anzeiger“ wöchentlich 4 mal
erscheinen, 2 mal mit Unterhaltungsblatt un
Sonntags mit illustrirter Veiläge.

Im mneuen Quartale wird es sich der „Anzeiger
angelegen sein lassen, alle baͤlligen Wünsche, die au ein
dokglblatt gestelt werden können, zu befxriedigen. In
prientirenden Leitartikeln wird er die wichtigsten
Tagesfragen besprechen; alle d Ereiguisse
wird er in gedxangter, aber möglichst volAstand iger
Uebersicht seinen Lesern vorführen. Besonders wird er
den Iokalen Andelegendeiten leine Nufcerticuuken
widmen und daneben Nachrichten aus der gesammten
Pfalgz, die int⸗AAm te sten Faälleæ aus dem Ge⸗
richt zo ale und die wigtigsten Handels und
Verkehrsnachrichten bringen. In seinem Unter⸗
haltungsblatte wird er durch gediegene und fef⸗
selnde Erzählungen der besten deutschen Schriststeller
sich die Gunst der Leser zu gewinnen suchen; Anekdo ten
und Räthsel werden eine angenehme Zugabe bilden.
auf den St, Ingberter Anzeiger wollen gefaͤlligst bald ge⸗
macht zwerden. hier bei uns und auswärts bei der Post.
Der Abonnementspreis pro Quartal beträgt 1,40. M.
inclusipe Trägerlohn; bei der Post bestellt kostet der „An⸗
zeiger“ pro Quartal 1,60 M. inclusipe Posibestellgebühr.
Unsern bisherigen hiesigen Abonnenten wird der „Anjeiger⸗
— In genuen Quartgle fortgeliefert werden, wenn sie nicht
augdrücklich abbesteleeeaun.
Einem geehrten hiefigen und auswärkigen Publikum
enipfehlen wir auch den St. Ingberter Anzeiger“ zuz
Aufgabe pon Inseraten aller Art, welche wir für
pfälzische Inserenten wit 10, ür außerpfälzische
mit 15 die viergespaltene Zeile oder deren Raum be⸗
rechnen.

Zahlreichem Abonnement sieht entgegen

pe ergebenste

Kedachien nud Erpedilien des Sf. 3naberler Inzetiger“
, DSeutsches Rei.

Kaiserslautern, 20. Dee. Herr J. P. Magner von
hier, welcher wit Energie die Sade der Kaufieute und Gewerbe⸗
reitzenden in die Hand geuommen hat, hielt es für angezeigt, sich
um die Bestimmungen zu ctkundigen, welche in Württemberg gegen
Wauderlaget und Haufirhandel destehen. Auf eine Anfrage bei
dem Bürgermeisteramte in Sngan erbielt das hieůge Bürgermeister
amnt Abschrift lener Bestimmungen, die auf Gesehen von 1873 und
1877 betuhen Hören wir,, wie die Prattischen Shwaden sich
gegen diesen Unfug zu schützen derstehen. Da heiß es: I) Für
ditjenigen, welche außerhalb ihres Niederlassrungsorles vorübergehend
und außer der Metzzeit an einem oder miehreren Orten des Landes
decai⸗ zum Verlauf hou Wagten hglten, —*— steuerbare Betrag
des Mewirherinkommens guf Grund einen im Wege der Verordnung
ju arlassenden Cl. Jenigfel. nach deim Umfange des Dapdels und
Datn der Aduusehenden Waoren zu himehen. Z.Der Um⸗
9 And vie —&amp;* der Shauuer geschieht ür jcden Ort des RNe⸗
riebes durch das Besirkssteueramt oder in dessen Vertretung durch

