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        St. Ina

*
Ager.“

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöche atlich? us Ablatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich vierinal: Dieustag, Dounerstaw SaAmstag und Sountag. Der Abonnementopreis beträgt vierteliährlich

A A0 Ʒ einschliehlich Trägerlohn; durch die Post bezocen 1 60 4, einjchließlich 420 JZustellgebühr. Anuzeigen werden mit 10 Z, von Auswärit
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatijschrit odet deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
————

Donnerstag den 1. Januar

1880.

* St. Ingbert, 1. Januar.
Zum neuen Jahre.

der Ungenügsamkeit und Unzufriedenheit mit dem, was sie haben,
kranken, sie gab es It allen Zeiten. Aber gerade unsere Zeit isi
leidt belonders Feich daran. Däß „oxunm der Geist der warmen
werkthätigen Nächstenliebe, wie er sich in den jungtien Wagernan
bielen Orten zur Linderung der Noth und Armuth zeigte, auch im
neuen Jahre in immer weitere Kreise dringe, daß der Gedante ihnu
zu pflegen, sich auch bei denen, die heute die Freude des Gebens
noch nicht kennen, zum festen Vorsatze ausbilde, das sei unser
Wunsch zum neuen Juhre. In der Hoffnung, ihn von recht vielen
zeherzigt zu sehen, rufen wir allen Lesern zu:
„Ein gesegnetes neues Jahr!“

—————
„Abermals ein Jahr verschwunden, wieder tritt ein neues ein!“
Wird dieses die Hoffnungen, denen das verflossene Jahr keine Er⸗
füllung brachte; auch wieder unerfüllt lassen? Wie wird es sich
gestalien für den Einzelnen, für die Familie, für den Staat? Das
sind Fragen, die am Wendepunkte zweier Jahre das Gemüth des
denkenden Menschen bewegen. „Erinnerung, Vorsätze, Nachdenken über
Vergänglichkeit des Daseins, Freude über das, was noch geblieben,
das bringt für die meisten Sterblichen der Neujahrstag“, sagt
Auerbach. Gar verschieden ist wohl der Eindruck, den das ent—
lossene Jahr bei den einzelnen Menschen zurückläßt. Der Eine
schaut mit voller Befriedigung auf es zurück; ihm brachte es Freude
und Glück. Der Andere gedenkt seiner mit tiefer Wehmuth und
Trauer; ihm brachte es zuviel der Tage, von denen zu sagen ist:
sie gefallen uns nicht!

Erinnern wir uns kurz dessen, was es unserm Vaterlande
hrachte, so dürfen wir wohl zufrieden sein; denn es war für das—
jelbe ein Jahr ruhiger Entwickelung auf der Bahn des Friedens.
Handel und Wandel begannen sich in unseren Grenzen wieder zu
heben; Industrie und Gewerbe befreien sich langsam von dem Drucke,
zer Jahre lang auf ihnen lastete. Nach den Mißerfolgen, welche
dieselben in den letzten Jahren bei verschiedenen Gelegenheiten hat⸗
ten, nach der Enthaltung, welche sie sich bei der letzten Pariser
Ausstellung auferlegten, wirkt darum die Nachricht, daß die deutsche
Industrie auf der Ausstellung in Sidney eine sich täglich steigernde
Anerkennung finde, wie Frühlingssonnenschein nach düsteren Winter⸗
ragen. In dpolitischer Hinsicht brachte das verflossene Jahr unserm
Vaͤterlande die Befreiung von der russischen „Freundschaft“, da—
gegen eine enge Verbindung mit Oesterreich-Ungarn. Eine bedeu⸗
sende Aenderung war schon vorher in der deutschen Handelspolitik,
Hie bisher dem Prinzipe des Freihandels gehuldigt hatte, eingetreten.
„Schutz der nationalen Arbeit.“ hieß plötzlich die Losung. Eine
Verschiebung der Parteiverhaltnisse nach Rechts zu Gunsten der
Regierung irat ein, und die Anhänger des Schutzzolles, der die
geleerten Staatskassen wieder füllen soll, erreichten, was sie woll⸗
scu. Ein Neujahrsangebinde von ihnen ist das Inkrafttreten der
welreidezolle axn heutigen Tage. Das von der Regierung unter
Hinvirtumg der Voltksvertretung schon 1878 geschaffene Sozialisten⸗
gesetß hat sich als Damm gegen die sozialistische Bewegung im ab⸗
gelaufenen Jahre als ungenuͤgend erwiesen. Konnen die Sozialisten
iht ungesetzliches, aller Ordnung gefährliches Treiben auch nicht
mehr ofenllich fortseßen, so wirlen sie doch im Geheimen um so
eifriger. und manches Jahr mag noch vergehen, bis die Anhänger
der jozialistischen Lehre das Irrige und Verwerfliche derselben ein⸗
jehen. Wenn auch das geschiedene Jahr den kirchlichen Frieden
aicht brachte, so haben sich doch auf beiden Seiten die Gegensätze
gemindert und so eine friedliche Vereinbarung, die in Berlin und
Rom gewünscht wird, eher möglich gemacht. Für die Steuerzahler
die unangenehmste Hinterlassenschaft des Jahres 1879 für 1880
st das Tefizit in den Staatsbudgets, zu dessen Deckung Steuer⸗
erhohung in Aussicht gestellt ist.

Claͤmentare Eteignisse, wie Ueberschwemmungen, Mißernte,
die ungewöhnliche Strenge des Winters, haben in manchen Ge⸗
genden unseres Vaterlandes einen solch ungewohnlichen Grad von
NRoth und Elend hervorgerufen, daß, wie noch selten, die Wohl⸗
hatigleit in Anspruch genommen werden mußte. Und erfreulich
st es zu sehen, daß es noch gute Menschen, die allzeit offene
Hande zum Wohlthun haben, gibt. Selbstsucht und Eigennutz
machen sich freilich auch daneben in einer verabscheuungswündigen
Weise breit. Schauen wir um uns! Die Meisten denken nur an
ich und an ihren Vortheil; daß Andere auch noch neben ihnen
eben, kümmert fie nicht; die mogen nur sehen, wie sie sich ein⸗
ichten! Menschen, die an der Selbstsucht und am Eiqgennutz, an

Deutsches Reich.

Muünchen, 29. Dez. Für die festliche Begehung des sieben⸗
hundertjährigen Jubiläums des Regentenhauses Wittels—
hach dahier ist der Entwurf des Programmes in den Grundzügen
nunmehr festgestellt. Demnach ist ein großartiger Festzug, ähnlich
dem im Jahr 1858 (jiebenhundertjähriges Jubiläum der Stadi
München), in Aussicht genommen. Die Zeichnungen dafür sind
chon von hervorragenden Künstlern angefertigt. Die Gesainmtkosten
ind auf 234,000 M. veranschlagt. Ueber deren Aufbringung wird
noch berathen werden.

Der „Reichsanzeiger“ publizirt eine von dem Fürsten Bis—
marck kontrasignirte kaiserliche Verordnung. wonach das Reichskanzler—
amt forian den Namen „Reichsamt des Innern“, der Vorsiand
dieser Behörde den Titel „Staatssekretär des Innern“ führt.

Ausland.
WMadrid, 31. Dez. Attentat. Am Dienstag feuerte ein
Individuum Namens Otero Gonzalez zwei Revolverschüsse auf den
önig Alfons und die Königin (Erzherzogin Maria Christine) ab.
Niemand wurde getroffen. Der Thäter ist verhaftet.

Madrid, 31. Dez. Das Attentat auf den König und
die Königin erfolgte mittelst zweier Pistolenschüsse in der Nähe des
kingangs zum Konigspalast, als der König und die Königin Abends
ünf Uhr von einer Spazirfahrt in offenem Wagen zurückehrten.
der neunzehnjährige Thäter hatte sofort die Flucht ergriffen, wurde
iber auf der Straße von einem Studenten und anderen Personen
ergrifsjen und zur Haft gebracht. In der ganzen Stadt herrscht
die größte Entrüstung.

Madrid, 81. Dez. Der Attentäter ist in Galizien (spa⸗
aische Provinz) geboren und zwanzig Jahre alt. Man glaubt, daß
er Mitschuldige hat; drei Personen wurden verhaftet. Der Aliten-
äter wohnt erst kurz hierselbst. Die zweite Kugel vassirte dicht
hdor dem Gesichte der Königin.
Vermischtes.

*St. Ingbert, J. Januar. Die Neujahrsnacht ging hier
hne die herkommliche Knallerei vorüber; das sturmische und reg⸗
erische Wetter, der Schmutz in den Straßen konnten wohl auch den
—XVV——

— Gestern wurde uns ein lebender Maikafer vorgezeigt,
jewiß eine Seltenheit in dieser Jahreszeit.

* St. Ingbert. In Speier wurden aus gesammelten
Figarrenspitzen M. 414 erlost und konnten dadurch 30 Knaben an
Weihnachten mit Hosen, Schuhen, Aepfel ꝛc. beschenkt werden. —
Zoviel wie wir wissen, werden auch hier abgeschnittene Cigarten
spitzen gesammelt,, haben jedoch von der Verwendung des Endojes
nichts gehört. 7

f'Ein gutes Wort für unsere Briefträger. Venm
rgendwo das 'ubliche Neujahrsgeschenk wohlverdient uw gut
angelegt ist, so ist Dies bei den Briefträgern und Telegrawenhoten
er Fall. Trotz Wind und Wtter, Hitze und Kalte, roß Regen
ind Schnee müssen sie tagtäglich zur vorgeschriebenen ztunde ihren
Rundgang antreten, und 'gerade in der kurzlich vortbergegangenen
Weihnochtszeit haben ie mit großem Eifer, jelbst n den Feiertagen.
denca Idermann onft Ferien gemacht hat, Hrem schweren und
deranwortungsvollen Berufe obgelegen und gat Manchem durch
seberbringung deß Weibnachtsbadets eine Freude bereitet. Veragelten
        <pb n="2" />
        Ar ihnen B·

sicher mit um so mey

Pflicht zu erfullen und

und gefällig zu erweisen.

F Zweibrücken, 28

dem benachbarten Dorfe Ern.. ein

Jahren, Namens Breiter, seines Handwerks

braver und tüchtiger Eltern. Die Ursache soll Liebenn.

wesen sein.

F'Kaiserslautern, 28.5 Dez. Das kühnste Stück, wel—

ches die kürzlich wegen Diebstahls von Eisenbahn-Billets bestraften
juͤgendlichen Strolche ausführten, ist Folgendes: Dieselben begaben
sich in den hiesigen Posthof, um sich eine Chaise oder Omnibus
anzuspannen; da ihnen dies jedoch nicht gelang, warjen sie im
Aerger Feuer in einen Postomnibus, schirrten im Poftstalle sich
zwei Pferde auf und jagten bis weit vor die Stadt unbemerkt mil
davon, bis die Pferde die Gauner gbwatfen und dann wieder
allein in den Poststall zurücehrten. ·
7Adirjsevntltrutern, 30. Dez. Zur Beschaffung der für die
Vollendung des Gewerbemuseums erforderlichen Mittel soll eine
Lotterie veranstaltet werden.

F Frankfurt, 27. Dez. Eine kaum anderthalb Jahre
berheirathe Frau bekam im Laufe dieser Woche ihr 25. Dienst⸗
mädchen, welches Jubiläum der lustige Gemahl nicht ohne eine
kleine Festlichkeit hingehen ließ, indem er zum Schrecken der Frau
einige Freunde einlud.

eute ist auf dem hiesigen Bahn—
13 000 Mark, adressirt an die Steuer⸗
/erloren oder gestohlen worden. Eine
ck erhält Derjenige, welcher Umstände zur
Ermittelung des Thäters und zur Wieder—

„enen Geldes führen.
a, 27. Dez. Se. Maj. der König hat die Zeich—
Vetailvorschriften für Robe und Barett der bayerischen
enehmigt und zugleich ausgesprochen, daß das neue Sitz⸗
gotleid vom 1. März nächsten Jahres an zu tragen sei. Be—
züglich der Rechtsanwälte soll es vorerst noch bei den bestehenden
Vorschriften sein Bewenden haben und die Anorbnungen später ergehen.

F Berlin, 29. Dez. Das „Kleine Journal“ meldet aus
Posen: „Die russischen Juden sind mit Ausnahme der Gelehrten und
Handwerker unter ihnen, aus dem Don'schen Kosakenland, aus den
bessarabischen Grenzdistrikten, aus Petersburg und aus allen inneren
russischen Departements vertrieben worden.

F Lausanne, 29. Dez. Die „Gazette de Lausanne“ meldet,
vom Gotthardtunnel seien nur noch 400 Meter zu durchstechen;
die Arbeiter am nördlichen Theil hörten bereits deutlich die Minende.
tonationen vom südlichen Theil.

fLondon, 29. Dez. Der gestern verunglückte Edinburger
Schnellzug bestand aus sieben Wagen und war ganz besetzt. Min⸗
destens 8300 Passagiere außerdem das Zugpersonal sind umgekom—
men. Die Lücke in der Brücke ist 800 Yards.

I Fur die Redaccion veramwortlich: F. x Deme —
— — — —

2 9 —N *
A. Sichel's Atelier künstl. Zähne

Bekanntmachung.
In der Stadtrathssitzung vom
30. ds. Mts. wurden folgende
Beschlüsse gefaßt:
1. Voranschlag der Einnahmen
und Ausgaben pro 1880 der
Gde. St. Ingbert festgestellt.
Der Armenpflegschaftsrath für
1880184 gewählt.
Das Mitglied der Ortsschul—
kommission gewählt.
Die Commission für Fest—
stellung des Lateinschulgeldes
bestimmt.
Der Wittwe Feichtner eine
jährliche Unterstützung von
150 M. bewilligt.
Eine Suppenanstalt soll ge⸗
gründet werden und sofort
beginnen.
7. Zwei Polizeidiener gewählt.
3. Eine Gehalts-Scala für die
Lehrer errichtet.
St. Ingbert, 31. Dez. 1879.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
10 Bogen Rechnungen
21/33 centm. groß vorräthig bei
F. J. Demeb.
* v
cem Geisen⸗ Verein.
Sonntag, 4. Januar 1880 Gener i
Beorg Stief. Wirth im Orlt. alversommelung bet
TagesOrdnung:
Neuwahl und Ahschluß dor Jabresrechnumg.
Der Vorftand.

»Ein braver ge—

F sitteter Junge

wird in die Lehre genommen um
die Buchdruckerei zu erlernen.
Demetn.

Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johonn, SEulzbachstraße 133.

Fröhlich Rfalz,
Gott erhalt's!

——————⏑⏑——— ——
8 Braunsobweigischo
andos-Lottorie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus B4, 0o00 Original-Lovsen und
AS8,000 Gewinnen:
1Haupt treffer eb. 450.000 J Haupttreffer à 12,000,
1 300000, 29 10,000

150,000, —0
00,000 6000
73000 5000.
50 000 4000k
0,000 3000
0,000, 2000
2.000, 1000.
30,000, 600
, 131000.1
Reichs-Marlk u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. und 16. Zannar 1880,
zu welcher ich Drigimnai Loose
Enanæe IINn Ibæe Vlertel —XX
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
negen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß derfende
Jeder Spieser erhäle die Gewinnlifen Aratis!
Aius,
Iraunichw. LandesLoterie
— —

Humorist sches Sonntagsblatt.
Dies Blatt erscheint die Woch' einmal,
Preis: 70 Pfennig pro Quartal.
diebei hat schon den Trägerlohn
derechnet die Expedition.

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Impfiehlt sich zur Beförderung.
Finzelne Nummern zu 6 Pfennig,
Für das Gebot'ne wirklich weniq.
Bestellungen werden von allen
Post⸗Anstalten und Postboten ange⸗
nommen.

Probenummern auf Wunsch gratis
und franco.

Der Jahrgang 1879 kann zum er⸗
mäßigten Preise von 1 M. 50 Pf.
nachbezozen werden. Gegen Einsend⸗
ung von 1M. 70 Pf. in Brief⸗
marken erfolgt Franco⸗Zusendung.

Speher. Die Erpedition

ö— — —— —— —

—

*—
—D—

Neue illustrirte Waochenschrift.
Frei von jedem einseitigen politischen oder konfessionellen Standyunkt

Das erste Quarial 18806 enthaͤlt unter Anderem;

Mein Onkel Don Juan. ioman von Hans Hopfen. Mit
Illuftrationen von Woĩdemar Friedrich — Ans der Briefmappe
der Freundiu. Novelle von Ernsi Wichert. — Die Schleppe.
Erzählung von Heinrich Sei del — Ferner: Eine Novelle von K.F.

Franzos, belehrende Beiträge von Herrig, Bucher, A. v. Eyr
Stieler, J. Ranke u. v.“ I.

Illustaationen ersten Ranges nach Knaus, G. Richter, Rocholl. Kirberg,
Grützner, Stryowsky, Spangenberg ꝛc.

Die erste Nummar, weiche einen prächtigen Holzschnitt des berühmten
Richter'schen Bildes der Königin Luise enthalt, is gratis in allen Buch⸗
andlungen zu haben, sowie auch direkt von der Verlagashandlung J. H.
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Jreis vicrteljahrlich nur ÜWe G0 Dder auch in jährlich 14 Heften zu

0 Bf durch alle Buchhäudlungen nn Vonanalien
ZRruck und Verlag von F. x. Demeß in St. Ingbert.
2Für unsere Abennenien liegt ein Wand-Kalender vpro 1840 b4.

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        Sl. Ingberler Anzeiger.

Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Beeie⸗

lage) erlcheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 Z einschließlich Träägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschri't oder deren Raͤum, Neclamen mit 80 — vro Zeile berechnet.
4ß 2.

—— — —— »Z
Samstag den 3. Januar 1

1880

spα

MKîî——————————
Deutsches Neich.

Im Reichskanzleramte oder vielmehr im Reichssamte des Innern,
wie es nunmehr heißt, ist man, einer Nachricht der „Magdeburger
Zeitung“ zufolge, mit der Ausarbeitung eines Versicherungsgesetzes
deschäftigt, welches Normatiobestimmungen für Versicherungsgesell⸗
schaften jeglicher Art aufstellen soll. Von der Einrichtung eines
Reichsamtes für Versicherungswesen oder einer sonstigen Reichsauf⸗
sichtsbehörde ist in dem Entwurfe mit keinem Worte die Rede.
dilem Anscheine nach ist die Frage der Reichsaufsicht durch ein
eigenes Amt in den früheren lommissarischen Verhandlungen nur
dilatorisch behandelt worden. Ob der fragliche Entwurf dem Reichs
age noch in der bevorstehenden Session zugehen wird, ist gegen—
wärtig noch zweifelhaft.

Unerwarteter Weise scheint der Zusammenhang zwischen den
russischen Nihilisten und den deutschen Socialdemokraten viel enger
und directer zu sein, als man bisher angenommen; diese Thatsache
wird durch eine jüngste Entdechnng in eine ganz neue Beleuchtung
gesetzt. Die Gerüchte von der Entdeckung einer geheimen nihili⸗
susch-socialistischen Druderei in Berlin erweisen sich als durchaus
begründet. Die Untersuchung ist in vollem Gange und scheint
beträchtliche Dimensionen anzunehmen; doch wird selbstverständlich
von polizeilicher Seite strenges Geheimniß über die bisherigen Er—
gebnisse der Untersuchung bewahrt.

Ueber die Entdeckung der geheimen Druckerei in Berlin
entnehmen wir der „Nordd. Allg. Ztg.“ noch Folgendes: Am
ersten Weihnachtsfeiertage Nachmittags wurde Planufer Nr. 20 in
cinem Quartier, welches der berüchtigte anarchistische Agitator,
Schriftsetzer Emil Werner bewohnte, eine geheime Druckerei entdeckt
umd aufgehoben. Werner wurde beim Setzen der letzten Seite einer
ultratebclutionären Zeitung betitelt: „Der Kampf“, betroffen, von
welcher eine sehr große Anzahl fast fertig gestellter Eremplare vor—
gefunden und nebst der Presse und allcn Druckerei-Vorrichtungen
in Beschlag genommen wurden. Die Verhaftung Werner's erfolgte
unmintelbar darauf. Sein Helfershelfer, ein österreichischer und X
sachsischer Sozialdemokrat, wurden ebenfalls alsbald festgenommen;
am nachsten Morgen auch ein polnischer Student, welcher den Ver—
trieb der Zeitung hierorts besorgen sollte. Dem Vernehnien nach
it gegen die Verhafteten bereits die Voruntersuchung wegen vorbe⸗
reitender Handlungen zum Hochverrath eingeleitet worden. Werner
hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Er betheiligte sich u. A.
in der letzten polnischen Revolution, gerieth in russische Gefangen⸗
schait und war mehrere Jahre in Sibirien detenirt. Später tauchte
er in der Schweiz auf und gehörte zu den in Bern angeklagten
Agitatoren der „Internationale“, welche dort den bekannten Putsch
in Szene gesetzt hatten. Es scheint nach den in Beschlag genom⸗
menen Papieren keinem Zweifel zu unterliegen, daß die Verhafteten
mit den vorgeschrittensten revolutionären Elementen in Rußland,
in der Schweiz ꝛc. in Verbindung stehen, namentlich hat sich Dieß
auch bezügiich der kürzlich in Verlin verurtheilten Nihilisten Gure⸗
witz und Genossen aus der vorgefundenen Korrespondenz ergeben.

Im Reichsschatzamte sind nunmehr — wie die „Wes. Zig.“
schreibt — die Vorarbeiten für den Etats Entwurf fer 188081
abgeschlossen, so daß die Vorlegung an den Bundesrath bevorsteht.
Der Militar⸗Etat enthalt eine Mehrforderung von 4 bis 5 Mil—
onen Mark, in Folge der Steigerung der Getreide: und Foura⸗
zeyreise. Der Etats-Entwurf bezieht sich ausschließlich auf das
Jahr 1880,81.

m Tay⸗Strom. Der andauernde Sturm verhinderte eine weitere
Operation. Nur ein Leichnam wurde gefunden.

Wie der „Voss. Zig.“ aus Rom telegraphirt wird, hat Car⸗
dinal Rina in Folge adminiftrativer Streitigkeiten mit Leo XIII.
ine Entlassung gegeben, die von diejem unter vier Augen ange⸗
ommen worden ist. Jacobini ist als Nachfolger Nina's nach Rom
zerufen worden. Eine Ausföhnung Leo's mit Nina ailt als un⸗
vahrscheinlich.

Madrid, 30. Dezember. Die kanarischen Inseln wurden
im 21. Dezember von bedeutenden Ueberschwemmungen heimge—⸗
ucht, welche große Verwüstungen anrichteten. Die Häuser sind
ingestürzt und die Ernte vernichtet. — Offiziellen Meldungen aus
Zuda zufolge unterwarfen sich Peralta und zwei andere Insur⸗
gentenführer der Regierung; die Ergebung des Obersten Pavia
steht gleichfallzs bevor.

Madrid, 31. Dez. Nach weiteren amtlichen Mittheilungen
heißt der Attentäter Francesco Otero und ist Galicianer. Dersekbe
iagte, er sei Kuchenbäcker gewesen und hätte wegen des schlechten
Standes seiner Geschäfte den Entschluß gefaßt, sich das Leben zu
nehmen, doch habe ihm ein Freund gerathen, ein Attentat auf das
deben des Königs zu machen. Der Attentäter erklärte ferner, Mit⸗
schuldige zu haben; einer derselben ist bereits verhaftet worden, der
dere wird noch gesucht. — Der Konig zeigte bei dem Attentat
große Unerschrockenheit und auch die Konigin bewahrte volle Ruhe.

Die lehzten Dezembertage waren in den Jahrbüchern der

panischen Geschichte schon einmal mit blutiger Hand verzeichnet.
Heneral Prim war vor neun Jahren am 27. Dezember in den
Straßen Madrids ermordet wordeu. Gerade gestern fand in der
panischen Haupistadt eine kirchliche Gedächtnißfeier für den General
Prim statt. Die Theilnahme, sagt die amtliche Depesche, war eine
venig zahlteiche, obschon die Journale der Oppositianspartei in
hren gestrigen Artiteln die Liberalen zur Betheiligung aufgefordert
ind den Anlaß überhaupt benutzt hatten, Erregung gegen die Re⸗
gierung hervorzurufen. Diese Etregung scheint nun allerdings doch
in höherem Grade vorhanden gewesen zu sein, sonst hatte sich schwer⸗
lich der Verbrecher gefunden, dessen Name heut in ganz Europa
mit Abscheu und Entsetzen genannt wird.

Was diesem Mordanfall sein ganz besonders verworfenes Ge⸗
)rage aufdrück, ist die Kaltblütigkeit, mit welcher der Morder sein

heschoß zugleich auf den König und die junge unschuldsvolle Konigin
gerichtet hat, deren jugendlicher Liebreiz und deren mildthatiges
derz doch, wie man hätte annehmen sollen, auf die Gemüther
imdathisch versohnend wirken mußte. König Alphons und Konigin
Flisabeth sind freilich dazu verurtheilt, als Herrscher über das
panische Volk die Schuld der koniglichen Eltern und Voreltern zu
uühnen. Selbst ohne Verschulden, werden an ihnen in biblischer
Weise die Sünden der Väter und Mütter heimgesucht, aber die
Jönigsmörder von Madrid dürfen in dieser hisiorischen Velastung ihrer
Angriffsobjelte auch nicht den mindesten Vorwand für ihr arauen⸗
»olles Thun erbliden.

Spanien gehoͤrt zu den unglücklichsten Landern des Kontinents.
Vielleicht, daß diese neue Erschütterung in König Alphons endlich
ene Energie des Willens wedt, welche unumganglich ist, um dem
ief zerrütieten Lande, jenes innere Gedeihen wiederzugeben, dessen
aig lange entrashen mukte und daa ihm so sehr Noth thut.
Vermijschtes.

4 Eisenber g, 29. Dez. In der verflossenen Nacht gelang
s einem Iltis, ein Loch zu dem Hühneestalle des Herrn Bürger⸗
neisters F. Holzbacher dahier durchzuarbeiten. Nachdem derselbe
nit dieset Arbeit fertig, lohnte er seine Muͤhe damit, daß er sich
as Blut von 18 Huhnern und 1 Hahn, die er getodtet, gut
chmeden ließ.

FBei Mondorf wurden wie die „Saar⸗Ztg.“ meldet,
vorgesietn (28. Dez.) zwei Wolfe gesehen, welche ganz nahe dem
Dorfe vorbeigingen.

4 Zum Attentat auf Herrn Direktor Fromm. Der
Direltor det Maxhütte, Hert Ftomm, auf welchen vor Kurzem be⸗

Ausland.

London, 30. Dez. Der ojifiziöse „Standard, erklärt die
Nachricht über ein Arrangement zwischen England und Rußland,
bezuglich Central⸗Asiens sei ganzlich unbegründet. Gleichzeitig nennt
Standard“ alle Nachrichten weiche von einer Wiederherstellung
des Drei⸗Kaiser⸗Bündnisses reden, eine Fälschung der Geschichte.
Das deutsche Schiff „Leda“, aus Bremen gebürtig, mit Petroleum
pon New⸗-Hork kommend, lief bei Goodwin auf eine Sandbank.
Die ganze Mannschaft wurde geretiet. — Aus Dundee wird gemel⸗
det: Endlich fanden Taucher die genaue Lage des Unaglücks-Trains
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        kanntlich ein Mordversuch gerichtet ward, ist vor einigen Tagen
mit seiner Familie nach München übergesiedelt. Der Uebelthäter
jenes raffinirten Attentates konnte trotz der eifrigsten Thatigkeit
denselben zu eruiren, bis zur Stunde nicht ermittelt werden. Ein,
vor längerer Zeit entlassener böhmischer Arbeiter, welcher auf drohende
Aeußeruͤngen hin, die er bei seiner Entlassung gemacht hatte, ver⸗
haftet worden war, mußte Mangels genügender Verdachtsgründe
wieder freigelassen werden. Durch den Umstand, daß die gepflogenen
eingehendsten Recherchen bezüglich der Ermittelung des Verbrechers
gänzlich resultatlos blieben, verliert die erstliche Annahme, daß der
geplante Mordversuch das Werk eines Komplottes sei, an Wahr⸗
scheinlichkeit und gewinnt nunmehr die allenthalben herrschende Mein⸗
umg, daß die erwähnte Unthat von einer einzigen Person ersonnen
und auszuführen versucht worden war, immer mehr und mehr an

Bestimmtheit.

F Eine seltsame Leichenbeschau. Der Kur. f. Niederb.
erzählt: Jüngst kam in Vilsbiburg ein Bauer zum Bezirksarzte
mit der Neldung, daß ihm sein Kind gestorben sei. Ja, meinte
der Bezirksarzt, Das sei recht, aber er müsse das Kind doch sehen.
Da wurde der Bauer verlegen und sagte, es sei Alles so verweht,
daß der Bezirksarzt nicht hinauskommen könne, er selbst sei nur bei
voller Kenntniß der Wege mit größter Anstrengung — es sei ihm
der Schnee bis an die Brust gegangen — nach Bilsbiburg herein—
gekommen. Deßhalb habe er das Kind gleich mit herein gebracht
— hier zog er einen Korb vor, öffnete ihn und präsentirte die
Kindsleiche. An dem Tode des Kindes war nicht zu zweifeln;
aber um die Formalitäten zu erfüllen, meinte der Herr Bezirksarzt,
müsse auch der Ortsbürgermeister davon wissen. Ja den werd' ich

bald haben, sagte der Bauer; der ist heut auch in Vilsbiburg, den
such ich halt. Nun legte er das Kind wieder in den Korb und
machte sich damit auf den Weg in die verschiedenen Wirthshäuser,
bis er endlich den Bürgermeister fand nnd auch ihm die Kindesleiche
vorwies.

7 Die „Frkf. Ztg.“ schreibt: „Auf vielfach an uns ergangene
Anfragen in Betreff des Unglücks auf der Tay-Brüche haben
wir uns telegraphisch nach Dundee gewendet und von dort die
Antwort erhalten: Unter den Verunglückten befindet sich kein
Deutscher.“

FSydnehyausstellung. Betreffs der deutschen Ausstellung
in Sydeney schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.“: In der Möbel—
branche sind wir auf der dortigen Ausstellung unbestritten die ersten
und haben selbst Frankreich, das bisher als maßgebend und uner
reicht dastand, den Rang abgelaufen. Auch unsere Golde und
Silberwaarenindustrie, unsere musikalischen Instrumente, unsere
Weißzeugindustrie, wollene Decken und Flanelle u. A. m. haben
mehr oder weniger große Erfolge erzielt und sowohl durch treffliche
Auswahl wie durch elegante Ausstattung das bisher in Australien
bestehende Vorurtheil gegen deutsche Industrieerzeugnisse, das aller—
dings nicht ganz ohne unser Verschulden entstanden war, zerstört.
Nach der Niederlage in Philadelphia der erste bedeutungsvolle Sieg.
Sache des deutfchen Gewerbes und der deutschen Industrie wird es
nunmehr sein, auf der bestrittenen Bahn weiter vorzugehen und die
errungenen Erfolge festzuhalten. Eine Lücke weist die deutsche Aus—
stellung in Sydney insoferne auf, als unsere Alfenide- und Neu—
silberfabrikate günzlich fehlen, während dieselben ganz hervorragend
dazu geeignet gewesen wuͤren, ein Absatzgediet dort sich zu erodern
und für die Zukunft zu sichern. Bisher beherrschten England und
Nordamerika den australischen Markt mit diesem Artikel fast ganz
allein und hatten einen bedeutenden Erxport dorthin. Jetzt hat es
Frankreich verstanden, mit seinen Christoflefabrikaten sich erfolgreich
in Konkurrenz zu setzen, und es steht fast außer Zweifel, daß
Deutschland, wenn es in Melbourne mit Geschick und Geschmad
seine Neusilber⸗ und Alfenide-Fabrikate zur Geltung zu bringen

weiß, auch seiuen Antheil an diesem Markte noch finden, vielleicht
gar die bisherigen Mitbewerber auf demselben schlagen kann. Diese
kurzen Andeutungen werden fürs Erste hinreichen, um einen Finger—
zeig für die Ausstellung in Melbourne zu geben, deren Dauer auf
die Zeit vom 1. Oktober 1880 bis 31. Marz 1881, berechnet ist.
4 Eine Kohlenvergiftung auf der Thüringer Bahn mahnt
die Vahnverwaltung zu großer Vorsicht. Eine Dame bestieg wohl
und heiter den Bahnzug und der geheizte Wagen der 2. Klasse
entwickelte eine wohlthätige Wärme, bis die Tame auf einmal
äußerst schläfrig wurde. Auf der vorletzten Station ihrer Fahrt
fand sie der Schaffner, der das Billet hier abzunehmen hatte, an—⸗
scheinend todt am Boden liegen. Ins Freie gebracht, kehrten erst
nach 10 Minuten die ersten Anzeichen des Lebens wieder. Die
Dame erinnerte sich noch der eingetretenen Müdigkeit, fühlte sich
aber auch zugleich nicht mehr stark genug, die Fenster zu öffnen.
Nur dem zufälligen Umstande der Billetabnahme verdankt sie die
Erhaltung ihres Lebens. Es ist mehr als dringend zu wünschen,
daß die Bahnverwaltungen auf derartige Heizeinrichtungen ein auf⸗
merksames Auge richten und überhaupt Apparate, welche Gefahren
nicht ganz ausschließen, ganz und gar abschaffen.

4 Für die gewerbliche und landwirthschaftliche Ausstellung
des Pfalzgaues in Mannheim während der Zeit vom 15. Ju
bis 8. bezw. 18. Oktober 1880 ist nunmehr das Programm er
schienen. Für die zur Ausstellung zugelassenen Gegenstände wird
eine mäßige Platzmiethe erhoben, deren Höhe die einzelnen Aus—
stellungsabiheilungen feststellen. Betriebskraft und Transmissions⸗
welle zur Kraftübertragung wird unentgeltlich zur Verfügung ge⸗
tellt, doch haben sich die betr. Aussteller darüber mit dem Central⸗
romite zu verständigen. Die Ausstellung zerfällt in 19 Gruppen
ind zwar: 1) Bergbau, Hütten- und Salinewesen; 2) Chemische
Industrie; 8) Stein⸗, Thon⸗ und Glaswaaren; Möbel und sonstige
Holzwaaren; 5) Metall-Industrie; 6) Maschinenwesen, Eisenbahn⸗
ind Schiffsbedarf; 7) Landwirthschaftliche Maschinen und Geräthe;
3) Forsiwirthschaft, Jagd und Fischerei; 9 Nahrungs- und Ge⸗—
nußmitiel; 10) Tertil- und Bekleidungs-Industrie; 11) Papier-,
Fautschuk⸗ und Leder-Industrie; 12) Fahr-, Reit- und Reise⸗Re⸗
quisiten; 18) Kurzwaaren; 14) polygraphische Gewerbe; 15) wissen⸗
chaftliche Instrumente und Apparate für die Gesundheitspflege;
16) Musik-Instrumente; 17) Baus und Ingenieurwesen; 18) Schul⸗
wesen und Lehrmittel; 19) Kunstgegenstände und kunstgewerbliche
Erzeugnisse der Vergangenheit. Interessenten sind gebeten, wegem

des Näheren sich entweder an die Handels- und Gewerbekammer
oderd an die Bezirksgremien, welche im Besitze der ausführlichen
Programme sind, zu wenden.

Zur Eisenbahn-Katastrophe in Schottland.

f London, 29. Dezbr. Ueber das fürchterliche Eisenbahn—
unglück zwischen Edinburg und Dundee wird der „Fr. 3.“
gemeldet:

Ein enisetzlicher Sturm fegte heute (Sonntag) Nacht über

Dundee hin und riß einen Theil der Taybrücke nieder, auf welcher
iich der um 724 Uhr fällige Eisenbahnzug von Edinburg befand.
Han nimmt an, daß der Zug im Wasser begraben ist, allein der
Sturm ist noch immer so heftig, daß kein Dampfboot im Stande
var, sich der Brücke zu nähern. Von der Fiefeseite war gehörig
ignalisirt worden, daß der Zug 14 Minuten nach 7 Uhr die
dundeebrücke passirt habe; man hat denselben auch auf der Brücke
zesehen und kurz darauf einen plötzlichen Feuerstrahl benerkt. Man
Jlaubt, daß der Zug aus den Schienen gekommen und über die
Brücke gestürzt ist. Diejenigen, welche das Unglück mit angesehen,
rilten sofort zur Taybrückenstation in Dundee und berichteten
—ADDD—
zraphische Verbindung mit dem Signalisten auf der Nordseite de
Brücke; allein als man den Telegraphen über die Brücke spieler
assen wollte, zeigte es sich, daß die Drähte zerrissen waren. De
Stationsvorsteher und der Lokomotivsuperintendent entschlossen sich
jierauf, ungeachtet des furchtbaren Sturmes, so weit als möglich
uuf der Brücke vorzudringen, um sich über den Umfang des Un—
zlücks zu vergewissern; Beide waren im Stande, eine beträchtliche
entfernung vorzurücken; das Erste was sie erblickten, war ein
Wasserstrahl aus einer gebrochenen Röhre, welche Newport mit
Wasser versorgt und der Brücke entlang geführt ist. Etwas weiter
vordringend konnten sie bei dem hellen Mondlicht deutlich eine
jroße Lücke entdecken, welche durch den Einsturz der Brücke ent⸗
tanden war, nach ihrer Schatzung etwa zwei oder drei der mäch⸗
tigsten Bögen. Sie glaubten jedoch, am anderen Ende der Brücke
ein rothes Licht zu entdecken und gaben sich der Hoffnung hin,
daß der Zug drüben zum Stehen gebracht worden sei, nachdem
der Majschinist den Einsturz der Brücke bemerkt. Diese Hosinung
erwies sich aber leider als eine trügerische. An der Boughly-Ferry,
nier Meilen unter der Brücke wurden mehrere Pottbeutel ans Ufer
jeschwemmt und herrscht jetzt kein Zweifel mehr darüber, daß der
zug im Flusse liegt. Ueber die Anzahl der Passagiere, welche sich
m Zuge befanden, verlautete bislang nichts Bestimmtes; man
pricht von 150 bis 200 Personen. Der Provost und eine Anzahl
ervorragender Bürger fuhren gegen 1092 Uhr Nachts in einem
Dampfboote nach der Brucke, nachdem der Sturm sich beträchtlich
Jelegt hatte; dieselben sind jedoch noch nicht zurückgekehrt. Die
Scene an der Taybrückenstation heute Nacht ist geradezu herzzer⸗
reißend. Viele tausend Personen stehen um das Gebaude ver—
ammelt; Männer und Frauen ringen verzweifelnd die Hände.—
die Rückkehr des Dampfbootes wird sehnsüchtigst erwartet.“

Der Zug hatte Edinburg um 4 Uhr Nachmittags verlassen
uind befanden sich damals 200 —300 Personen in demselben, doch
Jlaubt man, daß auf dem Wege durch Fife ein Drittheil ausge—
tiegen ist. Freilich können auch noch Andere unterwegs einge—
tiegen sein. (Nach den neuesten Depeschen sind bei dem Einstuͤrz
der VBrücke 100 Personen verunglückt).

f GRares aus der Schweiz.) An der Züricher Universi—
jät studirt gegenwärtig eine Negerin. — Ein sehr gebildeter Dieb⸗
tahl wurde in Steinen ausgeführt. Die Diebe hatten es auf ein
ettes Schwein abgesehen, und damit dieses sie nicht durch sein
Veschrei verrathe — chloroformirten sie es.

* Die Weltdame. Die Weltdame gibt ihre Kinder in die
        <pb n="7" />
        Ziehe und wartet Schooßhunde — liegt bis Mittag im Bett —
— DD
ung — vergißt ihre Putzmacherin zu bezahlen — sieht ihre armen
Berwandten über die Achseln an — geht in die Kirche, wenn sie
einen neuen Hut hat — hat von einem Fingerhut keinen Begriff
— weiß eine Stopfnadel nicht von einer Heugabel zu unterscheiden
— möchte wissen wo die Pfannenkuchen wachsen — ißt heimlich
Schinken und Cier und bei Tische zwei Löffel Suppe — und gibt,
wenn sie nach dem Alter ihres jüngsten Kindes gefragt wird, zur
Antwort: „Das weiß ich wirklich nicht, fragen Sie die Amme.“

F Der letzte Wille eines Millionärs. In New-York
tarb vor einiger Zeit der Seniorpartner der bekannten Rhederfirma
Funch, Edge u. Co., Herr Christian Friedrich Funch. Sein vom
April d. J. datirtes Testament ist soeben gerichtlich publicirt worden.
Es befindet sich darin eine überaus eigenthümliche Bestimmung über
die Bestattung des Testators. Herr Funch will, daß sein Leichnam
berbrannt werde. Aber er erinnert sich, daß man in Amerika
iolche Vorgänge des Breiteren in den Zeitungen zu beschreiben
pflegt, und da er eine unbesiegliche Abneigung empfindet, selbst
nach dem Tode zum Gegenstande öffentlicher Besprechungen gemacht
zu werden, so hat er bestimmt, daß die Verbrennung in Europa,
und zwar in Mailand stattfinden soll, von deren Zeitungen er dem—
nach keine besonders große Vorstellung zu haben scheint. Jedoch
vill der Mann, der in seinem Leben viel und weit gereist ist, so
ichnell noch nicht zur Ruhe kommen. „Meine Asche,“ schreibt er,
„soll in Kopenhagen beigesetzt werden“. Indessen wird er seinen
Wunsch, möglichst unbeobachtet den Weg in den feurigen Ofen an—⸗
zutreten, nicht verwirklicht sehen, denn der New-NYork Herald schickt
iich bereits an, der Leiche einen Begleiter, in Gestalt eines Revor—⸗
ters, nach Mailand bezw. Kopenhagen mitzugeben.

— Sellerie ein Heilmittel für Rheumatismus. Neue Ent⸗
deckungen der Heilkraft gewisser Pflanzen tauchen fortwährend auf;
eine der neuesten ist, daß Sellerie ein unfehlbares Heilmittel für
Rheumatismus ist, daß diese Krankheit unmöglich ist, wenn Sellerie
Jäufig; in gekochtem Zustande gegessen wird; der Umstand, daß er
bielsach roh auf den Tisch gebracht wird, hat bis jetzt verhindert,
daß seine heilende Kräfte bekannt wurden. Der Sellerie sollte in
Stücke zerschnitten, bis zum Weichwerden in Wasser gekocht und
dann das Wasser von den Patienten getrunken werden. Man koche
dann den weichen Sellerie mit etwas frischer Milch, Mehl und
Muskatnus in einer Pfanne auf, servire dies warm mit geröstetem
Brod und esse es mit Kartoffeln, und die Schmerzen werden sofort
nachlassen. Dies ist die Erklärung eines Arztes, der dieses Mittel
viederholt und mit gleichem Erfolg angewandt hat. Er fügt noch
zei, daß Kälte oder Feuchtigkeit niemals Rheumatismus bewirken,
ondern die Krankheit, die in versäuertem Blut ihre Hauptquelle
zat, blos entwickelt, und daß, wenn das Blut alkalisch ist, ist,
veder Rheumatismus noch Gicht entstehen kann. Englische Stati—
tiken weisen nach, nach, daß in einem Jahr (1876) 3600 Per—

Geisen-Verein.
Sonntag, 4. Januar 1880 Generalversammlung bei
eorg Stief. Wirth im Ort.
TagesOrdnung:
—X
Der Vorstand.

—LXXELVIIEV

gensxxe heidt.
—E —XX
fier das Selbst-Studinuo
bearbeitet von
Prof. Tcan Magjemonosf, Prof. Giamb. Bonarenturq,
Prof. Gil Luanrates, Dr. Theophil Helmnhorst und
Dr. Albert Schmidt.
Die FTι οXn Unterrichts Briese sind complet in 2 Rursen
IS Briefe. Preis des ersten Briefes: 50 Pf.; aller folgenden:
AMk. — Die italienicachen (8. verbesserte piase. dn⸗ die
pnαon Unterrichts-Briefe sind complet in 2 Kursen à
20 Briefe. Preis eines Briefes: 60 Pfennige. — Comntete
Eremntare der ütrenischen Unterriehts-Briese (oweit noch
ler goringe Vorrath reicht) sammt 2 Enveloppen: 24 Ax.
leipzig. Verlag des haunsfrenndes.

Ruszisch.

onen starben, wogegen in allen Fällen wo obiges Mittel ange—
vandt, die Krantheit entweder geheilt oder verhütet wurde.
Wenigstens zwei Drittel der unter dem Namen Herzleiden bekann⸗
en Fälle werden dem Rheumatismus und dessen schmerzhaften
Alliirten, der Gicht, zugeschrieben. Die so gefürchteten Blattern
ind nicht halb so gefährlich, als der Rheumatismus, welcher, wie
ziele Aerzte behaupteten, durch Beobachtung der diätischen Gesetze
der Natur verhindert werden kann. Aber — wenn ihr euch den⸗
elben zugezogen habt: „Gekochter Sellerie wird ohne Bedenken
ils unfehlbares Mittel dagegen erklärt.

Als einfaches Mittel gegen erfrorene Gliedmaßen wird in
der „A. A. Z.“ von einem Mann, der in Folge des Erfrierens
der Füße nicht mehr gehen konnte, Folgendes empfohlen: Nachts,
zevor ich mich ins Bett legte, mußte ich einen vierfachen Ueber⸗
chhlag mit Leinwand machen, welche ich in kaltes Wasser eintauchen
ind auswinden mußte, daß er nicht mehr tropfte; daß Wasser
nußte ich mit einer Hand voll Holzasche und Kochsalz vermengen
ind über den Umschlag wollene Tücher wickeln, damit es ordentlich
»arm wurde und in's Dämpfen kam. Innerhalb acht Tagen
hrumpften mir nach diesem Verfahren die Hände und Füße auf
ine merkwürdige Weise zusammen. Zur Heilung der Wunden
enützte ich zuletzt Buttersalbe, welche ich mit dickem Zuckerhut⸗
zapier umhüllte. Ich bin derzeit von allen Schmerzen befreit.
Dienstesnachrichten.
Der Triftmeister Gyßling in Landau wurde zum Forstmeister in Winn⸗
veiler, der Oberförster Hubert Becker iin Scheibenhardt zum Forstmeister in
daiserslautern und der Assistent am Kreisforstbureau Fötsch zum Oberforster
n Scheibenbardi befördert.

Marktberichte.

— 31. Dezember. (Fruchtmitielpreis und Victualienmarkt.) Weizen
2 M. 29 Pf., Korn 9 M. 63 Pf., Spelzlern —- M. — Pf., Spelz 0 M.
— Pf., Gerste 2reihige O M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer,
J M. 06 Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Erbsen 9 M. 50 Pf., Wicken
) M. — Pf., Bohnen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
zrod 6 Pfund 80 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Odhsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 14 Pf., Kalbsgeisch 36 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
14 Pf., Butter I Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln per Ctr. 3 M. — Pf.)

Kaiserslautern, 30. Dezember. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.
Weizen 11 M. 84 Pf., Korn 9 M. 83 Pf., Spelzkern — M. — Pjf., Spelz
7 M. 40 Pf., Geriste9 M. 12 Pf., Hafer 7 M. 12 Pf., Erbsen — M.
— Pi., Widen O M. — Pf., Linsen O M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 1. Qual. 76 Pf., do. 3 Pfd. 88 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 43 Pfg. Butter per Pfd. — M. 80 Pf., Eier 2 Stück 16 Pf., Kar⸗
offeln per Cent. M. — Pf. Stroh 2 M. 50 Pf. Heu 1 M. 80 My.

Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demeß.

——⏑—⏑—», — ————————
Uerzog Braunsohweigisohhe
andes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
dieselde desteht aus 4, 000 Original:Loosen unn!

AV, 00 Gewinnen:

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à 3090 000, 10.000
150,000, 3000

100,000, 3900

75 000. 3000
30 000, X
* O, 3900 —

. 2900

00

500

Reichs⸗Matk u. j.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. und 16. Janver 1880,
welchet i Brigimul Voos⸗
sane Nathe tlertel 40ptei
I6 Marßkt 8 dark —XX 2 dMark
egen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß veriende.
Jeder Sp'eler erbhält die Gewinnlisten erofis!

A⸗

18.
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J in Rranngehweig.
210 — Ie—
        <pb n="8" />
        Gehör—
Oel
anempfohlen und mit brillantem

Erfolg in Anwendung gezogen

vom Ober⸗-Stabsarzt Dr.

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wenn sie nicht angeboren (Schwer⸗
hörigkeit, Ohrensausen sofort be—⸗
seitigt). Preis pr. Flasche nebst
Gebrauchssanweisung s M. 50 Pf.
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Mk. 20 Pf. per Postau⸗
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Oel franco und steuerfrei zu⸗
gesendet.

Die öffentlichen Anerkennungen
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arzt DPr. Schnaidi'“s Ge⸗
hör-Oel (dieses ausgezeichneten
Gehörmittels) ihr gutes Gehör,
theilweise nach Jahre langer, oft
totaler Taubheit wie der erlang
haben, mehren sich mit jedem
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hat während ihres nun vollendeten ersten Jahrganges durch die
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bewiesen, wie ernst es derselben ist, und wie sehr die Redaction
derselben befähigt, sowohl das Recht zu schützen gegen
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gegen Verlust an Ehre und Vermögen zu schützen, wie den
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auf Irrthümer aufmerksam zu machen. Da den Abon—
nenten außerdem über alle an die Redaction gerichteten ju—
ristischen Fragen unentgeltlich in eingehendster und zuver—
lässigster Weise
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„ertheilt wird, so ist dieses freisinnige Organ mit vollem
Rechte als unentbehrlich für Jedermann zu bezeichnen
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SEt. Johonn, Sulzbachstraße 133.

z55 Bitte gefl. zu beachten! —
Seit ca. 20 Jahren wird der rühmlichst bekannte ächte Beru⸗
hardiuer Magenbitter von dem Unterzeichneten fabrizirr und hau
sich bei sehr bescheidenen Annoncen, ohne jede Neclame, faft nur
durch Weiterempfehlung der Consumenten, zu einem Weli⸗ und
und bedeutenden Export⸗Artilel emporgearbeitet.

Durch diese Erfolge wurde nicht nur die Concurrenz, sondern auch
die Nachpfuscherei angelockt und bemüht sich namentlich ein gewisser Fa⸗—
bbrikani seit etwa 2 Jahren, mit seinem nichi nur ganz gewöhulichen,
sondern in vielen Fällen sogar schädlichen bitteren Schnaps, dem
er ähuliche Namen gab, um Verwechslungen mit meinem Bernhardiner
herbeiführen, meinen Bernhardiner durch die gehäßigsten, von Lügen
strotzenden Angriffe zu verdächtigen.

Die Spekulation dieses Fabrikanten, der für seine Fabrikate — wie
die genaue Durchsicht seiner Prospekte ergibi — außer drei erkaufier
Zeugnifse seiner angeblich wijssenschaftlichen Autoritäten, deren Zeugnisse!
ich wiederholt zurüchgewiesen habe, bis heute noch kein einziges Gul
achten eines Arztes oder medizinischen Autorität erlangen konnte, ist ledig·
lich darauf gerichtet, durch den Heiligen-Nimbus, mit dem er sein—
Fabrikate umgibt, die katholische Bevölkerung namentlich Süddeutschland⸗
auszu beuten.

Ich war nun durch die überschwengliche Reclame dieses Herrn
wohl in letzter Zeit auch geuöthigt und wurde von vielen Freunden mei⸗
nes Bernhaͤrdiner vielfach aufgesordert, für Annoncen und Zeitungsbei—
lagen mehr zu thun, um mein Fabrikat nicht vollständig überschreien zu
lassen, allein ich bin keineswegs im Stande, so euorme Summen hiefun
auszugeben, wie solche Fabrikauten, da mein Fabrikat reell und
billeg ist, demnach theure Reclamen wie werthlose Habrikate nich
verträgt — aber auch nicht benöthigt.

Was die lächerlichen Wernungen dieses Fabrikanten vor Nach—
pfuschungen seines Fabrikates betrifft, glaube ich dieselben getrost den:
gesfunden Urtheile des denlkenden Pu likums überlassen zu dürsen.

Wallrad Ottmar Bernhard,?

xgl. Hof-Destillateur in München.

Wer ächten Bernhardiner wuünscht, achte genau auf meine Firma.
Jede Flasche ist mit meinem Namen verschlossen und liegt ein Pro⸗
spect mit medizinischen Erläuterungen von Dr med. J. B. Krumæ bei

Allein ä dt zu haden iun Et. Ingbert beir Jea Plers
Saarbrücken: Rudolf Schellenberger. St. Johann:
c5dr. Walter. Neunkirchen: Wih. Livihet sohn. Zwei
vrücken: W. Aua. Sel.

Neue illustrirte Wochenschrift.
Frei von jedem einseitigen politischen oder konfessionellen Standpunlkt.

Das erste Quarial 1880 enthält unter Anderem:

Mein Onkel Don Juan. Roman von Hans Hopfen. Mit
Illustrationen von Woldemar Friedrich — Aus der Briefmappe
der Freundiu. Novelle von Ernst Wichert. — Die Schleppe.
Erzählung von Heinrich Seidel. — Ferner: Eine Novelle von K. F.

Franzos, belehrende Beilräge von Herrig, Bucher, A. v. Eye,
Stieler, J. Ranke u. v. A.

allustaationen ersten Ranges nach Knaus, G. NRichter, Rocholl, Kirberg,
Grützner, Stryowsky, Spangenberg ꝛc.

Die erste Nummor, welche einen prächtigen Holzschnitt des berühmten
Richter'schen Bildes der Königin Luise enthält, ist gratis in allen Buch⸗
sandlungen zu haben, sowie auch direkt von der Verlagshandlung J. H.
Schorer in Berlin, W., — 6.

Breis vierteljährlich nur M. L.G0, oder auch in jährlich 14 Heften zu

50 If. durch alle Buchhandlungen und Vostanstalten.

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P8 Hierzn für unsere Po st⸗BDbonnenten „Illustrirtes Sountagsblatt« Nr.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wochentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteliahrlich

1M 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 A. 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mii 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
M 3. Sonntag den 4. Januar

Iso.

—A

Muünchen, 830. Dez. Das Präsidinum der Abgeordneten⸗
kammer hat den Ersatzmann des Abg. Dr. Freyburger, Landge⸗
richtsdirector Reiffel' in Kaiserslautern, direct in die Kammer
einberufen, scheint demnach der Ansicht zu sein, daß die Beforder⸗
ung desselben vom Bez.⸗Gerichtsrath zum Landgerichts- Director kein
Grund zu einer Neuwahl sei, wie sie bei der Beförderung eines
sein Mandat bereits ausübenden Abgeordneten erforderlich ist. Herr
Reiffel hat auch seine Bereitwilligleit, der Einberufung Folge zu
leisten, bereits erklärt. (Fr. K.)

Muünchen. Im Finanzministerialblatt Nr. 35 werden die
Messungsbezirke, wie sie sich vom 1. Januar 1880 an zusam⸗
mensetzen, bekannt gegeben. Im Bestande der Messungsbezirke der
Pfalz treten Aenderungen nicht ein.

Berlin. Der „Reichsanzeiger“ meldet: Der hiesige spa—
nische Gesandte übermittelte dem Auswärtigen Amte 10,000 Mark,
welche der König von Spanien für die Nothleidenden in Ober—
schlefien aus seiner Chatoulle spendete. Der kaiserliche Gesandte in
Madrid erhielt den telegraphischen Auftrag, dem König Alfons für
diese hochherzige Gabe, den lebhaften Dank Sr. Majestät des
staisers und Königs auszusprechen.

Ausland.

London, 1. Januar. Nach einer Meldung der „Daily
News“ aus Kabul vom 26. Dezember ist der Feind vollständig
zersprengt, und beträgt sein Gesammwerlust 2000 Mann. Während
der Empörung herrschte in der von den Engländern verlassenen
Hauptstadt eine völlige Schredensherrschaft; Laden wurden gebplün—
der Weiber mißbanßelt. friedliche Hindus erschossen.

schwellen, Telegraphenstangen, gefrorene Dunghaufen, Garkenzäune,
Bäume, Bretter ꝛ⁊c. zeigen, daß die entfesselten Wogen des sonst so
uhigen Flusses in seinem oberen Lauf arg gehauft haben müssen.
Wie es flußabwärs aussieht, kann man sich vorstellen — überall
jzat der Fluß seine Ufer überschritten und wir werden wohl von
dielem Unglück hören. Die Erde ist noch fest gefroren und kann
zas durch Abschmelzen frei werdende Wasser nicht aufnehmen.
Feldmäuse und Maulwürfe, deren man viele auf dem schwimmen⸗
Jen Eise bemerkte, wie sie sich vergeblich aus dem nassen Elemente
zu retten suchen, dürften schon seit Langem nicht so gründlich ver⸗
tilgt worden sein.

F Neun kirchen, 31. Dez. Vorgestern Morgen verunglüdte
der Bergmann Peier Casper aus Nohweilerhof, indem derselbe zu
Bahnhof Türkismühle von einem Eisenbahnzuge überfahren und
hm beide Beine zermalmt wurden. Derselbe ist noch am selben
Tage im hiesigen Knappschaftslazareth, wohin er gebracht worden,
gestorben. Der Verunglückte war 29 Jahre alt, verheirathetz und
hinterläßt 3 Kinder. —

Wiesbaden, 30. Dez. Als bei einer gestern im Parle
beim Jagdgeschoß Platte abzuhaltenden Jagd der berühmte Augen⸗
arzt, Geh. Hofraih Dr. Pagenstecher, in einen Schlitten einsteigen
wollte, ging plötzlich dessen geladene Lefaucheux⸗Flinte los, der
Schuß durch seine Hand, dann durch den Backeenknochen und durch
den Kopf. Der Schwerverletzte befand sich einige Stunden in hin⸗
gebendster Pflege beim Verwalter des Schlosses.

4 Vom Oberrhein, 31. Dez. Man will wieder eine regere
Auswanderungslust nach den Vereinigten Staaten Amerikas wahr⸗
iehmen. Wer über alle möglichen Verhältnisse über dort das
Sicherste, Zuverlässigste unentgeldlich erfahren will, dem können
wir nachstehende Herren empfehlen. In Antwerpen J. W. Würden;
Bremen Pastor Peter Schlösser; Hamburg Th. Meyenberg; Rotter⸗
dam Jakob Zoller; Newyork Josef Kölble. Weitere Herren sind:
—XX
dave der deutsche Geistliche P. Lambert Rethmann; Porto⸗Allegro
stlemens Wallau. Wir bemerken noch dazu, daß diese Herren nur
dollkommenen Schutz und Fürsorge garantiren boönnen, wenn alle
Angelegenheiten der Reise von Haus aus und von Anfang an mit
hnen brieflich berathen und ihr Rath streng befolgt wird.

Frau Hannah Mathilde von Rothschild in Frankfurt hat
der Frankfurter israelitischen Waisenanstalt für Herstellung eines
Anbaues an das Anstaltsgebaude den Betrag von 30,000 Mark
gestiftet.

Stutitgart, 31. Dez. Ein gräßliches Verbrechen ist gestern
Abend in der Weberstraße 55b, eine Treppe hoch, begangen wor⸗
den. Der daselbst wohnende, etwa 40 Jahre alte Zimmermann
Ferd. Waibel ist sammt seiner Frau und zwei Kindern ermordet
worden. Nur eine Tochter von etwa 13 Jahren und ein Sohn
don etwa 8 Jahren sind, übrigens ebenfalls mit erheblichen Ver⸗
letzungen am Kopfe, noch am Leben, allen Andern sind die Hirn⸗
schalen mittels eines Hammers oder einer Art eingeschlagen worden.
Der Anblick, den die Wohuung bietet, ist grauenhaft. Der Mann
auf dem Boden, die Frau im Bett in Blutlachen, der lleine Säug⸗
ling in der Korbwiege neben der Mutter, laum mehr als mensch⸗
liche Gestalt, blutbedeckt, zu erlennen, ein anderes Kind, ebenfalls
ermordet, gänzlich mit Blut bedecktt; kurz ein unbeschreibliches Bild,
des Entsetzens. Der That verdächtig ist der 48jährige einaͤugige
Bruder des Ermordeten, ein Mühlarzt, der seit einigen Tagen hier
jum Besuch bei seinem Bruder war und flüchtig ist.

München, 30. Dez. Die Commandantur dahier gibt
helannt, daß das kursirende Gerücht; „es seien im Militärgefang⸗
nisse dahier drei Soldaten erfroren“, vollstandig aus der Luft
gegriffen ist.

4 Neuulm, 27. Dez. Der Gewinner der 10.900 M. der
Münsterlotterie ift Polizeidiener Luitgart von Dellmenfingen. Der⸗
'elbe hat sein hübsches Christlindgeschenl schon abgeholt. Den ersten
Hewinn sollen zwei Eisenbahnbedienstete in Schleswig gewonnen
haben. für den zweiten hat sich noch Niemand gemeldet

Vermischtes.

St. Ingbert, 83. Jan. EEingesandt.) Wäre es nicht
möglich auch hier wie in unseren Nachbarstädten St. Johann, Saar⸗
brücen, Neunkirchen u. a. einen Verein zu gründen, damit dem
lästigen Betteln von Fremden endlich abgeholfen würde.

Mehrere Bürger.

Zweibrücken, 1. Januar. Ein Theil unserer Stadt,
nämlich der größte Theil der Hauptstraße, die Poststraße, Wall⸗
traße, Löwengasse, ein Theil der Hintergasse, Alexanderstraße, so⸗
wie das Mühlgäßchen stehen unter Wasser; letzteres nimmt immer
größere Dimensionen an, stellenweise ist es beinahe 1 mm hoch.
Sollte der Regen nicht nachlassen, so ist zu befürchten, daß es in
hauser, Läaden ꝛc. dringt und Schaden verursacht. Auch die be⸗
aachbarten Doͤrfer, insbesondere der Ort Bubenhausen, stehen zum
gröoßten Theil unter Wasser.

fF Kaiserslautern. Jener Handwerlsbursche, von dem wir
neulich gemeldet, daß er mit vollständig erfrorenen Füßen im
Breitenauer Hofe eintraf, ist am 28. d. am Starrkrampf gestor⸗
z»en, bevor die nothwendig gewordene Ampuiation der erfrorenen
chliedmaßen vorgenommen werden konnte.

f Aus Saarbrücken, 2. Jan. schreibt die Saarbr. Zig.:
Seit vorgestern, bis heute früh 5 Uhr, ist das Wasser der Saar
in fortwahrendem Steigen begriffen. Am Mittwoch Abend 9 Uhr
bereits war bei 83 m Wasserhöhe der Leinpfad überschwemmt; am
folgenden Abend 6 Uhr betrug die Wasserhohe ber its 6,59 m und
erreichte ihren Stand heute früh 5 Uhr mit 7,13 m. Seitdem
jällt das Wasser langsam, Zoll für Zoll. Unser schönes Saarthal
von Saargemünd bis hier glich gestern und heute einem großen
See, aus dem gleich Inseln einzelne Städte, Dörfer und Etablisse⸗
ments sich erhoben. Hier stand das Wasser bis in der Canalftraße.
ein Wasserstand, wie wir ihn seit 1841 nicht mehr hatten. Tausende
von Menschen standen gestern und heute auf den Vrücken und an
den Ufern des zum reißenden Strome gewordenen Flusses, um dem
jeltenen Naturschauspiele zuzusehen. Knirschend brachen sich die
vom gewaltigen Strome fortgerissenen Eisblöͤde an den Pfeilern
der Brücken. In St. Johann stand gestern bereits das Fluß⸗ und
GBrundwasser in vielen Kellern von Häusern an der Soarseite und
während der Nacht hatten auch die nieder gelegenen hiesigen Keller
Wasser. Allerband mitgerissene Gegenstande. Vrücken, Eisenbahn⸗
        <pb n="10" />
        Luzern. Auf einem Bauernhofe in Neuenkirch hat
sich ein Unglücksfall eigenthümlicher Art ereignet. Die Magd hatte
die Gewohnheit, Abends während der herrschenden Kälte einen mit
heißem Wasser gefüllten Steinkrug in's Beit zu legen. Letzter Tage
stellte sie während dem Nachtessen den Krug, dessen Inhalt den Tag
über gefroren war, in eine Pfanne siedenden Wassers. Nachher
wollte sie den Pfropfen losmachen; als es mit den Fingern nicht
ging, faßte sie denselben mit den Zähnen. Mit einem Knall sprang
der Kork heraus und der nachströmende Dampf verbrannte der Un—
glücklichen die Mundhöhle und den Schlund dergestalt, daß
sie nach zwei Tagen trotz sorgfältiger ärztlicher Pflege den Geiñ
aufgab.

FKonstantinopel, 17. Dez. Gestern landeten vier englische
Marinesoldaten nebst ihrem Vorgesetzten in Galata, um Einkäufe
zu machen. Ein Türke fing an, auf sie zu schimpfen; die Eng—
länder erwiederten, das Volk lief zusammen, hieb mit Stöcken auf
die Engländer ein, diese schnallten ihre Beile los und hieben nun
ihrerseits auf die Türken ein. Es wurden in diesem Kampfe un—
gefähr 25 Türken verwundet, allein die fünf Engländer blieben todt
auf dem Platze. 400 Türken sind festgenommen. Der englische

Botschafter verlangt nunmehr von den 400 Verhafteten Wehrgeld
für fünf getödtete Engländer.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß.
αιαα

Nur gegen die wirklich guten Artikel macht sich die neidische
Konkurrenz geltend.

Bei Schnupfen — Husten — Heiserkeit oder Halsweh —
selbst bei schon veralteter Magen⸗ und Nervenschwäche werden die
weltberühmten Brustkaramels Maria Benno von Donat entweder
roh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem Kakao⸗Thee oder Milch
aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.

Der bescheidene Preis von 20 Pfg. für einen echten himmel⸗
blauen Karton Kakao-Thee und 30 oder 30 Pfg. für einen Origi⸗
nal-Karton Brustkaramels trägt gewiß nicht wenig zu dieser
raschen und allgemeinen Verbreuung bei. Der echte Kakao⸗-Thee
Maria Benno von Donat, dieses billige, wohlschmeckende und nahr⸗
hafte Getränk für Kinder und Erwachsene soll eine halbe Stunde
im Wasser kochen.

Debot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters.
Gantversteigerung.
Montag den 12. Januar
1880 Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert in dem zu ver⸗
steigernden Hause
wird auf Betreiben von Friedr.
Engelhorn, Rechtscandidat in
Zweibrücken, als definitiver Ver⸗
walter der Gantmasse des Bier⸗
brauers Carl Rofenthal in
St. Ingbert bvor dem unierzeich⸗
neten hiezu gerichtlich beaufirag⸗
tenek. Notar Sauer in St. Ing⸗
bert, das nachbezeichnete zur be—
sagten Gantmasse gehörige Braue—
reis Anwesen sammt der dazu
gehörigen Brauerei⸗ und Wirth
schafts- Einrichtung öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
versteigert, nämlich .
Pl.-Nr. 516, 9 a 20
qm Grundfläche, Wohn⸗
haus mit Einfahrt, Bier—⸗
brauerei, Branntwein⸗Bren⸗
nerei, Schoppen, Scheuer,
Remise, Stallung und Hof⸗
raum; Pl.⸗Nr. 517, 10 a
22 qm Garten und Pl.⸗Nr.
51832, 1a 70 qm Garten
das Ganze gelegen in
Mitte der Stiadt St. Ing⸗
bert an der Haupistraße
und auf der Meß, neben
Johann Joseph Grewenig
und Johann Friedrich;
Pl.⸗Nr. 4187, 24 a 87
qm Acker mit Bierkeller
auf dem Hobels neben dem
k. b. Berg⸗Aerar; Alles
im Banne St. Ingbert ge⸗
legen.

Die Gegenstände, die Liegen—
schaften sowohl wie die Fahrniß
kommen zuerst einzeln, dann als
ein Ganzes zum Ausgebot. Für
den Zuschlag ist der Mehrerlös
maßgebend.

Der Zuschlag ist sofort end⸗
giltig und findei weder ein Nach⸗
gebot noch ein Einlösungs- oder
Ablosumgs⸗ Recht stati.

Dies Nähere, insbesondere die
Versteigerungsbedingungen kon⸗
nen. beim Versteigerungbeamten
oder beim Massenberwailter ein⸗
gesehen werden.

St. Ingbert, 8 Dez. 1879,

Saner, k. Noitar.

Annonce!

Ich beehro mich, andureh
die ergebene Anzeige zu
machen, dass ich unter'm
reutigen die Bcerei
los Herrn Johunm Rönig
lahier ũbernommen habe, und
ztets bemũht sein werde durch
deste Bedionung das Vertrauen
ꝛines verehrlichen Publikums
zu erwerben.

8dt. Ingbert. 4. Januar 1880.
Hochachtungsvollst?
Beonrg Collisd.

Cantonal · Hilfs-Verein St. Ingbert
(zugleich Organ der Kaiser-Wilhelm⸗-Stiftung.)

Die statutenmäßige ordentliche General⸗Versammlung
ür das Jahr 1880 wird am Montag den 8. Januar, Nachmittags
um 4 Uhr im Stadthaussaale dahier abgehalten.
Die Mitglieder des Cantonal-Hilfsvereins werden zur Bethei⸗
ligung geziemend eingeladen.

St. Ingbert, 29. Dezember 1879.

Der Vorsitzende des Ausschusses:
Heinr. Krämer.
Keine Serien! Fortlaufende Numwern!
Bad- Rissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal Ac 12.000.; 3mal M 6000.; 4mal A. 4000 6mat
A 3000 ⁊c.
290 Gewinne mit Mk. 230,000.
annꝙ 24. Februar 1800.
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Coose sind in St. Ingbert zu haben ber den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

—A
sow. sonft. Blasenl. heile unter
Garantie für immer bei jedem
Alter. Erfrorene Gluͤeder
eder Art in 2 Tagen. Kofien gering.
Armen gratis. Näheres, Prospect u.
Zeugnisse: F. O. Rauer.
Specialist; Wertheim a. M.

8
8
8

*

*— 00...
erꝛogl Braunsopvoigisoho
andes-Lottorio,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselde besteht aus A, o00 Original⸗Loosen und
ASs, 00 Gewinnen:

Haupttreffer eb. 450 00017 eupttreffer à 12,000,
300 000, —B
50.000. —
0000, 50000
30 v
doo
— 3000. 4
0, 2000
00, 900
20,000, 500
„ 13000.1
Neichs-Markt u. j. w.
Die eiste Ziebung findet stalt
an 15. und 16. Zannar 1880,
u welcher ich Driginas Toos⸗
Annze IIAIbæ Viertel AMAMentel
16 Mark 8 Aark 4 Mark 2 Mark
legen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß veriende
Jeder ————⏑—— — G⸗wminnleisten aratis!
lius,
Iraunschw. Landes Loiterie
rnrnæehweig

——

u
4
48
zl

25

5

—&amp;
A
— . ean—
—

Nioht nur jedem ranken,
nein, auch allen Gesunden, beson
ders aber allen sorgsamen Femilien⸗
vätern kann die schleunigfie Beflell
ung der Broschüre. Gratis⸗Auszuc
aus Dr. Airy's Naturheil
met hode nicht dringend genug
empfohlen werden. Richter's Ver
lags⸗Anstalt in Leipzig versendet
dies für alle Leidenden sehr wich
—tige und nützliche Buch gratis u
ranco nac allen Orten.
*
Drud und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illußrirtes Sonntagoblatt“ Nr. l.

A A-

—VX
        <pb n="11" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich;/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint wochentlich viermalz Dieustag, Dounerstag, Samotag und Sonntag. Der Abonnementevreis deträgt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärtn
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattichri⸗t oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.

F
«

84.. Dienstag den 6. Januar

18so.
Deutsches Reich.

München, 2. Jan. Die Tagesordnung für die nächste
Plenarsitzung der Kammer der Abgeordneten am Mittwoch 7. Jan.
wurde heute ausgegeben: 1) Beschlußfassung über die Mitglieder⸗
zahl und die formelle Wahl des Ausschusses zur Berathung des
Besetzentwurfes den Brantweinaufschlag betr. 2) 1. und 2. Bera⸗
chung über den Entwurf eines Gesetzes die Behandlung der Gesetz⸗
entwürfe über die direkten Steuern betreffend. 3) Bericht über die
Petition der Schul⸗ und Kirchengemeinde Streitberg, die Bestrei⸗
tung der Umzugskosten der Pfarre und Schullehrer durch die Ge—
meinden betreffend.

Berlin, 2. Jan. Ein Schreiben des Kaisers an den Chef
der Admiralität General v. Stosch ermächtigt diesen, einen umfas⸗
enden, rückhaltlosen Bericht über den ganzen Gang der Unter⸗
suchung in Sachen des Panzerschiffs „Großer Kurfürst“ zu ver⸗
zffentlichen. — General v. Kirchbach, commandirender General
des 5. Armeecorps, nimmt demnächst seinen Abschied; sein Nach—
folger ist wahrscheinlich General v. Pape, Commandeur der 1J.
Garde⸗ Infanterie⸗Devision. — Officiös wird geschrieben: Für
d. Bülow's Stelle im auswärtigen Amt ist Herr v. Radowibß
designirt.

Berlin. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ bringt eine Reihe stati—
ttischer Notizen über den Handelsverkehr mit den Südsee-Inseln,
die Produktion der Samoa⸗Inseln und die Bedeutung der deutschen
Faktoreien und Plantagen auf letzteren; das Blatt fügt dann nod
hinzu: Zahlreiche Aeußerungen der Presse und Vereine bewiesen,
daß es auch im deutschen Volke als nationale Pflicht anerkann
werde, die wichtige Position auf Samoa dem deutschen Handel zy
erhalten. Es dürfe hierauf die Hoffnung begründet werden, daf
der Antrag auf finanzielle Förderung desjenigen Unternehmens,
wvelches die Erhaltung der in der Südsee gewonnenen kommerziellen
Stellung bezwecke, bei den Vertretern der Nation Anklang und
Annahme finden werde.

In Bezug auf die Militärlast der Völker schreibt ein Ber⸗
liner conservatives Organ: Die Militärlast der Staaten hat eine
Hohe erreicht, die kaum von den Völkern getragen werden kann —
und sie steigert siih von Jahr zu Jahr. Moͤchte die europäische
Staatslunst es nunmehr als das Ziel ihrer Thätigkeit betrachten,
den Frieden nicht mehr nach der alten Methode des para bellum,
der Kriegsbereitschaft, sondern durch positive Vefreundung der Staa—
sen, durch Stärkung und Consolidirung der gemeinsamen Friedens⸗
interessen der Voller zu sichern. Ist es nicht eine schreiende Dis⸗
harmonie in dem Kulturleben der Völlker, wenn sie fortwährend bis
ain die Zähne kriegsgerüstet einander gegenüberstehen?

Ausland.

Madrid. Otero zeigt keine Reue. Er hatte sich dem Trunk
ergeben. Wodurch er zu dem Attentat veranlaßt wurde, darüber
perlautet noch nichts Verlassiges. Gestanden hat er bis jetzt nichts.

Der montenegrinische Gesandie bei der Pforte erhieli Befehl,
seonftantinopel am 7. Januar zu verlassen. Mehrere Mächte for⸗
derten die Pforte auf, Plava und Gusinje formell an Montenegro
zu übergeben, die türlischen Beamten von dort abzuberufen und
den Zuzug nach dem abgetretenen Gebiet durch einen Truppen⸗
Fordon zu verhindern; damit würde es seinen internationalen
pflichten genügt haben; Montenegro verlange nicht mehr.

Rio de Janeiro, 8. Jan. Anlaͤßlich der Einführung
neuer Steuern sind Unruhen ausgebrochen. Die Regierung unter⸗
drüchte dieselben und traf Maßnahmen behufs Vorbeugung der
Wiederholung derartiger Vorkommnisse.

zenommen werden, da der Siadtrath aus städtischen Mitteln eine
größere Summe (1000 M.) zur Bestreitung der Nosten festgesetzt
jat. Die Abgabe der Suppenporiionen soll unentgeldlich geschehen.

* Viele Ortschaften am Glan, an der Blies und Alsenz
jaben durch das Hochwasser großen Schaden erlitten. Die Thäler
varen vollständig überschwemmt, tief gelegene Oristheile standen
inter Wasser. Am Neujahrstag konnte der letzte von Blieskastel
iach Saargemünd abgegangene Personenzug nur bis zur Station
Breitfurth gelangen, da bei Herbitzheim das Wasser den Bahnkörper
interspült hatte. An demselben Tage konnte der von Landstuhl
njach Kusel gehende Zug nicht weiter gehen als bis Rehweiler, wel
nn der Nähe von Eisenbach der Bahndamm durchbrochen war.
Auch bei der Station Wörth der Speyer-Lauterburger Bahn war
der Verkehr durch Hochwasser der Rheinarme unterbrochen. — Von
Saar und Mosel, von den Schwarzwald Flüssen, von der Nahe,
vesonders aber von Rhein und Main melden die Zeitumgen von
großartigen Ueberschwemmungen. In großen Schrecken versetzte
der Rhein seine Anwohner. Unzählige Brücken sind zerstört, Dämme
zurchbrochen, so daß in manchen Städten ganze Stadttheile ge⸗
räumt werden mußten. Ueberall herrschte die größte Besorgniß.
Die Bahn mußte zwischen Frankfurt und Mainz ihre Fahrten ein⸗
tellen, ebenso zwischen Mainz und Darmstadt. Jetzt ist für viele
Irte durch das Fallen des Wassers die Gefahr wieder geschwunden;
iber noch lange werden die Betroffenen des Schreckeens gedenken,
)en ihnen die ersten Tage des Jahres 1880 durch das Hochwasser
jereitet hatten.

Blieskastel. In der öffentlichn Sitzung des k.
Amtsgerichts vom 2. Januar 1880 kamen folgende Fälle zur
berhandlung: 1) Ein Mädchen im Alter von 15 Jahren, von
Niederwürzbach, hatte zum Nachtheil einer Wittwe von dort aus
»er Commode 13 Mark in der Absicht rechtswidriger Zueignung
zinweggenommen und wurde deshalb in eine Gefängnißstrase von
wei Tagen und zu den Kosten verurtheilt. — 2) Ein Mädchen
von Rubenheim, welches wegen Besuchs der öffentlichen Tanzmuͤsik
purch Strafbefehl zu einer Gefängnißstrafe von 1 Tage bestraft
vorden war, hatte dagegen Einspruch erhoben und wurde freige-
prochen. — 3) Ein Mann von Chlingen, welcher beschuldigi war,
ius Muthwillen am 1. Juni 1879 mit mehreren Anderen in einer
-cheuer eines Aderers daselbit einen Steinhauer von dort, welcher
ich in betrunkenem Zustande befand, an ein Strohseil gebunden
ind ihn an einer Rolle in die Hohe gezogen zu haben, wobei,
iachdem das Strohseil zerrissen, der Steinhauer zu Boden ftürzte
ind sich so verletzte, daß er acht Tage lang arbeitsunfahig war, —
vurde wegen fahrlassiger Körperverlezung zu 8 Tagen Gefangniß
zerurtheilt. — 4) Ein Mann von Ballweiler, welcher wegen gro⸗
zen Unfugs durch Strafbefehl zu 2 Tagen Haft bestraft wocden
var, wurde als nicht überführt freigesprochen. — 5) Zwei Bur⸗
chen von Breitfurth, welche einen Mann von dort in der Nacht
»om 28. auf den 29. November 1879 auf der Ortsstraße von
Breitfurth mittels gefährlicher Werlzeuge — sie hatten Steine in
Zadtücher gebunden — schwer verletzten und zugleich Unfug ver⸗
ibten, wurden: der Eine zu zwei Monaten Gefängniß und drei
Tagen Haft und der Andere zu drei Wochen Geiangniß und drei
Tagen Haft verurtheilt.

F Oekonom Jakob Hautet von Websweilerhof vertheilte
jei der neulichen großen Kälte unter die Armen der Gemeinde
zägersbutg einen Wagen voll Brod, Kartoffeln und Kohlen nach
Maßgabe ihrer Dürftigkeit. Diese edle That möge ein Vorbild
ein für Viele, deren Vermögen solche Handlungsweise erlaubt!

F Pirmasens. Es ist ein boöser Gast bei uns eingekehrt,
der Typhus; in einem Hause liegen sogar 4 Kranke, Madchen
von 10- 20 Jahren. (Pirm. Anz.)

* In Kaiserslautern besteht die Absicht, die zum Ausbau
des Gewerbemuseums noch nothigen Geldmittel durch eine Lotterie
zu beschaffen.

Dürkheim, 3. Jan. In hiesiger Schöffengerichts.Sitzung
murde heute Herr Gg. Schich, Krämer und Wirth aus Weisenheini
im Sand, wegen des Besißes ungestempelter Spiellarten zu 500
Mark Geldstrafe derurtheilt.

—
Vermischtes.

* St. Ingbert, 6. Januar. In den nächsten Tagen wird
in den Raäumlichkeiten des Bürgerhospitals die vom Stadtrath in
seiner letzten Sitzung beschlossene Eroffnung einer Suppenansialt
fur die hiesigen Armen stattfinden. Gefiern und heute geschehen
auf dem Bürgermeisteramie die Anmeldungen derjenigen, welche in
derselben gespeist zu werden wünschen. Vorerst wird die Privat⸗
vohlthatigleit zur Unterhaltung der Suppenanstalt nicht in Anspruch
        <pb n="12" />
        * Zum Besten der Suppenanstalt wurden in Neustadt
2410 M. 20 Pfg. gesammelt. In Ludwigshafen wurden zu
dem gleichen Zwecke 2664 M. 30 Pfe an freiwilligen Gaben zu⸗
sammengebracht.

F St. Johann. Es erhielten an hundert Beamte der hie⸗
sigen kgl. Eisenbahndirection die Weisung, ihren Hauswirthen die
Wohnungen zu kündigen, da sie wegen Aufhebung der Eisenbahn⸗
direction bis zum 1. April d. Is. ihre Versetzung nach Franksurt
a. M., Trier u. s. w. zu erwarten hätten.

F Darmstadt. Die kaiserl. Oberpostdirection gibt bekannt,
daß am 24. December zwischen Darmstadt und Frankfurt Brief⸗
und Geldbeutel abhanden gekommen sind, welche eine größere An⸗
zahl Wechsel, dann Werthpapiere, Papiergeld, auch Baargeld, sowie
ein silbernes Medaillan mit silberner Kette enthielten; 750 Mark
Belohnung werden dem zugesichert, welcher Mittheilung machen
lann, die zur Entdeckung des Diebes und zur Herbeischaffung der
gestohlenen Werthgegenstände führen.

Stuttgart Der Raubmörder Joh. Waibel befindet sich
—R
und benimmt sich trotz der erdrückenden Beweise äußerst frech. Er
soll die Leichen der erschlagenen Kinder lächelnd betrachtet haben;
ruch die beiden im Algaspital befindlichen Waibel'schen Kinder
lassen wenig Hoffnung auf Genesung zu. (Siehe v. Nr. d. „Anz.“)

* Das Ergebniß der Ersatzwahlen zum Reichstage in die beiden
mittelfränkischen Wahlkreisen Gunzenhausen und Ansbach ist
Stichwahl: in Gunzenhausen zwischen einem Liberalen und Con⸗
ervativen und in Ansbach zwischen einem Liberalen und Demo—⸗
raten (Kröber aus Kaiserslautern).

— Ihre Majestät die Königin Mutter wurde, als sie am Mor⸗
jen des 2. Januar dem Goltesdienste in der Kirche zu Unserer
Lieben Frau in München anwohnte, von einer irrsinnigen Weibs⸗
zerson angegriffen und thätlich ünsultirt. legte jedoch dem Vorfalle
eine weitere Bedeutung bei und verließ die Kirche erst nach been⸗
zigtem Gottesdienste.

*Jetzt wird neben Oberschlesien auch aus den ostfriesischen
Noorkolonien der Ausbruch eines Nothstandes gemeldet. Ein
Fomitéè, das sich daselbst gebildet hat, erließ vor einigen Tagen
inen Aufruf, worin um Unterstützung der nothleidenden Bevölier⸗
ing gebeten wird.
abhnun⸗aengzee; Rach richten.
Versetzt wurde Ingenieur K. Kalbfus von St. Ingbert als
Ingenieur und Stellvertreter des Bezirks-Ingenieurs nach Dürkheim.
M tverbehung.

Se. Maj. der König hat, wie jedes Jahr, so auch heuer zum Neujahrs⸗
est eine Anzahl Orden verliehen; unter den Dekorirten befinden fich nach⸗
tehende Herren aus der Pfalz: das Komthurkreuz des Verdienstordens vom
I. Michael erhielt der Regierungsdireltor Max von Lamotte in Speier; das
stitterlreuz des Verdienstordens der bayerischen Krone erhielten der Senals-
räsident des Oberlandesgerichts Zweibrücken L. Zöller und Bis hof Eyrler
n Speier; das Ritterlreuz J. Klasse des Verdienstordens dom hl. Michael
rhiellen der Oberamtsrichter L. R. Vaillant in Obermoschel, der Bergwerks⸗
aimtmann A. Bockhard in Zweibrücken, der Bürgermeister Dr. L. Groß in
Lanmbsheim, der Studienrektor Dr. W. Markhauser in Speier; das Ruͤter⸗
reuz 2. Klafse des Verdienstordens vom hl. Michael erhielt ber Bezirlsthier⸗
arzt J. L. Bub in Landau.
Fuür die Redaction verantwortlich: F. IJ. Demez. —
2W. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

St. Johonn, SEnlzbachstraße 133.

Annonco!

Wohnungs⸗
Veränderung.

Meine werthen Kunden diene
zur Nachricht, daß ich bei Herrn
M. Haas Bäcker wohne.

St. Ingbert, 5. Jan. 1880.

Achtungsvoll
r Kaiser,
Buchbinder.

Das Logcis im untern Stock
neines Hauses mit 2 Zimmer,
velches Buchbinder Kaiser be⸗
vohnte und 1 Zimmer im obern
ztock, zusammen oder getrennt,
ofort beziehbar hat zu vermiethen
Wwe. Martini, Josephsthal.

Ich beehre mich, andureh
die ergebhene Anzeige zu
machen, dass ich unter'm
heutigen die BiR
des Herrn Johanm RKönmnig
Jahier übernommen habe, und
ztets bemũht sein werde durch
beste Bedienung das Vertrauen
eines vereurlichen Publikums
u erwerben.

St. Ingbert. 4. Januar 1880.

Hochachtungsvollst!
GCeorg Collisi.

Ich der Unterzeichnete bescheinige hiermit der Wahrheit ge—
maß, daß mir der Sauet Bernhard⸗Magenbitter des Herrn
C. Pingel in Göttingen,
bezogen durch das Depot des Herrn Anton Wirth in Dint
golfing, bei Magenverjchleimung, an der ich schon laͤngere Zei⸗

zu leiden hatte, die beften Dieufte leiftete.

Zuerst benutzte ich den Bernhardiner⸗Alpenkräuter⸗Magen⸗
bitter des Hofdestillateurs Wallrad Ottmaar Bernhard in Mun⸗
hen, welcher

Znieht die miudesto Wirkung —
jervorbrachte, weshalb ich den Sanct Beruhard des
Herrn

Oeffentlicher Dank,«

—

M
Der obere Stock
meines Wohnhauses ist zu ver⸗
miethen und kann bis den ersten
April bezogen werden.

Peter Behr.

Heute Sienctag Abend
Wurstsuppe,
Sauerkraut mit Wursi bei

Bäcker F. Friedrich.

c
es
7—

4
—2
— —22
—
J

S. Ringel in Göttingen 7
allen mit ähnlichen Leiden Behafteten auf das Wärmste empfehle
und gestatte hiermit, dieses im Interesse aller Leidenden bjfent⸗
lich bekannt zu geben.

Dingolfing b. Landshut (Niederbayern), im Dezbr. 1879.
Johann Meyer,
Schmiedemeistet.

Im Verlage von C. Brügel &amp; Sohnmin Anebah
ist sorben erschienen und duich alle Buchhandlungen zu bezichen:
0 0 0460
Statistisches Ortssexikon
des Königreichs Bayern.
Herausgegeben nach den zuverläffigsten Quellen und amtlichen Miitheil⸗
ungen der k. Post⸗ und Eisenbahnbehörden sowie nach Maßgabe der vom
1. Ditober 1879 und bezw. 1. Januar 1880 bestehenden neuen Gerichts⸗
und Amtsbezirke ꝛc. ꝛc. von
V. Grübel, kgl. Reg.Registrator.
Vollständig in 15 Lieferungen (60 Bogen) à Heft 80 Pfennige
Bis jetzt sind 7 He'te erschienen.

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EF Seit 8 bis 9 Monaten bemilht fich ein gewifser Fa⸗
zrilant, welcher sein erbärmliches Gebräu unter dem frühern
Ramen nicht absetzen lonnte, uieine Inserate und Prospecte täu⸗
sichend ähnlich nachzubilden und hängt dabei seinem durchaus
verthlosen, in vielen Fällen schädlich wirkendem, einfach bittern
Schnapfje einen Ramen an, welcher dem meines Benedictiner und
Sanct Bernhard ähnlich ist und Verwechselungen herbeiführen soll.

Unter großer Marknschreierei wird dieses Gebräu, welches
angeblich 20 Jahre bestehen soll, aber in Wirllichkeit nur obiges
Alter hat, ausgeboten, weshalb ich bitte, genau darauf zu achten.
daß jede Flasche meines einzig ächten Venedictiner und Sanct
Bernhard mit dem bekannten, gegen Nachahmung geschützten
Etiquett versehen und mit meinem Siegel verschlossen ist.
Etiquett und Siegel tragen die volle Firma: „C. Pingel in
Gottingen“. Nur genaue Beachtung der Kennzeichen meiner
Fabrikate schützen vor gewijssen Leuten, welche nur darauf aus
gehen, das Publikum auszubeulen.

C. Pingel in Gellingen,
einzige Fabrik des ächten Benedictiner⸗Doppelkräuter⸗Magenbitter
und des Sanct Bernhard⸗Magenbitter.

Meine Fabrikate sind nur ächt zu haben in St. Ing⸗

bert bei Herrn J. Friedrich.

Dieses neue Lexskon überragt alle bisherigen ähnlichen
Werle. Es bringt im J. Theil die Eintheilung des Königreich?
Bayern nach Stellen, Bebörden⸗ und Amessptengelu ꝛc. — Der
II. Theil enthält alle Orte Bayerns — von der Eindd
bis zur Hauptstadt — in ca. 46,000 Ortsnamen und
bezeichnet die Einwohnerzahl, den enschlägtgen Regierungsb⸗zirk
und Gemeindeverband, das zustandige Amtsgericht und Bezirks
amt, den Postdestellbezirkl, sowie die nächste Eisenbahn
station, mit welchtr der betreffende Ort in Verbindung steht,
— ein Nachwes, der in keinem ühnlichen Werle bisher u
inden rat. — Das neue Lexkon wird deßhald nicht nur fü
alle amtlichen Bureanx, sondern hauptsächlich in hervorragender
Weise für alle Geschaits- und Handlungehäuser als ein unent
»ehrliches Nachschlagebuch sich verweisen. Die Anschoffung de—
Werles aus der Gemeindekasse ist gestattet.

Druckarbeiten aller Art
verden rasch und billig angefertigt in der
J. J. Demetz'schen Buch- und Steindruckerei.

cud und
Verlag von i5.

X. Demey in St. Ingbert.
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A 553 2353588 5753338 373 388
538 55533 58338 33327* 8385
9 — —* 2 * * 13 12
* —— 8 * ——— 3 34 8 *2 222
z 3 2373853533 7557
353 38533 22688 — s33 338 37
2 —2 828 22 583 2523 75 33 2 285 3325*
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5 3 2 —38 5 255 5 — **
* 5233232237283 —82 5 —— 255 255
52 528 *2555 5 —233 — —5* — 38*
2 — 535 558 A — — 535383*
— 335557333 5 5* 8 s25 85333—28
2 332 34 5 — 5 — 5 —————— * 28—28— 8 5222 —E2
22 — 2 538 ——55— * 3 —25 2555 338
2862 7 53367 —
— 38 —38 2 * * 2* 28 92*8* 2 8
28333— 323650 53 320
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterheltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erjcheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

1AM 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 , einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschriüt oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 5. Donnerstag den 8. Januar

1880

Deutsches Reich.

München, 6. Jan. Der König hat an den König Alfonso
von Spanien anläßlich des jüngsten Attentats ein Beileids- und
Glückwunschschreiben gerichtet. (Allg. Ztg.)

Mit besonderem Interesse sieht man im preuß. Landtage der
Einbringung der gegenwärtig in Vorbereitung befindlichen Noth—
standsborlage für Oberschlesien entgegen. In Beamtenkreisen will
man wissen, daß der Finanzminister Bestimmungen zum Schutze
der nothleidenden Bevölkerung gegen den Wucher in den Entwurf
aufzunehmen beabsichtigt. (Es wäre endlich an der Zeit, daß der
Staat eingreife und nicht Alles der Privatwohlthätigkeit überlasse.
Anm. d. Red.)

Ausland.

Der Jahreswechsel hat den Engländern neue Beunruhigung
in Irland gebracht. In Folge von der Austreibung von Päch—
tern in Carraroe brachen ernstliche Unruhen aus. Die Polizei
wurde von Volkshaufen heftig angegriffen und mußte mit dem
Bajonette vorgehen; mehrere Personen wurden verwundet. Man
will jetzt die Polizei verstärken.

Meldung der „Pol. Corr.“ aus Konstantinopel: Zwei
ehemalige bulgarische Deputirte baten die Pforte um Schutz für
die muhamedanischen Bewohner Bulgariens und gaben dabei an,
Beamte des Districts Silistria hätten zweimal die Feuertortur gegen
Muhamedaner angewendet.

der des Kindes unter der Stiege verkohlt. Dem Kinde selbst waren
die Finger von den Händchen weggebrannt; die Zunge gleichfalls
schwarz verkohlt. Was muß das arme Kind gelitten haben, bis
der Tod es von seinen schrecklichen Qualen befteite G. 3.)

F In der Neujahrsnacht befaßte sich der Wirth und Spezerei⸗
rämer Werner von Mackenbach damit, seinem Nachbar das
Neujahr anzuschießen. In Folge Ueberladung der Flinie in der
Dunkelheit entlud sich dieselbe beim Abschießen unter Begteitung
ꝛines sehr heftigen Stoßes auf dessen Unterleib, welcher derart ver
letzt wurde, daß Werner an seiner Verletzung nach 2tägigem schmerz⸗
lichen Krankenlager starb. Derselbe hinterläßt eine junge Frau
mit 2 Kindern, wovon das eine erst 4 Wochen alt ist.

F Lambrecht, 5. Jan. Heuie erklärte der ganze Gemeinde⸗
rath, sowie Bürgermeister und beide Adjunkten ihren Rücktritt, so
daß nunmehr eine Neuwahl vorgenommen werden muß.

fIn Oggersheim begann am 3. Januar der Tabaksber⸗
'auf und wurde bei lebhaftem Geschäft der groößte Theil des dasigen
Sewüchses um 38 Mark per Centner von einem Mannheimer Haus
aufgekauft.

F Offenburg, 30. Dez. Heute früh starb dahier ein Dienst⸗
mädchen, in Folge eines Hundskrampfes, den sich dieselbe durch
allzu gründliches Ausschneiden der Hühneraugen zugezogen hatte.

F München. Die zehn bayerischen Schullehrer⸗Seminare
zählten im Schuljahr 1878,79 im Ganzen 948 Schüler; im
Schuljahr 1879/80 zählten sie im Ganzen 1130, und im Schul⸗
jahr 1880/81 dürfte sich die Zahl auf 12883 erhohen. Letztere
Zisffes wurde geschopft aus der Ziffer der letzten Präparandencurse
mit Abzug von 10 pCt. Für das Kaiserslauierer Seminar ergeben
sich auf die genannten drei Jahre die Ziffern 83, 114 124; auf
das Speyerer 68, 84, 109.

F Originelles Weihnachtsgeschenk. Ein junger Frank⸗
urter machte seinem Vater zu Weihnachten ein Weihnachtsgeschenk,
vie wohl noch selten eines gemacht wurde. Er schmückte nämlich
ꝛinen Christbaum mit einer Anzahl von — unbezahlien Rechnungen,
und hatte wirklich das Glück, daß der Vaier den Witz gut fand
und die Rechnungen bezahlte.

f Angenehme Aussichten. Der „Rhein⸗ u. Naheb.“ macht
nuf folgende alte Prophezeihung aufmerksam⸗ „Und wer das Jahr
1880 erlebt, kann von Wunder sagen und Gott danken, weil ihn
die furchtbare Geißel Gottes der siebziger Jahre nicht erreicht hat.“
So sagt eine Prophezeihung aus dem fünfzehnten Jahrhundert.
Die Geißel war ein schwerer Krieg und eine lange Geschäftskrisis.
So moͤgen die Leser denn auch vernehmen, was der Prophet im
Mittelalter von den achtziger Jahren sagt: „Und der Boden wird
das Doppelte ertragen als seither, drei schwere Weinjahre werden
die besseren Zeiten einleiten, so daß nicht Faß und Kübel den
Wein allen sassen können. Getreide und Obst gerade genug und
ein Frieden wird über die Welt kommen auf lange, lange Jahre.“

* Nicht blos in Deutschland und in Frankreich, auch in
Desterreich hat das plötzlich eingetretene Thauwetler zahllose
leberschwemmungen, zum Theil recht schlimmer Art, herbeigeführt.
Sehr gefährlich sah es namentlich an der Donau unterhalb Wiens aus.

f Die „Bresl. Z.“ meldet aus Oppeln (Oberschlesien),
wo bisher schon großer Nothstand herrschte, von großem Hochwasser,
Eisvbersetzung und bedeutender Ueberschwemmung. J

F St. Gallen, 31. Dec. Die R. 3. Z.“ veröffentticht
iolgendes Telegramm: Großes Eisenbahnunglück des Zuricher Zehn
Uhr⸗Zuges: Zwei Locomotiven wurden übet Bord geworfen, zwei
Bepäckwagen ganz, ein Personenwagen halb zertruͤmmert. Der
Zugführer ist todt, der Locomotivführer unter der Locomotive leben.
dig begraben. Gegen fünf Personen vom Zugerpersonal und acht
Passagiere sind theils lebensgefährlich theils leicht verwundet.

f Das Eis und das Wasser der Seine haben in und um
Paris furchtbare Verheerungen angerichtet. Die Invalidenbrücke
st vollstandig zerstört. Die Pfeiler sind nur noch übrig. Zuerst
vurde die rechte, dann die linke Seite von dem Eis hinweggerissen.
Auch eine andere Brücke wurde dom Eise hidweggeschwemmt, viele
mdere beschadigt. Viele Schiffe, Bader und Wiß hanstolten ging

Vermischtes.

* St. Ingbert, 7. Jan. In heutiger Schöffen—
säthung kamen folgende Fälle zur Aburthelung: 1) Sechs
Burschen von St. Ingbert erhielten wegen Verübung groben Un—
fugs 21 bis 1 Tag Haft. — 2) Ein Mann von Ensheim wurde
wegen Diebstahls zu J Monat Gefängniß verurtheilt. — 8) Zwei
Burschen von da wurden wegen Köorperverletzung zu je 8 Tagen
Gefangniß verurtheilt. — 4) Ein fremder Schiossergeselle erhielt
wegen Bettelns 1 Tag Haft.

Als Schöffen für die nächste Sitzung — am 14. Januar
— sind bestimmt: Die Herren Joseph Beer, Kaufmann und
Johann Reidiger Müller, beide von Si. Ingbert.

*St. Ingbert, 7. Jan. Wie durch die Schelle bekannt
gegeben wurde, haben bis längstens 14. d. M. die Kapitalrenten-
steuerpflichtigen und Gewerbetreibenden unserer Stadt zur Fatirung
ihrer Kapitalrenten resp. ihrer Gewerbe auf dem Bürgermeisteramte
zu erscheinen. Säumige können sich leicht Unannehmlichkeiten
zuziehen.

*St. Ingbert, 8. Jan. Gestern wurde in der im
Spitale eröffneten Suppenanstalt zum ersten Male Suppe abge⸗
geben. Der Zuspruch war ein lebhafter und wird sich wohl in
der Folge noch steigern.

— Heute wurde uns ein lebender Schmetterling gebracht,
was in dieser strengen Winterszeit doch wohl nicht oft vorkom—
men mag.

f, Zweibrücken. Herr Fabriklant Schwinn von hier hat
allen Armen der Gemeinde Irheim je 10 Ztr. Kohlen, 6 Pfd.
Brod und 4 Pfd. Fleisch als Weihnachisgeschent ausgetheilt.

Für das Geschaftsjahr 1880 wuͤrde als Untersuchungsrichter
bei dem Landgerichte Zweibrücken der Landgerichtsrath Philipp
Seubert bestellt.

In Kaiserslautern fand am 4. Januar 'eine zumeist
aus dem Westrich besuchte Versammlung pfalzischer Branntwein⸗
brenner statt. Das Rejsultat der Berhandlungen war nach der
„K. Z.“ die Wahl einer Commission, welche die Wünsche der
pfälzischen Branntweinbrenner in einer Denkschrift niederlegen und
solche an die Abgeordnetenkammer übersenden soll.

Am S8. Januar, Nachmittags ist in Hochspeyer ein fünf⸗
jähriges Mädchen total verbrannt. Die Eliern hatten sich auf's
Feld begeben, um Rüben heimzuholen. Unterdessen wollte das Kind
Feuer machen und benützte vermuthlich hiezu Petroleum. Da die
Thür verschlossen war und Alles ruhig blicb, so ahnte die Nach⸗
darschaft von gem gräßlichen Unqlück nichts. Man fand die Kla—
        <pb n="16" />
        zu Grunde. Der Schaden muß allein für das Innere von Paris
nach Millionen berechnet werden. Der Anblick, den die über⸗
schwemmten Ortschaften in der Umgegend von Paris boten, war
ein trostloser. Die meisten Uferbewohner konnten uur ihr nacktes
deben zetlen. Die Rhone, die Loire und andere Flüsse haben
gleichfalls Verwüstungen angerichtet.

FDie Bahn auf den Vulkan Vesusb ist jetzt beendet. Sie
st 900 m lang und führt bis an den Rand des Kraters. Die
Haus⸗ und

Gartenversteigerung.

Samstag den 24. Januar
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr
z St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Väcker Friedrich
werden auf Betreiben von Jo⸗
hann Wolff, Schreiner in St.
Ingbert als Vormund und Jakob
Schmadel, Puddler in Ren—
trisch als Nebenvormund von
Marie Schmadel, minderjäh⸗
riges Kind der zu St. Ingbert
verlebten Eheleute Franz ẽch ma⸗
del, weiland Schmelzarbeiter
und Magdalena Wolsf,

Die nachbezeichneten, dieser
Minderjährigen gehörigen Liegen⸗
schaften imit Zustimmung des
Familienrathes vor dem unter⸗
geichneten, hiezu gerichtlich be⸗
zufiragten kgl. Notar öffentlich
an die Meistbietenden zu Eigen⸗
hum versteigert, nämlich:

Pl.⸗Nr. 2862, 1240 qm
Fläche, Wohnhaus mit Hof⸗
aum u. Pl.⸗Nr. 2862 11*,
7 qm Gärtchen mit Brun⸗
nengerechtigkeit, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert auf
der Meß neben Nikolaus
Weber und Heinrich Abel;
Pl.⸗Nr. 884 und 885,
Ja 77 qm Garten in den
Großgärten neben Johann
Schwarz und dem Schul⸗
garten.

St. Ingbert, 8. Jan. 1880.

Sauer, k. Notar.

Bekanntmachung.
Dienstag den 13. Januar
1880, Morgens 10 Uhr zu
Schnappbach, vor der Woh⸗
iung des Wirthes und Krämers
Johann Schuster, werden
1 Commode, 1 Chiffonier,
1 Kleiderschrank, 1 Zuleg⸗
tisch, Stühle, Bilder, 1
Spiegel, Wirthstische, Rohr⸗
stühle, Lampen, 1 Theke
nit Schaften, 1 Küchen⸗
chrank, 1 Dezimalwaage,
2 andere Waagen, Gläser,
lWanduhr, Krämerwaaren
und sonstige Gegenstände
wangsweise gegen Baar⸗
zahlung versteigert.
Bieskastel, 6. Jan. 1880.
Gönnheimer,
k. Gerichtsvollzieher.
nachsten Sountag, 11. Jam.
Harmoniemusik
dei Wirth Rohr.
Rechnungen
zu Jedermanns Gebrauch
n allen Formaten
in Schwarzdruck, sowie in roth
und blauer Liniatur
ud vorräthig in der
Druckerei ds. Bl.
Signirzettel
billigst bei F. X. Demeht.

a4 — c, x
Herzog. BPraunsohbweigisoho
andos-Lotterio,
vom Staate genehmigt und garantirt.
dieselbe besteht aus 4,000 Original⸗Loosen un'
AS,000 Gewinnen:

Haupttreffer ev. 450. 000 1 Haupttreffet à 12.000
2 300.000, qd „1O. OO(
150,000, 8000
100,000, 6000.
75000 3000
9000, 1000
4000, 30005
0000, 2000
*,000, 1000
20,000, 500
„ 18000
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet staft
am 15. und 16. Jannar 1880,
u welcher i Sriginal⸗Looje
Ganze Halhe Viertel Achtel
I6 Mark 8 MNark 4 Mark 2 Mark
egen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler »bélt die Geawinnlisten aratis!
us.
er Braun'chw. Landes Loiterie
—E
F w *

—

uck und Verlag von

FJ.

4.

Zahn ist mit großer Sorgfalt auf eine solide Unterlage gelegt und
oll gegen Labastrome gefichert sein. Die Züge werden mittelst
weier Stahl⸗Seile durch eine Dampfmaschine, die sich am Fuße
zes Kegels des Vesuvs befindet, in Bewegung gesetzt. Die Räder
ollen so eingerichtet sein, daß die Gefahr des Entgleisens ausge—
chlossen ist; eine starke automatische Bremse kann für den Fall

ines Seilbruchs fast augenblicklich hemmen.
Fzgiur die Nedaction verantwortlich: F. X VBe ur —
——

—XIXRAR
Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Ziehnug der
Reichenhaller Kirchenbau sotterie.
Hauptitreffer:
M. 6G0,000, M. 23,000, M. 10,000 &amp;ec.
Loose à 2 Martc, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
nahme zu beziehen von der General-Agentur
Carf Lang, Bankgeschäft in München.
»Auf 10 Loose L Freiloos.
53—.

—⏑—

Die ausserordentliche Verbroitung dieses Hausmittels hat
ine ebenso grosse Zahl ahnlicher Präparate als Nachahmer
iervorgerusen, welche sich nicht entblöden Verpackung, Farbo
ind Ftikette in täuschender Weise herzustellen. Die Paqueto
fes ächten Stollwerck'schen Fabrikates tragen den vollen Na-
nen des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstellen
tureh ansgelegte Firmen-Schilder
———
— —
Wissenichaftlich geprüft u. bedutochtet. 2n——
Joppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerklofter stammenden Recepi
'abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
CD. PINGEL in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Bevedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel nud
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
aengesetzt, welche die Eigenschaften
desitzen, die zum ——
cnes zerrütteten dahinsiechenden
sörpers unbedingt nöthig find.
er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, bugg Hautauo⸗
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Nheumatiomus,

een, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden

und bielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedidtiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
r ertjernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
elbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
isch, sett dic Harmonie des Koͤrpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

XRB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göoͤttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 830 pf.
⸗ —V — 669 2 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpachung u. 1 Fl. gra⸗
Aiis. Betsandt gegen Nachnahme durch nachstehende Nie derlage · En gros-
Versandt durch die Fabrik. Attest:

Georg Reichold, Pfarrmeßnet in Stadt Kemnath (Oberpfalz
berichtet: Da ich im verflossenen Jahrre von ihrem vortrefflichen Be—
nedictiner bezog, welcher die ausgezeichneisten Wirkungen hervorbrachte
bitte ich heute um weitere 10 Flaschen ꝛc.

— —X

—A

—A
Magenbitter.
Billigstes Hausminiel, anwendbar bei Magen
deschwerden, Verdauungeschwäche, Uedelteit
u. s. w.
Preis à FI. ea. I50 Gr. FIM.
Votiheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mt.
Der einzig ächte Venedictiner Doppelltäutet
Magenbater und Sanct Beruͤhard⸗ Magenditter von C. Pingel ir
önengen ist zu haben in St. In gbert bei Hertn J
zriedrich.

Demes in St. Inabert.
        <pb n="17" />
        2— 5385
8 55 ——
— 2* — 83285. 383
* D
8* 82 5 — — ——— 2 4
55 — —53* *5 25 55 583 52
55535 — 687 258
— 8 557 53 — 25*8 73 —— —5338*
—A 3333 2357 578s 55 335 533333833553
— 2* —2 2
—— 535387 8*5z588 Zas 338 z53535 ——
53 —A 553 235* 23 323338 38*
7583 3585583 333 72.876 ——
* 28 — 8 — 338 52 xXX * 2 D2 232 5557555755
A 82 52 — A — 2 8 325 8—25253 5355*
56838 —A 5 538* 2332 33238 2808
5 — 5532838 533553 52 — 33 —2 — — 2
W * —250— — — 2* * 2* * —&amp; — — —
83320 3283345833 7587 — 7 6
8 * * — — 2
538E2 55338282 5738 7 222 35s57* 2 3383532
52532 . 74 ——3— 257 5397 * —2825 — —
53533c35 2 8 23 2 57 3833 28 —55 535 7 i 2527 253 885
—x— — —5— 132 3537 5* 2533 — — 23 5233 W * 3 — e 9
— 55 —55 —— — 522 52 5 325
53. —A —— ES 2 35*8 — 2. 2 55 — 88 3228
2 222 5. 8 — 5325* — — 2 * 22 — 3 A— 22
— 5—28* * . 2 S 2 85* 2 * X2 55 —58 222 52
37 3383338 ——— — 55 553
— 8 —5282 5—2 5* S 8122 3 — 2 —
3* *333 — ——— 6 F 7 3*
7 233 52 8
—3533 58388735 8 E — z367 35
* 8 5*25 252* 18 — 30 2* 8
— 358 2.2 52277 2 8 * — 8
35 766 5585* ————
. 53 2.5 3 2 8* * —8 * 5—
— — 87 *82 55
2* * — *»5* — —0 — 2 — *
2 — 2 48 2 — 88 38
— * — —— 5 5582 —
— s 533355 —38 8
—35333

F 2.
4
— — 3 23 S28
7 .
222252 —— 9283* 3 5
— 8 258348
— 5 3
835 *77 288 A
3352382 6 —375
258 8— 72 *
338533434 —— —— ———
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55— 533 383S8 *
z355 *
J * —
— 5633 83 8
*72 2 327 553835358 ——— 55
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I 222. —e—— * * 53533 23 2* 322 — 2
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2 * 2 —3 822 *5 * 55 —— 23523238 . * 8 c
— 5—538 —3 — 5*3 X 328 2——535333 5538 5* ——— *
5 3 — WD —— — * 2 5 E—EDT 2 ——
55 s538 368324 2* — 52 588338 ——A ———— 8
2 — — * ——8 2 535533 35222 2
5 22875 2355255 223 8 253
J
* 2* *2 * 2* —

553 —
2 —*— 232 — —2 —XV 55 5 — 2222. 228 — * 8 8
— — — * —A — — 28303 * 5
28552 3525 2532 * 8387 87 »8 533 *3
—2 558222 *85* 2 5* ——— 53 22 2 * —

— —— 2 5—8* S 5 — —— —3 —7 *5 — — 8 V8 —

—2 * 38283 558* 8 22228 —8
—A——— —A 2 —— 2e—825 358335555* — »228 * —
3383355555 —— 558464525 —55332 5358332

—— ———

—382 ———— 458 553 8s
E—

25 55553 2

282— ——

—

8 5524
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3 —532538 535335555355 3575366365 2355238
* — — —— 25 2 75 2* — 2
24 —X — —— —— 32 * 2 2 2 — 22.2
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7— —32 5352 . 5 5 83 —2 *3388
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* 32525 28 * 22 „55235338 —J. 222 253 2
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—— — ———— 28 — — — J — 5
3535* 5 53 8 —2— 3 53—562
5822 —H —8 3 5.3 22 —2 22 ——— * — —— —E—
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5 2 F — 2 2 52
32 — —— 22287
2 32 * * * 25 * 52
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3 32 —— —— * 7
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2
3
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253
2**
2 *
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* 2 z353 *S5323
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A 2 —2 —* —A— *
352*3 2 — — 3533— — 2. —328
—222 2 * — — 28 —72257 —
— 3 38* 53 58388 53838
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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit ill ustrirter Beei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A. 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergeĩpaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
A6.

Samstag den 10. Januar

g

Deutsches Reich.

Muͤnchen. Se. Majestät der König hat auf die Bitte des
dandescomites für die im Jahre 1882 in Nürnberg abzuhaltende
Landes-Industrie⸗, Gewerbe⸗ und Kunstausstellung an das Ministe⸗
zum des Innern nachstehendes Handschreiben gerichtet: „Ich über—
siehme, der Bitte des Landescomites für die im Jahre 1882 in
sürnberg abzuhaltende Landes-Industrie-, Gewerbe⸗ und Kunstaus⸗
tellung gern willfahrend, das Protectorat dieser Ausstellung, und
jebe hierbei der Erwartung Ausdruck, daß dieselbe auf gewerb⸗
ichem Gebiet ebensowohl der Großindustrie, als dem kleineren Be⸗
riebe neue segensreiche Quellen der Fortbildung und des Wohl⸗
tandes erschließe. Von dem Wunsche geleitet, daß Gewerbetrei⸗
ende, welche der Ausstellung würdige Producte zuzuführen im
Stande sind, an der Theilnahme nicht durch den Kostenaufwand
ehindert werden, der aus der Ausstellung der Gegenstände erwächst,
zestimme Ich hiermit zur Erleichterung für die Ausstellung aus
der Reihe des kleineren Betriebes die Summe von 25,000 Mark.
das Landescomite wird für eine Meinen Absichten entsprechende
Berwendung Sorge tragen. Hohenschwangau, den 6. Jan. 1880.

Gez. Ludwig.“

Dem „Pf. K.“ wird aus München unterm 7. Januar
geschrieben: Der Vorstand des Finanzausschusses der Abgeord—
ietentammer, Abg. Freytag, hat die Referate über die beiden Ge⸗—
etzentwürfe, welche Credite für außerordentliche Bedürfnisse des
Heeres verlangen, dem Abg. Kopp (Rechte) übertragen. Diese
Vesetzentwürfe werden in Abgeordnetenkreisen in sehr oppositionellem
Sinne besprochen. Ueber den Gesetzentwurf bezüglich des Brannt-
veinaufschlags sind die Ansichten in den Abgeordnetenkreisen sehr
jzetheilt; es sprechen sich Viele entschieden gegen den Entwurf aus,
Her ohne wesentliche Aenderungen auch kaum zur Annahme ge—
angen dürfte. — Die Berathung des Budgets des Cultusministe⸗
riums ist deshalb auf übermorgen verschoben, weil sich die beiden
Fractionen des Hauses morgen erst über verschiedene Punkte des-
elben noch schlüssig machen wollen.

Aus dem Bericht über die vom Finanzausschuß der Abgeord—
ietentkammer über das Budget der Unterrichts-Anstalten für je ein
Jahr der 15. Finanzperiode gepflogene Verhandlungen entnehmen
vir, daß Abg. Vaillant den Antrag stellte. Die isolirten Latein⸗
chulen in Kaiserslautern, Landau und Burghausen
Oberbayern), die mit Gymnasien verbunden seien, auf Staats⸗
'osten zu übernehmen und deshalb die betr. Position um den Be—⸗
rag von 836. 054 M. zu erhöhen; es bestehe allerdings kein Gesetz,
zurch welches der Antrag begründet werden könne; aber es sei
och sonderbar, daß alle mit Gymnasien verbundenen Lateinschulen
Staatsanstalten seien, und eine Ausnahme nur bei den genannten
»estehe. Die kgl. Staatsregierung erklärte, daß in dem Gesetze
über die Kreislastenausscheidung sich allerdings keine den Antrag
anterstützende Bestimmung finde, und daß sie eine rechtliche Ver⸗
aflichtung des Staates nicht anerkenne, daß aber doch Billigkeits⸗
zründe bestünden. Darüber, ob eine rechtliche Verpflichtung des
ctaates bestehe, entspann sich eine längere Debatte, die damit
endigte, daß Vaillants Antrag abgelehnt wurde.

Nürnberg. Nach dem „Fränk. Kur.“ ist mit Geneh—

migung der bayerischen Staatsregung das, Bayer. Gewerbemuseum
dahier vom Reichskanzleramt zur ausschließlichen Annahme und
Vorprüfung der Anmeldungen aus Bayern für die Weltausstellung
m Melbourne ermächtigt worden.
Berlin, 7. Januar. Dem Vernehmen nach wird die Re⸗
zierung beim Landtag beantragen, daß 6 Millionen Mark aus
Ztaatsmitteln für Oberschlesien verwendet werden und zwar sowohl
uum Unterhalt von Menschen und Vieh wie zur Beschaffung von
Saatgut.
Berlin. Das Brausteuergesetz und ein Entwurf bezüglich
ꝛiner Börsensteuer sind dem Bundesrathe bereits avisirt. Hinsicht⸗
ich des letzteren Projekts waren noch mehrfach Schwierigleiten über
die Frage wegen der Heranziehung fremdländischer Borsenpapiere
u beseitigen. Weitere Steuerprojelte, welche in Erwägung stehen,
arcen noch des Votums des Reichskanzlers.

Ausland.

Das neue Ministerium in Frankreich, welches mehr als
das vorige nach dem Geschmacke Gambettas ist, macht sich frisch
ind fröhlich daran, das Beamten-Personal zu „säubern“. Den
Anfang hat der Finanzminister gemacht, der durch seinen Unter-
taatssecreiär Wilson eine Menge von Bureaubeamten, die nicht
As „verlässig“, nicht als richtige Republikaner gelten, ohne Pension
erabschieden ließ. Ob die Republik auf diese Weise wirklich „be—
estigt“ wird, darf füglich bezweifelt werden; denn unstreitig muß
inter dem Titel der „Personal-Säuberung“ auch mancher Beamte
iur deshalb den Platz räumen, damit Günstlinge der derzeitigen
Machthaber oder ihrer Freunde untergebracht werden. Die Stellenjägerei
Jaben die Franzosen zu allen Zeiten und unter jeder Regierung
uus dem Fundament verstanden.

London, 5. Januar. Die Commission zur Untersuchung
»es Tay⸗-Brücken-Uuglücks ist vorgestern in Dundee zusammen⸗
jetreten. Abgesehen von dem ersten Zeugniß des prüfenden Re—
jierungsbeamien, welches einen starken Wind als eine ernstliche
hefahr für die Tay-Brücke bezeichnete, verlautet jetzt über verschie—
dene Wahrnehmungen zur Vorsicht, welche der Gesellschaft oder
hren Beamten zugegangen seien. Unter Anderem soll der Zug-
uͤhrer des letzten Zuges, welcher dem verunglückten Eisenbahnzuge
orherging, den Siationsvorstand auf den Ernst der Gefahr auf⸗
nerksam gemacht und erklärt haben, er für seinen Theil würde lieber
ausend Pfund Sterling ausschlagen, als noch einmal bei solchem
Winde über die Brücke fahren. Was inzwischen von fachmännischer
Zeite verlautet hat, bestärlt die Ansicht, daß eine Schuld der Ge⸗—
ellschaft nachweisbar vorliegt — entweder mußte die Brücke stärker
ind sicherer gebaut werden, so daß sie den Dienst im Sturme aus⸗
jalten konnte, oder der Dienst mußte unter solchen Umständen ein⸗
zestellt werden.

Die neuesten Berichte aus St. Petersburg lassen darauf
hließen, daß die leitenden Kreise Rußlands sich wirklich schlüssig
jemacht haben, Frieden mit den anderen europäischen Mächten,
iamentlich mit Deutschland, zu halten. Wie lang freilich diese
»urch die Erkenntniß der Nothwendigkeit eingegebene friedliche
Ztimmung anhält, wer vermag das zu sagen bei einem autokra⸗
ischen Regiment, das, von wechselnden Wirkungen beeinflußt, die
illersonderbarsten Sprünge machen kann? Als eine Bürgschaft da⸗
ür, daß der Friede in nächster Zeit nicht gestört werden soll, be⸗
rachtet man auch den Umstand, daß der frühere Domänenminister
Walujeff an die Spitze des Ministerraths gestellt worden ist. Wa—
ujeff hat dem Kaiser Alexander II. die Reformen, die sich an die
Lufhebung der Leibeigenschaft knüpften, einführen helfen, und man
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ẽ5ntwickelung Rußlands durch Kriege stören zu lassen. Indessen
ür alle Fälle deckt sich auch der Kriegsminister; wenigstens wird
inem ungarischen Blatt aus Petersburg berichtet, die Waffenfa—
xiken des russischen Staates hätten Auftrag bekommen, 150,000
dinterlader herzustellen und im Ausland seien deren 5800,000 be⸗
lellt worden. (Dies Letztere schaut nicht nach Frieden aus.)

Ueber die russischen Verhältnisse und im Besonderen über den
demüthszustand des Zaren cursiren ganz eigenthümliche Nachrichten.
daiser Alexander soll in der That schwermüthig und regierungs⸗
nüde sein, von Abdankungsideen aber hauptsächlich durch eine Prin⸗
essin Trubezkoi zurück gehalten werden, welche er nach dem Tode
einer jetzigen Gemahlin zu heirathen gedenke. Die Prinzessin wolle
atürlich ihren politischen Einfluß nicht verlieren und deßwegen
denke der Zar an keine Abdankung.

Nach der russischen Zeitung „Sibir“ sind in dem letzten
zahte bis zum 23. August an , Verschickten“ (Verbannten) incl.
Frauen und Kinder 12,298 Seelen in Sibirien eingetroffen.

Konstantinopel. Der Scheich⸗ül ⸗Islam hat den tür—
ischen Polizeiminister aufgefordert, in allen Straßen Konstantinopels
mekündigen zu lassen, daß die türkischen Frauen fich wohl hüten
nögen, hohe Stöckelschuhe und Kleider, die oben tief ausgeschnitten
der unken zu kurz sind, zu tragen und sich ihr Gesicht mit einem
vurchsichtigen Schleier zu verhüllen.

Wie belannt, liegen schon seit einiger Jeit die südamerika—
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        nischen Republiken Peru und Bolivia einerseits und Chili
andererseits im Kriege miteinander. Bisher behielten die Chilenen
die Oberhand. Nun sind sowohl in Peru wie in Bolivia Revo—
lutionen ausgebrochen, wodurch die bisherigen Präsidenten der bei—
den verbündeten Länder gestürzt und neue Männer an deren Stelle
traten. Den Chilenen kommen bei der Kriegführung diese Revo—
lutionen im Lager ihrer Feinde sehr zu statten.

—
Vermischtes.

*St. Ingbert, 9. Januar. Gestern wurden auf der
Coaksanlage des hiesigen Eisenwerkes, auf welcher schon längere
Zeit keine Coaks mehr gebrannt wurden, 3 Coaksöfen probeweise
angebrannt. Daran knüpft sich nun die frohe Hoffnung und be⸗
tärkt sich das schon einige Zeit coursirende Gerücht, daß auch bald
wieder ein Hochofen in Betrieb gesetzt werde.

Zweibrücken. In der Neujahrsnacht wurde der le—
dige Jakob Gölzer von Wattweiler, Dienstknecht bei Bürgermeister
Kemmer in Einöd, angeblich von einem verheiratheten Fabrikar⸗
beiter von dort, durch Messerstiche derart, namentlich am Kopf,
verletzt, daß derselbe hierher in's Hospital gebracht werden mußte,
wo er seitdem besinnungslos lag und in der Nacht zum 6. Jan.
gestorben ist. Ueber den Anlaß des bedauerlichen Vorkommnisses
jört man Folgendes: Der Erstochene, bei Kemmer als Aufwärter
beschäftigt, beanspruchte vom Thäter Bezahlung für drei Glas Bier,
während der letztere nur zwei schuldig zu sein behauptete. Da
soll dieser den Gölzer aufgefordert haben, hinauszukommen, worauf
dann die unglückselige That erfolgte.

Landstuhl, 5. Jan. Heute Nachmittag wurden der
ODekonom Daniel Hans und der Tüncher, Holz- und Kartoffel⸗
händler Theodor Mayer, beide von Reichenbach, einer Urkunden⸗
fälschung wegen (Fälschung eines Taxationsprotokolles durch Unter⸗
schrift und nachgemachtes bürgermeisteramtliches Siegel) verhaftet
ind mit dem nächsten Zuge nach Zweibrücken, zur Untersuchungs—
haft transportirt.

F Wie die „Pf. Pr.“ hört, wird sich der Verfasser des be—
annten Pamphlets gegen den Herrn Bürgermeister Görg in Kai—
serslautern vor dem nächsten Schwurgerichte wegen Berufsbe—
eidigung, begangen durch die Presse, zu verantworten haben.

F In Speyer find im Jahre 1879 im Ganzen 660,173
Kilogramm Fleisch verzehrt worden, 41,793 Kilo mehr als im
Jahre 1878. Die Einwohnerzahl zu rund 14,000 gerechnet, tra⸗
fen also im Jahresdurchschnitt 47,180 Kilo auf den Kopf.

fF Gersweiler, 5. Jan. Gestern ereignete sich hier
ein schreckliches Unglück, welches sich doch wohl alle Eltern, be—
sonders die Mütter, als Warnung dienen lassen sollen. Die Frau
eines Bergmannes, welch' letzterer zur Arbeit von Hause fern war,
hatte zum Waschen eine Bütte in das Wohnzimmer auf den Fuß—
boden gestellt, in welches sie etwa einen Fuß hoch kochendes Wasser
schüttete. Ihre beiden 13 Monate resp. 83 Jahre alten Kinder
setzte sie darauf auf den Tisch und entfernte sich, um vom Brun—
nen Wasser zu holen. Bei der Rückkunft fand die Frau das klei—
nere Kind, ein Mädchen auf dem Kopf in der Wasserbütte stehend,
his an die Brust schrecklich verbrüht, leblos vor. Nach Entfernung
der Mutter sind die Kinder vom Tisch auf den Boden geklettert,
im wahrscheinlich an dem dampfendem Wasser zu spielen, wobei
das Mädchen das Uebergewicht bekam und kopfüber in das Wasser
stürzte. (Saarbr. Ztg.)

F Aus dem Kreise Merzig. Der schlechte Ernteausfall
des vergangenen Jahres hat unter der ländlichen Bevölkerung unseres
Kreises und einiger Eifeler Kreise einen Nothstand hervorgerufen,
welcher bereits die Aufmerksamkeit der Behörden erregt und zu
dessen Linderung wohl Kreis- uud Provinzialhülfe in Anspruch ge—
nommen werden muß.

F Aus Elsaß-Lothringen. Das dem Landesausschuß vor⸗
liegende Anleihegesetz verlangt u. A. einen Kredit für die Vertief—
ung des Saarkohlenkanals um 20 Centimeter. Gegenwärtig beträgt
die Tiefe desselben nur 1,80 Meter. Außerdem werden Mittel
beansprucht, um die Menge des zur Speisung des Saarkohlenkanals
dienenden Wassers zu vergrößern; zu diesem Zwecke soll besonders
auch die Saar verwendbar gemacht werden.

F Einer Mannheimer Firma wurden 700 leere Petro—
leumfässer durch das Hochwasser entführt; sie repräsentiren einen
Werth von etwa 20,000 Mark.

F Der Etat des Großherzogthums Baden verlangt eine, Auf⸗
besserung“ der Civilliste, welche 1,200,000 Mark pro Jahr be—
rägt, um jährlich 300,000 Mark. In einer Zeit, da allenthalben
über Nothstand und Hungersnoth geklagt wird und die badische
Thronrede selbst „äußerste Sparsamkeit“ ankündigte, ist diese For—
derung einer Erhöhung der Civilliste mindestens — höchst über—
raschend.

Ein Wunderkind! Die „Köln. Ztg.“ brachte am Sams—
'ag im 2. Blatt folgende Geburtsanzeige: „Nürnberg, 30. Dez.
1879. Als Nengeborene empfiehlt sich Freunden und Belannten
Clara, Tochter des kgl. Professors Walther und Anna Walther,

zeb. Schrimpff.“ Eine Neugeborene, die schon Bekannte und
Freunde hat und eine geborene Schriftstellerin ist! Wobei man sich
am meisten darüber wundert, daß die Kleine nicht schon gleich
ihre Verlobung anzeigte.

F Aus Spandau wird der „Tribüne“ von einem fürchter⸗
lichen Unglück berichtet, das sich auf dem Eiswerder am 30. er—
ꝛeignet hat. Am Dienstag Vormittag waren die Arbeiter Hofmann
ind Peter bei dem Mengesatz — einem Leuchtmengestoff, der zur
derstellung von Raketen benutzt wird — befchäftigt, als kurz vor
10 Uhr die Masse unter furchtbarer Detonation explodirte. Das
Mengewerk, ein massives Häuschen, war augenblicklich vom Erd—
boden wegrasirt, nur Steintrümmer lagen zerstreut umher unb be—
heckten die beiden Arbeiter. Hofmann war sofort todt, Peter ist
ebensgefährlich verletzt. Beide sind Familienväter. Von der Gewalt
der Erplosion zeigt der Umstand, daß die Balken des Mengewerks
iber die Erdwälle viele Schritt weit geschleudert wurden; über 500
Fensterscheiben der nächstgelegenen Häuser sind zersprungen und
»adurch noch viele Personen verletzt worden. Die Urfache der Er—
losion ist bis jetzt noch unaufgeklärt, von derschiedenen Seiten
vird vermuthet, daß die Ursache in dem Einflusse des Witterungs⸗
vechsels, namentlich der größeren Feuchtigkeit auf das Magnesium⸗
vulver, welches den Hauptbestandtheil des Mengesatzes bildet, zu
uchen sein möchte. Aehnliche Unglücksfälle durch Erplosion von
Sprengmaterialien sind in letzter Zeit in München, Sommerda,
Ddüsseldorf und Ofen vorgekommen.

— Aus der Instructionsstunde. In X., einer nicht gar
zroßen deutschen Garnisonstadt, setzte jüngst der dienstthuende Offi⸗
ier den aufmerksamen Rekruten u. a. verschiedenes über Löhnung
der Soldaten auseinander. Dabei wurde bemerkt, daß die Loh⸗
nung in Decaden und postnumerando an den Soldaten erfolge.
In der nächsten Instructionsstunde erhielt der Herr Präceptor auf
»ie Frage: „Wie erhält der Soldat seine Lohuüung?“ von einem
joffnungsvollen Jünger des Mars nach einigem Zoͤgern zur Ant⸗
vort: „In — Ducaten und — Postoorschuß.“

F Nur selten ist es einem Paare beschieden, die eiserne
dochzeit zu feiern. Sie bildet den „Gipfel“ der Ehestandsjubi—
äen. Positiv: die silberne Hochzeit; Comparativ: die goldene
hochzeit; Superlativ: die diamantene Hochzeit, und endlich als
Gipfel“ die eiserne. Nach siebzig Jahren ehelichen Zusammen—
ebens wird sie begangen. Von einem Altsitzer Friedrich Kersten
nn Hertefeld bei Nauen wurde am 5. Januar die eiserne Hoch—
eit gefeiert. Der Jubelgreis ist 9315 Jahre alt, seine Frau ist
hmenoch ein halbes Jahr „über“. Aus der Ehe entstammten
echs Töchter und ein Sohn, von denen vier Töchter und der
Sohn noch leben. Das würdige Paar lebt in guten Verhältnissen
ind ist überaus rüstig. Sie fuͤttern selbst noch das Vieh und be—
orgen andere Hausarbeiten. Nur eine Eigenheit haben sie, es
»arf ihnen Niemand, „nicht einmal der Pastor,“ vom Tode
prechen.

F. Eine interessante Notiz geht dem „Berl. B.«C.“ aus Paris
u: Seit dem Jahre 1871, also seit ungefähr neun Jahren, hat
Frankreich in den verschiedenen Ressorts zusainmen 91 Minister gehabt.

F London. Die deutschen Schiffe „Ida“ und „Ernest“,
eide von Stettin, strandeten nahe Cardiff. Von der „Ida“ ift
zur ein Matrose, vom „Ernest“ fünf Matrosen und der Kapitän
Holmes gerettet. Im Ganzen sollen 13 Personen ertrunken sein.

FKaiserin Eugenie geht nun doch nach Zulu-Land, um
die Stätte zu besuchen, wo ihr Sohn gefallen. Sie will schon
im nächsten Monat abreisen, und Generalmajor Ev. Wood wurde
von der Königin Victoria beauftragt, sie zu begleiten.

F Englands Kriege. Seit dem Jahre 1816, welches als
der Beginn eines ewigen Friedens begrüßt wurde, hat England
73 Kriege unternommen. Seit 25 Jahren haben die Kriege2
Millionen Menschenleben und 75 Milliarden Mark verschlungen.
Die Kriegsbereitschaft in Friedenszeiten kostet Europa jähtlich 12
Milliarden Mark.

Aus der neu ausgegebenen englischen Flottenliste geht
jervor, daß gegenwärtig 131 englische Kriegsschiffe auf verschiedenen
bPunkten der Erde sich in Dienst befinden.

F Einer im „Journal of the Telegraph“ enthaltenen Notiz
ufolge betrug Ende 1877 die Länge sämmtlicher Telegraphen⸗
eitungen in Europa 769,768 englische Meilen, in Amerika 114, 157,
n Asien 24,521, in Australien 23,582, in Afrika 8148 Meilen.
Ferner betrug die Zahl der Telegraphenämter in Europa 32,335
einschließlich 12,708 Eisenbahntelegraphenstationen), in Amerika
3756, in Asien 489, in Australien 689, in Afrika 196. Das
jesammte Welttelegraphennetz umfaßte Ende 1877 also 940,176
englische Meilen (gleich 1,513,683 Km.) Leitung mit 42,465
Telegraphenämtern.

F Bei einem Antiquar in Moskau ist kürzlich ein silber⸗
ner Humpen deutscher Arbeit aus dem 17. Jahrhundert entdeckt
vorden. Nicht sowohl die künstliche Arbeit des alterthümlichen
Hefäßes, als vielmehr die Zusammenstellung der äußeren Verzie⸗
rung in ihrer merkwürdigen Beziehung zur Gegenwart hat einige
        <pb n="21" />
        dentsche Patrioten veranlaßt, den 1122 Pfund schweren Humpen
zu kaufen und denselben an den deutschen Kaiser zu senden. Die
Außenfeite des merkwürdigen Stückes ist nämlich, wie der Kölni-—
nischen Zeitung gemeldet wird, eine geschickte Zusammenfügung
euischer Thaler aus jener Zeit, wo das deutsche Reich noch so
zlücklich war, einige 30 Landesväter zu besitzen. Jedes Land,
sedes Ländchen ist in dem Gepräge vertreten. Unter diesen Tha⸗
serstücken — und darin besteht eben der Werth der interessanten
Arbeit — ist halb erhaben das Brustbild des Großen Kurfürsten
ingebracht, welchem der Künstler in prophetischem Geiste die deutsche
Kaiserkrone in die Hand gegeben.

7 Durch ein Meteor getödtet. Aus Kansas wird wie
die „N.«Y. H.eZtg.“ berichtet, das gewiß selten eintretende Ereig⸗
niß gemeldet, daß ein Viehtreiber durch ein Meteor getödtet wurde.
Der ganze Körper des Mannes soll furchtbar verstümmelt worden sein.

New-York, 8. Jan. Die Barke „Giacomino“ ist in
Baltimore mit 5 Passagieren und 6 Personen von der Mannschaft
zer „Borussia“ eingetroffen, welche in einem kleinen Boot 250
Meilen von den Azoren aufgefunden wurden und furchtbar ge⸗
itten hatten.

4 Ein Fall von grauenhafter Frühreife kam vor Kurzem in
Saint-Pinore auf der Insel Martinique vor den Assisen zur
Verhandlung. Der elfjährige Knabe Emilien Demare hatte mit
bollster Ueberlegung den kleinen drei und einhalbjährigen Paul
Sargon ermordet. Mit erschreckender Kaliblütigkeit schilderte der
ugendliche Mörder im Verhöae den Vorgang. Ich forderte Paul
am Nachmittag auf, mit mir zu spielen. Er folgte mir, wir
pielten kurze Zeit mit einander, dann führie ich ihn an den Rand
einer Grube, stürzte ihn hinein, warf mich über ihn, stieß und
jchlug ihn mit Händen und Füßen, biß ihm in die Kehle und
zab ihm den Rest mit einem Steine. Emlich, weil ich fürchtete
daß er noch nicht völlig todt sei, legte ich ihn mit dem Gesicht
in eine Wasserlache und denselben Stein ihm auf den Kopf, da⸗
mit er sich nicht erheben konnte. Als der Vorsitzende den jugend⸗
ichen Mörder fragte, weshalb er den Kleinen getödtet hätte, ant⸗
vortete Demare: „Ich haßte ihn.“ „Und warum haßtest Du
hn?“ „Weil ich seinetwegen von meiner Mutter einen Verweis
erhielt.“ — „Als Du das unglückliche Kind im Todeskampfe
iingen sahst, hast Du nicht Gewissensbisse gehabt, regte sich in
Deinem Herzen nicht das geringste Gefühl des Mitleids?“ —
„Nein“. — Der Angeklagte wurde zu der höchsten zulässigen
Strafe, zu zwanzig Jahren Einschließung in einem Corrections⸗
jause verurtheilt.

7 Ueber die deutsche Ausstellung in Sydnei fällt das Pa—
riser „Journal des Debats,“ nachdem es sich vorher in nicht be—
onders schmeichelhafter Weise über die franzosische Abtheilung ge—
inßert hatte, folgendes Urtheil: „Unsere Nachbarn über dem Rhein
ählen mehr als 600 Aussteller mit einem Generalkommissär, der
siich ernstlich mit seiner Abtheilung beschäftigt. Die Ausstellung
von Tuchen, Geweben und Stoffen im Allgemeinen ist gut oder,
im genauer zu sprechen: sie ist reich; aber sie stellen Federn, Sil⸗
verwaaren, Konfektionen aus, womit sie uns direkt Konkurrenz
machen. Ihre Bijouterien sind schwer im Golde: einer der Aus—
teller hat an einem Tage seine ganze Auslage abgesetzt. Die
Photographieen und Chromolithographieen sind unzählig und dem
Beschmacke dieses Welttheiles, wo man die billige Dekoration liebt,
zut angepaßt, Ihre Pianos sind reichlich genug vertreten, um hier
ine Invasion zu machen. Die Möbelausstellung, welche in unserer
Abtheilung nahezu gänzlich fehlt, ist in der deutschen Sektion reich
dertreten.“

r Eine Stadt durch brennendes Petroleum zerstört.
Aus Bradford in Pennsylvania wird vom 12. December vorigen
Jahres berichtet: In der Nacht von gestern auf heute gerieth E. O.
ẽmersons Oelquelle in Red Hook in Brand. Das zeuer theilte
ich mit einem 250 Gallonen enthaltenden Oelbehälter mit, der im
Ru lichterloh brannte. Das brennende Oel floß bergab, und ein
zroßer, 25,000 Gallonen Oel enthaltender Behälter gerieth in Brand.
und brannte bis 5 Uhr heute früh. Aus dem Behälter floß das
rennende Oel in gewaltigen Stromen bergab und ergoß sich in die
Hauptstraße des Fleckens Red Hook. Der ganze Ortk wurde einge—
aschert. Dreihundert Familien sind obdachios.

F Zur Geschichte der Heirathsgesuche.

Wer der Erste in Deutschland gewesen, welcher auf dem heute
nicht mehr ungewöhnlichen Wege“ eines Zeitungsinserats ein Hei—
rathsgesuch veroffentlichte, wäre zwar interessant zu erfahren, dürfte
ich aber wohl schwerlich feststellen lassen. Sicher ist dieses heute so
veliebte Verfahren viel älter, als die Meisten glauben. Die ersten
chüchternen Anfänge zeigten sich bereits im Beginn der neunziger
Jahre des vorigen Jahrhunderts in den Hamburger Zeitungen,
indem einige sich besonders vereinsamt fühlende Männer sich öffent⸗
ich darüber aussprachen, wie seht es ihr Wunsch sei, an der Hand
iner liebenden Gattin durch's Leben zu wandeln. Nachdem auf
nese Weise der Reigen eroffnet worden war, wurde der neue Kul—
arzweig bald in österreichischen ZJeitungen weiter gepflegt. Bishet

hatten die Bittsteller ihren Namen verschwiegen. Einen wahren

Fortschritt in dieser Richtung bezeichnete es daher, als im Juli

1794 in einem Wiener Blatte ein Heirathsgesuch erschien, dessen

Einsender sich ungenirt nannte. Die denkwürdige Aufforderung,

velche sich in etwas gemischter Gesellschaft befand — denn gleich

daneben las man von einem Mittel, Wanzen zu vertreiben, von

inem zu verkaufenden Pferde, einem verloren gegangenen

dunde u. s. w. — lautete: „Ehegattin wird gesucht. Ein

urz (kürzlich) verwittibter Mann, mit Namen Bruderhofer,

wvelcher sehr gut denket und vermöglicht ist, aus Oesterreich

zebürtig, seines Alters etlich und dreißig Jahre, mit zwei erwach⸗

enen Kindern, ein gewesener bürgerlicher Bäckermeister wohnhaft
heim Aug' Gottes als Hausinhaber, suchet, weil er ein wenig be⸗
rannt ist, durch diese Gelegenheit eine Ehegattin. Die Person, die
rus unbekannter Weise ihr Vertrauen zu ihm hätte, kann sich nach
Belieben entweder persönlich oder durch Briefe erkundigen. Sie
mag von hier oder vom Lande sein, eine Wittib oder ledig, nur
zarf sie nicht häßlich sein, auch weder zu jung noch zu alt, muß
ruuch wenigstens die Halbscheid seines Vermögens mitbringen.« Die
nähere Auskunst würde sich besser finden, als man hoffen wird.“
Da heute auch selbst der Heirathslustigste in solchem Falle schwer⸗
ich den Muth hat, mit geöffnetem Visier vor die Oeffentlichkeit zu
reten, so war man hiernach im vorigen Jahrhundert auf diesem
Wege eigentlich weiter als jetzt. Nur Gesuche von Frauen, welche
das süße Joch der Ehe zu tragen verlangten, vcröffentlichten damals
die deutschen Zeitungen noch nicht. Erst einer späteren Zeit war
es vorbehalten, auch in dieser Beziehung mit dem Herkommen zu
hrechen und damit eine neue Aera in der Geschichte der öffentlichen
deirathsgesuche einzuleiten. Zum Schlusse sei endlich noch ein Hei⸗
rathsgesuch mitgetheilt, welches am 25. Januar 1797 eine Wiener
Zeitung brachte und welches namentlich um der darin gestellten
zilligen Bedingungen willen bemerkenswerth ist. Dasselbe lautete:
„Zum Heirathen wird ein Weibsbild gesucht. Ein verwittibter
Mann, von gesetzten Jahren, munter und frisch, der sich bei höch—
ten und hohen Herrschaften Meriten gemacht und noch machen
tann, auch kein Kind hat, aber an Werth und Wissenschaften Vieles
hesitzt, ist gesonnen, ein offenes Gewerb mit extra Vortherl anzu—
reten und sucht ein Weibsbild; sie muß 36 oder mehre Jahre
haben, kann ledig oder eine Wittwe mit 2 unerzogenen Kindern
sein; er scheuet auch keinen Naturfehler, sie muß aber 300 Gulden
saben, welche er ihr durch seine Sachen genugsam versichern und
exproben kann. Wann ein solches Weibsbild zu dem Vorbeschrie⸗
jenen ein Belieben trägt, so kann sie ihn hohlen lassen oder in
eine Logie kommen, er wohnet am Spitalberg in der Fuhrmanns—
gasse beim goldenen Luxr Nr. 98 im ersten Stock beim Bartholo⸗
näus Graf, pensionirten Bedienten.“
Mark“berichte.

Zweibrücken, 8 Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 56 Pf. Korn 9M. 86 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 31 Pf.
vierreihiged M. — Pf., Spelz 6 M. 81 ppf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 02 pij.
ẽkbsen — M. — Pf., Widen 5 M. 88 Pf., Karioffeln 2 M. 80 Pf..
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1/5 Kilogr. 56 Pf.
tornbrod 8 Kilogr. 69 Pf., 2 Kilogr. 56 Pf., 1 stilogr. 23 Pf., Gemischi⸗
zrod 3 Kilogr. 84 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
30 Pf. II. Qual. 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleijch
56 Pf., Butter?/ Kilogr. O M. 80 Pf., Wein 1 Liter 80 Pf. Vier J Liter 24 Pf.

Homburg, 7. Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 28 Pf. Korn 9 M. 74 Pf. Spelzlern — M. — Pf., Spelz 7 M.
— Pji., Gerste Lreihige O M. — Pf., Geste Areihige O M. — Pf. Hafer.
7 M. 10 Pf., Mischfrucht 1I0 M. 31 Pf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken
) M. — Pf., Bohnen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod G Pfund 80 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleijch — Pf.
Rindfleisch 44 Pf. Kalblleisch 36 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
44 Pf., Butter 1I Pfund 1M. — Pf., Kartofjeln per Ctr. 8 M. — pj.
ffFür die Redaction verantworilich: . .. Demeß.

—

Ssůισö
Seit Dregert's allbeliebtem Schneiderlied hat
kein heiteres Maännerquartet mehr aoleh freudige Auf-
nahme gefunden, wie:
Die FJiüstoria vom Russ.

— — G r
ασ,

humoristisobher Ohor
fur
Mmmmemn
aunirt von
XRVLXXX
Op. 18. Partitur und Stimmen Mxk. 2.50.
Gegen Finsendung des Betrages versende ich franco.
Verzeichniss beliebter Mannerquartette gratis u. franco.
P. F. Tongerꝰs Verlag
Cõrann am Rhein.
        <pb n="22" />
        Bekanntmachung.
Dienstag den 13. Januar
1880, Morgens 10 Uhr zu
Schnappbach, vor der Woh⸗
iung des Wirthes und Krämers
Johann Schuster, werden
1 Commode, 1 Chiffonier,
1 Kleiderschrank, 1 Zuleg⸗
tisch, Stühle, Bilder, 1
Spiegel, Wirthstische, Rohr⸗
tühle, Lampen, 1 Thele
mit Schaften, 1 Küchen⸗
ichrank, 1 Dezimalwaage,
2 andere Waagen, Gläser,
l Wanduhr, Krämerwaaren
und sonstige Gegenstände
zwangsweise gegen Baar⸗
zahlung versteigert.
Bieskastel, 6. Jan. 1880.
Gonnheimer,
k. Gerichtsvollzieher.

—y 2
—
Gehör—
Del
anempfohlen und mit brillantem
Erfolg in Anwendung gezogen
som Ober⸗Stabsarzt Ur.
vehm idt heilt jede Taubheit,
venn sie nicht angeboren (Schwer⸗
ydrigkeit, Ohrensausen sofort be—
eitigt). Preis pr. Flasche nebst
Hebrauchsanweisung3 M. 50 Pf.
Pgen Einsendung von 4
Vrk. 20 Pf. per Postan⸗
veisung wird das Gehör⸗
Del franco und steuerfrei zu⸗
gesendet.

Die öͤffentlichen Anerlennungen
derer, welche durch Ober⸗Stabs⸗
irzt Pr. ScMdd Ge-
dr Oel (dieses ausgezeichneten
Zehörmittels) ihr gutes Gehör,
heilweise nach Jahre langer, oft
otaler Taubheit wieder erlangt
„aben, mehren sich mit jedem
Tag!!!
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11,300 Gewinne mit Mtk. 230,000.
F diehung 24. Pebruar 1880. &amp;
Das Loos kostet 2 Mark.

Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.

(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

stach der kaiserr. Verordnung vom 4. Januar 1875 ist der Berkauf de—
ächten Bernhardiner Magenbitter Jedermann gestattet.
Präâmirt PPnhardineér Wien 1873.
AlpenkräutersMagenbitter
Bernhard's Alpenkräuter-Liqueur.)
Der obere Stock
meines Wohnhauses ist zu ver⸗
niethen und kann bis den ersten
April bezogen werden.

Peter Behr.

e *ẽ

vochfei⸗ 3

ae, nach * 8

einem 12*
Vn —
dloster⸗, 12*
recept 13 F
abrizir⸗ 58
e Kräu⸗ 3.
ier⸗Ma⸗ E.
zenbitter *
wurde *85
von den 2
bekannt 3
Autoritaͤten den Herren Universitätsprofessoͤren Dr. B. A. 82
Buchner, Dr. Kayser, Dr. Witistein, sowie von vielen be 23
rühmten Aerzten wie Dr. Joh. B. Kranz, Dr. Schöner in 7
Muͤnchen ⁊c. als das beste Hapemitte und wirk 77
samste Stomachicum bezeichnet. — Seine vorzuglichen 237
Wirkungen bei Magenbeschwerden aller Art Vea-
zenkatarrh, Verdauungsschwäche, die gewöhnlich
in Folge schlechter Zähne bei mangelhaftem Verkauen dei
Speisen entsteht, Blähnngen, Hämorrhoiden, Eckel
vor Fleischspeisen, Krämpfen, Hautausschlägen,
Leber⸗ und Nierenleiden, Affectionen des Her—
7 Bleichsucht, weißer Fluß, Wurmleiden,
Wechselfieber ⁊c. ꝛc., sind durch eine große Anzahl
Dank⸗- und Anerkennungsschreiben von Aerzten und Laien
seit einer Reihe von Jahren glänzend bestätigt. Dieser
Magenbitier wird pur, oder 1 Eßlöffel voll als Zusat zu
Wasser, Wein ꝛc. getrunken, gibt mit Sodawasser oder
Zuckerwasser eine äußerst gesunde Bitterlimonade, die Ka⸗
tarrh-Verschleimuung und Katzenjammer sofort be—⸗
seitigt, ist in allen Formen ein die Gefundheit för—
derndes blutreinigendes Geträuke, das bis in's
höchste Alter gesund erhält.
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Bei Abnahme von S5 großen Fla'chen freie Verpadung, bei 9 Flaschen freie
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kastel: L. V. Hufsong. Dreisen: J. Oberländer. Dürkheim: D. Dam⸗
hach. Edenkoben: P. Baumann. Erbach bei Homburg: Carl Vielforter.
Frankenthal: J. Muller vorm. S. J. Storck. Germersheim: Emil
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zauer. Ludwigshafen: W. Ruelius. Neuftadt: Inlius Hauck. Pirmasens
H. Mohrhardt. Rodenhausen: Ch. Külz. Speyer: J. B. Fell.
Zweibrücken: M. Aug. Seel.
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Das erste Quartal 1880 enthält unter Anderem:

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Illustrationen von Woldemar Friedrich — Aus der Briefmappe
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Erzählung von Heinrich Seidel. — Ferner: Eine Novelle von K. F.

Franzos, belehrende Beiträge von Herrig, Bucher, A. v. Eye,
Stieler, J. Ranke u. v. A.

Illustzäationen ersten Ranges nach Knaus, G. Richter, Nocholl, Kirberg,
Grützner, Stryowsky, Spangenberg ꝛtc.

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Richter'schen Bildes der Königin Luise enthalt, ist gEcg in allen Buch⸗
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der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungẽ latt. Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt viertellährlich

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mit 15 Zfur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
—

Sonntag den 11. Januar

1880.

Deutsches Reich.

Aus München, 7. Jan., schreibt man dem „Nürnb. Corrsp.“:
Für den Landgerichtsdirector Reiffel, Ersatzmann des Abg. Dr.
Freyburger, hat das Ministerium des Innern, in analoger An⸗
wendung des Art. 29 Abs. 2 des Wahlgesetzes, die Vornahme
einer Neuwahl (des Herrn Reiffel) angeordnet.

Die Fürstin Bismarck ist von Berlin nach Varzin abge—
xeist; man folgert daraus, daß der Gesundheitszustand des Fürsten
eine Reise nach Berlin zunächst nicht zuläßt. Allem Anschein nach
oerdienen die Berichte über eine Verschlimmerung in dem Befinden
des Reichskanzlers doch mehr Glauben, als andere Angaben, welche
oon einer nahezu vollständigen Herstellung zu berichten wissen.

Frankfurt a. M., 8. Januar. Oberbürgermeister von
Mumm ist zum lebenslänglichen Mitgliede des Herrenhauses er—
aannt worden.

dienen wird, Andere beim Holzfällen vorsichtiger zu machen. Heute
aämlich fällten die Holzmacher von Otterlberg im nahen Waldesorte
Schwarzhübel starke Baustämme und wurde bei dieser Gelegenheit
ein armer, aber braver Holzmacher von hier, Namens Ludwig
Werle, derart unglücklich an eines seiner Beine getroffen, daß das⸗
elbe vollständig uͤber dem Knöchel entzweigeschlagen und zersplittert
wurde. Unvorsichtigkeit von Seite seiner Mitarbeiter soll hier mit
uinterlaufen.

F In Neustadt beabsichtigt eine Anzahl Hauseigenthümer,
einen Verein zu gründen, um in Zukunft dem gewohnheitsmäßigen
Nichtbezahlen der Hausmiethe seitens vieler Miether energisch ent⸗
zegenwirken, resp. vorbeugen zu können.

4 Mit dem Eintritie gelinderer Wiiterung hat sich für die
Weinbergarbeiter auch wieder Gelegenheit zur Thätigkeit eingestellt;
n den Wingerten am Haardtgebirge sieht man ganze Züge von
Frauen und Mädchen, die Compost in die Furchen schaffen. Der
Zchaden durch die Kälte hat sich in den besseren Lagen von Kall⸗
tadt, Dürkheim, Ungstein als nicht so erheblich herausgestellt, als
nan anfangs glaubte. Wo das Holz reif war, ist vor der Hand
mmer noch ein guter 80er zu erwarten.

In Dreisen fiel am 5. ds. ein fünfjähriges Kind in einen
im Boden stehenden Hafen voll kochenden Wassers und starb am
folgenden Tage an den erlittenen Brandwunden. Gleiches Unglück
traf an demselben Tage ein Zjähriges Kind in Mölschbach.

F Der württembergische Minister des Innern v. Sick
zesuchte vermittelst Equipage die Ueberschwemmung in Unterdürk⸗
Jeim (bei Cannstatt). Seine Pferde eriranlen dabei, während er
elbst nur mit Mühe durch einen Kahn gerettet wurde.

München. Das „Vaterland“ bringt in seiner Nr. 5
einen recht interessanten Artikel, welcher davon handelt, daß beab⸗
ichtigt gewesen sei, drei Regimenier nach Preußen zu versetzen,
vofür dann preußische Regimenter nach München kommen sollten.
Wie aus bester Quelle versichert werden kann, ist die ganze Ge⸗
chichte lediglich Erfindung.

f Essen, 7. Jan. Auf der Krupp'schen Fabrik geht der
Betrieb im Allgemeinen wieder recht flott, die Gesuche nach Ar⸗
hzeitern in den Zeitungen mehren sich, und auf den Bahnhöfen
iinden sich seit den letzten Wochen wieder viele auswärtige Arbeiter
ein, die ihrem Aeußern nach aus Polen zu lommen scheinen. In
den letzten Jahren waren derartige Zuzüge hier sehr selten und
hatten in der letzten Zeit ganz aufgehört. (Ess. 3.)

4In Kosen ist eine in der dürftigsten Weise lebende alte
Dame, Fräulein Zerkenbach, in ihrem ungeheizten Zimmer erfroren.
Bei Durchsuchung ihres Nachlasses fanden sich in einem alten
Unterrocke 132,000 M. in Gold und in Kassenscheinen. Die Erben
werden gesucht.

FeEin japanischer Polizeirath befindet sich gegenwärtig im
Auftrage seiner Regierung in Berlin, um die dortigen criminal⸗
polizeilichen Einrichtungen kennen zu lernen. Wie er erzählt, sind
das deutsche Strafgesetzbuch und die deutsche Strafprozeßordnung
auf Veranlassung seiner Regierung ins Japanische übersetzt und
wverden voraussichtlich bei der demnächstigen Revision der Straf⸗
rechtspflege in Japan eine wesentliche Berücksichtigung erfahren.

F(Datum⸗Eier.) Unter diesem Namen werden von einer
Privat⸗ Hühnerzüchterei in der Nähe Hamburgs jetzt zum Verkauf
usgeboten, welche in blauem Stempel das Datum tragen, an
velchem sie gelegt worden find.

F Freiburg i. Br. Mit Rüchsicht auf die schon längere Zeit
andauernden mißlichen Geschäftsberhälinisse, deren Ursache großen⸗
heils in dem leidigen Creditunwesen zu suchen ist, haben sich einzelne
giesige Geschäftsleute entschlossen, von Neujahr an nur gegen baar
zu verlaufen, wobei jedoch, und zwar ohne jede Erhöhung der bis—⸗
herigen billigen Preise, 5 Procent Rabatt bei Veträgen von 3 M.
in, bei größeren Betragen aber nach gegenseitigem Uebereinlommen
3 Monate Ziel ohne Rabatt verwilligt würde.

Auch in den Gebirgsgegenden Schlesiens tritt der
stothstand auf. In der Grafschaft Glatz leiden ewwa 500 Weber—⸗
amilien die bittersfte Noth. Das Städichen Ladin hat nur 1670
Seelen, worunter sich 100 darbende Familien befinden. Die Weber

Ausland.

Paris. Bezüglich des Botschafters in Berlin, Grafen St.
Vallier, verlautet, daß derselbe das eingereichte Entlassungsgesuch
zwar nicht zurückgenommen habe, im Einverständniß mit der Re—
gierung aber bereit sein dürfte, einstweilen die Leitung der Bot⸗
schaft in Berlin zunächst einige Zeit fortzuführen. (Graf St.
Vallier, der bei der deutschen Regierung eine persona grata ist,
deabsichtigte in Folge des neuesten Ministerwechsels in Paris, der
hm das Schwergewicht der Regierung zuviel nach Links verlegte,
oon seinem Posten zurückzutreten.)

Wasßhington, 8. Jan. Im Repräsentantenhause wurden
Vorlagen eingebracht, wonach für Eisenerze Zollfreiheit gewährt,
für Brucheisen eine Steuer von 3, für Stahlschienen eine solche
don 10 Dollars pro Tonne festgesetzt, die Steuer auf baumwollene
Harne aber um 25 pCt. und diejenige auf Leinenfabrikate um
10 pCt. erhöht werden soll.

Die „Polit. Corresp.“ meldet unter Vorbehalt aus Cettinje:
Die Albanesen aus Gusinje sind heute früh gegen die montene—⸗
zrischen Truppen ausgerückt; letztere, die strengen Befehl hatten, den
ndampf zu vermeiden, hätten sich zurückgezogen, seien aber bei der
Rückwärtsbewegung von den Albanesen angegriffen worden; der
dampf habe um 9 Uhr früh begonnen.
Vermischtes.

Der verflossene Stadtrath von Pirmasens hat den dor⸗
ligen Bürgern eine schöne Bescheerung zurückgelassen: Die Einführ⸗
ang des Schulgeldes, und zwar in der Weise, daß von einem Kinde
3,40 M. und von zwei und mehreren Kindern 8,80 M. in Zu⸗
'unft zu bezahlen sind. Bisher wurden die Schulgelder auf die
Umlagen gleichmäßig vertheilt. Unter der meist aus Fabrilarbeitern
estehenden Bevölkerung herrscht ob der Neuerung nicht geringe
Aufregung.

FeKaiserslautern. Ein hiesiger Einwohner hatte durch die
zünstige Lage seiner Wohnung das Vergnügen, am Neujahrstage
»on 240 Armen beglückwünscht zu werden. Da jedem Neujahrs⸗
zratu lanten ein gewisser Betrag verabreicht wurde, so war es leicht,
die genaue Zahl der Glückwünschenden festzustellen.

F Otterberg, 6. Jan. Gestern Abend nach 10 Uhr ereig—
neten sich in hiesiger Stadt ein höchst bedauerlicher Unglücksfall.
Der Lederhändler Philipp Cherdron von hier, ein sehr rühriger und
emsiger Geschäftsmann und angesehener Bürger hiesiger Stadt,
wollte in seinem bekannten Geschäftseifer in der obengenannten
Abendstunde noch einen Pack zu versenden des Leder aus der zweiten
Ftage seines Wohnhanses holen, verfehlte beim Heruntergehen aber
uinglücklicher Weise die erste Stufe einer steilen Stiege und stürzte
ählings in den Hausflur und zwar so unglücklich auf den Kopf,
daß er, trotz eiligst herbeigeholter ärztlicher Hilfe nach einigen
Stunden seinen Geist aufgab. Wie man hört, erlitt der Arme
durch diesen unglüdlichen Sturz einen Schädelbruch. Er war ein
Mann im besten Thun und Alter, ein Vierziger, und hinterläßt
ꝛine junge Wittwe mit fünf noch hilflosen Kindern. Die Theil⸗
aahme ist hier eine allgemeine.

Ein weiterer Unglüdsfall ist hier zu registriren, der in
veiteren Kreisen belannt zu werden verdient und der als Sporn
        <pb n="24" />
        welche billigen Futterstoff verfertigen, verdienen täglich nur 30 bis
10 Pfennige, wovon sie oft eine starke Familie ernähren müssen.
Zolche Weber befinden sich allein in Ladin 70. Die Weber, welche
Schürzen und Zeuge verfertigen, verdienen etwas mehr, nämlich
30 bis 120 Pfennige pro Tag.

F Brüssel, 5. Jan. Zwei Eisenbahnunfälle. Auf der Bahn
von Brüssel nach Enghien gerieth am 4. und 8 Uhr Abends bei
Hal ein Zug aus den Schienen. Es ist von nicht weniger als
25 Verwundeten, darunter mehrere schwer, die Rede. Auf der
Streche von Brüssel nach Mecheln, unweit der Station Schaerbeek,
stieß der Localzug, der bon Antwerpen Abends 9 Uhr abging, auf
ine Locomolive, die in Bewegung war. Beide Locomotiven wurden
tark beschädigt und der eine Tender fast vollständig vernichtet.

4Die Actien der Edison-Electric-Light-Companh, die
einen Pariwerth von 100 Dollars besitzen, werden jetzt an der
New-Yorker Börse zu 3000 Dollars pro Stück verkauft.

FIn Kleinasien ist eine Hungersnoth ausgebrochen,
hie in den Distrikken Baskala und Bajazid zugenommen hat. In

xen von der Hungersnoth noch nicht heimgesuchten Distrikten herrscht
große Theuerung.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
— — Amn

Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsweh — Lungen⸗
-chwindsucht — auch bei Magen- und Nerdenschwäche werden die
veltberühmien Brustkaäramels Maria Benno von Donat entweder
toh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem Kalao⸗Thee oder Milch
zufgelöst aber nur lauwarm getrunken.

Der unglaublich billige Preis von 20 Pf. für einen echten
immelblauen Karton Kakao-Thee und 30 oder 50 Pfg. für einen
Zriginal⸗Karton Brustkaramels trägt gewiß nicht wenig zu ihrer
raschen und allgemeinen Verbreitung bei.

Von dem echten Kakao⸗Thee Maria Benno von Donat nimmt
nan auf eine Taͤsse Wasser einen Theelöffel voll und läßt dies
ꝛeine halbe Stunde kochen. Dann gießt man ihn durch ein Sieb
ind schüttet etwas Zucker und Milch daran, wie in den Kaffe.

Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peiers.

Den gechrten“ Der obere Stock
Jerrschaften zur
Nachricht, daß
ch mich, wie früher, so auch
eht wieder mit dem Verdingen
don Dienstmädchen befasse,
und alle mir werdenden Aufträge
gewissenhaft auszuführen mich
verpflichte.

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wohnhaft bei Gebrüder Rinsche,
Kupferschmied Pfarrgasse,
Zweibrücken.

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Bad-Rissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
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2mal AC 12, 060.; 8mal A 6000.; 4mal MA 4000 6mal
AM. 3000 ꝛc.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,000.
Liehung 24. Pebruar 1880. 2
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Frauz Woll und J. Friedrich.

Wohnungs⸗

Vermiethung.

Im obern Stocke des Woll'⸗
schen Hauses in der Oberstadt
ind drei Zimmer und Küche,
owie Speicher, Keller und Gar⸗
ten vom 1. Februar an zu ver⸗
miethen. Näheres bei

Heinr. Laur.

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uuf Carton sind siets vorrätbig
n der Buchdruckerei von

. Deneb.

ESs Een
sow. sonst. Blasenl. heile unter
Garantie für immer bei jedem
Alter. Er frorene Glieder
eder Art in 2 Tagen. Kofien gering.
Armen gratis. Näheres, Prospect u.
zZeugnisse F. O. Bnuer.
Specialist, Weribe im a. M.

Die ausserordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat
ꝛine ebenso grosso Zahl ahnlicher Präparate als Nachahmer
hervorgerufen, welche sich nicht enthlöden Verpackung, Farbo
and Etikette in tauschender Weise herzustellen. Die Paqueto
des üchten Stollwerck'schen Fabrikates tragen den vollen Na-
men des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstelleu
dureh ausgelegte Firmoa-Schilder.

*
— der Zustaud
Meines Eeidenden auo besorg⸗
Merregend oder jcheinbar hofinungt⸗
da, so wird er aus dem Vuche
ꝓPprattische Winte für Kraute“ neue
djinung schopfen u voles Verttauen
u einem Heilprincip gewinnen, wel⸗
hes sich durch aroße Einlachheit,
sanz besonders aber durw na ch⸗
veibbare Wirkfamtkeit aus⸗
richnet Die in dem Buche: Praktische

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—Teh beehre mich, andurch
die ergebene Anzeigoe 20
machen, dass ich untor'm
—XE
dles Herrn Johanun König
dahier übernommen habe, und
ztets bemüht sein werde durch
deste Bedienung das Vertrauen
zines verehrlichen Publibums
zu erwerben.

St. Ingbert. 4. Januar 1880.

Jochachtungsvollst!
CGeorg Colliss.

00oo00
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andeos-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 4, 000 Original⸗Loosen un'
AS, D00 Gewinnen:
Haupt treffer ev. 450. 000 1 daupitreffet à 12,000.
390 000, 10,000,
30000. i000
00, 900.*
500 —8
I 900,
2000
3
00,
500

nKkefüö-: Kranko
— MJMWfWM„ —
daedrucien Dciese alidlich Ge⸗
ruter beweisen, daß selbin solche
drante noch die ersebnte Heilung
anden, welche anderweitig vergeblich
dilfe judten. Cbiges Vuch kann
aher allen Lelden den warmßent
mpfehlen werden, umsomehr als auf
Dunsch die Cur brieflich und uncut⸗
etilich durch einen prattischen Arg
eleitet wird, Die Mirtel sind überau
icdi ju beschaffen; ein Ver such faft
ostenlos. Gegen Franco⸗Zusendung
son 20 Pf. ju berzieben durch Th.
3odenleitner in Leipzis und Balel.

20.
95,000.,
ReichsMarkeu. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. und 16. Jannar 1880,
u welcher ich Driginal⸗Loose
Nunze X Viortel Achtel
16 Mark 8 AMark 4 Mark 2 Mark
jegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß veriende.
Jeder Spieler ⸗erhält die Gewinnlifien gratis!
8sĩliĩus/
—** Braunichw. Landes Loterie
ternnsewelg.
—— —
—

Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Ziehnig der J
Reichenhaller AirchenbauLotterie.
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M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 Se.

Looue àA 2 Marlu, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach—
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur
Carl Tang, Bankgeschäft in Müuchen.

— *Auf 10 VBoose 1 Freiloos.
AM

— — — 7
—

wä
»ruct und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Ner.

45
        <pb n="25" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
1 X 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 —fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, NReclamen mit 80 B vpro Zeile berechnet.
1880.
Deutsjches Reich.

Aus München, 7. Jan. schreibt man dem „Nürnb. Corrsp.“:
Für den Landgerichtsdirector Reiffel, Ersatzmann des Abg. Dr.
Freyburger, hat das Ministerium des Innern, in analoger An⸗
wendung des Art. 29 Abs. 2 des Wahlgesetzes, die Vornahme
einer Neuwahl (des Herrn Reiffel) angeordnet.

Die Fürstin Bismarck ist von Berlin nach Varzin abge—⸗
reist; man folgert daraus, daß der Gesundheitszustand des Fürsten
eine Reise nach Berlin zunächst nicht zuläßt. Allem Anschein nach
verdienen die Berichte über eine Verschlimmerung in dem Befinden
des Reichskanzlers doch mehr Glauben, als andere Angaben, welche
von einer nahezu vollständigen Herstellung zu berichten wissen.

Frankfurt a. M., 8. Januar. Oberbürgermeister von
Mumm ist zum lebenslänglichen Mitgliede des Herrenhauses er—⸗
nannt worden.
Ausland.

Paris. Bezüglich des Botschafters in Berlin, Grafen St.
Vallier, verlautet, daß derselbe das eingereichte Entlassungsgesuch
X
gierung aber bereit sein dürfte, einstweilen die Leitung der Bot—
schaft in Berlin zunächst einige Zeit fortzuführen. (Graf St
Vallier, der bei der deutschen Regierung eine persona gratsa ist,
beabsichtigte in Folge des neuesten Ministerwechsels in Paris, der
ihm das Schwergewicht der Regierung zuviel nach Links verlegte.
von seinem Posten zurückzutreten.)

Washington, 8. Jan. Im Repräsentantenhause wurden
Vorlagen eingebracht, wonach für Eisenerze Zollfreiheit gewährt,
für Brucheisen eine Steuer von 8, für Stahlschienen eine solche
von 10 Dollars pro Tonne festgesetzt, die Steuer auf baumwollent
Garne aber um 25 pCt. und diejenige auf Leinenfabrikate um
10 pCt. erhoht werden soll.

Die „Polit. Corresp.“ meldet unter Vorbehalt ans Cettinje:
Die Albanesen aus Gusinje sind heute früh gegen die montene⸗
grischen Truppen ausgerückt; letzlere, die strengen Befehl hatten, den
Kampf zu vermeiden, hätten sich zurückgezogen, seien aber bei der
Rückwärtsbewegung von den Albanesen angegriffen worden; der
Kampf habe um 9 Uhr früh beqonnen.
Vermischtes.

Der verflossene Stadtrath von Pirmasens hat den dor⸗
tigen Bürgern eine schöne Bescheerung zurückgelassen: Die Einführ—
ung des Schulgeldes, und zwar in der Weise, daß von einem Kinde
3.40 M. und von zwei und mehreren Kindern 8,80 M. in Zu—
kunft zu bezahlen sind. Bisher wurden die Schulgelder auf die
Umlagen gleichmäßig vertheilt. Unter der meist aus Fabrikarbeitern
bestehenden Bevolkerung herrscht ob der Neuerung nicht geringe
Aufregung.

fF Kaiserslautern. Ein hiesiger Einwohner hatte durch die
günstige Lage seiner Wohnung das Vergnügen, am Neujahrstage
odon 240 Armen beglückwünscht zu werden. Da jedem Neujahrs-
gratu lanten ein gewisser Betrag verabreicht wurde, so war es leicht.
die genaue Zahl der Glüdwünschenden festzustellen.

fF Otterberg, 6. Jan. Gestern Abend nach 10 Uhr ereig-
neten sich in hiesiger Stadt ein höchst bedauerlicher Unglücksfall.
Der Lederhändler Philipp Cherdron von hier, ein sehr rühriger und
emsiger Geschäftsmann und angesehener Bürger hiesiger Stadt,
wollte in seinem belannten Geschäftseifer in der obengenannten
Abendstunde noch einen Pack zu versendendes Leder aus der zweiten
Etage seines Wohnhanses holen, verfehlte beim Heruntergehen aber
unglücklicher Weise die erste Stufe einer steilen Stiege und ftürzte
jählings in den Hausflur und zwar so unglüclich auf den Kopf,
daß er, trotz eiligst herbeigeholter ärztlicher Hilfe nach einigen
Stunden seinen Geist aufgab. Wie man hört, erlitt der Arme
durch diesen unglückllichen, Sturz einen Schädelbruch. Er war ein
Mann im besten Thun und Alier, ein Vierziger, und hinterläßt
eine junge Wittwe mit fünf noch hilflosen Kindern. Die Theil⸗
nahme ist hier eine allgemeine.

Ein weiterer Unglüdsfall ist hier zu registriren, der in
weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient und der als Sporn

dienen wird, Andere beim Holzfällen vorsichtiger zu machen. Heute
nämlich fällten die Holzmacher von Otterlerg im nahen Waldesorte
Schwarzhübel starke Baustämme und wurde bei dieser Gelegenheit
ein armer, aber braver Holzmacher von hier, Namens Ludwig
Werle, derart unglücklich an eines seiner Beine getroffen, daß das⸗
jelbe vollständig uͤber dem Knöchel entzweigeschlagen und zersplittert
wurde. Unvorsichtigkeit von Seite seiner Mitarbeiter soll hier mit
unterlaufen.

In Neustadt beabsichtigt eine Anzahl Hauseigenthümer,
einen Verein zu gründen, um in Zukunft dem gewohnheitsmäßigen
Nichtbezahlen der Hausmiethe seitens vieler Miether energisch ent⸗
gegenwirken, resp. vorbeugen zu können.

4 Mit dem Eintritte gelinderer Witterung hat sich für die
Weinbergarbeiter auch wieder Gelegenheit zur Thätigkeit eingestellt;
in den Wingerten am Haardtgebirge sieht man ganze Züge von
Frauen und Mödchen, die Compost in die Furchen schaffen. Der
Schaden durch die Kälte hat sich in den besseren Lagen von Kall⸗
tadt, Dürkheim, Ungstein als nicht so erheblich herausgestellt, als
man anfangs glaubte. Wo das Holz reif war, ist vor der Hand
mmer noch ein guter 8SOer zu erwarten.

4 In Dreisen fiel am 5. ds. ein fünfjähriges Kind in einen
um Boden stehenden Hafen voll kochenden Wassers und starb am
folgenden Tage an den erlittenen Brandwunden. Gleiches Unglück
raf an demseiben Tage ein Zjähriges Kind in Mölschbach.

Der württembergische Minister des Innern v. Sick
hesuchte vermittelst Equipage die Ueberschwemmung in Unterdürk⸗
Jeim (bei Cannstati). Seine Pferde ertranken dabei, während er
elbst nur mit Mühe durch einen Kahn gerettet wurde.

F München. Das „Vaterland“ bringt in seiner Nr. 58
einen recht interessanten Artikel, welcher davon handelt, daß beab⸗
sichtigt gewesen sei, drei Regimenter nach Preußen zu versetzen,
wofür dann preußische Regimenter nach München kommen sollten.
Wie aus bester Quelle versichert werden kann, ist die ganze Ge⸗
schichte lediglich Erfi ndung.

F Essen, 7. Jan. Auf der Krupp'schen Fabrik geht der
Betrieb im Allgemeinen wieder recht flott, die Gesuche nach Ar—⸗
beitern in den Zeitungen mehren sich, und auf den Bahnhöfen
finden sich seit den letzten Wochen wieder viele auswärtige Arbeiter
ein, die ihrem Aeußern nach aus Polen zu kommen scheinen. In
den letzten Jahren waren derartige Zuzüge hier sehr selten und
—XX —ER

f In Koͤsen ist eine in der dürftigsten Weise lebende alie
Dame, Fraulein Zerkenbach, in ihrem ungeheizten Zimmer erfroren.
Bei Durchsuchung ihres Nachlasses fanden sich in einem alten
Unterrode 132,000 M. in Gold und in Kassenscheinen. Die Erben
werden gesucht.

F Ein japanischer Polizeiraih befindet sich gegenwärtig im
Auftrage seiner Regierung in Berlin, um die dortigen criminal⸗
polizeilichen Einrichtungen kennen zu lernen. Wie er erzählt, sind
das deutsche Strafgesetzbuch und die deutsche Strafprozeßordnung
auf Veranlassung seiner Regierung ins Japanische übersetzt und
werden voraussichtlich bei der demnächstigen Revision der Straf⸗
rechtspflege in Japan eine wesentliche Berüchsichtigung erfahren.

F (Datum⸗Eier.) Unter diesem Namen werden von einer
Privat⸗Hühnerzüchterei in der Nähe Hamburgs jetzt zum Verkauf
ausgebolen, welche in blauem Stempel das Datum tragen, an
wvelchem sie gelegt worden sind.

F Freiburg i. Br. Mit Rüchssicht auf die schon längere Zeit
indauernden mißlichen Geschäftsberhältnisse, deren Ursache großen⸗
theils in dem leidigen Creditunwesen zu suchen ist, haben sich einzelne
hiesige Geschaftsleute entschlossen, von Neujahr an nur gegen baar
zu verkaufen, wobei jedoch, und zwar ohne jede Erhöhung der bis—
herigen billigen Preise, 5 Procent Rabatt bei Beträgen von 3 M.
an, bei großeren Beträgen aber nach gegenseitigem Uebereinlommen
3 Monaie Ziel ohne Rabatt verwilligt würde.

Auch in den Gebirgsgegenden Schlefiens tritt der
Noihstand auf. In der Grafschaft Glaz leiden ewa 500 Weber—
amilien die bitterste Noth. Das Städtchen Ladin hat nur 1670
Zeelen. worunter sich 100 darbende Familien befinden. Die Weber.
        <pb n="26" />
        welche billigen Futterstoff verfertigen, verdienen täglich nur 30 bis
40 Pfennige, wovon sie oft eine starke Familie ernähren müssen.
Solche Weber befinden fich allein in Ladin 70. Die Weber, welche
Schürzen und Zeuge verfertigen, verdienen etwas mehr, nämlich
u0 bis 120 Pfennige pro Tag.

Brüssel, 580 Jan. Zwei Eisenbahnunfälle. Auf der Bahn
von Brüssel nach Enghien gerieth am 4. und 8 Uhr Abends bei
Hal ein Zug aus den Schienen. Es ist von nicht weniger als
25 Verwundeten, darunter mehrere schwer, die Rede. Auf der
Stredte von Brüssel nach Mecheln, unweit der Station Schaerbeek,
stieß der Localzug, der bon Antwerpen Abends 9 Uhr abging, auf
eine Locomotive, die in Bewegung war. Beide Locomotiven wurden
stark beschädigt und der eine Tender fast vollständig vernichtet.

4 Die Llctien der Edison-Electric-Light-Company, die
einen Pariwerth von 100 Vollars besitzen, werden jetzt an der
New-VYorker Börse zu 3000 Dollars pro Stück verkauft.

— In Kleinasien ist eine Hungersnoth ausgebrochen,
die in den Distrikten Baskala und Bajazid zugenommen hat. In

Den geehrten

Herrschaften zur

Nachricht, daß

ich mich, wie früher, so auch

jetzt wieder mit dem Verdingen

don Dienstmädchen befasse,

und alle mir werdenden Aufträge

gewissenhaft auszuführen mich
verpflichte.

Frau Rausch,
wohnhaft bei Gebrüder Rinsche,
Kupferschmied Pfarrgasse,
Zweibrücken.
Wohnungs⸗
Vermiethung.

Im obern Stocke des Woll'⸗
schen Hauses in der Oberstadi
sind drei Zimmer und Küche,
sowie Speicher, Keller und Gar⸗
jen vom J1. Februar an zu ver⸗
mieihen. Näheres bei

SSeinr. Laur.
Ba 3337
sow. sonst. Blasenl. heile unter
Garantie für immer bei jedem
Alter. Erfrorene Glieder
jeder Art in 2 Tagen. Kofien gering.
Armen gratis. Räheres, Prospect u.
Zeugnisse: F. C. Bnauer.
Specialist, Wert beim a. M.
Annonce!

Der obere Stock
meines Wohnhauses ist zu ver⸗
miethen und kann bis den ersten
April bezogen werden.

Veter Behr.

—

—

*38
8
3
8
8

Weinkarten
auf Earton sind stets vorräthig
in der Buchdruckerei von

f. J. Demeß.

7 st der Zustaud
D eines Leideuden auch desorg
merregend oder scheinbar doffnungkt⸗
son. so wird er aus dem Buche
rattische Winke für Krande“ neue
hosinung schöpssen u voleb Vertrauen
u einem Heilprinciy gewinnen, wel⸗
des sich durch große Ein lachheli,
jan, besondere aber durd mach⸗
—QA

—5 — -

Ich beehre mich, andurch
die ergebene Anzeige 2u
machen, dass ich unter'm
heutigen dis Bücνι
des Herrn Fohanun RKönig
dahier übernommen habe, und
stets bemüũht sein verde durch
beste Bedienung das Vertrauen
eines verehrlichen Publikums
ꝛu erwerben.

8t. Ingbert. 4. Januar 1880.

Tochachtungsvollst!
QReorg Collisò.

—
— ι
abgedrudien Briefe galudlich Ge·
og beweisen, daß seldst solche
rante noch die ersehnte Heilung
anden, welche anderweitig vergeblich
dilfe juchlen. Obiges Buch kann
zaher allen Leidenden wärmsftent
einpfohlen werden, umsomedr als auf
—F die Cur brieflich und unent ⸗
zestlich durch einen praftischen Arg
geleitet wird. Die Mittel sind überau
eicht zu beschaffen: ein Versuch faft
rostenlos. Gegen Franco⸗Zusendung
on 20 Pf. zu beriebden vurch Th
Zabenlettene⸗1222144 unb BRafel

R

α
Unwiderruflich am 30. Januar 1880
3fehunngder 3
Keichenhaller KirchenbauCotterie.
Haupttreffer:
M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;ec.
Looue à 2 Maric, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach—⸗
nahme » ⸗ben von der General⸗Agentur
ang, Bankgeschäft in Münnen.
»Auf 10 Voose 1 Freiloos.

den von der Hungersnoth noch nicht heimgesuchten Distrikten herrscht
zroße Theuerung.
Fuur die Redaction verantwortilich: F. X. Demes.
— —* — ⸗

Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsweh — Lungen⸗
Schwindsucht — auch bei Magen- und Nerdenschwäche werden die
veltberühmien Brustkaramels Maria Benno von Donat entweder
coh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem Kakao⸗Thee oder Milch
aufgelöst aber nur lauwarm getrunken.

Der unglaublich billige Preis von 20 Pf. für einen echten
himmelblauen Karton Kakao-Thee und 30 oder 50 Pfg. für einen
Driginal⸗Karton Brustkaramels trägt gewiß nicht wenig zu ihter
raschen und allgemeinen Verbreitung bei.

Von dem echten Kakao⸗Thee Maria Benno von Donat nimmt
nan auf eine Tasse Wasser einen Theelöffel voll und läßt dies
eine halbe Stunde kochen. Dann gießt man ihn durch ein Sieb
und schüttet etwas Zucker und Milch daran, wie in den Kaffe.

Debot in St. Inagbert bei Herrn Jean Veters.

Keine Serien! Fortlaufende Nummeru!
Bad.-Rissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mtk. 45,000.
2mal M. 12,000.3 3mal M. 6000.; 4mal A. 4000 6mal
A. 3000 ꝛc.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,000.
diehung 24. Tebruar 1880. hæ
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Fraua Moll und J. Friedrich.

Die ausserordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat
aine ebenso grosse ZDahl ahnlicher Präparate als Nachahmer
hervorgerufen, welche sich nicht enthlödé«n Verpackung, Farbe
und Ptikette in tauschender Weise herzustellen. Die Paqueto
des àchten Stollwerck'schen Fabrikates tragen den vollen Na-
men des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstelleu
durch ausgelegte Firmea-Schilder.

— 7 —
erzog Braunsohweigisoho
andos-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselde befteht aus B4, 000 Original:Loosen und
ASs, O00 Gewinnen:

Haupt*v. 450. 000 5aupttreffet à 12,000
300 000, d
50,000, 3000,
6,000, 3000,
099 00
900
2900,
3000.
900
500

3
1
0
o
2,000,
F 183,000,
Neicks⸗Marh u. j. w.
Die eiste Ziehung findet statt
am 15. und 16. Zanrar 1880,
n welcher ich Driginal⸗Loose
Ganxe IIaibe Viertel —XXX
16 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
zegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß verjende.
Jeder Speeler ⸗rhält die Gewinnliften 4
—A
Obereinnehmer der Braunschw. Landes Lotterie
in Rrnnunagehweoig.
— — —777
— — — —
Drud und Verlag von F. X. Demezß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntageblatt“ Nr. 2.
        <pb n="27" />
        St. AIngberker Anzeiger.
Ter St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wochentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erischeint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementépreis betragt vierieljahrlich

40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 8, einschließlich 4a0 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A vpro Zeile berechnet.
As8.

Dienstag den 13. Januar

1880.

Deutsches Reich.

Muͤnchen. Der Eisenbahnausschuß beschloß mit allen Stim⸗
nen gegen die von v. Schloͤr und Zach, dem Plenum vorzuschlagen,
das Eisenbahngesetz in der neuen Fassung der Reichsrathskammer
anzunehmen. Das pfälzische Eisenbahngesetz wurde einstimmig an⸗
jenommen.

Die bayerische Abgeordnetenkammer befaßte sich in ihren Sitz-
ungen vom Freitag, Samstag und Montag mit der Berathung
des Budgeis des Ministeriums für Kirchen⸗ und Schulangelegen⸗
heiten. Nach Schluß der Generaldiskussion wurden die Positionen,
die der Spezialdebatte unterstellt waren, nach den Ausschußanträgen
ingenommen.

Berlin. Wie mitgetheilt wird, erfolgte am 18. December
gleichzeitig mit der Bestätigung des freisprechenden Urtheils des
Zrafen Nonts in Sachen des „Großer Kurfürst“ ein kaiserlicher
ẽrlaß an das gesammte Officiercorps der Marine. Der Erlaß er—
nahnt, allen Hader zu vergessen und unter Würdigung der Ver—
zienste, welche sich die jetzt leitende Spitze (General von Stosch)
xworben habe, durch erhoöͤhte Leistungen die Scharte auszuwetzen.

Die Berufung des Reichstags ist, wie die „Nat.⸗Lib
Forr.“ hört, für die erste oder zweite Februarwoche mit Sicherheit
ut erwarten.

Der Jahreswechsel, welcher dem dentschen Reiche die verhäng—
uißvolle Gabe der Getreidezölle bescheert hat, ist im Getreidegeschäft
nit einem merkbaren Rückgang der Getreidepreise zusammen ge—
roffen. An allen großen Getreidebörsen Europas ist unter dem
Finflusse des fast überall eingetretenen Thauwetters Getreide, ins⸗
hesondere Weizen und Roggen, in den ersten Tagen des neuen
Jahres gesunken. Auch die meisten deutschen Börsen haben sich
dieser Bewegung nicht entziehen können.

Ausland.

Eine französische Commission, welche den Auftrag hat,
das Project einer Eisenbahn durch die Wüste Sahara zu studiren,
jat Paris verlassen und begibt sich nach Afrika, um die nöthigen
Frhebungen an Ort und Stelle vorzunehmen.

— Vor einigen Wochen verschwanden aus Niederwürzbach
ein verheiratheter Mann und eine verheirathete Frai. Der Mann
ließ seine Frau mit 3 Kindern, die Frau ihren Mann mit einem
inde sitzen. Obschon allgemein angenommen wurde, daß dies
aubere Paar nach dem gelobten Lande Amerika sich begeben habe,
o war darüber doch noch keine Gewißheit vorhanden. Dieselbe
ollte aber bald werden. Vor ungefähr 8 Tagen kam ein Brief
nach Niederwürzbach, worin mitgetheilt wurde, daß ein um dieselbe
Zeit ebenfalls nach Amerika ausgewanderter Einwohner von dort
-Schiffbruch gelitten hatte von einem andern Schiffe aufgenommen
worden war. Nicht wenig war derselbe erstaunt, auf diesem Schiffe
dandsleute zu finden, und zwar den ehebrecherischen Mann und die
dito Frau aus seiner Heimathsgemeinde. Möge diese Sippschaft
in der neuen Welt den verdienten Lohn finden! (Zw. Zig.)

* Zweibrücken hat im Jahre 1880 durch Gemeindeumlage
18,000 M. (800 M. weniger als im vorigen Jahre) aufzubringen.
Die städtischen Schulden betragen 302,880 M. Für die Versorg⸗
uing der Armen werden daselbst relativ enorme Summen aufge⸗
wendet. Was das Spital, die städtische Armenpflege, der Frauen⸗
berein, der St. Johannisverein ꝛc. zu gedachtem Zwecke jährlich
aufwenden, ergiebt eine Gesammtsumme von rund 40,000 M.
Moöglich ist dieses nur dadurch, daß die betreff. Institute reich
dotirt sind.

* Nach der „Pf. Volksztg.“ soll in Bierbach vor einigen
Tagen ein Kind erfroren sein.

* In Steinwenden fand in der Nacht vom 8. Januar
ine 80jährige ledige Frauensperson durch Verbrennen den Tod.
Wahrscheinlich fingen ihre Kleider, während sie neben ihrem Ofen,
in dem es noch brannte, eingeschlafen war, Feuer.

In Albersweiler sind die Blattern ausgebrochen.

fLudwigshafen, 10. Jan. In ihrer Art neu ist
die beabsichtigte allgemeine deutsche Patent- und Musterschutz- Aus—
tellung in Frankfurt a. M., welche für die Zeit vom Mai bis
October 1881 daselbst in Aussicht genommen ist. Zweifellos wird
die Zusammenstellung von Gegenständen des Patent- und Muster⸗
schutzes sowohl den Gewerbetreibenden wie den Erfindern bezw.
Patentbesitzern von großem Interesse sein, da sie Vergleiche ge⸗
tattet, Neues oder bisher Unbeachtetes vorführt und zu eigenem
Denken und Hervorbringen neuer Ideen, Constructionen und Ver⸗
jahrungsweisen aneifert. Wir glauben daher die Patentinhaber
der Pfalz aufmuntern zu sollen, die fragliche Ausstellung zu be⸗
ichicken, zu welchem Zweck sie sich bis zum 1. Februar ds. Is.
unächst provisorisch bei Herrn Dr. Dronke in Frankfurt a. M.
inmelden zu wollen. (Mittheilung des Secretariats der Pfälz.
Handels⸗ und Gewerbekammer.)

F Speyer. Die Reuwahl, welcher sich Landgerichtsdirector
Reiffel vor seinem Eintritt in die Abgeordnetenkammer zu unter⸗
ziehen hat, ist auf Montag den 19. Januar. Vormittags 10 Uhr
inberaumt.

eGestern Morgen 72 Uhr starb zu Speyer Domcapitu⸗
sar Dr. Wilhelm Molitor. Derselbe war geboren am 24. Au⸗
qust 1819 zu Zweibrücken, stiudirte erst Jurisprudenz und trat
elbst in die juristische Praris, wandte sich aber 1849 der Theolo⸗
zie zu, erhielt 1851 die Priesterweihe und kam dann in das
Speyerer Domkapitel, dem er bis zu seinem Tode angehörte.
1868 wurde er zu den Vorarbeiten für das Vatikanische Conzi!
iach Rom berufen. 1876 in die bayerische Abgeordnetenkammer
zewählt, legte er 1877 sein Mandat freiwillig niedet. Molitor
hat sich auf verschiedenen Gebieten der Literatur bekannt gemacht.

F Aus Saarburg erhält die „Lothr. Ztg.“ die Nachricht,
daß am Morgen des 8. Januar beim Bahnhof Rieding der Per⸗
onenzug 71, in Folge falscher Weichenstellung, auf den Rangirzug
zefahren ist. Außer einer bedeutenden Material⸗Beschädigung wur⸗
den drei Personen schwer, zahlreiche andere leicht verletzt.

4 Metz, 10. Jan. Heute Vormittag wurden wieder fünf
in der Umgegend erlegte Woͤlfe hier eingebracht.

4 Mannheim. Den Umfang des hiefigen Getreidehandels
beleuchtet die Thatsache, daß 1879 im hiesigen Hafen 3, 600,999
Centner Getteide ausgeladen wurden.

Vermiischtes.

*St. Ingbert, 183. Jan. Bei der gestern stattgehabten
Versteigerung des Rosenthal'schen Bierbrauereianwesens kam dieses
um die Summe von 27,400 Mt. in den Besitz des Herrn Rückert
aus Mainz (Schwiegervater des Hrn. Rosenthal). Es wurden nur
wenige Gebote gemacht. Erwähnenswerth ist, daß Hr. Rosenthal
dasselbe Objekt im Oktober 1876 um etwa 45,000 Ml. ersteigerte,
mit den Ausgaben für nothwendige Reparaturen und Neuan—
chaffungen sicherlich das Doppelte der gestern dafür erlösten
Summe.

*Sit. Ingbert. Am Sonntag herrschte an und auf
dem Niederwürzbacher Weiher ein munteres Leben und Treiben.
Von Zweibrücken, von Blieskastel und hier hatte sich eine Anzahl
Damen und Herren daselbst eingefunden, um die Freude des
Schlittschuhlaufens zu genießen. Stundenlang tummelte sich eine
rohliche Schaar auf der glatten Eisbahn.

Als vergangene Woche an einem Vormittage ein Zug der
St. Johann⸗St. Ingberter Bahn in der Nähe des Ortes Rentrisch
juhr, standen auf dem Fahrgeleise zwei Rehe. Das Zugpersonal
exwartete, dieselben würden durch das Geräusch der Lokomotive und
Wagen verscheucht werden; das war indessen nicht der Fall, und
o wurden beide Thiere von den Rädern erfaßt und sofort getödtet
Beide, im Ganzen nicht so zerfleischt und verletzt, das sie unbrauch⸗
har geworden wären, wurden an den Besitzer des betreffenden
Jagdreviers, Müller Groß in Scheidt, abgeliefert.

fF Die Altersrenten⸗Kapitalversicherung der „Kaiser
Wilhelmsspende“, die seit dem 15. Dez. v. J. eroöffnet worden ist
indet eine sehr bedeutende Betheiligung. Es sind in dieser kurzen
Zeit schon 30 Urkunden ausgesetzt und über 600 Einlagen à 5 Mt
gjemacht worden. Als Nebenstellen, bei denen Einzahlungen siatt
inden können, sind in Aussicht genommen Stadt⸗ und Sparkassen
dandrathsämter, kommunalständische Kassen, Eisenbahnverwaltungen
großindustrielle u. s. w.
        <pb n="28" />
        oll BUkten huaul ver Burgermeister fur den Umsang der
Stadtgemeinde folgende zeitgemäße, Nachahmung verdienende Ver—
ordnung erlassen: 1) Allen Personen, die das 16. Lebensjahr noch
nicht vollendet haben, ist es verboten, auf öffentlichen Straßen und
Plätzen, sowie an sonstigen öffentlichen Orten, namenilich auch in
öffentlichen Restaurationen und Vergnügungslokalen resp. -Gärten
Tabak zu rauchen. 2) Zuwiederhandelnde werden mit 1 bis 9
Mark Geldbuße, für den Fall des Unvermögens mit Gefängniß
bestraft.

In Bromberg starb vor einigen Tagen der Schuh⸗
machermeister Val. Zurkiewitz in dem hohen Alter von 112 Jahren.
FSchwetz. Dem „Westpr. Volksbl.“ schreibt man von
hier: Am letzten Sonntag ereignete sich folgender traurige Vorfall.
—
—X0
nachträglich heraus und in Folge dessen hatte sich der Ehemann
am Sonntag betrunken. Als er nach Hause kam, nahm er eine
Art und spaältete seiner Frau den Kopf: dieselbe starb sofort. Als

Grund des Mordes gab der Mann der seiner Festnahme an, daß
er mit einer Spitzbübin nicht zusammenleben wollte.

7 Brüssel. Ueber ein Eisenbahnunglück auf der Station
Lembecq lautet die amtliche Bekanntmachung: „Der von Calais
kommende Expreßzug stieß gestern (4. d.) Abends 8 Uhr auf einen
Güterzug. Der Maschinist wurde getödtet, drei Schaffner und ein
Reisender sind leicht verletzt.“

F Zur Warmung. Eine junge englische Dame, die in Dinan
Frankreich) wohnte, reinigte neulich ihre Handschuhe mit Petrolenm
yder Benzin. Sie zog sie hierauf an und hielt die eine Hand an
eine Flamme, um ein Stückchen Faden an dem Handschuh abzu—
brennen. Die Flamme ergriff sogleich die Hand, sie wolite sie in
tinktiv mit der andern löschen; die Folge war, daß beide Hände
o verbrannten, daß die junge Dame an den Verletzungen
terben mußte.

Für die Nedaction verantwortlich: F. X. Demeß.
—21

2
Kölner Loose
àa Mark 3.50 bei
G. Seibel.
Wohnungs⸗
Vermiethung.
Im obern Stocke des Woll'⸗
schen Hauses in der Oberstadt
sind drei Zimmer und Küuche,
sowie Speicher, Keller und Gar⸗
ken vom 1. Februar an zu ver—⸗
miethen. Näheres bei
—

2
Gehör—
Del
anempfohlen und mit brillantem
Erfolg in Anwendung gezogen
vomn Over⸗-Stabsarzt Dr.
Sclmücht heilt jede Taubheit,
wenn sie nicht ange boren (Schwer⸗
hyörigk.it, Ohrensausen sofort be⸗
eitigt). Preis pr. Flasche nebst
Bebrauchsanweisung8 M. 50 Pj.
Gegen Einsendung von 4
Mi. 20 Pf. per Postau⸗
weisung wird das Gehör⸗
Oel franco und sieuerfrei zu⸗

gesendet.

Die öffentlichen Anerkennungen
Derer, welche durch Ober⸗Stabs⸗
arzt Dr. ShiId Ge—⸗
hör-Oel (dieses ausgezeichneten
Gehörmittels) ihr gutes Gehör,
theilweise nach Jahre langer, ofl
totaler Taubheit wieder erlangt
haben, mehren sich mit jedem
Tag!!!
Central⸗Depoi b. TI. IAcohi.

Hamburg.
—Azgrr

Todes⸗Anzeige.
Werthen Freunden, Bekannten und Verwandten die p
betrübende Nachricht, daß unsere innigst geliebte Gattin,“
Mutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante ⸗
Elisabetha Woll geb. Weis
im 44. Lebensjahre heute Morgen 4 Uhr nach längerem
Leiden in ein besseres Jenseits abberufen wurde.
Um stille Theilnahme bitten
St. Ingbert, 13. Januar 1880.
Die tieftrauernde Familie.
Die Beerdigung findet Tonneritag Morgen um
1310 Uhr statt.

1

l
1
1

Morgen Abend Muwoch
7 Uhr:

Wurstsuppe
mit Pilsener Bier der Hrn.
Gebr. Becker, bei

8. Schmitt Wwe.

Signirzettel
billiast be F. X. Demesß.

———
M. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

St. Aohounn. Sulzbachstraße 133.

HUusik

Véroin.
Montag den 19. Jannar Abends 8 Uhr bei Oberhauser:
General-Versammlung.
Tagesordnung:
1) Ballotage;
2) Rechnungsablage;
3) Budget pro 1880;
1) Neuwahl.
Der Vorstand.

OODODOOODOODO..
Herzogl Braunsobweigisoho
andos-Lottorieé,
vom Staaite genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 34, 000 Original-Loosen un
A8S,000 Gewinnen:
Haupttreffer eb. 4850. 000 1 haupitreffet d 12 000
300 000, 2 10. 000
150,000, 8000
20,000, 30900
990. 000
9o. 900
00
32090

000

200

Im Verlage vor C. Brügel K Sohnin Ausbas
ist soeben etichteren und duich alle Buchhandlungen zu bezi hen:
— — a
Statistisches Ortssexikon
des Königreichs Bayern.
Herausgegeben nach den zuverlässigsten Quellen und amilichen Mittheil
ungen der k. Post- und Eisenbahnbehörden sowie nach Maßgabe der bom
1. Oktober 1879 und bezw. J. Januar 1880 bestehenden neuen Gerichts
und Amtsbezirke ꝛc. ꝛc. von
V. Grübel, kgl. Reg.⸗Registrator.
Volltänd'g in 15 vieserungen (60 Boaen) à Heft 80 Pfenniqe
Bis 1tzt sind 7 Heste erschienen.

4
—
u r

Deeses neue Lex kon üderragt alle besherigen ähnlichen
Werke. Es bringt im J. Trell die Eitzeilung des Ködnnigreich?
Bayern nach Stellen. Behödeue und Amessptengeln ꝛc. — Der
II. Theil entihält alle Orte Bayerus — von der Eindda
»us zur Haup'stadt — in ca. A6, 000 Ortsnamen und
»ezeichnet die Einwohnerzahl, den e nschlägigen Regierungsb⸗zirl
uind Gemeindeverband, das zustandige Amisgericht und Bezirks
imt, den Postdestellbezirh, sowie die nächste Eisenbahn
station, mit welcher der betressende Ort in Verdindung siehi,
— ein Rachwens, der in keinem ähnlichen Werle bisher su—
finden war. — Das neue Lerkon wird deßhalb nicht nur fü
alle amtlichen Bureaux, sondern hauptsächlich in hervorragender!
Weise für alle Geschafts- und Handlungéhäuser als ein unent
vehrliches Nachschlagebuch sich erweisen. Die Anschaffung des
Werkes aus der Gemeindekasie ist gestattet.

0
0
20,200,
18,000,
Neichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet ftatt
am 15. und 16. Znnnar 1880,
— VXO,———rdr———, ————————⏑ —7— G——
u welcher ich Original-Koose
Ganze Halbe WViertel Achtel
160 Mark 8 Mark 4 Mark 2 Mark
zegen Einsendung des Betroges oder Postvorschuß verjende.
Jeder Spi i eegtis!
us
Aeanunvm Landes Lotterie

Oruckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angeferligt in der
— J. A. Demetz'schen Buch⸗ und Steindruderei.
Truck und Verlag von F. X. Demezß in St. Ingbert.

—

d
        <pb n="29" />
        pν
5288
—J—
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218 532
2 82
28 25 —E * 5
24 5 * 8282
—558 57 — 3335
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*x5555 57582 F 2 8 555 25
253 * 5 3353 *
A S A— 5 25
35 —— 8 7 55 2588 8
— 5* ẽ 28 2235 353 2*3
55 * 8 — *58 —— z5*
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5858 — 8 — —* 2 —— 53 — 55 55 88
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258.8 s 8 2 AS5 S —A— *3 —⸗— —
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—— 885 53 — 3c8 — 54 —— 8 83
2 38 ẽ * —* * 22 *
—— 588 — 988 25 7 53383 ———
—— 3 538 J — 5. . J————
—— * S —— 8353 5
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152 5 3*328 33538 5283* ẽ 55
—A 2 5 X —— * * 538 3 —— — 2* 2
3583 8* 285 8 * 8 * 8 32 T 2 *—125 1 — 28
8* 222 5 25337 s 2335 — 3333
2888 32 ẽ * —— 8535 85557 — 3 —
553 5835 35 5388 52523 8 * *— 353*238 3
2 E— 5 25838 8 38 —5 325 s825* ———— 55
2 2* * * 575 30 8
7 3888 F * 533 —A 2555 * —557 2538 —
212 288 8 777 23 52 238 —* 235 4 58 —— 5*
8 —338 335388 5 ————— 3 53858
— 32 58 2558 O * 2 —8 8
—— — — z ———— 745 3353338
8 —— 5 *5 2238 5588 — *3 — —ãA
32 5 — —* — 257 25 * 525* 3333345 * —
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— — 8 2 8 D 7
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint woͤchentlich pDiermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis deträgt vierieljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 , einschlietßlich 40 Zustell gebühr. Auzeigen werden mit 10 S, von Auswärtt
mit 13 — fur die viergeipaltene Zeile Blatischrist oder deren RNaum, Neclamen mit 80 — vro Zeile berechnet.
M 9. Donnerstag den 15. Januar

18sq.

Deutsches Reich.

Mäunchen, 13. Jan. Am kgl. Verwaltungsgerichtshof,
und zwar im ersten Senat desselben unter Vorsitz des Präsidenten
p. Feder, kam heute zum ersten Mal eine Beschwerde aus der
Pfalz zur Verhandlung, nämlich die Beschwerde, welche der
GGastwirih F. Braun in Wolfftein, Bezirksamt Kusel, gegen die
Enischließkung der Kreisregierung der Pfalz vom 5. September
1879, betreffend die bei dem Anwesen des Braun in Wolfstein
abzweigende, gegen die Obergasse führende Passage. Braun be⸗
chwerte sich deshalb, weil die Kreisregierung, ebenso wie die erste
Juͤstanz (des Bezirksamts) ausgesprochen hatte, daß die fragliche
Passage ein öffentlicher Weg, nicht aber, wie Braun behauptet, ein
„rivater sei. Der Beschwerdeführer war in heutiger Sitzung durch
hen Anwalt Rüdiger von Kaiserslautern, der Gemeinderath von
Wolfstein durch den Anwalt Louis von hier vertreten; beide plä—
zirten in sehr eingehender und gründlicher Weise. Oberstaatsan⸗
walt Haud beantragte, die Beschwerde als unbegründet zu ver—
verfen. Die Verkündung des Urtheils des Gerichtshofes wurde
auf nächsten Dienstag vertagt.

Die Abgeordnetenkammer lehnte mit allen Stimmen der rechten
Seite des Hauses gegen die Stimmen der lieberalen Partei den
Zuschuß zur Jubelfeier der Universität Würzburg (die Regierung
derlangte zu diesem Zwecke 20,000 M.) nach dreistündiger leb⸗
hafter Debatte ab. In der Sitzung vom Dienstag verlas Abg.
Schels eine Interpellation, durch welche er Auskunft darüber be—
zehrt, warum das Gesetz über die provisorische Steuererhebung noch
iicht publizirt sei, und welche Hindernisse der Publikation noch im
Wege stehen. Bei der Fortsetzung der Kultusetatsberathung wurde
zer Ausschußantrag, betr. die Aufhebung des Lyzeums in Speyer
don Ostern ab, angenommen.

Der 13. Januar bildete in dem 700sten Gedenkjahr der
wittelsbachischen Herrschaft über Bayern bereits ein be⸗
sonderes Dalum. Am 13. Januar 1180 wurde und zwar auf
etzt bayerischem Gebiet zu Würzburg Heinrich der Löwe von Kaiser
Friedrich J. seiner beiden Herzogthümer Bayern und Sachsen ent⸗
etzt. Die in demselben Jahre erfolgte Einsetzung des Hauses
Wittelsbach auf den bayerischen Herzogstuhl bildet dann das eigent⸗
ich historisch wichtige Datum, von dem ab die Geschicke Bayerns
mit denjenigen des genannten erlauchten Hauses 7 Jahrhunderte
unzertrennlich verbunden geblieben sind.

Nach der „Kreuzztg.“ beabsichtigt der Reichskanzler, beim
Bundesrathe und Reichstage eine Erhöhung der Besoldung des
Staatssecretärs des auswärtigen Amtes zu beantragen. Bisher
dezog der Staatssecretär ein Gehalt von 388.000 Mark; dasselbe
oll auf 60,000 Mark gebracht werden. Dabei herrscht Not hstand
in den verschiedenen Gegenden des deutschen Reiches!

Ausland.

Gambetta wurde wieder zum Präsidenten der französischen
dammer gewählt.

Der neue französische Kriegsminister General Farre hat das
Beispiel seines Collegen Finanzministers befolgt und einstweilen mit
einem Schlag die sämmtlichen Directoren im Kriegsministerium
hrer Stellen enthoben, um sie durch andere Männer zu ersetzen,
deren Republikanismus ihm verlässiger dünkt. Auch in der Prä⸗
fectutverwaltung treten bedeutende Veränderungen ein; dieselben
detreffen 17 Präfecten, 50 Unterpräfecten und 64 Präfecturräthe.

Der Kampf zwischen Montenegro und der albanesischen
Liga scheint sich allen Anzeichen nach zu einem sehr blutigen zu
gestalten. Der Fürst von Montenegro hat die Vertreter der Groß⸗
mächte von seinem Entschlusse in Kenntniß gesetzt, mit Aufbietung
aller seiner Kräfte sich Genugthuung für die Gebietsverletzung durch
die Albanesen zu verschaffen. Und diese sind ihrerseits entschlossen,
mit ihrer ganzen waffenfähigen Mannschaft den Kampf gegen ihre
oerhaßten Nachbarn aufzunehmen.

An der Goldküste von Afrika haben die Engländer von den
»ortigen Negerhäuptlingen neue, nicht unbedeutende Gebiete erwor⸗

zen, die für ihren Handel von um so größerer Vedennn sind al3

sie an der See liegen. So dehnt sich der schon gegenwärtig un⸗
geheure englische Besitz an Lolonien immer mehr aus.
Vermiischtes.

* St. Ingbert, 14. Jan. In heutiger Schöffen-
zitz ung kamen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) Drei Per⸗
onen von Dampflor erhielten wegen Hausirhandels mit Holz⸗
vaaren ohne Patent je 18 Mk. Geldstrafe. — 2) Sechs fremde
dandwerksburschen erhielten wegen Bettelns Haftstrafen von 1-3
Tagen. — 3) Zwei weitere Handwerksburschen erhielten wegen
dandstreicherei und Bettelns 29 und bezw. 60 Tage Haft und
vurden der Landespolizeibehörde überwiesen. — 4) Ein weiterer
dandwerksbursche erhielt wegen Sachbeschädigung 8 Tage Gefäng-
uiß (Er hatte einem in betrunkenem Zustande wegen Wiedersetzlich⸗
eüen geschlossenen Kameraden die Schließlette resp. das Schloß
erbrochen) und wegen Bettelns 8 Tage Haft. — 5) Weiter wurde
in Handwerksbursche ˖ wegen groben Unfugs zu 21 Tagen und
vegen Bettelns zu 8 Tagen Haft verurtheilt. (Eine schöne
Follection von Lumpen war, welche die Gendarmerie aufgegriffen und
vorgeführt hatte und ist nur zu wünschen, daß sie so fortfährt,
»amit endlich dem überhandnehmenden Häuserbettel gesteuert wird.)
— 6) Gegen einen Bürger von hier wurde das Verfahren wegen
Berkehrsstörung ausgesetzt, zur Führung des Entlastungsbeweises. —
7) Behufs Vorführung des nicht erschienenen Angeklagten wurde
ine Sache wegen Diebstahls ausgesetzt.

Zur Schöffensitzung am 21, Januar haben als Schöffen
u erscheinen die Herren: Oskar Kiefer, Hüttenbeamter zu St.
Ingbert, Jacob Schmitt, Schreiner zu Ensheim.

* St. Ingbert, 14. Januar. Die am 12 djss. durch Herr
Rückert aus Mainz ersteigerte Bierbrauerei St. Ingbert, ging heute
zurch Kauf an die Herren Gebr. Beder hier um denselben
Zteigpreis von 27, 400 Mt. übert.

* Die Kälte ist seit einigen Tagen wieder im Zunehmen
egriffen. Nach Professor Klinkerfueß in Göttingen, der schon
eit längerer Zeit vom wissenschaftlichen Standpunkte aus Wetter⸗
xrognosen stellt, haben wir eine neue Frostperiode zu erwarien.
Wünschen wir, daß der Weiterprophet diesmal unrecht behält und
vir vor einer Wiederkehr der sibirischen Temperatur des vorigen
Monats bewahrt bleiben.

Wegen des bekannten Einöder Neujahrsscandals waren
wei Fabrikarbeiter verhaftet, von denen jetzt einer eingesteht, den
»ödtlichen Stich geführt zu haben, so daß die Entlassung des Andern
uus der Haft entweder schon erfolgt ist oder doch bevorstehen dürfte.

In Ruppertsweiler brannte am Abend des 11. Januar
ein Wohnhaus mit Stallung nieder, wobei fünf Stücke Rindvieh
imkamen. Im Orte ist keine Feuerspritze.

*In Katzweiler brannten in der Nacht von Samstag auf
Sonntag vier Häuser nieder.

* Gestorben: in Waldmohr am 13. Januar der dortige,
auch in weiteren Kreisen bekannte Steuer- und Gemeinde⸗Einnehmer
Johann Bergmann.

Neustadt. F. Heckel und O. Ottimann dahier haben
ein Patent auf einen Apparat zur Darstellung von Leuchtgas er⸗
halten.

— Wie seiner Zeit mitgetheill, wurden mehrere Personen von
Diedesfeld, Maikammer und Edesheim, wegen Spielens mit Kar⸗
en, die noch den bayerischen Stempel trugen, zu Geldstrafen ver⸗
artheilt. Aus bester Quelle wird der „Gegenwart“ mitgetheilt,
daß jene Strafen auf dem Gnadenweg erlassen worden sind. (Man
ündige aber nicht darauf. Die Nachsicht wurde geübt, weil da⸗
nals der neue Kartenstempel noch nicht lange eingeführt war.

Frankenthal. J. Göhring dahier hat ein Patent
auf Neuerungen in der Construction von Dampfkesseln mit ranch⸗
derzehrender Feucrung erhalten.

4 Speyer. Die Schiffbrücke bei Maxau ist wieder aufge—
ahren, der Verkehr dort wieder frei. Die Herstellung der hiesigen
Zchiffbrücde verzögert sich noch. Auch die Fähre bei Rheinhausen
st wieder im Gang, was fur die hiesigen Markt- und Geschäfts⸗
derhältnisse immerhin beachtenswerth ist.

J ZDearl. J“ Idet, ist an Samstang Abend in
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        Saarlouis ein Mann verhaftet worden, welcher im Verdachte
steht, das Halberger Schloß vorsätzlich in Brand gesteckt
zu haben. Der Verhaftete ist dem Untersuchungsgericht in Saar—
brücken bereits zugeführt worden.

* Die Kanalisirung des Mains vou Frankfurt bis zum
Rhein ist von der preußischen Regierung in Aussicht ge—
nommen. Die Kosten sind auf 412 Million Mark veranschlagt.

Der Gesammtertrag der letzten Tabakernte beläuft sich in
der Gemeinde Eppstein auf 513 Centner, wofür 20,000 M. er⸗
lösst wurden. — Für Zwiebeln werden heute 10 M. per Ctr. gezahlt.

F Aus Württemberg wird unterm 10. Januar berichtet:
Vorgestern wurde in Spiegelberg, bei Backnang, ein 70jä hriger
gebrechlicher Greis erschlagen in seinem Bett gefunden. Am selben
Tag wurde als der That dringend verdächtig der Schwiegersohn,
und am darauffolgenden die eigene Tochter des Getödteten in Haft
Den Das wäre nun in unserem kleinen Land binnen wenigen

ochen die fünfte in einer Reihe von Blutthaten, denen im Ganzen
neun Menschenleben zum Opfer fielen, ungerechnet die beiden stinder
des Waibel in Stuttgart, die heute noch mit dem Tode ringen,
und wenn sie je mit dem Leben davon kommen, voraussichtlich
einem dauernden und schweren Siechthum verfallen. Vier von
diesen fünf Verbrechen sind begangen an den nächsten Verwandten,
bezw. an Wohlthätern, und das fünfte an einem wehrlosen Weib,
das seine Ehre gegen einen rohen Wüstling vertheidigte. Man
wird weit zurückgehen müssen, um eine ähnliche Periode von Ver—⸗

bhrechen in der Geschichte unseres Landes zu finden.
In Rußland beainnt der Nihilismus, respektive So—

zialismus sich zu verwirklichen. Aus dem Bezirk Perejaslaw, im
Bouvernement Poltawa, wird der Russischen Korrespondenz zufolge
dem offiziellen „Kijewlianin“ vom 4. d. geschrieben, daß die
Bauern der dortigen Dörfer Iwanowka, Senkowka und Morosowka
Ale zu den Gemeinden und den Gutsbesitzern derselben gehörenden
Grund- und Ackerstücke, Wiesen, Wälder und so weiter in ganz
zleiche Theile zertheilt und diese dann an sämmtliche Insassen der
jenannten drei Dörfer ganz gleichmäßig vertheilt haben. Alle Pro—⸗
beste, Drohungen, Strafen u. dgl. von Seiten der Gutsbesitzer und
Behörden halfen nichts, die Bauern blieben bei den von denselben
hereits gefaßten und von deren Richtern amtlich bestätigten Be—
chlüssen und führten den vollständigsten Kommunismus in —R
auf die un beweglichen Güter ein. Diesem Beispiele wollen nun
die Dörfer Liubarzy, Potoki und viele andere im Goubernement
Poltawa folgen. In Anbetracht dessen befindet sich die russische
Regierung in der unangenehmsten Situation. Die Bauern der
»bbezeichneten Dörfer erklürten, „eher unter den Kugeln der Sol—
daten sterben, als den Grund den Gutsbesitzern wieder herausgeben
zu wollen“.

F Der Niagarafall in Amerika ist jetzt zum ersten Mal in
den Dienst der Industrie gepreßt worden, ind zwar durch Anlage
einer großen Mahlmühle. Wahrscheinlicherweise wird dies der Kein
jein, um den sich nach und nach ein großer neuer Mahlmühlen
district, wenn nicht auch andere Industrieen, formiren werden.
— — —
Fiülr die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
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Aufforderung.
Militär-Ersatzgeschäft für das Jahr 1880 betr.

Alle im hiesigen Bürgermeistereibezirke befindlichen Militär⸗

pflichtigen, welche in der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember
1860 geboren sind, sowie die Militärpflichtigen früherer Alters—
llassen, über deren Dienstpflicht noch nicht bestimmt entschieden ist,
werden hiermit aufgefordert, sich zur Stammrolle in der hiefür
festgesetzten Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1880 auf dem
hiesigen Bürgermeisteramtslokale entweder persönlich anzumelden
oder im Falle der Abwesenheit durch die Eltern oder Vormunder ⁊c.
sich anmelden zu lassen, wobei bemerkt wird, daß don aus—
wärts geborenen Militärpflichtigen der diesjährigen Alters⸗
klasse der Geburtsschein und von Militärpflichtigen früherer
Altersklassen der Loosungsschein bei der Meldung abgegeben wer
den muß.

Die zum einj.-«freiw. Dienste berechtigten Militärpflichtigen
der Altersklasse 1860 haben bei der Ersatz-Kommission ihres Ge⸗
stellungsortes schriftlich oder mündlich unter Vorzeigung ihres Be⸗
rechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu be⸗
antragen, welche ihnen alsdann bis zum 1. Oktober des 4. Mili—
tärpflichtjahres bewilligt wird, durch welche Zurückstellung jedoch
der etwa beabsichtigte frühere Dienstantritt nicht ausgeschlossen ist.

Diejenigen aus der Altersklasse 1860, welche zum einj.⸗freiw.
Dienste zugelassen werden wollen und sich noch nicht im Besie
eines Berechtigungsscheines befinden, haben sich längstens bis
zum 1. Februar bei der k. Prüfungs-Commission anzumelden.

Refervisten, Landwehrmänner und Ersattreser⸗
visten 1. Kl., welche wegen häuslicher oder bürgerlicher Ver—
hältnisse für den Fall einer Mobilmachung und etwa nothwendiz
werdenden außerordentlichen Verstärkung des Heeres hinter den
letzten Jahrgang der Reserve und Landwehr zurückgestellt sein
wollen, haben ihre Gesuche bei Vermeidung der Nichtberüchsichtigung
in dem obenangeführten Meldetermine hierorts einzureichen.

St. Inabert, den 13. Januar 1880.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Holzversteigerung
aus Staatswaldungen des
kgl. Forstreviers St. Ingbert.

Spielwerke
4-200 Stücke spielend; mit
oder ohne Expreffion, Mando—
line, Trommel, Glocken, Castag ⸗
netten, Himmelsstimmen, Har⸗
fenjpiel ꝛc.

——AA
Spieldosen
2 bis 16 Stücke spielend; fer⸗
ner Neceffaires, Cigarrenstaͤnder,
Schweizerhäuschen, Photogra
phiealbums, Schrei bzeuge, Hand⸗
schuhkasten, Briefbeschwerer, Blu⸗
menvasen, Cigarren⸗Etuis, Ta⸗
balsdosen, Arbeitstische, Flaschen,
Biergläser, Portemonaies Stuͤhle
rc., alles mit Musik. Stes das
Neueste und Vorzüglichste em⸗
vfiehlt

J. H. Heller, Bern.

Nir direlter Bezug

garantirt Aechtheit; fremdes Fa⸗
brikat ist jedes Werk, das nicht
meinen Ramen trägt. Fabrik
m eigenen Hause.

—XRC
2quo] uꝛiusnacq; anug bunj
⸗noqaogz ant ↄVupast siv juac
s1q aꝛquiↄaoꝛq; uioa uoꝝa⸗ↄaijd ↄ
uog uaoaugz urq azun üodmn
æuioj äα OοοoG uoa adbalↄg
uit 2110865 usuohp aꝛq 00l

Montag, den 26. Januar
1880, Vormittags 10 Uhr im
Saale des Herrn Oberhauser
zu St. Ingbert.

Schlag: Rehthal, Pracht u. Platte.
12 eichen Stämme 3.—5. Cl.;
277 buchen 2.u. 3. Cl.;

3 ahorn und aspen Stämme

2. Cl.;
44 eichen und ahorn Wagner⸗

stangen 1. u. 2. ECl.:
19 Ster buchen Misselholz
2. Cl.;

6 Ster eichen Zaunprügel

418, buchen Scheitholz J.
u. 2. Cl.;

9 „eichen Scheitholz kerg.;
207 , buchen Astprügel;
2211, „Krappen;

36 Klotzholz.

St. Ingbert, 14. Jan. 1880.

Fuchs,
k. Moen?ornermeser.
Der untere Stock meines
Hauses mit 3 Zimmer und eine
Küche ist bis 1. April bezieh—
bar, zu vermiethen.

Auch sind daselbst 4 Centner
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sowie ein Handwägelchen
zu verkaufen.

Frau Wwe. Schwarz,
Kobronstraße.

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Nsow. sonst. Blasenl. heile unler
bGarantie für immer bei jedem
Alter. Erfrorene Glieder
seder Art in 2 Tagen. Rosien gering.
Armen gratis. Näheres, Proipect ü.

geugnisse F. O. Raucr.
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dieses Blattes

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J ruf Grund der thatfächtich er⸗ nd
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufi erj dienene rriddilastritte Vuch:
„Dr. Uirn's Naturheilinethode“,
Preis 1 VNuart,*) allen Krauken aufs
Warmfte zur Aufchaffung empfotlen
werden. In diesem 244 Seiten siarken
Werke sindet ein Jeder, alcichviel an
welcoer Krankheit leidend. tauscudfach
leiährte, leicht zu besfolgeude Rato—
—age. die, wie zabllose Dankichreiben

eisen. oft selbst Schhwertranten
Silfe — Heilung brachten
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fendet ar⸗ —

Unwiderruflich am 30. Januar 1880
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Keichenhaller Kirchenbau Cotterie.

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sind drei Zimmer und Küche,
sowie Speicher, Keller und Gar—
ten vom 1. Februar an zu ver⸗
miethen. Näheres bei

KHeinr. Laur.

) Vorrathig in allen Buchren —
Truck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.

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3333 — 48 ss 27 753520
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2 3. 2388 —383355358 2523333533 53227 3335
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33* 22 32535858 2252 532538 33 2 *7 233 282
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* 2 —X 22 5353—27 — 2 3 — — 2 —
2.2 2 — 22823 2 537 —X 7
33 3 53 85233
3 58
—— 223 —
c865 *. 22* 22
27 253
** 228

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9 3 — 223
2. 42338832533
2 — 7 — * — 2* *
23933336066— 4 3
— .3320 8. 42 25*
333538 —5* — ——
3 13 52 — ß —— — 5 23 5333 8
7—33*33 3* 3223 ——— — 22352 * — 722
128233 3 52383 53. 3 —-.553 —52 283 ——
* *22 *3523823 223228 5 —5257833
223— 3 * 3232 — 3 —: 322*83 A53 53,583
—— .. 73 8 3 72327 233— 228* 2. *5 *8*
3.3 5—363 55 532 *848 2333325 *5
2* 3332 52323 2 * —— 25233 53 38
3. 42 28 s35 5—23 S* 323 *233 25. 72
72 338 32283555385 35 2337 28753 5323253538
8 3 —538 — —3 * — — 2.2
A 233 — 37273 253— 5
2 I535 2325 33355333
47 — * 38 7 2* * 2
3335—38 *585 Is 73*3— 33
2. * — 2 ⁊ — — 7
2355333333333373 2. 35 3 532358—32335
252523773 2356 22 æ353 *532 35
3 3583 7773. za33 —5*335
15 88 58 5 —355533 223335335
2 . — — —* *
—A 2 3 33333
* *5. 22 —*8— — ——— 2535** 3 ——— —
2 * * —A 8 — * *52 227 2. 2
—A —A 2 73 3325S22 95358 3338
333 5353 35353553 5353 215332.5 3235.53332
2 72 2 25 3553 3833 3. 5. 5.3

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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter BRei

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierieljahrlich

1A 40 8 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A0 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —,, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Meclamen mit 30. pro Zeile berechnet.
Aß 10.

Samstag den 17. Januar

86

———

Deutsches Reich.

München, 14. Jan. Im Gesetz- und Verordnungsblatt
Nr. 3 wird heute endlich das ded. Hohenschwangau den 12. ds.
anktionirte Gesetz, die pron. Steuererhebung für das Jahr
1880 betreffend publizirt.

Fiür den aus der Abgeordnetenkammer ausgetretene Landge⸗
richtspräsieenten Müller aus Kaiserslautern wird, da
die beiden nächsten Ersatzmänner Gerber Braunsberg aus Franken—
hal und Dr. Heuck aus Mutterstadt gleich viele Stimmen haben
Braunsberg aber zu Gunsten des Dr. Heuck auf die Entscheidung
des Looses zwischen beiden verzichtet, Dr. Heuck in die Kammer
eintreten.

Der zur Berathung der neuen Steuergesetze gewählte Aus—
ichuß wird voraussichtlich vor Herbst dieses Jahres nicht zur Be—
rathung zusammentreten, resp. einberufen werden. Etwa 4—5
Wochen nach seiner Berufung wird wohl der Landtag wieder
»inberufen werden, um dann sich endgiltig über die Gesetze schlüssig
u machen.

Berlin. Wie die „NationalsZtg.“ erfährt, hat der König
don Dänemark bei seinem Besuch dahier unumwunden erklärt, daß
an ein Nachgeben seines Schwiegersohns, des Herzogs von Cumber⸗
land, nicht zu denken sei, daß er dies Verhalten des Herzogs, das
zemselben nachtheilig sei, bedauere, aber Vermittelungsvorschläge,
veil ganz aussichtslos, nicht machen könne noch wolle. — Daß
man im Uebrigen von dem Besuch des Königs von Dänemark am
hiesigen Hof sehr befriedigt war, ist bekannt. Ee

Dem preußischen Abgeordnetenhause ist ein Gesetzentwurf
zugegangen, betreffend den Rechtszustand eines vom Großherzog
hum Oldenthum an Preußen abgetretenen Gebietstheiles an der
Kleinen Hase bei Quackeenbrück, sowie die Abtretung eines preu⸗
zischen Gebietstheiles an Oldenburg.

Entgegen anderslautenden Nachrichten wird aus Berlin ge—⸗
neldet, daß das Befinden des noch in Varzin weilenden Fürsten
Bis marck zur Zeit ein durchaus zufriedensiellendes sei.

In Berliner militärischen Kreisen circuliren sehr wenig er⸗
zotzliche Erzählungen über die Stimmungen in russischen Miüitär—
reisen, welche sich kürzlich bei der Anwesenheit preußischer Officiere
n Kalisch in einer Weise geäußert haben sollen, daß der deutsche
Botschafter General v. Schweinitz genöthigt gewesen sei, den Vot—
fall in St. Petersburg zur Sprache zu bringen.

Officivösem Vernehmen nach steht die Einbringung des Ent⸗
vurfs eines Viehseuchen⸗Gesetzes beim Bundesraih unmittelbar
ꝛevor, nachdem der früher ausgearbeitete Entwurf mittlerweile der
hegutachtung von landwirthschaftlichen Sachverständigen unterzogen
oorden.

Frankfurt a. M. Das hiesige Stadtiverordneten-Kolle⸗
zium hat an Stelle des Dr. Berg, welcher die Wahl abgelehnt
zatte, seinen bisherigen Vorsitzenden, den Dr. Heußenftamm. zum
weiten Bürgermeister gewählt.

Ein Privatteleg ramm meldet gleichzeitig, daß die Bestä⸗—
rqung der Wahl Miquels zum ersten Bürgermeister erfolgt sei.

Karlsruhe. In Kreisen, die von der Sache unterrichtet
ein können, gilt es als sicher, daß der modus vivendi zwischen
Staat und Kirche (in Baden) gefunden sei und eine diesbezüg—
iche Vorlage den Ständen binnen kurzem zugehe. Ueber die Einzel⸗
jeiten verlautet noch nichts sicheres, doch nimmt man an, daß die
ormale Anerkennnng des Eramengesetzes durch die Curie mittelsf
Zulassung von Disvensgesuchen geleisiet wird.

Ausland.

Aus Paris wird der Berliner, Tribüne“ geschrieben, Challemel—⸗
dacour sei zum Nachfolger des Grafen St. Vallier auf den Posten
ꝛines Botschafters am kaiserl. deutschen Hof ernannt. Das pro—
aisorische Verbleiben des Grafen Si. Vallier auf diesem Posten
mar also nur ein sehr kurzes; er hat seinen Widerwillen, unter
dem jetzigen französischen Ministerium, das ihm zu sehr links steht,

dienen, nicht überwinden können.

Der französische Senat hat seinen bisherigen Präsidenten
Rartel wieder gewählt.

Das englische Unterhausmitglied Henry Richard hat der

Friedensliga brieflich angezeigt, daß er während der bevorstehenden
Parlamentssession einen Abrüstungsantrag einbringen wird. ⁊*

In Italien ist nächstens wieder eine Ministerkrisis zu er⸗
warten, da die Mehrheit des Senats derselben Meinuug ist wie
die Commission, die sich soeben gegen die Aufhebung der Mahl⸗
steuer aussprach. Der Hauptipunkt des ministeriellen Programms
bildet aber die Abschaffung der Mahlsteuer, und an dem Wider
stand des Senats wird das Cabinet wahrscheinlich scheitern.

Die berüchtigte „dritte Abtheilung“ in Rußland,
welche die geheime Polizei unter sich hat, soll aufgelöst werden und
von nun an nur eine Abtheilung des Ministeriums des Innern
bilden. An die Spitze desselben soll der frühere Botschafter in
London, Graf Schuwaloff treten, der früher auch schon die
dritte Abtheilung geleitet hat. Auch diese Meldung bedarf indessen
noch der Bestätigung.

Nach einer Mittheilung aus Callao hat die chilenische Re—
gierung die Guanoverschiffungen von den Lobosinseln verboten und
die Ladungsplätze zerstoͤren lassen. Die noch nicht beladenen Schiffe
gehen wahrscheinlich nach anderen Plätzen, um Guano aufzusuchen,
Vermischtes.
—n. Aus der Kasse des pfälzischen Lehrerwaisenstiftes
wurden für das Jahr 1879/80 138 dürftige Lehrerwaisen mit
4008 Mark unterstitzt. Auf den Bezirksverein Blieskastel⸗—
St. Ingbert entfallen davon für 12 Waisen 22 Mark.
F Ueber die seit Herbst vorigen Jahres au auf hiesigem
Bahnhofe in Anwendung gebrachten Zentralweichen schreibt die
„Zw. Z.“: Es ist dies ein System, wonach zwei oder mehrere
Weichen auf eine Stelle durch vertikale und horizontale Hebelbor⸗
richtungen vereinigt und nur von einem Wärler in einer erhöhten
Weichenbude oder in einem Thurme bedient werden. Die neue
Einrichtung hat den Vortheil,
daß Weichenwärterpersonal erspart und dadurch schon ein er⸗
eblicher Vortheil erzielt wird, indem das Anlagekapital durch die
Ersparniß an Weichenstellergehältern in einigen Jahren fich voll⸗
tändig amortisirt;
daß die Sicherheit bei der Einfahrt der Züge in die Bahn⸗
höfe bedeutend erhöht und durch Verhinderung von Unglückfälien
jroße Summen, welche das Haftoflichtgesetz den Eisenbahnen anf⸗
erlegt, erspart werden;

daß keine Weiche, welche mit der Zentralweichenstellung ver⸗
bunden ist, von einem Andern gezogen werden kann, als von dem
hꝛetreffenden Zentralweichenfleller demnach Unberufene den Diensi
in keiner Weise stören können und eine fausche Weichenstellung nicht
leicht denkbar ist;

daß der Rangirdienst insoferne ein erleichterter ist, als dag
Rangirpersonal es nur mit einem uud nicht mit mehreren Wärtern
zu thun hat, und sicherer, da beim Abstoßen von Wagen in zwei
weleise die betreffende Weiche nicht früher in das eine oder andere
Heleise gestellt werden kann, als der Wagen sowohl die Eingangs⸗
vie die Ausgangsweiche des Verbindungsgeleises passirt hat und
»adurch der Kreuzungspunkt immer frei ist, wodurch besonders bei
Nachtzeit ein schon öfter dagewesenes Antennen der Langseite eines
Wagens oder Zuges vermieden wird.

Zu diesen Vortheilen der Zentralweichenstellung gesellen sich
uur zwei nicht so stark in das Gewicht fallende Nachtheile: bei
Zchneefall oder Schneewehen das bestandige Reinigen dert Weichen
und zweitens ein langsameres Rangiren. Bei Schneefall ist anzu⸗
nehmen, daß die Ausgaben für das Reinigen der Weichen nicht so
groß und gegenüber der Ersparniß an Weichenwärtergehältern als
zleich Null zu betrachten sind, wenn man bedentt daß in solchen
außergewöhnlichen Fallen immerhin Ausgaben Statt zu finden
haben, daß mit mehr Zeitaufwand vorgenommene Rangiren aber
desto mehr Sicherheit für Personen und Fahrmaterial bietet.

fOtterberg. die Neuwahl des hiesigen Stadtralhs
wird am 20. Januar unter Leitung des Bezirlsamtsassessors Lud⸗
wig Glaser stattfinden.

Der am 4. do. bestellte Ausschuß der pfälzischen Brannt⸗
weinbrenner war am vorigen Sonntag in Kalferelautenn
        <pb n="36" />
        sammelt, um die Eingabk zu berathen, welche er Namens seiner
Nluftraggeber an die Adgeordnetenkammer zu richten hat und in
velcher die nachtheiligen Wirkungen des Gesetzentwurfs über unsere
danvwirthschaft dargelegt und die nöthig erscheinenden Aenderungen
des Emwurfs begruͤndet werden.

Am Dienstag wurde aus“ dem Friedhaf zu Speier die
Leiche des Domcapitulars Dr. Molitor zur Erde bestattet. Im
deichenzuge erschien hinter den Anverwandten des Verstorbenen die
latholische Geistlichteit mit dem Bischof Ehrler an der Spitze, das
protestautische Consistorium und die' protestantische Geistlichkeit,
Staats⸗ und städtische Beamte, Ofsiciere, die katholischen Vereine
und sonst viele Einwohner. Wie die „Pfälz. Ztg.“ mittheilt, er⸗
wies sich das schmerzhafte Leiden, an welchem Molitor dahinsiechte
ind das des Scharfsinns der Aerzte spottete, bei der Section der
Leiche als ein Knochenfraß am Rücdenmark.

In Rehweiler fiel das 4jährige Pflegekind des Tag⸗
ners Eichel in ein Gefäß mit heißem Wasser und verbrannte sich
derartig, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Miitlwoch früh 6 Uhr hatte ein Aufseher der Burbacher
hütte auf dem Fabrikgeleise das Unglück zu faͤllen und unter die
ader eines rollenden Waggons zu gerathen, wobei ihm der Kopf
vbollständig vom Rumpf getrennt wurde. Der so schrecklich Verun⸗
glückte hinterläßt eine Frau und mehrere Kinder.

J Schulbildung in Deutschland.

Nach einer vom kais. statistischen Amte herausgegebenen Zu⸗
sammenstellung über die Schulbildung der im Ersatzjahre 1878.79
in die deutsche Armee und Marine eingestellten Mannschaften waren
hon 143,119 Rekruten 2574, d. 1180 Procent ohne Schul⸗
hildung, 6407 hatten Schulbildung nur in einer andern als der
deutschen Sprache, die übrigen Schulbildung in der deutschen
Sprache. Den größten Procentsatz von Rekruten ohne Schulbil⸗
dung hatte unter den deutschen Staaten Elsaß⸗Lothringen mit
8,08 Proc., worauf Preußen mit 2,58, Braunschweig mit 0,63,
Anhalt mit 0,69, Bayern mit 0,56 Proc. folgen. Meclenburg—
Strelitz, die beiden Schwarzburg, die beiden Reuß, Schaumburg⸗
Lippe, Lippe und die Hanjestädte hatten Rekruten ohne Schulbil⸗
dung nicht aufzuweisen. Die anderen deutschen Staaten haben
wischen 0,54 Procent (Waldech) bis 0,05 Procent Rekruten ohne
Schulbildung; letzterer Procentfatz bezieht sich auf Württemberg,
das unler 6373 eingestellten Rekruten nur3 ohne Schulbildung,
darunter einen hatte, der vom 4. bis 16. Jahre in der Schweiz
als Hirtenknabe verwendet wurde. Von den in Preußen einge—
stellten Rekruten ohne Schulbildung kommt der größte Theil auf
die alten Provinzen (Posen 11,10,“ Westpreußen 10,16, Ostpreu—
zen 7,53, Schlesien 2,04 Procent), mit Ausnahme von Branden⸗
hurg (0,44 Proc.), Pommern (0,84 Proc.), Sachsen (0,40 Proc.).
Westphalen (0,57 Proc.) und dem Rheinland (0,35 Proc.) Der
Procentsatz der neuen Provinzen bewegt sich zwischen 0,24 und
0,53 Procent; Sigmaringen hatte keinen Rekruten ohne Schul⸗
hildung. Von den eingestellten Mannschaften mit anderer als
deutscher Schulbildung dürften 62 Mann aus Schleswig-Holstein
mit Schulbildung in dänischer Sprache, 21 Mann aus den Rhein—
laͤnden und 783 aus Elsaß-Lothringen mit französischer und die
uübrigen wohl größtentheils mit polnischer oder mit Schulbildung
in anderen slavischen Sprachen versehen gewesen sein.

4 Ein preußischer Abgeordneter, der der Eisenindustrie
angehoͤrt, schildert in einem Hrivatschreiben, welches aus parlamen⸗
arischen Kreisen iu die Oeffentlichteit kommt, die angebliche Lage
der Industrie wie folgt: „Sie machen sich von dem Trängen und
Treiden in der Eisenindustrie gar keinen Begriff; es gleicht dem
Spiel von 1871-72 auf ein Haar. Die Preise von gestern
gelten heute nicht mehr; morgen kann ich schon nicht mehr Eisen
zu dem Preise kaufen, den man mir heuͤte stellte. Das ominöse
Wörichen, Freibleibend“ spielt in den Offerten wieder eine Rolle,
so toll wie jemals. Ehe ich von Berlin aus auf eine Offerte
ringehen kann sind die Preise schon wieder gestiegen. Bevor meine
Verlaufsofferten Antwort finden, haben sich die Einkaufspreise, auf
—D—0 verändert. Walz⸗
draht ist seit Mitte November von 130 auf 160, dann 180, da—
rauf auf 210 gestiegen und kostet seit einigen Tagen 240. Coaks
tostete im Herbst 102 M., jetzt 300 M. Ich befürchte wieder
eine arge Ueberstürzung und demnächstigen — Jammer.“, Direc—
soten von Actiengesellschaften in Berlin rathen allen Freunden
nd Bekannten, zu den jetzigen Coursen ihrer Actien nicht zu
aufen, da sie außer jedem Verhältniß zum Werth der Papiere
tünden.

pIn Mannhejim waurden die drei Inhaber der Firma
Gebr. Sander Nachfolger vom Schöffengericht wegen Fälschung
don Nahrungsmitteln (Gewürzen ꝛc.) zu der höchsten zulassigen
Strafe nämlich zu je 130 M. Geldstrafe und zur Tragung der
Kosten verurtheilt.

4 In einer Wirthschaft in Stuttgart spielten zwei Arbeiter
im Vier Der eine gewann, der andere verlor. Darüber gerie—
hen fie in Streit, der in Thätlichkeiten ausartete. Der eine der

Arbeiter brachte dem anderen vier Stichwunden bei, darunter eine
durch's Herz, die absolut und sofort todtlich war; der andere brach
dei dieser Gelegenheit ein Bein. Die Summe die den Streit her⸗
—D— Liter Bier.

F'Ach welche Lust, Soldat zu sein! Aus Cassel wird
geschrieben? „Dieser Tage wurde hier ein Musketier des 94 Regi⸗
nents bestatiet, der bei Gelegenheit des Kaisermanövers von Sei⸗
en eines vorgesetzten Officiers der „H. M. Zeitg.“ zufolge eine
Mißhandlung erlitten hakte, die eine Blasenentzündung nach sich
zog. und schließlich den Tod herbeiführte. Durch die Fürsorge des
Heralcommandos wurde der Unglückliche in ein hiesiges Militär⸗
azareth aufgenommen; die ihm dort zu Theil gewordene Pflege
jat leider nicht verschlagen. Der betreffende Officier soll seine
xntlassung bereits nachgesucht haben.“

4Herzog Friedrich Christian August von Schleswig-Hol⸗
tein-Auͤguüstenburg ist am 14. Januar in Wiesbaden am
—DDD— 6. Juli 1829, trat März
840 in die schleswig⸗holsteinische Armee und wurde nach Restaus
ation der dänischen Herrschaft aus dem Land gewiesenn. Nach
dem Tod Friedrich's VII. von Dänemark erklärte er sich in einer
ßroklamation am 16. Nov. 18683 für den nächst berechtigten Erben,
vard in Holstein als Herzog Friedrich VIII. ausgerusen, aber,
rachdem er eine friedliche Wreinbarung über sein Verhältniß zu
Zreußen abgelehnt, durch die Besitzergreifung der Herzogthümer
zchleswig⸗ Holstein durch Preußen und Hesterreich und 1866 durch
ie Einverleibung der Herzogthümer in den preußischen Staat bei
Zeite geschoben. Einige deutsche Mittel⸗ und Kleinstaaten, wie
gaden, Braunschweig, die sächsischen Herzogthümer ꝛtc. hatten Friedrich
zereits anerkannt.

4 Ganz richtig stylisirt und interpunktirt, aber doch unge⸗
chickt abgefaßt und daher ein heiteres Mißverständniß provocirend
si eine Bekanntmachung, welche in Nr. 150 des Sebnitzer
Grenzboten“ zu lesen ist. In dieser Bekanntmachung, welche die
Armenjpeisung durch den Frauenverein betrifft, heißt es nämlich
inter 84 Absatz 2 wörtlich: „Jede Marke lautet auf einen be⸗
timmten Tag und die Dame, welche das Kochen für diesen Tag
ibernommen hat, trägt den gedruckten Titel Speisemarke“ und
st auf der Rückseite mit dem Abdrucke unseres farbigen Stempels
ersehen.“

4 Folgende Anekdote aus dem Gefängnißleben wird
»er „Tanz. Ztg.“ als verbürgt mitgetheilt: In einer mittleren
Ztadt Westpreußens wurden vor einiger Zeit zwei Personen, ein
chwedischer Schiffer und ein alter Färber aus Hannover, welche
ange Zeit gemeinschaftlich „gestromt“ hatten, wegen Bettelns
rretirt, vor den Polizeirichter gestellt und jeder mit 14 Tagen
Haft bestraft. Nachdem sie im Gefängniß vorschriftsmäßig vom
Ungeziefer gesäubert waren, das lang entbehrte reine Hemd und
varne Kleidung bekommen hatten, wurden sie in eine erwärmte
zZelle geführt. Zu Mittag gab es Reis mit Schweinefleisch. Als
inirt war, klopfte der Färber dem anscheinend etwas verzagten
-chiffer auf die Schulter und sagte: „Weißst Du, Kollege, der
ilte Gott lebt noch!“

ꝓ Ein Wiener großes Haus hat sich am 10. Januar tele⸗
zraphisch nach New-Yort gewendet, um Auskunft über die viel⸗
esprochene Edison'sche Lampe zu erhalten. Die Antwort darauf
autete folgendermaßen: „Bis jetzt ist Edison's neue Lampe viffent⸗
lich noch nicht angewendet worden. Er selbst ist jedoch sanguinisch
ind halt durchgejuhrte Privatversuche für entscheidend. Manner
der Wissenschaft zweifeln an einem praktischen Endresultat.“

Nach vorangegangenen Unruhen sammelte sich am 13. Jan.
vieder eine großere Volksmenge vor dem Nationalkasino zu Pe st
In und warf die Fenster desselben ein. Militär säuberte dann die
Ztraße. Einige Erzedenten und auch Polizisten sollen verwundet
ein, etwa 39 Erzedenten sind verhaftet.

— Am Abend des 14. Januar haben wiederum Straßen⸗
inruhen Statt gefunden; es war viel Volk angesammelt, und es
hurde Militär requirirt, um die Menge zu zerstreuen. Ein Stu⸗
rdent der Rechte und ein Kutscher wurden getodtet. Es heißt indeß,
aß die Schüsse, welche dieselben getoͤdtet, von Erxcedenten selbst
us Revolvern abgefeuert worden seien. Um Mitternacht war die
qIrdnung wieder hergestellt.

p Nach einer der „Pos. Ztg.“ zugegangenen Nachricht ist die
Rinderpest in Warschau, wo fünf Stück Rindvieh getödtet
vorden sind, und in der polnischen Gemeinde Kesziny, Gouverne⸗—
nent Pietrokow, ausgebrochen.

F ruch die Wohlthätigkeit ist vor einem Deficit nicht sicher.
Wie jetzt aus Paris gemeldet wird, hat das famose Murcia⸗—
Fest im Hippodrom nicht nur keinen Ueberschuß für die spanischen
ieberschwemmten und die Pariser Nothleidenden erzielt, sondern
im Gegentheil ein Deficit von etwa 35,000 Fr. ergeben.

F'Französische Geographie. Durch einen Privatbrief aus
Bordeaur erfährt dien, Troppauer Zeitung“, daß das daselbst er—
cheinende „Journal „La Gironde“ vor Kuͤrzem eine sehr ergötzliche

Kittheilung brachte, welche in deutscher Uebersetzung etwa wie. folgt
        <pb n="37" />
        lauiet: „Das Unglück in Paris und die Misére unserer Reichs—
hauptstadt ist schon niederschlagender und herzzerreißender Ratur,
edoch keineswegs mit der Fuͤrchtbarkeit des Elends zu vergleichen,
welches in Preußen herrscht. Folgender Fall möge als Exrempel
dessen dienen: In Troppau grub ein Todtengräber die Leichen aus,
deren Fett er zu gewinnen suchte und dieses als Schweinschmalz
weiler verkaufte. Die Polizei entdeckte bald den Schwindel und
der Fetthändler wurde in sicheren Gewahrsam gebracht.“ — Ein
n Bordeaur domizilirender Troppauer begab sich in das Redak—
tionslokal der „Gironde“ und theilte dem Herrn Redakteur mit,
daß Troppau nicht preußisch, sondern die Hauptstadt von Oester⸗
reichisch⸗ Schlesien und die Geschichte von dem Fetthandel in der
rwahnten Entstellung ein Blödsinn sei. Der Herr Redakteur der
Gironde,“ der bezüglich seiner geographischen Kenntnisse nicht weit
her zu sein scheint, erwiederte hierauf, daß besagter Artikel von
nem kleinen Pariser (N) Blatt veröffentlicht und sodann in die
meisten französischen Blätter als Illustration zu der Misére in
Preußen übergegangen sei. W

FBrüfsel. Aus Mons wird gemeldet, das am Samstag
in der Kohlengrube St. Charles durch schlagendes Wetter 14
Bergleute verletzt worden sind. An demselben Tage sind auf der
Stalion Hältert bei Herzeele in Ostflandern zwei Eisenbahnzüge
aufeinandergefahren, wobei einem Passagier das rechte Bein zer—
brochen und fünf andere am Kopfe verletzt worden sind.

FPrinzliche Launen. Die Söhne des Prinzen von Wales,
Vicior und Georg, machen eine Reise an Bord der Korvette Bac⸗
chantin“. Sie bemerkten, daß die meisten Matrosen sich einen
Anker, ein Kreuz oder ihre Initialen eintätowirten, und um dieses
Beispiel nachzuahmen, tälowirten sie sich gegenseitig einen Anker —
auf die Nase. Der Prinz von Wales soll nicht sehr erbaut ge—
wesen sein, daß seine Söhne zeitlebens den seltsamen Schmuck im
Gesichte tragen werden. So berichtet die Frankfurter Zeitung, der
wir die Bürgschaft für diese seltjame Mittheilung freilich über—
lassen müssen.

F Ueber eine Reihe furchtbarer Verbrechen, welche in
Warschau verübt worden, wird der „Pos. Ztg.“ von dort ge⸗
schrieben: Während der strengen Kälte wurde fast täglich in den
vesseren Stadttheilen von irgend einem Hause ein ausgesetztes todtes
stind gefunden. Der Tod würde gewöhnlich dem großen Froste
und der schlechten Bekleidung der Kinder zugeschrieben; die kleinen
Leichen wurden beerdigt, und hiermit war die Geschichte abgethan.
Vor einigen Tagen wuͤrde jedoch ein Weib auf der That ergriffen,
als es sich eben eines bereits todten Kindes durch Aussetzen ent
ledigen wollte. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Mörderin
gegen Belohnung uneheliche Kinder übernahm, um sie aus der
Welt zu schaffen, zu welchem Behufe sie die Opfer in einem Kasten
erschloß, in welchem sie erstickten. Die Leichen, an denen keine
Spur eines gewaltsamen Mordes zu bemerken waren, wurden dann
usgesetzt. Wie es heißt, hat die Mörderin bereits ein umfassen—
des Geständniß gemacht, durch welches viele Damen der feineren
Gesellschaft kompromittirt sind. Es dürfte sich aus dieser traurigen
Heschichte ein Monstreprozeß entwickeln, der einen dunklen Schatten
auf die Moralität der sogenannien feineren Gesellschaft von War—
schau werfen wird.

F Dem letzten Schreiben des Ausstellungskommissärs des Deutschen
Reiches in Sidney, Professor Reuleaux, an den Präsidenten des
Reichskanzleramts, Minister Hofmann, entnehmen wir folgenden
Passus:

„Die Verkaͤnfe mehren sich täglich. Als Beispiel gestatte ich
mir folgende Fälle anzufühten. Die Goldwaaren von Wilkens
und Danger, Katalog⸗Nr. 217, wurden am ersten Tage der Zur—⸗
chaustellung im Canjen verkauft. Fünfmal verkauft ist das Orche—
strion von Imhoff u. Muckle Nr. 393. Die Heiligen⸗Figuren von
Meyer in München, Nr. 423, waren eine Stunde nach der Ent—
hüllung verkauft, und zwar mit 10 Prozent Preisaufschlag. Ich
hatte sür den Gegenstand einen besonders guten Platz gewählt und
denselben entsprechend dekorirt, um dem vorgefundenen, ganz ver.
breiteten Vorurtheil entgegenzutreten, „als unterdrücke Deutschland
die katholische Religion.““

Ein Obelisk aus Käse. Am 8. Dezember wurde in
Newyork die internationale Milcherei-Ausstellung eröffnet. Unter
den interessanten Gegenständen erregte ein großer Obelisk von 40
Fuß Höhe, ganz aus Käse die allgemeine Bewunderung. Die
Basis wird aus 10 Kasen, jeder eine halbe Tonne schwer, gebil—
det; auf diesen liegen 120 Stück Chidder-Käse, jeder 60 Pfd.
schwer, auf diesen 750 Stück runde Eidamerkäse, jeder 6 Pfd.
schwer, darüber befinden sich 400 junge amerikanische Kaäse, jeder
8 Pfd. schwer, und als Spitze über dem Ganzen ein lolossaler
runder Eidamer-Käse von 120 Pfund. Dieser Obelisk ist von
einer einzigen Firma ausgestellt und enthält 25,000 Pfund Käse.

Rew⸗-York, 14. Januar. Eine Depesche des „Herald“
meldei eine Üeberschwemmung der Insel St. Christoph am 4.
Januar. 200 Menfchen sind ertrunken. Der Schaden wird auf
250,000 Doll. geschätzt.

4. Durch die Zeitungen ging jüngst ein Bericht aus Nem ehh a
County (Kansas) in Bezug auf den Tod des Viehzüchters David
Meisenthaler, der von einem herabfallenden Meteor erschlagen
vurde. Derselbe wird jetzt durch einen weiteren Bericht aus jenem
Ort bestätigt. Das Ereigniß fand am Morgen des 12. Dezember
twa um 8 Uhr statt. Der Himmel war vollkommen klar, es war
'ehr kalt, und Meisenthaler war von seinem Haus nach einem
twa 500 m von demselben entfernten Weidegrund gegangen, um
einige Kühe nach Haus zu treiben. Als er zurüdkehrte, ging er
nuf seine Scheune zu, und während er gerade in der Nähe des
Stammes eines Ahornbaumes war, wurde er getödtet. Der Aerolit,
velcher Meisenthaler tödtete, kam aus einer oͤstlichen Richtung und
raf zuerst den Stamm des Baumes, prallte von demselben etwas
ib, und in seinem Flug riß er die oberen Aeste des Ahornbaumes
jerunter, drang innerhalb der rechten Schulter in Meisenthals Kör⸗
der und kam an der linken Hüfte wieder heraus, worauf er sich
theilweise in den gefrorenen Boden eingrub. Ohne Zweifel wurde
die Richtung des Aeroliten dadurch, daß er mit dem Baum in
Contract gerieth, geändert, man konnte dies an der Art und Weise
erklennen, in welcher der Baum zersplittert wurde. Der Meteorstein
oll etwa so groß wie der Kopf eines gewöhnlichen Mannes sein,
jat die Form eines Eies, und seine Oberfläche ist rauh, als ob er
aus einem Schmelztiegel gekommen wäre und sich während seines
Fluges abgekühlt hätte. Sein Aussehen gleicht dem Eisen aus
inem Geblaseschachtofen, das man abkühlte, indem man es im
Zand herumrollte; er besteht aus Eisenkies. Derselbe war abge—⸗
ühlt, als man ihn eine halbe Stunde nach seinem Herabfallen
nideckte, und lag nicht mehr als zwei Fuß tief unter der Ober—
Jläche des Bodens.

—A
4 7
Dienstesnachrichten. —

Der Forstamtsassistent F. Lösch zu Winnweiler wurde auf
Ausuchen an das Regierungsforstbureau zu Speyer versetzt und
der Forstgehilse V. Heinz zu Johanneskreuz zum Assistenten am
Forstamte Winnweiler ernannt.

Der Steuerbote Martin Piehler wurde von Kaiserslautern
nach Landstuhl und der Steuerbote Dörr von Speyer nach Kais
erslautern versekt.

Marktberichte. *

Zweibrücken, 15 Januar. (Fruchtmittelpreis und Vietnalienmarkt
Weizen 11 M. 60 Pf. Korn 9 M. 94 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 22 P.
erreihige s M. — Pf., Spelz 6 M. 57 pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel 66 M. 50 Pf. Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 17 pjf.
ẽrbsen — M. — Pf., Widen 0O M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 80Ppf..
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod Li/ Kilogr. 57 Pf
Jornbrod 3 Kilogt. 70 Pf., 2 Kilogr. 56 Pf., 1 Kilogr. 23 Pf., Gemijcht⸗
brod 3 Kilogr. 84 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Nindfleisch J Qual.
60 Pf. II. Qual. 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch
56 Pi. Butter! /3 Kilojr. O M. 80 Vf., Wein 1 Liter 80 Vi. Bier 1MLiter 24 Pf.

Honmburg, 14 Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlkt.) Weizen
11 Vt. 90 Pf., Korn 9 M. 74 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 7 M.
04 Pf., Gerste Lreihige O M. — Pf., Gerste Kreihige O M. — Pf. Hafer.
7 M. 16 Pf., Mischfrucht — M. — pPf., Erbsen 0 M. — Pf., Wicken
d M. — Ppf., Bohnen — M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 80 Pf., Gemijchtbrod 6 Pfund — Pf., Ochsenfleijch — Pf.
Rindfleisch 44 Pf., Kalbileisch 26 Pf. Hammelfleijch — Pi., Schweinefleisch
50 Pf., Butter i Pfund J M. — Pf., Kartoffeln ver Rtrs M. — Pf.
Kaiserslautern, 13. Janunar. (Fruchtmittelpreis and Victualienmarlkt.)
Weizen 11 M. 834 Pf., Rorn 9 M. 79 Pf. Spelztern ⸗—M. — Pf. Spelz
7 M. 28 Pf., Gerstesd M. 07 Pf., Hafer 7 M. 12 Pf., Erbsen 10 M.
zuy Pf., Widen 6 M. 04 Pf., Linsen 14 M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund J1. Qual. 76 Pf., do. 2 Pfd. — Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 43 Pig. Butter per Pfd. — M. 90 pf., Eier 2 Stück 16 Pf. Kar⸗
doffeln ver Ceut. z M. — Pf. Stroh 2 M. 50 Pf. Heu 2 M. 50 Pig.

Für die Redaction derantwortlich: F. X Demen.

—

ÄAadeWt
Reichenhall. Der sehnlichste Wunsch der kleinen edange⸗
sischen Kirchengemeinde in Reichenhall geht seiner Erfüllung ent—
gegen. Die Lotterie zum Ausbau ihrer neuen schönen gothischen
——
abänderlich statt.

Jedoch steht zu befürchten, daß die innere Ausstattung des
würdigen Gotteshauses dem formenschönen äußeren Aufbau viel⸗
eicht auf lange Jahre hinaus nicht entiprechend sein wird, wenn
nicht alle Loose, die noch vorräthig sind, ansverkauft werden können
und wäre hier gläubigen evangelischen Christen noch Gelegenheit
geboten, durch Loosabnahme zu einem frommen kirchlichen Zwecke
heizusteuern.

Aber auch für denjenigen, der um Fortuna's Hand sich be—⸗
wirbt, bietet die Reichenhaller Lotterie äußerst günstige Spielchancen,
da am 30. d. M. bei nur 200,000 Loosen 185,000 Mark Ge—⸗
winnste zur Entscheidung gelangen werden.
        <pb n="38" />
        Stadtrathssitzung.
Montag den 19. Januar l.
38. d 3 Uhr.
Tagesordnung:
VWahl der Wahlmänner zur
Wahl des Gewerbesteuer⸗
Ausschusseß
Wahl der Hospitalkom⸗
mission und
der Aufsichtskommission der
Basanstalt. Wahl der Fort⸗
bildungsschulkommission.
St. Ingbert, 16. Jan. 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Guster.

3
Gehör—
DBDel—
mempfohlen und mit brillantem
Erfolg in Anwendung gezogen
nom Ober⸗Stabsarzt Dr.
vehmnidt heilt jede Taubheit,
venn sie nicht angeboren (Schwer⸗
jörigkoit, Ohrensausen sofort be⸗
eitigt). Preis pr. Flasche nebst
hebrauchssanweisung3 M. 50 Pf.
Bzegen Einsendung von 4
MfF. 20 Pf. per Postan⸗
veisung wird das Gehör—⸗
Del franco und steuerfrei zu⸗
gesendet.

Die öffentlichen Anerlennungen
Derer, welche durch Ober⸗Stabs⸗
arzt De. S . Ge—
qör -Oel (dieses ausgezeichneten
Hehörmittels) ihr gutes Gehör,
iheilweise nach Jahre langer, oft
totaler Taubheit wieder erlangt
haben, mehren sich mit jedem
Tag!!!
—XDLXXX

Hamburg.

Der untede Stoa meines
dauses mit 8 Zimmer und eine
Züche ist bis 1. April bezieh⸗
zar, zu permiethen.

Auch sind daselbst 4 Centner
Heu und 16 Centner Ohmet
jowie ein Handwägelchen
zu verkaufen.

Frau Wwe. Schwarz,
Kohlenstraße.

———

vbr

AI

O
— —

degen Hals-&amp;

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ind die StolIwereli gαen
Jonig-Bonbons, Mal/-Bonbons.
Jummi-Bonbons, à Paquet
20 Pfg., sowie Stollwerck'sche
Brust-Bonbons, à Paquet 50
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Franz Woll und J. Friedrich.

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        St. Ingberler Anzeiger.
der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterheltung“ att, Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermalz: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis detragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 80 — vro Zeile berechnet.
Aß I1. Sonntag den 183. Januar

1880.
Deutsches Reich.

München, 15. Jan. In den Einlauf der Abgeordneten⸗
kammer gelangte neuestens ein Gesuch der katholischen Kirchenge—
meinde Schweighofen, Bezirks-Amt Bergzabern, um Bewilligung
eines Staatsbeitrages zum Bau⸗ der katholischen Pfaar- und Ge—
zächtnißkirche zu Schweighofen. — Die Zahl der um Aufhebung
»es 7. Schuljahres eingelaufenen Petitionen beträgt 124.

Die Abgeordnetenkammer genehmigte in der Sitzung vom
Mittwoch dem Ausschußantrage entsprechend die Position für Prä—
darandenschulen mit 525, 496 M., ebenso nach längerer Debatte,
in der sich nicht weniger als 8 kath. Pfarrer betheiligten, 5,7 17,555
Vt. für die Volksschulen. In der Sitzung vom Donnerstag wurde
ein die Herstellungskosten einer Turnhalle in Blieskastel be—
reffender Antrag des Abg. Trauth (kgl. Amesrichter in Blieskastel)
rotz warmer Befürwortung abgelehnt. Am Freitag sollte der Kul⸗
usetat zu Ende berathen werden.

Dem „Bayer. Kur.“ schreibt man über das voraussicht⸗
iche Schicksal der neuen Kreditvorlagen des Kriegs—
ninisteriums: „Wie man vernimmt, wird sich eine große An⸗
ahl der Landtagstagsabgeordneten ziemlich ablehnend zur neuesten
VBorlage der Kriegsverwaltung verhalten und nur wenigen Posi⸗
ionen in modifizirter Weise zustimmen.

Berlin. Im Budget der Reichsjustizverwaltung wird eine
Mehrausgabe von 200,000 M. für Einrichtung eines dritten Hilfs-
enats beim Reichsgericht beantragt. Die Zahl der eingelaufenen
Zachen hat schon am 14. October über 2600 betragen.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag die
1Verwaltungsgesetz-Vorlagen an eine Kommission von 21
Mitgliedern verwiesen.

Ausland.

Paris, 15. Jan. Gambetta hat sich erst heute Vormittag
entjchieden, das Präsidium der Deputirtenkammer zu übernehmen.
Bei Uebernahme des Präsidiums in der heutigen Sitzung hat der⸗
elbe keine Ansprache gehallen.

Paris. Gambetta drückte der Deputirtenkammer seine tiefe
Erlenntlichleit für die ihm erwiesene Ehre aus und sagte, er werde
»er Kammer Alles widnien, was er an Thätigleit, Einsicht, Festig⸗
eit 8 Aufmerksamkeit besitze. (Beifall auf allen Banken der
rinken.

Baudry d'Asson (Rechte) interpellirte über die Absetzung von
8 Maires in der Vendee, welche an einem legitimistischen Bankett
Theil genommen haben. Der Minister des Innern, Lepoͤre, ant⸗
vortete, indem er das Recht der Regierung, gegen sie selbst ge⸗—
richtete Kundgebungen zu unterdrücken, für die Regierung in An⸗
pruch nahm. Die Kammer ging hierauf mit 367 gegen 86 Stim⸗
nen zur einfachen Tagexsordnung über.

Angelegenheiten ferne, so wünschen wir ihm doch, seinen edlen und
humanen Bestrebungen wegen, ein
„Vivat, crescat, Floreat!“

*St. Ingbert, 17. Jan. Die hiesige Ocarinaka⸗
pelle conzertirt morgen (Sonntag) Abend im Kappel'schen Saale
zu Homburg. Der Ertrag des Conzertes nach Abzug der Un⸗
'osten ist für die Homburger und hiesigen Armen bestimmt.

Nach einer Bekanntmachung der Pfalzer Bahnen
werden Unterstützungsgegenstände für Oberschlesien fracht⸗
ire i befördert, wenn dieselben an staatliche oder siädtische Behör⸗
»en adressirt sind und der Frachtbrief den Vermerke, Freiwillige
shaben für die bedrängte Bevölkerung einzelner Kreise Oberschle⸗
iens“ trägt.

.Kaiserslautern, 11. Jan. Wie weit die Bescheidenheit
n politischen Dingen manchmal getrieben wird, dabon hier ein
leines Beispiel: Einer der thätigsten Agitatoren gelegentlich der
etzten Stadtrathswahlen dahier läßt dieser Tage bei den Mitglie—
dern des neuen Stadtrathes eine Liste cirkuliren mit der Aufforde⸗
ung: „Freiwillige Beiträge für seine durch die Wahlagitation
zjehabten Auslagen und Kosten gefälligst einzeichnen und bezahlen
ju wollen“. Zur Illustration möge die Thaisache dienen, daß
»ie Partei, für welche er agitirte, keinen ihrer Candidaten als
SZtadrathsmitglied durchbrachte.

FœKaiserslautern, 15. Jan. Ein Gaunerstreich seliener
Irt wurde dieser Tage dahier von einem Handwerksburschen aus⸗
jeführt. Derselbe, jedenfalls gewohnt, sein Mittagsschläfchen zu
nachen, schlich sich gegen 1 Uhr in die Polizeiwachtsiube, verschloß
im ja nicht gestört zu werden, die Haupteingangsthür von innen
ind legte sich auf eine nagelneue, nur für die Polizeisergeanten
»estimmte Matraze. Gegen 4 Uhr wollie sich ein Polizeidiener in
as Local begeben, fand dasselbe verschlossen und mußte durch eine
Zeitenthür eindringen. Zu seinem Erstaunen fand er da den
-chläfer noch im besten Schlafe. Daß derselbe nicht umsonst ge⸗
yeckt wurde, versteht sich von selbst.

F Die in der Nähe von Lauterecen gelegene Loh⸗ und
zchneidmühle von R. Brosius ist in der Racht von Dienstag auf
Mittwoch niedergebrannt, wobei 1200 Centner Lohrinden mitver⸗
hrannten.

F Aus der vorderpfälzer Ebene. Das Tabaksge—
chäft ist in den letzten Tagen wieder sehr flott von Statten ge⸗
jangen, so daß nur noch geringe Quantitäten unverlauft sind.
der Werth, den die diesjährige Tabalskreszenz für manche Ge⸗
neinde repräsentirt, ist enorm zu nennen. Fuͤr das Heine Dorf
zusheim z. B. kann heuer ein ungefähres Ergebniß von tausend
zentnern Tabak angenommen werden, welches einer Summe dvon
twa vierzigtausend Mark gleich zu achten ist. Wie man hört.
oll auch die günstige Tabalstonjunttur von merklichem Einfluß
uuf die örtlichen Geschäftsverhältnisse sin.

F Speyer. Heute früh wurde der hiesige stadt. Waag⸗
neister und Rentner Ludwig Müller, früher Bierbrauer zum Ro—
ner, in der Fruchthalle erhaängt aufgefunden. Da derselbe in gu⸗
en Verhälmissen lebte, so ist man um so mehr über diesen Selosi⸗
nord erstaunt. (Pf. Zig.)

*Die Steinkohlenforderung auf den preußischen Saargruben
zetrug im Jahre 1879 89,499,210 Ctr. Von den früheren
Jahren hat nur das Jahr 1876 eine größere Förderung aufzu⸗
veisen. Der Absatz des verflossenen Jahres ist auf 89,806,799
Etr. gestiegen und hat hiermit auch denjenigen des bis dahin günstig-
ten Jahres 1876 noch etwas übertroffen.

F Mülhausen. Dieser Tage brachte ein französischer
händler ein fünffüßiges Schwein hierher. Das rechte Vorderbein
jatte unterhalb des Knies einen Auswuchs, der sich zu einem Fuße
ildete. Diese Unregelmäßigkeit scheint dem Thiere übrigens nicht
jeschadet zu haben, denn es war vollständig ausgewachsen, feit
ind wog übet 190 Kilogramm. Nachdem das Thier geschlachtet
var, wurde der feltene Doppelfuß abgeschnitien und dem Museum
der Société industriello übermacht.

— Der Schaden, den die heffische Ludwigsbahn durch die Un⸗
kerbrechung des Verkehts und die Herstelluna des Vischofsssheimer

Vermischtes.

St. Ingbert, 16. Jan. (Eingesandt.) Der seit Fe⸗
oruar 1877 unter Schmelzarbeitern gegründete Arbeiter-Hilfs—
e rein hatte am 10. d. Mts. behufs Rechnungsablage und Neu—
vahl, seine ordentliche Generalversammlung.

Der Verein hat den Zweck, seinen Mitgliedern resp. deren
Angehörigen eine Unterstützung bei Sterbefällen zu gewähren.

Ehe man zur Neuwahl schritt, wurde dem Ausschusse unter
dinweis seiner sehr umsichtigen und gewissen Leitung der Vereins⸗
ingelegenheiten seitlens der anwesenden Mitglieder volle Anerken⸗
aung gezollt und fiel auch in diesem Sinne mit geringer Aender—
ing die Neuwahl aus.

Der reine Vermögensstand am 12. Januar 1879 ergab die
ziffer von 615 Mk. 89 Pf.; am 10. Januur 1880 eim solche
on 1270 M. 46 Pf., welche Summe im hiesig. Vorschußvereine
»eponirt ist. — Der Vercin zählt bis heute 286 Mitglieder. Bietel
»er Verein seinen Mitgliedern auch keine glänzende Unterhaltungen,
o gewährt er ihnen doch zur bedrängten Zeit einen sichern Noth⸗
feimig. Möchten doch diejenigen Schmelzarbeiter, welche dem
Pereine bis jegt noch ferne stehen, den schönen Zweck desselben recht
heherzigen und ihm nicht länger den Rücken kehren.

Stehen wir auch dem Vereine in Beziehung auf seine inneren
        <pb n="40" />
        Dammes erleidet, beziffert sich, nach dem „Mainz. Tagebl.“, auf
täglich 28 —80,000 M. Der ganze Verlust wird eiwa eine Million
Maͤrk betragen.. J

pPRüruüberg.“Kv. Faber hat die Angehörigen seiner
Bleistiftfabrik in Stein von der Beitragsleistung zur Fabrik⸗Kran⸗
kenunterstützungskasse vom Beginn 1. Is. ab entbunden und be⸗
stimmt, daß das bis jetzt durch ansehnliche Zuschüsse aus der Ge⸗
schäftskasse seit drei Jahren von 2500 auf 85,000 M. angewachsene
Capital durch weitere solche Zuschüsse die Summe von 100,000 M.
erreichen soll. Aus den Zinsen dieser Summe sollen; die Kranken⸗
unterstützungs⸗ und Witiwen⸗ Pensionsbezüge gedeckt und der Rest
am Jahresschlusse an die kranken Fabrikangehörigen zur Bestreitung
der Arzk⸗ und Apotheker⸗Rechnungen vertheilt werden.

FMuünchen, 14. Januar.“ Die Prägung -der Medaillons,
welche der Präsident des obersten Landesgerichts, die Präsidenten
der Oberlaudesgerichte und die Präsidenten der Landgerichte an
einer Kette zur Robe zu tragen haben, wird dem königlichen Haupt⸗
münzamte dahier übertragen. Die Medaillons, welche das Bildniß
Sr. Maj. des Konigs zeigen, werden aus Gold hergestellt.

F Das Jahr 1879, wurde von Unglücksfällen besonders
heimgesucht, wobei viele Menschen das Leben einbüßten. So gingen
bei der Ueberschwemmung von Szegedin am 123. und 13. März
Hausversteigerung.
—XV
nächsthin Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Nichael Paul
laͤßt Franz Dengel, Schrei⸗
ner allda folgende Liegenschaften
im⸗Banne St. Ingbert freiwillig
an die Meistbietenden zu Eigen⸗
thum versteigern nämlich:
Pl.eNr. 78 und 79, 2 2
70 qm Flache, Wohnhaus
mit Einfahrt, Hinterge⸗
baude, Hof⸗ und Garten,
gelegen an der Hauptstraße
zu St. Ingbert neben Er—
ben Woll. *15
St. Ingberi, 15. Jan. 1880.
ESauer, k. Notar.

*
4

—FJ Grund der thatsachlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufi erjchienene reidiilustrirte Buch:
ur. Niry's Raturheilmethode
vreis 1 Mark,) allen Aranken aufsn
Barmste zur AÄnschaffung empfohlen
erdenm. In diesfem 241 Seiten starken
Werke findet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend. Lausendtach
bewahrte, leicht zu befolgende Rath⸗
Dlãge, die, wie zakllofe Daukschreiben
eweisen oft selbst Echwertranken
noch Hilfe — Heiluus —3
icer⸗ Verlags-Auliait, Leip⸗
AIg, sendet auf Wunsch
Hen 108 Seit. stark
.2 ug

— —
Zur Abhaltung eines Mas⸗
kenballes an Fastnacht Mon⸗
tag liegt eine Liste bei dem
Unterzeichneten offen und werden
die Herren, welche sich daran
betheiligen wollen gebeten, im
Laufe dieser Woche durch ihre
Unterschrift dies zu bethätigen.

Georg Jung.

XX
e) Vorräthig in allen Buchhandl.

—38
— 1

— — — —
Die weltberühmten Hustenkaramels
Maria Benno von Donat treffen fortwäh—⸗
rend frisch ein. Dieselben werden entweder
roh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem

Qakao⸗Thee oder Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
In Deutschland kostet 1 Original⸗Karton Hustenkaramels nur
30 oder 50 Pfg. und ein echter himmelblauer Karton Kakao⸗Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kakao⸗Thee Maria Benno von Donat
dieses anerlanni billige, wohlschmeckende und gesunde Nahrungs-⸗
miitel für Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im

Wasser kochen.

Alleinigez Debot in St. Ingbert bei Herrn Jean VPeters.

Unwiderruflich am 30. Jannar 1880
mwmZiehung er
Keichenhaller Kirchenbau⸗Lotterie.
Haupttreffer:
M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;e.
Loone A 2 MHarl, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur
Taß ang, Bankgeschäft in München.
Auf 10 Poose l Freiloos. 1

V.
Druck und Verlag von F. x.

gegen achtiausend Menschenleben verloren; am 14. April wurden
hei Framieres in Belgien 122 Arbeiter durch schlagende Wetter
verschüttet und getödtet; am 24. September ging bei der Insel
Wight der Dampfer „Ramsgate“ mit über 100 Personen zu
Hrunde; die Ueberschwemmung des Murcia-Thales in Spanien
am 16. October kostete 1200 Personen das Leben; am 1. Dezem⸗
her sind im Brückenbergschachte bei Zwickau 90 Bergleute durch
schlagende Wetter verunglückt; am 15. Dezember wurden in der
Saline Wilhelmsglück“ bei Schwäbisch Hall 15 Mann durch
eine Explosion getöbtet; am 20. Dezember ist der deutsche Dampfer
Boruffia“ mit gegen 200 Personen untergegangen, und am 28.
dezember ist bei Dundee der Edinburger Schneilzug in den Fluß
gestürzt, wobei sämmtliche Passagiere, deren Anzahl noch nicht er⸗
mittelt ist, zu Grunde gingen.

p Am 22. ds. Mis. beginnt vor dem Kriegsgericht in
D dessa die Schlußverhandlung gegen die Chersoner Mil—⸗
sionendiebe, die beschuldigt sind, im Sommer des vorigen Jahres
die Chersoner Rentci untergraben und aus derselben mehr als 12
Millionen Rubel gestohlen zu haben.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme b.
— ——
S. v. Christian Lampel. 30.
Peter, S. v. Georg Jung. Peter,
S. v. Georg Stauner. 31. Joh.
S. v. Joh. Grell. Aug., S. v.
Ludwig Oberkircher.

H. Eheschließungen?

2. Dez. Heinr. Albert Friedr.
Ackermann mit Dorothea Ger—⸗
hardt. 3. Joh. Nau mit Eli⸗
sabetha Peters. 20. Nicolaus
Burding mit Katharina König.
29. Heinr. Krob mit Philippina
Braun. 30. Pet. Knobloch mit
Katharina Lang. Joh. Jung
Karolina Hauck.

O. SEterbfälle:

2. Dez. Julianna Uhl, 82 J.
alt, Ehefr. v. Carl Custer. 5.
Pet., 8 Mi. alt, S. v. Mathias
Krill. Carl Harth, 57 J. alt,
Them. v. Elisabetha Miedel. 7.
Joh. Abel, 47 J. alt, Ehem. v.
Kaihar. Marschall. 8. Elisabetha,
3 Tge. alt, T. v. Adam Wilh.
10. Friedt. Koch, 63 J. alt,
ẽhem. v. Margar. Bourgone.
18. Joh. Christoph Adolph, 59
J. alt, Ehem. v. Carolina Ka—
harina Handron. 17. Karol.
Hdaria, 10 Mt. alt, T. v. Jac.
Linn. Philipp, 4 J. alt, S.
». Jac. Porcher. 18. Jac. Pet.,
4Mt. alt, S. v. Michael Hien.
Magdalena Gressung, 56 J. alt,
Wwe. v. Nicol. Schmelzer. Ka⸗
rolina Wolf, 41 J. alt, Ehefr.
y. Joh. Becker. 20. Joh. Ficker,
71 J. alt, Ehem. v. Katharina
Schlamp. 21. Jacob, 19 J.
alt, S. v. Valentin Osthof.
Barbara, 1 J. alt, T. v. Pet.
Becker. 24. Friedrich Wolf, 31
J. alt, Ehem. v. Philippina
Praß. 25. Michael Feichtner,
z9 J. alt, Ehem. v. Maria
Bleif. Emma, 6 Mti. alt, T.
b. Georg Bauer. Peter, 1Tg.
alt, S. v. Jac. Stolz. 26.
Theresia, 1 J. alt, T. v. Jos.
Schwarz. 29. Johann Weber,
53 J. alt, Ehem. v. Magdaleno
Bastian.

Im Jahre 1879 lamen im
Standes⸗Amtsbezirk St.
Ingbert 494 Geburts⸗ 75 Hei⸗
raths⸗ und 260 Sterbfälle vor.

St. Ingbert, 13. Jan. 1880.

Der Standesbeamte:
Euster.

Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert
pro Monat Dez. 1879.
A. Geburten:?

1. Dez. Elisabetha, T. v.
Adam Wilhelm. 3. Maria Ca⸗
tharina, T. v. Philipp Schütz.
Varbara, T. v. Joh. Stief.
Louisa, T. v. Friedr. Hippchen.
4. Karolina, T. v. Phil. Wag⸗
ner. Carl Conrad, S. v. Jac.
Linn. Elisabetha, T. v. Karl
Danzer. Franz, S. v. Johann
Jos. Peters. 5. Jac., S. v.
Barbara Heib. Louisa Auguste
Maria, T. p. Heinr. Todt. Ni—
colaus, S. v. Heinr. Horlemann
6. Maria, T. v. Christian
Fichter. Maria, T. v. Georg
Wagner. Katharina, T. v. Ma⸗
thias Maron. 7. Louisa, T. v
Franz Kastel. 8. Martin, S
v. Martin Müller. Sophia
T. v. Michael Ruffing. 10
Jos. Aug.,, S. v. Joh. Wolf
12. Franz, S. v. Franz Schröck
13. Margaretha, T. v. Georg
Schmitt. Katharina, T. v. Pe⸗
ter Ecker. 14. Joh. Baptis
Gustav, S. v. Heinr. Martin
16. Peter, S. v. Peter Sehn
Anna, T. v. Aug. Müller. 18
Johann, S. v. Johann Grell.
19. Joh. Jac., S. v. Johann
Christian Kausch. Karl, S. v.
Jac. Leppla. Philipp, S. v.
Nicolaus Eisenhut. Gust. Chri⸗
stian, S. v. Wilhelm Reppert.
21. Johann, S. v. Joh. Schmitt.
Wilhelmina, T. v. Anton Marrx.
22. Jacob, S. v. Jac. Haas
Karl, S. v. Jacob Hooß. 23
Peter, S. v. Peter Zintel. 24
Richard Adam, S. v. Pet. Uhl.
Nicolaus, S. v. Johann Jung—
fleisch. Peter, S. v. Jac. Stolz
Philipp, S. v. Joh. Phil. Kayser.
Eva Josephina, T. v. Jacob
Spohn. Adam, S. v. Jacob
Eberle. 25. Maria, T. v. Kas⸗
par Buchheit. 27. Maria, T.
v. Joh. Theobald. Sabina, T.
v. Peter Stolz. Elisabetha
Maria, T. v. Georg Gehring.
Barbara u. Katharina, Zwillinge
v. Jos. Flesch. 28. Katharina.
T. v. Adam Schmitt. Johann.
Dem eß in St. Ingbert.
Hiezu „Illufstrirtes Zonntaasblati“ Nr. 3.
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        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Beie

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementeépreis beträgt vierteljährlich

12 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 H, einschließlich 40 ⸗ Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaͤrtsß
mit 13 —A fur die viergespaliene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Neclamen mit 80 — vro Zeile berechnet.
M Iu.

Sonntag den 18. Avver

ôααααααααασαα σσσασσ
1885

— „z—z.zz3;tt—82e
Deutsches Neich.

Muͤnchen, 15. Jan. In den Einlauf der Abgeordneten⸗
tammer gelangte neuestens ein Gesuch der katholischen Kirchenge—
meinde Schweighofen, Bezirks-Amt Bergzabern, um Bewilligung
eines Staatsbeitrages zum Bau⸗ der katholischen Pfaar- und Ge—
dächtnißkirche zu Schweighofen. — Die Zahl der um Aufhebung
des 7. Schuljahres eingelaufenen Petitionen beträgt 124.

Die Abgeordnetenkammer genehmigte in der Sitzung vom
Mittwoch dem Ausschußantrage entsprechend die Position für Prä—
parandenschulen mit 525, 496 M., ebenso nach längerer Debatte,
in der sich nicht weniger als 8 kath. Pfarrer betheiligten, 5,7 17, 5855
M. für die Volksschulen. In der Sitzung vom Donnerstag wurde
ein die Herstellungskosten einer Turnhalle in Blieskastel be—
— 0
trotz warmer Befürwortung abgelehnt. Am Freitag sollte der Kul⸗
usetat zu Ende berathen werden.

Dem „Bayer. Kur.“ schreibt man über das voraussicht-
liche Schicksal der neuen Kreditvorlagen des Kriegs-
ministeriums: „Wie man vernimmt, wird sich eine große An⸗
zahl der Landtagstagsabgeordneten ziemlich ablehnend zur neuesten
Vorlage der Kriegsverwaltung verhalten und nur wenigen Pofi⸗
sionen in modifizirter Weise zusiimumen.

Berlin. Im Budget der Reichsjustizverwaltung wird eine
Mehrausgabe von 200,000 M. für Einrichtung eines dritten Hilfs⸗
enats beim Reichsgericht beantragt. Die Zahl der eingelaufenen
Sachen hat schon am 14. October über 2600 betragen.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag die
4 Verwaltungsgesetz-Vorlagen an eine Kommission von 21
Mitaliedern verwiesen.

Ausland.

Paris, 15. Jan. Gambetta hat sich erst heute Vormittag
entschieden, das Präsidium der Deputirtenkammer zu übernehmen.
Bei Uebernahme des Präsidiums in der heutigen Sitzung hat der—
elbe keine Ansprache gehalten.

Paris. Gambetta drückte der Deputirtenkammer seine tiefe
Erkenntlichkeit für die ihm erwiesene Ehre aus und sagte, er werde
der Kammer Alles widmen, was er an Thätigkeit, Einsicht, Festig⸗
keit und Aufmerksamkeit besitze. (Beifall auf allen Bänken der
Linken).

Baudry d'Asson (Nechte) interpellirte über die Absetzung von
38 Maires in der Vendee, welche an einem legitimistischen Bankett
Theil genommen haben. Der Minister des Innern, Lepeère, ant⸗
wortete, indem er das Recht der Regierung, gegen sie selbst ge—
richtete Kundgebungen zu unterdrücken, für die Regierung in An—
spruch nahm. Die Kammer ging hierauf mit 367 gegen 86 Stim—⸗
men zur einfachen Tagesordnung über.

Angelegenheiten ferne, so wünschen wir ihm doch, seinen edlen und
humanen Bestrebungen wegen, ein
„Vivat, crescat, Floreat!“

*St. Ingbert, 17. Jan. Die hiesige Ocarin aka—
pelle conzertirt morgen (Sonntag) Abend im Kappel'schen Saale
zuu Homburg. Der Ertrag des Conzertes nach Abzug der Un⸗
sosten ist für die Homburger und hiesigen Armen bestimmt.

Nach einer Bekanntmachung der Pfälzer Bahnen
werden Unterstützungsgegenstände für Oberschlesien fracht⸗
frei befördert, wenn dieselben an staatliche oder städtische Behör—
den adressirt sind und der Frachtbrief den Vermerk,Freiwillige
Baben für die bedrängte Bevölkerung einzelner Kreise Oberschle⸗
iens“ trägt.

F Kaiserslautern, 11. Jan. Wie weit die Bescheidenheit
in politischen Dingen manchmal geirieben wird, davon hier ein
leines Beispiel: Einer der thätigsten Agitatoren gelegentlich der
letzten Stadtrathswahlen dahier läßt dieser Tage bei den Mitglie⸗
dern des neuen Stadtrathes eine Liste cirkuliren mit der Aufforde⸗
cung: „Freiwillige Beiträge für seine durch die Wahlagitation
gehabten Auslagen und Kosten gefälligst einzeichnen und bezahlen
zu wollen“. Zur Illustration möge die Thatsache dienen, daß
die Partei, für welche er agitirte, keinen ihrer Candidaten als
Stadrathsmitglied durchbrachte.

F Kaiserslautern, 15. Jan. Ein Gaunerstreich seltener
Art wurde dieser Tage dahier von einem Handwerksburschen aus-
geführt. Derselbe, jedenfalls gewohnt, sein Mittagsschläfschen zu
machen, schlich sich gegen 1 Uhr in die Polizeiwachtstube, verschloß
um ja nicht gestört zu werden, die Haupteingangsthür von innen
ind legte sich auf eine nagelneue, nur für die Polizeisergeanten
destimmte Matraze. Gegen 4 Uhr wollte sich ein Polizeidiener in
)as Local begeben, fand dasselbe verschlossen und mußte durch eine
—AV
SZchläfer noch im besten Schlafe. Daß derselbe nicht umsonst ge⸗
weckt wurde, versteht sich von selbst.

F Die in der Nähe von Lauterecken gelegene Loh⸗- und
Zchneidmühle von R. Brosius ist in der Nacht von Dienstag auf
Mittwoch niedergebrannt, wobei 1200 Centner Lohrinden mitver⸗
hrannten.

F Aus der vorderpfälzer Ebene. Das Tabaklsge—
schäft ist in den letzten Tagen wieder sehr flott von Statten ge⸗
zangen, so daß nur noch geringe Quantitäten unverkauft sind.
Dder Werth, den die diesjährige Tabakskreszenz für manche Ge⸗
neinde repräsentirt, ist enorm zu nennen. Für das kleine Dorf
Insheim z. B. kann heuer ein ungefähres Ergebniß von tausend
Zentnern Tabak angenommen werden, welches einer Summe von
iwa vierzigtausend Mark gleich zu achten ist. Wie man hört,
oll auch die günstige Tabalskonjunktur von merllichem Einfluß
auf die örtlichen Geschäftsverhältnisse sein.

Speyer. Heute früh wurde der hiesige stadt. Waag⸗
neister und Rentner Ludwig Müller, früher Bierbrauer zum Roö—
mner, in der Fruchthalle erhängt aufgefunden. Da derselbe in gu⸗
en Verhältnissen lebte, so ist man um so mehr über diesen Selbst⸗
mord erstaunt. (Pf. Zig.)

* Die Steinkohlenfoͤrderung auf den preußischen Saargruben
hetrug im Jahre 1879 89,499,210 Ctr. Von den früheren
Jahren hat nur das Jahr 1876 eine größere Forderung aufzu—
veisen. Der Absatz des verflossenen Jahres ist auf 89,806,799
Etr. gestiegen und hat hiermit auch denjenigen des bis dahin günstig⸗
sten Jahres 1876 noch etwas übertroffen.

Mülhausen. Dieser Tage brachte ein französischer
dandler ein saun Schwein hierher. Das rechte Vorderbein
jatte unterhalb des Knies einen Auswuchs, der sich zu einem Fuße
hildete. Diese Unregelmäßigkeit scheint dem Thiere übrigens nicht
Jeschadet zu haben, denn es war vollständig ausgewachsen, fett
uind wog über 100 Kilogtamm. Nachdem das Thiet geschlachtet
war, wurde der seltene Doppelfuß abgeschnitten und dem Museum
der Société industriollo übermacht. 2*

4Der Schaden, den die hessische Ludwigsbahn durch die Un⸗
terbrechung des Verkehrs und die Herstellung des Bischofsheimer

Vermischtes.

FSit. Ingbert, 16. Jan. (Eingesandt.) Der seit Fe—
bruat 1877 unter Schmelzarbeitern gegründete Arbeiter-Hilfs—
perein hatte am 10. d. Mts. behufs Rechnungsablage und Neu⸗
wahl, seine ordentliche Generalversammlung.

Der Verein hat den Zweck, seinen Mitgliedern resp. deren
Angehörigen eine Unterstützung bei Sterbefällen zu gewähren.

Ehe man zur Neuwahl schritt, wurde dem Ausschusse unter
Hinweis seiner sehr umsichtigen und gewissen Leitung der Vereins—
angelegenheiten seitens der anwesenden Mitglieder volle Anerken—
nung gezollt und fiel auch in diesem Sinne mit geringer Aender⸗
ung die Neuwahl aus.

Der reine Vermögensstand am 12. Januar 1879 ergab die
Ziffer von 615 Mt. 89 Pf.; am 10. Januur 1880 eine solche
von 1270 M. 46 Pf., welche Summe im hiesig. Vorschußvereint
deponirt ist. — Der Vercin zählt bis heute 286 Mitglieder. Bietel
der Verein seinen Mitgliedern auch keine glänzende Unterhaltungen,
so gewährt er ihnen doch zur bedrängten Zeit einen sichern Noth—
pfennig. Möchten doch diejenigen Schmelzarbeiter, welche dem
Vereine bis jetzt noch ferne stehen, den schönen Zweck desselben recht
deherzigen und ihm nicht länger den Rücken kehren.

Stehen wir auch dem Vereine in Beziehung auf seine inneren
        <pb n="42" />
        Dammes erleidet, beziffert sich, nach dem „Mainz. Tagebl.“, auf
täglich 25 —80,000 M. Der ganze Verlust wird etwa eine Million
Mark betragen 56 n

Nürnberg.“L. v. Faber hatdie Angehörigen seiner
Bleistiftfabrik in Stein von der Beitragsleistung zur Fabrik-Kran⸗
kenunterstützungskasse vom Beginn l. Is. ab entbunden und be—
stimmt, daß das bis jetzt durch ansehnliche Zuschüsse aus der Ge—
schäftskasse seit drei Jahren von 2500 auf 35, 000 M. angewachsene
Capital durch weitere solche Zuschüsse die Summe von 100,000 M.
erreichen soll. Aus den Zinsen dieser Summe sollen die Kranken⸗
unterstützungs⸗ und Wittwen⸗ Pensionsbezüge gedeckt und der Rest
am Jahresschlusse an die kranken Fabrikangehörigen zur Bestreitung
der Arzt- und Apotheker⸗Rechnungen vertheilt werden.

München, 14. Januar. Die Prägung der Medaillons,
welche der Präsident des obersten Landesgerichts, die, Präsidenten
der Oberlandesgerichte und die Präsidenten der Landgerichte an
einer Kette zur Robe zu tragen haben, wird dem königlichen Haupt⸗
münzamte dahier übertragen. Die Medaillons, welche das Bildniß
Sr. Maj. des Königs zeigen, werden aus Gold hergestellt.

4 das Jahr 1878, wurde von Unglücksfällen besonders
heimgesucht, wobei viele Menschen das Leben einbüßten. So gingen
bei der Ueberschwemmung von Szegedin am 12. und 13. März

Jegen achttausend Menschenleben verloren; am 14. April wurden
zei Framieres in Belgien 122 Arbeiter durch schlagende Wetter
verschüttet und getödtet; am 24. September ging bei der Insel
Wight der Dampfer „Ramsgate“ mit über 100 Personen zu
Brunde; die Ueberschwemmung des Murcia-Thales in Spanien
um 16. October kostete 1200 Personen das Leben; am J. Dezem⸗
her sind im Brückenbergschachte bei Zwickau 90 Bergleute durch
chlagende Wetter verunglückt; am 15. Dezember wurden in der
Saline „Wilhelmsglück“ bei Schwäbisch Hall 15 Mann durch
ine Erplosion getödtet; am 20. Dezember ist der deutsche Dampfer
Borufsia“ mit gegen 200 Personen uuntergegangen, und am 28.
dezember ist bei Dundee der Edinburger Schnellzug in den Fluß
Jestürzt, wobei sämmtliche Passagiere, deren Anzahl noch nicht er—⸗
mittelt ist, zu Grunde gingen. J

Am 22. ds. Mts. beginnt vor dem Kriegsgericht in
D'dessa die Schlußverhandlung gegen die Chersoner Mil—
ionendiebe, die beschuldigt sind, im Sommer des vorigen Jahres
die Chersoner Rentci untergraben und aus derselben mehr als 172
Millionen Rubel gestohlen zu haben.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Deme ß.
S. v. Christian Lampel. 30.
Peter, S. v. Georg Jung. Peter,
3. v. Georg Stauner. 31. Joh.,
—A——
dudwig Oberkircher.
IxX. Eheschließungen:

2. Dez. Heinr. Albert Friedr.
Ackermann mit Dorothea Ger—⸗
jardt. 3. Joh. Nau mit Eli⸗
abetha Peters. 20. Nicolaus
Burding mit Katharina König.
29. Heinr. Krob mit Philippina
graun. 30. Pet. Knobloch mit
datharina Lang. Joh. Jung
darolina Hauck.

O. Sterbfaͤlle

2. Dez. Julianna Uhl, 32 J.
ilt, Ehefr. v. Carl Custer. 5.
Pet., 8 Mi. alt, S. v. Mathias
drisl. Carl Harth, 57 J. alt,
ẽhem. v. Elisabetha Miedel. 7.
Joh. Abel, 47 J. alt, Ehem. v.
dathar. Marschall. 8. Elisabetha,
3 Tge. alt, T. v. Adam Wilh.
0. Friedr. Koch, 63 J. alt,
ẽ hem. v. Margar. Bourgone.
3. Joh. Christoph Adolph, 59
4. alt, Ehem. v. Carolina Ka⸗
harina Handron. 17. Karol.
HMaria, 10 Mt. alt, T. v. Jac.
rinn. Philipp, 4 J. alt, S.
). Jac. Porcher. 18. Jac. Pet.,
Mt. alt, S. v. Michael Hien.
Magdalena Gressung, 56 J. alt,
PVwe. v. Nicol. Schmelzer. Ka⸗
olina Wolf, 41 J. alt, Ehefr.
). Joh. Becker. 20. Joh. Ficker,
71 J. alt, Ehem. v. Katharina
-„chlamp. 21. Jacob, 19 J.
ilt; S. v. Valentin Osthof.
Barbara, 1 J. alt, T. v. Pet.
Becker. 24. Friedrich Wolf, 831
J. alt, Ehem. v. Philippina
Praß. 25. Michael Feichtner,
39 J. alt, Ehem. v. Maria
Bleif. Emma, 6 Mt. alt, T.
o. Georg Bauer. Peter, 19.
ilt, S. v. Jac. Stolz. 26.
Theresia, 1 J. alt, T. v. Jos.
-chwarz. 29. Johann Weber,
53 J. alt, Ehem. v. Maadalena
Bastian.

Im Jahre 1879 kamen im
ztfandes⸗Amtsbezirk St.
Ingbert 494 Geburts⸗ 75 Hei⸗
aths⸗ und 260 Sterbfalle vor.

Zt. Ingbert, 13. Jan. 1880.

Der Standesbeamte:

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Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Riein „Rlluctrirtes Zonntagcblatt NMNr. 83.

Hausversteigerung.
Montag den 26. Januar
nächsthin Nachmittags 83 Uhr zu
St. Ingbert bei Michael Paul
läßt Franz Dengel, Schrei—
ner allda folgende Liegenschaften
im Banne St. Ingbert freiwillig
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thum versteigern nämlich:
Pl.⸗Nr. 78 und 79, 2 4
70 qm Fläche, Wohnhaus
mit Einfahrt, Hinterge—
bäude, Hof und Garten,
gelegen an der Hauptstraße
zu St. Ingbert neben Er⸗
ben Wolll.
St. Ingbert, 15. Jan. 1880.
Sauer, k. Notar.
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Georg Iung.

Die weltberühmten Hustenkaramels
Maria Benno von Donat treffen fortwäh⸗
rend frisch ein. Dieselben werden entweder
roh gegessen, oder 5—56 Stück in heißem

stakao⸗Thee oder Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
In Deutschland kostet 1 Original⸗Karton Hustenkaramels nur
30 oder 50 Pfg. und ein echter himmelblauer Karton Kakao⸗Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kakao⸗Thee Maria Benno von Donat;
dieses anerkannt billige, wohlschmeckende und gesunde Nahrungs⸗
mittel für Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im

Wasser kochen.

Alleiniges Devot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters.

Unwiderruflich am 30. Januar 1880
zZiehung drr—
Reichenhaller Kirchenbau Lotterie.
Haupttreffer:
M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;c.
Loose aà 2 Marle, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
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        Der St. Jagberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierieljahrlich

1AM 40 B einschließlich Tragerlohm; durch die Post bezogen 1 60 4, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärte
mit 15 — fuür die viergeipaltene Zeile Blattichrist oder deren Naum. NReclamen mit 30 pro ZKeile berechnet.
M 12. Dienstag den 20. Januar
1880.

—
Deutsches Reich.

Speyer, 19. Jan. Bei der heute vorgenommenen Neu—⸗
wahl (zum bayerischen Landtag) wurde Landgerichtsdirector Reif⸗
iel gewählt.

Se. Majestät der König hat dem Comite für Errichtung
eines Grabdenkmals zu Ehren des Oberconsistorialpräsidenten Dr
Adolph v. Harleß die Bewilligung zur Vornahme einer Samm-
lung im ganzen Königreich durch Erlassung eines Aufrufes zu
Beiträgen in öffentlichen Blättern ertheilt.

Zur Vertretung der Interessen der bayerischen Bierbrauerei
zat sich mit München als Vorort ein „Bayerischer Vrauer—⸗
bund“ gebildet.

In der Sitzung vom Samstag nahm die Abgeordnetenkammer
nach längerer Debatte das Eisenbahngesetz für die rechtsrheinischen
reise in der Fassung der Reichsrathskammer mit 88 gegen 38
Stimmen an; desgleichen das Gesetz über die Pfälzischen Bahnen
in der Fassung der Reichsrathskammer (das heißt mit der Lau—
terthalbahn) mit 82 gegen 31 Stimmen. Somit ist jetzt Ge⸗
ammtbeschluß über beide Gesetze erzielt.

In der Sitzung vom Freitag hat die Abgeordnetenkammer den
Ftat des Cultusministeriums erledigt. Derselbe ist durchgehends
aach den Anträgen des Ausschusses bewilligt und zwar mit 18,310,677
M. ordentlichen und 898,916 M. außerordentlichen Ausgaben, um
124,851 M. weniger, als die Staatsregierung verlangt hatte.

Bei der Reichstags-Stichwahl im Waͤhlkreis Dinkelsbühl⸗
Gunzenhausen wurde der nationalliberale Dr. Schreiner gewählt;
nuch im Wahlkreis Ansbach ist die Wahl des nationaliberalen
Tandidaten gesichert.

Berlin. Die bisher gezeichneten Beträge auf Actien der
deutschen Seehandelsgeseilschaft lassen unzweifelhaft auf
leberzeichnung schließen.

Der Meichstag wird auf den 12. Februar einberufen
verden.

Das preußzische Abgeordnetenhaus hat am 17. Januar
»en Gesetzentwurf über Bewilligung von 6Vrillionen Mart aus
Staatsmitteln zur Beseitigung des Nothstands in Oberschlesien
na zweiter Lesung angenommen.

Dem preußischen Abgeordnetenhaus ist eine Vorlage über
den Erwerb der Rheinischen und der Berlin⸗Potsdam⸗Magdeburger
cFisenbahn für den Staai zugegangen.

Der badischen zweiten Kammet legte der Minister des Innern
unen Gesetzentwurf vor betr. die Abanderung des Examengesetzes
ür die Geistlichen. Mit der Annahme desselben seitens der Kam⸗
ner wird der hauptsächlichste Stein des Anstoßes in dem Streite
er badischen Regierung mit der Curie beseitigt.

Die für das Jahr 1880 geplant gewesene landwirthschaft⸗
iche Ausstellung für Elsaß-Lothringen in Straßburg, ist
aach einem am 15. d. Mis. gefaßten Beschluß der Beairksverireter
nuf das Jahr 1881 verschoben.

Posen. Amiliche Mittheilung des General⸗Kommandos des
5. Armee⸗Korps: Die vom „Hamburger Korrespondenten“ und der
Augsburger Allgemeinen Ztg.“ gebrachte Erklärung, daß preußische
Ofñziere in Kalisch infultiri und bedroht worden seien, ist erfunden

Ausland.

Paris. Der Herzog von Gramont, im Jahr 1870 bei
Heginn des Krieges Ninisier des Auswärtigen, ist gestorben. —
Auch Jules Favre ist lebensgefährlich erklranit. Dersebe war nach
dem Sturze des Kaiserreichs Minister der Republik und leitete als
olcher wähtend des deutsch⸗ franzosischen Krieges die Friedensver⸗
jzandlungen mit dem Fürsten Bismarck. Er ist geb. 1809.

Der „Russische Invalide“ (officios) erklart die „Sensations—
elegramme“ auslandischer Blätter über Kriegsvorbereitungen Ruß⸗
ands an seiner westlichen Grenze für vollständig unbegründel
ind aus der Luft gegriffen und den guten Beziehungen Rußlande
u den benachbarten Staaten nicht entsprechend. Die Friedensliebe
vußlands habe noch im Dezember die Herabsetzung der Armee um
46,000 Mann unter die Friedensstärke dictirt, und es seien wei⸗
lere Friedensmaßregeln, speciell eine weitere Reducirung der Armee
Aussicht genommen.

Montenegro zeigte den Mächten durch ein Memorandum
an, daß es als Pfand für die beanspruchten 2 Mill. Gulden Eni-
chädigung für die Verzögerung der Räumung von Gusinje und
Plawa muhamedanisches Eigenthum auf dem aͤbgetretenen Gebiele
unter Sequester stellt.

Vermischtes.

, St. Ingbert, 20. Januar. Die gestern Abend stattge⸗
habte Generalversammlung des Musikvereins war nur schwach be⸗
ucht. Die Tagesordnung konnte rasch erledigt werden Durch
Ballotage wurden 3 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen.
Die Rechnung für das verflossene Jahr mit 1119 M. 80 Pf.
Einnahmen und 943 M. 96 Pf. Ausgaben wurde nicht beanstan⸗
det. Die Mehreinnahme von 175 M. 86 Ppf. dient al⸗ Deckung für
die im März zur Ausloosung kommenden 20 Flügelactien. Die
hisherigen Mitglieder des Ausschusses wurden als solche mit Ein⸗
timmigkeit wieder gewählt. Das Ergebniß der Wahl ist also fol⸗
zendes: Hr. Amtsrichtet König J. Vorst. Hr. Prof. Schlick U.
Vorst. Hr. Kaufm. Fischer Schriftführer und Hr. Stadtschreiber
Bayer Rechner. Die activen Mitglieder des Vereins hatten schon
vor einigen Tagen ihren seitherigen Dirigenten, Hr. Schadewitz,
nuch für das Jahr 1880 wieder gewählt.

*Die bisherige, theils mäßig kalte, theils sogar milde Wit⸗
erung ist auf einmal wieder einer ganz bedeuienden Kälte gewichen.
Heute Morgen 7 Uhr zeigte das Thermometer 14 Grad unter dem
Befrierpunkt.

FStatistisches. Auf den verschiedenen Linien der Pfäl⸗
ischen Eisenbahnen bewegen sich 17 Schnellzüge, 128 Personen⸗-,
)1 Gemischte⸗, 74 reine Güter⸗ und 17 Kohlenzüge. Außerdem
beschleunigter Zug (zwischen Mainz und Neustadt), 1 Leerzug
zwischen St. Ingbert und Würzbach zum Abholen der Grubenar-
eiter), 1 Bergmannszug (zwischen Würzbach und St. Ingberh),
Steinzug (zwischen Kaiserslautern und Ludwigshafen), 22Brus
tenzüge zwischen Ludwigshafen und Mannheim und 10 Brüden-
züge zwischen Worth und Maxau. Zur Postbeforderung werden
178 Züge, resp. Theilstrecken benutzt, und zwar 26 unter Begleitung
bayer. Postbeamten, 15 unter Begleitung von Reichspostbeamten,
91 von k. bayer. Postkondukteuren, 8 von Reichspostschaffnern und
38 Züge zur Beförderung geschlossener Briefbosten durch das Eisen—
zahnzugpersonal.

FZweibrücken. Dem Vernehmen nach hat dieser Tage
jier ein Säbelduell Statt gefunden zwischen einem jungen Officier
der hiesigen Garnison und einem Sliudenten der Rechte von hier,
haß eine Verwundung des letzteren zur Folge gehabt haben soll. (J. 3.)

*Durch den Muth und die Besonnenheit eines 10jährigen
Mädchens wurde ein anderes 7 Jahre altes Mädchen, beide aus
Rammelsbach, vor dem Ertrinken gerettet. Das letztere war mit
anderen Kindern auf dem noch nicht fest zugefrorenen Kuselbach,
brach ein und stand schon bis zum Munde im Wasser, wurde aber
noch rechtzeitig von der 10jähr. Kath. Schröck, die, ihr eigenes
Leben wagend, auf dem Eise nahe an sie heran gerutscht war.
berausgezogen und glücklich an's Land gebracht.

F Ein theurer Hase. Vom Drachenfels schreibt
man der „Kaisl. Z3.“: Vergangenen Sonntag fand in den Wald—⸗
ingen des Forstreviers Alteglashütte eine große Treibjagd statt,
in welcher 21 Schützen und 19 Treiber sich betheiligten. Die
Dispositionen scheinen nicht richtig gewählt worden zu sein, da nur
zin Hase geschossen wurde. Der Hase dürfte daher, wenn die
Versaumniß der anwesenden Schühen“ und Treibert auf 8 Mark
durchichnittlich angenommen wird, auͤf 120 Mark zu stehen kommen.

F Wie die „Pf. Vollsztg.“ mittheilt, hielten die Kaisers—
lauterer Bierbrauer dieser Tage eine Versammlung ab, in
welcher ein Theil die Erhöhung des Bierpreises auf 18 Pf. für
den Schoppen beantragte. Eine Einigung darüber soll aber nicht
erzielt worden sein.

f.Die Altien-Gesellschaft Leinen-Zwirnerei und ⸗Weberei in
Otterberg hat sich aufgelöst und fordert die Glaubiger zur An⸗
meldung ihrer Forderungen auf.'

*In Neustadt wurde das Gasthaus zum .Pfälzer 65
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        das vor 2 Jahren um 132,000 M. erworben worden war, dieser
Tage um 68,200 M. versteigert. Man sieht, auch Anderwärts
umd nicht blos hier, ist in der letzten Zeit eine bedeutende Ent⸗
werthung der Gebäulichkeiten eingetreten.

pIn Nußdorf sind nach dem „L. A.“ die Blattern aus⸗
gebrochen.

FIn Landan wurde ein Taglöhner in einer Dachkammer,
in welcher er schon 24 Jahre seine Schlafstätte hatte, erstickt ge⸗
funden. Beim Oeffnen der Kammer fand man das Bett in
Flammen. ——

Gestern wurde die Schiffbrücke bei Maximiliansau wieder
dem Verkehre übergeben und Loursiren die Personen⸗ und Güter—
züge wieder regelmäßig.

Aus Heiligenbeil in Ermeland kommt die betrübende,
zrneut zur höchsten Vorsicht mahnende Nachricht, daß 40 Gäste
iner Bauernhochzeit an Trichinosis erkrankt sind.
7 Von 33berge wird dem „Kaufb. Tgbl.“ folgender
Vorfall mitgetheilt: Vor dem Amtsgerichte sollte ein Strolch
abgeurtheilt werden. Schon war die Verhandlung geschlossen, die
Richter hatten sich zurückgezogen, und als sie wieder eintraten, um
das Urtheil zu verkünden, ergriff der Angeklagte einen auf dem
Gerichtstisch als corpus aͤclici legenden Zaunpfahl, drang damit
auf Richter und Anlanwalt ein und soll wuchtige Hiebe ausge—
theilt haben.

F München. Der erste diesjährige Telegraphenübungskurs
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eginnt am Dienstag, den 3. Febr. bei hiesiger Centralstelle und
ziczu sind 60 bereiss in Praris stehende Postdienstadspiranten ein⸗
‚erufen worden. Der Curs wird wieder vier Wochen dauern.

F Zur Bekämpfung des Nothstandes in Oberschlesien schlägt
ein alter Officier, der Gutsbesitzer Richard Oschweningken, folgen⸗
zes driginelle Mittel vor: Man mache nicht mobil, sondern beur⸗
aube per Regiment ca. 50 Mann ausererzirter Leute auf 1-54
wochen und schicke das durch dies Mandver ersparte Geld den
berschlesiern. Je nach Umständen kann bie Zahl der Beurlaubten
ergroößert und der Urlaub selbst verlängert werden. Die Beur⸗
audten koönnen sich zu Hause nützlich machen, eine Staatsanleihe
vird vermieden und der Nothstand verschwinden.

p Unier dem Protektorate des deutschen Botschafters Fürsten
dohenlohe und unter sehr reger Theilnahme der deutschen Kolonie
and in Paris ein Conzert zuni Besten der Nothleidenden in
Oberschlesien und des deutjschen Hilfsvereins statt, das die hübsche
Finnahme von 6000 M. ergab.

4In den Straßen Londons wurden im verflossenen Jahre
urch Ueberfahren 236 Personen getödtet und 3399 verletzt.

F Nachdem wieder größere Kälte eingetreten ist, dürfte es
weddienlich erscheinen, wenn die nun von Eis freigewordenen Ab⸗
fußroͤhren an Abtritten, Küchengüssen ꝛc. mit Salzwasser ausgespült
vürden, damit sich das Eis nicht wieder ansetzen kann. Das
Mittel hat sich als durchaus probat erwiesen. —

Fur die Redaction vperanworilich· . X De me ß
— AJZ

— 4 24—

——
Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Ziehnug der J
Reichenhaller KirchenbauCotterie.
Haupitreffer.
M. 60,000, M. 23,000, M. 10,000 Se.
Loose à 2 Maru, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur
Carl Lang, Bankgeschäft in Mün ch en.
—— Auf 10 Loose 1 Freilbvos. A
—Ag αν

78

42* 4 9 *
Braktische Gartenzeitung.
Tin 1. Januar 1880 beginnt die beliebte Gartenzeitung: Ver⸗
einigte Frauendorfer Blkaͤtter, herausgegeben von der praltischen
Bartenbaugesellschaft in Bayern zu Frauendorf, einen neuen Jahreslauf
und sind alle Gartenbesitzer, Gaͤrtenfreunde, Obst⸗ und Weinzüchter,
bande und Forswirthe u. s. w. zur Betheiligung am Abonnement
freundlichst eingeladen. Preis durch die Post halbjähnlich 8 Marlac.
In gesamniten Buchhandel und direit durch den Verlag in Frauendorf
danzijährlisch 6 Muric (4 fil. d. W. Bankn. 7 Fres. 50 Cent.)
Jeder ganzjährliche Abonnent erhält sogleich mit Nr. 1 eine
Jeért Evolie Saimen-Prümie, bestehend aus 15 neuen und
selienen Sorten für den Blumen⸗ und Gemüsegarten in eleganter Ver⸗
bacung; an dieser mühsam zusammengestellten Prenm ie kann der
Fmpfänger seine Freude haben. Die Frauendorfer Blaätter, wovon
wöchenelich ein ganzer Bogen erscheint, enihalten Nummer fur Nummer
eine große Anzahl der werthvollsten Aussähze und Notizen übver alle
Fächer des Gartenbaues, besonders üUber Blumen⸗, Gemüse⸗ und Obst⸗
vaumzucht, Weinbau, Anlage neuer Garten u. sof. und sind zur rech⸗
len Zeit mit Abdildungen intereffanter neuer Blumen, Früchte und Ma⸗
schinen ꝛc. geschniückt. Im verflossenen Jahre hatten sich die Frauen⸗
doarfer Blaätter zufolge ihrer praktischen Richtung und ihres mannigfal⸗
tigen Inhailis eines Zuwachse; hunderter neuer Lejer zu erfreuen und
rste dies um so sicherer auch in Zukunft zu erwarten sein, als unsere
Zeitschrift manche erhebliche Verbesserung und Bereicherung erweisen
did. Probenummeru sithen gratis und franco zu Diensten ·

Frauendorss, Post Vilshosen (Niederbayern).

Verlag der Frauendorfer Blàtter.

Jobrüder Fürst.

21

4.
Die ausserordentliche Verbreitung dieses Hausmittels hat
eine ebenso grosse Zabl ähnlicher Präparate als Nachahmei
dervorgerusen, welche sich nicht enthlöden Verpackung. Farbt
u Pubette in tauschender W'eise herzustellen. Die Paquet
Iickten Stollwerck'schen Fabrikates tragen den vollen &amp;a
den des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufastelloi
durch ausgelegte Firmen-Schilder.
Demest in St.

Inabderi.
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        2
8 *88
2 2 —— — 2
2 4 —*;X 5 32 4
5553388 25 8* 555827
Sa¶ð. s55338 32 5 3857 2
— — — —88 85 384
3 35 — — 2 553 . *555E 323.5
55 52 5J—— — 3355 22 53
2322 252 538,53 23 58 —— 853* ———
8* —— — * * 3 * — — 25 2*2
ẽ 38353 2382 755855 2358 52 255 3*325838
— 22 — 5 * — 2

*5355 ——— 52* — 525* 55S A8 23
2 ——2 78 — — 32 — * —J *
3 —8 55 J ——— 7 5308 2 2 5 2
3 3558 7 —A—— — 332 —— 8 —— 1533332
2 —*9 —z 288 2 ⸗ 5. 1355 7* 7
5 5535238 2 25 5355 33 22 33—358
* ——— 82 3 —5 S3 * 25335 — 2
A 78- 3 8 23253 2* »76353 —— y—33
53 3553 —— S 335 3ö3 F
2 533 — —238 — 53225 253288 33238 33*8 232 —

2322 * * —— — 33235 — ——— ————— — J 3
* 2555 352 2* — ——— 53533538*
— J 2 — — 55 24 8 8 * : * * 28 32* 8
3 433773 72558 — F S —— 8333
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2 2258 —— —A— 5 —A 8 ——— — 583

— 23338 25* 558 —3 — —E 5 52 — 5 *
E 5558* 33588* — — —2828 38 5 —— * 52
3 5353 — — —3 — 22 55 353 23 555 2 —————
* 384337 —E 5*885 835333533 EISIE 54335 3B33—
8 ꝛ —5*8 328 —— * 2533885 22 5855* 17— .2 e EIXEIS
2 552 —A 37 * ——— 288 5 WO 7* —253
S 532 2333 — s83355255 528 —
5 —5——5c«55 5 2*33238 —A— 5355 252.
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— — 5 ⁊* —8 — * —2— * * J

— 3z32538 7533—533 533558* 25 55—
— 2.4 S —22
33 3 2555

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        Slt. Ingberlker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptdlatte verbundene Unterhaltungsblati. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

tage) erscheint wöchentlich viermal: Dienssstag, Donnerstaag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt viertellahrlich

A 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen I MA 60 —, einschließlich 40 — Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärikẽ
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.

— ——— — — — —— —⏑⏑⏑

Aô 13. Donnerstag den 22. Jauuar 1880.
——
—Deutsches Reich.

Müünchen. In der Sitzuug vom Dienstag hat die Abg.
Kammer die vom Ausschuß beantragte Abgleichung des Forst-Etats
— — M. Bruttoeinnahmen, 12,937,690
M.' Ausgaben und 11,789,110 M. Reineinnahme. Ueber die
Petitionen der Förster und Forstgehilfen wurde zur Tagesordnung
Pbergegangen. Die Pelitionen verschiedener Industrieller und Ar—
zeiter der Weberei, welche um Uebertragung von Lieferungen bei
Staatsankäufen für militärische und andere Staatszwecke bitten,
werden von der Kammer, nachdem mehrere Abgeordneten im Interesse
der Petenten gesprochen hatten. der Regierung zut Würdigung bin⸗
üͤbergegeben.

Am Montag trat der Ersatzmann für den ausgetretenen Land—
gerichtspräsidenten Jul. Müller von Kaiserslautern, Dr. Heuck von
Mutlerstadt, in die Abgeordnetenkammer ein.

Da die bayerischen Gendarmerie-Mannschaften nicht blos
in Bezug auf die Regelung ihrer Pensionsverhältnisse im Falle der
Anstellung im Civilstaatsdienste, sondern auch theilweise bezüglich
der Voraussetzungen und des Betrages der Pensionsansprüche un—
günstiger gestellt sind, als die Militärpersonen nach den Reichsge—
etzen von 1871 und 1874 soll eine Gleichstellung der ersteren hin—
ichtlich der Pensionen ꝛc. mit den Agehörigen der activen Armee
jerbeigeführt werden.

die Folgen der jüngsten Eisgänge und Hochwasser lassen sich
auch schon in der Abgeordnetenkammer vernehmen. Durch die jüngsten
außerordentlichen Elementarereignisse wurden mehrere nur aus Holz
gebaute, vom Staate zu unterhaltende Straßenbrücken theilweise
zerstort, für deren Wiederherstellung nunmehr 101. 880 M. vom
Landtag verlangt werden.

Berlin, 20. Januar. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm
richtete, wie die Abendzeitungen melden, an den Pastor Gruber in
Reichenbach (Schlesien), Verfasser einer Brochüre „Christ und
Israelit“ folgendes eigenhändiges Schreiben: „Sie haben mich
curch Ueberreichung Ihrer Schrift aufrichtig erfreut und zu be—
onderem Dank verpflichtet. Ich gebe mich gern der Hoffnung hin,
daß Ihr Wort des Friedens in weite Kreise dringen und die ver—
diente Anerkennung finden möge.“

Am Montag hat das preußische Abgeordnetenhaus die erste
Lesung des Gesehentwurfes über den Ankauf der Rheinischen und
der Verlin⸗Potsdam-Magdeburger Bahn für den preußischen Staat
oorgenommenen und denselben schließlich der Eisenbahn-Commission
zur Vorprüfung überwiesen. Aus der Debatte ist hervorzuheben,
daß die preußische Regierung vorerst nicht daran denkt, noch mehr
Privatbahnen für den Staat zu erwerben, sondern erst abwarten
vill, welche Wirkungen die bisherigen Ankäufe haben.

Den hessischen Kammern ist eine Regierungsvorlage betreffs
Errichtung einer stehenden Rheinbrücke zwischen Mainz und Castel
ugegangen. Die Kosten sind auf 3,600,000 M. veranschlagt.

Ausland.

Die Ruhe ist in Pest wieder vollständig hergestellt.

Paris. Gambetta führte am 20. Januar wegen eines
Halsübels nicht den Vorsitz in der Abgeordnetenlammer. Justiz⸗
minister Cazot brachte in der Kammer einen Gesetzentwurf ein,
etreffend die Reform des Richterstandes. Unterrichtsminister Ferry
egte Entwürfe vor, durch welche der Besuch der Volksschule zur
pflicht gemacht wird (Schulzwang) und zugleich bestimmt wird,
aß dieser Unterricht (ausschließlich?) durch Laien ertheilt werden soll.

Paris. Die äußerste Linke beschloß, einen Antrag, daß die
Anmestie auch auf den bis jetzt nicht begnadigten Rest der Com—
munards ausgedehnt werde. einzubringen.

Vermijschtes.

*St. Ingbert, 21. Jan. In heutiger Schöffen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein hiesiger
Bursche bekam wegen Diebstahls einer Taschenuhr 21 Tage Gefäng—
niß. 2) Ein hiesiger Taglöhner ethielt wegen Diebsta hls von
Dachziegeln 2 Tage Gefangniß und ein hiesiger Bürger, der gegen
inen Strafbefehl wegen Verlehrsstörung Einspruch erhoben hatte,
wurde freigesprochen.

* St. Ingbert. Ein Homburger Correspondent der „Zw.
Ztg.“ spricht sich in Nr. 18. dsr. Zig. über die Leistungen der
hiesigen Ocarinakapelle in dem von derselben am Sonntag⸗ Abend
in Homburg gegebenen Conzerte sehr anerkennend aus. Seine
Frwartungen wurden weit — weit übertroffen und er glaubt, daß
zezüglich der Ocarinagesellschaft beinahe der Satz: „Nichts Neues
uinter der Sonne“ zu Schanden wird. In dem bis auf den letzten
Platz besuchten, geräumigen Conzertsaale herrschte nur die eine
Stimme: „So was war noch net!“ Sämmtliche Ocarina- Piècen
vurden mit nicht enden wollendem Beifalle aufgenommen. Groß—⸗
artigen Beifall erntete Herr Seiter durch seinen Gesang und durch
den Vortrag einer Piece auf dem Harmonikor. Schließlich erwähnt
der Correspondent dankend des Geschenkes von 50 M., das die
apelle aus dem Ertrage des Conzertes der städtischen Armenkasse
in Homburg übermachte.

Der Verwaltungsrath des Pfälzischen Gewerbemuseums
jat in seiner Sitzung vom 18. djs. beschlossen, daß bei der kgl.
Regierung der Pfalz die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Geld⸗
hrämien-Kollecte in diesem Regierungsbezirk erwirkt werden soll,
»eren Ertrag dazu dient, daß eine Summe von 120,000 M. zur
Fertigstellung der inneren Räume des Museums-Neubaues, der
Freitreppe und der äußeren Bekleidung an demselben zur Verwend⸗
ing gelangt, während ein etwaiges Mehr aus dem Reingewinn zu
Zwecken des Vereins, besonders zur Beschaffung des zur Aufstellung
der Sammlungsgegenstände nöthigen Mobiliars bestimmt ist.
S. Erxellenz Hr. Regierungspräsident von Braun soll einer Lotterie
zu vorstehendem Zwecke nicht abgeneigt sein.)

7Mus der· Pfalz⸗ In neuerer Zeit wird viel von in die
Pfalz gekommenen Erbschaften berichtet. Drei Geschwister in Zwei⸗
xücken sollen zusammen 1 Million Francs von einer in Paris
erstorbenen Tante geerbt haben. — Eine weitere Erbschaft von
ꝛinigen Millionen soll zwei Geschwistern in Schaidt zugefallen sein.
AUnter den beiden Letzteren soll sich auch der dortige Einnehmer,
herr Wolf, befinden, der nach der „Pf. Z.“ den Dienst zu quit—
iren und sich ausschließlich seinen eigenen Einnahmen zu widmen
gedenkt.

In Otter berg fand am Dienstag die Stadtraths—
vahl statt. Die Betheiligung war eine sehr rege, obwohl eine
Wahlagitation nicht vorher gegangen ist.

FWie der „Evangelische Kirchenbote“ schreibt, haben sich um
die Pfarrei Eisenberg (ie beste Pfarrei der Pfalz) nicht weniger
als 65 Pfarrer beworben; man ist gespannt, wer die „Eisenbraut“
heimführen wird.

Neustadt. Bekannilich wurden die in den Jahren 1873
und 1875 vom Stadtrath an die Staatsregierung gerichteten Ein⸗
zaben um Errichtung eines humanistischen Gymnasiums dahier ab—⸗
chlägig beschieden. Neuerlich ist vom Abg. Exter die Mittheilung
sierher gelangt, es bestände jetzt in München bessere Aussicht auf
krfüllung dieses Wunsches der Neustadter.

fF Perxrheim a. B. Der im Wahlkreise Dinkelsbühl⸗
Feuchtwangen in den Reichstag gewählte Dr. Schreiner, Prosessor
an der landwirthschaftlichen Schule zu Triesdorf, ist ein Pfälzer
»on Geburt und Sohn des Oekonomen Schreiner von hier. (D. A.)

Am Sonntag starb in Gommersheim eine Frau Namens
Dreifuß, welche 103 Jahre alt und bis vor einem hbalben Jahre
roch sehr rüstig war.

fF In Oberarnbach ist der Scharlach in so heftiger
Weise aufgetreten, daß die Schule geschlossen werden mußte.

F Der „Speyerer Zeitung“ wird mitgetheilt, der Inhaber
des bayer. Centralschulbücherverlags, Buchhändler Oldenbourg in
München, habe Vorkehrungen getroffen, um ein eigenes pfäl⸗
isches Schullesebuch, das sich der Organisation und dem Lehr⸗
olane der pfalzischen Volksschulen genau anschließt, in möglichst
urzer Frist herstellen zu lassen, daß auf diese Weise die „Lesebuch—
»ꝛrage“ am besten zu einem gedeihlichen Ziele führen werde.

Gegen den in München erscheinenden „Bayer. Landboten“
ist, wie die „N. N.“ melden, Untersuchung wegen „Majestätsbe⸗
leidigung“ eingeleitet. Das Blatt hatte von „Gerüchten in Bezua
auf S. M. den Konig“ gesyrochen.
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        p'In Durmersheim bei Rastatt haben sie — ein Sei⸗
tenstück zur Westheimer Wolfsjagd — einen Hund geschossen, der
fur einen Bären gehalten wurde. Das ganze Dorf war zur
Bärenjagd ausgezogen; heimzu ging's etwas kleinlaut.

F Lehn Der Gluͤckliche, dem der Hauptgewinn der Dom⸗
baulotterie zugefallen, ist der Bückermeister Schneider aus Godesberg.

Die Koln. Ztg.“ theilt folgende Ziffern über den Handel
Frankreichs mit: Im Jahre 1879 betrug die Einfuhr
1,594,837,000 Franks, dagegen die Ausfuhr 3, 163,090, 000 Frank.
Im Jahre 1878 erreichte die Einfuhr 4,176,218,000 und die
Ausfuhr 3,179,707, 000 FfFr.—

FEfsen, 14. Jan. Unter den bedeutenden Aufträgen,
die der Krupp'schen Gußstahlfabrik in letzterer Zeit geworden sind,
vefinden sich dem Vernehmen nach 250 Kanonen für Rußland.
In der Friedensbranche sind, wie der „B. B.«Ztg.“ mitgetheilt
Bekanntmachung.“

In der Stadtrathssitzung vom

19. d. Mis. wurden gewählt:

1) Die Wahlmänner zur Wahl
des Gewerbesteuer⸗-Aus⸗
schusses;

2) die Spitalkommission;

3) die Aufsichtskommission für
die Fortbildungsschule;

4) die Aufsichtskommission für
die Gasanstalt und wurden
nachstehende Beschlüsse ge—
aßt:

Die Löschgeräthe der freiw.
Feuerwehr übernommen;
die Genehmigung zum Be⸗
rriebe von Wirthschaften
gegeben;

kine Commission gebildet
welche mit Organisation
einer Feuerwehr zu begin⸗
nen hat;

Gesuch des isr. Lehrers um
Bewährung der städtischen
Dienstaltersscala abschläg⸗
lich beschieden.

St. Ingbert, 21. Jan. 1880.

Das Bürgermeisteramt: —8 —

Custer. ) Vorräthig in allen Buchhandl

Fortlaufende Nummern!
Bad-Lissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal Ac 12.000.; 3mal M 6000.; 4mal A( 4000 6mal
M 3000 ꝛc.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,009.
diehung 24. Februar 18800. 2
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
»ranz Woll und J. Friedrich.
M. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johonn, Sulzbachstraße 153.

Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Ziehnng der
Reichenhaller Kirchenbau Lotterie
—XV
M. 60,000, M. 23,000, M. 10,000 &amp;Sec.

Loose à 2 Maric, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach—
nahme zu beziehen von der General-Agentur

Carl Tang, Bankgeschäft in München.

— Auf 10 VLöoose L Freiloos. *

vurde, die Bestellungen so massenhaft eingelaufen, daß der vollste
Betrieb bis Ende 1881 für die Hauptartikel wie Schienen, Bleche,
Zandagen u. s. w. gesichert ist und das Etablissement Austräge
—IVVV ablehnen
mußte. Sehr erhebliche Bestellungen sind von Amerika und Eng⸗
land gemacht worden. Speziell liefert die Fabrik die Stahlplatten
jür einen großen Brückenbau in Schottland, ein Objekt von ca.
3000 000 M. Die Preise sind durchschnittlich um 530 —60 pEt.
höher als vor 3 bis 4 Monaten.

4 Jules Favre ist in der Nacht vom 19. zum 20. Januar
in Paris gestorben.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

Aufforderuug.
Militär-Ersatzgeschäft für das Jahr 1880 betr.
Alle im hiesigen Bürgermeistereibezirke befindlichen Militär—
flichtigen, welche in der Zeit vom J1. Januar bis 31. Dezember
1860 geboren sind, sowie die Militärpflichtigen früherer Alters—
lassen, über deren Dienstpflicht noch nicht bestimmt entschieden ist,
werden hiermit aufgefordert, sich zur Stammrolle in der hiefür
ꝛestgesetzten Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar 1880 auf dem
hiesigen Bürgermeisteramtslokale entweder persönlich anzumelden
oder im Falle der Abwesenheit durch die Eltern oder Vormünder ꝛc
sich anmelden zu lassen, wobei bemerkt wird, daß von aus
värts geborenen Militärpflichtigen der diesjährigen Alters
flasse der Geburtsschein und von Militärpflichtigen früherer
Altersklassen der Loosungsschein bei der Meldung abgegeben wer⸗
den muß.

Die zum einj.-freiw. Dienste berechtigten Militärpflichtigen
der Altersklasse 1860 haben bei der Ersatz-Kommission ihres Ge—
stellungsortes schriftlich oder mündlich unter Vorzeigung ihres Be⸗
rechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu be—
aniragen, welche ihnen alsdann bis zum 1. Oktober des 4. Mili—
tärpflichtjahres bewilligt wird, durch welche Zurückstellung jedoch
der etwa beabsichtigte frühere Dienstantritt nicht ausgeschlossen ist

Diejenigen aus der Ältersklasse 1880, welche zum einj.»freiw.
Dienste zugelassen werden wollen und sich noch nicht im Besitze
eines Betechtigungsscheines befinden, haben sich längstens bis
zum 1. Februnar bei der k. Prüfungs-Commission anzumelden.

Reservisten, Landwehrmänner und Ersatzreser⸗
visten 1. Kl., welche wegen häuslicher oder bürgerlicher Ver—
Jältnisse für den Fall einer Mobilmachung und etwa nothwendig
werdenden außerordentlichen Verstärkung des Heeres hinter den
leten Jahrgang der Reserve und Landwehr zurüdgestellt sein
woͤllen, haben ihre Gesuche bei Vermeidung der Nichtberüchsichtigung
in dem obenangeführten Meldetermine hierorts einzureichen.

St. Jugbert, den 13. Januar 1880.

Das Bürgermeisteramt:
GCusfter.

PFriedr. Copin's Werke.

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Beste und bihligete Ausgabe für Clavier 2u 2wei Händen.
Gröstes Format. Kklarer ühbersichtlicher Stich.
Von masikalischen Autoritüten revidirt und mit Fingersatz
versehen.
Jeder Band elegant brochirt. Auch einzelne Bünde
werden abgegeben.

Band 1. Walier..... 722 Bogen Umsang M. 1,80.
II. Mazurkeiasss. 2. 80.
III. Noturnos.... 2230.

IV. Polonaisen.... 2.80
Ftuden —WW * 230.
Balladen u. Impromptus 20 1.89.

PII Scherzos ... 20, „1,80

ViII. Praäludien u. Rondos 208 22.30
IX. Auxwahl beliebter
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Betrages versendet franco
AMusikalienhandlung,

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Druck und Verlag von F. X. Demetz n St. Ingbert.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

AA 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 J, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, NReclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
M 14. Samstag den 24. Januar

1880.
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Deutsches Reich.

Dem „Pf. K.“ wird aus München geschrieben: Auf An⸗
regung einiger Abgeordneten, welche Landwirthe sind, ist man so⸗
ben mit der Bildung einer aus Mitgliedern der beiden Kammer⸗
ractionen bestehenden “Freien Vereinigung“ zur Besprechung bezw.
Vorberathung des Gesetzentwurfes über den Branntwein—
rufschlag beschäftigt. Diese „Freie Vereinigung“ wird an
inem der nächsten Tage zum ersten Mal zusammentreten. Der
Finanzminister v. Riedel hat sich zur Theilnahme an diesen Be⸗
prechungen bereit erkllärt. Daß dieses Vorgehen zu einer Verstän—
dignng über den Gesetzentwurf führen wird. dürfte außer
zweifel sein.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Dienstag in
weiter Lesung den viel angefeindeten Gesetzentwurf über die Steuer
»om Vertrieb geistiger Getränke mit 192 gegen 175 Stimmen ab⸗
zelehnt. Ein großer Theil der Nationalliberalen wäre zwar dafür
zewesen, den Branntwein zu besteuern, wollte aber Bier und Wein
don der Steuer ausgenommen sehen. Die Regierung aber bestand
darauf, daß auch letztere Getränke besteuert würden, weil namentlich
azuch im Biergenuß zu viel geschehe. Die Fortschrittler bekämpften
»en Gesetzentwurf, weil er die Gewerbe schädige, ohne die unreellen
Beschäftsleute wirksam zu treffen; sie machten auch geltend, es sei
nicht sowohl Aufgabe der Steuergesetzgebung als vielmehr der Poli⸗—
ei, die Unsittlichkeit zu bekämpfen.

Der preußische Finanzminister geht, wie es heißt, mit
em Gedanken um, die Staatsschuld Preußens in eine Rentenschuld
wie in Frankreich) umzuwandeln.

Ausland.

Paris. Die hauptsächlichsten Bestimmungen des Ferry'schen
gesetzentwurfs über die Verpflichtung zum Volksunterricht sind: Als
Strafen der Schulversäumniß sind bestimmt: Verweis, Nennung
zurch öffentlichen Anschlag, polizeiliche Bestrafung säumiger und
aachlässiger Eltern. Arme schulpflichtige Kinder sollen unterstützt
werden. Bei der Unentgeltlichkeit des Unterrichts sind die Gemeinden
jerbunden, vier, und wenn erforderlich fünf, Zuschlags ⸗Centimes
jon der Gemeindesteuer zu den Schulkosten beizutragen.

Die französische Abgeordnetenkammer beschloß mit 857
jegen 110 Stimmen die Abschaffung der Militärgeistlichkeit.

In Frankreich will man jetzt die Hauptleute der Infan⸗
erie beritten machen.

Der Etat der Mannschaften in der frauzösischen Infan⸗
erie beläuft sich auf 212000 Mann. Der Kriegsminister forderte
iun jüngst Berichte über die Zahl der Abkommandirten, Beur⸗
aubten u. s. w. ein, wobei sich das Mißverhältniß herausstellte,
daß die Zahl aller vom Dienste befreiten (Tambour⸗ und Hornisten⸗
*leven, Arbeiter, Wachmannschaften, Schreiber, Kranke, Beurlaubte,
Ordonnanzen u. s. w.) 54 500 Mann beträgt. Statt der 212 000
Mann des Budgeis befinden sich also nur 132 500 Mann im
virklichen Dienst. Dieser Umstand wird Veranlassung sein, in der
Irganisation der Infanterie und im Reglement über den Garnison⸗
ienst großere Reformen einzuführen.

Fur das am 85. Februar durch die Königin in Person zu
coffnende englische Parlament sieht man gleich zu Anfang hef⸗
igen Kämpfen entgegen. Die Opposition wird ihren Feldzug gegen
eie Regierung sofort eröffnen und dieselbe über die auswärtigen
Ungelegenheiten interpelliren. Lord Beaconsfield soll, wenn das
„on ihm zu verlangende Vertrauensvotum ihm nicht mit einer glän⸗
enden Majorität ertheilt werden solle, das Parlament sofort auf⸗
ssen wollen; das Ergebniß der eventuellen Wahlkämpfe würde für
as Schickfal Englands auf geraume Zeit hinaus entscheidend sein.

Aus der englischen Haupistadt verlautet, daß an Stelle
mtons Lord George Hamilton zum Vicekonig von Indien er—⸗
annt werden solle.

Die Vorgänge in Irland werden immer bedrohlicher. Der
»ewaffnete Widerstand gegen die Executivbeamten der Gerichte und
Zolizei gehört zu den Alltäglichkeiten. Sowie die Ankunft einer
rößeren Abtheilung von Policemen fignalisirt ist, rotten sich die
Massen zusammen, und der Zusammenstoß wird unbvermeidlich.

Wie gewoͤhnlich in Irland, führen dahei die Weiber den Reigen,

wie die Megären stürzen sie sich auf die Beamten und suchen ihnen
die Vollmachten und Vollzugsbefehle zu entreißen. In der Rahe
yon Claremorris in der Grafschaft Galway eröffneten 400 Weiber,
ille barfuß und barhaupt, den Angriff auf die Konstabler, die
ehr bald sich in größter Bedrängniß befanden und von ihrer
Waffe Gebrauch machen mußten, wobei es Scenen entsetzlicher
Bildheit und Verzweiflung gab.

In Griecchenland siehlen nicht nur die Räuber, sondern
rnuch die Minister. Den griechischen Kammern ist eine von 26 Ab⸗
jeordneten unterzeichnete Klageschrift zugegangen, worin der Kriegs⸗
ninister beschuldigt wird, 1000 Paar Schuhe zu 80,000 Drachmen
ind 15,000 Kisten Zwieback zu 45,000 Drachmen angekauft zu
jaben, welche Preise den Werth der Gegenstände bei wellem über⸗
teigen, während das Schuhwerk für Soldaten unbrauchbar und der
zwieback verstorben sei.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 23. Januar. Gegenwärtig theilt unsere
-tadt mit andern Städten nicht das beruhigende Gefühl, bei
Feuersgefahr eine organisirte Feuerwehr zu besitzen. Unsere frei—
villige Feuerwehr war mit dem Schlusse des Jaͤhres 1879 auch
im Ende ihrer Laufbahn angelangt. Sie hat sich, nachdem sie
chon einige Zeit krankte, aufgelösst. Die Löschgeräthschaften der⸗
elben wurden von der Stadt uüͤbernommen. Zugleich wurde vom
-tadtrath eine Commission gewählt, der die rganisation einer
tädtischen Feuerwehr obliegt. Hoffentlich bleiben wir bis zum Ins⸗
ebentreten des neuen Instituts vor einem Brande verschont.

Unsere Leser machen wir, um sie vor Schaden zu bewah—
en, aufmerksam, daß nachstehende ausländische Münzen seit Neu—
ahr außer Cours gesetzt sind, also nur noch Metallwerth haben:
ülle französischen Münzen zu 20 und 50 Centimes, die vor 1864
zeprägt sind; alle französischen Geldstücke zu 1 und 2 Francs, die
vor 1866 geprägt sind; die griechischen, schweizerischen und bel⸗
zischen Silberstücke von 20 und 50 Cents. 1 und 2 Francs, so⸗
veit sie vor 1866 geprägt sind; endlich alle italienischen und
äpstlichen Silbermünzen zu 20 und 50 Centimes, 1 und 2 Fres.,
hne Rücksicht auf das Prägungsjahr.

Der Beginn der ersten Session des pfälzischen
A
estgesetzt und zum Vorsitzenden Oberlandesgerichtsrath Hessert
rnannt.

f Kaiserslautern. Die Bierpreise sind hier noch rascher
vechselnde, als selbst unsere abnormen Temperatur-Verhältnisse.
Bährend dermalen mehrere Brauer auf die Erhöhung des Liters
on 24 auf 26 Pf. drängen, trotzdem der Liter durchgängig „über
ie Straße“ zu 22 Pf. verkauft wird, war während der verfioffenen
Woche gutes Bier Liter 10 Pf. hier zu haben. Nach der „Pf. 3.“
väre der niedrige Bierpreis auf den schwachen Consum zurüchzu⸗
ühren; so soll kürzlich der Tagesverkauf eines elegant eingerichien
Zierlocals ganze zwei Schoppen betragen haben.

F Kaiserslautern. Dem Rentner Niedhammer wurde
em Vernehmen nach eröffnet, daß die Voruntersuchung gegen ihn
ind den Geschäftsführer der „Pfälz. Post“ wegen des beiannten
Pamphlets beendet sei und die Akten der kgl. Staatsbehörde zur
Antragstellung übergeben würden. (Pf. Pr.)

F Die Neustadter Jagd wurde für 690 Mtk. Herrn
zudwig Dacqus zugeschlagen. Bisher war sie für 280 Mark
erpachtet.

F. Der durch Wanderlehrer Napp don Goͤllheim in
ẽdenkoben in Aussicht genommene Curs zur Bildung von Obst⸗
„aumwärtern wird am 22. Maärz beginnen.

Den im August vorigen Is. durch Hagelschlag schwer heim⸗
esuchten Gemeinden des Kantons Winnweiler (Imsbach,
Zorrstadt und Falkenstein) wurde durch die k. Regierung eine Un—
erstützung von 1200 Mark überwiesen, welche nach der „K. Z.“
on den betr. Gemeinden zur Errichtung von Lokalhiliskassen der⸗
vendet werden.

.In Bruchweiler wurde gelegentlich einer Treibjagd
in Iltis ausgegraben. Einer der Jäget, Peter Müller d. J.
        <pb n="52" />
        lehnte sein Gewehr dabei an, als plötzlich der Iltis aus seinem
Bau herausschnellte. Müller wollte mit einem Stock nach ihm
schlagen, schlug fehl und fiel zur Erde, wobei das scharfgeladene
Gewehr umsiel. Im selben Moment schlug auch einer der Treiber
nach dem Iltis, traf aber unglücklicher Weise das Gewehr, wel⸗
ches sofort losging und der Schuß dem am Boden liegenden Müller
durch den Rücen in den Unterleib drang. Der Getroffene liegt
nun schwerverletzt darnieder. Bis jetzt gelang es noch nicht, die
Kugel aus dem Leibe zu entfernen. (S. W.)

In Saarbrücken verschied im Alter von 46 Jahren
Frau Die tzssch, geb. Hoff, als Schriftstellerin wohlbekannt unter
dem Namen E. Diethoff.

FVon der Maschine des um 6 Uhr 48 Min. Abends von
Bingerbrück nach Saarbrücken-Paris abgehenden Schnellzuges wurde
gestern, wie das „Kr. T.“ meldet, im Einschnitti am Rupperts⸗
derge ein 25 Jahre alter Hü Ufsweichensteller aus Weiler
erfaßt und überfahren, so daß der Tod sofort eintrat. Man
glaubt, daß der unglückliche Mann sich etwas verspätete, und in
der Eile bemüht, sein Versehen gut zu machen, gefallen ist.

FMettlach. Ziemlich in der Mitte des Dorfes Meitlach
entspringt eine allerdings schwache Salzquelle, die schon in ur—
alten Zeiten bekannt war. Jetzt hat Herr Kommerzienrath Boch
ein zierliches Badehäuschen über der Quelle herrichten lassen. In
einemn kleinen Anbau ist ein Kessel aufgestellt, um das Wasser zu
warmen, und eine Pumpe, die von gebranntem Ton ist, weil alle
Metallpumpen vom Salzwasser zerfressen würden, dient, um das
Wasser in die Badewanne zu heben. — Das Wasser wird von den
Metilachern als Abführungsmittel gebraucht. — Als Bad ist es
bei Hauͤtkrankheiten sehr wirksam.

FIn der Diozese Trier sind gegenwärtig 186 Pfarreien
erledigt.

FDie kaiserliche Tabaksmanufaktur in Straßburg hal
zur Umgehung des erhöhten Zolles noch weit stärkere Spekulations—
einkäufe von Tabak gemacht als die Privat⸗Industrie. Nach ihrem
neuen Etat braucht diese Manufaktur auch im ganzen, erst im
April 1881 ablaufenden Etatsjahr keinen Tabak einzukaufen.

4Daß nicht alle Aktiengesellschaften faule Gründungen sind,
beweist der Geschäftsbericht der Bad ischen Soda⸗- und
Anilin-Fabtit Ludwigshafen, welche mit ihren Ge⸗
baulichkeiten eine klleine Stadt für sich bildet. Der für 1878 aus—
gewiesene Bruttogewinn betrug etwa 4200.000 M. An Divi—⸗
dende werden 12 Prozent vertheilt, 800,000 Mt. für 1879 vor—
getragen, nachdem etwa 1 Mill. Mk. für Abschreibungen und
190.8000 M. für die Reserve verwendet worden sind. Der „Frankf.
Ztg.“ wird versichert, daß für 1879 trotz großer Abschreibungen
riwa 20 Prozent Dividende zu erwarten seien.

Wie der „Miesbacher Anzeiger“ mittheilt, soll der glück
liche Gewinner des zweiten Haupttreffers der Kelheimer
Kirchenbaulotterie (14,000 M.) ein in dürftigen Ver—
halmissen lebender Gütler in Reichersdorf, Amtsgericht Miesbach, sein.

In Nürnberg wurde dieser Tage wiederum ein in
eormem Grade von Trichinen durchsetztes Schwein von dem zu⸗
stehenden Mikroskopiker beschlagnahmt. Es handelt sich in diesem
Falle um ein Schwein, das in Nürnberg selbst aufgezogen wurde
Rach genauer Untersuchung fanden sich in einem Stückhen Fleisch,
das 021g wog, 927 Trichinen, das macht auf das —A
2,2250,000.

Die bayerischen Kuirassire wurden bekanntlich vor nicht gar
langer Zeit in „schwere Reiter umgetauft, und nun soll eine aber⸗
malige Ümtaufe bevorstehen, indem die fraglichen zwei Regimenter
den Namen Dragoner bekommen sollen.

p— Eine entsetzliche Situation. Auf dem Königssee brach
jüngst ein Forstgehilfe durch das Eis, hielt sich mit ausgebreiteten
Armen auf dem Eise fest, daß die Joppenärmel anfroren, und hing
so anderthalb Stunden mit dem Unterleib im Wasser, bis er ge⸗
reitet wurde.

FMünchen. Der oberste Gerichtshof hat in einem Erkennt⸗
niß ausgesprochen, daß ungegerbte Häute nicht innerhalb be⸗
wohnter Häuserquartiere, sondern nur in Räume gelagert werden
dürfen, welche allseitig isolirt und von bewohnten Gebäuden ent⸗
fernt gelegen sind. Art. 94 des Pol.⸗Str.⸗G.⸗«B., durch welchen
der öffentlichen Reinlichkeit in Städten ec. Schutz gewährt werde,
beschränke sich keineswegs auf die Reinhaltung der Straßen und
Plahe, sondern erstrecke sich zweifellos auch auf den Luftraum, in⸗
sofern die Verunreinigung desselben durch aus Privatlocalen aus⸗
strömende Gerüche bewirkt wird und dadurch Belästigung für das
Publicum nach sich zieht.

München. Vor ein Paar Tagen fand dahier die Trau—
ung eines 24jährigen Mannes mit einer ledigen Frauensperson
deren ältestes Kind 3 Jahre älter ist, als sein neuer Herr

apa.

p In der Münchener „Südd. Presse“ findet sich folgende
Annonce: „Freiherr, Letzter seines Stammes, adoptirt gegen
Entschädigung.“

Die Münchener Kunst und der Erbort nach Amerika. Es

dürfte vielleicht nicht ohne Interesse sein, zu wissen. welch' gute
Kundschaft die Münchener Kunst an Amerika hat. Von München
allein exclusive Augsburg) wurden während des letzten Quartals
October, November, Dezember 1879) nach den Vereinigten Staa⸗
sen exportirt: Gesammtwaaren für 710,347 M. 20 Pf. hiervon
Delgemälde für 2418.348 M. Während des Jahres (1 Januar
bis81. Dezember 1779) von München allein im Ganzen für
632,695 MPlastische Werke und Photographieen, sofern solche
aAs Kunstsachen zu betrachten sind, für 151,005 M., somit für
Kunstgegenstände 783,670 M.

In Münster (Westphalen) wurde ein Seconde⸗Lieutenant
von der Reserve des Feld⸗Artillerie Regiments Nr. 22 mit schlichtem
Abschied entlassen, weil er als Katholik es mit den Vorschriften
einet Religion nicht in Einklang bringen zu können erklärte, ein
duell einzugehen. Bekanntlich bedroht auch das Strafgesetzbuch
das Dnell mit Strafe. Aber nichtsdestoweniger werden Officiere
verpflichtet, das Geseß zu übertreten. Die Rückhsicht auf die Stan⸗
desehre ist eben in gewissen Kreisen stärker als die Rücksicht auf
Recht und Gesetz.

FBerlingsen (bei Soest, 18. Jannar. Ein entsetzliches
Unglück hat sich hier zugetragen. Die Tochter des Oekonomen
Tigges kochte Milchsuppe und rührte statt des Mehles Bleiweiß an,
velches zur Bereitung von Farbe in gröseren Quantitäten auf dem
dande gehalten wird. Sämmtliche sieben Personen, welche von der
berhängnißvollen Milchsuppe gegessen hatten, erkrankten iu der Nacht
mer all' den schrecklichen Symtomen einer Vergiftung. Der Oe⸗
konom selbst ist nach der „K. Vlksz.“ in der Nacht vom 17. zum
18. gestorben. Wahrscheinlich fordert das ungkückliche Versehen der
Tochter noch weitere Opfer.

In Freiburg i. Br., wurde das Andenken an die fieg⸗
reichen Gefechte des 14. deutschen Armeecorps bei Belford am 15.,
6 und 17. Januar 1871, wodurch zunächst das badische Oder⸗
and die genannte Stadt von dem Einfall der Franzosen unter
Bourbaki geschützt worden sind, in herkommlicher Weise mit Glocken⸗
Jeläute, Geschühessalven und Beflaggung der Stadt gefeiert.

4 Berlin. Die „Nat.-Lib. Corr.“ redet in einem längeren
Artikei sehr eifrig den Schulsparkassen das Wort. Neuerdings, so
erzählt fie, hat man zu Uelzen in Hannover auch einen pralti⸗
chen Anfang gemacht. In der untersten Volksschule wurde dort
amit in aller Stille im Frühjahr 1878 begonnen, und der nach
inderthalb Jahren angeflellte Rückblick lautet entschieden ermuthi⸗
jend. Unter 390 Schülern hatten 186, also fast die Hälfe,
kinlagen gemacht, und zwar zusammen 1022, darunter 731 unter
Maͤrk, 233 von 1bis 5 Mark, 831 von 5 bis 10 Mark, und
7 Einlagen noch höher. Die höheren Einlagen sind nur in
ʒen Obecklassen erfoigt — hauptsächlich im Hochsommer, wo das
geerensammeln den Kindern einen verhältnißmäßig reichen Ertrag
ibwarf, und im October, wo sie bei der Kartoffelernte halfen. Ein
knabe hat sich so in den anderthalb Jahren insgesammt 58 Mark
50 Pf. erspart. Wo wären die geblieben, ohne die von der
z-chule gebotene Aufforderung und Gelegenheit zu ihrer Erhaltung?
Sänmmiliche Lehrer,“ fügt der Bericht hinzu, „sprechen sich außerst
Hefriedigt über die neue Einrichtung aus, und bezeugen übereinstim⸗
nend, daß sie nach keiner Richtung einen ungünstigen sittlichen
Finfluß auf die Kinder geübt habe. Von unkindlichem Geiz oder
dabsucht oder Neid sei nichts zu bemerken; im Gegentheile wirke
zas Bewusstsein, durch eigene Entsagung und durch Verzicht auf
ein Vergn igen', sich ein Sparkassenbuch erworben zu haben, sittlich
hebend auf die Kinder ein. Die sieben Lehrer der Schule haen
ich einmüthig dahin ausgesprochen, trotz der nicht unerheblichen
Mühe und Arbeit, welche die Sparkasse ihnen bereitete, dieselbe
uicht wieder entbehren mögen.

p In Ber hin erstickten durch Rauch 3 Kinder im Alter
don Jubis 5 Jahren, welche von ihren Eltern ohne Aufsicht in
der Wohnung zurückgelassen worden waren.

F Der berühmie Afrikareisende Gerhard Rohlfs ist in
Berhin eingetroffen und vom Kaiser empfangen worden.

— Dem Admiralitätsrath Dr. Neumayer in Hamburg
geborener Pfälzer) wurde der preußische rothe Adlerorden 3. Classe
mit der Schleife verliehen.

Aus Meclenburg wird der „Berl. Bürger-Ztg.“ ge—
chrieben: In diesen Tagen hielt sich hier ein Mormonen Apostel
mis Amerika auf, der von der Secte mit sechszehn Gehilfen zur
Anwerbung von Anhängern nach Deutschland gesendet worden ist.
In einer Versammlung band er den Zuhörern auf, daß Petrus
ind Johannes dem Stifter der Secke in Amerika erschienen seien
und ihm einen mit Inschrift bedeckten Stein gezeichnet hätten. Um
diese lesen zu können, habe ihm Petrus eine Brille ausgraben
sassen, welche anstatt der Gläser Steine enthielt. Der Apostel war
nuf dem besten Wege, seiner Zuhsrerschaft noch mehr solch unsin—
niges Zeug aufzubinden, als der Bürgermeister erschien und die
Becsammlung aufloste. Wie ich weiter vernehme wäre besagter
Apostel nicht nur init einer Mission in Norddeutschland fondern auch
n Schweden und Dänemark betraut. Seinen gewonnenen An—
ängern empfiehlt er, auch in ihrem Vaterlande mormonische Sitten
        <pb n="53" />
        und Gebräuche einzuführen. Eines Arztes bedürften sie nicht mehr,
da bei den Mormonen die Krankheiten durch Handauflegen gehoben
würden. Die Taufe, ein Hauptact der Secte, geschieht mitiels
Untertauchens ins Wasser. Steigt der Täufling aus dem Wasser
jeraus, so wird er mit Oel gesalbt und mit einem weißen Hemde
uͤnd einer Mütze von gleicher Farbe bekleidet. Namentlich das Hemd
joll gegen jegliche Gefahr schützen. Der Getaufte erhält einen
anderen Namen und muß mit einem furchtbaren Eide bekräftigen,
daß er kein Geheimniß der Mormonen verrathen wolle.

F. Der Durchbruch des Gotthardtstollens wird mit
ziemlicher Sicherheit bis 29. Februar erwartet.

GOynamiterplosion.) Nach einem Prager Tele⸗
zramm der „Fr. Ztg.“ ist auf dem der Hamburger Dynamitfa⸗
orikaktiengesellschaft Alfred Nobel n. Co. gehörigen Etablissement
Rostock“, 2 Meilen von Prag gelegen, eine Anlage mil einer
urchtbaren Explosion in die Luft geflogen. Die Explosion war
o stark. daß in dem auf der Staatsbahn herankommenden Dres—
dener Zug, trotzdem derselbe in einer viertelstundigen Entfernung
aahte, die sümmtlichen Fenster eingeschlagen wurden. Einzelheiten
iehlen noch. Menschenverlust ist nicht zů beklagen.

F Auf dem Platze La Roqueita in Paris wurde am 18.
). Mts. früh an dem Polizeisergeanten Prevost die ihm wegen
wiefachen Mordes zuerkannte Todesstrafe bollstredt. Als man um
oila Uhr den Delinquenten in seiner Zelle abholte, fand man ihn
wach und auf Alles gefaßt. Er kleidete sich rasch an und bat nur
im ein reines Hemd, welches man ihm indeß da keine Zeit zu
oerlieren war, nicht reichen konnte; dann murmelte er; „Ich will
»hne Wanken das Schaffot besteigen ... Ich habe mil meiner
That die Polizei recht bloßgestellt. Das kann ich aber sagen, daß
ch mir außer diesen beiden Verbrechen keines mehr vorzuwerfen
zabe ... Kourage!“ Um 6 Uhr 55 Minuten war Prevosi gerichtet.

FGariser Reklame.) Eine Pariser Firma, welche einen
aeuen Liqueur „kreirt“ hat, ließ sich auf dem letzten Opernball
durch eine junge Dame vertreten, weiche in smaragdgrünem seide⸗
nen Kleide erschien, auf deren Schleppenrock die Etiquette des Li⸗
mueurs und das Fabrikzeichen der Firma gestickt war.

London. Bei Platt's Bridge und auf der Lancashire⸗
und Yorkshire-Eisenbahn rannte am 15. Januar ein don Liber⸗
pool kommender Schnellzug gegen einen durch falsche Weichenstel⸗
lung auf dem nämlichen Geleise befindlichen, in entgegengtsetzter
Richtung fahrenden Personenzug. Der Zusammenstoß war gewal⸗
ig. Mehrere Wagen wurden vollständig zertrümmert, Locomotib⸗
führer, Heizer und Schaffner des liverpooler Zuges getödtet, 30
bassagiere mehr oder minder schwer verletzt.

F Die Ex-Kaiserin Eugenie tiitt ihre Reise nach dem
Fapland am 26. März an Bord des Union⸗-Dampfers „German“
m. Das Schiff wird in Natal so zeitig eintreffen, daß die Kai⸗
erin die Stätte, wo ihr Sohn im Kampfe gegen die Zulus ge⸗
fallen, am 1. Juni, dem Jahrestag seines Todes, besuchen kann.

. Am Mittwoch Nachmittag hat in der Kohlengrube Se y⸗
ettt in, der Grafschaft Stafford (England) in Folge schlagender
Wetter eine Explosion statigefunden, durch welche 70 bis 90
Bersonen ums Leben gekommen sein sollen.

FDie Directoren der nordbrittischen Eisenbahn faßten den
Beschluß, die Brücke über den Tay in einer Höhe von 60 Fuß
anstatt von 88 Fuß, wieder aufzubauen, und sie haben ihren Sach⸗
valter angewiesen, sich an das Parlament um die nöthige Ermäch⸗
—— ———

v 0 * 0 v
Praktische Gartenzeitung.
—* — —*

Am 1. Januar 1380 beginnt die beliebte Gartenzeitung: Ver⸗
einigte Frauendorfer Blätter, herausgegeben von der praktijschen
Gartenbaugesellschaft in Bayern zu Frauendorf, einen neuen Jahreslauf
und sind alle Gartenbesitzer, Gaͤrtenfreunde, Obst- und Weinzüchter
Lande und Forstwirthe u. s. w. zur Betheiligung am Abonnemen
reundlichst eingeladen. Preis durch die Post halbjährlich Z Maruc,
im gesammten Buchhandel und direkt durch den Verlag in Frauendorj
ganzijährlhisch öS Maric(4 fl. d. W. Vantn—7 Ircs. 50 Cent.)
Jeder ganziährliche Abonnent erhält sogleich mit Nr. 1 eint
werthvolle Samen-Prumie, beftehend aus 15 neuen und
jeltenen Sorten für den Blumen⸗ und Gemüsegarten in eleganter Ver⸗
packung; an dieser mühsam zusammengestellten Praänmie lann der
Empfänger seine Freude haben. Die Frauendorfer Blätter, wovon
woͤchentlich ein ganzer Bogen erscheint, enthalten Nummer für Nummer
eine große Anzahl der werthvolsten Aufscitze und Notizen Uber alle
Fächer des Gartenbaues, besonders üdber Blumen⸗, Gemuse ⸗ und Obft⸗
baumzucht, Weinbau, Anlage neuer Gärten u. sef. und find zur rech⸗
ten Zeit mit Abbildungen interessantet neuer Blumen, Früuchte und Ma—
schinen ꝛc. geschmückt. Im verflossenen Jahre hatten sich die Frauen⸗
dorfer Blätter zufolge ihrer praktischen Richtung und ihres mannigfal⸗
tigen Inhalis eines Zuwachses hunderier neuer Leser zu erfreuen und
durfte dies um so ficherer auch in Zukunft zu erwarten sein, als unsere
Zeitschrift manche erhebliche Verbesserung und Bereicherung erweisen

wird. Probenummern fiehen gratis und franco zu Diensten.
.Torl, Post Vilshofen Miederbayern).
Verlag der Frauendorfer Blattor.
Oebrũdor Fürst.

igung hierzu zu wenden. Es wurde auch beschlossen, eine andere
Brücke neben der bestehenden zu errichten, so daß künftig ein dop⸗
pelter Schienenstrang vorhanden sein wird. Die Kosten des Wie⸗
deraufbaues der zerstörten Brücke werden sich auf 65,000 Pfund
tellen.

Madrid. Ein ungeheures Felsstück löste sich am 12. ds.
von dem Berge los, an dessen Fuße der Orl Alcala del⸗Xucar
iegt. Ein ganzer Theil des Ortes wurde durch diesen Felssturz
nernichtet und gab es eine Anzahl Todter und Verwundeter; 50
ramilien wurden obdachlos.

F Ein ganzes Haus von Eis. Der zoologische Garten
nn Moskau bietet gegenwärtig den dortigen Einwohnern ein
nteressantes Schauspiel. Mitten im Garten prangt ein großes
Wohnhaus mit zwei Thüren und sechs Fenstern, das ganz aus
regelmäßigen Eisstücken nach allen Regeln der Baukunst erbaut
wurde. An der Aufführung dieses originellen Hauses arbeiteten
wei Moskauer Baumeisier und gegen 300 Arbeiter.

r Die Einwanderung in Nord⸗Amerika nimmt wieder
ehr zu. Gegen 75,347 Einwanderer im Jahre 1878 ist sie im
Jahre 1879 auf 1835,070 gestiegen. Der Löwenantheil der Ein⸗
vanderung gehört wieder den Deutschen, nämlich 33,574, während
uuf Irland nur 22,624 Seelen entfallen.

F Seitdem Utah, der Mormonenstaat, den Gesetzen
der Vereinigten Staaten unterworfen ist, fühlen sich die Gläubigen
im Salzsee nicht mehr behaglich. Sie haben seit lange den Ge⸗
vanken gefaßt, abermals den Wanderstab in die Hand zu nehmen
uind der von dem Christenthum getragenen Kultur zu entfliehen.
kiner ihrer Propheten Elder Thaͤlcher ist jetzt auf einer Misfion
iach Mexiko, um mit der dortigen Regierung die Bedingungen zu
ereinbaren, unter denen die Mormonen sich im Lande Montezuma's
niederlassen können. Erfolgt die Niederlassung der Mormonen auf
nexikanischem Gebiete, so kann für Merilo eide neue und wichtige
tulturepoche anbrechen; denn ungeachtet ihrer widersinnigen reli⸗
ziösen Vorstellungen haben sich die Mormonen unter Brigham
oung als eminente Pioniere der modernen Fultut —XX
hre Ansiedelungen am Salzsee heweisen.

Mardeberichte.

Zweibrücken, 22 Januar. SFruchtmittelpreis und Victualienmarlt)
Weizen 11 M. 18 Pf. Korn 9M. 77 Pf. Gerste zweireihige d M. — Pf.
zierteihige 8 M. 0o83 p̃f. Speig 6 M. 6i Pf. Spelzkern — M. — pf.
Dinkel — M. — pf. Vischfrucht — M. Pf. Hafer 7 M. 28 yf.
ẽrbsen — M. — pPpf., Widen d M. Pf., Karioffeln 2 M. 80
deu 8 M. 20 pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod LI/ Kilogr. 56 Pf.
dornbrod J Kilogr. 69 Pf., 2 Kilogr. 42 Pf. 1 Kilogr. 21 Pf., Gemischt⸗
brod 8 Kilogr. 84 Pf. das Paar Wech 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J Qual.
30 Pf. II. Qual. 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch
56 Pf. Butter!/ Kilo zr. O M. 95 Pf. Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 21. Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
2 M. — Pf. Korn 9 M. 97 Pf, Spelztern Pf., Spelz O M,
— If., Gerste Zreihige d M. — pf. 6 xste Kreihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 41 pf., Mischfrucht 10 M. 05 Pf., Erbsen O M. — Pf., Wicken
d M. — Pf. Bohnen — M. — pf.; Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pff. Gemischtbrode6 Pfund — Pf., Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 59 Pf. Kalbüleisch 86 Pf., Hammelfleisch — Pf. Schweine fleisch
50 Pf., Butter 1 Vfund 1 M. — Bf., Kartoffein ber Cirt ü m Vi.
Fulr die Redaction verantworilich: F. Deme 6.

Friedr. Copin's Werkoe.

Beste und billigste Ausgabe für Clavier zu zwei Händen.
Grõsstes Format. Klarer ũbersichtlicher Stich.
Von musikalischen Antoritaten revidin und mit Fingersatz
verschen.
Jeder Band elegant brochirt. Auch einzelne Bändo
worden abgegeben.
Band I. Walzer . 29 Bogen Umfang M 1,80
II. Mazurkeaaaa2 2,80.
III. Noturno..5* 230.
IV. Polonaisen...5—* 80
V. Etnden —R 30.
I. Ralladen u. Impromptus 90.
* dcherzos —20.
Prüuüludien u. Rondos 30
.* us wahl beliebter
Compositonen
30.
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»1IM Raände nur 157
Gegen Finsendung des Betrages verse“ frano
. 4—lEXSanderꝰs Musikalienhandlung,
Pr. Stargardt. B. A 2
D50000002
        <pb n="54" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Dienstag den 10. Februar
nächsthin, Nachmittags 83 Uhr,
zu St. Jugbert bei Peter
deusser, wird
auf Betreiben von Heinrich
Laur, Weinhändler und dessen
Fhefrau Bertha Ehrhardt,
heide in St. Ingbert wohnhaft,
gegen Ludwig Potdevin,
huddler daselbst, durch den un⸗
serzeichneten kgl. Notar Sauer,
allda, die nachstehend bezeichnete
Liegenschaft, im Banne bon St.
Ingbert, wegen Nichtbezahlung
des Erwerbspreises, im Wege
der ertragsmäßigen Wiederver⸗
fteigerung öffentlich in Eigen⸗
hum versteigert:
Aus Pl.⸗Nr. 2699, 2700,
2701, 2702 und 2703,
zTagwerk 38 Dez. Acer
in der Dreispitz neben Jo⸗
seph Abel und Erben Busch,
das sechste Zehntel mit
180 33 qm neben Georg
Conrad und Joseph Jung.
Szt. Ingbert, 22. Jan. 1880.
Sauer, k. Notar.

⸗
Goldfische
ind billig zu haben bei
Jean Peters,
St. Ingbert.
veta 80en
83 allen Fällen ist zu heilen.
Kosten gering. Armegratis.
stäheres durch meine Prospecte u.
lnerkennungsschreiben.
F. C. Bauer, Spezialist,
Wertheim a. M.

rc urt a. W.
Aeltestes Annoncen⸗Bureau
J aasepstoin
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Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

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Gehör—
— Oel

und Cacao's
ler Kaiserlichen u. Könug-
hchen Hof-Chocoladen-
FPabrikanten:
Jdebr. Stollwerek
im LõIn-
18 Hof-Diptlome,
19 goldene, silbernoe und
hroncene uedausn.
ftteette Z—ν—ernα
ter Kohnroducte. Vol-
lendete mechanische Ein-
richtungen. Garantirt
reine Qualtitcit bei mäs-
siqen DPreisen.
Firmenschilder kennzeich-
nen die Conditoreien, Colo-
nial · und Delicatess waaren-
Geschàtfte, sowie Apotheken,
velche
ztollwerck'sche Fabrikate
führen.

mempfohlen und mit brillantem

Erfolg in Anwendung gezogen

som Ober⸗Sitabsarzt Dr.

Jeniät heilt jede Taubheit,
wenn fie nicht angeboren (Schwer⸗

vodrigkcit, Ohrensausen sofort be⸗
itigh. Preis pr. Flasche nebst
vebrauchsanweisungs M. 50 Pf.
I8 Einsendung von 4

Vitk. 20 Pf. per Postan⸗
weifung wird das Gehör⸗
Del franco und steuerfrei zu⸗

gesendet.

Die offentlichen Anerlennungen
Derer, welche durch Ober⸗Stabs⸗
arit Dr. Shidis Ge-
hor ·Oel (diejes ausgezeichneten
Gehormittels) ihr gutes Gehör,
heilweise nach Jahre langer, oft
otaler Taubheit wieder erlangt
haben, mehren sich mit jedem
Tag!l!
Tentral⸗Depotb. Th. Jacobi.

Hamburg.

— 7
Franzöcisch Italienicch Englisch.
Nach dem Muster meiner beiden, bereits uberall einge-
dürgerten, nun in ihren vierten, resp. dritten Jahrgang ein-
retenden Journale
IInterprote, französisches Journal fũr Deutscho,
F Inteorpreter, englisches Journal fũr Deutsche.
zebe ich nun vom 1. Januar 1880 auch ein italienisches Blatt
Linterpreteé, italienisches Journal fũr Deutsche.
mit erlüuteraden Anmerkungen, alphab. Vocabulario und Aus-
ꝓPracheerklärung heraus, und seien daher obige drei Journale
us vorzũglichste Lectũûre und wirksamsto sprachliehe Hilfs-
mittel, namentlich für das Selbststudium, hiermit bestens
empfonlen. — Wöchentlich eine Nummer. Inhalt der schon
it den bescheidensten Kenntnissen benüt-baren drei Journale
röllig. verschieden. Quartalpreis jedes ders. (Post, Buchh.
nder direct) nur 1 Mars 75 Psg. — 1. 8 xr. 8. W., auch
Briefn einsendbar. Probenummern gratis.
ddenkoben (Rbeinpfalz).
Emil Sommoer, Redacteur u. Herausgeber.
* 9 7 2
A. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Dlor α, Meinigen ue.
St. Johonn, Sul⸗ꝛbochsraße 158.
ruck und Verlag von
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XX

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Unwiderruflich am 30. Januar 1880
JZiehunugder
Reichenhaller Kirchenbau Cotterie.
Haupitreffer:
M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;c.
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allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur
Cart Lang, Bankgeschäft in München.
Auf 10 Voose 1 Freiloos. 7 9
—

9

steine Serien! Fortlaufende Nummern!
Bad.-Rissinger-Lotteris
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal AC. 12,000.; 3mal A 6000.; 4mal A4000 6mal
M 3000 ꝛc.
11,800 Gewinne mit Mk. 230,000.
—XA
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrũcken.
Coose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

ach der kaijen. Verordnung vom 4. Januar 1875 ist der Verkauf des
ächten Bernhardiner Magenbitter Jedermann gestattet.
Pramirt PBernhardineér Wien 1878.
nu rsvtersMagenbitter
Bernhard's Alpenkräuter⸗Liqueur.)
Dieser *
hochfei 8230
e, nach 53
inem 0
alten 18
aloster⸗ *
recept 3
abrizir⸗ 13
e Kräu⸗ 13
er⸗Ma⸗.7
zenbitter 33
wurde *
—XEbI
belannt. 38
Autoritäten den Herren Universitätsprofessoren Dr. L. A. 82
Buchner, Dr. Kayser, Dr. Wittstein, sowie von vielen be⸗ 123.
ruhmten Aerzten wie Dr. Joh. B. Kranz, Dr. Schöner in 7—
Muͤnchen ꝛc. als das beste Hausmittel und wirk⸗ 5*
famfte Stomachicum bezeichnet. — Seine vorzüg lichen 23
Dirkungen bei Magenbeschwerden aller Art, Ma⸗ *
genkatarrh, Verdanungsschwäche, die gewöhnlich 2*
n Folge schlechter Zähne bei mangelhaftem Verkauen det 7
Speisen ensieht Blaähnngen, Hämorrhoiden, Eckel 55
vor Fleischipeisen, Krämpfen, Hautausschlägen, ñ—
deber⸗ und Nierenleiden, Affectiouen des Her-· 5
25 Bleichsucht, weißer Fluß, Wurmleiden, 22
Wechseifieber ꝛc. ꝛc., sind duͤrch eine große Anzahl 3
Dant. und Anerkennungbschreiben von Aerzten und Laien F
rit einer Reihe von Jahren glänzend beftätigt. Dieser 7
Magenbitter wird pur, oder 1 Eßloffel voll als Zusatz zu
Wasser, Wein ꝛc. getrunken, gibt mit Sodawasser oder
zuderwasser eine äußerst gesunde Bitterlimonade, die Ka⸗
farrh⸗eVerschleimung und Katzenjammer sofort be⸗
reitigt, ist in allen Formen ein die Gesundheit för⸗
dernudes blutreinigendes Getränke, das bis in's
höchste Alter gesund erhält.
—XV Pfg.
Große Flafschen ca. 780 Gramm Inhalt 4 Mark.
Bei Abnahme von 3 großen Flaichen freie Verpadung bei 9 Flaschen freit
Berpadung und 1 Zlasche gratis. Bersandt per Nachnahme durch die
siederlagen; En-gros-Versandt durch die Fabriken von
Wallrad EOttmar Bernhard, t. Hofdestillateur
München — Zürich — Kufstein (Tirol).
Attesie und Gebrauchsanweisung liegen jeder Flasche bei. Rur acht zu
beziehen in: St. Ingbert bei Jean Peters.
Arzheim b. Landau: Julie Schandein. Annweiler: Chr. Haberer. Blies⸗
aflel: L. V. Hussong. Dreisen: J. Oberländer. Dürkheim: D. Dam⸗
ach. Edenkoben: P. Baumann. Erbach bei Homburg: Carl Dielforter.
Frankenihal: J. Müller vorm, S. J. Storch. Hermersheim: Emil
heinwaid. Gianmünchweiler: Carl Vreith. Grunstadt: J. B. Floͤhr.
daßloch: Joh. Fischer. Kaiserslautern: L. Presser. Kirchheimbolanden
z. We Aobeln. “Landau: J. B. Feldbausch. Landstuhl: M. Schlott⸗
sauer. Ludwigshafen: W. Ruelius. Reustadt: Julius Hauch. Pirmasen—
. Mohrhardt. Rodcenhausen: Ch. Kulz. Speyer: J. V. Fell.
Zweibrücken: W. Aug. Seel.

44

n

2RI.
Inqhert.
AlIIitrterresg

Sonnufaasblart—

M
        <pb n="55" />
        Slt. Ingberler Nnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich

1Aß 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 B, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärt
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 B pro Zeile berechnet.
A 15.

Sonnt 8 α—
1880
Deutsches Reich.

Bei einer am Mittwoch im Finanzausschuß der Kam—
mer der Abgeordneten stattgehabien Berathung des Etats der
Telegraphenanstalt hat sich die Majorität für die von der Staats⸗
regierung beabsichtigte Erhöhung des Tarifes von 3 auf 5 Pfen⸗
nige für das Wort ausgesprochen, während die liberalen Ausschuß⸗
mitglieder sich gegen die Erhöhung erklärten.

Berlin. Dem Bundesrathe ging eine Vorlage über Er—
zünzung und Aenderung des Reichs militärgesetzes zu, wonach
vom 1. April 1881 ab die Infanterie in 503 Bataillonen, die
Feldartillerie in 340 Batterien, die Fußartillerie in 31 Bataillonen
und die Pioniere in 19 Bataillonen formirt sein sollen. Neu er⸗
richtet würden demnach 11 Infanterie- Regimenter (8 preußische
bayerisches und 2 sächsische, 1 preußisches Fußartillerie⸗Regimen⸗
und J preußisches Pionierbataillon; ferner treten zu den bereite
bestehenden Formationen 32 Feld⸗Batterien (24 preußische, 4 baye⸗
rische, je 2 sächsische und württembergische) neu hinzu. Die hier⸗
durch erwachsenden dauernden Ausgaben betragen 17,160,242 M.,
die einmalige Ausgabe beträgt 26,713, 166 M. Weiter bestimmt
die Gesetzesvorlage, daß die Friedenspräsenzstärke von Anfang April
1881 bis Ende März 1888 ein Procent der Bevölkerung nach der
Volkszählung von 1875 betragen soll, wodurch sich die jetzige Prä⸗
senzstärke von 401, 000 auf 427, 250 Mann erhöhen würde. Das
zessische Infanterie-Regiment Nr. 116 (Gießen) das blos 2 Ba⸗
laillone hat, soll um ein drittes Bataillon vermehrt werden. Die
Mannschaften der Ersatzreserve erster Classe sollen im Frieden zu
llebungen einberufen werden. Diejenigen, welche bereits Uebungen

abhielten, sollen während der gesammten Dauer der Ersatzreserde⸗
pflicht in der Ersatzreserve erster Classe bleiben. Die Uebungspflicht
soll sich auf vier uͤebungen erstrecken, wovon zwei je acht Wochen,
die letzten zwei nicht unier zwei Wochen dauern sollen. Die Mo—⸗
— Armeereformen der Nachbarstaaten
hin, hinter welchen selbst nach den neugeforderten Heeres⸗Erhöhungen
Deutschland bezůglich der Infanterie und Artillerie noch zurückbleibe
Angenehme Bescheerung!)

Der preußische Cultusminister erließ ein strenges Verbot
zegen das Erscheinen von Schülerzeitungen zufolge der jüngsten
Verbreitung eines solchen Blattes von Leipzig aus. (Es handeli
sich um ein für die obern Schulen bestimmie Zeitung.)

Das Reichsschagamt veranschlagt das Plus der Einnahmen
an Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen für das nächste Elats
jahr auf 55, 498,110 Mk. Der nächstjährige Etat des Reichs«
Invalidenfonds veranschlagt die Ausgabe auf 32,098,512 M.
die Einnahme auf 28,826,223 M., weshalb 8.272. 289 M. Ka⸗
vitalszuschuß erforderlich.

Nach einer von der Reichs⸗Admiralität veröffentlichten Liste
der Reichsschiffe zählt die deutsche Kriegsflotte an
Schlachtschiffen: 8 Panzerfregatten (einschließlich des versunkenen
Broßen Kurfürst) und 4 Panzerkorvetien; an Kreuzern: 11 gededte
Forvetten und 83 Glattdedskordetten, 2 Kanonendooe der Aldaneees
klasse und 7 desgleichen erster Klasse; an Küstenvertheidigungs-
Fahrzeugen: 1 Panzerfahrzeug, 8 Panzerkandnen⸗, 6 Torpedo⸗
und 4 Kanonenboote, letzie zweiter Klasse; feiner 7 Avisos, 2
Transportfahrzeuge, 10 Schulschiffe; für den Hafendienst: 9 Dampf⸗
fahrzeuge, 83 Kafernenschiffe, 8 Lotsenfahrzeuge und Feuerschiffe
jusammen 95 Schiffe und Fahrzeuge. Außer diesen sind im Bau
1 Vanzerkorvette, 8 Panzerianonenboote und 4 Glattdedskorvetten.

Eine in Dublin abgehaltene Versammlung irischer Par—
lamenismitglieder hat eine Resolution angenommen, in welcher die
Sympathie mit den nothleidenden Bauern im westlichen Irland
ausgedrugt und Unterstützung im Kampf um den eigenen Herd zu⸗
gesagt. Wie der Kampf um den eigenen Herd“ zu verstehen ist
illustrirt eine Nachricht, der zufolge die Fenier zwei in Nordameriio
mit Kanonen, Munition und Waffen aller Art ausgerüstete Schiffe
bereit halten sollen; befreien werden sie damit die „grüne Insel“
freilich nicht

geordneten unterzeichnet. Im vorigen Jahr zählte der nämliche
Antrag 87 Unterschriften.

Madrid. Die Abgeordnetenkammer nahm mit 280 gegen
10 Stimmen den Gesetzentwurf wegen Abschaffung der Sklaverei an.

Der „Standard“ bringt die Nachricht, daß die Rufssen aufs
Neue von den Turkmenen geschlagen und zur Räumung von
Tschilischlar gezwungen seien. Gesetzt, daß die Meldung auf
Wahrheit beruht, so ist es ziemlich gewiß, daß nicht nur die in
Tschikischlar angehäuften ungeheuren Kriegsvorräthe entweder im
Stich gelassen oder verbrannt wurden, sondern daß der Verlust der
Russen sehr groß war.

Vermischtes.

*Sit. Ingbert, 24. Jan. Ein unheimlicher Gast ist
hier eingekehrt: Scharlach und Halsbräune. Zwei Kinder einer
Familie sind beinahe gleichzeitig demselben zum Opfer gefallen;
zwei andere Kinder derselben Familie liegen noch krank darnieder.

F Der diesjährige Monat Feobruar zeichnet sich nicht
nur dadurch vor den gleichen Monaten eines „gemeinen“ Jahres
aus, daß er 29 Tage zähli, er ist vielmehr auch noch ganz be—
sonders durch den Umstand begnadet, daß er fünf Sonntag e um—⸗
jfassen wird. Es ist dies ein Fall, der in jedem Jahrhundert nur
drei, höchstens vier Mal vorlommt, im gegenwärtigen in den Jahren
1825, 1852 und 1880. Dann wird der Fall erst wieder 1920
vorkommen. Der Schaltag ist in diesem Jahre der dritte Fest⸗
onntag Okuli, was noch Riemand von uns erlebt hat. Denn es
ist seit 1728 (vorher 1540) nicht vorgekommen, tritt aber 1948
für die ein, die noch 68 Jahre leben. Es ist also gegenwärtiges
Jahr in unserem Jaͤhrhundert ein kalendarisches Unikum.

F.Der im Mondat April 1. Is. vorzunehmende Remonte⸗
Ankauf, welcher sich auf 34 biährige Reil⸗ und Artillerie ⸗Zug⸗
pferde erstrect, wird an den nachbenannten Tagen und Orten Stait
inden: 2. April in Langenkandel, 8. April in Offenbach, 5. April
in Pirmasens, 6. April in Zweibrücken, 7. April in Homburg.
8. April in Landstuhl, 9. April in Frankenthal.

F. Um die erledigte Rabbingtssielle Kaiserslautern haben
sich, wie der Ksrsl. J.“ mitgetheilt wird, 19 Candidaten aus
aller Herren Ländern beworben darunter Polen Ungarn ꝛc. und
ein Pfälzer.

Der „Kaisersl. Zig.“ entnehmen wir folgendes Geschicht⸗
hen: Zwei Handwerksburschen, der eine dvon Imsbach, der andere
von Zell, wollten gemeinschaftlich auf Reisen gehen. Unterwegs
stahl der Imsbacher, der keine Papiere hatte, die Legitimation
eines Reisegefährten. Aber die strafende Nemesis ereilte denselben
chnell. In Landstuhl wurde der Imsbacher von einem Gendarmen
nach seinen Papieren gefragt, wobei er natürlich die gestohlenen
porzeigt. Nun war der Zeller aber wegen Landstreicherei zu drei
Wochen Arrest verurtheilt, der Gendaru glaubte natürlich den
Rechten erwischt zu haben und stecte ihn bei. Einige Tage nach-
her meldete sich der Bestrafte von Zell und da kam die ganze Ge⸗
schichte an den Tag. Der Imsbacher aber hat sich jetzt wegen
Diebstahls, Betrugs und Landftreicherei zu verantworten.

Speyer. Als ein Zeichen der Zeit darf es wohl be⸗
trachtet werden, daß bei der am Dienstag und Mittiwoch statige⸗
undenen Versteigerung der Paul Moͤrser'schen Concursmasse wenig
Kauflust herrschte. Sowohl das Bier als auch das Invbentar ging.

man kann wohl sagen, spottbillig ab. So lam z. B. ein dube
Bier auf 1 Mi. ( Mezu stehen. (Pf. 3)

f Rhein, Main, Nedar, Nahe und andere groͤßere und
kleinere Flüsse gehen seii einigen Tagen wieder mit Treibeis.!

FeEin achtzigjähriges Dienstjubilaum, einen gewiß
außerst seltenen Jubilaumstag, konnte unlangst eine greise Magd
in Bruchsal, im Großherzogthum Baden, feiern. Die Jubilarin
ist bereits dreiundneunzig Jahre alt, war also mit ihrem dreizehnten
debensjahr als Magd thaätig, und zwar diese volle achtzig Jahr⸗
hindurch im Dienste ein und derselben Familie. So sah sie ganz⸗
Kenerationen beranwachsen An ibrem Iubliga- wurde di⸗ Rr⸗ise

Ausland.
Nnavz D ee Amnesti⸗ 0 von 40 45b.
        <pb n="56" />
        welche sich noch einer ausgezeichneten Gesundheit erfreut und uner—
müdlich thätig ist, selbstverständlich durch reichliche, ihrer Pflichttreue
ind ihrer Anhänglichkeit gebührende Ehren und Auszeichnungen erfreut.

F München. Der kath. Kirchenverwaltung Haid hausen
wurde die Genehmigung zur Äbhaltung einer Prämienlotterie er⸗
theilt. Die Lotierie hat in 3 Ziehungen stattzufinden; für jede
derselben werden 300,000 Loose à 1 M. ausgegeben.

— Die Stadt München hatte sich im verflossenen Jahr bereit
erklärt, das deutsche Bundesschießen im Jahr 1881 zu übernehmen,
wenn es gelingen würde, einen Garantiefonds von 200,000 M.
zu verschaffen. Nach officiellen Nachrichten ist die Summe von
200,000 M. jetzt weit überzeichnet und somit die Uebernahme des
Festes durch die Stadt München gesichert.

Meémento mori! Die „Neuß. Volkszeitung“ berichtet
folgenden ergreifenden Fall, welcher sich am 17. Januar in der
tirche zu Schaag ereignet hat. Der dortige Schmiedemeister L. T.
wohnte dem Leichengotiesdienst seines Nachbars M. bei und stellte
sich nach Beendigung desselben auf den Chor, um die Todtenzettel
an die Leidtragenden auszutheilen. Während dessen brach er, plötz
ich von einem Herzschlag getroffen, zusammen. Der vor kurzer
Zeit noch als rüstiger Mann in die Kirche gekommen war, wurde
als Leiche nach Hause getragen.

4 Den zweiten Haupitreffer der Kölner Dom bau⸗
Ldotterie in Höhe von 30,000 Mark erhielt ein noch sehr ju⸗
gendlicher Handlungsbeflissener, der in der vorigen Woche aus
Zehdenickenach Berlin gekommen war, um in der Material⸗
vaarenbranche eine Stelluug zu suchen. Als ihm dies nicht recht
gelingen wollte, machte er einen Verzweiflungscoup und kaufte für
den Rest seiner Baarschaft ein Dombauloos, und auf dieses fiel
der obige Haupttreffer.

'Gegen Schnupfen. Vom Berliner Hoftheater wird offi⸗
iell den an Schnupfen erkrankten Mitgliedern desselben der Gebrauch
olgender Mittel empfohlen: Man lasse beim Apotheker zwei Fläsch—
hen füllen, das erste mit 1 Gran reinster krystallisirter Carabol—
säuere, gelöst in 5 Gran Alkohol, das zweite gefüllt mit 1 Gran
Salmiakgeist, verdünnt mit 3 Gran Wasser. Von jedem Fläsch-
chen werden ein paar Tropfen in ein leeres Weinglas gegossen und
der aus diesem ausströmende Dampf eingeathmet, wobei man gut
thut, die Augen zu schließen, damit diese nicht durch die Ammoniak⸗
dämpfe leiden. Diese Einathmung — in der Dauer von 5 bis 10
Minuten — wird stündlich wiederholt und führt in der Regel rasch
zur vollen Genesung.

4Pforta. Auf wahrhaft entsetzliche Weise ist hier der
Meister einer Brennerei ums Leben gekommen. Derselbe drehte aus

Bekanntmachung.
Die Einkommensteuer⸗
pflichtigen werden hiermit auf⸗
Jefordert, vom Montag den 26.
58. Mis. ab, innerhalb dreier
Tagen zur Fatirung ihres Ein⸗
ommens auf dem Bürgermeister⸗
amte zu erscheinen.
St. Ingbert, 24. Jan. 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Cufter.

Gegen Hals-&amp;

Brustloidon
ind die Stollwerelk?schen
Jonig-Bonhons. Malz-Bonbons,
tummi-Bonbons, Fyãaquet
Pg., sowie Stollwerek'sehe
3rustBonbons, à Paquet 50
g. die empsehlenswerthesten
ausmittel.
Goldfische
ind billig zu haben bei
Jean Peters,
St. Ingbert.

Seine ausgezeichneten, überall ge⸗

ühmten
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Berlin NW.

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Die einfache Ausgabe kostet pro Mo⸗
nat nur 18Pfa. Reichswährung — 10 Xtr.
bsterr. Die Doppelausgabe erscheint in
oppelt so greßem Format als die ein⸗
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n seiner Güto u. Wirkgamkeit
arprobt u. seit Jahron im In- u.
Auslande arrtlich empsoblen.
Nur cht in Originalslaschen à 1.I.
— —
10 Pfg. in Aä. Inbert bei
—RX

Versehen einen falschen Hahn auf, so daß ihm die siedende Flüssig—
teit Brust und Gesicht verbrühte. Entsetzt prallte er zurück und
türzte rückwärts in einen mit heißem Wasser gefüllten Kessel. Man
iß den schrecklich verbrühten Mann heraus und suchte seine maßlosen
-„chmerzen dadurch zu lindern, daß man seinen Körper in Watte
inwickelte. Dabei beging jedoch einer der Helfenden die Unvorsich—
igkeit, mit dem Lichte der Watte zu nahe zu kommen. Diese fing
Feuer und im Nu lag der Unglückliche in vollen Flammen, in
ziesen seinen Geist aufgebend.

F In Holland hat in den letzten Jahren der Fleischverbrauch
ib⸗ und der Trunk zugenommen. Auf den Kopf berechnet stellt
ich ersterer auf 6ie und der Verbrauch destillirter Getränke auf
71 fi. (Umgekehrt wäre es besser.)

F Das Deutschthum New-Yorks ist am 5. Januar von
inem schrecklichen Unglück heimgesucht worden. Die seit etwa erst
ehn Jahren erbaute Turnhalle New-Yorks, ein prachtvolles, sehr
zroßes Gebäude, welches den Mittelpunkt eines großen Theiles des
eutschen Lebens in New-York bildet, ist am 5. Januar, Morgens
Uhr durch Feuer zerstört worden, wobei fünf Personen um's
reben kamen und vier sehr schwere, wie man befürchtet, tödtliche
PBerletzungen davon getragen haben.

F Aus New⸗-York wird mitgetheilt, daß dem Kapitän Boy—
'on bei seiner letzten Schwimmtour von einem Dampferrad drei
stippen gebrochen wurden. Der Geräderte soll sich indessen den
Umständen nach wohl befinden.

Es dürfte in jetziger Zeit Vielen willkommen sein zu hören,
daß sogenannte „geschreckte Kartoffeln“ ihren süßlichen Beigeschmack
pollständig verlieren und wieder den früheren Wohlgeschmack er⸗
halten, wenn solche im Ofen oder Herd direct auf Kohlen gebraten
werden (in der Schale.)

Einen guten Senf bereitet man aus ? Pfund gelbem
ind Va Pfund grünem Senfmehl, welches mit 5 Liter siedendem
xssig gebrüht wird. Nach dem Erkalten mischt man dazu acht
zramm gestoßenen Zimmet, vier Gramm Gewürznelken und 125
zramm Zucdeer, rührt dies gut durcheinander und verwahrt es, mit
-chweineblase gut verbunden, zum Gebrauche auf.

Dienstes nachrichten.

Die protestantische erste Pfarrstelle zu Kirchheimbolanden wurde dem
Pfarrer Jos. Heinr. Theodor Kremer in Odenbach, Decanats Lauterecen,
berliehen. (Es ist dies die erste Besetzung einer Pfarrei unter der Herrschaft
der „instructiven Normen.“ Dieselbe ist im Sinne der gutachtlichen Aeußer⸗
ing des Presbyteriums ausgefallen.)

:e Redaction veraniwortlich: F. X Demeß.

allein sind die weltberühmten Hustenkara—

mels und der Katkao⸗Thee Maria Benno

von Donat Paris 1671 — wenn sich auf

der Vorderseite eines jeden Kartons nichts
Anderes gedruckt findet, als die vier Worte: Maria Benno von
Donat. Dieselben finden wegen ihrer anerkannten Vorzüglichkeit
elbst in den höchsten Kreisen aller Länder mit jedem Tage mehr
Absatz und Anerkennung.

Paris Sonntags. Nöächst Gott haben mir einzig und
illein Ihre unvergleichlichen Hustenkaramels Maria Benno von
Donat geholfen. Senden Sie bitte umgehend noch 5 Original⸗
dartons zu 50 Pfg. und 30 echte Kartons Kalao⸗Thee zu 20 Pfq.
Ihr vorzuͤglicher Kakao-Thee in Ihren himmelblauen Kartons er⸗
sreut sich hier allgemein einer großen Beliebtheit, besonders meine
dinder ⁊c. ⁊c.

Alleiniges Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Ne⸗⸗v
—
Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Ziehrugder
Reichenhaller Kirchenbau⸗Lotterie.
Haupttreffer:
M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;ec.
Loosse à 2 Maric, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach—
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur
Carl LCang, Bankgeschäft in München.
— Auf 10 Voose LFreiloos.
.gichel's Atelier künstl. Zaͤhne
Plombpiren, Rein gen ꝛe.
St. Ansbann, Sulebachstracie 1358
Drus mnd Verlag von x. Dcmeß in Imgbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagoblatt“ Nr. 4.
        <pb n="57" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis detragt vierteljahrlich

A A0 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.AM 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswartk
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
415. Sonntag den 25. Januar

1880.
Deutsches Reich.

Bei einer am Mitiwoch im Finanzausschuß der Kam—
mer der Abgeordneten stattgehabien Berathung des Etats der
Telegraphenanstalt hat sich die Majorität für die von der Staats⸗
cegierung beabsichtigte Erhöhung des Tarifes von 8 auf 5 Pfen⸗
nige für das Wort ausgesprochen, während die liberalen Ausschuß⸗
mitglieder sich gegen die Erhöhung erklärten.

Berlin. Dem Bundesrathe ging eine Vorlage über Er—⸗
zänzung und Aenderung des Reichsmilitärgesetzes zu, wonach
vom 1. April 1881 ab die Infanterie in 508 Batailonen, die
Feldartillerie in 340 Batterien, die Fußartillerie in 31 Bataillonen
und die Pioniere in 19 Bataillonen formirt sein sollen. Neu er⸗
richtet würden demnach 11 Infanterie- Regimenter (8 preußische,
lbayerisches und 2 sächsische, 1 preußisches Fußartillerie⸗Regimeni
und J preußisches Pionierbataillon; ferner treten zu den bereits
bestehenden Formationen 832 Feld⸗Batterien (24 preußische, 4 baye⸗
rische, je 2 sächsische und württembergische) neu hinzu. Die hier⸗
durch erwachsenden dauernden Ausgaben betragen 17,160,242 M.,
die einmalige Ausgabe beträgt 26,713, 166 M. Weiter bestimmt
die Gesetzesborlage, daß die Friedenspräsenzstärke von Anfang April
1881 bis Ende März 1888 ein Procent der Bevölkerung nach der
Volkszählung von 1875 betragen soll, wodurch sich die jetzige Prä⸗
senzstärke von 401,000 auf 427,250 Mann erhöhen würde. Das
jessische Infanterie-Regiment Nre. 116 (Gießen) das blos 2 Ba—

caillone hat, soll um ein drittes Bataillon vermehrt werden. Die
Mannschaften der Ersatzreserve erster Classe sollen im Frieden zu
Uebungen einberufen werden. Diejenigen, welche bereits Uebungen
ibhielten, sollen während der gesammten Dauer der Ersatzreserve⸗
pflicht in der Ersatzrejerve erster Classe bleiben. Die Uebungspflicht
oll sich auf vier üebungen erstrecken, wobon zwei je acht Wochen,
die letzten zwei nicht unier zwei Wochen dauern sollen. Die Mo⸗
ive weisen auf die umfassenden Armeereformen der Nachbarstaaten
zin, hinter welchen selbst nach den neugeforderten Heeres⸗Erhöhungen
Deutschland bezůglich der Infanterie und Artillerie noch zurücbleibe.
Angenehme Bescheerung!)

Der preußische Cultusminister erließ ein strenges Verbot
zegen das Erscheinen von Schülerzeitungen zufolge der jüngsten
Verbreitung eines solchen Blattes von Leipzig aus. (Es handelt
ich um ein für die obern Schulen bestimmie Zeitung.)

Das Reichsschatzamt veranschlagt das Plus der Einnahmen
in Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen für das nächste Etats—
ahr auf 55, 498, 110 Mk. Der nächstjährige Etat des Reichs⸗
Invalidenfonds veranschlagt die Ausgabe auf 32,098,512 M.,
die Einnahme auf 283,826,.223 M.. weshalb 8272,289 M. Ka⸗
oitalszuschuß erforderlich.

Nach einer von der Reichs⸗Admiralität veröffentlichten Liste
der Reichsschiffe zählt die deutsche Kriegsfloötte an
Schlachtschiffen: 8 Panzerfregatten (einschließlich des versunkenen
Broßen Kurfürst) und 4 Panzerkorvetten; an Kreuzern: 11 gedeckte
dorvetten und 5 Glattdedskorvetten, 2 Kanonenbooie der Aldatros
lasse und 7 desgleichen erster Klasse; an Küstenvertheidigungs⸗
Fahrzeugen: 1 Panzerfahrzeug, 8 Panzerkanonen⸗6 Torpedo⸗

und 4 Kanonenboote, letzie zweiter Klasse; ferner 7 Avisos, 2
Transportfahrzeuge, 10 Schulschiffe; für den Hafendienst: 9 Dampf—⸗
jahrzeuge, 8 Kasernenschiffe, 8 Lotsenfahrzeuge und Feuerschiffe,
usammen 95 Schiffe und Fahrzeuge. Außer diesen sind im Bau—
Panzerkorvette, 8 Panzerkanonenboote und 4 Glatidecskorvetten.

Eine in Dublin abgehaltene Versammlung irischer Par⸗
amentsmitglieder hat eine Resolution angenommen, in welcher die
Sympathie mit den nothleidenden Bauern im westlichen Irland
ausgedrüdt und Unterstützung im Kampf um den eigenen Herd zu⸗
gesagt. Wie der „Kampf um den eigenen Herd“ zu versiehen ist,
illustrirt eine Nachricht, der zufolge die Fenier zwei in Nordamerifa
mit Kanonen, Munition und Waffen aller Art ausgerüstete Schiffe
dereit halten sollen; befreien werden sie damit die „grüne Insel“
reilich nicht.

geordneten unterzeichnet. Im vorigen Jahr zählte der nämliche
Antrag 87 Unterschriften.

Madrid. Die Abgeordnetenkammer nahm mit 280 gegen
10 Stimmen den Gesetzentwurf wegen Abschaffung der Sklaverei an.

Der „Standard“ bringt die Nachricht, daß die Russen aufs
Neue von den Turkmenen geschlagen und zur Räumung von
Tschikischlar gezwungen seien. Gesetzt, daß die Meldung auf
Wahrheit beruht, so ist es ziemlich gewiß, daß nicht nur die in
Tschikischlar angehäuften ungeheuren Kriegsvorräthe entweder im
Stich gelassen oder verbrannt wurden, sondern daß der Verlust der
Kussen sehr groß war.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 24. Jan. Ein unheimlicher Gast ist
jier eingekehrt: Scharlach und Halsbräune. Zwei Kinder einer
Familie sind beinahe gleichzeitig demselben zum Opfer gefallen;
wei andere Kinder derselben Familie liegen noch krank darnieder.

F Der diesjährige Monat Februar zeichnet sich nicht
aur dadurch vor den gleichen Monaten eines „gemeinen“ Jahres
nus, daß er 29 Tage zählt, er ist vielmehr auch noch ganz be—
onders durch den Umstand begnadet, daß er fünf Son ntage um⸗
jassen wird. Es ist dies ein Fall, der in jedem Jahrhundert nur
)rei, höchstens vier Mal vorkommt, im gegenwärtigen in den Jahren
1825, 1852 und 1880. Dann wird der Fall erst wieder 1920
»orlommen. Der Schaltag ist in diesem Jahre der dritte Fest⸗
onntag Okuli, was noch Niemand von uns eilebt hat. Denn es
ist seit 1728 (vorher 1540) nicht vorgekommen, tritt aber 1948
für die ein, die noch 68 Jahre leben.“ Es ist also gegenwärtiges
Jahr in unserem Jahrhundert ein kalendarisches Unikum.

Der im Monat April J. Is. vorzunehmende Remonte⸗
Ankauf, welcher sich auf 34 6jahrige Reil⸗ und Artillerie⸗Jug⸗
oferde erstreckt, wird an den nachbenannten Tagen und Orten Stait
inden: 2. April in Langenkandel, 3. April in Offenbach, 5. April
n Pirmasens, 6. April in Zweibrücen, 7. April in Homburg,
3. April in Landstuhl, 9. April in Frankenthal.

F. Um die erledigte Rabbinatssielle Kaiserslautern haben
sich, wie der Ksrsl. 3.“ mitgetheilt wird, 19 Candidaten aus
aller Herren Ländern beworben, darunter Polen .Ungarn ꝛc. und
ein Pfälzer.

F. Der „Kaisersl. Zig.“ eninehmen wir folgendes Geschicht⸗
hen: Zwei Handwerlsburschen, der eine von Imsbach, der andere
don Zell, wollten gemeinschaftlich auf Reisen gehen. Unterwegs
tahl der Imsbacher, der leine Papiere hatte, die Legitimation
eines Reisegefahrten. Aber die strafende Nemesis ereilte denselben
chnell. In Landstuhl wurde der Imsbacher von einem Gendarmen
iach seinen Papieren gefragt, wobei er natürlich die gestohlenen
vorzeigt. Nun war der Zeller aber wegen Landstreicherei zu drei
Wochen Arrest verurtheilt, der Gendar glaubte natürlich den
Rechten erwischt zu haben und stecte ihn bei. Einige Tage nach⸗
jer meldete sich der Bestrafte von Zell und da kam die ganze Ge⸗
chichte an den Tag. Der Imnsbacher aber hat sich jezt wegen
Diebstahls, Betrugs und Landfstreicherei zu verantworlen.

fSpeyer. Als ein Zeichen der Zeit darf es wohl be⸗
rachtet werden, daß bei der am Dienstag und Mittwoch stattge-
undenen Versteigerung der Paul Morser'schen Concursmasse wenig
dauflust hetrschte. Sowohl das Bier als auch das Inbentar ging.
nan kann wohl sagen, spottbillig ab. So lam z. B. ein Fuder
hier auf 1 Mi. E 9) zu stehen. (Pf. Z.)

fRhein, Main, Redcar, Nahe und andere größere und
lleinere Fluͤsse gehen seil einigen Tagen wieder mit Treibeis.

f Ein achtzigjahrigeß Dienstjubilaum, einen gewiß
iußerst seltenen Jubilaumstag, konnte unlängst eine greise Magd
n Bruchsal, im Gtoßherzogthum Baden, feiern. Die Jubilarin
st bereits dreiundneunzig Jahre alt, war also mit ihrem dreizehnten
ebensjahr als Magd thätig, und zwar diese volle achtzig Jahre
jindurch im Dienste ein und derselben Familie. So sah sie ganze
henerationen heranwachsen. An ihrem Jubeltage wurde die Greisfin

Ausland.
Paris. Der Antrag auf volle Amnestie ifl bon 49 Ab-
        <pb n="58" />
        welche sich noch einer ausgezeichneten Gesundheit erfreut und uner⸗
müdlich thätig ist, selbstverständlich durch reichliche, ihrer Pflichttreue
und ihrer Auhänglichkeit gebührende Ehren und Auszeichnungen erfreut.

FMünchen. der lath. Kirchenverwaltung Haid hausen
wurde die Genehmigung zur Äbhaltung einer Pramienlotterie er⸗

theilt. Die Lotierie hat in 8 Ziehungen stattzufinden; für jede
derselben werden 8300,000 Loose 21 M. ausgegeben.

pDie Stadt München hatte sich im verflossenen Jahr bereit
erkläri, das deutsche Bundesschießen im Jahr 1881 zu übernehmen,
wenn es gelingen würde, einen Garantiefonds von 200,000 M.
zu verschaffen. Nach officiellen Nachrichten ist die Summe von
200, 000 M. jetzt weit uͤberzeichnet und somit die Uebernahme des
Festes durch die Stadt München gesichert.

p'AMemento mori! Die „Neuß. Volkszeitung berichtet
folgenden ergreifenden Fall, welcher sich am 17. Januar in der
irche zu Schaag ereignet hat. Der dortige Schmiedemeister L. T.
wohnte dem Leichengottesdienst seines Nachbars M. bei und stellte
sich nach Beendigung desselben auf den Chor, um die Todtenzettel
am die Leidtragenden auszutheilen. Während dessen brach er, plötz⸗
lich von einem Herzschlag getroffen, zusammen. Der vor kurzer
Zeit noch als rüstiger Mann in die Kirche gekommen war, wurde
als Leiche nach Hause getragen.

p. Den zweiten Haupitreffer der Kölner Dom bau⸗
Lotterie in Höhe von 30,000 Mark erhielt ein noch sehr ju⸗
gendlicher Handlungsbeflissener, der in der vorigen Woche aus
Zehdenick nach Berlin gekommen war, um in der Material⸗
waarenbranche eine Stelluug zu suchen. Als ihm dies nicht recht
gelingen wollte, machte er einen Verzweiflungscoup und kaufte für
den Rest seiner Baarschaft ein Dombauloos. und auf dieses fiel
der obige Haupttreffer.

Gegen Schnupfen. Vom Berliner Hoftheater wird offi⸗
ziell den an Schnupfen erkrankten Mitgliedern desselben der Gebrauch
folgender Mittel empfohlen: Man lasse beim Apotheker zwei Fläsch⸗
chen füllen, das erste mit 1 Gran reinster krystallisirter Carabol⸗
saͤuere, gelost in 5 Gran Alkohol, das zweite gefüllt mit 1 Gran
Salmiakgeist, verdünnt mit 8 Gran Wasser. Von jedem Fläsch⸗
chen werden ein paar Tropfen in ein leeres Weinglas gegossen und
der aus diesem ausströmende Dampf eingeathmet, wobei man gut
thut, die Augen zu schließen, damit diese nicht durch die Ammoniak⸗
dämpfe leiden. Diese Einathmung — in der Dauer von 5 bis 10
Minuten wird flündlich wiederholt und führt in der Regel rasch
zur vollen Genesung.

pPforta.Auf wahrhaft entsetzliche Weise ist hier der
Meister ciner Brennerei ums Leben gekommen. Derselbe drehte aus

Versehen einen falschen Hahn auf, so daß ihm die siedende Flüssig-
eit VBrust und Gesicht verbrühte. Entsetzt prallte er zurück und
türzte rückwärts in einen mit heißem Wasser gefüllten Kessel. Man
ciß den schrecklich verbrühten Mann heraus und suchte seine maßlosen
Schmerzen daduͤrch zu lindern, daß man seinen Körper in Watte
inwickelte. Dabei beging jedoch einer der Helfenden die Unvorsich⸗
igkeit, mit dem Lichte der Watte zu nahe zu kommen. Diese fing
Feuer und im Nu lag der Unglückliche in vollen Flammen, in
diesen seinen Geist aufgebend.

4In Holland hat in den letzten Jahren der Fleischverbrauch
ab⸗ und der Trunk zugenommen. Auf den Kopf berechnet stellt
sich ersterer auf 6s und der Verbrauch destillirter Getränke auf
7i3 fi. (Umgekehrt wäre es besser.)

4 Das veutschthum New-Yorks ist am 5. Januar von
einem schrecklichen Unglück heimgesucht worden. Die seit etwa erft
‚ehn Jahren erbaute Turnhalle New⸗Yorks, ein prachtvolles, sehr
zroßes Gebäude, welches den Mittelpunkt eines großen Theiles des
ʒeutschen Lebens in Rew-York bildet, ist am 58. Januar, Morgens
5 Uht durch Feuer zerstört worden, wobei fünf Personen um's
Leben kamen und vier sehr schwere, wie man befürchtet, tödtliche
Verletzungen davon getragen haben.

—DD
ton bei seiner letzten Schwimmtour von einem Dampferrad drei
Rippen gebrochen wurden. Der Geräderte soll sich indessen den
Umständen nach wohl befinden.

4Es dürfte in jetziger Zeit Vielen willkommen sein zu hören,
daß sogenannte, geschreckie Kartoffeln“ ihren süßlichen Beigeschmad
bollständig verlieren und wieder den früheren Wohlgeschmack er⸗
halten, wenn solche im Ofen oder Herd direct auf Kohlen gebraten
—X

F Einen guten Senf bereitet man aus 2 Pfund gelbem
und a Pfund grünem Senfmehl, welches mit Liter siedendem
Fssig gebrüht wird. Nach dem Erkalten mischt man dazu acht
gramm gestoßenen Zimmei, vier Gramm Gewärznelken und 125
hramm Zucker, rühri dies gut durcheinander und verwahrt es, mit
-„chweineblase qut verbunden. zum Gebrauche auf.
Dienstesnachrichten.

Die prolestantische erste Pfarrftelle zu Kirchheimbolanden wurde dem
Pfarrer Jos. Heinr. Theodor Kremer in Odenbach, Decanats Lauterecken,
berliehen. (Es ist dies die erfte Besetzung einer Pfarrei unter der Herrschaft
der instructiven Normen.“ Dieselbe ist im Sinne der gutachtlichen Aeußer⸗
unga des Vresbyteriums ausgefallen.)
ene die Redaction veranwortlich: F. X. Demeß.
—
allein sind die weltberühmten Hustenkara⸗
mels und der Kalao⸗Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671 — wenn sich auf
der Vorderseite eines jeden Kartons nichts

Anderes gedruckt findet, als die vier Worte: Maria Benno von
Donat. Dieselben finden wegen ihrer anerkannten Vorzüglichkeit
selbst in den höchsten Kreisen aller Länder mit iedem Tage mehr
Absatz und Anerkennung.

Paris Sonntags. Nächst Gott haben mir einzig und
Allein Ihre unvergleichlichen Hustenkaramels Maria Benno von
Donat geholfen. Senden Sie bitte umgehend noch 5 Original⸗
dartons zu 50 Pfg. und 30 echte Kartons Kakao-Thee zu 20 Pfg.
Ihr vorzüglicher Kalao⸗Thee in Ihren himmelblauen Kartons er⸗
sreut sich hier allgemein einer großen Beliebtheit. besonders meine
stinder ⁊c. ⁊c.

Alleinides Depot in St. Inabert bei Herrn T ν

Bekanntmachung.
Die Einkommensteuer—
pflichtigen werden hiermit auf⸗
gefordert, vom Montag den 26.
ds. Mts. ab, innerhalb dreier
Tagen zur Fatirung ihres Ein⸗
ommens auf dem Bürgermeister⸗
amte zu erscheinen.
St. Ingbert, 24. Jan. 1880.
Das Bürgermeisteramt:
IXRKV

Gegen Hals-&amp;
Brustleiden
—XR
Jonig- Bonbons. Malz-Bonbons,
VFonbons Ilet
D s.. SαS SoIwerck'scbe
Brust-Bonbons, à Paquet 50
g, di epfehlenswerthesten

Jausmittal
Goldfische
sind billig zu haben bei
Jean Peters,
St. Inoberi.

Seine ausgezeichneten, überall ae⸗

Uhmten

DD

Pianinos
iefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzablung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. WVeidenslaufer. Fabrik

Berlin NW.

Pür DBamen?!
rei Kramer S Co. in Leipzig erscheint
CDie

hEitAstui De,

Zeitschrift in Monatsheften für leichte ele⸗
zante weibliche Arbeiten, enthaltend neue
tiexkmuster in brillantem Bunt-
farbondruck ausgejührt, sowie Hä⸗
sel- und Filetmuster, Vorlagen für Weiß⸗
slickerei Weißnähterei, Waffel- und Strid⸗
arbeit, Perlhälelei .

Die einsache Ausgabe kostet pro Mo⸗
nat nur 16Pfg. Reichswährung —10 xr.
zjterr. Die Doppelausgabe erscheint in
doppelt großem Format als die ein⸗
ache und kostet das Doppelte.

Man abonnirt 3u Jeder Zelt anf
je drei Hefte einer beliebigen Ansgabe
—9 allen Buchhandlungen uud Postau-—
stalten.

Unwiderruflich am 30. Januar 1880
Zziehnug der
Reichenhaller Kirchenbau⸗Lotterie.
Haupitreffer:

M. 60,000, M. 25,000, M. 10,000 &amp;ec.

Loose àa 2 Maric, soweit Vorrath, zu haben bei
allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
nahme zu beziehen von der General⸗Agentur

Carf Tang, Bankgeschäft in Munchen.

Auf 10 LVoose WFreiloos.

5—

2

—

—
*5F535
.SARDEN AM-N.XERICNE/R.
m seiner Gũüto u. Wirksamkeit
erprobt u. seit Jahren im In- u.
Auslande ürætlieh empfoblen.
Nvr xcht in Originalflaschenà 1M.
Derselbe eisenhaltig à M.1
q Pfg. in St. Inghert be
.

. Hichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reintgen ꝛc.
eꝛt IAnbonn, Enul⸗bachstraße 13*8.
rma ind Veriee en . Demeß in St. Inosbert.
Siezu „Illuftrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 4.
        <pb n="59" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich;/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 J, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 16. I Dienstag den 27. Januar

1880.
—— ——

—⏑⏑
Deutsches Reich.

München, 25. Jan. Die mit 81. d. M. zu Ende ge⸗
sende Dauer des Landtages wird dem Vernehmen nach bis Mitie
Februar verlängert werden. Ob bis dahin das Budget von beiden
ammern erledigt wird, ist freilich noch zweifelhaft.

München. Die Staatsregierung läßt einen Gesetzentwurf
misarbeiten, der die Einrichtung einer Hagelversicherung unter staat⸗
icher Leitung bezweckt.

Durch ein Erkenntniß des kgl. Oberlandesgerichts München
wird ausgesprochen: Die von Jemand in einem Wirthshause einer
Mehrzahl von Personen gegen einen gewissen Geldeinsatz dargebotene
Möglichkeit, je nach Ziehung einer geraden oder ungeraden Nummer
ine vorher bestimmte Waare beanspruchen zu dürfen oder den Ein—
atz zu verlieren, stellt sich als eine öffentlich veranstaltete Aus—
spielung, nicht als Wette dar, und es ist eine solche Ausspielung
deim Mangel obrigkeitlicher Erlaubniß als Vergehen des strafbaren
Figennutzes von der landgerichtlichen Strafkammer zu verfolgen.
z 286 des R.⸗Str.G.⸗-B., 8 2 der Verordnung vom 10. Juli
867, die Bewilligung zur Veranstaltung öffentlicher Lotterieen betr.)

München. Wie in militärischen Kreisen verlautet, werden
m Laufe dieses Jahres wieder umfafsende Landwehr⸗Uebungen im
janzen deutschen Heere stattfinden, namentlich wird die Einziehung
olcher Landwehr-Offiziere beabsichtigt, welche in den letzten Jahren
ius der Reserve in die Landwehr üͤbergetreten sind, um denselben
u einer weiteren Ausbildung besonders in Bezug auf selbständige
ommandos (als Landwehr⸗Kompagnie-Führer) Gelegenheit zu geben.

Die bayerischen Staatsbahnen haben i. J. 1879 ein klein
venig mehr eingetragen als i. J. 1878; das Mehr beträgt
39.860 M. Im Ganzen war ihr Ertrag im abaelaufenen Jahr
13,709,862 M. (Brutto.)

Bei der Reichstagswahl im Wahlkreis As chaffenburg wurde,
vie zu erwarten war, der Candidat des Klerikalen gewähü.

Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 23. De—
ember 1879 beschlossen, daß in Zukunft in sämmtichen statistischen
lebersichten Zeniner und Pfund durch das Kilogramm zu ersetzen
eien, wobei auch statt des einfachen Kilogramm die Zugrunde⸗
egung von hundert Kilogramm und der Tonne (tausend Klogramm)
ils Gewichtseinheiten für zulässig zu erachten.

Dem Bundesrath ist der Entwurf eines für das ganze Deutsche
Reich geltenden Gesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von
Ziehse uchen zugegangen: derselbe soll am 1. April 1881 Giltiq⸗
eit erlangen.

Verm ischtes.

FSt. Ingbert. Hier ist der gewiß seltene Fall vor⸗
gjekommen, daß eine Ziege 5 Junge zur Welt gebracht hat.

FWie sehr durch ein allseitiges Bepflanzen der Straßen
ind Wege mit Obstbäumen das materielle Wohl unserer Pfalz
jefördert würde, lehrt uns ein Blick auf die Obsterträgnisse in
Württemberg im Jahre 1878. Nach den Zusammen⸗
tellungen der dortigen k. Oberämter wurden in diesem Jahre ge⸗
erntet: 1,776,255 Zentner Kernobst und 271,770 Zeniner Stein⸗
»bst oder in Summa 2,048,025 Ztr. Rechnet man nun den
Zentner im Durchschnitt zu 4 Mk., so ergibt dies einen Obstertrag
bon 8,192,100 Mark.ʒ

F Der im Jahr 1876 in Zweibrücken verlebten Rentnerin
Fräul. Katharina Schneider, welche ihr ganzes Vermögen (176,000
M.) den Armen hiesiger Stadt vermacht hatte, wurde unlängst,
durch die Stadt, auf ihrem Grabe ein Denkmal aus Troppstein
und schwarzem Marmor errichtet, dessen Kosten sich auf 2000 M.
belaufen sollen. (Pf. 3.)

Am Freitag Abend gegen 9 Uhr ging der Gendarm Becker
n Zweibrücken durch die Kuͤchenallee und hörte plötzlich Hilferufe.
Er folgte eilig dem Schall und kam zur rechten Zeit, um zwei
Menschen aus einer gefährlichen Lage zu retten. Ein in genannter
Straße wohnender Photographengehufe war bei der hölzernen Brücke
in der Dümmler'schen Gerberei in den Bach gestuͤrzi und wurde
»on dem Einjährig-Freiwilligen H. bemerkt, der, an der Brücke
zinunterkletternd und bis an die Brust im Wasser stehend, den
Unglücklichen zu retten versuchte. Es war Beiden gelungen, sich
in einen Balken anzuklammern; aber die Kräfte des Retters drohten
nereits zu erlahmen, als obgenannter Gendarm, sich über das
hveländer schwingend und sich an einem Pfoften festhaltend, mit
raftiger Hand Beide aus ihrer bedenklichen Lage befreite und in's
trockene schaffte. (Zw. 3.)

In Otterberg wurde am Freitag der Wagner Heinrich
Ipp mit 44 gegen 4 Stimmen zum Buͤrgermeister gewählt;
der Rentner Ph. Baumann wurde als Adjunkt wiedergewählt.

*In Dürkheim wurde am Samstag zwischen 724 und 784
Uhr Abends ein Erdstoß verspürt, der etwa 2 Sekunden andauerte,
Thüren und Pfosten krachen und Glaswaaren klirren machte. Auch
in anderen Orten der Vorderpfalz, in Landau, Speier, Wörth,
standel, Maxau, wurden leichte Erderschütterungen beobachtet.

F In Dürkh eim hat sich am 28. ds. eine 46 Jahre alte
Frau in einem Anfalle von Geistesstörung in den im dortigen Kur⸗
Jarten befindlichen Weiher gestürzt und ertrank. Sie himerläßt
ß meistens unerzogene Kinder.

FDem „Pf. Kurier“ geht die Berichtigung zu, daß sich um
die erledigte Pfarrei Cisenberg nicht 65 Pfarrer, wie der „Evang.
dirchenbote“ gemeldet hatte, sondern blos 18 beworben haben.

F Auf der Post zu Haßloch wurden am letzten Freitag
Nacht mittelst Einbruchs 2200 Mi. entwendet.

f In Heuchelheim bei Frankenthal grassirt die Halsbräune
inter den Kindern.

Vom I1. Februar d. J. ab tritt im Land⸗ und Canalabsatz
ʒer fiskalischen Steinkohlengruben des preußischen Saargebietes
ine Erhöhung der Kohlenpreise um 2—58 Pfg. pro Centner ein

. Aus München wird gemeldet, daß in den fürstlich Schwar⸗
jenbergischen Revieren Frauenburg und Wittingau im Dezember
o. Is. nicht weniger als 150 Rehe erfroren seien. — In der
Pähe von Köln wurden in Folge der starken Källe. der vorigen
Woche viele Vogel, besonders Rebhühner, todt auf dem Schnee
zgefunden.

Herzog Max hat aus Anlaß seines 50jährigen Jubildums
ils Oberstinhaber des dritten Chevauleger⸗Regiments für dasselbe

zju Unterstützungszwecken eine Stiftung von 10,000 M. errichtet.

Koln. Fur den Rosenmoniag ist der Carnevalszug ge⸗
ichert, die große Gesellschaft läßt 12 Wagen bauen und die klei.
zeren Vereine 4. Darunter befindet sich ein als „gestiefelter Ka—
er“ bezeichnetet Wagen, der von Katen gezogen, iuischirt und be
vohnt wird. Ein Kater⸗Musikcorps deransiahet Kahenmusite hin.

Ausland.
Pest. Die Demonstrationen gegen das adelige Casino haben
ie Gemüther der ungarischen Aristokralie sehr beunruhigt, ein großer
kheil derselben hat der Hauptstadt Ungarns bereits den Rücken gekehrt.

Die französische Regierung wird von der Pforte Genug⸗
huung verlangen, weil in Alexandrette türkische Soldaten auf
ranzosische Matrosen geschossen und einige derlelben geködlet um
erwundet haben.

In England sind im verflossenen Jahrzehnt, 1870 bis
879, nicht weniger als 2352 Arbeiterstriles vorgekommen. In
e neun Fällen von zehn war der Strike die Folge eine Anspruches
er Arbeiter auf Lohnerhöhung. In vielen Fällen haben die Ar⸗
ꝛeitseinstellungen ziemlich ein Jahr gedauert, in gar vielen aber
aben sich die Leute nach Schluß des Kampfes mit einem geringeren
ohnsatze begnügen müssen, als derjenige war, welcher ihnen zuerst
iicht anstand. Die Ueberweisung der Streitfragen an Schiedsrichter
at sich nicht bewährt, und es läßt sich kaum annehmen'. vaß' sie
ich in der Folge besser bewähren sollte.

Nachrichten aus REima vom 14. ds. melden, daß die peruanische
stegierung den Antragen des deutschen Ministerpräsidenten entsprochen
ind den Dampfer „Luxor“ (der don den peruanischen Gerichten
ils Prise erkllari worden war, weil er früher, namlich vor seiner
deschlagnahme, Kriegscontrebande geführt hatte) wieder herausge⸗
seben und zur Verfügung der Kosmos“ Gejellschaft, der er ge⸗
vört, gestellt habe.
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        ter welcher der Katzenjammer einherschleicht. Der. Enthusiasmus,
welcher sich geltend machte, als der Zug in Gefahr war, hat be⸗
reits 12000 bis 18, 000 Mi. zur Herstellung“ des Aufzuges zu⸗
sammengebrach. —

4In Essen wurde ein Postillon wegen Unterschlagung amt⸗
lich anvertrauter Gelder zu der gesetzlich niedrigsten Strafe von 3
Monaten Gefangniß verurtheilt. Er hatte 80 Pfg. Paffagiergeld
einpfangen und lieferte nur 40 Pfg. ab.

7Dortmund. Ein hiesiger junger Arzt wurde vor
einiger Zeit mitten in der Nacht aus dem Schlafe geklingelt und
zu mehreren Verwundeten geholt, die eben einer Schlägerei thälig
deigewohnt und aus derselben Verletzungen davongetragen hatten.
Honorar sür die Mühewaltumg gab es nicht, dagegen wurde der
Arzt als: Zeuge vor Gericht geladen. Er notirte sich den Termin
falsch, kam zu spät und — wurde in eine Strafe von 10 Mk.
genommen.

—Berlin. Die zweite Sirafkammer des Landgerichts er⸗
kannte gegen Dohm, Redakteur, und Scholz, Zeichner des
Kladderadatsch“, wegen Beleidigung des Fürsten Bismarck durch
zwei veroffenilichte Vider in einem Falle auf Freisprechnng, im
nderen Falle auf je 200 Mark Geldbuße, ebentuell (im Falle der
Aneinbringlichkeit) 20 Tage Haft.

VDie preußische Regierung hat den Behörden die
Forderung der, den Theilnehmern so bedeutende Vortheile bieten⸗
den Alterstenten ⸗ und Kapitalversicherungs⸗Anstalt der Kaiser
Wilhelmspende warm empfohlen. Aber auch die größeren Grund⸗
besitzer und Industriellen sollten nicht versäumen, ihre Arbeiter auf
dieses Institut aufmerksam zu machen, da die hier erstrebte wirth⸗
schaftliche Besserung in den Arbeiterverhältnissen ihnen selbit zu
gute kommen koͤnnte.

4 In Odessa ist ein ganzes System durch unterirdische Gänge
verbundener Minen entdeckt, zu deren Untersuchung der General⸗
gouverneur Graf Toileben eine technisch militärische Kommission
miedergesetzt hat. Zahlreiche Verhaftungen sind vorgenommen.

FEin Mord à N Tourbille. Aus Graz wird berichtet:
In der demnächst beginnenden Schwurgerichtsperiode kommt ein
Proceß zur Berhandlung, welcher in mancher Richtung mit dem be—
tannten Bozener Proceß einige Aehnlichkeit hat. Der Fall hat sich

—
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gewohnlich im Hotel Lehnert
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allen Verkaufstellen und gegen Posteinzahlung oder Nach⸗
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CarsfTang, Bankgeschaft in München.
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n der Nähe des Curorts Radegund ereignet und betrifft eine junge
rrau, welche im October vorigen Jahres plötzlich um das Leben
jekommen ist. Ihr Gatte, Johann Zotter, seines Zeichens Schuh⸗
nacher, in Wahrheit aber Privatier, rief da alle Nachbarn unter
Jammern und Wehegeheul zusammen, weil seine Frau über die
zellerstiege gefallen und todt geblieben sei. An der Leiche wurden
edoch mehrfache Verletzungen vorgefunden, der Gatte wurde ver⸗
haftet und hat sich nun wegen Ermordung seiner Frau zu verant⸗
Heiten. Es war die dritte Frau, welche der Angeklagte besessen;
nuch seine beiden früheren Frauen haben nicht lange gelebt. Die
weite war acht Tage nach der Hochzeit gestorben. Johann Zotter
jat immer seinen Wohnort schnell verändert, und jede der drei
Frauen war von ihm für den Todesfall hoch assecurirt worden.

4 Die erst vor drei Tagen beendigie Säuberung der Stadt
Paris von dem großen Schneefalle hat an Ausgaben für den
gewöhnlichen Dienst der Arbeiter und Wagen und für die zu außer—
Irdentlicher Beihilfe herangezogenen Arbeiter und Wagen 1,173,600
Fres. gekostet. Die Zahl der Tagelöhne für Arbeiter betrug 427,000,
die für Karren 62,500, die für Pferde 107,000 Fres. Fortge⸗
schafft oder in die Abzugskanäle geworfen wurden im Ganzen
008,600 chm Schnee.

4Bosnien besitzt Kohlenbecken in großer Anzahl, worunter
jeben ersten Ranges. Die Durchforschung ergab, daß die Mäch—
igkeit des ganzen Kohlen führenden, abwechselnd aus Kohlenflötzen,
Mergeln, Eisenerzen und Süßwasserkalk bestehenden Schichten Com—
vlexes mindestens 3000 Meter beträgt. Es wurden Flötze von
otommener Reinheit von 3, 4 bis 6 Meter beobachtet.

F Für das laufende Jahr kündigen die Astronomen 2 Kometen
an: den Winneke'schen und den Faye'schen. Der erste wurde schon
hier Mal beobachtet, das letzte Mal 1875; er hat eine Umlaufszeit
on 53 Jahren. Der Faye'schen Komet, der eine Umlaufszeit von
7413 Jahren hat, wird zwar erst im Januar 1881 durch seine
Sonnennähe gehen, der Erde aber schon am 3. October d. J. am
nächsten sein. Für Unglückspropheten Stoff genug zu allerlei Com⸗
inalionen und Vorhersagungen. Bei den Winzern stehen dagegen
die Kometenjahre von Alters her im besten Renommee.
rür die Nedaction verantwortlich: F. X. Demes.
8 αÑxäÑÆltMblcttel
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nach einem alten aus einem Be⸗

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eworden. Ter Benedictiner
saur aus Bestandtheilen zujam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften

spesitzen, die zum Wiederaufbau
eines zerrütteten dahinfiechenden
Rörpers unbedingt nothig sind
ẽzr ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
hoiden, Rervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautaus—
schlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, RNheumatismus,
Schwächezuftänden, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entsernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdrud des Gesichts, da⸗
gelbjarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frijch, siellt die Harmonie des Koͤrpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

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Rꝛ *32. 2 7* J 255
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252 352 — —— —— 33 S — —23 2 8
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8 223532 —3838335833333 55—8 2833
556 —A —— 533 5—7335 53 —3333363355
133383235 5 8 3 23 232* 2 35 5 2* 5333323
—— —383 23855 23*8333778
552332 27332335 5333533 835—23 38353
15* 73 53—33 — 558 3383—
3
73 * 8 33 58 638 283 2332* 535333533 80
35857* 8 53 z38558. R 328 233 37* 25338663
5 82 8 355*385 R 2 2 — 8 2872—
— 83,23 858. 252 3882. 57 * 32*
— * 3 z3253 52. 33 —A—
— 558 3883 8337 3257 — 2352333
58 25 532 723 252
35* 5358 33 * 783. 3* 3 2 —9 8 —53 5
33
2383 35 63338 333*3
5 3 3208 22 —A — 2258 27 33 —222 83
553- 2553 53753 3 2335833 3535.3 298335
333 33*3233 53——352725 8335* 33 288 3 3
8227 8 —— * —8 SS8 —
35 237 253328* 3883383 53323 8* 33388*
528 522 55355 333—388 533333 2335338
53 2553 5—33 7535 3533 8383 33558
233 32533 335575 352 5552 32

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        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Amzeiger und das (2 mal wöchenilich, mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagts mit illustrirter Bei⸗

zage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

—R Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 4, einichließlich 420 — Zustell jzebuhr. Auzeigen werden mit 10 D, von Auswarits
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattichriit oder deren Raum, Neclamen init 30 4 pro Zeile berechnet.
AM 17. Donnerstag den 29. Januar

1880
Deutsches Neich.

Der Landtag ist laut allerh. Signat bis zum 14. Februar
oerlängert worden.

In der Dienstags⸗-Sitzung der Kammer der Abgeordneten
vurde, nachdem die neu eintretenden Abgeordneten Reiffel und
Sauerbrey beeidigt waren, der Post⸗Etat für 1880/81 nach den
Anträgen des Ausschusses genehmigi; ebenso der Telegraphen⸗Etat
nit Erhöhung der internen Worttare auf 5 Pf.

Der Stand der bayerischen Militärbildungsanstalten ist
dermalen folgender: 1) Kriegsschule, 8 Parallelcurse, 105 Fähn⸗
iche (58 Infanterie, 18 Cavalerie, 17 Arlillerie und 12 Pioniere).
2) Artillerie-Ingenieurschule: J. Cursus 81 und zwar 19 Officiere
uind 12 Fähnriche, hiervon 26 Artilleristen und 5 Ingenieure.
2. Cursus 31 und zwar 20 Artillerie⸗ und 11 Ingenieur⸗Officiere.
3) Kriegsakademie, 3 Curse, 36 Officiere und zwar 14 Infante⸗
isten, 6 Cavaleristen, 14 Artilleristen und 2 Ingenieure.

Die durch die neue Militärvorlage ebentuell erwachsenden Mehr⸗
osten betragen, von der Pensionslast abgesehen, fuͤr Bayern an
auernden Ausgaben 2,017, 105, an einmaligen Ausgaben 2,892,500
Mark. Unter den einmaligen Ausgaben sind solche für etwa noth⸗
vendige Kasern⸗ oder Magazinbauten nicht mit eingerechnet.

Durch Beschluß beider Landtagskammern hat die Summe, welche
der Malzaufschlag in der Pfalz in den Jahren 1878 und 1879
mehr ergibt als 13 Millionen Mark, in die pfälzische Kreiskasse
zu fließen. Das Gesammterträgniß in dem angegeben Zeitraum
»eträgt um 1,788,556 M. und es verbleibt nach Abzug der Aus—

zaben im Betrage von 257,623 M. eine Kreiseinnahme von
30,983 M. für die Pfalz. Ueber die Verwendung dieser Summe
wird später der Landrath zu entscheiden haben.

Der Finanzausschuß hat die von der Staatsregierung in das
Ludget eingesetzte Suinme von 750,000 M. per Jahr Zuschüsse
ür Distriktsstraßen um 190,000 M. erhöht auf 850,000 Pi,

pas vorzugsweise der Pfalz — welche bekanntlich die wenigsten
Staatsstraßen und die meijten Distriktsstraßen hat — zu Gute
ommt. Für diesen Beschluß stimmten alle liberalen und zwei ulkra⸗
nontane Ausschußmitglieder. — Es besteht große Wahrscheinlichkeit,
aß das Brauntweinsteuergesetz mit verschiedenen Abänderungen
zu Gunsten der Klein⸗Brenner, im Interesse der Landwirthe, zur
innahme gelangen wird.

Aus Berlin wird gemeldet: In Sachen der Militärvorlage
verden in allernächster Zeit seitens der Fortschritispartei Massen⸗
meetings veranstaltet werden. Es soll demonstrirt werden gegen
den Umsturz des bisherigen Zoll⸗ und Steuersystems, gegen die
Zerstaatlichung der Eisenbahnen und gegen die Militärvorlage.

Fürst Bismarck ist am Montaqg Abend in Berlin ein⸗
etroffen.

Die „Nordd. Allg. Zig.“ berichtet: Zum Regierungs-Jubi⸗
aum des Kaisers von Rußszland werden die Grenze passiren:
der Prinz von Wales, der Großherzog von Medlenburg⸗Schwerin.
er Großherzog von Hessen und Prinz Alexander von Hessen; ob
rer König oder die Königin von Wurttemberg kommt, sieht uoch
ucht fest. Sämmtliche Herrschaften reisen mit großem Gefolge.
zon Berlin wird in Vertretung des Hofes Prinz Friedrich Karl
cwartet, außerdem Deputationen aller Regimenter deren Chef da
nische Kaiser ist.

Es ist lehrreich, auf Grundlage von statistischen Daten, welche
e Frankfurter Zeitung unlängst zusammen gestelit hat, in einigen
Vorten auf das Thema einzugehen, welche Summe das Militär—
udget die Staaten Europas kostet und in welchem Maße
ese Ausgabe in den letzten Jahren, in der kriegerischen Epoche
it 1865, gestiegen ist. Während das Budget Deutschlands, das
aßt der deutschen Siaaten zusammen genommen, im Jahre 1865
37 Millionen Mark betrug, von denen auf das gesammte Mili—
uwesen 198 Millionen Martk entfielen, betrugen die entsprechenden
ummen 1879 bereits 1321 Millionen Mart und 427 Millionen
datk für den Militäretat. In Deutschland hat sich also bis her
er Militäretat in 14 Jahren um mehr als das Doppelte, um

20 Millionen Mark, gehoden, wenngleich et noch benun

ogar mit dem beantragten künftigen Aufschlage, erheblich geringer
ist, als der Aufwand anderer Siaaten. Rußland, England und
Frantreich kostet ihr Militär mehr, nämlich ersterem 730 England
345, Frankreich 540 Millionen Mark, wenn auch die Steigerung
uirgend so bedeutend gewesen ist, wie gerade in Deutschland. Ju
janz Europa hat das Militärwesen, Land- und Seemacht zusam⸗
men, im vergangenen Jahr den Staatsunterthanen 3219 Millionen
Mark (gegen 2352 Millionen Mark im Jahre 1865) gekostet.
das ist eine ungeheure Summe, die es wohl erklären kann, daß
Frankreich 16,500, Großbritannien 15,565, Rußland 12,000,
zpanien 10,500, Oesterreich⸗ Ungarn 8425, die Türkei 5000,
Deutschland 4400 Millionen Mart Staatsschulden besitzen, daß die
jesammte Staatsschuldenlast Europas 86,492, 000, 000 Mark be—
rägt und in 14 Jahren um 38,957,000, 000 Mart gestiegen ist.
Zolche Zahlen müssen stutzig machen uͤnd zum Nachdenken anregen,
esonders in einer Zeit, in der sich die Absicht tundgibt, die Mili—
ärlasten in unabsehbaren Verhältnissen zu steigern.

Straßburg. Die „Gemeindezeitung“ veröffentlichte ein
Lerzeichniß von 680 Ortsnamen, denen die ursprüngliche deutsche
Benennung wieder zurückgegeben worden ist.

Ausland.

Wien. (Abgeordnetenhaus.) Abg. Fux beantragt eine allge⸗
neine gleichmäßige und gleichzeitige Reduction der Heere aller
Staaten, welche das gegenfeitige Machtverhältniß der Staaten nicht
indern würde. (Das wäre so natürlich und doch bleibt es ein
frommer Wunsch.)

Konfeontinopel. Die Konvention vom 26. Jan. über
die Abschaffung der Sklaverei ist von dem britischen Botschafter
Lavard und Sawas Vascha unterzeichuet worden.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 28. Jan. In heutiger Schöffen⸗
sitzung kamen foͤlgende Fälle zur Aburiheilung: 1) Eine Frau
»on Rohrbach erhielt wegen Berufsbeleidigung 2 Tage Haft. —
2) Ein Mann von Sulzbach wurde wegen Diebstahls zu 21 Ta⸗
jen Gefängniß und wegen Vettelns zu 19 Tagen Haft verurtheilt.
3) Wegen groben üufugs erhielten 9 Burschen von Hassel
Daftstrafen von 1453 Tagen — 4) Ein Bursche von St. Ingbert
zrhielt wegen groben Unfügs 1 Mark und wegen Berufsbeleidigung
3 Mark Geldstrafe. — Ferner erhielten 8 fremde Handwerks
zurschen, die durch die Gendarmerie und die Polizeidiener vorge⸗
ührt wurden, wegen Landstreicherei und Vettelns ie Haitstrafen
yon 1284 Tagen.

*St. Ingbert. Von den vereinigten Wahlmännern der
zeiden Kantone St. Ingbert und Blieskastel wurden in einer am
Montag zu Blieskastel siattgehabten Versammlung in den Gewerbe⸗,
dapitalrenten⸗ und Einkommen⸗Steuerausschuß gewählt: a) für
)en Kanton St. Ingbert die Herren Greß, Bäcder, und Hellen⸗
hal, Müller und Bäcker, beide von hier; b) für den Kanton
Bliestastel die Herren Wies, Kaufmann von Blieskastel, und
Guttenberger, Bierbrauer von Walsheim.

— St. Ingbert. Am Montag den 9. Februar wird
der Lichtmesmarkt (Jahrmarkt) abgehalten.

f An Postanweisungen wuͤrden im Jahr 1879 bei den
gl. bayer. Postanstalten eingezahlt 4, 164,481 Stück und ausge⸗
ahlt 8,796,889 Stück und zwar in einem Gesammtbetrage von
231,184,504 Mt. Gegen das Vorjahr ergiebt dieses mehr an
ingezahlten 219,195 Stuͤck und ausgezuhlten 248,158 Stück bei
inem Mehrumsatz von 16,730 119 9it. Oberpostamtsbezirk
Speyer: a) im internen Verkehr betrug die Stückzahl der ein⸗
jezahlten Postanweisungen 216,177, der ausgezahlten 216,338,

die Einzahlungssumma 11,712, 125 Ml., die Auszahlungssumma
11,670, 490 M., demnach Mehreinzahlung 41,635 M.; b) im
Wechselverkehr die Stückzahl der eingezahlten Postanweisungen
247,337 Mt., der ausgezahlten 198,602 M., die Einzahlungs⸗
umma 15,687,128 M., die Auszahlungssumma 13,075. 108 M.,
»emnach Mehreinzahlung 2,612, 020 M.

Nach dem vom Kreisamisblatt veröffentlichten monn!lichen
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        Uebersichten über den Gelreideverkauf auf den pfälzischen Frucht⸗
märkten wurden im Jahre 1879 zusammen an Getreide verkauft
in Kaiserslautern 40,200 CEtr., in Zweibrücken 21,000 Ctr.,
in Kusel 14,000 Ctr., in Homburg 12,000 Ctr., in Speyer,
Landsiuhl und Neustadt je 4,000 Er. —

F Kaiserslautern. Beleuchtungsprobe mit elektrischem
Licht.) Vergangenen Freitag hatten sich auf Einladung des Herrn
Krieger, Direktors der Baumwollen-Spinuerei und Weberei,
mehrere Gelehrte, Ingenieure und Fabrikanten auf der Lamperts-
mühle versammelt, um die von dem Physiker und Elektrotechniker
Herrn Dr. Nippoldt aus Frankfurt mit Apparaten der Firma
Siemens und Halske GBerlin) eingerichtete Beleuchtung mit ge⸗
theiltem (2) Lichte in Augenschein zu nehmen. Trotzdem der 1400
uadtatmeter Flüche enthaltende Bau, welcher künftig als Websaal
dienen soll, noch fast ganz rauh stand und somit die Beleuchtung
durch den Reflex weißer Wande nicht unterstützt wurde, ging doch
das Urtheil der versammelten Herren einstimmig dahin, daß die
mit 6 Flammen ausgeführte Veleuchtungsanlage als durchaus ge—
lungen und effeltvoll zu bezeichnen ist. Das taghelle Licht ge—
stattete die genaue Unierscheidung der feinsten Farbennuancen, was
bekanntlich bei keiner anderen künstlichen Beleuchtung der Fall ist
Die Vaulust scheint hier am Orte sehr abgenommen zu haben;
zu der gestern Nachmittag in der Mayer'schen Bierbrauerei Statt
gehabten Vauplätze⸗Versteigerung der Ulttamarinfabrik hatte sich nicht
rin einziger Liebhaber eingefunden. Gtais. Ztg.)

'In Kaiserslantern ist von der Bürgerschaft selbst der
Wunsch ausgegangen, daß zu den drei bestehenden Kindergärten
noch ein vierter von der Siadt erbaut und eingerichtet werde. Die
83 Kindergärten werden täglich von über 400 Kindern, im Alter
bon 3 bis 6 Jahren stehend, besucht. Eltern aus allen Ständen
uͤbergeben dem Kindergarten ihre Kinder.

4Nächsten Sonntag soll in Neust adit eine Versammlung
pfälzischer Brauer stattfinden zur Begruͤndung eines pfälzischen
Vraderbundes und zur Besprechung über die Festsetzung des
Bierpreises.

Aus Frankentha l, und Umgegend, besonders ars
Heuchelheim, Beindersheim, Lamösheim, kommen Klagen über un—
günstige Gesundheitsverhältnisse.

Von einem Jagdhüter in Igg elhe im wurde eine Fisch—
iter erlegt in der Länge von 1,20 m. Gewiß ein Prachtexemplar.

FGebrauchte Briefmarken) Die Gesammtsumme der
durch Lehrer P. Beringer in Ludwigshafen zu einem wohl⸗
hätigen Zweck gesammelten gebrauchten Briefmarken betrug im
ꝛbgelaufenen Jahr 1879: 283778 Stück, aus welchen der nam—
jaste Betrag von 378 Mk. erlöst wurde. — Lehrer Beringer
immt jederzeit gebrauchte Briefmarken in Empfang.

Der Erdstoß vom 24. d. M. wurde nicht nur in vielen
Orten der Vorderpfalz, sondern auch in Baden', namentlich in
darlsruhe und Umgegend, gespürt. In Rülzheim bei Ger—
mersheim war die Erschütterung so intensiv, daß mehrere Häuser
hedeutende Sprünge bekamen.

pAus Baden. In Kirchheim bei Heidelberg fand man
im 214. d. Mts einen 6O-jährigen Wittwer von da, einen Schn aps⸗
rinker, auf dem Grabe seiner 1878 verstorbenen Ehefrau todt. —
hei einem mach Kork eingelieferten Fechtbruder fand man 74 Mt.
„aar. Das Geschäft nährt seine Leute. — In Meißenheim bei
rahr hatte ein Jäger das Glück, durch einen einzigen Schrotschuß
u erbeuten: 1 Hasen, 1 Elster, 1 Krähe und Bussard. Die
Vögel kämpften nämlich um den Körper des todten Hasen, als
der Jäger unter die Gruppe schoöß.

FDas Cesmmdefizit, welches sich durch die Veruntreuungen
Nnes verlebten Bankbeamten bei der kgl. Filialbank Bamberg
ergeben hat, betrügt 2,173.000 M.

p München. Wie aus Herren⸗ Chiemsee berichtet wird.
st der Vau des Konigsschlosses nach dem Versailler Vorbild rasch
orwärts geschritten. Der Tract, in den der Throusaal kommt,
st vollendet. Der Umfang der Baulichteiten entspricht nach den
Vauplanen dem Areal der Residenz in Muͤnchen. Die Kosten
werden sich auf circa 30,000,000 Mt. belaufen und wird der
Vau noch uͤngefähr eine Keit von 12 Jahren eriordern.

Dienf nachrichten.

Der geprufte Rechts andid it K. Kölsch von Neuftadt a. H. wurde zur
Rechtsanwalischuft am Landgericht Kaiserzlantern zugelassen.

Zum Tisirictsschulin pector für den Kanton Speyer wurde Stadtpfarrer,
Domcapitular und heist.i her Rath V. Munch in Speyer ernannt.

— Fuür die Redaction deranwortlich: 5. x. Demebv.
———
Danksagung.
Die Thonkünstlher aus den
St. Ingberter Alpen haben der
hiesigen Armenkasse von dem Er⸗
irage des am 18. Januar ab⸗
hin im Carl Cappe l'schen Saale
dahier abgehallenen Ocarina.
Foncert 50 Mark zugewendet,
wofür ich denselben hiermit den
herzlichsten Dank ausspreche.

Homburg, 26. Jan. 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Dum enler.

r

JYeoettnassorn
in allen Fällen ist zu heilen.
gosten gering. Arme gratis.
Näheres durch meine Prospecte u.
Anerkennungsschreiben.
F. C. Bauer, Spezialist,
Wertheim a. M.

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Sanmstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattichrit oder deren Raum, Neclamen mit 30 vpro Zeile berechnet.
M 18. Samstag den 31. Januar
eine Branntweinsteuer im Betrage von 190 Millionen eingestellt
werden kann.

Berlin, 28. Jan. Dem Bundesrath ging ein Gesetzent⸗
wurf zu, betreffend das Pfandrecht an Eisenbahnen und die Zwangs⸗
pollsereckung in dieselben.

Berlin. Wie die „Voss. Ztg.“ hört, exristirt jetzt eine
Unteroffizierfrage, von der früher längere Zeit die Rede war, nicht
nehr. Die Zahl der Berufs-Unteroffiziere wie der Capitulanten
zat sich wesentlich vermehrt und auch die Anmeldungen von jungen
Leuten bei den Unteroffiziersschulen sind sehr zahlreich. (Früher
war das anders; freilich, da war in anderen Berufsarten mehr
zu verdienen.)

Dem deutschen Kronprinzen dessen Abreise nach Pegli
in Italien am Mittwoch erfolgte, sind, wie das Berl. Tagebl. hört, für
den Sicherheitsdienst von der politischen Polizei ein Hauptmann und
wei Wachtmeister beigegeben worden. Für die erste Reise des Kron⸗
drinzen nach Pegli und den Aufenthalt daselbst sind, soweit be⸗
annt geworden, diesseits keine derartigen polizeilichen Vorkehrungen
gewesen.

Durch kaiserl. Verordnung ist der Reichstag zum 12. Fe⸗
zruar einberufen.

Nach dem Etat des Reichsschatzamts kommen an Ueber—
veisungen aus dem Ertrage der Zölle und der Tabaksteuer an die
Bundesstaaten zur Vertheilung 40,624,500 Mark. Die Zollein—
iahme beträgt 166,851,000 Mark, die Tabaksteuereinnahme
369,000 M., die Zoll- und Tabaksteueraversen 3,404,500 M.,
zusammen 170,624,600 Mk. Auf Vreußen kommen von den
leberweisungen 24,475,480 Mt.

Das preußische Abgeordnetenhaus nahm bei der
weiten Lesung des Feld- und Forstpolizeigesetzes den famosen
„Beeren⸗ und Pilzparagraphen“ nach dem Amendement von Cunyꝰs
an, wonach strafbar ist wer einer Polizeiverordnung zuwider oder
gegen ein Verbot des Waldeigenthümers Kräuter, Beeren und
Pilze sammelt, mit dem Zusatze, daß das Sammeln nur da, wo
hasselbe nicht auf einer Berechtigung oder auf dem Herkommen be—
uht. verboten werden kann, sowie mit einem Zusatzantrag Leon—
jardts, wonach die Verfolgung nur auf Autrag eintritt.

Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf, beireffend die Anzʒeige
der in Fabriken und ähnlichen Betrieben vorgekommenen Unfälle,
zugegangen, wonach ein Unfall, durch den ein Mensch getödtet oder
zurch einen Theil der Maschinen u. s. w. derartig verletzt worden
st, daß er die Arbeit verlassen muß und dieselbe den folgenden
Tag nicht wieder ausnehmen kann, bei der Ortspolizeibehörde und
den zuständigen Aufsichtsbeamten schriftlich anzuzeigen ist. Unfälle,
bei denen ein Mensch getödtet ist oder eine in der Fabrik beschäf⸗
igte Person eine schwere Verletzung erlitten hat, so wie Unfälle,
)eren Hergang, auf eine fortdauernde, durch mangelhafte Betriebs—
tnrichtungen bedingte Gefahr schließen laßi, sind, so fern nicht
chon auf Grund anderer gesetzlicher Vorschriften eine auf Ursache,
dergang und Folgen derselben sich erstreckende amtliche Untersuchung
tattfindet, einer solchen durch die Ortspolizeibehörde zu unterziehen.
Diese Vorschrift ist auch anwendbar auf Vorfälle in Steinbrüchen,
hräbereien, bei solchen nicht unter den Begriff „Fabrik“ fallenden
Zetrieben, wo Dampfkessel oder durch elementare Kraft (Wasser,
vas, heiße Luft) bewegte Triebwerke verwendet werden; ferner bei

hüttenwerken, Bauhöfen, Werften, Bauten. Auf Unfälle in Berg⸗
verken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, unterirdisch betriebenen
Zrüchen und Gruben finden die Vorschriften dieses Gesetzes nur
Anwendung, wenn diese Anlagen nicht unter der Aufsicht der Berg⸗
hehörden stehen. Diese Unterlassung der Anzeige wird mit Geld—
huße bis zu 150 M. oder Gefangnißstrafe bis vier Wochen bestraft.

Dresden. Nach einer Meldung aus Prag dürfte Kronpring
Redof von Oesterreich demnächst den Dresdener Hof besuchen,
angeblich zum Zweck seiner Verlobung.

Ausland.

London. Nach einer Meldung aus Calcutta besuchte
Henerals Roberts am 26. d. Lataband und gab den Beiehl, alle
nalischen Posten mit Lebelsmitteln und Munition für einen Mo—

1880.
Deutsches Neich.

München, 28. Jan. Die Abgeordneten Kuby und Ge—
nossen haben einen Initiativantrag gestellt, den Art. ö des pfäl—⸗
ischen Notariatsgesetzes vom 25. Ventoss XI. (16. März 1803)
vetreffend.

München, 29. Jan. Die Regierung hat der Abgeord⸗
netenkammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch welchen die Ve—
timmung über das Spielen in auswärtigen Lotterieen ergänzt
werden soll.

Die Abgeordnetenkammer hat in der Sitzung vom Mitt⸗
voch den Gesetzentwurf betr. Abänderung einiger Bestimmungen,
in den Gesetzen über die Einkommen-, Kapitalrenten? und Ge—
verbesteuer nach den Ausschnßanträgen einstimmig mit 137 Stim⸗
nen angenommen. Der Artikel 5 des Einkommensteuergesetzes vom
31. Mai 1856 erhält demnach folgende Fassung. Die Einkom—
nensteuer wird angelegt:

I) in der ersten Äbtheilung nach vier Abstufungen mit 60 Pf.,
d Pf.. 1Mk. 35 Pf. und IMt. 80 pf.

Min der zweiten Abtheilung nach folgenden bestimmten
aussensätzen:

—W

2 über

3

3

3

Einkommen Steuerbetrag
. bis zu 350 Mk. Mt. 90 Pf.
350 bis 500 Mt. Mk. 80 Pf.
500, 6530 Mk. Mk. 70 Pf.
6508, 850 Mk. Mtk. 60 Ppe.
830, 1000 Mt. Mk. 50 Pr
1000, 1200 Mt. Mk. 40*
1200, 1400 Mt. Mk. 308
1400, 1700 Mt. Mtk. — 9.
1700, 2050 Mt. Mk. 60 95.
2050, 2400 Mt. Mt. 20 5*5
2400, 2750 Mk.. 6 Mt. 80
2750, 3100 Mt. .. 28 Mt. 40*
3100, 3450 Mt... 27 Mk. — —
3450, 1250 Mk. .. 36 Mt. —
4250, 5100 Mt. .. 45 Mk. —
5100, 8000 Mt. .. 54 Mk. — **

7 66000, 7000 Mt. .. 63 Mt. — pf.

838 7000, 8500 Mk. . 81Mk. — Pf.

19 8500, 10200 Mk. . 100 Mi. — Pf.

20, 10200, 12000 Mt. .. 112 Mi. — Pf.

o sofort in der Weise, daß jede weiteren 1800 Mö eine wei—
eGlasse mit einer Sieuerdermehrung von je 18 Mt. bilden.

3) in der dritten Abtheilung nach einem festen Procentmaße

der Art, daß jeweilig die ersien 1020 Mk. des belt. Einkom—
aeus mit 37pCt. (1 pf. von je 3 Mt.), die nächsten 510 Mk.
ut 28 pCt. (2 Pf. von je 3 Mt.) und ieder weitere Betraq mi
vist. besteunert wird.

(Die Bilanzirung des Budgets.) Dem „Fränk. Corr.“
vnd aus München geschrieben: Bis auf einige unbedeulende
rente, welche zur Zeit um deßwillen ausgesetzt bleiben mußten, weil
die Einstellung der Ziffern bedingenden Thatsachen noch nicht
»agsam feststehen, hat der Finanzausschuß der Abgeordnetenkam⸗
nunmehr seine Aufgabe erledigt. Unerledigt ist noch der Etat

Reichsreservefonds und der damit in Zusammenhang stehende

chuß für die Pfälzer Bahnen, sodann der Ansatz für die einzu⸗
hrende Branntweinsteuer. Nach dem Betriebsergebnisse der Pfäl⸗
x Bahnen im letzten Halbjahre ist so viel gewiß, daß die von
Regierung in das Budget eingestellte Summe um beinahe
u.00. M. gemindert werden kann. Die Einstellung des An⸗
wes für die Branntweinsteuer hängt von der Erledigung des be—⸗
nenden Gesetzentwurfes ab, welcher bekanntlich an einen beson⸗
cen Ausschuß verwiesen ist; die Aussichten auf das Zustande⸗
anmen dieses Gesetzes haben sich in den letzten Tagen gebessert.
das Ergebniß der Beschlüsse des Finanzausschusses und bezw. der
ommer in Bezug auf das Budget kann dahin zusammengefaßt
erden, daß durch dieselben das Deficit um mehr als 4 Millionen
mndert wird und daß demnach die Bilanzirung möglich ist, wenn
        <pb n="68" />
        nat zu versehen. Ein neuer Angriff der afghanischen Stämme

wird gegen Ende des Monats befürchtet.

die die Sclaverei abschaffende englisch⸗türkische Conven—
tion enthält Bestimmungen, wonach alle die türkischen Gewässer
befahrenden verdächtigen Schiffe, ausgenommen Kriegsschiffe, ange—
halten und visitirt werden können und die Schuldigen den Straf—
gesetzen unterliegen.

Vermischtes.
7Pfälzisches Dienstbotenstift. Unter dem Vor—
sitze Sr. Excellenz des Regierungs-Präsidenten Staatsrathes v.
Braun fand am Montag durch eine besondere Commission, gebil⸗—
det aus den Bürgermeistern Dr. Jul. Eichborn von Landau, Ja⸗
tob Tremmel von Waldsee, Jacob Schwein von Neupfotz, Dan.
Ritter von Sembach und Jac. Reidenbach von Becherbach, die
Vergebung der Präbenden, Aussteuer-Prämien und Aufmunterungs⸗
preise an pfälzische Dienstboten statt. Hierbei wurden sechs Dienst—
boten im Fortibezug von Präbenden zu je 50 Mt. belassen, drei
erhöhte Geldbelohnungen zu je 50 Mk., dann eine von 30 Mk.
und 142 Geldbelohnungen von je 10 Mk., dann eine Aussteuer—
Prämie mit 25 Mk. und 90 Ehrenbriefe verliehen.

- Gegenwürtig wiederholt sich die eigenthümliche Erscheinung
vom Dezember v. Is., daß in den nördlicheren Breitegraden die
ckälte nicht so stark ist, als in den unserigen. Während das
Thermometer in Haparanda, der nördlichsten meteorologischen Sta—
tion, nur 2 Grad Kälte zeigte, hatte Karlsrnhe 14 Gr., Wies-
baden 12, Kassel 19, München 15. In Stockholm, Aberdeen,
Cork und Memel war das Ouecksilber sogar über den Gefrier—
punkt gestiegen.

FGewarnt wird vor der Annahme von holländischen
Guldenstücken, die man an verschiedenen Orten als Zweimarkstücke
einzuschmuggeln versucht.

F Aus dem Glanthal. Vom 1. Februar ab werden die
Postomnibusse von Meisenheim Odenbach per Lauterecken, sowie der
von Reichenbach nicht mehr wie bisher um 6 Uhr 45 Minuten
früh, sondern erst um 8 Uhr 44 Minuten früh, in Kaiserslautern
eintreffen.

Nach dem „Land. Anz.“ ist in Pleisweiler wieder
eine Person an den schwarzen Blattern gestorben.

F In Neustadtt wurde ein Schöffe wegen verspäteten Ein—
treffens zur gerichtlichen Verhandlung zu einer Geldstrafe von 30
Mk. verurtheilt.

FIn Weisenheim a. S. hat laut Meldung des
„Dürkh. A.“ ein dem Gutsbesitzer Messer gehöriges 9 Monate
altes Schwein 12 Junge geworfen, ein Fall außergewöhnlicher
Fruchtbarkeit.

F GErfroren) in Fußgönnheim am Samstag der
Maurer Ludwig Burkhardt und in Studernheim Maurer Herbst.

F Ein überaus schöner Act der Wohlthätigkeit wird aus der
Gemeinde St. Martin berichtet. Es haben nämlich mehrere Glieder
der Familie Weisenburger ein Kapital vorerst von 2100 M. ge—
stiftet, von welcher Stiftung die Zinsen alljährlich an arme Kranke
und Wöochnerinnen zu verabreichen sind. Nie sollen die Zinsen
zum Kapitale geschlagen werden und die Stifter geben es der Ver—
waltung, als welche das hiesige katholische Pfarramt befstellt ist,
besonders auf das Gewissen, daß die Erträgnisse der Stiftung

weder für Hauszins, noch für Arzt, Apotheke oder Begräbnißkosten,
sondern nur einzig und allein zur persönlichen Labung der Kranken
und Wöchnerinnen verwendet werden.

7 Am 21. Jan. starb zu Dennweiler-Frohbach
der Ackerer Johann Jacob Schultheiß, welchem der Tagener Fried—
rich Köhler von Kusel im Sommer letzten Jahres ein Fingergkied
abgebissen hatte, in Folge dieses Bisses. Der Finger, der geheilt
schien, fing frisch an zu eitern, und mußte der Verletzte, das Opfer
gemeinster Rohheit, sein Leben einbüßen. Köhler büßt gegenwärtig
in Zweibrücken im Gefängnisse für jene Rohheit erhaltene Strafe
bon 8 Monaten ab.

F In Kleinbockenheim hat sich ein landwirthschaftlicher
sonsumverein gebildet, dem bereits 40 Mitglieder angehören.

7 Speyer. Durch das kgl. Münzamt werden jederzeit Gold⸗
und Silbersorten (außer Kurs gesetzte Münzen), als: Dukaten,
Mard'or, Friedrichsd'or, Kronenthaler, Konventionsthaler, Gulden
und halbe Gulden, 2Her, 12er ꝛc.), dann zum Einschmelzen be—
stimmte Gold⸗ und Silberwaaren, ferner golbhaltiges und anderes
Fadensilber an Borten, Hauben und dergl. Stickereien zu einem
dem Tageskurse angemessenen Preise angekauft. Auf Wunsch wird
auch das enthaltene Gold und Silber als Feingold in Form und
Koörnern oder Planschen gegen Vergütung der Scheidekosten zurück—
gegeben. Nach Wahl kann anch für das eine Metall der Betrag
in Geld vergütet, für das andere das Feingold oder Feinsilber
zurückerstattet werden. Für auswärtige Lieferungen p. Adresse:
„Hauptmünzamt München“ wird der Ersatz mit möglichster
Beschleunigung geleistet werden, im Falle verlangter Postamweisimg,
nach Abzug der Gebühr. Bei dem Hauptmünzamte kann auch
Feingold und Feinsilber in beliebigen Quantitäten, soweit di
Vorräthe reichen. gekauft werden

F Speyer. Die neue Agende, wie sie von der protestan—
ischen Generalsynode im Jahr 1877 zusammengestellt worden ist
ind die allerhöchste Genehmigung zur Einführung in den pro—
estantischen Kirchen der Pfalz erhalten hat, ist unter dem Titel
„Kirchenbuch“ erschienen und brochirt um den Preis von 6 M.
bon dem Rechner der allgemeinen protestantischen Pfarrwittwenkasse
der Pfalz zu beziehen. Ein Auszug aus diesem Kirchenbuch wird
in den nächsten Wochen im Druck erscheinen.

— Herr Kreiskasseofficiant F. Gillardone in Speier wird
demnächst eine neue Auflage seines Beamten-Verzeichnisses der Pfal;
herausgeben.

FMalstatt-Burbach. EGaarbr. Ztg.) Um der Con—
urrenz mit dem elektrischen Lichte zu begegnen, mußten die Gas—
abriken darauf sinnen, ebenfalls große Lichtquellen zu schaffen,
ind ist es dem berühmten Ingenieur Herrn William Supp in
rondon gelungen, Brenner zu construiren, die eine Leuchtkraft von
50, 100 bis 200 Kerzen abgeben; der Brenner ist ein Rund—
zrenner mit Specksteinköpfen, in welchen sich 2—3 concentrische
Luftcanöle gefinden. Ein solcher Brenner von 100 Kerzen Leucht⸗
raft ist in der Maschinenfabrik der Herren Ehrhardt und Seymer
sier aufgestellt, und ist man bei diesem Lichte im Stande, in
iner Entfernung von 25 Meier eine kleine Druckschrift ohne An—
trengung lesen zu können; dabei ist das Licht sehr ruhig und
»em Auge nicht lästig; dieser Brenner consumirt in der Stunde
370 Liter Gas, also bei unsern Gaspreisen ca. 13 Pfennige.

F Burbach. Am 28. Januar früh gegen 8 Uhr wurde
in einem Hause hier ein 123 Jahre altes Kind, welches in der
Nähe des Ofens für kurze Zeit ohne Aufsicht gelassen worden
wvar, durch überkochendes Wasser derart verbrannt, daß es gegen
Abend an den erhaltenen Brandwunden gestorben ist. (S. Zig.)

F Ein bestrafter Blutsauger. Von dem Landgerichte zu
Straß burg wurde Isaak Lewy 68 Jahre alt, wegen gewohn—
jeitsmäßig betriebenen Wuchers zu einer Gefängnißstrafe von 4
Wochen und einer Geldstrafe von 4000 Mark, eventuell einer Haft
don 9 Monaten verurtheilt. Der Bestrafte hatte, wie aus den
Zengenaussagen hervorgeht, 209 —60 pCt. Zinsen genommen und
in dieser Weise Wucherziufsen im Betrag von über 17,000 Mart
genommen.

Die Mainzær Steuerbehörde hat eine neue Einnahme—
quelle entdeckt. Von .jetzt an soll nämlich der Carneval besteuert
werden und zwar in der Art, daß jeder Carnevalsverein an jedem
Sitzungstag gegen eine entsprechende Gebühr einen Erlaubnißschein
zu lösen hat.

F Am Samstag voriger Woche wollte auf dem Standesamte
in Mainz ein Pärchen, welches die Jugendjahre bereits längst
hinter sich hat, auf immer in den Stand der heiligen Ehe treten.
In dem Stadthausgebäude angekommen, begann aber die Braut
hren Bräutigam derart abzukanzeln, daß dieser, um dem Gelächter
zu entgehen, sich schleunigst flüchten mußte.

F Von dem Landgericht Amberg wurde ein Erpeditor
wegen unerlaubter Eröffnung einer Postsendung und Unterschlagung
vou 18.009 M., welche für die Maxhütte bestimmt waren, zu 2*
Jahren Gefängniß, 3. Jahren Ehrverlust und in die Kosten ver—
artheilt.

München. Der in weiteren Kreisen durch Erfindung von
Bremsvorrichtungen bekannte Obermafchinenmeister Heberlein ist
wegen fortdaueruder Krankheit auf ein Jahr in den Ruhestand
oersetzt.

F Düsseldorf. Bei einem vor Kurzem abgehaltenen
Balle passirte dem Wirth das Unglück, daß er einem Gaste, der
eiine Flasche Rothwein verlangte, eine Flasche voll Anllin vorsetzte.
Der Wirth konnte gäͤr nicht begreifen. wie dieser Farbestofi in sei⸗
nen Keller gekommen sei.

Fünf Freiburger Bürger, die sich weigerten ihre
sinder impfen zu lassen, wurden vom Schöffengerichte je zu 10
Mark Strafe und zur Tragung von ein Fünftel der Kosten des
SZtrafverfahrens verurtheilt.

— Vor dem Schöffengericht in Werl kam ein interessanter
Streit über Homöopathie und Allopathie zur Verhandlung. In
dem Hauptverhandlungstermine stellte der Amtsanwalt dem Gerichts
hofe die Erwägung anheim, ob nicht einer der Schöffen, der noto
risch Sympathie für die Homöopathie habe, beim Fällen des rich
erlichen Spruches in seinem Urtheile befangen sein köͤnne. Au
Befragen des vorsitzenden Amtsrichters gab der Schöffe zu, daf
er selbst und seine Familie Freunde der Homöopathie seien und
hre Heilmittel gern anwendeten, daß darin indessen doch keir
Hrund gefunden werden könne, ihn als Richter in dieser Sach
abzulehnen: er werde nach Pflicht und Gewissen seinen richterlicher
Spruch fällen. Das half ihm nichts; der Ameisrichter lehnte ih'
ab. Darauf bat der Angeklagte, ein homöopatischer Arzt, um—
Wort' und führte aus, daß auch er dann den Umästrichter selbst ab
ehme, da derselbe Sohn eines allopathischen Apothekers sei. Dieser
Schluß erregte Staunen unb das Richtercollegium vertagte die
Zache. Die Schlacht der Söhne Aesculaps wird in einem anderen
Termine geschlagen werden
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F Aus Berlin wird geschrieben: Eine Universität für

Damen hier zu gründen, ist das eifrigste Bestreben der verwittweten

rrau Amtshauptmann Fri, welche unter dem Schriftstellernamen

sabricicus in weiteren Kreisen bekannt ist. Nach dem Tod ihres
zatten hat dieselbe nach vorangegangener Vorbereitung mehrere
zahre auf einer schweizerischen Universitkät Medicin und Philosophie
udirt. Die Art und Weise, in welcher auf den Universitäten von
herren und Damen docirt wird, hat Frau Fr. veranlaßt, für eine
usschließliche Damen-⸗Universität zu agitiren. Sie hat für ihre

Zestrebungen in vielen Kreisen, namentlich bei den Mitgliedern

»es Vereins zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen

heschlechtes Unterstützung zugesichert erhalten. Aus dem Ertrag

Irer schriftstellerischen Thätigkeit hat Frau Fr. ein Capital ange⸗

ammelt und bei einem hiesigen Banquier deponirt, welches als

zrundstock für die zu gründende Damenhochschuͤle dienen soll.

F Zu dem bevorstehenden 83. Geburistage des deutschen
daisers erläßt ein Comite in Berling an dessen Spitze der
seneral⸗Feldmarschall Herwarth von Bittenfeld steht, wiederum
die im vorigen Jahre Aufforderungen zu Zeichnungen für ein
jeschenk für die Armee.

7 In Berlin mußte dieser Tage ein junger Architekt,

„ohn eines dortigen Ministerialbeamten, eine leichtsinnige Wette

nit dem Leben bezahlen. Derselbe hatte um 50 M. gewettet,

etzt eine Schwimmtour in der Dauer von 3 Minufen auszufüh⸗
en, und Dies auch richtig in Treptow gethan. Als er aus dem

Vasser kam, war er am ganzen Körper krebsroth, und obwohl

nan ihn sofort in Pelze hüllte, stellte sich alsbald Fieber und nicht

ange nachher ein den Tod herbeiführender Lungenschlag ein.

F. Wie der „Berl. Bürger-BZeitung“ aus Rom geschrieben
vird, beschäftigte man sich im Vatican mi der Idee, zur feierlichen
zinweihung des fertiggestellten Kölner Domes im August dieses
zahres einen päpstlichen Delegaten nach Preußen zu senden, der
nit aller päpstlichen Pracht hier auftreten würde. Die Ausführung
er Idee wird abhängen von den Beziehungen zwischen Berlin und
der Curie.

f Auch die preußischen Schulen werden nunmehr ihre ein⸗
jeilliche Rechtschreibung erhalten, und zwar in möͤglichst engem An⸗
chluß an das in Bayern eingeführte Regelbuch. Der zu diesem
Zwecke ausgearbeitete Leitfaden erscheint unter dem Titel „Regeln
ind Wörterverzeichniß für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch
n preußischen Schulen. Herausgegeben im Auftrage des König—
ichen Ministeriums der geistlichen Unterrichts und Medicinqa.
Angelegenheiten“.

Ein Riesenbottich. In der Essigfabrik von H. Seidel
nn Breslau ist ein Bottich im Gebrauch, welcher 106680 Liter
yält, also dreimal soviel als das große Heidelberger Faß.

F Eine apportirende Möbe. Ein Züricher Blatt erzählte
ürzlich, wie eine Krähe in der Nähe von Neftenbach ein Stück ge⸗—
rorenen Käse fand und dasselbe, um es genießbar zu machen, erst
nit ihrer Körperwärme und dann in einem Bach aufzuthauen ver⸗
uchte. Allgemein hielt man jene Krähe für eine Eule, Jetzt
erichtet aber der „Landbote“ einen Vorfall, der sich in Zürich voͤr
iner großen Anzahl Augenzeugen zugetragen haben soll, jener
drähengeschichte aber noch weit über“ ist. Die Möven, welche
jegenwärtig in starken Schaaren die Limmat beleben, erzählt jenes
Blatt, lassen sich gern vom Publicum füttern; ihre Kunst im Auf⸗
angen ist ergößlich und dabei sind die Thierchen so furchtlos, daß
ie sich — namentlich, wenn es recht kalt ist — mit der Hand
angen lassen. Einer dieser Fütterer bringt ihnen nun regelmäßig
lle Mittage kleine Fleischüberreste, welche sie leidenschaftlich gerũ
ressen. Mit großem Geschrei umschwirrien sie denn auch gefiern
hren Wohlthäter, wobei eine sich die Unvorsichtigkeit zu Schulden
ommen ließ, so heftig an seinen Hut zu schießen, daß derselbe

iber die Brücke in die Limmat fiel. Natürlich erscholl ein allge—
neines Gelächter des versammelten Publicums und schon wollte
san zur Rettung des Hutes ein Nothschiff besteigen, als zu seiner
roßen Verwunderung eine der Möben den Hut faßte und, alle
hre Kräfte anstrengend, mit ihm sich mühsam in die Luft hob,
jegen die obere Brücke pflog und ihn in der Mitte derselben fallen
ieß, so daß der Beraubte wieder zu seinem Eigenthum gelangte.
Var das nun bloßer Justinct oder eine überlegte Handlung der
dankbarkeit? So frägt ganz ernsthaft das genannte Schweizer
Blatt, dem wir neben der Bürgschaft für die wundersame Historie
auch die Lösung dieser Frage überlassen müssen.

. Die Wiener, Presse“ schreibt: Es ist nichts so verrückt,
daß es nicht in die Mode kommen könnte. Die neueste Mode—
Rarrheit ist das Schweinchen. Man trägt jetzt Schweinchen aus
Blech und Kupfer, man trägt aber auch Schweinchen aus Silber
und Gold, ja mit Brillanten. An Festtagen, zu Weihnachten und
Neujahr hat das Bouquet und die Boubonmietre fast alle Bedeutung
nerloren, das Schweinchen hat die Veilchen verdrängi. Im Dezem⸗
yer konnte die eifrigste Fabrikation nicht genug produciren, jede
Tochter Eva's, vom Kuüͤchendragoner bis zur blaublütigen Dame,
vollte ihre Schweinchen besitzen. Man hat deren welche mit Rubin⸗
unagen und Brillantborsten aufi den Markt gebracht die besonderen

Inklang, fanden. Sonderbare Mode! Eine unserer pikantesten
Theater Prinzessinen paradirte dieser Tage mit einem Schweinchen,
»essen Haut aus Opalen bestand und aus dessen Augenhöhle präch⸗
ige Smaragden blitzen. „Hat die ein Schwein“, meinte ein College.
7.Die Revanchegedanken der Franzosen hindern dieselben
voch nicht, an unseren Geldbeutel sich zu wenden. In jüngster
zeit werden von Paris zahlreiche Aufforderungen nach Deutschland
jesendet, durch Entnahme von Loosen an der französisch-spanischen
sotterie der Armen von Frankreich und der Ueberschwemmten von
Spanien Theil zu nehmen. Wir haben aber Arme genug bei uns
elber, auch an Ueberschwemmten fehlt es nicht, weshalb Niemand,
der noch denken kann, sein Geld nach Paris schicken wird. .
7 Die Kälte ist in Rom so intensip, daß in den Hospitalern
nehrere Fälle des Erfrierens vorgekommen sind.
7 3Im westlichen Theile von Irland soll die Hungersnoth
ine entsetzliche sein und starben bereits mehrere Personen durch
jen gänzlichen Mangel an Lebensmittel. c
Der nachstehend erzählte Roman aus dem Leben dürfte
inseren Lesern so unglaublich erscheinen, daß wir es für geboten
alten, seine volle Wahrheit ausdrücklich zu betonen. Vor 20
jahren etwa war ein junger Lederwagrenfabrikant H. der in
5agan ansäßig war, von dort mit Hinterlassung einer großen
zchuldenlast geflüchtet und hatte sich nach Amerika eingeschifft. Er
interließ in Sagan eine Frau und ein 2jähriges Töchterchen, die
r nachzuholen versprochen hatte, sobald es anging. Jahre ver—⸗
lossen, aber außer einem Brief ließ der Geflüchtete nichts von sich
ören und alle Briefe der Frau blieben unbeantwortet. Diese sies
elte später nach Berlin über, lernte hier einen achtbaren Mann
ennen und verheirathete sich, als der gerichtliche Aufruf an den
erschollenen Mann sich resultatlos erwies, zum zweiten Male. Der
rlüchtling hatie unterdessen des Schichsals Mißgunst im vollsten
Maße erfahren. Nachdem er in Newhork alle Phasen des Elends
urchgemacht hatte und vom Straßenkehrer sich zum kleinen Buch—
jändler emporgeschwungen, kam die Sehnsucht nach Frau und Kind
nit Allgewalt über ihn. Er beschloß, dieselben nachkommen zu
assen, vorher wollte er jedoch noch einen Hauptcoup machen, um
einer Familie ein gesichertes Dasein bieten zu koͤnnen. Er hatte
eine kleine Summe gespart und kaufte dafuͤr Oeldruckbilder, um
nit diesen den Westen Amerikas, wo sie sehr gesucht warei zu
ꝛereisen. Dieser Entschluß wurde für ihn sehr unheilpoll. Von
iner Indianerbande waren in den Rocky Mountains, durch die
eine Reise führte, die Schienengeleise der Pacificbahn aufgerissen
vorden. Der Zug wurde von der wilden Horde überfalien und
eplündert; auch unseres Helden ganzer, in Bildern bestehender
Keichthum fiel den Wilden zum Opfer. Nur dem Umstande, daß
her Plan der Wilden auf einer nicht allzu weit entfernten Ansied⸗
ung bekannt wurde, hatten Fahrpersonal und Passagiere des über⸗
allenen Zuges es zu danken, daß sie mit dem Leben davon kamen.
zei der Annährung der Ansiedler ergriffen die Indianer mit allem
ransportfähigen Gut die Flucht, das übrige wurde auf wa hrhaft
andalische Weise vernichte.. H. war nun wieder auf dem alten
Fleck und nahm auf der Ansiedlung in einer englischen Familie
Dienste als Knecht. Wieder vergingen Jahre, ehe es ihm möglich
vurde, an die Rückkehr nach Newyork zu denken. Endlich rückte
dieser Zeitpunkt heran und er wollte nach der benachbarten An⸗
iedlung abgehen, von wo mehrere Personen die nächste Eisenbahn—
tation der Pacifichahn aufsuchen woͤllten. Aber auch dieser Plan
ollte vereitelt werden. Die Indianer hatten den Ansiedlern ihre
kinmischung nicht vergessen und überfielen in der Racht, kurz vor
»em von H. so heiß ersehnten Tage, die Ansiedlung. Wenn auch
ꝛer tückische Augriff abgeschlagen wurde, so kostete er doch blutige
Ipfer und auch H. erhielt einen furchtbaren Beilhieb über den
-chädel, der ihn auf Monate auf das Krankenlager warf. Als er
viedergenesen, war seine Kraft auf Jahre gebrochen dennoch raffte
er sich auf und kehrte nach Newyork zurück. Hier traf er einen ver⸗
nögenden Landsmann und mit diesem vereint errichtete er eine Dampf⸗
Mostrichfabrik, die Beiden in wenigen Jahren einen reichen Ertrag
zrachte. Fast zwei Jahrzehnte waren seit H's Flucht aus Sagan
zerflossen und jetzt packte ihn das Heimweh unwiderstehlich. Da er
nif Briefe keine Antwort erhielt, kam er nach Europa und schließ⸗
ich auf der Suche nach Frau und Kind nach VerlinAlle feine
Rachforschungen waren zu seinem Schmerz vergeblich umd schon dachte
r an die Rückkehr zur zweiten Heimath, als er hier in einem großen
andschuhgeschäft eine junge Dame — die dort als Verkäuferin
ungirte — kennen lernte, welche ihn lebhaft an seine Gattin er—
anerte. Er näherte sich dem jimgen Mädchen und seine innere
ztimme hatte nicht gelogen — es war seine Tochtet Von ihr
rfuhr er die Adresse der Mutter und vetnahm auch, daß diese für
hn verloren sei und an der Seite eines einst achtbaren und flei⸗
zigen Mannes ein traurigez, ödes; Dafein führe, da der
Vatte sich dem Trunk im höchsten Maße etgeben hat. H.
ieß nun durch einen Vermittlerr anfragen, ob der Maun
jegen eine bedeutende Summe in die Trennung der Ehe
dilligte, und erhielt“ zu seiner Fteude zusagende Antwort. Nach
ẽrlediauna der gerichtlichen Formasifäten wirn der Meneelunn
        <pb n="70" />
        mit seiner so lange von ihm getrennten Familie nach Newyork
zurücksegeln.
Mar Lberichte.

Zweibrücken, 29 Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlkt.)
Weizen 11 M. 48 Pf. Korn 10 M. 0604 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf.
vierreihige &amp; M. —. Pf. Spelz 7 M. 11 Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf. Hafer 7 M. 15f.
Erbsen — M. — Pf., Wicken 5 M. 15 Pf., Kartoffeln O M. — Pij.
Hheu 8 M. 20 Pf. Stroh 83 M. — Pf., Weißbrod 1/3 stilogr. 56 Pf
Kornbrod 8 Kilogr. 70 Pf., 2 Kilogr. 42 Pf., 1 Kilogr. 21 Pf. Gemischt
brod 8 Kilogr. 84 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
60 Pf. II. Qual. 50 Pf., Kalbfleisch 420 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
56 Pf. Butter /3 Kilogr. O M. 90 Pf., Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Roweurs, 28. Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
11 M. 72 Pf. Korn 10 M. 10 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M
— Pf., Gerfie Zreihige O M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer

7 M. 54 Pf., Mischfrucht 10 M. 10 Pf., Erbsen 0O M. — Pf., Wicken
d M. — pf., Bohnen — M. — Pf., Kleesanen — M. — Pf, Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod Pfund — Pf., Ochsenfleisch — Pf.
Nindfleisch — Pf., Kalblleisch — Pf., Hainmelleisch — Pf., Schweinefleisch
pf., Butter Pfund O M. — pf. Kartoffeln per Ctr. 3 M. — Pf.
Kaiferslantern, 27. Januar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 33 Pf. storn 9 M. 67 Pf. Spelzkern ⸗— M. — Pf. Spelz
M. 25 Pf., Gersted M. — Pf., Hafer 7 M. 24 Pf., Erbsen — M.
— pf., Widen O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 1. Qual. 76 Pf., do. 3 Pfd. 88 Pf., Gemischtbrod
s Pfund 48 Pfg. Butier per Pfd. — M. 85 Pf., Eier 2 Stück 12 Pf. Kar⸗
toffeln per Cent. 8 M. 30 Pf., Stroh O M. — Pf. Heu 1 M. 50 Pfa.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

—
Sonutag, 1. Februar:
Harmonie-Musik.
Ausgeführt von der Kapelle des
herrn Schadewitz. Eintritt frei.
Wozu freundlichst einladet

VPeter Schweitzer.

Montag 9. Februar

Jahrmarkt
in St. Inhert.

—
J

. 7
dtolwerostect
Ohocoladen

und Cacdaos.

Sorgfaltigsto und voll-

commene Fabrikation Un-
bedingte Garantie für den
Wortlaut der Ptikette.
Preise jeder Tafel aufge-
druckt.

Verkauf in den meisten
guten Conditoreien, grös-
seren Colonialwaaren-Hand-
lungen uvnd Apotheken.

Bekanntmachung.
Remontirung der Cavallerie und Feld-Artillerie im Jahre
1880 betr.

Laut Entschließung des k. Staatsministeriums des Innern,
Abtheilung für Landwirthschaft, Gewerbe und Handel, vom 24.
Dezember v. Is. wird der im Monate April l. Is. vorzuneh—
mende Remonten⸗Ankauf, welcher sich auf 3—b6jährige Neit- und
Artillerie-Zugpferde erstreckt, an den nachbenannten Tagen und
Orten stattfinden:
Langenkandel
Offenbach,
Pirmasens,
Zweibrücken,
domburg,
Landstuhl,

. „ „Irankenthal.

Die k. Bezirksämter werden angewiesen, für möglichste Ver—
breitung dieser Bekanntmachung in den Gemeinden ihres Bezirkes
Sorge zu tragen.

Speyer, den 4. Januar 1880.

Königlich Bayerische Regierung der Pfalz,
Kammer des Innern.
v. Braun,
tal. Regierungs-Präsident.

Gehör—
anempfohlen und mit brillantem
Erfolg in Anwendung gezogen
vom Ober⸗Siabsarzt Dr.
Sechmicddt heilt jede Taubheit,
wenn sie nicht angeboren (Schwer⸗
hörigkeit, Ohrensausen sofort be⸗
seitigt). Preis pr. Flasche nebst
Gebrauchsanweisung3 M. 50 Pf.
een Einsendung von 4
Mk. 20 Pf. per Postan⸗
weisung wird das Gehoör⸗

Oel franco und steuerfrei zu⸗
gesendet.

Die offentlichen Anerkennungen

Derer, welche durch Ober⸗Stabs⸗
arzt Dr. Sehmidt's Ge⸗
hoͤr ·Oel (dieses ausgezeichneten
Gehörmittels) ihr gutes Gehör,
theilweise nach Jahre langer, oflt
totaler Taubheit wieder erlangi
haben, mehren fich mit jedem
Tag!1

Central⸗Depotb. Th. Jacobi.

Hamburg.

—

It der 3ustand
eines Leidenden auch vesorg⸗
nißerregend oder jcheiubar hoffnungs⸗
los, so wird er aus dem Buche
„Praltische Winke für Krante“ neue
doifnung schopisen u volles Vertrauen
u einem Heilprincip gewinnen, wel⸗
des sich durch große Einfachheit,
Janz besonders aber durch nach⸗
veibbare Wirksamkeit aus⸗
ib e: Nraktische
Nin ke für Kyan beeo
pataecdchitiA αα äàÑAÛαä̊àͥòàäσααααααααιιαιιÛαιααα
abaedrudien Briefe gluͤclich Ge—
heilter beweisen, daß selbst solche
ranke noch die ersehnte Heilung
ianden, welche anderweirig vergeblich
dilfe suhten. Obiges Buch kaun
daher allen Leiden den wärmstens
empfobhlen werden, umfomehr als auf
Bunsth die Cur brieflich und unent⸗
zeltlich durch einen praltischen Arzt
jeleitet wird. Die Mittel sind überal
leicht zu beschaffen; ein Versuch fast
kostenlos. Gegen Franco⸗Zusendung
hon 20 Pf. ju berehen durch Th.
zobenseitner in Leipzig und Vasel

Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Bad-Rissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.

2mal Aß 12. 000.; 83mal A 6000.; 4mal Aß. 4000 6mal

A. 3000 ꝛc.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,000.
TDiehung 24. Februar 1880.
Das Loos kostet 2 Mark.

Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.

(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

IJ
2u. Sichel's Atelier künstl. Zaͤhne
—

—

Annahvoestolle

Pranaosisch Italienigch Englisch.
Nach dem Muster meiner beiden, hbereits üherall einge-
hürgerten, nun in ihren vierten resp. dritten Jabrgang ein-
retenden Journale
LꝰInterprète, französisches Journal für Deutsche,
THhe Interpreter, englisches Journal für Deutsche,
zebe ich nun vom 1. Januar 1880 auch ein italienisches Blatt
Lꝰ Interpreté, italienisches Journal für Dentsche.
mit erlüuternden Anmerkungen, alphabh. Vocahulario und Aus-
spracheerkläarung heraus, und seien daher obige drei Journale
als vorzüglichste Lectüre und wirksamste sprachliche Hilts-
mittel, namentlioh für das Selbststudium, hiermit bestens
empfohlen. — Wöchentlich eine Nummer. Inhalt der schon
mit den bescheidensten Kenntnissen benützharen drei Journale
völlig verschieden. Quartalpreis jedes ders. (Post, Buchh.
oder direct) nur 1I Mark 75 Psg. — 1 H. 53 kKr. ö. W., auch
in Briefm. einsendbar. Probenummern gratis.
denkoben (Rheinpfalz).
mil Sommer, Redacteur u. Herausgeber.
Drud und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
Hieriu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt⸗« Nr. 3. *

9

ANONMIOOMn
für alle hiesigen und auswärtigen Zeitnngen hefindet sich bei
Rudolph Mosse
EFRNRILIVuFEGGA. IM.
gegenüber gegenüber
der Hauptvost. Zeil 45 der Hauptpost.
GIvsehe Preise wie bei den LZeitungs-
Expeditionen selbst. — Bei grôsseren Aufträgen hiervon
noch entsprechende PRAhotthewIlinge,.
        <pb n="71" />
        h —
—“ — e
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
age) erscheint wöchentlich piermal: Dieustag, Donnerstag, Samstaga und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljährlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Naum, Reclamen mit 80 A pro Zeile berechnet.
M I955

Sonntag den 1. Februar
1880.

—
Deutsches Reich.

München, 29. Jan. Prinz Alphons, das erst jüngst groß⸗
zährig gewordene Mitglied des kgl. Hauses, hat, nachdem derselbe
mit dem Tage seiner Großjährigkeit in die bayerische Armee trat,
aun dem Herkommen zufolge gestern die erste Wache (am Marien⸗
olatz) bezogen und daselbst sowohl gestern Nachmittag als heute
Bormittag je 2 Stunden Posten gestanden. Während diesen
Stunden war die Hauptwache das Ziel einer Massenwanderung der
Münchener Vorstellung.

GBayerischer Landtag.) Auf die Tagesordnung einer der
nächsten Plenarsitzungen der Kammer der Abgeordneten wird gesetzt
werden: mündlicher Bericht des Finanzausschusses zum Etat der
Malzaufschlags⸗, Zoll- und Steuer-Verwaliung für je ein Jahr
der 15. Finanzperiode. Gerichterstatter Crämer.) Nach dem An—
rag des Ausschusses sollen als Ertrag des Aufschlags von Malz
tatt der von der Regierung angesetzten 21,900, 000 N. in's Bud
let eingesetzt werden 31,900, 000 MN.

Nach dem Reichsbudgetentwurfe sind als Antheil Bayerus
an dem durch den Franckenstein'schen Antrag den Einzelstaalen auf
dem Papier reservirten Mehrertrag der Zölle und Tabaksteuer
775 210. M. für die Zeit- vom 1. Apru 1880 bis 1. April
881 in Aussicht genommen.

Berlin. Auf ein an den General⸗Feldmarschall Grafen
Moltke gerichtetes Schreiben, worin ersucht wird, dieser moͤge
einen Einfluß bei dem Kaiser geltend machen behufs Verminderung
der deutschen Armee, antwortete Graf Moltke: „Wer theilt nicht
den innigen Wunsch, die schweren Militärlasten erleichtert zu sehen,
velche vermöge seiner Welistellung inmitten der mächtigsten Nach⸗
»arn Deutschland zu tragen genöthigt ist? Nicht die Fürsten, nicht
ie Regierungen verschließen sich ihm, aber glücklichere Verhältnisse
tönnen erst eintreten, wenn alle Völker zu der Erkenntniß gelangen,
»aß jeder Krieg, auch der siegreiche, ein nationales Unglück ist.
Diese Ueberzeugung herbeizuführen, vermag auch die Macht des
daisers nicht. Sie kann nur aus einer besseren religiösen und
ittlichen Erziehung der Völker hervorgehen, eine Frucht von Jahr⸗
junderten weltgeschichtlicher Entwickelung, die wir beide nicht erleben.“

In Berliner Abgeordnetenkreisen bespricht man das Gerüchl
von einer angeblich gepianten Wehirsteuert, wonach die Be⸗
echtigung zum Einjährigen Dienst und die Befreiung vom Dienst
u besteuern wäre. Eine ähnliche Vorlage scheiterte im Jahr 1876
an dem Wiederspruch des Bundesraths.

Ausland.

Paris. In der Kommission zur Prüfung des Antrags auf
Beschränkung der Militärdienstzeit auf drei Jahre sprach der Kriegs⸗
ninister sich gegen den Anttag aus; zur guten Ausbildung des
Soldaten, sagte er, würden drei Jahre nicht genügen. (Wie die
herren vom Militär reden! In Frankreich genügen drei Jahre
nicht, weil man dort eine längere Dienstzeit hat. Bei uns genügen
»rei Jahre, aber zwei sollen nicht genügen, weil man eben drei
Jahre Dienstzeit einmal hat.)

Nach authentischen Nachrichten aus Cannes, ist der Zustand
ꝛer Kaiserin von Rußland ein durchaus hoffnungsloser; sie
eidet an der galoppirenden Schwindsucht im leßten Sladium und
eharrt dabei nach Petersburg zuruͤckzukehren. (Der Antritt der
ktückreise war für gestern in Aussicht genommen.)

Wie der „Berl. Nat.Ztg.“ aus Petersburg geschrieben
pird, hat die Nachricht von det Vermehrung des deuischen Heeres
nn den russischen maßgebenden Kreisen einen sehr nachhaltigen,
jeradezu verblüffenden Eindruck gemacht.

Das Allerneuefte, was jetzt in Petersburg über nihilistische
Borkommnisse colportirt und don Personlichkeiten, die dem Hofe
nahe stehen, bisher auch nicht bestritten wurde, ist, wie das Bet⸗
iner „Tageblatt“ erfährt, ein eigenthümlicher Vorfall, welcher jüngst
)em Kaiser Alexander bei einet Ausfahrt passirt sein soll: Der

daiser griff nach seinem Taschentuch in der Brustsache seines Man—
els und zog mit dem Tuche zugleich eine zusammengefaltete revo⸗
utionäre Proclamation heraug. Es wird behauptet, daß sich ein
diener aus der nahen Umgebung des Czaren durch eine sehe be

deutende Geldsumme bewegen ließ, die Proklamation in die Man⸗
teltasche zu bringen.

In jüngster Zeit werden mit verdoppelter Aufmerksamkeit die
nilitärischen Vorbereitungen verfolgt, welche Rußzland an der Süd—
»stküste des kaspischen Meeres trifft, um von dort aus eine neue
Erpedition an die afghanischen Grenzen zu unternehmen, unter dem
Vorwande, die räuberischen Achal⸗Tekinzen oder Teke⸗-Turkmenen
zu züchtigen. Da dieser central asiatische Feldzug eventuell zu
ernsten Reibereien zwischen England und Rußland führen könnie,
so ist das gespannte Interesse wohl erklärlich, mit welchem diese
Vorgänge in Asien beobachtet werden.

Vermischtes.

F Für Zweibrücken und Umgegend hat sich in Zweibrücken
ein Obst⸗ und Gartenbau⸗Verein gebildet. Vas Eintrutsgeld be⸗—
trägt 1 M., der Jahresbeitrag 2 M. *

F.In Pirmasens ist die Bildung eines „katholischen Kirchen⸗
bauvereins“ in Vorbereitung.

Kusßel. Nach Mittheilung der „Kus. Zig.“ hat der
Diener des Bürgervereins einen großen Theil der Jahresbeiträge —
eiwa 400 M. — unterschlagen.

Fr Kaiserslautern. Die Untersuchungen an der hiesigen
Kreisrealschule betreffs verbotener Verbindungen haben durch Urtheil
des Lehrerraths ihren Abschluß gefunden. Drei Schüler wurden
entlassen, worunter 1 des J. Cursus; 8 Schüler erhielten Entlassungs⸗
indrohung nebst 1 Tag Carcer, 10 andere erhielten ebenfalis Car⸗
cerstrafen. Welchen Terroismus diese Knaben unter sich ausübten,
beweist die Bereitwilligkeit, mit welcher sie ihre Monaisbeiträge,
ihre Strafen mit je 50 Pf. für jedes Wegbleiben von der Kneipe
und sonst angeforderte Beiträge oft mit über 5 M. bezahlten. Die
Waffen und die Kasse der Verbindung wurden konfiszirt. Richt
olos mit gestopften Pfeifen, mit Cigarren und Cigarretten sollen
die Bürschchen stets reichlich versehen gewesen sein,sondern selbst
Jeladene Revolver während der Schuͤlzeit in den Taschen und
Stiefeln nachgeiragen haben.

Die Bezirks-⸗Kranzchen Westricher Thierärzte für 1880
finden alle zwei Monate an jedem ersten Donnerstag des Monats
in Kaiserslautern statt, demnach am 5. Februar, 1. April, 3.
Juni, 5. August, 7. October und 2. Dezember. Besondere Ein—
sadungen erfolgen nicht.

F Die Pfälzischen Bahnen wurden am Mitiwoch mit einem
kräftigen Jungen beschenkt. Ein Mädchen von Speier, welches in
die Entbindungsanstalt nach Heidelberg gebracht werden sollte, genas
nuf der Fahrt nach Ludwigshafen in einem Wagen 3. Classe des
iach 7 Uhr Morgens in Schifferstadt abgehenden Personenzuges
iines Knaben. Mutter und Kind wurden nach der Ankunft in
Ludwigshafen in das dortige Hospital verbracht. In welcher Ge—
— wird nun wohl der junge Weltbürger sein Heimathsrecht
erhalten.

Der „Pf. Pr.“ zufolge hatie der in Neustadt wegen
ꝛerspateten Einireffens vor Gericht bestrafte Schöffe einen Weg von
3 Stunden zurüdzulegen und war auch schon um halb 9 Uhr im
Amtsgerichte anwesend. Da die Sitzung erst um 9 Uhr begann,
so ließ er sich noch schnell rasiren, welches Vergnügen (7) et mit
obiger Strafe bezahlen mußte.

, Aus Dürrkheim betheiligen sich an der Kaiserslauierer
Ausstellung bon Lehrlingsarbeiten 33 Meister mit über 40 Lehr⸗
lingen.

f Als Dirigent für das im August ds. J. in Lud wigs—
ha fen staltfindende sechste pfalz. Sangerfest ist vom musikalischen
Comite des pfalz. Sangerbundes der ruhmlichst belannte Componifi
Speidel, Professor am Conservatorium in Stuttgart, in Aus—
sicht genommen.

fGestotben; in Saarbrücken Hr. Frit Hofer Buch ⸗
drucereibesitzer und Redakteur der „Saarbruder Jeitung.“

., Vor der Larlsruher Straflammer kam am Mittwoch der
Peidelsheimer Eisenbahnunglücsfall (auf der Strede Bruch—
al⸗-Bretien) vom 13. Oktober d. J. zuir Verhandlung. Das Ge—
        <pb n="72" />
        richt sprach am Schluß der mehrstündigen Verhandlung folgendes
Urtheil aus: Zugmeister Siegle erhielt 6 Monate und Heizer
Uhr 4 Monate Gefängniß.

München. Im 2. Halbjahr wurden in der Erzdiöcese
München-Freising für den Papst 21,726 M. Liebesgaben gesam—
melt (im vorhergehenden Halbjahr 17,918 M). Der größte Betrag
den ein Privatmann (ein Ungenannter) spendete, war 1000 M.
F Minden. In Folge schlagender Wetter in der benach⸗
barten Zeche Meißen“ ist Donnerslag früh die ganze angefahrene
Mannschafi verbrannt. Um 1 Uhr Mittags waren 10 Todte und
5 Verlehte herausgebracht worden. 5 Mann, welche wahrscheinlich
lodt sind, befanden sich noch in der Grube.

pgReuenburg i. Westpreußen. In der Nacht vom 21.
ds. hat hier das Feuer ein Haus zerstört. Ein jüdisches Ehepaar,
sowie ein Dienstmädchen und ein Schuhmachergeselle verbrannten dabei.

In Fran kreich denkt man ernstlich an die Einrichtung
von Post-⸗Sparkassen. Dieselben sollen Einlagen von nicht unter
fünf und nicht über 2000 Francs annehmen und sie den Ein⸗
legern zu 3 Procent verzinsen. Man glaubt, daß diese Einrich⸗
tung bald eine große Ausdehnung erlangen wird.

4 Der König der Belgier hat durch Erlaß vom 14. Dez.
1874 einen jährlichen Preis von 25,000 Franken zur Beförderung
wissenschaftlicher Arbeiten ausgesetzt. In drei Jahren hintereinander
soll dieser Preis dem besten in Belgien selbst von einem Belgier
beröffentlichten Werke über gewisse, in voraus zu bestimmende
Gegenstände zuerkannt werden, während iedes vierte Jahr auch
Hauslicitation. Brma Weitzmenn her pn
Dienstag den 17. debrur Ruͤbsl per Liter 62 34
nächsthin, Nachmittags 3Uhr Oelkuchen per Stück 16 Pf.
zu St. In gbert in der Wirth⸗ bei 25 Stuck à 15 Pf.
5 de Jepnen Kaspar 4. Golllieb,
ohr, wird durch den unte⸗ 3 Filial⸗
zeichneten, hiezu gerichtlich be⸗ vorm. Friß Kranckes —3
aufkragten kgl. Notar Sauer Matzen Chocolade
zu St Ingbert die nachbezeih· Ng &amp; —. uta
nete, zur Guütergemeinschaft, enier) sin Mi
welche zwischen dem in St. Ing⸗ M. Haas, Oberstadt.
bert verlebten Buchbinder Johann
Dietzler und dessen hinter⸗
bliebenen. Wittwe Katharina
Noppenecker bestanden hat,
gehörige Liegenschaft, im Banne
von St. Ingbert öffentlich an
den Meistbietenden zu Eigen⸗
bum versteigert:
Pl.⸗Nr. 7462 70 qm
Fläche, Wohnhaus, Anbau,
gemeinschaftlichen Gange
und Hofraum und Pl.⸗Nr.
7460 17 qm Pflanzgarten
dahinter, das Ganze ge⸗
legen in der Stadt Ing⸗
bert an der Kohlenstraße
neben Jacob Schwarz und
Joseph Frie;g;
Figenthümer sind:
die Wittwe und Kinder des ge⸗
nannt verlebten Johann Dietz⸗
als:
Katharina Roppeneder,
Samenhändlerin, Wittwe
des Verlebten
Deren mit dem Verlebten
erzeugte Kinder, als:
Franziska Dietzler, ohne
Gewerbe, Ehefrau von Johann
Detemple, Schmelzarbeiter;
2) Katharina Dietzler, ohne
Gewerbe, minderjährige, durch
die Ehe, emancipirte Ehefrau
von Kaspar Rohr, Wirth,
dieser als Curator seiner Ehe⸗
frau; Die Ehemänner auch der
ehelichen Ermächtigung und Gü⸗
tergemeinschaft wegen persoönlich
betheiligt,
alle in St. Ingberi wohnend.
zt. Ingbert, 31, Jan. 1880
Sauer, k. Notar. .«

Arbeiter⸗
Bildungs-Verein.
Montag, 2. Februar Abends
Uhr:;:—

Außerordentliche
Beneralversammlung.
Der Ausschuß.

»ck und Verlaa von*

Ausländer bei der Bewerbung sich betheiligen können. Eine solche
allgemeine Bewerbung ist nun das erste Mal für das Jahr 1881
zesimmt, und zwar uͤber die Aufgabe: „Ueber die Mittel zur Ver—
hesserung der Hüfen an niedrigen und sandigen Küsten, wie die
jelgischen“.

4Ein Riesenwolf. Auf der dem Grafen Franz Szoͤcseny
zehörigen Herrschaft Tarnocs wurde vor wenigen Tagen ein Wolf
don ungewoͤhnlicher Größe geschossen. Die Koͤrperlänge des Thie⸗
res beirug 128 Centimeter, mit dem Schweife 174 Centimeter;
die Höhe, bei der Brust gemessen, 84 Centimeter. Der Wolf wog
36 Pfund. Brehm gibt die Korperlänge eines ausgewachsenen
Wolfes mit 106 Centimeter an. Das erlegte Thier gehört jeden⸗
falls zu den größten seiner Gattung.

Fur die Redaction verantworitlich: F. F

Wir begrüßen mit Freuden das Erscheinen des fünften Jahrganges der
„Nenzeit, Lefehalle fuͤr Alle““, dessen erstes Quarial den Beweis liefert,
daß —8 wahrhaft volksihuniliche, einzig in seiner Art dastehende Familien⸗
latt in der That dven Beifall verdient, den es in Kurzem errungen. Der
Inhalt der uns vorliegenden Nummern dieses Blattes, welches seine Beliebt⸗
heit auf der Basis sittlichen Ernstes grundei, der in ihm waltet, bilden: Ro—
nane, Novellen, Humoresken, für Alle verstaändlich gehaltene, belehrende Bei⸗
räge, Reiseskizzen, Miscellen aller Art, — die, sämmtlich noch nie zuvor
‚eröffentlicht, sich in der Neuzeit in einer Fülle und Mannichfaltigkeit darbieten,
vie sie bis jeßt noch nie ein Blatt zu so geringem Preise geboten; denn das
uartal von 13 Nummern, — voͤchentlich erscheint eine Nummer — kostet
mur 94 Mark. Jede Rummer enthält 8 gꝛioße Bogen im Quartformate.
Tiesem demnach billigsten aller Familienblätter steht offenbar eine große
Zukunft bevor.
Bekanntmachung.
Zusolge hohen Erlasses der kgl. General⸗, Bergwerks⸗ und
Salinen⸗Administration vom Heutigen werden vom 1. Februar
I330 an die Kohlen auf der kal. Grube St. Ingbert zu nach
stehenden Preisen verkauft:
Forderlohlen I. Qualität per 700 Kgß. 114 8
300 — —3863
3 un. 5 — z00, — 468 8
einschließlich des Ladgeldes.
St. Ingbert, den 30. Januar 1880.
Ral. Bergamt:
. Namann.
———————— — — —

Keine Serien! Fortlaufende Nummern!
Zad-Lissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mtk. 45,000.
2mal M. 12.000.3 3mal MA 6000.; 4mal MA. 4000 6ma
A. 3000 ⁊(.

11,8300 Gewinne mit Mk. 230,000.

-diehung 24. Februar 1880. &amp;

Das Loos kostet 2 Mark. W

Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.

(Coose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
FRranuz Woll und J. Friedrich. *

Vorläufige Anzeige.
Fastnacht Montag:
Großer
Raskeube
Hotel Caur.

im

**

Die weltberühmten Hustenkaramels
Maria Benno von Donat treffen foriwäh⸗
rend frisch ein. Dieselben werden entweder
roh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem
Kakao⸗Thee oder Milch aufgelost, aber nur lauwarm getrunken.
In Deutschland kostet 1 Original⸗-Karton Hustenkaramels nur
30 oder 50 Pifg. und ein echter himmelblauer Karton Kalao⸗Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kalao⸗Thee Maria Benno von Donat;
dieses anerklanni billige, wohlschmedende und gesunde Nahrungs⸗
mittel für Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im
Wasser kocheeen. 3
Alleiniges Depot in St. Ingbert bei Herrn Rean Neters
Demez in St. Ingbert.
Riern Allukbrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 3.

— — — — —
        <pb n="73" />
        91— h — p) D 5 —
—e
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementsopreis beträgt vierteljahrlich
4A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 4, einschließlich 20 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärtk
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 B pro Zeile berechnet.
AMA 19.

Sonntag den 1. Februe 1880.
Deutsches Neich.

München, 29. Jan. Prinz Alphons, das erst jüngst groß⸗
zährig gewordene Mitglied des kgl. Hauses, hat, nachdem derselbe
mit dem Tage seiner Großjährigieit in die bayerische Armee trat,
nun dem Herkommen zufolge gestern die erste Wache (am Marien⸗
olatz) bezogen und daselbst sowohl gestern Nachmittag als heute
Vormittag je 2 Stunden Posten gestanden. Während diesen
Stunden war die Hauptwache das Ziel einer Massenwanderung der
Münchener Vorstellung.

GBayerischer Landtag.) Auf die Tagesordnung einer der
nächsten Plenarsitzungen der Kammer der Abgeordneten wird gesetzt
verden: mündlicher Bericht des Finanzausschusses zum Etat der
Malzaufschlags⸗, Zoll- und Steuer⸗ Verwaltung für je ein Jahr
der 18. Finanzperiode. (erichterstatter Crämer.) Nach dem Au—
trag des Ausschusses sollen als Ertrag des Aufschlags von Malz
tatt der von der Regierung angesetzten 21,900, 000 M. in's Bud
get eingesetzt werden 31,900,000 R.

Nach dem Reichsbudgetentwurfe sind als Antheil Bayerns
in dem durch den Franckenstein'schen Antrag den Einzelstaaten auf
dem Papier reservirten Mehrertrag der Zolle und Tabaksteuer
775 210 M. für die Zeit vom1. Apruͤ 1880 bis 1. April
881 in Aussicht genommen.

Berlin. Auf ein an den General⸗ Feldmarschall Grafen
Moltke gerichtetes Schreiben, worin. ersucht wird, dieser moͤge
einen Einfluß bei dem Kaiser geltend machen behufs Verminderung
der deutschen Armee, antwortete Graf Moltke: „Wer theilt nicht
den innigen Wunsch, die schweren Militärlasten erleichtert zu sehen,
welche vermöge seiner Welistellung inmitten der mächtigsten Nach⸗
arn Deutschland zu tragen genöthigt ist? Nicht die Fürsten, nicht
die Regierungen verschließen sich ihm, aber glücklichere Verhältnisse
önnen erst eintreten, wenn alle Völker zu der Erkenntniß gelangen,
daß jeder Krieg, auch der siegreiche, ein nationales Unglück ist.
Diese Ueberzeugung herbeizuführen, vermag auch die Macht des
aisers nicht. Sie kann nur aus einet besseren religiösen und
ittlichen Erziehung der Völker hervorgehen, eine Frucht von Jahr⸗
underten weltgeschichtlicher Entwickelung, die wir beide nicht erleben.“

In Berliner Abgeordnetenkreisen bespricht man das Gerücht
»on einer angeblich gepianten Weh'rsteuer,. wonach die Be⸗
rechtigung zum Einjährigen Dienst und die Befreiung vom Dienst
zu besteuern wäre. Eine ähnliche Vorlage scheiterte im Jahr 1876
an dem Wiederspruch des Bundesraths.

Ausland.

Paris. In der Kommission zur Prüfung des Antrags auf
Beschränkung der Militärdienstzeit auf drei Jahre sprach der Kriegs⸗
ninister sich gegen den Antrag aus; zur guten Ausbildung des
Soldaten, sagle er, würden drei Jahre nicht genügen. (Wie die
Perren vom Militär reden! In Frankreich genügen drei Jahre
nicht, weil man dort eine längere Dienstzeit hai. Bei uns genügen
drei Jahre, aber zwei sollen nicht genügen, weil man eben drei
Jahre Dienstzeit einmal hat/.

Maq authentischen Rachrichten aus C annes, ist der Zustand
der Kaiserin, von Rußland ein durchaus hoffnungsloser; sie
leidet an der galoppirenden Schwindsucht im lehßten Sladium und
eharrt dabei, nach Petersburg zurüczukehren. (Der Antrilt der
Rüdreise war für gestern in Aussicht genommen.)

Wie der Berl. Nat.Zig.“ aus Petersburg geschrieben
vird, hat die Nachricht von der Vermehrung des deuischen Heeres
in den russischen maßgebenden Kreisen einen sehr nachhaltigen,
zeradezu verblüffenden Eindruck gemacht.

Das Allerneueste, was jetzt in Peters burg über nihilistische
Vorlommnisse colportirt und don Personlichkeiten, die dem Hofe
nahe stehen, bisher auch nicht bestritien wurde, ist, wie das Ber⸗
liner, Tageblatt“ erfährt, ein eigenthümlicher Vorfall, welcher jüngst
dem Kaiser Alexander bei einer Ausfahri passirt sein soll: Det
daiser griff nach seinem Taschentuch in der Brustsache seines Man⸗
els und zog mit dem Tuche zugleich eine zusammengefaltete revo⸗
utionare Proclamation heraus. Es wird behauptet, daß sich ein
Diener aus der nahen Umgebung des Czaren durch eine sehr be⸗

deutende Geldsumme bewegen ließ, die Proklamation in die Man⸗
teltasche zu bringen. —

In jüngster Zeit werden mit verdoppelter Aufmerksamkeit die
nilitärischen Vorbereitungen verfolgt, welche Rufzlanud an der Sud⸗
ystküste des kaspischen Meeres trifft, um von dort aus eine neue
Expedition an die afghanischen Grenzen zu unternehmen, unter dem
Vorwande, die räuberischen Achal⸗Tekinzen oder Teke⸗Turkmenen
zu züchtigen. Da dieser central afiatische Feldzug eventuell zu
ernsten Reibereien zwischen England und Rußland führen könnie,
o ist das gespannte Interesse wohl erklärlich, mit welchem diese
Vorgänge in Asien beobachtet werden.

*
4
Vermischtes. —

FFür Zweibrücken und Umgegend hat sich in Zweibrücken
ꝛein Obst· und Gartenbau⸗Verein gebildet. Vas Eintruͤtsgeld be—
wrägt 1 M., der Jahresbeitrag ? M. ———

F, In Pirmasens ist die Bildung eines „katholischen Kirchen⸗
hauvereins“ in Vorbereitung. 3 —

7 Kusel. Nach Mittheilung der Kus.! Zig.““ hat der
Diener des Bürgervereins einen großen Theil der Jahresbeiträge —
iwa 400 M. — unterschlagen. α

f Kaiserslautern. Die Antersuchungen an der hiesigen
Kreisrealschule betreffs verbotener Verbindungen haben durch Urtheil
des Lehrerraths ihren Abschluß gefunden. Drei Schüler wurden
entlassen, woruntet J des J CTursus; 8 Schüler erhielten Entlassungs-
indrohung nebst 1 Tag Carcer, 10 andere erhielten ebenfalis Car⸗
erstrafen. Welchen Terroismus diese Knaben unter sich ausübten,
seweist die Bereiwilligkeit, mit welcher sie ihre Monatisbeitrage,
hre Strafen mit je 50 Pf. für jedes Wegbleiben von der Kneipe
ind sonst angeforderte Beiträge oft mit über 3 M. bezahlten. Die
Waffen und die Kasse der Verbindung wurden konfiszirt. Richt
los mit gestopften Pfeifen, mit Cigarten und Cigarretten sollen
die Bürschchen stets reichlich versehen gewesen sein, sondern selbst
jeladene Revolver waährend der Schulzeit in den Taschen und
Ztiefeln nachgetragen haben. F

Die Bezirls⸗Kränzchen Westricher Thierärzte für 1880
inden alle zwei Monate an jedem ersten Donnerstag des Monats
n Kaiserslautern statt, demnach am 5. Februar, 1. April, 83.
Juni, 5. August, 7. October und 2. Dezember. Besondere Ein—
adungen erfolgen nicht. d

Die Pfalzischen Bahnen wurden am Mittwoch mit einem
räftigen Jungen beschenkt. Ein Mädchen bon Speier, welches in
zie Entbindungsanstali nach Heidelberg gebracht werden sollte, genas
nuf der Fahrt nach Ludwigshafen in einem Wagen 8. Classe des
nach 7 Uhr Morgens in Schifferstadt abgehenden Personenzuges
ines Knaben. Mutter und Kind wurden nach der Ankunft in
Ludwigshafen in das dortige Hospital verbracht. In welcher Ge⸗—
mneinde wird nun wohl der junge Weltbürger sein Heimalhsrecht
erhalten.

F Der „Pf. Pr.“ zufolge hatte: der in Reustadekuwegen
ꝛerspäteten Eintreffens vor Gericht bestrafte Schöffe einen Weg von
3 Stunden zurückzulegen und war auch schon um halb 9 Uhr im
Amtsgerichte anwesend. Da die Sitzung etst um 9 Uhr begann,
'o ließ er sich noch schnell rasiren, welches Vergnügen (7) er mit
obiger Strafe bezahlen mußte.

. Aus Dürkheim betheiligen fich an der Kaiserslauterer
Ausstellung von Lehtlingsarbeiten 33 Meister mit über 40 Lehr-
lingen.

t Als Dirigent für das im August ds. J. in Ludwigs⸗
ha fen stattfindende sechste pfälz. Sängerfest ist vom musikalischen
omite des pfälz. Sangerbundes der tuͤhmlichst bekannte Componift
Speidel, Professor am Conservatorium in Stuttgart, in Aus-
icht genommen.

Gestorben; in Saarbrücken Hr. Frihß Hofer Buch⸗
)rucereibesitzer und Redalteur der ,Saarbrüder Zeitimg.“e

Vor der Karlsruher Straflammer lam am Hritiwoch der
deidelsheimer Eisenbahnunglüdsfall (auf der Strede Bruch
al⸗Bretten) vom 13. Oktober v. J. zur Verhandlung. Das Ge⸗
        <pb n="74" />
        richt sprach am Schluß der mehrstündigen Verhandlung folgendes
Urtheil aus: Zugmeister Siegle erhielt 6 Monate und Heizer
Uhr 4 Monate Gefängniß.

F München. Im 2. Halbjahr wurden in der Erzdiöcese
München-Freising für den Papst 21,726 M. Liebesgaben gesam—
melt (im vorhergehenden Halbjahr 17,8918 M). Der größte Betrag
den ein Privatmann (ein Ungenannter) spendete, war 1000 M.

F Minden. In Folge schlagender Wetter in der benach—
barten Zeche „Meißen“ ist Donnerstag früh die ganze angefahrene
Mannschaft verbrannt. Um 1 Uhr Mittags waren 10 Todte und
9 Verletzte herausgebracht worden. 5 Mann, welche wahrscheinlich
todt sind, befanden sich noch in der Grube.

FNeuenburg i. Westpreußen. In der Nacht vom 21.
ds. hat hier das Feuer ein Haus zerstört. Ein jüdisches Ehepaar,
sowie ein Dienstmädchen undein Schuhmachergeselle verbrannten dabei.

FIn Fran kreich denkt man ernstlich an die Einrichtung
von Post⸗Sparkassen. Dieselben sollen Einlagen von nicht unter
fünf und nicht über 2000 Francs annehmen und sie den Ein⸗
legern zu 3 Procent verzinsen. Man glaubt, daß diese Einrich—
tung bald eine große Ausdehnung erlangen wird.

4. Der Konig der Belgier hat durch Erlaß vom 14. Dez.
1874 einen jährlichen Preis von 25,000 Franken zur Beförderung
wissenschaftlicher Arbeiten ausgesetzt. In drei Jahren hintereinander
soll dieser Preis dem besten in Belgien selbst von einem Belgier
veröffentlichten Werke über gewisse, in voraus zu bestimmende
Gegenstände zuerkannt werden, während jedes vierte Jahr auch

Ausländer bei der Vewerbung sich betheiligen können. Eine solche
Algemeine Bewerbung ist nun das erste Mal für das Jahr 1881
hestimmt, und zwar über die Aufgabe: „Ueber die Mittel zur Ver⸗
hesserung der Häfen an niedrigen und sandigen Küsten, wie die
belgischen“.

4 Ein Riesenwolf. Auf der dem Grafen Franz Szécseny
gehörigen Herrschaft Tarnocs wurde vor wenigen Tagen ein Wolf
hon ungewoͤhnlicher Größe geschossen. Die Körperlänge des Thie—
res betrug 128 Centimeter, mit dem Schweife 174 Centimeter;
die Höhe, bei der Brust gemessen, 84 Centimeter. Der Wolf wog
36 Pfund. Brehm gibt die Körperlänge eines ausgewachsenen
Wolfes mit 106 Centimeter an. Das erlegte Thier gehört jeden⸗
alls zu den größten seiner Gattung.

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demek.

Wir begrüßen mit Freuden das Erscheinen des fünften Jahrganges der
„Neuzeit, Lefsehalle für Alle“, dessen erstes Quartal den Beweis liefert,
zaß dieses wahrhaft voltsthümliche, einzig in seiner Art dastehende Familien⸗
latt in der That den Beifall verdient, den es in Kurzem errungen. Der
Inhalt der uns vorliegenden Nummern dieses Blattes, welches seine Beliebt⸗
seit auf der Basis sittlichen Ernstes gründet, der in ihm waltet, bilden: Ro⸗
nane, Novellen, Humoresken, für Añe verständlich gehaltene, belehrende Bei⸗
räge, Reiseskizzen, Miscellen aller Art, — die, fämmtlich noch nie zuvor
veröffentlicht, sich in der Reuzeit in einer Fülle und Mannichfaltigkeit darbieten,
vie sie bis jetzt noch nie ein Blatt zu so geringem Preise geboten; denn das
Zuartal von 183 Nummern, — wöchentlich erscheint eine Rummer — lostet
rur . Mark. Jede Nummer enthält 3 große Bogen im Quartfor mate.
Diesem demnach billigsten aller Familienblätter steht offenbar eine große
Zukunft bevor.

Hauslicitation. Veima Weitzme-her pid
Dienstag den 17. Februr Rübsl per Liter 62 Pfge
nächsthin. Nachmittags 3 Uhr Delkuchen per Stück 16 Pf.
zu St. Ingbert in der Wirth⸗bei 25 Stück à 15 pf.
des Vepanien Kaspar I. Golllieb,

ohr, wird durch den unter⸗ 3 iblial⸗
zeichneten, izu gerichtlich be⸗ vorm. Fritz Francke's Filiale
aufkragten kgl. Notar Sauer
zu St. Ingbert die nachbezeich —V— che de
ete, zur“ Guülergemeinshaft, Menier) sind eingetroffen —
welche zwischen dem in St. Ing⸗ M. Haas, Oberstadt.
bert verlebten Buchbinder Johann
Dietzler und dessen hinter⸗
bliebenen Wittwe Katharina
Roppenecker bestanden hat,
gehörige Liegenschaft, im Banne
von St. Ingbert öffentlich an
den Meistbietenden zu Eigen⸗
thum versteigert:
Pl.⸗Nr. 7462 70 qm
Fläche, Wohnhaus, Anbau,
gemeinschaftlichem Gange
und Hofraum und Pl.⸗Nr.
7460 17 qm Pflanzgarten
dahinter, das Ganze ge⸗
legen in der Stadt Ing⸗
bert an der Kohlenstraße
neben Jacob Schwarz und
Joseph Fries;
Eigenthümer sind:
die Wittwe und Kinder des ge⸗
nannt verlebten Johann Dietz⸗
ler als:
. Katharina Roppenecker,
Samenhändlerin, Wittwe
des Verlebten
Deren mit dem Verlebten
erzeugte Kinder, ald
1) Franziska Dietzler, ohne
Gewerbe, Ehefrau von Johann
Detemple, Schmelzarbeiter;
2) Katharina Dietz ler, ohne
Gewerbe, minderjährige, durch
die Ehe, emancipirte Ehefrau
von Kaspar Rohr, Wirth,
dieser als Curator seiner Ehe⸗
frau; Die Ehemänner auch der
ehelichen Ermaͤchtigung und Gü—
nergemein choft we gen personch
betheilig
alle in St. Ingbert wohnend.
St. Ingbert. 831. Jan: 1880.
Sauer, I. Notar. a 7
—

Bekanntmachung.

Zufolge hohen Erlasses der kgl. General-⸗, Vergwerks⸗ und
Zalinen⸗Administration vom Heutigen werden vom 1. Februar
1380 an die Kohlen auf der kgl. Grube St. Ingbert zu nach—
stehenden Preisen verkauft:

Förderkohlen J. Qualité

V.
u.
einschließlich des Ladgeldes.
St. Ingbert, den 30. Januar 1880.
Kgl. Bergamt:
J. Kamann.

Keine Serien! Fortlaufsende Nummern!
Bad-Rissinger-Lotterio
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mtk᷑. 45,000.

2mal M. 12. 000. Imal M. 6000.; 4mal A. 4000 6mal

Al. 3000 ⁊c.
11,8300 Gewinne mit Mk. 230,000.
diehung 24. Februar 1880. 2
Das Loos kostet 2 Mark.

Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.

(Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

Arbeiter⸗
Bildungs-Verein.
Montag, 2. Februar Abends
Uhr:

Außerordentliche
GBeneralversammlung.
Der Ausschuß.

Vorlãaufige —E
Fastnacht Montag:
Großer
KRaskenb
Hotel Lau
Die weltberühmten Hustenkaramels
Maria Benno von Donat treffen fortwäh—
rend frisch ein. Diefelben werden entweder
roh gegessen, oder 5—6 Stück in heißem
akao⸗Thee oder Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
In Deutschland kostet 1 Original⸗-Karton Hustenkaramels nur
30. oder 30 Pfg. und ein echter himmelblauer Karton Kakao-⸗Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kakao⸗Thee Maria Benno von Donat;
dieses anerkannt billige, wohlschmeckende und gesunde Nahrungs⸗
miitel für“ Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im
Wasser kochen.
Alleiniges Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Peters.
——es— ⏑,, — — —⏑, — —,—,—— —,—,—,—,—,—, —,— — — —,—.Â⏑.⏑—⏑—⏑—., —⏑—. ,, —“, [⏑, s[——⏑ —⏑—, ——⏑ —2,],,],—⏑ — —⏑— 1”—⏑[11ë7cëx6—«—
Druck und Verlag von F. X. Dem eß in St. Ingbert. J —
Giezu Illustrirtes Sonntageblati Nr. R.

5 *
        <pb n="75" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiter und das (2 mal wocheutlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beiragt vierteljahrlich

JA) 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 B,/ einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaͤrts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 Dvro Zeile berechnet.
M 20.

— —

Dienstag den 3. Februar
— — — —

1880.
Deutsches Reich.

Aus der Sitzung der Abg.⸗Kammer vom 30. Jan. ist zu
erwähnen die Berathuug über den „Eiat für besondere Leistungen
des k. Aerars an Distrikte und Gemeinden“, zunächst die Zuschuͤsse
an überlastete und leistungswillige Distrikte fur den Neudau und
die Unterhaltung von Distriktsstraßen. Die Regierung hatte
diesen Posten mit 750,000 M. bedacht, der Kammerausschuß da—⸗
gegen beantragte die Genehmigung von 850,000 M., also 100,000
M. mehr. Der Ausschußantrag' wurde mit 107 gegen 33 Stim⸗
men angenommen.

Der schon erwähnte, von sämmilichen pfälzischen Abgeordneten
zestellte Antrag auf Abänderung des Art. H des pfälzischen Nota⸗
riatsgesetzes vom 25. Ventose IX. schlägt folgenden einzigen Artikel
zur Annahme vor: „In der Pfalz können Notariatsurkunden ohne
Zuziehung von Zeugen oder eines zweiten Notars aufgenommen
werden. Die Zuziehung von zwei Zeugen oder eines zweiten No—

lars ist jedoch geboten: 1) wenn ein Betheiligter blind, taub, stumm
oder der deutschen Sprache nicht mächtig ist; 2) wenn ein Bethei⸗
ligter Dies verlangt. Unberührt bleiben die bisherigen gesetzlichen
Bestimmungen in Ansehung 1) der Testamente, 2) der Schenkuͤngen,
jelbst unter Ehegatten, 3) des Widerrufs von Testamenten und
Schenkungen und 4) der Vollmachten zur Vornahme der unter Ziff
2 und 3 bezeichneten Rechtshandlungen. Bezüglich der Eigenschaften
der beizuziehenden Zeugen finden die bisher geltenden gesetzlichen
Bestimmungen mit der Maßgabe Anwendung, daß an die Stelle
des Erfordernisses der Staatsangehörigkeit das der Reichsangehörig⸗
leit tritt“ (Wie die „Südd. Presse“ vernimmt, hat sich die kgl.
Staatsregierung mit dem vorstehenden Antrage einverstanden erklärf.)

Der Absender des Schreibens an de Feldmarschall Grafen
Moltke, worauf dieser die in vor. Nr. ds. Sl. mitgetheilte Ant⸗
wort gegeben hat, ist ein dem Arbeiterstand angehörender Einwohner
eines Dorfes in der Nähe von Liebstadt.

Regierungsrath Julius v. Auer in Augsburg, ist in
geicher Diensteigenschaft in das Cultusministerium berufen worden.
Derselbe wird das Referat über das Schulwesen erhalten.

Nach dem Berichte des Reichsschatzamts betrugen die Ist⸗Ein⸗
nahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern in der
Zeit vom 1. April bis Ende 1879 zusammen 216391,104 M
oder 37,218,121 M. mehr. als in der entsprechenden Vorjahrszeit
Lei Weitem die größten Mehreinnahmen, über 33 Millionen Mark
bachten die Zölle.

Alle jungen Leute, die sich freiwillig zum dreijährigen
Militärdienst melden wollen, dürste es interessiren zu erfahren, daß
en Freiwilligen die Wah'! des Truppentheils, bei dem sie ihrer
Nilitärpflicht genügen wollen, in Zukunft innerhalb des ganzen
deutschen Reichs freisteht, während seither die Wahl des Truͤppen
theils nur innerhalb des Brigadebezirks gestattet war. Die bezüg⸗
ichen Militärpflichtigen erhalten, zu diesem Zweck im Musterungs⸗
ermine Meldescheine ausgestellt und konnen sich damit bei jedem
deutschen Truppenkommando zum Diensteintritt melden. Die An—
iahme und bezw. Einstellung der Freiwilligen ist natürlich dabon
bhängig, daß sie zu dem gewählten Truppentheil tauglich sind.

Ausland.

Aus Wien berichtet das „Montags-Blatt“: Hier verlautet
geruchtweise, der Nuntius Jacobini werde vor seiner Abrcise nach
kom für einige Tage nach Berlin gehen, um mit Fürst Bismarä
zuu konferiren.

Rom. Das neue vatikanische Blatt „Aurora“ publizirt
zinen neuen Artikel betitelt: „Fürst Bismarck und die Aurora.“
Lerselbe ist hauptsächlich behufs Wiederlegung eines Leitartikels in
'er „Italie“ geschrieben, welcher die Erklärung der „Provinzial⸗
lorrespondenz“ als eine Verleugung des Ministers Puttkamer durch
ꝛen Fürsten Bismarck auslegte. Die „Aurora“ leugnet es, daß
ne sich vor dem Fürsten Bismaͤrc erniedrigt habe, sie sei nur höflich
ind vertrauensvoll gegen den mächtigen Mann und ihre Friedens
offnung sei keine Feigheit. Die Verleugung Puttkamers erscheine

benso unwahrscheinlich, als die von der „Italie“ angedeutete
Nöglichkeit einer Entlassung dieses Ministers. Die „Au⸗

J
rora“ sagt schließlich: „Die Kirche bekämpfe nicht die Staats—
rechte, sondern wünsche ein Bündniß mit dem Staat zur
Bekümpfung der wachsenden Revoluütion.“

Der Petersburger Polizei scheint ein großer Fang ge⸗
Jückt zu sein, wenigstens meldet der russische Regierungsboie die
Aufhebung einer Geheimdruckerei, in welcher das Revolutionsblatf
„Naradnaja Wolja“ hergestellt wurde.
— —
Vermischtes.

*St. Ingbert. Gestern hatte eine Frau im Josephs⸗
thale das Unglück, ihr etwa 4 Jahre altes Söhnchen mi heißem
Waschwasser nicht unerheblich zu verbrennen. Der Kleine lief der
Mutter unerwartet unier das Geschirr, das dieselbe mit heißem
Wasser gefüllt vor sich her trug. Dadurch verschüttete sie den In⸗
halt des Geschirres über den Knaben.

*— Wie uns mitgetheilt wird, wurde in der Nacht von
Sonntag auf Montag in Sulzbach ein lediger Arbelier a—
tochen. Als Thäter wird ein gewisser Reifschneider, der in einer
Schnappbacher Glashütte beschäftigt war, genannt; er ist bereits
verhaftet. Die Ursache des Mordes soll ein Frauenzimmer sein,
um dessen Gunst sich Reifschneider und sein Opfer bewarben.

T. Pfälzisches Sängerfest.) Zur. Betheiligung angemeldet
haben sich die Vereine Billigheim, Blieskastel, Edenkoben, Franken-
thal, Gruͤnstadt, Haßloch, Kaiserslautern (8 Vereine), Kusel, Kirch⸗
heimbolanden, Lambrechi, Landau— Landstuhl, Lauterecken, Ludwigs⸗
hafen, Maikammer, Nußdorf, Neustadt, Niederauerbach, Rohrbach,
St. Johann-Saarbrücken, Speier (2 Vereine), Zweibrücen und
Wolfstein. Professor Speidel in Stuttgart hat die Wahl zum
Festdirigenten angenommen.

Einem Wirth und Bäcker in Blickweiler wurden in der
Nacht vom 80. auf 31. Januar vermittelst Einsteigens 8 Laib
Brode und ein circa 18 Pfund wiegendes Stück Schweinefleisch
entwendet. Der Thäter ist noch nicht ermittelt.

F. In Homburg brach in der Nacht auf den 1. Februar im
Hause des Ackeres Bieg Feuer aus, welches in kurzer Zeit alles
Brennbare darin verzehrt hatte. —

F Kaiserslautern. In der oberen Stadt wird für Ein⸗
mündung der Lauterthalbahn in den hiesigen Nordbahnhof agi⸗
tirt. Am 80. Jan. hai eine Versammlung zu diesem Zwecke Statt
gefunden, in welcher ein Agitations-Komit gewählt wurde.

F In Göllheim brannte am Freitag das Brauhaus der
Brauerei Schildknecht ab. Der Schaden ist nach der „pf. Pr.“
ein bedeutender, da eine ziemliche Anzahl Bierfässer mitverbrannten.

F Im Saalbau in Neustadt soll am 16. d. M. eine
Versammlung von Wirthen zur Berathung der Frage stattfinden,
auf welchem Wege eine Verlängerung der Polizeistunde an den
zweiten Kirchweihtagen zu erreichen sein dürfte.

F Jüngst fand in Dürkheim ein sehr besuchter, bis srüh
zum Morgen dauernder Damen⸗Maskenball, ohne Herren, — siatt.
Die Veranstalterinnen desselben wollen nämlich den Dürkheimer
Herren gegenüber ihre Unabhängigkeit documentiren und zeigen,
sie sich auch ohne dieselben amuͤsiren. Sie arrangiren deshalb all⸗
jährlich einen Maskenball, auf welchem ein Theil der Damen die
Herrenwelt zu vertreten hat. (Pf. K.)

FSpeier. Von München kommt die Nachricht;, daß der
Pionierlieutenant Schaupert don der hiesigen Garnison in einem
Säbelduell mit dem Forstkandidaten Lyncker stark verwundet wurde
Anlaß zum Zweikampf war eine sog. Beleidigung, welche gelegent⸗
lich eines Tingeltangel-Konzertes in der Schwarßz'schen Wirthschaft
dahier von L. ausging, zu Ostern 1878. Herr Sch. soll noch vier

andere Duelle zu bestehen haben. (Sp. A.)

Speier. Die Noten über das letzte juristische Examen
sind ausgegeben worden. Dem Vernehmen nach erhielt nur ein
einziger Kandidat die J. Note, nämlich Hert Jak. Krapp von hier.

F Für manchen Sammler von abgeschnittenen Cigarrenspitzen
wird es von Interesse sein, zu hören, daß auf eine bezügliche Än⸗
frage Herr Kaufmann Bechtluft in Speier sich bereit erkläͤrt
hat, für das Pfund 25 Pf. zu bezahlen.
        <pb n="76" />
        4 Vom mittleren Gebirg wird dem „Pf. K.“ geschrieben:
Nachdem von manchen Seiten der durch den Frost in unseren Wein—
bergen gugerichtete Schaden als weniger erheblich dargestellt werden
wollte, ist man nun zur Gewißheit gelangt, daß derselbe enorm und
daß in tieferen Lagen höchstens ein Zehntel, in höheren, wenn es
gul geht, ein Fünftel gesund geblieben ist. Die Rieslinge, welche
uberhaupt mehr aushalien, versprechen in hochgelegenen Wingerten
noch einigen Ertrag, während in miederen auch sie ganz erfroren sind.

p In Chemnitz brannte am Abend des 30. Januar die
Neefes'sche Spinnerei total nieder, wodurch 500 Arbeiter brodlos
wurden.

7 Gegen Lungenschwindsucht. Ein amerikanischer Arzt,
Dr. M. Guriffith in Bradfort will in rohem Petroleum ein
wirksames Mittel gegen diese Krankheit enideckt haben. Er be⸗
richtet, daß von 25 damit behandelten Fällen ausgeprägter Tuber⸗
rulosis 20 vollkommen geheilt und 5 bedeutend gebessert worden
seien, wobei keiner derselben läänger als 4 Monate in Behandlung
geblieben sei. Die Uebelkeit, welche mit dem Gebrauch des ge⸗
wöhnlichen rohen Oels herbunden ist, bestimmte ihn, das halbharte
Oel, das sich an den Röhren der Quellen anlegt, zu verwenden.
Er keß daraus mit Süßholz- oder einem anderen unschuldigen
Pulver Pillen von 5 Gramm Schwere bereiten und davon fünf—
mal täglich eine Pille nehmen. Die erste Wirkung, sagt er, ist
das Verschwinden des Hustens; Nachtschweiße und Appetit bessern
sich und das Korpergewicht nimmt rasch zu. (Wir haben dazu

u bemerken, daß die älteren Aerzte das Steinöl bereits gegen ver⸗
chiedene Leiden der Athmungsorgane angewendet haben. In der
Zausmittelpraxis gilt es in kleinen Gaben als gutes Mittel gegen
dampfigkeit der Pferde. Da das halbharte Oelfett in Deutsch⸗
and nicht zu haben ist, so müßte das rohe Petroleum in Gelatin⸗
apseln gegeben werden.) (Fundgr.)
Stenstesnachrichten.
Der Klaßverweser an der Lateinschule zu Miltenberg, F. Ebitsch, wurde
zum Studienlehrer an der Lateinschule zu Blieskastel ernannt.
Für die Redaction veraniwortlich: f. X. De mez.
KX. Aus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß die Nach⸗
frage nach Kissinger Loosen eine äußerst lebhafte ist, so daß, wie
selannt, die Ziehung nicht verschoben zu werden braucht. Es mag
ies seine Erklärung wohl zum Theile auch darin finden, daß be⸗
reffende Loose nicht in Serien abgetheilt sind, sondern laufende
mmern haben und in so ferne den beliebten Cölner Loosen
ihnlich sind. Freilich kam hei den Cölner Loosen auf je 234 erst
in Treffer, während bei den Kissingern schon auf je 25 Loose
in Gewinn fällt, was die leichte Verkäuflichkeit und Beliebtheit
—00 zweite Lotterie für Kissingen,
deren Ziehung noch im Herbste laufenden Jahres stattfinden soll,
bereits genehmigt und gleichfalls den Herren A. &amp; B.
SIchuler in Zweibrücken übertragen worden.

Holzversteigerung
zu Niederwürzbach am
7. Februar l. Is., um 1 Uhr
MNachmittags.

Schlag: Lambertsberg⸗ Fran⸗
J zosenkopf.
3 buchen Stämme II. Cl.;

53 „ III.,

9 eichen V.

30 Sler buchenẽcheitholz J. Cl.
2038 u — e II.
1I14 Stangenprügel;
200 Kohlprügel.

Die Hölzer sind von bester
Qualitä und bequem abzufahren.

Riederwürzbach, 2. Febr. 1880.

A. A. 1—
P. Wolf,
Gemeindeschreiber.
Das Reueste in Oval⸗, Pfei⸗
ler⸗ und Runded-⸗Spiegel
mit CErystall und *⸗ weißem
Glas äußerst billig bei
Rebr. Schuster.

Dammbrett⸗
Rohrstühle

Bekanntmachung.

Zufolge hohen Erlasses der kgl. General⸗, Bergwerks⸗ und
Salinen⸗Administration vom Heutigen werden vom 1. Februar
1330 an die Kohlen auf der kgl. Grube St. Ingbert zu nach⸗
tehenden Preisen verkauft:

Förderkohlen J. Qualität per 100 Kg. 1M 14

I. u u 100 — 86
n III. u u 100 P — — 68 —
einschließlich des Ladgeldes.

St. Ingbert, den 30. Januar —1880. JJ

Kgl. Bergamt:
J. Kamann.

als Wirthsstühle geeignet) per
Stück Mark 3, bei größerer Ab⸗
nahme billiger bei

Gebr. Schuster.
Aufforderung.
Wer Ewas an Friedrich
Dithof aus Schnappbach
su fordern hat, wolle sich inner—
Jalb acht Tagen an Thomas
Osthof daselbst wenden.
Th. Osthof.

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Unwiderruflich
Ziehung 24. Februar 1880.
Keine Serien!

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Gehör—

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om Ober⸗Stabsarzt PDr.
Sehmiädt heilt jede Taubheit,
wenn sie nicht angeboren (Schwer⸗
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seiligt). Preis pr. Flasche nebst
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Deen Einsendung von 4
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Derer, welche durch Ober-Stabs⸗
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jör-Oel (dieses ausgezeichneten
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theilweise nach Jahre langer, oft
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Aus Dankbarkeit
ezeuge ich, daß Herr F ˖ EC.
Zauer in Wertheim am
Dtain meinen Sohn, welcher an
Bettnässen
in höchstem Grade gelitten, hier⸗
von vouftändig befreit hat. Ich
spreche ihm auf diesem Wege
meine aufrichtige Anerkennung
aus. *
Joh. Albrecht, Schafhandlung,
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J Fastnacht Sonntag:
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Montag:
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        St. Ingberler Acnzeiger.
ber St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wi utlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnement spreis betragt vierteljahrlich

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Donnerstag den 5. Februar

1880.
Deutsches Neich.

München. Durch das Gesetz vom 10. März 1879 waren
dem Justizministerium aus Anlaß der neuen Gerichtsorganisation
323, 200 M. für größere Erweiterungs- und Neubauten, dann
197,600 M. für kleinere Baufallwendungen und Einrichtungen zur
Verfügung gestellt worden. Letztere Summe hat nicht gereicht,
vährend erstere nicht ganz gebraucht wurde. Das Justizministerium
jat nun beim Landtag die Ermächtigung nachgesucht, die Erübrig—
ingen an letzterer Summe zur Deckung des vorerwähnten Abgangs
verwenden zu dürfen.

Aus der Sitzung der Abgeordnetenkammer vom 31.
Jan. ist noch zu erwähnen, daß ein Antrag des Abg. Schels
ultr.), den Gehalt der Malzaufschlag⸗ Einnehmer um 300 M. auf—⸗
ubessern, mit allen Stimmen gegen die einzige des Antragstellers
bgelehnt worden ist.

Der Einfluß der hohen Gerichtskosten macht sich auch der
oayerischen Staatskasse in wahrscheinlich unerwarteler Weise fühl⸗
»ar. Die neuen erhöhten Gebühren u. s. w. sind nämlich für
ie Monate Oktober und November 1879 hinter jenen des gleichen
Zeiraums von 1878 um 150,000 M. zurückgeblieben.

Die erste fächsische Kammer hat den Antrag, die Regierung
olle beim Bundesrath den Erlaß eines Reichsgesetzes gegen den
Zinswucher befürworten, einstimmig angenommen.

Ausland.

Paris. Das von dem Finanzminister Magnin in der Ab⸗
eordnetentkammer eingebrachte Budget für 1881 schließt mit einem
leberschuß von 32 Millionen Franken ab, wovon 28 zur Ent⸗
astung der Getränke- und 3 bis 4 Millionen zur Entlastung der
dapiersteuer dienen sollen. (A. Z3.)

In den katholischen Kirchen New⸗Horks wurden am Sonn⸗
ag 25,000 Dollars zu Gunsten der nothleidenden Irländer ge⸗
ummelt.

Washington. Dem Congreß ging der Antrag zu, daß
Zräsident Hayes aufgefordert werde, den im Krieg begriffenen süd⸗
merikanischen Staaten seine guten Dienste zur Herstellung des
zriedens anzubieten.

Das gelbe Fieber fängt an in Brasilien aufzutreten,
is jetzt zwar nur in unerheblichem Grade, doch fürchtet man eine
veitere Ausdehnung der Epidemie.

uuf dem Eisenwerke der Herren Gebr. Krämer dahier aus
Nordamerika eine Vestellung von 120,000 Ceniner eiserner Ei⸗
enbahnschienen einlief.

F. Als Geschworener zu der am 8. März nächsthin beginnen⸗
)en Schwurgerichtssession des 1. Quartals 1880 vwird aus dem
danton St. Ingbert Herr Mich. Wack, Ackerer und Bürgermeister
n Ommersheim, einberufen werden.

F Kaiserslautern. Das dreizehnjährige Söhnchen eined
Jiesigen israelitischen Metzgers hatte sich seit acht Tagen heimlich
»om Hause entfernt, nachdem es bei verschiedenen Fleischkunden
etwa 130 M. einkassirt hatte. Da kam ein Brief des Flüchtlings
aus Basel an seine Eltern an, in welchem denselben mitgetheilt
vird, daß ihr Söhnchen wohlbehalten in Basel angekommen, bei
inem Metzger in die Lehre geireten sei und bereits verschiedene
lusgaben gemacht habe. In dem Briefe spricht der Kleine die
röstliche Hoffnung aus, einst als reicher Mann nach Hause zu⸗
rückzukehren.

F H. Hanauer in Winnweiler hat ein Patent auf einen
iachgebenden Korb an Stiftendreschmaschinen erhalten.

F In Neustadt haben über 20 Meister die Beschickung
der Ausstellung von Lehrlings-Arbeiten in Kaiserslautern zugesagt.

Die auf Sonntag den 1. Februar nach Neustadt ausge⸗
chriebene Versammlung pfälzischer Brauer zählte etwa 100 Theil⸗
nehmer. Es wurde ein pfälzischer Bräuerbund gegründet, der sich
dem schon gegründeten bayerischen Brauerbund anschließt. Als
Borort wurde Kaiserslautern bestimmt, weshalb vier Kaiserslauterer
Brauer, Köhl, Schuck, Janisch und Dr. Orth den Vorstand bilden.
Als wünschenswerth erschien es den versammelten Herren, einen
inheitlichen Schenkpreis des Bieres, 13 Pf., in der ganzen Pfalz
jerbeizuführen, welches Ziel, wie aus den gemachten Mittheilungen
jervorging, schon in eineni nicht kleinen Theil der Pfalz erreicht
st; der Preis, um den das Bier an den Zapfwirth abzugeben ist,
vurde jedem Brauer anheimgestellt.

.Dr. Mehlis in Dürkheim ist mit einer Geschichte
)er Völkerwanderung beschäftigt, die im Verlag von Cotta erschei⸗
ien soll und von welcher einzelne Theile bereils in der Zeitschrift
„Ausland“ abgedrucdkt find.

Bei der Mechenheimer Jagdverpachtung
purde als Pachtpreis die Summe von 1630 Mi. erlöst; früher
betrug derselbe 3154 Mark.

F Der Stadtrath in Annweiler hat den Beschluß gefaßt
ie vor einigen Jahren daselbst errichtete Mädchenarbeitsschule vom
Zeptember an aufzuheben, um der Gemeindekasse die Ausgabe
zu ersparen.

. Glaubwürdigen Nachrichten zufolge wird die in Edenkoben
zurch Versetzung des Notars Hoseus nach Speyer in Erledigung
zekommene Notarstelle nicht mehr beseht.

F. In Landau wurde am Sonntag Vormittag der kath.
Ztadtpfarrer Seibel während der Predigt auf der Kanzel von
inem Schlaganfalle betroffen, dem er noch am Nachmittage dessel⸗
ʒen Tages erlag.

F G. H. Weber in Landau hat ein Patent auf eine Ein⸗
pann⸗ und Zugvorrichtung bei Drahtflecht⸗ Maschinen erhalten.

F. Ingenheim. Eine ergöhliche Scene spielte sich im hie⸗
igen Bürgermeistereilocale ad. Frau X. war in ihrer Nachbar⸗
haft in den Verruf einet „Here gekommen. Als solche war sie
elbstverstandlich im Stand, verschiedene Gestalten anzunehmen und
zing sie öfters mit einetr Nachbarsfrau, beide in Katzen verwandelt,
n der Nachbarschaft umher. Der Fuhrmann 3. hatte ganz be⸗
onders die nachtheiligen Folgen dieses Spukes zu tragen und be⸗
jauptete steif und fest, daß ihm Kuh und Pferd verhext worden
eien. Eines Abends erwischte seine Frau wirklich zwei Katzen und

rügelt die vermeintlichen Heren gründlich durch. Als nun am
nächsten Morgen Frau X. zufällig in Folge einer Verwundung
nit verbundenem Kopfe umherging, war es dem Fuhrmann sonnen⸗
lat, daß Frau und Katze identisch waren, und triumphirend er⸗
äählte er allen Nachbarn, wie die Hexe von seiner Frau tractirt
vorden sei. Bald aber merkte er, daß mit Hexen nicht zu spassen

Vermischtes.

St. Ingbert, 4. Febtr. In heutiger Schöffen⸗
tzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Hand⸗
verlsbursche erhielt wegen Londstreicherei und Bettelns 60 Tage
daft und wurde der Landespolizeibehörde überwiesen. — 2) Ein
remder Händler erhielt wegen Hausirhandels 4 M. 50 Pf. Geld⸗
trafe. — 8) Zwei Handwerksburschen erhielten wegen Bettelns
», bezw. 4 Tage Haft.

Zur Schöffensitzung am 11. Februar haben als Schöffen

erscheinen die Herren: Haud, Mülser in Rohrbach und Zott,
caufmann zu Schnappbach.

*St. Ingbert, 3. Febr. Das kgl. Landgericht Zwei⸗
‚rücken hat in seiner gestrigen Sitzung oen Geschaftsagenten und
zerichtsvollziehergehilfen Fiͤcker von hier in mehreren Fällen
et Veruntreuung ihm anvertrauter Gelder für überführt erklärt
mind in eine Gefängnißstrafe von 18 Monaten verurtheilt.

— Ueber den in voriger Nummer des „Anz.“ mitgetheilten
»orfall in Sul zbach wird uns berichtigend mitgetheilt, daß
er junge Mann, Namens Leistenschneider, indem er das Messer
‚ebrauchte, aus Nothwehr handelte. Derfelbe war, ohne Veran⸗
assung von seiner Seite, während er einige Mädchen auf deren
Zitten nach Hause begleitete, don mehreren jungen Bergleuten aus
einem Muthwillen angegriffen und mißhandelt worden. Um sich
er Angreifer zu erwähren und das eigene Leben zu schützen, hatte
c zum Messer gegriffen. Er befindet sich bereits wieder in Frei⸗
eit, während die Complicen des Getödleten noch hinter Schloß
nd Riegel sitzen.

*Der „Zweibrüder Ztig.“ wird von hier geschrieben, daß
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        fei. Die Frau stellte Beleibigungsklage und die Sache kam zunächst
hor das Bürgermeisteramt zum Sühneversuche. Der Fuhrmann Z.
welcher jetzt wahrscheinlich fürchtete, er köͤnne vor dem Strafrichter
noch mehr verhert werden, ging auf den Sühnevorschlag des Bürger⸗
meisters ein. Hiernach hatte er seine Aussagen gegen die arme
Frau zu widerrufen, öffentlich Abbitte zu thun und als Buße 5M.
vdie Localarmenkasse zu zahlen. Ob ser damit von seinem Hexen⸗
glauben ist? Wir bezweifeln es. Also geschehen im Jahre des
Heils 1880. (L. A.)

. Am Montag Nachmittag suchte der Müller Werner auf
der Mörlheimer Mühle an seinem Wasserrad das Eis mit einer
Art loszuhauen; da das Rad nicht stillstand, schlug er fehl, be—
dam das Uebergewicht und stürzte in das Rad, welches ihm das
Genidk abdrückte, so daß augenblicklich der Tod erfolgte. Er war
29 Jahre alt und hinterläßt eine Wittwe mit drei kleinen Kindern.
7 Für muthwillige Peitschenknaller möge als Warnung die⸗
nen, daß in der letzten Sitzung des Frankent hale r Schöffen⸗
gerichtes zwei Burschen, welche dem Vergnügen des Peitschenknallens
deidlich oblagen, mit 3. resp. 2 Tagen Gefängniß bestraft wurden.

FIn der früher Heller und Peters'jchen Cichorienfabrik zu
Frankenthal herrscht eben eine einsige Thätigkeit. Haas und
Fomp., eine Mannheimer Firma hat diese Fabrik von dem jetzigen
Besitßzer mit ihren Velriebseinrichtungen gemiethet und beschäftigt
ca. 30 Leute in derselben. Min waz? — Mii der Verarbeitung
don Tabaksstengeln. Welcher Art aber die Fabrikation dieses sonst
werthlosen Produkts ist, darüber herrscht volles Dunkel, da es Nie—
mand gestattet ist, die Arbeitsraume zu betreten und die Arbeiter
selbst im Interesse der Fabrikanten nichts verrathen. Man muß
also dahin gestellt sein lassen, ob vurch die geheimnißvolle Thätig—
keit Taubennester aus den Tabaksstengeln oder eine feine Sorte
Rauch⸗ oder Schnupftabak fabrizirt wird.

P Vor dem Schöffengerichte in Speyer hatte sich eine aus
21 Koͤpfen bestehende Bande junger Burschen von 1520 Jahren
wegen einer ganzen Reihe von Diebstählen zu verantworten. Die⸗
selben hatten zuerst Trauben, Kartoffeln, Rüsse, dann Heu, Stroh,
Bohnenstecken, später auch Fleisch, Wuͤrste, Lebkuchen u. s. w. ge⸗
stohlen. Vier davon wurden mit 2—8 Monaten Gefängniß be—
straft, eine Anzahl wurde wegen Verjährung freigesprochen; in
bdielen Fällen wurde zum Zweck weiterer Erhebungen Vertagung
angeordnet. Sp. 3.)

Speyer. Der Gemeindehaushalt der Stadt Speyer ist
für das Jabr 1880 it iner Ausgabe von 335. 256 M. 16 Vi.
— V—

Holzversteigerung
zu Niederwürzbach am
7. Februar l. Is. um 1 Uhr

Nachn ittags.
Schlag: Lambertsberg⸗ Fran⸗
J zosenkopf.
3 buchen Stämme II. Cl.;
33 III.,
9 eichen V.

30 Slerbuchen Scheitholz lCl.
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I14 Stangenprügel;
2065 3 Kohlprügel.

Die Hölzer sind von bester
Duaolitat und bequem abzufahren.
Riederwürzbach, 2. Febr. 1880.
A. A.
P. Wolf,
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Vei wem? sagt die Exped. d. Bl.

vonntag und Montag:

—33—
Tanzmusik.
Anfang 3 Uhr. Für gute Musil
ist besiens gesoragt. Es ladei
—XXV

Peter Jung.

Sin ausgezeichnelen, uberall ge⸗

rühinnter

ꝛeranschlagt; davon sind 110,300 M. durch Umnlage zu erheben,
vas eiwa 90 pCt. der Staatssteuer (einschließlich der Kreisum—
lagen) ausmacht.

7 Ein in Steinselz bei Weißenburg wohnender Oeko⸗
nom hatte ein Pferd, daß an Athmungsbeschwerden litt. Herr
Thierarzt Breunig von Weißenburg, welcher den Fehler richtig
der mangelhaften Luftröhre erkannte, schnitt den fehlerhaften
Theil derselben aus und ersetzte diesen durch ein silbernes Instru—
ent. Das Pferd ist heute gesund und zu jeder Arbeit verwend⸗
zar. Es ist dies ein Fall, der wohl selten vorkommt.

— Die berühmten Solnhofener Steinbrüche, in welchen
wa 800 Arbeiter mit dem Ausbrechen des zu lithographischen
Zwecken verwendeten Kalksteines beschäftigt sind, haben eine Con⸗
urrenz in Amerika erhalten. In inehreren Theilen des Staates
dentucky sollen Lager von Steinen entdeckt sein, welche gleichfalls
ür die Lithographie verwendet werden koͤnnen. Die Soluhofener
Steine galten bisher für die besten und wurden selbst nach Amerila
ausgeführt.

FMünchen. Von 'der Polizei wurde der mit Erfolg in
modificirter Form begonnene Geschäftsbetrieb der Adele Spiztzeder
aingestellt. Die von derselben seit Mai d. J. gezahlten Provisionen
ind Zinsen betragen mehrere Tausende. Untersuchung ist im Gang.

FMinden, Es bestätigt sich, daß das Gruben⸗Unglück auf
der Zeche „Meißen“ dadurch entstand, daß ein Bergmann undor⸗
ichtigerweise uud wider die Vorschrift eine Sicherheitslampe öffnete.
er den 17 Todten befinden sich 11 Familiendäter.

4 Wie viel Einwohner wird Berlin am Schlusse dieses Jahr—
jundert haben? Der Magistrat beantwortet diese Frage gelegentlich
iner Vorlage an die Sadiverordneten⸗Versammlung dahin, daß
rach den verläßlichen Mittheilungen des statistischen Amtes Berlin,
velches ohne Militärbevölkerung jetzt ca. 1,100,000 Einwohner
hat, im Jahre 1899 ca. 2,400, o60 Einwohner besitzen wird!

4 Seit einigen Tagen ist der Züricher See vollständig zuge⸗
roren, was seit dem 13. Jahrhundert im Geunzen 24 Mal vor⸗
ekommen ist. Auch der Bodensee ist auf große Strecken zuge—
Gren uud erwarlet man bei anhaltender Kalte dessen vollständiges
Zufrieren in kurzer Zeit.

Paris, 4. Febr. Bei Argenteuil in der Nähe von
Paris sind durch einen Eisenbahn⸗Zusammenstoß 7 Menschen ge—
ödtet. 20 verwundet worden.
— — — — — — —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme g.
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355 8—8333 —22 3555
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22.3 522 2s 5 5 22355 53 855 —— 2353 22 32553553233
532222 —5* *82 25* 5,23 2220 — 3 5233 232
533532352 3 5233 2. 342 * 82 5238 34322 J * 25532
75. .3. 22* R33 535537323828 35.7 33. 3 5*
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptoblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und SZonntag. Der Abonnemeuntsvpreis beträgt vierieljahrlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 A, einschließlich 420 4 Zustellzebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blatischristeoder deren RNaum, Reckamen mit 30 opro Zeile berechnet.
/D F 2
422. Samotag den 7. Februar 1880.

— —

Deutsches Reich. I

Muͤnchen, 3. Februar. Der zum Wittelsbacher Jubiläum
dahier projectirte Festzug ist auf 234,000 M. Kosten berechnet.
Hiernach wären also zu dem Magistratsbeitrage von 100,000 M.
ioch 134,000 M. privatim aufzubringen. (Fr. K.)

Muünchen. In der Kammer der Abgeordneten wurde der
Vesetzeniwurf über das Spielen in auswärtigen Lotterien nach
ängerer Debatte angenommen. Der Initiativantrag Kuby, betr.
Artikel 6 des pfälzischen Notariatsgesezes, wurde in erster und in
weiter Lesung einstimmig augenommen. — Die Anfrage Vaillant's
iber die Stellung der Regierung zu dem Antrage beantwortete der
zuftizminister dahin, daß eine definitive Entscheidung vor Annahme
m Neichsrath unmöglich sei; er habe jedoch gegen das Gesetz keine
crinnerung.

Zum Etat der Ausgaben auf Reichszwecke brachte Abg.
Daller den Antrag ein, an Se. Maj. den König die Bitte zu
ichten, er möge Vaierns Vertreier im Bundesrath gegen die Mi—
itärgesetz -Novelle und jedes weitere Septennat (Festsetzung der
Bräsenzstärke des Heeres auf 7 Jahre) stimmen lassen. Die Be—
ratung dieses Antrages und des Etats selbst wurde auf Antrag des
Abg. Jörg für einige Tage aufgeschoben.

Der Branntweinsteuer-Ausschuß der Abgeordnetenkammer hat
ich in seiner Mehrheit für den Gesetzentwurf ausgesprochen und
vie modificirenden Anträge der Referenten angenommen.

Das preußische Abgeordnetenhaus hat in dritter Lesung
in Gesetz über Besteuerung des Wanderlagerbetriebes ange⸗
ommen, ebenso nahm es den Gesetzentwurf über den Erwerb der
Küheinischen und der Potsdam-Magdeburger Vahn für den preuß.
Staat an.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ schreibt: „Es ist vielfach die Rede
on einer Anzahl neuer Steuern, welche dem Reichstag jetzt
orgelegt werden sollen. Gutem Vernehmen nach ist feststehend
ur die Wiedereinbringung der Brausteuer (Bayern nicht betreffend)
ind der Börsensteuer und wahrscheinlich noch die Einbringung einer
nittungssteuer.“ (Auch das isi uns schon genug.)

Bei der Berathung des Justizausschusses des Bundesrathes
iber den die Disziplinarstrafen behandelnden sechsien
Abschnitt des Strafvollzugs-Gesetzentwurfs gab die Frage der kör⸗
erlichen Züchtigung Veranlassung zu einer prinzipiellen Debatte.
Während von einer Seite die Beseitigung der als entbehrlich und
chmiachvoll bezeichneten Strafart beantragt wurde, trat eine ent—
egengesetzte Richtung für die Ausdehnung ihrer Zulässigkeit auf
rwachsene Sträflinge aller Art ein. Sämmtliche Abänderungs⸗
vorschläge blieben aber in der Minorität und die Bestimmungen
es Entwurfs wurden angenommen. Danach ist die körperliche
züchtigung nur gegen nicht ehrberechtigte männliche Zuchthaus—
träflinge für zulässig erklärt.

Die in Aussicht genommene Vermehrung des deutschen
)ecres bringt schon jetzt wieder eine Sturmfluth von Petitionen
einet Provinzialstädie im Ueberweisung von Garnisonen in Fluß.
eim Kriegsministerium gehen bereits solche Petitionen ein; in
coßer Anzahl werden aber solche noch vorbereiiet.

Die Abendblätter melden die Beförderung des Contre⸗Admirals
jatsch zum Vice-Admiral. Dem General v. Kirchbach, welcher den
detenen Abschied erhielt, ist der Grafentitel verliehen worden.

Generallieutenant v. Pape ist zum General der Infanterie
end commandirenden General des 5. Armeekorvs (Nachfolger

stirchbach's ernannt.

Die erste fächsische Kammer hat den Antrag der zweiten
rammer, daß bei dem Bundesrath auf Abänderung des Gerichts⸗
osten⸗ Gesetzes hingewirkt werde, abgelehnt, nachdem der Justizminister
enjelben als verfrüht bezeichnet hatte.

Kronprinz Rudolph von Oesterreich ist am Mittwoch Morgen

Uhr zum Besuch der kgl. Familie aus Prag in Dresden amn—
crroffen und wurde von dem König und dem Prinzen Georg herz⸗
q begrüßt.

jetroffen. Der Kaiser und die Mitglieder der kaiserlichen Familie
empfingen die Kaiserin auf dem Bahnhofe und geleitete dieselbe nach
dem Winterpalais. Die Kaiserin fuhr in einem geschlossenen zwei⸗
pännigen Wagen und wurde auf dem Wege durch die mit Flaggen
eschmückte Stadt von der dichtgedrängten Menschenmenge, welche
zpalier bildete, mit begeisterten Zurufen begrüßi.

Auf die Vorstellungen der Mächte hat Montenegro sich
ntschlossen, von den angedrohten Sequestrationen der Besitzthumer
her Mohamedaner in den neuokkupirten Gebietstheilen abzufehen.

In einer anscheinend von unterrichteter Seite herrührenden
Zuschrift der „Pol. Corr.“ aus Montevideo wird dringend vor der
luswanderung nach Uruguay gewarnt. Die dortige Regierung
nacht zwar den Auswanderungslustigen durch eigens aufgestellie
Agenten die größten Versprechungen, hält diese aber niemals ein.
ẽben jetzt wurde den europäischen Vertretern der Republik ein Cir—
rular zugeschickt, in welchem den Auswanderern freie Ueberfahrt,
mentgeltlichet Unterhalt bis zu einem gewissen Zeitpunkt, soivie
der unentgeltliche Besitz von Grundstücken zugesichert und üherhaupt
die Verhältnisse der Einwanderer in einem so rosigen Licht darge-
tellt werden, daß so mancher europäische Landbauer sich nur zu
eicht täuschen lassen könnte. Mögen dieselben es wohl beherzigen,
aß alle diese Versprechungen leerer Schall sind, da der Erfüllung
erselben sich ausnahmslos unübersteigliche (wohlweislich geheimge⸗
haltene) Hindernisse in den Weg stellen.

Vermischtes.

K Echule und Militär.) Interessant und lehrreich ist
olgende Tabelle aus dem Jahre 1878 über die Ausgaben einiger
änder für das Schulwesen und das Militär. Die Kosten de—
iefen sich pro Kopf der Bevölkerung:

a) für Unterricht: b) für Militär:
l. Nordamerika (Vereinigte

Staaten)... n8 Mk. 5,56 Mk.

Schweiz... 258 4,

England...... 2,64 , .4.44

Deutschland .. 2,08, 9.,166,

. Desterreichh 1,3686 5,566,
3. Frankreich WF 1,168 18,00,
7. Italien WWWVW 0,5328, 6,28,

f Eine Anzahl Viehhändler aus der Pfalz beabsichtigen eine
Vetition an die Abgeordnetenkammer zu richten, wegen Abanderung
des Gesetzes über die Besteuerung des Gewerbebetriebs im Umher⸗
iehen. Sie empfinden nämlich die Besteuerung, soweit sie von
herselben getroffen werden, als eine Ungerechtigkeit, da der Vieh—
jandel seiner Natur nach eben gar nicht anders als im Umherziehen
netrieben werden kann.

Der Stadtrath von Pirmasens hat die Erbauung
iner für sämmtliche städtischen Schulen ausreichenden Turnhalle
ind eines Spritzenhauses beschlossen.

fKaiserslautern. Nach der „Kais. Ztig.“ wurden
inigen Commis hiesiger Geschäfte, die es mit der Ratrheit zu bunt
rieben, seitens ihret Prinzipale ihre Stellung gekündigi.

F Die „Pfälz. Volksztg.“ in Kaiserslautern, welche schon
ermöge ihres demokratischen Standpunktes der projectirten Ver—
nehrung des deutschen Heeres nicht freundlich zugethan ist, versteht
8 doch, aus dem Uebel, wenn es unvermeidlich sein sollte, das
Hhute herauszuziehen; sie empfiehlt nämlich, wenn man Platz für
as vermehrte Militär braucht, Kaiserslautern als Garnisonsort.
zo seht wir den Kaiserslauterern die Garnison gönnen, müssen
vir doch sagen, am liebsten wäre es uns, wenn der Kriegsminister
jar nicht in die Lage kaäme, sich nach Casernen für noch mehr
zoldaten umsehen zu müssen.

f Otterberg. In Vetreff der zu erbauenden Lautetthal-
ahn wurde in einer Sitzung des Stadtraths und verschiedener
jiesiger Interessenten beschlossen, an geeigneter Stelle dahin vor—⸗
tellig zu werden, daß der Bahnhof, der für Otterberg in Betracht
ommt, möglichst nahe an die Stadt verlegt werde. Insbesondere
burde dabei in's Auge gefaßt, daß die bezügliche Bahnlinie bei

Ausland.
Petersburg, 4. Februar. die Kaiserin ist heute Nach⸗
nitiag 4 Uhr bei heiterem, milden Wetter wohlbehalten hier ein⸗
        <pb n="84" />
        der Lampertsmühle links abzweigen und uber Erlenbach und oen
Behrsweilexhof in den Nordbahnhof zu Kaiserslautern, entsprechend
einem in vieser Stadt angeregten Project, einmünden solle. Nach⸗
dem in früherer Zeit jede Moͤglichkeit, in den directen Bahnverkehr
zu kommen, unserer Siadt abgejschnitten wurde, dürfte vielleicht
dieser letzte Versuch, den Bahnkoͤrper der zu erbauenden Lauterthal⸗
bahn der Stadt möglichst nahe zu rücken, der Beachtung an maß⸗
gebender Stelle wohl werth sein. —

FIn Blankenborn fiel ein Knabe im Alter von 13
Jahren von einer hohen Tanne und erlitt so erhebliche Beschä—
digungen, daß man an seinem Aufkommen zweifelt. (S. W.)

In Länd au starb am 3. Februar der quiescirte k. Be—

zirksgerichtsdirector Herr Ludwig Molique im 75. Lebensjahr.
7 RNach einer Notiz im „S. W.“ hätle der verstorbene Stadt⸗
pfarrer Hr. Seibel von Landau das Waisenhaus in Landstuhl
zu seinem Universalerben eingesetzt. Außerdem soll derselbe noch
mehrfache wohlthaäͤtige Legate ausgeworfen haben. V

Am Dienstag Morgen verschied zu Schwanheim plötzlich
der Tagner Nikolaus Andres, Wittwer, ohne Zweifel in Folge
einer Vergiftung. Derselbe hatte sich Suppe gekocht und dazu aus
einer Kiste nach seiner Meinung feines Mehl benüßzt. Jedoch kurz
nach dem Essen stellte sich Erbrechen und Aufschwellen des Körpers
ein, dem bald der Tod folgte. Wie verlautet, soll der Unglückliche
eine Quantität Arsenikt, die er früher von Paris mitgebracht hatte,
im Glauben, es sei Mehl, der Suppe beigesetzt haben. Seine
Kinder, die ebenfalls von der Suppe gegessen halten, wurden durch
Anwendung entsprechender Mittel aller Gefahr enthoben.

Der Gemeinde Russange in Lothringen hat Kaiser
Wilhelm zur Wiederherherstellung ihrer Kirche 5000 Mark zu—⸗
stellen lassen.

pMetz. In Conthil, Kreis Chateau⸗Salins, wurde
durch die Wachsamkeit der dortigen Gendarmerie eine förmliche
Räuberbande, aus vier Personen bestehend, aufgestöbert und zur
Haft gebracht. Wohnungen und Läden im weiten Umkreise wur⸗
den von diesen Leuten mit größter Gaunergeschicklichkeit heimgesucht
und geplündert, wobei namentlich ein Mann und ein Weib thätig
waren, die sich für Eisenbahnarbeiter ausgaben. Bei mehreren
pon den Gendarmen in den letzten Tagen bei Privaten vorgenom—
menen Haussuchungen fand man eine Menge gestohlenet Waaren
jeder Art, silberne Uhren, Flinten, Fußbekleidungsgegenstände für
MRänner, Frauen und Kinder ⁊c. ꝛc., alles Gegenstände, welche die
Gauner den Privaten zu einem Spottpreise verkauft hatten, obschon
zum gleichen Zwecke bei den Dieben selbst noch Vieles auf Lager
vwvaren. Saaralben und Saarunion nebst Umgegend waren die
Hauptschauplätze der Thätigkeit dieser Industrie-Genossenschaft.

'Mainz, 4. Februar. Wegen Eisstellens wurde der
Verkehr des Trajectbootes mit Castel eingestellt.

FRegensburg. Von hier bis über Haberfleck bei Neu—
stadt a. D. ist die Donau vollstündig zugefroren; ebenso reicht der
Eisstoß bis über Deggendorf hinaus. Auch Regen und Naab tra-
gen eine vollständige Eisdecke.

Der Rector der Universität München giebt bekannt, daß
der Universität 33900 M. überwiesen sind, um dieselben als Preis
für die bis zum 1. Januar 1883 an die Universität München
einzusendende beste Geschichte der dentschen Holzschneidekunst von
der ältesten bis zur neuesten Zeit auszuschreiben.

F Ueber einen eigenthümlichen Unfall schreibt man der „Ess.
Volks-Zeitung“: Ein Oekonom in Roxel hatte dieser Tage das
sonderbare Unglück, beim Ueberspringen eines Grabens in eine von
rinem Wilderer an einem niedergebeugten Vaume bejestigte Reh—
schlinge mit dem Kopfe hineinzugerathen, so daß er erdrosseit wor⸗
den wäre, wenn er nicht vermöge seiner Größe noch eben mit den
Füßen den Bodeun berührt hätte.

F Dortmund, 3. Februar. Kaum hat sich die Erde
über den siebenzehn Opfern auf der Zeche Meißen bei Minden ge—
schlossen, so trifft auch schon wieder die Kunde von einem neuen
schrecklichen Grubenunglück hier ein. Auf der Zeche „Mont-Cenis“
bei Herne sind nämlich heute Morgen sieben Bergleute in Folge
der Explosion schlagender Wetter verunglückt. (Fr. 3.)

FAus der nordfriesischen Marsch wird berichtet, daß
die Auswanderung nach Amerika dort wieder im Wachsen be—
griffen und seit Jahren nicht so stark gewesen, als jetzt. Ganze
Familien, zum Theil aus 5 bis J Personen bestehend, haben ihre
Häuser verkauft, um im März von dort abzureisen.

Die Hildburghausener „Dorfzig.“ hat auf eigene Hand
einen Orden gestiftet, dessen Stern sie, freilich nur gedruckt im
Blatte für hervorgehende Leistungen auf dem Gebiete der Menschen⸗
freundlichkeit zu verlcihen pflegt. Die neueste derartige Verleihung
lautet wie folgt: Den größten * hat der wackern Postbote Rosen⸗
auer aus Landshut verdient. Auf seinem mühsamen Gange durch
Wetter und Sturm fand er mehrere Schulkinder in tiefen Schnee—
—

ausgesetzt. Da nahm er eines von den kleinen Madchen auf den
einen Arm, das andere auf den andern Arm und das dritte über

ein Postfetleisen auf oen Rucken; den großeren ries er zu: Ttetct
jenau in meine Fußstapfen! Mühsam und keuchend unter der vier⸗
achen Last brach er sich Bahn Schritt vor Schritt durch den tiefen
-chnee und endlich kam er im Dorfe Leuterhofen glücklich an. wo
r srotz seiner Riesenkraft (er war früher Kürassier gewesen) er⸗
chöpft zusammenbrach. Sein Name wird amtlich bekannt gemacht.
der Postvorstand hat ihm vor versammeltem Personal die Hand
und in die Hand 50 Mark gedrückt.

(Trichinen.) Das „Aerztliche Intelligenzblatt“ enthält
olgende Korrespondenz aus Berlin: Von 1000 ameritanischen
-chinken, die ein hiesiger Großhändler einem amtlichen Fleischbe—
hauer dieser Tage zur Untersuchung übergeben hat, wurden 82
als trichinos befunden, die größte Zahl, die bisher in ähnlichen
Fällen konstatirt worden ist. J

p Der letzte Lützower — so berichten Wiener Blätter —
st in Wien gestorben. Es ist der dortige Hoftheaterarzt Johann
Thristof Rittmeher, 83 Jahre alt. Er hatte dem Lützowschen Frei⸗
korps angehört und kämpfte in dem späterhin aus dem Korps ge⸗
bildeten Infanterie-Regiment bei Waterloo mit.

F904 Fragen an die Geschworenen. Vor dem Assisen⸗
jofe der Seine wurde vor mehreren Wochen gegen einen gewissen
hictor Oswald Darlhoc eine Anklage wegen Unterschlagungen und
Fälschung öffentlicher Urkunden, welche er in seiner Eigenschaft als
zchatzmeister eines Wohlthätigkeits-Unstituts begangen hatte, ver—
— ——
jur das Bemerkenswerthe, daß durch den Schwargerichtshof nicht
veniger wie 904, sage neunhundertvier Fragen über verschiedene
Thaisachen an die Geschworenen gestellt wurden. Und wie lange
Zeit brauchten die Geschworenen zu deren Beantwortung? Nach
dem, der „Wiener Allgemeinen Juristen⸗Zeitung“ vorliegenden,
Berichte eine und eine halbe Stunde, nach welcher Zeit sie aus
dem Berathungszimmer zurücktehrten und sämmtliche 9904 Schuld-
ragen be ahten, uater Zu assung mildernder Umstände. Auf
vrund dieses Verdicts wurde der Angeklagte zu fünfzehnjähriger
Zwangsarbeit nebst 100 Franes Geldbuße verurtheilt.

F Aus der Schweiz. Im Berner Oberland herrscht üllerall
ine grausige Kälte, So wird dem, Thuner Anzeiger“ geschrieben:
„Der Todtengräber in Frutigen kommt in sehr große Verlegenheit,
bei der gegenwärtigen großen Sterblichkeit die Leichen in die Erde
zu bringen. Frutigen besitzt keine Todtenhalle, um die Leichen
nuf einige Zeit aufbewahren zu können. Der Boden ist vier Fuß
iief hart gefroren. Jetzt haben wir fast alle Morgen — 15 bis
16 Gr. R

Aus Bellinzona meldet man als außerordentliches
Freigniß: Die Hälfte des Luganer Sees zwischen Marcote und
Brusino ist 4 imm dick zugefroren, die andere Hälfte mit zahllosen
fleinen todten Mücken bedeckt.

f Unterseeisches Licht. In England wurden Ver—
juch? angestellt, um die Leuchtkraft des elektrischen Lichts unter
)em Wasser festzustellen. Diese Versuche sind vollkommen gelungen.
das elektrische Licht wurde in einer Glaskugel in eine bedeutende
Tiefe herabgelajssen und in einer Entfernung von 100 Metern
jon der elektrischen Batterie angestect. Das Wasser wurde im
veiten Umkreise stark erhellt.

F Eine amtliche Schätzung beziffert die Verluste, welche Ir-
land in Folge der äaßerst ungünstigen letztjährigen Kartoffelernte
erlitten hat, auf nicht weniger als 114 Millionen Mark.

FAus Florenz wird dem „Journal des Debats“ geschrieben,
daß das Eis auf dem Arno so dick ist, daß Fußgänger uad Schlit:⸗
chuhlaufer über den Fluß gehen.

j—Der Extrazug der Kaiserin von Rußland, welcher ans
sehn Salonwagen, die unter sich in Communication stehen, und
iner Reihe Personenwagen erster und zweiter Classe nebst mehreren
vepädwagen besteht, war kurz vor dem Krieg von 1879 urjprüng⸗
ich vom Kaiser Napoleon für die Kaiserin Eugenie bei einer bel⸗
zischen Eisenbahn-Wagenbaugesellschaft bestellt worden. Nach der
entthronung des Kaisers Napoleon wurden die Salonwagen vom
daiser von Rußland für seine Gemahlin angekauft. Die Kaiserin
jat den Zug auf allen ihren Reisen im Ausland benutzt. (Die
daiserin traf am Dienstag Nachmittag in Petersburg ein.)

FMadrid, 4. Febr. In Folge eines heftigen Orkan?
auf den Philippinen sind viele Hande—sschiffe gescheitert, sowie
nuch das Kanonenboot „Miravelles“, dessen Manuschaft ertrank.

— Wenn nicht wahr, so doch gut erfunden ist die Geschichte.

vie der türkische Kriegsminister Ghazi Osman Pascha sich sei⸗
nen Monatsgehalt von 42, 000 Francs zu verschaffen weiß. Er
tellt nämlich einen Posten ans Finanzministerium und laägßt alle
ingehenden Gelder wegnehmen bis er gedeckt ist. Die anderen
Blüubiger des Staates mögen zusehen, wo sie etwas belbommen.
das ist allerdings „einfach und doch simpel.“
Inm Meichsanzeiger“ wird bekannt gegeben, daß Th. A.
ẽdison in Menlo-Park (New-York) ein deutsches Patent aui
seuerungen an eleltrischen Lampen erhalten hat. Vertreter Edisons
n Deutschland sind F. E. Thode und Knob in Berlin Drezden.
        <pb n="85" />
        Ar wee Aewe VJocrt Jeruro zeigt an, daßg er eine
Subscription für Unterstützung der nothleidenden Irländer eröffnet;
eine eigene Beisteuer ist 100,000 Doilars. (I) (Das ist ein Sei⸗
lenstück zu den Kosten für Stanley's Reise durch Afrita, welche
der Herausgeber des „New⸗York Heral d“ auch bestritten hat.)

T.Amerikanisch.) Ein Yankee, der in seinem Hause
einen Ball gab, unterbricht plötzlich den Tanz mit den Worten:
Halt, meine Herren, Oberst Smith hat soeben meine Frau ge—
üßt!“ Allgemeines Entsetzen, das sich steigert, als der Hausherr
ind der Oberst den Saal verlassen. sRach einigen Minuten kehren
Beide zurück und der Erstere ruft: „Der Ball kann seinen Fort⸗
Jang nehmen. Der Oberst hat mir eine Entschädigung von 100
Dollars gezahlt.“

F Eimens über Edison.) Ueber Edison beziehungsweise
iber den amerikanischen Humbug, der mit seinen Erfindungen ge⸗
rieben wird, veroffentlicht das. Deutsche Montags-Blatt“ in seiner
üngsten Nummer ein Schreiben des Herrn Dr. Werner Siemens
Berlin), aus dem wir folgende beherzigenswerthe Stellen für unsere
Leser herausheben: „Ich dann hierbei nicht unterlassen, Sie auf
)en großen Nachtheil hinzuweisen, der der deutschen Industrie und
»ielen gewichtigen Interessen durch die kritiklofe Verbreitung der
yon Zeit zu Zeit von Amerika herübertrompeteten Reklamen-Mit-
cheilungen über neue Erfindungen erwächst. Edison ist bekanntlich
pon einer Finauzgesellschaft mif Mitteln versehen, um in elektrischet
Beleuchtung zu arbeiten. Sind die Allien dieser Gesellschaft zu
ehr gefallen, so wird durch einen Reporter ein Intervieio ver⸗
offentlicht, welcher den Gasgesellschaften ihr nahes Ende in sichere
Aussicht stellt. Dann fallen die Gasaktien in Amerika wie in
Suropa rapide! Das Weitere versteht sich von selbst... Für
Edison selbst wird diese Aufbauschung seiner Erfindung durch die
Journalistit verderblich werden, was ebenfalls bedauerlich ist, da
hm Talent nicht abzusprechen ist, wenn auch seine wirklich nütz⸗
ichen Leistungen bisher nur äußerst gering waͤren. Es ist wahres
zift für eine Erfindung, wenn sie zu früh und zu schnell auf den
»ffenen Mark getrieben wird. Der Rückschlag bleibt nicht aus und
erstört auch den gesunden Kern, der Zeit zum Wachfen braucht
ind Ruhe.

f In der Nähe von Barcelona ist auf dem Gute eines
eichen Besitzers, des Don Fulgencio de Bercogana, ein gräß-⸗
icher Rassenmord verübt worden. Am Morgen des 27.
zanuar hatten mehrere Tagelöhner und Knechte lange Zeit ver⸗
zeblich auf ihren Herrn geharrt, der sonst schon in früher Stunde
unter ihnen zu erscheinen pflegte. Sie begaben sich daher in das
Zimmer der Wirthschafterin Manuela, um diese aufzufordern, den
Herrn zu weden. Sie fanden Manuela ermordet, an ihrer Brust
eigten sich zwei gräßliche Wunden, die von Arthieben herzurühren
chienen. Man eilte nun in die herrschaftlichen Geniacher, um
von dem Vorgefallenen Meldung zu machen. Hier bot sich aber
)en Eintretenden ein entsetzlichet Anblick dar. Mit gespaltenem
dopfe lag der Hausherr da gegen die Wand gelehnt. Ihm zur
Zeite ruhte der Leichnam seiner Gemahlin mit zerschmetterter Schlaf
uind weittlaffenden Wunden im Unterleibe. Im Nebenzimme!
purden zwei Töchter Don Fulgencios, eine siebzehnjährige und
eine fünfzehnjährige, als Leichen aufgefunden und auf der Schwelle
eines anderen Gemaches lag die älteste Tochter des Hauses, eben
alls durch Arthiebe ermordet. Das traurige Schichsal seiner El⸗
ern und Geschwister hatte außerdem noch ein ganz junges Büb⸗
hen getheilt, denn selbst das unschuldige Kindchen war in diesem
ntseßlichen Gemetzel von den entmenschten Mordern nicht verschont
jeblieben. Nur durch ein Jufall schien ein einziges Mitglied der
rmordeten Familie am Leben geblieben zu sein. Es war dies
ne kleine vierjährige Anita, welche man in demselben Zimmer, wo
is Blut ihrer Geschwister die Dielen geröthet hatte, ruhig schla⸗
ud in ihrem Vettchen fand. Man kann sich denten, welche Ent⸗
uistung dieses grausame Hinschlachten einer ganzen Familie unter
en Bewohnern des Gutes hervorgerufen hat. Der erste Schwein⸗
urt des ermordeten Gutsbesitzers und seine beiden Söhne wurden

als muthmaßliche Thätet verhaftet. Sie sollen das gräßliche Ver—
rechen aus Geldgier begangen haben. Es hielt schwer. sie vor
ꝛer Wuth der erbitterten Gutsleute zu schützen.

sNachrichten aus Yokbohama entwerfen ein schredliches Bild
er Feuersbrunst, welche in Tokio am 26. Tezember wüthete.
das Feuer zerstorte etwa 15 000 Gebäude und machte mehr als
V OOo Personen obdachlos. Ungefahr hundert Personen haben
x Leben bei dem Brande eingebuͤßt. Den Zundtitoff lieferie die
eichte Bauart der Haäuser, ein heftiger Sturm fachte die Flamme

Auf den Tag des Feuers folgte eine Nacht siarrer Kälte, so
aaß viele Obdachlose in Folge des Umschlages der Witterung so⸗
ort starben oder den Todesleim in sich aufnahmen. ð soll

nun energisch daran gegangen werden, die Errichtung von R

hauden zu beschränken und damit jpateren Kalamitäten nach Kraften

vorzubeugen.
feEine auf 400 Kopfe geschatzte Nauberbande unter der
Führung eines gewissen Necodesa hat die Stadt Januaria im Nor⸗

den der Provinz Minas Geraes Grasilien) besetzt, die Beamien
zusgewiesen, dann die Häuser geplündert und deren 22 nieder
Jebrannt. Die Stadt ist, obwohl Bezirkshauptstadt und Sitz eines
Herichts, doch so klein, daß sie einer Bande von 400 Mann sich
illerdings auf Gnade oder Ungnade ergeben mußte.

.Hohe Gehalte.) Einiges aus der Statistik europai⸗
cher Civillisten. An läglichem Gehalie beziehen der russische Kaiser
00,000 M. der Sulsan 72,000 M. der Kaiser von Oesterreich
10, 000 M. Kaiser Wilhelm 32,800 M. der König von Italien
25,600 M. die Königin von England 25,207 M. der Konig von
Belgien 6572 M.

F Tragkraft des Eises. Ueber die Widerstandskraft des
rises macht der „National suisse“ folgende interessante Mittheil⸗
ingen: Wenn das Eis eine Dicke von 4 Em. hat, so tragt eßs
»as Gewicht eines einzelnen Mannes. Bei 8 Em. kann Infanterie
n Reih und Glied, aber in gebrochenem Schritt darüber passiren.
Für Cavallerie und leichte Feldstücke nimmi man eine Dick von
1 bis 16 Em. an, und wenigstens 20 Cm. für die Reservestücke.
Bei 40 Em. und darüber hinaus widersteht das Eis dem Drud
er schwersten Lasten.

F. Maria Lichtmeß, der 2. Februar, wird bekanntlich noch
von sehr vielen Landleuten als maßgebend für ein frühes oder
pätes Frühjahr gehalten. Wenn am 2. Februar die Sonne
reundlich scheint, sagt die Bauernregel, haben wir ein spätes, ist
»er Tag tkrübe, ein zeitiges Frühjahr; ja ein altes Sprichwort be⸗
auptet sogar, der Schäfer sehe es schon lieber, daß der Wolf ihm
ein bestes Schaf aus dem Stalle hole, als daß die Sonne ani
Lichtmeßtage in letzteren scheine, da er dann Futtermangel zu be⸗
ürchten habe. Tarnach hätten wir denn in diesem Jahre ein
pätes Frühjahr zu erwarten, da die Sonne am Montag so win⸗
erlich hell wie nur moglich geschienen hat. Die Sache ist indessen
durchaus nicht ängstlich, da die erwähnie Bauernregel, wie die vie⸗
len anderen, sehr oft trügt. So war beispielsweise der 2. Februar
des dentkwürdigen Jahres 1848 ein ebenso klarer, herrlicher Win⸗
tertag wie der am Montag und die Besorgniß der Landleute eine
um so größere, als das Vorjahr 1847 eine tolale Mißernte ge⸗
bracht hatte und die Futtervorräthe schon im Februar auf die
Neige zu gehen begannen. Wie nun aber jeder altere Mann weiß,
var das Frühjahr 1848 ein so zeitiges, wie äußerst selten, und
schon im Laufe des März waren fast sämmtliche Sommersaaten
hestellt.

Dienstesnachrichten.

Der Oberamtsrichter Pixiss in Speier wurde auf ein Jahr in Ruhe⸗
dand versetzt und der Gerichtsshreiber Hee erin Ainymeilex zum
Amitsrichter in Grünstadt ernannt.

—A Seinßz in Franken⸗
ihal wurden zu kal. Räthen ernannt.

Die erste protestantische Pfarrflele —el wurde dem Pfarrer Ph.
Reiffel in Quirnbach verliehen. g

Der Lehrer an der kathoi. Schule zu Fischbahh. Nik. Ma ginol,
vurde zum Lehrer an der dathol. Schule Ju Bobelutbhal ernannt

Marktbherichte.

Zweibrücken, 8 Februar. (Fruchtniittelpreis und Victualienmarlt
GWeizen 11M. 62 Pf., Korn 10 M. 28 Pf., Gerste zweireihige d M. — P
ꝛierreihige 0 V. — pPf., Speig o M. Pi., Evpelzlern — M. — pf
Dintel - M. — Pf. Mischsruht — M. — Pf. Hofer 7 M. 23 Ppj.
erbsen — M. — pf., Widen 5 M. 57 Pf., Kariosffeln 83 M. 40 pf.,
deu 8 M. v60 Pf., Stroh ß3 M. — Pf. Weitzbrod Il/⸗ Kilogr. 57 18f.
dornvrod 3 Kiloar. 72 Pf., 2 ilogr. 19 Pf51 Kilogr. 21 Pf. Gemischi⸗
rod 3 Kilogr. 86 Pf. das Paart Weck 100 GEr. 6 ꝓᷣj., Rindfleisch 1. Qual.
iO Pf. II. Qual. b0 s, Kalbfleisch 10 Pf. Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch
Vij. Butter !/3 Rilo ax. O M. 90 Pf., Wein 1 Liter 8 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 4 Februat. (Fruchtmittelpreis und —AXX

Ve. — Pi Rorn 10 V. 23 pf., Spelzlera -M. — Ppf., Spelz O M.
— Bj. Gerste Lreihige O M. — Pf., Gste Areihigze d M. — Nf. Haser
M. 90 Pf., Vischirucht — M. Pi., Erbsen O M. — pj., Widen
d M. — pPf., Bohnen — M. — Pf.Kleesamen — M. — vf., Korn⸗
rod 6 Pfuno 3 Pfa. Gemijchtbrodeé Pfund — Pf., Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 30 Pf., Kalbileijch 26 Pf., HODaumeldeisch — Pf., Schwe in efle isch
30 Pf., Butter 1J Pfund O M. — Pf. Kartoffeln per Ctr. d M. — vi.

Karserslautern, 8 Februar. Fruchturittelpreis and Victualienmerkt)
Weizen 11 M. 41 Pi. Aoru 9 M. 62 Pf., Spelztern — M. — Pf. Spelz
M. 30 Pf., Gerstess M. u0 f., G Pf., Erbsen 12 M.
12 Pf., Wicken 6 M. 28 Pf Linen ⸗ , Kleesamen — M. —

Pf., Schwarzbrod 6 Pfand 7 —A
3 Pfund 43 Pfg. Butier Stüuck 14 Pj., Kar⸗
tofeln ver Cent. 3 ma— 12M. — Bjfa.

Fur die Nedaction verautwortli

—
Die im re rae Eroße in Verlin erscheinende belletristische
Wochenjchrift: „Die Nenzeit“ hat ihren 5. Jahr zang angetreten. Es ist
wirklich eine Lesehalle für Alle, denn de Inhalt ift jo vieljeitig und
mannichjaltig, daß jeder das sinden wird, was er wänscht RNomane und
Rovellen, Feunilletons und belehrende Artilel werden in seltener Auewahl ge⸗
doten, und man muß sich Rur wundern, daß dies bei einem Preise von 10
Pie mug vro Nummer nmöglich Rorddeutiche Allgemeine Zeunag.)

4
        <pb n="86" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Dienstag den 10. Februar
nächsthin, Nachmittags 8, Uhr,
u St. Jugbert bei Peter
hrusser, wiind
auf Betreiben von Heinrich
Laur, Weinhändler und dessen
Ehefrau Bertha Ehrhardt,
beide in St. Ingbert wohnhaft,
gegen Ludwig Potdevin,
uddler daselbst, durch den un—
terzeichneten Agl. Notar Sauer,
allda, die nachstehend bezeichnete
Liegenschaft, im Banne von St.
Ingbert, wegen Nichtbezahlung
des Erwerbspreises, im Wege
der Vertragsmäßigen Wiederver
steigerung öffentlich in Eigen⸗
ihum versteigert:
Aus Pl.«Nr. 2699, 2700,
2701, 2702 und 2703,
5 Tagwerk 88 Dez. Acker
in der Dreispitz neben Jo⸗
seph Abel und Erben Busch,
das sechste Zehntel mit
18 4 88 qm neben Georg
Conrad und Joseph Jung.
t. Ingbert, 22. Jan. 1880.
Saue⸗r, E. Notar.

Sonntag und Rontacç
* z7r..
CTanzmunsib.
Anfang 3 Uhr. Für gute —XR
st beftens gesorgt. Es ladet
zöflichst ein RPeter Jung.

Wilhelm Chandon sen. hat
50 bis 60 Centner Ohmet zu
u verkaufen.

I

in allen Fällen ist zu heilen.
Kosten gering. Arme gratis.
Näheres durch meine Prospecke u.
Anerkennungsschreiben.
F. C. Bauer, Spezialist,
Wertheim a. M.

yjar risen's Patent.
Gaslicht Verstärkungs Apparate
Diese einfache, dauerhafte und leicht von jedem Unerfahrenen
nuf den Brenner zu setzende Vorrichtung erfordert keinerlei chemische
Zusätze und bewirkt eine
Verstärkung der Glasflamme
und damit eine bedenutende Gas⸗Ersparniß.
Inel. Brenner pr. Stück 60 Pf. Alleinverkauf bei Wolil
und Sohn in St. Ingbert.
— ——
Fastnacht Senntag: —F
Bürgerball.
Nc tea von Uhr an:
Freimusik
Wozu freundlichst einladet
Frau Julins Grewenig.

Frauffurt a W
Aeltestes Annoncen⸗Bureau
eaenetem
*
Vodcler
Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

AfM. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johaun. Sulzbachstraße 153.

LRæIIGi Ct. i IIE,
HDoppelkräutermagenbitler.
nach einem alten aus einem Be⸗
nedictinerlloster ssammenden Recept
jabrizirt und nur en gros ver⸗

sandt von

. PINGEL in Gottingen

(Prodinz Hannover.)

Der Bevedictiner ist bis
etzt das kostbarfte Hausmitiel nud!
deßhalb in jeder Familie beliebt
geworden. Ser Benedictinen
st nur aus Vestandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

besien, die zum Wiederaufbau

eines zerrüttelen dahinsiechenden

Rörpers unbedingt nöthig find

er ist unerseßzlich be Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
hoiden, Rerovenleiden, Krämpfen, Blähunugen, Hautaus-
clagen Gienen —ithemnoth, Gicht, Nheumatismus,

Zchwächezustäuden, sowie bei Leber⸗ und Niere. leiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt daffelbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, da?
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geift munter und
frisch, stellt die Harmonie des Koörpers wieder her und verlangert dat
Leben bis zu seinem vollen Maße.

Ni Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verichlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 80 Pf.

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Weidina, Gemeinde Heiligkreuz, den J. August 1278.

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Die Aechtheit der Unterschrift bestätigt
Zeitialreuz, den 1. August 1878
Franz Schmidhuber.
Der Bürgermeister
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Der St. Iugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt,. Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöͤchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljahrlich

A 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.MA 60 B, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 1 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Neclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
M 23.

Sonntag den 83. Sebruer

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1880.

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Deutsches Reich.

Muͤnchen, 6. Febr. In der heutigen Sitzung beider Ge⸗
meindekollegien gab Bürgermeisier Erharde ein Schreiben Sr.
Majestat des Konigs bekannt, worin jenen Programmabschnitten
der Feier des Wittelsbachjubiläums, welche sich auf Einleitung von
Festtagen, auf Abhaltung von Gottesdienst für Civil und Militär,
sowie auf Veranstaltung von Schulferien beziehen, zugestimmt, je⸗
doch gebeten wird, von prunkvollen Festlichkeiten, wodurch München
und übrigen Landesorten Kosten erwachsen könnten, Umgang zu
iehmen.

h Aus der Sitzung der Abg.-Kammer vom 3. Februar ist noch
Folgendes zu erwähnen: Ein⸗ Petition der Bezirksgeometer
vurde, soweit fie Verbesserung der Lage anstrebt, der Regierung nach
Ausschußantrag zur Würdigung hinübergegeben; soweit dieselbe
indeß Einreihung unter die pragmatischen Beamten erbittet, wurde
iber sie zur Tagesordnung uͤbergegangen.

Nach dem Pf. K.““ werden diejenigen unserer Landtagsab⸗
zeordneten, welche auch Mitglieder des Reichstages sind, an den
ersten Sitzungen desselben nicht theilnehmen können, weil ihre An⸗
vesenheit in unserer Kammer noch erforderlich ist. Man hofft aber
etzt, daß das Budget, das bekanntlich schon Ende September ds.
in den Landtag gelangte, bis zum 20. ader 21. 68. Mis. verein⸗
hart sein wird uͤnd dann die Vertagung des Landtages erfolgen
ann. Einige Regierungsvorlagen werden wohl unerledigt auf die
Sommersession übergehen müssen, unter diesen wahrscheinlich auch
die beiden Gesetzentwürfe, welche Credite für außerordentliche Be—
ürfnisse des Heeres verlangen.

Das Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 8 publizirt heute die
von Sr. Maj. dem Könige d. d. Hohenschwangau den 1. Februar
anktionirten zwei Gesetze betreffend die Vervollständigung des Staats-
risenbahnnetzes und die pfälzischen Eisenbahnen. (Im ersten Ge—
etzentwurfe sind mit 31800 000 M. bewilligt die Linien Wiesau⸗
Redwitz, Dinkesbühl-Feuchtwangen, Stockheim⸗Ludwigstadt⸗Landes⸗
zrenze, Neumarkt a. R.-Landshut, Gemünden-Hammelburg; im
letzteren die Linie von Kaiserslautern nach Lautereden mit 4prozen⸗
tiger Zinsengewährleistung für 4300 000 M., ferner für die —R
inien Bitsch-Saargemünd, Zweibrücken ⸗Saargemünd einer⸗ und
Saargemünde- Saaralben anderseits eine Zinsengewährleistung von
bGa Prozent fir 265 000 M. Bau- Niub Einrichtungskapital

ewilligt.)

Aus Berlin wird der „Mgdb. Z.“ geschrieben, daß es mit
der vom Reichstkanzler gewollten Regelung der Gütertarife auf den
»eutschen Eisenbahnen gute Wege zu haben scheine; dem nächsten
Reichstag wenigsteus werde darüber keine Vorlage zugehen. Es
cheinen die zu überwindenden Schwierigkeiten groß zu sein.

Am Donnerstag trat das preuß ijche AÄbgeordnetenhaus in
ne Berathung des Budgets des Culusministeriums. Aus der Rede
)es Cultusministers v. Puttkamer ist die Bemerkung von Wichtig⸗
leit, daß der Ausgleich mit der Curie, nur stattfinden werde auf
„em Boden der preußischen Landesgesetzgebung.

Ueber die angeblich vom Reichskanzler projectirte Wehrsteuer
cfährt man Folgendes: Es ist beabsichtigt, jedem Manne, der vom
Heilitärdienst befreit ist, und zwar ohne Rücksicht auf den Grund
»er Befreiung, also auch wegen körperlicher Gebrechen, für die
Dauer der zwolfiährigen Dienstzeit alljährlich eine Steuer aufzu—
rxlegen und zwar bis zu einem festen Einkommen von 1000 M.
ährlich 4 M. und dann mit einem festen Procentsatz von hoherem
cSintommen. Es ist berechnet worden, daß dadurch ein Ertrag er⸗
zielt werde, welcher die beabsichtigen Mehrausgaben für den Mili⸗
aretat nahezu dectt. Ob und wie wei nun diese Absichten greifbare
Hestalt gewinnen werden, bleibt abzuwarten; unglaublich ist's nicht,
aß jo etwas geplant wird, denn die Fruchtbarkeit an Steuerpro⸗
ecten ist jetzt sehr groß.

Der Contre⸗Admiral Bat ch, Cer das Geschwader beim Zu⸗
ammenstoße des „Großen Kurfürst“ kommandirte) ist außer seinet
anung zum Bize⸗Admiral zugleich das Adelsprädikat derliehen
vorden.

In Baden stoößt die Regierung mit ihrem Bestreben, den
»onflict zwischen Staat und Kirche zu beendigen, auf unerwartet

große Hindernisse. Die Commission der Abgeordnetenkammer für
das Examengesetz beschloß mit 10 gegen 8 Stimmen zu beantra⸗
jen, daß die Kammer gar nicht in die Berathung der Regierungs⸗
porlage eintreten möge.
Ausland.

Paris. Die Zahl der Todten, welche bei dem Eisen—
zahnunfalle bei Argenteuil umkamen, beträgt über zwanzig,
die der Verwundeten über hundert.

Auf der Insel Kreta sollen kürzlich blutige Zusammenstöße
wischen Muhamedanern und Christen statigefunden haben.

Philadelphia, 5. Februar. (Für den Schutzzoll.) Die
»on der republikanischen Konvention beschlossenen Resolutionen be⸗
ampfen jede Aenderung des jetzigen Finanzsystems, protestiren gegen
eden Versuch, durch Handelsberträge einen neuen Zolltarif einzu⸗
ühren und sprechen sich gegen den Freihandel und füͤr die bis,
jerige Schutzzollpolitik aus.

Die republikanische Konvention von Pennsylvanien hat
hre Delegirten bei der Nationalkonvention instruirt, die Aufstellung
»es Generals Grant zum Kandidaten für den Präsidentensitz der
Vereinigten Staaten zu befürworten.

Die Chilenen halten jetzt nahezu die ganze peruanische
düste blokirt.
Vermischtes.

Gerüchtweise verlautet, der Reichstagsabgeordnete für Kai—
serslautern, Dr. Zinn, beabsichtige, sein Mandat niederzulegen.

F In Frankenthal und Neustadi sieht die Polizei den But—
erverkäufern scharf in die Körbe. In beiden Städten wurde von
erselben auf den Wochenm ärkten der letzten Woche Butter wegen
uu leichten Gewichtes beschla gnahmt.

F Bei der Herxheimer Jagdverpachtung wurden diesmal
nicht so viel Mart erlöst, als fruͤhet Gulden.

F In englischen industriellen Kreisen erregt es nicht geringes
lufsehen, daß die Lieferung der für die im Bau begriffene Forth⸗
xrücke erforderlichen Gußstahlplatten (Bessemer) Herrn Krupp in
kssen anvertraut worden ist und zwar weil seine Offerte 3 Lstr.
or. Tonne billiger war als die der englischen und schottischen
Mitbewerber.

F Der Kaiser hat für die auf dem Schachte Meißen bei
Minden Verunglüdten und deren Hinterbliebene eine Unterstutzung
don 1000 M. bewilligt.

fEchwerer Diebstahl.) Von dem Tegeler Militärschieß⸗
»latze wurde am 2. ds. ein 16 Centner schweres Geschützrohr, ein
ogenannter Zwolfpfunder, gestohlen. Das Rohr fand sich am fol⸗
jenden Tage bei einem Berliner Schlosser vor; die drei Diebe sind
erhaftet.

F Det erste Versuch, Fleisch in frischem Zustande von
Lustralien nach London zu bringen, isi vollstandig geglückt.
Dder Dampfer Strath Leven, weicher mit einer Ladung von aus
'O Stück todtem Rindvieh, 500 geschlachteten Schafen und 40
Zentner Butter am 7. Dezember aus Sydney absegelte, lief am
Nontag wohlbehalten in die Themse ein, und der Zustand der
'adung ist alsbald mit der Zunge geprüft worden. Sowohl
rleisch wie Butter sollen sich vortreffüch gehalten und ihren Ge⸗
hmach vollkommen bewährt haben. Die Aufbewahrung im Schiffs⸗
aum ist wenig kostspielig. Es ist somit eine neue, und zwar
zusgiebige Bezugsquelle für Fleischnahrung eröffnet.

F Augenentzündung durch zu enge Halskragen veranlaßt.
Wie dem „Niederschl. Anzeiger“ aus Grünberg mitgetheilt wird,

jat ein Mitglied des dortigen Gewerbebereins vot Kurzem in Folge
ingetretener Augenentzündung den gesuchten Augenarzt Herrn Pro⸗
essor Dr. Förster in Breslau deßhalb konsultirt, weil er glaubie,
ie Augentzünduug und der dauernde Drud in den Augen sei die
angsam zu heilende egyptische Augenkrankheit. Der Arzt habe ihm
edoch nach stattgehabter Untersuchung der Augen mitgetheilt, daß
zie Entzündung nur alleind herruhre von dem Tragen zu enger
halsktagen, und daß mit dem Tragen weiterer Kragen die Eut—
indung der Augen schwinden würde. Dies ist auch geschehen.
herr Professor Dr. Forster hat bei dieser Gelegenheit noch erklärt,
        <pb n="88" />
        Zrücke entfernt war, entdeckte der Führer zu seinem Entsetzen die
errückten Schienen. Es war nicht einen vlugenblick zu verlieren,
ber er war der Situation gewachsen. Blitzschnell Rückdampf gebend,
rachte er den Zug, fünf Wagen voll mit Passagieren, vierzehn
zuß vor der Brücke zum Stehen. Ohne diese That wäre der Zug
n ein paar Seekunden ins Wasser gestürzt.

p Beschnittene Reichsgoldmünzen kommen jetzt öfters
im Vorschein, die so kunstvoll abgedreht sind, daß nur die Um⸗
hrift „Gott mit uns“ fehlt und man bei Zahlung eines einzel⸗
en solchen Stückes den Unterschied gegen ein vollwichtiges nur
ʒei der größten Aufmerksamkeit entdecken kann. Die dadurch ver⸗
mlaßte Eniwerthung ist ganz bedeutend; sie beträgt beim Zehn⸗
narkftück 180, beim Zwanzigmarkstück 220 Pf. Es ist deshalb
on Nöthen, daß man das Goldstück, welches man in Zahlung
rhält, prüft, denn eine so entwerthete Minze wird von ieder
Slaatskasse als ungiltig zurückgewiesen.

aß ihm in seiner Prarxis Hunderte von Fällen vorgekommen waren,
nn welchen die Augenkrankheiten auf das Tragen zu enger Hals⸗
ragen zurückzuführen waren.

p. Eine schreckliche Lage.) Ein Eisenbahnunglück, sehr
ihnlich jenem, das sich unlängst auf der Taybrücke ereignet hat,
irde am II. Januar' in Boston nur durch die Kaltblütigkeit und
Heistesgegenwart, eines Lokomotivführers abgewendet. Früh am
Morgen näherte sich ein großes, schwer mit Kohlen beladenes eisernes
Dampfschiff der Eisenbahndrahtbrücke, als der Pilot die Signal⸗
glocke läutete, um die Maschine zum Stillstand zu bringen. Der
Draht zerriß und da der Ingenieur das Zeichen nicht erhielt, setzte
‚as Schiff seine Fahrt fort und stieß mit großer Gewalt an die
Brücke, wodurch die Balken sehr beschüdigt und die Eisenbahnschienen
achtzehn Zoll von ihrer ursprunglichen Richtung abgebogen wurden.
xs befand sich um diese Zeit Niemand auf der Brücke und in der
Rähe und der Sonntagspassagierzug der Newyork und Newyork⸗
Englandeisenbahn näherte sich rasch dem Ort auf wenige hundert
Schritt Distanz. Als derselbe nur mehr auf Zugslänge von der

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5) Schottisch: Spargelschneide mit dem Messer 6Holz kaut

sich um so besser.
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sowie auf Veranstaltung von Schulferien beziehen, zugestimmt, je—
doch gebeten wird, von prunkvollen Festlichkeiten, wodurch München
und übrigen Landesorten Kosten erwachsen könnten, Umgang zu
nehmen.

Aus der Sitzung der Abg.Kammer vom 3. Februar ist noch
Folgendes zu erwähnen: Eine Petition der Bezirksgeometer
wurde, soweit sie Verbesserung der Lage anstrebt, der Regierung nach
Ausschußantrag zur Würdigung hinübergegeben; soweit dieselbe
indeß Einreihung unter die pragmatischen Beamten erbittet, wurde
über sie zur Tagesordnung uͤbergegangen.

Nach dem „Pf. K.“ werden diejenigen unserer Landtagsab⸗
geordneten, welche auch Mitglieder des Reichstages sind, an den
ersten Sitzungen desselben nicht theilnehmen können, weil ihre An⸗
wesenheit in unserer Kammer noch erforderlich ist. Man hofft aber
jetzt, daß das Budget, das bekanntlich schon Ende September ds.
an den Landtag gelangte, bis zum 20. ober 21. ds. Mis. verein.
bart sein wird und dann die Vertagung des Landtages erfolgen
kann. Einige Regierungsvorlagen werden wohl unerledigt auf die
Sommersession übergehen müssen, unter diesen wahrscheinlich auch
die beiden Gesetzentwürfe, welche Credite für außerordentliche Be—
dürfnisse des Heeres verlangen.

Das Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 8 publizirt heute die
von Sr. Maj. dem Konige d. d. Hohenschwangau den 1. Februar
sanktionirten zwei Gesetze betreffend die Vervollständigung des Staats⸗
eisenbahnnetzes und die pfalzischen Eisenbahnen. (Im ersten Ge⸗
setzentwurfe sind mit 31800 000 M. bewilligt die Linien Wiesau⸗
Redwitz, Dinkesbühl-Feuchtwangen, Stodheim⸗Ludwigstadt⸗Landes⸗
grenze, Neumarkt a. R.-Landshut, Gemunden-Hammelburg; im
letzteren die Linie von Kaiserslautern nach Lauterecken mit 4prozen⸗
tiger Zinsengewährleistung für 4300 000 M., ferner für die Bahn⸗
linien Bitsch-Saargemünd,, Zweibrücken- Saargemünd einer⸗ und
Saargemünd- Saaralben anderseits eine Zinsengewährleistung von
41 Prozent für 265 000 M. Ban—-⸗ Vund Einrichtungslapital
bewilligt.)

Aus Berlin wird der „Mgdb. Z.“ geschrieben, daß es mit
der vom Reichskanzler gewollten Regelung der Gütertarife auf den
deutschen Eisenbahnen gute Wege zu haben scheine; dem nächsten
Reichstag wenigsteus werde daͤrüber leine Vorlage zugehen. Es
scheinen die zu überwindenden Schwierigkeiten groß zu sein.

Am Donnerstag trat das preußische Abgeordnetenhaus in
die Berathung des Budgets des Culusministeriums. Aus der Rede
des Cultusministers v. Puttkamer ist die Bemerkung von Wichtig⸗
deit, daß der Ausgleich mit der Curie, nur stattsinden werde aus—
dem Boden der preußischen Landesgesetzgebung.

Ueber die angeblich vom Reichskanzler projectirte Wehrsteuer
erfährt man Folgendes: Es ist beabsichtigt, jedem Manne, der vom
Militardienst besteit ist, und zwar ohne Rücksicht auf den Grund
der Befreiung, also auch wegen körperlicher Gebrechen, für die
Dauer der zwolfjährigen Dienstzeit alljährlich eine Steuer aufzu—
erlegen und zwar bis zu einem festen Einkommen von 1000 M,
jährlich 4 M. und dann mit einem festen Procentsatz von höherem
Einkommen. Es ist berechnet worden, daß dadurch ein Ertrag er⸗
zielt werde, welcher die beabsichtigen Mehtausgaben für den Mili—
täretat nahezu deckt. Ob und wie weit nun diese Absichten greifbart
Gestalt gewinnen werden, bleibt abzuwarten; unglaublich ist's nicht,
daß so etwas geplant wird, denn die Fruchtbarkeit an Steuerpro⸗
jecten ist jezt sehr groß.

Der Contre⸗Admital Bats ch (der das Geschwader beim Zu⸗
sammenstoße des Großen Kurfürst“ kommandirte) ist außer seinet
—&amp;t zum Vize⸗Admital zugleich das Adelsbrädilat verliehen
worden.

In Baden stoßt die Regierung mit ihrem Bestreben, den
Tonflict zwischen Staat und Kirche zu beendigen, auf unerwartel

große Hindernisse. Die Commission der Abgeordnetenkammer für
das Exramengesetz beschloß mit 10 gegen 8 Stimmen zu beantra⸗
gen, daß die Kammer gar nicht in die Berathung der Regierungs—
vorlage eintreien möge.
Ausland.

Paris. Die Zahl der Todten, welche bei dem Eisen⸗
bahnunfalle bei Argenteuil umtamen, betragt über zwanzig,
die der Verwundeten über hundert.

Auf der Insel Kreta sollen kürzlich blutige Zusammenstöße
zwischen Muhamedanern und Chriften statigefunden haben.

Philadelphia, 5. Februar. (Für den Schutzzoll.) Die
don der republikanischen Konvention beschlossenen Resolutionen be—
ämpfen jede Aenderung des jetzigen Finanzsystems, protestiren gegen
jeden Versuch, durch Handelsverträge einen neuen Zolltarif einzu⸗
führen und sprechen sich gegen den Freihandel und für die bis—
derige Schutzzollpolitik aus.

Die republikanische Konvention von Pennsylvanien hat
hre Delegirten bei der Nationalkonvention instruirt, die Aufstellung
des Generals Grant zum Kandidaten für den Präsidentensitz der
Vereinigten Staaten zu befürworten.

Die Chilenen halten jetzt nahezu die ganze peruanische
Küste blokirt.

Vermischtes.

Gerüchtweise verlautet, der Reichstagsabgeordnete für Kai—
erblantern, Dr. Zinn, beabsichtige, sein Mandat niederzulegen.

.7 In Frankenthal und Neustadi sieht die Polizei den But⸗
erverkäufern scharf in die Korbe. In beiden Städten wurde von
derselben auf den Wochenm ärkten der letzten Woche Butter wegen
zu leichten Gewichtes beschla gnahmt.

f Bei der Herxheimer Jagdverpachtung wurden diesmal
nicht so viel Mark erlöst, als früher Gulden.

F In englischen industriellen Kreisen erregt es nicht geringes
Aufsehen, daß die Lieferung der für die im Bau begriffene Forth⸗
brücke erforderlichen Gußstahlplatten (Bessemer) Herrn Krupp in
Efsen anvertraut worden ist und zwar weil seine Oferie 3 Lstr.
pr. Tonne billiger war als die der englischen und schottischen
Mitbewerber.

F Der Kaiser hat für die auf dem Schachte Meißen bei
Minden Verunglüdten und deren Himterbliebene eine Unterstützung
von 1000 M. bewilligt.

FEchwerer Diebstahl.) Von dem Tegeler Militärschieß—
platze wurde am 2. ds. ein 16 Centner schweres Geschützrohr, ein
ogenannter Zwölfpfünder, gestohlen. Das Rohr fand sich am fol⸗
genden Tage bei einem Berliner Schlosser vor; die drei Diebe sind
verhaftet.

Der erste Versuch, Fleisch in frischem Zustande von
Australien nach London zu bringen, ist vollständig geglüdt.
Der Dampfer Strath Leven, welcher mit einer Ladung von aus
70 Stück todtem Rindvieh, 500 geschlachteten Schafen und 40
JZentner Butter am 7. Dezember aus Sydney absegelte, lief am
Montag wohlbehalten in die Themse ein, und der Zustand der
ꝛadung ist alsbald mit der Zunge geprüft worden. Sowohl
Fleisch wie Butter sollen sich vorlrefflich gehalten und ihren Ge—
chmack vollkommen bewährt haben. Die Aufbewahrung im Schiffs⸗
'aum ist wenig kostspielig. Es ist somit eine neue, und zwar
ausgiebige Bezugsquelle für Fleischnahrung eröffnet.

F Augenentzündung durch zu enge Halskragen veranlaßt.
Wie dem „Niederschl. Anzeiger“ aus Grünberg mitgetheilt wird,
Jat ein Mitglied des dortigen Gewerbevereins vor Kurzem in Folge
ingetretener Augenentzündung den gesuchten Augenarzt Herrn Pro⸗
essor Dr. Förster in Breslau deßhalb konsultirt, weil er glaubte,
die Augentzunduug und der dauernde Drud in den Augen sei die
angsam zu heilende egyptische Augenkrankheit. Der Arzt habe ihm
jedoch nach stattgehabter Untersuchung der Augen mitgetheilt, daß
die Entzündung nur alleind herruhre von dem Tragen zu enger
dalskragen, und daß mit dem Tragen weiterer Kragen die Ent⸗
ündung der Augen schwinden würde. Dies ist auch geschehen.
herr Professor Dt. Förster hat bei dieser Gelegenheit noch erklärt,
        <pb n="90" />
        daß ihm in seiner Praxis Hunderte von Fällen vorgekommen waren,
in welchen die Augenkrankheiten auf das Tragen zu enger Hals—
kragen zurückzuführen waren. —

FEine schreckliche Lage.) Ein Eisenbahnunglück, sehr
ähnlich jenem, das sich unlängst auf der Taybrücke ereignet hat,
wurde am 11. Januar in Boston nur durch die Kaltblütigkeit und
Geistesgegenwart eines Lokomotivführers abgewendet. Früh am
Morgen näherte sich ein großes, schwer mit Kohlen beladenes eisernes
Dampfschiff der Eisenbahndrahtbrücke, als der Pilot die Signal⸗
glocke läütete, um die Maschine zum Stillstand zu bringen. Der
Draht zerriß und da der Ingenieur das Zeichen nicht erhielt, setzte
das Schiff seine Fahrt fort und stieß mit großer Gewalt an die
Brücke, wodurch die Balken sehr beschädigt und die Eisenbahnschienen
achtzehn Zoll von ihrer ursprünglichen Richtung abgebogen wurden.
Es befand sich um diese Zeit Niemand auf der Brücke und in der
Nähe und der Sonniagspassagierzug der Newyork und Newyork⸗
Englandeisenbahn näherte sich rasch dem Ort auf wenige hundert
Schritt Distanz. Als derselbe nur mehr auf Zuͤgslänge von der

grücke entfernt war, entdeckte der Führer zu seinem Entsetzen die
verrückten Schienen. Es war nicht einen Augenblich zu verlieren,
iber er war der Situation gewachsen. Blitzschnell Rückdampf gebend,
zrachte er den Zug, fünf Wagen voll mit Passagieren, vierzehn
yuß vor der Brücke zum Stehen. Ohne diese That wäre der Zug
n ein paar Seekunden ins Wasser gestürzt.

4 Beschnittene Reichsgoldmünzen kommen jetzt öfters
um Vorschein, die so kunstvoll abgedreht sind, daß nur die Um⸗
chrift „Gott mit uns“ fehlt und man bei Zahlung eines einzel⸗
nen solchen Stückes den Unterschied gegen ein vollwichtiges nur
hei der größiten Aufmerksamkeit entdecken kann. Die dadurch ver—⸗
inlaßte Eniwerthung ist ganz bedeutend; sie beträgt beim Zehn—
markstück 180, beim Zwanzigmarkstück 220 Pf. Es ist deshalb
»on Nöthen, daß man das Goldstück, welches man in Zahlung
rhält, prüft, denn eine so entwerthete Münze wird von jeder
Staatskasse als ungiltig zurückgewiesen.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

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2) Arie: Einst stand ich am Billard in Sporen und Stock.
3) Walzer: Es ist ja kein Bedürfniß da.
99 Arie aus Kaiseroper: In Zweibrücken ist billig zöhren.
5) Schottisch: Spargelschneide mit dem Messer 6 Holz kaut
sich um so besser.

ß) Lied: Oh Breih, oh Breih verteufelt Klaberei u. s. w.

Das närrische Comite.

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Hiezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 6.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchenilich mit dem Hauptblatte verbunden⸗ Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Ber⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnemeutspreis betragt vierteljahrlid
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M

Dienstag den 10. Februar

1880.

Deutsches Reich.

Die am Samstag in der Abgeordnetenkammer stat tgehabte
zweite Berathung des Gesetzes über das Spielen in auswärtigen
Lotterieen schloß damit, daß der Regierungs⸗-⸗Entwurf mit 109
zegen 31 Stimmen angenommen wurde, zugleich mit einem vom
Abg. Henle beantragten Zusatz, wonach außer der Geldstrafe auch
haft zulässig sein soll.

Es folgte dann die Berathung des Etats für Reichszwece.
Abg. Daller zog seinen Antrag (Se. Maj. der Koͤnig wolle Bayerns
Vertreter im Bundesrath gegen die Vermehrung des Militärs
timmen lassen) als hinfällig zurück. Die Kammer genehmigte schließ⸗
lich die Summe der Matricularbeiträge mit 16,029,0600 M. statt
der von der Regierung geforderten 16,030, 000 M.

Die neue Reichsmilitärvorlage ist am 6. ds. M. an die
Ausschilfse für Heer⸗ und Rechnungswesen gelangt. Die unver—
inderte Annahme derselben im Plenum ist mehr als wahrscheinlich;
in den Ausschüssen ist sie bereits erfolgt.

Trotz aller Gegenbemerkungen ist es eine unbestrittene That⸗
iache, daß das Project der Einführung einer Personal⸗Wehrsteuer
ristirt und daß die betreffende Vorlage dem Reichstage in kurzer
Frist zugehen soll. Die Angabe der Kreuzzeitung, daß der Gesetz⸗
entwurf sich an die frühere bairische bez. württembergische Wehr⸗
teuer anlehnen werde, wird als durchaus unrichtig bezeichnet, wie
iich schon daraus ergebe, daß die einmalige Besteuerung der Los⸗
scheine u. s. w. mit einer Abgabe von 20 Mark für die Reichs⸗
asse nur eine Einnahme von 2 Millionen Mark jährlich abwerfen
verde, während der Ertrag der jetzt beabsichtigten Wehrsteuer auf
i2 Millionen Mark jährlich veranschlagt wird.
Der Bundesrath war für Montag (gestern) zu einer Plenar⸗
itzung berufen, auf deren Tagesordnung außer den Etatsvorlagen
nuch das Militärgesetz stand.

Der dem Bundesrathe vorgelegte Etat für 188081 balanzirt
mit 541888 184 M. Die Mehransätze gegen das Vorjahr be⸗
ragen, wie der „A. A. Z.“ telegraphirt wird, 56 804 829 M.
zur Deckung derselben verbleiben aüs den Einnahmen 49 310 850
M., so daß noch 7 493 979 M. zu beschaffen bleiben, welcher
Betrag vorläufig bei den Matrikularbeiträgen mehr angesetzt, aber,
wvie vorauszusetzen, bei der Etatsberathung wieder abgeseßt wird,
da aus der Brausteuer u. s. w. eveniuell der Betrag des Mehr⸗
bedarfs erwartet wird. Die fortdauernden Ausgaben betragen
167 409 487, die einmaligen 77 478 697 M.

Endlich wurde im Beiheft des Marine⸗ Verordnungsblattes
der amtliche Bericht über den Untergang des deutschen Panzerschiffes
Grofßer Kurfürst“ nach den gerichtlichen Untersuchungsakten ver⸗
zffentlicht.

Einführung derselben eiwa 120 bis 150 Hunde sich dahier ihres
daseins erfreuten, während bei der gestern stattgehabten Visitation
aur 63 vorgeführt wurden.

— Der gestrige Jahrmarkt war trotz des gelinden Wetters
sehr schwach von Verkäufern und Käufecn besucht; ein wieder⸗
holter Beweis, daß Jahrmärkte dahier kein Bedürfniß sind. J

*Die Pfälzischen Eisenbahnen lieferten im Jahre 1879
;ine Einnahme von 12,229,9683 N. 83 Pf. Im Jahre 1878
betrug die Einnahme 11,748,842 M. 91 Pf. Aus dem Jahr 1879
ist also gegen 1878 eine Mehreinnahme von 481. 120 R. 92 Pf.
zu verzeichnen.

F In Mittelberbach feierten am 3. ds. M. die Ehelleute
Ruffing und die Ehelleute Ostheimer, beide Paare noch in bester
Besundheit und Rüstigkeit, ihre goldene Hochzeit. 68 Enkel und
8 Urenkel des Jubelpaares Ostheimer hatten sich außer den zahl⸗
reich Eingeladenen zur Festfeier eingefunden.

F. Der „P. M“ erzählt folgende. Jagdgeschichte: Im Forst⸗
revier Pirmasens verfolgien vor einigen Tagen drei Nimrode
inen Iltis, der sich in eine hohle Eiche verkroch. Die schlauen
Jäger wollten denselben ausräuchern, verstopften die Astlöcher und
egten unten am Stamm Feuer an. Die Eiche fing Feuer, brannie
inen Tag und eine Nacht hindurch und wurde endlich zu Fall
jebracht. Die „feurigen“ Pelzjäger sind bereits ermittelt und
verden allem Anscheine nach den Iltispelz theuer bezahlen müssen.

In Sachen der Lauterthalbahn war aus Otterberg eine
Deputation in Speyer und Ludwigshafen und hat, wie mitgetheilt
vird, sowohl Seitens der kgl. Regierung als auch der Bahndirection
reundliches Gehör gefunden. An letzterer Stelle wurde die Zusage
ertheilt, daß das von Otterberg in Aussicht genommene Project
genau geprüft und gewürdigt werden solle. Es wird nun zu dem⸗
elben eine Zeichnung hergestellt und eine Denkschrift ausgearbeitet
ind sowohl der Bahnbdirection als der kgl. Regierung vorgelegt

werden.

F.In Neustadt ist die Genehmigung zur Vornahme der
Sammlung für das Gymnasium am Freitag eingetroffen. Es
vird mit der Sammlung ohne Berzug begonnen werden.

fF Vor einigen Tagen kam ein Sübdrusse Namens Ochs ner
in Edenkoben an und erkundigte sich nach der Wohnung seiner

Altwordern. Nach seiner Angabe sollen diese in größerer Gefellschaft
m Jahre 1808 nach der Halbinsel Krim ausgewandert sein und
hort eine deutsche Colonie gegründet haben. Die pfälzischen Kussen
cheinen ihre Muttersprache ganz unverfälscht erhalten zu haben,
denn der Tourist sprach in gutem pfälzer Dialeklt. Die Anhung⸗
ichkeit an die schöne Gegend am grünen Rheine gaben die Aus—
gewanderten auch noch in der Weise zu erkennen, daß sie ihre Au⸗
siedelungen nach Ortschaften ihrer alten Heimath benannten. Ochsner
ist z. B. aus Worms. Auch soll es auf der südlichen Halbinsel
ein Speyer, ein Landau und sogar ein Rohrbach geben. (Ggwri.)

Der Wasserstand des Rheines ist gegenwärtig so niedrig,
daß an der Ausmündung des Frankenthaler Kanals das Flußbeit
auf eine Breite von 100 Meter ganz trocken liegt und zu Spazier⸗
züngen benutzt werden kann. Ein solch niederer Wasserstand war
dem „Fr. T.“ zufolge seit 1875 nicht mehr da. —

F Nach dem eEilboten“ wurde der Bezirksamtmann Th.
Pfender in Landau zum Regierungsrath bei der tal. Regierung
»on Schwaben und Neuburg befördert.

FIn Rheingönnheim ist am Sonntag Abend ein
leines Kind verbranut, während die Eltern außer dem Hause
varen. Als der Vater nach Hause kam, fand er das Kind über
ind über verbrannt todt in der Wiege. Man vermuthet, daß
chon bei'm Einwickeln des Kindes die Windeln durch irgend einen
Zufall sich entzündet und dann weiter geglimmt hatien. —

F Die erste Prüfung für das Gerichisschreiberamt
indet am 7. Juni statt.

fUngarisch.) unlängst hat ein Abgeordneter im Pester
steichstag den Vergleich gewagt: „Es sei leichter, ein Ferkel an
in einem geseiften Schwanze zu hallen, als einen Diplomaten an
einen Worten.“

Flr die Redaction veraniwotitich ———

Ausland.

Nach den neuesten Nachrichten bleibt der franzssische Boi⸗
chafter Graf St. Vallier in Berlin auf seinem Posten.

Die belgische Kammer genehmigte die Verlänge rung des
Handelsvertrags mit Deutschland.

Wie aus Waßhington gemeldet wird, ist im amerikanischen
Repräsentantenhause ein Gesetzentwurf eingebracht worden, wonach
iine Commission aus Militär⸗ und Marine⸗ Ingenieuren bestehend,
rnannt werden soll, welche die verschiedenen in Vorschlag gebrachten
Projekte zur Durchführung des Durchstiches der Landenge von
danama zu untersuchen hälte. Auch der bekannte französische In⸗
zenieur Lesseps, der Schöpfer des Suezkanals, hat seine Thaͤtigkeit
zur Herstellung eines interoceanischen, den Atlantischen Occan mit
er Südsee verbindenden Hanals in umfanareichstet Weife begonnen.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Das Amt eines Distriktsschulinspeltors für
die prot. Schulen des Inspektionsbezirks Hornbach⸗-Blieskasiel⸗
St. Ingbert, das vor einiger Zeit durch den aus Gesundheitsrüc⸗
ichten erfolgten Rücktritt des seitherigen Inspektors, Hrn. Pf. Helf⸗
enste in in Hornbach, in Erledigung kam, wurde dieser Tage Herrn
Pfarrer Krieger hier übertragen.

* St. Ingbert, 10. Februar. Wie sehr die Hundesteuer
zuf die Zahl der Hunde vermindernd eimpirkt bheweist·
        <pb n="92" />
        Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilung der
igl. Steuer⸗ Einnehmerei
dahier wird mit der durch Gesetz
doin 12. Januar 1880 ange⸗—
ordneten provisorischen Steuer—
Erhebung pro 1880 sofort be⸗
gonnen.

Dies wird hiedurch zur Kennt⸗
niß der Steuerpflichtigen mit
ein Bemerken gebracht, daß bei
zer Berechnung der Schuld der
Steuerbettag fuͤr das Jahr 1879
—VV ist und daß
die Gewerbsteuer vierteljährig im
Voraus zahlbar ist, also am —1.
Januar bereits ein Quartal ver⸗
jallen war. Bei der Zahlung
ind die Steuerzettel von 1879
vorzulegen.

Et. Ingbert, 6. Febr. 1880.

Das Bürgermeisteramt:

GCuster.
Auszug.

Beschluß.
Das lgl. Amtsgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Zeschluß gefaßt:

Ucber das Vermögen des
Peter Heusser, Bierbrauer zu
St. Ingbert wohnhaft, wird
der Konturs eröffnet und die
Eröffnung festgesetzt auf:
Sonntag den 8. Febr. 1880,
des Vormittags 212 Uhr.

Zum Konkursverwalter wird
der Geschäftsmann Philipp Fitz
zu St. Ingbert ernannt.

gur Beschlußfassung über die
Wahl eines andern Verwalters,
iber die Bestellung eines Gläu—
biger⸗ Ausschusses und über die
in den 88 120 und 125 der
Konkursordnung bezeichneten Fra⸗
gen wird Termin verordnet auf:

Montag den 28. Februar
nächsthin, des Vormittags 9Uhr
im Siztzungssaale des k. Amts⸗
gerichts dahier.

Die Anmeldefrist läuft bis zum
31. März einschließlich nächsthin
und wird allgemeiner Prüfungs⸗
jermin festgesetzt auf

Monlag den 26. April nächst⸗
hin, Morgens 9 Uhr in dem⸗
selben Lokale.

Allen Personen, welche eine
zur Konkursmasse gehörige Sache
n Besitz haben, oder zur Kon⸗
kursmasse etwas schuldig sind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemeinschuldner zu verabfolgen
oder zu leisten, auch die Ver—
pflichtung auferlegt, von dem
Besihe der Sache und von den
Forderungen, für welche sie aus
der Sache abgesonderte Befrie⸗
digung in Auspruch nehmen,
dem Konkursverwalter innerhalb
einer Frist von drei Wochen
von heute an, Anzeige zu machen.

Zu obigen Terminen werden die
Becheiligten andurch vorgeladen.

St. Ingbert, 8. Febr. 1880.

tgl. Amtsgericht:
gez.: König.
igl. Oberamisrichter.
Zut Beglaubigung:
Der kql. Gerichtschreiber,
Krieger.

Straßenbau zun!
Reichenbrunn

Gemeinde Ensheim.

Samstag, den 14. Fe⸗
runar naächsthin des Nach⸗
nittags um 2 Uhr werden auf
em Bürgermeistereilo⸗
Nale zu Ensheim nachste⸗
ende, zur Herstellung des Ver⸗
indungsweges von Reichenbrunn
zis zur Districtsstraße von Ober⸗
vürzbach nach St. Ingbert er⸗
orderlichen Arbeiten an den
Benigstnehmenden öffentlich ver⸗
jeben, nämlich:

1) Herstellung von 3 Durch⸗

lässen mit Sandstein⸗
Mauerwerk, veranschlagt
im Ganzen zu 258 Ml.
17 Pf.

Anfuhr von ca. 360 chm.
dochofen ichlacken vom
Schlackenberg der Herrn
gebr. Krämer zu St.
Jugbert.

Plane und Kostenvoranschläge
egen bis zum Tage der Ver⸗
teigerung auf dem Bujrgermei⸗
sereilokale zu Ensheim zur Ein⸗
icht offen.

Ensheim, 9. Februar 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Eduard Adt.

dallanzy'schen Buchdruckerei in
Zweibrũcken zu beziehen.
Neuhäusel, O. Febr. 1880.
Der kgl. Oberfoͤrster:
WMrochel.
Cubmission
auf Straßen·Unterhaltungsarbeiten im
Amtsbezirke weibrüchen.

Im Amisbezirke Zweibrücken sind pro 1880 verschiedene
Arbeiten zur Unterhaltung der Distrikisstraßen auf dem Wege der
nmenen schriftlichen Submission zu vergeben, und zwar im
antone
a. Blieskastel.
. Maurers und Steinhauer-Arbeiten, veranschlagt zu 465,28 M.
2. pflasterarbeiten, veranschlagt zu. * 932,36 .4
2Schlosserarbeiten, —— — 105,00 M
Lieferung eines Straßenwärterkarrens auf die
SZtraße von Lautzkirchen über Bierbach nach
Worschweiler, veranschlagt zu .— 40,00 M
— ——
b. St. Ingbert.
l. Pflafterarbeiten, veranschlagt zu.* 514,00 M
2. Piaurer⸗ und Steinbauerarbeiten. veranschlagt zu 280,33 M
Sa. 794,33 A
E. Hornbach.
. Maurer⸗ und Steinhauerarbeiten, veranschlagt zu 427,05 M
2. Pflasterarbeiten, veranschlagt zu. 207.00 M
Sa. 634,95 T
d. Zweibrũcken.
. Maurer⸗ und Steinhauerarbeiten veranschlagt zu 193,42 MA
2. Pflasterarbeiten, deranschlagt zu. 300,00 A
Sa. 493,42
Zuverlässige Uebernehmer werden eingeladen, ihre Angebote
inter genauer Bezeichnung der Arbeiten, für welche die Submisfion
gelten joll, bis längstens Samstag den 14. 1. Mts.,
Vormittags 11 Uhr, verschlossen hierorts einzureichen.
Kostenanschläge nebst Bedingnißheft liegen bis dahin zur
Finsicht offen.
Zweibrücken, 5. Februar 1880.
Kgl. Bezirksamt:
Damm.
kal. Regierungsrath.
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Holzversteigerungen
nus den Staatswaldungen des
gl. Forstreviers Neuhäusel.
Donnerstag den 19. Februar
1880, Vormiltags 10 Uhr in
er Wirthschaft der Frau Wwe.
Klein zu Neuhaͤusel.
zchläge: Fuchsbau, Prachtwald,
—chüßlerhang, Nesselsberg, Nes⸗
selsthal und Schulzehang.
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1,20 melang;
332 Ster buchen Scheit 2. Cl.;
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1,550 m lang;
34 Scheit Anbruch
1,50 m lang;
160, buchen Kloßzholz;
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11,300 Gewinne mit Mt. 230,000.
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Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

Montag den 23. Februar
880 Vormittags 2210 Uhr bei
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danzlei, Nesselsberg, Nesselsthal,
S—chulzehang, Schulzethal, Höchen,

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525
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5*38375*
255*7
2

74

5 J—— J
535 —* ** J —89—
2 23* 8 2 *
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        vl. Ingberler Nnzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptbiatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

iage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Dounerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementévreis beträgt vierteljahrlich

4 40 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 D, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Recklamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Aß 283ß.

Donnerstag den 12. Februar

1880.

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Deutsches Reich.

Das bayerische Justizministerium hat über die Prüfung
ur das Gerichtsschreiberamt und über die Beschäftigung, welcher
die Bewerber um Gerichtsschreiberstellen sich nach Ablegung der
Prüfung zu widmen haben, folgende Vorschriften erlassen: Der
Ablegung der Prüfung für das Gerichtsschreiberamt muß ein zwei⸗
ähriger Vorbereitungsdienst vorangehen. Der Vorbereitungsdienst
vird in den Gerichtsschreibereien der Amisgerichte abgeleistet; ein
Zeitraum von sechs Monaten kann jedoch auf den Ddienst in der
Lerichtsschreiberei eines Landgerichtes oder auf den Dienst in der
anzlei der Staatsanwaltschaft bei einem Landgericht verwendet
verden. Die Zulassung zum Vorbereitungsdienst wird nur den⸗
enigen ertheilt, welche a) das 18. Lebenssahr vollendet haben, b)
n Bezug auf Körperbeschaffenheit und Gesundheit den Änforder-
ingen des Gerichtsschreiberdienstes entsprechen und e) die für den
Finjahrig⸗ Freiwilligen- Dienst erforderliche wissenschaftliche Befähigung
»esitzen. Die Prüfung findet, sofern eine genügende Anzahl von
gewerbern vorhanden ist, von drei zu drei Jahren statt (bei dem
andgericht Frankenthal für den Bezirk des Oberlandesgerichts
zweibrücken. Die Prüfnngscommissionen bestehen aus einem Richter
»es Landgerichts als Vorsitzenden, einem Amisrichter und einem
Beamten der Finanzverwaltung als Mitgliedern. Wird vom Justiz⸗
ninisterium zur Vornahme der mündlichen Prüfung ein Ministerial⸗
ommissär abgeordnet, so tritt dieser in die Commission ein und
ibernimmt den Vorsitz. Die in die Commission zu berufenden
Richter werden vom Justizministerium bestimmt; die Ernennung des
mis den Beamten der Finanzverwaltung zu bestellenden Mitgliedes
erfolgt durch das Finanzministerium.

(Bayerischer Landtag.) Die Kammer der Reichsräthe

etzte in ihrer Sitzung vom 8. d. Mtis. 40,000 M. für die 300-
ährige Jubiläumsfeier der Universität Würzburg, welche die Ab⸗
eordnetenkammer gestrichen hatte, wieder ins Buͤdget ein. Dem
Beschluß der Abgeordnetenkammer bezüglich des Artikels 9 des
fälzischen Notariatsgesetzes trat sie bei, iehnte aber die Erhöhung
ꝛer Personentarife auf den Staatsbahnen ab.

Der deutsche Reichstag wurde heute Donnerstag)
coffnet.

Der Bundesrath hat am Montag das neue Militärgesetz
anstimmig und unverändert angenommen.

In der württem bergischen Abgeordnetenkammer erklärte
er Departementschef der Justiz zu den Anträgen wegen Ermä—
zigung der Gerichtskosten seine Zustimmung, falls der Zeitpunkt
»es Eintretens dafür der Regierung überlassen werde. Wenn sie
chon jetzt dafür eintrete, würde die Regierung einen schweten
?tand haben. Die Antragsteller dereinigten sich nunmehr auf
en Antrag, die Regierung möge ersucht werden, auf baldige Ab⸗
iuderung des jetzigen Zustandes des Gerichtskostenwesens hinzu⸗
airlen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Ausland.

Wien. An directen Steuern sind in Oesterreich im Vor⸗
agr 94,249,000 Gulden eingegangen, um 891, 000 Gucden mehr
ils im Jahr 1878. Das Reinerträgniß der indirecten Steuern
elauft sich auf 178,938,000 Gulden, um 6,547,000 Gulden
nehr als im Jahr 1878.

In Madrid sind mehrere Kabylen-⸗Häuptlinge eingetroffen,
mm die spanische Regierung im Namen von Taufenden Marof—
nern um Annexirung von Marokko zu bitten. Sollte Spanien
rezu nicht geneigt sein, so werden sich die Kabylen mil derselben
zitte an Frankreich, eventuell an England wenden.

In nächster Sitzung haben als Schöffen zu erscheinen: Die
herren Carl Schank, Raufmann hier und Peter Walle Ackerer zu
heckendalheim.

Auf der Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken soll am
dienstag ein Bremser durch Ueberfahren geiodtet worden sein.

F Der „Straßb. Ztg.“ wird aus Saarbrücken geschrieben:
die Fischbachbahn, eine zweite von hier nach Neunkirchen fuh⸗
ende Bahn, wird jetzt befahren. Dieselbe, das Fischhachthal ent⸗
aug sich ziehend, wurde gebaut, um die andere Bahn nach Neun⸗
irchen zu entlasten und die Verbindung mit einigen königlichen
hruben zu einer directeren zu machen. Die neue Bahn, stellen⸗
veise ein großartiges Bauwerk, ist nur einige Meilen lang; fie
ührt jedoch durch ein bedeutungsvolles Gebiet, durch eine Gegend,
velche einen unermeßlich reichen Schatz an Steinkohlen verbirgt;
inzelne Kohlenadern liegen nur wenige Fuß unter der Oberfläche.
Die königliche Bergwerksdirektion beadsichtigt nun die Anlage noch
iniger Gruben und die betreffenden Vorarbeiten sind schon aufge⸗
iommen. Zum Betriebe der Gruben ist zunächst auch die Auf⸗
tellung großer Dampfmaschinen erforderlich, um mittelst derselben
die andringenden Grubenwasser zu entfernen. Da jedoch die Dampf⸗
essel weder mit diesem Wasser noch mit dem anderen auf der Strecke
vorhandenen gespeist werden können', weil diese, sog. Sauerwasser,
»as Eisen zu stark angreifen und zu schnell zu viel Kesselstein ab⸗
etzen, so läßt die königliche Bergwerksdirektion eine großartige
Wasserleitung anlegen, welche das noͤthige Wasser unterirdisch nach
einen Bestimmungsorten führen wird. Die Leitung geht durch den
Zt. Johanner Stadtwald und dann die Römerstraße entlang. Durch
die Anlage neuer Gruben wird die Kohlenausbeute, welche jetzt
ährlich circa 100 Millionen Centner, beträgt, noch bedeutend er⸗
jöht werden.

F In Bosenbach, eine Gemeinde von 570 Seelen star⸗
zen in kurzer Zeit 19 Kinder im Alter von 1 bis 5 Jahren an
Diphtherie und Croup.

F Seit Donnerstag vor. Woche wird der 70jahrige Schweine⸗
sirt Hofmann von Obermoh'r vermißt. Derselbe begab sich
am genannten Tage nach Kaiserslautern, um dort einige Schafe
ibzuholen. Nachforschungen nach ihm blieben bis jetzt resultatlos.

F Der latholischen Kirchenverwaltung in Rür'n berg
vurde vom Ministerium des Innern die Bewilligung zur Veram
taltung einer zweitlen Prämienlotterie zur Deckung der Kosten für
ie Restauration der dortigen Frauenkirche mit der Befugniß zum
zoosabsatz im Umfang des Königreiches ertheilt. Es sollen 200,000
ꝛoose à 2 M. ausgegeben werden.

München. Der Konig hat aus dem zur eigenen Verfügung
orbehaltenen Gewinnantheile der München⸗Aachener Mobiliar—
Feuerversicherungsgesellschaft für Feuerlösch⸗ und andere gemeinnützige
3wecke 28 370 M. angewiesen.

Schwabmünchen. (Schwab — münchener Streich.) Ein
khepaar aus Kelchlingen war zu einer am 15. Januar dahier statt⸗
indenden Gerichtsverhandlung zeugschaftlich zu laden. VDer Post⸗
ote stellte die Vorladung richtig zu. Die Vorgeladenen wußten
iber nicht, was sie mit dem verschlossenen gerichtlichen Schreiben
infangen sollten, getrauten sich nicht, die Siegel zu öffnen, in der
Meinung, daß man dies nicht thun dürfe, und hoben die Briefe
nit angstlicher Gewissenhaftigkeit auf, damit nichts daran passire.
In der Verhandlung erschienen sie selbstverstandlich nicht. Die
Berhandlung wurde auf den 29. Januar verlagt und die Zeugen

vegen Ungehorsams zu je 15 M. Geldstrafe, event. zu 5 Tage Haft
verurtheilt. Bei der zweiten Verhandlung brachten beide ihre Vor⸗
adung underletzt, gerade so, wie sie dieselbe erhalten, mit. Der
Oberamtsrichtet konnte sich eines Lächelns nicht enthalien, und die
Strafe wurde zurückgenommen.

f Das in Met garnisonirende braunschweigische Infanterie⸗
Regiment soll nach Braunschweig zurück verlegt werden.

F Die Lothringer Eisenwerke haben den Grundpreis für
iserne Trager von 145 auf 165, für handelseisen von 160 auf
80 M. erhoͤht.

Bermischtes.

*St. Ingbert, 11. Februar. In der heutigen Schöffen ⸗
zung wurden verurtheilt: 1. Ein Mann von hier wegen Ver⸗
ahrlosung seines Kindes in Bezug auf Aufsicht und Pflege zu
4 Tage Haft und die Polizei wurde ermächtigt für die Unter⸗
ringung des Kindes auf Kosten der Stadt zu sorgen. 2. Ein anderer
zurjche von hier wegen Korperverletzung zu 2 WMonaten Gefängniß.
Ein Zeuge wegen Nichterscheinens zu 8 Mart Geldfstrafe. 4.
zin hiesiger Bürger wegen Berufsbeleidigung zu 40 M. Geldsttafe,

A

dur die Redaction beraniwerilich: F. .dD
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        Zwangsversteigerung.
Dienstag den 16. März 1880
Nachmittags 1 Uhr zu Ober⸗
würzbach in der Wirthschaft
von Franz Becker
werden vor dem unterzeichneten
durch Beschlagnahme — Beschluß
des kgl. Amlsgerichts St. Ing⸗
hert vom 10. Januar 1880, —
eingeschrieben im Hypothekenbuche
zu Zweibrücken am 13. Januar
darauf, — ernannten Verstei⸗
gerungsbeamten, auf Betreiben
bdon Barbara Uhl, gewerblosen
Witiwe von Peter Schmelzer,
im Leben Bäcker und Wirth, in
St. Ingbert wohnhaft, Gläu⸗
higerin gegen
Georg Jakob Becker, Sohn
zon Jakob, Ackerer und dessen
gewerblose Ehefrau Maria ge⸗
horene Becker, beisammen in
Dberwürzbach wohnhaft,
Schuldner, die nachhin bezeich-⸗
neten Liegenschaften im Wege
der Zwangsvollstreckung öffent⸗
lich an die Meistbietenden zu
Figenthum versteigert, als:
Im Banne Oberwürzbach:
Pl.-Nr. 703, 2 2 10 qm
Pflanzgarten im Dorf ne⸗
hen Johann Walle;
Pl.⸗Nr. 533, 144 70 4m
Acker am Flürchen im Ha⸗
—A
Pl.⸗Nr. 1215, 4a 10 qm
Wiese im untern Langen⸗
hal neben Johann Becker;
Pl.⸗Nr. 432, 15 a 30 qm
Acker ober der Dörrenbach
neben Peter Becker;
Pl.⸗Rr. 768, 9 a 90 qm
Acker am Zirkensteiner Weg
neben Nikolaus Hauck;
Pl.⸗Nr. 504, 15 2 Acker
m Rädchen neben Georg
Becker Wwe.;
pi.-Nr. 22713, 10 2
60 qm Wiese an der Bach
oder am Weiherdamm ne⸗
ben Georg Becker;
Pl.⸗Nr. 1012, 42 80 4m
Wiese allda neben Jakob
Schmitt;
Pl.⸗Nrt. 1190, 3 4 40 qm
Wiese im untern Langen⸗
thal neben Johann Schnabel;
Pl.-Nr. 735, 5a 10 4m
Acker im Schindthal neben
Georg Becker und Peter
Schmitt;
Pl.⸗Nr. 604, 158 2 30 qm
Acker auf'm Berg am Thal⸗
heimer Vann neben Jacob
Mayer;
Pl.⸗Nr. 912, 9 a 20 qm
Wiese im untersten Weiher
neben Peter Becker und
Georg Becker;
Pl.⸗Nr. 877, 9 a 20 qm
Wiese im obersten Weiher
neben Elisabetha Becker
und Jakob Becker;
Pl.Nr. 177, 5 a 10 qm
Wiese im Dorf neben Ma—
hias Kempf und Georg
Becker 111;
Pl.⸗ Nr. 903, 8 4 20 ꝗm
Wiese im unlersten Weiher
neben Georg Becker und
Andreas Walle:

26.

28.

29.

30.

31.

32.

33.

Pl.⸗Nr. 366, 32 à 70 qm
Acker im Kesselwald, 1. bis
4. Ahnung neben Mathias
Becker und Bernhard Weid⸗
mann;

Pl.⸗Nr. 546. 19 à 10 qm
Acker an der Hohl neben
Johann Krill und Jakob
dauck;

Pl.»Nr. 1137, 12 a 30 qm
Acker im Laichweiherthal
ieben Nikolaus Hauck und
Fohann Becker
Pl.⸗Nr. 1084, 27 a 60 qm
Acker über'm Bruch 1. bis
5. Ahnung neben Johann
dauck und Weg;
Pl.⸗Nr. 738, 23 a 20 qm
Acker am Zirkensteiner Weg
neben Johann Feichter und
Beorg Becker;

Pl.»-Nr. 1242, 10 a 60 qm
Wiese im unteren Langen⸗
hal neben Nikolaus Weid⸗
nann und Georg Becker;
Pl.⸗„Nr. 918, 5 a 50 qm
Wiese im untersten Weiher
ieben Georg Becker;
Pl.⸗Nr. 8732, 24 Fläche,
Wohnhaus, Scheuer, Stall
uind Hofraum mit sonstigen
Zubehörden, Besitz Nr.
IG/112, und Pl.-Nr. 882,
la 50 qm Garten, das
Ganze gelegen zu Ober—⸗
würzbach im Gerstengarten
neben Jakob Schnabel und
Peter Becker;

im Banne Ommersheim:
Pl.⸗Nr. 42892, 9 a
20 qm Acker ober dem
Oberihalerhang neben Ja⸗
tob Becker;

Pl.⸗Nr. 4289, 18 a 40 ꝗm
Acker daselbst neben Ma—
thias Kempf;
Pl.⸗Nr. 4331, 24 a 90 qm
Acker im Jungenwald, ne⸗
ben Joseph Schmitt;

im Banne Heckeendalheim.

27. Pl.⸗-Nr. 169, 15 4 20 qm
Acker oben an den Kiefern
neben Wilhelm Koch und
Georg Becker;
Pl.⸗-Nr. 2067, 14 4 10 qm
Acker hinter den Stockhal⸗
den neben Andreas Walle;
Pl.⸗Nr. 2168, 27 a 30 qm
Acker beim Gemeinrath ne—
hen Johann Schmidt und
Johann Miedel;
pᷣl.⸗Nr. 199, 26 2 60 qm
äcker obig den Kiefern ne—
den Andreas Walle und
Johann Harztz;

Pl.⸗Nr. 241, 14 4 30 qm
Acker in der kleinen An⸗
pannung neben Christian
Brück;

Pl.⸗Nr. 12612, 18 4
10 qm Acker am Mühlen⸗
weg neben Peter Becker
und Erben Fickinger;

im Banne Ensheim.
Pl.-Nr. 76422, 8 2
90 qm Wiese im Bruch
neben Johann Walle und
Johann Jungfleisch;
ßpl⸗Nr. 7645, 7 4 20 qm
Wiese im Bruch;

Die Grundstücke kommen ein—
eln zum Ausgebote, mit Aus—⸗
nahme von Pl.⸗Nr. 8724 und
3813 welche als ein Ganzes
oersteigert werden. Die Be—
dingungen sind die im Art. 55
der Subhastationsordnung fest—
gesetzten.

Der Zuschlag erfolgt sogleich
bei der Versteigerung.

Für 80 Procent des Steig—
erlöses sollen Zahlungsfristen bis
auf drei Jahre gewährt werden.

St. Ingbert, 12. Febr. 1880.

Sauer, k. Notar.
Straßenbau zu
Reicheubrunn
Gemeinde Ensheim.

oratis/RSEreus.
in
hohes Alter
töonnen felbst schwächliche Perso⸗
nen erlangen.
Acmand versäume deshalb,
ch sofort das neu Ahienene
Inch anuschassen, welches die
am husigsien auftretenden FT
TAcmegeue,
Tchwache Magenleiden,
Nervenieiden, Leberbe⸗
schwerden, Blutarmuth,
Haͤmorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beschreibt
und dagegen die wirljamfien
Hausmitiel angiebt. Dies Buch i
ist gratis zju haben in St,
Ingbert bei Herrn
I. Friedrich⸗
—* m
281
8
2
3
2
5
—

Samstag, den 14. Fe⸗
bruar nächsthin des Nach⸗
mittags um 2 Uhr werden auf
dem Bürgermeistereilo⸗
ale zu Ensheim nachste⸗
jende, zur Herstellung des Ver⸗
hindungsweges von Reichenbrunn
is zur Districisstraße von Ober⸗
vürzbach nach St. Ingbert er—
'orderlichen Arbeiten an den
Wenigstnehmenden öffentlich ver⸗
jeben, nämlich:

) Herstellung von 3 Durch⸗

lässen mit Sandstein⸗
—IXRVVV
im Ganzen zu 258 Mk.
17 pf.

Aufuhr von ca. 360 ebm.
Hochofenschlacken vom
Schlackenberg der Herrn
Gebr. Krämer zu St.
Ingbert.

Plane und Kostenvoranschläge
iegen bis zum Tage der Ver—⸗
teigerung auf dem Bürgermei⸗—
fereiloklale zu Ensheim zur Ein⸗
icht offen.

Ensheim, 9. Februar 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Eduard Adt.
83
Feuner!

An allen Orten werden Agenten
ür eine eingef. Feuerv.⸗Gesellschaft
unter sehr günstigen Be⸗
dingungen, angestellt. Ad⸗
tessen unter P. S. 16 postlagernd
Darmstadt erbeten.

Seine ausgezeichneten, aberall ge⸗
ruhmten
2 —
Piamimos
liefert frachtjrei zu Fabrikpreisen mit

Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung

der gegen Baar mit hohem Rabatt

Tu. Weidenslaufer, Fabrik
Berlin NWV.

— —
„Unsere heutige

Nummer“ bringt für

alle Abonnenten eine Exrtra⸗

Beilage des rühmlichst bekann⸗

ten Benedietiner-Doppel⸗

rãuter⸗Magenbitter von

F. Pingel in Göttingen.

Niederlage in St. Ingbert bei
J. Friedrich.

Unwiderruftich
Ldiehung 24. Tebruar 1880.
Keine Serien! Fortlaufende Mervern!
Bad-Rissinger-Lotteris
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal M. 12, 000.; 3mal 6000.; 4mal M. 4000 6mal
A. 3000 ꝛc.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,000.
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General-⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose find in St. Jugbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrichh.
. Sichelꝰs Atelier künstl. Zähne
———
—

ud und Verlag von F. BEneß i VIt. MAgbert.
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—2* —AA 88 5 — — —— — S —5 —55.
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57 — ———— 355 S—8575558 3252 383 *
3 28338 2335 —— 5
— — 2* * — 2* 8 * 53 5 8 * ⸗ * 2
— * 2. 2 —— — * 5 — 44 2
— 22 2 —555 5 * 538 555*2355 ——— 5
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58 ——— 5 2 2555358 28832 —— * * —A —5*
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28*— 55 52 —A— 8 —28 8 2* — *8*2 * 8
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        St. Ingberler Anzeiger.
Dder Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mil illustrirter Bei—⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutaqg. Der Abonnementspreis betragt vierieliahrlich

40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A0 60 , einschließlich 420 — Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
43 26. Samstag den 14. Februar 1880.

23

Deutsches Neich.

Wie ein München er Correspondent des „Pf. K.“ ver—
ummt, wird die Dauer des Landtags bis zum 20. d. Mts.
»erlängert werden. Man hofft, daß bis dahin außer dem Budget
amentlich auch der Gesetzentwurf über den Branntweinaufschlag
nit beiden Kammern vereinbart sein wird.

Durch Einführung des Branntweinaufschlages werden in
Bayern 69 neue Aufschläger⸗Stellen nothwendig

Muͤnchen. Nachdem der Finanzausschuß der Abgeordneten⸗
ammer den Zuschuß für die Pfälzer Bahnen, welcher von der
stegierung mit 8,157, 170 M. eingestellt war, auf 2,700,000 M.
estzustellen beschlossen, ist nach den bisherigen Beschlüssen für den
Abschluß des Budgets folgendes Ergebniß in Aussicht zu nehmen:
Die Ausgaben werden sich berechnen auf 220,802,000 Martk, die
cSinnahmen auf 217,639 500 Mi., jedoch abgesehen vom Eriräg⸗
niß der Brannweinsteuer. Hiernach bliebe noch die Summe von
2,662,600 M. ungerechnet; wenn man die Branntweinsteuer auf
662,000 Mt. veranschlagt, verbliebe noch ein Defizit von 1
Million, welches sich um soviel erhöht, als die Branniweinsteuer
iwa geringer veranschlagt wird. Sonach kann die Bilanzirung
»es Budgets keiner Schwierigkeit unterliegen und ist in leinem
xyalle eine Erhöhung der direiten Steuern nothwendig. Zu be—
zauern ist nur, daß kein Budget eines Einzelstaates und nament-
ich lein bayerisches Budget eine zuverlässige Bilanzirung mehr zu⸗
ißt. weil die Matrikularbeitrüge niemals auch nur mit einiger
Bestimmtheit bemessen werden können. Während die Staatste-⸗

gerung dieselben mit 16,800,000 Mark, die Kammer der Abge—
ezdneten mit 16 Millionen rund einstellt, was kein erheblicher Un⸗
erschied ist, würden nach dem Entwurf des Reichsetats, soweit
xujetzt bekannt ist, für das Jahr 1880 81 bereits ca. 19 Mill.
cforderlich sein und ist ein Einfluß der Erhöhung der Zoölle nicht
emerlbar. Wenn nun auch angenommen werden kann, daß bei
ur einiger Besserung der Lage durch die Mehreinnahmen in
Zahern das Defizit von 1 Million jedenfalls gededt werden kann,
achdem die Einnahmen fast sämmtlich sehr niedrig eingestellt wur⸗
ꝛen, ist es doch zweifelhafi, ob durch diese Mehteinnahmen auch
me erhebliche Vermehrung der Matrikularbeiträge ausgeglichen
perden kann. Es ist deshalb unabweisbar, daß das Reich für
ᷣhere Ausgaben, wenn sie bewilligt werden sollten, auch die
dechungsmiltel selbst beschaffe und nicht durch Vermehrung der
Natrikularbeiträge das Gleichgewicht der Budgets in den Einzel-
caaten immer störe; am Besten wäre es, wenn die Mehrausgaben,
»weit als thunlich, durch anderweitige Ersparungen ausgeglichen
vurden.
Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer hielt
»i Feststellung des Zinszuschusses für die Pfalzischen Bahnen der
lbgeordnete Schlör eine längere Rede über die Lisherige Ent⸗
videlung der Pfalzischen Bahnen, über die Geschichte der Fusion
nd die wahrscheinliche Gestaltung der Verhälinisse der Zukunft.
er betonte, daß die Ausdehnung des pfälzischen Bahnneyes in
en letzten zehn Jahren eine Junahme um 103 pCt., der Verkehr
ui denselben aber nur eine solche um 34 pCt. aufweise, und
mpfahl angelegentlichst die Erwerbung der Pfalzischen Bahnen
vurch den Staai, indem er die Regierung zugleich bat, sich über
esen Wunsch ihrerseits zu außern. Minister v. Pfretzschner er⸗
laärte indessen jede Aeußerung darüber für unpassend und nur
ceignet die Stellung der Staatsregierung zu der ganzen Frage
ind zu den Actionaren zu erschweren. Daraufhin stellten der
Uba. v. Schlör und später auch der klerikale Abg. Daller eine
iesbezügliche Anregung im Plenum der Kammer in Aussicht.
Bayerischer Landtag.) Die Kammer der Reichsräthe
rtlärte sich in der Sitzung vom Jö. ds. M. mit der von der Ab
eordnetenkammer beschlossenen Erhohung der Telegramm⸗Worttare
von 3 auf 5 Pf. einverftanden, ebenso mit dem Antrage, daß das
Speyerer Lycenm aufgehoben und das Regensburger Reaigymnasium
mwein humanistisches umgewandelt werden möge. Abweichend vom
jeschslusse der Abgeordnetenkammer dewilligte sie die Mittel für acht
eue Bezirksssamtsassessoren⸗Stellen.

Der Aufstellung des bayerischen Militärbudgets für
das Rechnungsjahr 188081 ist nachstehende Etatsstärke der Ar⸗
mee zu Grunde gelegt: Offiziere 2136 (1 mehr als im Vorjahre)
uind zwar: Infanterie: 18 Infant.⸗Regimenter, und die Militär⸗
Zchießschule 1050, 4 Jägerbataillone 72, Suͤmma 1189; Ka⸗—
zallerie: 10 Regimenter und die Equitationsanstalt 256; Ariillerie:
Feldartillerie 4 Regimenter 184, Fuß-Artillerie2 Regimenter 90,
usammen 274; Pioniere ꝛc. 2Bataillone und 1 Eisenbahn⸗
dompagnie 56; Train: 2 Bataillone 28; besondere Forma⸗
ionen, als: Hartschiere, Halbinvaliden, Kriegsakademie, Ärtillerie—
ind Ingenieurschule, Kriegsschule, Cadettenkorps, Lehrschmiede,
Oberfeuerwerkerschule, Militar⸗Gefängnisse und Arbeiter⸗Abtheilung
38; nicht regimentirte Offiziere Kriegsministerium, höhere
Truppenbefehlshaber, Gouverneuré, Kommandanten und Platzma⸗
ore, Adjutantur-Offiziere, Generalstab- Vermessungswesen, Inge⸗
nieurkorps, Train⸗Depots, Artillerie- und Waffenwesen, technische
Institute ꝛc.) 295 (1 mehr als im Vorjahre)y; Man nschaften
18.244 und zwar: 6076 Unteroffiziere (45 weniger), 87 Zahl⸗
meister⸗ Adsriranten, 590 Unteroffizier⸗ und 897 Gemeinen⸗Spiel⸗
eute, 38,554 Gefreite und Gemeine (5 weniger), 920 Lazareth⸗
Behilfen und Sanitätstruppen (50 mehr); 1120 Oekonomie⸗
dandwerker; Militär-Aerzte 197; Zahlmeifter 913 Veterinäte
»4 (1 mehr), 74 Büchsenmacher und 10 Sattler. Die eingestellte
zahl der Dienstpferde ist 8786. hievon hat die Kavallerie 6890.
die Artillerie 1600 und der Train 236.

Der bay erische Verwaltungsgerichtshof hat
n einem Erkenntniß ausgesprochen, daß die Prüfung und Ent—⸗
cheidung der Frage, ob zum Betriebe einer Schankwirthschaft ein
Bedürfniß vorhanden ist oder nicht, Sache des freien administra⸗
iven Ermessens und deshalb der Verwaltungsgerichtshof zur Ver⸗
bescheidung desfallsiger Beschwerden nicht zuständig sei.

General⸗Pardon gibt das bayerische Finanz-Ministerium
esp. die Rentämter bezw. Steuerausfchüsse allen denjenigen Kapital⸗
entensteuerpflichtigen, welche bei der demnächstigen Neuanlage der
dapitalrentensteuer aus eigenem Antriebe eine be Wahrheit gemäße
Fassion angeben, wenn sich herausstellen sollte, daß gegen früher
was verschwiegen worden sei, da die bett. Behörden voh der Ber⸗
nuthung ausgehen wollen, daß die gänzliche oder theilweise Ver—
hweigung fruͤher nur in fahrlässiger Weise statigefunden hat und
)emgemäß von Stellung eines Sirafantrags Umgang genommen

werden soll. Wird freilich auch diesmal wieder verschwiegen, dann
exfolgen beim Betretuͤngsfall scharfe Strafen.

Die bei der am Donnerstag stattgehabten Eröffnung des
deutschen Reichstags verlesene Thronrede kündigt die so⸗
ortige Vorlage des Budgets an, wobei die Erhohung der Matri—
ular⸗Beitrage, sowie eine Anleihe für unaufschiebbare Aufwendungen
ils erforderlich vorgesehen seien. Ferner soll dem Reichstage eine
borlage über 2jährige Budget-Perioden, sodann das Militairgesetz
inter Hinweis auf die in den Nachbarstaaten vorgekommenen um—
angreichen Erweiterungen in den Heereseinrichtungen, wodurch
Deutschland unbeschadet seiner friedfertigen Politik im Interesse
einer Sicherheit und zur Vervollstandigung seiner militärischen Ein⸗
tichtungen gezwungen sei, vorgelegt werden.

Angekündigt werden ferner: Vorlagen über die Verlangerung
)cs Sozialistengesetzes, über Abwehr gegen Viehsenchen, über das
Vfandrecht, sowie Vorschläge über die Erweiterung der deutschen
andelsbeziehungen mit den Südsee⸗Inseln. Die Thronrede schließt:
Deutschlands Beziehungen zum Auslande sind friedliche und
reundschaftliche zu allen Mächten. Die Bestimmungen des Ber—
iner Friedens fanden Ausführungen in nahezu allen ihren Fest—
etzungen. Deutschland wird sich nach wie vor an allen weiteren
Bestrebungen zur dauernden Sicherstellung des Friedens eifrig
ꝛetheiligen.

Die Politik des Kaisers bleibt in Uebereinstimmung mit den
riedlichen Neigungen des deutschen Volkes auf die Erhaltung des
Friedens gerichtet und wird nicht nur mit bollet Uneigennußigkeit
ür denselben eintreten, sondern auch unter Buürgschaft gleichgesinnter
Nachte den Gewinn desselben sicher zu stellen suchen“
        <pb n="100" />
        Das „Aerztliche Intelligenzblatt“ enthält nachstehende Cor⸗
respondenz aus Berlin: Das Reichsgesundheitsamt steht dem
Vernehmen nach, nachdem dasselbe bereits festgestellt inwieweit in
den größeren Städten des Deutschen Reiches Privatanstalten resp.
Vereine bestehen, welche sich die Controle der Genuß⸗ und Nah⸗
runasmittel sowie der Gebrauchsgegenstände angelegen sein lassen,
nunmehr vor der Entscheidung der wichtigen Frage wegen Ein⸗
setzung eines Gesundheitsausschusses für jede größere Stadt, sowie
für jeden größeren Communalverband. Nach dem im Reichsge⸗
sundheitsamte aufgestellten Plane soll der Gesundheitsausschuß bei
allen wichtigen Anordnungen und Maßregeln im Interesse der Ge⸗
jundheitspolizei sich gutachtlich äußern, selbststündig den compe⸗
lenten Behörden Vorschläge machen und Rathschläge ertheilen, über⸗
haupt den Verwaltungs⸗ und Gerichtsbehörden mit Gutachten zur
Seite stehen.

Ein preußisscher Antrag beim Bundesrath wegen Ab—
znderung des 8 30 des Sozialistengesetzes geht dahin, die Gel⸗
ungsdauer des Sozialistengesetzes bis zum 31. März 1886 zu
berlängern.

Auf der Tagesordnung der in den letzten Tagen des Februar
Statt findenden Ausschußsitzung des Zentralverbandes deutscher
Industrieller zur Beförderung und Wahrung der nationalen Arbeit
sleht u. A. die Wahl einer Deputation, welche beauftragt werden
soll, bei Fürst Bismarck eine Audienz nachzusuchen und dem—
selben für die Durchführung der Zollreform den Dank der Indu⸗
strie zu überbringen.

Karlsruhe. Die „Badische Landeszeitung“ meldet, Bis⸗
thumsverweser Kübel in Freiburg habe das Dispensverbot mit⸗
teist Schreibens an den Großherzog ausdrücklich zurückgenommen.
Damit wäre, wenn die vorstehende Meldung richtig, die von der
Hationalliberalen Kammermehrheit aufgestellte Bedingung, von deren
Verwirklichung dieselbe die Unnahme des bekännten Examengesetzes
abhängig gemacht, erfüllt und in Folge davon der badische Aus⸗
gleich mit der Kurie so gut wie vollzogen — Dank einer ver⸗—
sändigen Nachgiebigkeit seitens der Kirche.)

Ausland.

Das französische Ministerium des Aeußeren. schreibt der
Siocle“, hat jetzt definitiv festgeftellt, was der von Napoleon Ul.
im Jahre 1870 Deutchland erklärte Krieg Frankreich gekostet hat.
Die außerordentlichen Heeresausgaben haben sich, das Militär—⸗
budget des betreffenden Jahres nicht mitgerechnet, auf 1 Milliarde
313 Millionen belaufen. Die Kriegsentschädigung an Deutschland
hat, Capital und Zinsen, 5 Milliarden 315 Millionen betragen.
Der Unterhalt der deutschen Truppen auf französischem Gebiete hat
eine Ausgabe von 340 Millionen verursacht. Die Entschädigung
der von dem Kriegsunglück betroffenen Departements und Gemein⸗
den stellen einen Gesammtbetrag von1 Milliarde 487 Millionen
dar.“ Der Verlust an Steuern während des Kriegs und der Weg—
fall der Staatseinnahmen aus Elsaß⸗Lothringen, der letztere zu 4
pᷣCt. capitalisirt, wird auf 2 Milliarden 420 Millionen, die Wie—
derherstellung des Kriegsmaterials auf 2 Milliarden 144 Millionen
veraͤnschlagt. Endlich belaufen sich die Militärpensionen und ver—
schiedene durch die Annerion von Canälen u. s. w. verloren ge⸗
gangene Einkünfte zusammen auf 1 Milliarde 314 Millionen.
Sunima-Summarum: 14 Milliarden 456 Millionen. Die ver⸗
schiedenen zur Deckung dieser furchtbaren Ausgaben aufgenommenen
Anleihen haben die jährliche Zinsenlast um 631,800. 000 Fres
erhöht. In runder Summe hat also der Krieg von 1870 Frank—
reich fünfzehn Milliarden baar gekostet und seine jähr—
lichen Lasten um 632 Millionen erhöht. In allen diesen Ziffern
bleiben aber noch die Verluste der Gewerb, der Handel sStreibenden
umd überhaupt aller Arbeitenden unberücksicht, Verluste, die sehr
bedeutend sind, sich aber schlechterdings nicht abschätzen lassen.

Tiefen Eindruck hat das veröfsentlichte euglische Blaubuch

über Afghanistan gemacht. Es bestätigt mancherlei, was früher
vermuthet wurde. Jakub Khan selbst erklarte, daß zwischen seinem
Vater Schir Ali, nachdem dessen Anerbietungen von der englischen
Regierung zurückgestoßen worden, und dem russischen Hofe das
Vüͤndniß geplant war. Die kriegerischen Vorbereitungen Schir Alis
hätten nicht umfassender sein können: 68 Regimenter Fußvolk, 16
Regimentet Reiterei, 300 Geschütze, eine Million Pfund Pulver
und mehrere Millionen Patronen für Snider-Gewehre bildeten im
Vala⸗Hissar einen hübschen Bestand. Russisches Geld hatte seinen
Weg massenhaft nach Kabul gefunden. Ein Beweis ist bis jetzt
allerdings nicht zu erbringen gewesen, ob noch auf anderem Weg
als dem des Handels dieses Geld nach Afghanistan kam. Unifor⸗
men von russischem Schnitt und mit russischen Knopfen wurden
von den Officieren des Emirs getragen.

Madrid. Der Altentäter Otero, in erster Instanz zum
Tode verurtheilt, wurde am 10. Febr. den Assisen überwiesen.
Vermiichtes.
x* St. Ingbert. Prabenden aus dem Pfätzischen Dienst—
botenstift erhielten von hier a) Geldbelohnung im Betrage von

O M: 1. Maria Weber, 16 Jahre in Dienst bei Hr. Reutner
yroßhardt, 2. Barbara Schmitt, 80 Jahre bei Hr. Kaufmann
grewenig; b) Ehrenbrief: Charlotte Löwenberger, 8 Jahre bei Hr.
beramtorichter König. Eine Geldbelohnung von 10 W. erhielt
nuch Michael Bauer, 20 Jahre bei Hr. Gutsbesitzer Villeroy auf
sillershof, einen Ehrenbrief Maria Wuͤrtz, 6 Jahre bei Hr. Guts⸗
hesitzer Jacob in Rohrbach.

y Ueber den in voriger Nr. des „Anz.“ gemeldeten Unfall
ines Eisenbahnbediensteten auf der Bahnstrecke Hom burg⸗
Zweibrücken wird der „Pf. Volksztg.“ geschrieben: Am 10.
3. Morgens wurde in der Rähe der Station Schwarzenader,
nachdem turze Zeit vorher ein Güterzug passirt wan der Tender⸗
wächter Heiek von Kaiserslautern todt aufgefunden.“ Die von zu—
tändiger Seite sofort eingeleiteten Ermittelungen ergaben, daß
Heiek, um seinen Dienst als Bremser zu versehen, auf dem Brem⸗
ersitze eines Güterwagens Platz genommen hatte. Während der
Fahrt scheint ihm nun der starke Luftzug seine Mütze weggeführt
su haben, und um diese wieder zu erlangen, war er, die Nähe
eines Viaduktes nicht achtend, auf die Decke des Wagens gestiegen.
Beim Passiren des Viaductes wurde ihm an der Wolbung desfel⸗
vJen die Hirnschale zerschmettert, wodurch der Tod wohl sofort ein⸗
getreten sein mag. Heiek ist 33 Jahre alt und hinterläßt eine
Wittwe mit 5 kleinen Kindern.

4 Am 8. d. Mts. brannte in NReuhäusel das Wohnhaus
des Bergmannes Gebhard nieder.

4 In Neustadit waren trozß der schlehten Zeiten die Carne⸗
dalsbälle sehr besucht. Auch die Tanzmusiken waren sehr stark
requentirt. Auf den letzteren wurden mehrfach jüngere Leute ge—
ehen, deren Eltern seit Wochen die Suppenanstalt in Anspruch nehmen.

F Der Vorschußverein in Dürkheim erzielte im vorigen
Jahre bei einem Gesammtumischlage von 4,742,300 M. 61Ppf.
inen Reingewinn von 15,434 M. 54 Pf., welcher nach Abzutg
der für die Dotirung des Reservefonds etc. bestimmten Summe in
Form einer 8procentigen Dividende an die 635 Mitglieder des
Vereins zur Vertheilung gelangt.

x Bie zahlreichen Besucher der Fütterung in einer in München
veilenden Menagerie waren vor einigen Tagen Augenzeuge einer
ergötzlichen Scene. Dem Elephanten nämlich mochte der Magen
zu arg knurren; kurz er machte alle erdenklichen Rüssel-Anstrengungen,
im ein außer seinem Rüsselbereich befindliches Brodkörbchen zu er⸗
jaschen. In seiner Noth übte er auf einen Nahestehenden mit der
ummen Bitte um Hilfe einen Rüsseldruck aus. Da auch dies
nichts fruchtete, bequemte er sich zu einem Kniefall. in Folge dessen
er durch klüglich erzielte Verkürzung der Entfernung den Gegenstand
eines heißen Verlangens glücklich erreichte. Den Korb fassen, um—
türzen und dessen Inhalt mit verschmitztem Augenblinzeln sich zu
hemüth führen, war im Nu geschehen. Dem hinzugekommenen
Wärter übergab das kluge Thier mit einer graziösen Rüsselschwen⸗
sung den — geleerten Brodkorb unter lauter Heiterkeit der Anweseuden.

(Reichsgerichtliches Erkenntniß.) Vor Kurzem wies
die „Deutsche Gerichtszeitung“ darauf hin, daß die Vertretung der
Parteien durch Winkelschreiber und Konsorten auf Umwegen zu
zrreichen gesucht werde, indem diese fich die Forderungen cediren
assen und den Betrag nach erfolgtem Eingange abzuliefern ver⸗
prechen. Das Reichsgericht hat neuerdings in einem Erkenntniß
nusgesprochen, daß das Auftreten eines solchen Konsulenten oder
einer sonstigen nicht dem Rechtsanwaltstande angehorigen Person
»or Gericht auf Grund einer simulirten Cession, um in dieser
Weise die eigentlichen Parteien zu vertreten, aus 53 132 des Straf⸗
esetzbuchs wegen unbefugter Ausühung einer Handlung, die nur
rafi eines öffentlichen Amtes vorgenommen werden darf, mit Ge—
ängniß oder Geldstrafe zu bestrafen ist.

Dieser Tage hat sich in Sulz bei Gebweiler im Ober⸗
5ẽlsaß der Rebmann Ludwig Landwehrlin, im Alter von 75 Jah—
ten, zum vierten Male verheirathet und zwar mit der 65 Jahre
alten Marie Ammstadt, welche ihrerseits bei dieser Heirath den
hierten Mann nimmt.

In Darmstadt wurde von der Strafkammer des Landge⸗
richts der Urheber des beklagenswerthen Eisenbahnunfalls bei Bischofs⸗
jeim, der drei Menschen das Leben kostete, ein Weichenwärter, dieser⸗
salb zu 223 Jahr Gefängniß verurtheilt. Aus der Verhandlung
ergab sich, daß der Angeklagte ursprünglich die Weiche richtig gestellt
Jjatte, dann aber eingeschlafen war und im Moment, als der Zug
tam, aus seiner Bude heraussprang und in seiner Schlaftrunkenheit
der Weiche die verhängnißvolle falsche Stellung gab.

fF In Frankfurt feiert der Senior Pfarrer König am
kommenden 29. Februar zum 93. Mal seinen Geburtstag; er
dollendet an diesem Tag sein 92. Lebensjahr.

F In Düsseldorf beabsichtigen die städtischen Behörden
die Einführung einer städtischen Klaviersteuer. Zu diesem Behuf
wurde kürzlich dort eine Zählung der Klaviere vorgenommen. —
Am Samstag Abend mußten mehrere Damen in einem Mobel⸗
vagen zum Maskendalle fahren, weil ihre Kostüme in einer Droschle
iicht Platßß fanden.
        <pb n="101" />
        Rascher Todesfall. Ein Kölner Bürger, welcher ein
kleines Geschwür an der Oberlippe hatte, ließ sich dasselbe am
vorigen Sonntag von seiner Frau mit einer Nadel aufstechen. Als—
hald schwoll der ganze Kopf ungewöhnlich an, und der Mann er—
lag trotz des besten ärztlichen Beistandes den Folgen jener anscheinend
zeringfügigen Operation. Ohne Zweifel hatte eine Blutvergiftung
tattgefunden.

Aus Stteele schreibt man der „Ess. Volksztg.“. In
seiner Schöffengerichtssitzung dahier kam unter anderen ein Fall
zur Verhandlung, der wieder zeigt, wie vorsichtig man mit Be—
hauptungen sein muß. Ein Herr, der wegen Freiumherlaufens
feines Hundes in Polizeistrafe genommen war, hatte die richter⸗
liche Entscheidung angerufen. Vor der Verhandlung bat er, sei⸗
nen Hund vorführen zu dürfen, um feststellen zu lassen, ob dieser
wirklich auf der Straße angetroffen sei. Nachdem dem Gesuche
nachgegeben worden war und die beiden Beamten eidlich erhärtet
hatten, daß dieser derselbe Hund sei, den sie auf der Straße an⸗
getroffen, bewies der Angeschuldigte zu nicht geringem Erstaunen
der Beamten, daß der zur Stelle geschaffte Hund gar nicht ihm
gehöre, sondern daß sein Hund sich in seiner Wohnung befinde.
Selbstverstaäͤndlich erfolgte Freisprechung.

Der Lehrling eines Geschäftshauses zu Crefeld, so erzählt
die „Barm. Ztg.“, hatte vor einigen Tagen einen Brief mit 800
M. Einlage zu adressiren, was jedoch so mangelhaft ausgeführt
wurde, daß der Principal ihm aufgab, die Adresse von Neuem zu
schreiben. Als dieses ganz sauberzausgeführt und der Brief gehörig
bersiegelt hingelegt worden, warf der Lehrling die schlechte Adresse
ins Feuer, vergaß aber, daß die 800 M. noch darin steckten, welche
mit zum Schornstein hinausrauchten. Einige Fetzen wurden noch
dem verzehrenden Elemente entrissen, womit jedoch schwerlich bei
der Bankstelle etwas zu machen sein wird.

Wie sehr man in Ber lin bemüht ist, dem deutschen Ge—
schäfisleben Vorschub zu leisten, mögen folgende Thatsachen be—
weisen. Während einer der jüngst abgehaltenen großen Hoffestlich—
keiten in Berlin, drückte der Kaiser den Botschaftern und Gesandten
der auswärtigen Mächte den Wunsch aus, daß dieselben im Laufe
dieses Winters größere Festlichkeiten veranstalten mögen, um der
Geschäftswelt in Berlin Gelegenheit zum Verdienen zu geben.

F In Hamburg wird am 18. und 19. Mai d. J. der
dritie deutsche Lehreriag abgehalten werden.

Die Kaiserin von Oesterreich hat sich, wie alljährlich, so
auch heuer zur Fuchsjagd nach Irland begeben.

F Für das Großherzogthum Luxemburg werden 12,000
Centner gute Saatkartoffeln zu kaufen gesucht; Probesendungen mit
Preisangabe sind an den Landbau⸗Ingenieur Enzweiler in Luxem—
hurg zu richten. Ebenso werden sür den Ktreis Berncastel, Regier⸗
ungsbezirk Trier, 5000 Centner Saattkartoffeln gesucht; Probesend⸗
ungen sind an den kgl. Landrath von Kühlwetter in Berncastel zu
richten. Bei den Preisangaben ist zu berüchsichtigen, daß die Kar—

taffeln franco zu liefern sind.

4Paris. Im Publikum herrscht große Aufregung über
das Eisenbahnunglück bei Argenteuil. Es sind bei diesem Vor—⸗
falle ganz empörende Scenen vorgefallen. Unter den Bewohnern
der Umgegend, die gleich nach dem Zusammenstoße herbeieilten,
vefanden sich mehrere, welche die Gelegenheit benutzten, die Ver—⸗
wundeten und Todten auszuplündern. Die Sache klingt unglaub—
lich, aber scheint außer Zweifel zu stehen.

Der Papst spendete den Armen Irlands 10,000 Lire

— Aus Sicilien und Sardinien werden große Verheerungen durch
Ueberschwemmungen gemeldet.

7 Eine sinnreiche Einrichtung zur Entdeckung entzündlicher
Gase in Gruben hat ein schottischer Gelehrter, Professor Georg
Forbes, hergestellt. Wie er bei öffentlicher Vorzeigung des Instru—
ments in der philosophischen Gesellschaft zu Glasgow erklärte, hat
das bedauerliche Grubenunglück in Blantyre seine Aufmerksamkeit
auf diesen Gegenstand gelenkt, und er hat seitdem eifrig nachge⸗
sonnen, wie solchem Uebel vorzubeugen wäre. Er glaubte, daß sich
dies durch Zuhilfenahme der Aklustik thun lassen werde, weil der
Unterschied in der Dichtigkeit der Luft genügend sein müsse, um
eine Aenderung in dem Zeitmaße der Fortpflanzung eines Lautes
hervorzubringen. Versuche mit einer Stimmgabel und einer mit
Luft gefüllten Röhre ergaben, daß die Rohre nur dann den Laut
der Stimmgabel aufnimmt und nachhallt, wenn sie eine gewisse
Lange besißt. Durch weitere Bemühungen brachte es Forbes so
weit, daß er jetzt mit dem einfach aus einer Stimmgabel und einer
Rohre hergestellten Instrumente die leichte Anwesenheit des Kohlen⸗
gajes bis auf ein halbes Procent anzugeben vermag. Die Fort⸗
»flanzung des Tones erfolgt in dem leichten Kohlengase erheblich
chneller als in der gewohnlichen Grubenluft, und die zunehmende
Geschwindigkeit zeigt die Zunahme des stohlengases an. In einer
Grube soll sich das einfache Instrument bereits gut bewahrt haben.

Riesen-Nahmaschine. In einer englischen Fabrik ist
eine Riesen-Nähmaschine fabrizirt wotden, die wohl die großte der⸗
artige Maschine in der Welt ist. Sie wird mit Damypf betrieben.

viegt 80 Zentner und ist von so gewaltigen Dimensionen, daß sie
n keinem gewöhnlichen Zimmer untergebracht werden kann.

7 Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß die Kaserne in
Beikos, einer Ortschaft am Bosporus, einstürzte, wobei 200 Sol⸗
daten und Offiziere todt blieben und 200 verwundet wurden.

F Lesseps, der behufs der Erforschung des Isthmus von
Panama die Häfen an der dortigen Küste jetzt besucht, erzählt in
einem Reiseberichte, daß die Armee von Venezuela folgendermaßen
gekleidet sei: kurze leinene Jacke, do. Hosen, beides durch einen
Ledergürtel szusammengehalten, Fußbekleidung fehlt gänzlich. Man
jielt Lesseps zu Ehren eine Revue, die Soldaten erschienen mit
chwarz gewichsssten Füßen und die Beine bis zur Höhe der ge—
vöhnlichen Militärstiefel schwarz gefärbt, so daß man auf einige
5Entfernung glauben konnte, die Armee trüge wirklich Fußbeklei⸗
zung, Welche Ersparniß würde diese Neuerung boi den europäi⸗
chen Armeen abgeben!

F Ein Formular zu einem Gevatterbriefe, wie er im Jahre
740 geschrieben wurde, theilt der „Hamb. Cour.“ mit. Der
Adressat ist eine „gelahrte Person“: Hoch-⸗Edler, Vester und Hoch⸗
Jelahrter, insbesonders großgünstiger, lieber, hochzuehrender und
yochgeschützter Herr Gevatter, vornehmer Freund und großer Gön⸗
ier! Demselben kann aus hocherfreutem Gemüthe nicht verhalten,
iachdem sintemal und dieweil der allgewaltige GOtt meine Haus⸗
khre und Ehe⸗Liebste ihrer bisher getragenen weiblichen Bürde und
dast heute Morgen, welches just präcise um 3Z Uhr, in Gnaden und
Zegen entbunden, und uns beyderseits mit einem wohlgestalten,
ungen, artigen und lieben Söhnlein verehrt; wenn denn solch
inser Kindlein und Knäblein gleich andern Menschen in Sünden
mpfangen und gebohren, und dahero uns Eltern obliegen will
ind soll, solches zur heil. Taufe befördern zu lassen, wir aber zu
mserm hochzuehrenden Herrn Gevatter das Vertrauen habende, daß
s dieses christliche und nöthige Werk auf sich nehmen werde; als
rgehet an demselben mein und meiner Haus-Ehre dienstschuldiges
yöfliches und ehrenfreundliches Bitten, er beliebe von seinen vor—
jehmen Geschäften sich so viel abzumüßigen sonder Beschwerde und
zönnets GOtt morgen Abends 4 Uhr zu erscheinen ⁊x.

F Ueber die Temperatur des electrischen Lichtes sind neuer—
zings von Rossetti interessante Untersuchungen angestellt wor⸗
d»en. Derselbe bediente sich hierbei einer mit astatischem Spiegel⸗
zalvanometer verbundenen Thermosäule, welche den Einwirkungen
der von einer bestimmten Oberfläche der Electroden kommenden
Wärmestrahlen ausgesetzt wurde. Aus einer Reihe von Versuchen,
zei denen bis 160 Bunsen'sche Elemente zur Verwendung klamen,
ergab sich, daß die Temperatur der positiven Kohle zwischen 2400
und 39000 E., diejenige der negativen Electrode zwischen 2138
und 25300 C. schwankt; die Temperatur ist um so höher, je kleiner
vie strahlende Fläche ist.
Marktberichte.

Zweibrücken, 12. Februar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.
Weizen 11 M. 56 Pf., Korn 10 M. — Pj., Gersie zweireihige O M. Pf.
vierreihige O M. — Pf., Speiz 7 M. 20 Pf., Spelztern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf. Mischfruht — M. — Pf., Haser 7 M. 34 pf.
rbsen — M. — pf., Widen 6 M. 10 Pf. Kariofjeln ——A
heu 83 M. 20 Pf. Stroh 83 M. — Pf., Weißbrod In/⸗ Kilogr. 57 Pf.
Kornbrod 3 Kiloar. 71 Pf., 2 Kilogr. 48 Pf., lKilogr. 24 Pf. Gemijchi⸗
drod 3 Kilogr. 80 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual.
30 Pf. II. Qual. 50 Pf., Ralbfleisch 40 Pf. Hammielfleisch 60 Pf. Schweinefle isch
56 Vj., Butter 1 Niloat. O M. 90 Pf., Wein 1 Viter 80 Pf.,Bier 1Liter 24 Pf.

Homburg, 11. Februar. (ruchtmittelpreis und Victualienmartt.) Weizen
il De. 82 Pf Korn 10 M. 81 Pf., Spelztern —M. — pjf., Spelz 7 M.
Pi. Gerfte Zreihige O M. — RPi., G.rste Areihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 66 Pf., Mijchirucht 1I0 M. 30 Pf., Erbsen 0O M. — Pf., Widen
M. — Pf., Bohnean — M. — pf., Klecsamen — M. — Pf. Korn⸗
drod 6 Pfund 85 Pf., Gemijchtbrod 6 Pfund — Pf., Ocsenfleish — pf.
Rin dfleisch 50 Pf. Kalbseisch 36 Pf. Hammelileisch — Pf. Schweinefleisch
bu Pf., Butter I Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln ber Ctr. 3 M. Pf.
Kaiserslautern, 10 Februar. (Fruchtmitlelpreis and Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 57 Pf., Korn 9 M. 74 Pf., Spelzietn — M. Pf. Spelz
7 M. 85 Pf., Gerste 9 M. 09 Pf., Hafer 7 We. 3e Pf., Erbsen 10 Mo
bo0 Pf., Wicken 6 M. — Pf. Linsen 12 M. — Pi., Kleesamen — W. —
Pf. Schwatzdrod 6 Pfund 1. Qual. 76 Pf. do. 3 Vsd. 88 pf. Gemischibrod
3 Pfund 43 Pfg. Butter pet Pfd. — M. 85 Pfj. Cier 2 Siuck Ie Pf.,Kar⸗
toñeln ver Cent. 3 MM. 80 Pi. Strob 2 M z0Rij. G”n mMm. 60 Pfy.
—
Tür die Redaction verontwortliv-st x Deme w.

— — * ZD ——C————————&amp;«—
Maschinentchniker. Wer sich als jolcher ausbilden will, um später
entrde der als Constructeur, Maschinen⸗Ingenieur und dergl., oder auch als
Werkfuhrer Stellung einnehmen zu konnen, findet im Programm des Tech⸗
jieum Meittiwweida (Sachsen), der bekannten höheren Majschinentechnisch ew
Fachichule, die nöthigen Raͤthschläge, Lehrpläne und dergl. Am 185. April
eginnt der Sommercuts an der genannien Anstalt und gleichzeitig das 14.
chuljahr. Der lezte Jahresbericht, der nebit Programm gratis dvon der
Direction zu dezieden ift, zeigt eine Frequenz von 4905 namentlich angeführten
Zchulern aus fast allen europäischen xandern, ferner aus Afien und Amerika.
der älteste Schuler war 33 Jahee, dann 31 39, 2) u. s. f. Jahre bis het⸗
anter zum 165. Die Eltern der Schüler gehören fast allen Standen an, ve
onders statk vertreten sind Fabrikanten, Fabrik⸗ Direcktoren, Werkfuhret,
Mühlenbesißer, Schlosser, Baugewerken u. dergl. mit zusammen 185, ein
beweis des Vertrauens aus den maaßzebenden technischen und industriellen
reisen; dem folger Landrirthe 60, Braate 0, Gewerbireidede derichiedener

Art 34 »x 26
        <pb n="102" />
        SADie Neuzʒeit.“ Bei Werner Große in Berlin erscheint eine belle⸗
triftische Zeitschrift unter diesem Titel, welche die anregendste Lectuͤre enthält
und unter ihren Mitarbeitern die tüchtigsten Autoren Deunschlands zühlt. Vor
uns liegt das erste Heft des sünften Jahrganges und in diesem finden wir
Aue Nevele von Gundomar sdem Mitarbeiter der Hallberger'ichen Roman⸗

Auszug.
Beschluß.

Das kgl. Amtsgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Beschluß gefaßt:

Ueber das Vermögen des
Peter Heusser, Bierbrauer zu
St. Ingbert wohnhaft, wird
der Konkurs eröffnet pin die
Eröffnung festgesetzt auf:
oyg, . 8. aal 1880,
des Vormittags 212 Uhr.

Zum Konkursverwalter wird
der Geschaftsmann Philipp Fith
zu St. Ingbert ernannt.

Zur Beschlußfassung über die
Wahl eines audern Verwalters,
über die Bestellung eines Gläu⸗
biger⸗Ausschusses und über die
in den 88 120 und 125 der
Konkursordnung bezeichneten Fra⸗
gen wird Termin verordnet auf:

Montag den 23. Februar
nächsthin, des Vormittags Nhr
im Sitzungssaale des k. Amts⸗
gerichts dahier.

Die Anmeldefrist läuft bis zum
31. März einschließlich nächsthin
und wird allgemeiner Prüfungs⸗
ermin festgesetzt auf

Montag den 26. April nächst⸗
hin, Morgens 9 Uhr in dem⸗
selben Lokale.

Allen Personen, welche eine
zur Konkursmasse gehörige Sache
in Besitz haben, oder zur Kon⸗
lursmasse ewas schuldig sind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemeinschuldner zu verabfolgen
oder zu leisten, auch die Ver—
pftichtung auferlegt, von dem
Besihe der Sache und von den
Forderungen, für welche sie aus

der Sache abgesonderte Befrie⸗
digung in Anspruch nehmen,
dem Konkursverwalter innerhalb
einer Frist von drei Wochen
von heute an, Anzeige zu machen.
Zu obigen Terminen werden die
Betheiligten andurch vorgeladen.
St. Ingbert, 8. Febr. 1880.
kgl. Amtsgericht:
gez.: König.
igl. Oberamesrichter.
Zur Beglaubigung:
Der kal. Gerichtschreiber,
Krieger.
Für Pumen!
Bei Kramer &amp; Co. in Leipzig erscheint
Die
A 7hifSSTIID.

Dammbrett⸗
Rohrstühle
(als Wirthsstühle geeignet) per
Ztück Mark 3, bei größerer Ab⸗
jahme billiger bei

Gebr. Schuster.

Donnerstag Abend

wurde vor der Stolz⸗

chen Wirthschaft auf'm Höf—

hen, von einer Chaise eine

Peitsche gestohlen. Wer hier⸗

iber nähere Auskunft zu erthei⸗

ien vermag erhält eine Belohnung
zurch die Exped. ds. Bl.
Eine Wohnung
im Hause des Herrn H. Isaac
hestehend in 2 Zimmer und
Küche, bis 1. April beziehbar,
zu vermiethen. Näheres bei
F. H. Laur.
Ein brates
Määdchen
für Küche und Haus-Arbeit, mit
zuten Zeugnissen, wird zu so⸗
ortigem Eintritt gesucht. Nä⸗
eres in der Erbed d. Rl.

Das Neueste in Oval⸗, Pfei—
ler⸗ und Rundeck⸗Spiegel
mit Crystall und *4 weißem
Blas äußerst billig bei

Gebr. Schufter.

Frertjurt a. WR.
Aeltestes Annoncen⸗Bureau
B aasepstein

—
Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenitraße 10.

Hertrauentounen aranne
nur ju einem solchen Heilver⸗
sabren fafsen, welches thatfächliche
Erfolge für sich hat. Die dererts iu
xAuflage erschienenen Specialbcher:
„Die Wicht““ und „Die Grusft⸗
aunn Eungenkraukheiten““ aeben

auen Jenen, die an

—

a nus, Gliederroiss en ete
seiden, oder aber an einer
Brust· oder Lungenkrankhelt,
wie CAwindfsucht 2c. dahinsiechen,
nene Hoffnung, denn die darin
enthaltenen Dantetaußerungen über
giacliche Heilungen beweifen, daß
jeldr Echwerkrauke ober anscheinend
offanngolos Darniederliegende noch
Ae ersehnte Hilse fanden. — Kein
donorar, arzilicher Beirath vlelmehr
unentgeltlich Jedes ver obigen Vuchet
boftet 60 gs.“ Prospect gratine und
france durch Th. ————
Seipilbe und Dafel.

Zeitschrift in Monatsheften für leichte ele⸗
ö weibliche Arbeiten, enthaltend nene
—XEICIEB
farbondruek ausgeführt, sowie Hä⸗
leb· und Filetmuster, Vorlagen für Weiß
stickerei. Weißnähterei, Waffel⸗ uud EStrick⸗
AX
Die emfache Ausgabe kostet pro Mo⸗
nat nur 16 Pig. NReichewährung — 10 xr.
vsterr. Die Doppelausgabe erscheint in
boppelt so großem Format als die ein⸗
jache und kostet das Doppelte.
Man abonnirt zu jJeder Zolt auf
Hefte einer beliebigen Ausgabe
allen Buchhandlungen und Vosianu⸗

*) Vorräthig in K. Gotthold'e
Buchhandl. in Kaiserslautern, welche
'edes Buch für 60 Pf. in Briefmarken
rancey versendeit.
Sgnirzettel
hilliaf bei F. X. Demesß.

ibliotheh), ferner eine Novelle von Telmann. Außerdem sind darin Aufsätze
bon H. v. Kupffer, Hestermann xc. tc. Bedenkt man, daß der Preis dieser
Zeiischrift nur Lu. Mark pro Quartal beträgt, so muß man gewiß
anerkennen, daß die Fülle des gebotenen gediegenen Lese materials geradezu
ersiaunlich ist. Wir empfehlen unseren Lesern diese Zeiischrift aui das Wärmste.

aneetene

Unwiderruflich
Liehung 24. Februar 1880.
Keine Serien! Fortlaufende Rummeru!
Bad-Rissinger -Lotterie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 453,000.
2mal A 12. 000., 8mal A G0O0O.; 4mal A 4000 6mal
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11,300 Gewinne mit Mtk. 230,000.
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.
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Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 1383.

—

— —
Franaöciscch Italienicch Englisch.
Nach dem Muster meiner beiden, bereits überall einge-
bürgerten, nun in ihren vierten resp dritten Jahrgang ein-
retenden Journale
LInterprète, französisches Journal fũr Deutsche,
The Interpreter, englisches Journal für Deutsche,
gehe ich nun vom 1. Januar 1880 aneh ein italienisches Blatt
L Interpretée, italienisches Journal für Deutsche
mit erlüuternden Anmerkungen, alphab. Vocabulario und Aus-
spracheerklärung heraus, und seien dahber ohige drei Journale
als vorzũglichste Lectüũre und wirksamste sprachliche Hilss-
mittel, namentlich für das Selbststudium, hiermit bestens
empfohlen. — Wöchentlich eine Nummer. Inhalt der schon
mit den bescheidensten Kenntnissen benützbaren drei Journale
völlig verschieden. Quartalpreis jedes ders. (Post, Buchm.
oder direct) nur 1I Mark 75 Psg. — 1fl. 5 Kr. õ. W., aueh
in Briefm. einsendbar. Probhenummern gratis.
Pdenkoben (Rheinpsalæ).
Emil Sommer, Redacteur u. Herausgeber.

B —
Annahuestolle

r7nn
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für alle hiesigen und auswärtigen Zeitnngen hefindet sieh hei
Rndolvh Mosse
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dar Hauptpos Zeil 45 der Hauptpost.
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noeh entaprecrhende P—Iur.

VOruck und Verlag von F. X. Memesß in St. Ingbert.
SGierru für unfere Bo sa Abonnenten „Illusteirtes« Sonnutaasblatt
        <pb n="103" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheini wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

1A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaärtsß
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum. Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
M 27.

Sonntag den 15. Februr 1880.
Deutsches Reich.

Müünchen, 13. Februar. Die Abgeordnetenkammer berieth
heute über den Zinszuschuß für die Pfälzischen Bahnen und ge—
nehmigte, daß nach dem Ausschußantrag zu diesem Zweck 2,700,000
M. für jedes Jahr der 15. Finanzperiode in's Budget eingesetzt
werden.

Die Kammer berieih dann die Rückäußerung der Reichsraths⸗
lammer bezüglich des Budgets; sie lehnte die von letzterer wieder
eingesetzten 3840 M. für Veförderung von Beamten des Justiz⸗
ministeriums ab; sie lehnte ferner die Einsetzung von 18,240 M.
für acht neue Bezirkzamtsassessor⸗Stellen ab.

Desgleichen wurden die von der Reichsrathskammer für die
Jubelfeier der Würzburger Universität bewilligten 40,000 M. nach
lebhafter Debatte abgelehnt. Bei den Eisenbahngefällen wurde der
Beschluß der Reichsrathskammer gleichfalls abgelehnt, dagegen ein
Antrag Dallers mit 72 gegen 71 Stimmen angenommen, statt der
früher von der Abgeordnetenkammer angenommenen 1,873,500 M.
nur 1,018,060 M. über den Regierungs-Voranschlag hinaus in's
Budget einzusetzen. Eine königliche Botschaft verlängert die Dauer
des Landtages bis zum 21. Februar.

München, 12. Febr. Die Einberufung der Kammeraus-
schüsse zur Berathung der Gesetzentwürfe über die directen Steuern
vird, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, erst in einigen
Monaten, jedenfalls erst nach Ostern erfolgen.

Se. Maj. der König traf. am Mittwoch Abend von Hohen⸗
schwangau zu einem mehrmonailichen Aufenthait in München ein.

Die Eröffnung des deutschen Reichstags hat durch den
Stellvertreter des Reichskanzlers, Grafen Stolberg, stattgefunden.

In Betreff des dem Bundesrath zugegangenen preußzischen
Entwurfs von Vorschriften, betreffend den Schuß gewerblicher
Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Gesundheit, hat der Bun⸗
desrath, dem preußischen Antrage entsprechend, beschlossen, den
Reichskanzler zu ersuchen, den Entwurf durch eine Commission
dvon Sachverständigen prüfen zu lassen, zu welcher Aufsichtsbeamte
und hervorragende, im Dienste der Industrie practisch beschäftigte
—XL

Ausland.

Die französische Abgeordnetenkammer lehnte einen Antrag
von Louis Blanc, die Amnestie auch auf die bisher noch nicht
»egnadigten Commune⸗Verurtheilten auszudehnen, ab.

Das Organ Gambettas, die Repuͤblique frangaise“, wendel
sich in einem Artikel gegen die Verbreitung beunruhigender und
unheilschwangerer Gerüchte. Die französische Nation, die ihre
Geschicke selbst leite, sagt das Blatt des Kammerpräsidenten, richte
ihre Gedanken auf Frieden und werde sich durch Nichts in Auf—
regung versetzen lassen. Entschlossen, jede Provokation seinerseit?
zu vermeiden, strebe Frankreich nur dahin, die Ueberzeugung zu be⸗
festigen, daß es sich eifriger als je der Arbeit in Ruhe und Samm⸗
iung hingeben wolle.

Die italienische Negierung wird sofort nach dem Wieder⸗
zusammentritt der Kammern am 17. d. einen Gesetzentwurf, be—
trefsend die Erhöhung des jährlichen Rekrutencontingents. ein⸗
zringen.

In Rumänien machen sich eigenthinnliche russische Agita⸗
cionen bemerkbar, an deren Spitze der Fürst Gregor Sturdza steht
und deren Spitze gegen die Herrschaft des hohenzollernschen Fürsten
Karl von Rumänien aqerichtel ist.

„Kusel. Ztg.“ schreibt, ein etwa fußlanges Gasrohr, daßs, neben
zie Treppe gelegt, offenbar kunstgerecht geladen und mit einer Zuünd⸗
chnur zum Schusse gebracht worden war.

In Hoheinöd brannten am 10. ds. M. die Oelonomie⸗
zebäude des Ackerers Schäfer nieder. Trotzdem die Scheuer voll
Stroh und Heuh war, gelang es doch, das unter demselben Dach
tehende Wohnhaus zu retten. Schäfer ist versichert, jedoch ist die
Persicherung am 12. 1l. M. abgelaufen. Wäre der Brand sohin
2 Tage spaäter vorgekommen, so hätte der Beschädigte an die Ver—
icherungsgesellschaft keinen Anspruch machen können. Versäume
darum Niemand, seine Versicherung rechtzeitig zu erneurn.

fF Kaiserslautern. Der vielgenannte Rentner Niedham⸗
mer, sowie der Geschäftsführer der „Pfälz. Post“, Otto, werden
äch wegen des bekannten Pamphlets (Berufsbeleidigung) und der
Redakteur der „Kais. Ztg.“ Julius Matz, wegen einer anderen
Berufsbeleidigung, begangen durch die Presse, vor dem nächsten
Schwurgerichte zu verantwworten haben. so daß unsere Stadt und
Bresse diesmal gehörig, konservativer, demokratischer und liberaler
Zeits, vor den Schranken des Schwurgerichts verireten ist.

FDer Schlosser L. Gulde in Neustadt erhielt ein Pa⸗
lent auf eine Repetirbohrmaschine.

FIn Frankenthal hat mit Eintritt der gelinden Wit⸗
serung die Verladung von Kartoffeln nach Holland wieder be—
gonnen. Vorerst werden 10 M. für den Doppelcentiner bezahlt.
Auch in Kirchheimbolanden und in noch anderen pfäl⸗
ischen Orten ist in Folge der milden Witterung der Kartoffelver⸗
andt ein sehr lebhafter.

7 Die erste Prüfung für das Gerichtsschreiberamt, die am
7. Juni l. J. beginnt, wird bei dem Landgericht Landau abge⸗
halien. Dies geschieht mit Rücksicht auf die bei dem Landgerichte
Frankenthal zur Zeit bestehenden baulicheni Verhältnisse. Als Be—
verber werden übrigens nicht blos Solche zugelassen, welche als
Zchreiber bei Gerichten, Rechtsanwälten oder Notären, sondern auch
olche, welche als Rentamtsgehilfen zur Zufriedenheit gedient haben.
Die Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind im Laufe des Monats
April bei der Prüfungskommission einzureichen. (Zugelassen werden
bekanntlich nur Solche, welche im Besiß des Reifezeugnisses fite
—A
des Gymnasiums oder die Realschule absolvirt haben dJ.

Aus Lothringen. Die gegenwärtige Verdienstlosigkeit
hat in den französischen Grenzdörfern einen gewöhnlich nur wenig
betriebenen Industriezweig zur Blüthe gebracht, nämlich den Schmug⸗
gel. Als Hauptartikel des letzteren gelten alle Arten von Brannt⸗
wein, der in Lothringen billig zu haben ist, aber in Frankreich nur
gegen hohen Zoll eingeführt werden kann. Die Spirituosen werden
in Fäßchen von 25 — 30 L. in den deutschen Grenzdorfern ange⸗
ammelt und in dunklen Nächten massenhaft über die Grenze geschafft.

F Die Kreisregierung von Mittelfranken empfiehlt im
reuesten Kreisamtsblatte die Einführung obligatorischer Trichinen⸗
chau überall da, wo sich zu deten Vornahme taugliche Verjonlich-⸗
eiten ermitteln lassen.

Zu Waldkirchen Miederbahern) hat man sich wie die
D.ZJ. berichtet, wie anderwärts Dienstag Rachmittag dutch einen
Faschingszug ein harmloses Vergnügen gemacht, das leider ein boses
Nachspiel hatte. Ein Wagnergeselle, der den Zug mitgemacht hatte,
und ein 18jähriger Weberssohn geriethen wegen einer Geringfügig⸗
leit in Streit, wobei der Letztere dem Ersteren einen Messerstich
versetzte, der in die linke Lunge eindrang und den Tod herbeiführte.

r Die Vorstellungen des Passiousspiels in Oberam-
merganu sollen dieses Jahr an nachstehenden Tagen stattisinden:
Am 17., 23. und 30. Mai, 6., 13., 16., 20., 24. und 27.
Juni, 4., 11., 18. und 25. Juli. 1. 8., 13., 22. und 29. An⸗
qust. 5., 8., 12., 19. und 26. September.

f Die Einwohnerzahl der großten Städte Bayerns am
zchlusse des Jahres 18709: München 234,000 Einw., Nürnberg
04,656, Augsburg 64,000, Wurzburg 50,050, Regensburg
33.,780, Fürth 30, 201, Bamberg 28,223, Kaiferslautern 25.090
Vayreuth 20.547, Hof 20,322, Ersangen 14.707

—
Vermischtes.

*St. Ingbert, 14. Febt. Auf morgen (Sonntag)
Nachmittag um 2 Uhr sind zu einer Versammlung im Ober—
ha uf er'jchen Saale vom Bürgermeisteramte diejenigen Bürger ein⸗
betrufen, welche in die zu errichtende städtische Vflichtieuer—
weht einzutreten haben.

f Am Sonntag Abend um 10 Uhr, als Polizeidiener Fritz
in Kasel in die protestant. Kirche gegangen wat, um das her—
kömmliche Polizeigelaute vorzunehmen ertönte vor der Kirche ein
starler Schuß. Bei sofortiger Rachforschung fand man, wie die
        <pb n="104" />
        F. In einigen säch sisschen Garnisonsorten kamen in jüng—
ster Zeit 14 Fälle von Genickkrampf bei dem dortigen Militär
vor, darunter vier mit ködtlichem Ausgange. Als Ursache wird
von den Aerzten Erkältung angenommen.

F Schulze⸗Delitzsch erläßt in der „Voss. Ztg.“ folgende Er—
klürung:! In Folge meiner Berufung in die Jurh des von dem
Herrn Isaac Pereire in Paris eröffneten internationalen Concurses
verweise ich alle deshalb an mich ergehende Anfragen, welche ich
speciell zu beantworten außer Stande bin, hierdurch an die Redac—
tion des Pariser Journals La Libertée“ Rue Montmartre Nr. 146.

welche mit Leitung des Ganzen von Herrn Pereire betraut ist.
Potsdam, 10. Februar 1880. Dr. Schulze-Delitzsch.

7 JIun Breslau starb am Mittwoch Abend der Senior der

deutschen Dichter, Karl von Holtei.

Die Kommission, welche von dem naturwissenschaftlich—

medizinischen Vereine in Innsbruck Behufs Prüfung der von
Prof. Rokitansty vertretenen Methode der Heilung der Tuberkulose
durch henzoesaures Natron niedergesetzt wurde, hat ihre Arbeiten
beendet. Das Referat bildet ein umfangreiches, durch sehr genaue
Daten und sorgfältig geführte Krankengeschichten geftütztes dikten⸗
stück, dessen Schlußsätze nach den, Wiener Mediz. Bläitern“ lau—⸗
ten: „Gestützt auf die mitgetheilten Resultate unserer Be—
obachtungen halten wir uns zu dem Ausspruche berechtigt,
daß an den uns vorliegenden Fällen bis zum Abschlusse der
Beobachtung sich kein solcher Einflußdes benzoesauren
Natron auf den Berlauf der Tuberkulose beim Menschen bemerkbar
machte, wie er von Schüller (Privatdozent an der Univbers. Greifs⸗
wald) bezüglich seiner Versuchsthiere angegeben wird, indem sich
nicht bei Allen, welche benzoesaures Natron inhalirten, schon nach
wenigen Tagen ein besseres Aussehen einstellte, oder eine stetige Zu⸗
nahme des Körpergewichts zu konftatiren war, bei Keinem eine Ab—
nahme des Fiebers eintrat, überhaupt sich nicht nachweisen ließ, daß
benzoesaure Natron als antibalterielles Mittei einen heilsamen Ein⸗
fluß auf das Allgemeinbefinden oder den Lokalprozeß ausübe.“

. Bei einem dieser Tage stattgehabten Theaterbrande in
Dublin, (Erland) verloren 6 Personen ihr Leben, während
der Löschversuche verunglückten 13 Arbeiter und Feuerwehrleute.
200 Menschen wurden durch den Brand brodlos.
Eine Wohnung
im Hause des Herrn H. Isaac
bestehend in 2 Zimmer und
Küche, bis 1. April beziehbar,
zu vermiethen. Näheres bei
F. H. Laur.

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fortigem Eintritt gesucht. Na—
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der geringe Vorrath reicht) sammt 2 PEnveloppen: 24 Mæ

drinig. des Hausfreundes

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Druck und Verlag von zr.

X

F In London wurde der Italiener Schossa wegen eines
von ihm am 10. Jan. auf einen Geistlichen in der Kirche am Altar
derübten Mordanfalles zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt.

F Wiener und Berliner Blätter bringen traurige Nachrichten
iber das Befinden der Königin Margarita von Italien.
Sie soll an Menschenscheu und Verfolgungswahnsinn leiden, ganz
wie die unglückliche Kaiserin Charlotte von Mexiko.

F Die russischen Nihilisten haben jetzt entschiedenes Un—
zlück. Wieder hat die Polizei eine ihrer geheimen Druckereien
entdectt, die darin hergestellte revolutionäre Zeitung beschlagnahmt

und mehrere Personen verhaftet.

GReiche Gabe! Eine englische Baronin spendete für die
NRothleidenden Irlands 10 Millionen Mark.

7 Nach einer Berechnung auf Grund statistischer Nachweise
werden heutzutage in Deutschland jährlich 490 Mill. Liter Spiriius zu
50 pCt. Tralles erzeugt und dabei von nahezu 45 Millionen Ein⸗
vohnern 220 Millionen Mark in Schnaps vertrunken.

F Amerikanisches Fleisch. Der Ortsgesundheits-
rath von Karlsruhe hat bekannt gemacht, durch chemische Unter⸗
uchung sei festgestellt worden, die äußersten Schichten des in Blech—
hüchsen zum Verkauf kommenden conservirten amerikanischen Fleisches
eien zweifellos in Folge der Art der Verpackung, in dem Maße
zleihaltig, daß durch häufigen Genuß solchen Fleisches die Gesund—

seit geschädigt werden könne. Es wird daher Jedermann, welcher
Fleisch der erwähnten Art genießen will, gerathen, dessen äußerste,
mit der Metallumhüllung in Berührung gewesenen Schichten abzu⸗
lösen. In den nach solcher Ablösung übriggebliebenen Theilen des
aunterfuchten Fleisches sind keinerlei schädliche Stoffe gefunden worden.

Wenn ein Weizenkorn jaͤhrlich 50 Koͤrner giebt, so
beträgt die Ernte im zweiten Jahre 2500, im dritten
25,000, im sechsten 15,625, 000,000 und im zwölften Jahre
244, 140,625, 000,000, 000,000 Koörner, daher die zwölfjährige
Ernte von einem Weizenkorn 11,921,953,497, 0910 Malter aus-
nacht. Nach dieser Rechnung koͤnnte ein Weizenkorn nach drei
Jahren mehr als 320 Personen auf eine Mahlzeit speisen, wobei
»ann noch so viele Kleien abfielen, daß davon 8 Schweine einen
Tag gefüttert werden könnten. — L. Tbl. —

— Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demen.
Geschäfts-„Empfehlung.
Der Unterzeichnete beehrt sich ergebenst anzuzeigen,
daß er sich in hiesiger Stadt, als

Schlosser und Mechaniser⸗

etablirt hat und empfiehlt sich in allen im dieses Ge—

schäft einschlagenden Arbeiten unter Zusicherung billiger
und prompter Bedienung. Jakob Klemmer,

wohnhaft bei Séhmelzarbeiter

G. Klemmer Pfarraasse.

*
Unwiderruflich
Ziehung 24. Pebruar 1880.
steine Serien! Fortlaufende Nummern!
pad-Rissinger-Lotterie
zum Besten des Neubaues einer latholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal M 12,000.; 3mal A. 6000.; 4m0l M. 4000 6mal
3BOOO ⁊c.
11,300 Gewinne mit Mk. 230,000.
Das Loos kostet 2 Mark.
Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.
Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

Die weltberühmten Hustenkaramels
Maria Benno von Donat treffen foriwäh⸗
rend frisch ein. Dieselben werden entweder
roh gegessen, oder 5356 Stück in heißem

takao⸗Thee oder Milch aufgelöst, aber nur lauwarm getrunken.
In Deutschland kostet 1 Original⸗Karton Hustenkaramels nur
30 oder 50 Pfg. und ein echter himmelblauer Karton Kalao⸗Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kalao⸗Thee Maria Benno von Donat;
dieses anerklannt billige, wohlschmeckende und gesunde Nahrungs-
mittel für Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im

Wasser kochen.

Alleiniges Depot in Si. Inabert bei Herrn Teau Metera
Dem e y in ẽc. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagéblat“ Nr. 7.
        <pb n="105" />
        e
— — — — — — — —
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, —XXX illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
440 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 B, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarta
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Neclamen mit 830 Vdoro Zeile berechnet.
M27

Sonntag den 13. 2brugr
1880.
Deutsches Reich.

München, 18. Februar Die Abgeordnetenkammer berieth
heute über den Zinszuschuß für die Pfälzischen Vahnen und ge⸗
nehmigte, daß nach dem Ausschußantrag zu diesem Zweck 2,700,000
M. für jedes Jahr der 15. Finanzberiode in's Budget eingesetzt
werden.

Die Kammer berieth dann die Rückäußerung der Reichsraths⸗
lammer bezüglich des Budgets; sie lehnie die bon lehzterer wieber
eingesetzten 8840 M. für Beförderung von Beamten des Justiz⸗
ministeriums ab; sie lehnte ferner die Einsetzung von 18,240 M.
für acht neue Bezirksamtsassessor⸗Siellen ab.

Desgleichen wurden die von der Reichsrathskammer für die
Jubelfeier der Würzburger Universität bewilligten 40,000 M. nach
lebhafter Debatte abgelehnt. Bei den Eisenbahngefällen wurde der
Beschluß der Reichsrathskammer gleichfalls abgelehnt, dagegen ein
Antrag Dallers mit 78 gegen 71 Stimmen angenommen, statt der
früher von der Abgeordnetenkammer angenommenen 1,873,500 M.

ur 1,018,000 M. uber den Regierungs- Voranschlag hinaus in's

Budget einzusetzen. Eine königliche Botschaft verlangertbie Dauer

des Landtages bis zum 21. Februar.

München, 12. Febr. Die Einberufung der Kammeraus⸗
chüsse zur Berathung der Gesetzentwürfe über die directen Steuern
wird, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, erst in einigen
Monaten, jedenfalis erft nach Ostern erfolgen.

Se. Maj. der König traf am Mittwoch Abend von Hohen⸗
schwangau zu einem mehrmonatlichen Aufenthalt in Muͤnchen ein.

Die Eröffnung des deutschen Reichstags hat durch den
Stellvertreter des Reichskanzlers, Grafen Stolberg, statigefunden.

In Betreff des dem Bundesrath zuugegangenen preußischen
Entwurfs von Vorschriften, betreffend den Schutz gewerblicher
Arbeiter gegen Gefahr für Leben und Gesundheit, hat der Bun⸗
desrath, dem preußischen Antrage entsprechend, beschlossen, den
Reichskanzler zu ersuchen, den Entwurf durch eine Commission
von Sachverständigen prüfen zu lassen, zu welcher Aufsichtsbeamte
und hervorragende, im Dienste der Industrie practisch beschäftigte
Personen zu derufen sind

Ausland.

Die franzõsische Abge onetenkammer lehnte einen Antraqꝙ
von Louis Blanc, die Amnestie auch auf die bigher noch nich
begnadigten Commune⸗ Verurtheilten auszudehnen, ab.—

Das Organ Gambettas, die „Republique frangaise“, wendet
sich in einem Artitel gegen die Verbreitung beunruhigender und
unheilschwangerer Gerüchte. Die franzssijche Nation, die ihr⸗
Geschicke selbft leite, sagt das Blatl des Kammerprasidenten richte
hre Gedanken auf Frieden und werde sich durch Nichts in Auf ·
tegung versetzen lassen. Entschlossen, jede Provolation seinerseii⸗

ju vermeiden, strebe Frankreich nur dahin, die Ueberzeugung zu be⸗
jestigen, daß es sich eifriger als je der Arbeit in Ruhe und Samm ⸗
ung hingeben wolle.

Die italienische Regierung wird sofort nach dem Wieder—⸗
usammentritt der Kammern am 17. d. einen Gesetzentwurf, be⸗
treffend die Erhöhung des jährlichen Rekrutenconlingenis, ein⸗
zringen.

In Rumaänien machen sich eigenthümliche russische Agita⸗
ionen bemerkbar, an deren Spitze der Fürst Gregor Sturdza steht
ind deren Spitze gegen die Herrschaft des hohenzollernschen Fürsten
darl von Numänien gerichtet ist.

Kusel. Ztg.“ schreibt, ein eiwa fußlanges Gasrohr, das neben
die Treppe gelegt offenbar kunstgerecht geladen und mit einer Zünd⸗
chnur zum Schusse gebracht worden war

FIn Hoheinod brannen am 10. ds. M. die Oelonomie⸗
gebäude des Aceerers Schäfer nieder. Trotzdem die Scheuer voll

Stroh und Heuh war, gelang es doch, das unler demselben Dach

stehende Wohnhaus zu retten. Schafer ist versichert, jedoch ist die

Versicherung am 1201. M. abgelaufen. Wäre der Brand sohin

2 Tage spater vorgekommen, so hätte der Beschädigte an die Ver.

sicherungsgesellschaft keinen Anspruch machen konnen. Versäume

darum Niemand, seine Versicherung rechtzeitig zu erneuern.

fFeKaiserslautern. ver vielgenannie Reniner Niedham⸗
mer, sowie der Geschäftsführer der „Pfälz. Post“, Otto, werden
sich wegen des belannten Pamphlets Berufsbeleidigungh und der

Redakteur der „Kais. Ztg.“ Julius Maztz, wegen einer anderen

Berufsbeleidigung begangen durch die Presse, vor dem nächsten

Schwurgerichte zů verantworten haben. so daß unsere Stadt um

Presse diesmal gehörig, konservativer, demokratischer und liberaler

Seits, vor den Schranken des Schwurgerichts vertreten ist.

r.Der Schlosser L. Gulde in Neustadt erhielt ein Pa⸗
sent auf eine Repetirbohrmaschine

F In Fran kenthaul hat mit Eintrikt der gelinden Wit.
terung die Verladung von Karioffeln nach Holland wieder be⸗

Jonnen. Vorerst werden 10 M. für den Doppelcentner bezahlt.

Auch in Kirchheimbolanden und in noch anderen pfäl⸗

sischen Orten ist in Folge der milden Witterung der Kartoffeiver⸗

andt ein sehr lebhafter.
Die erste Prüfung für das Gerichtsschreiberami, die am

7. Juni IJ. J. beginnt, wird bei dem Landgericht Lan dan abge⸗

jalten. Dies geschieht mit Rücsicht auf die bei den Landgerichte

Frankenthal zur Jeit bestehenden baulichen Verhaltnisse. Als Ve

verber werden übrigens nicht blos Solche zugeiassen, welche als

Schreiber bei Gerichten, Rechtsanwälten oder Notären, sondern u

olche, welche als Rentamtsgehilfen zur Zufriedenheit gedient habe
Die Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind im Laufe des Monais
April bei der Prüfungskommission einzureichen. (Zugelassen werden
bekanntlich nur Solche, welche im Besitz des Reifezeugnisses für
den Einjahrig - Freiwisligendient sind, die also entweder 6 Klassen
des Gymnasiums oder die Realschule absolvirt haben.))

fF Aus Lothringen. Die gegenwärtige ¶Verdienstlosigkeit
hat in den franzosischen Grenzdorfern einen gewöhnlich nur wenig
betriebenen Industriezweig zur Blüthe gebracht, namlich den Schmug⸗
gel. Als Hauptartitel dee letzteren gelten alle Arten von Branni⸗
wein, der in Lothringen billig zu haben ist, aber in Frankreich nur
zegen hohen Zoll eingeführt werden kann. Die Spiriluosen werden
n Faßchen von 25308.in den deutschen Grenzdoörfern ange⸗
ammelt und in dunklen Nächten massenhaft uͤber die Grenze geschafft.

Die Kreisregierung von Mittelfranken empfiehlt im
neuesten Kreigamtsblate die Einführung obligatorischer Trichinen⸗
chau überall da, wo sich zu deren Vornahme taugliche Personlich⸗
eiten ermitteln lassen.

FZu Waldkirchen Niederbayern) hat man sich wie die
D.Z. berichtet wie anderwärts Dienstag Nachmittag durch einen
Faschingszug ein harmloses Vergnügen gemacht. das leider ein böses
Nachspiel hatte. Ein Wagnergeselle, der den Zug mitgemacht hatte,
und ein 18jähriger Weberssohn geriethen wegen einer Geringfügig⸗
keit in Streit, wobei der Letztere dem Ersteren einen Messerstich
versetzte, der in die linke Lunge eindrang und den Tod herbeiführte.

Die Vorstellungen bes Passionsspiels in Sbera m⸗
mergau sollen dieses Jahr an nachstehenden Tagen stattfinden:

Am 17., 23. und 30. Mai, 6., 13. 16. 20.. 24. und 27.
Juni, 4., 11., 18. und 25. Juli/ I., 8. 15. 22. und 29. Au⸗
zust, 5. 8., 12., 19. und 26. September.

fDie Einwohnerzahl der groͤßten Städie Bahennus an

Schlufse des Jahres 1879: München 234, 000 Einw., Nuürnbere
104 656, Augsburg 64.000, Würzburg 50,050, Regens bur
33,780. Fürth 30,201, Bamberg 28,223. Kaiserslautern 25.000
Banteuth 20547, Hof 20,322, Erlangen 14 707

Vermischtes.

*St. Ingbert, 11. Febr. Auf morgen (Sonntag)
Nachmittag um 2 Uhr sind zu einer Versammlung im Ober
ga uset'schen Saale vom Bürgermeisteramte diejenigen Bürger ein⸗
berufen, welche in die zu errichtende stadtische Pflich tfeue r⸗
vehr einzutreien haben.

Am Sonntag Abend um 10 Uhrr, als Polizeidiener Friß
n Kusel in die protestant. Kirche gegangen war, um das her⸗
ommliche Polizeigeläute vorzunehmen, ertönte vor der Kirche ein
tarker Schuͤß. VBei sofortiger Nachforschung fand man, wie di⸗
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        p In einigen sächsis ch en Garnisonsorten kamen in jüng⸗
ster Zeit 14 Fälle von Genickkrampf bei dem dortigen Militär
nor, vatumnter vier mit tödtlichen Ausgange. Als Ursache wird
jon den Aerzten, Erkültung angenommen. J

FSchuͤlze⸗Delitzsch erläßt in der „Voss. Ztg.“ folgende Er⸗
klärung: In Folge meiner Berufung in die Jurh des von dem
Herrn Isaac Pereire in Paris eröffneten internationalen Concurses
verweise ich alle deshalb an mich ergehende Anfragen, welche ich
speciell zu beantworten außer Stande bin. hierdurch an die Redac⸗
lion des Pariser Journals „La Libertoͤ⸗“ Rue Monmartre Nr. 146,
velche mit Leitung des Ganzen von Herrn Pereire betraut ist.
Pofsdam, 10. Februar 1880. Dr. Schulze⸗Delitzsch. J

p' In Bres lau starb am Miltwoch Abend der Senjor der
deutschen Dichter, Karl von Holtei.

Ddie Kommission, welche von dem naturwissenschaftlich⸗
medizinischen Vereine in Innsbruck Behufs Prüfung der von
Prof. Rokitansky vertretenen Methode der Heilung der Tuberkulose
durch henzoesaures Natron niedergesetzt wurde, hat ihre Arbeiten
deenden Das Referat bildet ein umfangreiches, durch sehr genaue
Daten und forgfältig geführte Kranlengeschichten gestütztes Alten⸗
stüd, dessen Schlußsätze nach den Wiener Mediz. Blättern“, lau⸗
sen: „Gestützt auf die mitgetheilten Resultate unserer Be⸗
obachtungen halten wir uns zu dem Ausspruche berechtigt,
daß an den uns vorliegenden Fällen bis zum Abschlusse der
Beobachtung sich kein solcher Einfluß des benzoesauren
Ratron auf den Berlauf der Tuberkulose beim Menschen bemerkbar
machte, wie er von Schüller (Privatdozent an der Univers. Greifs⸗
wald) bezüglich seiner Versuchsthiere angegeben wird, indem sich
nicht bei Allen, welche benzoesaures Natron inhalirten, schon nach
wenigen Tagen ein besseres Aussehen einstellte, oder eine stetige Zu⸗
nahme des Körpergewichts zu konstaliren war, bei Keinem eine Ab—
anahme des Fiebers eintrat, uͤberhaupt sich nicht nachweisen ließ, daß
benzoesaure Natron als antibakterielles Mittel einen heilsamen Ein—
fluß auf das Allgemeinbefinden oder den Lokalprozeß ausübe.“

4 Bei einem dieser Tage statigehabten Theaterbrande in
Dub'lin, (Irland) derloren 6 Personen ihr Leben, während
der Löschversuche verunglückten 13 Arbeiter und Feuerwehrleute.
200 Menschen wurden durch den Brand brodlos.

1 In London wurde der Italiener Schossa wegen eines
bon ihm am 10. Jan. auf einen Geistlichen in der Kirche am Altar
verübten Mordanfalles zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt.

Wiener und Berliner Blaͤtter bringen iraurige Nachrichten
über das Befinden der Königin Margarita von Ital ien.
Sie soll an Menschenscheu und Verfolgungswahnsinn leiden, ganz
wie die unglückliche Kaiserin Charlotte von Meriko.

Die russischen Nihilisten haben jetzt entschiedenes Un⸗
zlück. Wieder hat die Polizei eine ihrer geheimen Druckereien
entdeckt, die darin hergestellte Tevolutionäre Zeitung beschlagnahmt
und mehrere Personen verhaftet.

7 (GReiche Gabe!) Eine englische Baronin spendete für diĩe
Nothleidenden Irlands 10 Millionen Mark. —
7 Nach einer Berechnung auf Grund statistischer Nachweise
werden henatzutage in Deutschland jährlich 490 Mill. Liter Spiritus zu
50 pCt. Tralles erzeugt mad dabei von nahezu 45 Millionen Ein⸗
wohnern 220 Millionen Mark in Schnaps vertrunken.

ũ Amerikanisches Fleisch. Der Ortsgesundheits⸗
rath von Karlsruhe hat bekannt gemacht, durch chemische Unter⸗
uchung sei festgestellt morden, die aͤußersten Schichten des in Blech⸗
hüchsen zum Verkauf kommenden conservirten amerikanischen Fleisches
eien zweifellos in Folge der Art der Verpackung, in dem Maße
leihaliig, daß durch haufigen Genuß solchen Fleisches die Gesund⸗
Jeit geschädigt werden snne Es wird daher Jedermann, welcher
Fleisch der erwähnten Art genießen will, gerathen, dessen äußerste,
it der Metallumhüllung in Beruͤhrung gewesenen Schichten abzu⸗
ösen. In den nach solcher Ablösung uübriggebliebenen Theilen des
ntersuchten Fleisches sind keinerlei schaͤdliche Stoffe gefunden worden.

Wenn ein W eizenkorn jährlich s50 Koͤrner giebt, so
—RO im zweiten Jahre 2500, im dritten
125,000, im sechsten 15,625, 000,000 und im zwölften Jahre
214.140625, 000000, 000, 000 Koörner, daher die zwölfjährige
ẽcnie von einem Weizenkorn 111921,953, 487, 910 Malter aus-
nmacht. Nach dieser Rechnung köonnte ein Weizenkorn nach drei
Jahten mehr als 320 Personen auf eine Mahlzeit speisen, wobei
ann noch so viele Kleien abfielen, daß davon 8 Schweine einen
Tag gefüttert werden könnten. — L. Tbl. —

5 Fur die Redaction deraniworilich: F. X. Demes.

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guͤche, bis 1. April beziehbar,
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chlosser und Aechaniker
ablirt hat und empfiehlt sich in allen im dieses Ge⸗
schäft einschlagenden Arbeiten unter Zusicherung billiger
und vrompter Bedienung. Jakos Klemmer,
wohnhaft bei Schmelzarbeiter
G. Klemmer Peafoarraasse.

ür Küche und Haus-Arbeit, mit
zuten Zeugnissen, wird zu so—
ortigem Eintritt gesucht. Nä—⸗
heres in der Exped. d. Bl.

— —— —ñ— e t —
———
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18
138—
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2
3

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m semor Güte u. WVirxksamkeit
arprobt a. aeit Jahron im In- u.

Auslande airztlieh empfohlen.
AMor ieht in Originaldaschenà 1M.

Derselbe eisenbaltig à M. 1
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J. Friledrieh.

Unwiderrussich
a ziehung 24. Februar 1000. *
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Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Sranz Woll und J. Friedrich.

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Prof. Gil Luanrates, Dr. Theophil Helmhkorst und
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Die russiSνα—ν UnterriehtsBriefe sind complet in 2 Kursen
I18 Briefe. Prois des ersten Briefes: 50 Pf. aller folgenden:
AIIk. - Die itallenischen (8. verbesserte Auflage) und die
spunitehen UnterrichtsBriefe sind complet in 2 Kursen à
20 Briefe. Preis eines Briefes: 60 Pfonnige. - Comntete
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doert geringe Vorrath reicht) sammt 2 Enveloppen: 24 MK.
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roh gegessen, oder 5—6 Stüuck in heißem
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30 oder 50 Pig. und ein echter himmelblauet Karton Kalao⸗ Thee
20 oder 50 Pfg. Der echte Kalao⸗Thee Maria Benno von Donat;
dieses anerkannt billige, wohlschmeckende und gesunde Nahrungs⸗
mittel für Kinder und erwachsene soll eine halbe Stunde im
Wasser kochen.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonune mentspreis dvetragi vierieljahrlich

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Dienstag den 17. Februar

Isq.

—

—N— —

Deutsches Reich.

München. Se. Maj. der Koͤnig hat zur Linderung des
in einigen unterfränkischen Bezirken herrschenden Nothstandes den
Letrag von 3000 Mi. aus seiner Casse genehmigt.

Der Referent der Kammer der Reichsräthe für den Gesetzent⸗
wurf bezüglich des Branntweinaufschlages, Graf v. Seinsheim,
wird sich, wie wir vernehmen, sür die Aunahme des Gesegtzent⸗
wurfes mit den vom Ausschuß der Abgeordnetenkammer beschlos⸗
senen Modificationen aussprechen. Die Annahme des Gesetzent⸗
wurfes in der Kammer der Reichsräthe. in welcher sich überdies
oiele Gegner des Aufschlages befinden, soll auch bereits gesicher!
jein, doch dürfte sich nur eine kleine Mebhrheit sür denselben
ergeben.

In Bayern hat die Einstellung der Rekruten des heurigen
Zahrganges zum Dienste mit der Waffe (Infanterie, Kavalerie,
Artislerie, Pioniere) je nach näherer Bestimmung der Generalkom—
mandos zwischen dem 2. und 6, November zu geschehen; die Ent—
assung der im laufenden Jahre in die Reserve übertretenden Mann⸗
schaften des Jahrganges 1877 ist bei denjenigen Truppen-Abtheilungen,
welche an den Herbst⸗ Uebungen Theil nehmen, am 1. oder 2. Tage
nach Beendigung derselben, bezw. nach dem Wiedereintreffen in der
Varnison zu bewerkstelligen, jedoch ist der 30. September als spätester
Entlassungstermin festgesetzt; an den allgemeinen Entlassungster⸗
minen find auch so viele Mannschaften in Dispositions-Urlaub zu
entlassen, als Rekruten eingestelli werden.

Es geht das Gerücht, der bayer. Kriegsminister von Mail⸗
iinger hege die Absicht, von seinem Posten zurückzutreten, weil der
inanzausschuß der Abgeordnetenkammer den Eredit für außer⸗
ardentliche Bedürfnisse des Heeres nur mit bedeutenven Abitrichen
jenehmigt hat.

Der „Koln. Ztg.“ schreibt man aus Berlin: Die Uebel⸗
tande namentlich des Zolles auf Roggen, der hauptsächlichen Volks
nahrung im nördlichen Deutschland, haben sich dermaßen gezeigt,
zaß der freihandlerische Theil der nationalliberalen Partei im Reichs⸗
ag entschlossen ist, einen Antrag auf Aufhebung der Roggenzolle
u stellen, wenigstens einen solchen zu unterstützen, wenn er von
inderer (fortschrittlicher) Seile gestelit wird.

¶ Deutscher Reichstag.) In seiner 2. Sitzung (am

rreitag) wählte derselbe sein Präsfidium. Bei der Wahl des Prä⸗

denten werden 265 Stimmzettel abgegeben, davon sind 21 unbe⸗
hrieben. Von den 244 giltigen Stimmen erhält Graf Arnim⸗

Boitzenburg (konserv.) 154v. Bennigsen 89 und v. Fordenbed

Stimme. Graf Arnim-⸗Boitzenburg ist somit zum Vräsidenten
ewählt.

Bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten werden abgegeben

256 Stimmzettel, davon 92 unbeschrieben; die 164 giltigen Stim⸗
nen fallen sämmtlich auf v. Franckenstein (Zentrum); derselbe
nunnit die Wahl an.

Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten werden abgegeben

231 Stimmzettel, darunter 81 weiße, ein ungiltiger und 140 für
. Hölder (nat.lib.), welcher somit gewählt. Derselbe ist im Haus⸗
uicht auwesend und wird telegraphisch über die Annahme der Wah
e ragt werden. Die Schriftführer wurden durch Acclamation, und
war so gewählt, daß die verschiedenen Parteien berücksichtigt sind.
Dem Bundesrath ist nunmehr der vom Reichsjustizjamt ausge⸗
arbeitete Gesetzentwurf üͤber strafrechtliche Verfolgung des Wucherẽ
ugegangen, nachdem das preufzische Staatsmninerium sich mu
ꝛemselben einverstanden erkläri hat.

Dem Bundesrathe ging der Freundschafts⸗ Handels⸗, Schiff⸗
ahrts· und Konsularveritag zwischen Deuischland und dem Konig⸗
eiche der Hawai⸗Inseln zu, ferner der Antrag des Reichskanzlers
uuf Eimächtigung, über einen Freundschafts⸗ Handels⸗ Schifffahrts⸗
ind Konsular⸗Vertrag zwischen Deutschland und Madagascar mit
ner Hova⸗Regierung zu verhandeln, auf der Grundlage, daß da—⸗
durch den deutschen Reichsangehörigen auf Madagascat dieselben
Kechte wie den Angehorigen anderer Staaten. besonders auch dat
secht zur Etwerbung bon Grundbesitz, zugesichert werde.

Das preußische Abacordneenhaus hat den Voranschlag des

preußischen Staatshaushaltes für 1880,81 in der Art festgestellt,
daß die Einnahmen und Ausgaben sich mit 798.985580 Mark
die Waage halten.

Höl der lehnte die Wahl zum zweiten Vicepräsidenten des
Reichstags ab. Wahrscheinlich wird jetzt als solcher von den ver⸗
ꝛinigten Fraktionen der Conservativen uͤnd Cletikalen der sächsische
Abgeordnete Ackermann (conserb.) gewählt worden.

Die Novelle zum Militärgeseß ist bereits dem Reichstage
ugegangen.

Da die Frage der zweijährigen Dienstzeit jetzt im Vorder⸗
grunde des öffentlichen Interesses sieht und in nächster Zeit jeden⸗
falls auch im Reichstag von Neuem einer gründlichen Erörterung
anterzogen werden wird, so ist es von Wichtigkeit zu konstatiren,
daß auch in denjenigen Kreisen, die sonst eine entschiedene Gegner⸗
schaft gegen die zweijährige Dienstzeit zu bekunden pflegten, mehr
und mehr die Erkenntniß Platz greift, daß dieser Gedanke durchaus
populär ist und die Bedingung bilden wird, unter welcher der
Reichstag sich bereit finden lassen dürfte, die militärischen Mehr⸗
forderungen zuzugestehen.

Ausland.

Die englische Tagespresse bezeichnet die deutsche Thronrede
als entschieden beruhigend. „Times“ meint, es sei alle Ursache
vorhanden, die Verficherungen des Kaisers, der Einfluß Deutsch⸗
lands werde beharrlich zu Gunsten des Friebens ausgeübt werden,
zu akzeptiren. Es sei vorläufig glücklicher Weise kein Anzeichen
»orhanden, daß andere Natiouen ein anderes Verfahren einschlagen
würden. — Die französischen Blätter heben den friedlichen Ton
der deutschen Thronrede mit Befriedigung herbor.

Nachdem die Pforte eine ungenügende Ktompensation für die
Zrenzdistrikte Gusinje und Plava bicet, theilte der Fürst don
Montenegro den Signatarmächten seinen Entschluß mit, daß er auf
Regelung des Grenzstreites iaut den Bestimmungen des Berliner
Vertrags verharre, und bezeichnete als letzten Termin zur Besitzer⸗
greifung der Distrikte mit Waffengewalt den Monat Aupril.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Zu der am Sonntag Nachmittag im
Oberhauser'schen Saale stattgehabten Versammlung behufs Bildung
ꝛiner Pflichtfeuerwehr waren etwa 250 Bürger eingeladen. Der
veitaus großte Theil der Eingeladenen war erschienen. Herr Bür⸗
germeister Custer eroffnete die Bersammlung, indem er den Zweck
derselben kurz darlegte, die Vorschläge des Comites zur Besetzung
der Chargen kundgab und die Anwesenden aufforderte, sich freiwillig
zu derjenigen Abtheilung melden zu wollen, zu der jeder Einzelne
Lust und Vefähigung habe. Vorgeschlagen ist Herr Posthalter Con—
tadals Kommandant, Hr. Kaufmann H. Fischer als Adjutant,
or. Zimmermann Georg Uhl als J. Brandmeister, Hr. Joseph
Schuster, Schreiner als II. Brandmeister, Hr. Stadischreiber
Bayer als Schriftführer. Die Hrn. Schwarz, Dreher, und
Vogelsang, Rentner, haben sich in anerkennenswerther Weise als
Zeugmeister erboten. Die Vorschläge wurden ohne Widerspruch
nufgenommen und zweifeln wie nicht daran, daß die Besetzung der
genannten Chargen durch die vorgeschlagenen Herren die vollste
Billigung findet. Nach definitiver Regelung der Sache werden wir
nich die Namen der übrigen Chargirten und Feuerwehrleute und
das Wichtigste aus den Staluten zur Kenntniß unferer Leser bringen.

f Aus Zweibrücken haben 28 Gewerbsmeister mit 33 Lehr⸗
lingen ihre Betheiligung bei der in Kaiserslautern stattfindenden
Ausstellung von Lehrlingsarbeiten zugesagt.

F Die Stadt Otterberg liegt mit dem dortigen prak⸗
tischen Arzte Dr. Goldfus im Proceß den der letztere gegen erstere
»ar etwa 2 Jahren anstrengte, weil ihm der Stadtrath die Summe
»on 300 Gulden, welche er in den drei ersten Jahren seines Dort⸗
eins jährlich bezog, verweigerte. Der Proceß spielt vor dem Land⸗
zericht Kaisenslautern und wird in der Sitzung vom 2. Adril
nachsthin abermals zur Verhandlung kommen.

f Auch in Landauͤ sind einige Soldaten der dortigen
Barnison am Genickkrampf erkrantt Merkwürdigerweise trat Ns⸗
        <pb n="108" />
        Krankheit, wie man dem „Land. Anz.“ mittheilt, bis jetzt nur in
einem und demselben Zimmer der weißen Caserne auf.

Die Faͤstenpredigten im Speyerer Dom werden dieses

Jahr wieder vom Hrn. Vischof Ehrler selbst gehalten, und zwar
Sonntags Nachmittags 5 Uhr.
y Vach Privatbriefen sind die Afrikareisenden Dr. Mook
(Pfalzer, aus Bergzabern, früher Vikar) und Baron Holzhausen
gegenwärtig wieder auf einer qroͤhern Entdeckungsreise in Afrika
begriffen.

Saarbrücken, 16. Februar. Ein gräßliches Eisenbahn⸗
unglück ereignete sich heute Vormittag in der Nähe des Bahnhofes.
Zwei Nottenarbeiter geriethen unter die Maschiene des von For⸗
bach nach hier kommenden Güterzuges. Der eine, dem der Kopf
abgefahren wurde, blieb sofort todt, dem andern wurden beide

Beine überfahren. Der letztere wurde sofart ins hiesige Civil⸗
hospital gebracht, doch zweifelt man an seinem Aufkommen. (S. 3.)

ver Rhein ist jetzt wieder völlig eisfrei. Da das Wasser
urch kein Heminniß gestaut wurde, hat der Eisgang diesmal kein
Hochwasser herbeigeführt.

FDas in Frankfur t, stattfindende füuste dentsche Turn⸗
est scheint eine Ausdehnung zu gewinnen, wie man sie, als man
die Einladung für das Fest ecließ, nicht erhoffen konnte. 160,000
deutsche Turner und 50,000 mit den deutschen Vereinen innig ver⸗
hundene ausländische Turner repräsentiren bereits die angemeldeten
Vereine.

— — — — —— —
Fur die Nedaction verantwortlich: J. X. Deme b.
———
7

—— —
——
Todes⸗Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten theilen wir
auf diesem Wege mit, daß der allgütige Gott unsern lie⸗
hben und unvergeßlichen Gatten, Vater, Schwieger⸗ und
Großvater, Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel Herrn

Christian R t
Christian Repper
in einem Alter von 69 Jahren durch einen unerwarteten
und sanften Tod von seinem Jahre langen Leiden erlodfte.
Schnaprbach, 15. Februar 1880.
Die trauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Mittwoch Rachmittag um

142 Uhr von Sqahnappbach aus statt.

Todes⸗Anzeige.

—XX Bekannten, die schmerz⸗
liche Rachricht, daß unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter,,
Grloßmutier und Tante,
wWilheimina Kimmel geb. Hellmann,
heute Morgen nach langem schweren Leiden sanft in demn
Herrn entschlafen ist.

Um stilles Beileid bitten

die sieftrauernden Hinterbliebenen.

St. Ingbert, Lambrecht, New-York, Weceer, Metz*
und Landau, den 16. Februar 1880.

Die Beerdigung findet Mittwoch den 18. Februar
Nevhmittaas 3 Uhr statt.

I

—

t
Eine Wohnung ..
im Hause des Herrn H. Jsaa⸗ M — ch en
bestchend in 2 Zimmer und
Kuͤche, bis 1. April beziehbar,
zu vermiethen. Näheres bei

S. H. Laur ·

Dr

———————
oppelkräntermagenbittet,
nach einem olten aus einem Be⸗
iedictinerkloster stammeuden Recepr
abrizirtt und nur en gros ver⸗

jandt von
O. PIXGVL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis

etßzt das lostbarste Hausmittel uud

Heßhalb in jeder Familie beliebt

eworden. Ter Benedictiner

st nur aus Vestandtheilen zusam⸗

aengesetzt, welche die Eigenschaften

pesihen, die zum Wiedetaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden

Körpers unbedingt nöthig sind

zr ist unerseßlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haämor
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautause
schlagen (lechten) Athemnoth, Gicht, Aheumatiemus,

SZcwäche zuständen, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
Aind vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, da⸗
gelbfarbige Auge, die saffranfatbige Haut, macht den Geist munter un
risch, stellt die Harmonie des Korpers wieder ber und verlängert do
Leben bis zu seinem vollen Maße.

XR Jede Flasche ist mit dem Siegel „6. Pingel in Goͤttinger
eerschlosfen und dit dem geschußten Etiquett verjehen.

Breis à Il. von ca. 30 Gr. Inhalt 3 M. 530 Pf.
2 eee —V—— 6609 ⸗ ⸗ 6 M. 73 Pf.
Bei 53 Fl. Verpachung frei.“ Vei 10 Fl. freie Verpadung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlane· En —
Verfandt durch die Fabril. Attest:

SEr. Hochwürden Herr Pfarrer Bernhard Haberkorn in
Leonberg bei Mitterteich in Bayern (Oberpfilz), berichtet: Wo alle Arz⸗
ncimiitel vergebens waren, nahm mein Leiden: Sausen im Kopfe, Ver⸗
Zunlkelung des Augenlichts, Müdigkeit der Veine und Füße, stele Schlaf ·
losigkeit, sowie Geschwulst an den beiden Fußknocheln bis an die Waden
schon nach Gebrauch von 2 kleinen Fl. Ihres Benedictinet bedeutend ab
und find mit der dritten ganz verschwunden bis auf ei ige Spuren der
Geschwulst. Ich bitte um fernere Zusendung vou 5 Flaschen Benedictine
und werde mir die weitere Empfehlung tieses so beilsimen und gehunder
Mittela ftets angelegen sein lafsen ⁊c.

⸗
* ernu liaareil

züt Küche und Haus-Arbeit, mit
juten Zeugnissen, wird zu so⸗
ortigem Eintritt gesucht. Nä—
zeres in der Erved. d. Bl.

Wir verweisen auf
F n heutiger Beilage
npfohlene Baron Liebig'⸗
he VBialto⸗Leguminosen⸗
Fshocoladen. Die beigefüg⸗
en ärztlichen Aeußerungen be⸗
tätigen den medizinischen Werth
ind die Reellität dieses von
diarker ä Pobuda, K.
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sestellten Fabrikates.

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— 25222 23 — 28 —* —3—

—A 335 23 3238 55

—28 32* —c 2355283 2 — 255 — —3

55 3 3558 5353 —5335235 —

—A 5—33 7338238 s5

2R8225 —8 575— —5532 —A 55

z55 532 238 5323 752355235 — —— 826

232 5 *88 —32233 22628 S— 787 —

555 22 335 52 5323—3232 2326 532

33383 53333835 3323

— 8 8* 2 — 3220 2 Z 83* 255 52 —553

55* — 28 3 23*23 —382 2——88 S2 — 88

325 —E— 88 52 ——8—5 5*58 — 8

28 5531535 — — 8 2 *5 3 * 227

2* e —z 5* —— — ——— — —

*5 5238 —TSE8 5—52222 230 *

* — * 2 2325 * ———— — —

535 * 3253 23535 332 * —3535 2

57* —55333 258 — 3828 238 — 858355

8 4 —— 58* 5 A— 3 —A 558

— 229 555* — 83238 —* — 3 —

255 c58338 * e3833238—

553 3238 5533 38— J
—8 3 582 2* E 24208 522—

5 323323 3 383 732 83*

2 —e 52 357* 5

3 5532532— 23 228 383 S. —

8 2. 5 —— 2 * —R—— *.7 R 3

s335 5 3

8 5 : —** 3 2* — —2 — 7 2
—— ——— 2 —2 32 27 3.2 22* 58
— —*98 2 ——— 87

— * — 8 S 5* * 5358.82 2 *2* *

* * — 732. 22 3 5 2* *— —

32 8384336 3 22833352333 3*

— —— —2 — 2.5*
57535 55 533332533 — —
8— 8R SEäE 2 ⸗

*

232555
7
2*
38 8
2* ———
8 2 a
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1859 —
3238 F
*8

5
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35 e
—E

2822
338 — —
— —————
55 35 —ãA —A
5375535 82* 5358
* —— **
—— 2NB52*
537— EI5c 25 — — —2252
587 558 2353255 —3573
— A 58* —
F 22 2 —22 8 3— —R
—— — —— *2* 28
8 288 28* — — —
223 *— ——— 2 35 — — 8 —
—2—8 22322 — 22 7— — — — 2 NR327 —5
— — —3552328— — *82 8. —W
—3338 —S —— * 53?2*
28 S 2 25223 ——c 7 —582* 727 23
* ——— 232538 223323
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (S mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis detragt vierteljahrlich

MA 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 MA 60 B, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anuzeigen werden mit 10 B, von Auswaärte
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Vlattschritt oder deren Raum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
M 29. Donnerstag den 19. Februar

——
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1880
Deutsches Reich.

München, 17. Febr. Die Abgeordnetenkammer setzte
zeute die Berathung über den Branntweinaufschlag fort und nahm
schließlich das ganze Gesetz in namentlicher Abstimmung zumeist
nn der Fassung der Regierung mit 121 gegen 20 Stimmen an.

Referent v. Neuffer beantragt im Ausschusse der Reichs—
rathskammer, derselbe wolle, seinen früheren Standpunkt beibe⸗
altend, die Erhoͤhung des Eisenbahn⸗Personentarifs (auf den bayer.
Staatsbahnen) ablehnen; dagegen solle der Position 2,700, 000 M.
Zinsvorschuß für die pfälzischen Bahnen zugestimmt werden.

Muͤnchen, 18. Februar. Dem Beschluß der Abgeordneten⸗
anmer bezüglich des Zinszuschusses für die Pfälzischen Bahnen
rat die Kammer der Reichsräthe bei.

Der Minister des Innern hat an die Abgeordneten⸗
kammer das Verlangen gestellt, 130,000 M. zum Ankauf von
Speise⸗ und Saattartoffeln, sowie von Saatgetreide für die noth⸗
eidenden Bezirke des Spessart und der Rhön zu bewilligen.

Durch kgl. Entschließung vom 2. ds. wurde der an bdi Stelle
des bisherigen Consuls Paulin Nibaget zum französischen Consul
ür die Pfalz, mit dem Wohnsitz in Mannheim, ernannte Etienne
Thampy in dieser dienstlichen Eigenschaft anerkannt.

In der sächsischen zweiten Kammer erklärte der Minister
des Innern auf eine Interpellation Ackermann's, das Vaganten⸗
hum betreffend, unter Anderem, als bestes Mittel gegen die mit
Drohung verbundene Bettelei, sehe er vie Wiedereinführung der
Prügelstrafe an.

In nächster Sitzung haben als S chöffen zu erscheinen,
die Herren: Gustav Krämer, Hüttenwerksbesitzer, Franz Xaber
Demetz, Buchdrucker, beide von hier.

Aus verschiedenen Orten wird die Ankunft der Störche
zemeldet.

Die kathol. Kirche in Mittelberbach ist, weil der Be⸗
irksbauschaffner ihren baulichen Zustand als gefahrdrohend erklärte,
dom Bezirksamt geschlossen worden. In der Pfarrgemeinde sind
durch freiwillige Beiträge im Laufe von fünfzehn Jahren etwa
10,000 M. zum Bau einer neuen Kirche gesammelt worden.

F Der Stadtrath von Kaiserslautern hat beschlossen, die
beantragte Errichtung noch eines 4 Kindergartens wegen Mangels
un Mitteln auf das Jahr 1881 zu verschieben.

.In Kaiserslautern fiel ein zweijähriges Kind in
reinen Kübel voll heißen Wassers und starb alsbald an den erhal⸗
senen Brandwunden. (K. 5)

x. Mit der Ausfuͤhrung der Laute rthalbahrn wurde
Bezirksingenieur Opfermann beauftragt. Ingenieur Lebh wurde
zum Sectionsingenieur ernannt.

eVom Gebirg wird dem „Pf. K.r.“ geschrieben: Wir
Jlauben, die Aufmerksamkeit auf die von Ferd. Heckel und O. Oll-
nann in Neustadt gemachte Erfindung eines Apparates zur Er⸗
eugung von Leuchtgas auf kaltem (chemischem Weg)) lenken zu sollen.
Der Apparat verlangt nur sehr wenig Raum, ist einfach construirt,
ehr leicht zu behandeln und kann, da keine Feuerungsanlage noth⸗
wendig ist, überall aufgestellt werden. Daß derselbe, ein schönes,
hell leuchtendez Gas erzeugt, das zum Kochen, zum Erleuchten und
deizen, wie zum Betrieb von Gasmotoren berwendet werden kann,
uind daß die Röhrenleitungen dieselben bleiben können, wie beim
Steinkohlengas, davon haben wir uns durch den Augenschein auf's

nollständigste überzeugt. Da auch die Herstellungskosten verhältniß⸗
näßig gering sind, so haben wir es hier gewiß mit einer Erfindung
don größter Tragweite zu thun.

Nachdem in Neustadt 52,000 M. durch freiwillige Bei⸗
träge auf 4 Jahre für die Errichtung eines Gymnasiums daselbst
gezeichnet worden sind, ehe noch die Liste geschlossen, wurde bon
dem Stadtrath mit großer Majorität beschlossen, in der Sache
weiter vorzugehen und auch die nothwendigen Localitäten für dief⸗
Anstalt zur Verfügung zu stellen.

F Hr. Regierungspräsident v. Braun besuchte am Samstag
mit Hrn. Regierungsraih Späth die Lambrechter Webschule.
Mehrere dortige Tuchfabrikanten wollen sich an der nächstens in
Leipzig Statt findenden Ausstellung betheiligen. Hr. v. Braun
vill die betr. Ausstellungsobjekle vor ihrem Abgang nach Leipzig
vesichtigen.

f Aus Landau meldet man der „Ksrsl. Zig.“: Ein vor
Jahren von einem früher hier wohnenden Restautaieur gegen die
Actienbrauerei Annweiler⸗Landau angestrengte Proceß wegen Min⸗
dergehalt der Fässer (wahrscheinlich durch öfteres Pichen entstanden)
vurde zu Gunsten des Klägers entschieden.

x Die Bergzaberner Volksbank erzielte in 1379 bei einem
Sesammtumschlag von 4,295,763 M. einen Reingewinn von 8,801
M. Die dividendenberechtigten Stammantheile erhalten 990: Mit⸗
gliederzahl Ende 1879: 312.

F In Freins heim soll ein Volks-Kindergarten errichtet
verden. Wie dem „Dürkh. A.“ gemeldet wird, haben 65 Ein⸗
wohner zusammen 218 M. jährliche Beiträge gezeichnet, und der
Bemeinderath hat auf Ansuchen einen einmaligen Beitrag von 300
M. zur Anschaffung von Lehrmitteln, Möbeln ꝛc. bewilligt.

fIn Frankenthal wird am J. März d. Js. in der
creis⸗Armen⸗ und Kranken⸗Anstalt wieder ein Lehrcurs sür Bader
röffnet und wie gewöhnlich 5 Monate dauern, Näheres im
—D—

FeIn Lambsheim stürzte in der Nacht vom 15. auf
den 16. Februar das Haus des Gerbereiarbeiler Ullmer plötzlich
usammen und begrub sämmtliche Inwohner, welche jedoch durch
asch herbeigeeilte Hilfe bis auf einen achtjährigen Knaben vor
em Ersticken gerettet werden konnien.

Ausland.

Der frauzösische Senat nahm das Gesetz über die Zu—
ammensetzung des obersten Unterrichtsrathes (d. h. so daß keine
Bischöfe demselben angehören) in zweiter Lesung an.

Aus der russischen Haupistadt bringt der Telegraph die
Nachricht eines entsetzlichen, auf das Leben der kaiserlichen Familie
geplanten Attentates, das alle seitherigen Schandihaten der Nihi—
isten in Schatten stellt. Die Nachricht lautet:

„Petersburg, 17. Februar. Im kaiserlichen Winter⸗
dalais fand eine Explosion statt. Von der kaiserlichen Familie
st Niemand verletzt. Die Mine, von welcher die Explosion aus⸗
ging, lag unter dem Wachzimmer; dieses selbst befindet sich unter
dem Speisezimmer der kaiserlichen Familie. Von der im Wach⸗
immer anwesenden Mannschaft wurden 35 verletzt, davon sind
õ bereits gestorben. In dem Fußboden des Speisezimmers hat
die Explosion eine Oeffnung von 10 Fuß Länge und 6 Fuß
Breite gerissen. Die kaiseruche Familie war nur infolge zufäl⸗
iger Verspätung noch nicht versammelt, als die Explosion erfolgie.“

Kaum 83 Monate sind verflossen, seit das Leben des russischen
derrschers auf der Eisenbahnfahrr nach Moskau von einem ähn ⸗
ichen Anschlag bedroht war, und bereils wieder verübt eine ruch⸗
ose Bande nicht nur auf den Zaren, sondern auf die ganze kaiser⸗
iche Familie ein noch schrecklicheres Attentat. Bis in die derlraule
ind nächste Dienerschafi des kaiserl. Haushaltes ist also der Nihi⸗
ismus gedrungen, denn es ist nicht denkbar, daß ohne deren Bei—
Jülfe eine große Mine mitten im kaiserlichen Palaste angelegt werden
onnte. Das ist das Entsezzlichste der nihilistischen Bewegung, daß
le jeden Rest von Gewissen und Treue ertötet.

Vermischtes.

St. Ingbert, 18. Febr. In der heutigen Schöffen⸗

izung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Der Ein⸗
pruch eines bekannten lästigen Gewohnheitsbetüers gegen einen
Strafbefehl wurde verworfen und wegen Bettelns auf 42 Tage
Haft erkannt. 2) Ein Mann von Elversberg erhielt wegen Be—
ufsbeleidigung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und groben
Anfugs 10 Tage Gefängniß und 83 Tage Haft. 3) Ein Mann
von Hassel wurde wegen Berufsbeleidigung zu 10 Mark Geldstrafe
»erurtheilt. 9) Der Einspruch eines hiesigen Fuhrmannes gegen
rinen Strafbefehl wegen Verkehrsstörung wurde verworfen und
iuf 1 Mark Geldstrafe erkann . Ein Fall mußte wegen Nicht⸗
rscheinens des Angeklagten ausgeseßzt werden und wurde dessen
Berhaftung und Vorführung verordnet.
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        f Einer der —— Zeitung“ zugegangenen Mittheilung
zufolge soll das bei Ro Zanmt gelegene Eisenwerk,“ welches seit
m ehreren Jahren gänzlich geschlossen war, im Laufe der nächsten
Mnate wieder in vollen Betrieb gesetzt werden.

Lothar . Faber von Stein Bleistiftfabrilant, bei Nurn—
berg) hat für die aus Anlaß der 700jaͤhrigen Regierung des
Fürfienhauses Wittelsbach zu gründende Landesstiftung 5000 M.
gezeichnet. Es ist dies die erste für diesen Zweck erfolgte Zeichnung.

PAus Münschen wird der „Frankf. Z.“ geschrieben: „Die
Jahresrechnung der Pfälzischen Vahnen pro 1879 hat sich
uischieden minder ungünstig gestellt, als im Vorjahr. Die Ein⸗
nahme betrug 12,771,456 M. brutto und nach Abzug der Be—
triebsausgaben von 60,08 Proc. 4,981,248 M. netto, so daß der
vom Staat zu leistende Zuschuß auf 2,603,434 M. sich herab⸗
ninderi Vie Einnahme war um 540,741 Mt. höher als im
Vorjahr, die Betriebsausgabe um 270,018 M. geringer. Die
Lange der Bahn, zu Anfang des Jahres 592 km, war zu Ende
desselben auf 682 km —FS
auch im neuen Jahr günstig, dagegen darf nicht vergessen werden,
daß auch die Ausgaben für Amortisation im Jahr 1880 bedeu—⸗
tend wachsen.“

FIn München wurde auf Requisition des Staatsan⸗
waltes am kgl. Landgerichte Adele Spitzeder mit ihrer Gesell⸗
schafterin N. Niedmaher wegen erneuten Dachauer⸗Bankbetriebes
n vorläufige Haft genommen. Nach dem „Fr. K.“ beträgt die
dermaklge Üeberschuldung derselben etwa 200,000 M. Die Spitz⸗
eder hal gegen Haftnahme Beschwerde angemeldet.

F Der Salvatorausschuß in Muünchen beginnt am
14. März. Am Gründonnerstag, Charfreitag und Samstag wird
der Ausschank eingestellt.

In mehreren Orten des jenseitigen Bayern wurde der
Carnebal auf eine ganz eigenthümliche Art gefeiert. In einem
Orte bei Kaufbauern Echwaben) wollte ein Bursche einen Bä⸗
cen vorstellen und wickelte sich in Werg. Zwei Männer zündeten
darauf zum Spaße dem Bären den Schwanz an, worauf der
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.

Dienstag, den 9. März nächst⸗
hin, Nachmittags 3 Uhr zu
Kohrbach, in der Wirthschaft
bon Johann Abel, werden durch
den unterzeichneten, durch homo⸗
logirten Familienrathsbeschluß des
igl. Landgerichts St. Ingbert,
hiezu gerichtlich beauftragten kgl.
Hotar Sauer daselbst, die nach⸗
stehend beschriebenen Liegenschaf⸗
sen im Banne von Rohrbach der
absoluten Nothwendigkeit halber,
offentlich zu Eigenthum verstei⸗
gert, namlich:

1. Pl.⸗Nr. 525, 16 a Acker
im Reichersbruch neben Jo⸗
hann Fickinger;

Pl.⸗Nr. 2033, 18 2 40
qm Acker hinterm Spieser⸗
flurneben folgendem Stücke;
Pl.⸗Nr. 20332, 18 2
40 qm Acker daselbst,
neben Georg Rohe;

Pl.⸗Nr. 2086, 20 4 40
qm Aceer in der langen
Ahnung am Wiesenflur
neben Jakob Glaser;

Eigenthümer sind:

IJ. Katharina Brandel,
Wwe. des in Rohrbach verleb⸗
jen Bergmanns Jakob Zim⸗
mermann;

LI. Die minderjährigen Kin⸗
der der Eheleute Zimmermann,
als: 1. Maria, 2. Sophia, 3.
Katharina, 4. Peter, 5. Peter
Jakob; 6. Philippine, die ihre
Jenannte Mutter als Vormün—
zerin und den Peter Stolz,
Schreiner in Rohrbach zum Ne—
envormunde haben.

St. Ingbert, 18. Febr. 1880.

Sauer, k. Notar.

Coucurs⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 4. März
1880, Nachmittags 2 Uhr zu
Zt. Ingbert, in dem nach—⸗
zin beschriebenen Gerbhause,
auf Anstehen von Philipp

Fitz, Geschäftsmann daselbst, als
Verwalter der Concursmasse von
hermann Balduin Laur, Ger—⸗
zer in St. Ingbert,
wird durch den unterzeichneten
iezu gerichtlich beauftragten kgl.
shotar Sauer in St. Ingbert,
die nachstehend beschriebene
Liegenschaft, im Banne von St.
Ingbert auf mehrjährige Zahl—
ermine öffentlich zu Eigenthum
yersteigert,
Pl.⸗Nr. 24972 3 a 30 qm
Fläche, Gerbhaus und Loh—
grubenplatz und Pl.«Nr.
24070 95 4 30 4m
Wiese, das Ganze gelegen
in den Stegwiesen.
Unmittelbar nach vorstehender
Versteigerung kommen zu obiger
Foncursmasse gehörige Mobiliar⸗
zegenstände zum Ausgebote, da⸗
unter namentlich:
1 Auswaschstein, 1 Dezi⸗
malwaage mit Gewichten,
1 Blanchirtafel, 2 Falz⸗
hölzer, 12 Pantoffelhölzer
mit Messer, 1 Schmier⸗
tisch, 1 Bockholz, 1Schleif⸗
stein, 1 Schubkarren, 1
Balkenwaage, 1 Wägelchen
ind sonstige Gerbereieinrichtunas⸗
tände.
Zt. Ingbert, 19. Febr. 1880.
Sauer, k. Notar.