das Ortssteueramt, bei welchem der Gewerbetreibende den Werth
»s bei Ereffnung des Verlaufs an dem betreffenden Orte befind⸗
ichen Waarenvorraths und die Zahl der Hilfspersoncn anzuze gen
sat. Von dem Betrage einer Jahresadgabe hat der Sieuer⸗
flichtige bei einem Geschäftäbettieb auf die Dauer von 14 Tagen
ind darunter den vierten Theil, auf die Dauer von mehr als 19 und bis
u 30 Tagen die Häalfte, auf die Dauer von mehr als 30 Tagen
und bis 1 Jahr den vollen Betrag zu entrichten und zwar vor
dem Beginn des Geschafts. — Ferner: Det Steuerverwaltung stehht
's zu, wenn sie den angezeigten Werth der Waarendorraihe für
u nieder crachtet, denseiben durch Sachverständige schäten zu Lassen
ind die Steuer nach dem geschätzten Werthe anzusehzen. — Endlich:
Bet denlenigen, welche im Umhetziehen von Ort zu Ort Hausir⸗
zandel betreiben, wird der steuerbare Vetrag ihtes Einkommens
zleichfalls auf Grund einer besonderen Classenlafel festgestellt. Der
vom Hausirhandel anzusetzende steuerbare Betrag vermißt sich nach
der Zahl der verwendeten VPersonen und dem mitlleren Stande des
Hetriebscapitals, worüber der Steuerpflichtige vor Beginn des Be⸗
riebs eine Erllaärung einzurcichen hat. — Viese Beftimmungen
ind so klac und richtig formulirt, daß die pfälzischen Petenten in
hren Eingaben sich dieselben, vielleicht nan einigen ieinen Abande⸗
ungen oder Zusaͤtzern, aneignen konnten. —
Berlin, 28. Dee. Wie verlautet, soll dem Reichetag in
der naͤchsten Session außer der Erhöhung der Tabakfseüer die —*
ührung einer Vranutweinsgenksteuer und die Wiedereinfühtung
des Pelroleumzolls vorgeschlagen werden. ¶A. 83 —
4—* 3 Qustand. 7

x n, 26 DH. Der hapstliche Nuntius in Munchen sowie
——
ichen Boden fule eine Verstandigung vorzubereiten, schichen der
durie rine Beschwerde gegen das Vorgehen des Centrume ein, weil
ebteres die gihsdlich degonnenen Unterhandlungen störe und die Re⸗
ziexung zu oͤffentlichen Erllarungen veranlafse, die derselben die
dände binden. (Qöoln. Zig.) —

Permischtess.

. Zweibriuden, 26. Dec. (3. Z.) Herr Belitkzamt⸗
naun Damm von hiet, welcher bis 1. Februar naghhin 32 Jadee
amtlicher Thätigteit; worunier 29 in Zweibrüden, im dffentlichen
Berwaltungsleben der Pfalz jurückgelegt ünd sel 18. Detober 1836
die Stelle des Amlsporstandes im Vetwaltungsbezirde Zuelbriicken
etleidet, wurde am Weihuachteabende aus dem Cabinus Saner
Erxcellenz des Herrn Staatamicisters des Innern mu einem Aller⸗
öchsten Delree freudig überrascht, inhattlich dessen de dato Hohen⸗
chwangau 13. Dezembex 1878 Seine Majestat der Konig ihm den
Titel und Rang eines k. R egierungsrathes iar⸗ und
kemdpelfrei allergnädigst zu verleihen geruht haben. *5

Versadt, 283. Dez. Hrute Millag wurde dvon der
arabischen Künstlergesellschaft ein junger Nensch von 14 Jahren
deerdigt, der vorgestern am Stiegengelaͤnder im Saalbau leichtfertige
Aebungen machte, herabstürzte und sofort eine Leiche war. 2Bie
nau bört, soll derselbe aus London stammen und von dessen
ẽltern quafi vermiethet worden sein.

fLudwigshasen, 24. Dez. Die ungünstigen Witte⸗
ungsverhältnisse in den letzten Wochen haben die —A
irbeiten der neuen Saargemuͤnder Bahn auf dem Reichsgebiete bei
Blickbreüclen in dem Maße behindert, daß die Betriebßerdffnung der
janzen —B—— auf den 30. Dezem⸗
»er in Audsich geiiominen' war, um einge Wochen hbingusgesceben
verden muß.“