Bursche sofort in hellen Flammen stand und sich gräßlich ver—
Frannle. — In einem Wirthshause in Regensburg war ein
harletin“ eingeschlafen. Anwesende begossen „aus Jur“ seine
dleider mit Petroleum und zündeten sie an. Ehe die Kleider ge⸗
löscht waren, hatte der Harlekin bedeutende Brandwunden erlitten.

FIn Kempten machten die Weber (einige hundert Arbeiter)
in der Fabrik Kottern Strike, zum Theil unter sehr drohenden
Auftritten; als Grund geben sie an: zu große Lohnverminderung.

PVom Bodensee, 16, debr. „Der See will sein
Opfer haben!“ so tröstet man sich hier, wenn unvorsichtige Ba⸗
zende oder allzu kühne Gondelfahrer den jähen Tod in den Wellen
iinden. Daß auch der gefrorene See seine Opfer haben will,
nußten wir Seebewohner leider in den zehn letzten Tagen eben⸗
alls erfahren. Minbestens zwei Dutzend Menschen büßten ihr
allzu großes Vertrauen auf die Festigkeit des Eises mit dem Le—
hen. Und nichtsdestoweniger werden noch täglich die kühnsten Eis—
fahrten unternommen.

F Gegenüber dem Schrecken, den die Ueberfrierung des
Bodensees über den kalten Winter und seine Folgen wachgerufen
hat, wird an die Ueberfrierung von 1277 erinnert, von welcher
tin Mönch des Klosters Salem, Sebastian Bürster, in seiner
Chronik Folgendes meldet: „Erste überfrörung des Bodensee, so zu
wissen, darauf folgt ein ser fruchtbar jar und unerhoͤrte menge
und wohlfayle von wein und korn.“

ꝓ dDie Stadt Berlhin, so meldet die D. Töpferzeitung, wird
das Prinzip der Centralheizung in den Schulgebäuden verlassen
—V———
Zuftheizung hat fich nicht bewührt, und die Wasserheizung ist so
kostspielig, daß aus den Zinsen der Diiferenz zwischen ihr und den
tosten der Kachelöfen das Feuerungsmaterial für die Oefen zu be—
schaffen ist.
ennachrichten.
Den als Referenten fungirenden Oberbeamten der Direction der Pfäl⸗
zischen Bahnen wurde der Titel von Directionsräthen verliehen.
—— Fir die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
— —
Dauksagung.

Für die liebevolle Theilnahme
bei der Beerdigung unserer seelig
entschlafenen theuren Gattin,
Mutter, Großmutter und Tante

Wilhelminag Kimmel,

geb. Hellmann,
jagen innigsten Dank.
St. Ingbert, 19. Febr. 1880.
Die tieftrauernden
Hinterkliebenen.

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der Kaiserlichen u. König-
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5322835237 233 2353 5338 —S—— 5255833385
— s 585— 2538327258 3522 23835333572
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*532.538 —25383 83 — 3335 583388
8 2 2 — * 2
283353 — 383 337 — 5375 255375* —5536337
223* 2 28857 23 23 253 3828 5585335 3. — 2
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33 —— 28
3 5833.3 283.5* 2 72 *222.
52*8353 5* 52 —253 22 *252*
2. 53 5 25 5 3235633 —
8 ⸗5* 32333 —52 52 * — 32 53535 27
—E 32 2— —* 522 — — s3. 52 5 5 37
22228 — 53 23*568388
2 — 5 23 — 2232.5 5335. 35352
* 22.,. 2.3 S — — —* 2 2.*22 2 2.
—3 —A c288 53. 5.
3— 3333
— —— 2 8 22 32. 23 38—23
538388 735338
*55 —355 *3535 52532232 *
— 533 52E *2. 2 3
25. 583 —33 3338 —37*
5 — 538 5—33333588
— ——— — 235 53*2
32 * 58*2 — 22 33338 5358
52. ñ 58 233 g 27 227 2 3232
58 53. 53537 — 555 —2353353337
2 5 52. * 3* 88 —2 8 2—5 36335
—333583—83 8
—333 33 —5528 T33203 2, 2
55357 — 5525 N— * 3 5 2533
5323533* —333 383 233328
— * — — 252 —2
23855 3 —— 2 553 372
* 2* 532.5 28 25872 7 322 5228
—72 * 52577. 55 3 — ——
—z55533 23523353383 S —23755 5- 233
7 7* R 2225378 * 23335 —3522

7* 2 27
2535238
33. 23 2 S c
3 *3 —e— —
33888 558328 ẽ
32—7 7 A
2833 ———
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33557 338: 728. 0
*2333 532 323:
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* 6GC S7 ZEt*5 3 J———
2 —8 2
383837 213 —260838*
58—37 223
5383252 — 535
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2—55 1833
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5353 8— 523338
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— 2333 5888 —
283558 25 552
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5 2333 —Z 2552 525553
32383326 58* „3355
*5. 5.52* 23 2 722 2287
7232—35 58 — —x 55553833 2
— 5233 272 35538533
585332 5 SZ8 2. 3. 2 25533535
— — 2536833 S
573 528 2222 25 32. 2
—A 2* 523 *7 552— 583358
553358 — 52 3 *3* 5252377 *
—— 8 5583335 2335338 28
38 * 2.222 —— 382 3 23 35 23
828 32382 7* 5533 3 25553— S 68
v * 2 — 0 — * 2 ⁊ 35,553 553
—* 28 4 222 358* 32 2*53 5333 2
53 233* 5577 23258 55335*38
7253 8 232358537 —33 —
55 358 28* 5275 252238 268 S *
3* —— 2 2737 e *
35355887 A ——— 3235328
2 53 3 ————— 58 8—2. 53285 88
— 223 2 23275 — 2322 58* 5533 —
— 3 S — —— 3 8 2
— 723*83 2 589 253* 85 — — 2 *
— 2* * — * —— * —
——— — 25 3 7 ——
— 3 3 323 — 38 3 72 755 *
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* —2 * J
3335553 5383558 — 33353*
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2* ĩ F * ———— 5 2— 2 25
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225 3 2525ac. *32 — 00— — — * ——— 238 S
*533 32332 57833 323355 255182 528
* 33 *38 2 238 5333*38 33. 3553 3 3
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* 5553— 28 * 2*78 * 3 335 55 — 5*23
23335*3 22—3. * 2832 3353 533 33 28 F
2232. 3278 35233 2533 3 2 223828 — —
258 * — *52* 937* 5533338388 2 2
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5535 5382832 33558 38 25353 — 2352 353
2 3 . * — 223. 25 23237
322 — . 523 328 93 8 83 — * 2
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        Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichf/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnersstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljahrlic

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mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 30. Samstag den 21. Februar —

1880.
Deutsches Reich.

München, 18. Februar. 44. öffentliche Sitzung der Kam—
mer der Reichsräthe. Es erstattete Reichsrath v. Neuffer Be—
cicht über den Voranschlag des Zinszuschusses für die Pfälzischen
Fisenbahnen und wird derselbe, gleich wie von der Abgeordneten—
ammer, in der Höhe von 2,700,000 Mt. einstimmig festgesetzt.

Dem „Fr. K.“ wird aus München berichtet: Das De—
missionsgesuch des Kriegsministers soll weniger durch die Szenen
im Finanzausschuß veranlaßt sein als durch verschiedene erfolgte
ind beabsichtigte prinzliche Apancements. S. K. H. Prinz Ar—
aulph namentlich soll sich für einen bereits so weit ausgebildeten
Strategen halten, daß er die Führung des Leibregiments auf sich
aden will.

Der Conflikt des Kriegsministers von Maillinger mit der
Mehrheit des Finanzausschusses der Abgeordnetenkammer
gibt dem „Pf. K.“ Veranlassung zu folgender beherzigenswerthen
Betrachtung: Jedes Wort, welches heutzutage gegen das Zuneh—
men der Militärlast gesprochen wird, ist sicher, bei der Masse des
Volkes mit Befriedigung Aufnahme zu finden; und dabei wird
zjar nicht überlegt, ob dies Wort im gegebenen Fall am rechten
Platz, ob es überhaupt nur berechtigt sei. Die Zeiten haben sich
geändert. Vor sechs Jahren wollte die Neichstagsmehrheit nicht
daran, den Friedenspräsenzstand gleich auf sieben Jahre hinaus zu
rhöhen; da ging es wie ein Sturm durch das deutsche Volk, und
der Reichstag mußte nachgeben. Heute ist der Reichstag so zu—
ammengesetzt, daß die Forderung, den Präsenzstand wieder zu
rhöhen, wahrscheinlich durchgeht; ein Sturm dawider wird zwar
anicht durch das Volk gehen; mit stummer Resignation wird die
neue Last hingenommen werden. Aber möge man doch diese Re—
ignation darum, weil sie stumm ist, nicht für Zustimmung neh⸗
nen! Es wäre das ein gewaltiger Irrthum.

Einverstanden ist das Volk mit dieser fortgesetzten Steigerung
er Militärlast durchaus nicht. Es macht im Stillen seine Glossen

diese Glossen sind es, welche den Sozialdemokraten die richtigen
Anknüpfungspunkte für ihre Predigten abgeben. Auf der einen
Zeite bekämpft man sie, auf der anderen Seite leistet man ihnen
in dieser Weise einen Vorschub, wie sie sich ihn besser gar nicht
vünschen konnen.

Freilich sehen wir, daß nicht bei uns allein das Militär mit
all seinen großartigen Bedürfnissen so ungeheuer angewachsen ist;
eaimgs um uns herum in allen europäischen Staaten ist es ähnlich
»estellt. Aber das ist doch wahrlich ein schlechter Trost, der uns
die Frage aufdrängt: Ja, besteht denn die Summe der heutigen
aatsmannischen Weisheit nur darin, daß man schließlich jedes
rand zu einem Feldlager macht? Dann freilich wird der Spruch
vahr sein: „in deinem Lager ist Oesterreich“ — so wahr, daß
mißer dem Lager nichts mehr sein wird, was des Bewachens und
Bewahrens werth ware.

Wir machen da keinen Vorwurf nach dieser oder jener spe⸗
ellen Richtung hin. Jeder Staatsmann wird, wenn man ihm
jeutzutage mit dem Ansinnen der Abrüstung kommt, entgegnen:
da, ich thäte es schon gern, wenn ich nur sicher wäre, daß es die
Anderen auch thäten und zwar ehrlich thäten. Und so will keiner
mfangen — aus purer Vorsicht. Und doch wird einmal ange⸗
angen werden müssen aus dem einfachen Grund, weil es so, wie
eßt, auf die Länge absolut nicht mehr geht. Unsere Staats—
männer hätten allen Grund, recht ernstlich darauf Bedacht zu neh—⸗
men, wie da Wandel zu schaffen sei und zwar bald; oder es be—⸗
e sich in neuer Auflage des Kanzlers Oxenstierna berühmtes
Vort:

„Du glaubst nicht, mein Sohn, mit wie wenig Weisheit die
Welt regiert wird.“

Aus München kommen Berichte, wornach anzunehmen ist
vaß Kriegsminister v. Maillinger auf seinem Posten bleibt. Die
infangs so widerhaarigen Mitglieder der Rechten im Finanzaus-
chuß der Abgeordnetenkammer haben sich entschlossen, nachzugeben,
ind so ist eine Einigung zu Stande gekommen — zur biteren
Freude Sigl's, der es in seinem „Vaterland“ neulich schon voraus

— M

zesagt hatte, die „Patrioten“ würden zuletzt doch wieder umfallen.
Der Mann kennt seine Leute. (Statt der geforderten 4,102, 665
M. wurden vom Ausschuß 3,335,365 M. bewilligt. Der von der
Regierung vorgelegte neue Entwurf wurde mit allen Stimmen vom
Ausschuß angenommen.)

In Bayern sind 380 Notare; davon treffen auf Ober⸗
»ayern 70 (in München sind 15), die Pfalz 64, Unterfranken 47,
SZchwaben 44, Niederbayern 42, Mittetfranken 40, Oberpfalz 37
und Oberfranken 36.

Der neue Gesetzentwurf über die Regelung der badischen
Examensfrage liegt bereits vor. In demselben verzichtet die badische
Regierung auf eine theologische Fachprüfung, resp. die Anwesenheit
eines Regierungskommissärs bei derselben. Dagegen müssen die
Geistlichen in Zukunft eine Gymnasialbildung nebst Examen, dann
dreijährigen Besuch einer deutschen Hochschule und das Horen phi⸗
losophischer Vorlesungen nachweisen. Motivirt ist die Vorlage durch
die Zurücknahme des Dispensverbotes und die bisherige Mitwir⸗
kung der Kurie bei der Fachprüfung.

Im Reichstag begann am Mittwoch die Berathung des
Etats pro 1880581.

Die Erhöhung der Matricularbeiträge, welche nach Aufstellung
der Reichsregierung nothwendig sein soll, um den Reichshaushali
sür 1880,81 im Gleichgewicht zu erhalten, beträgt über.7, 000, 000 M.

Beide conservative Parteien des Reichsstages und das Centrum
einigten sich definitiv über die Wahl Ackermann's (deutschconser⸗
pativ) zum zweiten Vicepräsidenten.

Der deutsche Kaiser hat vor einigen Tagen bei dem öster⸗
reichisch ungarischen Botschafter Grafen Szechöͤnyi das Diner ein⸗
zgenommen. Man deutet diese ungewöhnliche Auszeichnung auf eine
Art von nachträglicher Ergänzung zu dem in der Reichsiagsthron⸗
rede vermißten Hinweis auf das Wiener Septemberbündniß.

Der Reichskanzler soll privatim geäußert haben, daß er
von der Mehrheit des Reichstages die bedingungslose Annahme
des Militärgesetzes ohne weitere Kompensationen erwarte und ver⸗
sange. Zwischen dem Statthalter von Elsaß⸗Lothringen, General⸗
jeldmarschall v. Manteuffel, und dem Staatssecretär Herzog be⸗
tehen erhebliche Meinungsdifferenzen, die leicht zur Demission des
Letzteren führen können.

Officiss wird aus Berlin geschrieben: „Aus den Industrie⸗
Bezirklen laufen überaus günstige Nachrichten über den Stand der
Geschafte ein, welche erwarten lassen, daß Handel, Gewerbe und
Industrie Deutschlands den langen Druck, welcher auf ihnen lastete,
endlich uberwunden haben. Aus Essen z. B. meldet man, daß
nicht blos die Eisenwerle, sondern auch die Kohlenzechen für reich⸗
lich ein Jahr Beschäftigung haben, und daß Rohmaterial wie Fa⸗
brilate gekauft und Bestellungen nur zu wirklich lohnenden Preisen
effectuirt werden.

Der den Bundesrathsausschüssen für Handel und Justizwesen
vorgelegte Entwurf eines erweiterten Reichsviehseuchen-
zesetz es ist von denselben mit nur geringen Abanderungen ge⸗
nehmigt worden. — In Bezug auf das neue Reich smilitär—
Ergänzungsgesetz erfährt man, daß der Bundesrath demselben die
derfassungsmäßig garantirte Militärconvention mit Württem-—
berg eingefügt hat, so daß in Württemberg ebenso wie in Baiern
das nene Gesetz nur unter den durch die mit ihnen in Versailles
zeschlossenen Militärconventionen getroffenen Modisicationen zur
Ausführung gelangen kann.

Ausland.

Die spanische Regierung publizirt das Gesetz über Auf⸗
hebung der Sklaverei auf der Insel Cuba.

Petersburg. Unmittelbar nach der Erplosion im Winter—⸗
valast begab sich der deutsche Botschafter v. Schweinitz zum Kaiser,
im denselben anlaßlich seiner Erettung zu beglückwünschen, und er—
chien später nochmals im Palast, um offiziell im Namen des diplo—
matischen Korps dessen Glüdwünsche zu überbringen.

Die Untersuchung über die Explosion ist in vollem Gange.
In dem Raume unter dem Boden des Hauptwache⸗-Saales, worin
die Explosion Stan fand, waren drei Arbeiter beschäaftigt, von
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        denen einer die Flucht ergkiffen hat. In allen Kirchen ist Dank—
Jottesdienst und die Stadt auf's Festlichste beflaggt. Die zufällige
Verspätung des Kaisers mit der Tafel hatte ihren Grund darin
daß der Kaiser sich zum Empfange des Prinzen von Hessen begeben
haite. Von der Wachtmannschaft wurden 8 Mann getödtet und
5 vberwundet. Die Erplosion fand Abends um⸗7 Uhr Statt.
Die Erbitterung des Volkes anläßlich des Attentates ist außerordent
lch. Der Kaiser ist ungemein erregt.

Das Berliner „Tageblatt“ hat ein Privattelegramm aus

Petersburg erhallen, in welchem behauptet wird, daß die Zahl
der durch die Explosion Getödteten und Verwundeten bei weitem
größer sei, als officiell gemeldet wird. Die Mine war unmittelbar
unter der Hauptwache, welche an diesem Tag bon Mannschaften
eines finnlaͤndischen Regiments bezogen wurde, angelegt uud mit
Dynamit und Sprengbaumwolle gefüllt. Die Leitung, von der
aus die Explosion bewirkt worden, konnte deutlich bis in den inneren
Hof in einen Keller, wo Feuerungsmaterial aufgespeichert lag, ver—
olgt werden. Die Verwüstung ist geradezu entsetzlich. Ueberall
ah man verstümmelte Soldaten und einzelne Gliedmaßen derselben
herumliegen. Gleich nach der Explosion wurde der Winterpalast
Zurch Wachen und hauptsächlich durch Officiere, die aus allen Ca⸗
ernen und Restaurants herbeiströmien und es sich nicht nehmen
ließen, den Sicherheitsdienst zuerst persönlich zu versehen, abgesperrt.
Die Polizeidirection, der Polizeidirector und der Commandant der
Stadt trafen ein und leiteten die Untersuchung. Eine Abtheilung
Harde-Pioniere, die durch den Telegraphen herbeigerufen wurde,
cüumte auf der Schreckensstätte auf. Ein panischer Schrecken ver—
hreitete sich natürlich im Palast. Der Czar war nur darauf be—
dacht, seine kranke Gemahlin möglichst zu beruhigen. Man glaubt,
daß der Palast auch noch an anderen Seiten unterminirt ist. Bis
jetzt werden nur officielle lückenhafte Nachrichten in der Stadt ver⸗
zreitet. Eine starke Kette von Polizeisoldaten hat den Platz vor
dem Palast abgesperrt und Jeder, der in den Palast hinein will,
wird, auch wenn er sich legitimirt, mit Escorte dem wachthabenden
Dfficier zugeführt. Die kaiserliche Familie hat sofort einen anderen
Theil des Palastes bezogen.

Einer Peiersburger Correspondenz der „Nat.⸗Ztg.“ zufolge
soll in die russischen Operationen gegen Achal-Teke in Cen⸗
fralasien mit dem herannahenden Frühling ein rascheres Tempo
ommen. Für die energische Inangriffna hme der Erpedition spreche
zesonders die Ernennung des Generals Skobele w zum Oberbe—
fehlshaber, dessen Name für eine schneidige Kriegsführung bürge.
Skobelew dürfte in Taschkent zu Anfang März eintreffen. Der
Schwerpunkt der Operation wäre demnach, wie hieraus ersichtlich
nach dem eigentlichen Turkestan verlegt und fällt im Gegensatz zum
vorjährigen Feldzug einer Colonne zu, die von Taschkent über
Buchara gegen Merw, also im Rücken der Achal-Tekinzen operiren
soll und deren Zahl auf mindestens 20,000 Mann angesetzt werden
darf. Man darf nun sehr gespannt darauf sein, wie Persien sich
gegenüber diesem Vorgehen Rußlands verhalten wird.

Ein englisches Blatt meldet: Die in Kabril gefundenen
Papiere des Emirs von Afghanistan enthielten einen vollständigen
Plan für die Invasion Indiens und die Beweise, daß von Ruß
laͤnd gekaufte Waffen und Material in Kabul hierzu bestimmt waren
Rußland verpflichtete sich zur Mithilfe bei der Invasion und ver—
sprach dem Emir von Afghanistan alles Land bis Lahore inclusive
und sämmtliche Beute. Dieser Plan datirt aus der Zeit der Spann⸗
ung zwischen England und Rußland. —

Vermischtes.

Am 7. und 8. nächsten Monats hält der in Zweibrücken
bestehende Verein für Vogelschutz und Geflügelzucht im „Zwei⸗
brücker Hof“ daselbst seine zweite Ausstellung, verbunden mit Prä—
miirung und Verloosung, ab. Berechtigt zur Ausstellung sind auch
die außer dem Bezirk Zweibrücken wohnenden Mitglieder des Vereins.

F Vom I. April an sollen in Folge eines auf der Braner—
versammlung in Zweibrücken gefaßten Beschlusses die Bier—
preife für die ganze Westpfalz erhöht und die Wirthe veranlaß!
werden, den halben Liter nicht unter 13 Pf. zu verknufen.

F Die Feldjagd von Höheinöd, welche bisher um 41M.
berpachtet war, ertrug bei der letzten Verpachtung 153 M.

Aus dem Westrich berichtet der „Pf. K.“: Die Lust
zur Auswanderung nach Amerika mehrt sich: es vergeht keine Woche,
daß nicht Einer oder der Andere fortgeht; hauptsächlich ist dies der
Fall in den Kantonen Zweibrücken (hier insbesondere in Dellfeld
uind dessen Nachbarschaft), Pirmasens, Homburg und Waldmohr.
Nicht blos ledige, auch verheirathete Leute wandern mit ihren Fa—
milien aus; manche auch lassen dieselben zurück, um, wenn sie in
Amerika ihre Rechnung finden, solche nachkommen zu lassen oder

wenn jenes nicht der Fall sein sollte, wieder nach Deutschland zurüch
zu reisen. Hauptsächlich sind es Ackerer, die auswandern.

Eine in Reustadt am Montag abgehaltene Versamm—
lung pfälzischer Wirthe, welche Tanzmusik halten, beschloß, ein
hesuch um Verlängerung der Polizeistunde an den Kirchweihmon⸗
agen an Se. Mai. den Könia zu richten. Ferner wurde be—

5

schlossen, die k. Kreisregierung um Abänderung der Verfügung zu
bitten, wonach Bälle und Tanzbelustigungen am Fastnachts-Montag
und Kirchweih- und Jahrmarkts-Montag nur bis 11 Uhr er—
laubt sind. — J

FIn Neustadt hat eine Anzahl Hauseigenthümer einen
Vermietherverein gegründet. Zweck vesselben ist, in erster Reihe
die vierteljährigen Termine bei Vermiethung, statt, wie bisher ge—
bräuchlich, zu Ostern, Johanni, Michaelis und Weihnachten ein⸗
treten zu lassen, auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1.
October zu fixiren und dahin zu wirken, daß dies, wie auch ein
Tagestermin, an welchem nach dem abgelaufenen Vierteljahr bei
gehöriger vorheriger Kündigung die Wohnung geräumt werden
nuß, durch einen Localpolizeibeschluß für hier festgesetzt werde.
Zzweitens sucht derselbe für den Zahlungsmodus bestimmte Normen
inzuführen, eingerissene Ungehörigkeiten zu beseitigen, säumige
Miether an die Einhaltung ihrer Verpflichtungen zu gewöhnen
überhaupt in den hiesigen Miethverhältnissen Ordnung zu schaffen.

F Es dürfte kaum in weiteren Kreisen bekannt sein, daß durch
Quetschen, Beschneiden u. s. w. beschädigte Silbermünzen nicht ver⸗
tehrsfähig sind und von der Reichsbank einfach zerschnitten und
entwertet an den Zahler zurückgegeben werden. Um sich vor Ver—⸗
lusten an dem Geldwerte zu schützen, ist deshalb zu empfehlen
beschüdigte Silbermünzen nicht mehr in Zahlung zu nehmen.

F Ueber das im Spessart herrschende Elend berichte,
herr Pfarrer Graf Folgendes: Wir gingen von Haus zu Haus,
anden im Ganzen zwei Unterbetten, sonst nur Strohsäche, sehr
häufig mangelhafte Zudecken und Kopfkissen, die Lagerstätten der
Kinder durchschnittlich erbärmlich, die Schlafstellen theilweise so
daß es unbegreiflich ist, wie darin ein menschliches Wesen existiren
kann. Alle Kartoffeln ohne Ausnahme sind erfroren und dürfen
nach Ausspruch des Arztes nicht mehr genossen werden, weil der
Typhus die unausbleibliche Folge sei. In Folge dieses Genusses
iind die Leute zum Theil schon krank, erbrechen sich täglich, sehen
zanz grün aus, und wäre nicht für andere Nahrung theilweise ge⸗
orgt, so wären nach Ausspruch des Arztes schon verbheerende
trankheiten ausgebrochen.

* Die von Adele Spitzeder eingelegte Beschwerde gegen ihre
Berhaftung wurde verworfen.

FCehrstuhl für eine nagelneue, eigenthümliche Dis—
ziplin.) Eine Zeitung in Franken meldet mit kindlicher Einfalt
zie Beförderung eines außerordentlichen Professors für Erdkund—
zum ordentlichen Professor für Erbsünde.

F In Bamberg hat der Gastwirth Friedrich Burgis zum
„Rotihen Hahn“ seine Schwiegermutter erschossen. Auf seine Frau
zab er einen Schuß ab, ohne zu treffen; sich selbst hat er in den
Hals geschossen. Dies alles ging in wenigen Augenblicken im
Wirihzzimmer vor sich. Die Frau entfernte sich aus demselben
im nach ihrer Mutter, welche sich nach dem erhaltenen Schuß noch
in ein anderes Zimmer geschleppt hatte, sich umzusehen. Sie fand
dieselbe todt. Nachdem die Frau das Wirthszimmer, in dem sich
keine Gäüste befanden, verlassen hatte, erhängie sich Burgis mi
seinem seidenen Halstuche an der sog. Ofenstange.

F In einem Dorfe Unterfrankens wurde jüngst ein reicher
Bauer wegen Meineids verhaftet. Sein Sohn khatte ein Kind
wegen einiger Beeren mit der Heugabel auf den Arm geschlagen
und sein Vater wollte ihm heranshelfen. Mit 6 M. Entichädi—
gung wäre die Sache abgemacht gewesen.

F Wie in den Jahren 1873 und 1875 wird von München
ans auch in diesem Jahr eine Pilgerfahrt nach Jerusalem und Rom
veranstaltet. Die Reise wird am 3. April beginnen, etwa 50 Tage
dauern und vor dem Fronleichnamsfest beendigt sein. Bei Be—
nützung der dritten Fahrclasse ist es möglich, troß der etwas' theueren
Landreise durch Samaria und Galiläa und der Abzweigung von
Alexandrien nach Kairo mit 1000 bis 1100 M. für die Verson
die Reisckosten zu decken.

F Aus Straßburg wird gemeldet: Ein unheimliches Ge—
rücht durchläuft seit einigen Tagen unsere Stadt, nämlich die Rach—
richt. daß ein junger Mann von mittlerer Größe, mit schwarzem
Barte, kleinem Filzhut und einen langen Ueberzieher tragend
vährend der vorgerückten Abendstunden Mädchen oder Frauen,
velche ihm auf der Straße begegnen, mit einem dolchartigen Messer
»der einem Stilet verwundet. Die auf diese Art beigebrachten
Wunden haben eine Tiefe von 1 bis 2 Centimeter. Der Unbe—
'annte geht auf seine Opfer rasch zu, stößt sie, wie aus Unvor⸗
ichtigkeit, auf Brust oder Rücken an, und ehe die Opfer die ihnen
beigebrachte Verletzung fühlen, oder spüren, wie das Blut fließt.

ist der Verbrecher bereits vom Platze der That so weit entfernt
daß man seiner nicht mehr habhaft werden kann. So wurden
bis jetzt zwolf Frauenzimmer aus den verschiedensten Ständen ver⸗
wundet. Die Polizei giebt sich alle Mühe, dieses Indipiduum—
habhaft zu werden.

fReichweiler (Elsaß), 17, Februar. Der Väckermeister
Anton Fischesser todtete am leßten Sonntag zur Zeit, als die Leut,
dem Morgengottesdienst in der Kirche beiwohnten, seine Frau dur—
        <pb n="117" />
        fünf Stiche, welche er derselben mit einem Metzgermesser beibrachte.

Aulaß zu diefer gransigen That sollen Familienzwist und der schlecht:

Gang der Geschäfte gewesen sein. Fischesser wurde alsbald ver—

haftet und nach Mülhausen abgeführt. Die Ermordete ist Mutter

pon 6 Kindern, wovon das älteste 22, das jüngste 3 Jahre alt ist.

Auf den unter Aufsicht der preußischen Bergbehörden ste—

henden Bergwerken wurden im Jahre 1878 beschäftigt 232,064

Arbeiter. Von diesen verunglückten tödtlich 562. Wenn man die

einzelnen Zweige des Bergbaues in Betreff der Verunglückungen in

Betracht zieht, so kommt man zu dem Ergebniß, daß beim Stein⸗

kohlenbergbau je einer von 366 Mann ums Leben kam, beim

Braunkohlenbergbau je einer von 482, beim Erzbergbau je einer

bon 651 nnd bei der Gewinnung von anderen Metallen je einer

—QXW— r

f.In Wandebeck bei Hamburg wurde in der Nacht vom

11. auf den 12. d. Mis. durch einen Rheinpreußen W. Neu ein

grauenvoller Raubmord an einem Nachtdienst thuenden Postbeamten

oerübt. Der Mörder wurde verhaftet.

, Ein großmüthiger Testator. Der kürzlich verstorbene
Herr Benjamin Rampal, der Uebersetzer der Schriften von
Schulze⸗Delitzsch, hat sein ganzes Vermögen letztwillig der Stadt
Paris vermacht. Dasselbe beläuft sich auf zwei Millionen Francs
ind soll ausschließlich zur Gründung von Arbeiter⸗Genossenschaften
dienen.

F In Oldonburg wurde kürzlich ein Proceß verhandelt, der
Aufsehen erregte. Ein Fischhändler hatte gegen die dortige Werg⸗
spinnerei geklagt, weil sie gegen die Vereinbarung ihre Maschinen-
cylinder nicht mit Talg, sondern mit Erdöl eingeschmiert. Dadurch
sind dem Fischhandler in 51 Fischteichen nicht weniger als 300, 000
Goldfische getödtet worden, für die er einen Schadenersatz von
366.000 M. beanspruchte. Der Proceß ist in der ersten Instanz
zu Gunsten des Klägers entschieden; die Wergspinnerei hat Be—
rufung erhoben.

F Die bereiis mehrfach erwähnten Petroleumbohrungen
auf der Lüneburger Heide werden rüstig fortgesetzt, und —
wie es den Anschein hat — in neuerer Zeit mit guͤnstigem Erfolge.

F. In Oschatz Sachsen) kam folgende schändliche Hals⸗
abschneiderei vor: Ein armer Geschäftsmann lieh auf 10 Tage
32. Mark. Nach 10 Tagen kam derselbe wieder, uͤm pünktlich die
geliehene Summe zurüchzuzahlen. Für diese 10 Tage hat derselbe
nun für diese geringe Summe 24 Mark Zinsen. das sind 2700
Ct. zu zahlen.

In dem Städichen Prettin an der Elbe wurde ein
11jähriger Knabe in der elterlichen Wohnung während der Ab—
wesenheit seiner Eltern ermordet. Der Mörder entwendete dant
aus dem Kleiderschranke die Summe von B0 Mw.

Die amttichen Schätzungen haben ergeben, daß der durch
die große Ueberschwemmung in Szegedien verursachte Schaden
an Mobilien 6,080,928 fl. an Immobilien 2,951,082 fl. zu—

sammen somit 9,082,010 fl. betragen hat.

F Am Montag Abend wurde in Paris ein Russe verhaftet,
der eines Attentats auf das Leben des Czaren angeschuldigt ist.

r.In Frankreich besteht die Sitte, daß der Braͤutigam

seiner Verlobten von dem Tage des öffentlichen Verlöbnisses bis
zur Hochzeit täglich ein Blumenbonquet sendet. Bei dieser Gabe
hertscht eine besondere Bestimmung, über welche die Patiser Vlu—
menhändler sehr gut orientirt sind. Am Verlobungstage bestehi
das Bouquet namlich aus weißen Blüthen, am folgenden zeigt es
eine matte Nuance in Rosa oder Roth; diese nimmt täglich und
allmälig mehr zu. Es färbt sich mithin bei jedem Male intensiver
so daß am Tage vor der Hochzeit diese Blumenstrauße oft wortlich
in „Purpur“ prangen. Der geehrten Leserin wird unschwer die
sinnige Anspielung entgehen, welche in dieses bedeutsame Arrange—
ment gelegt ist. durch das der Verlobte das Wachsen seiner Ge⸗—
fühle für die Braut, je näher er dem ersehnten Ziele steht, aus
drücken will. Am Tage der Ehepakten ist der Verlobte verpflichtet,
seiner Braut den „Corheille de mariage“ (Hochzeitskorb) zu
jenden, der je nach den Vermögenszuständen des Gebers. meis sehr
verthvolle Geschenke enthaält.

F In London ansäßige Australier zeigen sich über den
kẽrsolg des ersten Versuches, frisches Fleisch von Auftralien nach
London zu bringen, im höchsten Grade erstaunt und bezeichnen die
iEentdedung, daß der Versandt sich ohne Gefahr bewerlstelligen läßt,
als eine Errungenschaft von nicht weniger Werth, als die Auffindung
der Goldlager. Das australische Fleisch wird in London gern ge⸗
iommen; es wird höher bezahlt, als amerikanisches, und nur um
inen Penny das Pfund niedriger, als gutes englisches Fleisch.

Eine Declamation im Lowenkaiig. In Calais auf dem
Jahrmarkte betrat jüngst eine Schauspielerin einen Kafig, in dem
ich zwei Lowen befanden und recitirte Victor Hugos Gedicht „la
aravane“ mit einer Sicherheit, als stunde sie auf der Bühne.
Der WTDierbandiger, det zur Vorsicht neden iht ftand, hatte keine
Ursache sich einzzumengen. Das Publicum gerieth in hellen Enthn⸗
asmus.

Aus Spanien wird gemeldet: daß die Gegend von Alcala,
zZamara und Caroque in Leon unter großen Ueberschwemmungen.
eidet. Ein Theil der Eisenbahnen in Leon, Asturen und Gali-—
ien steht unter Wasser. — Im Biscayischen Meer wüthen arge
Stürme; im Hafen von Bilbao find gegen 150 Kauffahrteischiffe
urückgehalten. F

F Der am 15. da. von Madrid nach Andalufien abge⸗
zangene Eisenbahnzug, welcher 40,000 Francs vier Gendarmen,
ꝛeinen Lieutenant und den Marschall Serrano mit sich führte,ist
wischen Alcazar und Argamasillo von 16 Banditen angehalten
worden, welche vier Eisenbahnschienen ausgehoben und über das
Geleis gelegt hatten. Der Marschall und die Gendarmen feuerten
auf die Banditen, welche die Fluͤcht ergriffen. Ein Gendarm und
ein Reisender wurden verwundet. 4 von den Räubern, sowie ihr
Anführer wurden bereits verhaftet; sie legten ein Gestandniß ab.

F. Ein Witzwort von Pius 1X. Eine große Dame,die
im Rufe stand, einige Sünden auf ihrem Gewissen zu haben, war
»em Papste vorgestellt worden, der sie wie gewöhnlich fragte, wie
ange sie in Rom zu verbleiben gedenke. „O, heiliger Vater,“
sagte sie (es war mitten im Fasching), „ich gedenke mich so lange
hier aufzuhalten, um die Asche am Aschermittwoch zu empfangen.“
— Wenn es sich um die Asche handelt, Madame,“ entgegnete
Pius I.. lebhaft, „so müssen Sie nach Neapel gehen; der Vesuv
wird Ihnen vielleicht genug davon liefern.“

7 Wenn nicht besondere Umstände eintreten, hofft man, daß
fich am 56. März die Arbeiter von der Nord- und Südseite des
Gotthardttunnels die Hände reichen werden. Am Mont⸗
Cenis wurden die Tunnelarbeiten im August 1857 begonnen, und
der Durchschlag des Stollens erfolgte am 28 Dezember 1870,
also nach dreizehn Jahren. Im Gotthardtunnel, welcher 260906
Meter langer ist als der Mont-Cenistunnel, begannen die Arbeiten
m September 1872; somit werden, Dank den Fortschritten der
Technik, für seinen Durchstich nicht ganz 73 Jahre gebrauch
verden. Daß am 1. Oktober d. J.“ die ganze Gotthardbahr
dem Betrieve übergeben werden soll, ist bekannt

.Der Sprosse eines der ältiesten Adelsgeschlechter Deutsch⸗
ands steht in Amerika uuter der schweren Anklage deq. Mordes.

deinrich von Wintzingerode arbeitete als Gerber in Portland, Ore⸗
Jon. Er ist beschuldigt, den alten Ansiedler Jacob Schwanger,
inen hochgeachteten Deutschen, ermordet und um eine beträchtliche
Summe beraubt zu haben. Man fand eine Anzahl dem Ermoi⸗
deten gehörende Gegenstande in seinem Besitze, so daß feine Schuls
außer Zweifel steht. ..

.. Eine Verbesserimg in der Photographie. Seit Janger Zeil
beschäftigen sich die Pholographen und Chemiler mit der Hersiel⸗
sung sogenannter Trockenplatien, die es ermöglichen sollen, einer⸗
eits überall Aufnahme machen zu können, ohne jenen lästigen
Balast von Flaschen, Trichlern, Cuͤvetten u. s. w. mitschleppen zu
müssen, andererseits aber auch, was das Wichtigste und Wünschens⸗
wertheste ist, die Erposition zu vermindern, ja bis auf eine Secund
ju rednciren. Wie wir nun in der „Irft. Ztg.“ lesen, präpariri
ine dortige Firma seit einiger Zeit Plalten, mit welchen eingehende
Versuche gemacht wurden, deren Ergebniß nichts zu wunschen übrig
läßßt. In zwei Stunden wird ein ausgezeichnetes, feiu durchgear⸗
deitetes Negativ hergestellt, welches an Kraft dem Collodium⸗ Nega·
tiv nicht nur nicht nachsteht, sondern dasselbe sogar übertrifft. Es
wird dadurch möglich gemacht, Kinder vom lebhafteften Tempera⸗
ment, Leute von nervösester Aufregung aufzunehmen, was bis jetzt
oft unmöglich oder doch nur mitder größlen Muühe zu er⸗
reichen war—

Marktberichte.

Zweibrücken, 19. Februar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarf
Weizen 11 M. 75 Pf., Korn 10 M. iß pf. Gerfte zweiteihige d M. —*
nierreihige 0 M. — Pf., Spelz 7 M. 11i Pf., Spelzkern — M. —
dinteh⸗ W, — gft. Arischstucht 15 M. 48 pf. e A vV.
krbsen — M. — pPf., Widen 5 M. 74 Pf., Karloffeln 4 M. 60Pf.
Zeus Me20 Pf., Stroh 8 M. — pi., Weißbrod I/3 Kilogr. 58 Pf.
Kornbrod 8 Kilogr. 71 Pf., 2 Kiloar. 48 Pf., 1 Kilogr. 24 Pf., Gemischt⸗
brod 8 Kilogr. 86 Pf., das Paur Weck 100 Gr. 6 PPf., Rindfleisch I. Qual.
60 Pf. II. Qual. 50 ꝓPf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleijch b0 Pf. Echweinesleisch
56 Vf., Butter Kiloar. I M. — Pf. Wein 1 Liter 80 Pf. Biet 1 Liter Pf.

Homburg, 18 Februar. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarlt.) Weizen
12 V. — Pf. Aorn 1i0 M. 2pf., Spelztern — M. — pj., Spelz 0 M
.Pi., Gerste 2reihige dO M. — Pf. Gersie Areihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 83 Pf., Mischfrucht 10 M. 30 Pf., Erbsen 0 M. — pf.Miden
9 M. — Pf., Bohnen — M. — Pf., Rleesainen — M. — Pf. Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod6 Pfunde Pf., Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalblleisch 36 Pf., Hammel deisch — Pf, Schweinefleijch
bun Pj., Butter i Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Ctt. 3 M. 50 Ppf.

Kaiserslautern, 17 Februar. (Rruchtmittelpreit and Victualienmarkti.)
Weizen 11 M. 42 Pf., Aorn 9 M.88 Pf., Spelztern — M. — pi. Spel
M. 38 Vf., Gerfte 9 M. so Pf., Hafer 7 M. 40 Pf., Erbsen 11 M.
Widen 6 M. 14 f phe aecsame .*
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund j. Qual. ifd. 38 Pf. Gemischtbrod
3 Pfund 43 Pfg. Butter per d. . ier 2 Stüd 12 Pf. Kar⸗
loffeln per Cent. 3 M. 20 Pf, Stroh 2 M. — Pf., Heu 2 M. — pfg.

—*

die Redactivn verantverttich

— —
2— 95
        <pb n="118" />
        Die „Neuzeit, Lesehallä für Alle⸗ (Berlin, Werner Große⸗
Das erste Quartal. 13 Wochennummern F dieses so viel und so gern ge le⸗
scen damilienblattes, das seinen funften Jahrgang angetreten hat liegt nun
or uns. Wir müssen gestehen, daß die Vervolkommnung, die in demselben
u Tage tritt, uns angenehm überrascht hat. Der beispiellos billige Preis
Ibhepfennig pro Nummer bei 8 Quartbogen Text macht es auch dem
Anbemiilelten moͤglich, sich die unterhaltende und werthvolle Lectüre der Neu⸗
eit anzuschaffen, — die Sorgfalt abex, mit welcher die Redaction Alles ver⸗
eidet, was irgendwie das politische, religiöse und fiutliche Gefühl verletzen
dnnte, offnet der Neuzeit die Pforten der Familienkreise aller Schichten und
Slande der Gesellschasti. Wir machen besonders auf den außerst fesselnd ge⸗
schriebenen Roman: Veono re“ von George Fuliborn aufmerlsanm, sowie
uf die fein und gewandt geschriebenen kleineren und großeren Novellen, welche
ie beiden ersten Bogen jeder Nummer und einen Theil der Beilage; Das
rine Blatt“ genannt, einnehmen. Richt minder fesseln die interessanten Auf⸗
Bekanntmachung.

Das Hospital St. Ingbert
jat 24 Are Acker am Schaaf⸗
bopf auf mehrere Jahre zu ver⸗
pachten.

Si. Ingbert, 20. Febr. 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

Holzversteigerung
zus Staatswaldungen des
gl. Forstreviers St. Ingbert.

Montag den 1. März 1880,
Bormittags 10 Uhr im Saale
ꝛes Herrn Oberhauser zu St.
Ingbert.

Zchlag: Eichen (Gr. Stiefel)
hirklentopf, Zollscheid, Boller-
berg und Zuf. Ergebnisse.

25 achen Stämme II. — V. Cl.
37 buchen , UII. u.III.,

72. ,Stempelstangen;

22 eichen Wagnerstangen J. u.
M. Cl.;

30 erlen Gerüststangen;
145 Ster buchen, eichen, Scheit
und Prügelholz;
61 , aspen u. birken Prü⸗
gelholz.
St. Ingbert, 18. Febr. 1880.
Fuchs,

k. Revierverweser.

Fraukfurt a R
Leltestes Annoncen⸗Bureau
Neenrem

Vogler
Taglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

u/s Bogen seechnurrnc
21/83 centm. groß vorräthig bei
J. J. Demeh.

Unwiderruflich
diehung 24. Februar 1880.
steine Serien!

Bad-Rissinger-Lottorie
zum Besten des Neubaues einer katholischen Kirche.
Hauptgewinne: Mk. 45,000.
2mal MA 12.000.3 8mal A 6000.; 4mal A 4000 6mal
A. 3000 ꝛc.
11,800 Gewinne mit Mk. 230,000.
Das Loos kostet 2 Mark.

Die General⸗Agentur; A. &amp; B. Schuler in Zweibrücken.

Loose sind in St. Ingbert zu haben bei den Herren
Franz Woll und J. Friedrich.

Gewerbliche und
landvirtheschaftliche Ausstellung
des
pfalzgaues in Mannheim 1880.
Pie Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Kreise
annheim, Heidelherg, Hosnbach- —XXIXV
à Knden, der Bayerischen Rheinpfalz, der LKreise
S. Renshetin und Heppenheiu, der Oberämter
nergent heim, Neekarsulm und Heilhronn werden
hiermit zu recht zahlreicher Betheiligung eingeladen.

Unser Bureau besindet sieh in Mannheim 2 Nr. IBä, ehem.
Curop. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalsecre-
färs Uerrn Jenmn Fischer alle auf die Ausstellung Berug
habenden Anfragen, Briefe eête. zu richten bitten und woselbst
nie Anmeldepapiero zu erheben sind.

gohluss dor Anmeldungen spatestens .. Märs 1880.
Brõôffnungstermin 15. Juli 1880.
Das CeutralComité&amp;..

atze belehrenden Inhalts, namentlich über welt⸗ und eulturhistoxische Themata,
owie die zahlreichen auerliebst geschriebenen heiteren Miscellen.
Neuzeit⸗Abonnement betreffeud. Fur Diejenigen, welche die
deuzeit mitzuhalten beabfichtigen, sei besonders erwähnt, daß das Abonnement
äglich, also an jedem Taoge im Jahre, bewirkt werden kann und zwar ohne
ede Preiserhöhung; die bereits erschienenen Nummern werden auf Wunsch
ofort oder ganz nach Belieben der Abonnenten in den von denselben ge⸗
vpunschten Zwischenräumen von jeder Buchhandlung vrompt nachgeliefert.

— — —
J i

— —

Todes⸗Anzeige.
Freunden, Bekannten und Verwandten die betrü⸗
bende Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen
hat, unser liebes Sohnchen
Emiltl
in dem zarten Alter von 14 Monaten gestern Mittag zu
sich abzurufen. 3*
St. Ingbert, 20. Februar 1880. »7
Die traueruden Eltern;?: 3
Emil Grewenig, Elisa Grewenig geb. Fiad.
Die Beerdigung findet Samstag Mittag um 3 Uhr statt.

Actien
der Brauerei Tivoli
Zweibrücken
zu verkaufen.
Räßeres in der Expedition ds. Bl.

———

— — — — —
Uunsthlatt ersten Ranges
Von
„Im Reich der Töne!“

berũusmter alterer und neuer Componisten
in photographischem Lichtdruck, vorzũglich ausgefũbrt,
fferiren Win einen ganz geringen Vorrath zu dem fabel·
haft billigen Preise von nur

22 Marlx 5300 PIg.
auf feinstem Carton. Versendung nur gegen Finsendung
des Betrages traneoo aut Holzrollen. (Gegen Nach-
nahme 3 Mark).

Man erhalt also für nur 2 Mk. alle 200 Por-
traits der Koriphaen der Musik, mit Angabe deren Na-
men, Geburts- resp. Todes-Tagen.

Nur umgehende Bestellungen können berũucek-
sichtigt werden.

H. Alexander,
Musikalien-Handlung.
Pr. Stargardt.

200 Brillanto Portraits

——

bie ausserordentlicho Verbreitung dieses Hausmittels hat
eine ebenso grosse Zahl ahnlicher Präparate als Nachabmer
—E——
and Etikette in tauschender Weise herzustellen. Die Paqueto
des achten Stollwerck'schen Fabrikates tragen den vollen Na-
men des Fabrikanten und kennzeichnen sich die Verkaufsstelleu
durch ausgelegto Firmen-Schilder.
uck und Verlag von v. x. Demeß in St. Ingbert.
AF Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonutagsblatt“ Nr. 8. *
        <pb n="119" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der Et. JIugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltun- *klatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteliahrlich

1A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswart
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 D pro Zeile berechnet.
As 31

Sonntag den 22. Februar

1889,

Deutsches Neich.

München. Durch die bisherige Gestaltung der Budgetbe—
rathung (namentlich in Folge der Ablehnung des Antrages valler
über die Eisenbahn⸗Erträgnisse in der 1. Kammer) und unter pro—⸗
visorischer Einstellung des Reinertrags aus dem Branntweinaufschlag
mit jährlich 1,500,000 M. berechnet sich das Deficit für jedes
Jahr der 15. Finanzperiode (1880 und 1881) noch auf 1,146978
M. (orbehal lich schließlicher Feststellung). Der Finanzminisier
schlug vor, dasselbe zu Zecken durch einen Zuschlag von 4 pCt. zur
Gewerbe⸗, Einkommen⸗ und Kapitalrentensteuer, dann entweder durch
einen Zuschlag von 7 pet. zur Grund- oder von 10 pCt. zur
Areal⸗Haussteuer. Bei der Geringfügigkeit des Deficits, welches
moͤglicherweise bei Besserung der Staatseinnahmen durch diese aus—
geglichen wird, beschloß der Ausschuß indessen, die Steuererhöhung
abzulehnen und die Deckung des Deficits auf das durch Ausgabe
von Schatzanweisungen entsprechend zu erhöhende Verlagscapital
mnzuweisen, vorbehaltlich besonderer Bestimmung über die Heim—
ahlung.

Der Landtag soll abermals und zwar bis zum 26. dos.
M. verlängert werden, damit er mit den dringendsten Arbeiten
fertig wird.

Nach dem Referate des Reichsrathes Grafen Seinsheim zum
Branntweinsteuer-Gesezeniwurf beantragt derselbe fast zu
edem Artikel, wie er aus der Berathung der Abgeordnetenkammer
hervorgegangen ist, Zustimmung; nur bei Art. 3beir. „unmittel⸗
hare Feuerung!, behält sich der Referent einen eigenen Antrag vor,
uind bei Absatz 1 des Art. 11 (Rückvergütung) beantragt er, ent—
prechend der ursprünglichen Regierungsvorlage, die Menge des aus⸗
zeführten Branntweins von 30 Liter dieder auf 50 Liter zu erhöhen.

Der sehr umfangreiche Bericht des Reichsrathes Grafen v.
Seinsheim zu dem Gesetzentwurfe, den Branntweinaufschlag betr.,
wurde gestern ausgegeben und beantragt der Referent Zustimmung
zu allen Artikeln. Die k. Staatsregierung hat, führt der Berich
aus, in richtiger Erkenntniß der Verhältnisse des bayerischen Grund⸗
besitzes und seiner landwirthschaftlichen Betriebsweise eine Steuer⸗
reform zu dem Gesetze gewählt, welche, indem sie sich möglichfi
enge an das in der norddeutschen Brennereigemeinschaft geuende
Gesetz anschließt, doch in seiner Ausführung und den Nebensteuer⸗
formen die äußerste Berücksichtigung des kleinen Brennereibetriebes

zuläßt, ohne auf die Vortheile und den Schutz der fremden Konkur—
tenz verzichten zu müssen, welcher im System der Maischraumbe⸗
steuerung liegt.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat den Antrag Bechh,
S. M. den Konig zju bitten. die zur einheitlhichen Rege—
lung der deutschen Rechtschreibung erforderlichen Schritie anordnen
zu wollen, angenommen.

Die Frage der Einführung des Tabakmonopols taucht allmählich
wieder auf. Man bringt auch die Berliner Reise des Unterstaats
selretärs für Elsaß⸗Lothringen Dr. Georg Mayer damit in Ver—
bindung. Auf alle Fälle sollen dem Reiche neuͤe Einnahmequellen
ugeführt werden. Hierzu ist nach der Ansicht des Kanzlers das
Tabalsmonopol das passendste und ausgiebigste Odjekt.

Von russischer Seite ist durch eine neue Klassifizirung
der deutschen Einfuhr eine solche Veränderung eingeführk, daß
unsere Hütten- und Maschinenfabriken in Sachsen, Schlesien und
Westfalen mit Maschinentheilen, Schrauben, Ambosen und Werk.
zeugen nicht mehr lieferungsfahig in Rußland sein werden, gegen⸗
aber der englischen Konkurrenz.

Der deutsche Kaiser ist durch das neue Attentat auf
den Kaiser von Rußland aufs tiefste erschüttert. Er erließ sofort
ein Glückwunschtelegramm nach St. Petersburg.

Die meisten europäischen Fürsten haben den Zaren zu
einer Errettung beglückwünscht.

Die zweite hessi sche Kammer hat die Erbauung einer stehen⸗
den Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastel auf Staatskosten
einstimmig genehmigt.

Ausland.

Petersburg, 20. Febt. Der „Golos“ meldet: Die Dy⸗

aamitladung, welche die Erplosion unter der Palastwachtstube ver⸗

ursachte, befand sich im Kellerraum, wo eine von vier Tischlern
bewohnte Tifchlerwerkstätte war; drei Tischler sind verhaftei, der
vierte ist verscwwunden. Die Dynamitladung wird nach den an—
gerichteten Beschädigungen auf vier (2) Pud'à 32 Zollpfund ge⸗
chätzt. Das Wintergebäude, sowie andere Palais und Kronge⸗
häude werden von dazu beorderten Sappeurs genau untersucht.
deute findet die Beerdigung der bei der Explosion getödteten und
mm den Wunden gestorbenen Soldaten des finnlandischen Garde⸗
regiments statt. Die Gesammtzahl der Geloͤdteten beträgt zehn,
darunter ein Palaisdiener, verwundet wurden 47 Soldaten und
ein Palaisdiener.

Ueber das Attentat auf den Zaren sagt die Petersburger

Zeitung „Nowoje Wremlja“: Die Erplosion erfolgte unter dem
Speisesaal des Winterpalastes, wo vas kaiserliche Familien⸗Diner
um 6 Uhr beginnen sollte, welche zufälliger Weise jedoch eine halbe
Stunde verschoben war. Die Explosion, welche vom Erdgeschoß
aus, wo die Centralheizungseinrichtung sich befindet, erfolgte, fand
gerade in dem Augenblick statt, als der Kaiser mit dem Prinzen
von Hessen und dem Fürsten von Bulgarien in die eine Thuͤr und
die gesammte übrige kaiserliche Familie, mit Ausnahme der kranken
Zaiserin, in die andere Thür eintreten wollten. Die Erplosion war
so stark, daß die Gewölbe des Erdgeschosses sowie der Wachtstube
durchgeschlagen, die Dielen krummgezogen und Tische wie Geschirre
m kaiserlichen Speisesaal aus einander geschleudert wurden. Zwei
Diener erhielten Berletzungen. Die Kraft der Erplosion bewies
auch die große Zahl der zersprungenen Fensterscheiben am Winter-
palast und den Nachbarhäusern am NewaQuai. Da durch den
Zuftdruck das Gas ausgelöscht war, so berrschte volllommene
Finsterniß.

Die russische Zeitung „Golos“ meint, daß mit Rüchsicht
auf ungehinderte Untersuchung über den traurigen Vorfall im Win⸗
zerpalais die Veroffentlichung sicherer Angaben über die Einzelheiten
erst nach dem Abschluß derselben zu erwarten sei. Das Blatt
weist auf die pflichtgetreue Handlung der Soldaten des finnlän-
dischen Garderegimenis hin, welche, obwohl verwundet, den Posten
nicht eher verlassen wollien, als bis sie vorschriftsmaͤßig abgelos⸗
wurden.

Ueber die Verbreitung des Nihilismus in der russischen Armee
wird der Pos. Ztg. aus Petersburg geschrieben: Unter den bei
den Nihilisten beschlagnahmten Papieren befand sich eine chiffrirte
Depesche, welche in der 3. Abtheilung der kaiserlichen Kanziei nur
mit Mühe enträthselt werden konnte. Aus dieser Depesche gehl
hervor, daß eine bedeutende Anzahl von Offizieren der Linientrup⸗
den, ja sogar det Garde, wie nicht minder einige Großwürdentrager,
elbst solche, die der Person des Kaisers nahe stehn, mit den Nihi-—
listen in Verbindung getreien sind, um den Kaiser endlich zu nöthigen,
dem Lande eine Konstitution, der Arme, Presse und den Schulen
mehr Freiheit zu geben. Die Entdeckung dieser Depesche, wie
inderer Schriftstücke soll einen tiefen Eindruck hervorgebracht haben.

In New-NYort denkt man datan, im Jahre 1881 eine
Weltausstellung abzuhalten. Die Finanz⸗Commission, welche über
den bezüglichen Gesetzentwurf zu berathen hatte, erstattete ihren
Bericht dahin, daß die Regierung zu den Kosten einer Ausstellung
nichts beizutragen haben würde.

Vermischtes.

f (Ausstellung von Lehrlings arbeiten in Kaisers—
lautern.) Die geplante Ausstellung von Lehrlingsarbeiten findet
allenthalben in der Pfalz lebhaften Anklang. Wie man, wie es
jier zu Land bisher die Ansicht der Mehrheit ist, die unbedingte
Bewerbefreiheit beibehalten und zu einer Lehrlingsprüsung nicht zu⸗
rückgreifen will, so muß man sich zur Hebung det Lehrlingswesenẽ
mmn den Ehrgeiz der Lehrlinge wenden und auf Mittel sinnen, wo—
urch derselbe angespornt wird, da der Lehrling ein so bestimmtes
Ziel, wie beim Innungswefen nicht vor Augen hat, sondern nach
2 bis 3 Jahren Geselle wird „wenn er sich auch nicht besonders
anstrengt. Derartige Ueberlegungen führen der Ausstellung offen⸗
bar immer mehr Fteunde zu, ein Canton nach dem andern und
ein Ort nach dem andern entschließt sich zur Theilnahme. Die
        <pb n="120" />
        zahlreichsten Anmeldungen sind bis —IIV eingelaufen.
Für St. Ingbert hat der Ausschuß des Arbeiterbildungs—
vereins die —* in die Hand genommen. Bis jetzt haben von
hier 15 Handwerksmeister mit eben so vielen Lehrlingen ihre Be⸗
heiligung in Aussicht gestellt; gegenüber anderen Städten von
geringerer Einwohnerzahl wie St. Ingbert freilich wenig genug.
Es gilt darum, bis zum 1. März als dem Einlieferungstermin der
Anmeldebogen noch die größte Ruͤhrigkeit zu entfalten, auf daß
durch eine möglichst zahlreiche Betheiligung der edle Zweck, eine
Forderung und Hebung des Lehrlingswesens, zur allgemeinen Be⸗
friedigung erreicht werde.
FDie auch von uns gebrachte Nachricht über die Ernennung
des technischen Personals zur Erbauung der Lauterthalbahn ist
ungenau und verfrůht, da die bezüglichen Ernennungen selbstver⸗
standlich erft erfolgen köͤnnen, wenn die Konzession für diese neue
Bahn erfolgt sein wird, was bis jetzt noch nicht der Fall ist.
4Die nachbezeichneten pfälzischen Firm en haben bisher
ihre Betheiligung an der Weltausstellung in Melbourne ange—
meldet. Aus Kaiserslautern: Eisenwerk. Aus Neustadt a. H.:
L. Geisel, C. Labroisse. Aus Neidenfels bei Lambrecht: C. Hem—
mer's Wiwe. Aus Zweibrücken: S. Siern. Aus Speier: W. Wolf,
Eichborn und Comp.

4 Von dem Militärbezirksgerich Würzburg wurde der
Secondelieutenant Eduard End vbon der 8. Komp. des 4. Inf.
Reg. wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt durch Mißhandlung eines
Unlergebenen zu 4 Monaten Festungshaft verurtheilt. Von der
bom Staatsanwalt mitbeantragtien Dienstentlassung wurde abgesehen.

Gindersegen.) Ein Berlinet Schutzmann wurde
ieser Tage von seiner Ehefrau mit dem sech st en Zwillingspaar
neschenkt.

Der Raubmörder Neu, welcher den in der gestrigen Num⸗
ner erwaͤhnten Raubmord in Wands be bei Hamburg verübte,
st von dem an der Glanstraße, in der Nähe von Rathsweiler und
Almet gelegenen, zur Gemeinde Niederalben gehörigen sog. Ronnen⸗
virthshause. Er ist der älteste Sohn eines wohlhabenden Bauers—-
nannes und gehört einer angesehenen Familie an. Der Verbrecher
oll schon in seiner Jugend ein ungerathener Bursche gewesen sein.
Nachdem er 8 Jahre Soldat gewesen, soll er nicht heimgekommen
sein wie es seine Eltern wünschten, sondern sich gegen deren Willen
yerheirathet haben.

FAn den Züricher Katonsrath hatten 529 „Arbeitslose“
eine Eingabe um Arbeit gerichtet. Die Züricher Polizei hat nun
jerausgefunden, daß 148 davon wirklich bedürftige und ehrliche,
zer Arbeit würdige Arme sind, alle übrigen sind notorische Trun⸗
enbolde, Vaganten und Schnapser, 163 konnten gar nicht ermittelt
verden. Die Sozialisten hatten eben die 329 zusammengetrommelt.

4 Der am Montag in Paris verhaftete Russe ist beschul⸗
d d er der Urheber des Attentats auf der Moskauer Eisen⸗
ahn sei.

Am 12. December ist die Seestadt Hokodade (Frei⸗
jafen im Süden der japanischen Insel Jeo, 80,090 Einwohner)

ganz ein Raub der Flammen geworden, so daß kein Gebaäude
mehr steht.
— Für die Rehaccion veramwortlich: F- X. Demev.

Ackerversteigerung.
Donnerstag, den 26. Februar
. 7in Nachmittags 8 Uhr zu
St. Jugbert bei Peter Heusser
lassen die Erben des verlebten
Seilers Wilhelm Brill die
nachbezeichnete Liegenschaft öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigern:
Pl.⸗Nr. 1353, 20 a 10 qm
Ader in der Mäusbach ne⸗
ben Martin Zott und
Wwe. Hauck.

St. Ingbert, 20. Febr. 1880.
Sauer, k. Notar.
1000 Centner
Wiesen⸗Heu
(ersie Oualitaät) hat zu verkaufen

Joh. Peter Wack in
Medelsheim.
Auf Verlangen wird das Heu
inz Haus geliefert.
Eeine ausgezeichneten, überall ge⸗
rühmten

Bekanntmachung.

Action
der Brauerei Tivoli
Zweibrücken

Das Hospital St. Ingbert
jat 24 Are Acker am Schaaf—
lopf auf mehrere Jahre zu ver—
pachten.

St. Ingbert, 20. Febr. 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

zu verkaufen.
Näheres in der Expedition ds. Bl.
70 Zentner gutes unbe⸗
regnetes
Heu
der Zeniner Mark 3. hat zu
verkaufen
W. Kahn.

Z. gichel's Atelier künstl. Zaͤhne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 138.

Gewerbliche und
landwirthechaftliche Ausctellung
Jes
Pfalgaues in Mannheim 1880.

Die Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Kreue
Uannheim, Heidelherz, Honßbaehn, Carlsruhe
and Bnden, der Bayerisenen Rheinptalz, der Kreise
Worms, Benseheiin and HIeppenheim, der Oberämter
Herrxentheim, Neckarsulm und HIefIbronm werden
hiormit zu recht 2ahlreicher Betheiligung eingeladen.

Unser Bureau befindet sieh in Mannneim Z 2 Nr. 13, ehom.
Europ. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalsecre-
tärs Herrn Jenn Fincher alle auf dio Ausstellung Bezug
habenden Anfragen, Briefe ete. zu richten bitton und worelbat
alle Anmeldepapiere zu erheben sind.

Bobluss dor Anmeldungen sputestens I. Marz 1880.
Erösffnungstermin 15. Juli 1880.
Das Central-Comité.

—
rianinos
liefert frachtfrei zu Fabrikp reisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung
oder gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. Weidenslamnfer., Fabrit
RArlin XW.

— — —8
— ———

2

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8
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„Nene Musik-Zeitung.“
Erscheint Ende jeden Monats. Preis qro Jahr 8 Narbk.
Bringt: Biographien berũbmter Componissten mu-
sikalische Skiazon, Besprechungen neuer PErscheinungen
auf musikalischem Gebiete ete. ete.

Jeder Abonnent erhält 7 Musikstücke à 1 Mark
salso fũr Mark musisasisches Materia —
Jahres gratis. Um jedem Clavierspieler Gelegenheit zu
geben diese Zeitung zu abonniren ist für das ganze Jahr
1880 ein Vorzugs -Abonnement zum Ausnahmspreise
von nur 2 Mark eéröffnet. Der Betrag muss direct an
die Musikalien-Verlags-Handlung von H. Alexander,
Pr. Stargardt, gesandt werden, dio die seit 1. Januar
1880 erschienenen Nummern, so wie die weiter erschei-
nenden franco liefert.

Der Vorzugs -Abonnementspreis erlischt am
31. Marz 1880.

allein sind die weltberühmten Hustenkara⸗
mels und der Kakao⸗Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671 — wenn sich auf
der Vorderseite eines jeden Kartons nichts
Anderes gedruckt findet, als die vier Worte: Maria Benno von
Donat. Dieselben finden wegen ihrer anerkannten Vorzüglichkeit
elbst in den höchsten Kreisen aller Laänder mit iedem Tage mehr

Absatz und Anerkennung.
Paris Sonntags. Nächst Golt haben mir einzig und
allein Ihre unvergleichlichen Hustenkaramels Maria Benno von
Donat geholfen. Senden Sie bitte umgehend noch 5 Original⸗
sartons zu 50 Pfg. und 830 echte Kartons Kakao⸗Thee zu 20 Pfg.
Ihr votzüglicher Kakao⸗Thee in Ihren himmelblauen Kartons er⸗
freut sich hier allgemein einer großen Beliebtheit, besonders meine

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eauxsgsππ⏑I... Alleiniges Depot in St. Ingbert bei Herrn Jean Petera.
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
SGSieru „WBlußlrirtes Sonntagoblatt Myr. M.
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        St. Ingberler Znzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich; mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierteljahrlich

1A) 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AM 60 B, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswärts
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A B31.

Sonntag den 22. Sebruar

1880.
Deutsches Neich.

München. Durch die bisherige Geftaltung der Budgetbe⸗
rathung (namentlich in Folge der Äblehnung des Antrages Daller
über die Eisenbahn⸗Erträgnisse in der 1. Kammer) und unter pro⸗
visorischer Einstellung des Reinertrags aus dem Branntweinaufschlag
mit jährlich 1,800,000 M. berechnet sich das Deficit für jedes
Jahr der 15. Finanzperiode (1880 und 1881) noch auf 1,146978
M. (orbehalilich schließlicher Feststellung). Der Finanzminister
schlug vor, dasselbe zu decken durch einen Zuschlag von 4 pCt. zur
Gewerbe⸗, Einkommen⸗ und Kapitalrentensteuer, dann entweder durch
einen Zuschlag von 7 pCt. zur Grunde oder von 10 pCt. zur
Areal⸗Haussteuer. Bei der Geringfügigkeit des Deficits, welches
moglicherweise bei Besserung der Staatseinnahmen durch diese aus⸗
geglichen wird, beschloß der Ausschuß indessen, die Steuererhöhung
abzulehnen und die Deckung des Deficits auf das durch Ausgabe
von Schatzanweisungen entsprechend zu erhöhende Verlagscapital
anzuweisen, vorbehaltlich besonderer Bestimmung über die Heim⸗
ahlung.

Der ELandtag soll abermals und zwar bis zum 26. ds.
M. verlängert werden, damit er mit den dringendsten Arbeiten
fertig wird.

Nach dem Referate des Reichsrathes Grafen Seinsheim zum
Branntweinsteuer-Gesetzentwuͤrf beantragt derselbe fast zu
jedem Artikel, wie er aus der Berathung der Abgeordnetenkammer
hervorgegangen ist, Zustimmung; nur baͤ Art. 5. betr. „unmittel⸗
bare Feuerung“, behaͤlt sich der Referent einen eigenen Antrag vor,
und bei Absatz 1 des Ari. 11 (Rückvergütung) beantragt er, ent.
sprechend der ursprünglichen Regierungsvorlage, die Menge des aus
geführten Branniweins von 30 Liter wieder auf 50 Liter zu erhöhen.

Der sehr umfangreiche Bericht des Reichsrathes Grafen v.
Seinsheim zu dem Gesetzenwurfe, den Branntweinaufschlag betr.
wurde gestern ausgegeben und beantragt der Referent Zustimmung
zu allen Artikeln. Die k. Staatsregierung hat, führt der Berichi
aus, in richtiger Erkenntniß der Verhaͤltnisse des bayerischen Grund⸗
besitzes und seiner landwirthschaftlichen Betriebsweise eine Steuer⸗
reform zu dem Gesetze gewählt, welche, indem sie sich möglichst
enge an das in der norddeutschen Brennereigemeinschaft geitende
Besetz anschließt, doch in seiner Ausführung und den Nebensteuer⸗
formen die außerste Berücssichtigung des kleinen Brennereibeiriebes
zulaßt, ohne auf die Vortheile und den Schutz der fremden Konkur⸗
tenz verzichten zu müssen, welcher im System der Maischraumbe⸗
teuerung liegt.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat den Antrag Bech,
S. M. den Konig zu bittien, die zur einheitlhichen Rege—
iung der deutschen Rechtschreibung erforderlichen Schritie anordnen
zu wollen, angenommen.

Die Frage der Einführung des Tabakmonopols taucht allmahlich
wieder auf. Man bringt auch die Berliner Reise des Unterstaats⸗
ekretärs für Elsaß⸗Lothringen Dr. Georg Mayer damit in Ver—⸗
bindung. Auf alle Fälie sollen dem Reiche neue Einnahmequellen
zugeführt werden. Hierzu ist nach der Ansicht des Kanzlers das
Tabalsmonopol das passendste und ausgiebigste Objekt.

Von russischer Seite ist durch eine neue Klassifizirung
der deutschen Einfuhr eine solche Veränderung eingeflüührt, daß
unsere Hütten⸗ und Maschinenfabriken in Sachsen, Schlesien und
Westfalen mit Maschinentheilen, Schrauben, Ambosen und Werk⸗
jeugen nicht mehr lieferungsfähig in Rußland sein werden, gegen⸗
über der englischen Konkurrenz.

Der deutjsche Kaiser ist durch das neue Attentat auf
den Kaiser von Rußland aufs tiefste erschüttert. Er erließ sofort
ein Glücwunschtelegramm nach St. Peiersburg.

Die meisten europäischen Fürsten haben den Zaren zu
jeiner Errettung beglückwunschi.

Die zweite hefsi sche Kammer hat die Erbauung einer stehen⸗
den Rheinbrücke zwischen Mainz und Kastel auf Staatskosten
einstimmig genehmigt.

Ausland.

Petersburg, 20. Febr. der „Golos“ meldet: Die Dy⸗

namitsadung, welche die Erplosion unter der Palastwachtstube betr⸗

ursachte, befand sich im Kellerraum, wo eine von vier Tischlern
bewohnte Tifchlerwerkstätte war; drei Tischler sind verhaftei, der
dierte ist verschwunden. Die Dynamitladung wird nach den an⸗
gerichteten Beschädigungen auf vier (7) Pud à 32 Zollpfund ge⸗
schätzt. Das Wintergebdude, sowie andere Palais und Kronge⸗
bäude werden von dazu beorderten Sappeurs genau untersucht.
Heute findet die Beerdigung der bei der Explosion getödteten und
an den Wunden gestorbenen Soldaten des finnländischen Garde⸗
regiments statt. Die Gesammtzahl der Getoͤdteien beträgt zehn,
darunter ein Palaisdiener, verwundet wurden 47 Soldaten unt
ein Palaisdiener.

Ueber das Attentat auf den Zaren sagt die Petersburger
Zeitung „Nowoje Wremlja“: Die Erplosion erfolgte unter dem
Speisesaal des Winterpalastes, wo das kaiserliche Familien⸗Diner
um 6 Uhr beginnen sollte, welche zufälliger Weise jedoch eine halbe
Stunde verschoben war. Die Erplosion, welche vom Erdgeschoß
ius, wo die Centralheizungseinrichtung sich befindet, erfolgte, fand
zerade in dem Augenblick statt, als der Kaiser mit dem Prinzen
don Hessen und dem Fürsten don Bulgarien in die eine Thür und
die gesammte übrige daiserliche Familie, mit Ausnahme der kranlken
Zaiserin, in die andere Thür eintreten wollten. Die Explosion war
jo stark, daß die Gewölbe des Erdgeschosses sowie der Wachtstube
durchgeschlagen, die Dielen krummgezogen und Tische wie Geschirre
im kaiserlichen Speisesaal aus einander geschleudert wurden. Zwei
Diener erhielten Berletzungen. Die Kraft der Erplosion bewies
auch die große Zahl der zersprungenen Fensterscheiben am Winter⸗
palast und den Nachbarhäusern am Newa-Ouai. Da durch den
duftdruce das Gas ausgeloscht war, so herrschte vollklommene
Finsterniß.

Die russische Zeitung „Golos“ meint, daß mit Rücdhsicht
auf ungehinderte Untersuchung über den traurigen Vorfall im Win⸗
lerpalais die Veröffentlichung sicherer Angaben uͤber die Einzelheiten
erst nach dem Abschluß derselben zu erwarten sei. Das Blat
weist auf die pflichtgetreue Handlung der Soldaten des finnlän⸗
dischen Garderegimenis hin, delche, obwohl derwundet, den Posten
nicht eher verlassen wollien, als bis sie vorschriftsmaßig abgelost
vurden.

Ueber die Verbreitung des Nihilismus in der russischen Armee
vird der Pos. Itg. aus Petersburg geschrieben: Unler den bei
»en Nihilisten beschlagnahmten Papieren befand sich eine chiffrirte
Depesche, welche in der 3. Abtheilung der kaiserlichen Kanziei nur
nit Mühe enträthselt werden konnte. Aus dieser Depesche geht
hervor, daß eine bedeutende Anzahl von Offizieren der Linienttup⸗
)en, ja sogar der Garde, wie nicht minder einige Großwürdentrager,
selbst solche, die der Person des Kaisers nahe stehn, mit den Nihi⸗
listen in Verbindung getreien sind, um den Kaiser endlich zu nothigen,
dem Lande eine Konstitution, det Arme, Presse und den Schulen
mehr Freiheit zu geben. Die Entdedung dieser Depesche, wie
anderer Schriftstüde soll einen tiefen Eindruck hervorgebracht haben.

In New⸗NYork denktt man datan, im Jahre 1881 eine
Weltausstellung abzuhalten. Die Finanz⸗Commission, welche über
den bezüglichen Gesetzentwurf zu berathen hatte, erstattete ihren
Bericht dahin, daß die Regierung zu den Kosten einer Ausstellung
nichts beizutragen baben würde.
Vermischtes.

F Cusstellung von Lehrlingsarbeiten in Kaisers⸗
'autern.) Die geplante Ausstellung von Lehrlingsarbeiten findet
allenthalben in der Pfalz lebhaften Anklang. Wie man, wie es
diet zu Land bisher die Ansicht der Mehrheit ist, die unbedingte
Bewerbefreiheit beibehalten und zu einer Lehrlingsprufung nicht zu⸗
rückgreifen will, so muß man sich zur Hebung des Lehrlingswesent
in den Ehrgeiz der Lehrlinge wenden und auf Mittel sinnen, wo⸗
zurch derselbe angespornt wird, da der Lehrling ein so bestimmtes
Ziel. wie beim Innungswesen nicht dor Augen hat, sondern nach
2 bis 3 Jahren Geselle wird, wenn er sich auch nicht besonders
anstrengt. Derartige Ueberlegungen führen der Ausstellung offen⸗
bar immer mehr Freunde zu, ein Canton nach dem andern und
ein Ort nach dem andern enischließt sich zur Theilnahme, Die
        <pb n="122" />
        zahlreichsten Anmeldungen sind bis jetzt aus Dürkheim eingelaufen.
Für St. Ingbert hat der Ausschuß des Arbeiterbildungs—
vereins die Sache in die Hand genommen. Bis jetzt haben von
hier 15 Handwerksmeister mit eben so vielen Lehrlingen ihre Be—
theiligung in Aussicht gestellt; gegenüber anderen Städten von
geringerer Einwohnerzahl wie St. Ingbert freilich wenig genug.
Es gilt darum, bis zum 1. März als dem Einlieferungstermin der
Anmeldebogen noch die größte Rührigkeit zu entfalten, auf daß
durch eine möglichst zahlreiche Betheiligung der edle Zweck, eine
Förderung und Hebung des Lehrlingswesens, zur allgemeinen Be—
friedigung erreicht werde.

5 Die auch von uns gebrachte Nachricht über die Ernennung
des technischen Personals zur Crbauung der Lauterthalbahn ist
ungenau und verfrüht, da die bezüglichen Ernennungen selbstver⸗
ständlich erst erfolgen konnen, wenn die Konzession fuͤr diese neue
Bahn erfolgt sein wird, was bis jetzt noch nicht der Fall ist.

— Die nachbezeichneten pfälzischen Firmen haben bisher
ihre Betheiligung an der Weltausstellung in Melbourne ange—
meldet. Aus Kaiserslautern: Eisenwerk. Aus Neustadt a. H.:
L. Geisel, C. Labroisse. Aus Neidenfels bei Lambrecht: C. Hem—⸗
mer's Wwe. Aus Zweibrücken: S. Stern. Aus Speier: W. Wolf,
Eichborn und Comp.

Von dem Militärbezirksgerich Würzburg waurde der
Secondelieutenant Eduard End von der 8. Komp. des 4. Inf.⸗
Reg. wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt durch Mißhandlung eines
Untergebenen zu 4 Monaten Festungshaft verurtheilt. Von der
vom Staatsanwalt mitbeantragten Dienstentlassung wurde abgesehen.

Ackerversteigerung.
Donnerstag, den 26. Februar
nüchsthin Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Peier Heusser
lassen die Erben des verlebten
Seilers Wilhelm Brill die
nachbezeichnete Liegenschaft öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigern:
Pl.sNr. 1353, 20 a 10 qm
Acker in der Mäusbach ne—
ben Martin Zott und
Wwe. Hauck.

St. Ingbert, 20. Febr. 1880.
Sauer, k. Notar.
1000 Centner

Wiesen⸗Heu
lerste Oualität) hat zu verkaufen
Joh. Peter Wack in
Medelsheim.
Auf Verlangen wird das Heu
ins Haus geliefetrt.
Seine ausgezeichneten, überall ge⸗
rühmten

Bekanntmachung.

Das Hospital St. Ingbert
hat 24 Are Acker am Schaaf—
kopf auf mehrere Jahre zu ver⸗
pachten.

St. Ingbert, 20. Febr. 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Custer.
70 Zentner gutes unbe—
cegnetes
Heu
per Zentner Mark Z3, hat zu
verkaufen
W. Kahn.

8
*
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Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung
»der gegen Baar mit hohem Rabait.
THh. WeidenslIaufer, Fabril
Berlin NWV.
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— —

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Erscheint Ende jeden Monats. Preis ꝗro Jahr 8 Mark.
Bringt: Biographien berũhmter Componisten mu-
sikalische Skinzen, Besprechungen neuer Erscheinungen
auf musikalischem Gebiete eêtec. etc.
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salso für J Mars us Material) im Laufe des
Jahres gratis. Um jedem Clavierspieler Gelegenheit zu
geben diese Zeitung zu abonniren ist für das ganze Jahr
1880 ein Vorzugs-Abonnement z2um Ausnahmspreise
von nur 2 Mark eéröffnet. Der Betrag muss direct an
die Musikalien-Verlags-Handlung von I. AIEXxnαν,
Pr. Stargardt, gesandt werden, die die seit 1. Januar
1880 erschienenen Nummern, so wie die weiter érschei-
nenden franco liefert.

Der Vorzugs -Abonnementspreis orlischt am

31. Marz 1880.

—V —⏑ — ——
— —7; —

— —
Druck und Verlag von F..

Gindersegen. Ein Berliner Schutzmann wurde
dieser Tage von seiner Ehefrau mit dem sech st en Zwillingspaar
heschenkt.

— Der Naubmörder Neu, welcher den in der gestrigen Num⸗
mer erwähnten Raubmord in Wandsbeck bei Hamburg verübte,
ist von dem an der Glanstraße, in der Nähe von Rathsweiler und
Ulmet gelegenen, zur Gemeinde Niederalben gehörigen sog. Nonnen⸗
wirthshause. Er ist der älteste Sohn eines wohlhabenden Bauers—
mannes und gehört einer angesehenen Familie an. Der Verbrecher
soll schon in seiner Jugend ein ungerathener Bursche gewesen sein.
Nachdem er 3 Jahre Soldat gewesen, soll er nicht heimgekommen
sein, wie es seine Eltern wünschten, sondern sich gegen deren Willen
verheirathet haben.

An den Zürich er Katonsrath hatten 529 „Arbeitslose“
eine Eingabe um Arbeit gerichtet. Die Züricher Polizei hat nun
herausgefunden, daß 148 davon wirklich bedürftige und ehrliche,
der Arbeit würdige Arme sind, alle übrigen sind notorische Trun⸗
kenbolde, Vaganten und Schnapser, 163 konnten gar nicht ermittelt
werden. Die Sozialisten hatten eben die 529 zusammengetrommelt.

Der am Montag in Paris verhaftete Russe ist beschul⸗
8 er der Urheber des Attentats auf der Moskauer Eisen⸗

ahn sei.

Am 12. December ist die Seestadt Hokodade (rei⸗
hafen im Süden der japanischen Insel Jeo, 80,090 Einwohner)
zanz ein Raub der Flammen geworden, so daß kein Gebäude
mehr steht.

— Für die Redaction vberanwerilig F. x VDeme
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der Brauerei Tivoli
Zweibrücken
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Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johaun, Sulzbachstraße 158.

dewerbliche und
landwirtheschaftliche Ausctellung
des
Pfalzcgaues in Mannheim 1880.
Die Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Kreise
Mannheim, Heidelherz, Hosbneh, Carlsruhe
and RBacdden, der Baveriscirem Rheinntalz, der Kreise
Worms. Rensheim und Heppenheint, der Oberümter
NMergentheim, Nectkarsulin und Heilbronm werden
hiermit zu recht zahlreicher Betheiligung cingéladen.

Unser Bureau befindet sien in Mannheim Z 2 Nr. 13, ehem.
Europ. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalseere-
täürs Herrn Jeumn Fischer alle auf die Ausstellung Bezug
habenden Anfragen, Briefe ete. 2u richten bitten und woselbst
alle Anmeldepapicro zu erheben sind.

ohluss der Anmeldungen spatostens J. Mars 1880.
Erõôffnungstermin 15. Juli 1880. t
Das Central-Comité.
allein sind die weltberühmten Hustenkara—

mels und der Kakao⸗Thee Maria Benno

von Donat Paris 1671 — wenn sich auf

der Vorderseite eines jeden Kartons nichts
Anderes gedruckt findet, als die vier Worte: Maria Benno von
Donat. Dieselben finden wegen ihrer anerkannten Vorzüglichkeit
elbst in den höchsten Kreisen aller Länder mit jedem Tage mehr
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Alein Ihre unvergleichlichen Hustenkaramels Maria Benno von
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        e —2
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erlscheini woöͤchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementsépreis beträgt vierteljahrlich
1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen IA 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswäri
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 H pro Zeile berechnet.
M 32.

Dienstag den 54. S⸗bruar
8o.
Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Der Vorschußcredit für außer—
ordentliche Heeresbedürfnisse wurde von der Abgeordnetenkammer
nach dem Ausschuß⸗Antrag mit 144 gegen 8 Stimmen genehmigt,
ferner mit 139 gegen 11 Stunmen der definitive Credit für außer.
ordentliche Heeresbedürfnisse mit dem Antrage Fugger (wonach der
zu bewilligende Credit statt auf 1,467,454 M. auf 967,454 M.
gemindert wird.) Vor der Abstimmung erklärte Kriegsminister v.
Maillinger, er constatire mit Bergnügen, daß die Vertra gsver⸗
pflichtungen gegen das Neich vom Jahre 1873 zum ersten Male
un Hause offene Anerkennung gefunden haben; man habe ihm die
Erfüllung der Pflichten gegen das Reich wohl schwer, aber nicht
aunmoͤglich gemacht; er ziehe das Regierungspostulat zurück und er⸗
läre sich mit dem Antrage Fugger einverstanden. — Nach längerer
erregter Debatte warden die vom Reichsrath bewilligten 20,000 M.
für die Jubiläumsfeier der Würzburger Universität mit 76
gegen 75 Stimmen wiederholt abgelehni.

Der Neichsrath nahm in seiner Sitzung vom Samstag das
Branntweinaufschlag⸗Gesetz wesentlich in der von der Abgeordneten-
lammer angenommenen Fassung an, so namentlich auch den Satz
von 8 M. 70 Pf. pro Heltoliter 5006 Tralles für Nachsteuer.
In der Abendsitzung desseiben Tages trat die Abgeordnetenkammer
dem Gesetz, wie es aus dem Reichsrathe kam, mit 116 gegen 16
St. bei und da auch in derselben Sitzung die erzielte Ueberein⸗
timmung mit dem Reichsrathe in Beireff der außerordentlichen
Militarkredite und des Finanzgesetzes belannt gegeben werden konnte,

'd wurde hierauf der Landtag durch königl. Reskript bis auf Wei—
eres vertagt. Die Ziffern im Finanzgesetz für jedes Jahr der
5. Finanzberiode (1880 und 1881) sind festgestellt: Die Ein—
nahmen mit 220,581,122 M., die Ausgaben mit 221.741,445
M. Es übersteigen demnach die Ausgaben die Einnahmen um
.I60,323 M., welche aus dem Verlagskapital vorzuschießen sind.

Der Magistrat von München hat in seiner Sitzung vom
Freitag einstimmig beschlossen, an höchster Stelle um die Bewil⸗

igung zur Vornahme einer Sammlung im ganzen Köonigreich für
eine „Wittelsbach⸗Stiftung“ nachzusuchen.

* Der Bundesrath hat dem Gesetzentwurf über Ver—
angerung der Dauer des Sozialistengesetzes aus 5 Jahre vom 1.
April 1881 ab zugestimmt.

Nach dem „Berl. Tgbl.“ kostet das Heer dem deutschen
Reiche im l. J. 455 MN., wovon 381 Biꝛ. aus den laufenden
Sinnahmen bestritten werden müssen.

Die österreichische Armee kostet dem Staate beiläufig 200
Heill. Mk., wobei aber zu bedenken ist, daß das öfterreichische ste⸗
gende Heer weit kleiner ist als das deutsche.

Die französische Armee kostet jährlich 460 Mill. Mt.;
a dieser Summe siud indessen die Ausgaben fuͤr die Gendarmerie
und die Kosten für Algerien inbegriffeu.

Ausland.

Ueber das Petersbhurger Attentat liegen weiter folgende
Nachrichten vor. Die Arbeiter, welche in dem Zimmer, wo die
Erblosion stattfand, regelmäßig zu thuün hatten, sind jetzt alle er⸗
mittelt; wie die „Agence Russe“ sagt, scheint ihre Unschuld festzu⸗
tehen. — Von den durch die Explofion verwundeten Soidaien
tatb am 20. Febr. noch einer — also jetzt elf Todte. Unter den
noch lebenden 48 Verwundeten sind sieben schwer verwundet. Dat
Leichenbegängniß der zehn ersten Todten fand im Beisein des Re—
zimentsinhabers Großfürsten Constantin statt; die Särge wurden
von Officieren getragen; eine Menge Officiere und andere Leute
vohnten dem Leichenbegängniß an. Det Kaiser und der Großfürst⸗
Thronfolger wohnten den Leichenfeierlichkeiten in der Caserne det
Kegiments an und besuchten die Verwundeten im Lazatetb.

den erhalienen Verletzungen erlag. Hofmann war Vater von 9
Kindern, von denen jedoch die äliesten schon verheiratet sind.

*—Nach einer hierher gelangten Privatnachricht ereignete sich
gestern Morgen auf der Station Benningen bei Forbach ein
entsetzliches Unglück, wobei es außer einem Todten eine große An⸗
zahl Verwundeter gegeben haben soll, so daß nach mehreren Plätzen
um ärztliche Hilfe telegraphirt werden mußte. Der vom Unglück
betroffene Zug soll hauptsächlich von Arbeiiern, welche nach Saar⸗
zemünd zur Arbeit fahren wollten, besetzt gewesen sein.

F Der kath. Kirchenbauverein Pirmasens, welcher sich neu⸗
lich in Pirmasens zur Beschaffung der Mitlel zur Erbauung einer
neuen Kirche daselbst bildete, zählt bereits über 100 Mitglieder
mit einem jährlichen Beitrag von circa 4000 M. Der Ausschuß
des Vereins ist aus 11 Kalholiken, 5 Protestanten und 1 Israe⸗
liten zusammengesetzt.

F In der Nacht vom 16. auf 17. Febr. l. Irs. wurden
aus einem Stalle zu Dbermiesau zwei fette Schweine ge⸗
tohlen. Als man sich am Morgen nähet umsah, fand man auf
dem Felde nicht weit bom Orte eine Biutlache und die Eingeweide
ꝛines Schweines, und in weiterer Entfernung fand man das zweite
Schwein blutend, das fehlgestochen und den Händen der originellen
Diebe entflohen war, die es in der Dunkelheit der Nacht auch nicht
mehr auffinden konnten.

xIn Kirchheimbolanden hat sich schon am Samstag die
erste Schnepfe, die nach altem Jägetspruch erst um Oculi lommen
soll, gezeigt. Sie wurde von einem Arbeiter durch einen Stein⸗
wurf getödtet und an einen Liebhaber edlen Geflügels zu 80 Pf. verkauft.

., Ein prächtiges Jagdstückchen hat sich dieser Tage in Bar⸗
belroth zugetragen. Ein dortiger Bürger ging am Donnerstag
als am 19. d. Morgens in seinen Hof, auf einmal fingen dessen
hühner an zu schreien, die hinter dem Haus im Garten waren,
ein Huhn kam in den größten Aengsten, und flüchtete sich in den
»ffen stehenden leeren Schweinstall, und ein Fuchs hinterher; der
Mann verriegelte schnell die Thür und der Fuchs war gefangen.
Dieser hat besonderer Weise keinen Appetit mehr gezeigt um seine
Beute zu erhaschen, denn als man ihn durch den andern Stall zu

erlegen suchte, sah man Fuchs und Huhn ganz friedlich beisam⸗
men sitzen.
fIhre Mitwwirlung an dem im August ds. Is. in Lud—
wigs hafen stattfindenden 6. pfälz. Sängerfeste haben 33 Vereine
mit 813 Sängern definitiv erlläri. Die Vereine sind folgende:
1) Annweiler „Singverein“ mit 20 Sängern; 2) Billigheim „Ge—
angverein“ 20; 8) Blieslastel „Mannergesangverein“ 17; 4)
Dürkheim „Liedertafel“ 28; 8) Ebdenkoben „Liederkranz“ 163 6)
Frankenthal Liederkranz' 86; 7) Grünstadt „Liederlranz“ 16; 8)
)aßloch „Gesangverein“ 20; 9) Kaiserslautern, Musikverein“ 40;
10) Kaiserslautern, Sängerkreis“ 36; 11) Kaiserslantern „Lieder⸗
afel“ 26; 12) Kirchheimbolanden „Liedetkranz' 18; 13) Kusel
Liederktanz“ 25; 14) Lambrecht, Gesangverein“ 24; 15) Landau
„Männerchor“ 20; 16) Landstuhl „Gesangverein“ 20; 17) Lau⸗
serecken „Männergesangverein“ 15; 18) Ludwigshafen „Frohsinn“
29; 19) Maikammer Liederltanz“ 20; 20) Mußbach „Gesang⸗
verein“ 25; 21) Reustadt „Liederlafel“ 16; 22) Nußdotf, Män⸗
nergesangverein“ 40; 23) Niederauerbach „Einiracht“ 24; 24)
Rohrbach „Mannerchor“ 80; 25) Roxheim „Liederkranz“ 29; 26)
Saarbrücken „Eintracht“ 40; 27) Speyer „Liedertafel“ 40; 28)
Speyet , Frohsinn“ 24; 29) St Ingbert „Musikverein“ 145
30) Webenheim „Gesangvetein“ 20; 31) Weilerbach „Sänger⸗
bund“ 15; 32) Wolfstein Gesangdetein“ 20; 33) Zweibruͤten
Mannergesangderein“ 30.
sain die Medecnon veramrern 72 em 2
vie icg l
stellung des Pfalzgaues in Mannheim.

Das allgemeine Intereffe, welches fich in der lesten Zeil bei oten gard.
zeren und kleineren Gewerber und Industtie-Ausstelluugen in lebendiger Weise
regte und dessen Grund theils in dem Wiederaufdlahen des wirthichaftlichen
kebens theils in dem anerlennenswerihen Streben nach Vervolkommnung in
illen Branchen, des Gewerbes, der Judustrie, Landwirthschaft und Technif ge-
unden werden muß, beginnt jett in erfreulicher Weise sich auch jur unsere

Vermischtes.
St. Ingbert, 24. Febr. Am Sonntag Nachmittag wurde
n Schnappbach der circa 60jahrige Hafenmacher Hofmann von
dort von dem Fritz Neumann'schen Fuhrwerk dvon hier so unglücd⸗
lich überfahren, daß er in der Nacht von Sonntag auf Montag
        <pb n="124" />
        bevorsteheude Ausstellung zu außern. Nachdem das Unternehmen in auffaller)
kurzer Zeit durch bedeutende ueberzeichnuͤg des Garantie:onds gesichert wax,
wodei der bemerkenswerthe Umstand hervorzuheben ist, daß eine große Anzahl
sleinerer Leute sich bei Zeichnung der Garanuͤcscheine betheiligten, nachdem dann
ferner S. K. H. der Großherzog das Proiectorat bereitwilligst Ubernommen
hat und durch die Fnitiative der Behörden die Betheiligung der Gewerbeschulen,
uͤhrmacherschule ꝛc. zugesagt wurde, haben nunmehr auch die Anmeldungen
der Industriellen lebhast begonnen. Es gelangte außerdem von Ludwigshafen,
Frankenthal, Wornis und Kaiserslauieru das Erjuchen an das Central⸗Comite
durch personliche Mittheilungen die Herren Industriellen uud, Gewerbetreiben⸗
den uber den Stand der Sache ind ver Organisation des Unternehmens zu
merrichten, welcher Aufforderung bereits eutsprochen worden ist Wie wir
hören, haben schon einige sehr instruktive Vesuche in der Pfalz stattgef anden und
ju dem erfreulichen Rejuliale gefuhrt, daß nicht allein das Kleingewerbe aller
Franchen sich sehr rührig zeigt, sondern auch die Groß⸗Industrie sich in hervor⸗
ragender Weise bei der Aussieliung betheiligen wird.

Wie überall lehrt auch hier die Erfahrung, daß diejenigen Kreise, welche
eigentlich der Sache naher stehen sollten, mit ihren Aumeldungen noch im Rück⸗
staude sind und sich wohl mit dem Gedanken trosten, durch ihr Indigenat in
Mannheim eines guten Plaätzchens sicher zu sein. Es dürfte gerade hier der
Hinweis angezeigt erscheinen daß für die Erlangung eines möglichst guten und
vortheilhaften Platzes die Reihenfolge der Einläufe eine gewisse Chance bieten
muß, worauf wir nicht verfehlen wollen, die Industriellen und Gewerbetrei⸗
Unterzeichneter ist

nächsten · Donnerstag

den 26. ds. von Morgens 10 Uhr

bis Abends 6 Uhr im Pfäl⸗

zer Hof zu Zweibrůcken
zu sprechen.

GE. Brader,
prakt. Arzt.

70 Zentner gutes unbe⸗
regnetes 6
der Zentner Mark Z, bat zu
verkaufen
W. stahn.

Stoc sische
frisch gewässert, ieden Tag zu
haben bei

Philipp Klinck.

Ruf Grund der thatsächtich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
Jio. Aũst erschienene reichiunstrirte Buch:
or. Niryea Raturhei anethode
Preis ĩ Mark,) allen Kranken aufn
Warmfte zur Anschaffung empfohlen
derden. Dn diesen 341 Seiten siarken
Werke sindet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend tausendfach
bewahrie, icicht zu befolgende Ratbp
schiãge, die, wie zabllose Dankschreiben
heweisen. oft felbst Schwertrauten
soch Hilfe — Oeilung brahten s
ers Ueriags-Audit, Seip-
Ig, sendet auf Wunsch
inen 106 Seit. stark
Ruszug vorher

Das Neueste in Tuche und
Burkins zu Frühjahrs⸗ und
Sommer⸗Anzügen, darunter eine
Parthie billiger rein wolle⸗
ner Stoffen zu Knaben-An—
zugen besonders geeignet, empfiehlt

Karl Schanck.
Zu verpachten Ackerland
und mehrere Wiesen bei
J. Hofmann sen.

J Vorräthig in allen Buchhandl.
Gegen Hals-&amp;
Brustleidon
—XIL
Honig-Bonbons, Malz-Bonbons,
Tsm Fomoms, à Pacquet
D Ttg., vie Sllverck sgche
Zrust · Bonbons, à Paquet 50
ofg., die em —XR—

Jausmittel

1000 Eentner
Wiesen⸗-GHeu
lerste Qualität) hat zu verkaufen

Joh. Peter Wack in
Medelsheim.
Auf Verlangen wird das Heu
ins Haus geliefert.
2u. Sichel's Atelier künstl. Zãhne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 1358.

— —
(ewerbliche und
landwirtheschaftliche Ausstellung
des
pfalzcgaues in Mannheim 1880.
Lie Herren Industriellen und Gewerbetreihenden der Kreise
Aannheimns, Héidelberz, Honbach, —XXXXX
and Baden, der Bayerischen Rheinpialz, der Kreise
Wormnas. Rensheim und IIePppenhaeim, der Oberämter
Mergentheim, Feckarsuli und Heilbronn werden
hiermit zu recht znreicher Betheiligung cingeladen.

IUnser Bureau befindet sieh in Minnpbeim Z 2 Xr. 13, ehom.
Europ. Hof, an Felches wir unter der Adresse des Generalsecre-
türs Herrn Jean Fisccher alle auf die Mausstellung Bezug
habenden Anfragen, Briele ete. zu richten bitten und woselbst
ne Anmeidepapiere 2u erheben sind.

debluss der Anmeldungen gpätestens 1. März 1880.
Erõsfnungsstermin 15. Juli 1880.
Has CentralComité.

—7
—

*—
F
Frud und Verlaga von F 4

enden besonders aufmerksam zu machen, Es dürfte außerdem zweckmäßig er⸗
cheinen, durch Versammlungen einzelner Gewerke eine moglichst große Betheilig⸗
ing der einzelnen Geschafts⸗Branchen herbeizuführen und ein vollständiges Bild
‚er Gewerbsthatigkeit zu geben. Es liegen bis jetzt zahlreiche Anmeldungen seitens
der Maschinen-⸗ und Eisenindustrie, der Mobelbraͤnche, chemischen Fabriken,
dederfabriken, Tabak und Cigarren, Wäsche⸗Fabriken, Leinen⸗ und Wollen⸗
Fabriken, Trikotagen vor, auch der edle Wein und das weitberühmte Kirsch⸗
vasser beanspruchen die Berucksichtigung bei der —8— so daß wir
heule schon sagen können es wird eiͤ jeder Fachmann seine Spezialität vertreten
uden. Mit besonderer Freude erfüllt es uns, constatiren zu lönnen, daß auch
die KünsilerGenossenschaften selnst ihre Unterstützung zugesichert haben. Die
Hesammtzahl der Anmeldungen erreicht bereits eine solche Ziffer, daß wohl
mit Ende dieses Monats über den ganzen verfügbaren Raum disponirt sein wird.

Wir glauben, daß es hiernach wohl das Intezresse der die Ausstellung
veschickenden Industriellen wesentlich bediugt, mil den Anmeldungen nicht zu
ögern, indem auch dadurch die Arbeiten des Centralcomite's sowie der mit den
dlailarbeilen beirauten einzelnen Komite's eine erhebliche Erleichterung er⸗
hren und somit die vollendetste und zufriedenstellendste Anordnung und Aus⸗
ührung des Ganzen wie sie gewünscht und erstrebt wird, bis zur festgejezten
Zeit in günstige Chancen gestellt wird.

Berschsiigung. In ber Donneret. Nr. des Anz.“ woule auf der
I. Spalie, Il. Seile, statt Ealvalorausschuß, „S alda to raus schank ge⸗
lesen werden.“

—N
Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert
pro Monat Jan. 1880.
A. Geburten:

1. Jan. Jacob, S. v. Jac.
Behr. Josephina Philippina
xlijabetha, T. v. Emil Grewenig.
2. Wilhelm, S. v. Phil. Koch.
Flisabetha, T. v. Joseph Bleif.
3. Peter, S. v. Johann Roth.
Johann Adam, S. v. Johann
Adam Fischer. Elisabetha, T.
v. Heint. Schmitt. Maria, T.
v. Peter Ewerle. 4. Peter
Heinrich, S. v. Karolina Simon.
3. Bernhard, S. v. Bernhard
eßler. 6. Aug. Gustav, S.
v. Jos. Uhl. 7. Nicolaus, S.
v. Heinrich Wittemann. 9. Ka⸗
tharina, T. v. Jac. Gebhardt.
10. Adam, S. v. Joh. Schenkel⸗
berger. 11. Richard Joh. S.
». Michael Thierhy. 12. Karo⸗
ina, T. v. Carl Jac. Wagner.
13. Nicolaus, S. v. Ricolaus
Deffland. 14. Katharina, T.
„. Katharina Mathieu. Elisa—
»etha, T. v. Joseph Wagner.
ẽlifabetha, T. v. Peter Weid⸗
naun. 153. Jacob, S. v. Pet.
Ripplinger. Georg, S. v. Ni—
olaus Weis. 16. Jacob, S.
». Philipp Bohlander. Barbara
Josephina, T. v. Jacob Best.
171 Wilhelm, S. v. Karl
-zmelzer. 18. Jacob, S. v.
Facob Baus. 19. Johann, S.
d. Daniel Bäcker. Ludwig, S.
d. Nicotaus Steinfeltz. Christina,
T. v. Josann Lauer. 20. Jo—
hann, S. v. Jac. Schmelzer.
Nicolaus, S. v. Peter Weisec.
Peter, S. v. Jacob Lehmann.
21. Elisabetha, T. v. Ludwig
Bernhard Schmitt. 22. Ochs
Karolina, T. v. Michael Ochs.
23. Maria, T. v. Jac. Werner.
Margaretha, T. v. Joh. Flät—
chen. 25. Peter, S. v. Jacob
Stegner. 26. Alexandrina, T.
o. Johann Joseph Hellenthal.
dudwig, S. v. Michael Nickolay.
Flisabetha, T. v. Jos. Becker.
Jacob, S. v. Franz Joseph
Schmelzer. 27. Margaretha
Louisa, T. v. Johann Lang.
28. Jacob Carl, S. v. Joseph
Aug. Friedrich. 29. Maria, T.
d. Friedrich Neumann. 30.
Peter, S. v. Nicolaus Bauer.
31. Wilhelm, S. v. Georg
Schmelzer. Elisabetha, T. v.
Adam Vetersheim.

13. Eheschließungen:

8. Jan. Johann Quirin mit
Maria Kathar. Kopp. Ludwig
ꝛihm mit Margaretha Wachs.
Philipp Gehring mit Barbara
Fischer. Georg Schmitt mit
Nargaretha Staut. Pet. Peters-
seim mit Barbara Günther.
6. Peter Nau mit Katharina
Meier. 20. Jacob Schmelzer
nit Margaretha Steinberger.
22. Jacob Voit mit Katharina
Feichtner. 27. Pet. Jos. Wag⸗
ier mit Sophia Jene. Johann
Janz mit Maria Seidl.

OC. Sterbfälle:

1. Jan. Barbara, 6 Tage
ilt, T. v. Jos. Flesch. 2. Ka⸗
rolina, 4 J. alt, T. v. Georg
Ztachel. 4. Katharina, 9 J.
ilt, T. v. Jos. Flesch. 8. Ka—
olina Born, 32 J. alt, Ehe⸗
ran v. Johann Hipchen. 9.
Barbara, 8 J. alt, T. v. Wil⸗
jelm Erb. 12. Nicolaus, 1J.
ilt, S. v. Joseph Stolz. 18.
Flisabetha Weis, 44 J. alt,
fhefr. v. Pet. Jos. Woll. Karl,
2J. alt, S. v. Karl Gehyer.
5. Maria, 9 M. alt, T. v.
Hhalentin Weirich. Carl Ludwig
zubitz, 64 J. alt, Ehem. von
Wilhelmina Spillert. Georg, 8
J. alt, S. v. Kaspar Schwarz.
7. Nicolaus, 8 J. alt, S. v.
rudwig Gries. 20. Bernhard,
) M. alt, S. v. Joh. Bohr.
21. Peter, 5 J. alt, S. von
deter Becker. Johann, 8 J.
ilt, S. v. Peter Becker. 23.
Nicolaus Ochs, 36 J. alt,
ẽ “hem. v. Maria Hornberger.
Peter Stief, 53 J. alt, Ehem.
d. Kathar. Guckeisen. Maria,
.J. alt, T. v. Jacob Kißling.
darolina, 10 Mt. alt, T. von
Johann Weber. Barbara, 2 J.
ilt, T. v. Christian Kellmeier.
25. Philipp, 4 J. alt, S. v.
zeraphin Renn. 28. Maria,
11 J. alt, T. von Bernhard
Weidminn. 27. Joseph, 4 J.
ilt, S. v. Wendel Stachel. 28.
dacob, 2 J. alt, S. v. Valentin
-chwerdt. Ludwig, 2 J. alt,
z. v. Joh. Morlo. 30. Joh.
3 J. alt, S. v. Jacob Jung.
rudwig Feichtner, 42 J. alt.
*Shem. v. Margaretha Schmit.
3i. Gertrauda Schwarz, 613.
ilt. ledig.

zt. Ingbert, 12. Febr. 1880.
Der Standesbeamte:
Custer.
— ————————— —⏑
Femes in St. Inahert.

— ——
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        * 22, 288*
. * — — 85 53 3233952 22828 *
2383 3 38
—— 58 * 5 —33355 * 228 5382 82. 22 2* —5 *
⸗ — 833 —2 — 2 — —— B5 * — — — ——
8— 2325 52 —X 8 5 — — 8
538 — —2453238 z55557 27 — —— —4E — 555
23825* 5 5533583 8 — — —— —XÆB 3 * 28S S 3
888— 55 5253555 8 58 3235 — — — —— —5S3
— 327 33823 553388238k— —— —— 25— *22— DS
5—255 38—8288 —5— 2*8 —232 —ãA— —— — 5*5 53— 2 8
52 S 2 * — — 3 E —57 *2——355 3222
—58856 5 — * —— — 5 — 2 2 BE —A — 53 5282
— 85 32 —X—— 5 2232 — i * 5 2 —8 55 —— ———
5328 22—2 3 — —* 282 23B8 5 —*28 35* 3
—5 2 5z22288 ——— ——A— — —— 522 53 *
2 558 23 5 —5 55. —5555 —A — .22 2— 53855
— * — *⸗ —e 2 22 —28 — 3B— XBXBXBR..
37 *555 — 58253 Iz5 522253 ; 53 — ——526
2 53422 53 — 2823 22 — — 285 SS5 * 7
* —R —2 323 * Sz 33*5 * —A s535356
3 —83 55358375235735 A
5 — 772752 — —— 53 522 2 3— * 8—3 8
sg 3274 253383 7
2 2 —— — 3556 3853328* 5* 5*55562 5
* * — — 86—58358 262333 5—88
5* 55 5*58 352 5320O 2 3—2 — 68
2.5222 529 58285 —8 — — 58 2 —* 52 55 — 2
7 7533 — 838 35585834 —5338383—88
* —23— — 2 83282 „ * 532
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2533 5327383 3 5235 333222 233 582235
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        9* . J ngberlker Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblaätt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlie

A AO B einschliehlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1246 60 A, einschließlich 10 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Reclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
M. 33. Dounerstag den 26. Februar 1880.

Deutiches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die kgl. Staatsregierung hat
die Wiedereinberufung der Kammern auf den 5. Juli ds. Is. in
Aussicht genommen. Die Einberufung der Ausschüsse zur Be—
athung der vier Gesetzentwürfe über die direkten Steuern soll un—
nittelbar nach dem Schlusse des Reichstages, demnach erst gegen
ende Mai, erfolgen.

Der Kaiser spräch bei'm Empfange des Reichstagspräsidiums
die Hoffnung aus, daß die Reichstagssession gut verlaufen und
zas Militärgesetz zur Stärkung der Wehrkraft Deutschlands werde
ingenommen werden. Derselbe äußerte große Betrübniß über die
datastrophe in Petersburg und fügte hinzu, wie bedauerlich es sei,
zaß in letzter Zeit so viele Atientate vorgekommen seien. Zur
Aufrechterhaltung der Ordnung in Deutschland sei die Verlänge⸗
ung des Socialistengesetzes nothwendig.

Die Aussichten der neuen Reichstagssession werden jetzt
illgemein dahin präzisirt, daß das Reichsmilitärgesetz durch die ver⸗
einigten Nationalliberalen und Konservativen zu Stande kommen,
die Vorlage wegen Verlängerung der Etatsperioden dagegen scheitern
der zurückgezogen werden wird. Fürst Bismarck soll sich in letzterer
Zeziehung keine Illusionen mehr machen und auch in die Sache
ereits gefügt haben.

Das noch im Laufe der Session an Bundesrath und Reichs—
ag gelangende Wuchergesetz soll auch zivilrechtliche Bestimmungen
imifassen und in dieser Beziehung ein Bericht des schlesischen Ober⸗
rüsidenten v. Seydewitz über die Ursachen des oberschlesischen Noth-
tandes von entscheidendem Einflusse gewesen sein.

Nach Erklärungen der Reichsregierung im Reichstage ist
ür die nächste Session die Vorlage eines neuen Actiengesetzes zu
rwarten und sind bereits kommissarische Berathungen zu diesem
zehufe eingeleitet.

Nach der „Germania“ sind die Verhandlungen der preußischen
kegierung mit dem Vatican nicht abgebrochen, aber, fügt sie bei,
ie Lösung der zahlreichen verwickelten Fragen mache eben viele
-zchwierigkeiten und dadurch verzögere sich die Sache. Der Be—
nerkung der „Germania“ ist wohl zu entnehmen, daß die preußische
degierung gar nicht daran denkt, der Curie Hals über Kopf un⸗
cberlegte Zugeständnisse zu machen.

In Berlin sollen die Verhandlungen über den deutsch⸗
sterreichischen Handelsvertrag in der zweiten Hälfte des Monaiß
Rärz beginnen.

Deutschland, England und Frankreich haben die
nurch den Berliner Vertrag gewährleistete Unabhängigkeit Rumü—
uens offiziell anerkannt.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ weist auf die beabsichtigte Anlag
on Befestigungen an der Westgrenze Rußlands bei Kowno,
dialystock und Grodno hin. In den maßgebenden Kreisen könne
hwerlich die Besorgniß vor einem Angriff Deutschlands auf Ruß—⸗
and vorhanden sein. Ganz zwedclos würden nicht solche ausge⸗
ehnte und kostspielige Festungganlagen unternommen. Der nächste
zweck derselben dürfte sein, im russischen Volk den Eindruck zu
nachen, als fürchte man einen Angriff Deutschlands. Gelinge es,
iese Vorstellung zu erzeugen, so sei es von da bis zu einer feind⸗
ichen Erregung gegen den bedrohlichen Nachbar kein weiter Weq
nehr. Wenn es wahr wäre, daß die russischen Pläne gegen Deutsch-⸗
and, als deren Hauptbefbrderer der Kriegsminister Miljutin gelte,
zur bis dahin aufgeschoben seien, wo Frankreich fertig sei, so koͤnnte
nan in diesen Befestigungen gegen einen friedlichen Nachbar die

Vorbereitumg einer gesichetten Basis für einen künftigen Angriffs⸗
rieg gegen Deutschland erblicken. Weder Frankreich noch Rußland
ꝛätten jemals Angriffe von Deutschland erfahren. Die kolossalen
kuüstungen beider Staaten, welche zwingend auf das übrige Europa
rückten, konnten dahet nur auf eine agressive Polititk (Angriffs⸗
Jolitik) berechnet sein.

Ausland.
Mit der Revanche hat es zur Zeit bei den Franzosen nicht
die mindeste Eile. Das Patiser Blatt, France“ schreibt: Wir
varten recht gern zehn Jahre länger auf die Revanche. In dieser

Zeit wird der überwuchernde Militarismus und der immer leerer
verdende Schatz das Deutsche Reich hinlänglich geschwächt haben.
Je mehr man Deutschland verarmen und finanziell sich entkräften
äßt, desto mehr wächsst dort die Socialdemokratie und desto günstiger
verden die Aussichten für die Revanche.“

Das Berliner „Tageblatt“ meldet aus Petersburg: Hier
ursiren die tollsten Geruchte. Auch will man in der Siadt von
inem Brief wissen, den der Kaiser nach der Explosion am 20. ds.
Ubends wiederum in seinem Schlafzimmer gefunden habe, des In⸗
jaltz: der Kaiser solle nicht glauben, daß er sich am Jubiläums-
ag, 2. März, die silberne Krone würde aufsetzen können, wohl
ber würde Petersburg am Abend des Jubiläumstages eine Illu—
nination zu sehen bekommen, wie die Residenz sie noch nie erlebt.
die Bevölkerung fürchtet in Folge dessen Brandstiftungen. Im
daufe des Tages wurden von der Polizei besondere Vorsichtsmaß⸗
ꝛegeln gegen eine Feuersbrunst in Höfen und Häusern anbefohlen.
In jedem Hofraum müssen große Bütten mit Wasser zum sofortigen
Hebrauch bereit stehen.

Die glaubwürdigen Nachrichten aus Petersburg melden
noch nichts von Reformen, sondern von verstärkten Maßregeln der
Abwehr und Strenge. Man begreift, daß unter den ersten Ein⸗
drücken der schrecklichen That ein neues System sich nicht improvi—
äüren läßt. Wer aber auf ein solches hofft, hegt nichts weniger
us feindliche Gefühle für das unglückliche Land und seinen Herrscher.

Amtlich wird aus Petersburg gemeldet: Die Nachricht
uswärtiger Blätter über das angebliche Verschwinden der wacht⸗
jabenden Officiere bei der Explosion im Winterpalast ist erfunden.
Alle Officiere und Mannschaften haben ihre Pflicht au'fs gewissen⸗
Jafteste erfüllt, wofür der Kaiser selbst dankte. Eben so unbegrün⸗
)et ist die Nachricht von einem Unwohlsein des Kaisers. Der
daiser, welcher vollkommen wohl ist, besuchte heute, im offenen
Schlitten fahrend, die Pawlow'sche Kriegschule. Bei der Rückfahrt
geleiteten die Kriegsschüler unter Hurrah den Schlitten bis zur
Nikolaibrücke. Hier begrüßten die Bassanten den Kaiser ebenfalls
nit enthusiastischen Zurufen.

—L——
Vermischtes.

*St. Ingbert, 25. Febr. In der heutigen Schöffen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Mann
von Thalerweiler erhielt wegen Hausfriedensbruch 8 Tage Ge—
ängniß und wegen Unfugs 8 Tage Haft. 2) Ein Schusterlehr⸗
ing von Biesingen wurde wegen Diebstahls zu 4 Tagen Gefäng⸗
tiß und wegen Landstreicherei zu 1 Tag Haft verurtheilt. 3) Eine
Ddienstmagd von Guidesweiler erhielt wegen Diebstahls eine Ge—
ängnißstrafe von 1 Monat und 8 Tagen. 9) Wegen Beseitigung
epfändeter Sachen erhielt ein Mann von Rohrbach 3 Tage Ge—
ingniß.

In der nächsten Sitzung haben als Schöffen zu erschei—
sen, die Herren: M. Fuchs, von Heckendalheim und Heinrich
darren, von Ensheim.

Der Gesammtumschlag des Vorschußvereins Zweibrücken
zezifferte sich im Jahre 1879 auf 8,819,991 M. 31 Pf. Der
Zruttogewinn betrug 26,668 M. 34 Pf. der Reingewinn 18,910
N. 13 Pf. Den Stammantheilen werden 5 Prozent Dividende
ewährt; 6, 150 M. werden dem Reservefonds, der um beinahe die
döhe von 17,000 M. erreicht, zugetheilt; 6,000 M. werden dem
isher 30,000 M. betragenden Delkredere-Ktonto überwiesen.

f Untet den dem Reichstag zugegangenen Petitionen befindet
ich auch eine der Saarbrücker Handel sktammer. Dicselbe bittet
darin den Reichstag, dahin zu wirken, daß gesetzliche Grundlagen
ur das Auktionswejen im Engros- und Detail⸗Vertauf geschaifen
verden.

f Die Kohlenbteise auf den preußischen Saargruben er—⸗
ahren in Folge forwahrender steigender Nachfrage im Eisenbahn⸗
ind Kanalabsatz abermals vom 1. März c. ab eine Erhöhung von
1bis 4 Pfennig pro Centner.

f Die Steingutfabrik Kaiserslautetn hat im Jahre 1879
einen Reingewinn von 17,334 M. 87 Pf. gemacht. Davon
        <pb n="128" />
        werden 13, 495 Di pi. zut Ausgleichung des Desjicits vom
Jahr 1878 verwendet, der Rest zu Abschreibungen und zur Heim⸗
zahlung von Prioritätsobligationen.

F' Aus Neustadt wird dem „Fr. T.“ ein Fall seltener

Art berichtet. Im Jahre 1878 wurde ein dortiger Geschäftsmann,
Leopold Michel, in Gant erklärt. Durch glückliche Geschäfte, Um—
sicht und Sparsamkeit hat es derselbe dahin gebracht, seine da⸗
maligen Gläubiger vollständig befriedigen und sogar noch 5 pCt.
Zinsen bezahlen zu können.

pFränkenthal, 21. Febr. In unserer Stadt befinden
sich gegenwärtig 6 Gast-, 49 Schank und 30 Brauntweinschenken,
welch Letztere meistens mit Spezerei und Kleinkram verbunden sind.
7 Am Abend des 19. entluden sich über de Rordpfalz
zwei Gewitter. In der „Pf. V.“ wird dabei an das alte Sprich⸗
Hort erinnert: „Wenn es donnert über dem kahlen Wald, soll sich
freuen Jung und Alt!“

p Die Rechnung des Mannheimer Theaters schließt für
das abgelaufene Jahr mit einem Deficit von 35,800 M. ab, trotz⸗
dem die Einnahme 20,000 M. höher war als im Budget vorge—
fehen. Der Zuschuß der Stadt Mannheim war ursprünglich auf
112,800 M. festgesetzt.

F Die Octroi-Einnahmen des Jahres 1879 betrugen in
Straßburg die Summe von 1,119,200 M. Dabei bistet
das Octtoi für Getränke das Beachtenswerthe dar, daß der Wein⸗
verbrauch, der im Jahr 1876 noch 50,340 Hektoliter betragen
hatte, bis auf 36,386 Hektoliter heruntergegengen war, während
sch der Branntweinverbrauch von 1894 Hektoliter seit 1876 auf
25090 Hektoliter gesteigert hatte. Der Bierverbrauch betrug 121,345
Hektoliter.

7 Des geheimnißvollen Frauenattentäters in Straßburg, ist
man noch nicht habhaft geworden, obgleich die Polizei 300 Mk.
Belohnung auf dessen Ergreifung ausgesetzt hat.

4 Ueber das Eisenbahn⸗ Unglück bei Beningen entnehmen

wir den lothringischen Zeitungen, daß der betroffene Zug 23 Wagen
— —
Verpachtung.
Mittwoch, den 3. März

nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu

St. Ingbert in der Wirth—

schaft von Peter Heusser, wer⸗

den die nachstehend beschriebenen

Liegenschasten, der minderjährigen

Kinder von Friedrich Ney⸗

mann gehörig, auf mehrere

Jahre verpachtet:

1 pl.⸗-Nr. 1126, 46 2 70

qm Alcker rechts der Kapelle;

ßl.-Nr. 2005, 2006,

2007, 50 a 50 qm Acker

imn Rockenthal, vordere Ah⸗

nung;

Pl.-Kit. 1959, 26 4 60

qm Acker allda;

pᷣl.eNx. 1960, 12 2 90 qm

Acker allda hintere Ahnung;
5. Pl.-Nr. 2013, 24 a 20 qm

Acker allda;

Pl.⸗Nr. 2008, 59 a Acker

allda;

Pl.⸗Nr. 193723, 15 4

Acker allda;

Pl.⸗Nr. 183413, 414

20 qm Acker in der Risch⸗

bach;

Pl.⸗Nr. 3255, 3256,

3257, 48 a Acker rechts

in den Seyen;

Pl.⸗Nr. 2991, 68 a 50

qm Acker in der Lehmkaut.

St. Ingbert, 26. Febt. 1880.

Sauer, k. Notar.

Es können täglich 60 bis 70
Schoppen
Milch
abgegeben werden bei
Franz Grell's Nachfolger.
Stockfische
risch gewässert, jeden Tag zu
haben bei

Philipp KHlinck.
Zu verpachten Ackerland
und mehrere Wiesen bei
J. Hofmann sen.

3 Zimmer, Küche, Speicher
und Keller in dem Woll'schen
Hause (Oberstadt) sind sofort
zu vermiethen. Näheres bei

Heinrich Laur.

—i—
Gratis.

— ——
Gratis.

Ein
hohes Alter
lonnen selbst schwächliche Perso⸗
ten erlangen —
Aand versdume deshalb,
5/ sofort oas neu erschienene
VDuch anzuschaffen, welches die
am haufigsten anee—
IE macerung,
chwache Magenleiden,
Nervenleiden, Leberbe
schwerden, Blutarmuth,
Hamorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beichreibt
und dagegen die wirkjsamsten
Hausmittel angiebt. Dies Br⸗
i grastis zu haben in S
Ingbert bei Herrn
J. Friedrich.

10.

Zu verpachten auf mehrere
Jahre: eine Wiese in den
Stegwiesen, eine Wiese in der
—X
bacher Weiher, 2 Acker aus
Meß und Ensheimer Straße.
Näheres bei

Heinrich Laur.
»uck d Ver. ag von

—X

ltart war, vdon denen nebst der Maschine 19 entgleisten. Ein
Breinser wurde todt unter den Trümmern hervorgezogen, 1 Schaff-
ner hat den Arm gebrochen und nicht unerhebliche Verletzungen am
sdopfe erlitten. Die Ursache der Entgleisung ist bis jetzt noch nicht
belannt, jedenfalls dürfte jedoch ein Schienenbruch bei der Auf⸗
wveichung der Strecke durch das fortwährende Regenwetter zu der⸗
elben beigetragen haben. Die Maschine sei im Kothe des aufge—
veichten Dammes stecken geblieben. Außer einigen Kontusionen
ollen bei den Passagieren keine Verletzungen vorgekommen sein.
Die erste hierher gelangte Nachricht war also glücklicher Weise etwas
iͤbertrieben.

Se. Maj. der König hat zur Linderung der Nothstände in
Anterfranken aus dem seiner unmittelbaren Verfügung vorbehal⸗
enen Gewinnantheil der München-Aachener Feuerversicherungs-
Besellschaft 3000 M. bewilligt. Ihre Maj. die Königin Mutter
jat sür die Nothleidenden des Kreises Unterfranken 300 M. aus
hrer eigenen Kasse bestimmt.

Im Amisgerichtsbezirk Altötting wurde vor einigen Tagen
für ein der Versteigerung unterstelltes Bauernanwesen bei welchem
ich 68 Tagw. Grund befinden und die Getreideernte noch unge—
droschen daliegt, ein Erlös von nur eintausend fünfhundert M. erzielt.

F(Großer Schneefall.) Im Norden und Osten Deutsch⸗
ands hat in den letzten Tagen wiederum ein kolossaler Schneefall
tattgefunden. Die Kommunikationen ganzer Ortschaften unter ein—
ander hatten vollständig aufgehört, Eisenbahnzüge blieben unter—
vegs stecken.

FCapitain Boyton. Wie der „N. Pr. Zig.“ mitgetheilt
wird, soll der durch seine Schwimmkunst bekaunte Capitain Paul
Boyton, dem auf seiner letzten Schwimmfahrt in Amerika durch
die Räder eines ihm entgegen gekommenen Dampfers drei Rippen
gebrochen worden, vor Kurzem in der Heimath seinen Verletzungen
erlegen sein.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demez.
—NXA
ewerbliche uud
landwirthschaftliche Ausctellung
des
Pfalzgaues in Mannheim 1880.

Lie Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Kreise
Manuheina, Heidelberzg, Monßnbraela, Ourlaruhe
und Bacdden, der Byerisechen Rheiunftalæz, der Kreise
VWorman. Bensheim und Heppenheimn, der Oberämter
MIer In, Neclaarstini und ISIIDuFOoOnn werden
hiermit zu recht 2ahlreicher Betheiligung eingrladen.

Unser Bureau betindet sich in Mannheim SC 2 Nr. 18, ehem.
Europ. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalsecre-
täürs Herrn Jenun Fisceher alle avf die Ausstellung Bezug
habenden Anfragen, Briefe ete. u richten bitten und woselbst
alle Anmeldepapiere z2u erheben sind.

dohlues der Anmoldungen spätestens 1. Màrs 1880.
Erõffnungsstermin 15. Juli 1880.
Dus COentral-Comité.
X
— eraen Ranges
Von
„Im Reich der Töne!“
200 Brillanto Portraits
berũhmter alterer und neuer Componisten
in photographischem Lichtdruck, vorzüglich ausgeführt,
offeriren wir einen ganz geringen Vorrat zu dem fabel-
haft billigen Preise von nur
2MAar 50 Dfg.

auf feinstem Carton. Versendung nur gegen Einsendung
des Betrages tranco aut Holzrollen (Gegen Nach-
nahme 3 Mark).

Man erhàält also für nur 213 Mk. alle 200 Por-
traits der Koriphâen der Musik, mit Angabe deren Na-
men, Geburts- resp. Todes-Tagen.

Nur umgetremide Bestellungen können berück-
sichtigt werden.

H. Alexandoer,
Musikalien-Ilandlung,
Pr. Stargardt.

maz in St. Ingbert.
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312 32577 55 A 33 — 53255257 82
233575 52353838 23338 — 5238338 323
* —— *535*588333 —7 — — 3 2— * 22333 5822
53 — 2 2375 355533332557 25237 5335 53 7*
255 —553353337 23353 33888 * 23352328 5 — 3233553353
23 8 53383233 5253— — — * —— 23253* 533252
1238 z 53* 2223 222 —— 2 — 2725 —
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—8 532 * * 2 2. 78 53235 2 333 222 ——
233 2 3288 275238 — — 32 3z —37 3233 —82 —222
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A— — 53533336853 8 2523 8 53335333337 2
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A 377 — — 293 35533733385 2355337
— — 8 382 2323333837 53 533
23 3 — 58* 322 — *3— XCLT S 28 223 5* *
5 — 5523 28 328 * 2— 2327* 2
573 — 255 —348 53356 558. „235223 —5 5
—3 2 * 25330903 2 52 22.553 — —223 23* *
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23.553
5 7 *80
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* 22 * 25 23 2 * h
333729535— 733
233333833 ———— 722 333553
25. 233 * 387 72 2557
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* — 2 2322 2 8
8 —3533233 6338 —32382 23
290 * 33 2 — *236 * 3 28 3 —
— 232538 2333 513338—5333388 77333
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* 3* —2 2233 2.2 —232353— 28333. * 3 7
25327135 *5533333 —— *
5252 82 — 2 25522 32 53 5*8—3 * — 3
233 23385 —33338 33
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2 *2.65 22353 7* 2 2853 2 32723 2· *
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*: 2 33333—3333333 322323 — — 77 —22 535
3233* 52 333 2723332353
2532 2528333335 2333 333533308 32
2255 3 7* 23 52
* 38 0611532 2323523223 33 22 2 9 2*
—— 3z —. 33 ico —*53 22222 252287
2 2 2. 2 2 3*— 5.2 — 3 2323 2 — 2 5253 *
2* — —* 38 —— c—52232 422. * 33 —5
3238537* 57 — — —— 5532333 522 7 7 3 5333822
73373 3353 23383 338733 35335
—5 3353*3333 73* — 2223 825 23 *277
53 572822 23823 35 553 227 — 252368
J 2523333553325* 5335333 22223235
53 25 * — — 3 *⸗52 32243 * — —
2135722 323723 272 533233 222 3313 52323325
33838 2333533*7 33322 333325
—e——— —— — 382 333257 2 52 58
72 * —M 32 2 23 2 2225 27228
7 —— * 222332* 227 23 —— 3
—8. 2 5323. 2323 53 *5 2332 22522
535563 232 533*220 75 5 223 — 322
2 — —22355323 * 8 502 235,563 2
23423253* 3333 345 383782 37 532888
333327533 55335 55* 2333523 33 — 3523533228
—— 733333233 755 ——32 * 852 — 557
—L ã 5 2523 33 33* — 23 353333 —
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Cer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 40 60 H, einschließlich 420 Zuftellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärikẽ
mit 15. — fur die viergespaltene Zeile Blattschri toder deren Raum, NReclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
AM 34. Samstag den 28. Februar 1880.

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Deutsches Reich.

( Deutscher Reichstag.) In der Sitzung vom Don—⸗
nerstag sprach Abg. Sonnemann davon, daß Gerüchte umlaufen,
als ob in einer irgend absehbaren Zeit die Einführung des Ta—
hbakmonopols bei uns geplant werde. Der Bundeskommissär
Burchardt erwiderte, im Schooße des Bundesraths sei die Frage
der Einführung des Tabakmonopols in keiner Weise zur Eroͤrter⸗
ing gekommen. — Abg. Richter (Forischr.) fragte, welche Absich—
den die Regierung hinsichtlich des übereilt eingeführten Flachszolles
habe. Burchardt erwiderte: es sei augenblicklich nicht die Absicht,
den Flachszoll aufzuheben. — Abg. Böttcher fragte, ob etwa in⸗
nerhalb des Reichsschatzamtes die Einführung des Tabakmonopols
in Erwägung gezogen worden sei. Der Schazzecretär hält sich
iber nicht verpflichtet, über alle Erwägungen des Schatzamtes
Auskunft zu geben.

Dem Bundesrath ist vom Reichskanzler der Entwurf einer
Anweisung, betr. den zum Zweck der Einziehung von Gerichtskosten
unter den Bundesstaaten zu leistenden Beistand vorgelegt worden.

Berlin, 24. Febr. Die „Nordd. Allgem. Zig.“ veröffent⸗
icht eine von beachtenswerther Seite kommende Zuschrift, welche
nn Betreff des gestrigen Artikels der „Nordd. Allg. Ztg.“ über die
Befestigung Kowno's die Meinung ausdrückt, daß aus der Be—
estigung der eigenen Grenze noch nicht nothwendig eine feindliche
Tendenz gegen die Nachbarn hervorgehe, sondern nur das objektive
Bedürfniß, die eigene Sicherheit durch eigene Mittel zu verbuͤrgen.
Die Haltung der polnischen Bevölkerung bei ausbrechenden Kon—
llikten könne die fortifikatorischen Anlagen von großer Wichtigkeit
erscheinen lassen. Es ließen sich noch andere Konflikte denken,
velche die Nützlichkeit der Befestigung Kowno's darthun würden,
»hne daß dabei nothwendig der Bruch der langjährigen Freund—
chaft zwischen Rußland und Deutschland vorausgesetzt werden müßte.
Jedenfalls stehe das Recht, sich so an den Grenzen zu befestigen,
daß letztere mit eigenen Kräften zu schützen seien, jedem unab—
jängigen Staatswesen zu.

Aus Straßzburg wird auf's Neue berichtet, daß zwischen
dem Statthalter v. Manteuffel und dem Staatssekretär Herzog Zer⸗
würfnisse ernstlicher Natur bestehen. Die beiden Herren sind bon
grundverschiedenem Charakter. Der altpreußische Bureaukrat Herzog,
der sich niemals der Sympathieen der Elsässer zu erfreuen gehabi
zat, bildet den stärksten Kontrast zu dem alten Generalmarschall,
der sich an allen Orten durch freundliches Entgegenkommen populät
uu machen versteht. Wahrscheinlich wird der Erstere seine Ent⸗
assung geben.

Die Zmeite badische Kammer nahm den Gesetzentwurf,
detr. die allgemeine wissenschaftliche Vorbildung der Geistlichen
mit dem von der Commission beantragten Zusatz, wonach durch
Regierungsverordnung festzustellen ist, in wie weit und unter wel—
hen Voraussetzungen auswärtigen Geistlichen die öffentliche Aus—
ibung kirchlicher Functionen aushilfssweise und vorübergehend zu
gestatten sei.

Der britische Konsul in Salonichi erhielt eine Mitiheilung
des englischen Obersten Synge aus Niko, worin derselbe um Ueber—
sendung von 15,000 Pfund Sterling bittet. Oberst Synge wurde
mit seiner Frau von griechischen Räubern in der Nähe von Salo—
nichi gefangen genommen; diese verlangen die genannte Summe
als Lösegeld. Nach einem Bericht der „Irkf. Z.“ wäre der eng⸗
ische Botschafter in Konstantinopel von seiner Regierung ange⸗
viesen worden, das Lösegeld zu zahlen, wenn Oberst Synge in
inderer Weise nicht frei zu bekommen ist.

In Abessinien (Afrika) ist gegen den König Johannes
ꝛein Aufstand ausgebrochen und herrscht vollständige Anarchie, so
aß das Leben der dorh befindlichen Europäer bedroht ist. König
Johannes mußte aus Debra⸗Tabor, wo er residirte, flüchten und
ammelt jetzt eine Armee zur Bekämpfung der Rebellen.

Ein Wucherpatent von 1803.

Kaiser Joseph U. hob im Jahre 1787 die Wuchergesetze auf.
In den österreichischen Landen zeigten sich in Bälde wie bei uns
die verderblichen moralischen und materiellen Folgen hiervon. Es
vurden deßhalb im Jahre 1803 im Interesse der schwer geschä⸗—
digten Wohlfahrt des österreichischen Volkes abermals energische
jesetzliihe Maßnahmen gegen den Wuacher ergriffen. Zur
Beurtheilung derselben mag ein Auszug aus dem k. k. Patent vom
2. December 18083 dienen, das s. Z. in der amtlichen Wiener
Hofzeitung“ vom 21. December veröffentlicht wurde und dessen
kingang folgendermaßen lautet:

„Eine vieljährige, durch häufige Beispiele bestätigte Erfahrung
jat die Erwartung, in welcher die gegen den Wucher erlassenen Gesetze
zurch das Patent vom 29. Januar 1787 aufgehoben wurden, nuͤr
u sehr wiederlegt. An die Stelle der durch diese Begünstigung
eabsichtigten freieren Verwendung der Capitalien zur Unter—
tützung nützlicher Unternehmungen trat ungemäßigte Gewinnsucht,
die auf die Thorheit der Verschwendung und die Drangumstände
des Bedürfnisses speculirte, Fleiß und Betfriebsamkeit muthlos machte,
den Privatcredit unterdrückte und die schädlichsten Folgen auf Sit—
en und Gesinnung verbreitete. Wir sehen uns daher verpflichtet,
einem Uebel von so verbreitetem Einflusse mit ernsthafter Sorgfalt
entgegen zu gehen und den weiteren Forischritten desselben auf
jesetzlichem Wege nach Möglichkeit Einhalt zu thun.“

Im Verfolge dieses Patents heißt es unter Andern:

„Als rechtliche Zinsen können bei einem gegebenen Unter⸗
pfand höchstens fünf, ohne Unterpfand höchstens sechs vom Hun⸗
dert auf ein Jahr bedungen werden. Die Strafe des Wuchers in
zinsen ist: Einziehung sämmilicher verfallener Zinsen, die der
darleiher baar zu erlegen hat. Die Strafwürdigkeit des Wuchers
sann noch durch die Umstände, unter denen er ausgeübt worden,
»ermehrt werden. Bei solchen erschwerenden Umständen soll der
Zchuldige nebst dem Geldbetrage noch mit anderen Strafen belegt
werden. Die Strafen bestehen in Arrest von drei bis sechs Mo—
naten, welcher nach Beschaffenheit durch Fasten odee schwere Arbett
derschärft werden kann; in der öffentlichen Ausstellung in einem
Freise mit der Aufschrift: „Wegen Wuchers“; in Abschaffung des
Thäters aus dem Orte seines Aufenthaltes ober, wenn er ein
Fremder ist, in Ahicheffung aus iämmtlichen Erbländern ꝛc.“

Ausland.

Die Repräsentantenkammer Belgiens genehmigte mit 83
legen 6 Stimmen die Konvention von Terneuzen betr. Ankauf der
kisenbahn Anwerpen⸗-Rotterdam für den Staat.

In Konftantinopel beschlagnahmte die Polizei bei einem
Individuum, welches sich Papadopulos nennt, Bomben und Höllen⸗
naschinen; man vermuihet, daß ein Attentat auf den Sultan be⸗
cbsichtigt war. Mehrere Personen sind bei der Sache kompro—
mittirt.

Aus Petersburg schreibt man der „Allgem. Zig.“: Was
de Arbeiter des unteren Erdgeschosses des Winierpalaftes betrifft,
wo die Erxplosion ausbrach, so hat sich inzwischen auch der leßzte
derselben, der zuerst vermißt wurde und gegen den man großen
Verdacht hegte, von selbst eingestellt, was derselbe kaum gethan
zaben würde, wenn er sich einer directen Schuld bewußt waäre;
ↄas Mnheimlichste bei der ganzen Geschichte ist jedenfalls das, daß
man jetzt immer noch so weit als nur je von der Entdeckung der
eigentlich Schuldigen entfernt ist.

— *—
Vermischtes.

*St. Ingbert, 27. Febr. Am nächsten Sonntag, Nach⸗
mitiags von *22 Uhr ab, wird durch Herrn Professor Luxem⸗
burger von Zweibrücken die Jahresprüfung in der gewerb⸗
lichen Fortbildungsschule dahier abgehalten werden.

*St. Ingbert. Wie bekannt, fand in Bierbach nach
der dortigen Gemeinderathswahl eine Schlägerei statt, wodurch ein
Wirth durch Zerstörung eines Theiles seiner Wirthschaftseinrichtung
nicht unerheblichen Schaden erlitt, darauf folgten nun verschiedene
Verurtheilungen. Es wird aber jetzt, wie wir hören, die Bier⸗
zacher Gemeinderathswahl noch ein weiteres Nachspiel erleben. Gegen
nehrere Personen liegt nämlich der Verdacht des Meineides
vor und ist darum gegen sie Untersuchung eingeleitet.
        <pb n="132" />
        * Auf dem letzten Zweibräüder Viktualienmarkte konfis-
zirte die Polizei mehrere Klumben Butter von zu leichtem Gewicht.
Es ist gewiß sehr erfreulich, wenn das kaufende Publikum auf diese
Weise von der Polizei vor Prellerei geschützt wird.

4 Ein in Gant erklärter Porma sse n ser Schuhfabrikant
welcher früher flüchtig gegangen war und wegen betrügerischen
Banquerotts und Wechselfälschung verfolgt wurde, ist vergangent
Woche in Lurxemburg verhaftet und in Untersuchungshaft nach
Zweibrücken verbracht worden.

F Die Reifenberger Felde und Waldjagd wurde am
Mittwoch um den Preis von 810 M. verpachtet. Seither betrug
ber Pacht 102 M. und wurden durchschnittlich 24230 Hasen
geschossen. (Da gibt es theueren Hasenpfefferl)

In Wolf stein wurde am 22. Febr. der älteste Mann

bon dori, Jakob Stumm, begraben. Er hat das Alter von 86
Jahren erreicht. Geboren zu Kusel in demselben Jahre, wo diese
Slaͤdt auf Befehl der Pariser Schreckensmänner niedergebrannt
wurde, wäre er fast mitverbrannt, da die besorgte Mutter in ihrer
Angst nicht den Koͤrb mitnahm, worin sie das vier Monate alte
Hueblein gelegt hatte, sondern einen andern mit alleꝛl:i Sachen
gepackt. Vom Wachtposten am Ausgange der Stadt aber ange—
halten und, befragt, was sie in ihrem Korbe da mit sich forttrage,
merkte sie jetzt erst zu ihrem großen Schrecken, daß sie sich in dem
Korbe bergriffen und ihr Kind zurückgelassen habe. Es verstehl
sich von seibst, daß sie zurückeeilte und ihr Kind holte. Mit 16
Jahren ließ sich der Jüngling als Soldat anwerben und diente
— Im Jahre 1812 machte
rden berühmten unglüdlichen Feldzug Napoleon's nach Rußland
mit und war im brennenden Moskau mit dabei. Während über
eine halbe Million Kameraden in Rußland theils verhungert, theils
erfroren zurückblieben, lam er glücklich wieder heraus, da er bei
der Truppe war, die den Kaiser Napoleon unmittelbar begleitete
und deßhalb eine etwas bessere Pflege hatte. In der Schlacht an
der Kahbach unter dem Marschall Macdonald gegen den General
Blücher wurden seinem Pferde die beiden Vorderfüße von einer
anonenkugel weggerissen; das Pferd stürtzte und fiel auf seinen
Reiter, der dabei den Arm brach; kampfunfähig gerieth er in Ge—
fangenschaft und wurde zu Breslau internirt ... Der biedere Veteran
bezog die kärgliche Pension von jährlich 8 Gulden oder nicht ganz
14 Mark.

Frankenthal. Vor der Strafkammer des kgl. Land⸗
gerichts am am 24. ds. Mis. folgender Fall zur Verhandlung:
Jacob Appel, 17 Jahre alt, Meßggerlehrling von Weisenheim a. S.
schlich sich in der Racht vom 23. auf 24. November v. Is. in
das Haus des Kaufmauns Jacob Löb in Weisenheim a. S. ein,
entwendete, während dieser schlief, zum Nachtheil desselben, 1815
Mtk. in baarem Geld und eine silberne Ankeruhr mit vergoldeter
Kette, werth 830 Mk., und entfernte sich, nachdem er dem Löb ein
unaussprechliches Eiwas neben dessen Bett hinterlassen hatte. Der
damals noch unbekannte Thäter trieb sich im Kanton Grünstad!
umher und ließ öfter bei'm Kauf geringer Sachen Goldstücke wech
eln. Dies lenkte die Spur auf ihn, und verhaftet, gestand er
sber ein. Löb erhielt fast noch den ganzen Betrag des gestohle—
nen Geldes zurück. Einem Zeugen, der den Angeklagten der Auf—-
merksamkeit der Polizei empfahl und dem die rasche Entdeckung
des Thäters zu verdanken ist, soll Löb, seinem Versprechen gemäß,
eine großere Summe als Belohnung gegeben haben. Der Ange—
klagte Appel wurde, indem das Gericht über den Antrag des tgl
Staͤatsanwalts hinausging, zu 1 Jahr und 6 Monaten Gefäng—
niß verurtheilt.

Aus Weyher berichtet die ‚Ggwrt.“. Daß der Grund—

besitz bei uns immer noch einen Werth hat, trotz der schlechten
Weinjahre, hat eine gestern hier stattgehabte Güterversteigerung
bewiesen; sämmtliche Guͤterstücke erhielten einen Preis, der auch
in besseren Jahren nicht höher gekommen wäre. So wurden un—
ter anderem 10 Dezimalen Wingert zu 475 M. und 11 Dezimalen
Wiese zu 460 Mk. zugeschlagen.
»a 7GPfälz. Turnerbund.) Die 4. Vorturnerversammlung
für die 18 Bundesvereine der Vorderpfalz pro 1879,80 findet
unter Leitung des Bundesturnwarts Hrn. Meinhardt aus Speier
am kommenden Sonntag den 29. Febr. in Frankenthal statt.

München, 24. Febr. Hr. Premierlientenant a. D.
Gemming dementirt die Nachricht, daß er in der Kelheimer Lotterit
30,000 M. gewonnen habe.

Mannheim. (Efalzgau-Ausstellung.) Die endgiltig
bindenden Anmeldungen zu der hiesigen Ausstellung mehren sich in
solchem Umfange, daß der für die Industriehalle in Aussicht ge—
nommene Raum schon heute überzeichnet ist. Es hängt daher die
Annahme weiterer Anmeldungen von dem noch ausstehenden Ent⸗
schlusse des Centralcomites, weitere Annexe zu bauen, ab.

F Von Meisenheimer Kaufleuien und Gewerbetrei—
benden ist ein Gesuch an den Reichstag gerichtet worden um Auf—⸗
hebung beziehungsweise Beschränkung des Hausirhandels und der
Wanderlager. Sie behaupten, daß diese „Auswüchse der Gesverbe—

reiheit“ sowohl für die Landbewohner, als auch für die ansassigen
daufleute und Gewerbetreibenden sich als sehr nachtheilig erwiesen
aben.

7 Frankfurt. Gelegentlich des im Sommer stattfindenden
aAllgemeinen deutschen Turnerfestes wird seitens der Frankfurter
Damen beabsichtigt, den Turnvereinen wie s. Z. den Schützenvereinen
ein äußeres Zeichen ihrer Cinheit als Bund in Gestalt, einer Fahne
u übergeben. Die betreffenden Vorbereitungen sind bereits getroffen.

Wohlfeiler Wein! Der „Pf. K.“ schreibt: Die „Wein—
Großhandlung“ von Heinrich Rickler in Offenburg (Baden) hat
dieser Tage ein Circular verschickt, das auch uns zu Handen ge⸗—
kommen ist. Zu Nutz und Frommen unserer Leser sei Folgendes
daraus mitgetheilt. Sie offerirt Weißweine (1875er, 1876er,

1874er) zu 40, 50, 60 Mk. die hundert Liter oder zu 50, 70,
85 Pf. die Flasche mit Glas; Rothwein (1875er, 1876er, 1874er)
zu 50, 70, 80 M. die hundert Liter oder zu 70, 85, 100 Pf.
die Flasche mit Glas. Was für „Gewächs“ diese Weine sind
hezw. sein sollen, ist in dem Circular nicht angegeben, dagegen
erhalten wir darin die tröstliche Versicherung, „daß diese mit rei⸗
nem Zucker behandelten Weine chemisch von den reinen Natur⸗
weinen nicht zu unterscheiden sind.“. Im weiteren Verlauf des
Firculars wird eine Lanze gebrochen zu Gunsten der „Wein⸗
Vermehrung“ und ⸗, Verbesserung“', wobei auf das Beispiel
Frankreichs hingewiesen wird, wo dies Geschäft in vollster
Blüthe stehe.

F In Villingen wurden aus dem Laden eines Gold—
arbeiters mittelst Einbruchs in der Nacht vom 10. auf 11. Febr.
eine Menge Gold⸗ und Silberwaaren, meist Uhren, gestohlen; im
Ganzen find es 73 Stück.

F Eine recht heitere Episode spielte fich vor einigen Tagen
in Gera ab. In einem dortigen Hotel kam in einem Kreise
bon Männern die Rede auf die Nothleidenden und was für die—
selben gethan wird. Dabei wurde ein anwesender wohlhabender
Mehlhändler aufgefordert, aus seinem Vorrathe auch ein Opfer dar—⸗
zubringen. Derselbe ging darauf ein unter der Bedingung, daß
der Hotelbesitzer, ein ziemlich beleibter Mann, einen 14 Ctr.
schweren Mehlsack von der Leipziger Straße in den Reußischen Hof
auf dem eigenen Rücken trage. Er mochte wohl den Gedanken
haben, daß die Gegenleistung schon des Straßenauflaufes wegen
uinterbleiben würde. Jedoch der Gegner wußte sich zu helfen durch
Verkleidung. Montag Vormittag 105 Uhr schritt derselbe mit
hrauner Perrücke und braunem Barte, die hellen Beinkleider in
langen Stiefeln, mit Jaquet und Mütze bekleidet, die Sorge hin—
auf, von Niemandem erkannt, sprach im Mehlgeschäft vor und ver⸗
langte einen Sack Mehl. Wie staunte der Besitzer des Geschäftes,
als sich aus dem anscheinend Fremden sein Freund entpuppte.
Er hielt sein Wort. Der schwierigste Theil der Komödie begann
nun. Mit edler Selbstverläugnung lud der Hotelier die bedeutende
Last auf seinen Rücken und trug dieselbe von der Leipzigerstraße
bis in den Reußischen Hof, von Zeit zu Zeit ausruhend, wie
nusbedungen war. Ein ihn begleitender dienstbarer Geist trug
inen Tisch nebenher, der beim Ruhen die Last aufnehmen sollte.
Das Tragen mochte wohl nicht so recht nach den Regeln der Kunst
geschehen sein, denn ein vorübergehender Kenner rief: „Bruder,
Du machst Dir's viel zu schwer! Auf die Achsel!“ Ohne Unfall,
iber mit äußerster Kraftanstrengung und manchem Schweißtropfen
am der Träger mit seiner ungewohnten Bürde am Ziel an.

Nach dem „Schw. Merk.“ ist im großen Gotthard⸗
dunnel zwischen den beiden Richtstollenvortrieben nur noch eine
Wand von etwa 65 mi zu durchbrechen. Die Arbeiter auf der
Rordseite hören bereits ganz deutlich das Stoßen und Arbeiten
der Bohrer von jenseits, von der italienischen Seite her.

Jin Kanton Neuenburg soll, dem „Bigneron“ zufolge,
die Phylloxera (Reblaus) erfroren sein. Reben, die von dem ge—
nannten Insecte befallen waren, wurden ausgerissen und mitroskopisch
untersucht. Wenn der strenge Winter 1879 80 dies zuwege ge⸗
bracht hätte, so dürften ihn die schwer heimgesuchten Weinbauern
egnen.

Der Erbauer der Rigibahn, Ingenieur Riggenbach von
Solothurn, ist nach Asien abgereist, um dort Pläne für ähn—
iche Zahnradbahnen festzuftellen.

Eine fidele Ortsbehörde. In einem bei Göͤrz gelegenen
Orte war dieser Tage der Gemeinderath zu einec öffentlichen Sizung
versammelt. Dieselbe fand Nachmittags 5 Uhr statt. Da sich
doch, wie der „Isonzo“ erzählt, das Sitzungslokal in einem Gast⸗
jaus befindet, ereignete es sich, daß gegen 7 Uhr Abends die Ge—
mahlinnen und Töchter der Herren Gemeinderäthe erschienen, daß
die Sitzung sofort unterbrochen und bis zum nächsten Morgen
getanzt wurde.

Von einem klugen Elephanten wird aus Moskau fol⸗
gende ergötzliche Geschichte erzählt: In der Nacht von Donnerstag
nuf Freitag brach in dem Comtoir des Zoologischen Gartens Feuer
aus, bei welcher Gelegenheit der große Elephant einen Lösche und
Rettungseifer bewiesen haben soll, der ihm eine hervorragende
        <pb n="133" />
        Stelle in den Lehrbüchern der Naturgeschichte sichern wird. Kaum
jatte das Thier den Feuerschein und das Herbeiströmen der Leute
ius der Nachbarschaft bemerkt, als er sich von seinen Ketten los⸗
riß, zum Teiche lief und an einer Stelle Wasser schöpfte, mit
dem er, die Tonnen der Löschmannschaft bei Seite stoßend, das
zrennende Häuschen begoß. Nach gethaner Arbeit hob er seinen
Führer auf den Hals und ging von selbst wieder in seine Ab⸗
heilung zurück, wo er eine Extraportion Heu, Rüben ꝛc. für seine
imsichtige Mitwirkung erhielt.

7 In Pilsen hat sich ein entsetzliches Familiendrama er⸗
ignet. Die Frau eines Maurers, die an zeitweisen Geistesstörungen
jelitten haben soll, hat in Abwesenheit ihres Mannes ihren jüngsten
dindern, 4 und 22 Jahre alt, mit einem Rasirmesser die Hälse
urchschnitten. Hierauf begab sie sich auf den Boden und erhenkte
ich an einem Balken.

Der Herausgeber der amerikanischen Zeitung „New-Por!
derald“,* der durch die auf seine eigene Kosten ausgerüstete
Srpedition zur Auffindung des im Herzen Afrikas verschollenen
ivingstone sich einen weit über die Grenzen der Vereinigten
Staaten verbreiteten Ruf erworben hat, hat für die Nothleidenden
n Irland 100,000 Dollars gezeichnet; ein Geschenk, wie es wohl
noch nie ein Kaiser oder König in einem ähnlichen Fall ge⸗
nacht hat.

Vor Kurzem starb in Brooklyn (New⸗York) ein nicht
uninder wegen seiner Sonderlichkeiten als seines Reichthums be—
'annter Mann. In seinem Testament fand sich u. a. folgende
Bestimmung: „Ich besitze 71 Hosen. Es ist mein Wunsch, daß
dieselben nach meinem Tode zur öffentlichen Versteigerung gelangen
uind daß der Erlös des Verkaufs an würdige Arme meiner Pfarrei
»ertheilt werde. Doch müssen sie einzeln an verschiedene Käufer
ibgelassen werden, und keiner darf mehr als eine der Hosen kaufen.“
Diese Bestimmung wurde getreulich ausgeführt. Einige Tage nach
der Versteigerung fiel es einem der Käufer ein, die von ihm er—
tandene Hose einer genauen Untersuchung zu unterwerfen. Zu
einer Ueberraschung und Freude fand er dabei in dem obern Rande
der Hose ein Sückchen mit 10 Hundert-Dollarsnoten sauber einge—
näht. Die Sache wurde bald ruchbar, und die übrigen 70 Hosen⸗
zesitzet ahmten das Beispiel des genannten ohne Verzug nach, und
war mit demselben angenehmen Erfolge. Die Erben des Testa⸗
ors aber haben gegen sämmtliche 71 Hosenbesitzer eine Klage auf
derausgabe der gefundenen Schätze angestellt, weil jener offenbar
errückt gewesen sei, als er die erwähnte Verfügung traf.

F Ein Schienenweg auf dem Eise.) Aus Montreal,
Lanada, wird unterm 30. Januar gemeldet, daß an diesem Tage
zie erste Locomotive die auf der Eisdecke des St. Lorenz⸗Stromes
zelegten Schienen passirt habe.

* Zahl der Todesfälle auf der ganzen Erde. Die Bevölke—
cung Europas wird geschätzt auf 309 Millionen Einwohner, die—
enige Asiens auf 804 zMillionen, Afrikas auf 199 Millionen,
Oceaniens auf 4,500,000 und Amerikas auf 85 Millionen, was
eine Gesammtzahl von 1421 Millionen ergibt. In Frankreich ster⸗
»en jährlich etwa 1 Million, also täglich 2800 Personen. Berück⸗
ichtigt man, daß dieses Land in gesundlicher Beziehung anderen
zegenüber, wo fast ununterbrochen Epidemien herrschen, sehr be—
»orzugt ist, so darf man, ohne zu übertreiben, denselben Maßstab
m die Bevölkerung der ganzen Erde anlegen. Man erhält dann
35,693,350 Todesfälle für ein Jahr, und für jeden Tag die Zahl
bon 97,790 Gestorbenen. Als Ersatzz dafür werden 70 Geburten
uus die Minute. also 104. 800 täglich gerechnet.

Gemeinnutziges.

ö——

Ersatz für Hopfen. Ein auch in unseren Anlagen
zaufiger Strauch, welcher durch seine kreisrunden, flachen, in dich⸗
en Büscheln stehenden Früchte sofort auffällt, ist Ptelea trifoliata.
In Folgee der durch die Reblaus (Phylloxera) angerichteten Ver⸗
vüstungen in den Weinplantagen sieht man sich, wie die „Revuo
norticole“ mittheilt, in Frankreich genöthigt, sich nach einem neuen
Betränk umzusehen und wenn die Zerstoͤrung unter den Wein⸗
töcken noch länger fortdauert, so ist anzunehmen, daß an Stelle
»)es Weines bald das Bier treten wird. Herr Charles Baltet hat
aun ausfindig gemacht, daß sich aus den Früchten oben erwähnter
2telea trifoliata ein ebenso gutes Bier bereiten läßt, wie aus dem
hopfen. Auf der vor einigen Monaten stattgehabten landwirth—
chaftlichen Ausstellung zu Chalons sur dMarne hatte Herr Pon-
ard mehrere Sorten von Bier ausgestellt, die aus den Früchten
on Ptelea trifoliata bereitet waren. Die Qualitat und der Ge—
chmack dieser Biere soll, wie berichtet wird, dem des Straßburger
Erzeugnisses gleichkommen. In den Vereinigten Staaten von Nord—
merika führt die Pflanze übrigens den Namen Hopfenbaum, ob
ber dessen Eigenschaften daselbst schon erprobt sind, ist nicht be⸗
annt. Zu bemerken ist noch, daß der Baum, selbst schon als
remes Exemplar, alljährlich sehr reichlich blüht und Früchte trägt

einen deutlichen Hopfengeruch besitzen.

X

Feuerfester Mörtkel. Für kleinere und wenig in An⸗
pruch genommene Feuerungen benuͤtzt man bekanntlich als Binde⸗
nittel den gewöhnlichen Lehm, wogegen man bei allen gewerblichen
Feuerungsanlagen und denjenigen Feuerungen für Privatzwecke,
velche einer stärkeren Hitze ununterbrochen oder in bestimmten,
egelmäßig wiederkehrenden Zeitabschnitten ausgesetzt sind, Cha⸗
notte⸗ Mortel anwendet. In neuerer Zeit hat man mehrfach einen
uus Lehm und Syrup bestehenden Moͤrtel für Fabriksfeuerungen
„enützt und damit vorzügliche Resultate erzielt. Dieser Mörtel
vird bereitet, indem man feinen, frockenen Lehm mit gewöhnlichem
Melasse⸗Syrup zu einer gleichmäßigen, confistenten Masse mit dem
Spaten durcharbeitet. Die Anwendung geschieht in bekannter
Weise wie bei anderem Mörtel. Die Feuerungen einiger größerer
‚ewerblicher Anlagen in Stettin, welche früher aus Chamotte⸗
Mörtel hergestellt waren und durch ihre in regelmäßigen Zeiträu—
nen wiederkehrende Reparatur-Bedürftigkeit große Sidrungen im
Betriebe des Geschäftes verursachten, sind seit längerer Zeit aus
Fhamotte⸗-Steinen und Lehm-Syruppmoͤrtel hergestellt und haben
ich bis jetzt so gut bewährt, daß eine baldige, recht umfangreiche
Anwendung dieses Verfahrens für alle stark in Anspruch genom⸗
nenen Feuerungen zu erwarten ist. Wie wichtig es ist, die Repa—
aturen an continuirlich arbeitenden gewerblichen Anlagen auf ein
Ninimum zu beschränken, bedarf wohl nicht der Erwähnung. Der
Breis des hierzu Verwendung findenden Syrups stellt sich bekannt—
ich sehr billig.

(Mittel gegen die Tollwuth.) In der „Homöopa⸗
hischen Rundschau“ finden wir folgende Mittheilung: NAuf dem
dariser internationalen homöopathischen Kongresse (1878) theilte
Dr. Kacztowski aus Lemberg mit, daß Kupharbia villosa, eine in
er Ukraine und Galizien einheimische Pflanze, in Tinkturform,
in unfehlbares Mittel gegen die Hundswuth sei. Dieses Mittel,
essen Bekanntschaft er einem Bauer aus der Ukraine verdankte,
jat ihm stets gestatiet, die seiner Sorge anvertrauten Menschen
ind Thiere zu retten, unter der Voraussehung, daß die Behandlung
nnerhalb der ersten jechs Tage nach geschehener Vergiftung statt
inden konnte. Während einer Periode von drei Wochen, mit
inigen Ruhetagen, wird Puphorbis villosa in stetig steigender
ind fallender Dosis angewandt. In Reihen von 20—235 Fällen
jat Dr. Kaczkowski keinen Todesfall zu beklagen gehabt. Zwei
Männer sind allerdings erlegen, allein sie kamen erst sechs Tage
iach dem unglücklichen Vorfall in Behandlung.

Jeder Mitbewohner eines Hauses ist nach einem Erkennt⸗
niß des Reichsgerichts befugt, solche Personen, die sich ohne jed⸗
vede Befugniß im Hausflur, auf den Treppen oder in
inem sonstigen, von den Hausbewohnern gemeinschaftlich benutzten
kaume aufhalten, wegzuweisen; die Nichtbeachtung dieser Auswel⸗
ung ist, auf den Antrag des Ausweisenden, als Hausfriedenshruch
uu bestrafen.

Marktberichte.

Zweibrücken, 26. Februar. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlt.)
Veizen 11M. 69 Pf., Korn 10 M. 11 Pf., Gerfte zweireihige 8 M. 40 pf.
ierreihige 8 M. 40 Pf., Spelz 7 M. 4 pf., Spelztern — M. * pf.
Dinkel - M. — Pf., Mischfruht — M. — pf., Hajer 7 M. 88 Pf.
ẽirbsen — M. — pf., Widen 5 M. 68 Pf., Rariofsela 3 M. 80 Pf.,
deu 3 M.20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 155 Kilogr. 38 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 71 Pf., 2 Kilogr. 48 Pf.,1 sNilogr. 24 Pf. Gemischi⸗
rod.3 Kilogr. 88 Pf., das Paar Weck 100 Gr. 6 Pf. Rindfleisch J Qualt.
30 Pf. II. Qual. 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Ham melfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
56 Pf., Butter /3 Kilo ax. IM. — Pf., Wein 1 Liter 80 Pf. Bier Mviter 24 Pf.

Homburg, 25. Februar. (Iruchtmittelpreis und Victualieumarlt.) Weizen
12 M. 06 Pf Korn 10 M. 10 pf., Spelzkern ⸗ M. — Pf., Speiz 0 M.
—, Pi. Gerste Areihige O M. — Pf. Gerste Areihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 89 Pf., Mischfrucht — M. — pf., Erbsen o M. — Pf., Wicken
3M. — Pf., Bohnen — M. — Pf., Aleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6. Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf., Ocsenfleisch — Pf.
dindfleisch 50 Pf., Kalblleisch 36 Pf, Hammelsleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 0 M. 80 Pf. Kartoffeln ber Cir. 3 M 30 Pf.

Kaiserslautern, 20 Februar. (Fruchtmitlelpreis and Victualienmartkt.)
Beizen 11 M. 65 Pf., Rorn 10 M. 7 Pf. Spelitern 11 M. — Pf. Spelz
B. 58 Pf., Gerste d M. 28 Pf., Hafer 7 M. 51 Pfr. Erbsen o8 M
1 Pf. Wichen 6 M. 43 Pf., Linsen — M. — pf., aleesamen — Vi. &amp;
df. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
Pfund 43 Pfg. Butter per Pfd. — M. — Pf. Eier 2 Stuck — Pf. Kar⸗
offeln per Cent. O V. — Pf., Stroh o M. — pf., Heu 0 M. — pig.

Fur die Redaction verantwortlich: F. I. Deme ß.

Die im Verlage von Werner Große hier erscheinende Lesehalle für
Alle“, die „Neuzeit“, deren wir bereits fruher in diesent Blatte lobend
ktwähnung thaten, tritt mit dem 1. October in ihren fünften Jahrgang.
Das Journal. welches sich namentlich durch die Fülle seiner Artikel und durch
ie Vielleitigleit des Gebotenen, in der verhälimßmäßig lurzen Zeit seines
bestehens Eingang in viele Familienkreise verschaffi hat, eröffnet die soeben
ur Ausgabe gelangte Doppel⸗-Lieferung mit einem Roͤmane Leonorer
on George Füllborn; von den übrigen Artilein des Heftes erwaͤhnen wir:
Auf irrem Pfad“, Rovelle von Contad Telmann; ferner Humoreslen von
). von Kupffer, kulturhistorische Slizzen von Dr. H. Schramm⸗ Macdonald;
iu buntes Allerlei vou gemeinniltzlichen Beiträgen. Plaudereien. Anecdoten, X.
erniamichfalligt den Inhalt dieses Reuzeit⸗Hejtes. (Berl. Mont.⸗ZJeitung.)
        <pb n="134" />
        Stadtrathssitzung
am Montag den ã. Maͤrz nachst⸗
hin Rechnmage um 83 Uhr.

Tagesordnung:

j. Herstelung der Brücke an

der Grenze zwischen Rohr⸗
bach und Si. Ingbert.
Die Anstellung des interi⸗
mistischen Schulverwesers
Peill als definitiver Ver⸗
weser.

Verlegung von Wirthschaften.

Bürgeraufnahme.
Organisaiion der Feuer⸗
öschmannschaft.

Abhör der Rechnungen des
Hospitals und der Armen⸗
pflege pro 1870.

Aufftellung der Voranschläge

der Armenpflege, der Gas—

anstalt und des Hospitals

St. Ingberi.

Erweiterung des Latein⸗

schulhauses.

St. Ingbert, 27. Febr. 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.

Coucurs⸗

Versteigerung.

Donnerstag, den 4. März
1880, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in dem nach⸗
hin beschriebenen Gerbhause,

auf Anstehen von Philipp
Fitz, Geschäftsmann daselbst, als
Zerwalter der Concursmasse von
hermann Balduin Laur, Ger⸗
ber in St. Ingbert,

wird durch den unterzeichneten
hiezu gerichtlich beauftragten kgl.
Notar Sauer daselbst, die nach⸗
tehend beschriebene Liegenschaft,
m Banne von St. Ingbert öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigert:

Pl.⸗Nr. 24972 3 a 80 qm

—XLVVV

stöckiges Gerbhaus mit 13

Gruben, 8 Farben, Trocken⸗

peicher, Lohkäserahmen für

tirca 15000 Lohkäse, ge—
legen an der Straße nach

Saarbrücken in der Nähe

der Stadt St. Ingbert,

dann Pl.-Nr. 24970, 9

a 53 qm Wiese, daselbst;
Der 1. Termin ist sofort beim

Zuschlage baar zu bezahlen, der
3. 3. und 4. auf Martini 1881,
1882, und 1883.

Unmittelbar nach vorstehender
Versteigerung kommen zu obiger
Concursmasse gehörigen Mobiliar⸗
gegenstände zum Ausgebote, da⸗
runter namentlich:

1 Auswaschstein, 1 Dezi⸗

malwaage mit Gewichten,

1Blanchirtafel, 2 Falz⸗

hölzer, 12 Pantoffelhölzer

mit Messer, 1 Schmier⸗

lisch, 1 Bockholz, 1Schleif⸗

stein, 1 Schubkarren, 1

Balkenwaage, 1 Wägelchen
und sonstige Gerbereieinrichtungs⸗
gegenstände.

St. Ingbert, 19. Febr. 1880.

2 42α. Notar.

—A
einer höchsten Finanzministe—
—
Januar 4880.
Die Anlage der Kapitalrenten—
steuer pro 188082 betr.

Das Neueste in
Tuche und Buxkins
zu Frühjahrs- und Sommer⸗ Anzügen, darunter eine Par⸗
ihie billiger rein wollener Stoffen zu Knaben-Atügt
besonders geeignet, empfiehlt
— Karl Schanck.

—— 5 —TFE * RVFTC
.Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

St. Johaun, Sulzbachstraße 253.

1. Werden bei der Neuanlage
der Kapitalrentensteuer pro
1880 82 von den Steuer⸗
pflichtigen aus eigenem An⸗
triebe Kapitalrenten fatirt,
während früher eine Steuer⸗
rklürung ganz unterblieben
war, oder werden Renten⸗
dezüge von den Pflichtigen
freiwillig in einem gegen
either erhöhten Betrage in
zie Fassionsliste eingestellt,
io ist von der Vermuthung
uszugehen, daß die gänz⸗
iche oder theilweise Ver⸗
chweigung früher nur in
ahrlässiger Weise stattge—
unden hat, und demgemäß
on der Stellung eines
ztrafantrags seitens der k.
sentbeamten im Steuer⸗
russchusse Umgang zu neh⸗
nen. Desgleichen ist in
diesen Fällen dem Steuer⸗
oflichtigen eine Erklärung
iber den Zeitpunkt des
Beginnens der Kapital⸗
enten oder der Renten⸗
nehrung nicht anzusinnen.
Begen diejenigen Personen,
bei welchen festgestellt wird,
daß sie auch bei der Neu—
anlage der Kapitalrenten⸗
steuer für 1880182 ihre
teuerbaren Renten gänzlich
oder theilweise verschwiegen
jaben, ist mit der vollen
Strenge des Gesetzes vor⸗
zugehen, und haben die kgl.
Rentbeamten nicht allein die
desfallsigen Erhebungen mit
aller Umsicht zu pflegen,
sondern auch veranlaßten
Falles die geeigneten Straf⸗
anträge bei den Steuer⸗
ausschußsitzungen zu stellen.

gaxrerbliche und
landwirthschaftliche Ausstellung
des
Pfalzgaues in Mannheim 1880.

Lie Herren Industriellen und Geworbetreibenden der Rroise
VUnaiiiiennn, Heidelherg, Mosbach, CurIsrui Ine
od nden, der Enyerischen Rheinpinals, der Kreise
. Benshetin und IIeppenheins, der Oberümter
MerRν Iαι Ô9, NecelkarsuIin und HeiIDFOMM werden
Nermit ru reenht zahlreicher Betheiligung eingtladen.

Uuser Bureau besindet sieh in Mannneim Z 2 Nr. IB8, ehem.
Hurop. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalsecre-
tuts eun Jenn Fischer alle auf die Ausstellung Bezug
habenden Anfragen, Briefe ete. z2u richten bitten und woselbst
xe Anmeldepapiere zu erheben sind.

gobluss dor Anmeldungen spatestens 1. Marz 1880.
Eröõffnungstermin 15. Juli 1880.
NHas Central-Comnité.

*
„Neue Musik-Zeitung.“
Prscheint Ende jeden Monats. Preis qro Jahr 3 Nark.

Bringt: Biographien berũhmter Componissten mu-
sikalische Skizzen, Besprechungen neuer Erscheinnngen
auf musikalischem Gebiete ete. ete.

Jeder Abonnent erhält 7 Musikstücke 2.1 AMark
(alss fur e latoal) im Laufe des
Jahres gratis. Um jedem Clavierspieler Gelegenheit z2u
geben qiese Zeitung zu abonniren ist für das ganze Jahr
1880 ein Vorzugs -Abonnement z2um Ausnahmspreise
von nur 2 Mark eröffnet. Der Betrag muss direct an
die Musikalien-Verlags-Handlung von II Alexander,
Pr. Stargardt, gesandt werden, die die seit 1. Januar
1880 eéerschienenen Nummern, so wie die weiter erschei-
nenden franco liefert.

Der Vorzugs -Abonnementspreis erlischt. am
31. Marz 1880.

6ι

2.

Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 83. März nächst⸗
jin, Morgens 10 Uhr zu St.
Ingbert vor der Wohnung
des Weinhändlers Carl Hofmann
werden nachbezeichnete gepfändete
Gegenstände gegen Baarzahlung
öffentlich zwangsweise verstei⸗
gert nämlich:
7 Wirthstische, 4 Wirths⸗
bänke, 9 Holzstühle, 14
Rohrsessel, J Wanduhr, 1
Taschenuhr, 1 Penduluhr, 1
Buffet, 1 Bierpression mit
Zubehör, 43 Schoppengläser,
11 halbe Schoppengläser ꝛc.
Bierteller, 3 Bilder, 3 Spie⸗
gel, 1 Küchenschrank, 1 Kü⸗
chenschaft, 1 Kleiderschrank,
Pfeilerschränlchen, 2 Nacht⸗!
tischchen, 1 Kinderwägelchen.
Federmatratze ꝛc.
St. Ingbert, 27. Febr. 1880
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Drnd und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Rierru kür unfer⸗ Bo se Abonneuten „IAllustrirtes Sountaqgsblatt Nr

Vorstehendes wird mit dem
Bemerken bekannt gemacht, daß
die bereits unzureichend abge⸗
gebenen Erklärungen von den
kapitalrentensteuerpflichtigen in⸗
ierhalb einer Frist von 10 Ta⸗
gen von heute an auf dem unter⸗
ertigten Amte ergänzt werden
önnen.

St. Ingbert, 26. Febr. 1880

Das Bürgermeisteramt:

Custer.

ιαO
3 st der Zustaud
eines Leldenden auch besorg
mrerregend oder scheinbar hoñnungd⸗
loĩ, so wird er aus dem Auche
Protnische Winte sür Krautke“ neue
effnnng sadpsenu vollee Vertrauen
n einem Heilprincip aewinnen, wel⸗
des sich durch arobe Eiufachhekt,
Janz besonders aber durd nach⸗
weiabare Wirksamteit aus⸗
ei-net Die in dem Buche: Praktishe
— — u
— — ——
— — — *—
abaedrudten Vriefse allinch Ge ·
beilier beweisen, daß feldst folche
xranke noch die ersehnte Heilung
anden, welche anderweitig vergeblich
dilfe juchten. Obiges Buch kann
daber allen Leidenden wärmftent
emvfohlen werden, umsomehr als auf
Dunsch die Cur brieflich und uncnt⸗
zeltlich durch einen praltischen Arg
geteiten wird. Die Mittel find Uberall
deicht zu beschaffen; ein Versuch fasi
koftenlios. Gegen Franeor Zusendima
hon 20 Vf. zu bezieben durch Th.
vdohenleitaer 8 2eiaiea und Basel.

Seine ausgezeichneten, überall ge⸗
rühmten
—i1108

Zu verpachten Ackerland
und mehrere Wiesen bei
J. Hofmann sen.

iefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit

Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung

der gegen Baar mit hohem Rabati.

Th. WVeidenslanfer, Fabrit
Uerlin XWV
        <pb n="135" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Dder Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierieljährlich

MA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I.M 60 H, einschließlich 410 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaärits
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
M 35. Sonutag den 29. Februar — 1880.
Deutsches Reich.

Konprinz Rudolph von Oestereich wird in den ersten Tagen
dieser Woche in München eintreffen. Ueber die Dauer seines
Aufenthalts daselbst, sowie über das weitere Reiseziel ist nichts bekannt.

Berlin. Der „Staaisanzeiger“ publizirt eine Verordnung,
vonach mit dem 1J. April die Directionen der k. preuß. Eisenbahnen

zu Saarbrücken und Wiesbaden aufgelöst und mit dem Verwal-
ungsbezirk der Eisenbahndirection zu Frankfurt a. M. vereinigt
verden.

Im Reichstag regte bei dem Budget der Reichs justizver⸗
waltung Abg. Stellter die allzu große Höhe der Prozeßgebühren
Gerichtskosten) an, worauf Staatssekretär v. Schelling erwiderte,
den Anstoß zu eiuer Herabsetzung derselben müßten die Regie-
rungen der Bundesstaaten geben, weil der Ertrag der Gebühren in
die Cassen der Einzelstaaten fließe. Verschiedene andere Redner
tlagten auch über die Höhe der Gerichtskosten, worauf Staatssek⸗
cetär v. Schelling noch erwiderte, für nächstes Jahr sei Einleitung
getroffen, daß eine statistische Zusammenstellung über die Wirkung
der Gerichtskosten ausgefertigt werde.

Nach einer dem Bundesrathe zugegangenen Berechnung be—
crragen die Matricularbeiträge pro Rechnungsjahr 1880,081 97
Millionen Mark, 7110 mehr als im Vorjahr. Auf Preußen ent⸗
allen 48910 Millionen, auf Bayern 198160 Millionen.

Die Berathungen des Militärgesetzes im deutschen Reichs—
rag werden voraussichtlich morgen (Montag) beginnen. Man
zlaubt, daß Fürst Bismarck denselben anwohnen und wahrscheinlich
die Vorlage persönlich durch eine eingehendere Begründung im
Hause einführen werde.

Ausland.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel
oom 25. d. in Betreff des angeblichen Attentats gegen den
Sultan: Bei Papadopulos, einem naturalisirten englischen Unter—
hanen griechischer Abstammung, wurden 12 Bomben vorgefunden.
Bei seinem Verhör in der britischen Botschaft im Beisein des Dra⸗
Jomans der britischen Botschaft gestand Papadopulos anfangs ein,
zin Attentat auf den Sultan beabsichtigt zu haben, zog jedoch
päter dies Geständniß zurück und behauptete, daß die Bomben bei
hm von seinem Bruder, der ihn denuncirte, niedergelegt worden
seien. Sein Bruder, welcher kürzlich zum Islam übergetreten ist,
wurde ebenfalls verhaftet.

Petersburg, 27. Febr. Die seit mehreren Tagen hier
jesuchte Vera Sassulitsch soll nach der russischen „St. Petersburger
Ztg.“ hier in der Wohnung einer Freundin ergriffen worden sein.
Die schweizerische Polizei halte zuerst die russische von der Abreise
der Sassulitsch nach St. Petersberg benachrichtigt. (Bestätigung
st abzuwarten.)

Wie die russische Regierung in Folge eines neuesten Attentat:
vorzugehen gedenlt, darüber geben die folgenden Maßnahmen Auf—
chluß, welche der Telegraphh aus Petersburg meldet. An Stelle
des General⸗Gouvernements in Petersburg trill eine Oberleitungs⸗
rommission unter selbstständiger Direction und Führung des mit
weitesten Vollmachten ausgerüsteten Generals Grafen Loris-Melikoff,
um „energisch dem revolutionären Treiben ein Ende zu machen.“
Der bisherige General-Gouverneur von Petersburg, General Gurko,
bleibt Truppen⸗Commandat. Der Commission gehören Vertreter
vberschiedener Ministerien an, welche den Anordnungen des Chefs
Folge zu leisten und die Mitwirkung der bezüglichen Ministerien
zu erleichtern haben.

New-HYork, 9. Febr. So eben rollt — wie die stehende
amerikanische Zeitungsphrase lautet — der erste Kanonendonner
des Präsidentschafts-Feldzuges von 1880 über das Land. Es war
ein republikanisches Geschütz, welches die Salve gelöst hat, und
hr Klang war — Grant! Die republikanische Staats⸗Convention
d. h. die Versammlung der Vertrauensmänner der republikanischen
Bartei) von Pennsylvanien hat sich nach einem kurzen, aber heißen
Rampf für General Grant, als den Candidaten der pennsylvanischen
ßepublilaner, entschieden. Wie fast immer bei derartigen politischen
orgängen hierzulande war die meiste „Arbeit“ hereits vor der

zigentlichen Convention gethan, so daß diese selbst nur den letzten
ntscheidenden Kampf der verschiedenen Meinungen brachte. Viese
Meinungen aber waren nur zwischen zwei Männern getheilt, zwischen
Brant und Senator Blaine von Maine. Und zwar erzielte letzterer
noch in der Schlußabstimmung eine so bedeutende Minderheit, daß
decht zu Tage trat, welche Anstrengung die Anhänger Grants unter
Führung des Bundessenators Don Cameron vorher und unter der
Hand gemacht haben mußten, um die Mehrheit zu Stande zu bringen.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Am nächsten Montag, 1. März, be—
zinnen in den hiesigen katholischen Schulen die ordentlichen Jahres⸗
zrüfungen.

F. Von „competenter, Seite ist den Münchener „Neuesteu
Lachrichten“ die Auskunft geworden, daß die für frühere unrichtige
Sapitalrente nsteuer-Fassionen ministeriell ertheilte Indemnitaät
leichermaßen für die früheren Fassionen der Einkommensteuer
heltung habe.

F. Das scheinbare Mitbieten von Personen bei Versteigerungen,
im unbetheiligte Dritte in den irrigen Glauben zu verseßen, daß
»er ausgebotene Gegenstaud mehr werth sei, als er wirklich ist. um
ie zu höherem Gebote zu veranlassen, ist nach einem Erkenntnisse
»es Obertribunals vom 20. Sepiember 1878 als Betrug zu be⸗
trafen. Haben dabei die Scheinbieter im Einverständniß mit dem
luttionator gehandelt, so sind sowohl jene, als auch dieser wegen
hetrugs resp. wegen Theilnahme am Betruge zu bestrafen.

F. Wie man der „Pf. Pr.“ berichtet, sind bei Cappellen,
inem Dorfe in der Nahe von Grumbach am Glan, Spuren von
betroleum gefunden worden.

F Ein schlau ausgeführtes Gaunerstückchen kam in Klein⸗
teinhausen vor. Bei einem dortigen Bauer erschien ein angeb⸗
icher Knecht seines Bruders aus Maßweiler mit dem dringenden
ẽrsuchen, denselben andern Tags zu besuchen. Der Bote wurde
echt gut aufgenommen und über Racht behalten. Des Morgens
nach dem Frühstück entfernte er sich, und der Bauer ging bald da⸗
auf in die obere Stube, wo jener geschlafen hatte, um sich für
en Besuch umzukleiden. Aber o weh! Der Kleiderschrank war
urchwühlt, und die Hochzeitshosen und der Hochzeilsrock waren
‚erschwunden. Der Bestohlene erfuhr dann bei seinem Bruder,
sen er sofofott besuchte, daß dieser Niemand geschidtt habe.

Im Walsheimer Gemeindewald wurde der Tob eines ledi⸗
en Tagners von Dernbach dadurch herbeigeführt, daß derselbe beim
zersägen einer Buche von dem berganliegenden und herabrutschenden
intern Ende des Stammes zerquetscht wurde.

F. Der Gesammtumschlag der Volksbank in Landan betrug
m Jahre 1879 14,826,047 M. 16 Pf. mit einem Reingewinuͤ
»on 44,773 M. 23 Pf. Dieselbe zählte am Schlusse des Vorjahrs
316 Mitglieder.

F Nach dem „Eilboten“ geht die Landauer Stadiver⸗
valtung uit dem Gedanken um, das s. Z. zum Bau der Gewerbe⸗
ind Lateinschule aufgenommene S5procentige Anlehen in ein 4pro-
entiges umzuwandeln. Die durch diese Maßregel zu erzielende
frsparniß an Zinsen wird sich auf ea. 1400 M belaufen.

. Ein Frankenthaler Metzger ließ am Samstag dort
nusschellen, daß er das Pfund Rindfleisch zu 20 Pfqg. verkauft.

FSpeier. Die diesjahrige Staalsprüfung für die Rechis—
andidaten beginnt Montag den 10. Mai.

F Wie es heißt, soll das von Saarbrücden nach Saarburg
n Lothringen verlegte Rheinische Ulanen-⸗Regiment Nr. 7 nunmeht
zach Straßburg im Elsaß dislocirt werden.

f Ein Reiterstückchen hat der schlezwig- holsteinische Dra⸗
joner⸗Lieutenant Spielberg in einer loihringischen Garnison aus⸗
jeführt. Als sein Chef nach Trier versetzt wurde und mit dem
A setzte er zu gleicher Zeit sein Pferd in Galopp,
zielt mit dem Zuge 7 Kilometer lang gleichen Schritt und traf
inter dem Beifallsrufen der Reisenden zugleich mit dem Juge auf
ꝛer nächsten Station ein, wo er von seinem Chef nochmals persön⸗
ch Abschied nahm.
        <pb n="136" />
        München, 28. Febr. In Augsburg hat ein Privat—⸗
mann sein ganzes Vermögen im Gesammtbetrag von 300,000 M.
der protestantischen Pfarrwitiwen-Kasse vermacht.
Essen, 14. Febr. In Folge verschmähter Liebe faßte
gestern ein hiesiger, erst 16 Jahre alter Schlosserlehrling den
Entschluß, seinem Leben ein Ende zu machen. Er hatte am Sonn⸗
tag sein Liebchen mit einem Anderen gehen gesehen, kaufte sich
einen Revolver und schoß sich gestern Vormittag während der Früh—
stückszeit eine Kugel in die Brust.
Vor einigen Wochen war der Postagent Altmann aus
Bankau sin Oberschlesien nach Unterschlagung von mehr als
3000 M. Kassengeldern flüchtig geworden und hatte sich in Ant—
Versteigerung.
Samstag den 6. März nächst⸗
hin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft bon Johann Joseph Hein⸗
rich, läßt Herr Urban Jacob,
Bürgermeister und Gutsbesitzer
in Rohrbach, die nachstehend be—⸗
schriebenen Liegenschaften im
Banne von St. Ingbert öffent—
ich zu Eigenthum versteigern:
. Pl.«Nr. 1807, 133 Dez.
Acker am Andelsbrunnen
neben Joh. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 1908, 88 Dez.
Acker in der Rischbach, ne⸗
ben Joh. Best;
Pl.⸗Nr. 2218, 42 Dezʒ.
Acker unter dem Specken—
thälchen neben P. Eich;
Pl.⸗Nr. 2994, 57 Jezʒ.
Acker in der obern Lehm—
caut neben C. M. Laur's
Erben;
Pl.⸗Nr. 8074, 40 Dez.
Acker auf dem Mühlthal
neben Joh. König;
Pl.-Nr. 3105, 88 Dez.
Acker auf dem Schaafkopf
neben E. Conrad.
Pl.-Nri 3492, 68 Dez.
Acker, im Betzenthal neben
P. Gros
Pl.⸗Nr. 34682, 71 Deʒ.
Acker in den obern Seyen
neben Joh. Steinfeld.
PleNr. 2624, 418 Deʒ.
Acker im Lautzenthälchen
neben Joh. Jos. Heinrich;
Pl.Nr. 2689, 43 Deʒ.
Ader im hintern Wallerfeld
neben Joh. Jos. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 3062, 92 Deʒ.
Acker im Mühlenthal ne—
ben Joh. Jos. Heinrich;
Pl.⸗Nr. 3774 47 dezʒ.
Acker auf Schiffelland
neben Wagner's Erben;
Pl.-Nr. 1789, 17 Vezʒ.
Wiese im Wartenweiher
neben Joh. Reidiger;
Pl.sNr. 1800, 30 Dezʒ.
Wiese allda neben Joh.
Zteinfeld;
Pl.-Nr. 2249, 11 Dez.
Wiese in der untern Schank⸗
viese neben Gebr. Krämer;
Pl.⸗Nr. 2522, 54 Dezʒ.
Wiese in den Stegwiesen
neben Pet. Werner;
Pl.⸗Nr. 4513, 44 TDezʒ.
Wiese auf der Spick neben
Gebr. Grell;
8. — 25132, ungefähr
7 Dez. Wiese in den
Stegwiesen neben Heinrich
Schmitt Erben.
St. Ingbert, 26. Febr. 1880.
Sanuer, k. Notar.

Wir empfehlen.
BGrassa men,
JIncarnat⸗Kleesamen,

„Nother)

„(G(blauer)

Saat-Wicken und Hafer
(prima)

Zaatgerste.

Franz Grell's Nachfolger.

Ich zeige hiermit ergebenst an,
saß ich mich in Reutrisch als
Schuhmacher
niedergelassen habe und empfehle
nich in allen vorkommenden
zchuhhmacherarbeiten un⸗
er Zusicherung guter und bil⸗
iger Bedienung. J
Rentrisch im Februar 1880.
Hochachtungsvoll u. ergebenst
Anton Kerner,
Schuhmacher.
Wichtig
uͤr spar⸗
same
Haus⸗
rauen. Paris. Wir trinken
in unserer ganzen Familie an—
tatt Kaffee nur noch Ihren

»eltberühmten Kakao⸗

chee Maria Benno von

Donat. Auch meine Schwester,
die Fürstin — liebt dieses wohl⸗
chmeckende, gesunde und so
zillige Getränk, welches sich
zundert Procent billiger
ils Kaffee stellt, über Alles.
Zenden Sie bitte umgehend,
ber umgehend noch 20 Cartons
on Ihrem Kakao⸗Thee zu 20 Pf.
ind 10 Cartons zu 50 Pfg.,
assen Sie mich aber nicht wie—
»er so lange warten ꝛc. ic.“

Auf eine Tasse Wasser nimmt
nan 2 Kaffeelöffel Kakao-Thee
Maria Benno von Donat und
äßt dies eine halbe Stunde
ochen.

Der rasche Absatz hat vielfache

Fälschungen, Imitationen und eine
naßlose neidische Konkurrenz her⸗
vorgerufen. Deshalb möge man
inzig und allein nur darauf
ichten, daß dieser Kakao⸗Thee
ur echt ist in den Original⸗
Fartons, auf deren Vorderseite
nichts Anderes gedruckt steht als
ie weltbekannten vier Worte:
Maria Benno von Do⸗
nat.
Haupt⸗Depot in St. Ing⸗
ert bei herrn Jean Peters.
Der weltberithhmte Kakao-Thee
ind die Husten⸗Caramels Maria
Benno von Donat treffen fort⸗
dährend frisch einp

werpen eingeschifft, um nach Brasilien zu gelangen. In Folge der
von den Posts, Polizeis, Gerichts und Consulalsbehörden auf das
chleunigste ergriffenen Maßregein wurde Altmann jedoch gleich bei
»der Landung auf brasilianischem Boden in Bahia festgenommen
und unter sicherer Obhut nach Deutschland zurückgebracht, wo er
dem Strafrichter zur Aburtheilung übergeben worden ist.

FGoeschenen, 25. Febr. Im Gotthardt⸗Tuunel sind
in diesem Augenblicke noch 30 Meter zu durchbohren übrig. Die
Durchschlagung erfolgt am 1. oder 2. März.
üN , äñ e O N — ——
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
Als Düngermittel empfeh⸗
en wir:
BGuano,
Knochen mehl,
Superphoephat,
Wiesendünger (Ssauerkalk),
Amoniake⸗Superphos—

phat.
Franuz Grell's Nachfolger.

Lehrlingsgesuch.
Ein wohlerzogener Junge wird
als Lehrling angenommen bei
F. X. Demetz,
Druckereibesitzer.
Gegen Hals-&amp;
Brustloiden
zind die StolIwere Iceschen
Honig-Bonhons. Malz-Bonbons,
zummi- Bonbons, à Paquet
20 Pfg., sowie Stollwerck'sehe
ßrust-Bonhons, à Paquet 50
ig.. die empfehlenswerthesten
Janusmittel. J
— ——— — —
Kei Kramer S* Co. in Leipzig erscheint:
Die
AThĩ .,

3 Zimmer, Küche, Speicher
und Keller in dem Woll'schen
Hause (Oberstadt) sind sofort
uu vermiethen. Näheres bei

Heinrich Laur.
Am 1. Februar

wurde auf dem Wege

zon Spiesen nach St. Ingbert

ein Säckchen mit neuen

Strümpfen verloren. Der

redliche Wiederfinder wolle die⸗

elben in der Exped. d. Bl.
gsegen Belohnung abgeben.
Zu verpachten auf mehrere
Jahre: eine Wiese in den
Stegwiesen, eine Wiese in der
Näusbach, 1 Acker im Bom⸗
dacher Weiher, 2 Acker auf
Meß und Ensheimer Straße.
Näheres bei

*⸗inrich Laur.

zeitschrift in Monatsheften für leichte ele⸗
aute weibliche Arbeiten, enthaltend nene

tiokmustor in briilantem Bunt-
arbondruek ausgeführt, sowie Ha—
el⸗ und Fileinimnster, Vorlagen für Waß—
stickerei, Weißnähteret, Waffel- und Etrid-
arbeit, Perlhätelei x

Die einjache Ausgabe kostet pro Mo—
jat nur 18 Pfg. Reichowährung — 10 Xr.
ifterr. Die Doppelausgabe erscheint in
doppelt so großein Format als die ein—
jache und kostet dad Doppelte.

Man abonnirt zu Jeder Zelt auf
e drei Hefte einer beüebigen Ausgabe
bei allen Buchhandlungen und Poaun-
alten

Franukfurt a. W
Neltestes Annoncen Bureau
αtin

—

Vocgler

Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstrase 10

dewerbliche und
landwirthechaftliche Ausctellung
des
Pfalzgaues in Mannheim 1880.
Lie Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Kreise
annheim, Heidelherz, Houbneh, Carlaruhe
ind BEaden, der RByerischen RheinpinIæ, der Kreise
Worins. Rensheim und IIeppenhéiin, der Oberämter
Slergent heim, Neckarsulm und IIGIIBronm werden
hiermit 2u recht zahlreieher Betheiligung eingéladen.

Unser Bureau betindet sieh in Mannheim Z 2 Nr. 13, ehem.
Furop. Hof, an welches wir unter der Adresse des Generalsecre-
tärs Herrn Jenn Fliccher alle avf die Ausstellung Berug
habenden Anfragen, Briefe ete. u richten bitten und vronelnt
alle Anmeldepapiere zu erheben sind.

Sobluss der Anmeldungen spätestens J. März 1880.
Erõffnungstermin 15. Juli 1880.
Poas CentralComité.

—— —— ——ee — — — — — — —
Druck und Verlag von F. x. Demensß in St. Ingbert.
Sieru „IAllustrivteh« TZonntacaüablattim 0
        <pb n="137" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblaite verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1A 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrijt oder deren Raum, Neclamen mit 830 ⸗vpro Zeile berechnet.
4 33

Sonntag den 29. Februar

1880.
Deutsches Reich.

Konprinz Rudolph von Oestereich wird in den ersten Tagen
dieser Woche in München eintreffen. Ueber die Dauer seines
Aufenthalts daselbst, sowie über das weitere Reiseziel ist nichts bekannt.

Berlin. Der „Staatsanzeiger“ publizirt eine Verordnung,
wonach mit dem 1. April die Directionen der k. preuß. Eisenbahnen
zu Saarbrücken und Wiesbaden aufgelöst und mit dem Verwal⸗
ungsbezirk der Eisenbahndirection zu Frankfurt a. M. vereinigt
werden.

Im Reichstag regte bei dem Budget der Reichs justizver⸗
waltung Abg. Stellter die allzu große Hoöhe der Prozeßgebühren
Gerichtskosten) an, worauf Staatssekretär v. Schelling erwiderte,
den Anstoß zu eiuer Herabsetzung derselben müßten die Regie⸗
rungen der Bundesstaaten geben, weil der Ertrag der Gebühren in
die Cassen der Einzelstaaten fließe. Verschiedene andere Rednet
klagten auch über die Höhe der Gerichtskosten, worauf Staatssek⸗
cetar v. Schelling noch erwiderte, für nächstes Jahr sei Einleitung
getroffen, daß eine statistische Zusammenstellung über die Wirkung
der Gerichtskosten ausgefertigt werde.

Nach einer dem Bundesrathe zugegangenen Berechnung be⸗
ragen die Matricularbeiträge pto Rechnungsjahr 188081 97
Millionen Mark, 7110 mehr als im Vorjahr. Auf Preußen ent⸗
fallen 48910 Millionen, auf Bayern 19810 Millionen,

Die Berathungen des Militärgesetzes im deutschen Reichs⸗
tag werden voraussichtlich morgen (Montag) beginnen. Man
zlaubt, daß Fürst Bismard denselben anwohnen und wahrscheinlich
die Vorlage persönlich durch eine eingehendere Begründung im
Hause einführen werde.

Ausland.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel
dom 25. d. in Betreff des angeblichen Attentals gegen den
Sultan: Bei Papadopulos, einem naturalisirten englischen Unter⸗
hanen griechischer Abstammung, wurden 12 Bomben vorgefunden.
Bei seinem Verhör in der britischen Botschaft im Beisein des Dra—
Jomans der britischen Botschaft gestand Papadopulos anfangs ein,
ein Atientat auf den Sultan beabsichtigt zu haben, zog jedoch
spater dies Geständniß zurück und behauptete, daß die Bomben be
ihm von seinem Bruder, der ihn denuncirte, niedergelegt worden
seien. Sein Bruder, welcher kürzlich zum Islam übergetreten ist,
wurde ebenfalls verhaftet.

Petersburg, 27. Febr. Die seit mehreren Tagen hier
gesuchte Vera Sassulitsch soll nach der russischen St. Peters burger
Zig.] hier in der Wohnung einer Freundin ergriffen worden sein.
Die schweizerische Polizei hatte zuerst die russische don der Abreise
der Sassulitsch nach St. Petersberg benachrichtigt. (Bestätigung
ist abzuwarten.)

Wie die russische Regierung in Folge eines neuesten Attentats
dorzugehen gedenkt, darüber geben die folgenden Maßnahmen Auf-⸗
schluß, welche der Telegraph aus Petersburg meldet. An Stelle
des General⸗Gouvernements in Petersburg trilt eine Oberleitungs⸗
commission unter selbstständiger Direction und Führung des mit
weitesten Vollmachten ausgerüsteten Generals Grafen Loris⸗Melikoff,
um „energisch dem revolutionären Treiben ein Ende zu machen.“
Der bisherige General⸗Gouderneur von Petersburg, General Gurko,
bleibt Truppen⸗Commandat. Der Commission gehören Vertretet
verschiedener Ministerien an, welche den Anordnungen des Chefs
Folge zu leisten und die Mitwirkung der bezüglichen Ministetien

zu erleichtern haben.

New⸗Yort, 9. Febr. So eben rollt — wie die stehende
amerikanische Zeitungsphrase lautet — der erste Kanonendonner
des Prasidentschafts⸗Feldzuges von 1880 über das Land. Es war
ein republikanisches Geschutz, welches die Salve gelöst hat, und
ihr Klang war — Graͤnt! Die republilanische Staats⸗Condention
(d. h. die Versammlung der Vertrauensmaͤnner der republikanischen
Partei) von Pennsyldanien hat sich nach einem kurzen, aber heißen
Kampf für General Grant, als den Candidaten der pennsylvanischen
Republikaner, entschieden. Wie fast immer bei derartigen politischen
Vorgängen hierzulande war die meiste „Arbeit“ bereits vor bder

eigentlichen Convention gethan, so daß diese selbst nur den letzten
ntscheidenden Kampf der verschiedenen Meinungen brachte. Viese
Meinungen aber waren nur zwischen zwei Männern getheilt, zwischen
Brant und Senator Blaine von Maine, ünt zwar erzielte letzterer
noch in der Schlußabstimmung eine so bedeutende Minderheit, daß
echt zu Tage trat, welche Anstrengung die Anhänger Grants unter
Führung des Bundessenators Don Cameron vorher und unter der
dand gemacht haben mußten, um die Mehrheit zu Stande zu bringen.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Am nachsten Moniag, 1. März, be—
zinnen in den hiesigen katholischen Schulen die ordentlichen Jahres⸗
zrüfungen.

F. Von „competenter, Seite ist den Münchener „Neuesteu
Rachrichten“ die Auskunft geworden, daß die für frühere unrichtige
Sapitalrente nsteuer⸗Fassionen ministeriell ertheilte Indemnitat
gleichermaßen für die früheren Fassionen der Einkommensteuer
Heltung habe.

FDas scheinbare Mitbieten von Personen bei Versteigerungen,
um unbetheiligte Dritte in den irrigen Glauben zu versehen, daß
der ausgebotene Gegenstaud mehr werth sei, als er wirklich ist, um
ie zu hoöherem Gebote zu veranlassen, ist nach einem Erkenntnisse
des Obertribunals vom 20. September 1878 als Betrug zu be⸗
trafen. Haben dabei die Scheinbieier im Einberständniß mit dem
tuktionator gehandelt, so find sowohl jene, als auch dieser wegen
Betrugs resp. wegen Theilnahme am Betruge zu bestrafen.

T., Wie man der „pf. Pr.“ berichtet, find bei Cappellen
»inem Dorfe in der Nähe von Grumbach am Glan Spuren von
betroleum gefunden worben

FEin schlau ausgeführtes Gaunerftüccchen kam in Klein⸗
teinhausen vor. Bei einem dortigen Bauer erschien ein angeb⸗
icher Knecht seines Bruders aus Maßweiler mit dem dringenden
Ersuchen, denselben andern Tags zu besuchen. Der Vote wurde
decht gut aufgenommen und über Nacht behalten. Des Morgens
nach dem Frühstück entfernte er sich, und der Bauer ging bald da⸗
rauf in die obere Stube, wo jener geschlafen hatte, um sich für
den Besuch umzukleiden. Aber o weh! Der Kleiderschrank war
durchwühlt, und die Hochzeitshosen und der Hochzeitsrock waren
verschwunden. Der Bestohlene erfuhr dann bei seinem Bruder,
den er sofofort besuchte, daß dieser Niemand geschickt habe.

Im Walsheimer Gemeindewald wurde der Tod eines ledi⸗
gen Tagners von Dernbach dadurch herbeigeführt, daß derfelbe beim
Zersägen einer Buche von dem berganliegenden und herabrutschenden
auntern Ende des Stammes zerquetscht wurde.

Der Gesammtumschlag der Volksbant in Landau betrug
im Jahre 1879 14 826.047 M. I6 Pf. mit einem Reingewinn
pon 44773 M. 28 Pf. Dieselbe zählte am Schlusse des Vorjahrs
316 Mitglieder.

f Nach dem „Eilboten“ geht die Landauer Stadiver⸗
valtung mit dem Gedanken um, das s. J. zum Bau der Gewerbe⸗
ind Lateinschule aufgenommene ssprocentige Anlehen in ein Aprv⸗
ꝛentiges umzuwandeln. Die durch diese Maßregel zu erzielende
Ersparniß an Zinsen wird sich auf ca. 1400 M.belaufen.

F,Ein Frankenthaler Metzger ließ am Samstag dort
nusschellen, daß er das Pfuͤnd Rindfleisch zu 20 Pfg. verkauft.

F Speier. Die diesjährige Staatsprüfung fuͤr die Rechts⸗
landidaten beginnt Montag den 10. Mai.

x Wie es heißt, soll das von Saarbrücken nach Saarburg
in Lothringen verlegte Rheinische Ulanen⸗Regiment Nr. 7 nunmehr
aach Straßburg im Elsaß dislocirt werden.

T. Ein Reiterstückchen hat der schleswig⸗ holsteinische Dra⸗
joner⸗Lieutenant Spielberg in einer lothringischen Garnison aus—
Jeführt. Als sein Chef nach Trier versetzt wurde und mit dem
A sezte er zu gleicher Zeit sein Pferd in Galopp,
hielt mit dem Zuge 4 Kilomeier lang gleichen Schritt und traf
inter dem Beifallsrufen der Reisenden zugleich mit dem Zuge auf
der nächsten Station ein, wo er von seinem Chef nochmals person⸗
iich Abschied nahm.
        <pb n="138" />
        Muünchen, 28. Febr. In Augsburg hat ein Privat⸗
mann sein ganzes Vermögen im Gesammtbetrag von 300,000 M.
)er protestantischen Pfarrwittwen⸗Kasse vermacht.

pffen, 14. Febr. In FZolge verschmähter Liebe faßte
gestern“ ein hiesiger, erst 16 Jahre alter Schlosserlehrling den
Entschluß, seinem Leben ein Ende zu machen. Er hatte am Sonn⸗
lag sein Liebchen mit einem Anderen gehen gesehen, kaufte sich
einen Rebolver und schoß sich gestern Vormittag während der Früh⸗
stückszeit eine Kugel in die Brust.

FVor einigen Wochen war der Postagent Altmann aus
Bankau in Oberschlesien nach Unterschlagung von mehr als
3000 M. Kassengeldecn flüchtig geworden und hatte sich in Ant⸗

verpen eingeschifft, um nach Brasilien zu gelangen. In Folge der
on den Posi⸗ Polizei- Gerichts- und Consulaisbehörden auf das
chleunigste ergriffenen Maßregein wurde Altmann jedoch gleich bei
»er Landung auf brasilianischem Boden in Bahia; festgenommen
und unter sicherer Obhut nach Deutschland zurückgebracht, wo er
»em Strafrichter zur Aburtheilung übergeben worden ist.

Goeschenen, 25. Febr. Im Gotthardt⸗Tuunel sind
in diesem Augenblicke noch 30 Meter zu durchbohren übrig. Die
Durchschlagung erfolgt am 1. oder 2. März.

Fur die Nedacktion veranlwortlich: F. X. De me 3.

— —⸗— f —ñ—

—
Versteigerung.
Samstag den 6. März nächst⸗
hin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert,/ in der Wirth⸗
schaft don Johann Joseph Hein⸗
rich; läßt Herr Urban Jacob,
Bürgermeister und Gutsbesitzer
in Rohrbach, die nachstehend be⸗
schriebenen Liegenschaften im
Banne von St. Ingbert öffent⸗
sich zu Eigenthum versteigern:
l. Pl.⸗Nr. 1807, 133 Dez.
Acker am Andelsbrunnen
neben Joh. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 1908, 38 Dez.
ücker in der Rischbach, ne⸗
oen Joh. Best
Pl.⸗Nr. 2218, 42 Dez.
Acker unter dem Specken⸗
thälchen neben P. Eich;
pᷣl.⸗Nr. 2994, 57 Dez.
Acker in der obern Lehm⸗
kaut neben C. M. Laur's
Erben;
Pl.«Nr. 8074, 40 Dez.
Acker auf dem Mühlthal
neben Joh. König;
Pl.-Nr. 8105, 88 Dez.
Acker auf dem Schaafkopf
neben E. Conrad.
Pl.⸗Nr. 3492, 65 Dez.
Acker im Betzenthal neben
P. Gros;
Pl.⸗Nr. 34683, 71 Dez.
Acker in den obern Seyen
neben Joh. Steinfeld.
Pl.⸗Nr. 2624, 41,5 Dez.
Acker im Lautzenthälchen
neben Joh. Jos. Heinrich;
Pl.⸗Nr. 2689, 48 Dez.
Acker im hintern Wallerfeld
neben Joh. Jos. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 3062, 92 Dez.
Acker im Mühlenthal ne—
ben Joh. Jos. Heinrich;
Pli⸗Nr. 3774, 47 Dez.
Ucker auf Schiffelland
neben Wagner's Erben;
Pl.⸗Nr. 1789, 17 Dez.
Wiese im Wartenweiher
neben Joh. Reidiger;
Pl.⸗Nr. 1800, 830 Dez.
Wiese allda neben Joh.
Steinfeld;
Pl.⸗Nr. 2249, 11 Dezʒ.
Wiese in der untern Schank⸗
wiese neben Gebr. Krämer;
Pl.-Nr. 2522, 54 Dezʒ.
Wiese in den Stegwiesen
neben Pet. Werner;
Pl.⸗Nr. 4513, 44 Dez.
Wiese auf der Spick neben
Gebr. Grell;
Pl.⸗Nr. 25132, ungefähr
17 Dez. Wiese in den
Stegwiesen neben Heinrich
Schmitt Erben.
St. Ingbert, 26. Febr. 1880.
Sauer, k. Notar.

Wir empfehlen:
Grassa men,
Incarnat⸗Kleesamen,
Vother)
„cblauer)
Zaat-Wicken und Hafer
((vrima)
Zaatgerste.
Franz Grell's Nachfolger.
Ich zeige hiermit ergebenst an,
daß ich mich in Rentrisch als
2
Schuhmacher

Als Düngermittel empfeh⸗
len wir:
Huano,
uaͤnochenmehl,
Zuperphosphat,
Wiesendüunger (auerkalk),
Amoniake⸗Superphos⸗

phat.
Frauz Grell's Nachfolger.

3 Zimmer, Küche, Speicher
und Keller in dem Woll'schen
Hhause (berstadt) sind sofort
u vermiethen. Näheres bei

Heinrich Laur.

Am 1. Februar

wurde auf dem Wege

jon Spiesen nach St. Ingbert

in Säckchen mit neuen

Ztrümpfen verloren. Der

edliche Wiederfinder wolls die⸗

elben in der Erped. d. Bl.
jegen Belohnung abgeben.

Lehrlingsgesuch.
Ein wohlerzogener Junge wird
als Lehrling angenommen bei
F. X. Demetz,
Druckereibesitzer.
Gegen Hals-&amp;
Brustleidon
zind die StolIwerela?schen
Ionig-Bonbons. Malz-Bonbons,
sommi-Bonbons, à Paquet
——
Zrust-Bonbons, à Paquet 50
AG cupseunlenswerthesten
Jausmittel. F

Pir ιν!
Bei Kramer &amp; Co. in Leipzig erscheint
Die
AMœD5SSTIIDCG.

niedergelassen habe und empfehle

nich in allen vorkommenden

Zchuhmacherarbeiten un⸗

er Zusicherung guter und bil—⸗

iger Bedienung.

Rentrisch im Februar 1880.
Hochachtungsvoll u. ergebenst

Auton HKerner,

ESchuhmacher.

Jeitschrift in Monatsheften für leichte ele⸗
aute weibliche Arbeiten, enthaltend neue
tiekmuster in brillantem Bunt-
arbendruek ausgeiührt, sowie Hä-
el⸗- und Filetmuster, Vorlagen für Weiß-
lickerei, Weißnähterei, Wasffel- und Strick⸗
arbeit, Perlhäkelei

Die einfache Ausgabe kostet pro Mo-
nat nur 15 Pfg. Reichswährung — 10 tr.
osterr. Die Toppelausgabe erscheint in
doppelt so großen Format als die ein⸗
jache und kostet dad Doppelte. *23

Man abonnirt 2u Jeder Zelt auf
e drei Hefte einer beliebigen Ausgabe
zei allen Buchhandlungen und Postan⸗
dalten.

5.

Wichtig
uͤr spar⸗
same
Haus⸗
rauen. Paris. Wir trinken
n unserer ganzen Familie an⸗
tatt Kaffee nur noch Ihren
»eltberühmten Kakao⸗
Lhee Maria Benno von
Donat. Auch meine Schwester,
ie Fürstin — liebt dieses wohl⸗
chmeckende, gesunde und so
zillige Getränk, welches sich
undert Procent billiger
als Kaffee stellt, über Alles.
Senden Sie bitte umgehend,
iber umgehend noch 20 Cartons
von Ihrem Kakao⸗Thee zu 20 Pf.
ind 10 Cartons zu 50 Pfg.,
assen Sie mich aber nicht wie⸗
der so lange warten ⁊c. ꝛc.“

Auf eine Tasse Wasser nimmt
nan 2 Kaffeelöffel Kakao-Thee
Maria Benno von Donat und
äßt dies eine halbe Stunde
ochen.

Der rasche Absatz hat vielfache
Fälschungen, Imitationen und eine
naßlose neidische Konkurrenz her⸗
vorgerufen. Deshalb möge man
einzig und allein nur darauf
ichten, daß dieser Kakao-Thee
uur echt ist in den Original⸗
Fartons, auf deren Vorderseite
nichts Anderes gedruckt steht als
ie weltbekannten vier Worte:
Naria Benno von Do⸗
nat.

Haupt⸗Depot in St. Ing⸗
ert bei Herrn Jean Peters.
Der weltberühmte Kakao⸗-Thee
ind die Husten⸗Caramels Maria
Benno von Donat treffen fort⸗
vährend frisch ein.

Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
232*u .XtAllu Krirtes SZonntagsblatt““ NRe. 9.

Zu verpachten auf mehrere
Jahre: eine Wiese in den
-tegwiesen, eine Wiese in der
Mäusbach, 1 Acker im Bom⸗
zacher Weiher, 2 Acker auf
Meß und Ensheimer Straße.
Räheres beie

Heinrich Laur.

rankfurt a. B

Neltestes Annoncen⸗ Bureau

Nern

&amp;

Vogler

Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —

10 Liebfrauenstraße 10.

—10.

1.

12.

13.
ewerbliche und
landwirtheschaftliche Ausctellung

4.
Pfalzgaues in annheim 1880.

8
2).
Die Herren Industriellen und Gewerbetreibenden der Rreise
Unnnheim, Heidelherz, Monßnhneh,- Carlsru he
ind Bnden, der Rverischen Rheinptalz, der Kreise
Worms. BRensheim und Heppenheim, der Oberämter
uerxentheim, Neckarsulin und Heflbronn werden
hiermit au recht zahlreicher Betheiligung eingeladen.

Unsor Bureau befindet sien in Mannheim Z 2 Nr. 18, ehem.
urop. Hof, an welches wir unter der Adresse des Oeneralaecre-
ars Nerrn Jenn VFischer alle avf die Ausstellung Bezug
nabenden Anfragen, Briefe ete. 1u richten bitten und woselbst
ille Anmeldepapiere a2u erheben sind.

gehluss der Anmeldungen spatestens 1. Marz 1880.
Eröõffnungstermin 15. Juli 1880.
PDas Central-Comité.

16

7

18.
        <pb n="139" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
NA 36. * Dienstag den 2. März

18s5.

——

.àαÑαα ôäÊôXäXÆäXô»XW
Deutsches Reich.

Der bayer. Finanzminister v. Riedel ist nach Berlin ab—
gjereist, um den Sitzungen des Bundesrathes beizuwohnen. In
Nürnberg nahm er einen halbtägigen Aufenthalt, welcher zunächst
der kgl. Bank und einer Unterredung mit dem Chef des Hauses
Bloch und Comp. galt, mit dem nunmehr eine Schatz-Anleihe von
12 Millionen unter sehr günstigen Bedingungen abgeschlossen ist.

Die „Allg. Ztg.“ enthält ein Handschreiben Sr. Maj. des
Königs an den Kriegsminister General be Maillinger, in
welchem der König demselben unter den schmeichelhaftesten Aus⸗
drücken die Inhaberschaft des 9. Inf.-Reg. verleiht.

Zur Zeit werden in Unterfranken von den kgl. Bezirks⸗
uimtern Erhebungen gepflogen, wie viele Oekonomieguͤter in den
ꝛinzelnen Bezirlen in Folge von Zwangsversteigerungen nicht be⸗
virthschaftet werden. Zugleich wurde angeordnet, in der Rubrik
Bemerkungen“ die Ursachen ökonomischer Erschwerung und sonstige
harakteristische Fälle einzuͤtragen.

Im Reichstag stellte Abg. Stumm die Anfrage, ob die
Reichsregierung beabsichtige, dem Reichstag in dieser oder der nächsten
Zession einen Gesetzenwurf über Gründung von Altersversorgungs⸗
uind Invaliden-Kassen für Fabrikarbeiter vorzulegen. Stumm meinte,
ohne Zwang lasse sich da nichts erreichen; die Hände dürfe man
iber nicht in den Schooß legen, denn je schärfer man den Aus—
chreitungen eines irregeleiteten Theiles der Arbeiter entgegentreten
müsse, um so mehr muͤsse man auch auf ihre berechtigten Interessen
Bedacht nehmen. Minister Hofmann erwiderte der Gegenstand
ei sehr wichtig und erfordere ein gründliches Studium, so daß er
nicht sagen könne, ob schon dem nuͤchsten Reichstag ein solcher Ge⸗
etzentwurf werde vorgelegt werden; wenn es moͤglich sei, ohne
Zwang — etwa durch Normativbestimmungen — zuͤm Ziel zu

ommen, so dünke ihm das besser.

Der dem Bundesrath zugegangene Wuchergesetz⸗ Entwurf ent⸗
„äült 7 Paragraphen, davon vier in das Strafgesetzbuch hinter
302 einzuführende neue Artilkel. Danach wird Wucher d. h.
leberschreiten des üblichen Zinsfußes in auffälligem Maße mit Ge—
ängniß bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe von 1500 M., unter

erschwerenden Umständen bis zu einem Jahr Gefängniß bestraft.
Zewerbmäßiger Wucher wird mit Gefängniß und Geldfstrafe bestraft.
Verträge, die gegen dieses Gesetz verstoßen, sind ungültig.

Kaiser Wilhelm hat am Freitag den Fürsten Bismard
desucht und mit demselben eine Besprechung von anderthalb Stunden
zehabt. Der Reichskanzler ist wegen seines leidenden Zustandes
genöthigt, noch das Bett zu hüten.

Die offizielle Feier des Geburtstages Sr. Majestat des Kaisers
it der Charwoche wegen auf Samsiag den 20. März veriegt
worden (wie in den Jahren 1865 und 1872).

Ausland.

Ein jüdischer Divisionsgeneral ist soeben in Fraukreich er⸗
nannt worden. Mittelst Decrets des Präsidenten der franzoösischen
Republik vom 19. ds. Mis. ist nämlich der bisherige Brigadegenera!
Leopold Sée, mosaischen Glaubens, zum Divisionsgeneral befördert
worden. (Zugleich mit ihm machie dasselbe Avancement auch ein
zruder des Präsidenten Grevy.) Leopold Sée steht gegenwärtig
in 58. Lebensjahre; er wurde am 4. Mai 1828 zu Bergheim
im Elsaß geboren.

Die Franzosen verfallen zur Abwechselung wieder einmal
a's Spioneriechen. Neulich schon hieß es, es seien zwei Deutsche
erhaftet worden, die sich in einem der östlichen Departements mit
Lerrain⸗Zeichnungen u. dgl. zu schaffen machten. Hinterdrein stellte
ꝛich ihre Beschäftigung als von hoͤchst harmloser Art heraus. Die
deiden Verdaͤchtigen waren ein Handlungsreisender und ein Maler,
Fetzt wird gemeldet, in Rheims sei ein preußischer Officier ver⸗
haftet worden, wie er die Festungswerle photographisch aufnahm.
Wir wollen abwarten, wie sich die Sache aufklärt; so viel ist uns
jeßt schon gewiß, daß sich's nicht so vethalt.

Der französische Minisier des Innern hat bestimmt, daß
ille Beamten seines Departements, die 60 Jahre alt find und 30
Jahre dienen, pensionirt werden. Dieselbe gehören fast alle der
»onabartistischen Partei an. und deren Zahl ist ziemlich bedeutend.

Die griechische Regierung hat infolge der letzten türkischen
Noten in der Grenzfrage beschlossen, die Verhandlungen mit der
Türkei abzubrechen. In einem Rundschreiben rechtfertigt die Re—
zierung diesen Schritt und ruft auf Grund der Beschlüsse des Ber⸗
iner Kongresses die Vermittlung der Mächte an.

In Konftantinopel wurde am Sonntag auf den russischen
Botschaftsrath Onou- und den Obersten Komaroff während eines
Spazierrittes von zwei Individuen geschossen. Nur das Pferd
domaroff's ist verwuͤndet, die Verbrecher entkamen.

Einen Tag nachdem die letzte Geheimdruckerei in Pete rs⸗
burg aufgehoben wurde, ist schon wieder eine neue Rebolunons-
eitung erschienen. Die Polizei sucht und fahndet, bis jetzt aber
noch vergebens.

Vermischtes.

F Der Vorschußverein Kusel erzielte 1879 bei einem Ge—
ammtumschlag von 987,292 M. einen Reingewinn von 83890
M. 95 Pf. Hieraus wurden 790 Dividende bezahlt und dem
Reservefonds 1300 M. zugewiesen. Die Zahl der Mitglieder be⸗
rug Ende 1879 116.

.Die Suppenanstalt in Landau hat am Sonntag ihre
Thätigkeit eingestellt.

F Am Sonntag feierte in Mußba ch Lehrer Schneider
don dort sein 50jähriges Amtsjubiläum. Wie sehr die Gemeinde
den Jubilar, der seine ganze bisherige Lehrthätigkeit ihren Kindern
zewidmet hat, ehrt, beweist das Geschenk, mit dem sie ihn über⸗
raschte. Dasselbe besteht aus einem werthvollen Pianino.

Der Redaktion des „Dürkh. Anz.“ wurde am 28. Febr.
die Blüthe eines Birnbaumes überbracht.

x In Ludwigshafen ist die Genehmigung einer Geldlotkerie
um Ausbau der dortigen katholischen Kirche eingetroffen.

F Aus der südl. Vorderpfalz schreibt man dem „Pf. K.“:
Der Landmann ist heuer länger als sonst zur Unthätigkeit verurtheilt,
a der Ackerboden in Folge des tiefen Gefrierens an vielen Stellen
,sich noch nicht gesetzt“ hat. Der Reps macht einen schlechten Ein⸗
ruck; er wird nach der Ansicht von Sachverständigen zum größten
Theil untergeackert werden müssen. Auch die Kleeäcker sollen Noth
gelitten haben. Was das Getteide betrifft, so kann man hierüber

erst im nächsten Monat urtheilen. An den Straßen hat der Frost
benfalls Schaden angerichtet: manche Stellen erweisen sich beim
Betreten elastisch wie ein Luftkissen.

FWürzburg, 27. Febr. In zweiter Instanz wurde
am 23. d. Mis. die Frage hier verhandelt ob die Amsel ein jag⸗
dares Thier sei. Der Schlosser und Gaäͤrmer Winter hatte im
August d. J. im Auftrage des Professors Dr. Semper mehrmals
in dessen Garten mittelst Schlagnetzen Amseln gefangen. Beide
waren deßhalb vor das Schöffengericht gestellt und freigesprochen
worden, wogegen der Amtsanwall Berufung einlegte. Heute nun
wurde das Urtheil zweiter Instanz verkündet, welches ebenfalls auf
Freisprechung lautete. (Damit wäre also vie Amsel als jagbares
Thier erklärt.)

f Dem Postboten Rosenauer in La ndshut, welcher in
diesem Winter drei Kinder von dem Tode des Erfrierem gerettet
hat, wurde von einer Gesellschaft von Menschen⸗ und Kinderfreunden
in Mannheim ein Geschenk von 225 M. gemacht.

teEin Nürnberger Productenhändler hat dieser Tage einen
Doppelwaggon (10,000 xg) Eier aus Rußland erhalten.

fWie rechtsrheinische Blaätter melden, wird die in den letzten
Tagen des Februar stattgehabte Ziehung der Kissinger Kirchen—
zaulotterie in Folge einer bei der Ziehung vorgekommenen Un—⸗
ꝛegelmaßigkeit wohl leine Giltigkeit haben. Besitzer von Kissinger
Loosen werden darum gut thun, die Loose vorerst noch nicht zu
dernichten.

F In Berlin werden von den Fleischbeschauern jetzt faft
alle Tage mit Trichinen behaftete Schweine entdedt. VTa jeder
einzelne Fall von dem Bezirks⸗Physilus zum zweiten Male unter⸗
jucht wird, ist ein Irrthum nicht leicht moͤglich.

F Am 26. ds. Mis. früh brach im dichtest bevolkerten Stadt⸗
ziertel von Sal aburag ein Brand aus, der leider fuünf Menschen⸗
        <pb n="140" />
        leben zunnCpiet forderle: ein Postbeamter mit Fraͤu und Kind
fand im Wohnzimmmer seinen Tod; ein Schuhmacher wurde auf
der Stiege todt gefunden; endlich verbrannte eine Köchin.

*Am Eontag Vormittag um 9 Uhr wurde; die Durch⸗
bohrung des St. Gothard und damit eine 80 Jahre dauernde
Riesenardeit vollendet. Schon in der Nacht um 10 Uhr war mit
der Sonde die letzte Felsscholle durchbrochen worden. Der Tunnel
mißt 14,900 Meter (über zwei deutsche Neilen) und liegt in einer
Höhe von 1162 Meter. Am Sonntag Nachmittag um 2 Uhr
ollbrachten die Techniker die. erste Fahrt durch denselben von der
Nord⸗ nach der Südseite.

Frur die Redaction verantwortlich: F. X. Denne tz.
Gewerbliche und landwirthschaftliche Ausstellung
des Pfalzgaues in Mannheim.

Pfalzgau⸗ Ausstellung in Mannheim. Die endgültig
bindenden Anmeldungen zu der hiesigen Ausstellung mehren sich
in solchem Umfange, daß der für die Industriehalle in Aus—
sicht genommene Raum schon heute überzeichnet ist. Es hüngt
daher die Annahme weiterer Anumeldungen von dem noch aus—
—
233 3144
Licitation.
ESamstag, den 20. März
nächsthin, Rachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Peter Heufser,
werden duͤrch den unterzeichneten
hiezu gerichtlich beauftragten kgl.
Rolar Sauer, daselbst, die nach⸗
hin beschriebenen Liegenschaften,
zum Nachlasse, der allda verleb⸗
en Maria Weidmann ge⸗
hörig, im Banne von St. Ing⸗
hert der Abtheilung wegen, öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigert, als:
J.“ Pl.-Nr. 2641, 8 2 47 qꝗm

Acker im Lautzenthälchen;
2. Pl.Nr. 1178, 2 279 qm
Garten in den Stauchgärten;
3. Plser. 1798, 8 a 20 qm
Wiese im Hartenweiher;
Pl.e-Nr. 38138, 40 20 qm
Acker auf Schiffelland;
Pl.Nt4441, 94 70 qm
Wiese im Allment;
Ppli⸗Nr. 3352, 18 4 6 qm
Ader in der Apfeltart.
Eigenthümer sind:
Valentin Weidmann Fuhr⸗
mann;
Johann Weidmann, Fuhr⸗
mann;
Johann Joseph Weidmann,
Fuhrmann;
Peter Weidmann, Nacht⸗
wächter;
Matia Weidmann, Ehefrau
hon Peter Schwarz, Berg⸗
nann;
Elisabetha Weidmann, Ehe⸗
rau von Johann Heinrich,
Bergmann;
Elisabetha Weidmann, Wwe.
des in St. Ingbert verleb⸗
en Schmiedes Franz Jakob
Zchmelzer;
VBatbara Weidmann, Ehe—
frau von Nikolaus Stein⸗
feld, Bergmann;
Georg Weidmann, interdicirt.
der den Johann Weidmann
zum Vormunde, und den
Nikolaus Steinfeld, beide
genannt zum Nebenvor—
mund hat;

O. Katharinn Farschang, Wwe.
des in St. Ingbert verleb—
len Bergmanns Johann Eich.

Alle in Skt. Ingbert wohnhaft.
St. Ingbert, 20. Febr. 1880.
ZTauer, k. Notar.

Versteigerung.

Sauistag den 6. März nächst⸗
zin, Nachmittags zu St. Ing⸗
hert bei Johann Joseph Hein—
rich unmittelbar nach der Ver—⸗
achtung des Herrn Jacob von
nwohrbach, lassen die Erben der

u St. Ingbert verlebten Elisa—

etha Schmelzer, gewesenen

wittwe des daselbst verlebten
däfners Johann Becker, die

iachbezeichneten Liegenschaften, im

ganne St. Ingbert abtheilungs⸗

alber öffentlich in Eigenthum
ersteigern, nämlich;

1. pl.-Nr. 1645, 16 270
qm Acer auf'm großen
Flur 1Vv. Ahnung neben
Jacob Klemmer, Wittwe
und Valentin Weidmann;
Pl.Nr. 2908, 12 a 60
qm Acker am Seyhenrech,
neben Heinrich Schmitt.
Wittwe;

Pl.⸗Nr. 4019, 13 a4 Acker
hinter Hobels neben Johann
Schwarz.

St. Ingbert, 2. März 1880.
Sau⸗r, k. Notar.
Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 3. Marz nächst⸗
zjin, Morgens 10 Uhr zu St.
Ingbert vor der Wohnung
es Weinhändlers Carl Hofmann
verden nachbezeichnete gepfändete
gegenstände gegen Baarzahlung
nffentlich zwangsweise verstei⸗
gert nämlich:

7 Wirthstische, 4 Wirths
bänke, 9 Holzstühle, 14
Rohrsessel, J Wanduhr, 1
Taschenuhr, 1 Penduluhr,J
zuffet, 1 Bierpression mit
Zubehör, 43 Schoppengläser,
1 halbe Schoppengläaͤser ꝛc.
Bierieller, 3 Bilder, 3 Spie⸗
gel, 1 Küchenschrank, 1 Kü—
henschaft, 1 Kleiderschrank,
Pfeilerschränlchen, 2 Nacht—
ischchen, 1 Kinderwägelchen,

1 Federmatratze ⁊c.
St. Ingbert, 27. Febr. 1880.

Faßbeunder,

Gerichtsvollzieher.
3 Zimmer, Küche, Speicher
und Keller in dem Woll'schen
Zause (Oberstadt) sind sofort
zu dermiethen. Näheres bei

Heinrich Laur.
WWMRXRXRRVR«»«»«—]————üüüüüvü——»—»—»—»e
Fruck und Verlag von F. X.

stehenden Entschlusse des Central-⸗Comite's weitere Annere zu
bauen ab. —— I
(Eingesandt.)

Einsender Dieses erlaubt sich, die städtische Verwaltung auf
eine Lücke im hiesigen Straßenpflaster aufmerksam zu machen, de—
ren Beseitigung höchst wünschenswerth ist und das Budget der
Stadt nur“ unbedeutend belasten würde. Es betrifft die Strecke
der Kaiserstraße vom Hospital bis zur Abzweigung der neuen
Vahnhofsstraße, deren Pflasterung sobald als möglich veranlaßt
verden sollte. Wenn Einsender dem Wunsche Ausdruck gibt, die
Stadtverwaltung möge schon in nächster Zeit an zuständiger Stelle
darum einkommen, so weiß er sich mit allen Anwohnern der be—
treffenden Strecke einverstanden. Von Oben wird hoffentlich der⸗
selben nichts im Wege stehen, da die zuständige Baubehörde,
wie man hört, sich bereits privatim dahin ausgesprochen hat, einen
seitens der Stadt in diesem Betreffe zu stellenden Antrag zu be—
fürworten. Es liegt also zunächst an der städt. Verwaltung, die
Sache in Fluß zu bringen. Je eher es geschieht, desto besser
ist es.
—3B—
Ein Jjähriger, brauner, glatt⸗
haariger Hühnerhund, eng⸗
iische Raçe, mittlerer Größe.
mit einer dünnen Ruthe, ist ver⸗
jlossenen Samstag entlaufen.

Wiederbringer erhält eine gute
Belohnung.

St. Ingbert.

J. B. Martin,

Zu verpachten auf mehrere
Jahre: eine Wiese in den
Stegwiesen, eine Wiese in der
Mäusbach, 1 Acker im Bom—
bacher Weiher, 2 Acker au
Meß und Ensheimer Straße
Näheres bei
Heinrich Laur.
Signirzettel
Nbilligst dei gF.oR. Demeß
— * 9 * * M
M. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraũße 153.

Wimenschaftlich geprüft u. beautochtet. ναν-
Poppelbrüntermagenbitter
nach einem alten aus einem Be
nedictinerkloster siammenden Recep
ẽabrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
C. PIXGEL in Gottingen
(Provinz Hannover.)

Der Beredictiner ist bi—
etzt das lostbarste Hausmittel uud
eßhalb in jeder Familie belieb
eworden. Der Benedictinen
st nur aus Bestandtheilen zusam
mengesetzt, welche die Eigenschaften

ihen die zum Wiederaufbar

eines zerrüttelen dahinsiechenden

Körpers unbedingt nöthig find

er ist unerseßlich be Magenleiden, Unverdanlichkeit, Hämor
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähunugen, Hautause
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Otheumatiomus

Echwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
und viel:a anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdrus des Gesichts, da—
gelbsarbige Auge, die jaffranfarbige Haut, macht den Erist munter und
frijch, stellt die Harmo iie des störpers wieder her und verlängert da
Leben bis zu seinem vollen Maße.

XRB. Jede Flasche ist mit dem Siegel .KC. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschutzten Etiqnett vershen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 530 pf.
—A— 2 060 1 0 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra.
ätis. Versandt geen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Sr. Hochwürden Herr Pfarrer Ludwig Schlichting in Rhein—
hartshausen bei Augsburg berichtet: Ihr „Benediltiner“ hat mir scho
gute Dienste geleistet, die schon 20 Jahre mich quälenden Krämpfe in
Unterleibe sind bedentend gemindert und der Appetit ist sehr verbesser
-en (BPestellung.)

2 3
Anne Rorn Iré
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen
beschwerden, Verdauungsschwäche. Uebelkei
u. s. w.
Preis AFI. en. IũO Gr. In. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Vernhard-Magenbitter von C. Pingel ir
GGöttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.
Demest in St. Inabert.
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

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Ter St. Ingberrer Anzeiger und das (Z mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlcheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementsvreis deträgt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1460 60 H, einschließlich 420 A Zusiellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattischrist odet deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
4 37. Donnerstag den 4. März

138880.

Deutsches Reich.

Am Samstag Abend wurde in Müuchen von Se. Maj.
dem König der päpstliche Nuntius Msgr. Roncetti zur Uebergabe
einer Kreditive in feierlicher Audienz empfangen.

Rekrutirung der bayerischen Armee pro 1880181. Eine

letzten Samstag publizirte k. Entschließung vom 23. v. M. enthält
die Bestimmungen über die Rekrutirung der Armee für 188081.
Nach derselben sind einzustellen: A. Zum Dienste mit der Waffe
zei den Infanterieregimentern und Jägerbataillonen per Bataillon
190 Rekruten, bei jedem Cavallerieregiment mindestens 180, bei
eder reitenden Batterie mindestens 25, bei jeder der übrigen Feld-
zatterien mindestens 30, bei jedem Fußartilleriebataillon 180, bei
jedem Pionierbataillon 200, bei der Eisenbahnkompagnie 55, bei
eder Trainkompagnie mindestens 15 und weitere 44, bei jeder
Zanitatzkompagnie 96, bei der Equitationsanstalt mindestens 60
Rekruten. B. Zum Dienst ohne Waffen: zu zweijähriger Dienst—
eit als Militärkrankenwärter bei der Sanitätskompagnie jedes
Trainbataillons 36 Rekruten, dann als Oekonomiehandwerker bei
ämmtlichen Truppentheilen mindestens ein Drittel der etatsmä⸗
zigen Zahl. Die Einstellung der Rekruten hat bei sämmtlichen
Truppentheilen nach näherer Anordnung der vorgesetzten General⸗
ommandos in der Zeit vom 2. bis 6. November, bei det Equi⸗
ationsanstalt am 1. Oktober l. Is., jene der im Frühjahr ein⸗
ustellenden Trainsoldaten am 2. November k. J. zu erfolgen.
Die Entlassung der zur Reserve zu beurlaubenden Mannschaften
jat bei denjenigen Truppentheilen, welche an den Herbstübuͤngen
heilnehmen, am ersten oder zweiten Tage nach Beendigung der⸗
elben, bezw. nach dem Wiedereintreffen in der Garnison, siattzu⸗
inden. Für alle Truppentheile ist der 30. Sept. l. J. der spä—⸗
este Entlassungstermin.

Im deutschen Reichstag begann am Montag die erste
desung des Gesetzentwurfs über Abaͤnderung des Militärgesetzes von
1874 GVermehrung der Friedensstärke des Herres). Kriegsminister
dameke legte besonderes Gewicht darauf, daß durch die müitärischen
Maßnahmen Frankreichs und Rußlands das militärische Gleichge⸗
wicht zwischen ihnen und Deutschland nicht mehr bestehe und daß
vir dieses nun wieder herstellen müssen, wenn auch nicht gerade
icute Gründe dazu drängen. Abg. E. Richter (Forischr.) forderte
Finführung der zweijährigen Dienstzeit. Graf Moltke befürwortete
zann den Gesetzenwurf in längerer Rede und sprach sich sehr ent⸗
chieden gegen zweijährige Dienstzeit aus, welche nicht genüge, um
zute Soldaten zu bilden. „Frankreich hat die Friedensstärke feiner
Armee verdoppelt, während wir bei 1 Procent der alten Volls—
ählung stehen geblieben find; Rußland hat eine Friedensstärke von
300,000 Mann, also doppelt so viel als wir. Und dabei muthet
nan uns zu, so großmüthig zu sein, zuerst zu entwaffnen? Hat
»enn aber der deutsche Michel jemals anders das Schwert gezogen,
ils um fich seiner Haut zu wehren? Wir müssen den Frieden
jalten, und schützen, auch nach Außen, soweit unsere Kraft reicht.
Wir werden dabei vielleicht nicht allein stehen. Darin liegt keine
Drohung, sondern eine Bürgschaft für friedliche Zustände in unserem
Belttheile, vorausgesetzt, daß wir stark und gerüstet sind, denn mit
chwachen Kräften, mit Armeen auf Kündigung läßt sich dies Ziel
richt erreichen.“ (Beifall.) — Nachdem Abg. v. Bennigsen erklärt
jat, daß die überwiegende Mehrheit der Nationalliberalen für die
mnveränderte Annahme des Gesetzentwurfes stimmen werde, ist dessen

Annahme mit 80 bis 40 Stimmen Mehrheit als gesichert zu
etrachten.

Der Reichstag hat am Dienstag die Militärvorlage an
me Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen.

Nach 8 8 des Gesetzes vom 15. Juli 1879 wird der Ertrag
ꝛer Zolle und der Tabaksteuer, soweil er die Summe von 130
Nillionen Mark übersteigt, an die Bundesstaaten verteilt und zwar
iach Maßgabe der Bevölkerung, mit welcher sie zu den Matrutul-
irbeiträgen herangezogen werden. Für das laufende Jahr ist nun
e Vertheilungssumme auf etwas mehr als 40/3 Millionen Mark
u schatzen, so daß darnach auf jeden Kopf der Bevolkerung jedes
Ztaates citca 92 bis 96 Pfennige kämen.

Das Tabaksmonopol. Die ‚Berl. Nachr.“ schreiben:
Bir erhalten eine neue Bestätigung dafür, daß an leitender Stelle
die Einführung des Tabakmonopols geplant wird. Uns wird näm—
ich von sonst zuverlässiger Seite versichert, daß in diesem Augen-
liche deutsche Regierungskommissare in Oesterreich, wie in Frankreich
ind in Italien sich aufhalten, um die dortigen Monopolseinrichtungen
zu studiren.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ meldet: Durch den schwankenden
Jesundheitszustand und die übergroße Arbeitslast des Fuͤrsten Bis—
narck werde die zeitweilige Vertretung des Neichskanzlers in den
deschäften des Auswärtigen Amtes durch den Fürsten Hohenlohe
Botschafter in Paris) veranlaßt, welcher nach einigen Mongaten
nach Paris zurückkehren werde, wo inzwischen v. Radowitz ihn
zertreten werde.
Ausland.

Der rufsische, Regierungsbote“ veröffentlicht ein von Bis—
narck gegengezeichnetes Schreiben des deutschen Kaisers an den
daiser von Rußland, worin der Erstere den Letzteren zu seinem
Fubiläum beglückwünscht und seine Freude ausdrückt, daß die
creundschaft der Väter sich auch an ihnen bewahre. Der deutsche
daiser gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß diese Freundschaft sich
is an sein Lebensende ungetrübt erhalten werde und erfleht für
en Zaren den Schutz Gottes, welcher denselben noch in den letzten
Tagen so wunderbar beschützte. Der Kaiser schließt mit der Ver—
herung seiner wahren Hochachtung und unwandelbaren Freund⸗
haft für den russischen Kaiser und sein Haus.

Vermischtes.

*Sit. Ingbert, 3. März. In heutiger Schöffen⸗
itzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Mann
von Friedrichsthal erhielt unter Verwerfung des Einspruchs gegen
inen Strafbefehl wegen groben Unfugs 3 Tage Haft. 2) We⸗
jen Widerstands gegen die Staatsgewalt und Bettelns erhielt ein
Bursche von Rohrbach 1 Monat Gefängniß und 8 Tage Haft.
) Wegen Kohlendiebstahls wurde ein Mann zu 2 Tagen Ge⸗
ängniß verurtheilt und 7 Buben, desselben Vergehens angeklagt,
Ils unzurechnungsfähig freigesprochen. 4) Fünf Burschen von
A Verübung groben Unfugs Haftstrafen
yon 21, 8, 5, 1 Tag und eine Geldsirafe von 8 Viark 5) Ein
remder Händler wurde wegen Gewerbesteuer Contr. zu 18 Mark
deldstrafe verurtheilt. 6) Ein Mann von hier hatte gegen einen
Strafbefehl wegen Verkehrsstörung Einspruch erhoben und wurde
r unter Verwerfung des Einspruchs zu 1 Mark Geidstrafe verurtheilt.

In nächster Schöffensitzung haben als Schöffen zu
rscheinen, die Herren: Johann Fiad, Fabrildireltor und David
dahn, Seifenfabrikant, beide von hier.

»St. Ingbert, 4. Febr. In der Nacht von Dienstag
nuf Mittwoch staltete ein Dieb mittelst Einbruchs dem Keller des
Ir. Zimmermeisters Georg Uhl seinen Besuch ab. Durch das ent⸗
kandene Geräusch erwachie jedoch Hr. Uhl und der Dieb war ge⸗
röthigt, seinen Besuch, det ihm nur einige Flaschen Wein einge⸗
ragen hatte, abzukürzen. — Vor einiger Jeit wurden in der
lbenddämmerung von der Rollfuhre zwei in einen Sack eingenähte
-chinken gestohlen. Etwas später nun wurden zwei Schulknaben
xwischt, als sie eben daran waren, von dem Wagen eines Lumpen⸗
ammlers und Geschirrhändlers verschiedene Kleinigkeiten zu ent⸗
venden. Es stellte sich jetzt aber auch heraus, daß die beiden
enen Schinkendiebstahl ausgeführt hatien. Hoffentlich wird eine
mpfindliche Strafe den jugendlichen Dieben für die Zukunft die
Lust benehmen, sich wieder an fremdem Eigenthum zu vergreifen.

fEinkommensteuer) Die Vormünder und Kuraioren
ind personlich haftbar, wenn sie die Fatirung der Kapitalrenten
ind Einkommensteuer für die von ihnen Vertretenen ganz unter⸗
assen oder unrichtig angeben.

F. Die Nachricht, als seien bei der Kissinger Kirchenbau—
otterie Unregelmäßigkeiten vorgekommen, durch welche die Un⸗
jiltigkeit bedingt sei, wird von der Generalagentur, A. &amp; B. Schuler
n Zweibrücen, auf's Allerbestimmteste in Abrede gestellt.
        <pb n="144" />
        — Für die pfälzische Gewerbemuseums-Prämienlotterie

werden 100,000 Loose à.8. M. ausgegeben werden, von denen
sich 20,000 der Verwaltungsrath zur direkten Vergebung vorbehalten
ill. Die Hauptagentur, um welche sich verschiedene Firmen be⸗
worben haben, wurde Hr. Goldschmitt in Ludwigshafen
übertragen.
F'Die Kaiserslauterer, Polizei hat am Samstag
einen guten Fang gethan. Gelegentlich einer von dem Polizei-⸗
commissär in Begleitung der beiden Thierärzte vorgenommenen
Haussuchung bei einem Metzger in der Kerstgasse wurde Fleisch
nes tranken Kalbes entdeckt, das derselbe in Wolsstein gekauft
und in der Nacht heim gebracht hatte. Anfangs wurden nur
Theile der Eingeweide und der Kopf gefunden und alles Suchen
nach dem Fleisch schien vergeblich zu sein bis man endlich den
in seinem Betie anscheinend den Schlaf des Gerechten schlafenden
Meister ohne Erbarmen zum Wachen brachte. Nachdem derselbe
zum Aufstehen veranlaßt worden war, fand man in seinem Bette
richtig den größten Theil des gesuchten Fleisches, das dann con⸗
fiscirt wurde. GKsrsl. 3.)

Die Suppenanstalt in Neustadt, welche 8 Monate
lang täglich 600 Liter Suppe verabreichte, wurde gestern, wie der
„Duͤrkh. Anz.“ meldet, geschlossen. — Inmitten der gen. Stadt
ertrank am Dienstag im Speierbach ein djähriger Knabe.

4 In der Neustadter Gymnasiumsfrage ist ein kleiner
Stillstand eingetreten; auf eine Eingabe des Stadtrathes in diesem
Betreff wurde geantwortet, daß nach Ostern ein Ministerialrath
nach Neustadt kommen soll, um sich zu informiren und die vorge⸗
schlagenen Gebäulichkeiten in Angenschein zu nehmen.

F'In Frankenthal stürzten 2 dreijährige Knaben in
den Isenachbach. Ein des Weges kommender Arbeiter, Fuchs von
Trippstadt, sprang schnell in das Wasser, und es gelang ihm,
beide demselben zu entreißen. Leider erwiesen sich die Wiederbe⸗
lebungsversuche an dem einen Knaben erfolglos.

FaAußer den neulich mitgetheilten Pfälzern wird noch H.

Weltz aus Speyer die Weltausstellung in Melbourne beschicken.

F Seit dem 1. ds. M. amtirt das Justizpersonal Bayerns
n den Gerichtssitzungen in Robe und Barett. —

Im Abrahamschachte bei Freiberg (achsen) ist am
29. Febr. die Fahrkunst gerissen, wobei 13 Personen verunglückten;
) wurden getödtet.

Deutsche Auswanderung nach Amerika.
In dem Dezennium vom 1. Januar 1871 bis 31. Dezember 1880
ind laut amtlicher Feststellung der New-NYorker Einwanderungs⸗
ehörde 346,093 Deutsche in den Vereinigten Staaten einge⸗
vandert. Da die Gesammieinwanderung in derselben Zeit
360,700 Seelen betrug, so gehört den Deutschen Us der Ge⸗
ammteinwanderung — eine Zahl, welche auf die immer mehr zu—
zjehmende Germanisirung einiger Weststaaten, nach denen sich der
ztrom der Auswanderung lenkt, schließen läßt. Auf die einzelnen
zahre entfallen sehr verschiedene Quoten dieser Gesammtzahl.
zhren Höhepunkt erreichte die deutsche Auswanderung im Jahre
(872, wo sie sich auf 128,030 Seelen bezifferte, Sie sank bis
nuf 17,000 Seelen im Jahre 1877 und ist seitdem wieder stetig
m Steigen begriffen. 1879 betrug sie 33,574 Seelen.

4An die Arbeiter des St. Gotthard-Tunnels wurden
1300 silberne Medaillen vertheilt; die erste erhielt ein Mann,
stamens Vercelli, einer von denjenigen, welche bereits an den Ar—
zeiten im Mont Cenis theilgenommen haben.

Au
St egsnachrichten.

Der protest. Lehrer Ph. Bör zler von Mittelbrunn wurde zum Lehrer
an der lonfessionell⸗gemischten Schule zu Annweiler ernanut.

Der proiest. Lehrer Huter in Otterberg und der kathol. Lehrer Hagen⸗
zucher von St. Ingbert, die bereits vor Jahresfrist der Igl. Regierung in
Vorschlag gebracht worden waren, wurden auf ernannten Antrag der Stadt⸗
ind Schulbehörden zu Lehrern an der konfessionell⸗gemischten Schule zu stai⸗
erslautern ernanut.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X Demes.

—
Ein Garten.
geeignet zu einem Bauplatz, mit
2 Beet Wiesen unterm Viadukt
an der neuen Schmelze ist zu
verlaufen. Bei wem? zu erfra⸗
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bei Schlossermeister Weiland
zu St. Ingberter Grube.

4—

57
aj Erund der thatsachtich ern
zietien Hetlersauge kbann das berets in
110. Nuil ersunene reudiuntiritte Bud:
ur. Nn's Raturieilincthode““,
Rreis 1 Wark,“) auen Kraulen aubf's
Warnfte zur Anscpajjung erivfot let
werden. DZDa diesen 241 Seiten starken
Werke sindet ein Jeder, gleichniel an
mweicher strautheir lerdeud, taujeusjach
be:r ahrte, leicht zu beiorrende RNato⸗
wiage, die, wie zablroe Tanlsjchrei ben
bewreisen oft selbit Schzwertrunten,e
ocs Hilfe —Heilung Lrachten *
icner àVUertans Aunnet, . —
ig, sendet auf Wriuch
nen Win Seit. siark
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2) Vortäthiag in allen Buchhandl.
AUnsere heutige

uner“ bringt für
ure eon onten eine Extra⸗
Beilage des rühmlichst bekann—
ten Benedie“ner⸗Doppel⸗
kräuter⸗Magezel itter von
E. Pingel in C7? ngen.
Niederlage in St. Ingbert bei
J. Friedrich.

Straßenwärterstelle.
Auf der im Bau begriffenen Straßenstrecke von Habkirchen
über Bliesmengen-Bolchen bis zur preußischen Grenze bei der
Uhrigsmühle soll ein Straßenwärter aufgestellt werden,
welchem vorerst während der Bauzeit die Aufsicht über die durch
den Unternehmer auszuführenden Arbeiten übertragen wird und
welcher nach Fertigstellung des Straßenbaues auf der erwähnten
Strecke als Straßenwärter mit dem Wohnsitze in Habkirchen oder
in Biesmengen-Bolchen verbleibt. Derselbe bezieht aus der Distrikts⸗
kasse Blieskastel einen monatlichen fixen Geldgehalt von 42 Mt.
Bewerber, welche vom Straßenbaue Kenntniß haben, insbesondere
tüchtige Maurer und Steinhauer, wollen ihre Gesuche nebst Zeug⸗
nisse über Brauchbarkeit und Wohlverhalten binnen 8 Tagen bei
der unterfertigten Behörde einreichen.

Zweibrücken, 2. März 1880.

Kgl. Bezirksamt:
Damm.
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ler Kaiserlichen u. König-
lichen Hof-Chocoladen-
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3335*2—337 335335 538 5
A—— * 5238* 3 A2. »2 5 53663 — 225 323
3833— —338 38—3 35. — F93— 2588333— S8*88 *
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585533333 5253. 338 — 57333553353 — *2
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5323 5 8 53 2 35 23 *2 533 3335 3335537 5353 *
53355 7556 53383 3355 38
2 2 122 * — 22 * 28— 23 — — —23 —7 223 8 72
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22 5 — 2 * — ———
5. 35382 55 —25 788 —2323 5z5 —5323
——265 333355832533 253333.
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275333553 * * — —58 5233 26*
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535—3 583 33325 ꝙ ⁊* —22. —53 53*
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3 3 —383285*
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233335353 ——.3 —— —3 3333—555
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33 335 —33383333——53*—55 —53 —5533.53 *
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237
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags' mif illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnemeuntspreis betragt vierieljahrlich

Ahnñ 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 B, einschließlich 40 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärti
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschritt ober deren Naum, Neclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
M 38. Samstag den 6. März

1880.

Deutsches Reich.

München. Se. Maj, der Konig hat an den Kaiser
Alexander von Rußland zu dessen 25jehrigem Regierungsjubiläum
ein eigenhändiges Glückwünschungsschreiben gesendei.

Der bayerische Reichslagsabgeordnete Frhr. Schenk v.
Stauffenberg vertrat am Dienstag im Reichstag bei der De—
hatte uͤber die Militärvorlage den Standpunkt der nationalliberalen
Minderheit, d. h. derjenigen Nationalliberalen, welche, insonderheit
ius Rücksichten auf das Vudgetrecht des Reichstags, gegen die Vor—⸗
age sind.

Berliu. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten am Sonn⸗
ag dem Galadiner bei, welches der franzöfsische Botschafter Graf
St. Vallier in den glänzend renodirten Räumen der französischen
Botschaft gab.

Verschiedene Blätter weisen darauf hin, daß das bekannte
Beglückwünschungsschreiben Kaiser Wilhéelm's an den Kaiser
»on Rußland dadurch, daß es vom Fürsten Bismard gegen⸗
jJezeichnet ist, den Charalter als Staaisatt habe und somit seine
Bedeutung diejenige eines blos persönlichen Glückwunsches weit
iherrage, was in Rußland gewiß nicht bahne Eindruck geblieben
ein könne.

Die Nachricht von der Verhaftung eines preußischen Of⸗
riziers bei Rheims ist ganz und gar unrichtig. Ein unbe—
annter Mann hat sich in einet Dorfschenke der Umgegend mit
einem Eisenbahnarbeiter aus Lurxemburg in deutscher Sprache un—
erhalten. Daher der ganze Lärm!

Berlin, 3. Maͤrz. Wie aus Petersburg gemeldet wird,
ahertrafen die dortselbst für den gestrigen Tag ergriffenen Maß—
wegeln die kühnsten Kombinationen. Jedes öffentliche Gebäude wurde
zon einem Piket Soldaten bewacht, Theile der Garnison waren in
jen Kasernen konsignirt; Gendarmenbildeten um den Wasser⸗
eitungsthurm und um die Gasanstalt eine undurchreißbare Kette
ind reitende Patrouillen durchzogen die Stadt nach allen Richt⸗
ingen. Die Dworniks hielten vor den Thoren der Häuser Wache
ind ließen nur schwer Fremde in die ihrer Obhut anvertrauten
—XRI

Der deutsche, Reichsanzeiger“ publizirt eine Verfügung des
taisers an den Reichskanzler dom 28. Febr., wodurch genehmigt
ovird, daß für das Ressort des Generalpostmeisters eine dritte Ab⸗
heilung errichtet werde, die oberste Reichsbehörde für die Verwali-
ungszweige dieses Ressorts künftig die Bezeichnung, Reichspostamt
chalte und der Generalpostine ster künftig den Titei Staats—
ekretär führe.

Der Kronprinz des deutschen Reiches kommt zur Enthüllung
»es Denkmals der Königin Luise nach Berlin, wird vom 10
us 31. Marz dort bleiben und dann abermals nach Pegli gehen,
in seine Gemahlin nach Potsdam zu geleiten.

Die badische ersie Kammer hat den Gesetzentwurf über das
rramen der Geistlichen gemäß den Beschlüssen der zweiten Kammer
att allen gegen eine Stimme angenommen.

Bei der Reichstagswahl im k. sächsischen Wahlkreis Glauchau⸗
Meerane wurde von 15,000 abgegebenen Stimmen der Socialist
luer GHamburg) mit einer Mehrheit don cire 1000 Stimmen
ewählt.

Die Ermittelung der Individuen, welche in NKonstanu⸗
linopel auf den russischen Botschaftsrath Onou und den Ober⸗
ten Komaroff geschossen, ist in der Person von drei Bosmaken
jelungen. Sie behaupten, in Folge eines Streites sich der Waffen
jegen einander bedient und den vorbeireitenden Komaroff nur zu⸗
ällig verwundet zu haben.

In Konstantinopel ist der russische Oberst Komaroff
nfolge der Wunden, die er bei dem am 29 8. M. auf ihn (wie
* heißt von Bosniaken) gemachten Angriffe erhalten hatte, ge⸗
torben.

Die Feier des fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläums
des Kaisers Alexander begann am 2. März Vormittags 10 Uhr
nit einem Ständchen, das ihm vor dem Winterpalast gebracht
vurde. Danach siellten fich die Deputationen der Garderegimenter,
von jedem 100 Mann, vor dem Winterpalaft auf. Der Kaiser
erschien, von lautem Jubel empfangen, auf dem Balcon und ver⸗
veilte da etwa eine halbe Stunde; ein Musikcorps spielte, die
Blocken läuteten und 101 Kanonenschüsse wurden gelöst. Um
jalb zwölf Uhr begann der Festgottesdienst in der Kirche des
Winterpalastes, und nach demselben war große Empfangscour für
as diplomatische Corps, den Reichsrath, die Minister, den Senat.
Der Kaiser beauftragie die Vertreler ver fremden Staaten ihren
döfen und Nationen für die ihm zu Theil gewordenen Beweise

)er Sympathie seinen Dank auszusprechen. Zwischen 2 und 8 Uhr
nachte der Kaiser eine Fahrt durch mehrere Straßen, wobei er von
der Vollsmenge überall mit Jubel begrüßt wurde. Der 2. März
verlief bei den außerordentlichen Maßregeln, welche die Regierung
rgriffen hatte, ruhig und ohne störenden Zwischenfall. Dagegen isi
yom 3. März wieder von einem neuen Attentate aus Peters⸗
burg zu melden. Dasselbe war gegen den vom Kaiser eingesetzten
—X Loris⸗Melikoff gerichtet. Ein unbekannter, etwa
ojähriger Mann schoß aus unmittelbarster Nähe mit einem Revolver
nuf den General, als derselbe vor seinem Hause am Nachmittage
in den Wagen stieg. Der General blieb underletzt, seine Uniform
vurde durchschossen. Er selbst soll den Verbrecher, dem es übrigens,
»er aufgestellten Schildwachen und der den General umgebenden
—X? moͤglich war zu entkommen, ergriffen haben.

Die Nachricht von der Verhaftung der Nihilistin Bera
Zassulitfch hat sich nicht bestätigt.

Es gewinnt den Anschein, als ob die afghanischen Häupt⸗
inge den weiteren Widerstand gegen die Engländer aufgeben
vollten, da General Roberts neuerdings mit Mohamed Jan, dem
Führer der letzten Kabuler Erhebung, in Unterhandlung getreten
st, von denen die Afghanen fruüher nichts wissen wollten. Danach
verden die Engländer den Afghanen gestatten, sich selbst einen
rürsten zu wählen, allerdings wohl nur einen solchen, der für sein
ünftiges Verhalten England gegenüber ausreichende Bürgschaft
ieten könnte
Pfaälzisches Schwurgericht im 1. Quartal.

Zweibrucken, 27. Febr. Vor die am Montag den 8. Marz
nächsthin unter dem Vorfitze des k. Oberlandeẽgerichtsraths Hefsert begin⸗
gende Schwurgerichtssession pro 1. Quatial 1880 sind folgende Faͤlle zur
Iburtheilung verwiesen· 1) Montag, 8. Marz, Vormittags 823 Uhr Ver—
zandlung gegen Elisabetha Biu a, 42 Jahr alt, Ehefrau des Fuhrmanng
karl Scherrer in Marnheim wegen Meineids, Staalsanwalt Dr. Krell.
Vertheidiger: Rechtslandidat Gint. 2) Dienstag, 9. Marz, Vormittags 825
Uhr Verhandlung gegen: 1 Ernft Otto, 31 Jahr alt, Redacteut und
Beschäftsführer der „Pfalzischen Poft“ und 2. Jakob Niedhammer F
54 Jahr alt, Privatmann, beide in Kaiserslautern wohnhaft wegen Berufs⸗
beleidigung durch die Presse Staatbanwan Petri. Vertheidiger: Nechta⸗
inwalt Kieffer. 8) Am selben Tage, Nachmittags 8 Uhr, Verhandlung
zegen Katharina Rikolaus 41 Jahr ali, von ihrem Manne getrenm
ebende Ehefrau des Aderers Jalob Z n ß von Rechtenbach wegen Kinds
nord. Staatsanwalt Kieffer. Vertheidiger: Rechtscandidat Meher. 4) Um
10. März, Vormittags 8/ Uhr, Berhandlung gegen 1. Junus Heinrich
NRazß, 38 Jahr au, Redacteu der Kaisersiautetet Zeitung“, 2. Jalot
Ricolaus, 40 Jahr alt, Lehrer in Frankelbach wegen Berufsbeleidigung
durch die Presse. Siaaissanwali Petri. Vertheidiger Rechtsanwalt Schmidt
). Am selben Tage, Rachmittags3 Uhr, Verhandlung gegen Adam G u⸗
Ring, 65 Jahr alt, Rollfuhrmann in Rohrbach wegen Brandstiftung
Staatsanwalt dieffer. Vertheidiger: Rechtscandidat Fleischmann. 6) Don⸗
erstag, 11. Marz, Vormitege vi, Uyr. Verhandsrnj geren Anng Mayria

Ausland.

Die radicalen Pariser Blaͤtier sind voll Wuth gegen den
volizeipräfecten Andrieur, weil dieser den Russen Hartmnann ver
/aftet hat und für dessen Auslieferung sein soll. Er wie der russische
gesandte Fürst Orloff sollen in den letzten Tagen Drohbriefe et⸗
jalten haben, die ihnen ihre Ermordung für den Fall in Aussicht
iellten, daß Hartmann wirklich ausgeliefert würde.

Brüssel. Dienstag Abend nach Schluß der Vorstellung im
heater Monnaie erfolgte im Augenblicke, wo der Hofwagen mit
er Konigin um die Ede der Rue Ecuyer bog, ein hefiiger Knall.
»8 wurde das Gerücht verbreitet, als sei auf den Wagen der
tonigin geschossen worden. Sofori eingeleitete Untersuchung er⸗
ad, daß es sich um Explosion einer bon einem unbekannten In
„widuum geworfenen Petarde handelie.
        <pb n="148" />
        weiß, 683 Jahr alt, Wwa des Schneiders Jakob Bar o n von Olter—
berg wegen Meineids. Ssaalsanwalt Dr. Krell. Vertheidiger: Rechtscandi⸗
hal Wagnet 7). Am selben Tage, Rachmittags 8 Uhr, Berhandlung gegen
Thristian Ei s III., 28 Jahr aut, Fabrikarbeiter in Einöd wegen Körper⸗
derletzung mit swödilichem Erfolge. Staatanwalt Kieffer. Vertheidiger:
Rechtscandidat Goldmann. 8) Freitag, 12. März, Vormittags 8/ñ Uhr,
Herhandlung gegen 1. Franz Makay, Weinwirth und Weinhändler,
daiserslautern, zuletzt in Mannheim, wegen betrügerischen Bankerotts, 2.
Rikblaus Herbrand, Zinngießer in Kaiserslautern wegen Meineids.
Slaatsanwalt Dr. Krell, Vertheidiger des sub Genannten: Reqtscandidat
doew, des Herbrand: Kechtsanwalt Kieffer. 9) Samstag, 13. März. Vor⸗
mittags 8/2 Uhr, Verhandlung gegen Wilhelm Kugler, 34 Jahr alt,
Bader und Spezereihändler in onigsbach, jetzt Wirth in Germersheim, we—
gen betrügerischen Bankeroits. Staatsanwali Petri, Vertheidiger Rechts⸗
didat Schuc. 10) Montag, 15. März. Vormittags 83 Uhr, Verhand—
hung gegen Johann Kil ingel, 46 Jahr alt, Oekonom in Obersülzen,
vegen Meineids. Staͤatsanwalt Petri, Vertheidiger; Rechtsanwalt Schmidt.
11) Verhandlung gegen Miaria Fva Deh'of, 22 Jahr alt, Dienstmagd
zus Westheim, wegen Kindsmord. Staalsanwalt Or. Krell, Vertheidiaer
ind Sißungstag noch nicht bestimmt.

—
9— BVermischtes.

* St. Ingbert, 5. März. Der hiesige katholische Kirchen⸗
hauberein vereinnahmte im verflossenen Jaͤhre, dem ersten seines
Zestehens, circa 3000 M. an freiwilligen Beiträgen. —D

*St. Ingbert. Die Armenrechnung unserer Stadt
schloß für das Jahr 1879 mit einer Einnahme von 3,304 M.
22 Pf, und einer Ausgabe von 3299 M. 71Pf. Die Einnahme
tcheilt sich in eine außerordentliche und eine gewöhnliche; die außer⸗
ocdentliche betrug 744 M. 42 Pf., die gewöhnliche 2659 M.
30 Pf.Außerordentliche Ausgaben gab es keine,

J3Zweibrücken. Die Regierung der Pfalz, K. d. J.,
hat nach öffentlicher kontradiktorischer Verhandlung eine höchst wich-
sige Entscheidung für. Wirthe erlassen. Es handelt sich hiebei um
die Interpretation der Gewerbeordnungs⸗Novelle vom 23. Juli 1879.
Der Wirth F. in Zweibrücken besaß und betrieb bis zum 1. Ok⸗
lober 1879 in hiesiger Stadt eine Wirthschaft, welche er au die⸗
sem Tage verpachtete. Der Pächter mußte nach 8 33 der rebid.
Fewerbeordnung bei dem k. Bezirksamte hier um die Erlaubniß
zum Betriebe dieser Wirthschaft nachsuchen, welche ihm nicht er⸗
heilt wurde, da die Bedürfnißfrage in diesem Falle verneint
Zurde. Der Verpächter F. wollte nun wieder selbst die Wirth⸗
schaft weiter betreiben und hielt sich für verpflichtet, dazu um die
Eclaubniß des k. Bezirksamtes einzukommen. Auch das k. Be⸗
zirksamt hielt die Erholung der Erlaubniß für nothwendig, indem
s auf das bezügliche Gesuch einging und es abschlägig verbeschied.
Die Nichtertheilung der Erlaubniß war dabei natürlich ebenso mo—
rivirt wie bei der Abweisung des früheren Gesuchs des Pächters.
F. ergriff Rekurs gegen den bezirksamtlichen Beschluß, und mil
Erfolg: der Beschluß wurde aufgehoben und ausgesprochen, daß
F. zum Betriebe seiner Wirthschaft die Erlaubniß des k. Bezirks—
umtes nicht nöthig habe, und zwar aus folgenden Gründen:
Wer bei dem Inkrafitreten der Novelle bereits eine Wirthschaft
betrieben hat, wird so angesehen, als ob er die nöthige Erlaubniß
zum Betriebe erhalten hätte. F. hat nun seine Wirthschaft vor
ind nach dem 23. Juli 1879 bis zum 1. Oktober 1878 be⸗
frieben, und finden demgemäß alle Bestimmungen des Gesetzes ihm
Jegentiber ebenso Anwendung, als ob ihm eine ausdrückliche Ge⸗
Jehmigung geworden wäre. Nun bestimmt aber 8 49, Abs. 3
der revy. Gewerbeordnung, daß die ertheilte Genehmigung nur dann
als erloschen zu betrachten ist, wenn der Inhaber derselben seinen
Gewerbbelrieb während eines Zeitraumes von 3 Jahren eingeitellt,
ohne eine Fristung nachgesucht und erhalten zu haben. F. hat nun
aber seinen Wirthshausbetrieb nur vom 1. Oktober 1879 an un—
lerbrochen, kann ihn also bis zum 1. Oktober 1882 immer wieder
bon Neuem beginnen, ohne dazu einer neuen Erlaubniß zu be—
dürfen. Es war deshalb das Gesuch um Ertheilung der Kon—
zession unnöthig und der abschlägige Bescheid des k. Bezirksamtes
Zweibrücken demnach aufzuheben.

4 Aus dem Dorf Dell feld bei Zweibrüscken wandern
in den nächsten Tagen wieder drei Familien und einige junge Leute
nach Amerika aus; aus diesem Ort sind bereits mehrere junge
Leule sowie eine Familie ausgewandert. Aus dem Ort Stambach
gehen demnächst ebenfalls einige junge Leute fort. Auch aus anderen
denachbarten Ortschaften finden Auswanderungen statt.

F Der Unionsdenkmals⸗Ausschuß wird am nächsten Samstag,
den 6. d. Mts. in Kaiserslautern zusammentreten, um
mit dem dortigen Presbyteriiim in der Stiftslirche einen Platz für
daz Denkmal auszuwählen.

' In Lambrecht fand am 1. März eine wiederholte
Gemeinderathswahl statt (der erstgewählte Gemeinderath hatte
abgelehnt). Man glaubt, daß wiederum die sozialistische Arbeiter—
dartei gesiegt hat.

p' Auf der Tagesordnung der am Sonntag den 14. Maärz
im Saalbau zu Neusftadt stattfindenden Delegirtenversammlung
der pfälz. Gewerbevereine steht u. A. auch folgendes Thema:
Das Hafipflichtgesez von 1871, die Mittel zur Sicherung gegen
zie Folgen desselben. das Wesen der Unfallversicherung und die

Beleuchtung derselben. Referent über diese wichtige und umfang—
reiche Materie ist Hr. Fabrikant Andres in Zweibrücken.

F Letzten Sonntag hat in Nenstadt eine vertrauliche
Partei⸗Versammlung der Konservativen der Pfalz stattgefunden,
in welcher, wie die „Pf. P.“ schreibt, über Mittel und Wege
beralhen wurde, die konservative Presse der Pfalz anderen Orga⸗
nen gegenüber immer konkurrenzfühiger zu machen und ihr Fort⸗
bestehen auch für den Fall zu sichern, daß die Leitung event. in
andere, bezahlte Hände übergehen sollte. (Das klingt so, als ob
Pfarrer Fleischmann von der Leitung der Parteipresse zurücktreten
werde.

In Orbis bei Kirchheimbolanden kam ein Verkauf zu
Staude, der des selisamen Bezahlungsobjektes halber erwähnt zu
werden verdient. Ein dortiger Bewohner · verkaufte an einen an⸗
dern eine Wiese für tausend — Eier. Bedingung bei dem Han⸗
del ist. daß keines der sonderbaren Geldstücke beim Vorzählen
zerbricht. (Pf. Pr.)

FAus Frankenthal wird gemeldet: Im Kartoffelgeschäft
ist etwas Flaue eingetreten. Die Vorräthe mindern sich und Eigner
derselben einen Preis, den die holländischen Käufer nichi
anlegen zu konnen glauben. Mehrere derselben haben sich deshalb
nach Sqchsen und anderen Gegenden Mitteldeutschlands gewendet,
um'dort ihre Einkäufe zu machen, da ihnen mitgetheilt wurde, daß
die dortigen Vorräthe noch groß sind und die Producenten dort
zum Preis von 6 bis 7 M. pro 100 Kilo gern abgeben.

Die Generaldirection der bayerischen Verkehrsanstalten giebt
bekannt, daß mit Genehmigung Sr. Maj. des Königs vom J. April
l. J. an im inneren bayerischen Telegraphenverkehr statt
der bisherigen Worttaxe von 3 Pf. die Worttaxe von 5 Pf. zur
Srhebung kommt.

F Den Directionsräthen der Pfalzischen Bahnen Lavale
und Hessert wurde der preußische Kronorden 3. Classe verliehen.

In Oberhochstadt wurde die Communalschule vom
Minisierium nicht genehmigt, dagegen verfügt, die zwei ersten
Schuljahre der proiest. Schule dem kathol. Lehrer zu überweisen.

4In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde an einem
Wegübergaug bei Dudweiler ein Bergmann auf dem Geleise
durch einen Eisenbahnzug überfahren. Dem Unglücklichen wurde
der Schädel sowie der rechte Arm zermalmt und der linke Arm
gebrochen. Er hinterläßt eine Wittwe und Z kleine Kinder. Ledig⸗
uͤch seine eigene Unvorsichtigkeit führte den schrecklichen Tod des
Mannes herbei. (Saarbr. Ztg.)

7 Jung gefreit, hat Niemand gereut. Aus St. Wende!
meldei die dortige „Nahe-Blies-Ztg.“, daß ein erst 80jähriger Greis
sich mit einer schon 20 Jahre alten Dame verlobt habe.

F. Die katholische Kirchenverwaltung in Kissingen ver—
öffentlicht eine Ertlärung, in welcher sie gegen den Ziehungsmodus
der doriigen Kirchenbaulotterie erhobenen Bedenken als unbegründer
darlegt und hervorhebt, daß dieser Ziehungsmodus vom Ministerium
des Inneren genehmigt war.

PaAus Unterfranken berichtet die „Würzb. Presse“: Ein
Landwirth, den das Vertcauen seiner Mitbürger in den Landtag
berief und welcher diese Stelle so verdienstlich ausfüllte, daß er
iich während eines Winters 1000 Mark baar ersparte, rühmte im
Kreis don Genossen seine und seiner Partei Thätigkeit. Er fand
jedoch keineswegs den gehofften Anklang, es wurden im Gegentheil
nur tadelnde Aeußerungen laut und er insbesondere auch zur Rede
gestellt, wie er und seine Partei seiner Zeit für das Hundsgeset
ein konnten, nachdem er als Bauer doch wissen müsse, wie nützlich
ein Hund auf dem Land sei. „Leute,“ sagte er, „ihr hättet sehen
ollen, wie ich auf den Tisch gehaba (gehauen) ho und wie da die
Underen geguckt habe.“

7 Die Feiertagsschüler von Hallbergmos in der Nähe von
Freising haben am verflossenen Sonntag beim Unterricht im
Schulhause nach gemeinsamer Verabredung den Hilfslehrer ohne
die geringste Veranlassung an Hals und Brust gepackt, mit Fausten
auf den Kopf geschlagen und als der Pfarrer auf das Hilferufen
des Lehrers in der Schule erschien und diesem Beistand leisten
vollte, da fiel die wilde Horde auch über diesen her und zerkratztt
ihm das ganze Gesicht. Untersuchung ist eingeleitet.

4 In einer berbaherischen Landgemeinde wurde einem
Bauern ein abgeschlachtetes und über Nacht im Hofe zum Abkühlen
mifgehängtes Schwein gestohlen. Die Polizei des nächsten Amts-
tädichens fand trotz eifriger Haussuchung bei den Nachbarn nicht
Verdachtiges vor. Die Familie des einen Nachbarn befand sich
ogar in tiefer Trauer, denn auf dem Bette lag mit einem Lein⸗
uch zugedeckt die Großmutter, welche heute gestorben; unter Bei—
eidsbezeugungen entfernten sich die Herren wieder. Draußen an—
gekommen, glaubte der eine der Beamten, die Großmutter soeben
am Fenster gesehen zu haben; man wurde stutzig, begab sich soforl
an das Todienbett und fand unter dem zurudgeschlagenen Leintuck
— — das geschlachtete Schwein.

F In Birkenfeld sind nach der „Pf. Pr.“ in der
Nacht zum 2. März 4 Wohnhäuser und 4 Scheuern abgebrannt
        <pb n="149" />
        Mehrere Miethsbewohner der oberen Stockwerke retteten Nichts als
das nackte Leben; einige derselben haben auch nicht versichert.

F Von den Straffällen des heurigen ersten Schwurgerichts zu
Hanan war der bemerkenswertheste ein Dienstverbrechen, insbe⸗
ondere durch das ziffermaßig geringe Object gegenüber der schweren
Strafandrohung des Gesetzes. Es handelte sich nur um den Be—
trag von 9 bis 10 M., die ein Obertelegraphen⸗Assistent dadurch
ucrirt hatte, daß er aufgegebene Telegramme, nachdem sie dem
vollen Wortlaut nach bezahlt waren, um einige Worte verkürzte,
deren Entgelt er in die Tasche stekte, und dann im Einnahme-Buch
und in den Belegen dazu die Gleichstellung durch Fälschungen vor⸗
aahm. Es wurden 149 Fälle mit je 5 Pf. und 10 Pf. festge⸗
tellt. Was, wie wohl wahrscheinlich, schon früher in gleicher Art
vorgekommen, war nicht zu ermitteln, weil die Originaltelegramme
nach drei Monaten vernichtet werden. Die Geschworenen sprachen
das Schuldig aus und ließen mildernde Umstände zu. In Folge
zessen erkannte der Gerichtshof auf ein Jahr Gefängniß und auf
Unfähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von
wei Jahren, was den Verlust des derzeitigen Dienstes zur gesetz-
lichen Folge hat.

In Dortimund waurde vor dem Sossengerichte ein
Metzgermeister wegen des Verkaufes von Schweinefleisch, von dem
er wußte, daß es finnig sei, zu 200 M. Geldstrafe verurtheilt.

* Folgender ergötzliche Vorfall passirte jüngst in einer westfä—
üschen Schöffengerichtssitzung. Ein Angeklagier wurde vom Richter
gefragt ob er schon in Untersuchung gewesen sei, worauf derfelbe
ganz naiv erwiderte: „Jawohl, aber als untauglich entlassen
worden.“

Der conservative Verein und Gewerbetreibende in Hanno—
oer haben eine Petition betreffend Einführnng von Zwangsinnungen
in den Reichstag gerichtet, in welcher die Petenten das einzige
Mittel erblicken, das deuische Handwerk vor dem allmählichen Ruin
u schützen.

Seltene Widmung. In dem Altelier eines Wie⸗
uer Künstlers war vor wenigen Tagen ein Gemälde zu sehen,
welches sieben Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren in
reizender Gruppirung darstellte. Der Goldrahmen aber trug die
rerkwürdige Aufschrift: „Der theuren Großmutter zum fünfzehn⸗
en Geburtstage.“ Das Räthsel löst sich leicht, wenn wir bei—
jetzen, daß das Gemälde am 29. Februar seiner Widmunq zu⸗
Jeführt werden sollte.

F Gie Vollendung des Gotthardtunnels) Am Sonn⸗
jag ist der letzte Hammerschlag an einem Werke geschehen, welches
ir alle Zeiten ein Denkmal menschlicher Energie im friedlichen
Kampfe mit der Natur bilden wird.“ Der Gotthärdtunnel ist voll⸗
endet worden. Die Geschichte dieses Baues ist zugleich eine Ge—
schichte der letzten zehn Jahre; sie hat in die große Politik hinein⸗
zegriffen und ist von ihr beeinflußt worden. Bei dem Bau han—⸗
delte es sich um die Herstellung einer Verbindung zwischen
Deutschland und Italien ohne Berührung Frankreichs oder Oesier⸗
ceichs lediglich durch dir neutrale Schweiz. Die Konstellation des
Jahres 1869 wirkte in dieser Richtung mit. Handelspolitisch hatte
ener Bau natürlich für die Schweiz selbst ein Interesse; durch die
Brenner und Mont⸗Cenisbahn war sie von dem großen europäi⸗
chen Verlehr abgeschnitten, resp. mit der Abschneidung desselben
edroht. Daneben handelte es sich für sie um eine geeignete Ver—
indung mit Italien zu den nach Deutschland führenden vielen
Verkehrswegen. Am 15. September 1869 trat unter Beschickung
außer durch die Schweiz durch den norddeutschen Bund, Württem—
berg, Baden und Italien zu Bern die St. Gotthard⸗-Konferenz zu—
ammen. Der Krieg von 1870 verzögerte die Angelegenheit; am
b. December 1871 constituirte sich indeß die Goithardbahngesell⸗
chaft mit dem Sitze in Luzern. Das Baukapital wurde auf 187
Millionen Francs an Staatssubvention, Aktien und Obligationen
peranschlagt. Die Gründerepoche beeinflußte indeß auch jenes Unter—
nehmen; 1876 stellje sich heraus, daß man sich um 102 Millio—
ien verrechnet hatte. Der größten Sparsamkeit gelang indeß die
Herabsetzung des Deficits auf 40 Millionen Francs. Auch sonstige
Schwierigkeiten haben dem Unternehmen nicht gefehlt. In Go——
chenen revoltirten 1875 zwei Tage lang die italienischen Arbeiter,
und mußte das Militär des Kantons Uri seinschreiten, am 17. Sep⸗
ember 1877 schuf der Brand von Airolo ein neues Hinderniß.
Der im vergangenen Sommer erfolgte Tod des leitenden Unter⸗
ijehmers Favre war ein weiteres großes Unglück. Jener ausge—
eichnete Mann, ein französischer Schweizer, starb inmitten seiner
Arbeiter wie ein Feldherr auf dem Schlachtfelde. Die schlechte
Luft und die Strapazen der Vergarbeiten haben überhaupt zahl⸗
reiche Menschenleben gekostet; nicht nur im Kriege verlangt die

Keschichte für jeden Fortschriti als Entgelt Hekatomben von Men
eben. Aber auch diese Opfer fallen auf dem Felde der Ehre. Das
chwierige Werk ist vollendet, und der Dampfzug wird unter dem
Berge hinwegbrausen, über den in alter Zeit nur Fuß- und Saum ⸗
hierpfade führten. Seit geraumer Zeit war dort eine Fahrpost;
ieselbe drauchte bei günstigem Wetter elf Stunden. Weniget für
den Personen⸗, als für den Guterverklehr wird jene neue Faht⸗

—A——
tzahnen wie die Brennerlinie werden den Entgang schon merken.
Auch Bayern ist an jenem Verlust mit München leider nicht umbe⸗
heiligt. Die Vortheile für. Lindau und dann namenilich für die
Bfalz müssen Das ausgleichen. Den Haupinutzen untet den deut⸗
chen Ländern wird von jener Linie wohl Baden haben.

FDie vollstandige Fertigstellung der Gotthard-Bahn bis
ur Uebergabe der neuen Verbindungslinie mit Italien an den
yffentlichen Verlehr wird wohl noch mehrere Jahre in Anspruch
iehmen. Die Legung des definitiven Geleises, die Untermauerungen,
der Bau der Vorbahnen und manches Andere bieten zusammen
ioch ein Quantum Arbeit, dessen Bewaͤltigung längere Zeit erfordert.
7 Die von der Schweiz zum Andenken an die Vollendung
»es Gotthard-Tunnels geprägle und an die Arbeiter vertheilte
Denkmünze hat die Größe eines Fünffrankenstückes; sie zeigt auf
der einen Seite in der Mitte eines Lorbeerkranzes die Jahreszahl
»es Durchbruches: Marzo 1880, umgeben von der Inschrift: Ai
avoranti al trafaro del Gottardo, den Arbeitern am Gotthard⸗
unnel. Auf der andern Seite befinden sich über einander die dtei
Wappen der drei betheiligten Staaten mit der entsprechenden Ueber⸗
chrift Gerinania, Ilelvetia, Italia, und darunter Viribus unitis
mit vereinigten Kräften,

f. Wie gefährlich es wat, in dem Augenblicke als die Erplo⸗—
ion erfolgte, an dem Winterpalais in Pekter sburg vorbeizu—
ahren oder zu gehen. Das möge folgende Geschichte beweisen:
Sin Kaufmannssohn aus den großen Verkaufshallen in Petersburg
uhr in seinem eigenenen Wagen, von den Insein kommend, über
den Aleranderplatz zwischen der Siegessaule und dem Palais.
Blötzlich krachten die dreißig Kilogramm Dynamit in die Luft, das
Pferd ein edles Thier, machte einen hohen Satz, der Insasse flog
m Bogen über das Pflaster nach dem Palais zu und der Gaui
nit dem leeren Gefährt wie vom Teufel besessen dadon. Der
unge Kaufmann, der gar nicht wußte, was und wie ihm gesche—
jen, und zum Glüd keine Verletzung davon getragen haite, raffte
ich bald wieder auf und lief vem Flüchtling nach; aber als er
in dem Palaisthor vorbeikam, da padten ihn nerbige Fäuste, und
nan schrie ihm in die Ohren: „Warte, du Canaille, haben wir
dich endlich!“ und es regnete Prügel. Der unglückliche Mensch
vpurde braun und blau geschlagen und eingesperru; erst am andern
Morgen gelang es seinem Valer, ihn zu befreien.

Ger Einfluß des Singens auf die Gesundheit.) Die
St. Petersburger medizinische Wochenschrift“ schreibt: Aus den im
derbste 1878 auf der Klinik von Prof. Monassain in Petersburg
in 222 Sängern im Alter von 9 bis 53 Jahren unternommenen
üntersuchungen, bei welchen hauptsächlich auf Wuchs, absoluten
Zrustumfang, auf die Differenz der letzteren und der Korperlänge
ind auf Athmungsgröße gesehen wurde, ergab sich Folgendes: Der
elative und auch der absolute Brustumfang ist bei den Sängern
rößer, als bei Nichtsängern, und nimmt mit dem Wuchs, mit dem
llter und mit den Jahren zu. Trunksucht hemmt die Entwicklung
er Brust. Die Expansion der Brust, sowie die vitale Kapazität
er Lungen ist bei Sängern größer und nimmt ebenfalls in oben—
zenannter Weise entsprechend zu. So häufig bei Saängern Kehl⸗
opftatarrhe vorkommen, ebenso selten sind Bronchialkatarrhe. Sehr
venig Sänger sterben an Lungenschwindsucht. Das Singen ist
urch gleichsam turnerische Uebimg der Lungen ein ausgezeichnetes
ßrophylaktikum für Phthisiler, es ist das beste Mitteh zur Ent—
vickelung und Stärkung der Vrust Und muß in dieser Beziehung
der Gymnastik der Arme und Beine entschieden vorgezogen werden.

Einem Telegramm aus Tokio vom 23. Februar zufolge
hat in Jaban ein beftiges Erdhehen siattaefunden.
Marktberichte.

Zweibrücken, 4. Maärz. (Fruchtminelpreis umd Deeanede
Peizen 11 M. 84 Pf. Korn 10 M. 48 Pf., Gerfte zweireihige d M. — pf.
ierreihige d M. — Pf., Spelz O M. —pf. Spelztern — M. — pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfruht 0 M. — ppf., Hafer 7 M. 40 Pf.,
erbsen — M. — Pf., Widen 5 M. 87 Pf., Karloffeln 3 M. 70 pf.,
deu 8 M. 20 pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1/ Kilogr. 58 pi,
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf, paar Wed 1006
ür. 6 Pf. Rindfieisch J.Qual. 60 Pf. II. Qual. n0 ppf. faaloͤfleisch 10 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 586 Pf. Butleru/ dildart. 1 M. Wein
liler 830 Pf., Bier 1Liter 24Pf.

Homburg, 8. März. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M20 Bf Korn 10 Mgeb Pf, Spelztern — M. —Pf. Spel o M.
. Pi. Gerste Aeihige — M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — pf., Hafer
7 M. 78 Pf., Mischsfrucht 10 M. 36 Pf. Erbsen d m — pfro Widen
8 M. —. Bf., Bohnen d M. — pPf.nleejamen — M. — Pi, Korn-
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemijchtbrete6 Pfund — Pf. Odhenfleisch — Pf.
Kindfleisch 30 Pf. Kalbfleisch 36 Pf, Hammeldeisch — Pfr Schweinefleisch
50 Pf. Butter 1 Pfund 1M. — Pf Kartoffein ver Cir 4M. — pi.

Kaiserslautern, 2 Marz. (42itiespreis und Victualienmarkt)

eizen 11 M. 42 Pf., Korn 10 M. 103 Speiakern 11 M. 74 Pf. Spelj
Wi. 77 Pf., Gerste d M. 7 75 — 50 Pf., Erbjen 08 M.
32 Pf, Wicken 5 . en 48 M. —
f., Swarzbrod egen
Pfund 45 Pfg. Su. 1. — Pf.Katr⸗
eln per Cent. O M.- ru o — Piao—
Fur die Redeclion verantwartlich: F. *

Dem
        <pb n="150" />
        Versteigerung.
Samstag den 6. März nächst⸗
hin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Johann Joseph Hein⸗
rich, läßt Herr Urban Jacob,
Bürgermeister und Guätsbesitzer
in Rohrbach, die nachstehend be⸗
schriebenen Liegenschaften im
Banne von St. Ingbert öffent⸗
ich zu Eigenthum versteigern:
1. Pl.⸗Nr. 1807, 188 Dez.
Acker am Andelsbrunnen
neben Joh. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 1908, 88 Dez.
Acker in der Rischbach, ne⸗
ben Joh. Best;
Pl.⸗Nr. 2218,. 42 Dezʒ.
Acker unter dem Specken⸗
thälchen neben P. Eich;
Pl.⸗Nr. 2994, 57 Dez.
Acker in der obern Lehm⸗
taut neben C. M. Laur's
Erben;
Pl.⸗Nr. 3074, 40 Dez.
Acker auf dem Mühlthal
neben Joh. König;
Pl.⸗Nr. 3105, 88 Dez.
Acker auf dem Schaafkopf
neben E. Conrad.
Pl.-Nr. 3492, 65 Dez.
Acker im Betzenthal neben
P. Gros;
Pl.«Nr. 84682, 71 Dez.
Acker in den obern Seyen
neben Joh. Steinfeld.
Pl.⸗Nr. 2624, 41,5 Dez.
Acker im Lautzenthälchen
neben Joh. Jos. Heinrich;
Pl.⸗Nr. 2689, 43 Dez.
Acker im hintern Wallerfeld
neben Joh. Jos. Grewenig;
Pl.⸗Nr. 8062, 92 Dez.
Acker im Mühlenthal ne⸗
ben Adolf Jungfleisch und
Gastwirth Schwarz;
Pl.⸗Nr. 3774, 47 Dezʒ.
Acker auf Schiffelland
neben Wagner's Erben;
Pl.-Nr. 1789, 17 Dez.
Wiese im Wartenweiher
neben Joh. Reidiger;

14. Pl.-Nr. 1800, 80 Deʒ
Wiese allda neben Joh.
Steinfeld;
——
Wiese in der untern Schank⸗
wiese neben Gebr. Krämer;
pᷣl. er. 2522, 34 Deß.
Wiese in den Stegwiesen
neben Pet. Werner;
Pl.«Nr. 4513, 44 Dez.
Wiese auf der Spick neben
Gebr. Grell;
Pl.⸗Nr. 25132, ungefähr
17 Dez. Wiese in den
Stegwiesen neben Heinrich
Schmitt Erben.

St. Ingbert, 26. Febr. 1880
Sauer—, k. Notar.
n

ür eine bestrenommirte Le⸗
bens-Versicherungs-Ge⸗
ellschaft wird gesucht. Of⸗
erten befördert d. Exped. d. Bl.
8

Nach Vorschrift des UVni-
versitũts· Professors Dr.
Harless, Köniꝗl. Geheimer
Hofrath in Bonn, gefertigtt

StolII werxꝰscho
Brist- BoOcChOmSs.
zeit 40 Jahren bevwälurt,
nehmen unter allen ähn-
tichen Hausmitteln den1
kang ein.

BRegen Fuge EF. 2I
rericeit gibt es nichts
—XX J

Vorrathig à 50 Pf. in
versiegelten Paqueten in
den meissten guten Colonial-
waaren-Geschãften undCon-
litoreion sowie Apotheken
lureh Dépôbtschilder kennt-
ich.

—40.

i1

2.

3.

3 Bogen Nechnungen
21/33 centm. groß vorräthig bei
F. J. Demeb.
2. Sichel's Atelier künstl. Zähne
—
Anpahpestollo

VODn
„ILOMIGCOM
für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sich be'
Dndoloh Mosso
268. X.
*77 gegenũber

J7 LSoil 45 der Hauptpost.

Gr- lsae wie bei den Zeitungs-
HPxpeditionen selbst. - Bei groôsseren Austrâgen hiervon
noch entsprechende RAhIITng.

J. Pfälz. Ausstellung
von Lehrlingsarbeiten
vom 9. bis einschließlich 238. Mai 1880 zu
Kaiserslautern.

Der Anmeldetermin wird hiermit bis 15. März
verlängert.

Anmeldungen, bei denen keine Rückäußerung seitens des
Hauptausschusses ersolgt, sind desinitiv angenommen.

Schularbeiten, denen Gewerbserzengnisse als Ausstellungs⸗
zegenstände nicht beigefügt sind, werden nicht zugelassen; ausge—
nommen sind die Arbeiten gewerbl. Fachschulen, welche übrigens
direct zur Beschickung eingeladen wurden.

Termin zur Einsendung der Ausstellungsgegen⸗
stände: 20. April bis 1. Mai.

Zu recht zahlreicher Beschickung ladet ergebenst ein

Der Hauptansschuß.

Der neueste

Börsen⸗-Schwindel

betitelt sich ein Artikel in Nr. 9 d.
Allgemeinen
44*
Börsen-Zeitung
für Privat⸗Capitalisten und Reutiers worauf alle
Privat⸗Capitalisten besonders aufmerksam gemacht werden.

Die „Allgemeine Börsen⸗Zeitung“ enthält trotz ihres

enorm billigen Preises von pr. Quartal M. 1,50 einen voll⸗
standigen Courszettel, correcteste Verloosungsliste, viele sou⸗
stige Beilagen, und außerdem stets die neueste Ausgabe eines
24 Folioseiten umfassenden Courszettel-Commentars, welcher
für Besitzer von Werthpapieren von größter Wichtigkeit
ist, da aus diesem alle auf die bezüglichen Papiere Einfluß
habenden Verhältnisse ersichtlich sind. Die Redaltion ertheilt
unentgeltlich auf alle einschlagenden Anfragen Rath und Aus-—
kunft in zuverlässigster und offener Weise, so daß jede Par—
teilichkeit oder Unwahrheit abjolut unmoöglich ist. Die Re—
daction übernimmt ferner die
Controlle

des Effecten-⸗Besitzes ihrer Abonnenten, um diese von jedem
Ereigniß, welches hierauf Einfluß haben könnte, sofort event.
pr. Telegramm zu benachrichtigen, sowie dieselben auch auf
günstige Momente zum Ag von Effecten aufmerksam zu
machen. Die Allgemeine Börsen-gFeitung hat während ihres
achtjährigen Bestehens genügende Beweise gegeben, daß dieselbe
nur das Interesse des kleinen Kapitals dertritt, und zeugen
die Leitartikel ꝛc. davon, daß dieselbe völlig unabhängig ist,
was grade bei einer Börsen⸗Zeitung von größter Wichtigkeit,
aber nur sehr selten der Fall ist.

Abonnements werden von allen Postanstalten ent⸗
gegengenommen, und Obige Nummer wird gegen Einsendung
von 25 Pfg. in Briefmarken auch einzeln, sowie Probe.
Nummern — gratis DN versandt durch die Expedition

Berlin 8WV., Beuthstraße 1821
(Industrie⸗Gebäude, Laden 36.)

——

Het hocde ToAnIE-Langenaeheidt.

ltalienisch. —E panise b
Ffier das Selbest⸗Studium
bearbeitet von
Prof. Tvan Wagjemonoff, Prof Giamb. Bonaventura,
Prof. Gil Zuanrates, Ir. Theophil IIeimn und
Dr. Albert Schmidt.
Pie TESαον Unterrichts. Briefe vind complet in 2 Rursen
18 Briese. Preis des ersten Briefes 50 Pf.; aller folgenden:
Ax. — Die italientsehen (5. erbesrert. Auflage) und die
PuUnssCMhæenm Unterrichts- Briefe ind complet in 2 Kursen à
9 Briefe. Preis eines Briefes: 60 Pfennige. - Comptete
wemplaure der italienischen Vnterrientæ Briefe (Soweit noch
der geringe Vorrath reieht sammt2 Enveloppen: 24 Mx.
Leimis. Jerlag des hausfreundes.

Russisch.

———— ————— —— — —Z — — ————— ——— — —
Druck und Verlag von F. 4. Deme y in Er. Ingbert.
Sierau für unsere Po st⸗Abonuenten „Illustrirtes Sonntaasblate⸗
        <pb n="151" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblait, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementséspreis betragt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 B, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswäris
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, RNeclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 39.

Sonntag den 7. März

1885
Deutsches Reich.

München, 8. März. Nach den Bestimmungen über die
diesjährigen größeren Landwehrübungen sollen diese zwölf Tage
dauern und in den Monaten Äpril, Mai oder Juni vorgenommen
werden; bei der Auswahl des Zeitpunktes innerhalb des genannten
Zeitabschnittes sollen die Interessen der dabei am meisten betheiligten
hürgerlichen Berufskreise berücksichtigt werden. In Preußen wie in
den unter dessen Militärverwaltung stehenden Staaten werden
10,165 Mann, in Bahern gegen 13,000 Mann, meistens der
Infanterie und Jäger, eingezogen.

Kronprinz Rudolph'von Oeste rreich ist nach zweitägigem
Aufenthalt in München Donnerstag Abend von dort abgereist
(nach Irland, wo seine Mutter, die Kaiserin, zu Jagdzwecken weilt).
Der König von Bayern begleitet ihn auf seiner Reise bis Retzbach
(unweit Würzburg).

Aus München meldet die „Allgem. Ztg.“: Ministerpräsi⸗
dent v. Pfretzschner, seit Monaten leidend, suchte um seine Ent⸗
iassung nach. Se. Majestät der König nahm dieselbe an unter
huldvollster Anerkennung der treuen, langbewährten, hervorragenden,
ausgezeichneten Dienste und unter Erhebung Pfretzschner's in den
Freiherrnstand und Einreihung unter die Staatsräthe im außer—
Adentlichen Dienst unter Belassung seines Titels und Ranges als
Staatsminister. (Adolf v. Pfretzschner ist geb. am 15. Auguft
1810 in Würzburg, seit 1863 Minister und seit 1872 Minister⸗
präsident, Minister des Aeußern und des igl. Hauses.) Den
Vorsitz im Ministerium übhertrug S. M. der König dem Kul—
usminister v. Lutz; der Legationsrath v. Crailsheim wurde zum
Minister des königlichen Hauses und des Aeußern ernannt.

Im Reichstag wird ein Antrag vorbereitet, der den Zwedk
hat, eine Vereinbarung sämmtlicher deutschen Bundesstaaten behufs
Einführung einer einheitlichen deutschen Schreibweise herbeizuführen.

Die Militärvorlage kann im RNeichstage der Haupisache

nach schon jetzt für angenommen gelten. Voraussichtlich wird sie
bis zum 19. Marz, dem Tage der Vertagung des Reichstages, in
zweiter und dritter Berathung erledigt werden Nach Ostern wird
dann auf Grund derselben ein Nachtrag zum Militär⸗Etat er—
wartet, welcher die Mittel für die Ausbildung der Ersatzreferve für
das laufende Jahr in Anspruch nimmt. — Nachdem also diese
Frage abgethan, wendet sich der Blick naturgemäß den Gesetzent⸗
würfen zu, die demnächst zur Berathung gelangen werden. Das
ist denn zunächst derjenige, der uns zweijährige Budget⸗- und vier—
jährige Legislatur-Perioden szu bescheeren gedenkt und ferner der
über die Verlängerung der Geltungsdauer des Sozialistengesetzes.
In Betreff des ersten Entwurfs verlautet mit wachsender Bestimmt⸗
heit, es bereite sich zwischen den Conservativen nud dem Centrum
eine Einigung dahin vor, daß sie die Vorschläge der Regierung
war annehnien, dagegen unbedingt die Bestimmung einer alljähr⸗
lichen Berufung des Reichstags in das Gesetz aufgenommen sehen
wollen. Die liberalen Parteien sind indeß mit diesem Vermitt⸗
ungsvorschlage nicht zufrieden. Was das Sozialistengesetz betrifft,
jo kann eigentlich nur die Haltung des Centrums dabei von Inte⸗
resse sein; denn daß die Conservativen und Nationalliberalen für
und die Fortschrittsmänner gegen die Verlängerung sind, stebl von
vornherein fest.

entweder in die Luft zu sprengen oder zu bestehlen beabsichtigte.
Das letztere ist das wahrscheinlichere.

Das erste Verhör des Verobrechers, der auf Loris⸗Melikoff
schoß, wurde vom Stadthauptmann vorgenommen. Der Attentäter
agt aus, er sei ein getaufter Ifraelit aus dem Gouvernement
Minsk, wo er das Gymnasium absolvirte, und heiße Hippolyt
Mladetzky. Ferner äußerte er u. A., Loris⸗Melikoff werde durch
eine Genossen getödtet; wenn nicht durch ihn, dann durch den
weiten, wenn nicht durch den zweien, dann durch den dritten.

Die aus einer Entfernung von nur 3 Schritten abgefeuerte
sugel ging dem Grafen Loris⸗ Melikoff am Hüftbein vorbei und
durch den Paletot. Befragt, warum er geschossen, erwiderte der
Attentäter: Aus Prinzip“.

In Kiew haben die Nihilisten aus Rache dafür, daß die
Mönche ihnen auf ihre Drohbriefe kein Geld „für die heilige Sache
der Befreiung des russischen Volkes von der Knechtschaft“ geben
vollten, einen Theil des berühmten Katakombenklosters Lawra in
der Nacht auf den 19. v. Mis. mit Dynamit in die Luft gesprengt,
vobei die große Buchdruckerei, Bibliothek und Lithographie in
Flammen aufging. Die Nacht war so kalt, daß das Wasser in
den Schläuchen und Spritzen zufror, weshalb die Feuerwehr wenig
ausrichten konnte.

Vermischtes.

. Die vorschriftsmäßige Bereisumg der Pfalz zum Zwede
der Inspizirung des Straßen⸗ Brüden- und Wasserbauwesens im
Jahre 1880 ist dem k. Oberbaurath Haruser übertragen worden.

, Die Pirmasenser Scqhuhindustrie will di Pfalzgau⸗
Ausstellung in Mannheim mit einer Kollectiv⸗Ausstellung beschicken,
welche den dermaligen Stand dieser wichtigen, auch draußen in
der Welt hochgeachteten Industrie veranschaulichen soll. Seitens
nehrerer Mechanikler und Schmiede werden Hilfsmaschinen der
Zchuhfabrikation ausgestellt werden, und wahrscheinlich wird auch
die Lederindustrie sich in gemeinschaftlicher Weise betheiligen.

F In Hütschenhausen brannte am Freitag eine Scheune
nit Stall ab, wobei 4 Kühe, 1 Pferd unde1 Schwein ihren
Tod fanden.

, Das „Aktienbade in Kaiserslautern hat von
einer Gründung (1876) schlechte Geschäfte gemacht; das Defizit
tieg von Jahr zu Jahr; 1876 beixug es 413, 1879 1473 M.;
mortisirt wurde bis jetzt Nichts. Es soll nun noch ein letzter
Versuch mittelst Cirkulauon einer Liste gemacht werden. Nachdem
am 8. d. die Generalversammlung eine zweite Badeklasse zu er⸗
näßigtem Preis eingeführt hat, hofft man auf Erfolg. Bleibt
derselbe aus, so wird in 4 Wochen eine außerordentiliche General⸗
versammlung über die Liquidirung zu beschließen haben.

x Von dem Landgerichte Kaiserslautern wurde
ein Steinbrecher wegen vorsatzlicher Beförderung der Desertion ei⸗
nes preußischen Soldaten zu einer Gefängnißstralse von 3 Monaten
und zu den Kosten verurtheilt.

Lambrecht. Gewählt: zum Bürgermeister Kasimir
Wagner, Tuchfabrikant, zum 1. Adj. Jalob Schlosser jr. Tuch⸗
'abrikant und zum 2. Adi. Heinrich Dietz, Wirth. (Danach schei⸗
nen die Sozialisten glücklicher Weise unterlegen ju sein)

F In St. Martin ist kützlich ein vierjahriger Knabe ge⸗
storben, dessen Tod, wie man dem „Landauer Anzeiger“ schreibt,
der falschen Behandlung durch einen ECurpfuscher zugeschrieben wird.
Untersuchung ist eingeleitet.

t. Die Vollsbank in Edenkoben hat im letzten Jahre
einen Reingewinn von 17,345 Mark 77 Pfg. erzielt und zahlt
davon eine Dividende von 8 Prozent.

f Wie der „Pf. K.“ schreibt, wird von Herrn Ed. Jost in
Landau, welcher als liebenswürdiger, unterhaltender Erzähler
urch eine Reihe von Schriften sich bereits einen Namen gemacht
at, demnächst eine größere historische Erzählung in zwei Bänden
m Verlag von Richtet und Kappler in Stuttgart erscheinen. Wir
lauben, unsere Leser um so mehr darauf aufmerksam machen zu
ollen. als der Schauplatz derselben abwechselnd unsere pfälzischen

Ausland.

Die Pariser Zeitungen „Lanterne“ und „Mot d'Ordre“ ver—
oͤffentlichen eine Prollamation des russischen revolutionären Exekutiv⸗
domite's an das frauzösische Volt welche fordert, daß der
oerhaftete Hartmann nicht an Rußland ausgeliefert werde.

In der belgischen Kammet erklärte der Justizminister, die
Dienstag Abend stattgehabte Detonation trage nicht den Charakter
eines Altentates.

Petersburg, 4. März. Nach einem noch der Bestätigung
zedürfenden Gerüchle hätte das heute zusammengetretene Kriegsge⸗
icht den gestrigen Attentätet zum Tode mittelst Strang verurtheilt.
Die Vollziehung des Urtheils soll morgen früh stattfinden.

Unter der Kaiserlichen Banf in Petersburg hat man, wie
ehauptet wird, einen Gang entdedt, von dem aus man die Vank
        <pb n="152" />
        Städte Landau, Kaiserslautern, Neustadt und Speyer sind, die
Zeit, in der sie spieli, die furchtbaren Jahre 1688 und 1689, in
denen die blühenden Städte und Dörfer der Rheinebene durch die
Schergen des „allerchristlichsten“ Königs von Frankreich schauderhaft
verwüstet wurden. Zu den Worten, welche Moltke neulich im
Reichslag sprach· ¶ die Trümmer am Rhein und am Neckar sind
die Denkmale unserer einstigen Schwäche“, bildet diese Erzählung
eine furchtbare Illustration.

.pBei Rehlingen ertrank ein 27jähr. Mann mit seiner
24jähr. Braut in der Saar.

FIn Straßburg hat ein Soldat des 47. Infanterie⸗
regiments auf einem Patrouillengang durch das Fenster eines Zim⸗
mers hindurch, in welchem Streit war, ohne angegriffen gewesen
zu sein, geschossen und eine Person erschossen. Die Untersuchung
ist im Gange. Soweit sich nach den Aussagen der beim Streite
jegenwärtig gewesenen Hausbewohner urtheilen läßt, hätte der
Soldat. unbefugter Weise von seiner Waffe Gebrauch gemacht.
Der Vorfall hat großes, unangenehmes Aufsehen erregt.

FDas k. Landgericht Muüͤnschen verurtheilte einen Pferde—
händler von Annabrunn wegen Betrugs zu 8 Monaten Ge—
fängniß. Derselbe, hatte von zwei Müdchen unter dem Vorgeben,
Bekanntmachung. Vappel-Stammholz⸗
In seiner Sitzung vom 1. Versteigerung
März abhin hat der Stadtrath in Aßweiler.
olgende Beschlüsse gefaßt: Samstag, den 20. März
1. Die durch die hierzu bee nächsihin Nachmittags 1. Uhr,
stimmte Commission üͤber if'“ dem Vuͤrgermeisteramie
Organisation des Feuer⸗ Aßweiler werden 84 der
loschwesens gemachten Er⸗ Distriktsgemeinde Blieskastel ge⸗
heilungen wurden gutge. Hrige und an der Distriktsstraße
heifzen und, Beschlug ger rduesheim Eschringen lagernde
faßt. daß für 70 Mann Pappelstäümme nebst 84 Hau⸗
bolle Uniform, Joppen und sen Astholz ingeeigneten
Helm/ Hangeschafft werden doosen dffennlih versteigert
Wenwelering des LaeVüdweiler 80 Rarz I8860.
teinschulhauses mittelst Er⸗ Das Burpapeiteramt:
richiung eines dritten Stockeeeẽéé)Steis.
wurde. genehmigt. Auf Ostern empfehle billigst
Interimistischer Schulver⸗ hübsch gearbeitete fertige
weser Peil wurde d Knaben⸗
nitiver Schulverweser un 2
zwar vom Januar abhin A n 3 i g e
an, in Vorschlag gebracht. bon M. 2 bie9 .4
Die Rechnung der Armen⸗ MHaas,
pflege von 1879. Obenat.
Die Rechnung des Hossss —
pitals von demselben Jahre. Als Dungermittel empfeh⸗
Die Voranschläge: a. der en wir:
Gasanstalt; d. des Hoss Guano,
pitals; c. der Armenpflege pnochenmehl,
pro 1880 wurden geneh⸗ Zuperphosphat,
migt, und liegen diese 16 Wiesendünger (auerkalh),
Tage zur Einsicht auf dem Amoniake⸗Superphos⸗
Bürgermeisteramt offen. phat.
—— des e Franz Grell's Rachfolger.
Eberhaxdt um Fortbetrie òRFEFELEEAAMAX
einer Wirthschaft wurde seleesamen, eyiher gnd
befürwortet. zaat viauex)
Fur Anschaffung von Lern⸗ Zaathafer,
änße “für' die FJou. daatwicken,
gegenstände für die Fort derste in guter
bildungsschüler wurden 100 inde anfger g
Mark den ign Zualität bei
St Ingbert 6. Marz 1880. M. Thiery.
Das Bürgermeisterant: Eine Hebmaschine
cufter. um aufwinden von Fässer billig
Der Unterzeich⸗ n verkaufen. Näheres bei
nete 88 Fen⸗ P. Weisgerber.
tergras und titt. XCC .AMXCCCC.. -
Auch wird farbiges, gewölb⸗ Ein Garten.
tes undeblumiges Glas bil⸗
ligst und prompt besorgt von
N. Schütz,
Glaser. hinter der kathol. Kirche.

nr

4.
2.

gjeeignet zu einem Bauplatz, mit
Beet Wiesen unterm Biadukt
in der neuen Schmelze ist zu
verkaufen. Bei wem? zu erfra⸗
sen in der Ervped. d. Bl.
für eirie irte Ke⸗
benc⸗Drstcceroeigsa: Ge⸗
ell ichzt wird gesuchl. Oß
kerten befördert d. Erped: d. Bi

———

NLDimmer
u vbermiethen
Vogelsanga.
drm mo Verlag von F.5..

er habe von einer Frau, die täglich mit Gott, der heiligen Jung-
erau, den Engeln ꝛc. verkehre, Reliquien der Heiligen Johannes
ind Aloysius erhalten, denen die Kraft innewohne, den Liebhaber
zu bannen, d. h. treu zu erhalten, 10, bezw. 100 Mark er⸗
erschwindelt.

—7 Das bayerische Justizministerium hat seit 1. d. M.
die neue Schreibweise eingeführt. (Es heißt also nicht mehr:
derr Rath und Frau Räthin, sondern Herr Rat und Frau
sätin. Welcher Gewinn!)

7 Am 2. März fand in Frankreich wieder ein Eisen—
hahnunglück statt. Der Personenzug, der von Toulouse nach Auch
uhr, stieß bei Bon⸗Encontre auf einen Waarenzug. 20 Personen
würden verletzt. Todte gab es bis jetzt nicht, aber mehrere Per⸗
onen sollen lebensgefährlich verletzt sein.

P Die Aussichten-für das heurige Frühjahr.) Monate
März und April, werden von einem Wetterkundigen dahin präzisirt:
langsamer Eintritt des Frühlings, häufige aber nicht auhaltende
Stuͤrme, viel Regen und hin und wider Fröste. Schön klingt das
gerade nicht.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme b.
ιOXαααααααια
Paris,
Sonn⸗
tags.
Nächst Gott
jaben mir einzig und allein
Ihre unvergleichlichen
Hustenkaramels Maria
Benno von Donat gehol⸗
zen. Senden Sie bitte umge—
hend noch 5 Original⸗-Cartons
hustenkaramels zu 30 Pf. und
30 echte Cartons Kakao⸗Thee zu
20 Pf. Ihr vorzüglicher Kakao—
Thee in Ihren himmelblauen
Kartons erfreut sich hier allge—
mein einer großen Beliebtheit,
besonders meine Kinder und mein
Mann wollen vom Kaffee nichts
mehr wissen nachdem sie sich an
Ihren wohlschmeckenden Kakao—
Thee gewöhnt haben ⁊c. ⁊c.“
Allein echt im Haupt⸗
Depot bei Herrn Jean Pe—
ters. Die Hustenkaramels und
der Kakao⸗-Thee Maria Benno
don Donat treffen fortwährend
frisch ein.

Weißer Wein
über die Straße) ver Schoppen
20 Pf. bei

P. Weisgerber.
Wir empfehlen:
Hrassamen,
Incarnat-Kleesamen,

„VUorother)
„(Gcblauer)
Zaat-Wicken und Hafer
(prima)
Saatgerste.
Franz Grell's Nachfolger.
Arbeiter⸗
Bildungs-Verein.
Zonntag, 7. März, Abends

3 Uhr:

Ulnterhaltiung 7
im Saale von Wirth Schweitzer
Höfchen).

Programm:
Vortrag: „Stahl u. Eisen.“
Musikalische und dekla⸗
matorische Vorträge.

Der I. Vorsitand.

Ein starker
Lehrjunge
kann sofort in die Lehre treten,
—
zu St. Ingberter Grube.

*
C
*

—
Lehrlingsgesuch.
Ein wohlerzogener Junge wird
als Lehrling angenommen bei
. X. Demetz,
Druckereibesitzer.

ZJünr EBDamenmn!?

— Auf Grund der thatsachlich er⸗
nelten Heilerfolge kann das bereits in
110. Anfi erscienene relaiunstrirte Buch:
ur. irn's Naturhetlmethode
58 Mart,“ allen Rrauken auf't
Zarmste pur Anschaffung emvfoblen
erden. In diesem 8241 Seiten starken
Werke Andet ein Jeder, gleicbviel an
melcher rankbeit leidend. saufendfach
bewahrte, leicht zu befolgende Ratd⸗
prage, die, wie zadilose Dantschreiben
weisen, oft selbst Shhwertraute
v Gilse ⸗SDeilung brac
Mer's Uerlags Ausi
ia, sendet auf
nen 106 Seit.

Sei Kramer &amp; Co. in Leipzig erscheint
Die
DiIS:I—.
Zeitschrift in Monatsheften für leichte ele⸗
dpy weibliche Arbeiten, enthaltend neue

tiekmustor in brillantem Bunt-
farbendruck ausgejührt, sowie Hä-
kel⸗ und Filetmuster, Vorlagen für Weiß⸗
stickerei, Weißnähterei, Waffel- und Strid⸗
arbeun, Perlhältelei x

Die einfache Ausgabe kostet pro Mo—
nat nur 16 Pfg. Reichewäbrung — 10 tr.
zfterr. Die eeeen erscheint in
zoppelt so greßem Format als die ein⸗
ache und kostet das Doppelte.

Man abonnirt 2u Jeder Zeit auf
edrei Hefte einer beliebigen Ausgabe
ei allen Buchhaudlungen und Postan⸗
ßalten.

*Vorräthiag in essen Ruchhandl
7NT75 in St. Ingbert. — J
Sieru ARAGùilufstrirtes TSonntagéblatt““ Nr. 10
        <pb n="153" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Dder ESt. Jugberter Auitzeiger und das (2 mal woͤchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunagsblatt. (Sonntags mi illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal:; Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abounementspreis betragt vierteljahrlich

MA 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 B, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anuzeigen werden mit 10 , von Auswaris
mit 15 2 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 Bpro Zeile bexechnet.
A 39.

Sountag den 7. März

1880.
Deutsches Reich.

München, 83. März. Nach den Bestimmungen über die
diesjährigen größeren Landwehrübungen sollen diese zwölf Tage
dauern und in den Monaten April, Mai oder Juni vorgenommen
verden; bei der Auswahl des Zeitpunktes innerhalb des genannten
Zeitabschnittes sollen die Interessen der dabei am meisten betheiligten
ürgerlichen Berufskreise berücksichtigt werden. In Preußen wie in
»en unter dessen Militärverwaltung stehenden Staaten werden
110, 165 Mann, in Bayern gegen 13,000 Mann, meistens der
Infanterie und Jäger, eingezogen.

Kronprinz Rudolph von Oeste rreich ist nach zweitägigem
Aufenthalt in München Donnerstag Abend von dort abgereist
nach Irland, wo seine Mutter, die Kaiserin, zu Jagdzwecken weilt).
der König von Bayern begleitet ihn auf seiner Reise bis Retzbach
unweit Würzburg).

Aus München meldet die „Allgem. Ztg.“: Ministerpräsi—
dent v. Pfretzschner, seit Monaten leidend, suchte um seine Ent—
assung nach. Se. Majestät der Koönig nahm dieselbe an unter
yuldvollster Anerkennung der treuen, langbewährten, hervorragenden
ausgezeichneten Dienste und unter Erhebung Pfretzschner's in den
Freiherrnstand und Einreihung unter die Staatsräthe im außer—
»dentlichen Dienst unter Belassung seines Titels und Ranges als
Staatsminister. (Adolf v. Pfretzichner ist geb. am 15. August
1810 in Würzburg, seit 1863 Minister und seit 1872 Minister⸗
dräsident, Minister des Aeußern und des kgl. Hauses.)! Den
Vorsitz im Ministerium übertrug S. M. der Koͤnig dem Kul—
usminister v. Lutz; der Legationsrath v. Crailsheim wurde zum
Minister des königlichen Hauses und des Aeußern ernannt.

Im Reichstag wird ein Antrag vorbereitet, der den Zweck
at, eine Vereinbarung sämmtlicher deutschen Bundesstaaten behufs
kinführung einer einheitlichen deutschen Schreibweise herbeizuführen.

Die Militärvorlage kiann im Neichstage der Haupissche
iach schon jetzt für angenommen gelten. Voraussichtlich wird sie
vis zum 19. März, dem Tage der Vertagung des Reichstages, in
weiter und dritter Berathung erledigt werden Nach Ostern wird
ann auf Grund derselben ein Nachtrag zum Militär⸗Etat er—
oartet, welcher die Mintel für die Ausbildung der Ersatzreserve für
as laufende Jahr in Anspruch nimmt. — Nachdem also diese
5rage abgethan, wendet ·sich der Blick naturgemäß den Gesetzeni⸗
oürfen zu, die demnächst zur Berathung gelangen werden. Das
it denn zunächst derjenige, der uns zweijährige Budget- und vier⸗

ährige Legislatur-Perioden zu bescheeren gedenkt uͤd ferner der

iber die Verlängerung der Geltungsdauer des Sozialistengesetzes.
zn Betreff des ersten Entwurfs verlautet mit wachsender Bestimmt⸗
jeit, es bereite sich zwischen den Conservativen und dem Centrum
ine Einigung dahin vor, daß sie die Vorschläge der Regierung
war annehnieen, dagegen unbedingt die Bestimmung einer alljähr⸗
ichen Berufung des Reichstags in das Gesetz aufgenommen sehen
vollen. Die überalen Parteien sind indeß mit diesem Vermitt⸗
ungsvorschlage nicht zufrieden. Was das Sozialistengesetz betrifft,
o kann eigentlich nur die Haltung des Centrums dabei don Inte⸗
esse sein; denn daß die Conservativen und Nationalliberalen für
ind die Fortschrittsmänner gegen die Verlängerung sind, steht bon
ornherein fest.

Ausland.

Die Pariser Zeitungen „Lanterne“ und „Mot d'Ordre“ ver⸗
ffentlichen eine Proklamation des russischen revolutionären Exekutiv⸗
komite's an das franzssische Voll welche fordert, daß der
nerhaftete Hartmann nicht an Rußland ausgeliefert werde.

In der belgischen Kammet erklärte der Justizminister, die
Dienstag Abend stattgehabte Detonation trage nicht den Charakter
ines Attentates.

Petersburg, 4. Mürz. Nach einem noch der Bestätigung
edürfenden Gerüchie hätte das heute zusammengetretene Kriegsge⸗
icht den gestrigen Attentäter zum Tode mittelst Strang verurtheilt.
die Vollziehung des Urtheils soll morgen früh stattfinden.

Unter der Kaiserlichen Bank in Petersburg hat man, wie
ehauptet wird, einen Gang entdecktt, von dem aus man die Bank⸗

ntweder in die Luft zu sprengen oder zu bestehlen beabsichtigte.
das letztere ist das wahrscheinlichere.

Das erste Verhör des Verbrechers der auf Loris ⸗Melikoff
choß, wurde vom Stadthauptmann vorgenommen. Der Attentäter
agt aus, er sei ein getaufter Ifrdelit aus dem Gouvernement
MNinsk, wo er das Gymnasium absolvirte, und heiße Hippolyt
Mladetzky. Ferner äußerte er u. A., Loris Melikoff werde durch
eine Genossen getödtet; wenn nicht durch ihn, dann durch den
weiten, wenn nicht durch den zweiien, dann durch den dritten.

Die aus einer Enifernung von nur 8 Schritten abgefeuerte,
dugel ging dem Grafen Loris— Melikoff am Hüstbein vorbei und
durch den Paletot. Befragt, warum er geschossen, erwiderte der
Attentäter; „Aus Prinzip“.

In Kiew haben die Nihilisten aus Rache dafür, daß die
Mönche ihnen auf ihre Drohbriefe kein Geld „für die heilige Sache
der Befreiung des russischen Volkes von der Knechtschaft⸗ geben
vollten, einen Theil des berühmten Katakombenklosters Lawra in
der Nacht auf den 19. v. Mts. mit Dynamit in die Luft gesprengt,
vobei die große Buchdruckerei, Bibliothek und. Lithographie in
Flammen aufging. Die Nacht war so kalk, daß das Wasser in
en Schlänchen und Spritzen zufror, weshalb die Feuerwehr wenig
rusrichten konnte.

Vermischtes.

. Die vorschriftsmäßige Bereisung der Pfalz. zum Zwecke
der Inspizirung des Straßen⸗, Brückens und Wasserbauwesengz im
Jahre 1880 ist dem k. Oberbaurath Hänser übertragen worden.

. Die Pirmasenser Schuhindustrie will die Pfalzgau—
Ausstellung in Mannheim mit einer Kollectiv⸗Ausstellung beschicken,
velche den dermaligen Stand dieser wichtigen, auch draußen in
der Welt hochgeachteten Industrie veranschajlichen soil. Seilens
nehrerer Mechaniker und Schmiede werden Hilfsmaschinen der
Schuhfabrikation ausgestellt werden, und wahrscheinlich wird auch
die Lederindustrie sich in gemeinschaftlicher Weise betheiligen.

F. In Hütsschen hau sen brannte am Freitag eine Scheune
nit Stall ab, wobei 4 Kühe, 1 Pferd und 1 Swein. heen
Tod fanden.

F, Das „Aktienbad“ in Kai sexslautern hat von
einer Gründung (1876) schlechte Geschäfte gemacht; das Defizit
ieg von Jahr zu Jahr; 1876 betrug e8 113 1879 14783 M.;
mortisirt wurde bis jeht Nichts. Es soll nun noch, ein letzter
Lersuch mittelst Cirkulation einer, Liste gemacht werden. Nachdem
im 3. d. die Generalversammlung eine zweite Badellasse, zu er⸗
näßigtem Preis eingeführt hat, hofft man auf Erfolg. Bleibt
verselbe, aus, so wird in 4 Wochen eine außerordentliche General-
versammlung über die Liquidirung zu beschließen haben.

FVon dem Landgeriche Kalrferslaurern wurde
in Steinhrecher wegen dorsählicher Beforderung der, Desernion ei
ies preußischen Soldaten zu einer Gefängnißstrafe von 8 Monaten
ind zu den Kosten verurtheilt.

Lambrecht. Gewählt: zum Bürgermeister Kasimir
Wagner, Tuchfabrikant, zum 1. Adj. Jalkob Schlosser jr., Tuch⸗
abrikant und zum 2. Adj. Heinrich Dietz, Wirth. (Danach schei⸗
ien die Sozialisten glücklicher Weise unterlegen zu sein)

F In St. Martin ist kürzlich ein vierjahriger Knabe ge⸗
torben, dessen Tod, wie man dem „Landauer Anzeiger“ schreibt,
der falschen Behandlung durch einen Curpfuicher zugescorieben wird.
Intersuchung ist eingeleitet.

. Die Vollsbankt in Edenkoben hat im letzten Jahre
inen Reingewinn von 17,343 Mart 77 Pfg. erzielt und zahlt
abon eine Dividende von 8 Prozent.

F Wie der „Pf. K.“ schreibt, wird von Herrn Ed. Jost in
Landau, welcher als liebenswürdiger, unterhaltender Erzähler
»urch eine Reihe von Schriften sich dereits einen Namen gemacht
at, demnächst eine groͤßere historische Erzahlung in zwei Banden
m Verlag von Richter und Kappler in Stuttgart erscheinen. Wir
lauben, unsere Leser um so mehr darauf aufmerksam machen zu
ollen, als der Schauplatz derselben abwechselnd unfere dfalzischen
        <pb n="154" />
        Städte Landau, Kaiserslautern, Neustadt und Speyer sind, die
Zeit, in der sie spieli, die furchtbaren Jahre 1688 und 1689, in
denen die blühenden Städte und Dörfer der Rheinebene durch die
Schergen des „allerchristlichsten“ Königs von Frankreich schauderhaft
oerwüstet wurden. Zu den Worten, welche Moltke neulich im
Reichstag sprach: „Die Trümmer am Rhein und am Neckar sind
die Dentmale unserer einstigen Schwäche“, bildet diese Erzählung
eine furchtbare Illustration.

WBei Rehlingen ertrank ein 27iühr. Mann mit seiner
24jähr. Braut in der Saar.

FIn Straßburg hat ein Soldat des 47. Infanterie—
cegiments auf einem Patrouillengang durch das Fenster eines Zim⸗
ners hindurch, in welchem Streit war, ohne angegriffen gewesen
zu sein, geschossen und eine Person erschossen. Die Untersuchung
ist im Gange. Soweit sich nach den Aussagen der beim Streite
gegenwärtig gewesenen Hausbewohner urtheilen läßt, hätte der
Soldat unbefugter Weise von seiner Waffe Gebrauch gemacht.
Der Vorfall hat großes, unangenehmes Aufsehen erregt.

4 Das k. Landgericht München verurtheilte einen Pferde—
händler von Annabruun wegen Betrugs zu 8 Monaten Ge⸗
uͤngniß. Derselbe hatte von zwei Mädchen unter dem Vorgeben,

er habe von einer Frau, die täglich mit Gott, der heiligen Jung—
frau, den Engeln ꝛc. verkehre, Reliquien der Heiligen Johannes
und Aloysius erhalten, denen die Kraft innewohne, den Liebhaber
zu bannen, d. h. treu zu erhalten, 10, bezw. 100 Mark er—
erschwindelt.

Das bayerische Justizministerium hat seit 1. d. M.
die neue Schreibweife eingeführt. (Es heißt also nicht mehr:
Herr Rath und Frau Räthin, sondern Herr Rat und Frau
Rätin. Welcher Gewinn!)

Am 2. März fand in Frankreeich wieder ein Eisen—
bahnunglück statt. Der Personenzug, der von Toulouse nach Auch
fuhr, stieß bei Bon-Encontre auf einen Waarenzug. 20 Personen
wurden verletzt. Todte gab es bis jetzt nicht, aber mehrere Per⸗
sonen sollen lebensgefährlich verletzt sein.

GDie Aussichten für das heurige Frühjahr. Monate
März und April, werden von einem Wetterkundigen dahin präzisirt:
langsamer Eintritt des Frühlings, häufige aber nicht anhaltende
Stürme, viel Regen und hin und wider Fröste. Schön klingt das
gerade nicht.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demeß.
— IUIU
Bekanntmachung. vappel⸗-Stammholz⸗
In seiner Sitzung vom 1. Versteigerung
März abhin hat der Stadtrath in Aßweiler.
olgende Beschlüsse gefaßt: Samstag, den 20. März
u. Die durch die hierzu ber gachsthin, Hiachmittags 1. Uhr
stimmte Commission über uf'“ dem VBürgermeisteramte
die Organisation des Feuere dhzweiler werden 84der
loschwesens gemachten Er· Dittritisgemeinde Blieskafiel ge—
theilungen wurden gutge⸗ örige und an der Distriktsstraße
heißen und, Beschluß gee rmesheum Eschringen lagernde
saßt. daß für 70 Mann Paappeistamme nebst 8Hau—
oolle Uniform, Joppen und fen Astholz in geeigneten
Helm, angeschafft werden Loosen öffentlich versteigeri
— des La⸗ Aßweiler, 5. März 1880.
—— Das Borergeleraunn:
ichtung eines dritten Stofecee Steis.
wurde genehmigt. Auf Ostern empfehle billigst
Interimistischer Schulver⸗ jübsch gearbeitete fertige
weser Peil wurde als defi⸗ Knaben⸗
nitiver Schulverweser und 3 2
zwar Ia, r A V 3 11 g
an, in Vorschlag gebracht.
Die Rechnung der Armen⸗ von A3 bis Iaas
oflege von 1879. —28
Die Rechnung des Hos—
ditals von demselben Jahre.
Die Voranschläge: a. der
Gasanstalt; b. des Hos⸗
oitals; c. der Armenpflege
ↄro 1880 wurden geneh⸗
migt, und liegen diese 14
Tage zur Einsicht auf dem
Bürgermeisteramt offen.
Das Gesuch des Wirthes
Eberhardt um Fortbetrieb
einer Wirthschaft wurde
befürwortet.
Für Anschaffung von Lern⸗
gegenstände für die Fort—
bildungsschüler wurden 100
Mark bewilligt.
St. Ingbert, 6. März 1880.
Das Bürgermeisteramt:
*Ruaster.
Der Unterzeich⸗
nete verkauft Fen⸗
sterglas und Kitt.
Auch wird farbiges, gewölb⸗
ties und blumiges Glas bil⸗
ligst und prompt besorgt von
N. Schütz,
Blaser, hinter der kathol. Kirche.

Weißer Wein
über die Straße) per Schoppen
A

V. Weisagerber.

Paris,
Sonn⸗
tags.
Nächst Gott
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Benno von Donat gehol⸗
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mein einer großen Beliebtheit,
besonders meine Kinder und mein
Mann wollen vom Kaffee nichts
mehr wissen nachdem sie sich an
Ihren wohlschmeckenden Kakao—
Thee gewöhnt haben ⁊c. ⁊c.“
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Arbeiter⸗
Bildungs-Verein.
Sonntag, 7. März, Abends

3 Uhr:

— Unlkerhaliung —
im Saale von Wirih Schweitzer
(Höfchen).

Programm:

Vortrag: „Stahl u. Eisen.“
Musikalische und dekla—
matorische Vorträge.

Der L. Vorstand.

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M 40.

Dienstag den 9. März

1885.

Deutsches Reich.

Das bayerische Gesetzblatt Nr. 14 publicirt folgende vier,
pom 28. v. Mis. datirte Gesetze: die Ergänzung des Polizeistraf⸗
gesetzbuches (Lotterie), die beiden Creditforderungen für die Armee,
Abänderung des Art. 9 des pfälzischen Notariatsgesetzes vom 25.
Ventose XI.

In seiner Sitzung vom Samstag verwies der deutsche
Reichstag den Gesetentwurf betreffend die Verlängerung der
Heltungsdauer des Sozialistengesetzes an eine Kommission von vier⸗
ehn Mitgliedern. Der Minister des Innern Graf Eulenburg be—
'onte, daß das Sozialistengesetze korrekt und loyal ausgeführt
vorden sei.

Der Antrag Stumm auf Errichtung obligatorischer Ar⸗
beiter⸗ Invaliden- und Pensionskassen darf, wie die „Börsen⸗Ztg.“
on zuverlässiger Seite erfährt, als aufgegeben angesehen wer den.
Die desfallsigen regierungsseitig veranstalteten Ethebungen haben
ergeben, daß die sächsischen und andere Knappschaftskassen, welche
hden Stummẽschen als Muster dienen sollten, zum großen Theile
dem Concurse nahe sind. Hierin ist auch das Motiv für die Zu—
rückhaltung der Regierungen der Einzelstaaten auf die Rundfrage
des Reichskanzlers, das Stumm'sche Project betreffend, zu suchen.

Bennigsen hatto vor einigen Tagen eine einstündige Unter⸗
edung · mit Bismard. Die Nationalliberalen verlangen bezüglich
oe Militürgesetzes, daß dis 3000 Einjahrig⸗ Freiwilligen in die
Präsenzstärke des Heeres einbegriffen. und: dadurch die Ausgaben

ür 5000 Maun erspart werden.
Auslaudo

Das „Oesterr. Correspondenz⸗Burrau meldet: Wie wir ver⸗
nehmen, hat sich Kronprinz · Rudolph mit der Prinzessin
Stephanie von Belgien:verlobt. (Am 5. März wat der
Kronprinz, von München kommend, in Brüssel eingetroffen, wo er
zur Zeit noch verweilt. Prinzessin Stephanie ist die mittlere der
3 Töchter des belgischen Königspaares und geboren im J. 1864.
Die Mutter ist eine geborene Erzherzogin von Oesterreich)

Im französischen Ministerraih trug am Samstag der
Fustizminister seinen Bericht in der Angelegenheit des Russen Hart⸗
nann vor. Der Bericht beantragt die Nichtauslieferung Hartmann's,
venl weder die Identität noch die Schuld Hartmann's genügend
argethan sei.

Der Antrag des Justizministers wurde sodann vom Kabineis-
Fonseil genehmigt und sofort zur Kenntniß der russischen Bot⸗
chaft gebracht.

Im französischen Senat erllärte der Cultusminister Ferry
dei Befürwortung des Gesetzenwurfs über die Unterrichtsfreiheit,
derselbe sei eingegeben durch politische Gesichtspunkte; die Congre—
jation der Jesuiten sei eine beständige Verschwörung gegen den
ztaat, welcher in Bezug auf Moral und Politik nicht gleichgiltig
ein lönne. Der christliche Unterricht sei nicht bedroht, da ja 120
yon Priestern geleitete Anstalten und zahtreiche vom Staat ermäch—
igte andere Congregationen beständen.

Der britische Botschafter Layard hat der Pforte notisizirt,
die Berliner Signatarmächte würden eine internationale Kommission
zur Beilegung der griechisch⸗ türkischen Differenzen auf Grundlage
»es 13. Protolkolles des Berl. Vertrags einsetzen. Die Kommission
vürde ihre Entscheidmmgen nach Stimmenmehrheit treffen und der
Türkei und Griechenland ihre Beschlüsse bezüglich der neuen Grenz⸗
inie durch eine Kollektivnote der Mächte miitheilen.:

Petersburg. Der Verbrecher, welcher das Attentat gegen
roris Melikoff verübt hatte, ist am 5. März mittelst Stranges hin⸗
zerichtet worden. Der Richiplaz war von Militar umstelit. Die
Kuhe wurde nirgends gestört.

Die nächste Präsidentenwahl in den Vereinlgten Staaten
zersetzt jetzt schon die Gemüther der Waähler in große Aufregung.
bon allen Seiten wird aufs heftigste gewuhlt und es läßt sich bis
etzt auf den Ansfall der Wahl noch kein Schhuß ziehen. Doch
jat Grant bei einigen Vorwahlen nicht unbedenende Erfolge zu
erzeichnen und es ist wahrscheinlich, daß ihn die Mehrheit seiner
zartei zum dritten mal als Präsidentschafts⸗Caudidaten aufstellen wird.

Nach Meldung des „Herald“ aus Honkong' trifft China
zroße Kriegsvorbereitungen und macht ansehnliche Waffenankäufe.
Die Rüstungen sind gegen Rußland gerichtet.
— 17*

nncatutcchke
Vermifchted.

*St. Ingbert, 9. März. Am Sonntag hatte einer:
inserer Herren Jager das Vergnügen auf der Jagd der Hrn.
gebr. Krämer im Rothdell die erste Schnepfe unserer Gen
jend für dieses Jahr zu erlegen.

*æDurch einen halbblödsinnigen 11jährigen Knaben, Nda⸗
nens Weber, wurde am Samstag Nachmittag in der Wohnung
des Hrn. Dr. Ehrhardt eine auf dem Tische liegende goldenen
Taschenuhr enwendet. Weber zerschlug die Uhr in Stücke, ver«⸗
chleuderte einen Theil derselben und veriaufte eines an einen chien
igen Uhrmacher um 50 Pf.

F Eine neue Pofterpedikion wird vom 14 April ab in
Zchwarzenacker errichtet.

FDie vom Zweibrücker Vogelschittz⸗ und Geflligelzuchtvervinn
veranstaltete U. Geflügel⸗ und Vogelausstellung wurde im · Saale
»es Zweibrückerhofes am Sonntag eröffnet und soll heute (Diens⸗
ag) Abend geschlossen werden. Der Katalog umfaßte 171 Nummern.

F In Pürmafsens hatdie Frau des Schusters Wilh. Jost
iach vorausgegangenem Wortwechsel ihren 17jaͤhrigen: Stiefsohm.
zurch einen Stichẽ mit einem Schusterkneipin die linke Brustjeite
getödtet. Sie wurde verhaftet. J

T. Nach dem ‚Pirm. Anz.“ wäre?der Hauptgewinn der Kis⸗
inger Kirchenbaulotierie, 45,000 M., dem Zuschneider Gg. Dauen⸗
jauer in der Fabrik von Breith und Bürkel ˖in Pirmasens
ugefallen.

FIn Altenkirchen wurde der Küfer Leonhardt wegen
Befährdung der Zwangsvollstreckung verhaftet. Demselben sollten
ie Liegenschaften im Zwangswege versteigert werden, worauf der⸗
elbe die Scheuer abriß und die Maierialien verlaufte und nur
urch die Verhaftung verhindert wurde, auch das Wohnhaus zu
erstöͤren.

FIn der Lauter“ zu Kaiserslautern wurde die Leiche des
Jalob Hoffmann von Obermohr aufgefunden.

F Hinsichtlich der Fuhrung der Lauterthalbahn über Otte r⸗
erg hat die dortige städtische Vertretung eine eingehende Vor⸗
tellung an die Direclion der Pfälzischen Vahnen in Ludwigshafen
jerichtet, welchem Petitum nachtraͤglich auch die Gemeindevertretungen
on Heiligenmoschel, Schnedenhausen, Hoöringen, Potzbach und
krlenbach sich angeschlossen haben—

F. Nach der „Krss. Zig.“ wird in Kaiserslautern
demnächft eine Gerichisvolzieherprüfung stanfinden. Zugelassen
ind nur Solche, die mindestens eine sechsmonatliche Praxis auf
inem Amisgericht und bei einem Gerichtsvollzieher durchgemacht
hjaben. Die Prüfungscommission besteht aus dem Landgerichts⸗
den Müller, Landgerichtsrath Kuhn und Staatsanwalt
ẽchardt.

Vom ESchoͤffengerichte Lud wigshafen wurden drei
Witthe, welche Karten ohne den Reichsstempel' in ihren Localen
satten, zu je 500 M. Geldstrafe veruriheili. — Eine Schirm⸗
nacherin von Friesenheim erhielt wegen der gleichen Sache
30 M. Geldftrafe.

F ImPf. K.“ sucht ein: Correspondent die Besitzer von
dissinger Kirchenbauloosen zu einem Proteste gegen die Gil⸗
rigleit der kürzlich ftattgehabten Ziehung genannter Lotterie anzuregen.

f. In Frankenthal fiel am Freitaq der Kesseischmied
Hrch. Jugen heimer so unglüdlich von einem mit einem Dampf⸗
essel beladenen Wagen, daß er unter ein Nad gerieth und ihm der
dopf zermalmt wurde.

fDomdechant Weis, der bereits verschledene fromme Stiftungen
n Speyer und Edenkoben gemacht, hat in seiner Heimathge-
neinde Offenbach ein Capitai von 12,000 M. zur Unterstutzung

yon Armen vermacht. (Pf. 3.)

F Vom 1. April nächsthin an wird der bisherige Bürger⸗
neistereibezirt Sul zbaheFeredrichsthal getrennt werden, und
        <pb n="156" />
        * F
ist für die Bürgermeisterei Sulzbach Herr Bürgermeister Woytt in
Alsweiler und für die Bürgermeisterei Friedrichsthal Herr Bürger—
meister Speicher in Gillenberg in Vorschlag gebracht worden.

In Dredenhoofen Cothringen) wurde vor ein paar
Wochen ein junger Mensch verhaftet, welchen Fama sofort zu einem
Nihilisten und Mitbetheiligten am Mostauer Attentat stempelte.
Jetzt hat sich's herausgestellt, daß er ein aus Göorlitz desertirter
preußischer Soldat ist.

Der Messerstecher, welcher kürzlich in Straßburg
sein Unwesen trieb und sich ausschließlich Frauen und Mädchen zu
Opfern erkor, scheint sich neuerdings Metz zum Schauplatz seiner
unheimlichen Thätigkeit gewählt zu haben. Wenigstens ist, wie
versichert wird, eine Schuͤlerin des fruüͤher Minaglia'schen Instituts
bon cinem Unbekannten auf der Straße gestochen worden. Polizei⸗
liche Recherchen nach dem Uebelthäter sind bereits eingeleitet.

dDer Marktflecken Donau sta uf bei Regensburg ist größ
tentheils niedergebrannt. Von 173 Wohnhäusern, welche der Flecken
zählie, wurden 140 ein Raub der Flammen. Die Noth ist groß.
Auch das fürstlich Taris'sche Schloß mit seiner werthvollen Ein⸗
richtung ist abgebrannt.

S. k. H. Prinz Otto von Bayern hat der Vorstandschaft
des Bayer. Veteranen⸗, Kriegers u. Kampfgenossenbundes“ zur
Fundirung einer „Wittwen⸗ und Waisenunterstützungs⸗Kasse“ 3000
M. zustellen lassen.

4Den Weberfamilien in Oberfranken in der Gegend
bon Münchberg wurde ans Amerika GBrasilien?) das Anerbieten
Jemacht, circa 1500 Familien aufzunehmen, das Reisegeld für sie
zu zahlen und ihnen noch einen Vorschuß zu geben. Der Zudrang
ur Aumeldung soll seitens armer Weberfamilien ganz enorm sein.
7 In Ober—⸗ und Unterfranken sind in der verflossenen

Woche wolkenbruchartige Regengüsse gefallen und in Folge davon
Bäche und Flüsse stark angejchwollen und zum Theil austreten.
—
Kleesamen, (xother und
blauer),
SZaathafer,
Saatwicken,
ind Saatgerste in guter
Dualität bei
M. Thiery.

4 Die neue Orthographie des preußischen Cultusmi—
nisters v. Puttkamer, welche nach einem Erlaß desselben vom J.
April ab in allen preußifchen Schulen eingeführt werden sollte,
zat an Fürst Bismarck einen entschiedenen Gegner gefunden, Der⸗
elbe hat saäͤmmtliche Reichsbehörden angewiesen, sich der neuen
sechtschreibung nicht zu bedienen, widrigenfalls Ordnungsstrafen
berfügt würden. Der Reichskanzler läßt sich nun einmal kein „h“
krümmen und kein „e“ ungestraft beschneiden.

F Die bestbezahlte Wohnung Berlins dürfte wohl die
Amtswohnung des Präsidenten des Reichstages sein. Nach dem
ur den Reichstag aufgestellten Etat-verursacht die Wohnung für
Miethe, Abgaben, Heizung, Reinigung, Beleuchtung ꝛc. einen jühr⸗
lichen Aufwand von 20, 000 M. Troßdem ist sie jetzt auch während
der Session unbewohnt.

Das Dorf Nauders in Thyrol (1400 Einwohner) ist
zu zwei Dritteln abgebrannt. J

4 Nach einem Telegramm des Rotterbamer „N. Courant“
uus Petersburg hat das Nihilisten-Komits die Summe von
3000 Ruͤbel an das finnländische Garderegiment gesandt, um die⸗
selben an die Angehörigen desselben, die bei der Explosion im
Winterpalais verwundet odex an die Hinterbliebenen der Umge—
ommenen zu verteilen.

Dientesnachrichten.

Se. Mij. der König hat die kanonische Wahl des Domvicars Friedrich
Niedinger in Speyer jum Domcapitalar bestätigt und den Decan und
pfarrer Joseph Dahl von Kaiserslautern auf die jungh erledigt: Domeapi⸗
kularstelle ernannt.
— — — —— — — — —
Fur die Redaction verantworilich: F. I. Dome 6.

Bekanntmachung.

Der Metzger August Hager von St. Ingbert hat bei
der unterfertiglen Behörde um die Genehmigung zur Errichtung
iner Kferdeschlächterei auf dem Grundstücke Pl.⸗Nr. 4274
ind 4275 gelegen in der s. g. vorderen Hobelsahnung, Bann
St. Ingbert, nachgesucht.

Dies wird hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht mit der
Aufforderung, etwaige Einwendungen innerhalb längstens 14 Ta⸗
gen bei dem Bürgermeisteramte St. Ingbert anzubringen, wo⸗
selbst eine Beschreibung, sowie ein Sisuationsplan zu Jedermanns
Finsicht offen liegen.

Zweibrücken, 5. März 1880.
Kgl. Bezirkfamt:
v. .
Dils.

— — —r —t — —— — — — — — —
F 0 9 V —F eF
2a. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

St. Johann, Sulzbachstraße 158.

Chocoladen
Ein Garten.

And Cacao's

geeignet zu einem Bauplatz, mit
2 Beet Wiesen unterm Viadukt
in der neuen Schmelze ist zu
verkaufen. Bei wem? zu erfra—
gen in der Exped. d. Bl.

ler Kaiserlichen u. König-
lichen Hof-Chocoladen-
Fabrikanten:
Jebr. Stollwerek
in ILCõIm-,

18 Hof-Dinptome,
——
19 goldene, siliberne —RX
hroncene Medœuillen-
deeltteZaανStelluαναœ
teꝝ Ronproducete. Vod-
endete mechanische Ein-
richtungen. Gurantirt
reine Quaditéit bei mds-
si/en Preisen-
Pirmenschilder kennzeich-
nen dio Conditoreien, Colo-
aial · und Delicatesswaaren-
Geschàtte, sowie Apotheken,

velehe
vlollwerck'sche Zabrikalt
führen.

Auf Ostern empfehle billigsi
hübsch gearbeitete fertige
Knaben⸗
Anzüge

bon AM. 2 bis 9 A
M. Haas,
Oberstadt.

— —

—X

Der Unterzeich-
nete verkauft Fen⸗
terglas und Kitt.

Auch wird farbiges, gewölb⸗
tes und blumiges Glas bil⸗
ligst und prompt besorgt von

N. Schuͤtz,
Glaser, hinter der kathol. Kirche.

Annhahuestollo

1

von
noon

MAent
ür eine bestrenommirte Le⸗
hens⸗Versicherungs⸗Ge⸗
ellschaft wird gesucht. Of⸗
erten befördert d. Exped. d. Bl.

für alle hiesigen und auswartigen Zeitungen befindet sich bei
ndolh Mosse
1768. IX.
— X
u seiner Güto u. Wirksamkeoit
erprobt u. seit Jahren im In- u,

Auslande arztlich empfoblen.
qur acht in Originallaschenà 1M.

Derselbe essonhaltig à M. 1
10 Pfg. in St. Ingbert bei
F. Friedrieh.

PCoILû-—
Lehrlingsgesuch.

gegenũber gegenũher

der Haupthpeet. Zeil 45 der Hauptpost.
GIhiehe Preise wie bei den Zeitungs-

Expeditionen selhst. - Bei grösseren Aufträgen hierron

noch entsprechende Rahatthewillignuug.

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eαααααàαÊᷣäæäαÄαÑαααιααÄæαÂÄαäαιιοιαιαν — ——————— — — — —
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        55. 27
* 55*55353
22 * 3222 8
8* — —
2832 855383
32 5588 ———
252 ——— 2*
8 * 2
3528 235288 56 ZIWet1 27 — 5 —
2553 5338 —— OS 28 533 —A—— 553 —5 52
— * — B5 B35 22 *
222 — —*5 — 328 8. 532 —2 33 8
35385* —X —5 — — 73 —5253 2878 3
28 s3838535 3553 *558368
—36 2* 5 28 * 5555 8* —55 25 35353553557 55 — 253
52 —A — — — 5 ** 582 3533 258 * 52 2255
— * 53335 —E 528 ——— —— — — 2 —A ———
5— 532 * 3232237 . 3 3 —A — 2 —2 8 58* 28 — *
583582575 * 555553* 38 * 2 3353 * 82 —5*
2 * — —— — — 53— — — —XI 83 36 —— 38 —
355253 — — z855555 2 7 — * 55 * —8
— 7 * — — —— — 38. 5 5 2 *
——— 838*8 575 —823 AA —— — 22
5383 3882328 * — —53 22 25 — —*3 —— —— 5 32282
A — S 2 533357 52 2532387* — * 233555
2588 55375 5* —s* 75853 23535 538
33383387 3533233 —38 7 52
— 535 255 S . 355533 — 328 23 * 2B8* 32
5 * 2857 328 — 72 — A 38538 5337* —3 — 5z23*
3538383832 — —— 9 * 8 2 2 256 2c5—
— — 835—* —* 8 5 — *5 * CZ 55235 — * 8* —A
*5 — *5 — 2 — 3 22 — * 55 — * ——
— —
* — 523 * —— —8 * 53* 2 — — 2 ———— — — — ã 2 F 8
5* SE — —— —— 25 8 5 2— —A — ——— —— 2
—5 38 8855 *3 82 B 23*
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woöͤchentlich viermalz: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvpreis beträgt vierieljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1IA 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 E, von Auswaͤris
mit 15 J fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Keile berechnet.
A AI. —

Donnerstag den 11. März 1880.

Deutsches Neich.

Muünchen. S. M. der König genehmigte die Vornahme
don Sammlungen im ganzen Land behufs Gründung einer ,Wittels-
acher⸗Stiftung“, und bezeichnete als Zweck der Stiftung die „For—
derung des bayerischen Handwerks in Stadt und Land.“

Dem Verncehmen nach wird Kaiser Wilhelm am 18. April
u einem vierzehntägigen Aufenthatt in Wiesbaden eintreffen.

Ausland.

Aus Brüssel und Wien liegt jetzt die offizielle Bestätigung
der bereits in v. Nr. von uns gemeldeten Verlobung des Kron—
prinzen Rudolf von Oesterreich mit der Prinzessin Stephanie von
Belgien vor.

Der französische Senat hat am Dienstag, nachdem noch der
Ministerpräsident Freycinet gesprochen hatte, den Art. 7 des Ge⸗
etßenwurfs über den höheren Unterricht mit 148 gegen 129 Stimmen
»erworfen. (Es ist das jener wichtige Artikel, der den Zweck hat,
die Jesniten aus dem franzöoͤsischen Unterrichtswesen zu verdrängen.)

Daß der Beschluß der frauzösischen Regierung, den Nihi⸗
iisten Hartmann nicht an Rußland auszuliefern, in rusfischen Re—
zierungskreisen unangenehm berühren werde, war vorauszusehen.
Die „Agence russe“ bezeichnet denn auch die Entscheidung der fran⸗
dsischen Regierung über den Fall Hartmann als bedauerlich und
chwerwiegend und behält sich die weitere Würdigung bis zum Vor—
liegen der näheren Details vor.

Alle Nachrichten, welche seit dem jüngsten Attentat aus
Petersburg über die Grenze gelangen, stimmen darin überein,
daß die dortigen Zustände ein wahrhaft trostloses Bild darbieten.
Wie als unausbleiblich zu erwarten stand, werden die Ueberwachungs⸗
and Sicherheitsmaßregeln auf das äußerste getrieben, weil oder ob⸗
Zleich anonhme Tagesdrohungen gegen die höchst gestellten Persön⸗
ichkeiten fortwaährend noch in die Oefientlichleit geschleudert und
den angeblich unwiderruflich dem Untergang geweihten Opfern selbst
auf den verschiedenartigsten und häufig unbegreiflichen Wegen zu⸗
zestellt werden. Der Verkehr und die Bewegung des gewöhnlichen
debens stocken und sind den lästigsten Beschränkungen unterzogen;
eine dumpfe Stille lagert über der in die peinlichste Ungewißheit
ind Zerfahrenheit verfallenen Petersburger Gesellschaft. Jeder zieht
ich in die engsten Kreise zurück, und wer die Mittel und die Ge—
egenheit dazu hat, sucht der Czarenresidenz den Rücken zu kehren.
Als eines der bedenklichsten, aber leicht erklärlichen Symptome
dieser furchtbaren Krisis wird jetzt angeführt, daß eine gährende
Erbitterung in den untersten Volksschichten herrscht, in rascher Zu⸗
nahme begriffen ist und vornehmlich gegen die studentischen Kreise
m allgemeinen sich richtet, in deren Schooß man die Rädelsführer

und die vor nichts zurückscheuenden Werkzeuge der nihilistischen Un—
haten hauptsächlich verborgen glaubt. Es dürfte deshalb nicht
uberraschen, wenn schon in naher Zeit die Stunde von gräßlichen
Ausbrüchen der Volkswuth von der Newa nach Europa dringen sollte.

Die in den Vereinigten Staaten von Nordamerika während
des Jahres 1879 vorgekommenen commerciellen Fallimente betrugen
3658 mit eiwas über 98 Mill. Doll. Die Zahl der Fallimente
m Jahr 1878 war dagegen 10,478 mit Verbindlichleiten von mehr
als 234 Millionen! Die Abnahme im vergangenen Jahr ist daher
ehr bemerkenswerth. Das Jahr 1879 ist in Amerika schon an
und für sich sehr bemerkenswerth gewesen durch die Ausdehnung
und Schnelligkeit der in ihm erzielten Gewinne — eine Folge der
teigenden Conjunctur und Zunahme des Geschäfts im allgemeinen.
Jedoch die vorstehenden Zahlen ergeben, daß es durch die Abnahme
der mit zweifelhaften Außenständen derbundenen Verluste nicht
veniger bemerkenswerth gewesen ist.

Die Regierung der Vereinigten Staaten sandte in Folge der
zegen die chinesischen Arbeiter von den einheimischen in Scene ge⸗
etzten Hetzerei Truppen nach San Francisco. Die Waffen⸗
depots werden bewacht.

Scherrer von Marnheim war des Meineides angeklagt. Die Ge⸗
chworenen konnten jedoch aus den Verhandlungen nicht die Ueber⸗
eugung von der Schuld des Angeklagten gewinnen und sprachen
ie demnach frei. — Am Dienstag wurde gegen Ernst Otto,
Heschäftsführer der „Pfälzischen Post“ und Jakob Niedhammer,
Privatmann, beide in Kaiserslautern wohnhaft, wegen Berufs—⸗
zeleidigung durch die Presse verhandelt. Vor der letz⸗
en Stadtrathswahl in Kaiserslautern, Ende No—
ember 1879, erschien der Angeklagte Niedhammer in dem
Beschäftsbureau der „Pfaälzischen Post“, überreichte dem Ange—⸗
lagten Otto ein Manuscript und verlangte, es möchten davon 200
ẽxemplare gedruckt werden. Herr Otto sagte, nachdem er das
Schriftstück durchgelesen hatte, die Ausführung des Auftrags zu
ind lieferte dann auch zwei Tage darauf die verlangten zwei⸗
Rundert Exemplare ab, die dann von Herrn Niedhammer durch
zie Post theils direct an Wähler, theils in öffentliche Wirthslocale
ersendet wurden. Die Flugschrift trug weder den Namen des
herfassers, noch auch, wie dies bei sonstigen Druckerzeugnissen ge⸗
räuchlich ist, den Namen der Druckerei. Das Geheimnißvolle der
anzen Manipulation war noch verdollständigt durch ein an der
Spitze angebrachtes „Vertraulich“. Hinter dem Schleier dieser
hertraulichkeit wurde nun dem betreffenden Herrn Wähler mlige-
heilt, wie die bisherige Stadtverwaltung gewirthschaftet habe.
Reben persönlichen Verdächtigungen des bisherigen Stadtraths und
Bürgermeisters, die theils durch Anspielungen theils durch direkte
hehauptungen erzeugt werden sollten, hat man in der Flugichrift
insbesondere die angebliche Finanzwirthschaft scharf hervorgehoben,
undem man ausführte, daß im Garzen an erhobenen Umlagen,
Herbrauch des Grundstockvermögens, an Holzwerth des vorausge⸗
jauenem Stadtwaldes und gemachten und verbrauchten Schulden
1,300,000 Mtk. in den letzten 5 Jahren verwirthschaftet wor⸗
den seien.

In dem ganzen Inhalte des „Pampheis“ sieht nun die k.
Staatsbehörde eine Beleidigung sowohl des ganzen früheren Stadt⸗
raths als besonders des Herrn Bürgermeisters in Kaiserslautern.
Dieser Ansicht schlossen sich die Geschworenen an und das Urtheil
autete gegen Niedhammer auf 300 M., gegen Otto auf 100 M.
Beldstrafe und Publikation des Urtheils in der „Pfälzischen Post“
und „Kaiserslauterer Zeitung“ auf Kosten der Angeklagten.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Wie wir hören, hat Hr. Lehrer Hagen⸗
bucher von hier auf die Schulstelle in Kaiserslautern, auf
welche er vor einigen Tagen ernannt worden war, verzichtet und
ist bei kgl. Regierung um Enthehung vom Antritte derselben ein⸗
gekommen.

* An dem Telegraphenuntierrichtskurs in Mümnchen nahmen
nach der „Pf. Volksztg.“ 10 Pfälzer Theil, darunter Janser
von hier.

F Der Reichskanzler hat dem Bundesrath jeht eine Nach⸗
weisung über die den einzelnen Bundesstaaten bis Ende Dezember
o. Is. überwiesenen Beträge an Reichssilber⸗, Nickel- und
Tupfermünzen zur Kenntnißnahme vorgelegt. Danach beläuft
sich die Gesammtsumme dieser Beträge auf 453,909,757 Mart
b2 Pf. An 5⸗Mark⸗Stücken sind überwiesen 71,653,095 Mark,
an 2⸗Mark⸗Stücken 98,510,048 Mk., an .1⸗-Mark⸗Stücken
149,743, 275 Mk., an 50-Pfennig⸗Stücken 71,486,552 Mk., an
20.Pfennig⸗Stüchen 28,264, 412 Mti. 80 Pf., an 10-Pfennig⸗
Ztücken 18,127,800 Mti. 70 Pf., an 5⸗Pfennig⸗Stücken
3,630,633 Mi. 75 Pf., an 2⸗Pfennig⸗Stücken 3,951,107 Mtk.
14 Pf., an 1-Pfennig⸗Stüden 2,542,822 Mi. 83 Pf.

F Zum Besten der kath. Kirche in Kirrberg darf am
aächsten Ostersonntag in sämmtlichen kath. Kirchen der Pfalz
eine Kollekte erhoben werden.

F Die Gesammtsumme des von den Bierbrauern Kaisers⸗
auterns im ersten Jahre der pfaälzischen Malzaufschlagsära
(1J. Juli 1878 bis 1. Juli 1879) bezahlten Aufschlags beträgt
163,300 M., wovon 17,7859 M. als Rücdvergütungsbetrag für

u
erlãletces Saowrcericht im I. Quartal.
Die erste Verbandlung der gegenwärtigen Session endete mit
Freisprechung. Die 42 Jahre alte Eheftau des Ackerers Karl
        <pb n="160" />
        das aus Bayhern im gleichen Zeitraume ausgeführte Bier abgehen.
Immerhin noch die nette ResteSumme von 145,541 M., welche
rüher doch auch in die Tasche der Brauer floß.

* — der am 8. März in Speyer begonnenen Einjährig⸗
Freiwilligen⸗Prüfung hatten sich 22 junge Leute angemeldet, von
denen jedoch 2 nicht erschienen sind.

In der Nähe des Forbacher Bahnhofes, auf dem Metzer
Schienengeleise, wurden am Montag Morgen fünf Rottenarbeiter
bon einem von Metz kommenden Schnellzuge erfaßt und auf jäm⸗
merliche Weise getödtet. Eine Hauptschuld mag der dichte Nebel
fragen, welcher die Unglücklichen hinderte, den Zug rechtzeitig zu
zemerken, da das Geräusch desselben im Momente der Katastrophe
von einem mit dem Schnellzug kreuzenden Güterzuge übertönt wurde.

— Aus Hall CWürttemberg) schreibt man. dem „Schw.
Merkur“: Ein meuchlerischer Angriff, den ein „armer Reisender“
heute Nachmittag auf den Besitzer der Stärkmühle hier in seinem
eigenen Hause mit einem Dolchmesser unternommen hat, brachte
eine nicht geringe Aufregung hervor. Die Verwundung wurde
pereitelt durch die Dazwischenkunft des Sohnes und eines Knechtes,
die Verhaftung des Uebelthäters gelang dem Polizeiwachtmeister,
nachdem derselbe durch den Kocher zu entkommen gesucht hatte.
Nach einem bei ihm vorgefundenen Papierfetzen ist er der ledige
Kupferschmied Karl Nägele von Neulautern. Ein Reisegenosse, der
gleichfalls Bettelns halber in's Haus gekommen war, ist entkommen.
ngesichts solcher fast täglich sich ereignender Vorkommnisse fragt
man sich überall: was wird, was muß noch kommen, bis man in
seinem eigenen Heim vor diesem schändlichen Stromerwesen wieder
Schutz und Ruhe hat?

FDurch den Brand in Donaustauf sind von 964 Ein—⸗

wohnern, welche das Städichen zählte, 600 bis 700 obdachlos ge—
worden; 110 Haupt⸗- und 105 Nebengebäude sind abgebrannt.
Auch Menschenleben sind dem Brande zum Opfer gefallen. Es
jerrscht großes Elend und allenthalben werden für die Verun—
zlückten milde Gaben gesammelt. Se. Maj. der König hat den—
selben 3000 M. aus der kgl. Cabinetskasse zugewendet.

F Zu den großartigen Festlichkeiten zur Feier der fünfzig—
jährigen Unabhängigkeit Belgiens sollen in Brüssel auch große
nternationale Musikfeste stattfinden; zahlreiche, zum Theil bedeu⸗
ende Preise sind für die besten Leistungen ausgesetzt. Als erster
Preis für den internationalen Wettstreit der Gesangvereine, der
am 8. und 9. August ausgefochten werden soll, sind 4000 Fr.
ind eine vom König gestiftete goldene Medaille bestimmt. Das
Festcomite rechnet auf eine große Betheiligung der rheinischen Gee
angvereine und Capellen.

F(Aus der Schule.) Erlebniß eines Kreisschul⸗In⸗
spektors. Auf seinen Visitationsreisen kommt ein Kreisschulinspektor
auf ein einsames Nest im Westrich. Es war Mittwoch Nachmittag
und sämmtliche Schulbuben im Wald, um Holz zu lesen. Der
Lehrer war wohl zu Hause, der Herr Inspektor hätte gerne ge—
prüft, allein was — machen? Schüler waren keine da. „Wissen
Zie,“ rief auf einmal unser gutmüthiger Lehrer aus, „ich will
Ihnen sagen, wie wir die Kinder möglichst schnell aus dem Wald
bringen, so daß die Prüfung noch vor sich gehen kann: Ich läute
Sturm!“ Gesagt — gethan. In Zeit von einer guten viertel
Stunde war die ganze Schuljugend versammelt und die Prüfung
'onnte vor sich gehen. (Thatsächlich geschehen.) (Fr T.)

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
J

—
⸗ Feilbieten von Fleisch be⸗

Orts rechtigte Personen dürfen

Polizeibeschluß. zie von ihnen angezeigten
Preise nicht überschreiten
»der keine Erhöhung der⸗
selben eintreten lassen ohne
wenigstens 3 Tage vorher
der Ortspolizeibehörde da⸗
pon Anzeige gemacht oder
deren Bewilligung zu frü—
heren Aenderung ihrer Preise
erlangt zu haben.

Zu Art. 145 des Polizei⸗
?traf⸗Gesetz⸗Buches.

Bäcker, welche das zum Ver—
aufe ausgesetzte Brod nicht in
er herkömmlichen oder durch die
Irtspolizeibehörde bestimmt wer⸗
»enden Größe ausbacken, oder
zas Schwarzbrod nicht auf der
»bern Rinde mit dem ihnen
eigenthümlichen und der Orts⸗
polizei bekannten Zeichen ver—
ehen, unterliegen polizeilicher
Bestrafung.

Beim Verkauf von Fleisch darf
die Zuwaage nicht no0 des Ge—
vichtes übersteigen und muß von
derselben Fleischgattung sein.

Das Schlachten auf öffent⸗
icher Straße ist verboten. Die
rüheren in dieser Materie er—
assenen Ortspolizei⸗Beschlüsse
ind aufgehoben.

Worüber Proiokoll beschlossen
zu St. Ingbert am 31. Okto⸗
er 1879.

der Stadtrath.

s
—
Bekanutmachung.gratis.

4
6Gratis.
Nach Vorschrift des 8 139
der Konkurs-Ordnung für das
deutsche Reich, wird hiermit
öffentlich bekannt gemacht, daß
der Unterzeichnete in dem Kon—
kurse Friedrich Hermann Laur,
Gerber in St. Ingbert, dem⸗
nächst die Vertheilung des Er—
löses aus den zu dieser Conkurs-
nasse gehörigen Immobilien vor—
aehmen wird.

Ein Verzeichniß der bei dieser
Vertheilung zu berücksichtigenden
Forderungen ist auf der Gerichts-
hhreiberei des kgl. Amtsgerichts
zt. Ingbert zur Einsicht der
Zetheiligten niedergelegt.

Die Summe der berüchsichtigt
verdenden Forderungen beträgt
36,197 Mk. 43 pf. und der ver⸗
ügbare Massenbestand 7670 Mk.

St. Ingbert, 11. März 1880.

Der Konkursverwalter:

Ph. Fitz,
Geschäüstsmann.

Handhabung

Dder Victualienpolizei.
Der Stadtrath von St.

Ingbert hat auf Grund der

J73 und 74 der Reichs-Ge⸗

werbe⸗Ordnung und zu Art. 148

und 145 des Polizei-Straf⸗

Gesetz-Buches und zur Ergän⸗

zung der früher erlassenen orts⸗

polizeilichen Vorschriften, folgen⸗
den Beschluß gefaßt:

Zu 8 73 der Reichs⸗Gewerbe⸗
Ordnung:

Bäcker und Verkäufer von
Bacwaaren sind verpflichtet, die
Preise und das Gewicht ihrer
Backwaaren durch einen von
außen sichtbaren und mit dem
polizeilichen Stempel versehenen
Anschlag am Verkaufslokale zur
Kenntniß des Publikums zu
dringen;

Zu 8 74 der Reichs-Gewerbe⸗
Ordnung:

Bäcker und Verkäufer von
Backwaaren haben in ihrem
Verkaufslocale eine Waage mit
den erforderlichen Gewichten auf⸗
zustellen und die Benützung der⸗
selben zum Nachwiegen der der⸗
kauften Backwaaren zu gestatten;

8 Zu Art. 148 des Polizei—
Straf⸗Gesetz⸗Buches.

1. ebenso sind Brod⸗ und Mehl⸗
händler, schenkberechtigte
Brauer und Bierwirthe,
Metzger und andere zum
Feilbieten von Fleisch be—
rechtigte Personen verpflich⸗
tet, die Preise ihrer Ver—
aufs⸗Gegenstände an oder
in ihren Gewerbslocalitäten
auf eine für die Käufer
sichtbare Weise anzuschlagen.
Bäcker, Brode und Mehl⸗
händler, schenkberechtigte
Brauer und Bierwirthe,
Mekaer und andere 2m

Ein F
hohes Alter
onnen selbst schwächliche Perso⸗
nen erlangen.
Nienand versäume deshalb,
V sosort dae nen erschienene
such anzuschaffen, welches die
inm hãufigsien auftretenden Krank
IrAAmn erung
schwachhe Magenleiden,
Terven leiden, Leberbe⸗
chwerden, Blutarmuth,
Haämorrhoiden, Band⸗
würm u. s. w. genau beichreibt
und dagegen die wirkjamsten
Hausmitiel angiebt. Dies Buch
X grastin zu haben in St.
Ingbert bei Herrn
J. Friedrich.

Laasenstein &amp;
Vogler.
Prste und ãltesto
Innoncen· Expedition
Pravfurt s. Vanm.

Bur, (Palm)
für Gartenanlagen
ind Gräbereinfassungen ist stets
orräthig; auch sind schöne Platt⸗
pflanzen und sonstige blühende
Blumenstöcke immer zu ha⸗
zen. Zugleich empfehle mein
reichhaltiges Sortiment in Sa⸗
men, für dessen Güte garan—
ärt wird.
Gaärtner Ungaewitter.

Filiulen in Darmstadt.

—ED

gart,. Würzburg, Ulm,
Preiburg in Baden.
Besorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebenkosten.
Ʒtollen · Qesnohs. Paobtongen,
Vaoanzon · Angot Zubmisasionen,
Taut·a Vorran? Hoiraihs-Oftferter
Anzoigon. . Dise reto Anseig
in alle Zeitungon der Welt.

Durch Entschließung hoher
agl. Regierung der Pfalz vom
31. Januar 1880 Nr. 2020 N.
vurde vorstehender Beschluß voll⸗
iehbar erklärt und geht an das
Volizei-Commissariat hier zur
vorgeschriebenen Publikation in
St. Ingbert und Schnappbach.

St. Ingbert, 9. März 1880.

Das Bürgermeisteramt:

gez.: Euster.

—V-WX—EXÜü——————‚—»—»—»———‘—— —i ——— — — —
Druck und Verlag von F. X. Demesß in Incbe

Frühe Rosenkartoffel
Neunwochen) und blauäugige
Kartofel hat zu verkaufen

BarlI BVest.
Die von mir ge⸗
gegen Herrn Bild⸗
hauer Tauer gemachte Aeußer—
ing nehme ich als unwahr
urück. F2
St. Ingbert, 11. März 1880.
Rarhara ä—

Die Hauptblatter der
dchweiz und Frankreichs
rind von uns gepachtet &amp;
nehmen Anzeigen mur

dureh uuas.
13
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        2
0

228

— 2 o —AXA —

3 45733 s848
2322222 ———8 83323 5— 2355 55*

—— — 2848357 8338 288
533 38—333328 —283355533525* 5365 2535355327

52 5 2 *2822 —75538383 —— 29 8* 5 5222 8

— ——— *2825 —n53 53335 — 98 — —A — 52508 2 8

S 52*2 — —*8* 31 2 34 —— — 2233
8 —03 s 5 —** 5252.7 3535s —s 33 235
2 77 32 533355—353 25
——— 2823*538583 ESSE 55353535 s—8235 2* ——
—2 53 2* 25 8 0 2z275 322 25586 — 8 3 323 5 35 23222 557
558—2632 —A ——8328558 S z 232 2535 ——5325328 322
———— S 8 235533* —52 * 533 — 2 —*S2 2 58* 2 52 22
55— 3 2 265 75— 235,2 55 355827528 5 *
—* 2528— 2 * 2555 sæ8353585 *38 —8 555 2
2* 3 —8 52 22 — — * — 22* 4 —— 2 — 22* 552 —3
z85 2853522 — 325 7 s —cE5 ——z2858
252 * 5333 525 — ——838 F —5 53— —— 83z35—5—332 2 273
s3 —A— 255335*5 —A——— 2
5 2*8 — 2535* ——5— 3 53 532757 53 D— 28
A— z*382 335 335332 ———— —— 53 BBR —
25 752 ,5 22325 —— —e 3 533537 * 2 2
7—31 2 257558 23 88 2 »5*532 —

*8 — z3825 — 2 ⸗ * 3BÚe 3 2 2 — 8 5— —A —

* 522 22 *2 25238555 — ———— — 8 OS. 2 —
—— 33 5 53288 55 ——2883 —3 3223 2* — — — 2— 5284
823—3 —53235 — 8 5585 8—24 27* — 28
S 53—* * — — —2* S —A 252. ———— —F

—5— 8242 — — 32 s—28 228 —

— —— —5 548 2 —? *8
— 2—3332555 2G6242 —B —— —
* A — — — 2* e

X 125 285 2 7* * 2 537 3 8 35 2
55 — 3 — —E

*2 2 * * *
—— 858 33333 z2558 33
— 58 2
5 —2 3255 —5335353358 3555 ———— — 522
—— 37

A— — 2 — 7223* * 8

—— — — * 8 8535 37 * * 825335 —E
— — 88555
22.. . 5 — 22.222 222 822282 2 9 * —2. 2
222 — — 7 * 2
36257 3 3 23z38388
* 5 2— ———255 2 —555 3——3 — 555 523 2
— — — 55858
— —552327 525 —X 5*— —— 2 —2——2223265 —* 84 * *
— 5—2282 — —— :22 —92 —25 S 2 * 22
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2,5 * —„ * 2
555 3 3385—28 55553 3355 —
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3255 3 3 8333
25 — S * — — 2 * 2*
2 — — 3 —3
— 2 a — —0 —8 — * — —* 2 55 2 *
30 ẽ 53 2 3 — 35883 52 8835235
e —3 — — — — * * *
* — ——85——8883 56 ——3 — 38—835
2* —i 353 2—8828 — 82*553.553 55355
2.5 2297 3 —225— 28 52 3—5 25 7— 2 8 — —
2 — 25 55322—3232 SSE 52—2S 8327 * B E
22 — —52 2 — 5z2235 — —— — 3 * da B2
5 — 525 2352. *22 * — * 2 —
— * * —A— 5—5228 52 VO.
— 3 3
2 — 5* —— — — —— 2322—
—55 ———— — 5322325 3* 2532 238 282 —23227 —2* 283857 ——
—— 22528.3 —— ——52 —33——
3z35 3 53—3 —38
82* 255 2 —— — 2325 550*——5 2855
29 S8* —8 — —— 5 52—k——3S— 255 7
33 353 8 8 555
3 * —
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— 22 —
23 35235
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42 52 53 53 55 ——
35 25287 —— — —A—
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2 * 7 3 —57— 23253 —A 53
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222 23323 2537 232 33
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A 2* 2B3322 ε *5
—A 228 526 5*z—233 8 22*
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52* 2773 —5533333 28 23
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2 — 2 — — *
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        —*

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J— ——— *
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* 2. 37 27573235 3832* * 5332 — 25533335 13332253
J *
72333 53 — *53 22233 3 382 ————— *

22 — 55 . * 2 * 22
25533333 — —A *
— ——— 35538 Xii
2823 * 5233237 23 533* 7
*2 — ——— — — 3

333573963 5*2538335 s3333558 2523 553757 33*
22 — J —533353* 5 —3552832237
— *2352 *383 2335* 2223 5232028 —— — —
522 535 2538 32 52333* * 35333 233 *5 8* 27
73 2535253 —E2— 2. 7 2 22 22 2 3 3 325 2332
5753 2 —2*2 5.7 25 2 2 22533 2575 3375 23
3333352355 »53 2 * 28 * 2282 —— —
53285 537233 ——— z7. 7228 2333 5* — 2538
88 375387 —F — —53385
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J
2 2 3 — — 558 25 29 58 — 2385 2.3
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25 5 2 2232 * *2 — 2 327 —— 33233738 33 J 2
2 32. 2 —3— 3 52227 — 2. * 38— 3 ⁊ 7 *
57
1333533333* 53543335 3322
5 5 55 5.2 223523
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2338333337 2227
2 2553333325
3228 0577 3 2 27*
5333 957327397
32.233.32233 228 2* —
232 — 5387335355
253232573 5325523 558 57
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28 72333553258 832858
353 735433333 z 5538828
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28s2* 523538753 235353553;3;
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3* . 322538 2557
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5 33333 — 833388
35 — 2.5 52335 53
223733 533232 52233
—— —— 283233837 2327
538 2.2. 5 225* 223326
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53 —22 3 5 5⏑2832. 235.*25

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248838 33—336—35333—335
* 32232 — 233335 25.7
33 3—3
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333 33333333388333 —
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5 3— —3 353352335
23553 —253833 3533—533 28
35235333 2253—17332532 2232
22.22 2 25433 33*8 333 328328233 Z8s—8932*
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2 233 3 33853335
32 3*3 5c338 4383
i *25 s33335* 2*3328 33857 *3833 2332
2788 238333 2222 — 33z 33 328
F. 2* 5288 5*235 * 223 532328 238355353853
333 2555383 Ar A— 22 283 23 38 2533
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5 2322 38233 382 322 —— 28 23 3233
D —— 23332 323 22652 3 55 5 12.538
228 * —— 33 33 5 7233 38
75833 3. 528 2 3* 25338 52375 —A— 2 233
3 85 2555. —— 52523 22528 2* 8*33 2

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*52533 * — — — 122333328 2 2 —— —— 2* 2
25333 3 5 z z 223333 *2.2 —8

5338 3327 5 558 3333335* S.52

71258 *8 223 —— — * 53 ———
133 3588* —— — — * 2328 733
J 2325 — 33. 522358 373 38
7122 5823 * 338337 5*. 23823 — — —
* 52222 —23. 58 38.583 2 — 8 23 2533
522383*8* 25258 23223 3255353 723233 *3
73 235 523 —5335 A 55 3358* 327 28
253.3 * — 22 55 33233357 272
* 2 5 3 — 327 — 331*8 13 3355532338
2. E. * 3 83332* 32 338 25533835*
553233 *53 —— 257 3332333333

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523 5 3333 335 23*532
2* * 7 8 255 2358 3. 5227*
353 5 *57 — — 3262
2287 3 —9 ——
*3 — — 5353388
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mif illustrirter Bei⸗

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mit 14 für die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.

ιι
M 42. Samstag den 13. März

1880.

Deutsches Reich.

Die „Südd. Presse“ schreibt: Am 10. März waren es 16
Jahre, seit durch den frühen Tod König Maximilians II. Se.
Maj. König Ludwig I1I. von Bayern auf den Thron stiegen.
Was der in der politischen Strömung seiner ersten Regentenzeit
früh gereifte Monarch während dieser Epoche für Bayern wie für
Deutschland bedeutet und vollbracht hat, wissen wir Alle; möge ein
zütiges Geschick die Segnungen seines Regimentes uns noch lange
Jahrzehnte hindurch erhalten. Das Gefühl dankbarer Verehrung
hat durch die (in v. Nr. mitgetheilte) königliche Entschließung über
die wittelsbachische Gedächtnißfeier durch Gründung einer wittels⸗
achischen Stiftung behufs „Förderung des bayerischen
dandwerkes in Stadt und Land'“ nur noch gesteigert
werden koönnen. Wie nach interessanten Mittheilungen des Frhrn.
d. Bolderndorff weiland König Maximilian IU. einen Schuß des
andlichen Grundbesitzes gegen das bewegliche Kapital dringend ge⸗
vünscht und — leider vergeblich — erstrebt hat, so erkennt sein
oniglicher Sohn in dem Zustand unseres Kleingewerbes eine große
unter den mehreren Ursachen unserer sozialen Schäden und sucht
dieselbe durch Hebung jenes Theiles der Volksarbeit zu beseitigen.
Möchte der edle Versuch von Erfolg begleitet sein!

Münchener Blätter erinnern den designirten Vertreter des
Reich skanz lers im auswärtigen Amte, den Fürsten Hohen⸗
ohe, an die heute allerdings weit mehr noch als damals zeit⸗
zemäßen Worte, welche dieser Staatsmann im Jahre 1873 als
zayerischer Ministerpräsident sprach. Er sagte damals in der Kam⸗—
mer: „Die Anspannung der Wehrkräfte, wie sie zur Zeit in Eu—
copa getrieben wird und wie sie auch in der naͤchsten Zukunft nicht
zufgegeben werden kann, diese, ich möchte sagen, epidemische Zu—
zahme aller Rüstungen in Europa ist für die Dauer nicht durch⸗
jührbar. Der finanzielle Ruin der Staaten, die Verarniung der
Bevölkerung würde die unausbleibliche Folge sein. Es ist undenk⸗
I. daß nicht endlich ein Umschlag zum Bessern erfolge, daß nicht
die Erkenntniß der Nothwendigkeit des Friedens zum Durchbruch
omme. Lassen Sie mich mit dem Ausdruck der Hoffnung schlie⸗
zen, daß in nicht zu ferner Zeit die bessere Einsicht den Sieg da⸗
vontragen werde, daß es gelinge. die Mittel zu sinden. uns von
diesem trostlosen Zustande zu befreien.“

Die Auflösung der bei dem 1. und 2. Trainbataillon be⸗
dehenden Sanitäts⸗Kompagnien, einer Institution, welche im
yeutjchen Reichsheere die baherische Armee allein hat, soll eine be—
chlossene Sache und nur der Termin hiefür noch eine Frage der
Zeit sein; dagegen sollen noch zwei Aufnahms⸗ Feldspitäler errichtet

verden; auch spricht man davon, daß die Trainbataillone eine
veitere dritte Kompagnie erhalten sollen.

Troß der erfolgten schweren Bestrafungen kommen im Heere
roch immer Fälle von Mißhandlungen Untergebener Seitens einiger
Porgesetzten vor. Um solchen Ausschreitungen zeitig auf die Spur
u dommen und selbe sicher zur Kenntniß der höheren Vorgesetzten
‚u bringen, wurde durch das bayerische Kriegsministerium an⸗
jeordnet und dienstlich bekannt gegeben, daß jeder Soldat, welcher
ine Mißhandlung erlitten hat und hievon nicht dienstliche Anzeige
rftattet, wegen Verschweigung und Verheimlichung von Zuwider-
andlungen gegen die allerböchsten Vorschriften disziplinär bestraft
oerden wird.

Der Justizausschuß des Bundesraths hat den Wuchergesetʒent·
vurf noch etwas verschärft, indem er das Maximum der Geldftrafe
n 8 3022 von 1500 auf 3000 und in 8 3026 (verschleierter
Wucher) von 3000 auf 6000 M. erhöht hai. Ferner hat er bei⸗
zefügt, daß dem Wucherer die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt
verden können. Endlich hat er den Begriff des Wucher's schärfer
un definiren versucht, indem er denselben dann als vorhanden er⸗
lärt, wenn Jemand sich Vermögensvortheile dersprechen oder ge⸗
oähren läßt, welche den üblichen Zinsfuß derart überschreiten, „daß
jach den Umständen des Falls die Bermogensvortheile in auffäl⸗
gem Mißverhältniß zu der Leistung stehen“.

Die erste Vorlage, welche dem Reichstage vom Bundesrath
augegangen war, der über die weijährige Etatsperiode

hat noch immer nicht die erste Lesung im Plenum passirt. In
illen Fraktionen ist man der Ansicht, daß nämlich die Feststellung
iner zweijährigen Etatsperiode im Reichstage nicht durchzubringen
st, und deshalb scheint die Berathung des Gesetzentwurfes so lange
vie möglich hinausgeschoben werden zu sollen. In einem Punkie
st die Mehrheit des Reichstages einig, näamlich in dem, daß die
egislaturperiode über drei Jahre hinaus verlängert wird. Man
vird zwar die Vorlage im Plenum zur ersten Lesung stellen, fie
ann aber voraussichtlich an eine Kommisfion verweisen, was so
iemlich gleichbedeutend mit ihrer Beiseiteschaffung sein würde.
Vielfach wird auch die Meinung geäußert, der Reichskanzler werde
»en Gesetzentwwurf angesichts der Unmöglichkeit das Haus für die
weijährige Etatsperiode zu gewinnen, gänzlich zurückziehen.

Die „Provinzial-Correspondenz“ hebt bei Vesprechung der
ersten Berathung der Heeresvorlage vor allem den pa—⸗
riotischen Eindruck derselben hervor; nicht minder bedeutungsdoll
iber sei der durchaus friedliche Eindrucke. Aus den Reden des«
triegsministers und Moltke's habe das Ausland entnehmen kön—
ien und sich auch, wie allseitig wahrzunehmen, der Erkenntniß
uicht verjchlossen, daß Deutschland nicht auf den Angriff ausgehe,
ondern lediglich für den Zweck der Selbsterhaltung seine Streit-
nittel dem Maße zu nähern suche, welches es von anderen Mäch—
en bei weitem überschritten finde.

Am 10. März, Mittags um 1 Uhr, hat im Thiergarten zu
Berlin, vom herrlichsten Frühlingsweiter begünstigt die feierliche
ẽnthüllung des Denkmals der Königin Louise (der Mutter des
daisers) statt gefunden. Nach dem Chorgesang des Domchors und
er Sängerin des Luisenstifts hielt Minister Hobtecht die Festrede,
vorauf nach einem vom Kaiser gegebenen Zeichen imter dem Ab—
ingen des Chorals: „Lobe den Herrn“ durch die Versammlung die
dülle des Denkmals fiel. Die Feier schloß mit einem von Forcken
ʒeck ausgebrachten Hoch auf den Kaiser, in welches die Versamm⸗
ung unter dem Intoniren der Volkshymne begeistert einstimmte.
Der Kaiser war tief ergriffen und umarmte wiederholt seine Ge—
chwister, den Prinzen Karl und die Großherzogin von Medlenburg.
Hierauf verließ der Kaiser das kaiserliche Zelt und richtete an das
domite, die Vertreter der Studentenschaft und die Minister Worte
des Dankes. der Mahnung und der BVefriedigung.

Ausland.

Einer in Wien eingetroffenen Petersburger Meldung zu⸗
olge beantwortete der Czar das neuliche Gratulationsschreiben des
eutschen Kaisers mittelst eines eigenhändigen Briefes, worin
inter Anderem gesagt ist: „Auch er, der Czar, wollte, so lange er
ebe, die Frenndschaft mit dem deutschen Kaiser und den Frieden
nit Deutschland bewahren.“

Ein Wiener Correspondent der „N. Frkf. Pr.“ schreibt
„Allüberall begegnet die Brauwahl, die der Kronprinz getroffen,
er vollften Zustimmung und der allgemeinen Billigung. Man
reut fich. daß der Erbe der österreichisch ungarischen Monarchie in
mmige Verbindung mit einem Konighause triti, dessen Regenten-
ugenden bekannt sind, mit einem Fürst enhause, dessen constitutio-
ielle Gesinnungen ein nachahmenswerthes Muster sein koͤnnen. Für
Ungatn bringt die Braut des Kronprinzen noch eine ganz be—
ondere Empfehlung mit. Sie ist die Tochter einer ungarijchen
Erzherzogin, eine Enkelin des Palatin Joseph, des großen ung⸗
arischen Patrioten, dessen Andenken noch heute in Ungarn hochge⸗
jalten wird; sie ist ferner eine Nichte des Etzherzogs Stephan.
zessen Begeisterung für Ungarn eine der Geschichte angehörige That-
ache ist. Es darf nach Alledem die belgische Prinzessin, weiche
ils Kronprinzessin Oesterreichs bei ums hier erscheinen wird, deß
reudigsten Willkommens im Herzen der Bevölkerung gewiß sein.“

Der Kronprinz⸗Bräutigam zählt jetzt 22 Jahre. Er hai eine
üchtige wissenschaftliche und mililérische Erziehung erhalien und
vird als ein aufgeweckter Kopf geschildert. Wie sein Vater ist er
in eifriger Jager vor dem Herrn und ein tüchtiger Naturforscher.
Mit dem bekannten Zoologen Brehm steht er, zum großen Aerger
—A
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        wurde er von der Universität W ien für eine von ihm verfaßte
Reisebeschreibung zum Doktor ernannt.

Die radicaten französischen Zeitungen sind wüthend über
die Abstimmung des Senats; aber nicht blos diese, auch die ge⸗
mäßigt republikanischen, die sog. opportunistischen Blätter führen
eine scharfe, ja. drohende Sprache gegen die reactionäre“ Mehrheit
des Senats, die es, wie sie sagen, doch nicht hindern werde, daß
die Jesuiten aus Frankreich ausgewiesen werden. Die „Republ.
frang.“, Gambetta's Blatt, sagt, mit dieser Abstimmung sei die
Sache noch nicht zu Ende, der Krieg beginne don neuem, man
müsse den Senat im Nothfall auch gegen seinen Willen vor der
Befahr bewahren, ein Werktzeug der Reaction zu werden.

Die „Pol. Corr.“ meldet aus Konstantinopel, die Re⸗
gierung habe bekannt gemacht, daß Stenerzahlungen vom 13. März
ab in klingender Münze zu erfolgen haben. (Und die Regierung
zahlt in lumpigem Papier!)

Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß dem Sultan
der Vorschlag unterbreitet wurde, zur Minderung des Defizits im
Staatsbudget die Beamtengehalte zu beschränken. Die Entscheidung
des Sultans steht noch aus.

Der Diciator Loris Melikoff verlangt von der Stadtgemeinde
Petersbairg Unterstützung und Mitwirkung im Kampf gegen
die nihilistische Propaganda. Es soll aus den Mitgliedern der
Duma (Stadtraih) ein Ausschuß erwählt werden, der dem Chef
der höchsten anordnenden Commission beigegeben werden wird.

Ucber die Art und Weise, wie das zum Attentat auf
den Zaren verwendete Dynamit in den Winte rpalast geschafft
worden, ist man jetzt durch die Aussagen der gefangenen Haus—
tischler zu der nicht unwahrscheinlichen Schlußfolgerung gekommen,
daß dies nach und nach durch den verschwundenen Pseudotischler
in Sardinenbüchsen geschehen sei. Gleich vom Tage seines Enga⸗
gemenis ab brachte derselbe stets, wenn er in die Stadt ging
mehrere solcher Büchsen mit, unter dem Hinweis an feine Genossen,
daß Sardinen seine „Leidenschaft“ seien; er öffnete eine der Büch—
sen, bot freigebig den Anderen von seiuer Lieblingsspeise an und
warf die leeren Büchsen unter sein Bett. Kurzum, er gewöhnte
zanz rationell die Mitbewohner an diese seine „Leidenschaft“, so
daß es einem derselben nicht weiter auffiel, als er zufällig eine
groͤßere Anzahl „uneröffneter“ Sardinenbüchsen in dem sonst stets
— jetzt Verschwundenen sah.
Die letzteren anstatt mit Sardinen mit Dynamit gefüllten Büchsen
jollen schließlich die Sprengeinlage in jener am Tage des Atentats
gon dem unbekannten eleganten Herrn zur Aufbewahrung über⸗
gebenen kleinen Kiste gebildet Haben.

Nach den letzten Nachrichien ist es unzweifelhaft, daß die
Feindseligkeiten in Afghanistan wieder bald beginnen.

WWashington. Eine Botschaft des Präsidenten Hahes an
den Senat erklaͤrt: die Politik der Vereinigten Staaten bezüglich
des Panamakanals bestehe in der. Ausübung der Kontrole über den
anal durch die nordamerikanische Union; die Vereinigten Staaten
könnten diese Kontrole keiner europäischen Macht oder einer Kom⸗

hination eurohäischer Mächte überlafsen.

Pfalzisches Schwurgericht im b. Quartal.

p'In der Vormittagssitzumg dom 10. März wurden der

ehrer Jacob Nikolaus in Frankelbach und Julius Heinrich
Matz, Redakteur der „Kaiserslauterer Zeitung“ wegen Berufs⸗
beleidigung eines Gendarmen, begangen durch die Presse,
ersterer in eine Geldstrafe von 30 Paark und letzterer in eine
soiche von 10 Mark verurtheilt. Dem Veleidigten wurde
das Recht zugesprochen, einen Urtheilsauszug auf Kosten der Ange—
klagten in der „Kaiserslauterer Zeitung“ zu veröffentlichen. — In
—D Brand⸗
stiftung angeklagte Fuhrknecht Adam Gluding, 65 Jahre alt, von
Rohrbach zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Gluding hatte be—
kanntlich am 17. December 1879, um sich an seinem Dienstherrn,
dem Fuhrunternehmer Herr Peter Uhl dahier, der ihn wegen Nach⸗
ässigkeit aus dem Dienste entlassen hatte, zu rächen, dessen auf dem
Stauͤgebäude der hiesigen kgl. Grube lagerndes Heu angezündet,
wodurch dann das qanze Gebäude vernichtet wurde
Vermijchtes.

*St. In gbert, 19. März. In heutiger Schöffen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Zwei Bur⸗
schen von Hassel erhielten wegen verbolenen Schießens je 1 Tag
Haft. 2) Ein Schwindlet von Saarwellingen erhielt wegen Land⸗
reicherei 42 Tage Haft und wurde der Landespolizeibehörde über⸗
— 0 0 Angeklagte
nicht erschienen war, ausgesetzt werden.

In nächster Sitzung, Mittwoch den 17. März, Morgens 8
Uhr, haben als Schöffen zu erscheinen die Herren: Oskar
Krämer, Hüttenwerksbesitzer und Jobann Jacob Weyland, Fa⸗
brikant, beide von hier.

*Sit. Ingbert. Die hiesige gewerbliche Fortbildungs
schule wurde im Schuliahr 187980 in drei Krursen von 197

—

Znaben besucht, von denen 33 das 16. Lebensjahr überschritten
und 164 es noch nicht erreicht haben. Der Unterkurs zählt 75,
der Mittelkurs 56 und der Oberkurs 66 Schüler.

*— Die Rechnung des Hospitals St. Ingbert pro 1879
ist abgeschlossen mit einer Einnahme von 6400 M. 35 Pf. und
mit einer Ausgabe von 4978 M. 14 Pf. Es ergibt sich sonach
ein Ueberschuß von 1422 M. 21 Pf. Als Oekonom wurde Herr
Rentner und Adjunkt Graffion und als Rechner Herr Stadt⸗
ichreiber Bayer gewählt.

4 In Zweibrücken feierte am 11. März der Tuchmacher
dudwig Philipp Bieber mit seiner Ehefrau Margaretha Luisa
Stähler das Fest seiner goldenen Hochzeit.

F In Erfwoeiller haben au der Stelle, wo einst die Rö—
mer hausten, die Ausgrabungen des Alterthumsvereins wieder be—
gonnen und fördern interessante Funde und Mauerwerke zu Tage,
die sich in verhältnißmäßig noch gutem Zustande befinden.

F Die in Kaiserslautern im Hotel „Karlsberg“ am
9. März stattgehabte Lohrindenversteigerung war sehr stark fre—
juentirt. Namentlich waren außer der Pfalz Liebhaber aus Hessen,
Zaden und Rheinprovinz vertreten. Zur Versteigerung gelangten
10,500 Zentner aus Staats⸗, Gemeinde-⸗ und Privatwaldungen.
Die Nachfrage war eine sehr lebhafte, und wurde mit wenigen
Ausnahmen für sümmtliche Loose die Forsttare erzieli. Circa 6
Ldoose wurden wegen allzu geringen Angebotes zurückgezogen.

F In Kaiserslautern fand am Sonntag eine Zu—⸗
ammenkunft von Seifensiedern aus der Pfalz, Hessen, Baden und
Nassau statt. Man wollte sich bezüglich einer allgemeinen Preis-
erhoͤhung verständigen, konnte jedoch eine Einigung nicht erzielen.

FBei der Einjährig-Freiwilligen-Prüfung in Speier waren
ils Themata für einen deutschen Aufsatz gegeben: 1(Was ver⸗
danken wir dem Walde? 2) Licht- und Schattenseiten des Reisens.
3) Mit welchem Rechte sagt Göthe: „Jugend ist Trunkenheit ohne
Wein“?

F Nach einem Ausschreiben des k. Oberpostamts in Speier
»om 5. ds. sin an Sonn⸗-und Feiertagen die Post⸗
ichalter geöffnet von 8—ÿ9 Vormittags, von 11-12 Mittaqgs und
»on 2—265 Nachmittags.

Zur Abhaltung der Prüfung für das Gerichtsvollzieheramt
wurde durch das k. Staatsministerium der Justiz bei jedem Landge—
richte der Pfalz eine Prüfungskommission gebildet. Als “Mit—-
glieder derselben für die Geschäftsjahre 1880, 1881 und 1882
wurden ernannt: a. Frankenthal: Landgerichtspräsident
lebel, Oberamtsrichter Kieffer, I. Staatsanwalt Fahr; b. Kai—
erslautern (schon früher erwähnt): Landgerichtspräsident
Müller, Landgerichtsrath Kuhn, J1. Staatsanwalt Eckard; c. Lan⸗
»au: Landgerichtspräsident Foell, Landgerichtsrath Boccking, 1.
Ztaatsanwalt Hosemann; d. Zweibrücken: Landgerichtsprä—
sident Haas, Oberamtsrichter Schaaff, 1. Staatsanwalt Petri. Die
erste Prüfung hat so bald als möglich ohne Rüchsicht auf größere
oder kleinere Anzahl Bewerber Statt zu finden.

F Bei einem Krämer in Landau wurde in der Nacht vom
Sonntag auf Montag eine beträchtliche Summe Geld gestohlen,
wobei der Dieb eine Taschenuhr liegen ließ, aber das Kontobuch
jerriß. Wahrscheinlich wollte derselbe sein Schuldbuch vernichten.

Dem Fabrikrathe der kath. Kirche zu Pudwigshafen
wurde zum Zwecke des Ausbaues dieser Kirche die Bewilligung
zur Veranstaltung einer weiteren Prämienlotterie mit der Befugniß
zum Loozabsatze im ganzen Umfange des Konigreichs Bayern
ertheilt.

Auf der Straße zwischen Hagenbach und Langen—
berg (Vorderpfalz) wurde ein Mackler von 6 Handwerksburschen
überfallen und seiner Baarschaft beraubt.

F Das Unterrichtsgebäude des in der Auflösung begrif⸗
tenen Knaben⸗Instituts zu Ingenheim wurde in öffentlicher
Versteigerung unn das Angebot von 15109 M. zugeschlagen. Die
dosten des Baues betrugen seiner Zeit über 109,000 M.

München. Zu den nun beginnenden Schulübungen der
Fompagnien, in welche die Rekruten des letzten Zuganges eingestellt
werden, sind auch jüngere Reserve-Offiziere auf 6 Wochen einzu⸗
herufen; eine zweite Abtheilung älterer Offiziere genannter Kate—
gorie wird ebenfalls auf 6 Wochen (Anfangs August) zu den Re—
giments-Uebungen und größeren Manövern im Herbste eingezogen.

Frau Erbprinzessin Helene von Thurn und Taris hat
für die Abgebrannten in Donaustauf 5099 M. angewiesen.

F In Ingolstadt wurde ein Soldat des 1. Pionier—
hataillons von einem Dienstknechte erstochen.

F Die „Bayerische Notenbank' vertheilte für das
Jahr 1879 eine Dividende von 9 Procent.

F Eine für Geschäftsleute interessante Sache bildete die Be⸗
rufung eines Krämers von Hühnerfeld gegen ein schöffenge—
richtliches Erkenntniß, wodurch er zu 59 M. Geldbuße verurtgeilt
worden war, weil er einem Kinde, das Brod und Tabak bei ihm
holen sollte, einen mitgebrachten 5 Markschein als Abzahlung auf
eine alte Schuld des Kindes behielt, die verlangten Waaren aber
        <pb n="165" />
        nicht verabfolgte. Das Gericht fand hierin den Thatbestand der
Unterschlagung und verurtheilte den Krämer zu 50 M. Geldbuße.
Auf die Verufung ertannte die Strafkammer ebenso, ermäßigte indeß
die Geldbuße auf 20 M.

Als Rechtsanwälte bei dem kaiserl. Landgericht in Sa ar⸗
gemünd sind zugelassen: 1) der Rechtsanwalt Franz Xaver Zink
in Straßburg, 2) der Rechtskandidat Karl König in Zweibrücken,
3) der Rechtskandidat Friedrich Engelhorn in Zweibrücken.

4 In der bischofslosen Diozese Trier ist jetzt die 184ste
atholische Pfarrei vakant geworden.

FF Gefallene vom 1870er Kriege.) Auf dem Schlacht—
felde von Gravelotte sind vor wenigen Tagen wiederum die
Leichen zweier Gefallener vom 18. August 1870 gefunden worden
und zwar in der Nähe von Amanvilliers (Amanweiler) bei Her—
stellung eines Weges. Die aufgefundenen Ueberreste müssen Sol—
daten des 65. französischen Regiments angehört haben, wenigstens
lassen die schon start in Verwesung übergegangenen Uniformstücke,
sowie die Uniformknöpfe mit ziemlicher Sicherheit darauf schließen.
Für Beisetzung der Gebeine an geweihtem Orte wurde Sorge getragen.

Gutem Vernehmen nach ist durch kaiserliche Verordnung die
Herstellung der Eisenbahn Teterchen-Diedenhofen, deren An—
egung auf Rechnung des Reiches durch das Gesetz vom 9. Juli
1879 mit der Ermächtigung genehmigt wurde, die erforderlichen
Grundstücke nöthigenfalls auf dem Wege der Zwangsenteignung
zu erwerben, nunmehr als dringlich erklärt.

F Ein Mainzer Kaufmann, welcher bei dem Bischofs—
heimer Eisenbahnunfall beschädigt worden, verlangt nun gerichtlich
eine Entschädigung pon 80,000 M. Von den andern Beschädigten
zat bis jetzt Niemand Klage erhoben.

FWas der Kuh hilft, hilft auch der Frau, so dachte neulich
ein Bauer zu Schnierlach im Elsaß, und gab seiner Gespon⸗
sin, welche über Unwohlsein klagte, eine Portion Schwefelbalsam
ein, den er schon oft an kranken Kühen erprobt. Doch sei es
aun, daß seine Frau zu schwach für eine solche Medicin war oder
daß er, nicht ganz nüchtern, derselben eine echte Kuhportion von
dem Schwefelbalsam eingegeben hatte, kurz, die Unglückliche lag
am Morgen todt vor ihrem Bette.

— Verflossene Woche fand zwischen Studirenden der Polyhtech—
nischen Hochschule zu Darmstadt eine furchtbare Schlägerei stakt,
bei welcher auch mehrere Verletzungen durch Messerstiche vorkamen.
Wegen dieser Affaire sind nun verschiedene Relegationen erfolgt.

In Frankfurt a. M. kamen am V. 3 Schnepfen auf
den Markt, von denen jede 5 Mö kostete.

F Das Offiziercorps der Nachener Garnison hat 2000
Mark für die Noihleidenden der Eifel gegeben. Das Offiziercorps
von Augsburg hat das Reinerträgniß eines Promenaden⸗
conzertes im Betrage von 1400 Mt. für die Nothleidenden in
Franken bestimmt.

F In eine verzweifelte Lage gerieth in Kölen am Samstag
ein Schornsteinfeger. Derselbe, ein ziemlich beleibter Mann, stieg
in einen nicht sehr weiten Kamin hinab, um 'diesen zu reinigen.
Unten blieb er plötzlich zwischen den Mauern des Ranchkanals
stecken. Alle seine Anstrengungen, wieder emporzukommen, waren
erfolglos. Die Einwohner des Hauses, durch das lange Ausbleiben
des Mannes beunruhigt, benachrichtigten die Feuerwehr, welche denn
auch sofort zur Stelle eilte. Zunächst versuchte sie, den Mann
mittelst eines herabgelassenen Taues wieder emporzuziehen, aber
umsonst; dieser saß derart zwischen den Mauern des Kamins fest,
daß er das ergriffene Seil jedesmal beim Aufzug desselben wieder
loslassen mußte. Endlich entschloß man sich, den Kamin an seinem
untern Ende aufzubrechen und den Schornsteinfeger so zu befreien.
Dies wurde, wenn auch mit einiger Muühe, glücklich bewerkstelligt.

F Ein recht komischer Zwischenfall trug sich jüngst in der
Stadtverordneten-Versammlung zu Elberfeld zu. Man stritt
heftig, ob der Gesellschaft „Fauna“, welche im März eine Geflügel—
Ausstellung veranstaltet, städtischerseits eine Prämie von 100 M.
zu gewähren sei. Nachdem die Gegner die Forderung darauf hin—
gewiesen hatten, daß man keinen Präcedenzfall schaffen dürfe, wei
sonst auch die Gesangvereine mit ähnlichen Anliegen kommen könnten
brach einer der Valer der Stadt in die denkwürdigen Worte aus:
‚Ach was! Singen kann Jeder, aber Eier legen nicht!“ Stürmische
Heiterkeit, folgte dem Ausdruck und die hundert Mark wurden bewilligt

F Nachahmenswerth. In der Stadt Apolda hat der Ge—
meinde⸗Vorstand angeordnet, daß jeder Wirth die Leitungsröhren
seines Bierpressions-Apparates alle 8 Tage mittels des von Obrig—
teitswegen angeschafften Dampf-Reinigungsapparates gegen eine
angemessene, sofort zu erhebende Gebühr reinigen zu lassen hat, de
nur bei sehr sorgfältiger und häufiger Reinigung durch Dampf.
tochendes und kaltes Wasser ꝛc. Verunreinigungen der Bierpres⸗
sionen vermieden werden können.

F Auf eine hohe Strafe wegen Zolldefraudation hat das
damburger Landgericht erkannt. Ein Müller von dort hatte
im Laufe einiger Jahre 650 000 Kilo Weizen und Roggen nicht
gerzollt und wurde zu einer Geldstrafe von 379 960 M. oder zwei
zahren Gefängniß verurtheilt.

FZwei Berliner Landgerichte sind durch Ministerialrescript bereits
wieder davon in Kenntniß gesetzt, daß in nächster Zeit ein höherer
Richter aus Japan in Berlin eintreffen wird, um sich in dem
deutschen Gerichtsverfahren zu informiren. Beide Behörden sind
angewiesen, dem fremden Gaste in allen Räumen der Berliner
Justizgebäude und Untersuchungsgefängnisse den Zutritt zu gestatten
und jede gewünschte Auskunft zu ertheilen. Ebenso hat ein grie—⸗
hhischer Richter seinen Besuch angemeldet.

FNeue Reklame. EinKleiderhändler, welchem die
Konkurrenz seines Nachbars ärgerlich war, verursachte demselben
eines Tages keinen geringen Schreck, als er Buxrkin-Beinkleider
bor seine Ladenthür gehängt hatte, auf welchen Zettel klebten, die
als Werth der Hose 6 Mark angaben. Der über so große Billig-
teit erstaunte und geängstigte Nachbar konnte sich darüber nicht
»eruhigen; er schickte einen Freund zu dem Konkurrenten, um ein
Paar der Beinkleider zu kaufen. Nun löste sich aber das Räthsel:
ils der Abgesandte nur 6 Mark hinlegte, um eine Hose in Em-—
»fang zu nehmen, da bedeutete ihm der pfiffige Geschäftsmann,
daß er für den Betrag nur ein Bein der Hose erhalten könne,
denn jedes derselben trug einen Zettel mit der Aufschrift 6 Mark,
die ganze Hose also kostet 12 Mark.

F Krakau. Bei Podlenze unweit Dzikow, wo die Weichsel
nach Russisch-Polen einlenkt, erfolgte durch Eisstockung eine unbe—
chreibliche Katastrohhe. Das Wasser trat aus, überschwemmte
rirca 30 Ortschaften und richtete enormen Schaden an. Tausende
don Menschen sind ihrer ganzen Habe beraubt, einige Dörfer sind
röllig hinweggeschwemmt. Ein gleiches Unglück traf die Grenz⸗
iachbarn in Russisch-Polen.

Fe Stecknadelfabrikation. Die Englischen Stecknadelfabriken
lieferten vor 40 Jahren täglich 20 Millionen Stück Stecknadeln;
ie liefern jetzt etwa 50 Millionen täglich. Birmingham stellt hier⸗
vvn etwa etwa 37 Millionen her; der Rest fällt gquf die Steck—
nadelfabriken von London, Stroud und Dublin. Das Gewicht des
ur Zeit jährlich verbrauchten Drahtes beträgt etwa 2,867,120 Pfd.,
wovon der 8. Theil Eisendraht ist. — Hann. Wehbl. —

F Die Ursachen des Einsturzes der Tay-Brücke in Schott⸗
land, dessen entsetzliche Wirkungen wohl noch in Aller Gedächtniß
ind, sind bekanntlich Gegenstand einer Untersuchung geworden.
Das Zeugenverhör hat nun, wie aus London berichtet wird, geradezu
unglaubliche Dinge zu Tage gefördert. So hat sich ergeben, daß
die Brücke, abgesehen von Mängeln in dem Bauplane, höchst nach—
lässig und aus fehlerhaftem Material gebaut worden war. Mehrere
bei dem Ban beschäftigte Arbeiter haben ausgesagt, daß sie — der
eine in 27jähriger Praxis — niemals schlechteres Eisen zu Bau—
wecken haben verwenden sehen. Mehrere Pfeiler hatten Risse und
Sprünge. Um ja nichts zu versäumen, was die Sicherheit der
Brücke beeinträchtigen konnte, wurden die Formen mit Seewasser
hespült, wodurch Unreinigkeiten in das Eisen eingeführt wurden.
Es sollen wiederholt Risse in den Pfeilern mit römischem Cement
ausgefüllt worden sein. Ja, der Betriebs-Aufseher soll den Arbeitern
ogar untersagt haben, das schlechte schottische Eisen mit vorhandenem
leveländischen Eisen zu mischen, um den bleibenden Ueberschuß in
der werthvollsten Gestalt — als cleveländisches Eisen — verkaufen
zu können. Auch sollen geringe Cokes zum Gusse verwandt worden
sein. Angesichts dieser Umstände erscheint es als ein Wunder, nich‘
daß die Brücke eingestürzt ist. ijondern daß Das nicht eher geschah.
Mal berichte.

Zweibrücken, 11. März. (Fruchtmittelpreis und Vickualienmarkt.
Weizen 11M. 89 Pf. Korn 10 M. 31 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf.
dierreihige ) M. — Pf., Spelz 7 M. 40 Pj., Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pjf., Mischfrucht O M. — Pf., Hafer 7 M. 49 Pf.,
ẽẽWäbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 17 Pf., Kartoffeln 3 M. 70 Pf.,
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/3 stilogr. 58 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 3 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 61) Pf. l. Qual. 50 Pf. Kalbfleijch 40 Pf.,
hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch Zẽi, Buttere!/5 Riloar. 1 M.. Weir
ꝛiter 80 pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 10 März. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 18 Pf., Rorn 10 M. 28 Pf. Spelzkern —M. — Pf., Spelz 0O M.
— Pji., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 76 Pf., Mischfrucht I1 M. 30 Pf., Erbsen 11 M. — Pf., Wicen
5 M. 50 Pf., Bohnen O M. — Pf., stleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindileisch 50 Pf., Kalbileisch 10 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinesleisch
6bu Pf., Butter 1I Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln sver Cir. 3 M. 80 pi.

Kaiserslautern, . März. (Fruchtmitlelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 77 Pf., storn 10 M. b0 Pf., Spelzkern — M. — Pjf. Spel;
7 M. 80 Pf., Gerste 9 M. 27 Pf., Hafer 7 M. 88 Pf., Erbsen 12 M.
7 pi Wken 6 M. 24 Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen 48 M. 50
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 5 — d. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfiund 15 Pig. Butter per „fF. Eier 2 Stuck 10 Pf., Kar—⸗
1oneln ver Cent. 3 M. 20 Pe6 Vi. Heu ? M. — Pig.

Aiche Ausstellung
es Pfalzgaues.
Mannheim, 2. Martz. In der am letzten Freitag staltgehabten Ver—⸗
sammlung des hiesigen Gewerbe⸗ und Industrie-Vereins referitte Herr Han—
delskammersekreiär Dr. Landgraf über die bevorstehende Ausstellung un—
        <pb n="166" />
        herr Generalsekretär Fisch er theilte mit, in welch' großarliger und reich—
haltiger Weise die Anmeldumgen bis jetzt eingelaufen sind, Wir wollen hier
nͤur in Kurzem zusammenfassen, daß von vielen Spezialbranchen Schaustellungen
zeboten werden, welche in Bezug auf Qualität mit denen det größeren Welt⸗
zusstellungen rivalisiren können, sodaß zu Konkurrenz und Vergleichen reiche
Belegenheit und das weiteste Feld gebolen wird. Wenn auch der zunächs
ma's Uuge gefaßte Ausstellungsraum bereits ziemlich beseßzt ist, wird doch durch
ine jehl engeieiteie Sichtung der verschiedenen Gruppen, für hervorragende

Anmeldungen noch Platz geschaffen werden. Da außerdem der Bau weiterer
Annere als beschlossene Sache anzusehen ist, dürfte es gerathen erscheinen, mit
rückständigen Aumeldungen nicht mehr zu zögern, damit einestheils für die
annieldenden Industriellen der möglichst günstige Platz geschaffen werden kann,
anderntheils aber auch das Comite im Stande ift einen baldigen definitiven Ab⸗
chluß eintreten zu lassen, um die noch nöthig erjcheinenden Vorarbeiten in An—
zriff nehmen zu können.

72
Versteigerung
von Pappelstammholz.

Mittwoch, den 17. März
l. Is., Nachmittags 1 Uhr zu
Lautzkirchen werden 202 an
der Distriktsstraße von Lautz⸗
ktirchen nach St. Ingbert auf
dautzkircher Gemarkung lagernde
Pappelstämme und 28 Loose
Abfallholz versteigert, 82
Stämme haben einen Durch⸗
messer von 30 bis 46
Centimeter.
Blieskastel, 11. März 1880
Das Büryermeisteramt?
my eier.
Bux, (Palm)
ür Gartenanlagen
uind Gräbereinfassungen ist stets
vorräthig; auch sind schöne Platt⸗
pflauzen und sonstige blühende
Bluͤmenstöcke immer zu ha⸗
ben. Zugleich empfehle mein
reichhaltiges Sortiment in Sa⸗
men, für dessen Güte garan
tirt wird.
Gärtner Ungewitter.

Seine ausgezeichneten, überall ge—

ühmten
IXRRI
iefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung
„der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. WVeidenslaufer, Fabril
Berlin XW.

Vorschuß⸗Verein St. Ingbert
leingetragene Genossenschaft.)
Die Mitglieder werden hiermit zu der am
Mittwoch, den 17. März 1330, Abends 8 Uhr,
im Julius Grewenig'schen Saale stattfindenden

GeneralVersammlung
eingeladen.
Tages⸗Ordnung:
1J. Geschäftsbericht über das 2. Semester 1879.
2. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrathes.
3. Festsetzung der Dividende und Vertheilung des Restreingewinns.
4. Neuwahl des Vorstandes nach 8 4 der Statuten.
5. Ausloosung und Neuwahl dreier Ausschuß-Mitglieder 8 24.
6. Wahl einer Prüfungs-Commission für die nächsten zwei Bi—
lanzen 8 80.

Vertrauen konntu araune F
nur zu einem solchen Heilver⸗
fahren fafsen, welches thatsachliche
ẽrfolge für sich hat. Die bereits in
.Auflage erschienenen Specialbücher:
„Die Gicht““ und „Dir Drust⸗
Eungenkrankheiten““ geben
en Jenen, die an
* Ack Ah
natismus, Gliederreiss en ete.
eiden, oder aber an einer
⸗. odet Lur enkranscheit,
— — ——
vit windsucht 2c. dahbinfiechen,
nene Hoffnuntg, denn die darin
enthaltenen Dankeßußerungen über
qlucliche Heilungen bewe sen, daß
elbst Echwerkranmke oder anscheinenb
effnungeloo Darniederliegende noch
ersehute Hilfe Woyg — Rein
onorar, arzuicher Veirath vielmehr
mnentgeltlich Jebes der obigen Bücher
ostet do Pf.“ Prospect gratis und
rancso durch Th. Gohtenleitner,
Eeipzia und Batei.

Der Verwaltungsrath
des Vorschuß⸗Vereins eing. Gen. St. Ingbert.
Ehrhardt Jochum, Vorsitzender.
M. Sichel's Atelier künstl. Zaͤhne
Plombiren, Neinigen ꝛe.
St. Johann,. Sulzbachstrañe 138.

2) Vorräthig in K. Gotthold's
Buchhandl. in Kaiserslautern, welche
jedes Buch fuür 60 Pf. in Briefmarken
franco versendet.
— — —— —
Ein Garten.

Auf Wunsch erhalt ein geder ie Probenummer der Reuxeit Vsofort zugesendet!

Ein Jeder wird um gefällige baldige Einsichtnahme der in jeder , Jour⸗
nal · Expedition rc. ausliegenden Probenummer der Neuzeit, Lesehalle für Alle, fuuf⸗
ter Jahrgang, hiermit freundlichst gebeten!

Die Reuzeit, Lesehalle jür Alle, deren fünfter Jahrgang soeben erscheint, ist das billigste
aller Familienblätter.

Der Inhalt der RNeuzeit ist interessant und gediegen.

Wöcheuntlich erscheint eine Nummer aàwiV0 Pfennig; dieselbe enthält 3 große Bogen Texk; jede
Wochennummer ist auch einzeln zu haben!

Vierteljaͤhrlich kostet die Neuzeit V — wöchentlich eine Nummer — nur 1U Mark. — Das erste
Quartal beginnt mit dem 1. Ortober 1879.

Zweiwöchentlich erscheint ein Heft (2 6 Bogen) à 25 Pfennig; jedes Heft äà 25 Pfennig ist auch
einzeln zu haben!

öI erscheint ein Doppelheft (2 12 Bogen) à 50 Pfennig; jedes Doppelheft aͤ 50 Pf.
ist stets auch einzeln zifs haben!

Die Neuzeit dietet eine solche Fülle von spannenden Romanen und Rovellen, annuthigen Gedichten,
humoristischen Kieinigkeilen, zeitgemähen Plaudereien ec., daß ein Jeder, wenn er die Neuzeit durchblättert,
erstaunt ist, solche Gediegenheit mit soviel Abwechselung und Reichhaltigkeit vereint vor sich zu sehen! — Leser,
wie Leserin werden sich durch die gefällige, elegante und doch vollethümliche Form der Darstellungsweise gleich
mächtig und gleich lebhaft gefesselt finden!
tebr dezug der Reuzeit, Lesehalle iür Alle, fünfter Jabrgong, ist für Jeden sehr einfach, sehr leickt uad
e illig!

Jeeignet zu einem Bauplaßz, mit
2 Beet Wiefen unterm Viadukt
mm der neuen Schmelze ist zu
verklaufen. Bei wem? zu erfra⸗
gen in der Exped. d. Bl.
Er2, 14. Merp.
Eröffnung
ʒer Heusserschen
Kegelbahn.

Frankfurt a. M.
Aeltestes Annoncen· Bureau
Heentein

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Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrunenstrahße 10

Die Neuzeit ist zu haben:
durch die Vost in 13 Wochenn—mern fir /4 Mart vierteljährlich. —
durth jedt Vuchhandlung A
durch jede Jouurnal⸗Expeditidn Doppelheften à 580 Vfennig
durch jede Zeitungs-Erpedition n 18 Wochennummern für 1/4 Mark vierteliährlich!
Die Berlaasshandlung von Werner Groste in Verlin. SW. Besßielstraße 17.
M
J

Neue illustrirte Wochenschrift.
Frei von jedem einseitigen politischen oder konfessionellen Standpunkt.

Das erste Quartal 1880 enthält unter Anderem:

Mrin Onkel Don Inan. Roman von Hans Hopfen. Mu
Illustrationen von Woldemar Friedrich — Ans der Briefmappe
bder Freundinu. Novelle von Ernst Wichert. — Die Schleppe
Erzählung von Heinrich Sei del. — Ferner: Eine Novelle von K. F.

Franzos, belehrende Beiträge von Herrig, Bucher, A. v. Ehe,
Stieler, J. Ranke u. v. A.

Illustrationen ersten Ranges nach Knaus, GüRNichter, Rocholl, Kirbeta.
Grutzner, Stryowsky, Spangenberg ꝛc.

Die erste Nummar, weiche einen prächtigen Holzschritt des berühmten
Richter'schen Bildes der Adnigin Luise enthält, ist gratis in allen Buch
Jandlungen zu haben, sowie auch direkt von der eun J. O.
Schorer in Berlin, W., —I88 6.

Preis vierteljährlich nur M. I.GO, oder auch in jährlich 14 Heften zu

A0 5x5. durch ale BuMhandlungen und Vostanstalten

1

—LIcAIXI

eud rud Veriag von F. X De meFiun Er. Inobert. —
ten „Allustrietes Touutaqablatte Nr. 11.
        <pb n="167" />
        St. Inaberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatie verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertellahrlich

MA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 , einschließlich 40 B Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswartks
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 830 Dpro Zeile berechnet.
M 13.

Sonntag den 14. März

185895.
a2

Deutsches Reich.

Wenn man aus einer Verfügung des bayerischen Ministers
des Innern, welche derselbe unter dem 29. Februar cr. erlassen hat,
auf die Absichten der Reichsregierung schließen darf, so steht dem
Reichstage vielleicht noch in dieser Session eine Vorlage, betreffend
Revision der Gewerbeordnuͤng in Bezug auf das Baugewerbe be—
oor. Jene Verfügung weist nämlich darauf hin, daß in Folge
von zahlreichen, an den Reichstag sowohl wie an den Bundesrath
gerichteten Petitionen die bayerische Staatsregierung demnächst ver⸗
ilaßt sein dürfte, zu der Frage Stellung zu nehmen, ob für die
Baugewerbe ein Prüfungszwang eingeführt, d. h. ob die Befug—⸗
nisse zur selbstständigen ÄAusführung von Bauten vom Besitz eines
durch eine Prüfung zu erlangenden Befähigungszeugnisses abhängig
jemacht werden solle. Es wird nach den Erfahrungen, welche sen
der durch die Gewerbeordnung vom 80. Januar 1868 erfolgten
Freigebung des Baugewerbes gesammelt sind, eine Aenderung der
inschlägigen Bestimmungen nach der fraglichen Richtung hin als
jeboten bezeichnet, da haͤufige Unglücksfälle bei Bauten sich gerade
nmif mangelnde Fachkenntniß der Bauleiter zurückführen lassen.

Der deutsche Reichstag wird sich wahrscheinlich am 19. März
dertagen bis zum 5. April. Die Session soll dann bis spätestens
am 15. Mai mit Rücksicht auf den preußischen Landtag geschlossen
werden.

Beim Durchblättern des Reichs-Militär-Etats für 1880 -81
muß es auffallen, daß die Betriebskosten der Artilleriewerkstätten,
Beschützgießereien, Pulverfabriken ꝛc. eine sehr bedeutende Abminder-
ung gegen das Vorjahr (um 2 8357 000 M. erfahren haben. Daß
hei diesen Etablissements, deren Produkte im Bedarfsfalle nicht schnell
ind leicht zu beschaffen sind, so bedeutende Betriebseinschränkungen
ulässig sind, mag dem Politiker ein Beweis dafür sein, daß die
Reichsregierung einen Krieg in nächster Zeit nicht für wahrschein⸗
ich hält. Bei der bekannten minutiösen Vorausbeschaffung aller
triegsmittel Seitens der deutschen Militär⸗Verwaltung, soweit Dieß
iothwendig ist, kann der Soldat sich damit beruhigen, daß die be—
ügliche materielle Heeresausrüstung in gutem Zustande und kriegs⸗
ereit ist.

Aus Berlin meldet man der „Frkf. 3.*: Fürst Bismarck
iußerte zu einigen Abgeordneten über den Handelsvertrag mit
Desterreich: er habe Oesterreich erllart, das Aeußerste, wozu
Deutschland bezüglich des Zolltarifs sich verstehen könne, werde
ein, den deutschen Zolltarif von 1879 Oesterreich gegenüber zum
Fonventionaltarif zu machen, so daß Oesterreich von den eiwa
päter anderen Nationen gegenüber einiretenden Erhöhungen nicht
hetroffen werde; er werde aber keine Herabsetzung des Tarifs im
handelsvertrage bewilligen; er sei gegen die Aufhebung des Flachs⸗
zolls, aber den Leinen⸗Industriellen möge durch Erhöhung der Zölle
iuf Leinengarn entgegengekommen werden.

Das Verbleiben des Kultusministers v. Puttkamer im
preuszischen Amte wird nach dem Erlasse des Reichskanzlers
iber die Frage der Orthographie für sehr unwahrscheinlich gehalten.

Das Berliner Kabinet soll, wie der Breslauer Zeitung“
ius der deutschen Reichshauptstadt gemeldet wird, der italienischen
Kegierung vertraulich bedeutet haben, die demonstrative Politik gegen
Desterreich aufzugeben, weil Deutschlands Beziehungen es gebielen,
jemeinsam mit Hesterreich den europäischen Frieden zu erhalten.

Die Berliner,Post“ schreibt: Vie Allianz der Regierungen
Frankreichs und Rußlands), die sich anbahnen will, wird aus dem
Felde geschlagen durch die konkurtirende Allianz der Revolution in
heiden Ländern, durch das Band der stärlsften Sympathie, welches
wischen den Kommunards und den Nihilisten sich bildet. Die
Nihilisten in Paris jagen zu den Franzosen: „Zu uns kommt, wir
onnen euch helfen, nicht die Orloffs und Gortschakoffs!“ Und die

dommunards sind bereiis stark genug, um die Republik zu zwingen,
aß das kaiserliche Rußland beleidigt wird, indem sie den Rebo—
utionären einen Dienst leistet.
Ausland.

Gambetta's,Republique Française“

reundlichen Senatsmehrheit in Folge ihres

der Ferry'schen Unterrichtsvorlage folgendez Drohwort zu: „Artikel 7
var selbst nur eiu Compromiß; man weist ihn zurüch? Desto
esser! Man will nicht, daß die Jesuiten vom Unterricht ausge⸗
chlossen seien, so wird man sie kurz und bündig aus Frankreich
uusschließen; dazu bedarf es keiner legislaliven Maßregel. Ein
idminisirativer Befehl genügt. Die Administration aber hängt vom
Fabinet und das Cabinet hängt von der Deputirtenlammer ab.
Was auch komme, der Nationalwille wird triumphiren!“

In Petersburg wird unter der Diktaiur unaufhörlich
axretirt. Der „Lanterne, schildert man in Folgendem die dortigen
Zustände drastisch genug. Petersburg, heißt es da, ist nur noch
ꝛin großes Gefängniß, wo es weder Eltern noch Freunde, sondern
lediglich noch Furcht vor der Polizei gibt. Und die Wahrheit ift
serner, daß die Stadt im wahren Sinn des Wortes unterminirk is
Vermi Htes.

F Aus Bierbach wollen nächstens 6 Familien nach Amerila
uiswandern.

F Auf dem Pirmasenser Jahrmarkt vom 9. d. sind 2
Damen die Poriemonnaies aus ihren Taschen gestohlen worden.
Die sogen. „Gretchentaschen“ laden allerdings zu derlei Escamo—
agen förmlich iin.

rFIn Schneckenhausen hat sich kürzlich ein Mann,
Bater von 8 Kindern, erhängt. Das muihmaßliche Motiv der
That ist nach der „Pf. V.“ allzugroße Sparsainkeit und die daraus
ntspringende Furcht, daß ihn die bevorstehende Heirath einer seiner
Töchter ruiniren könne.

F. Ein Baumwärterkurs, fur welchen seinerzeit die
heneralversammlung des Obstbauvereins für den Kanton W aldmohr
ich ausgesprochen hatte, soll in der Woche nach Ostern in Wald-
nohr durch Wanderlehrer Fischer abgehalien werden. Da der Un⸗
erricht unentgeltlich ist und die Theilnehmer nur eine Ausgabe von
woölf Mark haben, wofür Ihnen die nothwendigsten Geraͤthe be⸗
chafft werden, so hofft man auf eine zahlreiche Betheiligung. An⸗
neldungen sind bereits verschiedene eingelaufen, auch von Lehrern,
velche während der Osterferien ihre Kenntnisse in der Obst baum⸗
ucht vervolllommnen wollen. Weitere Anmeldungen nimmt der
Porstand des Vereins, Distriktsschulinspeltor Jung in Waldmohr,
bis zum 21. ds. Mts. gerne entgegegen.

FIn Frankelthal ergab die Lotterie zu Gunften armer
donfirmanden, welche durch die Vorsteherin des Karolinen⸗Instituis
zeranstaltet wurde, eine Einnahme von 370 Mark. welcher Betrag
hereits an die armen Konfirmanden vertheilt wurde.

fSpeyer, 11. März. Die Prüfung der Einjährig⸗ Frei⸗
villigen ist heute zu Ende gegangen; von 20 jungen Leuten, welche
ieselbe mitmachten, haben sie 11 bestanden.

F In Rieder-Ramstadt (Hessen) wurde in der Nacht
um 3. ds. Mis. ein schändliches Verbrechen begangen. Ein Schlofser
jat seine Mutter im Bette erdrosselt und nachher aufgehängt. Nach
»er That begab er sich in das Wirthshaus und erzählte dort, daß
ich seine Mutter erhängt habe. Der Thäter beging die That, um
u dem Vermogen, das seine Mutter im Besitz hauie, zu gelangen.
der Mörder wurde verhaftet und nach Darmftadt verbracht.

F München, 11. März. Am Sonntag den 14. de. be⸗
sinnt auf dem Zacherlkeller der Ausschank des Salvatorbieres.

Der oberste Verwaltungegerichtshof Bayerns hat der
Beschwerde des Aderes A.Straßer in Kino p p vom 28. Nob.
879 Folge gegeben und die Gemeinderathswahl don KnoppLabach
ernichtet. (Der Haupibeschwerdepunkt war der, daß der Wahl⸗
nusschuß statt aus 53 nur aus 3 Mitqliedern, wobon zwei ver⸗
chwägert sind, bestand.)

F. Die z. Z.in Haft befindliche Adele —AI
diesmal ihren Geschäftsbetrieb sehr vorfichtig organisirt, denn seit
der Wiederaufnahme ihres Geschäftes stellie sie für die ihr zuge⸗
ragenen Gelder leine Solawechsei mehr aus, sondern ließ sich
yon Jedem, welcher im Hinblick auf die unverhältnißmäßigen Zinsen,
ie sie monatlich zahlte, Geld bei ihr anlegte, einen Rebers unter⸗
eichnen des Inhalts. daß er ihr die gesammte Summe zur unbe⸗

chleudert der jesuiten⸗
Votums gegen Art. 7
        <pb n="168" />
        dingten Verfügung stelle uud im Verlustfall sich aller Ansprüche an
ie auf Rückerstattung begebe.
4Wie das „Verl. Tgbl.“ hört, werden in nächster Zeit zwei
baierische Prinzen in das preußische 2. Garde⸗Drago⸗
ner⸗Regiment zur Dienstleistung aus der baierischen Kavallerie
iüberireien. Es sind dies Prinz Ludwig Ferdinand,
Remenant im 2. baierischen Reiterregiment, und Prinz Alfred
on Thurn und Taris, Lieutenant im 5. baierischen
Cheveaurlegers⸗Regiment.

Der Brandschaden in Don austauf wird nach mäßigem
Ueberschlage auf 800,000 M. geschäßt, wovon etwa die Hälfte
durch Versicherung gedeckt ist.

dgI Berin wird die Frage, ob ein Photograph das
Recht hat, Bilder von Personen, die er photographirt hat, ohne
Frlaͤubniß derselben öffentlich auszuhüngen, demnächst gerichtlich
entschieden werden. Eine junge, sehr schöne Dame hatte sich bei
inem dortigen Photographen abnehmen lassen und war nicht wenig
erstaunt, einige Wochen später ihr Bild in einem öffentlichen Schau⸗
rasten ausgehangt zu sehen. Die Dame, der das höchst peinlich
var, protestirte bei dem Photographen dagegen, wurde jedoch bei
sedesmaligem Versuch von dem Photographen abgewiesen mit dem
Zemerken, das Bild sei außerordentlich gut ausgefallen, und zum
Nutzen seines Geschüftes müsse er es auch weiteren Kreisen bekannt
achen. Die „oöffentlich ausgehängte“ Dame will nunmehr den
Rechtsweg betreten.

— Eiuer Anklage wegen Amtsvergehens, welche die 2. Straf⸗

kammer des Landgerichts J. zu Berlin jüngst gegen einen Post⸗
hilfsboten zu verhandeln hatte, lag ein so kleinlicher Thatbestand
zu Grunde, daß man sich unwillkürlich fragen mußte, wie es mög⸗
lich ist, daß ein sonst unbescholtener Mann um einer solchen Baga⸗
elle willen Amt, Ehre und Freiheit auf's Spiel setzt. Der Ange⸗
klagte, welcher als Hilfsbote beschäftigt war, hatte die Absicht, seiner
aAlten Mutter eine Geldunterstützung zukommen zu lassen, und da
hm 20 Pfg. zur Francatur fehlten, löste er eine Marke von einem
underen Briefe ab und klebte sie auf seinen Geldbrief auf. Die
Manipulation war aber bemerkt worden, und die Strafkammer ver⸗
irtheilte den Angeklagten zu der gesetzlich niedrigsten Strafe von
3 Monaten Gefängniß.
Dem „Berliner Tagebl.“ zufolge stände die Verlobung des
iltesten Sohnes des. Kronprinzen, des Prinzen Wilhelm, mit der
ßrinzessin Karoline Mathilde, Tochter des jüngst verstorbenen
Prinzen Friedrich von Schleswig Holstein, bevor. Der Prinz ist
41, die Prinzessin 20 Jahre alt.

Ein Regierungserlaß gegen das Fluchen
der Schulkinder. Aehnliche Erlaͤsse hat man bisher nur
als Kurissiläten aus früheren Jahrhunderten betrachtet. Es ist
ilso gewiß der Mittheilung werth, einen solchen Erlaß zu repro—
zuziren, der heute das Licht der Welt erblickt. Die kroatische
andesregierung ist es, welche sich genöthigt sieht, gegen das Flu⸗
hen der dortigen Schuljugend mit folgender Verordnung einzu—
chreiten: „Es wird wahrgenommen, daß seit einiger Zeit nicht
nur Erwachsene, sondern auch die Schuͤlkinder auf öffentlichen
blätzen mit einer Rücksichtslosigkeit, die ein trauriger Beweis der
nechanischen Angewohnheit ist, bei den indifferentesten Reden Flüche
zussprechen, in denen sie Gott, die Heiligen, das Kreuz ꝛc. lästern.
Es ist heilige Pflicht, nicht nur der Einzelnen, sondern mehr noch
der Behörden, und zwar insbesondere jener, welche die Jugender⸗
iehung zu überwachen haben, mit allen möglichen Mitteln dahin
zu streben, daß dieses Uebel, welches jedem vernünftigen Menschen
jur Schmach dient und auch der Nauion Schande bereitet, ausge⸗
hitet werde Deswegen werden die Gemeindebehörden und Volks⸗
chullehrer aufgefordert, diesem Uebel besondere Aufmerksamkeit zu
widmen, die Schuljugend bei jeder Gelegenheit über die Häßlichkeit
dieses Lasters zu belehren und jeden vorkommenden Fall strenge zu
bestrafen.“

F Neue Verwendung der Elektrizität. Nach einem von
Dr. E. W. Siemens der Londoner wissenschaftlichen Gesellschaft
erstatteten Bericht ist durch eine Reihe von Versuͤchen dargethan
worden, daß Pflanzen, welche in einem geschlossenen Raume einzig
ind allein von elektrischem Lichte beschienen werden, eben so kräftig
wvachsen als andere dem Tazeslichte ausgesetzte. Solche Pflanzen
aber. welche bei Tage der Sonne und Rachis elektrischer Beleucht⸗
ung ausgesetzt werden, gedeihen um Vieles besser als andere, welche
Nachts im vunkeln stehen. Eine Nachtruhe ist also, wie diese Ver⸗
ruche bewiesen haben, den Pflanzen nichi nöthig. Sollten die im
tleinen gelungenen Versuche auch im —XR
liefern, so eröffnet sich der Kunstgärtnerei ein ganz neues, bisher
ungeahntes Feld für Blumen⸗ und Gemüsetreiberei. Einige Tulpen,
welche mit geschlossenen Knospen in das Sitzungszimmer gebracht
und dem Lichte einer elektrischen Lampe ausgesetzt wurden, ent⸗
alteten sich binnen 40 Minuten zu voller Bluͤhenpracht.

MNenstes nachrichten.

Das Privatvilariat bei dem quiesz. Consistorialrath und 2. Stadt⸗
farrer König in Speier wurde dem derzeiligen ständigen Vikare in
scnsheim, Karl Hoffmann, vom 16. April nachsthin übertragen.

— — Fsr die Redacnon veraniworilich: F. X. —II

*
Versteigerung
don Pappelstammholz.

Mittwoch, den 17. März
. Is., Nachmittags 1 Uhr zu
eautzkirchen werden 202 an
der Distriktsstraße von Lautz⸗
tirchen nach St. Ingbert auf
Lautzkircher Gemarkung lagernde
Pappelstämme und 28 Loose
Abfallholz versteigert, 82
Stämme haben einen Durch⸗
messer von 30 bis 46
Centimeier.

Blieskastel, 11. März 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Meier.
Pappel-Stammholz⸗
Versteigerung
in Aßweiler.
Samstag, den 20. März
nächsthin, Nachmittags 1 Uhr,
auf dem Bürgermeisteramte
Aßweiler werden 84 der
Distrikltsgemeinde Blieskastel ge⸗
zörige und an der Distriktsstraße
Irmesheim⸗Eschringen lagernde

Pappelstämme nebst 34 Hau⸗
jen Astholz in geeigneten
Loosen öffentlich versteigert.
Aßweiler, 5. März 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Steia.

wVich⸗
tig
jfür
par⸗
ame Hausfrauen. Von
steich und Arm — Jung und
Alt — Gesund und Krank —
elbst in den höchsten Kreisen
iller Länder — wird der welt⸗
berühmte Kakao⸗Thee
Maria Benno von Do—⸗
nat, als tägliches Getränk dem
daffee vorgezogen. Dieses an⸗
rkannt billige, wohlschmeckende
ind gesunde Nahrungsmittel fin⸗
»et auch in Deutschland mit
edem Tage mehr Absatz und
die gebührende Anerkennung.

1

— —*

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ν—
—* *

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und ãlteste
Junoncen⸗Erpedilion
Pranukfurt a. Maim.

ra

9 J
BERT V —
Nn.SARPEMANNinLMAERIENVRM
n seiner Güte u. WVirxsamkeit
erprobt u. seit Jahron im In- u.
Auslande irætlieh empfohlen.
Nur cht in Originalflaschen à MM.
Derselbe eisenhaltig à M. l
10 Pfg. in St. Iughert bei
I. redrieh.

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sitialen in Darmstadt

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Besorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebensosten:
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in alle Zeitungen dor Welt.

17
5 2
—338
—AF
V5

3

Allein echt ist dieser Ka⸗
ao⸗Thee nur in den Kartons zu
20 und 50 Pfg. mit den welt⸗
ekannten vier Worten:
Naria Benno von Do⸗
nat bei Herrn Jean Peters.
der Kakao⸗Thee und die Husten⸗
daramels Maria Benno von Do⸗
nat treffen fortwährend frisch ein.

Die Hauptblatter der
dehweiz und Frankreichs
zind von uns gepachtet &amp;
nehmen Anzeigen nmur

dureh umns.

Seine ausgezeichneten, überall ge⸗
uhmten
IAMIBIBIIOS
F *
Ein wohlerzogener Junge wird iefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
ils Lehrling angenommen bei Brobezeit gegen beliebige Ratenzablung
„der gegen Baar mit hohem Rabatt.
ðF. xX. Demetz, —— ⏑⏑⏑ ⏑ —
Druckereibesitzer. neriin NW.
drm mnd Veriag von . . Demesß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblati“ Nr. 11.

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ell schaft wird gesucht. Of⸗
Aen befördert d. Exped. d. Bl.

—
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaliungsblatt. (Sonntags mil illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierieljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswariß
mit 15 — far die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Neclamen mit 30 — vpro Zeile berechnet.
AM 43.

Sonntag den 14. 7 384

1880.

Deutsches Neich.

Wenn man aus einer Verfügung des baherischen Ministers
des Innern, welche derselbe unter dem 29. Februar er. erlassen hat,
nuf die Absichten der Reichsregierung schließen darf, so steht dem
Reichstage vielleicht noch in dieser Session eine Vorlage, betreffend
Revision der Gewerbeordnung in Bezug auf das Baugewerbe be—
vor. Jene Verfügung weist nämlich darauf hin, daß in Folge
von zahlreichen, an den Reichstag sowohl wie an den Bundesrath
gerichteten Petitionen die bayerische Staatsregierung demnächst ver⸗
anlaßt sein dürfte, zu der Frage Stellung zu nehmen, ob für die
Baugewerbe ein Prüfungszwang eingeführt, d. h. ob die Befug—
aisse zur selbstständigen Ausführung von Bauten vom Besiz eines
durch eine Prüfung zu erlangenden Befähigungszeugnisses abhängig
zemacht werden solle. Es wird nach den Erfahrungen, welche seu
»er durch die Gewerbeordnung vom 30. Januar 1868 erfolgten
Freigebung des Baugewerbes gesammelt sind, eine Aenderung der
einschlägigen Bestimmungen nach der fraglichen Richtung hin als
zeboten bezeichnet, da haͤufige Unglücksfälle bei Bauten sich gerade
auf mangelnde Fachkenntniß der Bauleiter zurückführen lassen.

Der deutsche Reichstag wird sich wahrscheinlich am 19. März
vertagen bis zum 5. April. Die Session soll dann bis spätestens
am 15. Mai mit Rüchsicht auf den preußischen Landtag geschlossen
verden.

Beim Durchblättern des Reichs-Militär-Etats für 1880 —81
nuß es auffallen, daß die Betriebskosten der Artilleriewerkstätten,
Heschützgießereien, Pulverfabriken ꝛc. eine sehr bedeutende Abminder-
ung gegen das Vorjahr (um 2357 000 M. erfahren haben. Daß
zei diesen Etablissements, deren Produkte im Bedarfsfalle nicht schneli
ind leicht zu beschaffen sind, so bedeutende Betriebseinschränkungen
uulässig sind, mag dem Politiker ein Beweis dafür sein, daß die
Reichsregierung einen Krieg in nächster Zeit nicht für wahrschein⸗
ich hält. Bei der bekannten minutiösen Vorausbeschaffung aller
triegsmittel Seitens der deutschen Militär⸗Verwaltung, soweit Dieß
iothwendig ist, kann der Soldat sich damit beruhigen, daß die be—
ügliche materielle Heeresausrüstung in gutem Zustande und kriegs⸗
oereit ist.

Aus Berlin meldet man der „Frkf. Z.“: Fürst Bismard
uußerte zu einigen Abgeordneten über den Handelsvertrag mit
Desterreich: er habe Oesterreich erklärt, das Aeußerste, wozu
Deutschland bezüglich des Zolltarifs sich verstehen iönne, werde
ein, den deutschen Zolltarif von 1879 Desterreich gegenüber zum
Sonventionaltarif zu machen, so daß Oesterreich von den elwa
päter anderen Nationen gegenüber eintretenden Erhöhungen nicht
jetroffen werde; er werde aber keine Herabsetzung des Tarifs im
dandelsvertrage bewilligen; er sei gegen die Aufhebung des Flachs⸗
olls, aber den Leinen⸗Industriellen möge durch Erhöhung der Zolle
nuf Leinengarn entgegengekommen werden.

Das Verbleiben des Kultusministers v. Putitkamer im
preußischen Amte wird nach dem Erlasse des Reichskanzlers
über die Frage der Orthographie für sehr unwahrscheinlich gehalten.

Das Berliner Nabinet soll, wie der „Vreslauer Zeitung“
zus der deutschen Reichshauptstadt gemeldet wird, der italienischen
Regierung vertraulich bedeutet haben, die demonstrative Politik gegen
Desterreich aufzugeben, weil Deutschlands Beziehungen es gebieten,
zemeinsam mit Oesterreich den europäischen Frieden zu erhalten.

Die Berliner „Post“ schreibt: Die Allianz der Regierungen
Frankreichs und Rußlands), die sich anbahnen will, wird aus dem
Felde geschlagen durch die konkurrirende Allianz der Revolution in
heiden Ländern, durch das Vand der stärksten Sympathie, welches
wischen den Kommunards und den Nihilisten sich bildet. Die
Nihilisten in Paris jagen zu den Franzosen: Zu uns kommt, wir
onnen euch helfen, nicht die Orloffs und Gortschakoffs!“ Und die
dommunards sind bereiis stark genug, um die Republik zu zwingen,
aß das kaiserliche Rußland beleidigt wird, indem sie den Revo—

utionären einen Dienst leistet.

Ausland.

iHambetta's „Republique Frangçaise“
reundlichen Senatsmehrheit in Folge ihres

der Ferry'schen Unterrichtsvorlage folgendes Drohwori zu: „Artikel 7
var selbst nur eiu Compromiß; man weist ihn zurück? Desto
zesser! Man will nicht, daß die Jesuiten vom Unterricht ausge-
chlossen seien, so wird man sie kurz und bündig aus Franlkreich
uusschließen; dazu bedarf es keiner legislativen Maßregel. Ein
idministrativer Befehl genügt. Die Administration aber hängt vom
Fabinet und das Cabinet hängt von der Deputirtenkammer ah.
Was auch komme, der Nationalwille wird triumphiren!“

In Petersburg wird unter der Dihtatur unaufhörlich
arretirt. Der „Lanterne, schildert wan in Folgendem die dortigen
Zustände drastisch genug. Petersburg. heißt es da, ist nur noch
ein großes Gefängniß, wo es weder Eltern noch Freunde, sondern
ediglich noch Furcht vor der Polizei gibt. Und die Wahrheit ist
erner, daß die Stadt im wahren Sinn des Wories unterminixt isi.
Vermischtes.

F Aus Bierbach wollen nächstens 6 Familien nach Amerila
uswandern.

F Auf dem Pir ma sein ser Jahrmarli vom 9. d. find 2
Ddamen die Portemonnaies aus ihren Taschen gestohlen worden.
Die sogen. „Gretchentaschen“ laden allerdings zu derlei Escamo-
ragen förmlich ein.

F In Schneckenhausen hai sich kürzlich ein Mann,
dater von 8 Kindern, erhängt. Das muihmaßliche Motiv der
khat ist nach der „Pf. V.“ allzugroße Sparsamkeit und die daraus
ntspringende Furcht, daß ihn die bevorsiehende Heirath einer seiner
Löchter ruiniren könne.

FEin Baumwärterkurs, für welchen seinerzeit die
Jeneralversammlung des Obstbauvereins für den Kanton Waldmohr
ich ausgesprochen hatte, soll in der Woche nach Ostern in Wald⸗
nohr durch Wanderlehrer Fischer abgehalien werden. Da der Un⸗
erricht unentgeltlich ist und die Theilnehmer nur eine Ausgabe von
wölf Mark haben, wofür Ihnen die nothwendigsten Geräthe be⸗
hafft werden, so hofft man auf eine zahlreiche Betheiligung. An⸗
neldungen sind bereits verschiedene eingelaufen, auch von Lehrern,
velche während der Osterferien ihre Kenntinisse in der Obstbaum⸗
ucht vervolllommnen wollen. Weitere Anmeldungen nimmt der
Borstand des Vereins, Distriktsschulinspeltor Jung in Waldmohr,
zis zum 21. ds. Mis. gerne entgegegen.

FIn Frankelthal ergab die Lotierie zu Gunsten armer
donfirmanden, welche durch die Vorsteherin des Karolinen⸗Instituts
»eranstaltet wurde, eine Einnahme von 370 Mark, welcher Betrag
jereits an die armen Konfirmanden vertheilt wurde.

FSpeyer, 11. März. Die Prüfung der Einjährig⸗Frei⸗
villigen ist heute zu Ende gegangen; von 20 jungen Leuten. welche
ieselbe mitmachten, haben sie 11 bestanden.

F In Nieder-Mamsst adt (Hessen) wurde in der Nacht
um 8. ds. Mis. ein schändliches Verbrechen begangen. Ein Schlosser
at seine Mutter im Beite erdrosselt und nachher aufgehängt. Nach
)er That begab er sich in das Wirtihshaus und erzaͤhlte dort, daß
ich seine Mutter erhängt habe. Der Thater beging die That, um
u dem Vermogen, das seine Mutter im Besiß hatie, zu gelangen.
der Morder wurde verhaftet und nach Darmsiadt verbrachi.

FMünchen, 11. März. Am Sonntag den 14. ds. be⸗
zinnt auf dem Zacherlkeller der Ausschank des Salpatorbieres.

Der oberste Verwaltungsgerichtshof Bayerns hat der
Beschwerde des Aderes A. Straßer in Knop'p vom 28. Rob
879 Folge gegeben und die Gemeinderathswahl von Knopp⸗Labach
zernichtet. ( Der Hauptbeschwerdepunkt war der, daß der Wahl-
russchuß statt aus 5 nur aus 3 Mitgliedern, wodon zwei ver⸗
chwagert sind, bestand.)

F, Die z. Z. in Haft befindliche Adele Spitzeder hatie
iesmal ihren Geschäftsbetrieb sehr vorsichtig organisirr, denn seit
er Wiederaufnahme ihres Geschaftes stellie sie fur die ihr zuge⸗
ragenen Gelder leine Solawechsel mehr aus, sondern ließ sich
on Jedem, welcher im Hinblick auf die unverhältnißmäßigen Zinsen,
ie sie monatlich zahlte, Geld bei iht anlegte, einen Rebers unter⸗
eichnen des Inhalts, daß er ihr die gesammte Summe zur unbe⸗

chleudert der jesuiten⸗
Lotums gegen Art. 7
        <pb n="170" />
        dingten Verfügung stelle und im Verlustfall sich aller Ansprüche an
ie auf Rückerstattung begebe. —W

4 Wie das“, Verl. Igbl.“ hört, werden in nächster Zeit zwei
hbaierische Prinzen in das preußische 2. Garde⸗Drago⸗
ner⸗Regiment zur Dienstleistung aus der baierischen Kavallerie
berireten. Es sind dies Prinz Ludwig Ferdinand,
djeutenant im 2. baierischen Reiterregiment, und Prinz Alfred
on Thurn und Taxis, Lieutenant im 5. baierischen
C heveauxrlegers⸗Regiment.

Der Brandschaden in Donaustauf wird nach mäßigem
Ueberschlage auf. 800,000 M. geschätzt, wovon etwa die Hälfte
durch Versicherung gedeckt ist. J

*4 In Berlin wird die Frage, ob ein Photograph das
— photographirt hat, ohne
Erlaͤubuiß derselben öffentlich auszuhüngen, demnächst gerichtlich
entschieden werden. Eine junge, sehr schöne Dame hatte sich bei
inem dortigen Photographen abnehmen lassen und war nicht wenig
erstaunt, einige Wochen später ihr Bild in einem öffentlichen Schau⸗
sasten ausgehängt zu sehen. Die Dame, der das höchst peinlich
var, protestirte bei dem Photographen dagegen, wurde jedoch bei
edesmaligem Versuch von dem Photographen abgewiesen mit dem
Zemerken, das Bild sei außerordentlich gut ausgefallen, und zum
Rutzen seines Geschäftes müsse er es auch weiteren Kreisen bekannt
machen. Die „öffentlich ausgehänate“ Dame will nunmehr den
Rechtsweg betreten. e

4Eiuer Anklage wegen Amtsvergehens, welche die 2. Straf⸗
ammer des Landgerichts J. zu Berlin jüngst gegen einen Post⸗
ilfsboten zu verhandeln hatte, lag ein so kleinlicher Thatbestand
ju Grunde, daß man sich unwillkürlich fragen mußte, wie es mög⸗
lich ist, daß ein sonst unbescholtener Mann um einer solchen Baga⸗
selle willen Amt, Ehre und Freiheit auf's Spiel setzt. Der Ange⸗
lagte, welcher als Hilfsbote beschäftigt war, hatte die Absicht, seiner
alten Mutter eine Geldunterstützung zukommen zu lassen, und da
ihm 2 Pfg. zur Francatur fehlten, lösterh eine Marke von einem
inderen Briefe ab und klebte sie auf semen Geldbrief auf. Die
Manipulation war aber bemerkt worden, und die Strafkammer ver⸗
artheilte den Angeklagten zu der gesetzlich niedrigsten Strafe von
3 Monaten Gefängniß. —

Dem Berliner Tagebl.“ zufolge stände die Verlobung des
iltesten Sohnes des Kronprinzen, des Prinzen Wilhelm, mit der
Zrinzessin Karoline Mathilde, Tochter des jüngst verstorbenen
Zrinzen Friedrich von Schleswig-Holstein, bevor. Der Vrinz ist

21, die Vrinzessin 20 Jahre alt.
Versteigerung
von Pappelstammholz.
Mittwoch, den 17. März
l. Is., Nachmittags 1 Uhr zu
Lautzkirchen werden 202 an
zer Distriktsstraße von Lautz—
kirchen nach St. Ingbert auf
Lautzkircher Gemarkung lagernde

Pappelstämme und 28 Loose

Abfallholz versteigert, 82

Stämme haben einen Durch⸗

messer von 30 bis 46

Centimeter.

Blieskastel, I1. März 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Meier.

Wi ch⸗
tig
für
par⸗
ame Hausfrauen. Von
Reich und Arm — Jung und
Alt — Gesund und Krank —
elbst in den höchsten Kreisen
iller Länder — wird der welt⸗
erühmte Kakao⸗-Thee
Maria Benuo von Do⸗
nat, als tägliches Getränk dem
Kaffee vorgezogen. Dieses an⸗
erkannt billige, wohlschmecende
ind gesunde Nahrungsmittel fin⸗
det auch in Deutschland mit
edem Tage mehr Absatz und
zie gebührende Anerkennung.
Pappel-Stammholz⸗
Versteigerung
in Aßweiler.
Saustag, den 20. März
nächsthin, Nachmittags 1 Uhr,
auf dem Bürgermeisteramte
Aßweiler werden 84 der
Distriktsgemeinde Blieskastel ge⸗
hörige und an der Distriktsstraße
Irmesheim⸗Eschringen lagernde
Pappelstämme nebst 34 Hau⸗
fen Astholz in geeigneten
oosen öffentlich versteigert.
Aßweiler, 5. März 1880.
Das Bürgermeisteranmit:
—A

Allein echt ist dieser Ka⸗
ao⸗Thee nur in den Kartons zu
20 und 50 Pfg. mit den welt⸗
ekannten vier Worten:
Maria Benno von Do—⸗
iat bei Herrn Jean Veters.
der Kakao⸗Thee und die Husten⸗
daramels Maria Benno von Do⸗
i0t kreffen fortwährend frisch ein.
Lehrlingsgesuch.
Ein wohlerzogener Junge wird
als Lehrlina angenommen bei
X. Dentetz,
rufareihesiker

Ein Regierungserlaß gegen das Fluchen
der Schulkinder. Achnliche Erlasse hat man bisher nur
als Kurissitäten aus früheren Jahrhunderten betrachtet. Es ist
also gewiß der Mittheilung werth, einen solchen Erlaß zu repro⸗
duziren, der heute das Licht der Welt erblickt. Die kroatische
ꝛandestegierung ist es, welche sich genöthigt sieht, gegen das Flu—
hen der dortigen Schuljugend mit folgender Verordnung einzu—
Hreiten: „Es wird wahrgenommen, daß seit einiger Zeit nicht
iur Erwachsene, sondern auch die Schulkinder auf öffentlichen
Blätzen mit einer Rüchsichtslosigkeit, die ein trauriger Beweis der
nechanischen Angewohnheit ist, bei den indifferentesten Reden Flüche
ausfprechen, in denen sie Gott, die Heiligen, das Kreuz ꝛc. lästern.
Es ist heilige Pflicht, nicht nur der Einzelnen, sondern mehr noch
der Behörden, und zwar insbesondere jener, welche die Jugender⸗
ziehung zu überwachen haben, mit allen möglichen Mitteln dahin
zu streben, daß dieses Uebel, welches jedem vernünftigen Menschen
zur Schmach dient und auch der Nation Schande bereitet, ausge—
oltet werde. Deswegen werden die Gemeindebehörden und Volks—
schullehrer aufgefordert, diesem Uebel besondere Aufmerksamkeit zu
widmen, die Schuljugend bei jeder Gelegenheit über die Häßlichkeit
dieses Lasters zu belehren und jeden vorkommenden Fall strenge zu
bestrafen.“

F Neue Verwendung der Elektrizität. Nach einem von
Dr. E. W. Siemens der Londoner wissenschaftlichen Gesellschaft
erstatteten Bericht ist durch eine Reihe von Versuchen dargethan
worden, daß Pflanzen, welche in einem geschlossenen Raume einzig
und aliein von elektrischem Lichte beschienen werden, eben so kräftig
wachsen als andere dem Tagzeslichte ausgesetzte. Solche Pflanzen
aber, welche bei Tage der Sonne und Nachts elektrischer Beleucht⸗
—E— welche
Nachts im Bunkeln stehen. Eine Nachtruhe ist also, wie diese Ver⸗
suche bewiesen haben, den Pflanzen nicht nöthig. Sollten die im
Kleinen gelungenen Versuche auch im Großen dafselbe Ergebniß
liefern, so eroffnet sich der Kunstgärtnerei ein ganz neues, bisher
ungeahntes Feld für Blumen⸗ und Gemüsetreiberei. Einige Tulpen,
welche mit geschlossenen Knospen in das Sitzungszimmer gebracht
und dem Lichte einer elektrischen Lampe ausgesetzt wurden, ent⸗
alteten sich binnen 40 Minuten zu voller Blühenpracht.

Rienstes nachrichten.

Das “Privatvikariat bei dem quiesz. —X
pfarrer König in Speier wurde dem derzeiligen ständigen Vikare in
Ensheim, Karl Hoffmann, vom 16. April nächsthin übertragen.

—xexsr die Redechion veramwortlich: F. X.Deme 8.
J— F

Haasenstein &amp;
Vogler.
Ersto und älteste
Annonctu⸗Expedition
Praula fiart m. Main—

11

ER —
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en beiördert d. Exped. d. Rl.
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Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 11.
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        * — —e ⸗ — —
Der Et. Jugberter Auzeiger und das (Z mal woͤchentlich? mit dem Hauptblatte derbundene Unterhaltungsblatt. GSonniagß mif illustrirter Eei
lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstaag und Sonntag. Der Abonne mentsvreid detragt dierieljatelich
A 40 Zeinschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen J A 60 H, einschließlich 10 3 ZufteUgebuht. Anzeigen werden mit 10 B, von Außwarti

mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blaltschrift oder deren Naum, Reclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
— —————— — ——
M

k

4..

Dienstag den 16. März
——
Deutsches Reich.

Auf Antegung des preuß. Kriegsministeriums beginnt am
1. Octobet d. Is. an der Militär⸗Schießschule zu Spandau
rin vierzehntägiger Informations-Curs für Commandeure der In—
anterie des Reichsheeres, zu dessen Beschickung auch Bayern ein⸗
zeladen wurde; es sollen don jedem Armeecorps 3 Obersten zu
jenanntem Curs abcommandirt werden.

Die Abstimmung über die entscheidenden Patagraphen des
Militärgesetzes in der Militärkommission wurde sofort dem
Kaiser mitgetheilt. Der Kaiser hat seine hohe Befriedigung über
die prompte Abwidlung der Arbeiten in der Militärkommission
nusgesprochen und den Beschluß der Kommission als eine pa⸗
triotische That“ bezeichnet.

Die Militeörgesetz ⸗Commission des Reichsta gs nahm am
8. Maͤrz den 81 der Vorlage (Feststellung der Friedenspräsenz⸗
ärke auf 7 Jahre, von 1881 bis 1888) mit der Maßyabe an,
»aß nicht 1 Procent der Bevölkerung nach der Volkszählung vom
1. Dezember 1875, sondern die Jiffer von 427 271 Mann fes
eingestellt wird. (Es soll das wohl ein schwacher Versuch sein, an⸗
zudeuten, daß man nicht bei jeder neuen Volkszählung die Friebens⸗
orasenzziffer weiter hinauf schrauben lassen will.) 2 (BVermeht⸗
ang der Zahl der Infanteriebataillone, der Feld und Fuß⸗Artillerie
und der Pioniere) wurde undetanderi, 88 (Heranziehung der Er⸗
jatzreserve erstet Classe zu Uebungen) mit der Maßgabe genehmigt,
daß die Uebungspflicht sich auf vier Uebungen ersireckt, wovon die

erste Uebung 10 Mochen, die zweite 4 Wochen und die beiden
letzten Uebungen je 2 Wochen nicht überschreiten sollen.

Ueber die französtschen Befestigungen wurden in der Militär
tommission des Reichstags seht interessante Miltheilungen ge⸗
nacht. Diese Befestigungen ziehen sich nämlich an der Grenze von
Mezioͤres bei Belfort in Form don Sperrjfocrts in einet Entfernung
»on 8—210 Kilometer hin und beherrschen jede Eisenbahn und
Straße dollkommen, so daß sie bei einem eventuellen Kriegsfall
mnit Frankreich umfassende Belagerungen unmittelbar vor Beginn
der Offensive absolut nothwendig machen.

In der Budgetcommisson des Rteichstages ist dieses Mal
dem Generalpostmeister Dr. Stephan nicht alles nach Wunsch ge⸗
jangen, indem man fast 700,000 M. von den extraordinären
Ausgaben seines Ressorts abgestrichen hat. Stephan war bislang
der einzige Ressorichef, dem der Reichsiag ohne jede Clausel alle
cantragten Forderun gen dewilligte, inden alle Parleien sein großet
„oxganisches Talent“ anerlannsen und bei Bewilligungen nicht
ichwierig waren. Indessen scheint der Zeitpunkt gekommen zu sein,
n welchem man einsieht, daß dem Generaipostmeister ein Halt zu⸗
gerufen werden müsse.

Der Bundesrath genehmigte am 12. Maärz das Wucher⸗
gesetßz nach den Anträgen des —AX
uinderungen.

Die „Germania“ 3 der Papst habe dem Etzbischof von
Lõln seine Anerkennung für die von diefem herausgegebenen Er⸗
larung zu der Cucyllika über den Socialismus ausgesprochen.
Der Papst habe am Sdlusse seiner anerkennenden Aeußerung wie⸗
derum den lebhaften Wunsch ausgedrückt, den kirchlichen Frieden
daldigst in unser Vaterland zurtickiehren zu sehen und erkllärt, daß
»om Heiligen Stuhl alles geschehe, um die gestoͤrte Cinttacht zwischen
Staat und Kirche wieder herzuftellen.

In einet seiner legten Sitzungen hat der Landesausschuß don
ElsaßzeLothringen sich zu dem in den Reichslanden stark
vothandenen Bestreben bekannt, das Eisenbahnnetz nicht mehr durch

den Bau von Vicinalbahnen zu erwellern. sondern Straßen⸗
dahenen zu bauen; et ersuchte die Negierung, die Frage der
kAnlage von Straßenbahnen zu prüfen und in der nächsten Ses⸗
ion ein Programm vorzulegen, welches die Concession und die
etwaige Unterstützung der Straßenbahnen aus Landesmitleln regelt.
Ausland.

Das,Journal de St. Petersbourg“ behaupiet bei Desprechung
»es Falles Hartmann, Kügdsichten der inneren Politid hätten den
veschluß des frau⸗ sischen Ministeriumt deranlaßl, welhet ein⸗

Ermuthigung für Attentäter darstelle und dethalb sehr bedauer
ich bleibe.

Dem Pariser „Temps“ zufolge wäre in diplomatischen Kreisen
»iel von einer Rundreise die Rede, welche der König Georg von
Griechenland im Juni nach Wien, Petersburg, Berlin, Paris
ind London unternehmen wolle, um die neue europäische Vermilt⸗
ung in dem griechisch- türkischen Grenzstreit nach Moglichkeit zu
eschleunigen.

Aus Petersburg lommt eine Nachricht, welche im Falle
der Bestätigung den Beweis liefern würde, daß es der Regierung
mit der Einführung von Reformen Ernst ist. Die „drine Ab⸗
heilung“ der Canzlei des Czaren, die so sehr gehaßte und ge⸗
ürchtete Geheimpolizel, soll aufgehoben und vie Poligel ähnliq
etrjenigen der westeuropälschen Staaten umgesialtet werden. In
stußland gab es bisher keine derhaßtert Einrichtung, als diese
ʒtitie Abtheilung, vor ihr zitlette der Muschik wie der vorge
»er ürmste Lastitüger wie der einflußreichsie Gouderneur. in
Wink aus der dritlen Abtheilung genügte, Jeden, det ihr nicht
jefiel, verschwinden zu lassen. Daa Verdlenst, Hand an dieses
Institut gelegt zu haben, wird vem Dictator Loris⸗Melikoff zuge⸗
chrieben, der sich dadurch zum popularsten Mann in ganz 334.
and machen würde.

Die „Times“ etfahren aus Petersburg, die Erpeditidn
er Rufsen gegen die Turkmenen wurde angesichis der Moͤglichteit
enster Verwickelungen mit China verschoben.
Vermischtes.
t. Ingbert. Der Vorschußverein St. Ingbert zählte

im Schlusse seines letzten Geschäftssahres 428 Mitglieder, 54
nehr als im Jahre dorher. Sein Gesammtumschlag pro 1879
etrug 8,844.635 M. 57 Pf. Det Reingewinn in dem gleichen
Jeitraum beziffert sich auf 17,023 M. 83 pf., wobon ein Vec
ust auf Conto Friedr. Neumann im Betrage don 828 9R. 63 Pf.
ibgeht. Zur Vertheilung des noch dverdleibenden Reingewinnes
on 17,399 M. 88 Pf. macht der Verwaltungsrath folgende Vorschlaͤge:
o Dividende auf hierzu —XXC

124,602 M. —.... 8721 WMark 30 Pf.
Zeiträge zum pfalz. und deutschen

Genossenschaftsverbande 120 —
Abschreibung auf Mobilie 60 —3
Stipendien an Foribildungsschüler 59, —73
zum DelcredereContoos 2951., 5393
Zum Reservefond.. 5... ñiso 279
Nemuneration der Beamten und des

Bureaupersonalsss1112300 —

Die Stammantheile haben im lehten Jahre eine —X
147. 800 M. errreicht. Der Reservefond beträgt 15,803 M. An
berwaltungskosten zahll det Verein 88309 M.

St. In gbert. Die am Sonniag Abend stattgehabte
Interhaltung des Musikvereins war nur schwach besucht, die
ꝛeistungen dagegen waren recht gut. Wie wir hörten, stehen für die
achste Zeit noch mehrete Unterhaltungen in Aussicht; so schon für
Ifstermontag eine solche mit theanitalis hen Auffühtungen und darauf⸗
olgendem Tanze.

F Bezuglich der in der Samstags⸗Nummer mitgelheilten an⸗
jeblichen Veraͤnderungen der Schalterstunden bei dent Postan⸗
talten der Pfalz an Sonn⸗ und Feiertagen geht der Sp.
3tg.“ eine Berichtigung zu, nach welcher die fragliche Mittheilung
iuf vollständig 5 Auffassung einet an die Postanstalten hin⸗
ichtlich des Vestelldienstes ergangenen Verfügung betuht. Eine
lenderung in den Bestimmungen Ubet DOeffnung und Schluß des
kcchalters bei den k. Postanstalten tritt nicht ein.

F Zwischen — und Landstuhl getieih am
Zamstag auf der Bahn eine Ladung Lumpen in Brand. Tas
Feuer lonnte vom Zugpersonal nicht gelosche und mußie der Wa⸗

zen in Landstuhl ausgeftellt werden.

f Wie gaus Dernbach berichtet wird, hat daselbst die
Croup uniet den Kindern seit Reujaht jchon 12 Opfer geforder
        <pb n="172" />
        und sei noch kein Anzeichen vorhanden, daß die Krankheit ver⸗
schwinden werdee. — F

— rn geschrieben:
Auch in hiesiger Stadt treibt sine Anzahl größerer und kleinerer
Wucherer ihr Unwesen, und es wäre sehr zu wünschen, daß den⸗
elben durch ein Wuchergesetz ihr sauberes Handwerk gelegt würde.
Freilich vollständig würde ein Wuchergesetz dieses Ziel schwerlich
crreichen, denn die eingerosteten Wuchererseelen finden doch wieder
Minct und Wege, das Gesetz zu umgehen. Ueber die neuen Ge—
bührenordnungen wird vielfach und mit vollem Recht geklagt; denn
ziele Ansätze sind so hoch gegriffen als eb man von der Ansicht
miggegangen wäre, daß die Gerichtsbaren wegen der Advocaten
ind der Gerichtsvollzieher und nicht letztere wegen der ersteten da
en. Auch die Gerichtsgebühren sind in vielen Fällen ganz enorm
hoch, Abhilfe ist im Inleressen des Recht suchenden Publicums
dringend nöthig.

p Hr. Karl Hohle, der frühere Bürgermeister von Kai⸗
ferslautern, verwahrt sich wiederholt oͤffentlich und mit aller
Entschiedenheit gegen die Annahme, daß er von dem Niedham⸗
mer'schen „Pamphlet“ gegen Bürgermeister Goͤrg und den Stadt—⸗
rath vor dessen Veröffentlichung irgend eine Kenntniß gehabt habe.

4 Die Konzession der Lauterthalbahn ist am 11.
d. M. bei der Direktion der pfälzischen Eisenbahnen eingetroffen.
Mit den Vorarbeiten zum Bau der Bahn dürfte nunmehr under⸗
süglich begonnen werden.

Der Ausschuß des „Pfälzifchen Feuerwehrverbandes“ hat
am letzten Mittwoch in Reustadt fünf beschädigten Feuerwehr⸗
leuten den Betrag von 300 Mark zugewendet.

Der Vorschußverein Kirch heimbolanden erzielte im
Jahre“ 1879 einen Gesammtumschlag von M. 7,932773. 45, der
Reservefonds beziffert sich auf M. 42,684.87, der Reingewinn pro
1879 auf M. 15,857.54. Das Vereinsvermögen betrug Ende
des Jahres M. 236,767.91; die Zahl der Mitglieder ist 314.
An Dibidenden fürs abgelaufene Jahr wurden 8/3 pCt. bezahlt.

FDie Landauer Volksbank hat im Jahr 1879 einen
Umschiag von 14,826,047 M. 16 Pf. gehabt. Der Reingewinn
beläuft sich auf 44,773 M. 23 Pf., woraus nach dem Vorschlag
des Aufsichtsraths und Vorstandes eine Dividende von 5 Prozent,
dann an die nicht dividendenberechtigten Stammantheile ein Zins
von 4 Prozent gegeben werden soll.

p Vor dem Landgerichte Frankenthal wurde der Ge⸗
schäftsmann und Rechtskandidat Phil. Franz Anton in Neustadt
wegen Betrugs um 1400 M. zum Nachtheile eines Studienfreundes
zu seiner Gefängnißstrafe von 8 Monaten verurtheilt und für un⸗
fähig zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes auf die Dauer von
5 Jahren erklärt.

FIn Krefeld ist einem Kleiderkünstler ein Patent auf
eine Kleidertasche mit Signal-Einrichtung zum Schutze gegen Diebe
verliehen worden.

— — zar die Redaction veranworilich: F. X. Deme r.

Freiwillig⸗ gerichtliche
Versteigerung.
Donnerstag, den 1. April
aächsthin, Rachmittags —A
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Michael Paul,
werden durch den unterzeich⸗
neten, hiezu gerichtlich beauf⸗
ragten tgl. Notar Sauer in
Sh Ingbert, in Gemäßheit eie,
zes homologirten Familienraths⸗
beschlusses, der absoluten Noth⸗
wendigleit halber, öffentlich zu
xigenthum versteiger:
Pl.Nr. 3836, 22 3 20
qm Acer auf Schiffel⸗
land;
Ppl.⸗Nr. 1903. 12 a 90
qm Acker im Rockenthal
Hintere Ahnung.
Eigenthümer sind die minder⸗
ihrigen Kinder des in St. Ing⸗
hert derlebten Bergmanns Nico—
laus Wild erzeugt mit seiner
hinterbliebenen Wittwe Anna
Lang, Namens Peter und
NRikolaus Wild, welche' ihre ge⸗
nannte Mutter als Vormünderin
und den Jakob Wild, Berg-
mann daselbst als Nebenvormund
haben.
St. Ingbert, 14. Febr. 1880.
Sauer, k. Notar.

Unterzeichneter ist
nächsten Donnerstag
den 18. ds. von Morgens 10 Uhr
hbis Abends 6 Uhr im „Pfäl⸗
zer Hof“ in Zweibrücken zu
prechen.

E. Brader,
prakt. Arzt.

2A. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 153.

—— — —

Wissenschaftlich aebrüft u. bennachtet. PM—inpr,
Poppelkräutermagenbitter,
N einem alten aus einem Be⸗
nedictinerkloster siammenden Necept
*abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
C. PIXGEB in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
eßt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
zeworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften

eiten die zum Wiederaufbau

eines zerrüiteten dahinsfiechenden

Körpers unbedingt nöthig sind.

kr ist — bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautaus⸗
Slaßen (GIlechten) Athemuothe Gicht, Nheumatismus,
een, sonwie bei Lebere und Niere leiden

und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dafselbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gefichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
risch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem dollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
verschlossen und mit dem geschüthten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 8330 Gr. Inhalt 3 M. 30 Pf.
—MV—— e⸗ 660 ⸗ 6 M. 78 Pi.
Bei 3 Fl. Verpackuig frei. Bei 10 Il. freie Verpadung u. 1 Fl. gra⸗
stis. Versandt gegen Rachnahme durch nachstehende Nie derlage . En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Sr. Hochw. Hr. Coop. Vit, Pantenburg in Kasileb. Kemnath
in Bayhern, Oberpfalz. berichtet: Senden Sie mir gefl. 10 Flaschen
Ihres Benedictiner, denn derfelbe hat mein früheres Mistrauen, womit
man in unseren Tagen Allem was in öffentlichen Anzeigen empfohlen
wird, zu begegnen berechtigt ist, vollständig uberwunden und meiner an
hm gaessellten Erwartung entsprochen ꝛtc.

V
SAanet wrd

Aaonoge · go
—E ————
2)hy aualipr
Montag, den 22 Maͤrz:
Jahrmarkt
in St. Ingbert.
— — — —

— —
Nuf Geund der thatsachlich er⸗
ʒielten Heilerfolge kanu das bereits in
Iio. Ansi ersgicnene reiailbarirte Buch
ur. Diryss Naturhel lmethode“,
preis iMark,“ auen Krauken auf's
Warmsie zur Auschaffung einvfoblen
werten. In diesem 244 Seiten siaiken
Werke ndet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krantdeit leidend. taufendsach
ge wahrle, leicht zu befolgende Raid⸗
chläge, die, wie zablloje Danrkschreiben

*eweisen. oft a Schwertracuten/

nocs Hilfse — Heilung brachten 7
icier a Veriaus Anuli. Letp⸗
a, sendet auf Wun jch
inen lo6 Seit. stark
i usszuuß vorher

4

—X A. —
2) Vorrätkta in allen Buckhandl.
Vorschuß-Verein St. Ingbert
seingetragene Genossenschaft.)
Die Mitglieder werden hiermit zu der am
Mittwoch, den 17. März 1330, Abends 8 Uhr,
im Julius Grewenig'schen Saale stattfindenden
General Versammlung
eingeladen.

Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗
beseswrden. Verdauungsschwäche, Uebelkei
u. s. w.
Prein A FI. en. ISO Gr. Inh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mt.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter—
Magenbitter und Sanct Bernhard⸗-Magenbitter von C. Pingel in
qzötiingen ist zu haben in St. Jugbert bei Herrn J.
ted rich.

TagesOrdnung:

1. Geschäftsbericht über das 2. Semester 1879.
2. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrathes.
Festsehung der Dividende und Vertheilung des Restreingewinns.
. Neuwahl des Vorstandes nach 8 4 der Statuten.
5. Ausloofung und Neuwahl dreier Ausschuß-Mitglieder F 24.
3. Wahl einer Prüfungs-Commission für die nächsten zwei Bi—

ianzen 8 80.
Der Verwallungsrath VJ
des Vorschuß⸗Vereins eing. Gen. St. Ingbert. werden rasch und billig angefertigt in der
Ehrhardt Jochum, Vorsitzender. J. X. Demeß'ijchen Buch⸗ und Steindruckerei.
Drück und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbort.

Druckarbeiten aller Art
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        2 —
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88 35337635—83383 25553 32—8287238* 252333232328
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* 8 2285 22583358
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* 7 25583 —— 338 —
3 25552 — — — 7 3
*X 7 8 53 2 — 79 — — 28 2028 53*898 z3255 58
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— 5 253535 —* 338—z5387 3855835 —. 52 538353 2
—33 355 38 ——58333 55855 A 53
— 22 2532* —X 52 —— — 2858 535388 22 2 3 253
* — — — * — — — 22 O.k — —— 2* J
J
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JJ
— —3 2 2 * 2
—— ——— 22 5233* 5*22 55 57 S*
533 —— —————— * 33
— 355 ——— * —ú—s * ——— — 22
A 228358 5328 —53 ——— 23 2E 7 5* —5z328 —2
S 5*25333 588 *8 33238 —— 8 25 *2 5
— 278 5 585 * 28 z8*8335 52* 282 53 25 — 8 55 5328
333833 * *8 2 255 AA 2* 282 5 58 23 2 3287 28 5
33 285 — 3 E 3535353235 75533 *5 S 35 *5
35 25333535 —E 2* 335 z245. 53* 3 523 82 2 *5
2524 2722 222 7 2338 — z7558 — 8 328 — *
— 22558 8588 3355355 — * 322 22 * 2
2 —— — 38835* 2 * 2357 * 82 J
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        Sl. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal? Dienustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 4, einschließlich 40 J Zustellgeblihr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswaris
mit 15 B fuür die viergespaltene Zeile Blattichriet oder deren Raum, Neclamen mit 830 — pro Zeile berechnet.
Mä 45. Donnerstag den 18. Marz

189.

—

Deutsches Reich.

Vom bayerischen Kriegsministerium wurde verfügt, daß
dei Auswahl der am allgemeinen Entlassungstermine in ürlaub
zu entlassenden, seit 2 Jahren dienstpräsenten Mannschaften neben
der vorzugsweisen Berücksichtigung der dienstlichen Interessen den
bürgerlichen und häuslichen Verhältnissen eine besonders sorgfältige
Erwägung zuzuwenden sei; die so beurlaubten Leute sollen vor
dem J. Februar nüchsten Jahres nicht einberufen werden.

Der Münchener Gewerbverein hat an den König eine
Danlkadresse daflir gerichtet, daß von Seiten des Königs als Zweck
der Wittelsbacher⸗Stiftung „die Hebung des bayerischen Handwerkes
in Stadt und Land“ bejeichnet worden ist.

Die Ankunft der süddeutschen Minister in Berlin wird mit
der Frage des Tabakmonopols in Verbindung gebracht. Der Reichs⸗
lanzler soll der Ansicht sein, für das Tabakmonopol jetzt im Reichs—
age die Majorität zu erhalten.

Das Gerücht daß fich Prinz Wil hehim, der älteste Sohn
es deutschen stronprinzen Friedrich Wilhelm, mit der älteften Toch⸗
er des verstorbenen Herzogs von Schleswig⸗Holstein, Augustenburg,
Prinzessin Augusta Victoria, derlobt habe, wird von gewöhnlich
zut unterrichteter Seite, als wohl begründet bezeichnet.

Die Militargesetze« Commission des Reichstags nahm mit 11
jegen 8 Stimmen einen von v. Maltzahn und v. Lerchenfeld be⸗
utragten neuen Paragraphen an, wonach im Falle eines außer⸗
ordentlichen Bedürfnisses der gesammte Bestand der beiden jüngsten
dahresclassen der Ersatzreserde erster Classe einschließlich der Mann—
chaften, welche nach 83 nicht übungspflichtig sind, zu einer hoͤch⸗
tens achtwochtlichen Uebung auf Grund einer befonderen kaiserl.
Berordnung einberufen werden könuen.

Die „Germania“ hringt den vollständigen Brief des Papstes
in den vormaligen Erzbischof von Köln. Leo XIII. ertlart darin,
daß er fernerhin nichts dagegen einzuwenden habe, daß der preu⸗
zischen Regierung die Namen der von den Bijchöfen anzustellenden
Heistlichen vor der canonischen Institution angejeigt werden. Der
Papst hat damit thatsächlich einen Schritt zur Beendigung des
ulturkampfes gethan und es wird fich jetzt zeigen, durch welche
Zugeftändnisse ihrerseits die preußische Regierung dieses pastliche
Entgegenkommen zu erwidern bereit ist.

Die Berliner „Tribüne“ will wissen, es habe in den letzten
Wochen ein lebhafter Briefwechsel zwischen dem staiser Wilhelm
ind dem Kaiser Alexander stattgefunden, und die Frucht desselben
verde sowohl eine Wendung in der auswärtigen Politik Ruß⸗
lands (Rückritt des Fürsten Gortschakoff), als auch eine Wand
ung in dem System der inneren Verwaltung Rußlands sein. Wir
vollen's abwarten.

Thätigkeit und die Geschaäftslage des Vereins pro 1879 erstattet
zatte, wurden von der Versammlung die Vorschläge des Verwaltungs-
athes bezüglich der Vertheilung des im verflossenen Jahre erzielten
eingewinnes (siehe vor. Nr.) einstimmig gut geheißen. Der bis⸗
erige Vorstand, sowie auch die ausgelooͤsten Mitglieder des Aus⸗
husses wurden sodann fürs laufende Jahr wiedergewählt.

Sit. Ingbert. Herr Lehrer Frey aͤn der sechsten
ath. Knabenschule hier wurde von der Ortsschulkommission und
hem Gemeinderathe in Bellheim für eine dortige Schulstelle
inter 14 Bewerbern als Lehrer gewählt.

F Am Dienstag schloß die erste Session des pfälzischen
zchwurgerichts für 1880. Das Resullat derselben ist: 10 Ver⸗
irtheilungen (4 wegen Preßvergehens, 2 wegen Kindesmorda, 1
vegen Brandstiftung, 1 wegen Meineids, 1 wegen Beseitigumg
jepfündeter Gegenstände, 1 wegen Korperverletzung) und 4 Frei
prechungen (3 von der Anklage des Meineids und 1 don der An⸗
lage des betrügerischen Banquerotts).

f In Zweibrücen dverunglückte vor einigen Tagen ein
3120 Jahte altes Söhnchen des Gäriners Guth dadurch, daß es in
in im Garten befindliches Bassin stürzte. Dies wurde zwar
zugenblichlich bemerkt und das Kind auch sofort herausgeschafft,
)och leider todt, da ein Schlag — durch das talte Wasser verur⸗
acht — dem zarten Leben ein Ende maͤchie.

Der Verbandstag der pfälzischen Gewerbevereine hat als
Zeitrag zur Beschaffung von Preisen für die Ausstellung von Lehd⸗
ingsarbeiten in KRaisetslaufern 100 M. aus der Ver—
andskasse bewilligt. 238 Lehrlinge haben sich bis jetzt zur Aus—
tellung angemeldel.

. Im 3. Kurse der Kaiferslauterer Lehrerbildungs⸗-
anstalt (oberster Kurs der früheren Praparandenschule) sind wegen
Wirthshausbesuches 8 Schüler auf einmal entlassen worden.

F Die „Pfälz. Presse“ hatte vor kurzem die Nachricht ge⸗
bracht, ein Knabe in Elm siein sei in Folge einer von dem
hortigen Lehrer D. erhaltenen Züchtigung gestorben. Wie nun
»emselben Blatt aus Lambrecht gemeldet wird, soll die gerichtliche
Antersuchung ergeben haben, daß der Knabe an einer Darmver
chlingung, welche er fich bei einer Rauferei mit Kametaden zuge⸗
ogen hatte, gestorben sei.

f Aus Sippersfeld wurde, wie die „Kjirel. Ztig.“ be⸗
richtet, am Sonniag der 8jahrige Tagner Kolb in Untersuchungs⸗
jaft nach Kaiserslautern gebracht. Es soll gegen ihn die Anschul-⸗
»igung vortliegen, er habe seine Frau durch Phogphor, den er in
den Kaffee geihan hätie, zu genten gesucht.

In Nußdorf hat sich gestern Morgen der 18jährige Sohn
ines dort wohnenden Ackerers erschossen. Ueber die Motide zu dem
—A——

f Wie der „Pf. K.“ von gut untertichteler Seite vernimmt,
st die von der „Pf. Presse“ gebrachte Nachticht, daß die Concesfion
ur die Lauterthalbahn bereiis in Ludwigshafen eingetroffen
ei, irrig. Die Ertheilung der Concession ist übtigens, wie die
dinge stehen, nur noch eine Formalitai, und der Bahnbau wird,
obald diefe Formalität bereinigt ist, ungeseumt in Angriff ge⸗
zommen werden.

Dr. Friedrich Mook ein Piälzer der sich seit Anfang
December 1879 im Sudan (Nubien) befindet, wurde auf der Reise
»on Tomat nach Kassala seiner chirurgischen und meteorologischen
Instrumente, sowie eines Gewehres, Rebolver's sammt Munition ꝛc.
eraubt. Ende März hofft derselbe wieder in Kairo einzutreffen. —
Die Münchener anthropologische Gesellschaft hat ihn zu ihtem Eh⸗
enmitgliede ernannt.

feDer pfalzische Jagdschußzverein zählt gegen⸗
värtig 448 Mitglieder in 145 verschiedenen Orten. Aus der
Bereinslasse wurden im abgelaufenen Geschäftoöjahr 1050 Mi. zur
Belohnung von Personen derwendet, welche Anzeigen, die zut Ver⸗
irtheilnng führten, erstatteten. Unter Anderem erhielten auf solche
Unzeigen hin 39 notorische Wilderer Gefangnißstrafen von 14
Tagen bis zu 2 Jahren.

Die pfalzischen Vahnen ertrugen in den beiden ver—

Ausland.

Der „Neuen Freien Presse“ zufolge ist der osterreichisch⸗ ser⸗
ische Eisenbahnvertrag am 15. Maͤrz zu Stande gekommen.Die
tisenbahn wird von Belgrad über Semlin direct nach Pest geführt.
Die Bauzeit ist auf 83 Jahre festgesetzt.

Nach zuverlässigen Mittheilungen beabsichtigt die Ksonigin
Bictoria von England am 25. März in der Frühe über Cher⸗
ourg nach Baden⸗Baden abzureisen.

In Madrid eingetrofsenen Berichten zufolge treffen die im
Zzüden Frankreichs wohnhaften Jesuiten in der Voraussicht ihrer
Zerbannung bereitz Anftalten, nach den baskischen Provinzen, nach
Undalusien und nach Murcia überzusiedeln.

Aus Afghanistan kommt schlimme Kunde für die Eng⸗
aͤnder. Die Afghanen, die digher noch keineswegs entmuthigt
varen, rüsten sich zum Angriff. Mehrere mit Engländern ver⸗
ündete Häuptlinge legen die Freundschafts-Maske ab und wenden

ach gegen dieselben. Ein neuer Feldzug scheim unvermeidlich.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 18. Maärz. Die gestern Abend im Gre⸗
—ö Generalversammlung des Vorschuß⸗
ereins St. Ingbert war auffallend schwach besucht. Nachdem der
jasfier Herr Joseph Beer, in eingehender Weise BVericht über die
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        floffenen Monaien von 1880 2,656,881 M. 59 Pf., gegen das
Erlraägniß des gleichen Zeitraums von 1879 ein Mehr von
385,313 M. 66 Pf.

FaAuch in der Pfalz haben sich Sammelkomites für die
Jubelfeier der Universität Würzburg gebildet, u. A. in Lan⸗
dau. Die ehemaligen Kommilitonen werden gebeten, ihre Spenden
an Herrn Bürgermeister Dr. Eichborn in Landau einzusenden.

Vom Rhein. Nachdem sich in den Vereinigten Staaten
hon Rordamerika die Verhältnisse in den zwei letzten Jahren be⸗
deutend gebessert haben, nimmt die Auswanderung nicht blos in
der Westpfalz, sondern auch in der Vorderpfalz und Baden rasch
zu. Die Verwandten in Amerika senden häufig den Angehörigen
hrex Familien Freikarten (Schiffskarten) und animiren durch ihre
günstig lautenden Briefe zur Auswanderung. Ein Auswanderungs⸗
aͤgent in der Gegend von Wörth hat in kürzester Frist mit 60
Personen Schiffsverträge abgeschlossen. In Hordt sind in Folge
zahlreicher Auswanderung nücht weniger als 25 Häuser käuflich
geworden. In Leimersheim find bereits ungefähr 20 Personen
Zusgewandert und nach Oftern werden 20 bis 30 Personen über
dem Ocean eine neue Heimath suchen. (L. Anz.)

Cerwechselung.) Im benachbarten Duu d we iler wollte
dieser Tage eines Abends spät ein Herr einem Geschäftsfreunde
aoch einen Besuch machen zur Besprechung einer wichtigen Ange—
legenheit. Auf sein Schellen öffneie das Dienstmädchen hastig die
Thüre, gab ihm eine Flasche Rüdesheimer und ein großes Stück
aftigen Braten und zwar in einer Eile, daß der Beschenkte nicht
u Worte kommen konnte. Durch die Thürspalte flüsterte die Holde,
die Hand zum Abschiede herausstreckend, dann noch: „Madame
steht auf der Treppe. geh', bis Morgen Abend!“ Hier ist jedenfalls
in Unbekannter und doch Wohlbekannter um sein Abendbrod ge⸗
kommen!

In Straßburg waren am letzten Freitag 76,475
Paar Froschschenkel auf den Wochenmarkt gebracht worden. So
ange Straßburg steht, dürfte diese Zahl noch an keinem Markt⸗
age erreicht worden sein. Die Ursache mag wohl darin liegen,
da in Folge des strengen Winters die Bäche und sonstige Was⸗

erläufe monatenlang zugefroren waren und dadurch das Frosch-
angergeschäft für diese Zeit eingestellt werden mußte, während jetzt,
vo die Gewässer wieder eisfrei sind, der Froschfang doppelt er⸗
ziebig ist. Wie der Marktbericht sagte, galten die fünfzig Paar
——

In milirärischen Kreisen hat eine Notiz des „Mili⸗
tär⸗Wochenblattes“ Aufsehen erregt, wonach unter dem 2. März
der Oberst v. Schon, Commandeur des 4. (in Saarlouis
garnisonirenden) Rhein. Inf.“Reg. Nr. 80, der Major Walkling
don demselben Regiment unnd die Hauptleute von Fragstein—
Niemsdorff 11, Alken und Himmel, sämmtlich Compagniechefs in
demselben Regiment „mit Pension zur Disposition gestellt“ sind.

FDer in München verlebie Rentier Kinzelbach hat durch
ein mit seiner Frau gemeinschaftlich errichtetes Testament die (rechts⸗
cheinische) protestantische Pfarrwittwenkasse zum Erben seines ge—
ammien Capitalvermögens im Betrag von 254,798 M. eingesetzt.

— Bekanntlich wurde schon oft der Vorschlag gemacht, die
Bewohner jener Distrikte im Spessart, in denen fast ständig
Nothstand herrscht, zur Auswanderung zu veranlassen. Wie nun
zie „N. W. Z.“ schreibt, hatten sich bei dem Bürgermeister von
deigenbrücken im Spessart bis Samstag 71 Personen ange⸗
neldet, welche zur Auswanderung bereit sind. wenn der Staat die
dosten trägt.

F Von einer preußischen Provinzialregierung war der Erlaß
ines allgemeinen Verbots der in den Schanklokalen benutzten Bier⸗
ruckapparate (sog. Bierpressionen) in Anregung gebracht worden.
Dieß hat Veranlassung gegeben, die wissenschaftliche Deputation für
das Medizinalwesen zur gutachtlichen Aeußerung über diese Frage
nufzufordern. Dieselbe hat sich dahin ausgesprochen, daß sie ein
Allgemeines Verbot der Bierpressionen nicht befürworten könne, sich
ielmehr für das Beibehalten derselben mit der Maßgabe aussprechen
nüsse, daß in geeigneter Weise auf die von ihr angegebenen stonz
rosmaßregeln der Bierdruckapparate hingewirkt werde.

FIn Moskan ist eine Schafwollenwaaren- Fabrik nieders
jebrannt, wobei an hundert Arbeiter verunglückten. I
— Für vie Redaction veramwerilich F. x. Demeß.

Bekauntmachung.
Wegen der Saatzeit sind die
Feldiauben eingeschlossen zu
halten und zwar, von heute bis
30. April nächsthin. *
St. Ingbert, 18. März 1880.
Das Polizeikommissariat:
Exorlein.
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(Gymnasial-
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BiIduns.
Schnelle und doch gründ-
liche Vorbereitung fũr die hö-
heren Klassen der Gym-
nasien und Realgym-
nasien, wie auch für Po-
lytecbnikum ete. —
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Berlin NW.

Vorschuss-Veérein St. —
(eingetragene Genossenschaft. )
SOCL. Rilæ- er 18790. HABPN.
Jassa·Conto AMA 12005. 368 Sparkassen-Conto M 280142, 89
166Conto-Corrent- —XELV 147809, 05
Schuldner 781550 — 50 ContoCurrent-
Nechsel·Conto 54098, 32 Glãubiger 175652, 89
Darlehen Conto 34923, 04 Tratten-Conto 17230, 71
Mobilien Conto 589, 60 Deleredere-Conto 2809, 90
Gaut haben bei S Banken beservefond-Conto 15803, 21
und Vereinen 83859, 535 Dividenden-Conto 42. ⸗-
Lombard-Conto 1150, — Guthaben von 26 Banken
und Vereinen 230761, 71
Gewimn- und Verlust-
Conto (Reingewinn) 17923, 53
Asssi7s. 80l A 888175, 80
Vertkeilung des Veberschusses auf Cewinn- und Perlust-Conto
von MA 178928,53
ab Verlust auf Conto Fried. Neou m a a n 523, 65
MA 17399.88
70/0 Dirvidende auf hierzu borschtigte M 124502 /0 8721. 50
Beitrüge zu dem psulzisechen und deut-
schen Genossenschaftsverbande
Absehreihung auf Mobilien
stipendien an Fortbildungsschüler
Tum DeleredereConto
Zum Reservefond
Remuneration der Beamten und des
Bureaupersonals 1300 - M 17399. 88
Mitgliederaualil.
Der Vercin zählte am 80. Juni 397
Eingetreten in diesem Semester 40
437
Ausgetreten 9
428
ST. INGOBERT. den 31. Dezember 1879.
Der Vorstanä:
E. Conracd, Director. J. Béeer, Cassirer.
A. J. Grewenig. Controleur.

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leltestes Annoncen⸗Bureau
Naacenteim
4 Vogler

4

Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenistraße 10

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Vorschuß-Verein St. Ingbert
(eingetragene Genossenschaft.)

Die in der gestrigen Generalversammlung genehmigte Di⸗
vidende für das Jahr 1879 von 790 kann von den hierzu
herechtigten Mitgliedern in den gewöhnlichen Geschäftsstunden an
anserer Casse erhoben werden.

St. Inabert, den 18. März 1880.

Revisionaherieht.
Die unterzeichnete Revisions-Commission hat die vorstehende Bilanz
dro 1879 mit den Büchern verglichen und in bester Ordnung gefunden.
Die von dem Verwaltungsrathe Die von der Generalversamm-
zewãahlte Prüsungscommission lunggewählte Commission
namuel Sahn. doh. Fiau.
Der Vorstand. Ferm. Fischer det. Sdlich.
ö— —— —— — — ———— —— — tè ——— —
Trüuck und Verlag von F. X. Deme in St. Inabort
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575333383535
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533334533535* 533 33323
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353328383238 83738335 5553357 333 3
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        St. Ingberlker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnersstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

JAMß 40 B einschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 H, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
4 46.

Samstag den 20. März
1880.
— —

whh⸗

AbonnementsEinladung.

Bei dem bevorstehenden Beginne eines neuen Quartals er⸗
lauben wir uns, zum Abonnement auf den „St. Ingberter
Anzeiger“ hiermit ergebenst einzuladen.

Im Erscheinen und im Preise desselben wird keine Ver⸗
anderung eintreten.

Der „Anzeiger“ wird fortfahren, die politischen Tagesereig⸗
nisse in gedrängter Uebersicht, aber möglichst rasch und vollständig
mitzutheilen. Besondere Aufmerksamkeit wird er den lokalen und
provinziellen Angelegenheiten zuwenden. Daneben wird er seine
Leser mit den interessantesten Füllen aus dem Gebiete der
Rechtspflege (mit besonderer Berücksichtigung der Schöffengerichts
itzungen dahier) und mit den wichtigsten Handels⸗ und Ver—⸗
kehrsnachrichten bekannt machen.

Neu bestellungen wollen gefälligst bald, sowohl bei der
Post, wie bei uns oder unseren Austrägern gemacht werden. Un—⸗
seren bisherigen hiesigen Abonnenten wird der „Anzeiger“ auch
im neuen Quartale fortgeliefert werden, wenn sie nicht ausdrück⸗
üch abbestellen. Die neuzugehenden Abonnenten werden die schon
erschienenen Nummern der laufenden Erzählung im Unterhaltungs⸗
blatte gratis nachgeliefert erhalten.

Schließlich erlauben wir uns noch, den „St. Ingberter An⸗
zeiger“ zur Aufgabe von Inseraten aller Art einem geehrten hie⸗
sigen und auswärtigen Publikum in empfehlende Erinnerung zu
bringen.

Redaktion und Expedition
des Et. Jugberter Anzeiger“
Deutsches Reich.

Am Mitwoch beschäftigte sich der Reichstag mit einem
uaa der Deutsch-Konservativen bett. die Gewerbe -Ordnung
cdermann begründet im Namen der Antragsteller den Antrag,

er die Revision der Gewerbe⸗-Ordnung bezüglich der Schau—⸗
hiel⸗ Unternehmungen, des Auktionsbetriebes, der Wanderlager, so—
wie im Sinne der Wiederbelebung der Innungen bezweckt. Redner
weist auf die vielfachen entsprechenden Petitionen aus Handwerker⸗
kreisen und die offenbaren Mißstände hin, welche einzelne Bestim⸗
mungen der Gewerbeordnung unstreitig zur Folge gehabt hätten.

Er schlägt die Ueberweisung des Antrages an eine Kommisson von
21 Mitgliedern vor. — Günther enltwickelt die Schwierigkeiten
einer Aenderung des Theater⸗Konzessionswesens. Das Beduͤrfniß
einer Aenderung des Gewerbes der Auktionatoren sei von der Re—
gierung selbst in Abrede gestellt worden. Die Gesetzgebung der
Einzelstaaten habe sich bereits mit dem Wanderlagerbetrieb beschäf⸗
tigt. Ein Grund für das Eintreten der Reichsgesetzgebung liege
nicht vor. Die Einführung der Zwangsinnung liege nicht im Interesse
des intelligenten Handwerkers. Man moͤge die Einführung der freien
Innungen sich entwickeln lassen. — Hertling erklärt sich für die
Einschränkung des Theater⸗Konzessionswesens, aber gegen die Ein⸗
führung von Zwangsinnungen. Delbrück gibt einen Ueberblich
der Geschichte des Innungswesens in Preußen und erlennt an, daß
Einzelnes an der Gewerbegesetzgebung wohl geändert werden könne.
warnt aber vor übertriebenen Erwartungen bezüglich der Wirkung
der Gesetzgebung auf das Handwerk und dessen Entwicelung.
Staatsminister Hofmann erklärt, daß die Regierungen an dem
Prinzipe der heutigen Gesetzgebung festhalten, aber bezüglich ein⸗
zelner Punkte einer Abänderung nicht abgeneigt seien. Die Wie⸗
derbelebung des Innungswesens sei durchaus nicht dem Geiste der
Gewerbe⸗Ordnung entgegen. Diese habe die Innungen nie aufge⸗
hoben, sondern sogar Bestimmungen über die Bildung neuer Inn⸗
ungen getroffen. Das korporative Bewußtsein, das in den Inn⸗
ungen Ausdruc finde, habe eine hohe ethische Bedeutung ... Der
—— wird hierauf einer Kommission von 21 Mitgliedern über⸗
wiesen.

Die Militärgesetz Commission des Reichstages beendete am 17.
Marz die zweite Lesung des Gesetzentwurfes.Der bei der ersten
Lesung angenommene Antrag, daß in außerordentlichen Fallen die
eiden jüngsten Jahresclassen der Ersaßreserde erstet Classe zu einet

höchstens achtwöchentlichen Uebung durch kaiserliche Verordnung ein⸗
berufen werden können, wurde diesmal abgelehnt, die in der ersten
Lesung abgelehnte Befreiung der Theologen von den Uebungen ge⸗
nehmigt und schließlich das ganze Gesetz mit 18 gegen 8 Stim⸗
men angenommen.

Die „Provinzial-Korrespondenz“ wirft in einem Artikel über
den bevorstehenden Geburtstag des Kaisers (22. März) einen Rüdc⸗
blick auf das eben sich vollendende Lebensjahr und hebt hervor,
bezüglich der auswärtigen Politik habe der Kaiser das Ansehen
Deutschlands unvermindert bewahrt; es sei ihm gelungen, alte
Bande der Geschichte und Kulturgemeinschaft neu zu befestigen,
welche der Zukunft erhöhte Sicherheit verleihen.

Zum Geburtstage des Kaisers wird, wie das „Berliner
Zoabl.“ hört, nicht allein der König AUbert, sondern auch Prinz
Georg von Sachsen am 20. d. M. in Berlin einteffen
und als Gäste des Kaisers im königlichen Schlosse bis zum 23.
März verweilen.

Die künftige Gemahlin des künftigen deutschen Kronprinzen
ist nicht aus einem der großen europäischen Hänser: sie ist weder
durch die Höhe des Stammbaums noch durch Reichthum ausge-
jeichnet (das gesammte Privatvermögen des vor einiger Zeit ver⸗
torbenen Herzogs Friedrich wird auf eine Million angegeben);
aber sie ist eine echte deutsche Prinzessin, durch körberliche Schon⸗
heit wie durch geistige Vorzüge ausgezeichnet. Daß die Prinzessin
einige Monate älter ist als Prinz Wilhelm, regt unwillkürlich zu
inem Vergleich mit der Königin Louise an, die etwa in demselben
Altersverhältmmiß zu ihrem Gemahl, dem König Friedrich Wilhelm III.
tand. Moge der Vergleich sich auch im Uebrigen alb berechtigt
erweisen.

Der Brief des Papstes an den Erzbischof von Köln macht
aatürlich in allen Kreisen das größte Auffehen. Die Führer des
Centrums gestehen zu, daß der Papst, indem er die Anmeldung
der Bestallung der Geistlichen seitens der Kirchenbehörden bei den
taatlichen Behörden gestatiete, eine überaus große Konzession ge⸗
macht habe. Seitens des Centrums wird nun bestimmt erwartet,
daß die Regierung mit Maßregeln anworten werde, die eine gleiche
Nachgiebigkeit zu Gunsten der Kurie bekunden. Vielfach wird jetzt
daran geglaubt, daß möglicherweise schon im Laufe dieser Frühjahrs⸗
Nachsession des preußijschen Landtags demselben Vorlagen wegen
Abänderung der Maigesetze zuklommen dürften. In Regierungs⸗
kreisen bestreitet man ein so promptes Vorgehen noch, bestätigt aber,
daß man im Kultusministerium damit beschäftigt sei auf Grund der
aus den in Wien mit dem Nuntius gepflogenen Verhandlungen
und der daraus entnommenen Gesichtspunkte die Vorlagen für die
Abanderung der Kirchengesetzgebung im Allgemeinen vorzubereiten.
Festgehalten wird aber in unseren Regierungskreisen daran, daß es
iich bei Revision der Gesetze nur um einen modus vivendi, nicht
aber um eine prinzipielle Regelung der einschlägigen Fragen handeln
loͤnne. Darauf ist auch die neuliche Aeußernng des Reichskanzlers,
daß er die Kurie „nicht mit Canossamünzen“ bezahlen würde.
zurüczuführen.

Wie schon in den meisten deutschen Siaaten geschehen ist,
hat auch die Volksvertretung Elsaßz-Sothringens den Wunsch
ausgesprochen, die Regierung möge sobald wie möglich Schritte
hun, um in kürzester Jeit zur Herabsetzung der Gerichts
kosten zu gelangen.
Ausland.

Die französische Deputirtenkammer gab der Regierung mit
338 gegen 147 Stimmen folgendes Vertrauensvotum: Die Kam—
mer vertraut der Regierung; sie rechnet auf deren Festigkeit in
Anwendung der Gesetze über die nicht autorisirten Congregationen
uind geht zur Tagesordnung über.“

Der Vattican beauftragte den Nuntius Czacii in Paris,
ein absolut passives Verhalten zu bewahren, falls die französische
Regierung in Folge des Senatsbotums gegen die nicht autorisirten
celigidsen Orden einschreiten sollte.

Bisher schien Russisch-Polen kein Terrain für den
Nihilismus zu sein. Die Polen hielten sich wohlweislich reservitt,
        <pb n="180" />
        um nicht von Neuem die blinde Wuth der Nussen gegen sich her⸗
aufzubeschwören und den Alten Groll zu erwecken, der im Herzen
des Czaren gegen sie schlummert. Aus Warschau war sogar eine
Ergebenheits⸗Adresse au den Czaren gesandt worden, welche die
Bile enthielt, nach dort überzusiedeln, wo sein Haupt sicher sei vor
den Anschlägen nihilistischer Verräther. Nun hat sich das mit
cinem ESchlage geändert. Ein Petersburger Telegramm berichtet
nämlich daß in War scha u von der dortigen Polizei am 11. d.
Mt. eine Sozialisten⸗Versammlung entdedt worden ist. 16 Personen,
und zwar zwei Ingenieur⸗Technologen. ein Student der Medizin
und 13 Handwerker, wurden verhaftet.“

Zu dem Gerücht, daß der Lussische Reichskanzler Gortscha⸗
koff zurücktreten wosle, gesellt sich ein anderes, welches behauptet,
der Czar habe dem Fuͤrsten Bismarck einen eigenhaͤndigen Brief
geschrieben, infolge der Gegenzeichnung des Reichskanzlers zu dem
hekannten Gratulationsschreiben unseres Kaisers.

Verlaͤßliche Petersburger Verichte lassen durchblicken, daß
der Czar in steter Aufregung lebe und an hochgradiger Nervosität
leide, welche sein körperliches Befinden ungünstig beeinflußt. Darauf
sind bermuthlich die Gerüchte von einer Erkrankung des Czaren zu⸗
rückzuführen. Halbamtliche russische Berichte konstatiren eine tiefe
Verftimmung Rußlands gegen Frankreich, demzufolge eine russische
Annäherung an Deutschland und Oesterteich zu bemerken sei.

Rach einem Wiener Telegramm der Irkf. Ztig.“ hätle Fürst
Alexander von Bulga rien ernstlich Lust, abzudanken; er habe
den Anterzeichnern di VBerliner Vertrages hiervou Mittheilung
gemacht, von diesen aber den Raih erhalten, auf seinem Posten
ju bleiben. Daß sie ihm das rathen, ist sehr natürlich; denn wenn
er ginge, würde die Frage, wer Fürst von Bulgarien werden solle,
für sie eine Quelle Neuer Verlegenheiten werden. Dem Fürsten
Alexander aber wird damit wenig gedient sein. Zur Zeit ist er
noch in St. Petersburg, wohin er zum Regierungsjubiläum des
Czaren reiste.

New⸗York, 15. März. Heute begann hier eine Arbeits
einstellung der Piano⸗Fabriken. Scit mehreren Wochen waren 700
Arbeiter don Steinway's Fabrik in Strike, weil sie einen höheren
Lohn verlangten, und da sie sich weigerten, die Arbeit unter den
alten Bedingungen wieder aufzunehmen, schlossen auch die übrigen
Fabrikanten heute ihre Fabriken, in Folge dessen sind 4000 Arbeiter
ohne Beschäftigung. ucberhaupt herrscht unter den amerikanischen
Arbeitern eine große Untuhe, da in einzelnen Zweigen Lohner⸗
hohungen bewilligt, in anveren verweigert worden sind. In der
Clearfield⸗Kohlen⸗Region von Pennsylvanien striken mehrere Tausend
Arbeiter und im Innern dieses Siaates begann ein großer Stricke
der Puddler, welche 20 Procent Lohnerhöhung verlangen. Wahr⸗
scheinlich werden 57 Fisenwerke mit 7000 Arbeitern in denselben
hineingezogen.

In der südamerikanischen Republik Uruguay hat sich ein
unblutiger Prasidentenwechsel vollzogen. Der bisherige Präsident
dankte ab und der gesetzgebende Körper wahlte Franzisco Bid al
zum Prasidenten. Das gesammte Ministerium trat zurück, doch
dlieb die Ruhe ungestört.

Berichten aus Tehe ran zufolge ist in Herat (West⸗Afgha⸗
nistan) ein Bürgerkrieg ausgebrochen.

eEin Brief aus Mexico theilt mit, daß der dortige Aufent⸗
halt des Generals Grank, den seine Anhänger als Candidaten
jfür die nächste Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten auf
den Schild erheben wollen, auf mehrere Monate berechnet sei.
General Grant traf am 21. v. Mtz. in Merico ein und wurde
daselbst mit militarischen Ehrenbezeugungen empfaugen. Die Be—
grüßung Seitens der mexikanischen Bevölkerung zeugle von aufrich—
liger Herzlichkeit.
—
Vermischtes.

St. Ingbert, 17. März. In heutiger Schöffen⸗
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Zwei Bu⸗
ben von hier wurden wegen Unzurechnungsfähigkeit von der An⸗
klage, mehrfache Diebstaähle verübt zu haben, freigesprochen, jedoch
berordnet, daß sie in einer Erziehungs⸗ oder Vesserungsanstalt
untergebracht werden —XV wurden wegen Hehle⸗
rei zu je einem Monat Gefängniß verurtheilt. 2) Wegen Kohlen⸗
diebstahls und Entwendung von Genußmitteln erhielt eine hiesige
Frau i Tag Gefängniß und zwei Tage Haft.

4In Schmittweiler, Kanton Waldmohr, brannte am
Abend des 15. März Wohnung, Scheuer und Stall der Wittwe
Daniel Ludwig nieder. Die Bewohner des Hauses waren schon
zu Bette gegangen und nur mit der größten Anstrengung konnten
inige Hausmobilien und das Vieh gerettet werden. Der Schaden
ist, koßdem Alles versichert war, doch ein beträchtlicher.

'Am 13. März gerieth in der Nähe von Otterberg
ein junger Kiefernbestand von mehreren Tagwerk Flache in Brand
—ä

F Vom mittleren Gebirg wird dem „Pf. Aur.“ geschrieben.
Frmiiß einem fast Wunder vehmen. wenn man immet noch da⸗

über streiten hoͤrt, ob die Verwüstung unserer Rebfelder durch den
Frost eine volllommene oder nur theilweise sei. Wenn bei einer
Fälie von über 20 Grad Reaumur der Rhein zweimal zugefriert,
venn was auch nur selten vorkommt — unseres Wissens seit 1830
nicht — der Epheu erfriert und die steinernen Wiesenwehre durch
zie Kälte börsten, dann kann man noch im Zweifel sein, wie es
im die Neben stehen werde! Wohl sind einzelne Reben, besonders
Riesling und auch Traminer, noch ziemlich gesund, und auch an
ꝛrfrorenen Reben findet man hier und da noch gesunde Augen.
Allein man hat auch die Erfahrung gemacht, daß, wo solche Reben
ich finden, der Bast des Unierholzes erfroren ist und selbstverständ⸗
ich jene einzelnen Augen nicht zur Entwickelung kommen können.
Man wird eben klug thun sich auf einen völligen Fehlherbst gefaßt
zu machen. — Von unseren Saaten läßt sich bis jetzt nur sagen,
aß sie fast ganz rein von Unkraut sind, also die Kälte hier wohl⸗
haͤtig gewirkt hat. Wie sie sich sonst stellen werden, hängt haupt⸗
aͤchlich von der Witterung im April ab. Die Wiesen haben da,
oel das Eis vollständig die Grasnarbe deckte, nothgelitten, so daß
in manchen Siellen der Rasen zerstört ist. Doch ist dies von
intergeordneter Bedentung. — Im Weinhandel ist gegenwärtig
venig Leben; indeß ist der Neue ziemlich gesucht und gilt durch—
chniuͤlich 460 Mark das Fuder.

' In Fraukenthal wurde ein Bäckermeister von einem
einer Gesellen in Folge eines Woriwechsels wegen zu leistender
Arbeit in die Hand gebissen und außerdem durch einen Messerstich
imn Halse verwundet.

FIn einem Obstgarten bei Sch aidt wurde vor einigen
Tagen von einem Apfelbaum ein vollstaͤndig gesunder, wohlriechen⸗
der Apfel abgenommen. Derselbe war mit dem Stiele noch am
—XXDD0 jeiner frischen, grünen Farbe
eine Spur von Verfrorenheit. Gewiß ein „harter Nickel“ und
ꝛine große Seltenheit!

F Bei der diesjährigen Offiziersprüfung in Müen chen, an
der sich 104 Portepeefähnriche und 4 Reserbeoffiziere betheiligten,
vurde ein strenges Erempel statuirt. Nachdem durch die Auf⸗
ichtsoffiziere festgestellt worden, daß vier Candidaten sich bei ihren
Prüfungsarbeiten unzulässiger Hilfsmittel bedient hatten, wurde
hnen don der Prüfungscommission die weitere Betheiligung an
der Prüfung versagt, und bald darauf erfolgte auch ihre Ent⸗
assung aus der Kriegsschule.

FPrinz Otto von Bayern hat zur Vertheilung an die
zurch Brand verunglückten Bewohner Donaustauf's 1000 Mark
zespendet.

Von dem mittelfrä nkischen Schwurgericht wurde
der Bezirksamtsoberschreiber Koch von Fürth wegen Verbrechens
m Amt zu 7 Jahren 2 Mon. Zuchthaus verurtheilt. Koch hatte
in der Distriktskasse und anderen Geldern den Betrag von 16,000
Mark unterschlagen und benutzte die Kränklichkeit des vormaligen
Bezirkdamtmanns zur Erschleichung seiner Unterschrift, um damit
die von der Regierung abgeminderte Districtsumlage nach dem al⸗
sen höheren Saß einzufordern und so das Deficit zu verdecken.

GSonst und jetzt.) „O, dees kann i Dir schon sage,
Schulzebau'r, daß i vor lauter Schreiberei bald aussätzig werd'!
Wie einfach ischt das Aemtle bei mein's Vater selige Zeit g'wese.
Ziehe, do hat mei Vater selig, der alie Gemeindspfleger, am End'
„om Johr d' Gemeinderechning mit Kreide uf de längste Tisch im
Wirthshaͤus g'schrieba, links d Einnahme und rechts d' Ausgabe
nd in der Üritt en Strich. Druf hat man de ganz Gemeind in
az Wirthshaus g'schria, und jeder Bauer hat von der Rechning
rinsicht g'nomme und hat zum Zeiche. daß er einverstanden war,
if'n Tisch g'spuckt; und wie des der Letzt' hat thua g'het, hernoch
sat als der Gemeindspfleger mit 'm Roͤckärmel d' Rechning aus⸗
jepußt. So hat ma domols d' Gemeindsrechning abgelegt, und
3Dorf ist au net z' Grund gange!

p'Eine Prügelwette. Eine Wette sonderbarer Art wurde
hor 8 Tagen von zwei Bauern in der Gegend von Wambach
Niederbahern) zum Austrage gebracht; dieselben wetteten nämlich
in 20 Mt. daß der Eine den Andern nicht erschlagen oder er⸗
lechen lonne! Der Zweikanipf begann mit Prügel und Messer und
ndete damit, daß beide Duellanten nun arg zugerichtet das Bett
züten müssen.

In Ars a. d. M. ist die Ehefrau eines Einwohners von
Funflingen, 3 Mädchen und 2 Knaben, entbunden worden, welche
ich, wie man der „Lothr. Z.“ meldet, des besten Wohlseins erfreuen.

4 Aus Mainz wird gemeldet: In letzter Zeit ist der Trans⸗
dort von frischen Eiern aus Italien (Verona) wieder bedeutend
Jestiegen. Fast täglich kommen 10 bis 12 Wagen mit vielen
Hundertlausenden von Eiern beladen hier durch, welche theils für
hier, theils für Coblenz, Köln und Holland bestimmt sind.

4 Ein seltsames Thema zum deutschen Aufsatz haben die Abi⸗
urienten der Realschule in Köln erhalten: Der Krieg als Jung⸗
uell der Sittlichleit.“ Ueber den Werth des Krieges in dieser
dinsicht sind denn doch die Gelehrten noch nicht ganz einig.

ver SEnaitammer uu Köln wurde dieser Tage ein
        <pb n="181" />
        25.jähriger Schreiner aus Nippes der gegenwärtig einee
Zuchthausstrafe verbüßt, wegen Diebstahls mit 8Jahren Gefäng—
niß bestraft. Nach gefälltem Urtheil saß der Arrestant ruhig auf
der Anklagebank, plötzlich aber schnellte er auf, machte einen Rie—
sensprung über die Köpfe der neben ihm sitzenden Schutzleute hin⸗
veg, mitten in das Publicum hinein. Dies fuhr erschreckt aus
rinander, und der Gefangene stürzte zur Thür des Gerichtssaales
hinaus in's Freie. Nachdem man sich im Saale von der augen⸗
zlicllichen Ueberraschung erholt hatte, eilte Alles, Polizei und Pub—
iicum, dem Flüchtling nach. Der hatte bereits die Comödienstraße
xreicht und sprang hier in ein Haus hinein. Seine Verjolger
jetzten ihm nach, wenige Minuten spaͤter erschien er auf dem Dache
und kletterte so von Haus zu Haus, bis er endlich durch ein Dach⸗
ienster wieder verschwand. Der Polizei gelang es schließlich, den
Abgehetzten auf einem Speicher wieder festzunehmen. Er wurde zu⸗
nächst nach dem Gerichtssaale zurückgebracht und dann geschlossen
unter starker Bedeckung und gefolgt von zahllosem Publicum dem
Arresthause zugeführt.

F. Nur immer praktisch! dachte der Hutmacher R. auf der
onigsstraße zu Chemmitz, und um den Vorübergehenden zu
heweisen, daß seine Hüte in der That öl- und wasserdicht seien,
tellte er zwei Hüte in sein Schaufenster, deren einer mit Wasser
gefüllt ist, in dem zwei Goldfischchen herumschwimmen, während
ein anderer voll Oel gegossen ist und auf diesem ein Nachtlicht brennt.

F Fürst Bismardk scheint dem Biere entsagt zu haben.
Bei dem letzten parlamentarischen Diner hat er, nach seinem Be⸗
inden befragt, bemerkt, er fuͤhle sich etwas wohler und namentlich
in den Gliedern leichter, seitdem er sich den Genuß des Bieres versage.

Durch Werner Siemens kühnes Unternehmen, eine elek⸗
rische Bahn für den Verkehr in Berlin zu bauen, ist der Lo⸗
alpatriotismus der Berliner mächtig angeregt. Gilt es doch dies⸗
nal, Berlin die Ehre des Vortritts vor der ganzen Welt zu wah⸗
sen. Bei der günstigen Stimmung, welcher Siemens mi seinem
Plan überall und besonders an maßgebender Sielle begegnet, ist
zar nicht daran zu zweifeln, daß das Unternehmen bald in An—
Jriff genommen wird.

Die erfreuliche Thatsache, daß die deutsche Industrie fremd⸗
andische Fabrikate vom einheimischen Markte verdrängt, ist neuer⸗
bings wieder an verschiedenen Erscheinungen hervorgetreten. So
jat das Kammwollenwaarengeschäft sowohl in Greigz als in
Sera während des laufenden Jahres einen erheblichen Aufschwung
——— fort⸗
Jesetzten Mehrproduktion vermehrt. Die Preise des Fabrikats sind
io günstig, daß zur Zeit in jenen Bezirken kein Webstuhl unbe—
chaftigt ist. Namentlich Gera liefert jeit einiger Zeit ausgezeich⸗
nete Stoffe für Damenkonfektion und hat daher für dieses Gebiet
die auslandische Konkurrenz beseitgt.

— Der Raubmörder Waibel, der am 81. Dezember vorigen
Jahres in Stuttgart seinen Bruder, dessen Frau und zwei
dinder ermordet hatle, ist nach längerer Beobachtung für geistes⸗
tank erklärt worden.

Auch in Württemberg wurde die seitherige interne Tele⸗
zraphentaxe von 8 auf 5 Pf. pro Wort wie im übrigen Deussch—
and erhöht.

F Aus Sachsen wird gemeldet, daß am 10. März der
Director der „Himmelfahrtsgrube“ bei Freiberg, wo sich neulich
»as große Gruben- Unglück ereignete, auf Antrag des Staatsan-
oaltes verhaftet wurde. Vergebens wurden 60,000 M. Caution
‚eboten, weun man ihn auf freiem Fuß ließe. Es scheint also,
»aß nicht, wie es anfangs hieß, die Unvorsichtigkeit eines der
Arbeiter an dem Unglück schuld war.

F Guten Appetit. In dem Orte Neustadt in Boh—
men ereignete sich unlängst folgender bemerkensweriher Fall: Der
wastwirth Peschta wurde von seinem Hund gebissen, in Folge
essen das Thier dem Todtengräber in Aufbewahrung gegeben
ourde. Bei Peschka kam nun wirklich die Wuthkrankheit zum
lusbruch, welcher der Unglückliche auch erlag. Als man aber
/on dem Todtengräber den wuthkranken Hund abverlangte, sprach
ieser lalonisch: „Den hoa ich gassen“ Tden habe ich gegessen).
zhr habt den tollen Hund gegessen? entgeqnete erschroden der

adere. „Besser als der Hund mich,“ meinte ruhig der Mann.
Bislang erfreut sich der Vollstrecker des letzten Liehesdienstes noch
er besten Gesundheit, und man ist Hespannt darauf, ob das saus
bere Gericht für ihn ohne alle Folgen sich erweisen wird.

, In diesem Augenblick hat alles, was auf den Gotthard—
unnel Bezug hat, Interesse. So wird denn aus den officiellen
Mittheilungen des Schweizer Bundesrathez über den Bau der
Botthardbahn entnommen, daß in den Tunnel, der jetzt glücklich
)urchstochen ist, insgesammt bis zum 81. Januar 48,027, 635 Ir.
zineingebaut waren; bis zum 1. März, dem Tage der Durchbohr⸗
ing, werden 45,600,000 Fr. hineingebaut sein, und bis zu seiner
jänzlichen Vollendung wird der; Tunnel immerhin seine fünzig
Millionen Francs kosten. Der Bau der Seite vpon Airolo hat
veniger gekostet, als der von dex Seite von Göschenen. Füur die
üdliche Seite sind 21,800, 000 Franks, für die noördliche dagegen
23,200,000 Fr. bisher ausgegeben worden. Dafür hat man
illerdings auch von Göschenen her die etwas größere Hälfte durch⸗
»ohrt. Durchschnittlich stellt sich jeder Meter des Tunnels somit
auf 3300 Fr.; jeder Fuß des Tunnels kostet somit mehr als
ge und jeder Centimeter Tunnellänge kommt auf 33 Fr.
zu stehen.

f Das gewaltige Werk der Durchbohrung des Gotthard
jat in den 722 Jahren seiner Dauer eine beträchtliche Änzaht
Ipfer an Menschenleben und Gesundheit durch Minengase, Herab⸗
türzen von Felsen, Erplosionen ꝛt. erfordert; im Ganzen wurden
zurch verschiedene Unfälle ca. 150 Personen getödtet und etwa 400
nehr oder minder schwer verwundei.

TGSchneestürme.) In den letzten Tagen wüthete im
üdlichen Rußland ein furchtbarer Schneesturm. Fast alle Eisen⸗
ahnlinien in Rußland sind verweht und mehrere Züge wurden
ogar eingeschneit. Der Sturm begann am 8. März zu wüthen
ind dehnte sich bis an die Küsten des Schwarzen Meeres aus.

Eine kostbare Person.]) Mrs. Astor von NRew-York hat
üngst mit ihren Juwelen große Sensation gemacht. Bei einem
diner im „weißen Hause“ und darauf bei einem Empfang des
nexikanischen Gesandten trug sie Diamanten, welche auf 800,000
Dollars geschätzt wurden. Während des Empfanges wurde die
Dame von zwei Geheimpolizisten überwacht, während ein Polizist
zei Tag und Nacht vor der Thüre ihres Zimmers im Hotel
Wache hi⸗l⸗

Gür Feinschmecker.) Ein indisches Blatt, der „Van⸗
jalore Spectator“, lenktt die Aufmerksamkeit auf eine Novität für
Sourmands. Letzteren wird nämlich mitgetheilt, daß das Fleisch
des Tigers nicht allein ein köstlicher Leckerbissen sei, sondern daß
dessen Genuß auch den Körber weit mehr staäͤrke als Roastbeef.

Mar? berichte.

Zweibrücken, 18. März. (Fruchtniutelpreis und Victualienmarlkl.)
Weizen 11 M. 809 Pf. Korn 16 M. 533 Pf., Gerste zweireihige d M. — Ppf.
ierreihige 8 M. 41 Pf. Spelz 7 M. 56 pf., Spelzkern — M. — pf.
dintel M. — pf, Wischfrücht de. —Ppforaser 7Mebs gl
erbsen — M. — pf., Widen 6 M. 859 Pf., Karioffeln 3 M. 10 Pf.,
deu 8 M.20 pf. Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod in Kilogr. 38 Pf.,
dornbrod 3 Kilogr. 73 Pf., Gemischtbrod 8 stilogr. 88 Pf., paar Weckh 100
r. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 50 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 380 Pf., Butter?/2 Kilogr. i M., 10 vf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 17 März. (FIruchtmittelpreis und Victualienmarki.) Weizen
— — ——
—. Pf. Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
M. 83 Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Widen
d M. — Pf., Bohnen 0 M. — Pf., Kleesainen — M. — Pf., Korn-
»rod 6.Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Xindfleisch 50 Pf. Kalblleisch 10 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 10 Pf., Kartoffeln per Cir. 8 M. 50 pf.

Kaiserslautern, 16 März. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Beizen 11 M. 98 Pf., Korn 10 M. 36 Pf., Speizkern — M. — Pf. Speij
M. 91 Pf., Gerste 9 M. 32 Pf., Hafer 7 M. 96 Pf., Erbsen 09 M.
32 Pf., Wicken 6 M. 76 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 46 M. 50
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 83 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 453 Pfg. Butter per Pfd. — M. 75 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf. Kar⸗
doffeln per Cent. 8 M. 20 Pf., Stroh 2 M. — pf., Heu 2 M. — pfg.

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Xauf-&amp; Verxaufa- Leirathu · Offertor
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Die Hauptblatter der
Schweiz und PFranbreich
sind von uns gepachtet t
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Jureln ums.

— Ruf Grnnd der thatsachlich er⸗c
ielten Heuersolge kann vas bereind in
110. Aufl erschienene rrigiunstrirte Buch:
Dr. TNirys Raturheilmethode“,
vr in 1 Nart,“ allen Kranken auf'i
Warniste zur Anschaffung empfoklen
werden. In diefem 641i Seiten siarken
Werke sindet ein Jeder, gleichviel an
weicher Krankheit leirend. ansendfach
wahrte, leicht zu bejolgende Raid
ige, die, wie jahllese Dauk schre iben
eisen. oft seloöst Ehwertranker
Silfe — Oeilung brayte
r Veriags· Ansani, Let
sendet auf merne
n 106 Seit

2) Vorräthig in allen Buchtheandl
Lehrlingsgesuch.
Ein wohlerzogener Junge wird
als Lehrling angenemmen bei
. X. Dewetz,
Druckereibesitzer.

— Filerzru

ist, in Anerkennung seiner Reichhaltigkeit, Vielseitigken
und sorgfältigen Äuswahl seines Inhalts, in Folge
des frischen, anregenden Tons, welcher seine Spalten
durchweht,
die bei Weitem gelesenste und
oerbreitetste Zeitung Deutschlands
geworden, indem es einen festen Stamm von weit
uͤber 70.000 Abonnenten sich erworben, welche
uber ganz Deutschland verbreitet sind. Diese Abon⸗
nentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zei⸗
tung auch nur annähernd erreicht. So große Erfolge
tönnen nur durch wirkliche Leistungen er—
zielt werden; sie liefern den Beweis, daß das „Ber⸗
üner Tageblatt die Ansprüche, welche man an
eine große Ppolitische Feitung zu stellen berechtigt ist,
— in voillem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem rei—⸗
hen Inhalt wollen wir hier nur Einiges hervorheben: Die äglichen Leitartikel des „Berliner
Tageblatt“ zeichnen sich durch klaren, leicht faßlichen Stil, durch die freimüthige, doch nicht agitatorische
Sprache aus, unter strenger Beobachtung des Prinzips, sich keiner politischen Fraklion dienstbar zu machen
Ssondern ju jeder Frage ein eigenes, nach reiflicher und unbefangener Prüfung gebildetes Urtheil abzu⸗
geben. Durch eine käglich Zmalige Ausgabe, eines Morgeu⸗ und Abendblattes, ist das B. T.
n der Lage, jeinen Lesern alle Nachrichien stets 12 Stunden früher als jede nur einmal taglich erscheinende
Zeitung zu bringen. Das B. T. unterhält an allen politisch wichtigen Plätzen, wie St. Petersburg,
pari's, London, Wien, Rom, Brüssel, Constantinopelic., Special ˖Correspondenten
und ist durch diese in den Stand gesehßt, mit raschen und zuverläjsigen Berichten, meistens vermittelst kost⸗
spieliger Privat-Telegramme,allen anderen Zeitungen voranzueilen; besonders gaben die in letz⸗
er Zeit sich häufenden sensationellen Katastrophen Gelegenheit, die Vortheile eigener Correspondenten vor
Augen zu führen. Es ist eine Thatsache, daß das R. T. einem großen Theil der deutschen, auch aus⸗
Andischen Presse als vorzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Das B. T. unterhält ein eigenes
harlamentarisches Bureau und bringt in Folge dessen unmittelbar nach den Sitzungen ausführliche
unparteiische Berichte. — Den Ereiguissen in der Reichshauptstadt folgt das B. T. mit sei⸗
en umfafsenden „Lokal⸗Nachrichten“ steis auf dem Fuße. — Dem Handel und der Industrie wird durch
eine befoudere Handelszeitung nebst vollständigen Courszettel der Berliner Boͤrse eingehende
Beachtung geschenki und besonders darauf Bedacht genommen, daß das Publikum vor gewagten Spekula⸗
onen und schwindelhaften Unternehmungen steis rechtzeitig gewarut werde. — Theater, Kunst
und Wissenfchaft werden im Feiulleton des B. T. in ausgedehntem Maße gepflegt, außerdem erschei⸗
nen in demselben Kom ane und Novellen unserer erften Autoren. Im nuchsten Quartal erscheint:
Die ruffische Geige⸗ von H. Gréville, dessen fruhere Werke stets den ungetheilten Beifall der
Lesewelt sich erwarben. Das „Berliner Tageblatt“ wird durch stete Vervollkommnung und Erweiter⸗
ung seines Inhalts bemuht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Höhepunkte zu erhalten, sondern auch
— Feuehe Kreise an sich zu fesseln. Probe⸗Rummern werden auf Wunsch Fratis und franco
zugesandt.
Dear billige
Abonnementspreis

lin Berücksichtigung des gebotenen Lefe⸗ ür alle
Malerials) betragt bei allen Reichs⸗Aur 6 Mark 25 Pf. 4 äiner
postämtern, welche jederzeit Be⸗ pro Quartal

Feslungen entgegennehmen, zusammen.

⸗
SHüddeutsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Moller.

Fur das vorstehend genannte größte Blatt Munchens laden wir hierdurch
ergebenst zum Abonnement ein. Die „Süddeutsche Presse und Münchener Nach⸗
richten“, ein nach allen Seiten hin unabhängiges nationalliberales Blatt, hat sich durch
Schnelligkeit und Schlagfertigkeit in Mittheilung und Besprechung innerer und Außerer Ta-
gesfragen, Ausgeprägtheit und Selbftändigkeit der Gesinnung allgemeine Anerlennung ver⸗
schafft und innerhalb der großen deutschen Tagespresse eine über ihre räumliche Vedeutung
weit hinausgehende durchaus ebenbürtige Stellung zu erringen gewußt. Ihr lokaler und
bayerischer Theil ist der weitaus reichhaltigste und jelbständigste irgend einer Munchenert
»der bayerischen Zeitung.

Die bayerischeu Kammerverhandlungen bringt die, Suddeulsche Presse“ allein
unter allen bayerischen Blaättern in Übersichtlicher und durchweg erschöpfender Darstellung
noch an demselben Tage.

Ihr handelspolitischer und vollswirthschafilicher Theil ist in flelem Aufschwunge be⸗
griffen und bespricht die in unseren Tagen so brennend gewordenen betreffenden Interessen⸗
fragen eingehend und selbständig. Vom 1. Januar an ist bezüglich des MUünchener
Tourszettel die Aenderung eingetreten, daß die Munchener Börse nicht mehr nach
dem Courszettel der „Bayerischen Handelsbank“, sondern nach dem Coursblatt des
dandelsvereins gemeldet wird.

In Theater⸗, Kunst⸗ und Literaturkritik steht die Suddeutsche Prefse“ ohne
Frage an der Spitze der hiesigen Publizistik; ihr Einfluß auf jene Seite des öffentlichen
Lebens ist notorisch ein ebenso eingreifender wie unparteiisch angewendeter.

Die seit dent 1. Januar v. J. als selbständig zu bindende Wochenbeilage erscheinenden
„Bayerischen Literaturblätter“ haben sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens die allgemeinste
Beliebtheit errungen; sie sind neben den Zweclen der Unterhaltung namentlich denjenigen
einer eingreifenden unparteiischen Kritik baverischer und deutjcher Literaturverhältnifse ge⸗
vidmet.

m Im Feuilletion wird die Veröffentlichung des Romanes von F. C. Grenville⸗
urray
„Die Boudoirkabale“,
einer glänzenden Schilderung aus dem englischen High life mit scharf fatirischen Streif⸗
wre z d zeitgendifische Perfonli Hleiten, parlamentarische und Vorjenverhältniffe
u. s. w. fortgesetzt.

Die stets wachsende Abonnentenzahl der „Suddeutschen Presse“ sowie das stetige Wach⸗
sen ihres Inseratentheiles verbürgt die lohnende Verbreitung der Inserate in den kauf⸗
und zahlungsfähigsten Schichten der Veydllerung. Die Annoncen werden mit 20 Pf. pro
Jeile berechnet. Sittlich bedenkliche oder Wucherinserate werden nicht aufgenommen. Reu⸗
intretende Abonnenten erhalten die ‚Sudd. Prefse“ bis zum 1. April gratis.

Das Abonnemeunt beträgt pro Quartal 8 Mark.

Manchen, im Marz 1880.

Ddie Expedition,
Furstenfelderstraße 13.

Druc und Verlag von F. X Demeß in S. Jngbher..
für unsere Vo st⸗Abonnenten „Illuftrirtes Sonntagsblatt⸗Nr. 12
        <pb n="183" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöoͤchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter BVei⸗

lage) erscheint wochentlich vViermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

lMA 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI M 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärik
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrijt oder deren Raum, Neclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
MAJ.

Sonntag den 21. März 1880.
Deutsches Neich. —

Der von dem Reichstage genehmigte Etat balancirt in Ein⸗
nahme und Ausgabe mit 5339,252,640 M. Die Matrikularbeiträge
ind auf 81,670,950 M. fixirt.

Nachdem der Reichstag am Donnerstag den Eiat in dritter
Lesung erledigt hatte, vertagte er sich bis Dienstag den 6. April.

Die Reichstags-Commission zur Vorberathung über die Ver⸗
ängerung des Socialistengesetzes hat mit 10 gegen 83 Stimmen
die Geltungsdauer des Gesetzes bis zum 80. September 1884
anstatt 1886, wie die Regierungsvorlage bestimmt), vorgeschlagen.
Zu dem sogenannten Belagerungszustands-Paragraphen hat die
Commission eine Declaration des Inhalts beschlossen, daß Aus—⸗
weisungen von Reichstags- und Landiags⸗-Abgeordneten während
der Dauer der Session unwirksam sind.

Nach dem soeben erschienenen Mitgliederverzeichnisse der Frak⸗
tionen im Reichstage ist das Centrum die stäörkste Fraktion: 100
Mitglieder. Die Nationalliberalen zählen 83, die Deutschkonser⸗
vativen 58, die Reichspartei 51, die Fortschrittspartei 22, die
„liberale“ Gruppe 15, die Polen 14, die Sozialdemokraten 9
Mitgliedet. „Wild“ (d. h. meist erschrecklich zahm) sind 80 Mann.
Erledigt sind z. Z.9 Mandate.

Durch ein Schreiben an den Vorstand der nationalliberalen
Fraktion vom 16. ds. hat der Abgeordnete Dr. Lasker seinen Aus⸗
ritt aus derselben erklärt. Dr. Lasker war bisher einer der Führer
der nationalliberalen Partei; in letzter Zeit war ihm aber diese zu
regierungsfreundlich.

Wie das „Berliner Tgbl.“ hört, beabsichtigt die Centrums-
fraktion nach den Ferien sich mit der Frage der Goldwährung zu
ꝛeschäftigen und eventuell Anträge auf Abanderung unserer Münz⸗
zesetzgebung einzubringen.

Das „Dresd. Journal“ meldet: Zufolge einer katarrhalischen
Affection sieht sich der König genöthigt, auf die beabsichtigie Reise
aach Berlin zur Beglückwuͤnschung des Kaisers zu detzichten.

Ausland.

Das Journal „Voltaire“ will erfahren haben, daß die Schließ⸗
ung der Unterrichtsanstalten der Jesuiten und die Auflösung ihrer
Roviziate von der französischen Regierung fest beschlossen sei;
s sei nur noch nicht entschieden, ob man diese Maßregel mittelsi
einfacher Ministerialverfügung oder Decrets des Präsidenten der
Republik durchführen werde.

Londoner Morgenblätter vom 19. ds. veröffentlichen
einen Bericht Hartmann's, worin er bekennt, Haupturheber des
Moskauer Attentates gewesen zu sein. — Er beabsichtigt in wenigen
Tagen nach Amerika auszuwandern.

Die fremden Consuln in Smyrna (Kleinasien) ersuchten
hre Regierungen um schleunige Entsendung von Kriegsschiffen nach
Smyrna, da in Folge der Verordnung, daß das bisher in Um—
auf gewesene minderwerthige Geld, das Sulian Mahmuͤd im Jahr
1828/29 hatte prägen lassen, fortan nichts mehr gelten solle, ernste
Unruhen zu befürchten seien. Der türkische Gouverneur daselbst
requirirte von Konstantinopel Truppenverstaͤrkungen. Das fran⸗
sische Kanonenboot ,Renard“. ging schon von Stambul nach
Smyrna ab. Diplomatische Berichte sagen, daß die Gäbrung in
anz Kleinasien groß sei.

Vermischtes.

FIn Pirmasens ist ein Polizeidienet mit Hinterlassung
einer Ehefrau und seines einzigen Kindes, sowie von 28003000
M. Schulden spurlos verschwunden.

fKaiserslautern wird, der „Pf. Volksztg.“ zufolge,
benfalls auf der in Berlin Statt findenden großen inlernaionalen
Fischerei⸗Ausstellung vertreten sein. Das Berliner Komite hat näm—

iich das Ersuchen an die Stadi gerichtet, den großen Hecht, das
Wahrzeichen der Stadt, zu dieser Ausstellung zu schicken, wobei
s3 sich bereit erllärt hat, sämmtliche Kosten zu iragen. Künftigen
Dontag schwimmt der Fisch per Bahn nach Berlin.

Dem Vernehmen nach werden es etwa 60 Candidaten sein,
oelche die im Spatherbst zu Landau abzuhaltende Prüfung für
»en Gerichtsschreiberdienst mitmachen.

F Wie die „Pfalz. Presse“ vernimmt, beabsichtigen die Mühlen⸗
zesitzer der Pfalz in nächster Zeit an einem noch näher zu be⸗
timmenden Orte zu einer Versammlung zusammenzutreten, um die
»em Mühlengewerbe drohenden Nachtheile der Ausfuͤhrungsbestimm-
ingen zu dem Getreidezollgesetz darzulegen und die Regierung zu
iner Aenderung derselben zu bewegen.

F Die Unterrichtskurse für pfälzische Hebammen zu Würz⸗
zurg und Erlangen werden am 15. Juli d. Is. wieder beginnen.
Nufnahmsgesuche sind, vorschriftsmäßig belegt, bis zum 15. April
nächsthin bei den k. Bezirksämtern einzureichen.

Das oberbayerische Schwurgericht verurtheilte den Redacieur
des „Bayerischen Landboten“ in München, Buchner, wegen Be⸗
eidigung Sr. Maj. des Königs von Bahern, verübt in diesem
Blatt, zu einer Festungsstrafe von 6 Monaten. Der Staatsanwalt
vatte 8 Monate Gefängniß beantragt.

FGussiches.) Am 4. stießen auf der Charkow-⸗Nikola⸗
ewerbahn in Rußland zwei Lastzüge auf einander, weil Locomotiv⸗
ührer und das ganze Personal berauscht und während der Fahrt
ingeschlafen waren! Sechs Personen wurden getödtet und verwundet.
— Fur die Ned n i·
Fuͤr Zeilungsleser.

Es bietet wohl kaum eine politische Zeitung ihren Lesern in so reichem
Maße eine anregende Lectüre, bei einer Fule des Stoffes, zu einem so billigen
Lbonnementspreise als das „Berliner Tageblatt“ dvas sich durch seine
teichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhalts, einen festen
SZtamm von weit über 70,000 Abonunenten zu erwerben gewußt hai und
omit die bei Weitem gelesenste und verbreiteiste Zeitung Deutschlands geworden ist.

Diese Abonnertenzahl hat bisher noch keine zweile deutsche Zeitung auch nur
innähernd erreicht. So große Erfolge lönnen nur durch wirkliche Leistungen er⸗
ielt werden; fie liefern den Beweis. daß daßs „Berliner Tageblatt“ die
AInsprüche, welche man an eine große politische Zeitung zu stellen berechtigt ist, in
»ollem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem reichen Inhalt wollen wir hier vur
riniges hervorheben: Die täglich en Leitartikel des, Berliner Tageblatt“ zeichnen
ich durch klaren, leicht faßlichen Stil, durch die freimüthige, doch nicht agitato⸗
ische Sprache aus, unter strenger Beobachtung des Prinzips, sich keiner politischen
Fraktion dienstbar zu machen — sondern zu jeder Frage ein eigenes, nach reif⸗
icher und unbefangener Prufung gebildetes Urtheil abzugeben. Durch eine tag⸗
ich 2malige Ausgabe, eines Morgen⸗ und Abendblattes, ist daa B. F.
n der Lage, seinen Lesern alle Nachrichten stels )2 Stunden früher als jede nur
inmal taglich erscheinende Zeitung zu bringen. Das B. T. unierhält an allen
olitisch wichtigen Plätzen, wie Sĩ. Peteroburg, Paris, London, Wien, Rom,
Irussel, Konstantinopel ꝛc. Spezial⸗Correjpondenten und ist durch diese in den
Ztand gesetzt, mit raschen und zuverlässigen Berichten, meiftens vermittelst koft⸗
pieliger Privatielegramme, allen anderen Jeitungen voran zu eilen; besonderz
jaben ihm die in lezter Zeit sich haufenden sensationellen Katastrophen bejondere
Selegenheit, die Vortheile eigener Korrespondenten vor Augen zu führen. Es
st eine Thatsache, daß das B. T. einem großen Theil der deutschen, auch aus⸗
andischen Presse als vorzugsweise Quelle für neue Rachrichten dient. — Das R.
T. unterhaält ein eigenes parlamentarisches Bureau und bringt in Folge deffen
inmittelbar nach den Sißungen ausführliche unparteiische Berichte. — Den Er⸗
ignissen in der Reichshauptstadt folgi das B. T. mit seinen umfassenden Lokal⸗
rachrichten stetz auf dem Fuße. — Dem Handel und der Industrie wird durch
ine besondere Handelszeitung nebst vollstandigem Courszettel der Verliner Börfe
ingehende Beachtung geschenkt und besonders darauf Vedacht genommen, daß
das Publikum vor gewagten Spelulationen und schwindelhaften Unternehmungen
tets rechtzeitig gewarnt werde. — Theater, Kunst und Wissenschaft werden im
Feuilletou des B. T. in ausgedehntem Maße gepflegt, außerdem erscheinen in
semselben Romane und Rovellen unserer erfien Auioren. Im nachsten Ouartal
rscheint „Die russische Geige“ von H. Greville, dessen srüͤhere Werle
hets den ungetheilten Beifall der Lesewelt sich erwarben. Das „Berliner
kageblatt“ wird durch siete Bervolllommnung und Erweiterung seines Inhalia
ꝛemuͤht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Höhepunlte zu erbalten, son-
dern auch immer weitere Kreise an sfich zu fesseln.

Die verschiedenen Separat⸗Beiblätter, welche das B. T. seinen Abon⸗
ienten liefert, haben nicht zum geringsten Theil zu den großen Erfolgen bei-
jetragen. Die Deutsche Lesehalle“, eine belletristische Wochenschrift
anter Mitarbeiterschaft der beliebtesten Autoren ist der Unierhaltung und Be⸗
ehrung gewidmet; das Witzblatt „VUIIx“, mit den meiste rhaften Illufstra⸗
ionen von H. Scherenberg, sorgt mit seinem theils scharf saiyrifchen theilt
sarmlos gemüthlichen Humor für die Lachlust der Leser; die wöchentlichen
Nittheilungen über Laudwirthschaft Gartenbau und Hauswirthschaft bringen
eben namentlich fur den kleineren Kandwirth Wissenswerthen, praktische Winke
ur den Gartenbau und zahlreiche Notizen und Recepte für die Hauswirth⸗
chaft. Probenummern werden auf Wunsch gratis und franco zugesandt.

Der billige Abonnementspreis in Berücksichtigung des gebotene n Lesema⸗
erials beträgt bei allen Reichspostämlern nur F ark 28 Pf. pro
punartal für alle 4 Blätter zusammen. Um sich den pünktlichen
impfang des Blattes von Beginn des Quartals an zu sichern, wolle man
»as Abonnement möglichst fruhzeitig bewerlstelligen.

M— —— ——
        <pb n="184" />
        — * *
Licitation. ⸗
Mittwoch, den 7. April 1880,
Nachmittags 4 Uhr, zu Hasel
n der Wirthschaft von Johann
seßler, wird durch den unter—
—
ragten kgl. Notar Sauer in
St. Ingbert, die nachstehend be—
schriebene Liegenschaft im Banne
bdon Hasel, der Abtheilung we—
gen öffentlich zu Eigenthum vere
teigert:
Pt⸗Nre116,2 a 70 qm
Flaͤche, Wohnhaus mit
Stall, Scheuer und Hof,
und Pl⸗Nr. 117, 9 4
20 qq Garten dabei, das
Gaͤngsen gelegen im Orte
Hasel neben Jakob Geb⸗
hard und Nikolaus Thomas,
Eigenthümer sind die Kinder
ind Erben der in Hasel ver—
ebten Bergmannseheleute“ Jo⸗
hann Peter Unbehend J.
ind Katharina Osthofß, als:
1. Jakob Unbehend, Berg—
mann in Hasel;;
Valentin Unbehend, Berg⸗
mann daselbst; *
Louise Unbehend, minderjäh—
rige, durch die Ehe eman—
ripirte Ehefrau von Jakob
Unbehend, Schuhmacher da⸗
selbst
Katharina Elisabetha Un⸗
behend, Ehefrau von Mar⸗
tin Lasch, Schneider in
New-Yor:
Die minderjährigen Kinder:
a) Elisabetha, b) Johann,
c) Ludwig und d) Sophie
Unbehend, welche den Pe—
ter Schwerd, Bergmann
in Hasel als Vormund
und den Valentin Osthof,
Bergmann daselbst als Ne—
benvormund haben.
St. Ingbert, 20. März 1880.
Zauer, k. Notar.
Mein · Sattler⸗
F und Tapegzier⸗
Geschäft befindet sich nun im
I. Sioch des Hauses von Herr
Jos. Peters:früheres elterliches
Haus) in der Kohlenstraße und
Jalte ich mich in allen in mein
Fach einschlagenden Arbeiten auch
sernerhin bestens empfohlen.

E. Grewenig.
Wirkhschaftsverlegung.
Meinen Freunden und Goͤnnern
die ergebene Anzeige, daß ich von
etzt ab meine Wirthschaft in
das Haus der Frau Wwe. J.
Schwarz, gegenüber dem frü—
heren Zixschen Hause verlegt habe.
ergebenst M. Eberhard.
Als Vogelsfutter em—⸗
fehlen wir⸗
Hanfsamen,
Haferkerne/ 5
dirsen gelbe.)
danariensamen,
Repssamen,
Ameijeneier (getrocknet).
Franz Grell's Nachfolger.
Fin Mädchen wiünscht sich
m Kochen auszubilden gegen
Bezahlung eines mäßigen Houo⸗
ars. Am liebsten: in einem
Zotel. Wer? sagt die Erped. d. B.

Holzversteigerungen
aus den Staatswaldungen des
igl. Forstreviers Neuhäufel.

Montag, den 5. April 1880,
Vormittags 10 Uhr bei Gast—
virth Kaͤrl Cappel in Hom⸗

burg.

Schläge: Bauwald, Alt⸗Eschwei⸗
veilerschläge, Prachtwald, Fuchs-
h„au, Kanzlei, Oberwaidenthal,
Hohekopf, Steinkammer, Nessels⸗
Hal, Resselsberg, Schulzehang
und zufällige Ergebnisse.—

79 eichen Stämme und Ab⸗

scchnitte 2.-5. Cl.;
334 buchen Stämme und. Ab⸗
schnitte 2. u. 3. El.;
. B. birken und hainbuchen Nutz⸗
stämme 2. Cl.;
6 kiefern Baustämme 4. Cl.;

33 eichen u. hainbuchen Wag⸗

nerstangen.
Donnerstag, den 8. April
1880, Vormittags 10. Uhr in
)er Wirthschaft der Frau Wwe.
Klein zu Neuhäusel.
Schläge: die Obigen..
48 Ster eichen Misselholz 8.
— bis 5. Cl.;
28,„Nuzszprügel;
30 2,. buchen Misselholz
— 2. Cl.;
7086 „Scheit 1. u.
2. Cl. u. Anbruch;
145., eichen Scheit 2. Cl. u.
Anbruch, 1,20 mulg.;
2579, buchen und eichen
Siangen u. Astprügel;
2888, buchen u. eichen Krap⸗
penprügel.
Gedrudte Looseintheilungen
über das zur Versteigerung kom⸗
nende Stammholz sind bei der
dallanzy'schen Buchdruckerei in
Zweibrücken zu haben.
Neuhäusel, 19. März 1880.
Der kgl. Oberförster:
Möͤrschel.

Die Sehrader'schen
Prünarate
v. Apoth. J Schrader Feuerbach
arfreuen sich durch ihre
eellität u. Vorzũglichkeit
n allen Gegenden immer
rrõsserer Beliebtheit.
Unsere Leser finden in
ler heutigen Nummer ein
Verzeichniss derselhen, das
wir bestens empfehlen.
Depot der dem treien
vVerkebr überlassenen Ar-
ikel unch mur dieser
aSt. Inghert: J. Priedrich
Homburg: J. Simon.
zweibrücken: W. Seel.

—F

x

t A
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0

x

V
Ueboer
Sonntas

Bocxk.

Anstich Zamstag Abend, ebenso bei
unsern sämmtlichen hiesigen Kunden.
Geschäfts-Empfehlung.
Unterzeichnete Firma beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß sie
unterm Heutigen ein Geschäft in fertigen Schuhwaaren ver⸗
zunden mit Lederhandlung und sämmtlichen Schuhmacher⸗
Artikeln eröffnet hat.
St. Ingbert, 20. März 1880.
Achtungsvollst
F. H. Laur Ehefrau.
NB Reparaturen werden bestens besorgt. —
Alen Freunden
einer geistig anregenden und zugleich unterhal⸗
enden Lecktüre kann mit vollem Recht das

M —9——
Deutsche 6 ontags-Mlatt
—R XR
Chef⸗Redacteur: Verleger:
Arthur Levysohn. Raudolf Mosse.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗
holusche Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen
Zchriftsteller zu ihren Milarbeitern zählt, enthält eine Fülle
geistwoll geschriebener Aruikel, die ein treues Spiegelbild der poli—
ischen, uͤterarischen und künstlerischen Strebungen unserer Tage
zarstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erscheinung
in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen
Montags⸗Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behandlung,
vährend die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegan⸗
ester Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges, welche
am zeitungslosen Tage, dem Hdontag, erscheint, verbindet die
Vorzüge eines gehaltreichen Wochenblaites mit denen einer wohl⸗
nformirten, reich mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten
Zeitung, und so wird das D. M.Bl.“ in seiner Doppel⸗
Ratur dem Wahlspruch, den es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„Von dem Neuen das Neueite,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsjche Montags⸗Blatt“ wird in
der Fülle und Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den
ensationellen Erfolg zu rechifertigen wissen, der es so schnell
Jat zum Lieblingsorgan der geistigen Aristokratie unserer Tage
seranwachsen lassen.

— V Buchhandlungen nehmen
Abonnements zum Preise von 2 Marlic 50 PF. pro Quar-
al entgegen. Zur Begegnung „von Verwechselungen verweise
nan bei Postbestellungen auf Nr. 1197 der Post-Zeitungs-
Preisliste pro 1880.
2ũ. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstrasie 133.
—— —
HBanfeouverts

1671. Die weltbe—
rühmten Mineral⸗Hu—
ten⸗Caramels und der
dakao⸗ Thee Maria
Zenno von Donat Pa—
ris 1071. treffen fort—
vaãhrend frisch ein.

Allein echt in St.

bert bei Herrn Jea—

deters.

mit Firmadruck von Mt. 4
n bis 7 Mk. ver 1000 Stück.
Dienst⸗Couverts
nit Firma⸗Druck von Mk. 5,50
in bis Mk. 10, sind zu haben
n der Druckerei und lith. Anstal,
don F. X. Demek,.
Truck und Verlag von F. X. Dem e tz in St. Ingbert.
Siezu „Illuftrirtes Sonntagfsblatt“ Nr. 12.
        <pb n="185" />
        b — 2
5
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntagt miit illustrirter Eei⸗
sage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévpreis betragt vierteljahrlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn ; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von UAuswarti
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet
M 47.

Serntag den i. äͤrr 13880.
. Deutsches Reich.

Der don dem Reichstage genehmigle Eiat balancirkin Ein⸗
nahme und Ausgabe mit 8309, 252,640 M. Die Matrilularbeiträge
find auf 81,670,950 M. fixirt. J

Nachdem der Reichstag am Donnerstag den Etat in dritter
Lesung erledigt hatte, vertagte er sich bis Dienstag den 6. April.

Die Reichstags-Commission zur Vorberathung über die Ver⸗
ängerung des Socialistengesetzes hat mit 10 gegen 3 Stimmen
ie Geltungsdauer des Gesetzes bis zum 80. September 1884
anstatt 1886, wie die Regierungsvorlage bestimmt), vorgeschlagen.
Zu dem sogenannten Belagerungszustands -Paragraphen hat die
TFommission eine Declaration des Inhalts beschlossen, daß Aus⸗
veisungen von Reichstags⸗ und Landtags⸗Abgeordneten während
der Dauer der Session unwirksam sind.

Nach dem soeben erschienenen Mitgliederverzeichnisse der Frak⸗
ionen im Reichstage ist das Centrum die stärkste Fraktion: 100
Mitglieder. Die Rationalliberalen zählen 83, die Deutschkonser⸗
hativen 58, die Reichspartei 51, die Forischrittspartei 22, die
liberale“ Gruppe 15, die Polen 14, die Sozialdemokraten 9
MNitglieder. „Wild“ (d. h. meist erschrecklich zahm) sind 36 Mann.
Erledigt find z. Z. 9 Mandate.

Durch ein Schreiben an den Vorstand der nationalliberalen
Fraktion vom 16. ds. hat der Abgeordnete Dr. Lasker seinen Aus⸗
rritt aus derselben erklärt. Dr. Lasker war bisher einer der Führer
»er nationalliberalen Partei; in letzter Zeit war ihm aber diese zu
cegierungsfreundlich.

Wie das „Berliner Tgbl.“ hört, beabsichtigt die Centrums⸗
craktion nach den Ferien sich mit der Frage der Goldwährung zu
beschäftigen und eventuell Anträge auf Abaͤnderung unserer Münz⸗
zesetzgebung einzubringen.

Das „Dresd. Journal“ meldet: Zufolge einer katarrhalischen
Affection sieht sich der König genöthigt, auf die beabsichtigie Reise
aach Berlin zur Beglückwünschung des Kaisers zu verzichten.

Ausland.

Das Journal Voltaire“ will erfahren haben, daß die Schließ⸗
ung der Unterrichtsanstalten der Jefuiten und die Auflösung ihrer
Noviziate von der französischen Regierung fest beschlossen sei;
es sei nur noch nicht entschieden, ob man diese Maßregel mittelst
einfachet Ministerialverfügung oder Decreis des Präsidenten der
Republik durchführen werde.

Londoner Morgenblätter vom 19. ds. veröffentlichen
inen Bericht Hartmann's, worin er bekennt, Haupturheber des
Moskauer Attentates gewesen zu sein. — Er beabsichtigt in wenigen
Tagen nach Amerika auszuwandern.

Die fremden Consuin in Smiyrna (Nleinasien) ersuchten
hre Regierungen um schleunige Entsendung von Kriegsschiffen nach
Smyrna, da in Folge der Verordnung, daß das bisher in Um—
auf gewesene minderwerthige Geld, das Sultan Mahmud im Jahr
1828/29 hatte prägen lassen, fortan nichts mehr gelten solle, eruste
Unruhen zu befürchten seien. Der türkische Gouverneur daselbst
requirirte von Konstantinopel Truppenverstaͤrlungen. Das fran⸗
vsische Kanonenbooin, Renard“ ging schon von Stambul nach
Smyrna ab. Diplomatische Berichte jagen, daß die Gährung in
Anz Kleinasien groß sei.

Vermischtes.

FIn Pirmasens ist ein Polizeidiener mit Hinterlassung
einer Ehefrau und seines einzigen Kindes, sowie von 2800 —3000
M. Schulden spurlos verschwunden.

f.Kaiserslautern wird, der „Pf. Volkszig.“ zufolge,
denfalls auf der in Berlin Statt findenden großen internationalen

Fischerei⸗Ausstellung vertreten sein. Das Berliner Komite hat näm—
ich das Ersuchen an die Stadi gerichtet, den großen Hecht, das
Wohrzeichen der Stadt, zu dieser Ausstellung zu schicken, wobei
ↄ fich bereit erllart hat, sammtliche Kosten zu iragen. Künftigen
Montag schwimmt der Fisch per Bahn nach Berlin.

Dem Vernehmen nach werden es etwa 60 Candidaten sein,
welche die im Spaiherbst zu Landan abzuhastende Prüfung für
»en Gerichtsschreiberdienst mitmachen.

FWie die Pfälz. Presse“ vernimmt, beabfichtigen die Mühlen⸗
besitzer der Pfal z in nächster Zeit an einem noch naher zu be⸗
timmenden Orte zu einer Versammlung zusammenzutreten, um die
dem Mühlengewerbe drohenden Nachtheile der Ausfuͤhrungsbestimm-
ungen zu dem Getreidezollgesetz darzulegen und die Regierung zu
riner Aenderung derselben zu bewegen.—

7 Die Unterrichtskurse für —38— Hebammen zu Würz⸗
burg und Erlangen werden am 15. Juli d. Is. wieder beginnen.
Aufnahmsgesuche sind, vorschriftsmäßig belegt, bis zum 15. April
nächsthin bei den k. Bezirksämtern einzureichen.

. Das oberbayerische Schwurgericht verurtheilte den Redacteur
des „Bayerischen Landboten“ in Muüm'sch en, Buchner, wegen Be⸗
eidigung Sr. Maj. des Königs von Vayern, verübt in diesem
Blatt, zu einer Festungsstrafe von 6 Monaten. Der Staalsanwalt
jatte 8 Monate Gefangniß beantragt.

FGRussich B Am 4. stießen auf der Charkow-Nikola⸗
ewerbahn in Rußland zwei Lastzüge auf einander, weil Locomotiv⸗
ührer und das ganze Personal berauscht und während der Fahrt
ingeschlafen waren! Sechs Personen wurden getödtet und verwundet.
— Fur die Nedaction beroartsic —

emek..
Für Zeitungsleser. e
Es bietet wohl kaum eine politische Zeitung ihren Lesern in so reichem
Maße eine anregende Lectüre, bei einer Fuue des Stoffes, zu einem so billigen
Abonnementspreise als das „Berliner Tageblatt“ vas sich durch feine
Keichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhalis, einen feften
Ztamm von weit über 70, 000 Abonnenten ju crwerben gewußt hai und
omit die bei Weitem gelesenfie und verbreiteiste Zeitung Deutschlands geworden ist.
Diese Abonnertenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch nur
annähernd erreicht. So große Erfoige loͤnnen nur durch wirkliche Leistungen er⸗
zielt werden; fie liesern den Beweis, daß das Beriliner Tageblatt“ die
Anspruche, welche man an eine große poliusche Zeitung zu stellen berechtigt ist, in
oollem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem reichen Inhalt wollen wir hier nur
ẽiniges hervorheben: Die täglichen Leitartikel des Berliner Tageblatt“ zeichnen
ich durch klaren, leicht faßßlichen Stil, durch die freimuthige, doch nicht agitato⸗
ische Sprache aus, unter firenget —XRXX politischen
raktion d. enstbar zu machen — sondern zu jeder Frage ein eigenes, nach reif⸗
icher und unbefangener Prufung gebildete⸗ Urtheil abzugeben. Durch eine täg⸗
ich 2malige Ausgabe, eines Morgen⸗ und Abendblattes, ist das . .
n der Lage, seinen Lesern alle Nachrichten stels )12 Stunden fruüher als jede nur
inmal täglich erscheinende Zeitung zu bringen. Das B. T. unierhält an allen
olitisch wichtigen Plätzen, wie St. Petersburg, Paris, London Wien, Rom,
Irüssel, Konftantinopel ꝛc. Spizial⸗Correspondemen und ist durch diese in den
Ztand gesetzt, mit taschen und zuverlässigen Berichten, meistens vermittelst kost⸗
pieliger Privattelegramme, allen anderen Jeitungen voran zu eilen; besonders
aben ihm die in leter Zeit sich häufenden —EXV
Zelegenheit, die Vortheue eigener Korrespondemten vor Augen zu führen. Es
st eine Thatsache, daß das 13. T. einem großen Theil der deutschen, auch aus⸗
andischen Prefse als vorzugsweise Quelle fur neue Nachrichten dient. — Das R.
. unterhalt ein eigenes parlamentarischez Bureau und bringt in Folge dessen
nmittelbar nach den Sitzungen ausführliche unparteiische Berichte. — Den Er⸗
ignissen in der Reichshauptsiadl folgt das B. T. mit seinen umfassenden Lolkal⸗
achrichten stetz auf dem Fuße. — Dem Handel und ver Industrie wird durch
jne besondere Handelszeitung nebst vollstan digem Courszettel der Berliner Vorfe
ingehende · Beachtung geschenkt und besonders darauf Bedacht genommen, daß
as Publikum vor gewagten Spekulationen und schwindelhaften Unternehmungen
tets rechtzeitig gewarnt werde. — Theater, Kunst und Wissenschaft werden im
Jeuisletou des B. T. in ausgedehntem Naße gepflegt, außerdem erscheinen in
emselben Romane und Rovellen unserer ersten Autoren. Im nächsten Quartal
tscheint „Die russische Geige“ von H. Greéeville, dessen frühere Werke
ets den ungetheilten Beifall der Lesewelt sich erwarben. Das Berner
Tageblatt“ wird durch fiete Vervolllommnung und Erweiterung seines Inhalts
»emuͤht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichlen Hohepuntte zu erhalien, son
ern quch immer weitere Kreise an sich zu fefseln.

Die verschiedenen Separat⸗Beiblaͤtter, welche das B. T. seinen Aben⸗
jenten liefert, haben nicht zum getingstn Theil zu den großen Erfolgen bei-
zetragen. Die „Deutsche Lesehalle“, eine belletrstische Wochenschrift
inter Mitarbeiterschaft der beliebtesten Autoren ist der Unterhaltung und Be⸗
ehrung gewidmet; das WitzblattVIIce, mii den meifte rhaften Illustra⸗
ionen von H. Scherenberg, sorgt mit seinem theils scharf satyrischen theils
armlos gemüthlichen Humor für die Lachlust der Lefer; die wöchentlichen
Nittheilungen über Landwirthschaft Gartenbau und Hauswirthschaft bringen
ieben namenkllich für den kleineren Landwirth Wissenswerthen, praktische Winke
ur den Gartenbau und zahlreiche Rotizen und Recepte für die Hauswirthe
chaft. Probenummern werden auf Wunsch gratis und franco zugesandt.

Der billige Abonnementspreis in Berucksichtigung des gebotenen Lejema⸗
erials beträgt bei allen Reichspoftämtern nur ä Narie es bC pro
2unrinl für alle A Blätter zusammen. Um sich den punktlichen
empfang des Blattes von Beginn des Quarials an zu sichern, wolle man
as Abonnement moͤglichst frühzeitig bewerlsielligen.
        <pb n="186" />
        82
Licitation.
—XX— —
Nachmittags“4 Uhr, zu Hasel
in ver Wirthschafi von Johann
Keßler, wird durch den unter⸗
zeichneten hiezu gerichtlich beauf⸗
ragten kgl. Rotar Sauer in
St Ingbert, die nachstehend be⸗
schriebene Liegenschaft im Banne
bon Hasel, der Abtheilung we⸗
gen öffentlich zu Eigenthum der⸗
steigert
Pl.Nr. 116, 24 70 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Sial Scheuer und Hof,
umnd Pli- Nr. 117. 23
20 m Garten dabei, das
Ganze gelegen im Orte
Hasel neben Jakob Geb⸗
Hhard und Nikolaus Thomas,
Eigenthümer sind die Kinder
und Erben der in Hasel per—⸗
seblen Bergmannseheleute Jo—
hann Peter Unbehend J.
iind Kaiharina Osthof, als:
1. Jakob Unbehend, Berg
mann in Hasel;;
Valentin Unbehend, Berg⸗
mann daselbst; 2
Louise Unbehend, minderjäh⸗
rige, durch die Ehe eman—
cipirte Ehefrau von Jakob
Unbehend, Schuhmacher da⸗
selbst;
Katharina Elisabetha Un⸗
behend, Ehefrau von Mar⸗
in Lasch, Schneider in
New⸗York;
Die minderjahrigen Kinder:
m) Elisabeiha. b) Johann,
c) Ludwig und q) Sophie
Unbehend, welche den Pe—
ter Schwerd, Bergmann
in Hasel als Vormund
und den Valentin Osthof,
Bergmann daselbst als Ne⸗
benvormund haben.
St. Ingbert, 20. März 1880.
ZSauer, k. Notar.
Mein Sattler⸗
—X
Geschäft befindet sich nun im
U. Siock des Hauses von Herr
Jos. Peters (früheres elterliches
Haus) in der Kohlenstraße und
Jalte ich mich in allen in mein
Fach einschlagenden Arbeiten auch
fernerhin besiens empfohlen.
E. Grewenig.
Wirthschaftsverlegung.
Meinen Freunden und Gönnern
die ergebene Anzeige, daß ich von
jetzt ab meine Wirthschaft in
das Haus der Frau Wwe. J.
Schwarz, gegenüber dem frü—
heren Zix'schen Hause verlegt habe.
ergebenst M. Eberhard.
eigeꝛeeu ·*
Als Vogelfutter em⸗
pfehlen wir: J
danfsamen,
daferkerne,
dirsen (gelbe)
Kanarien samen,
Repssamen,
Ameiseneier (getrodneh).
SvIrtanz Grell's Nachfolger.
Fin Madchen wuͤnscht sich
m Kochen auszubilden gegen
Bezahlung eines maßigen Hono⸗
rars. Am liebsten in einemn
Zoiel. Wer? saat die Exped. d. B

Holzversteigerungen
uus den Staatswaldungen des
igl. Forstreviers Neuhäusel.

Montag, den 3. April 1880,
Bormitags 10 Uhr bei Gast—
wirih Kaͤrl Cappel in Honmi⸗

burg.

Schläge: Bauwald, Alt⸗Eschwei⸗

weilerschläge, Prachtwald, Fuchs⸗

hau, Kanzlei, Oberwaidenthal,

Hohekopf, Steinkammer, Nessels⸗

hai, Nesselsberg, Schulzehang
und zufällige Ergebnisse.

79 eichen Stämme und Ab⸗

schnitte 2.-5. Cl.
634 buchen Stämme und Ab⸗
schnitte 3. 'u. 3. Cl.;
B birken und hainbuchen Nutz⸗
stämme 2. Cl.

G kiefern Baustämme 4. Cl.

33 eichen u. hainbuchen Wag—

nerstangen.
Donnerstag, den 8. April
1880, Vormitiags 10 Uhr in
der Wirihschaft der Frau Wwe,
Klein zu Neuhäusel.
Schläge: die Obige.
48 Ster eichen Misselholz 8
bvis 5. Cl.;
23 „NMutzprügel;
30 buchen Misselholz
2. Cl.;
703 , „Scheit 1. u.
2. Cl. u. Anbruch;
148 , eichen Scheit 2. Cl. u.
Anbruch, 1,20 m elg.;
25709 buchen und eichen
Silangen u. Astprügel;
288 9, buchen u. eichen Krap⸗
penprügel.
Gedruckte Looseintheilungen
iber das zur Versteigerung kom—
mende Stammholz sind bei der
Hallanzy'schen Buchdruckerei in
Zweibrücken zu haben.
Neuhäusel, 19. März 1880
Der kgl. Oberförster:
Moͤrschel.

Die Sehrader'schen
Prũüũ parate
v. Apoth. J Schrader Feuerbach
erfrouen sich durch ibhre
Keellitat u. Vorzuglichkeit
in allen Gegenden imme,
crösseror Boeliebtheit.
Unsero Leser finden in
der heutigen Nummer ein
Verzeichniss derselhen, das
vir bestens empfehlen.
Depot der dem treien
vVerker überlassenen Ar-
ikel uncdd nur dleser
nSt. Inghert: J. Priedrich
Homburg: J. Simon.
zweibrücken: W. 8Seel.

Trẽ und Verlag

von

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br.

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x

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F

8
VUeboer
donnta
Bock.

7

Anstich Zamstag Abend, ebenso bei
unsern saͤmmtlichen hiesigen Kunden.
Geschäfts-Empfehlung.
Unterzeichnete Firma beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß sie
unterm Heutigen ein Geschäft in fertigen Schuhwaaren ver⸗
bunden mit Lederhandlung und sämmtlichen Shuhmacher⸗
Artikeln eröffnet hat.
St. Ingbert, 20. März 1880.
Achtungsvollst
72. F. H. Laur Ehefrau.
NB Reparaturen werden bestens besorgt. n
.* Allen Freunden
einer geistig anregenden und zugleich unterhal⸗
lenden Lectüre kann mit puim Recht das

Veutsche dontags⸗ Platt
I Redacteiw: Verleger: W—
Arthur Levysohn. — Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗
politische Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen
Zehriftsteller zu ihren Muͤarbeilern zählt, enthält eine Fülle
zeistvoll geschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der poli⸗
tischen, uͤterarischen und künstlerischen Sirebungen unserer Tage
darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erscheinung
in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen
Montags⸗Blatt“ unparleiische und erschöpfende Behandlung,
während die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegan⸗

tester Form interessante Velenchiung erfahren.

Diese literarisch⸗ politische Zeitschrift ersten Ranges, welche
am zeitungslosen Tage, dem Rontag, erscheint, verbindet die
Vorzůge eines gehaltreichen Wochenblaites mit denen einer wohl ·
informirten, reich mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten
Zeitung, und so wird das D. M.⸗Bl.“ in seiner Doppel ·
Ratur dem Wahlspruch, den es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„„Von dem RNeuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutjche Montage⸗Blatt“ wird in
der Fülle und Gediegenheit seines Inhalis auch fernerhin den
ensationellen Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es so schnell
hat zum Lieblingsorgan der geistigen Aristokratie unserer Tage
heranwachsen lassen.

Alle Reichs⸗ Postanstalten und Buchhandlungen nehmen
Abonnements zum Preise von 2 Marli 60 PE. pro Quar-
tal enigegen. Zur Begegnung von Verwechselungen verweise
man bei Postbestellungen auf Nr. 1197 der Post ⸗ Zeitungs·
Preisliste pro 1880.
2a. Sichel's Atelier kuͤnstl. Zaͤhne
lombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johe — 155.

Hanfcouverts
mit Firmadruck von Mt. 4
in bis 7 Mt. ver 1000 Stück.
Dienst⸗Couverts
mit Firma⸗Druck von Mk. 5,50
uin bis Mk. 10, sind zu haben
in der Drucerei und lith. Anstal
oon F. X. Demen.

1671. Die weltbe⸗
rühmten Mineral⸗Hu⸗
sten⸗Caramels und der
Kakao⸗Thee Maria
Zenno von Donat Pa⸗
ris 1671. treffen fort⸗
waãhrend friiĩch ein.

Allein echt in St.
ngbert bei Herrn Jea!

R⸗eters.

F. x.

— — — — — ——
F56 in St. Ingbert.
—IXXXXX

Sonntaaeblatt“ Nr. 12.
        <pb n="187" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mif illustrirter Wei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstan und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierieljährlich

1AM 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswärii
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrisft oder deren Naum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
A 48. Dienstag den 23. März,

1885.

AbonnementsEinladung.

Bei dem bevorstehenden Beginne eines neuen Quartals er—
lauben wir uns, zum Abonnement auf den „St. Ingberter
Anzeiger““ hiermit ergebenst einzuladen.

Im Erscheinen und im Preise desselben wird keine Ver⸗
ünderung eintreten.

Der „Anzeiger“ wird fortfahren, die politischen Tagesereig⸗
nisse in gedrängter Uebersicht, aber möglichst rasch und voillständig
mitzutheilen. Besondere Aufmerksamkeit wird er den lokalen und
provinziellen Angelegenheiten zuwenden. Daneben wird er seine
Leser mit den interessantesten Fällen aus dem Gebiete der
Rechtspflege (mit besonderer Berücksichtigung der Schöffengerichts
tzungen dahier) und mit den wichtigsten Handels · und Ver—⸗
lehrsnachrichten bekannt machen.

Neu bestellungen wollen gefälligst bald, sowohl bei der
Post, wie bei uns oder unseren Austrägern gemacht werden. Un—
seren bisherigen hiesigen Absnnenten wird der Anzeiger“ auch
im neuen Quartale fortgeliefert werden, wenn sie nicht ausdrück
lich abbestellen. Die neuzuge henden Abonnenten werden die schon
erschienenen Nummern der laufenden Erzählung im Unterhaltungs

blatte gratis nachgeliefert erhalien.

Schließlich erlauben wir uns noch, den „St. Ingberter An⸗
zeiger“ zur Aufgabe von Inseraten aller Art einem geehrten hie⸗
gn und auswärtigen Publikum in empfehlende Erinnerung zu
ringen.

Ausland.

Die „Agence Havas“ meldet: In einem an das Gericht
idressirten Briefe dementirt Hartmann die von englischen
Journalen publizirte Erklärung (daß er der Haupturheber des
Moskauer Attentats sei und nächsiens nach Amerika reisen werde)
und behauptet. weder in Paris noch in London irgend Jemand
ie Angelegenheit erzählt zu haben. Um die Echtheit seines Brie⸗
ees festzustellen, übergab Hartmann denselben einem dem Justiz⸗
oirektor persönlich bekannten Freunde. Der Brief ist unterzeichnei:
Harimann“.

In Folge der kriegerischen Haltung Chinas werden in Nuß⸗
laud Vorbereitungen für einen allenfalls kommenden Feldzug ge⸗
roffen. Der Gouverneur von West⸗Sibirien hat den Befehl er⸗
alten, angesichts der Concentrationen chinesischer Truppen 5000
Nann Truppen aus seiner Provinz sofort nach dem ftrittigen Di⸗
krict Kuldscha zu senden. Die Regimenter sollen in Eilmärschen
»orrüden. — Sowohl in Nitlolajeff wie in Kronstadt werden Vor—
ereitungen für die Entsendung don Kriegsmunition nach dem
Stillen Ocean für den Schutz der Region des Amur gettoffen. In
den genannten beiden Plätzen sind Befehle eingelaufen, die Fertig⸗
tellung mehrerer Corvetten und Klipperschiffe zu beschleunigen, da⸗
mit sie abgesandt werden können, sobald das Eis aufbricht.

Das Madrider Journal „El Liberal“ glaubt, daß eine Inter⸗
vention der europäischen Staaten in Marocco sich bald als dring⸗
lich erweise. Das Blatt berichtet über neue gegen Juden beqan⸗
gene Excesse.

Redaktion und Expedition
des „St. Inaberter Anzeiger“.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 22. Piärz. S. Maj. der deutsche
Kaiser Wilhelm J. vollendet heute sein 83stes Lebensjahr.
Da sein Geburtstag dieses Jahr in die Charwoche fiel, so hatie er
ekanntlich angeordnet, daß die Feier desselben schon am Samstag
ʒegangen werde. Dieser Anordnung ist man auch in Süddeutsch⸗
and vielfach gefolgt, u. A. auch in den pfälzischen Siädlen Speher,
daiserslautern, Landau, Dürkheim.

*St. Ingbert, 28. März. Auf dem den Hrn. Gebr.
Dörr gehörigen Trippscheider Hofe bei Hassel gerieth am
Zamstag ein Arbeiter, Ramens Schwarz aus Niederwürzbach, in
»as Treibwerk einer Dreschmaschine und fand dabei seinen Tod.
Der Verunglücte ist verheirathet und hinterläßt 7 Kinder, von
»enen das Jüngste erst 3 Monate alt ist. Schon früher verun⸗
zlückten zwei Arbeiter an derselben Maschine; dem Einen wurde
ꝛine Hand und dem Andern ein Fuß abgequetscht.

FIn Hdheinod mußte wegen der Halsbräune, an der
auch der Schulverweser erkrankt istdie Schule geschlossen werden.

Auf dem Reichenbacherhofe bei Ouerberg kam
m 18. d. das 33 Jahre alte Soͤhnchen von Heinrich Hach durch
Verbrennen um's Leben. Die Cliern hatten den Kleinen allein
zu Hause gelassen; derselbe hatte Zündholzer in die Hande be—⸗
lommen und so das Unglück herbeigeführi.

F In Kaiserslautern fand am 18. März an der
andwirthschaftlichen Winterschule die Schlußprüfung in Gegenwari
»es kgl. Regierungsrathes Fgrhrn. v. Harold Statt. Die Anstalt
ahlte am Schlusse noch 21 Schüler; das Prüfungsresultat war
in fehr erfreuliches, wie auch das Verhalten der Schüler zu keiner
lage Veranlassung gab, so daß wir den Wunsch nicht unterdrücken
önnen: es möchten unsere pfälzischen Landwirhe noch mehr als
bisher ihre Söhne diese Winterschule frequentiren lassen.

fF Auch in Kaiserslauter'n hat sich ein Comite ge⸗
bildet, welches Beiträge zur würdigen Begehung der Jubiläums-
eier der Universitat Wwürzburg entgegen nimmt.

F Die Hauser⸗Steuer⸗ Revision hat sowohl im jenseitigen
Bahern wie in der Pfalz Anlaß zu vielen Beschwerden gegeben,
da sie diele Härten mit sich führt. Eine Reihe von Städten sucht
arin Abhilfe zu veranlassen und so hat namentlich Kempien ein
Tircular erlassen, worin Mittheilung über die Folgen der Hauser⸗
teuer⸗Revision erbeien und beantragt wird, sich an die Regierung
u wenden, welche mit der Revision der Steuergesetzgebung beschaf.
jgt ist, um eine andere Form der Besteuerung berbeinufuͤhren. Der

Deutsches Reich.

Der Reichskanzler wird im Laufe der Woche sich nach
Friedrichsruh begeben, um dort das Osterfest zu verleben.
Die Rückkehr des Fürsten nach Berlin ist vorläufig für den 5.
April in Aussicht genommen.

Die Bundesruthsausschüsse für Zoll- und Steuerwesen
berathen gegenwärtig über das Reichsstempelabgabengesetz. Es soll
sich in den Ausschüssen, namentlich von ba yerischer Seite ein
starker Widerspruch gegen die geplante Quittungssteuer erheben.
während die Borsensteuer unbeanstandet bleibt.

In Bundesrathskreisen will man wissen, daß dem Reichstag
in dieser Session eine Vorlage über die We hrsteuer nicht
mehr zugehen wird. Es sind hierüber eingehende Besprechungen
wischen der Militär-Verwaltung und dem Reichskanzler zu führen.
deren Abschluß noch in weiter Ferne liegt.

Am Samstag empfing der Kaiser anläßlich seines Geburts⸗
jestes (welches der Charwoche wegen schon am 20. März officiell began⸗
zen wurde) um 114 Uhr die Generale und Militärbevollmächtigten, um
12 Uhr die Commandeur der Leibregimenter und der Leibcompagnieen,
dann die Staatsminister unter Führung des Grafen Stolberg, um
tUhr die landansässigen Fürsten mit ihren Gemahlinnen, um 134
UUhr den Bundesrath mit dem Fürften Bismard an der Spitze und
um 2 Uhr das Reichstagspräsidium.

Wie das „D. Mont.Bl.“ erfährt, soll der Kaiser zu ei⸗
aigen Generälen sich dahin geäußert haben, „wenn die Zeit⸗
ungen jetzt sagten, der Friede sei gesichert. so trafen sie das
Richtige.“

In militärischen Kreisen verlautet, daß in kurzer
Zeit der kommandirende Genetal des 11. Armeetorps d. Bose,
der schon zu wiederholten Malen um seine Pension nachgesucht
den erbetenen Abschied demnächst erhalten dürfte.

Der ,Reichsanzeiger“ konstatiri, daß der don der „Germania“
mitgetheilte Text des papstlichen Schreibens an den Kolner
Erzbischof an einer Stelle abweicht von dem, welcher dem Reichs⸗
anzeiger“ vorliegt. Damit ist gleichzeitig als Thatsache konstatirt,
daß das epochemachende Schreiben der preuß., resp. deutschen Re⸗
gierung amtlich zugegangen und sonach das bekannte Zugeftänd⸗
niß des Papstes in Sachen der preußischen Kirchengesetzgebung auch
formell der preußischen Regierung gegenüber erfoigi iñ
        <pb n="188" />
        Stadirath von Kaiserslautern beschloß nun in seiner letzten
Sitzung auf Vorschlag des Vorsitzenden, da die Miethen namentlich
in den ältern Häufern gegen früher bedeutend gefallen seien, eine
Tommission zur Prüfung der Frage zu wählen, welche womöglich
in der nächsten Sitzung Bericht erstatten solle.

' In Gerolsheim brannte am 21. März, Nachmittags
ʒwischen 2 und 8 Uhr,, das Wohnhaus nebst Stall des Tagners
Leouhard Krauß nieder. Leider verloren dabei zwei Kinder des
Branbbeschädigten, Knaben von 6 und 4 Jahren, das Leben. Sie
wurden im Stall, woselbst der Brand entstanden sein mag, unter
den rauchenden Trümmern leblos hervorgezogen.

Der Commis Carl Ament von Albersweiler und der Lehr⸗
ling Stephan Seiter von Ramberg, beide bei Hrn. Kaufmann
Acermann in Landau, befanden sich Nachmittags auf ihrem
Zimmer, woselbst ein dem Ament gehöriger Revolver auf dem
Tische lag. Seiter soll damit gespielt und Ament ihm die Waffe
zu entreißen versucht haben. Hiebei entlud sich der Revolver und
die Kugel drang dem Seiter etwa zwei Finger breit unter dem
Herzen in den Leib. Die Verletzung ist eine sehr schwere. Ament
wurde verhaftet.

Der Landauer „Eilbote“ schreibt untern 22. März. An
dem Bahnhofübergaug in der Nähe der Station Maikammer er—
aignete sich gestern ein Unglücksfall, über den uns Folgendes mit—
geiheilt wird: Eine Chaise wollte den Uebergang passiren, als plötz-
uͤch das Pferd scheute; der dort stationirte Bahnwart wollte das⸗
selbe aufhalten, wurde jedoch von dem Pferde umgerissen und eine
Strecke weit geschleift. Als es endlich gelang, das Pferd anzu⸗
halten, war der Bahnwart den erhaltenen Verletzungen bereits
erlegen.

— F Die Ludwigshafener Volksbank hatte 1879 einen
Umsatz von 32,959,620 M. Dags eigene Vermögen besteht in
345,386 M. 21 Pfg. Stammantheile und 67,146 M. 92 Pig.
Reserven, zusammen 412,583 M. 18 Pfg. Die Mitgliederzahl
heträgt 611.

Speyer, 20. März. Zu Ehren des Geburtsfestes Sr.
Maj. des Deutschen Kaisers prangt unsere Stadt in reichem Fah—
nenschmuck. Am gestrigen Vorabend läuteten die Glocken unter
dem Donner der Geschüße und durch die Straßen zog um 9 Uhr
die Militärkapelle mit klingendem Spiele. (Sp. 3.)

Am 13. ds. Mis. machten etwa 19 junge Pfälzerinen
vor einer Prüfungscommission in Speier ihr Lehrerinen⸗Examen
m Englischen und Franzoͤsischen, und sollen sämmiliche die Prüfung
hestanden haben.

F Die Versetzungen der Beamten der aufgelösten königl. Eisen-
vahndirektiin Sa arbrücken scheinen nun zum Abschluß ge—
ommen zu sein. Die „St. Joh. Ztg.“ meldet die Versetzung von
echs höheren Verwaltungs⸗ und fünf höheren Baubeamten. Saar—
hdrücken erhält als kleine Entschädigung für seinen Verlust ein
Fisenbahn⸗Betriebsamt.

7 In Koln zog sich ein Mädchen beim Seilspringen eine
Darmverschlingung zu, die nach wenigen Tagen furchtbarer Leiden
den Tod zur Folge hatte.

7 Jn Stendal fiel in einem Tanzlokale plötzlich ein junges
Mädchen leblos zur Erde. Es wurde ärztlich konstatirt, daß die
Verunglückte infolge übermäßigen Tanzens vom Herzschlage gerührt
worden ist.

F Im Bahnhof zu Halle a. d. S. stießen am Vormittag
des 20. März zwei Personenzüge zusammen. Viele Personen
iind verletzt, sieben sollen todt sen. Mehrere Waggons sind zer—
trümmert. Der Zusammenstoß erfolgte in Folge falscher Weichen⸗
tellung. Der schuldige Weichensteller hat sich sofort nach der That
erhängt. Er hinterläßt 8 Kinder und galt als pflichtgetreuer
Beamter.

Der Gemeinderath der Stadt Brüssel hat, wie die
„Independance Belge“ meldet, am 15. ds. den Beschluß gefaßt,
daß die Stadt der Prinzissin Stephanie einen Spitzenschleier im
Werthe von 25,000 Francs zum Hochzeitsgeschenk machen soll.

— —xyur die Redacion veranwortlich: . x. Deme .

Holzversteigerungen
aus den Staatswaldungen des
kgl. Forstreviers Neuhäusel.

Montag, den 5. April 1880,
Vormittags 10 Uhr bei Gast⸗
wirth Karl Cappel in Hom⸗

burg.
Schläge: Bauwald, Alt- Esch-
weilerschläge, Prachtwald, Fuchs-
bau, Kanzlei, Oberwaidenthal,
Hohekopf, Steinkammer, Nessels-
Hal, Nesselsberg, Schulzehang
und zufällige Ergebnisse.

79 eichen Stämme und Ab—

sschnitte 2.—-85. Cl.;

5 birken und hainbuchen Nutz-

stämme 2. Cl.;

6 kiefern Baustämme 4. Cl.;
33 eichen u. hainbuchen Wag⸗

nerstangen.

Mein Sattler⸗
und Tapezier⸗
Geschäft befindet sich nun im
U. Stock des Hauses von Herr
Jos. Peters (früheres elterliches
daus) in der Kohlenstraße und
jalte ich mich in allen in mein
Fach einschlagenden Arbeiten auch
fernerhin bestens empfohlen.
E. Grewenig.
Ostermontag
Tanzmusik von 3 Uhr Nach⸗
nittags an bei
Jak. Quiring.
Seine ausgezeichneten, überall ge⸗
Mwten * —
aunrfnos
iefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Brobezeit gegen beliebige Ratenzablung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. Weidenslaufer, Fabril
— —n Nw— — — E — —
L'Intorprèͤcto Theéeé Interpreéter LInterpreto
ranzõsisches Journai fur Deutsche, /englisches Journal fur DPeutsche, italienisches Journal. fuür Deutseho
mit erläüuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire
und vervollkommneter Aussprachebezeichnung des Englischen und Italienischen.
Heérausgegeben und redigirt von Emil nnfer.

Vorzũglichsto und wirksamste Hilfsmittel bei Erlernung obiger drei Sprachen, namentlich
vr das Selbststudium und bei Vorbereitung auf Pxamina (Dinjahrig- Preiwillige); zugleich an-
Hehendste und erfolgreichste franz, engl u ital. Lectũre zur ebung und Unterhaltung, dureb
ĩie besondero Einrichtung dieser Journale sehon bei den bescheidensten Kenntnissen in er-
ppriesslichster Weiss verwendbar. Gräündung des NIPRPRETE, I. Juni 1877; des IXPER-
PRETER. I. Jan. 1878 und dos italieni jchen INIPRPRETE, I. Jan. 1880. und sei daher
eteterer als neueste Erscheinung auf diesem Gebiete ganz besonderer Aufmerksamkeit empfohlen.
hurch ihren praktischen und wissenschattlichen Werth erfreuen sich suùmmtliche drei ournale
iner ganz ausserordentlichen. die Aussersten Grenzen Dentschlands und Oesterreich-Ungarns
fasenden und im Auslande sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Verbreitung.
imait der drei Journale völlig verschieden: Tagesgeschichte. populärwissenschaftliche and
ermisehte Aufcatze, gediegene Norellen, interessante Processe ete.; ferner enthalt jede Num-
mer einen deutschen Artikel zum Uebersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
rragung hieraut zur Selbstcorrectur in der nachsten Nummer folgt. Wochentlich eine Num-
mner. Quactalpreéis jedes der drei Journale: bei der Post, dem Buchhandel oder di-
æct, nur i M. 750 Psg. (1H. 5 Kr. 6. W., 2 fr. 50). Preis eines einzelnen dMonates direet
30 Pf. Probenummern gratis. — Iaserate Gà 25 Pf. die 48paltige Petitaeile) von er-
olgreichster Wirkung.

Edénkoben in der bayer. Rheinpfalz.

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Truck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.

Geschäfts-Empfehlung.

Unterzeichnete Firma beehrt sich ergebenst anzuzeigen, daß fie
unterm Heutigen ein Geschäft in fertigen Schuhwaaren dver⸗
bunden mit Lederhandlung und sämmtlichen Schuhmacher⸗
Artikeln eröffnet hat.

St. Ingbert, 20. März 1880.

Achtungsvollst
F. H. Laur Ehefrau.
NB Reparaturen werden bestens besorgt.

Donnerstag, den 8. April
1880, Vormittags 10 Uhr in
der Wirthschaft der Frau Wwe.

Klein zu Neuhäusel.
Schläge: die Obigen.

48 Ster eichen Misselholz 3.
bis 5. Cl.;

23 „Nutzprügel;
30 , buchen Misselholz
2 Cl.;
7038, „EScheit 1. u.
2. Cl. u. Anbruch;
1451, eichen Scheit 2. Cl. u.
Anbruch, 1,20m lg.;
23578, buchen und eichen
Stangen u. Astprügel;
288, buchen u. eichen Krap⸗
penprügel.

Gedruckte Looseintheilungen
üͤber das zur Versteigerung kom—
nende Stammholz sind bei der
Hallanzy'schen Buchdruckerei zu
Zweibrücken zu haben.

Neuhäusel, 19. März 1880.

Der kal. Oberförster:

Möõrichel.
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        333 —222 m35
— 220 S 325 8 —A
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352353535 *—853 3 3228 —FAX.
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32* — &amp; —8 — 2 — 5 E 272 322 —53
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5325 225 * 333 5 — 8 3. . * 3 3— 53
— 2283 32223553 2 523 —3—
523 — 52 2* ——A * S25 35576 — —A
— 82* ,228.3753228 —3 2. 8 2. 53 * ——
333 —33 ——3— 5333333353.
5E—— 3 83 3 — —3 —.333353357535 833
— 3 —8 2 38— —
— — 2 77 2 —— — F 2260 —2* 58
33 333
—3* * 22 * * * 22
— —— 133553 3 233323—
5333 825338523 5 7 3 33535 27
223585532 — —
5 22 A — 2
I53 5283 33——2 338457*

Z 28*
—z528
52 7

33398 327
332 — *22
—* 35—3 ——
* — 22
3 5 72 2 3 ————
539 8 52 28 — 7375 ——
—
⁊* — * 7 2. * 2 * * — ** 5357 E 38
— *7. c4 —— —— 2 28 23.8
———

— — — 273 — 3. 8.2 8.
— 235323 235338 33 ——— 333
32* —— 2533333 A
—E — .28 — —A 23338 * 5382
3. 3332333 2 253335 2 98
233 2555 — * 2 — — 3 2 *2*
8 — 53553*38 22. 22 2 2 25
338 35553 3838 3 28 328

8

533 83 33 32 55 — —— 15
7 28* 2338
7 — . * * 3 2
—— 22.3
—Z 32385 338 22 2 3— 2 —7
h — — 3 *82
73328 58233
—3 23* —3— 25 5 —* ——
885 1575738 53 — 73
33 533 3822 7338
333533 —— 5335 22322
27 * Z 5223353 333 — *
—— 3 *373* 323

3836 82 * 1333 2
2.* 3828 8 53 5.3.
J

*5 35335335

2325733

*27*

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3

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3—
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9

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—3—
⸗
—2*
*
06538 5—87
25 3352 28
3553323
122 3232
— 3*
732833283832⸗
—.333838
3538— 532333
2 Te 5— 8 22253228 282
— 328 3 — 7 22
3 3333.,332 53327
258*2 3533 83* —
S 2 532 37 27
2. — — 2 X
»665226 *2N22
. * 5 2 2. 23 572
35cE8 *28
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1s88354338 P
5 3835 22
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—*8 5328 22
5 2.3 52
3 22 7*.
WL8 35 557 *2 4 38
2. * * cX
35553 1323 393 3 3339

424*

⸗

25
—
— ———

T2. 522 353
*Z* *53 ——* 5322—
38 5,23 2 335
3 23 53*33.8*
2. 3 13232 2 *3
—3 7 —A
E 2* —— 238 *
7 —A * * 23*
— *3
353535353335
58 523233
23—3333253
25 —22 —
253838532 92332
23 8 2087*
*2335 3233
235333 —I
51227 225
* * 7 272
— 238*8 2 ——A *
22 22323
2 — O 2
227 *23
—3255 23 383
3 558*
2589 2328
—* — 2
22333 53535

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2
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        Sl. Ingberker Anzeiger.
—8
Ler Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag uud Sountag. Der Abounementspreis beträgt viertelijahrlich

1.MJM 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswäri
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 opro Zeile berechnet.
AMß 49. Donnerstag den 25. Maärz

1880

Deutsches Reich.

Welche Macht dem preußischen Staate durch die Eisen—
bahnankäufe der letzten Jahre in die Hand gegeben, besonders mit
Rücksicht darauf, daß große Klassen der Bebdikerung in ein un—
mittelbares und so gut wie gar nicht durch Garantieen geschütztes
Abhängigkeitsverhältniß zu den Behoörden getreten sind, das erhellt
am besten aus der statistischen Angabe, daß nahezu Lujs pCt. der
gesammten männlichen Bevölkerung im Eisenbahndienst ihren Lebens—
unterhalt finden. Das bei den Bahnen tägiich beschäftigte Per⸗
sonal bestand nämlich schon Ende 1878 aus 94,000 Beamtlen und
35,200 Arbeitern, zusammen also aus 179,200 Köpfen, wobei
noch die beim Bau neuer Linien beschäftigten Personen nicht ein⸗
begriffen sind. Rechnet man die Angehoöͤrigen dieser Beamten und
Arbeiter hinzu, so ergiebt sich als Gesammtzahl der dem jeweiligen
Vertkehrsminister dirett oder indirekt untersiellten Bevölkerungskate⸗
gorieen die Ziffer von rund 800,000, also ungefähr 5 pCt. der
preußischen Staatsangehoöͤrigen.

Ausland.

Die .Agence Havas“ meldet unterm 23. März aus Paris:
Es wird versichert, daß die Dekrete in Betreff der nicht autorisirten
Congregationen heute Vormitlag von dem Präsidenten unterzeichnet
wvorden, daß dieselben aber erst nach Osiern erscheinen würden.
Die Jesuiten, welche Ausländer sind, werden ausgewiesen werden,
vährend die Jesuiten, welche Franzosen sind, ihre Anstalten zu
ichließen und sich zu zerstreuen haben. Falls Weigerungen vor⸗
ommen sollten, wird die Regierung Maßreqeln zur Ausführung
er Gesetze treffen.

auf dem ganzen Schiffe wird gleichförmig wie die übliche in der
2. Cajüte sein.
Das Auffinden von Petroleum in der Lüneburger Heide
hat unternehmungslustige Herren in Bremen veranlaßt, nun wirklich
zur Bildung einer Deutschen Petroleum⸗Bohr⸗Gesellschaft mit einem
BSrundkapital von 1 Million Mark in Altien Roο Mart zu
chreiten. Der Prospekt hebt hervor, daß in der Lüneburger Heide
bielfach Anzeichen für das Vorhandensein von gröoßeren Mengen
Petroleum gefunden worden seien. Bei ca. 50 m Tiefe werde be⸗
teits ein gutes Schmieröl von 0, 90 spez. Gewicht gewonnen, welche⸗
un 15 M. per Centner zu verkaufen ist.
Fur die Redaction verantwortlich: X. Demen. J
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 12. April 1880,

NVachmittags 3 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirthschaft
von Peter Heusser, wird gegen
die Eheleute Friedrich Jatob
FKoch, Wirth daselbst und Ka—
harina Schneider, durch den
interzeichneten kgl. Notar, die
nachstehend beschriebene Liegen⸗
schaft im Banne von St. Ing-
bert im Wege der vertragsma⸗
zigen Wiederversteigerung öffent⸗
ich zu Eigenthum versteigert:
Pl.⸗Nr. 442, 95 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus, Pl.⸗Nr. 443, 1 4
16 qm Garten dabei, Pl.⸗
Nr. 444*, etwa 27 qm
Einfahrt und Hofraum (ein
drittel Antheil, ganze Flaͤche
31 qm) gelegen zu St.
Ingbert an der Haseler
Straße, neben Peter Heusser
und Johann Jung.
Ingbert, 23. März 1880.
Sauer, k. Notat.

4
Bekanntmachung.

Am Donnerstag, den 1. April
nüchsthin Nachmittag um 2 Uhr
im Bürgermeistereilocale dahier,
wird das Gemeindeberechtigungs⸗
holz pro 187980 öffentlich ver
steigert:

Distrikt: Gebrannter Wald.

326/2 Ster Eichen; *
709 „Buchen;
102 „gemischtes Holz.
St. Ingbert, 28. Marz 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Bekanntmachung.

Nach Vorschrift des 8 139
der Konkursordnung fürt das
deutsche Reich, wird hiermit öffent⸗
lich bekannt gemacht, daß der
Unterzeichnete in dem Conkurse
Friedrich Hermaun Laur Ger.
ber in St. Iugbert demnächst
eine Abschlagsdertheilung vor—
nehmen wird.

Ein Verzeichniß der bei dieser
Vertheilung berücksichtigt werden⸗
den Forderungen ist auf der Canz-
lei des igl. Amtsgerichts Si.
Ingbert zur Einsicht der Be—
theiligten niedergelegt.

Die Summe der berücksichtigt
werdenden Forderungen beträgf
M. 63 19036 Pf. und der ver.
fügbare Massebestand 2500 M.

St. Ingbert, 25. März 1880.

Der Conkursverwalter

—*2
Geschäftsmann.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Der interimistische Verweser der kath.
Schulverweserstelle dahier, Herr Gustav Peill, wurde auf Vorschlag
oer Ortsschulkommission und des Stadtrathes zum Schulverweser
ernannt.

f. Auf der am 20. März in Neustadt tagenden außer⸗
ordentlichen Generalversammlung Pfälzer Aerzte wurde beschlossen,
zu Ehren des verstorbenen Hofraihes Dr. Did von Klingenmünster
ein Lieblingsprojekt desselben zur Ausführung zu bringen und
einen Hilfsverein für arme Geisteskranke in der Pfalz als „Dick⸗
Stiftung“ in's Leben zu rufen.

F Am 12. April naͤchsthin findet in Grünstadt (Brauerei
Sel:sam) eine Versammlung der pfälzischen Barbiere statt.

Dem Gutsbesitzer und Adjunkten Klein in Wa chenheim
wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag in einem Wingert
uuf Forster Gemarkung nicht weniger als 78 Drahisteine auf bos⸗
villige Weise abgeschlagen. Herr Klein hat für Ermittelung der
Thäter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt.

F In einem Dorfe der Pfalz hielt kürzlich ein Lehrer Un⸗
erricht in der Naturgeschichte und kam dabei auf den Hasen zu
prechen. „Habt Ihr schon 'mal Hasen gegessen ?“ fragte er eine
Gruppe Kinder. Fünf oder sechs davon mehdelen sich. Das schien
rin MRädchen zu verdrießen, denn es hob den Finger auf und sagte
nit stolzem Selbstbewußtsein: „Wir haben dermeist den gangen
Winter sehr oft Hasenfleisch gegessen.“ „Wie kommt denn das ?“
ragte der Lehrer. „Ei, mein Vater hat immer Hasen von der
Jagd heimgebracht,“ lautete die Antwort des Kindes. Diese Ant«⸗
vort erregte Aufmerksamkeit, denn der Vater gehört keineswegs zu

Hen Jagdpächtern, also berechtigten Jaägern. Die Gendarmeric,
welche die Sache erfuhr, hielt Nachsuchung in dem Hause, wo so
diel Hasenfleisch gegessen ward und fand 23 Baͤlge auf dem
Speicher, wo sie zum Trocknen hingen. Das Hasenfleisch-Essen
wird nun einen Nachtisch bei Gericht erhalten.

FS500 amerikanische Turner besuchen das allg. deutsche
Turnfest in Frankfurt a. M. Die Turngemeinde in Cin⸗
innati hat den Dampfer „Silesia“ von der Hamburg⸗Amerikani⸗
chen Paketfahrt⸗ Actien⸗Gesellschaft gemiethet, welcher am Sonntag
ʒ. Juni von Rew ⸗VYork abfahrt. Derselbe ist speciell für die Ex⸗
ursion hergerichtet und nur die mit Excursionsbilleten Versehenen,
—X Cincinnati⸗ Turngemeinde ausgegeben werden,
verden mit dem Dampfer befördert. Bekostigung, Bedienung ꝛ⁊c.

Etragsmäßige
Wiederv.rsteigerung.
Montag, den 12. April 1880.

Nachmittags 2 Uhr, zu St.
zIngbert, in der Wirthschaft
von Peter Heusser, wird gegen
Laspar Rohr, Wirth daselbst,
m Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, durch den
unterzeichneten kgl. Notar dffent⸗
ich zu Eigenthum versteigert:
zie nachstehend beschriebene Lie⸗
zenschaft im Banne von St.
Ingbert:
Pl.⸗Nr. 602 und 6114,
2 a 87 qm Fläche, Wohn⸗
haus mit Keller, Wasch⸗
lüche, Schweinstall, Hofraum
und Garten, gelegen zu
St. Ingbert an der Haupt⸗
straße neben Johann But«
termann und Johann Uhl,
Bittwe.
Ingbert, 23. März 1880.
Zanuer, k. Notat.

Der obere Stock im
Kahn 'schen Hause in der Blies⸗
'asteler Straße ist zu vermie⸗
then und kann sofort bezogen
werden.

Johann SEchmelzer.
Ostermontag
Ign masir von 3 Uhr Rach
Jak. Quirin,
Rentrisch.
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beste und billigste Einkaufsquelle an der Saar
F146 2
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2
*
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Nahnhofstraße
—

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empfiehlt reichhaltigste Auswahl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison, als wie:
derren⸗ und Knaben-Kleider jeden Geures
Damen- und Mädchen-Mäntel,
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Auswahliendungen bereitwilligst.

Umtausch noch innerhalb4 Wochen.
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Ax Man bittet auf Namen und Haus—⸗
N ünmer AI4ac0 A au achten.

Bei Einkfäufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Vk. 50 das Retourbillet im Umkreis
von 10 Stunden vergütet

24
3
2.
11

r— ⸗

X

N
Geschäfts-Empfehlung.
Unterzeichneter beehrt sich einem geehrten Publikum anzuzeigen,
daß er sich hier als Bildhauer etablirt hat und alle Arbeiten, in
Marmor wie in Sandstein, in solidester Ausführung zu
außerst billigen Preisen liefert, auch alle in das Steinhauerfach
einschlagenden Arutel und Reparaturen, sowie die kleinsten Auf⸗
räqe rasch und billia besorat.
2Nath. Hartz,
Rildhauer.

Rosinen⸗
Caffee,
das Beste von allen Surro—
jzaten von W. Dauner, in

München, empfiehlt
— —B. Zepp ·

Wirthschafts⸗
Eröffnung.
Heute (Donnerstag) in meinem
dauͤse (rüher Eberhard'sches)
m Josephsthal Eröffnung einer
Bier⸗ und Weinwirth—
schaft, mitzuten, reinen Geträn—
en, wozu Freunde und Gönner
yoitichitt einladet

Wwe. L. Poller.
Gratis.

Suppen⸗Gries, Sago,
Perl-Gerste, Hirsen,
Neis, grüne Kerne und
Würfel⸗Zucker empfiehlt

B. Bepp.

Georg Klein
zum goldenen Stern.

Während der Oster⸗Feier⸗
tage:

Bock—

D o

Austich. —

Apfelwein und Trau⸗
benwein über die Straße per
Schoppen zu 20 Pfg. —

Auch hat derselbe möblirte
Zimmer unnd Familien⸗
wohnungen zu vermiethen. —

15 bis 20 Mann werden in
Raft ind 24 angenomen.

4 bis 500 Centner Klee
und Wiesenheu bester Qua⸗
lität verkauft

philipp Klint.

J. J. Grewenig hat

zwei Beet
Stegwiesen

ö— — —— — — —
Musik-Verein.

Ich beeile mich, unsern verehrl.
Muͤgliedern privatim mitzutheilen,
daß die in Aussicht genommene
Unterhaltung am Oster⸗
moniage nicht stattfinden
tann. Schlick.

Mein Sattler⸗
und Tapezier⸗
eschãft befindet sich nun im
n. Siod des Hauses von Herrn
Jos. Peters (früheres elterliches
Haus) in der Kohlenstraße und
halte ich mich in allen in mein
Fach einschlagenden Arbeiten auch
fernerhin bestens empfohlen.

Grewenig.

ä ö——Nini
ymnasial-
¶

RiIduns.

gehnelle und doch gründ-
iche Vorbereitung für die hö-
eren Klaszen der Gym-
asien und Realgym-
gasien, vie aueh für Po-
ytechnikum ete. —
Fea- und Handels-
Fckule wit der Berech-
bdigung 2zum einjahrigen
büfitaircienst-Pensionat
npober und sehr gesunder
Dage, wit pruchtigen Rãum-
jchkeilen. — Programm
lurch die Dircction des Im-
ernational-Lehrinsti-
tnis in Erucusal

(46 4824).

ẽin gelber Schäfer⸗
hund, mannl. Geschlechts, mit
dalsband woran das Hunds⸗
eichen Nr. 90090, ist mir gestern
Mittwwoch) zugelaufen.

Der Eigenthumer des Hundes
ann denselben gegen Bezahlung
des Futtergeldes und der Inse⸗
ationskosten bei mir abholen.

Augtuist Hager.
Trud und Verlag von F. X.
Mm CAnnneten Inrirte4

Ein
hohes Alter
önnen selbstehwochliche Perso⸗
diu ⏑—
sen erlangen;

T Ast versaume deshalb⸗
J sofott das eu erschienene
—— — — —
uch anuschaffen, welches die
⏑—
im̃ dausigsien auftretenden Krank⸗
Ien, wie: Abmagerung,
wache Magenleiden,
Nervenleiden;⸗ Leberbe⸗
chwerden, Blutarmuth,
Haͤmorrhoiden, Band⸗
varm u. s. w. genau beschreibt
ind dagegen die wirksamsten
dausmitiel angiebt. Dies!
AAratis zu haben inẽ

Angbert bei Herrn
Friedri

zanfeouverts

mit Firmadruck von Mk. 4
an bis 7 Mk. per 1000 Stück.

Dienst⸗Couverts
mit Fitma⸗-Druck von Mk. 5,50
an bis Mt. 10, sind zu haben
in der Druderei und lith. Anstalt
von F. X. mn.
2 Zimmer hat zu ver⸗
miethen Wwe. Martini,

im Josephsthal—

zu vervachten
Der Osterfeiertage

wegen wirdamSonn⸗

ag krin „Anzeiger“ ausgegeben

ind das illustrirte Sonntagsblatt

Samutagsnummer beigelegt.

eicen wolle man bis

Samstag Vormittag an uns ge⸗
angen lassen.

Erved. des St. Ingb. Anz.
ö— — — — —— —
Demes in St. Ingbert.
—EVXCGIII
GBtapen sSün unser⸗
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        ——
3355 B
2323552532323552
—355 553 33333325 3 —z533 75—38
—— 5 8 — 8—272384 —3 — — — — — 28 2 2
25533 —* — 22k522 —. 58 .c z33335353233855 5
—— * — —* 3 —F— — 55 5—3 583 2 *
55 53 ——— 8 —A 7— ——33353855 — XX —2
55555 8 523—2 3 58 52872 —2222 2223 28 4
— — 5* 2383558*33283 ——— —
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7 2253535 —— —— —52 5—327 *5 2 522855*
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*2* *6 33 582 — —55325 5—5055 8 —52 35*5
8 — — —2 —— 55583— M 58 S 8 * 27
53 —5— — *E 2 2 5255334538* 42525758
——25—2 8 — ——— WM —55 253533— —23352355
52558 8z35565835* 8533 2558 — 5355 5 3433 352
—— * * * —2 5c8IS — B 525
33353535 ,
2 æ E

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2 *
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—— 3

2222
— 8 —32
—A ———
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        Slt. Ingberler Nnzeiger.

Der St. Ingberrer Anzteiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchhentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementapreis betragt vierteliährlich
AM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 H vro Zeile berechnet.
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AM BDGHO. Samstag den 27. März

1880.

Abonnements⸗Einladung.

Bei dem bevorstehenden Beginne eines neuen Quartals er⸗
lauben wir uns, zum Abonnement auf den „St. Ingberter
Anzeiger“ hiermit ergebenst einzuladen.

Im Erscheinen und im Preise desselben wird keine Ver—⸗
änderung eintreten.

Der „Anzeiger“ wird fortfahren, die politischen Tagesereig⸗
nisse in gedrängter Uebersicht, aber möglichst rasch und vollständig
mitzutheilen. Vesondere Aufmerksamkeil wird er den lokalen und
provinziellen Angelegenheiten zuwenden. Daneben wird er seine
Leser mit den interessantesten Füllen aus dem Gebiete der
Rechtspflege (mit besonderer Berücksichtigung der Schöffengerichts—
sitzungen dahier) und mit den wichtigsten Handels- und Ver—
kehrsnachrichten bekannt machen.

Neubestellungen wollen gefälligst bald, sowohl bei der
Post, wie bei uns oder unseren Austrägern gemacht werden. Un⸗
seren bisherigen hiesigen Absnnenten wird der „Anzeiger“ auch
im neuen Quartale fortgeliefert werden, wenn sie nicht ausdrück⸗
lich abbestellen. Die neuzugehenden Abonnenten werden die schon
erschienenen Nummern der laufenden Erzählung im Unterhaltungs⸗
blalte gratis nachgeliefert erhalten.

Schließlich erlauben wir uns noch, den „St. Ingberier An⸗
zeiger“ zur Aufgabe von Inseraten aller Art einem geehrten hie⸗
sigen und auswärtigen Publikum in empfehlende Erinnerung zu
bringen.

Straßen. Ein Infanterie⸗Officier, welcher denselben begegnete,
timmte den Ruf an: „Es leben die Jesuiten!“ was zur Folge
Jatte, daß er durchgeprügelt wurde.

Paris, 24. März. Der Kriegsminister ordnete an, daß
diejenigen Officiere, welche Unterricht in den Jesuitenanstalten er⸗
heilen, ihre Mitarbeit an diesen Anstalten sofort einzustellen haben.
Der Befehl zur Ausweisung der Jesuiten, welche Ausländer sind,
wurde gestern an die Präfekten abgeschickt.

Am 24. März wurde das englische Parlament durch die
königin aufgelöst.

Der Kaiser von Rußzland hat bei der Geburistagsfeier
eines Oheims, Kaiser Wilhelm, in so warmer Weise den Wunsch
ausgesprochen, daß sich das hundertjährige gute Einvernehmen
wischen Rußland und Deutschland erhalte und befestige, daß wohl
angenommen werden darf, was jetzt von verschiedenen Seiten be⸗
hauptet wird, daß Gortschakow und Miljutin bei den Zettelungen
in Paris gegen Deutschland weiter gegangen sind, als Kaiser Alex⸗
ander gewußt hat. Ueb rigens wird die Nachricht, daß auch Frank⸗
reich versucht habe, mit Oesterreich in nähere Beziehungen zu treten,
etzt auch anderweitig bestätigt.

An großen Worten und feurigen Proklamationen haben es
russische Verschwoͤrer nie fehlen lassen. Auch jetzt greifen sie zu
diesen Ingredienzien als Abwechslung, denn es scheint auch ihnen
zefährlich immer mit Dynamit, Revolvern oder Dolch zu hantiren.
das russische Revolutionskomitee hat, wie wir der Pariser Lanterne“
mitnehmen, am 185. eine Sitzung in Genf gehalten, in welcher die
dorzüglichsten Pläne der Nihilisten besprochen wurden. Das Exe⸗
utivkomitee in St. Petersburg hat, wie es scheint, die Fortsezung
des Kampfes gegen die rusfische Regierung beschlossen. Es ist nach
einer Versicherung vorbereitet, die Welt durch die Energie seiner
aächsten Handlungen in Erstaunen zu setzen. In Genf haben zwei
Ansichten einander gegenübergestanden. Die Gemäßigten verlangten
vor weiterem Vorgehen den Erlaß eines Manifestes an das russifsche
Volk. Dieses Manifest sollte das wachsende Elend des Volkes kon⸗
tatiren und Mittel zu dessen Bekampfung angeben. Der Czar
ollte im Namen des russischen Volkes, der Menschlichkeit und Cibi⸗
lisation, im Namen seiner Familie und seiner selbst willen ange⸗
jangen werden, seine politische Richtung zu ändern und dem russischen
Volke dieselben Rechte zuzugestehen, welche die anderen Völter ge⸗
nießen. Die Sitzung war eine hochbewegte und erschütternde.
Schließlich war es die Partei der That, der Exaltirten, welche die
Oberhand behielt. Die Mauern don St. Pelersburg müssen im
Augenblick schon mit Proklamationen bedeckt sein, welche der
russischen Regierung anzeigen, daß der revolutionäre Krieg ohne
Aufschub und Mitleid sich fortsetzt und die Rache des russischen
Volkes dem Czaren auch nach Livadia oder der Fremde folgen wird.

Redaktion und Expedition
des „Et. Zuger Anzeiger“
Deutsches Reic

Es zirkuliren seit einigen Tagen in München abermals Ge⸗
rüchte, nach welchen weitere Ministeränderungen beabsichtigt sein
sollen; da indessen Bestimmtes hietüber nicht verlautet, müssen wir
uns vorerst darauf beschränken, das Vorhandensein solcher Gerüchte
zu konstatiren.

Vom bayerischen Kriegsministerium wurde eine neue In⸗
struktion über das Verfahren bei Versorgungs-Ansprüchen invalider
Mannschaften vom Feldwebel abwärts erlassen; nach derselben
werden Ansprüche auf Invaliden-Versorgung erworben: A. Von
Unteroffizieren und Maunschaften der aktiven Armee, 1) wenn sie
durch Dienstbeschädigung invalide geworden sind; 2) wenn sie nach
einer Dienstzeit von mindestens 8 Jahren ganz invalide, nach
einer Dienstzeit von 12 Jahren halbinvalide geworden sind; 3.)
nach einer aktiven Dienstzeit A. von 18 Jahren, b. von 12 Jahren
Won Unteroffizieren init fortgesetzter guter Fuhrung, zur Erlangung
des Zivil⸗Versorgungs-Scheines), ohne daß es des Nachweises der
Invalidität bedarf. B. Von Unteroffizieren und Mannschaften der
Reserde und Landwehr, wenn sie durch eine während des aktiven
Militärdienstes erlittene Dienstbeschädigung invalide geworden sind.

Berlin, 23. März. Wider Erwarten haben die Bundes⸗
raths-Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen die Vorlage wegen
der Reichsstempel-Abgaben im Wesentlichen nach der ursprüng-
lichen Fassung. und zwar die Börsensteuer inclusive der Quittungs⸗
steuer, angenommen. Es ist dem preußischen Einfluß zuzuschreiben,
daß auch die Quittungssteuer zur Annahme gelangt ist; die Vor—
lage wird nun alsbald an den Reichsstag kommen.

Der Kostenaufwand für die Ausführung der Militärgesetzno—
velle betragt für forldauernde Ausgaben 17,160, 242 M., an ein⸗
maligen Ausgaben für Neuformationen 26,718, 166 M.

Ausland.

Paris, 22. März. In der Provinz herrscht noch große
Aufregung. Ueberall werden antijesuitische Adressen unterzeichnet.
Alle Staats- Universitäten haben der Aufforderung der Pariser
Studenten Folge geleistet und sind für die Ferry'schen Gesetze ein⸗
getreten. Eine Ausnahme machte nur die Universitäat von Poitiers,
die in ihrer Mehrheit den Jesuiten gewonnen ist. In Tou⸗
lhouse, wo die Studenten sich ebenfalls gegen die Jesuiten er⸗
klärten, kam es zu Ruhestörungen. Die Studenten durchzogen nach
hrer Verrsammlung unter dem Absingen der Marseillaise die

Vermischtes.

—Zweibrücken. Von der Generalagentur der Kisstuger Loiterie
jeht uns Folgendes zu: „Die im „Pfälz. Kurier“ gebrachte Anschuldigung,
ils sei bei unseren dijentlichen Anpreisungen der Kissinger Loose hervorgehoben
vorden, „es solle ohne Serien unter Einlage der laufe nden Nummern ge⸗
ogen werden“ ist total unrichtig. Unsere Inserate trugen die Worte: Keine
Serien — fortlaufende Nummern.“ Da in unseren Inseraten nicht eine Silbe
ber den Ziehungsmodus erwähnt wurde, können sich diese Worte auch nur
zuf die Beschaffenheit der Loose selbst beziehen. Unsere Loose trugen, wie be⸗
annt, keine Seriennummern, fondern fortlaufende von 1 bis 300, 000. Die
kinlage der 300,0.0 Rummern in ein Rad,, wurde wohl nie vom dnigl.
Sta ats⸗Ministerium des Innern genehmigt werden, indem Hochdasselbe mit
stescript vom 19. Juli 1877 betreffs der Zweibrücker Lotterie unter Anderem
»ie Bestimmung traf: „Der vorgelegte Gewinnziehungsplan (wonach sammt—
‚liche 200.000 Loose in ein Rad hätten eingelegt werden sollen) kann mit Rück-
ficht auf die erheblichen Schwierigkeiten, welche dessen Ausfuhrung voraus sichtlich
bereiten wurden, nicht genehmigt werden. Das Geschaft der AX
200,000 Loosen (dvei der Kissinger Lotterie sind es sogar 300,000 Nummern)
iin das Nummerrad, dann von 10,000 Gewinnnummern in das Glucksssrad,
erfotdert nicht blos einen ganz enormen Zeitaufwand, sondern auch einen
ganz außergewöhnlichen Grad von Sorgfait, um jedes Verseren bei diesem
endlosen Geschaäfte fern zu halten, dabei liegt die Gefahr nahe, daß die Looje
wegen der massenhaften Anhäufurg in den Radern durch die erforderliche
haäufige Bewegung der letzleren beschädigt und schließlich so zermalmt werden,
daß sie für die Ziehung nicht mehr brauchbar sind.“ Wir wollen hier noch
zemerlen, daß wir zur Einzelloosung der 700 höheren Gewinne pwei voll
        <pb n="196" />
        Tage nöthig hatien. Die Kölner Dombaulotterie gebraucht zur Ausspielung

von nur 1380 Gewinnen 8 bis 4 Tage, die Kissinger Lotterie spielt jedoch

II,800 Gewinne aus und wären hiezu, sollten sämmtliche Gewinne einzeln

gezogen werden, mindestens 39 Tage erforderlich! Daß unsere Ziehungs⸗

weise unzwechnäßiger erscheinen soll, als Serienziehung, kann nur ein in dieser

Sache vollständig Unkundiger behaupten, denn bei Serienziehung werden eine
besinnmte Anzahl Serien gezogen, welche mit sämmtlichen Rummern gewinnen.
Aus diesen gezogenen Serien werden dann erst die höheren Gewinne einzeln
ausgefpielt, die niederen Gewinne vertheilen sich auf die übrigen Nummern
dieset gezogenen Serien. Es haben bei Serienziehung daher nur die gezogenen
Serien Ehancen auf irgend welchen Gewinn, während sämmtliche nicht gezogene
Serien vollständig und vornweg von der Ziehung und den Chancen auf einen
Sewinn ausgeschlossen bleiben. Bei unserer Ziehungsweise haben auf die 700
Hoheren Gewinne sämmiliche 800,000 Nummern vollkommen gleiche Chancen
und nur die Gewinne mit 5 und 10 Mark vertheilen sich auf sämmiliche
Tausende gleichmäßig. Daß unsere Ziehungsweise dem fpielenden Bublikum
weit mehr Rechnung trägt als die nach Serien erhellt zur Genüge aus Obigem
und ist der beste Beweis hiefür die Thatsache, daß bereits über die Hälfte
der Loose zur zweiten Ziehung von uns im laufenden Monat verlauft wurde.

Wie die „Pf. Post“ mittheilt, hatten in einem Amtsge⸗
richtsgefängniß des Westrich s 24 Sonntagsschulpflichtige, dar⸗
unler 15 Mädchen, eine Haftstrafe von je vier Tagen abzubüßen,
die denselben wegen wiederholten Wirthshausbesuches zuerkannt
worden sind.

7 Der Verwaltungsgerichtshof in Münschen hat durch Er—
kenntniß vom 24. ds. die am 7. November vor. J. stattgehabte
Gemeinderathswahl in Niederauerbach bei Zweibrücken
wegen dabei vorgekommenen Unregelmäßigkeiten entgegen einer Ver⸗
fügung des k. Bezirksamts Zweibrücken für ungültig erklärt.
Am Sonntag hat in Niederauerbach eine Schlä—
gerei zwischen mehreren Soldaten (Jägern der Zweibrücker Garni—
son) und Civilisten stattgefunden, in deren Verlauf die ersteren
von ihrer Waffe (Yatagan) Gebrauch machten. Auf beiden Sei-
ten sind Verletzungen, zum Theil ziemlich graver Natur, vorge—
kommen. Von wem die Veranlassung zum Streit ausgegangen
wird die Untersuchung wohl ergeben. (Von den betheiligten Sol⸗
daten befinden sich zwei im Militärspital.)

m. Kaiserslautern, 25. März. Die Zahl der An—
meldungen zur J. pfälz. Ausstellung von Lehrlingsarbeiten beträgt
bis jetzt 392 von Lehrlingen und 2 von dachschulen, wobei aber
noch mehreres Angekündigte ausständig ist. In der vorgestern ab⸗
gehaltenen Sitzung des Hauptausschusses wurde nach Maßgabe der
angemeldeten Gegenstände beschlossen, die Ausstellung in folgende
8 Gruppen einzutheilen: 1. Gruppe: Waaren aus Thon, Porzel⸗
lan, Steingut und Glas, Stein⸗ und Bildhauerarbeiten. 2. Gruppe:
Bearbeitung von Metallen, a. gröbere Metallwaaren, b. feinere,
c. Werkzeuge, d. Uhren, Golde und Silberarbeiten, e. Gravier⸗

Versteigerung.

Dienstag, den 80. März
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
Sengscheid in ihrer Wirth⸗
schaft lassen die Wirthseheleute
Jakob Schmitt und Elisabeth
Jungffleisch daselbst folgende
Mobiliargegenstände, als:

2 trächtige Rinder, 1 Rind,

2 Ochsenkälber, 150 Cent⸗

ner Kartoffeln, 1 Hacken⸗

pflug 1 Schaufelpflug1

eiserne Egge, 1 Pflugwä—⸗

gelchen, 1 Paar Heuleitern,

1 Schubkarren, 2 Kleider⸗

schränke, 1 Pfeilerschrank,
1 vollständiges Bett, 1
Nachttisch und 2 Wand⸗
uhren; —
dann unmitielbar darauf fol⸗
gende Liegenschaften in der
Steuergemeinde Ensheim, als:
1. Pl.⸗Nr. 74652, 16 a
35 qm Acker beim Weiher⸗
damm neben Friedrich Ruf⸗
fing und Johann Jung—

fleisch;

Pl.⸗Nr. 74913, 27 a

60 qm Wiese unten am

Weiherdamm neben Frie⸗

drich Ruffing und Christian

Eich Erben;

Pl.⸗-Nr. 751110, 78 a

3 qm Acker im großen

Stück neben Peter Abel

und Friedrich Ruffing,

auf Zahltermine zu Eigenthum
bersteigern.
St. Ingbert, 24. März 1880

Zauer, k. Notar

Ostermontag
Tanzmusik von 3 Uhr Nach—
nittags an bei

Jak. Quirin,
Rentrisch.

arbeiten, f. Instrumente. 3. Gruppe: Bearbeitung von Holz, 4.
gröbere Holzwaaren, b. feinere mit Arbeiten der Lackierer und
Maler, c. Modelle und Apparate. 4. Gruppe: Bearbeitung von
deder und Verwandtem, a. Schuhwaaren, b Sattlerwaaren, c.
A
a. Garne, Gewebe, Geflechte, b. Bekleidungsgegenstände, c. Posamen⸗
tierarbeiten, d. Haararbeiten. 6. Gruppe: Buchdruck, Portefeuillerie
und Buchbinderei, a. Buchdruckerarbeiten, Lithographie und Auto—
graphie, bd. Portefeuille- und Cartonagearbeiten, c. Buchbinderat
heiten. 7. Gruppe: Verschiedenes, a. Gärinereierzeugnisse, b. Back⸗
und Conditoreiwaaren. 8. Gruppe: Schularbeiten?, a. Hefte, b.
Zeichnungen, c. Modellierarbeiten, d. Zeugnisse. ——

— Die Evangelische Conferenz in Hochspeyer wird Mitt⸗
woch nach Ostern, den 81. März, stattfinden und um 10*4 Uhr
Vormittags beginnen. Pfarrer Stempel von Mutterstadt hat die
biblische Ansprache übernommen; der neue Reiseprediger der süd⸗
vestdeutschen Conferenz für innere Mission, Pfarrer Deggau aus
Baden, wird den Vortrag über Bedeutung und Aufgabe der in—
niern Mission in der Gegenwart halten. Eingeladen sind alle
Protestanten geistlichen und weltlichen Standes, welche „auf dem
Boden des Wortes Gottes und des kirchlichen Bekenntnisses der
Augsburger Konfession“ stehen.

F Landau', 24. März. Der Commis Amend aus Al⸗
bersweiler, welcher dem Lehrling Seiter aus Ramberg
mit einem Revolver fahrlässiger Weise in die Seite geschossen,
wurde gestern aus der Untersuchungshaft entlassen. Er zahlte an
die Mutter des Verletzten eine Entschädigungssumme von 2600
Mk., so daß das Gericht sich nicht mit der Sache befassen wird,
wenn die Verwundung keinen tödtlichen Ausgang nimmt. In dem
Befinden Seiters ist merkliche Besserung eingetreten. *

F Die Frankenthaler Volksbank vertheilt für das ab⸗
gelaufene Jahr 6 pCt. Dividende. Umschlag 11,808,6523 M.,
Reingewinn 18,848 M. 34 Pf. Witgliederzahl 547.

Marẽ tberichte.

Zweibrücken, 25. Ptärz. (rFruchtmittelpreis und Victualienmartt.
Weizen — M. — pf. Korn — M. — Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
bierreihige — M. — pf., Spelz — M. — Pf. Spelzlern — M. — Pf.,
Dintele M. — pf. Gischfrucht M. — Pf. Hafer 7 M. 45 pf.
Erbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 40 Pf., Kartoffeln 3 M. 10 Pf.,
Heu 8 M 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 58 Pf.
orabrod 3 Kilogr. 73 Pf., Gemischtbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch õ0 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter! / 4 stilogr. 1M., 20Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Bff.

r die edaction veraniworttice fe. F—5

Allen Freunden
einer geistig anregenden und zugleich unterhal⸗
tenden Lectüre kann mit zollem Recht das

Deutsche dontags

I Redacteur: Verleger:
Arthur Lerysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗
politische Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen
Schriftsteller zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle
geistvoll geschriebener Artikel, die ein treues Spiegelbild der poli⸗
tischen, literarischen und künstlerischen Strebungen unserer Tage
darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue Erscheinung
in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen
Montags-Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behandlung,
während die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegan⸗
tester Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch⸗politische Zeitschrift ersten Ranges, welche
am zeitungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die
Vorzüge eines gehaltreichen Wochenblattes mit denen einer wohl⸗
informirten, reich mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten
Zeitung, und so wird das „D. M.⸗Bl.“ in seiner Doppel⸗
Natur dem Wahlspruch, den es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„Von dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags-Blatt“ wird in
der Fülle und Gediegenheit seines Inhalis auch fernerhin den
sensationellen Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es so schnell
hat zum Lieblingsorgan der geistigen Aristokratie unserer Tage
heranwachsen lassen.

Alle Reichs-Postanstalten und Buchhandlungen nehmen
Abonnements zum Preise von 2 Aark 50 PF. pro Quar-
tal entgegen. Zur Begegnung von Verwechselungen verweise
man bei Postbestellungen auf Nr. 1197 der Post⸗Zeitungs⸗
Preisliste pro 1880.

Druckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
F. X. Demetk'schen Buch- und Steindrucderei.
        <pb n="197" />
        — Mein Sattler⸗
— und Tapezier⸗
Geschäft befindet sich nun im
IJ. Stock des Hauses von Herrn
Jos. Peters (früheres elterliches
haus) in der Kohlenstraße und
halte ich mich in allen in mein
Fach einschlagenden Arbeiten auch
ernerhin bestens empfohlen.

E. Grewenig.
Wirs schafts⸗
Eröffnung.
Heute (Donnerstag) in meinem
Hause (früher Eberhard'sches)
im Josephsthal Eröffnung einer
Bier⸗ und Weinwirth⸗
schaft, mitguten, reinen Geträn⸗
en, wozu Freunde und Gönner
hoͤflichst einladet
Wwe. E. Poller.
Neuer Kopfsalat, Mo—
natsrettig und Rosenkar⸗
koffeln für die Saat verkauft

Otto Ungewitter,
Gärtner.

Restitutionss
Schwärze
das vortrefflichste Mittel, um
Agetragene dunkle
graue braune blaue), haupt⸗
sächlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,
Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär—
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig⸗
keit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu—
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 8 und 1A zu be⸗
ziehen vom Fabrikanten O.
SautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
owie aus der Niederlage für:
St. Ingbert: Philipp
2linck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken;
L8. Aug. Seel.

7* 18 3ustand
elues Ecidenden auc besora⸗
unerregend ooer sexeinbar hossuungs⸗
o, so wird er aus dem Vuche
Pratische Minke für Krante“ neue
offnung ECõorjen u voles Vertrauen
einem Henprincip gewinnen, wel⸗
des sich dunch große Ginfachyeit,
sam besouders ober durch nach—
veiobare Wirtfamtet aus
e* u — — ————

VJinf

0

nn

*
————O—
berrrugotsen Vriefe gluͤclich Ge⸗
cister beweisen, daß selbsi solche
drante noch die ersehnte Heilung
anden, welche anderweitig vergeblich
dilfe sucten. Obiges Buch kann
aher allen Leidenden wärmstent
emrfoblen werden, umsemehr als auf
Nunsch die Cur brieflich und unent⸗
zettlich durch emen vpraktischen Arg
seleitet wird. Die Mitrel sind überal
eicht zu bescbaffen; ein Versuch fast

ostenlos. Gegen Franco⸗Jusendung
on 20 Vf. ju bereben durch Th.
zRohenleitner in Leipzig und Aafel.

2
Die nächste

mer des

St. Ingberter Anzeiger
erscheint am Diensͤtag.
Die Erped.

ist, in Anerkennung seiner Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit
und sorgfaltigen Auswahl seines Inhalts, in Folge
des frischen, anregenden Tons, welchet seine Spalten
durchweht,
die bei Weitem gelesenste und
verbreitetste Zeitung Deutschlands
geworden, indem es einen festen Stamm von weit
über 70.000 Abonnenten sich erworben, welche
Uber ganz Deutschland verbreitet sind. Diese Abon⸗
nentenzahl hat bisher noch keine zweite deuische Zei⸗
tung auch nur annähernd erreicht. So große Erfolge
können nur durch wirkliche Leistungen er⸗
zielt werden; sie liefern den Beweis, daj das Ber⸗
liner Tageblatt“ die Ansprüche, welche man an
eine große politische Zeitung u sieilen berechtigt ist,
vin vollem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem rei—
den Inhalt wollen wir hier nur Einiges hervorheben: Die täglichen Leitartikel des „Berliner
Tageblatt“ zeichnen sich durch klaren, leicht saßlichen Stil, durch die freimüthige, doch nicht agitatorische
Sprache aus, unter strengere Beobachtung des Prinzips, sich keiner politischen Fraktion dienstbar zu machen
— sondern zu seder Frage ein eigenes, nach reiflicher und unbefangener Prufung gebil detes Urtheil abzu⸗
zeben. Durch eine täglich 2malige Ausgabe, eines Morgen⸗ und Abendblattes, ist das B. F.
nn der Lage, seinen Lesern alle Nachrichien stets 12 Stunden früher als jede nur einmal taglich erscheinende
Zeitung zu bringen. Das R. T. unterhält an allen —XLXX — wie St. Petersburg,
Paris, London, Wien, Rom, Brüssel, Constantinspel ic. Special ˖ Correspondenten
ind ist durch diese in den Stand gefeht, mit raschen und zuverlässigen Berichten, meistens vermittelst kost⸗
pieliger Privat⸗Telegramme, allen anderen Zeitungen voranzueilen; besonders gaben die in letz⸗
er Zeit sich häufenden sensationellen Kalastrophen Gelegenheit, die Vortheile eigener Correspondenten vor
ALugen zu führen. Es ist eine Thatsache, daß das B. T. einem großen Theil der deutschen, auch aus⸗
ändischen Preffe als vorzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Das K. . unterhält ein eigenes
»arlamentarisches Bureau und bringt in Folge dessen unmittelbar nach den Sitzungen ausfuͤhrliche
anparteiische Berichte. — Den Ereignissen in der eichshauptstade folgt das B. T. mit sei⸗
nen umfassenden „Lokal⸗RNachrichten“ steis auf dem Fuße. — Dem Handel und der Industrie wird durch
eine besondere Handelszeitung nebst voellständigem Cour ssgeitelder Berlinct Boͤrse eingehende
Beachtung geichenlt und besonders darauf Bedacht genommen, daß das Publikum vor gewagten Spekula⸗
ionen und schwindelhaften Unternehmungen stels rechtzeitig gewarnt werde. — Theater, Kunfst
und Wissenschaft werden im Feuilleton des B. T. in ausgedehntem Maße gepflegt, außerdem erschei⸗
aen in demselben Romane und Novellen umserer ersten Autoren. Im nächsten Quartal erscheint:
„Die russische Geige“ von H. Gréville, dessen fruͤhere Werke stelis den ungetheilten Beifall der
Lesewelt sich erwarben. Das „Berliner Tageblatt wird durch stete Vervollkommnung und Erweiter⸗
ing seines Inhalts bemüht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Hoͤhepunkte zu erhalten, sondern auch
mmer weitere streise an sich zu fesseln. Probe⸗Rummeru werden auf Wunsch *i— und sraneo—
juugefandt.
Der billigoe
—XEEXXE

in Berucksichtigung des gebotenen Lese⸗

Materials) beträgt bei allen Reich s⸗

postämtern, welche jederzeit Be⸗
stellungen entgegennehmen, J

rS Nark es Dt. „qe,
pro Quartal zusammen.

5üddeutsche Bressce—
und Münchener RNachrichten
Herausgegeben don Dr. Cajus Molle

Fur daß vorsiehend genannte großte Blatt M ümch en 8 laden wie hierdurch
ergebenft zum Abonnement ein. Die „Süddeuntsche Preffe und Muünchener Nach.
richten“, ein nach allen Seiten hin unabhangiges nationalliberales Blait, hat fich durch
Schnelligleit und Schlagfertigkeit in Mittheiluna und Besprechung innerer und außerer Ta—
zesfragen, Ausgeprägtheit und Selbständigkeit der Gesinnung augemeine Anerkennung ver⸗
shafft und innerhalb der großen deutschen Tagesprefse eine über ihre räumliche Vedeutung
weit hinausgehende durchaus ebenbürtige Stellung zu erring en gewußt. Ihr lokaler und
bayerischer Theil ist der weitaus reichhaltigste und selbstandigste irgend einer Münchener
oder bayerischen Zeitung.

Die bayerischen Kammerverhandlungen bringt die Suddeuische Presse“ allein
anter allen bayerischen Blättern in Üübersichtlichet und durchweg erjchöpfender Darftellung
noch an demselben Tage. U

Ihr handelspolitijcher und vollswirthschaftlicher Theil ist in stelem Aufschwunge be⸗
zriffen und bespricht die in unseren Tagen so brennend gewordenen beireffenden Interefsen⸗
ragen eingehend und selbständig. Vom J. Januar an ist bezuglich dea Mun chener
Courszettel die Aenderung eingetrelen, daß die Munchener Borse nicht mehr nach
dem Courszettel der „Bayerischen Handelsbank“, sondern nach dem Coursblant de⸗
Pandelsvereins gemeldet wird.

In Theater⸗, Kunste und Literaturkritik sieht die „Suddeutsche Presse“ ohne
Frage an der Spitze der hiefigen Publiziftik; ihr Einfluß auf jene Seite bes oͤffentlichen
Lebens ist notorisch ein ebenso eingreifender wie unparteiisch angewendeter.

Die seit dem 1. Januar v. J. als selbständig zu bindende Wochenbeilage erscheinenden
Bayerischen Literaturblätter“ haben fich in der kurzen Zeit ihres Bestehens die allgemeinste
Beliebtheit errungen; sie sind neben den Zweden der Unterhaltung namentlich denjenigen
iner eingreifenden undarteiischen Kritik daherischer und deulscher Literaturverbältniffe ge⸗
vidmet.

5*

Mur

einer glänzenden C
lichtern auf berrte αν
u. s. w. fortgeseßzt.

Die stets wachsende der „Suddeutschen Vach·
sen ihres Inseratenthei! gt die lohnende Verbreitun⸗ 2αα —XR
und zahlungsfähigsten Schichten r Bevoölklerung. Die Annoncer erden mit 20 Rf. pro
Zeile berechnet. Sittlich bedenkliche oder Wucherinserate werden ni⸗ ⸗ nen.Neu—
einttetende Abonnenten erhalten die „Sudd, Prefse“ bdis zum 1. Apr

Das Abonnement beträgt pro Quartal
Ren, im März 1880.

udoirkaba
englischen High life mit
-nlihkeiten, parlamentæari*

4*5*

—A—
Fürftenfelderstraße 18.

78
        <pb n="198" />
        Ein gelber —
hund, mannl. Geschlechts, mit
halsband woran das Hunds⸗
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lität verkauftt
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πνν v
BWirtlhschafts-Eröffnung. 0 J

Dem geehrten hiesigen sowie auswärtigen Publikum
diene hiemit zur Nachricht, daß wir heute (Samstag)
Abend die Wirthschaft im neuen (früher Rosenthal'schen)
Locale eröfflten. ——

Um geneigten Zuspruch bitten

16714. Die weltbe⸗

ũhmten Mineral⸗Hu⸗
ten⸗Caramels und der
stakrao⸗Thee Maria
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Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich, mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter VBei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounersktag, Samssstag und Sountag. Der Abonnementsvreis beträgt viertellährlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischriit oder deren Raum, NReclamen mit 30 — pro Reile berechnet.
— — ——— —
4 51. Dienstag den 30. März

180.

Deutsches Neich.

Der „Pf. K.“ schreibt aus München: Die weitere Minister⸗
inderungen betreffenden Gerüchte „waren“, wie uns versichert wird,
nicht unbegründet. Die desfallsigen Differenzen sind aber nunmehr
veseitigt.

Im Reichsjustizamte nehmen die Arbeiten zum Enlwurf eines
neuen Actiengesetzes ihren Fortgang. Bei diesen Vorarbeiten wird
das Hauptaugenmerk auf den vielfach hervorgetretenen Mißstand ge—
richtet, daß diejenigen Personen, welche das Actienunternehmen zu—
erst gegründet und die Entwickelnng desselben leiten, also die soge—
nannten Gründer, sich hauptsächlich von dem Motiv der Sicherung
des eigenen Gründerlohnes und der Abwendung jeder ferneren Ver—
intwortlichkeit, nicht aber von der Ueberzeugung und Absicht, einem
destehenden dauernden Verkehrsbedürfniß entgegen zu kommen, leiten
assen. So ist man im Reichsjustizamte insbesondere auf Maß—
tegeln gegen sämmtliche Gründergewinne bedacht, worüber bereits
erschiedene Vorschläge gemacht sind. Zunächst sind als Vorarbeiten
im Reichsjustizamte in Angriff genommen worden: Eine Sammlung
des statistischen Materials, eine Darstellung der ausländischen Actien—
zesetzgebung, zeine Zusammenstellung der amtlichen Vorschläge und
Vegenvorschläge und eine Uebersicht der bezüglichen Rechtfprechung
er deutschen Gerichtshöfe und zwar im Gebiete des Civil- und
Strafrechts.

Von unterrichteten Stellen blieb die Nachricht bisher noch un—
vidersprochen, daß Fürst Hohenlohe nach Ablauf seines Interimisti—
ums definitiv die Leitung des Staatssekretariats des Auswärtigen
ibernehmen und nach Paris nicht mehr zurückkehren werde. Herr
. Radowitz würde, nachdem er mehrere Monate der Botschaft in
Baris vorgestanden, zum Botschafter in Konstantinopel ernannt
verden, und Graf Hatzfeldt, ein ausgezeichneter Kenuer der fran⸗
ösischen Verhältnisse, als Botschafter nach Paris gehen.

Ausland.

Der französische, Moniteur“ sagt: Wenn die dem Cabinet
»ezüglich der Jesuiten zugeschriebenen Absichten sich verwirklichen,
vird der Senat, den man beleidigt, indem man seinen Willen
gnorirt, sofort beim Wiederzusammentritt der Kammern die Re⸗
nierung interpelliren.

Die „France“ behauptet, die von den Decreten der franzö⸗
ischen Regierung betroffenen Congregationen würden alle gericht⸗
ichen Instanzen erschöpfen; die Directoren der bedrohten Congre—⸗
jationen hätten gemeinsam Vertheidigungsmaßregeln beschlossen.

In Petersburg wurde einmal wieder eine geheime (nihi⸗
istische) Druckerei entdeckt; dabei wurden 16 Personen, sämmtlich
Setzer und dem Arbeiterstand angehörig, verhaftet.

Ein Telegramm des „Boston Advertiser“ aus Washington
neldet, es sei gewiß, daß General Grant von seiner dritten Prä⸗
identschafts-Candidatur zurücktreten werde. Die Nachricht bedarf,
oweit man über diese Angelegenheit hier unterichtet ist, der Be—
titigung. Das sogenannte „Anti-Thirdtern-Committeo“* hat eine
jdationalconvention der die dritte Präsidentschaft Grants bekämpfen⸗
den Republikaner auf den 6. Mai nach St. Louis einberufen.

anweisung zur Erhebung. Der Meisibetrag einer Postanweisung
zeträgt wie bisher 50 Dollars.

Aus verschiedenen Theilen der Pfalz wurden in den letzten
Tagen Waldbrände gemeldet, so aus Neupfotz, Bellheim, Lambs⸗
jeim, Irheim und Mittelbach.

Einfluß der Waldungen auf die Negenmenge und die Luft⸗
euchtigkeit. Nachdem bereits festgestellt ist, daß die Regenmenge
iber Laubwaldungen größer ist als in baumlosen Gegenden L.
rautrat (Comptes rendus, 1876 t.) 83 p 514) nun auch ge⸗
eigt, daß die Fichten den Wasserdampf der Luft noch stärker con⸗
ensiren als Laubbäume. So betrug z. B. die Regenmenge vom
zuni 1875 bis Juli 1876 über einen Fichtenwalde 841 mm in
300 mw eEntfernung von demselben über einer Saudfläche dagegen
iur 758 mmm. Von dieser Regenmenge erhält der Boden der
Waldungen nur 472 mm, so daß also 879 mm. oder 483 Proc.
des Regens von den Bäumen zurückgehalten wird. Wegen der
rößern wasserhaltenden Kraft des Waldbodens und der schuͤtzenden
Moosdecke wird trotzdem der Waldboden mehr Wasser enthalten
ils der nicht mit Bäaumen bestandene. Hygrometrische Messungen,
ergaben ferner, daß der Feuchtigkeitsgehall der Luft im Fichlen-
valde 20 Proc. höher ist als der erwaͤhnten Sandfläche.

F Das ftändige protestant. Vikariat Ens heim wurde dem
derzeitigen Privatvikare bei Pfarrer Wischan in Weingarten
Dtto März von Kaiserslautern überlrageu.

f In Friesenheim possiete kürzlich ein Seitenstück zu
dem im Bette gefundenen Kalbe in Kaiserslautern. Ein Schlau⸗
herger hatte eine Gans in seinen Hof gelockt und dort meuchlings
abgethan. Zwei Schulbuben hatten das Attentat mit angesehen
ind verriethen es der Nachbarschaft. Es erfolgte hierauf eine
Haussuchung, und die gemeuchelte Gans wurde in dem gleichen
Versteck wie das Kaiserslauterer Kalb gefunden. (N. d. F. T.)

F Auf dem Bahnhose Maikammer⸗Kirrweiler wurde
am 25. März ein 11-jähriger Knabe, der beim Wagenschieben be⸗
hilflich war, uͤberfahren, der Kopf wurde ihm buchstäblich zermalmt.

Mit der Aufstellung des Denkmals für die im Jahre 1848
zei Rinnthal Gefallenen soll nun in Bälde begonnen werden.
Zur Bestreitung der Fundamentirungskosten fehlt 3war noch eine
Sdumme von etwa 150 M., an deren Beschaffung indessen nicht
u zweifeln ist. Das Denkmal selbst, eine trauernde Germania,
st schon seit längerer Zeit fertig gestellt. Es ist beabsichtigt, mit
der Einweihung des Denkmals eine entsprechende Feierlichkeit zu
erbinden.

FIn Schaidt feiern am 18. April zwei zu gleicher
Stunde geborene Manner, Johannes Striepf und Johannes
scert, ihren 88. Geburtstag. Beide sind noch rüstige Leute.

FLudwigshafen, 23. März. Die ordentliche General-
Versammlung der pfälzischen Bahnen findet am 30. ÄÜpril statt.
In derselben wird u. A. der Antrag gestellt werden, die Direction
ur Aufbringuug eines Kapitals von 43300,000 M. zum Bau
einer Eisenbahn von Kaiserslautern nach Lauterecken zu er—
nächtigen.

F Nachdem vor einigen Tagen in Ludwigshafen ein
ediges Frauenzimmer unter Umstünden gestorben ist, welche ein
Verbrechen voraussetzen ließen, das nach 88 218 -220 des Straf⸗
zesetzbuches für das Deutsche Reich mit Zuchthausstrafe bis zu zehn
Jahren bestraft werden kann, ist eine bezügliche Untersuchung ein⸗
zeleitet und in Folge derselben eine Hebamme von Ludwigshafen
verhaftet und in das Landgerichtsgefängniß nach Frankenthal
abgeführt worden.

Das Münchener Hofbräuhaus hat in Straßburg das unter
dem Namen „Münchener Kind'l“ bekannte bayerische Vierlocal um
den enormen Preis von 160,000 M. kaäuflich erworben und wird
in demselben eine Filiale errichten.

F Wenn das vffentliche Schuldenmachen ein Zeichen
virthschaftlicher Regsamkeit ist, dann ist solche den baveri] ch en
Tommunen, und zwar den Stadt und Landgemeinden, nicht ab—
usprechen; denn der Schuldenstand derselben steigt in mehr als
irithmetischer Proportion. Nach der in der letzten Rummer des
Amtsblattes des Ministeriums des Innern veröffentlichten Ueber—

Vermischtes.

*St. Ingbert. Wie uns mitgetheilt wird, beruht die
in Nr. 34 des „Anz.“ enthaltene Notiz, daß die Bierbacher Ge⸗
neinderathswahl ein weiteres Nachspiel erlebe, indem gegen mehrere
Zersonen der Verdacht des Meineides vorliege und darum gegen sie
Untersuchung eingeleitet sei, auf einem Irrthum. Wir stehen nicht
in, dieses nachträglich berichtigend zu bemerken.

fReichsgerichts-Entscheidung. Kauft Jemand eine Waare
unter der Vorspielung der sofortigen Baarzahlung des Kaufpreises,
hatsachlich aber in der Absicht der rechtswidrigen Zueignung der⸗
elben, und entfernt er sich sodann mit der ihm vom Verlkäufer
ibergebenen Waare ohne den Kaufpreis zu entrichten, so ist er nach
inem Erkenntniß des Reichsgerichts, J. Strafsenats, vom 5. Januar
1880 wegen Diebstahls zu bestrafen.

F Vom 1. April ab kommt für Postanweisungen nach den
Kereinigten Staaten von Amerika an Gebühr der Satz von
20 Pf. für je 20 Mlk. mindestens jedoch 40 Pf. für jede Post⸗
        <pb n="200" />
        sicht betrug der Schuldenstand der sämmtlichen Stadt-, Marlt- und
handgemeinden des Königreichs zu Ende des Rechnungsjahres 1878
in Summa 108,242,083 Mk., fast 10,000,000 Mt. mehr als
Ende 1877. Seit 1872 hat sich der Schuldenstand verdoppelt,
seit 1867 nahezu verdreifacht. Im Jahre 1837/88 betrug die
Schuldenlast 22,466,000 Mk. Die beiden letzten Jahre haben
eine Zunahme der Schulden um mehr als 20,000,000 M. fertig
gebracht, wozu früher Decennien nicht ausreichten. Die jüngste
Zusammenstellung ergiebt neben anderen auch die Thatsache, daß
neuerdings die Landgemeinden an der Schuldzunahme den größeren
Antheil haben, während früher die Anleihen der großen Städte
die Hauptposten bildeten. Zum Beispiel in Unterfranken sind an
der Gesammtzunahme im Jahr 1878 zu 1,556,779 M. aus⸗
schließlich die Landgemeinden betheiligt. Ob nun dicses frische
froͤhliche Schuldenmachen ein Zeichen regen wirthschaftlichen Lebens
oͤder, wie Pessimisten argwöhnen, ein Moment ist, um schlechte
Zeiten noch mehr zu verschlechtern — da die Schulden denn doch
verzinst und amortisirt werden müssen und auf diese Weise die
hohen Gemeinde⸗Umlagen entstehen — wird von dem Grad der
Productivität des Zweckes abhängen, zu welchem die Schulden je—
weils gemacht worden sind. Diesen aber zu bestimmen, sind die
Betheiligten wohl am besten in der Lage.

f Neue Kafsenscheine. Der Historienmaler Rudolf Seitz
in München hat von dem Reichsbank-Haupt- Direktorium zu
Berlin den Auftrag erhalten, Entwürfe zu neuen Reichs-Kassenschein—
Zeichnungen auszuführen.

FWürzburg, 22. März. Im Semper'schen Amselpro—
zesse ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Die Staatsanwalt-
schaft hat gegen die zweitinstanzielle Freisprechung Revision zum
obersten Gerichtshofe in München wegen unrichtiger Gesetzanwendung
eingelegt.

F Am 19. Nachts find im Orte Weisbach, Unterfranken,
35 Häuser und 60 Nebengebäude niedergebrannt. Man vermuthet
Brandstiftung, da Dieß binnen wenigen Wochen der fünfte Brand
in der Gegend ist.

7 In dem (elsässischen) Reise⸗Effecten⸗-Geschäft von Alphons
Dreyfuß zu Straßburg, Ecke der Münster- und Spieß⸗
gasse, spielte sih am 16. März folgende Scene ab. Herein trat
LKriege

Toroin.

Die Beerdigung des verstorbenen Kameraden
12 *
Michael Zimmermann
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findet Donnerstag Morgen 10 Uhr statt.
Antreten am Vereinslokal um halb 10 Uhr.
Fischer, J. Vorstand.
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maschine auf meiner Muͤhle werden.
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an bis Mtk. 10, sind zu haben
in der Druckerei und lith. Anstal!
von F. X. Demen.
Truck und Verlag von F. X.

der Herr Ministerialrath N. N. und wünscht Reisekoffer zu sehen.
Die besten Koffer werden vorgelegt und die Preise angegeben. „Wo
sind die Koffer her?“ fragt der hohe Kunde. Antwort: „Alles
beste, deutsche Waare.“ Entrüstet weisst der Herr Ministerialrath
„das elende Zeug“ zurück, indem er hinzufügt: „Ich will nichts
von dem deutschen Dreck; ich wünsche englische Koffer.“ Ohne
Zögern deutet die gewandte, elsässische Verkäuferin auf eine Reihe
anderer Koffer: „Das alles dort sind englische Koffer.“ Bald sind
einige dieser englischen Koffer heruntergelangt, die Preise verständig
angegeben und einer gewählt. „Ja, da sehen Sie, das ist doch
ein anderes Fabrikat,“ sagte der Herr Ministerialrath, „den behalte
ich.“ Und er bezahlte den Koffer und ging dahin, der Verächter
deutscher Industrie, und hatte keine Ahnung davon, daß er einen
„englischen“ Koffer urdeutscher Abstammung erhandelt hatte, der
kluge Mann! Ja, ja, so sind noch Viele! n

F Diplomatisch. Ein junger Mainzer, welcher bei der
neulichen Einjährig-Freiwilligen⸗ Pruͤftung in Dar mstadt wegen
ungenügender Kenntnisse zurücktreten mußte und seine Eltern hierdon
telegraphisch benachrichtigte, hatte, um den Sachverhalt nicht bekannt
zu geben, dazu folgende Fassung gewählt: „Geschäft konnte nicht
abgeschlossen werden, weil Forderung zu hoch.“

F Eine geschickte Hand. Einem Düsseldorfer Geschäfts—
manne soll Folgendes passirt sein. Derselbe annoncirte in einem
dortigen Blatte: „Ein junger Mann, der eine geschickte Hand hat,
findet jeden Augenblick Beschäftigung ꝛc.“ In voriger Woche öffnete
der Geschäftsmann seine Kasse und fand darin die ausgeschnittene
Annonce also verändert: Ein junger Mann, der eine geschickte Hand
hat, fand hier einen Augenblick Beschäftigung. In der Kasse fehlten
aber einige 20-Markftücke.

F Nach offiziell eingezogenen Berichten sollen in mehreren
Landestheilen Frankreichs die Weinberge durch die ungeheuere
Kälte im verflossenen Winter so stark gelitten haben, daß abermals
nur ein geringer Weinherbst zu erwarten steht. Besonders schwer
wurden die Weinbau-Distrikte in Burgund und der Champagne
heimgesucht.

F In Southampton hat sich am 25. März die Kaiserin
Eugenie auf dem Dampfer „German“ nach Südafrika eingeschifft.
— Fur die Nedaction veramwottlich: F emer

L

—&amp;

Wiss⸗enicho?tlich aonrüft u keaufochtet. BEeænecdio bi n&amp;Æ,
Doppelkräutermagenbitter,
* einem alten aus einem Be—
nedictinerklosser stammenden Recept
fabrizirt und nur en gros ver⸗
jandt von
C. PNGEL in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist kbis
etzt das kostbarste Hausmittel uud
deßhalb in jeder Familie beliebt
seworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

— die zum Wiederaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden

—Q

ẽr ist unersetzlichh bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Pobeggen, Hautaus⸗
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Nheumatismus,

Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
er entjernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Huut, macht den Geist munter und
frisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert da—
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
verschlosfsen und mit dem geschühten Etiquett verjehen.

Preis aͤ Fl. von ca. a30 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.

—M— ⸗ 6609 6 M. 73 Pj.

„Bei 5 Fl. Verpachung frei. Bei 10 Fl. freie Verpakung u. 1 Fl. gra⸗
‚tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
WBersandt durch die Fabrik. Atteft:

Sr. Hochw. Herr Pfarrer J. Falkner in Issing, Post Rott be
Landsberg in Oberbayern berichtet: Der Benedictinet hat bis jetzt gute
Mirkungen gemacht, ersuche weitere 5 Flaschen zu senden ⁊c.

1*
*Iardl
Magenbitter.

Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—

beschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkei

u. s. w.

rea à FI. ea. I50 Gr. Inh. INXM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mtk.

Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter⸗

agenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel in
ttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
riedrich.
Demesß in St. Ingbert.
        <pb n="201" />
        2
2
7

855
282
s 73
323838523838328 5235
22 33838 * S 227 —33
535 37 855 A
8 —557 **8 5555335 *
— * 3 3 —
553234 3233585 —— — 557 — — 33* 8 *2383*5238
* 3553— b 55 558 55288 S 35 55
—555535 32 —8 5353338785 — — T 8 —
—J— * ——2 * 55 3 2 3*8 * * — —
3 ———
3 2 — 5 — * 22* 7
5535 53 28338
555383— 522 — — 338080385 2* — 85873 *
55—3 35 — 38 3 ä— — 223 5525 5— — —— 535
55 2 8 — 555 255555 * — 2 535
252858 55 2 O 5 ——— ã
28533 8283356
2 88 S S ——— —1 3 326 5 —8* 8 555 S 8558
—* 5 S —5558 —X 523255 — —A 3235*3 F
35323535886* —E— — Bz578333 ——— 288 A —— — 575 3* 2*
—— —— B5 z5 * —2— ÊDBE O A— — 2
—— — 8 225 * 22 2335 —c —257
—E——— — 5 — —— — 232 2 — 38 *
—— — —— 52335538* 233283 8 —
5 S 558S s2535346358 2* 38 — S888 ⸗
325335 ꝛ 333355 7 535333 588 33335 52 25538
222 *22 —— 53253 —22 —— 8 — 2 5
55383825* S — S *m53
53 5353 8 z3325* 5z233 235— 5 —A— —Að
2 — — S — 3 8 — — — *8 2 * *
5 z3— — — — 0 O * 3533; * — 75 —X
— —5237 2*8 — —585 * 553 — 2 55 * 2
25 *5S3 — —— 25368 * ——55—82 7
52 2 2 * J 532 2 * 534385 238058 —25 — *
— — V885 —5 38 2 —XE8 *2 * —8
—— 3553533 5 2 * —— 5*9 38* 2 5 2 7
5 3 —2* 2 — * 2 **
333522 5837 5335 — 533 253
85. 2 252 58 2583 Z82 228 22 ——
J
2 * 83 —— — 2 75385 * —353838565**8
—z88 3
77 5
2* — 23
—8
— 22*
725*
—8 —
20
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i —H
* ————
8 E
— 33
* *.55
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2 22 3583.
26 — —
* 233575 4
7 * 55 *
5
523333353 7
525323 368
22828 —*
8
*— —A
2 S5553235
— 85 3
—73
223 —A
S 5 —
5 2. 223
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———— 2 5*8
— 8
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— —

*
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*
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8*8—
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588 1* 5 85
————— — 53525
8*5 —8. — 8
3283383288 *8*
53338558 55 —— 258
—333 — 65358
5383348* F3 5——5 28 5252*
3* —— 385 58
258 7
572352 53555 55 7 ———
S 8 3 233838 85 522 —
55 28356 533823 8* 5
23258 55 s5535.
J— — 36823 — 3338 *6ẽ
—— 325 —— ——
—— — —— 89 * A— 8 —e—
—A ———— —— —738 — 535 5 3 737 —
——— — — 2 52238 5 2 22 —D —
— 2 22 8 8 5
——— ———
553 — 55— 55 *
— ——
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der ESt. Jugberter Andzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnemeutopreis betragt vierieliahrlich
1AM 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 A, von Auswärit
mit 15 — fuür die viergeipaltene Zeile Blattichriset eder deren Naum, Reclamen mit 30 4 vro ZJeite berechnet.
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Aß 52.. —— Donnerstaa den 1. April

180.

Deutisches Reich.

WVermischtes.
* St. Ingbert, 31. März. In heutiger Schöffen⸗
säitzung kam ein einziger Fall zur Verhandlung. Ein Mann
von hier hatte nämlich gegen einen Strafbefehl, in welchem wegen
groben Unfugs auf eine Haftstrafe von zwei Tagen erkannt war
— Einspruch erhoben, der verworfen wurde, jedoch unter Min⸗
derung der Strafe auf 1 Tag Haft.

In der Sitzung vom 24. März kam ebenfalls nur eine
Verurtheilung vor, indem ein Mann von hier wegen vorsätzlicher
störperverletzung 2 Monate Gefängniß erhielt.

Gestorben in Blieskastel am Morgen des 30. März
herr Distriktsbauschaffner Ph. Wolfius.

Aus dem Bliesgau. In Ommersheim fand am Oster⸗
nontag die erste Bezirksversammlung des „Cäcilienvereins“ Statt,
der sich zur Aufgabe gemacht hat, den lateinischen Gesang in den
atholischen Kirchen wieder zu heben. Die Versammlung war von
nah und fern sehr stark besucht, wozu wohl auch der heitere Himmel
sein gut Theil beitrug. Nachdem der Herr Pfarrer Lemaire von
habkirchen erschienen war, begaben sich die Vereine zur Kirche, wo
ie Proben ihrer Thätigkeit ablegten. Die Palme des Sieges trug
der Ommersheimer Gesangverein davond. was allgemein anerkannt
vurde, und was wohl daher rührt, daß der lateinische Gesang da-
elbst schon lange eingeführt und gepflegt wird und trüchtig geschulte
räfte besitzt. (Zw. Ztgh.

Der am 20. Maͤrz bei den Gebrüdern Dörr auf Tripp⸗
cheidterhof verunglückte und am 22. März beerdigte Nikolaus
Schwarz wurde am 26. März wieder ausgegraben, auf Anord⸗
uung des Gerichtes einer Sektion unterworfen und dann wieder
heerdigt.
7Das diesjährige Sängerfest des Bezirkssängerbundes Zwei⸗
drücken wird bei günstiger Witterung am ersten Sonntag im
Juni in Einöd abgehalten werden.

Die Eheleute Andres Bounet in Obermoschel be⸗
gingen am 25. März das Fest der goldenen Hochzeit.

.Aus dem Lauterthale wird der K. Z.“ berichtet, daß
es dieses Jahr um den Honig schlimm stehen wird, da fast sammt⸗
iche Bienen erfroren seien. In Ortschaften, in denen stets über
100 Bienenvölker gehalten wurden; existiren deren nur mehr 3 bis
3; der diesjährige harte Winter hat die Hoffnungen der Imker auf
Jahre hinaus zerstört.

F Die Kaiserslauterer Bildungsanstalt für Kindergärtnerinen
zählte in ihrem ersten Schuljahr 1879,80 20 Theilnehmerinen, von
denen 19 die in der vor. Woche durch Seminarinspektor Dr. An⸗
dreä vorgenommene Prüfung bestanden und damit zur selbststän⸗
digen Leitung eines Kindergartens für befähigt erklart wutden.

F Den, in der am Ostermontag in Kaiserslautern statt ge⸗
habten Generalversammlung des pfalz. Dampfkesselrevisionsvereins,
zemachten Mittheilungen entnehmen wir nachstehende Daten: In
1879 stieg die Zahl der Vereinskessel um 65 und beträgt nun
881, von denen 772 auf die Pfalz treffen. Nur mehr 78 pfälzet
essel gehören dem Vereine nicht an. Unfälle waren nicht zu be—⸗
klagen; an Prämien für verdienstwolle Heizer wurden 250 M.
festaeletzt.

rDas Bürgermeisteramt Kaiserslautern erläßt nachstehende
eitgemähe Belannmmachung: „In Folge der in jüngfter Zeit wieder⸗
jolt tonstatirten Brände an Straßenböschungen, auf HPaideflächen
ind in Waldungen sieht man sich veranlaßt, das Publikum dring⸗
u erfuchen, bei Entzunden von Feuern oder beim Gebran
euerzeuges auf dem Felde ꝛc. die größte Vorsicht zu ba
die Vermuthung sehr begründet ist, daß fast alle de
nur durch leichtfertige und unvorsichtige Behand
der Feuerzeuges entstanden sind. — Dabeien
nerksam gemacht, daß die Schuldigen we—
nicht allein strafbat sind, sondern auch“
n haften haben.“

F In Billighe im wurde
art in die Hand gebifsen, daß
zweifelhaft ist, ob nicht zur R

des Vorderarmes deschritte

Muͤnchen. Se. Maj. der König haben geruht, aus dem
Nachlasse Sr. Maj. des hoͤchstseligen Königs Maximilian II. in
Gemeinschaft mit Sr. kgl. Hoheit dem Prinzen Otto den Betrag
von 630,000 Mark auszuscheiden und mit dieser Summe eine
allgemeine Landesstiftung unter dem Namen „Wittelsbacher Stif⸗
tung für Wissenschaft und Kunst“ zu gründen. Die Stiftungs—
renten kommen zunächst für die Zwecke und Arbeiten der bei der
Akademie der Wissenschaften bestehenden historischen Commission
für deutsche Geschichts- und Quellenforschung zur Verwendung.

Aufstellung des Etats für die bayerische Armee. Da der
Reichstag den Etat für das Reich diesesmal viel rascher erledigt hat
als in den Vorjahren, so konnte auch in unserem Kriegsministerium
mit der Aufstellung des Etats für die bayerische Armee pro 1880/81
noch vor Ostern begonnen und wird die Vollendung der Arbeit und
der Druck des Etats zur Vorlage an die Kammern auch früher als
in den Vorjahren ermöglicht werden; im vorigen Jahre konnte der
Etat erst Mitte Juli an den Landtag gelangen, obwohl das Etats⸗
jahr bekanntlich mit dem 1. April beginnt.

Der ‚„Reichsanzeiger“ bringt eine Reihe feierlicher Kund⸗
gebungen, indem er den (französischen) Wortlaut von Telegram⸗
men abdruckt, welche aus Anlaß des Geburtstages unseres
Naisers neuerdings zwischen diesem und dem Zaren gewechselt
worden sind und welche wiederholt bekunden, welch' inniges Freund⸗
chaftsband die beiden mächtigen Herrscher verbindtt.

Fürst Bismark wird heute (1. April) 65 Jahre alt. Zu den
großen Verdiensten desselben um Deutschland scheint sich in Bälde
ein neues von außerordentlicher Bedeutung gesellen zuͤ wollen, dessen
Gegenstand ja bereits in Sicht ist: die Beendigung des Kultur—
kampfs ohne Benachtheiligung der Staatsautorität. Möge Fürst
Bismarck, des Deutschen Reiches Kanzler, noch lange in körperlicher
und geistiger Vollkraft leben und wirken zu Deutschlands Heil!

Ausland.

Der „Köln. Ztg.“ wird unterm 30. März aus Paris tele⸗
graphirt: „Die Verkündigung der Dekrete über die geistlichen Ordens⸗
Jemeinschaften macht großes Aufsehen, zumal in den äußersten Vor—
städten. Die Arbeiter traten in die Schenken ein, um auf die
Auflösung des Jesuitenordens zu trinken, in den klerikalen Kreisen
dagegen zeigt sich große Entrüstung. Die ultramontanen Blätter
donnern gegen die Regierung. Die bonapartistischen Blätter billigen
das Dekret über die Ordensgemeinschaften, bedauern jedoch die be⸗
sondere Maßregel gegen die Jesuiten. Die „Ordre“, jetzt das
Organ des Prinzen Napoleon, billigt die Dekrete, gibt aber zu
derstehen, daß nur eine starke Regierung dieselben ausführen könne;
die jetzige Regierung sei nicht im Stande, Dies durchzuführen.

Das französische „Journal officiell“ veröffentlichte zwei
Dekrete. Das erste löst die Gesellschaft Jesu in Frankreich binnen
drei Monaten auf, das zweite fordert die nicht autorisirten Kon—
gregationen auf, ihre Statuten einzureichen und die Autorisation
nachzusuchen. Ein Bericht der Minister des Innern und der Justiz
begleitet die Delkrete und thut die Nothwendigkeit der Auflösung der
Gesellschaft Jesu dar, gegen welche sich das Nationalgefühl ausge—
sprochen habe.

Die Hoffnung, daß unter der Dictatur des Generals Loris⸗

Melikow manche Mißstände in der russischen Verwaltung be—⸗
seitigt würden, scheint sich immer mehr bestätigen zu wollen. So
wird aus Petersburg gemeldet, daß mehr als hundert Stu⸗
denten der Medizin, welche seit elf Monaten eingekerkert waren
auf Betreiben Melikow's aus ihren Kerkern entlassen wurden.
Außerdem gilt General Melikow als Gegner eines Konfliktes mit
Deutschland und soll seinen Einfluß in dieser Richtung bereits gel⸗
tend gemacht haben.
In allen russischen Lehranstalten soll jetzt mosaischer Reli⸗
gionsunterricht für die Juden eingeführt werden. Das hängt wohl
damit zusammen, daß seinerzeit auf die Frage, woher es komme,
daß so viele Juden unter den Nihilisten seien, die Antwort gegeben
wurde, daß hieran wohl der Mangel jeglichen Religionsunierrichté
für die Juden in Rußland Schuld trage.
        <pb n="204" />
        In der Grube Dudweiler haben sich am Dienstag
vorgestern) 7 Bergleute durch Entzünden von Schlagwetter auf
edauerliche Weise siark verbrannt, so daß sie in das Sulzbacher
—D —

FMünchen. Se. Maj. der König wird am 5. April die
hiesige Residenz verlassen, sich nach dem Linderhof begeben und am
19. April wieder hierher zurückkehren.

PZur Einjährig- Freiwilligen-Prüfung in Düsseldorf,
welche in voriger Woche stattfand, hatten sich 26 junge Leute ge—
meldet, von denen nur 6 die ganze Prüfung bestanden. 13 be—
danden selbst die schriftliche Prüfung nicht.

(Mord im Jähzorn.) Ein Gewehrarbeiter in Söm—

merda, der mit seinem Sohne in einer Fabrik arbeitete, konnte
ich mit letzterem über eine bei einem Stück Arbeit vorgenommene
Differenz nicht einigen. Da der Sohn dem Vater sein Unrecht
viederholt vorhielt, gerieth letzterer in eine solche Wuth, daß er das
sdeben aus dem Feuer gezogene glühende Eisen seinem Sohne mit
einer derartigen Gewalt in den Leib stieß, daß die Spitze desselben
unter dem Rücken wieder herausfuhr. Der Unglückliche gab alsbald,
inter unsäglichen Schmerzen, seinen Geist auf. Der Vater stellte
fich, wie der „Post“ geschrieben wird, sofort nach der That dem
Werichte.
7 Eine neue Methode behufs Abstempelung von Post⸗
marken ist vom New⸗Yorker Postamt eingeführt und damit jeden⸗
falls eine praktische und gründliche Lösung der Frage, wie man
dem abermaligen betrügerischen Gebrauch bereits benutzter Post⸗
marken nach einer Abwaschung mit Säuren, ein Vorgehen, aus
dem in letzter Zeit ein reguläres Geschüft gemacht wird, vorbeugen
konne, erzielt worden. Nach der neuen Methode wird die Post⸗
marke miltelst eines erhitzten Stempels versengt und so für immer
unbrauchbar gemacht. Dem Vernehmen nach soll die Arbeit des
Abstempelns nach der neuen Methode nur halb so viel Zeit in
Anspruch nehmen als bei der alten.

In dem Forst Drömmling (Altmark) hatten Holz-
schläger dor Kurzem beim Fällen einer alten, gänzlich hohlen Eiche
eine grauenhafte Ueberraschung. Der morsche Baum fiel und ein
Skelet rutschte den Arbeitern entgegen; dasselbe war sehr gut
erhalten, ebenso die bis zum Kniegelenk reichenden Stiefel. Ein
Pulverhorn, eine silberne Uhr und ein Porzellan⸗Pfeifenkopf lagen
zur Seite; auf besagter Uhr war der Name H. v. Kradowitz
1812 eingravirt. Es wird angenommen, daß der Mann (der,
nach dem vollständigen Gebiß zu urtheilen, zwischen 80 bis 40
Jahre gezählt) wahrscheinlich bei einem Jagdabenteuer den Baum
erstiegen hat, die Höhlung hinabgerutscht ist und so stehend in
diesem engen Holzkerker den entsetzlichen Hungertod gefunden hat.

— Bei der Fußwaschung, welche am Grün- Donnerstag der
daiser von Oesterreich in der Hofburg zu Wien an zwolf
Greifen vornimmt, zählt der älteste derselben, Namens Josef Schumzky,
nicht weniger als 102 Jahre, der jüngste 87. Das Lebensalter
der 12 Greise repräsentirt zusammen die respektable Summe von

.V82 Jahren. Von den zwoͤlf armen Frauen, an denen die Kaiserin
die Ceremonie bewirkt, ist die älteste nur 92 Jahre alt, die jüngste
38. Die 12 Frauen haben zusammen 966 Lebensjahre.

F Vor dem Pariser Tribunal kam dieser Tage ein Fall
vor, der zeigt, daß nicht nur die Pariser Schneiderinen große
Rechnungen zu schreiben, sondern auch die Pariser Damen flott zu
leben verstehen. Der Graf Potocki legte dem Präsidenten des
Gerichts zwei Rechnungen vor, eine der Schneiderin Hancenaar,
vonach sie der Gräfin Potocka vom Juli 1878 bis Januar 1880
leider im Betrage von 110,541 Fr. darunter eins mit Pelz im
Werthe von 32,000 Fr. geliefert, und eine Rechnung der Wäsche⸗
abrikantin Fromont für Lieferungen in Höhe von 72,000 Fr.,
velche die Gräfin Potocka vom Juli 1879 bis zum Jannar 1880
empfangen hat. Es sind einstweilen vom Gericht die Sachverstäͤn⸗
digen zur Prüfung der beiden Rechnungen ernannt worden.

FAuf Befehl der Königin von England ist auf der Stelle,
vo der kaiserliche Prinz von Frankreich sein Leben verloren hat,
in steinernes Kreuz errichtet worden. Das Kreuz trägt die fol—
jende Inschrift: „Dieses Kreuz ist errichtet von Königin Viktoria
n liebevoller Erinnerung an den Prinzen Napoleon Eugen Louis
Joseph, kaiserl. Prinzen, um die Stelle zu bezeichnen, wo er auf
einer Rekognoscirung mit britischen Truppen am 1. Jauni 1879
von einer Abtheilung Zulus überfallen wurde und, dem Feinde
Stand haltend, gefallen ist.“

F Auf dem Petersburger Landzollamte wurde eine Defrau⸗
dation von einer Million bei der Waaren⸗-Deklaration entdeckt. Die
meisten Oberbeamten sind kompromittirt.

Wie die „Epoca“ meldet, ist kürzlich in einem Dorfe nahe
der Stadt Gijon (Nord Spanien) ein Greis im Alter von 112
Jahren gestorben. Der Mann war fünf Mal verheirathet. An
einem letzten Hochzeitstage war er 89, die Brant 47 Jahre alt.
Der letzten Ehe entstammen zwei und den vier früheren Ehen sechs⸗
indzwanzig Söhne. Im Alter von 15 Jahren hatte der Mann
ninige Tage das Fieber; dies war auch seine erste und letzte Kwnk⸗
heit. Frühstufs- und Nachtmahl dieses Mannes bestanden in einem
jalben Seidel Kümmelbranntwein; feste Nahrung hat er Morgens
ind Abends nicht genommen.

4 Das amerikanische Duell, jene abscheuliche Art des
Duells, bei welcher zwei Menschen darum losen, welcher sich selbst
imbringen müsse, fordert Opfer um Opfer. So wird dem „Deutschen
Zrotestantenblatt“ aus Halle berichtet, daß dort ein Candidat der
Theologie, Heine, sich in Folge eines solchen amerikanischen Duells
n die Saule gestürzt hat, eben nach glücklich bestandenem Examen.
Zeine armen Eltern erhielten einen Brief, daß er seinen Gegner
ergeblich um Abänderung der unmenschlichen Abrede gebeten und
eshalb den Tod suchen müsse.

In der Capstadt (Afrika) wurden vor einiger Zeit eines
stachts aus dem Generalpostamt alle Diamantenpakete, die einen
Werth von 1,500,000 M. repräsentiren, gestohlen.

Fur die in veruweornis ———— —

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und älteste
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2ranlTart a. Mainm.

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Todes⸗Anzeige.

Allen Freunden und Bekannten die betrübende Nach⸗
richt, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, gestern
Nachmittag um 3 Uhr unser liebes Kind

Jacob
in dem zarten Alter von 2*14 Jahr zu sich zu nehmen.
St. Ingbert, 1. April 1880.
Die trauernden Eltern.
Carl Sm :dt, Barbara Schmidt geb. Laubscher.
Beerdigung findet Freitag Nachmittag um

EẽRT
SARDEMANNintMMERICHSRh
u seiner Güto u. Wirksamkeit
ꝛrproht n. seit Jahron im In-

Auslande arzatlieh empfoblen.
vut ücht in Originalslaschen à 1M.
Derselhe eisenhaltig à M. 1
i0 Pfg. in St. Inghbert bei
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FVitiaten in Daemstadt.

Uannheim. Carlsruhe. Stutt-

gart, Wäürzburg, Uhm,
Preiburg in Baden.
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ohne alle Nebenkosten.
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in alle Zeitungen der Welt

Fine frische Sendung
elber Lupinen
berschlesien, Prima⸗Waare,
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1671. Die weltbe—⸗
rühmten Mineral⸗Hu—⸗
ten⸗Caramels und der
rakao⸗Thee Maria
Benno von Donat Pa—
ris 1671. treffen fort
während frisch ein.

Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
—AXXV

Iu Erund der thatfachlich er⸗
gelten Keilerfolge kann das bereits in
110. Aufl erschienene reidiuustrirte Buch:
Dr. Nirys Naturheilmethobde“
reu 1 Rert allen Kranken auftn
Barmste jzur Unschaffung empfohlen
verden. In diesem 84 Seiten siarken
Verke findet ein Jeder, gleichviel an
velcher Arankheit leidend. tauseudfach
waͤhrte, leicht zu befolgende Rath⸗
Age. die, wie jahllose Daukschreiben
ifen oft selbu Schwerkranten⸗
5 Silse — Heilune brachten
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sendet auf Tains*
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en, überall ge⸗

Die Hauptblütter der
dehweiz und PFrankreichs
zind von uns gepachtet &amp;
aehmen Anzeigen nur

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224

Neuer Ropfsalat, Mo—
natsrettig und Rosenkar—
tosfeln für die Saat verlauft

Otto Ungewitter,
Gaäͤrtner.

Signirzettel
rrounqn dilligst bei F. X. Demetz.
und Verlag von F. Demesr in St. Ingbert.
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5531355535 4633822253
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der Et. Jugberrer Anzeiger und das (2 mal wöchentlich' mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit iltustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis detragt vierieliahrlich

AMA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I 46 60 F, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15. — für die viergespattene Zeile Blattichriet oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeiile berechtnet.
AM 53. Samstag den 3. April 1880.

Deutsches Neich.

München, 31. März. Der König verlieh mittelst sehr
znädigen Handschreibens dem General v. d. Tann, welcher heute
sein 25jähriges Generalsjubiläum feiert, das Großkreuz des Ver—⸗
dienstordens.

Zusammenkunft der beiden Kaiser von Deutschland und
Rußland. Eine neue Zusammenkunft zwischen dem Kaiser
Wilhelm und Czar Alexander soll, wie man in angeblich gut unter⸗
richteten Kreisen wissen will, für diesen Sommer in Aussicht ge⸗
rommen sein.

In dem Dankschreiben des Kaisers auf die Geburtstags⸗
Glückwunschadresse des Berliner Magistrats heißt es: Ist es
mit Hilfe des Allmächtigen mir gelungen, mit befriedigendem Er—
'olge auf Bewahrung des Friedens hinzuwirken, so hoffe ich mit
zleichem Beistand ein gleiches Ergebniß auch ferner zu erzielen und
unter diesem Schutz zugleich den nach langem Druck wiederkehren⸗
den wirthschaftlichen Aufschwung auf soliden Grundlagen sich dau—
ernd befestigen zu sehen.

Zum Tabaksmonopol. Die mittelftaatlichen Minister,
welche an den Berathungen über das Reichs-Stempelabgaben-Gesetz
theilgenommen, erklären, daß ihnen von keiner Seite Mittheilungen
und Eroͤffnungen über Einführung des Tabaksmonopols gemacht
worden sind. Es ist richtig, daß seitens der Reichsregierung nach
keiner Richtung hin Erklärungen darüber abgegeben sind, daß sie
mit dem Tabaksmonopol jetzt vorzugehen gedenke. Allein in infor⸗
nirten Kreisen unterliegt es keinem Zweifel, daß uns hinsichtlich
des Tabaksmonopols ebenso eine Ueberraschung bevorsteht, wie eine
solche der bekannte Brief des Reichskanzlers vom 15. Dezember
1878 gebracht hat. Bei der bevorstehenden Berathung über das
Gesetz, die Reichs-Stempelabgaben betreffend, wird übrigens im
Neichstage die Frage der Steuerreform des Näheren diskutirt und
die Regierung über ihre Ansichten hinsichtlich des Tabaksmonovols
mterpellirt werden.

Wie gerüchtweise verlautet, sollte die Reichstagssession Ende
April zu Ende gehen; jedoch wird der Schluß schwerlich vor dem
13. Mai möglich sein. Eine Herbstsession zur Berathung eines
FEntwurfs betreffend das Tabakmonopol wird thatsächlich geplant.

Aus Berlin berichtet die „Fr. Z.“ unterm 30. März:
Die Hierherkunft des deutschen Botschafters in Paris Fürsten
Hohenlohe zur provisorischen Uebernahme der Geschäfte des Staats⸗
etretärs des Ministeriums des Auswärtigen ist auf etwa vier
Wochen verschoben worden.

Die deutsche Kronprinzessin wird demnächst auf kurzen Besuch
n Rom erwartet. Ein Besuch im Vatikan soll nicht in Aus—
icht genommen sein.

Ausland.

Die Pester Zoll⸗Conferenz ist resultatlos geblieben. Die
Verhandlungen zwischen der österreichischen und ungarischen Regie—-
rung werden wieder aufgenommen und gleichzeitig die Verhand⸗
nungen mit Deutschland auf diplomatischem Wege fortgeführt.

Paris. (Koln. Ztg.) Die Jesuiten, welche entschlossen sind,
der Regierung das Leben so sauer wie möglich zu machen, haben
die Advokaten Barbour und Sabatier angenommen, um durch die—
elben alle juristische Kniffe und Pfiffe erschöpfen zu lassen. Auch
sollen, wie der „Voltaire“ erfährt, sofort 29 Prozesse im Namen
der 29 Jesuitenanstalten anhängig gemacht werden, und jeder Direktor
der 29 Erziehungsanstalten der Jesuiten wird einen feierlichen
Protest gegen die Dekrete an den höheren Unterrichtsraih richten.
Nuch haben die Jesuiten bereits zu den großen Ankaufen von Grund⸗
bdesitz in Monaco, wo bis zum 2. November bereits die Bauten für
wei große Anstalten fertig sein sollen, vom Herzog von Osunna

ein stattliches Schloß in der Nähe Madrids erworben. (Solche
Erwerbungen sind nun überflüssig, da die Ausweisung nicht erfolgte.)

Wie aus Warschan berichtet wird, ist auch dort eine ge—
heime Druckerei entdeckt und eine große Anzahl nihilistischer Druck⸗
chriften beschlagnahmt worden. Es wurden zahlreiche Verhaftungen,
arunter einiger Mädchen, vorgenommen; die Arretirten sind Russen.
Dagegen wurden von den früher Verbafteten abermals mehrere
reigelassen.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 2. April. Wie uns mitgetheilt wird,
hat das Auswanderungsfieber auch einige hiesige Familien ergriffen.
Schon in nächster Zeit gedenken deren fünf, denen sich noch meh—
rere ledige Personen anschließen werden, die Reise über den Ozean
anzutreten, um in Amerika sich eine neue Heimath zu gründen.

*— Nach einer Zusammenstellung im „Fränk. Kur.“ nimmt
—A
seiner Einwohnerzahl die 26. Stelle ein. Nach derselben Quelle
zibt es in Bayern 10 Städte mit mehr als 20,000 Seelen (2
davon mit über 100,000), 27 Städte mit einer Seelenzahl von
7000 bis 20,000 und 65 Städte und Landgemeinden mit 3- bis
7000 Seelen. Im Ganzen haben wir also in Bayern 102 Städte
und Landgemeinden mit mehr als 3000 Seelen.

*— Wie erheblich der Verlust ist, der die beiden Städte
St. Johann und Saarbrücen in Folge der Auflösung
der Eisenbahn⸗Direction daselbst trifft, erhellt daraus, daß bis zum
4. April in St. Johann 79 verheirathete und 22 unverheirathete,
in Saarbrücken — verheirathete und 8 unverheirathete Beamten
iich abgemeldet halten. Weitere Abmeldungen dürften noch bevor⸗
stehen, da einzelne Beamten bei ihrer Versetzung vorläufig ihre Fa⸗
milien in St. Johann Saarbrücken zurückließen, um sie spaͤter
nachkommen zu lassen.

* Statistischen Angaben nach beschäftigt die Großindustrie des
Saargebietes gegen 45,000 Arbeiter und gewährt dadurch
direkt einer Bevölkerung von circa 160,000 Seelen oder 50 pCt.
der Gesammteinwohnerzahl lohnenden Verdienst und Unterhalt.

F Aus Kaiserslautern wird der „Pf. Pr.“ berichtet:
Durch eine Ministerial-Entschließung neuern Datums ist jenen Per—
onen, welche Staats⸗ oder Gemeindebedienstete mit fixem Gehalte
ind, eine Gebühr nicht anzusetzen, wenn sie als Zeugen vor Ge⸗—
icht geladen werden, sondern es sind ihnen ev. nur die Reise—
Entschädigung und ein sog. Zehrgeld zu bewilligen; es wird eben
angenommen, daß bei solchen Bediensteten ein Zeitversäumniß
nicht eintrit. Da diese Verfügung bis zum 1. October 1879
rüdwirkend ist, so mag sie manche davon Berührte, wie Polizei-
diener ꝛc. welche öfters als Zeugen zu erscheinen haben, um so
mmangenehmer treffen, als die bereits seit Oltober an solche aus—
ꝛezahlten Zeugengebühren rückv ergütet werden müssen.

F Aus Kaiserslautern wird der „Pf. Z.“ berichtet,
daß ein etwa eine Stunde von der Stadt entfernter Weiher bis
etzt noch nicht aufgethaut ist, sondern im Gegentheil in Folge der
alten Nächte eine immer stärkere Eisrinde anfetzt.

.Die Kaiserslauterer Polizei hat eine der Taschendiebinen,
—“ in letzter Zeit den dortigen Wochenmarkt unsicher machten,
exwischt.

— Der nächste ordentliche Turntag des pfälz. Turnerbundes
wird am 2. Mai nächsthin in Kusel abgehalten werden.

F Die Zeiten müssen doch nicht ganz so schlecht sein, als
nan sie jetzt immer schildert. Den Beweis dafür liefert eine in
Rußdorf bei Landau am 30. Marz abgehaltene Güterbver.
teigerung, bei welcher für den Morgen Aderland bis zu 1500 M.
zeboten wurde.

Der Vorschußverein Dahn, eingetr. Gen., hatte im Jahre
1879 einen Gesammtumschlag von 411,657 M. 40 Pf. An
Ddividende kommen 5 80 zur Vertheilung. Die Mitgliederzahl be
rägt 178.

FUnter den am Ostermontag vom pfälz. Dam
revisionsverein prämiirten Heizern befinden fich
Maschinenwärter und Heizer bei Gebr. Adt in Eẽ
ehr gute Instandhaltung der Anlage und
karl Deiner, Maschinenwärter und Heizer
n Zweibrücken (füür gute Instandbal“
dienstzeit). — Der Verein hatte im

20,924 M. 21 Pf. Einnahme und
also einen Ueberschuß von 789 w
M. zu Gratifikationen verwen?
von 139 M. 80 Pf.

*WMWalpbrän?*
        <pb n="208" />
        weniger als 4 Waldbrände innerhalb acht Tagen vorgekommen.
Der erste im Revier Munchweiler und der zweite im Revier Lem⸗
berg war von geringer Bedeutung. Ein 3. Brand im Revier
Waidfischbach, der etwa 50 Morgen Kiefernbestand eingeäschert ha⸗
ben soll, und ein 4. am 27. siatigehabter Brand im Revier Ep—
penbrunn hat bedeutenden Schaden angerichtet. —A
jer Brände sind nur darin zu suchen, daß brennende Streichhölzer
und noch glůhende Cigarrenreste achtlos weggeworfen werden und
daß glühende Funken bei trockenem und dürrem Reisig reichlich
Nahrung finden. Ein Waldbrand fand ferner am 29. März im
Stiftswald, Revier Waldleiningen, statt; 6 Tagwerk sollen ver⸗
nichtet worden sein. Arbeiter von Kaiserslautern, Mölschbach und
Waldleiningen geboten durch Abgrabung der Braudstätte dem Feuer
Einhalt. Auch bei Kusel in der sogenannten Gailbach entstand
m 28. ein Waldbrand, vermuthlich durch die Unvorsichtigkeit von
Kindern herbeigeführt. Doch wurde derselbe hauptsächlich von
Theilnehmern an einer in der Nähe stattfindenden Tanzmusit erstickt.
Am Charfreitag, Abends 8 Uhr, brach ein Waldbrand bei Sit—
eis aus. Derselbe wurde von Alsenz aus entdeckt und eilten zahl⸗
reiche Bewohner auf den etwa eine halbe Stunde entfernten Brand⸗
plaß. Um halb 11 Uhr war das Feuer gedämpft. Der Wald
uͤmfaßt etwa 15 Tagwerke. Abgebrannt ist durch die rasche Hilfe
nur wenig. — Am Ostermontag brannten im „Erbusch“ bei der
Fasanerie bei Zweibrücken einige Tagwerk Wald nieder.

Außer der Einführung der Erhöhung der Worttaxe von 3
auf 5Pf. im internen Telegraphen⸗Verkehre Baherns wird vom
J.Aprit an bekanntlich in ganz Europa der Woritarif eingeführt.
Die Telegraphengebühren betragen nunmehr in ganz Deutschland
mit Luxemburg 20 Pf. Grundtaxe und 5 Pf. Worttare, nach
Belgien, Dänemark, Niederlande, Oesterreich und der Schweiz 40
Pf. Grund- und 10 Pf. Worttaxe (nach der Schweiz bisher 5Pf.),
nach Bosnien, Herzegowina, Italien, Montenegro, Rumänien,
Serbien: 15 Pf. pro Wort und 5 Worte Zuschlag, nach Frank⸗
reich: 16 Pf. pro Wort; nach Bulgarien, Portugal und Spanien:
20 Pf. pro Wort und 5 Worte Zuschlag; nach Helgoland, Nor—
wegen. Schweden: 40 Pf. Grund⸗ und 29 Pf. Worttare; nach
Eugland: 30 Pf. Worttare; Rußland: 25 Pf. Worttare und 40
pf. Grundtare; Gibraltar: 35 Pf. Worttare und 5 Worte Zu⸗
schlag; nach dem kaukasischen Rußland, Griechenland, Türkei und
Malta: 40 Pf. Worttaxe und 5 Worte Zuschlag als Grundtare.

Vom LagerLechfeld. Am ersten Ostertage ent⸗
stand aus einer bis jetzt noch unbekannten Ursache ein Heidebrand
bei Lager Lechfeld, der bei lebhaftem Ostwind rasch eine ziemliche
Ausdehnung gewann. Dem energischen Einschreiten der sämnit⸗
lichen Mannschaft gelang es indeß des Feuers Herr zu werden
und so eine Gefabr für die Gehäulichkeiten des Lagers hintan zu
halten.

F Metz. Seit einiger Zeit ist die Zahl der aus Frankreich
zurücktehrenden Elsaß-Lothringer wieder im Steigen begriffen; dem
hiesigen Gemeinderath lagen in seiner letzten Sißung eine größere
Anzahl von Naturalisations-Gesuchen zur Begutachtung vor. Der
vermehrte Zuzug ist in erster Linie der in geschäftlicher Beziehung
eingetretenen Besserung zuzuschreiben, dann aber auch der Hebung
der Eisenindustrie, welche namentlich in dem Moselbecken bei Metz
ine bedeutende Betriebsbergrößerung erfahren hat, so daß die zahl⸗
reich ankommenden Arbeiter vollauf Beschäftigung finden. Im
allgemeinen ist man auch nicht mehr so zur Auswanderung geneigt
als in den früheren Jahren; so hat sich beispielsweise im ver—
gangenen Jahr eine wesentliche Abnahme der Zahl derjenigen
ungen Lente bemerklich gemacht, welche, um sich der Militärpilicht
zu entziehen, fortgingen. Bei der letzten Ausheb ung der Gestel⸗
iungspflichtigen im Londkreise Metz fehlten bei der Musterung nur
7,42 Procent der Heerespflichtigen. Nimmt man hierbei an, daß
hei der Auswanderung in den ersten Jahren eine große Zahl von
Minderjährigen, welche zur Optionsabgabe nicht verpflichtet waren
und die bereits zum Theil im französischen Heer dienen, sich be⸗
sanden, so ermäßigt sich die Zahl der ohne Entschuldigung Ausge—
zliebenen noch mehr, und in kurzer Zeit wird der Procentsatz der
Ausgebliebenen in Elsaß-Lothringen demienigen des alten Bundes
»graussichtlich gleich stehen.

AVerlin. Ein junger Mediziner hat sich hier durch eine

Maßregel eine bedeutende Praxis und den Ruf eines

Arztes erworben. Während seiner Sprechstunden steht auf
ische eine bis zum Rand mit Sand gefüllte Schüssel.
AVnmg eines Patienten beendet und das Rezept ge⸗
4 der Arzt auf die Fcage nach der Schuldig—

qres Könnens. Bitte, es dort in den Sand

führt ihm eine Masse armer Patienten zu.

bei Essen a. R., 39. Marz. Die

rsachten Bodensenkungen greifen

er um sich. So ist heute Mor⸗

Tagesbruch erfolgt, und zwar

»em Locale des „Deutschen

sustige Gesellschaft war

vort noch beim Kartenspiel im Logensaale versammelt, als plötzlich
zas ganze Zimmer in bedenkliche Schwankungen gerieth, und im
beren Stogwerke die Zimmerdecken unter gewaltigem Krachen
serabstürtzten. Nur die Geistesgegenwart der späten Zecher ret⸗
rete dieselben vom sichern Tode; sie flüchteten eiligst durch Thür
ind Fenster und kamen, einige leichtere Queischungen abgerechnet,
lücklich ins Freie. Nur einem Beamiten wiederfuhr das Unglück,
zaß er beim Sprunge aus dem Fenster mit seinen Kleidern an
dem Fensterrahmen hängen blieb und aus dieser „schwebenden“
rage erst mit Hilfe eines Dritten befreit werden konnte. Wäre
as Unglück einige Stunden früher geschehen, so wären, da am
jestrigen Abend „Kränzchen“ war, sämmiliche Mitglieder der Loge
n der größten Gefahr gewesen, lebendig begraben zu werden. Die
dreuzstraße ist in Folge dessen gesperrt und den Bewohnern der
ndmiltelbater Naͤhe des Unglücksplatzes liegenden Häuser Sei⸗
ens der Polizei aufgegeben worden, heute noch ihre Wohnungen
u räumen.

4 (Unbestrafter Diebstahl.) Der verstorbene Herausgeber und
rigenthümer der „Gartenlaube“, Ernst Keil inLeipzig, hatte
iber seinem Pulte ein Blatt mit der Inschrift aufgehüngt: „Zeit
st Geld“, — ein Wink mit dem Zaunpfahl für solche Besucher,
delche nach Erledigung ihres Geschäftes gerne noch einen kleinen
der großen Schwatz zu halten beliebten. Eine andere Inschrift
erselben Tendenz, doch in metrischer Form, hat sich Emil Ritters—
saus in Barmen über seinem Comptoirpult (er ist bekanntlich Kauf⸗
mann) angebracht; sie lautet:

Sag' was du willst, kurz und bestimmt,
Laß' alle schönen Phrasen fehlen!

Wer nutzlos unsre Zeit uns nimmt,

Bestiehlt uns — und: Du jsoll nicht stehlen!“

f Die Frage der Einführung einer Normalzeit für die Eisen⸗
zahnen des deutschen Reichs wird auf der im Juni d. J. in Inn s⸗
»ruck tagenden Fahrpiankonferenz des Vereins deutscher Eisen⸗
ahnverwallungen zur Sprache kommen. Als Normalzeit für die
Aufstellumg der Fahrplane in ganz Deutschland ist, wie jetßzt be⸗
tätigt wird, die Leipziger Ortszeit in Aussicht genonimen, welche
jegen Berlin um — 4 Minuten, gegen Aachen um — 25 Min.,
jegen Eydtkuhnen um — 37 Min., gegen Muünchen unm — 3
Hun. und gegen Frankfurt a. M. um — 15 Min. differirt.

4Ein seit 1848 beabsichtigtes, wegen allerhand Schwierig⸗
eiten aber nicht ausgeführtes Unternehmen wird nun bald in An⸗
zriff genommen werden können. Es ist dies der Nor d⸗O stse e⸗
Fanal, der aus der Kieler Bucht nach Brunsbüttel führen soll.
ẽ«'s ist hierzu Herrn Dahlström die Vorkonzession bereits ertheilt,
und soll derselbe um 75 Mill. Mi. innerhalb sechs Jahren her⸗
gestellt werden und zwar so, daß er auch Seeschiffe zu tragen
»ermochte.

Die Frau eines belgischen Officiers führte mit ihrem Manne
inen Ehescheidnngsproceß vor dem Tournaier Tribunal; allein die
gerichtlichen Verhandlungen nahmen so lange Zeit in Anspruch, daß
zie nach Freiheit dürstende Gattin ungeduldig wurde. Da fiel ihr
Blick auf eine Zeitungsanzeige, in der ein Herr Loredan zu Lille
vegen seiner ausgezeichneten Fechtkunst außerordentlich gelobt wurde.
Schnell entschlossen reiste sie sofort nach Lille, um Herrn Loredan
u bewegen, die Bekanntschaft ihres Mannes zu machen, ihn zu
reizen mid ihn im Duell einfach — todt zu stechen. Sie bezahlte
ofort 800 FIrcs. baar und Loredan machte sich auch demgemaß
zleich auf den Weg; aber zuerst begab er sich in eine Kneipe und
ceipte sich dort so fest, daß er seinen Zechcumpanen bald sein
anzes Vorhaben enthüllte. Die Folge war eine Anzeige beim
Slaatsanwalt, gerichtliche Untersuchung und Verurtheilung der edlen
Ddame zu 1 Monat Gefängniß und 100 Fres. Geldbuße; Herr
roredan aber wurde freigesprochen.

p Die Bücherpreise sonst und jezßt. In Bezug auf außer⸗
rdentlich teure und auffallend billige Bücher haben die Englän⸗
der das Höchste geleistet. Im Jahre 690 kaufte der Konig von
Lordhumberland ein Buch von einem Mönche des Klosters War⸗
nouth für den Preis von 1200 Morgen Land. Jetzt druckt man
in Orford eine Taschenbibel in Diamantschrift und elegantem Ein⸗
hande von gepreßtem Ledertuche für eine Mark.

p Wulhkrank im Ballsaal. Ein merkwürdiger Fall von Wuth⸗
rankheit wird aus Kronstadt in Siebürgen berichtet. Vor
inigen Monaten wurde dort die Tochter eines angesehenen Bürgers
on einem Hunde angefallen. Das Thier sprang dem Mädchen ins
gesicht und biß demselben ein Stück der Nase weg. Einem schleunigst
erbeigerufenen Arzt gelang es, das verstummelte Organ wieder zu⸗
aimmenzusetzen und dem hübschen Mädchen blieb nur eine gutver⸗
eilte und nicht sonderlich auffallende Narbe als Erinnerungszeichen
die Sache schien schon in Vergessenheit gerathen zu sein und man
Hereitete sich kürzlich in der Familie vor, einen öffentlichen Ball zu
esuchen. Das Mädchen ward von seiner Mutter und den Ge⸗
hwistern hübich geschmückt und freute sich lebhaft darauf, den Ball⸗
aal zu betreten. In dem Moment aber, wo sich der letztere ihm
hnen wärde es von einer ungeheuren Aufregunge, die bald in
        <pb n="209" />
        oͤrmliche Tobsucht überging, befallen, und alle Mittel der anwesen⸗
den Aerzte konnten der Ünglücklichen keine Linderung verschaffen.
Nach zwei Stunden der schrecklichsten Krämpfe war das blühende
Beschöpf eine Leiche, die um so ergreifender und schauerlicher an⸗
usehen war, als sie sich noch im vollen Ballstaate befand. Es
iegt begreiflicherweise nichts naͤher, als daß man den Anfall, der
min dem Tode endigte, auf die Affaire mit dem Hunde zurückführt.

In Kiew (sußland) wo sehr viele Verhaftungen vor⸗
ommen, wurde der Polizeimeister bei dem Verlassen einer Abend⸗
gesellschaft in einer Droschke entführt, in ein unbekanntes Lokal
jebracht, von maskirten Gestalten mißhandelt und gezwungen, die
rhaltenen Schläge — schriftlich zu quittiren.

Ein langer Schlaf. In Tarnow befindet sich
in dem dortigen Spital ein 24jähriger Israelit. welcher, wie Wie⸗
—D Wochen von lethar⸗
zischem Schlafe befallen ist. Sein Schlaf ist so stark, daß man
yn nicht einmal durch Elektrisirung zu erschüttern vermochte. Ge⸗
nährt wird der Mann durch eine durch den Halsschlund in den
Magen eingeführte Röhre. Dr. Kowalski, welcher den Kranken
in feiner Behandlung hat, forderte mehrere Aerzte aus Krakau auf,
den seltenen Fall zu beobachten.

4 Eine Nadikalkur. Ein Dorfvorsteher des Bezirks Kozlow
neldeie neulich dem Präsidenten der Semskaja Uprawa Provin⸗
ialverwaltung) in Tambo w, daß in seinem ganzen Rayon die
ziehseuche aufgehört habe. Neugierig, durch welche Mittel diese
etzt fast in ganz Rußland grassirende Krankheit beseitigt worden
ei, sfrug der Präsident den Dorfvorsteher darnach, welcher kurz er⸗
viderte: „Durch gar keine Mittel.“ — „Wie so denn?“ frug der
Zräsident noch neugieriger. — „Weil das gesammte Vieh bereits
repirt ist,“ rapportirte der naive Dorfälteste.

— Ein tragisches Ende fand die erste Aniftin des „Circus
Salamonski“ in Odessa, Martha Fiscall. Sie stürzte nämlich
im 22. db. M. während der Vorfstellung der „Hirschjagd“ vom
pferde zu Boden, worauf sämmtliche Jagdpferde über ihren Körper
ahinsprengten. Als man die unglückliche Künstlerin von der Erde
hob, war sie von den Hufen der Pferde förmlich zusammengestampft
ind berecits eine Leiche.

Minister-Schlägerei. Laut verläßlichen Nachrichten,
velche der , Prue aus Sofia zugehen, hat der bulgarische Justiz⸗
ninister Gretoff seine Demission in Folge einer Schlaͤgerei gegeben,
welche derselbe mit dem Minister des Innern in einem Minister⸗
cahte gehabt hatte. Angenehme Gegend.

FDie größte Schwefelholz⸗ Fabrik der Welt befindet sich in
Ofhkosh, Wisconsin. Diefelbe hat im vorigen Jahr 2,000. 000
xuß Baumstämme zu Schwefelhölzern verarbeitet und zur vorschrifts⸗
mäßigen Versteuerung der Letzteren Steuermarken im Werthe von
300,600 Dollar verbraucht.

Der König von Siam, Frabat Somedscha, gedenkt im
Frühlinge sein Reich zu verlassen, um über den Suez⸗Kanal nach
ẽuropa zu reisen. Hier will er der Reihe nach die Höfe von
Rom, Wien, Berlin, Paris und London besuchen. Frubat So⸗
nedscha hat eine europäische Erziehung genossen und spricht fran⸗
ösisch und englisch. Der Religion nach ist der König Buddhist
ind verehrt als den Vertreter Buddhas auf Erden einen weißen
ẽlephanten, der bei ihm im Palaste in herrlichen, mit Porcellan
ind Gold belegten Zimmern wohnt. Im Palaste finden sich bei
dreihundert Frauen und gegen zwei und einhalbtausend Sclavinnen.
Sin Klagenfurter Kind, Herr Payer, ist der Privat-⸗-Secretär des
Foönigs.“ Der Konig hat eigentlich fünfunddreißig Namen, doch
verden dieselben nur in den Staatsproclamationen und auf den
Staatssiegckn vollständig genannt.
Gemeinnutziges.

Milch als Träger vonJüsectionsstoffen,— Die
ẽrfahrung, daß Milch als Träger von Infectionsstoffen wirken koͤnne,
st durch eine neue authentisch beglaubigte Beobachtung in Bezug auf
den Ausbruch einer Typhusepidemie in Huncoat bei Burnley in Lan⸗
rashire abermals bestätigt worden. Der Bauerngutsbesißer Jona⸗
han Clegg in Burnley bewirthschaftet eine Farm, zu der 14 Stück
Vieh gehören. Er hat nur einen Knecht, so daß er genöthigt ist,
elbst in Gemeinschaft mit seiner Familie die nothwendigen Arbei⸗
len, insbesondere den Verkauf der Milch und Butter zu besorgen.
In seinem Hause erkrankten nun drei Kinder am Typhus. Die
pflege derselben wurde nun nicht von einer einzigen Person be⸗
sorgt, sondern bald von diesem, bald von jenem Familiengliede
nusgeübt, und so kam es denn auch vor, daß der Vater unmittel⸗
bar nach seinen Verrichtungen in der Krankenstube, ohne besondere
Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben, in den Stall ging, um die
Kühe zu melken oder zu buttern. Auf diese Weise sind sehr wahr—
scheinlich Ansteckungsstoffe von der Milch aufgenommen worden.
Ciegg verkaufie einen Theil seiner Milch nach Huncoat, und bald
darauf erkranklen zwolf seiner Consumenten am Typhus. Diese
vrlrankungen sind ohne Zweifel mit denjenigen in Clegg's Hause
n Zusammenhang zu bringen. Dieses wird durch den Umstand

erwiesen, daß der Typhus nur in den Häusern, wohin Clegg Milch
lieferte, zum Ausbruch kam, während er zu der Zeit anderweitig
nicht beobachtet wurde. Die Gesundheitsbehörde war von der auf
—DDDD———— Kenntniß gesetzt wor⸗
den; daß man von derselben überhaupt erfuhr, war dem Umstande
zu danken, daß man nach dem Auftreten der Krankheit in Huncoat
die Ursachen ihrer Entstehung zu verfolgen bemüht war. Nach
Zlarlegung der Verhältnisse hat der Gesundheitsbeamte des Distrikts
ogleich Maßregeln getroffen, um jegliche Communication zwischen
en Kranten und Milchern abzuschneiden. Mit Ausnahme einer
inzigen jungen Frau sind nur Kinder erkrankt; die Krankheit
ummt anscheinend einen günstigen Verlauf.
Eine neue industrielle Verwerthung der
—A Schlacke ist
Fisher als ein sehr unbequemer Abfallsstoff betrachtet worden, dessen
heiseitschaffung mit Kosten verknüpft ist, welche —XRLV
en Gewiunsaldo der Hochöfen schmälern. Der einzige Gebrauch,
velchen man von der Schlacke zu machen wußte, war die Verwen⸗
ung zur Beschotterung der Straßen. Die Schlacke war ein zu
iesem Zwecke sogar vorzügliches Material, was an der guten Be⸗
chaffenheit der dunklen Wege in der Nähe der Hochöfen zu erken⸗
nen ist. Diese Art der Verwendung gestattet aber nur, einen ge⸗
ingen Bruchtheil der geförderten Schlacke zu verwerthen, weil der
Traͤnsport bon Schoner auf weite Entfernung zu kostspielig ist.
Fine Ausnahme findet nur da statt, wo gute Wasserstraßen zu Ge⸗
dote stehen. Dies ist aber nur selten der Fall, da die Hochöfen
in der Nähe eisen- oder kohlenhaltiger Gebirgsflötze angelegt zu sein
oflegen. Bis jetzt waren daher die Hochofen-Besitzer genöthigt, einen
roßen Theil ihres Grundes und Bodens zur Ablagerung der
Schlacke zu verwenden oder sogar neue Grundstücke hinzuzukaufen
ind dadurch ihr Werk mit todtem Capital zu belasten. Seit Kur⸗
jem hat nun ein englischer Techniker nach fuͤnfjührigen Versuchen
in einfaches und praktisches System zur Verwendung der Schlacke
Jefunden, welches bereits auf einem neu eingerichtelen Schlacken⸗
derte in Clevelcnd die industrieelle Anwendung im Großen findet.
Die Producte, welche mittelst neu zu diesem Zwecke construirter
Werkzeuge und Fabrikations-Maschinen hergestellt werden, sind:
Bachsteine und andere Baustücke und Zierrathen, Beton, Mörtek,
Fement und Schlackenwotle. Mitielst eines Satzes geeigneter Ma⸗
chinen wird die Schlacke vom Momente an, wo sie glühend aus
em Hochofen läuft, unter geeigneter Anwendung von Einspritzungen
nit kaltem Wasser oder Dampf behandelt und zu Kies, Sand oder
in wolligen Faserzustand verwandelt. Der Sand wird in auto⸗
natischer Weise in dem fünf Stock hohen Fabrikgebäude gehoben
und dann, durch die verschiedenen Etagen herabfallend, gesiebt.
Um Bagfteine oder Aehnliches herzustellen, wird er mit einem Zehn⸗
el pulverisirtem Gyps vermischt und dann durch eine Backsteinma⸗
chine getrieben, welche per Tag 1140 bis 12. 000 Stück liefert.
diese Backsteine sind schon nach fünf Wochen so hart, daß sie einen
Druck von neun Tonnen widerftehen. Dieselben besien den großen
Vorzug, daß sie mit dem Alter härter werden. Angestellle Ver⸗
uche haben ergeben, daß drei Jahre alte Badsteine einen Druck
„on 21 Tonnen (420 Centner ausgehalten haben, ohne zermalmt
zu werden. Auch die Herstellung Gesimsstücken und Caminen aus
dieser Masse hat sich sehr bewährt. Für die Fabrikation von Moͤrtel
vird Kalke und Hämmerschlag hinzugesetzt. Zur Herstellung von
Fement wird eine stärkere Mischung von kohlensaurem Kalt und
Ziegelmehl beigefügt. Die Schlackenwolle, welche äußerlich der
Haumwoile sehr ähnlich ist, und durch eine besondere Maschinerie
angefertigt wird, indem ein Dampfstrahl die glühende Schlacke zer⸗
plitiert ind durch eine Röhre in einen großen, mit Drahtgaze aus⸗
Jerüsteten Behälter treibt, wird namenilich zu feuerfesten Verpad⸗
ungen und Umhüllungen, wie die Dampfmaschinenmäntel, Ofen—
schirme u. s. w. verwendet.
M— artibe ich te. I
Zweibrücken, 1. April. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 49 Pf., Korn 10 M. 28 Pf., Gersie zweireihige — M. — Pf.
ierreihige d7 M. d8 Pf., Spelz — M. — Pf. Spelztern — M. — Pf.,
e M. HPf..nischfrubt 10 M. 71 Pf. Hafer 7 W. 26 Vf
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 80 Pf., Kartoffeln 2 M. 90 Pf.
Heu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf. Weißbrod I! / Kilogr. 58 Pf
ornbrode3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck“
yr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 50 Pf. Kalbfleisch
Hammeifleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter? / Kilogt. 1M
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf
Homburg, 81. März. (Iruchtmittelpreis und Victu
11 Mvo pf. Korn 10 M. 23 Pf., Spelzlern —M
pf., Gersie Areihige — M. — Pf. Gerste 4rei“
7 M. 81 Pj., Mischsrucht — M. — Pf., Erb'
d M. — Pf., Bohnen dO M. — Pf., Klee'
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Mf
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. H.
50 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 20 Pf
Für die Redaction ver
        <pb n="210" />
        Gute Setz⸗ und GEßkar⸗
toffeln hat zu verkaufen
— Thiery

eine Familien-Woh—
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in der Druckerei und lith. Anstalt
von F. X. Demetz.
Sonutag 4. April:
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Kasbar Schwarz.

Restitutionos⸗
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das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
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der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,
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Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
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hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
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trennen, wieder aufzu—
färben, daß ste wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 und 146 zu be⸗
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St. Ingbert: Philipp
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—A

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Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingberi
pro Monat Febr. 1880.
A. Geburten?
3. Febr. Jacob, S. v. Jac.
Bauer. Sophia Wilhelmina, T.
o. Philipp Koch. Jacob, S. v.
Peter Jung. 4. Elisabetha, T.
o. Daniel Schorz. 5. Maria,
T. v. Nikolaus Abel. 7. Peter,
S. v. Georg Nelz. Philipp
S. v. Peter Philippi. Karl, S,
v. Heinrich Spanisl. 8. Anna.
T. v. Nikolaus Kopp. 9. Ka—
tharina, T. v. Peter Kiefer.
Valentin, S. v. Margaretha
Jung. Friedrich Otto, S. v
Karl Kling. 10. Friedrich, S
v. Joseph Metz. 12. Paulina,
T. v. Christian Siegwarth. 13.
Peter, S. v. Franz Foos. Jo⸗
hann, S. v. Nik. Mayer. 14.
Anna, T. v. Philipp Appel.
Johann, S. v. Anna Rohe. 15.
datharina, T. v. Andreas Adam.
—X&amp;
Barbara. T. v. Peter Mopp.

bei

—

Seine ausgezeichneten. überall ge—
Uühmten
7nmos
liefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzablung
»der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. Weidenslaufer, Fabrit
2lin NW.
— * 7
AM. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. AnsAnn,. G·Arae IX,
LInterprèto 7Theo Interpretor L'Interprete
franzõsisches Journal für Deutsche, / englisches Journal für Deutsche, — italienisches Journal für Dentsche
mit erläuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire
und vervollkommneter Aussprachebezeichnung des Englischen und Italienischen.
—XX

Vorzũglichsto und wirksamste Hilfssmittel bei Prlernung obiger drei Sprachen. namentlieh
fũr das Selbststudium und bei Vorbereitung auf Pramina (Einjũhrig-Freiwillige); zugleich au-
riehendste und erfolgreichste franz, engl. u. ital Lectũre zur Uebung und Unterhaltung, durch
die besondere Finrichtung dieser Journale schon bei den bescheidensten Kenntnissen in er-
spriesslichster Weise verwendbar. Gründung des INFPERPRETE, I. Juni 1877; des IXPER-
PRETER. I. Jan. 1878 und des italienischen INFPERPRETE. I. Jan. 1880. und sei daher
letzterer als neueste Erscheinung auf diesem Gebiete ganz besonderer Aufmerksamkeit empfohlen.
Durch ihren praktischen und wissenschaftlichen Werth erfreuen sich sümmtliche drei Journale
einen ganz ausserordentlichen, die üussersten Grenzen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns
umfassenden und im Auslande sich bis Ostindien und Amerika erstreckenden Verbreitung.
Inhalt der drei Journale vôllig verschieden: Tagesgeschichte, populärwissenschaftliche and
vermischte Aufsütze, gediegene Novellen, interessante Processeo ete.; ferner enthult jede Num-
mor einen deutschen Artikel zum Uebersetzen in die betr. Sprache, dessen mustergiltige Ueber-
tragung hierauf zur Selbstcorrectur in der nchsten Nummer folgt. Möchentlich eine Num-
mer. — Quartalpreis jedes der drei Journale: bei der Post, dem Buchhandel oder di-
rect, nur 1 M. 75 Pfg. (1H8. 5 xr. 6. W., 2 fr. 50) Preis eines einzelnen Monates direct,
60 Pf. Probenummern gratis. — Inserate ià 25 Pf. die 48paltigs Petitzeile) von er-
iolgreichster Wirkung.

Pdenkoben in der bayer. Rheinpfalz. Die Exnedition.

Magdalena, T. v. Nik. Schma⸗
del. 16. Karl, S. v. Magda—
lena Thomas. 18. Peter, S.
v. Conrad Gehring. 19. Ja—⸗
cob, S. v. Joh. Kneib. Mar⸗
garetha, T. v. Nikolaus Ripp⸗
linger. 20. Elisabetha, T. v.
Peter Lang. 22. Johann, S.
v. Georg Schwarz. 23. Peter,
S. v. Joseph Morlo. 26. Jo⸗
hann Ludwig, S. v. Heinrich
Laterner. 27. Clara, T. v.
Philipp Scheimeister. Philip⸗
pina, T. v. Pet. Jos. Moses.
28. Johann, S. v. Joh. Hoff⸗
mann. Joseph, S. v. Johann
Wegmann. Maria, T.v. Adam
Motsch. Magdalena, T. v. Kon⸗
rad Naumann. 29. Elisabetha,
T. v. Peter Quiring. August,
5. v. Ludwig Werner. Peter,
5. v. Heinrich Weiser. Georg,
A

1ꝛ. Eijeschließungen:

2. Peter Jos. Uhl mit Augela
Maria Peter. 3. Schmitt Jo⸗
hann mit Louisa Trier. 7. Jo⸗
hann Günther mit Henriette
Hochstraßer. 9. Peter Schmitt
mit Elisabetha Abel.

O. Sterbfälle:

4. Febr. Pet. Blum, 75J
alt, Ehem. v. Barbara Flesch.
6. Anna Stolz, 13 J. alt, T.
v. Joseph Stolz. Friedrich
Schröpfer, 4 J. alt, S. v. Ge⸗
org Schröpfer. Anna Wack,1
J. alt, T. v. Georg Wack. 12.
Fettig Katharina, 3 J. alt, T.
v. Ludwig Fettig. 14. Wolf
Katharina, 3 J. alt, T. v. Joh.
Wolf. Katharina Weiland, 9
Mt. alt, T. v. Johann Weiland.
15. Joh. Jos. Hubertus, 8 Mt.
ilt, S. v. Jacob Hubertus.
Christian Reppert, 69 J. alt,
Ehem. v. Louise Eberhardt. 16.
Wilhelmina Hellmann, 58 J.
alt, Ehefr. v. Nik. Kimmel. 19.
Emil Gust. Joh. Grewenig, 1
J. alt, S. v. Emil Grewenig.
20. Daniel Suttor, 63 J. alt,
Ehem. v. Katharina Braunert.
21. Louise Kastel, 8 Mt. alt,
T. v. Franz Kastel. 22. Joh.
hoffmann, 60 J. alt, Ehem. v.
stath. Bauer. 24. Jos. Weis-⸗
gerber, 3 Mt. alt, S. v. Joh.
Weisgerber. Elisabetha Thum,
l J. alt, T. v. Johann Thum.
28. Christina Wolf, 10 Mt. alt,
T. v. Johann Wolf. 29. Ma—⸗
thias Kempf, 56 J. alt, Ehem.

y Barbara März.

St. Ingbert, 26. März 1880

Der Standesbeamte:

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J 7— Frei von jedem einseitigen politischen oder lonfesfionellen Standpunkt.
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Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

1AM 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.46 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — kur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.

1880.

M 54. Sonntag den 4. April

Deutsches Reich.

Der Kaiser hat dem Fürsten Bismarck zu dessen Geburts—
tag (1. April) Nachmittags einen Gratnlationsbesuch abgestattet.
Die Capelle des Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiments
brachte dem Fürsten eine Morgenmusik. Das diplomatische Corps
und eine große Menge distinguirter Personen gaben ihre Karten
ab. Aus allen Gegenden Deutschlands liefen eine große Anzahl
Telegramme und Briefe mit Glückwünschen, sowie Blumenspenden
und anderen Angebinden ein. Nachmittags concertirte das Musik⸗
corps des 2. Garde⸗Regiments.

Nach einem dem Bundesrath übersandten Präsidialantrage soll
die Ausprägung von Silbermünzen den Betrag von 12
(statt der bisherigen 10) Mark pro Kopf der Bevölkerung des
steiches nicht übersteigen.

Ausland.

Die Türkei will jetzt ernstlich daran gehen, die Sache mit
Montenegro ins Reine zu bringen und hat der Ministerrath
dem Sultan jetzt eine Vorlage unterbreitet, worin in Betreff des
Gebietsaustausches fast allen Ansprüchen des Fürsten Nikita will⸗
jahrt wird. Wegen Griechenland soll der deutsche Botschafter
den Großvezier auf die der Türkei drohenden Gefahren aufmerk—
sam gemacht haben, die aus Verzögerung der Grenzberichtigung
entstehen, und zugleich bemerkt haben, daß Deutschland in dieser
Frage mit Frankreich übereinstimme.

Ueber den Ursprung der revolutionären Partei in Rußland
oringt das neue Regierungsblatt „Bereg“ eine lange Abhandlung.
Danach bestanden die bis jetzt ertappten Revolutionäre zu 80 pCi.
aus Edelleuten, Ofsizieren, Kaufleuten und Ehrenbürgern. Davon
waren die Adeligen mit 26, die Geistlichen mit 19, die Ehrenbürger
mit 3 und die Offiziere mit 1 pCt. vertreten. Den Rest bildeten
Juden und gebildetere Kaufleute. 80 pCt. aller Sozialisten waren
gebildet, davon 32 pCt. auf der medicochirurgischen Akademie, 14
vCt. auf dem technologlischen Institut, ebenso viel auf der Petrow'schen
Akademie, auf der Petersburger ferner 11, auf der Kiew'schen 6,
auf der Moskauer gleichfalls 6. Nur 20 pCt. der Propagandisten
haben mittlere oder gar keine Lehranstalten besucht. Schade, daß
der „Bereg“ uns nicht mittheilt, wie viel Prozent die relegirten
Studenten und Gymnasiasten zur Partei der Sozialisten gestellt
haben; ob es viel weniger als 100 Prozent sind? Von 63 verur⸗
theilten weiblichen Mitgliedern der Partei waren 39 Prozent
Schülerinen der höheren Mädchengymnasien, 25 Prozent Hörerinen
der geburtshilflichen Kurse, 17 Prozent studirten Medizin. Der
Prozentsatz der betheiligten und festgenommenen Schülerinen anderer
Anstalten beläuft sich auf nur 19. Man sieht, worauf in Ruß—⸗
land die höhere weibliche Bildung hinausläuft.

Der Schatzsekretär der Vereinigten Staaten Nord-Ameri⸗
kas, Sherman, erklärte in einer in Mansfield (Ohio) gehaltenen
Rede, unter Hinweis auf die bevorstehende Präsidentenwahl, die
republikanische Partei werde die Wiederaufnahme der Baarzahlungen
und die Fundirungs⸗-Operationen aufrecht erhalten, sowie die con⸗
stitutionellen Amendements mit allen der Bundesregierung zu Ge⸗
bot stehenden Mitteln zur Geltung bringen. Waährend des ver⸗
gangenen Monats habe sich die Staatsschuld um 14,000,000 Doll.
vermindert. Es sei dieses eine größere Reduction als in jedem
—X
Der Senat der Vereinigten Staaten nahm den Ge—
setzentwurf betr. die Veranstaltung einer internationalen Ausstellung
in New⸗-York im Jahr 1883 an.

Durch die k. Gensdarmerie wurde am vorigen Dienstag der Schuster
Val. Kiefer von Winzeln eingeliefert, welcher beschuldigt ist,
dem Wirth Jakob Schimmel von Winzeln eine Summe von 375
M. mittelst Einbruchs entwendet zu haben. Die Summe wurde
in einem Dunghaufen vergraben aufgefunden, und soll Kiefer die
That bereits eingestanden haben. — Einen glücklichen Fang machte
die k. Gensdarmerie am Ostersonnntag in Ruppertsweiler.
indem sie einen dortigen Einwohner ertappte, als er einen von ihm
gewilderten Rehbraten eben verspeisen wollte. Daß ihm der Braten
gehörig versalzen wurde, kann man sich denken.

FIn Sachen der Neustadter Gymnasiumsfrage sollte dieser
Tage ein Ministerialrath aus München zu näherer Information in
Neustadt eintreffen.

4In der Nähe von Waldsee wurde vor einigen Tagen
die Leiche eines jungen Mannes geländet, die als der Sohn der
Ackersleute Dewein von Wollmesheim recognoscirt wurde. Wegen
iner kleinen Züchtigung, die er im elterlichen Hause erlitt, soll
der junge Mann den Tod gesucht haben.

IFuIn Lambsheim hat sich am 831. März ein 60 J.
alter Ackerer, ein fleißiger Mann, in seiner Scheuer erhängt.

P'In Börrstadt fiel am 30. März ein 2jahriger Knabe
in einen Eimer voll heißen Wassers und verbrannte sich derart,
daß andern Tags der Tod eintrat.

PIn der Nacht von Dienstag auf Mittwoch machte der Tag⸗
löhner Franz Reichert in Speyer auf seine Frau einen Mord⸗
bersuch. Zuerst suchte er sie zu erdrosseln, und als er dies nicht
fertig brachte, schlang er ihr einen Sirick um den Hals, um fie
ufzuhängen. Die Frau wehrte sich jedoch und schrie aus Leibes-
träften, worauf die Nachbarschaft zu ihrer Hilfe herbei eilte. Der
Grunde des Mordversuchs ist eine Liebschaft, die der nun in Haft
befindliche Reichert neben seiner Frau unterhielt.

Die Spehe rer Gewerbebank hatte im Jahr 1879 einen

Gesammtumsatz von 16,240,009 Mark 75 Pf. bei einer Mit⸗
zliederzahl von 983 gegen 822 im vorhergehenden Jahre. Die
Stammantheile haben sich von 225.968 Mt. auf 263,600 Mt.
erhöht. Der Reservefond, welcher am 31. Dezember 1878 24,657 M.
16 Pf. betragen, war am 31. Dezember 1879 auf 31,776 Mt.
28 Pff. angewachsen. Die Depositengelder haben um 58,732 M.
zugenommen und betragen 635,175 Mi. Die Geschäftsunkosten
zeiaufen sich auf 83330 Mi. 90 Pf. Von dem erzielten Reinge⸗
winn 30,306 M. 77 Pf. beschloß die Generalversammlung eine
Dividende von 9 pCt. zu vertheilen.

Die Neuigkeit des Tages ist, wie aus Darmstadti be—⸗
ichtet wird, daß sich der regierende Graf Eberhard von Erbach⸗
Erbach in den ersten Tagen nach Ostern in zweiter (morganatischer)
khe mit Fräulein Luck, Tochter des Hofgärtners in Bessungen
Vorstadt), vermählen wird. Der standesamtliche Att, wie die
irchliche Einsegnung erfolgen in Bessungen.

FDie Darmstadter Schutzmannschaft verhaftete kürzlich einen
sraelischen Bettler aus Jerusalem, welcher seine Glaubensgenossen
dermaßen brandschatzte, daß er, wie bei ihm aufgefundene Postscheine
hewiesen, das Geld lausendweise in seine Heimath zu senden vermochte.

FIn den April schicken —über den Ursprung dieses
cherzhaften Brauches, der am ersten April geübt zu werden pflegt,
zerlautet Folgendes: Auf dem Reichstag zu Augsburg im
Jahre 1530, wo man Religionsstreite schlichten und vieles Anderaere,
was unterblieb, thun wollte, beabsichtigte man auch das MiMünz⸗
wvesen zu ordnen. Aber wegen so vieler anderer wichtia⸗gtiger Ange⸗
legenheiten kam man nicht dazu, setzte aber einen besononderen Münz⸗
lag auf den nächsten ersten April aus. Dieser er J. April wurde
n vas Ziel dieler und vedeutender Spelulattatjonen, die aber all⸗
ins Wasser fielen, weil man eben des Muncunztages weiter nicht gee
hahhicDie den Schaden hatten, braucauchten für den Spott nicht
u sorgen und so entstand denn der Ar Ausdrud in den April schicken
n jener Bedeutung, die sich bis ⸗ auf den heutigen Tag in ganz
Deuͤtschland erhalten hat.

Der „Voss. Ztig.“ r wird aus Straßburg i. G. ge⸗
chrieben: „Am Vorabendend des Geburtstages des Kaisexs erkonte
um erften Male vowom Münster herab feierliches Glockengelaute

Vermischtes.

f* St. Ingbert. Ein Bursche von hier machte auf der
Polizei in Frankenthal die Anzeige, er habe vorige Woche den mit
Heu beladenen Wagen des Maklers Schäfer von Marnheim
angezündet. (Der Wagen mit seiner Last war auf offener Straße
in Frankenthal in Brand gerathen und verbrannt.) Da sich her—
ausstellte, daß der Bursche mit seiner Angabe nur für einige Zeit
freies Quartier erlangen wollte, so wurde er wieder aus der Haft
entlassen.

F Aus Pirmasens wird der „Zw. Zig.“ geschrieben:
        <pb n="212" />
        tersuchungen stattfinden, von deren Ausfall es abhängen wird, ob
der Thurm überhaupt gebaut werden kann.

F'In Deggendorf wurde eine Falschmünzerbande ver—
haftet; die von ihr gebrauchten Apparate sind auch aufgefunden
worden.

4Das Militärbezirksgericht in Würz burg hat, wie wir
m „Ir. W.“ lesen, einen Soldaten zu 3 Jahren Gefängniß ver—⸗
urtheilt, weil er einen derben Nasenstüber seines Gefreiten mit
riner Ohrfeige erwiedert hatte. Der Gefreite blieb unbestraft.

und zum ersten Male wehten vom Thurme vier große Fahnen in
den Farben des“ deutschen Reiches.“ Auch das Priester⸗ Seminar
und der bischöfliche Palast hatten zu Ehren des Tages geflaggt.“
Mons I.April. In der Kohlengrube Anderlues hat
eine Entzünduͤng schlagender Wetter stattgefunden. Die Zahl der
Verunglückten ist noch unbekannt. In der Grube waren 150 Berg⸗
eute beschäftigt. Bis jetzt sind 20 Leichen zu Tage gesördert.
7 Aus Ulhm wird der „Ir. 3.“ geschrieben, daß der Aus—
bau des Hauptthurmes des dorugen Münsters, der in diesem Jahre
begonnen werden sollte, in Frage gestellt sei. Die Fundamentirung
soͤ nämlich so schwach sein, daß sie die Belastung durch den
Thurm nicht zu kragen im Stande sei. Es sollen nun neue Un—

J Fur die Redaction veranwortlich: F. X. Demeßz.

Bekanntmachung.
Der Maurer Jakob Pfleger von St. Ingbert hat hier⸗
amts um die Genehmigung zur Verlegung und Ueberwol⸗
bung eines Theiles des Baches aus dem Schafweiher auf seinem
Grunostücke Pl.-Nr. 1215 a und b Gemarkung von St. Ingbert
nachgesucht.
gZur Verhandlung der Sache wird hiermit Tagfahrt auf
Donnerstag den 8. 1l. Mts. Morgens 8 Uhr an
Ort und Stelle festgesetzt, wozu alle Interessenten mit dem
Bemerken eingeladen werden, daß spätere Einsprachen der etwa
Nichterscheinenden nicht mehr berücksichtigt werden können.
Zweibrücken, 2. April 1880.
Kgl. Bezirksamt: 320
v. n. 0
— Dil g.

—8 J— 9 5. 2* *
2ũ. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

Et. Johann, ESulzbachstraße 1858. ⸗
Druckarbeiten aller Art
werden rasch umd billig angefertigt in der
F. X. Demetz'schen Buch— und Steindruckerei.

Todes⸗Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die betrübende
Nachricht, daß gestern Nacht um 11 Uhr unser lieber
Galle, Vater, Großvater, Schwiegervater und Onkel

PpPpeter Werner
in einem Alter von 60 Jahren nach kurzem Leiden sanft
verschieden ist.
Rentrisch, 8. April 1880.
Die Tranuernden Hinterbliebenen.
I Die Beerdigung findet Montag Morgen um 101
Uhr statt.

75

671. 2ðie weltbe⸗
rühmten Mineral⸗Hu⸗
ten⸗Caramels und der
Kakao⸗Thee Maria
Benuno von Donat Pa—
ris 1671. treffen fort—
während frisch ein.

Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Peters.

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derren⸗ und Knaben⸗-Kleider jeden Ger
Damen⸗ und Mädchen-Mäntel,
Jupons, Morgenröcke, Kinder-Costumes
sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel
zu bekannt bisligsten Vreisen.

St. Johann a.Zaar

4
*
—J

—unaen ber—twitlliast.

Umtauich noch innerhalb 4 Wochen.

Man bittet auf Namen und Hanus⸗
Nummer 5146 V zu achten.

—X —E D. . —ã
Bei Einkäufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Mek. 50 das Netourbillet im Umkreis
an 10 Stunden veraitet

EAX——
XXXXXAXAXÆXSMA —
Irna um Tecteg n em e in SEt. Ingbert. J
SienunIlluftrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 14.

—X
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        St. Ingberter SAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementapreis betragt vierieljahrlich

AN40 — einschließlich Tragerlohn.; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 HJustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärtb
mit 13 — fur die viergejpaltene Zeile Blatischri oder deren Raum, Reclkamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
AMe 55. Dienstag den 6. April ——— 1880.
—A

Muͤnchen. Se. Maj. der König hat aus Selbsteigener
Bewegung geruht, den Staatsminister a. D. A. v. Pfretzschner,
Staalsraih im außerordentlichen Dienste, lebenslänglichen Reichs⸗
rath der Krone Bayern, Großkreuz der kgl. Verdienstorden der
hayerischen Krone und vom heiligen Michael ꝛtc. in huldvoller An⸗
erkennung seiner durch langjähriges erfolgreiches Wirken als Staats-
ninister erworbenen hervorragenden Verdienste, in den Freiherren⸗
stand des Königreiches zu erheben.

ESe. Maj. der deutsche Kalser hat den General von der
Tann zu seinem 25jährigen Generalsjubiläum beglückwünscht. Auch
hon dein deutschen Kronprinzen traf aus Darmsiadt an den Jubi⸗
at ein Beglückwünschungstelegramm ein. Der Kriegsminister, die
Generalität und die Obersten der Münchenet Truppenabtheilungen
gratulirten dem General persönlich. Auch von auswärtigen Garni⸗
sonen trafen zahlreiche Beglückwünschungen ein. W

Der deutjche Kaiser war in den letzten Tagen durch eine
Erkaltung mit Heiserkeit gendthigt, das Zimmer zu hüten. Das
allgemeine Befinden ist aber jetzt wieder besser und die Heiserkeit
geringer.

Das Praͤsidium des deutschen Reichstages beabsichtigt,
die Militärgesetznovelle am 8. April zur zweiten Berathung im
Reichstage zu stellen. —

Min Rndsicht auf die drohende Einführung des Tabal⸗
monopols hat der Verein deutscher Tabakfabrikanten und
Händler auf den 12. April eine Sißung der Vorstandsmitglieder in
Zraunschweig anberaumt.

Rach einer vom preußischen Kriegsministerium aufgestell⸗
en Nachweisung hat die deutsche Armee, mit Ausschluß Bayerns
ind Wuritembergs, gegenwärtig 378 Garnisonen.

Wie die Berliner Volkszeitung“ aus „guter Quelle“ hört,
zeht die preußische Regierung mit der Absicht um, vor den
Zandtag in seiner bevorstehenden Nachsession mit einem Vorschlage
zezüglich des Ausgleichs zwischen Staat und Kirche zu treten.
Man bestätigt dem Blatte, daß die Regierung von dem Land—⸗
age sich die diskretionäre Befugniß ausbitten will, das Gesetz
siber die Vorbildung der Geistlichen, das sog. Eramengesetz, nach
den jeweiligen Umständen in Anwendung zu bringen oder nicht.

Der Werth der Waarenausfuhr aus Deutschland nach den
Bereinigten Staaten von Nordamerika während des Jahres
hom IJ. Oktober 1878 bis 30. September 1879 beträgt 133,966,667
Mt. (im Vorjahre nur 114,181, 716 Mt.). Die Ausfuhr betrug
besonders Wollen- und Webe⸗ Putze und Posamentierwaaren im
Werthe von zusammen 64 887,521 Mtk., dann Metallwaaren,
Maschinen, Instrumente, Uhrwerke im Werthe von 10,194,761
t. nd Droquen, Themtalien, Farben im Werthe von 9.311. 718 M

Ausland.

Aus Frankreich wird gemeldet, daß in einer Versamm⸗
lung der Oberen der Kongregationen definitid beschlossen wurde.
die Staluten nicht mitzutheilen, auch die Autorisation nicht nach⸗
zusuchen, sondern auf dem Boden des gemeinen Rechts zu bleiben

In Paris veranstaltete am Samstag der „Cercle du Par⸗
lement ein Klub, dem viele Senatoren und Deputirte angehören,
in feierliches Diner zu Ehren der deutschen Journalisten in Paris.
Das Fest verlief in der schönsten Weise und bildet die erste An⸗
näherung dieser Art zwischen Franzosen und Deutschen seit dem
Frankfurter Frieden.

Die franzssische Regierung wünscht das Genossenschafts-
vesen in der Weise, wie es von Schulze⸗Delitzsch in Deutschland
oxganisirt ist, einzuführen. Veranlassung dazu gab vielleicht ein
degat von zwei Pillionen Francs, das in Paris für diesen Zweck
dermacht worden ist. Die französische Regierung hat einen Kom⸗
missarius nach Berlin geschickt, der unter Anleilung von Dr.
Schulze⸗Delitzsch sich genaue Keuntnisse über das deutsche Genoj⸗
senschaftswesen verschaffen soll.

In hervorragendem Maße nehmen die englischen Parla⸗
mentswahlen das Interesse Europas in Anspruch. Nach dem bis
jetzt belannt gewordenen Ergebniß derselben bringen sie der libe⸗
dalen Partei den Sieg, d. h. die Maiorität im künftigen Varla—

ment. Die unbedingte Folge dessen wäre der Sturz des —XI
lonservativen Kabinets. Für Deutschland ist die Sache in so ferne
don Wichtigkeit, als die liberale englische Partei die deutsch⸗
ʒsterreichische Allianz nicht mit besonders günstigen Augen betrach⸗
et.Auch würde sie den russischen Bestrebimgen im Orient nicht
vesonders energisch entgegentreten. —1

Seit einiger Zeit hat in Schweden eine förmliche Aus⸗
vanderungsepidemie, namentlich unter der Landbevölkerung, um sich
jegriffen. Man erwartet, daß in diesem Jahre etwa 40,000 Per⸗
den die schwedische Heimath verlassen werden. Die Auswanderer
ind meistensÄ jüngere Leute im Alter von 20 bis 30 Jahren und
war zu etwa dreiviertel männlichen Geschlechtes. Ein eigentliches
Frolelariat befindet sich nicht unter denselbnn. B

Der tuͤrkische Sultan hat den Beschluß seines Ministerraths
genehmigt, welcher den in der Gegenproposition Montenegros be⸗
anspruchien Gebietsaustausch zugesteht.

Der Londoner Standard“ meldet aus Petersburg: Die
russische Regierung sendet nächstens ein Dokument bezüglich der
uridischen Seite des Hartmann'schen Falles nebst Note nach Paris.
Letztere ist etwas scharf abgefaßt. Wenn dann Frankreich versöhn⸗
iche Disposition zeigt. wird Rußland dieselbe unterstützen und dann
durfte der russische Botschafter, Fuͤrst Orloff nach Russisch⸗Ostern
nach Paris zurückkehren.

Verschiedene Blaͤtter verbreiten die Nachricht, 20,000 Chinesen
zätten die russische Grenze überschritten und seien in das Amurge⸗
iet eingerüdii; 40,000 Chinesen ständen ferner unmittelbar an den
Frenzen des Kludsha⸗Gebiets. Die Nachricht bedarf noch der Be⸗
zatigung. (Erfolgt dieselbe, dann wäre ein russisch⸗ chinesischer
rieg wohl unvermeidlich.)
Vermijschtes. —

»St. Ingbert. Am Sonntag Abend gegen 9 Uhr ent⸗
X Stadt das erste
Gewitter dieses Jahres. In Vvolge dessen erlitt die Temberatur
eine merkliche Abkühlung.

gHerr Kaufmann Otto Weigand hat im Garten hinter
seinem Hause schon seit einigen Tagen mehrere blühende Aprilosen⸗
bäumchen.

F Für den Telegraphenverkehr können seit 1. April
folgende Abkürzungen gebraucht werden; (D) für „dringendes
Telegramm,“ (P. P.) „Post bezahlt,“ (k. P.) „Anwort bezahlt,“
X. P)., Eilbote bezahit,“ ET. O.) „verglichenes Telegramm.“
R. Oj ‚oͤffen zu bestellen,“ (O. R.) Empfangsanzeige,“ EP. V.)
Post unbezahli.“ (F. 8.) „nachzusendendes Telegramm.“ Die
genannten Chiffern sind vor die Aidresse zu stellen und einzullam⸗
mern, um sie der Bezeichnung von Vornamen gegenüber kenntlich
zu machen.,

p'Aus dem Bliezgau. Für die Pferdezüchter des
Bliesgaues und der Umgegend dürfte es nicht ohne besondetes In⸗
eresse sein, daß die kgl. Gestütsdireltion Zweibrücken die Beschal⸗
tation Aßweiler mit2 Hengsten bedacht hat.

4 Der Hr. Bischof von Speyer wird am 11. Mai in
DOrmesheim, am 12. Mai in Erfweiler und am 13. Mai in
Blieskastel die Firmung spenden.

4 Der Stadtrath in Pirmasens ertheilte den protest.
Diakonissinen die Genehmigung zur Errichtung einer Kleinkinder⸗
schule in Pirmasens neben dem schon längere Zeit bestehenden
Frobel'schen Kindergarten. Auch für Errichtung einer Spiel⸗ und
Strichschule sprach er sich aus.

'In Kirchenarnbach ist vor einigen Tagen das erst
im Jahre 1872 erbaute Anwesen des Ackerers Ludwig Mar⸗
böfer fast vollstandig niedergebrannt.

p'In Landstuhl siarb vor einigen Tagen ein 34 Jahre
alter Drahtzieher am Starrkrampf, den er sich in Folge Eindringens
eines Nagels in die Hand zugezogen hatte.

Kaiserzlautern. Die Loose für die Gewerbemuseums⸗
hotterie werden dieser Tage zur Abstempelung und Ausgabe gelangen.
Dieselben zeigen auf der Aversseite den in xylographischem Schwarz⸗
ruce auzgesührten Bau in seiner Vollendung. Der höchste Treffer
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        hetragt 80,000 Mark, der zweite 12,000 Mark ꝛc. ꝛc. Die Zieh⸗
ung soll am 25. Oktbr. d. J. nach dem einfachen Ziehungsmodus,
ohne Serien, in fortlaufenden Nummern stattfinden. *

FDie Errichtung eines humanistischen Gymnasiums in Neu⸗
stadiist durch Rescript des königl. Staatsministeriums vom 26.
März genehmigt worden.
xgZufolge Berichtes über den 18. Verbandstag der pfälzischen
Genossenschaften zu Speier wird der diesjührige Verbandstag in
Neustadet abgehalten werde.

4C(ungluck über Unglück) Das Kind des Bürgermeisters
Täerle von Stein kam mii der Hand in die Hächselmaschine,
wobei es so starke Verleßungen erlitt, daß der Vater mit demselben
nach Annweiler fahren mußte. — Unterwegs ging das Pferd durch,
der Wagen fiel um und Eckerle sowie seine beiden Kinder trugen
starke Verletzungen davon.
4In Sheier hat sich am Samstag der Stempelverwalter
Hildenbrand erschossen. Derselbe soll schon seit längerer Zeit ge⸗
müthsleidend gewesen sein.

Ein Aprilscherz. In Darmstadt wurden in geschlos⸗
senen Kuverts durch die Post feingedruckte Einladungen folgenden
Inhalts versandt: „Einladung zu einer vertraulichen Besprechung
wegen Errichtung einer Markthalle auf Donnerstag, den 1. April
. J. Vormitiags 10 Uhr, im oberen Rathhaussaal. Das pro⸗
bisorische Komitee.“ Die Eingeladenen fanden auf dem Nathhause
erfiaunie Gesichter und verschlossenen Saal, — während die Atten-
äter heitersten Humors an einem Fenster des Marktplatzes bei
einem Fläschchen Champagner gewissenhaft Protokoll über die pünkt—
lich Erschienenen geführt haben sollgn. — U
7In MuUnchen wurde die Frau eines höheren Offiziers
wegen Verdachts des Kindsmordes, begangen an dem unehelichen
inde ihrer Tochter, verhaftee.. W

Die Münchener Polizeidirection hat. auf Grund des
Sozialistengesetzes die von der Deuischen Volkspartei für Mon⸗
ag Abend in Munchen anberaumt gewesene allgemeine Volksver⸗
sammlung behufs Abhaltung eines Vortrages des Reichstagsabge⸗
ordneten Sonnemann über den Militarismus verboten.

4 Das im Jahre 1881 abzuhaltende deutsche Bundesschießen
wird nach einem Beschluß des Vorstandes des deutschen Schützen⸗
hundes definitiv in Münch en abgehalten. Die Zeichnungen für
den Garantiefond sind auf 275, 000 M. gestiegen.

FAus dem neuesten vom Reichskanzler veröffentlichen Ver—
zeichnisse der hoͤheren Lehranstalten, welche zur Ausstellug gil⸗
iger Zeugnisse über die wissenschaftliche Befähigung für den ein⸗
sahrigefreiwilligen Militärdienst berechtigt sind, ersehen wir, daß
in Bayern zu den Lehranstalten, bei welchen der einiährige
J Versteigerung 83 ausqezeichneten, üÜberall ge⸗
von 53 und Bau⸗ Aninos
athzen. iefert tachtfrei gu Fabntpreisen mit
Samstag den 1I0. April reenee
nächsthin Nachmitiags drei Uhr der gegen Vaar mit hohem Rabait.
hei Peter Schineitzer hier laßt TB. Weidensiaufer. Fabrit
Johann Kiehl, Fuhrmann hier Berlin NXW.
folgende Grundstücke im Banne
St. Ingbert öffentlich zu Ei⸗
genthum versteigern als:
1. Pl.⸗Nr. 4008, 10 a 90
qm Acker hinter Hobels;
Pl.⸗Nr. 4211, 10 .70
im Acker auf der Hobels⸗
ahnung; *
pl.⸗Nx. 4212, 10 470
m Acer allda;
Pl.eNt. 4213, 10 470
Im Acker allda mit Stein⸗
bruch, in 8 zu Bauplätzen
geeigneten Loosen;
Pl.⸗Nr. 1008, 14 470
um Acker auf der rothen
Flur.
zt. Ingbert, 4. April 1880.
Sauer, k. Notar.

—

Besorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebenskosten:
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XR F. X. Demenß.

Die Haupthlãtter der
zehweiz und Frankreich—
zind von uns gepachtet &amp;
aehmen Anzeigen nmur

urh mnmn.

erfolgreiche Besuch der zweiten Klasse zur Darlegung der wissen⸗
chaftlichen Befähigung erforderlich ist, die 26 Gymnasien gehören.
Zu den Lehranstalten, bei welchen das Bestehen einer Entlassungs⸗
prüfung zur Darlegung der wissenschaftlichen Befähigung erforder⸗
ich ist, gehören in Bayern 40 Realschulen, die Industrieschulen
zu München, Nürnberg, Augsburg und Kaiserslautern, die Central⸗
Thierarzneischule daselbst, die städtische Handelsschule in Nürnberg,
die landwirthschaftliche Centralschule in Weihenstephan.

4 Das bayer. Ministerium für Kirchen⸗ und Schulangelegen⸗
Jeiten will sich mit den Plänen von den Gebäuden der technischen
Unterrichtsanstalten Bayrrn s an der Weltausstellung in Mel⸗
bourne (Australien) betheiligen.

Nach einem Uebereinkommen des preuß. Kriegsministeriums
nit denjenigen von Bayern, Sachsen und Württemberg ist die Her⸗
tellung einer einheitlichen Karte von dem Gesammtgebiet des
Deutschen Reiches (1: 100,000) in Kupferstich beschlossen worden.
diese Karte kommt vom 1. April ab in Gebrauch als General⸗
tabskarte.

In Adorf GSachsen) sind gegen 50 Personen an der
Trichinosis erkrankt. Sämmtliche hatten von einem Schweine ge—
jJessen, welches ein dortiger Meyger geschlachtet hatte. Das noch
orhandene Pödelfleisch wurde untersucht und stark trichinös be⸗
unden.

7 In Berlin ist ein Kaufmann, weil er einem ungetreuen
dehrling wider besseres Wissen ein gutes Zeugniß ausgestellt hat,
unuf Grund dessen er bei einem Banlier angestellt wurde, den er
aber nachher um 9000 M. bestahl, zum vollen Ersatz dieser Summe
verurtheilt worden.

Im Zempliner Comitat (Ungarn) hat die
Zungersnoth einen schreclichen Grad erreicht. Es gibt nach
„Pesti Hirlap“ dort Familien, welche tagelang nichts Anderes zu
ich nehmen als — laues Salzwasser.

7 Das Eisenbahnnetz beginnt sich auch über Jap an aus⸗
udehnen. Zwei Linien sind vor Kurzem auf der Insel Niphon,
ine dritte Linie auf der Insel Yesso, der nördlichsten der japanischen
Zruppe, vollendet worden. Die Schienen find aus England be—⸗
‚ogen, die Wagen und Lokomotiven aus Amerika. Die Lokomo—
siven sind auf Vorschrift der japanischen Behörden mit Funkenfängen
versehen, eine weise Maßregel, da ein verwehter Funke, welcher
auf das Schindeldach eines an der Eisenbahn gelegenen Hauses
aiederfiele, ganzen Doörfern Zerstörung bringen könnte, was eine sehr
aatürliche Abneigung gegen Eisenbahnunternehmungen bervor—
rufen würde.
Flur die Nedaction veranwortlich: F. X. Demez.
'Gewerbliche Fortbildungsschule
St. Ingbert.
Der Unterricht in derselben beginnt morgen, Mittwoch,
den 7. April, Abends 7 Uhr.
Die Unterrichtszeit wird festgesetzt auf:
Dienstag Abend 7 —9 Uhr 1. Curs;
Mittwoch, II. und III. Curs;
Freitag .. „UII. und III.,
Samstagee, ..„I1I. Curs;
Sonntag Morgen von 28-410 Uhr J. DV. und II. Curs.
Eltern, Vormünder und Lehrherrn werden ermahnt, die fort⸗
dildungsschulpflichtigen Knaben mit aller Strenge und allem Ernste
zu regelmäßigem und pünktlichem Schulbesuche anzuhalten.
Das Bürgermeisteramt:
C uster.
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A. Sichel's Atelier künstl. Zähne
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St. Aohanu, Sulabachstraße 153.
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Wirth höflichst eingeladen.
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        —2.5 — 3838322—2382 353335353338553535838383 8228
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82**558222 2282585 J 3 — 3363—
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25* 5588587 · —— 4231
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit ill ast rirter Beie⸗

Lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvreis betragt vierteljahrlich

A 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschliekßlich 40 A Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärikß
mit 13 — fur die viergejspaltene Zeile Blattichriet oder deren NRaum, Reclamen mit 830 — vro Zeile berechnet.

—
A⸗ 585.

Donnerstag den 8. Aprẽ1

1880.

Deutsches Reich.

„Die Pflicht der Sparsamkeit im Militär-Etat“ lautet eine
läüngere Abhandlung, welche dieser Tage die „Allgem. Zeitung“
beendet hat und worin ziffermäßig nachgewiesen wird, daß jährlich
Millionen am Reichs-Militär⸗Etat gespart werden könnten, wenn
man nur einigermaßen wollte. Da das geflügelte Wort von heiden⸗
mäßig vielem Geld leider auf die Gegenwart keine Anwendung mehr
findet und die goldenen Tage des Millionensegens längst dahin sind,
so wäre es dringend zu wünschen, daß die höchst zeitgemäßen Be—
frachtungen der „Allgem. Ztg.“ an maßgebender Stelle nicht spur—⸗
los voruͤber gingen, die mit folgendem beherzigenswerthem Satze
schließen: „Wir halten es für eine dringende Pflicht eines Jeden,
der das große, schoͤne, stolze Kaiserreichh Deutschland aufrichtig
liebt und solches in ungeschwächtem Glanz zu erhalten wünscht,
nach seinen Kräften mit dahin zu wirken, daß dessen Steuerkraft
aicht schon im tiefsten Frieden auf das Aeußerste angespannt werde,
und dadurch die fort und fort steigenden Abgaben und Steuern nur
Mißmuth und Unzufriedenheit unter einem alljährlich sich mehrenden
Theil seiner Bevölkerung erzeugen helfen.“

Der deutsche Reichstag hat am 6. April seine erste
Sitzung nach den Osterferien gehalten. Es wurden verschiedene
Wahlen geprüft. In der nächsten Sitzung sollte Stephani's Or⸗
hographie⸗Antrag und das Viehseuchengesetz berathen werden. Das
Befinden des Kaisers ist ganz befriedigend, die Heiserkeit ver⸗
chwunden.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ meldet: In der Bundesraths⸗
itzung am Samstag fand bei Feststellung des Gesetzentwurfes betr.
die Erhebung von Reichsstempelabgaben über die Frage, ob Quit-
ungen über Postanweisungen und Postvorschuß-Sendungen der
Stempelabgabe zu unterwerfen seien, eine Abstimmung Statt, wo⸗
zei die Majorität von 30 Stimmen eine Bevölkerung von 71
Millionen die Minorität von 28 Stimmen (bestehend aus Preußen,
Bayern und Sachsen) eine Bevölkerung von über 30 Millionen
repräsentirte. 16 Stimmen kleinerer Staaten befanden sich im
Wege der Substitution in Händen von zwei Mitgliedern des Bun⸗
desrathes. In Folge dieser Vorgänge hat der Reichskanzler
sein Entlassungsgesuch bei dem Kaiser amtlich mit der Motivirung
eingereicht, daß er den gegen Preußen, Bahern und Sachsen ge—
jaßten Majoritätsbeschluß weder vertreten, noch in seiner Stellung
als Reichskanzler von dem Benefizium Gebrauch machen könne,
welches Artikel 9 der Reichsverfassung der Minorität gewährt. —
Die „Köln. Ztg.“ bemerkt zu der vorstehenden Nachricht: „Wir
können uns nicht mit dem Gedanken befreunden, daß dieses Ent⸗
iassungsgesuch auch wirklich den Rücktritt des Reichskanzlers zur
Folge haben wird; vielmehr möchten wir glauben, daß der Fürst
nicht sowohl zurüctreten, als vielmehr eine Aktion vorbereiten will,
welche durch eine Aenderung der Reichsverfassung der Möglichkeit
»orbeugen will, daß die großen Staaten, und namentlich Preußen,
durch die Kleinstaaten majorisirt werden können. Zu dieser An⸗
iahme glauben wir auch durch den Wortlaut der Erklärung in

der „Nordd. Allg. Ztg.“ berechtigt zu sein, welche gerade die
Majorisirung durch die Kleinstaaten so scharf hervorhebt. Und es
ist nicht zu leugnen, daß ein schreiendes Mißverhältniß besteht zwischen
der Bevölkerungsziffer der die Abstimmungsmehrheit bildenden
Staaten und der Zahl der von ihnen abgebenen Stimmen. Wenn,
wie zu erwarten, der Kaiser das Abschiedsgesuch Bismarch's ablehnt,
so dürfte die Einbringung einer das Stimmen⸗Verhältniß ändernden
Gesetzesvorlage möglicher Weise die Folge sein.“ — Der „National⸗
zeitung“ zufolge hätte der Kaiser das Entlassungsgesuch des Reichs⸗
anzlers mit: „Es bleibt bei meinem Niemals!“ beantworiet.
Darauf hat Fürst Bismarck sein Gesuch unter Hinweis auf seine
erschütterte Gesundheit erneuert; hierauf wäre der Kanzler zu wei⸗
jerer Unterredung zum Kaiser beschieden worden.
Fürst Bismarck hat vom Papsft ein Glückwunschschreiben
zu seinem Geburistag erhalten und dasselbe bereits erwidert.
Ausland.
Petersburg. Für die durch die Exrplosion im Winter⸗
palast Geschädigten sind beim Haupikomite schon über 60,000
Rubel eingegangen. — Mit der Kaiserin (bekanntlich eine geb.

Prinzessin von Hessen-Darmstadt) steht es hoffnungslos. Sie siecht
angsam dahin, die Kräfte werden nur noch künstlich erhalten.
————
Vermischtes.

* Die Gemeinde Kirkel⸗Neuhäusel hat dieser Tage
n Zweibrücken einen nicht unwichtigen Prozeß gewonnen. 800
große hiebreiche Pappelp, welche die Gemeinde vor 40 Jahren an
ʒer Kaiserstraße zu pflanzen angehalten wurde, und auf welche
päter der Staat Eigenthumsansprüche erhoben hatte, wurden der⸗
elben zugesprochen. Der mit Schulden und Umlagen überbürdeten
Bemeinde ist dieser Ausgang des Prozesses sehr zu gönnen.

F Es wird jetzt mehrseitig konstatirt, daß die bekannten
Naßnahmen der Regierung bezüglich der Fassion der Kapital⸗
renten- und Einkommensteuer ein gegen früher viel güustigeres
inanzielles Ergebniß herbeigeführt haben. Dagegen erfährt man
nuch, daß die Einnahmen der Staatskasse aus den Gerichtsgebühren
rotz der Höhe derselben kaum das frühere Ergebniß erreichen dürf⸗
sen. Dies trägt vielleicht am ehesten dazu bei, daß das Gerichts⸗
sostengesetz eiue baldige Aenderung erfährt.

F Wie die „Gegenw.“ mittheilt, beabsichtigt die kgl. Regierung
dem Vernehmen nach alle Staatsstraßen da mit Bäumen
zu bepflanzen, wo die angrenzenden Gutsbesitzer es auf ihren
Brundstücken nicht thun.

FDie pfälzischen Pferde scheinen vor den Augen der Re—
monteankaufskommission auch in diesem Jahre keine Gnade gefunden
zu haben, denn in Offenbach und in Pirmasens wurden nach dem
„P. A.“ nur je ein, in Bergzabern und Kandel gar kein Pferd
ingekauft. In Zweibrücken wurden von 59 vorgefuͤhrten Pferden
nur 3 angekauft.

Dem Neustadter Verschönerungsverein hat ein Freund
desselben 300 M. zum Geschenk gemacht. Diesem Verein sind be—
reits wiederholt von Förderern der Vereinszwecke namhafte Bei⸗
träge zugeflossen.

f Ein junger Pfälzer, Wilhelm Frey aus Siebeldingen,
vurde in Cincinnati (Ohio) wegen Todtschlages von Jakob
Jauch zu 8 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der junge Mensch war
erst im Jahre 1878 nach Amerika ausgewandert; der Todischlag
exrfolgte bei Gelegenheit eines Streites mit einem Mitarbeiter in
der Backstube seines Meisters.

F In Edenkoben erhängte sich am 5. April ein 19jäh—
iger Bursche, der Sohn einer Wittwe, aus Furcht vor Strafe,
velche ihm bevorstand, da er einige Tage vorher im Walde in
hesellschaft anderer Burschen ein Feuer angezündet hatte.

x Vor Kurzem war der Dampfer „Silesia“ der Hamburg-
Amerikanischen Packet⸗Schifffahrt⸗Gesellschaft durch Bruch der Welle
in der Schraube seeuntüchtig geworden. Er wurde von einem
Dampfer in's Schlepptau genommen und in den Hafen von Queens⸗
own gebracht. Auf dem Schiffe befand sich auch ein junger
Speierer als Schiffsarzt, der in einem Briefe an einen Speyerer
Freund die traurige Zeit, während der das Schiff hilflos den Wellen
reisgegeben war, näher beschreibt und nebenbei der interessanten
Thatsache erwähnt, daß ein belgischer Dampfer auf die Nothsignale
sin auf die „Silesia“ zusegelte und nur um die Summe von
300,000 M. an die Gesellschaft und 30,000 M. für den Capitän
ie in's Schlepptau nahm.

f In Contwig wurde am Samstag ein zweijähriges Kind
iberfahren; dasselbe starb nach wenigen Minuten. Derselbe Kutscher
oll im vorigen Jahre ebenfalls ein Kind überfahren haben.

In der „Koöln. Ztg.“ und in der „Frkf. Ztg.“ war vo⸗
rige Woche unter den Anzeigen angekündigt worden, daß am ver⸗
lossenen Donnerstag vom Melibocus bei Darmstadt aus die
Rheinebene bis zum Donnersberg herüber durch den Ameri⸗
aner Edison elektrisch werde beleuchtet werden. In Kirchheim⸗
‚olanden soll nun an dem betr. Abend eine Anzahl Personen sich
nuf den Weg zum Schillerhain emporgemacht haben, um dieses
zroßartige Schauspiel zu bewundern, und hier ging denselben denn
nuch richtig aus der finsteren Ebene ein gewaltig Licht auf, das
die Neugierigen erkennen ließ, daß am Donnerstag der — erste
Abril war!
        <pb n="218" />
        4In Böhmenkirch (Würitemberg) sind bei einem Brande,
wodurch 5 Gebäude eingeäschert wurden, 5 Kinder von 8 bis 12
Jahren, welche unter dem Dache schliefen, durch den Rauch erstickt.

F Laut Ausschreiben des k. bayer. Amtsgerichts Reumarkt
wird ein im Jahre 1812 als Soldat in den russischen Feldzug
abgegangener und seitdem verschollener Bauerssohn, geb. 1774, auf—
gefordert, sich bei Gericht anzumelden.

7 In München hat der verflossene strenge Winter eine
Mehrausgabe von fast 6000 M. für Beheizung der Volksschulen
perursacht; statt der im Etat vorgesehenen 44 000 M. wurden
49 993 M. verbraucht.

In München wurde am Montag eine ungemein zahl⸗
reich besuchte Versammlung der „Deutschen Volkspartei“ sofort
nach ihrer Constituirung wegen Anwesenheit von Socialdemokraten
polizeilich aufgelöst.

Zwei junge Damen aus Süddeutischland, welche

mit einem Dampfer nach Newsyork reisen wollten, um dort Ver—⸗
wandte zu besuchen, bekamen, als sie im Bremerhafen das Schiff
besteigen mußten, plötzlich eine solche Angst vor dem heimtückischen
Meere, daß sie trotz aller Vorstellungen, auch Seitens des Capi—
zäns, die bezahlte Passage im Stich ließen und mit dem nächsten
Zuge in ihre Heimath zurückfuhren.
7 Geneidenswerthe Stadt) Dem „Westf. Merk.“ wird aus
Haltern, 31. März, geschrieben: „Großer Jubel hierselbst!
Heute und morgen werden aus dem Bürgervermögen unter die Bür⸗
ger circa 14,000 Mk. vertheilt! Glückliche Stadt, die keine Kom⸗
munalsteuer erhebt und noch Geld unter die Bürger vertheilt.“

Unnachahmbares Papiergeld. Das Berliner, Tagebl.“
herichtet: Die bisher fast allein zu Werthzeichen verwendeten Buͤt⸗

tenpapiere konnten von Fälschern mit ziemlich primitiven Einrich⸗
jungen hergestellt werden. Die Zeichnung wurde darauf durch
dichtdruck oder Stich nachgeahmt, eben so wurde das Wasserzeichen
ohne Schwierigkeit eingepreßt. In Amerika, wo dies Geschäft
betanntlich vorzugsweise florirte, ist es seit über zehn Jahren lahm
gelegt. Ein Papierfabrikant, James M. Willcor, stellte ein
Papier her, dessen eine Seite farbige, in das Papier eingearbeitete
Faserstreifen aufweist; die kreuz und quer liegenden Fäserchen
sind mit bloßem Auge deutlich zu erkennen und mit einem spitzen
Instrument auch herauszulösen. Papier — nur in der Will⸗
cox'schen Fabrik, die Tag und Nacht von Beamten bewacht wird,
gefertigt — wird zu allen amerikanischen Noten verwendet und kann
mit kleineren Einrichtungen, welche Nachahmer — um unendeckt zu
bleiben — doch nur anwenden koönnten, nicht gemacht werden;
überdies ist die Manipulation für die Faserstreifen Geheimniß.
Deshalb giebt es in Amerika wohl falsches Metall-, aber kein sol⸗
hes Papiergeld. Die Willcox'sche Erfindung ist auch dem Deut⸗

Nertraee äßigt
erversteigerung.
Mittwoch den 28. April 1880
Nachmittags 3 Uhr zu St.
Ingbert in der Wirfihschaft
des Requirenten Peter Friedrich,
auf Betreiben des Letzteren, Gläu⸗
higer gegen Bernhard August,
Handelsmann daselbst, Schuldner,
wird durch den unterzeichneten
kgl. Notar Sauer in St. Ing⸗
bert, die nachstehend beschriebene
Liegenschaft im Banne von St.
Ingbert, im Wege der vertrags⸗
mäßigen Wiederversteigerung,
Iffentlich zu Eigenthum ver—⸗
teigert:

Pl.«Nr. 2852, 3a 58 qm
Fläche, Wohnhaus mit Ein⸗
fahrt und Hofraum, und
Pl.⸗-Nr. 283213, 17 4
55 qm Garten und Acker⸗
land, das Ganze gelegen
in St. Ingbert auf der
Meß neben Peter Leonhart,
Wittwe, und dem Kloster—
gut.

St. Ingbert, 7. April 1880.

Sauer, kal. Notar.
2 bis numer
im 2. Stock ermiethen
Joh. Wetrich.
Friseur.

Holzversteigerung

Montag den 12. April 1880
bUhr Nachmittags im Schul⸗
hause zu Rohrbach werden
aus dem dortigen Gemeinde⸗
vald (Pfeiferwald und Dietes⸗
pfuhl) folgende Hölzer verstei—
gert:

4 kiefern Stämme 4. Classe:

1 birken Stamm 2.,

1 Ster eichen Zaunprügel;
50 fichten Baumpfähle;
75, Bohnenstangen;
150 buchen Bohnenstangen;

2 Ster buchen Scheitholz;

4 , bvirken F
i2, bichen Prügel;

5, kiefern
1, ꝛichen
23 , buchen Krappen;

3 3, kiefern Krappen;

l, birken F
Rohrbach. 5. Aypril 1880
Das Bürgermeisteramt.

Einladung.
Sämmtliche Conscribir⸗
en von hier werden zu einer Be⸗
prechung auf Sonntag Nach⸗
nittag 3 Uhr bei Peter Jung
Birth höflichst eingeladen.
Mehrere Conscribirte.

schen Reiche angeboten, welches einen Vertreter nach Amerika sandte.
Diese Mission hat einen Vertrag mit dem Erfinder zur Folge
zehabt und wird gegeuwärtig, wie wir hören, bei uns — und zwar
in den Fabriken von Decker und Gebr. Ebart — das amerikanische
Papier angefertigt, um es, wahrscheinlich schon zu Ende des Jahres,
als Staatspapiergeld auszugeben.

FKürzlich ist in Berbin wieder eine Schwindler-Gesellschaft
aufgehoben worden, welche eine „Berliner Getreide⸗ und Producten⸗
hank“ etablirt hatte. Der eine der „Directoren“, ein 21ljähriger
Jüngling, soll in der Provinz gute Lieferungsabschlüsse gemacht
haben, wurde jedoch gleich nach seiner Rückkehr nach Berlin ver—
haftet. Das Bureaumaterial der „Bank“ bestand aus einem alten
Schreibtisch und zwei Schemeln, die geliehen waren; wirkliches
Figenthum der „Bank“ waren nur zwei Lampen und etwas
Briefpapier.

Am 2. März — dem Tage des Regierungsjubiläums des
daisers Alerander des I1I. — sollte die ehemalige Festungsstadt
A
hre Häuser, um sich die offizielle Illumination anzusehen, als plötz⸗
ich die Feuerglocke ertönte. Au allen vier Seiten der Stadt brannte
es. Mehr als fünfzig Häuser wurden zerstört.

F Eine Reliquie, Aus Martinique kommt die Nach—⸗
richt, daß man den Anker jenes Schiffes aufgefunden habe, auf
velchem Christoph Columbus seine dritie Reise in die Neue Welt
semacht. Man weiß, daß Columbus' kleine Flotte 1498 am
Südwestende der Dreieinigkeits-Insel vor Anker ging und in Folge
iner hohen Fluth und des Austretens eines in den Golf von
Paria sich ergießenden Flufses Gefahr lief. Aber es entstand kein
inderer Schaden, als daß der Anker des Admiralschiffes verloren
jing. Diesen Anker nun hat ein Herr Agostinos bei Gelegenheit
von Umgrabungen in seinem Garten von Puntas-Arenas gefunden.
Der Anker wiegt 1100 Pfunde und trägt das Datum 1497.

Mancher Freund und Besitzer von KRanarienvögeln
veiß oft nicht, was dem Voglein fehlt, wenn es betrübt und trau⸗
ig im Käfig sitzt. In der Regel rührt dieses Hinbrüten von den
og. Milben her. Ein einfaches und probates Mittel gegen die⸗
elben sei hiermit zur Anwendung empfohlen. Man decke des
Abends ein doppeltgelegtes weißes Tuch über den Käfig; des
Morgens wenn das Tuch entfernt, wird dasselbe mit ganz kleinen
othen Thierchen bedeckt sein, welche man mit dem Tuche in ein
hefäß mit heißem Wasser thut. Man wiederhole das Verfahren
inige Tage nach einander, und man wird finden, daß der Vogel

wieder seine frühere Lebenslust erhält.
Fur die Redaction verantwortlich : F. X. Deme .
Gratis.