JSpeier, 24. Dez. Bei ber heuite Vormittag vorge⸗
nommenen VBetloosung der pfälzischen na e e bol⸗
zende Rusnuern nd Zamen gesogen: 676, Post Foe oge
in dem ee Ramstein, uv — — in 7*
303, Staudt, Franzista Jakobina in Germerssheim, 686 RXdmich
ẽl sabetha in Gdenkoten, Ablb, Diel Cufe in Pirmesea 188
dussong. Emma in Webenheim, 880, Buhmann, Sophie in' Zwel⸗
rücken, 819, Jakobine Weber in Hornbad
        <pb n="744" />
        rMünchen. Wie der „Bayer. Kur.“ hört, soll die
Laternenzertrümmerungs⸗Affaire, anläßlich welcher der Gendarm Löb
lürzlich vom Bejirksgerichte wegen Meineids zu einem Jahr Zucht⸗
jaus verurtheilt wurde (wogegen dieser jedoch die Berufung ergriffen
Jat) keineswegs beendet, sondern vielmehr durch neuerlich eingeleilete
Untersuchung gegen einen als Zeuge vorgenommenen Studenten
vegen Bruches des Handgelübdes (in erster Instanz) in ein neues
Stadium getreten sein.
fF Dafseldorf, 20. Dez. Ein armer Schneider fand
beim Ausbessern! eines Rockes zwischen Tuch und Zutter zwei Hun⸗
dertmarkscheine, die er sofort nebst fertigem Rock dem Eigenthümer
wieder zustellte. Dieser ein gut situirter Bürger, der vor zwei
Jahren die Scheine verloren zu haben glaubte, theilte jetzt mit dem
ehrlichen Schneider. (Einen besseren „Schnitt“ hat dieser Schnei⸗
der wohl noch bei keinem Kleidungsstück gemacht.)
Tabled'hote. Berlin, 22. Dez. Ein hiesiçer
Kaufmann sandte — so wird der „Trib.“ berichtet — eiren Dienst⸗
maun' dom Table d'höte vom Kaiser⸗Alexander Hotel aus, wo⸗
jelbst er miß einem Geschäftsfreund von außerhalb speiste, zu seiner
in der Wallnertheaterstraße wohnenden Gattin und ließ ihr sagen,
daß er nicht zu Tische klomme, da er im Naiser Alexander
Table d'höôto“ spese. Der Dierstmann brachte der Frau die
stachticht, der Mann komme nicht, da er äm Kaiser-Alexander⸗
Hotel d o dit“ uege. — Die Frau fiel vor Schreck in Ohnmacht,
als sie bie Schredenskunde erfuht. — Inzwischen suhr das 18j6h—
rige Töchterchen nach dem genannten Hotel und faud den Vater zu
ihter Freude dort wohigemuth beim Mittagstisch und erzählie ihw,
was vorgefallen. — Schnell eilten Vater und Tochter nach Hause,
um die geängstigte Mutter zu beruhigen. Der Vater aber hai
zelobt, niemals wieder bei Bestellungen, mit denen er Dienstleut⸗
beauftragt, ein Fremdwort zu gebrauchen. ee
—rBVaris, 18. Dez. Letzlen Montaßz wurde am Ostbahn⸗
hof ein Reisender, der aus Baden kam, und nach den Vereinigten
Staaten wollte, in Hast genommen. Nach hiesigen Biattern hatte
der Reisende, Namens Schulper, um die Hand einer in der Nähe
von Baden-Baden wohnenden jungen Dame angehallen; sein-An-
rag ist genehmigk worden, und ein oder zwei Tage vor der Hochteit
hatte der Vater der Braut: dem Schulper die Mitgift seiner Tochter,
die sich auf 117,000 M. belief, übergeben. Sofort nach dem
Empfang begab sich der Bräutigam an die nächste Eisenbahnstatibn