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hohes Alter

können selbst schwächliche Perso⸗
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Mmemand versäume deshalb—
id sosort das neu erschienene
Tuch amuschafssen, welches die
am daufigsien auftresenden Krank⸗
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Achswãchhe Magen leiden,
Nerven leiden, Leberbe⸗
schwerden, Blutarmuth,
Hamorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beicreibt
und dagegen die wirksamften
Jausmitiel angiebt. Dies Bur
aratis zu haben in Se

Ingbert bei Herrn
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zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufl erschienene relguunstririe Buch:
„bhr. Uiry's Naturheilmethode“,
Preia 1 Mark,) alen Aranken auf's
Warmfte zur Anschaffung empfohlen
werden. In diesem 344 Seiten siarken
Berke findet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend, daußsendfach
bewaͤhrte, leicht befolgende Rath⸗
vSlage, die, wie sabllose Tautschreiüben

deweisen, oft selbsi Schwertracaken
noch Hilfe — Heiluns drachten .E
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* 25 223354 * 583333 3 5358 82
—3 29 25 — — 33 * 5835
—— —— 22 —A 2 —A * 35— —A 533

2535 22*5 * 3s—3888 8
233 68 8* *3 2325 32 383 35
5838 758 *3.3 D »—e222 3. —— ——— 2
2 323 7 —X 7 3. —— 593383 7
2323 *
2 27 — 2 — — — * — 7* 2 253 5*

33 55 — 27 8 *.*82 A
823 7533355* 28
UF *28518 32 98

J a 3533232322 —

—— 2* 2 ** 222 *
38..55 — —
5320 *285587 232
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8— 2 —8 23

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* 520 532
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2I3 5 8. 3. 2* * *
——5 23323 — 2* —

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28322332 ã —*
23233535* 3 85

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* 28 B*5*87 3 213 337 5
— 2 23 535 3.252357*
2535833385 23 53833
8
23 5. 3 5385 5* 5—52538
——— 335538
* — 53222. 23—335
228822*52 —A z52
5232 25 — *5 228
33 53 53 43538
*

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732.*22 2. F 53. 2376
33335 555 53 5 533 255835
22327—59 2 3 2 3235 372

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        Sl. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvreis beträgt vierteljahrlic

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4 60 H, einschließlich 40 ß Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswari?
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischri't oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AMA 577.. amstas den 10. apri

18sq

Fürst Bismarck und der Bundesrath.

Fürst Bismarck, der nimmer Ruhende, hat uns mit einer
Reichsverfassungskrisis überrascht, welche vermuth—
lich schon seit Längerem hinter den Coulissen gespielt hatte und
weiche jetzt mit Einem Male in der akuten Form eines Ent⸗
lassungsgesuches des Reichskanzlers vor die Oeffentlichkeit getreten
ist. Belkanntlich leidet unsere Reichsverfassung neben anderen Un—
boslkommenheiten auch an derjenigen, daß die Vertretung der Ein⸗
zelstaaten nicht wie in andern Föderationen, z. B. in der Schweiz,
in Nordamerika, in einem wirklichen Staatenhause, sondern in der
in ihrem Werthe höchst fragwürdigen Institution des Bundes⸗
rathes besteht, dessen Gewand aus der Garderobe des seligen
Bundestags entlehnt ist. Das Recht der Kleinen auf einen Schutz
gegen regelmäßiges Ueberstimmtwerden durch die Großen ist durch
ein Stimmensystem gewahrt, das soeben zu der höchst eigenthüm⸗
lichen Entscheidung geführt hat, daß ein Antrag, für den nicht
nur Preußen, sondern auch die Regierungen der zwei nächstgrößten
Staaten Bayern und Sachsen und außerdem ein mit Einer
Stimme behafteter Kleinstaat eintraten, bei voller Vertretung des
Bundesraths mit 2 Stimmen Majorität abgelehnt wurde, so daß
also die Kleinstaaten unter Führung Württembergs mit insge⸗
sammt etwa sieben Millionen Einwohnern, aber 30 Bundesraths⸗
stimmen, die Gruppe der drei größten Staaten sammt einem Klein⸗
staate (28 St.) mit zusammen 34 Millionen Seelen majorisirten.
dAuf die Sache, um die es sich hier handelte, Stempel von Post⸗
anweisungen und Postvorschußquittungen, welchen die Großen der
Ration auferlegen wollten. wahrend die Kleinen die Steuerfreiheit
jener Papiere vertraten, kommt es hier gar nicht an, auch darauj
aicht, ob im konkreteu Falle eiwa durch nachträgliche Zurückziehung
des Gesetzentwurfs auf Beschluß des Bundesraths und Feststellung
eines neuen, im preußischen Sinne gehaltenen, Remedur geschaffen
wird; die Thatsache jener Majorisirung ist eine solche Anomalie,
daß uns der Entschluß des Fürsten Bismarck, durch sein Ent⸗
lassungsgesuch Trumpf auszuspielen und der Wiederkehr derartiger
Erscheinungen vorzubeugen, ganz begreiflich erscheint.

Denn auf Maßregeln in der letzteren Richtung scheint es uns
ausschließlich abgesehen zu sein. Eine Annahme des Bismarc'schen
Demissionsgesuches durch den Kaiser ist ja geradezu undenlbar,
ebenso wie dasselbe auch ganz gewiß hnicht mit der Absicht einge⸗
reicht ist, es bewilligt zu sehen; Fürst Bismarck scheint vielmehr
die Gelegenheit zu einem centralistischeren Ausbau der Reichsver⸗
fassung im Sinne der Verstärkung des Gewichtes der Vormacht
denützen und Verfassungsänderungen herbeiführen zu wollen, die
entweder das Stimmenverhältniß verschieben oder vielleicht den
großen Staaten ein lollektives Sonderrecht verleihen oder aber auch
das Recht der Substitution abschaffen würden, welches namentlich
don den kleinsten Staaten in ausgiebigster Weise dadurch ausge⸗
nützt wird, daß oͤfters zehn Staaten durch einen einzigen in Berlin
anwesenden Repräsentanten abstimmen lassen, ein Modus, der einer
derartigen Kleinstaatenbolleltion die Bedeutung von beispielsweise
Bayern und Sachsen zusammen zu geben vermag. Eine Ver—⸗
jassungsanderung in letzterer Richtung könnte dem Bundesrathe
den höchst wünschenswerthen mehr parlamentarischen Charabter ver⸗
leihen, der zur Zeit bei der Einflußlosigkeit der meisten Debatten
auf die von vornherein durch Regierungsinstruktionen feststehenden
Abstimmungen nahezu völlig fehlt.

Welchen Weg der Reichskanzler zu gehen gedenlt, darüber
wird er uns jedenfalls nicht lange im Dunkeln lassen; eine Wen⸗
zung in der Mittheilung der N. A. Z. scheint die letztbezeichnete
Richtung anzudeuten. Keinenfalls, und Dieß wiederholen wir, ist
oon der gegenwärtigen neuen Kanzler⸗Krisis ein Wechsel in der
Leitung der Reichsangelegenheiten zu erwarten, sondern vielmehr
lediglich eine Kräftigung des Einflusses der großeren, regelmäßig
durch geeignete Krafte im Bundesrathe versretenen Staaten auf
sosten der Duodezminister, eine Reform, gegen welche sich sachlich
wenig einwenden läßt. Daß Fürst Bismard von dem Rechie, als
Majorisirter im Reichstage für die Minorität zu reden (was ihm
nach Art. 9 der Reichsberfassung zusteht), Gebrauch zu machen
keine Lust hat, wird ihm bei der Ärt der Majorisirung kein Ver⸗

nünftiger verdenken; eine solche Rolle würde weder der Würde des
preußischen Staates, der an der Spitze des Reiches steht, ent⸗
prechen, noch derjenigen des Reichskanzlers, welcher für die Be⸗
ichlüsse des Bundesraths schließlich allein verantwortlich ist.
Deutsches Reich. J

Nach den spezielleren Bestimmungen über die diesjährigen
größeren bayerischen Truppen⸗Uebungen sind sämmtliche In⸗
fanterie⸗Regimenter auf 6 und sämmiliche Kavalerie-Regimenter
alle 14 Tage, dann die Infanterie-Brigaden auf 5 Tage zum
Ererzieren und zu solchen einfachen Uebungen, durch die Formen
des Reglements zum Ausdrucke gebracht werden, zusammenzuziehen.
Die Diwisions-Uebungen sollen heuer um 2 Tage länger als bis-
her, nämlich 13 Tage dauern, und zwar können nach dem Er⸗
messen der Generalkommandos 5 Tage zu Feld⸗ und Vorposten⸗
dienst⸗ Uebungen in gemischten Detachements gegen einander vere
wendet oder hiervon auch 2 Tage zum Brigade⸗CExerzieren im Ter⸗
rain benützt werden; 3 oder 4 Tage sind zu Felbmandvern der
Division in 2 Abtheilungen gegen einander und 3 oder nur 2
Tage zu Manövern der ganzen Division mit supponirtem oder
markirtem Gegner bestimmt.

Aus Berlin 6. April, meldet man der „A. Z.“. Das
kntlassungsgesuch des Reichskanzlers überrascht in Bundesrathskreifen
aim so mehr, als der Beschluß des Bundesrathes, die Postanwei—
sungen von der Quittungssteuer frei zu lassen, in vollster Ueber⸗
einstimmung steht mit den Auslassungen des Vertreters der Reichs⸗
postverwaltung. der den von den Ausschüssen abgelehnten, von
Preußen im Plenum wieder aufgenommenen Antrag im Interesse
der Postverwaltung entschieden bekämpfte.

Aus Berlin wird unterm 7. April amilich berichtet: Die
Nachricht hiesiger Zeitungen, daß der Neichskanzler schon vor drei
Tagen seine Entlassung gegeben, der Kaiser bereits darauf unter
Verweigerung der Entlassung geantwortet und der Reichskanzler
sodann das Entlassungsgesuch aus Gesundheitsrücksichte n erneuert
jabe, ist vollständig unbegründet. Der Reichskanzler hat gestern
ein Demissionsgesuch eingereicht mit der Motivirung, welche in der
Jestrigen „Nordd. Allg. Ztg.“ angegeben war. Eine kaiserliche
entschließung hierauf liegt bis jetzt nicht vor. (Von Berlin aus
vird durch den Telegraphen folgende, wie es scheint officiöse, Notiz
derbreitet: „In parlamentarischen Kreisen wird als sicher angenom⸗
nen, daß der Bundesrath durch Wiederaufnahme der Verhand⸗
ungen über die Stempelabgaben den Anschauungen des Reichs—
anzlers entgegenkommen werde, um so mehr , als die Reichsver⸗
assung einen Reichskanzler erfordert, der für die Gesetzvorlage die
VBerantwortlichkeit übernimmt und solche gegenzeichnet.)“

Wie verlautet, geht der Reichskanzler mit dem Plane um,
aatürlich nur, falls er im Amte bleibt, zur bestehenden Stempel⸗
zesetzgebung eine Novelle behufs Herabsetzung des Immobiliar⸗
aufs⸗ und Auflassungsstempels zu erlassen. Dazu erfährt man,
daß die preußische Regierung an ihrem früheren Plane festhält,
ämmtliche jetzt zur Erhebung kommenden Landesstempelsteuern
und die Erbschaftssteuer auf das Reich zu übertragen, ein Plan,
der von der Kommission des Bundesraths im Jahre 1877 ver⸗
worfen wurde.

Die Wochenlorrespondenz der Reichspartei“', welche man
gewöhnlich für gut unterrichtet in Betreff der Absichten der
Reichs regierung hält, schreibt: „Soviel darf schon jetzt als sicher
angenommen werden, daß, sollte es wider Erwarten nicht gelingen,
das im vorigen Jahre unvollendet gelassene Werk der Steuerre⸗
form auf dem jetzt betretenen Wege zum Abschlusse zu bringen
und auf diese Weise die Beschaffung der Mittel für die nothwendi⸗
gen Mehrausgaben des Reichs und die definitive Regelung der
Steuerverhaältnisse in den Einzelstaaten zu ermöglichen, die ver⸗
bündeten Regierungen nothwendigerweise dazu gedrängt werden
würden, auf die früheren Pläne, namentlich Betreffs der Besteu⸗
erung des Tabaks zurückzuführen“

Deer russischen Gesandtschaft in Dresden ist, der „Dresd.
Zig.“ zufolge, seit einigen Tagen ein politischer Agent beigegeben
worden, dessen Aufgabe es sein soll, den nihilistischen Faden nach
        <pb n="222" />
        zuspüren, welche sich in den Kreisen der polnischen Emigranten
gezeigt haben sollen.
Ausland.

Das in Bern erscheinende „Pays“ schreibt: In unserem

Grenzlande sind wir der Art von französischen Deserteuren über—
schwemmt, daß wir es als eine Erleichterung begrüßen dürfen,
enn nun durch Gesetz vom 16. Mai denjenigen Flüchtlingen, die
das 40. Altersjahr noch nicht erreicht haben, Amnestie ertheilt
wird. Der Kriegsminister hat die Militärbehörden bezeichnet, vor
denen sich: die Deserteure zu stellen haben. In der Schweiz sind
es die französischen Konsulate.
Die ruffische Regierung wird als Antwort auf ein von
der französischen Regierung in der Affaire Hartmann erlassenes
Rundschteiben ihrerseits ein solches mit einer Richtigstellung der
französischen Angaben veröffentlichen. An eine dauernde Verstim⸗
mung und Spaltung glaubt man trotzdem nicht; vielmehr wird
in vielen Pariser Kreisen die baldige Rückkehr des russischen Bot⸗
schafters Fürsten Orloff erwartet.

— vVLermisces.

*St. Ingbert, 9. April. Wir erfahren, daß in der
zweiten Hälfte des kommenden Juli der Umbau, resp. die Erwei⸗
erung des Lateinschulgebäudes durch Aufführung eines dritten
Stocdwerkes in Angriff genommen werden soll. Die Mittel dazu
hat bekanntlich der Stadtrath schon vor einiger Zeit bewilligt.

*CVereinsangelegenheiten.) Heute Abend hat der hiesigt
Zweigverein des Pensionsvereins „Bavaria“ behufs Neu—⸗
wahl des Ausschusses und Wahl eines Delegirten zur Hauptver⸗
sammlung in Münsch e n Generalverfammlung bei Oberhauser. —
Der Arveiterbildungsverein“ hat seine Mitglieder für Sonntag
Abend zu einer musikalischen und theatralischen Unterhaltung bei
Schweitzer auf'm Höfchen und für Montag Abend zu einer Gene⸗
ralversammlung bei Wittwe Poller im Josephsthal eingeladen. —
Auch der Verein „Harmonie“ stelltseinen Mitgliedern für die
nächste Zeit Generalversammlung, Concert und Ball in Aussicht.

Der Bescheid des kgl. Consistoriums auf die Beschlüsse der
vorjährigen Diöcesanshnoden ist erschienen. Die Kirchenbehörde
verweist die Kläger über Wirthshausbesuch der —D—
tigen Jugend an die Polizei und die Bezirksämter. Sie erklärt
sich fernet bereit, auf die Aenderung der Fassion einzelner zu hoch
fauirier Pfarreien einzugehen. Empfohlen wird die Heizung der
Kirchen, die z. B. in Lauterecken nur eine einmalige Ausgabe von
328 Mt. für zwei Füllöfen und etwa 80 bis 38 Mk. Heizungs⸗
kosten verursacht habe. — Die Gründung von guten Schulbi⸗
bliotheken wird warm empfohlen, auch verspricht das Consistorium
eine Sammlung von religiösen Kinder- und Jugendliedern zu
empfehlen, wenn ihr eine geeignete namhaft gemacht wird. In—
leressant ist, daß einzelne weltliche Mitglieder ohne Entschuldigung
gefehlt haben. Sind solche zu gebrechlich oder zu alt, so wird
ihnen gerathen, ihre Stellen niederzulegen. Ebenso wird der Be⸗
schluß der Synodalausschüsse von Kaiserslautern und Zweibrücken.
don ihrer Befugniß Umgang zu nehmen, sich durch ein geistliches
und weltliches Mitglied bei den jahrlichen Kirchenvisitationen ver⸗
treten zu lassen, nicht gut geheißen.

PIn Folge der strengen Kälte des letzten Winters sind an
verschiedenen Orten, wie sich jetzt herausstellt, die Kirchenglocken
gesprungen.

FIn Homburg wird am Sonntag den 11. April der
hinterpfälzische Vorturnerkurs abgehalten werden.

'Vom Glan.. Den Lehrern der Pfalz, besonders des
Bezirksamtes Kusel, dürften folgende zwei Beschlüsse des Distrikts—
rathes Kusel von Interesse sein: a) „Ein Beitrag zum Lehrer⸗
waisenstift wird vorläufig nicht begutachtet; b) der Beitrag (1000
M.) zu den landwirthsch. Fortbildungsschulen wird abgelehnt, da
der AÄusschuß der Ansicht ist, daß die Fortbildungsschulen ihren
Zwed, wie man ihn bei Errichtung derselben im Auge hatte, nicht
etreichen. „Auf letzteren Beschluß gab die k. Regierung der Pfalz
nachstehenden Bescheid: „Dies abfällige Urtheil steht nicht im Ein⸗
klang mit der thatsächlichen Entwicklung der Fortbildungsschulen
im Distrikte Kusel. Denn nicht nur weisen die amtlichen Ueber—
fichten über den Stand dieser Schulen in dem Quinquennium von
1873- 1878 eine stetige Zunahme derselben (26 im Jahre 18738
bis 29 im Jahre 1878), sowie eine stetige Zunahme der Schüler
(Gon 253 im Jahre 1873 bis 364 im Jahre 1878) nach, sondern
es findet auch jenes Urtheil seine Widerlegung in dem seit Ein⸗
führung dieser Schulen bemerkbaren stetigen Rückgang der Zahl
der Retruten mit mangelhafter Schulbildung im Bezirke Kusel von
47 im Jahre 1869 bis auf O im Jahre 1878, auf welches Er⸗
gebniß hinzuwirken ja gerade durch die Einführung der Fortbil⸗
dungsschulen beabsichtigt war.“ (Kus. Ztg.)

'Aus Steinwenden wanderten am 6. April 7 Per—
sonen auf einmal nach Amerika aus.

7 An der von der „Afrikanischen Gesellschaft in Deutschland'
ausgerüsteten Expedition, durch die am Tengenila⸗See eine dauernde
Stalion begründet werden soll, betheiligt sich auch ein Hr. Paul

Reichard aus Kaiserslautern. Die Erpedition, bestehend u. A.
aus den HH. Haupimann a. D. Schoeler, Dr. Böhm und Dr.
Kayser, verließ am Montag Berlin; sie begibt sich direkt über
Venedig nach Zanzibar und bricht von dort in etwa 6 Wochen
nach dem Innern Afrilka's auf.

4 Der Beginn der ersten Prüfung für das Gerichtsschreiber⸗
imt ist auf den 7. Juni nächsthin bei dem k. Landgericht Landau
estgesetzt. Zum Vorstand der Prüfungskommission wurde der k.
Landgerichtsdirektor Osthel der daselbst und zu Mitgliedern der
Zommission der k. Oberamtsrichter Bauer in Landau und der k. Re⸗
gierungs-Assessor Camerer in Speier ernannt. Zu der Prüfung
verden Bewerber zugelassen, welche: 1. das 21. Lebensjahr vol⸗
lendet und das 40. nicht überschritlen haben, 2. während der letzten
5 Jahre oder, sofern sie die für den Leinjährig- freiwilligen Dienst
erforderliche wissenschaftliche Befähigung besitzen, mindestens während
der letzten zwei Jahre als Schreiber bei Gerichten oder Staatsan⸗
waltschaften, bei Rechtsanwälten, Notären oder Rentämtern zur
Zufriedenheit sich beschäftigt haben, 3. einen ungetrübten Leumund
und entsprechend gute Gesundheit besitzen. Die Gesuche um Zu⸗
lassung sind im Laufe des Monats April bei der Prüfungskom⸗
missionschriftlich einzureichen und die betreffenden Zeugnisse beizulegen

p Die vor 3 Jahren in den Gemeinden Dörren bach und
Rohrbach gefaßten Beschlüsse, Communalschulen einzuführen,
velche s. Z. die Genehmigung der kgl. Regierung erhalten hatten,
ind nunmehr auf erhobenen Recurs hin vom tgl. Ministerium
wWbgewiesen worden. — Auch in Thaleischweler wurde die
Amwandlung der confessionell-getrennten in confessionell⸗gemischte
Schulen von der Regierung nicht genehmgt.

4 In Frankenthal wurde, wie die „Pf. V.“ meldet, am
Dienslag Abend bei einem als Sozialdemokraten bekannten Schneider⸗
meister Haussuchung gehalten und wurden dabei einige socialdemo—
ratische Schriften min Beschlag belegt.

4Darmstadt. (Die Schwester des Fürsten von Bulgarien
iner Todesgefahr entronnen.) Wie aus Darmstadt berichtet wird,
st die Gräfin von Erbach-Schönberg, Tochter des Prinzen Ale⸗
zander von Hessen, einem entsetzlichen Unglück entgangen. In
Begleitung ihres Vaters, ihres Gemahls und ihres Bruders Lud⸗
wig, Prinzen von Battenberg, von einem Besuche bei dem Land⸗
grafen und der Landgräfin von Hessen (unserer preußischen Prin⸗
essin Anna) zurückkehrend, stürzie sie beim Ueberschreiten eines
Schienenstranges und würde von einer heranbraußenden Lokomotive
erfaßt worden sein, wenn es ihrem Gemahl und einem herzueilen⸗
den Bahnbeamien nicht gelungen wäre, sie gerade in dem Augen⸗
zlicke wegzureißen und aufzurichten, als die Lokomotive noch wenige
Schritte von ihr entfernt war. Die Prinzessin Marie v. Batten⸗
herg, geboren am 15. Juli 1852, ist dem regierenden Hause Gra⸗
en Guͤstav v. Erbach-⸗Schönberg seit 1871 vermählt und Mutter
weier Knaben, des achtjährigen Erbgrafen Alexander und des
weijährigen Grafen Marximilian.

Paon Ludwigsburg (Württemberg) wurde am 5. April
früh die fünfzehnjährige blühende Tochter eines Restaurateurs todt
m Bett gefunden mit Spuren, die auf Erdrosselung derselben
chließen lassen. Der Thäter, ein Gefreiter des dortigen 2. Feld⸗
artillerieregiments Namens Liebermann, ging flüchtig, wurde aber
in Ulm verhaftet. Seine unerwiedert gebliebenen Liebesanträge reiz⸗
ten ihn zu dem Verbrechen.

FDer Secondelieutenant End vom 4. baher. Infanterie⸗
Regiment wurde vor etwa 6 Wochen wegen Soldatenmißhandlung
zu viermonatlicher Festungsstrafe verurtheilt, ohne daß der Ge⸗
richtshof die vom Staatsanwalt beantragte Dienstentlassung aus⸗
sprach. Kürzlich hat End indeß, wohl in Folge der damaligen
herichtsverhandlung, seine „Verabschiedung“ erhalten.

F In Regensburg wurde am Samstag der älteste Ve⸗
eran der bayerischen Armee, der im Alter von 93 Jahren ver⸗
torbene pensionirie Major Franz Fahrbeck mit militärischen Eh⸗
renbezeugungen und unter Begleitung vieler Civilbeamten und
inderer Leidtragenden beerdigt. Derselbe hatte in großherziger
Weise auf den Genuß der Renten eines Kapitals von ungeführ
30,000 Gulden, welches ihm sein vor einigen Jahren verstorbener
Bruder auf Lebenszeit testamentarisch vermacht hatte, zu Gunsten
der arbeitzunfähigen Angehörigen der Stadt Regensburg verzichtet,
welche daher schon seit längerer Zeit in den Genuß der „Ritter
b. Fahrbeck'schen Stiftung“ zu dem genannten Kapitalbetrag ein⸗
freten konnten.

Aus Erlangen wird folgender böswillige Streich ge⸗
meldet, welchen man dem Rektor des dortigen Gymnasiums gespielt
hat. Unter seinem Namen wurden einer Reihe von Geschäftsleuten
chriftlich die mannichfachsten Aufträge auf einen bestimmten Tag
heist. So wurden bei mehreren Bierbrauern Fässer Bier bei
Metzgern größere Quantitäten Fleisch, bei Konditoren Torten, Wein,
bei Fuhrwerksbefitzern sechs Chaisen, ferner Schneider und Schuh⸗
macher zum Anmessen besiellt; sogar Aerzte, Hebammen und Ge⸗
aichtsvollzieher wurden belästigt. Man lkann sich das Erstaunen
des Herrn Kektors denken, als alle diese Lente bei ihm vorsprachen
        <pb n="223" />
        und die zahlreichen Lebensmittelbestellungen ins Haus geschafft
wurden. Untersuchung ist eingeleitet. Man vermuthel, daß Schüler
des Gymnasiums die Urheber des Unfugs waren. S. 8

F In Deutz brachte vor einigen Tagen eine Kuh einen
großen Aufruhr zuwege. Dieselbe schritt nach der „K. Z.“ ge⸗
müůthlich durch die Freiheitsstraße; ihr Begleiter, ein Bauer, trabte
vergnügt nebenher. Ploötzlich machte das Thier, dem der langsame
Schritt seines Gesellschafters nicht behagen mochte, einen Satz und
eilte im Galopp davon. Lärmend und schreiend lief die liebe
Jugend hinterher und setzte die Ausreißerin derart in Furcht und
Schrecken, daß sie einen Herrn, der sie aufzufangen versuchte,
wüthend zu Boden warf. Schon setzte sie demselben die Hörner
auf die Brust, um sie zu durchbohren, da sprang ein Hund herzu,
biß sie in die Nase und veranlaßte sie dadurch, von ihrem Opfer
wWzustehen. Nun setzte sie die Flucht nach dem Rhein zu fort,
an diesem entlang alles, was ihr in den Weg kam, zu Boden
schleudernd. In der Pferdchensgasse rannte sie einen Metzger in die
Gosse, in der Siegburgergasse einen Esel sammt seinem Milchkarren.
Einen Kutscher, der das Auffangen des wild gewordenen Thieres
für eine Kleinigkeit hielt, nahm sie auf die Hörner und warf ihn
wie einen Spielball in die Luft. Am Siegburgerthor stellte sich
hr die sechs Mann starke Wache mit gefälltem Gewehre (das
Seitengewehr war nicht aufgeflanzt) entgegen; allein ohne Furcht
ging die Wüthende auf ihre Gegner los und bald lagen alle sechs
trieger am Boden. Nachdem sie auch noch einen Lieutenant um⸗
zeworfen, wurde sie auf dem Casemattenberg von einem jungen
Mann aufgefangen und dem herbeigeeilten Eigenthümer zurückge⸗
geben. Verletzungen sind bei der wilden Jagd glücklicherweise nicht
borgekommen. n

Das Reichsgericht in Leipzig hat die eingelegte Revi⸗
ion des Weichenstellers, der das furchtbare Eisenbahnunglück bei
Bischofsheim durch Fahrlässigkeit verschuldet und deshalb zu 2/2
Jahren Gefängniß verurtheilt worden, verworfen.

Die, Prinzessin Friederike von Hannover, älteste Tochter
des verstorbenen Exkönig von Hannover, wird sich am 24. April
naächsthin in England mit einem Baron von Pawel-Rammingen
ehelich verbinden.

Der Schaden, den der vergangene Winter in Paris an⸗
gerichtet hat, wird auf 1,200,000 Fres. veranschlagt. Es sollen
in den Champs Elysees allein 10,000 ältere Bäume ersetzt werden
müssen. In Bois de Boulogne ist die Zahl der vom Frost zer⸗
störten Bäume und Sträucher über 100,000, und in dem seit der
Weltausstellung neu angelegten Park von Trocadera sind die jungen
Pflanzungen derart erfroren, daß sie fast ganz ersetzt werden müssen.

f Ueber ein grausiges Verbrechen, welches in ei—
ner in der Nähe von Clermont (Oise, Frankreich) gelegenen Ir—
renanstalt von einem Abtheilungsaufseher, Namens Estoré, verübt
worden ist, berichten die Blätter: Diese Anstalt pflegt einen Theil
ihrer Patienten mit Feldarbeit auf einem benachbarten Pachthofe
zu beschäftigen. In Folge eines zwischen einem der Kranken und
Estoré ausgebrochenen Streites hat der Letztere seinen Widerpart
in den Douchensaal geführt und dort mit Stockschlägen dermaßen
durchgeprügelt, daß der Unglückliche beide Arme gebrochen hat.
Darauf legte Estorés sein Opfer unter dem Vorwande, es nach
Tlermont zurückzuführen, auf einen Wagen, erdrosselte es unter⸗
wegs und begrub es. Als der Kranke vermißt wurde, suchte der
Aufseher den Verdacht nach einer anderen Richtung zu lenken.
Indeß wurde zufällig der Leichnam in seiner eigenen Gegenwart
entdeckt, wobei er jedoch Zeit genug hatte, die Flucht zu ergreifen.
Im Auftrage des Ministers des Innern ist eine administrative und
auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft gleichzeitig eine strafge⸗
richtliche Untersuchung des Vorfalles eingeleitet worden.

f Der Werth des Geldes. Ein Rentier, der öfters Ver⸗
gnügungsreisen macht, begab sich vor einiger Zeit nach Paris, nicht
ohne von seinen Freunden und Bekannten eine Menge von Kom⸗
missionen aller Art empfangen zu haben. Nach seiner Rückkehr be⸗
tlagten sich Diejenigen, denen der Rentier das Gewünschte nicht
mitgebracht hatte, über seine Vergeßlichkeit. „Ja. sehen Sie,“
rechtfertigte sich der Rentier, „das kam so: Fast alle meine Be—
kannten hatten mich mit Aufträgen beehrt; einige hatten mir das
Geld dazu mitgegeben, andere nicht. Ich hatte für jeden Auftrag
einen Zettel geschrieben und bei jenen, für die ich zugleich das
rꝛöthige Geld bekommen hatte, die Goldstücke in den betreffenden
Zettel eingewickelt. Eines Morgens nun hatte ich sämmtliche Zettel

auf dem am offenen Fenster stehenden Schreibtische zurechtgelegt,
um die Route, die ich bei den Einkäufen einschlagen müßte, dar—⸗
nach zu bestimmen. Da kam auf einmal ein starker Windstoß und
ührte mir alle die leeren Zettel zum Fenster hinaus; diejenigen,
in die Geld eingewickelt war, leisteten durch ihre Schwere dem
Winde Widerstand und so ist es gekommen, daß ich nur diese Kom⸗
missionen ausführen konnte.“

f Brüssel, 4. April. Das Grubenunglück von Bois de
la Haine (Anderlues) zwischen Mons und Charieroi hat 87 Men⸗
schenleben zerstört; 48 Leichen find bereits zu Tage gefprdert.

Wieder einmal hat sich bei diesem Falle herausgestellt, daß der
Ausbruch der schlagenden Wetter mit dem barometerischen Lustdruch
m engsten Zusammenhange steht. In der Nacht n 1. April,
rüh 2 Uhr als das Unglück geschah, zeigte das Baromeier des
ziesigen Observatoriums den niedrigsten Siand des Queckfilbers,
741 mm.

In Neapel wurde ein Geistlicher wegen im Einberständ⸗
niß mit einigen Lottobeamten vorgenommenen Fälschung, der Lotto⸗
bücher, wodurch ihm ein Gewinn von 2 Millionen zufiel, zu 10
Jahren und die Lottobeamten zu je 8 Jahren Gefängniß verurtheilt.

Bei Plewna wurden neuerdings 16 Kanonen und
10,000 Gewehre, welche Osman Pascha 1877 dort vergraben ließ,
aufgefunden.

7 Eine großartige Turnfahrt unternimmt die Turngemeinde

n Cincinnati im Laufe des Sommers: es ist eine Fahrt
über den atlantischen Ozean. Die Turner dieser Stadt wollen
nämlich eine Exkursion nach Deutschland unternehmen, zum Besuch
des vom 5. bis 10. August in Frankfurt a. M. abzuhaltenden
zroßen deutschen Turnfestes. Sie haben zu diesem Ende den Ham⸗
hurger „Silesia“ eigens gemiethet, der 500 Exursionisten an Bord
rehmen wird. Gegen Zahlung von nur 80 Dollars kann sich
Jeder an dieser Exkursion betheiligen und erhält dafür eine Kajüten⸗
vassage nach Hamburg und eine Rüchpassage zweiter Kajüie fitr
rgend einen Hamburger Dampfer bis zum 31. Dezember v. J.
ziltig. Die Abfahrt von Newyork findei am 6. Juni statt. Bei
der Hinüberfahrt sind Beköstigung und Bedienung auf dem ganzen
Schiffe gleichmäßig.

FeLebende Lambrequins. Man brüht einen gewöhnlichen
rdinären Badeschwamm und zieht durch denselben eine Schnur
»der ein seidenes Bändchen, in das man an einem Ende einen
dnoten macht. In die Poren des Schwammes steckt man Samen
von Vergißmeinnicht, Veilchen, Stiefmütterchen, Gräsern und ande—
ren Pflanzen. Hängt man nun den Schwamm über dem Fenfter
auf und trägt dafür Sorge, daß er alle Tage einmal angefeuchtet
wird, so sprießen bei warmem Wetier schon in acht Tagen nach
illen Seiten junge Pflanzen hervor, die bald den ganzen Schwamm
erhüllen und einen hängenden grünen Ball darstelden. Bei fort⸗
esetztem Feuchthalten kommen auch bald die Blüthen zum Vor⸗
hein und zur Entwickelung. Es ist nun leicht, eine ganze Anzahl
olcher Schwämme auf eine Schnur oder ein Band aufzureihen
ind wie eine Guirlande oder ein Lamberquin vor einem Fenster
nufzuhängen, wenn man die Schnur an beiden Seiten des Fensters
zefestigt und fie in der Mitte an einigen Stellen heraufzieht.
Hdier läßt man einzelne Schwämme als Troddeln herunterhängen.
Wem die Schwämme, da immerhin eine ziemliche Anzahl davon
nöthig sind, zu theuer werden sollten, kann zu den Guirlanden
jewöhnliche Kiefernzapfen verwenden. Die Samen' werden dann
wischen die abstehenden Schuppen gestedt, müssen aber mit ein
»aar Körnchen Erde und wenn möglich mit Moos bedeckt werden.
Die Schnur wird an die Spitze der Zapfen besestigt. Fun genu⸗
jende Feuchtigkeit muß auch hier immer gesorgt werden.

Als sicheres Kennzeichen, ob die Knospen eines Obstbaumegz
erfroren sind, wird mitgetheilt: Nicht selten zeigt sich heuer der
Abschnitt der Rinde der Zweige nur ein wenig gebräuni und ziem⸗
ich gesund, oft sogar gruͤn. Um die Gewißheit über die Gefund⸗
jeit des Baumes zu erhalten, schneide man gerade wie zum Okuliren
ein Auge aus. Zeigt sich der „Augenkern“, d. i. der vom Holze
n das Innere des Auges hinreichende „Keim“ schwarz, so is der
Baum erfroren und die Knospen treiben nicht aus. Man tkann
diese Erscheinung jetzt gerade vielfach an den Augen wahrnehmen.

Marr berichte.

Zweibrücken. 8. April. (Fruchtmittelpreis und —
Weizen 11 M. 94 Pf., Korn 10 M. 11 Pf., Gerste zweireihige — M. Spf.
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — Pf.,
Dintel - M. — Pf., Mischfrucht 19 M. 60 ppf., Hafer 7 M. 18 pf.
krbsen — M. — Pf., Wichen 5 M. 23 Pf., Karioffeln 2 M. 80 Pf.,
deu 3 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod In/ Kilogr. 88 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 71 Pf. Gemischtbrod 3 Kilogr. 86 Pf. paat Weck 100
Zr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Ppf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter / Kilogr. 1IM, 10 Pf.
WBein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter A Pf.

Homburg, 7. April. (Fruchtmittelpreis und Vicknalienmarkt.) Weizen
11 M. 70 Pf., Korn 10 WM. 10 Pf. Spelzkern — M. — pf. Spelz 0 M.
—, Pi. Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerfte 4reihige d M. — Pf. Hafer
JB. 51 Pf., Mischfrucht 10 M. 62 Pf. Erbsen — M. — pfr Wiaden
d M. — Pf., Bohnen O M. — Ppf. ANleesainen — M. — vᷣl Korn⸗
brod 6.Pfund 83 Pf., Gemischtbrode6 Pfund — Pf. Ochsenfleisjch — Pf.
Rindfleisch 80 Pf. Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pfr Schweinefleisch
50 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 10 f, Kartoffeln per Cir. z3W.yÿj.

Kaiserslautern, 6. April. (Fruchtminelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 80 Pf., Norn 10 Pf. Spelztern — M. — Pf. Speij
7 M. 74 Pf., Gerste d M. 0O9 P Aafer 7 M. 90 Pf., Erbsen 10 W
Pf. Wicden 6 M. 58 Pf., Linse. M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf.Schwarzbrod 6 Pfund 80 T., do. 2 Pid. 40 pf. Gemischtbrod
z Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. 1M. — Pf., Eler 2 Stuck 10 Pf, Kap
lossein ver CTene 8 M. 8ö f, Etrohh ß M. w, hen m debg
—— — ——.

Fuur die Redaction veranlworllich: F. I. Deme .

—
4 — —
        <pb n="224" />
        Freiwillig⸗gerichtliche
Versteigerung.
Montag, den 26. April
1880, Nachmittags 8 Uhr zu
Schnappbach in der Wirth⸗
schaft des Requirenten werden
durch den unterzeichneten hiezu
gerichtlich beauftragten kgl. No—
sar Sauer in St. Ingbert, in
Gefolge eines gehörig homolo—
girien Familienrathsbeschlusses,
die nachstehend beschriebenen Lie⸗
genschaflen, im Banne von St.
Ingberi, zur Gütergemeinschaft
wischen Mathias Erz, Wirth
und Fuhrmann in Schnappbach
und dessen verlebten Ehefrau
Katharina Schnepp gehorig,
ffentlich zu Eigenthum ver⸗
teiget.

17 Pl.⸗Nr. 1702, 41 a 10
Im Wiese auf den sechs
Eichen neben Johann Sieg⸗
wart;;

Bl.⸗Nr. 1684, 26 4 60 qm
Acker daselbst neben Berg⸗
urar und Anstößern;
Pl.⸗Nr. 16884, 12 2
)0 qm Acker daselbst ne⸗
ben Friedrich Günther.

Eigenthümer sind:

— 1) Obengenannter Mathias
rz,

2) die minderjahrigen Kinder
zer Eheleute Erz, Namens a.
Marie Magdalena, b. Johann,
welche ihren Vater zum Vor—⸗
munde und den Friedrich
Schnepp, Bäcker zu Metz zum
Nebenvormunde haben,

3) die großjährige Tochter
Regine Erz, ohne Gewerbe zu
Zchnappbach.

St. Ingbert, 4. April 1880.
Sauer, k. Notar.
Mobilien⸗
Versteigerung.

Dienstag den 183. April
aächsthin Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert in seiner Woh⸗
aung läßt Heinrich Seib, Pri⸗
⸗atmann allda seine Mobilien
zegen Baarzahlung öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
yersteigern, darunter namenilich:

JKanapee, 1 Chiffonier,
Commode, Schränke,
Betiladen mit Matratzen,
Tische, Stühle und son⸗
tige Haus⸗ und Küchen⸗
inrichtungsgegenstände.
Ingbert, 9. April 1880.
Zauer, k. Notar.
Hhanftouverts
mit Firmadruck von Ml. 4
imn bis 7 Mt. per 1000 Stück.
Dienst⸗Couverts
mit Firma⸗Druck von Mk. 5,50
in bis Ml. 10, find zu haben
in der Druckerei und lith. Anstalt
von . X. Demeig.

Finladung.

Sammtliche Conseribir⸗
e don hier werden zu einer Be⸗

prechung auf Sonutag Nach⸗

mittag 8 Uhr bei Peter Jutg

Wirth —59* angadeh
ehrere Conseribirte.

Vertraͤggmäßige
Wiederversteigerung·
Montag, den 12. April 1880,

Nachmitiags 8 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirthschaft
oͤn Peter Heufser, wird gegen
ie Eheleute Friedrich Jakob
7och, Wirth daselbst und Ka⸗
harina Schneider, durch den
interzeichneten kgl. Notar, die
nachstehend beschriebene Liegen⸗
chaft im Banne von St. Ing⸗
zert im Wege der vertragsmä⸗
zigen Wiederversteigerung öffent⸗
lich zu Eigenthum versteigert:

Pl.⸗Nr. 442, 95 qm

Fläche, worauf ein Wohn⸗

haus, Pl.⸗Nr. 443, 12

i6 qm Garten dabei, Pl.⸗

Nr. 444*, etwa 27 qm

Einfahrt und Hofraum (ein

dritiel Antheil, ganze Fläche

81 qm) gelegen zu St.

Ingbert an der Haseler

Straße, neben Peter Heusser

uind Johann Jung. —

Ingbert, 23. März 1880.

Zauer, k. Notar.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 12. April 1880,
Nachmittags 2 Uhr, zu St.
Ingbert, in der Wirihschaft
von Peter Heusfser, wird gegen
Faspar Rohr, Wirth daselbst,
m Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, durch den
interzeichneten kgl. Notar öffent⸗
ich zu Eigenthum versteigert:
die nachstehend beschriebene Lie—
genschaft im Banne von St.
Ingbert:
Pl.⸗Nr. 602 und 61x,
2 a 87 qm Fläche, Wohn⸗
rn mit Keller, Wasch⸗
tüche, Schweinstall, Hofraum —
und Garten, gelegen zu n4e
St. Ingbert an der Haupt· r ,,, pren
straße neben Johann But⸗ Auslande urztliech empfotsen.
termann und Johann Uhl, RNur seht in Origmallaschenà 4M.
Wittwe. Dorselbo eisenhaltig à M. 1
St. Ingbert, 238. März 1880. 0 Pig. in St. Inghbert boi
Sauer, k. Notar. A. Friedrieh-
0 9 J * N —2
M. Sichel's Atelier kuünstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johaun, Sulzbachstraße 158.

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mtbaltenen DankesAußerungen Aber
Aneliche Heilungen beweisen, das
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e erjehnte Hilfe fanden. — Kein
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mentgeltlich Jeded der obigen Bucher
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ranceso bdurch Th. Hohenleitner,
Eeipain und Basel.

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für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sieh bei
Rudolph Mosso
„IE6 8. LI.
—R
) Vorräthig in B. Gotthold's
Buchhandl. inKaiserslautern, welche
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raneco versendet.

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Gleiehe Preise wie bei den Zeitunges-

Exrpeditionen selhst. — Bei gröôsseren Aufträgen hiervon

noch entsprechende Rabatthewillignung.

Bochöfer Eze und Setz⸗
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V. Weisssgerber.

Auf Wunsch erhalt ein Jeder die Probenummer der Neuzeit V sofort zugesendetl
Ein Jeder wird um gefällige baldige Einsichtnahme der in jeder Jour⸗
a. Expedition ꝛe. aue liege aden Wobenummier der Neuzeit, Lesehalle für Alle, fünf⸗
ter Jahrgang- hiermit freundlichst gebeten!
— — —B Bbäbh—i 'im—— — — Aß———‘—— —

Die VV Lesehalle sur Alle, deren funfter Jahrgang soeben erscheint, ist das billigste
aller Familienblätter.

Der. Inhalt der Neuzeit ist interessant und gediegen. W

ochentlich erscheint eine Rummer à id Pfennig; dieselbe enthäu 3 große Bogen Text; jede
Wochennummer ist auch einzeln zu haben! F

Vierteljaͤhruch ostet die Neuzeit V— wöchentlich eine Rummer — nur IUt /. Mark. — Das erste
Quarial beginnt mit dem 1. Oetober 1870. 8 57
ieln S erschein ein Heft (s 6 Bogen) à 25 Pfennig; jedes Hefi à 25 Pfemig ist auch
einzeln zu haben —

Bide5ntlich erscheint ein Doppelhest ( 12 Bogen) à 50 Pfennig; jedes Doppelheft à 50 Pf.
ist stets auch einzeln zu haben!

Die Neuzeit bietel eine solche Fulle von spannenden Romanen und RNovellen, anmuthigen Gedichten,
humoristischen Kieinigkeiten, zeitgemäßen Plaudereien ꝛc., daß ein Jeder, wenn er die Neuzeit durchblaͤttert,
rlauni ift, solche Gediegenheit mit sobiel Abwechselung und Reichhaltigkeit vereint vor sich zu sehen! — Leser,
wie Leserin werden sich durch die gefällige, eleganie und doch volkethumliche Form der Darftellungsweise gleich
mächtig und gleich lebhaft gefefselt finden!
eh F. denis der Reujeil Kesehalle jur Alle, funfter Jahrgang, ist fur Jeden sehr einhach, sehr leicht und
ehr g!

Die Neunzeit ist zu haben:
zurch die Post in 13 Woche »mern für D!/4 Mark viertelijährlich. —
in Wochennummern aͤ 10 Pfennig!

durh jede Buchhandlung n Ziseeee psenni

durch jede Journal⸗Expedition — — ia!.

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jede Zeitungs⸗Etxpedition in 183 Woche nnummern für 144 Mark vierteljährlich!
Die Berlagsbandlung von Werner Sroße in Verlin. 8W. Besselstraße 17.

——2

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sountagsblatt“ Nr.

414.
        <pb n="225" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mif illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévpreis betragt vierieliährlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 fur die viergesnaltene Zeile Blattichriit oder deren Raum. NReclamen mit 30 M pro Zeile berechnet.
M 58. Sonntag den 11. April

1880.

Deutsches Reich. g

Berlin, 6. April. Da es während der jüngsten Zeit nicht
lelten vorgekommen ist, daß dem Arbeiterstande angehörende, augen⸗
scheinlich unbemittern Peanen durch Vorspiegelung ihrer in Amerika
lebenden Angehörigere zur NAuswanderung dorthin verleitet wurden,
ist für die zu diesem Zweck beantragte Ausfertigung von Reisepässen
eine neue Anordnung getroffen worden. Um nämlich den nicht
allein für die Betheiligten, sondern auch für die deutschen Reichs—
Consularbehörden beim Eintritte der Hülfsbedürftigkeit der ersteren
in Amerika entstehenden Weitläufigkeiten entgegenzutreten, ist be⸗
stimmt worden, daß Anträge auf Ertheilung von Pässen zur Reise
nach Amerika nur dann Berücksichtigung finden sollen, wenn der
den Paß Nachsuchende die erforderlichen Reisemittel nachzuweisen
im Stande ist. Dieselben sind nach der Aufstellung des Central⸗
vereins für deutsche Auswanderungs- und Colonisations-Angelegen⸗
heiten für erwachsene Personen auf 240 M. und für noch nicht
wölfjährige Kinder auf 180 bis 210 M. angenommen worden.
Wer also nicht durch amtliche Bescheinigung nachweisen kann, daß
er die nöthigen Reisemittel besitzt, soll künftig keinen Reisepaß zur
Auswanderung nach Amerika erhalten.

Berlin, 8. April. Der Kaiser hat das Entlassungsge—
uch des Fürsten Bismarck mit folgender Cabinetsordre beant⸗
wortet: „Auf Ihr Gesuch vom 6. April erwidere Ich Ihnen, daß
Ich die Schwierigkeiten zwar nicht verkenne, in welche ein Con⸗
jlict der Pflichten, welche Ihnen die Reichsverfassung auferlegt,
Sie mit der Ihnen obliegenden Verantwortlichkeit bringen kann,
daß Ich Mich aber dadurch nicht bewogen finde, Sie Ihres Amtes
um deshalb zu entheben, weil Sie glauben, der Ihnen durch die
Artikel 16 und 17 der Reichsverfassung zugewiesenen Aufgabe in
einem bestimmten Falle nicht entsprechen zu köͤnnen. Ich muß
Ihnen vielmehr überlassen, bei Mir und demnächst beim Bundes⸗
rath diejenigen Anträge zu stellen, welche eine verfassungsmäßige
Lösung eines derartigen Conflictes der Pflichten herbeizuführen
geeignet sind. Berlin, 7. April 1880. Wilhelm. “

Berlin, 8. April. Der Reichstag hat heute die erste
Berathung des Wucher⸗Gesetzentwurfs vorgenommen. Dieser Gesetz⸗
entwurf, wie er vom Bundesrath vorgelegt ist, bedroht den Wucher
mit strafrechtlichet Verfolgung und überläßt dabei dem Ermessen
des Richters über das, was als Wucher zu betrachten sei, einen
ziemlich weiten Spielraum. Die conservativen und ultramontanen
Redner bedauerten, daß der Gesetzentwurf kein Zinsmarimum fest⸗
stellt, Schulze⸗Delitzsch äußerte verschiedene Bedenken, von denen er
iber hofft, daß sie durch Berathung in einer Commission beseitigt
werden können, weshalb er diese gleich den anderen Rednern em—
ofiehlt. Der conservative Abg. v. Kleist⸗-Retzow befürwortet under⸗
inderte Annahme des Gesetzentwurfs, obwohl ihm dieser noch nicht
weit genug geht. Als nun abgestimmt werden sollte, ob der Ge⸗
setzentwurf an eine Commission zu verweisen sei, stellte es sich heraus,
daß das Haus nicht beschlußfähig war!

Dem Verwaltungsberichte der Reichsbank zufolge, hat der
Vesammtumsatz bei der Reichsbank und allen ihren Anstalten
Haupt⸗ und Nebenstellen) im vergangenen Jahre 47 13 Milllarden
hetragen. Es entfielen davon auf Koln 135 Milliarden, Elber—
seld *, Crefeld 8, Dortmund s8 Düsseldorf */3 Milliarde;
Aachen 217, Bielefeld 190, Coblenz 162. Minden 15 Mimster
210. Siegen 80 Miillionen.

Ausland.

J Paris, 8. April. Das „Journal des Debats“ schreibt:
Frankreich hat sich sowohl finanziell wie im Innern hinlänglich
rholt, um an dem gemeinsamen Zivilisationswert der europäischen
Nationen wieder theilzunehmen. Das Blatt fordert Frankreich auf,
in Afrika, Asien und Australien fruchtbare, noch vakante Gebiets—
theile zu besetzen, welche eines Tages von Wichtigkeit sein könnten.

Paris, 8. April. Der Erzbischof von Tours und die
Bischdfe von Mans, Nantes, Angers und Laval richtelen an den
Prasidenten der Republik Proteste gegen die Märzdecrete, worin sie
en Präsidenten auffordern, dieselben zurückzuziehen. Proteste von
inderen Bischöfen stehen in Aussicht. — Bis jetzt haben fieben
Veneralräthe Wünsche gegen die Märzdecrete beschlossen Die⸗ Be.

schlüsse werden von der Regierung unverzüglich für nichtig erklärt
verden. E. 3
Dermischtes.

*St. Ingbert, 7. April. In heutiger Schoöffen—⸗
itzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Eine
xrau von hier erhielt wegen Gaukelei 1 Tag Haft. 2) Ein
andwerksbursche erhielt wegen Landstreicherei und Bettelns 60
Tage Haft. 3) Ein anderer Handwerksbursche wurde wegen Bet⸗
elns zu 21 und wegen groben Unfugs zu 8 Tagen Haft ver⸗
artheilt.

* St. Ingbert, 10. April. Der Zweigverein
des Pensionsbereins „Bavaria“ vertagte in seiner gestern Abend
tattgehabten Generalversammlung in Anbetracht der schwachen Be⸗
heiligung die Neuwahl des Ausschusses bis zu einem späteren
Termine. Als Delegirter zur Hauptversammlung in München
vurde Herr J. Dercum, Schreiner, gewählt.

*— (Vereinsangelegenheiten.) Unsere gestrige Notiz in vor⸗
tehendem Betreffe können wir heuie dahin vervollständigen, daß
ruch den Mitgliedern des „Musikvereins“ für motgen (Sonntag)
aͤber acht Tage eine musikalisch-theatralische Abendunterhaltung mit
darauffolgendem Tanze in Aussicht steht.

F Die erste pfälz. Ausstellung von Lehrlingsarbeiten in
daiserslautern findet Statt vom 9. bis einschließlich 23.
Mai (8 Tage vor bis 8 Tage nach Pfingsten). Die Einsendung
der Ausstellungsgegenstände beginnt am 24. April nächsthin.

F Bei einer zu Bölheim am 18. März abgehaltenen
holzversteigerung wurden für 100 Baumpfähle 90 Mark 50 Pf.
erzielt.

fF Billigheim, 7. April. Heute wurde dem Bürger⸗
neister Hauck von hier, der neulich das Unglück hatte, von seinem
pferde gebissen zu werden, die Hand abgenommen. Der ungün⸗
tige Verlauf der erhaltenen Verletzung wird hauptsächlich dem auf⸗
geregten, gleichsam wuthähnlichen Zustande des Pferdes zugeschrie—
jen, in welchen dasselbe durch vorausgegangene heftige Stochschläge
jebracht wurde, weil es fich nicht ruhig verhalten wollte.

7 Frankenthal, 6. April. Jakob Kaufmann und Max
daufmann, beide Handelsleute von hier, standen unter der An⸗
lage der Privaturkundenfälschung in idealet Konkurrenz mit dem
Vergehen des Betrugs vor Gericht. Ersterer wurde für überführt
rklärt und zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 5jährigem
Verluste der Ehrenrechte verurtheilt. Letzterer aber als nicht über⸗
ührt freigesprochen.

F Trier, 7. April. (Ein eigenthümlicher Redalteur.) Geftern
Vormittag wurde der seit drei Wochen als verantwortlicher Redak⸗
eur der „Saar⸗ und Mosel⸗Zig.“ und als „Dr.“ zeichnende Ernst
diene verhaftet, um heute Morgen nach Schleiz eskortirt zu wer⸗
den, wo derselbe noch den Rest einer längeren Gefängnißstrafe,
die ihm s. Z. wegen Urkundenfälschung zuerkannt worden war,
ibzubüßen hat. Der Rest dieser Strafe war ihm 1877 im Gna—
enwege unter der Bedingung erlassen worden, daß er nach Ame⸗
rika auswandere und nie wieder in das deutsche Reich zurückehre.
die romanhafte Vergangenheit des Ernst Kiene besteht aus einer
angen Reihe von Fälschungen und Schwindeleien. Auf Grund
ines gefälschten Maturitätszeugnisses erhielt er Zutritt zu den
dollegien der Universität und auf Grund gefälschter Universitäts⸗
jeugnisse erhielt er wiederholt Stellungen als Lehrer an Gymnafien
und das eine Mal als Direktor einer höheren Bürgerschule. Damit
noch nicht genug, fälschte er auch, als er im Begriffe stand, sich
zu verheirathen, seine Zivilstandspapiere.

f München, 7. April. Der zum Besten der Abgebrannten
in Donaustauf im Odeonssaal dahier veranstaltete dreitägige Bazar
nit Lotterie hat ein sehr günstiges Ergeb niß geliefert, denn es
vird sich ein Ueberschuß von mindestens 10,000 Mt. ergeben; die
Lotterie allein hatte 4000 Loose à 1Ml. abgesetzt, und sämmtliche
Bewinne derselben bestanden aus Geschenken.

FBremen, 4. April. Mehr als 5000 Personen werden
m Laufe der heute beginnenden Woche über Bremen nach Amerika
erpedirt. Heute gehen zwei Schiffe und am Mittwoch wieder zwei
Schiffe von Bremerhafen aus in See
        <pb n="226" />
        Die spanischen Thaler vom Jahre 1684, die den Münz⸗
ammlern unter dem Namen-Duros, d. H. harte, schwere, bekannt
ind, tragen die schöne Inschrift: „Unus non zufficit,“ das heißt
auf Deussch: Einer ist nicht genugl! — Waren die Alten nicht ge⸗
cheidte Leute? x

Waährend der verflossenen Woche wurden an Vieh und
frischem Fleische von New York nach GCuropa verschifft:
1918 Stüd Rindvieh, 350 Schweine und 50 Schafe, ferner 4208
Viertel und 210 Tons frisches Rindfleisch, sowie 1700 geschlach⸗
eie ESchafe. Der Dampfer Thanemore, welcher am vorigen Sams⸗

ag nach London absegelte, hatte nicht weniger als 3540 Stüd
Rindvieh an Bord.
Dienstesnachrichten.
Der Ministerialtath Dr. Jar dan wurde zum Geh. Regierungsrath
im Bureau des Statthalters in Elsaß⸗Lothringen ernannt.
Flͤr die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
ö— ——

Arbeiter⸗

Bildungs-Verein.

Zonntag, 11. April, Abends
3 AUhr musikalische und
theatralische

Unterhaltung
hei Wirth Schweizer (Höfchen).

Hiesige Nichtmitglieder haben
nur dann Zutritt, wenn sie von'
einem Mitgliede eingeführt wer⸗
den.

Montag Abend 8 Uhr:
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zei Wittwe Poller im Jo—
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Der Vorstand.

Seine ausqezeichneten, überall ge⸗
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erantkheit hat bisher
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Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
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. Januar im ganzen Deut⸗
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Apotheker zum freien Ver—
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Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Peters.

Todes⸗Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die betrübende
Nachricht, daß heute Nacht um 12 Uhr unser lieber
Gatle, Vater, Bruder, Onkel und Schwager
* 21 J
Friedrich Koch
im 42 Lebensjahre nach kurzem Kranksein sanft und ru⸗
hig verschieden ist.
Schnappbach, 10. April 1880.
Die trauernden Hinterbliebener.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 2
Uhr von Schnappbach aus statt.

Das Neueste in der
Bhotsgraphie
empfiehlt B. Ollig,
photogr. Atelier.
NB. Auch sind Vorricht⸗
ingen getroffen, um große Ge⸗
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Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Siezu „Illulürirtes Sonntaasblau“⸗ Nr. 15.
        <pb n="227" />
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der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntagẽ mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich vlermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
M 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 H, einschließlich 420 Zustellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 S, von Außwaͤriß
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrift oder deren Naum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
M588.

Sonntag den 11. April

1880.

Deutsches Reich.

Berlin, 6. April. Da es während der jüngsten Zeit nicht
jelten vorgekommen ist, daß dem Arbeiterstande angehörende, augen⸗
cheinlich unbeemitteneet ven durch Vorspiegelung ihrer in Amerika
ebenden Angeqhsotrgeter zut: c. wanderung dorthin verleitet wurden,
ist für die zu diesem Zweck bear ragte Ausfertigung von Reisepässen
eine neue Anordnung getroffen worden. Um nämlich den nicht
allein für die Betheiligten, sondern cuch für die deutschen Reichs—
Consularbehörden beim Eintritte der Hülfsbedürftigkeit der ersteren
in Amerika entstehenden Weitläufigkeiten entgegenzutreten, ist be—
stimmt worden, daß Anträge auf Ertheilung von Pässen zur Reise
nach Amerika nur dann Berücksichtigung finden sollen, wenn der
den Paß Nachsuchende die erforderlichen Reisemittel nachzuweisen
im Siande ist. Dieselben find nach der Aufstellung des Central⸗
vereins für deutsche Auswanderungs- und Colonisations-Angelegen⸗
heiten für erwachsene Personen auf 240 M. und für noch nicht
jwölfjährige Kinder auf 180 bis 210 M. angenommen worden.
Wer also nicht durch amtliche Bescheinigung nachweisen kann, daß
er die nöthigen Reisemittel besitzt, soll künftig keinen Reisepaß zur
Auswanderung nach Amerika erhalten.

Berlin, 8. April. Der Kaiser hat das Entlassungs ge⸗
such des Fürsten Bismarck mit folgender Cabinetsordre beant⸗
worlet: „Auf Ihr Gesuch vom 6. April erwidere Ich Ihnen, daß
Ich die Schwierigkeiten zwar nicht verkenne, in welche ein Con—
flict der Pflichten, welche Ihnen die Reichsverfassung auferlegt,
—AVVV
daß Ich Mich aber dadurch nicht bewogen finde, Sie Ihres Amtes
um deshalb zu entheben, weil Sie glauben, der Ihnen durch die
Artikel 16 und 17 der Reichsverfassung zugewiesenen Aufgabe in
einem bestimmten Falle nicht entsprechen zu können. Ich muß
Ihnen vielmehr überlassen, bei Mir und demnächst beim Bundes-
rath diejenigen Anträge zu stellen, welche eine verfassungsmäßige
Lösung eines derartigen Conflictes der Pflichten herbeizuführen
geeignet sind. Berlin, 7. April 1880. Wilhelm.“

Berlin, 8. April. Der Reichstag hat heute die erste
Berathung des Wucher⸗Gesetzentwurfs vorgenommen. Dieser Gesetz
entwurf, wie er vom Bundesrath vorgelegt ist, bedroht den Wucher
mit strafrechtlicher Verfolgung und überläßt dabei dem Ermessen
des Richters über das, was als Wucher zu betrachten sei, einen
ziemlich weiten Spielraum. Die conservativen und ultramontanen
Redner bedauerten, daß der Gesetzentwurf kein Zinsmaximum fest⸗
stellt, Schulze-Delitzsch äußerte verschiedene Bedenken, von denen er
aber hofft, daß sie durch Berathung in einer Commission beseitigt
werden können, weshalb er diese gleich den anderen Rednern em⸗
pfiehlt. Der conservatide Abg. v. Kleist-Retzow befürwortet unver⸗
inderte Annahme des Gesetzentwurfs, obwohl ihm dieser noch nicht
weit genug geht. Als nun abgestimmt werden sollte, ob der Ge⸗
setzenwwurf an eine Commission zu verweisen sei, stellte es sich heraus,
daß das Haus nicht beschlußfähig war!

Dem Verwaltungsberichte der Reichsbauk zufolge, hat der
Gesammtumsatz bei der Reichsbank und allen ihren Anstalten
(Haupt⸗ und Nebenstellen) im vergangenen Jahre 47*2 Milliarden
betragen. Es entfielen davon auf Köln 1*40 Milliarden, Elber⸗
feld *24, Crefeld 8, Dortmund s, Düsseldorf *4 Milliarde;
Aachen 217, Bielefeld 190, Coblenz 162, Minden 45, Münster
210, Siegen 80 Millionen.

Ausland.

Paris, 8. April. Das „Journal des Debats“ schreibt:
Frankreich hat sich sowohl finanziell wie im Innern hinlänglich
erholt, um an dem gemeinsamen Zivilisationswerk der europaischen
Nationen wieder theilzunehmen. Das Blatt fordert Frankreich auf,
in Afrila, Asien und Australien fruchtbare, noch valante Gebiets⸗
theile zu besetzen, welche eines Tages von Wichtigkeit sein koͤnnten.

Paris, 8. April. Der Erzbischof von Tours und die
Bischofe von Mans, Nantes, Angers und Laval richteten an den
Prasidenten der Republik Proteste gegen die Märzdecrete, worin sie
den Präsidenten auffordern, dieselben zurückzuziehen. Proteste von
anderen Bischöfen stehen in Aussicht. — Bis jetzt haben sieben
Generalräthe Wünsche gegen die Märzdecrete beschlossen. Diese Be⸗

schlüsse werden von der Regierung unverzüglich für nichtig erklärt
werden. K. 3.
Bermischte«.

*St. Ingbert, 7. April. In heutiger Schoffen⸗
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Eine
yraͤu von hier erhielt wegen Gaufelei 1 Tag Haft. 2) Ein
handwerksbursche erhielt wegen Landstreicherei und Bettelns 60
Tage Haft. 3) Ein anderer Handwerksbursche wurde wegen Bet⸗
selns zu 21 und wegen groben Unfugs zu 8 Tagen Haft ver⸗
urtheilt.

*St. Ingbert, 10. April. Der Zweigverein
zes Pensionsvereins „Bavaria“ vertagte in seiner gestern Abend
tattgehabten Generalversammlung in Anbetracht der schwachen Be⸗
heiligung die Neuwahl des Ausschusses bis zu einem späteren
Lermine. Als Delegirter zur Hauptversammlung in München
vurde Herr J. Dercum, Schreiner, gewäͤhlt.

*CVereinsangelegenheiien.) Unsere gestrige Notiz in vor⸗
tehendem Betreffe konnen wit heute dahin vervollständigen, daß
ruch den Mitgliedern des „Musikvereins“ für morgen (Sonntag)
iber acht Tage eine musikalischetheatralische Abendunterhaltung mit
darauffolgendem Tanze in Aussicht steht.

Fdie erste pfaͤlz. Ausstellung von Lehrlin gsarbeiten in
Zaifserslautern' findet Statt vom 9. bis einschließlich 23.
Mai (8 Tage vor bis 8 Tage nach Pfingsten). Die Einsendung
der Ausstellüungsgegenstände beginnt am 24. April nächsthin.

F Bei einer zu Bölheim am 18. März abgehaltenen
holzversteigerung wurden für 100 Baumpfähle 90 Mark 50, Pf.
erzielt.

Billigheim,-7. April. Heute wurde dem Bürger⸗
meistet Hauck von hier, der neulich das Unglück hatte, von seinem
Pferde gebissen zu werden, die Hand abgenommen. Der ungün⸗
lige Verlauf der erhaltenen Verletzung wird hauptsächlich dem auf⸗
geregten, gleichsam wuthähnlichen Zustande des Pferdes zugeschrie⸗
Zen, in welchen dasselbe durch vorausgegangene heftige Stodschläge
zebracht wurde, weil es sich nicht ruhig verhalten wollte.

4Frankenthal; 6. April. Jakob Kaufmann und Max
Zaufmann, beide Handelsleute don hier, standen unter der An⸗
lage der Privaturkundenfälschung in dealer Konkurrenz mit dem
Vergehen des Betrugs vor Gericht. Ersterer wurde für überführt
erklaͤrt und zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und dʒjaͤhrigem
Verluste der Ehrenrechte verurtheilt, Letzterer aber als nicht über⸗
ührt freigesprochen.

4Trrer, 7. April. (Ein eigenthümlicher Redakteur.) Gestern
Bormittag wurde der seit drei Wochen als verantwortlicher Redak⸗
eur der, Saar⸗ und Mosel-Ztig.“ und als „Dr.“ zeichnende Ernst
diene verhaftet, um heute Morgen nach Schleiz eskortirt zu wer⸗
den, wo derselbe noch den Rest einet langeren Gefängnißstrafe,
die ihm s. Z. wegen Urkundenfälschung zuerkannt worden war,
abzubüßen hat. Der Rest dieser Strafe war ihm 1877 im Gna⸗
denwege unier der Bedingung erlassen worden, daß er nach Ame⸗

ita auswandere und nie wieder in das deutsche Reich zurückehre.
Die rotnanhafte Vergangenheit des Ernst Kiene besteht aus einer
angen Reihe von Fälschungen und Schwindeleien. Auf Grund
eines gefälschten Maturitätszeugnisses erhielt er Zutritt zu den
sollegien der Universität und auf Grund gefälschter Universitats⸗
zeugnisse erhielt er wiederholt Stellungen als Lehter an Gymnosien
ind das eine Mal als Direltor einer höheren Bürgerschule. Damit
noch nicht genug, falschte er auch, als er im Begriffe stand, sich
zu berheiraihen, seine Zivilstandsͤpapiere.

FMuünchen,“7. April. Der zum Besten der Abgebrannten
in Donaustauf im Odeonssaal dahier veranstaltete dreitagige Bazar
mit Lotterie hat ein sehr gunstiges Ergedniß geliefert, denn es
wird sich ein Ueberschuß von mindestens 10,000 Mk. ergeben; die
dotlerie allein hatte 4000 Loose à 1Mk. abgesetzt, und jämmiliche
Hewinne derselben bestanden aus Geschenken.

FBremen, 4. April. Mehr als 5000 Personen werden
m Laufe der heute beginnenden Woche über Bremen nach Amerila
rpedirt. Heute gehen zwei Schiffe und am Mitwwoch wieder 1wei
Schiffe von Bremerhafen aus in Sce—
        <pb n="228" />
        f— Die spanischen Thaler vom Jahre 1684, die den Münz—
sammlern unter dem Namen Duros, d. h. harte, schwere, bekannt
sind, tragen die schöne Inschrift: Unus non sufficit,“ das heißt
auf Deuisch: Einer ist nicht genugl — Waren die Alten nicht ge⸗
scheidte Leute ?

Wahrend der verflossenen Woche wurden an Vieh und
frischem Fleische von Rew-⸗PYork nach Europa verschifft:
1918 Stück Rindvieh, 550 Schweine und 50 Schafe, ferner 4208
Vierlel und 210 Tons frisches Rindfleisch, sowie 1700 geschlach⸗
tete Schafe. Der Dampfer Thanemore— welcher am vorigen Sams⸗

Todes⸗Anzeige.

Verwandien, Freunden und Bekannten die betrübende
Nachricht daß heute Nacht um 12 Uhr unser lieber
Gatie, Vater, Bruder, Onkel und Schwager

—X 3 I *

Friedrich Koch —

im 42 Lebensjahre nach kurzem Kranksein sanft und ru—
hig verschieden ist. —
1 Schnappbach, 10. April 1880.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag um 2
Uthr von Schnappbach aus statt.
—⸗

Das Neueste in de
Phstographie
empfiehlt B. Ollig,

photogr. Atelier.

NB. Auch sind Vorricht⸗
ungen getroffen, um große Ge—
sellschaften, Vereine, sowie die
großartigsten Gruppen äußerst
dillig herstellen zu können.

Einladung.

Sämmtiliche Conseribir⸗
te von hier werden zu einer Be⸗
sprechung auf Sonntag Nach⸗
mittag 3 Uhr bei Peter
ZSchweitzer auf dem Höfchen
freundlichst eingeladen.

Mehrere Conscribirte.

tag nach London absegelte, hatte nicht weniger als 540 Stück
Rindvieh an Bord.
Dienstesnachrichten.
Der Ministerialraih Dr. Jo r dan wurde zum Geh. Regierungsrath
im Bureau des Siatthalters in Elsaß⸗Lothringen ernannt.
— Fur die Redaction veraniwortlich F. x. De me 8.

Arbeiter⸗
Bildungs-Verein.
Sonntag, 11. April, Abends
8 Uhr musikalische und
theatralische
Unterhaltung

bei Wirth Schweizer (Höfchen).

Hiesige Richtmitglieder haben
nur dann Zutritt, wenn sie von
einem Mitgliede eingeführt wer—
den.

X

— 2 L.
Noch
keine
rautkheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brust⸗
taramels und Kakao⸗
Thee Maria Benno
»on Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
1. Januar im ganzen Deut—
chen Reiche auch für Nicht—
Apotheker zum freien Ver—
taufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Peters.

Montag Abend s Uhr:
FeneralVersammlung
bei Wittwe Poller im Jo—
—8R

Der Vorstand.

Seine ausgezeichneten, überall ge⸗

rühmten *
Pianimnos
liefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Brobezeit gegen beliebige Ratenzahlung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Th. Weidenslaufer, Fabrik
Berlin NW.

in Bogen Rechnungen
21/33 cenim. groß vorräthig bei
3. J. Demeh.
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herren⸗ und Knaben⸗-Kleider jeden Genr⸗
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St. Johaunn a. Zaat

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—
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ι ι ——een ber⸗itwilliast.

—

— Man bittet auf Namen und Haus—⸗
Nummer 8148 szu achten.

—*7x

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Umt⸗nsch noch inn⸗kaAalb 4 Wochen.

Bei Einkäufen von Mt. 30 wird das einfache,
bei Mk.50 das RNetourbillet im Umkreis
von 10 Stunden veraütet.

vv

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F
Druck und Derlag von J. X. D emetß in St. Ingbert.
Siezu „Illultrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 15.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlichj mit dem Hauvtblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erjcheint wöͤchentlich viermalz Dienstag, Dounerstag, Samstaag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

1 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 A, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswäriß
mit 13 A fur die viergeinallene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 vro Keile berechnet.
AMAßͤ59. Dienstag den 13. April

18s0

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Deutsches Reich.

Der Reichstag begann am Freitag die zweite Berathung
zer Militär-Novelle. Es handelte sich zunächst um die 88 1
Ind 2, wodurch die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres auf
weitere 7 Jahre hinaus festgestellt wird und zwat um etwa 26,000
Mann höher als bisher. Die Abgg. Lasker und v. Stauffenberg
Jehzterer krank) beantragen, die Prasenzstärke nur auf 8 Jahre fest⸗
zusiellen; E. Richter (fortschr.) beantragt, künftig die Prasenzstarte
mmer nur auf j Jahr festzustellen und die Einjährig⸗ Freiwilligen
darauf anzurechnen. Beide Antrage wurden nach längerer Debatte
abgelehnt, der erstere mit 180 gegen 104 Stimmen, letzterer erhielt
qut die Stimmen der Fortschritispartei, des Centrums, Laskers und
einiger Nationalliberalen. Darauf wurde mit 186 gegen 96 Stim⸗
men' der Commissionsantrag angenommen, das heißt die Friedens⸗
prasenzstärke auf 427, 274 Mann für 7 Jahte vom 1. April 1881 bis
31. Marz 1888 festgestellt. In der Debatte äußerte der Kriegs⸗
minister v. Kameke, er habe schon früher ausgesprochen, daß nicht
die augenblidliche politische Lage, sondern Gruͤnde dauernder Natur
die Vorlage veranlaßt hätten; das wolle er gegenüber Richters
Aeußerung über die eingetretene Aenderung der politischen vage
in's Gedaͤchtniß rufen. Nur eine dauernde Festsetzung des Mili⸗
larbudgets vermöge der Armee Stabilität und Selbstvertrauen zu
geben. Diesen Standpunkt habe die Regierung immer eingenommen.

Die Reichsstags⸗Commission für das Socialistengesetz be—⸗
antragt, die Geltung dieses Gesetzes auf 3 Jahre zu verlängern,
wahrend der Bundesrath 58 Jahre will.

Die „Post“ veröffentlicht das Schreiben, mit welchem der
württembergische Reichstagsabgeordneie v. Bühler am 29. Februar
bz. Is. seinen vom Reichstag abgelehnten Antrag auf
Berufung eines Staatencongresses behufs Herbeiführung einer all⸗
gemeinen Abrüstung dem Reichskanzler überreicht hat, sowie die
Aniwort des Fürsten Bismark vom 2. März d. J. In letz⸗
leret heißt es: Ich bin leider durch die praktischen dringlichen
Geschäfte der Gegenwart so in Anspruch genommen, daß ich mich
mit der Moͤglichleit einer Zulunft nicht befassen kann, die, wie ich
furchte, wir deide nicht erleben werden. Erst wenn es Ihnen ge⸗
jungen sein wird, unsere Nachbarn für Ihre Pläne zu gewinnen,
sonnte ich oder ein anderer deutscher Kanzler für unser stets defen⸗
sives (im Stande der Vertheidigung sich haltendes) Vaterland die
Beranwworilichkeit für analoge (solche) Anregungen zu übernehmen.
Aber auch dann fürchte ich, daß eine gegenseitige Controle der
Voöller über den Rüstungszustand ihrer Nachbarn schwierig und
unsicher bleiben und das Forum, welches sie wirksam handhaben
sonnie, schwer zu beschaffen sein wird.

Die Nordd. Allgem. Ztg.“ erfährt, daß General v. Bose,
Commandeur des 11. Armeecorps, auf Ansuchen seinen Abschied
erhielt und in den Grafenstand erhoben, und daß General v.
Schlotheim mit der Führung des 11. Armee⸗Corps beauftragt wurde.

Englische Blätter bringen die Nachricht, daß die kürzlich con⸗
firmirte Prinzessin Victoria von Hessen sich mit dem Erbaroß-
herzog von Baden verloben werde.

Ausland.

Die hochoffizissse Miener, Montags⸗Revue“ schreibt: Des
Fürsten Bismard Verbleiben im Amte sei ein Unterpfand des
Friedens. Der Rüdtritt Beaconsfield's hätte durch das gleichzeitige
Scheiden Bismards eine Verschärfung erhalten, deren Konsequenzen
nothwendig in der gesammten europaischen Situation alsbald fühl⸗
bar geworden wären. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen er—
scheine es wenigstens gefichert, daß die Beziehungen zwischen Deutsch⸗
land und Oesterreich keine Veränderungen erfahren würden. In
diesen Beziehungen aber ruhe der Schwerpunkt der Abwehr gegen
alle Versuche künftiger Ruhestörungen. Die Wacht am Rhein werde
ergänzt durch die Wacht an der unteren Donau. In allen Fragen
der auswärtigen Politil repräsentiren Oesterreich und Deutschland
eine gemeinsame europäische Mittelmacht, welche durch ein gemein—
sames Interesse am Frieden und den gemeinsamen politischen Ge⸗
danken verbunden werde, für den Schuk der europaischen Macht⸗
ordnung einzutreten.

Da man vor der Hand keine Hoffnung zu haben scheint. einen

definitiven Handelsvertrag mit Oesterreich abschließen zu können,
ist eine abermalige Verlaͤngerung des Provisoriums auf ein Jahr
— bis Ende Juni 1881 — in Aussicht genommen.

Der ruffische Reichskanzler Fürst Gortschakoff ist sehe
leidend; sein Zustand läßt das Schlimmste erwarten. Er ist ge⸗
horen am 16. Juli 1798, also fast 82 Jahre alt.

Im Kriege mit den Turkmenen scheinen sich die Rufsen,
den neuesten Rachrichten zufolge, strenge in der Defensive halten
zu wollen.

In Konstantinopel zeigt sich in Folge des Wahlsieges
der englischen Liberalen die Geneigtheit der Pforte, sich an Oester⸗
reich anzuschließen. Einflußreiche Staatsmänner befürworten als
Basis der Ailianz ein Abkommen bezüglich Bosniens, d. h. also
inen definitiven Verzicht des Sultans auf diese von Oesterreich
kkupirte Provinz
Vermischtes.

In Reinheim wird kommenden 1. Mai am Bahnhofe
ine Telegraphen⸗Station zur Beförderung von Privat⸗ Telegrammen
errichtet. Dasselbe geschieht gleichzeitig auch in Mittelberbach.

F Die baher. Remonie-Ankaufs⸗Kommission hat in Homburg
lund in Landstuhl 3 Pferde angekauft. Die Gesammtzahl der
iesmal in der Pfalz angekauften Pferde beträgt also bis jetzt
zjanze 9. Das Resultat von Frankenthal steht noch aus.

7'In Kaiserslautern habeu die Bierbrauer neuer⸗
zings wieder einen Versuch zur Erhöhung des Bierpreises auf 13
pf. per Schoppen gemacht; da sie sich aber nicht zu einigen ver⸗
mochlen, bleibt's vorerst noch beim Alten. Hier erweist sich also
zie Dreizehn für die Vrauer wirklich als „Unglücszahl“!

FIn Esthal bei Lambrecht sind am 7. ds. zwei Wohn⸗
zäuser abgebrannt.

Dieser Tage kam in eine Wirthschaft zu Oberweiler
im Thal ein Handwerksbursche und ließ sich einen Schnaps geben;
als er denselben getrunken, fiel er todt zur Erde. Der Schlag
jatte seinem Leben ein Ende gemacht. Da der Verlebte keinerlei
ßapiere bei sich führte, ist seine Versönlichleit bisher noch nicht
estgestellt.

F In einem Dorfe bei Saarbrüden sollte eine Hochzeit
zatifinden. Als der Hochzeitszug sich in Bewegung setzte, fing es
in zu regnen und der Brautkranz wurde von Regentropfen benetzt.
Als die Braut dies bemerkte, entlief sie und war nicht mehr zu
zewegen, zur Trauung zu gehen. Nach einem alten Aberglauben
hedeuten nämlich Thranen in den Brautkranz, Thränen in der Ehe.

Der bisherige Landgerichtsdireltor Petersen in Straß⸗
burg, ein geborener Pfälzer und während des 1. deutschen Reichs⸗
ags nationalliberales Reichstagsmitglied für Kaiserslautern, ist
zon dem deutschen Kaiser zum Senatzpräfidenten am Oberlandes-
zerichte Straßburg ernannt worden.

Das elsaß-lothringische Eisenbahnnetz hat einen
veiteren Ausbau zu verzeichnen, indem am 1. d. Midie Eisenbahn⸗
trecke von Teterchen bis Bous eröffnet und dem Verkehr übergeben
vurde. Die genannte Strecde bildet die Verlängerung der Linie
Metz · Courcelles⸗Bolchen · Teterchen und erreicht in Bous den An⸗
chluͤß an die Linie Saarbrücken-Saarlouis; auf diese Weise ist
ine direkte Verbindung zwischen Metz und Saarlouis hergestellt
ind der Weg über Remilly-St. Avold⸗Saarbrücken erheblich abge⸗
rürzt. Die neue Strecke hat weniger eine merkantile, als eine mi⸗
itarische Bedeutung, da sie die beiden Waffenpläze Metz und
Zaarlouis auf kürzestem Wege verbindet.

4 Ein für Rechnung eines Mainzer Kohlengeschäfts zu
damburg gebauter Schraubendampfer hat dieser Tage die Elbe-
nündung verlassen. Das Fahrzeug ist vorzugsweise dazu bestimmt,
hen Kohlentransport zwischen den Rheinhäfen Hochfeld. Duisburg
ind Ruhrort und den oberrheinischen Platzen Mainz, Mannheim,
dudwigshafen und weiter zu vermitteln. Dem Vernehmen nach
vird diesem Propellerschiff ein neuer eiserner Schleppkahn von
24,000 Cirn. Ladefahigleit zugesellt werden, so daß dieser Koloß
größer als alle bishetigen Rheinschlepper) im Stande ist, bei hin⸗
eigendem Wasser die ganze Tagesförderung einer der groößten
Zechen im Ruhrrevbier in einer Ladung aufzunebmen
        <pb n="230" />
        Im bahyerischen Gebirge hat es in vergangener Woche wie⸗
derholi stark geschneii. Sogar in geringen Höhen liegt der Schnee
halbfußtlief!

FAus Westfalen. Das Wucherthum, ein Krebsschaden
der allgemeinen Verhältnisse, steht auch im Westfalenland, wie in
dielen anderen Probinzen, leider in Blüthe. In der Hauptstadt
der Provinz, in Münster, leben gegen 20 Geschäftsleute ausschließ-
lich dadon, daß sie die Verlegenheilen ihrer Mitmenschen ausbeuten
und durch unerhörte Zinsen eine Familie nach der andern abschlachten.
Der „Land. Zig.“ werden einige durchaus beglaubigte Thatsachen
— —
stolonat nach dem andern an sich zu bringen, so daß die Besitzer
pon Haus und Hof ziehen müssen. Auch in den Städten blüht
der Wucher. Thatsache ist, daß in Münster zahlreiche kleine Fa—
milien nie zu Athem kommen können, weil sie Wechsel laufen haben,
die sie im besten Falle mit 20 bis 25, in den meisten Fällen mit
35 bis 40, in manchen mit 50 bis 90 pCt. verzinsen müssen.
Herade neuerdings wird dies Geschäft sehr arg betrieben; zahlreiche
Zwangsvollstreckungen und Arreste sind die Folge davon. Auf dem
Jande aber vollzieht sich der fast unglaubliche Vorgang, daß Be⸗

fitzer, die bedeutendes Vermögen haben, sich ausbeuten lassen von
Wucherern, die anfangs viel weniger besitzen, nachher aber jene
ruiniren.

fIn Petersburg wurde die schoͤne Frau eines Be—
diensteten des Domänenministers verhaftet, welche angeklagt ist, in
den letzten acht Jahren 14,000 falsche Pässe angefertigt und enge
Beziehungen zu den Nihilisten unterhalten zu haben. Es wurden

ꝛei ihr 92,000 Rubel gefunden; es geht das Gerücht, dies sei die
Haupikasse der Nihilisien.
Eisenbahn-Dienstesnachrichten.

In Folge des demnächst beginnenden Baues der Lauterthal⸗
bahn wurden versetzt? der Bezirksingenieur in Kirchheimbolanden
W. Opfermann zum stellvertretenden Oberingenieur für den
Bau der Lauterthalbahn mit dem Wohnsitz in Kaiserslautern, der
Sectionsingenieur W. Schleicher, zur Zeit in Ludwigshafen,
zum stellvertretenden Bezirksingenieur für den Bezirk Kirchheim—
holanden bezw. Winnweiler, und der Ingenieur bei'm Hochbau—
hureau in Ludwigshafen K. Jolas zum stellvertretenden Bezirks—
ugenieur für den Bezirk Ludwigshafen; ferner wurden versetzt der
Sectionsingenieur bei'm Bau der Bliesthalbahn Osw. Göhring
in Saargemünd in gleicher Eigenschaft für die Bausection Wolf—
tein und Ingenieur H. Levy, zur Zeit in Ludwigshafen, als
Sectionsingenieur für die Bausection Katzweiler, die Ingenieure
K. Alb. Grimmeisen, zur Zeit in Ludwigshafen, und Aug.
Flach in Wörth zur Section Wolfstein, sowie K. Mu nzinger
in Zweibrücken zur Section Katzweiler, ferner die Ingenieure Gg.
Kelein, zur Zeit in Goffontaine, zum Bureau des stellvertreten⸗
den Oberingenieurs Opfermann in Kaiserslautern und O. Sei tz
von St. Ingbert nach Homburg für den Bau des zweiten Geleises
Ingweiler-Homburg und Umbau des Bahnhofes Homburg.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
M. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 133.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 29. April
1880, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Ferdinand
berhauser, auf Betreiben von
dictor Graffion, Rentner da⸗
jelbst, Gläubiger, gegen die
Witiwe und Kinder des daselbst
derlebten Bergmanns Nicolaus
Dechs, als Anna Marie Horn⸗
berger, Jalob und Nicolaus
Ochs, Schuldne
wird durch den unterzeichneten
kgl. Notar Sauer in St. Ing⸗
hert, die nachstehend beschriebene
diegenschaft in der Steuerge⸗
neinde St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
steigerung öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert:
Pl. Rr. 454514, 12 2
0 qm Fläche, Wohnhaus,
Hof, Garten und Ackerland
n Gansflürchen an der
aiserstraße zu St. Inge
bert neben Johann Uhl
und Nikolaus Rohe.
St. Ingbert, 12. April 1880.
Sauer, k. Notar.

Ein braver Junge,
velcher im Rechnen, Lesen und
S„Schreiben sehr gewandt ist, sucht
ine Lehrstelle auf einem Bureau.
Näheres zu erfahren in der
kxped. ds. Bl.
Ein großer schwarzer Jagd⸗
hund, weiß gefleckt, besonders
nuf der Brust, männlichen Ge⸗
chlechts, ist mir am 30. März
zugelaufen. Derselbe kann von
dem Eigenthümer gegen Entricht⸗
ing des Futtergeldes und der
zInsertionsgebühren bei mir ab⸗
zeholt werden. IJ

Jacob Schmitt XVI.,

Bergmann, Elversberg.

Wissenichaftlich gebrüft p. bequtechtet, nGIGCG·IMM-
Aoppelkrüntermagenbitter,
mach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster stammenden Recept
zabrizirt und nur en gros ver⸗
fandt von
O. PIXGEL in Gottingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
etzt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
geworden. Ver Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

besiten, die zum Wiederaufbau
leines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind.
xx ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, eugen, Hautans⸗
chlägen (Flechteu), Athemnoth, Gicht, Nheumatismus,
Echwächezustäuden, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
r entjernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
jrisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
veben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Slasche ist mit dem Siegel ‚C. Pingel in Göttingen“
verschlojssen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 30 pf.
—M— —0— 66h 3 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 FI. gra⸗
ztis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
WVersandi durch die Fabrit. Attest:

Herr Simon Bachmaiser, Krämer in Indersburg b. Banm⸗
garten in Niederbayern berichtet: Bei mir und 2 Freunden wirkt Ihr
Benedictiner vortrefflich. Der eine Freund, welcher schon 8 Monate bett-
ägerig ist. weder gehen, noch sißen kann, keine Speise vertränt, an steter
Appetitlosigkeit, Schmerzen im Magen und der rechten Seite sowie an
schrecklicher Abmagerung leidt, hatte alle Arzneien vergebens gebraucht
und wurde doch, nur nach einer halben slasche Benedictiner, trotz seines
Alters von hoch in 60 Jahren, so weit hergestellt, daß er Speise vertra⸗
gen kann, Appelit erhält und die Schmerzen gelindert sind, auch haben
sich die Kräfte so gemehrt, daß er wieder fitzen ann. Senden Sie mir

— 2 aA kleine Fl. Benedictiner.
—W9 —7
RAFIard—

Restiutions⸗
Schwarze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
sächlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
eien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig—
eit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder anfzu⸗
ärben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 und 16 zu be⸗
siehen vom Fabrikanten O.
SautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.
sowie aus der Niederlage für:

St. Ingbert: Philipp
Nlinck. Blieskastel: Georg
Folliugg. Zweibrücken:
2W. Aua. Seel.

Pappelstammholz⸗
Versteigerung.
Samstag, den 24. April l.
Is., Rachmittags 1 Uhr, zu
Lauthkirchen werden 220,
an der Distriktsstraße von Lautz-
airchen nach St. Ingbert auf
Lautzkircher Gemarkung lagernde
Pappelstämme versteigert.
Blieskastel, 10. April 1880.
Das Bürgerieisteramt:
Maner.

agen bitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—
beschwerden. Verdauungsschwäche, Uebelkei
u. s. w.
Præeie àA FI. ea. I50 Gr. Inh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mt.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
—WI
hötlingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Fried rich.

Unterzeichneter ist
nächsten Donners⸗
ag den 15. ds. von Morgens
F ühr bis Nachmittags 5 ühr
m Psfaälzer Hof in Zwei—
—X
E. Brader,
prakt. Zahnarzt.

Zeine ausgezeichneten, überall ge—
rühmten
oxmn ⸗
—X

liefert frachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzahlung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
THh. Wesdenslaufer, Fabrit

Rorlin NW. F
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Druck und Verlog von F. FX. Demes in St. JInabert.
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322322 25 35 2 5525 23 232285 32 — 258 8

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——7 * *25 5328 1783 25353 33333 53358 55

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333 33 36 332 33835—8332*

33783537 2 5835522 —3883 2838335 3355555

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333 35333363533535325 — —

58 638835368335

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*— * 2 8 — 2 4, 22
282.2 2 2558—8 238 —3.8 5 2825
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5388 — 2 53582* r *6 3z2538
52 32 QDQ8 2 — 2 E—— * 282 85 57
333——23 5833 553 29 333
—6 — — —— 6 z35 53283*
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3— ——3—32 2— 588—355 —75 832*
2. 28 — — — 2 —2 28 —— * 222 2.
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25 —2.5 535 2 —2332322* 52 25 5—*5553 J 2 25.57
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5üñ52 —— 25228— 5 — 2682 * 55325
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3 5238383 393238 785
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555 —5 52 852323 525* —— —2 D8
2535 555237285727 33.55 —A— 3378338
3 73877
—2 —25725 ———— — 2 — * 872 2 * 24
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53825 53558 535 2 755 3 552 55 8 2 —252
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2 2*2 —A —2 28525
2 0 * D 3 22 ———————— 2 —* 2 —
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132——2— »»3BE 2. * 35* — 2
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233 53—— 32 * 7
252
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85835 22 52
2 2 — 13 33 133523*
3* 5 32357
—8 ———— 555 5525
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3853533 a 35583 * — —— 2
633 82 4534332 ——
2* 84 28 2 532 8
533 3 3 *23 38 35258 7285 *5? 3 3
23323 5 2 —— 22382 534 2* 528
338325 333 533232 7
F »235235 2* — 2 2* 3 8 —
3
521* 288 529 ——— ẽ 58 — 535
28523 X 238 22* 58 —— 3.2 5 833353553
—53555 333522 2E 3733 8 15255
3255 83375385 2 828— * — 8 * —A —
2225 —8* 25 8 8383 35 528527; 6 S — 255—*
63 252 ——— 2532536 2* 522 — —
—AA 33333235 33 523* —
* 2* — — VS 2 — * 53333, ——— —
737333 ——— a
5 3— ——— 3 —
X 2 2 8 5 * — 235 3*8* 8
728* — ——
—8 55 3 * 2 — — 83 3 522 5* 8 S
*5385 35 222 * —— 5 S5 58 2
2535 8 * 2 SD 3 55 2 J— S88 20
— —35 ———— 337 —5—5 *S 28 —13
3** ———— * 8 S* 2 * 2.2 ——— 238 28 — 58
⸗ * * * * 322 — ,
388 53545 — 3
— — 385 F *272 7 ——
*72 —— 535355255
22 — 2
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— —53 —
— 2335338— —⸗
333352
——
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        — 57327
2 535423 25333
2222 532285 5583328 23233283
283286335238355328 5 3 3333—38
23333——33 3633783 233 338385325228
* 555 — — — —222 353 *
723 255 222— 35835 * 5 32233 55533228 — « 8 3
53333573 2— 2*8* 22335. 23378 —557 3225553328*— 3272
32 — —8 — 22 2232 3 2 3 32337 383.33
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2 3 8 * —153 3 32* — — 38*3.. * — 2 — —— —
— 2* — —z 5 *—à —3 57— —38335
23 225338 5 322 3* 353 — 283— 363232. 32
xẽ 2 2 22. 522* 32232 55232822
558823533 32. 333— — 3333237 23 5 5353 3——382227
8 — 3: 2. 8 552 * ———— — — — 255335 533 2 «
2 3 333 3 7
B323 33— —3333 —3353 657
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——— — — 3 85323 »5 523323
825 —* —A ————— 358 25332. 273 3 2 *
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9 52223 253 5583553 —* 5, 63 —
35———832353 —5 52 682 25 38 — — — 32.
— 235 5832355* — 55224 35252 *5
A5 5237 22333 33 72* 533353. 37—28 64758
3 3 2* 3— * — 2
3 33833 3553 5 3352323355 233827
3333 *35383 2333383 —35 — — 68
353 27 207 2 *2 2 5*83 32.2 263 —F —— 228 5 3
* 5 Ex 3 3 — * —A 2:. . *5 23 — 2
E 523 38 · 515.25 53— —22333.533 338 38 53 23
* 73 2 3. 522 23 2538
33533 539885— 55 5 33 33 — 33353 23323235*
23 332253 X32 2.3 —3322

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— ———
53388588 23533 —
78 —— 32523 —— 35
25*5 A 375335 —
— * — 2853 8 8*
, 232438 2553
—— *5323 2523 3833
5852 25* 33533 23 23.*85 ——
58 33*3 255353 33. 23 33
*23 5323— 22353 2 2228
238 22 72.3 — ——
5 *5 5335
22 28 53527 —
535 * 328* 32 —⸗ 322 2
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— 278

—55 3 853* 55c5833

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233 —— 52

2 8*3 —— 3 2 2.52

225 2 333333 5

2835 —— A———

—253333 * 22332333 ẽ

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25333 35382 ——

—J 55s8353*
F ——
— 22 535* 23388 253
—— 2 * 558 2 2
J I577 5535 N533

A 8 528 2
537 * —

5 5 522 222233 33

3 338s3538

* * 22
7 73385 53537
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572527
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— 13933555337
—A — 2322323 2
23 —
4322 57
3 * 35 — 83 2* 2 23 2
382 —— — 3 3*5 5 —2 R25 222
— 5383335633 32 5s83353353
55353093 233333225 z383335s5333235
* 3 *2 3 — 2 22 533 — S
2332322 83 3 *2523333 553553 72
333323 68 3 35 3
z2 2 22 —A 7 ẽ
55333 55z3235 *23 3335 32557
333583 —38 37 3533538
2 2— 2 * 8 —— 2 5734
* E 28 3 5 32338
25338 323835535835 252333552 53337
ʒð 7 — — *
52385337 z 7
* — 373 — 38
8.83. *28 2337 53223 223
3— 238 18555335 25332323235
* 7 — — 8 2. 2572357 22.
* 236 2335235 — 2 2—23235
—— 2352333858 s3
35523* 32 523283527* 2252
20 2383 23 3 2 2685.233 532323
22562 5335333388 2335.33
J 83 38 8 238 5358
* —5—73 . 732. 8287 7 56 53255 33
M 3 3338355
* 33273 735353353535*
3232333

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372 2 23.3 32 3
223 5*5 238 *3z388
——— 838
* 3 8 53
225 —— 32 3253 222 .2 28 J
— ——— 53 8
*3 — 35 —— 28
* * er 23 2 *— 2275
377 * 122338 32226 253
— 4330 2 I75 5 5 28
— e 3233537 378
2 283 7 —— 53258
73 * 38 — 8 B
22 57 —2 6 A 8 S
8. ——— 223 ——— —
2* 3 * * —
23* 323257 228* 2 —
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——— 5328 ——— 35 5337
7* J — 328
535 i *33 535533 ——— 233 — — 2
———— 238 *338 ——— 2
7*83 — 522 * 8. * * 2 * 27 — ** 38 * 8
3838 325857 2*S3 32335 *37 E—
* S8S2. —— * ? 53.3 253 * 2.5 23 —
——— 58 558 86 * 2*
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252238
        <pb n="233" />
        Hl. Inaberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anuzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag⸗ Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementopreis beträgt vierieliährlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 —, einschließlich 40 — Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤriß
mit 13 — fur die viergejspaltene Zeile Blattichrioder deren Naum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 60. Donnerstag den 15. April

4sõ.

Deutsches Reich.

Das aus Berlin kommende Gerücht, daß der Admiral in
der englischen Marine, Fürst Ernst Emerich von Leiningen an
Slelle des Generals v. Stosch zum Chef der Admiralität des
Deutschen Reiches ausersehen sei, interessiri bei uns besonders auch
deshalb, weil der Fürst bayerischer Standesherr und als solcher
Miiglied unserer Kammer der Neichsräthe ist, an deren Sitzungen
er übrigens seit Jahren nur sehr selten Theil nahm; vielmehr wurde
r von der hohen Kammer wegen seiner Dienstleistung in der eng—
lischen Marine immer für längere Zeit beurlaubt. Furst Leiningen
ist 30 Jahre alt, ein Halbbruder der Königin Victoria.

In Berlin wurde am 12. April durch den österreichischen
Botschafter und durch einen Vertreter der deutschen Reichsregierung
ZRie Erktlärung unterzeichnet, wodurch das bezüglich der Zoll⸗
und Handelsverhältnisse bestehende Provisorium zwischen Deuisch⸗
and und Oesterreich⸗ Ungarn bis zum 80. Juni 1881 verlängert wird.

In einer der letzten Sitzungen des Bundesraths erklärte der
württembergische Bevollmächtigte, es sei nothwendig, derartige
Aenderungen in der Geschäftsordnung des Bundesrathes vorzu⸗
nehmen, daß Vorgänge, wie bei der Abstimmung am 3. April ver⸗
mieden werver. NVenderungen in der Reichsverfassung werden
sicherem Vernehmen nach von keiner Seite beabsichtigt. Die An⸗
iräge auf die erforderlichen Aenderungen der Geschäftsordnung
pürften Preußen überlassen bleiben. (Wenn die Motivirung
Wuürttembergs hier richtig angegeben ist und zu den Thatsachen
stimmt, so müßten in der Bundesrathssitzung vom 3. April ver⸗
schiedene durch Substitution abgegebene Stimmen nicht im Sinn
der Substituenten abgegeben worden sein. Davon aber hatte bis
jetzt wenigstens nichts mit Verlässigkeit verlautet, wenn auch eine
ʒerartige Andeutung in verschiedenen Zeitungen erschienen war.
An sich kann begreiflicherweise die Substitution in dem Resultat
der Abstimmungen gat nichts ändern. Möglicherweise hat der
württembergische Antrag auch nur die Bedeutung eines Pflästerchens
auf des Reichskanzlers Empfindlichkeit.)

Der Reichstag nahm ani 12. April mit 146 gegen 79
Stimmen den Antrag Windthorsts an, es möge der im vorigen
Jahr beschlossene Flachszoll, der erst mit kommendem Juli in Kraft
treten soll, wieder aufgehoben werden.

Die Gewerbeordnungs⸗Commission des Reichstags hat
mit 13 gegen 7 Stimmen den Antrag v. Soden's angenommen,
wonach Schauspiel⸗ Unternehmer zum Betrieb ihres Gewerbes der
Erlaubniß beduürfen, die Erlaubniß aber zu versagen ist, wenn die
Behörde auf Grund von Thatsachen die Ueberzeugung gewinnt,
daß den Nachsuchenden die zum Gewerbebetriebe erforderliche Zu⸗
verlässigkeit bejonders in sittlicher, artistischer und finanzieller Hin⸗
sicht abgeht.

Der Reichskanzler hat sich gegen Einführung eines Ausfuhr⸗
zolles auf Lumpen ausgesprochen.

Der Bundes raih hai am Montag auf Antrag Bahyerns
die Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Reichsstempelabgaben
wieder aufgenommen und denselben nach den Beschlüssen der ersten
Berathung angenommen mit der Maßgabe, daß auch Quittungen
uͤber Auszahlungen auf Postanweisungen stempelpflichtig sein sollen.
Der Schredschuß des Reichskanzlers mit der Einreichung seiner
Demission hat also seine Wirkung gethan.)

Ausland.

Die „Agence russe“ erklärt die Meldung verschiedener Blätter,
daß 20,000 bis 40,000 Chinesen die ruisische Grenze über⸗
schritten hätten für unrichtig.

Vermischtes.
⸗Si. Ingbert, 14. April. In heutiger Schöffen—
sitzung kam nur eine Sache zur Verhandlung und wurden 9
Burschen von hier wegen Veruͤbung groben Unfugs zu je 1 Tag
Haft verurtheilt, 6 dagegen als nicht überführt freigesprochen.

*St. Ingberi. Der praktische Arzt Ht. Dr. Schäffer
in Ensheim wurde von der Fayence⸗Fabrik der Hrn. Geiger und
Uzschneider in Saargemünd als Gewerkschaftsarzt angestellt. Der⸗
selbe wird schon in nächster Zeit von Ensheim nach Saargemünd
übersiedeln.

4Die an Stelle der vom Verwaltungsgerichtshofe für ungiltig
erklärten Gemeinderathswahl der Bürgermeisterei Niederau ve
bach angeordnete Reuwahl findet am Mittwoch den 5. Mai
nächfthin Statt. —

4In Trippstadt grassirt die Halsbräune stark; die Kai⸗
ersl Z.“ will wissen, es seien schon 40 (2) Menschen daran
gestorben.

p Louis Harth in Glanmünchweiler hat um ein Patent fur
reine Neuerung an Backöfen nachgesucht.

4 Auf der Geisenmühle bei Otterberg brach, wie die
„Pf. Pr.“ meldet, in der Nacht vom 10. auf 11. April ein Brand
jus, welcher das Wohnhaus, die Mahl- und Oelmühle einäscherte.
der Schaden wird auf 17,000 M. angeschlagen. Der Besitzer
st versichert.

— Prof. Dr. Wolpert in Kaiserslautern hat um ein Pa⸗
ent für Anwendung erwärmter Luft auf Boden-, Wand⸗, Lambris⸗
ind Luftofen⸗Heizung nachgesucht.

p In Neustadt ist ein Bote des dorligen Postamts gefaäng⸗
ich eingezogen worden, weil sich derselbe der Unterschlagung eines
postanweisungsbetrags von 800 Me. schuldig gemacht haben soll.

4 Die drdentliche Hauptversammlung des Pfalzischen Ver⸗
chönerungsvereins findet nach dem Beschlusse des Ausschusses
vom letzten Sonntag am 4. Juli, Nachmittags 3 Uhr, in Winn⸗
veiler siatt. Der Verein ist im Zunehmen; die Einnahme des
verflossenen Jahres mit über 3500 Mk. ist seit 1874, dem Jahre
»er Gründung, die stärkste.

pEdenkoben. In hiesiger Gemarkung ist schon eine
aamhafte Anzahl von Weinbergen ausgehauen worden. Es geschieht
ies namentlich in den Lagen, wo der Frostschaden jede Hoffnung
auf einen diesjährigen Herbstertrag vernichtet hat, und die sich ohne⸗
hin nicht gut zur Anlage von Weinbergen eignen. Diese Grund⸗
zücke werden in der Regel noch mit Kartoffeln bepflanzt und stellen
daher für dieses Jahr noch ein Ernteergebniß in Aussicht.

Auf den Gemarkungen von Frein sh e im und Wei⸗
jenheim a. S. stehen die Kirschbäume in voller Blüthe. Hat
uuch der strenge Winter manchen Schaden gethan, so sind der ge⸗
und gebliebenen Augen doch noch viele und kann daher eine reiche
tirschenernte erwartet werden.

FDurch den kgl. Regierungspraͤsidenten der Pfalz, Se. Erz.
Herrn Staatsrath von Braun, war auf Montag Vormittag im
Saal der kgl. Studienanstalt zu Spei er eine Versammlung zur
Besprechung über Mitwirkung bei der Jubi läumsfeier des Wittels⸗
ach'schen Fürstenhauses, der Organisation des Sammelwerkes für
ẽrrichiung einer Witielsbacher Landesstiftung („Jur Förderung des
»ayer. Handwerks in Stadt und Land“) und zur Vornahme der
Wahl cines Kreiskomite's ꝛc. anberaumt worden. Nachdem Se.
cxzellenz die Versammlung mit einer begeisterten Ansprache eroffnet
—

n Landau das Kreiskomite für die Pfalz aus den 42 zur Ver⸗
ammlung eingeladenen Herren, darunter die H.H. Bürgermeister
greith, Pirmasens, Dümmler, Homburg, Koch, Kusel, und Märcker,
Zweibrücken, Oberlandesgerichtspräsident v. Kieffer, Zweibrücken,
ind Hüttenwerksbesitzer Gustav Krämer, St. Ingbert. Das Komite
ibertrug die Vorstandtschaft des Kreiskomite's Hrn. v. Braun und
chritt behufs Organisation des Sammelwerkes zur Wahl eines ge⸗
chäftsführenden Ausschusses, bestehend aus den Herren: 1. v. Braun
als Vorstand; 2. Regierungsdirektor v. Lamotte; 3. Konsistorial⸗
Airektor Glaser; 4. Regierungsrath Frhr. v. Harold als Schrift⸗
ührer; 5. Kaufmann Rösinger als Kassier; 6. Rektor des Real⸗
yinnasiums Dr. Mohr und 7. Bürgermeister Haid, sämmtlich in
peier. Als Delegirie in das Landeskomite in München wurden
bestimmt: 1. v. Braun, 2. Dr. Armand Buhl in Deidesheim,
3. Hüttenwerksbesitzer Gustav Krämer in St. Ingbert. Das Kreis⸗
somile beantragte, behufs Organisation des Sammelwerkes einen
Aufruf an alle Bürgermeisterämter zur Bildung von Localkomite's
zu erlassen, welche mit Unterstützung der kgl. Bezirksämter die
Sammlungen vornehmen und die Sammel⸗Ergebnisse an die kgl.
—0— schließlich,
docbehaltlich der allerhöchften definitiven Anordnung über die Ver—
        <pb n="234" />
        wendung des Stiftungsvermögens, mit dem Sammel-Ergebnisse in
der Pfalz diesen Kreis zu berüchichtigen.

FDurch St. Johann⸗Saarbrücken paffirte vor einigen
Tagen eine Straßenlocomoive. Dieselbe kam von Saargemünd.
Die etwas schwerfällig gebaute Maschine fuhr mit der Schnellig⸗
keit einer Chaise, die noch auf das Doppelte gesteigert werden könnte
Es- ist zu wundern, mit welcher Genauigkeit der kolossale Wagen,
welcher einem kleinen Häuschen ziemlich ähnlich sah, scharf um die
Ecken bog und sich auf dem Platze drehte. Nach mehrstündigem
Aufenthalt fuhren die Herren wieder nach Saargemünd zurück.

FMannheim, 12. April. Ein Student aus Gießen
hat gestern mit i2 der besten hiesigen Schachfpieler gheichzettig
se eine Schachpartie begonnen und zwar ohne die Schachbretter
ju sehen. Heute wurde dieses Blindlings-Schachspiel beendet und
hat der junge Mann diese großartige Aufgabe in der Weise glück—
ͤch gelöst, daß er acht Partien gewann und 2 verlor; 2 weitere
Paruen wurden remis.

7 Hermestkeil (Rheinpreußen). Am 19. Januar 1871
wurde der Musketier Heinrich Schuh aus Gusenburg bei St.
Quentin durch eine französische Kugel in der linken Seite unter—
halbh der Rippen verwundet; trotz wiederholter Sondirungen ge⸗
iang es nicht, die Kugel aufzufinden. Die Wunde vernarbte,
Schuh wurde als Invalide entlassen und hatte in der Folge über
keinerlei Beschwerden an der Schußstelle zu klagen. Anfangs Fe—
bruar d. Is. machten sich ihm jedoch Schmerzen bei'm Gehen und
Sitzen in dem Oberschenkel des linken Beines fühlbar, und der
hn behandelnde Arzt kam auf die Vermuthung, daß dorthin die
irüher nicht aufgefundene Kugel sich gesenkt habe. Eine am 7.
März dieserhalb ausgeführte Operation ergab die Richtigkeit der
Annahme und brachte eine Mitrailleusenkugel zu Tage. Die
Wunde ist jetzt vollständig geheilt, Schuh kann, der kleinen blei—
ernen Last ledig, seinen Geschäften nachgehen; die Operation hat
eine üblen Folgen für ihn gehabt. (Ir. 3.)

Nach dem Vorgange Württembergs, das seine wasserarme
rauhe Alp“ durch großartige von Oberbaurath Dr. v. Ehmann
in Stuttgart errichtete Werke mit Wasser reichlich versah, wird
nun auch der wasserarme badische Heuberg (südwestlicher Ausläufer
der schwäb. Alp) mit Wasserwerken versehen werden, und zwar soll
Dies in Verbindung und gemeinsam mit benachbarten württem⸗—
bergischen Gemeinden geschehen. Badischerseits wird Ingenieur
Rupperger von Konstanz die Arbeiten leiten.

4ꝓEine Ulmer Näherin verschluckte vor etwa 3 Jahren eine
Nadel, die ihr wohl manche Sorge, aber gerade keine Beschwerden
machte. Vor einigen Tagen zeigte sich nun unten am rechten Fuße
eine Eiterung und der herbeigerufene Arzt konnte die Nadel, die
in dem oben erwähnten Zeitraum den Weg vom Mund bis zum
Fuße nahm, entfernen.

— Vor einigen Tagen traf in einem Berliner kleinen Gast—
hof ein schon ziemlich bejahrter Herr aus Stochholm ein, der nichts
mehr und nichts weniger im Sinn hat, als den sehenswerthesten
Theil Europas auf seinem eigenen Gefährt, von drei isländischen

Hunden gezogen, zu durchreisen. Die Reise von Stockholm über
Ein großer schwarzer Jagd⸗
hund/, weiß gefleckt, besonders
auf der Brust, männlichen Ge—
ichlechts, ist mir am 80. März
zugelaufen. Derselbe kann von
dem Eigenthümer gegen Entricht⸗
ung des Futtergeldes und der
Insertionsgebühren bei mir ab⸗
geholt werden.

Jacob Schmitt XVI.,
Bergmann, Elversberg.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und ülteste
AInnonten⸗-Exrprdilion
ranlkfurt a. in
Filialten in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart. Würzhurg, Ulm.
FPreiburg in Baden.
—18

das

Zesorgen z2u Originalpreisen
ohne alle Nebensosten.
—X Pachtaungon,
acanren⸗Angeb gubmisaionen,
Tauf-⸗A&amp; Verkanfs-Hoiraths-Offerten
Anxreigen. Discroto Anzeig
in alle Zeitungen der Welt

Loos.

itecrae
welungb ιlF. ISο
Gewinne.

. G000: 28. 1200: Imal V. Eαι
ete. im Gosammt?

220, 000 Unrk banr Geld.
Die Genoralagentur

A. &amp; B. Schuler 27αεαναO

Die Hauptblätter der
schweiz und Prankreich-—
zindd von uns gepachteteé
nebhbmen Ameigen mr

LXLLCC

damburg bis Berlin ist seiner Angabe nach glatt und ohne Zwi⸗
henfall von Statten gegangen; von hier begiebt sich der alte
herr über Breslau nach Wien, besucht dann Tyrol, die Schweiz,
ztalien, durchfährt Frankreich und kehrt schließlich durch England
rach seiner Heimath Schweden zurück; eine Zeitdauer von sechs
Monaten ist für das gesammte Reiseproject in Aussicht genommen.
der Wagen, ziemlich flach und nur für einen Passagier breit genug,
m Uehrigen aber so lang, daß für Gepäch c. hinreichender Raum
zorhanden ist, ist mit Hemmvorrichtung und Lederaufschlag zum
-„chutze gegen das Weiter versehen. Die Hunde — graues, strup⸗
»iges Haar, langbeinig wie Windhunde, dabei aber mit breiterer
Brust — sind von der ausdauernsten Race. Für den Fall, daß
iner der Hunde unterwegs fällt oder daß der Wagen zur Weiter⸗
tahrt unbrauchbar wird, sind in Hamburg ein Reservwagen und
noch drei Hunde derselben Race vorräthig. Im Gepäck des Alten
hefinden sich vorzügliche Schußwaffen zu etwa nothwendig werden⸗
der Vertheidigung, überdies bieten die krästigen Gebisse der drei
vohldressirten Hunde jede weitere Garantie. Der Reisende spricht
ertig deutsch, italienisch, französisch und englisch.

— Die Versicherung gegen Feuersgefahr der internationalen
Fischerei- Ausstellung, welche am 20. April ds. Is. in Berlin
zröffnet wird, ist der „Allgem. Versicherungs-Actien-Gesellschaft
Inion“ in Berlin übertragen worden. Einen Begriff von der
Froßartigkeit dieser Ausstellung giebt die ausgeworfene Versicher⸗
ingssumme von 3,000,000 Mt. allein für Perlen und Geschmeide.
die Gesammtversicherungssumme beträgt 4,500,000 Mt.

Das englische Uebungsschiff „Atlanta“, welches mit 300
ungen Seeleuten im vorigen October eine Usbungsfahrt nach West⸗
udien antrat, wird vermißt, seitdem es Bermuda (am 31. Januar)
zerlassen hat. Das Canalgeschwader ist abgegangen, um es auf⸗
usuchen.

4 Nach genauen Nachrichten beläuft sich die Menge der jehr⸗
ich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika herge—
tellten Papierkragen auf 150,000,000, wovon der sechste
Theil aus Springfield, Massachusets, kommt. Die Ray u. Taylor
Manufatturing Company daselbst ist im Stande, täglich 150,000
dragen herzustellen, während die Springfield Collar Company
eden Tag 75,000 Stück fertig stellt. Die letztgenannte Gesell⸗
chaft hat im vergangenen Jahre 13,000,000 Kragen fabrizirt.
Die Masse des in der Papierkragenfabrikation Amerika's verwand⸗
en Baumwollengewebes hat im verflossenen Jahre 8,000,000
Hards und das Gewicht der verarbeiteten Papiermasse 2000 Ton-
ien betragen. Durch den Ablauf der verschiedenen Patente ist
ie Fabrikation der Papierkragen frei geworden, nur bestehen noch
einzelne Patente auf die betreffenden Maschinen.

Dienstesnachrichten.

Der Bezirksarzt II. Klasse zu Reuhornbach Dr. Friedrich Löchner wurde
ruf Grund des 8 22 lit. D der IX. Verfassungsbeilage wegen nachgewiesener
lörperlicher Gebrechlichkeit seiner Bitte entsprechend in den dauernden Ruhe—
ftand verjetzt.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demetz.

4 Anf Grund der thatfächlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das dereits in
110. Aufl erschienene reiciunstrirte Vuch:
Ihr. eiryed Naturheilmethode““,
Preis1 Nart allen Kranken auft
Warusfte zur Anschaffuug, empfoblen
verren. In diesem 5244 Seiten starken
Werte siubet ein Jeder, gleichviel an
welcher kraukbeit leidend. sauseudfach
berwährte, leicht zu befolgende Rath⸗
Mlage, die, wie zaullose Dantkfchreiven

eweisen, oft felbst eete en⸗

noch Hilfe — Heilung brachten
icter a Veriags Anaili, Leip⸗
zig, sendet auf Wunsch
nen 106 Seit.stark.
uszug vorber

1671.
Noch
keine
—Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brust⸗
karamels und Kakao—
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut⸗
schen Reiche auch für Nicht-
Apotheker zum freien Ver⸗
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
RBeters.

Zu haben in allen Buchhandl.

Hanftouverts
mit Firmadruck von Mk. 4
an bis 7 Mk. per 1000 Stück.

Dienst-Couverts

mit Firma⸗Druck von Mk. 5,50
an bis Mk. 10, sind zu haben
in der Druckerei und lith. Anstalt
von *. Tx. Demetz.
Druck und Verlag von F. X. Demeßz in St. Ingbert
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        St. Ingberlker Anzeiger.
Ter St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis beträgt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 4, einschließlich 410 Z Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Außwaärits
mit 15 fur die viergeipaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Neclamen nmäi 30 ⸗voro Zeile berechnet.
AM GlI. Samstag den 17. Apriii 1880.

Deutsches Neich.

In der Augsburger „Allg. Zig.“ wird der anfängliche Jah⸗
resertrag der Reich sstempelsteuer (die übrigens noch der
Genehmigung seitens des Reichstags bedarf) auf 20 Mill. Mark
berechnet. Die bayer. Staatskasse würde durch eigenen Einnahme⸗
wegfall ca. 900,000 Mt. einbüßen, jedoch durch Mehrung der
Einnahmen des Reichs an Matrikularumlagen um etwa 2,350,000
Mark entlastet werden, also effektiv ca. 11)3 Mill. M. profitiren.

Berlin, 14. April. Der dem Entwurf des Gesetzes über
die Reichsstempelabgaben beigegebene Tarif bestimmt für inländische
wie ausländische Werthpapiere 5 M., Interimsscheine über die
Finzahlung vor dem J1. Juli 1880 ausgegebener ausländischer
Werthpapiere 293 M., Lombarddarlehen 20 Pf. — Alles vom
Tausend; Schlußnoten, Rechnungen über Wechsel, inländische Werthe,
Waaren 10—50 Pf., über ausländische Werthe 20-25 Pf.;
Quittungen, Cheques 10 Pf.; Lotterieloose allet Art 5 Prozeni
dom Nennwerth.

Aus Berlin meldet man der „Allg. Z.“: Wie verlautet,
jat Fürst Ernst von Leiningen, der zum Commandanten des eng⸗
ischen Canalgeschwaders designirt ist, die Uebernahme des Com—
mando's der deutschen Kriegsmarine abgelehnt.

Der Kaiser soll dem RKeichstags -Präfidenten Grafen Arnim
gegenüber seine besondere Befriedigung über die patriotische Halt⸗
ung des Reichstages bei der Berathung der Militärnodelle zu
erkennen gegeben haben.

Reichstagssitzung vom 14. April. Zu einer Petition

bon Gemeinden Rheinhesssens und der preußischen Rheinpro⸗
oinz, betr. das Verbot der Einfuhr von Reben und Rebtheilen
hehufs Abwehr der Einschleppung der Reblaus, beantragt die Pe⸗
titions-Commission, dieselbe dem Reichskanzler zu überweisen mit
dem Ersuchen, daß ähnliche Bestimmungen wie im preußischen Gesetz
vom 27. Februar 1878, für das ganze Reich erlassen werden
Abg. Schröder (Friedberg) beantragt, statt für das ganze Reich“
zu setzen,, in den einzelnen Bundesstaaten“ — An der Debalte
betheiligten sich Dr. Buhl, Ackermann, Schulze⸗Delitzsch, Thilenius
und v. Lerchenfeld. Die Commissions⸗ Anträge werden angenommen
nebst einem Amendement Schulze's, dahin gehend: „Im Wege der
Reichsgesetzgebung den Verkehr von Reben und Rebentheilen, aus⸗
schließlich der Trauben, in den Gegenden des deutschen Reiches,
wo Weinbau getrieben wird, zu verbieten und das Zuwiderhandeln
mit angemessener Geldstrafe zu belegen. Unter dem Weinbau wird
die Cultur von Reben behufs Weinbereitung verstanden. Die be⸗
irlsweise Abgrenzung der dem Verbote zu unterstellenden Weinbau⸗
districte wird durch die betreffenden Landesregierungen bestimmt.“

Die Wuchergesetze Commission des Reichstages nahm am
14. April die Wuchervorlage, wie sie vom Bundesrath gefaßt ist,
mit ganz unwesentlichen Modificationen an. Ein beantragter, auf
Beschränkung der allgemeinen Wechselfähigkeit abzielender Zusatz ·
Baragraph gelangt in der nächsten Sitzung zur Berathung.

Die Reichsregierung beabsichtigt eine Abänderung der Be—⸗
ttimmungen der Gewerbeordnung über die Einsehung der Fabrit.
nspektoren.

Donnerstag, 15. April, fand im Reichstage die dritte
Berathung der Militär⸗Novelle und darauf die zweite Be⸗
cathung des Sozialistengesetzes statt.

Der Bericht über die vorgeschlagene Abänderung des Soci⸗
alistengese zes vom 21. October 1878 ist jetzt dem Reichstag
jugegangen. Referent ist Abg. Marquardsen don Erlangen. Be⸗
tanntlich handelt es sich hier hauptsuchlich um eine Verlangerung
der Geltungsdauer des Socialistengesetzes und wird dessen Charat
rer als Ausnahmegesetz festgehalten.

Man sieht dem Schlusse dieser Reichstags-Session für den
J. oder 8. Mai entgegen und hofft, bis dahin alle dringlichen
Sachen abgewicdelt zu haben.

Die Zunahme der deutschen Auswanderung trotz der
Besserung des heimischen Geschäftes läßt sich nur daraus erllären,
daß sich jenseits des Ozeans die Verhältnisse des Arbeitsmarktes
noch günstiger gestaltet haben als bei uns, und Dies ist auch
nicht auffallend. wenn man bedenkt, ein wie piel größeres Felsd

für neue Unternehmungen die Vereiniglen Staaten bieten, wie das

alte Europa. Es ist daher wahrscheinlich, daß die Auswanderung

nn den nächsten Jahren noch mehr zunehmen wird; indessen warni
die „Deutsche Gesellschaft der Stadt New⸗York“ ausdruͤcklich und
wiederholt vor der Einwanderung nicht gelernter Arbeiter. Es
ann nicht oft genug betont werden, daß für Gelehrte, Schreiber,
Handlungsdiener, Siudenten und Offiziere auch in den nächsten
Jahren in Amerika keine Aussicht ist.

Ausland.

Paris. Der „Temps“ versichert, Ministerpräsident Frey⸗
inet habe bis jetzt keinen Protest des h. Stuhles gegen die März⸗
»ekrete erhalten. — Da die Streichung des Kultusbudgets in der
Deputirtenkammer beantragt war, so beschloß die Subkommission
ür Vorberathung des Budgets, die verlangten Kredite im Prinzipe
zu genehmigen, um den im Konkordate eingegangenen Verpflich⸗
tungen nachzukommen, daran aber die Bedingung zu knüpfen, daß
der Klerus keine Feindseligkeiten gegen die Staatseinrichtungen an
den Tag lege. Einige wenig erhebliche Kreditforderungen wurden
ndessen von der Subkommission abgelehnt.

„Standard“ und „Daily Telegraph“ erfahren, das jetzige
englische (conservative) Cabinet werde in Folge des Wahlsieges der
eiberalen bald nach der Rückkehr der Konigin aus Deutschland, die
zu Ende dieser Woche erwartet wird, seine Entlassung nehmen. —
Die „Times“ meldei aus Kabul: General Roberis? ertlaͤrte den
versammelten Afghanen-Häuptlingen, die britischen Truppen würden
urückgezogen, sobald die Häuptlunge über die Ernennung eines
olchen Emirs einig seien, dessen Regierung voraussichtlich von
Dauer und England freundlich gesinnt sei.

In Madrid wurde am 14. April, früh 9 Uhr, der Atten⸗
arn Otero hingerichtet, ohne zubor ein Gestaͤndniß gemacht
zu haben.

Das türkisch montenegrinische Uebereinkommen be—
timmt eine zehntägige Frist für die Raäumung der an Montenegro
abzutretenden Gebietstheile Seitens der türlischen Truppen. die
nontenegrinischen Kommandanten sind von türkischer Seite 24
Stunden vorher von der Räumung eines jeden Punktes zu ver⸗
tändigen. Die türkischen Behörden stehen für die Ordnung in
den zu räumenden Oertlichkeiten nur bis zum Augenblick der
Räumung ein.

Die Reformen des russischen Diktators Grafen Loris⸗Meli⸗
low erstrecken sich nach Revision der Gefängnißzustände namentlich
auf die Hebung der Zivilverwaltung. Die Zivilgouverneure sollen
in Zukunft direkt mit den Ministern verkehten dürfen und nicht
nehr an die Militärgouverneure gewiesen sein. Gleichzeitig ist den
etzteren das Recht diskretionärer Ausweisung aus ihten Distrikten
entzogen worden. Man war dabei bisher in der Weise vorgegangen,
daß seit Dezennien mit der Motivirung durch administratide Er—
vägungen die irgendwie Mißliebigen einfach bei Nacht und Nebel
nifgehoben und nach Sibirien gefuüͤhrt wurden, wo ihnen der Staat

als Unterhaltsbeitrag monatlich sieben Rubel gewährte und sich
onst nichts um sie kümmerte. Allein aus Odessa waren in den
etzten Zeiten hunderte von Bürgern, Beamten und Lehrern auf
diese Weise entfernt worden. Daneben ist die Verfügung zu ver⸗
zeichnen, daß binnen 24 Stunden jeder Verhaftete verhört werden
nuß; außerdem hat General Loris die thörichten und sozial⸗nihilistisch
jefahrlichen Studentenheirathen verboten. Der Diktalor scheint der
Ubgrabung der nihilistischen Feuersbrunst wirklich auf der Spur
zu sein. Ob das Feuer nicht schon zu weit um sich gegriffen hat.
st eine andere Frage.

Laut Informationen des „Petersburger Herold' würde in
Turkestan, an der chinesischen Grenze ein russisches Obser⸗
ationskorps aufgestellt. Nach den chinesischen Gewässern sollen
mstatt fünf, zehn bis fünfzehn Kriegsschiffe abgehen.

Der Ausschuß des nordamerikanischen Repräsentanten⸗
auses für auswärtige Angelegenheiten nahm eine Resolution an,
vonach Präsident Hayes ermächtigt wird, Verhandlungen mit
Frankreich, Spanien, Oesterreich und Italien anzuknüpfen behufs
Jufhebuna da Beschränkungen für die Einfubt meilit
        <pb n="238" />
        baks. — Für amerikanische Kriegsschiffe werden Kohlenstationen

auf beiden Seiten der Landenge von Panama errichtet. —*
ABermisces.

*Sit. In gbert, 16. April. Wie uns von competenter
Seite mitgetheilt wurde, ist die an dieser Stelle in dem gestrigen
Zlatle gebrachte Notiz, daß Herr Dr. Schaf fert in Ensheim
sen den' Herren Geiger und Utzschneider als Fabrikarzt angestellt
worden sei gänzlich unrichtig, auf Wahrheit beruht nur der Weg⸗
zug des genannten Herrn nach Saargemünd.

FPaus dem Westrich wird der „Pf. Pr.“ geschrieben:
Da bei den dermalen herrschenden schlechten Zeitverhältnissen gewiß
Viele in die Lage versetzt werden, Geld leihen zu müssen, so glau—
hen wir dem Jnteresse unserer Leser zu dienen, wenn wir sie auf
Nachstehendes aufmerksam machen. Die Kreishilfscasse der Pfalz
u Speier gewährt Geldbedürftigen unter nacherwähnten Voraus—
egen Daͤrlehen gegen einen mäßigen Zinsfuß, in der Regel
1'pPCi. Diese Darlehen sind in bestimmten Terminen und zwar
int Quartalsraten abzutragen. Die Wahl der Termine steht dem
Schuldner zu; dieselben sollen jedoch keinen längeren Zeitraum
As I5 Jahre umfassen. Die Zinsen des Darlehencapitals werden
gleich zu letzterem geschlagen und hienach die Terminenbeträge be—
chnet, so daß letziere ganz gleich sind, d. h der im ersten Ter⸗
mine fällige Betrag nicht größer ist, als der im letzten Termine
fällige. Wenn jemand 809 M. bei gesagter Casse leiht und als
Abtragungsfrist 10 Jahre bedungen werden, so hat derselbe, um
diese Schuld nebst Zinsen vollstündig zu decken, während dieser
Zeit allbierteljährich blos 9 M. 4 pf. zu zahlen, welche abzu—
Fagen ihm gewiß nicht schwer halten wird. — Für Beträge bis
zu I80 M. genügen einfache Schuldscheine unter Privatunterschrift;
für großere Beträge müssen notarielle Schuldurkunden ausgestellt
verden. Der Schuldner muß einen Bürgen stellen oder aber hypo⸗
thekarisches Unterpfand bewilligen. Darlehen werden von besagter
Fasse nicht gewährt: 1) Solchen, welche nicht zur Erhaltung ihres
Vermogens, sondern behufs Erweiterung desselben um das Dar⸗
lehen desselben nachsuchen; 2) Solchen, welche nicht durch einen
Unglücksfall, sondern durch unkluge Wirthschaft, Speculation ꝛc. in
bie Lage versetzt wurden Geld leihen zu müssen. Der Schuldner
nd dessen etwaiger Bilrge müssen einen guten Ruf besitzen und
dürfen nicht an Excessen und gesetzwidrigen Umtrieben Theil ge⸗
sonmmen haben. Gesuche um Darlehen sind beim Bürgermeister⸗
amte anzubringen. Der Armenpflegschaftsrath stellt ein Gutachten
aus, an das sich das Seitens des Einnehmers reiht. Das Dar—⸗
lehen kann auch schon vor Ablauf der festgesetzten Frist bezahl⸗
werden. Die Zahlungen haben stets an den Steuereinnehmer zu
erfolgen:

Aus Homburg berichtet die „Pf. Ztg.“ folgende Episode
aus den Kriegsjahren 187071. Die Schlachten von Wörth und
Epichern waren geschlagen, Frankreichs Heere auf der ganzen vor⸗
deren Linie zurüägeworfen und unaufhörlich rückten Deutschlands
berbündete Krieger hinein ins feindliche Land. Der Oberfeldherr
der Deutschen, Konig Wilhelm von Preußen, hatte sein Hauptquar⸗
sier in Hoiburg in der bayer. Pfalz aufgeschlagen und in seiner
Begleitung befand sich außer vielen hohen und höchsten Würdenträ⸗
gern, auch der zukünftige Kanzler des neuen deutschen Reiches,
Wraf Otto von Bismarck⸗Schönhausen. In Folge der enormen
Truppenanhäufung in und um Homburg waren die Brod⸗, Fleisch
und sonstigen Victualienvorräthe in dem kleinen Städtchen bald
aufgezehrt und mit Mühe gelang es mitunter selbst ansässigen Bür⸗
gern, sich das nöthige Brod zu verschaffen. Um deshalb nicht
— sein, nahmen verschiedene
Hausfrauen ihre Zuflucht zu den Mehlvorräthen der Speisekam⸗
Fer und bereitelen sich aus solchen selbst das nöthige Brod. Eine
wackere Hausfrau des Städtchens, die gleichfalls zu diesem Mittel
ihre Zufiucht genommen hatte, begegnete nun auf dem Heimwege
vom VBader bei dem sie das Brod hatte backen lassen, dem ihr
unbekannten, mächtigen Minister, der in gewöhnlicher Cürassiruni⸗
form über den Marktplatz einherkam. Mochte nun der Anblick
des frischgebackenen Weißbrodes in Graf Bismarcdk das Verlangen
—V hierzu bestimmen, kurz er frug
freundllich die Frau, ob sie ihm nicht das schöne Brod ablassen
wolle. Auf die Bemerkung der Frau, daß sie des Brodes selbst sehr
benöthigt sei und deshalb dasselbe nicht hergeben könne, frug det
Graf, nach nochmaligem vergeblichem Versuche, das Brod zu erlan⸗
gen: Nun würden sie auch dem Grafen Bismarck das Brod nicht
uͤberlassen?“ Rasch entschlossen erwiderte die resolute Frau, keinet⸗
wegs durch die Nennung des bekannten Namens überrascht: „Heute
sollen Sie das Brod haben, würden Sie es jedoch im Jahre 1826
derlangt haben, hätten Sie es nicht bekommen.“

. Rachdem die Distrikte Homburg und Waldmohr
ihren im Jahre 1870 gefaßten Beschlüssen gemäß, zur Aneiferung
der einzelnen Gemeinden zur Errichtung von Fortbildunge⸗
schuhen jährlich 400 und bezw. 500 Mk. aus Distriktsmitteln
zu gewähten, seither diese Unterstützungssummen sin ihre Budgets
Ipfellten und an die Gemeinden verousngohten. unterlieken die—

elben bei der Aufstellung der Distriktsvoranschläge pro 1880 die
raglichen Kreditirungen. Auf Antrag des k. Bezirksamtes hat
un die k. Regierung die von den Distriktsräthen abgesetzten Posten
mit dem Bescheide wieder eingestellt, daß es diesen nicht zustehe,
hre ursprünglichen Beschlüsse aufzuheben, weil sie durch dieselben
In in den Gemeinden zur Einführung gekommenen und noch
ommenden Fortbildungsschulen gegenüber Verpflichtungen einge⸗
jangen seien, von denen sie nicht entbunden werden könnten. Die
rntscheidung fußt im Besondern auf Artikel 272 des Distriktsraths⸗
hesetzes vom 28. Mai 1852, welcher unter Anderm besagt, daß
ede Distriktsgemeinde verbunden ist, alle jene Leistungen zu be⸗
treiten, welche ihr in Folge der Beschlüsse des Distriktsrathes ob⸗
liegen. Den von dem Distrikte Waldmohr abgestrichenen Beitrag
zur Lateinschule Homburg hat die k. Regierung im Hinblick auf
Zen zitirten Gesetzesartikel ebenfalls wieder eingestellt, weil der Di—
triktsrath diesen Beitrag in seinem seinerzeitigen Beschlusse als
tandigen Dotationsbeitrag bestimmt habe. (Pf. Pr.)

p In Kaiserslautern soll eine in ungünstigen Lebensver⸗
Jältnissen lebende Wittwe von ihrer in Amerita jüngst verstorbenen
Zchwester 72,000 Mi. geerbt haben.

P Die diesjährige Hauptverfammlung des pfälzischen Zweig⸗
vereins deutscher Varbiere wurde am 12. ds. in Grünstadt
ibgehalten. Besucht war dieselbe von etwa 20 Mitgliedern. Als
delegirter zum Bader⸗Kongreß in Stuttgart am 24. Mai wurde
derr Wickel⸗Frankenthal gewählt. Die nächste Versammlung soll
n September in Kaiserslautern stattfinden.

FDie auf Anregung des Hertn kgl. Bezirksamtmanns v.
Moerg in allen Gemeinden des Amtsbezirkes Germersheim
vorgenommenen Geldsammlungen für die Brandbeschädigten in Do—
naustauf haben 1538 Mk. 23 Pf. ergeben.

pIn Ludwigshafen brach in der Nacht vom 13. April
in der Leimfabrik auf dem Hemshofe ein Brand aus, der einen
Theil der Fabritgebäude einäscherte.

Nach einer Notiz der St. Joh. Ztg. werden die Hüttenwerks⸗
zesitzer Gebr. Stumm in Neunkirchen ihr Eisenwerk ver—⸗
größern und eine neue Bessemer⸗-Anlage behufs Herftellung von
—

p Bei dem 9. Infanterie-Regiment in Würzb urg sind
am 1. da. 44 Einjährig⸗Freiwillige eingetreten.

Dem Landrath der Oberp falz, welcher die Aufbesser⸗
ing der Lehrergehalte aus Kreismitteln abgelehnt hat, wird
zurch den soeben erschienenen Abschied Folgendes vorgehalten:
„Wir unterschätzen nicht die zunächst aus der allgemeinen wirth⸗
chaftlichen Lage abgeleiteten Gründe der Ablehnung, vermögen sie
wber nicht ausreichend zu erachten, um eine Maßregel abzuweisen,
welche thunlichste Gleichstellung der oberpfälzischen Lehrer bezüglich
hrer Gehaltsverhältnisse mit den Lehrern anderer Regierungsbe⸗
irke herbeiführen sollte. Wir geben Uns daher der Erwägung
hin, daß der Landrath bei seinem nächsten Zusammentritt die hier⸗
ür erforderlichen Mittel bewilligen werde, und beauftragten Un⸗
ere Kreisregierung, das betreffende Postulat in die Propositionen
zum Kreisbudget für 1881 wiederholt einzustellen.

p Eine schöne Sitte ist in dem kleinen Städtchen Hohen⸗
herg in Oberfranken eingeführt. Es besteht dort nämlich die
Zitie, daß jedes Kind bei seiner Konfirmation und dem Abgange
us der Schule auf sonst wenig benutztem Gemeindegrund einen
Obstbaum pflanzt, welcher während seiner ganzen Lebensdauer sein
rigenthum bleibt. Wer Gelegenheit hatte zu beobachten, wie sorg⸗
altig die jungen Leute ihre ihnen lieb gewordenen Bäumchen
aflegen, der wird zu der Ueberzeugung gelangen, daß hierdurch
ucht nur bei der Jugend die Liebe zur Obstbaumzucht gewedt.
ondern anch dem muthwilligen Beischädigen der Bäume vorgebeugt
vird.

Vor einigen Tagen wurde von dem Schwurgericht der Pro⸗
hinz Starkenburg (Hessen) der Müller Pfaff, gebürtig von Nie⸗
er⸗Ramstadt, zuletzt in Bechtolsheim wohnhaft, wegen Mordes

einer Mutter zum Tode verurtheilt. Er ist überführt, die
etztere zu Nieder-Ramstadt in der Nacht vom 2. auf den 3. März
m ihrer Schlafkammer erwürgt und alsdann an einem Strid
nufgehängt zu haben, um den Tod als durch Selbstmord erfolgt
erscheinen zu lassen. Der Angeklagte der nach Bechtolsheim gehei⸗
cathet hatie und damals in der Hoffnung lebte, die Mühle seines
zchwiegervaters übernehmen zu koönnen, sah sich nachmals hierin
jetäuscht, was zunächst fortwährende Geldforderungen an seine Mutter
ur Folge hatte, obgleich ihm sein Verwögenstheil bereits ausge⸗
sändigt war. Am 1. März kam er wiederholt zu seiner Mutter.
zerblieb daselbst ohne rechten Zwedh, kaufte andern Tags einen
Strick in Darmstadt und kehrte Abends ins mütterliche Haus zu⸗
rück, wo er die unnatürliche That vollbrachte.

4 Einem Ehepaare in Ochtrup (Westfalen) wurden in der
Nacht zum 12. d. vier Kinder geboren, zwei Knaben und zwei
Maädchen. Mutter und Kinder befinden sich wohl.

F Die preußische Regierungsbehörde zu Arnsberg hat einem
Fonditor zu Soeit die Erlaubniß zur Schenkwirthschaft entzogen,
        <pb n="239" />
        weil er Schülern des Gymnasiums und der Rectoratschule Gele—
jenheit zum Genusse geistiger Getränke gewährt hat. Auf einge—
r Recurs hat der Minister des Innern diese Entziehung be—⸗

Von der Strafkammer des Landgerichts Kempten wur⸗
den 4 Dorfwirthe wegen Gebrauchs ungestempelter Spiellarten zu
einer Geldsttafe von je 500 Mk. verurtheilt.

Bremen. Die Wiedereröffnung der Schifffahrt hat uns
eine so beispiellose Auswanderung zugeführt, wie wir sie seit vielen
Jahren nicht mehr gekannt haben. In einigen Gegenden O st⸗
und Westpreußens bleiben nur wenige Personen in dem
)eimathlichen Dorfe zurück. Seit einigen Jahren hat der Nord⸗
deutsche Llohyd die Auswanderer aus Schweden, welche früher
fast ausschließlich über Liverpool reisten, für den Weg über Bremen
zewonnen. Mehr als 2000 Schweden haben sich bereits in diesem
Jahr über Bremen nach Amerika eingeschifft, Auch in Norwegen
hat er Verbindungen angeknüpft; der Lloyddampfer Hohenstaufen“
ist am 4. April nach Christiania abgegangen, wo er etwa 1000
Auswanderer an Bord nehmen und unmittelbar nach New⸗York
oringen wird. Bis zum 11. April sind ungefähr 14,.000 Men⸗
chen über hier nach Amerika gereist, ungefähr die Hälfte der Zahl
welche im ganzen vorigen Jahr über hier sich einschiffte. Mit der
tarken Auswanderung geht die Verschiffung deutscher
Nanufakturwaaren nach Amerika Hand in Hand;
rnie war dieselbe massenhafter als gegenwär—
nig; die Dampfer können die sich darbietenden Güler kaum beför—
dern. Wir kennen mehrere Fabrikanten von Vaumwollgeweben in
Sachsen und Fabrikanten sogen. niederländischer Tuche in der
Rtheinprovinz, welche mit Lieferungsverträgen für Amerika bis zum
ẽInde des Jahres beschäftigt sind. Hamburg, welches vor einigen
Fahten eine größere Anzahl Auswanderer als Bremen beförderte,
st jetzt von letzterem Platze völlig überflügelt. Bremen hatin
diesem Jahr bereits mehr als die doppelte Anzahl Auswanderer
die Hamburg befoͤrdert.

FGon Preußens erstem Gentleman.) Schon zu wie—
»erholten Malen sind Nachrichten darüber in die Oeffentlichtkeit
zjeiungt, in welch' erstaunlichem Grade unser Kaiser auf die zu
einem Dienste befohlenen, bezw. in seinem persönlichen Dienste stehen⸗
»en Persönlichkeiten und deren Zeit Rücksicht nimmt. Bekanntlich war
er Kaiser einige Tage durch eine Heiserkeit unpäßlich und ans
Zimmer gefesselt. Am ersten Abend nun, als der Leibarzt Dr v.
dauer in Folge der Erkältung den hohen Patienten ersuchen mußte,
ich für die nächsten Tage seinen Anordnungen gemäß zu verhalten
und demgemäß auch am nächsten Morgen nicht so zeitig, wie ge—
oöhnlich, sondern erst um 9 Uhr aufstehen zu wollen, war der
in jedem Morgen zur Dienstleistung kommandirte Assistenzarzt Dr.
Tiemann nicht zugegen, wäre also seiner sonstigen Gewohnheit ge⸗
näß am frühen Morgen erschienen, um die nöthigen Hilfeleistungen
zu thun. Diese Möglichkeit veranlaßte jedoch den Kaiser sofort zu
einer besonderen Benachrichtigung des im medizinischen Friedrichs⸗
Wilhelms⸗-Institute zur Dienstleistung als Stabsarzt kommandirten
Assistenzarztes Dr. T., daß ihm Dr. v. Lauer verordnet habe, ersi
im 9 Uhr aufzustehen, und er deßhalb den Herrn Dr. T. ersuche,
exft um diese Stunde im Palais zu erscheinen, damit er seine
Zeit nicht durch unnöthiges Warten verliere. Wie viele
zdürften sich diese hohe Rücksichtnaähme auf Andere zum Beispiel
lehmen.

f Im Gotthardtunnel kamen Gewässer zum Vorschein,
velche eine Wärme von 30 Grad haben und so reich an alkalischen
Sulphaten sind, daß die auf Steine und Röhren fallenden Tropfen
trusten von Schwefel absetzen. Da hier zweifelsohne eine Mine⸗
calwasser von vorzüglicher Heilkraft vorliegt, wird der schweizerische
Zund eine Untersuchung der Quellenverhältnisse in Bezug auf die
Rentabilitat ihrer Ausbeutung veranlassen.

Wien, 6. April. Im Bankhause S. M. v. Rothschild
ahier ist eine riesige Defraudation verübt worden. Der seit einer
steihe von Jahren in dem Bankhause in Diensten stehende Beamte
zulius Straßer, 37 Jahre alt, verheirathet, welcher einen Ver⸗
rauensposten in der Effecten⸗Abtheilung inne hatte, hat sich eines
zroben Mißbrauches schuldig gemacht, indem er seit langer Zeit in
ortgesetzten Angriffen Werth⸗Effekten im Gesammt⸗Coursbetrag von
300.,000 bis 550,000 fl. veruntreute. Die Sucht, reich zu werden,
ührte Straßer auf abschüssige Bahnen. Er verwendete den Erlös
er Effecten zu Operationen an der Bötse. Alle seine Speculationen
nißglückten aber, trotzdem er sozusagen an der Quelle saß und die
»en Geldmarkt berührenden Nachrichten aus erster und bester Hand
erfuhr. Die Angriffe, welche er auf die ihm anvertrauten Werth⸗
apiere machte, wurden immer kühner, immer häufiger, und je
vöhere Summen er defraudirte, in desto gewagtere Speculationen
—
ein werde und dann wollte er den Schaden, welchen er dem
nankhause Rothschild zugefügt, gut machen. Das Mißgeschick ver⸗
ate ihn aber unablässig und don Monat zu Monat opferte ex

zrößere Summen dem Vörsenspiele. Straßer lebie höchst einfach
ind erregte in Folge dessen keinerlei Verdacht; trotzdem bleibt es
anbegreiflich, wie die Unterschlagungen seit dem ge 1873 fort⸗
Jesetzt werden konnten, ohne entdeckt zu werden. Als Straßet
nerkte, daß die Sache nicht weiter verdedt werden konnte, legte
er ein umfassendes Geständniß ab, in Folge dessen er ver⸗
jaftet wurde. Zugleich mit Strasser wurden auch die Börsencomp⸗
oir⸗Inhaber M. Kanitz und H. Bergmann verhaftet, welche vor⸗
zugsweise seine Geschäfte an der Börse ausführten und von welchen
man annimmt, daß sie recht gut wußten, woher Strasser das Geld
zu seinen Börsengeschäften nahm.

F.Ein „unparteiischer“ Berichterstatter. Der Pariser
„Gaulois“ läßt sich von Berlin über die Militärdebatte im Reichs-
age folgendes Telegramm schicken: „Im Reichstage zweite Lesung
der Militärvorlage. Tribünen überfüllt. Monsieur Rickert, liberal,
hält eine kriegerische Rede, welche nicht verfehlen wird, in Europa
ine tiefe Erregung hervorzurufen. Der Redner entfesselt den
Enthusiasmus, als er davon spricht, daß Frankreich zur Revanche
rüstet. Am Fuße der Rednertribüne stehend, gibt Graf Moltke
ahlreiche Zeichen der Zustimmung. Eine lange Salve von Bravos
ibertönt die letzten Worte des Redners. Die Abgeordneten setzen
iber ihre Bänke weg; sie umringen Herrn Rickert, sie beglückwünschen
hn und drücken ihm die Hand. Die Damen in den Logen weinen.
Der Enthusiasmus ist unbeschreiblich.“ ...

Gemeinnütziges. —
Wie lange erhalten sich die Hühnereier frisch und gut zum
Herbrauch, wenn sie richtig aufbewahrt werden ) Es ist gewiß vom
zrößten Vortheil für eine sparsame Hausfrau, wenn sie zur Zeit,
vo die Eier am Billigsten sind, den ganzen Vorrath für den Winier
inkaufen kann und dieselben so zu verwahren weiß, daß sie sowohl
in ihrem Geschmade, als an ihrer Verwendbarkeit zu den ver—
chiedensten Gerichten nichts verlieren. Ebenso angenehm ist es aber
auch für den Hühnerzüchter selbst, zur Zeit des Ueberflusses etwas
ür magere Legezeit — den Winter — zurücklegen zu können.
Die verschiedensten Methoden werden da angewendet und alle disher
ekannten haben doch nicht vollständig ihrem Zwecke entsptochen
ind sind auch nicht in jedem kleinen Haushalte ausführbar. Nicht
iberall ist ein guter Keller vorhanden, uin die noöthigen Gefaäße
um Einkalken der Eier aufzustelsen, dann weiß ja auch jede Haus—
rau, daß diese Eier nicht allgemeine Verwendung finden konnen.
Das Einlegen in Salz und Äsche ⁊c. ⁊c, das Bestreichen mit der⸗
hiedenen Fettstoffen, um angeblich das Zudringen der äußeren
zuft abzuhalten und so die Eier vor dem schnellen Verderben zu
hützen, kurz alle bis jetzt bekannten Präservativpmittel sind mehr
der minder umständlich und erfüllen doch nicht genügend ihren
Zweck. Einsender Dieses hat nun seit Jahren schon folgendes
Lerfahren bei der Aufbewahrung der Eier als das Einfachste und
J wecentsprechendste gefunden. Wie es schon während der Haupte
egezeit der Hühner, März — Mai, vortheilhaft ist, die Eier täglich
venigstens zweimal von den Legenestern zu nehmen, so ist es aber
inbedingt Erforderniß, Dieß mit denen zu thun, die fuͤr längere
Zeit aufbewahrt werden sollen. Ende Juli wird angefangen für
)en Winter zu sammeln und die Eier an einem leicht zu lüftenden,
rostfreiem Orte auf einer Stellage, Eierstaäͤnder etc. der Reihe nach
o aufgelegt, daß Eines das Andere in keiner Weise berührt. Am
Bortheilhaftesten ist es freilich, wenn der ganze Raum, wo die
Fier aufbewahrt werden, beständig eine ziemlich gleichmäßige Tem⸗
eratur hat, doch ist Dieß nicht unbedingt nothwendig; es ist ge⸗
nügend, wenn der betreffende Raum nicht geheizt wird und wenn
es nicht in ihm gefriert. Die auf diese Weise aufbewahrten Eier
erhalten sich vollständig zu jedem Gebrauche verwendbar volle 6—27
Monaie, wenn sie unberühri bis zu ihrer Verwendung an Ort und
Stelle liegen bleiben. Schreiber Dieses hat dies Verfahren seit
nehreren Jahren eingehalten und stets mit gleichem Erfolg bewährt
jefunden. Auf Anrathen und gelieferte Veweise mit den betref⸗
enden Eiern, haben schon verschiedene andere Hühnerzüchter den
jleichen Versuch gemacht und die gleich guten Rejultaͤte erzielt,
vas mich ermuthigt, das ganze Verfahren zum Nutzen sämmtlicher
dühnerzüchter hiemit bekannt zu geben. Ein Mitglied des ornitho⸗
ogischen Vereins in Nürnberg, der Drahtwaarenfabrikant F. A.
Morill, welcher vom 2. August 1879 bis zum 28 Februar 1880
nehrere Hundert Stück Eier auf die angegebene Weise aufbewahrte
ind sich davon überzeugte, daß das oben Gesagte vollständig auf
Wahrheit beruht, hat nun einen sehr praktischen, transporiablen
herschließbaren Kasten konstruirt, der leicht in irgend einer Ecke auf⸗
jehängt und gegen etwaigen Frost durch Verhangen mit Stroh⸗
»ecken ꝛc. geschützt werden kann. Von diesem Kasten kamen
fFxemplare in verschiedenen Größen von 1001000 Stuck Eier
Hei der Ausstellung des ornithologischen Vereins Nurnberg während
der diesjährigen Osterfeiertage im Industrie⸗ und Kulturberein zur
Ausstellung und fanden auch bei der stattfindenden Verloosung mit
zerwendung.
        <pb n="240" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 15. Ayril (Fruchtmiitelpreis und Viciualienmarkt.
Weizen 12 M. 14 Pf., Korn 10 M. 180 pf., Gerfie zweireihige — M. — Pf.
erreihige —¶ M. — Pf. Spelz 0o7 M.40 pf. Spelzltern — M. — Vf.,
Dintel M. — pf. Mischfrucht — M. —. Pf. Hafer 7 M. 48 Ps.,
xcrbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf. Karioffeln 2 M. 80 Pj.
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod i /3 Kilogr. 58 Pf.
dornbrode8 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrode8 Kilogr. 86 Pf., paar Weck 100
hr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 p̃f, Butter /3 Kilogr. 1M., 15 Pf.,
Wein 1vLiter 80 Pf. Vier 1Liter 24 Pf. 8..
Homburg, 14. April. (Fruchtmittelpreis und Victualien narkt.) Weizen
12 M. 40 Pf. Korn — M.— pf. Spelzkern - M. — Pf., Spelz M
Dpf, Gerste Zreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
M. 81 Pf, Mischfrucht 10 M. 97 Pf. Erbsen — M. — Pf., Widen
) M. — pf., Bohnen 0 M. — Pf.Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗

orod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
isede gi, Zalbueich 16 pf, Dastmelgeisch —, Ee Swhwelneneisch
50 Pf., Butter 1 Pfund 1 W. 20 Pf.Kartoffeln per Ctr. 3 M. — pf.
Kaiserslautern, 18 April. Gruchtmittelpreis und Victualienmarlt.)
Weigen U M. 78 Pf., gorn 10 M,. — Pf, Spelztern — M. —. Pf. Spel
7 M. 79 Ppf., Gerste 9 M. 10 Pf. Hafer 7 M. 87 Pf., Erbsen — M.
— ppf. Wicken 0O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 pf. do. 3 Pfd. 40 Ppf., Gemischtbrod
Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. 1M, 20 Pf., Eier 2 Stuck O9 Pf. star⸗
tofseln per Cent. 2 M. 40 Pf., Stroh O M. — Pf., Heul M. 70 pig.
Fur die Redaction verantwortlich: F. x. D e me v.
— — —

Rertragsmäßige
28iederversteigerung.
Donnerstag, den 29. April

1880, Nachmittags 3 Uhr zu

St. Ingbert bei Ferdinand

Oberhauser, auf Betreiben von

Victor Graffion, Rentner da⸗

selbst, Gläubiger, gegen die

Wittwe und Kinder des daselbst

verlebten Bergmanns Nicolaus

Dchs, als Anna Marie Horn⸗

berger, Jakob und Nicolaus

Ochs, Schuldner

wird durch den unterzeichneten

gl. Notar Sauer in St. Ing⸗

hert, die nachstehend beschriebene
Liegenschaft in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
teigerung öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert: I
Pl.⸗ Nr. 45454, 12 a
io qm Fläche, Wohnhaus,

Hof, Garten und Aderland

—

daiserstraße zu St. Ing⸗

hert neben Johann Uhl
und Nikolaus Rohe.

St. Ingbert, 12. April 1880.

Sauer k. Notar.

Pappelaum hosp
Versteigerung.

Samstag, den 24. April l.
Is., Nachmittags 1 Uhr, zu
Lautzkirchen werden 220,
an der Distriktsstraße von Lautz⸗
kirchen nach St. Ingbert auf
Lautzkircher Gemarkung lagernde
Pappelstämme versteigert.

Blieskastel, 10. April 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Maner.

Ein großer schwarzer Jagd⸗
hund, weiß gefleckt, besonders
iuf der Brust, mannlichen Ge⸗
schlechts, ist mir am 30. März
zugelaufen. Derselbe kann von
dem Eigenthümer gegen Entricht⸗
ung des Futtergeldes und der
Insertionsgebühren bei mir ab⸗
geholt werden.

Jacob Schmitt XVI.,

Bergmann, Elversberg.

Zwangs⸗
Versteigerung.

Mittwoch den 21. April nächst⸗
hin Morgens 9 Uhr vor der
Wohnung der Ehefrau des Ru⸗
dolf Daniel Kunz in Rohr⸗
bach werden nachbezeichnete Ge⸗
genstünde gegen baare Zahlung
iffentlich Zwangsweis versteigert
rämlich:

2 Kleiderschränke, J1 Pfeiler⸗
schränkchen, 2 Nachttisch-
chen, J vollständiges Bett,
6 Rohrstühle, 6 Bilder,
10 Betfüberzüge, 2 Theken,
erschiedene Waaren bestehend in:
Wolle, Sacktücher, Cichorien,
Seife ꝛc., 2 Waagen mit
Hewicht, 1 Nähmaschine,
1Küchenschrank, 1 Küchen⸗
schaft, 1Seegrasmatratze ⁊c.
St. Ingbert, 15. April 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Für Zanxpatienten
bin ich am Dienstag den 20.
ds. Mis. in St. Ingbert,
Hotel zur Post, Vormittags
8 bis 11 Uhr zu sprechen.

Ich empfehle mich zum Ein⸗
etzen künstlicher Zähne, Plom⸗
iren, Beseitigen von Zahn⸗
chmerzen ꝛc.

St. Johann. Plombiren, Reinigen ꝛe.

Otto Gronau. 1 St. Johaun, Sulzbachstraße 158.

P. Demetz. Hemdenfabrik,
Landan i.Pfalz.
Zptzialilãt: Herrn-Hemden nach Maah
nach deutschen, französischen und amerika⸗

nischen Zuschneide⸗Systemen.

10. Dutzd. mit glattem feinen leinen

Einsatz A. 26.-

i / mit glattem feinen leinen

Einsatz BV. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsähe und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ae. Sitz leiste ich Jede Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und koön—⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungefuünigkeit über⸗
zeugen.

—
Voéroin.
Sonntag den 18. April Abends 8 Uhr findet in Ober—
hauser's Saal:
Musikalische und theatralische
Abendunterhaltung
Statt. Nach derselben

Eo. Schulpflichtige Kinder dürfen nicht mitgebracht werden.
——— — —ex dtusichuß
2. Sichel's Atelier kuͤnstl. Zähne

Auf Wunsch erhaͤlt ein Jeder die Probenummer der Reuzeit V sofort zugesendet!
Ein Jeder wird um gefällige baldige Einsichtnahme der in jeder Buchhandlung, Jour⸗
nal Expedition 2c. ausliegenden Probenummer der Neuzeit, Lesehalle für Alle, fünf⸗
ter Jahragang- biermit freundtichst gebeten!
De Neuzeit, Lesehalle sur Alle, deren fünfter Jahrgang soeben erscheint, ist das billigste
aller Familienblätter.

Der Inhali der Reuzeit ist interessant und gediegen.

Woöchentlich erscheint eine Nummer äà 10 Pfennig; dieselbe enthäu 3 große Bogen Text; jede
Wochennummer ist auch einzeln zu haben!

Vierteljahrlich kostet die Neuzeit V— wöchentlich eine Nummer — nur UU / Mark. — Das ersie
Quartal beginnt mit dem 1. October 1879.

Zweiwochentlich erscheint ein Heft (S 6 Bogen) à 25 Pfennig; jedes Heft aͤ 25 Pfennig ist auch
einzeln zu haben!

Fierwocheutlich erscheint ein Doppelheft (S 12 Bogen) àà 50 Pfennig; jedes Doppelheft aͤ 50 Pf.
ist stets auch einzeln zu haben!

Die Neuzeit bietet eine solche Fülle von spannenden Romanen und Novellen, anmuthigen Gedichten,
humoristischen Kieinigkeiten, zeitgemäßen Plaudereien ꝛc., daß ein Jeder, wenn er die Reuzeit durchblättert,
siauni ist, soiche Gediegenheit mit soviel Abwechselung und Reichhaltigkeit vereint vor sich zu sehen! — Leser,
vie Leserin werden sich durch die gefällige, elegante und doch volisihumliche Form der Darstellungsweise gleich
naäͤchtig und gleich lebhaft gefeffelt finden!
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Die Neuzeit ist zu haben:

durch die Post in 13 Wochennummern filr 114 Mart vierteljahrlich. —

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44

Fraukfurt a. R
Neltestes Annoncen⸗Bureau
Heentn

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— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

Die Betlagsshandlung von Werner

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Sierziu für unsere No ft⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagséblatt““ Rr. 16.
        <pb n="241" />
        der Et. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter BVei⸗

age) ericheint wochentlich viermal: Dieustag, Dennerstag, Sgurstag und Sountag. Der Abonnementevrei⸗ betragt vierieljahruch

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A« 60 A, einschließlich 10 3 Zuffelinebuhr Alczeigen. werden dut 10 3, von Annern
mit 10. fur die viergespaltene Zeile Vlattschrist odet deren Raum, Neclamen mit 80 4 vrot Zeile berechtet.
M 62. Se vouutas den i. awriitt

1880.
Deutsches Reich.

Der Veichstag beganin ain Donnerstag die dritte Bera⸗
thung der Militär-Rovelte. Neues wurde nicht porgebracht
Abg. Bamberger (natidnallib.) trat nochmals für Stauffenberg'
ind Lasker's Antrag ein, die erhöhte Präsenzstärke nur auf dreh
Jahre zu bewilligen. Dagegen vertheidigie vibg. Rickert die Zu
stimmung der. großen Mehrzahl der Nationalliberalen zu der vo
der Reichsregierung verlaugten siebenjährigen Geltling der au
427,000 Mann erhöhten Präsenzftärke. Die 81. und 2. (welch
dieses aussprechen) wurden angenonimen, wie dei der zweiten Le
ung. Man ging dann über zu 83 Ersahreserve), wuͤrde abel
pamit in der Donnergtagssitzung nicht fertiig.

Bei der zweiten Lesung der Milifärvorlage im Reichstage
haben von den 6 pfälzischen zreichemgsahuordneten 5, die HH,
Dr. Groß, Jordan, Bolza, Dr. Buhl und Dr. Zinn, für vie
Htilitärbotlage gestimmt. Hr. K. H. Schmidt (Zweidruden) fehlle,
war jedoch entschuldigt.

Bei der am 14 April stattgehabten Ersatzwahl zum Reichs⸗
age im zweiten Berliner Reichstagswahltreise wurde
Professor U. Virchow (Fortschr.) gewähit. Fur den Kandidaten der
Soziald emokralen wurden diesmal nur 2728 Stimmen abgegeben
wührend es die Sozialdemokraien der vorhergegangenen Wahl in dem⸗
elben Bezirke noch auf 7000 Sümmen gebracht hatten. 5

Der Bundesrath hat den Betrag der umlauͤfenden Reichskassen⸗
cheine in Abschnitten zu 5 Mk. von 30 auf 40 Nimonen herabgesehzt.

In — war am 12. April der Borstand des
Heteins deutscher Tabakfadrifanfen und Tabakhandler versammelt.
Derselbe sprach sich dahin aug, daß für die gesammte Tabat · Brauche
die Schwierigkeifen dez Uebergangs zu den jetzigen Steuerverhält⸗
nissen durch die neuerdings umlaufenden Monopol⸗Gerüchte und
die dadurch im Geschäftsverkehr herbeigeführte Unsicherheit auf daß
empfindlichste verschärft werden.

— Vermisces.

St. Ingbert, 17. April. Gestern verstarh dahier
nach langem Leiden hochbetagt der kgl. Sleuer- und Gemeindeein⸗
uehmer Herr Adolf Dercum.' Die Gebrechen des Alters
hatten denselben schon seit längerer Zeit an das Krankenzimmter
zefesselt. Der Verstorbene entstammte einer angesehenen Blieska⸗
teler Beamtenfamilie, deren Glieder unter der Herrschaft der Gra⸗
en, von der Leyen wichtige Aemter belleideien. Er wirkte seit
Anfang der sechsziger Jahre hier; vorher hatte er eine lange Reihe
von Jahren in Kerzenheim bei Goͤllheim amtirt. Von des Lebens
Bürden hatte auch er seine reiche Last zu tragen. Eine jugend⸗
liche Tochter entriß ihm der Tod. Ein Sohn in der Blüthe der
Jahre verunglückte beim Baden im Rhein; einer verheiratheken
Tochter mußte er die Enkellinder in's Grab nachweinen schen.
Bei der hiesigen Bevoölkerung hat sich der Verstorbene durch sein
freundliches und entgegenkommendes Auftreten im Amte, durch sein
soviales und liebenswürdiges-Wesen in Gesellschaft durch sein⸗
ganze charakterfeste Haltung ein ehrendes Andenken gesichert.
Möge ihm die Erde leicht sein!“ —
7. Die neulich verstorbene Wittwe des weiland Präsidenten
d. Korbach hat den Wohlthätigkeitsanstalten der Stadt Zwer⸗
brücken 500 fl. vermachte

In Pirmasens feierten am 15. April im engsten Fa⸗
milienlreise die Rentiers-Eheleute L. Harimutheihre goldene Hoch⸗
zeit. Die Jubilare erfreuen sich der besten Gesundheit und sind
den Verhältnissen angemessem) noch sehr rüstig. Der Ehe sinde8
sinder entsprossen, welche fast alle bereits verheirathet sin.

„7 Wie die K. Z3.“ berichtet, hat der Reichskanzler ein
Schreiben betr. die Versolgung der Kaiserlauferer „Pf. Volkszig.“
an den Reichstag gerichtet, das der Geschäftskommission uͤber⸗
wiesen wurde.

FIn Otterberg wirken statt sechs Lehrer zur Zeit nur
wei Lehrer und ein Interimsverweser, von denen jeder etwa 150
Schüler zu unterrichten hat. — In Sachen des dortigen Bahn⸗
arojectes waren dieser Tage Directionsrath Basler und Oberin⸗
genieur Opfermann in Otterberg anwesend, um von der don dort
aus vorgeschlagenen Abzweigung der Lauterthalbahn versönsis Gin

icht zu nehmen. Die technische Prüfung des Projects auf seine

Ausführbarkeil und Kystenberechnung wirv. in den nächsten Taßen

hren Anfang nemen. 7
Fur die Red tion verartwortlich: ir. X. D e mni .
äuser⸗
Versteigerüng.
Samstag den 24.April
zächsthin Nachmittags 8 Uhr in
der Wirthschaft von Nicolqus
Nodenbusch im Josephsthal da⸗
er ht Veter Kipplinger⸗
Schuhmacher“ hier seine zwei
dahier stehenden Wohnhäuser
amlich: “ 9
I. Pl.⸗Nr. 14402 und 1440,
a 483 qm FIlache, Wohn⸗
haus mit Stall, Hofraum,
Pflanzgarten und Aderland,
das Ganze gelegen zu St.
Inghert im Ideenea ne⸗
den Heinrich Kaiset und
Beorg Schmelzer Wiltwe;
ple Nr 6hund soge
a 36 qui Flaͤche, Wöhn⸗
—— —
jarten und
ps.⸗Nr. 697, 68 qm Ader⸗
and dabei, das Ganze ge⸗
egen an der Schafgasse zu
St. Ingbert neben Johann
Busch Wwe. und Nikolaus
Leonhard, öffentlich un die
Meistbietenden zu Eigen⸗
hum versteigern.
52t. Ingbert 17. April 1880.
Zauer, kgl. Potar.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Monta, den 26. April 1880,
Vormiktags 9 Uhr, zu Schnapp⸗
bach, in der Wirthschaft des
Requirenten, werden durch den
unterzeichneten kgl. Notar Sauer
n St.' Ingbert, nachstehende
Mobiliargegenstände, zur Güter⸗
gemeinschaft zwischen Mathias
Erz, Wirth umd Fuhrmann
ne Schnappbach und dessen
ꝛerlebten Ehefrau Katharina
zchnepp, gehörig, öffentlich
id Eigenshum versteigert, als:
2 Kleiderschräuke, 1 Pfeiler⸗
schränk,SNähtische1
Rähmaschine, 2Zrunde Tische,
tßz Rohrstühle, 8 Spiegel,
2 Uhren, mehrere Bilder.
3 vollständige Betten und
onstiges Bettzeug, 2Küchen⸗
chränle, 2 zweispännige
Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge,
Schlitten, 2 Haferkafien,
Pferdsgeschirr und sonstige
daus· und Kuchengeräth⸗
hafken.
Ingbert, 4. April 1880
Zauer. k Moar

J..

0 * J
Ficitation.
Dienstag, den 4. Mai 1880,
Nachmittags 3 Uhr, zu St.
Ingbert in der Wirthschaft
von Michael Paun..
werden durch den unterzeich⸗
neten hiezu gerichtlich beaufirag⸗
ien kgl Notar Sauer daselbsi,
die nachstehend beschriebenen Lie⸗
genschaften der Abtheilung we⸗
gen, oͤffentlich zu Eigenthum
versteiger:;:
im Banne von St. Ingbert.
Pl.⸗Nr. 72, 3 a 40 qm
Wohnhaus mit Scheuer,
Stall und Hofraum und
Pl.⸗Nr. 73, 12.40 qm
drasgarten dabei, bas
hanze gelegen zu St. Ing⸗
hert an der Kaiserstraße ne⸗
ben Valentin Schwarz und
Peler Stolzz J
Pl⸗Nr. 955, 4 42 10 qm
Garten in den Großgärten;
Pl.⸗Nr. 806, 114 20 qm
Wiese in den Großwiesen;
Pl.⸗Nr. 843, 7 4 80 qm
Wiese allda;
Pl.⸗Nr. 4347, 19 a 80
qm Acker im Rodt;
im Banne von Rohrbach:
Pl.»Nr. 1017, 12 2 27
qm Acker am Spiegelbrunnen
oder hinter der Viehtrift.
Eigenthümer sind:
1. Die Kinder und Reprasen⸗
anten des in St. Ingbert ver⸗
ebten Fuhrmannes Johann Jo⸗
eph Buhmann, als: a) Eli⸗
abeth, b) Johann Joseph, e)
Peter, d) Barbara und e) Ge⸗
yzrg Buhmann, welche ihre Mut⸗
er Elisabetha Hager, als
VBormünderin und-den nachge⸗
iannten Jaklkob Buhmann
zum Nebenvormunde haben;
2.* Jakob Buhmann,pen⸗
ionirter Bergmaun in St. Ing⸗
bert, zugleich Nebenvormund der
zenannten Minderjährigen;
3. Peter Buhmann, Berg⸗
mann daselbst; 9
4. Lonise Buhmann, gewerb⸗
lose Eheftau dvon Georg Juong,
Bergmann daselbst;
5. Elisabelha Buhmann, ge⸗
werblose Ehefrau von Johamnn
Kipplinger, Bergmann dajelbft;
6. Marie Buhmann, gewerb⸗
ose Ehefrau don Heinrich Steim⸗
eld, Bergmann daselbst. .
St Ingbert, 17. April 1880
BaAauer F NMotar
        <pb n="242" />
        E Todes⸗Anzeige.
Sreunden und Bekannken — nur auf diesem Wege —
die Trauernachricht, daß heute Nachmittag 412 Uhr un⸗
ser innigstgeliebter Gatte, Vater, Groß— und Schwieger-
vater u
1 * 7— —XRR 4.8
. Adolf Dercum.
kgl. Stener⸗ und Gemeinde-Einnehmer
in seinem77. Lebens? imd 47. Dienstjahre sanft vere
u schieden ist. *
Die Beerdigung findet · Sonntag Nachmittag8
Uhr statt. J
St. Ingberk, Landau u. Lichtenfels, 16. April 1880.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Wiesen-Verpachtung.
In meiner Wiese im Forellen⸗
weiher sind noch mehrere Loose,
jedes 15 Ruthen groß, für den
diesjährigen Heu- und Grummet⸗
Genuß zu begeben, und wollen
sich Liebhaber dafür an mich
wenden. 34
Ich bemerke dazu, daß nur
allein die VPächter der
Wiese das Recht haben, den
durchfließenden Bach zum Wa⸗
schen von Getüch, Quecken, Kraut
rc. zu benutzen, alle Andern da⸗
gegen im Betretungsfall. Proto⸗
koll zu gewärtigen haben; ebenso
Jene, welche auf dem verbotenen
Pfade durch die Wiese betroffen

werden. —
St. Ingbert im April 1880.
J. Uhl iun.

Ein in hiesiger Stadt, in der
Hauptstraße gelegenes neuerbau—
tes zweistöckiges Wohn⸗
haus mit Keller, Hofraum,
Pflanzgarten, Kegelbahn und
Wirthschaftsgarten, worin schon
seit einer Reihe von Jahren
eine kleine Gastwirthschaft
mit bestem Erfolg betrieben wird,
ist sammt dem Wirthschafts-
Inventar, sowie eine bei diesem
Anwesen gelegene 53 Dec. große
Wiese, unter günstigen Zah—
lungsbedingungen zu verkaufen,
durch Geschäftsmann Fitz in
St. Ingbert.
Für ßahnpatienten
bin ich am Dienstag den 20.
ds. Mts. in St. Ingbert,
Hotel zur Post, Vormittags
8 bis 11 Uhr zu sprechen.

Ich empfehle mich zum Ein—
setzen künstlicher Zähne, I
biren, Beseitigen von Zahn⸗
schmerzen ꝛc.

St. Johann.

Otto Gronau.
Japeten, neueste Muster,
unglaublich billig; Muster⸗
karten versenden auf Wunsch
franco u. umsonst. Aber

nieht am Tupezierer
sondern nur an Privatleute; da
es uns absolut nicht möglich,
auf diese unglaublich billigen
Preise noch Rabatt bewilligen
zu können, Tapezierer aber ge—
wohnt sind hohe Prozente zu
genießen.
Bonuer FPahnenfabrik Bonn.

— —

Todes⸗Anzeige.
Freunden und Bekannten — nur auf diesem
Wege — die schmerzliche Mittheilung, daß heute Mittag
um 3*3 Uhr unsere unvergeßliche Gattin, Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Schwägerin
Frau Mathilde Lindemann
geb. Walter
im 45. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager sanft ver—
schieden istt.
St. Ingbert, den 17. April 1880.
Die tieftrauernde Familie.
Die Beerdigung findet nächften Dienstag Vormit—
tags 4310 Uhr statt. J J

1671.
Noch
keine
Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brust⸗
karamels und Kakao—
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
Kaiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht—
Apotheker zum freien Ver—
faufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Peters.
———

⸗
————
—ae

*8
*
*
PDas Confocdtions Aaus
beste und billigste Einkaufsquelle an der Saar
— 146 28 5 F
LBYVIINsR

2

*

*

2

—3

2

5
—*
——

St. Johann a Taat
emyfieblt reichhaltigste Auswahl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison. als wie:
Herren- und Knaben-Kleider jeden Genre
Damen- und Mädchen-Mäntel.
Jupons, Morgenröcke, Kinder-Costumes
sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel
zu bekannt billigsten VPreisen.

*
—3
*
*
5
4
Auswabßlendunagen berAfwilliaft.

20 ι¶ch mach zue rhalbb4 Machen.

UV

Man bittet auf Namen und Haus—
NMummer AMIAn V ru achten.

Bei Einkäufen von Mk. 30 wird das einfache,
hei Mk. 50 das Netourbillet im Umkreis
von 10 Stunden vergütet.

—... ——. — —
XXX -
D XäRσàäàαOσ αàαOσäOâααααααααοαXαααäααιια e. — ———— — — ————— —
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
232 XIö— Znäürnrnlatt⸗Mp 168.
        <pb n="243" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

sagc) ericheint wöchentlic viermalz: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreié betragt vierieliührlich

AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 —, einlchließlich 40 3 Zußtellgebühr. Auzeigen werden mit 10 , von Aumwaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 vpro Zeile berechneit.
Me2r.

Sonntag den 18. April

1880.
Deutsches Reich.

Der Reichstag begann am Donnerstag die dritte Bera⸗
thung der Militär-Novelle. Neues wurde nicht vorgebracht.
Abg. Bamberger (nationallib.) trat nochmals für Staufsenberg'z
und Lasker's Antrag ein, die erhöhte Präsenzstürke nur auf drei
Jahre zu bewilligen. Dagegen vertheidigie Abg. Rickert die Zu⸗
stimmung der großen Mehrzahl der Nationalliberalen zu der von
der Reichsregierung verlangten siebenjährigen Geltung der auf
127,000 Mann erhöhten Präsenzstärke. Die 88 1 und 2 (welcht
dieses aussprechen) wurden angenommen, wie bei der zweiten Le⸗
sfung. Man ging dann über zu 8 3 (Ersatzreserve), wurde aber
damit in der Donnerstagssitzung nicht fertig.

Bei der zweiten Lesung der Militärvorlage im Reichstage
haben von den 6 pfälzischen Reichstagsabgeordneten 5, die HH.
Dr. Groß, Jordan, Bolza, Dr. Buhl und Dr. Zinn, für die
Militärvorlage gestimmt. Hr. K. H. Schmidt (Zweibrüdken) fehlte,
war jedoch entschuldigt.

Bei der am 14. April stattgehabten Ersatzwahl zum Reichs-
age im zweiten Berliner Reichstagswahlkreise wurde
Professor U. Virchow (Fortschr.) gewählt. Für den Kandidaten der
Soziald emokraten wurden diesmal nur 2725 Stimmen abgegeben,
während es die Sozialdemokraten der vorhergegangenen Wahl in dem⸗
elben Bezirke noch auf 7000 Stimmen gebracht hatten.

Der Bun des rath hat den Betrag der umlaufenden Reichskassen⸗
scheine in Abschnitten zu 5 Mtk. von 50 auf 40 Millionen herabgesetzt.

In Braunschweig war am 12. April der Vorstand des
Vereins deutscher Tabakfabrikanten und Tabakhändler versammelt.
Derselbe sprach sich dahin aus, daß für die gesainmte Tabak⸗ Branche
die Schwierigkeiten des Uebergangs zu den jetzigen Steuerverhält⸗
nissen durch die neuerdings umlaufenden Monopol-Gerüchte und
die dadurch im Geschäftsverkehr herbeigeführte Unsicherheit auf das
empfindlichste verschärft werden.

Vermischtes.

St. Ingbert, 17. April. Gestern verstarb dahier
nach langem Leiden hochbetagt der kgl. Steuer- und Gemeindeein.
nehmer Herr Adolf Dercum.' Die Gebrechen des Alters
hatten denselben schon seit längerer Zeit an das Krankenzimmer
gefesselt. Der Verstorbene entstammte einer angesehenen Blieska—
steler Beamtenfamilie, deren Glieder unter der Herrschaft der Gra⸗
fen von der Leyen wichtige Aemter bekleideien. Er wirkte seit
Anfang der sechsziger Jahre hier; varher hatte er eine lange Reihe
von Jahren in Kerzenheim bei Goͤllheim amtirt. Von des Lebens
Bürden hatte auch er seine reiche Last zu tragen. Eine jugend⸗
liche Tochter entriß ihm der Tod. Ein Sohn in der Blüthe der
Jahre verunglüdte beim Baden im Rhein; einer verheiratheten
Tochter mußte er die Enkellinder in's Grab nachweinen sehen.
Bei der hiesigen Bevolkerung hat sich der Verstorbene durch sein
freundliches und entgegenkommendes AÄuftreten im Amte, durch sein
joviales und liebenswürdiges Wesen in Gesellschaft, durch seine
ganze charakterfeste Haltung ein ehrendes Andenken gesichert.
Möge ihm die Erde leicht sein!

Die neulich verstorbene Wittwe des weiland Prasidenten
bd. Korbach hat den Wohlthätigkeitsanstalten der Stadt Zwei—
brücken 500 fl. vermacht.

x In Pirmasens feierten am 15. April im engsten Fa⸗
milienkreise die Rentiers-Eheleute L. Hartmuth ihre goldene Hoch⸗
zeit. Die Jubilare erfreuen sich der besten Gesundheit und sind
den Verhältnissen angemessen) noch sehr rüstig. Der Ehe sind 8
stinder entsprossen, weiche fast alle bereits verheirathet sind.

x Wie die „sK. Z.“ berichtet, hat der Reichskanzler ein
Schreiben betr. die Versolgung der Kaiserlauterer „Pf. Volkaztg.“

an den Reichstag gerichtet, das der Geschäftskommission über—
wiesen wurde.

fIn Otterberg wirken statt sechs Lehrer zur Zeit nur
wei Lehrer und ein Interimsverweser, von denen jeder eiwa 150
Zchüler zu unterrichten hat. — In Sachen des dortigen Bahn⸗
drojectes waren dieser Tage Directionsrath Basler und Oberin⸗
jenieur Opfermann in Otterberg anwesend, um von der von dort
aus vorgeschlagenen Abzweigung der Lauterthalbabn persönlich Ein⸗

sicht zu nehmen. Die technische Prüfung des Projects auf seine
Ausführbarkeit und Kostenberechnung wird in den nächsten Tagen
ihren Anfang nehmen.
stiur die Redactian verantwortlich- æ * meß.
* 89
hänser.Licitation.
Versteigerung. Diendiag den 1. Mai sus80,
Samstag den 24. April Nachmittags 8 Uhr, zu St.
rächsthin Nachmittags 8 Uhr in Ingbert in der Wirihschafi
»er Wirthschaft von Nicolaus von Michael Paul,
tdodenbusch im Josephsthal da⸗ werden durch den unterzeich⸗
sier läßzt Peter Ripplinger, neten hiezu gerichtlich beaufirag⸗
Schuhmacher hier seine zwei en kgl. Noiar Sauer daselbst,
zahier stehenden Wohnhäuser die nachstehend beschriebenen Lie⸗
nämlich: genschaften der Abtheilung we⸗
I. Pl.Nr. 1440 und 1440*, jen, öoͤffentlich zu Eigenthum
44a 43 qm Fläche, Wohn⸗ dersteigert:
jaus mit Stall, Hofraum im Banne von St. Jugbert.
Pflanzgarten und Ackerland l. Pl.⸗Nr. 72, 3 4 40 qm
das Ganze gelegen zu St. Wohnhaus mit Scheuer,
Ingbert im Josephsthal ne⸗ Stall und Hofraum und
den Heinrich Kaiser und Pl.⸗Nr. 73, 12 40 qm
Beorg Schmelzer Witiwe; rasgarten dabei, das
Pl.⸗Nr. 698* und 698 6, Hanze gelegen zu St. Ing⸗
ba 36 qm Fläche, Wohn⸗ zert an der Kaiserstraße ne⸗
Jaus mit Stall und Pflanz⸗ zen Valentin Schwarz und
garten und Peter Stolz;
Pl.⸗Nr. 697, 68 qm Acker⸗ Pl.„Nr. 955, 4 a 10 qm
and dabei, das Ganze ge⸗ Zarten in den Großgärten;
legen an der Schafgasse zu Pl.⸗Nr. 806, 112 20 qm
St. Ingbert neben Johann Wiese in den Großwiesen;
Busch Wwe. und Nikolaus Pl.Nr. 843, 7 4 80 qm
Leonhard, öffentlich an die Wiese allda;
Meistbietenden zu Eigen⸗ Pl.⸗Nr. 4347, 19 a 80
thum versteigern. qm Acker im Rodt;
. Ingbert, 17. April 1880, im Banne von Rohrbach:
euer, igl. Notar. Pl.⸗Nr. 1017, 12 227
Mmubiltien qm Ader am Spiegelbrunnen
ob ilien⸗ oder hinter der Viehtrift.
Versteigerung. Figenihümer sind
Montag, den 26. April 1880, 1. Die Kinder und Repräsen⸗
hormittags 9 Uhr. zu Schnapp⸗ anten des in St. Ingbert ver⸗
bach, in der Wirthschaft des ebten Fuhrmannes Johann Jo—
stequirenten, werden durch den eph Buhmann, als: a) Eli-
mnterzeichneten kgl. Notar Sauer abeth, b) Johann Joseph, e)
n St. Ingbert, nachstehende Peter, d) Barbara und e) Ge—
Mobiliargegenstande, zur Güter⸗ org Buhmann, welche ihre Mut⸗
gemeinjchaft zwischen Mathias Ler Elisabetha Hager, als
Erz, Wirth und Fuhrmann Vormünderin und den nachge⸗
in Schnappbach und dessen nannten Jakob Buhmaun
erlebten Ehefrau Katharina zum Nebenvormunde haben;
Zchnepp, gehörig, öffentlich 2. Jakob Buhmann, pen⸗
zu Eigenthum versteigert, als: ionirier Bergmaun in St. Ing⸗
2 Kleiderschränke, 1 Pfeiler· hert, zugleich Nebenvormund der
schranl, 2 Naͤhtische, 1 jenannten Minderjahrigen;
NRähmaschine, Zrunde Tische, 3. Peter Buhmann, Verg⸗
Rohrstühle, 8 Spiegel, nann daselbst;
3 Uhren, mehrere Bilder, 4. Louise Buhmonn, gewerb⸗
3 vollstandige Betten und lose Ehefrau von Georg Jung,
onstiges Bettzeug, 2Küchen- Bergmann daselbst;
schränke, 2 zweispannige 5. Elisabetha Buhmann, ge⸗
Wagen, 2 Pflüge, 1 Egge, werblose Ehefrau von Johann
Schlitten, 2 Haferkasten, Ripplinger, Bergmann daselbst;
Pferdsgeschirr und sonstige 6. Marie Buhmann, gewerb⸗
Haus- und Küchengeräth⸗ lose Ehefrau von Heinrich Stein⸗
yaften. jeld, Bergmann daselbft.
Ingbert, 4. April 1880 St. Ingbert, 17. April 1880
zauer. k. Notar. Zauer, k. Noiar.
        <pb n="244" />
        Wiesen-Verpachtung
In meiner Wiese im Forellen
weiher sind noch mehrere Loose,
jedes 15 Ruthen groß, für den
diesjährigen Heu⸗ und Grummet⸗
Genuß zu begeben, und wollen
fich Liebhaber dafür an mich
wenden.
Ich bemerke dazu, daß nur
allein die Pächter der
Wiese das Recht haben, den
durchfließenden Bach zum Wa—
schen von Getüch, Quecken, Kraut
ec. zu benutzen, alle Andern da⸗
gegen im Betretungsfall Proto—
koli zu gewärtigen haben; ebenso
Jene, welche auf dem verbotenen
Pfade durch die Wiese betroffen
werden.
St. Ingbert im April 1880
I Unl jnn.
27
1671.
F Noch
——— keine
Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquelle-Brust⸗
karamels und Kakao
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
Kaiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht—
Apotheker zum freien Ver
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jear
Reters.

Ein in hiesiger Stadt, in der

Hauptstraße gelegenes neuerbau—
ies zweistsckiges Wohn⸗
yaus mit Keller, Hofraum,
Pflanzgarten, Kegelbahn und
Wirthschaftsgarten, worin schon
seit einer Reihe von Jahren
eine kleine Gastwirthschaft
mit bestem Erfolg betrieben wird,
ist sammt dem Wirthschafts-
Inventar, sowie eine bei diesem
Anwesen gelegene 58 Dec. große
Wiese, unter günstigen Zah⸗
lungsbedingungen zu verkaufen,
durch Geschäftsmann Fitz in
St. Ingbert.
Für 3.npatienten
bin ich am Dienstag den 20.
ds. Mts. in St. Jugbert,
Hotel zur Post, Vormittags
8 bis 11 Uhr zu sprechen.

Ich empfehle mich zum Ein—
setzen künstlicher Zäühne, 8
biren, Beseitigen von Zahn—
schmerzen ꝛc. J

St. Johann.

Otto Gronau.
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sondern nur an Privatleute; da
es uns absolnt nicht möglich,
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Preise noch Rabatt bewilligen
zu koͤnnen, Tapezierer aber ge⸗
wohnt sind hohe Prozente zu
genießen.
BRonner TFahnenfabrib Ronn.

————. —73
M Todes⸗Anzeige.
a* Freunden und Bekannten — nur auf diesem Wege —
die Trauernachricht, daß heute Nachmittag 41/3 Uhr un⸗
ser innigstgeliebter Gatte. Vater. Groß-⸗ und Schwieger—⸗
vater

J — 1 J B*
Adosff Dercum.
kgl. Steuer-⸗ und Gemeinde-Einnehmer
Nin seinem 77. Lebenss und 47. Dienstjahre sanft verz⸗
schiedenistttttt... 5 —
7* Die“ Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 835
uhr siauts 57*5
St . Ingbert, Landau u. Lichtenfels, 16. April 1880.
Die tieitrauernd Hinterbliebenen.

—

— — —

—

— —

—

—
— —
Todes⸗Anzeige.

Freunden und Bekannten — nur auf diesem
Wege — die schmerzliche Mittheilung, daß heute Mittag
um 8113 Uhr unsere unvergeßliche Gattin, Mutter,
Schwiegermuiter, Großmutter, Schwester und Schwägerin

Frau Mathilde LCindemann
— geb. Walter
im 45. Lebensjahre nach kurzem Krankenlager sanft ver⸗
schieden ist.

St. Ingbert, den 17. April 1880.
Die tieftrauernde Familie.

Die Beerdigung findet nächsten Dienstag Vormit⸗
tags 310 Uhr statt.

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—⏑ 6 Anahoert
—F
        <pb n="245" />
        Slt. Ingberler Mnzeiger.

4
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnersrag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis peträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blaitichtrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
A 63

1880.

— ⏑
Dienstag den 20. April

Deutsches Reich.

Der baherische Cultus-Minister v. Lutz hat sich nach
Berlin begeben, um an den Verhandlungen des Bundesrathes
theilzunehmen. Es handelt sich bekanntlich um den allgemeinen
Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung des Bundesrathes.

Der Berliner Frieden ist noch immer nicht in allen seinen
Theilen ausgeführt. Das Wiener Kabinet hat in Konstantinopel
und Cettinje zu verstehen gegeben, das türkisch-montenegrinische
Uebereinkommen betreffs der Grenzregulirung müsse zu seiner Gil⸗
tigkeit die Zustimmung der Großmächte erhalten, und die deutsche
Reichsregierung hat dieser österreichischen Anregung beigepflichtet
und die gleiche Mahnung an die Pforte und Montenegro gerichtet.
In diplomatischen Kreisen wird diesem Schritte der beiden verbün⸗
deten Großmächte eine größere Bedeutung beigelegt, als man viel—⸗
eicht hie und da annimmt. Daß Deutschland und Oesterreich ge⸗
neinsam vorgehen, ist selbstverständlich und kann Niemandem mehr
auffallen; wohl aber liegt die große prinzipielle Bedeutung darin,
daß Deutschland und Oesterreich auch bei dem erwähnten Anlasse
gemeinsam als Wächter des Berliner Vertrags auftreten. Sie er—
klären mit ihrem Schritte, daß sie nach wie vor an dem Grund—
satze festhalten: jede einzelne Bestimmung des Berliner Vertrags
könne lediglich durch ein gesammteuropäisches Votum irgendwelche
Abänderung erfahren, es genüge aber in keinem Falle, wenn zwei
Mächte unter sich über irgend einen Punkt, und ginge derselbe auch
nur die zwei Mächte an, sich verständigen wollten. Gerade im
jetzigen Augenblick, wo nach dem Ausfall der englischen Wahlen
die panslavistischen Organe schon von einer Separatverständigung
zwischen Rußland und England über die Köpfe der anderen Groß—
müchte hinweg träumen, legt man großes Gewicht darauf, den er

wähnten Standpunkt Deutschlands und Oesterreichs zu betonen.
Man erwartet denn auch nicht ohne einige Spannung die bezüg—
iche Stellungnahme der anderen Mächte zu dem deutsch⸗österreichischen
Schritte. Es wird sich dabei zeigen, wer die konservative inier⸗
nationale Richtung verfolgt und wer schon jetzt geneigt ist, einseitige
Abweichungen vom europäischen Traktat zuzulassen.

Die am Sonnabend in Berlin stattgehabte Konferenz der
Vertreter deutscher Handelskammern, welche bezüglich der Stellung⸗
nahme zu dem jetzt dem Reichstage vorgelegten Reichsstempelab⸗
zabengesetz zu berathen hatte, beschloß eine Eingabe an den Reichs
tag. Die Eingabe soll sich prinzipaliter für die Ablehnung der
Vorlage aussprechen. Eventuell werden jedoch folgende Sätze kon⸗
zedirt: In- und ausländische Werthpapiere und Aktien, sind mit
1 pro Mille, Schlußscheine und Rechnungen gleichmäßig mit 10
Pfennigen zu besteuern, während Lombarddarlehne, Quittungen
und Cheks frei bleiben sollen.

Bei der dritten Berathung der Militärvorlage nahm der
Reichstag den Antrag des Zentrums auf Befreinng der Geist⸗
ichen von der Ersatzreservepflicht in namentlicher Abstimmung mit
161 gegen 151 Stimmen an; ein Zusatzantrag, dieselbe Begünstig⸗
ung auch den jüdischen Religionslehrern zu gewähren wurde abge—
lehnt. Die Annahme des ganzen Gesetzes erfolgte sodann in
namentlicher Abstimmung mit 186 gegen 128 Stimmen. In der—⸗
selben Sitzung wurde auch die Aufhebung des im Vorjahre festge⸗
setzten, aber bisher noch nicht in Wirksamkeit getretenen Flachszolles
beschlossen mit dem Zusatze, daß auch Jute, Manilahanf und Colos—
fasern zollfrei eingeführt werden follen. Gleichzeitig wurde auch
ein Antrag angenommen, wonach gestattet ist, so viel ausländisches
Getreide, resp. Mehl auf Transiilager, bez. in Mühlen zollfrei ein⸗
zuführen, als wieder zur Ausführung gelangt, ohne daß der Nach—
weis der Identitat erforderlich sein solü.

Die Wuchergesetz-Kommission des Reichstags hat den auf
Beschrankung der allgemeinen Wechselfähigkeit abzielenden Antrag
des Abg. Bernards mit 8 gegen 7 Stimmen abgelehnt.

Das „Deutsche Mont.⸗Blatt“ schreibt: In Reichstags—
kreisen hält man es nicht für unwahrfcheinlich, daß bei der Be—
rathung über den Antrag Richter das Tabaksmonopol betreffend,
die für Donnerstag dieser Woche in Aussicht genommen ist, der
Reichskanzler Fürn Bismarck zum ersten Mal in dieser Sesfion

un Reichstage erscheinen werde um sich an der Diskussion zu be—

heiligen. Nach umlaufenden Gerüchten habe der Reichskanzler erst
or wenigen Tagen Veranlassung genommen, einem hervorragenden
Parlamentarier gegenüber sich dahin auszusprechen, daß er noch
—B
Finanzen des Reichs, zur Entlastung der Einzelstaaten und deren
Bevölkerung und zur Befeftigung des deutschen Einheitswerkes:
Die Einführung des Tabaksmonopols und die Herstellung eines
icheren, freundnachbarlichen Verhältnisses zu Frankreich — Was
den Antrag Richter bezüglich des Tabaksmonopols betrifft, so hö⸗
en wir, daß eine sehr abgeblaßte motivirte Tagesordnung vorbe⸗
eeitet wird, die, wenn sie angenommen wird, den Plänen des
danzlers betreffs Einführung des Tabaksmonopols in hohem Grade
zünstig sein werde.
Ausland.

Der französische Minister des Innern hat 19 deutsche
Zozialisten ausgewiesen, die in Paris Versammlungen hielten,
don welchen die Polizei unterrichtet war. Eine der letzten Ver⸗
ammlungen führte zu Ruhestörungen und Gewaltthaten gegen eine
Person, die von den Sozialisten für einen Polizeibeamten gehalten
vurde. Hiedurch wurde die Ausweisung veranlaßt.

In Frankreich wird der Kulturkampf nach wie vor mit
illen Mitteln der Macht und des Einflusses geführt: der Episkopat
rückt mit Protestbriefen ins Elysée; zuerst kamen die Kardinäle,
denen sich am 14. ds. auch Mjgr. Guibert, Erzbischof von Paris,
der einflußreichste der französischen Kardinäle, anreihte; die ultra—
nontanen Blätter predigen, Hand in Hand mit den legitimistischen,
Widerstand und Umsturz der Regierungsform und Verfassung; die
Regierung aber geht ruhig und entschlossen ihren Weg, wie Ferry
in einer großen Rede in Epinal betonte.

Madrid. „Diario“ will wissen, Otte ro habe dem Oberst⸗
jofmeister Herzog von Serto vor seinem Tod ein Geständniß
zemacht. Hiernach habe Otero von einer geheimen Gesellschaft in
Toledo, deren Mitglieder ihm selbst unbekannt gewesen, den Auf—⸗
trag erhalten den König zu tödten; Geld und Waffen seien ihm
geliefert worden und man habe ihn, falls er die passende Gelegen⸗
heit vorübergehen ließe, mit Ermordung bedroht.

Aus Konstantinopel kommt die Meldung, das Abkom⸗
men der Pforte mit Montenegro sei von den Vertretern der Kon—
greßmächte unterzeichnet worden.

Zur Bekämpfung der dritten Präsidentschaft des Gene⸗
als Grant hat sich in St. Lomis ein national-republikanischer
Ausschuß gebildet und einen Aufruf erlassen, in welchem die Ab—
jaltung einer nationalen Massenversammlung für den 6. Mai in
St. Louis in Vorschlag gebracht wird.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 20. April. In Folge des Ablebens
des bisherigen hiesigen kgl. Steuer- und Gemeindeeinnehmers be⸗
absichtigt die Verwaltung unserer Stadt, geeigneten Ortes die
Trennung der städtischen Einnehmerei von der kgl. Steuereinneh—
nerei zu beantragen. Sicherlich hat sich dieses Vorhaben der
zollen Zustimmung der gesammten hiesigen Bepölkerung zu er⸗—
reuen.

—* Der Ensheimer Hof auch Trieschhof genannt,
tand heute morgen in Flammen. Wie das Feuer entstanden und
velche Verheerungen es angerichtet, ist uns bis jetzt noch nicht
vekannt.

St. Ingbert. Die Hrn. Gebt. Krämer dahier haben
dem Comite der in Kaiserslautern stattfindenden pfälz. Ausstellung
yon Lehrlingsarbeiten 100 Mark zur Ertheilung von Prämien
ͤbermittelt.

x Im ersten Quartale dieses Jahres lieferten die Pfaäl—
zischen Eisenbahnen gegen die gleiche Zeit des Vorjahres
eine Mehreinnahme von 468,008 M. 96 pf.

F Im letzten Kreisamtsblatte der Pfalz werden die ver⸗
chiedenen Ministeral-Entschließungen etc., „herumziehende Zigeuner⸗
anden betreffend,“ zur Darnachachtung für die Behörden in Er—
nnerung gebracht.

In Lambrecht wurde am 15. ds. ein Knabe todt
        <pb n="246" />
        aus dem Floßbach gezogen. Nach der „Sp. Ztg.“ soll es ein
Sohn des Försters Freylag von Erfenstein gewesen sein.

— Die für das diesjährige Passionsspiel in Oberammer—
gau aufgewendeten Kosten (Neubau, Kostüme ec.) belaufen sich
auf mehr als 60,000 Mk. Der amphitheatralisch gebaute Zu—
schauerraum faßt 50 bis 6000 Personen. Mehr als 2000 Betten
find für Fremde zur Verfügung. Bekanntlich steht starker Zuzug
aus England in Aussicht.

F Die Alktiengießerei Kaiserslautern zahlt ihren Aktio—
nren für das verflossene Jahr 5/2 Prozent Dividende.

' Der Stadirath von Kaiserslautern hat für die pfälz. Aus—
stellung für Lehrlingsarbeiten 200 Mk. bewilligt. —

—Der Schuster Levi in Rülzheim wurde wegen Verdachts
der Brandstiftung am 14. d. verhaftet.

4 Ein 70 3. alter Einwohner von Heltersberg Namens
Hellriegel wurde am 18. d. im Bach bei Weidenthal als Leiche
aufgefunden.

FNeustadt. Ueber die vor einigen Tagen gemeldete
Defraudation auf der hiesigen Post erfährt man nachträglich,
daß der betreffende Postbote einen Geldbrief an ein hiesiges Han—
delshaus, lautend auf 300 Mk. als abgeliefert bezeichnete und
Buch mit Namensunterschrift vorlegte; bald aber wurde der Be—
trag reklamirt, und es siellte sich heraus, daß die Unterschrift gut
gefaͤlscht sei. Der gefünglich Eingezogene gestand sofort, behauptete
sedoch, die Unterschrift rühre von ihm her, was man an kompe⸗
denter Seite führ sehr unwahrscheinlich hält, da man einen Hehler
vermuthet. Die fehlende Summe würde sofort ersetzt.

'In Dürkheim belustigten sich mehrere Kinder mit Klet⸗
tern auf eisernen Staketen. Ein fünfjähriges Mädchen glitt aus,
wobei ihm eine der spitzen Eisenstangen unter dem Kinne eindrang
und zum Munde wieder herauskam.

FIn Lingenfe!nd sind am Vormiitag des 16. April 4
Scheuern niedergebrannt. Ein der Brandftiftung verdächtigter
Tagner, der schon früher wegen Brandstiftung bestraft wurde,
flüchtete, als er sah, daß man ihn verfolge aus dem Orte und
machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

— Eine sehr zweckmäßige polizeiliche Vorschrift wurde kürzlich
durch das Bezirksaiut Landau auf Grund des 8 8366 Ziffer 10
des Reichsstrafgesetzbuches erlassen, nämlich das Verbot, auf Wagen,
die mit Hunden bespannt sind, während der Fahrt aufzusitzen. Die
Sitte, vielmehr Unsitte, mit Hunden zu fahren, greift immer mehr
um sich, und es ist schon bedauernswerth, wenn die armen Thiere
überhaupt angespannt werden, so ist es doch wahrhaft empörend,
sehen zu müssen, wie sich viele Führer solcher Fuhrwerke zu der
ofi nicht kleinen Last anch noch selbst aufsetzen.

Tiefenbach. Eine seltene Wahrnehmung ist dieses
Frühjahr auf den hiesigen Wiesen gemacht worden. Die Blüthen
der Herbstzeitlose, die immer im Herbst erscheinen, waren während
des Nonais März in reicher Fülle zu sehen. Alte Leute prophe⸗
zeien hieraus ein gutes Jahr, besonders ein Weinjahr. Was die
Quantität nicht biingt, das kann die Qualität bringen, welch
Letzteres beim Wein die Hauptsache ist.

Speyer. Nach der „N. Pr.“ ist der Hauptmann
Spraul des hier liegenden 2. Pionierbataillons plötzlich in Ruhe⸗
stand versetzt worden und soll den Anlaß dazu ein Rencontre ge⸗
geben haben, welches er vor einiger Zeit mit einem im nämlichen
Haus wohnenden Beamten in der Thorein fahrt hatte, wodei er so
weit gegangen sei, mit der Reitpeitsche zu drohen.

FDie diesjaͤhrige Concursprüfung der zum Staatsdienst ad⸗
spirirenden Rechtscandidaten der Pfalz beginnt in Speyer
am 8. Mai.

PLennep. Ein in der That seltenes Fest feierte hier vor
einigen Tagen ein Gastwirth, nämlich die silberne Hochzeit zum
zweiten Male.

— Wie die „Deutsche Grundeigenthum⸗Ztg.“ mittheilt, wurde
am 15. April 1880 in Berlin der Metropole der Intelligenz
und der Hauptstadt des deutschen Reiches, wie genannte Ztg. be⸗
merkt, eine Generalversammlung des Hausbesitzervereins des—
halb aufgelöst, weil dieselbe auf 8 Uhr einberufen aber erst um
dUhr“4 Minuten ihren Anfang nehmen sollte, jede Ver—
jammlung aber, welche später als eine Stunde nach der ange—
jetzten Zeit eröffnet wird, als eine neue Versammlung zu betrach⸗
sen sei, zu deren Abhaltung die nöthige Anmeldung eingereicht
werden müsse.

F In' Görlitz ist am vorigen Montag die junge und schöne
Wittwe des alten verstorbenen Feldmarschalls Steinmetz mit dem
Brafen Brühl, einem jungen Juristen, getraut worden. Die schöne,
ugendliche Dame ist, wie man weiß, Erbin der bedeutenden Dota⸗
tion, die General v. Steinmetz nach 18606 erhalten hatte. Graf
Brühl ist ebenfalls reich begütert.

4F Die Kaiserin Eugenie ist am 16. April in Capstadt (Süd⸗
afrika, eingetroffen.

FEin neues Mittel gegen Engbrüstigkeit soll in der
Quebracho-Rinde gefunden worden sein.

4 Das Keimen der Kartoffeln zu verhindern. Man bestreut
den Boden des Kellers einen Zoll hoch mit einer Schicht zerstoßener
Kohlen oder Kohlenabfall, wie man ihn bei Schmieden und Schlos—
sern leicht bekommen kann. Die darüber liegenden Kartoffeln werden
dann auͤch ihre Schmackhaftigkeit länger als ein Jahr bewahren.

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Stadtrathssitzung
am Mittwoch, den 21. April
1880 Abends um 5 Uhr.

Tagesordnung:

L. Aufstellung eines städtischen
Einnehmers.
Herstellung eines Schlacht⸗
hauses.
Verlegung des Weges von
der Schindelle in die Au.
Ortspolizeiliche Vorschrift
über den Verkauf und die
Beschau des Pferdefleisches.
Wirthschaftsangelegenheiten.
Unterdrückung eines Faul⸗
pfades auf Hobels.

7. Brunnenangelegenheiten.

St. Ingbert, 20. April 1880.

Das Bürgermeisteramt:

6Guster.

4 uf Grumd der thatsäqhtich er⸗P
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufl erschienene relmitastrirte Buch:
Dr. Niry's Raturheilmethode““,
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2 253373565 538 CEXM vv
— * 2 3
3 2 2538—52 —J 2233 5 5 2822 —2
— 9 532 2 — 2 — 222 — —5 5* —*2 .8 22
—587 33555 535338 —s 8* 53 3
.* * * a 22
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R 258 358 — — 6 23 S —— 25 72
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22 — 238 22 2* 533335 d
53535333 —38 57133— 22333
J 35853 * 5535 B3
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        St. Ingberler Anzeiger.“

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Ter St. Jugberter Auteiger und das (2 mal woͤchentlich/ mit dem Haunthlatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lagen erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Sanmstag und Sonntag. Der Abounemenrsvreis vetragt vierieliahrlich

1M 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einochließlich 410 H Zustell gebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blaͤttichritsder deren RKaum, NReclamen mit 30 — pro Zeile derechnet.
GJ.

Donnerstag den 22. Aupril

18so.

Deutsches Reich.

Zugegangen ist jetzt dem Reichstag der längst angezeigte
Gesetzentwurf, wonach der auf 10 M. für den Kopf der Bevöl⸗
kerung des Reichs festgestellte Maximalbeirag von Reichssilber—
münzen auf 12 M. erhöht werden soll. Das Bedürfniß hierzu
wird nachgewiesen, auch gesagt, daß der Silbermünzen⸗Umlauf in
England 2 M. mehr auf, den Kopf sei, als der für Deutschland
gesetzliche Höchstbetrag. Und England habe die Goldwährung, sei
oͤhnedies reicher! Der nächstliegende Einwand gegen diesen Vorschlag
kann sein, daß man damit unter Umständen von dem Weg zur
Goldwährung abgehen wolle. An Nickel⸗ und Kupfermünzen cour⸗
siren wenig über 1M. auf den Kopf, der Bevölkerung in Deutschland.

Am 20. April nahm der Reichstag die zweite Berathung
des Wucher gesetzes vor. Abg. Graf Wilhelm Bismarck (Sohn
des Reichskanzlers) empfahl seinen. von der Commission abgelehnten
Antrag, ein Zinsmaximum von 8 pCt. bei hypothekarischer Sicher⸗
heit und von 15 pCt., wo solche fehlt, gesetzlich festzustellen, indem
cc hervorhob, wenn man kein Zinsmaximum, das ungestraft nich
überschritten werden könne, festsetze, lasse man dem Richter einen
biel zu weiten Spielraum für die Beurtheilung, ob Jemand straf—⸗
baren Wucher getrieben habe oder nicht, und dadurch komme man
dahin, daß das Gesetz entweder zu mild oder zu streng angewendet
wird. Abg. Kiefer GBaden, lib.) sprach für den Regierungs- bezw.
Commissions⸗Entwurf und gegen den Antrag des Grafen Bismarck,
letzterer sei schon um deswiullen ungeeignet, weil die Wucherer so
raffinirt verfahren. daß sie auch die Klippe eines Zinsmaximums
zu umgehen wissen. Nachdem auch Abg. Reichensperger (Centrum)
sich für den Commissions- Entwurf erklätt hatte, wird der Bis⸗
marck'sche Antrag fast einstimmig abgelehnt und es werden Art. 1
und 2mit großer Mehrheit angenommen. Durch Art. 1 wird
der Wucher mit Geldstrafe bis zu 3000 M., der verschleierte
Wucher mit Geldstrafe bis zu 6000 M., der gewerbs⸗ oder ge⸗
wohnheitsmäßige Wucher mit Geldstrafe bis zu 18,000 M. bedroht
ind das Kennzeichen des Wuchers darein gelegt daß der übliche
Zinsfuß unter Benützung des Leichtsinns, der Unerfahrenheit oder
der Nothlage derart überschritten wurde, daß die dadurch erlangten
Vermogensvortheile in auffallendem Mißverhältniß zu den Leistungen
stehen. Durch Art. 2 wird mit der Strafe des 8 360 des Straf⸗
gesetzbuchs (Geldstrafe bis zu 150 M. oder Haft) bedroht, wer
als Pfandleiher oder Rückkaufshändler den behördlichen Anordnungen
zuwiderhandelt, insbesondere den behördlich festgesezten Zinsfuß
überschreitet.

Im Präsidium des Reichstages sind alle Anordnungen
getrofsen, um die vorliegenden Arbeiten bis zum 8. Mai erledigen
zu können.

Ausland.

Der Gesandte v. Radowittz überreichte am 19. April dem
Prasidenten der französifchen Republik sein Beglaubigungs—
schreiben als Vertreter des Deutschen Reiches während der Abwe⸗
jenheit des Fürsten Hohenlohe.

Times“ veröffenilicht ein Rundschreiben Freycinet's an die
Vertreter Frankreichs im Auslande, Der Minister führt darin
aus: Die franzosische Regierung wünsche keineswegs die Politik
von Thiers zu andern. Sie habe stets die Ausführung der Ver⸗
trüge zu beschleunigen und eine friedliche Losung der schwebenden
Fragen herbeizuführen versucht. Die Regierung hoffe, daß ein
Einverständniß zwischen England und der Pforte bezüglich der
Thätigkeit der internationalen Kommission zur Regelung der grie—
chischen Grenze hergestellt werden und dieses zur baldigen Lösung
der bez. Fragen fuͤhten würde. Orloff dürfte ein bedauerliches
Mißverständniß bezüglich der Hartmann'schen Angelegenheit aufge⸗
klärt haben. Die Regierung that alles Mogliche, um Rußland zu
beweisen, daß nur Gründe der bestehenden Gesetzgebung für die
Verweigerung der Auslieferung bestimmend gewesen seien. Hoffent-
lich wütden die Bemühungen der Regierung eine ruhige Beurtheil⸗
ing der Thatsachen seitens des großen Landes, dessen Freundschaft
Frankreich werthvoll sei, herbeiführen.

Das Repräsentantenhaus der vereinigten Staaten Nordameri⸗

kas hat den Gesetzentwurf betr. die Veranstaltung einer internati⸗
onalen Ausstellung in New-York im Jahre 1883 angenommen.
Verm ischtes.

* St. Ingbert, 21. April. In heutiger Sitzung des
ziesigen Schöfsengerichits kam nur ein einziger Fall zur
Verhandlung. Ein Bergmann von Hassel hatte nämlich gegen
zinen Strafbefehl Einspruch erhoben und wurde unter Verwerfung
des Einspruchs wegen verbotenen Schießens zu 8 Mark Geldstrafe
oerurtheilt.

x* St. Ingbert, 22. April. Am gestrigen Tage, dem
ogen. „kalten“ Mittwoch, der in Preußen als Buß- und Bet⸗
ag gefeiert wird, hatte sich unsere Stadt eines ziemlich zahlreichen
Besuches aus der preußischen Nachbarschaft zu erfreuen.

—* Wir erfahren über den schon in vor. Nr. erwähn⸗
ten Brand auf dem Ensheimer Hofe, daß derselbe im
Wohngebäude zum Ausbruche kam. Von Vorübergehenden wurde
er zuerst bemerkt. Die Feuerwehren von Ensheim und Heckendal⸗
heim eilten rasch zur Hilfe herbei. Ihrem thätigen Eingreifen ist
s zu danken, daß das Feuer auf das Wohnhaus beschränkt werden
konnte und die Oekonomiegebäude von ihm verschont blieben. Das
Wohnhaus hat übrigens stark gelitten. Der Dachstuhl ist nieder—
Jebrannt und der größte Theil des Mobiliars ist zerstört. Gebäude
und Mobiliar sind versichert. Pächter des Hofes ist Herr Guth.

*— Herr Assistent Neumann zu Schnappbach wurde
zum Hüttenmeister in Bodenmais im bayerischen Wald (Nieder—
hdayern) ernannt.

F Die diesjährige, am Ostermontag in den protest. Kirchen
der Pfalz erhobene Kollekte für die Zwecke des evangelischen Dia—
tonissenhauses dahier hat nach den Berichten der Dekanate
2947 M. 3 Pf. gegen 2275 M. 68 Pf. im Vorjahr ertragen.

Im Kartoffelgeschäft sieht es gegenwärtig flau
uus und gehen die Preise immer mehr zurück.

fRentrisch, 17. April. Vorgestern Nachmittag ent⸗
zleiste auf der Bahnstrecke St. Johann-Saarbrücken-St. Ingbert
zei unserm Orte der zweitletzte Wagen eines Arbeitsmaterialzuges.
Derselbe wurde eine Strecke weit geschleift, der Zuug alsdann zum
Stislftand gebracht und die Störung beseitigt. Ein Mann, der
iich in demselben befand, rettete sich durch einen Sprung aus dem—
selben. Der Unfall blieb ohne weitere Folgen. Ein Glück, daß
nicht der letzte Wagen entgleiste; der Zug wäre sonst Gefahr ge—
laufen, die steile Böschung hinabzustürzen.

F Der 24 Jahre alte Friedrich Schwarz in Webenheim
wollte am Montag einen Wagen mit Dung auf das Feld fahren.
In kurzer Entfernung vom Hause fingen die zwei Pferde an zu
aufen. Schwarz, der sie am Leitseil führte, wollte sie anhalten,
wurde aber zu Boden gerissen und vom schwer beladenen Wagen
überfahren. Den erhaltenen Verletzungen ist er noch am Abend
desselben Tages erlegen.

In Kaiserslautern haben 535 Lehrlinge Arbeiten
zur Ausstellung von Lehrlingsarbeiten angemeldet.

Kaserstautern. Die „Pfälz. Volksztz.“ schreibt:
„Wie uns mitgetheilt wird, soll sich das bis heute noch unbekannte
Komite, welches den Druck des vielversprochenen Pamphlets gegen
den Bürgermeister und Stadtrath in der Offizin der „Pfälzischen
Post“ veranlaßte und von dem Geschäftsführer der letztern aufge—
jefordert wurde, die Geldstrafe, zu welcher dieser verurtheilt wurde,
su zahlen, weigern, dieser Aufforderung nachzukommen. Die be—
reffende Strafe mit Kosten beläuft sich auf die Summe von 356
M. 60 Pf.

4 Der Stadtrath von Kaiserslautern hat beschlossen, an
die Direction der Pfälzischen Eisenbahnen eine Eingabe zu richten
des Inhaltes, daß bei Feststellung des Sommerfahrplanes der Stadt
Kaiserslautern ein Anschluß an den Schnellzug Köln-Basel und
eine bessere Verbindung mit der Rhein-Nahe-Bahn verschafft werde.

4 Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern in Boden⸗
heim. Ein Bauersmann war mit einem Wagen, woran eine
Kuh gespannt war, aus seinem Haus gefahren. Unter dem Thor⸗
hogen wollte der Bauersmann eine Wendung machen, die Kuh
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        mufte aber zuruck in den Hof und dadurch wurde das Kind des
Mannes, welches hinter dem Wagen stand, zusammengefahren, so
»aß ihm die Räder des Wagens über den Kopf gingen. Das
dind war sofort todt.

Der Landauer „Eilbote“ schreibt: Da sich auch in
unserer Gegend die Auswanderungslust stärker geltend macht,
welche hauptsächlich durch die glänzenden Berichte über die ameri—
kanische Geschäftslage hervorgerufen wurde, so wollen wir nicht
verfehlen, auf die Stimmen aufmerksam zu machen, die in dieser
Beziehung Vorsicht anempfehlen. Allerdings hat Amerika sich im
»origen Jahre einer bedeutend besseren Geschäftslage erfreut als
Europa, kundige Beurtheiler sind aber durchaus getheilter Meinung,
ob dieser Aufschwung Dauer verheißt. Gerade neuerdings liegen
lehr bezeichnende Mütheilungen von dem Rückgang der Geschäfte
Und damit im Zusammenhang stehenden Preisermäßigungen vor,
so daß vermuthlich in demselben Maße, als sich die Zahl der Aus—
vanderer steigert, auch die Summe der Enttäuschungen zuneh—
nen wird.

Dem Pianisten Karl Wendling aus Frankenthal,
der in mehreren pfälzischen Städten — darunter auch in Landau
— concertirt hatte, wurde auf einer Concertreise die Ehre zu
Theil, in Weimar von dem Altmeister des Clavierspieles Abbe
ziszt empfangen zu werden, der sich über Wendlings Talent sehr
zünstig aussprach und ihn sofort als seinen Schüler aufnahm.

F Die Speyerer Volksbank vertheilt für das abgelaufene
Jahr 90/0 Dividende.

Welch wohlwollenden, edlen Charakter die Stadt Speyer
zurch den Tod des Ludwig Hiltebrand, im Leben Stem—
pelverwalter, verloren hat, beweisen die Bestimmungen in seinem
Testamente, in welchem nicht weniger als 2200 Mt. für Wohl⸗
hätigkeitsanstalten und Stiftungen ausgesetzt sind: für das pro—
estantische Diakonissenhaus in Speier 500 Mtk, der Feuerwehr der
Stadt Speyer ebensoviel, dem Rettungshaus Haßloch und Rocken⸗
Jausen je 300 Mk. dem St. Johannisverein ebensoviel, den barm—
Jerzigen Schwestern 300 Mk.; außerdem sind über 5000 Mk. an
ꝛedürftige Personen und Familien vermacht.

FHagen (Westphalen). In der jüngsten Stadtverordneten⸗
itzung wurde der Gemeindehaushalt berathen, wobei sich heraus—
tellte, daß die Gemeindeumlage von 500 pCt. des Vorjahres auf
550 pCt. erhöht werden müßte. Schließlich gelangte ein An—
rag zur Annahme, nach welchem 580 pCt. erhoben werden sollen,
wodon 362 pCt. auf die eigentliche Gemeinde- und 168 Procent
nuf die Schulsteuer entfallen. (Ist's da ein Wunder, daß die Leute
auswandern?)

Das Studium des Gothaer Almanachs ist
ein höchst interessantes und führt zu staunenswerthen Entdeckungen.
So existiren in Europa nicht weniger als siebenhundert und neun⸗
zehn Prinzen und Prinzessinnen, die souveränen Familien ange—
ören und das Recht zum Tragen einer Krone besitzen. Am
neisten Titel von allen Fürsten besitzt der Kaiser von Oesterreich:
Franz Josef ist einmal Kaiser, neunmal König, einmal Erzherzog,

zweimal Großherzog, achtzehnmal Herzog, einmal Großfürst, vier⸗
mal Markgraf, fünfmal gefürsteter Graf, zweimal Fürst und un⸗
zählige Mal Graf und Herr. Der König von Portugal, der
achtzehn Vornamen hat, titulirt sich: König von Algarbien, dies—
und jenseits des Meeres in Afrika; er ist u. A. Hert von Guinea
and Congo und Herzog von Sachsen! Sein ältester Sohn ist
glücklicher Träger don zwanzig Vornamen; der jüngere Sohm hat

A
Danksagung.

Für die vielen Beweise herz⸗
licher Theilnahme an dem uns
beiroffenen schweren Verluste,
sagen wir Allen unsern tiefge⸗
fühltesten Dank.

Die Familie Dereum.

Ausverkauf.

Wegen Aufgabe meines Ge—
chäftes verkaufe ich Porzellan⸗,
Ztein⸗ und Tspferwaa⸗
ren unter dem Fabrikpreise.

F. Buser, Pfarrgasse.
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Unterzeichneter

bringt sein Lager in

Flur⸗ und Trottoirplat⸗

sen sowie Dachfalzziegel la.

Zualität, billigste Preise, in
mpfehlende Erinnerung.

Die besten Zeugnisse für die
ZQualität obiger Waare, von Ar⸗
hiteklten und Baumeister, kön⸗
gen bei mir eingesehen werden.

Joseph Hellenthal⸗
atfarrenũ⸗
Frantfurt a.
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Feenctem

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iiefert frachtfrei zu Fabrilpreisen mit
Brobezeit gegen beliebige Ratenzablung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
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Berlin XW.

Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

nur neunzehn. Ein Konflikt herrscht zwischen dem Könige Ostur
yon Schweden und dem Könige Christian von Dänemark, die sich
leimäßig „König von Gothland'“ nennen. Der merkwürdigste
Souverän ist jedenfalls der Großherzog von Mecklenburg—
5trelitz, der gleichzeitig Kavallerie-General in der preußischen,
Infanterie-Oberst in der ungarischen Armee und Doktor der Rechte
der Universität Orford ist.

Folgende Verfügemg hat im preußischen Reg.Bez. Frank⸗
urt a. d. O. der Landrath in Züllichau erlassen: „Personen,
velche das sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen
auf öffentlichen Straßen uud Plätzen, sowie an sonstigen öffentlichen
Orten, namentlich in Restaurations- und Vergnügungs'sLokalen,
tesp. Gärten, im Kreise Züllichau-Schwiebus weder Pfeife noch
Figarren rauchen.“

— Ein gräßliches Verbrechen beschäftigt ganz Paris. Ein
ierjähriges Mädchen mit Namen Louise Deu, in der Rue Grenelle
vohnhaft, ist schändlich gemißhandelt, sodann erdrosselt und in 35
Ztücke zerschnitten worden. Der Verbrecher ist der 20 Jahre alte
Zohn eines Botenmeisters Meneslon aus dem Finanzministerium.
Zei der Verhaftung des Verbrechers hatte die Polizei große Mühe,
jenselben vor der Wuth der Bevölkerung zu schützen.

F Aus Un g arn lauten die Berichte über den Stand der
Ztaaten fortdauernd sehr günstig.

F Im Vatikan wurde beschlossen, dem verstorbenen Papft
ßius IX. ein großes Marmordenkmal in der St. Peters—
irche zu errichten. Die Ertheilung des Auftrages soll nach
Wiunsch Leo's XIII. auf dem Wege der Konkurrenz erfolgen, an
delchet alle italienischen Künstler theilnehmen können.

F In Madritd ereignete sich nach dem Berichte Pauser
zlätter in vortiger Woche eine entsetzliche Scene. Ein wild und
vüst aussehender Mensch mit einer Att in der Hand, dem alles
usweicht, stürzt in der Hast nach dem Teatro del Circo, er dringt
juf die Bühne und die Art schwingend kündigt er sich als Rächer
er Menschheit an. Ein Beamter will ihn zur Rede stellen, wird
iber sofort niedergestreckt! die Stadtsergeanten, die auf ihn ein—
ringen, hält der Rasende mit der Art von sich fern. Endlich
ückt ein Detachement Soldaten auf die Bihne. Man versucht,
hn durch einige blinde Schüsse zu erschrecken; aber er geräth in
ioch größere Wuth und droht, in den Zuschauerraum zu springen.
da gibt der Offizier Befehl ihn zu erschießen und der Wahnsinnige
rällt, in den Kopf getroffen, mit zerschmetterntem Schädel.

F GRussische Justiz.) In Simseropol wurde am
25. v. M. ein Polizeibeamter, der wegen 80 verschiedener Erpres⸗
sungen und Bestechungen vor die Geschworenen gestellt worden war,
steigesprochen. Sein Advokat hatte in der Vertheidigungsrede be—
nerkt, daß Bestechlichkeit kein so großes Laster sei und daß die
neisten Beamten sich diesen Fehler zu Schulden kommen lassen.

f Ein hestiger Orkan hat am Sonntag die West⸗und Nordost⸗
Staaten der Union heimgesucht. Derselbe richtete großen Schaden
in und unterbrach die Telegraphen⸗ und Eisenbahn-Verbi ndungen
mf weiten Strecken. In Harsfield (MRissonrie) sind 78 Per—⸗
onen umgekommen und viele tödtlich verletzt worden. Hunderte
son Familien wurden abdachlos. Rur 14 Häuser sind ftehen ge⸗
zlieben.
Far die Redaction deranwortlich: F. X. Demet.

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karten versenden auf Wunsch
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        St. Ingberker Anzeiger.

—
Der Et. Intberrer Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) ericheint Sochentlich vlermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis deträgt vierteljährlich
1AMN 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 B efur die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
5777
A 65. Samstag den 24. April

Aufruf.

Am 16. September 1180 wurde dem Pfalzgrafen Otto von
Wittelsbach als Nachfolger Heinrichs des Löwen vom deut—
schen Kaiser Friedrich J. das Herzogthum Bayern verliehen, und
seit diesem denkwürdigen Tage waltet der Wittelsbacher erhabenes
Fürstengeschlecht milde und segenspendend über Bayerns Volk—
Ein reiches Programm zur Feier des glorreichen Ereignisses ward
für die k. HKaupt- und Residenzstadt München entworfen —
allein Seine Majestät geruhten in dem Allerhöchsten Hand⸗
schreiben, dat Hohenschwangau den 2. Februar 1880, zu
oerfügen:

„Insoweit prunkvolle Festlichkeiten in Aussicht genommen sind,
kann sich — so warme Anerkennung Ich der Anregung dieser
Projekte zolle — Mein landesväterliches Herz die außerordentlichen
Opfer nicht verhehlen, welche hieraus in wirthschaftlich ernsten
Zeiten den einzelnen Bürgern erwachsen würden.

„Ich weiß Mich und Mein Haus auch ohne Entfaltung
solch' äußeren Glanzes mit Meinem Volke eins und spreche dem—
gemäß als Meinen königlichen Wunsch aus, daß von der Durch—
führung so kostspieliger Unternehmungen in Meiner Haupt- und
Residenzstadt wie in den übrigen Orten Meines Landes Umgang
genommen werde. Mit Freude würde Ich dagegen begrüßen,
wenn ein Theil der hiefür benöthigten pekuniären Mittel einer den
Namen der Wittelsbacher tragenden Landesstiftung gewidmet würde,
deren Begründung besonders geeignet wäre, der denkwürdigen Feier
einen unvergänglichen und fortdauernd segenspendenden Charakter
zu verleihen.“

Eine allerunterthänigste Bitte, zur Begründung einer Wittels⸗
bacher Landesstiftung die Bewilligung zur Vornahme von Samm—
lungen im ganzen Königreiche zu ertheilen, wurde allerhuldvollst
zewährt und von Seiner Majestät dem Könige zugleich als Zwedk
der Stiftung die „Förderung des Bayerischen Handwerks in Stadt
und Land“ zu bestimmen geruht.

Dieser königliche Wunsch wird freudigen Wiederhall im ganzen
Lande finden; — er ist der Ausfluß weiser Fürsorge und eines
andesväterlichen Herzens, das warm schlägt und tief empfindet
ür Seines Volkes Glück und Wohl.

Das Handwerk bildet eine der unentbehrlichen Grundlagen
der gesellschaftlichen Ordnung; die Wohlfahrt eines Volkes ist be—
dingt durch das Bestehen eines füchtigen, blühenden und seines
Werths bewußten Handwerkerstandes.

Die gesellschaftlichen Umwälzungen unseres Jahrhunderts ha⸗
ben auch auf das Handwerk in Bayern einen tiefgreifenden Einfluß
zeübt, und nicht selten tauchte die Meinung auf, daß neben dem
Großindustriellen und dem Fabrikarbeiter für den Handwerker in
unserer sozialen Ordnung kein Platz mehr vorhanden sei.

Bereits hat aber das bayerische Handwerk das Haupt wieder
erhoben. Aus den Hallen der Großindustrie, aus den Museen, in
denen der Väter Werke aufgespeichert sind, und aus den Schulen,
die seinen besonderen Bedürfnissen dienen, hat es sich neues Rüst—
zeug geholt und muthig begonnen, sich den goldenen Boden wieder
zu erobern, der ihm nach dem Sprüchwort gebührt. Schwer jedoch
ist der Kampf, und das bayerische Handwerk verdient in diesem
Ringen unterstützt zu werden. Die allerhöchste Landesstiftung wird
daher einem dringenden und in weiten Kreisen empfundenen Be—⸗
dürfnisse entsprechen.

Dem unterzeichneten Comite ist die Einleitung des Vollzugs
der Sammlung anheimgegeben worden, und es wird Sorge tra—
zen, daß alsbald in den einzelnen Kreisen zur Durchführnng der—⸗
elben unter ihren Bewohnern Comite's gebildet werden.

Durchdrungen von der Ueberzeugung, daß ganz Bayern der
glorreichen Jubelfeier die wärmsten Sympathieen entgegenträgt,
bitien wir der Festesfreude, den patriotischen Gesinnungen, der
Tankbaskeit und Liebe für das Königliche Haus durch reiche Spen⸗
den zur Wiltelsbacher Landesstiftung Ausdruck zu geben, den lan⸗
ezptterlihen Wimn'sch umnieres Allelieblen Köniqs zu erfüllen.

Möge Wittelsbachs erhabenes Fürstengeschlecht auch durch die
ünftigen Jahrhunderte mit dem Volke der Bayern in Treue und
Liebe verbunden sein

München, den 27. März 1880.

Das provisor. LandesComite zur Errichtung einer Wittels⸗
bacher Landes⸗Stiftung. J
Deutsches Neich.

Zur Auswanderungs-Frage schreibt der „Pfaͤlz. K.“
Wir haben neulich eine Notiz über die massenhafte Auswanderung
Jebracht, welche in diesem Frühjahr in allen Theilen Deutschlands
vor sich geht. Und wohlgemerkt, es sind nicht blos vermögenslofe
deute, die der Heimath den Rücken kehren; es wird in den Be—
richten ausdrücklich hervorgehoben, daß die Auswanderer in diesem
Jahr im Allgemeinen viel besser und reinlicher gekleidet sind, als
es in früheren Jahren in der Regel der Fall war. Es gehen
Leute fort, welche die Mittel hätten, auch hier zu Lande sich gut
'ortzubringen. So wird z. B. aus Holstein gemeldet, die Schaden⸗
dorfer Sparkasse habe binnen wenigen Tagen gegen 17,000 M.
an Leute auszuzahlen gehabt, welche auswandern. Und Aehnliches
hört man auch aus anderen Bezirken der Provinz Schleswig-Hol⸗
stein, die doch wahrlich weder unfruchtbar noch übervölkert isi.

Was für Gründe es sind, durch welche Tausende und aber
Tausende über's Meer getrieben werden, und zwar nicht blos Leute, die
vir gern los wären, sondern auch viele solche, welche unschätzbare Capi⸗
alien von geistiger und körperlicher Kraft, von den Geidmitteln ganz
abgesehen, uns entführen — dies zu untersuchen ist wohl der Mühe
verth. Für heute wollen wir auf einen Punkt hinweisen, welchen die
„Germania“ berührt, und der nach manchen übertriebenen, ja über⸗
spannten Aeußerungen in den jüngsten Militärdebatten im Reichs—
tag nicht selten übersehen wird, von dem man auch wohl hier und
da nicht gern reden hoͤrt.

Die „New⸗Yorker Handelszeitung“ bringt die gesteigerte Aus—
wanderung aus Deutschland mit der Militär-Novelle in Zusammen⸗
hang. Das ist gewiß zu früh; diese Vorlage konnte nicht jetzt
schon Auswanderer nach Amerika führen. Daß sie aber die Aus—
vanderung noch vermehren wird, bezweifeln wir nicht. Denn man
zatte doch in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes sich der
Hoffnung ergeben, mit den im Jahr 1874 fixirten militärischen
Anforderungen sei nun endlich ein Abschluß gefunden; die Ent⸗
äuschung durch die neue Vorlage hat, bei der bestehenden wirth⸗
schaftlichen Nothlage zumal, weithin entmuthigend, ja vielfach wahr⸗
zaft niederdrückend gewirkt. Wo die Organe der Staatsregierung
virklich Fuhlung mit dem Volk haben, werden sie nicht anders be—
richten können. Und was jetzt schon in der gesteigerten Auswan-
derung zum Ausdruck kommt, das ist, wie es die „Nat.-Zig.“
richtig ausdrückt, neben anderen Gründen auch der Glaube an neue
triege, welcher seit einigen Monaten im Volk Boden gewonnen
hat, einerlei, ob mit Grund oder mit Unrecht.

Wir charakterissiren diese Erscheinung und ihre Consequenz
iberhaupt nicht; wir constatiren sie nur. Wer aber vor der That-
ache seine Augen verschließen möchte, den machen wir auf den
tatistischen Nachweis aufmerksam, daß die Kriege von 1866 und
1870, welche dem Volke die Kriegslasten und Kriegsleiden so
ebendig zum Bewußtsein gebracht hatten, regelmäßig eine bedeutend
gesteigerte Auswanderung im Gefolge gehabt haben, und daß ferner
der Procentsatz der Militärpflichtigen unter den Auswaänderern
in furchtbarer Zunahme begriffen ist. Nach Kolb war die Zahl
der „ausgetretenen“ Militärpflichtigen, gegen welche gerichtliche
Strafurtheile ergingen, in Preußen 1862 erst 1648, 1870 bereits
7464, 1872 sogar 10,690; zusammen in den 11 Jahren 50,603.
Im Jahr 1862 kamen auf je 10,000 Einwohner 0O,«a pCt. mili⸗
ärpflichtiger Auswanderer, 1872 bereits 4,354 pSt. Im vorigen
Jahr betrug. wie der Abg. Richter bei den jüngsten Debatten con⸗
tatirte, die Zahl der Verurtheilten, welche sich der Militärpflicht
»urch Auswanderung enizogen hatten, 14,000. Dabei war im
vorigen Jahr die Auswanderung im Allgemeinen gar nicht einmal
tark! Aber bereits 1873 hatten unter den 48,757 anuz Preußen
        <pb n="254" />
        Ausgewanderten 10,017 Militärpflichtige sich befunden, also ein
ttarkes Fünftel der Gesammtauswanderung. Darunter ist die große
Zahl derjenigen Knaben und Jünglinge natürlich noch gar nicht
ngerechnet, welche vor dem Eintritt des militärpflichtigen Alters
hereins das Vaterland verlassen haben.“

Vor solchen Thatsachen das Auge zu verschließen, nützt
nichts. Es gilt, sie anzuerkennen, sie zu verstehen und sie richtig
zu behandeln!

Vom Dinkelsbühler Haändels-⸗nnd Gewerberathe war in
der Sitzung vom 12. v. Mis. beschlossen worden, den Reichstags⸗
abgeordneten Dr. Schreiner zu ersuchen, gegen die beabsichtigte
Algemeine Quittungssteuer, welche den Geschäftsverkehr
in der schwersten Weise schadigen und belästigen würde, zu stimmen.
Auf das bezügliche Schreiben erwiderte Herr Dr. Schreiner vor
einigen Tagen: „In Uebereinstimmung mit dem verehrlichen Han⸗
dels und Gewerbrathe Dinkelsbühl wird die allgemeine Quittungs-
teuer, wie sie in dem „Entwurf eines Gesetzes betreffd. die Er—
Jebung von Reichsstempelabgaben“ dem Reichsstage zur Beschluß⸗
fassung vorliegt, auch von mir und von sehr vielen andern Abge⸗
rdneten für unannehmbar gehalten, so daß man zuversichtlich hoffen
zarf, die Ablehnung dieser Steuer werde mit großer Majorität
erfolgen.“

In Reichstagskreisen wird seit einiger Zeit die Frage erwo—
gen und ein Antrag vorbereitet, ob man nicht dem wachsenden
heheimmittel-Unwesen und der öfter damit verbunde⸗
den Curpfuscherei mit weiteren als den vorhandenen Straf⸗
zestimmungen, und eventuell mit welchen, entgegen zutreten ver⸗
uchen soll. Die an sich schwierige Frage wurde bekanntlich nicht
geloͤst durch die dafür 1875 erlassene kaiserliche Verordnung über
Zie Beschränkung der Abgabe von Arzneimitteln. Im Gegentheil
immt das Uebel zu. Dem Reichstage gingen ebenfalls Peti—
idnen in der angedeuteten Richtung, zum Theil weitergehend zu.
Zwar steht die Beschlußfassung der Petitionscommission darüber

doch aus, doch denkt man auch dort daran, durch geeignete An⸗
räge an den Reichstag dem Bedenklichen des Geheimmittelwesens
näher zu treten. Voraussichtlich wird es noch in dieser Session
iber den Gegenstand, der Leben und Gesundheit betrifft, zu Ple—
narverhandlungen kommen.

Dem Bundesrath ist jetzt der Gesetzentwurf über die Besteuer⸗
ung der zum Militärdienst nicht herangezogenen Wehrpflichtigen
Wehrsteuer) vorgelegt worden.

Die Verhandlungen zwuchen Preußen und dem Vatikan
haben nach einer römischen Korrespondenz der „Nat.⸗Ztig“ einen
rmellen Schritt insofern vorwärts gethan, als eine Kommission
von fünf Kardinälen mit der Berathung der Prüfung der streiti⸗
gen Fragen von dem Papst beauftragt worden ist, während bisher
die Verhandlungen mit Ausschluß der anderen Kardinäle durch die
Fardinäle Jacobini und Hohenlohe geführt worden sind.
Verm ischtes.

Aus der Pfalz. Im August l. J. werden bei den
1 pfäͤlz. Landgerichten Prüfungen für den Gerichtsvollzieherdienft
abgehalten. Die Prüfungscommission besteht aus dem Präsidenten
imd ersten Staatsanwalte des Landgerichts, sowie einem Ober—
amtsrichter, welcher Prüfungscommission ein Gerichtschreiber als
Protokollführer beigegeben wird. Die Bewerher müssen vor der
Prüfemg einen Vorbereitungsdienst abgeleistet haben, welcher 6
Monate dauert und auf einem Amisgericht und bei einem Gerichts⸗
hollzieher geleistet werder muß. Besteht ein Bewerber die Prüfung
nicht, so muß er, wenn er zur nächsten Prüfung wieder zugelassen
werden will, den Vorbereitungsdienst wiederholt leisten. Besteht
er auch zum zweiten Male die Prüfung nicht, so kann er zu einer
olchen nicht mehr zugelassen werden. Die Prüfung soll so oft
tatifinden, als eine genügende Anzahl Bewerber vorhanden ist.

4Der 26 Turnvereine zülende pfälzische Turnerbund hält
seinen diesjährigen odentlichen Turntag Sonntag den 2. Mai in
Ansel ab. Derselbe tritt mit diesem Turntage in eine neue
Verwaltungsphase, indem die Leitung des Bundes nicht mehr durch
einen Vorort, sondern durch einen Ausschuß oder Turnrath geschieht.
Auf der Tagesordnung steht u. A.: „Pfälzisches Turnfest i. J.
1881.“ 6Gürgz.)

F In Rheingönheim beiheiligte sich am Samstag Abend
die ganze Gemeinde an einer von den beiden dortigen Gesangver⸗
einen und dem Arbeiter⸗-Unterstützungsverein veranstalteten Abschieds⸗
zeier, resp. Fackelzug zu Ehren des Lehrers Thirolf, der
nach 25jährigem Wirken in dieser Gemeinde nach Ludwigshafen
ernannt wurde. Der Männergesangverein, dessen Begründer und
Mitdirigent Thirolf war, überreichte ihm einen prächtigen Regulator,
onstige Freunde und Verehrer eine werthvolle Dose.

4 In der am 20. April stattgehabten Strafkammersitzung
des kgl. Landgerichts Frankenthal kam die Berufung des
Redacteurs der „Speyerer Zeitung“ A. v. Vangerow gegen ein
Urtheil des Schöffengerichts Speyer vem 19. Januar abhin, wo⸗
zurch er wegen Beleidigung mehrerer Speyerer Metzger zu 50 Mk

Heldbuße verurtheilt worden war, zur Verhandlung. Die Berufung
wurde für begründet erklärt, das erste Urtheil reformirt und v.
hangerow freigesprochen wegen verspäteter Strafantragstellung Sei—
ens der Kläger. Es ist nämlich die Strafantragsfrist eine drei—
nonatliche. Untergebens fand die Beleidigung durch einen Artikel
der „Speyerer Zeilung“ am 10. September v. J. statt. Die
läger erhielten hiervon am gleichen Tage Kenntniß, und so begann
mit diesen 10. September die Antragsfrist zu laufen und endigte
mit dem 9. Dezember darauf Nachts 12 Uhr. Die Kläger reich—
len aber erst am 10. Dezember ihre Klageschrift bei der Gerichts—
chreiberei Speyer ein, obwohl dieselbe schon am 8. Dezember durch
den Geschäftsagenten Jörns abgefaßt war, mithin einen Tag oder
einige Siunden zu spät. Es blieb dieser Umstand in der Schöffen—
itzung unentdeckt, sonst hätte damals schon Abweisung der Klage
taͤttfinden müssen. — Eie Kläger haben nunmehr zu ihrem großen
Malheur noch die nicht gerade geringen Kosten an Zeit und Geld.

— Vor dem Landgerichte Frankenthal wurde der Rent⸗
amtsschreiber Fr. Fleischmann aus Speyer wegen verschiedener
luterschlagungen, verübt auf dem Rentamte Speyer, zu 6 Monaten
Befängniß verurtheilt, wovon 3 Monate, als durch die Unter⸗
uchungshaft verbüßt, abgehen.

FSpeier. Als Nachfolger für den verstorbenen Geistl.
Rath Hällmayer wählte das Domtapitel Hrn. Domvikar Leonhard
uhn.

Mannheim. Der Gießener Student, welcher neulich
sier das Schachturnier zu zwölfen durchführte, heißt A. Fritz.
Nächsten Samzetag und Sonntag findet zwischen ihm und einem
Mitglied des Mannheimer Schachclubs ein Wettkampf in den Loca⸗
itäͤten des Schachclubs statt, wozu blos Mitglieder des Schach:lubs
Zutritt haben.

Aus Obernhof (bei Nassau) berichtet der „Nass. Anz.“
olgende seltsame Geschichte: In voriger Woche konnte man in der
gemarkung S. eine neue Methode des Umpflügens eines Acker—
tücks beobachten. Der Packträger bei Herrn Stationsvorsteher G.
owie dessen Magd waren von dem Herrn vor einen Pflug ge⸗
pannt worden und zogen denselben, als wären sie „liebes Vieh“.
herr G. spielte den Fuhrmann (ob er auch eine Peitsche hatte,
sonnte man der Entfernung wegen nicht unterscheiden) und seine
Frau legte die Kartoffeln in die Furchen. Auf diese Weise wurde
in ganzer Acker von zwei ziehenden Dienstboten und einem drücken—
den Herrn umgepflügt. Es klingt zwar sonderbar, aber es ist die
reine Wahrheit.

FInSchellenberg Echwaben) schlug der Blitz in das
Haus eines Bauern und toͤdtete die in der Küche beschäftigte Frau
des Anwesenbesitzers, der selbst verletzt wurde.

F Aus Ueberlingen schreibt man der „Bad. Landesztg.“:
Unser Mitbürger, Uhrenmacher Albert Heberle, erhielt vor einigen
Tagen ein Patent für eine Schwungrad-Ankeruhr. Dieseibe hat
32 Theile weniger als jede andere Ankeruhr, ein unzerreiabares
Sesperr, ohne Sperrrad, Kegel und Sperrfeder. In Folge dieser
außerordentlich einfachen Construction ist es möglich, daß die er—
undene Uhr 10 bis 12 Jahre geht, ohne gereinigt zu werden.
Diese Erfindung wird für die Kleinuhrmacherei in der That eine
pochemachende Veränderung hervorbringen. Durch die vereinfachte
Zusammenstellung kann die Herstellung dieser Taschenuhr äußerst
zillig bewerkstelligt werden. Zu bedauern ist nur, daß der Er—
inder wegen Mangels der erforderlichen Mittel das Patent nicht
elbst ausbeuten kann.

FSchweinfurt. Bei den dermalen stattfindenden Ar—
zeiten zur theilweisen Benutzung des alten Friedhofs für eineu
SZchulhaus⸗Reubau hat sich, wie das „Sch. Tgbl.“ berichtet, ein
jalb verwitterter Grabstein aus alter reichsstädtischer Jeit mit fol⸗
gender Inschrift vorgefunden:

„Mich, Bernhardt Mauler, Stadtknecht, hat
„Dahier verscharrt Schweinfurt die Stadt,
„Vergißt man große Männer hier,

„Wer wird denn fragen einst nach mir?

„— Niemand! Doch dies mich nicht anficht.
„Wenn Gott nur weiß, wo Bernhardt liegt.“

F Der landwirthschaftliche Creditverein für Mittel—
franken vertheilt pro 1879 eine Dividende von 5 Prozent.
Der Umsatz betrug im abgelaufenen Jahre rund 9 Mill. Mark.

4 In dem gemeinderäthlichen Wahlausschreiben des Bürger⸗
neisteramtes Rastattt war u. A. auch die Bemerkung enthalten,
aß sich die Wähler in anständiger Kleidung bei der Wahl einzu⸗
inden hätten. Diese Mahnung hatte den Erfolg, daß Wähler
ius dem Arbeiterstand in Glace und Cylinder erschienen, einige
ogar in Chaisen vorfuhren. In einem nahen Locale waren „an⸗
tändige Kleidungsstücke“ zur Benützung bereit gehalten; auch Stie⸗
elwichser boten ihre Dienste unentgeldlich an.

p Aus München wird die bemerkenswerthe Erscheinung
zerichtet, daß die Zahl der Eheschließungen daselbst von Jahr zu
Jahr abnehmen. Im Jahre 1875 betrng dieselbe noch 2318, im
zahre 1879 aber nur mehr 1621. Dabei ist ein großer Theil
        <pb n="255" />
        der geschlossenen Ehen nur von kurzer Dauer, indem die Eheleute

sich entweder freiwillig oder in Folge von Ehescheidungsprozessen

trennen. Haben die Eheschließungen abgenommen, so hat dafür
in den letzten Jahren die Jahl der Ehescheidungsprozesse in ganz
bedenklicher Weise zugenommen und di— Gerichte stark beschäftigt.

EGur Bequemlichkeit des reisenden Pu—
blikums) beabsichtigt man bei der Anhalter resp. Thüringer Bahn
die in neuerer Zeit öfter besprochenen Restaurationswagen bei Kurier⸗
zügen einzuführen, eine Einrichtung, wie sie auf englischen und
merikanischen Bahnen zum Theil schon lange existirt. Um eine
Ueberfüllung der Restaurationswagen zu verhindern, werden beson⸗
dere Billets zu 30 Pfennig ausgegeben. Der Reisende kann nun
wann es ihm beliebt, sein Koupé verlassen und sich während einer
der bezeichneten Strecken in die Restaurationswagen begeben. Der
Aufenthalt daselbst ist lang genug bemessen, um in Gemächlichkeit
Dunger und Durst stillen zu kdanen. Es wird darauf gesehen
werden, daß die zu liefernden Speisen und Getränke nur in bester
Qualität dargereicht werden. Die neue Einrichtung soll mit dem
. Juli zur Einführung gelangen.

F. In Berlin und auch in anderen Orken siud in der letz—
ien Zeit falsche Fünfmarkscheine zur Verausgabung gelangt.
Die Reichsschuldenverwaltung zu Berlin, an welche solche Falsifikate
zur Begutachtung eingesandt worden waren, hat dieselben mit dem
Roihstempel Falsch“ zurückgegeben, wobei darauf aufmerksam ge⸗
macht wird, daß auf der Vorderseite der Falsifikate innerhalb des
Datums hinter Berlin das Komma und hinter 11. Juli 1874 die
Punkte fehlen, — In Frankfurt sind falsche Fünfzig⸗Pfennigstücke
aus Zink hergestellt im Umlauf.

. Eine geradezu beispiellose Ru chlosigkeit ist in Ber—
in während einer der letzien Nächte der vergangenen Woche in
dem Depot der Großen Beruͤner Pferdebahn in der Brandenburg-
jtraße verübt worden. Trotz Stallwachen haben Diebe sich wäh⸗
cend der Nacht Eingang in die Stallräumlichkeiten verschafft und
den dort stehenden Pferden, ca. 10 an der Zahl, die Schweife
ais auf die Schwanzwurzeln abgeschnitten. Einzelne Pferde sind
dadurch so entstellt, daß sie vom Diensfte ausgeschlossen bleiben
müssen.

F.Galauer.) Auf welchen Ton waren die Posaunen
von Jericho gestinmnt? — Auf D-moll; denn sie haben Alles
- demolirt.

F Ein im Landesgerichtsgefängniß zu Wien kürzlich vor⸗
genommene Untersuchung ergab das überraschende Resultat, daß
ðv einzelnen mit den erforderlichen Mitteln versehenen Sträflingen
schon seit längerer Zeit gelungen war, sich statt der vorgeschriebe⸗
nen einfachen Hausinannskost opulente Mahlzeiten aus einer Re—
tauration, deren Kochbuch einen konfessionellen Anstrich hat, zu
verschaffen. Man kann sich das Erstaunen der Untersuchungs⸗
organe denken, als sie in einer Zelle sogar Champagnerflaschen
fanden. Fideles Gefängniß!

FGin Reiterstückchen.) Der bekannte rohalistische
Abgeordnete Baudry d' Asson hatte am Sonntag in der Pariser
portliebenden Welt die Ehren des Tages. Er war eine Wette
von 10 000 Franks eingegangen, der zufolge er sich verpflichtete,
in der Rennbahn des Industriepalastes, wo seit vierzehn Tagen
eine mit Reit- und Fahrübungen verbundene Pferdeausstellung
tattfand, in zehn Minuten über hundert, 80 Zentimeter hohe
hindernisse, die in einer Entfernung von je drei Metern aufge⸗
ttellt werden sollten, hinwegzusetzen, so zwar, daß er nicht üder
wanzig Schranken umwerfen würde. Eine zahlreiche fashionable
Zuschauerschaft war schon am frühen Vormittag erschienen, um
dem ritterlichen Spiele beizuwohnen. Kurz vor zehn Uhr traͤf der

eunrige Vendeer mit drei Pferden ein, unter denen er seinen Partner
vaͤhlen ließ. Er bestieg das Thier, das man ihm bezeichnete, und
hielt mehr, als er versprochen hatte, denn in neun Minuten war
das angekündigte Reiterstück vollbracht, ohne daß er ein einziges
Hinderniß umgeworfen hätte.
F Neunfacher Mord. In das Wirthshaus des Schenlers
und Kaufmanns Haskel Goldenreich im Dorfe Wysokowysnie
an der galizischrungarischen Grenze kamen Abeuds sechs ungarische
Vauern aus der benachbarten Ortschaft Miskanobit und zechten
dort bis gegen 10 Uhr Nachts. Gleichzeitig waren noch zwei
jüdische Salzfuhrleute mit ihren Wagen dor eingekehrt, um zu
ibernachten. Die Familie des Wirthes und einer der Salzhändler
waren bereits zur Ruhe gegangen und der Wirth forderte die dem
Branntwein fleißig zusprechenden Bauern zum Aufbruche auf.
Fünf derselben entfernten sich, nur Einer, der die Zeche zu begleichen
ibernommen hatte, blieb zurück. Der zweite Salzhändler, dem die
Entfernung der fünf Bauern und das Zurücbleiben eines derselben
verdächtig vorkam, trat, einen Diebstahl befürchtend, an das Fenster,
um nach seinem vor dem Hause auf der Straße stehenden beladenen
Wagen zu sehen. Kaum war er zum Fenster getreten, als er von
rüchkwärts einen wuchtigen Hieb mit einem Beil⸗ auf den Kopf er⸗
hielt, so daß er blutüberstrͤmt und röchelnd umsank. Gleichzeitig
drangen die fünf Bauern mit Schaufeln und Beilen bewaffnet in

die Wohnstube und richteten unter den Anwesenden ein entsetzliches

Blutbad an. Nur zwei von den elf im Hause befindlich gewesenen

Bersonen kamen mit dem Leben davon Ein Hauslehrer, ein

Zalzhändler, die Mutter des Schenkers und drei Kinder blieben

ogleich todt, der Hausknecht verschied nach wenigen Stunden und

die Schankwirthin, sowie ein übernachtender Reisender wurden so
zugerichtet, daß deren Tod stündlich zu erwarten und ein Aufkommen
unmöglich sei. Die Verwundungen sind furchtbare; die Todten
und Verwundeten sind durch die Hiebe mit den scharfgeschliffenen

Beilen und Schaufeln förmlich zerhackt. Der Schenker war im

ersten Augenblick durch das Fenster des Schlafzimmers entsprungen

und eilte hilfeschreiend ins Dorf, ein zehnjaäͤhriger Knabe reilete
sein Leben dadurch, daß er uͤnler das Bett kroch, wo ihn die

Mörder nicht bemerklen. Als die Bauern die Fluchi des Wirthes

entdeckten, verließen sie, ohne den jedenfalls beabsichtigten Raub

ruszuführen, den Schauplatz ihres Verbrechens. Der Umsicht und
dem Pflichteifer sämmtlicher dortiger Sicherheitsorgane gelang es
noch im Laufe des Tages die Uebelthätet festzunehmen. Der

Rädelsführer ist ein 70jähriger Greis uͤnd ehemaliger Pandur.

Hleich beim ersten Verhöre gestanden die Verbrecher ihre Absicht

der Beraubung des Wirthes, von dem sie gehört haben wolllen.

daß er Tags zuvor gegen 1000 fl. für veriauftes Gehreide umd

VKieh eingenommen habe; doch seien sie an der Ausführung des

Raubes durch die Furcht gehindert worden, daß der entflohene

Wirth mit zu Hilfe gerufenen Bauern sie überrasche.
x Aus Banjaluka schreibt man der „Deutschen Zeitung“:
Die Einwanderung nach Bosnien scheint in Fluß zu kommen.
Wir haben längs der Grenze bereits hannoveranische und tyrolische
Colonieen, jetzt erhalten wir auch eine schwäbische. Um Robi
kauften Bauern aus dem Schwarzwald große Grundcomplere, andere
Bründe wurden von den Begs gepachtet und es sind bereits einige
Familien auf ihrem neuen Besitzthum eingetroffen, denen gegen 60
weitere folgen follen. Auch in der Schweiz macht sich eine Agi⸗
tation bemerkbar, die Auswanderung nach Bonien zu leiten; meh⸗
rere Agenten aus Bern und Zürich bereisten vor einigen Tagen
die Gegend um Priedor und Berbir, um Grundkäufe abzuschließen.
Aus der Licca ist die Einwanderung bedeutend, doch können die
armen Liccaner kein Besitzthum käuflich an sich bringen, sondern
sie schließen mit den Begs (große Grundbesizzer) Pachlverträge ab.
Die Regierung begünstigi die Colonisten. Unsere Muhamedanet
Derkaufen und verpachten den Deutschen mit Vorliebe ihre Befitzungen,
vie sich überhaupt ein freundnachbarlicher Verkehr zwischen den
Lingeborenen und den fremden Ansiedletn entwickelt.“ —
F Menschenopfer in Birma. Schlimme Nacheichten kommen
aus Birma. Die Haupistadt des Reiches befindet sich in großer
Aufregung. Englische Blaͤfter berichten, daß dortselbst groze Men⸗
schenopfer stattgefunden haben. Hier ein Auszug. Vorecst meldete
der Standard, die Astrologen in Mandalay behaupteten zir „Be⸗
eitigung übler Einflüsse“ bedürfe es eines großen Menschenopfers.
100 aus allen Klassen der Gemeinde sollen gewählt werden. Die
Phoongyen oder Priester, sollten 100 Personen liefern, und die
übrigen 300 sollten gleichmäßig aus Männern, Frauen und Kindern
hestehen. Es waren zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden,
um eine hinureichende Anzahl von Personen zu haben, aus deren
Mitte die beabsichtigten Opfer gewählt werden koͤnnlen. Die
Phoongyhen. welche bisher von der Opferung befreit waren, ver⸗
ießen höchlich beunruhigt schaarenweise Mandalay. Vor einigen
Tagen wurde dem romisch⸗ katholischen Konvent in jener Stadt ein
Besuch abgestattet, augenscheinlich in der Absicht, um unter den dort
untergebrachten Mädchen einige Opfer zu haschen. Glücklicherweise
vurde der Versuch vereitelt. Ein späteres Telegramm der Daily
NRews aus Rangoon weiß bereils von dem Vollzug der Opferung
zu berichten. Danach wären nicht vierhundert, sondern siebenhunderi
Menschen geopfert worden. Das betreffende Telegramm vom 11.
d. datirt, lautet: „Im Folgenden gebe ich eine Erklärung der Nie⸗
dermetzelungen in Mandalah: Als die Staͤdt gebaut wurde, brachte
man Menschenopfer dar. Ein neuer Monarch wählt sich gewöhn⸗
lich eine neue Hauptstadt. Die bösen Geister sind gereigi, daß bei
dem Regierungsantritte des Konigs Thebaw lein Wechsel der
Hauptstadt statigefunden hat, da vie alten Sühnopfer zu wirken
iufgehört haben, Sie haben die Stadt mi den Blattern heimge-
ucht. Um sie ju besänftigen, erklärten die Asttrologen die Opfer⸗
uing von 700 Menschenleben für nothwendig, Maͤnner, Frauen,
dnaben, Mädchen, Pounhas, Priester und Auslaͤnder. Von allen
vurden je 100, allen Klassen angehörig, unter den Thürmen der
Ztadtmauern lebendig begraben. Ein auf das römisch-⸗ katholische
Konvent ausgeführter Angriff schlug fehl. In Mandalay herrscht
eine schredliche Panik; die Lente verlassen den Ort zu Hunderten.

f Ein eleganter Flaschen verschluß wird mit Thierblase
hergestellt, die man mit einem Firniß überstreicht, nachdem bereits
das Fläschchen damit verbunden, nach wenigem Trocknen des An—
triches mit Bronce — verschiedenster Farben — bestäubt und nach
ölligem Trocknen mittelst eines kleinen Bäuschchens Baumwolle die
iberflüssige Bronce herunterwischt. — E. u E —
        <pb n="256" />
        4 Erxplodirender Staub. Es giebt vielerlei brennbaren
Staub, der sehr gefährlich ist. Zinkstaub z. B. wird in beträcht⸗
lichen Ouantitäten zur Verwendung in mehreren Industriebranchen
importirt. Es ist ein graues Pulver und außerst fein. Man muß
sehr darauf achten, daß es nicht feucht wird; denn wenn Feuchtig⸗
keit mit ihm in Berührung kommt, wobei es schnell oxydirt — ein
Proceß, der mit bedeutender Hervore ufnng von Wärme verbunden
ist — entwickelt sich Wasserstongas das entweicht, und Feuer fangen
kann. Dies mag schon oft die wahre Ursache gewesen sein, wenn
auf Schiffen oder Fabriken auf eine zeheimnißvolle Art Feuer aus⸗
gebrochen ist. Trockener Kohlenstaub in den Minen wird sofort
explodiren, wenn er sich entzündet. Gegen diese Quellen von Un⸗
fällen nimmt man sich aber hier zu Lande nur allzuwenig in Acht.
—A Fabriken von dem Staube zu befreien,
welcher stets in ihrem Innern erzeugt wird; durch Zuführung starker
Luftstromungen kann man aber mit Erfolg ventiliren. Aber sehr
leichtsinnig ist es, wenn Arbeiter in solchen Räumen Tabak rauchen,
in denen man nicht einmal Gas oder Lampen brennen sollte.

— Ney. Techn. —

in Krumbach wurde nach Winnweiler versetzt und der Amitsgerichisschreiber
ari B.Leonhard in Zweibrücken aͤuf ein Jahr in den Ruhestand
versetzt.

— — —— — —
Marktberichte.

Zweibrücken. 22. April. (Fruchinittelpreis und Viciualienmarli.)
Weizen 11 M. 94 Pf., Korn 10 M. A8 Pf., Gerste zweireihige -— M. — Pf.
bierreihige — M. — pf. Spelz — M. — Pf., Spelzkern — M. — Pj.,
Dinkele M. pf. Nischftruyt — M. — Pf. Hafer 7 M. 70 pf.,
Erbsen — M. — Pf., Widen — M.- Pf., Karioffeln 2 M. 40 Pf.,
Heu 8 M 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod l!/ 2 Kilogr. 58 Pf.
ornbrodes seilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Vf. Rindfieisch 1 Oual. 60 Pf. II. Quat. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pj. Schweinefleisch 60 Pf., Butter !/3 Kilogr. 1M., 20 Pf.,
Wein 1VLiter 80 Pf. Vier J Liter 24 Pf.

Homburg, 21 April. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
11 M' 90 Ppf., Vorn 10 M. 13 pf. Spelzkern *- M. — Pj., Spelz 0 M
pf., Gerste Areihige — M. — Pf. G.rste 4Areihige O M. — Pf. Hafer
7 M.' 690 Pf. Mijhirucht 10 M. 50 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
o He. — Pf., Bohnen O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleijch — Pf.
Rindfleisch 50 Pj., Kalbileisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinesleisch
60 Pf., Butter i Pfund 1 M. 20 Pf. Kartoffeln per Cir. 2 M. 80 Pij.

Kaiserslautern, 20 April. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weigen i1 M. 69 Pfi., Korn 8 M. 87 Ppf. Spelztern — M. — Pf. Speli
7 M.67 Pf., Gerste 9O M. 47 Pf., Hafer 7 M. 52 Pf., Erbsen 11 M.
50 Ppf., Wicken 6 M. 48 Ppf., Linsen — M. — pj., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pi. do. 3 Pfd. 409 Pf., Gemischtbrod
Z3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. 1M. — vVi. Eier 2 Stüdk 09 Pf., Kar⸗
haifeln der Tent. 2 M. 40 Pf. Stroh 83 M. — Pf., Heu 2 M. — Pig.

Dienstesnachrichten.

Der Landgerichtsrath Dr. Karl Freyburger in Frankenthal isi
auf ein Jahr in den Ruhestand versetzt, der Oberamtsrichter Otto Le y in
Kusel zum Landgerichtsrath in Franientihal ernannt, der Oberamäisrichter
Arnold v. Günther in Kiserslautern nach Kusel versetzt und der Amts⸗
richter Ferd. Pasch mayr in staiserslautern zum Oberamisrichter befördert,
der Amisgerichtsschreiber Seb. Z ünren in Rodenhausen zum Amisrichter in
staiserslautern ernannt worden. Ferner wurde der 2. Staatsanwalt am
Landgericht Kaiserslautern Aug. Scch ä fer zum Oberamisrichter in Speyer
befördert und der Amtsrichter Jul. Schnmei der zum 2. Staatsanwali
am Landgericht Kaiserslautern befördert. Der Amtsgerichtsschreiber Hel in

Fur die Redaction verantwortlich: F. XR. Demeßz.

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aller Familien blätter.

Der Inhalt der Neuzeit ist interessant und gediegen.

Wochentlich erscheint eine Nummer à 10 Pjennig; dieselbe enthäli 8 große Bogen Text; jede
Wochennummer ist auch einzeln zu ha ben!

Vierteljährlich kostet die Neuzeit V — wöchenil'ch eine Nummer — nur 1 Mark. — Das erste
Quartal beginnt mit dem 1. October 1879.

Zweiwochentlich ericheint ein Heft (* 6 Bogey) à 25 Pfennig; jedes Heft à 25 Pfennig ist auch
einzeln zu haben!

Vierwocheutlich erscheint ein Doppelheft (S 12 Bogen) à 50 Pfennig; jedes Doppelheft a 50 Pf.
ist stets auch einzeln zu heben!

Die Neuzeit bietet eine solche Fulle von spannenden Romanen und Novellen, anmuthigen Gedichten,
humoriftischen Kleinigkeiten, zeitgemöüßen Plaudereien ꝛc, daß ein Jeder, wenn er die Neuzeit durchblättert,
Astaum ist, solche Gediegenheit mit soviel Abwechselung und Reichhautigkeit vereint vor sich zu sehen! — Leser,
wie Leserin werden sich durch die gefällige, elegante und doch volksthüniliche Form der Darstellungsweise gleich
mächtig und gleich lebhaft gefefselt finden!
el 7 Vezus der Neuzeit, Lesehalle für Alle, fünfter Jahrgang, ist für Jeden sehr einfach, jehr leicht uad
ehr billig:

Die Neujzeit ist zu haben:

durch die Post in 18 Wochennummern für 192 Mart vierteljährlich. —

durch jede Buchhandlung —— d Pfennig!

durch jede Journal⸗Erxpedition in Hefter 525, Ffennig

durch jede Zeitungs⸗E pedition in Doppelheften à 50 Pfennige!

1 — in 13 Wochennummern für 1144 Mark vierteljährlich!
Die Berlagshandlung von Werner Große in Berlin. 8W. Besselsiraße 17.

4

]
It der Zustand
eines Leidenden auch besorg⸗
mrerregend oder jscheindar hoffnungs⸗
los, so wird er aus dem Buche
Fraftische Winte für Kranke“ neue
Zoffnung schopien u volles Vertrauen
u einem Heilprincip gewinnen, wel⸗
Hes sich rurch große Einfachhelt,
ganz besonders aber durw nach⸗
weisbare Wirksamkeit au⸗
T. CÜXa, — B;: Praktisch⸗
in ke für KRrankeo
Ibaedructten Briefe gluclich Ge⸗
zeilter beweisen, daß selbst solche
aͤrante noch die ersehute Heilung
fanden, welche anderweitig vergeblich
Hilfe juhten. Obiges Buch kann
daher allen Leidenden wärmstent
emoseblen werden, umsomebr als auf
Dunsch die Cur brieflich und unent⸗
geltlich durch einen praftischen Arjt
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von 20 VPf. u beriehen durch Th.
Hohenleitner in Leinzig und VBalel

Trnd und Terlag von F. X —A
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 17.
        <pb n="257" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der Et. Jugberter Auzeitzer ünd das (2 mal woͤcheutlich mit dem daustblatle verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöͤchenilich viermal: Dieustag Dounerstaa, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

α»ο einschliehlich Tragerlohn; durch die Post berogen 1 4 60 B, einschließlich 10 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 J, von Auswaͤrts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Vlattschritt ober deren Naum, Neclamen mit 830 4 pro Zeile berechnet.
Ac
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— ——

— — ⸗

Sonntag den 25. April —MG 1880.
Deutsches Reihh.

Der Reichstag setzte am Donnerstag die zweite Berathung
des Wuüchergesetzes fort. Zu 8 3 haͤtte Abg. Reichensperger
(Centrum) den Antrag gestellt, daß das Recht der Rückforderung
der Vermögensvortheile, welche der Schuldner dem Wucherer ge—
leistet hat, nach Ablauf von 8 Zahren (Lasker hatte 8 Jahre be⸗
antragt) erloͤschen soll. Bei der Abstimmung wurde 83 nach dem
Vorschlag der Commission mit dem Reichensperger'schen Antrag an⸗
genommen. — Dann folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs
über Unterstützung der „deutschen Seehandelsgesellschaft“ (welche
die Besitzungen der fallirten Firma Godeffroh auf den Samoa—
Inseln übernehmen will). Reichsschatzsekretär Scholz und Abg.
Fürst Hohenlohe-⸗Langenburg befürworten den Gesetzentwurf, der
von Bamberger scharf angegriffen wixd. Die Debatte darüber
wurde dann auf die nächste Sitzung vertagt.

Durch den jetzt dem Bundesrath zugegangenen Gesetzentwurf
haben sich die seit Monaten verbreiteten Angaben über die beab⸗
sichtigte Einführung einer Wehrsteuer bewahrheitet. In parla⸗
mentarischen Kreisen wußte man bor einiger Zeit bereits, daß der
Entwuürf den Regierungen zur Begutachtung zugegangen und dort
mancherlei Bedenken begegnet sei. Man wollte ferner wissen, daß
der Ertrag damals auf“ 17 Millionen veranschlagt und dazu be—
stimmt war, den Mehraufwand durch die jetzt angenommene Mili—
r⸗Növelle zu decken. Wie weit diese letzteren Angaben zutreffen,
bleibe dahingestellt. Jetzt wird behauptet, der Entwurf veranschlage

den Ertrag der Wehrsteuer auf rund 10 Millionen Mark. Be—
teuert werden nach den jetzt umlaufenden Angaben alle Dienst⸗
pflichtigen, welche ausgemustert oder ausgeloost, der Ersatzreserve
.noder 2. Classe zugewiesen werden, oder vor Ablauf der Dienst⸗
flicht aus dem Nilitärdienst ausscheiden. Alle solche Personen
ahlen ohne Unterschied zwölf Jahre hindurch erstens eine feste
Steuet von 4 M., ferner eine Einkommen- bezm. Classensteuer,
nämlich bei einem Einkommen von 6000 M. 8 pCt., bei einem
ewen unter 6000 Mark einen geringeren Procentsatz. So
angel der von der Militärpflicht befreile unselbstständig und ohne
nt icð Einkommen ist, sind diejenigen, wege gu seiner Unterhalt⸗

herpflichtet sind, auch verpflichtet, die teuer zu tragen. Dat

soll schon mit dem 1. Ockober d. J. in Kraft treten. Das
viirde, voraussetzen, daß es der Reichstag noch in dieser Session
erledigt. (K. 3)5 —

Der Bundesrath hat am Donnerstag die Anträge der Refe⸗
wenfen zur Revision der Geschäftsordnüng in erster Berathung miut
wenigen Aenderungen angenommen.

der officiösen „Provinz.e Corresp.“ zufolge gedachte der Kaiser
un 24. April sich nach Wiesbaden zu begeben und dort etwa
dis zum 9. Mai zu verweilen.

Ausland.

Der österreichische Consuin Scutari meldet, daß die
albanesischen Häuptlinge beschlossen hötten, fich mit Gewalt auch
»r Ahtretung der (durch die neue Convention bestimmten) türkischen
Bezirke an Monhenegro zu widersetzen.

Aus Paris schreibt man der „Köln. Ztg.“: „Der Graf von
Haris befindet sich im Augenbud in Goritz beim Grafen von Cham-
gord! Wie es heißt, soll dort ein Plan ausgebrütet werden, um
zie Republick über den Haufen zu werfen. Daß man Ernst machen
will, geht daraus hervor, daß der Graf von Chambord im Augen⸗
ig versucht eine Anleihe von 20 Millionen zu machen, da ohne
Jeld in Frankreich nichts anzufangen ist. Die Prinzen von Or—
segns sind sehk reich und koönnten die Gelder liefern; sie sind aber
ilis zit geizig bekannt, daß der Graf von Chambord auch nur
daran gedacht hätte, sie in Anspruch zu nehmen. Sehr zweifel⸗
haft ist es, daß diese neue Anstrengung des „Roy“ Erfolg haben wird.

Die französische Depunrtetamnier wurde am Dienstag

vleder eroffnet, voch ist es bi⸗ jetzt dort sehr still geblieben.

Madrid, 22. April. Ver pästliche Nuntius verlangte von

Sphnien ein Ajyl für die Jesuiten', die aus Frankreich bertrieben
outben. Minifter Canodas versprach, einer bestimmten Anzahl un⸗
»hinderten Aufenthalt in Spanien, ausgenommen in den baskischen
Zrovinzen, zu gestatten

An die türkischen Armee- und, Marine- Lieferanten machen
Strike. Da absolut kein Geld vorhanden ist, so ist zu befürchten,
)aß die Lieferungen von Vorrathen fuͤr die Ninee eingestellt werden!
WVermischtes.

rIn Niederauerba ch wurde am 20. d. M. ein Denk—
nal zu Ehren der im Kriege von 187071, Gefallenen errichiet.
—Ebenso beabsichtigt der Kriegerverein von Pirmasens den im
roßen Kriege Gefallenen ein Denkmal zu setzen.
.. Die Kammgarnspinnerei Ka iserslautern hat für die
fälz. Ausstellung von Lehrlingsarbeitlen 100 M. gespendet. Der
Fintritispreis für die Ausstellung beträgt für Erwachsene 50 Pfg.,
ür Kinder 20 Pfg.; Abonnementskartten auf die ganze Dauet
osten 1 M. 50 pfg. *

. Aus Hagen bach werden dem „Fr. T.“ folgende Fälle
ibscheulicher Rohheit berichtet: Einem Herrn Kaufmang Bumllet
ehörigen Pfau wurde ein Fluͤgel gänzlich abgeschnitten und ein
Fuß durch Messerstiche verletzt. — Ein Bube, Sohn reicher Eltern,
iagelte eine lebende junge Katze an das Scheuerthor uod zog sie
i. Dasselbe Früchtchen stieß inem geflügeltem und noch Jebenden
Raben einen glühenden Schürhaken in den Rachen. Gewiß schlecht
rzogene Buben! Und was soll aus solchen Kerlen später werden?

Vor einigen Tagen wurde in einer Sitzung des Frankfur—
er Amisgerichts prinzipiell die Frage der Feierabendstunde entschie⸗
den. Eine große Anzahl Wirthe schlossen Nachts 11 Uhr. die
Wirthschaft, um sie 121 Uhr nach Mitternacht unter dem Vorge⸗
ꝛen, es sei jetzt ein neuer Tag augebrochen, wieder zu difnen.
ẽs vergingen Strafverfügungen in der Höhe von 15 — 20 Mi
das Urtheu erklärt, daß wenn eine Wirihschaft dem Feierabend⸗
wang unterliegt, sie um 11 Uhr geschlossen und bis zum anderen
Tag, Sommer um 8 Uhr uͤnd Winter um 6 Uhr, gesperrt bleiben muß.

FIn Berlin wurde am 20. d. M. eine große internau—
ionale Fischerei⸗Ausstellung eröffnet, die sich außerordentlicher An⸗
rtennung zu erfreuen hal, Die, jieisten uropäischen und außer
uropäischen Staaten haben Vertreier zur Ausstellung nach Berlin
— asiatischen Staaten Japan und China haben

zie, höchste Auszeichnung für ihre Ausstellung erhalten. Die Ein⸗
— der Ausstellung ist außeroxdenilich gelungen und gibt Hoff⸗
iung auf einen großen Erfolg derselben. 1*—

Das Ausbleiben des englischen Schulschiffes Atalanta“
vird immer bedenklicher, und der Glaube, daß es mit Mann und
Maus zu Grunde gegangen, verstärkt sich.

Dier -nachrichten.
Der Amisrichter Jul. Schneider in Pirmasens wurde zum azweiten
Staatsanwalt am Landgericht Kaiserslautern besordert.
— — . — — — —
— Fur die Redaction verantwortlich: F.

— ——
Oberhauser's Saal
Heutt Sonntag s uUhr u
die Mitglieder des 4A.R.V.
ind geehrte Subsribenten:

Dr. Waltemath's

Vortrag:
Leben und Wirken der Deut—
chen in Nordamerika.“ (Nach
Zeobachtungen und eigenen Er—
ebnissen.)

NB. Man ersucht um pünkt⸗-
iches Erscheinen und bittei, nach
Beginn des Vortrages vor der
dause nicht einzutreten. An—
ang kurz nach 5 Uhr.

Eine Wieße im Almen und
in Kleeftück im Roth hat
u verpachten

Mich. Gaas.

Unterzeichneter

ingt sein Lager in

re und 7airplat⸗

ten sowie Dachfalzziegel ia.

Qualität, billigste Preise, in
empfehlende Erinnerung.

Die besten Zeugnisse für die
Zualität obiger Waare, von Ar—
hitekten und Baumeister, kön⸗
nen bei mir eingesehen werden.

Joseph Hellenthal,
—X
Warnung.

Ich ersuche hiermit Jedermann
neinem Sohne Joseph auf
neinen Namen weder eiwas zu
»orgen oder zu leihen, indem
h keine Zahlung für denselben
aiste MMaenqes
        <pb n="258" />
        0 * *
Licitation—

Mittwoch, den 12. Mai 1880,
Vormittags 10 Uhr, zu Ens⸗
heim in der Wirthschaft von
Heinrich Fries, werden durch
den unterzeichneten hiezu gericht-
lich beauftragten kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, die
nachstehend beschriebenen Liegen—
schaften, im Banne von Ensheim,
der Abtheilung wegen öffentlich
zu Eigenthum versteigert, nämlich:

. Pl.-Nr. 8183, 2 à 40 qm

Wiese in den jungen Eichen;
2. Pl.-Nr. 4459, 14 70 qm
und Pl.Nr. 4467, 1 4
70 qm Wiese in den Bin⸗
sengärten;
Pl.Nr. 6526, 15 a Acker
in der Kindelsbach;
Pl.⸗Nr. 2090, 18 4210
q¶m Acker am Geisenrech;
Pl.⸗Nr. 2162, 27 a 30
qm Acker allda;
Pl.⸗«Nr. 2550, 9 a 20 qm
Acker hinter der Ziegel—
ahnung;
Pl.-Nr. 32442, 13 a
30 qm Acker in der Dumpf;
Pl.⸗Nr. 3373, 74 20 qm
und Pl.⸗-Nr. 3573!2, 7 a
20 qm Wiese in den Zehe⸗
morgen.

Figenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
in Ensheim verlebten Dosen⸗
nacherseheleute Nikolaus Fleisch
ind Anna Barbara Adt, als:

1) Franz Xaver Fleisch, Fa⸗
rikarbeitfer in Großbliftersdorf:

2) Johann Fleisch, Schlosser
in Ensheim;

38) Katharing Fleisch, Ehefrau
yon Leopold Blaes, Mechaniker
daselbst;

4) Die Kinder und Reprä—

entanten der verlebten Gertrauda
Fleisch, weiland Ehefrau von
zhilipp Avila, pensionirten
Zoll⸗Obercontroleur, als:
a. Ernst, b. Wilhelmine, ec.
deonore und d Marie Magda⸗—
ena, welche ihren Vater als
Vormund und den genannten
Johann Fleisch als Nebenvor⸗
nund haben;

5) Nikolaus Fleisch, Buch—
jalter in Forbach;

6) Henriette Fleisch, ledig,
zroßjährig in Ensheim;

7) Das einzige Kind und
Repräsentant des verstorbenen
Fridolin Fleisch, weiland Fabrik—
irbeiter in Ensheim, Namens
Denriette Fleisch, welches seine
Nutter Marie Hofmann,
Ehefrau zweiter Ehe von Joseph
Jungfleisch, Fabrikarbeiter

daselbst, als gesetzliche Vormün⸗
derin, den Letzteren als Mit—
vormund und den genannten
Johann Fleisch, als Nebenvor—
nund hat.

St. Ingbert, 23. April 1880.

Sauer, k. Notar.

Verkragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 29. April
880, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Ferdinand
Oberhauser, auf Betreiben von
VBictor Graffsion, Rentner da⸗
selbst, Gläubiger, gegen die
Wittwe und Kinder des daselbst
»erlebten Bergmanns Nicolaus
Ochs, als Anna Marie Horn⸗
herger, Jakob und Nicolaus
Ochs, Schuldner

wird durch den unterzeichneten
kgl. Notar Sauer in St. Ing—
hert, die nachstehend beschriebene
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver—
teigerung öffentlich zu Eigen—
hum versteigert:

Pl.«Nr. 45454, 12 a

10 qm Fläche, Wohnhaus,

Hof, Garten und Ackerland

im Gänsflürchen an der

aiserstraße zu St. Ing—

bert neben Johann Uhl
und Nikolaus Rohe.
St. Ingbert, 12. April 1880.

Sauer, k. Notar.

Unterzeichneter hat noch für
die diessaͤhrige Heu- und Ohmet⸗
ernte ein Beet Wiese in den
Stegwiesen hinter meinem Garten
und zwei Beet Wiese am Ei—
chertsbrunnen zu verpachten.
Auch hat derselbe noch ca.
100 Etr. Heu und Ohmet
zu verkaufen.
St. Ingbert im April 1880.
P. Schmidt.
Alschweiler Ziegeln
und Backstein verkauft
Jac. Stief.

Fortlausende Nummern. Keine
Serien.
Nux Geldgewiunste.
S-Um allen Mißverständ⸗
issen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung, die sjämmtlichen
100, 000 Nunimern in ein Rad
unde die 5000 Gewinne in eir
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des 'pfälzischer
Gewerbemuseums.
Preis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. Octobor
1880.
Hauptgewinne von Aa 80,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
1uT20 Loose einm Baur
gewinmn.
Bestellungen sind zu richten an
die General-Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein

Englische Fußboden⸗
Oelsackfarbe.
Haltbarstes Fabrikat, zum

Selbst-Lackiren der Fußböden,

trocknet in einigen Stunden hart

und glänzend.

Niederlage bei

Philipp Klinck.

—Der Unterzeichnete hat
Vormundschaftsgelder bis zu
3000 Mark gegen erste Hy⸗
vothek auszuleihen.

Bauer, Stiadischreiber

*

n

2

—

3*

n 7
1

x
I 0.
⸗
—V ——

XV
Das Confections-Haus
beste und billigste Einkaufsquelle an der Saar
L BVIINSXI

—
i
*
J qJ

*

J
aotstraße

St. Johann aZaa
mofieblt reichhaftigste Auswahl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison, als wie:
Herren- und Knaben-Kleider jeden Genre
Damen- und Mädchen⸗Mäntel,
Jupons, Morgenröcke, Kinder-Costumes
sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel
zu bekannt billigsten Vreisen.

*
—X
üine
2
—

1

Anawalblternoen bereitwilliast.

Umtauich noch innerhalb4 Wochen.

—8

—

Man bittet auf Namen und Haus⸗
Nummer 7Añ M au achten.

Bei Einkäufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Mk. 50 das Retourbillet im Umkreis
von 10 Stunden veraütet.

—
——
— — — — —— — — —
Fruck und Verlaa von F. X. Demes in St. Ingbert.
C.ιlas α ιι

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        St. Ingberker AAnzeiger.
Der Et. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B eiuschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
miit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschri't oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 66.

Sonntag den 25. Aproi
18s0O.
Deutsches Reich.

Der Reichstag setzte am Donnerstag die zweite Berathung
des Wuchergesetzes fort. Zu Z83 hatte Abg. Reichensperger
(Centrum) den Antrag gestellt, daß das Recht der Rückforderung
der Vermögensvortheile, welche der Schuldner dem Wucherer ge—
leistet hat, nach Ablauf von 5 Jahren (Lasker hatte 3 Jahre be—
antragt) erlöschen soll. Bei der Abstimmung wurde 8 3 nach dem
Vorschlag der Commission mit dem Reichensperger'schen Antrag an—
zenommen. — Dann folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs
über Unterstützung der „deutschen Sechandelsgesellschaft“ (welche
die Besitzungen der fallirten Firma Godeffroh auf den Samoa⸗
Inseln übernehmen will). Reichsschatzsekretär Schelz und Abg.
Fürst Hohenlohe-⸗Langenburg befürworten den Gesetzeutwurf, der
von Bamberger scharf angegriffen wird. Die Debatte darüber
wurde dann auf die nächste Sitzung vertagt.

Durch den jetzt dem Bundesrath zugegangenen Gesetzentwurf
jaben sich die seit Monaten verbreiteten Angaben über die beab—
jichtigte Einführung einer Wehrsteuer bewahrheitet. In parla—
mentarischen Kreisen wußte man vor einiger Zeit bereits, daß der
Entwurf den Regierungen zur Begutachtuüng zugegangen und dort
mancherlei Bedenken begegnet sei. Man wollie ferner wissen, daß
der Ertrag damals auf 17 Millionen veranschlagt und dazu be—
stimmt war, den Mehraufwand durch die jetzt angenommene Mili—
lär⸗Novelle zu decken. Wie weit diese letzteren Angaben zutreffen,
bleibe dahingestellt. Jetzt wird behauptet, der Entwuͤrf veranschlage
den Ertrag der Wehrsteuer auf rund 10 Millionen Mark. Be—
teuert werden nach den jetzt umlaufenden Angaben alle Dienst-
oflichtigen, welche ausgemustert oder ausgeloost, der Ersatzreserve
i. oder 2. Classe zugewiesen werden, oder vor Ablauf der Dienst⸗
oflicht aus dem Militärdienst ausscheiden. Alle solche Personen
ahlen ohne Unterschied zwölf Jahre hindurch erstens eine feste
Steuer von 4 M., ferner eine Einkommen- bezw. Classensteuer,
naämlich bei einem Einkommen von 6000 M. 3 pCt., bei einem
Einkommen unter 6000 Mark einen geringeren Procentsatz. So
ange der von der Militärpflicht befreite unselbstständig und ohne
eigenes Einkommen ist, sind diejenigen, welche zu seiner Unterhalt⸗
ung verpflichtet sind, auch verpflichtet, die Steuer zu tragen. Das
Besetz soll schon mit dem 1. October d. J. in Kraft treten. Das

würde voraussetzen, daß es der Reichstag noch in dieser Session
erledigt. (K. Z3.)

Der Bundesrath hat am Donnerstag die Anträge der Refe—
renten zur Revision der Geschäftsordnung in erster Berathung mit
wenigen Aenderungen angenommen.

Der officiosen Provinz.Corresp.“ zufolge gedachte der Kaiser
am 24. April sich nach Wiesbaden zu begeben und dort etwa
bis zum 9. Mai zu verweilen.

Ausland.

Der österreichische Consul in Scutari meldet, daß die
albanesischen Häuptlinge beschlossen hetten, sich mit Gewalt auch
der Abtretung der (durch die neue Convention bestimmten) türkischen
Bezirke an Montenegro zu widersetzen.

Aus Paris schreibt man der „Köln. Ztg.“: „Der Graf von
Paris befindet sich im Augenblick in Goritz beim Grafen von Cham⸗
zord! Wie es heißt, soll dort ein Plan ausgebrütet werden, um
die Republick über den Haufen zu werfen. Daß man Ernst machen
will, geht daraus hervor, daß der Graf von Chambord im Augen⸗
olick versucht eine Anleihe von 20 Millionen zu machen, da ohne
Hheld in Frankreich nichts anzufangen ist. Die Prinzen von Or—⸗
eans sind sehr reich und könnten die Gelder liefern; sie sind aber
ils zu geizig bekannt, daß der Graf von Chambord auch nur
daran gedacht hätte, sie in Anspruch zu nehmen. Sehr zweifel⸗
zaft ist es, daß diese neue Anstrengung des „Roy“ Erfolg haben wird.

Die französische Deputirtenkammer wurde am Dienstag
vieder eröffnet, doch ist es bis jetzt dort sehr still geblieben.

Madrid, 22. April. Der pästliche Nuntius verlangte von
Spanien ein Asyl für die Jesuiten', die aus Frankreich vertrieben
vürden. Minister Canovas versprach, einer bestimmten Anzahl un⸗
gehinderten Aufenthalt in Syanien, ausgenommen in den baskischen
Provinzen, zu gestatten

Die türkischen Armee- und Marine-Lieferanten machen
Strike. Da absolut kein Geld vorhanden ist, so ist zu befürchten,
aß die Lieferungen von Vorräthen für die Armee eingestellt werden.
Vermischtes.

In Niederauerbach' wurde am 20. d. M. ein Denk⸗
nal zu Ehren der im Kriege von 1870,71 Gefallenen errichtet.
—Ebenso beabsichtigt der Kriegerverein von Pirmasens den im
——

. Die Kammgarnspinnerei Kaiserslautern hat für die
fälz. Ausstellung von Lehrlingsarbeiten 100 M. gespendet. Der
tintrittspreis für die Ausstellung beträgt für Erwachsene 50 Pfg.,
ür Kinder 20 Pfg.; Abonnementskarten auf die ganze Dauect
osten 1M. 50 Ppig.

f.Aus Hagenbach werden dem „Fr. T.“ folgende Fälle
ibscheulicher Rohheit berichtet: Einem Herrn Kaufmann Bumiller
jehörigen Pfau wurde ein Flügel gänzlich abgeschnitten und ein
Fuß durch Messerstiche verlezt. — Ein Bube, Sohn reicher Eltern,
iagelte eine lebende junge Katze an das Scheuerthor uod zog sie
ib. Dasselbe Früchtchen stieß einem geflügeltem und noch lebenden
Raben einen glühenden Schürhaken in den Rachen. Gewiß schlecht
rzogene Buben! Und was soll aus solchen Kerlen später werden?

Vor einigen Tagen wurde in einer Sitzung des Frankfur—
er Amtsgerichts prinzipiell die Frage der Feierabendstunde entschie⸗
en. Eine große Anzahl Wirthe schlossen Nachts 11 Uhr die
Virthschaft, um sie 1214 Uhr nach Mitternacht unter dem Vorge⸗
nen, es sei jetzt ein neuer Tag augebrochen, wieder zu öffnen:
ẽs vergingen Strafverfügungen in der Höhe von 15 — 20 Mk.
das Urtheil erklärt, daß wenn eine Wirthschaft dem Feierabend⸗
wang unterliegt, sie um 11 Uhr geschlossen und bis zum anderen
Tag, Sommer um 5 Uhr und Winter um 6 Uhr, gesperrt bleiben muß.

F In Berlin wurde am 20. d. M. eine große interna—
iionale Fischerei⸗Ausstellung eröffnet, die sich außerordentlicher An⸗
erklennung zu erfreuen hat. Die meisten europäischen und außer⸗
»uropäischen Staaten haben Vertreter zur Ausstellung nach Berlin
gesendet. Die beiden asiatischen Staaten Japan und China haben
die höchste Auszeichnung für ihre Ausstellung erhalten. Die Ein—
ichtung der Ausstellung ist außerordentlich gelungen und gibt Hoff⸗
iung auf einen großen Erfolg derselben.

Das Ausbleiben des englischen Schulschiffes Atalanta“.
vird immer bedenklicher, und der Glaube, daß es mit Mann und

Maus zu Grunde gegangen, verstärkt sich.
Ner achrichten.
Der Amtsrichter Jul. Sien eiber. in Pirmasens wurde zum zweiten
Staatsanwalt am Landgericht Kaiserzlautern befördenn
Fur die Redaction verantwortlich:
Oberhauser's Saal.

Heute Sonntag 5 Uhr für
die Mitglieder des 4.L.V.
ind geehrte Subsribenten:

Dr. Waltemath's

Vortrag:
Leben und Wirken der Deut⸗
chen in Nordamerika.“ (Nach
Zeobachtungen und eigenen Er—⸗
ebnissen.)

NB. Man ersucht um pünkt—
iches Erscheinen und bittet, nach
zeginn des Vortrages vor der
hause nicht einzutreten. An—
ang kurz nach 5 Uhr.

Eine Wiese im Almenl umd
iin Kleestück im Roth hat
zu verpachten

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nen bei mir eingesehen werden.

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Ich ersuche hiermit Jedermann
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horgen oder zu leihen. indem
ch keine Zahlung für denselben
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        82 9
Licitation.
Mittwoch, den 12. Mai 1880,

Vormittags 10 Uhr, zu Ens—

heim in der Wirthschaft von

Heinrich Fries, werden durch

den unterzeichneten hiezu gericht—

lich beauftragten kgl. Notar

Sauer in St. Ingbert, die

nachstehend beschriebenen Liegen⸗

schaften, im Banne von Ensheim,

»er Abtheilung wegen ffentlich

u Eigenthum versteigert, nämlich:

Pl.-Nr. 813, 2 a 40 qm
Wiese in den jungen Eichen;
Pl.sNr. 4459, 1a 70 qm
und Pl.⸗Nr. 4467, 1 4
70 qm Wiese in den Bin⸗
sengärten;

Pl.Nr. 6526, 15 a Acker
in der Kindelsbach;
Pl.-Nr. 2000, 18 4 10
Im Acker am Geisenrech;
Pl.«Nr. 2162, 27 a 30
qm Acker allda;

Pl.⸗Nr. 2550, 9 a 20 qm
Acker hinter der Ziegel—
ahnung;

Pl.⸗Nr. 32442, 13 a
30 qm Acker in der Dumpf;

Pl.sNr. 3573, 7a 20 qm

uind Pl.«Nr. 35732, 7 a

20 qm Wiese in den Zehe⸗

morgen.

Figenthümer sind:

Die Kinder und Erben der
in Ensheim verlebten Dosen—
nacherseheleute Nikolaus Fleisch
ind Anna Barbara Adt, als:

1) Franz Xaver Fleisch, Fa—
hrikarbeiter in Großblittersdorf:

*2

2) Johann Fleisch, Schlosser
in Ensheim; *
3) Katharina Fleisch, Ehefrau
—XDDD
zaselbst;
4) Die Kinder und Reprä—
entanten der verlebten Gertrauda
Fleisch, weiland Ehefrau von
Zhilipp Avila, pensionirten
Zoll⸗Obercontroleur, als:
a. Ernst, b. Wilhelmine, e.
Leonore und d Marie Magda⸗—
ena, welche ihren Vater als
Kormund und den genannten
Fohann Fleisch als Nebenvor—
nund haben;
5) Nitolaus Fleisch, Buch—
jalter in Forbach;
6) Henriette Fleisch, ledig,
zroßjährig in Ensheim;
7) Das einzige Kind und
sepräsentant des verstorbenen
Fridolin Fleisch, weiland Fabrik—
irbeiter in Ensheim, Namens
Henriette Fleisch, welches seine
Mutter Marie Hofmann,
Ehefrau zweiter Ehe von Joseph
Jungfleisch, Fabrikarbeiter
daselbst, als gesetzliche Vormün—
derin, den Letzteren als Mit—
»ormund und den genannten
Johann Fleisch, als Nebenvor—
mund hat.
St. Ingbert, 23. April 1880.
Sauer, k. Notar.
Der Unterzeichnete hat
A
3000 Mark gegen erste Hy⸗
pothek auszuleihen.

Bauerx, Stadischreiber.

—R

A

—XXCXEX

—A—
.—

Verlragsmäßige
Wiederversteigerung.
Donnerstag, den 29. April
1880, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Ferdinand
Oberhauser, auf Betreiben von
Victor Grafsion, Rentner da⸗
selbst, Gläubiger, gegen die
Wittwe und Kinder des daselbst
derlebten Bergmanns Nicolaus
Dchs, als Anna Marie Horn⸗
berger, Jakob und Nicolaus
Dchs, Schuldner

wird durch den unterzeichneten
igl. Notar Sauer in St. Ing—
bert, die nachstehend beschriebene
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver—
teigerung öffentlich zu Eigen—
hum versteigert:

Pl.«Nr. 454514, 12 a

10 qm Fläche, Wohnhaus,

Hof, Garten und Ackerland

im Gänsflürchen an der

Kaiserstraße zu St. Ing—

bert neben Johann Uhl

und Nitolaus Rohe.
St Ingbert, 12. April 1880.

Sauer, k. Notar.

Unterzeichneter hat noch für
die diesjährige Heu-und Ohmet—
ernte ein Beet Wiese in den
Stegwiesen hinter meinem Garten
und zwei Beet Wiese am Ei—
hertsbrunnen zu verpachten.

Auch hat derselbe noch ca.
100 Etr. Heu und Ohmeit
zu verkaufen.

St. Ingbert im April 1880

P. Schmidt.
Alschweiler Ziegeln
und Backstein verkauft
Jac. Stief.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Slillm allen Mißverständ⸗
zissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfälzischen
Gewerhemuseums.
PUreis des Fooses 3 Mark.
Ziehung am 25. Octobor
1880.
Haupigewinne von 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
AuT20 Loone ein Baur
gewinnm.
Bestellungen sind zu richten ar
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein

Englische Fußboden⸗

GelCackfarbe.

Haltbarstes Fabrikat, zum
Selbst⸗Lackiren der Fußböden,
trocknet in einigen Stunden hart
und glänzend.

Niederlage bei

Vhilipp Klinck.

*
Jr
5320—

Xs
3
Das Confoctions-Haus

beste und billigste Einkaufsquelle an der Saar
146 * T
i I BYITINS

2146 2 7
kubofstraße
St. Johaun a. Zaart
empfiehlt reichhaltigste Auswahl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison, als wie:
Herren- und Knaben-Kleider jeden Genr⸗e⸗
Damen⸗- und Mädchen-Mäntel,
Jupons, Morgenröcke, Kinder-Costumes
sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel
zu bekannt billigsten Preisen.

Ausßswoblsendungen bereitwilligst.

Umtaußch noch innerhalb4 Wochen.

Man bittet auf Namen und Haus—⸗
Nummer 146 u achten.

Bei Einkäufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Mik. 50 das Retourbillet im Umkreis
von 10 SZtunden vernütet.

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v.
—
4
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J
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—383
4
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4*

—

—XX

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— 8
A
Lruck und Verlag von ix. x. Demez in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagoblatt“ MNr.

17.
        <pb n="261" />
        ir
x
n
St. Ingberler Anzeiger.

4
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptorutte verhundene Unterhaltungsbtatt. (Sonntags mit illustrirter Beie

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntaq. Dder Abonnementovreis veträgt vierteliabrlich

AM A0 A eiuschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 A Zustell ebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 A für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Rum, Meclamen mif 80 A pro Keile berechnet.
4 6f. — Dienstag den 27. April 1880.
DSDeutsches Reich.

Muünchen, 24. April. Der Inspector der Artillerie und
des Trains, General der Infanterie, Graf v. Bothmer, beabsichtigt
wie in militärischen Kreisen verlautet, seinen Abschied zu nehmen
und soll Generalmajor v. Fries des ersteren Stelle erhalten; Oberst
v. Sauer, Commandant des 2. Fuß-⸗Artillerie-Regiments, soll Ge—
aeralmajor werden.

Plünchen. Das auf 24. April anberaumt gewesene Georgi—
Ritterfest wurde wegen Unwohlseins S. M. des Königs abgesagt.
Dasselbe sollte gestern stattfinden.

Die Kammerausschüsse für die vier Steuergesetzentwürfe werden,
wie auf das bestimmteste mitgetheilt wird, nicht auf Anfang
Juni einberufen, wie das früher beabsichtigt war; die Staatsre⸗
gierung hat vielmehr jetzt die Absicht, die Ausschüsse erst einige
Tage vor dem Wiederzusammentritt der Kammern in Berathung
treten zu lassen. Die Kammern selbst werden auf Ende Juni oder
Anfang Juli einberufen werden.

Am 24. April nahm der Reichstag die erste Lesung der
Rovelle zum Münzgesetz vor, wonach auf den Kopf der Bevöl⸗
kerung künftig 2 M. Silbermuünzen mehr geprägt werden sollen,
als bisher, also 12 M. statt 10 M.

Der Reichstag wählte an Stelle des ausgeschiedenen Abg.
ZAlugmann den pfälzischen Abgeordneten Buhl (Kusel-Hom—
urg) zum Schriftführer.

Die Gewerbeordnungs-Commission des Reichstags hat durdh
mündlichen Bericht nun auch den letzten und wichtigsten Theil ihrer
Aufgabe erledigt. Die Revision des Titels 6 der Gewerbeordnung.
die Entwickelung der Innungen betr., wird von ihr als nothwendig
erlaunt, und bezeichnet die Commission die Gesichtspunkte, von
welchen dabei auszugehen sei. Unter anderem sollen die Landes—
behörden die Normativbestimmungen für die Bildung neuer oder
die Umwandlung schon bestehender Innungen erlassen, auch fest⸗
jetzen, unter welchen Voraussetzungen die Uebertragung besonderer
Befugnisse (Leitung von Fachschulen, Abnahme von Gesellen⸗ und
Meisterprüfungen, Aufsicht über die Lehrlinge, Verwaltung gewisser
Kassen, Beitreibung der Innungsbeiträge u. s. w.) an dieselben

einzutreten hat.

Die Session des Reichstages soll, wie verlautet, bis zum
27. Mai währen. Doch fehlt es auch nicht an Stimmen, welche
behaupten, sie werde sich bis tief in den Juni hinein erstrecken
müssen. Letzteres dürfte in dem Falle kaum vermeidlich sein, daß
Fürst Bismarck auf der Durchberathung der Wehrvorlage besteht.

Ausland.

Aus Oesfterreich dringen immer ernstlichere Wehrufe über
die geplante Vergewaltigung der deutschen Sprache namentlich von
Seiten der Czechen an der Prager Universität.

Die französische Abgeordnetenkammer lehnte bei der Tarif⸗
derathung den Antrag auf Zollfreiheit von Steinkohlen mit 260
gegen 165 St. ab.

In der französischen Deputirtenkammer beantragte Paul
Bert (Radicaler), die dem Dienste der religiösen Culte und dem
Unterrichte fich Widmenden zum Militärdienst auf mindestens ein⸗
ährige Dauer heranzuziehen. Mehrere Abgeordnete bekämpften den
Antrag als dem Concordate zuwiderlaufend. Das Haus beschloß,
den Antrag als dringenden zu behandeln und überwies denselben
einer besonderen Commission.

Das Ergebniß der indirekten Steuern in Fraukreich hat
illein für die erste Hälfte des laufenden Monats eine Mehrein—⸗
nahme von über 12 Mill. Fr. gegen den Voranschlag aufzuweisen.
Die Mehreinnahme vom 1. Januar bis 15. April beläuft sich auf
382 Mill. Fr.

Telegramm der „Times“ aus Kabul vom 23. da.: Die
Avantgarde der Division Stewart rückte am 20. ds. in Ghuzni
ein. Am selbigen Tage griffen 15,000 Afghanen verschiedener
Stämme Stewart an, wurden aber mit Verlust von 1000 Todten
erstreut. Die Engländer hatten 17 Todte und 115 Verwundete.

Der großbritannische Botschafter in St. Petersburg,
Lord Dufferin, ist laut Telegramm zum Vice-König und Gene—
calgonverneur von Indien, an Stelle Lord Lyttons ernannt.

Die Pforte und Montenegro haben feierlich einen neuen
Hrenzvertrag abgeschlossen, die Großmächte haben denselben freund—
ich genehmigt und die Montenegriner schickten sich an, das ihnen
zugesprochene Gebiet, das von den Türken geräumt wurde, zu be—
setzen. Dieses Unternehmen war aber der Beginn zu neuen Käm—
yfen zwischen den Montenegrinern und der albanesischen Bevölkerung.
Der letzte orientalische Krieg begann mit einem kleinen Konflikle
wischen Montenegrinern und Albanesen, den zuerst Niemand recht
rnst nehmen wollte, und doch steckte schließlich das ‚,Zündholz von
Podgorizza“ den ganzen Orient in Flammen; hoffentlich haben wir
diesmal nicht dieselben Folgen zu fürchten.

Vermijschtes.

* St. Ingbert. Am Sonntag Nachmittag hielt in Ober⸗
jauser's Saal auf Einladung des Arbeiterbildungs-Vereins Herr
Ir. Waltemath, Wanderlehrer des Vereins fuͤr Volksbildung.
den in diesem Blatte angekündigten Vortrag: „Leben und
Wirken der Deutschen in Nordamerika.“ Da uns
zach stenographischer Nachschrift ein Auszug aus diesem höchst an—
degenden und interessanten Vortrage in Aussicht gestellt ist, so
wollen wir an dieser Stelle nicht weiter auf seinen Inhalt ein—
gehen. Zu bedauern war es, daß der Vortrag vor einem sehr
kleinen Auditoxium gehalten werden mußte, was um so auffallender
ist, als doch auch Nichtmitgliedern des Arbeiterbildungsvereins gegen
das verhältnißmäßig geringe Entree von 50 Pf. der Zutritt er—
möglicht war.

D In Folge jahrelanger ehelicher Zwistigkeiten, wobei es
schon öfters zu Thätlichteiten kam, schlug an Samstag Abend im
benachbarten Dudweiler die Ehefrau Holzer ihren Mann
todt. Die Frau wurde nach der That sofort verhaftet und nach
Zaarbrücken verbracht.

Der Beginn der Schwurgerichtsverhand—
hungen pro II. Quartal 1880 wurde auf den 7. Juni nächst-
hin festgesetzt und zum Schwurgerichtspräsidenten der kgl. Ober⸗
landesgerichtsrath Eugen Schmidt in Zweibrücken ernannt.

F Die leichte Verwechselung der 10-5Pfennig- und
50⸗Pfennigstücke ist durch die vor einigen Jahren eingeführte Aus—
prägung der letzteren mit der verkleinerten Jahl 59 nur in ge—
ringem Grade abgeschwächt worden. Verschiedene Vorschläge,
wvelche zur Beseitigung des Uebelstandes gemacht worden sind, z.
B. die Ausprägung achteckiger Stücke, haben in der öffentlichen
Meinung keinen Beifall gefunden. Der „Boörsenz.“ geht nun ein
neuer Vorschlag zu, der nicht unpraktisch zu sein scheint, nämlich
der, die Zehn⸗Pfennigstücke in der Größe der Fünf-Pfennigstüce,
aber in doppelter Stärke, auszuprägen. Auf diese Weise würden
sie sich leicht von den anderen Münzen unterscheiden. Eine Un—
bequemlichkeit im Gebrauch würde mit der größeren Stärke kaum
derbunden sein.

F In Kaiserslautern konnte der für den 19. d. M. zur
Eröffnung bestimmte Bildungscursus für Kindergärtnerinen aus
Mangel an Theilnehmerinen nicht abgehalten werden.

F Die Attionäre der Kammgarnspinnerei Kaiserslau—
snern werden für das laufende Geschäftsjahr wieder eine Divi⸗
dende von 175 Prozent erhalten.

F Vor einigen Tagen starb in Heltersberg der älteste
Bürger dieses Ortes, Johann Frank. Derselbe erreichte das
hohe Alter von 94 Jahren. Er hat als Soldat unter Napoleon J.
zedient, wurde von zwei Kugeln getroffen und hat die eine noch
im linken Schulterblatte sitzen, welche er auch mit in's Grab nahm.

F Wie die „Pf. Pr.“ hört, hat Herr Karl Freiherr v. Gie—
ranth vor Kurzem dem Herrn Feldmarschall Grafen Moltke das
Diplom als Ehrenmitglied des Pfälz. Verschönerungsvereins per—⸗
önlich überreicht und dabei von dem berühmten Strategen die
Zusicherung erhalten, daß er demnüchst den Donnersberg

mit seinem Besuche beehren werde.

F In Neustadt ist durch die, von einem edlen Menschen⸗
ind Kinderfreunde ausgegangene Schenkung eines Bauplatzes im
Werthe von 19,500 Mark ein Neubau für den bestehenden Kinder⸗
zarten ermöalicht worden.
        <pb n="262" />
        F Der am 14. d. M. in Rülzheim wegen Verdachtes
der Brandstiftung verhaftete Schuster Levy wurde, dem „L. A.“
zufolge, auf freien Fuß gesetzt.

FOggersheim, 25. April. Gestern wurde sämmtlichen
Arbeitern der Schmitgen'schen Cigarrenfabrik gekündigt und wird
die Fabrik in 14 Tagen geschlossen werden. Es werden dadurch
etwa 130 Arbeiter brodlos, die bei der gegenwärtigen Lage des
Tabakgeschäfts wohl nicht leicht anderwärts Unterkunft finden dürf—
ten. (Irkthlr. 3.)

4Der Stadirath von Frankenthal hat für die abge—
brannien Donaustaufer 200 M. aus Gemeindemitteln bewilligt.

7 Auf einem Acker in der Nähe von Gräfenhausen steht
nach dem „A. W.“ das Korn bereits in Aehren.

Ein Beispiel, wie in der Gegend von Eden koben die Grund—
stücke im Preis stehen, zeigte sich am Donnerstag bei einen Verkauf in
Rhodt, wo für eiwa 4 Decimalen 1000 M. bezahlt wurden.

— Die in weiteren Kreisen bekannte wohl renommirte Möbel⸗
fabrik von Niederhöfer K Söhne in Edenkoben wurde am
Sonntag durch ein schweres Brandunglück heimgesucht. Trotz des
energischen Einschreitens der Feuerwehr zerstörte das Feuer das
Maschinenhaus, die Dreherei und Bildhauerei vollständig; die
übrigen Gebäulichkeiten wurden ebenfalls stark beschädigt.

Speyer. Die kgl. Regierung der Pfalz hat beschlossen,
in diesem Jahre eine Prüfung für den Steuer- und Gemeinde—
Einnehmerei-Dienst vorzunehmen und hierfür die Tage vom 16.
August bis incl. 19. ejusd. bestimmt. Die Candidaten haben bis
längstens 1. Juli d. Is. Gesuche um Zulassung bei dem einschlägigen
Bezirksamte einzureichen.

Am Samstag Nachmittag ereignete sich in Zell ein
gräßliches Unglück. Es sollte eine Hochzeit stattfinden,
und der Hochzeitszug begab sich zu diesem Zwecke nach Niefern—
tttr

Abschrift.
Oeffentliche Zustellung.
Ladung.

1. Heinrich Noll, 23 Jahre
alt, Eisenwalzer und Reservist.
2. Joseph Fichter, 21 Jahre
alt, Sandgießer und Reservist,
beide zuletzt in St. Ingbert
wohnhaft und nun abwesend,
werden hiermit vorgeladen, am
Mittwwoch den 23. Juni 1880,
Vormittags 8 Uhr in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schöffenge—
richts zu St. Ingbert, in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗
mit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen sie erho—
bene Anklage wegen unerlaubter
Auswanderung am 23. März lau⸗
fenden Jahres geschritten werde.
Zugleich wird den Angeklagten
—DD
tem Ausbleiben ihre Verurthei—
lung auf Grund der vom igl.
Landwehr-Bezirks-Commando
Zweibrücken vom 24. April 1880
nach Vorschrift des 8 472 der
R.⸗St.“P.⸗O. abgegebenen Er—⸗

klärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 26. April 1880.
Der Amtsanwalt am sk. Amts⸗
gericht St. Ingbert,
gezeichnet: Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber
Krieger.

heim, dem Sitze des Standesbeamten. Unterhalb Zell hatte sich
der Tagner Ritzheimer mit seinen beiden Söhnen postirt, um nach
der allgemein uͤblichen Unsitte mit Böllern zu schießen. Ob die—
selben zu stark oder schlecht geladen waren — einer derselben zer—
prang unter furchtbarem Knalle. Ritzheimer Vater und sein jüng—
ster 12jähriger Sohn wurden jeder eines Beines beraubt und der
indere Sohn ebenfalls sehr stark getroffen. Da eine Menge Kin—
der und Erwachsene die Schießenden umstanden, so gingen auch
diese nicht leer aus. Einem Burschen wurde die Hand durch—
chossen, ein anderer erhielt einen starken Streifschuß in's Bein,
ebenso bekamen mehrere Kinder leichte Verletzungen.

FIn Darmstadt verlor eine Dame den Betrag von
1000 Mark. Ein Dienstmann fand das Geld, lieferte es ab und
erhielt ein Schöppchen Bier und 6 Cigarren.

— Den ersten Gewinn der Frankfurter Pferdemarktlot—
ferie im Werthe von 6568 M. erhielt auf sein Loos ein Setzer—
ehrling in der Offizin der „Frankfurter Presse“. Da die Familie
des Gewinners aus den Eltern und noch 7 Geschwistern besteht,
so ist hier das Glück am rechten Orte eingekehrt.

Aus Hamersleben im Kreise Oschersleben wird über ein
chreckliches Unglück berichtet. Auf der Grube „Friederike“ sind am
16. 4 Bergleute durch hereinbrechende starke Sand- und Wasser—
massen verschüttet worden. Trotz der sofort begonnenen und ener—
zisch betriebenen Rettungsarbeiten konnten die Leichen in der 609
Meter langen verschlämmten Strecke nicht aufgefunden werden.

Dienstesnachrichten.
Der geprüfte Rechtscandidat Heinrich Gink aus Zweibrücken wurde als
Rechtsanwalt beim Landgerichte Zweibrücken zugelassen.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demeß. J
2u. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johaun, Sulzbachstrasse 13585.

M CIICLTIGASC,
doppelkräntermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster sitammenden Necepi
fabrizirt und nur en gros ver—

sandt von

C. PINGEL in Gottingen

(Provinz Hannover.)
Der Benedictiner ist bis
ßt das kostbarste Hausmittel und
»eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam—
nengesetzt, welche die Eigenschaften
besitzen, die zum Wiederaufbau
Deines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sfind.
ir ist unersetzlich be Magen leiden, Unverdaulichkeit, Hämor-
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, rugzen, Hautaus
schlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Nheumatismus,
——— ——— soirie bei Leber⸗ und Niere leiden
und vielen anderen Störungen im Organismus

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermiehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Hiut, macht den Geist munter und
frisch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 80 pf.
2 e —V—— 660 * 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpachung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. l Fl. gra⸗
etis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
zWersandt durch die Fabril. Attest:

Herr Alois Heiß, Tabakfabrikant in Aßling in Oberbayern, be
richtet: Meine Frau und ich fühlen uns nach dem Benedictiner ganz
frisch und munter, ebe so mein FFreund Herr Jos. Dremel, welchem ich 2
kleine Flaschen Benedictiner überließ, ist durch dessen Gebrauch von sei⸗
nem Ljährigen Leiden an Nierenverschleimung ꝛc. befreit und senden wir
ille uniern heralichsten Dank ꝛc.

—
Sancet Rernaäard

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfälzische

Gewerhemuseums.
Preis des sooses 3 Mark.
Ziehung am 25. Ootobor

1880.
dauptgewinne von K 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Luf 20 Loose ein Bunr
xewinn.
Bestellungen sind zu richten an
ie General. Agentur

Julius Goldschmit

in Ludwigshafen am Rheip

Loose sind ferner zu haben
bei Franz Woll in St.
Inadbert.

Oeffentliche
Erklärung.

Die von meinem Vater M.
Menges veröffentlichte War—
nung ist ggnz überflüssig, indem
derselbe noch nichts für mich be—
zahlt hat, noch zu zahlen braucht,
und ich meine Sachen selbst be—
zahlen kann.

Jos. Menges.

Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—
zeschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit
u. J. w.
Preis à FI. ea. I50 Gir. Iuh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mt.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter—
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in
thötlingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.

Seine ausgezeichneten, überall ge—
ruhmten
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FAMIIIIOS
'iefert jrachtfrei zu Fabrikpreisen mit
Probezeit gegen beliebige Ratenzablung
der gegen Baar mit hohem Rabatt.
Tu VWVeidenslaufer, Fabrit
nerlin XW.
Trüuck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.
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        *
2*
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—3 —
22
* 533
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A— 5* * —
22 s5 *5 — 5
2 8 58 88 —— 25 Ez 55
2835 5* —22 —* 25—8
258 —— 2r 55355 — 28 255
——— 3 327. s85258 8 —— 25
533355 28 355 58 553528
*555 — 3
335285 558 * 833 ——— —5* 55 —
— 2* —8 235 * **
2535335 52 —58 —— 235 —5*8 53533
* — — —2 2 55 8* * 3 —8 5
— 5522—5 *3 — — — 738 ES
53838* — ——— 75 ——— 3878
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2858 3371 3 — 7 A ———
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5228 —557 258 5322 255 325 523 27 * 0* ——* —— — —
255 552 53 5* 2 E — 5* 527 S 8 * 3 — —
2 8 — —1 F —5 — 5 * —532 2 — 28*
337 — —— 838 — ———
25 * — 2 3* 2 ——— — 5 * — 2.— D —8 F *532* 8
—A *2 30 2438 —— — 7— 5z538583 — 557
*25 A—— * —— —— —* 2538 5*r —2533 2
28 * —7 * * 538* 3 —«37 3535 — 38
—A ——— 3* 355885 —* 53587— * 285* —8* 532
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4 33 5 —— —2285 522 2 38385 —553
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        St. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

MA 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI M 60 „ einschließlich 420 s Zustellzebuhr. Anzeigen werden mit 10 A. von Auswärts
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattichri t oder deren Raum, NReclamen mit 30 dro Zeile berechnet.
AM 68.

Donnerstaa den 29. April

Isq.

—
Deutsches Reich.

Muünchen. Se. Maj. der König hat unterm 11. l. M.
genehmigt, daß für die 25 dienstältesten Auf schlagsbediensteten
dom 1. Januar 1880 an eine sechste Gehaltsklasse mit einem

hrlichen Hauptbezuge von 1200 Mt. gebildet werde.

Berlin, 27. April. Die Rationalliberalen und das Cen⸗
rum beriethen heute Abend über die Behandlung des Richter'schen
Antrags in Betreff des Tabakmonopols. Dr. Buhl beantragte:
„Uebergang zur Tagesordnung in Erwägung, daß in der letzten
Session bei dem Tabaksteuer-Gesetz ein Einvernehmen zwischen dem
Reichstag und dem Bundesrath über die Besteuerung des Tabaks
herbeigeführt worden sei und daß man erwarten müsse, das Ein—
zerständniß werde nicht wieder durch die Vorlage wegen Einführung
zes Monopols in Frage gestellt werden.“ (Centrum und National⸗
iberale sind nach der „Frkf. Z.“ diesem Antrag beigetreten.).

Berlin, 27. April. An Stelle des zur Disposition ge—
tellten Bezirkspräsidenten Lothringens, v. Reitzenstein, wurde Re—
gierungspräsident Flottwell in Marienwerder ernannt. (Fr. 3.)

Berlin, 27. April. Die Samoa vorlage wurde in zweiter
Lesung trotz wärmster Befürwortung des Staatssecretärs Fürst
Hohenlohe und des Geheimraths Reuleaur mit 128 gegen 112
Stimmen abgelehnt, womit das Gesez definitiv beseitigt ist. Cen—
trum und Fortschritt stimmten geschlossen dagegen.

Kaiser Wilhelm ist am Sonntag Abend von Berlin nach
Wiesbaden abgereist. Bei seiner Ankunft daselbst wurde er von
der Volksmenge enthusiastisch begrüßt.

Dem Reichstage liegt eine Regierungsvorlage vor, welche
die Besteuerung von, im Geschäftsleben umlaufenden Kapitalien,
jauptsächlich der im Bank- und Börsenverkehr umgesetzten Summen,
nn der Form von Stempelabgaben zum Gegenstande hat. Die
Koöln. Ztg.“ hebt sehr richtig hervor, daß, während beim Besitz⸗
vechsel von unbeweglichen Werthen (Grundstücken, Häusern u. s. w.)
Steuern in der Form von Stempelabgaben entrichtet werden müs—
en, das bewegliche Kapital keinerlei Abgaben unterworfen ist.
Diesem Uebelstande soll die Vorlage abhelfen. Wie bekannt, ist,
'obald es die Reichsfinanzen zulassen, eine Ermäßigung der direkten
Zteuern beabsichtigt und soll der Ausfall durch die bereits zur
Frhebung kommenden und die neuen indirekten Steuern gedeckt
verden.

Zum Antrag Richter gegen die höhere Besteuerung des Tabaks
und gegen Einführung des Tabakmonopols werden im Reichstag
wei motivirte Tagesordnungen von Dr. Buhl (national⸗lib.) und
Windthorst (Centrum) eingebracht werden, welche besagen, daß die
Majorität des Reichstags sich wiederholt gegen das Tabakmonopol
zusgesprochen habe und daß die vorjährigen Beschlüsse des Reichs—
ags über die Erhöhung der Tabaksteuer bezweckten, die Tabakin—
zustrie zur Ruhe kommen zu lassen.

Der Reichstag nahm am Montag mit 125 gegen 90
Stimmen den von der Gewerbeordnungs-Commission vorgeschlagenen
Hesetzenswurf über den Gewerbebetrieb der Schauspiel-Unternehmer
un. Darnach soll Schauspiel-Unternehmern die Erlaubniß zum Be—
riebe ihres Gewerbes versagt werden, wenn die Behörde auf Grund
»on Thatsachen die Ueberzeugung gewinnt, daß die Nachsuchenden
die erforderliche Zuverlässigkeit, insbesondere in sittlicher. artistischer
oder finanzieller Hinsicht nicht besitzen.

Es verlautet, im Reichstag werde wahrscheinlich (durch
den Abg. Völk) ein Antrag auf Herabminderung der zur Beschluß—
ähigkeit erforderlichen Abgeordnetenzahl für Abstimmungen ohne
‚efinitiven Charakter eingebracht werden.

Die Wehrsteuer-Vorlage wird der Auswanderung, die
»hnedies schon im laufenden Jahre weit stärker ist, als in den
Vorjahren, neuen Vorschub leisten. Jetzt werden nicht allein
zie jungen Leute auswandern, die sich der Wehrpflicht entziehen
voslen, sondern auch sehr viele Nicht-Pflichtige, welche die neue
Steuer als unbillig ansehen. Und wenn sich die Angehorigen nicht
ofort entschließen, mit in die Fremde zu gehen, so werden sie doch
päter, wie das in unzähligen Fällen erlebt ist, nachgezogen. Auf
die Auswanderungsstatistit der nächsten Monate darf man unter
diesen Umständen sehr gespannt sein Ob der Wehrsteuerenswurf

noch in dieser Session angenommen wird, ist dabei ziemlich gleich⸗
ziltig; schon die Drohung wirkt treibend zur Auswanderung.
General v. Treskow geht mit einem Gratulationsschreiben des
deutschen Kaisers nach Peters burg, ebenso begeben sich die Com⸗
mandeure der drei preußischen Regimenter, deren Chef Kaiser Ale—
cander ist, zur Geburtstagsfeier des Kaisers nach Petersburg.
Ausland.
Die Vertreter der Mächte haben heute der Pforte eine Collectiv—
iote überreicht, in welcher sie derselben nahelegen, daß es wünschens—
verth wäre, dafür zu sorgen, die gegenwärtig von den Albanesen
esetzten, an Montenegro abzutretenden Gebiete neuerlich mit tür—
ischen Truppen zu besetzen und dann die Uebergabe in der Weise
‚orzunehmen, wie sie in dem zwischen der Pforte und Montenegro
getroffenen Uebereinksmmen vorgesehen worden ist. (A. 3.—
Dublin, 28. April. In einem Hüttenwerk bei Sligo ent⸗
)eckte die Polizei eine große Menge Gewehre, Bayonette und Mu—
nition und nahm mehrere Verhaftungen vor. F
In der italienischen Kammer hat am Sonnabend bei
Helegenheit der Debatte über den Nachtragskredit von 89 Millionen
sum Kriegsbudget Herr Crispi einen „europäischen Krieg“ prophe—
zeit und er beantragte deshalb gemeinschaftlich mit Nicotera die
Vollendung der Heeresorganisation und die Durchführung aller Be—
estigungen bis zum Jahre 1883. Dieser Antrag wurde von der
talienischen Kammer einstimmig angenommen. In Wien wird
ieser italienischerseits in Aussicht gestellte „europäische Krieg“ wohl
venig Behagen erregen.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 28. April. In heutiger Schöffen—
sitzung kamen folgende Füälle zur Aburtheilung. 1. Ein Bergmann
von hier erhielt wegen Körperverletzung 1 Monat Gefängniß. 2.
Fin Schmelzarbeiter von hier erhielt wegen desselben Vergebens 21
Tage Gefängniß.

Das Leinenzwirnerei⸗ Anwesen in Zweibrücken wurde
Ingenieuren Wirth und Koch in Neunkirchen um 65,000 M.
ugeschlagen.

F Der Vertrieb der Loose der für den Ausbau der Lud⸗
wigshafener katholischen Kirche bewilligten Geldlotterie warde den
den Gebr. Schuler in Zweibrücken übertragen.

F Die Mittheilung von der Einstellung des Vetriebes der
Zchmittgen'schen Cigarreufabrik in Oggersheim wird dahin
erichtigt, daß vom 1. Mai an eine Einschränkung der Arbeitszeit
eintritt.

F Ein Ballfest, welches der Geheime Commerzienrath und
—0
inem Abend der vergegangenen Woche in den Parterre⸗Räumlich—
eiten des Hotel „Kaiserhof“ zu Berlin veranstaltet hatte, be—⸗
chreibt der „Berliner Börsen-⸗Courier“ also: „Das Ballfest rivali—
irte mit den größten Bällen dieser Saison. Der große Saal des
aiserhofes, der Oberlichthof und die angrenzenden Nebenräumlich—
eiten waren zu dem Feste gemiethet und boten einen überaus rei—
jenden Anblick dar. Durch den Kunstgärtner waren die hohen und
uftigen Räume in Blumenhaine umgewandelt. Auf der Längs—
eite des Tanzsaales waren die mit Lorbeer bekränzten Marmor—
vüsten des Kaiserpaares auf einem Piedestal aufgestellt. Ganz von
sochstämmigen Orangenbäumen und Blattpflanzen verdecktt, war vor
der Spiegelwand die Musik-Estcade errichtet, auf der die Liebig'sche
dapelle die Tanzmusik erecutirte, während vis-à-vis ein behaglicher
zlatz, durch zierliche Blumenbougets hergestellt, die nicht tanzenden
zäste auf kleine Divans und Polstersitze zur gemüthlichen Plau—
erei einlud. Gegen 92 Uhr begann die Anfahrt der Eingeladenen,
ind bald waren die Räumlichkeiten von einer glänzenden Gesell—
chaft gefüllt, die sich aus den Kreisen der diplomatischen Welt, der
ristotratie und der Officiere zusammensetzte. Es waren üder 200
rintladungen ergangen, und beinahe so viel Gäste erschienen. Be—
ondere Aufmerksamkeit erregte die Tochter des Festgebers, eine
chlanke Gestalt mit interessanten Zügen, die Demjenigen, welchem
ie einnial Hand und Herz schenken wird, neben diesen, auch noch
indere unschäkßbare Güter“ in die Ehe hringen dürfte 2ählreid
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        waren die jungen Damen aus hiesigen aristokratischen Kreisen an—
wesend, die mit Fräulein Stumm befreundet sind. Unter den Gästen
bernerkien wir die Mmister Maybach, Kameke, Puttkamer, Hofmann,
den Oberpräsidenten Achenbach, Baukdirector von Dechend, Geheim—
rath Jordan, Graf Monts, General Faber u. s. w. Um 12 Uhr
sra im Tanz eine Pause ein, und man schritt zum Souper, bei
welchem 200 Gedecke vorlagen.

7 Wo wird vier Mal im Jahre „Königs Geburtstag“ ge—
feiert? Me tz ist die glückliche Stadt, wo alljäͤhrlich die Geburts—
jage von vier Potentaten festlich begangen werden, weil daselbft
die Bundes - Kontingente in Garnison liegen. Am 22. März
Purde der Geburistag Kaiser Wilhelms vom Militär gefeiert, am
230 April der des Königs von Sachsen, am 25. April der des
Herzogs von Braunschweig, und der des Königs von Bayern steht
noch bevor.

FIn dem Dorf O st he im (etwa eine Meile von Hanau
nordwestuch) ist anläßlich der vom Staat beantragten und versuch—
sen Güterzusammenlegung ein kleiner Aufruhr ausgebrochen, der
nahezu blutige Scenen herbeigeführt hätte. Die gegen die Ver⸗
koppelung eingenommenen Dorfbewohner hatten gegen den Staat
welcher den zur Beantragung genügenden Grund und Boden hat,
die Hilfe der Gerichte angerufen, waren aber in allen Instanzen
abgewiesen worden. Dadurch noch mehr erbittert haben sie in den
letzten Tagen wiederholt der Bonitirungscommission, die zuletzt
nuüter dem Schutz von zehn Gendarmen erschien, gewaltsamen Wider—
stand entgegengesetzt. Sogar Weiber waren mit Mistgabeln erschie⸗
nen, Chaise und Kutscher wurden mit Steinen beworfen und nur
der besonnenen Halltung ist es zu danken, daß die Gendarmen nicht
genöthigt waren, auf die erreate Menge (etwa 500 Personen) Feuer

zu geben. Neuesten Nachrichten zufolge soll über das Dorf der
Belagerungszustand verhängt und eine Abtheilung Soldaten dahin
zelegt werden.

7. Am 19. fand in Aachen ein Duell auf Krummsäbel
zwischen einem Lieutenant von der Infanterie und einem Studiren⸗
den des Polytechnikums Statt. Der Offizier wurde schwer ver⸗
wundet vom Kampfplatz getragen.

F Nach der,Breslauer Zeitung“ ist am Samstag auf der
„Königsgrube“ in Königshütte ein Dampfrohr explodirt;
6 Personen wurden getödtet, 7 verwundet.

F Die Stadt Paks in Ungarn ist von einer großen Feuers⸗
brunst heimgesucht worden, welche bis zum späten Abend wüthete.
Nahezu zweihundert Häuser, allerdings zumeist kleine Hütten, sind
eingeäschert worden.

4Aus Schotthand und Irland werden große Ueber⸗
schwemmungen gemeldet, durch welche das Land meilenweit unter
Wasser gesetzt wurde und beträchtlicher Schaden entstanden ist.

4 Aus Hull (Canada) wird berichtet, daß eine Feuersbrunst
480 Häuser zerstörte, wodurch 4000 Menschen obdachlos wurden.

F In New-York brach dieser Tage in einem Gebäude,
in welchem ein Wohlthätigkeitsbazar abgehalten wurde, Feuer aus.
Drei Damen sind dabei um's Leben gekommen, achtzehn Personen
wurden verwundet. Der Einsturz des Saales geschah während
des Tanzes. Die zur Ausschmückung des Saales entliehenen Ge⸗
mälde un Werthe von 150 000 Dollars sind fast ganz zerstört.
Fur die Redaction verantwortlich: FJ. X. Deme v.
j

Abschrift. Aufforderung..
Oeffentliche Zustellung. das Bramnitt in Donau—
Ladung. Das Walhalla⸗Dorf Donau—
1. Heinrich Noll, 23 Jahre tauf bei Regensburg ist, wie
t Ei Reserist. ekannt, am 4. März l. Is
ait. —E— Ier urch eine Feuer brunst zum
.Josep Fichter, — Jahre se 555 7
zu Sadede nd — aoben Ihe htineashern we
ide zuletzt in St. Ingber
bede ette 5 Idene Nebengebäude sind ein Raub
werden hiermit vorgaden am — en 8
Mittwoch den 23. Juni 1880,
Paned dee ee Wenmthen degetnis nag
uͤchen Sihung des Schöffenge- äinem mãßigen Ueberschlage au
richts zu St. Ingbert, in dessen kine Million Mark, wovon etwo
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗ A In⸗ e
mit daselbst zur Hauptverhand⸗ sse 39 d pä I
lung über die gegen sie erho- uß noch ca. . un⸗
bend Antlage wegen unerlaubier jededt bleiben.
Auswanderung am 23. März lau— Nachdem in der Nacht vom
wird den Angekla
—3 bei adte »eigeführte gewaltige Eisstoß die
em Ausbleiben ihre Verurthei— 388— — dunch
ung w onnde F vom eeehe ehe
Landwehr -Bezirks -Commando e t hat, trisf
Zweibruͤcken voin 24. April 1880 neue. hartere Heimsuchung um
e Vencuist 3 ze Aehennweraenfthe des kgl
⸗E ⸗P.⸗OD. abgegebenen Er⸗ Il.
ae Bezirksamtmanns Schmid in
Eir Zagten 26. April 1880. Stadtamhof hat sich ein Hilfz
Der Ame mwall am k. Amts- Wwite gebildet welches die
gascht Si. Ingbert offentliche Mildthatigkeit in
gaeichnet Maͤller. — Weise um Hilfe an—
Zur Vegaubigunge gb Es ergeht demnach an die Be—⸗
Ver ep htschtelber Hdlkernng St. Ingbert die Bitte
— —— ritzer recht zahlreiche Unterstützungen
Kirchenbau Perein w leisten und können solche dem
iinterfertigten Amte übermittelt
St. Jugbert. 88
Die alljährliche General— St. Ingbert, 27. April 1880.
Versammlung des Kirchen⸗ Hochachtungsvollst
bau⸗Vereins findet am Sonntag Daͤs Vürgermeisteramt:
den O. Mai statt, wozu alle Entter.
Mitglieder eingeladen werden.
Der Präsident
m. Graffion.
Auflssung des Geisen⸗
oereins wegen Nichtbezahlung
der Beiträge.

—
Todes⸗Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere lieben
Tochter, Mutter, Großinutter, Schwiegermutter, Schwester
und Schwägerin,

Frau Wittwe Spanioel
— — geb. Günther
nach langem Leiden heute Morgen 5 Uhr im Alter von
J 45 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet am Samstag Nachmittag um
1 Uhr von hier aus statt.
15 Schnappbach, den 28 April 1880.
Die trauernden Hinterbliebenen.

—————7
Anzeige und Empfehlung.
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein
Holzdreherei- und Stuhlmachergeschäft
von Blieskastel Hierher verlegt'und unter dem Heutigen eröffnet habe.
Indem ich mich zur Uebernahme und Ausführung aller in
dieses Fach einschlagender Arbeiten bestens empfehle, bitte ich um
freundliches Wohlwollen.
St. Ingbert, den 25. April 1880.
o Au—lim,
F wohnhaft im früher Sattler Emil Gre wen i gischen Hause
2 Arbeiterwohnungen
Ausverkauf. hat zu vermiethen
Wegen Aufgabe meines Ge—
chäftes verlaufe ic Porzellan⸗, Lehrer Kaufmann.
Stein⸗ und Töpferwaa⸗
ren unter dem Fabrikpreise.
F. Nuer, Pfarraasse.

Leise Anfrage?

In was für Fällen ist denn
der 8. 34 in den Viehversicher—
ungs⸗Vereins⸗Statuten anwend—
har?

Sonutag, 2. Mai:
Ball
bei Georg Jung.
Entree 4Mrark.
Eine Wiese im Alment id
ein Kleestück im Roth hat
zu verpachten

Mich. Haas.
Alschbacher Ziegeln
und Backstein verkauft
Jac. Stief.
Trud und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.

„Unsere heutige

Nummer“ bringt für

alle Abonnenten eine Ertra⸗

Beilage des rühmlichst belann⸗

ten Benedietiner⸗-Doppel—⸗

fräuter⸗Magen bitter von

EC. Pingel in Goͤttingen.

Niederlage in St. Ingbert bei
J. Friedrich.
— —
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55323527 5 * —— *2* 275 578
553 5 5 * 8 —— S.2 — 387
——— 2* 38 —3883 558 A
* 55 3z5 ————— S 8 23 —5 2258 238 53
—z58 55 28* 82 78 * — 35 d* — — — ——
7335* 535 32 —— 5 33 53358
A 55 555 5.5 83.3 3 —535 2 *888 * 5 —
z555 — 33833337 2233 — 5 256 — —23
75 * * —— —A 2.38 532 260 8 — *
5883 58 8538577 S9 38 5 2532 — —
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A— — 557 335538* —— A 33322 533 33 5
3533 A 37 23 — — — 135538338 532* 5—528
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A — 2 * 5S*—* 53 ——— 22 * 5 2 —328— *3 —8
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2 — S7 * 25 —5 —852525 — 53 2592e . 26 522
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— — — —— 222 5555235 *
23—3832 777 27 —5283—5 — —25258 225 — —5335 c
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275 3 ——7 32 33383 2355533—
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        2022. — S 2.** 2 — 2 —8 * ——— 7572 78 ————
* 4 —23 — * 2 —2* * — 2
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— 53 353 25—32 s 3.* 23 8 39
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5 3355 3 35 23333—33 5583383
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3253. 5 — 5553 — — 51253535 2523.2.3
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7 235 33335 55235335— 553
32—323 —55 33333 —533553237
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2 7534 *223 —22— —2553 55328
3— —333 333— —3
2235 3 3. 28 33 9 3232
755 33333 — 35— 532 37
35323 2353 33335 55553832092 253
3 58333733333 32333 353238

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        Slt. Ingberlker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich?/ mit dem Hauptblatte verbundene Untethaltungtzblatt. Sonntage mit illustrirter Ber⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounement-opreis betragt vierteliährlich
1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 , einschlieülich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Aekrte erechnet.
— — ———
A 69.

Samstag den 1. Mai

1880.

Deutsches Reich.

Aus Muͤnchen schreibt man dem „Irk. Kur.“: Bei Um—
bildung voun 6 JägerBataillonen in zwei neue Infanterie-Regimen⸗
ter (Nt. 16 und 17) am 1. Oct. 1878 wurden hierfür Landwehr⸗
Bataillone nicht organisirt; es geschah dies mit Rüchsicht auf das
damals schon in Aussicht genommene und nach Bewilligung des
Reichstages nun zu errichtende 18. Infanterie-Regiment. Wie ich
höre, soll mit der Formirung des neuen Regiments (J. April
i881) auch Bedacht auf die Organisirung der Landwehr-Formation
genommen werden, wobei auch eine theilweise veränderte Landwehr—
Hezirks⸗Eintheilung nothwendig würde, da 4. bezw. 6 Landwehr⸗
Bataillone organisirt werden müssen, um eine einheitliche Formation
der bayerischen Armee zu erhalten.

Wie aus München berichtet wird, wird die bayerische
Staatsregierung dem an den Bundesrath gelangten Entwurf eines
Wehrsteuer gesetzes so, wie derselbe vorliegt, nicht beistimmen
und jedenfalls sehr wesentliche Abänderungen beantragen.

Det Berliner Correspondent des „Bayet. Kur.“ (ultrm.)
schreibt unterm 26. April: „Fürft Bismarck soll gesonnen sein, die
Steuerfragen in diesem Jahr unter allen Umständen zum Abschluß
zu hringen, und ein eingeweihtes Mitglied des Bundesrathes sprach
zestern sogar schon von der Möglichkeit einer Herbstsession. Schwer⸗
ch aber wird der Kanzler den diätenlosen Reichstag in dieser Zeit
schon wieder zusammen bekommen. Inzwischen hat er durch die
schleunige Vorlage des österreichischen und belgischen provisorischen
Handelsvertrages bewiesen, daß, wenn man aus den Reihen der
Abgeordneten in nur etwas entschiedener Weise mit ihm redet,
er auch wirklich mit sich reden läßt.“

Am Mitwoch berieth der Reichsstag über den gegen das
Tabakmonopol gerichteten Antrag von E. Richter, welchen
dieser gestellt hat, um der durch die Monopol⸗Gerüchte beunruhigten
Tabakindustrie endlich Ruhe zu schaffen. In ähnlicher Weise sprach
sich Abg. Delbrück aus, welcher noch betonte, daß ja erst im
dorigen Jahr das neue Tabaksteuergesetz angenommen worden sei,
daß man von diesem noch gar nicht vollständig in's Leben getretenen
Gesetz jetzt noch nicht sagen könne, wie es sich bewähre, daß man
eine Wirkungen doch erst abwarten müsse, bevor man schon wieder
an's Aendern gehe. Aus diesen Gründen empfahl Delbrück die
Buhl'jche Tagesordnung, welche praktisch dasselbe betone, wie
Richter's Antrag. Abg. Kopfer (Mannheim) sprach sich fün
Richter's Antrag aus. Die conservativen Abgg. Graf Lerchenfeld
Bayern) und Graf Udo Stolberg sprachen sowohl gegen Richter's

wie gegen Buhl's Antrag; sie wollen sich nicht für die Zukunft
hinden, sind im Grund ihres Herzens für eine noch höhere Tabak—
steuer oder gar für das Monopol und beantragen deshalb, einfach,
d. h. ohne etwas zu sagen, zur Tagesordnung überzugehen. Auch
die freiconservativen Abg. v. Kardorff und Fürst Hohenlohe—
Langenburg wollen einfache Tagesordnung: sie wollen die Reichs⸗
regierung bei der Steuerreform unterstützen und sind der Ansicht,
daß der Tabak als Luxusgegenstand die schärfste Besteuerung ver—
frage. Auch gegen das Monopol hätten sie nichts. Abg. Dr.
Buhl GPfalz) begründete die von ihm vorgeschlagene Tagesordnung
mit der Rücksicht auf die Tabakindustrie, die man endlich von der
auf ihr lastenden Ungewißheit befreien müsse. Abg. Windthorst
(Centr.) ist für Buhl's Tagesordnung, Abg. Fritzsche (socialdem.)
für Richters Antrag. Bei der Abstimmung wird die von Dr. Buhl
vorgeschlagene, das Tabakmonopol zurückweisende Tagesordnung mit
181 gegen 69 Stimmen angenommen. — Weiter wurde noch der
Antrag des Abg. Klotz berathen und mit großer Mehrheit ange—
nommen, den Reichskanzler zu ersuchen, auf Herabsetzung der Ge⸗
richtskosten Bedacht zu nehmen.

Bei der am 27. April statigehabten Reichstagsnachwahl im
zweiten Hamburger Wahlkreis wurde der Sozialdemokrat Hart-
mann mit 13,155 Stimmen gewählt. Die Candidaten der Fort⸗
ichrittspartei und Nationalliberalen hatten es zusammen auf kaum
20,000 Stimmen gebracht. Trotz des Sozialistengesetzes gelang es
den Sozialdemokraten, den Wahlkreis, den sie bisher nicht im
steichstag vertraten, sich zu erobern.

die chronische Beschlußunfäigkeit des Reichs—

tags veranlaßt die Blätter aller Partheien, die Abgeordneten zum
Besuch der Sitzungen zu ermahnen, noch mehr aber, an die Re—
zierung die Aufforderung zu richten, durch die unversiegende Frucht
barkeit an neuen Vorlagen die Geduld des Reichstags nicht noch
mehr zu strapazieren. J

Die deutsche Kaiserin Augusta ist am 28. April in Baden⸗
Baden eingetroffen.

Der —— füt Wätttemberg' schreibt: Die
berittenen Truppen unserer Armee werden in nächster Zeit
an Stelle der bisherigen Pistolen mit Revolbvern ausgerüstet
werden.
Ausland.

In Oesterreich haben die Czechen den Deuischen gegenüber
schon wieder einen bedeutsamen Erfolg zu verzeichnen. Ein Erlaß
der Wiener Regierung ordnet die erweiterte Anwendung der czech⸗
schen Sprache im Amtsgebrauche an. Det innere Verkehr zwi⸗
schen den Aemtern bleibt davon unberührt, denn die deutsche Spta—
he bleibt die Amtssprache von Amt zu Amt. Aber die Beamten
haben hinfort im Verkehr mit den Parteien diejenige Sprache zu
gebrauchen, deren sich die Pattei bedient. Da nun sehr viele
deutsche Beamten des Cäzechischen nicht mächtig sind, ist die Ver⸗
dräugung der betreffenden deutschen Beamten die Folge des Erlas⸗
es. Natürlich werden die beseitigten Deutschen durch Czechen
exfetzt werden, und das ist es ja, was die Czechen anstreben. Es
st eine schwere Zeit für die Vusaen in Böhmen angebrochen,
Schritt für Schritt werden sie zurückgedrängt!

England hat in Folge des Sieges der Liberalen bei der
Reuwahl des Parlaments ein liberales Ministerium erhalten. Am
Donnerstag sollte die Eröffnung des neugewählten Parlaments
tattfinden.

Petersburger Blätter hatten gemeldet, der Haupturheber
der Explosion im Winterpalast, Namens Szawitsch, sei verhaftet
worden. Das ist, wie eine halbamtliche Mittheilung besagt, ganz
und gar unrichtig, da von solchen Ergebnissen der eingeleiteten
Antersuchung, welche den Hauptschuldigen feststellen, absolut nichts
hekaunt geworden sei. (Nach anderen Berichten soll sich die Ver—
haftung jedoch bestätigen. Szawitsch soll ein Verwandter des Gou—
derneurs von Kaluga und aus Litthauen gebürtigt sein. Er soli
im Jahre 1870 die Petersburger Universität absolvirt und vor der
Explosion als Tischler unter dem Namen Dmitrjew im Palais ge—
ebt haben.)

Es ist erklärlich, daß die russische Presse mit großer Freude
den Kabinetswechsel in England begrüßt. Wir werden uns
nun in Mittelasien und im Orient mit England verständigen und
dann freie Hand gegen Oesterreichs Balkan⸗Politik haben, — das
ist der Grundzug der russischen Raisonnements. Da nun aber die
englischen Liberalen sehr stark mit Frankreichs Freundschaft koket⸗
tiren, hält man es in Rußland für nöthig, auch wieder einen
etwas freundlicheren Ton gegen Frankreich anzuschlagen.
Vermischtes.

f St. Ingbert. Nachftehend theils auszüglich, theils fragmentarisch,
der Vortrag Uber Leben und Wirken der Deutschen in Nordamerila, gehal⸗
ten von Herrn Dr. Waltemath

Meine Herren,

„Nach Westen geht die Weltgeschichte,

„Durch Asiens Steppen zog sie her

„Und Ihr, Ihr jegelt ihr voran!“
so ruft der Dichter dem Columbus nach, der sich vom Hafen Palos auf⸗
gemacht, und suchend der Menschheit das alte Indien aufzufinden — eine
neue Welt entdedte. „Nah Westen geht die Weltgeschichte“, dieses Wort,
meine Herren, ist nicht blos in jenem Dichtermunde ausgesprochen, son dern
es klingt und wird fort erklingen im Munde der Amerikaner, die gar stol,
sind auf ihre Geschichte und ihr Land und die — es liegt offenbar — seht
geneigt sind, in dieser Hinsicht sich zu Uberheben. Ihr Stolz läßt sie die
übrige Welt als etwas hinter und unter ihnen Stehendes ansehen Sie
gehen so weit, zu sagen, daß Amerika selbst die Welt sei: „America is thoe
world“. Wir, meine Herren, sind nicht geneigt, in diesen Ausspruch einzu⸗
stimmen, aber wir müssen doch sagen, daß einige Berechtigung für jenen
Stolz vorhanden ist. Denn die amerikanische Nation, die eben erst 40
Millionen Men'schen zählt, hat im Laufe ihrer Existenz Bedeutendes geieiftet,
Bedeutenderes, als in der alten Welt — in gleichen Zeiten — von gleicher
Zahl Menschen geleistet wurde. Wir können aber auch mit großem Gleich⸗
muth diesen Stolz beobachten, weil wir wissen, daß wir Deutsche zu defsen

—

—
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        Enistehen virl mitgethan haben. Unsere Väter haben ihr schönes Theil an
den Leistungen des neuen Landes, und selbst noch gegenwärtig helfen Deutsche
nit in den vereinigten Staaten Notamerika's an der Entwickelung dieses groß⸗
artigen Gemeinwesens.
Wenn wir die Geschichte dieses Volkes verfolgen, so finden wir, daß
schon an der Schwelle derselben sich Deutsche an dessen Werden berhätigt
haben. Wir können — und interessant if dies — die Geschichte der deutschen
luswanderung in genaue Verbindung bringen mit der politischen, socialen
and religiösen Geschichte Deutschlands in den letzten 3 Jahrhunderten.
An' der Schmwelle der Geschichte der nordamerikanischen Republik, welche
nit der Gründung der Stadt New⸗HPork beginnt, tritt schon ein Teutscher
ruf. Wenn der Europäer den wefstlichen Ocean überfährt, landet er gewöhnlich an
dieser Stadt. Sie ist erbaut auf einer an das Festland sich anschmiegenden
Insel, der Insel Manhattan, welches langgestreckte Eiland damals ein Deut⸗
scher angekaufi hat um einen verschwindend kleinen Preis. Die Holländer
n deren Begieitung er hinkam, wußten dite schwache Seiie der Rothhäute zu
reffen, die besonders Vorliebe hatten für Feuerwasser, aqua vitae, geneinhin
Branntwein genannt. Um den Preis von etwa 24 Thalern nach unserm
Helde wurde die schöne lange Insel, die New⸗York trägt, verkauft, und wie
wurde sie bezahlt? Die Manhattan⸗Insel, heute Tausende von Millionen
reich, wurde von den Indianern an die Einwanderer abgelassen um —
inige Gebinde holländischen Branntwein: Schiedamer Genever verduselte die
Rothhäute aus ihrem Eigenthum, welches forian spärlich von weiteren Ein⸗
vanderungen in Besitz genommen wurde. Aber eigentliche Einwanderungen
aus Deutschland fallen auch in eine spätere Zeit. 1614 oder 1615 wurde
horgenannter Kauf abgeschlossen, und 70 Jahre später wurde der erste Haupt⸗
ansioß zur deutschen Äuswanderung nach Amerika gejeben. Confession elle
Streitigkteiten in der Pfialz, hervorgerufen durch den Lan desherrn, der
den den bekannten Wahlspruch aufgestellt hatte, „eujus regio, ejus religio,“
daß nämlich nach der religiösen Ansicht des Landesherrn auch der Unterthan
ich richten müsse. Schon damals war eine bedeutende Anzahl Pfälzer nicht
inversianden mit diesem Wahlspruche, und sie folgten ihrer einmal herge⸗
brachten Richtung. Sie sahen nicht ein, wie es möglich sei, daß einer käme
uind fuͤr sich das Recht beanspruch:“, über ihre Gewissen zu entscheiden. Es
varen aljo bayerische Pfälzer, die in großer Anzahl auswanderten; auswan⸗
erten mit einer Anzahl Engländer, die gleich ihnen den heimathlichen Herd
erließen, und zwar aus gleichen Grunden, ebenfalls wegen religiöser Be⸗
)ruckung. (William Penn.) — Zwanzig Jahre verflossen, bis sie die neue
Stätte zur wohnlichen Heimath hergerichtet. Mühsam arbeiteten sie sich durch
die dichien Urwälber, schasen die Wildniß um in furchtbare Gefilde und —
als Zeichen des Grun. jatzes, der sie aus der alten in eine neue Heimat ge⸗
fuhrt, — stellten sie in dem Namen der ersten Stadt, die sie gründeten, ihrer
Ansicht ein bleibend Denkmal auf. Weil sie vertrieben waren
rus Verkennung der Bruderliebe, weil sie sich sagten,
daß in der Heimath nicht der Ort sei, das auszuführen, worau fie von Nie⸗
mand gehindert werden wollten, und daß es darum besser sei, die unduld⸗
jame Heiinath zu verlassen und eine neue aufzusuchen, auf der die Bruder⸗
siebe uͤngehindert erwachsen dürfe und solle, so nannten sie diese ihre erjte
Stadt Philadelphia (on griechisch philein, „lieben“ und adelphos
Bruder“), und sie ist es, die vor 4 Jahren den großen Gedenktag zur Feier
zer Gründung der 13 Staaten Nordamerikas in glänzender, wür iger Weite
degangen hat. (Forisetzung folgt.)

Vom 1. Mai an werden auf den Pfälz. Bahnen wieder
Rundreisebillete im Verkehr mit Baden (acht Tage giltig)
im südwestdeutschen Verkehr, im Saarbrücken-pfälzischen Verkehr,
dann ab Ludwigshafen mit Hamburg und ab Ludwigshafen mit
Paris ausgegeben.

Hr. L. V. Hussong in Blieskastel hat sich von
Berlin eine Anzahl Prospekte, Geschäftspläne und Exemplare der
Versicherungsbedingungen der Kaiser⸗Wilhelm-Spende — Allgemeine
deutsche Stiftung für Altersrente und Kapitalversicherungen —
schiclen lassen; von denselben kann bei Hrn. Hussong Einsicht ge⸗
nommen werden; auch gibt derselbe Formularien an Solche, die
sich über die Sache unterrichten wollen, ab.

In Kaiserslautern wurde kürzlich ein Commis ent⸗
lassen; derselbe beschäftigte sich hierauf mit dem Eintassiren von
Ausständen seines Prinzipals und verschwand mit dem auf diese
Weise ergaunerten Reisegeld im angeblichen Betrag von 1500 M.

FWie die „Kaisersl. Ztg.“ mittheilt, wird in Folge einer
von allen Kaiserslauterer Bierbrauern getroffenen Verab—
tedung vom 1. Mai an der Schenkpreis des Bieres dortselbst vou
12 auf 13 Pf. für den halben Liter erhöht werden.

4 In Neustadt hat ein warmer Menschenfreund (Banquier
Hetzel?) der Stadt 586010 Dez. Fläche (von dem Schmahli'schen
Anwesen) im Werthe von 19,500 M. zum Geschenk gemacht unter
der Bedingung, daß daselbst ein Neubau für eine Kleinkinder—
bewahranstalt errichtet werde. Dieser Neubau wird wohl aus
dem Erlös des Gebäudes, welches bis jetzt dem gleichen Zwecke ge—
dient hat, jedoch nicht mehr ausreichend war, in Verbindung mit
dem eigenen Vermögen der Anstalt bestritten werden können, so
daß die Stadt wahrscheinlich Nichts zuzuschießen braucht. Der
Spender dieser koniglichen Gabe ist derselhe, welcher der Klein⸗
kinderbewahranstalt alljährlich an Weihnachten 520 M. zu Be—⸗
scheerungszwecken zugewendet.

Am Himmelfahrtstage (G. Mai) werden die Lehrer der
echnischen Anstalten der Pfalz in Neustadt eine Zusammen—
tunft halten.

Ilbes heim. (L. A.) Ein interessanter Kampf ereignete
sich hier zwischen Störchen. Ein einzelner Storch befand sich schon
eit Wochen auf dem Neste, ohne jedoch einen Gefährten zu er⸗
jalten. Ein anderes Storchenpaar, wahrscheinlich das berechtigte,
—W
prannte, der schließlich mit der Niederlage des ersteren endigte.
Der Kampf war so heftig, daß der Besiegte vom Dache herunter

iuf die Gasse fiel und von Buben in den Hof getragen wurde,
vo er sich allmälich erholte und schließlich traurig von dannen zog.
die Sieger warfen die bereits im Nest liegenden Eier heraus und
uchen sich jetzt häuslich einzurichten.

4F Zu dem in der Dienst. N. ds. Anz. kurz erwähnten Gat—
enmord zu Dudweiler berichtet die St. J. Ztg: Johann Holzer,
hater mehrerer unerwachsener Kinder, vormals Bergmann, jetzt
Taglöhner, welcher schon in früheren Jahren mit seiner Frau in
sank und Hader lebte und diese oft mißhandelte, lebte in letzter
zeit von derselben getrennt, trieb sich die meiste Zeit arbeitslos
serum, und wenn er wirklich arbeitete, so vertrank und verbrauchte
er den Arbeitslohn, ohne sich um Frau und Kinder zu kümm ern.
In Folge dessen mußte diese aus Gemeindemitteln unterhalten wer—
den, und war es der Frau zur Pflicht gemacht, ihren Mann nicht
nehr aufzunehmen. Gestern Abend nun begab sich dieser anschein—
nd in angetrunkenem Zustande in die Wohnung seiner Frau; es
»ntspann sich ein großer Streit, die Frau ergriff in der Hitze des
Befechtes ein Beil und stürzte sich wuthentbrannt auf ihren Mann,
velcher eiligst die Flucht ergriff. Das rasende, mit dem Beil be—
vaffnete Weib verfolgte jedoch ihren Mann, dieser strauchelte etwa
30 Schritte vor ihrer Wohnung und stürzte in einen Graben.
Ehe er nun Zeit hatte, sich wieder aufznraffen, war das Weib zu
AV
etzte ihm mit dem scharfen Beil mehrere Hiebe an den Kopf, so
daß der Tod fast augenblicklich eintreten mußte.

In Mannheim wurden die Sozialisten Kaufmann
August Dreesbach, Philipp Koch, Stadtverordneter Mai und Fabrikant
Ottenthal sowie ein gewisser Hackenberger verhaftet. Letzterer steht
m Begriffe, nach Amerika auszuwandern, und war mit den Uebrigen
in dem Nebenlokal in einer Wirthschaft zusammenge⸗
roffen, um angeblich mit ihnen seinen Abschied zu feiem.

7 Bei Worms wurde am Sonntag im Rhein die Leiche
der dort in Dienst gestandenen 17 J. alten Anna Maria Müller
us Bolanden (Pfalz) geländet. Häusliche Verhältnisse sollen
»as vermögende Mädchen zum Selbstmord getrieben haben.

F Augsburg. Dem Reichs- und Landtagsabgeordneten
Dr. Völk starb dessen ältester Sohn im Alter von 26 Jahren.
derselbe studirte auf der politechnischen Hochschule zu München
ind wurde während des deutsch-französischen Krieges, den er, bei
einem Eintritt in's 4. bayerische Art.“Reg. noch micht 17 Jahre
ilt, als der Jüngste im deutschen Heer, häufig der Benjamin“
der Armee genannt. (S. M.)

Würzburg. Das ärztliche Gutachten über den Tod der
daufmannstochter Mina Grünebaum aus Homburg am Main, wel⸗
he am 15. April nach einer Reise dahier auf der Straße von
inem Blutsturz befallen wurde, der ihrem Leben im Alter von 22
Jahren ein Ende machte, geht dahin, daß der Unglücksfall in Folge
uu starken Schnürens eingetreten sei. (N. C.)

— In einer Delikatessenhandlung zu Nürnberg sind am
Dienstag die ersten frischen Kirschen eingetroffen.

F Ter Fabrikbesitzer Lothar v. Faber in Stein bei Nürnberg
Bleististfabrik) ist von Sr. Maj. dem König in den erblichen
Freiherrnstand des Königreichs Bayern erhoben worden. Herr v.
Faber hat erst vor kurzem eine Stiftung mit einem Kapital von
120,000 Mt. errichtet, aus deren Zinsen alljährlich einem beson⸗
ers tüchtigen Gewerbsmann die Mittel zur Vegründung eines
eigenen Geschäftes geliefert werden sollen.

(Treue Freudschaft.) Aus Zerbst wird das folgende
niedliche Geschichtchen über die Freundschaftsthat der sonst so gern
ils falsch verschrieenen Katze berichtet. Ein dortiger Bürger hatte
ine Katze und einen Kanarienvogel aufgezogen. Diese Thiere waren
uu gleicher Zeit geboren und lebten in einem und demselben Zim⸗
ner; nicht nur die Katze bewegte sich frei in demselben, sondern
uch dem Vogel wurde oft die Freiheit verstattet. Es entstand im
raufe der Zeit zwischen den beiden Thieren durch dies stets har⸗
nonische Beisammensein eine Freundschaft und eine Vertraulichkeit,
vie sie wohl zwischen einer Katze und einem kleinen Vogel noch
nicht bestanden haben dürfte. Man denke sich daher den Schreck
er Hausfrau, als eines Tages die Katze mit einem gewaltigen
zprung auf den Kanarienvogel zusprang, ihn packte und mit der
rhaschten Beute unter eine Kommode schlüpfte, um hier das arme
Thier zu zerreißen — so glaubte die erschrockene Hausfrau. Wie
zroß war daher ihre Ueberraschung und ihre Freude, als sie bemerkte,
haß eine fremde Katze sich in das Zimmer geschlichen hatte und
zaß die einheimische ihren kleinen Liebling gegen die mordgierige
Absicht des Eindringlings geschüßzt hatte. Denn kaum war dieser
»erjagt, als der Kanarienvogel, von seiner Retterin freigelassen
munter und wohlbehalten unter dem Sopha harvorgehüpft kam.

Am Samstag Nachmittag haben die Zimmerleute begonnen,
zie leßte Gerüst-Etage auf den Domthürmen zu Kölnn aufzu-
chlagen. In wenigen Tagen werden fie nach altem Zimmermanns-
jebrauch zum Zeichen der Vollendung ihrer Arbeit einen mächtigen
ztrauß anf die hochste Spitze befestigen.

Dienstzeuanifsse. Bekanntlich wird mit'dem Ausstellen
        <pb n="271" />
        von Zeugnissen an Dienstboten oder sonstige Untergegebenenicht
mit der Gewissenhaftigteit ver fahren, als dies geschehen sollte, ja
nicht selten wird wohlbewußt ein gutes Attest fuͤr mangelhafte oder
gar schädliche ·Leistungen den Austretenden eingehändigi. Daß ein
solches Verfahren neben dem Nachtheil der Mitmenschen auch die ver⸗
dieute Strafe treffen kann, beweist nachstehender Fall, der zur
Warnung dienen möge. Ein Kaufmann in Berlin, der einem
ungetreuen Lehrling wieder besseres Wissen ein gutes Zeugniß aus⸗
gestellt hatte, auf Grund dessen der Lehrling bei einem Banquier
angestellt wurde, den er bald darauf um 9000 M. bestahl, wurde
zum vollen Ersatz dieser Summe verurtheilt.

Ein aufgededter Schatz.) Ein schweres Gewitter zog sich
am Sonntag, den 25. April gegen Abend zusammen und dreitete
sich von Koöpenick bis Kunersdorf hinter Frankfurt a. O. aus.
An verschiedenen Stellen schlug der Blitz ein, so auch in die Kir—
che zu Fürsten walde, ohne zu zünden. Der Blitz traf dort den
Altar, den er durchschlug und hierbei einen Schatz theilweise offen
legte, den vor Jahrhunderten ein Erzbischof, als die Stadt einst
pom Feuer zerstört wurde, einmauern ließ,. damit falls ein ähn—
liches Unglück die Stadt einst wieder treffen sollte, „Mittel zum
Wiederaufbau vorhanden wären.“ Der nunmehr aufgedeckte Schatz,
ans Gold- und Silberwaaren bestehend, ist vorläufig der Regier⸗
ungshauptkasse zu Fürstenwalde übergeben worden.

In einem Wirthshause zu Vleicherode (Kreis Nord—
hausen) war einem Schwein, ob aus Unvorsichtigkeit oder Muth⸗
willen mag dahin gestellt bleiben, eine größere Quantität Lager—
bier in den Trog gegossen worden, wie es beim Verzapfen und
kleberlaufen der Gefäße als sogenanntes Tröpfelbier übrig geblieben.
Die Hausfrau, die zufällig Nachmittags nach den Thieren sehen
will, findet das eine am Boden liegend; es erhebt sich war, be⸗—
zinnt aber nach dem ersten Schritte wieder zu taumein und fällt
bewegungslos nieder. Man glaubt das Schwein schwer krank und
schickt zum Thierarzt; denn das Mädchen oder wer der Urheber
war, erschrocken über die Wirkung, wagte nicht die wahre Ursache
zu gestehen. Der Thierarzt erkannte sofort daß das Schwein nicht
krank sondern einfach — betrunken sei. Man möge es seinen
Rausch ausschlafen lassen, es werde am folgenden Tage wieder
munter sein. Und so geschah es auch. Die Quantität des genos⸗
jenen Bieres war ziemlich beträchllich, ca. 3526 Seidel. Spaß⸗
haft war die Wirkung, so oft man dem Thiere einen Topf kalten
Wassers über den Kopf goß, ein behagliches Grunzen schien dem
Wohlthäter für diese Prozedur zu danken.

In der Gegend von Gmund.en (Oesterreich) ermordete
und beraubte dieser Tage ein dreizehnjähriger Knabe einen elfjähri⸗
gen auf der Straße. Der elfjährige Knabe, Sohn eines Taglöhners,
wurde öfters nach Gmunden zum Einkauf von Lebensmitteln u. s. w.
perwandt. so auch diesmal. In der Nähe eines Dorfes gesellte
—D— Bahnwürters,
ein verwahrloster, wilder Bursche, welcher dem Knaben den Ein⸗—
kaufskorb entreißen wollte. Als ihm dies nicht gelang, versetzte
er dem armen Kinde sieben Stiche mit einem scharfen Mejser, raubte
das Geld warf Messer und Korb in eine nahe Pfüßtze, in der er
sich auch seine blutigen Hände reinigte, und entfloh nach Hause.
woselbst er verhaftet wurde.

F(GEür Billardspieler,) Der große Billard-Match in
Paris zwischen dem Franzosen Vignaux und dem Amerikaner
Slosson ist zu Ende und hat merfwürdige Wechselfälle ergeben.
Am ersten Abend machte der Franzose seine festgesetzten 800
Points, sein Gegner bloß 625. Am zweiten Tag gelangte der
Amerikaner nur bis 174 Points, am dritten Tage bis 339, und
am vierten Tage machte Vignaux seine 800 Points, ohne daß der
Amerikaner auch nur dazu gelangte, das Queue in die Hand zu
nehmen. So standen denn 3200 gegen 1138; am funften Tage
gelang es indeß Herrn Slosson, die Differenz durch Serien von
337 und 348 Points herabzumindern; darauf machte er hinter
einander 800 Points. Indeß vollführte zuletzt Herr Vignaux eine
Serie von 243 Points und vollendeie so die 800 letzten Points,
die ihm zu machen noch übrig blieben, um den Sieg auf seine
Fahne zu schreiben.

fUngücsfall im Bois de Boulogne. Ver—⸗
gangenen Freitag Vormittags versuchte eine elegante Amazone, die
Vicomtesse C., deren Familie Versailles bewohnt, im Bois de Bou⸗
ogne bei Paris ein neues englisches Pferd. Dieses ging auf einen
Hieb der ihm ertheilt wurde, mit der Reiterin durch, sie glitt vom
Sattel, blieb aber am Steigbügel hüngen und wurde zum Ent⸗
jetzen der Spaziergänger von dem rasenden Thiere durch die Alleen
geschleift; Riemand vermochte den Renner aufzuhalten, und als
er erschöpft hinfiel, war seine Reiterin eine gräßlich verstümmelte
Leiche ohne Kopf, mit zerbrochenen Armen und fingerlosen Hän—
den. Die traurigen Ueberreste wurden auf einen Karren gelegt,
nit einem Tuche bedectt und nach Versailles gebracht.
MιαUI«¶ ⏑
ar derichie.
Aweibrücken, 20. April. (Fructmittelpreis und Victualienmarkt.
Weizen 12 M. 13 Pf. Korn io M. 38 Pf., Gerste zweiteihige — M. Sy..

ꝛierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — pf. Spelzkern — M. — Pf.,
Dinkel — M. — Pf. Mischfrucht — M. — pf. Hafer 7 M. 84 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Wicken — M. — pf. Karloffeln 2 M. 40 Pf.,
deu s Me20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1u5 Kilogr. 58 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrodes Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 84 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Dammielfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter /3 Kiloar. M 30 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 28. April. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
11 M. 99 pf., Korn 10 M. 06 Pf., Spelzkern —M. &amp; Pf., Spelz 0 M.
, Gerste Zreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M üyf. Hafer
M. 68 Pf., Wischfrucht Ih M. 25Pf, Erbsen m pfrWigen
O M. — Pf., Bohnen O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrode6 Pfund — pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinesleisch
60 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 20 pf. Kartoffeln per Ctir. 2 M. 80 pi.

Kaiserslautern, 27 April. (Sruchtmiltelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11, M. 46 pPf., Korn 10 M. 25 pf, Speljtern — M. — Pf. Speü
7 M. 81 Pf., Gerste 9 M. 25 Pf. Hafer 7 M.42 Pf., Erbsen — M.
PliWickhen 0O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M.
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfol46 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. IM. — Pf., Eier 2 Stuc o9 Pf., Kar⸗
toffeln per Cent. 2 M. 40 Pf. Stroh 3 M. — Pf.. Heu 2 M. —ÿfg.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß.
Vom Büchertijche.

Die einfache Buchführung, verbunden mit kaufmänischem Rech⸗
ien und Wechselkunde zur Selbstbelehrung, nebst einem
Schlüssel zur Selbstbelehrung über Wesen und Natzen der
doppelten Buchführung und einem Anhange zur Berechnung der
oerschiedene Konto⸗Korrente ꝛc. ꝛc. von A'Weil, ehemai. Vor⸗
tande der Handels-Lehranstalt in Dürkheim a. H., in Selbstverlag
des Verfassers, Preis Mark. 1.20.

Besprechungen hierüber im „Pfälzischen Kurier“ Nro. 49,
„Pfälzischen Volkszeilung“ Nro. 61, „Speyerer Zeitung“ Nro. 46,
„Neustadter Zeitung“ Nro. 47, „Kaiserslauterer Zeitung“ Nro.
76, „Zweibrücker Zeitung“ Nro. 19, „Frankenthaler Tageblatt“
Nro. 48 und „Leipziger Volkszeitung“ Nro. 64 *x. xc.

„In diesem Werkchen wird das in Wirklichkeit geboten, was
die Worte „zur Selbstbelehrung“ ausdtücken, Der Ver—
fasser leitet den Lernenden durch seine Anweisung über das hierin
zu beobachtende Verfahren und durch seinen so ilar und faßlich
vorgezeichneten Geschäftsgang so sicher, daß ein weiterer Lehrer
hierin ganz entbehrlich wird.

„Die Darstellung über Wesen und Nutzen der doppelten Buch⸗
führung ist meisterhaft, wie wir sie in keinem andern Werke mehr
finden. Auf ein paar Seiten wird uns diese Buchführung hier
besser zum klarsten Verständnisse gebracht, als gewoͤhnlich durch
einen persönlichen Unterricht von mehreren Monaten oder eine
jahrelange praktische Uebung ohne theoretische Vorbildung hierin.
Wir begrüßen daher dies Werkchen als ein gemeinnütziges Erfor⸗
derniß unserer Zeit, um so mehr, da der billige Preis desselben
Jedem dessen Anschaffung leicht ermöglicht.

„Die „Pfälzische Presse“ schreibt:

„Das von dem Handelsiehrer A. Weil'in Dürkheim
a. H. herausgegebene Werkchen über die Buchführung hat den
verdienten Beifall gefunden. Die außerordentlich praktische Me⸗
thode, welche der Verfasser aufstellt, um durch Selbststudium volle
Kenntniß der Buchführung zu erlangen, hat sich vortrefflich be—⸗
währt. Sie ist einfach und faßlich und läßt sich bei einigem
Fleiße in kürzester Frist aneignen. Das Buch ist auch zum
Nachschlagen in allen Fällen des geschäftlichen Lebens sehr geeig⸗
net, es gibt über alle Fragen, welche in diesem auftauchen, kur—
„zen und bündigen Bescheid. Der beste Beweis für die Vorzüge
des Werkchens ist wohl der, daß die erste Auflage nahezu ver—
arifjen und eine zweite in Vorbereitung isft.

Notiuz4.

Der Pensions-Verein Bavaria anerkannter Verein, —A
unter staatlicher Genehmigung gegründet 1867, besitzt bei einer Mitgliederzahl
pon UÜber z00 ein Vermögen von ca. 170 000 Malk, welches bei der —XE
privil. Baherischen Hypotheken⸗ und Wechselbank deponirt ist.

Die Jahresbeiträge der Mitglieder beziffern ohne Neubeitritte ea. 40 000
Wark, und fallen vollständig zum Capitai, da die Hälfte der Capitalzinjen
zur Zeit zur Bestreitung der laufenden Pensionen genügt.

Der Verein ist der einzige Verein in Bayern, welcher seinen Mitgliedern
bei eintretender Berufsunfähigleit eine fortlaufende Pension bietet und damit
die Wittwen⸗ und Waisenversorgung verbindet, insbesondere aber auch deß⸗
dalb, weil alle Berufsklassen bis zum 45. Lebensjahr Aufnahme finden konnen.

Auch in der Pfalz und den Reichslanden findet der Verein immer mehr
Berbreitung; zur Zeit bestehen Zweigvereine in München, Kempten, Lindau,
Lauien, Traunstein, Augsburg, Jugolstadt, Rothenburg, Kissingen, Hersbruck,
Bayreuth, Waldrünchen, Neunburg v / W., Pfarrkirchen, Landshut, Regensburg,
Schweinfurt, St. Ingbert (Vorstand: Hr. Steuereinnehmer Hartmann) und
Faiserslautern in der Rheinpfalz (Herr Stationseinnehmer J. Cl. A. Han—
hen), Schiltigheim i / Elsaß (Hert kiisetl. Ste ieraufseher Meisinger, For bach
/Lothringen (Herr kaiserl. Kreis Ingenieur Böhm).

Es wird nur dieser Anregung bedürfen, um in den weitesten Kreisen
Interesse für den Verein zu erweclken; mehrere Gemeinden entrichten fur ihre
Beamten die Beiträäge. Stataten und Anmeldeformulare versenden die Zweig⸗
ereins⸗Ausschufse, sowie der Vorstand des Vereins, Herr W. Sardemanu,
ostenfrei.
        <pb n="272" />
        Oeffentliche Zustellung ·
Ladung.

1. Heinrich Noll, 23 Jahre
alt, Eisenwalzer und Reservist.

'2. Joseph Fichter, 21 Jahre
alt, Sandgießer und Reservist,
deide zuleht in St. Ingbert
wohnhaft und nun abwesend,
werden hiermit vorgeladen, am
Mittwoch den 23. Juni 1880,
Vormittags 8 Uhr in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schoͤffenge⸗
richts zu St. Ingbert, in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗
mit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen sie erho⸗
zene Anklage wegen unerlaubter
Auswanderung am 23. März lau⸗
jenden Jahres geschritten werde.

Zugleich wird den Angeklagten
zröffnet, daß bei unentischuldig⸗
lemn Ausbleiben ihre Verurihei⸗
lung auf Grund der vom tgl.
Landweht⸗-Bezirks⸗Commando
Zweibrütken vom 24. April 1880
nach Vorschrift des 8 472 der
R.⸗St.⸗P.O. abgegebenen Er⸗
klarung erfolgen werde.

St. Jugbert, 26. April 1880.
Der Amisanwalt am k. Amts-
gericht St. Ingbert,
gezeichnet: Müller.

Zur Beglaubigung:

Der Gerichtschreiber
Krieger.
Airchenbau· Verein

St. Ingbert.

Die alljährliche General⸗
Versammlung des Kirchen⸗
den· Vereins finder am Sonntag
den 9. Mai statt, wozu alle
Putglieder eingeladen werden.

Der Präsident
B. Graffion.
Unterzeichneter

bringt sein Lager in

Flur⸗ und Trottoirplat⸗

ten sowie Dachfalzziegel la

Zuglität, billigste Preise, in
empfehlende Erinnerung.

Die besten Zeugnisse für die
Qualität obiget Waare, von Ar⸗
chitekten und Baumeister, kön⸗
—ED0——

Joseph Hellenthal,
Pfarrgasse.

J Nuf Grmmd der thatfächlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
õo. Aufi ersienene relaiulaarirte Buch:
ur. iiry'o⸗ Naturheilmethode“
hreis iMark,* allen Kranken auf'v
Waruste zur Ansconfsung emvfoblen
derden. Jn diesem 644 Seiten starken
Werte sindet ein Jeder, gleichviel au
spelcher Argukbeit leidend. —XXC
ewahrte, leicht zu befolgende Ratb⸗
Nãge, die, wie zadllose Dankschreiben
Seisen. oft selbst SEqwerkrarten
Silfe Seiluus brachten.
ere Veriags · Anlian, Lein-
sendet auf Wun“
los Se

Zu haben in allen Buchhandl.
Zonntag, 2. Mai:
Tanzmusik
bei Peter Schweitzer.
Aufang Nachmittag 3 Ubr.

—— ——Vꝰ

Borin

2 Arbeiterwohnun gen
jat zu vermiethen
Lehrer Kaufmann.
Sonntag, 2. Mai von
—XVVV ,
Tanzmusik
ausgeführt von der gZwei⸗
brücker Jãgermusik, wo⸗
u höflichst einladet
Peter Jung.
NB. Bier und Wein wird
rusgeschenkt.
Sonntag, 2. Mai:
Tanzmusik.
Freundlichst ladet ein
Frau Julius Grewenig.
Zonntag, 2. Mai:

Anzeige und Empfehlung.
Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein
Hohzdreherei⸗ und Siuhlmachergeschäft
In Büestastel Hierher verlegt und unter dem Heutigen eröffnet habe.
Indem ich mich zur Ubernahme und Ausführung aller in
dieses Fach einschlagender Arbeiten bestens empfehle, binle ich um
freundliches Wohlwollen.
St. Ingbert, den 25. April 1880.
—
wohnhaft im frũher Sattlet Emil Sreanr n i g'jchen Hause
—8 . 2 F * **
M.Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛx
St. Johann. Sulzbachstraße 18858.
in. Eheschließuugen:
Am 19. Marz. Joh. Goti⸗
lieb Zwirn mit Karolina Soun.
23. Georg Jung mit Maria
Flisabetha Fatscher. 31. Va⸗
lentin Simonis mit Louise Ka⸗—
tharina Schneider.
O. Sterbfälle:
Am 2. März. Karl, 2 J.
alt, S. v. Joh. Klein. Maria,
z Mi. alt. T. v. Joh. Kar⸗
mann. 3. Elisabetha, Jung⸗
fleisch 32 J. alt, Ehefr. v. Adam
Wilhelm. Joh. Hauck, 74 J.
alt, Witwer v. Maria Abel.
Pet. Georg Unbehend, 20 J.
alt, S. v. Joh. Georg. Kath.
Kohler, 67 J. alt, Ehefr. v. Pet.
Wacken. Jac., 2 Mi. alt, S.
v. Jac. Behr. 4. Peter Paul,
46 J. alt, Ehem. v. Margar.
Reidelstürz. 6. Anna, 2J. alt,
T. v. Karl Best. 7. Joseph,
9 Mi. alt, S. v. Martin Franl.
Maria, 5 J. alt, T. v. Johann
Weber. Peter Hartz, 49 J. alt,
Ehem. v. Barbara Hatthz. Heinr.,
16 Mt. alt, S. v. Joh. Quiring.
9. Ludwig, 3 J. alt, S. v.
Georg Wack. Ludwig, 1J, alt,
. v. Nicol. Grell. 11. Kath.
—WFVWV
Flaudius Morlo. 12. Johann,
5 J alt, S. v. Peter Gehring.
Peier, 3 J. alt, S. v. Peter
Zimmermann. 14. Maria, 8
Jalt, T. v. Adam Grünfelder.
Anna, 2 J. alt, T. v. Johann
Arnold. 15. Emil, 1 J. alt,
. v. Karl Umbehr. 16. Ni-⸗
laus, 1 J. alt, S. v. Peter
Zimmermann. Magdalena, 13.
ait, T. v. Pet. Müller. 17.
gharlotta, 5 J. alt, T. v. Joh.
Quiring. 19. Anna, 2 J. alt.
T. v. Johann Kihm. Philipp
Sandmaier, 56 J. alt, Ehem.
v. Ursula Preßmann. 21. Eli⸗
sabetha Schmitt, 78 J. alt,
Wwer v. Joh. Luckas. 23. Eli⸗
jabetha Stolz, 70 J. alt, Wwe.
d. Jos. Buhmann. 26. Peter
Schmin, 60 J. alt, Ehem. v.
Margar. Lamarche. Katharina
Biermacher, 22 J. alt, T. v.
Peter. 28. Barbara Uhl, 75
J. alt, Witwe v. Peter Schmel⸗
jer. 30. Michael Zimmermann,
51 J. alt, Ehem. v. Katharina
Schulz. 31. Elisabetha Kihm,
7 Mt. alt, T. v. Johann. Ja⸗
cob, 2 J. alt, S. v. Karl
Schmitt.
Zt. Ingbert, 23. April 1880.
Der Standesbeamte:
P. Greß, Al. Adjunkt.

Auszug

aus ven Registern des Standebamis
St. Ingbert

pro Monat März 1880.

Ball
bei Georg Jung.
Enitee 1 Mark.

Fortlaufende Nummern. steine
Serien.
Nur Geldgewinuste.
A Um aͤllen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jeden
dobse unwiderle gbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die jämmtlichen
100, 000 Nummiern in ein Rad
nd die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigftellung des pfaͤlzischen

Gewerbemuseums.
Prtis des Loosts 3 Mark.
Ziehung am 26. October

1880
Hauptgewinne von M 30,000
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70

Sonntag den 2.

18s0.

Deutsches Reich.

Berlin, 29. April. Gestern hat die Mehrheit des Reichs-
tags, 181 gegen 69 Stimmen, wenigstens bis zum nächsten Jahr,
das heißt bis zur Neuwahl des künftigen Reichstags, die Einführ—
ung des Tabakmonopols unmöglich gemacht. Nach eingehenden
Debatten, die offen legten, daß nur ein Theil der Conservbativen,
„. B. Graf Stolberg, Fürst Hohenlohe, v. Lerchenfeld, dann Völk,
Schauß ꝛc. für das Tabakmonopol seien, wurde der Antrag Buhl⸗
Delbrück mit dem oben angegebenen Stimmenverhältniß angenommen.

Zu der in zweiter Lesung dem Reichstage vorliegenden
Münzgesetznovelle haben die Abgg. Delbrück und Bam—
berger folgenden Zusatz beantragt: „Das zu neuen Ausprägungen
xforderliche Silber wird, soweit möglich, mittels Einziehung von
Thalern beschafft.“

Der Reichstag überwies den Gesetzentwurf über die Reichs-
tempelsteuer einer Kommission von 21 Mitgliedern.

Nach der „Fr. Z.“ beantragt der Abg. Virchow, unterstützt
von der Fortschrittspartei, den Antrag Völl's auf Herabsetzung
der Ziffer der Beschlußfähigkeit des Reichstages abzulehnen,
ferner den Reichskanzler aufzufordern, eine Vorlage wegen Gewähr⸗
ing von Dieten für die Reichstagsmitglieder zu machen. Ferner
beantragt er, daß dem Reichstag das Recht eingeräumt werde, die
Gegenwart des Reichskanzlers zu verlangen.

Der Seniorenconvent des Reichstags beschloß, daß am
Dienstag, 11. Mai, die Reichstagssession zum Schluß kommen
olle. Bis zum Schluß werden noch erledigt: das Wucher⸗, So—
cialisten⸗ und Viehseuchengesetz, der Handelsdertrag mit Belgien, und
die Interpellation wegen Einverleibung von Si. Pauli in den
zollverein, wahrscheinlich auch noch die Brausteuer. Unerledigt
zleiben die Gesetzentwürfe über die Stempelsteuer, das Faustpfand
echt für Pfandbriefe, die Dienstwohnungen der Reichsbeamten,
die Münzgesetz-Novelle und der Antrag Volk auf Herabsetzung der
Beschlußfähigkeit des Reichstags.

Man wollte in Kreisen der Reichstagsabgeordneten wissen,
„as Ergebniß der Abstimmung bezüglich der Samoa⸗-Vorlage
nämlich deren Ablehnung) habe den Fürsten Bismarck sehr ver⸗
timmt, und es werde daran gedacht, die Angelegenheit in anderer
Form nochmals vorzubringen. Wahrscheinlicher ist es, daß, wie
indererseits behauptet wird, die Inieressenten, nunmehr versuchen
verden, ohne Reichshilfe das Unternehmen der Südsjeegesellschaft
kebensfähig zu machen. (stöln. Zta.

Der große Brand der Niederhöfer'schen Möbelfabrik in
Edenkkoben hat leider auch w ein anderes Unglück in Ge—
'olge gehabt. Ein Feuerwehrmann fiel nämlich, während er von
einer hölzernen Galerie aus dem Feuer beikommen wollte, in den
Hofraum und verletzte sich in nicht unbedeutendem Grade.

x In Edenkoben hat sich ein provisorisches Comite zur
Bildung eines Gewerbe-Vereins daselbst gehildei.

Aus Eisenberg wird der „pf. Pr.“ gemeldet, Frhr.
Eugen v. Gienanth habe die Friedrich'sche Papiermühle gekauft,
)ie nun nach langem Stillstand wieder in Betrieb gesetzt werden
olle. Der Kaufpreis wird mit 165,000 bis 170,000 Mk. an⸗
gegeben.

FKarlsruhe. Der hiefsige Gewerbeverein hat sich ein⸗
timmig gegen die Quittungssteuer ausgesprochen und beschlossen,
n einer Eingabe an den Reichstag diesen zu bitten, dem Gesetz⸗
nntwurfe seine Zustimmung zu versagen. Die im Lande bestehen⸗
»en Gewerbevereine sollen außerdem aufgefordert werden, ein Glei⸗
hes zu thun.

F. Die Nachricht der Nürnberger Blätter von der Erhebung
des Fabrikbesitzers Lothar v. Faber in den Freiherrnstand wird
etzt als verfrüht erklärt.

Fur die Redaction verantwortlich: Fo 4. Demev.
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Der Stadtrath von St. Ing⸗
bert hat in seiner Sitzung vom
22. April 1880 folgende Be—
schlüsse gefaßt:
Die Trennung der Ein—
nehmerei und die Auf—
stellung eines städtischen
Einnehmers beantragt.
Der Brunnen am Weiher⸗
damm soll überdeckt werden.
Die Erhebung einer provi⸗
sorischen Umlage wurde
zenehmigt.
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Munzinger wurde begut⸗
achtet.
Die Verlegung der Wirth⸗
schaft des ꝛc. Paulus in
jein im Steinbruch gelegenes
Wohnhaus wurde abschläg⸗
lich beschieden.
Auf Grund des Art. 74
des St.⸗G.⸗B. wurde we—
gen der Pferdeschlächterei
eine ortspolizeiliche Vor—
chrift erlassen.
Der noch dorhandene Rest
des Gemeindeberechtigungs⸗
Holzes soll unter der Forst⸗
haxe qbgegeben werden.
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F Der „Zw. Ztg.“ wird unterm 29. April aus Nieder—
awnerbach geschrieben: Gestern wurde hier eine Frau beerdigt,
die das hohe Alter von 91 Jahren erreicht hatte. Es war dies
eine Wittwe, die sammt ihrer 6 4jährigen ledigen Tochter im Ge—
meinde ⸗· Armenhause wohnte und von der öffentlichen Mildthätigkeit
lebte, welche durch die Tochter von den Bewohnern von hier und
Zweibrücken in ausgiebiger Weise in Anspruch genommen wurde.
Sei es nun aus purer Kindesliebe oder sei es aus Besorgniß um
das irdische Dasein, weil die Tochter ihre Ernährerin verloren,
wvollen wir dahingestellt sein lassen: kurz, die Tochter wußte sich in
hrem Schmerze uͤm die Gestorbene nicht zu fassen, sie wollte das
Leben ohne sie nicht mehr ertragen, und so sprang sie plötzlich
zum Schrecken aller das Grab Umstehenden und den Herrn Geist—
ichen in seiner Rede jäh unterbrechend in das offene Grab, schrie
mit gellender Stimme: „Ich will lebendig bei ihr bleiben, ich will
lebendig mit ihr begraben werden!“ und alle Ermahnungen an
sie, wieder herauszusteigen, da es bei uns doch nicht Sitte sei, sich
lebendig begraben zu lassen, halfen Nichts, sondern es mußte die
Polizei ihre Macht entfalten, sie gewaltsam dem Grabe entreißen,
dor das Kirchhofthor eskortiren und dasselbe hinter ihr ver⸗
schließen, worauf dann das Zeremoniellder Beerdigung seinen
veiteren Verlauf nahm. Die so über alle Maßen vom Schmerze
zebeugte Tochter muß sich jedoch bald in das Unvermeidliche ge⸗
unden haben, denn schon nach einer halben Stunde erschien fie
vieder in verschiedenen Häusern;, um „f—r ihre alte Mutce“ ein
Almosen zu erbitten.

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Berlin, 29. April. Gestern hat die Mehrheit des Reichs—
tags, 181 gegen 69 Stimmen, wenigstens bis zum nächsten Jahr,
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Der Reichstag überwies den Gesetzentwurf über die Reichs—
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Nach der „Fr. Z.“ beantragt der Abg. Virchow, unterstützt
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der Ziffer der Beschlußfähigkeit des Reichstages abzulehnen,
ferner den Reichskanzler aufzufordern, eine Vorlage wegen Gewähr—
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beantragt er, daß dem Reichstag das Recht eingeräumt werde, die
GBegenwart des Reichskanzlers zu verlangen.

Der Seniorenconvent des Reichstags beschloß, daß am
Dienstag, 11. Mai, die Reichstagssession zum Schluß kommen
solle. Bis zum Schluß werden noch erledigt: das Wucher⸗, So—
cialisten⸗ und Viehseuchengesetz, der Handelsvertrag mit Belgien, und
die Interpellation wegen Einverleibung von St. Pauli in den
Zollverein, wahrscheinlich auch noch die Brausteuer. Unerledigt
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Beschlußfähigkeit des Reichstags.

Man wollte in Kreisen der Reichstagsabgeordneten wissen,
das Ergebniß der Abstimmung bezüglich der Samoa-Vorlage
(nämlich deren Ablehnung) habe den Fürsten Bismarck sehr ver—⸗
stimmt, und es werde daran gedacht, die Angelegenheit in anderer
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In Edenkoben hat sich ein provisorisches Comite zur
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Fugen v. Gienanth habe die Friedrich'sche Papiermühle gekauft,
die nun nach langem Stillstand wieder in Betrieb gesetzt werden
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Karlsruhe. Der hiesige Gewerbeverein hat sich ein—
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22. April 1880 folgende Be⸗ Haltbarstes Fabrikat, zum
schlüsse gefaßt: Selbst-Lackiren der Fußböden,
1. Die Trennung der Ein- trocknet in einigen Stunden hart
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Auf Grund des Art. 74
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eine ortspolizeiliche Vor—
chrift erlassen.
Der noch vorhandene Rest
des Gemeindeberechtigungs⸗
Holzes soll unter der Forst⸗
taxe abgegeben werden.
Die Herstellung eines
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Erwägung gezogen und ver⸗
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St. Ingbert, 1. Mai 1880.
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Der „Zw. Zig.“ wird unterm 29. April aus Nieder—
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eine Wittwe, die sammt ihrer 64jährigen ledigen Tochter im Ge—
meinde-⸗Armenhause wohnte und von der öffentlichen Mildthätigkeit
lebte, welche durch die Tochter von den Bewohnern von hier und
Zweibrücken in ausgiebiger Weise in Anspruch genommen wurde.
Sei es nun aus purer Kindesliebe oder sei es aus Besorgniß um
das irdische Dasein, weil die Tochter ihre Ernährerin verloren,
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Leben ohne sie nicht mehr ertragen, und so sprang sie plötzlich
zum Schrecken aller das Grab Umstehenden und den Herrn Geist-
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mit gellender Stimme: „Ich will lebendig bei ihr bleiben, ich will
lebendig mit ihr begraben werden!“ und alle Ermahnungen an
sie, wieder herauszusteigen, da es bei uns doch nicht Sitte sei, sich
lebendig begraben zu lassen, halfen Nichts, sondern es mußte die
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zebeugte Tochter muß sich jedoch bald in das Unvermeidliche ge⸗
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wieder in verschiedenen Häusern, um „für ihre alte Mutter“ ein
Almosen zu erbitten.
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St. Ingbert.

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Berlin, 1. Mai. Es heißt, Fürst Bismarck gedenke
die Session des Reichsstags über Pfingsten hinaus auszudehnen,
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setzentwurf erledigen zu lassen. Die Reichstagskommission für das
Stempelsteuergesetz begann heute ihre Arbeit und hofft dieselbe im
Laufe der nächsten Woche zu schließen.

Berlin, 1. Mai. Der Ministerialrath Schneegans (Elsässer)
ist zum Generalconsul in Messina ernannt worden und wird dem—
nächst an seinen Bestimmungsort abgehen.

Wie man hört, wird in Regierungskreisen bereits die Frage
über den Zeitpunkt erörtert, wann im elsaß-lothringischen Landes—
ausschuß der Gebrauch der französischen Sprache aufhören soll

Ausland.

Die französische Deputirtenkammer lehnte einen Antrag
auf Zollfreiheit der Weine ab.

In der am 1. Mai stattgehabten Sitzung des Armeeausschus—-
ses der französischen Deputirtenkammer erklärte Kriegsminister
Farre, daß die Regierung der Aufhebung des Einjährig-Freiwilli⸗—
gen⸗-Instituts nicht zustimmen können, aber den Bestand der Ein—
jährig⸗Freiwilligen auf die durchaus nothwendige Zahl beschränken
werde. Der Ausschuß hält indessen an der Aufhebung des Frei—
willigen⸗Instituts und an der Abkürzung der Dienstzeit auf 8 Jahre fest.

Das italienische Abgeordnetenhaus hatte vor einigen Tagen
dem Ministerium ein Mißtrauensvotum ausgestellt. In Folge
dessen reichte dieses bei dem König seine Entlassung ein, die aber
nicht angenommen wurde. Durch Dekret wurde vielmehr die Kam—
mer aufgelösst und eine Neuwahl angeordnet.

Der offizielle russische, Regierungsbote“ brachte noch keine
Nachricht über die Arretirung des vermeintlichen Attentäters Sche—

witsch. Den „Nowosti“ zufolge soll der englische Botschafter
auf die bezügliche Anfrage seiner Regierung geantwortet haben, daß
der Verhaftete sein Verbrechen bereits eingestanden habe.
zermischtes.

FSt. Ingbert. (Dr. Waltemath's Vortrag: Leben und
Wirken der Deutschen in Rordamerika. Fortjsetzung.) Heutzuͤtage noch, m
d., zeigen uns Nachkommen dieser Pfälzer in ehrenwerther Weise die deut—
lichen Spuren ihres Ursprungs. Man muß in diesen Landen gereist sein,
um sfich einer gewissen Rührung nicht erwehren zu können bei der Erinnerung
der nach pfälzischer Art erhaltenen und im Laufe der Zeit mit dem eng
lischen Element vermischten Aussprache. Sogar Zeitungen werden herausge⸗
geben in dieser höchst sonderbaren Sprache, welche ein Gemisch ist von Deut—
schen mit englisch⸗amerikanischen Elemenien. So erscheint in diesem Dialekt
eine Zeitung in Lankaster, in welcher wir beispielsweise etwa folgende An⸗
nonce lesen können: „Gestern ist mir eine Kau über die Fenz gejumpt; dem
Wiederkätscher eine gute Riword“; gewiß ein ganzes Deutsch mit den eitichen
englischen Wörtern „cow (tau) Ruh, sence Zaun, jump springen, cateh
(katsch; fanjen und reward Belohnung.“ So ist in dieser Sprache und die—
sem Volke aus der alten Zeit die guͤle Eigenthümlichkeit erhallten, daß man
sich untereinander noch mit dem brüderlichen , Du“ anredet. Die Manier,
welche die Deutjchen in späterer Zeit sich angeeignet und welche auch jetzt die
Oberherrschaft besitzt, die Manier, zu anwesenden Personen so zu sprechen,
als ob sic hei Seite stünden, nicht ais ob man ihnen Aug in Aug gegenüder
staände, nämlich die 8. Person der Mehrheit Sie“ als Höflichkeitsform an⸗
zuwenden, diese Manier, sag ich, kennen sie nicht, und sie wollen sie nich!
kennen, und sie haben Rechi.

Etwa 100 Jahre später war eine zweite große Auswanderung nach
Amerika, herbeigeführt durch andere Grunde. Die Auswanderer waren, um
mich so auszudrücken, gezwungen, gegen ein wildjfremdes, ihnen bisher
unbelanntes Land ihren trauten heimathlichen Herd zu vertauschen. Sie er⸗
innern sich wohl, m. H., jenes deutschen Spaziergängers nach Serakus, der
unbefangen seinem Weg nachgehend, plößlich von Haschern des hessischen Land—
grafen ergriffen und gefesselt von denselben fortgesuhrt wurde. Und warum?
Aus dem einzigen Grunde, um dem Landgrafen Geld zu verdienen. Die
armen Unglüudlichen wurden verkauft an die englische Regierung und diese
transportirte sie in Masse nach Amerika zum Kapipfe gegen die 13 Vereinig⸗
ten Staaten, die sich empört hatten gegen das schwer auf ihnen lastende Joch
der Engländer. — Welch traurxiges Vild dieser schrecklichen Zeit entwirft uns
nicht Schiller in Kabale und Liebes! — Zu Tausenden waͤnderten in jenen
Willkürzeiten die Deutjchen aus und ließen sich nie der an dem Hudsonssirom,
in Telaware und New⸗Jersey, arbeiteten mühsam die düstern Urwälder um
und schufen aus den unwirthiamen Gegenden lachende Gefilde, wo die Obst⸗
frucht gedeiht; vornehmlich die Pfirsich und die demsche Weinrebe erlangaten
dort das Bürgerrecht.

Dies, meine Herren, waren immerhin nur kleine Anstöße zu Auswander⸗
ungen, die nachfolgen sollten. Im Ganzen hat die Geschichte drei große
Wanderungen germanijcher Stämme zu verzeichnen. (Fortsetzung folgt.)

. St. Ingbert. Am Samstag Nachmittag wurde der
13jährige Lateinschüler Scherff von einem Meißel, mit dem ein
inderer Knabe an einem Schraubstock hantirte, so unglücklich in
das rechte Auge getroffen, daß dieses wahrscheinlich für immer seine
Sehkraft verloren hat.

—“* Die Herren Gebr. Krämer dahier haben den Feuer⸗—
wehren zu Ensheim und Heckendalheim für die thätige und
erfolgreiche Mitwirkung bei Löschung des Brandes auf dem Ens—
Jeimer Hofe (Eigenthum des Hin. Gustav Krämer) ein Geschent
von je 200 M. gemacht. Ein Feuerwehr von Ensheim, der sich
—
eine besondere Gabe von 40 Mark.

F. Im Jahr 1879 sind in der Pfalz 24 active und 19
densionirte Lehrer gestorben. Das Durichschniltsalter der activen
Lehrer ist 47,8 Jahre, der pensionirten 79 Jahre, das Gesammt—
zurchschnittsalter 55,8 Jahre.

F. Aus dem Staatsunterstützungsfonds für protestantische Cul—
tusbauten erhielt u. A. die Gemeinde Kirkel-Neuhäusel einen
Beitrag von 200 Mark zur Deckung der Kirchenbauschuld.

Auch in Zweibrücken haben in den letzten Tagen
mehrere Wirthe den Preis des Bieres auf 18 Pfennig per Schoppen
erhöht.

x Aus dem Bliesgau wird berichtet, daß auch dort an
denjenigen Bäumen, denen es an Zugluft fehlte, namentlich den
später blühenden Apfelsorten, der Frost seine Wirkung in verderb—
sicher Weise geäußert hat, so daß viele derselben gar nicht treiben,
schließlich absterben und durch den Ausfall des bstes der Land—
mann in empfindlicher Weise geschädigt wird.

FIn Oberauerbach wurde der Atkerer Phillipp Ho f—
mann, von einem seiner Pferde derart geschlagen, daß er bald

darauf seinen Geist aufgab. Hofmann, ein allseits geachteter und
fleißiger Familienvater, hinterlaͤßt eine Witiwe mit 7 unmündigen
Kindern.

FOtterberg wird noch im Laufe dieses Monats einen
Fröbel'schen Kindergarten erhalten.

m Kaiserslautern, 1. Mai. Die Direction der pfälzischen
Vahnen hat den Besuchern der 1. pfälzischen Ausstellung von Lehrlingsar⸗
beiten folgende Vergünstigungen bewilligi. Meister, Gesellen, Arbeiler und
Lehrlinge, welche die Ausstellung besuchen, erhalten während der ganzen
Dauer vom 9. -23. Mai 500/0 Fahrtaxermäßigung o. h ein einfaches Billet,
welches zur freien Rüchfahrt am nämlichen Tage berechtigt, müssen aber an
her Stationskasse zu ihrer Beglaubigung einen Schein des Ausftellungsaus⸗
chusses vorzeigen. Solche Scheine sind bei den Vorständen der in den stan⸗
onshauptorten gebildeten Nebenausschüsse kostenfrei zu erhalten. Das übrige
Publikum genießt dieje Fohrtaxermäßigung nur an 8 Tegen, bri der Er
zffnung am 9., bei der Nreisvertheilung am 23. und am 18. dem Tage,
vo die Preisrichter zusammenkommen, unter der Bedingung, daß fie an der
Bahnkasse auch ein Eintrittsbillet zur Ausstellung lösen. Alle größeren Sta⸗
tionen werden solche Eintrittsk rten verkaufen; wer aber von einer kleinern
Station abfährt, hat sein Billet im Bahnhof Kaiserslautern abstempeln zu
sassen, damit es zuce freien Rückfahrt berechtigt. Ferner ist für alle Aus—
stellungsgegenstände frachtfreier Rücktransport bewillizt, wenn sie wieder mi
einer Bescheinigung vom Hauptausschusse versehen sind.

F. Die Kammgarnspinnerei in Kaiserslautern hatte
im verflossenen Betriebsjahr einen Bruttoverdienst von 1,210,943
M. und nach Abzug aller Kosten einen Reingewinn von 932699
M. erzielt. Für jede Aktie (1000 fl.) entfällt eine Dividende von
300 M. — 1712 80.

f In Kaiserslautern wurden auf freiwilliges Anstehen
5Aktien (à 1000fl.) der dortigen Kammergarnspinnerei zur Ver—⸗
teigerung gebracht, für welche der Betrag von 17,350 Mgeboten
wurde; resp. 2Aktien brachten je 3463 Mt., zwei andere je 3470
Mk. und die letzte 3480 Mt. Hiezu kommen noch die Verstei⸗
gerungskosten, welche ca. 64Mk. pro Attie betragen. Weitere 8
Aktien gingen bei dieser Gelegenheit ebenfalls zu je 3470 Mk. in
anderen Besitz über.

-— Ein Bierstreit ist in Kaiserslautern nicht nothwen—
dig geworden, indem das Bier in den meisten Schanklolalen nach
wie vor um 12 Pfennig per Schoppen verzapft wird.

(Hühner⸗Zwillinge.) Als Seltenheit wird der „Pf. V.“
mitgetheitt, daß in Kaiserslautern ein Huhn aus einem
Fi zwei Küchlein ausgebrütet hat.
        <pb n="278" />
        Aus Obermofchel wird der K. 3.“ berichtet, daß
im 30. April der Müller Friedrich Jutzi am üfer des Mos chel⸗
baches todt aufgefunden wurde. Man nimmt an, daß derselbe
zuviel Branntwein getrunken, sich niedergelegt habe und dann
erfroren sei. In der fraglichen Nacht hat es dort an manchen
Stellen Eis gegeben.

Es gibt doch auch bei uns noch gutsituirte Gemeinden!
Die Hrie Ober⸗ und Niedermiesau im Kanton Waldmohr
sind so reich an Wald und Gemeindeland, daß die Bürger nicht
ur leine Umlagen zu zahlen haben, sondern daß auch noch jedes
Kind, ob reich oder arm, alle Bücher ꝛtc., die in der Schule ge—
braucht werden, ganz nnentgeltlichgestellt bekommt. Ueberdies
erhält jeder Bürger noch einige Morgen Gemeindeland uͤnentgeltlich
zum Bepflanzen. (3w. Zig.

Für das am 25. Ntai in Haßloch stattfindende allge—
meine·pfälzische Missionsfest sind zu erwarten: als Festprediger
Diakonus Faulhaber aus Stuttgart, als Vertreter der Baseler
Mission Missionär Lercher aus China, als Vertreter der Barmener
Misfionar Hager von Borneo.

F Die am 30. April in Ludwigshafen stattgehabte
Generalversammlung der Attionäre der Pfälzischen Eisenbahnen er—
ledigte sämmtliche Punkte der Tagesordnung nach den Anträgen
des Verwaltungsrathes, womit also auch der Bau der Lauterthal⸗
bahn definitiv beschlossen ist. Die staiutengemäß aus dem Ver⸗
waltungsrath ausscheidenden Mitglieder: Fabrikdirektor Friedr. Engel⸗
jorn in Mannheim, Gulsbesitzer Ludw. Andr. Jordon in Deidesheim,
Hüttenwerksbesitzer Gust. Kraͤmer in St. Ingbert und Gutsbesitzer
Karl Hch. Wolf in Wachenheim wurden wieder gewählt.

FIn Speyer hielten in vergangener Woche zwei Emissäre
der Mormonen in einem Privathause eine Versammlung ab, um
ur ihre Sekte Propaganda zu machen. Ein Erfolg soll dort nicht
hemerkbar geworden sein, während in der Umgebung von Ludwigs⸗
hafen sich wirklich einige Personen den „Heiligen der letzten Tage“
angeschlossen haben.

Das Oberlandesgericht München hat am 30. April die vom
Staatsanwalt am Landgericht Zweibrü cken beantragte Revision
des Urtheils der Strafkammer dieses Gerichts, wodurch der Lein⸗
Handhandler Lebrecht Heinrich aus Obbach (Koöniareich Sachsen).

welcher wegen Führung eines Wanderlagers bezw. Hinterziehung
Steuer in ein⸗ Strafe von 750 Mk. und 38 Mk. 20 Pfg.,
ils den zehnfachen Betrag der hinterzogenen Steuer, verfällt worden
var, freigesprochen wurde, unter Verweisung der Nosten auf das
Staats⸗Aerar, verworfen.

y Ein beleidigter Prinz. Am 22. v. M. verhandelte die
Ztrafkammer des VLandesgerichts in Darmstadt eine Anklage,
velche Priemz Er isch von Waldeck gegen eine gewisse Emilie
Widlinng v. Stolberig wegen Beleidigung und Verleumdung
ingestrengt hatte. Die Beschuldigte wurde nach sehr eingehender
mer Ausschiuß der Oeffentlichkeit gebflogener Verhandlung tzu zehn
Tagen · Gefungniß werurtheilt, wobei zu bemerken ist, daß früher
in freisprechendes Erkenntniß ergangen war. (Prinz Erich, der
Cousin des regierenden Fürsten Georg, ist in nicht ebenbürtiger
Fhe mit Marie Konstanze Baronesse v. Falkenan vermählt. An
Fen kleinen deutschen Höfen scheint es recht gemüthlich zuzugehen.
B. —

P'Nach Berliner Mittheilungen geht der Kronprinz des
deutschen Reiches dieses Jahr nach Kissingen zur Badekur.

F Prinzessin Masrii e von Wuürttemberg, Karlsruhe (Schle—
jen), und Dr. Willem, Breslau.“ So lautet die neueste Ver—
pbungskarte, die in Oberschlesien von Hand zu Haud geht. Die
Heschichte ist kurz und interessant. Prinzessin Mariec, schon liebens—
vürdig, reich, ist krank; der berühmte Arzt, der Ois Breslau ge—
jolt wird, ist alt, bequem und viel beschaftigt. Rach ein paar
Zesuchen schickt er seinen Assistenzarzt, der nicht aut ist. „Er, wird
Ihnen helfen und gefällen,“ sagte er zum Abschiede. Der junge
ðoktor nahm Wöhnung im Schlosse und heilte seine schöne Patien—
in, wie's scheint mit Sympathie. Am Genessin iztane wurde die
—XX

— Eine sonderbare Ueberraschung ist, wie das Landshuter
Kreisblatt“ mittheilt, dem bayerischen Justizminister in Berlin
reinet worden. Ein Landshuter Bürger, Herr Bafilius Ftitzsche,
hat nämlich als corpus delicti per Eilgut eine Stubenthür an
den Justizminister gesandt und gleichzeitig eine Beschwerde gegen
das Amtsgericht eingereicht, weil er der Meinung ist, daß ihm
diese Thüre widerrechtlich beschädigt worden sei.

Far die Redackhon verantwortlich: R. X. Temer.

—— ———222a
Bekanntmachung.

Die Gewerbesteuerlisten lie⸗
gen von heute an während 14
Tagen beim k. Rentamte Blies⸗
sastel zur Einsicht offen und be⸗
ginnt der 30tägige Reklamations⸗
ermin am 3. d. Mts.

St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Cuiter.
erch au Verein
ẽzt. Ingbert.

Die alljährliche General⸗
Versaminlung des Kirchen⸗
dau Vereins findet am Sountag
den 9. Mai im Jul. Grewe—
nig'schen Locale statt, wozu alle
Matalieder eingeladen werden.

Der Präsident
V. Grafñon.

Donnerstag, 6. Mai,
hristi Himmelfahrtstag, Er⸗
zifnung meiner

Lrieger⸗

Voéréoin.

—

*

Donnerstag Abend 8 Uhr im Vereinslokale
Theatralische Abendunterhaltung.
Der Vorstand.
9.
— 235—

Erste pfälzische Ausstellung von
Lehrlings-Arbeiten.
Eroffnung der Ausstellung: Sonntag, 9. Mai,
vorminags 11 Uhr. Verbandstag der piälz. Gewerbe⸗
bereine und allgemein pfälz.

Handwerkertag: Pñngit- Mountag, 17. Mai—

dormittags 11 Uhr im großen Saale des Hotels Karlsberg.
Feierliche Verteilung der Preise durch Se. Ercellenz,

Herru Staatsrath und Regierungs-Präsidenten v. Braun:

Sountag, 23. Mai, mittags 12 Uhr im Saale der Ge⸗

sellschaft Eintracht.

EIIILVIIIS PRGISæ:
rinzelpersonen 50 Yfennig. Kinder 20 Pfennig.
Abonnementsskarten 1,50 Mark.

Meister, Gesellen, Lehrlinge und Arbeiter haben für, die
zanze Dauer der Ausstellung eine Fahrtarermäßi⸗
zjung von 5006 geaen Vorzeigung eines Attestes vom Haupt⸗
iusschuß.

Das allgemeine Publikum genießt dieselbe Fahrtaxermäßigung
im 9., 13. und 23. Mai. Das an den bedeutenderen Eisen⸗
ahnstationen gelöste einfache Fahrbillet wird dortselbst gegen Zu⸗
tauf einer Ausstellungs-Eintrittskarte abgestempelt und berechtigt
dann zur freien Rückfahrt. Die an kleineren Stationen gelösten
infachen Billete werden an den Bahnhöfen in Kaiserslautern gegen
Zzukauf der Eintritiskarte abgestemvelt.

—8
p in allen Faͤllen ist zu hei⸗
len. Kosten gering. Arme
zratis. Näheres durch meine
Prospecte und Anerkennunas⸗
hreiben.
F. C. Bauer, Spezialist,
Wertheim a. M.
Ddes Ghristi
mmelfahrts⸗
tages wegen wird die Don—
nerstagznummer des St. Ing—⸗
berter Anzeiger schon morgen,
Mittwoch, ausgegeben und müssen
Anzeigen bis 12 Uhr Mittags
in unsern Händen sein, wenn
tie in dieser Nummer Aufnahme
iinden sollen. Die Erpedition.

—RC
Couverts
her 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demenß.
Anzeige und Empfeßlung.
hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein
Holzdreherei- und Stuhlmachergeschäft
hon Blieskastel Hierher verlegt und unter dem Heutigen eröffnet habe.
Indem ich mich zur Uebernahme und Ausführung aller in
dieses Fach einschlagenden Arbeiten bestens empfehle. bilte ich um
reundliches Wohlwollen.
StIngbert, den 25. April 1880.
alIcob ICulin,
wohnbaft im früher Sattler Emil Greweni g'schen Haufe
TT— ven J. x. Demes in St. Fnabert.

M. Sichehs Atelier tünstl. Zähne
St. Johe ir Woe e
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22337 2 * 25235 — S5 52 — 2 35 7353—53358
323 *53227 27757 * —A 5252 * — 7 58— 5 —-
* * 5225 2524 — 3 2 57 258*
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        St. Ingberker Amzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei—⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AM 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäris
mit 15 — fur die viergeipaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
AMñ 72. Donnerstag dere

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1885.

Deutsches Reich.

(Neichstag.) Das Haus beginnt am 3. Mai bei An—
wesenheit von nur 217 Mitgliedern die dritte Berathung des Ge⸗
setzentwurfs betreffend den Theatergewerbebetrieb. v. Schlieckmann
bekämpft das Bedenken, daß man damit der Polizei eine zu weit
gehende Befugniß einräume. — Lasker spricht gegen das Gesetz
das so mangelhaft formulirt sei, daß es der Polizei die willkür—
lichste Handhabung gestatte. — Gneist erklärt: Die Gewerbeord—
nung bestimme, daß das Theatergewerbe nicht frei sein solle; deß—⸗
halb müsse der Gesetzgeber den Behörden eine gewisse Directive
geben, wie die Konzessionen zu ertheilen seien. Die jetzige Fassung
erfülle diese Bedingung aber nicht. Man solle die Ertheilung der
Konzession in die Hand des Regierungspräsidenten legen. Der
Antrag Lasker, zu z 32 der Gewerbeordnung hinzuzufügen, das
Beschränkungen auf bestimmte Kategorieen von Darstellungen un⸗
zulässig seien, wird abgelehnt. Der vorgeschlagene Gesetzentwurf
(welcher die Theaterfreiheit aufhebt) wird angenommen.

Die dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die
Rüstenfrachtschifffahrt wird ausgesetzt. Das Haus
erledigt ohne Debatte in erster und zweiter Berathung den Aus—
lieferungsvertrag mit Uruguay. Die provisorische Handels-Ueber—
einkunft zwischen Deutschiand und Oesterreich wird nach einiger
Berathung in erster und zweiler Lesung angenommen. Delbrück
erklärte sich dafür, Bamberger u. A. dagegen, indem er den Ver—⸗
rrag als schön eingerahmte Null bezeichnete.

Auf der Tagesordnung der am 3. Mai stattgehabten Sitzung
des Bundesraths stand der Antrag Hamburgs, die Beschlußfassung
über den Antrag Preußens betreffend die Einverleibung St Pauli's
in den Zollverein so lange auszusetzen, bis entschieden ist, ob der
Bundesrath nach Art. 34 der Reichsverfassung hierfür competent
ist. Vorläufig unterbleibt die Stellung des Antrages im Reichstag
in dieser Hamburger Frage.

Die Nordd. Allgem. Ztg.“ bezeichnet die von der fortschritt⸗
lichen Presse verbreiteten Gerüchte über den angeblich bald bevor—
stehenden Rücktritt des Fürsten Bismarck als unbegründet. Der
Reichskanzler, sagt sie, habe in der durch seinen Gesundheitszustand
ihm auferlegten Zurückhaltung Veranlassung gefunden, sich den
eigentlichen ministeriellen Berufsgeschäften in auswärtigen und inne⸗
ren Angelegenheiten anhaltender zu widmen, als es ihm zu anderen
Zeiten wegen der Betheiligung an den paramentarischen Arbeiten
möglich gewesen. Er habe selbst erklärt, täglich größeres Interesse
und größere Arbeitslust für die ministeriellen Geschäfte zu gewinnen.
Seine sonstige Neigung, jede Gelegenheit zum Landaufenthalt zu
benutzen, sei vor dem gesteigerten Interesse an der dienstlichen Thä—
tigkeit in den Hintergrund getreten. (Eine kuriose Motivirung.)
Das lautet ja fast so, als wäre Fürst Bismard früher nicht allen
Pflichten seiner verschiedenen Aemter in vollem Maß nachgekommen.
Das officiöse Blatt hat sich von seinem Byzantinismus etwas zu
weit fortreißen lassen. D. R. d. „Pf K.“

Ausland.

Die englische Regierung hat die
grönländischen Küste nach Spuren des
„Atalanta“ forschen zu lassen.

Zwischen einigen Banden Albanesen und türkischen
Truppen haben am Skutari-See Gefechte stattgefunden, weil die
Letzteren das Uebersetzen der Albanesen über den See zu verhin—
dern suchten.

Das Pariser Journal „L'Europe diplomatique“ hat beun—⸗
cuhigende Nachrichten aus Shanghai erhalten. Danach herrsche
in China eine den Fremden feindliche Gesinnung vor. Alle in
Peking residirenden Gesandten hätten die Absendung von Kriegs⸗
schiffen nach Shanghai bei ihren Regierungen beantragt.

tatten jetzt, ein Bad rasch und ohne Zeitverlust herzurichten; auch
oll, wie wir hören, für aufmerksame Bedienung Sorge getragen
ein. Der neu angelegte Garten mit Fontaine und schönem Gar—
enhaus bietet sowohl vor als nach dem Bade einen angenehmen
Aufenthalt. Möge Hrn. Peters zu seinem schönen Unternehmen
»as Glück nicht fehlen!

F St. Ingbert. (Auszug aus Dr. Waltemath's Vortrag:
deben und Wirken der Deutschen in Nordamerika.) Die dritte Auswander⸗
ung findet statt jeit dem Jahre 1816, aus Deutschland sowohl als auch aus
England. Der Umfang derselben ist der Zahl nach weit bedeutender als
alle Ubrigen. Diese Wanderung wurde hervorgerufen durch allerlei uner⸗
zuickliche Verhältnisse, welche kurz mit den Worten Reaktion und politische
VLerfolgung zu verzeichnen sind. Dazu kam noch, daß die Verkehrsmittel in
ener Zeit rasch erleichtert wurden und es in Folge dessen einer großen Schaar
möglich wurde, Europa, die alte Welt, mit der neuen zu vertauschen. Die⸗
ses Mittel, neue Menschen in die neue Welt zu bringen, war die Dampf⸗
fraft. Es geschah im Jahre 1807, daß — unter dem Gelächter einer thö⸗
richten Menge, die so leicht geneigt ist die Wissenschaft zu verachten, — der
zeniale Robert Fulton auf dem Hudsonsstrom das erste Dampsschiff nach
Paltimore sührte, und 1819 schon ging ein Dampfer über das große Welt⸗
meer nach Europa. Von ungeheuerm Einfluß auf die Verhältnisse Deutsch⸗
lands war die neuͤe Erfindung. Die durch die Freiheitskriege geschaffene
dage änderte sich bald, als intelligenie Leute verfolgt wurden, weil fie den
Bedanken deutscher Einheit zu hegen und zu pflegen wagten. In großer
Unzahl verließen diese Leute ihre Heimath, gingen über den Ocean und tru⸗
gen ihre Ideen und ihre Kräfie in die Republik hinein. Sie drangen wei—
ter nach Westen vor als die früheren Ansiedler und breiteten sich jenseit der
blauen Berge aus zwischen dem Ohio und dem Mississippi, und wo in diesen
der Missouri sich ergießt, dort hauptsächlich faßten fie Faß. Dort fanden fie
deutsches Klima. Die Auswanderer aus dem Westen Deutschlands, die von
der Mosel, dem Rheine, dem Neckar, der Saar fühlten sich angenehm be⸗
rührt durch das Klima, und dorthin verpflanzten sie die Rebe und kelterten
den Wein. Das ganze Gebiet zwischen dem Missouri und dem Michigansee
vurde von den Deutschen in Besitz genommen, und im Kampfe mit der Ur⸗
wildniß mochten die vielfach Verfolglen wohl nicht ahnen, daß der Gedanke,
der fie aus der alten Heimath fortgetrieben, die Einheit des Baterlandes
später von den Zurückgebliebenen in Deutschland würde ausgeführt werden.

(Gorifetzung jolgt.)

F Bei dem am 2. Mai in Kusel abgehaltenen Turntage
varen fast sämmtliche Bundesbereine vertreten. Die Rechnungs⸗
iblage ergab einen Ueberschuß von 187 M. 48 Pf. Die Jahres⸗
eiträge wurden auf 25 Pf. festgesetzt. Auf dem Turnfeste in
Frankfurt werden sich nach den bisherigen Anmeldungen 185
»fälzische Turner betheiligen. Die Abhaltung eines pfälz. Turner⸗
»estes im Jahre 1881 wurde abgelehnt und als Ort für den
nächsten Turntag Germersheim bestimmt.

F Ein bedauernswerther Unglücksfall ereignete sich in dem
Dorfe Schellweiler bei Kusel. Das acht Jahre alte Kind
des Herrn Gillenberger daselbst wollte das Feuer schüren, dabei
äel ein glühendes Stückchen Kohle auf sein Kleidchen, welches auch
sofort Feuer fing. Das Kind, welches zufällig allein im Zimmer
var und sich leider vergeblich mit Wasser zu helfen suchte, wurde
o verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

FNach einer der „Pf. Pr.“ aus Alsenz zugehenden Cor⸗
espondenz betr. den verunglückten Müller Jutzi aus Obermoschel
oll der Vater desselben vor Jahren an derselben Stelle auch er—⸗
roren aufgefunden worden sein.

- Nach den Kaiserslauterern Blättern ist der Versuch, den
Zchenkpreis des Bieres in Kaiserslautern von 12 auf 13
ßfennig zu erhöhen, mißglückt. Es zeigte sich im Publikum ein
olcher Widerstand gegen die ominöse Zahl, verbunden mit obliga—
er Enthaltsamkeit, daß noch am Samstag Abend eine Anzahl
Zäpfler zu den 12 Pfennig zurückkehtte. Dann ging's.

F In Ohmbach hat sich ein bedauerliches Unglück zuge—
ragen. Ein junger Mann, ledig, von etwa 23 Jahren, in einem
dalksteinbergwerke arbeitend, minirte daselbst einen großen Stein.
Ohne, daß er noch daran dachte; löste sich derselbe plötzlich los
ind fiel auf ihn. Seine Mitarbeiter eilten auf seinen Hilferuf
war sofort herbei, und mit großer Anstrengung gelang es den⸗
elben, auch den Stein zu entfernen. Leider hatte die Last aber
dem Unglücklichen den Kopf gräßlich zerquetscht und die Brust ein—
gedrückt. Zwei Tage darauf erloöste ihn der Tod von seinen furcht⸗
zaren Schmerzen.

f In Haß loch wurde in der Nacht vom 3. Mai der 76
Jahre alte Polizeidiener Pflüger von dort, gelegentlich des Mai—

Vermischtes.

St. Ingbert. Eingesandt.) Fäür ein badelustiges Pu—
blikum hiesiger Stadt wird es gewiß angenehm sein, zu hören, daß
Hetr Jos. Peters beabsichtigt, nächster Tage seine neu und auf's
Beste eingerichtete Badeanstalt zu eröffnen. Eine neue, größere
Kesselanlage, verbunden mit anderen praktischen Einrichtungen ge
        <pb n="282" />
        marktes daselbst, durch einen bis jetzt unbekannten Thäter derart
zurch Messerstiche verwundet, daß dessen Aufkommen zweifelhaft ist.

In Ludwigshafen bekennen sich zur Zeit fünfzehn
Familien, zusammen 40 erwachsene Glieder zählend, dum Mor⸗
onismus; weit größer dagegen ist die Zabl seiner Anhänger in
Mannheim und Karlsruhe.

FIn Speyer wurde am 2. Mai ein sechsjähriges Mäd⸗
hen überfahren und blieb fofort todt.

F Mannheim. Der Kassir der Badischen Bank, S.
galeeberg, defraudirte aus der ihm anbertrauten Kasse etwa
18,000 Mk.; er wurde verhaftet.

p Die Capelle des Karlsru her Leib⸗ Grenadier⸗Regiments
Rr. 109, unter Führung ihres tüchtigen Dirigenten Böttge, wird
sich zu dem internationalen Mufikfest nach Brüssel begeben, um
'an dem musikalischen Wettstreite sich zu betheiligen.

r Der württem bergische „Staatsanzeiger“ meldet die
Vermaͤhlung der Herzogin Pauline von Württemberg zu Karlsruhe
Echlesien) mit dem Dr. Willim in Breslau. Der König von
Wuruemberg glaubte bei der bestimmt ausgesprochenen Neigung
ʒer Herzogin, ihrem Wunsche nicht entgegentreten zu sollen, und
criheilte unter näherer Regelung der Verhãltnisse seine Einwilligung
als Oberhaupt des königl. Hauses. Die Herzogin verzichtete auf
Namen und Stellung einer Prinzessin des königl. Hauses und
nahm den Namen v. Kirbach an. Am 1. Mai hat die Trauung
in Karlsruhe stattgefunden.

4 Mil Bezug auf die neue Orthographie finden wir
in einem sachsissch en Blatte folgenden Herzenserguß:

Die iaitsche Eenigkeit is zwar sähr scheen,

Doch mich erfillts mit frohem Fanadismus,

In die Ordhichrafieh erpliet zu sähn

An kleenes Bischen Bardigalarismus!

—UV

Alleene jeder taischte Staat, Kott weeß es!

Ich sag's mit Stolz: mir Sachsen brauchen zwee —

Me harte und 'ne weeche, ai Hercheses!

Gie Seeunfälle) der deutschen Handelsmarine für den
Monat März ds. Is. betrafen 48 Segel- und 7 Dampifchiffe.
HZon den Segelschiffen sind 5 mit schwerem Schaden eingekommen
ind 11 sind verloren gegangen. Die Zahl der umgekommenen
Zeeleute betrug 40; bei Passagieren hat sich kein Unglücksfall er—
ignet.

4 Auf dem Bodensee bei Konstanz in der Nähe des
Eichhorns hat sich am Freitag Nachmittag ein Unglücksfall ereig⸗
et, wie er in seiner Art wohl selten vorkommen dürfte. Ein

Versteigerung einer
Brauerei.

Montag den 10. Mai nächst⸗
din, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert bei Heinrich
Schmit i Witiwe, läßt Herr
N. Steiner, Rentner in
Zaiserslautern, folgende Liegen⸗
chaft öffentlich an die Meist⸗
ietenden zu Eigenthum ver⸗
teigern, als:

Pl.⸗Nr. 308, 14 70 qm

Fläche, Bierbrauereigebäude

mit Hofraum, und Pl.⸗Nr.

509, 4 4 43 qm Garten

mit Felsenkeller dabei.

Das Ganze gelegen zu St.
Ingbert in der Pfarrgasse neben
Heorg Brunion und Peter Kie⸗
er, nebst der ganzen dabei be—
indlichen Brauerei⸗Einrichtung,
Fässern und sonstigem Zubehör.

St. Ingbert, 27. April 1880.

Sauer, k. Notar.

Sesorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebenkosten:
ltellen -Qesuoho. Paohtangen,
Tacanzes - Angebe/ Bubmisnionen,
tauf-&amp; Verxaufs· Loiraths· Osserter
Anzeigen. Diuc reto Anszeig
nalle Zeitungen der Wolt.

Kirchendau Verein
St. Ingbert.

Die alljährliche General⸗
Versammlung des Kirchen⸗
‚au⸗Vereins findet am Sonntag
den 9. Mai im Jul. Grewe—
nig'schen Locale statt, wozu alle
Mitalieder eingeladen werden.

Der Präsident
MW. Graffton.

Die Hauptblaätter der
zehweiz und PFrankreichs
ind von uns gepachtet &amp;
iehmen Anzeigen mur

durelh uns.

drũck und verslag don . 1.

Schisser war auf der Fahrt von Ludwigshafen nach Konstanz ui
einem Segelschiff, welches außer Ziegelwaaren auch 36 Fässer
nit Kalt irug. Bei einer Schwenkung schlug in Folge des hoch—
ehenden Sees eine Sturzwelle in das Schiff und setzte den Kalk
Brand und nahm derselbe eine solche Ausdehnung an, daß die
zchiffsmannschaft, nachdem sie noch das Schiff auf das Land hin⸗
esieuert hatie, sich an der entgegengesetzten Windseite auf das
Spannseil flüchten mußte. Der Rauch war aber so dicht, daß ihr
zuch hier jede Aussicht benommen und sie ganz dem Zufall über⸗
assen war. Dieser führte zum Glücke eine günstige Wendung
jerbei; das Schiff füllte sich allerdings mit Wasser und sank, aber
i der betr. Stelle war der Wasserstand nur einige Fuß hoch,
ind konnten die Schiffer, nachdem sie in ihrer höchst unbequemen
age einige Minuten verharrt, vom Ufer aus leicht gereitet werden.

In Pan tin bei Paris erfolgte in einer Fabrik in dem
Iugenblicke, wo die Arbeiter wieder in die Werkstätten traten, eine
xẽEplosion. 6 Arbeiter wurden getödtet, 20 verwundet.

Ein salomonisches Urtheil. In Isla, so erzählte im
ingarischen Reichstage der Abgeordnete Veszter, lebte ein Mann,
er seiner Wittwe keinen Pfennig, wohl aber eine unbezahlte
Wirthshausrechnung hinterließ. Der Bagatellrichter verurtheilte die
Bitiwe zur Bezahlung der Rechnung, weil sie durch ihr zãnkifches
MWesen ihren Gaiten gezwungen habe, im Wirthshause Trost zu fuchen.

pNew-Yori. Durch die Regenstürme, welche am Sams—
ag vor. Woche Illinois heimgesucht haben, erlitt unter anderen
uch die Stadt Taylorville großen Schaden. Am darauffolgenden
Tage brach eine Tornado über die Stadt Macon im Staate
Mississippi herein, wodurch der Ort beinahe ganz zerstört wurde
ind 17 Personen ihren Tod fanden.
Dienstecnachrichten.

Dem Notar Hartmann in Kaiserslautern wurde auf Ansuchen gestttet
den geprüften Notariatspraltikanten Karl Schleip von Kusel auf ein weiteres
jahr als Amtsverweser aufzuftellen.

Der protest. Lehrer Jac. Mattern zu Otterberg wurde zum Lehrer an
er oderen protest. Mädchenschule dortselbft, der Lehrer K. Schuler in Kinden⸗
seim zum Lehrer an der zweiten protest. Lehrerftelle zu Bellheim, der interimist.
derwejer an der kathol. Schulverweserstelle zu Schifferstadt, Friedr. Geoͤrger,
um Schulverweser an dieser Stelle, der interimist. Verwesjer der kathol.
Schulverweserstelle zu Vinningen, Ph. Dau scher, zum Schulverweser an
ieser Stelle, der interimist. Verweser an der prot. Schule zu Pirmasens,
. Eschmann, zum Schulverweser, der interimist. Verweser der protest.
ʒ„chulverweserstelle zu Lemberg. Ad. Steil, zum Schulverweser ernannt;
die Errichiung von zwei weiteren Schulverweserstellen an der protest. Schule
u Tirmasens genehmigt unter Ernennung der interimist. Verweser Thi obald
Zimmer und Pet. Köhll er zu Schulverwesern.

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Dem⸗—

Gratis. * Graͤtis.
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Loos.

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onnen selbst
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ser- versäume deshalb,
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e neu erschienene
I antkuschaffen, welches die
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eiten, wie: Abmagerumug
ẽscchwache Magenleiden,
Nervenleiden, Leberbe—⸗
schwerden, Blutarmuth,
Hämorrhoiden, Band—⸗
wuürm u. s. w. genau beschreibt
und dagegen die wirkjamsten
ausmitiel angiebt. Dies Buchl
ist gratins zu haben in St,
Ingbert bei Herrn
*Friedrich

o⸗
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weritt Ater qer Geldlotierut
Zν l. Auu. 1880
Gevwinne.
I. 40ot; 2mal u. 12000; 2841 X. codt
ete. im Gerammt
230, 000 Nart banr Geld.
Die Generalagentur:
A. &amp; B. Schuleor ba vιιαιιναν
Hauf⸗
Couverts

ipoten. neueste Muster,
unglaublich billig; Muster⸗
karten versenden auf Wunsch
franco u. umsonst. MAber
nieht am Tupezierer
ondern nur an Privatleute; da
es uns absolut nicht möglich,
auf diese unglaublich billigen
Preise noch Rabatt bewilligen
zu können, Tapezierer aber ge⸗
vohnt sind hohe Prozente zu
enießen.
zonner Fahnenfabrik Bonu
Demes in St. Ingbert.

der 1000 Stück von 3.50 Ml. an
zu haben bei
F. X. Demetz.
Fnglische Fußboden—
Hert· ackfarhe.
Haltbarstes Fabrilat, zum
AV
rodtnnet in einigen Stunden hart
ind glänzend.

Niederlage bei

Philipp Klinck.

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2 — 666 — 25283 5353 255
5 3* 58532— 5 552225 S 2 2 259
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2 ——38 2—33568 —23. — ——3333——33—28353
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283 *533 3383 527 7 8 95*8 2 2 m6*2 5227
333 3 3 3 —— 33 —
.533 5** 532 37 5 525 —25 ——3 —5 85323838
27 2 — — 2 * 2 2
— 2. 7 — — 8* * * —
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2. * * — —— 5 5. * 3 3 3 3 *
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3.* 28353. 523 2353. S — 32352.2 23 2. 5533 5.35.
* J3 53323 327 7 3 222 ——5232.53 233 32. 75 5
282 5232 325323 *5 52553 — 27332 528237*5 33 3372
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7 3* * — — — 2 *
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*4 533 .7 2537* 353392
2278 33 —37667 I3 328 3333383
28 2* — 15 2 2*
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—53532232 * 435 52 555362—25 5223823
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23 5 33. 5 —— —553 557555 5323237 5
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        Sh. Ingberker Anzeiger.

*
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagse mit illuscrirter Bei.

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärt?
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 2 pro Zeile berechnet.
M 73. Samstag den 83. Mai

1830.

Deutsches Reich.

Der Schluß des Reichstages wird nun, nachdem zwischen
dem Präsidenten v. Arnim und dem Reichskanzler eine Verständig—
ung stattgefunden hat, am 11. Mai erfolgen.

Unter Vorsitz des Kronprinzen hielt am letzten vor. Monats
der Vorstand der Kaiser-Wilhelmsstiftung für deutsche Invaliden
in Berlin eine Versammlung, in der der Jahresbericht pro 1877,
78 und 79 entgegengenommen wurde. Es wurde beklagt, daß die
Opferwilligkeit des Publikums sehr im Abnehmen begriffen sei.
Der Grund dieser bedauerlichen Erscheinung mag einmal in dem
Stillstand der Erwerbsverhältnisse, dann aber auch in dem Um—
stande zu suchen sein, daß man im Publikum die Fonds geradezu
für unerschöpflich hält. Eingegangen sind 1879 5 Vereine, neue
Vereine haben sich nicht gebildet. Von den preußischen Vereinen
hat eine große Anzahl keine Beiträge mehr von ihren Mitgliedern
erhalten koönnen. Die Zahl der einlaufenden Unterstützungsgesuche
ist in stetem Steigen begriffen, der Kapitalstock hat sich verringert.
Es dürfte demnach der Fonds, der bis 1922 reichen sollte, schon
1901, vielleicht sogar schon 1895 aufgebracht sein. Schon jetzt
sollte die Stiftung über 80 538 M. mehr verfügen, als sie wirk—
lich besitzt. Das Vermögen belief sich am Schlusse von 1879 auf
3 108 618 M. Unterstützt wurden 1879: 1971 Invaliden mil
111855 M., 2660 Hinierbliebene mit 185 314 M., 104 Offi—
ziere mit 18 093 M. und 264 Hinterbliebene von Offizieren mit
25 599 M. Für dieses Jahr steht dem Verein das Vermächtniß
eines Herrn Rieß, der in Neapel verstorben ist, in Höhe von
25 000 M. in Aussicht.

Berlin, 2. Mai. Gestern unterzeichneten Geh. Rath Phi—
lipsborn und Oberst Roth die Uebereinkunft betr. die provisorische
Verlängerung des deutsch-schweizerischen Handelsvertrages vom 13
Mai 1869 bis Ende Juni 1881, mit der einzigen Abänderung
daß Mutterlauge von dem im Vertrag zollfrei erklärten Artikeln
ausgeschlossen bleibt. (S. M.)

Berlin, 3. Mai. Wie die Eisenindustriellen die Schutzzölle
wesentlich dahin auffassen, die einheimischen Consumenten gegenüber
den ausländischen Abnehmern zu schädigen und auszubeuten, dafür
liegt ein neues sehr bezeichnendes Beispiel seitens des Bochumer
Gußstahlvereins vor, der bekanntlich unter der Leitung des hoch—
schutzzöllnerischen Abgeordneten Bagre steht. Dieses Eisenwerk,
welches in eine Submission am 13. März den Zuschlag für die
Lieferung von 8000 Tonnen Stahlschienen für die oberitalienischen
Eisenbahnen zum Preise von 1860 Mark ab Genua, beziehungs—
weife 188,84 Mark ab Vencdig erhielt und somit einen Preis
beansprucht, der sich „ab Werk“ auf ca. 165 Mark stellt, forderte
drei Wochen später, nämlich am 7. April, nachdem bereits ein
starker Rückgang der Eisenpreise überall eingetreten war, in einer
—AbV
„ab Werk“ auf 223 Mark stellt, so daß das Ausland ca. 60
Mark billiger bedient wurde als das Inland. Man sieht daraus,
daß sich die Eisenzölle vortrefflich bewähren zum Schutz der nati—
nalen Arbeit — Italiens.

Berlin, 4. Mai. Die Commission für das Stempelabgaben⸗
gesetz lehnte mit 20 gegen eine Stimme (Graf Bismarch) die
Quittungsscheine ab. Preußen ist gegen den Antrag Hamburgs
den preußischen Antrag wegen Einverleibung St. Pauli's in den
Zollverein zuvörderst einem Verfassungsausschuß zu überweisen.

Berlin, 4. Mai. Der Reichstag hat hente die dritte Lesung
des Gesetzentwurfes vorgenommen, durch welchen die Geltungsdauer
des Socialistengesetzes verlängert wird, und unter Zustimmung
der Reichsregierung den in zweiter Lesung gefaßten Beschluß (Ver⸗
längerung auf drei Jahre, bis 1884) aufrecht erhalten. Die An—
nahme des ganzen Gesetzentwurfes erfolgte mit 191 gegen 94
Stimmen.

Seitens der Fabrik-Inspektoren ist den betheiligten
gewerblichen Kreisen der dem Bundesrath unterbreitete Ent—
wurf von Vorschriften über den Schutz gewerblicher Arbeiter gegen
(Hefahren für Leben und Gesundheit, über welchen zuvörderst eine

Vernehmung von Sachverständigen herbeigeführt werden soll, zur
Fenntniß gebracht, damit den Industriellen und Gewerbetreibenden

noch vor dem Zusammentritt der Sachverständigen-Kommission
Gelegenheit gegeben werde, ihre Erfahrungen, Bedenken und Wünsche
zur Geltung zu bringen. Der Entwurf enthält in zwei Abtheilun⸗
gen Vorschriften für Fabriken, welche Arbeiter in geschlossenen
Räumen beschäftigen, und solche für gewerbliche Anlagen, in wel⸗
chen durch elementare Kraft bewegte Maschienen Verwendung finden.

Nach dem „Berl. Tgbl“ sind am Dienstag-Abend wichtige
Eröffnungen in der beim Reichskanzler statigehabten parlamentarischen
Soiree vom Fürsten Bismarck über den Kulturkampf
zemacht worden. Es hatte sich die bekannte Corona um den Kanzler
»ersammelt, bestehend aus Konservativen, Nationalliberalen und
Tentrum, und es entspann sich eine interessante Diskussion über
den Kulturkampf. Der Reichskanzler Fürst Bismarck sprach sich
ungefähr folgendermaßen aus: Es ist mein sehnlichster Wunsch,
mit der Kurie und der katholischen Bevölkerung zu einem Frieden
zu kommen. Dem Landtage soll in dieser seiner bevorstehenden
Nachsession eine Vorlage zur Genehmigung unterbreitet werden,
wonach der Regierung die diskretionäre Gewalt zur Ausführung
der erlassenen kirchenpolitischen Gesetze eingeräumt werden soll.
Wie wir hören, wird die Vorlage 3 Paragraphen enthalten.)
Ich hoffe, daß mir dabei vom Landtag, und namentlich vom Cen⸗
trum keine Schwierigkeiten gemacht werden. Ist die Kurie entge—
genkommend, und ebenso die Centrumsfraktion, dann wird es mög—
lich sein, den Kulturkampf zu sistiren; dann wird auch die Regier⸗
ung im Stande sein, die Bischöfe in ihre Diözesen zurückzuberufen
und die Geistlichen in ihre Aemter wieder einzusetzen. Aber Eines
hält die Regierung unerschütierlich fest, daß die kirchenpolitischen
Gesetze des Staates beibehalten werden müssen, um in der Hand
des Staates eine scharfe Waffe gegen neue Ausschreitungen zu
sein. — Natürlich haben die Eröffnungen des Reichskanzlers in
allen politischen und parlamentarischen Kreisen eine lebhafte Be⸗
wegung hervorgerufen.

Ausland.

Zum peru—-chilenischen Ktiege. Aus Panama ein—
getroffenen Nachrichten zufolge hat die chilenische Flotte schon am
22. April Callao bombardirt und großen Schaden angerichtet.
Die Chilenen bedrohen Lima, wo ein großer Nothstand herrscht.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 5. Mai. In heutiger Schöffen—⸗
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Zwei Bur⸗
schen von St. Ingbert erhielten wegen Körperverletzung 2 Mo—
nate und bezw. 8 Tage Gefängniß. 2) Ein Mann von Sulz—
bach wegen Diebstahl 3 Tage Gefängniß. 3) Ein Mann von
hier erhielt wegen Berufsbeleidigung 1 Tag Haft. 4) Ein Bursche
von Dampflor erhielt wegen unbefugten Hausirens 1M. Geldstrafe.

* St. Ingbert. Am Mittwoch verließ eine Person unsere
Stadt, die sich während ihres Hierseins alle Sympathien in den
Kreisen, in denen sie verkehrte, erworben hat. Es ist dies Herr
Ingenieur Seitz, der nach Homburg berufen ist, um die Bahn⸗
hofserweiterungen ⁊c. daselbst zu leiten. Die Abschiedsfeierlichkeiten,
welche die Vereine und Kreise, denen der Geschiedene angehoörte,
in den letzten Tagen ihm zu Ehren veranstalteten, mögen ihm be—
weisen, daß er uns ein gern gesehener Gast war.

fSit. Ingbert. (Auszug aus Dr. Waltemath's Vortrag:
Leben und Wirken der Deutschen in Nordamerika. Fortsetzung.) Meine
Herren: Es leben jetzt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika etwa
10 Millionen Menschen. Von diesen sind deutscher Abstammung, wenn auch
nicht in Deutschland geboren, etwa 15 Millionen. Also bildet das deutsche
Element */s und vielleicht noch mehr der gesammten im Enfistehen begriffenen
Nation. Die Deuitschen haben sich niedergelassen Uber die ganze Union. Ge—⸗
statten Sie mir, einen kurzen Blick zu werfen auf den größten Staat
New⸗Pork.

Wenn der deutsche Einwanderer von Bremen oder Hamburg kommt,
etwa mit der Postgesellschaft Norddeutscher Loyn, — — — wenn er sich den
Inseln (Longisland, Manhattan und den andern kleineren im Osten von
N.PY.) genähert, dann an der Südspitze der ersteren vorbeigekommen, an
dem großen Leuchtthurm, so sieht er sich in einem weiten, weiten Hafenge⸗
biet, in welchem von allen Richtungen her die Bewegung in kaum glaublicher
Weise sich kund thut, so daß ein Gefühl der Kleinmuth ihn befallen würde,
wenn nicht sofort das Bewußtsein, daß er mitten in zutrauenswerther Men⸗
schen Thätigkeit sich befindet, ihn beruhigte. Nähert man sich diesem Empo—
rium des Welthandels, hat das Schiff Anker geworfen, so wird man, wenn
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        man Reisender im Zwischendeck gewesen ist, noch nicht sofort in die neue
Weit eingelassen, sondern halb in gezwungener Weise zu einer kurzen Rast
noch in ber sozusagen alten Welt eingeladen. Die Pafsagiere nämlich, welch
erster oder zweiter Kajüte gefahren sind, haben einen Freischein, welcher
ihnen gestattet, ohne Weiteres nach der Landung sich zu entfernen. In New⸗
Hortk aber, wo so viele Deutsche landen, hat sich das Bedurfniß herausge⸗
sellt, über die ürmeren Einwanderer eine schirmende Hand zu halten, und
dieses menschenfreundliche Werk besorgt die dortige deutsche Dampfergesellschaft
Wenn die Pafsagiere des Zwischendecks ausgestiegen sind, so werden sie mit
einem besondern Schiffe nach New⸗PYork gebracht in *4 Stunden. Außerdem
ist dort auf dem Vast Rivwer (Ost⸗Fluß) ein fortwährender Verkehr von
Booten, ein lebhaftes Treiben: fur 2 Tenis lömmt man von einem Ufer zum
andern. An der Südspitze der In sel Manhattan (New⸗Porlk) ist ein rundes
Gebaude in alterthümlichem Style aufgeführt, der sogen. Vurggarten, Castle⸗
Barden, der einst eine Vertheidigung sein sollite der Holländer gegen die
ẽrnglander. Am Anfang dieses Jahrhunderts war dort das Theater. Die
Passagiere konnen sich bier aufhalten und werden von der Gesellschaft einige
Zeu uͤnterhalien. Dort find Kommissionäre, deren Aufgabe es ist, Einge⸗
dvanderien mit Rath und That beizustehen. Es wird Auskunft ertheilt über
alle Verhältnisse, die dem Einwanderer anliegen, wie Arbeitsmarlt, Lander⸗
fauf, Reisegelegenheit u. s. w., hauptsächlich wird dem Einwanderer das Be⸗
fanntwerden mit dortiger Verkehrsweise erleichtert. Man wird auch gefragt,
o man Berwandte im Land hat, und auf jeden Fall mit Rathschlägen,
wohl auch mit Mitteln versehen, dieselben zu erreichen. Es find auf diesem
Gebiete sehr nützliche Maßregeln ergriffen worden, weil unter den Einwande⸗
rern aus Deutschland oft unwissende Menschen sich befinden, die mit großem
Zeichtfinn ihr Vaterland verlassen, ohne die Verhältnisse des fremden Landes
ju kennen, ja, die fich nicht einmal die Muhe gegeben, in der dortigen
Sprache sich zu unterrichten. Diese fallen meist schlechten Leuten, den soge⸗
nannten Rowdies, Tagdieben, zur Beute, die ihre Unwissenheit recht auszu⸗
nühen verstehen. Wehe Dem, der solchen Leuten anheimfällt. Da kommt
einer der verrufensten Art daher mit den traulichen Worten im zutraulichften
Ton: „Landsmann, wo kummscht her?“ — um ihm sein Geld aus der
Tasche zu locken. Die Auffassung des Worles Landsmann ist leider im
gegentheiligen und verlehrten Sinne genommen. Es ist nicht angenehm, es
zu sagen, die Erfahrung hat es aber, leider zu oft bewährt, doß nämlich die
Deutschen, wenn sie einmal auf schlechte Wege gerathen, sehr häusig auf die—
sem Wege bis zu den tiefsten Stufen gelangen. Zu diesem Urtheil gelangt
man sofort, wenn man beobachtet, was in Hafenstädten, wie Liverpool, Rot⸗
lerdam, Antwerpen, auch Hamberg, Alles an Gesindel fich herumtreibt. Auj
beklagenswerthe Weise haͤngt Dies damit zusammen, daß die Deutschen durch⸗
gehends intelligente Leute find, daß aber gerade intelligente Menschen, wenn
fie die besseren Pfade verlassen, auch in gegentheiliger Hinsicht Bedeutenderes
ieisten. Wenn einer gesunken ist, ist er ief gesunken. Solcher gibt es
denn auch eine bedauernswerthe Zahl in New-York. Diese Raudis scheuen
sich denn auch nicht, ihre eigenen Landsleute zu berauben und ins Elend zu
bringen. Es gibt ferner, wie in Europa, so auch dort genug Veranlassungen,
allzujunge und unerfahrene Mädchen ins Verderben zu locken und fie felbft
wieder zur Einwirkung auf andere Einwanderer auszunützen. Wer einmal
ohne Kenntniß dieses Treibens sich dort einfindet, muß oft mit schwerem
Feld, manchmal mit seiner ganzen Habe seine Unkenntniß bezahlen. Die
ee Gesellschaft scheut es nun nicht, hier schützend einzugreifen. Freilich
ann sie das nur in beschränktem Maaße. — Doch kommen wir zu einem
weniger unangenehmen Bild, indem wir uns die Stadt New⸗Yorl ansehen.
(Fortsetzung jolgt.)

4 Das „Kreisamtsblatt der Pfalz“ veröffentlicht den Ab⸗
schied für den Landrath der Pfalz. Derselbe setzt
die Kreisumlage auf 380/10 ds0 fest. Auf die Anträge und Be—
schlüsse des Landraths sind u. A. folgende Entschließzungen ertheilt
worden: „Der Bitie des Landrathes, unter Aufhebung der obli⸗
gatorischen Sonntags- und dortbildungsschule die Verlängerung
der Werktagsschulpflicht bis zum vollendeten 14. Lebensjahre her—
beizuführen, koönnen Wir eine Berücksichtigung nicht angedeihen
lassen, da durch eine solche Neuerung die Aufgabe des Lehrper⸗
sonals, welches dermalen schon die Kinder von sieben Jahrgängen
zusammen zu beschäftigen und zu unterrichten hat, erheblich er⸗
schwert und deshalb behufs der Erzielung eines gedeihlichen Un—
errichtserfolges vielfach die Aufstellung neuer Lehrkräfte nöthig
würde, abgesehen hievon aber auch schon wegen der erhöhten
Schülerzahl an vielen Schulen eine Vermehrung des Lehrerperso⸗
nals, sowie die Beschaffung neuer oder die Erweiterung bestehender
Schulräume sich als unvermeidlich darstellen würde, eine solche
Maßregel aber besonders bei den zur Zeit bestehenden Verhält—
nissen und bei der eingreifenden Einwirkung derselben auf die
wirthschaftlichen und finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung vor⸗
aussichilich nur mit größtem Widerstreben Eingang finden könnte.
— Mit Rücksicht auf den Umfang, welchen der Postverkehr in
Pirmasens gewonnen hat, ist eine dem erweiterten Dienste dort⸗
selbst entsprechende Aenderung der Diensteinrichtungen in Erwägnng
gezogen, zur Beseitigung der Klagen wegen ungenügender und
verspäteter Bestellung der Postsendungen ist aber bereits von der
Generaldirektion der k. Verkehrsanstalten eine angemessene Ver—⸗
mehrung des Bestellpersonals veranlaßt worden.“

Kaiserslautern, 4. Mai. Die „Pf. Volksztg.“
berichtet: Der mit einer Niederlage geendete Versuch eines Bier—
aufschlags in hiesiger Stadt hat auch ein blutiges Opfer verlangt.

Eine Rotte Strolche, aller Wahrscheinlichkeit fuselbeladen, erschien
am Sonntag Morgen auf dem Bremerhofe. Dort herrscht bekannt⸗
lich zwischen den beiden Wirthschaften eine bittere Fehde, als wei⸗
land zwischen den Montecchi's und Capuletti's. Natürlich ver—
zapfte der eine Wirth (ein Kunde der „Lowenburg“) das Bier zu
12 Pf. wahrend der andere (ein Kunde der J. Mayer'schen
Brauerei, welche zur Zeit schon wieder von dem Preisaufschlage
zurlickgekommen war) 13 Pf. per Schoppen verlangte. Dies sollte
einem der Familienglieder des letzteren Wirthes verhängnißvoll

verden, indem obenbemerkte Bande von Sirolchen, weil man ihr
nicht ebenfalls das Bier zu 12 Pf. verabfolgte, die Tochter des
Wirthes lebensgefährlich verletzte. Der Kerl — es soll ein hie—
iger Drehergeselle sein — schlug sein Opfer mit der scharfen
Schneide einer Schippe über den Kopf, und als die wehrlose Frau
blutüberströmt niedersank, schlug der Unhold wiederholt auf deren
Arm, welcher Schlag durch das Fleisch bis auf den Knochen drang.
Die Bedauernswerthe liegt nun schwer krank darnieder. Hoffent
lich wird den Strolchen ein derber Denkzettel angehängt werden.

FSpeyer. Das „Kreisamtsblatt“ enthält die vom Bun⸗
»esrath zur Ausführung des Gesetzes vom 16. Juli 1879 über
die Besteuerung des Tabaks erlassenen Vorschriften.

'Speher, 4. Mai. (pfälzische Aussteuer-Anstalt.) Um
der Anstalt eine möglichst große Verbreitung zu geben, hat die
ietzte General-Versammlung auf Vorschlag des Ausschusses den
Beschluß gefaßt, den Jahresbeitrag von 5 Mk. auf 8 Mk. und
benfso die Gewinne von 500 M. auf 300 M. herabzusetzen.
Daß diese Maßnahme von richtigen Erwägungen ausging, zeigt
zer Umstand, daß schon jetzt, obgleich die Ziehung der Loose erst
'm Dezember stattfindet, eine gesteigerte Theilnahme des Publikums
jei den Agentiuren wahrzunehmen ist, und so wird denn ohne
Zweifel beim Jahresschluß die Anstalt einen namhaften Zuwachs
bdon Mitgliedern zu verzeichnen haben.

Speyer, 4. Mai. Im benachbarten Berghausen ereig⸗
aete sich bei Gelegenheit des Maifestes gestern frühe */238 Uhr in
der Wirthschaft von Grammer ein bedauerlicher Unglücksfall. Nach
zeendigter Tanzmusik wollte die Magd des Wirthes, ein Mädchen
yon 18 Jahren, eine brennende Petroleumlampe über den Hof
ragen. Aus der beim Tragen in's Schwanken gerathenen Lampe
ergoß sich brennendes Petroleum auf die Kleider des Mädchens, so
daß dasselbe sofort in hellen Flammen stand. Auf dem Heimwege
»egriffene Musikanten eilten der Unglücklichen zu Hilfe und erstickten
die Flammen indem sie das Mädchen im Sande wälzten. Sie
hat am Unterkörper so bedeutende Brandwunden davongetragen,
daß ihr Leben gefährdet ist. (Sp. 3.)

In Spenyer ist eine Wittwe durch Kohlendunst erstickt.
Am 30. v. Mis. Abends machte dieselbe Feuer in ihrem Ofen
in und legte sich zu Bette. Das Ofenrohr muß indessen in der
Racht auseinandergegangen sein, so daß das Zimmer sich mit
dohlendunst füllte, welches der alten Frau den Tod brachte.

F Dürkheim, 3. Mai. Herr J. G. Zumstein dahier
hat aus Veranlassung des Ablebens seiner Frau Mutter zum An⸗
zenken an seine seligen Eltern dem Sechserfonds 2000 Mk., dem
Waisenhause Marstift 1000 Mk. und dem hiesigen Spitale 1000
MNark übersandt.

Schweigen, 4. Mai. Ein dem Bäcker Theilmann
hier gehörizes Mutterschwein hat heute früh 22 junge Ferkel ge—
wocfen. Gewiß unerhoört!

Die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank hat
am 1. Mai die 31. öffentliche Verloosung ihrer Pfandbriefe vorge—
nommen. Es wurde hiebei eine Nominalsumme von 1400 000
M., nämlich 9 000 M. (56 000 fl.) in Gulden- und 1344 000
M. in Marlkpfandbriefen aus den ersten 16 Serien (Jahrgänge
864 bis intlus. 1879) zur Heimzahlung im Nennwerthe verloost.

fSäumige Schößfen. Das sechste Schöffengericht des
Berliner Landgerichts J. war am 3. Mai in der Lage, wegen
Ausbleibens eines Schöffens die Verhandlungen während des gan—
jen Vormittags nicht beginnen zu können und einen Boten auf
zie „Schöffensuche“ aussenden zu müssen. Der Richter verhängte
iber den säumigen Laienrichter eine Geldbuse von 300 Mark.
Kleinigkeit!)

Amerikanisch. Ein Wiener, Namens Popp, der in
ziesen Tagen zum Besuche seiner Verwandten nach Hause kam, er⸗
zählt folgende seltsame Geschichte: Er lebte als Apotheker schon seit
gjeraumer Zeit in Charlestown, und sein Geschäft ging ziemlich gui.
kines Tages im vorigen Jahre kamen plötzlich aus der Stadt und
Imgegend ungeheuer viel Leute in die Apotheke. Der massenhafte
Zuspruch dauerte mehrere Tage, und der Apotheker machte brillante
Beschäfte. Die Sache schien ihm jedoch auffällig, er hielt Umfrage
ind zu seiner großen Ueberraschung hörte er, daß mehrere ameri⸗
anische Zeitungen die Nachricht verbreitet hatten, er sei der be⸗
üchtigte Rosza Sandor und unter dem falschen Namen Popp
nach Amerika geflüchtet. Der Schrecken des harmlosen Apothekers
äßt sich denken. Er mußte sich aus Wien gerichtliche Zeugnisse
ommen lassen, um nachzuweisen, daß er mit dem Räuberhaupi⸗-
nann nichts zu schaffen habe. Offenbar hatte ein Konkurrent die
Zache ausgehedtt, um sein Geschäft zu Grunde zu richten. Er
jatte sich aber verrechnet. Das Renomme eines Räuberhauptmanns
chadete unserem Manne in den Augen der Amerikaner nicht das
gyeringste, im Gegentheil, es trug ihm mehrere tausend Dollars ein.

FParis, 2. Mai. Hr. Rozenraad, Unterdirektor der
Zanque d'Escompte de Paris, hat den gestern in Wien gezogenen
haupttreffer der österreichischen 1860er Loose von 300, 000 fl. er—
alten. Er hatte das gezogene Serienloos acht Tage vorher von
        <pb n="287" />
        einem Händler auf der Börse um 1500 Fr. gekauft. Ein Ge—

schenk von 10,000 Fr. ist letzterem zugesagt.

FParis, 8. Mai. Gestern wurde der Eisenbahnbauten⸗
Unternehmer Poulangeon aus Savoyen in dem Marseille⸗Pariser
Schnellzuge zwischen den Stationen Rognac und Miramas ermordet.
Der Mörder war ein Angestellter am Bahnhofe von Marseille
Namens Clovis Montel. Poulangeon, der sich mit Montel allein
im Waggon befand, war eingeschlafen, als letzterer ihm ein Messer
in den Unterleib stieß. Poulangeon setzte sich zur Wehr, woraus
Montel ihm einen Revolverschuß in die Hüfte beibrachte. Der
Lärm rief den Zugführer herbei, der in den Wagen eindrang und
sich des Morders bemächtigte. Absicht desselben war, Poulangeon
zu berauben, der, ehe er den Waggon bestiegen hatte, 15000
Francs in Obligationen auf dem Marseiller Eisenbahnhofe zurück⸗
gezogen hatte. Poulangeon wurde nach Axi gebracht, wo er seinen
Wunden erlag. — Bei dem gestrigen Wettirennen zu Rerac stürzte
eine Tribüne ein. Eine große Anzahl von Zuschauern wurde
herwundet.

FWMan klagt in Göschenen über den Gesundheitszustand
der Arbeiter am Gotthardiunnel; gegen 2000 liegen krank,
und die Sierblichkeit ist groß. Indessen rückt die Arbeit rasch
borwärits.

F Ein kurioser Vorfall wird einem Petersburger Blatte aus
Sflomin gemeldet: In einem in diesem Kreise gelegenen Dorfe
iebte ein Bauer mit seinem Weibe in der größten Zwietracht, weil
er, wie er sagte, seine Frau zu „lieben aufgehört hatte“. Um
ihn wieder zur „Liebe zu zwingen“, verurtheilte das Gemeinde⸗
gericht ihn zu 20 Ruthenhieben, welche Strafe er auch empfing.
Der Korrespondent meldet nicht, ob dieses Mittel die gewünschie
Wirkung gethan hat.

x Ein Telegramm aus Sidney vom 26. April meldet die
sestliche Preisvertheilung der dortigen Weltausstellung. Es wurden
7000 Preise vertheilt. Die Ausstellung wurde am 17. September
o. Irs. erxöffnet. Bis zum 26. Februar war sie von 803,084
Personen besucht worden. Danach kommen auf den Tag 5736
Besucher. Ist es dabei geblieben, so hat die Gesammtzahl der Be—
sucher eine Million überschritten.

F Mittel zur Confervirung von Holz. Als das Billigste

und zugleich Zweckmäßigste, um Holzgegenstände, wie Pfosien,
Pfähle, Zeichen für Gärinereien, Blumenstockhölzchen ꝛc. zu con⸗
serviren, damit sie in der Erde nichl verfaulen hat sich, nach
Dr. Krätzer, mit großem Erfolge folgendes einfache Mittel bewährt
Kochsalz, resp. das billigere Viehsalz, löst man so lange in warmem
Wasser auf, bis die zuletzt gegebene Portion sich nicht mehr auflöst.
In diese concentrirte Losung wird dann entweder das ausgetrock⸗
nete Holz bei kleinerem Umfange längere Zeit hineingelegt, oder
größere Holzgegenstände werden mit der Salzlösung zu wiederholten
Malen bestrichen. Pfosten und Pfahle, die in die Erde eingerammt
werden, umgiebt man am Besten mit einer Lage Salz, welches
fich bei seiner Aufloösung in das Holz zieht und es so conservirt;
so behandeltes Holz hat noch den Vortheil, daß es von Insecten,
w. z3. B. Holzwürmern, nicht angegriffen wird. Man ist dadurch
auf dieses billige Mittel gekommen, weil die Gebälle wornt in
Salzbergwerken die Gewölbe gestützt sind, seit äußerst langem Zeit⸗
caum einen vdllig unveränderien Zusiand sich bewahrt haben.

Der Werih kleiner Dinge. Ein englischer Rationaldconom
hat ausgerechnet, daß, wenn in jedem Haushalt in England
mãglich 2 Loth Brod zu Grunde gehen, dies jährlich 25 Millonen Viertel⸗
ofundlaibe ausmacht, welche 100,000 Menschen ernähren könnten
umd zu deren Erzeugniß 30,000 Morgen Weizen nothwendig
waren. Zwei Loth Fieisch taglich verschleudert, machen jährlich so
biel als 800,000 Schafe aus,

F Arsenit im Ruß. Stevenson Macadam hat, veranlaß!
durch den Umstand, daß Steinkohle stets mehr oder weniger Schwe⸗
fellies, dieser aber gewöhnlich Arsenik enthält, Untersuchungen des
Rußes angestellt, um zu sehen, ob und wie viel dann von dem
beim Verbrennen der Kohle verflüchteten Arsenik in demselben ent⸗
halten sei. Er hat durch Auskochen des Rußes mit Salzsäure
und Uebertragen der Lösung auf blankes Kupfer die Anwesenheit
don Arsenik nachgewiesen, auch durch quantitative Analyse einen
Arsenikgehalt von U1000 des Rußes festgestellt. Die an der Feuer⸗

tatte sich absetzenden Rußschichten haben den stärksten Gehalt. Ob
der beim Verbrennen der Steinkohlen in der Luft gehende Antheil
einen nachtheiligen Einfluß auf lebende Wesen ausüben könne, will
der genannte Forscher nicht entscheiden. — Nat. —

fNeue Locomotive. In einer amerilanischen Jeitung
indet sich ein Artikel, betitelt: Jedermann seine eigene Locomo⸗
we“, worumter der Verfasser nicht etwa die pedes apostolorum,
ondern ein von ihm ersonnenes Velociped versteht, welches die
Menschheit von der Tyhrannei der Eisenbahnen befreien soll“. Das
delociped trägt nämlich hinten ein Reservoir mit comprimirter Luft,
velche das Fahrzeug borwärts treibt. An gewissen Stellen werden
»unn „Pumpftationen“ errichtet, wo jeder für ein Billiges seinen
uftvorrath erneuert und dann luftig weiter fährt, Wenn die

Leute, meint der Autor, erst mit 28 Meilen Geschwindigkeit auf
der Landstraße dahin stürmen, werden die Eisenbahnmagnalen schon
klein beigeben.

Edison, wie es scheint, einer der großartigsten Rekla⸗
memacher Amerika's, hatte lange nichts von sich hören lassen.
Jetzt taucht in den amerikanischen Blältern wieder folgende wun⸗
derbare Erfindung auf, welche die überraschte Weli ihm zu ver⸗
danken haben wird. Es heißt, er habe eine Methode erfunden, durch
welche er aus den als werthlos weggeworfenen Ueberresten von
zoldhaltigem Quarz, von den Goldgräbern „Sailings“ (Abfälle)
zenannt, einen größeren Goldgehalt exirahiren kann, ais ein solcher
durch den gegenwärtig gebräuchlichen Prozeß aus den ursprüngli—
chen Quarzfelsen durchh Zermalmungsmaschinen erzielt wird. Die
Mittel, welche er anwendet, liefern ihm die Chemie und Elektrizi⸗
tat. Er nimmt eine Quantität „Sailings, die, soweit Dieß durch
die bis jetzt bekannten Prozeduren ermittelt werden kann nicht
mehr das geringste Gold enthalten, und produzirt das Edelmetall
in wahrhafi erstaunlichen Massen. Er behauptet, unter Anwendung
seiner Methode aus konzentrirten „Sailings“ in einigen Fällen
pro Tonne einen Goldwerth von 1400 Dollats gewonnen zu haben,
und zwar mit nicht größeren Unkosten als 5 Vollars per Tonne.
Edison machte diese Entdeckung, als er nach Platina für seine elek⸗
trischen Lampen forschte. Im Verlauf seiner Erperimente, welche
das Auffinden eines Prozesses zur billigen Extrahirung dieses Me—
talls aus den ihm zur Probe zugesandien , Sailiugs? von einigen
alifornischen Goldminen zum Zweck hatten, war er erstaunt über
den großen Goldgehalt, den diese verachteien Abfälle der Minen
lieferten. Dieß gab seinen Forschungen eine neue Richtung; das
elektrische Licht erhielt eine untergeordnete Beachtung. Er wid⸗
mete seine Energie der neuen Entdeckung, und der Erfolg seiner
Methode war zuletzt über jeden Zweifel gewiß. Waͤhrend er
sein Geheimniß nur mit einigen verlrauten Agenten theilte,
üücherte er sich unberzüglich kontraktlich die „Sailings einer
Anzahl von Bergwerken für eine Reihe von Jahren und wird
somit der Besitzer von Millionen von Tonnen dieser „Abfälle.“
FTdison ist somil auf dem Wege, ein zweiter Krösus zu werden.
So sagen wenigstens seine Freunde, die seine Erfindungen finan⸗
jiell ausbeuten möchten. In Europa hat man zu Edison sehr

venig Vertrauen mehr, da seine Erfindungen alle nicht „gehen“.
—.
Marrktberichte.

Zweibrücken, 5. Mai. (Fruchtmittelpreißs und Viciualienmar
Beizen — M. — Pf., Korn 10 M. 30 Pf., Gerste zweireihige — M. —
ierreihige o8s M. — Pf., Spel — M. Pf. Spelzkern — M. — ,
Dinkel - M. — Pf. UEischfrucht — m. — Pf. Hafer 7 M. 79 Pf.,
ẽErbsen — M. — Pf., Widen — M. Pf. Karloffeln 2 M. 40 pf.
deu 3 M, 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 58 —
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf. paar Wec 100
Dr. 6 Pf., Rindfleisch 1J Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 30 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter / Kilogr. 1M., 30 Ppf.
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liler 24 Pf.

Homburg, 8 Mai. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 23 pf. Korn 10 Me22 Pf. Spelztern M. Pf., Spelz M,
—. Pi. Gerste Z2reihige — M. — ipf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
M. 60 Pf., Wischfrucht 19 M. 60 pf.. Erbsen n Pf., Wicken
O M. — Pf., Bohnen dO M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrode6 Pfund — Ppf. Odchsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalblleisch 406 Pf. Hammelleisch — Pf. Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 20 Pfo Kartoffeln per Cir. 2 M. 50 ppf.

FKaiserslautern, 4 Mai. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarki)
Weizen 11 M. 483 Pf. Korn 10 M. 17 pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz
.M. 74 Pf., Gerste 9 M. 36 Pf., Hafer 7 M. 85 Pf., Erbsen 7 M.
37 Pf. Widcen 6 M. 10 Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., vo. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod

3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. IM. 20 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf. Kar⸗
toffeln per Cent. 8 M. 20 Pf. Stroh 2 M. Pf., Heu 2 M. 50 Pfa.

Der Htigung. In RXr. 69 des St. Ingberter Auzeiger im Auszug

aus den Registern des hiesi jen Standesamis umer „C. Sterbfalle“ hat sich
aus Versehen ein Fehler eingeschlichen, indem das Auler der am 28 Maͤrz
dis. Jahres verstorberen Barbara Unh i, Wwe. von Pelter Schmel zer, mit
75 Jahren, stat mit 37 Jahren angegeben in

fstilr die Redaction verantwortlich:

*

HNemesßs.

St. Ingbert 7. Mai. Der blinde Zit hervirtuose
Hammer aus Neustadt a. H. wird morgen Abend (siehe Inser⸗
atenth.) in der Brauerei d. HH. Gb. Becker (früher Rosenthal) concer⸗
tiren. Unter anderen empfehlenden Zeitungsstimmen schreibt über
den Concertgeber die Heidelberger Zeitung“: „Wir hatten Gelegen⸗
Jeit, den blinden Zithervirtuos in einigen Privatkreisen zu hören
und müssen gestehen, daß derselbe sein Inst rument meisterhaft zur
Geltung bringt, eine Sicherheit und eine eminente Fertigkeit steht
ihm zu Gebote. Dazu kommen noch seine eigenen Original
Kompositionen, die in der Zitherlileratuc mit zu den besten gehoͤren,
die er mit seelenvollem Spiel zum Vortrag bringt.“ Da der
Virtuose haupisachlich für seine Ider: „der Gründung eines In⸗
ttituts zur musikalischen Ausbildung junger Leidensgenossen“ in
weiteren Kreisen Anhänger und Goönner zu gewinnen sucht, ver⸗
dient derselbe gewiß auch schon deßhalb besondere Aufmerksamkeit.
An Besuchern wird es ihm morgen nicht fehlen.
        <pb n="288" />
        Holzversteigerungen
uus Staatswaldungen des kgl.
Forstreviers Neuhäusel.

Donnerstag den 13. Mai
880, Vormittags 10 Uhr bei
Wirth Glaser in Rohrbach.
Schläge: Klingerhang, Franken⸗
wald, Schleifweg und zufällige

Ergebnisse.
11 kiefern u. birken Stämme
u. Abschnitte 2.-4. Cl.;

69 eichen und buchen Wag⸗

nerstangen 2. Cl.;
2379 gemischte Stempelstangen;
218 Ster eichen Nutzprügel,

1,20 meu. 1,850 m 1g.;

36 Ster buchen, birken, kie⸗

fern u. aspen Scheit 2. El.;

714 Ster buchen, birken, kie—

fern u. aspen Stangen

und Astprügel;

543 Ster buchen, eichen, birken
u. kiefern Krappenprügel.
Donnerstag den 20. Mai
1880, Vormitags 10 Uhr bei
Bürgermeister Lehmann in
Limbach.
Schlag: Kohlkopf und zufällige

Ergebnisse.
24 kiefern, birken, aspen u.
akazien Stämme und Ab⸗
schnitte 2. —4. Cl.ʒ

14 kiefern Sparren;

20 eichen u. akazien Wag⸗

nerstangen 1. u. 2. Cl.;

20 fichten Baumpfähle 2. Cl.;

1 Sier eichen Misselholz

4. &amp;I3

75, Nutzprü⸗

gel, 1,20 melg.

16, Kefern Zaunprügel,

1,550 m lg.;

1611, buchen, eichen, kie⸗
fern, birken und aspen
EScheitholz 1. u. 2. Cl.;

296 Ster buchen, birken, kie⸗
fern, aspen, erlen und
akazien Stangen⸗ und
Astprügel;

376 Ster buchen, eichen und

birken Krappenprügel.

Neuhäusel, 5. Mai 1880.

Der kgl. Oberförster:

Mrschel.
Zucker
ver Pfund 42 Pfg. empfiehlt
O. Mottlieb.
Concert⸗Anzeige.

Heute, Samstag Abends
3 Uhr in der Brauerei Gebr.
Becker (vormals Rosenthal)
Foncert des blinden Zither—
Virtuosen
M. Hammer
aus Mespitadt a. H.
Kirchenbau Verein
St. Ingbert.
Die alljährliche General⸗
Versammlung des Kirchen⸗
au⸗ Vereins findei am Sonntag
den 9. Mai im Jul. Grewe⸗
nig'schen Locale statt, wozu alle
Mitalieder eingeladen werden.
Der Präsident
NM 6*

Zwangs⸗
Versteigerung.
Dienstag den ĩ 1. Mai nächst⸗
sin Morgens 10 Uhr zu Seng⸗
cheid vor der Wohnung des
Pirthes und Fuhrmannes Ja⸗
ob Schmidt werden die nach⸗
ʒezeichneten gepfändeten Gegen⸗
tände gegen Baarzahlung öffent⸗
ich zwangsweise versteigert,
rämlich:
2 Pferde, 1 Kuh, 83 Rin—
der, 1 Wagen, ca. 20 CEtr.
Stroh und 30 Ctr. Heu,
ca. 200 CEtr. Kartoffeln,
erner:
i Kuh, 1 Rind und 2
Kälber.

St. Ingbert, 7. Mai 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Foͤrsser Weinland auf der

Schneidemühle hat eine gute
rischmellige Kuh mit Kalb
u verkaufen.

Erste pfälzische Ausstellung von
2 2 J
Lehrlings-Arbeiten.
Ersffnung der Ausstellung: Sonntag, 9. Mai,
vormittags 11 Uhr. Verbandstag der pfälz. Gewerbe⸗
bereine und aligemein pfälz.
Handwerkertag: Pfingst⸗Montag, 17. Mai,
dormittags 11 Uhr im großen Saale des Hotels Karlsberg .
Feierliche Verteilung der Preise durch Se. Excellenz,
Herru Staatsrath und Regierungs⸗Präsidenten v. Braun:
Sountag, 23. Mai, mittags 12 Uhr im Saale der Ge—
sellschaft Eintracht.
EIILITFiISttSPFGSGO:
Einzelpersonen 50 Vfennig. Kinder 20 Yfennig.
abonnementskarten 1,50 Mark.
Meister, Gesellen, Lehrlinge und Arbeiter haben für die
zanze Dauer der Ausstellung eine Fahrtarermäßi⸗
zung von 50 gegen Vorzeigung eines Attestes vom Haupt⸗
russchuß.
Das allgemeine Publikum genießt dieselbe Fahrtarermäßigung
im Y9., 13. und 23. Mai. Das an den bedeutenderen Eisen⸗
zahnstationen gelöste einfache Fahrbillet wird dortselbst gegen Zu⸗
auf einer Ausstellungs⸗Eintrittskarte abgestempelt und berechtigt
ann zur freien Rückfahrt. Die an kleineren Stationen gelösten
infachen Billete werden an den Bahnhofen in Kaiserslautern gegen
Zukauf der Eintrittskarte abgestempelt.
Restitutions⸗
Schwäͤrze
das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
graue braune blaue), haupt⸗
aͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,
Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ⁊c. durch einfaches
Zürsten mit dieser Flüssig⸗
keit, ohne sie zu zer⸗
frennen, wieder aufzu⸗
rben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 B und 1 A. zu be⸗
iehen vom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
sowie aus der Niederlage für:
Si. Ingbert: Philipp
Alinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücen:
vu. Aua. Scel.

— — — ——
1The Game of Fifteen!
TBB GBM PODODůDLE. genannt: uꝑ NFW SOLIIARE.
—V
oder das Spiel der Fii usæe lu m
ist das neueste
—
Von einem Taubstummen in Bartford, Conn. U. S. A.,
erfunden

Der „New⸗Yorker Herald“ vom 4. März widmei
anderthalb seiner enggedruckten Riesenspalten einer großartigen, echt
amerikanischen Reclame für ein neues „Spielzeug“, das, wie
es scheint, ganz New⸗ York seit einigen Wochen in fieberhafte Auf⸗
regung versetzt. Das Spielmaterial kostet nur wenige Groschen
und besteht in einem viereckigen Kastchen, in welchem sich fünfzehn
in der Art der Steine bei der Kartenlotterie nummerirte kleine
Holzwürfel befinden. Das sechszehnte Feld des Vierecks, an dessen
Seile je vier Würfel Platz haben, ist leer und dadurch ist es
möglich, die Steine zu verschieben. Die Aufgabe besteht nur darin,
die beliebig durcheinander it den Nummern nach oben in das
Viereck gestellten Steine durch das bloße Verschieben derselben, ohne
cinen Slein herauszuheben, wieder in die richtige Reihenfolge von
1—2 15 zu bringen. Auf den ersten Blick erscheint die Sache
Manchem wohl leicht, aͤber die Lösung fordert doch viel Kopfzer⸗
hrechen und vor Allem Geduld. Die Schilderung des „Herald“
n der Aufregung, welche „The Boss Puzzle“, oder „the
game of fifteen“, „das Spiel mit Fünfzehn“ her⸗
orgerufen hat, ist hoöchst komisch. Hunderte von Zuschriften über
diesen Gegenstand erhält das Blatt taglich und wohin man vlickt.
auf der Straße wie in den Häusern, wird von Leuten aller Stände
„Fünfzehn“ gespielt. Tie Commis kommen spät am Morgen
ni übernächtigen Gesichtern in das Geschäft, weil sie wegen der
bergeblichen Anstrengungen das Räthsel zu lösen nicht schlafen
konnten und sogar im Gerichtssĩaal sollen Richter und Advolaten,
Kläger und Beklagte —VV und her geschoben
uind darüber ihre Verhandlungen auf die lange Bank geschoben
haben. Das Fünfzehn“ ist also in New⸗York zu einer Epidemie
geworden, wie seiner Zeit das Krikri in Paris und da das Spiel
dereits nach Europa gekommen und schon eine deutsche Musterschutz⸗
marke erhaiten hat, so dürfen wir uns darauf gefaßt machen, ein
wenn auch schwächeres „Fünfzehn⸗-Fieber“ auch bei uns ausbrechen
zu sehen.

Dieses hochinteressante Spiel ist zu beziehen
gegen Einsendung von nur 80 Vi. in Markten
ranco durch

— 398 73. Pp. XXXXCI

Hanf—
Couverts
er 1000 Stück von 3. 50 Mk. an
u haben bei F. X. Demetk.

Hettrouen tonnin atauued
nur zu einem solchen Heil ver⸗
jabren faßen, weichea ihdatfacht iche
rtrfolge sur sich hat Die bereits in
sage erschlenenen Speclalbücher
ze Kicht⸗ und „Die Druft⸗
ngenkrankheiten⸗ geben
Jenen, die
— —
EAcit —
ati.nus, Gliederreissen ote.
eiden, oder aber an einer
ust· oder Lungenkrankheit,
oie Echwindfucht 2c dahinfiechen,
ene Hoffnung, denn die darin
midalienen Dankesaußerungen Aber
—XW bewe sen, daß
iin Echwerkranke oder anscheinend
offnungdlos Darmieberliegende noch
e ersehnte Hilfe fanden· Kein
donorar. är ztlicher Beirath vielmehr
nentgeltlich Jedes der odigen Bücher
ostet b0 Pf.“ Prospect gratie und
ranco durch Th. Hohzenleitner,
aeipria unb Nat⸗t
. Hichel's Atelier künstl. Zãhne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
1 ö, Salzhachstra sie 138.
— — — — — —
Ar imn Berieg bon 4. X. Demeß in St. Ingbert.
M G MAhonun⸗entoAllustrirte a Qonntanablatf⸗

Vorrathig, in K. —XXXXX
guchhandl. inKaiserslautern, welche
edes Vuch fur 60 Pf. in Briefmarler
AAaces versende*
        <pb n="289" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierieljahrlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist vder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M 7q44.

Sonntasg den 9.

1880.
Deutsches Neich.

Muünchen. Der Minister des Inneren hat an die Re—
gierungspräsidien eine Entschließung erlassen, wonach bei den
Sammlungen für die Wittelsbacher Landesstiftung der Charakter
der unbedingten Freiwilligkeit der Beiträge sorgfältigst gewahrt
werden muß. (Allg. Ztg.)

Da keine Aussicht besteht, daß der Entwurf des Wehrsteu—
ergesetzes vom Reichstage noch während der dermaligen Ver—
ammlung erledigt werden könnte, so wird auch die Berathung
desselben im Bundesrathe bis auf Weiteres ausgesetzt bleiben.

Die „Nat.«Ztg.“ schreibt: „Die Versuche zur Rekonstituir—
ung der Samoa⸗Aktiengesellschaft sind keineswegs aufgegeben, dau—
ern vielmehr fort; nach Maßgabe der dafür sich interessirenden
Faktoren ist die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens eine sehr be—
achtenswerthe.

Hamburg, 5. Mai. Der Protest hiesiger Einwohner
gegen den Zollanschluß St. Pauli's ist heute an den Bundesrath
abgegangen. Derselbe zählt 57,867 Unterschriften. (Fr. Z.)

Ausland.

Die Gefahr eines Krieges zwischen Kußland und China
ist jetzt sehr bedeutend. China fordert die Rückgabe eines schon
vor längerer Zeit von Rußland in Besitz genommenen Gebietes und
droht dasselbe im Weigerungsfalle militärisch zu besetzen.

ch denn auch gleich nach der Einwanderung schön mit ihren paar englischen
Wörtern. Das yen („ja“) und das well (, wohl, rechi“) sind die ersten.
Dann hat er wohl auch seine taxes paid, d. i. Steuern gezahlt,“ sagt auch
wohl schon zu seinem Mädchen: J leit di (engl. likxe, lieben) u. dgl. bleibt
aber im Ganzen der gemüthliche Deutsche in Sitt und Wort. Diese An⸗
änge der englisch-⸗amerikanischen Sprache, hineingeflochten in die verschi edensten
eutschen Dialekte, uno dies ganze Sonntagswirthschaftstreiben dieser ansäßigen
Deutschen bietet dem Zuschauer eine eigenthümlich interessante Unterhaltung.
(Schluß des J. Theiles.)

Der Stadi Zweibrücken ist ein schönes Geschenk ge—
macht worden. Herr Hilgard in Newyork, ein geborener Zwei⸗—
brücker, hat sich erboten, sämmtliche Kosten für zwei Arbeiter⸗
Musterwohnhäuser zu tragen, welche noch in diesem Jahre fertig
gestellt werden sollen. Derselbe sandte bereits 4500 M. zu diesem
wecke an Herrn Bürgermeister Mörker. Die Pläne und gewisse
Finrichtungsbestandtheile werden nächstens aus Amerika nachfolgen.

FPirmasens. Wiederholt sind hier in letzter Zeit falsche
20⸗Pfg.⸗Stücke mit der Jahreszahl 1875 und dem Münzzeichen
A im Verkehr beobachtet worden. (P. A.)

Aus dem Unterstützzungsfonds für katholische Kultusbauien
wurden pro 1880 n. A. folgende Gemeinden mit nachstehenden
Beträgen bedacht: Mittelberbach 5300 Mk., Breitenbach 200 Mk.,
Zusel 200 Mt., Ramstein 200 Mk., Obermohr 200 Mtk., Hor⸗
bach 200 Mk.

FGermersheim, 58. Mai. Ein Feuerwerker⸗-Sergeant
der hiesigen Garnison hat sich gestern erschossen. Als Moltiv für
diese That wird angegeben, daß der Unteroffizier wegen Mißhand—
ung von Untergebenen, welchen Vergehens derselbe sich schon früher
schuldig gemacht, Bestrafung zu erwarten hatte.

F In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai versuchten zwei in
der Frankenthaler Gefangenenanstalt inhaftirte Untersuchungsge?
fangene, einer Namens Hublitzer, wegen Diebstahls in Untersuchung;
und der wegen versuchten Gattenmords beschuldigte Taglöhner
Reichert von Speyer auszubrechen. Dieselben hatten bereits ein
Loch in die Wand ihrer Zelle gebohrt, wurden aber an der Vollen⸗
dung des Befreiungswerkes durch die Wachsamkeit des Gefängniß—
aufsehers gehindert, der die Beiden in Ketten legte. (Irkthl. Zig.)

f Berlin, 5. Mai. Der König von Siam, welcher Mitte
Juni hier eintreffen wollte, ließ die Nachricht hierher gelangen, daß
er wegen Krankheit genöthigt sei, die Reise vorläufig aufzuschieben,.

Am 1. Juni wird in Berlin ein großes Göthe⸗Denkmal
enthüllt werden.

fF Aus Linz vom 3. d. berichtet man der N. Fr. Pr.:
Hestern ist in der Freistadt beim Menagekochen in der Caserne
Feuer ausgebrochen. Die Caserne ist nebst 36 Häusern abgebrannt.

F Grabschrift. Man liest oft auf Gräbern: „Der
Tod nur vermochte uns zu trennen.“ Auf einem Kirchhofe der
Bannmeile von Paris hat nun „Figaro“ folgende Grabschrift
entdeckt: „Hier ruhen Mme. J. Leblanc und M. Paul Lenoir,
hr Schwiegersohn. Der Tod allein konnte sie vereinigen.“

mn
Vermischtes.

St. In abert, (Auszug aus Dr. Waltemath's Vortrag:
Leben und Wirken der Deutschen in Nordamerika.)

Die Stadt New⸗Nork ist in ihrem untern füdlichen Theile nach alter, un⸗
regelmäßiger Art gebaut. Weiter einwärts ändert sich das wilde, amerikanische
Syftem' und man trifft auf prächtige Standbauten, wie fie etwa Karlsruhe
darbietet. Sudostwärts wird die Stadt auf eine Länge von 3 engl. Meilen
»on einer über 25 Meter breiten Straße durchschnitten, dem sogenannten
Broadway (Breitenwegh. Rach Nordosten andert er die Richtung Hier if
der Haupisitz deutscher Kaufleute, deutscher Geschäfte, deutscher Vergnügungen.
dier befindet sich eine großartige Anlage, ein Garten mit weitschichtigen Ver⸗
ammlungslokalen, mit Laub⸗ uͤnd Baumgängen, deutschem Theater, deutschen
Wein⸗ und Bierkellern. Hier war es, am 8. September 1870, als der Blitz
die Nachricht von der Schlacht bei Sedan brachte, wo Deutsche sich zu Tau⸗
enden zusammenfanden um dieses große Ereigniß zu feiern, als an jenem
Abend in den verschiedensten Raumen dieses Saales Redner auftraten, deren
jeder, soweit der Klang seiner Stimme hallte, die Bedeutung dieses Wahl⸗
nages hochpries! — — — — — —

Von dieser Strecke an durchschneiden sich winkelig 226 Straßen, von
Süden nach Norden durchschnitten von einer andern Reihe, die kreuzweise jene
purchzieht und 226 Abtheilungen schafft. Weiter nach Norden ist eine groß⸗
artige Anstalt fur Bewässerung und Versorgung der Stadt mit Trinkwasser.
Das Wasser wird beigeführt aus dem Inneren des Staates New⸗NYork und
ourch Kanäle geleitet, welche auch das Wasser für den neu angelegten Riesen⸗
ark liefern, der gegenwärtig sich bereils aufs trefflichste entwidell hat. In
iesem Vark find als Zeichen der Bedeutung der Deutschen zwei Denkmäler
aufgefstellt, die einen Beweis für die Werthschätzung des Deutschthums liefern.
Sin Denkmal ist dasjenige von Friedrich Schiller, bekanntlich der Nime, um
hessen Aegide wir uns zusammensanden, als die politischen Zustände Deutsch⸗
iands noch sehr im Argen lagen. Damals, als die Teutjchen einen eigent⸗
ichen nationalen Zusammenhang noch nicht besaßen, da war Schiller ein
Ersatz für diesen Mangel — und das haben die ausgewanderten Deutschen
wohl begriffen, und sie mit ihren neuen Landsleuten haben deshalb dem
Baterlandsdichter ein Tenkmal gestiftet und New⸗Pork hat es aufgestellt.
JAuch ein anderer großer Deutscher wird hier durch ein Denkmal gefeiert, und
das ist Alexander von Humboldt; Man'sieht mi gerechtfertigtem Stolz auch
auf dieses erhabene Antlitz. Stolz können wir nämlich sein auf diese beiden
Hderoen des Wissens, stolz aber auch auf diesen Beweis der bewaährten Auf⸗
cichtigkeit, mit der die Amerikaner jene Beiden hochschäßen .......

Wenn man nun, meine Herren, das deutjchamerilanische Leben hier
ennen lernen will, so muß man einen Sonntag wählen, um einen Eindruck
u empfangen, der in Deutschland nicht allen Stnden gegönnt ift. — — —
—A——— Gelegenheit, die verschiedenen Dialekte seines
Heimathlandes lennen zu lernen. Nirgends kann man dies besser denn in
dew⸗ York, bekanntlich der drittgröß:en Stadt der Erde, der größten, Deutschen
Stadt“ möchte man fast sagen wenn man die ganz in der Rähe liegenden
Städte, die ebenso deutsches Wesen bergen — wie Brooklin. Harlem, Jersey⸗
rity, Hobolen und das ganz deutsche New⸗Ark — darurechnen wollte. Rings
uim N⸗YJ. finden Sie weit Uber zwei Millionen Menschen in lurzem Umfang
deis minenwohnen, und dort eben können Sie vielfach vom, Deutschen Sonn⸗
na? reden hören. Es ist eine Liebhaberei unserer Landsle ate, fremde Spra⸗
hen zu erlernen. Ties ist auch in der belkannten Posse ausgesprochen in
em Liedlein:

Rur dNe Nedaction veramwortlic

P. Demetz, Hemdenfabrik,
Landan i.Pfalz.
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nach deutschen, französischen und amerika—
nischen Zuschneide⸗Systemen.
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—V mit glattem feinem leinen
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bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
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ich ein Hemd zur Auprobe ein, und kon⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
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        Stadtrathssitzung

am Montag den 10. Mai 1880

Nachmittags um 5 Uhr

Tagesordnung:
Festsetzung des Gehaltes
des anzustellenden Stadt⸗
Einnehmers.

Abhör der Gemeinderech⸗
nung pro 1879.

Abhör der Rechnung der
Gasanstalt pro 1879.
Besetzung der 7. kath. Kna⸗
benschule.

St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Haus-Versteigerung.
Samstag den 15. Mai 1880
NRachmittags 3 Uhr zu St.
Ingbert bei Wittwe Beck,
Wirthin, lassen die Eheleute
Georg Spengler, Metalldreher
und Katharina Hurlemann,
beide allda wohnhaft, die nach—
hin bezeichneten Liegenschaften,
im Banne von St. Ingbert
jffentlich in Eigenthum verstei⸗

jern, nämlich:

l. Pl.-Nr. 269, 70 qm
Fläche, Wohnhaus und Hof;
Pl.⸗Nr. 270, 1 a Pflanz⸗
garten;

Pl.⸗Nr. 4133, 24 40 qm
Acker, das Ganze gelegen
m den Hobelsgärten;
Pl.⸗Nr. 4081, 16 4 40 qm
Acker auf Hobels.

St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.

—

Englische Fußboden
ODel· Cackfarbe.
Haltbarstes Fabrikat, zum
Zelbst⸗Lackiren der Fußböden,
rocknet in einigen Stunden hart
ind glänzend.
Niederlage bei
VPhilivp Klinck.

Todes⸗Anzeige.
F Gott dem Allmächtigen hat es gefallen meine liebe
rau
l
Anna Klinck
geb. Braun,
nach langem Leiden heute Morgen 8 Uhr im Alter von
29 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr statt.
St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Der trauernde Gatte
Philipp Klinck.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
. — uUnm allen Mißverständ—
IILLXD
roose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

Ireis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 265. Octobor
1880.
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12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
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Bestellungen sind zu richten an

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in Ludwigshafen am Rhein.

Loose sind ferner zu haben

ei Franz Woll in St.
Inadbert.

kKirchenbauVerein
St. Ingbert.

Die alljährliche General⸗
Versammluntg des Kirchen⸗
dau⸗-Vereins findet am Sonntag
den 9. Mai im Jul. Grewe—
nig'schen Locale statt, wozu alle
Mitglieder eingeladen werden.

Der Präsident
BV. Graffion.

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Getreide Preßhefe
aus der altrenommirten Fabrik
von G. Sinner in Grun—
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Waare Ed. Orth,
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Man bittet auf Namen und Haus—⸗
Nummer E146 W zu achten.

Bei Einkäufen von Mek. 30 wird das einfache,
bei Mk. 50 das Retourbillet im Umkreis
von 10 Stunden veraütet.

un

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Iruck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.
Hiezu „JZUnstrirtes Sonntagsblatt“ ver.
        <pb n="291" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

IAM 40 3 einschließlich Tragerlohn; durch die Posi bezogen 1.A 60 , einschließlich 420 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, ANeclamen mit 80 4 vro Zeile berechnet.
M 74. J

Sonntag den 9. 5
18sq.
Deutsches Reich.

München. Der Minister des Inneren hat an die Re—
zierungspräsidien eine Entschließung erlafsen, wonach bei den
Sammlungen für die Wittelsbacher Landesstiftung der Charakter
der unbedingten Freiwilligkeit der Beiträge sorgfältigst gewahrt
werden muß. (Allg. Ztg.)

Da keine Ausficht besteht, daß der Entwurf des Wehrsteu⸗
ergesetzes vom Reichstaͤge noch während der dermaligen Ver⸗
sammlung erledigt werden könnte, so wird auch die Berathung
desselben im Bundesrathe bis auf Weiteres ausgesetzt bleiben.

Die „Nat.⸗Itg.“ schreibt: , Die Versuche zur Rekonstituir—
ung der Samoa⸗Aktiengesellschaft sind keineswegs aufgegeben, dau⸗
ern vielmehr fort; nach Maßgabe der dafür sich interessirenden
Faktoren ist die Wahrscheinlichkeit eines Gelingens eine sehr be—
achtenswerthe.

Hamburg, 5. Mai. Der Protest hiesiger Einwohner
gegen den Zollanschluß St. Pauli's ist heute an den Bundesrath
abgegangen. Derselbe zaͤhlt 537,867 Unterschriften. (Fr. 3.)

Ausland.

Die Gefahr eines Krieges zwischen Ru ßland und China
ist jetzt sehr bedeutend. China fordert die Rückgabe eines schon
bor längerer Zeit von Rußland in Besitz genommenen Gebieles und
droht dasselbe im Weigerungsfalle milisansch zu besetzen.

ich denn auch gleich nach der Einwanderung schön mit ihren paar englischen
Woörtern. Das yes (, ja“) und das ei (wohl, rechi“) sind die ersten.
Dann hat er wohl auqh seine taxet paid, d. i. Steuern gezahlt,“ sagt auch
vohl schon zu seinem Mädchen: J leik di (engl. like, lieben) u. dgl. bleibt
aber im Ganzen der gemüthliche Deutsche in Sut und Wort. Diese An⸗
ränge der englisch⸗amerikanischen Sprache, hineingeflochten in vie verschi edensten
deutschen Dialekte, und dies ganze Sonntagswirthschaftstreiben dieser ansäßigen
Deutschen bietet dem Zuschauer eine eigenthumlich interessanie Unterhaltung.
ESchluß des J. Theiles.)

F Der Stadt Zweibrücdcken ist ein schönes Geschenk ge⸗
macht worden. Herr Hilgard in Newyork, ein geborener Zwei⸗
brüder, hat sich erboten, sämmiliche Kosten für zwei Arbeiter⸗
Musterwohnhauser zu tragen, welche noch in diesem Jahre fertig
estellt werden sollen. Derselbe sandte bereiis 4500 M. zu diesem
zwecke an Herrn Bürgermeister Merker. Die Pläne und gewisse
rinrichtungsbestandtheile werden nächstens aus Amerika nachfolgen.

f Pirmasens. Wiederholt sind hier in letzter Zeit falsche
20Pfg.⸗Stücke mit der Jahreszahl 1875 und dem Münzzeichen
A im Verkehr beobachtet worden (P. A.)

FAus dem Unterstützungsfonds für katholische Kultusbauten
wurden pro 1880 u. A. folgende Gemeinden mil nachstehenden
Beträgen bedacht: Mittelberbach 500 Mk., Breitenbach 200 Mtk.,
stusel 200 Mk., Ramstein 200 Mk., Obermohr 200 Mi., Hor⸗

bach 200 Mk.

F.Germersheim, 5. Mai. Ein Feuerwerker⸗Sergeant
der hiesigen Garnison hat sich gestern erschossen. Als Mont für
diese That wird angegeben, daß der Unteroffizier wegen Mißhand⸗
lung von Untergebenen, welchen Vergehens derselbe sich schon früher
schuldig gemacht, Bestrafung zu erwarien hatte.

F In der Nacht vom 3. auf den 4. Mai versuchten zwei in
der Frankenthaler Gefangenenanstalt in haftirte Untersuchungsge⸗
fangene, einer Namens Hublitzer, wegen Diebstahls in Untersuchung,
und der wegen versuchten Gattenmords beschuldigte Taglöhnet
Reichert von Speyer auszubrechen. Dieselben hatten bereiis ein
Loch in die Wand ihrer Zelle gebohrt, wurden aber an der Vollen⸗
dung des Befreiungswerkes durch die Wachsamkeit des Gefängniß⸗
aufsehers gehindert, der die Beiden in Ketten legte. (Irkthl. 3Ztg.)

fBerlin, 5. Mai. Der König von Siam, welcher Weit⸗
Juni hier eintreffen wollte, ließ die Nachricht hierher gelangen, daß
er wegen Krankheit genöthigt fei, die Reise vorläufig aufzuschieben.

F. Am 1. Juni wird in Berlhin ein aroßes Göthe⸗Denkmal
enthüllt werden.

Aus Linz vom 3. d. berichtet man der N. Fr. Pr.:
Hestern ist in der Freistadt beim Menagekochen in der Caserne
Feuer ausgebrochen. Die Caserne ist nebst 86 Häusern abgebrannt.

FGrabschrift. Man liest oft auf Gräbern; „Der
Tod nur vermochte uns zu trennen.“ Auf einem Kirchhofe der
Bannmeile von Paris hat nun „Figaro“ folgende Grabschrift
ntdedt: „Hier ruhen Mme. J. Leblam und M. Paul Lenoir,
hr Schwiegersohn. Der Tod allein konnte sie vereinigen.“

*nr die Nedaction veranmworitich ——

P. Demetz. Hemdenfabrit,
Landanu i.Pfalz.
Spejialitãt: Herrn Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und ameritat

nischen Zuschneide⸗ Systemen.

10 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 260.

/ mit glattem feinem leinen

Einsatz A BMO. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaze und Qualitat be⸗ Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Bruft⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge al⸗ Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ausgu, Sitz leiste ich Jede G!
rantie; nach erfoigter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Auprobe ein, und kon⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
on meiner Leistungs su hixei über⸗
eungen.

Kermischtes.
fSt. Ingbert. (Auszug aus Dr. Waltemath's Vortrag?
Leben und Wirken der Deutschen in Nordamerika.)

Die Stadt New⸗Yorlk ist in ihrem uͤmen sjüdlichen Theile nach alter, un⸗
Legelmäßiger Art gebaut. Weiter einwärts ändert sich das wilde, amerikanische
Syftem und man trifft auf prächtige Standbauten, wie fie eitwa Karlsruhe
darbietet. Südostwärtis wird die Stadt auf eine Länge von 3 engl. Meilen
)on einer über 25 Meter breiten Straße durchschnitten, dem sogenannten
Broad way Breitenweg). Nach Nordosten änden er die Richtung. Hier ifi
der Haupisitz deutscher Kaufleute, deutscher Geschäfte, deutscher Vergnügungen.
dier befindel sich eine großartige Anlage, ein Garten mit weitschichtigen Ver—
ammlungslokalen, mit Laub— und Baumgängen, deutschem Theater, deutjchen
Wein⸗ und Bierkellern. Hier war es, am 8 September 1870, als der Blitz
die Nachricht von der Schlacht bei Sedan brachte, wo Deutsche sich zu Tau—
enden zusammenfanden um dieses große Ereigniß zu feiern, als an jenem
Abend in den verschie densten Räumen dieses Saales Redner auftraten, deren
eder, soweit der Klang seiner Slimme hallte, die Bedeutung dieses Wahl⸗
oges hochpries — ——

Von dieser Strecke an durchschneiden sich winkelig 226 Straßen, von
Süden nach Rorden durchschnitten von einer andern Reihe, die kreuzweise jene
ourchzieht und 226 Abtheilungen schafft. Weiter nach Norden ist eine groß
artige Anstalt fur Bewãasserung und Versorgung der Stadt mit Trinkwasser.
Das Wajsser wird beigeführt aus dem Inneren des Staates New⸗PYorlk und
durch Kanäle geleitet, welche auch das Wasser für den neu angelegten Riesen⸗
dark liefern, der gegenwärtig sich bereits aufs trefflichste entwickeli hat. In
diesem Park sind al⸗ Zeichen der Bedeutung der Deutschen zwei Dentmäler
aufgessellt, die einen Beweis für die Werthschätzung des Deutschthums liefern.
Ein Denkmal ist dasjenige von Friedrich Schiller, belanuntlich der Name, um
dessen Aegide wir uns zusammenfanden, als die politischen Zustaände Deutsch⸗
ands noch sehr im Argen lagen. Damals, als die Veuischen einen eigent⸗
lichen nationalen Zufammenhang noch nicht besaßen, da war Schiller ein
Ersatz für diesen Mangel — und das haben die ausgewanderten Deutschen
vohl begriffen, und sie mit ihren neuen Landsleuten haben deshalb dem
Vaterlandsdichter ein Tenkmal gestiftet und New⸗PYork hat es aufgestellt.
Auch ein anderet großer Deutscher“ nird hier durch ein Denimai gefeiert, und
»as ist Alexander von Humboldt; Man fieht mit gerechtfertigten Stolz auch

auf dieses erhabene Antlitz. Stolz können wir nämlich sein auf diese beiden
Heroen des Wissens, stolz aber auch auf diesen Beweis der bewährten Auf⸗
richtigkeit, mit der die Amerikaner jene Beiden XE—

Wenn man nun, meine Herren, das deutschamerikanische Leben hier
lennen lernen will, so muß man einen Sonntag wählen, um einen Eindruck
zu empfangen, der in Deutschland nicht allen Sländen gegönnt isft. — — —
Sonntags hai der Deutsche hier Gelegenheit, die verschiede nen Dialekte seines
deimathiandes kennen zu lernen. Nirgends lann nman dies besser denn in
New⸗Pork, bekanntlich der drittgrößten Stadt der Erde, der größten Deutschen
Stadi“ möchte man fast sagen wenn man die ganz in der Nähe liegenden
Städie, die ebenso deutsches Wesen bergen — wie Brooklin. Harlem, Jersey⸗
city, Hobolen und das ganz deutsche New⸗Ark — dazurechnen wollte. RNings
um NPY. finden Sie weit über zwei Millionen Menjchen in kurzem Umfang
veis munenwohnen, und dort eben können Sie vielfach vom „Deutschen Sonm
ag“ reden hören. Es ist eine Liebhaberei unserer Landsle ite, freude Spra⸗
hen u erlernen. ies ist auch in der bekannten Posse ausgesprochen in
em Liedlein:
„So ein bischen Französisch das macht fich
ounderschön, troͤs aimable u s. w.
and die jungen Leute im qgroßen Garten in R. Y. wie anderswo machen
        <pb n="292" />
        Stadtrathssitzung
am Montag den 10. Mai 1880
Nachmittags um 5 Uhr

Tagesordnung:

1. Festsetzung des Gehaltes
des anzustellenden Stadt⸗
Einnehmers.

Abhör der Gemeinderech⸗
nung pro 1879.

Abhoͤr der Rechnung der
Gasanstalt pro 1879.
Besetzung der 7. kath. Kna⸗
benschule.

St. Ingbert, 8. Mai 1880.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Haus⸗Versteigerung.

Samstag den 15. Mai 1880

Nachmittags 83 Uhr zu St.

Ingberi bei Wittwe Beck,

Wirthin, lassen die Eheleute

Georg Spengler, Metalldreher

und Katharina Hurlemann,
beide allda wohnhaft, die nach⸗
hin bezeichneten Liegenschaften,

im Banne von St. Ingbert

oöffentlich in Eigenthum verstei⸗
gern, nämlich:

1. Pl.Nr. 269, 70 qm
Fläche, Wohnhaus und Hof;
Pl.⸗Nr. 270, 1 a Pflanz-⸗
garten;

Pl.⸗Nr. 4133, 2a 40 qm

Acker, das Ganze gelegen

in den Hobelsgärten;

Pl.⸗Nr. 4081, 16 a 40 qm

Acker auf Hobels.

St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.

Englische Fußboden—
Bel!⸗sackfarbe.

Todes⸗Anzeige.
5 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen meine liebe
rau
l *
Anna Klinck
geb. Braun,
nach langem Leiden heute Morgen 8 Uhr im Alter von
29 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 3 Uhr statt.
St. Ingbert, 8. Mai 1880.
Der trauernde Gatte
Philipp Klinck.

Haltbarstes Fabrikat, zum
Zelbst· Lackiren der Fußböden,
Focknet in einigen Stunden hart
und glänzend.

Niederlage bei

Philipp Klinck.

Fortlaufende Rummern. Keine
Serien.
Nur Geld ewinnste.
uUm allen Mißverständ
nifsen vorzubeugen und um jeden
dobse unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden be—
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in eir
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfälzischer
Gewerbemuseums.

Preis des Loosts 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
dauptgewinne von A B0, 000
12,000, 5000 ꝛtc. in Baar.
Tus 20 Loose eim BRaur
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Bestellungen sind zu richten ar

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Loose sind ferner zu haben
bei Franz Woll in St.
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St. Ingbert.

Die alljährliche General⸗
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den 9. Mai im Jul. Grewe⸗
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V. Graffion.

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Getreide Preßhefe
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28

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R
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 19.
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        Sf. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementoevpreis beträgt vierteljährlich

A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I M 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —5, von Auswärts
mit 13 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—7—8
75

Dienstagden 11. Mai

7885.

Deutsches Reich.

Der deutsche Reichstag wird wahrscheinlich heute geschlossen
verden. Versammelt ist derselbe seit 12. Februar, also genau ein
Vierteljahr; unterbrochen wurde seine Thätigkeit nur durch die Oster—
erien. — Fürst Bismarck ist am Samstag trotz seines Unwohlseins im
Reichstag erschienen und hat das Wort genommen zu einer hochbedeut⸗
—RVVV——

Der bayerische Bevollmächtigte für den Bundesrath, Herr v.
Rudhardt, eine in Berlin geschätzte Persönlichkeit, soll um
jeine Entlassung eingekommen sein, und zwar wegen lauter Vor—⸗
würfe, die der Reichskanzler auf seiner Abendgesellschaft an seinen
Gast gerichtet hat, weil dieser in der Sitzung des Bundesraths
zwar sein Votum über die von Hamburg gestellte Verfassungsfrage
zis zum Einlauf der Instruktion aufgeschoben aber zugleich seine
»ersönliche Ansicht zu Gunsten Hamburgs geäußert hat.

Der Reichstag nahm bei der dritten Berathung des
Wuchergesetzes mit 136 gegen 99 Stimmen folgenden, die Be—
schränkung der Wechselfähigkeit abzielenden Antrag des Grafen
Bismarck (Sohn des Reichskanzlers) an:,der Reichstag wolle dem
Reichskanzler zur Erwägung anheimgeben, inwieweit es geboten sei,
den im Art. 1 der deutschen Wechselordnung gegebenen Begriff
»er Wechselfähigkeit im allgemeinen einzuschränken, namentlich durch
Anlage von Registern dafür zu sorgen, daß nur die in dieselben
eingetragenen Personen nach Erfüllung bestimmter in dem Gesetze
aäher festzusetzender Bedingungen, die Wechselfähigkeit erlangen.“

In Reichstage haben dieser Tage die Verhandlungen über
das Innungswesen stattgefunden. Hierbei hat die zum Zwecke der
Berathung über eine Neubelebung des Innungswesens eingesetzte
Tommission einen ausführlichen Bericht erstattet und die Gesichts—
zunkte festgestellt, nach welchen die Neubildung der Innungen ge—
schehen soll. Die Commissionsanträge in diesem Betreffe wurden
nit einigen vom Abg. Stumm veranlaßten Aenderungen vom
Reichstage angenommen.

Der Bundesrath hat beschlossen, alle sog. Wahrsagekarten
oder Karten ähnlicher Art, in welchen auch nur ein mit den übli—
hen Bildern oder Zeichen der gewöhnlichen französischen oder deut—
chen Karten versehenes Kartenblatt enthalten ist, für stempel—
IAflichtig zu erkiären.

Die Zolleinnahmen des deutschen Reiches haben sich in
Folge der erhöhten Zölle ansehnlich vergrößert. So betrugen die
Sinnahmen im Finanzjahr 1879,80 291 Mill. Mark, dagegen im
yorhergehenden Jahre nur 265 Mill. Mark,. also 26 Mill. Mark
weniger.

in Ensheim. Die Ortsschulkommission hatte für diese Sielle Hrn.
Lehrer Röhrig in Moorlautern vorgeschlagen. —

In derselben Sitzung wurde der Gehalt eines anzustellenden
tädtischen Einnehmers auf 3000 M. festgesetzt.

Der Stadtrath von Pirmasens hat für eine daselbst
ꝛcrledigte Polizeidienerstelle, für welche 27 Bewerber aufgetreten
varen, den Gendarmen Christian Leonhard von hier gewählt.

F Wittelsbacher Landesstiftung. An sämmtliche prote⸗
tantische Geistliche des Königreiches ist von Seite der Kirchenbe—
jörde ein Erlaß ergangen, in welchem sie aufgefordert werden,
hren Einfluß aufzubieten, damit ein günstiges Resultat bei den
Sammlungen für die Wittelsbacher Landesstiftung erzielt werde.

An freiwilligen Gaben für die Abgebrannten in Donau—
tauf gingen in Ensheim ein 25 M. 81 Pf., in Esch⸗
ingen 8M. 12Pf. Dazu kommt noch der Ertrag eines durch
»en Musikverein „Arion“ in Ensheim veranstalteten Konzertes
nit 28 M. 20 Pf.

F Seit 1. Mai ist die Gendarmeriestation von Bebelsheim
iach Reinheim verlegt, und sind derselben weiter zugetheilt
ie Orte Herbitzheim, Bliesdalheim und Rubenheim. Ormesheim
st Blieskastel überwiesen worden.

F In Kirrberg hat neulich ein Bursche, veranlaßt durch
ine Wette, 50 rohe Eier nacheinander verschlungen und unmit—
elbar darauf noch einen Häring und 2 Wecke in die Tiefe seines
edenfalls massiv konstruirten Magens spaziren lassen. Sollten in
iesem Falle blos die Eier roh gewesen sein?

TIm Reichenbacher Thale soll, wie sich jetzt
serausstellt, durch die Strenge des vergangenen Winters die Hälfle
ämmtlicher Apfelbäume erfroren und zu Grund gegangen sein.

F In Vogelbach hat am 4. dss. Mts. ein Brand statt⸗
jefunden, der dem Mühlenbesitzer Jacob Spieß bedeutenden Schaden
zufügte, Derselbe hatte leider verabsäumt seine Mobilien zu ver—
ichern. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß
nan die Versicherung seiner Mobilien nie unterlassen soll. Die
Bersicherungsprämien für dieselben sind so niedrig, daß Jeder sie
eicht erschwingen kann.

Das k. Bezirksamt Kussel geht mit dem Plane um,
eine Bezirksfeuerwehr⸗Unterstützungskasse ins Leben zu rufen.

Am Sonntag Vormittag fand in Kaiserslautern
zurch Herrn Regierungsrath Späth die feierliche Eröffnung der
ersten pfälzischen Ausstellung von Lehrlingsarbeiten statt.

fF In Finkenbach im Kanton Rockenhausen erschoß laut
„Pf. Pr.“ der in sehr guten Familien-⸗ und Vermögensverhält⸗
iissen lebende Landwirth Joh. Sauerwein am 8. d. in Abwesen⸗
jeit seiner Frau sein 11. J. altes einziges Kind, ein Mädchen,
ils dasselbe im Bette lag, und dann sich selbst. Da man Sauer—
vein eine solche That nicht zutrauen konnte, vermuthet man, daß
r in momentaner Geistesstörung gehandelt habe.

.Am Freitag (8. Mai) ist der ca. 1500 Einwohner zäh—
ende Marktflecen Baumholder im preuß. Regierungsbe zirk
Trier, ca. 3 Stunden von Kusel entfernt, fast vollständig nieder⸗
sebrannt. Das Feuer zerstörte etwa 180 bis 200 Gebäude, dar⸗
inter 120—130 Wohnhäuser. Verschont blieben u. A. die Kirche,
in Theil der Häuser der Kuseler Straße, das Haus des bekannten
Ir. Nagel ꝛc. Löschmannschaften waren herbeigeeilt von Oberstein,
Idar, Körborn, Dennweiler-Frohnbach, Oberalben, Kusel, sowie
ms der ganzen näheren Umgebung Baumholders. Das Vorhanden⸗
ein vieler Strohdacher trug bei dem scharfen Nordostwind zur
Berbreitung des Feuers wesentlich bei. Das Löschgeschäft wurde
purch den Wassermangel sehr erschwert. Menschenleben sind nicht
u beklagen.

F Laut Answeis der Handelsstatistik hat die deutsche Gesammt—
usfuhr an Eisen im J. Quartal 1880 3/ Millionen Doppel⸗
Zentner betragen; es ist Dies erheblich mehr, als der ganze Erport
des Jahres 1871.

F Karl der Große der Ahnherr der Habsburger? Wie die
Madrider „Epoca“ meldet, hat der spanische Geschichtschreiber Don
lugusto de Burgos soeben eine Generalogie des Hauses Habsburg
eröffentlicht. in der er die Abstammung dieses Hauses von Kari

Ausland.

„Daily News“ zufolge erließ das britische Cabinet eine
Fircularnote, worin die Mitwirknng der europäischen Mächte zur
Sicherung der Ausführung der noch unerfüllten Theile des Ber⸗
liner Vertrages nachgesucht wird.

Der Fürst von Montenegro beschloß die Aufstellung
eines aus 18 Bataillonen in voller Kriegsstärke bestehenden Beob—
achtungscorps an der montengrinisch⸗albanesischen Grenze.

Die republikanische Kondention in St. Lonis nahm eine
Resolution an, welche sich gegen Grants's Kandidatur ausspricht
ind für den Fall, daß die Konvention in Chicago Grant zum
dandidaten für die Präsidentschaft der Vereinigten Sigaten ernenne,
den Zusammentritt einer unabhängigen repubükanischen Konbention
empfiehlt, um einen anderen Kandidaten vorzuschlagen.
4R
Vermischtes.

*St. Ingbert, 11. Mai. Am Sonntag Nachmittag
entstand im Walde der Hrn. Gebr. Krämer zwischen hier und
Spiesen in der Nähe des sogen. Hungerpfuhls ein Brand. Der—
elbe hatte sich, bevor es gelang, seinet Herr zu werden, in kurzer
Zeit über eine Fläche von ca. 10 Morgen ausgebreitet. Ob das
Feuer durch Zufall, weggeworfene Streichhölzchen etc. entstanden ist,
»der von böswilliger Hand angelegt wurde, ist nicht aufgeklärt!

In seiner gestrigen Sitzung wählte der Stadtraͤth mit
jroßer Majorität, entgegen dem Vorschlage der Ortsschulkommission,
ür die erledigte 6. kath. Knabenschulstelle Hrn. Lehrer Schmelzer
        <pb n="294" />
        dem Großen nachzuweisen sucht. Kaiser Marimilian J. ging be—
kanntlich noch um einige Schrilte weiter und wies die Abstammung
seines Hauses von Japhet, dem dritten Sohne Noahs, nach!

'Paris. Baron Erlanger hat dem deutschen Wohl⸗
thätigkeitsverein einen 3000 qm großen in Auteuil gelegenen Bau⸗
platz im Werthe von 200,000 Franken geschenkt, damit der Ver—
ein daselbst ein Hospital bauen könne. Der Verein besizzt hiefür
600,000 Franken, darunter 250,000 Franken Geschenk des Frhrn.
v. Diergardt.

Freiwillig-gerichtliche! *

Versteigerung.
Freitag den 28. Mai 1880

Nachmittags 3 Uhr zu Rohr⸗
bach bei Jakob Glaser werden
vor dem unterzeichneten hiezu
gerichtlich beauftragten k. Notar
nach Maßgabe eines am 21.
April l. J. vor dem k. Amts⸗
gerichte St. Ingbert gefaßten
und durch Beschluß des kgl.
Landgerichts Zweibrücken, Civil⸗
kammer vom 4. Mai letzthin be—
ftätigten Famil enrathsbeschlusses
die nachhin bezeichneten Liegen—
schaften im Banne von Rohr—
bach öffentlich an die Meistbie—
tenden zu Eigenthum verstei—
gert, als:

Pl.Nr. 358, 334 10 qm
Acker hinter der Neufelder
Ahnung neben Georg Mi—
hHgeli und Joseph Bund;

Pl.⸗Nr. 31812 15 4 20
im Acker in der Dreispitz
neben Andreas Wahrheit;
Pl.⸗Nr. 2153, 44 90 qm
Acker im Pfuhlgarten ne—
ben Andreas Klahm;
Pl.⸗Nr. 2068, 18 a 40
qim Acker in der großen
Ahnung im Spieser Flur
neben Philipp Oberhauser.
Eigenthümer sind:
Margaretha Hussong, ge⸗
verblose Wittwe des in Rohr⸗
hach verlebten Bergmanns Ge—
»xxg Wahrheit, und deren mit
emselben erzeugtes noch minder⸗
ähriges Kind Margaretha Wahr⸗
Jeit, welches ihre genannte Mut⸗
ler zur gesetzlichen Vormünderin
und den Jakob Wahrheit
pensionirten Bergmann in Rohr—
bach zum Beivormunde hat.
St. Ingbert, 9. April 1880.
Zauer, k. Notar.

IMCCIICCTIGASS
Joppelkräutermagenbitker,
dach einem alten aus einem Be⸗
edictinerkloster siammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗

jandt von

D. PINGEL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
tzt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliert
eworden. Der Benedictinen
wnur aus Bestandtheilen zusam—
aengesetzt, welche die Eigenschaften

oesithhen, die zum Wie deraufbau
eines zerrütteten dahinsiechender
örpers unbedingt nöthig sind
Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hantaus
schlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, ANheumatismus,
en, sowie bei Leber⸗ und Niere leiden
ind vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, da—s
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Hrut, macht den Geist munter und
frisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert da
Leben bis zu seinem vollen Maße.

XB. Jede Flasche ist mit dem Siegel ‚C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett verjrhen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 80 pf.
* —V — ——— 660 ⸗ 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. l Fl. gra⸗
is. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage.· En gros-
Wersandt durch die Fabril. Attest:

Herr Georg Thalham er, Maurer in Erlhaus in Rotthal—
münster Miederbayern), berichtet: Meine Frau und meine Mutter, welche
Ihren Benedictiner gebrauchen, spüren schnelle Besserung, erstere litt schon ange
an Magenbeschwerden, an der Leber und Rheumatismus, meine Mutter
war schon ein halbes Jahr kränklich und hatie anfangs die Leberentzünd
ung bisher die Gelbsucht· Ich bitte um weitere Sendung von 10 Flajchen
RX
J

P¶

Rer azard
Magenbitter.
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen—
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkei
u. s. w.
Preia A FI. ea. I50 Gr. InuIi. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mk.
Der einzig äͤchte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbiner und Sanct Bernhard- Magenbitter von C-Pingel in
Gotlingen ist zu haben in St. Jugbert bei Herrn J.
FXriedrich.

— Ueber die Hungersnoth in KRleinasien und Persien
iaufen schauererregende Berichte ein. In den Städten sterben die
deute, wie die „Köln. Ztg.“ meldet, zu Haufen auf der Straße,
indere vergiften sich und ihre Familien, um ihren Leiden ein
schnelles Ende zu machen, wieder andere leben von faulen Abfällen
und verkaufen ihre Kinder in die Sklaverei, um ihnen die Schmer⸗
zen des Hungers zu ersparen. Das ist türkische Wirthschaft!

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demes.
Lambrechter
Zommer ⸗Buxkin
empfiehlt
P. Zepp.
Empfehle Knaben⸗An⸗
züge von 2 Mt. an, Hosen,
Joppen, Kittel, Hemden
E Blousen in großer Aus⸗
wahl billigst.
M. Haas,
Oberstadt.
Schweizer Käse
der Pfd. 1 Mt. u. J. Qualität
Limburger empfiehlt
P. Zepp.

Merb

das
Loos.

Exweite Kissinger Geldlotterie
ι᷑ây l. Auu. I1880
Gewinne:
XLLIIE
eto. im Geaammt
XXXR—— Geold.
Die Generalagentur:

A. ÆA- B. Schulor in ↄweltrucken
J 0 ⸗⸗ 3 —W
Geschäfts⸗Anzeige
und Empfehlung.

Bringe einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum
mein Geschäft im Schlumpen und Spinnen von Wolle,
sowie im Walken von Strümpfen, Halbleinen, Decken
rc. in empfehlende Erinnerung.

Durch Anschaffung einer Gaskraftmaschine bin ich in
den Stand gesetzt, alle in mein Geschäft schlagenden Aufträge auf
die rascheste Weise auszuführen, und es wird mein Bestreben
sein, meine verehrlichen Kunden bestens und billigst zu be—
dienen.

Eouvert-Wolle in mehreren Qualitäten ist stets vorräthig
Zweibrücken im Mai 1880.
Hochachtungsvollst
Joh. Bachmann.
Zũ. Sichel's Atelier kuͤnstl. Zaͤhne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
Abhann—, SEulzbachstraße 133.
Yfälz. Eisenbahnen.
rahrplan vom 15. Mai 1880.
St. Ingbert⸗Saarbrücken.

St. Ingbert ab:7 32, 12 3, 6 42, 939
Saarbruͤcken (Ortszeit) an: . 7 48, 12 19, 6 58, 9 55.
Saarbrücken⸗St. Ingbert.

Saarbrücken (Ortszeit) ab: . 644, 11 15, 427, 825.
St. Ingbert an: 7 10 11 41, 453, 8 51.
St. Ingbert⸗Zweibrücken.

St. Ingbert abt. 35 56, 7 13, 11 44, 4 56.
Zweibrücken an: 721, 756, 12 27, 5 39.
Zweibrücken⸗ St. Ingbert.

Zweibrücken ab: J643, 11 18, 5 56, 7 —.
St Ingbert an:720. 12 —, 688, 8 30.
Zweibrücken⸗ Landau.

Zweibrücken ab:. 5 12, 7 58* 12 29, 5 41.
dandau an;:;:... . . 752, 941* 87, 818.
Landau⸗Zweibrücken.

Landau ab:.... ...84, 1—-A, 3568 7 38.
Zweibrüchen an: 110 52, 3 41, 5 54* 10 37.
Zweibrücken Homburg.

Zweibrücken ab: 546, 7 2, I10 55, 12 28, 4 5, 6 40, 830.
Homburg an: 611, 727, 1120, 1253, 430, 659, 8 55.
Homburg⸗tZweibrüchken.

Homburg ab: 624, 846, 1135, 110, 444, 7 10, 942.
Zweibrüden an: 649, 9 5, 12-., 135, 5 9, 735. 107
* hedeuitet Sqthnellzua.

— —

I mn ns von F. X. Demes in St. Ingbert.
        <pb n="295" />
        — » —X
— 57 38285 22
5—555— 565368 8 5528 5 3 282
3823 — 23523 — — —3 4 3*5* 2 357 52235222325
32358 2* 883 5328 S2368 22 — 38 5353 33553237
55 — 5 2238 5.5 538 — —A 55 535 3
25538 2 5—52 53 53 5 757 — — 2
55—5535 —7 ——3* 232325 522 3 —515 528533832*—155
D 38 * — — 32 5 — S 9
523353 * 58 383 6 — 9 3533352353
35 — 3 — — Z2 J * *232
—A — * 38 —53 65833 8 3 * ———— 8 5358* ——
2352 — 3 — — ẽ 32 22 J 23588 2
35 — * 35 523 3 * 55855—25522
332 * —S5825 — 252 V Os 3 5356
Z 525* *85—523555327 xX— 589 —286—
—3 — 2 .9 1 2 5528 —— 28* 8 — 35
3355522 333 5— 7 * 553353835385*
3 335 488
* 325 —— — · — —A — — 28 8 8 S282
— — D * — ð
— J——— 3z858 58 S— * z8 3
* 72 09 2 8 4 — —*
8358758 323338333328 33*3 25 —
2c22532455 52935525 33—533 332 825 353
ẽ —B 354235458 ——— 26555 3 23* 55 W 3 22*
9— 27 24 22 * 25 — — 5 — — 253822255 —
—ãAA * 28W85 853 * —22852558 „Q3228
JJ — SsS87 5353738
———8 8 * —X 5 3 2 *
333844 —
* 3 3 —82 2 *
55553537 —— 332 3
8375535* 2 ——— 355 — 33 532353
5—55 — 65 5 686 —3 2 A
* —
2222 22 —.2 23⏑ 2..22 —— ——. 2— 22 22 * 232222 *
5 5S8255 55. 5——5 —2 835 —52233 182 54 238 — 3— 538—
538“ 237735—
* 7 * F
5———32— 20 * 33283*
2 2— —553 27 i⸗ — ——3* —A
E ——— — ———— 5355223 2 223 2638
53—233 6———— I8ESS 5 8 — 5
— 556 535 83
2 2222535 5*8 35 275 z3 25— 5328 *
— 535355 —A 325563 5855 —
8* *
28 — SE55 3 —22 *2 327 —S
——— 55 8 22832 — 225 *. *7 * — — — ———
25 232 83385z — —* 823 225—3*557
38 258535 —5 5555 5752 53—
3 73— 38—338
—— — —355* —5* —A— 3*3 3*55 —
83* —— —— — 073., ? 333
33 3 33 34
22 —A — 77 5—2 8— — 5 222 2 E 22 8 — 22 2 8
* — —2 c 2 2 D — * e
3
2 * 2 * — 5 * 7 —
——3 —— — —5—2 25 — ———
——— 538855 —sA— 38 — 5573532 —2—33 53
— 7 —8* * 8— k —V — *
— — 33
57338* — — —88 — ẽẽ 5 3335 183*
8555 5828* s*7 28 * 58 2* 55
8 838 —5833 — 3
* — ⏑ — ——— — — — ——585357 35 5 555c583323
72 — 32 — — — 2 — 8 —8 — — * T —2 5
8 ⏑— 8 *3238

—858 7— 2 2 B 2 ⸗53 — ——
— 30 5—8
—25 5——— 35 — — —3 — — —— 25
—25 —A —— 8 8 E22 * D8 —258 22 558
* — — —e 222 — 2 2 258— 2 78
2 E — 75E82 2* 32 —5— Ez 52 —
3 — — 32352 28838558 *055* — —
z 3— 2533 25375
2 52 — —3 37* —5 25 8—23—8
*——*73 —A — 55—55 —— —8 T5 — — —
2 5352 —SE 2 5 2*2 — 3.2 37 22 533522 6
5225525— 52232 — —E i — — —855 7*387 —
55 58 — — 58—— 3
235 57—55 2*5 z255875 —42 22288 z3558
—25 —2 —238358538 2 RES, — 3328 —
* X 8 —— * 28 * — — * ⸗
37555 —— 2 3 —5
425— —5532 —— 325 5242 —2 2 3—8835—
— ——— 2535*85 88 232328 —5
2*85 D — 8 — 2 * F— 78 —228 * — *
35309 5 552 7— 52—— ———— 3228 5 2 5
25. 2*—— —— —* 2 * 383338233525 —
—68.8——85 32 —z55
7260 .. 8533558 52 222 2 *— 55
— — —2 ——— 5 —5 ——— 9 52 * 8 — 7
52858 —55 —— —85323833 33355
— 533352285 —— — — —2 — Ss57 532
* —528 8* 2 3 2
—F—— *
2* * —2 — — 65
* 32 — 8— —3
—4 . —æ— 5 777 5 z— 5—88
75 2 ν —531 iI ——
82 238 2 ——— — 338 * —— ·72
—283 2832
Z282 —A
2 2 .* * — * J —

2z2 ——
ä 8 3
3 87 —3— 7
—2 2— — A 2** —
555 255 7355 255 —
3833 33 253 355 ————— 7321858
252* 2 —5 —e 52 25 52322*
* 57 * 77 —15 — 2 — ———
— *25833 3558 — 5 2 —
* * — 2 — —*8 —
823322 * — F —3 22875 —
32322.528 — 38 2 — — 53352
—525 8 2 . 2 268* 5538
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        Hf. Ingberler Anzeiger.
Oer St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljahrlich

1 40 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1AM 60 A, einschließlich 420 A Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 153 — fux die viergespaltene Zeile Blattichriet odet deren Raum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
M 76. Donnerstag den 13. Mai
—ñs Kse—eï—Wu2ü öö— — ———»—X

785.

Deutsches Reich.

Muͤnchen. Se. Maj, der König hat am Dienstag seine
Residenz von hier nach Schloß Berg verlegt, um den Sommer dort
u verweilen.

Der Kaiser ist am 10. Mai wohlbehaltenvon Wiesbaden
wieder in Berlin eingetroffen. Prinz Christian von Schleswig⸗
Holstein mit den beiden ältesten Töchtern des verstorbenen Herzogs
Fricdrich von Angustenburg ist in Potsdam angekommen, empfangen
hon dem Kronprinzen, Prinzen Wilhelm und Erbprinzen und Erb⸗
prinzessin von Meiningen. Die (älteste der beiden Prinzessinen,
Augufia Viktoria, geb. 22. Okt. 1858, ist mit Prinz Wilhelm
altestem Sohne des Kronprinzen) so gut wie verlobt. Die offizielle
Verlobung wird wohl jetzt erfolgen.)

Der' deutsche Kaiser hat am Dienstag Nachmittag dem
Fürsten Bismarck einen einstündigen Besuch abgestattet.

Der Reichstag beschloß in der Abendsitzung vom Dienstag
hei der dritten Lesung der Elbschifffahrtsakte auf Antrag Windt-
horst's die Zurückverweisung an die betr. Kommission. Nachdem
Fierauf Präsident Graf Arnim die übliche Geschäftsübersicht ge—
jeben und v. Bennigsen dem Präsidium und dem Bureauvor—
ande gedankt hatte, verlas der Vizekanzler Graf Stolberg eine
aiserliche Botschaft, durch welche der Reichstag geschlossen wird.
Das Haus ging nach dreimaligem Hoch auf den Kaiser auseinander.
Als wesentlichstes Resultat der abgelaufenen Session können außer
dem Etat aufgeführt werden: die Rovelle zum Militärgesetz, das
Sozialistengetz, die Anträge v. Seydewitz auf Revision der Ge—
derber Ordnung, Verlängerung der Handelsverträge mit Oesterreich
uind der Schweiz.)

Es heißt, die von dem bayerischen Gesandten in Berlin v.
Rudhart erbetene Entlassung sei bereits seitens des Königs von
Bayern genehmigt.

Fürst Vismarck wird bis Mitte Juni in Berlin bleiben
und sich sodann direkt nach Kissingen zum Kurgebrauch beaeben.
Die Reise nach Friedrichsssruhe ist vorläufig vertagt.

Ausland.

Eine Meldung der „Wiener Allg. Ztg.“ aus Konstan⸗
tinopel besagt: Kheiteddin Pascha, Safet Pascha und Mahmud
Reddin setzten beim Sultan durch, daß 16,900 Mann nach Albanien
entsendet werden, um die montenegrinisch-türkische Convention durch-
zuführen. Die Haltung der Mächte hat der Pforte den tiefen
Srnit der Lage zum Bewußtsein gebracht.

*St. Ingbert, 13. Mai. Ein bedauernswerther Un—
glücksfall betraf heute morgen 2 mit dem äußern Verputz an dem
Hüterschoppen des neuen Bahnhofes hier beschäftigte Arbeiter. Ein
urch eiserne Hacken nicht genügend befestigt gewesenes sog. flie⸗
gendes Gerüst gab auf einer Seite nach, wodurch die beiden Ver⸗
putzer, Gehilfen eines Lothringer Unternehmers, in einer Höhe von
ca. 8 Meler herabstürzten, in Folge dessen der eine einen Bruch
im Handgelenk und eine Berletzung am Schulterblatt, der andere
inen Rüdenwirbelbruch erlitt. Dieselben wurden sofort in das
riefige Bürgerhospital in Pflege verbracht. Beide sollen Tyroler
an der italienischen Grenze zu Hause und unverheirathet sein.

* St. Ingberit. Der Stadtrath bewilligte in seiner
letzten Sitzung für die Abgebrannten in Donaustauf 80 Mark. —
Die Gemeinderechnung unserer Stadt schloß pro 1879 ab mit
einer Einnahme von 106,864 Mk. 78 Pf. und mit einer Aus—
gabe von 93,000 Mk. 19 Pf. Die Rechnung der Gasanstalt
weist für den gleichen Zeitraum eine Einnahme von 51102 Mk.
i9 Pf. und eine Ausgabe von 49,4285 Mk. 77 Pf. auf. Unter
den letzteren ist inbegriffen die Rückzahlung von 72 Obligationen
à 100 fl. (Siehe hierzu Annoncentheil.)

* Gestern Nachinittag kam Herr Bischof v. Ehrler in Blies
kastel an, um dort heute die Firmung vorzunehmen. Die Stadt
prangte dem hohen geistlichen Herrn zu Ehren im Festkleid. Abends
war Fackelzug mit bengalischem Feuerwerr.

Vom 15. Mai an werden nachfolgende Rundreise-Touren
eingeführt: 1) Zweibrücken-St. Ingbert⸗Saarbrücken⸗ Neunkirchen⸗
Homnbutge Zweibrucken (2 M. 60 Pf. dritter Classe, 4M. 20 Pf.
zweiter Classe, 5 M. 90 Pf. in erster Classe); 2) Zweibrücken⸗
BliestastelSaargemünd⸗Saarbrücken⸗St. Ingbert-Zweibrücken (2 M.
30 Pf., 4 M. 60 Pf., 6 M. 40 Pf.) 3) Zweibrücken⸗Homburg-
Neuntkirchen⸗Saarbrücken⸗Saargemünd-Blieskastel-Zweibrücken (3 M.
10 Pf., 5 M. 10 Pf., 7 M. 20 Pf.); 4) Zweibrücken⸗St. Ing⸗
hert⸗ Saarbrücken-Neunkirchen - Homburg-⸗ Landstuhl-Kaiserslautern⸗
Neustadt⸗ Landau⸗Pirmasens⸗Zweibrücken (7 M. 40 Pf. 12 M.
30 Pppf., 17 M. 20 Pf.) Giltigkeit der Billete zwei Tage, bei
denen unter Ziffer 4 drei Tage. Die Billete werden auf sämmt—
ichen vorgenannten Stationen der Pfälzischen Bahnen für die be—
reffenden Touren ausgegeben.

.Am 15. J. Mwird die zwischen Berbach und Neunkirchen
uuf preußischem Gebiet gelegene Haltestelle Wellesweiler
Pfälz. Bahnen) dem Verkehr übergeben.

F Vom 1. Mai ab sind die pfälzischen Bahntelegraphenstationen
Mittelberbach, Reinheim und Winden zur Annahme und
Beförderung von Privat-Telegrammen ermächtigt worden.

In'Zweibtücden haben vorigen Sonntag 18 Wirth⸗
chaften und Brauereien zusammen angezeigt, daß sie fortan den
Jaͤlben Liter Bier — „Lagerbier““ heißt es jetzt — um 13 Pf.
zusschenken werden. Die Zweibrücker scheinen zahmer zu sein als
die Kaiserslauterer; vielleicht anch halten sie es für nobeler, 13 Pf.
als 12 pf. zu zahlen, so meint der „Pfalz. Kurier.“

p Das diesjährige Aushebungsgeschäft wird in
Zweübrücken am 8. 9.. 10. und 11. Juli vorgenommen
verden.

Von 93 zwischen Zweibrücken und Niederauerbach an der
Straße stehenden Apfelbäumchen sind der abnormen Win⸗
terkälte nicht weniger als 61 zum Opfer gefallen, indem dieselben
total erfroren sind.

pP'In Fußgönnheim fand vorige Woche eine Civil⸗
raunng zwischen einem protestantischen Bürger und einem israeli⸗
lischen Mädchen statt.

In Mackenbach brannte am 4. ds. das Haus des
Bäckers Jakob Rothenbusch sammt dem großten Theil der nicht
versichetten Mobilien nieder.

ꝓ In Trippstadt hat der dort seit zwei Monaten herr⸗
chende Scharlach mehr als 50 Opfer gefordert. Die meisten der
Hestorbenen sind Kinder, doch gibt es auch Personen bis zu 18
Jahren darunter.

pKaiserslautern. Das Dienstmädchen einer hiesigen
FJamilie stellte kurz vor Vollendung des Mittagessens die über und

Vermischtes.

St. Ingbert. Eingesandt. Die am Sonntage im
Grewenig'schen Saale abgehaltene Generalversammlung des
stirchenbauvereins war sehr zahlreich besucht. Nachdem
dieselbe vom J. Präsidenten eröffnet war, berichtete der Haupt-
lassier über den Stand des Vereinsvermögens. Darnach betragen
die Einnahmen vom 6. März 1879 bis 14. März 1880
5343 Mk. 97 Pf., die Ausgaben 5342 Mk. 77 Pf., worunter
eine Kapitalanlage im hiesigen Vorschußvereine von 5205 Mk. 07 Pf.
Verbleibt Kassabestand 1 Mk. 20 Pf.; hierzu die Einnahme vom
14. März l. J. bis zum Heutigen mit 534 Mk. 09 Pf. Die
esammt-Einnahme beträgt demnach 5878 Mk. 06 Pf. Die Zahl
der Mitglieder hat sich um 22 vermehrt und beträgt 1340.

Der Präsident sprach seine Freude aus über den günstigen
Stand des Vereins und spendete den Bezirks-Kassierern für ihre
mühevolle Amtsthätigkeit ein Lob. Hierauf hielt einer der Herrn
apläne einen Vortrag, worin er den Zweck des Vereines in
würdiger Weise auseinandersetzte. Am Schlusse desselben brachte
er ein Hoch aus auf den Ausschuß und die Bezirks-Kassiere, welch'
letztere die Seele des Vereins bildeten. Nachdem die Mitglieder
nufgefordert worden, etwaige Wünsche und Anträge vorzubringen,
jedoch Niemand sich zum Worte meldete, wurde die Versammlung
geschlossen.

Mögen die Mitglieder aller Confessionen ihre Opferwilligkeit
vie bisher beibehalten, so wird ihnen der gebührende Dank gewiß
uicht ausbleiben und ihr gutes Werk auf irgend eine Weise be—
ohnt werden.
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        über kochende Fleischbrühe zur Abkühlung auf einen Stuhl; das

Zjährige wunderschöne Mädchen dieser Familie stieß dieselbe um

und verbrannte sich derart, daß dem armen Geschöpfe am Kopf

und namentlich an den Augen das Fleisch thatsächlich von den
snochen fiel und man sein Aufkommen bezweifelt. (Kais. Zig.)

Der Direktor der Kammgarnspinnerei Kaiserslautern
hat von seiner Tantiome, die pro Betriebsjahr 1879 nicht weniger
als 116,000 Mark betrug, 24 pCt. als Gratifikationen an die
Beamten der Fabrik abgegeben.

F In einer Versammlung Kaiserslauterer Schenkwirthe

waren auswärtige Brauer erschienen, die das Bier um 17 M. pro
Hektoliter anboten, um die Wirthe in den Stand zu setzen, den
halben Liter um 12 Pf. verzapfen zu können.
F Ueber das Verbrechen in Finkenbach (siehe v. Nr.)
wird mitgetheilt, die Ursache der That sei in zerrütteten Familien⸗
verhältnissen zu suchen. Um sich an seiner Frau zu rächen, die
Herrin ihres eigenen Vermögens bleiben wollte, habe Sauerwein
Hand an sein Kind und sich selbst gelegt.

Eisenberg. Der Verkauf der Friederich'schen Papier—
fabrik (um 110,000 M.) ist durch Zurücktritt des Käufers, Frhrn.
v. Gienanth hier, wieder rückgängig geworden. (Pf. Pr.)

7 In Neustadt fand am 8. ds. Mts. eine Versammlung
der pfälzischen Notare, zum Zwecke der Berathung über Fragen
aus dem Gebührenwesen, statt.

F In Speher starb der kgl. Forstmeister Ernst Martin
nach längerem Leiden im Alter von 58 Jahren.

F Me tz. Vor einigen Tagen stürzte ein Soldat des zweiten
bayer. Jägerbataillons (7) aus Winzingen in der Pfalz aus einem
Casernenfenster des 2. Stockes auf das Pflaster und beschädigte
sich schwer. Der Soldat soll Nachtwandler sein und schon öfters
derartige Gänge versucht haben, die noch rechtzeitig vereitelt wurden.

F Biebrich. Vor einigen Tagen bewegte sich eine große
Zuschauermenge durch verschiedene Straßen unserer Stadt hinter
einem Fuhrmann her, welcher von seinem Pferde nach Hause ge—

Bekanntmachung.

In der Stadtrathssitzung vom

10. Mai abhin wurden folgende

Beschlüsse gefaßt:

b. Der Gehalt des städtischen
Einnehmers wurde auf
3000 Mk. festgesetzt und
hat dieser das Rechnungs⸗
wesen der Hauptgeldrech⸗
nung, der sämmtlich sich
ergebenden Nebenrechnungen
und der Gasanstalt zu be—
sorgen.

Die Rechnung der Gas—⸗
anstalt pro 1879 wurde
abgeschlossen mit einer Ge⸗
sammte-Einnahme von
51102 M. 19 Pf. und
mit einer Gesammt⸗Ausgabe
von 49 425 M. 77 pf.
Die Gemeinderechnung pro
1879 wurde abgeschlossen
mit einer Einnahme von
106 864 M. 78 Pf. und
mit einer Ausgabe von
93 008 M. 19 pf.
Als Lehrer für die 7. kath.
Knabenschule wurde Lehrer
Schmelzer von Ensheim
gewählt.
Für die Bewohner von
Donaustauf wurden 50 M.
bewilligt.
Die Herstellung des dritten
Stockes am Lateinschul⸗
Jause wurde vorerst vertagt.
St. Ingbert, 12. Mai 1880.
Das Bürgermeisteramt:
—A —

Empfehle Knaben⸗Au⸗
züge von 2 Mtk. an, Hosen,
Joppen, Kittel, Hemden
&amp; Blousen in großer Aus—
wahl billigst.

Meine
Badeaustalt
von heute an täalich ge⸗
jffnet
Joß. Peters.
Merh

das
Loos.

Eweite RissSelbolotterie
9ι. Auq. ISSο
Gevwinne:

AI. i6000; 204) M. 12000; 2B0al A. b0ο
ete. im Gesammt
220. 000 MArii hanr Geld.
Die Generalagentur:

A, M B. Schuler is 2νεααν
Pfingstmontag:
Tauzmusik
dei

Jakob Quirin,
MRentriich
Prima
Getreide Preßhefe
mis der altrenommirten Fabrik
bon G. Sinner in Grun—
winkel empfiehlt in stets frischer
Waare 6Ed. Orth,
Ensheim.
„Unsere heutige
Numner“ bringt für
alle Abonnenten eine Ertra⸗
Beilage des rühmlichst bekann—
en Benedietiner-Doppel⸗
räuter-Magenbitter von
R6. Pingel in Göttingen.
derlage in St. Ingabert bei
. XEiD

M. Haas,
Oberstadt.

bracht wurde. Das treue Thier schob nämlich seinen Lenker, der
derart angeduselt war, daß er kaum einen Fuß vor den anderen
setzen konnte und daher jeden Augenblick stehen blieb, mit dem
Kopf immer vor sich hin, zog ihn auch, als er einigemale einen
anderen Weg einschlagen wollte, auf die Straße zurück, welche nach
einem Stalle führte. So bugsirte das gescheite Thier zur größten
deiterkeit der folgenden Menge seinen Herrn mit vielem Stoßen
ind Schieben durch mehrere Straßen, endlich bis vor die ihm
vohlbekannte Stallthür. Wie wir hörten, hat dasselbe seinen
Führer auf diese Weise schon wiederholt nach Hause gebracht.
Rhein. Kur.)

F In Freiburg Gaden) haben sich die Professoren und
dehrer der dortigen höheren Bürgerschule, wie die Direktion dieser
Anstalt mit dem Stadtrathe mittheilte, unter sich geeinigt, den
Bruß nicht mehr durch das oft schädliche Entblößen des Kopfes,
sondern durch eine grüßende Handbewegung zu bieten. Der Stadt⸗
rath hat die Direktion ersucht, die Einführung der neuen Begrüß—
ungsart aber nicht auf die Schüler selbst auszzudehnen. Im Uebrigen
iindet dies Vorhaben vielen Beifall.

F In Crefeld haben mehrere Tumulte und Demonstratio⸗
nen gegen dortige Wucherer stattgefunden. Eine nach Tausenden
ählende Menschenmenge suchte sogar das Haus eines bekannten
Wucherers zu demoliren. Die Polizei war gezwungen mehrmals
einzuschreiten.

F Crailsheim. Ein hiesiger Geschäftsmann verkaufte
vor drei Jahren, als die Geschäfte noch besser gingen sein Haus
um 10,000 fl.; das Haus rentirt sich nun nicht gut um diesen
Preis und hat auf diesbezügliche Vorstellungen des Käufers der
Verkäufer dieser Tage über 4000 Mt. nachgelassen, ein Fall, der
vohl höchst selten vorkommen dürfte.

F Wie aus Washhington gemeldet wird, steht Wm. H.
Banderbilt jetzt als Besitzer von 51,000,000 Doll. von Obli—
jationen der Vereinigten Staaten registrirt. Der Mann kann's machen!
— Fx die Mebdectios ver ni — —
Bierbrauerei Gebr. Bocker
Pfingst⸗Sonntag Eröffnung unserer
Gartenwirthschaft &amp;

mit Harmonie-ZMußk der Schadewitz'schen Kapelle.
Achtungsvoll
Gebr. Becker.
werden für ein grosses, gediegenes literarisches Unternehmen
RGeisende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Beamte, Lehrer, Reisende anderer
Branehenm ete., welche sien namhaften Nebenverdienst ver-
zchaffen wollen. belieben sich zu melden
Literarisches Institut
6G0otha.

GSVECMt

Geschäfts⸗Anzeige
und Empfehlung.

Bringe einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum
nein Geschüft im Shlumpen und Spinnen von Wolle,
owie im Walken von Strümpfen. Halbleinen, Decken
ec. in empfehlende Erinnerung.

Durch Anschaffung einer Gaskraftmaschine bin ich in
den Stand gesetzt, alle in mein Geschäft schlagenden Aufträge auf
die rascheste Weise auszuführen, und es wird mein Bestreben
sein, meine verehrlichen Kunden bestens und billigst zu be—
dienen.

Couvert⸗-Wolle in mehreren Qualitäten ist stets vorräthig.
Zweibrücken im Mai 18860.
Hochachtungsvollst
2
Joh. Bachmann.
druck und Veisag von F. X. Temes in Isgpert.
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        * 2 — 2282 2*

2* * 22 2222 2232 —222 23 —A 25 — 22
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2538— 3235 2 — — 55 2 —2 —A — 2
——322 3575 A 353352 388*

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52575—5 —I2 5 — — — — 22 * ————— 3 8 VR
825 —2 22—38 5 — *—* — 2* —A — 2 582
2* 5585 833 — * * — 52883 5 3235 5 —8
5385 —5 —8—3 —— — 22 — 82 2 225— 523

— —5—
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*3— * — —X S 239 * —— 2* — 2 * T 7 222 B3 —
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525 55 58— 35— —375 —z5—7—5 —82.28 — — 52 2 555 —55
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5—858 —s 5 288283535 ——— —238
— 555 83 ———5330 3383 2235 58
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5 s3 28 z355 5
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22 —5 83533835 5324 533 — — — ⸗25* 535558583 535525
*5335 37538 2—2— —5 ——3 55355 5—8—* 5552 585

232 53 —— 2 —ẽ 22 —5555 22 22 —————
2 — 8 * —722 —S————— D E5 5*2 5* 22 —2 — —— 2 5
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5—555— 525 5235755 —55 —253565
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—35—5 85*5 *53 —55 5755 3733523 538835

S * — — 5 2* —8 A 3

——34 553585 —— ⸗—5555 —
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* —— —* 527 2* T * — 0 —— 2 —
555535587* 55 53553 883 —525 5 555 233 S
* 2 — * 525 2 2 — — 9 2 2* * —
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5 33 8 55 — —

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37 ———— 3338
2 32 — —* *27 *
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553 *353 32527 555 25—5 55—55558 8 552355
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253 —2 7 *88 — — — — 5 82* 8
3 — — 22 —5* 2 —1 z 7 — 2 — — 8
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2 52* 3 F — 52 * 532 — 22 ———
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250 355327* 4258355 5227
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255 55 558 55 53 23658F
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2.52 3 —7 — 3533335 2 22 —
—33—555 533322 222 * 8 * 25 222
5335235 — 52 327 3235* —— * 338 27
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59* 585 — — — — * * 5 5 22 *
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2533555 2 z2 A 82 ** — 22 — 5— 2533 „3332887
58 —— 55255355 7 —8 333528 — —— 8* 238323338
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38 —A — 5 * 2555357— 3 —z3538—55
33 —23 22 53525585 * 5555 — 2 22 —— 557
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33 — — 2—4 AM 2 * 272555 — 2 55222322 — —
22535 5, *5557 5326. 2 52353 2.. * 53537 — 2
* 252 32.2 3 2 252 — 2 —— 2 * * 2 53828 253 —75*
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3. — —— 2.523 33.3 * — 8837 5372

2 25 35 88 2* co 52 * 3

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557—232 3 —38338 3—
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253383 —887 2338 2
53— * 22——2552 255—2.8 550* 215583 2.7232,5 552—

*8 22 —35 — 32 55* * 55 522 727 *22 87
* * —7 * 557 — 2802 5223 ——— * A —— 2
2325 7—5 7* 552 2 *523 3 38 527 — — 525
2238 75 82* * 25.3383 232,5 53 628*2 52533. * 55
— — * ——— 2 — 3 5 SDwbo —9 227588
5555 73 3223 G222 Sc —228—23232 —
* 58 53 2 * 608 53. 533 53* 52 5z— 225 57 282

523 37 2222382* 252 375 57 ——

5 — 1 52. * —2 —2255 2 2 25755 3 —27* 223 3

5* * *—7 — ———— — 8 22 2 2 2.2 * 22 8—

5 673 25— J3—e 557733333. — —— 2 —3 3— * 27 ———

— 2 823 523558 7 53 335—55533 5835 335 33 58

— 8757 —F 2370 7 28 7 8— 8 8 SF — J 2 252* —— 55 —

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3353883338 55333
— 23 — 537 ü ——
* *2232 * 3528 2 3—2
S.2333 525 558*
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223 3233 —5—82353* —
258833 2 333528
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5533 33835 — „323* 83
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22 7 3 ——— *887 5 22* *
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72 7 237 533 5 —2552335
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2552 25255355 22232
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— 22.23 522 3527 52 233
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3 55 — —— 22 2332 —* 32
2 53282 5 —— 373333382558
322 5535 * * 3*8237 — 55 5 2* 9
* — 87 27 624 — *3 55. 2 3 * 2
3.2 ** 223532 21228— * 5222 S807* — —
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32— z3838355 52282
35553385885 52 ——— 5235528 *
2353 * —— 253 3525
— *3232 2
—— Ss5* —255 — — *
2333 5252 2. 27 53 * 532 —22557
* 533357 —? —E— 2 —* 77 55
3 25 —23888* — 2 7 — 7 — *
357 2353 —— * ** ——— * 333
523 5533 2.5 287 —27 *25537*
—— 55333 —z5233 835
T c * — 2277 23 —32 22 —
588 —— 3*
—280 32283 *522*7 257 27
* 27 2*7 3* —E——— — * * 512 2
28 523 —— *272 — —— *
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2295 2. * 2338233 575 22 25255
* 2 — 2* 2. 57 22 2 ———
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25 87 222 2 22
2— 2.2 25 5 2 —3 352 7713 2 525
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* * 33 28587 *
2— 8 27 —3223— —22* 27 * —
5 33 3383— 25.27 25
333 55 232 5*
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2.8 ——— 7223 283 886
233.5 2.5 53— * *5—8
253832323 — —— 260 z35533553
572 26032 — * F — 5 5272 —— 2 —
3335 222 — —
253 32557 —— 2333355* — 32255
*5 — —255357 G * — — 22327 2 2 * 2
* 5*3 32. 2. * * 2 —— —— 52 5207 ——
A— 35323 53 —32855 357 253227
2.2 5* 8 * * 3235535
28357633353 2 2* 3 23 5 324
—5 — * — —— * — —*
252335553* — — — —— 338277 ——
2. * —25535338235353 —5753 357 53335 ———
23. *⸗ 23 E 2233 1553 2— — 573
— 53 21 2322 52538 5 * 223 —*
2 —83— 533355 — 7 —— 5222 —3
5383336 — — 3555252 327 — 225 *
* 55 83353537 2 259 1327 8 — 78— —————
3 —— — 5z535
5 * 7 —* —
2 533253 — — — 2. * —
2 35353535 35335 — — 2 8253 —— 552337 —
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anuzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljährlich

1A 40 Beinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärt
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
——
77

Samstag den 15. V

1880.

Deutsches Reich.

Die Mittheilung aus Berlin, daß Herr v. Rud hart die er—
betene Entlassung bereits erhalten habe, ist jedenfalls verfrüht; eine
Entscheidung ist allerh. Ortes in München noch nicht erfolgt;
dielmehr sind von hier aus Schritte geschehen, um Herrn von Rud—
hart zur Zurücknahme seines Enthebungsgesuches zu veranlassen.

Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht das Gesetz betreffend Er—
gänzungen und Aenderungen des Reichsmilitärgesetzes
vom 2. Mai 18749

Der „Prov.-Corr.“ zufolge beabsichtigt der Kaiser, im Juni
Düsseldorf zu besuchen und von dort nach Ems und spä—
ter nach Gasteinn auf je drei Wochen sich zu begeben. Zwischen
den Aufenthalt in Ems und in Gastein wird ein Besuch auf der
Mainau fallen.

Die eben zu Ende gegangene Reichstagssession, dit
dritte der vierten Legislaturperiode, charakterisirt sich äußerlich als
eine der arbeitreichsten. Mit ihren 50 Plenarsitzungen erhebt sie
sich zwar nur wenig über den Durchschnitt, welcher 45 Plenar⸗
sitzungen zählt, aber diese 50 Plenarsitzungen sind auf einen Zeit⸗
raum von 89 Tagen zusammengedrängt, so daß mit Ausnahme
der Osterferien kaum ein Tag arbeitsfrei war. In diesen 89 Ta—
gen wurde ungefähr die gleiche Arbeit geleistet, wie sonst in einer
jechsmonatigen Reichstagssession. Auch die Eingänge, an Gesetz
entwürfen wie an Petitionen, hielten sich in der letzten Session
auf der gleichen Höhe, wie während der Session des vorigen Jah—
res, welche sich beinahe auf den doppelten Zeitraum erstreckte.

Daß diejenigen Reichsboten, welche die Reichstagsarbeiten
wirklich verrichteten, nicht müßige Zeit hatien, geht daraus hervor,
daß neben den bereits erwähnten 50 Plenarsitzungen noch 94 Ab—
theilungs- und 109 Kommissionssitzungen stattfanden.

Regierungsseitig waren dem Reichstage unterbreitet worden:
21 Gesetzentwürfe (einschließlich des Reichsetats), 7 Verträge,]
Verordnung, 1 allgemeine Rechnung für das Etatsjahr 1879 80
1Zusammenstellung der fernerweit liquidirten, aus der französischen
Kriegskostenentschädigung zu ersetzenden Beträge, 1 Bericht der
Reichsschuldenkommission, 5 Schreiben des Reichskanzlers wegen
Ertheilung der Ermächtigung zur Einleitung strafrechtlicher Ver—
folgungen, 9 Denkschriften, Verichte und sonstige Mittheilungen.

Aus der Initiative des Reichstages gingen hervor: 3 Inter—

pellationen, 11 Auträge und 5 besondere Anträge über Fragen
der Fortdauer der Reichsmandate.

Von den erwähnten Vorlagen haben die Zustimmung des
Reichstags erhalten: 12 Gesetzentwürfe, die Verordnung uünd 6
Verträge. Der Bericht der Reichsschuldenkommission ist durch Er⸗
theilung der Decharge, die Uebersichien der Einnahmen und Aus—
gaben u. s. w. durch vorläufige Genehmigung der nachgewiesenen
Etatsüberschreitungen erledigt worden. Die Liquidationen der aus
der französischen Kriegskostenentschädigung zu ersetzenden Beträge
sind genehmigt worden. Die Denkschristen Berichte u. s. w. haben
durch Abdruck und Vertheilung an die Mitglieder beziehungsweise
durch Beschlüsse des Reichstags ihre Erledigung gefunden. Ein
Gesetzentwurf wurde abgelehnt. Unerledigt blieben 8 Gesetzent⸗
würfe, die allgemeine Rechnung über den Reichsetat pro 1875,
sowie ein Schreiben des Reichskanzlers, betreffend eine strafrecht⸗
liche Verfolgung wegen Beleidigung des Reichztags. Zwei von
der Gewerbeordnungs⸗Kommission bezw. von Mitgliedern des Reichs⸗
iags vorgeschlagene Gesetzentwürfe erhielten die Zustimmung des
Reichstags. Die Interpellationen wurden von den verbündeten
Regierungen sämmtlich beantwortet; von den gestellten Initiativ—
anträgen des Reichstages wurden 8 im Plenum erledigt, 2 An—⸗
träge blieben unerledigt.

Von den 1479 eingegangenen Petitionen beziehen sich 680 auf
die Abänderung des Zolltarifs, 362 betreffen die Abänderung der
Gewerbeordnung, 117 beschäftigen sich mit den Reichsstempelabgaben.
Die Mehrzahl der Petitionen, 952, über welche die Kommissionen
bereits Beschluß gefaßt, bezw. Bericht erstattei haben, kamen im
Plenum nicht mehr zur Berathung, 283 haben wegen zu späten
Eingangs bezw. wegen des Sessionsschlusses auch in det Kommission

nicht mehr zur Berathung gelangen können, 172 Petitionen wurden

zur Erörterung im Plenum nicht für geeignet erachtet, 59 durch
die bezüglichen Reichstagsbeschlüsse für erledigt erklärt, O sind dem
Reichskanzler überwiesen, 4 Petitionen wurden zurückgezogen.

Die Kommissionen haben 24 schriftliche und 33 mündliche Berichte,
die Abtheilungen einen mündlichen Bericht erstattet. Bei den im
Laufe der Session stattgehabten Wahlprüfungen wurden die Wahlen
odon 37 Mitgliedern für gültig erklärt; 1 Wahl ist für ungültig
exklärt, 5 Wahlen blieben beanstandet, 4 Mandate wurden auf
Grund des Artikels 21 der Reichsverfassung für erloschen erklärt,
und damit die sämmtlichen vollzogenen Wahlprüfungen erledigt.
Zusammen sind 11 Mandate erledigt und die nöthigen Schritte
zur Herbeiführung der ersorderlichen Ersatzwahlen geschehen.

Das am 3. d. M. gebildete deutsche Uebungsgeschwader
wird am 24. d. M. von Kiel aus in den See gehen und nach
kurzem Aufenthalt in der Ostsee seine Uebungen in der Nordsee
beginnen.

Die aus Petersburg zurückgekehrien preußischen Offiziere,
die zur Gratulation dorthin entsendet waren, wissen nicht genug
die Aufnahme zu rühmen, die sie in Petersburg und namentlich
dei'm Kaiser Alexander selbst gefunden haben. Sie waren
während der kurzen Zeit ihres Aufenthaltes nicht weniger als vier
Mal in das kaiserliche Palais geladen und der Kaiser behandelte
sie stets mit der gewinnendsten Liebenswürdigkeit. Er streifte so—
zar die Politik. Er bemerkte z. B., man müsse gar kein Gewicht
nuf Gerede und Geklatsch legen, als ob sein Sohn, der Thron⸗
jolger, dereinst nach anderen Grundsätzen als er selbst regieren
verde. Das innige freundschaftliche Verhältniß zu seinem Oheim,
Zaiser Wilhelm, werde niemals einem Wandel unterliegen, und
ebenso sei er überzeugt, es werde ihnen, den Herrschern, gelingen,
zu bewirken, daß auch die beiden großen Reiche wie bisher in
Frieden und Freundschaft mit einander lebten.

Ausland.

Das öfterreichische Abgeordnetenhaus nahm bei Berathung
der Verlängerung des Handelsvertrags mit Deutschland den Gesetz⸗
entwurf, welcher die Regierung ermaͤchtigt, den Veredelungsverkehr
mit Deutschland bis 30. Juni 1881 ju regeln, an. Beireffs der
vom Ausschusse beantragten Resolution, welche die Aufhebung des
Appreturverfahrens vom 1. Juli 1881 an fordert, wurde moti—
birte Tagesordnung beschlossen.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 14. Mai. Morgen (15. Mai) tritt
auf den pfälzischen wie auf allen übrigen deutschen Eisenbahnen
der Sommerfahrplan in kraft. Wir verweisen auf den in der
Dienstags⸗Nr. des „Anz.“ enthaltenen Auszug aus dem Sommer—
ahrplan der pfälz. Bahnen. Unsere hiesigen Leser seien besonders
darauf aufmerksam gemacht, daß diejenigen Personen, welche mit
dem um 5 Uhr 56 Min. hier abfahrenden Zuge den um7 Uhr
36 Min. in Homburg nach Kaiserslautern ꝛc. abgehenden Schnell⸗
zug erreichen wollen, in Einöd in einen von Zweibrücken kom⸗
menden Zug umsteigen müssen.

* An Brandkassebeiträgen für das Jahr 1879 wurden bereit
10 Pf. vorschußweise erhoben. Zur Deckung der Brandschäden
ind weitere 8 Pf. für je 100 M. Versicherungskapital erforderlich,
welche nebst einer Vorschußsumme von weiteren 10 Pf. für das
Jahr 1880 demnächst zur Erhebung gelangen.

.Aus Contwig wird der „Zw. Z.“ unterm 12. Mai
geschrieben: Das Opfer der jüngsten hiesigen Schlägerei, Haarlos.
der aus dem Kampfe sieben Stich⸗ und mehrere Hiebwunden davon⸗
zgetragen, und dem belanntlich der behandelnde Arzt ein über 5
Centimenter langes Stück Messerklinge einige Wochen nach dem
blutigen Vorfall aus der Wange gezogen hat, ist in der vergangenen
Nacht gestorben. Die Sache wird nun wohl das Schwurgericht
beschäftigen.

f Im Jahre 2879 wurden in Pirmasens gebaut und
boslendet 67 Neubaten mit einem Totalkostenaufwand von 760,000
M. Rechnet man hiezu noch die Herstellung der sammtlichen Trot⸗
woirs in der Hauptstraße, großentheils mit Belag aus gebrannten
Tementplatten, so wird die Summe von nahezu J Million Mark
        <pb n="302" />
        als im Jahre 1879 verwendete Bausumme, nicht zu hoch ge⸗
griffen sein. 9*
pSickinger Höhe. Bei dem Kartoffelhandel geht es
eben sehr flau zu. Die zur Spekulation aufbewahrten Kartoffel⸗
vorräihe, für welche durch die Kartoffelhündler zum weiteren Trans⸗
port früher 4 M. bO Pf. geboten wurden, werden nun um den
Preis von 2 M. 50 Pf. abgegeben. Schlechte Spekulation!

4 Die Bierpreis-Frage ireibt in Kaisers lautern recht
sonderbare Blasen. Der „Pf. V.“ zufolge wird seit gestern das
Vier zu 10 Pig. verkauft und soll damit so lange fortgefahren
werden, bis diejenigen Wirthe, welche das Bier zu 12 Pfg. verzapfen,
u Sceuze gekrochen sind und ebenfalls 13 Pfg. verlangen.

Kaiserslautern. Die Nachricht der „K. Ztig.“,
daß ein 8jähriges Mädchen durch Umstoßen von heißer Fleischbrühe
schwer verletzt worden, wird in der „Pf. V.“ als übertrieben be—
zeichnet. Die Verletzungen seien nur ganz leicht. Um so besser!“

4 Die rationelle Ausbeute der Granitsteinbrüche in Albe rs⸗
weiler hat, seitdem die Bahn Landau⸗Zweibrücken gebaut ist, einen
solch riesenhaften Aufschwung erfahren, daß es kaum glaublich er—
scheint, welcher staunenswerthe Reichthum an Steinen aus diesen
Brüchen zu gewinnen ist. Es ist Thatsache, daß in diesem Ge—
schafte Hunderttausende von Mark umgeschlagen werden. Spricht
man ja davon, daß ein einziger Steinbruchbesitzer über 20,000
Mark jährlich rein verdienen soll. Das Geschäft befindet sich haupt⸗
sächlich in Privathänden, obwohl die Eisenbahn auch einen solchen
Bruch besitzt. (Pf. Pr.)

Ddie Frankenthaler Bader und Friseure haben,
um der Ausbeutung durch reisende Handwerksgesellen und Berufs⸗
genossen zu entgehen, nainentlich aber den Schwindeleien einzelner
Subjecte das Handwerk zu legen, beschlossen, eine Unterstützungs
jasse für reisende Berufsgenossen zu gründen. Jeder durchreisende
Barbier, Friseur ꝛc. wird an dazu bestimmter Stelle, jedoch nur
nach strenger Legitimation, seine Reiseunterstützung erhalten und
somit das sog. „Umschauen“ aufhören. (FIrkth. 3.)

P'öIn Edenkoben wurde ein Gewerbevberein gegründet.

Baumholder. Die Anzahl der abgebrannten Gebäude
beträgt nach amtlicher Zusammenstellung 257, wovon 133 Wohn⸗
häuser waren. 1000 Personen sind obdachlos geworden; es herrscht
Mangel an Kleidern und Lebensmitteln.
—München. Der k. Justizminister Dr. v. Fäustle hat
sich nach Marienbad begeben und gedenkt dortselbst ca. 4 Wochen
zu verweilen. Hr. Staatsrath v. Loẽ hat die Leitung des Justiz⸗
ministeriums übernommen.

Kaufbeuern, 8. Mai. Heute Nacht und den ganzen
Vormittag fiel Schnee mit einer Beharrlichkeit, daß man glauben
fonnte, Weihnachten stehe vor der Thüre. Feld und Wald prangen
denn auch heute in einem schneeweißen Gewande.

In Worms fand eine Keilerei zwischen einem Knechte
und einem Dienstmädchen, wahrscheinlich aus verschmähter Liebe,
statt. Die beiden Streitenden kämpften wüthend, der Knecht warf
it Steinen, die Schöne griff zum Messer. Das liebekalte Schau⸗
fpiel endete mit der Niederlage des schwerverwundeten Knechtes,
der in's Hospital verbracht werden mußte. Die siegende Amazone
wird sich vor dem Gericht zu verantworten haben.

FDie kgl. Regierung zu Wiesbaden hat für den Um—
fang ihres Verwaltungsbezirkes hinsichtlich der Einrichtung und
Reinhaltung der Bierpumpen (Bierpresfionen) eine vom 1. August
d. J. in Kraft tretende, im sanitären Interesse sehr wichtige Poli—
zeiverordnung erlassen. Danach müssen bei dem gewerbsmäßigen
Ausschank von Bier die qu. Apparte von dem gedachten Zeitpunkte
ab folgenden Bestimmungen entsprechen: 1. Die zur Pression ver⸗
wendeie Luft muß aus dem Freien entnommen werden. Unbedeckte
Aborte und Düngergruben müssen vom Eingang der Röhre minde⸗
stens fünf Meter entfernt sein. 2. In der Roͤhre, welche die Luft
aus dem Freien dem Luftkessel zuführt, muß ein mit einem Sieb⸗
boden versehener, mit Salycilsäurewatte angefüllter Raum zur Fil⸗
zration der Luft, ehe sie in den Luftkessel übertritt, angebracht sein.
3. Zwischen der Luftpumpe, wenn solche geölt werden muß, und

dem Luftkessel ist ein Apparat einzuschalten, welcher sämmtliches
don der Pumpe fortgeführtes Schmierol auffängt und es ermöglicht,
das am Boden angesammelte Schmieröl von Zeit zu Zeit durch
einen Hahn abzulassen. 4. Die Leitungsröhren für das Bier dürfen
unter allen Umständen nur aus Glas oder reinem Zink bestehen.
Die Leitungsrohren für die Luft konnen im Freien aus Blei, im
Keller wegen der bequemeren Handhabung von Kautschut sein.
Behufs einer rasch auszuführenden Controle muß in die Rohrleitung
für das Bier eine mindestens 0,3 M. lange Glasrohre eingeschaltet
werden. 58. Der Durchmesser der Zinnröhren hat mindestens —19
bis 13 Mm. zu betragen. 6. Im Spundaufsatze muß ein Ventil
angebracht sein, welches den Rückfluß des Bieres in den Windkessel
perhütet. 7. Behufs Luftregulirung muß in der Nähe der Bier—⸗
krahnen ein Indikator angebracht sein, um den Luftdruck nach Be⸗
dürfniß herzustellen und denselben auf höchstens 1 Athmosphären⸗
ng ßeschränken. 8 Der Luitkesiel muß so construirt sein.

daß er mittels einer an der tiefsten —A
haten Oeffnung einer Reinigung unterworfen werden kann. 9.
Saͤmmtliche Leitungen müssen reinlich gehalten und so eingerichtet
ein, daß sie einer periodischen gründlichen Reinigung mit Wasser
oder Wasserdampf oder einer schwachen Sodalauge unterworfen
verden kbonnen.Uebertretungen dieser Vorschriften werden mit
Beldstrafe bis zu 830 M. geahndet, an deren Stelle im Unver⸗
mögensfalle verhaäͤltnißmäßige Haft eintritt.

P'Aus Frankfurt a. M. wird der „Westf. Z3.“ ge⸗
chrieben: Unser neuer Oberbürgermeister Dr. Miquel hatte kaum
in Amt hier angetreten, als er unserer Stadt auch schon einen
großen Dienst erwies. Es ist ihm gelungen, das städtische, bisher
zu 4*/3 pCt. begebene Anlehen zu 4 pCt., und zwar zu 994,
n den Invalidenfonds zu überführen. Unsere Gemeinde er spart
zurch diese glückliche Finanzoperation jährlich 90,000 M. Zinsen.
Außerdem hat der geniale Verwaltungsbeamte die ganze städ tische
Administration in den wenigen Wochen seines Hierseins reo rgani⸗
sirt und geklärt. Ueberflüssige Beamtenstellen läßt er nach und
nach eingehen, und manchem nicht überbürdeten Beamten überweist
er neue und oft doppelte Thätigkeit. Auf diese Weise wird die
Zahl unserer städtischen Angestellten vermindert und unnothiger
Geldaufwand erspart.

'Frankfurt. Ende verflossener Woche starb dahier eine
betagte Wittwe, welche ein beträchtliches geodnetes und ein nicht
minder bedeutendes ungeordnetes Vermögen zurückließ. Das letz⸗
sere fand sich im Betrag von über 100,000 Mt. unter alten Lum⸗
pen vor; theils bestand es in Eisenbahn-Prioritäten, theils in
Guineen in Lumpen eingewickelt, theils in französischen und ame—
rikanischen Papieren. Die anfänglich für werthlos zum Wegwer⸗
cen bestimmten Lumpen wurden nun nicht mehr verächtlich bei
Seite geworfen, sondern von zarten Damenhänden, die an solche
Arbeit nicht gewöhnt sind, gründlich durchsucht. (Fr. J..

pCingenehme UÜeberraschung.) Die Mitglieder
des vor acht Jahren gegründeten Loossparvereins zu Hersfeld
wurden in diefen Tagen durch die angenehme Nachricht überrascht,
daß ein Finnländisches Zehnthalerloos mit dem Gewinn von
90,000 Mark gezogen worden sei. Die Zahl der Mitglieder be—
rägt ungefäfr 170 mit 360 Antheilen.

F C(Die Zufügung einer Körperverletzung mittels eines Bierglases.)
velches vom Thäter zum Schlagen benutzt wird, ist nach einem
Frkenntniß des Reichsgerichts als qualifizirte Körperverletzung
Verletzung mittels eines gefährlichen Werkzenges) aus 8 2234 des
SZt. GB. mit Gefängniß nicht unter zwei Monaten zu bestrafen.

Koöln. Das hiesige Oberlandesgericht verhandelte vor
einigen Tagen als Revisionsinstanz einen Fall, der wohl verdient,
veröffentlicht zu werden. Die Sache betraf eine in zwei Instanzen
erfolgte Verurtheilung wegen Unterschlagung. Ein zum
Landgerichtsbezirk Trier gehöriger Händler hatte eine durch Urtheil
estgestellte Schuldforderung an einen dortigen Familienvater. Letz⸗
lerer, der keine Zahlung leistete, schickte sein Kind mit einem Geld⸗
betrag zu dem Händler, um Wagren zu kaufen. Dieser ließ sich
das Geld geben und behielt dasselbe, ohne die verlangten Waaren
zu verabreichen, mit dem Bemerken, daß er den Betrag als Ab⸗
chlagszahlung auf die Schuld betrachte. Darauf wurde der Gläu⸗
biger bon dem Schöffengerichte wegen Unterschlagung des Geldes
zu einer Geldbuße verurtheilt. Die Strafkammer, bei der Be—
rufung eingelegt wurde, ließ zwar eine Strafmilderung eintreten,
fand aber auch in der Handlungsweise des Beschuldigten eine Un—
erschlagung. Das Oberlandesgericht, dem das Urtheil der Straf⸗
kammer zur Revision unterbreitet war, hat dasselbe nunmehr be⸗
tätigt. (K. 3.)

4 Welche enorme Massen von Lebensmitteln im Laufe eines
— — Zusammen⸗
tellung des „Statist. Jahrb. d. Stadt Berliu.“ Danach kamen
rämlich im Jahre 1878 auf dem Viehmarkt ausschließlich für
Berlin zum Verkauf: 77,732 Rinder, 233,400 Schweine, 91,054
Jaͤlber und 187,508 Hämmel. Berlin verspeiste also täglich 213
Rinder, 640 Schweine, 250 Kälber und 500 Hämmel! Nach den
zezahlten Verzollungen hat Berlin ferner im Jahre 1878 consumirt
30,300 Ctr. amerikanisches Schmalz, 118,553 CEtr. Kaffee, 37,901
Inn. Reis, 4406 CEtr. Pfeffer, 53804 Ctr. Mandeln, 16,534 CEtr.
Rosinen, 8471 Etr. Syrup, 1366 CEtr. Thee, 35,761 Tonnen
heringe, 5650 Tonnen Sardellen, 60,000 Etr. Cichorien, 3000
Ftr. Feigenkaffee. Verkauft sind ferner hier 45,000 CEtr. gebackene
Pflaumen und Orhoft Sauerkohl. An Bier kamen durchschnittlich
nicht weniger als 162 Liter auf jeden Einwohner.

Auch ein Duell. Im Ralos-Palontaer Wäldchen bei
Best hat dieser Tage ein Duell stattgefunden, über dessen Verlauf
Magyarorszag“ erzählt: Der Ministerialbeamte O. und der Jurist
M. schossen sich auf Pistolen, und zwar so, daß sie gleichzeitig ihre
Zchüfse aufeinander abfeuerten. Beide fielen rücklings zur Erde.
Die Sekundanten liefen davon und schickten einen —— auf den
Kampfplatz. Als dieser jedoch eintraf, war von den beiden Opfern
des Duell- nichts mehr zu sehen. und da auch keine Blutspuren
        <pb n="303" />
        sich vorfanden, so scheint es, daß die beiden Herren nur die Angst
niedergestreckt.

F Ueber der Stadt Preß burg und Umgebung (Oesterreich)
entlud sich dieser Tage ein Gewitter von seltener Heftigkeit. Pfund-
schwere Schlossen fielen etwa 20 Minuten lang, durchlöcherten
Dächer und schlugen junge Bäume nieder. Die Verwüstungen sind
groß. Straßen und Gärten glichen Eiskugelfeldern. Die Fenster
ganzer Gassen sind zertrümmert.

4 Die Arbeitseinstellung in Ro ubaix (Frankreich) dauert
fort; die Zahl der Feiernden beträgt 15,000, welche 82 Fabriken
angehörten. Am 8. Mai gingen 4000 Arbeiter nach dem Dorfe
Vallon, wo jeder Arbeiter 8—10 Fr. erhielt. Woher das Geld
floß, wird geheim gehalten.

F Die amtlichen Berichte der Capitäne des englischen Canal⸗
geschwaders werden Portsmouth als Bestätigung der schlimmsten
Vermuthungen, die man sich dort betreffs des Verbleibes der
Atalanta“ gebildet, betrachtet. Man zweifelt nicht länger, daß
das Schiff bald nach der Abfahrt von Bermuda während des
fürchterlichen Sturmes am 12. Februar seinen Untergang fand.
Die englische Marine ist dadurch um 300 Seeleute ärmer geworden.

ꝓp'Einem aus Petersburg kommenden Courierzuge ist
vor einigen Tagen an der Grenze ein Unfall zugestoßen, wie er
in des Geschichte der Eisenbahnen wohl noch nicht zu verzeichnen
gewesen sein dürfte. Eine Eisenbahnschiene, welche entweder in
nicht vorschriftsmäßiger Weise neben dem Schienenstrange gelegen
zatle, oder von berbrecherischet Hand neben demselben aufgestellt
war, wurde, nachdem die Maschine und mehrere Wagen die Stelle
anstandslos passirt hatten, von der einen Ecke der Stirnwand des
Schlafwagens erfaßt, drang durch den starken Fußbodenbelag,
naͤhm ihren weiteren Weg durch das Retiradencoupé und den im
Innern des Waggons dahinlaufenden Gang und drang schließlich
durch das Dach. Bei der rapiden Geschwindigkeit muß die Eisen—
bahnschiene wie ein Projektil durchgeflogen sein, denn die Wider—
stände der Bretier und Balken sind doch bedeutend, und doch waren
dieselben wie von einer Kanonenkugel durchschlagen. Der fast noch
neue Schlafwagen ist arg mitgenommen worden, doch ist, trotzdem
derselbe stark besetzt war, wunderbarer Weise auch nicht einem
Passagier ein Haar gekrümmt worden, wenn auch, wie Einige er—
zählten, die augenblickliche Situation eine äußerst verzweifelte war
und im ersten Augenblick an eine Katastrophe à la Moskau er⸗
innerte, Niemand wagte, sich von seinem Platz zu rühren, und als
nach dem Ergebniß der Wagen ruhig im Zuge weiter lief, beruhig—
ten sich auch nach und nach die Gemüther und kamen erst zum
Bewußtsein der Gefahr, nachdem der Wagen zum Stillstand ge—⸗
zracht worden war.

4 Ein versunkenes Dorf. Wie die türkischen Blätter melden,
st das Dorf Heleddi in der Nähe der kleinasiatischen Seestadt
Sinopa während eiues Erdbebens, das daselbst vor einigen Tagen
ttattfand, gänzlich ins Meer gesunken, so daß von den sechszig
häusern und der Moschee, aus denen dasselbe bestand, auch nicht
die geringste Spur übrig blieb. Von den Bewohnern des Dorfes,
die sich noch bei Zeiten retten konnten, soll auch nicht einer dabei
verunglückt sein.

F Der der Union-Company gehörige Postdampfer „American“
ist auf dem Weg nach dem Cap der guten Hoffnung am 23. April
in der Nähe des Aequators untergegangen. Sämmtiliche Passagiere
und Mannschaften haben sich glüchlich in 8 Booten eingeschifft,
wovon 3 von Schiffen aufgenommen, die übrigen 5 aber nach dem
Cap Palmas gehend gesehen worden sind.

FWunderding eerzählen die Amerikaner von einer neuen
Feder, deren Halter hohl ist und so viel gewöhnliche Tinte enthält,
daß 70 bis 80 Seiten ohne Nachfüllen geschrieben werden können.
Darin unterscheidet sich aber die Mackinnan'sche Feder — das ist
nämlich die Bezeichnung für diese Wunderfeder — von ähnlichen
Konstruktionen sehr wesentlich, daß der schreibende Theil nicht stahl⸗
feder⸗ sondern bleistiftförmig ist und aus einer Legierung von Gold
und Iridium besteht. Sobald ein Gegenstand mit dem Stift be—
rührt wird, fließt die Tinte durch eine kleine Oeffnung in der Spitze
uimgekehrt hört der Zufluß auf, sobald die Feder das Papier nicht
mehr berührt.

Aus Colorado Mord-Amerika) wird gemeldet, daß ein—⸗
Bande Indianer 25 Bergarbeiter überfiel und 12 davon nieder—
netzelte. Die weiße Bevölkerung von Coloroda beabsichtigt nun
cinen Ausrottungskampf gegen die Rothhäute zu beginnen.

In New-⸗Orford in Pennsylvanien (Nordamerila) isl
unlängst einer der letzten Lützoawer, Dr. M. G. Pfeiffer, welcher
um 26. August 1813 den zum Tode verwundeten Dichter Theodor
doörner aus dem Gefecht bei Gadebusch tragen half, im Alter von
38 Jahren zur großen Armee abgegangen. 1822 hatie sich der
Verstorbene in New⸗-Oxford als Arzt niedergelassen.

FOleomargarin oder Ochsenbutter, wie man dasselbe
ehr bezeichnend in Amerika nennt, ist in Folge Beschlusses des
Kereinigten-Staaten-Congresses von einer aus Chemikern und
Mikroskopikern bestehenden Commission einer eingehenden Prüfung

interzogen worden, damit festgestellt werde, ob es als zweckmäßiges
NRahrungsmittel betrachtet werden kann. Die Commission begab
ich kürzlich nach der in New-York belegenen Commercial Manu⸗
acturing Co., wo täglich 50,000 Pfund Olemargarin bereitet
verden, um sich von der Art und Weise der Zubereitung durch den
Augenschein zu überzeugen. Sie sah, wie das rohe Fett von
Fleischtheilchen ꝛc. befreit, dann durch Wasser gereinigt und hierauf
in eine Anzahl von Kesseln zum Schmelzen gebracht wurde. Durch
den bei etwa 120 Grad Fahrenheit vor sich gehenden Schmelz⸗
ungsproceß tritt das Oel und Stearin nach oben, während die
faserigen, unbrauchbaren Bestandtheile zu Boden siinken. Das Oel
und Stearin wird dann in granulirtem Zustand in hydraulischen
Pressen einem starken Druck ausgesetzt, wodurch das Oel (Oleo⸗—
marg arin) abtropft, während das Stearin zurückbleibt. Auf je
100 Psund Oel werden dann 30 pCt. Milch zugesetzt und
das Ganze in mit klar gestoßenem Eis gefüllten Behältern rasch
in feste Form gebracht, nachdem man vorher noch einen leichten
Farbstoff zugesetzt hat. Dann wird die Masse, um sie compacter
u machen, in Handpressen gepreßt und ist zum Gebrauch fertig.
die Commission gab folgendes Gutachten ab: Als Nahrungsmittel
st Oleomargarin eben so dienlich wie Butter, die aus Kuhmilch
jergestellt wird; es ist schmackhaft und gesund, kann billiger als
Zulter verkauft werden und ist, da es weniger lösliche Fette wie
Butter enthält. dem Ranziawerden nicht so leicht ausgesetzt.

Marktberichte.

Zweibrücken, 13. Mai. (Fruchtmittelpreis und Vickualienmarkt.)
Weizen 11 M. 99 Pf., Korn 10 M. 26 Pf., Gerste zweireihige — M. — P.
vierreihige o8s M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — Ph.,
Dinkel“ M. — Pf.. Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 88 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf., Karltoffeln 2 M. 50 Pf.,
deu 83 M 20pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 58 Pf.
Kornbrod 3 Kilogr. 72 Pfi, Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter ?/3 Kilogr. 1M., 30 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 26 Pf.

Homburg, 12 Mai. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M 37 Pf. Korn 10 M. 21 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz O M,
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 74 Pf., Mischfrucht 19 M. 42 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
0 M. — Pf., Bohnean O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbseisch 40 Pf., Hammeltleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter i Pfund 1 M. 20 Pf. Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 Pi.

Kaiserslautern, 11 Mai. (rruchtmillelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 81 Pf., Korn 10 M. 15 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz
7 M. 93 Pf., Gersted M. 50 Pf., Hafer 7 M. 51 Pf., Erbsen O M.
— Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. I M. — Pf., Eier 2 Stück O9 Pf. Kar⸗
toffeln ver Cent.2 M. 50 Pf. Stroh 8 M. — Pf. Heu 2 M. 20 Pfg.

c. — ÆEDOTTFOA
Fuür die Redaction verantwortlich: F. XR. Demeß.
Postanschlüsse
an die kgl. bayer. pfälzischen Eisenbahnen
vom 15. Mai 1880 an.
hinfahrt. Rudfahrt.
St. Ingbert-Ensheim.
Nachm. Vorm.
Aus St. Ingbert..7 8 Ensheim .35360
In Ensheim.. . . 820) In St. Ingbert .. 6850
Ensheim-St. Johann-Saarbrücken.
Vorm. Nachm.
Aus Ensheim. .. 7* Aus St. Johann .. 3
In St. Johann . 918 In Ensheim. 446
Deutsches Familienblatt.—
Vierteljährlich M. 1,60. — In Heften zu 50 Pf.
Verl:g von J. H. Schorer in Gerlin.

—A—— Inhalt: Nr. 17.
Zonrad Eisendecker. Eine Kriegsgeschichte von Veit Ried. Fort⸗
etzuug. — Mein Onkel Do n Ju an. Roman von Hans Hopfen.
Mit Illustrationen von Woldemar Friedrich. Fortsetzung. DiccEn ste h⸗
ung d,e S,»Rihibismus. JIV. Won Ernst Frande. — AluNürn
bergs Niedergang. Mit Abbildung des jetzt an Rothschild für
600,000 Mark verkauften Jamitz er schen Tafel-Aufsfatzes. Drar
axrkort. Von Otio Jung. Mit Bildniß. — Plauderecke: Slturm von
Adolf Pichler. — Sichere Kennzeichen — Geistesgegenwart. — Gastrono⸗
mischer Rathgeber. — Bürgerstola. — Der iunge Seefahrer. — Vom
Buchertisch. —

Nr. 18. Außer den Fortsetzungen von Konrad Eisendeder“
und „Mein Onkel Don Ju an' einen Artikel über Die Befestig—⸗
ung Wiens. Von“ “. — Fetner: Dere i Dom e. Van Ferdinand
Pflug. — Robert Schuhmann. Von Eujebiug. Mi übbisdung
des neuen Tenkmals in Bonn. — Eine Gestalisnusß dem Lorn
doner Bollsleben. Von H. Scheube. Plauderede. Ent—
widhlungsskala. Von GerhardvonAmyntor. — Aberglaubische
Vorstellungen in Bezug auf Zahlen. — Bardenweisheit. — Pumpernitel.
Biel Lärm um nichts. — Charade und Au flöͤsungen. — Vom Buchertisch.

Die beiden Nummern enthalten außerdem noch zwei Kunstblätter in

achtiger Holzschnitt, Ausjührung. Der junge Seefahrer von H. Valkenburg.
Niel Lärm um nichts. Von Max Volkhart. J
FJ ‚Man abonnirt au jeder Zeit in allen Buchhandlungen und
Nastanstalten

DV«
        <pb n="304" />
        Griechische Unterrichts ⸗Briefe. Wie wir vernehmen, bereitet der
Verlag des Hausfreundes in Leipzig flur Minle Mai das Erscheinenn ali⸗
griechischer Unterrichts⸗Briefe fur das Selbst⸗Studium nach der
Methode Toussaint⸗Langenscheidt vor. Diese Metbode, welche schon Herbart
auf das Griechische angewandt wissen wollte, hat sich bei den im gleichen
Verlage erscheinenden lateinischen Unlerrichis⸗Briefen so gut bewahrt, daß man
auch hier eine vorzügliche Leistung erwarten kann, umsomehr als die Verlags—
handlung die Durchführung bewährten pädagogischen Kräften übertragen hat
In Anbetracht des bedeutenden Einflusses, den Altgriechenland auf unsere
Bildung ausgeübt, kann man ein Lehrbuch nur freudig willkommen heißen,

welches allen Jenen die geistigen Schätze des Alterthums erschließen soll, denen
3 in der Jugend versagt war, sich durch Schulunterricht die Kenntniß der
griechischen Sprache anzueignen. Wir werden, wenn das Werk, wie zu er—
Farlen, den daran zu stellenden Auforderungen eatspricht, noch auf dasselbe
zurückommen, sobold megrere Lieferungen vorliegen werden.

Danksagung.
Für die innige Theilnahme
bei der Beerdigung meiner lie—
hen Frau
Anna Klinck
sage allen Freunden und Be—
jannten, ebenso den Mitgliedern
des Musik-Vereins für den er—⸗
hebenden Gesang meinen herz—
lichsten Dank.
Der trauernde Gatte
Philipp Klinck.

Bierbrauerei Gobr. Bocker
Pfingst⸗Sonntag Eröffnung unserer
Gartenwirthschaft &amp;

—8

das
Loos.

SWrte ziss ——2
Zichungq MI. Augq. 1880
Gewinne:
XXVEE
ete. im Geaammt
220, 000 MTBI hA GId.
Die Generalagentur:

A. M B. Schulor ia 2velbruckern

mit Harmonie-Musik der Schadewitz'schen Kapelle.
Pfingstmontag:
Tanzmusik
bei Jakob Ouirin,
Rentrisch.

Achtungsvoll
Gebr. Becker.

Mestitutions⸗
Schwärze
das vortrefflichste Mittel, um
abcetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
fächlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,
Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig⸗
keit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 und 16 zu be⸗
ziehen vom Fabrikanten O.
SautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
sowie aus der Niederlage für:
St. Ingbert: Philipp
Klinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken:
W. Aug. Seel.

werden für ein gros-s, gediegenes literarisches Unternehmoer
0
Rsende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.

Auch Reamte, Lehrer, Reisendde anderer
Branchenm ete., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sich zu melden

Literarisches Institut
6G0oth —
Geschäfts⸗Auzeige
und Empfehlung.

Bringe einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikuun⸗
mein Geschäft im Schlumpen und Spinnen von Wolle,
sowie im Walken von Strümpfen, Halbleinen, Decken
rc. in empfehlende Erinnerung.

Durch Anschaffung einer Gaskraftmaschine bin ich ur
den Stand gesetzt, alle in mein Geschäft schlagenden Aufträge au
die rascheste Weise auszuführen, und es wird mein Bestreben
fein, meine verehrlichen Kunden bestens und billigst zu be—
dienen.

Eobuvert⸗Wolle in mehreren Qualitäten ist stets vorräthig
Zweibrücken im Mai 1880.
Hochachtungs vollst
Joh. Bachmann.
Demetz, Hemdenfabrik,
Landanu i.Pfalz.
Spejialilãt: Herru⸗hemden nach Man,
nach deutschen, französischen und amerika—
nischen Zuschneide⸗Systemen.

2/1 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A. 26.

2 mit glattem feinem leinen

Einsatz A 30.-
bis zu den feinften Sortien, je nach Wahl de—
Einsätze und QOualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Bruit⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Ie ee Stoff, solide Arbeit und
ausgezeichneten Sitz leiste ich Jecde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kon—
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungs fü hinlkeit über
eugen.

60 4 9 * —— 2
Bichel's Atelier künstl. Zaͤhne

eSUVUC

Auf Srund der thatsfachlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Auft erschienene reidillustrirte Buch:
Fur. diirys Naturheilmethode“,
reis 1 Mark,* allen Kranken auf's
Sarmfte zur Anschaffung empfohlen
werden. In diesem 544 Seiten starken
Werke findet ein Jeder, gleichviel an
welcher krankheit leidend. sausendfach
bewahrie, leicht zu befolgende Rath⸗
schlage, die, wie zadilose Tankschreiben
hbeweisen, oft jselbst Shhwertrauten
noch Hilfe — Heilung brachten
Ricers Veriaus · Anstali, Leip⸗
As, sendet auf Wunsch⸗
nen 106 Seit. stark
Auszug vorher

Zu haben in allen Buchhandl.

ertnassen
in allen Fällen ist zu hei⸗
len. Kosten gering. Arme
gratis. Näheres durch meine
Prospecte und Anerkennungs⸗
ichreiben.
F. C. Bauer, Spezialist,
Wertheim a. M.
Annabpuostéllo

—8

vVOn

4
INOMIGOI

*

für alle hiesigen und auswärtigen Zeitungen befindet sich be,
Rudolvh Mosseoe
83. A.
gegenũbor gegenũber
der Hauptpost. Zeil 45 der Hauptpost.
GIéelehe Preiae vwie bei den Zeitungs-
Txpeditionen selhst. — Bei grösseren Aufträgen bhiervon
noch entsprechende Rahatthewilligung.

Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Aohann, Eulibachstraße 1535.
Druck und Verlag von F . x. Demeß in St. Ingbert.
Hierzu füur ansere Wo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagslatt“ Nr. 20.

—
        <pb n="305" />
        Sf. Ingberler Anzeiger.
Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljaährlich

12 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 H Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 13 Ä fur die vierdespaltene Zeile Blattichrift oder deren Raum, Reclamen mit 80 — vro Zeile berechnet.
M

8
*
73

Sonntag den 16. Maii—

1885

——
Deutsches Reich.

Berlin, 13. Mai. v. Bennigsen speiste am Tag nach
dem Reichstagsschluß bei'm Fürsten Bismarck. Letzterer soll ge—
äußert haben, die Reichsregierung beabsichtige, die in dieser Session
nicht erledigten Steuervorlagen dem Reichstag in nächster Session
wieder vorzulegen.

Aus Berlin wird gemeldet: Ueber eine demnächst bevor⸗
stehende Reise des Fürsten Bismarck (nach Kissingen?) steht bis
etzt nichts fest.

Fuͤrst Bismarck hat am 13. Mai Nachmittags dem König
bon Sachsen, der gegenwärtig in Berlin weilt, einen nahezu
einstündigen Besuch abgestattet.

Ausland.

Paris, 18. Mai. Die Regierung hat die militärische Be—
setzung der belgisch-französischen Grenze angeordnet. Die strikenden
Arbeiter von Roubaix und Umgegend, die jeden Tag über die
Grenze gehen, treiben nämlich Schmuggel. Da sie zu zahlreich
sind, so können die Grenzwächter allein nichts gegen- sie thun. Es
ind Schriften verbreitet worden, in welchen die Arbeiter zum be—
waffneten Widerstand aufgefordert werden. Die Regierung hat eine
Antersuchung eingeleitet. Auch in dem industriellen Thal von
Maromme bei Rouen haben die Arbeiter der Bleichanstalten die
Arbeit eingestellt. (K. 3.)

Die französische Regierung hat angeordnet, daß von nun
an der 14. Juli als Jahrestag der Erstürmung des Bastille, mit
velchem Ereigniß bekanntlich die große französisch Revolution ihren
Anfang nahm, durch ein Nationakfest alljährlich gefeiert werden soll.
Die Regierung deutet damit an, daß sie auf dem Boden jener
Grundsätze stehe, welche in der ersten Zeit der Revolutionen ver—
kündet wurden.

Die letzten Meldungen stellen es außer Zweifel, daß die
Albanesen die Selbstständigkeit und ein eigenes Fürstenthum
Albanien unter der Oberhoheit des Sultans errichten möchten.
Ali Pascha von Gusinje soll zum Fürsiten von Albanien ausersehen
ein.
Vermischtes.

f Die Ausfuhr der Kartoffeln deren Zunahme in diesem
Jahre sich in manchen Gegenden für die ärmere Bevölkerung
empfindlich fühlbar gemacht hat, betrug nach dem Märzheft der
deutschen Reichsstatistik im ersten Quartal d. J. 2,211,989 Doppel-
entner gegen 464,002 Doppelcentner im ersten Quartal v. J.

4 Kalkbrenner Michael Fuchs in Hecendalheim fing
uim 5. do. einen jungen sehr schönen Bienenschwarm, was in An—
vetracht des kalten langen Winters gewiß 'als Seltenbeit betrachtet
verden muß.

F Eisenwerk Kaiserslautern. Die Generalversammlung
genehmigte eine Dividende von 10 Procent. — Zehn Actien des
Fisenwerks wurden aͤm 12. ds. versteigert. Es wurden zusammen
750 M. dafür geboten, dieselben aber um diesen Preis nicht ab⸗
gjegeben. Später wurden sie aus freier Hand zu je 1000 M.
das Stück (auf 600 M. lautend,) verkauft.

F In Lambrecht fiel am 12. do. ein dreiiähriges Kind
in den Speierbach und ertrank.

Ein Mann Namens Hof von Ingenheim wurde am
IJ. ds. von seinem scheu gewordenen Pferde eine Strecke weit ge—
chleift, wobei derselbe starke Verletzungen erlitt. Das Pferd, das
1000 M. werth sein soll, mußte, dem „T. f. d. S.“ zufolge ge—
ödtet werden.

F In Grünstadt feierten am 12. d. die Abraham Neu'schen
Fheleute das Fest der goldenen Hochzeit.

7 Am 18. Mai fuhr ein zuͤm Transport von Auswanderern
bestimmter Extra-Dampfer der Koln-Düsseldorfer Gesellschaft von
2Zudwigshafen ab, der in Mannheim und Ludwigshafen zu⸗
ammen etwa 250 dieser Europamüden an Bord genommen hatte.
„ Speyher. Wie der „Sp. Ztg.“ mitgetheilt wird, be—
bsichtigt die Tabakmanufactur in Siraßburg aͤhnlich wie in der
egend von Lahr, auch in der Pfalz eine Fuliale zu errichten.
7 Auf der Bürgermeisterei in Mainz fand dieser Tag eine
Fonferenz der dortigen Brauereibesitzer in Saächen der Bierpreffionen

statt. Nach Uebereinkunft mit dem Burgermeister Dr. Dumont
wird für die Folge die Reinigung sämmtlicher Bierpressionen unter
der Aufsicht einer dazu von der Bürgermeisterei ernannten Persön⸗
ichkeit stehen, und werden alle Pressionen wöchentlich einmal mittelst
Dampf gereinigt werden. Diejenigen Brauereibesitzer, welche in
hren Etablissements Dampfkraft besitzen, können selbst die Reinig⸗
ing vornehmen, Restaurateure und Zäpfler, welche nicht in dieser
dage sind, erhalten ihre Schläuche gegen eine noch festzustellende
Bergütung mit Dampf gereinigt.

Das Würzburger Militärbezirksgericht verurtheilte am
4. Mai den Lieutenant Schmidtborn vom kgl. 2 Jägerbataillon
Zweibrücken) wegen Zweikampfs zu drei Monaten Festungshaft.
Schmidtborn's Gegner, stud. jur. Friedrich Schmidt von Zwei⸗
rrücken, z. Z. in München, wird vor dem Zivilgericht abgeurtheilt.

FGegen das in dem bekannten Würzburg er Amselprozeß
»om igl. Landgerichte Würzburg am 28. Februar d. J. erlassene
zweitinstanzliche) Urtheil ist vom Staatsanwalt Revision eingelegt
vorden, und nun gelangt die gegen den Gürtner Winter und Uni—
versittsprofessor Graf Semper wegen unberechtigter Jagdausübung
gerichtete Anklage am 1. Juni bei dem Oberlandesgericht München,
als Revisionsgericht, zur Verhandlung.

poIn Rosenheim (berbayern) haben sich das Eisenbahn⸗
ꝛersonal, Salinen⸗ und Fabrickarbeiter schriftlich verpflichtet, das
hon den Brauern auf 26 Pfg. hinaufgesetzte Sommerbier nicht zu
rinken. Die Zahl der Theiinehmer an diesem Strike ist bereits 800.

In Berlin- ist eine große Anzahl Arbeiter (Schmiede,
Zchlosser, Mechaniker c.), insgesammt 700 Mann, meist in Berlin
vohnende Familienväter, nach der „Berl. Ztg.“ in letzter Woche
aus den Central-Artilleriewerkstätten und der k. Gewehrfabrik entlassen
vorden. Weitere Entlassungen von Arbeitern stehen bevor. Ein⸗
chränkung des Betriebes wird als Ursache angegeben.

4 In Heringen Amt Limburg, lebt wohl der älteste
Lehrer Deutschlands. Es ist dies der israelitische Religionslehrer
Abraham Lewi Dickstein, der bei einem Alter von über 100 Jahren
noch immer unterrichtet und dafür das winzige Gehalt von 120
M. bezieht.

FParis, 183. Mai. Der Vicomte Civry, natürlicher
Enkel des weiland Herzogs Karl von Braunschweig, wurde wegen
Diebstahls mit Einbruch zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt.

In der Niederlage der Handelskammer zu Borde aur
zrach eine Feuersbrunst aus, durch welche ein auf 2,000. 000 Fres.
geschätzter Schaden verursacht wurde.

Die Vorbereitungen für die Ausstellung in Melbourne
ind, soweit sie die deutschen Aussteller betrefsen, in vollem Gang.
die Erftührungen, welche von dem Reichscommissär Geh. Rath Reu⸗
eaurx in Sidney gemacht worden, sind dabei verwerthet worden.
Die Betheiligung der deutschen Industrie ist eine über die Erwart⸗
ing große und übersteigt jene für Sidney.

— —— —7 V ————
DBie Tagesceag

ür den am 17. Mai 188, vormintags von 11 Uhr ab im Hotel Karlsberg
u Kaiserslautern stattfindenden Verbandstag des pfälz. Gewerbe Vereins ⸗
zerbandes in Verbindung mit einem allgemeinen Handwerkertag enthält: J1.
Das Lehrlingswesen mit Bericht über die J. pfälz. Ausstellung von Lehrlings-
irbeiten Referent: Tr. W. Medicus, kgl. Reallehrer, Kaiserslautern. 2.
die Beleiligung der pfälz. Gewerbe⸗Vereine an den Sammlungen für die
Bittelsbach⸗Stiftung. Referent: Chr. Jung, 1 Sekretär des Bororts Kaisers⸗
autern. 3. Stellung der pfälz. Gewerbe⸗Vereine gegenüber der von Nord⸗
eutschland ausgehenden Bestrebungen zur Beschränkung der Gewerbefreiheit.
weferent: Reallehrer Klein, Frankenthal.

Zu diesem Verbands⸗ und Handwerkertage sind Gewerbeireibende, Hand⸗
verker und Interessenten des Gewerbebetrie bes freundlichst eingeladen. Selbst⸗
edend lönnen dabei aus der Versammlung Vorschläge, welche mit den Gegen⸗
änden der Tagesordnung im Zusammenhange stehen, gemacht und zur
diskussion gebracht werden. An Stoff zu solchen Vorschlägen dürfte um so
veniger Mangel sein, als die Punkte 1 und 3 der Tagesordnung so tief ein⸗
chneidende, den gesammten Gewerbebetrieb umfafsende Fragen zur Erörterung
ringen und in der Lehrlingsarbeiten⸗Ausstellung dem aufmerksamen Beschauer
ugleich eine solche Füulle von Material und praktischen Beweisen an die Hand
jegeben ist, daß ein Pfingstausslug zum Handwerkertage, Nützliches und An⸗
jenehmes verbindend, zu den empfehlen?wertesten Pfingstpartien unbedingt
u technen ist. Aljo: Auf zum Handwerkertage nach dem gastfreundlichen
Zaißerslautern!
        <pb n="306" />
        Heute Samstag Abend
Eröffnung meiner
Bier⸗
Wirthschaft.
R. Mumzinger.

Pfingstmontag:
Tanzmusik
Rentrisch.

Rilchin
0*
Eröffnung am 1. Juni.
Geschäfts—⸗Anzeige
und Empfehlung.

Bringe einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum
mein Geschäft im Schlumpen und Spinnen von Wolle,
sowie im Walken von Strümpfen, Halbleinen, Decken
rc. in empfehlende Erinnerung.

Durch Anschaffung einer Gaskraftmaschine bin ich in
den Stand gesetzt, alle in mein Geschäft schlagenden Aufträge auf
die rascheste Weise auszuführen, und es wird mein Bestreben
sein, meine verehrlichen Kunden bestens und billigst zu be⸗
dienen.

Couvert⸗Wolle in mehreren Qualitäten ist stets vorräthig.
Zweibrücken im Mai 1880.
Hochachtungsvollst
Joh. Bachmann.

hei

Pfingstmontag von 3
Uhr ab:
Harmoniemusik
in der Bierhalle bei
Oberhauser.

Frankfurt a. M.
Neltestes Annoncen⸗Bureau
aasengstein

8
Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

Pfingstmontag:
Waldparthie
in der Waldanlage bei Seng⸗
scheid, wozu höflichst ein—
adet

Jakob Schmitt.

1671.
Noch
keine
rantkheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brust⸗
taramels und Kakao⸗
Thee Maria Benno
»on Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
f. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht⸗
Apotheker zum freien Ver—
aufe gestattet.“
Allein echt in St.
ugbert bei Herrn Jean
Jeters.

Me

das
Loos.

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werden für ein gros-a, gediegenes literarisches Unternehmen
Reöus endeée.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Reamte, Lehrer, KReisende anderer
Brancehem etc., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisoches Institut
Gotha.

Eweite KRissmzer Seldlotterie
Zzielνιl. Auu. 1880
Gewinne:

M. 46000; 284N. 12000; ↄ2mal M. cooc
ete. im Gesammt
230, 000 Anri banr Geld.
Die Generalagentur:

A. &amp; B. Schuler in 2veibrucker

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Das Confoctions-Haus
beste und billigsse Einkaufsquelle an der Saar
L. BVIINSXI

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vaofstraße
St. Johann a.Saar
emvyfiehlt reichhaltigste Auswahl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison, als wie
herren- und Knaben-Kleider jeden Genres,
Damen⸗ und Mädchen-Mäntel,
Jupons, Morgenröcke, Kinder-Costumes
sowie alle in dieses Fach einschlagende Artikel
zu bekannt billiagsten Preisen.

—XX—— —ILLLLO

“ no h i—IA Voche⸗nm.

Man bittet auf Namen und Haus—⸗
Rummer — 144 V zu achten.

Bei Einkäufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Mk. 30 das Netourbillet im Umkreis
vnon L1 Stunden vworürö

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Drn imnd Veriag ven F mez in St. Ingbert.
Hieru „Illustrirtes Sonntafübsatts y. 20

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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunç“ 'att. (Sonntags mit illustrirter Wei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

1Aß 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 H, einschließlich 40 Zuftellgebühr. Anzeigen werden mit 10 E, von Auswaärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 vpro Zeile berechnet.
M578.

Sonntag den 16. Mai

1880
Deutsches Reich.

Berlin, 18. Mai. v. Bennigsen speiste am Tag nach
dem Reichstagsschluß bei'm Fürsten Bismarck. Letzterer soll ge—
äußert haben, die Reichsregierung beabsichtige, die in dieser Session
nicht erledigten Steuervorlagen dem Reichstag in nächster Seffion
wieder vorzulegen.

Aus Berlin wird gemeldet: Ueber eine demnächst bevor⸗
stehende Reise des Fürsten Bismarck (nach Kissingen?) steht bis
jetzt nichts fest.

Fürst Bismarck hat am 13. Mai Nachmittags dem König
von Sachsen, der gegenwärtig in Berlin weilt, einen nahezu
einstündigen Besuch abgestattet.

Ausland.

Paris, 183. Mai. Die Regierung hat die militärische Be—
setzung der belgisch⸗französischen Grenze angeordnet. Die strikenden
Arbeiter von Roubaix und Umgegend, die jeden Tag über die
Grenze gehen, treiben nämlich Schmuggel. Da sie zu zahlreich
sind, so können die Grenzwächter allein nichts gegen sie thun. Es
sind Schriften verbreitet worden, in welchen die Arbeiter zum be⸗
waffneten Widerstand aufgefordert werden“ Di⸗ Regierung hat eine
Untersuchung eingeleitet. Auch in dem industriellen Thal von
Maromme bei Rouen haben die Arbeiter der Bleichanstalten die
Arbeit eingestellt. (K. 3.)

Die französische Regierung hat angeordnet, daß von nun
an der 14. Juli als Jahrestag der Erstürmung des Bastille, mit
welchem Ereigniß bekanntlich die große französisch Revolution ihren
Anfang nahm, durch ein Nationalfest alljährlich gefeiert werden soll.
Die Regierung deutet damit an, daß sie auf dem Boden jener
Grundjsätze stehe, welche in der ersten Zeit der Revolutionen ver—
lündet wurden.

Die letzten Meldungen stellen es außer Zweifel, daß die
Albanesen die Selbstständigkeit und ein eigenes Fürstenthum
Albanien uͤnter der Oberhoheit des Sultans errichten möchten.
Ali Pascha von Gusinie soll zum Fürsten von Albanien ausersehen
ein.

statt. Nach Uebereinkunft mit dem Bürgermeister Dr. Dumont
wird für die Folge die Reinigung sämmtlicher Bierpressionen unter
der Aufficht einer dazu von der Bürgermeisterei ernannten X
lichkeit stehen, und werden alle Pressionen wöchentlich einmal mittelst
Dampf gereinigt werden. Diejenigen Brauereibejitzer, welche in
ihren Etablissements Dampfkraft besitzen, köönnen ve die Reinig⸗
ung vornehmen, Restaurateure und Zäpfler, —XRX
Lage sind, erhalten ihre Schläuche gegen eine noch festzustellende
Vergütung mit Dampf gereinigt.

F Das Würzburger Militarbezirksgericht verurtheilte am
14. Mai den Lieutenant —— vom kgl. 2 Jägerbataillon
Zweibrücken) wegen Zweikampfs zu drei Monaten Festungshaft.
Schmidtborn's Gegner, stud. jur. Friedrich Schmidt bon Gwei⸗
brücken, z. Z. in München, wird vor dem Zivilgericht abgeurtheilt.

Gegen das in dem bekannten Würzburger Amselprozeß
»om kgl. Landgerichte Würzburg am 28. Februar d. J. erlassene
zweitinstanzliche) Urtheil ist vom Staatsanwalt Revision eingelegt
worden, und nun gelangt die gegen den Gäriner Winter und Uns.
versitätsprofessor Graf Semper wegen unberechtigter Jagdausübung
gerichtete Anklage am 1. Juni bei dem Oberlandesgericht München,
als Revisionsgericht, zur Verhandlung.

. In Rosenheim (Oberbayern) haben fich das Eisenbahn⸗
personal, Salinen- und Fabrickarbeiter schriftlich verpflichtet, das
von den Brauern auf 26 Pfg. hinaufgesetzte Sommerbier nicht zu
trinken. Die Zahl der Theilnehmer an diesem Strike ist bereits 500.

x In Berlin ist eine große Anzahl Arbeiter (Schmiede,
Zchlosser, Mechaniker ꝛc.), insgesammt 700 Mann, meift in Berlin
wohnende Familienväter, nach der „Verl. Ztg.“ in letzter Woche
aus den Central-Artilleriewerkstätten und der k. Gewehrfabrik entlassen
worden. Weitere Entlassungen von Arbeitern stehen bevor. Ein⸗
schränkung des Betriebes wird als Ursache angegeben.

In Heringen Amt Limburg, lebt wohl der aälteste
dehrer Deutschlands. Es ist dies der israelitische Religionslehrer
Abraham Lewi Dichstein, der bei einem Alter dou über 100 Jahren
aoch immer unterrichtet und dafür das winzige Gehalt von 120
M. bezieht.

fParis, 18. Mai. Der Vicomte Civry, natürlicher
Enkel des weiland Herzogs Karl von Braunschweig, wurde wegen
Diebstahls mit Einbruch zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt.

F. In der Niederlage der Handelskammer zu Bordeaur
zrach eine Feuersbrunst aus, durch welche ein auf 2000. 000 Fres
geschätzter Schaden verursacht wurde.

xDie Vorbereitungen für die Ausstellung in Melbourne
ind, soweit sie die deutschen Aussteller betreffen, in vollem Gang.
Die Erfahrungen, welche von dem Reichscommissär Geh. Rath Reu—
eaur in Sidney gemacht worden, sind dabei verwerthet worden.
Die Betheiligung der deutschen Industrie ist eine über die Erwart⸗
ung große und übersteigt jene für Sidney.

—7 Flür die Rede

Vermischtes.

— Die Ausfuhr der Kartoffeln deren Zunahme in diesem
Jahre sich in manchen Gegenden für die aäͤrmere Bevölkerung
empfindlich fühlbar gemacht hat, betrug nach dem Märzheft der
deutschen Reichsstatistik im ersten Quartal d. J. 2,211,989 Doppel⸗
centner gegen 464,002 Doppelcentner im ersten Quartal v. J.

Kalkbrenner Michael Fuchs in Hedendal heim fing
am 5. ds. einen jungen sehr schönen Bienenschwarm, was in An—
betracht des kalten langen Winsers gewiß 'als Seltenheit betrachtet
verden muß.

f Eisenwerk Kaiserslautern. Die Generalversammlung
genehmigte eine Dividende von 10 Procent. — Zehn Actien des
Eisenwerks wurden am 12. dꝛ. versteigert. Es wuͤrden zusammen
9750 M. dafür geboten, dieselben aber um diesen Preis nicht ab⸗
gegeben. Später wurden sie aus freier Hand zu je 1000 M.
das Stück (auf 600 M. lautend,) verkauft.

In Lam brecht fiel am 12. do. ein dreijähriges Kind
in den Speierbach und ertrant.

F Ein Mann Namens Hof von Ingenheim wurde am
1IJ. ds. von seinem scheu gewordenen Pferde eine Strecke weit ge⸗
schleift, wobei derselb⸗ starle Verletzungen erlitt. Das Pferd, das
1000 M. werth sein soll, mußte. dem „T. f. d. S.“ zufolge ge—
iödtet werden.

F In Grünstadt feierten am 12. d. die Abraham Neu'schen
Eheleute das Fest der goldenen Hochzeit.
7 Am 13. Mai fuhr ein zuͤm Transport von Auswanderern
bestimmter Extra⸗Dampfer der Koln⸗Düsseldorfer Gesellschaft von
Ludwigsha fen ab, der in Mannheim und Ludwigshafen zu⸗
sammen eiwa 250 dieser Europamüden an Bord genommen hatte.

7 Speyer. Wie der „Sp. Ztg.“ mitgetheilt wird, be⸗
absichtigt die Tabakmanufactur in Straßburg aͤhnlich wie in der
Begend von Lahr, auch in der Pfalz eine Fuiale zu errichten.

Auf der Bürgermeisterei in Mai nz fand dieser Tag eine
Conferenz der dortigen Branereibesitzer in Sachen der Bierpreifionen

RBe Tagesordreaeg

für den am 17. Mai 1889, vormittags von 11 Uht ab im Hotel Karls berg
ju Kaiserslautern stattfindenden Verbandstag des pfälz. Gewerbe Vereine.
Verbandes in Verbindung mit einem allgemeinen Handwerkertag enthält 1.
Das Lehrlingswesen mit Bericht über die J. pfälz. Ausstellung von Lehrlings⸗
rbeiten Referent: Tr. W. Medicus, kgl. Reallehrer, Kaiserslautern. 2.
Die Beteiligung der pfälz. Gewerbe- Vereine an den Sammlungen für die
Bittelsbach⸗Stiftung. Referent: Chr. Jung, J Sekretär des Vororis Kaisers⸗
autern. 3. Stellung der pfälz. GewerbeVereine gegenüber der von Rord⸗
»eutschland ausgehenden Bestrebungen zur Beschräntung der Gewerbefreiheit.
Keferent: Reallehret Klein, Frankenthai.

Zu diesem Verbands⸗ und Handwerlertage sind Gewerbelreibende, Hand⸗
verler und Interessenten des Gewerbedeirie bes freundlichft eingeladen. Selbst⸗
edend lönnen dabei aus der Versammlung Vorschläge, welche mit den Gegen⸗
tänden der Tagesordnung im Zufammenhange stehen, gemacht und zur
Diskuffion gebracht werden. An Stoff zu solchen Vorschlägen durfte um so
veniger Mangel sein, als die Punklle 1 und 3 der Tagesordnung so tief ein⸗
schneidende, den gesammten Gewerbebelrieb umfassende Fragen zur Erörterung
bdringen und in der Lehrlingsarbeiten-Ausftellung dem aufmerksamen Beschauer
zugleich eine folche Fülle von Material und praktischen Beweisen an die Hand
zegeben ist, daß ein Pfingstrusflug zum Handwerkertage, Nützliches und An⸗
genehmes verbindend, zu den empfehlenswertesten Pfingstparttien unbedingl
u rechnen ist. Also: Auf zum Handwerkertoge nach dem gasifreundlichen
Niserslautern!
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        Heute Samstag Abend
Eröffnung meiner
Bier⸗
Wirthschaft.
R. Muminger.

vingsimontas!

Tanuzmusik

dJakob Quirin,
Rentrisch.

Rilchingé

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Eröffnung am 1. Juni—.
Geschäfts⸗Anzeige

und Empfehlung.

Bringe einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum
mein Geschäft im Schlumpen und Spinnen von Wolle,
sowie im Walken von Strümpfen, Halbleinen, Decken
rc. in empfehlende Erinnerung.

Durch Anschaffung einer Gaskraftmaschine bin ich in
den Stand gesetzt, alle in mein Geschäft schlagenden Aufträge auf
die rascheste Weise auszuführen, und es wird mein Bestreben
sein, meine verehrlichen Kunden bestens und billigst zu be—
dienen.

Couvert⸗Wolle in mehreren Qualitäten ist stets vorräthig.

Zweibrücken im Mai 1880.
Hochachtungsvollst
Joh. Bachmann.

ei

Pfingstmontag von 3
hr ab:
Harmoniemusik
m der Bierhalle bie
Oberhauser.

Frankfurt a. —
Aeltestes Annoncen⸗Bureau
Joagengtein

*
Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

Pfingstmontag:
Waldvparthie
in der Waldanlage bei Seng⸗
scheid, wozu höflichst ein—
ladet

Jakob Schmitt.

16714.
Noch
keine
rrantheit hat bisher
den weltberühmten
Nineralquell⸗ Brust⸗
aramels und Kakao⸗
Thee Maria Benno
»on Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
J. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht-
Apotheker zum freien Ver—
,aufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Beters.

lat

das
Loos.

werden für ein grosses, gediegenes iterarischas Unternehmen
—
Reisende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Reamte, Lehrer, Reisende anderer
Rramehem eéte., welche sien namhaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisches Institut
* 60th3.

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Zweite Kissinger Gelu.terte
ιMno äι. Auu. Iöο
Gewinne:

A. 4000; 28al M. 12000; ↄ2wal M. 600W.
ete. im Gesammt
280, 000 Mari banr Geld.

Die Generalagentur:
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besle und billigsle Einkaufsquelle an der Saar
L BVIINSR.

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Bahnbestrooe

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Zaßnhofstraße
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empfieblt reichhaltigste Auswabl aller neu eingetroffenen Neuheiten der Saison, als wie:
Herren- und Knaben-Kleider jeden Genret
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Bei Einläufen von Mk. 30 wird das einfache,
bei Mk. 50 das Retourbillet im Umkreis
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Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.
Siezn „IAllustrirtes Sonntagaëblatt“ Nr. 20.
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        St. Ingberker Anzeiger.“

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der St. Jugberter Anzeiger und das (2mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Wei⸗

lage ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträagt vieriellährlich

As 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 Ak 60 A, eiuschließlich 410 Zuftellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 13 — für die viergespaltene Zeile Blatischrik odetr deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile herechnei.
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Dienstag den 18. Mai —1880.
Deutiches Reich.

Munchen, 14. Mai. Man spricht von einem neuerlichen
Wechsel in der Person des Chefs des königlichen Kabinets und
zringt Tieß mit dem Rudhart-Vorfall in Verlin in Zusammen—
saug. Thatsache ist, daß seit Verlegung des kgl. Hoflagers nach
Schloß Berg, also seit 3 Tagen, Ministerialrath v. Ziegler wieder
dort weilt und im Kabinet arbeitet.

Während es bisher hieß, daß das Entlassungsgesuch des bay—
ischen Bevollmächtigten zum Bundesrath Herrn v. Rudhart be—
reits bewilligt sei, verlautet jetzt, daß die Entscheidung, um den
Vorgang weniger auffällig zu machen, bis zum Herbst vertagt
verden soll. Herr v. Rudhart wird daher in diesen Tagen, wie
zfljährlich, seinen Sommerurlaub antreten und erst beim Wieder—
usammentritt des Bundesraths im Herbst sein Entlassungszesuch
rneuern. Daß man sich alle Mühe gebe, ihn von seinem Ent—
chlusse abzubringen wird zwar erzählt, indessen auch mit voller
Bestimmtheit hinzugefügt, daß Herr v. Rudhart nicht daran enke,
sein Amt wieder anzutreten.

Der Bundesrath lehnte am 13. Mai den Beschluß des
Reichsstags, betr. die Abänderung der Bestimmung des Zoll—
arifgesetzes über die Ausfuhr von Mehl aus fremdländischem Ge—
reide, ab und beschloß das Regulativ für Privat-Transitlager don
Betreide, behielt sich aber die Beschlußfassung über die Orte, an
denen Transitlager überhaupt zulässig sein sollen, vor.

Der Bundesrath wird vor seiner Vertagung nur noch über
die vom Reichstag beschlossenen Vorlagen, über den Anschluß von
Altona an das Zollgebiet und über die Ausführungsbestimmungen
zum Tabaksteuergesetz Beschluß fassen. Die Berathung der Wehr-
teuervorlage wird erst im Herbst stattfinden, da nach der neuen
veschäftsordnung zur Beschlußfassung über Gesetzentwürfe die An—
vesenheit der Minister der Vundesstaaten erforderlich ist.

Der Reichskanzler Fürst Bismarck wird, wie das „Teutsche
Mont.⸗Bl.“ aus zuverlässiger Quelle erzählt, Berlin nicht vor
Mitte Juni verlassen und sich dann direkt nach Kissingen zur Kur
degeben. König Ludwig von Baiern hat dem Fürsten bereits
mittheilen lassen, daß er ihm ebenso, wie in den früheren Jahren,
vährend seines Aufenthaltes in Kissingen daselbst königliche Equi—
dagen zur Verfügung stelle.

Anderweitigen Mittheilungen gegenüber wird berichtet, daß
ine Verstärkung des 15. (elsässischen) Armeekorps nicht beabsichtigt
st, wie denn dieses Armeekorps, von der Neuorganisation nur
ehr wenig berührt werden dürfte: nur eine verstärkte Rekrutirung
oll eintreten

zierzahl auf Schiffen feststellende Gesetz wurden gegen die Kapitäne
olgender Dampfer Haftbefehle erlassen: „Suevia,, „Amsterdam,“
Mosel,“ „Viking,“ „Rhein,“ „Baltimore,“ „Hohenstaufen,“
„Ohio,“ „Velgenland,“ „Helvetius,“ „Herder,“ „Celtic,“ „Der—
»nia,“ „City of Richmond.“ Der Kapitän des „Rhein“ ist be—
reils verhaftet, die übrigen werden sofort nach ihrer Ankunft ver—
yaftlet werden. Die amerikanischen Behörden sind entschlossen, dem
Unwesen, eine die gesetzliche Zahl weit übersteigende Meuge Aus—
wvanderer an Bord zu nehmen, mit allen Mitleln entgegenzutreten.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 12. Mai. In heutiger Schöffensitzung
wurden folgende Fälle abgeurtheilt: 1. Eine Frau von St. Ingbert
erhielt wegen Diebstahls eine Gefängnißstrafe von 2 Tagen. 2.
Lin Vursche von Hüttersdorf wegen desselben Vergehens eine solche von
1 Tag. Zwei Fälle mußten behufs Vorführung der Angeklagten
ausgesetzt werden.

f Ueber die Ausstellung von Lehrlingsarbeiten in Kaisers—
lautern schreibt die „Sp. Z.“: Die meisten Lehrlingsarbeiten
in unserer Ausstellung stehen in Bezug auf Qualität über dem
nittleren Durchschnitte, ja es sind solche vorhanden, die man fast
Meisterwerke“ nennen möchte. Das Preisgericht hat denn auch
einige derselben beanstandet und wird sich noch weiter von der
virklichen Leistungsfähigkeit der betreffenden Lehrlinge zu überzeugen
uchen. Der Speyerer Gewerbeverein hat den lobenswerthen Be—
hluß gefaßt, allen ausstellenden Speyerer Lehrlingen auf Ver—
angen die Reise nach Kaiserslautern zum Zwecke der Besichtigung
zer Ausstellung zu vergüten. Wir glauben, eine solche Besichtigung
önnte auch manchem Meister nichts schaden!

F In Kaiserslautern ist der protestantische Decan
Vogt gestorben.

F Speyer. Hr. Reg.-Präsident v. Braun hat den na—
urgesch. Sammlungen im Realgymnasium einen von ihm selbst
m Revier Schaidt erlegten weißen Rehbock zum Geschenk gemacht.

Der durch den Brand in Baumholder verursachte
cchaden wird auf 1*92 Millionen Mark veranschlagt.

F Der dentsche Kaiser hat für die durch das Brandunglück
in der Stadt Baumholder Beschädigten und Verunglückten
eine Beihilfe von 1900 M. aus seiner Chatoulle bewilligt.

fF In Karlsruhe fand unlängst ein Knabe Banknoten
'm Werth von 1000 Mark und brachte sie seinen Eltern. Diese,
in ärmlichen Verhältnissen lebend, unterscheigen die Summe. In
Folge dessen wurde der Vater zu sechs Monaten Gefängniß ver—
urtheilt.

PAugsburg. Am 30. d. M. feiert, laut Mittheilung
des „Schwäb. Merk.,“ der Reichs⸗ und Landtagsabgeordneter Dr.
Völk sein 25jähriges Abgeordnetenjubiläum. Am genannten Tage
im Jahre 1855 wurde derselbe nämlich vom Wahlkreis Günzburg
n. D. zum ersten Mal in die bayrische Abgeordnetenkammer gewählt.

F.Konig Ludwig und die neue Orthographie. Der diesmalige
Aufenthalt des Königs Ludwig in Münschen hat zur neuesten
heschichte der deutschen Orthographie eine kleine pikante Anekdote
zeliefert. In einem dem König zur Unterschrift vorgelegten Ver—
retungsakt war das Wort „Rat“ ohne den jetzt offiziell verpönten
Buchstaben „h“ geschrieben; die aus dem Kabinet zurückgekehrle
ürkunde trug bei jenem Wort den weggelassenen Schlußbuchstaben
in sehr kräftiger Handschrift hinzugesugt. Danach zu schließen,
heilt Koͤnig Ludwig enkgegen der Rechischreibungsordnung der
Herren v. Lutz und v. Puttkamer mit dem Reichskanzler wie einige
indere, so auch die Ansichten über deutsche Orthog aphie.

Das Fest der Vollendung des Kölner Tomes soll An—
anqgs September 1880 stattfinden.

F Der Stabstrompeter von Mars-la⸗Tour. Der ehemalige
AV
»eging vor einigen Tagen sein 25jähriges Dienstjubiläum, bei welcher
velegenheit ihm von vielen Seiten Ovationen dargebracht wurden.

Bei einer am Abend veranstalteten Familienfeier fiel den zahlreichen
hästen eine total zerschlagene, mit Beulen bedeckte Signalkrompete
nuf, die inmitten eines Lorbeerkranzes an der Wand hing. Der

Ausland.

Aus Frankreich wird gemeldet: Die Arbeitseinstellungen
m Departement du Nord nehmen einen bedrohlichen Charakter an.
zin Roubaix hatten sich am Abend des 13. Mai mehrere Tausend
Manner, Weiber und Kinder auf dem Boulevard de Paris ver—
ammelt. Von dort zog eine Schaar Arbeiter unter Absingung der
Marseilleuse und unter Geschrei und Drohungen zum großen Platze,
vo gelärmt und getobt wurde. Die Mairie wurde durch Gendar—
nen und Chasseurs zu Pferde geschützt. Nach Ankunft eines von
'ille herbeigerufenen Bataillons wurde ein Cavalerie-Angriff auf
ie tobende Menge ausgeführt; die Arbeiter zogen sich zurück,
ehrten aber unter wüthendem Geschrei wieder, und erst um Mit—
ernacht wurden die Massen zerstreut. Eine Anzahl von Fenstern
ourde eingeschlagen. Die Aufregung ist groß. Nach Roubair
vurde ein Bataillon Chasseurs zur Verstärküng geschickt. (K. 3.)

In dem englischen Industriebezirke Blackburn haben nicht
veniger als 25,000 Weber die Arbeit eingestellt, um eine 53 pCt.
rohnerhöhung zu erzwingen. Man glaubt, daß sich die Zahl der
Strikenden noch vermehren wird.

Nach der Deutsch-Russischen Correspondenz hat die russische
stegierung die auf 12 Millionen Rubel veranschlagten Arbeiten
zur Verstärkung der Festungen an der österreichisch-preußischen
zrenze in Folge friedlicher Gestaltung der politischen Verhälinisse
wischen Rußland und Deutschland — Oesterreich eingestelli.

New-VYortk, 14. Mai. (Maßregeln zum Schutze der
Zchi fspassagiere, Wegen Zuwiderhandelnz gegen das die Passa⸗—
        <pb n="310" />
        — Trompete zu erzählen,
und der ehemalige Stabstrompeter that dies auch in schlichter
Weise. Es war in der Schlacht bei Mars-la-Tour, wo die 11.
dusaren plötzlich Befehl erhielten, eine Attaque auf ein in Quarré
sormirtes französiches Linienregiment zu machen, welches mit Löwen—
muth kämpfte. Mitten im Schlachtgewühl bemerkte Roch, der sich
mmer dicht an der Seite seines Obersten hielt, wie ein Franz⸗
naun das Gewehr auf seinen Chef anlegte. Zum Besinnen, oder
im den Säbel herauszuziehen, war krine Zeit, wie der Wind war
der Stabstrompeter an der Seite des Franzosen, und die Trom—
pete krampfhaft bei'm Mundstück packend, sauste sie mit so ver—
nichtendem Schlag auf das käppibedeckte Haupt des Franzosen nieder,
daß dieser alsbald zusammensank. Die neue Waffe kam dann noch
o nachdrücklich in Action, daß sie zerschlagen und mit Beulen be—
Feckt gus der Altaque zurückkehrte. Der Oberst lohnte die ent⸗
cchlossene That dadurch, daß er später vor der Front dem Stabs⸗
rompeter das vom Kaiser verliehene Eiserne Kreuz erster Classe
ibergab, mit dem Bemerken, „es sei redlich verdient“.

pSchweizer Militär-A nekdoote. Hauptmann:
Wer wird so zur Parade kommen, Korporal Knöpfli? 's is bi
gott Chrü' a Schand!“ — Knöpfli: „Hauptmann, halt's Maul,
zi Gott, odor ich chünd (kündige) Dir's Kapital!“ . .

.Aus New-York erhält die „Nordd. Allg. Ztg.“ nach⸗
stehendes Schreiben: Es ist neuerdinas wiederholt vorgekommen,
a .äò.——2—
Versteigerungs⸗
Bekanntmachung.
Montag, den 21. Juni 1880,
Nachmittags ZUhr, zuSchnapp⸗
bach, in der Wirthschast von
darl Viktor Grafsion,
wird durch Franz Sauer, kgl.
Notar im Amissitze zu St.
Ingbert, hiezu gerichtlich beauf⸗
ragt, im Wege der Zwangs⸗
beraäͤußerung, auf Betreiben von
Friedrich Harteneck, Rentner
n Zweibrücken wohnhaft. gegen
Johann Schuster, Krämer
ind Katharina Bachmaier,
beisammen in Schnappbach wohn⸗
haft, folgende Liegenschaft, in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
römlich:
Pl.⸗Nr. 49982, 2 a 80
Im Fläche, worauf ein zwei⸗
föckiges Wohnhaus mit Hof⸗
raum und Pflanzgarten,
Platz und sonstigem Zube—
hör, gelegen zu Schnapp⸗—
hach neben Friedrich Zoln⸗
hofer und Philipp Spaniol,
„ffentlich zu Eigenihum ver—
steigert.
die Liegenschaft wird als ein
wanzes versteigert, die nähere
Beschreibung des Versteigerungs
gegenstandes, sowie die Versteiger—
ingsbedingungen können bei dem
Versteigerungsbeamten eingesehen
verden.

Zt. Ingbert, 15. Mai 1880.
der Versteigerungsbeamie:
Sauer, k. Nolar.

————

Prima
Getreide Preßhefe
aus der altrenommirten Fabrik
von G. Sinner in Grun—
wvinkel empfiehlt in stets frischer
Waare Ed. Orth,
Ensheim.
— ——
ssno suv
zal Nolan a213 aoch Icb 68
ogabnac uospug
Mur

das
Loos.

weite Rissinger Seldlotterie
Ziι l. Auu. ISο
Gewinpe:
—
cte. im Gesammt
220. 000 Narie hanr GeId.
Die Generalageutur:
A. Mæ B. Schulor In 2velbIæcxν.
Hanf—⸗
Converts
her 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demek,.

verden für ein grosses. wedieçgenes literarisches Unternehmen

FVerdienst sehr lohnend. Fnehkenntniss nicht ersorderlich.
Aueh Beuiate, Lehrer, Reisende ancderer
Reancehen ete.. welche sieh namhaften Nebenverdienst ver—
zchassen wollen, heliebhen sich zu melden
Literarisches Institut
W Gotha.
2376 12 . E53. 1506 . .5.2
2u. Sichel's Atelier künstl. Zähne

—

7
JCnhnade.

Plombiren, Reinigen ꝛc
St. Johaun. Sulrzbachstraße 133.

»ucf 110

Verlag von iy. Xx.

daß anerikanische Notare das ihnen seitens in Deutschlaud leben⸗
er Auftraggeber geschenkte Vertrauen mißbraqucht haben. Bald
ind dieselben bei Ausführung der von ihnen selbst erbetenen Auf—
räge säumig gewesen; bald haben sie unverhältnißmäßige Vorschüsse ver
angt oder Kosten liquidict, die überhaupt nicht entstanden waren;
ald haben, fie durch falsche Angaben über Nachlaßangelegenheiten
„der über anterikanische Rechtsverhältnisse aus eigennützigen Ab—
ichten Irrthum erregt. Hiernach kann den Betheiligten nur
mpfohlen werden, die Wahrnehmung ihrer Interessen in den Ver—
inigten Staaten von Amerika nur zuverlässigen und erprobten
Häunern anzuverktrauen. Die deutschen Consulate oder die „deutsche
Hesellschaft in New-HYork“ werden ohne Zweifel in vorkommenden
rällen zur Ertheilung von Auskunft bereit sein.

——————
dienstesnachrichten.

S Mai. der König haben durch Allerhöchstes Dekret, d. d. München
en 11. Mai 1880, Sich allerznädigst bewogen gefunden, dem k. Notar Karl
Julte nberger in Zweibrüssen in allerhuldvollster Anerkennung der lanejährigen
min Ausze ichnung und Treue bethätigten Antsführung den Titel und Rang
eines köntgl. Ralhes gebührenfrri zu verleihen.
Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

Anszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert
bro Monat April 1880.
4. Geburten:

Am 2. April. Barbara, T.
). Peter Danzer. Barbara, T.
». Johann Schwarz. Johann,
5. v. Jacob Erbach. Rosina,
T. v. Johann Thome. 3. Ka⸗—
harina, T. v. Joseph Stolz.
heinrich, S. v. Johann Keßler.
Nicolaus, S. v. Johann Tit—
elbach. 4. Anna, T. v. Peter
Kneib. Karl, S. v. Aug. Horst.
5. Emil, S. v. Peter Joseph
Uhl. 6. Friedrich, S. v. Heinr.
Mohr. Anna Magdalena, T.
». Joseph Wesely. 7. Barbara,
T. v. Joh. Stalter. 8. Maria,
T. v. Johann Jacob Sattler.
Karl, S. v. Adam Staß. 10.
Maria, T. v. Heinrich Stein—
feld. 13. Heinrich, S. v. Pet.
Hheinr. Latz. Georg, S. v. Va⸗
entin Simonis. 14. Johann.
5. v. Johann Schmitt. Jo—
ephina, T. v. Nicolaus Schütz—
ẽlisabetha, T. v. Andreas Baus.
15. Josephina, T. v. Nicolaus
Redel. Karolina, T. v. Georg
Jung. Katharina, T. v. Peter
Joseph Wagner. 16. Katha—
ina, T. v. Karl Geyer. 17.
zacob, S. v. Peter Thomas.
8. Katharina, T. v. Johann
Nicolaus Geyer. Joseph, S.
». Georg Jene. 22. Barbara,
T. v. Peter Georg I. 23.
zohann Friedrich, S. v. Ka—
harina Ochs. Rosa, T. v.
Jacob Gröschel. Emil, S. v.
dheinr. Günther. 24. Karl, S. v.
Wilhelm Schunk. 26. Sophia,
T. v. Georg Gehring. 27.
delena, T. v. Joseph Weis⸗
jerber. Karolina, T. v. Karl
tzeck. 28. Katharina, T. v.
rudwig Siegwart. Peter, S.
». Peser Betz. Wilhelm Robert,
z. v. Jak. Kempf. 29. Maria
werkrauda, T. v. Johann Fries.
30. Karolina Julianna, T. v.
CEhristian Klinck.

13. Eijeschliestungen:
Am 8. April. Johann Adam

Laturell mit Maria Fischer 13.
Peter Becker mit Maria Stolz.
24. Heinrich Schales mit Mag—
dalena Mannweiler. 26. Georg
Adam Nothof mit Maria Weber.
28. Peter Giesler mit Karolina
Fatharina Fuchs.
¶. Sterbfälle:

Am 1. April. Joseph, 1. Mt.
ilt, S. v. Johann Wegmann.
). Barbara Elisabetha, 3. J. a.
T. v. Peter Gehring. Friedrich
doch 41 J. a. Ehemann v.
Zophia Koch. 11. Anna, 2.
Mt. a. T. v. Philipp Appel.
Jacob Schwarz 54 J. a. Ehe—
mann v. Barbara Schnepp. 12.
Maria Elisabetha, 11. Mt. a.
T. v. Mathias Klemmer. Maria,
5. J. a. T. v. Peter Wagner.
3. Karl Ferdinand, 1. J. a.
5. v. Ferdinand August Ritter.
16. Peter Ernst Adolf Dercum,
76 J. a. Ehemann von Sisanna
Jrestinari. 17. Karl 6 Mt. a.
—AVV
Walter, 44. J. a. Ehefrau v.
Farl Georg Joseph Heinrich Linde—
nann. 18. Gertrauda, 2. J. a.
T. v. Peter Joseph Wagner.
Friedrich, 4. J. a. S. v. Jacob
Stegner. 20. Theresia, 1. J. a.
. v. Joseph QOuiring. 22.
Fohann Jacob Priester, 75 J.
. Wittwer v. Barbara Langen⸗
dahn. Franz, 2. J. a. S. v.
Andreas Schmitt. Jacob, 1. J.
a. S. v. Jacob Schmitt. Joseph,
2. J. a. S. v. Thomas Wambs⸗
janß. 23. Ludwig, 1. Mi. a.
5. v. Johann Joseph Schwarz.
24. Johann Hemmerling 49 J.
1. Eemann v. Katharina Bastian.
25. Elisabet! a Stief, 56 J. a.
Wittwe v. Georg Steinfeld. Eli⸗
abetha, 3. J. a. T. v. Joseph
Quiring. 26. Louisa, 11 Mt. a.
T. v. Johann Spaniol. 28.
Wilhelmina Günther, 45 J. a.
Witiwe v. Heinrich Spaniol. 30.
Barbara, J. J. a. T. d. Peter
Weiland.

Zzt. Ingbert, 13. Mai 1880.
Der Standesbeamte:
Gufter.
AoaAddött: babdt Mblut W dNuituudMe Miua
Qemetz in St. Ingbert.
        <pb n="311" />
        4 5 85 3 825
535 *55 —3333 5 *8288 35 38
* 222 2 32 — 22 2 * F * « p 8*
—E — — — ——— 53 288
2232 —— — XX — — — * —
2 7 5. 2 — ę — * 3
20 — * 5 33 8 —— —522* 8 3 22 ** ⸗ 2
* *27 —*27 * * * —8 2
—— 8IS 2336 5z3 5z —z —55 58537 2*833 553.8
—23 — 2 — ** 2 2—82 2 5 * — 22 8 S·
—358 355 53335 s 3* —8 233 53 5
27 *— — 2 —— ——* 532 — 75
—55 —8 53 — —7* — ———— c 5
— 2255 273385 2335 — 42 315
— — — 3 — —2 2— 5335356282 8 * 5 — —
5555 53 —— 57 322838 220 ——8 358* — —
255 5535*5 555 A ẽ
72 * 38 —. 2 5 5— 2*
S— —522 32328 3535555383 323 57555 50* 55 83*8
2283582 38555 65883 ——— —5 —z —325 5583 383 3
— 836 8838— 33338 —A
—2 * — * 2 —— — 2* 2 —4 5 32 9 2 5 — J.
233 5348536 — ——— 82 22 33.5*
— e * — 2 — * E — —8
236 8835355 —— 328535 —— — — —
5 25 —538 —52 53 20 — 2.5 * — — —8 38 2555 12325258
25 ——3 3 —72E —— 2 —2 — 2 25 Sc3 52E2 —2—522
75 —2 58325 2 5588 5 S554 — Dä — 2 —
5—— 3823 — 5 55 —5 S8 55 — 589 25 3z35—
22 —55332—55 * — 7 828 —3 — 3
52222 58 558 7— s 2— s353 — 8 33553.22 53 32 28
53.53 28 22 38 ——5 55 2 258 258 2 — 8 87 —5* — 2525 8
27 5*853 — 2*5— 5352332 2. — * — 522
—2ck5285 885 —8 2285 57 ẽ 3
—5.5 2223292 2 8 * ———— 22 — 5 5 2 ——22 —— 22 56
—A — — —55655—555 —
— — 68 — 388 88
* 232 —E 2 53752 —5 —X——— R 72
—— 5 87 38 55— 3 23
555 5— 112 — —EãSS 3 E 5678 —— — 2 — —
5535 288855 * 552 5 —
5 S *

* 222
— —— E 22—8
5z 58——353 551333338
2 8
—8 * 8 *5 5.f 5—55 —55— —
F * 2285 * 8 * 2 Zz53k2 —5238353—5
* 8 D — — *— ——25 —52— 225 53 — —z—z235 — —
5 * —* 5 0 3 —5 575——535 325 ——
2 —— — —35585 5828 — 22253
5 J —— —752— 238 22 ——* — s 88 —255*
—XR 8 J— 8 —F 5— — 522 * —3
* —* 358 v* O —A —2*22-2383 *
5 32— 255. — 535 5252 335852533 53555355
— 3** c⸗ .2 F — 32 2 ** 2522
* J . 8 —V— ˖83 2 *8 2
252 — —X —— ——5—553 22 53 28 —A — ——
—— * 838 —5525 — —— 8SEs527 25 253753321—
3 828 525237— — 558* —533 853
— * * —2383 S5—. 2· 549 —3 5 —5528* 2 —A—
—n35 2 5*28 —8 —A 5 — — — —22 2 — 0 55 22 5
227 2 — — — — 2 — 8 —5 — —
3337355 35 8 323 —588 873535 3383855
2— 2ꝰ— — 258225 —H— — —233— — —A 5255 ——283 —287
*855 —ö —372 — 8532 35 —— : z2525 —2388

4ö 3 35 558 — 533
32536 * — 18 255 ———— —35352,553 —«—23232603
257 —8282 — —A — — ——

* S 532 E — 25 — 52* — . 2
—52 — 5333—— — — —23
5 5* —8 —E 5 7 25* D 2 2 38
— 3— — ** 2 — —e— — O ——A S 28 —AA 8 —S⸗— *
— B — — 2 * ö — 3 8 cW * —* 22
—s3 3233207 — — A —
2 5 * —* 5 2 5252 — 52 —

82 2 2325325 * 25 * — 323* 2224 —2 2

——*58—35855 5 2 82 2—55558— —S ——8—82 5252352

3 38 555 555 3258 2555—5 568 5523 — 3

*2EE— 53 —.5 28 —58 E —— —
55738 J e 6 8

5* z383 5 538 A * 6

2— — 825

2 —2 *

z2855— 52 2
— 885 S 385 3225 5 2 222
33657 55 5383 758 5 555528553588
EE 5558 23868 —35 5——553
— 552 8 ——— 8 22* 25 28 —X —
—A 2 323 55535 — — ——— 535
2E5 — ES 83 2 ——8385 — 5—584 8
—— 3 9982 5* — 5—— 2 2 552—352—
— 25238 ——— 7 —5 82325* 22 5 *
2 5 S7 38 — 0 —Z 32 8 * 28 2
5 —— Tæ —— — 5—555 8 3285 *
2538 25 —5858 538332 55 —— 523332388
* ** — —7 8252 872 6—* 87583533. z3333833355
272 783 ———25823555 — 225285 ——3335258*
— —— 58 —555 —4232832*
3353553 55 —2335— c5 33— —3 335338
—255—28 6 75 3253—555 57 5 —5633*258
* 2 — — * 2*
55 F —* 2 —— 8—* 8 —A 2 — · ———
5220 — 3223. 57 „235 —2—— 7252
3 — 2 —A 235 *5 * 282 7 52— — 2 533832525
257235 55 35— —
— * * 258 S —5 —* —A— 59 28 43 3
— ——— w — —— 25*5 —3
22 — 3 — 5 —
— 2 — — 3 575 523535
2 .562 —1655 —2 25 . 33 —2 —25 —8 2 3 —52—5*
2* Ek—* ** 552— 225 — *8* — 2 —5 — —A
7 5 — — — * —838—
— — »5*—355224 3*5852 — 55— 58— 54
25 — 5—. 3— —3 —3 58 n*u 52 23358
2 ————— — S* 2c 8 5587 2X — 5z23* ẽ
55 53*86 —B 5555337 —
— 5222 8 285553 —— 58 38 Z25
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—83 8338 * —53 755 553
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533 —3 — 33233353653532
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonnmtags mif illustrirter Bei⸗

—QDI Diensstag, Donneretag, Samstag und Sounutag. Der Abonnemeutspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen IA 60 —, einschließlich 40 3 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 4. von Auswärtz
mit 15 — für die viergeipaltene Zeile Blattichrisoder dexen Raum, Neclamen mit 30 urs Seit⸗ derecheet.

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— — —
M 80. Donnerstag den 20. Wai
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Deutsches Neich.

Der Kaiser von Oesterreich ist am 17. Mai in München
eingetroffen.

Wie kürzlich die oberbayerische Handels- und Gewerbekammer,
io hat sich auch das Generalcomite des landwirthschaftlichen Ver—
eins in Bayern gegen ein Reichsgesetz über Versicherungswesen
ausgesprochen, da ein solches Gesetz sür Bayern kein Vedürfniß sei.

In etwa 14 Tagen werden die beiden Prinzessinen von
Schleswig-Holstein-Augustenburg mit ihrer Mut—
sex und dem Prinzen Christian, ihrem Oheim, in Berlin er—
wartet, und es wird alsdann die offizielle Verlobung des Prinzen
Bilhelm mit der Prinzessin Auguste Viktoria stattfinden.

Die preußische Regierung beabsichtigt — nach der „Frkf.
Ztg.“ —. der Nachsession des Landstags eine Maßregel vorzu—
chlagen, wonach für 1880,81 ein kleiner Steuererlaß
vermuthlich sehr, sehr klein) erfolgen soll. — Die We her st eu er⸗
porlage ist vom Bundesrathe definitiv für die nächste Session
urückgestellt.
Ausland.

Die Arbeitseinstellungen im Norden Frankreichs scheinen
einen ziemlich ernsten Character angenommen zu haben. Der
Strike in Roubair dauert fort, und es ist die Hoffnung auf eine
Besserung geringer geworden. Einige Arbeiter, welche letzte Woche,
die Arbeit wieder aufgenommen hatten, haben dieselbe neuerdings
wieder aufgegeben. Die Strikenden scheinen einem Losungsworte
u gehorchen.

Die „Times“ erfährt, auf Wunsch der Großmächte werde
Frankreich wahtscheinlich daran gehen, von der Pforte die Annahme
einer internationalen Commission zur Ueberwachnng der türkischen
VBerwaltung zu verlangen.

Auf der Spanien gehörigen Insel Cuba hat sich, neueren
Tachrichten aus New-York zufolge, eine republikanische Regierung
Jebildet. welche einen gewissen Garcia zum Präsidenten wählte.

Die Antwort der Pforte auf die letzte Kollektivnote der
Signatarmächte des Berliner Vertrages in der montenegri⸗
nischen Angelegenheit ist nunmehr den Botschaftern der betreffen⸗
den Mächte zugestellt worden. Die Pforte schlägt darin den
Mächten die Niedersetzung einer internationalen Untersuchungs⸗
tommission vor.

——
Vermischtes.

St. Ingbert, 20. Mai. Gestern gegen Mittag traf
mittelst Extrazug der Verwaltungsrath der pfälzischen Eisenbahnen
—R——— eröffneten Linie St.
IngbertSt. Johann hier ein. Nach der Besichtigungsfahrt fand
im Wartesaal 1. und 2. Klasse unferes Bahnhofes eine Sißung
tatt. Nach derselben fuhren die Herren nach dem Eisenwerke der
hrn. Gebr. Krämer und dinirten sodann bei Hrn. Osk. Krämer.
Hegen 4 Uhr reisten sie über Zweibrücken, Annweiler . wieder ab.

*St. Ingbert. Von den Arbeiten, welche hiesige Lehr⸗
linge auf der Ausstellung von Lehrlingsarbeiten in Kai—
erslautern ausgestellt hatten, wurde diejenige von Johann
darth (ehrling bei Schneidermeifter Märker) vom Preisgericht
als preiswürdig befunden, jedoch beanstandet, weil dasseibe Zweifel
jegte, daß die Arbeit vom Lehrling allein ausgeführt worden sei.
Im Ganzen wurden die Arbeiten von 28 Lehrlingen (bei 26
MNeistern) beanstandet.

In der Pfalz standen im Jahr 1879 in Betrieb: 277
Brivat⸗ Braunbier⸗ Brauereien, die zusammen 240366 Hektoliter Malz
nerbrauchten, und 5 Actien⸗Brauereien. deren Malzverbrauch zusammen
4,782 Hektoliter war. Nach der Groͤße des Malzverbrauches scheiden
ich diese Brauereien aus in 6, die von 10,000 bi⸗ 50,000 Hekto⸗
iiter, in 5, die von 5000 bis 10,000 Heltoliter, in 49, die von
000 bis 5000 Helioliter und 222, die unter 1060 Hekto⸗

liter Malz verbrauchten. Die Menge des erzeugten Bieres betrug
585,370 Hektoliter. — Weißbierbrauereien vaten in Betrieb 2,
ie 93 Heltoliter Bier erzeugten; ferner Branntweinbrennereien,
37 gewerbsmäßige und 1338 als Rebengewerbe betriebene die
HG.385 Heltoliter Vranntwein erzeugten Essigsiedereien wurden

11 fabrikmäßig und 37 im Kleinen betrieben, mit einer Pro⸗
»uction von 32,029 Hektoliter; Germsiedereien (Hefensiedereien)
vurden 19 fabrikmäßig und 50 im üleinen betrieben.

FAus Trippftadt, 17. Mai, schreibt man der „Kirsl.
3.“: Hier herrschen immer noch Halsbcäune und Scharlach; es
ind bereits einige sechzig (7) Menschen daran gestorben.

* Die von uns nach dem „Pf. K.“ gebrachte Nachricht von
dem Tode des Hrn. Dekan Vogt in Kaiserslautern hat
ich glücklicherweise als unwahr herausgestellt. Der Todtgesagte,
der zur Zeit bei Verwaundten in Karlsruhe lebt, befindet sich viel—
nehr auf dem Wege der Besserung.

Der am 17. Mai in Kaiserslautern abgehaltene
Berbandstag pfälz. Gewerbevereine nahm folgende Resolution an:
„Der Verband der psälzischen Gewerbebereine erachtet die besonders
von Norddeutschland ausgehende Agitation gegen die Gewerbefrei⸗
jeit, sowie die Beschlüsse des Reichstags vom 5. Mai do. Irs.
ür die freie Entwickelung des Gewerbestandes als äußerst schädlich
ind beauftragt den zeitweiligen Vorort des Verbandes pfälzischer
Hewerbevereine, gegen jeden Eingriff in die Gewerbefreiheit ener
zisch zu protestiren.“ — Stern von Zweibrücken beantragte noch,
er Vorort wolle Massenpetitionen der pfälzischen Gewerbetreibenden
jegen Beschränkung der Gewerbefreiheit veranlassen. Auch dieser
Antrag wurde angenommen. Dagegen, wie gegen die Resolution,
timmten nur Prof. Medicus und vie Vertreter des Neustadter
Hewerbevereins.

F Der Stadtrath von Kaiserslautern sprach sich mit
illen gegen drei Stimmen gegen die Einführung eines Orisftatuts
aus, wonach die Concession zu Gast⸗ und Schenkwirthschaften von
dem Nachweis des vorhandenen Bedürinisses abbängig gemacht
werden soll.

F Aus Freins heim berichtet der „D. Anz.“, daß in
)er dortigen Gemarkung bereits reife Kirschen gefunden werden.
Zofern das Wetter günstig bleibt, könnte⸗ aller Voraussicht nach

die Kirschenernte daselbst in ungefähr 14 Tagen beginnen. *

F In Freins heim wurde am Pfingstmontag dem dortigen
driegerverein von den Freinsheimer Frauen eine Fahne verehrt und
ugleich die jährliche Friedensgedenkfeier gehalten. Von auswärts
waren an 40 Kriegervereine zu der Feier gekommen.

Das Edenkobener Gericht wuͤrde über die Feiertage
in ganz besonderer Weise in Anspruch genommen, indem *
veniger als drei in umliegenden Ortschaften vorgekommene Selbst⸗
norde bei demselben angemeldet wurden

Speyer. Die nächste Prüfung von Apothekergehilfen
vird am 23. und 24. Juni ds. Is. stattfinden. Anträge auf
Zulassung sind längstens bis zum 10. Juni vorschriftsmaßig be⸗
egt bei dem Kreismedicinalrath Dr. Karsch hier einzureichen.

F Am 17. Mai ertrank im Rhein bei Speyer ein Soldat
des in Speyer liegenden Pionier-Balaillons Er wollte haden
und kam zu weit in den Sirom.

F In unserer Zeit, welche soviel klagt wegen des Ueberhand⸗
nehmens von Wirthschaften, dars wohl festgestellt werden daß es
m badischen Oberland, in dem etwa 500 Seelen zählenden Orte
—A— factisch keine Gastwirthschaft, Weinschenke
»der dergl. giebt. Die Schallbacher haben ihr eigenes Gewächs im
eller. gegen Fremde wird alt⸗ alemannische Gastfreundschaft geübt.

Eine am Montag in R oth bei Nürnberg abgehaltene
Versammlung der Volkspartei, in welcher über die Tabaksteuer ver—
handelt werden sollte, wurde polizeilich aufgelöst, weil nach Ansicht
des überwachenden Beamten die gehaltenen Reden gehassig und auf⸗
teizend gewesen seien.

F.Aus Oberammergau wird berichtet: Der Andrang
ur Eröffnung der Aufführungen des Passionsspiels ist ganz au—
zerordentlich groß, namentlich von Seiten des Auslandes Alle⸗
Jotels und Privathäuser sind überfüllt, der Zustrom dauert noch
ort. Sänmtliche größere ausländische Zeitungen sind vertreten
Das Wetter ist vorläufig sehr günstig.“‘ Ein eigenes englisches
hotel ist errichiet, das Publikum besteht anscheinen zu zwei Drit⸗
eln aus Engländern.

In Wena bei Landshut haben 4 Bursche einem anderen
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        nufgepaßt, jedoch den unrechten erwischt, von dem sie so zugerichtet
durden. daß einer gleich todt blieb und ein zweiter kaum mit dem
deben dadon kommen wird.

An jungster Zeit soll durch Zigeunerbanden die Blattern—
krankheit in Bayern eingeschleppt worden sein. Ein Ministeriab—
erlaß schärft den Verwaltungsbehörden des Königreichs ein, Sorge
zu iragen, daß den Zigeunern der Eintritt ins Land versagt, be—
ziehungsweise deren Zurüchweisung über die Landesgrenze ver—
fügt wird.

Am Samstag Abend starb im 68. Lebensjahre in München
der frühere Präsident des pfälzischen Appellhofes, Dr. Ludwig v.
Weis, nachdem er vor nicht ganz einem Jahr in Quieszenz ge⸗
Teten war. Weis war ein geborener Pfälzer.

4 Das Landgericht Mün chen J hat gegen Personen, welche
vegen Milchfälschung aͤbgeurthelt wurden, sehr empfindliche Geld⸗
rafen (bis zu 200 Mark) verhängt.

4 Vor einigen Tagen kam in Köln ein Kind von 18
Monaten auf eine traurige Weise ums Leben. Dasselbe fand iu
»er Wohnung seiner Eltern eine Flasche mit Benzin. Es trank
nus derselben und war trotz der sofort angewandten ärztlichen Hülfe
wenige Stunden darauf eine Leiche.

F Aus England sind über Liverppol im vergangenen
Monat gegen 30,0900 Persouen ausgewandert.

In dem Eisenwerke Buchall Hall bei Walsal in Eng—
and explodirte ein Dampfkessel, wodurch 50 Menschen theils ge⸗
odtet, theils schwer verwundet wurden.

F Nach Berichten aus der Havannah ist das Dorf San
Luis, unweit Santiago de Cuba, durch Feuer zerstoͤrt worden.
Mehrere Leute büßten ihr Leben ein und 3000 Menschen sind ob—
zachlos geworden. Auch kamen 300 Pferde in den Flammen um
ind es wurde eine große Menge miltaäͤrischer Vorräthe vernichtet.

F Eine alte Granate explodirte unweit des Forts Mackeny
in Bahtimore, wodurch sechs Arbeiter, die sich zur Zeit in
der Nähe befanden, getödtet wurden.

Fur die Nedaction verantworttich J
Pfälzer!

Freudigen Wiederhall hat in unseren Herzen der Aufruf des
orod. Landes⸗Comite's für Errichtung einer

Wittelsbacher Landesstiftung
gefunden. Der königliche Wunsch hat die Form bezeichnet, welche
dem Einzelnen Gelegenheit gibt, sich an einem Feste der Treue
ind Dankbarkeit zu beteiligen, das die 700jährige Verbindung des
Jayerischen Volkes mit der Wittelsbacher Dynastie verherrlichen joll.

Die Erfüllung dieses Wunsches ist die Aufgabe Bayerns unt
mahnt die Pfalz zu edtem Weiteifer mit den rechtsrheinischen
Provinzen.

Im Jahre 1214 erlangten die Wittelsbacher die rheinischt
Pfaligrafenwürde. a

Bayern und die Pfalz — Gott erhalt's!
hieß es im Jahre 1225 bei der Vermählung des Pfalzgrafen Otto
des Erlauchten mit Agnes der welfischen Fürstin.

Vayhern und die Pfalz sei auch unser Losungswort für ge⸗
meinsames Vorgehen in Huldigung des Wittelsbacher Königs
Hauses. — Auf pfälzischem Boden steht die Wiege der jetzt re
Fierenden Linie und wie diesen Boden unser Koͤnig Ludwig II.
i der sturmbewegten Zeit des letzten Krieges schützte, das ist eint
tief in die Herzen aller Pfälzer gegrabene Erinnerung.

Darum ist auch die Verwirklichung des kgl. Gedankens, daß
dem bayerischen Handwerke Segen erfließe aus der Jubelfeier, eine
Ehrenschnld des Pfälzers.

Icder, ob reich oder arm, hoch oder niedrig, gebe daher seir
Scherflein als äußeres Zeichen jeiner inneren Gesinnung. — In
seder Gemeinde mögen unter Leitung der Bürgermieister thatkräf⸗
tige Männer zusammentreten und durch Bildung von Lokal-Comite's
sofort das Sammelwerk organisiren.

Die Mit, lieder dieses Comite's wollen von Haus zu Haus
die Sammlung vornehmen und das Ergebniß den Bezirksämtern
als Sammelstelle übergeben, welche sämmtliche Gaben dem Kassier
des unterfertigten geschäftsleitenden Ausschusses einsenden werden
Bis zum 155 Junul. J., welcher Tag als der Endtermin für
die Sammlung in der Pfalz festgesetzt wird, arbeite Jeder an die—
ser Ehrenaufgabe, deren Lösung der Tribut der Liebe und Treut
ist, welchen die P.alz ihrem geliebten Könige zollt.

Speier, den 3. Rai 1880.

Der geschäftsleitende Ausschuß des Kreis⸗-Comite's
für die
Wittelsbacher Landesstiftung
Der- Vorstand: v. Braunm.
Der Schriftführer: Irhr. v. Harold.

Zur Bildung des fraglichen Localcomites werden hiermit di
Bewohner der Stadt St. Ingbert eingeladen, sich am Sonntag
den 28. d. Mis., Nachmittags um 3 UÜhr im Saale der Wittw—
J. Grewenig recht zahlreich einzufinden.

St. Inabert, den 19. Mai 1880.

Hochachtungsvollst
Das Bürgermeisteramt:
Enster.

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Schöner Saradella⸗Klee⸗
samen wieder eingetroffen bei
Franz Grell's Nachfolger.
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für deren Keimfähigkeit garan—
irt wird, sind zu haben bei
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Er-ate und älteste
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Todes-Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsern in—
nigst geliebten Valer, Gtoßvbater, Schwiegervater und
Onkel

* D
Philipp Koch,
im 65. Lebensjahre heute Morgen um 11 Uhr nach
längerem Leiden in ein besseres Jenseits zu sich abzurufen.

Schnappbach, 19. Mai 1880.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Freitag Rachmittag um 2 Uhr
von Schnapobach aus statt.

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53 *3 —3232. —325 5233 5233233 53 5327 ——
*32 55877: 5 3* 5*283.7 253—835
32 32., 5822 —J2 x⸗3 52 5 2283 —
133 55—5 355533*3 * —3 3—25357 235335
* * 3 5223 —553— 3533333 — 78 55* — 2 2256 2
5 33 53 23 5* 253533752 225 52323—2
252 z 533 3.52 2— —52 255 55335* *
533 S 522223 322 8 —8 337 , 2
2583 8—. 363 —323 22 2355855
583 38588 2555822. 5238 5335 55
255 2*. 68 * 523 5 S 28 522323 8
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D 5 — 5 *226 z. 2375 — 5.3. 2 2. *
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28 32—2 —8—6557 32 5. 5——50372
23.**035 —2 25333357 57
— —— —2— —252 — — 72 55
— — 223—632. 5338
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M 3 — —A ———
—— 2* 2 *375 —A 52
53 27 A 27 658* — 2 *
—— 8 — 3 2 — 5
*8 —— *222 3 —2.2 2. 5 23 —
— —
5222 — 2 m
⸗ 283535383353 —3853853335
2 2 253235. 3 523 —527
2* * 2 5 —A —52 2 057 —
2 —— 5332235 5— E
28 — — ——
—3. 255 235 — —— —*
5* 2 53322* 3538335—358337557
5 3 *43643383335 *53552 2536ẽ 2 23
8 — — 3 73 2 *23 *
332* —— 23
2 2* 35 ——2 3 33 —— — 2. —5 —55 — —
— 2. *56 73233522387285 55 3—— 7
532858553 33365535 2325533857— —8
22 — —— —
223357 53858 E 53203 ——55820757 —3233332385
T733 322232 23322388 —33 388
535 3355 553 — 88 —8335—7 *
— 9 2 2 * — — 2
2225328— 38 60385333 —255532 z5923
—— 2.52235323 2 S3 —3 —.3 — —7 — 2585
3238282633 83 533533335 353333335 S
33237 382 — 5334237 2322 087 — 82232 3 —3
23 572 5* 52 28* 2353 8333 *5. 2 32 2 3 587 2
52 5—3 2 5 2 5— — 3 722258 53833—
* 28 * — 2 3
—A—— 3238323835 3 3 3 233*
*3 —— — 336* 5z2533 523337— s 525 53235*260
32 25253 3 * —328 533385*38 23322
32 2227 2272 2323383 3 —2 2 5 ——38 555 57
3235558757 323 338968255 — *53353—53538
— 3 3533333835535
* 7 * 2
2* 53255337 22 253. 3 2 55* 3 52523297
5 8 33 28 —— 8 55. 77 52 22* —
0 2233232 3238 2* — 232 5 25. 52 *5 *
— — 53355222 2. 5 —252 * 8 3 —
77 — 2222 3 55553—272322
S—22333352 2335335 — ——
— — —

28
7 92

2.
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2538
78
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* J * — *2* 6207
3. 532. ?55 . 538.9 7—33—385
22 28 27 2 — 2—2
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25853 5 »33333535
3 38* —8 **32 2 5233535 2 3—
—

*74 5 7 —8 2 8.

3 3535335; 2 2 2233 *23223233872
— —3 —3 —856333—57

2 22 *

8— 232 337 33 5 823 244
38 — — 3
̃ 53323 22 — * — 53292 23* — —
3883232583235 323205 2232 22—

8338323333263 3. 533 — 78 —223*277

2233 3 —A 23 25*

A 2 ** 22 25 — 2* RE—
— 53 3 —533333,8* *55 868
* A88 555 8358 67—332

J —* 2223 88 Z22 8* 5 22 7

— *53 53 323 73 5283 30353 — —
— 232 323222 25 22 *5 2
* 222 J 38358 *
3 3 *22 * —A—
* —Se 22 2 *23 257
8 A ——
—ꝛi 52—3 —23 8 35545*
— 353 25 82 75
* R 2 8 *3.7 J
* S, — 38 282
— 3 22238989 55 3 3322
—— * 23272 52 — — 32⏑ —55*

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72 532 5390338 778 1238372 823
— 22 572 27 —— — 22—32
453360 53*8388 2 63523,5355
w 23332333 — 383 9
——— * 35 ñ7528 A— 5 2 5
3 322.2. — —— 372533—3 57 8. 3285
— — 2.2 * * — 8 — 2 —— 2 2 2
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— — —2 *5 2. 3* 2 —— 5. S* —— F
3 —— 2333 532 2 ** 2282
8 — —2 — — S* 3 5280 8 —
8 ñ 282323 35* 3 * * * 5 *2328 2 —* *22
J— * 82 7* —X 2 2 233283 258 3 * —
333 — 3333833 33
353 255 * 53323 5583333 2 2. 88832
33233223 ——338 233237 232653858558
— —— 2 22 —A—2 — 22 —— 5
333 3 333*
5 523 —2 ã *3 23 25. * 3 522 2 23
5 —A 3 5*28 53883.*3 538 S.
255 53323533 523 3332232 32 233332
77. 23 3B538324 53 * 28 38 *
3 3
3 22.3 2*8*23 —8. —A —,3 — 22 *2 22
*z*»2333333 3—3823 2358 ————
*22.3 2— 33 338 228 232522 2
——— 2*8 523— 255— 533337 34
3 333 33
*2 533 * *5 — E— 7523 *223
523 787 3 — 3 82 J37456 4 7
2333 — 2. ↄà55 —23832 683383824
3 —333
7333 —23 553888 2—— 63—323 225
3253 2 — —— 5 3—3 33 32356 * 255 5872—3—3 33352 26. —

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        <pb n="317" />
        St. Ingberker Anzeiger.
8
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mil illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal; Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnemeuntopreis veträgt vierteljährlich

A 40 d einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I M 60 H einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —d, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 8I. Samstag, den 22. Mai

1880.

Fürst Bismarck und die Kolonisation.

Ebenso wie die bedrängte deutsche Industrie über die Köpfe
der Delbrück-Camphausen-⸗Bamberger hinweg an den Fürsten Bis—
marck appellirte und trotz scheinbarer Erfolglosigkeit immer wieder
und schließlich doch mit Erfolg appellirte, ebenso halten große und
täglich größer werdende Volkskreise in Deutschland voller Inbrunst
an dem Glauben fest, daß unser armes, ohne eigene Kolonien auf
die Dauer existenzunfähiges Vaterland nur durch Bismarck in den
Besitz der erforderlichen Kolonien gesetzt werden kann. Der Kalkul,
auf welchen sich diese Meinung stützt, ist von elementarer Einfach—
heit. Großes erwartet man naturgemäß von dem, der schon Gro—
zes vollbrachte. Doch nicht nur die persönliche Energie und That⸗
kraft des Fürsten zieht man dabei in Betracht, ebenso sehr, ja
vielleicht noch mehr sein Ansehen, seinen europäischen Nimbus,
dermöge dessen ihm Manches leicht werden dürfte, was einem Nach—
'olger selbst in dem nicht wahrscheinlichen Falle gleicher Begabung
ichwer, ja unmöglich fallen könnte. Deutschland betrachtet die ge—
genwärtigen höchsten Spitzen unseres Staatswesens — den Kaiser
Wilhelm, den Diplomaten Bismarck und den Strategen Moltte —
als eine ausnahmsweise seltene und glückliche Konstellation des
Himmels, welche in demselben Maße voll ausgenutzt werden muß,
als ihr langes Ausbleiben seither unserer vaterländischen Ent—
wicklung schadete.

Was Deutschland verlangt, ist nichts Unbilliges, nichts, was
es nur für sich beansprucht, ohne es den Nachbarnationen nicht
ebenfalls zu gönnen.

Frankreich, England, Italien, Spanien und Rußland erfreuen
sich einer vollen nationalen Einheit. Selbst wenn Deutschland
ein nämliches Maß von nationaler Zentralisation und Konsoli-
dation anstrebte, würde es nur sein gutes Recht ausüben und dem
Ausland keinen Anlaß zu Eifersucht und Mißtrauen darbieten.
Weil uns ein Kleeblatt, wie das genannte, seither fehlte, blieb
Deutschland als Nation ein zerbrochenes Gefäß. Dann bekamen
wir die Männer, um das vernachlässigte Werk in Angriff zu
nehmen? Vieles haben sie bereits gethan, Manches können sie
noch thun, und zwar ganz ohne physische Gewalt, vielmehr blos
durch die moralische Autorität der Thatsache, daß sie überhaupt
noch da sind.

Das betrifft das Allgemeine der nationalen Wiedergeburt.

Speziell die Kolonien betreffend, so ist Deutschland nicht
lüfstern nach fremdem Besitz, nach fremden Kultur- und Kolonisa—
tionspositionen. Bescheiden wie immer beschränkt sich sein Wunsch
auf den loyalen Wettbetrieb bei den noch herrenlosen Territorien.

„Die Welt wird getheilt werden. Und wenn dann „mit
der Zeit“, wie unsere Weisen sagen, daran gedacht wird, unsere
Auswanderung auf eigene Gebiete zu lenken, wenn man sich dann

nach passenden Gegenden umsieht, dann wird eben Alles wegge⸗
geben sein. Wir sind von dem Leiter unserer auswértigen Poluif
an eine solche „meisterhafte Unthätigkeit“ allerdings nicht gewöhnt.
Und wir leben Gott sei Dank doch auch nicht mehr in der Zeit,
wo Deutschland den Spielball zwischen dem Kaiser Nikolaus und
Vord Palmerston abgab. Folgen wir nur dem Beispiele Englands!

Petitionen sind non Deutschen im Auslande eingelaufen und
Petitionen laufen heut noch ein, die Reichsregierung ersuchend,
dies oder jenes Stückchen Erde in festen Besitz zu nehmen. Sind
sie nicht vergebens abgesandt worden? Und werden nicht auch
andere zukünftige ihr Schicksal theilen? Man darf ja keinen An—
stoß geben. Nur hübsch sacht stets, sacht und bedacht! stets?!
Ja da möchte man mit jenem wackeren alten Zecher rufen: Her⸗
aus Du zahmer Gesell!

Es gibt im politischen wie im privaten Leben zwei Arten
von Sünden: Begehungs⸗ und Unterlassungssünden, und obschon
man die letzteren milder abzuurtheilen pflegt, als die ersteren, so
ist durch das Nichtsthun oft mehr Unheil angerichtet worden als
Aurch Thätigkeit. Und der Name mehr als eines großen Mannes
mn der Geschichte wird verdunkelt, weil er die That zur rechten
Zeit versäumte.

Allzeit Mehrer deß Reichs, das war der stolze Titel der deut⸗
hen Kaiser von jeher. Das sollten unsere Staatsmännet in der

Wilhelmstraße nicht vergessen. Man schaffe unseren auswandern⸗
den Brüdern Heimstätten jenseits des Ozeans, man gründe Han—
delskolonien auf eigenem Grund und Boden. Das wird unsere
Bevölkerungsziffer wirksamer steigern als Auswanderungsverbote.“

Diese Worte, welche das Preßorgan des Zentralvereins für
Handelsverkehr schreibt, verdienen das kräftigste Echo nach der
döhe und in der Weite. Im Reichstage fanden sie dies verdiente
Echo bei Gelegenheit der Samoavorlage nicht und zwar, wie ein
großer Theil der Opponenten behauptet, deshalb nicht, weil „nicht
ersichtlich war', daß die Samoavorlage der bewußte Anfang einer
ystematischen Kolonialpolitik Deutschlands sein sollte. Das „Bis⸗
hen Somoa“ hat nicht imponirt.

Da Fürst Bismarck die Welt einmal nicht an Quincaillerie
gewöhnt hat, so erwartet sie Größeres von ihn. Mögen diese
Erwartungen baldigst in Erfüllung gehen!
Deutsches Neich.

Aus Munchen schreibt man der „Frkf. Z.“: Der Regier⸗
ungsrath v. Müller, seit kaum einem halben Jahr Cabineissecretär,
ist nicht mit dem Hoflager nach Berg übergesiedelt, dagegen wurde
der frühere Cabinetssecretär Ministerialrath v. Ziegler nach Berg
»erufen und soll nach Zusage einiger gestellter Bedingungen, wor—
inter seine Befreiung vom Nachtdienst, in die Cabinetssecretärstelle
wieder eintreten. Ueber den Grund der Verabschiedung des Re—
zierungsraths v. Müller verlautet noch nichts Bestimmtes; nach
einer Version entsprach die Persönlichkeit desselben dem Monarchen
nicht mehr; nach einer zweiten Lesart verursachte die Rudhard'sche
Angelegenheit seinen Rücktritt, indem Herr v. Müller es unterließ,
ofort dem Staatsminister des Aeußern und dadurch Hrn. v. Rud⸗
jard Kenntniß davon zu geben, daß der Konig der Bismarck'schen
Anfrage bezüglich der Hamburger Angelegenheit zustimme.“

Der „Augsburger Abendzeitung“ zufolge wird der deutsche
dronprinz Ende August und Anfang Septemper Theile der bayer⸗
schen Armee besichtigen, und zwar die Infanterie und Artillerie in
deren Garnisonen, die Cavallerie bei den Divisionsübungen in der
NRähe von Aichbach.

Welche Bedeutung man in Dresden dem Berliner Besuch
»es Königs Albert beilegt, spricht ein Artikel der in sächsischen
Dingen stets gut informirten „Dresdener Nachrichten“ aus, der
ilso lautet: „Fürst Bismarck kann sich über Vernachlässigung durch
gjekröͤnte Häupter nicht beklagen. Kaum ist sein angestammter
dönig und Herr, der ruhmgekrönte Kaiser Wilhelm, von dem
Frühjahrsaufenthalt in Wiesbaden nach seiner Residenz Berlin zu—
rückgetehrt, so stattet er ihm in seiner Amtswohnung einen Besuch
1b. Der König von Bayern steht in ununterbrochenem, regem
brieflichem Verkehr mit dem Fürsten Bismarck. Wenige Stunden
nach seinem Eintreffen empfängt auch unser Landesherr, König
Albert, den Reichskanzler in einer Audienz, die sich nahezu eine
Stunde ausgedehnt. . Abgesehen von der hohen Ehre dieses per⸗
önlichen Verkehrs von drei Monarchen des Deutschen Reiches mit
dessen Kanzler, liegt für diesen gewiß der Hauptwerth darin, daß
ex über die Anschauungen der führenden Fürsten Deutschlands auf's
Lingehendste unterrichtet wird und die unmittelbarsten, frischesten
Findrücke von ihren Willensmeinungen erhält. Der Verkehr des
Reichskanzlers mit den drei Königen kann ihm nur bestätigt haben,
vas schon längst landeskundig ist: daß dieselben in echt fürftlicher
Besinnung allezeit dem Reich, seiner Große und seinem Wohl ihre
Macht zur Verfügung stellen. Nicht minder darf man, ohne Zeuge
dieser Audienzen gewesen zu sein, wohl annehmen, daß, soweit das
Hespräch die innere Politik des Reiches berührt hat, auch der
Grenzlinie gedacht wurde, deren Innehaliung zur Wahrung der
—AV

sinie ist ja keine Zollinie, die ein einzelner Faktor quer über die
Elbe legen kann; sie beruht, wie neulich der Kanzler selbst sehr
ichtig im Reichstage darlegte, auf den Verträgen der deutschen
Jürsten unter einander. Gewiß hat König Albert in der dem
Kanzler gewährten Audienz die Hamburger Frage, welche eine
zrage der Verfassung selbst ist, mit — Hier decken
ich ija die Rechte der Fürsten wie der Freien Städte völlig
        <pb n="318" />
        Wie das Sachsewolk die Denkart und Rechtsanschauungen
seines Konigs Albert kenntdarf es nicht zweifeln, daß seine
Unterredung mit dem Reichskanzler von wohlthätigen Folgen für
den Frieden im Reiche gewesen sein wird.“

n Dimn Donnerstag sollte der preußische Landtag zu einer
Nachsession zusammentreten. Auf der Tagesordnung steht außer
den Verwaltungsorganisationsgesetzen bekannutlich die Vorlage über
den kirchenpolitischen Ausgleich, odeziehungsweise die Befugniß der
Regierung, die Maigesetze im diskretionären Wege zu handhaben.
Das Zentrum hat zu dem Gesetzentwurfe bereits eine ablehnende
Stellung eingenommen.

Ausland.

Paris, 9. Mai, Abends. Die Mehrzahl der in Reims
anläßlich der Arbeilseinstellung verhafteten Individuen gehört nicht
dem Arbeiterstande an. Man glaubt, ein geheimes Comite organi⸗
firie die Arbeitseinstellung für einen politischen Zweck.

Die Rachricht der Times“, daß Frankreich wahrschein⸗
lich den ersten Schritt thun werde, um von der Pforte die An⸗
aahme einer intecnationalen Commission zur Ueberwachung der
urkischen Verwaltung zu verlangen, wird in Pariser gut unter⸗
cichteten Kreisen als unrichtig bezeichnet.

Die Zustände in der Tarkei gestalten sich immer verworrener.
In Macedonien, Epirus und Thessalien herrscht Anarchie in der
dollen Bedeutung des Wortes und auch in Albanien geht Alles
drunter und drüber. Ebenso kläglich sieht es aber auch in der
Hauptstadt, in Konstantinopel, selbst aus. In den unteren Volks—
assen, wie auch bei den Meberen Beamten und Offizieren herrscht
das furchtbarste Elend. Besoldung haben die Letzteren schon seit
langerer Zeit nicht mehr erhalten und sie nagen mit ihren Familien
hatsächlich am Hungertuch. Ueberall zeigen sich die Folgen einer
einporenden Mißwirthschaft. Von Reformen, welche die Regierung
so häufig versprochen, ist feine Rede mehr und alle Anzeichen sprechen
zafür, daß das Reich mit raschen Schritten seinem voölligen Zu—
ammensturz eutgegengeht.

Das russische officioͤse „Journal de St. Petersbour g“
chreibt in einem Artikel über das Circular Granville's: Die un—
zeftreitbare Wichtigkeit des von dem englischen Ministerium ge—
—DD darin, daß er erscheine als Ausgangspunkt
einer gemeinsamen friedlichen, aber festen und entschlossenen Action
Furopa's, beruhend auf dem gegenseitigen Vertrauen der Mächte.
Der Umstand, daß das lange durch geschickt unterhaltenes Miß⸗
trauen geheilte Europa auf der Grundlage des Berliner Vertrages
die unerledigten Fragen wieder aufnehme, und der allgemeine
Wunsch, über die Erhaltung des Friedens zu wachen, berechtigte
zu der Hoffnung auf ein glückliches Resultat. In Konstantinopel
berde man sich überzeugen, daß das gemeinsame Einverständniß
mabäanderlich und die Zeit des Ränkespiels vorüber sei. Der Ber⸗
iner Vertrag werde ausgeführt und der Orient allmählich in den
Genuß der Rechte eintreten, welche ihm von den übrigen civilisir⸗
sen Staaten zugefallen seien. Juͤzwischen müsie man sich beglück⸗
wünschen zu den allseitigen neuen Dispositionen, welche ein glück⸗
iches Vorzeichen seien für allgemeinen Frieden und für sriedliche
Beziehungen der Volker und Regierungen. (Recht schön. Wer
dar venn aber schuld daran, daß seither die friedlichen Aussichten
hurch Mißtrauen und Unruhe getrübt waren?)
Vermischtes.

* St. Ingbert, 21. Mai. Am Dienstag wurde in
einem Wirthshause in Elversberg der hier wohnhafte, aber in der
reußischen Grube beschäftigte Bergmann Peter Berrang von
Indern Arbeitern, die mit ihm in Streit gerathen waren, durch
Schläge und Messerstiche lebensgefährlich verletzt.

F Des hl. Frohnleichnahmsfestes wegen wird der nächste
Fruchtmarkt in Zweibrüschen am Mittwoch den 26. Mai ab⸗
gehalten werden.

Zweibrücken. Das zum Nachlaß der zu Paris ver⸗
lebten Witiwe Gonnet, geb. Haas, von hier (welche als junges
ind armes Mädchen nach Amerika auswanderte und dort mit
inem reichen Mann, dem Vernehmen nach einem amerikanischen
Heneral, verheirathet war, nach dessen Tod-aber in einer Vorstadt
von Paris wohnte) gehörige Vermögen im Betrag von ungefähr
1000,000 Mark wird demnüchst an ihre Erben ausbezahlt wer⸗
den. Die Verlebte hat kein Testament hinterlassen. Ihre Erben
ind ihre vier Geschwister resp. die Kinder von solchen. Eine
Schwesier, eine bejahrte Wittwe, wohnt hier. Eine Schwester
wohnt auswärts. Eine Schwestier ist dahier gestorben mit Hinter⸗
lassung von 4 Kindern, von denen zwei hier, zwei auswürts woh⸗
en, Ein Bruder ist ebenfalls hier gestorben; von demselben
ind 53 Kinder vorhanden, die sammtlich hier wohnen. Das Ver⸗
mögen wird somit unter vier Stämme geiheilt. Die sämmtlichen
Erben gehören theils dem Handwerker⸗, theils dem Arbeiterstand
m. Die Versteigerung der zur Nachlaßmasse gehörigen, zu Paris
jelegenen Anwesen wird in eiwa vier Wochen abgehalten und
erzuf die Auszahlung der Erbtheile erfolgen. (Pf. P.)

Nach der „Zw. 3.“ wurde am Mittwoch Abend kurz nach
1 Uhr in Zweibrücken eine prachtvolle Erscheinung am süd⸗
‚stlichen Himmel beobochtet. Während der gerade um diese Zeit
dit inem umfangreichen Hofe umgebene Mond sein Licht ergoß,
eeigte sich plötzlich eine Lichtstelle am südöstlichen Himmel, ähnlich
nem Theile eines Kometenschweifes, welcher auf einige Sekunden
Tageshelle verbreitete. Wahrscheinlich rührte diese auffallende Er⸗
cheinung von einem Meteor her. (Ob auch hier die Erscheinung
eobachtet wurde, ist uns nicht bekannt5).

F Im „Pirmasenser Wol.“ macht ein Bürger den wie et
cheint ernst gemeinten Vorschlag, um dem Mangel an Monumen⸗
en in diejer Stadt abzuhelfen, dem — Propheten Daniel ein
Ddentmal in Gestalt einer Fontaine zu setzen. Welche Verdienste
ich der Prophet um Pirmasens erworben, wird leider nicht ange—
jeben. Dem Vorschlag ist— gleichzeitig eine Skizze beigegeben, in
delcher der Prophet mit Bleistift und Notizbuch ausgerüstet ist
doffentlich wird sich der Siadtrath von Pirmasens beeilen, diesen
jenialen Gedanken zur Ausführung zu bringen.

In Pirmasens kostet das Bier fast allerwärts 13 Pf.
)er Ue Liter und 7 Pf. per 2. Liter. Die dortigen Biertrinker
cheinen sich auch gar nicht so sehr gegen diesen Aufschlag zu sträuben.

Aus dem Kantone Waldmohr. Auch in unserm Kan⸗
one ist die AuswanderungsSlust eine sehr große. Bevor jedoch
diese Europamüden ihre alte Heimath verlassen, kommen noch mancht
netle Abschiedsheldenthaten vor. So verließ ein Kramer aus Ditt
weiler seine bisherige Wohnstätte, verkaufte zuerst seine Waaren
ind Mobilien um einen Spottpreis und sagte aus, er müsse zu
einer Frau, welche in einer ärztlichen Heilanstalt war. Seine
Absichten wurden jedoch sofort bemerkt, da er sehr beträchtliche
Waarenschulden zuruͤckließ. Ein Glaubiger reiste dem Europamüden
aach und erwischte ihn auch kurz vor Abgang des Schiffes in
Aniwerpen, wo er ihn sofort mit Hilfe der Poli zei auf das deutscht
Konsulat verbrachte, woselbst er seine Sünden gestand und dem
Hläubiger Alles, was er entbehren konnte und Geldeswerth hatte
im weiteren Unannehmlichkeiten zu entgehen, aushändigte, mi
Ausnahme von 15 Mtk. Handgeld. Diese Strapazen hatten unsern
Krämer und dessen Ehefrau, welche sich auch mittlerweile eingestellt
hatte, so angestrengt, daß diesselben per Droschke an den segel⸗
sertigen Dampfer verbracht werden mußten und nun bedeutend
erleichtert ihrer neuen Heimath zusteuern konnten. — Ebenso wurde
ine Auswanderungsgesellschaft von Dunzweiler, als sie Wald—
nohr passirte, am Pfingstsonntage Morgen von dem Herrn Steuer⸗
ind Gemeinde-Einnehmer und Sienerboten ein wenig gestbrt, de
jner der Auswanderer noch seine Steuern, Umlagen ꝛ⁊c. schuldete.
da es kein Ausweichen mehr gab, bezahlte er und konnte nuu
rine Reise fortsetzen. (Zw. Ztg.)

In einem Toulouser Gänseei, welches dieser Tage in
daiserslautern ausgebrütet wurde, fanden sich zwei voll⸗
fändig ausgewachsene Jungen vor, welche aber am hintern Theil
zusammengewachsen und todt waren.

Eine in Sachen der Wittelsbach⸗Stiftung vom Verbands
age der pfälz. Gewerbebereine und dem mit demselben verbundenen
Handwerkertage einstimmig angenommene Resolution hat nachstehen ⸗
Fen Wortlaut: „Der Pfaͤlz. Gewerbevereins uno Verbandstag er⸗
lart es als Ehrenpflicht des pfälzischen Handwerkz und seiner
natürlichen Vertreter, der Pfälz. Gewerbe-Vereine, einzutreten in
die Agilation für die Sammlung der Wittelsbach'schen Stiftung
zur Foͤrderung des bayerischen Handwerks in Stadt und Land und
hei der Bethätigung der Sammlungen mitzuwirken durch Gabe
und Wort,, damit die Anregung seines königlichen Gönners und
Förderes in wirksamer Weise zur Durchführung gelange und die
Wittelsbach⸗Stiftung erblühe und erstarke als dauerndes Zeichen
hochgemutheten Fürstensinnes und unvergänglich segenspendend wirkt
jur Förderung des bayherischen Handwerlks in Stadt und Land.“

Auf ein vom Gewerbe⸗ und Handwerkertag an Se. Maj. den
König Ludwig abgegangenes Dank⸗ und Huldigungs-Telegramm
zing folgende Antwort ein: „Se. Majestät der Koͤnig haben von
dem Inhalte des gestern Namens des Verbandstages der pfälz.
Fewerbebereine und des pfälz. Handwerkertages eingesendeten
Dantkestelegrammes huldvollst Kenntniß genommen und lassen der
Versammlung königlichen Gruß entbieten. Im Allerhöchsten Auf⸗
trage: Regierungsrath v. Müller.“

Das Vermögen des Retschervereins, mit dem eine pro⸗
testantische Denkmalskirche, sogen. Reischerklirche, in Spehyer ge⸗
haut werden soll, war zu Ende des Jahres 1879 auf 184,607
M. angewachsen, um 21,635 M. mehr als zu Ende des Jahres
—1878.

p In der am Sonntag zu Fram kfurt a. M. stattgehabten
Generalversammlung der Volkspartei demokratisch⸗ national) war
die Pfalz durch 5 Mitglieder, 3 aus Kirchheimbolanden und je!
aus Kaiserslautern und Zweibrücken vertreten.

p München. Wie von Seite der kath. und prot. Geist⸗
lichkeii, so hat auch der Rabbiner der hiesigen israelitischen Kultus
geineinde mit Bezug auf die bevorst ehende Wittelc bacher Jubiläums
        <pb n="319" />
        feier eine Ansprache an seine Gemeinde in der Synagoge ge⸗
halten und zur regen Betheiligung an den Sammlungen für die
Wittelsbacher Stiftung aufgefordert.

Im Jahre 1879 wurden aus dem rechtsrheini⸗
schen Bayern 842,979 Hektoliter Bier mit Anspruch auf
Rückvergütung des Aufschlages (um 242 Hektoliter weniger als
im Vorjahr) ausgeführt, wovon 435,629 Hektoliter nach den nord⸗
deutschen Staaten, 60,014 Hektoliter nach Baden, Württemberg,
Elsaß⸗ Lothringen und 57,334 Hektoliter in das Zollvereins-Aus-
land gingen. Ohne Anspruch auf Rückvergütung des Malzauf-
schlages wurden 7,097 Hektoliter ausgeführt. Die Menge des
ausgeführten Branntweines betrug 10,892 Hektoliter. — Aus der
Pfalz wurden 89,772 Hektoliter Bier mit Anspruch auf Rückver⸗
zutung des Malzaufschlages (um 20,124 Hektoliter weniger als
im Vorjahr) ausgeführt, wovon 26,784 Heltoliter nach den nord⸗
deutschen Staaten, 62,721 Hektoliter nach Baden, Württemberg,
Elsaß⸗Lothringen und 217 Hektoliter in das ZollvereinsAusland
zingen. Ohne Anspruch auf Rückvergütung des Malzaufschlages
vurden 525 Hektoliter ausgeführt (um 42,771 Hektoliter weniger
als im Vorjahr). — Die Menge des aus der Pfalz ausgeführten
Branntweins betrug 5433 Hektoliter, um 9697 Hektoliter weniger
als im Vorjahr. — Im gleichen Zeitraume wurden in das
rechtrheinische Bayern aus den Zollvbereinsstaaten mit
Entrichtung der Uebergangssteuer 16,1083 Hektoliter Bier eingeführt
(1703 Hektoliter weniger wie im Vorjahr), wovon 762 Heltoliter
aus den norddeutschen Staaten, 15,431 Hektoliter aus Baden,
Wurttemberg, Elsaß⸗Lothringen eingingen. Branntwein wurde
aus den Zollvereinsstaaten im Ganzen 74,290 Hektoliter einge—
ührt (14,215 Hektoliter mehr als im Vorjahr). In die Pfalz
vurden aus den Zollvereinsstaaten mit Entrichtung der Ueber⸗
zjangssteuer 15, 111 Hektoliter Bier eingeführt, wovon 8223 aus
den norddeutschen Staaten und 6887 aus Baden, Württemberg,
Elsaß⸗Lothringen waren; Branntwein wurde aus den Zollvereins—
itaaten 33, 135 Hektoliter eingeführt. — Aus dem Vereinsauslande
nit Zollentrichtung wurden in das rechtsrheinische Bayern 8682
Centner Bier eingeführt, wovon 8612 Centner aus Oesterreich
und 70 Centner aus anderen Ländern waren; Branntwein 4976
Centner. In die Pfalz wurden aus dem Vereinsauslande einge—⸗
ührt 3 Centner Bier und 175 Ceniner Branntwein. Gier in
einfachen Gebinden 245,4 Pfund — 1 Hektoliter).

FMünchen, 19. Mai. Auf den schönen Pfingst wochen⸗
Anfang ist urplötzlich die unfreundlichste Witterung gefolgt. Heute
rüh zeigte das Thermometer in München nur 2 Grad über Null.
Eine eiskalte Luft weht schneidend, die Schneeflocken wirbeln um⸗
her just wie im December, und die Dächer zeigen ein ganz winter⸗
iches Aeußere. Jammerschade um die schon weit vorgeschrittene
Vegetation, zumal im botanischen Garten, wo die exotischen Ge—
wächse bereits zum großen Theil in's Freie gebracht wurden. Die
drei gestrengen Kalenderheiligen Pankraz, Servaz und Bonifaz
hJaben auch diesmal ihr Recht behauptet, zwar um acht Tage
pater als sonst, aber leider doch!

F In Muüuschen ist der dortige russische Gesandte v. Ozerow
aach längerer Krankheit gestorben.

4 Der irrsinnig gewordene Scharfrichter Scheller in Mün-
hen hat während seiner Amtsthätigkeit an 72 Delinquenten das
Todesurtheil vollzogen.

F Nürnberg, 18. Mai. Auf dem gestern Abend von
Erlangen nach Nürnberg verkehrenden Bahnzuge verunglückten, wie
man hört, 3 Besucher der sogenannten Bergkirchweih, welche sich
auf das Dach eines Waggons gesetzt hatten, dadurch, daß sie an
einer Brücke, unter der der Zug durchfuhr, anstießen, so, daß 2
zetödtet, der 3. schwer verlezt wurde.

Frankfurt a. M. In vergangener Woche wurde hier von
einer nachgelassenen Masse eine Erbschaftssteuer von 60,000 M. bezahlt.

FNach Verhältniß. Einst wurde der in Berlin
unwesende türkische Gesandte Achmet Effendi, aus Neugier von
dielen Damen besucht. Bei einem solchen Besuch theilte er Bon⸗
»ons aus. Einer der Damen gab er doppelt und dreifach. Sie,
m Triumphe ihrer Eitelkeit, ließ ihn durch den Dolmetscher um
den Grund befragen. „Weil ihr Mund noch einmal so groß ist,“
var seine Antwort.

f Nachdem das Wuchergese z nunmehr in Kraft getreten
ind der Bauersmann nicht mehr ganz gesetzlos den hartherzigen
Wucherern gegenübersteht, dürfie es am Platz sein, ein oberstrichter⸗
iches Erkenntniß des Reichsgerichts in Leipzig so weit als möglich
zu verbreiten. Dasselbe lautet: Ein Gläubiger, welcher seinen
Schuldner durch die Bedrohung der gerichtlichen Zwangsbeitreibung
einer fälligen Forderung zu der Ausstellung einer Schuldurkunde
iber eine Summe, die der Schuldner ihm thatsächlich nicht schuldet,
nöthigt, ist wegen Erpressung zu bestrafen. Mit anderen Worten:
Wenn zu einem Bauern ein Wucherer der bekannten Sorte kommt
ind sagt, wenn Du mir statt der z. B. erhaltenen 20 M. nicht
25 M. schreibst, so verklage ich Dich, und der Bauer schreib es,
»a er die schuldigen 20 M. nicht zur Verfügung hat, so katnn er

)en Halsabschneider wegen „Erpressung“ verklagen. Es ist di
in richterliches Erkennmniß, das —E hat e
Schrecken unter den zahlreichen Halsabschneidern verbreiten wird.

t Ein Mühlhauser Schlosser Friedlin hat sich mit dem
Project beseßt, eine Bierpression mit Wasserd ru chaufzustellen
and dasselbe quch durchgesetzi.. Das Probestüd befindet sich in den
ued nher Mhauser Gaseltnchaft ¶ Erhoumg . und ebweist ich
wer pratuch. Abgesehen von den geringen Kosten diese⸗
ainfachen Apparats. wa 130 Mi, gewührt derse de den Vorhen,
zaß, man des lastigen idd beschwerliden Pumpens volssamigne
joben ist. Die ganze Ächit des Wirthes besteht darin, daß er
das Faß ansticht und mit de. Apparat in Verbindun

g setzt. Das
yon der Wasserleitung aus in den Lufttessel einstrdmene W
ibernimmt die Dienste der Luftpur, eins e Wasser
ver o ‚An e dreßt bei seinem allmähligen
Steigen die im Kessel befindliche —— un neite ae,
stöhren nach dem Faß, wodurch de Ind irei sie n

uh das Bier zum Ausfluß

zelangt. Ist der Kessel ganz mit Wan esum —
ich don sabst und duft und Wasset siedinte suln— so —6
ich in sanitamicher Hinfiche hat diese Pluder gut e
zegenüber vieles voraus. Ist man bei den du, den isherigen
enöthigt, schlechte, verdorbene, der Gesundheit en Pressionen
dellerluft in den Luftkessel zu pumpen, so kann indiehthenus ·
euen Conftruction reine, frische und gefunde Luft von di dieser
irect in den Luftkessel gelangen lassen. Wurde bei den biahi her
Pressionen durch das anhaltende fürchterliche Pumpen dje Luj.
jewiß erwärmt und verschlechtert, so wird bei dem Friedlin'schen
Apparat die von außen eingetretene reine Luft von dem im Luft⸗
essel befindlichen Wasser noch mehr abgekühlt und gereinigt, und
st daher im Sommer mit weit weniger Eis ein gut temperir tes
Bier zu verschenken. J

4 Am 18. Mai hat der Wiener Männergesangsverein die
Reise aach Brüssel angetreten; es waren imGanzen 212 Personen,
die in einem aus zehn Wagen der Westbahn bestehenden Extrazug
Platz fanden. Der belgische Gesandte de Jonghe war auf dem
hahnhof, um den Sängern glückliche Fahrt zu wünschen. Dieselben
ceisen bekanntlich eigens nach Brüssel, um der Braut des öster⸗
eichischen Kronprinzen ein Ständchen zu bringen.

F In Rheims (Frankreich) haben am 18. Mai 900 Ur⸗
beiter die Arbeit wieder aufgenommen.

F London. Am Samstag Nachmittag erplodirte in einer
Maschinenfabrik in Wolverhampton ein aufrecht stehender Kessel.
xin Stück desselben flog gegen 60 mähoch in die Luft, einige
„tücke wurden gegen 150 m weit weggeschleudert. Von den in
der Werkstatt zur Zeit beschäftigten etwa 150 Arbeitern wurden
wölf auf der Stelle getödtet, viele andere verwundet; von letzte⸗
en starben bis jetzt noch dreizehn. Manche der Körper sollen buch⸗
täblich zerstück worden sein. Es wurden Arme und Beine mit
hewalt abgerissen und weit weggeschleudert.

FIn Faido (Ganton Tessin) ist in Folge strafbarer Fahr⸗
ässigkeit ein schweres Unglück entstanden. Im ersten Stock des
ortigen Gemeindehauses befindet sich eine Knabenschule, im Keller
in Magazin des Banunternehmers der Gotthardbahn Marsaglia
ür Aufbewahrung von Bauutensilien, Eisen, Stahl n. s. w., mit
»em ausdrücklichen Verbot der Aufbewahrung von Erxplosivstoffen.
krotzdem entstand am 9. d. Vormittags im Keller eine furchtbare
Explosion, in Folge deren der Stubenboden der Schule sammt dem
dehrer und vierzehn Knaben in den Keller stürzte. Man fand in
iesem drei todte Angestellte des Unternehmers Marsaglia, außer⸗
sem einen Knaben todt, schwer verwundet den Lehrer, der seither
einen Wunden erlegen ist, und schwer verwundet die meisten
ibrigen Schüler! Die Insassen des Schulzimmers wurden erst an
die Decke geschleudert und fielen dann in den Keller. Zwei Stunden
»or der Explosion war für Masaglia eine Kiste mit 40,000 Dyna⸗
nitkapseln angekommen und im Magazin provisorisch versorgt
vorden. Da man der Kapseln dringend bedurfte, öͤffneten jene
rei Angestellten im Keller die Kiste, und so entstand die Explo—
ion. Die Erbitterung ist groß. Daß man unter einer Schule
Dynamit aufbewahrt, das kommt außerhalb Tessin wohl nirgends vor.

4 (EEin Wolf im Bethause.) Die „Russk. Wed.“
erzählen folgende höchst auffallende Begebenheit: Am ersten Oster⸗
eiertage, gerade als die altgläubige Gemeinde des Dorfes Jelisa⸗
owa, Kreis Bogorodsk, Gouv. Moskau, im Bethause zum Got—⸗
esdienst versammelt war, kam ein Wolf aus dem naheliegenden
Walde in das Bethaus gelaufen, stürzte sich auf die Andächtigen,
»erwundete vier Personen und lief dann wieder hinaus! —

Larktberichte.

Zweibrücken, 20. Mai. (Fruchtmittelpreis und Vickualienmark
Weizen 12 M. 29 Pf. Korn — M. — Pf., Gerste zweireihige — M. —
„ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — pPf., Spelzkern — M. — P.,
Dinkel - M. — Pf., Mischfrucht — M. — Ppf., Hafer 8 M. 05 Pf.,
krbsen — M. — pf., Wichen — M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 80 Pf.,
deu 8 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1!/ Kilogr. 58 Pf.
kornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Zammeifleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf, Vuller 17. Rilogr. 1 M, 20 pfe
Pein 1 Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

—
        <pb n="320" />
        Homburg, 10. Mai. (xruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weigzen
12 Korn id M, 20 pf. Spelztern m.pf Spelz M
Df. Gerste Zreihige F M. Pf. Gerste 4reihige d M. vf.Hafer
7Msa ppfr. Wiischtrucht 10 M. 54 Hf. Erbsen — W,— Bf., Wicken
531. 7 59f., Bohnen .M. 7 Pl. aleesanen — M. Pf.· Korn⸗
hrehe6 Pfuud o8 pf., Gemischtbrod 8 pfund —, Pi. chsenfleisch — Pf
Rhbfleish 30 Pf. Kalblleisch 40 Ph Hanmeldleisch — Ei Schweinefleisch
60 Pf. Butter 1 Pfund n. 20 pf. Kartoffeln per aer⸗ 2M. 50 pf.
Kaiferslautern, 18 Mai. Fruchtmiltelprei und Victualienmarkt.
Weizen 12 M. 14 Pf., Korn 10 M. 16 Pf. Speigen — M. — Pf. Spelz
esne 16 Pf. Gerste 10 M. 20 Pf., dafer 5. Pf., Erbsen d M
f. Wilen don. — vf Linsen — Ng2 pf., Kleesamen — NR.—
pf.GSchwarzorod 6 Pfund 80 v. Ppo; 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 48 Pfg. Butter per —V Pf. Eier Stua 09 Pf. Kar—
—— Drhe M. — Pf. Heu2 M. 20 Pfu.
Fur vie Redaction swortlich: F. X. Leme“

gerenden Linie und wie diesen Boden unser Konig Ludwig II.
in der sturmbewegten Zeit des letzten Krieges schützte, das ist eine
tief in die Herzen aller Pfälzer gegrabene Erinnerung.

Darum ist auch die Verwirklichung des kal. Gedankens, daß
dem bayerischen Handwerke Segen erfließe aus der Jubelfeier, eine
Ehrenschuld des Pfälzers.

Jeder, ob reich oder arm, hoch oder niedrig, gebe daher sein
Scherflein als äußeres Zeichen — In
eder Gemeinde mögen unter Leitung der Bürgermeister thatkräf⸗
ige Männer zusammentreten und durch Bildung von Lokal⸗Comite's
sofort das Sammelwerk organisiren.

Die Mitglieder dieses Comite's wollen von Haus zu Haus
die Sammlung vornehmen und das Ergebniß den Bezirksämtern
als Sammelstelle übergeben, welche sämmtliche Gaben dem Kassier
des unterfertigten geschäftsleitenden Ausschusses einsenden werden.
Bis zum 15. Junni. J., welcher Tag als der Endtermin für
die Sammlung in der Pfalz festgesetzt wird, arbeite Jeder an die—
ser Ehrenaufgabe, deren Lösung der Tribut der Liebe und Treue
ist, welchen die Pfalz ihrem geliebten Könige zollt.

Speier, den 3. Mai 1880.

Der geschäftsleitende Ausschuß des Kreis-Comite's
für die
Wittelsbacher Landesstiftung
Der Vorstand: v. Brn uu.
Der Schriftführer: Frhr. v. Harold.

Zur Bildung des fraglichen Localcomites werden hiermit die
Bewohner der Stadt St. Ingbert eingeladen, sich am Sonntag,
den 23. d. Mis. Nachmittags um 3 Uhr im Saale der Wittwe
J. Grewenig recht zahlreich einzufinden.

St. Ingbert, den 19. Mai 1880.

Hochachtungsvollst
Das Büurgermeisteramt:
Custer.
' mdMdhallä MMtbddillbsMMbhe Mlcacthe Wob

1132e27
KA hat in unseren Herzen der Aufruf des
Zreudigen Wiedernin —I fuif
brod. ndpba her Laͤndesstiftung
nigliche Wunsch hat die Form bezeichnet, welche
gefunden. —* Gelegenheit gibt, sich an einem Feste der Treue
dem Einzelrkeit zu beteiligen, das die 700jährige Verbindung des
und Den Volkes mit der Wittelsbacher Dynastle verherrlichen soll.
bar Di⸗ Erfüllung dieses Wunsches ist die Aufgabe Bayerns und
mahnt die Pfalz zu edlem Wetteifer mit den rechtsrheinischen
Provinzen.
Im Jahre 1214 erlangten die Wittelsbacher die rheinische
Pfalzgrafenwürde.
Bayern und die Pfalz — Gott erhalt's!
hieß es im Jahre 12285 bei der Vermählung des Pfalzgrafen Otto
des Erlauchten mit Agnes der welfischen Fürstin.
Bayern und die Pfalz sei auch unser Losungswort für ge—
meinsames Vorgehen in Huldigung des Wittelsbacher Königs⸗
Hauses. — Auf pfäalzischem Boden steht die Wiege der jetzt re⸗
m
Vertragsmäßige —
Wiederversteigerung.
—X———
Nachmittag 8 Uhr zu Schnapp⸗
bach, bei Karl Viktor Graffion,
wird gegen August Deutsch,
Bäcker zu Altenwald, durch den
unterzeichneten kgl. Notar Sauer
in St. Ingbert, im Wege der
vertragsmäßigen Wiederverstei⸗
gerung, das nachhin beschriebene
Grundstück im Banne St. Ing⸗
bert, öffentlich zu Eigenthum
oersteigert, nämlich:
Pl.«Nr. 4949, 36 2 46
qm Wiese in der Ruhbach
neben Karl Günther und
Friedrich Zöller.
St. Ingbert, 20. Mai 1880.
Zauer, k. Notar.
— *
Licitation.
Dienstag den 8. Juni 1880
Nachmittags 3 Uhr zu St.
IJngbert bei Caspar Schwarz
werden von dem unterzeich⸗
neten hiezu gerichtlich beauf⸗
tragten kgi. Notar die nachste⸗
hend bezeichneten Liegenschaften
in der Steuergemeinde St. Inq-
hert nämlich:
Pl.⸗Nr. 3645* 12 Fläche
Wohnhaus mit Keller und
Hofraum;
pl.⸗Nr. 3645* 2 a 40 qm
Pflanzgarten dabei und
Pl.⸗Nr. 3564, 44 80
qm Wiese unter'm Forellen⸗
weiher abtheilungshalber
sffentlich an die Meistbietenden zu
Figenthum versteigert.
Die Liegenschaften kommen als
ein Ganzes zum Ausgebot.
Eigenihümer sind die Wittwe
and Kinder des in St. Ingbert
verlebten Bergmannes Philipp
Weiland nämlich:

Katharina Schmitt, Wwe
des Verlebten, ohne Ge—
werbe in St. Ingbert;
Margaretha Weiland, ge⸗
werblose Ehefrau von Peter
Nothof, Tagner, beide da⸗
elbst;
datharina Weiland, ge—
verblose Ehefrau von Jo⸗
jann Hirtel, Zimmermann,
heide in Irheim;
statharina genannt Käth—⸗
hen Weiland, gewerblose
Ehefrau von Johann Jung,
Schmelzarbeiter, beide in
St. Ingbert;
Philipp Weiland, Ma—⸗
chinenführer;
Nikolaus Weiland, Berg—
nann, diese beide in St.
Ingbert wohnhaft, zur Zeit
Soldaten des k. b. 8. In⸗
janterie⸗Regiments in Gar—
nison zu Metz;
Margaretha Weiland, min⸗
derjährig in St. Ingbert,
welche ihre genannte Mut⸗
ter zur gesetzlichen Vor—
münderin und Peter Wei—
land, Bergmann in St.
Ingbert zum Beivormund
hat.
St. Ingbert, 21. Mai 1880
Sauer, k. Notar.
73 23. Mai f
Harmoniemusi
bei Joh. Eich
in Sengscheid.
O7800—70
IJ in allen Fällen ist zu hei—
len. Kosten gering. Arme
zratis. Näheres durch meine
Prospecte und Anerkennungs⸗
chreiben. Schöner Saradella⸗Klee⸗
F. C. Bauer, Spezialist, men wieder eingetroffen bei
Wertheim a. M. Franz Grell's Nachfolger
Druck und Verliag von F. X. Demes in St. Ingbert.
— gierrn für unsere Wo st⸗Abonnenten „Illustrirtes SonntaasblattNne 992

8 (Erste pfäãlz. Ausstellung

von Lehrlingsarbeiten zu Kaiserslautern.)

Die Preisevertheilung findet Sonntag, den 23. Mai im
Saale der Gesellschafi Eintracht statt. Lehrlinge, deren Meister,
ẽstern und alle sonstigen Interessenten sind hierzu freundlichst ein⸗
zeladen. — Bemerkt wird, daß die in öffentlichen Blättern Ge⸗
annten nur einen kleinen Bruchtheil der Prämiirten ausmachen.

Der Hauptausschuß.
r
werden fũr ein grosses, gediegenes literarisches Unternehmen
GCiSESEndC.

Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
AAuch Reumte, Lelrer, Reisenéde andoerer
Ræanmcehen ete., welche sieh namhaften Nebenverdienst ver-
Schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisoches Institut
Gotha.
2A. Sichel's Atelier künstl. Zähne
— ⏑

8*

I der Zustand
D eines Leidenden auch besorg
iperregend oder scheinbar hosfnungs⸗
da, so wird er aus dem Buche
Brarttische Winke für Kranke“ neue
doisnung schopfen u volles Vertrauen
u einem Heilprincip gewinnen, wel⸗
ches sich durch große Einsfachheit,
ganz besonders ober durh na ch⸗
eisbare Wirksfamkeit aus⸗
— - Mnrakt sche
ronke

— —

wWaedrudten Briefe glilglich Ge⸗
Wite beweisen, daß selbst solche
rante noch die ersehnte Hetlung
Aanden, welche anderweitig vergeblich
dilfe suchten Obiges Buch kann
aber allen Leiden den wärmstent
mofeblen werden, umsomebt als auf
Wunsch die Cur drieflich und unent⸗
geltlich durch einen pralttschen Arzt
zeleitet wird. Die Nittel sind Uber all
leicht zu beschasfen; ein Versuch fast
kostenlos. Gegen Franco⸗Zusendung
von 20 Pf. zu berziehen durch Th.
Babeuleitner in Leipzig und Vafeß.
        <pb n="321" />
        St Ingberler Anzeiger.

⸗c

Der Dt. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hhauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abomnementspreis betragt vierteljahrlich

BA 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 4, von Auswörts
mit 15 — fur die viergeipoltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Neclamen mit 30 pro Keile berechnet.
As2.

α
Sonntag, den 23. Mai

18sq.
Deutsches Reich.

Der Kaiser von Oesterreich ist am Mittwoch von München
wieder nach Wien abgereist.

Am Donnerstag hat das preußische Abgeordnetenhaus seine
vährend der Dauer des Reichstags unterbrochenen Sitzungen wieder
aufgenommen. Dem Haus ist durch den Cultusminister sofort der
angekündigte „Gesetzentwurf über die Abänderung von kirchenpoliti—
schen Gesetzen“ zugegangen. Derselbe enthält 11 Artikel. Einst⸗
weilen heben wir als einen der wichtigsten den Art. 4 aus; der⸗
selbe lautet: „Einem Bischof, welcher auf Grund des 824 u. ff.
des Gesetzes vom 12. Nai 1873 durch gerichtliches Urtheil aus
seinem Amt entlassen worden ist, kann vom König die staatliche
Anerkennung als Bischof seiner früheren Diöcese wieder ertheilt
werden.“ Nicht minder wichtig ist Art. 5; derselbe lautet: „Die Ver—
solgung von Zuwiderhandlungen gegen die Strafbestimmungen der Ge⸗
setze vom 11., 12. u. 13. Mai 1873, 20. und 21. Mai 1874 und
22. April 1875 findet nur auf Antrag des Oberpräsidenten statt.
Die Zurücknahme dieses Antrages ist zulässig.“ Und endlich auch
Artikel 10 sei der Beachtung empfohlen: „Die Minister des Inneren
und der geistlichen Angelegenheiten find ermächtigt, die Errichtung
neuer Niederlassungen von Genossenschaften, welche im Gebiete der
preußischen Monarchie gegenwärtig schon bestehen und sich aus—
ichließlich der Krankenpflege widmen, zu genehmigen, auch wider⸗
ruflich zu gestatten, daß die gegenwärtig bestehenden weiblichen Ge⸗
nossenschaften, welche ausschließlich der Krankenpflege sich widmen,
die Pflege und Unterweisung von Kindern, die sich noch nicht im
schulpflichtigen Alter befinden, als Nebenthätigkeit übernehmen.
Reu errichtete Niederlassungen unterliegen der Aufsicht des Staates
in Gemäßheit des 5 8 des Gesetzes vom 31. Mai 1875 und können
durch königliche Verordnung aufgehoben werden. Der Krankenpflege
mm Sinne des Gesetzes vom 31. Mai 1873 ist die Pflege und
Unterweisung von Bunden, Tauben, Stummen und Ididten sowie
zefallene Frauenzimmern gleichgestellt.“

Am 19. Mai präsidirte der Reichskanzler der Sitzung
der Bundesrathsausschüsse für Handel und Verkehr und Zoll-und
Steuerwesen, — in welcher die Referenten über die Frage der
Finverleibung Altona — St. Pauli in das Zollgebiet Bericht er—
tatteten. Wie verlautet, wurde beschlossen, beim Bundesrath den
Antrag zu stellen, von dem Anschluß St. Paulis an das Zoll⸗
gebiet Abstand zu nehmen, dagegen die nöthigen Vorkebrungen für
den Anschluß Altonas zu treffen.

Ausland.

Die griechische Regierung hat wegen der Bewegung in
Albanien Truppenzusammenziehungen an der türkisch⸗griechischen
Grenze und in Korfu angeordnet.

Der russische Botschaster Fürst Orloff, ist jetzt nach 2 Mo⸗
naten seit dem Hartmann'jschen Allentate, wieder nach Varis au⸗
rückgekehrt.

Daß der drohende Konflikt zwischen Rußland und China
eventuell auch deutsche Interessen in Mitleidenschaft ziehen könnte,
ist leicht ersichtlich. Der Weser⸗Zeitung zufolge beabsichtigt nun
unsere kaiserliche Marine die deutschen Kriegsschiffe der ostasiatischen
Station, sobald die krieg drohenden Verhältnifse zwischen China und
Rußland einen ihrem Anscheine nach ernsteren Eharatter annehmen,
durch Zusammenziehung der übrigen deutschen überseeischen Sta—
tionen zu verstärklen. Für alle Edentuglitaten sollen wahrscheinlich
„Hertha“ und „Leipzig“ sich zugleich nach den chinesischen Ge—
vassern begeben. Ein Krieg Rußlands mit China würde wahr⸗
cheinlich eine Blokade Seite ns des ersteren Staats aller an der
hinesischen Küste belegenen großen Handelsstüdte zur Folge haben,

vodurch der englische überseeische Handel in erster Linie, der
neutsche in zweiter Linie, wie auch der dänische, franzoͤsische und
amerikanische arg geschaädigt werden würde

Bolkszühlung in Deutschland statt. Man will diesmal damit
zleichzeitig eͤne Zählung der landwirthschaftlichen Besitzungen, des
Ziehstandes und noch andere ähnliche Ermittelungen vornehmen,
im so ein möglichst getreues Bild unserer nationmen und wirih—
chaftlichen Zustände herstellen zu können.

F Die „Kais. Z.“ schreibt: Herr Regierungspräsident v. Braun
beehrte am Donnerstag die hiesige 1. pfälz. Ausstellung von Lehr—
ingsarbeiten mit seinem Besuch; derselbe trit bereits in den nächsten
Tagen eine Reise nach München an und ist daher verhindert der
im Sonntag den 23. d. Mts. Statt findenden Preisvertheilung
»ersönlich beizuwohnen.

f Lambrecht. Reich mit Blumen geziert wurde am
Vfingstmontage in den Wirthschaftslokalitäten dahier der alljährlich
iach Deidesheim zu liefernde Geisbock gezeigt. Die bestehenden
lßorschriften sind gewissenhaft erfüllt. Tie Begleitung durch den
üngsten Bürger unterbleibt seit einigen Jahren. Deidesheim gibt
ich zufrieden, wenn Hirt und Bock am Pfingstdienstag bei Sonnen⸗
nufgang dorten ihren Einzug halten. Der Hirt wird sodann mit
inem Käsebrod und einer Flasche Wein wieder abgeschickt. Die
gemeinde Lambrecht hat das Weiderecht im Deidesheimer Walde.
Vor einigen Jahren strengte Deidesheim einen Prozeß an, wonach
s dieses alte Recht als verfallen erklärt wissen woute. Lambrecht
vurde aber dennoch das Weiderecht zugesprochen, und der Gegner
nahm dadurch Revanche, daß die durch den Prozeß während 7 und
bJahren gestörte Bocklieferung näachträglich ausgesührt werden
nußte. Es wurden nun 7 und bezw. 4 Böcke nach Deidesheim
jesandt, die auch wirklich von den Buͤrgern der verschiedenen Jahr-
zänge das Geleit erhielten. (Pf. Pr.)

Speier. (Sp. Ztg.) Der hiesige Mackler Johann Rei⸗
hert, welcher früher Afrika bereiste und päpftlicher Soldat war,
ühlte mit dem begonnenen Frühjahr wieder eine unbezähmbare
VBanderlust. Vergangene Woche hat er Speier verlafsen, ohne das
ziel seiner Reise anzugeben, und es wird angenommen, daß er
ich nach Amerika eingeschifft habe. Eine Frau, zwei Kinder und
ine Anzahl Gläubiger weinen ihm nach. Aus einer größeren
zumme Geldes, welches er für ein Geschaͤftshaus einkassirte be⸗
estand sein Reisegeld.

Nach vjähriger Pause hat am Pfingstmontag in Ober⸗
ummergau Oberbayern) wieder eine Passions-Vorstellung Statt
zefunden. In Bezug auf Dekorationen und namentlich Kostüme
vurde diesmal großer finanzieller Aufwand gemacht. Der Zudrang
)er Besucher war so stark, daß das Spiei gleich am Dienstag
viederholt werden mußte. Das Hauptkontingent der Zuschauer
ieferte England; ein Unternehmer hat sogar ein englisches Hotel
n Oberammergau eingerichtet. Das Theater faßt ca. 6000 Per⸗
onen. Ueber die Darstellung gehen die Ansichten auseinander;
»och scheint bis jetzt diejenige vorwiegend, welche behauptet, daß
einzelne mit neuen Kraften besetzte Solopartieen außerordentlich
diel zu wünschen ließen und daß die naibve Darstellung fast durch⸗
veg auch ein naives Auditorium voraussetze; einen künstlerischen
Maßstab dürfe man nicht anlegen. Immerhin aber sei dies Spiel
tellenweise von großer erbaulicher Wirkung. Von den 1260 Ein—
vohnern des Ortes sind 700 bei der „Passion“ als Mitspielende
bdetheiligt; die übrigen sorgen um gutes Geld für Quartier Speise
und Trank.

F.Gesunder Durst.) Ein Bauer in Schillings fürst (Bayhern)
rank kürzlich um eine Wette von 50 M. zu gewinnen innerhalb
3 Stunden 64 Schoppen Bier.

F Reichsrath Freiherr v. Cramer⸗Klett hat zu der am 19.
Nai in München eröffneten Sammlung für die Wittelsbacher
Stiftung einen Beitrag von 10,000 M. gespendet.

. In Barmen beziffert sich die Zahl der an Trichinose
Erlrankten bereits auf 150.

F Alle Strikenden in Rheims (Frankreich) haben ihre
Arbeit wieder aufgenommen; die Patrone versprachen ihnen, daß,
jalls die Arbeit 8 Tage lang fortgesetzi werde, sie die Reklamationen der
Arbe iter bezüglich der Lohne ernstuͤch in Erwägung ziehen würden

F Die neueste Tollheit Pariser Modenartrinnen
ist. das Haar in Streifen weiß. roth, schwarz, gelb zu färben und

Vermikchtes.

St. Ingbert, 22. Mai. Gestern Nachmittag wurde

der Fortbildungsschüler Ber zel so unglüdlich überfahren, daß
ꝛx einen Beinbruch und schwere Verletzungen am Kopfe erliti.

dWie belannt, findet am 1. Drcember d. J. eine allgemeine
        <pb n="322" />
        gestreifte Frisuren zu tragen. Wie lange wird's dauern, und wir
sehen das bei uns auch!

In Petersburg wird gegenwärtig ein Monstra⸗ Pro⸗
zeß gegen Nihilisten verhandelt. Der Hauptangeklagte ist ein Dr.
Weimar. Zu dem Prozeß sind 141 Zeugen vorgeladen, darunter
40 für die Vertheidigung. Unter den Beweisstücken sind auch
eine auf dem Hofe des Gerichtsgebäudes ausgestellte Droschke und
ein Pferd, deren sich angeblich der Mörder Mesenzeff's zur Flucht
bediente.

FIn Warschau bildet wieder das Tagesgespräch eine Ge—
schichte à la „Monte Christo.“ Dieser Tage ist ein dortiger
Fraelit von Sibirien zurückgekehrt und meldete sich sofort beim
Direltor des Finanzdepartements, dem er folgende Geschichte auf⸗
getischt hat: Während seiner Strafabbüßung in Sibirien hat er
dort bon einigen Exilirten, die am Aufstande vom Jahre 1830
Antheil nahmen, erfahren, daß im hiesigen königlichen Palais
(Kroͤlewslie Lazienkie) 12 Millionen Rubel in Gold vergraben
— E Theil der Aufständlerkasse vom
Jahre 1830 bildet. Der erwähnte Israelit gab an, daß das
Geld dort vergraben liege, wo später eine Kapelle gebaut wurde.
Auf die Kosten der Eruirung und als Kaution, daß seine? An⸗
gaben auf Wirklichkeit basiren, erlegte er 300 Rubel. Der Direktor
wußte im ersten Augenblick nicht, was anzufangen, da in einer
Kapelle auf Grund einer solchen Angabe Nachsuchungen nicht statt⸗
finden können, nahm jedoch die 300 Rubel an und telegraphirte
nach Petersburg zum Finanzministerium mit der Anfrage, was er
in dieser Angelegenheit thun soll. Eine Antwort ist noch nichi
eingetroffen; der Israelit wartet ungeduldig auf die ansehnliche
Prämie. —

4 Das Parlament des Staates New-York hat den Be—
schluß gefaßt, die erforderlichen Mittel zu bewilligen, um einer im
Jahre 1883 abzuhaltenden Weltausstellung in New⸗York einen
vollen Erfolg zu sichern.

— Der Brand, der seit einigen Tagen in den Oelgegenden
Pennsylvaniens wüthet, hat das Dorf Milton ergriffen und
erstört. Eine Person kam in den Flammen um und andere werden
ermißt. Der bis jetzt angerichtete Schaden wird auf 1,2800,000
Dollar geschäbt
Gemeinnuͤtziges.

Raupen an Johannis- und Stachelbeersträuch er,
verden vertilgt, wenn man sie einigemal mit Seifenbrühe, welcher
twas Aschenlauge zugesetzt ist, tüchtig besprengt. Damit lassen
ich auch die Raupen auf Bäumen vertilgen. Will man die Rau—
ben überhaupt ausrotten, so begieße man im Herbst und Winter
hen Boden unter den Stachel- und Johannisbeersträuchern einige—
nal mit Jauche, der etwas Salz zugesetzt ist. Auch Seifenbrühe
st dazu verwendbar, nur muß alsdann der Laugenzusatz stärker sein.
hurch dieses Begießen werden die Puppen, die im Boden liegen,
setödiet.

Eisen als Dünger für Obstbäume. Ein Besitzer groß⸗
—DV „Fundgrube“, durch
zergleichende Versuche die Erfahrung gemacht haben, daß Eisen ein
‚orzüglicher Dünger für Obstbäume, besonders aber für Birnen ist.
Bäume, die viele Jahre lang unfruchtbar geblieben waren, trugen
gdiele und schöne Früchte, als der Boden an den Wurzeln mit Feil⸗
ind Drahtspänen vermischt wurde. Bei Birnbäumen, die Früchte
rugen, welche stets grindig und rissig waren. verloren sich diese
mangenehmen Eigenschaften, als ihnen eine Eisendüngung wurde.
Auch die französischen Gärtner wissen durch öfter wiederholte An⸗
wendung von schwachen Eisenvitriol-Auflösungen sowohl an die
Wurzeln als auf die Blätter der Bäume während des Sommers
eine beträchtliche Vergrößerung der Früchte zu bewirken, weshalb
die amerikanische Erfahrung eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich
hat. Eisenvitriol in Auflösung von mäßiger Stärke dürfte als
zester Ersatz für Feilspäne dienen.

— Flr die Redaction verantwortsich: RX. Demes.
Rilchi
82
Eröffnung am 1. Juni.

Vertragsmäßige l Sa
Wiederversteigerung. Saatluvinen.
Mittwoch den 9. Juni 1880
Rachmittags 8 Uhr zu St.
gugbert bei Johann Adam
Beck Wittwe
wird durch den kgl. Natar

Sauer in St. Ingbert, im
Wege der vertragsmäßigen Wie⸗
derversteigerung, gegen Ludwig
XXXXXVVOOO
mann in St. Ingbert, beziehungs⸗
weise gegen dessen Wittwe und
Erben, die nachstehend bezeichnete
Liegenschaft im Banne von St.
Ingbert, oͤffentlich in Eigenthum
versteigert, nämlich:

Pᷣl.⸗Nr. 283, 834 qm

Flache, worauf ein Wohn⸗

haus mit Hofraum, gele⸗

gen zu St. Ingbert an

der Heide.

St. Ingbert, 22. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.
Mobilien⸗
Versteigerung.

Dienstag, den 25. Mai 1880,
Nachmintags 2 Uhr läßt Herr
Cari Engel Gastwirth, in
St. Ingbert wohnhaft in
seiner Wohnung daselbst — Koh⸗
lenstraße — folgende Mobiliar⸗
gegenstande umzugshalber auf
angere Zahlungstermine öffent⸗
—EDD— —

Klavier, J Kleiderschrank,
Chiffonier, 3 vollständige
Betten, 18 Stühle, 8 Tische,
Commode, 2 Rachttisch⸗
hen, 2 Söulenöfen, 1
—XVV
1Herd, 1 Waschhafen ⁊c. x.
t. Ingbert, 22. Mai 1880.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann.

—

für deren Keimfähigkeit garan—
tirt wird, sind zu haben bei
M. Thierny.

a⸗ↄneass ·
snvce suv
zꝛi posan a213 aach ⁊
Lpotobnagtt unapug

P. Demetz,. Hemdenfabrik,
Landanu i.Pfalz.
Zpezialitküt: Herrn Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide-Systemen.
12. Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz A 26. —
mit glattem feinem leinen
Einsatz BO. —
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
an Sitz leiste ich Jedde Gn-
rantie; nach erfolater Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
ien sich dann meine verehrten Abnehmer
pon meiner Leiatungssuhiglkeit über⸗
zeugen.

8 (GErste pfälz. Ausstellung
von Lehrlingsarbeiten zu Kaiserslautern.)
Die Preisevertheilung findet Sonntag, den 23. Mai im
Saale der Gesellschaft Eintracht statt. Lehrlinge, deren Meister,
Eltern und alle sonstigen Interessenten sind hierzu freundlichst ein—
geladen. — Bemerkt wird, daß die in öffentlichen Blättern Ge⸗
Jannten nur einen kleinen Bruchtheil der Prämiirten ausmachen.

der Fanptansschuß.
2. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plomhiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 158.
—— — — — * — — —
F und lan bon 83. x. Demeß in St. Ingbert.
Sieru „Illuktrirtes Sonntaasblat⸗

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        St. Inaberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeitzer und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljährlich

1 A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I M 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärits
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blaättschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
A 82. Sounntag, den 23. Mai

1880.

Deutsches Reich.

Der Kaiser von Oesterreich ist am Mittwoch vn München
wieder nach Wien abgereist.

Am Donnerstag hat das preußische Abgeordnetenhaus seine
während der Dauer des Reichstags unterbrochenen Sitzungen wieder
aufgenommen. Dem Haus ist durch den Cultusminister sofort der
angekündigte „Gesetzentwurf über die Abänderung von kirchenpoliti—
schen Gesetzen“ zugegangen. Derselbe enthält 11 Artikel. Einst—
weilen heben wir als einen der wichtigsten den Art. 4 aus; der—⸗
selbe lautet: „Einem Bischof, welcher auf Grund des 83 24 u. ff.
des Gesetzes vom 12. Mai 1873 durch gerichtliches Urtheil aus
seinem Amt entlassen worden ist, kann vom König die staatliche
Anerkennung als Bischof seiner früheren Diöcese wieder ertheilt
werden.“ Nicht minder wichtig ist Art. 9; derselbe lautet: „Die Ver—⸗
solgung von Zuwiderhandlungen gegen die Strafbestimmungen der Ge⸗
setze vom 11., 12. u. 13. Mai 1873, 20. und 21. Mai 1874 und
22. April 1875 findet nur auf Antrag des Oberpräsidenten statt.
Die Zurücknahme dieses Antrages ist zulässig.“ Und endlich auch
Artikel 10 sei der Beachtung empfohlen: „Die Minister des Inneren
und der geistlichen Angelegenheiten sind ermächtigt, die Errichtung
neuer Niederlassungen von Genossenschaften, welche im Gebiete der
preußischen Monarchie gegenwärtig schon bestehen und sich aus—
schließlich der Krankenpflege widmen, zu genehmigen, auch wider⸗
ruflich zu gestatten, daß die gegenwärtig bestehenden weiblichen Ge—
nossenschaften, welche ausschließlich der Krankenpflege sich widmen,
die Pflege und Unterweisung von Kindern, die sich noch nicht im
schulpflichtigen Alter befinden, als Nebenthätigkeit übernehmen.
Neu errichtete Niederlassungen unterliegen der Aufsicht des Staates
in Gemäßheit des 8 3 des Gesetzes vom 31. Mai 1875 und können
durch königliche Verordnung aufgehoben werden. Der Krankenpflege
im Sinne des Gesetzes vom 31. Mai 1873 ist die Pflege und
Unterweisung von Blinden, Tauben, Stummen und Idioten sowie
gefallene Frauenzimmern gleichgestellt.“

Am 19. Mai präsidirte der Reichskanzler der Sitzung
der Bundesrathsausschüsse für Handel und Verkehr und Zoll- und
Steuerwesen, — in welcher die Referenten über die Frage der
Finverleibung Altona — St. Pauli in das Zollgebiet Bericht er—
tatteten. Wie verlautet, wurde beschlossen, beim Bundesrath den
Antrag zu stellen, von dem Anschluß St. Paulis an das Zoll⸗
gebiet Abstand zu nehmen, dagegen die nöthigen Vorkehrungen für
den Anschluß Altonas zu treffen.

Ausland.

Die griechische Regierung hat wegen der Bewegung in
Albanien Truppenzusammenziehungen an der kürkisch⸗griechischen
Brenze und in Korfu angeordnet.

Der russische Botschafter Fürst Orloff, ist jetzt nach 2 Mo—
naten seit dem Hartmann'schen Attentate, wieder nach Paris zu—⸗
rückgekehrt.

Daß der drohende Konflikt zwische Rußland und China
eventuell auch deutsche Interessen in Mitleidenschaft ziehen könnte,
isst leicht ersichtlich. Der Weser⸗Zeitung zufolge beabsichtigt nun
unsere kaiserliche Marine die deutschen Kriegsschiffe der ostasiatischen
Station, sobald die krieg drohenden Verhältnisse zwischen China und
Rußland einen ihrem Anscheine nach ernsteren Charalter annehmen,
durch Zusammenziehung der übrigen deutschen überseeischen Sta⸗
tionen zu verstärken. Für alle Eventualitäten sollen wahrscheinlich
„Hertha“ und „Leipzig“ sich zugleich nach den chinefischen Ge—
wässern begeben. Ein Krieg Rußlands mit China würde wahr⸗
scheinlich eine Blokade Seitens des ersteren Staats aller an der
hinesischen Küste belegenen großen Handelsstädte zur Folge haben,
vodurch der englische überseeische Handel in erster Linie, der
deutsche in zweiter Linie, wie auch der dänische, französische und
amerikanische arg geschädigt werden würde.

Volkszählung in Deutschland statt. Man will diesmal damit
Jleichzeitig eine Zählung der landwirthschaftlichen Besitzungen, des
Biehstandes und noch andere ähnliche Ermittelungen vornehmen,
um so ein möglichst getreues Bild unserer nationalen und wirth—
schaftlichen Zustände herstellen zu können.

F Die „Kais. Z.“ schreibt: Herr Regierungspräsident v. Braun
beehrte am Donnerstag die hiesige 1. pfälz. Ausstellung von Lehr—
ingsarbeiten mit seinem Besuch; derselbe tritt bereits in den nächsten
Tagen eine Reise nach München an und ist daher verhindert, der
aim Sonntag den 23. d. Mts. Statt findenden Preisvertheilung
persönlich beizuwohnen.

fLambrecht. Reich mit Blumen geziert wurde am
Pfingstmontage in den Wirthschaftslokalitäten dahier der alljährlich
aach Deidesheim zu liefernde Geisbock gezeigt. Die bestehenden
Vorschriften sind gewissenhaft erfüllt. Die Begleitung durch den
süüngsten Bürger unterbleibt seit einigen Jahren. Deidesheim gibt
iich zufrieden, wenn Hirt und Bock am Pfingstdienstag bei Sonnen⸗
uufgang dorten ihren Einzug halten. Der Hirt wird sodann mit
»inem Käsebrod und einer Flasche Wein wieder abgeschickt. Die
Bemeinde Lambrecht hat das Weiderecht im Deidesheimer Walde.
Vor einigen Jahren strengte Deidesheim einen Prozeß an, wonach
es dieses alte Recht als verfallen erklärt wissen wollte. Lambrecht
wurde aber dennoch das Weiderecht zugesprochen, und der Gegner
nahm dadurch Revanche, daß die durch den Prozeß während 7 und
1Jahren gestörte Bocklieferung nachträglich ausgesührt werden
nußte. Es wurden nun 7 und bezw. 4 Böcke nach Deidesheim
zesandt, die auch wirklich von den Bürgern der verschiedenen Jahr—
zänge das Geleit erhielten. (Pf. Pr.)

F Speier. (Sp. Ztg.) Der hiesige Mackler Johann Rei—
hert, welcher früher Afrika bereiste und päpstlicher Soldat war,
fühlte mit dem begonnenen Frühjahr wieder eine unbezähmbare
Wanderlust. Vergangene Woche hat er Speier verlassen, ohne das
Ziel seiner Reise anzugeben, und es wird angenommen, daß er
sich nach Amerika eingeschifft habe. Eine Frau, zwei Kinder und
eine Anzahl Gläubiger weinen ihm nach. Aus einer größeren
Summe Geldes, welches er für ein Geschäftshaus einkassirle, be—
bestand sein Reisegeld.

F Nach H9jähriger Pause hat am Pfingstmontag in Ober-
ammergau (Oberbayern) wieder eine Passions-Vorstellung Statt
gefunden. In Bezug auf Dekorationen und namentlich Kostume
wurde diesmal großer finanzieller Aufwand gemacht. Der Zudrang
der Besucher war so stark, daß das Spiel gleich am Dienstag
wiederholt werden mußte. Das Haupttkontingent der Zuschauer
lieferte England; ein Unternehmer hat sogar ein englisches Hotel
in Oberammergau eingerichtet. Das Theater faßt ca. 6000 Per⸗
'onen. Ueber die Darstellung gehen die Ansichten auseinander;
zoch scheint bis jetzt diejenige vorwiegend, welche behauptet, daß
einzelne mit neuen Kräften besetzte Solopartieen außerordentlich
piel zu wünschen ließen und daß die naive Darstellung fast durch-
weg auch ein naives Auditorium voraussetze; einen künstlerischen
Maßstab dürfe man nicht anlegen. Immerhin aber sei dies Spiel
tellenweise von großer erbaulicher Wirkung. Von den 1260 Ein⸗
vohnern des Ortes sind 700 bei der „Passion“ als Mitspielende
vetheiligt; die übrigen sorgen um gutes Geld für Quartier, Speise
ind Trank.

(Gesunder Durst.) Ein Bauer in Schillings fürst (Bayern)
trank kürzlich um eine Wette von 50 M. zu gewinnen innerhalb
3 Stunden 64 Schoppen Bier.

F Reichsrath Freiherr v. Cramer⸗Klett hat zu der am 19.
Mai in München eröffneten Sammlung für die Wittelsbacher
Stiftung einen Beitrag von 10,000 M. gespendet.

In Barmen beziffert sich die Zahl der an Trichinose
Erkrankten bereits auf 150.

F Alle Strikenden in Rheims (srankreich) haben ihre
Arbeit wieder aufgenommen; die Patrone versprachen ihnen, daß,
falls die Arbeit 8 Tage lang fortgesetzt werde, sie die Reklamationen der
Arbe iter bezüglich der Löhne ernstlich in Erwägung ziehen würden.

F Die neueste Tollheit Pariser Modenärrinnen
ist, das Haar in Streifen weiß, roth, schwarz, gelb zu färben und

Vermischtes.

*St. Ingbert, 22. Mai. Gestern Nachmittag wurde
der Fortbildungsschüler Bertz el so ungluͤclich überfahren, daß
er einen Beinbruch und schwere Verletzungen am Kopfe erliti.

r Wie belannt, findet am 1. December d. J. eine allgemeine
        <pb n="324" />
        gestreifte Frisuren zu tragen. Wie lange wird's dauern, und wir
sehen das bei uns auch!

In Petersburg wird gegenwärtig ein Monstra⸗ Pro⸗
zeß gegen Nihilisten verhandelt. Der Hauptangeklagte ist ein Dr.
Weimar. Zu dem Prozeß sind 141 Zeugen vorgeladen, darunter
40 für die Vertheidigung. Unter den Beweisstücken sind auch
eine auf dem Hofe des Gerichtsgebäudes ausgestellte Droschke und
ein Pferd, deren sich angeblich der Mörder Mesenzeff's zur Flucht
nediente.

pP'AIn Warschau bildet wieder das Tagesgespräch eine Ge⸗
chichte A la ,Monte Christo.“ Dieser Tage ist ein dortiger
FZeraelit von Sibirien zuürückgekehrt und meldete sich sofort beim
Direltor des Finanzdepartements, dem er folgende Geschichte auf⸗
getischt hat: Während seiner Strafabbüßung in Sibirien hat er
zort bon einigen Exilirten, die am Aufstande vom Jahre 1830
Antheil nahmen, erfahren, daß im hiesigen königlichen Palais
Kroͤlewslie Lazienkie) 12 Millionen Rubel in Goid vergraben
ůegen und daß dieser Schat einen Theil der Aufständlerkasse vom
Jahre 1830 bildet. Der erwähnte Israelit gab an, daß das
eld dort vergraben liege, wo spüter eine Kapelle gebaut wurde.
Auf die Kosten der Eruirung und als Kaution, daß seine An⸗
gaben auf Wirklichkeit basiren, erlegte er 300 Rubel. Der Direktor
vußte im ersten Augenblick nicht, was anzufangen, da in einer
Kapelle auf Grund einer solchen Angabe Nachsuchungen nicht statt⸗
finden können, nahm jedoch die 300 Rubel an und telegraphirte
— Anfrage, was er
in dieser Angelegenheit thun soll. Eine Antwort ist noch nicht
eingetroffen; der Israelit wartet ungeduldig auf die ansehnliche
Prämie. —

Das Parlament des Staates New-York hat den Be⸗
schluß gefaßt, die erforderlichen Mittel zu bewilligen, um einer im
Jahre 1883 abzuhaltenden Weltausstellung in New-NYork einen
vollen Erfolg zu sichern.
Vertraggmäßige GSag
Wiederversteigerung. atlupinen.
Mittwoch den 9. Juni 1880
Nachmittags 3 Uhr zu St.
Ingbert bei Johann Adam
deck Witwe
wird durch den kgl. Natar
Sauer in St. Ingbert, im
Wege der vertragsmaͤßigen Wie⸗
derversteigerung, gegen Ludwig
Bechtoid, weiland Geschäfts⸗
mann in St. Ingbert, beziehungs⸗
weise gegen dessen Wittwe und
Erben, die nachstehend bezeichnete
Liegenschaft im Banne von St.
Ingbert, oͤffentlich in Eigenthum
Aersieigert, nämlich:
hl.⸗Nr. 283, 34 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
Jdaus mit Hofraum, gele⸗
jen zu St. Ingbert an
der Heide.
Ingbert, 22. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Dienstag, den25. Mai 1880,
Nachmittags 2Uhr läßt Herr
gari⸗Engel Gastwirth, in
St. Ingbert wohnhaft in
einer Wohnung daselbst — Koh⸗
enstraße — folgende Mobiliar⸗
jegenstände umzugshalber auf
sangere Zahlungstermine bffent⸗
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Klavier, 1 Kleiderschrank,
Chiffonier, 3 vollstaudige
Betlen, 18 Stühle, 83 Tische,
Commode, 2 Nachttisch⸗
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St. Ingbert, 22. Mai 1880.
Rh. Fitz,
Geschäftawann. 73

— Der Brand, der seit einigen Tagen in den Oelgegenden
Zennsylvaniens wüthet, hat das Dorf Milton ergriffen und
erstört. Eine Person kam in den Flammen um und andere werden
zermißt. Der bis jetzt angerichtete Schaden wird auf 1,800,000
dollar geschätzt.
Gemeinnuͤtziges.

Raupen an Johannis- und Stachelbeersträucher,
verden vertilgt, wenn man sie einigemal mit Seifenbrühe, welcher
twas Aschenlauge zugesetzt ist, tüchtig besprengt. Damit lassen
ich auch die Raupen auf Bäumen vertilgen. Will man die Rau—
»en überhaupt ausrotten, so begieße man im Herbst und Winter
en Boden unter den Stachel- und Johannisbeersträuchern einige—
nal mit Jauche, der etwas Salz zugesetzt ist. Auch Seifenbrühe
st dazu verwendbar, nur muß alsdann der Laugenzusazz stärker sein.
durch dieses Begießen werden die Puppen, die im Boden liegen,
etödtet.

Eisen als Dünger für Obstbäume. Ein Besitzer groß⸗
rrtiger Obstkulturen in Amerika will, nach der „Fundgrube“, durch
ergleichende Versuche die Erfahrung gemacht haben, daß Eisen ein
orzüglicher Dünger für Obstbäume, besonders aber für Birnen ist.
Zäume, die viele Jahre lang unfruchtbar geblieben waren, trugen
iele und schöne Früchte, als der Boden an den Wurzeln mit Feil—
ind Drahtspänen vermischt wurde. Bei Birnbäumen, die Früchte
rugen, welche stets grindig und rissig waren, verloren sich diese
mangenehmen Eigenschaften, als ihnen eine Eisendüngung wurde.
luch die französischen Gärtner wissen durch öfter wiederholte An—
vendung von schwachen Eisenvitriol-Auflösungen sowohl an die
Wurzeln als auf die Blätter der Bäume während des Sommers
ine beträchtliche Vergrößerung der Früchte zu bewirken, weshalb
zie amerikanische Erfahrung eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich
hat. Eisenvitriol in Auflösung von mäßiger Starke dürfte als
zester Ersatz für Feilspäne dienen.

— Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
Bad U
Rilchingen
Eröffnung am 1. Juni.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i.Pfalz.
z—pezialilät: Herrn Hemden nach Maaß
aach deutschen, französischen und amerika-

aischen Zuschneide-Systemen.
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Einsatz A 26. —
mit glattem feinem leinen
Einsatz A öο, —
bhis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsatze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
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8 (Erste pfälz. Ausstellung
von Lehrlingsarbeiten zu Kaiserslautern.)
Die Preisevertheilung findet Sonntag, den 23. Mai im
Saale der Gesellschaft Eintracht statt. Lehrlinge, deren Meister,
Eltern und alle sonstigen Interessenten sind hierzu freundlichst ein⸗
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Der Hanplausschuß.
9 * *
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lage) erischeint wöchentlich viermal:?: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementopreis vetragt vierteljährlich

IAM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I M 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
—W—

Dienstag, den 28 — 234

188.

Deutsches Reich.

Am Samstag hatte in München der aus Berlin gekommene
Fürst Hohenlohe mit dem Vorsitzenden des Ministerraths Minister
v. Lutz und mit dem Minister Frhrn. v. Crailsheim eine Besprechung.

Das bayerische Gesetze und Verordnungsblatt Nr. 32
bringt nachstehende Verordnung über die Gebühren der Notare in
der Pfalz. 8 1. Für die Beurkundung der in Art. 219 Abs. 1
des Gesetzes vom 23. Februar 1879 zur Ausführung der Reichs⸗
Civil⸗ Proceßordnung und Konkursordnung bezeichneten Verträge
beziehen die Notare der Pfalz die in den bestehenden Gebührenord—
nungen festgesetzten Gebühren mit der Maßgabe: 1) daß die in
Art. 23 des Gebührenregulativs für die Notare der Pfalz vom 9.
April 1822 festgesetzten Gebühren für die erste vollstreckbare Aus—
fertigung oder für die erste einfache Ausfertigung nicht erhoben
werden, wenn der Werth des Vertragsgegenstandes 400 M. oder
darunter beträgt, 2) daß die geringste dem Notar zustehende Ge⸗—
bühr (Art. 35 Abs. 1 des Gebühren-Regulativs vom 98. April
1822) eine Mark beträgt. — Auf Versteigerungen von Liegen—
schaften finden die Bestimmungen unter Ziffer 1 und 2 keine An—
wendung. 8 2. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage
der Bekanntmachung im Gesetz⸗ und Verordnungsblatt in Kraft.
— Weiter wird im Gesetz⸗ und Verordnungsblatt eine die Dienst—
und Geschäftsverhältnisse der Hypothekenbewahrer in der Pfalz
betreffende Verordnung bekannt gegeben, die mit dem 1. Juli d.
J. in Kraft tritt.

(Samoa und — Borneo!)) Aus Berlin wird der K. Z.
telegraphirt: Einem Herrn Overbeck, der früher österreichischer
Konsul in Honkong war, ist es gelungen, sich von drei Sultanen
auf Borneo das Suveränetätsrecht für einen großen Theil der
Nordküste von Borneo zu erwerben. Er hat nun einen Plan aus⸗
gearbeitet, Borneo zu kolonisiren, und sich damit zunächst an die
österreichische Regierung gewandt. Diese war auch, wie Herr Over⸗
beck versichert, Anfangs nicht abgeneigt, auf seine Pläne einzugehen,
brach aber die Verhandlungen ab, als der Einmarsch in Bosnien
ihr andere Angelegenheiten nahe legte. Er sucht jetzt die deutsche
Regierung für seine Pläne zu gewinnen, und der Reichskanzler hat
sein Interesse dafür ausgesprochen; deßgleichen der Chef unserer
Admiralität, da auf der Nordküste von Borneo ein ganz ausge—
‚eichneter Kriegshafen sich befinden soll. Es soll nun die Frage
in's Auge gefaßt sein, ob das noch nicht aufgegebene Samoa—
Unternehmen nicht mit der Kolonisirung von Borneo vereinigt
verden könnte.

Die ultramontane „Germania“ bespricht die neue kirchenpo—
utische Vorlage der preußischen Regierung und weist dieselbe
vom Standpunkt des Centrums aus zurück. Das Blatt meint:
Mit der Fortdauer der Maigesetze wurde der Culturkanmpf eine
zleibende Institut on. Wollte die Regierung in der That den
Frieden, so mußte sie den Weg der Revision der Gesetze betreten.

Gemäß den Anträgen der Bundesrathsausschüsse über die be—
züglichen Anträge Preußens und Hamburgs beschloß der Bundes—
rath, Altona in das Zollgebiet einzuverleiben.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 285. Mai. Bezüglich des Ergebnisses
der am Sonntag Nachmittag im Grewenig'schen Saale stattgehabten
Bürgerversammlung zur Bildung eines Komite's, das mit der Samm—
lung von Beiträgen für die Wittelsbach'sche Landesstiftung betraut
ist, verweisen wir auf die im heutigen Blatte enthaltene Bekannt⸗
machung des Bürgermeisteramtes. Ergänzend fügen wir an, daß
in der genannten Versammlung auf Vorschlag des Herrn Subrek—
rors Barnikel ein provisorisches Feste omite gewählt wurde,
dem obliegt, die Vorbereitungen zu einer entsprechenden Feier des
Jubiläumstages, 16. September, zu treffen. Die Wahl fiel auf
'olgende elf Herren: Bürgermeister Custeer, J. Adj. Graffion,
II. Adj. Greß, Hüttenwerksbesitzer Gust. Krämer, kgl. Ober⸗
imtsrichter König, kgl. Bergmeister Kammann, kgl. Sub—
ektor Barnickel, kath. Pfarrer Dengel, prot. Pfarrer
drieger, Bahnhofverwalter Eiffler und Lehrer Drumm.

St. Ingbert. An freiwilligen Gaben für die Ab—
jebrannten in Donaustauf sind beim kgl. Bezirksamte Zweibrücken
ꝛingegangen von hier aus 57 M., von unserer Nachbargemeinde
Rohrbach 14 M. 32 Pf.

F Die Einnahmeder pfälzischen Eisenbahnen
betrug in den 4 ersten Monaten des lauf. Jahres 4,130,976 M.
31 Pfg.; ein Mehr gegenüber dem gleichen Zeitraume des Vor—
jahres von 519,291 M. 15 Pifg.

Die Verlängerung der Dauer der Kaiserslauterer Aus—
tellung von Lehrlingsarbeiten soll bereits definitiv beschlossen sein.
Zu bemerken ist, daß von auswärts, namentlich auch von hier,
iverse Anfragen von Lehrlingsanstalten dahin lautend eingegangen
ind, ob bei einem Massenbesuch eine Ermäßigung des Eintritis—
vreises gewährt wird. Auch hiezu soll man sich bereit erklärt haben.

F Der Ertrazug auf welchem am verflossenen Mittwoch der
Verwaltungsrath der pfälz. Bahnen hier ankam und abreiste, schwebte
auf der Bahnstrecke Heiligenstein, als er dieselbe gegen 7
Uhr abends passirte, in großer Gefahr. Ein schon bejahrter Bürger
aus Heiligenstein fuhr eben auf seinem mit Kühen bespannien
Wagen vom Felde heim, als der Erxtrazug daher gebraust kam.
Der Heimweg des Mannes führte über den Bahukörper. An
dem Warnungspfahl wollte er Halt machen. Allein die Kühe
cheuten, rasten der Barrière zu, und eine Kuh sprang hinüber,
ils der Zug noch wenige Meter entfernt war. Nur der Besonnen⸗
jeit und Geistesgegenwart des Bahnwartes Jung hier ist es zu
»anken, daß ein Unglück verhütet wurde. Mit Todesverachtung
türzte er sich über das Geleise, riß die Kühe auf die Seite, und
)as Unglück war verhütet. Nur die Wagendeichsel streifte noch
den Bahnzug, und die Peitsche des Fuhrmanns wurde erfaßt und
mitgeschleift.

F In Herxheim bei Landau fiel am 21. Mai der Bäcker
Thristoph Becker von einem mit Mehl beladenen Wagen und war
sofort todt. Das gleiche Schicksal widerfuhr in Rheinzabern
einige Tage vorher dem dortigen Rentner Thomas in Foige eines
Sturzes von einer Stiege.

FSpeier. Der Baufonds des Retschervereins hat bis
Ende 1879 eine Höhe von 205,770 M. erreicht. (Hienach ist die
neuliche Mittheilung (Samst.«Bbl.) zu berichtigen.
eF kur die nig x —

Köhl (Restauranon zum Des h. Fron—
Bahnhof) verzapft das Bier leichnamsfestes we⸗
ver Liter (1 Schoppen) zu gen wird der „St. Ingberter
13 Pf. an das Eisenbahnversonaß“ ölnzeiger“ schon morgen, Milt—
zu 12 Miennig. woch, ausgegeben, Annoncen,

Am Freitag Mil- welche in diesem Blatte aufge—
— dtan, 21. ds., verlor nommen werden sollen, müssen
ein Dienstknecht auf dem Wege deshalb morgen Vormittag in
bon Rohrbach über St. Ingbett Unsern Händen seinmn.
nach Schnapphach eine LVaee DDie Erpedition.
genplahe. Der redl. Wie—⸗ Ein braves
derbringer erhält von Jakob Dienstmadchen
Porcher St. Ingberter Glas-⸗ jesucht.
hütte eine qute Belohnung. Wo, sagt die Exped. d Biu

Ausland.
Das belgische Volk feiert in diesem Jahre das fünfzigjährige
Jubiläum seiner Unabhängigkeit. Die bei dieser Gelegenheit zu
veranstaltenden Feste, zu denen schon allerwärts Vorbereitungen
jetroffen werden werden einen großartigen und würdigen Eharailer
tragen.
Die „Koͤln. Ztg.“ erhält aus Rom vom 22. Mai das nach—
itehende interessante Telegramm: „Der Weg, welchen die preußische
Regierung mit dem Staatsministerialbeschluß vom 17. März und
der Vorlage über die Maigesetze betreten hat, findet nicht den Bei—
fall der päpstlichen Kurie. Kardinal Jacobini (Wien) hat den
Auftrag erhalten, der preußischen Regierung zu eröffnen, daß der
Papst das fakultative System, für welches sie sich entschieden hat,
mißbilligt und in Folge Dessen die in dem Brede an den Erz⸗
dischof Melchers bezüglich der Anzeige der Priester⸗Ernennung ge⸗
machte Konzession zurücknimmt und für ungeschehen erklärt“
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        Bekanntmachung.
Von der vorgestrigen Bürger⸗
versammlung wurde die von der
interfertigten Stelle zum Zwecke
der Vornahme der Sammlung
für die Wittelsbach'sche Landes-
riftung vorgeschlagene Einteil⸗
ing der Stadt in neun Sammel⸗
zezirke gebilligt und wurden mit
der Aufgabe der Sammlung für
eden Bezirk zwei Herrn betraut.
Die Sammlung wird nun in
olgender Weise vor sich gehen:
. Sammelbezirk:
Vom Haus der Wittwe
Peters ab die ganze Straße
zufwärts, bis zur Ober⸗
mühle und Schneide⸗
mühle, durch die Herren
Bergmeiste Kamann
ind Kaufm. H. Fischer.
Sammelbezirk:
Die ganze Hirtenecke und
die ganze Hasseler Straße
durch die Herren Seifen-
fabrikant Kahn u. Lehrer
ereitz.
Sammelbezirk:
Die Pfarrgasse, Hahnacker,
Meß und Bahnhofstraße,
durch die Herren Bahnhof⸗
verwalter Eifler und
Stadtschreiber Bayer.
Sammelbezirk:
Die Straße von Herrn
Schanck an rechts u. links
bis zum Bahndamm, durch
die Herren Pfarr. Dengel
und Posthalter Conrad.
Zammelbezirk:
Die ganze Mühlenede, die
Josephsthaler Straße auf
der Seite der Schafgasse
vom Bache bis Haus Nr. 1
'm 4. Stadtviertel, die
Schafgasse und der Stein⸗
bruch, durch die Herren
Steiger Sonn u. Lehrer
Ddrumm.
Sammelbezirk:
die Straße von Hrn. Kauf⸗
mann Schanck und Frau
Wittwe Peters an bis zum
Bach und von da ab die
Zeite bei Hrn. Kaufmann
kaͤlinck die ganze Josephs⸗
thaler Straße bis zum letz⸗
en Hause im 3. Stadt⸗
diertel, durch die Herren
Pfarrer Krieger u. Sub⸗
rector Barnikel.
Sammielbezirk:
Ddie ganze Kohlenstraße
cechts und links bis zum
Bergamtsgebäude, durch
die Herren Rentner Graf⸗
ñon u. Weinhdl. Laur.
VIII. Sammelbezirk!
die neue Schmelz, durch
die Herren Bürgermeister
Custer u. Kim. C. Uhl.
Sammelbezirk:
Ddas Eisenwerk und die
ganze Kaiserstraße dom
KBahndamm bis Rentrisch
durch die Herren Hütten-
eanite Kirche r und Waag⸗
meister Toussaint.
der Veginn der Sammlung
vurde auf Mittwoch den 26. h.
iestaesetzt.
Indem wir dies zur allge⸗

meinen Kenniniß bringen, spre—
hen wir die zuversichtliche Hoff⸗
iung aus, daß die Einwohner—⸗
chaft von St. Ingbert, welche
sets in Treue, Gehorsam und
diebe dem Wittelsbach'schen
zürstenhaus ergeben war, nach
Naßgabe ihrer Verhältnisse bei⸗
ragen werde zu der Stiftung,
velche nach Wunsch unseres ge⸗
iebten Landesherrn die Bestim⸗
nung haben soll, das bayrische
)andwerk in Stadt und Land
u unterstützen und zu fördern.
St. Ingbert, 25. Mai 1880.
Das Bürgermeisteramt:
GCuster.

Bierbrauerei OGobr. Becker.
Am Iror mewsfest
Bock-&amp; Lagerbior
mit Harmoniemusik.

— Gebr. Beker.
M. Sichel's Atelier künstl. Zähne
Plombiren, Reinigen ꝛe.

St. Johann, Sulzbachstraße 1838.

⸗ —
Zur Warnung für Andere!
Angelockt durch die vielen Inserate von dem Hofdeslillateur Wallrad Ottmar Bern⸗
zard in München, gebrauchte ich dessen Bernhardiner Alpenkräuter⸗Liqueur. Dieses Bernhard'sche
—X war jedoch vollig wirkungslos. A Ich hörte dann von dem berühmten Ben e⸗
dietiner Doppeiktrauter-Magenbuütter des Herrn E. Pingel in Göttingen und spürte schon
nach Gebrauch der ersten Flusche, bezogen aus dem Depot des Herrn Carl Rinker in Kempten, bedeutende
Linderung meiner Athem⸗ und Brustbeschwerden, auch mein Appetit wurde besser. Nach Fortsetzung dieses lost⸗
üchen Mittels bin ich ganz von meinen schweren Leiden befreit. Ich bin 30 Jahre im Muhlengeschäfte thätig
gewesen und habe mir jedenfalls mein Leiden durch den Muühlenstaub erworben, weshalb mir die Aerzte auch
kiethen, meinen Beruf aufzußeben, sonst sei an Hilfe nicht zu denlen. Jetzt bin ich vollkommen gesund, arbeite
wie früher in meinem Berufe und habe sogar binnen 6 Wochen bedeulend an Ge-icht zuzenommen. Ich
empfehle allen Leidenden dringend das Pingel'sche Fabrikat und spreche Herrn Piugel in Göttingen noch⸗
mals auf diesem Wege meinen tausendfachen Dank aus. IDen Leidenden aber lege ich ans Herz, sich
nicht durch nutzlose andere Mittel um ihr Geld bringen zu lassen. 5»M
Kempten, den 12. April 1880. Joh. Huber,
Obermüller in der städtischen Maximilian-Kunftmühle.
Joh. Hubers Aussaqe beruht auf voller Wahrheit, was ich hiermit bestätige.
Ad. Schweickhardt,
zur „Städtischen Maximilians-Kunst- und Kundenmühle“.
Die Aechtheit der Unterschrift des Herrn Schweickhardt wird hiermit bestätigt.
Kempten, den 3. Mai 1380. Stadtmagistrat Kempten.
(L S8. gez. Korrin, Bürgermeister.

* —
Dank für Rettung vom Tode.

Seit Sommer 1878 litt ich an Leber⸗, Nieren- und Magenleiden, auch an Blutarmuth und Brustbe⸗
schwerden, so daß ich meinen Dienst als Bahnwärter 8 Monat lang nicht mehr versehen konnte. Ich gebrauchte
hoͤgleich die Aerzte inir das Leben absagten, verschiedene angepriesene Mtittel, auch machte ich einen Verjuch mit
dem Bernhardiner Alpenkräuter Liqueur des Hofdeftillateur Bernhard in München, welcher aber nicht nur nichts
half, sonden S mein Leiden bedenklich verschlimmerte. —A Endlich wurde ich aufmerkjam
gemacht auf den mit Recht weit und breit berühmten Benedietiner von Herrn E. Pingel in Göttingen,
ind bin durch den Gebrauch dieser köstlichen Essenz so weit hergestellt, daß ich meinen Dienst wieder versehen
kann. Ich danke von Herzen nebst Gott Herrn Pingel für sein köstliches Mittel und rathe jedem Leidenden,
auch wenn scheinbar keine Hilse mehr möglich ist, sich an das Pingel'sche Mittel zu halten und kein Geld
an andere nutzlose, oft noch schädliche Bittel zu wenden.

Lenzfried bei Kempten. den 14 Mai 1880

Johann 2eller.
Bahnwärter, Posten No. 4
Die obige Erklärung des Bahnwärter Joh. Zeller bestätigt.
Lenzfried, den 14. Mai 1380 Verwaltung der Gemeinde Lenzfried.
IL. 8S.) gez. Kiechle, Bürgermeister.
— — — — — —
Atunag aus Gefahr.
— gon jeit langer Zeit litt ich an einem hartnäckigen Magenleiden, das mir oft die heftigsten
Zhmerzen im Magen und Unerleid verurjuchte, da machie ich einmal einen Versuch mit dem ven Wallrad
Dumar Bernhard in München so sehr anheprisenen Vernhardiner Alpenkräuter-⸗Liqueur, aber mein Geld war
ein hinausgeworfen, denn X nicht nur wurde mein Leiden nicht besser, sondern die Schmer⸗
zen nahmen auf den Genuß dieses Htunchener Bernhardiner-Liqueuro nur noch wehr
Aberhaud. Deg Endlich wurde ich von einem Freunde, der früher am gleichen Uebel litt, aber durch den
ichten „Benedictinet Doppelkräuter⸗Magenbitter“ des Herrn C. Pingel in Göttingen hiervon g lüdlisch
zeh eilt wurde, auf dieses vortreffliche Metel aufmerksam gemacht. Ich kaufte mir 1 Flasche dieses ächten
Bene dictiner ⸗Magenbitter und fand sofort, nachdem ich nur wenige Loͤffel voll davon genossen hatie, wesentliche
erleichte rung und bin, nachdem ich jetzt 2 Flaschen genommen, von meinem Leiden geheilt. Ich habe keine
Schmerzen mehr, kann wieder Alles genießen und fühle mich wohler als jemals.
Mergentheiem a/ Tauber, den 8. Mai 1880. ügnaz Rraft,. Schreinermeister.
Zur Bealaubigung. Stadtgemeinde Mergentheim.
. 8.) gez. Klotzbüchen.

Ein gewisser Fabrikant bemüht sich seit ca. 11 Monaten sein erbärmliches Gebräu, welches er
anter frühern Namen nicht absetzen konnte, meine Inserate und Prospecte täuschend ähnlich nachzubilden und
zängt dabei seinem durchaus werthlosen, in vielen Fällen schädlich wirkendem, einfach bittern
Schnapfe einen Namen an, welcher dem meines Bene dictiner und Sanct Bernhard ähnlich ist und Verwechse-
ungen herbeiführen soll.

nter grotzer Marktschreierei, gespictt mit erdichteten Attesten wird dieses Gebräu, welches angeblich 20
gahre bestehen soll, in Wirklichkeit aber nur o biges Alter hat, ausgeboten. Um feinem Geschäfte ein recht
rohzartiges Gepräge zu geden, spiegelt derselbe Mann dem Puͤtlitum vor. er besitze Fabriken in Kufitein und
Zurich u. s. w.

Es ist zu bedauern, daß sich sonst reelle Geschäftsleute dazu herablassen Artikel feilzuhalten, welche un⸗
ser Vor piegelung fsalscher Attefte und anderer völlig unwahrer Thatjachen ausgeboten werden.
Meine Fabrikate sind nur ächt in nachstehenden Tepots vorräthig, was ich zu beachten bitte,

O. L-ingel in Gõhttingen,
einzige Fabrik des ächten Benedictiner und Sonct Bernhard⸗Magenbitter.
In St. Inabert zu haben bei Herrn J. Friedrich.

M— — — —
——— — —— — — ———
Im— ⸗me e in St. Inabert
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der Bt. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage: ericheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

124 40 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärißk
mit 15 — jur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
8

Donnerstag, den 27. Mai
1o.
Deutsches Reich.

Berlin. Ueber den Gesetzentwurf, betreffend Abänderung
der Maigesetze, sagt die „Tribüne“ kurz: „So, wie der Ent—
wurf vor uns liegt, enthält er nichts mehr und nichts weniger
als die Forderung an die preußische Landesvertretung, der Re—
gierung für alle Fälle die Pässe nach Canossa zu visiren und
ihr zu überlassen, ob, wann und wie weit sie von diesen Pässen
Gebrauch zu machen gedenkt.“

Die orientalische Nachkonferenz mit dem Sitze in
Berlin und unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe ist so
zut wie eine vollendete Thatsache. Dieselbe wird aus den in
Berlin aceredidirten Vertretern der Großmächte zusammengesetzt sein.
Das wäre also für das mit dem Vorschlag zu jener Nachkonferenz
borgegangene England Lord Odo Russel, für Frankreich Graf
St. Vallier, für Italien Graf Launay, für Oesterreich Graf Szechenyi,
endlich für Rußland Herr v. Saburow. Die Vertreter der Türkei,
Griechenlands u. s. w. werden wohl nur eine berathende Stimme
haben. Gleichzeitig soll die Pforte durch eine Kollektivnote zur
endlichen Erfüllung ihrer in Berlin gegen Montenegro und Grie—
chenland eingegangenen Verpflichtungen, wie bezüglich der klein—
asiatischen Reformen aufgefordert werden. Allgemein beachtet man
dieses Vorgehen als das Signal zum Anfang vom endlichen Ende
der Türkei.

Der älteste Sohn des deutschen Kronprinzen, Prinz
Wilhelm, wird, wie es heißt, nach seiner offiziellen Verlobung
ine größere Reise durch Europa unternehmen. Die Hochzeit muů
Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein wuͤrde alsdann
im Frühling des Jahres 1882 stattfinden.

Ausland.

Die Arbeiter-Strikes im Norden Frankreichs nähern sich

zwar ihrem Ende, aber die dabei zu Tage getretenen Erscheinungen
zeigen deutlich, daß man es nicht mit vereinzelten, durch örtliche
Ursachen hervorgerufenen Kundgebungen, sondern mit einer social—
politischen Bewegung zu thun hat, welche von den socialistischen
Arbeitercomites in den großen Städten geleitet wird. Ueberall,
wo Arbeiterzusammenrottungen stattgefunden, wie in Rheims, Robiax,
Rouen u. s. w., waren aufrührerische Placate angeschlagen, in
denen die Verbrechen der Pariser Commune verherrlicht und die
Arbeiter aufgefordert wurden, die Waffen gegen die „Bourgeois
und Opportunisten“ zu ergreifen. Hand in Hand mit diesen Kund⸗
gebungen, die nur durch die bewaffnete Macht unterdrückt worden
sind (die polizeilichen Kräfte haben sich überall als unzureichend
erwiesen), geht die ultraradicale Bewegung in Paris, Lyon, Mar—
seille, wo die exorbitanten Forderungen der Abschaffung der Präsi-
dentschaft, des Senats, volle Preßfreiheit, Trennung' der Kirche
bom Staate u. s. w. auf die Tagesordnung gesetzt sind. Daß
die Bewegung immer größere Dimensionen annehmen wird, ist
unzweifelhaft, da sie von den Clericalen und den Bonapartisten
geschürt wird, und die Regierung nur mit außerordentlichen Mit⸗
heln die Bewegung niederhalten könnte, zu denen Gambetta seine
Zuflucht nicht nehmen will. Die Autorität dieses letzteren ist bei
den Socialisten und Ultraradicalen derart gesunken, daß diese den
Erdictator täglich mit den ärgsten Schmähungen überhäufen und
seiner Herrschaft ein nahes Ende verkünden. Inzwischen scheinen
die Verbindung Gambettas mit den einflußreichsten und tüchtigsten
Generalen sich intimer zu gestalten; es ist kein Geheimniß, daß die
Revanche⸗Idee den Kitt zwischen dem Kammerpräsidenten und den
Corpsführern bildet, denen wie Gallifet eine hervorragende Rolle
zugedacht ist. Thatsache ist, daß das rachedürstige Element ange⸗
sichts des immer kecder hervortretenden Radicalismus und Socialis⸗
mus mehr und mehr in den Vordergrund tritt, während die Aristokratie
des Landes sich von der Regierung größtentheils zurückgezogen und
die hervorragenden Manner der Kunst und Wissenschaft wie La⸗
boulaye, Simon, Broglie, Wallon Sardou u. s. w. die erklärten
Gegner der gegenwärtigen Regierung geworden sind.

imposant zu werden. Nicht weniger als 17 Vereine mit beinahe
500 Sängern wollen sich an demselben betheiligen.