Vis. *1 Fein ster Lof odinischee
Auf mehrseitigen Wunsch der dorsch⸗ Leberthrau
porjährigen, sowie der diesjäh · von W. 8B44 4 ——
rigen Tanzschüler soll ein ge⸗ —24 at
meinschaftliches F' vrin Emmerich —
Tanzkränuzchen wegen feiner Guüte und Wirksam⸗
Dienstag, 831. Dez., im Lokal Leit allseitig von den Aerzten em—
von Herrn Oberhauser dpiohlen, in stels vorräthig— in
abgehalten werden, wojzu ich 4Driginalflaschen à 1 Mark in
—X— — Et. Jugbert bei J. Fried⸗
A. Beutel, Tanzlehrer.! rich, in Zweibrücken W. Aug.
NB. Kacten onnen vei Htn.“ Seel, ia Homburg dei W.
daifer abgeholt werden. Simon.
In Folge sehr bedeutender vortheilhafter
Einkäufe
ist unletzeichneie LędcIng, im Standt zu sol⸗
genden herabgeießien Preijen eelle Waare su vrkaulsen:?
in b Gerbunc 36 — 40 Piund per Haut
SZoblenleder in besser Gerbung suer ingaile Tʒꝶo.
und Mehhodaung ] et 80 vsuad N. 13460.
Oberleder in 78pfandiger reiner egaler Waare M. 2.2.
do 5-6*3 !*8 wꝛ. 2330.
do. 32443 M. 2,40.
oraun Kalbleder 3-4 v * ⸗ * M. 3—.
do. do. in leichter M. 2,90.
Wasche, alle Sorten Schafleder, sowie schwarz unr
braun Zeugleder, Allann und Noßleder füt Satller ju
tbenso sehr billigen Preisen.
ELicm FEVĩ, Lederhandlung,
Aer Apethebegzezenäüber,
Blieskaslel, Bayrische Pfalz.
Um genaue Berückichtigung der Adresse wird gebeten. — F
Druckorheften aller Art
werden rasch und billig angeferligt in der
J. J. Demeß'schen Buch⸗ und Steindruckerei.

3ste ein Billet nah Amerila und stieg in den ersten, nach Paris
bgehenden Zug. Nach seiner Flucht entdeckie man, daß ein großer
Theil der Heirath nothwendigen Pap'ere gefälscht war, worauf die
Zariser Polizei von dem Vorfolle telegraphisch benachrichtigt wurde,
nit dem Ersuchen, den Flüchtling bei seiner Ankunft in Paris zu
verhaften, was dann auch geschah. Bei Schulper fand man den
Irößten Theil der entwendeten Geldsumme, ebenso noch andere an⸗
cheinend gefälschte Papiere. Er wurde nach Baden⸗Baden ausge⸗
liefert.

7 Nach einer Zusammenstellung sind im November 221 Segel⸗
schiffe untergegangen, nämlich 77 englische, 42 americanische, 10
ranzöfische, 14 italienische, 14 norwegische, 6 dänische, 8 öster⸗
reichische, 5 russische, * holländische, 2 schwedische, 1 spanisches, 1
nortugiesisches, Jtürtisches und 10 ohne bekannte Flagge; dozu
4 Dampfschiffe, nämlich 4 americanische, 4 englische, 8deuische,
4belgisches, 1 holländisches, 1 japanesisches.

.. Dienkllesnachrichten.
. Dem Notar Minges in Speyer wurde gestattet, den geprüften
Rechtscandidaten Theodor Krieger in Speyer, vom 1. Februar an,
auf neun Monate zum Amtsverweser zu bestellen.

Marßtberichte.

Zweibrücken, 27. Dez. (Eruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Beizen — M. — Pf. Korn O M. — Pf., Gerste zweireihige d M. — pf.
ierreihige M. — Pf., Spelzo M. — Ppj., Spelzlern — M.— Pf.,
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht d M. — Pf., Hafer 5 M. 90 pf.
irbsen — M. — Pf., Widen 0 M. — Pf., Kartoffeln 2— M. 80 ppf.
deu 1 M. 80 Pf., Stroh 2 M. — Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 80 Pf.,
kornbrod 8 Kilogr. 72 Pf., 2 Kilogr. 48 Pf., ĩ Kilogr 24 Pf. Gemischt⸗
rod 8 Kilogr. 86 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
0 Pf. M. Qual. 66 Pf. Kalbfleisch 0 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch
36 Pf., Butter / Kilogr. O M. 90 Pf., Wein J Liter 70 Pf. Bier 1 Liter 21Pf.
2* —LçS

.. Ft die Redaction verantartlich: F. . ...

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paed Hausten lann εααννααI erden. Wir machen darauf
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2900, 10006
300, 107 3000
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