F Auf der Kirchweihe in Großniedesheim wurde ein
junger Mann von Beindersheim durch einen Messerstich lebens⸗
gefährlich verwundet.

FDer, Bierpreis wurde am Samstag in sämmtlichen
Kaiserslauterer Brauereien und Wirthschaften von 13
auf 12 Pf. herabgesetzt.

F In Kaiserslautern wurde am Sonntag Mittag
im Saale der „Eintracht“ die feierliche Vertheilung der Preise an
die Lehrlinge vorgenommen, deren ausgestellte Arbeiten die Preis⸗
richter als preiswürdig erkannt hatten. Als Vertreter der kgl.
Kreisregierung war zu diesem Act Regierungsrath Späth erschienen.
Professor Dr. Medicus hob in seiner Ansprache hervor, daß die

Preisrichter bei ihrem Urtheil streng zu Werke gegangen seien bei
Feststellung des Ursprungs der Arbeiten, und daß eben in dieser
Strenge die vorgekommenen Beanstandungen ihren Grund gehabt
zätten; allein durch die gelieferten Nacharbeiten seien auch hiet
zrößtentheils befriedigende Resultate erzielt worden. Mild und
reigebig hingegen seien die Preisrichter gewesen in Hinsicht der
Zahl der Preise, sie hätten auch die Mittel dazu gehabt, Dank den
Spenden hochherziger Geber. Es mögen nun die Prämiirten und
Nichtpraämiirten eifrig darauf bedacht sein, sich weiter in ihrem Ge⸗
verbe auszubilden. Regierungsrath Späth betonte in seiner Er⸗
viderung, daß man an seine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten be⸗
greiflicherweise einen anderen Maßstab anlegen müsse, als an Aus—⸗
tellungen, auf denen Meister sich produciren; dessen mögen auch
die Preiseträger eingedenk sein; fie sollten nicht glauben, sie hätten
nun nichts mehr zu lernen. Die anderen aber sollten sich zusam⸗
mennehmen, damit man einst sagen könne, die Anregung, welche
die Ausstellung bezwecke, sei bei ihnen nicht umsonst gewesen. Die
vertheilten Preise waren zum Theil Geldpreise (bis zu 20 Mark),
heils Reißzeuge, Werkzeuge, Bücher und dergl. Nach der Preis⸗
nertheilung schloß Regierungsrath Spaäth die Ausstellung mit einem
reifachen Hoch auf Se. Maj. den König, in das die Versammel—
en freudig einstimmten.

F.Im Kaiserslauterer Spital ist am Samstag Nacht
in voriges Jahr aus der Irrenanstalt Klingenmünster Entlassener
Namens Jacob Day verbrannt. Der Todte brachte, jedenfalls in
einem Anfall von Tollheit, sämmtliches Bettzeug, Kleider ꝛc. zu⸗
ammen und entzündete dies. Wie er jedoch“ zu Zündhölzern
1. dgl. kam, ist ungewiß. Durch den sich entwickelnden Rauch er⸗
tickte auch eine alte Frau Nameus Steidel in einem anstoßenden
zimmer.

T. In Großffischlingen sind in diesem Jahre bis jeht
fieben Fälle von Zwillingsgeburten — bei Kühen vorgekommen,
vas gewiß einzig in seiner Ärt sein dürfte.

f.In Freinsheim war am Samstag und Sonntaq
die Polizei hinter einem gewissen Valentin Reicher her, gegen welchen
die Anschuldigung der Falschmünzerei vorliegt. Es soll bei dem—
selben eine betraͤchtliche Menge falscher Zweimarkstücke gefundeu
vorden sein, fast ganz aus Blei, fehr schlecht hergestellt. In
Freinsheim und in Mardorf hat er daen ausgegeben.

FEdenkoben. Schon wieder ein Selbstmord! Ein
Metzgerlehrling hier, Namens Philipp Hellmann, 16 Jahr alt.
rüher in Gerinersheim wohnend, hat sich an einem Wingerksstiefel
nn der Forstgewann, Rhodter Bannes, erhängt. Derselbe war dem
Vernehmen nach heute wegen Unredlichkeit von seinem Meister ent⸗
assen worden, und es dürfte hierin wohl das Moliv der schreck⸗
ichen That zu suchen sein. Ggwt.)

F Die Einweihung des Denkmals für die bei Rinuthal
Gefallenen wird unter enisprechender Feierlichkeit am 2. September
. J. vor sich gehen.

Die diesjährige Kreisversammlung des pfãlzischen Lehrer⸗
dereins wird am 15. und 16. Sepiember ds. Is. u Speyer
abgehalten, am ersten Tag die Delegittenversammlung, am zweiten
Tag die Hauptversammlung.

Auf der am 19. Mai zu Homburg v. d. H. abgehal ·
lenen Versammlung mittelrheinijcher Aerzte hat Prof. Czjerny von

ααα
—E
Vermijchtes.
Das Bezirks⸗San gerfest, welches am 13. Inni
adchsthin m Einod abgehalten werden soll, scheint diesmal rech⸗
        <pb n="330" />
        Heidelberg einen Vortrag gehalten, der die au's Wunderbare gren⸗
zenden Erfolge der neueren Chirurgie in ein helles Licht setzte
In Folge det neueren Wundbehandlungsmethode ist man nämlich
in Sitande, die schwersten Bauchwunden unter Umständen ohne
die bedeutende Gefahr, welche mit Bauchoperationen früher ver—
knübft war, vorzunehmen. Wahrend früher mit Geschwülsten im
limetleib behaftete, z. B. an Darm⸗ oder Magenkrebs leidende
Personen dem unvermeidlichen Tode verfallen waren, ist man
jetzt im Stande, aus dem Darme die kranken Stellen auszuschnei—
den, die abgeschnittenen Därme wieder durch geeignete Nähte zu—
sammenzufügen, so daß sie wieder zusammenheilen und dadurch die
Verdauungsfunktionen zu verrichten in den Stand gesetzt sind.
Sogar Magenkrebs kann unter Umständen auf diese Weise zur
Heilung kommen, indem man einen Bauchschnitt in der Gegend
des Magens macht, den Magen hervorzieht, ihn untersucht, die
krankhaften Partien ausschneidet, die Wunde zusammennäht und
in gieicher Weise, wie bei der sogenannten Darmresektion, die
Bauchmunde schließt und nach der Lister'schen antiseptischen d. h.
jede Fäulniß der Wunde ausschließenden Methode zur Heilung
bbringt. Wir empfehlen diese Angaben den Feinden der Vivisektion
zum Nachdenken; ob diese kühnen Heilungen wohl unternommen
vürden, wenn man nicht zuvor an Thieren die Möglichkeit ihres
Gelingens konstatirt?

FDarmstadt. Heinrich v. Gagern, seiner Zeit Prä⸗
sident des Frankfurter Parlaments, ist am Samstag Abend hier
gestorben. (Er war am 20. August 1799 geboren).

— Zwei solide, ordentliche junge Leute von Lauter bach
(Hessen) waren beide in ein und dasselbe junge Mädchen verliebt.
Beide geriethen nun dieser Tage eifersüchtig an einander und der
eine erstach jeinen Gegner auf offener Straße.

fFNürnberg. Duxch Regimentsbefehl vom 15. dss. Ms.
wurde den Soldaten des hier liegenden 14. Infanterie⸗Regiments
der Besuch von 60 Wirthschaften unserer Stadt und Umgebung
untersagt. Die Controle der verbotenen Wirthschaften wurde den
einzelnen Bataillonen übertragen.

Auf dexr Amberger Psingstdult producirte sich auch ein
Zulukaffer. Die Polizei, welche an die Aechtheit desselben nicht
glauben wollte, unterzog ihn einer gründlichen Wäsche und hatte
schließlich die Freude, den Wilden sich als einen stedbrieflich ver—
folgten Vagabunden aus Oberfranken entpuppen zu sehen.

Waͤhrend des Feldzuges im Jahre 1870 gab der Soldat
M. Schlosser von Amberg seinem Unteroffizier eine Ohrfeige und
wurde deshalb zum Tode und später zu 20jährigem Gefüngniß
verurtheilt. Der Rest der Strafzeit (11 Jahre) ist ihm nun von
Se. Mai. dem König geschenkt worden.
Bekanntmachung.
Die Kapitalrenten⸗ und Ein⸗
kommensteuerlisten liegen vom
27. d. Mis. an während 14
Tagen beim k. Rentamte Blies⸗
fkastel zur Einsicht offen und
beginnt der 830tägige Reclama⸗
ionstermin an diesem Tage.
St. Ingbert, 26. Mai 1880.
Das Bürgermeisteramt:
— Custer.
Sagtlupinen.

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tirt wird, sind zu haben bei
M. Thiern.

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sofort das eu erschienene
anmgzuschaffen, welches die
N dufigsien auftretenden Krc n?
seisen, wie: Abmegerung,
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Iwache Magenleiden,
Rervenieiden, Leberbe—
shwerden, Rlutarmuth,
Haͤmorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beichreibt
und dagegen die wirljamsten
usmiftel' angiebt. Dies Bud
rns zu haben in.St
vert bei Herrn
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Zienuny 2I. Aug.- 4 880
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Hie Generalagentur:

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4— Zu der ersten Passionsvorstellung in Oberammergau
am Pfingstmontag hatte die Londoner FTimes“ einen eigenen Be⸗
iichterstatier geschickt; denelbe sandte seinen aus 6000 Worten be⸗
tehenden Bericht über die Vorstellung telegraphisch nach London
ind bezahlte dafür 1800 M.

rAus Stuttgart, 21. Mai telegraphirt man dem
Berl. Börs. Curier“: Im königlichen Geheim⸗Kabinet wurde ju
jer verflossenen Nacht ein überaus frecher Einbruch verübt. Bis
etzt ist ermittelt, daß an Werthsachen zahlreiche und werthvolle
Orden gestohlen sind.

Am zweiten Pfingstfeiertag gerieth auf den Bodensee
das Dampfschiff „Schaffhausen“ auf seiner Fahrt von Romans-
jorn nach Lindau, eine halbe Stunde von Lindau ent⸗
ernt, in Brand. Das Schiff führte ungefähr 130 Rei—
ende, darunter viele Frauen und Kinder. Das Feuer
chlug bereits aus den Luken zum Verdeck herauf. Der Geistes⸗
egenwart des Capitäns, der seine Kaltblütigkeit in dieser bedroh—
ichen Lage bewahrte, und der besonnenen Ausdauer der Schiffs⸗
nannschaft war es zu danken, daß man des Feuers bald Herr
vurde. —

ꝓ In Berlin ist am 18. ds. eine fette Erbschaft (6
Mill. Mark) ausbezahlt worden aus dem Nachlaß eines s. Z. aus
Ddanzig nach England ausgewanderten Kaufmannes. Die 14
erbberechtigten (aus Danzig, Berlin und Königsberg) erhielten à
Pperson 420,000 Mk.

An die Herren Spitzbuben und Einbrecher Berlins
und Umgegend“ lautet ein Inserat in Nr. 58 der „Berliner Ge—⸗
richts⸗ Zeitung“ und fährt fort: „Wenn Ihr mir die am ersten
Feiertage beim Einbruche mitgenommene Uhr und Kette wieder⸗
hringt, sollt Ihr den vollen Werth der Säaͤchen von mir bezahlt
erhalten. Euere Namen werde ich verschweigen. Hans Peters,
Rummelsburg, Cafe Bellevue.“

4TDreizehn Personen, welche die Entgleisung eines Eisen⸗
hahnzuges in Andalusien (Spanien) veranlaßt hatten, sind vom
Triegsgericht zu Ciudad-Real zum Tode und dreizehn ihrer Com⸗
olicen zu 20-jühriger Zwangsarbeit verurtheilt worden.

In Barcelona (Spanien) ist eine Baumwoll⸗Spinnerel
ein Raub der Flammen geworden und zwar durch meuterische
Arbeiler, welche auch die Maschinen zerstörten. Die Anstifter
vurden verhaftet und alle Arbeitervereine in Catalonien von dem
Präfecten aufgelöst.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

Todes-Anzeige.
Allen Frennden und Bekannten hiermit die Trauernachricht,
daß mein Onkel
Herr Carl Caur, Rentner in Neustadt
heude Morgen sanft verschieden ist.
SEt. Inabert, den 26. Mai 1880.
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—— *
23 — 22 52
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——*
5 7
2 3 e
23.2 — — 27* 2222222 —
44853335 832551 3——323832
2 55335333805 SA53 5322 7.
*2322* — 282 2 * 2 — 227 — S 27
— — — 2 2. . 523 523 7
5532 —⏑ 2 335 — ——
— —— 222 2 *— 23 S —357 2
5333 — 723 — 5
—5 5602. 37 533 8 v 2335.53252
A2 —* 2225 2. 53— 62 —3 332325 2
2* —55335 —— 8 23323 5597
z3553355353 — 2 — 5*7 —
— — —— —A
* 25533535 —3* —222 .2 *
*2*—2238333—3—3332 33—2552385—
2 —52 322 3232 — 7 * — 2323583 525
2 * —V 877 2 *3 3 — 57222 2382
— 2523 53532 3238 —8 —253—535353625—
3. 22. 58 3 — 2387 222223 — 352 2 2—
75532 87277 *25358 3253328 2 72
5 — * 533 * —D —
2 6637 * 558 2 A 52333 *87*
5 5230 28— * —— 2533723.
2 222232 —323 2 27 2. 2 3753.
— ——— 53858 — 7
— ——* 2 3c. —52 23222
3 333 5. 5— 423 * 202 2 23 52
22— 535325 539* 32— 2387527 —3*
— 3 — *2 2— 2 — 223612 222 52
52 —52— 83822 3. 2. 2 2* 2 * —
2232 5335238 3 2 26 —— —— ———
2523323 35523 23 ——— 22237—532*
— — —— — 283232 — 233 2 55 — 328*
—22232 2 *52 2 A ——
8 53 e — — 527 5 3575 *S
5253 —6—3532 — J 87358323 28
„322333335 —. — * 32* 3222
3 2532383BS.5 53 725* 2232323. 53, 2 5333
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53553 3323 —8253 —— 33- 5235 3353535322
5227 .3235 y —527 2 23 3: 553522 2
—*8 —— 123335735 55 52.77 2. 5 —8 — 533
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* — * *
5S52 35333327 — — 32 5532335
53 —5363 3—8* 333 383833325
c — 2 3752 — 5333 5 28232 2*2234
—5533 23383335583 3333 6338
— 22 32 —— — 8
———— — 23333353 — 327— 333—5853
77 8 — 52833 — ——— — 8 —A
528 * 5333. 3383535 —5333 2333 3
2333 83.5 28333 —521333—23 322.53 5383 37 222
*8 * 852* 533 *25* 38*85 529 5822.7
257 72 533 — 8. 5 —A 25323233
**aæ 85 33 2. 5 —533 —2555 — 533323
2* 2 —— — 8 — 52 * 2 5 3 5233
9* — X622 —A * 2 — —2 — 3
e 0 **2 2 22 — 5 2553 22.5. 72.2 A7
2 25 55 55 23 330 3582553328933
5 27 *3 523 3823 3 ——282— 2*7 27— ———
2 * 8 * 522233 2,38 5*8 287—3888
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4.58
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Soantag. Der Abounementspreis beträgt vierieljahrlich

AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I M 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichri oder deren RNaum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
4Ag 85. Samstag, den 29. Mai —1880.

Deutsches Reich.

Sämmtliche Regierungspräsidenten Bayerns sind in Mün—
chen eingetroffen, um über die Statuten der Wittelsbacher Ju—
biläumsstiftung zu berathen. Eine Correspondenz des „Pf. K.“
sagt, daß auch die von den Kreis-Comites für die Wittelsbacher—
AVD
jedem Regierungsbezirk, in München versammelt sind. Den Vor—
sitz führt der Minister des Innern v. Pfeuffer.

Die vier Gesetzentwürfe zur Reform der directen Besteuerung
in Bayern, welche von der Regierung dem Landtag vorgelegt
worden sind, harren noch der Erledigung. Es ist sehr zu wün—
schen, daß die zu ihrer Prüfung gestattete Muße von Solchen,
welche die Sache verstehen, dazu benuͤtzt werde, in der Oeffentlich—
keit ein Urtheil darüber abzugeben. Sind die -Entwürfe einmal
Gesetz geworden, dann ist auf geraume Zeit nichts mehr daran zu
ändern, dann müssen wir sie und ihre Wirkungen tragen, wie sie
einmal sind.

Berlin. Der Kaiser hat zugesagt, am 4. Juni
in Magdeburg der Feier der zweihundertjährigen Vereinigung
Magdeburgs mit dem Staat der Hohenzollern beizuwohnen. Ge—
gen den 8. Juni will sich der Kaiser nach Düsseldorf zum Besuch
der rheinischen Gewerbeausstellung und allgemeinen Kunstaus—
stellung begeben, worauf der Curaufenthalt in Ems folgen wird
Der Aufenthalt in Ems soll, entsprechend den früheren Jahren
drei Wochen andauern. Er würde also Ende Juni oder Anfang
Juli seinen Abschluß sinden. Es folgt dann ein Ausflug nach
der Insel Mainau im Bodensee, der etwa acht Tage in Anspruch
nehmen soll, worauf sich der Kaiser ebenfalls wie gewöhnlich nach
Gastein begiebt und drei Wochen dort verweilt. Er würde dem—
nach Ende Juli wieder in Berlin eintreffen.

Berlin. Die Generalversammlung der Südseegesell
schaft (Samoa) beschloß formell die Liquidation. Mitglieder
des Aufsichtsrathes gaben die Absicht kund, durch Bildung einer
neuen Gesellschaft die angestrebten Zwecke zu verfolgen. Dieselben
haben das Projekt, die Einzahlung der gegenwärtigen Aktipnäre
von 12 Millionen Mark als Prioritäts-Aktien in die neue Gesell—
schaft zu intradiren, während die jetzigen Samoa-Gläubiger für
hre Schuldfocderungen als Aktionäre betheiligt werden solllen.

Se. Durchlaucht Fürsst v. Hohenlohe ist am 24. dss.
aach Berlin zurückgereist. Der Fürst hatte in den jüngsten
Tagen mehrfach mit dem Vorsitzenden des Ministerraths Staats—
minister v. Lutz und mit dem Staatsminister des k. Hauses und
des Aeußern Freiherrn v. Craitsheim conferirt.“

Ueber die Dislokation der 11 neu zu errichtenden Infanterie—
regiementer bringen Berliner Blätter bereits einige Andeutungen.
Hiernach würden die meisten der neuen Regimenter an den Rhein
und nach dem Elsaß gelegt werden; so werden die beiden neu
zu formirenden sächsischen Regimenter ihre Garnison im Oberelsaß
erhalten, desgleichen das neue bayerische Infanterieregiment; von
den acht preußischen Regimentern wird eins nach Köln und eins
nach Koblenz kommen, von wo das 4. Gardegrenadierregiment nach
Berlin wird verlegt werden. Zwei Regimenter werden ihre Garni—
sion in Baden erhalten, wo von dem XIV. Armeekorps nur sechs
Infanterieregimenter stehen, während zwei derselben sich in Elsaß⸗
Vothringen befinden. Die übrigen vier Regimenter sollen im Bereich
des l. und V. Armeekorps (Preußen und Posen) untergebracht werden

Frankfurt a. M. Nüächsten Sonntag findet hier der
Parteitag der Fortschrittspartei Südwestdeutschlands statt. Eugen
Richter wird dabei anwesend sein.

Ausland.

Das Wiener „Fremdenblatt“ meldet: Oesterreich⸗ Ungarn
hat bereits dem Antrage Frankreichs betreffs der Nachconferenz zur
Erledigung der türkischegriechischen Grenze Frage zugestimmt, nachdem
es sich vorher mit Deutschland in's Einvernehmen gesetzt hatte.
Deutschland hat unter der Voraussetzung der Zustimmung aller
Mächte dem französischen Antrage beigestimmt. An der Zustimmung
Rußlands und Italiens wird nicht gezweifelt.

Die in Zürich erscheinende Feitung der deutschen Social⸗
emotraten bringt, wie die „Nat.Ztg.“ einem Telegramm der

„Wiener Allg. Zig.“ entnimmt, unter der Ueberschrift „Ein Aus—
tritt aus der Partei“, die Erklärung der Parteiführer, daß der
bisherige socialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hasselmann,
Vertreter von Barmen-Elberfeld, aus der socialdemokratischen
Partei ausgeschlossen sei. Der Parteibeschluß wird damit begruͤn—
——
bei der dritten Lesung des Socialistengesetzes, welche er damit
schloß, „daß er bedauere, daß die deutschen Socialdemokraten sich
nicht mit den Nihilisten und Communisten identificiren,“ die
Partei⸗Interessen schwer geschädigt habe. Die Berliner „Volksztg.“
»emerkt dazu: Wir glauben danach, daß die ruhigeren Elemente
in der Partei, die sich von den in Aussicht gestellten „Thaten“
Herrn Hasselmann's nicht viel Gutes versprechen, auch die Can—
didatur Most,s verhindern werden, die — nebenbei ganz aussichts-
los — nur geeignet wäre, neues Oel in's Feuer zu gießen uͤnd
die Rückkehr normaler Verhältnisse noch mehr zu erschweren.

Paris, 24. Mai. Viele Blätter tadeln lebhaft den Poli—
eipräfecten wegen seiner Machtentfaltung und wegen des heftigen
Auftretens seiner Untergebenen. Der Zwischenfall auf der Plac
de la Bastille wird folgendermaßen erzählt: Etienne, Secretär der
„Sociötéè des Egaur“, und ein deutscher Bildhauer Namens Grün
eien mit rothen Immortellenkränzen ruhig herangekommen; die
Polizei faßte sie beim Kragen; viele Neugierige hätten, ohne auf⸗
rührerische Reden auszustoßen, protestirt; darauf habe die Polizei
ein Dutzend Personen verhaftet, darunter die Redakteure Bois Glaby
»om „Gaulois“, Huignard vom „National“ und Lordon vom
„Evonement“, der mißhandelt wurde. Die Polizei soll sich dabei
der blanken Waffe bedient und einige Personen verwundet haben.
Dieselben wurden indeß bald wieder freigelassen. Grün soll aus⸗
gewiesen werden. Der „Rappel“ hofft, der neue Minister des
Innern werde sich Andrieur's entledigen, andernfalls werde eine
Interpellation in der Kammer erfolgen.

Paris. Der Stricke in Roubair ist noch nicht voll⸗
ständig beendigt. Die Fabrikbesitzer wollen mehrere Forderungen
der Arbeiter bewilligen, während Letztere nicht gewilligt sind,
in gewissen Punkten nachzugeben. Es sind mehrere Beigier zu
Held- und Freiheitsstrafen wegen Aufreizung und aufrührerischen
Benehmens verurtheilt worden; auch wurden noch mehrere belgische
Sozialisten verhaftet.

In Betreff der an die Pforte zu richtenden identischen Auf⸗
orderung regte die franzöfische Regierung an, für die grie—
hische Grenzregulirung die früher in Äussicht genommene Eom⸗—
mission fallen und zur Erledigung der Frage sdie Nachkonferenz
der Mächte sofort eintreten zu lassen. England und andere Mächte
haben bereits diesem Vorschlag zugestimmi. Die formelle Zustim⸗
mung einiger Mächte steht noch aus, ist aber gleichfalls mit Sicher—
heit zu erwarten.

Ein „Volksarbeit“ überschriebener Leitartikel der „Frkf.
Presse“ schließt mit folgenden in froher Hoffnung gipfelnden Be⸗
trachtungen.“ „Die allgemeine Lage war nach dem französischen
Kriege günstig, auf die Zollreform von 1865 waren fünf Jahre
ruhiger, gleichmäßiger Entwickelung gefolgt, normale Jahre, von
denen man, wie von den trefflichen Frauen, am wenigsten spricht.
Dann kam der unglückliche Krieg und brachte uns ein nie geahntes
Nationalbewußtsein, ein starkes Arbeitsbedürfniß zur Wiederher⸗
stellung des Vernachlässigten, den Milliardensegen, unpraktische
iinanzielle Dispositionen der Regierung, eine Ueberschwemmung mit
ungedeckten Banknoten und endlich die erste ominöse Erprobung des
Aktiengesetz von 1870, das Kapitalien und Kräfte in un—
wirthschaftliche Bahnen riß. Dazu die soziale Bewegung mit
ihtem Gefolge von Faulheit und allseitigem Rückgang der indivi—

duellen Arbeitsleistung, zugleich aber underständiger Steigerung
des unproduktiven Verbrauchs. Sind Das nicht handgreifliche
und austeichende Erklärungsgründe genug für die Hausseperiobe
von 1871/73, und zugleich für den nothwendigen Rückschlag, in
dem wir bis vor Kurzem lebten? Ein Theil der gestiegenen und
der nachmals gesunkenen Werthe war aber nur ein fiktiver (schein—
barer), und jetzt, wo die Nothlage als zum Theil wenigstens uͤber⸗
wunden erscheint, zeigen sich zwar große Verschiebungen im Ver—
        <pb n="334" />
        mögen des Einzelnen, alleiu das Nationalvermögen, die Summe
der Kapitalien und Kräfte, nach ihrem wirklichen Werth eingeschätzt,
ist wenig verändert, möglicher Weise sogar mehr vorgeschritten,
is in den sogenannten glänzenden Zeiten. Die subjektive Pro—
ruttionskraft ist unbedeutend erweitert und gestärkt aus der Krisis
hervorgegangen; Arbeitsamkeit Nüchternheit, Sparsamkeit und
Scharffinn haben auf allen Gebieten die Arbeitskosten gemindert,
die individuelle Leistung erhöht. Die nächsten Zeiten schon werden
den Segen dabon ernten. Nur Muth!

In einer Sitzung des englischen Unterhauses antwortete,
auf eine Anfrage Gourleys, Hartington: Einschließlich der Garni⸗
son von Peschawer stehen 60,000 Mann Engländec in Afghani⸗
stan. Die Kosten des afghanischen Krieges belaufen sich bisher
uf annähernd 7, 155,000 Pfund Sterling; über 3 Mill. Pfund
vurden auf Herstellung einer Eisenbahnverbindung verausgabt.
Sobald die Häuptlinge einen Herrscher in Kabul erwählt haben
verden, dessen Autorität der Freundschaft gegen England Dauer
verheißt, werden die Truppen sich allmählich zurückziehen.

Sie Auswanderung nach Amerika ist noch immer im Steigen.
Bis 20. Mai waren in diesem Monat 38.000 Einwanderer in
New⸗PYork angekommen.

In Afghanistan ist es zwischen Engländern und Afghanen
vieder zu einem Gefecht gekommen. Die ÄAfghanen vertheidigten
ich mit großer Hartnädigkeit, wurden aber mit einem Verluste von
zeiläufig 100 Todten aus ihren Positionen vertrieben. Der Ver—⸗
sust der Engländer betrug nur 2 Todte und vier Verwundete.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 26. Mai. In heutiger Schöffen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) Ein Mann
hon Si. Ingbert hhatte gegen einen' Strafbefehl Einspruch erhoben
ind wurde von der Anschuldigung des Nichtanhaltens seines Soh—
ges zum Schulbesuch freigesprochen. M Der Einspruch eines Tag⸗
löhners von Walsheim gegen einen Strafbefehl wurde als unbe⸗
gründet verworfen und derselbe wegen Verübung groben Unfugs
u 3 Tagen Haft verurtheilt.

Siu. Ingbert, 28. Mai. Die gestrige Frohnleichnams⸗
feier dahier verlief in der herkömmlichen Weise unter starker Theil⸗
nahme hiesiger und auswärtiger Katholiken. —

In verschiedenen Sammelbezirken unserer Stadt wurden
im Mittwoch bereiis die Sammlungen zur Wittelsbach'schen Lan⸗
desstiftung vorgenommen. Im Ganzen ist das bisherige Ergebniß
ein recht befriedigendes.

*St. Ingbert. Außer dem schon erwähnten Joh. Harth,
dehrling bei Schneidermeister Mercker dahier, der für seine für die
Ausstellung von Lehrlingsarbeiten in Kaiserslautern gelieferten Ar⸗
Feilen den 1. Preis erhielt, wurden von hiesigen Lehrlingen noch
zusgezeichnet P. Hay bei Küfermeister Friedrich mit dem 2. Preis,
J. Dahl bei Friseur Weirich und Joh. Danzer bei Buchbinder Seibel
nit dem 3. Preis, Daniel Triem bei Hufschmied Seitz mit dem
4. Preis.

SO Niederwürzba ch, 24. Mai. Heute wurde der
Grundsiein zur hiesigen neuen iatholischen Kirche gelegt. (Rach der
.Zw. Ztg.“ machte sich in darauffolgender Nacht ein früher bei
den Fundamentarbeiten beschäftigter und dann später entlassener
Maurer daran, die in den Grundstein gelegten Dokumente, Mün—
en ꝛc. zu entwenden. Derselbe wurde aber dabei erwischt und
hurch die Gensdarmerie der k. Amtsanwaltschaft vorgeführt.)

SeNiederwürzbach, 26. Mgi. Das hier gebildete
dokalldmite zur Vornahme der Sammlnuig für die Wittelsbacher
dandesstiftung besteht aus den Herren Bürgermeister Fr. J. Wen⸗
del, Schullehrer und Gemeindeschreibet P. Wolf, Ackerer Martin
NRieder und Schuhmacher Georg Groh.

Im Amisblatt der Pfalz Nr. 29 wird bezüglich
der Lesebücher von Haesters bekannt gegeben, daß des kgl.
Slaatsnunisterim des Innern für Kirchen- und Schulangelegenhei ei
auf neuerlich gestellten Antrag gestattet ist, daß auch die in den
Schulen derzeit vorhandenen Exemplare des Lehr- und Lesebuches
für die Oberklassen protestantischer Schulen von Haesters in der
Bender'schen Bearbeitung für das laufende Schuljahr unter der
Bedinguung noch fortbenützt werden dürfen, daß jene Lesestücke,
welche — wie die auf Seite 206. 210, 223, 227, 234 bis 236,
54 bis 457, 465, 337 enthaltenen — Anlaß zu Beanstandungen
qus dem konfessionellen Standpunkt geben lönnen, bei'm Unterricht
nicht mehr benützt werden. Im Uebrigen hat es bei der Ministe⸗
nalentschließung dom 19. v. M. sein Verbleihen. Die Haesters'schen
Lesebücher sind also vom Anfang des nächsten Schuljahres an aus
den prot. Schulen der Pfalz verbannt.)

Vonder Alsenz. Zwei europamüde Buben von 14
ind 16 Jahren aus Sembach verschafften sich am verflossenen
Zonntag irgendwo, wie man hört, an verschiedenen Plätzen, etliche
Mark, um ihre Absicht auszuführen. Am Dienstag nun brachte
der Paler diese Stricke mittelst Stricks von Kaiserslautern wieder
rrij

ꝓAus Kaiserslautern, bringt die „Pf. Zig' nach,
'olgende Correspodenz: Das Haftpflichtgesetz gewährt bekanntlich dem
Publikum den ausgedehntesten Schutz und wird darum für die
ẽntschädigungspflichtigen, und namenilich für unsere In dustrie und
Hewerbe oft so hemmend, daß eine Ausübung und Entwicklung
derselben oft sehr beengt ist. So beschäftigt die hiesigen Gerichte
— —— Entschädigungsklage, auf deren Ausgang man sehr
jespannt sein darf. Bekanntlich ist man hier gegenwärtig mit der
Kestauralion der pro. Stiftskirche begriffen, und ist dieselbe durch
ꝛinen Bretterverschlag abgesperrt. Ein Schieferdecker arbeitete nun
mn dem kleineren nördlichen Thurme, als eine Dame vorüber⸗
zing, der ein Stück Dachschiefer auf den Kopf flog und dieselbe
in der Stirne verletzt haben soll. Sei es nun, daß das Fräulein
trotz der Absperrung doch der Gefahr zu nahe kam und zufällig in
die Höhe sah, als ein Schieferstück herabfiel, das der Wind über
en Bretterberschlag hinausgetragen hatte; sei es, daß hier höhere,
mabweisbare Gewalt oder unterlassene Vorsichtsmaßregeln im Spiele
varen, kurz: die beschädigte Dame hat für die unwesentliche Ver—⸗
chönerung ihrer Physiognomie nicht weniger als 8000 Mark Ent⸗
chädigung von dem betreffenden Dachdeckermeister verlangt. Falls
ieselbe zugesprochen würde, könnte derselbe nicht blos die hiesige
Stiftskirche, sondern noch ein Dutzend anderer Kirchen umsonst decken.

pLambrecht. Beim Abräumen seines niedergebrann—
sen Wohnhauses fand Valentin Schönung, Tagner in Lin—
enberg, einen steinernen Hafen mit einem Inhalte von circa 900
l., bestehend in Thalern, Fünffrankenthalern, Gulden und Halb—
zuldenstücken. Der — V—
ich mit dem Silberwerthe zufrieden.

Aus Nenstadit und anderen Orten am unteren Gebirg
vird schon von dem Vorkommen einzelner Traubenblüthen berichtet.
xs sind das natürlich ganz bevorzugte geschützte und sonnige Plätz⸗
hen, wo das der Fall ist.

Am Dienstag Nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr ereignete
ich in der in der Rähe von Albsheim a. E. gelegenen Sand⸗
ind Erdgrube des Buͤrgermeisters Kraus von da ein schredliches
Anglück. Als nämlich die Arbeiter etwa 18 an der Zahl, mit der
Jusbeute der letzten in der Grube befindlichen Erde beschäftigt
varen, stürzte plötzlich eine Erdmasse herab und überschüttete neun
Personen. Rasch herbeigeholte Hilfe erzielte leider nicht den ge⸗
vünschten Erfolg. Todt sind 5 Personmn, schwerverwundet sind
2 Personen, darunter der L7jährige Sohn eines Todtgebliebenen.
deichwerwundet sind die 2 übrigen Verschütteten.

pPBergzabern. G. W.) Der Eigenthümer der Weidel⸗
nühle bei Nicderotterbach, Michael Vosselmann, wurde als der
Brandstiftung verdächtig, in Untersuchungshaft nach Landau abgeführt.

Frankentha J. Die Kühnle'sche Maschinenfabrik dahier
erhielt ein Patent auf eine Stauwasserturbine, welche zum Heben
ind Senken eingerichtet ist, mit selbstthätiger und von Hand ver—
tellbarer Doppelringschieber⸗Regulirung. (Frkth. 3.)

Zu dem großen Turnfest in Frankfurt sind schon an
20,000 Turner aus Deutschland, Oesterreich, Holland. Belgien
und Amerika angemeldet.

pIn Frankfurt hatte ein junges Elternpaar seinen
zZäugling in eiunem Korbe zum Wäldchenfest (Pfingstdienstag) mit—
enommen. Sie ließen den Korb stehen und gingen iyrem Ver⸗
jnügen nach. Das Kind war ruhig, als sie Abends heimkehrten.
Dar — todt, jedenfalls erstickt.

Frankfurter Kuriosa. In Frankfurt hat ein
Zankier den entzückenden Einfall gehabt, in seinem Garten mit
hülfe der Teppichgärtnerei ein großes Blumenbeet herzustellen, daß
ine Obligation mit Kupons vorstellt — Eine junge Dame hat
urzlich eine seltene Ausdauer bewiesen, indem sie in Folge einer
Welle eine ganze Woche kein Wort sprach, trotzdem Alles aufge⸗
voten wurde, sie aus der Rolle zu bringen.

pMannheim. An Pfingsten (den Samstag und die
wei Feiertage zusammen gerechnet) sind im hiesigen Bahnhof im
anzen 13,855 Billete gelöst worden, die eine Einnahme von
23,054 Mk. brachten. (Im vorigen Jahr waren es 10,816
gillete im Betrag von 17,338 Mk. und im Jahr 1878 waren
33469 Billete im Betrag von 16831 Mk.) Die schlechten
Zeiten!
Straßburg. Am Donnerstag wurde hier ein franzoͤ⸗
ischer Offizier vom 106. Inf.⸗“Reg. aus Tonell, Namens Gries
ar sich hier bei seinem Vater zum Besuch aufhielt uud in Folge
ines Siurzes vom Pferde starb, beerdigt. Auf das Ersuchen der
Familie, die Offiziersabzeichen des Verlebten auf den Sarg legen
u dürfen, ordnete der Statthalter von Karlsbad ans an, den
Verlebten die militärischen Ehren zu erweisen, was denn auch durch
‚as preuß. Inf.“Reg. Nr. 25 geschah; dasselbe gab auch die
ẽͤhrensalven. Die ganze Generalitat mit dem Offizierkorps folgte
en Soarge. Aus Touell betheiligten sich acht Offiziere in Zivil
im dem Vegräbniß, indem sie die weißen Sargschleifen hielten
die Anordnung des Statthalters bat auf die Altstraßburger den
esten Findruck gemacht
        <pb n="335" />
        F Nach dem „Bayr. Kur.“ sind um die erledigte Stelle
eines Scharfrichters in München nicht weniger als 280 Be⸗
werber aufgetreten, darunter auch ein Friseur und ein — Schau—
pieler. —

Das Militärbezirksgerich Mümnchen derurtheilte den
Secondelieutenant Frhrn. v. Horn vom 3. Feldartillerie- Re⸗
ziment, welcher zwei Soldaten seiner Batterie, die ein Kom—
nandowort bei'm Ererziren nicht richtig verstanden hatten,
»eohrfeigte, wodurch einem der Mißhandelten das Trommelsell des
linken Ohres beschädigt wurde, in Folge dessen er sechs Wochen
im Lazareth zubringen mußte, zu 20 Tagen Stubenarrest. Die
Beschworenen hatten auf Körperverletzung und vorschriftswidrige
Behandlung von Untergebenen erkannt.

F Goher Besuch für das Bad Kissingen.) In Kissingen
teht außer dem alljährlichen Besuch des Fürsten Bismarck derjenige
)es Kronprinzen des deutschen Reiches, des Großfürsten Wladi—
nir von Rußland, der Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin
mit Familie, der gesammten Großherzoglich Oldenburgischen Familie,
der Frau Erbgroßherzogin von Sachsen-Weimar und des päsum—
tiven Thronerben Herzogs Moritz wie der Prinzessin Auguste Luise
yon Sachsen-Altenburg bevor. Die Familie des deutschen Kron⸗
prinzen wird während dessen Kissinger Aufenthaltes in dem benach⸗
barten Brückenau Aufenthalt nehmen.

FIn Düssel dorf begannen vor der dortigen Strafkammer
die Verhandlungen in einem Monstre-Proceß gegen Eisenbahndiebe,
velcher unter der Bezeichnung „Kölner Proceß“ die Justiz des
In⸗ und Auslandes schon seit Ende 1877 beschäftigt. Es sind
25 Angeklagte und 74 Zeugen geladen, die Verhandlungen wer—
den 14 Tage in Anspruch nehmen. Die Angeklagten haben ihr
Wesen seit dem Jahr 1875 mit eben so großer Frechheit als Ge⸗—
wandtheit getrieben und die Handelswelt sowie die Bahnverwalt-⸗
ingen um enorme Summen geschädigt. Soweit sie hier in Be—
racht kommen, zählen die Rheinische, die Köln-Mindener und die
Bergisch-Märkische Bahn zu den Geschädigten, namentlich hat die
erstgenannte große Verluste zu beklagen.

F In Hanno ver find fünf Soldaten des Füsilier-Regts.
ser. 73 ertrunken, welche eine Kahnfahrt auf der Leine unternommen
jatten. Das Fahrzeug kenterte und die Soldaten waren nicht im
Stande sich zu retten.

— Einen schrecklichen Vorfall meldet der Privatbrief einer
Dame aus Mag deburg ap ihre Verwandten in Bielefeld, den
die „Westph. Ztg.“ mittheilt: Z den letzten Tagen ging da ein
iebenjähriges Mädchen an einem Nachmittag auf den Kirchhof
and pflückte bei seinem Herumstreifen eine Blume von einem der
Bräber ab. Der Todtengräber, der dies bemerkte, ergriff die Kleine
and wollte dieselbe nicht ohne eine empfindlichte Strafe wieder ent⸗
lassen. Zu diesem Zweck sperrte er das Kind — man deake —
in die Leichenhalle ein, in welcher zur Zeit vier Todte aufgebahrt
lagen. Der Tag neigte sich zu Ende, es wurde Nacht, und die
Eltern suchten angstvoll ihre Tochter, welche immer noch nicht heim⸗
zekehrt war. Die Nacht verging, und am Morgen, als der Todten⸗
zräber wieder an seine Arbeit gehen wollte, fiel es dem Mann
erst ein, daß er gestern ein Kind in die Leichenkammer gesperrt
und es herauszulassen vergessen hatte. Ein schrecklicher Anblick bot
äch ihm dar, als er in die Kammer eintrat. Da lag das kleine
Mädchen zusammengekrümmt in einer Ecke, mit krampfhaft zusam—
nengeballten Händchen, mit von den Zähnen durchbissenen Lippen,
veit aufgerissenen starren Augen und war iodt. Die Angst hatte
das arme Wesen getödtet. Des Mannes bemüchtigte sich sofort
die Polizei, welche Noth hatte, die Leute abzuhalten, die in ihrer
Wuth den Todtengräber lynchen wollten.

x Wie stark das de ut sche Element in der russischen Armee
dertreten ist, beweist die Thatsache, daß bei einer vom Kaiser Ale—⸗
cander in St. Petersburg abgehaltenen großen Frühjahrs-Parade,
un der sich 48 Generale betheiligten, 25 Träger deutscher, vielfach
ideliger Namen sich befanden, während die Zahl der Generale
russischer Abftammung nur 23 betrug.
7Ungarisches. In Churgo hatte sich am Pjingstsonntag
ein reicher Landmann auf dem Dachboden seines Hauses erhängi.
Zeine Gattin nahm ihren Mann noch rechtzeitig wahr, anftatt
denselben aber abzuschneiden, eilte sie erschreckt in die Nachbarschaft
zu einem jüdischen Greißler. Derselbe traute sich aber auch nicht

auf den Dachboden hinauf und lief nach einem Panduren. Die⸗
ser scheint aber etwas von dem Raaber Falle gehört zu haben,
denn er verweigerte jede Hilfe und erklärte, daß nach der neuen
Verordnung jeder Gehängte eine Stunde lang hängen bleiben
nüsse. Der unglückliche Landmann war, als man ihn endlich ab⸗
chnitt, natürlich eine Leiche. Die Geschichte meidet man dem
Ellenör“.

Paris, 23. Mai. Einige Volkshaufen, im Ganzen etwa
300 Personen, zogen heute nacheinander über den Bastillen⸗Platz
ind begaben sich nach dem Friedhofe Pere Lachaise, um an der
Mauer, wo die Communards erschossen worden waren, Kränze
niederzulegen. Einige Indididuen, die den Polizeiagenten, welche

ie zum Weitergehen aufforderten, den Gehorsam verweigerten, wurden
zerhaftet. Ein Zwischenfall von Bedeutung fand nicht Statt. Die
Menge bestand vorzugsweise aus Neugierigen. Varis ist voll⸗
kommen ruhig.

Der „Pol. Corr.“ wird aus Madrid geschrieben, in
hortigen Hofkreisen rede man davon, daß Prinz Ludwig Ferdinand
pon Bayern (Sohn des verstorbenen Prinzen Adalbert) sich mit
ꝛiner Schwester des Königs Alphons zu vermählen gedeuke. Vor—
derhand ist es nur ein Gerücht, zu welchem die Reise des Prinzen
rudwig Ferdinand und seines Bruders Alphons nach Madrid
Anlaß gegeben haben mag. Die beiden Prinzen find schon vor
einiger Zeit über Paris dahin abgereist.

F Die Er-Kaiserin Eugenie hatte, wie man sich erinnerte
bor ihrer Abreise nach dem Zulu-Lande der Parise Kirche Rotre—
Dame⸗des-Viktoires die mit Inwelen reich geschmückte Krone, welche
ie bei ihrer Kronung tragen sollte, mit der Bestimmung verehrt,
daß sie die Stirne der Mutter Gottes in dieser Kirche zieren soile.
Der Pfarrer der Kirche, Abbe Chevajou, hat, wie jetzt verlautet,
dieses Geschenk abgelehnt und die Herzogin von Mouchy, welche
»s übererbracht hatte, ersucht, es der Ex⸗-Kaiserin nach ihrer Rüdk.
tehr aus Afrika wieder zuzustellen.

. Von NeweNork aus werden am 6. Juni mehrere
dundert nordamerikanischer Turner deutscher Junge auf einem
Dampfer die Fahrt über den Ocean antreten, um' sich an dem
illgemeinen deutschen Turnfest in Frankfurt a. M' zu betheiligen.
Die wackeren Turner,“ sagt eine in Cincinnati erscheinende deutsche
Zeitung, „werden drüben Zeugniß ablegen, daß auch in der gro⸗
zen vamerikanischen Republik die deutsche Sprache, deutsche Sitte
ind deutscher Geist eine Heimftätte, ein neues Vaterland gefunden
jaben, Sie werden Kunde geben von der Stellung, dem Ansehen
uind dem Einfluß, die das Deutschthum hier zu Lande sich errun⸗
jen hat. Manche falsche Vorstellung, manche irrige Meinung, die
)rüben noch über Amerika verbreitet ist, wird dadurch berrichtigt
verden. Besser als Briefe, Zeitungen und Bücher wird der muͤnd—
iche Verkehr dazu beitragen, Aufklärung über die hiesigen Ver⸗
ältnisse und Zustände zu verbreiten. Ist es doch eine nicht zu
äugnende beklagenswerthe Thatsache, daß selbst die gebildeten
reise Deutschlands über Amerika und das hiesige deutsche Element
aur wenig unterrichtet find und die Forischritte der amerikanischen
Civilisation noch immer bedeutend unterschätzen. Aber die ameri—⸗
kanischen Gäste werden nicht unterlassen, die Größe unseres Landes,
die Großartigkeit seiner Ressourcen, die Segnungen seiner Freiheit
in allen Gegenden Deutschlands zu verkünden.“

r Die Zahl der während des Monats April in New vork
jelandeten Einwanderer beziffert sich auf 48,281, eine Anzahl, die
isher noch nie zuvor in einem Monat erreicht wurde; die höchste
isher in einem Monat — im Avril 1873 — erreichte Zabl be—
rug 42,743.

F William Smoak zu Charleston in Südcarolina, der
m 79. Lebensjahre steht, hat kürzlich das freudige Ereigniß erlebt,
daß sein jüngstes und dreizehntes Kind Großmutter geworden.
Papa Smoak hat nicht weniger als 100 Enkel. 391 Urentkel und
70 Ururentel.

Die Mormonenbevölkerung von Ut ah beträgt nach dem
der letzten Jahresversammlung der Mormonen vorgelegten Bericht
111,820 Personen. Die Secte verlor im letzten Jahre 600 Mil-
zlieder, gewann aber 1500 neue. Die Eintünfte der Kirche be⸗
rugen in dieser Zeit über 1,000,000 Doll. Die Mormonenkirche
jat sechs Töchter Brigham Young's excommunicirt, weil dieselben
m dem jüngst gegen die Kirche angestrengten Proceß als Kläger
zufgetreten waren.
——— —— ç —
Marl berichte.

Zweibrücken, 26. Mai. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Beizen 12 M. 35 Pf. Korn — M. — pjf., Gerfie zweireihige — M. — pf.
»ierreihige — M. — Pf., Spelz — M.— pf. Spelzkern — M. — Ppf.
Dintel - M. — Pf, Mischfrucht — M. — pff. Hafer 8 Mg38 Pf.,
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken — M. — pf., Kartoffeln 2 M. 80 p
deu 3 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 12/3 Kilogr. 58 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 72 PfGemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck jd0
Sr. 6 Pf.. Rindfleisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 84 pf. Kalbfleisch 530 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Buiter 2/2 Rilogr. i . Vi..
Wein 1 Liter 80 Pf. BVier J Liter 24 Pf.

Homburg, 26 Mai. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 40Pf., Korn 10 M. 46 Pf. Speizlkern -M. &amp; Pf., Spelz O M
— Pi. Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste Areihige O M. — pff. Hafer
3 M. 19 Pf., Mischfrucht 10 M. 60 Pf., Erbsen — Mmy Pf., Wicken
d M. — Pf.Bohnen M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf, Kecn-
rod 6 Pfund 80 Pf. „Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochenflesche— Pf.
Kindfleisch 50 Pf. Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
39 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 20 Ppf. Kartoffeln per Ctr. 3 M. — pjf.

Kaiserslantern, 28 Mai. (Fruchtmällelpreig und Victualienmarkt.)
Peizen 12 M. 26 Pf., Korn 10 M. 38 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelj
3 M. 16 Pf., Gerste 00 M. 75 Pf., Hafer 8 M. 05 Ppf., Erbsen 0 M.
— Pi Widen O M. — Pji. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
hf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. 0O M. 90 Pf., Eier 2 Stug 0o9 Pf., Kar⸗
offeln ver Cent. 5 M. — Pf., Stroh 3 M. — Pf. Sen 2 M. 20 Vfg.

— — — —
Für die Redackion veraäntwortlice *

—
        <pb n="336" />
        Oeffentliche
Zustellung.
Eadung ˖
Joseph Leseber, 31 J. a.,
hergmann und beurlaubter Ge—
meiner von St. Ingbert,
. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 21. Juli
1380, Vormittags 8 Uhr, in
»er öffentlichen Sitzung
des Schöffengerichts zu
St. Ingbert in dessen Sitz
ungssaale zu erscheinen, damit
daselbst zur Hauptverhandlung
iͤber die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus—
vanderung im Monat Februar

1874 geschritten werde.
Zugleich wird dem Angeklag—
en eroöffnet, daß bei unentschul⸗
digtem Ausbleiben seine Ver—
artheilung auf Grund der vom
kgl. Landwehrbezirks-Commando
FJweibrüscken am 24. April
—(1880 nach Vorschrift des 8 472
der R.St.«P.-O. abgegebenen
Erklärungen erfolgen werde.

St. Ingbert, 25. Mai 1880.
der Amtsanwalt am kgl. Amts—
gerichte St. Ingbert.

Gez. Müller.

Zur Beglaubigung
St. Ingbert, 26. Mai 1880.
Der Gerichtsschreiber
Krieger.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
dienstag, den 15. Juni,
ächsthin, Rachmittags 83 Uhr zu
St. Ingbert bei Wittwe
Fohann Adam Beck wird auf
heireiben von Georg Wagner,
zrivatmann in St. Ingbert,
zegen Friedrich Joseph Koch,
Virth allda, die nachbezeichnete
iegenschaft, im Banne St. Ing-
ert, wegen Nichtbezahlung des
krwerbspreises, im Wege der
ertragsmäßigen Wiederversteiger⸗
ing oͤcfentlich an den Meist-
zieienden zu Eigenthum ver—
teigert:

Plan Nro. 3347, 142

65 qm. und

Plan Nro. 3348, 122

27 qm. Acker in der Apfel⸗

tart neben Johann Hellen—

thal und dem Weg.
zt. Ingbert, 26. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.
pPferchthal.

Hon jetzt ab jeden Sonutag
Wirthschaft mit
Restauration

im Pferchthal.
Größere Gesellschaften und
dehranstalten, die einen Ausflug
dorthin machen wollen, belieben
ich gefl. an Unterzeichneten zu
venden.
Georg Houssong
in Neuhäusel.

f. Sichel's Atelier künstl. Zaͤhne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johaunn, Sulzbachstraße 1583.

Das in Cassel erscheinende
Hessische Tageblatt Sw
mit dem
Amtlichen Anzeiger
verbunden, eignet sich bei seiner großen Verbreitung in und
außer der Provinz als wirksamstes Insertions⸗
Orgau. Es wird die 4 gespaltene Petitzeile mit
I5 dichspfg. berechnet und bei größeren Aufträgen höchst⸗
moͤglichster Rabatt gewährt.
Die Erpedition.

7
verden für éin grosses, gediegenes literarisches Unternehmen
Reisende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht ersorderlich.
Auch Beumite, Lehrer, Reisende a mcdlere r
Rrancenen etet, welche sien namhaften Nebenverdienst ver-
chaffon wollen, belieben sich zu melden
Literarisches Institut

66 Vht

Gotha.

Wissenschartlich geyrirth. pequt· atet 2 ͤ33
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster stainmenden Recepi
zabrizirt und nur en gros ver⸗

sandt von

O. PINGVYL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
ctzt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
geworden. Ber Benedictiner
si nur aus Bestandtheilen zujam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

besitzen, die zum Wiederaufbau
eines zerrütteien dahinfiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind.

Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor-

rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautaus-

schlägen (Flechten), Athemnoth,, Gicht, nn
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dafsfelbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
eisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göoͤttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 Pf.
—V—— —0 660 4 6 M. 73 Pf.

Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗

itis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-

Verßandt durch die Fabril.“ Attest:

Herr Kaspar Lauthau ser in Strahlungen bei Munner—
stadt in Bayern, Unterfranken, berichtet: Gegen Magen⸗ und Nerven⸗
schwäche wie auch gegen Blutarmuth gebrauchte meine Frau ihren Bene ˖
dictiner mit beftem Erfolge, seldst die Geschwulst der Füße wurde durch
den Venedictiner beseitigt, weshalb ich es nicht unterlassen kann, meinen
Dank öffentlich auszusprechen, mit dem Wunsche, daß doch Niemand die
αα dies köstliche und wirljame Hausmittel zu gebrauchen.

— —rd

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 14. Juni
13880, Nachmittags 3 Uhr, zu
St. Ingbert bei Ferdinand
Dberhauser, wird durch den
interzeichneten kgl. Notar Sauer
daselbste gegen die Eheleute
Michael Spohn, Maurer, und
Anna Maria Jungfleisch,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
m Banne von St. Ingbert
zffentlich zu Eigenthum ver—

deigert, nämlich:
Plan Nro. 17212, 14
36 qm. Fläche, worauf
—VV
raum und Zubehör, ge—
legen zu St. Ingbert im
Hirteneck neben Heinrich

Reitelstürtz.
St. Ingbert, 25. Mai 1880.

Sauer, k. Notar.

digarrentãschehen
mit Firmadruck
fertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.
Jesellscbaft, EAARMONIE.“:
Montag, den 31. h. 8 Uhr
Abends
Hofbraͤuhausbier.

zt. Jahann-Saarbrücker

x

Volkszeitung.
Wöchentlich 7 mal. Viertel⸗
ährlich nur 2 M. 50 Pig.
kignet sich wegen großer Ver—⸗
reitung vorzüglich für Inserate
eder Art.

Wie uns mitge—
theilt wird, beruht
zie im Dienstagsblatt enthaltene
Anzeige, die Köhl'sche Wirth—
chaft (Restauration zum Bahn⸗
jof) betr. auf falschen Angaben
ind handelte die Person, welche
ins die Anzeige zur Aufnahme,
ingeblich im Auftrage des Hrn.
Zöhl, überbrachte, durchaus nicht
im Auftrage des letzteren.
Die Ervedition.
Hanf—
Enonverts

Deutsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

handlungen und Vosfämtern.

Magenbitter.

Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗

heschwerden, Verdauungsschwäche. Uebelkei

u. s. w.

FFCis A FI. ea. IS5S0 Gr. Inh. INM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr.2 Mk.

Der einzig achte Benedictiner Doppelkräuter⸗

Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel in
Hotlingen ist zu haben in St. Inabert bei Herrn J.
FXriedrich

Ein braves
Dienstmaãdchen
gesucht.
Wo, sagt die Exped. d. Bl.

er 1000 SEtud von 0. Nit.
2u haben bei R. D,
Druck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.
— Sieran für unsere Bo st Abonnenten „Illustrirtes Sonutaasblatt“ NMr. 22
        <pb n="337" />
        Ss. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I AM 60 H, erischließlich 40 4 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 4, von Auswaͤrtk
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
A 86.

Sonntag, den 30. Mai

1880.
Deutsches Neich.

Die beiden Kammern des bayerischen Landtages werden
im Laufe des Juli versammelt sein, mithin wenige Wochen vor
der Feier des siebenhundertjährigen Jubiläums unseres Fürsten⸗
jauses, die allenthalben im Laud mit der Feier des Geburts⸗ und
Namenstages Sr. Maj. des Königs vereinigt werden wird. Den
Gesinnungen des gesammten bayerischen Volkes Ausdruck zu geben,
steht vorzugsweise seinen Vertretern zu, und es wird denn auch dem
Vernehmen nach in beiden Kammern eine der Jubiläumsfeier ent⸗
sprechende Beschlußfassung in Anregung gebracht werden. — An
Stelle des kürzlich verlebten rusischen Gesandten in München,
Hrn. v. Ozeroff, ist, wie man vernimmt, Graf von Osten-Sacken,
bisher in Darmstadt, zum Gesandten an unserem kgl. Hof er⸗
nannt worden.

Das Landeskomite für die WittelsbacherLan—
Nesst if dun g hat in seiner Sizung vom 25. Mai in Muͤnchen
solgende Beschluͤsse gefaßt: Die für den Zweck der Stiftung ver—⸗
ügbaren Renten sind zu verwenden zur Heranbildung tüchtiger
handwerker, und zwar vornehmlich: a. zur Prämiirung von Lehr⸗
ingen, welche sich während ihrer Lehrzeit durch Talent, Strebsam⸗
keit und Führung ausgezeichnet und durch hervorragende Leistungen
erprobt haben; b. durch Slipendien an wohlerprobte Handwerks⸗
gehilfen zum Besuche von Fachschulen, zur Erlangung don Arbeit
in berühmten Wertstätten, zum Besuche von Gewerbes, insbesondere
Fachausstellungen und Drgl.; c. zur Auszeichnung von Meistern
ür herorragende Leistungen auf dem Gewerbegebiet, insbesondere
ür Ausbildung einer Mehrzahl von tüchtigen Lehrlingen; d. zu
Beiträgen für Errichtung und. Unterhaltung von Handwerker⸗Fach⸗
chulen, für Veranstaltnng von Fachausstellungen und für Förder⸗
ing sonstiger für den im Eingang erwähnten Zweck ersprießlicher
nternehmungen. Die näheren Bedingungen, unter welchen diese
Verwendungen stattzufinden haben, werden von denjenigen Stiftungs⸗
organen festgesetzt und bekannt gegeben werden, welche mit der
Berfügung über die hiefür bestimmten Mittel betraut find. Der
dönig behält sich und seinen Nachfolgern das Recht vor, diese
Zwecke nach einbernommenem Gutachten den Zeitverhältnissen eni—
prechend zu erweitern und zu ändern. Das Landeskomite erachtet

es für seine Pflicht, bei der definitiven Berathung des Statuts in's
Auge zu fassen, daß mindestens zwei Drittel der Renten des Stif⸗
ungsvermögens den Stistungsorganen in den einzelnen Regierungs-
bezirken nach Verhältniß der in den letzteren geleisteten Beitraͤge
zur selbständigen Verwaltung überlassen werden. Das definitive
Landeslomité erllärt den nochmaligen Zusammentritt zur Berathung
des Gesammt- Entwurfes für nothwendig. Damit einerseits bei
dem wiederholten Zusammentritt das Ergebniß der Sammlungen
xelannt sei und andererseits der Entwurf so rechtzeitig vorgelegt
verde, daß er beim Erlasse des Stiftungsstatuts durch den König
aoch berücksichtigt werden tönne, einigte man sich dahin, den nächsten
Zusammentritt in der ersten Hälfte des Monats Juli stattfinden
zu lassen.

Dem Bundesrathe sind zugegangen die preußische und
die baierische Uebersicht über die Ergebnisse des Heeresergünzungs⸗
zeschäfts im Jahre 1879. Hiernach wurden bei den 15unter
preußischer Verwaltung stehenden Armeecorps 1,135,292 Mann
geführt. Davon sind 114,529 ausgehoben; wegen unerlaubter
Auswanderung wirden verurtheilt 12,780, während noch gegen
11,820 die Untersuchung schwebt. In Boaiern sind geführt
103,368 Mann, ausgehoben 17,059, wegen unerlaubter Auswan⸗
Don verurtheilt 190, während gegen 472 die Untersuchung noch
chwebt.

Unzweifelhaft das wichtigste Ereigniß der Woche ist jedenfalls
die mit auf die im preußß. Ubg.e Haus eröffnete Kirchengesetz
Berathung berechnete Veroffentlichung eines Erlasses des Fuͤrsten
Bismarck an den deutschen Botschafter in Wien. Der Letztere
jutte von demselben dem päpstlichen Pronuncius Jacobini,mit
velchem als Bevollméöchtigtem der Kurie die jüngsten Verhand⸗
ungen gepflogen worden sind, Kenntniß zu geben.“ Die Sprache,
velche Bismarck in seinem Erlaß führt, bedarf keiner erklärenden
Bemerlungen; sie ist so deutlich. daß sie jedes Mißverständniß

ausschließt. Im Großen und Ganzen hört sie sich an wie ein
larer Wiederhall des schneidigen Kanzlerwortes.Nach Canossa
gehen wir nicht!
Pfälzisches Schwurgericht.

Vor die am Montag, den 7. Juni nächsthin unter dem Vorsitz des
igl. Oberlandesgerichtsrathes Schmidt beginnende Session des pfaälzischen
Schwurgerichts fuͤr das zweite Quartal 1880 sind folgende Fälle zur Ab⸗
irtheilung verwiesen:

1) Montag, 7. Juni, Vormittag 82/5 Uhr: Verhandlung gegen Joseph
dimmel, 82 Jahr alt, lediger Schie ferdecker zu Käferthal, zuleßt in Neu
tadt a. H., weßen Nothzuchtversuchs. Staatsanwall Petri, Vertheidiger
Rechtscandidat Meyer.

2) Dienstag, 8. Juni, Vormittags 8 /a Uhr: Verhandlung gegen
darl Klein, 20 Jahre alt, lediger Tagner von Wiesenthalerhof (bei Kaisers
autern), wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewait. Staals⸗
inwalt Kieffer, Vertheidiger Rechtscandidaͤt K. Schuler.

8) Am selben Tag, Nachmittags 8 Uhr, sowie am 9., 10., 11. und 12.
zuni: Verhandlung gegen: Michael Tilliuann „45 Jahr alt, Bierbrauer
ind Wirth in Schifferstadt, Karl Tillmann, 42 Jahre alt, Bierbrauer und
Jekonom allda, Franzisca Krembel, Ehefrau des Erstgenannten, Frie rich
dermann Fischer, 34 Jahre alt, Kaufmann von Kirchheim bolanden, behei—
nathet in Speyer, zuleßt Hopfenagent in Kaiserslautern, wegen betrügerischen
Zanquerotts und Urkundenfalschung bezw. Theilnahme daran. Staalsanwali
ODr. Krell, Vertheidiger die Rechtsanwälte Schmidt, Gebhart, Gink.

4) Montag, 14. Juni, Vormittags 81/3 Uhr: Verhandlung gegen
Bhilipp Altherr, 30 Jahre alt, Schneider von Durkheim, wegen Tödtuͤngs⸗
versuchs. Staatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtsanwalt Giessen.

5) Dienstag. 15. Juni, Vormittags 82 Uhr: Verhandlung gegen
beter Hoock, 49 Jahre alt, Fabrikarbeiter in Neckarau, wegen Meineids.
Ztaatsanwalt Dr. Krell, Vertiheidiger Rechtsanwalt Kieffer.

6) Am selben Tag, Nachinittags 8 Uhr: Verhandlung gegen Jacob
dolb, 34 Jahre alt, Tagner bon Sippersfeld, wegen Körperverlehung durch
Bift. Staatsanwali Kieffer, Vertheidiger Rechtscandidat Meyer.

7) Mittwoch, 16. Juni: Verhandlung gezen Philipp Neurohr, 28
Jahre alt, Tagner von Münchweiler, wegen Vornahme unzüchtiger Hand⸗
ungen mit Gewalt. Staatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtscandidat Schuck.

8) Am selben Tag, Nachmittags 8 Uhr, und am folgenden Tag Ver—
sandlung gegen Johann Schach, 62 Jahre alt, Aderer, und Anna Marga⸗
etha Schach, 56 Jahre ait, ledig, beide von Dreisen, wegen Meineids.
7taatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtsanwall Kieffer.

9) Freitag den 18. Juni, Vormittags halb 9 Uhr: Verhandlung ge⸗
en Franz Reichert, 51 Jahre alt, Tagner von Speyer, wegen Mordverfuchs.
*taatsanwalt Vetri. Veriheidiger Rechtsanwali Gießen!

BWw—5
Vermischtes.

F.Land stuhl. Ein Auswanderungslustiger, der es sehr
chnell bereute, sein trautes Heim verlassen zu haben, kam am
yerflossenen Sonntage wieder wohlbehalten hier aͤn, nachdem er
erst vor 6 Wocheu von hier abgereisi war. um jenseits des Oceans
ein Glück zu suchen.

FIn Fischbach-Petersbächel ist am Mittwoch das
Zchulhaus abgebrannt. Sämmtliche inicht versicherle) Mobilien
)es Lehrers sind mitverbrannt.

. In Trippstadit sind Halsbräune und Scharlach, 'die
dort bekanntlich viele Opfer gefordert haben, nunmehr erloschen.

Sonntag, den 13. Juni, werden die Herren Leopold
Sonnemann aus Frankfurt a. M., Dr. Faas und Dr. Herz aus
Mannheim im Kaiserslaute rer Fruchthallsaale öffentich über
»as Programm der deutschen Volkspartei (demokratisch) sprechen.

f In Lambsheim wird als Curiosität ein kürzlich aus⸗
jebrutetes Hühnchen mit 4 Füßen gezeigt. Dem „F. T.“ zufolge
st dies abnorme Geschöpf recht munter.

In Oberndorf bei Gollheim verbrannie ein vierjähriges
dind, welches man allein zu Hause gelassen hatte, an einem Feuer,
velches es durch Spielen mit Zundholzchen angefacht hatte.

F In Groß niedesheim bei Frankenthal hat am 25. dss.
ein dem Trunke ergebener Schneidergeselle die Vertilgung eines
zroßen Quantums Schnaps augenblicklich mit dem Leben büßen
müssen.

F In Speyer hat am 27. ds. M. die protestantisch⸗theo⸗
logische Anstellungsprüfung begonnen.

.München. Eine im vorigen Jahre in Berlin stattge⸗
Jabte Ausstellung von Militär-Fußbekleidungen und daraufhin ange⸗
tellte Proben haben ergeben, daß der bisherige Reitstiefel der be⸗
rittenen Truppen mit Schaft bis ans Knie vollkommen entspricht;
ür die Fußtruppen wurde ein langschaftiger Stiefel (Schaftlange
        <pb n="338" />
        von 29—32 Cm.) angenommen; beide Stiefelarten erhalten Dop⸗
pelsohlen und werden letztere mit verzinkten eisernen Stiften versehen.
Als zweite Fußbekleidung erhalten sämmtliche Mannschaften an
Stelle der Schuhe zum Gebrauche im Quartier und zu leichteren
Diensten kurzschäftige Stiefel, welche die erstere Fußbekleidung im
Nothfalle zu ersetzen im Stande find.

Der Pensionsverein „Ba varia“, anerkannter Verein,
hielt in München am 17. Mai seine ordentliche Generalversamm—
lung für das Jahr 1879 ab, zu welcher aus allen Gauen des jenseitigen
Baherns, der Pfalz und dem Reichslande Vertreter erschienen waren.
Der Verwaltungsbericht über den Stand des Vereins wurde mit
größter Befriedigung aufgenommen und die Prosperität des Vereins
unzweifelhaft Uargelegt. Insbesondere wurde durch eine von der
Generalbersammlung damit betraute Commission constatirt, daß
die Vermögensverwaltung die geordnetste, und daß das Vermögen,
zur Zeit in runder Summe 170,000 M. betragend, bei der
Bahyherischen Hypotheken⸗ und Wechselbank“ in München deponirt
ist. Es soll nun demnächst in Kaiserslautern eine Ver⸗
sammlung abgehalten werden, behufs eingehender Berichterstattung
durch den Delegirten der Pfalz und Lothringens über die oben er⸗
wähnte Generalversammlung. Der Tag dieser Versammlung wird
seiner Zeit besonders bekannt gegeben, und werden hierzu Alle,
welche sich für den edlen Zweck des Vereins interessiren, freund⸗
lichst eingeladen.

4 die Sitte oder — Unsitte, Warzen durch Beizung mit
Scheidewasser zu vertreiben, kann oft die bedenklichsten und nach⸗
theiligsten Folgen nach sich ziehen. Ein sehr trauriger Fall hat
sich in allerjungster Zeit in Düsssel dorf ereignet. Ein 16⸗
fähriger junger Hann (Gymnasiast) betupfte eine auf seiner rechten
Oeffentliche
Zustellung.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Um allen Mtißverständ.
rissen vorzubeugen und um jeden
Ldobse unwiderlegbare gleich
Thance zu verleihen, werden be
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

Ladung.
Joseph Lefeber, 31 J. a.,
dergmann und beurlaubter Ge⸗
meiner von St. Ingbert,
3. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 21. Juli
1880, Vormittags 8 Uhr, in
der öffentlichen Sitzung
des Schöffengerichts zu
St. Ingbert in dessen Sitz-
ungssaale zu erscheinen, damit
daselbst zur Hauptverhandlung
iber die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus—
wanderung im Monat Februar
1874 geschritten werde.
Zugleich wird dem Angeklag⸗
—DV—
digtem Ausbleiben seine Ver—
uriheilung auf Grund der vom
kgl. Landwehrbezirks-Commando
Zweibrücken am 24. April
7880 nach Vorschrift des 9472
der R.St.P.⸗O. abgegebenen
Erklärungen erfolgen werde.
St. Ingbert, 25. Mai 1880.
Der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗
gerichte St. Ingbert.
Gez. Müller.
Zur Beglaubigung
St. Ingbert, 26. Maĩ 1880.
Der Gerichtsschreiber
Krieger.
ferchthal.
Von jetzt ab jeden Sonntag
Wirthschaft mit
Restauration
im Pferchthal.
Größere Gesellschaften und
Lehranstalten, die einen Ausflug
dorthin machen wollen, beliehen
fich gefl. an Unterzeichneten zu
wenden.
Georg Houfsong
in Neuhäusel.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfälzischer

Gewerbemuseums.

Irteis des sooses 3 Mark
Ziehung am 25. 0ctobeor
1880.
Hauptgewinne von AM 30,000
12,000, 5090 ꝛc. in Baar.
Lur 20 Loose ein Buar
gewinnm.

Bestellungen sind zu richten an
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
hei Franz Woll in St.
Inabert.

1671-
Noch
teine
Krantheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brusi⸗
saramels und Kakao—⸗
Thee Maria Bennc
don Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
daiserliche Verordnung von
1. Januar im ganzen Deut—
chen Reiche auch für Nicht⸗
Apoiheker zum freien Ver—
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Veters.

hand besindliche Warze mit Scheidewasser zu wiederholtenmalen.
Der Zweck wurde hierdurch erreicht, aber die Hand schwoll ganz
fürchterlich an. Die hinzugezogenen Aerzte konstatirten eine Blut⸗
bergiftung. Der junge Mann ist nun schon an der ganzen rechten
orperhaifte gelähmt und die Aerzte haben leider wenig Hoffnung
auf Erhaltung seines Lebens gegeben.

Essen. Wer hat und wer kauft Zehnpfennigstücke
auz dem Jahr 18737 So wird hier gefragt von Mund zu Mund.
Jeder siehi fich seinen Nickelporrath, ob groß oder klein, durch und
segt die 1873er apart. Was bedeutet das? Sind dieselben im Werth
gestiegen, wie es Gold zu thun pflegt, oder was hat es mit der
Zeschichte auf sich? Nach der einen Verfion soll Banquier Bleich⸗
Ider in Berlin mit einem anderen Krösus eine ansehnliche Wette
gemacht haben, bis zum 15. Juni 22 hunderttausend Mark (4
Million) Nickelgroschen aus 1878 zusammenzubringen, nach der
inderen Version aber soll das Metall edler sein. Thatsache ist,
daß fie heller aussehen und einen anderen Klang haben wie ihre
Brüder aus den späteren Jahren. Irgend etwas muß doch daran
ein, denn hier werden die 1873er Nickel bereits mit 15, 16, 17,
i8, ja sogar 22 pf. bezahlt, ein Wirth gibt hier ein Glas Dort⸗
munder Vier, das sonsi 15 Pf. kostet, für 10 Pf. 7Tger. Nicht
allein hier ist es so, auch in unseren Nachbarstädten Duisburg,
Erefeld ec. In letzterer Stadt, erzählt man fich, werden auch
schon 22 Pf. bezahlt, und man glaubt, daß dieselben „im Course“
noch erheblich steigen würden. Die Preissteigerung erklärt sich da—
her, daß Bleichröder Agenten zum Aufkaufen in die Städte gesandt
haben soll und sein Gegenpart natürlich dasselbe thut, um ihm
nöglichst viele zu hintertreiben. (29)

F Flur die Redaction verantwortlich: F. X. Demesb.
e
Eröffnung am 1. Juni.

⏑ — — — —
P. Demetz, Hemdenfabrik,

Landanu i.Pfalz.
Zpezialität: Herrn-Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide-Systemen.

12/1 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A. 260. -

mit glattem feinem leinen

Einsatz A S. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ausu Sitz leiste ich Jeche Ga-
rantie; nach erfolater Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kon⸗
nen sich daunn meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungsfühigleit über⸗-
zeugen.
ligarrentãschohen
mit Firmadruck
fertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.
Zur Erinnerung.
Wer vorsichtig ist, der
wird seine Warnungstafel da—
heim behalten und seine eige—
nen Fehler darauf schreiben.
Er straft dann nicht so leicht
und spottet über Belohnungen
eines Anderen auch nicht.
Auf Weiteres lasse ich mich
in Zukunft nicht mehr ein,
außer vor Gericht, aber vor
keinem Schiedsgericht.
Christian Oberkircher
d. A.

das

*
Loos.

α ε ⏑ it
Zzienhungu ι. Auq. IS.O
Gewinne:

I. &amp;αο; 2αu. 22000; 2Bl M. οο
ete. im Gesammt
220. 000 Murit bhanr Goid.
Die Geoneralageontur:

A, A B. Schuler h ⁊veldeder⸗

Ein raves
Dienftmadchen
gesucht.
Wo, sagt die Exped. d. Bl.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 22.
        <pb n="339" />
        S4. Ingberker Nnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—⸗

lage, ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementsvpreis beträgt vierteliahrlich

A 46 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen IM 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärt
nit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren RNaum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
A 886.

Sonntag, den 30. Mai

1880.

Deutsches Neich.

Die beiden Kammern des bayherischen Landtages werden
im Laufe des Juli versammelt sein, mithin wenige Wochen vor
der Feier des siebenhundertjiährigen Jubiläums unseres Fürsten—
hauses, die allenthalben im Land mit der Feier des Geburis- und
Namenstages Sr. Maj. des Königs vereinigt werden wird. Den
Gesinnungen des gesammten bayerischen Volkes Ausdruck zu geben,
steht vorzugsweise seinen Vertretern zu, und es wird denn auch dem
Vernehmen nach in beiden Kammern eine der Jubiläumsfeier ent⸗
sprechende Beschlußfassung in Anregung gebracht werden. — An
Stelle des kürzlich verlebten rusischen Gesandten in München,
Hrn. v. Ozeroff, ist, wie man vernimmt, Graf von Osten-Sacken,
bisher in Darmstadt, zum Gesandten an unserem kgl. Hof er—
nannt worden.

Das Landeskomite für die WittelsbacherLan—

desstif tuung hat in seiner Sitzung vom 25. Mai in München
'olgende Beschluͤsse gefaßt: Die für den Zweck der Stiftung ver⸗
fügbaren Renten sind zu verwenden zur Heranbildung tüchtiger
Handwerker, und zwar vornehmlich: a. zur Prämiirung von Lehr⸗
ingen, welche sich während ihrer Lehrzeit durch Talent, Strebsam⸗
leit und Führung ausgezeichnet und durch hervorragende Leistungen
erprobt haben; b. durch Stipendien an wohlerprobte Handwerks⸗
gehilfen zum Besuche von Fäachschulen, zur Erlangung von Arbeit
in berühmten Werkstätten, zum Besuche von Gewerde⸗, insbesondere
Fachausstellungen und Drgl.; c. zur Auszeichnung von Meistern
für herorragende Leistungen auf dem Gewerbegebiet, insbesondere
für Ausbildung einer Mehrzahl von tüchtigen Lehrlingen; d. zu
Beiträgen für Errichtung und Unterhaltung von Handwerker⸗Fach⸗
schulen, für Veranstaltnung von Fachaäusstellungen und für Förder⸗
ung sonstiger für den im Eingang erwähnten Zwecdh ersprießlicher
Anternehmungen. Die näheren Vedingungen, unter welchen diese
Verwendungen stattzufinden haben, werden von denjenigen Stiftungs⸗
arganen festgesetzt und bekannt gegeben werden, welche mit der
Verfügung über die hiefür bestimmten Mittel betraut sind. Der
sdönig behält sich und seinen Nachfolgern das Recht vor, diese
Zwecke nach einvernommenem Gutachten den Zeitverhältnissen ent⸗
prechend zu erweitern und zu ändern. Das Landeskomite erachtet
s für seine Pflicht, bei der definitiven Berathung des Statuts in's
Auge zu fassen, daß mindestens zwei Drittel der Renten des Stif⸗
ungsvermögens den Stiftungsorganen in den einzelnen Regierungs-
vezirken nach Verhältniß der in den letzteren geleisteten Beiträge
zur selbständigen Verwaltung überlassen werden. Das definitive
Landeskomitè erklärt den nochmaligen Zusammentritt zur Berathung
»es Gesammt-Entwurfes für noihwendig. Damit einerseits bei
)em wiederholten Zusammentritt das Ergebniß der Sammlungen
bekannt sei und andererseits der Entwurf so rechtzeitig vorgelegt
verde, daß er beim Erlasse des Stiftungsstatuts durch den König
noch berücksichtigt werden könne, einigte man sich dahin, den nächsten
Zusammentritt in der ersten Hälite des Monats Juli stattfinden
u lassen.

Dem Bundesrathe sind zugegangen die preußische und
die baierische Uebersicht über die Ergebnisse des Heeresergänzungs—
zeschäfts im Jahre 1879. Hiernach wurden bei den 15 unter
preußischer Verwaltung stehenden Armeecorps 1,1835,292 Mann
zeführt. Davon sind 114,329 qusgehoben; wegen unerlaubter
Auswanderung wurden verurtheilt 12,780, während noch gegen
11,820 die Untersuchung schwebt. In Baiern sind geführt
103,368 Mann, ausgehoben 17,059, wegen unerlaubter Auswan⸗
uns verurtheilt 190, während gegen 472 die Untersuchung noch
chwebt.

Unrnzweifelhaft das wichtigste Ereigniß der Woche ist jedenfalls
die mit auf die im preusß. Abg.⸗Haus eröffnete Kirchengesetz⸗
Berathung berechnete Veröffentlichung eines Erlasses des Fuͤrsten
Bismarck an den deutschen Botschafter in Wien. Der Letziere
zatte von demselben dem päpstlichen Pronuncius Jacobini, mit
velchem als Bevollmöchtigtem der Kurie die jüngsten Verhand⸗
ungen gepflogen worden sind, Kenniniß zu geben. Die Sprache,
velche Bismarck in seinem Erlaß führt, bedarf keiner erklärenden
Bemerkungen; sie ist so deutlich daß sie iedes Mißkverständniß

ausschließt. Im
klarer Wiederhall
zehen wir nicht!

Hroßen und Ganzen hört sie sich an wie ein
des schneidigen Kanzlerwortes: Nach Canossa

Pfälzisches Schwurgericht.

Vor die am Montag, den 7. Juni nächsthin unter dem Vorsitz des
gl. Oberlandesgerichtsrathes Schmidt beginnende Session des pfälzischen
Schwurgerichts fuͤr das zweite Quartal 1880 sind folgende Fälle zur Ab⸗
irtheilung verwiesen:

1) WMontag, 7. Juni, Vormittag 8/2 Uhr: Verhandlung gegen Joeph
dimmel, 32 Jahr alt, lediger Schieferdecker zu Käferihal, zuletzt in Neu⸗
tadt a. H., wehen Nothzuchtversuchs. Staatsanwalt Vetri, Vertheidiger
sechtscandidat Meyer.

2) Dienstag, 8. Juni, Vormittags 8 /2 Uhr: Verhandlung gegen
darl Klein, 20 Jahre alt, lediger Tagner von Wiesenthalerhof (bei Kaisers⸗
autern), wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Gewalt. Siaaits⸗
inwalt Kieffer, Vertheidiger Rechtscandidat K. Schuler.

3) Am selben Tag, Nachmittags 8 Uhr, sowie am 9., 10., 11. und 12.
zuni: Verhandlung gegen: Michgel Tilluiann, 45 Jahr all, Bierbrauer
ind Wirth in Schifferstadt, Karl Tillmann, 42 Jahre ait, Bierbrauer und
)ekonom allda, Franzisca Krembel, Ehefrau des Erstgenannten, Frie rich
dermann Fischer, 34 Jahre alt, Kaufmann von Kirchheimbolanden, behei⸗
nathet in Speyer, zulebt Hopfenagent in Kaiserslautern, wegen betrüg erischen
ßanquerotts und Urkundenfälschung bezw. Theilnahme daran. Staaisanwali
Dr. Krell, Vertheidiger die Rechtsanwälte Schmidt, Gebhart, Gink.

4) Montag, 14. Juni, Vormittags 81/, Uhr: Verhandlung gegen
Philipp Altherr, 30 Jahre alt, Schneider von Durkheim, wegen Todtuͤngs
»ersuchs. Staatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtsanwalt Giessen.

5) Dienstag. 15. Juni, Vormittags 8/3 Uhr: Verhandlung gegen
Beter Hoock, 49 Jahre alt, Fabrikacbeiter in Neckarau, wegen Meineids.
S„taatsanwalt Dr. Krell, Vertheidiger Rechtsanwalt Kieffer.

6) Am selben Tag, Nachmittags 8 Uhr: Verhandlung gegen Jacob
Folb, 34 Jahre alt, Tagner von Sippersfeld, wegen störperverlezung durch
Hift. Staatsanwalt Kieffer, Vertheidiger Rechtscandidat Meyer

7) Mittwoch, 16. Juni: Verhandlung gegen Philipp Neurohr, 23
Jahre alt, Tagner von Munchweiler, wegen Vornahme unzüchtiger Hand⸗
ungen mit Gewalt. Staatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtscandidat Schuck.

8) Am selben Tag, Nachmittags 8 Uhr, und am folgenden Tag Ver—
jandlung gegen Johann Schach, 63 Jahre alt, Aclerer, und Anna Marga⸗
etha Schach, 56 Jahre alt, ledig, beide von Dreisen, wegen Meineids.
ztaatsanwalt Petri, Vertheidiger Rechtsanwalt Kieffer.

9) Freitag den 18. Juni, Vormittags halb s Uhr: Verhandlung ge⸗
en Franz Reichert, 51 Jahre alt, Tagner von Speyer, wegen Wordveriuchs.
5t rattanwalt Vetri. Vertheidiger Rechtsanwalt Gießen.

Vermischtes.

FLandstuhl. Ein Auswanderungslustiger, der es sehr
ichnell bereute, sein trautes Heim verlassen zu haben, kam am
yerflossenen Sonntage wieder wohlbehalten hier an, nachdem er
erst vor 6 Wocheu von hier abgereist war, um jenseits des Oceans
ein Glück zu suchen.

F In Fischbach-Petersbächel ist am Mittwoch das
Schulhaus abgebrannt. Sämmtliche (nicht versicherte) Mobilien
des Lehrers sind mitverbrannt.

In Trippstadt sind Halsbräune und Scharlach, die
dort bekanntlich viele Opfer gefordert haben, nunmehr erloschen.

F Sonntag, den 13. Juni, werden die Herren Leopold
Sonnemann aus Frankfurt a. M., Dr. Faas und Dr. Herz aus
Mannheim im Kaiserslaute rer Fruchthallsaale öffentlich über
das Programm der deutschen Volkspartei (demokratisch) sprechen.

In Lambsheim wird als Curiosität ein kürzlich aus—
gebriütetes Hühnchen mit 4 Füßen gezeigt. Dem „F. T.“ zufolge
ist dies abnorme Geschöpf recht munter.

F In Oberndorf bei Gollheim verbrannte ein vierjähriges
Rind, welches man allein zu Hause gelassen hatte, an einem Feuͤer,
welches es durch Spielen mit Zündhölzchen angefacht hatte.

F In Groß niedesheim bei Frankenthal hat am 25. dss.
ein dem Trunke ergebener Schneidergeselle die Vertilgung eines
zreßen Quantums Schnaps augenblicklich mit dem Leben büßen
nüssen.

F In Speyer hat am 27. ds. M. die protestantisch⸗theo⸗
ogische Anstellungsprüfung begonnen.

s.München. Eine im vorigen Jahre in Berlin stattge⸗
abte Ausstellung von Militär-Fußbelleidungen und daraufhin ange⸗
tellte Proben haben ergeben, daß der bisherige Reitstiefei der be—
cittenen Truppen mit Schaft bis ans Knie vollkommen entspricht;
sür die Fußtrupyen wurde ein lanaschaftiger Stiefel (Schaffläng,
        <pb n="340" />
        von 29—82 CEm.) angenommen; beide Stiefelarten erhalten Dop⸗
pelsohlen und werden letztere mit verzinkten eisernen Stiften versehen.
Als zweite Fußbekleidung erhalten sämmtliche Mannschaften an
Stelle der Schuhe zum Gebrauche im Quartier und zu leichteren
Diensten kurzschäftige Stiefel, welche die erstere Fußbekleidung im
Nothfalle zu ersetzen im Stande sind.

Der Pensionsverein „WBabaria“, anerkannter Verein,
hielt in München am 17. Mai seine ordentliche Generalversamm⸗
lung für das Jahr 1879 ab, zu welcher aus allen Gauen des jenseitigen
Baherns, der Pfalz und dem Reichslande Vertreter erschienen waren.
Der Verwaltungsbericht über den Stand des Vereins wurde mit
größter Befriedigung aufgenommen und die Prosperität des Vereins
unzweifelhaft largelegt. Insbesondere wurde durch eine von der
Generalversammlung damit betraute Commission constatirt, daß
die Vermögensverwaltung die geordnetste, und daß das Vermögen,
zur Zeit in runder Summe 170,000 M. betragend, bei der
Baherischen Hypotheken- und Wechselbank“ in Müunchen deponirt
ist. Es soll nun demnächst in Kaiserslautern eine Ver⸗
sammlung abgehalten werden, behufs eingehender Berichterstattung
durch den Delegirten der Pfalz und Lothringens über die oben er⸗
wähnte Generalversammlung. Der Tag dieser Versammlung wird
seiner Zeit besonders bekaunt gegeben, und werden hierzu Alle,
welche sich für den edlen Zwedk des Vereins interessiren, freund⸗
lichst eingeladen.

— die Silte oder — Unsitte, Warzen durch Beizung mit
Scheidewasser zu vertreiben, kann oft die bedenklichsten und nach⸗
theiligsten Folgen nach sich ziehen. Ein sehr trauriger Fall hat
sich in allerjuͤngster Zeit in Düsseldorf ereignet. Ein 16—
sahriger junger Ranun (Gymnasiast) betupfte eine auf seiner rechten

dand befindliche Warze mit Scheidewasser zu wiederholtenmalen.
Dder Zweck wurde hierdurch erreicht, aber die Hand schwoll ganz
ürchterlich an. Die hinzugezogenen Aerzte konstatirten eine Blut⸗
ergiftung. Der junge Mann ist nun schon an der ganzen rechten
örperhalfte gelahmt und die Aerzte haben leider wenig Hoffnung
nuf Erhaltung seines Lebens gegeben.

Essen. Wer hat und wer kauft Zehnpfennigstücke
uus dem Jahr 18737 So wird hier gefragt von Mund zu Mund.
Jeder sieht fich seinen Nickelvorrath, ob groß oder klein, durch und
egt die 1873er apart. Was bedeutet das? Sind dieselben im Werth
zestiegen, wie es Gold zu thun pflegt, oder was hat es mit der
Reschichte auf sich? Nach der einen Verfion soll Banquier Bleich⸗
soder in Berlin mit einem anderen Krösus eine ansehnliche Wette
jemacht haben, bis zum 15. Juni 2ujs hunderttausend Mark (4
Pdillion) Nickelgroschen aus 1878 zusammenzubringen, nach der
inderen Version aber soll das Metall edler sein. Thatsache ist,
daß sie heller aussehen und einen anderen Klang haben wie ihre
Hrüder aus den späteren Jahren. Irgend etwas muß doch daran
ein, denn hier werden die 1873er Nickel bereits mit 15, 16, 17,
18, ja sogar 22 Pf. bezahlt, ein Wirth gibt hier ein Blas Dort⸗
minder Vier, das sonst 15 Pf. kostet, für 10 Pf. 73er. Nicht
allein hier ist es so, auch in unseren Nachbarstädten Duisburg,
Crefeld ꝛc. In letzterer Stadt, erzählt man fich, werden auch
schon 22 Pf. bezahit, und man glaubt, daß dieselben „im Course“
noch erheblich steigen würden. Die Preissteigerung erklärt sich da⸗
her, daß Bleichröder Agenten zum Aufkaufen in die Städte gesandt
haben soll und sein Gegenpart natürlich dasselbe thut, um ihm
nöglichst viele zu hintertreiben. (29)

— Für die Nedacinon veramwortsich: F. X. Demes.
92 *
Eröffnung am 1. Juni.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i.Pfalz.
Spezialitüt: Herrn⸗-Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika—
nischen Zuschneide-Systemen.

/ Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A 26. -

mit glattem feinem leinen

Einsatz AbSBGë. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaätze und Qnalität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Bruft⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ausgezeichneten Sitz leiste ich jedde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kon⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leistungsfünhigkeit über⸗-
eugen.

Oeffentliche
Zustellung.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
AUm allen Mißverständ—
nissen vorzubeugen und um jeden
rdoose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

Ladung.
Joseph Lefeber, 31 J. a.
Zergmann und beurlaubter Ge⸗
meiner von St. Ingbert,
J. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 21. Juli
18380, Vormittags 8 Uhr, in
der öffentlichen Sitzung
des Schösfsengerichts zu
St. Ingbert in dessen Sizz⸗
ungssaale zu erscheinen, damit
daselbst zur Hauptverhandlung
aber die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung im Monat Februar
1874 geschritten werde.
Zugleich wird dem Angeklag
ten eroͤffnet, daß bei unentschul⸗
digtem Ausbleiben seine Ver—
urtheilung auf Grund der vom
tgl. Landwehrbezirks-Commando
Zweibrücken am 24. April
1880 nach Vorschrift des 5 472
der R.«St.P.O. abgegebenen
Erklärungen erfolgen werde.
St. Ingbert, 25. Mai 1880.
Der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗
gerichte St. Ingbert.
Gez. Müller.
Zur Beglaubigung
St. Ingbert, 26. Mai 1880.
Der Gerichtsschreiber
Krieger.
1
Pferchthal.

Von jetzt ab jeden Sountag
Wirthschaft mit
Restauration
im Pferchthal.

Größere Gesellschaften und
Lehranstalten, die einen Ausflug
dorthin machen wollen, belieben
sich gefl. an Unterzeichneten zu
venden.

Georg Houfsong
in Neuhäusel.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfaälzischer
Gewerbemuseums.
Hreis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. 0ctober
—1880.
dauptgewinne von A6 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
sur 20 Loose ein Baar
gewinn.
Bestellungen sind zu richten an
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
hei Franz Woll in St.
Ingbert.
das

digarrentãcchehen
mit Firmadruck
zertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.

1671.
Noch
keine
Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗-Brust⸗
karamels und Kakao⸗
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht-
Apotheker zum freien Ver—
caufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Peters.

T.oos.

Zur Erfinnerung.
Wer vorsichtig ist, der
wird seine Warnungstafel da—⸗
heim behalten und seine eige⸗
nen Fehler darauf schreiben.
Er straft dann nicht so leicht
und spottet über Belohnungen
eines Anderen auch nicht.
Auf Weiteres lasse ich mich
in Zukunft nicht mehr ein,
außer vor Gericht, aber vor

leinem Schiedsgericht.
Christian Oberkircher

d. M.

Sboeite Kissinger Geldlotterie
—A
Gewinue:
—XX
ete. im Goaammt
230. 000 Anris hanr Geld.
Die Genoralagentur:

1, æ B. Schuler 2relbrext

Ein braves
Dienstmädchen
gesucht.
Wo, sagt die Exped. d. Rl.
—A— ü—ääöääöää———————— — — —— ————— — —
Truck und Verlag von F. X. Demesß in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Ne. 22.

—
        <pb n="341" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dein Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

laged ericheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I M 60 einschließlich 40 A Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fuür die viergeipaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Meclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 87. Dienstaa, den 1. Juni

1880.

Deutsches Reich.

Der bayerische Landtag soll nach den jetzigen Bestimmungen
am 1. Juli wieder zusammentreten.

Fürst Hohenlohe wird wahrscheinlich nach von Seiten
des Fürsten Bismark erklärter Ablehnung dem zu Berlin zusam⸗
mentretenden Botschaftercongreß präsidiren.

Im preußiischen Abgeordnetenhaus begann am Freitag die
erste Lesung der kirchenpolitischen Vorlage. Kultusminister von
Puttkamer empfahl in ausführlicher, sehr großer Rede den Ent—
wurf, der von dem früheren Kultusminister Falk energisch be—
kämpft wurde. Der Redner der Konservativen sprach für die Vor—⸗
lage, während Windthorst-Meppen (Zentrum) sich dagegen erklärte.
Am Samstag folgte Fortsetzung der Debatte. Nachdem Zedlitz—
Neukirch für die Vorlage unter zeitlicher Beschränkung gesprochen,
erklärte der Kultusminister, nichts gegen Amendirungen zu haben,
'ofern dieselben prinzipiell nichts ändern. Der Minister lehnte
zie weitere Veröffentlichung amtlicher Aktenstücke ab, da die vor—
gzelegten zur Klarstellung der Sachlage genügten. Gegenüber den
Ausführungen Falk's betont der Minister, daß das wohlwollende
der Handhabung des Gesetzes vom Entgegenkommen der Kirche
abhängig sei, und bestreitet entschieden, daß der Gesetzentwurf ein
bedenkliches Schwanken der Auffassung von der Souveränetät des
Staates bedeute, ebensowenig sei ein schwächliches Zurückweichen
oom bisherigen Standpunkte zu denken, vielmehr eine unveränder⸗
iche Aufrechthaltung der bestehenden Gesetze angezeigt. Das
Staatswohl erheische eine weitherzige Beurtheilung der im Land
herrschenden Schäden. Im entschiedenen Gegensatz zu Falk sage
er, auch im Falle einer Ablehnung der Vorlage könne der Vortheil
nicht aus der Welt geschafft werden, welcher durch deren Einbring⸗
ing verursacht; es wurde hierdurch die Ueberzeugung verbreitet,
die Regierung habe ihr Möglichstes gethan, um dem Lande den
Frieden wieder zu geben. Die Debatten endeten mit Verweisung
der Vorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern. Dagegen
stimmten die Nationalliberalen fast geschlossen, sowie die Fort⸗

chrittspartei.

In Bundesrathskreisen erwartet man die Einbringung der
Vorlage über die Verlegung der Elbzollgrenze nach Curhafen
noch im Laufe dieser Woche; es scheint, daß der Reichskanzler für
diese seine Vorlage eine Majorität im Schooße des Bundesrathes
finden wird. — Vor seinem Auseinandergehen wird der Bundes—
rath sich noch nicht mit dem vom Reichstage angenommenen Gesetze
betreffs der Beschränkung der Theaterfreiheit zu beschäftigen
haben. Die Stimmung im Bundesrathe geht dahin, noch weitere
Hutachten über diese Angelegenheit einzuholen, ehe darüber end—
zültig entschieden werden kann.

Ausland.

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland,
die für Deutschland unter Umständen gefährlich werden könnten
und die in Folge der von Rußland geforderten, von der fran—⸗
zösischen Regierung aber verweigerten Auslieferung des Nihilisten
Hartmann einige Zeit gespannt waren, beginnen sich wieder zu
nessern. Der Kaiser von Rußland hat nämlich durch den russischen
Botschafter in Paris der französischen Regierung seinen Wunsch
ausdrücken lassen, daß die Beziehungen zwischen Frankreich und
Rußland so herzliche und innige werden mögen, wie sie vorher
varen.

Die spanischen Nachrichten lassen das Land als vor einer
aeuen Revolution stehend erscheinen.

Die Nachkonferenz, welche die europäischen Mächte auf
Frankreichs Anregung abhalten wollen, um in Sachen der Gebiets-
hereinigung zwischen der Türkei einerseits un Griechenland
and Montenegro anderseits endgiltige Regelung herbeizuführen,

oll schon am 15. Juni in Berlin zusammentreten.

Vor einigen Tagen waren in Petersburg in einem Nihi⸗
listen Prozeß 2 Todesurtheile und gegen mehrere Personen schwere
Freiheitsstrafen ausgesprochen worden. Nun wurden auf dem
Wege der Gnade die Todesurtheile aufgehoben und in Freiheits-
trafen umgewandelt, während auch die Strafen der übrigen Ver—⸗
artheilten bedeuͤtend gemindert wurden. Es ist diese Strafmnderung

ein neuer Beweis von der geschickten Versöhnungspolitik des Dik⸗
ators Grafen Loris-Melikeff.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Gereinswesen.) Am Sonntag hat sich
dahier zur Pflege des kath. Kirchengesanges ein Cäcilienverein
ebildet. — Der hiesige Zweigverein des Pensionsvereins „Ba⸗—
aria“ wählte in seiner gestern Abend stattgehabten Generalper⸗
ammlung da der bisherige Vorstand und Rechner, Herr Ein—⸗
tehmer Hartmann resp. Herr Stadtschreiber Bayer, freiwillig zu—
ückgetreten waren, an deren Stelle als Vorstand Hrn. Lehrer Drumm
ind als Rechner Hrn. Lehrer Samter. — Der Arbeiterbildungs-
erein veranstaltet für seine Mitglieder nächsten Sonntag eine
nusikalisch⸗theatralische Abendunterhaltung.

F In Ommersheim bei Bäcker Adam Kihm gebar eine
kuh ein Kalb von netto 100 Pfund, welches durch die Kunsthilfe
»es Thierarztes Assel von Ensheim zur Welt gebracht wurde. (3. 3.)

F Auf der Streckke Langmeil-Münchweiler wurde
im Donnerstag ein 70jähriger Mann, der unter der Barriere
urchgeschlüpft war, von der Locomotive erfaßt. An seinem Auf—-
ommen wird der „Pf. Pr.“ zufolge gezweifelt.

F In Kaiserslantern beschloß das Localcomite für die
Wittelsbach-Stiftung, dem auch der Bezirkßamtmann Schmitt an-⸗
gehört, die Sammlung von Haus zu Haus mittelst geschlossener
züchsen ohne schriftliche Aufzeichnung der einzelnen Beiträge vor—
iehmen zu lassen, damit, entsprechend dem Willen Sr. M. des
dönigs, der Sammlung der Charakter der Freiwilligkeit gewahrt
verde, indem dann Niemand weiß, wie viel Jeder gibt.

F Die „Pf. Pr.“ berichtet über einen im Staatswalde und
war im Reviere Imsbach ausgebrochenen Waldbrand, der ca. 115
Tagwerk 25⸗jährigen Fichten- und 15-iährigen Buchen⸗ und Eichen⸗
destand zerstörte.

— Die Neustadter „Bürgerzeitung“ erhält folgendes originelle
Inserat: „Ankündigung. Ich Heinrich Weintz von Neustadt a. H.
jabe einen Schuh erfunden, welcher den Holzschuh niederdrückt;
er ist stark und kräftig und für der Volker Wohl. Hiervon setzte
ch Fabrikanten in Kenntniß; wer mir die Idee mit 1000 Mk.
ezahlt, kann sie haben. Für die volle Wahrheit stehe mit meinem
cẽhrenwort ein. Weintz, Schuhmacher.“

F In Eschbach fiel am 27. d. ein 7jähriges Mädchen
rücklings in einen unbedeckten Ziehbrunnen. Ein in der Nähe
vohnender Schmied sah es und rettete selbst mit eigener Gefahr
die Unglückliche vor dem Ertrinken.

FIn Freinsheim kommen die Kirschen bereits so
massenhaft zum Markt, daß schon am Donnerstag 30 Centner
dieser Frucht per Bahn verladen werden konnten.

Der ehemalige bayerische Reichscandidat Heinrich Hammel
ius Grünstadt, welcher jüngst zum Notar in Sundhausen im Elsaß
rnannt wurde, betheiligte sich im Jahr 1848 am pfälzischen Auf⸗
tand und wurde zum Tod verurtheilt. Er begab sich als Flücht⸗
ing nach Amerika und später nach Paris. Wie die „Pf Pr.“
nernimmt, soll Herrn Hammel durch Verwendung des Fürsten
dohenlohe der Eintritt in den Dienst des Reichslands erleichtert
vorden sein.

FIn Billigheim wird vom 1. Juli ab eine Postexpe⸗
ition in's Leben treten.

— Der durch seine Reisen in Afrika bekannt gewordene Dr.
Friedrich Mook aus Bergzabern ist, dem „S. W.“ zufolge,
um Besuch in seiner Vaterstadt eingetroffen.

F In Eisenberg wurde durch Bohrversuche eine sehr feine
Thonerde entdeckt, die eine bedeutende Mächtigkeit haben soll.

FMainz, 28. Mai. Ein junger Mann von hier, welcher
n England in Condition stand, hat dort sich eine Unterschlagung
on 390,000 Mk. zu schulden kommen lassen. In Begleitung
ines jungen Mädchens hat er das Weite gesucht und wird nun—
nehr polizeilich verfolgt.

FGWittelsbacher Jubiläumsfeier.) Der Se—
nat der Universität München hat beschlossen, das 700jährige Ju⸗
ziläum des Wittelsbacher Fürstenhauses wegen der Ferien, in welch⸗
        <pb n="342" />
        dieses fällt, zugleich mit der Stiftungsfeier der Universität (26
Juni) zu begehen. —755 B *375
. Prinz Hein risch der zwanzigste von Reuß⸗Köstril
hatte, als er vor einiger Zeit die Circusreiterin Frin. Loisset hei⸗
rathete, seinen Prinzentitel und sogar den reußischen Namen
„Heinrich“ abgelegt, und zwar gegen eine bestimmte Jahresrente,
welche ihm die fürstliche Familie zuͤsicherte. Er nannte sich fortan
Freiherr Harry v. Reichenfels. Jetzt veröffentlicht das „Geraer
Amts- und Verordnungsblatt“ eine Bekanntmachung, wonach alle
von dem Frhrn. Harry v. Reichenfels, welcher rechtskräftig für
einen Verschwender erklärt worden und außerdem in Concurs ver⸗
fallen ist, ohne vormundschaftliche Genehmigung abgeschlossenen
Rechtsgeschäfte jeder rechtlichen Giltigkeit entbehren.

FBei einem in Qued! inburg niedergegangenen Gewitter
zündete der Blitz, wodurch 6 Häuser niederbrannten.

4 Unter den Weintrinkern herrscht Jubel — der Wein in
Bomst ist erfroren. Bomst liegt, wie man weiß, in der Provinz
Posen und die Leute in Bomst capriciren sich darauf, dort Wein
zu bauen — was am Ende nicht so schlimm ist — und daraus
auch ein Getränke zu keltern — was schon eigentlich von böser
Gemüthsart zeugt. In einer Nacht während der vergangenen Woche
ist nun in dem Wahlkreise des Herrn von Anruh-Bomst aller
Wein erfroren. Die Weinbergbesitzer mögen zu bedauern sein, —
aber die Weintrinker zu beglückwünschen.

p In der Pulverfabrit zu Wetteren unweit Gent sind
am Sonntag durch eine Erplosion viele Menschen verunglückt; bis
jetzt sind 10 Todte konstatirt.

4 Wie aus Zürich geschrieben wird, weckt im Gotthardttunnel

die sogenannte „blähende Strecke“ neuerdings ernstliche Besorgnisse.
Fs treten Anzeichen herbor, welche befürchten lassen, daß die
Widerstandskraft der zwei Meter dicken Granitwölbung in Bälde
zrechen werde. Zwar ist noch nichts eingedrückt und die Wölbung
mscheinend intakt; allein einzelne Steine sind gespalten und lassen
befürchten, daß sie in die Länge nicht mehr zu halten vermögen.
Die ecwähnten Erscheinungen sind der Art, daß sie die Inbetrieb—
setzung des Tunnels bedeutend hinausschieben können.

FAus Roubair (rankreich) wird vom 26. Mai, Abends,
gemeldet: Der Strike ist gänzlich beendet. Sämmtliche Arbeiter
and in die Werkstätten zurückgekehrt, nachdem sie von fünf Fabriken,
die sich besonders mißliebig gemacht hatten, die Zusage einer Lohn⸗
erhöhung erhalten hatten. Der Strike, der am 30. April begonnen
hatte, haͤtte also 26 Tage gedauert.

F'In Quito, der 9000 Fuß hoch gelegenen, eines ewigen
Frühlings sich erfreuenden, aber auch stets von Erdbeben und
Hhulkanausbrüchen heimgesuchten Hauptstadt von Ecuador in Süd—
amerika geriethen am Gründonnerstage in der Hauptkirche während
der Metie ein Vorhang und dann das alte Holzgetäfel, die Decke,
die reichbekleideten Bildsäulen, die vielen Kerzen in Brand und
verwandelten die Kirche rasch in einen wahren Feuerofen; das Dach
und Gebälke stürzten ein innd 69 Personen kamen bei der Ka—
tastrophe ums Leben.

F'Bei San Francis co Mordamerika) stürzte eine Eisen—
hahnbrücke in dem Augenblicke ein, wo ein mit Excursionisten be—
setzter Zug darüber hinwegfuhr. Dreizehn Passagiere wurden ge⸗—
ödtet und 60 trugen mehr oder minder erhebliche Verletzungen davon.

— Fur die Redaction verautwortlich: F. X. Demet.
Oeffentliche
Zustellung.

Haus⸗
— *
Licitation.

Donnerstag, 17. Juni
830, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Michael Paul,
wird durch den unterzeichneten,
hiezu gerichtlich beauftragten kgl.
Notar Sauer daselbst, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
der Abtheilung wegen öffentlich
zu Eigenthum versteigert:

Plan Nr. 72, 3a 40 qm.
Wohnhaus mit Schener,
Stall und Hofraum und
Plan Nr. 73, la 40 qm.
Grasgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St. Ing⸗
bert an der Kaiserstraße
neben Valentin Schwarz
und Peter Stolz:
—A

l. die Kinder und Repräsen⸗
—E
lebten Fuhrmannes Johann Jo⸗
seph Buhmann, als: a. Elisa
beth, b. Johann Joseph, e. Peter
d. Barbara und o. Georg Buh⸗
mann, welche ihre Mutter Elisa⸗
hetha Hager als Vormünderin
ind den nachgenannten Jakob
Buhmann zum Nebenvormunde
saben;

2. Jakob Buhmann, pensio—
airter Bergmann in St. Ingbert,
jugleich Nebenvormund der ge⸗
nannten Minderjährigen;

3. Peter Buhmann, Berq⸗
mann daselbst;

4. Louise Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Georg Jung,
Bergmann daselbst;

5. Elisabetha Buhmann, ge⸗
werblose Ehefrau von Johann
Ripplinger, Bergmann daselbst;

6. Marie Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Heinrich Stein⸗
feld, Bergmann daselbst.

St. Ingbert, 1. Juni 1880

SZauer. k. Notar.

——
Vorschuß-Verein ringelr. Genossenschaft.
St. Ingbert.
Rilanz amni a1. Mai I880.
8011 Habeu
l —

ContoCorrent⸗Conto 665538,89
Wechsel⸗Conto 42387,64
Sparkassen-Conto
Ztammantheil⸗Conto
Tratten⸗ Conto
Darlehen⸗Conto 26854,93
Sassa⸗Conto 2861,39
Delcredere-Conto 5761,49
Gewinn- und Verlust-Conto 2611,67
Reservesond⸗Conto 20420, -
Mobilien⸗-Conto 529,60
Dividenden-Conto 528,88
Zins- u. Provisions-Conto 802,90
Banken- u. Vereinen-Conto 171640,54
Lombard⸗Conto 1080, —
Effecten⸗Conto 3118,95

745785,97 745785,97
Umschlag im Monat Mai A üG3IG, 11

Der Vorstand.

Ladung .

Joseph Lefeber, 81 J. a.,
dergmann und beurlaubter Ge⸗
meider von St. Jugbert,
z. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 21. Juli
18830, Vormittags 8 Uhr, in
der öffeutlichen Sitzung
des Schöffengerichts zu
St. Ingbert in dessen Sitz⸗
ungssaale zu erscheinen, damit
daselbst zur Hauptverhandlung
über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus—
wanderung im Monat Februar
1874 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklag⸗
jen eroffnet, daß bei unentschul⸗
digtem Ausbleiben seine Ver⸗
urlheilung auf Grund der vom
igl. Landwehrbezirks-Commando
FZweibrücken am 24. April
1880 nach Vorschrift des 3472
der R.St.“P.⸗O. abgegebenen
Erklärungen erfolgen werde.

St. Ingbert, 25. Mai 1880.
Her Amtsanwalt am kgl. Amts-

gerichte St. Ingbert.
Zur Beglaubigung
St. Ingbert, 26. Mai 1880.
Der Gerichtsschreiber
Krieger.

Kissinger Loos⸗
II. Collecte,
Ziehung am 34. Aug. 1880 unwiderruflich,
bei der General-Agentur in Zweibrücken
gänzlich vergriffen!
Loose sind nur noch in geringer Anzahl bhei den bekaunten
Verkaufsstellen vorräthig.

Hauf—⸗
Couverts
per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demetz.

Ein Logis mit 83 Zimmer
und Küche hat zu vermiethen
Joseph Uhl,

w e Wi—

Eine schöne ohtrung,

bestehend in 2 Zimmer, Küche,
eller ꝛc. hat zu vermiethen
IXXXVC

HOTIE Stiebel Söhne,
IaAnkgenchäüft in Prankfurt a. M.
besorgen reell und billigst den An⸗ und Verkauf
aller Staatss und Werthpapiere, Serienloose,
Wechselsauf Amerika ꝛc. Incasso ꝛc., und ertheilen
fachmännischen Rath und jede zu wünschende
Auskunft gratis.

——
Truck und Verlag von K. F. Demez in St. Inabert.
        <pb n="343" />
        2
—A———
* 2228 8 —
—3338 3333 34 23 5333 688
. F p 255
332 355383 553323833 25533 32 —6 *383 *
337*5 353555 35s533528 7577 577 355383 5338
43 52*2 — * 5 22 43 * W
2 52 7 — 552*7 —E— EB 2 535 2* —*
— 2 65867 —3 —A 52 53 355 5 * 8 8 — — * 25 ——
— 553 53 —55—285 2* 5289 8 S —“ 222 — ———
2 3 2 —245 ——— 2 52
98 5,2238 528352735 7838 — — 3225— 58
5383 28 3387 57357 22*3 377 ——
—— — 5 2 82 *
258*2 S 25— 3585 28 8 — 29 5* 823 *AE 28
* 5833 * z35 —7 —55 3855 —525 28 5 — BR522
—5—5853* 5 36 3 5* 52 —58385 285
7 5 2 2 — — 5 2 — 2 2 —E * — — 2
— 23 5527 —— * * — 32 — — 47 252 5832
sñ258 55— 553 —A 555 57 2523 5353332557
2 ⸗ * * — — 55 —— —A 8 3 8 5.2
—2 — 2 — 5 8* 52 —A 2NBcR585*
—7 3 * 223 522 — *— —x22 22 8 88* 28 8 3
8 — 5* *355 232 —— — 2 —A * 222 — —
* 52 8 — 525 —A ———— —
585335387 53553—233557 532 z2—8 25 8 253328 25
— 2222 E25—352358 * 5 5*2 2— — *5* — 23 5
E— — — 2 7 S — 2 225 5 2 5 —z23828
55 *25322 5— 73 * 528323 2—5822 255 —7*38 — 223 *58
25 2232* 5 8 —5X 2 2*25 2* 28 — 9 * 2 — 8222
35 53—5825* 283*38 552* — 8 — 5*238 88 —23
3 F 2 V *
— 22 e8555 — — ————— — 282 0 s 7
* 8B— 25*222 555 5 *5 833—38 —53853538 2.22
2 N 2* ——— —— ——— 2 5 F 2*37 52358 2 — —8
583833 5 356 —S 5—32 33 5 S 5328 3255238 86
—3z 258——4 —— *58 —323353533235535 * —A—
2 S*8 835* *27 ——— — *8 . 23* 2* —»zED S 2 —
553*38* 5 —5 —* — —— 35 * 2323 5 8
323— 5 22.7 3 5 —85 3535 8 5
55 22 * * T 25 — 255282 2 —— 225 * R 8 8
— S 120 33383333 5253655
5175— 838 325 35 552— —
— —
8 X — —22—
⸗ —J 22 29 —83
8 8 — 5235
55253 2833 — 6* 222 2526
—35322222 —A 1222.5 *3 * — 8* 3
S — 58532——2 —A— —3*—28 — So⸗ 8 9 —
53*55 52823335 24 8 25*5 .8 5523 583
—38 2 — J 522— — D 2 282 * 25
7 —A — —— 552 —2558
237 2 i * — » E2 — 2 223277
2 — — 5 S29* 28B38 5 * 52 *2 — 2 S — *—
227. —5 525 25358 2 ——835 22* 2 25
——— — 8 2352 3 55 353 — 5 2 — 2 255
—555533—3 853222 25 226 558R25
— 7 —B —— 8 8 —z —
—— — ——— ——— 3238 — 5 — 2 — — ——2 —
522538 5E22 555— 532 —5853 232. 53535
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        8* t. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

4 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 -, einschließlich 40 A Zustellgebühr. Anuzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 88.

Donnerstag, den 3. Juni
188so.

Deutsches Reich.

Das bayerische Militärbudget für das Etatsjahr 1880 —
1881 ist in seinen einzelnen Sparten nunmehr aufgestellt. Der
Etatsberechnung ist eine Heeresstärke von 2136 Offizieren, 197
Aerzten, 48,244 Mannschaften, 91 Zahlmeistern, 54 Veterinären,
74 Büchsenmachern, 10 Sattlern, dann 8726 Dienstpferden zu
Grunde gelegt.

Am Montag begannen die für heuer angeordneten Landwehr⸗
ibungen der Infanterie und Artillerie; sie dauern bis 12. Juni;
jei der Infanterie des ganzen bayerischen Heeres sind 80 Offi⸗
iere und 7000 Mann einschließlich 8 Unteroffizieren, bei der
Feldartillerie 12 Offiziere, 60 Unteroffiziere und 204 Kanoniere,
bei der Fußartillerie 6 Offiziere, 20 Unteroffiziere und 180 Kano—
rnere einberufen. Die Uebungen der Landwehr⸗Infanterie und
Fußartlillerie finden in besonders formirten Compagnieen, bezw.
Bataillonen, welche von Offizieren der activen Armee befehligt
verden, statt.

Die Nachrichten von einer Kissinger Badekur des deutschen
ronprinzen wie dem gleichzeitigen Brückenauer Aufenthalt seiner
Familie werden von Berlin aus officiös dementirt.

Der Bundesrath hat die Vorschläge, mit der Volkszähl⸗
ung am 1. Dezember d. J. Aufnahmen über Bodenstatistik und
ine Viehzählung zu verbinden, definitiv abgelehnt.

Das vom Reichstag angenommene Wuchergesetz wurde
m „Reichsanzeiger“ verkündigt.

Die Novelle zum Militärgesetz, welche der Reichstag in
einer letzten Session beschlossen hat, ist bereits amtlich veröffentlicht.
Das Kriegsministerium ist vollauf mit den Ausführungsbestimmun—
zen beschäftigt. Die Bildung neuer Regimenter wird erst mit dem
1. April 1881 in die Erscheinung treten, inzwischen wird das
Aushebungsgeschäft, welches jetzt bereits seinen Anfang genommen
hat, an der Hand der gebotenen Neuformationen ausgeführt.
Außerdem sind Anordnungen getroffen, daß die sämmtlichen be—
tehenden Regimenter das erforderliche Material an Unteroffizieren
ind Offizieren stellen können.

Die Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses zur
Vorberathung der Kirchenvorlage hat sich am Montag alsbald kon—
tituirt; ihren Berathungen wird der Kultusminister mit Geh. Rath
Hühler beiwohnen.

F. In Homburg hat die am 26. Mai bethätigte Samm⸗
ung für die Wittelsbach-Stiftung 8306 M. 63 Pf. ergeben.

Das Bürgermeisteramt Homburg fordert zur Namhaft⸗
nachung Derjenigen auf, welche kürzlich von den an dem Wege
n der Vorstadt nach dem Schießhause angepflanzten Bäumchen 12
heils abgeschnitten, theils abgebrochen haben, und setzt eine Be⸗
ohnung von 25 M. für die Beanzeigung aus.

.Kirchheimbohanden (pf Pr.) Hr. Daniel Kreh⸗
ziel auf dem Neuhofe besaß ein zahmes Reh, welches sich befonders
in Frau Krehbiel attachirt hatte und derselben auf Schritt und
Tritt folgte. Im August vor. Is., während der Brunstzeit, lief
as Thierchen in den Wald und blieb aus, während es sonst regel⸗
näßig von seinen Ausflügen zurückgekehrt war. Vor einigen Tagen
iun trafen Arbeiter in der Nähe des Albertskreuzes ein Reh mit
wei Jungen an. Entgegen dem scheuen Character dieser Thiere
prang das Reh nicht davon, ließ sich aber auch nicht einfangen.
Das eigenthümliche Benehmen dieses zierlichen Geschöpfes brachte
die Leute auf die Vermuthung, das Reh sei das Herrn Krehbiel
entlaufene. Sie riefen Frau Krehbiel hinzu, auf deren Ruf eilte
)as Thierchen herbei, die Jungen wurden mitgenommen, und
nunter sprang die Alte nebenher. Jetzt ist die ganze Rehfamilie
uuf dem Neuhof.

F. Der diesjährige Verbandstag der pfälzischen Kreditge⸗
nossenschaften wird, nach vorläufiger Vereinbarung mit der An—⸗
valtschaft, die Herr Parrisius vertreten wird, am 10. und
I. Juli in Neustadt a. H. Statt sinden. Außer den fest⸗
tehenden Gegenständen der Tagesordnung kommen folgende Punkte
ur Verhandlung: 1) Es ist den Vereinen zu empfehlen, beim Tod
ines für den Konto-Korrent-Verkehr besiellten Bürgen stets für
inderweitige Bürgschaft Sorge zu tragen, ehe der Konto⸗Korrent.
Verkehr mit dem Schuldner weitergefuͤhrt wird. — 2) Resolution
)es Grafen Bismarck, Beschränkung der Wechselfähigkeit betreffend.
— Weitere Anträge sind bis zum 15. Juni an den Verbanbsdi—
ektor Herr Dr. Knecht in Neustadt a. H. einzusenden.

F Ein 12 Jahre alter Knabe aus Frankeneck fiel beim
holzsammeln im Staatswalde von einem Baume und war sofort
ine Leiche. Derselbe hatte eine Axt auf dem Rücken hängen,
velche ihm beim Fallen auf die Erde das Genick brach.

Bei dem außerordentlich zahlreich besuchten Missionsfeste
n Haßloch hat die Kollekte 8308 Nt. 32 Vf. nebst derichiedenen
S„chmucksachen ertragen.

In Meckenheim hielt am Sonntag der 28. Bezirk
Pfalz) des deutschen Kriegerbundes seine Delegirtenversammlung
ib, deren hauptsächlichster Zweck die Vereinigung sammtlichet
ofälzischer Kriegervereiee war. Es wurde eine Commission von
16 Mitgliedern (8 vom Kriegerbunde und 8 von der Kampfge⸗
gossenschaft) gewählt, welche die Grundlagen zu einet Vereiniqung
erathen sollten.

In Friesenheim hat ein Schuhmacher ein etliche Wochen
altes Gänschen mit vier Füßen. Das Thierchen ist stärker als
seine zugleich mit ihm aus den Eiern gekrochenen Genossen.

fDer in Berlin wohnende, gegenwärtig in seiner Heimath
Frankenthal weilende Komponist Georg Vierling, der Autot
des weltlichen Oratoriums „Der Raub der Sabinerinen“, hat ein
neues Werk derselben Gattung vollendet, betitelt „Alarich“. Sein
Librettist (Verfasser des Textes) ist wiederum der Bremer Malet
Fitger, der Verfasser der „Hexe“, einer der hervorragendsten Gaben
)er neueren dramatischen Literatur. „Der Raub der Sabinerinen“
st mit großem Beifall in St. Louis (Nordamerika) aufgeführt
vorden und soll in Bälde auch in Milwaukee zu Gehör ebracht
verden.

F Die „Fr. Z.“ berechnet das Brutto⸗Erträgniß der Franken⸗
haler Kanal⸗Eisenbahn für 2 Jahre und 2 Monate auf ganze
99 M.

fSpehyer. Ein Schneiderlein, aus Medenheim gebürtig,
auf den Namen Türk getauft und 33 Jahre alt hatte in zärt ·
iches Verhältniß mit einem Dienstmädchen eingefädeit. Die Vor—
bereitungen zur Hochzeit wurden getroffen, die nöthige Hausein⸗
ichtung aus dem Ersparten des Maͤgdleins angeschafft, aus gleicher

Ausland.
In einer zu Nevers (Frankreich) anläßlich der landwirth⸗
chaftlichen Ausstellung gehalkenen Rede wies Minister Cochery auf
die Schritte der Regierung zu Gunsten der Landwirthschaft hin—
Die günstige finanzielle Lage des Landes gestatte fortgesetzte Ent⸗
lastungen. Frankreich werde seinen friedlichen Weg fortsetzen und
dabei Achtung und Sympathie nach außen hin finden, während
es im Innern die nothwendigen Reformen vorbereite, ohne legi⸗
timen Rechten zu nahe zu treten und ohne sich, durch Ungeduld
fortreißen zu lassen.

In der Nachbarschaft des englisch- indischen Reiches, in
Birma, ist ein bedeutender Aufstand ausgebrochen, der bereits
die Hauptstadt von Birma, Mandalah ergriffen hat und moglicher⸗
veise auf die Tyrannei des Königs von Birma eines grausamen
nfiatischen Despoten, zurückzuführen sein dürfte.

General Ulysses S. Grani wird allem Anschein nach officieller
republikanischer Kandidat für die nächste nordamerikanische
Präfidentschaftswahl. Für den Fall des republikanischen Wahl⸗
iäeges wird er dann dreimal Präsident gewesen sein; Washington,
Ifferson, Madison, Monroe, Jackson, Lincoln sind nur je zweimal
gewählt worden. Es ist bekannt, welches Ansehen in Ametika der
winzigste europäische Adelstitel befitzt; ohne einen großen Säbel
mag auch die dauerhafteste und maͤchtigste aller neueten Republifen
aicht gern lange existiren.

Rexrmischtes.
SM Niederwürzbach, 2. Juni. Die hierorts vorge⸗
ommene Sammlung zur Wittelsbacher Landeszstiftung geigte den
hetrag von 55 M. 49 Pf
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        Quelle der Herr Bräutigam neu gekleidet und mit 600 Mark,
dem Reste des Vermoögens, versehen, damit er würdig auftreten
konne am Tage seiner Hochzeit, als welcher der letzte Samstag
bestimmt war. Pochenden Herzens harrte die Jungfrau des schmüch⸗
tigen Jünglings, doch wer nicht kam, war der treulose Türk. Er
hatte es vorgezogen, die Hochzeitsreise mit den 600 M. s0lo an⸗
zutreten. (Sp. Ztg.)

Die Gebrüder Sachs in Frankfurt, Bankgeschäft, sind
bekanntlich mit 800,000 M. fremden Geldes durchgebrannt. Eine
Anzahl Frankfurter Firmen hat nun neben der polizeilichen Ver—
folgung eine eigene eingeleitet, welche die andere nur fördern und
unierstͤtzen kann. Eine große Anzahl Photographieen des sauberen
Bruderpaares wurde in die Welt gesandt; dieselben stellen die
Gauner mit und ohne Bart dar.

pPfarrkirchen. Vor einigen Tagen probirten mehrere
straftmaier ihre Stärke im Heben eines vierthalb Centner schweren
Amboses. Auch ein Mezzger versuchte seine Kraft, zog sich aber
beim Heben eine innerliche Verletzung zu, in Folge derer er im
Krankenhause nach wenigen Tagen starb.

Bei Solnhosen erwischte ein unbeaufsichtigt gelassenes
Kind eine Schnapsflasche, die es bis auf den letzten Tropfen aus—
trank; vom Starrkrampf ergriffen, war es nach kurzer Zeit todt.

F Für Seine Maj. König Lud wig von Bayhern wird eine
Extravorstellung der Passionsspiele in Oberammergau ber—
anstaltet werden.

4 In neuerer Zeit haben fich mehrfach Ingenieur-Assistenten
um Bahnmeistersposten und absolvirte Polytechniker um Obercon⸗
ducteursstellen bei der kgl. Generaldirecton der bayerischen Ver—⸗
kehrsanstalten vormerken lassen.

pIn Würzburg ereignete sich bei der sog. Reuerer⸗
Prozession ein gräßlicher Ungl ücksfall. Die beiden 112resp. 13-
ahrigen Töchterchen des k. Landgerichtsrath L. befanden sich unter
den weißgekleideien, kerzentragenden Mädchen, als plötzich die

duftige Toilette der beiden Kinder auf bis jetzt noch unaufgeklärte
Weise Feuer fing. Die nur aus Damen bestehende Umgebung
var von dem Anblick derart verblüfft, daß es einiger Minuten be—
durfte bis man Anstalten machte, die Aermsten von den brennenden
Zleidern zu befreien. Die Brandwunden, mit denen der ganze
Körper der Mädchen bedeckt ist, sollen derart intensiv sein, daß
man an dem Aufkommen der jüngeren Schwester zweifelt, während
man die übrigens auch schwer verletzte ältere Schwester am Leben
zu erhalten hofft.

Aus Metz, 29. Mai wird der „Pf. Pr.“ geschrieben:
Hestern Abend wurde unterhalb der Kettenbrücke bei St. Julien
die Leiche eines Recruten der 11. Comp., 8 bayer. Inf.⸗-Reg.,
Ramens Daniel Schneider aus Wattweiler bei Zweibrücken, in der
Mosel aufgefunden. Derselbe wurde schon seit Montag Abend ver⸗
mißt und trug noch in einem Brustbeutel 70 M. bei sich, als er
aus dem Wasser gezogen wurde. Wie man hört, soll Liebeskum—
mer Veranlassung zu diesem Selbstmord gewesen sein.

Straßburg. Zwei Arbeiter fanden vor einigen Tagen
beim Spaziergang im Walde von Woippy ein Wolfslager mit
nicht weniger als 9 Jungen, die, äußerst wohl genährt, 8 bis 10
Tage alt sein mögen. Nach Angabe der Finder wurden sie bei
hrem Aushebungsgeschäft von den alten Wölfen überrascht, und,
nachbem sie sich der ganzen Brut bemächtigt hatten, bis in die
Nähe des Dorfes verfolgt.

F In Schwetzingen wird der diesjährige Spargelertrag
auf 2000 Ctr. mit einem Geldwerth von etwa 100,000 M. geschätzt.

. Der am Dienstag Mittag vvn Magdeburg über
Dschersleben nach dem Rhein abgegangene Schnellzug ist zwischen
Blumenberg und Hadmersleben auf freier Bahn aus unbekannter
Ursache enigleist. 2 Personen sind getödtet, 4 schwer, 30 leicht
derwundet.

—Frur die Redaction verammorisich: z. X. Deme ß.

—
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 7. Juni 1880,
Nachmittag 8 Uhr zu Schnapp⸗
bach, bei Karl Viltor Graffion,
wird gegen August Deutsch,
Bäcker zu Altenwald, durch den
unterzeichneten kgl. Notar Sauer
in St. Ingbert, im Wege der
vertragsmäßigen Wiederverstei⸗
gerung, das nachhin beschriebene
Grundstück im Banne St. Ing⸗
bert, öffentlich zu Eigenthum
versteigert, nämlich:
Pl.⸗Nr. 4949, 36 2 46
qm Wiese in der Ruhbach
neben Karl Günther und
Friedrich Zöller.
St. Ingbert, 20. Mai 1880.
Sauer. k. Notär.
Versteigerungs⸗
Bekanntmachung.
Montag, 5. Juli 18830.
Nachmittags 3 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft don Philipp Em—
rich, werden durch Franz Sauer,
kgl. Notär, im Amtssitze zu St.
Ingbert, als gerichtlich ernannten
Versteigerungsbeamten, im Wege
der Zwangsveräußerung, auf Be⸗
treiben der Kinder und Erben
des in St. Ingbert verlebten
düttenbeamten Gustav Zix, als:

Wdes Karl Zirx, Sohn erster
Ehe, vertreten durch Richard
Simon, Kaufmann in Koln,

als Hauptvormund;
der Kinder zweiter Ehe, als:
L. Emilie; 2. Pauline; 3.
Gustav Robert; 4. Emil
Oskar Zirx, vertreten durch
Louis Kautz, Kaufmann in
St. Johann, als Haupt⸗
vormund gegen Pbilipp

1

Wentzel, Wirth und dessen
in Gütern getrennte Ehe—
frau Louise Feld in St.
Ingbert wohnhaft, die nach⸗
stehend beschriebenen Liegen⸗
schaften in der Steuerge⸗
neinde St. Ingbert, nämlich:
Plun. 1182, 4 a. 3 qm.
Harten in den Stauch⸗
zärten;
Pln. 7334, 1 a. Wohn⸗
haus und Hofraum und
Pln. 733b, 1 a. 39 qm.
Garten im Josephsthal oder
in den Stauchgärten, öffent⸗
lich zu Eigenthum ver—
teigert.
Die Liegenschaften werden
einzeln versteigert.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs⸗
hbeamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 1. Juni 1880
Sauer, k. Notär.

Junglingsverein.
Zonntag, 6. Juni, Nach⸗
mittags 4 Uhr

General⸗Versammlung
im Vereinslocal bei
Wirth Jung im Eck.
Tagesordnung:
1) Vorlage der vom kgl. Be⸗
zirksamte genehmigten Sta⸗
tuten.

)) Aufnahme neuer Mitglieder.

3Besprechung über verschie⸗

dene sonstige Vereinsange⸗
legenheiten.

Zahlreiches Erscheinen der
Mitglieder erwünscht

Der Vorstand.

Anzoigo.
Während meiner Abwesenheit
von hier wird Herr Knappschafts⸗
Arzt Dr. Dères meine Praris
persehen.
St. Ingbert, 2. Juni 1880.
De. Ehrhardt,
prakt. Arzt.
(igarrentãschehen
mit Firmadruck
fertigt die
Buchdruckerei
F. T. Demek.

Frankfurt a. W
Neltestes Annoncen⸗ Bureau
n aasenstein

Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

nNuf Grund der thatsachlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufl erschienene reiniUnstrirse Buch: —
vr. riry's Naturheilmethode““,
whreis 1 Mark,“ allen Kranken auf's
iarmiste zur Anschaffung empfohlen
werden. In diesem 544 Seiten starken
Werke findet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend, tausendfach
bewahrte, leicht zu besolgende Ratb⸗
ichlage, die, wie zahllose Dankschreiben

beweisen. oft selbst Schwertraciken

noch Hilfe — Heiluus brachten
— —
ig, sendet auf Wunsch —
inen 106 Seit. fiark —
idjug dorher

Deutsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —
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Neuer Roman von E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗
bandlungen und Postämtern.

Eine schöͤne Wohnung,
bestehend in 2 Zimmer, Küche.
Keller ꝛc. hat zu vermiethen

(F. Hofmann.

Zu haben in allen Buchbandl.
Ein braves
Dienstmädchen
—D sagt die Exped. d. Bl.
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Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Johann, Sulzbachstraße 1583.
IXVL

J
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4
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Branehenm ete., welche sieh namhaften Nebenverdienst ver-
achaffen wollen, belieben sich zu melden
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Trud und Verlag von FJ. x. Demes in St. Ingobert.
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        *2 —
— 2 2255 358 5
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8 —A 585333 58 535 —
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283 75387 385* — 255383 3388
8 3353 285355 S8 5238 237382
—— —3 53 5228 * 2 ⸗ —33
* ——— 538588853 233533 3
—8 — — — * 88 — — 2 *72
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalr Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

mAA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 —, einschließlich 420 — Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M89.

Samstag, den 5. Juni 1880.

Deutsches Reich.

Müuünchen, 8. Juni. Se. Maj. der König ertheilte dem

bayerischen Gesandten v. Rudhart in Berlin einen zweimonatlichen
Geschäftsurlaub und beauftragte mit der interimistischen Führung
der Geschäfte der Gesandtschaft den Gesandtschaftssecretär Legations—
cath Frhrn. von der Pfordten.

Das bayerische Cultusministerium hat unterm 18. v. M.
folgende Entschließung erlassen: „Es ist zweifellos wünschenswerth,
daß es nicht allzulange währe, bis die Schüler, namentlich der
deutschen Schule, in den Besitz von Lehrbüchern, in denen die
neue Orthographie durchgeführt ist, gelangen; ebenso aber er—
Jeischen es die Rücksichten auf die finanziellen Interessen der Eltern
und der Buchhändler, daß nicht alsbald die vorhandenen Vorräthe
don Schulbüchern unbrauchbar und werthlos werden. Das k.
Staatsministerium findet jedoch hierin keinen Anlaß, jetzt schon
einen Präclusivtermin festzustellen, nach dessen Ablauf Bücher mit
der alten Orthographie überhaupt nicht mehr in den Schulen ge⸗
zuldet werden dürfen, vor dessen Eintritt aber auch der Besitz eines
Buches, das noch die alte Rechtschreibung hat, bei keinem Schüler
beanstandet werden soll, zumal Lehrbücher in den Schulen nicht zu⸗
rückgewiesen werden dürfen, blos weil sie die neue Rechtschreibung
nicht haben, insolange sie nicht ausdrücklich aus dem Verzeichniß
der gebilligten Lehrmittel gestrichen sind.“

Am 2. Juni hat in Berlin im Thiergarten die feierliche
Enthüllung des Goethedenkmals stattgefunden. Der Kaiser, der
Kronprinz, Prinz Wilhelm, der Erbprinz und die Erbprinzessin
dvon Meiningen, die Prinzen August von Württemberg und Frie—
drich von Hohenzollern wohnten der Feier von einer Tribüne im
Barten des Hausministeriums bei. — An demselben Tag Nach—
mittags fand auf Schloß Babelsberg Hoftafel statt, wobei der Kaiser
die Verlobung des Prinzen Wilhelm mit der Prinzessin Victoria
Augusta von Schleswig-Holstein-Augustenburg proclamirte.

Der Berliner Nach-Kongreß soll sich allein auf die
griechische Frage beschränken. Montenegro fällt wegen der öster⸗
ceichisch⸗ italienisch-russischen Gefährlichkeit jener Lokalfrage aus.
Auch Rußland hat der Beschränkung des Kongresses auf die grie—
hische Grenzfrage zugestimmt.

Das Reichsgesetz über den Wucher lautet: Artikel 1.
Hinter den 8 302 des Strafgesetzbuches für das Deutsche Reich
verden die folgenden neuen 88 302a, 302b, 3026, 8024, einge—
tellt: F 302a. Wer unter Ausbeutung der Nothlage, des Leicht⸗
sinns oder der Unerfahrenheit eines Anderen für ein Darlehen oder
im Falle der Stundung einer Geldforderung sich oder einem Dritten
Vermögensvortheile versprechen oder gewähren läßt, welche den
aͤblichen Zinsfuß dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen
des Falles die Vermogensvortheile in auffälligem Mißverhältnisse
zu der Leistung stehen, wird wegen Wuchers mit Gefängniß bis
zu sechs Monaten und zugleich mit Geldstrafe bis zu dreitausend

Mark bestraft. Auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte
erkannt werden. 8 302b. Wer sich oder einem Dritten die wucher⸗
ichen Vermögensvortheile (Fß 3024) verschleiert oder wechselmäßig
»der unter Verpfändung der Ehre, auf Ehrenwort, eidlich oder
unter ähnlichen Verficherungen und Betheuerungen versprechen läßt,
vird mit Gefängniß bis zu einem Jahr und zugleich mit Geld—
trafe bis zu sechstausend Mark bestraft. Auch kann auf Verlust
der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden. F 8302e. Dieselben
Strafen (5 3022, 8 3026) treffen denjenigen, welcher mit Kennt—
niß des Sachverhalts eine Forderung der vorbezeichneten Art erwirbt
und entweder dieselbe weiter veräußert oder die wucherlichen Ver—
mögensvortheile geltend macht. F 302d. Wer den Wucher gewerbs⸗
oder gewohnheitsmäßig betreibt, wird mit Gefängniß uicht unter
drei Monaten und zugleich mit Geldstrafe von einhunderi bis zu
rünfzehntausend Mark bestraft. Auch ist auf Verlust der bürger⸗
lichen Ehrenrechte zu erkennen.

Artikel 2. Der 8 360 Nr. 12 des Strafgesetzbuches in der
vurch das Gesetz vom 26. Februar 1876 fesigestellten Fassung
vird durch nachstehende Bestimmung ersetzt: F 360 Nr. 12.
Wer als Pfandleiher oder Rückkaufshändler bei Ausübung seines
ewerbes den darüber erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt.

J

insbesondere den durch Landesge setz oder Anordnung der zustän—
digen Behörde bestimmten Zinsfuß überschreitet.

Artikel 8. Verträge, welche gegen die Vorschriften der 88
3024, 302b des Strafgesetzbuches verstoßen, sind ungillig. Sämmi—-
iche von dem Schuldner oder für ihn geleisteten Vermögensvor⸗
heile (G302a) müssen zurückgewährt und vom Tage des Em—
pfanges an verzinst werden. Hierfür sind Diejenigen, welche sich
des Wuchers schuldig gemacht haben solidarisch verhaftet der
nach ;8 3020 des Strafgesetzbuches Schuldige jedoch nur in
döhe des von ihm oder einem Rechtsnachfolger Empfangenen. Die
Zerpflichtung eines Dritten, welcher sich des Wuchers nicht schuldig
zemacht hat, bestimmt sich nach den Vorschriften des bürgerlichen
stechts. Das Recht der Rückforderung verjährt in fünf Jahren seit
dem Tage, an welchem die Leistung erfolgt ist. Der Gläubiger ist
herechtigt, das aus dem ungiltigen Vertrag Geleistete zurückzufordern;
ür diesen Anspruch haftet die für die vertragsmäßige Forderung
zestellte Sicherheit. Die weiter gehenden Rechte eines Gläubigers,
velchen nach den Bestimmungen des bürgerlichen Rechts die Un—
ziltigkeit des Vertrages nicht entgegengesetzt werden kann, werden
jierdurch nicht berührt.

Ausland.

Paris, 3. Juni. Nach hier eingegangenen Nachrichten be⸗
etzten die Albanesen am 31. Mai eine von den Montenegrinern
erlassene Verschanzung bei Tusi. Die Montenegriner bezogen eine
yefestigte Stellung bei Golobosnic, entschlossen, eine Entscheidungs⸗
chlacht zu liefern. Den Albanesen mangelt es an Lebensmitteln.
die Miriditen wollen Prenk Doda zum Fürsten von Albanien
proclamiren und verlangen Verstärkungen.

Bei dem großen Meeting der Anhänger Grant's in Chicago
»mpfahl Senator Conkling Standhaftigkeit und Ausdauer. Die
ẽrnennung Grant's sei in diesem Falle gewiß. Grant sei der
tärkste Kandidat und werde nuch von den Deutschen unterstützi.
Senator Logan empfahl ebenfalls Festigkeit. Die Ernennung
ürant's sei in der ersten oder zweiten Abstimmung zu erwarten

Vermischtes.

— Hafsel, 4. Juni. Die Sammlung für die Wittels
dacher Landesstiftung ertrug in unserem Orte die Summe von 29
M. 10 pf.

. Die Einladung zu der am 13. Juni im großen Frucht⸗
jallsaale zu Kaiserslautern Statt findenden, von dver
eutschen Volkspartei (Demokraten) veranstalteten Versammlung ist
interzeichnet von den Herren: C. Becker, Oekonom in Kirchheimbo—
anden. F. Catoir, Kaufmann in Göllheim. G. Curschmann in
irchheimbolanden. J. J. Gottrand, Redakteur in Kaiserslautern.
F. Hohle, Kaufmann in Kaiserslautern. Chr. Kobelt, Kaufmann
n Kirchheimbolanden. Ph. Rohr, Buchdrudereibesitzer in Kaisers⸗
autern. C. Stern, Fabrikani in Zweibrücken. Ad. Waaner,
Rentner in Kaiserslautern.

t In Ludwigshafen fand am Abend des 2. Juni in
iner Herberge eine Schlägerei statt, bei welcher Messer und Re⸗
poloer die Hauptrolle spielten. Zwei Zimmergesellen wurden ver⸗
vundet, der eine durch einen Schuß in das Bein, der andere durch
inen solchen in die Brust. Letzterer liegt bereits im städtischen
Spital, wohin Beide gebracht wurden, am Sterben, da die Kugel
den einen Lungenflügel durchbohrt hat. Thäter ist der Wirth der
Zerberge, auf welchen diese Burschen mit Messern eingedrungen sind,
nachdem sie Tische, Stühle und Fenster demolirt haiten.

F In Worms fiel vor einigen Tagen ein Kind aus dem
3. Stocke eines Hauses herab und blieb todt. Ein Fräulein aus
der Nachbarschaft kam, um das Todtenbett des Kleinen auch mit
ꝛeinem Blumenbouquet zu schmücken. Ploßlich fiel das Fraulein
m Zimmer um und war alsbald todt, ein Herzschlag hatte ihr
Leben geendet.

. 3Die kaiserl. Tabakmanufactur in Straßburg scheint
etzt die Chancen der hohen Tabakstenern und der allgemeinen
Beschäfteflaue für sich nutzbar zu machen und den Detailhandel
u cultiviren. In einem an eine Reihe von Privaten versendeten
Fircular, in welchem, wenn auch etwas verblümter Weise die
        <pb n="350" />
        Leistungen anderer Fabriken herabgesetzt werden, offerirt sie dem
XXD Schnupftabake, Cigarren und Cigaretten bei
vorzüglicher Waare“ zu höchst maßigen Preisen (Cigarren bis zu
30 Pel. pro Mille), und zwar wird die Effectuirung schon von
IKilo Tabak und ein viertel Mille Cigarren, in verschiedenen
Oualitäten sortirt angeboten! (N. B. L.Z.)

Bei Kronach in Oberfranken waren zwei Kinder eines
Korbmachers, ein Mädchen von 4 und ein Knabe von 5 Jahren,
ilein im Wohnzimmer. Während des Spieles nahm der Knabe
die Petroleumflasche, die fich in einem unverschließbaren Schränk⸗
chen befand, schüttete das Oel über sein Schwesterchen und —
Jündete dessen Kleider an. Da keine Hilfe am Platze war, so
mußte das arme Mädchen sein Leben aushauchen. Einige Körper⸗
sheile des Kindes sollen vollständig gebraten sein.

4Ein arbeitsfähiger Beitler, welcher jüngst vor dem Schöffen⸗
gerichte zu Rurnber'g zur Aburtheilung kam und im Besitze
ziemlich erheblicher Baarmittel war erklaͤrte naiv auf die Frage
zes Richters: warum er denn um Almosen anspreche, da er doch
Geld habe, — daß er diesen „Stock“ nicht angreifen dürfe, weil
er sonst, wenn er nichts geschenkt erhalte, nicht wisse, von was er
leben solle!

Die von der deutschen Volkspartei in München er—
hobene Beschwerde wegen Auflösung der am 5. April berufenen
Vollsversammlung, in welcher der Reichstagsabgeordnete Sonnemann
sprechen sollte, wurde von der oberbayerischen Kreisregierung ver⸗
worfen.

Das Testament des in Kölhn verstorbenen geheimen Kom⸗
merzienrathes und Banquiers Baron Abraham Oppenheim
wurde am 12. d. in London von seiner Wittwe, der Baron in
Charlotte Oppenheim, beschworen. Der Erblasser vermacht ein
Zapital von 80 000 Thlr. der Armenverwaltung von Köln, dessen
Zinsen alljährlich zu gleichen Theilen unter die christlichen und
jüdischen Ortsarmen vertheilt werden sollen; ferner vermacht er
3600 000 an seine Brüder und Schwestern und 500 000 an die
Brüder und Schwestern seiner Gatlin. Letztere ist zur Univer⸗
salerbin eingesetzt, und der Testator drückt den Wunsch aus, daß
fie während ihrer Lebenszeit jährlich 2000 Thaler unter die Armen
vertheile.

Die Einwohnerzahl Berlins stellte sich nach den Er—⸗
mittelungen des städtischen statistischen Bureaus am Schlusse des
bergangenen Jahres auf 1,081,230 Köpfe, wovon 1,060,057 auij
die Cisisbebölkerung und 21,173 auf das Militär entfallen.

In Ber lin wird gegenwärtig ein großartiger Meineids
Proceß gegen eine sechskopfige Bande verhandelt, weiche seit 1874
in zahllosen Fällen Meinend, Urkundenfälschung, Betrug Unter⸗
schlagung und Einschlägiges förmlich gewerbsmäßig betrieben hat.

4 Für Deutfchlands Feuerwehren soll ein Unfallversicherungẽ⸗
verein iu's Leben gerufen werden. Das Stalut ist bereits ausge⸗
arbeitet. Zweck des Vereines ist, eine Vereinigung sämmtlicher
deutschen Feuerwehren herbeizuführen, um die Mitglieder derselben
im Brandfalle sowie bei Uebungen gegen die Unfälle aller Art an
Leben und Gesundheit zu entschädigen. Als Eintrittsgeld ist eine
halbe Mark, als Jahresbeitrag .Mpro Wehrmann an die Haupt⸗
lasse zu zahlen. Beginn der Vereinsthätigkeit, wenn 50,000 Wehr⸗
manner beisammen sind — 75.000 M. Das Project geht von
Verlin aus und verdient alle Beachtung.

p Die auch in unser Blatt übergegangene Nachricht von
Magdeburg, betreffend den Tod eines 7 Jahre alten Mäd—
chens welches vom Todengräber in die Leichen halle gesperrt wor⸗
den u. s. w., ist nach eingezogener Erkundigung an competenter
Stelle ihtrem ganzen Inhalt nach erfunden.

Ueber das Eisenbahnunglück zwischen Blumenberg und
hadmersleben, über das wir in voriger Nummer berichte⸗
jen, bringt die „M. Z.“ folgenden Bericht eines Augenzeugen:
Auf jedem Schritte begegnete man verwundeten Reisenden, Kindern
umd Frauen, von Blut triefend und nach Hilfe suchend. Aus
einem Coupee zweiter Classe wurden zwei Kaufleute todt heraus⸗
gezogen, welche den Anzeichen nach jedenfalls zerquetscht waren, da
an' keine erheblichen äuͤßerlichen Verletzungen bemerkte. Ein
schredliches Bild bot auch die Verstümmelung des Postschaffners,
welchem die Kinnbacken auseinandergerissen waren und der die
schrecklichsten Tone des Schmerzes hervorbrachte. Ferner waren
mehrere Damen in jammervoller Weise verletzt. Einem Schaffner
ar das Bein gebrochen, dem Packmeister der Arm verrenkt. Zum
Gluͤck war ein Arzt in der Nähe, der sofort Hilfe leistete. Ueber
die Ursache des Unglücks hat man selbswerständlich keinen sichern
Anhalt; die meisten anwesenden Passagiere waren aber der Ansicht.
daß die Entgleisung infolge eines Schienenbruches geschehen ist.
Die blosgelegten Eisenbahnschwellen zeigsen auf dem Schnellzug⸗
geleise an dem Orte des Unglück allerdings vielfach morsche
Slellen. Eine gründliche Untersuchung der Beschaffenheit des
Bahnkorpers halten wir für dringend geboten. (Nach neueren
Berichten sind 6 Personen iodtgeblieben.

ganas der atlantischen Seeküste herrscht intensive Hitze

n manchen Gegenden ist das Thermometer bis auf 100 Grad
Fahrenheit gestiegen, und es werden zahlreiche Falle von Sonnen
lich geineldet. Eine solche Hitze im Mai ist dort bis jetzt nicht
dagewesen.

F'Die Brüusseler wollen den Wienern für die Sängerfahrt
inen Gegenbesuch machen. Wie dem Comite des österreichischen
Schützenfestes mitgetheilt wurde, hat der belgische Schützenbund,
der unter dem Vorsitze des Grafen von Flandern, des Bruders
des Konigs Leopold, steht, beschlossen, eine Reise nach Wien zu
nachen. Es wurde sofort ein Ausschuß eingesetzt, welcher die
röthigen Maßnahmen zu treffen und die Anmeldungen zu regeln
jat. Man erwartet, daß mehr als 300 Belgier an der Schützen⸗
ahrt Theil nehmen werden.

Nach der am 1. Februar d. J. vorgenommenen Volks⸗
ählung hat das Königreich Dänema rk (einschließlich Farder-
Insel)“ jetzt 1,980,675. Einwohner (974,955 mänmnliche und
005,780 weibliche). Vor 10 Jahren betrug die Gesammtzahl
1,784,741.

4Vom 1. Juni anfangend trat für Telegramme netch Groß⸗
hritannien und Irland eine Aenderung der Taxen ein. Statt
der bisherigen Gebühr wird eine Grundtaxe von 40 Pf. und eine
Worttaxe von 20 Pf. erhoben.

FDie Bierbrauerei Englands hat einen solchen Umfang,
daß ein Achtel des ackerbaufühigen Areals der Hopfen⸗ und Malz⸗
ullur gewidmet ist. Ein Kapital von ca. 6000 Mill. M. ist in
hierbrauereien angelegt, in denen eine balbe Million Menschen Be⸗
chäftigung findet.

Auf dem Velociped von Ostende nach Pest. Ein Ungar,
der gegenwärtig zum Studium der englischen Landwirthschaft auf
zritischen Boden weilt, gedenkt eine interessante Velocipede⸗ Tour
von Ostende nach Pest zu unternehmen. Er beginnt die Fahrt
Anfangs Juni und beabsichtigt auf derselben Brüssel, Köln, NRürn⸗
zerg, Linz und Wien zu berühren. Die 1200 englischen Meilen
vill er in 21 Tagen zurücklegen.

F In Petersburg ist am 25. Mai der neulich gemeldete
Nihilisten⸗Proceß gegen Dr. Weimar und Genossen zu Ende ge—
zangen. Zwei der Angeklagten wurden zum Tode, die übrigen
jur Zwangsarbeit auf 4 — 20 Jahre verurtheilt. Dr. Weimar
erhiest 15 Jahre Zwangsarbeit.

— Die Capitäne der deutschen Passagierdampfer Main“
ind „Hohenstaufen“ sind auf Ehrenwort aus der Haft in New⸗
Nork entlassen worden. Es bestehen über die Größe des Raumes,
der jedem Passagier auf einem Dampfer zukommt, in Deutschland
und Amerika abweichende Bestimmungen, und zwar verlangt Amerika
mehr Raum wie Deutschland; über diesen Punkt soll nun eine
Perständigung herbeigeführt werden.

4In Nordamerita produzirt sich soeben ein würdiger Rivale
Harras' des kühnen Springers“ in der Person des Irländers
zow d; derselbe sprang neulich in Gegenwart vieler Tausende von
Zuschauern in Mumfordville (Kentukys von der 120 Fuß hohen,
über den Green⸗River führenden Eisenbahnbrücee in den Fluß, ohne
iich im Geringsten zu beschädigen.

In Texas Mordamerika) haben furchtbare Stürme ge⸗
wüthet, wodurch mehrere Ortschaften zerstört wurden, darunter die
Stabt „Savoyen“. Viele Personen verloren bei der Katastrophe
das Leben.
Gemeinnuͤtziges.

Schulstatistik. Nachstehende Tabelle zeigt, wie viel jeder
der genannten Staaten Schulen und Schüler hat, wie viele Schüler
auf eine Schule treffen und wie viel die Schulausgabe für den
Kopf der Bevölkerung beträgt, die Zahlen sind, wie ersichtlich, ab⸗
gerundet. Schulaus·

Zahl Auf eine gabe für den

der Schule kom⸗ Kopf der Be⸗

Einwohner Schulen Schüler inen Schüler völkerung

deutschland 12 Mill. 60.000 6, 000,000 100 2,96 Mt
England 34, 58000 3.000,000 52 1,8608,
DesterreichU Ung. 37 30,000 3,000,000 100 1,688,
Frankreich 37 71000 4,700,000 66 148 ,
Spanien 172000 1,2600,.000 56 1,3408,
Italien 28 47000 11900,000 40 0,84,
Rußland 741 32000 1100000 36 0228

Zur Statistik der Eisenbahnunfälle. Die Durch⸗
chnitiszahl der Verunglückten beträgt für Rußland 1 Passagier
uuf 446,000; in Italien 1 auf 5339,000; in Belgien 1 auf
333,000; in Preußen 1 auf 1367.000; in Frantreich 1 auf
2,490,000.

Eine neue Darstellung von Explosivstoffen beschreibt
xlisee Cotte (englisches Patent). Der Rohstoff für seine Erplosiv⸗
orper ist Getreidestroh. Dasselbe wird zunächst durch Kochen mit
Sodalosung desintegrirt und entfaltet. Die Faser wird dann zer⸗
leinert und gewaschen. Mittelst einer Papiermaschine werden
Blätter geformt, die in kleine Stücke von 3 Quadratmillimeter
erschnitien werden. Diese werden der Einwirkung von rauchender
Salpelersanre und Schwefelsäure ausgesezt. Diese so hergeste llte

XR
        <pb n="351" />
        Nitrocellulose soll sehr dauerhaft sein. Die Nitrocellulosestückchen
werden dann in eine Lösung von Silber gebracht, welche Dextrin
und Holzkohle enthält. Durch Abänderung der Mengeverhältnisse
—ER
Wird die feuchte Nitrocellulose unter Zusatz von 2 Proc. Sodo
gemahlen und dann mit Nitroglycerin gemischt, so wird ein äußersi
energisches Sprengmittel gebildet. Die Mischung mit 50 Proc.
Nitroglycerin nennt der Erfinder „Pallein“. Dieselbe soll vor
Schießbaumwolle und Dynamit den Vorzug größerer Stabilität
und weit größerer Billigkeit voraus haben.

Zwiebeln vor dem Auswachsen zu schützeen.
Jede Hausfrau, welche größere Zwiebelvorräthe hat, wird nur zu
oft durch das Auswachsen derselben, welches im Frühjahr die Zwiebeln
in kurzer Zeit unbrauchbar macht, in Verlegenheit gekommen sein
und doch lassen sie sich leicht für das ganze Jahr konserviren.
Man sucht — wie der „Obstgarten“ sagt — die guten festen
Zwiebeln im März aus und hängt sie in Netzen oder leichten
Beuteln einige Tage und Nächte in die Räucherkammer. Der Rauch
schadet dem Geschmad nicht, erhält jedoch die Zwiebeln viele Monate
hindurch fest und verhindert das Auswachsen derselben.
—* nac, richten.
Caplan Frz. BUkßler in Zweibrücken wurde zum Pfarrverweser in
Otterberg ernannt.
Die protestant. Pfarrstelle zu Ungstein wurde dem Pfarrer Mich. Hahn
in Klingenmunster verliehen.
Marktberichte.

Zweibrücken, 8. Juni. (Esruchtmittelpreis und Victualienmarkt.
Weitzen 12 M. 57 Pf., Korn 10 M. 93 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf
vierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 96 Pj.,
Erbsen — M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Kartoffeln 3 M. 60 Pß.
Heu 83 M. 20 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1!/ Kilogr. 60 Pf.
ftornbrod 3 Kilogr. 75 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 90 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Pf., Rindfieisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter?/ Kilogr. O M., 95 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 2. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlt.) Weizen
12 M. 68 Pf., Korn 11 M. — Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. G.rste 4reihige 8 — Pji. Hafer
8 M. 40 Pf., Mischfrucht II M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken

Vertragsmäßige

Wiederversteigerung.
Mittwoch den 9. Juni 1880
Nachmittags 3 Uhr zu St.
Ingbert bei Johann Adam
Beck Wittwe
wird durch den kgl. Natar

Sauer in St. Ingbert, im
Wege der vertragsmäßigen Wie—
derversteigerung, gegen Ludwig
Bechtold, weiland Geschäfts⸗
mann in St. Ingbert, beziehungs⸗
weise gegen dessen Wittwe und
Erben, die nachstehend bezeichnete
Liegenschaft im Banne von St.
Ingbert, oͤffentlich in Eigenthum
versteigert, nämlich:

Pl.⸗Nr. 283. 34 qm

Fläche, worauf ein Wohn⸗

haus mit Hofraum, gele—

gen zu St. Ingbert an

der Heide.

St. Ingbert, 22. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.
Für Bildhauer!

Für den hiesigen Kirchhof soll
ein neues Kreuz angeschafft
werden. — Der betreffende Plan
ist während 14 Tagen hierorts
einzusehen, und Submissionen
sind bis 20. 1l. M. inclusive
einzureichen.

Bliescastel, 1I. Juni 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Müller.

Sonntag den 6. Juni bei
Witterung

*
aldparthie
auf dem Verschönerungsplatz
dei Sengscheid wozu hoflichst
aniadet

J

Junglingeverein.
Sonntag, 6. Juni, Nach⸗
mittags 4 Uhr

General⸗Versammlung
im Vereinslocal bei
Wirth Jung im Eck.
Tagesordnung:

) Vorlage der vom kgl. Be—

zirksamte genehmigten Sta—
tuten.
Aufnahme neuer Mitglieder
Besprechung über verschie⸗
dene sonstige Vereinsange⸗
legenheiten.

Zahlreiches Erscheinen der

Mitglieder erwünscht
Der Vorstand.

st. Jahann⸗aarbreter

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam—
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier
eljährlich nur 2 M. 50 Pfg
Eignet sich wegen großer Ver⸗
breitung vorzüglich für Inserate
eder Art.

Eine schöͤne Wohnung,
bestehend in 2 Zimmer, Küche,
Keller ꝛc. hat zu vermiethen

EC. Hofmann.
Hauf—
Couverts
der 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Dewetz.

Kaspar SEchwarz.

M. — Pf., Bohnen O M. — Bsf., Æleesamen — vs. — Pf., Korn⸗

brod 6 Pfund 88 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf—

Rindfleisch 50 Pf., Kalblleisch 36 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch

60 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. 20 Pf. Kartoffeln per Ctr. 3 M. — Pf.
Fur die Redacnnon veraniwortsich: F. D mer
Atterari ce ν.

Ueber das Pierer'sche Conversations⸗Lexikon (Gotha, Literari⸗
iches Institut), dessen neuer Ausgabe in Verbindung mit der großartigen
Lotterie des Mitteldeutschen Rennvereins in Gotha, wir bereiis vor einiger
Zeit gedachten, liegen uns eine Anzahl Ausfprüche von anerkannten Männern
der Wissenschaft vor, aus welchen unzweifelhaft hervorgeht, daß dieses Werk
zu den hochbedeutendsten und gemeinnützigsten Erscheinungen auf dem litera⸗
rischen Markte zählt.

So schreibt Prof. Dr. Hermann von Schlagintweit⸗Sakunlüns!i in
München: VSas Erscheinen des großen Pierer'schen Universal-Conversations⸗
Lexikons, gegenwärtig in einer 6. Auflage durchgearbeitet, bietet wiederholt
in der befrie igendsten Weise Vielseitigkeit des Stoffes mit Berückfichtigung
auch des neuesten wifsenschaftlichen Fortschrittes.

Es genügt hervorzuheben, daß auch der Fachmann in den Gebieten sei⸗
ner eigenen Beobachtungen von den Ergebnissen der Neuzeit (in diesem Lexi⸗
kon) nichts mehr vermißt, und daß ihm überdies gerade das, was stets in
der Literatur für ihn zu suchen bleibt, nämlich Zusammenstellung der bio⸗
Weneen und historischen Daten der Wissenschaft, gleichsalls reichlich ge⸗
doten ist.

Der Ausspruch des Dr. H. v. Schmid (Müunchen) lautet: Das Con⸗
hersations⸗Lexikon von Brockhaus hat bereits Herrliches geleistet, kaum ge⸗
einger sind die Verdienste des von Meyer herausgegebenen — in würdigster
Weise schließt sich seinen Vorgängern das in neuer Form fortgesetzte Unter⸗
iehmen Pierer's an. Dasselbe übertrifft dieselben soger in mehrfacher Be—
siehung, indem es nicht nur reichhaltiger an Stoff, sondern auch in einem
Tone geschrieben ist, der sich mehr dem allgemeinen Verständniß und Bild⸗
ungsbedürfniß des Volkes, als dem des gelehrten Forschers anbequemt. Die
Artikel find in jener nervigen Kürze geschrieben, welche Alles, was zur Er⸗
chöpfung des Begriffs gehört, genau und vollständig umfaßt, alles Ueber⸗
düjfize aber streng vermeidet und ausschließt. Dieselben haben überdies den
Vorzug, daß sie durchaus sachlich gehalten sind und jedes Bestreben einer
parteilich gefärbten Darstellung, namentlich in politischer und geschichtlicher
Hinsicht gaͤnzlich vermeiden. Der Leser hat daher die beruhigende Gewißheit,
die ganze Wahrheit und nur die Wahrheit zu erfahren, um so mehr, als
der wirklich ausgezeichnete Kreis von Gelehrten, welche als Mitarbeiter ge⸗
nannt sind, schon an und für sich hierfür Bürgschaft leistet und als auch
sämmtliche Artikel mit Namen oder Chiffre der Verfasser unterzeichnet sind,
welche auf diese Weise mit vollem Gewicht ihrer Namen und ihrer literari—
ichen Bedeutsamkeit für das Gesagte einstehen. Die obige Verlagshandlung
isi gern bereit, die gesammten Urtheile jedem Interessenten auf Wunsch
gratis und franco einzusenden.
Musixk-

*
*
Véroin.

Sonntag den 6.
haufer's Saal:
Musikalische und theatralische
Abendunterhaltung.
Der Vorstand.

„Funt Abends 8 Uhr in Ober—

Kissinger Loolse
II. Collecte,

Ziehung am 31. Aug. 1880 unwiderruflich,
bei der General-Agentur in Zweibrücken
gänzlich vergriffen!

Loose sind nur noch in geringer Anzahl bei den bekannten
Verkaufsstellen vorräthig.

A
»Hessische Tageblalt
mit dem
Amtlichen Anzeiger
verbunden, eignet sich bei seiner großen Verbreitung in und
außer der Provinz als wirksamstes Insertions⸗
Organ. Es wird die 4 gespaltene Petitzeile mit
15 Rchspfg. berechnet und bei größeren Aufträgen höchst⸗
möglichster Rabatt gewährt.
Die Erpedition.
M. Sichel's Atelier kunstl. Zähne
Plombiren, Neinigen re.
ESt. Johann, SEulzbachstraße 153.
        <pb n="352" />
        Erwiderun—
* 2 7 *
auf die Vingel'schen Verläumoungen.

Ein gewisser Fabrikant, welcher seinen Liqueur ohne Skandal nicht mehr verkaufen zu lönnen scheint, betreibt jetzt, obwohl ich seine
ortgesetzten Angriffe über ein halbes Jahr gänzlich ignoriri habe, die Zeugniß-Fabrikation en gros und zwar lediglich gegen mich und meinen
ernhardiner Alpenkraͤuter⸗Liqueur gerichtet, weil er einsieht, daß jsein Fabrikat gegenüber meinem reellen Magendbitter auf solide Weise
nicht aufkommen kann.

Ich habe noch Riemanden veranlaßt, mir ein Zeugniß auszustellen, trotzdem laufen fortwährend beglaubigte Atteste ein, welche
dokumentiren, daß mein ächter Bernhardiner die beste Wirkung hatte, während der Benedictiner und St. Bernhard⸗Magenbitter des
T. Pingel ohne Erfolg war und sogar schädlich wirkte.

Ich bin nicht in der Lage, diese Alteste alle zu veroͤffenilichen, da mein reelles Fabrikat solch enorme Annoncenkosten nicht verträgt,
werde aber durch Beweise, daß meine Fabrik-Filialen in Küfstein sund Zürich wirklich existiren, sowie, daß ich mich nie⸗
nals mit falschen Vorspiegelungen und falschen Attesten befaßt habe, die Pinge l'schen Aus schreibungen auf das zurückführen, was
ije find — brodueidische Verläumdungen und freche Marktschreserei — welche gewiß nie im Stande sein werden, das Vertrauen
meiner Herren Depositeure und des Publikums zu meinem reellen Fabrikat zu erschüttern.

Die bekannte Solidität sämmilicher Firmen, welche meinen Ichten Bernhardiner — nur seiner Reellität wegen —
ühren, kunn durch die Mingel'schen Augriffe nicht alterirt werden, die Geschäͤfts-Ehre dieser Firmen, sowie meine persoͤn liche
und Familien⸗Ehre machen es mir aber zur Pflicht, mich nicht in das Fahrwasser der Pingel'schen gemeinen Marktschreierei und
Verlaͤumdungen treiben zu lassen, um schueßlich mit Charlatans, welche vorgeben, mit ihren Wundermuͤteln alle Uebel der Welt zu kuriren
und die ganze miedicinische Wissenschaft über den Haufen werfen möchten, auf gleiche Stufe gestellt zu werden.

Ich werde meinen Bernhardiner Alpenkräuter⸗Liqueur nach wie vor in solider Weise und als bestes diätetisches
BGenußmittel bezeichnen, welches nebenbei die hervorragende Eigenschaft besitzt, aͤußerst wohlthuend und heilsam auf den
nenschlichen Organismus zu wirken, und mich auch in Zukunft sowohl in meinen Inseraten als Prospekten PBIoss aus dasjenige
beruufen, was hochachtbare Univerfitäts-Professoren, ruhmlichst bekanute Aerzte und ehrdare Laien über die Vorzüglich⸗
eit meines Magenbitters auszusprechen sich gedrungen fühlten.

Heute muß ich sehr bedauern, daß ich mich durch marltschreierische Angriffe verleiten ließ, überhaupt auf dieselben jemals reagirt zu
jaben und erlaube mir zur Rechtfertigung des Gesagten aber auf intenstehende in Carlsruher, Tagblatte veröffenilichte Bekanntmach⸗
in des dortigen Ortsgesundhezitsrta t'hees hinzuweisen, wobei anzunehmen ist, daß sonft reelle Firmen und Apotheken,
welche sich seither mit dem Verkaufe der Pingel'schen Fabrikate befaßten, von dieser Bekannimachung bis jetzt keine
Fenntuiß hatten. — Svapieuti sat!
Wallrad Ottmar Bernhard.
kugl. Hof-Destillateur in München.

Bekanntrnachung.
Auszug aus dem Karlsruher Tagblatt Nr. 161. Erstes Blatt, Sonntag, 15. Juni 1879. Nr. 5270.

Von E. Pingel in Göttingen wird durch viele marktschreierische Anzeigen die Benediktiner Doppelkräuter-Magenbitter⸗
Essenz als wirksames Mittel gegen die verschie dendsten Krankheiten anepriesen. Besagter Veee ist eine Mischung von Wasser und Alkohol,
welcher Sußholz⸗Extrakt aufgelöst ist, weiche durch Zusatz von atherischen Oelen, wie PfeffeKinünz, Anisdl aromatisirt ist. Der Preis dieses
schlecht schmeckenden und zu Heilzwecken gänzlich ungee gneten Liqueurs beträgt 6 M. 75 Pf. per ganze Flasche, die Herstell⸗
ungskostens können höchstens 1 Mk. 80 Pf. betragen.

Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß den Zeugnissen der von ihm angegebenen Sachverstän digen nicht der geringste
Werth beizulegen ist, im Gegentheil müssen diese Zeugnisse und Empfehlungen als es Zeichen dafür angesehen werden, daß
es sich bei Anpreisung dieser Waare nur um betrũgiiche Ausbeutung des Publikums handelt.

Karlsruhe, den 8. Juni 1870. Der Ortsgesundheitsrath

gez. Schnetzler. gez. Schuhmacher.

Hiermit bescheinigen wir dem kal Hof⸗Deftillateur Herrn Wallrad Ottmar Bernhard in München, daß derselbe in Kufstein
Tirol) eine Fabrik⸗Filiale jeinen Liqueur⸗Fabrit betreibt und dafür die landesüblichen Steuern nach Oesterreich bezahlt.
Am 28. Mai 1880. Stadtmagistrat Kufstein.
(I. 8.) gez. Karg, Bürgermeister.
Hienmit bescheinige ich, daß ich laut Vertrag vom 16. Februar 1879 die Bernhard'sche Fabrik⸗Filiale in Zürich führe und
ugleich den General⸗Versandt für die Schweiz und Frankreich besorge.
Zürich, 28. Mai 1880.
Die Unterschrift beglaubigt:
k Unlerschrist beglaubis Das Stadtammann-Amt.
(L. 8.) J. Veringer. Sstellvertreter.

Bernhard,

diemit konstatire ich der Wahrheit gemäß, daß ich den Bernhardiner⸗Alpenkräuter-Liqueur des Herrn Hof⸗Destillateur Wallrad Ottmar
a der stets gleichen reellen Weise fabrizirt, seit Uhber 14 Julare in meiner Apotheke führe und großen Absatz darin habe.
Munchen, 29. Mai 1880. Otto Gierlinger, Apotheker.
Die Unterschrift beglaubigt: (L 8.) Meßmeringer, kal. Notar.
Oeffentlicher Dank.
Längere Zeit litt ich an chronischem Magenkatarrh und gebrauchte dagegen den in allen Zeitunsen angepriesenen Benediktiner von
F. Piagel in Göttingen, ich hatte aber für theures Geid hicht alulein keinen Erfolg, sondern mein Uebel wurde stets
chlechter und hartnäckiger.

Da kaufie ich mir in der Apotheke des Herrn Neuning dahier den weitaus billigeren aber ächten Bernhardiner-Alpenkräuter⸗
diqueur von Herrn Walltad Ottmar Bernhard in München und war in kurzer Zeit von meinem Leiden befreit, weßhalb ich Jedermann
sen ächten Vernhardiner von Herrn Hof⸗Destillateur Bernhard in Muünchen als das beste Magenmittel empfehle.

Friedberg bei Augoburg, 28. Mai 1880. J. Hölzl, Amtsgerichtsdiener.

Vorslehende Unterschrift bestätigt am 28. Mai 1880.

—82 * — *
Stadtmagistrat Friedberg.
(L. 8.) gez. Ott. Bürgermeister.
Der ächte Bernhardiner⸗Alpenkräuter⸗Liqueur ist nur bei folgenden Firmen zu haben:
St. Ingbert: Jean Peters. Neunkirchen: Wilhelm Lichtherz Sohn. Bliescastel: L. V. Hussong.
Zweibrücken: W. Aug. Seel. Erbach: Carl Dielforter.

Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
— gierzu für unsere WBo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Souutagsblatt“ Me
        <pb n="353" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstaq, Samstag und Sonntag. Der Abonnementovpreis betragt vierteljahrlich

1A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 3, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Naum. Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M OVVO. Sonntag, den 6. Juni

1880.
X
Deutsches Reich.

Die Einberufung des bayerischen Landtags dürfte schwer⸗
lich, wie früher mitgetheilt, bereits zum 1. Juli erfolgen. Wie es
heißt, soll zuerst der Steuerausschuß einberufen werden.

Se. Maj. der König von Bayern haben dem Gouverneur
der Reichsfestung Ulm, k. preußischen Generallieutenant Grafen
Leidthard v. Gneisenau, einem Sohn des berühmten Freiherrn der
Befreiungskriege, anläßlich von dessen 50jährigem Dienstjubiläum
das Großkreuz des k. Militärverdienstordens verliehen. Der Jubi—
ar hat einen Erholungsurlaub angetreten; seine Geschäfte werden
nnzwischen von dem k. baherischen Generalmajor v. Hebberling,
Tommandanten der Festung, verfehen.

Am Mittwoch Nachmittag ist auf Schloß Babelsberg
ꝛei Potsdam bei Gelegenheit einer groöͤßeren Hoftafel von Kaiser
Wilhelm die bekannte Verlobung seines ältesten Enkels, des Prin⸗
jen Wilhelm, ältesten Sohnes des Kronprinzen, mit der Prinzessin
Augusta Viktoria von Schleswig-Holstein⸗Sonderburg-Augustendurg,
der ältesten Tochter des vor einiger Zeit verstorbenen „Augusten-
burgers“ Friedrich, welcher 1864 nicht ohne Aussicht auf Schles—
wig-⸗Holstein spekulirte, aber durchfiel, weil er kurzsichtiger Weise
Preußens Forderungen widerstrebte, officiell vollzogen worden. Die
Braut ist geboren am 22. Okt. 1858, also etwas über 2264 Jahr
alt, während der Bräutigaem am 27. Jan. abhin erst' das 21.
Jahr vollendet hat. Die Verlobung hat namentlich auch in Schles⸗
wig⸗Holstein, wo die herzogliche Familie sich noch vieler Sympa—
chieen erfreut, den günstigsten Eindruck gemacht.

Fürst Bismarck wird jetzt angeblich schon am 12. djs.
Mis. in Kissingen erwartet.

Das ehemalige Erzstift Magdeburg begeht am 4. Juni
den 200. Jahrestag seiner Vereinigung mit der Hohenzollern'schen
Monarchie. Am 4. Juni 1680 ist der damalige Administrator
»es damaligen Erzstiftes Magdeburg, Herzog August von Sachsen,
gestorben und auf Grund der Bestimmungen des Westphälischen
Friedens, resp. des sogenannten Klosterbergischen Vertrages vom
28. Mai 1666 ist mit dem gesammten Erzstift auch Magdeburg
dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zugefallen.
Dieser Tag wird in Magdeburg festlich begangen und es haben
der Kaiser und der Kronprinz Friedrich Wilhelm ihre Anwesenheit
dei diesem Feste zugesagt.

Wegen des Todes der Kaiserin von Rußland nimmt der
aiser in Magdeburg blos den officiellen Theil der Gedenk—
feier, der Kronprinz den geselligen Theil, welcher aus dem Fest⸗
mahle und der Theatervorstelluug besteht.

Ausland.

Am Tonnerstag ist die Kaiserin von Rußland durch
den Tod von ihrem langwierigen, unheilbaren Leiden erlöst worden.
Maria Alexandrowna, vormals Maria, Prinzessin von Hessen⸗
Darmstadt, Vatersschwester des regierenden Großherzogs Ludwig IV.
oon Hessen-Darmstadt, war geboren am 8. April 1824, hat also
ein Alter von etwas über 56 Jahren erreicht, und vermählt mit
Alexander seit 28. April 1841. Nebst dem Gemahl, der sich mit
der durch Bildung, Gediegenheit des Charakters und Seelenadel
ausgezeichneten Prinzessin aus wirklicher Neigung verbunden und
39 Jahre lang das glücklichste Familienleben mi ihr geführt hat,
rauern um die Verewigte 6 Kinder, 5 Söhne und 1 Tochter.
Konig Georg von Griechenland ist auf der Reise nach
einer ursprünglichen Heimath Dänemark (er ist der zweitälteste
Sohn des dänischen Koͤnigspaares) in Paris abgestiegen, wo er,
ingeblich nur Tourist, den französischen Machthabern den Hof
nacht — wohl im Hinblick auf die bevorstehende Berliner Nach—
konferenz der europäischen Mächte, vor deren Form insonderheit
ie griechisch-türkische Grenzfrage endgiltig erledigt werden soll.

Bemerkenswerth ist, daß dies die erste Beleidigungsklage ist,
die seit Einführung der neuen St.«P.O. anhängig gemacht wurde,
vährend früher jede Woche durchschnittlich 3 bis 4à solcher Klagen
zur Verhandlung kamen.

F In der Nacht zum 3. d. brannte die nahe bei Homburg
gelegene Entenmühle fast völlig ab. Ihr Eigenthümer, der ver—
sichert hat, befindet sich bei den Landwehrübungen in Zweibrücken.

FIn Deidesheim betrug das Ergebniß der Wittels
bacher Landesstiftung 3426 M. 68 Pf.

Landau. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts
hat heute den 29 J. alten Bader und Friseur Peter Beck von
Frankweiler zu 4 Jahren Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte
in Mannheim, wo er in Arbeit stand, untet Verschweigung seiner
Verheirathung mit der dort dienenden ledigen Kath. Geißler von
Bubenhausen ein Verhältniß angeknüpft und ihr alsdann unter
der Vorspiegelung, sie zu ehelichen, 100 M. baar und schließlich
noch eine Vollmacht über Ansstattungsgegenstände im Werihe von
200 M. abgeschwindelt und dieselben in Mannheim versilbert.
Beck, der bereits wegen Brandstiftung und Diebstahl mit 2 Jahren
efängniß bestraft worden, hatte 1874 in Metz seine Frau sitzen
assen. —

Ein Sohn des Frankenthaler Schneidermeisters
dafner, welch' letzterer dieser Tage, nachdem er sein Falliment an—
zezeigt hatte, sich im Canal ertränkte, hat sich den Tod seines
Vaters so zu Herzen genommen, daß er irrsinnig geworden und
gestorben ist.

In vergangener Woche verstarb in Cassel, wie die
„Hess. Morg.»Ztg.“ mittheilt, im Alter von 88 Jahren die Wittwe
des am 31. Januar 1822 auf einem im dortigen Stadtbausaale
tattgefundenen Maskenballe vergifteten Hoflakaien Christoph Väch—
tädt. Diese Vergiftungsgeschichte hat nicht nur seiner Zeit großes
Aufsehen erregt, sondern es ist seitdem auch noch immer nicht
»öllig gelungen, den wirklichen Hergang aufzuklären. Man nahm
damals allgemein an, daß das dem Hoflakaien Bächstädt angeblich
eitens einer maskirten Dame gereichte Gift nicht für diesen be—
timmt war, sondern der 19 Jahre alte Kurprinz Friedrich Wil⸗
elm es erhalten sollte, welcher knrz vor dem Zwischenfaile mit
Bächstädt Anzug und Maske getauscht hatte.

F Eine amtliche Bekanntmachung besagt, daß die Strecke der
kSisenbahn zwischen Blumenberg und Hadersleben, auf der am
Dienstag sich das bekannte Unglück ereignete, durchaus in Ordnung
jewesen sei. — Es scheint ein Verbrechen vorzuliegen. Auf dessen
Entdeckung sind 3000 M. Belohnung ausgesetzt.

F.Aus der Capstadt wurden im dverflossenen Jahre über
3 Mill. 500,000 Pfd. Sterling Werth an Diamanten verschifft.

Die Vorgänge in Paris vom 23. Mai haben ein Nach—
ppiel gehabt. Der aͤlteste Sohn des bekannten „Laternenmannes“
Rochefort in Genf war unter den Krakehlern und gerieth mit
ꝛeinem Polizisten zusammen. Sein Vater veröffentlichte darauf ein
zrobes Schreiben an den Polizeipräfecten Andrieur, worin er mit
wei seinem Sohne angeblich von der Pariser Polizei zugefügten
Wunden prahlte und sich in Beschimpfungen des Praͤfekten erging.
In Wirklichkeit hatte der junge Rochefort jedoch nur eine von einem
Zäbelhieb herrührende unbedeutende Beule am Kopfe. In Folge
enes Briefes hat der Schwager des Polizeipräfekten, Namens Köch—
in, Rochefort gefordert. Das Duell hat am Donnerstag in Genf
tatt gehabt. Henri Rochefort erhielt von Köchlin einen Degenstoß
inn den Magen, während sein Gegner unverletzt blieb. Die Ver—
wundung soll schwer sein.

Ein höchst merkwürdiger Fall von Pigmentatton wird seit
einiger Zeit von Philadelphier Aerzten beobachtet. Der⸗
elbe betrifft das 322 Jahre alte Kind eines Michael Saller. Die
Verdunkelung der Haut begann, als das Kind wenige Wochen
alt war, mit einem kleinen gelben Flecken am Unterleibe, dieser
Fleck hat seither stetig um sich gegriffen und bei allmählicher Ver—
zunkelung sich fast über den ganzen Korper verbreitet, so daß das
dind jetzt, wenngleich Sproͤßling weißer Eltern, einem echten
Negerlind zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Kind scheint körper⸗
ich im übrigen recht wohl zu gedeihen, wenn es auch in geistiger

uwb
Vermischtes.

*St. Ingbert, 2. Juni. In heutiger Schöffen⸗
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Hand⸗
verksbursche erhielt wegen Bettelns 14 Tage Haft. 2) Ein junger
Bursche von Schnapphach wurde wegen Diebstahls zu 1 Tag Ge—
angniß verurtheilt. 3) Eine Beleidigungsklage wurde vertagt.
        <pb n="354" />
        Entwickelung zurückgeblieben ist. Der Arzt der Familie hat die
horvorragendsten medicinischen Autoritäten des Landes benachrichtigt,
und viele derselben haben schon den merkwürdigen Patienten unter⸗
sucht. In der Geschichte der Medicin sollen nur drei Fälle von
Verwandlung der Hautfarbe bekannt sein; zwei sollen in Deutschland
nd einer in Franireich vorgekommen sein. Der Vater des Kindes
ist ein Irlünder, die Mutter eine Engländerin. Ein älteres Kind
der Familie erfreut sich schneeweißer Hautfarbe und kräftiger Ge—
sundheit.

4— Ein neues Kalifornien scheint nach einer aus Schenkursk
(Gouvernement Archangelsk) eingelaufenen Korrespondenz neuerdings
auf eine ziemlich abenteuerliche Weise entdeckt worden zu sein.
Ein Arbeiter aus einem Uralischen Hüttenwerke, welcher sich mit
der Jagd beschäftigte, fand eines Tages in einem von ihm erlegten
Vogel ein Stück Gold, was ihn zu Rachforschuugen in dem Sande
eines nahegelegenen Flüßchens veranlaßte. Seine Bemühungen
hatten Erfolg, er fand allmälig gegen fünf Pfund des kostbaren
Hetalls, welches er an die in jene Gegend verbannten Juden ver.
kaufte. Später theilte er die Entdeckung seinem Oheim, einem
nicht unvermögenden Manne, mit, und dieser beschloß, die regel⸗
mäßige Ausbeutung des Flußsandes zu unternehmen, nachdem ein
mit ganz primitiven Apparaten angestellter Versuch aus 15 Pud
Sand 8Soloinik Gold ergeben hatte, (( Pud — 40 Pfund 2
32 Loth, 1 Loth — 3 Solotnik). Die Arbeiten nahmen bald
bedeutendere Ausbehnung an und gegenwärtig ist der Betrieb ein
lebhafter und schon ziemlich geregelter geworden.

F Von den vier reichsien Menschen, die jetzt leben, ist der
reichste Herr Mackei, ein Irländer, von Geburt. Vor 309
Jahren besaß er keinen Heller, vor 16 Jahren machte er Bankerott,
heute besitzt er die ergiebigsten Silbergruben der Erde, die ihm ein
jährliches Cinkommen von 234 Mill. L. Sterling (55 Mill. Mark)
bwerfen. Ihm zunächst steht das Haupt des Hauses Rothschild
mit einem Jahreseinkommen von 2 Mill. L. Dann kommt Sena⸗
lor Jones von Nevada mit jährlich einer Mill. L. und als vierter
in der Reihe, der Herzog von Westmiust er, der auf eine arm—
selige Rente von 800. 000 L. (nur 16 Mill. Mk. jährlich) angewiesen ist.

Stadtrathssitzunge
Montag den 7. Juni 1880
Nachmittags um 4 Uhr.
Tagesordnung:
Die Errichtung einer Ge—
meinde⸗Einnehmerei in St.
Ingbert.
Schulwesen.
Wirthschaftsconcessionen.
Die Herstellung eines Kirch⸗
hofes in Schnappbach.
Si. Ingbert, 5. Juni 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Ein Kleestück

Für Bildhauer!
Für den hiesigen Kirchhof soll
in neues Kreuz angeschafft
werden. — Der betreffende Plan
st während 14 Tagen hierorts
einzusehen, und Submissionen
ind bis 20. l. M. inclusive
inzureichen.

Bliescastel, 1. Juni 1880.
Das Bürgermeisteramt:

Mayer.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
AF Um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

hat zu verpachten
L. Vogelsang.
digarrentãschehen
mit Firmadruck
fertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfaälzischer
Gewerbemuseums.
—WWd
Ziehung am 26. Octobor
1880.
ʒauptgewinne von 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
IuF20 Loose ein Baar
gewinn.
Bestellungen sind zu richten an
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
bei Franz Woll in St
Inabert.

Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 59 Pf.
Reuer Roman von G. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

handlungen und Postämtern.

Ein braves
Dienstmadchen
gesucht.
Wo, sagt die Exped. d. Bl.

Gemeinnütziges.

Gründliche Reinigung der Weinfässer. W. v.
W. giebt hierüber in „Der fteirische Landbote“ folgende Vorschrift:
In das vollständig geleerte, Faß (auch ganz neue, noch nicht ge⸗
rauchte sind derart zu behandeln) werden vor dem Füllen einige
Maß ungelöschter, frischgebrannter Kalk geschüttet, worauf es, nach—
Fem etwas Wasser auf den letzteren gegossen wurde, unter Belassung
einer ganz kleinen Oeffnung, zugespundet wird. Bald darauf wird
iich unter ziemlicher Wärmeentwickelung ein starker Dampf bilden,
vorauf eine ziemliche Menge Wasser zugegossen und das wieder
est verspundete Faß tüchtig nach allen Seiten geschwenkt, dann,
nach Verlauf einiger Stunden, während welcher es noch ein⸗ oder
weimal hin⸗ und hergerollt werden kann, mit öfters erneuertem
Wasser so lange ausgespült wird, bis das Wasser ganz klar aus
demselben abfließt. Da der Dampf auch in die kleinsten Risse
ind Poren eindringt, durch den Kalk die Säure und in den neuen
Fässern der Gerbstoff gebunden, sämmtliche etwa vorhandene Pilze
ind Pilzsporen zerstört und durch das tüchtige Schwenken und
Ausspülen auch alle anderen Unreinigkeiten entfernt werden, kann
»er neu eingefüllte Wein, sofern er nicht bereits den Keim einer
Zrankheit enthält, in diesem so zubereiteten Fasse seiner weiteren
xkntwickelung und vollständigen Ablagerung mit vollster Beruhigung
iberlassen werden. Ja selbst ein bereits kränkelnder Wein kann in
inem solchen erfolgreicher behandelt und länger erhalten werden
als in einem ungereinigten Fasse.

Chinesischer Firniß. Derselbe wird in der Weise
hergestellt, daß man 3 Theile frischgeschlachtetes defibrinirtes Blut
nit 4 Theilen gelöschtem Kalk (Kalkhydrat) und eiwas Allaun
mengt. Der dünnflüssige Brei läßt sich sofort verwenden. Papp⸗
deckel, welcher damit überstrichen wird, soll so fest wie Holz werden.
Strohkörbe können mit Hilfe desselben wasser⸗ und öldicht gemacht
werden. — Polyt. Not. —
— — — — — — — —
Fur die Redaction veraniwortlich: F. X. Deme tß.
— ——

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Sonntag, 6. Juni, Abends 8 Uhr im Saale von Wirth
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Montag, 7. Juni, Abends 8 Uhr, bei Frau Wwe.
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei—

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Av0.

Sonntag, den 6. Juni

1880.
Deutsches Reich.

Die Einberufung des bayerischen Landtags dürfte schwer⸗
üch, wie früher mitgetheilt, bereits zum 1. Juli erfolgen. Wie es
heißt, soll zuerst der Steuerausschuß einberufen werden.

Se. Maj. der König von Bayern haben dem Gouverneur
der Reichsfestung Ulm, k. preußischen Generallieutenant Grafen
Peidthard v. Gneisenau, einem Sohn des berühmten Freiherrn der
Befreiungskriege, anläßlich von dessen 50jährigem Dienstjubiläum
das Großkreuz des k. Militärverdienstordens verliehen. Der Jubi—
lar hat einen Erholungsurlaub angetreten; seine Geschäfte werden
inzwischen von dem k. bayerischen Generalmajor v. Hebberling,
Commandanten der Festung, versehen.

Am Mittwoch Nachmittag ist auf Schloß Babelsberg
bei Potsdam bei Gelegenheit einer groͤßeren Hoftafel von Kaiser
Wilhelm die bekannte Verlobung seines ältesten Enkels, des Prin⸗
zen Wilhelm, ältesten Sohnes des Kronprinzen, mit der Prinzessin
Augusta Viktoria von Schleswig-Holstein⸗Sonderburg-Augustenburg,
der ältesten Tochter des vor einiger Zeit verstorbenen „Augusten-
burgers“ Friedrich, welcher 1864 nicht ohne Aussicht auf Schles—
wig⸗ Holstein spekulirte, aber durchfiel, weil er kurzsichtiger Weise
Preußens Forderungen widerstrebte, officiell vollzogen worden. Die
Braut ist geboren am 22. Okt. 1858, also etwas über 22/ Jahr
alt, während der Bräutigem am 27. Jan. abhin erst das 21.
Jahr vollendet hat. Die Verlobung hat namentlich auch in Schles—
wig⸗Holstein, wo die herzogliche Familie sich noch vieler Sympa⸗
thieen erfreut, den günstigsten Eindruck gemacht.

Fürst Bismarck wird jetzt angeblich schon am 12. dis.
Mis. in Kissingen erwartet.

Das ehemalige Erzstift Magdeburg begeht am 4. Juni
den 200. Jahrestag seiner Vereinigung mit der Hohenzollern'schen
Monarchie. Am 4. Juni 1680 ist der damalige Administrator
des damaligen Erzstiftes Magdeburg, Herzog August von Sachsen,
zestorben und auf Grund der Bestimmungen des Westphälischen
Friedens, resp. des sogenannten Klosterbergischen Vertrages vom
28. Mai 1666 ist mit dem gesammten Erzstift auch Magdeburg
dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zugefallen.
Dieser Tag wird in Magdeburg festlich begangen und es haben
der Kaiser und der Kronprinz Friedrich Wilhelm ihre Anwesenheit
hdei diesem Feste zugesagt.

Wegen des Todes der Kaiserin von Rußland nimmt der
aiser in Magdeburg blos den officiellen Theil der Gedenk—
feier, der Kronprinz den geselligen Theil, welcher aus dem Fest—
mahle und der Theatervorstellung besteht.

Ausland.

Am Donnerstag ist die Kaiserin von Rußland durch
den Tod von ihrem langwierigen, unheilbaren Leiden erlöst worden.
Maria Alexandrowna, vormals Maria, Prinzessin von Hessen⸗
Darmstadt, Vatersschwester des regierenden Großherzogs Ludwig IV.
don Hessen-Darmstadt, war geboren am 8. April 1824, hat also
ein Alter von etwas über 56 Jahren erreicht, und vermählt mit
Alexander seit 28. April 1841. Nebst dem Gemahl, der sich mit
der durch Bildung, Gediegenheit des Charakters und Seelenadel
ausgezeichneten Prinzessin aus wirklicher Neigung verbunden und
39 Jahre lang das glücklichste Familienleben mil ihr geführt hat,
rauern um die Verewigte 6 Kinder, 5 Söhne und 1 Tochter.
König Georg von Griechenland ist auf der Reise nach
einer ursprünglichen Heimath Dänemark (er ist der zweitälteste
Sohn des dänischen Koͤnigspaares) in Paris abgestiegen, wo er,
angeblich nur Tourist, den französischen Machihabern den Hof
nacht — wohl im Hinblick auf die bevorstehende Berliner Nach⸗
onferenz der europäischen Mächte, vor deren Form insonderheit
die ariechisch-türkiiche Grenzfrage endailtig erledigt werden soll.

Bemerkenswerth ist, daß dies die erste Beleidigungsklage ist,
die seit Einführung der neuen St.⸗“P.-O. anhängig gemacht wurde,
während früher jede Woche durchschnittlich 3 bis 4 solcher Klagen
zur Verhandlung kamen.

In der Nacht zum 8. d. brannte die nahe bei Homburg
gelegene Entenmühle fast vöollig ab. Ihr Eigenthümer, der ver—
sichert hat, befindet sich bei den Landwehrübungen in Zweibrücken.

In Deidesheim betrug das Ergebniß der Wittels—
bacher Landesstiftung 3426 M. 68 Pf.

F Landau. Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts
hat heute den 29 J. alten Bader und Friseur Peter Beck von
Frankweiler zu 4 Jahren Gefängniß verurtheilt. Derselbe hatte
in Mannheim, wo er in Arbeit stand, unter Verschweigung seiner
Lerheirathung mit der dort dienenden ledigen Kath. Geißler von
Bubenhausen ein Verhältniß angeknüpft und ihr alsdann unter
der Vorspiegelung, sie zu ehelichen, 100 M. baar und schließlich
noch eine Vollmacht über Ansstattungsgegenstände im Werihe von
200 M. abgeschwindelt und dieselben in Mannheim versilbert.
Beck, der bereits wegen Brandstiftung und Diebstahl mit 2 Jahren
Befängniß bestraft worden, haite 1874 in Metz seine Frau sitzen
lassen. —

F Ein Sohn des Frankenthaler Schneidermeisters
Hafner, welch' letzterer dieser Tage, nachdem er sein Falliment an⸗
zezeigt hatte, sich im Canal ertränkte, hat sich den Tod seines
Vaters so zu Herzen genommen, daß er irrsinnig geworden und
gestorben ist.

F In vergangener Woche verstarb in Cassel, wie die
„Hess. Morg.«Ztg.“ mittheilt, im Alter von 88 Jahren die Wittwe
des am 31. Januar 1822 auf einem im dortigen Stadtbausaale
ttattgefundenen Maskenballe vergifteten Hoflakaien Christoph Bäch—
tädt. Diese Vergiftungsgeschichte hat nicht nur seiner Zeit großes
Aufsehen erregt, sondern es ist seitdem auch noch immer nicht
yöllig gelungen, den wirklichen Hergang aufzuklären. Man nahm
damals allgemein an, daß das dem Hoflakaien Bächstädt angeblich
eitens einer maskirten Dame gereichte Gift nicht für diesen be—
timmt war, sondern der 19 Jahre alte Kurprinz Friedrich Wil⸗
jelm es erhalten sollte, welcher knrz vor dem Zwischenfalle mit
Bächstädt Anzug und Maske getauscht hatte.

F Eine amtliche Bekanntmachung besagt, daß die Strecke der
Fisenbahn zwischen Blumenberg und »Hadersleben, auf der am
Dienstag sich das bekannte Unglück ereignete, durchaus in Ordnung
gewesen sei. — Es scheint ein Verbrechen vorzuliegen. Auf dessen
Entdeckung sind 3000 M. Belohnung ausgesetzt.

F Aus der Capstadt wurden im verslossenen Jahre über
3 Mill. 500,000 Pfd. Sterling Werth an Diamanten verschifft.

Die Vorgänge in Paris vom 23. Mai haben ein Nach—
'piel gehabt. Der aͤlteste Sohn des bekannten „Laternenmannes“
Rochefort in Genf war unter den Krakehlern und gerieth mit
ꝛinem Polizisten zusammen. Sein Vater veröffentlichte darauf ein
zrobes Schreiben an den Polizeipräfecten Andrieur, worin er mit
wei seinem Sohne angeblich von der Pariser Polizei zugefügten
Wunden prahlte und sich in Beschimpfungen des Präfekten erging.
In Wirklichkeit hatte der junge Rochefort jedoch nur eine von einem
Säbelhieb herrührende unbedeutende Beule am Kopfe. In Folge
jenes Briefes hat der Schwager des Polizeipräfekten, Namens Köch⸗
lin, Rochefort gefordert. Das Duell hat am Donnerstag in Genf
statt gehabt. Henri Rochefort erhielt von Köchlin einen Degenstoß
in den Magen, während sein Gegner unverletzt blieb. Die Ver⸗
wundung soll schwer sein.

Ein höchst merkwürdiger Fall von Pigmentatton wird seit
einiger Zeit von Philadelphier Aerzten beobachtet. Der—⸗
selbe betrifft das 32/12 Jahre alte Kind eines Michael Saller. Die
Verdunkelung der Haut begann, als das Kind wenige Wochen
alt war, mit einem kleinen gelben Flecken am Unterleibe, dieser
Fleck hat seither stetig um sich gegriffen und bei allmählicher Ver—
zunkelung sich fast über den ganzen Körper verbreitet, so daß das
dind jetzt, wenngleich Sproͤßling weißer Eltern, einem echten
Regerkind zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Kind scheint körper—
lich im übrigen recht wohl zu gedeihen. wenn es auch in geistiger

— —— ——
Vermischtes.

*Sit. Ingbert, 2. Juni. In heutiger Schöffen—
jitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Hand⸗
verksbursche erhielt wegen Bettelns 14 Tage Haft. 2) Ein junger
Bursche von Schnappbach wurde wegen Diebstahls zu 1 Tag Ge—
ängniß verurtheilt 3) Eine Beleidigaungsklage wurde vertat.
        <pb n="356" />
        Entwickelung zurückgeblieben ist. Der Arzt der Familie hat die
hervorragendsten medicinischen Autoritäten des Landes benachrichtigt,
ind viele derselben haben schon den merkwürdigen Patienten unter⸗
sucht. In der Geschichte der Medicin sollen nur drei Faͤlle von
Verwandlung der Hautfarbe betannt sein; zwei sollen in Deutschland
ind iner in' Franreich vorgekommen sein. Der Vater des Kindes
ist ein Irländer, die Mutter eine Engländerin. Ein älteres Kind
der Familie erfreut sich schneeweißer Hautfarbe und kräftiger Ge⸗
jundheit.

— Ein neues Kalifornien scheint nach einer aus Schenkursk
(Gouvernement Archangelsk) eingelaufenen Korrespondenz neuerdings
zuf eine ziemlich abenteuerliche Weise entdeckt worden zu sein.
Fin Arbeiter aus einem Uralischen Hüttenwerke, welcher sich mit
der Jagd beschäftigte, fand eines Tages in einem von ihm erlegten
Vogel ein Stuͤck Gold, was ihn zu Rachforschuugen in dem Sande
ines nahegelegenen Flüßchens veranlaßte. Seine Bemühungen
hatten Erfolg, er fand allmälig gegen fünf Pfund des kostbaren
Htetalls, welches er an die in jene Gegend verbannten Juden ver⸗
kaufte. Später theilte er die Entdeckung seinem Oheim, einem
nicht unvermögenden Manne, mit, und dieser beschloß, die regel⸗
mäßige Ausbeutung des Flußsandes zu unternehmen, nachdem ein
mit ganz primitiven Apparaten angestellter Versuch aus 15 Pud
Sand 8Soloinik Gold ergeben hatte, (¶ Pud — 40 Pfund à
32 Loth, 1 Loth — 3 Solotnik). Die Arbeiten nahmen bald
hedeutendere Ausdehnung an und gegenwärtig ist der Betrieb ein
lebhafter und schon ziemlich geregelter geworden.

4 Von den vier reichsten Menschen, die jetzt leben, ist der
reichste Herr Macke i, ein Irländer, von Geburt. Vor 30
Jahren besaß er keinen Heller, vor 16 Jahren machte er Bankerott,
heute besitzt er die ergiebigsten Silbergruben der Erde, die ihm ein
jährliches Einkommen von 234 Mill. L. Sterling (55 Mill. Mark)
abwerfen. Ihm zunächst steht das Haupt des Hauses Rothschild
nit einem Jahreseinkommen von 2 Mill. L. Dann kommt Sena⸗
or Jones von Nevada mit jährlich einer Mill. L. und als vierter
in der Reihe, der Herzog von Westmiuster, der auf eine arm⸗
selige Rente von 800 000 L. (nur 16 Mill. Mk. jährlich) angewiesen ist

Stadtrathssitzung
Montag den 7. Juni 1880
NRachmittags um 4 Uhr.
Tagesordnung:
Die Errichtung einer Ge—
meinde⸗Einnehmerei in St.
Ingbert.
Schulwesen.
Wirihschaftsconcessionen.
Die Herstellung eines Kirch⸗
hofes in Schnappbach.
Si. Ingbert, 5. Juni 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Ein Kleestück

Für Bildhauer!

Für den hiefigen Kirchhof soll
in neues Kreuz angeschafft
verden. — Der betreffende Plan
st während 14 Tagen hierorts
inzusehen, und Submissionen
ind bis 20. J. M. inclusive
inzureichen.

Bliescastel, J. Juni 1880.
Ddas Bürgermeisteramt:

Mayer.

—4
Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
VNur Geldgewinnste.
AF Um allen Mißverständ⸗
rissen vorzubeugen und um jedem
Lobse unwiderlegbare gleiche
hance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die fämmtlichen
100,600 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in eirn
weites gelegt.

jat zu verpachten
LZ. Vogelsang.
digarrentãschehen
mit Firmadruck
tertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigftellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

Ireis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
Zauptgewinne von A 50,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Iur 20 Loose ein Raur
gewinn.
Vestellungen sind zu richten an

ie General⸗Agentur

Julius Goldschmit

in Ludwigshafen am Rhein

Loose sind ferner zu haben

bdei Frtanz Woll in St.
Inabert.

Dentsches
Familienblatt.
Bierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
Reuer Roman von EG. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

bandlungen und Postämtern.

Ein braves
Dienstmädchen
jesucht.
Wo, sagt die Exped. d. Bl.

Gemeinnutziges.

Gründliche Reinigung der Weinfässer. W.v.
W. giebt hierüber in „Der steirische Landbote“ folgende Vorschrift:
In das vollständig geleerte Faß (auch ganz neue, noch nicht ge⸗—
zrauchte sind derart zu behandeln) werden vor dem Füllen einige
Maß ungelsschter, frischgebrannter Kalk geschüttet, worauf es, nach—
em etwas Wasser auf den letzteren gegossen wurde, unter Belassung
iner ganz kleinen Oeffnung, zugespundet wird. Bald darauf wird
ich unter ziemlicher Wärmeentwickelung ein starker Dampf bilden,
vorauf eine ziemliche Menge Wasser zugegossen und das wieder
est verspundete Faß tüchtig nach allen Seiten geschwenkt, dann,
nach Verlauf einiger Stunden, während welcher es noch ein⸗ oder
weimal hin⸗ und hergerollt werden kann, mit öfters erneuertem
Wasser so lange ausgespült wird, bis das Wasser ganz klar aus
demselben abfließt. Da der Dampf auch in die kleinsten Risse
ind Poren eindringt, durch den Kalk die Säure und in den neuen
Fässern der Gerbstoff gebunden, sämmtliche etwa vorhandene Pilze
ind Pilzsporen zerstört und durch das tüchtige Schwenken und
Ausspülen auch alle anderen Unreinigkeiten entfernt werden, kann
er neu eingefüllte Wein, sofern er nicht bereits den Keim einer
drankheit enthält, in diesem so zubereiteten Fasse seiner weiteren
entwickelung und vollständigen Ablagerung mit vollster Beruhigung
iberlassen werden. Ja selbst ein bereits kränkelnder Wein kann in
ꝛinem solchen erfolgreicher behandelt und länger erhalten werden
als in einem ungereinigten Fasse.

Chinesischer Firniß. Derselbe wird in der Weise
Jergestelit, daß man 8 Theile frischgeschlachtetes defibrinirtes Blut
nit'4 Theilen gelöschtem Kalk (Kalkhydrat) und etwas Allaun
nengt. Der dünnflüssige Brei läßt sich sofort verwenden. Papp⸗
reckel, welcher damit überstrichen wird, soll so fest wie Holz werden.
Strohkörbe können mit Hilfe desselben wasser⸗ und öldicht gemacht
verden. Polyt. Not. —
Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demesß.
— — — —

EArbeiter⸗Bildungs· Verein. 8
Musikalisch-theatralische
Unterhaltung.

Sonntag, 6. Juni, Abends 8 Uhr im Saale von Wirth
Schweizer (Höfchen).
General⸗Persanmlung. —
Montag, 7. Juni, Abends 8 Uhr, bei Frau Wwe.
Poller (Josephsthal).

Der Ausschuß.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
V Landau i.Pfalz.
gZpefialilãt. Herrn hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide-Systemen.
10 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 26.-
mit glattem feinem leinen
Einsatz A SGO. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Vei Vestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ausgezeichneten Sitz leiste ich Jede Ga-
rantie; nach erfolater Bestellung sende
ch ein Hemd zur Anprobe ein, und kon⸗
nen sich dann ineine verehrten Abnehmer
von meiner Leinatungs su hinxkeit über-
zeugen.
werden sür ein grosea, gediegenes literarisches Unternehmen
Réesasende.
Verdienst sehr lohnend. Pachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Beamte, Lehrer, Reisende anderer
Brancehenm ete., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
gchaffen wollen, belieben sich zu melden
iterarisobes Institut

RGOSUUC!;

140thaàa.
* — — — — — — — — ιαν
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 23.
        <pb n="357" />
        Sl. Ingberler Nuzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärte
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 H pro Zeile berechnet.
M91.

Dienstag, den 8. Zuni
18sHsR
Deutsches Reich.

Se. Maj. König Ludwing soll beabsichtigen, bei dem bevor—
—— Wittelsbach
eine allgemeine Amnestie fuͤr Alle, die in Bayern wegen preß⸗
politischer oder militärischer Vergehen verurtheilt worden sind, zu
erlassen.

Im Auftrag Sr. Maj. des Königs von Bayern reiste
Prinz Arnulph nach Petersburg, um dem Begräbniß der Kaiserin
von Rußland beizuwohnen.

Wie das „Deutsche Mont.⸗Bl.“ hört, ist der Oberstallmeister
des Königs von Bayern, Graf v. Hol nsie in, mit einem könig⸗
lichen Spezialauftrage in Berlin ceingetroffen. Graf Holnstein
ist bekanntlich schon mehrfach zu politischen Missionen benutzt worden,
und gehört zu den Intimen des Reichskanzlers. Man dürfte wohl
nicht fehl gehen, die Anwesenheit des Grafen Holnstein mit der
Affaire Rudhardt in Verbindung zu bringen.

Der Zusammentritt der Botschafter-Conferenz in Berlin ist
zur Berathung über die noch nicht ausgeführten Punkte des Ber⸗
liner Vertrags) nunmehr auf den 16. Juni festgesetzt.

Der deutsche Kronprinz begab sich im Auftrage des Kaisers
nach Petersburg, um den Trauerfeierlichkeiten beizuwohnen.

Ausland.

Der König von Griechenland hat auch in London eine
ireundliche Aufnahme gefunden und wurde ihm auch dort, wie in
Paris, das Versprechen gegeben, die Ansprüche Griechenlands auf
ser in Berlin abzuhaltenden Conferenz zu unterstützen.

Fräulein Klein, welchen wir an dieser Stelle für ihre Freundlich—
eit unsern besten Dank sagen, hören zu können.

Troßt der ungünstigen Witterung war die Unterhaltung zahl⸗
reich besucht, der Saal vollständig gefüllt. Wir bedauerten nur,
daß so biele unserer Mitglieder wegen der gleichzeitig im Musik—
vereine stattgefundenen Abendunterhaltung der unfrigen nicht bei—
vohnen konnten.

— In der Generalversammlung von Montag Abend
vurde Herr Sattlermeister Stutzmann wieder zum J. Vorstande
und Herr Tünchermeister J. Woll l zum Rechner gewählt.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. In der Nacht von
Freitag auf Samstag wurden die Bewohner der Dörfer Sand
und Grie⸗s durch Feuerlärm aus dem tiefsten Schlafe aufgeschreckt.
Es brannte in der zwischen beiden Dörfern gelegenen Hut sch⸗
mühle. Dank dem energischen und raschen Eingreifen der Be⸗
wohner von Sand und Gries (eine speziell organifirte Feuerwehr
haben die beiden Dörfer noch nicht) gelang es, das Feuer auf den
Mühlenraum zu beschränken; das Wohnhaus, das unter demselben
Dache steht, wurde größteniheils gerettet. Die Mühls ist Eigen⸗
hum einer Wittwe Pflüger und war von einem ziemlich mittellosen
Mühlburschen aus Gries um eine so hohe Summe gepachtet, daß
er schwerlich gute Geschäfte hätte machen können.

F Nachfolgendes verdient in weiteren Kreisen bekannt zu
verden: Zwingt Jemand einen Andern, welcher eine Strafthat
»egangen, zu einer Geldleistung an die Ortsarmenkasse zum Zwed
der Sühne der Strafthat mit der Drohung, daß, wenn Dieser die
Beldbuße nicht freiwillig leiste, er die Sache zur Anzeige bringen
werde, so ist er nach einem Erkenntniß des Reichsgerichtes (I.
Strafsenat) von 19. März d. Is wegen Erpressung nach F 253
des St.⸗G.«B. zu bestrafen.

F In Albersweiler starb ein Kind an dem in Privat⸗
häusern selten auftretenden Impfrothlauf. Da noch andere Kinder
in der mit der Impfung verbundenen Allgemeinerkrankung ärztlich
dehandelt werden, so kann man sich leicht das ängstliche Besorgt-
sein jeder Mutter für ihr Kind denken.

F Die „Pf. Pr.“ berichtigt ihre Mittheilung über den Wald⸗
brand bei Imsbach dahin, daß nicht 115 sondern nur 18 Tag-
verke abgebrannt sind.

FæDie Kaiserslauterer Blätter enthalten jetzt auch
ꝛeine Anzeige, daß Zehnpfennigstücke vom Jahr 1878 zu kaufen
gesucht werden. Angebote mit Preisangabe werden erbeten.

F In Lambsheim verkaufte ein Oekonom ein Partie
elbstgezogenen 1874er Ungsteiner Wein um den respectablen Preis
pon 2400 Mark das Fuder!

— Die diesjährige Wanderausstellung des, pfälzischen Kunst ⸗
vereins soll während der Tage vom 27. Juni bis 8. Juli ds. J.
im großen Saale des Eisenbahndirectionsgebüudes in Lund wigs⸗
dafen abgehalten werden.

4 Es ist nun endgiltig bestimmt, daß die achte Hauptver⸗
ammlung des pfälzischen Kreislehrer⸗Vereins am 15. und 16.
September in Speyer abgehalten werden soll.

4 Unser in der Gelehrlenwelt rühmlichst bekannter pfäl—
isscheer Landsmann Admiralitätsrath und Direktor der Seewarte
dr. Neumayer in Hambur gwurde durch Verleihung des
rothen Adlerordens 3. Kl. mit der Schleife ausgezeichnet.

Ein Mainzer Extrazug mit etwa 300 Mitgliedern des
Bereins Moguntia, von einer Heidelberger Vergnügungspartie heim⸗
ehrend, erfuhr am Sonntag Abend 10 Uhr bei Lampertheim einen
Zusammenstoß, wodurch mehrere Passagiere leicht beschädigt wurden.

F Zu der Sammlung fur die „Wittelsbacher Stiftung“
jat die München-Aachener Feuerversicherungsgesellschaft einen Bei⸗—
tag von 15,000 M. und die Baher. Hypotheken. und Wechsel⸗
jank einen solchen von 10,000 M. gespendet.

F Aus Augsburg wird dem „Schwäb. Merkur“ ge—
chrieben, daß Fabrikdirectot Haßler von Augsburg und Landtags⸗
ibgeordneter Keller aus dem Algäu dem Abg. Dr. Völk im Na—
nen seiner Freunde, Verehrer und Gefinnungsgenossen in Augs⸗
zurg und im Algäu zu seinem 25jährigen Abgeordneten⸗Jubilaum

als Ehrengeschenk ein Heim angeboten. Zu diesem Zweck war

Viälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

Um /9 Uhr gestern wurde die diesmalige Session durch den Vorfitzen⸗
den, Herrn Oberiandesgerichtsrath Eugen S ch midit, eröffnet. Sämmtliche
Geschworenen waren erschienen. Der Vorsitzende setzte in einer kurzen An—
prache das Wesen des Geschworenenamtes nuseinander und inachte die Ge⸗
chworenen auf den Gang des Verfahrens sowie auf ihre Pflichten als Richter
nufmerksam. Hierauf wurde jur Verhandlung der ersten Sache geschritten
egen Josef Hiaͤmmiel, Schieferdecker von Neufstadi wegen Not h⸗

uchtverfsuchs. Urtheil: 1 Jahr 6 Monate Gefängniß.

— —
Vermischtes.

*St. Ingbert, 8. Juni. dDie am Sonntag Abend
tattgehabte musikalisch⸗theatralische Unterhaltung des „Musikvereins“
oerlief bei gut besetztem Lokale in der befriedigendsten Weise. So—
wohl der musikalische wie der theatralische Theil derselben fand
jebhafte Anerkennung. Ein Tänzchen schloß die Unterhaltung.
Wie wir hören, besteht bei den altiven Mitgliedern des „Musik⸗
ereins“ und der „Gemüthlichkeit“ die lobenswerthe Absicht, in
Zukunft bei Unterhaltungen und Conzerten sich gegenseitig zu
interstützen.

— Als Beitrag für die Wittelsbacher Landesstiftung zeich—
deten die Herren Gebrüder Krämer dahier die respectable
Summe von 5000 Mark. Damit beziffert sich das Gesammt—⸗
ergebniß der Sammlung bis heute in unserer Stadt auf Mk. 5522,87.

M St. Ingbert. (Arbeiter-Bildungsverein.) Die
am Sonntag Abend stattgehavte Unte rhaltung darf als eine
höchst gelungene bezeichnet werden. Die „Männerchöre“ wurden
in präcisem Takte und mit reiner Betonung vorgetragen. Das
Theaterstück, „der Elefant um 3000 Mark“ wurde mit großem
Beifalle aufgenommen. Allen dabei Betheiligten gebührt fuͤr ihre
Mühe und gutes Spiel die vollste Anerkennung. Eine baldige
Wiederholung des in feiner Weise sehr humoristischen Stückes wurde
oon verschiedenen Seiten gewünscht. Die aktiven Mitgliedern des
Vereines wollen wir bei dieser Gelegenheit die Ermunterung zu⸗
rufen, in ihrem bisherigen Fleiße und Eifer recht wacker fortzu⸗

rahren. Einen erheblichen Beitrag zu dem genußreichen Abende
lieferte die freundliche Mitwirkung der zufällig auf Besuch hier an⸗
wesenden beiden Fraͤulein Klein'aus Burbach. Dieselben hatten
die Güte, drei sehr schöne Duette mit Harmoniumbegleitung einzu⸗
egen und überraschten durch ihre klangvollen und sicheren Sopran⸗
uind Altstimmen alle Anwesenden; sie ernteten dafür aber auch
ceichen und lebhaften Applaus. Hoffentlich haben wir in einet
inseren nächsten Unterbaltungen nodmals Gelegenheit, die beiden
        <pb n="358" />
        ganz im Stillen uuter Freunden und Gesinnungsgenossen eine
namhafte Summe gesammelt worden (der „Schw. M.“ hört von
enwa 60,000 Marh), die es ermöglichte, dem Jubilar ein eigenes
Haus als Ehrengabe zu übergeben.

In Dachau bei Munchen hat ein Bauer seinem Firm⸗
ling als Pathengeschenk einen — Revolder und ein Stilet verehrt.
Der fleißige Gebrauch dieses geistreichen Pathengeschenkes wird den
Beschenkten unfehlbar in's Zuchthaus bringen.

4 Der Handel in Zehnpfennigstücken von 1873 hatte auch
in Düsseldorf Platz gegriffen, bis plötzlich vergangene Woche

ie Auftraggeber den Sammlern mittheilten, daß die ganze Ge—
chichte auf Schwindel beruhe und sie für die Folge ihten Auftrag
als erloschen betrachteten.

4 In Bezug auf das Eisenbahn· Ungluck zwischen Blumen⸗
berg und Hadmersle ben wird der „Voss. Ztg.“ geschrieben,
daß die Strecke seit längerer Zeit nur für den langsamen Local⸗
derkehr benuützt worden und für Courierzüge nicht sicher genug ge⸗
vesen sei. Erst seitdem die Bahn vom Staate übernommen worden
ei (15. v. Mts.) werden Courierzüge auf jener Strecke befördert.
5 Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme v.

Bekanntmachung.

Die Gemeinde⸗Verwaltung
St. Ingbert hat eine Stadtein⸗
nehmerei mit einem firen Ge⸗
halte von 3000 Mk. errichtet
uͤnd ist die Caution auf 11 600
Mark festgestellt.

Dieselbe soll bald beseßt wer⸗
den und wird zur Bewerbung
nit einem Meldetermin von 14
Tagen ausgeschrieben.

St. Ingberi, 8. Juni 1880.

Das Bürgermeisteramt:

Custer. J
Geschäfts⸗

Ersffnung.

Einem geehrten Publilum die
ergebenste Anzeige, daß ich un⸗
ecm Heutigen eine Schön⸗
faͤrbereie verbunden mit
Sruckerei und chemischer
Waäscherei dahier Kohlen⸗
strahe Nr. 43 im früheren
Zir'schen Haus errichtet habe,
und werden Herren⸗, Damen ⸗
und Kinder⸗-Garderobe in zer⸗
renntem oder unzertrenntem Zu⸗
stande, sowie Spitzen, Federn,
Flace⸗ Handschuhe, Sammet,
Regen⸗ «&amp; Sonnenschirme ꝛt.
unier Garantie auf das Schönste
und Billigste gewaschen und
gefärbt.

Wollen⸗, Baumwollen⸗ und
Leinenwaaren werden in allen
möglichen Farben gut und schön
hergestellt.

Traueranzüge koönnen inner⸗
zalb 48 Stunden fertig gelie⸗
fert werden.

Unter Zusicherung reeller und
billigster Bedienung empfiehlt sich
mit aller Achtung

Jakob Diehl.
St. Ingbert, 6. Juni 1880.
Anzeige.

Die Unterzeichnelen empfehlen
sich den verehrl. Damen im
Kleidermachen u. Nähen.

Auͤch werden alle Arten Haar⸗
flechtereien angefertigt.

m Lehrmadchen ae
werden angenommen.

Frl. Kihm und Frau Haag,
Modisten, Kaiserstraße 121.
im Hause des Hrn. Mich. Thiery.
Frische Butter
ist zu haben bei Frau Körner
wohnhaft bei Bader Spohn

hier. — —

Nehnungs⸗ern nderung.

Ich zeige meinen verehrten
eunden ergebenst an, daß ich
etzt auf dem Hofchen wohne.

Maria Klein geb. Morlo,
Hleidermacherin

—
Zur Warnung für Andere!
Angelockt durch die vielen Inserate von dem Hofdestillateur Wallrad Ottmar Bern⸗
ard in Munchen, gebrauchte ich dessen Bernhardiner Alpentraͤuter⸗Liqueur. Dieses Bernhard'sche
Fabritat war jedoch völlig wirkungslos. A Ich hörte dann von dem berühmten Bene⸗
dirisner Doppeiträuter-Magenbitter des Herrn C. Pingel in Gottingen und spuürte schon
nach Gebrauch der ersien Flasche, bezogen aus dem Depot des Herrn Cari Rinker in Kempten, bedeutende
Linderung meiner Athem⸗ und Brustbeschwerden, auch mein Appetit wurde besser. Rach Fortsetzung dieses köst⸗
lichen Mittels bin ich ganz von meinen schweren Leiden befreit. Ich bin 30 Jahre im Muhlengeschäfte thätig
jewesen und habe mir jel enfalls mein Leiden durch den Mühlenstaub erworben, weshalb mir die Aertte auch
riethen, meinen Beruf aufzugeben, sonst sei an Hilfe nicht zu denken. Jetzt bin ich vollkommen gesund, arbeite
wie fruher in meinem Berufe und habe sogar binnen 6 Wochen bedeulend an Gewicht zugenommen. Ich
empfehle allen Leidenden dringend das Pingel'sche Fabrikat und spreche Herrn Pingel in Göttingen noch⸗
mals auf diesem Wege meinen tausendfachen Dank aus. IFDen Leidenden aber lege ich ans Herz, sich
nicht durch nutzlose andere Vrittel um ihr Geld bringen zu lassen. — J—
empten, den 12. April 1880. Joh. Huber,
Obermuüller in der städtischen Maximilian⸗Kunstmühle.
Joh. Huberss Aussage beruht auf voller Wahrheit, was ich hiermit bestätige.
Ad. Schweichardt,
zur „Städtischen Maximilians-Kunst⸗ und Kundenmühle?“.
Die Aechtheit der Unterschrift des Herrn Schweickhardt wird hiermit bestätigt.
Kempten, den 3. Mai 1880. Stadtmagistrat Kempten.
(IL 8. gez. Korren, Bürgermeister.

Dank für Rettung vom Tode.

Seit Sommer 1878 litt ich an Leber⸗, Nieren⸗ und Magenleiden, auch an Blutarmuth und Brustbe⸗
chwerden, so daß ich meinen Dienst als Vahnwarter 8 Monat lang nicht mehr versehen konnte. Ich gebrauchte
zbgleich die Aerzte mir das Leben absagten, verschiedene angepriesene Mittel. auch macte ich einen Versuch mit
denn Vernhardiner Alpenkräuter Liqueur des Hofdestillateur Bernhard in Munchen, welcher aber nicht nur nichts
half, sondern Smiein Leiden bedenklich verschlimmerte. A Endlich wurde ich aufmerksam
Jemacht auf den mit Recht weit und breit beruhmten Benedietiner von Derrn EC. Pingel in Göttingen,
ind bin vurch den Gebrauch dieser köstlichen Essenz so weit hergestellt, daß ich meinen Dienst wie der verse hen
ann. Ich danke von Herzen nebst Gott Herrn Pingel für sein köstliches Mittel und rathe jedem Leidenden,
auch wenn scheinbar keine Hilfe mehr möglich ist, sich an das Pingel'sche Mittel zu halten und kein Geld
an andere nutzlose, oft noch schädliche Mittel zu wenden.

denafried bei Kempten, den 14. Mai 1880. Johann 2Zeller.

Bahnwärter, Posten No. 4
Die obige Erklärung des Bahnwärter Joh. Zeller bestätigt.
fried den i4. Mai 1860. Verwaltung der Gemeinde Lenzfried.
IL. 8.) gez. Kiechle, Bürgermeifier.
Rettung aus Gefahr.
Schon seit langer Zeit litt ich an einem hartnäckigen Magenleiden, das mir oft die heftigsten
Schmerzen im Magen und Unterleib verursachte, da machte ich einmal einen Versuch mit dem von Wallrad
Dumar Bernhard in Muuchen so sehr angepriesenen Bernhardiner Alpenkräuter⸗Liqueur, aber mein Geld war
zein hinausgeworfen, denn F nicht nur wurde mein Leiden nicht besser, sondern die Schmer⸗
sen nahmen auf den Genuß dieses Munchener Bernhardiner⸗-Liqueuro nur noch mehr
überhand. Endlich wurde ich von einem Greunde, der früher am gleichen Uebel litt, aber durch den
achten „Benedictiner Doppelkraäuter⸗Magenbitter“ des Herrn C. Pingel in Göoͤttingen hiervon g luchich
geheilt wurde, auf dieses vortreffliche Mittel aufmerksam gemacht. Ich kaufte mir 1 Flasche diejes ächten
Zene dictiner⸗Magenbitter und fand sofort, nachdem ich nur wenige Loöffel voll davon genossen hatie, wesentliche
Erleichterung und bin, nachdem ich jetzt 2 Flaschen genommen, von meinem Leiden geheilt. Ich habe keine
Schmerzen mehr, kann wieder Alles genießen und fühle mich wohler als jemals.

Mergentheim a Tauber, den 8. Mai 1880. ignaz Rraft. Schreinermeister.

Zur Beglaubigung. Stadtgemeinde Mergentheim.
(L. 8.) gez. Klotz buchen.

Ein gewisser Fabrikant bemüht sich seit ca. 11 Monaten sein erbärmliches Gebräu, welches er
unter frühern Namen nicht absetzen konnte, meine Inserate und Prospecte täuschend ähnlich nachzubilden und
hängt dabei seinem durchaus werthlosen, in vielen fällen schädlich wirkendem, einfach bittern
Schnapse einen Namen an, welcher dem meines Benediciiner und Sanct Bernhard ähnlich ist und Verwechse⸗
lungen herbeiführen soll.

Unter großer Markischreierei, gespickt mit erdichteten Attesten wird dieses Gebräu, welches angeblich 20
Jahre bestehen soll, in Wirkiichkeit aber nur o b ige Alter hat, ausgeboten. Um seinem Geschäfte ein recht
droßartiges Gepräge zu verleihen, spiegelt derselbe Mann dem Publilum vor, er besitze in Kufstein und
Zurich Fabriken; doch gesteht derselbe auf meine Rügen jezzt selbft ein, nur Filialen resp. Depots an den
Hlätzen zu besitzen — also e ine Fabrilten. — Die neueste Leistung dieses Ehrenmannes ist, daß er dem
Tublifum eine gegen mein Fabrilat gecichtete, gänzlich falsche Analyse auftischt, welche von mir längst
wider egt wurde. Jeder vernünftige Mensch weiß, daß kein Chemiker der Welt iu Stande ist, auch nur an⸗
nähernd die Bestandtheile meines aus den verschiedensten, vorzüglichsten Kräutern gewonnenen Benedictiner zu
bezeichnen, oder festzustellen und wäre es lächeriich, auch nur ein Wort weiter hierüber zu verlieren. Nachdem
ich auf die jüngsten unfinnigen Ausfälle der Concurrenz, weitere Beweise über die Vorzüglichleit meiner Fabri—
iate vorgeführt hade, werde ich auch nicht mehr den geringsten Drucraum fur die Concurrenz verschwenden,
sondern dem redlich denkenden Publikum das Urtheil überlafsen.

O. Pingel in Gõttingen,
einzige Fabrik des achten Benedictiner und Sanct Bernhard⸗Magenbitter.
In St. Ingbert zu haben bei Herrn J. Friedrich.

Druck und Verlag von F. X. Demes in St. Inabert.
        <pb n="359" />
        2228
25532
*258 65
2855 ——— ——
33 335 2 38
— — BS— 2 —
588333* 38 —
— 25 2 38 253 5*8
—— —5z25 83358
* — 5 S * 2
583 5868 *3 55 5355 888828
383 8358 * 2* 883 238 SO 85325
58 38* — 87 —c — 72 35172383
3338533 * —— 35 232885 7* 888
32* —2 * —* 28 *78 2—
55 525 — — ** — 577 ——— I — —
— 1383 * — — 3252 — 0 8 25*9
— 8 8 2 23 25 5* — S — * 22 3 8
223338 7 ———— ——
5 —* —H *7 — — 28 —z5388 53 —— 325
3233 385 5553 755* —A— 53 258325 53 85 —
ẽ— 2562 5*58 323* — 556 — 33* 57 s*388 8
—— —— 7 387 —— 3333385
3 2338 *2 2 7* 8 2028 55 8 * 5* — — 53 —
2 ——— 33—532* 8 23 * 52 * 25 220 8 3 * 32 355355
3* 23 7355 — 53 838 8 3 —2 8 238 — 2 8 23
* —5— 83— —252 —— — 2 — 3*8 —228 S8.8 83k8
— 7 —53 2 * —z555 — — — 53* 3 54 — 225
—232 5533883 85333 — 5* 25553357— * —5 3337
30* — 358 32322 S 53333555 ——
333 4 ** 3 S ⸗ 2 —3— 2 2 2 —2234*
85 3 3 —— —8 38 53 833357 3
8 55 28588 —— — — — —J B F —— 3 * 538
258 —A— 2555 — — 8 8* S — —— — 555 8
— 2832 *5 — 522*2 5 —XX 3— 75533 C 23
5857 552 333 35 78 A— — 2
8 —— 2. 33 — 68 3853523 *
5 25645 555 22 533387 — 223 ——— ——
A— 5555* 5585 3383 *5227 25 5552
55533 z3253 5 23*838
** —A 25 228 22
53358 2333883 —— —— 755382 A
—— — 558
aga— 533 58
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— 2

2
X

1

2222 ⸗22 — 2 2222 88282 ..82
—22— —— — — * —8 * — —
355 2383 —2—3— z58 733
2*
22 25 232 ——* 3* 833838s458 28
8 — * ** * * — *
8z50 382 *5357 3862 *75 *
0 2 53232 3533 * * —A — —— 28* — be
35 85*55 28823532 — —5—2 —7 —
58* —2532 57 235. 7 —.2 —2*22. 2 8
—3238 —2225 —ä3 — 2 25338 55S585 —A — 5
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— — — 2 * 3*
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25* —85EME 888 2353* *23552
25* —3*— 5 5537 2 — —238 *5285 —A — 2
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— — — — ⸗ 52 — 53
2. 25*5 * 3328 —* *5 —8 232 — — 553
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35 ———358— 2355 5* 25385 5553228
— — 3—2533 —3233 5—5 5352 872.
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22 3 3 2. 3 7 —
5 2 733337833 2182 8222 —
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8* 5338233353 333 33273672 5z355 2* 5 *52383303 28—3233
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—— 332 — ———— — 2 8 * 2* 2* 53 — 5*8228 — —
53 3. — 3. 2526 — 257 — 27 8 52332 23 5* — 33
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3 333 333 3253
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GEonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis XXX

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Poft bezogen 1. 60O , einschließlich 40 4 Zustellgebhhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärta
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M OA. Donnerstag, den 10. Juni

1880.

Deutsches Reich.

Hr. v. Rudhart, welcher am 7. Juni in Müunchen ein⸗
traf, wurde sofort nach Schloß Berg beschieden und noch am
Abend von Sr. Maj. dem König empfangen.

Die in Würzburg tagende Wanderversammlung der bayerischen
Landwirthe wählte Speyer zum nächstjährigen Versammluͤngsort.
Freiherr v. Thüngen-Roßbach sprach sich gegen die Gesetzentwürfe
des Finanzministers v. Riedel über die Reform der directen Steuern
aus. Die Versammlung nahm den gegen diese Entwürfe gerich—
teten Antrag v. Thüngens an und waͤhlte eine Commission zur
Ausarbeitung von Detailvorschlägen, bestehend aus v. Thüngen,
Baron Lerchenfeld und Dr. Buhl. Der Minister des Inneren boe
Pfeuffer protestirte gegen v. Thüngens Aeußerung, „die Beamten
trügen alle Schuld an der schlimmen modernen Gesetzgebung“, und
gegen seine Angriffe auf den abwesenden Finanzminister, woraus
er die Versammlung verließ. Unter den Anwesenden befand sich
Prinz Ludwig.

Der Bundesrath hat am Dienstag unter dem Vorsitz des
Reichskanzlers in erster Berathung mit großer Stimmenmehrheit
den Antrag Preußens, betr. die Einverleibung der Unter-Elbe in
das Zollgebiet, angenommen.

Der deutjche Kaiser begibt sich voraussichtlich am 18. Juni
nach Ems.

vollem Halse an um Hilfe zu schreien, worauf er aus der Zelle
befreit und das schon weit vorgeschrittene Feuer gelöscht wurde.

FGeachtenswerth für Denunzianten.) Zufolge An⸗
zeige des Daniel Braun, Tüncher in Godelhausen, wurde Ludwig
Jakob, Wirth und Krämer dorisselbst, wegen Schießens in gefähr⸗
icher Nähe von Gebäuden vom kgl. Amisgericht Kusel zu 3 M.
Heldstrafe verurtheilt. Hiergegen erhob Wirth Jakob rechtzeitig
Einspruch, der sich in der Sitzung des kgl. Amtsgerichts Kusei
vom 29. Mai als gerechtfertigt darsiellte, weßhalb die Freisprech⸗
ung erfolgte. Dagegen wurden die sämmtlichen Kosten, weil die
Anzeige sich als eine wider besseres Wissen gemachte, zum Wenigsten
Wer auf grober Fahrlässigkeit beruhende herausstellte, dem Anzeiger
Daniel Braun zur Last gelegt auf Grund des F501 der St.« P.⸗O.

F Am 29. Mai wurde eine Frau aus Heimkirchen auf
dem Felde von einer giftigen Schnake am Arm gestochen und ist
am 4. Juni unter den groͤßten Schmerzen gestorben.

F Am 6. waren in Neust adt die pfalz. Notare versammelt,
um über Fragen aus dem Gebührenwesen zu verhandeln. Fast
alle Notare der Pfalz waren bei der Versammlung anwesend.

F In Friesenheim wurde am Samstag ein des Rau—
bes und Raubmordes verdächtiger Bursche aus Lampertheim ver—
haftet. Derselbe lockte einen jungen Mann in ein nahes Wäld⸗
hen, versetzte ihm drei lebensgefährliche Stiche und wurde an der
Ausübung des Raubes nur durch die Dazwischenkunft mehrerer
Leute gehindert.

FIn Landanu hat am 7. Juni die Prüfung für das Ge—
richtschreiberamt begonnen; es sind 89 Candidalen hierzu eingetroffen.

F Das Münchener Oberlandesgericht hat die Revisions⸗
beschwerde der Würzburger Staatsanwalischaft in dem bekannten
Amselprozeß als unbegründet zurückgewiesen, also das erst richter—
liche freisprechende Uriheil bestaͤtigt.

J Oberammergauer Pafssionsspiel. Der Zudrang zu
der Sonntagsvorstellung war ein so enormer, daß auf Montag
eine zweite Vorstellung anberaumt werden mußte. Der am Samstag
von München nach Murnau abgegangene Extrazug war 37 Wagen
tark und ganz besetzt.

F Auf Zeche Neu-Iserlohn bei Dortmund ereignete
sich ein großes Grubenunglück; bereits sind Todte am Tage.

F In der Gegend von Warburg (Westphalen) sind zwei
Förster des Frhrn. d. Wrede auf einem Pürschgang durch ihr Revier
von Wilddieben meuchlings erschossen worden.

Bei Oelsnitz GSachsen) brennt im Steinkohlenwerk
„Deutschland“' ein Flötz, welches bei einer Teufe von 800 Metern
ꝛeine Mächtigkeit von 5,5 Meter hat und infolge dessen dem ge⸗
waltigen Elemente solche Nahrung gibt, daß es sehr fraglich erscheinen
dürfte, ob man im Stande sein wird, überhaupt dem Brande Ein—
halt zu thun.

In Weimar hat am 3. Juni ein Vater im Streit mit
seinem Sohne wegen eines Pferdehandels diesen durch einen Messer—
stich getödtet. Der Mörder Karl Freitag aus Hardisleben, 55
Jahre alt, hat die Flucht ergriffen. Der Getödtete war 27 Jahre alt.

F In einem in Berlin zur Verhandlung gekommenen
großen Meineidsprozeß wurden die zwei Haupthelden jeder zu 15
Jahren Zuchthaus verurtheilt; ein anderer bekam 7 Jahre.

— Eine vollständige Revolution im Mühlengewerbe steht bevor.
Bisher wurden aus Feuersteinen zusammengesetzte Mühlsteine Frank—
reichs als beste Mahlwerkzeuge benutzt.“ Nuͤn ist es aber einem
hemaligen Zöglinge der Potsdamer Gewerbeschule, Fabrikant Buch—
jolz in Charlottenburg, im Verein mit dem Zimmermeister Gieß⸗
nann in Demmin gelungen, aus einer Art porösem Porzellan einen
Stein herzustellen, welcher Resultate erzielt, die von französischen
Steinen nicht zu erreichen sind.

FDie Eröffnung der Vesuvbahn hat, wie telegraphisch
Jemeldet wird, am letzten Sonntag statigefunden. Bei dem zur
Feier der Eröffnung veranstalteten Baukete, an welchem etwa 180
Personen, darunter die Spitzen der Behorden, Theil nahmen, brachte
der Konzessionär Oblight einen Toast auf die Kronprinzessin des
deutschen Reiches, die erste Dame, welche die Bahn benutzt hat,
aus. Der Toast wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen.

Ausland.

Der belgische Vertreter beim Vatican ist abberufen. (Es
ist das die Folge der die widersetzliche Haltung der belgischen Bischoöfe
gegen das Schulgesetz billigenden Aeußerung Leos XIII)

Die Englander haben die unangenehme Entdeckung gemacht
daß die Kosten des afghanischen Krieges sich viel höhrr belaufen.
als sie geschätzt hatten. Es wird nicht viel an 10 Milllonen Pfund
Sterling — 209 Millionen Mark fehlen — allerdings ein an⸗
itändiges Sümmchen.

Von der russisch⸗chinesischen Grenze sind der Deutsch⸗
Russ. Corr. zufolge beunruhigende Rachrichten eingetroffen. Truppen⸗
ansammlungen seitens der Chinesen finden statt und ein Angriff
wird ohne vorherige Kriegserklärung erwartet.

Ehicago. (Republitkanische Konvention.) Im 36. Wahl—⸗
gang wurde Garfield zum Präsidentschaftscandidaten der repu⸗
blikanischen Partei ernannt. (Die zähe Ausdauer der Gegner
Grant's war also schließlich doch von Erfolg gekrönt. Garfield
lam wohl durch ein in letzter Stunde zu Stande gebrachtes Com⸗

promiß zur Stimmenmehrheit; in der 209. Abstimmung am 7. Juni
Abends hatte er nur 2 Stimmen.)
Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

8. Juni. Verhandlung gegen Karl Klein, 20J. alt, lediger Tag—
ner vom Wiesenthaleéerh'o fe bei Kaiserslautern, wegen Vornahme
unzuchtiger Handlungen mit Gewal't. Versreler der kgl
Staatsbehörde: Staatsanwalt KRiefsfer; Vertheidiger; Rechtskandidat
Schuler.

v auf diesen Fall kann der Natur der Sache nach bei öffentlicher
Besprechung nicht näher eingegangen werden. Der Angeklagte ist vollständig
geständig. Dem Antrage der Vertheidigung gemäß verneinten vie Geschwo⸗
renen die auf gewaltsame Vornahme uͤnzuͤchtiger Handlungen gerichtete
Frage und bejahten nur die auf Vornahme unzüchtiger Handlungen an Kin—
dern unter 14 Jahren, jedoch ohne Annatume mildernder Umslände. Tas
Urtheil lautete aufz Fahre Zuchthaußs.

Vermischtes.

In Schnappbach ergab die Sammlung für die Wit—
telsbacher Landesstiftung Mk. 46,10 und in Blieska stel ca.
260 M.

Ein von dem Distriktsausschuß Zweibrücken ange⸗
schaffter als zur Instandhaltung der Wege besonders warm empfoh⸗
lener sogenannter Weghobel hat den gehegten Erwartungen nicht
entsprochen; derselbe versagte schon dei der erften Poobe den
Dienst.

f Ein, in der „Kohlenkammer“ des Stadthauses in Pir—⸗
masen internirter Handwerksbursche stedte am Abend des 7.
ds. das in seinem unfreiwilligen Aufenthalte aufgehäufte Brenn⸗
material in Brand. Als die Flamme emporloderie, fing er aus
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        4 Den bis zum 1. Juni im ungarischen Handelsministe⸗
rium eingelangten Saatenftand⸗Berichten zufolge ist in Ober⸗Ungarn
besonders in Weizen eine sehr gute, in Roggen, Hafer und Gerste
eine gute Mittelernte zu erwarten. Im allgemeinen stellen die
amtlichen Berichte eine viel bessere Ernte in Aussicht, als er⸗
wartet wurde.

4Clemenceau, Secundant Henri Rochefort's im Duell Köchlin,
versicherte in der franzöfischen Deputirtenkammer, die Verwundung
Rochefort's seine ungesährlich und eine rasche Genesung wahrschein⸗
lich Der Degenstich hat das Bauchfell nicht durchbohrt, weil
ochlin, als seinem Gegner die Waffe aus der mit einem Glaco⸗
hanoschuh bekleideten Hand entglitt, seinen Degen zurückzog. Einen
halben Viillimeler kiefer wäre die Wunde todtbringend gewesen.

.In den amerikanischen Staaten Kansas und Neumeriko
baut man jetzt vielfach eine neue Getreideart, welche als Pam-
pasreis, KReiskorn, ägyptisches Korn bezeichnet wird und durch

Mennoniten aus Südrußland dorthin gebracht worden sein soll.
Sie soll mehr Nahrungsstoff euthalten, als Mais, Roggen und
Gerste und in den düsteren Gegenden fortkommen.

4 Einbruch beim Sultan. Wie groß jetzt das Elend in
Konstantinopel ist, kann man daraus ersehen, daß dieser Tage so⸗
gar beim Sultan im Palaste Beylerbey eingebrochen wurde, obwohl
es doch den Dieben bekannt sein mußte, daß der Padischah jetzt
selbst nicht mehr viel zum Besten hat. Geld wurde, was selbst⸗
herständlich ist, keines dorgefunden, dagegen haben die Diebe mehrere
Zostbarkeiten mit sich genommen. Auch haben dieselben fünf Per⸗
sonen der Palastwache, die Lärm schlagen wollten, schwer verwundet.

Im Mai d. J. langten in New-York 55,088 Ein-
wanderer an, gegen 18,325 im gleichen Monate des Vorjahres.
Bis 1. Juni waren in diesem Jahre 135,336 Einwanderer in
New⸗NYork angekommen.

— Fur die Redactson veranliwortlich: F. XR. Deme 5..
Geschäfts⸗GEröffsuung
Einem geehrten Publikum die ergebenste Anzeige, daß ich unterm Heutigen eine

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Jakob Diehl.
24. Inabert, den 6. Juni 1880.

Bekanntmachung.

Zu St. Ingberter Grube soll
eine dritte confessionell gemischte
Schule errichtet und mit einem
kath. Lehrer besetzt werden.

In Gemäßheit 87 der Allerh.
Berordnung vom 29. Auguft
1873 ist zur Errichtung dieser
Schule die Zustimmung der Ge⸗
meinde zu ertheilen.

Es wird deshalb am Dien⸗
stag, den 15. ds. Mts. Nach
mitiags um 5 Uhr im Stadt⸗
hause dahier die Gemeindever⸗
fammlung abgehalten und die
Betheiligten eingeladen sich um
fragliche Zeit einzufinden.

St. Ingbert, 10. Juni 1880.

Das Bürgermeisteramt:

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F 235 8888 * 23. 3 73 52 32*8* 23 5352 955 ———— 3
3. **2 — ———— 55 55 22544 53235.2528f — 285.253323.
323 55 532 —3838526 5822538252533 3255 572. 8.*
282 3 *—e3 65 3 253 523 232.3 * 7 2 22.
— ————— 8 3. 2 *3 5*8 — S 5* 23 — 25
27 G * 333S3 24 —E —* 2 E — —— 222 ———
17 93558 3 s55.3322 285 85825 272323.* 73
52 553 358 32532 258 25534 *535.3 3257 —
5,3 3835 — —F 3 3.* * *2v
2255333 533 2332 232 2. 3 2* 2 22 8 e
3213 38 23 2. 3 A253 c 572 367 *
F —S 2 3 2225877 538 28 —
232 2. 2 2 72 5 77 2* 518 —— — z»27 *
*8Ga. .x — —— 5 792 8 53 55 53 53. 3
2⸗ 7 — — 52 1 *8 2 — 323
74 *72 1722 25325 383 25383338
8 —— *25 77 * —5255 58 5 22 752 *
523835 33238 333 335383* *3z 72 2. 8
—Z— —22 * —— * * — 72 *
—— *53 5 * 3287 25523353 —* 2 *2 3
S.5202 3*855 3753 —4 5—388 3 33 *
5*235 02 3 — 573 8 2 8 — *8* 2. 8 2 — — 2 82
— 8 : * 27 222 — 2 * —353 58 — * 2
*3535 13333 328 * CG3. 35285
7 7 23 * 525 —5 S 15
— 37 ——
—* — * 8 * 2 2 —
—A ——— — 8383 5 3535 — 38
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2 2 — — — —2 * 8.
533—38*
8 —E3.3 — 5522 33 55 5— — 872 — 23— 2 5*
555338 33*23323 2553 218332 3332838 3.
* 3;2. 5 — 3513 AA* 525
555 —— 2335835253 3 38
3583 73235335858 83
*A28 2 * 25 S6 37 5 —— 8 23 J —* 58
* 833 s55398 —3 — —
——— »3z583883 —25 8 25 —58 5—2858 * ———
85 * 829 2 — — 2. 5225 — —
—AA — —A —J 28 3— 5352 —82*77
43 * 23 *»2853 553 5z323325 *5.* 5852 22 —
28 — 552 — 335 2 3. — — —8 3 2 ——
353 23, 639 —2328 3 A —
335 7—223235 —————— 233338833
3233 285* 8 328 525 *8 —R —— —— *
13378 *35353 55335338 33373 53367 3535333 —355
23 —J — —5252*522 * 85 — —— — 3222 *
—— 3533283 2 —8— 383
5.535 5823 328 283 A
233335 35 53223 353 255
* 583 323555227
*223 23232

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5* * 832 2 2 5 22 3 25
* —4332383538 8* 3.3 —334233338387

*3 228 55535 S1123 225355 —A
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28 32 3233225 2* 5835*7—
* — 533722 52 353 222 *7
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5.3 23 *58 —* 5,585 3 2. ᷑2283
3 —s. 383 533235 —
5 — * 2522 — 2 —257
* 2 —A— 2 *7253 2 3*
3 5823 — —— 2353 333—5—37 23 8
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27. 382 353 3*233*
333 5233 28 eze
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28* S* 2. 58* 2* 2322 35*2 5z238835
— 338* 2 228 —
2538 —* 2228 523 27 — —“ 3 533. 25
5353338 3223* —A 57
53238385353 28 —A —
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37 233 8 35 * 5335— 33
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22* — 233835 3 233232535 52 2 5 *
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287 — 3253 2385888 *
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5233535338 — * 3 * 2
* 2352 —
522535 *1
* 3

—

—
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragtvierieljährlich

AAV 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 4 Zustellgeblhhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnei.
A 9838.

Samstag, den 12. Juni

1889.

Deutsches Reich.

Der bayerische Finanzminister v. Riedel wird aus Marien⸗
bad bis Mitte dieses Monats nach München zurückkehren, und
es wird dann alsbald die kgl. Entschließung in Betreff der Einbe—
rufung der Kammerausschüsse für die Steuergesetzentwürfe und der
Kammern selbst zu erwarten sein.

S. Maj. der König von Bayeru hat in Folge des Ab—
lebens der Kaiserin von Rußland eine vierwöchentliche Hoftrauer
angeordnet.

Offizios wird aus Berlin geschrieben: Es werden die Be—
mühungen der Militärbehörden zur Verbesserung des Infanterie—
gewehres, bezw. der bestmöglichen Ausnutzung der jetzt im Gebrauch
befindlichen Gewehre unermüdlich fortgesetzt. Dem Vernehmen nach
ist man in letzter Zeit zu besonders glänzenden Ergebnissen gelangt,
mit deren Feststellung eine besondere Kommission betraut ist.

Die Berliner Nachkonferenz, welche am 16. d. M. in Berlin
zur Regelung der türkisch-griechischen Grenzfrage zusammentritt,
wird im großen Saale des Reichskanzler-Palais ihre Sitzungen
halten. Den Vorsitz wird Fürst Hohenlohe führen, und werden
die Botschafter Englands, Oesterreich- Ungarns, Italiens, Rußlands
und Frankreichs bei ihren Sitzungen von je einem Militär höheren
Grades des Generalstabes oder des Geniekorps, unterstützt sein
England hat hierzu bekanntlich den General Simmons, Rußland,
wie es heißt, den General Anoutschin nach Berlin entsandt. Die
Tücrkei und Griechenland werden an den Berathungen nicht Theil
nehmen.

Zwischen den Conservativen und Freiconservativen des preußß⸗
ischen Abgeordnetenhauses finden Verhandlungen statt behufs Ver—
ständigung über die kirchenpolitische Vorlage.

Durch die mit großer Mehrheit im Plenum des Bundes⸗
rathes erfolgte Annahme des Antrages in Sachen der Unterelbe
ist dem Fürsten Bismarck für manchen Verdruß der letzten Wochen
eine Genugthuung zu Theil geworden. Daß er Hamburg nicht
etwa chikaniren will scheint der Kanzler vorher vertraulich erklätt
zu haben. Wenn auf der andern Seite man sich aus jenem Zwischen⸗
fall die Lehre gezogen hat, daß das deutsche Reich nicht zum Chi⸗
kanirtwerden durch seine kleinsten Staaten gegründet worden ist, so
hat dieser in mehrfacher Hinsicht verdrießliche Zwischenfall wenigsiens
einige gute Folgen gehabt.

Ueber die Verlobung des Prinzen Wilhelm (Sohn des
deutschen Kronprinzen) schreibt die „Provinzial-Korrespondenz“:
„In allen Kreisen des preußischen Volkes und weiterhin in ganz
Deutschland hat sich die lebhafteste Theilnahme bei dem ernsten und
freudigen Schritt kundgegeben, den der Enkel des Kaisers, derein—
stiger Erbe des Thrones von Preußen und der deutschen Kaiser⸗
würde, mit dem unter Zustimmung seiner erhabenen Großeltern
und Eltern vollzogenen Verlöbniß gethan. Aus freier Herzens⸗
neigung hat Prinz Wilhelm einer deutschen Fürstentochter die Hand
zum innigsten und schönsten Lebensbunde gereicht. Seltene Eigen⸗
schasten des Geistes und des Herzens zieren die hohe Braut. So
wird der Prinz im stillen Glück des Familienlebens zu den hohen
Pflichten sich bereiten, die ihn einst erwarten“

Ausland.

Der „Koͤln. Ztg.“ telegraphirt man aus Rom, 8. Juni:
Pronuntius Jacobini hat bereits Auftrag erhalten, der deutschen
Regierung mitzutheilen, daß die Kurie bereil sei. neue Verhand⸗
lungen mit Deutschland anzuknüpfen.

Gerüchtweise verlautet die griechische Regierung habe von
der französischen die Ueberweisung höherer Officiere erbelen zum
Zwecke der Reorganifirung des griechischen Heeres.

—A Pforte zwei dentische Noten
übergeben. Die erste zeigt deu Zusammentritt der Conferenz am
16. Juni in Berlin zur Erledigung der griechischen Grenzregulir⸗
ungsfrage an. Die zweite fordert von der Pforte die Ausführung
der Congreßbeschlüsse betreffs Montenegros und Armeniens. Der
Berliner Conferenz werden sechs Vorschläge betreffs Feststellung der
zriechischen Grenze vorliegen nämlich: die vom Congreß protokol⸗
arisch aufgestellte allgemeine Grenzberichtigung, zwei im Lauf der
Verhandlungen türkischerseitz und zwei griechischerseits gemachte

Vorschläge und endlich ein seinerzeit von Wadington gemachter
Vorschlag. Die Grenzfixirung an Ort und Stelle wird der die
Conferenzbeschlüsse ausführenden Commission übertragen, welche sich
an Ort und Stelle begiebt.
Vifälzuiches Schwurgericht.
1I. Quartal 1880.

Verhandlung gegen 1) Michael Til Imann, 48 Jahre alt, Bier—
»rauer und Wirts in Schifferstadt, 2) Karl Tillmann, 42 Jahre all, Bier—
»rauer und Oekonom allda, 3) Franziska Krembel, 28 Jahre alt, Ehefrau
des Hauptangeklagten Michael Tillmann, 4) Friedrich Hermaͤnn Fischer, 34
Jahre alt, Kaufmann von Kirchheimbolanden, beheimathet in Speher, zuletzt
dopfenagent in Kaiserslautern, wegen betrügerischen Banqueroits und Ur—
unden älschung, bezw. Theilnahme daran. Die Änklage vertriu Staatsan-
valt Dr. Krell; Vertheidiger des Michael Tillmann und seiner Ehefrau ist
stechtsanwalt Schmidt, des Karl Tillmann Rechtsanwali Gebhardt, des Frie⸗
)rich Hermann Fischer Rechtsanwalt Ginck.

Am Nachmittag des 8. Juni begann die Hauptverhandlung in dieser
SZache, nachdem die Voruntersuchung üder ein Jahr in Anspruch genommen
jatte. Die Verhandlung wird die ganze laufende Woche ausfüllen und wohl
auch noch in den Sonniag hineinreichen. Es werden im Ganzen etwa 100
Be⸗ und Entlastungszeugen und Sachverständige vernommen werden; die
Unklageschrift umfaßt 143 Bogenseiten, und sast eben so viele der Verwei⸗
ungsbeschluß der Strafkammer des kgl. Landgerichts Frankenthal. Es kann
atürlich unsere Aufgabe nicht sein, eine detaillirte Schilderung der von den
Angellagten — nach Aufftellung der Anklage — bethätigten Manipulationen
uu geben; es wäre dazu der Rtaum unseres Blattes zu beschränkt und das
Interesse des lesenden Publikums würde bei einer solch volumindsen Schil⸗
erung in gleichem Schritt mit dem Verständniß derselben schwinden. Wir
beschränken uns darauf, in großen Zügen ein Bild der gegen die einzelnen
Angeklagten gerichteten Anklage, sowie der von denselben dagegen geltend
gemachten Veitheidigung zu entrollen.

Ser Hauptangeklagte Michael TiIImann ist ein über die Gemar—

ung von Schifferstadt, ja über die Grenzen der Pfalz hinaus bekannter und
in früheren Zeiten auch geschätzter Geschäftsmann; in Schifferstadt selbst sei⸗
ner Zeit einer der angesehensten Bürger, bekleidete er früher das Ehrenamt
ines Bürgerme isters daselbst und hatie bereits zweimal Gelegenheit, als Ge—
chworener Mit lied des Gerichts zu sein, das ihn jetzt als Angeklagten vor
ich sieht. Er lebt mit der Mitangeklagten krembel — seiner früheren
Dienstmagd — in dritter Ehe. Seine zweite Ehefrau, Katharina Magin,
var am 27. Februar 1870 unter Hinterlassung eines bedemlenden verms—
zens gestorben und am 18. October desselben Jahres schloß er seine dritte
Ehe. Er hatte früher Ackerbau betrieben und in wohlhabenden und glück⸗
ichen Verhältnissen gelebt, da er selbst ungefähr 14 000 Mk. Vermögen be⸗
essen und ihm, wie erwähnt, seine zweite Ehefrau ein bedeuiendes Vermögen
nit in die Ehe gebracht hatie. Einem gewissen ehrgeizigen Zuge folgend,
der ihm seine bisherigen Verhältnisse als zu klein erscheinen eß, kausie er
uim 13. 8ez. 1870 von dem Bierbrauer Rudolph Dahlem in Schifferstadt
dessen daselbst befindliche Bierbrauerei und Branniweinbrennerei nebst Zube⸗
jör um 26,800 fl. und ferner am 1. Februar darauf von genanntem Dah⸗
em noch verschiedenes, zum Bierbrauereibetrieb gehöriges Mobiliar um
3165 fl. Er betrieb die Vrauerei gleich von Anfang an meist mit fremden
Beldern, da er selbst bei seinem ausgedehnten Ländereibesitz wenig Baarmittel
esaß. Er unternahm dann noch größere bauliche Verändernngen an der
Brauerei, richtete daneben noch eine großartige Wirthschaft ein und gerieth
dadurch in Schulden. Schon wenige Jahre nach dem Kauf der Vrauerei
ermißte man öfters prompte Zahlung, ja er ließ sogar Ende 1871 Urtheile
zegen sich ergehen, bei denen er das Schuldverhältniß nicht bestreiten wnnte.
Im Jahr 1875 trat er mit dem Geschäftsagenten August Grehl von Speyer
in Creditverbindung, welch letzterer Wechsel auf ihn zog, sie von ihm accep⸗
uiren ließ und diese weiter begab. Viele solcher Wechsel mußten daun spä⸗
ter, da Michael Tillmann sie am Verfalltage nicht einloͤsen konnte, durch neue
ersetzt werden, wobei ihm natürlich hohe Prozenle für Zinsen und Provision
»erechnet wurden. So kamen denn die Verhältnifse Michael Tillmann's
immer weiter und weiter zuruck. Im Marz 1878 versuchte er nochmals ei⸗
nen Weg zur Rettung. Am 2. März 1876 erhielt er von Adam Sauet-
orunn, Gerber in Haßloch, ein Darlehen von 51,500 Mk., wofür er in Ge⸗
neinschaft mit seiner Ehefrau und seinem Bruder Hermann Tillmann, Acke⸗
zer in Schifferstadt, hypothekarische Sicherheit bestellte Am selben Tage
vurde ihm gegen Verpfändung seiner Liegenschaften bei dem Kaufmann
Theodor Hirsch in Mannheim ein Credit von 28,800 Mi. eröffnet; letzter⸗
vähnter Credit wurde jedoch bald von Michael Tillmann bedeutend über⸗
chritten, ohne daß, entsprechend dem Charakter eines derartigen Contocorrent⸗
»erhältnisses, von ihm wesentliche Abzahlungen gemacht worden wären, so daß
endiich genannter Theodor Hirsch von dem kgl Handelsgerichte Frankenthal
unterm 6. April 1877 ein Urtheil fur den VBetrag von 40000 Mi. gegen
Michael Tillmann erwirkte Mit diesem Schlage — stellt die Anktlage auf —
väre der Ausbruch der Gant bei letzterem undermeidlich gewesen, wäre nicht
sein Bruder, der Angeklagte Karl Tillmann, jert für ihn in die Schranken
getreten.

Karl Tillmann lebte mit seiner Ehefrau Elisabetha Valdenaire ebenfalls
in den besten Vermögensverhälinissen, besaß auscedehnte Ländereien und eine
zroße Oekonomie. Schon früher halte er seinem Vruder Michasel bei der—
chiedenen Verlegenheiten durch Buürgschaftleiftung unter die Arine gegriffen;
etzt wagte er das Letzte und brachte am 12. October 1877 das ganze Brtauerei
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        anwesen mit sämmtlichem dazu gehörigem Mobiliar um 85,700 M. an sich.
Außerdem verkaufte Michael Tillmann seinem Bruder Karl am 23. October
i877 fein gesammtes Mobiliar um 8564 yt. Die Anklage stellt nun auf,
daß dieser letztere Mobiliarverkauf kein ernsthafter gewesen, vielmehr nur in
der Absicht geschlossen worden sei, die Glaͤubiger des Michael Tillmann am
Zugreifen zu hindern. Bezuglich des Verkaufs des Brauereianwesens ist die
Antlage der Ansicht, daß dadurch der Betrieb und die Verwaltung und das
Eigenthum desselben nicht an den Käufer vollständig Ubergegangen sei, sondern
daß shatjächlich durch den Kaufvertrag zwischen den beiden Brüdern ein Ge⸗
sellschaftsverhältniß begründet wurde “auf Grund dessen die Brauerei mit
hren Einkunften beiden Vrudern gemeinschaftlich gehöre. Letztere Anschau⸗
ung bezeichnet insbesondere der Angeilagte Michael Tillmann als falsch, indem
er aufsiellt, er habe an der Brauerei gar keinen Antheil mehr gehabt. Die
Anklage deduciri weiter aus dem großartigen Betriebe des Geschafts der Ge⸗
bruͤder Tillmann?“ — wie die Brauerei auf ihrea Rechnungen ⁊c. hieß —,
daß beide Theilhaber der Gesellschaft, Karl und Michael Tillmann, Vollkauf⸗
leuse im Sinne des Gesetzes und deshalb zur ordnungsmäßigen Führung von
dandels buchern verpflichtet seien. Tie vorgefundenen Geschäftsbücher sind
mangelhaft und unüberfichtlich gefuhrt, und es sen dies — wenigstens theil⸗
weise — in der Absicht geschehen, die Gläubiger zu schädigen, so behauptet die
Antlage. Dieselbe verweist in diejer Hinsicht auf eine Reihe von falschen und un—
vperständlichen Einträgen kurz vor Ausbruch der Gant, auf welche wir uns jedoch
nicht näher einlassen wollen. Rach Aufstellung der Antlage hat der Ange⸗
klagte Hermann Fischer als Buchhalter in genannter Brauerei diese falschen
Buchungen, wissend, daß sie falsch seien und zur Benachtheiligung der Gläu—
biger dienen, vorgenommen. Der Ganlausoͤruch war bei dem beständigen
Ruückgeng des Geschäfts und dem bis auf's Aeußerste angespannten Credit
in demselben unvermeidlich und irat denn auch am 7. Juni 1878 ein, an
welchem Tage auch von dem lal, Tandrichter von Speyer Siegel angelegt
wurden.

Dem Gantausbruch vor⸗ und nachgängig werden nun von der Anklage
den einzelnen Angeklagten außer der erwähnten falschen und mangelhaften
Buchführung noch mehrere in der Absicht, die Gläubiger zu benachth iligen,
vorgenoͤmmenen Handlungen aur Laft geiegt. (Forts. folgt.)
Vermischtes.

In der Schöffengerichtssitzung zu Pirmasens vom 4.
d. M. wurde u. A. ein Ackerer von Salzwoog wegen Thier—
quälerei in eine Haftstrafe von 5 Tagen und in die Kosten ver⸗
artheilt. Derselbe hatte sein durch Arbeit abgetriebenes Pferd da⸗
durch am Umlegen im Stalle verhindert, daß er demselben Ketten,
welche an der Decke des Stalles defestigt waren, um den Bauch
og. O) Ein Gensdarme kam eben dazu, als das arme Opfer bar⸗
datischer Roheit unter diesen Qualen verendete.

Das Ergebniß der am Montag in Kaiserslautern
vorgenommenen Sammlung für die Wittelsbach-⸗Stiftung liegt nun
vor. In den 29 Sammelbezirken ist die Summe von rund 2300
M. eingegangen.

Die „Ksrsl. Ztg.“ schreibt: Die Vertrauensmänner der
freisinnig⸗nationalen Partei des Wahlkreises Kaiserslsutern, welche
am8. Juni in Langmeil versammelt waren, haben den Beschluß
gefaßt, es sei von iner Betheiligung der Partei als solcher an
der nächsten Sonntag zu Kaiserslautern stattfindenden (von der
demokratischen Partei einberufenen) Versammlung Umgang zu nehmen,
dagegen eine allgemeine pfälzische Versammlung der Partei⸗ und
GefinnungsGenossen demnächst zu veranlassen. Die Vorkehrungen
hierzu wurden sofort getroffen.

Auch Frankent hal wird seinen Amselproceß bekommen!
Ein in der Speiererstraße wohnender Wirth hält eine Amsel und
erhielt gestern einen Strafbefehl mit 8 Mark event. einen Tag
Haft, dafür „weil er sie (die Amsel nämlich) pfeifen läßt!“ Gutem
Vernehmen nach wird der Bestrafte Berufung einlegen. (F. T.)

In ganz Bayern betrug heuer die Zahl der jungen
Juristen, welche die praktische Prüfung für den Staatsdienst
mitmachten, nicht mehr als 67, wovon 531 auf das rechtsrheinische
Bayern, 16 auf die Pfalz treffen. In früheren Zeiten überstieg
die Zahl der Kandidaten in dem einzigen Kreise Oberbayern die
heurigs Gesammtzahl oder tam ihr wenigstens nahe.

p Voriges Jahr wurde bekauntlich zur Weihnachtszeit zwischen
Frankfurt und Darm stadit ein bedeutender Postdiebstahl
Ferubt. Wie man jetzt hört, soll der Dieb in Mannheim in einem
Postunterbeamten entdedt sein.

Mainz, 8. Juni. Gestern fanden auf verschiedenen
Linien der Hess. Ludwigsbahn Probefahrten mit dem Thomasschen
Dampfwagen siatt. Denselben wohnten Vertreter des Reichseisen⸗
bahnamtes, der hessischen Regierung, ber Main⸗Neckar⸗Bahn, der Ober⸗
hessischen Bahn, des Verwaltungsrathes und der Spezialdirection
der Hess. Ludwigsbahn bei. Zunächst wurde ein fahrplanmäßiger
Zug von Darmstadt nach Erbach im Odenwald (derselbe, welcher
seit Anfang April Jl. J. durch diesen Dampfwagen befördert, bezw.
ersetzt wird) gefahren. Sodann wurde eine Extrafahrt nach Darm⸗
stadt gemacht und nach dieser eine solche von Darmstadt nach
Aschaffenburg und eben so zurück, so daß circa 191 kmdurchfahren
worden sind. Alle Fahrten gingen vortrefflich von statten und es
wird anerkannt, daß selten ein Eisenbahnfahrzeug einen ruhigeren
Gang bietet. Die Fahrgeschwindigkeit, welche von der Behoͤrde
bis ju genügender Erprobung auf 30 kmepro Stunde begrenzt
worden vat erreichte und überstieg bei den genannten Fahrten
50 kvmn meistens. Besonders günstig erwies sich auch der geringe
sohlenverbrauch. Ohne Zweifel wird nunmehr eine groͤßere Fahr⸗
geschwindialeit für den Wagen gestattet werden, wodurch die Vor⸗

theile, welche durch Dampfwagen als Ersatz von Zügen mit ver⸗
zältnißmäßig schwacher Frequenz erzielt werden, erst völlig zur
Heltung kommen koönnen. (Mz. Tgbl.)

4 Bei dem Grubenunglück auf der Zeche Neu⸗sIserlohn bei
Dortmund blieben 22 Todte und 4 Verletzte. Ursache: Schla⸗
gende Wetter. Eine Betriebsstörung ist nicht eingetreten.

pKatzhütte in Thüringen. GGom eigenen Vater er—⸗
schlagen.) In dem freundlich gelegenen Katzhuͤtte in Thüringen
vohnie ein fleißiger Glasarbeiter Namens Tischler, der sich durch
seine bisherige Unbescholtenheit die Achtung sämmtlicher Bewohner
erworben haue. Vor mehreren Tagen war der Alte auch wieder
in gewohnter Weise bei der Arbeit, als plötzlich der Sohn in sehr
ingetrunkenem Zustande hereintritt und den Alten auf alle Weise
Helaͤstigt. Der Vater verweist ihm dies ernfstlich und heißt ihn gehen.
Der Sohn geht auch, — um schon im nächsten Augenblicke mit
⸗einem Beil zurückzukehren und auf den Vater loszugehen. Kaum
wber hatte ersterer einige Schritte gethan, als er plötzlich wie eines
Besseren sich besinnend, stehen bleibt, gleich darauf aber Tisch und
Stuhl zertrümmert; hierbei fällt ihm ein Gewehr in die Augen,
velches er sofort ergreift und auf den erschrockenen Vater anlegt.
Der Alte, Alles befuͤrchtend, flieht vor dem wahnwigtigen Sohne,
dieser aber folgt ihm mit dem Gewehre. Draußen sieht der Alte
inen Knüppel stehen, er ergreift ihn und führt einen so unglück—
ächen Schlag nach seinem Verfolger, daß derselbe mit zerbrochenem
Hirnschädel zusammenbricht. Der unglückliche von Schmerz zerrissene
ZDater hat sich selbst dem Gericht gestellt.

Einschlechtes Geschäft. Zu einem Bäckermeister
in Berlin kam am 1. d. M. eine unbekannte Frauensperson, welche
ür fünf Pfennige Semmel kaufte und einen Hundertmarkschein
dafür in Zahlung gab. Aus Versehen gab der Bäckermeister eine
Rolle Goldstücke, 10900 Mark enthaltend, heraus in der Meinung,
daß die Rolle 80-Pfennigstücke enthalte, und außerdem 49 M.
35 Pf. in verschiedenen Münzen. Die Goldrolle enthielt 48
Zwanzigmarkstücke, und 4 Zehmnarkstücke, so daß die Unbekannte,
die fich bis jetzt im Laden nicht wieder hat sehen lassen, 1049 M.
35 Pf. zurückerhielt.

4 Auf einem Gute bei Stettin brach vor einigen Tagen,
Abends 11 Uhr, ein Feuer aus. Das ganze Gut wurde ein Raub
der Flammen. In dem Wohnhause, in welchem das Feuer zum
Ausbruch kam, verbrannten der Gutsbesitzer, dessen Ehefrau und
drei Kinder.

— An den schweizerischen Hochschulen, namentlich Zürich
uind Bern feiert das ewig Weibliche glänzende Triumphe, und
die Schwachen erweisen sich oft stärker als die Starken; dies gilt
desonders von Damen aus Rußland, Oesterreich, Ungarn, Serbien ꝛtc.,
velche meist die medicinische Doctorwürde erwerben, nachdem sie
trenge (7) Prüfung bestanden. Bemerkenswerth ist, daß eine
Russin am eidgenössischen Polytechnikum das Diplom eines tech⸗
uschen Chemikers erlangte. Den Vogel hat aber eine Dame ab⸗
geschossen, welche sowohl in der medicinijschen als in der philosophischen
Facultät doctorirte. (Wir möchten solch' ein Doctor⸗Examen ein⸗
al nüt auhören und ansehen! Uebrigens — Gedanken sind ja
zollfrei.)

'Eine neue Methode zur Ermittelung von Tri⸗
hinen hat, wie das Aerztliche Int.Blatt als Kuriosum erwähnt,
ein holsteinischer Bauer ersonnen. Hat er ein Schwein geschlachtet,
io schickt er ein Stück desselben, einen Schinken, eine Wurst u. dgl.
einem Pastor und wartet dann ruhig 14 Tage lang den Erfolg
ib. Bleibt der Pastor gesund, so fuͤhlt auch das Bäuerlein sich in
cinem Gewissen vollkommen beruhigt über die allen hygienischen
Anforderungen entsprechende Beschaffenheit seines Schweins und
nacht sich mit Appetit darüber.

4 Am 2. Juni war es ein Jahr, daß im Kapland in Süd⸗
ifrika der einzige Sprosse Napoleon's III. unter den Speeren der
zulukaffern als englischer Offizier sein junges Leben aushauchte.
Für die Mutter des Gefallenen, die Erkaiserin Eugenie, war dieser
hr das Theuerste raubende Schlag geradezu niederschmetternd.
stachdem sie sich einigermaßen in das herbe Schicksal, durch das
hre wer weiß wie hochfliegenden Hoffnungen und Pläne jählings
erstört worden, gefunden, that sie das Gelöbniß, an der, Stelle,
vo ihr Kind den Tod erlitten, am ersten Jahrestag des für sie
io furchtbaren Ereignisses ein Gebet zu verrichten. Es wird wohl
»in Aufschluchtzen aus jammervoll zerrissenem Mutterherzen gewesen
ein! Det Gang der Geschichte sorgt mitunter füe gewaltige Kon⸗
raste. Kaiserin Eugenie vor zehn Jahren und heute! Man braucht
veide Daten nur fluͤchtig im Geist zu berühren, um sich, mag die
Frau unsres Widersachers von 1870 auch manche große Schuld
reffen, Angesichts Dessen, was ihr die Vorsehung innerhalb eines
Jahrzents Schweres auferlegt hat, von Mitleid bewegt zu fühlen.

— Welche Mittel die Amerik aner anwenden, um ein „volles
daus“ zu erzielen, dafür möge folgendes Beispiel sprechen. Ein
MNenageriebesitzer zeigt an, daß sein gelehriger Elephant zu seinem
Zenefün auf einem prachtvollen Erard einge Klavierstücke vortragen
        <pb n="367" />
        werde. Alles rennt hin, um den neuen Virtuosen zu hören, und
eine große Einnahme wurde erzielt. Vor Schluß der Vorstellung
wird ein schönes, nagelneues Pianoforte mitten in den Cirkus hin⸗
eingestellt und der Deckel abgehoben. Lautlose Stille. Der Ele—
phant tritt nach den üblichen Verbeugungen an das Instrument,
hebt endlich seinen Fuß und setzt ihn auf die Klaviatur. Ploͤtzlich
erhebt er ein schreckliches Geschrei, das wie Weinen klingt und die
Zuschauer mit nicht geringer Angst erfüllt. Der Besitzer des Thieres
tritt endlich hinzu und nachdem er seinen Kopf in den Rachen des
EFlephanten gesteckt, um dort die Ursache des Weinens zu erfahren,
läßt er den dickhäutigen Virtuosen vom Klavier wegführen, indem
er der staunenden Menge verkündet: „der Elephant könne auf
diesem Klavier nicht spielen, da er zu tief ergriffen sei, weil er in
den Tasten der Klaviatur die Zähne seiner armen Mutter er—⸗
annt habe!“

— Eine papierne Gesellschaft wurde kürzlich in Rew-York
gegeben, bei welcher eine Dame ein Kleid von Dolly Varden Ta—
oetenpapier und eine Taille in glatt lila Papier trug. Eine an—
dere erschien in glatt blau mit silbernen Sternen bestreut und eine
ehr lebhafte Schöne stellte ein in braunes Papier gepacktes Bündel
dor, mit der Inschrift an den Schulern: „Diese Seite ist mit
Sorgfalt anzufassen.“ — Wir überlassen Geyer's Stationer die
Verantwortung für diese von ihm mitgetheilte Begebenheit.

Während des Gottesdienstes wurde am verflossenen Sonn⸗
tag eine Kirche in Mount Carey (Ohio Nordamerika) durch
einen Wirbelwind zerstört. Der Prediger wie mehrere Gemeinde—
zlieder wurden unter den Trümmern der eingestürzten Kirche todt
hervorgezogen und 20 weitere Personen schwer verletzt.

F Abgedrehte Reichsgoldmünzen kommen jetzt öfter in
den Verkehr. und zwar ist die Abdrehung so künstlich erfolgt, daß
die Stücke nur der Umschrift am Rande „Gott mit uns“ ent—
dehren und nur mit der größten Aufmerksamkeit von den voll⸗
vichtigen Münzen zu unterscheiden sind. Die durch die Manipu—
iation vorgenommene Entwerthung ist indessen nach der „Voss.
Ztg.“ eine erhebliche, denn sie beträgt beim Zehnmarkstück 180 Pf.,
hbeim Zwanzigmarkstück 220 Pf.

— Deutsche Kolonialpolitik. Wie verlautet, wird im Juni
d. J. eine Gesellschaft von Landwirthen unter Führung eines be—
geits mehrere Jahre dort gewesenen und mit don dortigen Ver—
hältnissen vertrauten Betheiligten nach Süd-Brasilien gehen, um
auf dem Hochlande der Provinz St. Katharina große Flächen des
dorzüglichsten Weidelandes zur Viehzucht, hauptsächlich Schafzucht,
zemeinschaftlich zu erwerben.

— Wie früher det „Goldregen“, so wird jetzt auch der Ole—
inderbaum als giftig bezeichnet. Vielfach angeftellte Unter—⸗
uchungen ergaben, daß die aus den Blättern und Blüthen gezogenen
Ertracte dagegen am stärksten wirken. Als den Tod des Menschen
jerbeiführende Dosis genügen 142 Drachmen. Größeren Säuge—
thieren, Kühen, Schafen u. s. w. ist das Fressen der Blätter sehr
zefährlich; letztere krepiren, wenn sie Wasser saufen, in welchem
Dleanderblätter liegen. Das giftige Princip der Oleanderbäume

sst ein gelbes scharfes Harz, das sich am meisten in der Rinde
yorfindet.

Gemeinnüutziges.

Gegen den Stich giftiger Fliegen soll sich —
borausgesetzt, daß eine Blutvergiftung noch nicht eingetreten ist —
folgendes Mittel selbst noch in solchen Fällen bewährt haben, wo
dasselbe erst nach 18 Stunden angewendet wurde. Der Fliegen—
ttich bildet eine aufgeschwollene Pocke, welche nach einigen Stunden
einfällt. Man nehme nun ein Stück Heftpflaster von der Größe
eines Zweithalerstückes, schneide in dasselbe je nach der Größe der
Pocke ein Loch und lege das Pflaster derartig auf, daß die Pocke
durch das Loch tritt. Hierauf mache man mit einer Lanzette in
die Pocke überkreuz zwei tiefe Einschnitte, bringe den Patienten in
eine solche Lage, daß die Wunde wagrecht zu liegen kommt, streue
dali causticum start auf die Pocke und lege ein zweites geschlossenes
Heftpflaster darüber, damit das Pulver nicht abfallen kann. Das
pflaster bleibt so lange liegen, bis es von selbst abfällt; alsdann
st der Patient gesund.

Ein gutes Mittel gegen Brandwunden, das ich viel⸗
ach an mir und anderen ingewendet, ist Kochsalz und Spiritus;
edoch darf das Salz auf der Wunde nicht trocken werden, sondern
nuß immer wieder mit Spiritus angefeuchtet werden. Dieses
Mittel verhindert, wenn es sogleich angewendet wird das Entstehen
»on Blasen, und stillt sogleich volllommen den Schmerz. Wenn
Blasen schon erschienen oder die Haut losgelöst sein sollte wende
cch eine dunne Salbe, bestehend aus Leinol, Bleiweis und ein
venig Silberglätte, täglich zweimal angewendet, sehr erfolgreich an.

Behufs Ermöglichung des Beschlagens wi—
erspenstiger Pferde wird das folgende Verfahren em—
»fohlen: Man stedt die beiden Ohren des Pferdes (haufig reicht
nuch eins schon hin) unter den Nackenriemen des nicht allzu lose
Lrensenzaumes. Das Ueberraschende dieser höchst einfachen Mani—

pulation an dem sich sonst in voller Freiheit der Bewegung befind⸗
ichen Thiere bewirkt eine eigenthümliche Unempfindlichkeit; es läßt
iich ruhig beschlagen. Sollte der Versuch etwa bei Racepferden
uicht gleich glücken, so kann man ihnen noch ein Tuch über die
Ohren hängen. Noch habe ich, berichtet Ochsenius in der „Allg.
ztg. für L. u. F.“ kein Pferd, das berüchtigt war, sich nicht be⸗
chlagen zu lassen, gefunden, das nicht auf diese bequeme Art zum
Stillstehen gebracht worden wäre. Jedenfalls lohnt es sich sehr der
Mühe es zu versuchen, da kein Apparat erforderlich und keine Miß—
jandlung nöthig ist, die das Thier für spätere Operationen noch
cheuer macht. (Oest. 1dw. Wochenbl.)

Die Verwendung des kohlensauren Natrons in der
dauswirthschaft ist eine sehr vielfältige. Um das Sauerwerden
der Milch zu verhüten, setzt man derselben auf je einen Liter einen
Theelöffel voll zu. Sauer gewordenes Gemüse und Fleischbrühe
ind wieder genießbar zu machen, wenn man sie mit kohlensaurem
datron aufkocht. — Ranziger Butter, wie auch ranzigen Fetten
'ann man den vollkommenen frischen Geschmack dadurch zurückgeben,
zaß man die eine wie die anderen mehrmals im Wasser auswäscht,
vorin ein Eßlöffel voll kohlensaures Natron aufgelöst ist. Wollen
dülsenfrüchte, wie dies bisweilen vorkommt, troß längeren Kochens
nicht weich werden, so braucht man denselben nur ein wenig kohlen⸗
aures Natron zuzusetzen, damit die halsstarrigen Früchte sich nach
inigen Minuten von ihren Hülsen lösen. Schüttet man endlich
ohleusaures Natron in das Wasser, womit man Kaffee oder Thee
ereitet, so werden beide Getränke besser und stärker. In England
yedient man sich des kohlensauren Nattons sehr häufig anstatt der
ielfach sehr unangenehm schmeckenden Hefe zum Bereiten von allerlei
zackwerk.

Kitt für Aquarien wird auf folgende Art hereitet: Man
hymelze fein gepulferten Bimstein mit gleichviel Schellack oder
Schwefel zusammen und trage diese Masse heiß auf. Sie kittet
dolz, Glas und Metall aneinander.

Entfernung von Fettflecken aus Zeichnungen Schrif—
en u. dal. Man überschütte die Oberfläche der Zeichnung oder
Schriften da, wo Fettflecke vorhanden sind, mit Benzol. Nachdem
die fettigen Stellen damit getränkt sind, schütte man Bolußpulver
darauf. Man kann letzteres lose auf den Stellen liegen lassen
der durch die Hand fest andrücken. Nachdem das Pulver ungefähr
ꝛine Minute gelegen hat, kann dasselbe abgeschüttelt werden. Sind
die Flecken nicht vollständig entfernt, sa wiederholt man das Ver—
sahren. Auf diese Weise lassen sich sämmtliche Fettflecken aus
Zeichnungeu, Schriften, Drucksachen ꝛc. entfernen, ohne eine Spur
zu hinterlassen.
Marö Lberichte.

Zweibrücken, 10. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 12 M. 76 Pf. Korn 11M. 28 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — Lj.
Dinkel - M. — Pf., Mischfrucht 11 M. 31 Pf., Hafer 8 M. 26 Pf.
Erbsen — M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Kartoffeln 3 M. 20 p̃f,
deu 8 Me20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 61 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 77 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 91 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfleisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 I
dammelfleisch 60 Pf. Schweinesleisch 60 Pf., Butter!/2 Kilogr. d Mi, 85 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J viter 24 Pf.

Homburg, 9 Juni. (Iruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
2 M. 64 pf., Korn 10 M. 85 Pf., Spelztern — M. — Pf., Spelz O M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
3M. 20 Pf., Mischfrucht 11 M. — Pf., Erbsen — M. — pf.,Wicden
) M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf, Korn-
»rod 6 Pfunod 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
indfleisch 530 Pf., Kalbfleisch 30 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1J Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Cir. 3 M. — Pf.

Kaiserslautern, 8 Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 12 M. 49 Pf., Korn 10 M. 90 Pf. Spelzlern — M. — Pf. Spelz
3 M. 56 Pf., Gerste 10 M. 12 Pf., Hafer 8 M. 17 Pf., Erbsen 0 M.
— Pif. Widen 6 M. 20 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesainen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 8 Pfd. 40 Pf., Gemischlbrod
3 Pfund 453 Pfg. Butter per Pfd. O M. 83 Pf., Eier 2 Stuck Oo Pf. Kar⸗
offeln per Cent. M. — Pf. Stroh O M. — Pf. Heu 8 M. — Vfg.

Für die Medaction verann —in. F. Demen. —
* —DVA———3227
Gewerbliche und landwirthschaftliche Ausstellung des
Pfalzgaues.
Mannheim, 7. Mai 1880.

Je näher wir dem Eröffnungstermin für unfere Ausstellung entgegengehen,
im so umfassender werden die Vorarbeiten für dieselbe bei den einzelnen Kom⸗
nissionen, um so rühriger aber auch schaffen deren Mitglieder an den ihnen
ugetheilten Aufgaben. So find die Plätze in der Maschinenhalle an die ein⸗
elnen Aussteller definitiv vertheilt und ist das Bureau gegenwärtig mit der
rxpedition der diesbezüglichen Mittheilungen beschäftigt; ebenso sind auch die
inzelnen Zimmer endgültig vergeben. Innerhalb der nächsten acht Tagen
verden außerdem die Platzeintheilungen für sämmtliche Aussteller bewirkt sein
ind sollen letztere sodann sofort über den ihnen zugetheilten Raam verstän—
»igt werden. Recht erfreulich ist die Wahrnehmung, daß sämmiliche Arbeiten
uür die Ausstellung im Berhältniß zu der noch vor uns liegenden Zeit ent—
chieden weiter vorgeschritten sind als dies bei andern Aussteliungen z. B. in
Dffenbach der Fall war, sodaß man dem Eröffnungstermin mit voiler Zu⸗
ersicht auf ein durchaus fertiges Werk entgegensehen kann. Der 15. Juli,
ils definitiver Eröffnungstag, wird deßhalb für den ganzen Pfalzgau ein
benfo bedeutungsvoller als freudiger Tag werden, umsomehr als mit Sicher⸗
eit zu erwarten steht, daß der hohe Proteltor des Unternehmers S. Kgl.
doheit der Großherzog, die Ausstellung in Verson eröffnen wird.
        <pb n="368" />
        Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 14. Juni
1880, Nachmittags 3 Uhr, zu
St. Ingbert bei Ferdinand
Oberhauser, wird durch den
unterzeichneten kgl. Notar Sauer
daselbst gegen die Eheleute
Michael Spohn, Maurer, und
Anna Maria Jungfleisch,
im Wege der vertragsmäßigen
Wiederversteigerung, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
im Banne von St. Ingbert
öffentlich zu Eigenthum ver⸗

deigert, nämlich:
Plan Nro. 1722, 14
36 qm. Fläche, worauf
zwei Wohnhäuser mit Hof⸗
raum und Zubehör, ge⸗
legen zu St. Ingbert im
Hirteneck neben Heinrich
Reitelstürtz.
St. Ingbert, 25. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Dienstag, den 15. Juni,
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert bei Wittwe
Johann Adam Beck wird auf
Betreiben von Georg Wagner,
Privatmann in St. Ingbert,
gegen Friedrich Joseph Koch,
Wirth allda, die nachbezeichnete
Liegenschaft, im Banne St. Ing⸗
bert, wegen Nichtbezahlung des
Erwerbspreises, im Wege der
bertragsmäßigen Wiederversteiger⸗
ung oͤffentlich an den Meist⸗
bielenden zu Eigenthum ver⸗
steigert:
Plan Nro. 3347, 142
65 qm. und
Plan Nro. 3348, 124
27 qm. Acker in der Apfel⸗
tart neben Johann Hellen⸗
thal und dem Weg.
St. Ingbert, 26. Mai 1880.
Sauer, k. Notar.

Frau Wittwe Hager hat
Wiesen und Kleeäcker zu
erpachten.

Baron Liebigs
Malto-Leouminosen-Chocoladen
zt. Zohann-Saunrbrücker

Volkszeitung.
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nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster siammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗

fandt von

D. PIXNGEL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
etzt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
zeworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

besitzen, die zum Wiederaufbau
eines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind.

Er ist unersetzlich be Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗

rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, ouggen Hautaus⸗

ichlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Nheumatismus,
a eee sorie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frisch, fiellt die Harmonie des Koörpers wieder her und verlangert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett verfehen.

Vreis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 30 Ppf.
—V ——— 2 660 * 9 6 M. 73 Pf.
Wei 5 Fl. Verpachung frei. Bei 10 Fl. freie Verpakdung u. 1 Fl. gra⸗
gtis Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Wersandt durch die Fabrilk. Attest:

Herr J. Heiß, Wirth und Oekonom in Pfahldorßb. Kipfenberg.
in Baͤyern, Mittelfranken, berichtet: Da ich durch den Gebrauch Ihres
Venedictiner von meinem Magenleiden beinahe gänzlich geheilt bin, spreche—
ich Ihnen meinen innigsten Dank aus und bitte gleichzeitig um sernere
nii von 10 Flaschen Benedictinex.

A
—A———

Die Hauptblãtter der
Schweiz und Prankreiche
sind von uns gepachtet &amp;
nebmen Anzeigen mur

dureh uns.

— morulag den 14. Juni von 4 Ubr ab im Caffee
Aberhanser:
Großes
V
Garten-Concert
ausgeführt von der Capelle des Schlesw. Holit. Dragoner⸗
Regiments Nr. 13.
Entree 50 Pf.
Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im Saale itatt.

Das in Cassel erscheinende
Hessische Jageblalt &amp;u
mit dem
Amtlichen Anzeiger
verbunden, eignet sich bei seiner großen Verbreitung in und
rußer der Provinz als wirksamstes Insertions—
Organ. Es wird die 4 gespaltene Petitzeile mit
15 Rechspfg. berechnet und bei größeren Aufträgen höchst-
möglichster Rabatt gewährt.
Die Erpedition.

Magenbitter.

Billigstes Hausmitlel anwendbar bei Magen ˖

deschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit

u. j. w.

Preia à FI. ca. I50 Gr. Inh. IM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.

Der einzig äͤchte Benedictiner Doppelkräuter⸗

Magenbitter und Sanct Bernhard- Magenbitter von C. Pingel in
chötlingen ist zu haben in St. bei Herrn J.
Friedrich.

A.Sichel's Atelier künstl. Zahne
Plombiren, Reinigen ꝛe.
St. Aohann, Sulrbachstraße 158.

F Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonutagsblatt“ Ne
        <pb n="369" />
        Sl. Ingberker Anzeiger.

⸗
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 , einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Neclamen mit 830 — pro Zeile berechnet.
M OVA.

Sonntag, den 13. Juni

1880

Deutsches Reich.

Die am Donnerstag von der Kirchengesetz-Kommission
des preußz. Abg.⸗Hauses vorgenommene 2. Lesung hatte das
Endergebniß, daß das ganze Gesetz in der Schlußabstimmung mit
13 gegen 8 Stimmen (Konservatve und Freikonservative) abge—
lehnt wurde. Die Nationalliberalen hatten in einer Besprechung
nit den Konservativen und Freikonserbativen vor dem Beginn der
Sitzung deren Kompromißänträge abgelehnt.

Der deutche Kaiser und die Kaiserin treffen sich am 19. d.
in Düsseldorf zu kurzem Besuch der Ausstellung.

Ausland.

Die indirecten Steuern Frankreichs ergaben für den
Monat Mai 1880 einen Ueberschuß von 8,827,000 Fres. im
Vergleich zu dem Voranschlag des Budgets. Der Totalüberschuß
für die fünf ersten Monate des Jahres beträgt 52,988, 000 Fics.

Meldüng des Reuter'schen Burcau's aus Simla. Genceral
Stewart gab Befehl, daß die britischen Truppen sich so rasch
ils es möglich und mit Aufrechterhaltung eines guten Gesundheits⸗
zustandes verträglich sei, aus Afghanistan zurückziehen sollten. Ka—
bul soll spätestens am 81. Oclober geraͤumt sein. Es heißt,
Gundamuk und Shutargardan bleiben die äußersten Posten, welche
die Enaländer besetzt halten.

bringende Unternehmen nicht nach? Sind unsere hexrlich gelegenen
Punkte des Haardtgebirges, Annweiler, Edentoben, Neustadt, Dürk-
heim, das Alsenzthal, der Donnersberg u. s. w. nicht so viei werth,
daß sie den Bewohnern der Vorderpfalz durch eine billige Fahrge⸗
legenheit zugänglich gemacht werden? Ich und mit mir wohl sehr
viele sind gegentheiliger Ansicht und glauben, daß die Direktion
der pfälzischen Bahnen sich den Dank der Bewohner der vorderen
Pfalz erwerben würde, wenn sie sich durch dieses bestimmen ließe,
einmal einen Versuch mit einem Extrazug mit billiger Beförderung
zu machen. Wohl weiß ich, daß man mir entgegnen wird, dieser
Versuch sei schon gelegentlich der in Kaiserslautern stattgehabten
andwirthschaftlichen Ausstellung gemacht worden und habe zur
ßenüge die Erfoiglosigkeit dieses Unternehmens nachgewiesen, allein
»em gegenüber muß ich bemerken, daß damals erstens ungünstiges
Wetter herrschte, zweilens die Ausstellung für die Mehrheit der
Zewohner der Pfalz kein besonderes Interesse erregte und daß drittens
daiserslautern an und für sich wenig aufzuweisen hat, das eine
hesondere Anziehungskraft besäße. Lasse man einmal einen Zug
nach einem der obenbezeichneten Punkte gehen, und man wird eine
janz andere Erfahrung machen.

FIn Zweibrücken und den dazu gehörigen isolirt ste⸗
henden Anwesen ergab die Sammlung zu der Wiitelsbacher Landes⸗
tiftung die Gesammtsumme von 20834Mk. 77 Pf. (Pf. 3.)

Die „Zw. Zig.“ berichtet unterm 11. Jum aus Zwei—⸗
brücken: Gestern Abend hier eingetroffener Nachricht zufolge
vird das 2. Jäger-Bataillon am 1. April 1881 von hier nach
Afchaffenburg verlegt werden und dafür ein Bataillon des (späteren)
8. Infanterie⸗Regiments von Germersheim hierher kommen.

F Am vergangenen Sonntag Abend fand in Großstein—
ausen ein Attentat aus Eifersucht statt. Ein junger Bursche
on dort war bei einer an diefem Tage gehaltenen Tanzmusik auf
eine Tänzerin eifersüchtig geworden, weil sie sich beim Nachhause⸗
jehen seine Begleitung verbeten hatte. Zur Rache hiefür schoß nun
er Beleidigte mit einer Pistole, in die er eine Kugel geladen,
urch ein Kammerfenster auf das ruhig in seinem Betie schlafende
Nädchen. Glüdlicher Weise fuhr die Kugel, ohne dasselbe zu be⸗
chädigen, in die Wand der Kammer.

fF In Sitters bei Obermoschel fiel eine 70jährige Wittwe
so unglücklich von ihrer Scheuer herab, wohin sie sich begeben hatte
um Hühnereier zu suchen, daß sie einen Arm und ein Bein brach.

f In Bliesmengen verlor ein 20jähriges Mädchen ein
Auge, indem ihr beim Kartoffelhacken ein Sieinchen gegen das
Auge fuhr und die Hornhaut zerstörte.

F Wie dem „dürkh. Anz.“ mitgetheilt wird, wurde dem
Wirthe Konrad Schik in Weisenheim a. S., welcher im Januar

d. J. durch das Dürkheimer Schöffengericht wegen Spielkarlencon-
ravention zu einer Geldstrafe von 300 Mart verurtheilt wurde,
iese Strafe durch die Gnade Sr. Maj. des Koönigs auf 10 Mark
ermäßigt.

F In München ist ein aus Kirchheimbolanden ge⸗
zürtiger Student im Duell schwer verwundet worden.

x Die Errichtung eines humanistischen Gymnasiums in Neu—
tadit a. H. wurde ällerhöchsi genehmigt.

FAus Baumholder wird geschrieben: Vor dem Brande
im 8. Mai hatte Baumholder auf 273 Besitzungen 253 Wohn⸗
zäuser, 23 gewerbliche und 3653 landwirthschaftliche Gebaude. Da—⸗
von liegen in Schutt und Asche: 139 Besitzungen,, und zwar 134
Vohnhäuser, 7 gewerbliche und 211 landwirthschaftliche Gebäude.
ss stehen also noch 119 Wohnhäuser, 16 gewerbliche und 154
andwirthschaftliche Bauten, in welchen die 1700 Einwohner mit
hrem Viehbestand zusammengedrängt leben! Die Versicherungsge⸗
ellschaften haben ihre Abschäßungsarbeiten nahezu beendigt. Das
Ergebniß ist noch nicht ganz bekannt.

F In Hof ist ein Bräugehilfe an Gehirnlähmung gestorben;
derselbe hatte in Folge einer Weite um 50 Pfg. einen Liter Schnaps
n kurzer Zeit ausgetrunken.

F Vom 17.—19. Juli findet in Dresden der XI. deutsche
Feuerwehrtag statt.

* In Steiermark ist ein Gendarm von Zigeunern

Pfälzisches Schwurgericht.
1I. Quartal 1880.

(Fall Tillmann Fortsetzung.) Die Anklage richtet sich also gegen
Michael und Karl Tillmann quf das Verbrechen des betrügerischen Bañque⸗
cotts und gegen die beiden anderen Angeklagten auf Beihilse dazu—

Ferner liegen dem Angeklagten Michael Tillmann drei Verbrechen der
Privoturkundenfälschnng zur Laft die jedoch nicht in eigentlichem Zusammen—
hang mit dem vorerwähnten Verbrechen stehen. Im Sctober 1876 kam er
aämlich zu dem jetzt verstorbenen Aderer Georg Philipp Berkel in Schiffer⸗
tadt und bat ihn 'um ein Gefälligkeitsaccept, welches ihm dieser auch auf
2000 M. gewährte, nachdem er sich anfänglich geweigert hatte. Nach Auf⸗
stellung der Anklage war der Wechsel, auf den genannter Verkel sein Accept
etzte, noch unausgefüllt und trug nur oben rechts die Wechselsumme 2001
M. Diese soll Michael Tillmann nachträglich in 8000 M. uͤmgeändert und
den Wechsel auch dem entsprechend ausgefüllt haben, ohne daß genannter
Berkel etwas davon gewußt hätte. — Kußerdem soll er im März 1876 zwei
Wechsel über 4090 resp. 4857 M., beide datirt vom 26. Mai 1876 und
„J. Fischer“ unterschrieben, fälschlich angefertigt und selbst mit genannter
Unterschrift versehen haben. Der Träger des Namens — der unterdessen
benfalls verstorbene Lehrer Johann Fischer von Schifferstadt — besiritt in
er Sitzung des kgl. Handelsgerichts Frankenthal vom80. September 1876
iuf's eneratichite die Echtheit diefen Uñtersnmeie, (Forts. folgt.
Vermischtes.

f Vorsicht bei Empfehlungen von Arbei—
ernund Dienstboten. Es geschiehm nicht selten, daß bei
Austritten von Arbeitern, Dienstboten“ u. dql., trotzdem Grund zur
Unzufriedenheit vorliegt, denselben ein gutes, empfehlendes Zeug⸗
niß ausgestellt wird, wobei oft ein Zug von Gulmüthigkeit eine
Rolle spielen mag. Nun ist neulich die Meldung zu lesen gewesen,
daß ein Arbeitgeber, der von einem ihm empfohlenen Untergebenen
»etrogen oder bestohlen wurde, gegen den früheren Brodherrn
desselben, der ihm ein günstiges Zeugniß ausgesiellt, obwohl er
sich erwiesenermaßen Veruntreuungen hatte zu Schulden kommen
assen, auf Schadenersatz klagbar geworden. Das Gleiche wird
jetzt von Frankfurt berichtet, wo ean Bäckergeselle seinem Meifter,
dem der frühere Arbeitgeber den untreuen Gesellen als treu empfoh—
en hatte, Kundengelder unterschlug. Der Bestohlene ruft nämlich
zegen Jenen, der dem Gesellen an gutes Zeugniß ausstellte, die
Herichte an. Man wird daher gut thun, bei Ausstellung von
Führungs-Attesten dem Zuge des Herzens oder anderen Motiven
Schweigen zu gebieten und streng der Wahrheit die Ehre zu geben,
um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen.

fAus der Pfalz. Die Direktion der badischen Eisen⸗
»ahnen veranstaltet in neuerer Zeit wiederholt Ertrazüge nach ver⸗
schiedenen Theilen des Landes zu außerordentlich niedrigen Preisen.
So gingen in den letzten Wochen Extrazüge von Mannheim nach
Karlsruhe, von Karlsruhe nach Freiburg un s. w., für welche der
Fahrpreis nur 1 Mark betrug. Warum, so fragt ein Einsender
n der „Frankenth. Ztg.“, ahmt die verehrliche Direktion der pfalzischen
Bahnen dies für die Kasse der Gesellschaft resp. Steuerzahler nirßz
        <pb n="370" />
        welche er verfolgte, bei einer einsamen Klamm am 4. Juni meuch⸗
lings überfallen und ermordet worden. Des anderen Tags fand
mnan ihn todt, er hatte dreiunddreißig Stiche im Körper, von de—
nen fünf in die Lunge eingedrungen waren. Fünf von den Zi—
nern sind bereits verhaftet; mit Mühe wurde die Bevölkerung ab—
gehalten sie zu lynchen.

4 Der belgische Dampfer „Mer cator“ gilt als verschollen.
Er hat vor fast drei Monaten Antwerpen mit der Bestimmung
nach New⸗-PYork verlassen, seitdem ist nichts wieder von ihm gehört
vorden. Wie der „Messager Franco-⸗Americain“ berichtet, hat man
Verpachtung von
Wiesen.
Dienstag den 16. Juni,
nächsthin in der Wirthschaft von
Wiitwe Beck hier unmittelbar
nach der vertragsm. Wiederver—⸗
steigerung gegen F. J. Koch
läßt Levi Rosenbaum, Rent⸗
ner in Zweibrücken das
diesjahrige Heu⸗ und Ohmet⸗
gras verpachten auf
Plan Nr. 4449, 17 a
55 qm. Wiese im Alment
neben Johann Schwarz und
Plan Nr. 44502, 17 a
72 qm. Wies allda neben
Beorg Franz Hager.

St. Ingbert, 12. Juni 1880.
Sauer, k. Notar.
digarrentãschehen
mit Firmadruck

fertigt die
Buchdruckerei
7. Demetz.

Fortlaufende NRummern. Keine
Serien.
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weites gelegt.
Kaiserslauterer
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ur Fertigftellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

Irtis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
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12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
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Bestellungen sind zu richten an
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in Ludwigshafen am Rhein.
Loose sind ferner zu haben
»ei Franz Woll in St.
Inagbert.

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Noch
keine
Trankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell-⸗Brust⸗
karamels und Kakao⸗—
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch,
daiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut⸗
schen Reiche auch füͤr Nicht-
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kaufe gestattet.
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Neuer Romanvon G.Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

handlungen und Postämtern.

jedoch ein Zeichen des verlorenen Dampfers erhalten, eine Taube,
die 1200 Seemeilen vom Lande aufgefangen ist, und zwar an
Bord des Dampfers „Main“. Der Kapitain des Dampfers
Mercator“ hatte die Gewohnheit, stets eine Anzahl Tauben, welche
ein bestimmtes Abzeichen trugen, bei sich zu führen. Die auf dem
Deean an Bord des „Main“ aufgefangene Taube trug ein solches
Abzeichen, aber sonst keine Nachrichten. Der „Mercator“ war ein
Frachtdampfer. Die Besatzung bestand aus 33 Menschen.
Flle . Redaction verantwortlich: F. X. Dametz.

Für Tauben und
Hühner-siebhaber.

Mittwoch den 16. Juni
von Morgens bis Nachmittags
1 Uhr hält M. Biron aus
Mainz den Verkauf von Tau—
ben und Hühner bei Hrn.
Bock neben der Kirche ab. An
demselben Tage, am 16. Nach—
mittag in Blieskastel bei
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Kleidermachen u. Nähen.

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Der. St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöcheutlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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Sonntag, den 13. Juni

1880.

Deutsches Reich.

Die am Donnerstag von der Kirchengesetz-Kommission
des preußß. Abg.⸗-Hauses vorgenommene 2. Lesung hatie das
Endergebniß, daß das ganze Gesetz in der Schlußabstimmung mit
13 gegen 8 Stimmen (Konservative und Freikonservative) abge—
lehnt wurde. Die Nationalliberalen hatten in einer Besprechung
mit den Konservativen und Freikonserbativen vor dem Beginn der
Sitzung deren Kompromißänträge abgelehnt.

Der deutche Kaiser und die Kaiserin treffen sich am 19. d.
in Düsseldorf zu kurzem Besuch der Ausstellung.

Ausland.

Die indirecten Steuern Frankreichs ergaben für den
Monat Mai 1880 einen Ueberschuß von 8,327,000 Fres. im
Vergleich zu dem Voranschlag des Budgets. Der Totalüberschuß
für die fünf ersten Monate des Jahres beträgt 52,983, 000 Fics.

Meldung des Reuter'schen Bureau's aus Simla. General
Stewart gab Befehl, daß die britischen Truppen sich so rasch
als es möglich und mit Aufrechterhaltung eines guten Gesundheits-
zustandes verträglich sei, aus Afghanistan zurückziehen sollten. Ka—
bul soll spätestens am 31. October geräumt sein. Es heißt,
Gundamuk und Shutargardan bleiben die äußersien Posten, welche
die Engländer beseßt halten.

zringende Unternehmen nicht nach? Sind unsere herrlich gelegenen
Punkte des Haardtgebirges, Annweiler, Edenkoben, Neustadt, Dürk⸗-
heim, das Alsenzthal, der Donnersberg u. s. w. nicht so viel werth,
daß sie den Bewohnern der Vorderpfalz durch eine billige Fahrge—
legenheit zugänglich gemacht werden? Ich und mit mir wohl sehr
viele sind gegentheiliger Ansicht und glauben, daß die Direktion
der pfälzischen Bahnen sich den Dank der Bewohner der vorderen
Pfalz erwerben würde, wenn sie sich durch dieses bestimmen ließe,
einmal einen Versuch mit einem Extrazug mit billiger Beförderung
u machen. Wohl weiß ich, daß man mir entgegnen wird, dieser
Versuch sei schon gelegentlich der in Kaiserslautern stattgehabten
andwirthschaftlichen Ausstellung gemacht worden und habe zur
Genüge die Erfolglosigkeit dieses Unternehmens nachgewiesen, allein
dem gegenüber muß ich bemerken, daß damals ersiens ungünstiges
Wetter herrschte, zweitens die Ausstellung für die Mehtrheit der
Bewohner der Pfalz kein besonderes Interesse erregte und daß drittens
Kaiserslautern an und für sich wenig aufzuweisen hat, das eine
besondere Anziehungskraft besäße. Lasse man einmal einen Zug
nach einem der obenbezeichneten Punkte gehen, und man wird eine
ganz andere Erfahrung machen.

FIn Zweibrüdcen und den dazu gehdsrigen isolirt ste⸗
jenden Anwesen ergab die Sammlung zu der Wittelsbacher Landes⸗
tiftung die Gesammtsumme von 2054 Mt. 77 Ppf. (Pf. 3.)

F Die „Zw. Zig.“ berichtet untern 11. Juni aus Zwei—
brücken: Gestern Abend hier eingetroffener Nachricht zufolge
vird das 2. Jäger-Bataillon am 1. April 1881 bon hier nach
Afchaffenburg verlegt werden und dafür ein Bataillon des (späteren)
18. Infanterie-Regiments von Germersheim hierher kommen.

F Am vergangenen Sonntag Abend fand in Großstein—
)ausen ein Attentat aus Eiferjfucht statt. Ein junger Bursche
»on dort war bei einer an diesem Tage gehaltenen Tanzmusik auf
eine Tänzerin eifersüchtig geworden, weil sie sich beim Nachhause—
gehen seine Begleitung verbeten hatte. Zur Rache hiefür schoß nun
der Beleidigte mit einer Pistole, in die er eine Kugel geladen,
durch ein Kammerfenster auf das ruhig in seinem Betie schlafende
Mädchen. Glücklicher Weise fuhr die Kugel, ohne dasselbe zu be—
chädigen, in die Wand der Kammer.

F. In Sitters bei Obermoschel fiel eine 70jährige Wittwe
so unglücklich von ihrer Scheuer herab, wohin sie sich begeben hatte
um Hühnereier zu suchen, daß sie einen Arm und ein Vein brach.

f In Bliesmengen verlor ein 20jähriges Mädchen ein
Auge, indem ihr beim Kartoffelhacken ein Sieinchen gegen das
Auge fuhr und die Hornhaut zerslörte.

Wie dem „Dürkh. Anz.“ mitgetheilt wird, wurde dem
Wirthe Konrad Schick in Weisenheim a. S., welcher im Januar
d. J. durch das Dürkheimer Schöffengericht wegen Spielkarlencon—
travention zu einer Geldstrafe von 500 Mark verurtheilt wurde,
diese Strafe durch die Gnade Sr. Maj. des Königs auf 10 Mark
ermäßigt.

In München ist ein aus Kirchheimbolanden ge—
bürtiger Student im Duell schwer verwundet worden.

F Die Errichtung eines humanistischen Gymnasiums in Nesu⸗
ttadt a. H. wurde allerhöchst genehmigt.

Aus Baumholder wird geschrieben: Vor dem Brande
im 8. Mai hatte Baumholder auf 273 Besitzungen 253 Wohn⸗
Jäuser, 23 gewerbliche und 365 landwirthschaftliche Gebaude. Da—
von liegen in Schutt und Asche: 139 Besitzungen, und zwar 134
Wohnhäuser, 7 gewerbliche und 211 landwirthschaftliche Gebäude.
Es stehen also noch 119 Wohnhäuser, 16 gewerbliche und 154
iandwirthschaftliche Bauten, in welchen die 1700 Einwohner mit
hrem Viehbestand zusammengedrängt leben! Die Versicherungsge⸗
ellschaften haben ihre Abschaßungsarbeiten nahezu beendigt. Das
Ergebniß ist noch nicht ganz bekannt.

F In Hof ist ein Braäugehilfe an Gehirnlähmung gestorben;
derselbe hatte in Folge einer Wette um 50 Pfg. einen Liler Schnaps
in kurzer Zeit ausgetrunken.

F Vom 17.—19. Juli findet in Dres den der XI. deutsche
Feuerwehrtag statt.

* In Steiermark iß ein Gendarm von Zigeunern.

Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

(Fall Till mann Fortsetzung.. Die Anklage richtet sich also gegen
Michael und Karl Tillmann auf das Verbrechen vdes betrügerischen Banque—
rotts und gegen die beiden anderen Angeklagten auf Beihilfe dazu.

Ferner liegen dem Angeklagten Michaei Tillmann drei Verbrechen der
Privaturkundenfälschnung zur Last, die jedoch nicht in eigentlichem Zusammen—
hang mit dem vorerwähnten Verbrechen stehen. Im October 1876 kam er
nämlich zu dem jetzt verstorbenen Ackerer Georg Philipp Berkel in Schiffer—
stadt und bat ihn um ein Gefälligkeitsaccept, welches ihm dieser auch auf
2000 M. gewährte, nachdem er sich anfänglich geweigert hatte. Nach Auf⸗
stellung der Anklage war der Wechsel, auf den genanater Verkel sein Accept
setzte, noch unausgefüllt und trug nur oben rechts die Wechselsumme 2001
M. Diese soll Michael Tillmann nachträglich in 8000 M. umgeändert und
den Wechsel auch dem entjsprechend ausgefülit haben, ohne daß genannter
Berkel etwas davon gewußt hätie. — Kußerdem soll er im März 1876 zwei
Wechsel über 4090 resp. 4357 M., beide datirt vom 26. Mai 1876 und
J. Fischer“ unterschrieben, fälschlich angefertigt und selbst mit genannter
Unterschrift versehen haben. Der Träger des Namens —der unterdessen
ebenfalls verstorbene Lehrer Johann Fischer von Schifferstadt — bestritt in
der Sitzung des kgl. Handelsgerichts Frankenthal vom 30. September 1876
auf's eneraischste die Echtheit dieser Unterschrift. (Fortj. folgt.)
Vermischtes.

F Vorsicht bei Empfehlungen von Arbei—
ternund Dienstboten. Es geschiehtnicht selten, daß bei
Austritten von Arbeitern, Dienstboten u. dal., trotzdem Grund zur
Unzufriedenheit vorliegt, denselben ein gutes, empfehlendes Zeug—
niß ausgestellt wird, wobei oft ein Zug von Gutmüthigkeit eine
Rolle spielen mag. Nun ist neulich die Meldung zu lesen gewesen,
daß ein Arbeitgeber, der von einem ihm empfohlenen Untergebenen
betrogen oder bestohlen wurde, gegen den früheren Broͤdherrn
desselben, der ihm ein günstiges Jeugniß ausgestellt, obwohl er
sich erwiesenermaßen Veruntreuungen haule zu Schulden kommen
lassen, auf Schadenersatz klagbar geworden.“ Das Gleiche wird
jetzt von Frankfurt berichtet, wo ein Bäckergeselle seinem Meister,
dem der frühere Arbeitgeber den untreuen Gesellen als treu empfoh⸗
len hatte, Kundengelder unterschlug. Der Bestohlene ruft nämlich
gegen Jenen, der dem Gesellen ein gutes Zeugniß ausstellte, die
Gerichte an. Man wird daher gut thun, bei Ausstellung von
Führungs-Attesten dem Zuge des Herzens oder anderen Motiven
Schweigen zu gebieten und streng der Wahrheit die Ehre zu geben,
um Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen.

Ausder Pfal z. Die Direktion der badischen Eisen⸗
bahnen veranstaltet in neuerer Zeit wiederholt Extrazüge nach ver⸗
schiedenen Theilen des Landes zu außerordentlich niedrigen Preisen.
So gingen in den letzten Wochen Ertrazüge von Mannheim nach
Karlsruhe, von Karlsruhe nach Freiburg u. s. w., für welche der
Fahrpreis nur 1 Mark betrug. Warum, so fragt ein Einsender
in der, Frankenth. Ztg.“, ahmt die verehrliche Direktion der pfalzischen
Bahnen dies für die Kasse der Gesellschafi resp. Steuerzahler unß
        <pb n="372" />
        welche er verfolgte, bei einer einsamen Klamm am 4. Juni meuch⸗
ings überfallen und ermordet worden. Des anderen Tags fand
nan ihn todt, er hatte dreiunddreißig Stiche im Körper, von de⸗
ien fünf in die Lunge eingedrungen waren. Fünf von den Zi⸗
iern sind bereits verhaftet; mit Mühe wurde die Bevölkerung ab⸗
gehalten sie zu lynchen.

F Der belgische Dampfer „Mercator“ gilt als verschollen.
Er hat vor fast drei Monaten Antwerhen mit der Bestimmung
nach New-Pork verlassen, seitdem ist nichts wieder von ihm gehört
vporden. Wie der „Messager Franco⸗Americain“ berichtet. hat man

Verpachtung von
Wiesen.
Dienstag den 16. Juni,
nächsthin in der Wirthschaft von
Wiitwe Beck hier unmittelbar
nach der vertragsm. Wiederver⸗
steigerung gegen F. J. Koch
äßt Levi Rosenbaum, Rent⸗
ner in Zweibrücken das
iesjährige Heu⸗ und Ohmet⸗
gras verpachten auf
Plan Nr. 4449, 17 a2
55 qm. Wiese im Alment
neben Johann Schwarz und
Plan Nr. 44502, 17 a
72 qm. Wies allda neben
Georg Franz Hager.

St. Ingbert, 12. Juni 1880.
Sauer, k. Notar.
digarrentãschehen
mit Firmadruck

ertigt die
Buchdruckerei
F. Demetkt.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
C Um allen Mißverständ⸗
rissen vorzubeugen und um jedem
doose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 13000 Gewinne in ein
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
—D
Gewerbemuseums.

Urtis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. Ootobor
1880.
—XXVD
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Iur 20 Loose ein Baur
gewinn.
Bestellungen sind zu richten an

ie General⸗Agentur
Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
zei Franz Woll in St.
Inabert.

4—
671.
Noch
— keine
erautheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell⸗Brust⸗
karamels und Kakao⸗—
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daiserliche Verordnung vom
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stehen 2 Zimmer, Keller, Spei—
cher, Stall und Garten zu ver—
miethen und kann sogleich be—
ogen werden.

Josevh Quiring.
Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1. 60. —
In Heften zu 50 Pf.
Reuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—
handlungen und Postämtern

jedoch ein Zeichen des verlorenen Dampfers erhalten, eine Taube,
die 1200 Seemeilen vom Lande aufgefangen ist, und zwar an
totd des Dampfers „Main“. Der Kapitain des Dampfers
Mercator“ hatte die Gewohnheit, stets eine Anzahl Tauben, welche
in bestimmtes Abzeichen trugen, bei sich zu führen. Die auf dem
Dcean an Bord des., Main“ aufgefangene Taube trug ein solches
Abzeichen, aber sonst keine Nachrichten. Der „Mercator“ war ein
Frachtdampfer. Die Besatzung bestand aus 33 Menschen.
Fur die Nedaction veranwortlich: F. X. meßz.
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Die Unterzeichneten empfehlen
sich den verehrl. Damen im
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Mittwoch den 16. Juni
von Morgens bis Nachmittags
1Uhr haͤlt M. Biron aus
Mainz den Verkauf von Tau⸗
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Bock neben der Kirche ab. An
demselben Tage, am 16. Nach-
mitiag in Blieskastel bei
herrn C. Kuhn, Metzger und
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Kissinger Loose
II. Collecte,
Ziehung am 31. Aug. 1880 unwiderruflich,
hei der General⸗Agentur in Zweibrücken
gänzlich vergriffen!
Loose sind nur noch in geringer Anzahl bei den bekannten
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St. Inabert, den 6. Juni 1880

⸗*

—711*

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Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Sieru Allulrirtes Sonntaasblat“ Nr. 24.
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Dounerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonunementspreis beträgt vierteljahrlich

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M 958.

Dienstag, den 15. Juni

1880.

Deutsches Reich.

München, 18. Juni. Wie man vernimmt, dürfte die
Einberufung des seit 21. Februar dieses Is. vertagten Landtages
auf den 5. oder 6. Juli erfolgen (im vorigen Jahre war er auf
den 16. Juli einberufen) und das Einberufungs-Rescript noch im
Lauf dieser Woche veröffentlicht werden. — Der den Kammern vor⸗
zulegende Hauptetat der Militärverwaltung Bayerns für 1880,81
belauft sich auf 42,080, 416 M. (im Vorjahr 41,961,780 M).

Im Gegentheil zu der neulichen Sensationsnachricht der „Koͤln.
Ztg.“ erfährt die ,Germania“ aus Rom, die Kurie scheine vor⸗
erst auf weitere Verhandlungen mit der preuß. Regierung über die
Maigesetze verzichten zu wollen. Die „Germania“ wird wohl recht
berichtet sein.

von einander, geschritten. Am ersten Sitzungstage wird das Verhör der
Bruder Tillmann beendet. Beide bestreiten theils die objective Wahrheit der
hnen von der Anklage zur Last gelegten Manipulationen, theils geben sie
dieselbe zu, bestreiten aber die betrůgerische Absicht. Ebenso verhielten sich
Mittwochs Morgens die beiden andern AÄngeklagten, worauf mit dem Zeugen⸗
verhöre begonnen wird, das bis Freitag Abend dauerle. Am Samsiag be⸗
gann sodann das Plaidoyer. Die Rede, in welcher der kgl. Staatanwalt
die Anklage vertrat dauerte am Sameiag Vormittag von 429 Uhr bis
:/31 Uhr und Nachmittags von 3 Uhr bis 4 Uhr. Am Sonntag Mittag
verkündeten die Geschworenen nach 2u/ Stunden Berathung ihren Wahr—
pruch; er lautete: Michael Tillniann schuldig unter Annahme mildernder
Umstände des einfachen und des betcügerischen Bankerotts, ohne Annahme
mildernder Umstände der Urkundenfälschung bezüglich des von Verkel accep⸗
tirten Wechsels; Ehefrau Tillmann schuldig der Beihilfe zum betrügerischen
Bankerott, Karl Tillmann und Fischer nichtschuldig. Letztere beide wurden
sofort in Freiheit gesetzt. Das Ürtheil gegen die beiden ersteren lautete nach
einstündiger Berathung des Gerichtshofes Miichael Tillmann 4 Jahre Zucht⸗
haus und 4 Jahre Ehrenverlust, die Ehefrau desselben 6 Monate Gefangniß,
wovon 51 Tage Untersuchungshaft in Abzug kommen; auch die Letztgenannte
wurde, da das Maß der erkannten Strafe eine Präventivhaft nicht mehr be⸗
zründet, sofort auf freien Fuß gesetzt.

Ausland.

Der Finanzenminister Frankreichs konnte der Kammer ein
Gesetzbroject über Herabsetzung der Steuer auf Zucker um 42 pCt.
oorlegen, schon vom 1. October d. J. an. Es bedeutet dies einen
Ausfall in den Einnahmen von ziemlich 70 Mill. Fres.; trotzdem
erscheint eine derartige Steuererleichterung möglich, da die erzielten
Ueberschüsse über die Voranschläge in diesem Jahr bereits 53 Mill.
Fres. erreichen. (In Frankreich also Steuererleichterung, und in
Deutschland?)

Der französische Finanzminister hat einen vom J. Juni
datirten und an den Präsidenten der Repuͤblik gerichteten Bericht
über die Liquidations-Rechnung und das „Ausgabe-Budget aus
außerordentlichen Hilfsquellen“ an die Abgeordneten vertheilen lassen
Dieser Bericht ist die erste Gesammt-Uebersicht über die außerordent⸗
lichen Ausgaben, welche Frankreich seit 1871 für die Armee, Marine
und öffentliche Bauten gemacht hat. Die Entschädigungen, welche
nach dem Kriege an die Departements, Städie u. s. w. zu bezahlen
waren, belaufen sich auf 446,566,000 Fres. Die Wiederherstellung
des Kriegsgeräths u. s. w. erforderte 2,107, 321,006 Fres.
Zu diesen 2,107,321,000 Fres. für auß erordentliche Kriegsaus⸗
gaben müssen noch weitere 111,259, 000 Frcs. hinzugefügt werden,
welche für die Artillerie u. s. w. zugesteuert worden, so daß die
Gesammt-⸗Ausgaben für außergewöhnliche militärische Zwecke auf
2,2183,580,000 Fres. zu stehen kommen.

Nachdem schon der leßte französische Ministerialrath die
Amnestie-Frage (d. h. die Frage der Begnadigung auch des
Restes der Communarden) berathen hatte, wurde“ die Berathung
dieses Gegenstandes in einer Freitag Abend bei Minister Freycinet
Statt gehabten Versammlung der sämmtlichen Minister fortgesetzt,
und soll die Frage prinzipiell entschieden worden sein. Die Ver—⸗
kündigung der Amnestie würde am 14. Juli, dem Nationaltag,
erfolgen.

Die der Pforte überreichte gleichlautende Note der Kongreß⸗
mächte verlangt die Ausführung der Konvention bezüglich des Ge—
bietsaustausches mit Montenegro und die Ausführung des
Artikels 61 des Berliner Vertrages betretfs Einführung von Re—

formen in Armenien.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 9. Juni. In heutiger Schöffe n—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein frem⸗
der Lithograph erhielt wegen Unterschlagung 1 Monat Gefängniß.
2) Ein Bürger von hier wurde wegen Berufsbeleidigung zu 25
Mark Geldstrafe verurtheilt. 8) Eine Frau von hiet erhielt we⸗
gen Mißhandlung 4 Tage Gefängniß. 4) Ein Mann von hier
erhielt wegen Berufsbeleidigung 15Tag Haft.

*St. Ingbert, 14. Juni.“ Heute Vormittag kam auf
einem Heimwege aus der Schule das bjährige Söhnchen des Joh.
Schumacher, Walzer von Renirisch, in der Nähe des Hospitals so
unglücklich unter einen zweispännigen, mit Sand beladenen Wagen
der Frau Witw. Best, daß ihm das eine Bein über dem Fußge⸗
lenk 2 mal gebrochen wurde und er starke Quetschungen erlitt.
Der Kleine hatte mit einem anderen Knaben auf der Straße ge⸗
spielt und das herrannahende Fuhrwerk nicht beachtet, während er
selbst vom Fuhrmanne nicht gesehen worden war.

8 St. Ingbert, 15. Juni. (Concert.) Wir hatten
zestern Abend einen seltenen, wohl wäre zu sagen, „einzigen“
Kunstgenuß. Im Allgemeinen findet man “die Blechmusiken zu
cauh, namentlich die Kavallerie-Musik zu ungenau, zu lässig im
Takte. Ganz das Gegentheil erlebten wir gestern in dem bei
Oberhauser von der Kapelle des in St. Avold liegenden „Schles⸗
wig⸗ Holsteinischen Dragoner⸗Regiments Nr. 13* gegebenen Con⸗
zert. Dem Rufe des „Bleches“ gemäß war die Zuhörerschaft
eine numerisch geringe. Die Leistungen hingegen riefen das all⸗
zemeine Urtheil hervor, daß wir St. Ingberter noch keine solche
Kavallerie-Kapelle hier gehört haben. In der That ist das Zu⸗
ammenspiel dieser Kapelle ein solches, daß man in Zweifel ist,
ob man das Direktionstalent des Kapellmeisters, des Herrn Stabs⸗
tompeter Fuhrmann, oder die Hingabe und die Präcision sei⸗
ner Musiker mehr bewundern soll. Jedenfalls ist hier Beides
zlücklich vereint zu einer seltenen Leistuugéfähigkeit, und wir wün—
chen nicht nur, sondern sind überzeugt? daß diese prächtigen Maän⸗
ner auf ihrer Kunstreise nach Heidelberg wohlverdiente Lorbeeren
erndten werden. Noch einmal Bravo diesem „Blech“!

Se. Maj. der König haben genehmigt, daß die bisher selbst⸗
tändige Telegraphen-Abtheilung der Generaldirektion der kab. Ver—
lehrsanstalten mit der Postabtheilung ab 1. Juli ds. Is. der—
einigt werde. Diese Vereinigung wurde im übrigen deutschen
Reiche bereits früher angestrebt, und soll sich diese Einrichtung als
eine sehr günstige bewährt haben.

F Das Ministerium des Innern hat auf Befehl Sr. Maj.
des Königs die von Wirthen der Pfalz an denselben gerichtete Bitte,
unter die Tage, an welchen die Verlängerung der Tanzmusik
über die Polizeistunde hinaus gewährt werden darf, auch den zweiten
Kirchweihtag zu bestimmen, abschlägig beschieden, in der Erwägung,
daß die wirthschaftlichen und fittlichen Verhaltnisse der Gegenwart

die thunlichste Beschränkung drr vffentlichen Tanzmusik erheischen.

xAm Samstag Mitiag sind die zu einer 12tägigen Uebung
nach Zweibrücken einberufen gewesenen 280 Landwehrleute
wieder in ihre Heimath entlassen worden. Unter Vorantritt der

αιαιιααα.
Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartai 1880.
(Fal TilI1Imann und Consorten. Fortsetzung und Schluß)

Auf, der vordern Antlagebant sitzen die Gebrüder Tillmann — ein Bild
des denkbarsten Kontrastes. Der Hauptangeklagte Michael Tillmann, ein
kräftiger, robuster Mann, strodt trotz der langen Untersuchungshaft von Ge—
jundheit. Als die das Ehrenamt der Geschworenen bekleidenden Männer aus
allen Gauen der Pfalz den Saal betreten, scheinen ihn alte Erinnerungen
zu überklommen, seine Äugen füllen sich mi Thränen. Nedben diesem lebens⸗
trischen älteren Bruder fitzt der jungere — ein vernichtetes Menschenleben,
die fahle Blaässe des eingefallenen Gesichtes, die geknidte Gestalt, das un⸗—
heimliche Hufteln lassen keinen Zweijel, daß er, wie immer das Urtheil der
Geschworenen ausfallen wird, sich in Bälde dor einem andern Richter zu ver⸗
antworten heben wird. Auf der zweiten Anklagebank sitzen die Ehefrau des
Mich. Tillmann und der frühere Buchhalter desselben, Fischer. Es werden
nach Erbffaung der Sitzung zwei Ersatzgeschworene mil den übrigen ausge⸗
ivost, die im Falle der Verhinderung eines Hoauptgeschworenen an der Ur⸗
heilsfindung Theil nehmen wurden. Hierauf wurden di⸗ 83 Belastungs⸗
jeugen aufgerufen und ihnen vom Herrn Vorsitzenden auf's Eindringlichste
die Bedeutung des Eides eingeschärft. Die 30 Entlastungszeugen waren erff
auf Freitag früh geladen. Nachdem hierauf die Angeklagten über ihre per⸗
onlichen Verhãltnisse befragt worden, wird der Verweisungsbeschluß verlesen
And sodann zum eigentlichen Verhör der Angeklagten, und zwar abzesonderl
        <pb n="374" />
        Musik des 2. Jägerbataillons und geleitet von dem gesammten
Offizierkorps des letzteren, marschirte die Landwehr, gefolgt von
iner Abtheilung Jäger, zur Bahn.

Ein Mädchen aus Windsberg, das sich bei einem
am Freitag stattgehabten Gewitter unter einen Baum gestellt hatte,
wurde vom Blitze erschlagen.

In den Gemarkungen von Hinderweidenthal, Hauenstein
und Wilgartswiesen hat am Freitag Nachmittag ein mit Hagel
berbundeͤes Gewitter großen Schaden angerichtet; es fielen
Schlossen in der Größe von Taubeneiern. Am Stationsgebäude
in Hauenstein soll der Hagel alle Fensterscheiben zertrümmert haben.

F'In Otterberg wurde am LI. d. M. ein Kindergarten
eroffnet. Die Anmeldungen waren so zahlreich, daß es nicht mög-
lich war alle Kinder aufzunehmen. Bemittelte Eltern zahlen der
Pfälz. Pr.“ zufolge monatlich 80 Pfg. Ein Drittel sämmtlicher
inder hat stalutengemäß der ärmeren Klasse anzugehören und zahlt
kein Schulgeld.

Die am Sonntag in K aiserslautern auf Anregung
der demokratischen Partei statt gehabte Volksversammlung war stark,
amentlich von Nichtanhängern dieser Richtung, besucht. Geleitet
vurde dieselbe von Hrn. Hohle. Hr. Leopold Sonnemann von
Frankfurt entwickelte unter sparsamem Beifall das Programm seiner
Richtung und griff dabei namentlich die Thätigkeit der national⸗
abccalen Partei und des Abg. Zinn, wie auch der übrigen pfälz.
Abgeordneien an. Ferner sprachen Hr. Dr. Herz (Mannheim)
und ein Hr. Schneider Neustadt), beide der demokratischen Richt⸗
ung angehörend. Von den anwesenden Nichtdemokraten nahm
seiner das Wort. Herr Hohle schloß die Versammlung, nachdem
das provisorische Komite in ein definilives verwandelt und mit der
veiteren Agitation für die demokratische Sache beauftragt worden.

Nach den Preisen, welche gegenwärtig noch bezahlt werden,
dürfte die Gemeinde We isenheam allein täglich 7000 bis 8000
Mk. für Kirschen einnehmen.

FInOberammer gau hat sich ein verrückter Engländer
für die ganze Dauer der Passionsdorstellungen einquartirt. Der⸗
selbe wollte eine Locke vom Christus“ als Andenken haben, für
—A bot. Da aber der „Christus“ seine
Haare bis zum Schluß der Vorstellungen braucht, so will Master
Zeefsteak in Geduld in Oberammergau bis dahin warten.

F'In Reichenhall wurden unlängst sämmtliche Bäcker
— ⸗
Jahrmarkt
in St. Ingbert
um Montag den 21. Juni.

Dentsches
Familienblatt.
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Eine frischmellige Kuh mit
Mutterkalb sowie eine gute
frischmellige Geise hat zu ver⸗
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FJoh. Spohn pens. Bergm.
Ein starker Lehrjunge
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u haben bei F. X. Demenk.

zestraft, weil sie das Brod größer machten, als im Tarif ange⸗
eben war. Man möchte es nicht glauben, aber es ist buchstäblich
vahr. Nach einer orlspolizeilichen Vorschrift haben gemäß 84
,die Bäcker in der von ihnen angegebenen Gewichtsgröße auszu—
acken.“

FAm 19. ds. Mts. Mittags 12 Uhr geht ein Ertrazug
nach Berlin von Straßburg ab; die Fahrt kostet in der
weiten Classe 42 M. 30 Pf., in der dritten 28 M. einschließlich
ser Rückfahrt. Der Zug geht über Hagenau, Weißenburg, Lud⸗
vigshafen und trifft. am 20. Juni, Morgens 8 Uhr, auf dem
hotsdamer Bahnhof in Berlin ein. Die Rückfahrt kann bis zum
. Juli mit jedem die betreffende Wagenclasse führenden Zuge auf
—— Els.⸗L. 3.)

Am Samstag Morgen fand auf dem Mettzer Außenbahn⸗
jof in Folge falscher Weichenstellung ein Zusammenstoß eines Ran⸗
sirzuges mit einem von Pagny tommenden Personenzuge statt.
zwei Personen wurden schwer, mehrere leicht verwundet. Im Zeit⸗
Zum don acht Tagen ist dies nun schon der vierte Eisenbahn⸗
Unfall auf deutschen Bahnen, der von mehr oder minder schweren
Folgen begleitet wurde.

Paris, 9. Juni. Ein furchtbarer Sturmwind brach
gestern Nachmittag über Saint Gaudens herein, der sich bis Mon—
rejeau, Boulogne, St. Martory und Auvbignac ausdehnte und große
Berheerungen anrichtete. Mebstöcke, Fruchtbäume und Pflanzen aller
Art wurden buchsiäblich zu Atomen zerrissen. Der Verlust muß
ꝛin sehr bedeutender sein.

4In dem 2 Kilometer von Saint Diziers gelegenen Ort
Marnaval flog am 10. djs. ein dortiger Hochofen, der größte
in Frankreich — er produzirt 80,000 Kilogramm den Tag —,
in die Luft. Sechs Personen, darunter der Vesitzer des Hochofens,
wurden schwer und eine größere Anzahl leicht verwundet.

Dienstesnachrichten.

Der Amtsrichter J. Weiß in Obermoschel wurde auf die erledigte Amts⸗
ichterstelle in Pirmasens berufen, der Gerichisschreiber L. Molitor in Kusel
um Amtsrichter in Obermoschel ernannt, dem Amtsgericht Landstuhl auf die
Hauer der Verbinderung des Oberameisrichters Eberhard daseldst ein Amts⸗
sichter außer dem Status beigegeben und auf diese Stelle der dritie Staats⸗
inwalt J. Schmitt in Kaiserslautern ernannt.

Zum kathol. Stadtpfarrer von Kia iserslautern wurde Pfarrer
doren z von Kirchenarnbach ernannt.

r Frssr die Redaction verantwortlich: iß. XR. Demn-

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—35383 — — — 8
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—— 5 —2523355 523 * 8335 5———5 0O2
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— —* 52 5—38* — 22239 —2 258 — — —— —
— 525355533 — 523225 555 522557525
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbündene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljahrlich

lA 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 A, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren RNRaum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnet.
Moß.

Donnerstag, den 17. Juni

1880.

Abonnements-Einladung.

Zum Abonnement auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für
das am 1. Juli nächsthin beginnende dritte Quartal dieses Jah⸗
res erlauben wir uns hiermit ergebenst einzuladen.

Unser Bestreben wird auch ferner sein, den Leser hinsichtlich
der politischen Tagesereignisse durch kurze, orientirende Zusammen⸗
stellung auf dem Laufenden zu erhalten; unsere besondere Auf—
merksamkeit wird auch in Zukunft den lokalen und provinziellen
Angelegenheiten zugewendet bleiben.

Statt der bisherigen illustrirten Sonntagsbeilage „Deutscher
Hausfreund“, welche mit dem Schlusse dieses Quartals zu erschei⸗
nen aufhört, haben wir für den „Anzeiger“ das bei Greiner in
Stuttgart erscheinende illustrirte Sonntagsbiatt „Fgur Unterhaltung
am häuslichen Herd“ gewonnen. Ist dieses auch weniger um—
fangreich wie jene, so zeichnet es sich doch vor derselben durch
bessere Illustrationen vortheilhaft aus, und wir zweifeln nicht, daß
es sich bald auch durch die Gediegenheit seines Lesestoffes die Zu—
friedenheit der Leser erobert haben wird.

Das Erscheinen und der Preis des „Anzeigers“ bleiben
durch diese Aenderung unberührt.

Neubestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ wollen
gefälligst bald, sowohl bei der Post, wie bei uns oder unseren
Austrägern gemacht werden. Unseren bisherigen hiesigen Abon—
nenten wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quartale fortgeliefert
werden, wenn sie nicht ausdrücklich abbestellen.

Schließlich erlauben wir uns noch, einem geehrten hiesigen
und auswärtigen Publikum den „St. Ingberter Anzeiger“ zur
Aufgabe von Inseraten aller Art geziemendst zu empfehlen.

Redaktion und Expedition
des „St. Ingberter Anzeiger.“
Deutsches Reich. J

Der bayerische Landtag, welcher am 21. Februar ds. Is.
zum sechsten Mal vertagt wurde, ist nunmehr auf Montag den
12. Juli wieder einberufen. Von den in der letzten (sechsten)
Sitzungsperiode von der kgl. Staatsregierung vorgelegten 17 Gesetz-
entwürfen (außer dem Budget sind bekanntlich mehrere nicht er—
ledigt worden; so der Entwurf eines Disciplinargesetzes für richter—
liche Beamte und die vier Gesetzentwürfe über die directe Besteueruug.
Für letztere Gesetzentwürfe sind bekanntlich Ausschüsse von beiden
Kammern gewählt worden, welche deren Vorberathung vorzunehmen
haben. Diese besonderen Ausschüsse sind jetzt auf Montag den 5.
Juli einberufen.

Die chinesische Gesandtschaft zu Berlin behauptet, nichts
von Kriegsvorbereitungen Chinas (gegen Rußland) zu wissen, und
erllärt deshalb, die bei der Gesandtschaft eingehenden Anstellungs-
gesuche inactiver Officiere und Lieferungsofferten von Kriegsmateria'
in Zukunft nicht mehr beantworten zu wollen.

Ausland.

Der französische Ministerrath erklärte sich am Dienstag
gegen die Verleihung der vollständigen Amnestie. Die Regierung
wird bloß ein Dekret vorlegen, durch welches eine weitere Anzahl
Verbannter begnadigt werden soll. Die äußerste Linke und der
republikanische Verein wollen nun infolge der Ablehnung von Seiten
der Regierung einen Gesetzentwurf für die vollständige Amnestie ein⸗
bringen und für denselben die Dringlichkeit beantragen, so daß die
Angelegenheit möglicher Weise noch vor Ende des laufenden Monats
entschieden werden kann. — Am näͤchsten Sonntag werden fast in
allen großeren Städten Frankreichs klerikale Versammmlungen Statt
finden, in welchen Proteste gegen die Märzerlasse vom Stapel ge⸗
lassen werden sollen.

Reuter's Bureau meldet aus Konstentinopel, die Pforte
habe die Botschafter benachrichtigt, die Beschlüsse der Berliner Nach⸗
konferenz (welche gestern zusammentrat) könnten für sie nicht bindend
sein, da die betheiligten Parteien (Türkei, Griechenland, Montenegro)
ausgeschlossen seien.

Der sjüdamerikanische Krieg läßt wieder von sich hören.
Die Chilenen erstürmten die peruanische Feste Arica und nahmen
die Garnison gefangen, auch wurde ein peruanisches Kriegsschif'

von den Chilenen in den Grund gebohrt. Neuere Nachrichten
melden von bedeutenden Gefechten bei Tacna. Der Gesammi—
verlust an Todten und Verwundeten soll 8000 Mann betragen.
Tacna wurde von den Chilenen genommen, hierauf aber von den
berbündeten Pernanern und Boliviern wieder belagert, wobei 1000
Chilenen in Gefangenschaft geriethen. Die chilenischen Truppen
sollen vollstandig eingeschlossen sein. So berichten die Peruaner.

Zur Aufstellung ihres Präsidentschafts-Candidaten tritt die
demokratische Konvention der Vereinigten Staaten am 22. d.
Mts. zu Cineinnati zusammen.

Pfälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

14. Juni. Verhandlung gegen Philipp Altherr, 30 Jahre
alt, Schneider von Dürkhe iem, wegen Tödtungsversuchs. Vertreter der
igl. Staatsbehörde: Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtsanwalt Gie⸗
zen. Am 21. November 1877 heiratheie der Angeklagte die KRnna Maria
Schott, Wittwe des in Durkheim verlebten Tagners Johann Wolf II. Der
Bruder derselben, der Laternenanzunder Jakob Schott in Dürkheim, war mit
dieser Heireth keineswegs einverstanden, da seine Schwester 19 Jahre älter
als der Angeklagte ist und hauptsfächlich auch, weil eine von seiner Schwester
ihm bisher gereichte Unterstützung mit deren Heirath natürlich wegfallen
würde. Jakob Schott war in Folge dessen gegen den Angeklagten so aufge⸗
bracht, daß er ihn am 17. November, also kurz vor der Hochzeit, körperüch
mißhandelte, weshalb er von dem kgl. Polizeigerichte Dürkheim zu einer
Geldstrafe von 9 Mark verurtheilt wurde. Die Heirath kam nun aber doch
zu Staade, wenn auch Jakob Schott niemals mil dieser Thatsache sich ver—
söhnen konnte und es seinem Schwager nie vergaß, das er ihm seine Schwester
oder — wahrer gesagt — daß er ihm die bisher von derselben geleistete
Unterstützung weggeheirathet hatte. Er hätte sich aber doch wohl allmälig
hineingelebt, wenn nicht an Ostern 1879 seine 19 Jahre alte Tochter das
bäterliche Haus verlaisen und in das ihrer Tante — des Angeklagten über⸗
gesiedelt wäre. Das wurmte natürlich den Jakob Schott noch mehr und er
verlangte von dem Angeklagten öfters seine Tochter zurück. Die Elternliebe
oder vielleicht auch ein anderes Gefühl scheint aber bei genannter Tochter
nicht se r zur Ausbildung gekommen zu sein: sie blieb bei ihrer Tante und
vermehrte damit natürlich den Groll ihres Vaters Jakob Schott gegen den
Angeklagten. Ersterer schimpfte und drohte und letzterer ließ es nach dem
Gesetze der Gegenseitigkeit natürlich auch nicht an solch billigen Mitteln,
menschlich⸗kleinliche Feind eligkeiten bis zum ernstlichen Hasse zu steigern, feh—
len. Das ging nun so herüber und hinüber fort; Jeder ärgerte sich, daß
Rr Andere ihn ärgere, und Jeder freute sich, daß er den Andern ärgere.
Da kam — am 28., 29. und 30. September 1879 — der Wurstmarkt und
mit ihm der Consum von Wein und weinähnlichen Getränken en masse.
Beide, der Angeklagte und sein erboster Schwager hatten auch ihre „Buden“
auf der Festwiese aufgeschlagen und zwar nicht weit von einander. Zu allen
andern Gefühlen kam nun natürlich auch noch ein gewisser Geschäftsneid,
dessen Leidenschaft Jakob Schott direct provozirte, indem er am Sonntag
Abend (28. September) eine Frau in die Bude des Angeklagten jchickte, um
einige Schoppengläser zu entlehnen, da die Zahl der Gäste bei ihm die der
Gläser übersteige. Der Angeklagte war damatls nicht in seiner Bude, da⸗
zegen ertheilte fur ihn die damals anwesende Tochter des Inkob Schott ihrem
Vater die Antwort: „Nein, der bekommt keine!“ Diese Antwort der zärt⸗
lichen Tochter wurde dem Vater mitgetheilt, dem darauf die väterliche Ge—
walt in unbezwingbarer Weise in den Fingerspitzen zudte — er ging in das
eindliche Lager und beohrfeigte ohne weitere Erklärung dieses feindlichen
Eindringens sein Töchterlein. Der ganze Vorfall wurde natürlich dem An⸗
zeklagten wieder erzählt, als derselbe in seine Wirthsbude zurück kam, und
var derselbe im höchsten Grade darüber aufgebracht. Er trug damals ein
doppelläufiges Terzerol, das er fich, wie er angibt, zur nächtlichen Bewachung
einer Weinbude von dem Bader Friedrich Schalter in Dürkheim entliehen
hatte. Dieses Terzerol zeigte er damals in seiner Erregtheit einem Zeugen
ind sagte dabei, offenbar wit Bezug auf seinen Schwager: „Siehst Du,
das ist sein Tod, mit dem schieße ich ihn todt.“ Auch dem Polizeikommissär
ron Türkheim gegeuüber beklagte er sich damals über die feindliche Invasion
eines Schwagers, wobei er äußerte, wenun ihn Schott nicht in Ruhe lafse,
dann gebe es noch etwas, dann werde er sich selbst helfen. Der Schluß des
Sonntags und die Nacht darauf vergingen ohne Zwischenfall. Am
anderen Morgen um halb 6 Uhr wollte der Angeklagte die Charlotite Schott,
die mehrerwähnte Tochter des Jakob Schott, nach Hause führen aus
der Weinbude. Die Beiden kamen dabeil an der Bude des letzteren vorüber,
da kam dieser heraus, ergriff seine Tochter und versuchte sie mit den Worten:
„Gehst Du herein,“ in seine Bude herein zu ziehen. Die Tochter fsuchte sich
vom Vater los zu machen, was ihr jedoch nicht gelang; der Angeklagte for⸗
derte den Jakob Schott auf, seine Tochter gehen zu lassen, ebenfalls vergeblich,
da fiel ein Schuß aus dem Terzerol des Angeklagten und Jakob Schoft ftürzte
schwer an der rechten Halzseite getroffen zu Voden. Die Anklage stellt auf,
der Angeklagte habe längere Zeit gezielt und dann erst abgedrücht, während
der Angeklagte behauptet, Jakob Schott habe ihn angepackt, er habe sich ge⸗
vehrt und ihm die Pistole auf den Kopf geschlagen, wobei sich dieselbe un⸗
zlücklicherweise entladen habe. Jakob Schott war in Folge der Verwundung
angere Zeit in Lebensgefahr, die Kugel ist heute noch in seinem Körper und
st sein rechter Arm durch die Verletzung gelähmt
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        Es werden den Geschworenen außer der der Verweisung conformen Haupt⸗
rage nach Tödtungsversuch mit den Unterfragen nach Reiz und mildernden
Amständen noch die Hilffrage nach vorsätzlicher Körperverletzung, die mit einer
Waffe verübt worden ist und die Lähmung des Verletzten zur Folge hat
sF224 R.St.⸗G.⸗B) mit der betreffenden Unterfrage nach mildernden Um⸗
nden und außerdem dem Antrage der Vertheidigung gemäß noch die weitere
dilfsfrage nach fahrlässiger Körperverletzung gestellt. Die Geschworenen ver⸗
neinten die auf Tödtungsͤversuch gerichtele Frage und sprachen den Angeklagten
schuldig der vorsätzlichen mittelst gefährlichen Werkzeugs verübten Körperver⸗
ehung mit erfolgter Lahmung des Verletzten, ohne mil dernde Umstände an⸗
junehmen. Das Urtheil laulete auf 4* Jahre Zuchthaus und Verlust der
hürgerlichen Ehrenrechte auf gleiche Dauer.
ermischtes.

* St. Ingbert, 16. Juni. In heutiger Schöf fen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung; 1) Zwei Ar—⸗
heiser von Altenwald erhielten wegen Körperverletzung 3 bezw.
1 Monat Gefängniß. 2) Ein früher hier ansässiger Wirth erhielt
vegen Beseitigung gepfändeter Gegenstande 1. Tag Gefängniß.
3) Wegen Uebersseigens der Einfriedigung der Kohlenhalde bei
Schnappbach erhielt eine Frau von hier 1 Mark Geldstrafe und
erhob hiergegen Einspruch. Die Verhandlung ergab, daß eine
andere Weibsperson dem Protokollenten falschlich den Ramen der
Angeklagten angegeben hatte. Es erfolgte selbstverständlich Frei⸗
sprechung. 4) Eine Frau von hier hatte wegen groben Unfugs
zurch Sirafbefehl 8 Mk. Geldstrafe erhalten. Dieselbe erhob Ein⸗
pruch, der jedoch als unbegründet verworfen wurde. 5) Gegen
einen Strafbefehl hatte auch ein Bursche von Schnappbach Ein⸗
pruch erhoben. Derselbe wurde in der Hauptsache verworfen, je—
doch die wegen Unfugs verhängte Haftstrafe von 8 Tagen auf⸗
gehoͤben und auf 8 Mk. Geldstrafe erkannt.

— Die Postkurskarte der Pfalz, für den Sommerdienst
herausgegeben vom k. Oberpostamt in Speyer, ist vor Kurzem er⸗
schienen und kann durch Vermittelung sämmtlicher Postanstalten be—
zogen werden. Aus dieser Karte ist deutlich zu ersehen, wann ein
poststück an seinem Bestimmungsort anlangen muß, ein Umstand,
zer in vielen Fällen von großer Wichtigkeit ist.

4 Die Pfalz zählt gegenwärtig 1650 Volksschulstellen,
398 protestantische, 710 katholische, 41 israelitische und 1 menno⸗
aitische. Bei 615,035 Bewohnern kommt also im Durchschnitt auf
373 Line Schulstelle, für die protestantische Bevölkerung erniedrigt
sich die Durchschnittszahl auf 870, bei der katholischen erhöht sie
fich auf 375. Erledigt oder unbesetzt sind z. Z. 76 protestantische,
19 katholische, 1 israelitische und J mennonitische, zusammen 127
Schulstellen, und zwar sind dies dem größten Theile nach Verweser⸗
tellen. Im Durchschnitt kommen auf 13 besetzte 1 erledigte Stelle,
: sind also etwa 8.pCt. aller Stellen erledigt. Rechnet man von
den unbesetzten Stellen etwa 40 ab, die in Folge des stetigen
Wechsels im Lehrpersonal wohl zu allen Zeiten offen sein werden,
jo blieben noch etwa 87 offene Stellen übrig, die dem seit Jahren
herrschenden Lehrermangel auf Rechnung gesetzt werden müssen. Bei
ber gesteigerten Frequenz, deren sich z. Z. unsere pfälz. Lehrerbil⸗
dungsanstalten erfreuen, kann wohl mit Sicherheit vorausgesetzt

werden, daß für unsere Pfalz in 2238 Jahren der Lehrermangel
gehoben sein wird.
Im Untersuchungsgefängniß in Zweibrücken erbängte

ich am Sonntag ein Gefangener vermittelst seiner zusammenge⸗
müpften Hosenträger.

4 Die Auszahlung der bedeutenden Erbschaft der Wwe. Gonnet
n Paris an deren in Zweibrücken wohnende Erben ist kürz⸗
ich erfolgt. Einer derselben soll einen ganzen Stamm⸗Antheil mit
iber 200,000 Franken erhalten haben.

4 Die kgl. Kreisregierung hat das Gesuch der Protestanten
n Mittelbexbach um Besetzung der daselbst nothwendig ge⸗
vordenen vierten Schuistelle mit einem protestantischen Lehrer ab⸗
chläglich beschieden.

In Pirmasens beträgt das Ergebniß der Sammlung
ur Wittelbacher⸗Stiftung 587 Mark.

p Das VI. Glan⸗Gau⸗-Sängerfest findet in Quixrn—
zach Sonntag den 11. Juli cr. unler Mitwirkung von 16 Ver⸗
inen mit 370 Sängern statt.

4 Der kgl. Oberförster Zahn von Otterberg hatte gegen
»en Bürgermeister Opp dorlselbst eine Klage wegen Beleidigung
m Dienfie anhängig gemacht. Opp hatte in dem Waldprozesse
der Stadt gegen das kgl. Aerar auf Thatsachen sich berufen, durch
deren Erwähnung der kgl. Oberförster sich im Dienst beleidigt glaubte.
Nachdem in dieser Sache durch den kgl. Untersuchungsrichtee die
nöthigen Zeugendernehmungen, die sehr umfangreicher Art waren,
»orgenommen und abgeschlossen waren, ist vom kgl. Landgericht
daiserslautern, bezw. der Strafkammer erkannt worden, daß der
dlage des Oberförsters Zahn gegen Bürgermeister Opp eine Folge
nicht gegeben werde. (Pf. K.)

Am Freitag Nachmittag brach in Ransweiler ein
urchtbares Hagelwelter aus, welches ungefähr den fünften Theil
der Gemarkung traf und die Crescenz beinahe ganz vernichtete.
Versichert hatten nur sieben Personen, die eine Entschädigung von
[18000 Mark beanspruchen. Auch Biesterschied wurde theilweise
eimgesucht, ebenso Dörrmoschel und Felsbergerhof. (Pf. Pr.)

FAm Samstag constituirte sich in Landau eine Landauer
Baugesellschaft“. Die Mitgliederzahl soll zehn und das Capital
300 000 Maͤrk betragen, die zum Ausbau des in der Nähe des
Ddauptbahnhofes erworbenen Terrains verwendet werden sollen.

FIn Ludwigshafen hat die Sammlung für die Wit⸗
elsbacher Stiftung 2370 Mk. 32 Pf. ertragen.

4 Der Grubenvorstand der Gewerkschaft „Neu⸗Iserlohn“ bei
dortmund hat beschlossen, jeder Witiwe, der am 8. d. M.
erunglückten Bergleute pro Monat (bis zu ihrer etwaigen Wieder⸗
erheicathung) 20 M. und für jedes Kind (bis zum 14. Lebens-
ahre) 3 M. zu zahlen.

4 Unter den 155 Infassen des Essener Gerichtsgefängnisses
zefinden sich nicht weniger als drei Weiber, welche beschuldigt sind,
hre Ehemänner mittels Gift getödtet zu haben.

—B Añäïìzcͤî!ů—ù:———————'ää
en cWenachrichten.
Der Amtsanwalt Philipp Waltz in Landau wurde auf Ansuchen
zum Gerichtsschreiber amk. Landgerichte Kaiserslautern ernunnt.
(GKath. Kirchend,i en st.) Das erledigte 5. Domvikariat wurde Pfarrer
de Maire von Habkirchen (rüher Kaplan dahier) und das erledigte
3. Domvikariat Domkaplan Ullemeyer in Speher verliehen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Dames.

—— — — — — — — — —
Mobiliar⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 24. Juni
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, im Sterbe⸗
hause auf der Schneidmühle,
werden die zum Nachlasse der
in St. Ingbert verlebten Foör⸗
kerseheleute Johann Michael
Nehb und Katharina Pall⸗
mann gehörigen Mobiliar⸗
gegenstände, öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert, darunter na—
mentlich:
1 Kuh, 1 Schwein, 1
Kleiderschrank, 1 Küchen⸗
schrank, 1 Commode, 2
Tische, einige Stühle, 2
vollständige Betten, 2 Bett⸗
laden, 2 Nachttischchen, 1
Lefaucheurx, 1 Uhr, dann
dleider, Getüch und son⸗
tige Haus⸗ und Kürchen⸗
zgeräthschaften.
ↄt. Ingbert, 15. Juni 1880.
Sauer, k. Notar.

Frankfurt a M.
Nessestes Annoncen⸗Bureau
H?eetein
Vogloer

Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —

10 Liebfrauenstraße 10.

— d.— Grmmd der thatsaqhlich er⸗l
zielten Heilerfolge kann das dereits in
1io. Aũfi ershienene reigiunstrirte Buch:
Fur. diry's Naturheilmethode“
sreia ĩ Mark, ) allen Kranken auftn
Varmfie zur Anschaffung empfoblen
verden. In diesem 544 Seiten starken
Werke sindet ein Jeder, gleichviel an
velcher Krankheit leidend. Caufsendsadh
wahrte, leicht zu befolgende Rath⸗
lage, die, wie jahllose Dankschreiben
weisen oft selbst Sa wertrauten⸗
noch Hilse — Heilung brachten
Verisqs· Auslali, Leip⸗
endet auf⸗ 3
· 12

zu haben in allen Buchhandi.

Todes-Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsere in⸗
nigst geliebte Gattin, Mutter, Großmutter, Tante,
Schwester und Schwägerin

Margaretha Schmitt,
geb. Sens
im 60. Lebensjahre heute Morgen um 7J Uhr nach sanf⸗
tem Leiden in ein besseres Jenseits zu sich abzurufen.

Schnappbach, 16. Juni 1880.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag um 2 Uhr
hon Schnapphbach aus statt.

Moriz Stiebel Söhne,
Bankgeschft in Prankfurt a. M.
zesorgen reell und billigst den An⸗ und Verkauf
aller Staats⸗ und Werthpapiere, Serienloose,
Wechsel auf Amerika ꝛc. Incasso ꝛc., und ertheilen
fachmännischen Rath und jede zu wünschende
Auskunft gratis.

Drucdh und — F. X. Demetz in St. Ingbert.
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5 253—3355 — *258 223 2225 53352 2 8 235555535
528 — 58 —222 —* 553*822 555 3 8S2 5z25532858 553
3. 25533 — 52522558 3 A3 —— —AI 522533
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöochentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich

1 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4A 60 J, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärta
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vpro Zeile berechnet.
AMq7. Samstag, den 19. Juni 1880.

Deutsches Reich.

Die erste Sitzung der Berliner Botschafter⸗Conferenz
dauerte am Mittwoch von 2 bis 38/ Uhr und beschäftigte sich
nach einer begrüßenden Ansprache des Fürsten Hohenlohe zunachst
mit Formalitäten, dem Austausch der Vollmachten und der Ge—⸗
chäftaordnung. Nachmittags 5 Uhr war Diner bei dem Fürsten
Bismarcdh, welchem außer den Botschaftern auch die technischen Mit⸗
arbeiter der Conferenz beiwohnten. Die nächste Sitzung der Con⸗
erenz sollte erst Freitag oder Samstag stattfinden.

Die so zialistischen Parteifuhrer und Reichstagsabgeordneten
Auer, Bebel, Frißzsche, Hasenclever, Kayser, Liebknecht, Vahlteich
und Wiemer haben ein Flugblatt gegen ihren seitherigen Genossen
Hasselmann gerichtet, worin sie sich von demselben vollständig los—
ijagen und ihre Gesinnungsgenossen auffordern, jede Verbindung
mit demselben abzubrechen. Den äußeren Anstoß zu diesem Bruch
zab bekanntlich Hasselmann's Reichstagsbrandrede vom 4. Mai,
vorin er pathetisch ausrief, die Zeit des parlamentarischen Schwätzens
sei vorüber, die Zeit der Thaten beginne. Wer so spreche und die
cothe Fahne entfalte, sagen die Parteifüherer, müsse zum Los—
chlagen bereit sein. Hasselmann habe aber den hiezu erforderlichen
Muth nicht nur nicht gezeigt, sondern er habe eben jene Rede in
seinem Blatte nur ganz verstümmelt zu bringen gewagt. Seine
Aeußerungen seien also eitel Geflunker gewesen und hätten nur
der Polizei genuͤtzt. Auch habe er trotz Alledem sein Mandat bei—
behalten. Das Flugblatt schreibt Hasselmann auch die Absicht der
Sprengung der soziald. Arbeiterpartei Deutschlands und Gründung
einer „Partei Hasselmann“ zu. Auch von dem bekannten Mosi
und seinen „Tollheiten und Inkonsequenzen“ wenden sich die genann—
en Parteiführer entschieden und warnend ab.

Nach amtlichen Veröffentlichungen ist das Bedürfniß an Offi—
ieren bei Eintritt einer vollständigen Mobilmachung der deutschen

Armee ausreichend gedeckt. Der Bedarf für die gesammte deutsche
Armee, einschließlich Baherns und der zu errichtenden vierten Felb⸗
»ataillone, würde in diesem Falle 35 230 Offiziere, und zwar für
die Feldtruppen 17 470, für die mobilisirte Landwehr 3700, für
die Vesatzungstruppen 5480, für die Ersatztruppen 51809 und für
die vierten Feldbataillone 3400 Offiziere betragen. Nach den
Ftatssätzen sind für die Armeekorps der deutschen Armee inklusive
Bayern 19 324 Offiziere des stehenden Heeres, 6860 Reserveoffi—
ziere und 6191 Landwehroffiziere, also zusammen 31 275 Ofiziere
vorhanden. Hierzu würden noch die im Fall einer Mobilmachung
Sffiziersdienst thuenden Vizefeldwebel und Wachtmeister, deren Zahi
die der Reserveoffiziere noch übersteigen durfte, und die jetzt für die
Ersatztruppen u. s. w. aufgestellten Feldwebellieutenanis von etwa
3200 aus ehemaligen Feldwebeln, Sergeanten ꝛc. treten. Somit
vürde sich der wirlliche Bestand an Ojfizieren ꝛc. auf mehr als
10000 Kopfe stellen und den Bedarf um etwa 6000 überschteiten.
dierzu würde noch der größte Theil der zur Disposition gestellten
Offiziere treten, und es könnten somit auch noch etwa aufzustellende
fünfte Feldbataillone mit Offizieren besetzt werden. Ein Offizier⸗
mangel würde demnach höchstens bei der Formation groͤßerer
Landsturmbataillone eintret n.
Ausland.

Englisches Unterhaus. Richard beantragt, Schritte zu thun
zu Gunsten einer gleichzeiligen Entwaffnung der Staaten Europas.
Der Premierminister Gladsione erklärt durch die Kriege in Europa
eit 30 Jahren seien Zustände geschaffen worden, welche einen
dauernden Frieden beguͤnstigen; die Einigung Italiens, die Neu—
gestaltung Deutschlands, die Befreiung der Slaven auf der Balkan⸗
zalbinsel hätten nicht mit friedlichen Mitteln erreicht werden konnen.
Es sei freilich erwünscht, vernünftigere, minder kostspielige Mittel
us den Krieg zur Schlichtung der Differenzen der Nalionen zu
finden. Der Regierung müsse aber in einer so delicaten Frage
vann Zeit und Umstände dazu angethan sind, sie anzuregen.
Fourtney beantragt ein Amendement, wonach es Pflicht der Regier⸗
ing sei, jede passende Gelegenheit zu ergreifen, den auderen Regier⸗
ingen eine Entwaffnung anzuempfehlen. Gladstone will das Auen⸗
ꝛement nicht empfehlen, aber auch nicht bekämpfen. Richard's An⸗
rag wird abgelehnt, Courtney's Amendement jedoch genehmigt.

Pfaälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

15. Juni. (Vormittags.) Verhandlung gegen Peter Ho ok, 49 Jahre
ilt, Fabrikarbeiter in Reckarau, wegen Meineids. Vie Anklage vertritt
Staatsanwalt ODr. Krell. Vertheidiger Rechtsanwalt Kieffer

Eine Tochter des Angeklagten war mit dem Tagner Georg Hick VI. von
Nundenheim verheirathet gewesen und im November 1875 mit Hinterlafsung
eines Kindes Namens Margaretha gestorben. Die Großeltern nahmen ihre
Enkelin sofort nach Neckarau zu sich und behielten sie auch fortwährend in
Pflege. An Pfingsten 1879 kam jedoch das Kind zu seinem Vater, der fich
unterdessen wieder verheirathet hatie, nach Mundenheim zum Besuch. Nachdem
zs einige Zeit dort gewesen, erklärte sein Vater, er gebe es jetzt nicht mehr
her. Das ging dem Angeklagten und dessen Ehefrau, die sich an das Kind
ewöhnt hatten und mit größter Zärtlichkeit on demselben hingen, sehr zu
derzen, um so mehr, als sie hörten, das Kind werde von seinem Vater und
einer Stiefmutter lieblos und hart behandelt. In seiner Verzweiflung kam
nun der Angeklagte auf den etwas romantischen Gedanken der gewaltsamen
Entführung. Mil zwei anderen Männern fuhr er in einem Nachen des Nachts
iber den Rhein; während er Wacht hielt, holten die beiden Männer seine
Enkelin, die sodann im Triumph heimgebracht wurde nach Neckarau in die
Wohnung ihrer zärtlichen Großeliern. Die Entführung war aber wirklich
eine gewoltsame gewesen, und es hatte dabei die Stiefmutler einige Verletz⸗
ungen davon getragen. Wegen dieser Verle zungen sollte nun gegen die beiden
Maänner strafrechtlich vorgegangen werden. Man vermuthete als dieselben — fie
varen nicht erkannt worden — einen gewissen Friedrich Wilhelm Bernhardt und
den Sohn des Angeklagten Namens Johann Hoock, beide von Neckarau. Diese
Beiden wurden wegen Koͤrperverletzung vor das Polizeigericht Ludwigshafen und
war in dessen Sitzung vom 83. Sepiember 1879 geladen. Als Zeugen gegen sie sollten
pernommen werden die verletzte Stiefmutter und der Angeklagte. Um des letzteren
eidliche Vernehmung möglich zu machen, ließ der Polizeianwalt in der Sitzung die
Un.lage gegen den Sohn Johann fallen, und der Angeklagte beschwor nun, daß
r jene beiden Männer nur dem Gesichte, nicht aber dem Namen nach kennel
Wie sich später herausstellte, waren die beiden Männer der Fabritarbeiter
Johann Reif und der Fabrikarbeiter Friedrich Wilhelm Mildenberger, beide
bon Reckarau, von denen die Anklage aufstelli, der Angeklagte habe sie beide
nicht blos dem Gesichte, sondern auch dem Namen nach gekannt, während Hoock
dies bestreitet und nur zugiebt, daß er die Vornamen derselben gewußt habe,
ex sei ganz zufällig den beiden begegnet als er weinend und trostlos über ven
Lerlust seiner Enkelin im Wald spazieren ging, und diese hätlen sich ihm
rreiwillig zur Hilfe bei der Entführung angeboten: um ihre Ramen habeer
ie nicht gefragt.

Der Angeklagte ist ein etwas schwachsinniger Kopf und scheint schon des⸗
zalb über die Bedeutung eines Eides sich nicht rechi klar zu sein. Zudem
ieß sich in heutiger Verhandlung nicht mit aller Bestimmtheit feststellen, wie
der Wortlaut der von ihm beschworenen Aeußerung war und ob er wirklich
die beiden Männer dem Namen nach gekannt hat. Der Staaisanwali hielt
war die Anklage aufrecht, die Geschworenen schlossen sich jedoch den Ausfuͤhr⸗
ingen der Vertheidigung an und sprachen nach ganz kurzer Berathung den
Angeklagten frei. Derselbe erhiell noch zudem von einigen Geschworenen
Anterstützung zur Heimreise.

15. Juni. (Nachmittagesitzung.) Verhandlung gegen Jacob Kolb ,
34 Jahre alt, Tagner in Sippersfeld, wegen Koͤrperverletzung durch Gifi
8 229 R.Si.⸗G.⸗B.) Die Auklage vertritt Staatsanwali Kieffer, Verthei⸗
ziger ist Rechtscandidat Meyer.

Der Angeklagte heirathete vor fieben Jahren seine jetzt 26 Jahre alte
Ehefrau Katharina Schmitt von Sippersfeld. Die Ehe war keineswegs eine
lückliche, dean den Angeklagten plagte, vielleicht wegen des Altersunterschiedes,
»ie Eifersucht. Die junge Frau konnte ihn aber auch nicht von einer anderen
eidenschaft, vom Trunke, abhalten. Wenn er nun so in angetrunkenem Zu⸗
tande heimkam, schimpfte und schlug er wohl auch seine bessere Ehehälfte und
rohte ihr auch, er werde sie noch wegbringen .c. Am 6. März abhin hatte
er in benachbarten Ortschaften Besen verkauft und war Abends⸗ nach 8 Uhr
n stark betrunkenem Zusiand heimgekommen. Das Nachtessen bestand in Kar—
offeln und Kaffee und er fing während desselben wieder zu schimpfen an, wo⸗
ei er seiner Frau gedroht haben soll, er werde ihr noch mit einer Axt die
dehle abhauen. Die Frau, die zwar an ähnliche Auftritte schon gewöhnt war,
og es doch vor, jene Nacht außerhalb des Hauses ihres sie bevollen Gatten
uzu ringen, und übernachtete bei einer Nachbarsfrau. Auch der wurdige Ehe⸗
nann war in jener Nacht nicht zu Hause, sondern kam erst am aͤnderen
Ddorgen zurück und blieb etwa eine Viertelstunde in seiner Wohnung. Nach⸗
dem er das Haus wieder verlassen halte, lam seine Ehefrau, holte fich von
dem auf dem Herde in einer Kanne stehenden Kaffee, der am vorigen Abende
ibrig geblieben war, und begab sich damit wieder in die Nachbarswohnung.
Dort erwärmte sie den mitgebrachten Kaffee, wobei ihr ein unverkennbarer
„chwefelgerach auffiel. Nachdem der Kaffee ganz heiß geworden war, trant
ie etwa 2 oder 3 Mund voll davon, spurte sofori einen starken Schwefelge⸗
hmack und mußte sich heftig erbrechen. Sie begab sich dann hinuder in ihre
Vohnung, um Rachforschung zu halten, und fand dort in der Kaffeekanne
en ganzen damals befindlichen Vorrath an Streichhölzchen, die nach ihrer
ind der Anklage Ansicht der Angeklagte, als er Morgens auf lurze Zeit zu
dause war, hineingeworfen haben muß. Sie machte dann später, Als ihr
rẽhemann heimkam, diesem Vorwürfe über seine Handlung, worauf dieser

alonisch erwiederte: „Du hättest ja keinen davon zu saufen brauchen.“ Als
r dann merkte, daß sie die Sache ernst nehme und der Gendarmerie Anzeige
nachen wollte, suchte er dies, jedoch vergebens, zu verhindern. Zwei bis drei
Tage war die Frau von Uebligkeiten geplagt, sonstige schlimme Folgen kraten
        <pb n="382" />
        jed och nicht ein. Die Rachbarssrau, die damals Mundfäule hatie und auch
einen Schluck des Kaffees versucht hatte, bekam davon eine sehr schmerzende
aufgeschwollene Backe. Der Angeklagte gestand denn auch seine That noch
am selben Tag verschiedenen Leuten ein wobei er sich geäußert haben soll,
wenn man ihm eiwas thun wolle, dann stelle er sich närrisch und dann konne
man ihm nichts mehr anhaben. Da die Absicht, durch die Vergiftung den
Tod der Frau herbeizufuhren, nicht nachgewiesen werden kann, es auch sehr
zweifelhaft erscheint, ob das gewählte Miliel dazu tauglich gewesen wäre, lautet
die Antlage micht auf Giftmordsversuch, sondern nur auf Korperverletzung
durch Gift. (Schluß folgt.)
Vermischtes8s.

*St. Ingbert. Nach der „Pf. Ztg.“ hat der hiesige
Kirchenfabrikrath um, Bewilligung einer Lotterie zur Be—
schastung der Mittel für den Neubau einer zweiten kathol. Kirche
daͤhier nachgesucht.

*SuIngbert. In der auf Dienstag Nachmittag 5 Uhr
durch das Bürgermeisteramt in das Stadthaus einberufen gewese—
n Gemeindeversammlung zur Abstimmung über eine
in Schnappbach zu errichtende konfessionell gemischte Vorbereitungs⸗
schule gab sich eine seltene Einstimmigkeit der Ansicht kund. Es
hatte sich nämlich um die anberaumte Stunde von über 1000 Be—
iheiligten nur 1 Herr, sage ein Herr, versammelt. Derselbe gab
sein Votum dahin ab, in Schnappbach in Anbetracht dessen, daß
die Mehrzahl der dortigen Schulkinder katholischer Confession ist,
eine zweite katholische Schule zu errichten, in welche übrigens die
zwei ersten Schuljahre der protest. Schule überwiesen werden konn⸗
len. Einige Schnappbacher Herren, die sich später noch einfanden,
schlossen sich diesem Antrage an.

pPsHas Betriebbergebniß der Pfälzischen
Fisenbahnen betrug für den berflossenen Monat Mai
I, 108, 181 M. 54 Pf.; 82,281 M. 75 Pf. mehr als im Mai
1879. Die 8 abgelaufenen Monate dieses Jahres haben gegen
den gleichen Zeitraum des Vorjahres eine Mehreinnahme von
601,572 M. 90 Ppf. ergeben.

FIn Hornbach will sich Dr. Raab vou Wallhalben als
praktischer Arzt niederlassen. Wie man hoöͤrt, ist demselben von den
Hemelnden des Kantons ein Gehalt von 1000 M. nebst Wohnungs⸗
entschädigung, letztere für das erste Vierteljahr, bewilligt worden.

Neustadt. Zur Converlirung der städtischen Schuld,
zur Vervollständigung der Wasserleitung und zum Gymnasiums⸗
neubau will der Stadtrath ein Anlehen von 500,000 Mk. auf⸗
nehmen, und zwar hat er als günstigstes Angebot das der Genossen⸗
schaftsbank von Sörgel, Parisius und Comp. in Berlin und Frank⸗
furt a. M. angenommen, welche das zu 4 pCt. verzinsliche, in 47
Jahren mittelst Annuitäten rückzahlbare Anlehen zu 97,38 ohne
provision übernehmen will. Ueber die Anleihe wird nun noch
eine Bürgerversammlung gehört werden.

Ver 14. Verbandstag der pfälzischen Cre—
dit-Genossenschaften findet dieses Jahr am 11. und
i2. Juli in Neustadt a. d. Haardt im Saalbau statt. Die
Anwaltschaft wird auf demselben durch Hrn. Ludolf Varisius
vertreten sein.

Speyer. Am vergangenen Samstag wurde im „Storchen“
die Probe eines in Straßburg angefertigten patentirten Pressions⸗
Dampfreinigungs⸗Apparats unter Leitung des Herrn Dr. Halenke
vorgenommen und ist dieselbe zur allgemeinen Befriedigung aus—
gefallen.

Erlangen. Die Zahl der an unserer Universität im—
matritulirten Studirenden beträgt in diesem Sommersemester 464,
gegen 434 im vorigen Sommersemester. Von diesen studiren Theo⸗
ogie (darunter zugleich 14 Philologie und 2 Medizin) 206 (108
Bayern, 98 Nichtbayern), Jurisprudenz und Kameralwissenschaft
177 (41 Bahern, 6 Nichtbayern), Medizin 94 (60 B. 34 Nb.)
Phatmazie 29 (18 B., 11 Nb.) Chemie und Naturw. 27 (15 B.,
I2 Nb.d, Mathematik und Physik 5(2 B.,3 Nb.), Philologie
and Geschichte 45 (34 B., 11 Rb.), Philosophie 11 (6 B., 5Nb.),
in Summa 464, nämlich 284 Bayern und 180 Nichtbayern. Von
letzteren gehören zu den übrigen Bundesstaaten 162, zu den übrigen
eurspäischen Staaten 17 und zu außereuropäischen Ländern 1.

pünwetter. Die letzten Tage haben überall in Deutsch⸗
land, wo man bis zur Zeit in diesem Sommer über anhaltende
Dürte klagen mußte, das sehnlichst erflehte Naß gespendet. Aber
im einzelnen Orten ist des Guten eiwas zu viel, nicht zu viel an
und für sich, sondern nur zu viel auf die Fluren und Wohnstätten
herabgekommen. Zwischen Lippstadt und Gesecke hat ein Wolken⸗
bruch vielen Schaden vderursacht. Weiter werden Gewitterschaden
aus der Gegend von Kassel berichtet. In Folge der wolkenbruch⸗
artigen Niederschläge ist ferner der Bahndamm der Berlin⸗Coblenzer
Bahn bei Oberbeisheim durch Ueberschwemmung und Verschüttung
von Einschnitten stark beschädigt. Auch zwischen Altmorschen und
Rotenburg der Bergisch-⸗Markischen Bahn wurde der Bahnkörper
uͤberschwemmt und ein Geleise unfahrbar. Ebenso konnte die Strecke
Scharzfeld⸗Lauterberg (Route von Nordheim⸗Nordhausen) wegen
Ueberschwemmung und Dammrutschung nicht befahren werden; dort
rtranken 40 Schafe — An Quedlinburg und Umgegend hat ein

gewitter am Freitag stark gewüthet, viele Gartenanlagen zerstört,
Zrücken fortgerissen; eine Herde von 300 Schafen kam in den
Fluthen um. Von Aschersleben und Halle werden verschiedene
Vrande in Folge Blitzschiages gemeldet, ebenso von Merseburg, an
velch' letzterem Orte ferner auch Hagelschlag erheblichen Schaden
inrichtete Aus dem Harz wird erzählt, daß dort die Bäche zu
Ströme anschwollen und leichte Brücken mit fortrissen. In der
Umgegend von Treseburg ist eine große Schafherde von einigen
jundert Stück durch die Wasserfluthen fortgeschwemmt worden. —
iluch das niederschlesische Städichen Seidenberg ist durch Wolken⸗
brüche arg geschädigt worden.

In Mannheim wurde ein Verein gegründet gegen
schädliches Kreditgeben. Die Mitglieder geben sich ver trauliche
Nachricht über „faule Kunden“, sie verpflichten sich zur Kürzung
ind genauen Einhaltung der Borgfristen im Detailverkehr und un—
erhalien diesbezügliche geeignete Verbindung mit anderen gleich⸗
artigen Vereinen.

— Nach einer Mittheilung von Dr. Ludloff von Fried berg in
der Zeitschrift für die hessischen landwirthschaftlichen Vereine ist der
durch den letzten Winter an den Obstbäumen in Hessen-—
Da—bemstad verursachte Schaden auf nicht weniger als 6 bis 7
Mill. Mark zu taxiren! im ganzen Großherzogthum sei im Durch⸗
schnitt etwa der dritte Theil der sämmtlichen Obstbäume erfroren;
s werde eine Zeit von 14 bis 16 Jahren nöthig sein, um den
Verlust wieder völlig zu ersetzen.

— Nach einer ausgegebenen offiziellen Liste sind von hessischen
25-Guͤlden⸗Loosen, deren Ziehungen überhaupt jetzt beendigt sind,
noch nahezu 2000 Stück zur Einlösung nicht vorgezeigt, darunter
auch die Nummer 89173 mit einem Gewinne von 10,000 Gulden.
Außerdem sind 758 Stück angegeben, welche bereits verjährt sind
und keinen Anspruch mehr auf Einlösung haben.

— Ein seltenes Naturspiel wird der „Tr. Ztg.“ von Mühl⸗
heim a. d. R. berichtet: Den Eheleuten Ausderwiesche wurden in
hrer Ehe 15 Kinder geboren, von denen das L., 3., 5., 7., 9.,
(1. und 13. stockblind auf die Welt kamen. Von diesen sieben
zlindgeborenen Kindern leben noch vier, ein Mädchen und drei
Knaben, welche eine staunenswerthe musikalische Begabung haben
und nacheinander in der Blindenanstalt zu Düren zu tüchtigen
Musikern ausgebildet worden sind. Die driei älteren Kinder sind
in der Lage sich selbständig ernähren zu können, während das jüngste
noch an seiner vollständigen Ausbildung arbeitet.

P'In Elberfeld sind die schwarzen Menschenblattern aus
gebrochen. Der „Koöln. Zig.“ zufolge zeigt die Krankheit einen
milden Charakter.

4 Der König von Sachsen begab sich am Dienstag von
den Ministern v. Rostiz und v. Könneritz begleitet, in die Oberlausitz,
wo ein Tags vorher niedrrgegangener Wolkenbruch schwere Opfer
Jjefordert hat. In Ober⸗Oderwitz wurden etwa 100 Häuser zer—
fört und blieben 6 Menschen todt. In Nieder-Oderwitz blieben
3 Menschen todt, in Herrnhut werden 14 Menschen vermißt. Das
Flend ist groß. Die Mandau und die Neiße sind aus ihren Ufern
getreten. Von Zittau und von Dresden ist Militär an die Un—
tAücksstätte abgegangen.

4— Bekanntlich werden eine große Zahl in Amerika ansässiger
Deutscher zum V. deutschen Turnfest herüberkommen. In Ham⸗
Zurg ist nun eine Depesche angelangt, der zufolge die deutschen
Turner bereits am vergangenen Sonntag mit dem Dampfer „Silesia“
die Reise in die alte Heimath angetreten haben. Im Ganzen be⸗
inden sich an Bord — der Dampfer ist extra für die Turner ge—
vählt, denen eine ganz bedeutende Preisermäßigung zu Theil wurde

3247 Herren, 150 Damen und 63 Kinder. Eine Musiterka⸗
pelle befindet sich ebenfalls mit ihnen. In Hamburg werden von
her Turnerschaft umfängliche Veranstaltungen getroffen, um die
Silesia“ bei ihrer Ankunft zu begrüßen.

4An eine militärische Besichtigung, welche der Kronbrinz
Friedrich Wilhelm alljährlich in Berlin vorzunehmen pflegt, schließt
uch unier Anwesenheit desselben gewöhnlich ein kleines Frühstück
der betheiligten Officiere. Im vorigen Jahr war nun dasselbe sehr
»pulent, mit Hummer und Gänseleberpastete ꝛc. angerichtet, sowie
nuch für den hohen Herrn eine Flasche Sekt hingestellt worden.
Der Kronprinz lehnte aber, wie dem „B. Fr. Bl.“ berichtet wird,
aicht allein den letzteren mit dem Bemerken ab, daß er auch bei
sich zu Hause nur ganz außergewöhnlich Sekt trinke, sondern rührte
nuch keine der Delicatessen an. In diesem Jahr war nun ein ganz
rugales Frühstück, hauptsächlich aus Butterbroden mit kaltem Auf⸗
chnitt, daneben Rothwein und Bier, hingestellt worden. Dem
ronprinzen entging diese veränderte Aurichtung des Frühstücks nicht.
Sofort nahm er Platz an der Büffet-Tafel mit den Worten: „So
Jehört es sich unter Kameraden“, ließ sich die Butterbrode sehr
vohl schmechen, holte sodann eine kurze Pfeife hervor und verweilte
noch längere Zeit in munterer kameradschaftlicher Unterhaltung.

FDie Vermählung des Prinzen Wilhelm (Sohn, des
Zronprinzen) mit der Prinzessin Viktoria wird bereits im Laufe
ꝛes diesjährigen Herbstes Statt finden.
        <pb n="383" />
        4 Unter den in Lichter felde (nahe bei Berlin) beschäf⸗
ugten oberschlessischen Arbeitern ist der Flecktyphus ausgebrochen.
Die Ursache ist allein in der Lebensweise der Arbeiter zu suchen.
Dieselben verzehren täglich für 20 Pfennige Häring und Brod,
außerdem aber für 50 Pfennige Branntwein. Dies ist ihre ganze
Nahrung. In der Nacht liegen die Leute auf Stroh, welches sie
niemals lüften und auflockern. Es soll nun sofort eine Speisean⸗
stalt für die Arbeiter an Ort und Stelle von Seiten der königlichen
Verwaltung eingerichtet werden, in welcher die Leute für 25 Pfennige
Gemüse und Fleisch in reichlichem Maße erhalten. Derjenige Ar—
beiter, welcher von dieser Wohlthat nicht Gebrauch macht, wird so—
fort entlassen.

F Im Bodensee wurde dieser Tage eine Lachsforelle ge—
fangen, welche 89 Pfund wog, — ein rarer Fang!

Aus einem soeben veröffentlichten englischen parlamentarischen
Berichte geht hervor, daß im verflossenen Jahre in London der
reichsten Stadt der Welt, 80 Todesfälle stattfanden, über welche
das Verdikt der LeichenschaueJury auf „Tod durch Verhungern“
oder „Tod beschleunigt durch Entbehrungen“ lautete.

New-York, 183. Juni. Die Nachricht, daß ein spanisches
Kriegsschiff auf einen amerikanischen Schooner in den Gewässern
von Cuba geschossen, hat hier große Sensation erregt.

f Ueber den zum republ. Parteikandidaten für die Präsident⸗
schaft der Ver. Staaten gewählten Senator James A. Gar—
field wird aus New-York telegraphirt: „James A. Garfield
sttammt von armen Leuten ab. Nach dem Tode des Vaters wurde
er Pferdelenker, dann Bootsführer und Zimmermann. Erst spät
begann er einige Schulkenntnisse in einer Dorfschule sich anzueignen,
machte aber bald solche Fortschritte, daß er im Laufe der Zeit zum
olleg⸗Professor avancirte. Am Bürgerkriege nahm er als Oberst
bdei den Freiwilligen Theil und schwang sich zum General auf, als
welcher er zum Kongreßmitgliede erwählt wurde. Dieser Körper⸗
schaft hat er seitdem ununterbrochen angehört.“

Nahe der Mündung des Connectiut Mordamerika) hat
uin Zusammenstoß zwischen den Dampfern „Stonington“ und
„Narrangased“ stattgefunden. Der letztere Dampfer fing Feuer und
zing unter; 30 Personen büßten ihr Leben ein.

Aus Cuba wird ein entsetzliches Schiffsunglück gemeldet:
Als der spanische Kriegsdampfer Cuba Espanola am 11. d. in
Santiago de Cuba einfuhr, platzte sein Kessel, wodurch 20 Per—⸗
onen auf der Stelle getödtet und 113, darunter 88 spanische
Soldaten mehr oder weniger erheblich verletzt wurden.

Gemeinnütziges.

Die Blätter der Luzerne als Gemüse. Die Blätter der
Luzerne gewähren im Frühjahre als Zugemüse zubereitet, eine sehr
zgesunde und schmackhafte Speise. Sie werden zu diesem Ende von
den Blattstielen befreit und ganz so wie Spinat zugerichtet und
gekocht. Diese dem Spinat ganz ähnliche, noch schmackhaftere Zu—
peise kann nicht genug anempfohlen werden.

Schachteln aus Papiermasse. In Boston macht man
nach dem „Eng.“ jetzt Pappkasten und Schachteln unmittelbar aus
Papiermasse; die Schachteln u. a. werden in jeder Gestalt und
Große hergestellt. Nach dem Trocnen geht ein Theil der Schach-
leln durch eine zweite Maschine, wo ihnen erhabene Verzierungen
aufgepreßt werden. Von dem Augenblicke ab, wo die Papiermasse
aus der Verpackung genommen und der Maschine übergeben ist,
zis zur Ablieferung der fertigen Schachtel wird von keinerlei
Handarbeit Gebrauch gemacht. Mit einem Satze dieser Maschinen,
der etwa 200 Arbeiter ersetzt, können täglich 830,000 Schachteln
zemacht werden, zu einem Preise, der nicht den dritten Theil der
nit der Hand hergestellten Schachteln beträgt.
— 2727—“—⏑——
Marktberichte.
Zweibrücken, 17. Junn. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 18 M. 08 Pf., Korn 11M. 80 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
dierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Ppf., Hafer 8 M. 20 pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken — M. — Pf., Kartoffeln 3 M. 45 pß
deu 83 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod I!/ Kilogr. 62 Pf.
Fornbrod 3 Kilogr. 80 Pf., Gemischibrod 8 Kilogr. 93 Pf., paar-Wed- 100

Für die Sommer⸗-Saison neu angekommen:
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jarbig englisch Leinen zu Herren⸗ und Knaden-Anzügen,

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Zr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter /3 Kilogr. O M., 85 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Vier J Liter 24 Pf.

Homburg, 16. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 66 Pf., Korn 11 M. 28 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M.
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
8 M. 28 Pf., Mischfrucht 12 M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
9 M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
hrod 6 Pfund 90 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Odchsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalblleisch 36 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter JI Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln per Ctr. 3 M. — Pf.

Kaiserslautern, 15. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 182 M. 11Ppf., Korn 10 M. 88 Pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz
8 M. 42 Pf., Gerste 00 M. 52 Pf., Hafer 7 M. 88 Pf., Erbsen 0 M.
— Pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter per Pfd. O M. 70 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf. Kar⸗
toffeln per Cent. 3 M. — Pf., Stroh 3 M. — Pf. Heu 8 M. — Ppigs.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. R. Deme ß.

—
Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert
pro Monat Mai 1880.
A. Geburten:

X
phine, T. v. Franz Adolph
Eckrich. 5. Franz, S. v. Wil⸗
helm Erb. Joseph, S. v.
Christian Haberer. 6. Christian
Nikolaus, S. v. Johann Niko—
aus Künzer. Adam, S. v
Beorg Poller. Charlotta, T.
d. Johann Klaer. 7. Philip⸗
pina, T. v. Peter Horst. 8
Dscar, S. v. Franz Dengel
10. Anna, T. v. Peter Ahr
13. Johann, S. v. Joh. Klein.
Johann Josef, S. v. Jos. Jost.
14. Maria, T. v. Philipp Sieg
warth. 15. Maria, T. v. Jac.
Duirin. 17. Anna Maria, T
o. Georg Schenkelberger. Joh.
Peter, S. v. Katharina Hoff⸗
mann. 19. Christian, S. v.
Christian Schauer. Frieda, T.
o. Michael Bohn. Barbara
Maria, T. v. Heinrich Kaiser
Daniel, S. v. Georg Folz. 21.
Dorothea, T. v. Friedrich Jos
Koch. 22. Johann, S. v. Pet.
Meyer. 23. Marximilian Otto,
S. v. Hermann Friedr. Laur.
24. Ludwig, S. v. Philipp
Jung. Leontine Victorie, T.
o. Wilhelm Storck. 25. Mar⸗
garetha Elisabetha, T. v. Georg
deinr. Schmitt. Georg, S. v.
sarl Heß. 27. Barbara, T.
d. Maria Noll. 29. Adam
Peter, S. v. Jac. Feichtner.
Georg, S. v. Franz Best. 30.
Anna Maria, T. v. Eduard
Siraud.

. Eheschließungen:

11. Mai. Friedrich Christian
Imschweiler mit Maria Bickel.
13. Johann Holzer mit Katha—
rina Scholl. Nikolaus Klemmer

mit Katharina Kempf. 20. Jac.
Hager mit Maria Deckarm.
Georg Glattfeld mit Elisabetha
Brewenig. 31. Georg Berrang
mit Maria Lang.

O. Sterbfälle:

4. Mai. Maria, 5 Mi. alt,
T. v. Georg Wagner. Heinr.
Schales, 26 J. alt, Ehemann
von Magdalena Mannweiler.
5. Rudolf Birkelbach, 40 J.
alt, Ehemann von Crescentia
Brücker. 8. Anna Braun, 29
J. alt, Ehefrau von Philipp
klinck. 9. Andreas Hartz, 66 J.
alt, Wittwer von Maria Rei—⸗
delstürtz. 10. Johann Peters,
1IJ. alt, S. von Johann.
11. Maria Woll, 1 J. alt, T.
don Jacob. 12. Anna Bastian,
26 J. alt, Ehefrau von Jos.
Zuiring. 13. Bertha Heß, 6
J. alt, T. von Karl. Nikolaus
Suttor, 24 J. alt, S. von
Ddaniel Wwe. 14. Jos. Foos,
8 J. alt, S. von Simon Wwe.
5. Anna Maria Berberich,
3 J. alt. T. v. Adam. 17.
Marx Deffland, 56 J. alt, Ehe⸗
nann von Elisabetha Spohn.
19. Philipp Koch, 65 J. alt,
Wittwer von Margaretha Reitz.
Johann Lampel, 5 Mt. alt, S.
yon Christian. 22. Maria
MPuller, 48 J. alt, Ehefr. von
heinrich Buser. 27. Joh. Jos.
Fungfleisch, 7 J. alt, S. von
Johann. Karl Albert Jost, 4
J. alt, S. v. Jacob. Georg
Imhof, 3 J. alt, S. v. Jacob.
29. Maria Wagner, 11 J. alt,
T. von Joseph. Elisabetha
Stief, 88 J. alt, Wittwe von
Peter Schmitt. 30. Anna Stolz,.
3 J. alt, T. von Ludwig. 31.
sarl Schramm, 1 J. alt, S
von Heinrich.

St. Ingbert, 9. Juni 1880.

Der Standesbeamte.

IEXXXXX
werden für ein grosse, gediegenes üterarisches Unternehmen
Reusende.
Verdienst ehr lohnend. Pachkenntniss nicht erforderlich.
Aueh Beamte, Lehrer, Reisende anderer
»rnancehem ete., welche sieh namhaften Nehenverdienst ver
schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisoches Institut
Gotha.
        <pb n="384" />
        Unentbehrlich für feine
Wäsche:
Patent⸗
Stärke-Glanz.
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in London. Dieses ausgezeichnete
Präparat verleiht als Zusatz zur
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ften Glanz und elastische Steife.
In Päckchen mit Gebrauchs-
anweisung 4à 25 Pfg. zu ha—
ben bei
NRobert Schmitt.

Ein starker Lehrjunge
wird gesucht von
Geerg Weiland, Schlosser
Schnappbach.
Jünglings-Verein.
Sonntag, 20. Juni:
Ball
bei Peter Jung.
Anfang *8 Uhr Abends.
Der Vorstand.
Hanf—⸗
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per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. DJemeß.

Habe noch
Einen Kleeacker
sowie
3 Beeten Wiese
zu verpachten.
Joh. Jos. Heinrich.

J8 r5r Zzustand
eines Eeldeuden auch besorg⸗
unßerregend oder scheinbar hoffnungs⸗
os, so wird er aus dem Buch«
Prattische Winke für Kraute“ neue
zoffnung schöpfen u. volles Vertrauen
zu einem Heilprincip gewinnen, wel⸗
hes sich durch große Einfachhelt,
zanz besonders aber durch mach⸗
veidbare Wirksamkeit aus⸗
να ννιν ιαα: Rrattische

st. JohaunFaarbrücker
*
Volkszeitung.

In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—⸗
breitung vorzüglich für Inserate
jeder Art.

AXin-OFA ISI
abgedruckten Briefe gluclich Ge⸗
heilter veweisen, daß selbst solche
eranke noch die ersehnte Heilung
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Das heiterste und dankbarste
Podpourri
ist unstreitig:

FIuusiIcuIisehe Witze

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OGGBZIn am Rhein.

Consum-Verein
zu Mariannenthaler Glashütte E. G.
— — —
Die Mitglieder des Vereins werden hierdurch zu einer ordent·
lichen Generaͤl ⸗Versammlung auf Montag den 28. Juni
aJe. Nachmittags 5 Uhr im kleinen Saale des Herrn
Schneider eingeladen.

Tages⸗Ordnung:
1) Rechnungsablage pro 1879480.
2) Wahl der Verwaltungsorgane.
Mariannenthaler Glashütte, den 17. Juni 1880.
Der Vorsigende. des Verwaltungsrathes:
Guft. Helmbach.

7 TAVuUSSnd Abh

M.
Berliner Jageblatt

die bei Weitem
gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands.

Taüglich 2weimaliges Prscheinen als
Vorgen- u. Abend-Blatt, vwodureh
las, Berliner Tageblatt“ in
ler Lage ist, seinen Lesern alle Nach-
ijehten stets 12 8tunden früher
ils jede nur ein Mal täglich er-
cheinende Zeitung zu bringen.
Vnabnangige politische Haltung.

Specias-Oorres pondenten an allen
viehtigen Plätzen und in PFolge
Jessen rascheste und z2uverlãssigé
Vachrichten; bei bedeutenden Er-
eignissen umfassende Special-Tele-
ammeé.

Fin eigenes parlamentarisches Bu-
reau Kefert dem Blatte schnelle

und ꝛuverlũssige Berichto.

Vollstãndige Handelszeitung nebst complettem Courszettel.

Forgfaltig gesiehtete Localnachriehten der Reichshauptstadt

Reichhalstiges und interessantes Feuilleton unter Mitarbeiter-
schatt der hervorragendsten Schriftsteller.

Besonders hervorzußeben sind noch:

drei deparat-Beiblaàtter:
las illustrirte Witzblatt das belletristische Sonntagsblatt
¶é

VUIIc“ „Deutsche Lesehalle

sowie die
Möchentl. Mittheil. über Landwirthsohaft, Gartenbau
und Hauswirthsobaft.

Diese Fulle anregenden und unterhaltenden Lesestoffes bietet
as „Berüinor Tageblatt“ 2u dem enorm billigen Abonnementspreise von

(fur alle 4 Blätter linel.
zusammen) 5 M. 26 Pf. Posetprovision)
wodureh es sich den bis jetzt auch nicht annuhernd ron einer
maern deutschen Zeitung erreichten festen Stamm von 73, 000
Ahbonnenten erworben hat. — Probe -Nammorn auf Wunsch gra-
tis und franeo.

Im eigenen Interecao bel'ebe man die Abonnements-Bestellung
robleeniget bei dem nüchsten Postamt 2u bewirkon, damit die
hebersendung des Blattes rom Boginn des Quartals ab pünktlich
erfolge.

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Voræũqe des Blattes:

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Neue illustrirte Wochenschrift.

Frei von jedem einseitigen politischen oder konfessionellen Standpunkt.
— Schneller Erfolg: Schon im erften Quartal
17,000 Abonnenten erreicht.

776 Preis vierteliährlich trotz der reichen Ausftattung nur
T . 1.60

oder auch in jährlich 14 Heften zu 30 Pf.

Die erste April-Nummer, das neue Quarial brginnend, ist durch alle
Vor Hhandlungen, sowie auch direct von der Verlagshandlung J. H
Schorer in Berhin, W., Lützowstr. 6, gratis zu beziehen.

Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen —
entgegen.

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Dru und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Sierzu für unsere WVo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt““ Nr. 28.
        <pb n="385" />
        St. Ingberker Anzeiger.
zi
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljahrlich

AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Aß 98. Sonuntaa- den 20. Jumn 1880.

Deutsches Reich.

München, 17. Juni. Zum Vollzug des Gesetzes vom 25.
Februar 1880 über den Branntweinaufschlag, das am 1. Juli in
Wirksamkeit tritt, wird durch königl. Verordnung d. d. Linderhof,
29. Mai nachstehendes verfügt: &amp; 1. Vom 1. Juli 1880 ab wird
an Rückvergütung des Branntweinaufschlages für das Hektoliter
ausgeführten Branntweins (Spiritus) zu 50 pCt. Alkohol nach
dem Alkoholometer von Tralles bei Normaltemperatur 8 Mk. ge—
leistet. Die gleiche Rückvergütung des Aufschlages wird nach der
Bestimmung des Finanzenministeriums für denjenigen Branntwein
gewährt, welcher im Inland zu gewerblichen Zwecken, einschließlich
der Essigbereitung, verwendet wird. 8 2. Von dem nämlichen
Zeitpunkt ab wird an Rückvergütung des Branntweinaufschlages
für ausgeführte Liqueure 4 M. 80 Pfg. vom Hektoliter ohne Ruͤck—
iicht auf den Stärkegrad geleistet. 8 3. Die Bestimmungen in 88
lund 2 finden auch Anwendung auf den im Uebergangsverkehr
eingehenden und nach Art. 27 des Gesetzes über den Branntwein⸗—
aufschlag versteuerten Branntwein. 8 4. Das Finanzenministerium
ist mit Vollzug dieser Verordnung beauftragt und hat auch die
sonst noch zum Vollzug des Gesetzes über den Branntweinaufschlag
nöthigen Vorschriften zu erlassen. — Mit Bezug auf vorstehende
Verordnung hat das Finanzenministerium die Instruction zum Voll⸗
zug des Gesetzes über den Branntweinaufschlag im Auszug zzur
allgemeinen Kenntniß gebracht und hierbei noch bemerkt, daß diese
Instruction gleichzeitig mit dem Gesetz in Wirksamkeit zu treten hat,
—DD
betheiligten Beamtenpersonal zu beachtenden Vorschriften der Instruc—
tion, sofern keine besondere Strafe angedroht ist, gemäß Art. 52
des genannten Gesetzes mit einer Geldstrafe bis zu 30 M. ge—
ahnet wird.

Die Berliner Botschafter-Conferenz hat die Geheimhaltung
der Conferenz⸗Arbeiten beschlossen. Bei diesem Beschlusse dachte
nan nicht blos an die Presse, sondern auch an Griechenland und
die Türkei. Die Ueberzeugung übereinstimmender Anschauungen
für die der Conferenz obliegende Aufgabe giebt sich bei allen Be—
»ollmächtigten kund. Man hofft auf Erlediqung der Geschäfte in
10 bis 12 Tagen.

Wie erinnerlich, hatte Graf Wilhelm Bismarck (Sohn des
Reichskanzlers) im letzten Reich stage den Antrag eingebracht,
den Reichskanzler aufzufordern, zu erwägen, ob es nicht thunlich
ei, das Wechselrecht für gewisse Kategorieen von Landwirthen,
Handwerkern, Offizieren, Studenten und Beamten aufzuheben.
Bezüglich der Handwerker konnte er in dem sonst doch so reac—
ionären Reichstag keine Unterstützung finden, dagegen wurde der
ibrige Theil des Antrags angenommen. Wie jehzt verlautet, hat
per Reichskanzler die Aufforderung gnädig aufgenommen, ja er soll
ogar beabsichtigen, die „Wohlthat“ der Entziehung des Wechjel—
rechts auch auf die Handwerker auszudehnen.

Ausland.

König Georg von Griechenland weilt, nachdem er die
Pariser Machthaber für die griechische Sache günstig geftimmt, jetzt
in London, jedenfalls um auch hier die leitenden Kreise für die
Ansprüche Griechenlands zu gewinnen.

Ueber Indien kommt die allerdings noch der Bestätigung
bedürfende Nachricht, die chinesischen Streitkräfte seien an ver⸗
chiedenen Punkten in das russische Grenzgebiet eingerückt. In
Fentralasien herrsche in Folge davon eine große Aufregung, na⸗
nentlich in Bochara und Khokand, wo die Bevölkerung sich gerne
gegen die Russen erheben mochte

Vermischtes.

F Die Vertretung der israelitischen Gemeinde in K aiser s⸗
autern hat am Donnerstag Hr. Dr. Landsberg aus Lauenburg
einstimmig zum Rabbiner gewaͤhlt.

7 Ein aus Haardt gebürtigter Neustadter Briefträger,
velcher vor einiger Zeit einen Geidbrief mit 300 Mt. unterschlug
und den Namen des Empfängers im Quittungsbuch selbst einschrieb,
erhielt hierwegen am 15. d. in Frankenthal 1102 Jahre Zuchthaus.
. Die Sammlung zur Wiltelsbach⸗Stiftung ergab in Neu—

st adt knapp 1000 Mk., in Landau (ohne Miltär) 1330 Mt.

Aus dem Annweiler Thal wird berichtet, daß jetzt,
nachdem die Weinstöcke sich in voller Blüthe befinden, der durch die
Winterkälte verursachte Schaden sich überblicken lasse. Die hohen
ragen haben nur wenig gelitten, die tieferen dagegen so stark, daß,
a die dem Froste erlegenen älteren Stöcke erst wieder Wurzelschüsse
nachtreiben müssen, für dieses Jahr an eine Ernte gar nicht zu
)enken ist.

7 In Mainz wurden zwei mit amerikanischen Pässen ver—
ehene feingekleidete Herren verhaftet, nachdem sie ein falsches 20
Markstück verausgabt hatten. Man fand bei ihnen noch mihr sol⸗
her falschen Goldstücke.

7 Nitte Angust tritt Dr. Friedrich Mook (éein Pfälzer),
velcher Anfangs Mai erst aus Afrika zurückkehrte — mit Dr. Riebeck
aus Halle und Karl Rosset aus Freiburg i B. eine Reise um die
Erde an, für welche vorerst eine Dauer von 2 bis 3 Jahren in
Aussicht genommen ist. (Pf. K.)
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
Für Zeitungsleser.

Es bietet wohl kaum eine politische Zeitung ihren Lesern in so reichem
Maße eine anregende Lectüre, bei einer Fule des Stoffes, zu einem so
billigen Abonnementspreise als das „Berliner Tageblatt“ das sich durch
eine Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhalts,
inen festen Stamm von weit über 70,000 Abonnenten zu erwerben
zewußt hat und somit die bei Weitem gelesenste und verbreitetste Zeitung
Deutschlands geworden ist.

Diese Abonnentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeilung auch
aur annähernd erreicht. So große Erfoige können nur durch wirkliche
Leistungen erzielt werden; sie üefern den Beweis, daß das „Berliner
Tageblätt“ die Ansprüche, welche man an eine große politische Zeitung zu
tellen berechtigt ist, in vollem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem reichen
Inhalt wollen wir hier nur Einiges hervorheben: Die täglichen Leitartikel
des „Berliner Tageblatt“ zeichnen fich durch klaren, leicht faßlichen Stil,
durch die freimüthige, doch nicht agitatorische Sprache aus, unier sirenger Be—
obachtung des Prinzips, sich keiner politischen Fraltion dienstbar zu machen —
ondern zu jeder Frage ein eigenes, nach reiflicher und unbefangener Prufung
ebildetes Urtheil abzugeben. Durch eine täglich 2malige Ausgaben eines
Morgen⸗und Abendblattes, ist das B. T. in der Lage, seinen Lesern
alle Nachrichten stets 12 Stunden früher als jede nur einmal täglich erschei⸗
nende Zeitung zu bringen. Das B. F. unterhält an allen politisch wichtigen
lätzen, wie St. Petersburg, Paris, London, Wien, Rom, Constantinopel ec.
Spezial⸗Correspondenten und ist durch diese in den Stand gesetzt, mit
raschen und zuverlassigen Berichten, meistens vermittelst kostspieliger Privattele—
zramme, allen anderen Zeitungen voran zu eilen. Es ist eine Thatsache, daß
das BB. T. einem großen Theil der deutschen, auch ausländischen Presfe als
orzu gsweise Quelle für neue Nachrichten dient. — Das B. T. unierhäli
in eigenes Parlamentarisches Bureau und bringt in Folge dessen unmitielbar
nach den Sitzungen ausführliche un partheiische Berichte. — Den Ereig⸗
nissen in der Reichshauptstadt folgt das R. T. mit seinen umfassenden Lotai⸗
Nachrichten stets auf dem Fuße. — Dem Handel und der Indu ster i e
vird durch eine besondere Handelszeitung nebst vollständigem Courszeltiel der
Berliner Börse eingehende Beachtung geschenkt und besonders darauf Bedacht
senommen, daß das Publikum vor gewagten Spekulationen und schwindelhaften
Anternehmungen stets rechtzeitig gewarni werde. — Theater, Kunst und
Wissenschaft werden im Feuilleton des R. T. in ausgedehntem Maße
zepflegt, außerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer ersten
Autoren. Im nächsten Quartal ist das B. T. in der glücklichen Lage, seinen
Lesern die neueste Rovelle von Paul Heyse: „Die Hexe vom Corso
ieten zu kfönnen. Hierauf bringt dasselbe einen neuen höchst spannenden
Jman von Wilkie Collins: „Jezabels Tochter“. Das „Berliner
Tageblatt“ wird durch stete Vervolikodmmnung und Erweilerung seines In—
jalts bemüht bleiben, sich nicht allein auf dem erreichten Höhepunkte zu er⸗
jalten, sondern auch immer weitere Kreise an sich zu fesseln.

Die verschiedenen Separat⸗Veiblätter, welche das R. T. seinen Abon⸗
enien liefert, haben zum geringsten Theil zu den großen Erfolgen beigetragen.
Ddie „Deutsche Lesehalie“, eine belletristische Wochenschrist unter Muar—
eiterschaft der beliebtesten Autoren ist der Unterhaltung und Belehrung ge—⸗
vidmet; das Witzblatt VI.IKes, mit den meisterhaften Illusiratidnen von
J. Scherenburg, sorgt mit seinem theils scharf satyrischen theils harmlos
emüthlichen Humor für die Lachlust der Leser; die wöchentlichen Mittheilungen
iber Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft bringen
ieben namentlich für den kleineren Landwirth' Wissenswerthen, praktische
Winle für den Gartenbau und zahlreiche Notizen und Recepte für die Haus—
e Probennummern werden auf Wunsch gratis und fraͤnco
ugesandt.

Der billige Abonnementspreis in Berücksichtigung des gebotenen Lesema—⸗
erials beträgt bei allen Reichspostämtern nur ßH Marl 25 Pig pro
seuartal fur alle 4 Blätter zusammen. Um sich den puünktlichen Em⸗
fang des Blattes von Beginn des Quartals an zu sichern, wolle man das
lbonnement möglichst frühzeitig bewerkstelligen.
        <pb n="386" />
        7

—

87

—

14

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*84

24

14

— —

a—
Ausverkauf
wogen Geschàftsaufgabe.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
Damen-Confection und Manufakturwaaren
alle

RNnem
svirklichen totalen Ausverkauf
auszusetzen.

Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen, ES25 Prozent unter dem Ein⸗
kaufsspreis D abgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.

M

*
*

4. Stréeveler, St. Johann a. d. Saar,
CEcke der Bahnhof- und Dudweilerstraße. X

Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, den 21. Juni

1880, Morgens 9 Uhr, in ihrer
Behausung zu St. Ingbert,
— Blieskastelerstraße — lassen
die Eheleute Johann Josef Wag⸗
ner, Schreiner und Clara
Miedel, ihre sämmtlichen Haus⸗
und Küchengeräthe, gegen gleich
baare Zahlung, öffentlich ver—
steigern, darunter namentlich
2 vollständige Betten mit
Couvert und Blumeau, 2
Kleiderschränke, Pfeiler⸗
schränkchen, Nachttischchen,
Stühle, Tische ꝛc.
St. Ingbert, 19. Juni 1880.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Um allen Mißverständ—
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Rummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in eir
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfälzischen
Gewerbemuseums.
Urtis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26,. Octobor
1880.
Hauptgewinne von M 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
turs 20 Loose ein Baar
X
Bestellungen sind zu richten ar
die General-⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haber
bei Franz Woll in St.
Inabert.

—GBBAILS
Zzommersprossen⸗veise e
zur vollständigen Entfer—
nung der Sommersprossen, empf
d Slück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.
Geschäftsmann Fitz hat die
diesjaährige Heu⸗ und Oh—
meterudte von 2 Wiesen
zu verpachten.

Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Hefien zu 50 Pf.
Neuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—

handlungen und Postämitern.
Jünglings«Verein.
Zonntag, 20. Juni:
Ball
bei Peter Jung.
Aufang 28 Uhr Abends.
Der Vorstand.
Warrung.

Ich ersuche hiermit Jeder—
mann, meiner Frau Maria
Zchmittgeb. Danzer auf meinen
Namen weder etwas zu borgen
noch zu leihen, indem ich für
dieselbe keine Zahlung leiste.

St. Ingbert, 19. Juni, 1880.
Georg Schmitt.

Danksagung.

Freunden und Bekannten sa⸗
gen wir für die zahlreiche Be—
sheiligung bei dem gestrigen Lei—
henbegangnisse unserer lieben
uinvergeßlichen Mutter

Maͤrgaretha Schmitt,
nsbesondere aber noch dem
Schnappbacher Casinoverein für
die erhebenden Gesänge unsern
mnnigsten Dank.
die trauernd Hinterbliebenen.
Druck und Verlag von F. X.

P. Demetz, Hemdenfabrik,
.. Landau i. Pfalz.

Spezialitut: Herrn-Hemden nach Manß

nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide-⸗Systemen.

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Einsaätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
as een Sitz leiste ich Jjeche Ga-
rancie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leistungsfüniglkeit über-
zeugen.

Allen Freunden

einer geistig anregenden und zuͤgleich unterhaltenden Lektüre
kann mit vollem Recht das

— —22 588

Deutsche Rkontags-Wlatt

Tleutsche Akontags-Wla

Jod ·Redacieur Verleger: —
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch origenelle literarisch-pol itische
Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu ihren.
Mitaͤrbeitern zählt, euthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel, die
ein treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künstlerischen Streb⸗
ungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue
Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im Deutschen
Montags⸗Blatt“ Unparteiische und erschöpfende Behandlung, während
die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in eleganiester Form inter⸗
essante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch⸗ politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zeit⸗
ungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines ge⸗
— Wochenblattes mit denen einer wohlinformirten, reich mit
RNachrichten aus erster Quelle ausgestalteten Zeitung. und so wird
das D.M.⸗Bl.“ in seiner Doppeh-Natur dem Wahlspruch, den es
sich gewählt, vollauf gerecht, stets

Von dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deut sche Montags.⸗Blatt.“ wird in der Fülle
und Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es so schneil hat zum Lieblings⸗
organ der geistigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichs-Postonstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
zum Preise von æ Mark 50 BXF. pro Quartal entgegen. Zur Be—
zegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr.
1197 der Post⸗Zeitungs⸗Prei liste vro 1880.

Demet in St. Ingbert.
Stezu „Jursrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 25.
        <pb n="387" />
        SVl. Ingberker Anzeiger.“

4—
0
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt viertellahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A GO H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrift oder deren Raum, Reclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
A 98.

Sonntag, den 20. Juni

1880

Deutsches Reich.

München, 17. Juni. Zum Vollzug des Gesetzes vom 25.
Februar 1880 über den Branntweinaufschlag, das am 1. Juli in
Wirksamkeit tritt, wird durch königl. Verordnung d. d. Linderhof,
29. Mai nachstehendes verfügt: 8S—1. Vom 1. Juli 1880 ab wird
an Rückvergütung des Branntweinaufschlages für das Hektoliter
ausgeführten Branntweins (Spiritus) zu 50 pCt. Alkohol nach
dem Alkoholometer von Tralles bei Normaltemperatur 8 Mk. ge—
leistet. Die gleiche Rückvergütung des Aufschlages wird nach der
Bestimmung des Finanzenministeriums für denjenigen Branntwein
gewährt, welcher im Inland zu gewerblichen Zwecken, einschließlich
der Essigbereitung, verwendet wird. 8 2. Von dem nämlichen
Zeitpunkt ab wird an Rückvergütung des Branntweinaufschlages
für ausgeführte Liqueure 4 M. 80 Pfg. vom Hektoliter ohne Rück—
sicht auf den Stärkegrad geleistet. F 83. Die Bestimmungen in 88
und 2 finden auch Anwendung auf den im Uebergangsverkehr
eingehenden und nach Art. 27 des Gesetzes über den Branntwein⸗—
aufschlag versteuerten Branntwein. 8 4. Das Finanzenministerium
ist mit Vollzug dieser Verordnung beauftragt und hat auch die
sonst noch zum Vollzug des Gesetzes über den Branntweinaufschlag
nöthigen Vorschriften zu erlassen. — Mit Bezug auf vorstehende
Verordnung hat das Finanzenministerium die Instruction zum Voll⸗
zug des Gesetzes über den Branntweinaufschlag im Auszug zur
allgemeinen Kenntniß gebracht und hierbei noch bemerkt, daß diese
Instruction gleichzeitig mit dem Gesetz in Wirksamkeit zu treten hat,
daß die Uebertretung der von den Aufschlagpflichtigen und von dem
betheiligten Beamtenpersonal zu beachtenden Vorschriften der Instruc—
tion, sofern keine besondere Strafe angedroht ist, gemäß Art. 52
des genannten Gesetzes mit einer Geldstrafe bis zu 30 M. ge⸗
ahnet wird.

Die Berliner Botschafter-Conferenz hat die Geheimhaltung
der Conferenz⸗Arbeiten beschlossen. Bei diesem Beschlusse dachte
man nicht blos an die Presse, sondern auch an Griechenland und
die Türkei. Die Ueberzeugung übereinstimmender Anschauungen
für die der Conferenz obliegende Aufgabe giebt sich bei allen Be—
vollmächtigten kund. Man hofft auf Erledigung der Geschäfte in
0 bis 12 Tagen.

Wie erinnerlich, hatte Graf Wilhelm Bismarck (Sohn des
Reichskanzlers) im letzten Reichstage den Antrag eingebracht,
den Reichskanzler aufzufordern, zu erwägen, ob es nicht thunlich
ei, das Wechselrecht für gewisse Kategorieen von Landwirthen,
Pandwerkern, Offizieren, Sindenten und Beamten aufzuheben.
Bezüglich der Handwerker konnte er in dem sonst doch so reac⸗
ionären Reichstag keine Unterstützung finden, dagegen wurde der
abrige Theil des Antrags angenommen. Wie jezzt verlautet, hat
der Reichskanzler die Aufforderung gnädig aufgenommen, ja er soll
ogar beabsichtigen, die Wohlthat“ der Entziehung des Wechiel⸗
cechts auch auf die Handwerker auszudehnen.

Ausland.

König Georg von Griechenland weilt, nachdem er die
Hariser Machthaber für die griechische Sache günstig geftimmt, jetzt
in London, jedenfalls um auch hier die leitenden Kreise für die
Ansprüche Griechenlands zu gewinnen.

Ueber Indien kommt die allerdings noch der Bestätigung
bedürfende Nachricht, die chinesischen Streitkräfte seien an ver
schiedenen Punkten in das russische Grenzgebiet eingerückt. In
Tentralasien herrsche in Folge dabon eine große Aufregung, na⸗
nentlich in Bochara und Khokand, wo die Zevölkerung sich gerne
Jegen die Russen erheben moͤchte.

Vermischtes.

Die Vertretung der israelitischen Gemeinde in Kaisers—
auttern hat am Donnerstag Hr. Dr. Landsberg aus Lauenburg
rinstimmig zum Rabbiner gewaͤhls.

Ein aus Haardt gebürtigter Neustadter Briefträger,
welcher vor einiger Zeit einen Geldbrief mit 800 Mte. unterschlug
und den Namen des Empfängers im Quittungsbuch selbst einschrieb,
erhielt hierwegen am 15. d. in Frankenthal 10 Jahre Zuchthaus.

Die Sammlung zur Wittelsbach⸗Stiftung ergab in Nesu—
txadit knapp 1000 Mk., in Landau (ohne Miltär) 1530 Mt.

Aus dem Annweiler Thal wird berichtet, daß jetzt,
nachdem die Weinstöcke sich in voller Blüthe befinden, der durch die
Binterkälte verursachte Schaden sich überblicken lasse. Die hohen
Lagen haben nur wenig gelitten, die tieferen dagegen so stark, daß,
ha die dem Froste erlegenen älteren Stöcke erst wieder Wurzelschüsse
jachtreiben müssen, für dieses Jahr an eine Ernte gar nicht zu
enken ist.

7 In Mainz wurden zwei mit amerikanischen Pässen ver—
ehene feingekleidete Herren verhaftet, nachdem sie ein falsches 20
Markstück verausgabt hatten. Man fand bei ihnen noch mehr sol—
her falschen Goldstücke.

Mitte Angust tritt Dr. Friedrich Mook (ein Pfälzer),
velcher Anfangs Mai erst aus Afrika zurückkehrte — mit Dr. Riebeck
nis Halle und Karl Rosset aus Freiburg i B. eine Reise um die
Erde an, für welche vorerst eine Dauer von 3 bis 3 Jahren in
Aussicht genommen ist. (Pf. K.)
Fur die Redaction verantwortlich: F. X Deme ß.
Für Zeitungsleser.

Es bietet wohl kaum eine Ppolitische Zeitung ihren Lesern in so reichem
Maße eine anregende Lectüre, bei einer Fülle des Stoffes, zu einem so
illigen Abonnementspreise als das „Berliner Tageblatt“ das sich durch
eine Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältige Auswahl seines Inhalts,
inen festen Stamm von weit über 70,000 Abonnenten zu erwerben
sewußt hat und somit die bei Weitem gelesenste und verbreiteiste Zeitung
Deutschlands geworden ist.

Diese Abonnentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch
aur annähernd erreicht. So große Erfoige können nur durch wirkliche
Leistungen erzielt werden; sie efern den Beweis, daß das „Berliner
Tageblatt“ die Ansprüche, welche man an eine große politische Zeitung zu
tellen berechtigt ist, in vollem Maße zu befriedigen weiß. Aus dem reichen
Inhalt wollen wir hier nur Einiges hervorheben: Die täglichen Leitartikel
es „Berliner Tageblatt“ zeichnen fich durqc klaren, leicht faßlichen Stil,
aurch die freimüthige, doch nicht agitatorische Sprache aus, unter sirenger Be—
»bachtung des Prinzips, sich keiner politischen Fraktion dienstbar zu machen —
ondern zu jeder Frage ein eigenes, nach reiflicher und unbefangener Prüfung
ebildetes Urtheil abzugeben. Durch eine täglich 2malige Ausgaben eines
Morgen⸗ und Abendblattes, ist das R. T. in der Lage, seinen Lesern
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ende Zeitung zu bringen. Das B. F. unterhält an allen politisch wichtigen
Zlätzen, wie St. Petersburg, Paris, London, Wien, Rom, Constantinopel ⁊tc.
Zpezial⸗Correspondenten und ist durch diese in den Stand geseßt, mit
aschen und zuverlassigen Berichten, meistens vermittelst kostspieliger Privattele⸗
ramme, allen anderen Zeitungen voran zu eilen. Es ist eine Thatsache, daß
as B. T. einem großen Theil der deuischen, auch ausländischen Presse als
orzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. — Das B. T. unierhält
in eigenes Parlameniarisches Bureau und bringt in Folge dessen unmitlelbar
nach den Sitzungen ausführliche un partheiische Berichte. — Den Ereig—
issen in der Reichshauptstadt folgt das R. T. mit seinen umfassenden Lokai⸗
dachrichten stets auf dem Fuße. — Dem Handel und der Indusirite
dird durch eine besondere Handelszeitung nebst vollständigem Courszettiel der
Berliner Vörse eingehende Beachtung geschenkt und besonders darauf Bedacht
enommen, daß das Publikum vor gewagien Spekulationen und schwindelhaften
lnternehmungen stets rechtzeitig gewarni werde. — Theater, Kunst und
Wissenschaft werden im Feuilleton des B. T. in ausgedehntem Maße
zepflegt, außerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer ersten
Autoren. Im nächsten Quartal ist das B. T. in der glücklichen Lage, seinen
Lesern die neueste Rovelle von Paul Heyse: „Die Hexre vom Corso
»ieten zu können. Hierauf bringt dasselbe einen neuen höchst spannenden
doman von Wilkie Collins: „Jezabels Tochter“. Das „Berliner
Tageblatt“ wird durch stete Vervolikdnimnung und Erweiterung seines In⸗
jalts bemüht bleiben, fich nicht allein auf dem erreichten Höhepunkte zu er⸗
jalten, sondern auch immer weitere Kreise an sich zu fesseln.

Die verschiedenen Separat-Beiblätter, welche das 13. T. seinen Abon⸗
enten liefert, haben zum geringsten Theil zu den großen Erfolgen beigetragen.
Ddie „Deutsche Lesehalle“, eine belletristische Wochenschrift unter Muͤar—
zeiterschaft der beliebtesten Auloren ist der Unierhaltung und Belehrung ge—⸗
vidmet; das WitzblattVUI. IKec, mit den meisterhaften Illustrationen von
J. Scherenburg, sorgt mit seinem theils scharf satyrischen theils harmlos
zemüthlichen Humor für die Lachlust der Leser; die wöchenilichen Mittheilungen
aber Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswirthschaft bringen
ieben namentlich für den kleineren Landwirth Wifsenswerthen, praktische
Winke für den Gartenbau und zahlreiche Rotizen und Recepte für die Haus—
ee Probennummern werden auf Wunsch aratis und frauco
zugesandt.

Der billige Abonnementspreis in Berücksichtigung des gebotenen Lesema—⸗
erials beträgt bei allen Reichspostämtern nur ßS Hark 25 Ptg. pro
sdunrial für alle 4 Blätter zusammen. Um sich den punktlichen Em—
»fang des Blattes von Beginn des Quartals an zu sichern, wolle man das
Abonnement möalichst frühzeitig bewerkstelligen.
        <pb n="388" />
        Ausverkauf
wegoen Geschaàftsaufgabe.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sänmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
9
Damen-Confection und Manufakturwaaren
alle

2221
RBrklichen totalen Ausverkauf
auszusetzen.

Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen, S 25 Prozent unter dem Ein⸗
kaufspreis M abgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch känflich zu übernehmen.

A. Stre veler, St. Johann a. d. Saar,
Ecke der Bahnhof- und Dudweilerstraße. X

Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, den 21. Juni

1880, Morgens 9 Uhr, in ihrer
Behausung zu St. Ingbert,
— Blieskastelerstraße — lassen
die Eheleute Johann Josef Wag⸗
ner, Schreiner und Clara
Miedel, ihre sämmtlichen Haus—
und Küchengeräthe, gegen gleich
baare Zahlung, öffentlich ver—
steigern, darunter namentlich
2 vollständige Betten mit
Couvert und Blumeau, 2
Kleiderschränke, Pfeiler⸗
schränkchen, Nachltischchen,
Stühle, Tische ꝛc.
St. Ingbert, 19. Juni 1880.
Ph. Fitz,
Geschäftsmann.

Fortlaujende Nummern. Keine
Serien.
VNur Geldgewinnste.
Ic Um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die fämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites geleat.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfälzischer
Gewerbemuseunmis.
3 9
Prtis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
ʒauptgewinne von A 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
turs 20 Loosse ein Banr
owi namn.
Bestellungen sind zu richten an
die General-Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
bei Franz Woll in St.
Inabert.

—

vommersprossen⸗Seise e—
zur vollständigen Entfer—
nung der Sommersprossen, empf.
Siuck 60 pfg.
F Rob. Schmitt.

Geschaͤstsmann Fitz hat die

ziesjahrige Heu⸗ und Oh—⸗
meterndte von 2 Wiesen
zu verpachten.

Deutsches
Familienblatt.
Hierteljährlich Mark 1.60. —
In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon G. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—
handlungen und Postämtern.
Jünglings-Verein.
Zonutag/ 20. Juni:
Ball
bei Peter Jung.
Anfang 28 Uhr Abends.
Der Vorstand.
Warnung.

Ich ersuche hiermit Jeder—
nann, meiner Frau Maria
Schmittgeb. Danzer auf meinen
Namen weder etwas zu borgen
noch zu leihen, indem ich für
dieselbe keine Zahlung leiste.

St. Ingbert, 19. Juni 1880

Georg Schmitt.
Danksagung.

Freunden und Bekannten sa—
gen wir für die zahlreiche Be⸗
cheiligung bei dem gestrigen Lei⸗
chenbegängnisse unserer lieben
invergeßlichen Mutter

Margaretha Schmitt,
nsbesondere aber noch dem
Schnappbacher Casinoverein für
die erhebenden Gesänge unsern
innigsten Dank.

Die trauernd Hinterbliebenen.

P. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.

Spezialitüt: Herrn-Hemden nach Maaß

nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide-Systemen.

2/3 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A 26. -

12/, mit glattem feinem leinen

Einsatz A BV. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Brusft⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermelläͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
iusgezeichneten Sitz leiste ich Jede —
enntie; nach erfolgter Bestellung sende
sch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungssu hizlkeit über⸗
zeugen.

Allen Freunden

einer geistig anregenden und zualeich unterhaltenden Lektüre
kann mit vollem Recht das

* 23 5

344—

Feutsche Montags-Mlatt

Thef⸗Redacteur: Verleger.
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch origenelle literarisch⸗-politische
Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu ihren
Mitarbeilern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel, die
cin treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künstlerischen Streb⸗
ungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue
Frscheinung in Wisfenschaft, Politik, Kunst und Leben sindet im, Deutschen
Mountags⸗Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behandlung, während
die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegantester Form inter⸗
essante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch- politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zeit—
ungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines ge⸗!
Jaüreichen Wochenblat tes mit denen einer wohlinformirten, reich mit
Rachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeitung. und so wird
das D. M.⸗Bl.“ in seiner Doppel-Natur dem Wahlipruch, den es
sich gewählt, vollauf gerecht, stets

Von dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags.Blatt.“ wird in der Fülle
uͤnd Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es jo schneil hat zum Lieblings⸗
organ der geistigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichs-Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
zum Preise von 2 MIark 50 1F. pro Quartal entgegen. Zur Be—
Fegnung von Verwechselungen verweise inan bei Postbestellunaen auf Nr.
7 der Post-Jeitunas⸗Prei liste vro 1880).

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtbes Sonntaasblatt““ MNr. 25.
        <pb n="389" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Be

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

1 40 BA einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebllhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, NReclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Aß 99...

Dienstag, den 22. Juni

1880.

Deutsches Reich.

Das k. bayerische Staatsministerium für Kirchen- und
Schulangelegenheiten hat unterm 1. d. M. folgende Entschließung
erlassen: „Eine Kreisregierung regte an, ob nicht die Feier des
Wittelsbach-VJubiläums an den Volksschulen mit Rücksicht auf die
Erntezeit und die Schulferien früher zu halten sei, als am 25.
August (Königstag.) Eine derartige Trennung kann nicht gebilligt
werden, da einerseits die Betheiligung der Schuljugend an der all⸗
gemeinen Jubelfeier besonders auf dem Land und in kleineren
Städten einen hervorragenden Bestandtheil des Festprogramms bilden
wird und zweckmäßig bilden soll, dann da andererseits hierbei an
den Volksschulen die Ferien keinen störenden Einfluß äußern werden,
gleichwie auch bei der eingeschränkten Festdauer die Erntezeit nicht
in Betracht kommt. Schließlich wird noch bemerkt, daß nach Vor—
gang des Münchener Festprogramms mit Rücksicht auf die Bedeut⸗
ung der Jubelfeier die Abhaltung von Gedächtnißgottesdiensten,
denen die Schuljugend anwohnt, an dem auf den Festtag folgenden
Tag angemessen erscheint.“

Am Samstag hat das preuß. Abgeordnetenhaus in
zweiter Berathung den Art. 2 der Kirchengesetz-Vorlage (Berufung
gegen die Entscheidungen der kirchlichen Behoͤrden) abgelehnt. (Tags
vorher hatte Art. 1 das gleiche Schicksal.) Art. 3 (Erkennung auf
Unfähigkeit zur Bekleidung eines kirchlichen Amtes) wurde in der
Fassung der Vorlage angenommen. Gegenüber Windthorst erklärte
der Kultusminister, der Gedanke sei keineswegs ausgeschlossen, nach
dem Zustandekommen der Vorlage neue Verhandlungen mit Rom
anzuknüpfen. Eine Garantie für die glückliche Durchführung der—
selben könne er aber selbstverständlich weder in Aussicht stellen,
noch übernehmen.

Vor seiner Abreise nach Ems hat der Kaiser noch eine längere
Unterredung mit dem Kultusminister v. Puttka mer über den
Stand der Kirchenvorlage gehabt. Man will in parlamentarischen
Kreisen wissen, daß der Kultusminister dem Kaiser gegenüber die
Hoffnung nicht aufgegeben hat, das Gesetz zu Stande kommen zu
sehen, unter der Voraussetzung, daß der Art. 4, die Rückkehr der
Bischöfe betreffend, preisgegeben wird.

Kaiser Wilhelm ist von Düsseldorf, wo er Vormittags mit der
Kaiserin Augusta die Ausstellung besucht hatte, Samstag Abend
in Ems eingetrofsen.

Ausland.

Die Vorlage betreffs Erlaß einer allgemeinen Amnestie der
verbannten Kommune-⸗Mitglieder ist nun doch richtig der franzö—
sischen Deputirte nkammer zugegangen.

In Rußland arbeiten die Militärs eifrig an der Befestig—
ung der russischen Westgrenze. In Warschau tagt eine eigene
Commission, welche diese Frage eingehenden Studien unterwirft.

Wie aus Athen gemeldet wird, beschloß die griechische
Regiernng, Vorbereitungen zur Ausführung der Beschluͤsse der Ber—
liner Conferenz zu treffen. Es sollen die Reserven zu den Fahnen

gerufen und für alle Eventualitäten ein Armeekorps von 38.000
Mann kriegsbereit gemacht werden.

Durch die mit dem 1. Juli ds. Is. in's Leben tretenden
Gesetze, den Branntweinaufschlag und die Besteuerung des Tabaks
betreffend, wurde unter A. auch in Ludwigshafen, Kaisers—
lautern und Landau die Aufstellung von Sieuer-Obercontro—
leuren nöthig.

F Fresserei. Im Gasthaus „zum Rehberg“ zu Ann—
weiler verzehrte ein 17jähriger Knecht von Lauterschwan wie
von Augenzeugen berichtet wird, 5 Würste mit 10 Brod, 2 Por—
tionen Käse mit 4 Brod, 1 Teller voll Kartoffeln und Salat mit
Weck, Brod und circans Schoppen Senf vermengt, 1 Portion
Schwartemagen mit Brod, 6 Glas Bier, J Servelat- und 1 Leber—
wurst ohne Brod, 1 große Tasse schwarzen Kaffee und 1 Schoppen
Wasser in einem Zeitraume von 3 Stunden. (A. W.)

FIn Frankenthal wurde ein Faß fertiggestellt, welches
10,000 Liter Wein zu fassen im Stande ist.

Im Bezirksamt Frankenthal hat die Sammlung für
die Wittelsbacher Stiftung 2954 Mk. ergeben, im Bezirksamt Kai—
serslautern 3715 Mk. 32 Pf.; im Bezirksamt Landau circa 3440 M.

München. Von der Anordnung des Kriegsministers, zur
Formirung der 18. Infanterie-Regiments je 1 Kompagnie abzu—⸗
geben, werden nicht betroffen das Infanterie-Leibregiment, dann
die Infanterie-Regimenter Nr. 4, 8, 16 u. 17.

Der 10. Passionsvorstellung in Oberammergau am
16. d. wohnten u. A. etwa 1000 kath. Geistliche aus allen
Gauen Deutschlands bei.

F In Schwetzingen wird der diesjährige Spargelertrag
auf 200 Centner mit einem Geldwerth von etwa 100,000 Mk.
geschätzt.
Dienste nachrichten.

Der erste Staatsanwalt am Landgericht Kaiserslautern, August Eckhard
wurde wegen nachgewiesenen körperlichen Leidens auf ein Jahr in den Ruhe—
stand versetzt und auf dessen Stelle der Lendgerichtsrath Julius Bossert
in Frankenthal befördert.

Die zweite protest. Pfarrstelle mit dem Decanate zu Kirchheimbolanden
wurde dem Pfarrer und Decan W. H. Ruckdeschel in Lauterecken verliehen

Flir die Redaction verantwortlich: F. xX Déemeßn.

2

—

—
Herzogi, Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original-Loosen und 48,000
Gewinnen.
lHaupttreffer ev. 450,000,
à 300,000,
50,000
00,000,
75,000,
*0,000,
000,
3,0900,
25,000,
20,000,
15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. uud 16. Juli 1880,
— — — ——
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganzo RHalbe Viortol Achtol
Ofl. 40 4fl. 70 2fl. 35 ufl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
28Iĩus,.
ner der Vraunschw. Landes⸗Lotterie
imn Rraunscehweig.
QROCCGCCT

Haupttreffer 4 12,000
10.000,

8000,
6000,
5000,
4000,
3000.
2000

109000,

500

Vermischtes.

*St. Ingbert. Dem Antrage des Stadtrathes entspre—
chend, wurde Hr. Lehrer Schmelzer von Ensheim vom 1. Juli
an zum Lehrer an der hier vakanten 6. katholische Kna benschul⸗
stelle ernannt.

— Der gestrige Jahrmarkt war wie gewöhnlich fast stärker
von Verkäufern besucht als von Käufern. Mancher der fremden
Berkäufer mag darum kaum soviel eingenommen haben, als seine
Unkosten betrugen; aber trotzdem wird er wohl auch das nächstemal
wieder da sein, um dieselbe Erfahrung zu machen.

Am Sonntag fand im Walde bei Einöd das dritte Sän—
gerfest des Bezirks-Sängerbundes Zweibrücken statt. 17 Gesang⸗
oereine mit etwa 50 Sängern betheiligten sich daran.

F In Niederschlettenbach bei Dahn wurde vergangenen
Mittwoch ein Kind überfahren und blieb auf der Stelle ilodt.

F In Blaubach fiel, der „Pfälz. Pr.“ zufolge, ein 50
Juhre alter Mann in seinen Ziehbrunnen und ertrank.
        <pb n="390" />
        Todes⸗Anzeige.

Freunden und Bekannten die Trauernachricht, daß es Gott
dem Allmachtigen gefallen hat, unsere innigst geliebte Mutter heute
in ein besseres Jenseits abzurufen.

St. Ingbert, den 21. Juni 1880.

Die tieftrauernd Piuteroneeeer

Johannes Woll, Nikolaus Woll und Peter Woll, Tüncher.

Die Beerdigung findet Mittwoch Morgen um 9 Uhr statt.

———— —

In der Serie gezogene — am J. Juli a. E. zur Gewinn⸗

ziehung gelangende *
Kurhessische Thlr. 40⸗Eoose

(nicht zu verwechseln mit halben, seg— Thlr. 20Loosen)
aupigewinn 96, 000. -, sind à A85.-, Halbe à
242. 30 und nach Vorauskurzung des geringsten Gewinnes (won
A 228. 2), Ganze à A 260., —8 àMA I1I80.-, Vier⸗
tel a M 65. -, ichtel à MA 82. 50, und Sechszehutel à
16. 23 noch vorräthig bei
NMerie SGebel Sonne. Bankgeschäft in Frankfurt a. / M.

Jodes⸗Anzeige.

Bekannten, Freunden und
Verwandten hiemit die
schmerzliche Nachricht, daß
imser lieber Gatte, Vater,
Großvater, Schwiegervater,
Bruder und Onkel
Jakob Ammann,
61 Jahr alt, gestern Abend
7 Uhr nach längerem Leiden
sanft verschieden ist.

Si. Ingbert, 22. Juni 1880.
Die treuernd
Hinterbliebenen.

dDie Beerdigung findet
Mittwoch Nachmittag um
3 Uhr statt.

3 für Andere!
Zur Warnung für Andere!
Angelockt durch die vielen Inserate von dem Hofdeslillateur Wallrad Ottmar Bern⸗
ard in Munchen, gebrauchte ich dessen Bernhardiner Alpenträuter⸗Liqueur. Dieses Bernhard'sche
vab- war jedoch völlig wirkungslos. ID Ich horte dann von dem berlüihmten Bene
dirtiner Doppeikräüter-Magenbütter des Herrn E. Pingel in Gottingen und spürte schon
nach Gebrauch der ersten Flasche, bezogen aus dem Depot des Herrn Carl Rinker in Kempten, bedeuten de
Linderung meiner Athem⸗ und Brustbeschwerden, auch mein Appetit wurde besser. Nach Fortsetzung dieseß lo st⸗
lichen Mittels bin ich ganz von meinen schweren Leiden befreit. Ich bin 30 Jahre im Muhlengejchafte thätig
zewesen und habe mir jedenfalls mein Leiden durch den Mühlenstaub erworben, weshalb mir die Aerzte auch
riethen, meinen Beruf aufzugeben, sonst sei an Hilfe nicht zu denlen. Jetzt bin ich volllommen gesund, arbeite
wie früher in meinem Berufe und habe sogar binnen 6,Wochen bedeulend an Gewicht zugenommen. Ich
empfehle allen Leidenden dringend das Pingel'sche Fabrikat und spreche Herrn Piugel in Goͤttingen noch⸗
mals auf diesem Wege meinen tausendfachen Dank aus. Jen Den Leidenden aber lege ich ans Herz, sich
nicht durch nutzlose andere Mittel um ihr Geld bringen zu lassen. — 9
stempten, den 12. April 1880. Joh. Huber,
Obermuller in der siädlischen Maximilian⸗Kunsimlihle.
Joh. Hubers Aussage beruht auf voller Wahrheit, was ich hiermit bestätige.
Ad. Schweichardt,
zur „Städtischen Maximilians-Kunst- und Kundenmühle“.
Die Aechtheit der Unterschrift des Herrn Schweickhardt wird hiermit bestätigt.
Kempten, den 3. Mai 1880. Stadtmagistrat Kempten.
IL 8. gez. Korren, Bürgermeister.

Stadtrathssitzung
am Mittwoch, den 23. d.
Mis. Abends um 5 Uhr.

Tagesordnung.
1. Wahl eines Stadt⸗Einneh⸗
mers.
2. Wittelsbacher Landesstiftung
3. Schulwesens.

St. Ingbert, 22. Juni 1880.
Das Bürgermeisteramt:
Custer.
Dengelmaschinen
und schöne verzierte schmiedeiserne
Bügeleisen
mit Stahlboden sind zu haben bei
Joh. Schmitt, Zeugschmied,
sog. Würzbacher Hannes.

Dank für Rettung vom Tode.

Seit Sommer 1878 litt ich an Leber⸗, Nieren⸗ und Magenleiden, auch an Blutarmuth und Brustbe—
schwerden, so daß ich meinen Dienst als Bahnwärter 3 Monat lang nicht mehr verjehen konnte. Ich gebrauchte
boͤgleich die Aerzte inir das Leben absagten, verschiedene angeprieseae Mittel, auch machte ich einen Versuch mit
dem Bernhardiner Alpenkräuter Liqueur des Hofdestillateur Bernhard in München, welcher aber nicht nur nichts
half, sondern AF mein Leiden bedenklich verschlimmerte. A Endlich wurde ich aufmerlsam
zemacht auf den mit Recht weit und breit berühmten Benedietiner von Herrn C. Pingel in Göoͤttingen,
und vin durch den Gebrauch dieser köstlichen Essenz so weit hergestellt, daß ich meinen Dienst wieder versehen
kann. Ich danke von Herzen nebst Gott Herrn Pingel für sein köstliches Mittel und rathe jedem Leidenden,
auch wenn scheinbar keine Hilfe mehr möglich ist, sich an das Pingel'sche Mittel zu halten und kein Geld
an andere uutzlose, oft noch schädliche Mittel zu menden.

Lenzfried bei Kempten, den 14. Mai 1880. Johann Zeller.

Bahnwärter, Posten No. 4
Die obige Erklärung des Bahnwärter Joh. Zeller bestätigt.
Lenzfried, den 14. Mai 1880. Verwaltung der Gemeinde Lenzfried.
(L. 8.) gez. Kiechle, Bürgermeister.
ettung aus Gefahr
EScgon seit langer Zeit litt ich an einem hartnäckigen Magenleiden, das mir oft die heftigsten
Schmerzen im Magen und Unterleib verursachte, da machte ich einmal einen Versuch mit dem von Wallrad
Ottmar Bernhard in München so sehr cigepriejenen Bernhardiner Alpenkräuter⸗Liqueur, aber mein Geld war
ein hinausgeworfen, denn IEE nicht nur wurde mein Leiden nicht besser, sondern die Schmer⸗
zen nahmen auf den Genuß dieses Münchener Bernhardiner⸗Liqueuro nur noch mehr
uͤberhand. DEndlich wurde ich von einem Freunde, der früher am gleichen Uebel litt, aber durch den
lichten ‚Benedictiner Doppelkräuter-⸗Magenbitter“ des Herrn C. Pingel in Göttingen hiervon gl uchhisch
geheit wurde, auf dieses vortreffliche Mittel aufmerlsam gemacht. Ich kaufte mir 1 Flasche dieses ächten
Venedictiner-Magenbitter und fand sofort, nachdem ich nur wenige Loöffel voll davon genossen hatte, wesentliche
Erleichterung und bin, nachdem ich jetzt 2 Flaschen genommen, von meinem Leiden geheilt. Ich habe keine
Schmerzen mehr, kann wieder Alles genießen und fühle mich wohler als jemals.

Mergentheim a,Tauber, den 8. Mai 1880. Ignaz? RKraft. Schreinermeister.

Zur Beglaubigung. Stadtgemeinde Mergentheim.
(L. 8. zez. Rlokbüuchen.

zt. Fehann-Saarbrütker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo⸗
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Vurbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blait. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—
breitung vorzuglich fuͤr Inserate
jeder Art.

Ein gewisser Fabrikant bemüht sich seit ca. 11 Monaten sein erbãärmliches Gebräu, welches er
unter frühern Namen nicht absetzen konnte, meine Inserate und Prospecte täuschend ähnlich nachzubilden und
hängt dabei seinem durchaus werthlosen, in vielen Fällen schädlich wirkendem, einfach bittern
Schnapse einen Namen an, welcher dem meines Benedictiner und Sanct Bernhard ähnlich ist und Verwechse⸗
lungen herbeiführen soll.

nier großer Markischreierei, gespidt mit erdichteten Attesten wird dieses Gebräu, welches angeblich 20
Jahre bestehen soll, in Wirklichkeit aber nur obiges Alter hat, ausgeboten. Um seinem Geschäfte ein recht
großartiges Gepräge zu verleihen, spiegelt derselbe Mann dem Publikum vor, er besitze in Kufstein und
Zürich Fabriken; doch gesteht derselbe auf meine Rügen jetzt selbst ein, nur Filialen resp. Depots an den
Plahen ju besitzen — alio ke ine Fabriken. — Die neueste Leistung dieses Ehrenmannes ist, daß er dem
Publitum eine gegen mein Fabrikot gecichtete, gänzlich falsche Analyse auftischt, welche von mir längst
wider egt wurde. Jeder vernunftige Mensch weiß, daß kein Chemiker der Welt iu Stande ist, auch nur an⸗
nähernd die Bestandtheile meines aus den verschiedenssen, vorzüglichsten Kräutern gewonnenen Benedictiner zu
bezeichnen, oder festzustellen und wäre es lächerlich, auch nur ein Wort weiter hieruber zu verlieren. Nachdem
ich auf die jungsten unsinnigen Ausfälle der Concurrenz, weitere Beweise über die Vorzüglichleit meiner Fabri⸗
date vorgeführt habe, werde ich auch nicht mehr den geringsten Drudraum fülr die Concurrenz verschwenden,
sondern dem redlich denkenden Publikum das Urtheil überlassen.

O. Dingel in G'öttingen,«
einzige Fabrik des achten Benedictiner und Sanct Bernhard⸗Magenbitter.
In St. Ingbert zu haben bei Herrn J. Friedrich.

— —

digarrentãschehen
mit Firmadrucdck
fertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demek.

Frankfurt a R
Aessesies Annoncen Bureec
Neeneten

Vogloer
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.
Druck and Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert
        <pb n="391" />
        ⸗
2
3—

220 358
—— 2525
Xä 22 * —2
2* 2 338 5s—532*5 — —
—A06 2 33 28 —52222 — ——
35 * * 5 2*
—— — A 18 A 38538 6*33 533
— 2 —22 E —S 2* 5 5 8 2
535 5553838 22 522353 625786 383
2 7 —A 5* — * D ——
2 8 5* 8 * * 3 e; — 8 25 D
— 535255 552 —— 53 * 8. — 22 5838 2 —35582
* 55 7—235 3 ⸗ 8*258 * —2 5223 — 232332
8 — 285 —2* — — 1 5553358 ——ã— — 252335
538 32802 538 —A 82353 2 22 N58532
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2 32 2533 *33—33383—3337 25—3532322*
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        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträagt vierteljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.46 60 , einschließlich 40 Z Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odetr deren Raum, Meclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
A s00 Donnerstag, den 24. Juni 1880.

Deutsches Reich.

In Münchener Blättern lesen wir, daß demnächst wieder könig—
iche Equipagen nach Kissingen geschickt werden sollen, wo Fürst
Bismarck am 8. Juli zur Cur eintreffen wird.

Ausland.

Die französische Abgeordnetenkammer nahm am Montag
den von der Regierung vorgelegten Amnestie-Gesetzentwurf mit
333 gegen 140 Stimmen an. Gambetta legte in längerer Rede
dar, daß die Amnestie keineswegs eine Politik der Schwäche, sondern
vielmehr eine Politik der Concentrirung bezeichne: man müsse die
Amnestie so lange als möglich vor den Neuwahlen gewähren, da—
mit die feindlichen Parteien aus ihr keinen Nutzen zögen, man
müsse den Grabstein auf die Verbrechen der Commune setzen und
Allen zurufen: ein einziges Frankreich, eine einzige Republik! Ein
Amendement, die Verbrechen gegen das gemeine Recht von der
Amnestie auszuschließen, wurde abgelehnt. Gleichzeitig wurde be—
chlossen, die Rede Gambetta's in allen Gemeinden Frankreichs
öffentlich anschlagen zu lassen. (Gambetta rückt eben dem Vosten
eines Präsidenten immer näher.)

Eine Lloyds-Depesche meldet aus Buenos Ayres (Süd⸗
amerika,) daß daselbst eine Revolution ausgebrochen. die Stadt be—⸗
iagert und der Hafen blokirt sei.
Viälzisches Schwurgericht.
II. Quartal 1880.

(Fall Kolb. Schluß. Siehe Nr. 97 des „Anz.“) Der Angeklagte
peharrt in der Verhandlung auf das energischeste darauf, daß er durch seine
dandlung nur bewirken wollte, daß seine Frau, die ihm immer Alles weg⸗
rage, den Kaffee stehen lassen müsse. Bei dem Verlesen der Frage an die
Beschworenen stellte der Vertheidiger den Antrag, eine Nebenfcage dahin gehend
ju stellen, ob das von der Ehefrau Kolb zu sich genommene Gift im Siand
vaͤre, die Gesundheit derselben zu vernichten. Der Schwurgerichtshof ließ
aber die Stellung dieser Frage dem Antrag des k. Staatsanwalis gemäß nicht
u, da in derselben kein neues, in der Hauptschuldfrage etwa noch nicht ent⸗
jaltenes Thatbestandsmerkmal, das die Strafbarkeit der Handlung erhöhe oder
dermindere (5 295 der Reichsstrafproceßordnung), in Frage gestellt sei.

Der Staatsanwalt hielt die Anklage aufrecht und hielt insbesondere die
Absicht des Angcklagten, seiner Frau das Gift beizubringen und ihre Gesund—⸗
jeit damit zu schädigen, sür erwiesen. Es genüge, daß Gift beigebracht worden
sei; ob die beigebrachte Quantität auch genüge, den beabsichtigien Er olg her⸗
beizuführen oder nicht, das sei vielleicht medicinisch, nicht aber strafrechtlich
on Belang. — Der Vertheidiger betonte in seinem Vortrag vor Allem, daß
die Aufstellung des Angekragten, er habe die Streschhölzer in den Kaffee ge—
vorfen, nur um seiner Frau den Genuß desselben unmöglich zu machen,
venn man dieselbe oberflächlich betrachte, unsinnig und unglüubhaft erscheine.
Wenn muan dagegen die Verhältnisse einzeln vornehme, genau betrachte und
in ihrer Gesammtheit würdige, daun sprächen eben alle Verhältnisse gegen die
Aufstellung des Staatsanwaltes und für die Aufstellung des Angeilagten.
Weiter führte der Vertheidiger aus, daß, selbst wenn die verbrecherische Ab⸗
icht des Angeklagten nachgewiesen wäre, eine Bestrafung nicht erfolgen könne,
‚»a die Quantität des beigebrachten Giftes im gegebenen Fall durcaus nichit
geeignet gewesen wäre, die Gesundheit der Frau zu zerstören; das sei aber
iothwendig, wie aus den Motiven zum deutschen Strafgesetzbuch und aus
iiner Reihe der angesehensten Commentare dazu erhelle.

Die Geschworenen verneinten nach kurzer Berathung die Schuldfrage,
vorauf der Angeklaute freigessproochen und sofore in Freiheit gesetzi
vurde. Auch er erhielt von einem der Geschworenen Reisegeld.

16. Juni. Vormittags. Verhandlung gegen Philippeurohr, 28
Jahre alt, Tagner von Muͤnchweiler, wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen
nit Gewalt. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Krell, Veriheidiger ist
Rechtscandidat Schuck. Die Verhandlung entzieht sich ihrer Natur nach der
aäheren Besprechung; der Angekirgte ist vollständig im Sinne der Anklage
zeständig. Nur das sei, um irrige Lluffass.ingen fern zu halten, bemerkt, daß
»er Umstand, daß in dieser Session drei solche Verbrechen zur Verhandlung

ramen, keineswegs auf eine Vermehrung derselben schließen laäͤßt; dieselben
vurden nämlich früher — vor dem ie October 1879 — von den Zuchtpoli⸗
eigerichten abgeurtheilt und kamen deshals weniger zur öffentlichen Kenntniß.
Die Geschworenen sprachen den Angeklagten unter Annahme mildernder Um⸗
tände schuldig, worauf derselbe zu einer Gefängnißstrafe von 9 Monaten ver⸗
artheilt wurde.

16. Juni. (Nachmittags) Verhandlung gegen 1) Johann Schach,
32 Jahre alt, Ackerer, 2) Anna Margaretha Scha ch, 38 Jahre alt, ledig.
deide von Dreisen, wegen Meineids. Die Anklage vertcilt Staalsanwau
Betri, Vertheidiger ist Rechtsanwalt Kieffer.

Der Vater der beiden Angeklagten, Konrad Schach, starb am 4. October
877 mit Hinterlassung von sechs Kindern. Unter diesen entstand über die
Theilung des Nachlasseß Streit, die Hauptwidersprecher gegen den Vertheil⸗

ingsplan waren die beiden Angellagten. Es kam zum Proceß und den beiden
Angellagten wurde ein Haupteid zugeschoben, den sie in der Siztzung des kul.
Landgerichts Kaiserslautern vom 29. October 1879 leisteten.

Nach der Aufflellung der Anklage wurde dieser Eid von den Angeklagten
wissentlich falsch geleistet, während die Vertheidigung dieses bestreitet. In der
Rechtsbelehrung setzte der Vorsitzende auseinander, daß die Angeklagten nur
dann für den Inhalt des von ihnen Beschworenen nicht verantwortlich gemacht
verden könnten, wenn fie sich in einem wirklichen Irrthum darüber befunden
Jätten, was nach allem Vorangegangenen der wirkliche Inhalt des Eides sei;
ob sich die Kngellagten in einem Irrthum über diesen Gegenstand hätten be⸗
inden können, das mußten die Geschwoͤrenen entscheiden. Diese sprachen nach
urzer Berat hung ihr Schuldig über beide Angeklagte, worauf dieselben zu
iner Zuchthausstrafe von je 3 Jahren verurtheilt wuͤrden, verbunden mil den
esetzlichen Folgen deßs Meineids
Vermischtes.

*St. Ingbert. Das Ergebniß der Sammlung für die
Wittelsbacher Landesstiftung beträgt im Kanton St. Ingbert
735. M. 74 Pf. Diese Summe vertheilt sich auf die einzelnen
hemeinden des Kantons wie folgt: St. Ingbert 5528 M. 7 Pf.,
EEnsheim 96 M. 3 Pf., Ommersheim 30 M., Hassel 87
M. 90 Pf., Rohrbach 25 M. 75 Pf., Heckendalheim 14M.,
IAberwürzbach 11 M., Eschringen 7 M. 99 Pf. —
zm Kanton Zweibrücken gingen ein 2548 M. 56 Pf., im Kan—
on Blieskastel 573 M. 84 pf. und im Kanton Hornbach
317 M. 55 Pf. Für den Amtsbezirk Zweibrücken beziffert
ich sonach das Ergebniß der Sammlung auf 9175 M. 69 Pf.

*St. Ingbert, 24. Juni. In der gestern Nachmittag
tattgehabten Stadtrathssitzung wurde unter 7 Bewerbern mit 15
von 23 abgegebenen Stimmen Hr. Alt, bisher erster Bezirksamts⸗
chreiber in Kaiserslautern, zum städtischen Einnehmer dahier ge—
oählt. 8 Stimmen fielen auf Einnehmereiverweser Müller in
domburg.

M St. Ingbert. Der „Sängerchor“ des Arbeiter—
ßildungs-Vereins dahier wird am nächsten Sonntag
iber acht Tage, also am 4. Juli, den passiven Mitgliedern aber
nals eine musikalisch-theatralische Abendunterhaltung geben. Zu
»erselben soll ausnahmsweise auch „Nichtmitgliedern“ gegen ein
entree von 25 Pfg. à Person der Zutritt gestattet werden. Die.
venehmigung zur Erhebung genannten Eintrittsgeldes ist vom
dönigl. Bezirksamte gütigst ertheilt worden. Ven Ertrag der
twaigen Einnahme gedenkt man, nach Abzug der Unkosten, der
Wittelsbacher Landesstiftung“ zuzuweisen, welche aus Anlaß des
zubiläums des erlauchten Wittelsbacher Königshauses ins Leben
jerufen wurde und nach dem Willen Sr. Majestat des Königs
ner Hebung und Förderung des bayer. Handwerkes zu dienen hat. —

Es ist diese Absicht des „Süngerchores“ gewiß eine sehr lo—
jenswerthe, und sie liefert wiederholt den Beweis, wie der Arbeiter—
Zildungsverein immerfort bestrebt ist, seinen Theil zur Pflege und
entwicklung des Handwerkes beizutragen. —

Der erwähnten Abendunterhaltung wird darum ein zahlreicher
Besuch zu wünschen sein.

F In einer Pirmasenser Schuhmacherfamilie spielte sich
um Montag Abend eine häusliche Szene ab, die für die Betreffen—
den wohl von schweren Folgen begleitet sein dürfte. Der Vater
var mit seiner Tochter in Streit gerathen, welcher schließlich so
rusartete, daß letztere fich den Nachstellungen ihres Vaters, der sie
nit offenem Messer verfolgte, nur durch einen Sprung ans dem
Fenster ihrer im 2. Stocke gelegenen Wohnung retten konnte.
Schwerverletzt wurde sie vom Platze getragen. während der Vater
ofort inhaftirt wurde.

.Der zwischen der Gemeinde Otterberg und dem kgl.
lerar seit langer Zeit schwebende Waldprozeß wurde durch Vergleich
)eendigt; Otterberg erhält 309590 M. Entschädigung und wie früher
»as Recht auf das Stock- und Windfallholz und das Stammhoiz,
velches unter 40 em ist. Die Kosten zahlt, der „K. 3.“ aufolge.
das Aecar.

F In Neustadt wurde am 24. d. Mis. ein Falschmünzer
n der Person des Photographiegehülfen Manz aus Wachenheim
erhaftet. Derselbe hatte in mehreren Wirthschaften selbstgefertiqte
alsche 5 Markstücke ausgegeben.

f Es sind nunmehr der 14., 15. und 16. August definitiv
ils die Tage bestimmt, an welchen in Ludwigshafen das
Ffälzische Sängerfest abgehalten wird. Samstag 14. Augqust Nach-—
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        mittags findet der Empfang der mitwirkenden Vereine, Abends die
erste Hauptprobe und nach derselben gesellige Vereinigung der Fest—
zäste und Quartierträger im Löwengarten statt. Sonntag, 15.
August, wird das Fest in der Frühe durch Musik in den Straßen
der Stadt eingeleitet, um halb 8 Uhr beginnt die zweite Haupt⸗
probe, Nachmitiags halb 1 Uhr erfolgt die Aufstellung des Fest—
zuges vor dem Directorialgebäude der Pfälzischen Bahnen, um 1
Uhr nimmt das Concert in der Festhalle seinen Anfang, wobei
Instrumental⸗Compositionen, Gesammt- und Halbchöre mit und
ohne Orchesterbegleitung zum Vortrag gelangen. Abends 8 Uhr
beginnt in der Festhalle das Banket, dem in seinem ersten Theil
neben Toasten die Specialvorträge der Bundesvereine zugewiesen
sind. Auf Montag, 16. August, ist Vormittags ein Gartenfest
bei Heim, Nachmitiags eine Festfahrt auf dem Rhein und Neckar

unter Begleitung der Rudervereine von Mannheim und Ludwigs⸗
hafen und Abends 7 Uhr die Abschiedsfeier ffür Ehrengäste, Sänger
und Quartierträger in der Festhalle anberaumt. Die Festhalle
selbst an deren Bau seit einiger Zeit schon gearbeitet wird, mißt
85 min der Länge, 25 mmin der Breite und bietet Raum für
3000 Zuhörer. Auf jeder Seite der Halle wird eine Gallerie für
die Ehrengäste vorhanden sein. Das Podium ist für 900 Sänger
und 60 Instrumentalisten berechnet.

Aus Hommonna (eine Orischaft im Zempliner Komitat
mit ungefähr vierthalbtausend Seelen) wird gemeldet, daß der Ort
am Donnerstag in Folge eines Schadenfeuers nahezu ein Trüm—
merhaufen geworden ist. Viele Personen find verbrannt. viele ver⸗
wundet.

J Fur die Redaction verantwortlich: F. X. De me .5
— —
Stete m Faß:
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Lappen⸗Zundel zu Mark
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seilen, wie: Abmageruug,
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bis zum Sumpfe, von dort bis
in's Eck erschallt und im Ver⸗
einslokal wiederhallt.
Die Sänger des 4. B.-V.

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am Samstag den 26. Juni in meinem neuen Hause im
Steinbruch bei guten Bier und Wein, wozu ich meine
Freunde und Gönner höfl. einlade.
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und Münchener Nachrichten.
Herausgegeten von Dr. Cajus Möller.

Fur das oben bezeichnete größte und reich haltigste Blatt
Münchens laden wir hierdurch ergebenst zum Abonnement ein.
Das weit Uüber die Grenzen Bayerns hinaus angesehene Blatt ist in
der bayerischen HRauptstadt wie imganzen Lande, na—
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starkverbreitet und genießt seiner politischen Haltung, wie der
Schlagfertigkeit seines Urtheils und der Schneiligkeit und Zuverlässig⸗
leit seiner Berichterstattung halber in journalistischen Kreisen allge⸗
meine Anerkennung. Die „Süddeutsche Presse“ bringt allein unter
allen bayerishen Zeitungen einen ausführlichen Bericht über die
Sitzungen des bayerischen Landtags noch an dem Sitzungstage. Ihr
sotater und provinzieller Theitl ist der reichhaltigste ir⸗
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ausgewählte Erzählungen von sittlich reiner Tendenz, wie durch die
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Die neuesten Erschheinungen der Literatur, der Theater,
der Musit und der bildenden Kunst werden in dem Blatte
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wie die weite Verbreitung des Blattes in den betreffenden Kreisen
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Die „Suddeutsche Presse“ ist das einzige Münchener Blatt, wel ⸗
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sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das Blatt auch in dieser Be⸗
iehung der Familie unbedenklich in die Hand gegeben werden lann.
Die Inserate werden mit 20 Pf. pro Zeile berechnet.

Das Abonnement beträgt pro Quartal 8 Mark.

Muünchen, im Juni 1880.

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounnementsvreis beträgt vierieljahrlich

1MN 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 135 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnet.
M sIos.

Samstag, den 26. Juni

18snd.

—
Abonnements-Einladung.

Zum Abonnement auf den „St. Ingberter Anzeiger“ für
das am 1. Juli nächsthin beginnende dritte Quartal dieses Jah—
ces erlauben wir uns hiermit ergebenst einzuladen.

Unser Bestreben wird auch ferner sein, den Leser hinsichtlich
der politischen Tagesereignisse durch kurze, orientirende Zusammen—
stellung auf dem Laufenden zu erhalten; unsere besondere Auf—
merksamkeit wird auch in Zukunft den lokalen und provinziellen
Angelegenheiten zugewendet bleiben.

Statt der bisherigen illustrirten Sonntagsbeilage „Deutscher
Hausfreund“, welche mit dem Schlusse dieses Quartals zu erschei—
nen aufhört, haben wir für den „Anzeiger“ das bei Greiner in
Stuttgart erscheinende illustrirte Sonntagsblatt „Zur Unterhaltung
am haäuslichen Herd““ gewonnen. Ist dieses auch weniger um—
iangreich wie jene, so zeichnet es sich doch vor derselben durch
vhessere Illustrationen vortheilhaft aus, und wir zweifeln nicht, daß
es sich bald auch durch die Gediegenheit seines Lesestoffes die Zu—
friedenheit der Leser erobert haben wird.

Das Erscheinen und der Preis des „Anzeigers“ bleiben
durch diese Aenderung unberührt.

Neubestellungen auf den „St. Ingberter Anzeiger“ wollen
zefälligst bald, sowohl bei der Post, wie bei uns oder unseren
Austrägern gemacht werden. Unseren bisherigen hiesigen Abon—
nenten wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quartale fortgeliefert
werden, wenn sie nicht ausdrücklich abbestellen.

Schließlich erlauben wir uns noch, einem geehrten hiesigen
ind auswärtigen Publikum den „St. Ingberter Anzeiger“ zur
Aufgabe von Inseraten aller Art geziemendst zu empfehlen.

Redaktion und Expedition
des „St. Ingberter Anzeiger.“
Deutjches Reich.

München, 23. Juni. Der Großherzog von Hessen wird,
auf der Rückreise von Wien an einem der nächsten Tage in Bam—
verg eintreffen und das dort garnisonirende 5. Inf.«Reg., dessen
Oberst-Inhaber er ist inspiciren. Se. Maj. der König ließ dem
Hroßherzog Gemächer in der kgl. Residenz zu Bamberg, sowie
Fquipage und Pferde aus der kgl. Hofhaltung dahier zur Verfüg—
ung stellen; es hat der Großherzog jedoch das Anerbieten dankend
ibgelehnt.

Die deutsche Kaiserin hat an den bayerischen Minister
des Imnfiern, Herrn v. Pfeufer, anläßlich des Todes seiner Ge—
mahlin, von Koblenz aus nachstehendes Telegramm gerichtet: „Ich
»etrachte es als ein Vorrecht, meine Theilnahme da aussprechen zu
dürfen, wo das Gebiet der Frauenthätigeit eine ihrer edelsten Ver⸗
reterinen verliert, und Sie werden es natürlich finden, daß ich
Aiese Zeilen an Sie richte. Kaiserin-König in.“

Der kommandirende General von Tümpling (G. deutsches
Armeekorps, Breslau) wurde anläßlich seines 50jährigen Dienst⸗
ubiläums vom deutschen Kaiser zum Feldmarschall ernannt.

Ausland.

Aus Versailles wird unterm 24. Juni gemeldet: Das ge⸗
ammte Parquet nahm seine Entlassung, um nicht die Märzdekrete
deren Frist am 29. Juni abläuft) anwenden zu müssen. (Es
jandelt sich bekanntlich um die Schließung der Ordensgemeinschaften.)

Die französische Republick wird am 4. September d. J.
aktisch 10 Jahre alt; formell legitim exristirt sie freilich erst seit
zer Verfassung des 20. Februar 1875. Man erinnert sich dabei
unwillkürlich an die seit der großen Revolution herkömmliche Lebens-
dauer der französischen Regierungsform. Napoleon J. hat es als
donsul und Kaiser auf 15 Jahre gebracht, die Restautation auf
benso viele und das Julikönigthum auf 18, Napoleon III. auf
19 Jahre. Auch die Freunde der dritten „französischen Republick“
zlauben, daß dieselbe mit dem Versöhnungsfeiertage des 14. Juli
880 in ihrem Zenith stehen und von da an Symptome des
Sinkens zeigen werde, wie Napoleon III. nach dem Kriege von
1859. Die prinzipiellen Gegner sind besiegt; jetzt beginnen beson⸗

ers mit der Generalamnestie und der damit verbundenen Rückkehr

der Kommunards, die Gefahren aus dem Innern heraus. Wenn
aicht eine auswärtige Verwicklung mit französischen Erfolgen da—
wischen tritt, kann jene Ansicht allerdings leicht Recht behalten
und der Niedergang sich schnell genug vollziehen. Auf jeden Fall
wird es der Siegessonne des 14. Juli 1880 für die Republik an
den nöthigen malerischen „Wolken am Horizote“ keineswegs fehlen.

London, 23. Juni. Naqh einer hier eingetroffenen Depesche
sind die Russen in voriger Woche in einer blutigen Schlacht von
den Turkmenen besiegt und zum Rückzug gezwungen worden.

Englisches Unterhaus. Auf Anfrage erklärte Premier⸗
minister Gladstone: Von den 64 Aritikeln des Berliner Vertrages
sind 24 noch nicht oder noch nicht ganz ausgeführt. Der Wunsch
der englischen Regierung ist, daß sie alle ausgeführt werden, wenn
sich Gelegenheit bietet, Schritte in dieser Richtung thun.

Durch kaiserlichen Befehl ist die Zahl der im Jahre 1880
zur Komplettirung des russischen Heeres und der Flotte einzu⸗
berufenden Mannschaften auf 235, 000 festgesetzt worden.

Wie den „Dailh News“ aus Kabul vom 19. ds. Mis.
telegraphirt wird, soll die Erhebung gegen die Russen in Central—
asien rasch um sich greifen. Die Chinesen operiren von Kaschgar
uus und sollen das Fort Narin eingenommen haben; Taschkend,
Zamarkand und Turkestan seien in gefährlicher Weise von Truppen
⸗Ntblößt worden.

2—

— — —
Pfälzisches Schwurgericht.
U. Quartal 1880.

18 Juni. Verhandlung gegen Frauz Reichert, 851 J. alt,
Tagner von Speiser, wegen Mordversuchs. Vertreter der k. Staats⸗
»ehörde: Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtsanwalt Giessen.

Abermals ein trübes Bild traurigen Familienlebens! Der Angeklagte
—
iele Freiheitsstrafen zu verbüßen; besonders dem fremden Eigenthum war
r gefährlich, welche Leidenschaft ihn sogar schon vor das pfälzische Schwur—⸗
gericht brachte, wo er am 29. Januar 1864 wegen des Verbrechens des
Diebstahls in wiederholtem Rückfalle zu einer 4jährigen Zuchthausftrafe ver⸗
irtheilt wurde. Nach Verbüßung derselben begab er sich nach Ludwigshafen,
vo er in der dortigen Anilinfabrik Aufnahme fand. Bald dacauf lernte er
auch seine heutige Ehefrau Rosine Korell, verwitwete Holz, kennen und hei—⸗
rathete sie am 25. Oktober 1878 — der 39jährige Minn die 51 Jahre alte
Wittfrau. Die Beiden vertrugen sich übrigens anfangs ganz gut, zogen nach
etwa 8 Jahren nach Speier, dem Heimathsorte des Angeklaglen, und lebten
auch hier ganz ordentlich und verträslich; er war Taglöhner, sie Waschfrau.
Alles ging ganz gut, da erschien vor etwa 2 Jahren als böser Engel eine
r5rauensperson Namens Marthus iu Speier. Mit dieser Person, damals
25 Jahre alt, knüpfte der Angeklagte ein Verhältniß an, und zwar ganz
»ffen, daß die Nachbarsleute und bald auch seine Frau Kenntniß davon er⸗
zielten. Letztere machte ihm anfangs bittere Vorwürfe darüber, mußte die⸗
elben aber durch schlechte Behandlung entgelten, weshalb fie es bald vorzog,
»es Friedens halber zu Allem zu schweigen. Er schien diese Verträglichkeit
richtig belohnen zu wollen und ließ seine Frau jetzi ganz in Ruhe, wobei je—
»och immer sein Verhältniß zu der Marthus fortdauerte. Allmälig schien er
edoch seiner gealterten Frau überdrussig zu werden und hoffte, sie durch
Drohungen und Mißhandlungen aus dem Hause zu bringen. Dies Mittel
cheiterte aber an der wirklich unendlichen Gutmuͤthigkeit seiner Frau, und
nun schien er ein ernsteres und durchgreifenderes Mittel zur Beseitigung der
Frau anwenden zu wollen. Kurz nach verflossener Fastnacht verlangte er
yon einem früheren Bader Namens Sauer Geift, am liebsten wäre ihm Chloro—
orm, es konune ihm auf 6 bis 9 Mark nicht an, wenn er es ihm ver—⸗
chaffen köͤnne. Etwa 5—6 Wochen vor Ostern sagle er zu einer Zeugin:
Er gehe heute mit seiner Frau in den Wald, hoffentlich zum lezten Male,
»enn er schlaze ihr die Axt auf den Kopf oder hänge sie an einen Tannen—
paum.“ Die Zeugin nahm diese Aeußerung so ernsi, daß sie sich veranlaßt
'ah, die Ehefrau in den Wald zu begleiten, damit ihr Nichts passire; als
dann später der Angeklagte ebenfalls in den Wald kam, soll er sehr aufge⸗
bracht über diese Begleitung gewesen sein. Diese Drohung des Angeklagten
sam seiner Ehefrau zu Ohren, und sie mußte wohl an die Wahrheit und
Ernsthaftigkeit derselben um so mehr glauben, als er ihr etwa 14 Tage
darnach drohte, „er thue ihr Etwas daß sie binnen 6 Wochen absterbe, ohne
daß ein Doktor dahinter käme; er werde ihr eine Nadel in die Scläfe
tecken.“ Es ist eigenthümlich und zeugt sicher von ziemlicher Gleichgiltigkeit,
daß die Ehefrau trotz Alledem bei ihm im Hause blieb und ihn sogar nicht
dann verließ, als er in verschiedenen Nächten während der Osterfeiertage,
wenn er glauben konnte, sie schlafe, an ihrem Halse herumtastete, jedesmal
aAber davon abließ, wenn er merkte, daß sie wach sei. Am 30. März kam
r Abends von der Arbeit heim, aß zu Nacht und entfernte sich dann, um,
vie er sagte, Schnupftabai zu holen. Um 210 Uhr kam er heim;
s fiel dann Nichts mehr vor, und um 10 Uhr legten sich die
Beiden zu Bette. Bald fing er auch wieder an, an ihrem Halse herum—
nutasten, was die Frau so ängstigte, daß sie nicht einzuschlafen vermochte.
        <pb n="398" />
        Als sie gegen 1 Uhr aber doch etwas eingeschlummert gewesen sei — so er⸗
zaͤhlt sie das jetzt Folgende — habe sich ihr Mann ploößtzlich auf fie gekniet,
sie mit der linken Hand vorn am Hals hepackt und ihr mit der rechten einen
fingerdicken Strick um denselben gewunden, den er dann, immer noch auf ihr
inieend, mit aller Wucht zusammengeschnürt habe, so daß sie nur die Worte:
Ach Gott!“ habe aussioßen lönnen. In ihrer Todesangst habe sie die letzte
berzweifelte Anstrengung gemacht und sich mit Händen und Füßen gewehrt —
da sei noch gerade zur rechten Zeit die Bettlade unter ihnen zusammenge—
brochen, ihr Mann habe den Strick loslassen müssen; sie habe sich nun auf⸗
gerafft, sei zum Fenster geeilt, ihr Mann sei zwar dazwischen getreten, aber
es sei ihr doch gelungen, das Fenster zu vffnen und um Hilfe auf die Straße
hinauszurufen. Der Angellagte habe sie jetzt geschlagen, an die Wand ge—
oͤrückt, es sei ihr aber gelungen, an die Thüre zu gelangen, in den zweiten
Siock hinunter ju eilen und dort einer Witiwe Köhler zu klopfen, welche je⸗
doch nicht aufgemacht habe. Ihr Mann sei ihr nachgekommen, habe ihr den
opf verschiedene Male an die Thüre der Wittwe Köhler gerannt und sie
dann wieder hinaufgeschleppt in ihre Behausung. Die Wwe. Köhler bestätigt
Das vollständig und gibt an, fie habe aus Furcht vor dem Angektlagten sich
nicht herausgewagt und ebensowenig gewagt, die Ehefrau des Angeklagten
einzulassen. Obwohl diese Aufslellung der Ehefrau Reichert durch die Nach⸗
barbleuie und auch durch den Befund bei der Ortsbesichtigung in allen Punlten
destätigt wird, erliärte der Angell igte Alles für Schikane; fie habe geträumt
und dabei laut geschrieen und er habe deßhalb um Hilfe gerufen. Die bei
der ärztlichen Untersuchung an der Ehefrau konstatirten Beulen und Verwund⸗
ungen, sowie der rothe, unzweifelhaft von einem Strick herrührende Streifen
am Halse deuten zum Mindesten darauf hin, daß es ein ungewöhnlich lebhafter
ind naturgetreuer Traum war, den die Ehefrau Reichert damals durchträumt
hat — ein Traum, der ihr das Leben gekostet hätte, wenn der an sich
starke Haken an der Bettlade etwa widerstandsfůhiger gewesen wäre.

Der Angeklagte macht den ungunstigsten Eindruck; auch bei seiner Kon⸗
stituirung beharrt er auf seinem Vertheidigungssystem: Es sei Alles Erfindu.ag
jeiner Frau. Diese letztere deponirt als erste Zeugin äußerst ruhig und lei⸗
denschastslos; unter Thränen erklärt fie, sie habe zwar all die Drohungen
jhres Mannes und sein Benehmen mil Angst uud Furcht aufgenommen, aber
Das haͤtte sie eben doch nie geglaubt, daß er, der mit ihr vor dem Altar
gestandea sei, Hand an seine alte schwache Frau legen werde, die ihm immer
Alles nachgesehen habe. Die k. Siaatsbehörde hält die Anklage aufrecht; cs
sei sicherlich dei dem Angellagten die Absicht, zu tödten, nachgewiesen und auch
die Ueberlegung, denn er sei zweiflellos plaͤnmäßig vorgegangen, indem er be⸗
absichtigte, seine Frau zu siranguliren, sie dann aufzuhäugen und einen Selbst⸗
mord vorzuschützen. Die Vertheidung harte natürlich eine schwere Stellung;
fie führte aus, daß der Beweis der Tödtungsabsicht und der Ueberlegung doch
nicht vollständig gelungen sei. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten
ganz im Sinne des Vortrags des k. Staatsanwalis des Mordversuchs und
der schweren, jedoch nicht von Siechthum gefoluten Körperletzung schuldig,
worauf der Gerichtshof ihn in eine Gesammtzuchthausstraft von 12 Jahren
und 10 Jahren Ehrenverlust verurtheilte. — Damit schloß die Sefsion, und
die Geichwonrenen wurden vom Vorsitzenden mit einer kurzen AX
Vermischtes.

* St. Ingbert, 23. Juni. In heutiger Schöffen—
itzung kamen folgende Straffälle zur Aburtheilung. 1. Zwei
Reservisten von hier erhielten wegen Auswanderung ohne Erlaub—
niß je 3 Tage Haft. 2. Wegen Berufsbeleidigung erhielt ein hie—
siger Bergmann 5 Mark Geldstrafe. 3. Ein junger Bursche von
hier erhielt wegen Sachbeschädigung und groben Unfugs 3 Tage

Befängniß und 5 Tage Haft.

FAus der Pfalz. Es wird wohl wenige deutsche Lan⸗
deskinder geben, die das Glück haben, den deutschen „Reichsanzeiger“
don Angesicht zu kennen, und doch müssen alle öffentlichen gericht:
tichen Zustellungen, d. h. diejenigen an Personen, deren Aufent.—
haitsort unbekannt ist, in demselben veröffentlicht werden. Daß
zun diese öffentlichen Ladungen in einem gänzlich ungelesenen und
nbelannten Blatte in 999 unter 1000 Faͤllen rein vergeblich sind,
das ware noch das geringste; allein die Inserationskosten sind auch
noch sehr hoch. Es wird nämlich die Drucheile mit 50 Pf. oder
gar einer Mark berechnet und in Armensachen muß sogar der
Staat die Inserationsgebühren nach Berlin bezahlen. Ob diese
Reichssteuer der Reichskasse oder der Expedition des „Reichsanzeigers“
in die Tasche fließt, wissen wir nicht; allein enorme Einnahmen
muß dieselbe liefern. Da klagt z. B. eine Frau in Ludwigswinkel
im Armenrechte auf Ehescheidung gegen ihren verkommenen und
abwesenden Mann, Die offentliche Ladung des Letztern, die aber
außer den Justizstellen Riemanden zu Gesicht kommt, geschieht im
deutschen „Reichsanzeiger“ und der bayerische Staat muß für etwa
15 Druchzeilen 15 Mark nach Berlin zahlen. (Pf. 3.)

Am Mittwoch wurde vor der Strafkammer des kgl. Land⸗
— Schmidt von
Zweibrücken, z. Z. in München, wegen des Vergehens des Zwei⸗
kampfes (mit Sec.-Lieut. Schmidtborn vom 2. Jägrb. im Jan.
d. J) auf Grund des 8 205 des deutschen Strafgesetzes zu 4
Monaten Festungshaft (also 1 Monat über das geringste Straf⸗
maß) und zu den Kosten des Verfahrens verurtheilt. Seitens des
Gerichtsvorsitzenden wurde dem Angeklagten Schmidt sein „provo⸗
katorisches“ Benehmen nachdrücklich vorgehalten. — Schmidtborn
wurde bekanntlich vom Militärbezirksgericht Würzburg wegen dieser
Affäre zu 3 Monaten Festung verurtheilt.

pZweibrücken. Mittwoch Vormittag war das hiesige
k. Landgerichtsgefüngniß der Schauplatz eines grauenhaften Seibst—
mords. Ein 18 J. alter Schuster von Pirmasens war wegen
Widerstands gegen die Staatsgewalt auf 3 Monate dingfest ge⸗
macht und hatie von dieser Strafzeit bereits 2 Monate hinter sich.
Am gen. Vormittag nun brachte sich derselbe in der Schusterwerk—
Jätte des Gefänanifies, wo er beschäftigt war, plötzlich einen Schnitt

in den Hals bei, der die Pulsader zerstörte und den fast augen—
blicklichen Tod herbeiführte.

4 Einer beantragten Postomnibusverbindung zwischen Zwei—
zrücken und Medel sheim sowie der Errichtung einer k. Post—⸗
xpedition an letzterem Orte soll die höhere Genehmigung ertheilt
vorden sein.

Pirmasens. „Wie die Alten sungen, so zwilschern
die Jungen!“ Haben wir bis jetzt nur Bankerotte en gros gehabt,
so scheinen nun auch unsere „Kleinen“ dem lobenswerthen Beispiel
u folgen, durch ein modernes Bankeröttchen sich ihrer Verpflicht-
ungen gegen ihre Gläubiger mit einem Schlage zu entledigen.
Kommt da z. B. ein hiesiger Geschäftsmann zu einem seiner Schuldner,
der ihm seit geraumer Zeit ca. 300 M. schuldet, um diese Schuld
endlich beizutreiben. „Ich werde Ihnen 100 M. geben,“ ward
hm da zur Antwort, „die andern 200 M. streichen wir, sonft
triegen Sie gar nichts!“ — Tableau! — Noch ein nettes Bei⸗—
spiel: Ein hiesiger „kleiner“ Schuhmacher und Inhaber einer Bügel-
anstalt, dessen ganzen Passiva sich vielleicht auf 1000 M. belaufen.
schickt eben ein fein hektographirtes Zirkular an seine Gläubiger, in
velchem er sich insolvent erklärt und als Abmachung 25 ꝰ0 bietet.
Daß der gute Mann, wenn er irgend will, diese ganze Schuldenlast
in einem Jahre durch redliche Arbeit abverdienen kann, fällt ihm
gar nicht ein. Es ist ja so bequemer. Ja, ja, böse Beispiele ver—
derben gute Sitten! Gesunde Zustände kann man Das aber gewiß
nicht nennen. (Zw. Ztg.)

Bei der in Pirmasens in so großartigem Maßstabe
hetriebenen Schuhfabrikation wird jährlich eine ganz enorme Masse
Filz (Woll⸗ und Haarfilz) zu Sohlen, Futter und Oberstoff ver⸗
wendet, der alle von außen bezogen wird; denn was davon bis
jetzt dort und in dem benachbarten Orte Rodalben producirt wird,
ist nicht nennenswerth. Es haben sich deshalb zwei dortige Ge—
schäftsleute vereinigt, um eine Filzfabrik mit Maschinen-? und
Dampfbetrieb in Pirmasens zu gründen, und sie haben bereits mit
der Fabrikation begonnen. Die Stadt wird dadurch um einen
Industriezweig reicher.

F Dem „Pirm. A.“ wurde ein Hühnerei vorgezeigt, in dessen
Innerem sich ein kleineres weißes Ei, etwa von der Größe eines
Sperlingseies, vorfand. Die Schale des kleinen Eies ist ganz hart
und etwas rauh.

Der 170 Jahre alte Sohn eines Gutsbesitzers von Kattzen⸗
zach bei Landstuhl gerieth, als er von der Feldarbeit heimkehrte,
'o unglücklich unter den Wagen, daß er in Folge der erhaltenen
Lerletzungen bald darnach starb.

7 In einem Privatbriefe an einen Freund hat der gegen—
värtige Reichstagsabgeordnete für Kaiserslautern-Kirch—
heimbolanden, Tr. Zinn, die Erklärung abgegeben, ein
Mandat nicht mehr annehmen zu wollen.

Die Unterhandlungen wegen Ueberlassung des Dürk—
heimer Bades an eine französische Gesellschaft, an deren Spitze
der Pferdebahn-König Feral steht, kamen dieser Tage zum vorläu⸗
igen Abschluß. Tas Badehaus geht um 100.000 M. baar an
die Feral'sche Gesellschaft über.

Am letzten Sonntag wurde das Städtchen Tauber-
hbischofsheim von einem Wolkenbruch schwer heimgesucht. Die
Weinberge gleichen theilweise Schutthaufen, die vorher lachenden
Fluren sind in öde mit Lehm bedeckte Flächen verwandelt.

F Zu der auf 21. Juni in München anberaumten Apo—
thekergehilfenprüfung hatte sich ke in Theilnehmer gemeldet.

FAus der sächsischen Oberlausitz hört man jetzt, daß
die Zahl der Opfer der Ueberschwemmung groößer ist, als man an—
fangs vermuthete; die, welche anfangs blos als vermißt genannt
wvurden, sind wie sich jetzt herausstellt, alle ertrunken: im Ganzen
ind es 63 Personen. In der vreußischen Oberlausitz sind 51
Personen ertrunken.

— Ein wahrhaft erschreckendes Zeichen der Zeit bildet die un—⸗
geheuere Zunahme der Selbstmorde resp. Selbstmordversuche in
Berlinß deren Zahl sich in der verflossenen Woche bereits aui
14 gesteigert hat
Markt berichte.

Zweibrücken, 24. Juni. (Fruchtmittelpreis und Vickualienmarlt.
Weizen 12 M. 97 Pf., Korn 11M. 12 Pf., Gerste zweireihige —— M. — Pf
erreihige — M. — Pf., Speiz — Vi. — pi Spelztern — M. F Vj.
Dinkel'“ M. pf. nischfruht — M. — pf., Pafer 8 M. 38 3f
5rosen — M. — pf., Wicien — M. — Pf., Kartoffeln 3 M. 45 pf.
deu 3 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1 /2 Kilogr. 62 Pj.,
dornbrod 3 Kilogr. 73 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 92 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kolbfleisch d0 Pf.
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter i/ Kilogr. O M., 85 Pij.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 23. Juni. (ruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 74 Pf Korn 11 M. 10 Pf., Spelzkern —— M. — Pf., Spelz 0 M
— Pf., Gerste Zreihige — M. — pPpf. G.erste 4reihige O M. — pji. Hafer
3 M.'ü8 pf. Mijschfrucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
d M. — Pf., Bohnen O M. — Pi., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 88 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 30 Pf., Kalbfleisch 410 Pf. Hammelfdeisch — Pf.“ Schweinefleisch
z0 Pf, Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ctr. 3 M. — Pf.

Fur die Redaction verantwortlich: sF. L. Dam
        <pb n="399" />
        Zwangsversteigerung.
Samstag den 26. Juni
nächsthin, Morgens 10 Uhr zu
St. Ingbert vor der Woh—
nung des Wirthes Peter Ripp⸗
linger, versteigere ich zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung:
1LKüchenschrank, 1 Küchen⸗
schaft, IWanduhr, ca. 200
Liter Bier, ca. 96 Liter
Wein mit Fäßchen, ca. 30
Liter Rothwein mit Fäß—
chen, 40 Limburgerkäse ꝛc.
St. Ingbert, 25. Juni 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Unentbehrlich für feine
Wäsche: —
Patent
SZtärke⸗Glanz.
don Gust. Scholl &amp; Co.
in London. Dieses ausgezeichnete
Präparat verleiht als Zusatz zur
Stärke blendende Weiße, schön—
ten Glanz und elastische Steife.

In Päckchen mit Gebrauchs—
anweisung à 25 Pfg. zu ha—
den be

Robert Schmitt.

aAcascνιαο.

——XX——
Seit Dregert's allbeliebtem Schneiderlied hat
kein heiteres Maännerquartett mehr solch' freudige
Aufnahme gefunden, wie:

Die Fistoria vom Russ,
humoristischor Obor
fũr
4 MAAn ri 1 8ti nnꝰn
componirt von
Carl Isen manmn.

Op. 18. Partitbur und Stimmen MKk. 2,50.
Gegen Kinsendung des Betrages versende ich franco.
Verzeichniss beliebter Männerquartette gratis u. franco.

A. Tongers Verlag
GQ1n am Rhein.

—JFre

MNM ⏑

Wissenschaftli* cen-ijttu becutachtet, üιαν-
Zoppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—⸗
iedictinerklofter stammenden Recept
zhrizirt und nur en gros ver⸗

sandt von

J. PINGFEL in Gottingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
tzt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften

estten, die zum Wiederaufbau
leines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind

Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor-

rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautaus

schlagen (Flechten), Athemnothe, Gicht, Nheumatismus,
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt daffelbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
veben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquelt versehen.

Preis aͤ Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.

* —V———— 660 M e 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 4 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros

Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Jac. Geyer, Wirth und Jagdpächter in Peterebuch in Tit—

ting in Bayern, Mittelfranken, berichtet: JIhr Venedictiner ist mir sehr

gut bekommen. Die Wirkung ist übernaupt bei Allen, die denselben in
unserer Umgegend genießen. vortreiflich aut. Ich eriuche um Zusendune
von 10 Flaichen ꝛc.
—
*net Rerntrcril
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit
u. s. w.
Preis à FI. ca. I50 Gr. EUh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magen uter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel ir
göttingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Rvriedrich.

— 75 Tausend APOMMGMMIOM.
BVerliner Tageblatt

die bei Weitem
gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands.

L O

Täglich 2weimaliges Erscheinen als
Morgen- u Abend-Blatt, wodurch
las, Berliner Tageblatt“ in
ler Lage ist, seinen Leésern alle Nach-
rieliten stets 12 8tunden früher
als jede nur ein Mal täglich er-
scheinende Zeitung zu bringen.

VUnabhangige politische Haltung.

Special-⸗Corres pondenten an assen
wviechtigen Plätzen und in Folge
lessen rascheste und 2uverlässige
Nachrichten; bei bedeutenden Er-
eignissen umfassende Special-Tele-
gramme.

Ein eigenes parlamentarisches Bu-
reau liefert dem Blatto sehnelle
und 2uverlãssige Berichte.

ollstundige Handelszeitung nebst complettem Courszettel.
Sorgfastig gesichtete Localnachricuten der Reichshauptstadt
Reichhaltiges und interessantes Feuilleton unter Mitarbeiter-
schatt der hervorragendsten Schriftsteller.
Besonders hervorzuhebon sind noch:
drei deparat-Beiblàtter:
das illustrirte Witæblatt das belletristische Sonntagsblatt
ik
»-TD IIg“é „Deutsche Lesehalle

Voræüge des Blattes:

sowie die
Wöchentl. Mittheil. übor Landwirthschaft, Gartenbau
und Hauswirthsohaft.

Diese Fülle anregenden und unterhaltenden Lesestoffes bietet
las, Berliner Tageblatt* 2u dem enorm villigen Abonnementspreise von

(für alle 4 Blätter inel.
zusammen) 5 M. 26 Pf. Postprovision)
vodurch es sich den bis jetzt auch nicht annähernd von einer
andern deutschen Zeitung erreichten festen Stamm von 75, 000
Abonnenten erworben hat. — Probe Nommern auf Wunsech gra-
tis und franco.

Im eigenon Interecso bel'ebe man die Abonnements-Bestellung
sohleunigat bhei dem nächsten Postamt 2u bewirken, damit die
Deberscudung des Blattes rom Beginn des Quartals ab punktlich
erfolge.

Allen Freunden
einer geistig anregenden und zugleich unterhaltenden Lektüre
kann mit vollem Recht das
Z —*
at 8
Deutiche ontags⸗ Platt
I a S
Ehef⸗Redacteur: Verleger: Boerli
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. arlun.
empfohlen werden. Diese durch und durch origenelle literarisch⸗-politische
Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu ihren
Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel, die
ein treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künfstlerischen Streb⸗
ungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede neue
Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im „Deutschen
Montags-⸗Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behandlung, während
die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in eleganiester Form inter⸗
eijante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch-politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zeit⸗
ungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzuge eines ge⸗
aren Wochenblattes mit denen einer wohlinformirten, reich mit
Nachr ichten aus erster Quelle ausgestalteten Zeitung, und so wird
das „D.⸗M.⸗Bl.“ in seiner Doppel-Natur dem Wahsispruch. den es
sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„Von dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags.⸗Blatt.“ wird in der Fülle
und Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es jo schnell hat zum Lieblings⸗
orgau der geistigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichs-Post anstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
zum Preise von —D MHarn 50 Pf. pro Quartal entgezen. Zur Be—
gegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr.
1197 der Vost⸗Zeitunas⸗-Vreizliste vro 18810).
        <pb n="400" />
        *
—3

2 4
* 24 —
—

——

* 4
* 4 —* —
Ausverkauf
woegoen Geschäftsaufgabo.

—

In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich enischlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
Damen-Confection und Manufakturwaaren

aller Art einem
Wirklichen totalen Ausverkauf

2*
auszusetzen.
Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen, US 25 Prozent unter dem Ein⸗
kaufsspreis DBabgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.

A. Stre veler, St. Johann a. d. Saar,
ie Ecke der Bahnhof- und Dudweiler stros—

Wirthschafts-Eröffnung
am Samstag den 26. Juni in meinem neuen Hause im
Steinbruch bei guten Bier und Wein, wozu ich meine
Freunde und Gönner höfl. einlade.
Phil. Paulus.

— —E
Herzogl. Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original-Loosen und 48,000
Gewinnen.
1 Haupttreffer eb. 450,000, 1.1 Haupttreffer à 12,000
à 300,000, 22 10,000
„150,000, 8000
00,000, 6000
75,000, 3000
0000, 1000
90. 3000
J 2000,
1009
500

*
L'Interprète The Interpreter L'Interprete
französisches Journal englisches Joumal füritalienisches Journal

für Deutsche, Deutsche, für Deutsche,

mit erlũuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire
n. vervoll kommmeter Aussprachebezeichnung des Englischen u. Italienischen.
Horausgegeben und redigirt von Pmil Sommer.

Vorzũglichste und virksamste Hilfsmittol bei Erlernung obiger drei
Sprachen, namentliehn für das Selststudium und bei Vorbe-
réitung auf Examina (Einjäbrig-Freiwillige); zugleich anziehendste
und erfolgreichste franz, engl. u. ital. Lectüre z2ur Uebung und Unter-
haltung, dureh die besondéro FPinrichtung dieser Journale schon
bei denꝰ bescheidensten Kenntnissen in erspriesstichster Weise verwend-
bar. Gründung des INFERPRETE, J. Juni 1877; des INIERPRETER,
i jan, 1878 und des italicnischen INFPERPRETE, I. Jan. 1880, und
cei daher lotzterer als noueste Erscheinung auf diesem Gebiete ganae
besonderer Aufmerksam empfohlen. Durch ihren praktischen und
issenschaftlichen Werth erfreuen sien sämmtliehe drei Journale
einer ganz ausserordentlichen. die äussersten Grenzen Deutschlands und
Gesterteich-Ungarns umfassenden und im auslande sieh vbis Ostindien
und Amerika erstreckenden Verbreitung. Inhalt der drei Journale
vönig vorschieden: Tagesgeschichte, populärwissenschaftliche und ver-
miseñte Aufsütze, ged'egene Novellen, interessante Processe ete.; ferner
enthält jede Nummer éinen deutschen Artikel zum Ueberset zen in
die hetr Sprache, dessen mustergiltige Uebertragung hierauf zur dvelbet-
rorrectur in der nächsten Nummer folgt. WMöchentlieh eine Nummer
Quartalpreis jedes der drei Journale, bei der Post, dem Buchhandel oder
rect, nur 1M. 75 Pf. (1 H. 5 xr. ö. W., 2 fr. 50). Preis eines ein-
elnen Monates direct 60 Pf. Probenummern gratis. Inserate fà
25 Pf. die A8paltige Petitzeile) von erfolgreiehster Wirkung.

Fdenkohen i. d. baver. Rheinvfala.

Dieo Exvpoôdition.

2

0
2

O,
5,000,
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. uul 16. Juli 1080,
zu welcher ich Original⸗-Loose
Ganzo Halbe Viortol —X
9fl. 40 4fl. 70 2 fl. 35 ufl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
— 2
Tiĩus,
me. r Braunschw. Landes⸗-Lotterie
umn Rratinsehweig.
— —— ——
—

q̃

— Neue illustrirte Wochenschrift.
* Frei von jedem einseitigen politischen oder konfessionellen Standpunkt.
A C F Schneller Erfolg: Schon im ersten OQOuartal
17,000 Abonnuenten erreicht.
2 Preis vierteliährlich trotz der reichen Ausstattung nur
N2 2u. 3. 60
oder auch in jährlich 14 Heften zu 30 Pjf.

Die erste April-Nummer, das neue Quartal brginnend, ist durch alle
vchhandlungen, sowie auch direct von der Verlagshandlung JI. H
Schorer in Berlhin, W., Lützowsir. 6, gratis zu beziehen.

Alle Buchhandlungen und Postämter nebmen Bestellungen
entgegen.

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Szorru für unsere Wo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagéblatt NMu 240
        <pb n="401" />
        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträagt vierieljahrlich

1 A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A6 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odetr deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AM 102.

Sonntag, den 27. Juni
1880.

Deutsches Reich.

Auf der Weltausstellung in Melbourne wird auch das bay—
erische Ministerium für Kirchen- und Schul-Angelegenheiten ver—
treten sein und zwar in der J. Gruppe 13. Classe, Sculptur und
Gravirkunst, mit Gypsabgüssen für den akademischen Unterricht,
dann in der II. Gruppe 7. und 8. Classe: Erziehung und Unter⸗
richt, Apparate und Methode der freien Künste, mit Glaskrystall⸗
modellen, Unterrichtsplänen, Jahresberichten technischer Schulen ⁊c.
ferner mit weiteren Gypsabgüssen für den akademischen Unterricht.
Die Gesammtzahl der für Melbourne angemeldeten Aussteller aus
Bayern beträgt 83 nämlich aus Oberbayern 49 (hiervon 47 aus
München allein und unter diesen 21 Künstler mit 22 Oelgemälden),
aus der Pfalz 8, aus Oberfranken 2, aus Mittelfranken 11, aus
Unterfranken 9 und aus Schwaben 4 Aussteller. Niederbayern
und die Oberpfalz sind nicht vertreten. Die Zahl der Aussteller
aus dem ganzen Deutschen Reiche beträgt 871 (Künstler sowohl
wie Gewerbetreibende).

Die europäische Nachkonferenz ist seit 16. Juni in Berlin
versammelt, und scheint ihr Pensum bereits ganz oder fast ganz er—
ledigt zu haben. Bei Verfolgung und Beurtheilnng dieser Diplo—
matenthätigkeit gelangt man unwillkürlich zu der Frage: Wer bürgt
denn für die Ausführung der schließlichen Konferenzbeschlüsse? Und
da hapert es denn freilich bedenklich mit der Antwort, da die Kongreß⸗
mächte sich weislich nur zu einer friedlichen Vermittlung hergeben.

Wie die „Voss. Ztg.“ erfährt, hat der Reichskanzler
Vertrauensmänner aus den conservativen Fraktionen und der nation—
alliberalen Fraction zu sich entboten, um zwischen der zweiten und
dritten Lesung zu einer Vereinbarung über die Kirchenvorlage zu
kommen.

Die Ernennung des Generals von Tümpling 6. Armeekorps
zum Feldmarschall wird dementirt.

Die kaiserliche Tabaklmanufactur in Straßburg wird von
Anfang August an nach Berlin, Frankfurt, München und Stutt⸗
gart Verkaufsstellen ihrẽär Regietabake errichten. Wie man hört,
sollen für den nordischen Geschmack stärkere, für den Süden Deusch—
lands schwächere Sorten vorbereitet werden.

Ausland.

Paris. Dem „National“ zufolge hat Gambetta nach der
Montagssitzung der Deputirtenkammer gräußert, „er habe niemals
daran gedacht, der Uebernahme der Gewalt auszuweichen; er werde
nicht zaudern, wenn die Stunde gekommen sei, das Präsidium im
Ministerium zu übernehmen; aber nach seiner Ansicht werde diese
Stunde erst nach den nächsten Wahlen schlagen“.

Die Agitation in Bulgarien und Ost-Rumelien zur
Vereinigung dieser Länder ist im Steigen. Ende vorigen Monats
fand in der bulgarischen Stadt Slivno eine Berathung bulgarischer
Staatsmönner statt, welche diese Frage zum Gegenstande hatte. Es
soll nur die Zustimmung des Protektors von Bulgarien, Rußlands,
abqgewartet werden, um zur offenen Altion überzugehen.

JYein Ende gemacht. Das Landgerichtsgerichtsgefängniß in Zwei—
brücken war also am Mittwoch der Schauplatz zweier Selbstmorde!
Vor der Strafkammer des Landgerichts Kaiserslautern
wurde Bürgermeister und Standesbeamte Peter Müller von
Obermoschel in eine Geldstrafe von 5 Mark, event. 1 Tag
Gefängniß, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilt wegen
eines Vergehens wieder die 88 29, 45 und 69 des Personenstand⸗
gesetzes vom 6. Februar 1875. Müller hatte nämlich die Ehe des
Peter Linn von Obermoschel mit Dorothea Eckel von Mackard ab⸗
geschlossen, ohne den gesetzlichen Nachweis über die Einwilligung
der Mutter des noch nicht 285jährigen Bräutigams erhoben zu haben.
— Ueber die Verarbeitung der Tabakstengel i Berghausen
schreibt man dem „N. Sp. A.“, daß die nur aus Holzfasern be⸗
stehenden, theilweise schon vermoderten Stengel durch Einweichen
in Wasser wieder geschmeidig gemacht, dann mit der Maschine ge—
schnitten und mit indischem Catechu und einer schädlichen Natron⸗
Lauge gebeizt und gefärbt würden. Die größeren Stücke würden
dem Rauchtabak, die kleineren dem Schnupftabak beigemengt. Das
Fabrikat sei in Folge der angewendeten Lauge für den Consumenten
und die Fabrikation für die Arbeiter gefährlich.

München. Die Ferien der Gymnasien und sonstigen
Unterrichtsanstalten sollen in Zukunft dahin geändert werden, daß
der Schluß des Schuljahres am 20. Juli und der Beginn des
neuen am 15. September stattfände. Um für das heurige Schul⸗
jahr die Lernzeit nicht allzusehr abzukürzen, solle diesmal der Schluß
am 7. August erfolgen und der Beginn des Schuljahres 1880/82
auf den 20. September festgesetzt werden. J

Würzburg. Nach dem soeben ausgegebenen amilichen
Personalbestand für das Sommersemester 1880 studiren gegenwärtig
an hiesiger Universität 132 Theologen, 138 Juristen, 391 Medi—
ziner, 176 Philosophen, 33 Pharmazeuten, einschließlich 22 nicht
immatrikulirter Hörer 892. Es sind an derselben als Lehrer thätig
41 ordentliche, 6G außerordentliche Professoren, sowie 20 Privat⸗
dozenten.

In Miltenberg Gahyern) spielte ein Kind mit dem
Deckel eines Zündholzschächtelchens und leckte daran mit der Zunge.
Trotz sofortiger ärztlicher Behandlung starb das Kind an Vergiftung.

4 Bei der Pfalzgau-Ausstellung in Mannheim, welche
am 11. Juli eröffnet werden wird, kommt elektrische Beleuchtung
zur Anwendung.

FIn Mannheim ist ein Verein in der Bildung be⸗
griffen, der sich den Zweck gesetzt hat, die Hauseigenthümer gegen
zahlungsunfähige Miether und die Kaufleute gegen die Folgen des
schädlichen Kreditgebens zu schützen.

F Aus Sachsen. Nach einer Mittheilung des Klingen⸗
thaler Wochenblattes“ soll in Grünbach bei Falkenstein der Hunger—
typhus mit ungemeiner Heftigkeit aufgetreten sein und gegen 70
Personen jeden Alters hart darniederliegen.

Dem Vernehmen nach soll nun doch noch ein Theil der
Wiener Ott'schen Millionen-Erbschaft in die Pfalz und zwar
nach Flemlingen kommen. Wie dem „Land. Eilb.“ mitgetheilt
wird, wurden die Familienpapiere eines Flemlinger Bürgers von
den Wiener Berichten geprüft und dessen Erbansprüche für berechtigt
erklärt.

Vermischtes.

F Die kgl. Kreisregierung der Pfalz hat folgende oberpolizei—
liche Vorschrifi erlassen, die am 15. August ds. Irs. in Wirksam—
keit tritt: Kaminröhren, welche aus Bimssandstein (Tufstein) her⸗
gestellt werden, müssen aus guter haltbarer Masse bestehen. Kamin—
cöhren aus diesem Material müssen eine Lichtweite von wenigstens
20 Centimeter und eine Wandstärke von mindestens 12 Centimeter
haben und innen und außen mit stark abgeriebenem Mörtelverputze
versehen sein. Die Reinigung der Kamine aus Bimssandstein hat
wie jene der übrigen Kamine nach den Bestimmungen der Ministe⸗
cialentschließdung vom 19. Juli 1840 zu geschehen.

Das Gesetz- und Verordnungsblatti publizirt das mit dem
2. Juli d. J. in Kraft tretende Regulativ, betreffend die Auf—-
schlagsfreiheit des Branntweines zu gewerblichen Zwecken.

Am Mittwoch hat im Zweibrücker Untersuchungsge—
fängniß der 19 Jahre alte Holzschuhmacher Markus Feldner
nus Dahn, welcher wegen Vergewaltigung eines 13jährigen Mäd—
yens inhaftirt war, durch einen Schnitt in den Hals seinem Leben

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

FHoriz Stiebhel Söhne,
Bankgeschsuft in Prahurt a. M.
besorgen reell und billigst den An⸗ und Verkauf
aller Staats- und Werthpapiere, Serienloose,
Wechsel auf Amerika ꝛc. Incasso ꝛc., und ertheilen
fachmännischen Rath und jede zu wünschende
Auskunft gratis.
        <pb n="402" />
        Steinkrüge,
Inhalt ein Schoppen, zum Ein—
machen von Heidelbeeren ꝛc.
zeeignet, per Stück 5 Pf. bei

Philipp Klinck.
—
e Sommersprossen⸗Seift
zur vollständigen Entfer⸗
nung der Sommersprossen, empf.
2Siück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.
Ulm, Zunderfabrik
von Daniel Müller
empfiehlt schwarz oder gelben
Lappen-Zundel zu Mark
50.— bis Nit. 70.— die 100
Pfund. Muster von NRe Pfund
zu Diensten auch den Berg—
leiten.
Hanf
Couverts
ver 1000 Stück von 3. 50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demek.

161.
Noch
keine
Krantheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell-Brust⸗
karamels und Kakao—
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
Kaiserliche Verordnung vom
4. Januar im ganzen Deut⸗
schen Reiche auch für Nicht—
Apotheker zum freien Ver—
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
zeters.

—

Ein schöner Bierkühl⸗
Apparat mit Messingkrahnen
steht billig zu verkaufen bei

P. Weisgerber.

Auch hat derselbe eine Woh⸗
nung, Zimmer und Küche in
einem Hause auf'm Höfchen
ogleich beziehbar zu vermiethen.
Sonntag den 27. Juni bei
gjünstiger Witterung
*
Waldpartie
in der neuen Anlage
bei Sengscheid wozu höflichst
inladet

Kaspar Schwarz.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Um allen Mißverständ—
zissen vorzubeugen und um jedem
2oose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden ber
der Ziehung die sämmtlichen
100,0000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ar Fertigstellung des pfälzischer

Gewerbemuseums.

ireis des sooses 3 Mark
Ziehung am 26. Octobor

1880.
hauptgewinne von 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
ALuf 20 Loosse einm Raar

gewimnmn.

Bestellungen sind zu richten a

ie General⸗Agentur

Julius Goldschmit

in Ludwigshafen am Rhein

Loose sind ferner zu haber

bei Franz Woll in St.
Inabert.

Für COlavier zu 2 Händen:
*
Der gute Onkelꝰ
Marsch mit humorist. Text v. Leonpold Buthenmuth.
Gegen Einsendung von 50 Pfg. in Briefmarken franco
zu beziehen nur allein durch die Musikalienhandlung
BHBI. Aléxamdler, Pr. Stargardt.
*) Pendant zur „alten Tante*, die gleichsalls noch gegen Ein-
sendung von 50 Pf. i. M. fr. bezogen werden kann.

O.
Herzogl Braunsschweigische
Landes- Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original-Loosen und 48,000.
Gewinnen.
1Haupttreffer ev. 450,000, 1 Haupttreffer à 12,000,
300.000. 22 10,000,.
F „150, 000, 2 8000 *
100,000, 6000
75,000, 50000
50, 000, 4000' 9
900 30009)
900. „2000,*
000, „1000,
X, OOO, 500.
„18.000..
Reichs-⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. uM 16. Iuli 1880,
zu welcher ich Original-Loose
Ganzeo Halbeo Viertol Acdhtol
f. Asi70 2fl. 38 15618
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
— — —— ——
FIIII. ASiIius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗-Lotterie
imn Rraunsehweig.
20c ——

na

8W

—*

E
Ausverkauf
wegen Geschäftsaufgaboe.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
4
Damen-Confection und Manufakturwaaren
alle;

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Zirklichen totalen Ausverkaus
auszusetzen.

Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möalichst rasch zu räumen, TFe 25 Prozent unter dem Ein⸗
kaufspreis —MN abgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.

RBreveler, St. Johann a.d
Ecke der Bahnhof- und Dudweilerstraße.

——— —

— —
Drnck und Verlag von F. X. Deme in St. Ingbert.
Gieriu „IRseirtes Sonnftonehlatt⸗My 924
        <pb n="403" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

4

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

AA 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 4, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — fur die viergeipaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 ⸗ pro Zeile berechnet.
M 102. Sonntag, den 27. Juni

1880
Deutsches Reich.

Auf der Weltausstellung in Melbourne wird auch das bay—
erische Ministerium für Kirchen⸗ und Schul⸗Angelegenheiten ver—
treten sein und zwar in der J. Gruppe 18. Classe, Sculptur und
Gravirkunst, mit Gypsabgüssen für den akademischen Unterricht,
dann in der II. Gruppe 7. und 8. Classe: Erziehung und Unter—
richt, Apparate und Methode der freien Künste, init Glaskrystall⸗
modellen, Unterrichtsplänen, Jahresberichten technischer Schulen ꝛc.,
ferner mit weiteren Gypsabgüssen für den akademischen Unterricht.
Die Gesammtzahl der für Melbourne angemeldeten Aussteller aus
Bayern beträgt 83. nämlich aus Oberbahern 49 (hierbvon 47 aus
München allein und unter diesen 21 Künstler mit 28 Oelgemälden),
aus der Pfalz 8, aus Oberfranken 2, aus Mittelfranken 11, aus
Unterfranken O und aus Schwaben 4 Aussteller. Niederbayern
und die Oberpfalz sind nicht vertreten. Die Zahl der Aussteller
aus dem ganzen Deutschen Reiche beträgt 871 (Künstler sowohl
wie Gewerbetreibende).

Die europäische Nachkonferenz ist seit 16. Juni in Berlin
oersammelt, und scheint ihr Pensum bereits ganz oder fast ganz er⸗
ledigt zu haben. Bei Verfolgung und Beurtheilnng dieser Diplo⸗
matenthätigkeit gelangt man unwillkürlich zu der Frage: Wer bürgt
denn für die Ausführung der schließlichen Konferenzbeschlüsse? Und
da hapert es denn freilich bedenklich mit der Antwort, da die Kongreß·
mächte sich weislich nur zu einer friedlichen Vermittlung hergeben.

Wie die „Voss. Zig.“ erfährt, hat der Reichskanzler
Vertrauensmänner aus den conservativen Fraktionen und der nation—
alliberalen Fraction zu sich entboten, um zwischen der zweiten und
dritten Lesung zu einer Vereinbarung über die Kirchenvorlage zu
dommen.

Die Ernennung des Generals von Tümpling 6. Armeekorps
zum Feldmarschall wird dementirt.

Die kaiserliche Tabakmanufaciur in Straßzburg wird von
Anfang August an nach Berlin, Frankfurt, München und Stutt⸗
zart Verkaufsstellen ihrer Regietabake errichten. Wie man hört,
ollen für den nordischen Geschmack stärkere, für den Süden Deusch—
ands schwächere Sorten vorbereitet werden.

Ausland.

RParis. Dem „National“ zufolge hat Gambetta nach der
Montagssitzung der Deputirtenkammer gräußert, „er habe niemals
daran gedacht, der Uebernahme der Gewalt auszuweichen; er werde
nicht zaudern, wenn die Stunde gekommen sei, das Präsidium im
Ministerium zu übernehmen; aber nach seiner Ansicht werde diese
Stunde erst nach den nächsten Wahlen schlagen“.

Die Agitation in Bulgarien und Ost-Rumelien zur
Vereinigung dieser Länder ist im Steigen. Ende vorigen Monats
tand in der bulgarischen Stadt Slivno eine Berathung bulgarischer
Staatsménner statt, welche diese Frage zum Gegenstande halte. Es
oll nur die Zustimmung des Prosektors von Bulgarien, Rußlands,
ibgewartet werden, um zur offenen Aktion überzugehen.

ein Ende gemacht. Das Landgerichtsgerichtsgefangniß in Zwei⸗—
brücken war also am Mittwoch der Schauplatz zweier Selbstmorde!

Vor der Strafkammer des Landgerichis Kaiserslautern
vurde Bürgermeister und Standesbeamie Peter Müller von
Abermosshel in eine Geldstrafe von 5 Mark, event. 1 Tag
gefängniß, sowie in die Kosten des Verfahrens verurtheilt wegen
eines Vergehens wieder die 88 29, 45 und 69 des Personenstand⸗
gesetzes vom 6. Februar 1875. Müller hatte nämlich die Ehe des
Heter Linn von Obermoschel mit Dorothea Eckel von Mackard ab⸗
geschlossen, ohne den gesetzlichen Nachweis über die Einwilligung
der Mutter des noch nicht 28jährigen Bräutigams erhoben zu haben.

x— Ueber die Verarbeitung der Tabakstengel in Berghausen
chreibt man dem „N. Sp. A.“, daß die nur aus Holzfasern be—

tehenden, theilweise schon vermoderten Stengel durch Einweichen
n Wasser wieder geschmeidig gemacht, dann mit der Maschine ge⸗
chnitten und mit indischem Catechu und einer schädlichen Natron—
rauge gebeizt und gefärbt würden. Die größeren Siücke würden
dem Rauchtabak, die kleineren dem Schnupflabak beigemengt. Das
Fabrikat sei in Folge der angewendeten Lauge für den Consumenten
ind die Fabrikation für die Arbeiter gefährlich.

München. Die Ferien der Gymnasien und sonstigen
Anterrichtsanstalten sollen in Zukunft dahin geändert werden, daß
»er Schluß des Schuljahres am 20. Juli und der Beginn des
naeuen am 15. September stattfände. Um für das heurige Schul⸗
iahr die Lernzeit nicht allzusehr abzukürzen, solle diesmal der Schluß
am 7. August erfolgen und der Beginn des Schuljahres 188082
auf den 20. September festgesetzt werden.

F Würzburg. Nach dem soeben ausgegebenen amtlichen
Personalbestand für das Sommersemester 1880 ftudiren gegenwärtig
an hiesiger Universität 132 Theologen, 188 Juristen, 391 Medi—
iiner, 176 Philosophen, 83 Pharmazeuten, einschließlich 22 nicht
mmatrikulirter Hörer 892. Es sind an derselben als Lehrer thätig
11 ordentliche, 6 außerordentliche Professoren, sowie 20 Privat
dozenten.

fIn Miltenberg Gayern) spielte ein Kind mit dem
Deckel eines Zündholzschächtelchens und ledtte daran mit der Zunge.
Trotz sofortiger ärztlicher Behandlung starb das Kind an Vergiftung.

Bei der Pfalzgau-Ausstellung in Mannheim,' welche
am II. Juli eröffnet werden wird, kommt elektrische Beleuchtung
zur Anwendung.

In Mannheim ist ein Verein in der Bildung be—
riffen, der sich den Zwechk gesetzt hat, die Hauseigenthümer gegen
ahlungsunfähige Miether und die Kaufleute gegen die Folgen des
chädlichen Kreditgebens zu schützen.

,‚Aus Sachsen. Nach einer Mittheilung des Klingen⸗
haler Wochenblattes“ soll in Grünbach bei Falkensiein der Hunger⸗
yphus mit ungemeiner Heftigkeit aufgetreten sein und gegen 70
Versonen jeden Alters hart darniederliegen.

Dem Vernehmen nach soll nun doch noch ein Theil der
Wiener Ott'schen Millionen-Erbschaft in die Pfalz und zwar
nach Flemlingen kommen. Wie dem „Land. Eilb.“* mitgetheilt
vird. wurden die Familienpapiere eines Flemlinger Bürgers von
en Wiener Serichten geprüft und dessen Erbansprüche für verechtigt
erklärt.

Vermischtes.

Die kgl. Kreisregierung der Pfalz hat folgende oberpolizei⸗
ciche Vorschrift erlassen, die am 15. August ds. Irs. in Wirksam⸗
eit tritt: Kaminröhren, welche aus Bimssandstein (Tufstein) her—
gestellt werden, müssen aus guter haltbarer Masse bestehen. Kamin—⸗
öhren aus diesem Materiai müssen eine Lichtweite von wenigstens
20 Centimeter und eine Wandstaͤrke von mindestens 12 Centimeter
haben und innen und außen mit stark abgeriebenem Mörtelverputze
dersehen sein. Die Reinigung der Kamine aus Bimssandstein hat
vie jene der übrigen Kamine nach den Bestimmungen der Ministe⸗
rialentschließung vom 19. Juli 1840 zu geschehen.

T. Das Gesetz- und Verordnungsblati publizirt das mit dem
2. Juli d. J. in Kraft tretende Regulativ, betreffend die Auf⸗
chlagsfreiheit des Branntweines zu gewerblichen Zwecken.

x Am Mittwoch hat im Zweibrüder Untersuchungsge⸗
fäͤngniß der 19 Jahre alte Holzschuhmacher Markus Feldner
ius Dahn, welcher wegen Vergewaltigung eines 13jährigen Mäd—
gens inhaftirt war, durch einen Schnitt in den Hals feilem Leben

Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demeß.

Horiz Stiebel Söhne,
Bankgeschiisft in Prankfurt a. Mi.
besorgen reell und billigst den An⸗- und Verkauf
aller Staats- und Werthpapiere, Serienloose,
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Gogen Pinsendung von 50 Psg. in Briefmarken franco
zu bezmiehen nur allein durch dis Musikalienhandlung
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*) Pendant zur „alten Tante“, die gleichfalls noeh gegen Bin-
senduug von 50 Pf. i. M. fr. bezogen werden kann.

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—1 à 300,000, 22 10,000
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100,000, 6000
75,000, 5000
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1 40,000, 3000
6 30,000, „2000,
1 25,000, F 1000,
2 20,000, —WWV 500,
12 133,000,.
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 16. unmnd 16. Juli 1880,
zu welcher ich Original⸗Loose
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gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
in. RAsiIĩus,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rraunsechweig.
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aissen vorzubeugen und um jeden
Loose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden ber
der Ziehung die sämmtlichen
100,6000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in eir
zweites gelegt.
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Gewerbemuseums.
Preis des Looses 3 Mark
Ziehung am 36. 0Ootober
1880.
dauptgewinne von 530,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Ausf 20 Loose eim Bauar
gewinmn.
Bestellungen sind zu richten a⸗
»ie General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haber
bei Franz Woll in St.
Ingbert.

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per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. DemenK.

161.
Noch
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Krantkheit hat bisher
den weltberühmten
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von Donat Paris 1671
widerstanden. Durch
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4. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht—
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Ingbert bei Herrn Jeau
RVeters.

⁊

4

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—

*

u

7

Xx
R

2*
—

2
2 —
Ausverkauf
wegen Geschäàftsaufgaboe.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
,
Damen-Confection und Manufakturwaaren
alle⸗;

nom
Zirklichen totalen Ausverkauf.
auszusetzen.
Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen,
kaufspreis D abgegeben werden wird.
Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.
8treveler, St. Johann a. d. daar,
Ecke der Bahnhof- und Dudweilerstraße.

wußergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
25 Vrozeunt unter dem Ein⸗

—
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Druck und Verlaa von F. X. Deme in ẽt. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblatt“M

“26
        <pb n="405" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementepreis betragt vierteljährlich
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7 2
AM 103. Dienstag, den 29. Auni
Deutisches Reich.

Die Wittelsbacher Jubiläumsfeier wurde bereits am
Samstag von der Münchener Universität begangen.

Die bayerischen Kreisregierungen, Kammern des Innern,
sind beauftragt worden, den Voranschlag der Kreisausgaben und
Kreiseinnahmen für das Jahr 1881 mit Begutachtung der etwa
weiter an den Landrath zu bringenden Berathungsgegenstände bis
31. August l. Is. an das Staatsministerium des Innern in Vor—⸗
lage zu bringen.

Auf Antrag der Generalkommandos wurde vom bayerischen
Kriegsministerium genehmigt, daß von jeder Infanterie- und Jäger—
Kompagnie 40 Mann auf 30 Tage in sogenannten Ernte-Urlaub
entlassen werden dürfen. Da früher Klagen theils über die Kürze
(25 30 Tage), theils über den zu frühen Eintritt, bezw. Ablauf
des Urlaubes laut geworden, ist die Urlaubszeit zwischen den 10.
Juli und 15. August verlegt.

Aus Berlin 26. Juni wird gemeldet: Die Konferenz wird
mindestens noch drei Sitzungen halten. Die von der Konferenz
zu regulirenden Detailfragen beziehen sich nicht auf die Tracirung
der Grenze, welche bereits erfolgte, sondern betreffen reine Detail—
fragen, wie sie bei jeder Gebietsabtretung zu regeln sind, unter
Anderem die Bestimmung des Antheils der türkischen Schuld, welchen
Griechenland auf die abgetretenen Gebietstheile zu übernehmen hat,
ferner die Regelung der Wakufs-Evakafs-Güter,*) sowie die Regel—⸗
ung der Eigenthumsverhältnisse der auswandernden Türken und
Aehnliches.

Die Stellung des Fürsten Hohenlohe als Leiter des auswär—
tigen Amtes des deutschen Reiches wird sich schwerlich zu einer
dauernden gestalten, wie sie ja auch von Anfang an nur als ein
Provisorium angesehen wurde. Der Fürst selbst soll dringend
wünschen, auf seinen Pariser Botschafterposten zurückzukehren, und
es wird wohl im Spätherbst die definitive Besetzung der durch den
Tod des Herrn v. Bülow erledigten Stelle erfolgen.

Ausland.

Der einzige Staat in Europa, welcher trotz jährlich gesteigerter

Ausgaben für die Landesvertheidigung, des Unterrichtswesen, öffent⸗
liche Bauten und Gehaltsaufbesserungen dennoch in der beneidens—
werthen Lage ist, konstant seine Steuerlast herabzumindern, ist
Frankreich. Nur fünf Jahre hat die Republik gebraucht, um
das durch den Krieg von 1870,71 gestörte Gleichgewicht ihrer
Finanzen wiederherzustellen. Trotz einer verzinsbaren Mehrbelastung
des Staatsschulden-Kontos mit 14 Milliarden Francs, konnte be—
reits in dem Budgetvoranschlag für 1877 mit der Streichung
zweier indirekten Stouern begonnen werden, deren Jahresertrag auf
724 Millionen berechnet war. Das Budget für 1878 erfuhr durch
Beseitigung oder Ermäßigung von weiteren fünf Abgaben eine
Erleichterung von insgesammt 49 Millionen; im Jahr 1879 traten
abermals drei Steuernachlässe in Höhe von 2512 Millionen in
Kraft, während vier andere im Betrage von 28 Millionen für das
diesjährige Budget beschlossen wurden. Seit Anfang dieses Jahres
sind nun wiederum zwei Abgaben aufgehoben worden, welche mit
mehr als 4 Millionen in Rechnung treten. Die Gesammtfumme
der seit dem 26. Dezember 1876 durchgeführten Ermäßigungen
beläuft sich auf 113900,814 Francs, welche den franzöosischen
Steuerzahlern alljährlich zu gute kommen.
Französische Journale melden neue Entlassungen von
richterlichen Beamten, welche die Dekrete vom 29. März nicht aus—
führen wollen. — Roland, Deputirter von Angers, beabsichtigt,
den Justizminister über diese Demissionsgesuche der Justizbeamten
zu interpelliren.
) Wakäaf bedeutet im Osman. Reiche drei Arten frommer
Stiftungen oder Schenkungen oder nominelle Cessionen von Privat—
besitz gegen einen gewissen Zins an die Moscheen zum Unterhalte
der mit ihnen verbundenen Wohlthätigkeitsanstalten. Die Waküfs
umfassen fast drei Viertel des gesammten Grund und Bodens der
Türkei und sind, weil ihnen der Staat keine Steuern auferlegen
darf ein Haupthinderniß der Finanzverbesserung, weßhalb die Re—
'ormpartei seit lange schon ihre Beseitiqung anstrebt.

Graf Loris-Melikow der russische Diktador, hat angeordnet,
daß eine große Anzahl — nahe an zweihundert — politische Ge⸗
fangene, welche seit mehreren Jahren in Untersuchungshaft gehalten
wurden und vergeblich auf ihre Prozesse warteten, vor die Richter
gestellt werden. Diese Maßregel, welche den Opfern einer nach—
lässigen und pflichtvergessenen Justiz zur Gerechtigkeit verhilft, machte
den besten Eindruck.
Vermischtes.

F Die von uns in der „Zw. Ztg.“ entnommene Notiz in
Nr. 102 des „Anz.“, daß im Landgerichtsgefängniß in Zwee i—
brücken der 19 Jahre alte Holzschuhmacher Markus Feldner aus
Dahn durch einen Schnitt in den Hals seinem Leben ein Ende
zemacht habe und so das Landgerichtsgefängniß am Mittwoch der
Schauplatz zweier Selbstmorde gewesen sei, wird von der tgl.
Staatsanwaltschaft in Zweibrücken ihrem ganzen Inhalte nach als
erfunden erklärt.

F Die Herren Rodrian und Dobbelmann Apotheker
in Zweibrücken haben ihre Apotheken veräußert, der erstere um
125,000, der andere um 105,000 Mark.

F Aus Pirmasens wird dem „Pf. K.“ geschrieben: Es
ist unglaublich, in welcher Weise gegenwärtig mitunter Beschäfte
zemacht werden. So besuchte hier ein sehr elegant gekleideter Herr
mit einem Päckchen unter dem Arm verschiedene Häuser und bot
die in demselben enthaltenen Waaren, „zwei hochfeine Damasttafel⸗
decken nebst Servietten, eine leinene Tischdecke, ditto Kaffeedecke,
drei Handtücher und etwa 20 Meter Futterstoff“, lauter „Prima—
Waare“, zum Preis von 80 M. zum Kauf an, in Anbetracht der
Feinheit der Waare ein Spottgeld. Als Grund des niederen Preises
zab er an, er habe die Waaren an Zahlungsstatt nehmen müssen
und könne sie seinem Hause (er nannte ein Ausstattungsgeschäft in
Frankfurt) nicht zurüdsenden, angeblich weil es Coupons seien.
Als er aber sah, daß der Hausfrau der Betrag zu hoch war, wollte
ex Alles zusammen für 50 M. geben und wuͤrde sich auch mit Ab⸗—
ichlagszahlung begnügt haben. Durch dieses Heruntergehen stutzig
zjemacht, ging die Frau doch nicht auf den Handel ein, weil ihr
eiwas faul in der Sache vorkam. (Und das mit Recht! Die „Prima⸗
Waare wird danach gewesen sein. Ganz derselbe Schwindler wurde
in letzter Zeit an anderen Orten auch versucht, und die, welche auf
den Leim gingen, merkten nachher, daß sie nichts als Schund
hatten, noch viel zu theuer für den „wohlfeilen“ Preis. In Stutt-
gart wurden jüngst drei solche Schwindler zu 6, 5 und 4 Monaten
Gefängniß verurtheilt. Aehnliche Schwindeleien werden eben über⸗
all versucht, und das Publikum thut darum gut, bei allen diesen
„billigen? Anerbietungen die Hand recht fest auf dem Beutel zu
halten.)

F In Neustadt ist die Genehmigung des kgl. Staats⸗
ninisteriums zur Errichtung eines humanistischen Gymnasium da⸗
elbst eingetroffen.

4 In Kallstadt bei Dürkheim hat sich der 534 J. alter
Winzer und Metzger am 22. ds., wahrscheinlich in einem Anfalle
von Geistesstörung (er litt schon längere Zeit an Schwermuth) mit
einem Metzgermesser die Pulsader geöffnet, worauf er Abends starb;
er hinterlaäßt eine Wittwe mit 8 Kindern.

F In München ist der k. bayer. Staatsrath im außer⸗
ordentlichen Dienste und frühere Kultusminister Franz v. Gresser
nach langer Krankheit im 74. Lebensjahre gestorben. Der Verlebte
wurde am 1. August 1866 als Direktor der k. Regierung von
Unterfranken und Aschaffenburg zum Minister ernannt und bekleidete
diese Stelle fast vier Jahre.

F Die bayerische Staatsbahnverwaltung hat bis Ende
Mai d. Is. eine Einnahme von 27 148 397 Mk. erzielt; gegen
die gleiche Zeit des Vorjahres ergibt sich eine Mindereinnahme von
587 968 Mtk., obgleich die Bahnlänge von 4058 Kilom. auf 4190
dilom. gestiegen ist.

In Mannheim ereignete sich vor einigen Tagen ein
entsetzlicher Unglücksfall. Eine ältere Frau lehnte mit ihrem Enkel⸗
hen an einem Fenster des dritten Stockes, als ihr das Kind plötz-
ich entfiel und auf die Straße stürzte. In ihrer Verzweiflung
        <pb n="406" />
        sprang die Frau dem Kinde nach und fiel auf dasselbe. Der Tod
des Kindes war sofort erfolgt; die Frau erlitt schreckliche Verletzungen
und wird schwerlich mit dem Leben davon kommen.

FIn einer Schöffengerichtssitzung zu Lübben wurde die
Frau eines Bauerngutsbesitzers zu 6 Monaten Geföngniß, 1200
M. Geldstrafe, zum Verluͤst der bürgerlichen Ehrenrechte auf 2
Jahre und zur Tragung der Kosten verurtheilt, weil sie wiederhol⸗

mit gekochten Karioffeln gefälschte Vutter verkauft hatte. Eine sehr
harte, aber gerechte Strafe.

4 Aus allen deutschen Weingegenden lauten die Nachrichten
iber den Stand des Weinstocks höchst ungünstig. Die Winter—
kälte hat überall enormen Schaden angerichtet.

— Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Abschrift.
Deffentliche Zusslellung.
Ladung.

schuldigtem Ausbleiben seine Ver—
urtheilung auf Grund der vom
k. Landwehr⸗Bezirks⸗-Commando
Zweibrücken am 22. Juni
1880 nach Vorschrist des 8472
der ReSt.⸗P.⸗“O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 26. Juni 1880
Der Amtsanwalt am k. Amts—
gericht St. Ingbert
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber
Krieger.

c 3
Tanz-Unterricht.

Ergebenst Unterzeichneter beabsichtigt dahier am Montag
den 5. Juli Abends 8 Uhr im Saale von Herrn Leh—
nert (GHotel Laur) einen

CTanz-Cursus.
verbunden mit gesellschaftlicher Anstandslehre
zu eröffnen.

Bedingungs- und Einschreibliste liegt zur gefälligen Ein—
zeichnung bei Herrn Rehnert auf.

Es ladet zu zahlreicher Betheiligung höfl. ein
Hochachtungsvollst
Ch. Denzler,
Tanzlehrer aus Zweibrücken.
St. Ingbert, den 28. Juni 1880.

Carl Bellaire, 28 Jahre
alt, Müller und Landwehrmann,
zuletzt in St. Ingbert wohn⸗
haft und nun abwesend, wird
hiermit vorgeladen, am Mitt-⸗
woch den 1. September
1330 Morgens 8 Uhr
in der öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. In g⸗
bert in dessen Sitzungssaale
zu erscheinen, damit daselbst zur
Hauptverhandlung über die gegen
ihn erhobene Anklage wegen
Auswanderung ohne Erlaubniß
am 17. April laufenden Jahres
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange—
klagten eröffnet, daß bei unent⸗

Diejenigen, welche

noch eine Forderung

an den verstorbenen Andreas

Harz von hier zu machen ha—

hen, werden hiermit aufgefordert,

hre Rechnung innerhalb vierzehn

Tagen an den Sohn Peter
Harz, Bergmann abzugeben.

In der Serie gezogene — am 1. Juli n. E. zur Gewinn⸗

ziehung gelangende
Kurhessische Thlr. 40⸗Eoose

(nicht zu verwechfeln mit halben, eg Thlr. 20Loosen)
Hauptgewinn „G 96, 000. -, find à 85., Halbe à
243. 30 und nach Vorauskürzung des geringsten Gewinnes (von
A 225. -), Ganze à 260.- —8 a A IBO.-, Vier⸗
tel M 63., Achtel à M 82. 50, und Sechszehntel à A
16. 25 noch vorräthig bei
Noriz Stiebel Soune, Bankgeschäft in Frankfurt a. / M.

»*
S5üddeuntsche Presse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Fur das oben bezeichnete größte und reich haltigste Blatt
Munchens laden wir hierdurch ergebenst zum Abonnement ein.
Das weit über die Grenzen Bayerns hinaus angesehene Blatt ist in
der bayerischen Hauptstadt wie imganzen Lande na⸗
mentrlich in Alibayern, Schwaben und der Pfalz
ffarkverbreitet und genießt seiner politischen Haltung, wie der
Schlagfertigkeit seines Urtheils und der Schnelligkeit und Zuverlässig⸗
keil seiner Berichterstattung halber in journalistischen Kreisen allge⸗
meine Anerkennung. Die „Süddeutsche Presse“ bringt allein unter
allen bayerischen Zeitungen einen ausführlichen Bericht über die
Sitzungen des bayerischen Landtags noch an den Sitzungstage. Ihr
Totfaler und provinzieller Theil ist der reichheltigste ir⸗
gend einer bayerischen Zeitung. Für Unterhaltung ist durch
ausgewählte Erzählungen von sittlich reiner Tendenz, wie durch die
von jetzt an wochentlich zweimal in halbem Bogen er⸗
scheinende Beilage „Va y erische Lite raturblätter“ gesorgt.

Die neuesten Erscheinungen der Literatur, der Theater,
der Musitk und der bil denden Kunst werden in dem Blatte
regelmäßig aufgeführt und sachlundig besprochen. Für das Interesse
der milirischen wie der Sport⸗ u. s. w. Kreise ist genügend gesorgt,
wie Je weite Verbreitung des Blaites in den betreffenden Kreilen
beweist.

Die „Süddeutsche Presse“ ist das einzige Münchener Blait, wel⸗
ches den offiziellen Kourszettel der Münchener Börse unverkürzt zum
Abdrucke bringt. Ihr Händelstheil gibt dem Leser einen sichern
Ueberblick über alle Vewegungen des Effekten- und Vrod.kten⸗
handels u. s. w.

Der Ausschwung des Inseratentheils bewcist die Wirk⸗
samkeit der uns anbertrauten Inserate in den kauffähigsten Schichten
des Publikums. Wucherinserale oder solche bedenklichen Charalters
sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das Blatt auch in dieser Be⸗
iehung der Familie unbedenklich in die Hend gegeben werden kann.
Die Inserate werden mit 20 Pf. pro Zeile berechnet.

BSas Abonnement beträgt pro Quartal 8 Mark.

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vom Staate genehmigt und garantirt.
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10,000,
8000,
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3000, *
2000,.
1000
500

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—J à 300,000,
150,000,
OO, OOO,
75,000,
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90
00,
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—5 7 sJ * 232
ASĩIĩS,.
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33
75353523555
25383588 35385355
d — 55 —5535 5
55 338 —— —— 575532355
* — TD J 53* 8
5 38 2283 —887 3533
5* * 25 —A —— — ——
— 8 —— 232 —
A
282883 ————— 53 52333728
—— 75 — * 37 * — F
3 236 83382 25. 8
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——— 822 523833 ———— 557
8 5358 3 237
5 sI 748
—— —33385355 * 233538
355* —3387 58 —8532*3535*
— 2* 35 2322
—88 ——— — 5 33 527 23
—— 28 —— 4 45888 * 2 386832
23 * 5 — 25 — 6
5777* 5232*53 5333357 57
* 2232* — * 5
— ——
— — 2 ——— 882 —8328
5835 —— 5 5.
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28
2 —32255 35
* 25 8 A
— —38863 48
—— 38 3 * 3
333685 5
——5 35537
88 —— S * F
—— 5353 53273233 5
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8—275.25*238 335 7755 J*
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833* — ð — —;X — —
2 — — 20 * 355 E
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7 —383522 2552 38
2855 585 58 833
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555 288 33268 5*57*
5323337 25 —
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— 2553357* 2228 8
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36 33327555
7 2355358383385 57
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*5 2 5 S 82 55 T
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        Hl. Ingberler Nuzeiger.

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

1A)A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
104.

Donnerstag, den . I27*

1885.

Deutsches Reich.

München. Se. Maj. der König hat genehmigt, daß für
den Dienst der vereinigten Zoll- und Aufschlagsverwaltung Steuer⸗
aufseher ernannt und daß die Malzaufseherstellen im Erledigungs—
fall in Steueraufseherstellen umgewandelt werden.

Die von der Münchener Generaldirection der Verkehrsan—
stalten zu einer Conferenz berufenen Vertreter der bayerischen Handels—
und Gewerbe-Kammern und des landwirthschaftlichen Vereins ver—
warfen einstimmig das von der Tarifcommission der deutschen
Eisenbahnen vorgeschlagene neue Gütertarifschema.

Für die Entscheidung der Berliner Botschafter⸗Conferenz,
welche durch die Schluß-⸗Acte am Montag die Grenze zwischen der
Türkei und Griechenland festgestellt hat, ist der Gesichtspunkt maß-
gebend gewesen, keinem Theil eine strategisch dominirende Stellung
gegenüber dem anderen zuzuweisen. Geltend gemacht wurde für
die Nordwestgrenze, möglichst zu verhindern, daß sich die Griechen
mit den Albanesen berühren. Für den von Griechenland zu über⸗
nehmenden Schuldenantheil bildet die Einwohnerzahl den Maßstab.
Die Feststellung der Summe ist für später vorbehalten. Die in
dem abzutretenden Theil belegenen kaiserlich türkischen Schlösser
und Güter sind durch eine angemessene Geldentschädigung der Türkei
zu vergüten.

Die Entscheidung in der preußischen Kirchenvorlage ist
am Montag gefallen. Dieselbe wurde, nachdem eine ganze Reihe
von Artikeln, darunter auch jener, welcher den Bischöfen die Rück—
kehr ermöglichen sollte, abgelehnt worden waren, mit 206 gegen
202 Stimmen angenommen.

Der „Reichs-Anzeiger“ enthält folgende Verordnung, betreffend
das Verbot der Einfuhr von Schweinefleisch und Würsten aus
Amerika, vom 25. Juni 1880:

Wir Wilhelm u. s. w. verordnen im Namen des Reichs, nach
erfolgter Zustimmung des Bundesraths, was folgt: 8 1. Die Ein—
fuhr von gehacktem oder auf ähnliche Weise zerkleinertem oder sonsl
zubereitetem Schweinefleisch und von Würsten aller Art aus Amerika
ist bis auf Weiteres verboten. Auf die Einfuhr ganzer Schinken
und Speckseiten bezieht sich das Verbot nicht. 8 2. Der Reichs⸗
tanzler ist ermächtigt, Ausnahmen von dem Verbote zu gestatten
und die deßhalb erforderlichen Kontrolmaßregeln zu treffen. 8 3.
Hegenwärtige Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung
in Kraft.

Wie das „Deutsche Montags⸗Blatt“ erfährt, werden im Jahre
1881 die zur Ersatzreserve erster Klasse bestimmten Mannschaften,
welche bisher in Friedenszeiten von allen militérischen Uebungen
befreit waren, in Folge des in Kraft tretenden neuen Reichs—
Militärgesetzes zu einer zehnwöchentlichen Uebung einberufen
werden. Um indessen den geschäftlichen und ökonomischen Verhält—
nissen Rechnung zu tragen, wird voraussichtlich die Zeit zu den
Uebungen bestimmt werden, in welcher die meisten landwirthschaft—⸗
lichen Arbeiten beendet sind.

Fürst Bismarck ist mit seiner Gemahlin und seinem Sohne,
dem Grafen Wilhelm Bismarck, am Dienstag von Berlin nach
Friedrichs ruh abgereist.

Ausland.

Gestern (Mittwoch) sollte in Frankreich die Ausführung
der Märzdekrete, deren Frist vorgestern abgelaufen ist, gegen die
nichterlaubten Ordensgemeinschaften ihren Anfang nehmen. Für
die damit beginnenden kritischen Tage haben die Befehlshaber aller
Garnisonen der Städte in welchen solche Ordensgemeinschaften sich
befinden, besondere Weisungen erhalten für den Fall, daß Auf-
lehnungen oder Unordnungen vorkommen sollten.

Der französische Senat hat den Gesetzentwurf betr. die
Aufhebung des Instituts der Feldprediger mit 175 gegen 100
Stimmen angenommen.

In Pariser parlamentarischen Kreisen glaubt man, der
Senat werde die Amnestievorlage nur mit einem Amendement,
hetreffend die Ausschließung der gemeinen Verbrether von der
Amnestirung, annehmen.

die „Times“ erfährt, bereits zu Anfang Juni sei dem Vati—

can die Abberufung der belgischen Gesandschaft notificirt worden
ind seien alle Bemühungen, einen Aufschub dieser Maßregel zu er—
wirken, erfolglos geblieben.

Die neue von der Berliner Konferenz festgesetzte grie⸗
hische Grenze spricht dem Königreich Griechenland einen über—
nus fruchtbaren Landstreifen zu mit ungefähr 350,000 Einwoh—
nern, darunter ungefähr ein Sechstel Muhamedaner und ca. 7000
Juden.

1
Vermischtes.

*St. Ingbert, 30. Juni. In heutiger Schöffen—
sätzuung kamen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) Zwei
Burschen von Rohrbach erhielten wegen Korperverleßung Gefäng—
nißstrafen von je 1 Monat. 2) Wegen desselben Reates erhielten
3 Burschen von Rohrbach und ein solcher von Spiesen Gefäng—⸗
nißstrafen von 1 Monat bis zu 10 Tagen. 3) Ein fremder
Handwerksbursche wurde wegen Verübung groben Unfugs zu 8
Tagen Haft verurtheilt. 4) Eine Privatklage wegen Beleidigung
wurde vertagt.

* St. Ingbert. Wir hören, daß der in der letzten Stadt⸗
rathssitzung gewählte städtische Einnehmer schon mit dem 15. ds.
Mts. seine Stelle dahier antreten wird. (Anläßlich der hier und
unlängst in Weidenthal stattgehabten Wahl eines Gemeindeeinneh⸗
mers plaidirt im „Pf. K.“ ein Correspondent aus der Vorderpfalz
jür unsere frühere pfälzische Gemeindeordnung, nach welcher der
Bemeinderath drei Candidaten vorzuschlagen hatte, wovon dann
einer durch kgl. Entschließung ernannt wuͤrde. Jetzt braucht die
Wahl des Gemeinderathes nur angezeigt zu werden)

* Die Gemeindekasse von Rohrbach leistete noch nachträg⸗
lich zur Wittelsbacher Landesstiftung einen Betrag von 15 M.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Im Wiesenthal
bei Sand spielte sich am Montag Mittag eine recht ergreifende
und Mitleid erregende Scene ab. Der Ackerer Johann Ohliger
don Sand war um diese Zeit mit seinen Kindern in den Wiesen
mit Heuumwenden beschäftigt; plötzlich stürzte er, mitten in der
Arbeit von einem heftigen Blutsturz befallen, nieder und war nach
wenigen Minuten eine Leiche.

— In der letzten Schöffengerichtssitzung in Zweibrücken
wurde ein Metzgerbursche wegen Thierquälerei zu 10 Tagen Haft
verurtheilt.

Zweibrücken. Vor einigen Tagen stürzte sich ein
Handwerksbursche in den Hallbach, in der Absicht, seinem Leben
ein Ende zu machen, wurde aber durch in der Nähe beschäftigte
Arbeiter an der Ausführung seines Vorhabens, das er mit er—
staunenswerther Energie durchzuführen suchte, verhindert. Der Arme
hatte in der Frühe an seine Eltern um Geld telegraphirt und, da
pis Mittag noch keine Antwort eingetroffen war und er seine Zu—
Aucht zum Fechten nicht nehmen wollte, den Selbstmord dem Hunger
dorgezogen.

FZweibrücken. Nach der „Zweibr. Zig.“ ist die von
einigen pfälzischen Blättern gebrachte Nachricht, daß unter den
Pferden der hier liegenden Schwadron des 5. Chevaurlegers⸗Regi⸗
ments die Rotzkrankheit ausgebrochen sei, ganz grundlos.

FBurrweiler. Montag Abend gegen 6 Uhr waren der
Bemeindeschreiber und Weinhändler Vaader' ünd dessen erwachsene
Tochter mit brennendem Licht beim Auffüllen eines 3500 Liter
haltenden Weinfasses beschäftigt, als dasselbe mit furchtbarem Knall
explodirte, alle in der Nähe befindlichen Gegenstände zerstörend.
Die Trümmer des Fasses zerschmetierten Baader das Bein und ver—
letzten ihn schwer am Rücken und am Kopf; seine Kleider sowie

die seiner Tochter brannten lichterloh. Aerztliche Hilfe war jofort
zur Stelle, ebenso war die Feuerwehr rasch am Platze. Ein im
Keller liegendes Faß mit Sprit wurde durch Zudecken mit Mist ge⸗
schützt und dann der Brand rasch gelöscht. Baader ist feinen
Wunden erlegen; seine Tochter liegt ebenfalls schwer danieder und
man bezweifelt ihr Aufkommen.

F In Grünstadt wurden am 27. Juni Morgens social⸗
demokratische Flugblätter ausgestreut
        <pb n="410" />
        p Der pfälzische Verschönerungs⸗Verein hält am Sonntag
den 4. Juli zu Winnweiler in derv. Gienanth'scheu Brauerei
eine Hauptversammlung ab.

FDie „Badische Anilin⸗ und Soda-Fabrik“ in Lud wigs⸗
hafen hat zur Wittelsbacher Landesstiftung den namhaften Bei⸗
krag von 6000 M. gespendet.

— Die Zuckerfabrik Frise deen 84u hat in ihrem letzten, mit
dem 21. März abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn erzielt
von 174,221 M. 72 Pf.

J'Speyer. Für die Kreislehrerversammlung, welche am
16. und 17. September ds. Irs. hier stattfindet, hat der Stadt⸗
rath 300 M. aus der Gemeindekasse bewilligt.

Rürnberg, 27. Juni. Der „R. A.“ schreibt: Gestern
wurde der Forstgehilfe Vogler von Kraftshof zwischen Buch und
Tennenlohe erschossen aufgefunden. Der Unglückliche, ohne Zwei⸗
fel von der Hand zweier, jene Gegend unsicher machender Wild e⸗
rer gefallen, versuchte noch in seinem Notizbuche zu schreiben. Sein
Hund befand sich bei der Leiche. Wir wir soeben erfahren, soll
eis einer der Thäter dingfest gemacht sein.

4— Einen seltenen Akt von Lokalpatriotismus hat ein Chirurg
bon Arlen bekundet. Seines Lebens überdrüssig, erklärte er
Abschrift.
Deffentliche Zustellung.
Ladung.

Preiskegeln
Caffee Oberhauser.
Beginn Sonntag den 4.
Juli l. Is.
Das Loos 25 Pf.
Die Gegenstände — 32 Ar—
ikel — sind zur Ansicht im
Saale ausgelegt.
F. Oberhauser.

Carl Bellaire, 28 Jahre
alt, Müller und Landwehrmann,
zuletzt in St. Ingbert wohn—
haft und nun abwesend, wird
hiermit vorgeladen, am Mitt—⸗
woch den 1. Septem ber
i330 Morgens 8 Uhr
n der öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. Ing⸗
bert in dessen Sitzungssaale
zu erscheinen, damit daselbst zur
hauptwerhandlung über die gegen
yn erhobene Anklage wegen
Auswanderung ohne Erlaubniß
am 17. Aprii laufenden Jahres
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange⸗
ilagien eroͤffnet, daß bei unent⸗
schuldigtem Ausbleiben seine Ver⸗
untheilung auf Grund der vom
Vandwehr⸗Bezirks-Commando
Zweibrücken am 22. Juni
7880 nach Vorschrift des 8472
der RaSt.P.O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 26. Juni 1880
Der Amtsanwalt am k. Amts—

gerichte St. Ingbert

gezeichnet Müller.
Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber
Krieger.
2* ——
Hauf—⸗
Couverts

Eergmannꝰ s
e Sommersprossen⸗Seift
zur vollständigen Entfer⸗
nung der Sommersprossen, empf.
à Stück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.

Deutsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Hefien zu 50 Pf.
Neuer Roman von G. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch

handlungen und Postämtern.
ag

st. Iahann⸗Saarbrütter

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
Jann, Saarbrücken und Malstatt⸗
hurbach an der Saar zusam—
nengenommen das gelesenste
Blau. Wöchentlich 7mal. Vier
esljährlich nur 2 M. 50 pfg.
Fignet sich wegen großer Ver⸗
ratung vorzuglich fuͤr Inserate
eder Art.

ver 1000 Stück von 3. 50 Mk. an
u haben bei F. X. Demetz.
47 *
Lanz-Unterricht.

Ergebenst Unterzeichneter beabsichtigt dahier am Montag
den 5. Juli Abends 8 Uhr im Saale von Herrn Leh—
nert (Holel Laur) einen

Tanz-Cursus.
verbunden mit gesellschaftlicher Anstandslehre
zu eroffnen.

Vedingungs⸗ und Einschreibliste liegt zur gefälligen Ein—
zeichnung bei Herrn Lehnert auf.

E⸗sadet zu zahlreicher Betheiligung höfl. ein

Hochachtungsvollst
Ch. Denzler,
Tanzlehrer aus Zweibrücken.
St. Inabert, den 28. Juni 1880.
Deuck und Verlag von F.

nach dem „Schaffh. Int.Bl.“ seine Gemeinde brauche die Kosten
für seine Beerdigung nicht zu bezahlen, sondern die Schweizer,
zing hin und erhängte sich auf der Gemarkung der Gemeinde
stamsen, nahe bei der Landesgrenze.

p'Moskau. Nach der Zeitung Kawkas haben sich die
heuschrecken im Kreise Rasachs in so erstaunlichen Massen ent⸗
dickeli, daß sie eine Oberfläche von mehr als 400 xm im Um⸗
fange bedecken. Gegen 5000 Mann arbeiten täglich an der Ver⸗
ilgung derselben — es werden täglich 8000 kxg. vertilgt. Die
Tiflis⸗Poti⸗Bahn war zwischen den Stationen Rsanki und Kaspi
von einer solchen Masse von Heuschrecken, welche der Regen nie—⸗
dergeschlagen hatte, bedeckt, daß der Zug auf den Schienen nicht
passiren konnte; man war gezwungen, die Waggons abzuhaken
ind einzeln auf den Schienen weiter zu bringen. Nicht nur im
Züden, auch in nördlicheren Gegenden von Rußland sind riesige
deuschreckenschwarme auf ihrem Zuge beobachtet worden; ein sol—
Her Schwarm passirte am 14. Juni Moskau in einer Höhe von
320 bis 30 m durch die Luft ziehend.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demez.

— ——

Todes-Anzeige.

Freunden, Bekannten und Verwandten die Trauernach⸗
richt, daß unser lieber Gatte, Vater, Bruder und Schwager
Christian Weber, Schuhmacher,

46 Jahr alt, nach längerem Leiden, heute Morgen um 5
Uhr sanft verschieden ist.
St. Ingbert, 1. Juli 1880.
Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Samstag Nachmittag um 3 Uhr statt.
Rriegor

Vorodin.

Am Sonntag früh findet ein Ausflug mit Fahne und
Musik per Bahn nach der Abteiruine Werschweiler (Sta⸗
sjon Bierbach) statt und werden die Mitalieder dazu hiermit ein—
geladen.

Sammeln am Vereinslokal Morgens 5 Uhr.
Abmarsch nach dem Bahnhose um halb 6 Uhr
sum Zug 5 Uhr 56 Min. Rückkunft mit Zug
2 Uhr.

Zahlreiche Betheiligung wird erwartet.

Der Ausschuß.
— 7 7 — — ——

ã 2080
Lerzogl. Braunschweigische
Landes- Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48. 000
Gewinnen.

1 Haupttreffer ev. 450,000, 1 1 Hauvbpttreffer à 12,000,

l 300,000, 22 10,000,

150.000. 2 —
100,000, 6000,
75,000, 5000,
50, 000, 1000
10,000, 3000,
22.,900, 2000,
25,900, 1000
20,000, 500
„1B,000,1
Reichs-⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 16. und 16. Juli 1880,
zu welcher ich OriginaLoose
Ganzo Lalbo Viortol Aohtol
9fl. 40 4fl. 70 2fl. 35 Ufl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Svieler erhält die Gewinnlisten gratis.
SIĩñuæs,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rrannsehweig.
0—
Demetz in St. Inabert.
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        —
—*
z

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5 —
2 — —— 8
223582 — 8
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438 —— —233 — 525 5 585*
55555 55339 53353535 ——— 85* 58* Ec
3333533 —53 7 33 6883 3 7 *
222 — —33333583365 * 2 2 8 2385 68 88 585
53535 532323 22 5 —J—— — 4 582 8 —55 — 222 —A
353 5333357833 —3* — —552 1353 8 135 3273538
528 25353535 55S385 53 55586 57333 3332532 283223
538325336 —572855 22 223 2385 *5583
2 S — 78 55335 53338. 82 5—35555 ———— 33335
5365582 228 z3238835 J 453
258 22*5 ——— * 2* 525 —8 — 532383 33538325 28 2
—5 * — —— 38 5 * 528 —83 —53 — — z358323
52 ——— — * 2 S —« s8 — 5332 8 2 —8 13232 2 22
233 58 32* 23—42320 B8 * — 45 5358 —33 — 55
5—2 9 536 8 23 5538 528 55 —— 85.255
M * — — 26* — 523 5825 s 5— 78 2 52 — ——
2852 —2 533 2 — z8* 285 5533882 535
3 33875253853 5— —5 S5E3 — —85 — 38582* 8 i

255 58.22 — 3 — —22 —z8 8 * 55 8 233
— 5558
3 8 —* 7 — * * 38
—— —
— 33 3 3333273233 —33 3 33835 —
—— QSEES 83822 83228 282280 23—827 33825
23359 357 15 — 52335—353 ZO 233——
223 583835833553838535 33383332* 8588 52 z235—*8
z35555355 35353287 235 5 — 8 2858 — 5 ——— —— —
79 —— 2 — 35— 2 522 — —— 552583 0* 824
—A — —A 2888 — —A —— SBSE3 —8 — * 5*83
3 5 —53 ——————— * 23 S 35523623* — — 83922 3 *
55 5538 53B388 *5 ã — 23 — —X * *
—5 87 52 —5S88 — — 5888 22 22 552 ——
— XBZ 2 52 585 — 5753 — 5525 58 2 33382358 —
—7* 73533533335 — 8355755 R205235 323338888*
S8 2 2 5333* 338 22. 58 38 575 35
5

336
——

— 2 22 5 ar
5— 35885523 55232353288
———— 353325358 s 5353 525
5222 2 48 — 255 — —— ——525 53 33535
— 2z25 ISBLA * 7 5* 8—— 80* 8
8 *34335 353 8285555
75 — 353853888
216 * S32 * —— Q2 83 22585 ——e— — 2
226 22 558 55*8 S 83 * — — 55 — — 2*8 22 5
* * * — 28 5853 *5 23 —2— —— —5—— — —M——— 22
22—885 5 ——— 8 22 * 22E8—3 5 E3
8 — —AA — — 8 * 8 5 — 2 8 —* 5 —
8 33—8 52383583 55 —ß56533 3z28 3355 475
25328 522 — 50O28 z20 3338 —E ———232
3— 3338— 73 68 82s 783
—82 S— —. ——— 2 2 88 * 2*
5 52 553 525383* 5 —— — 38838 O s —
s 3 2 58 2833867885 ——
5** 5* 3 S3— 285 832323 22 — ——— *5 6
58 52285 2. 58* 23835 555227 5395 — 560
8 —— 23 528* 2—52 5—822 38 5* * * 2.. 8 —
s835532 —z—3353 5 72522 * —— —— 38 —„ z3—8— S— 35*828.
— — 5* — 5238255 — 238 3223523553 — *2786 22
—2B —— S 8 — 28 C 50 — * — 22 —— 53355 — * 2*
—X 22 60225 55 —8287 S 383 588 z
53 —22 —8 I2— Iz3326 *IE 52— —27
* 353533 5353233 5553533686 38 5*85 3222 35 23558
* 23538 253 583 2 *5 32 — — 45 —8 2 522 —
5 — 23822 25525 57 2322 53z5282 SW F —
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A— * 5 2 88 8 — ——————— —— 5. — 8 7
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358 —— —z8 —885 2 32 —623 * 2
3535353528353 863
2835 588

4

25—55222
83 38
222 3 353 8333 5
— 38533— s3532322s88
222 22 5. 5 3 —— 2 7 3 *.2
553385 553533338 — 83 6
52 822 522*22 —* 8332 228 2 * 2. 3 8 —— 8 8
— — 55285 * 39 ;53355 —8 3B838 S —A —— —z22588
83* * 3 —5555 52335-3 28 — 37 85 25538358
2232 * 2 253535 2 —z83E* ——— — — z385—k5—
8 * —— — — — 2 2 5*23533353 * 53* 123288.5 *
— 2* * *2 55*5 S 2 ——— 52* — — — 22 523 — 32* 8 —
—5 —A 5—5285 3 * 3 —ãe— ——— 2 3
— 2352—5 ——A 55833 — —— 22335585
333537 38 35283 — — 53333358
835288325 — — 0 8 5232 32 —— 2 38 * 22 * 2
—* 2 325 2855 — 3 2NB5 2* 2 S EAOX 588 —E —
2255—8* —— — 2 3223 5z323 532 52 — — 2 9
2 2 —A — — 5—25 — D —— 258
83 * 5525 552 55 —A —A 535S5—— 552 8
23z 2 —5c5 5253533835 —27 — —533335 — 2 55385 —AX
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— —— 8 — —— 5325 7833 553833 5555 —
A —2338 z3558383238 5* 22833 * E 3
A &amp; D —25 —X EIBS E 8 — — B
52 358 3 Ve 8 — 333358852383
252 585 5223 — 8 25585 8 — 22 32
38532352357 — J—— 5525
8 528 —33535 n 3 8 A ———
*8 2 2522* 2 8 — —A * — 58* —
5* 63555
23575253 2 AC
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* 288 —21 xX
7 2* 2258 227 —
— 526 — 228 22
2 2 538 —— — 283 2
w — * — 232 5* 25
— 8—353 333—— 2 85
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255 —8 5332 532333535375523 25353 : 35 —5
2 * — 2 —1 *
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* — * —* * 5383 2 — 8 —5 3 —53*3 —A —
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        St. Ingberker AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erlcheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

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—
A IOG. —

Samstag, den 3. Juli

1880.

Deutsches Neich.
Die bayer. General-Zolladministration hat im Amisblatt
Nr. 25 das vom Bundesrath genehmigte Regulativ für Privat⸗
transitlager von den in Nr. 9 des Zolltarifs aufgeführten Waaren
(Getreide ꝛc.) ohne Mitverschluß der Zollbehörde sammt den Be—
stimmungen über Gewährung einer Zollerleichterung bei der Aus—
fuhr von Mühlenfabrikaten, welche aus ausländischem Getreide her—
gestellt sind, zur Verständigung der betheiligten Kreise des Handels⸗
und Gewerbestandes bekannt gegeben. Hierbei wird Folgendes
bemerkt: 1) Zu dem Regulativ. Zu 8 10. Als inländisch nach—⸗
gewiesene Säcke unterliegen bei der Entfernung vom Lager in leerem
Zustande der Verzollung nicht. Zu 8 14. Unter benachbarten
Ortschaften sind nur solche zu verstehen, die miteinander in un—
mittelbarem Zusammenhange stehen. Zu 8 14-20. Juristische
Personen, Corporationen, Actiengesellschaften u. dgl., welche im
Besitze von Getreidelagerhäusern sind, sind den im Regulativ auf⸗
geführten „Gewerbetreibenden, Großhändlern“ gleich zu achten.
2) Zu den Bestimmungen. Die Regelung des kleinen Grenzverkehrs

wird von den Bestimmungen nicht betroffen.

Die Kirchengesetze«Commission des preußischen Herrenhauses
hat am Mittwoch mit 11 gegen 2 Stimmen den Gesetzentwurf
in der aus der dritten Lesung des Abgeordnetenhauses hervorge⸗
gangenen Fassung angenommen.

Im Reichsjustizamt werden die Vorarbeiten zur Revision
—
ob es möglich sein wird, bei der Schwierigkeit der Materie, ein
solches Gesetz in der nächsten Zeit schon dem Reichssstage vor⸗
legen zu können.

Der deutsche Kronprinz wird einem Gerüchte zufolge
in diesem Sommer das Bad Alexandersbad bei Wunsiedel im
Fichtelgebirg besuchen.

Die „Nordd. Allg. Z.“ ist zu der Mittheilung ermächtigt, daß
Fürst Bismarck sich in Friedrichsruhe aller nicht dringlichen
Dienstgeschäfte enthalten werde; Privatgesuche an ihn würden saͤmmt⸗
lich unbeantwortet bleiben.

Wie man dem „Echo der Gegenwart“ aus Ems telegraphirt,
wird das Fest der Vollendung des Kölner Domes definitiv am
tb. September im Beisein des deutschen Kaisers stattfinden. An
sämmtliche deutsche Fürsten sollen Einladungen ergehen.

Es bestätigt sich, das die kaiserliche Tabakmanufaktur Straß—
burg im Elsaß in Berlin wie in anderen großen deutschen Städte Fili⸗
alen für ihre Regietabake errichten wird. Man hört, daß für

Berlin nicht eine, sondern mehrere Verkaufsstellen der Tabakmanu—
faktur in Aussicht genommen sind. Es wird jedenfalls im Reichs⸗
tage diese neue Geschäftsthätigkeit der Straßburger Tabakmanufactur,
die jetzt unter der Leitung eines anerkannten Vorkämpfers für das
Tabaksmonopol steht, zur Sprache kommen.
Ausland.

Ungefähr 35 französische Richter und Staatsanwölte haben
bis zum 29. Juni ihre Stellen aufgegeben, weil sie die Decrete
vom 29. März nicht ausführen wollten. Der Minister hat sofor'
Nachfolger ernannt.

Nach Berichten aus den französischen Departements haben
die Jesuiten am 80. Juni überall ihre Niederlassungen geräumt
unter der Erklärung, der Gewalt zu weichen. Es sind keinerlei
Gewaltthätigkeiten und Unordnungen vorgekommen. In Bordeautr
verlangten die Jesuiten, man solle sie an dem Arm packen, damu
io der individuelle Zwang festgestellt werde. Ihr Oberer übergab
einen Protest gegen Verletzung des Hausrechts. In Avignon drohlen
die bei den Jesuiten anwesenden hervorragendsten Rohalisten dem
Staatskommissar mit Stochschlagen. Die Jesuiten in Lyon nahmen
ein Protokoll auf; im Namen der bez. bürgerlichen Gesellschaft ift
an den Präfekten und Kommissar gerichtliche Vorladung zum Frei⸗
tag ergangen. In Marseille wollten einige Individuen unter Ge⸗
—
der Staatskommissär ließ die Straße freimachen. Der Kommissar
in Angers ließ die Thür des Jesuiten⸗Instituts erbrechen; Bischol
Freppel protestirte mit der Erklärung, nur der Gewalt zu weichen

Hes ließen sich die Rufe hören: Es lebe Freppel! Es leben die Je—
suiten! andererseits aber auch: Es lebe die Republik! In Nantes
aotifizirten die Jesuiten einen Protest gegen die Verletzung des
Hausrechtes und der Personen und gegen den Angriff auf' das
Eigenthum.

Die Siegelanlegung an der Pariser Jesuiten-Kapelle ist am
29. Juni Abends und die Räumung des Klosters am 30. Juni
Morgens 4 Uhr ohne Störung erfolgt.,

Der „Moniteur belge“ bestätigt den definitiven Abbruch der
iplomatischen Beziehungen Belgiens zu dem Vatican und be—
Ainnt bie Veröffentlichung von diplomatischen Actenstücken, worin
Froͤre Orban (belgischer Minister) u. A. unabwendbare Repressalien
zegen den Klerus anzeigt, sofern derselbe fortfährt, gegen die Siaats
zesetzen zu wühlen. Der belgische Gefandte erhiell am 5. Juni
die Anweisung, Rom zu verlassen.

F Nach einem in Eondon circulirenden Gerüchte sollen die
Russen zweimal von den Chinesen mit Verlust von Proviant und
Munition besiegt worden sein. (7)

Die englische Regierung hat beunruhigende Berichte über
die Lage in Afghanistan und die Stimmung des indischen Heeres
erhalten.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 2. Juli. Gestern und heute unlerzog
der kgl. Studienrektor Herr Dr. Autenrieth von Zweibrücken die
hiesige Lateinschule einer Visitation.

Aus dem Blies gau. Zu unserm Bedauern ist bei
den Ausgrabungen der Alterthümer in Erfweiler, die all—
eitiges Interesse geweckt hatten, Stillstand eingetreten. Wenig⸗
stens sahen wir bei einem Besuche dorten nichts, was auf eine
Fortsetzung der mit großem Fleiße begonnenen Ausgrabungen deu⸗
ten ließe. Es ist dies leicht jedenfalls dahin zu erklären, daß der
Besitzer der Wiese, auf der die Ausgrabungen stattfinden, zwar
vom Alterthumsverein 100 Mark für seine Arbeiten bekam, für
dieses Geld aber viele Wochen gearbeitei hat und nun auf eigene
Kosten nicht mehr weiter vorgehen will. Es läge aber sehr im
öffentlichen Interesse, wenn die Alterthümer, herrührend von einem
römischen Bade, völlig frei gelegt würden, theils wegen der son⸗
derbaren, sehr soliden früheren Bauart, theils wegen der mannig⸗
achen Funde in Münzen und Geräthschaften, die für den Alter-
thumsfreund einen ungemeinen Reiz haben. Zu meiner Freude
höre ich nun auch, daß nach der Heuernte die Arbeiten fortgesetzt
verden sollen. Wünschen wir den besten Erfolg!

F Vom J. Juli ds. Is. ab werden Paquele ohne Werthan⸗
gabe im Gewicht bis 5 kg nach der Schweiz nur frankirjt
befördert. Die Tare für ein solches frankirtes Paquet beträgt 80 Pf.

x. In Folge einer Einladung des Bürgermeisteramis tagten
am Mittwoch im Stadtrathssaale zu Zweibrücken die Spitzen
der sämmtlichen dortigen Behörden ꝛc. und Vereine, um sich wegen
Begehung der Jubelseier der 700jährigen Verbindung des bayerischen
Bolkes mit der Wittelsbacher Dynastie zu besprechen. Behufs Fest—
jetzung des Programms wurde aus der Mitte der Versammlung
ein aus 14 Herren bestehendes Comite gewählt.

F Dr. Zinn, Reichstagsabgeordneter für Kaisers lau—
tern soll in Kissingen, wo derselbe sich zur Zeit als Kurgast be—
findet, nicht unerheblich erkrankt sen. Auf das dringende Gebot
seines Arztes mußte er schon seit längerer Zeit alle Anstrengungen
— ADD—
um seine erschütterte Gesundheit zu stärken.

F In Münchweiler ist am 28. Juni wieder eine Kuh
an Milzbrand gefallen.

FDie Gemeinden des Bezirksamtes Bergzab ern haben
beschlossen, ihrem füheren Bezirksamtmann, Herr Regierungsrath
Späth, als Andenken und als Zeichen der Dankbarkeit ein Photo—
graphie⸗Album zu verehren. Eine Deputation wird dasselbe am
3. Juli, also heute, überreichen.

Aus Frankenthaal berichtet die „Pf. Volksz.“: Das
Heschäft in neuen Kartoffeln hat begonnen. Die Handlung H.
Kraußer hat schon größere Quantitäten auf dem Acker gekauft und
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        heute mit dem Ausmachen begonnen. Die Waare wird vorerst in
Korben verfandt; bis dieselben feste Schale haben, um waggon⸗
weise versandt werden zu können, gehen noch 14 Tage darauf.

In Speyer hat sich ein 8ajähriger Veteran, der schon
die Feldzüge 1813114 unter Napoleon als Tambour mitgemacht
hatte, erschossen; wie es heißt, aus Lebensmüdigkeit.

Aus Elsaß. Ein Weißenburger Restaurateur, welcher
dem Bankhaus Bleichröder in Berlin seine Sammlung 1878er
Zehnpfennigstücke angeboten hatte, erhielt folgende Antwort: „In
Erwiderung Ihres gefälligen Schreibens vom 2. ds. theile ich Ihnen
betreffs der Sammlung von Nickelmünzen mit, daß sich ein Spaß—
vogel den Scherz gemacht hat, eine derartige Notiz einer Zeitung
aufzubinden, ich jedoch keineswegs die Absicht habe, mir eine Samm
lung von Zehnpfennigstücken anzulegen. Berlin, 4. Juni 1880
Achiungsvoll S. Bleichröder. R. Immelmann. M. Lion.

p'Frankfurt a. M. Der bis jetzt angemeldete Schulden⸗
stand der flüchtig gegangenen „Bankiers“ Gebruͤder Sachs beträgt
200,000 M., dem nur etwa 15,000 M. Aktiva entgegenstehen.
Die Schwindler haben früher ihr Unwesen auch in Wien getrieben
und dort 1872,. vor dem „Krach,“ mit 1 Million Gulden fallirt
An der Frankfurter Börse hatte die Firma Sachs gleich von vorn—
herein keinen Kredit. Allmaͤhlich wußie sie sich, von ebenso gewissen⸗
(osen Maklern unterstützt, beim Publitum Vertrauen zu erschwindeln
und nach und nach ist eine große Anzahl Angehöriger aller Stände,
hom Grafen herab bis zur wenig bemiitelten Witiwe, in ihr klug
gestelltes Garn gegangen. Ueber den Aufenthalt der Schwindler
ist noch Nichts ermittelt.

gZwei wegen Ausgabe von falschen Zwanzigmarkstücken in
Mannheim verhaftete Amerikaner sind, nachdem sie über Nacht
im Holzthurm gesessen, Tags darauf wieder freigegeben worden.
weil sich herausstellte, daß das von ihnen ausgegebene Goldstück —
echt war. Sonderbar, daß man sich nicht die Mühe gab, das
Goldstück vorher genau anzusehen, ehe man die Amerikaner einsperrte.
Letztere haben diese Sonderbarteit krumm genommen und beim
amerikanischen Konsul Beschwerde geführt. Und Das mit Recht!

In Erlangen veranstaltet Samstag, 3. Juli, der
Senioren⸗Convent zur Feier des Wittelsbach⸗Jubiläums einen großen
Tommers, an welchem sich auch zahlreiche auswärtige „alte Herren“
der drei Corps beiheiligen werden. Am Vormittag desselben Tages
findet aus gleichem Anlaß in der Aula ein Redeakt statt, bei
welchem Prorector Dr. Frank sprechen wird.

Nürnberg. Nach vorgängiger Haussuchung ist auf
Requisition des Landgerichts Fürth, in dessen Sprengel der Ort
liegt, wo der Forstgehilfe Vogler am Samsiag Morgen erschossen
aufgefunden wurde, der hiesige Rosolfabrikant Mich. Horn, ein be⸗
fannter Jagdliebhaber, durch die hiesige Polizei verhaftet und nach
Fürth abgeführt worden.

p Aus Bay ern wird geschrieben: Am 7. Juni 1876 wurde
der Gürtler Johann Baierl von Kossain vom Schwurgericht der
Oberpfalz wegen Brandstiftung zu sieben Jahren Zuchthaus ver—
urtheilt, welche Strafe er sofort antrat. Durch den fraglichen
Brand war das Anwesen des Baierl nebst 25 anderen Gebäuden
vernichtet worden. Am 24. September 1879 — also nachdem
Baierl über drei Jahre im Zuchthause gesessen — meldete sich dit
Z8jährige Dienstmagd Elise Argauer beun Untersuchungsrichter mit
dem Geständniß, daß sie das Auwesen des Baierl angezündet habe,
weil dieser das ihr gegebene Eheversprechen nicht gehalten. Elist
Argauer wurde zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt. Baierl ist
hoffentlich schon freigelassen, aber wer ersetzt dem Aermsten den
Zerlust an Ehre, Freiheit und Vermögen? — Niemand, denn die
Reichsstagsmajorität lehnte anläßlich der Berathung der neuen
Justizgesetze die Regelung dieser Forderung der Billigkeit und de—s
offentlichen Rechtsbewußtseins ab.

F Ein rührendes Beispiel von Hundetreue wird aus dem
Coburgischen gemeldet. Ein reicher Engländer hatte einen
Jagdhund für 1500 Mk. gekauft; der treue „Leo“ ging aber seinem
neuen Herrn bei dessen Enschiffung in Havre durch und traf vor
einigen Tagen mit blutenden Fuͤßen wieder bei seinem alten unge⸗
lreuen Herrn auf Karolinen⸗Höhe (bei Lichtenfels-Coburg) halb
verhungert ein.

In Herzberg (Hannover) verstarb vor kurzem im 99.
Lebensjahre der Postmeister Frande. Er marschirte mit den ehe—
mals westfälischen Truppen 1812 als Offizier nach Rußland und
sam beim Rückzuge in hartes Gedränge mit den Kosaken; seine
Kameraden ringsum wurden niedergemetzelt; aber ein gütiges Ge⸗
schick hatte ihn mit einer kolossalen Nase bedacht, nach welcher er,
um ihn näher zu bezeichnen, oft genannt wurde und dieser rettete
ihm sein Leben. Als die Kosaken nämlich seiner ansichtig wurden,
brachen sie in ein schallendes Gelächter aus, nahmen ihn gefangen
und führten ihn als Sehenswürdigkeit ins Hauptquartier, wo er
übrigens wohlwollend aufgenommen wurde. Nach manchen Müh—
salen langte er in seiner Heimath wieder an, trat in hannover'sche
Dienste und wurde, nachdem er feinen Abschied erbeten, Postmeister
n Herzberg

In Freiburg i. Br. wurden neuerdings falsche Mark⸗
stücke entdeckt, die als ganz besonders gefährlich bezeichnet werden
müssen, weil sie nahezu untadelhaft hergestellt sind und insbesondere
bden scharfgekerbten Rand zeigen, der die echten Silbermünzen aus⸗
zeichnet. Auch im Klang und in der Farbe sind die falschen Stücke
hon den echten kaum zu unterscheiden, so daß eine betrügerische
Täuschung mit jenen nur durch große Aufmerksamkeit verhindert
werden kann. Rur durch den eiwas fettigen Griff lassen sich diese,
die Jahreszahl 1878 und das Münzzeichen A tragenden falschen
Markstücke als solche erkennen.

FDas namlose Unglück, das durch die an 14. d. M, statt⸗
gehabten Wolkenbrüche über die preußische und sächsische Lausitz,
bwie die Harzdistrikte hereingebrochen ist, hat, wie die —XRVV
hört, eine Zahl von Männern veranlaßt, im Verein mit hervor—
lagenden Persoͤnlichkeiten Ber lins und dortiger Zeitungen zum
Besten der ihrer Ernährer und ihrer Habe beraubten Sammlungen
zu veranstalten. Ein darauf bezüglicher Aufruf ist erschienen und
st zu hoffen, daß auch in diesem Falle der bekannte Wohlthätig-
eitssinn des deutschen Volkes sich bewähren und so den Tausenden
ichwer Bedrängter eine Erleichterung Aihres traurigen Looses zu
Theil werde.

—Welchen Umfang die Eisenbahnbauthätigkeit in Preußen
gegenwärtig erreicht, mag aus folgenden Angaben ersehen werden.
Für Rechnung des Staates werden 8233 Kilometer mit einem
Kostenuufwand von 201,604,000 Mk. gebaut, während unter Ver⸗
waltung des Staates stehende Privatgesellschaften 87.9 Kilometer,
die 133630,000 Mt. beanspruchen, ausführen lassen.

Die Kosten unserer Panzerschiffe. Welches
tostbare Material die Panzerschiffe der Deutschen Flotte zur Zeit
repräsentiren, geben nachstehende Zahlen an. Es betrugen die Ge⸗
ammtkosten des „König Wilhelm“ 10 102 829 M., „Deutsch⸗
and'“ 8240450 M., „Kaiser“ 8 226 032 M., „Friedrich der
Hroße“ 7303417 M., „Preußen“ 7 038 097 M., „Friedrich
Zarl“ 6453296 M., „Kronprinz“ 6 296 721 M., „Sachsen“
7803 475 M., „Bayern“ 6 930 338 M., „Hansa“ 3 665 412
M., „Württemberg“ 3517 952 M. Bisher erwuchsen als Re⸗
„araturkosten für König Wilhelm“ 1692 156 M., „Deutschland“
348 559 M., „Kaiser“ 679 971 M., „Friedrich der Große“
260 301 M., „Preußen“ 316 776 M.,„Friedrich Karl“ 2 265 090
M., „Kronprinz“ 1221965 M., „Hansa“ 265 189 M. Die
untergegangene Panzerfregatte „Großer Kurfürst“ hatte etwas über
7 Millsonen Mark gekostet. Die Gesammttosten dieser aufgezeich-
neten Panzerschiffe betragen also nicht ganz 90 Millionen Mark.

ꝓ' Aus Iglau Giähren) wird der „D. Ztg.“ geschrieben:
„Vor wenigen Tagen wurde von unserer Polizei eine aus mehreren
schulpflichtigen Burschen bestehende „Räuberbande“ eingefangen.
Die aͤltesten der „Raͤuber“ stehen im Alter von 13 Jahren, der
„Hauptmann“ war ein 11-jähriger Bursche. Die kleine Bande
war wohl organisirt und veruͤbte ihre schlechten Streiche meist am
Abend: während des Tages wurde, statt die Schule zu besuchen,
lott gelebt oder in der Nähe der Stadt der Actionsplan berathen.
Die Burschen hatten es besonders auf die Schwimmschule besuchen⸗
)en Knaben israelitischer Abkunft abgesehen, diese überfallen und
hnen unter Androhung von Mißhandlungen die Baarschaft abge⸗
nommen.

4 Man schreibt aus Ung var (Ungarn): Am 183. d8. ist
hier eine Frau Namens Marie Lische, nachdem dieselbe einige Tage
borher über Unwohlsein geklagt hatte, im Alter von 115 Jahren
gestorben. Im vergangenen Jahr, gelegentlich der Ueberschwemmung
durch die kleine Ung, wäre die Greifin nahezu verunglackt; sie wusch
nämlich Wäsche bei'm Fluß, wurde von den Wogen erfaßt, jedoch
durch einen Telegraphenaufseher glücklich gerettet. Jhrem Sarg
folgte eine siebzigjährige Tochter, deren Schmerzensrufe: „Maͤtter,
Muͤtter, wie hasi Du' mich als arme Waise hinterlassen!“ einen
eigenthümlichen Eindruck machten.

Ein Schwiegersohn des Andreas Hofer. Der 8ojährige
Josef Holzknecht, Vrühwirth in St. Leonhard im Passeyer,
Schwiegersohn Andreas Hofer's, hat sich, einem Tiroler Blatte zu—
jolge, bereit erklaͤrt, die Trroler Schützen zum österreichischen Bundes-
Schießen nach Wien als Fähnrich mit der Hoferfahne zu begleiten.

F Die Eisen- und Stahlproduction Frankreichs stellt
ich im Jahre 1879, wie folgt: Von Gußeisen wurden 1,3344,758
Tonnen, von Schmiedeeisen 838,706 T. und von Stahl 339, 410 T.
hergestellt. Gegen 1878 wurden von Gußeisen 72,314 T. oder
5 pCt. weniger; von Schmiedeeisen 70,371 T. oder 9 pCt. mehr;
von Stahl 87,609 T. oder 20 pCt. mehr fabricirt. Die Her⸗
stellung von Eisenschienen, von denen im Jahre 1875 125,000 T.
zewalzt wurden, ist im Jahre 1879 auf 43,029 T. zurückgegangen;
die Stahlschienenproduction hat sich dagegen sehr gehoben; im
vorigen Jahre wurde 247,264 T. hergestellt.

F die Zahl der in England beschäftigten Arbeiter stellt
sich für die Eisenindustrie auf zusammen 570,000 und zwar
140,000 bei Hohöfen und Walzwerken, 169,000 in der Maschienen⸗
Abrifation. 35.500 bei der Stahlfabrikation, 48,000 im Eisen—
        <pb n="415" />
        chiffbau, und rund 200, 000 in verschiedenen Fabrikationszweigen
aus Eisen und Stahl. Im Bergbau werden außerdem 530,000,
in der Tertilindustrie etwa 600,000 Arbeiter verwendet.

— Ver. D. Ig. —

Auf der Lokalbahn zwischen Ha y und Brecon (England)
stürzte in einer Nacht der letzten Woche ein ganzer Güterzug von
der Brücke in den Fluß Weye. Führer und Heizer des Zuges
iind getödtet. Nur wenige Stunden vor dem Unfall passirte ein
zroßer Zug von Ausflüglern diese Brücke.

4 Ein sonderbares Frachtstück bildete eine Sendung lebendiger
Zienen, die jüngst von Palästina über England nach Kanada be—
ordert wurden? Sie waren in kleinen, eigens zu dem Zwecke
Jergerichteten Kistchen untergebracht, in denen sie mit Luft, Nahrung
ind Wasser versorgt waren. Bis England, woselbst sie überpackt
purden, hatten sie die Reise vortrefflich bestanden.

4SDie gegenwärtig von Agenten betriebene Verlockung deutscher
Kolonisten nach Serbien bietet wie festgestellt ist viele Gefahren,
weßhalb davor gewarnt werden muß; ja, selbst die Verleitung von
—
hauten beschäftigt werden können, bringt den Verleiteten eine starke
Enttäuschung, weil noch gar keine Eisenbahnen dort gebaut werden.

4Der Konig von Abessynien hat an den deutschen
caiser Wilhelm einen Brief gerichtet, auf welchen die Antwort in
zen nächsten Monaten abgehen wird. Mit Ueberbringung derselben
ind zugleich mit der Vornahme weiterer wissenschaftlicher Forschungen
st Gerhard Rohlfs betraut worden, der mit dem König persönlich
hekannt ist. Rohlfs gedenkt nach Ueberreichung des Schreibens zu—
rückzukehren, während sein Begleiter auf früheren Reisen, Dr. Stecker,
velcher mit ihm nach Abessynien geht, versuchen wird, von dort
aach Süden zu in's Innere Afrika's vorzudringen.

Zast alle Schiffe, welche während der verflossenen Wochen
bon Europa in New-York eingelaufen sind, berichteten, daß sie
in der Rähe dec Neusuündlandbänke Eisberge angetroffen haben,
darunter einige von ungeheuerem Umfange. So meldet der Capi—
än einer österreichischen Bark, daß er zwischen dem 24. und 27. Mai
an zahlreichen schwimmenden Eisbergen vorbeigekommen, von denen
iner 5 Kilomeiet lang. 1800 Meter breit und an einigen Punkten
30 Meter hoch gewesen sei.

. Der jehßt aufgenommene Census der Vereinigten
Staaten ergibt folgende Seelenzahl in den Hauptstädten: New⸗
York 1350 000, Philadelphia 830,000, Brootlyn 500000,
Chicago 475 000, Si. Louis 450 000, Boston 365 000, Balti⸗
adre 3350 000 und Cincinnati 250 000. Waährend der letzten
Decade hat New-⸗York um 408 000 Seelen zugenommen, Phila⸗
delphia um 1785, 000, Brootlyn um 104 000. Chicago um 176 000,
St. Louis um 140000, Boston um 115 000. Baltimore um
33 000 und Cincinnati um 34 000.

f In Bezug auf die Einwanderung in die Vereinigten
Staaten, theilt die „Köln. Ztg.“ folgende interessante Daten mit:
Seit ü. Januar 1847, also seit der Zeit, als in Castle Garden
in New⸗York ein Einwanderungsdepot eingerichtet wurde, landeten
dort 5,857,025 Einwanderer, von welchen 2,195,938 aus Deutsch⸗
and, 2,042,046 aus Irland und 11619,581 aus anderen Län—⸗
ern kamen. Die diesjährige Einwanderung gehört zu den stärkiten,
ie es überhaupt je gegeben hat.

Seit Jahren wurde bekanntlich vnn Philadelphia
uus ein schwunghafter Handel mit Doktordiplomen der „American
Universith of Philadelphia“ und der „Livingstone University of
America, getrieben, u. A. auch nach Deutschland. Jetzt ist es ge⸗
ungen, den Vermittler dieses Schwindels in der Person eines
Doktor“ John Buchanan in Philadelphia zu fassen und dadurch
dem Skandal ein Ende zu machen.

4 Wegen Wechselfälschung, schreibt die „N.Y. H.“Z.“ vom
12. Jum, wurde dieser Tage eine ganze Familie — bei ihrer
Ankunft in Philadelphia an Bord des Dampfers „Rhynland“
rerhaftet und nach New-Hork gebracht, wo sie im Ludlowstreet-
Befangniß einquartirt wurden. Die Betreffenden werden beschuldigt,
in Remscheid, Regierungsbezirk Düsseldorf, Wechsel in Höhe von
300,000 M. gefälscht zu haben, und dann flüchtig geworden zu sein.

4 Selbsstguil kbotin iert. Ein Amerikaner, Namens
Bhillsburg, hat sich am 20. April in seiner Wohnung zu
Ihelsea (Massachusetis) vermittelst einer von ihm gebauten Guillotine
wuf die sinnreichste Weise vom Leben zum Tode befördert. Diese
Buillotine unterschied sich von der in Frankreich üblichen durch
ine selbstthätige Nebenvorrichtung, welche an der Maschine zu dem
Zwede angebracht war, das Fallbeil nach einigen Minuten zum
Niederfallen zu bringen. Das todtbringende Werkzeug wurde näam⸗
lich durch eine mit Wasser gefüllte lede Gießkanne im Gleichgewicht
erhalten. Sobald ein Theil des Wassers abgelaufen war, überwog
ie Schwere des Fallbeiles und dieses that nun in einem Nu seine
AR

4 Gegen den Krebs soll schon wieder ein Mittel entdeckt
vorden sein. Im königlichen Spital zu Birmingham ist der Arzt
vr Chirurdie. John Clay. durch eine Anzahl von Experimenten

u der Ueberzeugung gelangt, daß der für unheilbar gehaltene
drebs ohne chirurgische Operation mittelst Terpentinus aus Chios
der Cypern nicht blos aufgehalten, sondern sogar geheilt werden
önne. Sein Bericht darüber ist im „Lancet“ veröffentlicht. Es
väre zu wünschen, daß Autoritäten der Wissenschaft uͤber diese für
das allgemeine Wohl so hochwichtige Frage ihr Gutachten abgäben.

4In Smirna eingelangte Briefe aus Adalia in Klein⸗
isien melden ein entsetzliches Ereigniß, das sich in der Nähe zu—
jetragen hat. Fünfzig Redifs (tuͤrkische Landwehr), welche in ihre
Zeimath zurückkehrten, wollten nicht an dem bestimmten Orte landen,
ondern nahmen ein anderes Fahrzeug, um nach ihrer Ortschaft
u gelangen, welche in einer gewissen Entfernung von Adalia liegt.
Das Boot war leicht, und es befanden sich unter den Soldaten
ranke und Reconvalescenten. Trotzdem und trotz der Vorstellung
»er Bootsleute bestanden die Soldaten auf der von ihnen vorge—
ichlagenen Route. Die Unglücklichen hatten Eile, in ihre Heimath
zu gelangen. Vor einer Insel angekommen, erklärten die Schiffer,
daß das Boot ernste Gefahr laufe. Die Soldaten wollten nichts
davon hören. Sie hatten dem Tode so oft ins Auge geblickt,
zaß sie ihn nicht mehr fürchteten, und doch folgte er ihnen hart
uuf dem Fuße; ein Windstoß genügte, um sie alle hinzuraffen.
daum war das Fahrzeug umgeschlagen, so versanken Schiffer und
Soldaten im Meere und kamen nicht mehr zum Vorschein. Die—
enigen, welche nicht schwimmen konnten, hatten die Schwimm—
tundigen mit sich in die Tiefe gezogen.

Marktberichte.

Zweibrücken, 1. Juli. Fruchtmittelpreis und Victualienmar“
Beizen — M. — Pf., Korn 11M. 42 Pf., Gerste zweireihige — M. — P..
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Ppf., Hafer 8 M. 16 Pf.
ẽrbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf., Karioffeln 4 M. — Pf,
»eu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod U!/ Kilogr. 62 Pf.
kornbrod 3 Kilogr. 79 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 93 Pf., paar Weck 100
ür. 6 Pf., Nindfieisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter/2 Kilogr. 1M., 10Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 306. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 N. 51 PfKorn 11 M. O7 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M.
— pf., Gersie Zreihige — M. — Pf., G.erste 4reihige d M. — Pf. Hafer
3 M. 77 pf., Mischfrucht — M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
) M. — Pppf., Bohnen dO M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6 Pfuͤnd 88 Pf., Gemischtbrode6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pi.
kindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund O M. 90 Pf. Kartoffeln per Ctr. z M. — Pif.

Kaiserslautern, 29. Juni. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 12 M. 50 Pf., forn 11 M. 209 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
3 M. 72 Pf., Gerste 00 M. 35 Pf., Hafer 8 M. 32 Pf., Erbsen 0 M.
— pf., Wicken O M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 84 Pf., do. 3 Pfd. 42 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 47 Pfg. Butter per Pfd. O M. 80 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf. star⸗
ofieln ver Cent. 4 M. — Pf., Stroh 2 M. 20 Pf. Heu 2 M. 20 Vfs.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeßz.
öOOOCCOOCOCCOCSCC.....
Herzogl. Braunschweigische
Landes- Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original:Loosen und 48.000
Gewinnen.
Haupitreffer ev. 450,000,1 Haupttreffer à 12,000,
à 300,000, 10,000,
150 000 8*
00,000, 3000,
75,000, 5000,
56 8
. 3000,
O, 2000,
25,000, „1000,
20,000, 500
„15,000,1
Reichs-⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. und 16. Iuli 1800,
zu welcher ich Original⸗Loose
—X Halbe Viertol —XRX
9fl. 40 4fl. 70 2fl. 35 1fl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
——
Wilh. Bæasßlius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
im Rrnunsehweig.
IVCOOOOOOOCOOCOIOOCC
        <pb n="416" />
        2
—

8
Ausverkauf
wegen Geschàftsaufgaboe.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
Damen-Confection und Manufakturwaaren
aller Art einem
Wirklichen totalen Ausverkaufe
auszusetzen.
Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen, F 25 Vrozent unter dem Ein⸗
kaufspreis DA abgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.

A. Stre veler, St. Johann a. d. Saar,
Ccke der Bahnhof- und Dudweilerstraße

Abschrift.
Deffentliche Zust ssung.
Ladung.
Carl Bellaire, 28 Jahre
alt, Müller und Landwehrmann,
zuletzt in St. Ingbert wohn⸗
haft und nun abwesend, wird
hiermit vorgeladen, am Mitt⸗
woch den 1. September
18830 Morgens 8 Uhr
in der öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. Ing⸗
bert in dessen Sitzungssaale
zu erscheinen, damit daselbst zur
Hauptverhandlung über die gegen
ihn erhobene Anklage wegen
Auswanderung ohne Erlaubniß
am 17. April laufenden Jahres
geschritten werde.

Zugleich wird dem Ange—
klagten eröffnet, daß bei unent⸗
schuldigtem Ausbleiben seine Ver—
urtheilung auf Grund der vom
k. Landwehr-Bezirks-Commando
Zweibrücken am 22. Juni
1880 nach Vorschrist des 85472
der R.St.⸗“P.⸗O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert. 26. Juni 1880.
Der Amtsanwalt amuk. Amts-
gerichte St. Ingbert
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber

Krieger.

Ulm, Zunderfabrik

von Daniel Müller
empfiehlt schwarz oder gelben
Lappen-⸗Zundel zu Mark
60.— bis Mk. 70.— die 100
Pfund. Muster von 9 Pfund
zu Diensten auch den Berg—

leuten.

dase Georg Wagner 'sche
Haus hinter der kath. Kirche
hat aus freier Hand zu ver—⸗
taufen IXOM

Geschäfts⸗
Empfehlung.

Der Unterzeichnete, auch in
Baiern patentirt, empfiehlt
sich als Tüncher und Ta—
pezierer und allen in sein
Fach einschlagenden Arbeiten,
inter Zusicherung guter und
zilliger Bedienung.

D. Weymann, Tapezierer,

Tüncher u. Anstreicher
in Altenwald.
Unentbehrlich für feine
Wäsche:
Patent⸗

vtärke-Glanz.
oon Gust. Scholl &amp;Go.
in London. Dieses ausgezeichnete
Präparat verleiht als Zusatz zur
Stärke blendende Weiße, schön—
tten Glanz und elastische Steife.

In Päckchen mit Gebrauchs—
mweisung à 25 Pfg. zu ha—⸗
hen bei
Nobert Schmitt.
Jünglingsverein.
Sonntag, 4. Juli Nach—

nittags 3 Uhr
Generalversammlung
m Vereinslokal bei Pet. Jung,
wozu höfl. einladet

Der Vorstaud.
Ein guter Gehilfe kann

ofort eintreten bei Tüncher
Menmann in Altenmald
Franufturt a. WV

Aeltestes Annoncen· Vmreau

Roasenreim
* Vogler
Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

Bekanntmachung.

Der Metzger August Hager von St. Ingbert hat bei
der unterfertigten Behörde um die Genehmigung zur Errichtung
einer Pferdeschlächterei in dem Hintergebäude seines Wohn⸗
hauses in der Oberstadt zu St. Ingbert neben Valentin Schwarz
ind Johann Eich nachgesucht.

Dies wird hiemit zur allgemeinen Kenntniß gebracht mit der
Aufforderung, etwaige Einwendungen innerhalb längstens 8 Tagen
bei dem Bürgermeisteramte St. Ingbert anzubringen.

Zweibrücken, 29. Juni 1880.

Kgl. Bezirksamt:
»n.
.
Krieger

Voéoréin..

Am Sonntag früh findet ein Ausflug mit Fahne und
Musik per Bahn nach der Abteiruine Werschweiler Eta—
ion Bierbach) statt und werden die Mitalieder dazu hiermit ein—
geladen.

Sammeln am Vereinslokal Morgens 5 Uhr.
Abmarsch nach dem Bahnhofe um halb 6 Uhr
AF 5 Uhr 56 Min. Rückkunft mit Zug
2 r.

Zahlreiche Betheiligung wird erwartet.

De Aunsssichusßz.
Tanz-Unterrich.

Ergebenst Unterzeichneter beabsichtigt dahier am Montag
den 5. Juli Abends 8 Uhr im Saale von Herrn Leh—
nert (Hotel Laur) einen

TanzCursus.
verbunden mit gesellschaftlicher Anstandslehre
zu eröffnen.

Bedingungs⸗- und Einschreibliste liegt zur gefälligen Ein—
zeichnung bei Herrn Lehnert auf.

Es ladet zu zahlreicher Betheiligung höfl. ein

Hochachtungsvollst
Ch. Denzler,
Tanzlehrer aus Zweibrücken.
St. Ingbert, den 28. Juni 1880.
Druckarheiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
X DD'chen Ruch⸗ und Steindruckerei.
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
SBierru für unsere Wo siAbonnenten „Illustrirtes Sonutaasblatt““ Nr. 27.
        <pb n="417" />
        J
St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

Ak 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 / 60 H, einschließlich 410 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — für die viergeiyaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Meclamen mit 30 pro Keile berechnet.
AM 106. Sonntag, den A. Juli

13880.

Deutsches Reich.

Der Bundesrath hat am 380. Juni das vom Reichstag
beschlossene Gesetz wegen der Concessionspflicht der Schauspiel—
Unternehmer einstimmig genehmigt. — Ueber die Anträge wegen
Bestimmung der Orte, an denen Privat⸗Transitlager für Getreide
zugelassen werden, wurde sofort Beschluß gefaßt. In Bayern sind
dies München, Lindau, Rosenheim und Ludwigshafen. Der Bundes⸗
rath vertagte sich alsddann bis Ende September. (A. Z.)

Die Berlin er Botschafter Konferenz wird ihre „Schieds⸗
pruch“⸗Thätigkeit zwischen der Türkei und Griechenland jetzt wohl
abgeschlossen haben. Möchte die von der ministeriellen Berliner
„Provinzial⸗-Korrespondenz“ vorgestern ausgesprochene Erwartung,
„daß keiner der beiden Staaten die Bedeutung des Beschlusses
eines so gewichtigen Schiedsgerichtes, wie es die Vereinigung der
euröpäischen Großmächte darstellt. verkennen werde“, nicht getaͤuscht
werden!

Nach einem neuerdings aufgestellten Verzeichniß hat die deutsche
Armee ausschließlich der Armeekorps der bayerischen Truppen 377
Garnisonen inne.

Aus Hamburg kommt der „Mgdb. Z.“ die wichtige und
überraschende Meldung, „daß man dort an competenter Siellung
die Neigung bekundet habe, wegen Aufgabe der Freihafenstellung
in Verhandlungen mit den Reichsinstanzen zu treten.

Ausland.

Die „Agence Havas“ meldet, daß die Ausführung der März⸗
decrete in keinem Theil Frankreichs bemerkenswerthe Ruhe—
törungen hervorgerufen habe, und hebt hervor, daß sie nur gegen
zie Jesuitenniederlassungen zur Ausführung gelangten, welche den
ausdrücklichen Befehl erhalten hätten, sich spätestens bis 30. Juni
aufzulösen. Was die übrigen von der Regierung bisher nicht ge—
nehmigten Männer-Congregationen angehe, so enthalte das be—
reffende Decret nur die dringende Aufforderung an diese, ihre An—
gelegenheiten zu regeln. Es sei noch zu erwähnen, daß es der
Regierung thatsächlich nicht möglich gewesen sein würde, gegen
sämmtliche Congregationen gleichzeitig vorzugehen. Indessen kenne
die Regierung ihre Pflicht und werde dieselbe durchgehends mit
zleicher Festigkeit erfüllen, sobald der Zeitpunkt dafür gekommen sei.

—In Rußland wächst das Ansehen des Diktators General

Loris-Melikoff, der auf dem beschrittenen Wege besonnener Energie
unbekümmert fortschreitet, bei Hoch und niedrig von Tag zu Tag.

Gum chinesisch-russischen Conflikt. Ein in London

eingetroffenes Telegramm sagt, irreguläre chinesische Truppen hätten
die Stadt Kuldscha (bei den Chinesen Ili genannt) besetzt. Der
Bezirk von Kuldscha war vor ein paar Jahren von den Russen
inter Zustimmung der chinesischen Regierung provisorisch besetzt
worden, als diese alle Hände voll zu thun hatte, einen im Norden
des Reichs ausgebrochenen Aufstand zu dämpfen. Neuerlich hat
iun die chinesische Regierung Kuldscha zurück verlangt, Rußland
weigerte sich aber dessen. Es wurden deshalb lange Unkerhandlungen
in Petersburg geführt, die damit endigten, daß der dortige chine—
ische Gesandte plötzlich nach Hause gerufen, in Haft genommen
und in Anklagestand versetzt wurde, weil er sich zu einem Vertrag
herbeigelassen hatte, kraft dessen der größte Theil des Bezirks Kuld
cha bei Rußland bleiben sollte. Die Chinesen haben nun, nachdem
ie lange gezögert, endlich doch noch ernst gemacht, und fie können
den Russen dort schon zu schaffen machen, weil diese alles, was sie
rauchen, aus enorm weiten Entfernungen herführen müssen. (Von
Petersburg aus werden hingegen alle diese Londoner Nachrichten
uls unbegründet erklärt. Man kann solchen Petersburger Abläug⸗
aungen aber nicht ohne weiteres Glauben schenken; die Russen haben
ein nahe liegendes Interesse daran, es möglichst lange zu verbergen,
daß ein Theil ihrer Kräfte durch die Sireiligkeit mit China weit
im Osten festgenagelt ist.)

Die Staatseinkünfte der Vereinigten Staa ten in der
ersten Hälfte dieses Jahres übersteigen diejenigen des Vorjahres
im 40 Mill. Mark und den Voranschlag um 12 Mill. Mark.
diese Zahlen beweisen den außerordentlichen Aufschwung, welchen
ie volk»wirthschaftlichen Zustände der Union neuerdings zu nehmen
eginnen.

In den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat nun
zuch die andere große Parteirichtung, die Demokratie, ihren Kan⸗
didaten für die Präsidentschaft bestimmt in der Person, des Generals
danlock, eines tüchtigen und bewährten Berufssoldaten und Ehren⸗
nannes, an dessen Namen kein Makel klebt. Ebenso steht dem
»emokratischen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, English,
der Ruf eines fähigen Mannes mit reinen Händen zur Seite.
Zingegen sollen die republikanischen Kandidaten, Garfield und
Arthur, im Punkt der persönlichen Ehrenhaftigkeit nicht unantast⸗
iar sein

—
Vermischtes.

F St. Ingbert. Eingesandt.) Auf die schon vor acht
Tagen an dieser Stelle angezeigte und im Inseratentheil der heu—
igen Nummer anoncirte Abendunterhaltung des Ar—
beiterbildungsvereins erlauben wir uns, die Leser,
dieses Blattes unter Hinweis auf den patriotischen Zweck der
Unterhaltung, dem Handwerker eine Unterstützung zu bieten, wieder⸗
nolt aufmerksam zu machen. Wir wünschen derselben dieses schönen
zweckes wegen und mit Rücksicht auf das sehr umfangreiche und
jut gewählte Programm einen recht zahlreichen Besuch, sowohl von
Seiten der Mitglieder, als auch hiesiger Nichtmitglieder, denen
»er Eintritt gegen das geringe Entrée von 25 Pf. gestattet ist.

* In der Militärschwimmschule im Rhein bei Speyer er⸗
rank am Mittwoch während des Badens der Seminarist J. Stenger
von Martinshöh.

Das Kreiskomite des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz beabsichtigt, zur Hebung der Viehzucht in den Gemeinden,
die einem Stammzuchtbezirke für das Glan-Donnersberger-Vieh
nicht angehören, im Simmenthale eine Anzahl Zuchtstiere anzukaufen.
ẽss werden jedoch nur so viele Stiere erworben, als bestellt werden.
Deßfallsige Anmeldungen sind an die Bezirkskomites zu richten.
Das Kreiskomite legt die Ankaufskosten vor und trägt das Risiko,
owie die Kosten des Transpories und der Verpflegung bis zur
lebergabe an den Besteller, die in Speyer stattfindet.

F Von Rittershof wird der „Zw. Zig.“ geschrieben:
Auf dem Rittershof waren immer Schwalben. Sie kamen jeden
Frühling, zogen Junge und blieben bis in den ersten Tagen des
Monats September. Dieses Jahr sind sie seit dem 26. Juni
erschwunden, man sieht nicht eine mehr. Warum sind sie fortge—
logen? Wo sind sie hingewandert? Hat diese an sich wenig be—
eutende Thatsache vielleicht eine Beziehung mit Umständen von
illgemeinem Interesse? Die Thatsache scheint uns eine solche zu
ein, die man nicht unbemerkt lassen soll.

F Zur Erklärung des traurigen Unglücksfalles, welcher gestern
mis Burrweiler berichtet wurde, und zur Warnung für alle,
velche mit Sprit zu thun haben, theilt man dem „Land. Anz.“
olgendes mit: Die Erplosion des großen Weinfasses kann nur
»adurch erfolgt sein, daß dasselbe entweder zum Theil mit Sprit
zefüllt war, oder daß in dasselbe Sprit hineingegossen wurde. Die
dem Sprit entsteigenden Dämpfe mischten sich mit der Luft zu
»einem Knallgas, welches sich an dem Licht entzündete und die
Katastrophe herbeiführte Man merke sich also und beherzige es
vohl: unter keinen Umständen mit einem brennenden Lichte auch
nicht mit einer Laterne, Räume zu betreten, in welchem Sprik
agert; sollte dies trotzdem einmal nicht zu umgehen sein, so ge⸗
hrauche man wenigstens die Vorsicht den Raum vorher zu durch—
üften, damit etwa vorhandene gefährliche Gase sich verflüchtigen können.

— Fabrikant Ernst Mann von der Apostelssmühle
Fei Rodalben hat einen Hühnerbrut-Apparat aufgestellt, d. h. einen
Apparat, in welchem mittelst künstlicher Wärme aus eingelegten
fiern junge Hühner ausgebrütet werden. Damit diese armen Dop⸗
elwaisen nun nicht ganz mutterlos aufwachsen, hat Herr Mann auch
ür eine künstliche Henne gesorgt. Die Leser, welche sich für Ge—
lügelzucht interessiren, machen wir auf diese Erfindung aufmerk⸗—
am mit der Versicherung, daß es sich der Mühe lohnt. der Apostels⸗

nühle einen Besuch abzustatten.

F Die nächste Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen-Dienst
wird kommenden Herbst abgehalten. Gesuche um Zulafiung sind
        <pb n="418" />
        bis spätestens 1. August nächsthin an die „k. b. Prüfungskom⸗
nission für Einj.⸗-Freiw.“ in Speyer zu richten.

Aus Lippspringe, 27. Juni, berichtet der „Hann.
Cour.“: Gestern feierte der hiesige Kriegerverein sein Sommerfest
mit einem Manöver ()) Bei demselben kamen die gegenüberstehenden
Parteien so hart an einander, daß sie, dem Commando und den
Hornsignalen nicht mehr folgend, aufeinander schossen und mit dem
Kolben schlugen. Dabei erhielt ein in den zwanziger Jahren
stehender junger Mann, welcher auf der Strecke von Paderborn
bdis Lippspringe als Kutscher fungirte und sich wegen seiner Bieder—
keit und Ehrlichkeit allgemeiner Achtung erfreute, einen Schuß, der
ihn sofort niederstreckte, so daß er nach kaum fünf Minuten eine
Leiche war.

4 Einer vom 23. ds. datirten Depesche vom Cap der guten
Hoffnung zufolge kehrte die Ex-Kaiserin Eugenie am Montag
zus Zululand nach Durban zurück und beabsichtigte, sich Samstag
A ds., an Bord des Dampfers „Trojan“ nach England ein⸗
zuschiffen.

Heute Sonntag von Nach⸗
Preiskegeln mittags 3 Uhr ab 8
Caffee Oberhauser. Harmoniemusik
Beginn Sonntag den 4. nn der Gartenwirthschaft von
Juli J. Is. V. Weisoerbov.
Das Loos 25 Pf.
Die Gegenstände — 32 Ar—⸗
tikel — sind zur Ansicht im
Saale ausgelegt.
F. Oberhauser.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
FUm allen Mißverständ—
issen vorzubeugen und um jedem
doose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
»er Ziehung die sämmtlichen
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und die 5000 Gewinne in ein
weites geleat.

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nung der Sommersprossen, empf.
àStück 60 Pfg.
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Das Georg Wagner'sche
Haus hinter der kath. Kirche
hat aus freier Hand zu ver—
kaufen Greß, Bäcker.
Ein Logis in der Unter⸗
tadt, Hauptstraße, mit 3 Zim⸗
mer, Küche, Waschküche mit
Brunnen, sofort beziehbar, hat
zu vermiethen
Wwe. Zimmermann

Kaiserslauterer
Geldlotterie
iur Fertigstellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

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1880.
zauptgewinne von 30,000
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on meiner Leistungefühiglkeit über⸗
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Auß New⸗York wird gemeldet: Das Vergnügungs-
dampfboot, Seawanhaka“ mit 300 Passagieren an Bord, gerieth
in der Nähe von College Point, Long Island Sund in Brand.
Man glaubi, daß über 50 Personen dadurch zu Grunde gingen.
30 Leichen, zum größeren Theile Frauen und Kinder, sind bis
etzt aufgefunden.

—Die Zufuhr lebender amerikanischer Schweine
aach Deutschland nimmt einen größeren Umfang an. Der am
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„Berlin“ hatte (wie die „Wes.Ztg.“ mittheilt) 900 der Thiere an
Bord. Etwa 40 Stück sind auf der Reise crepirt, ein Verlust,
der sehr gering zu nennen ist. Die gesammte Ladung ist für
eine hannover'sche Großschlachterei bestimmt und bereits nach
Zannover weiter transportirt. Der Bezug lebenden Schweine—
eisches soll sich als ein rentabler herausstellen.
Fur die Redaction verantwortlich: J. X. De weir ß.
TF
Zum Besten der „Wittelsbach-Stiftung“
Oeffentliche musikalisch-theatralische
Unterhaltung
svon den Activen des A.B.-V. unter Mitwirkung
auswärtiger Kräfte.)
Sonntag, 4. Juli, präcis 8 Uhr Abends, im Saale von
Wirth Schweitzer (Höfchen).
Progranmm:
1. „Der Wanderer an das Vaterland.“ Männerchor mit
Baryton⸗Solo.
2. „O weine nicht.“ Lied für Sopran von Kücken.
3. „Die Gevatter-Bitte.“ Komisches Duett.
4. Unter allen Wipfeln ist Ruh.“ Quartett für Sopran, Alt,
Tenor und Baß.
5. „Ja, müßte die Lieb' nicht scheiden.“ Männerchor.
6. O säh' ich auf der Haide dort.“ Duett für Sopran und
Alt von F. M. Bartholdy.
7. „Pietsch im Verhör.“ Genrebild in 1 Aufzug.
8. „Stumm schläft der Sänger.“ Männerchor.
9. Wenn ich den Wandrer frage.“ Duett für Sopran und
Alt von Bodenstein.
10. „Der Elephant um 3000 M.“ Schwank in 1 Aufzug.
— „Nichtmitglieder“ zahlen wenigstens 25 Pfg. Eintrittsgeld. —
Es ladet eraebenst ein
Der Vorstand.

—E e — —————⏑— ——— — ——
Herzogl. Braunschweigische
Landes- Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94, 000 Original-Loosen und 48. 000
Gewinnen.

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10,000,
8000,*
6000,
5000,
4000.
3000,
2000.
3 „1000,
*.70. 500
„15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
ꝗm lũ. un I6. Juli 1860,
zu welcher ich Original-Loose
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9fl. 40 4fl. 70 2fl. 35 Ifl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Svpieler erhält die Gewinnlisten gratis.
8Iĩus,
er Braunschw. Landes⸗Lotterie
WVRrannse hweoig.
AM.

i
Trud und Verlaa von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Gieaun „ Rutrirteoa Sonntacneblatt“ Mr. J.
        <pb n="419" />
        St. Ingberler Nuzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beiragt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 80 A pro Zeile berechnet.
M T.

Sonntag, den A. *11
18850.

Deutsches Reich.

Der Bundesrath hat am 30. Juni das vom Reichstag
beschlossene Gesetz wegen der Concessionspflicht der Schauspiel—
Unternehmer einstimmig genehmigt. — Ueber die Anträge wegen
Bestimmung der Orte, an denen Privat-Transitlager für Getreide
zugelassen werden, wurde sofort Beschluß gefaßt. In Bayern sind
dies München, Lindau, Rosenheim und Ludwigshafen. Der Bundes⸗
cath vertagte sich alsddann bis Ende September. (A. Z.)

Die Berliner Botschafter Konferenz wird ihre „Schieds—
pruch“⸗Thätigkeit zwischen der Türkei und Griechenland jetzt wohl
abgeschlossen haben. Möchte die von der ministeriellen Berliner
Provinzial-Korrespondenz“ vorgestern ausgesprochene Erwartung,
„daß keiner der beiden Staaten die Bedeutung des Beschlusses
eines so gewichligen Schiedsgerichtes, wie es die Vereinigung der
euröpäischen Großmächte darstellt, verkennen werde“, nicht getaäͤuscht
werden!

Nach einem neuerdings aufgestellten Verzeichniß hat die deutsche
Armee ausschließlich der Armeekorps der bayerischen Truppen 377
Harnisonen inne.

Aus Hamburg kommt der „Mgdb. Z.“ die wichtige und
aͤberraschende Meldung, „daß man dort an competenter Stellung
die Neigung bekundet habe, wegen Aufgabe der Freihafenstellung
in Verhandlungen mit den Reichsinstanzen zu treten.

Ausland.

Die „Agence Havas“ meldet, daß die Ausführung der März⸗
decrete in keinem Theil Frankreichs bemerkenswerthe Ruhe—
törungen hervorgerufen habe, und hebt hervor, daß sie nur gegen
ie Jesuitenniederlassungen zur Ausführung gelangten, welche den
ausdrücklichen Befehl erhalten hätten, sich spätestens bis 30. Juni
aufzulssen. Was die übrigen von der Regierung bisher nicht ge—
nehmigten Männer-Congregationen angehe, so enthalte das be—
reffende Decret nur die dringende Aufforderung an diese, ihre An—
gelegenheiten zu regeln. Es sei noch zu erwähnen, daß es der
Regierung thatsächlich nicht möglich gewesen sein würde, gegen
sämmtliche Congregationen gleichzeitig vorzugehen. Indessen kenne
die Regierung ihre Pflicht und werde dieselbe durchgehends mit
gleicher Festigkeit erfüllen, sobald der Zeitpunkt dafür geksmmen sei.

In Rußland wächst das Ansehen des Diktators General
Loris-Melikoff, der auf dem beschrittenen Wege besonnener Energie
unbekümmert fortschreitet, bei Hoch und niedrig von Tag zu Tag.

(Zum chinesisch-russischen Conflikt) Ein in London
eingetroffenes Telegramm sagt, irreguläre chinesische Truppen hätten
die Stadt Kuldscha (bei den Chinesen Jli genannt) besetzt. Der
Bezirk von Kuldscha war vor ein paar Jahren von den Russen
inter Zustimmung der chinesischen Regierung provisorisch besetzt
worden, als diese alle Hände voll zu thun halte, einen im Norden
des Reichs ausgebrochenen Aufstand zu dämpfen. Neuerlich hat
nun die chinesische Regierung Kuldscha zurück verlangt, Rußland
weigerte sich aber dessen. Es wurden deshalb lange Unterhandlungen
in Petersburg geführt, die damit endigien, daß der dortige chine—
ische Gesandte plötzlich nach Hause gerufen, in Haft genommen
ind in Anklagestand versetzt wurde, weil er sich zu einem Vertrag
jerbeigelassen hatte, kraft dessen der größte Theil des Bezirks Kuld—
cha bei Rußland bleiben sollte. Die Chinesen haben nun, nachdem

ie lange gezögert, endlich doch noch ernst gemacht, und fie koönnen
den Russen dort schon zu schaffen machen, weil diese alles, was sie
rauchen, aus enorm weiten Entfernungen herführen müssen. (Von
Petersburg aus werden hingegen alle diese Londoner Nachrichten
als unbegründet erklärt. Man kann solchen Petersburger Abläug⸗
nungen aber nicht ohne weiteres Glauben schenken; die Russen haben
ein nahe liegendes Juteresse daran, es möglichst lange zu verbergen,
daß ein Theil ihrer Krafte durch die Sireitigkeit mit China weit
m Osten festgenagelt ist.)

Die Staatseinkünfte der Vereinigten Staa ten in der
ersten Hälfte dieses Jahres übersteigen diejenigen des Vorjahres
im 40 Mill. Mark und den Voranschlag um 12 Mill. Mark.
Diese Zahlen beweisen den außerordentlichen Aufschwung, welchen
Die volkswirthschaftlichen Zustände der Union neuerdings zu nehmen
eginnen.

In den Vereinigten Staaten von Nordamerika hat nun
auch die andere große Parteirichtung, die Demokratie, ihren Kan⸗
didaten für die Präsidentschaft bestimmt in der Person, des Generals
Hanlock, eines tüchtigen und bewährten Berufssoldaten und Ehren⸗
nannes, an dessen Namen kein Makel klebt. Ebenso steht dem
demokratischen Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, English,
er Ruf eines fähigen Mannes mit reinen Händen zur Seite.
dingegen sollen die republikanischen Kandidalen, Garfield und
Arthur, im Punkt der persönlichen Ehrenhaftigkeit nicht unantast-
sar sein

Vermischtes.

F St. Ingbert. Eingesandt.) Auf die schon vor acht
Tagen an dieser Stelle angezeigte und im Inseratentheil der heu—
igen Rummer anoncirte Abendunterhaltung des Ar—
zeiterbildungsvereins erlauben wir uns, die Leser,
dieses Blattes unter Hinweis auf den patriotischen Zweck der
Anterhaltung, dem Handwerker eine Unterstütung zu bieten, wieder⸗
jolt aufmerksam zu machen. Wir wünschen derselben dieses schönen
Zweckes wegen und mit Rüchsicht auf das sehr umfangreiche und
uut gewählte Programm einen recht zahlreichen Besuch, sowohl von
Seiten der Mitglieder, als auch hiefiger Nichtmitglieder, denen
der Eintritt gegen das geringe Entrée von 25 Pf. gestattet ist.

* In der Militärschwimmschule im Rhein bei Speher er⸗
rank am Mittwoch während des Badens der Seminarist J. Stenger
on Martinshöh.

Das Kreiskomite des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz beabsichtigt, zur Hebung der Viehzucht in den Gemeinden,
die einem Stammzuchtbezirke für das Glan⸗Donnersberger⸗Vieh
nicht angehören, im Simmenthale eine Anzahl Zuchtstiere anzukaufen.
ẽs werden jedoch nur so vieie Stiere erworben, als bestelli werden.
Deßfallsige Anmeldungen sind an die Bezirkskomites zu richten.
Das Kreiskomite legt die Ankaufskosten vor und trägt das Risiko,
owie die Kosten des Transportes und der Verpflegung bis zur
Lebergabe an den Besteller, die in Speyer stattfindet.

F Von Rittershof wird der „Zw. Zig.“ geschrieben:
luf dem Rittershof waren immer Schwalben. Sie kamen jeden
xrühling, zogen Junge und blieben bis in den ersten Tagen des
Monats September. Dieses Jahr sind sie seit dem 26. Juni
»erschwunden, man sieht nicht eine mehr. Warum sind sie fortge⸗
logen? Wo sind sie hingewandert? Hat diese an sich wenig be—
deutende Thatsache vielleicht eine Beziehung mit Umsiänden von
allgemeinem Interesse? Die Thatsache scheint uns eine solche zu
sein, die man nicht unbemerkt lassen soll.

Zur Erklärung des traurigen Unglücksfalles, welcher gestern
ius Burrweiler berichtet wurde, und zur Warnung für alle,
velche mit Sprit zu thun haben, theilt man dem „Land. Anz.“
'olgendes mit: Die Erplosion des großen Weinfasses kann nur
dadurch erfolgt sein, daß dasselbe entweder zum Theil mit Sprit
jefüllt war, oder daß in dasselbe Sprit hineingegossei wurde. Die
»em Syrit entsteigenden Dämpfe mischten sich mit der Luft zu
ꝛinem Knallgas, welches sich an dem Licht entzündete und die
Katastrophe herbeifühtte Man merle sich also und beherzige es
wohl: unter keinen Umständen mit einem brennenden Lichte auch
nicht mit einer Laterne, Räume zu betreten, in welchem Sprii
agert; sollte dies trotzdem einmal nicht zu umgehen sein, so ge—
»rauche man wenigstens die Vorsicht den Raum vorher zu durch—
üften, damit etwa vorhandene gefährliche Gase sich verflüchtigen können.

Fabrikant Ernst Mann von der Apostelsmühle
ei Rodalben hat einen Hühnerbrut⸗Apparat aufgestellt, d. h. einen
Apparat, in welchem mittelst künstlicher Wärme aus eingelegten
kiern junge Hühner ausgebrütet werden. Damit diese armen Dop⸗
»elwaisen nun nicht ganz mutterlos aufwachsen, hat Herr Mann auch
ür eine künstliche Henne gesorgt. Die Leser, welche sich für Ge—
lügelzucht interessiren, machen wir auf diese Erfindung aufmerk—
am mit der Versicherung. daß es sich der Muͤhe lohnt, der Apostels

nühle einen Besuch abzustatten.

F Die nächste Prüfung für den Einjährig-Freiwilligen-Dienst
nird kommenden Herbst abgehalten. Geiuche um Zulaßung sind
        <pb n="420" />
        bis spätestens 1. August nächsthin an die „k. b. Prüfungskom⸗
mission für Einj.-«Freiw.“ in Speyer zu richten.

Aus Lippspringe, 27. Juni, berichtet der „Hann.
Cour.“: Gestern feierie der hiesige Kriegerverein sein Sommerfesl
mit einem Manöver () Bei demselben kamen die gegenüberstehenden
Parteien so hart an einander, daß sie, dem Commando und den
Hornsignalen nicht mehr folgend, aufeinander schossen und mit dem
Kolben schlugen. Dabei erhielt ein in den zwanziger Jahren
stehender junger Mann, welcher auf der Strecke von Paderborn
bis Lippspringe als Kutscher fungirte und sich wegen seiner Bieder⸗
keit und Ehrlichkeit allgemeiner Achtung erfreute, einen Schuß, der
ihn sofort niederstrectte, so daß er nach kaum fünf Minuten eine
Leiche war.

— Einer vom 23. ds. datirten Depesche vom Cap der guten
Hoffnung zufolge kehrte die Er-Kaiserin Eugenie am Montag
aus Zululand nach Durban zurück und beabsichtigte, sich Samstag
den 26. ds. an VBord des Dampfers „Troijan“ nach Enaland ein⸗
zuschiffen.

Auß New-York wird gemeldet: Das Vergnügungs⸗
dampfboot Seawanhaka“ mit 800 Passagieren an Bord, gerieth
in der Nähe von College Point, Long Island Sund in Brand.
Man glaubt, daß über 50 Personen dadurch zu Grunde gingen.
30 Leichen, zum größeren Theile Frauen und Kinder, sind bis
jetzt aufgefunden.

FDie Zufuhr lebender amerikanischer Schweine
nach Deutschland nimmt einen größeren Umfang an. Der am
Montag in Bremerhaven von New-York angekommene Lloyddampfer
Berlin“ hatte (wie die „Wes.-Ztg.“ mittheilt) 900 der Thiere an
Zord. Etwa 40 Stück sind auf der Reise crepirt, ein Verlust,
der sehr gering zu nennen ist. Die gesammte Ladung ist für
eine hannover'sche Großschlachterei bestimmt und bereits nach
Hannover weiter transportirt. Der Bezug lebenden Schweine—
seisches soll sich als ein rentabler heraussiellen.

Flir die Nedaction verantwortlich: F. X. Demet.

Preiskegeln
Caffee Oberhauser.
Beginn Sonntag den 4.
Juli J. Is.
Das Loos 25 Pf.
Die Gegenstände — 832 Ar—
tikel — sind zur Ansicht im
Saale ausgelegt.
F. Oberhauser.

Heute Sonntag von Nach—
nittags 83 Uhr ab
Harmoniemusik
n der Gartenwirthschaft von
V. Weisgerber.

dum Besten der, Wittelsbach-Stiftung“
Oeffentliche musikalisch-theatralische
Unterhaltung
(wvon den Acttiven des A. B. -V. unter Mitwirkung
auswärtiger Kräfte.)
Sonntag, 4. Juli, präcis 8 Uhr Abends, im Saale von
Wirth Schweitzer (Höfchen).
Programm:
1. „Der Wanderer an das Vaterland.“ Männerchor mit
Baryton⸗Solo.
2. „O weine nicht.“ Lied für Sopran von Kücken.
3. Die Gevatter-Bitte.“ Komisches Duett.
L. „unter allen Wipfeln ist Ruh.“ Quartett für Sopran, Alt,
Tenor und Baß.
5. „Ja, müßte die Lieb' nicht scheiden.“ Männerchor.
5. Ssah' ich auf der Haide dort.“ Duett für Sopran und
Alt von F. M. Bartholdy.
7. „Pietisch im Verhör.“ Genrebild in 1 Aufzug.
8. Stumm schläft der Sänger.“ Männerchor.
9. Wenn ich den Wandrer frage.“ Duett für Sopran und
Allt von Bodenstein.
10. „Der Elephant um 3000 M.“ Schwank in 1 Aufzug.
— „Nichtmitglieder“ zahlen wenigstens 25 Pfg. Eintrittsgeld. —
Es ladet ergebenst ein
Der Vorstand.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinuste.
Aa Um allen Mißverständ⸗
rissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
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100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

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Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. SSonntags mif illustrirter Bei—

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich

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Dienstag, den 6. Juli 1880.
Deutsches Neich.

Nach einer Mittheilung in der „Fr. Z.“ soll die bayerische
Staatsrechnung pro 1879 mit einem Tefizit von nicht weniger
als 15 Millionen abschließen, welches hauptfächlich durch Minder—
erträgnisse im Departement der Forst- und Eisenbahnverwaltung
entstanden ist. Die Richtigkeit dieser Mittheilung vorausgesetzt, so
röffnet sich damit für den Steuerzahler eine recht hübsche Aussicht
auf neue bezw. Erhöhung der bestehenden Steuern.

Das preuß ische Herrenhaus hat am Samstag, wie vor—⸗
auszusehen war, den Kirchengesetzentwurf in der Gestali, in welcher
er aus dem Abgeordnetenhaus hervorgegangen war, mit großer
Mehrheit angenommen.

In Folge der furchtbaren Verwüstungen, welche das Unwetter
der letzten Woche in Sachsen angerichtet hat, sieht sich die sächsische
Regierung veranlaßt, den sächsischen Landtag zu einer außerordent-
lichen Session einzuberufen. Derselbe soll in thunlichster Beschleunig⸗
ung diejenigen Mittel bewilligen, welche nöthig sein werden, um
den heimgesuchten Gegenden zu Hilfe zu kommen. Man glaubt,
daß mehrere Millionen Mark nöthig sein werden, um das Elend
einigermaßen zu lindern.

Ausland.

Die Wiener officiöse, Montagsrevue“ sagt bei Besprechung
der Berliner Conferenz: „Wiewohl der Vermittelungsgedanke die
Verhandlungen der Conferenz beherrschte, kann hieraus nicht ge⸗
schlossen werden, daß die Mächte ihrer Entscheidung eine ausschließ⸗
lich nur platonische Bedeutung zuerkannt wissen wollen. Seit der
Conferenz sollte die Türkei zur Erkenntniß gelangen, daß Europa
entschlossen ist, nicht mehr mit sich markten zu lassen.“

Der französische Senat hat die von der Abgeordneten⸗
lammer angenommmene unbeschränkte Amnestie (der Communards)
»erworfen, dagegen mit 143 gegen 188 Stimmen einen Antrag
angenommen, wonach mit Ausnahme der Mörder und Mordbrennet
den noch nicht begnadigten Communarden Amnestie gewährt
werden soll.

Sämmtliche Ausschüsse katholischer Vereine Belgiens sind
zu einer Generalversammlung einberufen. Zwed derselben ist eine
Verathung des Vorschlages, daß die belgischen Katholiken auf ihre
Kosten einen ständigen Vertreter beim Valikan ernennen sollen.

Diplomatische Berichte aus Konstantinopel schudern die
Aufregung der dortigen Bevölkerung über die Beschlüsse der Berliner
honferenz als sehr tiefgehend; die Softas (Studenlen der Theologie)
drohen mit Revolution, wenn die Pforte nachgeben sollte. Die
Christen fürchteten einen gewaltsamen Ausbruch des muhamedanischen
Fanatismus.

Die ariechische Regierung hat die Armee-Reserve einberufen.

Im Auftrage des k. Staatsministenium ist der J. Jahres⸗
»ericht der 3Z bayer. Fabrit⸗Inspektoren erschienen.
Außer der nicht seltenen Ueberschreitung der gesetzlich zulässigen
Arbeitszeit gab die Art der Beschäftigung, mit welcher die jungen
Leute betraut waren, nur selten Anlaß zur Beanstandung. Einer
ortdauernden, wohlwollend gehandhabten Kontrole wird es sicher
gelingen, den Arbeitgebern zum Bewußtsein zu bringen, daß sie bei
Beobachtung der durch das Gesetz bezweckten körperlichen Schonung
der Kinder sich einen gesünderen und leistungsfähigeren Arbeiter⸗
tamm heranziehen und dadurch nur ihr eigenstes Ineresse fördern.
lusgiebigere Gelegenheit zur Entfaltung ihrer Thätigkeit und zur
Zammlung interessanter Beobachtungen bot sich den Inspektoren
nei der Prüfung der Fabricken hinsichtlich der Sicherheit des Be—
riebes und des Schutzes gegen schädigende Einflüfse einzelner
Fabrikationszweige dar; in groͤßeren Etablissements finden sich in
er Regel alle möglichen Schutzmaßregeln zum Besten der Arbeiter
nn Kraft; aber auch in kleineren Anlagen lam man Verbesserungs⸗
borschlägen, deren Nutzen allerdings auf der Hand liegt, nicht
insypathetisch entgegen. Die meisten Unfälle kamen vor: durch
invorsichtige Behandlung von im Gange befindlichen Transmissionen
ind Fahrstühlen, sowie durch nicht geschützte Zahnräder und Sägen
Kreissägen). In Bezug auf Abaänderungen, bezw. Einrichtung
»on Schutzmaßregeln werden von den drei Inspektoren Vorschläge
gemacht.

F Das Landgericht in Zweibrüden hat einen langjährigen
Streit wegen der Simultankirche in Nieder bexb ach zu Gunfien
der Protestanten entschieden und diesen unter Berufung auf den
westphälischen Frieden von 1648 und den Ryswicker Frieden von
1697 die Kirche zugesprochen.

F Der Stadtrath von Homb urg beschloß in Betreff des
dortigen Wochenmarktes, daß künftig nur solche Gegenstände feil⸗
gehalten werden sollen, welche ausdrücklich nach der Reichs-Gewerbe⸗
oxdnung 2c. für diese Märkte vorgesehen sind. Alle anderen Gegen⸗
tände sollen für die Folge nicht mehr zugelassen werden, weil da⸗
durch die Gewerbetreibenden und Kaufleuie der Stadt geschädigt
verden.

Als ein Zeichen außerordentlicher und seltener Ueppigkeit
vurde dieser Tage dem „Pirm. Anz.“ von einem Waldhüter aus
dröppen eine Kornähre gebracht an deren Seiten 7 kleinere
Aehren herausgewachsen sind, don denen drei fast die halbe Länge
der Hauptähre erreichen. Sämmiliche 8 Aehren enthalten schon
räftig entwickelte Körner.

F Der Stadtrath von Kaiserslautern beschloß, daß
hom 1. Januar 1881 an der Anfangsgehalt der städtischen Volks-
chullehrer von 1200 auf 1400 M. erhoͤht werde und der Schluß⸗
oder Höchst-Gehalt, der nach 25 Dienstjahren in der Stadt erreicht
wird, 1700 M. (bisher 1628 M. 57 Pf.) betragen soll.

In Neustdt stürzte am 1. d. Mts. ein 4jähriger Knabe
nus dem dritten Stockwerk auf die Straße, ohne sich im mindesten
zu beschädigen.

F In Minfeld versuchte während des Gottesdienstes ein
Handwerksbursche, der sich beim Opfergange den Andächtigen an⸗
Jeschlossen hatte, das auf dem Altare liegende Opfergeld zu ent⸗
wenden. Er wurde festgenommen. Bei dem Verhoͤre gab er an,
er hätte sich etwas Geld wechseln wollen. (S. W.)

F Im Bahnhof zu Lehrte merkte man am 30. Juni
norgens, daß ein starker häßlicher Geruch von der im Feuer be⸗
indlichen Locomotive „Aller“ kam. Der Maschinist stieg
auf die Maschine, um nachzusehen, kam aber im seiben
Momente leichenblaß heruntergestürzt mit dem Rufe: „Ein
Mensch! ein Mensch! ein Mensch liegi in der Feuerliste.“ Sofort
vurde die Sache untersucht und da fand man, daß der Tischler
Bottfried Könneke, als Maschinenputzer dort beschäftigt und Vater
von sieben Kindern, mit den Beinen zuerst durch die kleine Feuer⸗
ingsthür bei acht Athmospharen Dampfdrud in das Feuer gektochen
ind dort lebendig verbrannt war. Köonneke scheint diesen Tod in
zinem Anfall von Irrsinn gesucht zu haben, da er schon langere
Zeit schwermüthig war.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 6. Juli. Dem Knaben Georg Ssch u⸗
macher, Sohn von Joh. Schumacher, Walzer von Ren—⸗
trisscch, welcher am 14. Juni in der Nähe des Spitals von
einer Sandfuhre überfahren worden war, mußte gestern das verletzte
Bein bis zum Knie abgenommen werden.

*— Gesitzwechsel. Das neben Hrn. Thiery an der Kai—
lerstraße gelegene Haus des Hrn. Reutner Fe. J. Schwarz in
For bach ging durch Kauf für 19000 Mark in den Besitz des
Hrn. Kaufmann Jos. Beer über.

*— Der Mangel einer Perron-Ueberdachung am hiesigen
neuen Bahnhofsgebaude hatte sich wohl vorher noch nicht in so
jühlbarer Weise geltend gemacht als am Sonntag Mittag, um
welche Zeit die Mitglieder unseres Kriegervereins von einem Aus—
fluge nach Schwarzenacker und Wersscchweiler mit dem Zuge
hier eintrafen, aber wegen eines Platzregrns, der das Aussteigen
unmöglich machte, mit anderen Personen, die ebenfalls aussteigen
wollten, in den Coupoͤs verbleiben mußten, bis der Regen eiwas
aachließ. Unser neuer Bahnhof ist durchaus nicht stiefmütterlich
bedacht und es ist darum um so mehr zu hoffen, daß er auch die
hm jetzt noch fehlende Perron⸗Ueberdachung, die man heute an fast
allen großeren Bahnhöfen der Pfalz hat. erhalten wird,
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        Gaher die Kälteh) Der Liverpoler Dampfer
„Teutonia“, der soeben von Canada nach der Mersey zurückgekehrt,
hatte sich auf seiner Heimreise einen Weg durch ein 30 engl. Meilen
langes Eisfeld zu bahnen. Acht Schiffe steckten im dem Eise fest,
uind' 20 andere konnten sich nur mit Mühe durch die Eismassen
fortbewegen. Die „Teutonia“ selber wurde 62 Stunden aufge⸗
halten. Sie begegnete einer Barke, die durch den Zusammenstoß
mit Eisbergen schwer beschädigt worden. Der in Liverpol ange⸗
langte Dampfer „Hibernia“ brachte den Kapitain und sieben Mit—⸗
glieder der Mannschaft der Barke „Ontario“, die auf dem Eise
descheitert, mit. Schlfffahrer können sich solch großer Eismassen im
Ailantischen Ozean nicht seit den letzten 40 Jahren erinnern.

Am 80. v. Mts. starben in New⸗-⸗York nicht weniger
als 30 Personen am Sonnenstich.

FKonservierung des Fleisches. Die Hausfrauen auf
dem Lande die ihren Fleischvorrat nur einmal woͤchentlich aus der
henachbarten Stadt beziehen, wissen oft nicht, wie sie das Fleisch
im Sommer frisch erhalten sollen. Die Straßburger Landwirth⸗
schaftliche Zeitschrift“ erteilt den Rat, einige Körnchen übermangan⸗
jaures Kali (rotes Salz) in Wasser aufzulösen und das Fleisch
I0 dis 15 Miuten hineinzulegen. Dr. Ableitner gibt uns in
seinem „Not- und Hilfsbuche“ (Rezept 279) ein noch einfacheres
Mittel zur Hand. Man lege das Fleisch in eine Porzellanterrine
und gieße heißes Wasser darauf. Danu schütte man noch Oel auf
das Wasser, um die Luft völlig abzuhalten.

4 Gegen die Besorgnisse der Kreditgenossenschaften in Folge
des Wuchergesetzes schreibt Schul ze⸗Delitz sich in einem offe⸗
nen Briefe: Wegen des Wuchergesetzes können Sie ganz ruhig
sein und Ihre Zinssätze (Gon 8pCi.) nach wie vor behalten.
Bei unseren Kreditgenossenschaften sind die Mitglieder durchschnitt⸗
lich Schuldner und Gläubiger in einer Person; sie zahlen die

Oeffentliche
Zustellung.
Urtheils⸗Auszug.
Im Namen Seiner Majestät
des Königs von Bayern,
erkennt das Schöffengericht zu
St. Ingbert in seiner öffent⸗
lichen Sitzung vom 283. Juni
1880 in der Strafsache gegen

1. Heinrich Noll, 24
Jahre alt, Eisenwalzer und Re⸗
servist.

2. Joseph Fichter, 22
Jahre alt, Sandgießer und Re⸗
servist, beide von St. Ingbert
und nun ohne bekannten Auf-⸗
enthaltsort abwesend, wegen
Auswanderns ohne Erlaubniß,
nach gepflogener Verhandlung zu
Recht wie folgt:

In Erwägung ꝛc.

A. d. G.
ecklärt das Schöffengericht die
beiden Angeklagten
. geinrich Noll, 24
Jahre ait, Eisenwalzer und Re—
servist.

2. Joseph Fichter, 22
Jahre alt, Sandgießer und Re—
servist, beide von Sti. Ingbert
und nun ohne bekannten Auf—⸗
enthaltsort abwesend, der ihnen
zur Last gelegten Uebertretung
des Auswanderns ohne Erlaub⸗
niß für überführt und verur⸗
theilt einen jeden derselben in
eine Haftstrafe von drei Tagen
und jeden derselben zu den ihn
reffenden Kosten. —

Fur richtigen Auszug
St. Ingbert, 5. Juli 1880.
Dder Gerichtschreiber
Qri⸗⸗er.

Geschaftemann Hitz hat das
Haus, Acker⸗ und Wiesenland
hon Ferdinand Straßz von
—X
Zahlungstermine zu verkaufen.

Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, am 12. Juli 1880
Morgens 8 Uhr, in der Behau—
sung des Handelsmannes Fer⸗
dinand Straß zu St. Ing⸗
bert laäßt Herr Levi Rosenbaum
Rentner in Zweibrücken die nach⸗
bezeichneten Gegenstände auf Borg
versteigern:
ꝰ Kleiderschränke, J Küchen⸗
schrank, 1 Commode mit
Aufsatz, J Pfeilerschränkchen,
1 Naͤhtischchen, 2 runde
Tische, 2 Canapee, 6 Rohr—
stühle, 1 Sessel, 1 Pendule—
uhr, 2 Nachttischen, Wasch.
tische, Spiegel, Bilder,J
Deigemälde, sowie Haus—
und Küchengeräthe aller Art
St. Ingbert, 6. Juni 1880
VPh. Fitz,
Geschäftsmann.

4

Danksagung.

Für die liebevolle Theilnahme
bei der Beerdigung unseres lie—
ben Gatten, Vaters, Bruders
und Schwagers

Chriftian Weber
sagen wir allen Freunden und
Bekannten unsern tiefgefühltesten
Dank.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.
Zu verkaufen
ein in der Kohlenstraße gelegenes
weistockiges Wohnhaus mit
Ladenlocal, 5 Zimmer, 2 Man⸗
sarden, Küche, Keller, Hofraum
und Pflanzgarten.
*Dez. großer
fanzgarten

in den Großgärien, beides auf
längere Zahlungstermine durch
eschäftsmann FRitk.
Druck und Verlaa von F. X-

Zinsen, deren Höhe sie selbst zu bestimmen haben und theilen sich
mitielsi der Dividende in den Geschäftsgewinn — wo bleibt da
ʒer Wucherer? — Aus demselben Schreiben ist noch eine andere
Stelle hervorzuheben: Die Revision des Genossenschaftsgefetzes
teht nicht vor dem nächsten Jahre zu erwarten, und Aenderungen,
velche in die bisher als wesentlich erachteten Organisationsprin⸗
ipien eingreifen, dürfen dabei kaum zu erwarten stehen.

F(Gegen Zahnwehd) Die große Zahl der Mittel gegen
dieses so häufig vorkommende Leiden ist in neuester Zeit durch
inen amerikanischen Arzt wieder um eines vermehrt worden, dem
in dieser Beziehung bedeutende Heilkräfte nachgerühmt werden. Es
ist dieses der große Wegerich oder Wegwart (Plantago major),
eine Pflanze, die überall in Menge auf ungebautem Boden, Gras⸗
plätzen, an Wegen u. s. w. vorkommt, die Blätter derselben werden
Jeschnitten, in einem Glase mit starkem Weingeist übergossen und
ie auf diese Weise erzeugte Tinktur, nachdem sie 10 Tage warm
sestanden, auf Baumwolle geträufelt und in den hohlen Zahn ge⸗
han. Die Tinktur soll auch innerlich genommen werden (4 Tropfen
nuf 3 Weinglas voll Wasser und davon theelöffelweise). Wenn
zas Zahnfleisch von zahnenden Kindern mit der etwas verdünnten
Tinknͤr getrieben wird, so sollen die Schmerzen gelindert, auch
hrenschmerzen gestillt werden, wenn mit der Tinktur befeuchtete
Zaumwolle angewendet wird. Der große Wegerich war früher in
nancherlei Krankheiten ein geschätztes und häufig gebrauchtes Mittel.
Jetzt wird die Pflanze nur in der Hausmittelpraxis zuweilen noch
ingewendet. Auf dem Lande legt man bei kleineren Wunden die
frischen Blätter auf, um das Blut zu stillen, worin sie sehr wirk⸗
am sind.
Fur die Redaction verantworilich: F. X. Demez.
— — 7* —R — — — —
Todes⸗Anzeige.
Heute Morgen halb sechs Uhr ist unser geliebter Gatte,
„Vater, Bruder, Schwager, Schwiegervater und Großvater,
Johann Siegwardt
im 67. Lebensjahre nach 14tägigem Krankenlager sanft ver⸗
schieden.
Schnappbach, den 5. Juli 1880.
Die trauernde Familie.
Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag 2 Uhr
2 vom Sterbehause aus statt.
— — — — à — - — —

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300,000,
.50, 000,
00,000,
»6,000.
900,
0 000, ß
000, 313
25,000, 623
20,000, 1848
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am 15. und 16. Juli 16880,
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4 —9— 2
IIB. silIĩus,
Ote er der Braunschw. Landes⸗-Lotterie
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3000,

2000,

„1000,

500

Demetz in St. Inabert.
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        4
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S5 — 3 — —28555 555533535 3323837
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7 53 3 —— 2 7 2.5 7
55 — ——— ——— — — 2 5 —322 525 5* 32. 2
32 —A —25 2 —— 5— 5853 —2542* — 5 * *
5* * 8 5* 52 * —A— — 2732 2
* 32832233588 3
2 * 2—822 — 22 5 S ñẽ — 284 2 2 —A—
— S—7SS 5 * — — — 52—535325 e8 22327
28 22 Eir 5 — 83228 — — 8 2 * 8 8* — —33
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33 25 — — — * 8 8 * — —
— —— 223236 E 28* 3552332 8
— — 22 538 223 5* — 228 5 ——— —— *

S5 ———— 2* 8 2 22 D2 — * 8 35 57
55—5z3553355 — — 25 8 —— : 2 4 22* 2 2 —83353235 3 E
— —— 555 2—8 —— —
2 —** —8 52 J 8 5 —— 2 *5* * * —
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238 — 353533 8 5535 5385*
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3 5 5— ——5—33 832——32— —552 555— — — ——335332*
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*2 *5. 28. 5 3 33333833 — —A —
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3 33 *3 —A — — 535335353 * J 35233333 57
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        Slt. Ingberker RNuzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal woͤchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und ZSonnutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1AM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 MA 60 B, einschließlich 420 Zustellgebhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
Mios8s.

Donnerstag, den 871*
1880.
Deutsches Reich.

München, 6. Juli. Die heute Vormittag stattgehabte

Sitzung des für die Berathung der vier Steuergesetßent—
wünrfe gewählten Ausschusses der Kammer der Abgeordneten zur
„Erörterung der Prinzipienfragen“ führte zu einem Ergebniß noch
nicht, vielmehr wurde zu weiterer Erörterung eine zweite Sitzung
auf morgen Vormittag anberaumt. Eine ausführliche Darlegung
der Prinzipien der Regierungsvorlage gab Finanzminisier v. Riedel,
und an der sich daran knüpfenden Debatte betheiligten sich die
Abgeordneten Frhr. v. Stauffenberg, v. Hörmann, v. Schauß, v.
Schlor, Ruppert und Graf Fugger. Während dio beiden letzteren
iich prinzipiell gegen den die Einkommensteuer betreffenden Gesetz-
entwurf aussprachen und empfahlen, in eine Berathung dieses Ge⸗
setzenwurfs gar nicht einzutreten, vertheidigten v. Hörmann und v.
Schlör entschieden die Regierungsvorlage. v. Schauß sprach für
Eintritt in die Berathung des genannten Gesetzentwurfs. Eine
Abstimmung wurde noch nicht vorgenommen.

Der „Reichsanzeiger“ meldet: Der Kaiser hat im Einver—⸗
ständniß mit dem Reichskanzler mit dessen allgemeiner Stellver⸗
tretung für die Dauer der Abwesenheit desselben den Vicepräsidenten
des Ministeriums Grafen Stolberg und den Botschafter Fürst Hohen⸗
lohe beauftragt.

Mainz, 6. Juli. Mit dem gestern Nachmittag hier ange—
lommenen Pariser Zuge traf eine Anzahl französischer Jesuiten ein.
In Ems empfing am Sonntag der deutsche Kaiser den Be—
such des Fürsten Milan von Serbien und stattete demselben
später einen Gegenbesuch ab. (Fürst Milan hat eben erst auch
dem Kaiser von Oesterreich in Wien einen Besuch abgestattet.)

Ausland.

Die srauzösische Abgeordnetenkammer hat vorigen Freitag
152 Millionen Steuern nachgelassen, und zwar aus dereits vor—
handenen oder doch so gut wie vorhandenen Beständen. „Unsere
Mittel erlauben uns das“, konnte der Finanzminister sagen, und
mit Einstimmigkeit — ein seltener Fall in diesem Hause — be⸗
villigte die Kammer, was er verlangte. Mit Recht kann der
„Temps“ heute schreiben: „Wenn Steuernachlässe kommen, sdo
geschieht es, weil das Land sie verdient hat. Seine anhaltende
Arbeit, sein Muth, seine Sparsamkeit, sein fester Entschluß, sich
nicht zu tollen Abenteuern hinreißen zu lassen, sein politischer Sinn
und, mit einem Worte, seine Anhänglichkeit an die Republik sind
es, die unsere Finanzen und unseren Credit wieder herstellten, die

unsere Capitalien und unsere Einnahmen vergrößerten und jene
glückliche Lage schufen, deren Früchte wir heute genießen. Herr
seiner Geschicke, gestützt auf eine feste Regierung, die eine parla—
mentarische ist, der Fehler gedenkend, die früher beinahe zum Un—
ergang geführt haben, athmet das Land Ordnung, Ruhe, Ver⸗
irauen, und so wächst es jeden Tag an Wohlstand und Sicherheit.“

Der englische Minister Hartington theilte im Unterhaus
mit, daß die Kosten des Krieges mit Afghanistan den Voranschlag
um 9,000,000 Pfd. Strl. 180,000,000 Mark überschreiten.
Ah) Davon sei der größte Theil jedoch aus den Kassenbeftänden
gededt. Der für 1880/81 zu deckende Abgang betrage 3,370. 000
Pfd. Sirl.

Im englischen Oberhaus wurde die Elementar⸗Unterrichts⸗
pill, welche die Durchführung des Schulzwanges im ganzen Land
betrifft, ohne Debatte angenc men.

Bermischtes.

*St. Ingbert. Dem igi. Notär Hrn. Sauer dahier
wurde gestattet, für die Dauer des ihm bewilligten sechsmonat⸗
lichen Urlaubes den geprüften Rechtspraktikanten Herrn Auf⸗
3 neider von Speyer, z. Z. hier, als Amtsverweser zu be⸗
ellen.

f Wer fünfzehn und mehr Liter Branntwein und
dranntweinhaltige Flüssigleiten besitzt, hat nunmehr die Pflicht, sich
anzumelden, damit er nicht einer empfindlichen Strafe verfalle. Von
den letztgenannten Flüssigkeiten erwahnt die amtliche Ausschreibung
Punschessenz, Liqueur, Arac, Rum, Cognac, Branntweinessenen.
parfümirten Spiritus (Eau de Cologne.)

FIm abgelaufenen Jagdjahre 1879/80 wurden im Forst⸗
amtsbezirke Zweibrücken 13 Sauen, 319 Rehböcke, 5356
Hasen, 1700 Feldhühner, 66 Wildenten, 69 Waldschnepfen, 69
Bekassinen, 482 Füchse, 8 Edelmarder, 835 Steinmarder, 2 Wild⸗
katzen, 4 Fischotter, 33 Dächse, 56 Iltis 8 Wildgänse erlegt,
velche zusammen einen Werth von ca. 27,700 Mi. darstellen.

Die Gerichtsvollzieher⸗ Prüfung amk. Landgerichte Zwe i⸗
brücken beginni am 26. September J. Is.

fKaiserslautern. Die am verflossenen Sonnabend
tattgehabte außerordentliche Generalversammlung der Actionäre der
ammgarnspinnerei Kaiserslautern, bei der fast sämmtliche Actien
vertreten waren, genehmigte einstimmig den ihr vom Aufsichtsrath
unterbreiteten Vorschlag einer Erweiterung der Fabrik ohne Ver⸗
nehrung des Actiencapitals um 15,000 Spindeln, wovon einst⸗
veilen 10,000 in Betrieb gesetzt werden sollten.

F Für die Hauptversammlnng des nach Neustadt anbe—
raumten Verbandstages der pfälz. Kreditgenossenschaften am nächsten
Montag (12. Juli) ist folgende vorläufige Tagesordnung festgesetzt:
1) Ergänzung der Präsenzliste; ) Bericht des Verbandsdirektors;
3) Berichte aus den einzeinen Vereinen; 4) Es ist den Vereinen
zu empfehlen, beim Tode eines für den Konto⸗Korrent⸗Verkehr be—
ttellten Bürgen sofort für anderweitige Bürgschaft Sorge zu tragen;
Referent; Knecht 5) Resolution Graf Bismarch, die Beschränkung
der Wechselfähigkeit betr, Referent: Conrad; 6) Der Entwurf des
ayer. Gewerbesteuergeseßes in Rüchsicht auf die Genossenschaften;
seferent: Knecht; 7) Prüfung und Genehmigung der Verbands
echnung; 8), Wahl des Ortes, an dem der nächfte Verbandstag
Statt finden soll; 9) Wahl des Verbandsdirektors und eines Stei
ꝛertreters; 10) Wahl eines oder mehrerer Abgeordneten zum all⸗
jemeinen Vereinstag in Altona. — Sonntag Nachmittag um 2
Uhr solle in gemeinsamer Ausflug in das Schönthal unternommen
werden. Bei ungünstiger Witterung wird man im Saalbau bei
Militärmusik sich vergnuͤgen.

F. Gerols heim. Der Ertrag der Kirschenernte in unserer
Vemarkung wird auf ca. 15, 000 Mi. geschätzt.

FIn Gundersheim herrschen Masern und Diphteritis
in hohem Grade. Die Schule mußte geschlossen werden, da nicht
weniger als 22 Kinder darniederliegen sollen.

In einem nahe an Frankent hal gelegenen Orte wollte
dieser Tage ein Quacksalber, der sich einbildete, eiwas von der
Thierarzneikunst zu verstehen, eine kranke Kuh curriren. Er gab
hr 8 Pfund Glaubersalz ein, in Folge dessen das Thier für immer
von seinem Leiden befreit wurde — es verendete. Der Eigen⸗
hümer des Thieres wird gegen den Wunderdoctor Entschadigungs-
lage einleiten.

FIn Frankenthal kursiren sehr täuschend nachgemachte
50⸗Pfennigstücke vom Jahre 1877 mit dem Münzzeichen U.

FDer 76 Jahre alte Vorbehaltsmann Nikolaus Schmidt in
Speyerdorf wollte am 4. d. seine kranken Augen am Speher-
vach dortselbst auswaschen. Unvorsichtiger Weise siel er hierbei in
den gegenwärtig hohen Bach und ertrank; die Leiche wurde am
—X

f. Im bayerifchen Hochgebirge ist am Montag starker
-chneefall eingetreten.

fF Frankfurt, 6. Juli. Unter den Gläubigern der Ge⸗
hrüder Sachs befindet sich ein Bauer aus unserer Rachbarschaft,
der 90,000 M. zusammengespart und davon 87,000 M. den Be⸗
rügern geopfert hat; ferner ein eifriges Mitglied der Centrumspartei
nit 100,000 M.

* Die „K. Ztg.“ versichert, daß für die Feier zur Vollendung
des Köolner Domes nach Angabe derjenigen, welchen „eine solche
Mittheilung in ersterer Linie zugehen müßte“, noch keine Jeit fest⸗

gesetzt oder doch bekannt gegeben sei.

f Ein recht verdienstlicher Beschluß. Man schreibt aus
ückeswagen, 3. Juli: Die hiesige Siadtverordnelen-Versamm⸗
iung hat kürzlich beschlossen, das Steigerkorps der hiesigen frei⸗
villigen Feuerwehr mit einer Summe von 72000 Mk. oder 6000
Mk. für jeden Steiger gegen Unfall versichern zu lassen und die
        <pb n="426" />
        Prämie im Betrage von etwa 150 M. jährlich auf die Stadtkasse
zu übernehmen.
GBemertinutzige

Der Handelsverkehr zwischen Frankreich
und Deutshland ist, wie die Patrie“ berichtet, ein äußerst
lebhafter und übersteigt jährlich, den Austausch der Edelmetalle ein⸗
bezogen, 760 Millionen. 1877 setzte Frankreich an Deutschland
Waaren im Werthe von 395 Millionen ab und bezog für 3721
Millionen aus Deutschland; 1878 verkauften die Franzosen für
844 und kauften für 4180 Millionen. Frankreich bezieht aus
Deutschland: Schlachtvieh für 61, Getreide 31, Holz 29, Baum⸗
wollgewebe und Bänder 24, Garne 19, Steinkohlen 17, rohe
Felle 15, Maschinen 13/2, wollene Gewebe und Posamentierarbeiten
IZi., Bier 1IIV2, Eisen. Gußeisen und Stahl 8, seidene Gewebe
und Posamentierwaaren 11 Millionen, ferner chemische Producte,
Topferwaaren, Glas, Oelsamen, Metallwerkzeuge, frisches und ge⸗
jalzenes Fleisch im Werthe von jährlich 5— 6 Millionen. Deutsch⸗
land bezieht dagegen aus Frankreich: gemischtwollene Stoffe für
32, Wein 28, wollene und seidene Gewebe je 22, Wolle und
Wollabfälle 12, Seide 10/, Schlachtvieh 9, Getreide oder Mehl
je nach dem Ertrag der Ernte, für 23 oder für 7, Goldwaaren,
berarbeitete Felle, chemische Artikel, Leder und Papierarbeiten für
5—7 Millionen jaͤhrlich. Beide Lünder sind demnach sehr auf
einander angewiesen, und ihre Ein- und Ausfuhr hebt sich nahezu
auf, nur in den beiden letzten Jahren blieb der französische Handel
Die von mir ge⸗

gen die Ehefrau Jak.

S gemachten Aeußerungen,
nehme ich als unwahr zurück.

St. Inagbert, 7. Juli 1880.
Wwe. Gries.

Gratis. — Gratis.

rin

hohes Alter
tönnen selbft sAawächliche Pexso⸗
E —
Rienan ãrsäume deshalb
ich sofort eu erschienene
Buch 55 men, welches die
un haufigsien aufftretenden Krank⸗
seilen, wie: Armagerung,
ẽAAwpache Magenleiden,
sterven ieiden, Leberbe⸗
schwerden, Blutarmuth,
Hamorrhoiden, Band⸗
wuͤrm u. s. w. genau beschreibt
und dagegen die wirksamften
Hausmitiel angiebt. Dies Bud
ist gra tis ju haben in St.

Ingbert bei Herrn

J. Friedrich.

— ———

Deutsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —
In Hefien zu 50 Pf.
Neuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—
handlungen und Postämtern.

Hanf—⸗
Converts
per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demeß 3. — —
200o0oOOoODOOIOCOOIODSC.-
Herzogl. Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48. 000
Gewinnen.
IXX— 450,000,
à 300,000,

150,000,

00,000,

75,000,

n

20

Haupttreffer 2 12,000.
10,000

8000

6000.

5000,

4000,

3000,

2000

1000

500

J
u90,
.5,000,.
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. un 16. Juli 1880
u welcher ich Original⸗Loose
Ganzo Halbe Viertel Aohtol
Ofl. 40 4fl. 70 2fl. 35 Ufl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erbält die Gewinnlisten gratis.
Iĩus,
cuer Draunschw. Landes⸗Lotterie
im Rranunnehweig.
— — ——
Druck und Verlog von F. 7*.

im Nachtheil. Bezüglich der Schifffahrt sind die Ziffern ziemlich
schwankend, doch sind die Seefrachten Deutschlands nach Frankreich
diel bedeutender als die französischen nach deutschen Häfen. Die
ersteren betrugen im Jahr 1877 575 Schiffe mit 338,000 Tonnen
und i. J. 1878 634 Schiffe mit 335,000 Tonnen, während aus
Frankreich in deutschen Häfen 1877 nur 361 und 1878 nur
297 mit einem durchschnittlichen Gehalt von 273,000 Tonnen
ꝛinliefern. Der deutsche Handel zieht also weit mehr die Schiff-
jahrt vor als der französische, welcher sich mehr der Eisenbahnen
hedient. — D. Rundsch. —

Flir die Redaction verantwortlich: g. x. Demes.

Von allen gegenwärtig laufenden Lotterien ist die
zissinger, die durch Ziehung im nächsten Monat ihren Abschluß
indet, die einzige und letzte steuerfreie Lotteric, deren Ge⸗
vinne noch ohne 1000 Steuerabzug ausbezahlt werden.
In dieser Steuerfreiheit, als auch in der Eintheilung der Loose
iach fortlaufenden Nummern ohne Serien, in den außerordlich
zünstig liegenden Glückschancen, sowie in einem jeder Loosnummer
zleiche Vortheile bietenden höchsten Oris genehmigten,
zen Ansprüchen des Publikums vollkommen Rech⸗
tung tragenden Ziehungsmodus liegt der Grund einer
inglaublich sarken, bisher nie dagewesenen Nachfrage.

— —

Die Anlieferung der Victualien für das diesjährige Vergfest
der Königlichen Steinkohlengrube Sulzbach⸗ Altenwald, be—
stehend in Brod, Schweine- und Ochsenfleisch soll:

Freitag den 16. d. Mts. Vormittags 10 Uhr
im Büreau der Unterzeichneten im Wege der Submission ver⸗
geben werden.

f Die Bedingungen liegen im genannten Büreau zur Einsicht
offen.

Sulzbach, den 6. Juli 1880.

Königliche Berginspection .
Einige in kleiner Anzahl zurückerhaltene
Kissinger Kirchenbau-Loose!
Ziehung nächsten Monat

Afferiren wir noch unsern Agenten, iedoch nur
ohne Freiloos! gegen Casse!
da bei der täglich sich steigernden Nachfrage die Loose bereits um
erhöhten Preis umgesetzt werden.

A. &amp; B. Schuler, Genoral-Agentur.
Münchener und Aachene
Pobiliar-Feuer-Versicherungs-Gesellschaft.
Der Geschäftsstand der Gesellschaft ergibt sich aus den nach⸗
stehenden Resultaten des Rechnungsabschlusses für das Jahr 1879:
Grundkapitaa. 9,000,000. —
Prämien- und Zinsen-Einnahme für 1879 —, 7,618,944. 70
—X 10,233,224. 30

263852, 169. —
Versicherungen in Kraft am Schlusse des
Jahres 187358...44,577,467, 410. —
J Den 1. Mai 1880.
Die Haupt⸗Agentur für die Pfalz:
Heinr. Kern in Neustadt a./H.
Die Agenten der Gesellschaft:
Joh. Friedrich in St. Ingbert. Joh. Meister in Hornbach.
Joh. Wannenmacher in Ommersheim. Eman. Simon in
Zweibrücken.
A— F5c 7
werden für ei

2—22 —

og litararisgches Dnternehmen
—nde.
Verdienst sehr lohrend. NVoqhkeuntniss nicht erfordersich.
Auch BReamte, Lehrer, Reissendo auderer
Rranchem ete., welche sieh namhaften Nebenverchenst vor-
schaffen wollen, belieoben sien zu melden
Literarisoches Institut
940th a.
Demek in St. Inabert.
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        9
2
J

22
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22
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222 — 83 c3 55365 G
—X 322 22 2 58 ẽ * S — S
3982 258* 5 3 5* — 53 2E 2*
n * 5.2 8 —— — * 58 —: — — 2 7 8
28383 73 3* 3 55 8 33*853338 S52 2 535 553885 *
535283235 534 —S— 15238* sG 5 — —A ———
— 2 — 232 ——— 5338* s 5*55 9 e35*
2—73 — 83 — * —A 55 52 —5 —58 3283 358* —
* 35 2 8 538 2522 22* 23338 5 2 2— 5382 —
2255351 3552— 27* 3 — —* ——— —xã — 23
22323 —A — 33 5348352867 — 58 *—57 5582
— — 3* —z35 * 8 3 2* 8
528 55 — — 85 * 323 —— * s 2 0 2 28 *
—28383 —A— — 8 — 38 23 51 523 38 —A —
52358 8 37 23 * —ö 23 3 —A— *
* * * 1825* * 28 25553837 32 — 2
5 35 282—2 3* * 3,8 25 — * — 5 — —
— g. 2. — 2* — —A —A —
*38233853 5335 203 3258.3 — z * E258,36*
56 5 52—5— 5 3 5 555 233287 6 5
33733352. 238 — 57 R;3Bẽ 353353 55 525
ss5 5333 348 83335 183 4
—A ———— 26C A38 5 55588 —* 5332535
32 8 —— 53 — 82 — * — 83 58*
——— —— O 2 5 323 — 33*8 55 —3 2. 2 25328538
—— —8 52 * 3 583 82 3 * 26 *
5 — — 222 3 — 23258385
2353 ————— 525 5 7 5 58355 —z 28 38 5 257*
4 2 * 387 2 55 22 DNE 8 2* 5* — 8 2
5 Fend ———— 738—5 38* 33553365
85 5825 —”EMS *8 25555 2 828 —— 55 58532222
5—252 * 5v —2 * 282 82 335,2 5 * 25358
9 — —95 77883 8 23853 — 55388 —582
* 2 **22. 23 * 7 *2 — — 7 —A2
—A —— 235* J ·* 328 2 28 3 2 *
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J 555332535588
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5320 55 2364 5 5282* 588 2352*8
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* 2 32 3238 325 558822 —2 —— *⸗ — 22 8 — S
5* 37 22 55355 — 2 5555 — 3583 — 32
— — 25* 3 8n83 5. 523 8588357 3
— 2822 —— 35 3 — 25 — — 8 — F — 37
— — 2582 2 — 3 — 2152 2224 22 8 ——
E 3525 S — ; * — 8 —7 D 2* —A— 5 * *
ẽ68 8 5 * Sa —3E 25323— ——ã—— 3
5 3 225 255 9 *5)88 * — 5«*2c — 2535
? 8 3 93235 3853 2 5* —52— 28* 2 2 5*
55— *8 532606882 — —— 3333358353* * * ß
25—— 2—5 37285 3828 33 2* 558 38532338S5S5 8 52235558
2 3* —3 —A—— 222822 52 83 z2 3 — 3
5 332 53 328 338335283 35 5z3233362. —
2 523 525 D S — 83888338 —8 —25 55 55582 —5—5288
* m5 2 5328 — —5 z2325——33 * 5235555 83 275c2
*6 ——— 7 —7 5— —5 — —— 555353
——— 533335—572 2—3 58 26582 —à2535 —A 355235
2 — — * 8 58 2 * 3— * 2 —
A 455 33538 52 — 758355 — . — 23 2837
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* 523 3 —2723 5532587 5433—2—88 —533535 535585685
* —ãA — 55;33— — — — 538235 55— 2 52 *c* 5538 * *
—— — 5335 — 52 52 25 353* — 528553—5 z2538535 — 75 —z —3—327
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3538 35855
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M. — 25725 — 5 m5 5
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3 5* 23682
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232535858 * ——— — 3323—2. * 2 —2 5 57 ——3 533855
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p * 3573833 A 3335 9 333363
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22* 3538* 333* 253520 —A 22 3 —
* 25 253553 — — —33 —5233—35335
— * 53 5 3. 8 * — —— 3326583 8 — ——
22 3 ——— 060 87* — 53333 * * 23 3*35 53
733 3553 *7 753.8 3353 78 2235324—
33 3553 55* 2 — 3. —— 3 —
42333332353 2. 3 DR. 537 253 333333535 *
2 — * 53 * 7 * 32333 z38283853357
2 2 3. — 5 — 8 358335. —283—8
* 5. 2 8 28385* 5233S562 33 523732
22 23238 J 2332333.8 ——4 6 35822
e 2.32 2 — ·8 e 33533 — 288
358.* 8 3* *2 337 5323833 38 85 3
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—38222 —— »2 2223232. 25 523* 2
53752538 38 —8* S* 528 3585637* 3 —2558333 3*5
* 2.33 23 3852 —232283 5337383 5333 32358 28
— — 33353385 232333353835*
M522383222 852 — &amp; — 8 22 2. 25.
5333 *552 —A 3 6*38 52 223 32. 5.
3 5 8 2 —*
48 — —3333 —— —3383875
* 25325273 8* 5527 25252 ——— 38 — 2 ñ 587
5888333388 33 —3233 3 9332 *
58853283 * 8852*3 A 535 3238 388 3 7
— 3 8 — * * 5260 33885 253 2 553
. 2332523* 2* 2S *82 c25 — 22 2 * 37 2523 3
2 * —9— — 2 2.— — 3*82 2* 55238 2. *3. EE
28 5335352 2 — — 8 8 S28 —— 2 5 * 532
— 3522 — 32.3.3 *33.2.25 * A
355535355 B— 67* 3835372 35872837
2 52 * * * — 223 33333. 72 27 * 223
7 33 2235 3 2 35 85
33 55 232 *—2233 J 3 55332862 2 * J
— 89 3 25 — — — * 32 25*57. 7 3 *
— —9 38* —5 22 — — 2 5323 5852 —2 3.
— 825 8 — —3 32 5 —85 85333 85 *8
—— * 53—8 523 EGZ. 125553 — 23 — 2. *
— 3258333 75 — 3 3

5*

— —A
2 33287 3 38333
A— 5838382
55 7028. 5 52263 6 —5328 5387322—
285 3 33 353*
35 2* — ——— 35 5
—A 2*883587 37 5 —2 85
* 5.8. * 52.,5* 8 — 5—22*3335 *
F 23 528 5355
3355335338 *3575323323 535338
2* ev
— 53 55*3 8 56
35333* 2233 8353
8. *—2 *52* —* — 8 * —3
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28 —A— 23*5 53230
* 32883 3533338 35555383
7.*3533 * 523 5223
332 . 23 23 3333 533 *
—— 285333 365*88 * 333
8 —* 8* 2
535332253 53383333
3 33 2.7 2 7*838* 23
S 222353832*8. 322
*28 —53522*8*8 2 —2855822
53 83
25 35 33 *
3353 —8833335

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—338383 31358335*338
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258 2 73 * 28 507 52277 53332* 37 22
— 3 85338 3 3 28533 25833 —E
2232.. 8 82 533533* 5553 —A 2
3— 3343
2 — 2. 3 535 235* 23837* — ——— — 2*
J— 383* 33
— — * S7 8.
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23 3 3 8 253
J 259* 535355 8
* 25 *— —3 * 728 — 2 * 2* —5357 — 82
* 13338 3 2* 2353353353 — 2 2533 * 75
332683 38—33238 22 353535* 55
*533282 2233 Z 5232 538 535227
2 8 2 2
——— 3238 5528532 *
3 5 2 3535338 2* *8 535 3 32. 322 — — 2
32** 58883 222 2288 2.2 S. — — *
5 218 53553858 58 253 3 26 7535—35
2 33— 2. 5 * * — 8 X *8 5753 2353
—s 333 25553333 3335 58 3383558
3 323833333 235338 75338
225. 3 2 533235553 2233237
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        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltun,“'att. (Sonntags mit illustrirter Wei—

lage) erscheint wochentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis detragt vierieljahrlich

1A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 —, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswart?
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AM 109. 2anmstag, den 9. Juli J

1880.

Deutsches Neich. n

Dem „Pf. K.“ wird unterm 7. ds. aus München ge—
schrieben: Der Steuergesetz-Ausschuß der Abgeordnetenkammer ge—
langte auch in seiner heutigen, von halb 10 Uhr bis halb 2 Uhr
abgehaltenen Sitzung noch nicht zur Abstimmung über die Principien⸗
frage. An der fortgesetzten Generaldebatte betheiligen sich dieselben
Abgeordneten wie gestern, und außerdem sprachen heute die Abgg.
Echart (Linke) füc, v. Langlois und Kopp (Rechte) gegen die
Principien der Regierungsvorlage. Dieselbe wurde von, dem Finanz⸗
minister wiederholt eingehend begründet, wobei er den Mehrertrag,
welcher bei Durchführung des Reformwerkes nach der Regierungs
vorlage gegenüber dem bisherigen Ertrag der directen Steuern sich
ergeben würde, auf 6 Millionen veranschlagte. Die nächste Sitz⸗
ung des Ausschusses ist morgen Vormittag. — Wenn eine beschluß⸗
fähige Anzahl von Kammermitgliedern sich bereits am kommenden
Montag im Ständehaus anmeldet, was wohl zu erwarten steht,
so wird der Präsident auf Dienstag Vormittag eine Plenarsitzung
der Kammer der Abgeordneten — es wird die 156. des Landtages
sein — anberaumen. In dieser Sitzung soll u. a. eine Vorfrage
bezüglich der Berathung des Entwuͤrfes eines Disciplinargesetzes
für die richterlichen Beamten erledigt werden.

Sobald das neue kirchenpolitische Gesetz in Preu⸗—
hen verkündet sein wird, sollen besondere Ausführungsanweisungen
an die Oberpräsidenten ergehen und damit so weit wie möglich
gleichmäßige Handhabungen des Gesetzes herbeigeführt werden.
Von der Erwartung greifbarer Erfolge, welche das neue Gesetz in
nächster Zeit haben werde, scheint man zurückgekommen zu sein.

Die Berliner „Provinzial-Korrespodenz“ bespricht die Arbeiten
der preußischen Landtagssession und sagt bezuüglich des neuen
Kirchengesches: Man darf hoffen, daß die Ansichten sich bald klären
über Das, was die Staatsregierung mit der Vorlage beabsichtigte.
Einstweilen haben die Landtagsverhandlungen und die veröffent⸗
lichten Aktenstücke über die Wiener Besprechungen bereits eine be—
deutende Klarheit darüber verbreitet, wo die Versöhnlichkeit und
wo die Vereitelung der Friedensbestrebungen ist.

Unter Berücksichtigung der Ausgabe-Ersparnisse von 4,293,482
Wark 99 Pf. hat sich für den ordentlichen Haushalt des deutschen
Reiches im Etatisjahre 1879480 ein Ueberschuß von 22,898.016
M. 39 Pf. ergeben.

Wie das „Berl. Tgbl.“ hört, soll das in der letzten Session
des Reichstages unerledigt gebliebene Gesetz, wonaͤch der üm—
jauf der Reichssilbermünzen von 10 auf 127M. pro Kopf der
Bevölkerung erhöht werden sollte, dem Reichstage wiederum zugehen.
Es sei dabei erwähnt, daß der Bundesrath in einer seinet letzten
Sitzungen die Petition des Vereins der Steuer⸗ und Wirthschafts
ceformer auf Abschaffung der Goldwährung und Einführung der
Doppelwährung einstweilig abgelehnt hat.

Die „Elsaß-Lothr. Ztg.“ erkläri gegenüber der gegen die
Straßburger Tabaksmanufaktur gerichteten Agitation (wegen Er—
richtung von Niederlagen außerhalb Elsaß-Lothringens), daß die
Verwaltung im Interesse des Landes und in voller Ueberein⸗
stimmung mit der Landesvertretung verpflichtet sei, das Institut
so nutzbringend als möglich zu machen. Gegenüber der ausgiebigen

Honkurrenz der gesammten deutschen Fabrikation in GElsasze
Lothringen selbst bleibe nur übrig, den allgemeinen deuischen
Markt aufzusuchen und das deutsche Publikum mit dem elsässischen
Tabak zu befreunden. Gleichwie bei dem bisher unangefochten
zebliebenen Vorgehen des Muͤnchener Hofbrauhauses, werde den
Konsumenten die Reinheit und Preiswürdigkeit der staatlichen
Fabrikate von Genußmitteln nur zu Statten kommen. Der ur—
sprünglich im Drange der Ereignisse projectirt gewesene Verkauf
der Tabakmanufaktur sei längst und definitiv aufgegeben. Die
Landesvertretunng habe bereitwillig die Mittel zur Vergrößerungç
des Betriebes gewährt, und die auf den Verkauf der Tabaksmanufak-
tur gerichtete Agitation werde sich daher als resultatlos erweisen.
Nach den getroffenen Anordnungen verläßt der Kaiser be—
teits Ems in den nächsten Tagen, um sich von dort zu einem
urzen Aufenthalt nach der Insel Mainau zu begeben. In

Gastein, wohin die Reise zum Kurgebrauche fortgesetzt wird, ist
wiederum ein Besuch unseres Kaisers durch den dann von Ischt
herüberkommenden Kaiser von Oesterreich zu erwarten.

Ausland.

Der franzoösischen Zeitung „Temps“ zufolge beruhen die Ge—
rüchte bezüglich der Entsendung einer englisch⸗französischen Flotte
in die griechischen Gewässer mehr auf den Wünschen britischer Po⸗
litiker, als auf der genauen Kenniniß der Absichten Frankreichs.
Die Haltung Frankreichs auf der Berliner Conferenz, sagt er,
verpflichte es keineswegs, die gemeinsamen Beschlüsse auszuführen.
Der „Temps“ meint, England könne seine Polilik selbst realisiren,
anstatt in Europa Jemand zu suchen, welcher für England die
Kastanien aus dem Feuer hole. (Eben so deutlich als unhöflich.
Die Türken werden nicht zögern, die Nutzanwendung daraus zu
ziehen und die Beschlüsse der Berliner Conferenz zu dem übrigen
„schätzbaren Material“ zu legen)

Die französische Deputirtenkammer hat am Mittwoch aber—
mals in die Berathung der Amnestie⸗Vorlage und nahm schließlich
den Kommissionsentwurf mit einem Amendement an, wonach allen
von der Regierung begnadigten Commune-Verurtheilten die Amnestie
gewährt ist, jedoch mit der Einschränkung, daß alle Diejenigen,
welche nach dem gemeinen Recht Verurtheilungen aus der Zeit vor
der Commune erlitten haben, der politischen Rechte verlustig bleiben
sollen. Der Entwurf geht nun wieder an den Senat.

Die französische Abgeordnelenkammer genehmigte den Cre⸗
dit von 500,000 Fr. für das Nationalfest am 14. Juli. Die
Zahl der richterlichen Beamten, welche ihre Aemter niedergelegt
haben, um die März-Decrete nicht auszuführen, ist bis jetzt
etwa 110.

Die neuesten Mittheilungen aus dem Orient lassen erkennen,
daß die Lage einer Entscheidung entgegenreift. Es ist kein Zweifel
nehr, daß die Pforte die Wuͤnsche und Beschlüsse des vereinigten
Europa einfach ad acta legen wird, obgleich man es an den
ernstesten Mahnungen nicht hat fehlen lassen. Die geheime und
offene Unterstützung der Albanesen dauern fort. Die Pforte selbft
trifft schleunigst umfassende militärische Maßregeln; in Volo, Salo—
nichi und Prevesa werden starke Truppenkörper konzentrirt. Diplo⸗
matisch hat sie eine neue Komplikation geschaffen, indem sie anstatt
der Abtretung Dulcigno's an Montenegto vorgeschlagen hat, Mon⸗
lenegro durch nichts Geringeres als ein Stückchen Herzegowina zu
entschädigen. Das „Oho!“ des die Herzegowina bekanntlich be⸗
itzenden Oesterreich wird vermuthlich hinreichen, diesen schönen Ge—
anken wieder zu beseitigen, aber laum dazu, die Pforte von der
Thorheit einer solchen Art des Widerstandes zu überzeugen. Das
Vertrauen auf die eigene Kriegstüchtigkeit hat ja besonders gegen⸗

über dem Häuflein griechischer Truppen eine gewisse Berechtigung.
Aber das Interesse an dem künftigen Schidcsale Griechenlands ist
doch zu rege, als daß man einer völligen Niederlage des aufstreben—
den Landes ruhig zusehen würde. Es wird wohl so ähnlich gehen,
wie bei dem nunmehr geeinigten Italien. Mit allgemieinet Theil⸗
nahme wird man anfänglich zusehen, wie das kleine Griechenland
geschlagen wird, und ihm schließlich doch noch zu seiner neuen Pro—
binz verhelfen.

Neben den Verwidelungen mit China wird Rußland auch
in diesem Jahr nothwendig haben, einen Theil seiner Truppen,
und zwar einen größeren als bisher, gegen die Turkmenen zu
ichäftigen. Der Feldzug soll erft im Herbst beginnen, kleinere
Scharmützel aber scheinen bereits jetzt stattzufinden.
—2———æ
Vermischtes.

8 St. Ingbert, 8. Juli. Die am Sonntag von den
Aktiven des A.«B.«V. gegebene Abendunterhaltung ist in einer
wirklich schönen Weise verlaufen. Bei überfülltem Saale — wel⸗
her Ueberfüllung mehrmals durch Offenstellen der Fenster ihre
Schattenseite benommen werden muͤßte —, spann sich unter wach⸗
ender Theilnahme das Programm ab. Die Chöre zeugten von
den stetigen Fortschritten der jungen Sanger, ebenso wie die theatra⸗
lischen Leistungen, welch' letztere übrigens diesmal durch glückliche
        <pb n="430" />
        Wahl nicht minder gefördert wurden. Die erste derselben, ein
lomisches Duett, „Die Gevaiterbitte“, gefiel so gui, daß sie da capo
verlangt und gegeben wurde. Besser hätte sie allerdings noch ge⸗
wirkt, wenn sie ganz vorn auf der Bühne und in etwas mehr
schlagender Sprache gespielt hätte. Das zweite Bühnenstüdchen,
Pieisch im Verhör,“ eine komische Scene mit Gesang, wurde
ebenfalls mit vollster Wirkung durchgeführt, und zwar hat das
Talent des Darstellers der Titelrolle zur komischen Darstellung
allgemein überrascht. Was das Schlußstück, „Der Ekefant um
30d0 Mark,“ anbetrifft, so genügt es wohl, wenn wir bestätigen,
daß die Zuschauer aus dem Vachen nicht herauskamen. Waren es
die gutmüthigen Augen dieses Thieres, oder war es die meisterhaft
ausgeführte Bewegung seiner vier Beine, oder aber das forsche
Regiment des Rentiers, der sich von seinem Gesinde nicht einen
Baren, sondern einen Elefanten aufbinden läßt, oder wirkte wohl
alles dieses zusammen? Gewiß bleibt, — daß das Stück die
behaglichsie Lachlust hervorrief. Einen ungewöhnlichen Genuß aber
bereilcie uns die Mitiwirkung der auswärtigen Kräfte. Die ange—
nehm klangvollen Stimmen der beiden Fräulein Kl. aus B. ließen
sich in mehreren Programmuummern in einer Weise hören, daß
die gespannteste Aufmerksamkeit in der gedrängten Zuhörerschaft
herrschte, und das ist denn auch selbstverständlich, da es wahr ist
und bleibt: „Was aus dem Herzen kommt, dringt zum Herzen“.
Deshalb wohl war das Lied vom ,Wanderer“ die Perle des Abends.
Mochten wir die beiden Saängerinnen bald wieder hören, das ist
allgemeiner Wunsch! — Auch ein gesprochenes Wort fand lebhaften
Antlang. Ein Vereinsmitglied dankte den Besuchern für ihre
Theilnahme, bezw. ihre Mitwirkung zur Förderung des Zweckes
der Unterhaltung, die ja zum Besten der „Wittelsbachstiftung“ ge⸗
geben wurde, und erklärie kurz die Entstehung und das Wesen
dieser Stiftung. Rachdem der Redner darauf hingewiesen, wie
gerade der A.«B.-V. freudig davon bewegt worden, daß sein Spiel,
aämlich Hebung des Arbeitere und Handwerkerstandes, jetzt von
Allerhöchster Stelle und in so glänzender Weise als ein erstrebens⸗
werthes gezeichnet worden ist, und daß eben der Handwerkerstand
und also auch der Verein sich zu besonderem Danke verpflichtet
fühlt gegen seinen Koönig, der die reiche Ehrengabe seines Landes
großherzig zur Hebung dieses Standes zu bestimmen geruht hat, —
drachte die Versammlung auf unsern König ein begeistertes, hun⸗
dertstimmiges dreifaches „Hoch“ aus, welches ein kräftiger Vor⸗
klang sein möge zu dem vieltausendstimmigen, das St. Ingbert
bei der bevorstehenden Wittelsbach⸗Jubelfeier seinem Fürsten dar⸗
bringen wird.

*St. Ingbert. Bei den jüngst stattgehabten Berufungen
im Zoll⸗ und Steuerdienst wurde der Lokalaufseher Hr. R.Mascher
bon Simbach zum Steueraufseher dahier (neben dem bisherigen
Aufschlagsbeamten Hrn. Stertzel) berufen.

fe Da der für die allgemeine Feier des Jubiläums der
700jährigen Regierung des Wittelsbacher Herrscher—
hausses bestimmte Festtag in die Zeit der schulordnungsmäßigen
Ferien der Mittelschulen fällt und es dadurch nicht möglich ist.
die Gesammtheit der Schüler und Lehrer zu einer besonderen Feier
zu vereinigen, so hat das k. Staatsministerium für Kirchen⸗ und
Schulangelegenheiten die Rektorate der Gymnasien, Lateinschulen
Industrieschulen und Realschulen angewiesen, die Feier des Jubi⸗
jäums gegen den Schluß des Semesters durch einen besonderen
Festalt der Schule zu begehen.

4 Die Direction der pfälz. Bahnen gewährt den Tur—⸗
nern, welche das Frankfurter Turnfest besuchen, eine Fahrtarermä-
zigung von 50 pCt. .bei jedem fahrplanmäßigen Zuge nebst einer
20tagigen Giltigkeitsdauer der Billete. Gleiche Verguͤnstigung fin⸗
det auch auf den hessischen Bahnen statt.

Dem Vernehmen nach beginnen demnächst die Brannt⸗
wein-Nach steuer-Revisionen, uud machen wir deßhalb das
betheiligte Publikum darauf aufmerksam, um die hohen Strafen —
bis zu 3000 Mk. — zu vermeiden moglichst schnell die noth—
wendigen Anmeldungen geben zu wollen. Anmelde⸗Formulare sind
hei den Aufschlageinnehmereien zu erhalten. (Wer zur Anmeldung
verpflichtet ist, haben wir in vor. Nr. bereits kurz erwähnt.)

4 Zur Vornahme der Superrevision und bezw. Aushebung
der Miluͤärpflichtigen des Aushebungsbezirks Zwei brücken trat
am 8. ds. (bis zum 12.) die kgl. Ober⸗Ersatzkommission, an deren
Spitze Hr. Generalmajor Irhr. v. Gumppenberg steht, in Zwei⸗
brücken zusammen.

Der Philadelphia Demokr.“ bringt folgende Nadricht:
Ein schönes Familienfest. Im Fairmount Park in Philadel⸗
phia wuͤrde vor einigen Tagen, unter zahlreicher Betheiligung der
Angehörigen und Freunde, der 77. Gehburistag der Wittwe des zu
irhheimbolanden in der Pfalz verstorbenen Arztes Georg
Wenner festlich begangen. Elf Sohne und Töchter dieses Ehe⸗
paares, denen vor einigen Jahren auch die Mutter folgte, wan⸗
derten in einem Zeitraum von 20 Jahren, von 1849 ab, nach
Amerika aus und ließen sich sämmtlich in Philadelphia nieder.
Dem gewiß begründeien Wunsche der immer noch rüstigen und

geistesfrischen Mutter, ihre Kinder noch einmal um sich zu sehen,
ntprach auch der einzige in Deutschland zurückgebliebene Sohn, der
Stadtschreiber Wenner in Dürkheiem a. H., und ktraf zu
zem schönen Feste mit seiner Frau in Philadelphia ein. Von den
30 BPitgliedern der Familie waren 42 zu dem Feste erschienen,
velche bei Gesang, Tanz und heiteren Spielen und beim Austausch
er Erinnerungen aus der alten Heimath, woran sich auch die
seitere Greisin gern betheiligte, einen fröhlichen, ächt deutsche⸗gemüth—
lichen Tag verlebten.

pKaiserslautern. Es ist durch den Wanderlehrer
Fischer das Project angeregt worden, hier einen Saatgutmarkt
ür die ganze Pfalz einzurichten, der zweimal im Jahr, etwa im
März und im August, zu halten wäre. Der Landwirth soll da⸗
zurch in Stand gesetzzt werden, seinen Bedarf an Saatgut durch
dauf oder Tausch auf leichte und billige Weise unter Garantie
decken zu können.

'Aus Neuleiningen wird der „Pf. Pr.“ berichtet,
aß dort ein Küfer aus Sausenheim beim Abfüllen eines Petroleum⸗
Fasses im Keller schwere Verletzungen erlitt. Beim Einbohren des
-topfens spritzte ihm Oel an die Kleider und in das Licht; das
Del entzündete sich und damit fingen auch die Kleider Feuer.

Nach Neustadet kam am Dienstag Vormittag ein Beit⸗
ler, welcher jedenfalls die Winzinger „Kerwe“ mitgemacht hat, an
die Thür eines Hauses und drückte mit seltener Sicherheit auf ei⸗
nen Messingknopf mit der Umschrift: „Man bittet zu drücken“.
die Thuͤr wurde geoffnet und — „Ein armer blinder Maenn!“
ont es dem Hausbesitzer entgegen. „Aber woher wissen Sie denn,
daß Sie hier drücken müssen?“ fragte dieser. „Ei hier steht es
doch!“ gab der arme blinde Bettler zur Antwort. — Tableau.

Zu Annweiler waren am Sonntag viele Gerichtsvoll-
ieher der Pfalz zu einer collegialen Berathung über die in ihrem
Amtsgebiete seit Einführung der neuen Justizgesetze gesammelten
ẽrfahrungen zusammengeirelen. Man einigte sich über mehrfache
treitige Gegenstände und behielt fich die Fortsetzung der Berathung
ür später vor. Wichtigster Gegenstand der Besprechung waren
zie Postzustellungen; so sehr man diese Einrichtung an sich lobte
ind besonders die dadurch gewährte Erleichterung in dem Berufe
es Gerichtsvollziehers anerkannte, so mußte doch constatirt werden,
zaß an vielen Orten dieselbe bis jetzt recht mangelhaft und mit
venig Verständniß gehandhabt wird und daß die dem Gerichtsvoll⸗
sieher obliegende Controle über rechtzeitige und richtthe Ausführung
ʒer Postzustellungen eine sehr zeitraubende, oft sehr umerquickliche
Arbeit ist; es wurden ganz absonderliche Beispiele ungiltiger Post-
uustellungen erzäühlt, welche zu erwägen geben müssen, ob man nicht
zesser auf die Postvermittelung Verzicht leistet, anstatt nichtige Zu⸗
tellungen und damit Schäden und unnöthige Kosten zu riskiren.

F Ein Küfer von Deides heim liefert zur Mannheimer
Ausstellung ein ovales Faß (sechsstöckig) von 7500 Liter Gehalt.

Gemäß der Mortalilätsstatistik derba werisscchen Lehrer
pro 1879 ist das Durchschnittsalter der activen Lehrer in der Pfalz
17.3 Jahre, der pensionirten 65,3 Jahre.

FIm August v. J. bildete sich in St. Johann ein
Arbeiter⸗-Unfall-Verficherungs-Verband und schloß mit der Unfall⸗
zersicherungsgesellschaft Zürich“ einen Versicherungsvertrag ab,
vonach die Verbandsmitglieder (Beamte, Meister und Arbeiter) zu
esonders günstigen Bedingungen eine Versicherung erlangen können
— ——— Unfälle. In
Todes- und Invaliditätsfällen ist Kapital zu zahlen, während bei
orübergehender Erwerbsunfähigleit ein tägliches Krankengeld ver⸗
zütet wird. Bis jetzt sind dem Verbande 303 Mitglieder bei⸗
jetreten und ereigneten sich 41 Schadenfälle, wovon einer mit tödt⸗
ichem Ausgang. Insgesammt hat die Gesellschaft „Zürich“ an
»en Verband gezahlt an Krankengeld 888 Mark und für einen
Todesfall 1000 Mark, und beträgt die Versicherungssumme der
dis jeßt dem Verbande angehörigen Beamten, Meister und Arbeiter
333.000 Mart.

Wie die „Mezzer Zig.“ berichtet, wurde kürzlich in Pagniy
inweit Metz durch die Aufmerksamkeit der dortigen französischen
Zollbeamten ein frecher Schmugglerversuch vereitelt. Unter den
pͤassagieren des aus Metz kommenden Nachtzuges befand sich ein
derr der sich für einen Kurier des russischen Hofes ausgab und
hurch Vorweisung von Papieren mit dem Stempel des Hofes sich
als solcher legiuüͤmirte. Man ließ ihn passiren, und schon war
das Abfährtssignal gegeben, als dem Zollbeamten noch rechtzeitig
ine vor drei Jahren von der russischen Regierung erlassene Be⸗
janntmachung in Erinnerung kam, der zu Folge ein Stempel des
saiserlichen Hofes entwendet worden war. Der Zug mußte halten,
id man üntersuchte nunmehr das nicht weniger als 7 Etr um⸗
sassende Gepäck des Russen (das Gepäch von Hof⸗ und Staats⸗
Zurtieren wird sonst keiner Revision unterworfen); man fand dabei
in den Koffern des Fremden u. A. allein 24 Tausend Cigarren.
Diese Kontrebande wurde mit Beschlag belegt und der angebliche
Russe verhaftet und in Arrest nach Nancy abgeführt. So viel bis
eßt festgeftellt werden konnte, scheint der Schmuggler ein Italiener
        <pb n="431" />
        zu sein. Kurz darauf fand daselbst abermals ein aͤhnlicher Schmuggel⸗
bersuch statt. Wieder ein russischer Kurier und die Koffer mit
Ligarren angefüllt. Dieses Mal 28 Tausend Stück.

F Nach den im badischen Kreise Gelnhausen durch die
Bemeindebehörden vorgenommenen Ermittelungen sind in diesem
Winter in den 71 Ortschaften des Kreises 40,666 Obstbäume
erfroren und zwar 16,836 Aepfelbäume, 685 Birnbäume, 21,424
Zwetschenbaume, 1195 Kirschbäume und 1926 Nußbäume.

F Der Lloyddampfer „Main“ gestrandet. Eine bei Lloyds
aus Weymouth am 6. Juli eingelaufene Depesche meldet, daß der
dem Norddeutschen Lloyd gehörige Dampfer „Main“ in der Nähe
von Shambles Leuchtschiff gestrandet sei. Man erwarte, das Schiff
werde sich bei eintretender Fluth wieder flott machen.

FAus der Schweiz. Nach Telegrammen aus Zermaitt,
Andermatt und Leuk fand dort am Sonntag den 4. Juli Vor⸗
mittags zwischen 9 Uhr 15 und 9 Uhr 20 Minuten ein ziemlich
heftiges, aus mehreren Stößen bestehendes und stellenweise von
Getöse begleitetes Erdbeben statt. Dasselbe ist noch bis Zürich
derspürt worden und wohl durch den größten Theil der schwei—
zerischen Alpen und des Vorlandes gegangen. Bei Leuk lösten
sich Felsmassen los. (Es ist dies dasselbe Erdbeben, das auch in
Konstanz verspürt wurde, und zwar num dieselbe Zeit.

f Capitan Webb, der kühne Schwimmer, der vor etilichen
Jahren von Dover nach Calais schwamm, vollendete dieser Tage
die Aufgabe, 60 hintereinander folgende Stunden in dem großen
Bassins des Aquariums in Scarborough zu schwimmen. Der
lange Aufenthalt im Wasser schien ihn nicht im mindesten ermüdet
zu haben.

Eine Gaserplosion in London.) In einem sehr
dicht bevölkerten Stadttheile Londons wurde am Montag Abend
die Haupt-Gasroͤhre unter der Straße ausgebessert. Eine Anzahl
Arbeiter waren dabei beschäftigt, welche eben ihr Tagewerk beenden
wollten. Mit einem Male ertoönt ein dumpfer Knall, richtiger eine
Reihe von Detonationen. Feuergarben schießen an verschiedenen
Orten aus dem Erdbeben hervor. Die Erde scheint zu wanken und
zu zittern. Der Boden hebt sich, die Häuser auf den beiden Seiten
der Straße auf Hunderte von Klaftern schwanken. Trümmer von
Balken, schwere Pflastersteine, menschliche Gliedmaßen, Ziegel und
Glas fliegen durch die Luft. Menschen, Wagen und Pferde ver⸗
schwinden in dem gähnenden Krater. Die Luft ist eine Zeit lang
förmlich verfinstert durch Trümmer und aufgewirbelten Staub.
Dazwischen tönt das Jammern der Verwundeten und das Angst⸗
geschrei der herbeieilenden Menschenmenge. Niemand wußte im
ersten Augenblick, was geschehen war. Viele glaubten, es sei ein
Erdbeben. Bald zeigte sich die Ursache, nämlich eine Explosion in
der Gasroͤhre. Ein Mann sagte aus, er sah einen Arbeiter ein

Zündholz anstecken, alsbald erfolgte die Detonation. Dieser Arbeiter
wurde in die Röhre hineingeschleudert und sofort getödtet. Ein
anderer nahe dabei Stehender, entsetzlich verstümmelt, starb bald.
Aus den Trümmern der Häuser und aus dem Abgrunde wurden
einige dreißig Personen verwundet herausgezogen, davon sind acht
auf das schwerste verletzt. Alle Häuser sind auf einer etwa eine
Viertel englische Veile langen Strecke mehr oder minder beschädigt.
Fenster und Thüren sind in allen Gebäuden zertrümmert; manche
der Häuser liegen ganz in Ruinen und die stürzenden Balken be—
gruben Einwohner. Die Gegend ist zumeist von kleinen Geschäfts⸗
leuten und Arbeitern bewohnt.

Der Werth der Perlen, welche im Jahre 1879 im per—⸗
sischen Meerbusen gefunden wurden, ist auf 300,000 Pfund Ster⸗
ring (etwa 6,000,000 M.) geschätzt worden.“

7 Ganz Petersburg, so melden dortige Blätter, ist in
Aufregung versetzt über einen kolossalen Spielverlust, der dieser
Tage in einem der fashionabelsten Clubs (Yachtclubs) stattgefunden
hat. Der Verluft beziffert sich auf 8 — sage acht Millionen Frs.
Die Blätter verschweigen zwar den Namen des Verlustträgers,
deuten jedoch an, daß derselbe ein sehr vornehmer Russe sei, der
den Verlust zwar decken könne, immerhin aber schwer empfindlich
davon betroffen wurde. Ein Blatt will gehört haben. daß der
Tlub in Folge dessen geschlossen werden soll.

f Wie die „Germania“ Deutsche Zeitung für Brasilien mit⸗
theilt, gibt es in Brasilien noch 1,419, 16 Stlaven. Da
aber die Sklaverei in Brasilien aufgehoben ist, vermindert sich diese
gohe Ziffer beständig.

4 Aus Bradford (Pennsylvanien) wird unterm 11. Juni
gemeldet: Heute Morgen um 7 Uhr fuhr der Blitz in einen zwanzig⸗
rausend Faß Oel enthaltenen Behälter auf einer Anhöhe von Titus—
dille. Das Oel fing sofort Feuer, das sich rasch einem anderen
Behälter von derselben Größe, welche derselben Gesellschaft gehört,
mittheilte. Um 1 Ahr stromte das brennende Oel den Hügel
hinab und zerstörte Alles auf dem Wege. Das brennende Oel
loß in den Oil-Bach, und Titusville war gefährdet. Die Ein⸗
vohner ließen ihre Habe im Stich und ergriffen die Flucht. Um
Uhr hatten die Flammen die Franklin⸗ und Washington⸗Street
rxreicht und gefährdeten die Eisenbahnbrücke. Um 7 Uhr brannten

—5— 100,000 Faß Oel, so wie die Gebäude auf beiden
delten der Broad⸗Str. Es herrscht große Aufregung, doch glaubt
nan, daß der Geschäftstheil von Titusville, welcher meist aus Back⸗
teingebauden besteht, verschont bleiben wird. Um 10 Uhr Abends
ioch ein Oelbehälter und setzte die Franklin⸗Street⸗Brücke in Brand.
Am nächsten Tage platzie nochmals ein Oelbehälter von 5000
Barrel Gehalt mit furchibarer Kraft und erst am 18. Juni gelang
e8, den Brand zu löschen. Der Gesammischaden beträgt 1,800000
vstrl.
Um Ameisen von Bäumen zu entfernen vermenge
nan die Erde rings um den Baum herum mit zerschnittenen, sauren
und bitteren Pflanzen, wie z. B. Enzian, Tausendgüldenkraut,
Wermuth, Cardobenedictenkraut oder mit Sauerkraut. Auch das
Begießen mit Sauerkrautwasser vertreibt sie vollstäandio.
Marbktberichte.

Zweibrücken, 8. Juli. (Fruchtmitlelpreis und Victualienmar
Weizen 12 M. 17 Pf., Korn — M.- pf., Gersie zweireihige — M. —
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — pf. Spelztern — M. — Pf.
Dinkel — M. — Pf., WMischfrucht 11 M. 33 Pf. Oafer 7 M. 77 pi.
erbsen — M. — Pf., Widen — M. — pf. Karloffeln 3 M. 50 Ph
deu 3 M. 20 Ppf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod in/ Kilogr. 62 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 79 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 98 Pf., paar Weck 106
Br. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 84 pf. Zaleggegh 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter /3 Kilogr. d R., 96 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liler 24 Pf.

Homburg, 7. Juli. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M60 Pf. Korn 10 M. 80 Pf., Spelzkern M. Pf., Spelz 0 M,
— Pf., Gerste reihige — M. — Pf., G.rste 4reihige O M. — Pf. Hafer
3 M. 68 Pf., Mischfrucht 11 M. 830 Pf. Erbsen — M. — pfr Wiaen
M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
rod 6 Pfund 86 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — pf. Ochsenfleifch — Pf.
Kindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pfo Schweinefleisch
50 Pf., Butter 1J Pfund O M. 90 Pf. Kartoffeln per Cir 3 M Pf.

Kaiserslautern, 6. Juli. (Fruchtmitlelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 12 M. 60 Pf., Korn 11 M. 62 Pf. Spelzktern — M. — Pf., Spelz
3M. 78 Pf., Gerste 09 M. 90 Pf., Hafer 8 M. 81 Pf., Erbsen dM.
— Pf. Wichen O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesainen — M.
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 84 Pf., do. 8 Pfd. 42 pf. Gemischtbrod
3Pfund 47 Pfg. Butter per Pfd. 0 M. 80 Pf. Eier 2 Stuͤck 10 Pf. Kar⸗
offeln per Cent. 4 M. — Pf. Stroh O M. — Pf. Heu 2 M. 50 Pfg.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
dewerbliche und landwirthschaftliche
Ausstellung des Pfalagaues.

EDV MAMBMMNIIEIM I88S0O.
Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden.

20 o
Eröffnung am II. Juli 1880.
LoOocñxeæ à 2 Maric. (Auf 10 Loose 1 Preiloos) durch

Herrn F. Neatler B. 5. 2.
— — ——-.
Herzogl Braunschweigische
Landes- Lotterie,

vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original-Loosen und 48,000
Gewinnen.
J Haupttreffer evy. 450, 000, Haupttreffer à 12,000,
à 300,000, 10,000,
150.000. 3000
00,000, 3000,
75.000, 000.
0.000. 000,
9900. 3000,
Mo, 2000
E.00, „1000,
000, 500
15,000,1
Reichs⸗Mark u. s. w
Die erste Ziehung findet statt
am 15. u 16. VJuli 1880,
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganze Halbo Viortol Aohtol
g fi. c Asl. 70 Afl. 35 fl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
VIMH. BIius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗ VLotterie
in Rraunsehweig.
200000000000
        <pb n="432" />
        — —
44,—7—
—

⸗—4—
2424 —
Ausverkauf
wegen Geschàftsaufgabo.
In Folge Ankaufs eines Etablissements an der Mosel und baldiger Uebernahme desselben habe ich mich entschlossen,
meine sämmtlichen noch in großer Auswahl vorhandenen Waarenbestände, als:
Damen-Confection und Manufakturwaaren
—V

inem
—irklichen totalen Ausverkaufe
auszusetzen.
Es ist durch diesen Umstand einem Jeden Gelegenheit geboten ganz außergewöhnlich billig einzukaufen, indem der
ganze Waarenbestand, um mit demselben möglichst rasch zu räumen, U 25 Prozent unter dem Ein⸗
faufspreis A abgegeben werden wird.

Das Ganze ist auch käuflich zu übernehmen.

A. Streveler, St. Johann a. d. Saar,
Ecke der Bahnhof- und Dudweilerstraße.

772
Geschaͤfts⸗
Empfehlung.
Der Unterzeichnete, auch in
Baiern patentirt, empfiehlt
sich als Tüncher und Ta⸗
pezierer und allen in sein
Fach einschlagenden Arbeiten,
unter Zuficherung guter und
hilliger Bedienung.
D. Weymann, Tapezierer,
Tüncher u. Anstreicher
in Altenwald.

Ein Garten in den Gassen⸗
garten ist zu verkaufen. Wo?
agt die Erped. d. Bl. 452. X

— —888
dersuresen · Seife ⸗(igarrentãschehen
zur rollstäudigen Entfer- mit Firmadruck
nung der Sommersprossen, empf. jertigt die
Stück 60 Pfg. Buchdruckeree
Rob. Schmitt. FR. X. Demetz.

7 —Wu J 777342
Dlterprete Tho Interpreter LInterprete
französisches Journale englisches Journal für italienisches Journal

für Deutseche, Deutsche, fũr Deuts che,

mit erlãuternden Anmerkungen, alphabetischom Vocabulaire
n. vervoiommneter Aussprachebezeiehnung des Englischen u. Italienischen.
Herausgegeben und redigirt von Emil Sommer.

Vorzũglienste und virksamste Hilfsmittel bei Erlernung obiger drei
dprachen, namentlieh für das sSelbeststudium und bei Vorbe—
citung auf Eramina (Linjubrig- Preiwillige); zugleich anziehendste
ind erfolgreichste franz,, engl. u. ital. Lectüre zur Vebung und Unter
daitung, dureh die besondéro Binriehtung dieser Journale schon
bei ded bescheidensten Kenntnissen in erspriesstiehster Weise verwend
bar. Grũndung des INFPERPRETB, 1. Juni 1877 des INTERPRETER.
I jan. 1878 Ind des italicnisgchen INPERPRETE, I. Jan. 1880, und
ci aher letzterer als neueste Erscheinung auf diesem Gebiete gan?
onmdecer Lufnerisam empfohlen. Duren ihren praktischen und
ναlickien Wertn erfreuen siech summtliche drei Journale
ꝛiner ganz ausserordentliechen. die ãussersten Grenzen Deutschlands und
Jecterreich- Ungarns umfassenden und im Auslande sien bis Ostindien
“ Amerika estreckenden Verbreitung. Inhalt der drei Jouruale
völlig verschieden: Tagesgeschichte, popularwissenschastliche und ver-
mischte Aufsutze, xediegene Novellen, interessante Processe eto.; serner
thalt jede Nummer einen deutschen Artikel 2um Uebersetzen in
lis botr. Sprache, dessen mustergiltige Uebertragung hierauf zur Selbat-
derectur in der nächsten Nummer folgt. WMöchentlieh eine Nummer.
uartalpreis jedes dor drei Journale, bei der Post, dem Buchhandel oder
ürect, sur IM 73 Pf. (1 f. 5 xr. 6. W., 2 fr. 50). Preis eines ein-
inen Monate- direct 60 Pf. Probenummern gratis. Inserate (à
38 Pf. die Ispaltigo Petitzeile) von erfolgreichster Wirkung.

FEäen-n i. d. bayer. Rheinpfalz.

Die Expeédition.

Ein guter Gehilfe kann
sofort eintreten bei Tüncher
Weymann in Altenwald.

wissenschaftlich geprüft u. begutochtet E8n2
Doppelkrüutermagenbitter
nach einem alten aus einem Be—
iedictinerkloster siammenden Recep
abrizirt und nur en gros ver⸗
sfandt von
C. PINGVL in Gottingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedrctiner ifß bi⸗
zt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictine
nur aus Bestandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften
hesihen, die zum Wiederaufbau

jeines zerrütteten dahinfiechenden
Körpers unbedingt nöthig find
Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, ee Hautaus⸗
——— Athemuothe, Gicht, Nheumatismus,
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
Aund vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dassel be
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichth, da⸗
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frisch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängett do
eben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel C. Pingel in Goͤttingen
verschlossen und mit vem geschutzten Etiqueit versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 W. 30 Pf.
—M— 71 660 2 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpadung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 FIl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage · En gros-
Versandt durch die Fabrik. Attest:

Herr Mich. Rucerbauer, Bureaudiener in der Gasanstalt
Passau, berichtet: Seit ungefähr 4 Jahren litt ich an Magenbeschwerder
und konnie von denselben irotz aller ärztlichen Hilfe nicht befreit werden
weßhalb ich zu dem von Ihnen bereiteten Benedictiner meine letzte Zu⸗
flucht nahm und schon nach Gebrauch der ersten Flasche bedeutende Vesfer ⸗
ung verspürte. Jezt bin ich nach Verbrauch von einigen weitern Flasche;
on meinem loangiährigen Uebel ganz befreit.

ne Rernharél
Magen bitter.
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeir
u. s. w.
Préis àA FI. ea. IS0 Gr. InI. 1
Vortheilhafte Flasche von ca. 880 Gr. 2 Mt
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Verghad aodhe von C. Pingel in
Hhotlingen ist zu haben in St. ugbert bei Herrn J.
⸗riedrich.

st. Johann⸗Saarbr'cker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hjann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blaii. Wöchentlich 7mal. Vier—
eljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Fignet sich wegen großer Ver⸗
—XXD
eder Art.

⸗ — GZuut ααR Oαëααια ααααααααα
Druck und Verlag von F. X. Demeß iu St. Ingbert.
Hierzu für unsere Vo st⸗Abonnenten „Illnstrirtes Sonutagsblatt“ Nre. a. — UIn vor. Nr. soll es heißen stait Nr. 27. Nr. 2.
        <pb n="433" />
        Sf. Ingberker AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren RNRaum, Reclamen mit 30 D vpro Zeile berechnet.
A 110.

Sonntag, den 10. Juli

1880.
Deutsches Neich.

Die zur Berathnng der neuen Steuergesetzentwürfe niedergesetzte
Commission der bayerischen Abgeordnetenkammer hat in München
ihre Arbeiten seit einigen Tagen begonnen. Die Ansichten der MNit—
glieder gehen nach den bis jetzt bekannt gewordenen Aeußerungen
weit auseinander und ein Gleiches läßt sich auch von den Berath—
ungen in der Kammer erwarten, wenn die Sache überhaupt soweit
gedeihen sollte. Daß bei der Steuerreform schließlich nichts weiter
herauskommen wird, als eine Steuererhöhuug, wird von allen
Commissionsmitgliedern anerkannt. Bei den Berathungen machten
sich bis jetzt drei Richtungen bemerkbar. Die Einen wollen, daß
dieser Landtag mit der Steuerreform sich überhaupt nicht mehr be—
fasse, sondern deren Erledigung der neugewählten Kammer überlasse,
die Andern reden den ministeriellen Vorlagen das Wort und wünschen
deren Annahme noch durch den dermaligen Landtag, die Letzten
endlich schlagen einen Mittelweg ein, indem sie eine principielle
Steuerreform dem nächsten Landtag vorbehalten wollen, während
dieser sich mit dem Flicken und Revidiren der alten Steuergesetze
begnügen solle. Diese drei Richtungen werden wohl außer in den
Steuerausschüssen auch in der Kammer der Abgeordneten ihre Ver⸗
tretung finden.

Die „Allgem. Zig.“ bringt einen längeren sehr beachtens⸗
werthen Aufsatz über den. gegenwärtigen Stand der sozial—
demokratischen Bewegung und konstatirt, daß trotz des So⸗
zialistengesetzes die Sozialdemokratie nicht nur fortwährend äußere
Erfolge aufzuweisen hat, sondern, daß auch von einer Spaltung
der Partei oder einer Erschütterung ihrer geistigen Grundlagen nicht
die Rede sein kann. „Man möge sich hulen — sagt das genannte
Blatt —, die von der Sozialdemokratie drohende Gefahr als eine
überwundene, oder auch nur als eine wesentlich verringerte zu be⸗
trachten. Der sozialdemokratische Gedanke als solcher hat eine so
scharfe Formulirung und in unzähligen Köpfen ein so selbstständiges
Leben gefunden, daß er nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist,
ondern auf seinem eigenen Gebiet überwunden werven muß, und
in unglaublicher Verblendung wird fortwährend so viel neuer Stoff
zur Verbreitung materialistischer Lebensansichten und zur Zerstörung
der Ehrfurcht des Volkes vor dem sittlichen Erbe der Vergangen-
heit herbeigetragen, daß leider nicht an eine Abschwächung. sondern
nur an eine fortschreitende Verschärfung dieses Gedankens gedacht
werden kann. Fast noch schlimmer verhält es sich mit der spezifisch
revolutionären Richtung, welche in Wahrheit der Sozialdemokratie
als solcher innewohnt, von dem extremeren Theile derselben aber
auch als leitender Gesichtspunkt anerkannt wird. Je mehr die
Bewohnermassen der großen Städte und der Industriebezirke zu—
nehmen und je mehr eine industrielle Entwickelung fortschreitet,
welche stets die Gefahr in sich schließt, daß schlechte Konjunkturen
oiele Tausende von Arbeitern brodlos machen, desto mehr steigt ganz
von selbst die Gefahr und die Gelingenschance revolutionärer Aus—
brüche. Und auch der Prozeß, daß Angehörige des Mittelstandes
in das Proletariai und damit gewöhnlich in die Sozialdemokratie
hinabsinken, geht unaufhaltsam vor sich. Die Lage ist also unver—
ändert eine überaus düstere, fast könnte man sagen, eine trostlose
Hoffen wir, daß noch rechtzeitig ein Rettungsanker für die bedrohte
Gesellschaft sich finde; bis jeht vermögen wir höchstens erst schwache
Spuren eines solchen zu erkennen.“ — Das Sozialistengesetz ist
ein solcher Anker sicherich nicht!

Die „Koln. Ztg.“ bringt aus Straßburg die Nachricht
von der Zurdispositionsstellung des Staatssecretärs Herzog und
fügt hinzu, der Statthalter werde versuchen. ohne Slaaigekrelar
zu regieren.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 10. Juli. Auf dem morgen und über—
morgen (11. und 12. Juli) in Neustadt tagenden Verbandstage
der pfälz. Kreditgenossenschaften wird der hiesige Vorschußverein
vertreten sein durch seinen Kassierer Herrn Jos. Beer uͤnd drei
Ausschußmitglieder: Die HH. Stadtschreiber Bayer, Lehrer Dru mm
und Sam. Kahn.

* In der 8Correspondenz der gestrigen Nr. wolle im letzten
Satze statt „sein Spiel“ ꝛc. gelesen werden „sein Ziel“ u. s. 6.

Die Sammlung für die Wittelsbacher Landesstiftung
sst in der Pfalz beendigt, und wir geben nachstehend eine Auf⸗
tellung der Gaben der einzelnen Bezirksämter: Speyer
inclusive M. 6000 Beitrag der Anilin- und Sodafabrik Ludwigs⸗
hafen) M. 12690,74, Zweibrücken (inclusive M. 5000 Beitrag
der Herren Gebrüder Krämer in St. Ingbert) M. 9206, 19, Neu—
tadt M. 8596,76, Kaiserslautern M. 3789,32, Landau M. 3578,19,
Bermersheim M. 3058,93, Frankenthal M. 3054 88, Kirchheim⸗
»olanden M. 2590,99, Homburg M. 1722,785, Pirmasens M.
1688,71, Bergzabern M. 1584, Kusel M. 1128,59, zusammen
M. 532, 665.

Die Garnisons⸗Angelegenheit unserer Nachbarstadt St. Jo⸗
jann, an welche so viele Hoffnungen und Befürchtungen geknüpft
wurden, ist nunmehr, und wahrscheinlich für immer, entschieden.
Wie nämlich die „Saarbr. Ztg.“ hört, soll eine von militärfiska⸗
lischer Seite an das St. Johanner Bürgermeisteramt gelangte Zu⸗
chrift die Mittheilung enthalten, daß nicht beabsichtigt werde, nach
St. Johann eine Garnison zu legen.
Flur die Redaction verantwortlich: F. N

*St. Ingbert, 10. Juli. Wir erlauben uns auf das
jeute (Samstag) Abend im Cafe Oberhauser stattfindende humo⸗
ristische Concert der Singspielgesellschafi Schüler noch besonders
aufmerksam zu machen. Es geht der Gesellschaft ein sehr günstiger
Ruf voraus und hat dieselbe in den meisten Städten der Pfalz
durch ihre Vorstellungen großen Beifall geerntet. Möge durch
einen recht zahlreichen Besuch dieses Conceris dem Kunfinn hie—
iger Musikfreunde Ausdruck gegeben werden.

1671.
Noi
keine
Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquelle⸗Brust⸗
karamels und Kakao—
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
aiserliche Verordnung vom
k. Januar im ganzen Deut—
schen Reiche auch für Nicht—
Apotheker zum freien Ver—
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
Veters.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
F Um allen Mißverständ⸗
lissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfaälzischen

Gewerbemuseums.

Prtis des Koosts 3 Marh.
Ziehung am 26. October
1880.
hauptgewinne von 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Auf 20 Loossse eim Banr—
owinn.
Bestellungen sind zu richten an

ie General. Agentur

Julius Goldschmit

in Ludwigshafen am Rhein

Loose sind ferner zu haben

ei Franz Woll in St.
Inabert.

Ausland.

Der Salpeterkrieg,, der zwischen den südamerikanischen
Republiken Chile, Peru und Bolivia nun schon seit geraumer
Zeit zum Schaden auch des deutschen Handels wüthet, scheint
nunmehr seinem Ende sich zu nähern, und zwar zu Gunsten Chiles,
das sich in diesem Kriege wirklich heldenhaft gegen seine beiden
zrößeren Gegner geschlagen hat. Die Zeitungen von Valparaiso
veröffentlichten den Worilaut des Friedensentwurfes, den Chile
seinen Gegnern Peru und Bolibig cuacboten ba

Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—

handlungen und Postämtern.
        <pb n="434" />
        Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 15. Juli

nächsthin, Vormittags 10 Uhr zu
Schnappbach im Sterbhause
lassen die Erben des daselbst ver⸗
leblen Glashüttenaufsehers Phi⸗
pp Koch die zu dessen Nach⸗
laß gehörigen Mobilien, darunter
namentlich: Betten, Getüch, Klei⸗
der, Schreinwerk und sonstige
Haus⸗ und Küchengeräthschaften
btheilungshalber oͤffentlich in
Eigenthum versteigern.

St. Ingbert, 6. Juli 1880
K. Auffschneider
Amtsverweser.
Concursversteigerung.
Donnerstag den 22. Juli
1880, Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert lin der Wirth
schaft der Heusser'schen Bier⸗

orauerei
werden auf Betreiben von
Philipp Fitz, Geschäftsmann in
Si. Ingbert, als definitiver Ver⸗
walter der Concursmasse des
Bierbrauers Peter Heusser
allda,
die zu dieser Concursmasse
gehörigen Liegenschaften in der
Sleuergemeinde St. Ingbert
öffentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:
Pl. Nr. 198, 7 a 15 qm
Fläche, Wohnhaus mit
KZrauerei, Brennerei, Schop⸗
bden, Schweinställen und
dof mit Brunnen; Pl. Nr.
198, 68 qm Fläche, Scheuer
mit Stallung;
das Ganze gelegen zu St.
Ingbert an der Hauptstraße auf
dem Hauptplatze;
2Hl. Rr. 18924, 14 86
ijm Fläche, Wohnhaus mit
Stall, Hof, gemeinschaft⸗
lichem Eingang und Brun—
nen, gelegen zu St. Ing
bert in den Hobelsgärten;
Pl. Nr. 188, 53 qm Fläche,
Scheuer, Schrotmühle, Kel⸗
ler, Kegelbahn und Wirth⸗
schaftsschoppen und Hof⸗
raum; Pl. Nr. 20314,
34 qm Einfahrt;
Pl. Nr. 178 und 179,
10 a 60 qm Garten und
Pl. Nr. 4168 und 4169,
7 a 84 qm Garten und
Ackerland hinter den Ho—
belsgärten;
Pl. Nr. 83311, 32 4 40
qm Acker in der III. Pfuhl⸗
wieser Ahnung;
Pl. Nr. 3512, 17 a Acker
allda;
Pl. Nr. 38802, 27 2 80
qm Acker auf Schiffelland;
Pl. Nr. 3897 und 83898,
31 a4 1 qm Acker links in
den Kasteler Redern;
10. Pl. Nr. 3254, 13 4 29
pmAcker rechts in den Seyen.
Die Liegenschaften kommen
einzeln zum Ausgebote, die
Wohnhäuser und die Brauerei
mit Wirthschaftsgarten aber zu⸗
erst einzeln und dann als Gan⸗
zes, wobei für den Zuschlag der
Mehr⸗Ersas maßgebend ist

Mit der Brauerei geht auch
ie dazu gehörige Betriebs-Ein⸗
cichtung.

Unmittelbar nach der Immo—
ziliar⸗Versteigerung werden auch
ie zur besagten Concursmasse
zehörigen Fahrnißgegenstände ge⸗
jen Baarzahlung versteigert, wo⸗
Anter namentlich:

2 Kühe, 1 Mutterschwein,
11 Hühner und 1 Hahn,
l Einspänner-Wagen, 1
Bierwägelchen, etwa 200
Transportfässer, 1 Circu⸗
larpumpe, 1 Leiterkasten,
2 Dizimalwaagen, J Schrot⸗
mühle, 1 Windmühle, ca.
4 Etr. Hopfen, darunter
2 Ctr. prima Lagerbier⸗
jopfen, 400 Etr. Eis, ca.
30 100 Etr. Kartoffeln,
1 Bierpression, Bütten,
Züber, Hotten, Ständer,
Trichter, Küfergeschirr, Faß⸗
dech. — 2ꝛc.

Danksagung.

Für die liebevolle Theilnahme
zei der Beerdigung unseres lieben
Gatten, Vaters, Bruders, Schwa⸗
gers, Onkels, Schwiegervaters und
Großvaters

Johann Siegwardt
agen wir allen Freunden, Be⸗
kannten und Verwandten unsern
innigsten Dank.

Schnappbach, 10. Juli 1880.
Die krauernden Hinterbliebenen.

Sonntag 11. Juli
zei günstiger Witterung
Waldparthie
in der Anlage bei Sengscheid
mit Musik der Schadewitz'schen
—XE
Musik frei.
Höfl. ladet ein
Jak. Best.
Ein Garten in den Gassen⸗
zarten ist zu verkaufen. Wo?
agt die Exped. d. Bl.
Caffee Oberhauser.
Heute Samstag Nbend 8 Uhr:
Ou eert ——Iung
der Singspielgesellschaft „Schüler“
Mitglieder:
Signora Margherita Perona Violistin aus Turin.
Fraͤulein Hermine Cabicelly, Sängerin aus Tyrol.
33 — Character⸗Komiker.
G. Daupt. Zitherspieler. Eintritt frei.
Morgen Sonntag 2 große Vorstellungen.
Anfang Nachmiitag 4 Uhr und Abends 8 Uhr.
Entree 30 Pf.

ferner:
11 Tische, 86 Stühle,
Bänke, 1 Buffet, 2 Regu⸗
atoren, 1 Sekretär, Klei⸗
derschränke, 1Pfeilerschränk⸗
chen, verschiedene vollstän⸗
dige Betten, Weißzeug aller
Art, 1 Canapee, 1 Wasch⸗
tisch, Nachttischchen, Spie⸗
zel, Bilder, 2000 Cigarren,
I Küchenschrank, 1 Spar⸗
ochherd, sowie Haus⸗ und
Küchengeräthe aller Art.
Bemeriung: Eis, Hopfen und
dartoffeln werden bis zu dem
Tage der Versteigerung durch
en Concursverwalier aus freier
dand verkauft.

St. Ingbert, 10. Juli 1880.
K. Aufischneider,
Amtsverweser.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, am 12. Juli 1880
Morgens VNUhr, in der Behau—
ung des Handelsmannes Fer⸗
dinand Straß zu St. Ing⸗
hbert laäßt Herr Levi Rosenbaum
steutner in Zweibrücken die nach—
ezeichneten Gegenstände auf Borg

ersteigern:
2Kleiderschränke, J Küchen⸗
schrank, ĩ Commode mit
Aufsatz, 1Pfeilerschränkchen,
1. Naͤhtischchen, 2 runde
Tische, 2 Canapee, 6 Rohr⸗
tühle, 1 Sessel, 1 Pendule⸗
uͤhr, ZNachttischchen, Wasch—
ische, Spiegel, Bilder, 1
Deigemälde, sowie Haus—
und Küchengeräthe aller Art.
St. Ingbert, . Juni 1880.
Py. Fitzz,
Fleicheẽstamann.
ZSonntag den 11. Juli
Harmoniemusik
Anfang 3 Uhr
bei WPeter Jung.
Hauf—⸗
Converts

). Demetz. Hemdenfabrik,
V Landau i. Pfalz.
Zpezialilit: Herrn-Hemden nach Manß
aach deutschen, französischen und amerika⸗
aischen Zuschneide-Systemen.
15 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 26.-
mit glattem feinem leinen
Einsatz A B. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
—8WB— Sitz leiste ich Jedde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ch ein Hemd zur Auprobe ein, und kön⸗
nen fich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungssü hißkeit über-
zeugen.. —

x *
—e 00Do
Lerzogl. Braunscehweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genchmigt, und garautirt.
Dieselbe besteht aus 94,900 Original⸗Loosen und 48.000
Gewinnen.
Haupitreffer à 12,000,
10,000,
8000. 6
3000,6
3000,5
1000
9
2000,
1000,
500

1 Haupitreffer ev. 450,000,
J 300,000,
150,000,
100,000,
75,000,
25 900
790,
90,
90,
.00,
15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 45. und 16. Iuli 1880,
zu welcher ich Original⸗Loose
Qanzo Halbs Viertel Achtol
9fl. 40 4fl. 70 2fl. 35 äfl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
ViIIi. SsilIĩus,.
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rrannsehweig.
——

der 1000 Stück von 3. 50 Mk. an
su haben bei S. F. FJemen,ß.
IAF und Verlag von J. K. Demetz iu St. Inabert.
Aieru 3RßRukbrirtes Zonntaagëshi

1440⸗

—
F

2
        <pb n="435" />
        Sl. Ingberker Mnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

AA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Posit bezogen 14 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
A To.

Sonntag, den 10. Juli

18585
Deutsches Reich.

Die zur Berathnng der neuen Steuergesetzentwürfe niedergesetzte
Commission der bayerischen Abgeordnetenkammer hat in Muͤnchen
ihre Arbeiten seit einigen Tagen begonnen. Die Ansichten der Mit⸗
glieder gehen nach den bis jetzt bekannt gewordenen Aeußerungen
weit auseinander und ein Gleiches läßt sich auch von den Berath—
ungen in der Kammer erwarten, wenn die Sache überhaupt soweit
gedeihen sollte. Daß bei der Steuerreform schließlich nichts weiter
herauskommen wird, als eine Steuererhöhuug, wird von allen
Commissionsmitgliedern anerkannt. Bei den Berathungen machten
sich bis jetzt drei Richtungen bemerkbar. Die Einen wollen, daß
dieser Landtag mit der Sieuerreform sich überhaupt nicht mehr be—
fafsse, sondern deren Erledigung der neugewählten Kammer überlasse,
die Andern reden den ministeriellen Vorlagen das Wort und wünschen
deren Annahme noch durch den dermaligen Landtag, die Letzten
endlich schlagen einen Mittelweg ein, indem sie eine principielle
Steuerreform dem nächsten Landtag vorbehalten wollen, während
dieser sich mit dem Flicken und Revidiren der alten Steuergesetze
begnügen solle. Diese drei Richtungen werden wohl außer in den
Steuerausschüssen auch in der Kammer der Abgeoroneten ihre Ver—
tretung finden.

Die „Allgem. Ztg.“ bringt einen längeren sehr beachtens⸗
werthen Aufsatz über den gegenwärtigen Stand der sozial—
demokratischen Bewegung und konstatirt, daß trotz des So⸗
zialistengesetzes die Sozialdemokratie nicht nur fortwährend äußere
Erfolge aufzuweisen hat, sondern, daß auch von einer Spaltung
der Partei oder einer Erschütterung ihrer geistigen Grundlagen nicht
die Rede sein kann. „Man möge sich hüten — sagt das genannte
Blatt —, die von der Sozialdemokratie drohende Gefahr als eine
überwundene, oder auch nur als eine wesentlich verringerte zu be⸗
trachten. Der sozialdemokratische Gedanke als solcher hat eine so
scharfe Formulirung und in unzähligen Köpfen ein so selbstständiges
Leben gefunden, daß er nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist,
sondern auf seinem eigenen Gebiet überwunden werden muß, und
in unglaublicher Verblendung wird fortwährend so viel neuer Stoff
zur Verbreitung materialistischer Lebensansichten und zur Zerstörung
der Ehrfurcht des Volkes vor dem sittlichen Erbe der Vergangen—
heit herbeigetragen, daß leider nicht an eine Abschwächung. sondern
nur an eine fortschreitende Verschärfung dieses Gedankens gedacht
werden kann. Fast noch schlimmer verhält es sich mit der spezifisch
revolutionären Richtung, welche in Wahrheit der Sozialdemokratie
als solcher innewohnt, von dem extremeren Theile derselben aber
auch als leitender Gesichtspunkt auerkannt wird. Je mehr die
Bewohnermassen der großen Städte und der Induftriebezirke zu⸗
nehmen und je mehr eine industrielle Entwickelung forisschreilet,
welche stets die Gefahr in sich schließt, daß schlechte Konjunkturen
viele Tausende von Arbeitern brodlos machen, desto mehr steigt ganz
von selbst die Gefahr und die Gelingenschance revolutionärer Äus—
brüche. Und auch der Prozeß, daß Angehörige des Mittelstandes
in das Proletariai und damit gewöhnlich in die Sozialdemokratie
hinabsinken, geht unaufhaltsam vor sich. Die Lage ist also unver⸗
andert eine überaus duͤftere, fast könnte man sagen, eine trostlose.
Hoffen wir, daß noch rechtzeitig ein Rettungsanker für die bedrohte
Gesellschaft sich finde; bis jetzt vermogen wir hochstens erst schwache
Spuren eines solchen zu erkennen.“ Das Sozialistengesetz ist
ein solcher Anker sicherlich nicht!

Die „Köln. Ztg.“ bringt 'aus Straßburg die Nachricht
von der Zurdispositionsstellung des Staatssecretärs Herzog und
fügt hinzu, der Statthalter werde versuchen, ohne Staatssekretär
zu regieren.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 10. Juli. Auf dem morgen und über⸗
morgen (11. und 12. Juli) in Neustadt tagenden Verbandstage
der pfälz. Kreditgenossenschaften wird der hiesige Vorschußverein
vertreten sein durch seinen Kassierer Herrn Jos. Beer uͤnd drei
Ausschußmitglieder: Die HH. Stadtschresder Bah er, Lehrer Dru mim
und Sam. Kahn.

*In der 8⸗Correspondenz der gestrigen Nr. wolle im letzten
Satze statt „sein Spiel“ ꝛc. geiesen werden sein Ziel“ u. s. w.

F Die Sammlung für die Wittelsbacher Landes stiftung
ist in der Pfal z beendigt, und wir geben nachstehend eine Auf⸗
stellung der Gaben der einzelnen Bezirksämter: Spehyer
sinclusive M. 6000 Beitrag der Anilin- und Sodafabrik Ludwigs⸗
hafen) M. 12690,74, Zweibrücken (inclusive M. 5000 Beitrag
der Herren Gebrüder Krämer in St. Ingbert) M. 9206, 19, Neu—
stadt M. 8396,76, Kaiserslautern M. 3739,32, Landau M. 3578,19,
Germersheim M. 3058,93, Frankenthal M. 3054,83, Kirchheim⸗
bolanden M. 2590,99. Homburg M. 1722 78, Pirmasens M.
1683,71, Bergzabern M. 1584. Kusel M. 112839. zusammen
M. 532, 665.

Die Garnisons⸗Angelegenheit unserer Nachbarstadt St. Jo⸗
hann, an welche so viele Hoffnungen und Befürchtungen geknüpft
wurden, ist nunmehr, und wahrscheinlich für immer enischieden.
Wie nämlich die „Saarbr. Zig.“ hört, soll eine von miliiärfiska—
lischer Seite an das St. Johanner Bürgermeisteramt gelangte Zu⸗
chrift die Mittheilung enthalten, daß nicht beabsichtigt werde, nach
St. Johann eine Garnison zu legen.
Flir die Redaction verantworiliche F. FDeme 3.
*St. Ingbert, 10. Juli. Wir erlauben uns auf das
heute (Samstag) Abend im Cafe Oberhauser stattfindende humo⸗
cistische Concert der Singspielgesellschafi Schüler noch besonders
aufmerksam zu machen. Es geht der Gesellschaft ein sehr güͤnstiger
Ruf voraus und hat dieselbe in den meisten Städten der Pfalz
durch ihre Vorstellungen großen Beifall geerntet. Möge durch
inen recht zahlreichen Besuch dieses Conceris dem Kunstfinn hie⸗
iger Musikfreunde Ausdruck gegeben werden.

1671.
Noch
keine
Krankheit hat bisher
den weltberühmten
Mineralquell-⸗-Brust-
karamels und Kakao⸗
Thee Maria Benno
von Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
daiserliche Verordnung von
1. Januar im ganzen Deut—
ichen Reiche auch für Nicht-
Apotheker zum freien Ver—
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jeau
Peters.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Mat y Geldgewinnste.
AF uUm allen Mißverständ⸗
tissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen'
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfaälzischen
Gewerbemuseums.
irtis des Fooses 3 Marh.
Ziehung am 26. October
1880.
Hauptgewinne von 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
fus 20 Loose eim Ranar-
ewinn.
Bestellungen find zu richten ar
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
ei Franz Woll in St.
Inabert.

Ausland.

Der Salpeterkriege, der zwischen den südamerikanischen
Republiken Chile, Peru und Bolivia nim schon seit geraumer
Zeit zum Schaden auch des deutschen Handels wüthet, scheint
nunmehr seinem Ende sich zu nähern, und zwar zu Gunsten Chiles,
das sich in diesem Kriege wirklich heldenhaft gegen seine beiden
zrößeren Gegner geschlagen hat. Die Zeitungen von Valparaiso
oeroffentlichten den Worilaut des Friedensentwurfes, den Chile
jeinen Gegnern Veru und Bolivia angeboten hat

Deuntsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon G. Lenneck
Man bestellt jederzeit in allen Buch

handlungen und Postämtern
        <pb n="436" />
        Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 15. Juli

nächsthin, Vormittags 10 Uhr zu

Schnappbach im Sterbhause

lassen die Erben des daselbst ver⸗

lebten Glashuttenaufsehers Phi⸗
lipp Koch die zu dessen Nach⸗
laß gehörigen Mobilien, darunter
namentlich: Betten, Getüch, Klei⸗
der, Schreinwerk und sonstige

Haus⸗ und Küchengeräthschaften

abtheilungshalber oͤffentlich in

Eigenthum versteigern.

Si. Ingbert, 6. Juli 1880.
q. Auffschneider
Amtsverweser.
Concursversteigerung.
Donnerstag den 22. Juli
1880, Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth
schaft der Heusser'schen Bier⸗

hrauerei

werden auf Betreiben von

Philipp Fitz, Geschäftsmann in
Si. Ingbert, als definitiver Ver⸗
walter der Concursmasse des
hierbrauers Peter Heusser
allda,

die zu dieser Concursmasse

gehörigen Liegenschaften in der

Sieuergemeinde St. Ingbert

offentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, nämlich:

IPl. Nr. 195, 7 2 15 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Brauerei, Brennerei, Schop⸗
hen, Schweinställen und
Hof mit Brunnen; Pl. Nr.
98, 68 qm Fläche, Scheuer
mit Stallung;

das Ganze gelegen zu St.

Ingbert an der Hauptstraße auf

dem Hauptplatze;

2. Pl. Nr. 18924, 14 36
qm Fläche, Wohnhaus mit
Stall, Hof, gemeinschaft⸗
lichem Eingang und Brun—
nen, gelegen zu St. Ing—
bert in den Hobelsgärten;
Pl. Nr. 188, 53 qm Fläche,
Scheuer, Schrotmühle, Kel⸗
ler, Kegelbahn und Wirth—
schaftsschoppen und Hof⸗
raum; Pl. Nr. 203,
34 qm Einfahrt;

Pl. Nr. 178 und 179,
10 a 60 qm Garten und
Pl. Nr. 4168 und 4169,
a 84 qm Garten und
Ackerland hinter den Ho—
belsgärten;
Pl. Nr. 83311, 32 4 40
Im Acker in der III. Pfuhl⸗
wieser Ahnung;
Pl. Nr. 3512. 17 a Acfer
allda;
Pl. Nr. 3802, 27 2 30
qm Acker auf Schiffelland;
pᷣl. Nr. 38897 und 3898,
zi a 1 qm Acker links in
den Kasteler Redern;
Pl. Nr. 3254, 13 4 29
pmAcker rechts in den Seyen.
Die Liegenschaften kommen
einzeln zum Ausgebote, die

Wohnhäuser und die Brauerei

mit Wirthschaftsgarten aber zu—

erst einzeln und dann als Gan⸗
zes, wobei für den Zuschlag der

Mehr⸗Erlös maßqgebend int

Mit der Brauerei geht auch
die dazu gehörige Betriebs⸗Ein⸗
richtung.

Unmittelbar nach der Immo—
ziliar⸗Versteigerung werden auch
die zur besagten Concursmasse
gehörigen Fahrnißgegenstände ge⸗
gen Baarzahlung versteigert, wo⸗
unter namentlich:

2 Kühe, 1 Mutterschwein
11 Hühner und 1 Hahn,
J GEnspänner-Wagen, 1
Bierwägelchen, etwa 200
Transportfässer, 1 Circu⸗
larpumpe, 1 Leiterkasten,
2 Dizimalwaagen, J1 Schrot⸗
mühle, 1 Windmühle, ca.
4 CEtr. Hopfen, darunter
2 CEtr. prima Lagerbier⸗
hopfen, 400 Ctr. Eis, ca.
80- 100 Ctr. Kartoffeln,
1 Bierpression, Bütten,
Züber, Hotten, Ständer,
Trichter, Küfergeschirr, Faß⸗
pech. — ꝛ⁊c.
ferner:
11 Tische, 86 Stühle,
Bänke, 1 Buffet, 2 Regu⸗
latoren, 1 Sekretär, Klei⸗—
derschraänke, 1Pfeilerschränk⸗
chen, verschiedene vollstän⸗
dige Betten, Weißzeug aller
Art, 1 Canapee, 1 Wasch⸗
tisch, Nachttischchen, Spie⸗
gel, Bilder, 2000 Cigarren,
1 Küchenschrank, 1 Spar⸗
kochherd, sowie Haus⸗ und
Küchengeräthe aller Art.
Bemerkung: Eis, Hopfen und
dartoffeln werden bis zu dem
Tage der Versteigerung durch
zen Concursverwalter aus freier
hand verkauft.

St. Ingbert, 10. Juli 1880
K. Auffschneider,
Amtsperweser.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Montag, am 12. Juli 1880
Morgens 9 Uhr, in der Behau⸗
ung des Handelsmannes Fer⸗
dinand Straß zu St. Ing⸗
»ert laͤßt Herr Levi Rosenbaum
Rentner in Zweibrũcken die nach⸗
ʒezeichneten Gegenstände auf Borg

ersteigern:
ZKleiderschränke, J Küchen⸗
schrank, 1 Commode mit
Aufsatz, 1 Pfeilerschränkchen,
1 Naͤhtischchen, 2 runde
Tische, 2 Canapee, 6 Rohr⸗
stühle, 1 Sessel, J Pendule⸗
uͤhr, 2Nachttischchen, Wasch⸗
ische, Spiegel, Bilder, —1
Deigemälde, sowie Haus-
und Küchengeräthe aller Art.
—A
Vh. Fitz,
Geschaftamann.
Sonntag den 11. Juli
Zarmoniemusik
Anfang 83 Uhr
dei Veter Jung.
Hauf⸗
Converts
er 1000 Steckvor 3. 50 Mk. an
F haben bei F. F. Dem en
dreuck und Verlag von

4

Danksagung.

Fuür die liebevolle Theilnahme
ʒei der Beerdigung unseres lieben
Fatten, Vaters, Bruders, Schwa⸗—
gers, Onkels, Schwiegervaters und
Broßvaters

Johann Siegwardi
agen wir allen Freunden, Be⸗
sannten und Verwandten unsern
mnnigsten Dank.

Schnappbach, 10. Juli 1880.
die kauernden Hinterbliebenen.

Sonntag 11. Juli
hei günstiger Witterung
Waldparthie
in der Anlage bei Sengscheid
mit Musik der Schadewitz'schen
Kapelle.
Musik frei.
Höfl. ladet ein
Jak. Best.
Ein Garten in den Gassen⸗
zarten ist zu verkaufen. Wo?
I Bl.
Caffee Oberhauser.
bend 8 Uhr:
—XER
er Singspielgesellschaft „Schüler“
Mitglieder:
Signora Margherita Perona Violistin aus Turin.
Fraͤulein Hermine Cavicelly, Sängerin aus Tyrol.
F. Riegel,
— —* Character⸗Komiker.
G. Haupt, Zitherspieler. Eintritt frei.
Morgen Sonntag 2 große Vorstellungen.
Anfang Nachmitag 4 Uhr und Abends 8 Uhr.
Entree 30 Pif.
d. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.
Spezialitãt: HerrucHemden nach Manß
nach deutschen, franzosischen und amerika—
nischen Zuschneide-Systemen.
1. Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz A 26. -
iu mit glattem feinem leinen
Einsatz A GSO. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤße und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
mhet Sitz leiste ich jede Ea⸗
ntie; nach erfolgter Bestellung sende
ch ein Hemd zur Auprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungsfühigkeit über-
eugen.

Heute Samstaec
—AXAX

— 0 —,
Herzogl. ßraunschweigische
bDandes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,00 Original⸗Loosen und 48.000
Gewinnen.
1 Haupitreffer eb. 450,000,
à 300,000,
150,000,
00.000,
75,000,
000,
00,
90,
0
90,
.5,000, 1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 13. und IB. Iuli 1880,

1 Haupttreffer à 12,000
22 10.000,
⸗ 3000
3000
3000,
1900
3000
2000,
000
500
2

zu welcher ich Orig aal⸗Loose
Ganzo LHalbe Viertel X
gfs. 40 Afl.70 2fl. z33 f. 18
gegen Einsendung des Vetrages oder Postvorschuß versende
Icder Svpieler erhält die Gewinnlisten gratis.
v7— 313
FFn. slinus,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗-Lotterie
in Rraunsehweig.
.

*
F

Deme»k iun St. Inabert.
a TRlustrirtea Sonntagéhlatu““ Mr.

2.
        <pb n="437" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

MAA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswart
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschriste oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M III. Dienstag, den 12. Juli 1880.
Deutsches Reich.

In der zweiten Sitzung des Steuergesetz-Ausschusses der
bayerischen Abgeordnetenkammer theilte der Finanzminister mit,
das Deficit der vorigen Finanzperiode, welches 25 Mill. M. betrug,
jabe der Landtag gedeckt; dies Deficit habe also mit den projectirten
neuen Steuergesetzen nichts zu thun. Der Hauptzweck derselben
jei, die Steuer⸗Ungleichheiten zu vermindern und den Druck der
Gemeinde⸗ und Districtsumlagen zu erleichtern; denn in diesen liege
der hauptsächliche Grund der Klagen; die Steuern, welche der
Staat erhebt, seien nicht so gar drückend; in keinem Staai treffe
von Staatssteuern weniger auf den Kopf, als in Bayern.

Nach seiner Sitzung am Freitag hat sich der Ausschuß der
bayerischen Abgeordnetenkammer zur Berathung der Sieuer—
reformgesetze bis nach Zusammentritt der Kammer vertagt, damit
»ie Ausschußmitglieder sich alsdann mit ihren Fraktionsgenossen
besprechen können über die geschäftsmäßige Behandlung der vier
Besetzentwürfe. In die eigentliche Berathung derselben wird der
Ausschuß erst im künftigen Herbst eintreten — Wie man ver—
nimmt wird das Kriegsministerium außer dem ordentlichen Militär—
Etat auch eine außerordentliche Creditforderung vorlegen.

Wie das „Mont.«Bl.“ hört, fanden mit dem baherischen
Regierungspräsidenten in Würzburg, Grafen v. Lurburg, Ver—
handlungen wegen Uebernahme des durch den Rücktritt Herzogs
dagant gewordenen Posten des Staats-Sekretärs für Elsaß-Loth—
ringen statt. Graf Lurburg ist kein Neuling in elsässischen Ver—
zältnissen. Er war der erste Präfekt des Niederrheins, zu welcher
Stellung er am 29. August 1870 berufen wurde. Dort hat er
urch seine humane Verwaltung ein gutes Andenken zurückgelassen.

Der Konig von Griechenland war am Samstag zu kurzem
Aufenthalte in Berlin eingetroffen; von hier reiste er kach Kopen—
‚Jagen (er ist bekanntlich ein dänischer Prinz) und wird später
Petersburg besuchen.

Wie das „B. T.“ wissen will, stände in der nächsten Zeit
ine, Zusammenkunft des deutschen Kaisers mit dem Kaiser von
Desterreich bevor. Der Tag dieser Monarchenzusammenkunft
ei zwar nech nicht festgesetzt, jedenfalls aber dürfte dieselbe im
Monat Juli stattfinden, denn Ende Juli will der österreichische
Herrscher die Provinz Schlesien und darauf Galizien besuchen.
Die Zusammenkunft soll im Bade Gastein vor sich gehen. In
Schlesien wird Kaiser Franz Josef von dem deutschen Kronprinzen
ind dem russischen Thronfolger begrüßt werden und in Galizien,
eziehungsweise an der Grenze der Bukowina, von den Fürsten
Rumäniens und Bulgariens. Der Gasteiner Ziisammenkunft wird
man eine gewisse politische Bedeutung nicht absprechen können, schon
»arum nicht, weil sie einen neuen Beweis fuͤr die ungeschwächte
Freundschaft der Herrscher Deutschlands und Oesterreichs bilden
wird. Es ist nahezu überflüssig dergleichen besonders zu betonen,

und doch gewährt es eine große Veruhigung, daß man immer
viedet constatiren kann. Deutichland und Oesterreich stehen fest
usammon.

Kaiser Wilhelm ist am Samstag von Ems nach Koblenz
abgereist. (Von da begibt er sich auf die Insel Mainau zu den
Jroßh. badischen Herrschaften.)

In wie hohem Maße die Leistungen der auf der Aus stel⸗
hung in Sydney vertretenen deuijchen Industrie sich die An—
zxkennung der öffentlichen Meinung jenes fernen Erdtheiles erworben
Jaben, erhellt sowohl aus dem lobenden Urtheile der australischen
Tagespresse, als namentlich auch aus den in britischen Kreisen laut
verdenden Konkurrenzbefürchtungen, was die kommende Melbourner
Ausstellung betrifft. Man fürchiet eben die Konkurrenz Frankreichs,
ner Vereinigten Staaten, besonders aber die Deutschlands. „Diese
ränder“, schreibt der ‚South Australian Advertiser“ vom 21. Febr.,
erweisen sich bereits als mächtige Nebenbuhler in fast jedem Theile
»er Welt, und es fehlen die Anzeichen keineswegs, welche darauf
indeuten, daß die Zeit nicht mehr fern liegt, wo das Kapital
hroßbritanniens und ein beträchtlicher Theil seiner industriellen
Bevolkerung in anderen Gebieten wird Verwendung suchen müssen.“
Von den Vereiniaten Staaten saat der Artikel daß ibte rasche

Entwicklung in England schon seit Jahren ernstliche Bedenken wach⸗
gerufen hätte; aber Dasselbe könne jeßt auch vom deutschen Reiche
gesagt werden, wo in letzter Zeit „wuͤndervolle Fortschritte“ erzielt
vorden seien. Diese Erfolge werden den vielen Kunstgewerbe- und
anderen Fachschulen sowie den Lehrwerkstätten zugeschrieben und der
bermehrten Aufmerksamkeit, welche die Regierungen der Industrie
schenken.
Ausland.

Das franzöfische „Journal officiell“ veröffentlichte ein Dekret
der französischen Regierung vom 10. Juli, wonach allen wegen
des Aufstandes von 1870/71 und wegen der späteren aufständischen
Bewegungen Verurtheilten die Strafen vollständig erlassen werden.
Also ausnahmslose Amnestie.)

Die Pforte hat wieder einmal eine Spezialkom mission
zur Berathung der Reformen für die asiatische Türkei eingesetzt.

Der russische „Regierungsbote“ veröffentlicht eine kaiserliche
Verordnung, betreffend die Äufhebung der.zollfreien Einfuhr von
Bußeisen und Eisen aus dem Auslande in Rußland und be—
reffend die Abänderung des Zolltarifs für Eisen, Stahl, Metall⸗
vabrikate und Maschinen. (Durch diese Maßregel wird insbesondere
auch der deutsche Eisenhandel beiroffen.)

Die „Times“ meldet aus Philadelphia, die Regierung
der Vereinigten Staaten von Nordamerika sei geneigt, den Frieden
zwischen Chili und Peru zu vermitteln und habe ihre Ver—
treter in Santiago und Lima angewiesen, die dortigen Regierungen
n dieser Beziehung zu sondiren.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 183. Juli. Nächsten Sonntag Nachmit⸗
tag um 1 Uhr im Vereinslokale des Musikvereins (Café Ober⸗
sauser) wird Herr Revisor Schwa ger von Ludwigshafen mit
den activen Mitgliedern des hiesigen Musikvereins, des
„Männergesangvereins Blieskastel“ und der
„Eintracht“ von Saarbrücen eine gemeinschaftliche
Probe der Chöre und Halbchöre vornehmen, welche bei dem dem⸗
aächst in Ludwigshafen statifindenden pfälz. Sängerfeste gesungen
verden. Wir wissen nicht, ob Nichtmitwirkenden der Zutritt zur
Probe gestattet ist. Im bejahenden Falle hätten dieselben bei den
mnerkannt tüchtigen gesanglichen Leistungen der genannten Vereine
gewiß einen seltenen musikalischen Genuß in Aussicht stehen.

m Aus dem Kanton Waldmohr.“ Vor einigen
Tagen verbreitete sich in hiesiger Gegend die Nachricht, der hier
ziemlich allgemein bekannte Wirth Conrad Jun g von Alten—
kirchen sei plötzlich an Blutsturz gestorben. Da derselbe jedoch
hei einer Lebensversicherungsgesellschaft versichert war, wurde seitens
der Direction dieser Gesellschaft Section der Leiche verlangt und
siehe da — bei derselben zeigte es sich, daß sich der Betreffende
durch einen Revolverschuß in den Mund selbst entleibt hatte. —
Bei einer der letzten Sitzungen des Amtsgerichts Waldmohr
tamen 2 Schöffen um kuͤrze Zeit zu spät in das Amtslocal und
wurden deshalb zu je 10 Mark Strafe verurtheilt. Wie verlautet,
beabsichtigen dieselben gegen dieses Urtheil zu appelliren.

F(Gahrtaxermäßi gung.) Gelegentlich der gewerb⸗
lichen und landwirthschaftlichen Ausstellung des Pfalzgaues in
Mannheim findet auf den Pfälzischen Bahnen während dreier
Perioden, und zwar in der Zeit vom 11. bis incl. 18. Juli, vom
26. Septbr. bis 3. Oktober einschließlich und während einer Woche
in der Zwischenzeit, welche später noch besonders bekanntgegeben
vird, eine Fahrtaxermäßigung von 5000 zu allen Zügen mit Per—
onenbeförderung nach Ludwigshafen und Mannheim Statt. An
den Billetschaltern ist zugleich eine Anwceisung zum Preise von einer
Mark zu lösen, gegen deren Vorzeigung der Inhaber am Eingange
in die Ausstellung eine Eintrittskarie kostenfrei erhält.

F Bezüglich einer Omnibusverbindung zwischen Blies—
astel und Habkirchen, bezw. Ensheim sind Schritte
hei der k. Regierung eingeleitet.

In Blieskastel wurde am Sonntag ein aus 25 Mit—
zliedern bestehendes Comite gewählt, das mit der Aufgabe betraut
it. eine würdige Feier des Rittelshacher Jubiläums vörzubereiten
        <pb n="438" />
        Am Samstag Abend entgleiste beim Einfahren in die
Station Rieschweiler die Lokomotive eines Personenzuges.
Zum Glück war der Zug nur mehr schwach im Gang, so daß die
Entgleisung, abgesehen von der Beschädigung der Lokomitive und
des Bahnkoͤrpers, ohne weiteren Unfall ablief und Zugpersonal
ind Passagiere mit dem bloßen Schrecken davonkamen.

Der Skadtrath'von Pirmasens hat die Gehälter
der dortigen Volksschullehrer neu regulirt, bezw. erhöht. Nach
einem Beschlusse stellt sich das jährl. Anfangsgehalt nunmehr auf
1400 M. (Efrüher 1200 M.), in Quinquennial⸗-Zulagen steigt
dasselbe bis auf 700 M. (cEinen ganz ähnlichen Beschluß faßte
dor einigen Tagen in derselben Angelegenheit auch der Stadtrath
don Kaijserslautern.)

In der Prozeßsache Dr. Goldfus gegen die Stadt
Otterberg wurde die letztere vom k. Landgerichte Kaiserslautern
verurtheilt, an Dr. Goldfus jährlich 300 fl., sowie die bis heute
rückständigen Sustentationsbeiträge von 1200 Mark zu entrichten.
Der frühere Bürgermeister de Siadt Otterberg, Mayer, hatte
Hrn. Dr. Goldfus Zusage im Sinne der vorstehenden gerichth
Entscheidung gemacht, ohne, wie es heißt, hiezu vom Stadtrath
ermaͤchtigt gewesen zu sein. Die Stadt Otterberg wird sich nun
wohl an Hrn. Mayer halten.)

Auf der Station Fre insheim sollen während der dies⸗
ährigen Kirschenernte nicht weniger als 258,490 Kilo Kirschen
etladen worden sein.

In Dierbach wurde am Morgen des 14. v. Mis. der
Ackeret Joh. Becker von da in seinem Hofe erschlagen gefunden.
Es soll endlich gelungen sein, den oder die Thater ausfindig zu
machen und zu verhaften.

Die diesjährige Anstellungsprüfung für die pfälzischen
Schuldiensterspektanten beginnt am 23. September im
Schullehrerseminar zu Speher.

Am Donnerstag Abend zwischen 9 und 10 Uhr schwang
sich auf der neuen Bruͤcke zwischen St. Johann und Saar⸗
Fr7üäsdten plötzlich ein Mann auf das Geländer und stürzte sich—

aachdem er noch den lauten Ruf: „Hurrah!“ ausgestoßen, kopfüber
n die Saar. So schnell als möglich suchte man den Mann zu
Aiten — allein vergeblich — er konnte nach langem Suchen nur
As Leiche ans Land gebracht werden. Wie es heißt, soll der Er⸗
srunkene ein Bremser oder Werkstättenarbeiter sein.

Saarbrücken. Die drei Zivilisten, welche am Sonn⸗
ag Nacht einen Dragoner überfielen und niederschlugen, sind er⸗
niutelt und zwei zur Haft gebracht. Beide Verhaftete sind Metzger⸗
zurschen aus Malstatt. Der Soldat erhielt mittelst sogenannter
Todtfchläger so wuchtige Hiebe über den Kopf, daß ein doppelter
Schädelbruch konstatirt und der Zustand des Verletzten ein fast
—I Ueberfall soll sich am ersten Tunnel
in der Schleifmühle, und zwar früh drei Uhr, zugetragen haben.
Dder Dragoner war, trotz Regimenisverbots auf das Malstatter
holksfest zum Tanz gegangen. Eifersucht scheint das Motiv der
ohen That gewesen zu sein,

Am Mintwoch fand zu Grube König bei Neunkirchen
eine Explosion schlagender Wetter statt und wurden 4 Bergleute
nehr oder weniger verletzt, so daß dieselben ins Lazareth gebracht
verden mußten. Auch blieben 2 Pferde, die zur Förderung be—
rützt wurden, todt.

4 EinOpfer der Tanzlust. Man schreibt der „Tr. Ztg.“
us Saarn, 6. Juli. Die „Saarner Kirmes“ hat in diesem
Jahre ein trauriges Ende gehabt. Ein junges Mädchen, welches
n vergangener Nacht erst gegen 12143 Uhr im Tanzsaal erschien,
etzte sich nach beendigtem ersten Tanze an einen Tisch und ver—
chied nach kaum einer Minute in Folge eines Herzschlages.

Gezeichnender Drudfehler.) Abg. Dr. Virchow sagte
m preußischen Landtage, daß Fürst Bismard im „Kulturkampfe“
die große Reichssturmfahne geführt habe. Die „National⸗Ztg.“
nthält nun den gelungenen Druckfehler. Das sei „die garoße
Keichssteuerfahne“ gewesen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

——

Das Jahrgedächtniß für Frau
Louise EChandon findet am
donnerstag den 15. Juli
morgens um 8 Uhr in hiesiger
ßfarrkirche statt, wozu Verwandte
ind Freunde hiermit höflichst
ingeladen werden.

3*8 Feier des 10jährigen

Gedenktages der Schlacht
ei Sedan und des Wittels⸗
hacher Regierungs⸗ Ju⸗
bilaums beehrt sich die unter⸗
eichnete Firma wasserechte Flag⸗
gen, Fahnen, Wappenschil⸗
Jer, Festabzeichen, Lampions,
Transparente als: Kaiser,
ronprinz, König Ludwig ꝛc.
Depesche des Kaisers an die
Kaiserin 2. Sept. 1870 in
großem Format 75 Pf., Feuer⸗
pertskörper, ꝛc. zu empfehlen.

Preisverzeichnisse umsonst.
Bonner Flaggen⸗ u. Fahnen⸗
Fabrik in Bonn a. Rhein.
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
uflich so lange Vorrath noch

haben bei:

*. J. Grewenig,

Wvooll, Buchhandlung.

50 Friedrich. —

Bekanntmachung.
Die Anlieferung der Victualien für das diesjährige
der Koniglichen Steinkohlengrube e eee
dehend in Brod, Schweine- und Ochsenfleisch soll:

Freitag den 1i6. d. Mts. Vormittags 10 Uhr
m Vüreau der Unterzeichneten im Wege der Submission ver—
geben werden.
ffen Die Bedingungen liegen im genannten Büreau zur Einsicht

Zulabach, den 6. Juli 1880.
Könialiche Verginspection V.
—— — —— — — — — —
Ace 0 Versagßoua7 Demen iu St. Inabert

Mein Haus (früher Joh.
Zcherff) an der Großbach ist
zu verkaufen oder zu vermiethen.

Nikolaus Schweitzer,
Jüncher.

GeschäftsAnzeige. —
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen. daß ich mich i
SZchnavpbach ale æeig ß ich mich in
Bünnche *
ꝛtablirt habe und empfehle mich in allen in dieses Geschäft ein—
chlagenden »Arbeiten unter Zusicherung pünktlicher und billiger
Redienung.
L. PVoller.

—,——
Herogl Braunschweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe bestebt aus 94,000 Original⸗Loosen und 48. 000
Gewinnen.
2

Haupttreffer à 12,000,
10,000,
8000,*
6000,4
5000,
1000,.
Rdons
oα
1000,
500.

4*

0,
00,
„15,000,1
Reichs-⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15 un 6. Juli 1880, J
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganꝛzo LHalbo Viertel —XX
gfl. 40 4fl. 70 2 fl. 35 üfl. 18
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten aratis.

223
323
348

dius,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes-VLotterie
in Rraunsehweig.
0D6BOOOOOO.--
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        21 22 —22222 a S an .4 —E .2 322. 5 2 4222
3533855 —383535358 —
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5 — 232553355 5—887 ——— —— 572 — 25378
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2 —5533 35552 »3 55233535 —8

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253.5 * — 228 —J 5358 32 732
323583 553 5553826 : 955355 A— 33233535
* * * — — e— 2* —
535 53 283383532* * 5 9 27*——35 52285
. 2 55 0 55—5383862 * — ——— —226833 83252
423833232—88 24 —255 5—5 32538 ——07 27 58582
18333553 555 82—3823.,538 5325 33233 *3 53 58
5— 5372* 3253 557 IIX 53333z353 35335
— — — * —*3 — — 2 — * 32
8 5 ꝛ — — 225 — 5—53822— * 5 —E 2323 2 —
28598 522 m 5* ———E22 —3 2 — 8 2 13 * 2 2
2 222 — 32.5 —8* 5 52 — 2 5 — — — 522
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———— 8 —228 2 2 32.25 — 3285 *
2 —— 555 —3 —— 8 5 * 3 525
——— —— 3832357 7
8* 5 — 25372 5 2 235 5— 53832538 —25
2 C2 2 —VAI— — 257 S 2 —A — 9. 2 9 —3z5 55
I5⏑ 3535555 3355 —
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— 2 2.— 2 8 —2 —— —A — 2 55 — 2 —— 28
2 — 22 — 2235 322222 —— 22 35 52— 2855 52
— 2355533253655 2. 5 535 28 —5 —3585———83 555
3 —25 —55 3 — —A — 255 —25883—58—2
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336 — 4 33 8 —3533335 5535357
55355 2 227 2* 33 —6 —255325 —A
5385 555 55—— 823 2 53555 —
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35355383 —E 2 323 *237 2
2538* *33—5 3 253 ——
12333 33335375 —57 2 —533383
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538 —325337 2 57355 —
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—— —3282533 3.
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3 535 32535 28.8 * —
522233 32534323 388 35253 553
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5285—323* * ———— 8 523 52.
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28 553238 3 * * 5S —
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—A —2839— 753*2 2*8 52335 22
— —— 255x8 —35*— 2 ———— —5 3
*55 585355 2 — ——e——— ——— * — * 2
5.* 5552 22 5——— —82* 83 22 523
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F 58 38 * ————— 343231 2
* — *2
2* 38 — —— 2253582
— 2 — 2203 —2
7 7 553295 — —5
2 —22 577— — —7* —2 2 5 —33
—33*33 2 ** —333 — 3
533. 55 2233 377 5
⸗ 83 35 * 3 — —— ¶
5 227 2523 55332 527
5. 9— 3 5527 —32Z 8* *
— — — 8
583 723 —8 33
—583832 525
—53 *
23 56 233 3. * 233778
1273 * 2 532 —— 3 32
47 * 32333:
253 27 D2 283 3 —3
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2. 333 — —56
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3333 38
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2272 35573333333*
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222. 22 3.5 35255
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233. 32.3. —3 232.23 53.8 9
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2282 5333—238 2352233.

*»23 5— —35—35352375
J 1 — 2** * —— *

* — 32 23 333 3 33 ——3 335

* 28 5. 5 8 *
2833 33 5 60 333523 12535

2 3 3332—3 323 3 33588
* 2522 852 323 2— 25 2— 255333
3 333 32. 38538335
—— — * —* 2 * S* ——

* 2. 8 2.32 2 * 23.2* 2.3 3.2. 2 22535 3 252
35333337 5.3
7 *2 2 5 3 * ** *8 **
233 3 —533 5533335———3 55
35 —33 33 33 63583583 533
2333—5 s8 43 32 223 72333 2
— *7322 33 — 2 —52353822 2 22. — — 222 262*
52 22 383525 —— —23227 —— —— 52
3. 33 2.3 8* *1 22 S 522 3. 3 8 8 22

* 7

* —23 3063383 5230835. 233 *
5— 22583 3. 7 22
2 —255 2—228 3 s 532*3.2 35
3 32 3 — 25385 2385 55
3.* — 2 —— 272 —— * 7* 2 * ** 25

2 2 *225525 2288253 22 7* — —

3 555523 35 3

2,57 55 5325325c23 33 8
55. 383838833—553 5325553 55 535
* 2 233 — 52 835* 2*23 A —5 7* 2*
3 *2 * —— 2 3

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5235 335. 5833 238* 2

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        St. Ingberler Anzeiger.
2
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévpreis beträgt vierteljahrlich

M 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 460 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswärts
mit 135 Afur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A vro Zeile berechnet.
4 112. Donnerstag, den 15. Juli 1880.
Deutsches Reich.

Wie bekannt, war die bayerische Abgeordnetenkammer auf
Montag, 12. Juli, einberufen. In der Sitzung von Dienstag gab
der Präsident ein Schreiben des Kultusministers bekannt, in welchem
derselbe nachträglich einen Kredit von 380,000 M. zum Ausbau
des hiesigen Akademie-Gebäudes verlangt; der Kriegsminister ver—
langt ebenfalls einen Vorschußkredit von 1,787,000 M. zum An—
»auf des Herzoggartens für das Kadettenkorps. Nächste Sitzung
am 20. ds. Mis. Tagesordnung: Disziplinargesetz für Richter.

Der den Kammern vorgelegte Militär⸗Etat für 1880/81
jat, einschließlich der einmaligen Ausgaben mit 1,099,870 M.
ind der Pensionen mit 3,561,170 M. einen Gesammtbetrag von
12,690,027 (gegen 41,961,724 M. im Vorjahre.

Gegenwärtig ist in Berlin eine aus Generalen und Regi—
mentskommandeuren zusammengesetzte Kommission zusammengetreten,
im über die Umwandlung des Infanteriegewehres M/71 in ein
Repetirgewehr bezw. über die Anbringung einer Repetirvorrichtung
zum Einzellader, der jedenfalls erhalten bleibt, zu berathen. Wie
mehrere Blätter melden, ist das Gardeschützenbataillon dazu aus—
ersehen, Trag- und Schießversuche mit dem zu konstruirenden Re—
petirgewehr anzustellen.

Fürst Bis marck soll am 17. d. M. in Kissingen ein⸗
treffen. Ob er von dort abermals nach Gastein sich begeben wird,
teht noch dahin.
Ausland.

Paris. Der „Republique frangaise“ zufolge ist die Zahl
der von der Amnestie Ausgeschlossenen im Ganzen nur 17, welche
ämmtlich bereits vor dem 4. September 1870 aller politischen
Rechte beraubt waren.

Während in Paris Alles, was Republikaner heißt, sich
cüstet, das Fest vom 14. Juli (gestern) mit möglichstem Pomp
und namentlich mit Verschwendung von recht viel Roth, zu begehen,
Jjaben die Führer der Klerikalen und Legitimisten ihre Anhänger
angewiesen, an diesem Tag schwarze Fahnen auszuhängen und im
Traueranzug zu erscheinen, die Damen schwarz, die Herren mit
Flor am Hut. Da kann's gehörigen Spectakel absetzen.

Nach Pariser Berichter uͤber die Vorbereitungen zur „National-
feier, mit welcher die Ueberreichung der neuen Fahnen an die Armee
berbunden wird, soll das Fest großartig werden und in Bezug auf
Ausschmückung der Stadt, Illumination und dgl. mehr bieten, als
e ein Fest vorher. 1800 Bälle werden von Privaten und 112
größere Bälle von den Gemeindebebörden vperanstaltet.
— ——
Vermischtes.

In Zweibrücken wird die Wittelsbacher Jubelfeier
nach dem Beschlusse der betreffenden Kommission folgendermaßen be—
zangen: Am Vorabend: Glockengeläute, Böllerschüsse, Zapfenstreich.
Am Festtage: Beflaggen der oͤffentlichen und Privatgebäude; in
der Frühe: Tagreveille, Glockengeläute und Böllerschießen; um 9
Uhr: Festgottesdienst in den Gotteshäusern der christlichen und
sraelitischen Gemeinden; zwischen 11 und 12 Uhr Festparade;
—XXDD
zug durch die Straßen in den Park zum allgemeinen Volks- und
Jugendfeste (Vertheilen von Bretzeln an die Volksschüler); Festrede
durch Herrn Studienrektor Dr. Authenrieth; Schluß: Feuerwerk
im Park. (Und hier?)

Am Sonntag fand in Quirnbach bei dem herrlichsten
Wetter das Glan-Gausängerfest statt. Der Besuch war ein so starker
wie noch nie; über 3000 Billete wurden ausgegeben. Die Anzahl
der Vereine betrug 13 und die Anzahl der Sänger 500.

Durch Entschließung des k. Ministeriums des Inneren vom
3. Juli ds. Is. wurde für die Prämienlotterie, welche durch
Entschließung der kgl. Kreisregierung der Pfalz vom 7. Februar
l. J. dem Verwaltungsrath des pfälzischen Gewerbe-Museums-Vereins
zehufs Beschaffung der Mittel zum Ausbau des Gewerbe-Museums-
Febäudes in Kaiserslautern bewilligt worden ist, auch
er Loosabsatz in den rechtsrheinischen Regierungsbezirken gestattet.

Der in Neustadt am Sonntag und Montag tagende

ofälzische Genossenschaftstag beschloß auf Anregung der Speyerer
Volksbank folgende von Dr. Herz (Mannheim), Meißner (Frauk⸗
urt), Eßwein (Ludwigshafen) beantragte Resolution bezüglich der
Herichtskosten: die durch die Reichsgesetzgebung eingeführten hohen
Herichtskosten erschweren, indem sie die Prozeßführung über Gebühr
yertheuern, auch die nothwendige Rechtsverfolgung, und stehen da—
jer in vielen Fällen, wie die Erfahrung zahlreicher Vereine dar⸗
gjelegt hat, in ihren Wirkungen der Versagung der Rechtshilfe
jleich. Der Verbandstag der Pfälzischen Genossenschaften hält da—⸗
her eine Abhilfe für dringend geboten und empfiehlt den Vereinen,
äich mit Petitionen in diesem Sinne an den Reichstag zu wenden.
Hleichzeitig nahm der Genossenschaftstag einen Antrag gegen die
»om Reichstage geplante Beschränkung der allgemeinen Wechsel⸗
higkeit einstimmig an und beschloß eine entsprechende Denkschrift
mn die Staatsregierung.

F Die Einweihung des Denkmals für die bei Rinnthal
Gefallenen soll am 2. September nächsthin stattfinden.

Ein junger Mann von Edesheim, welcher eine be—
»eutende Geldsumme auswärts eincassirt hatte, wanderte vor acht
Tagen ohne Einwilligung seines Vaters nach Amerika aus. Erst
ein von London einlaufender Brief belehrte Letzteren darüber, daß
der Sohn die anfangs beabsichtigte kleine Geschäftsreise etwas weiter
wusgedehnt hatte. (Ggwrt.)

F In Winnweiler gerieth durch das Scheuwerden des
Pferdes ein 19jähriger Jüngling unter seinen Wagen und trug
zerartige Verletzungen davon, daß er als Leiche vom Platze ge—
ragen wurde.

Das Erträgniß der Kirschenernte in der Gemarkung von
Freinsheim beläuft sich auf ca. 98,000 M.

F In Ludwigshafen wurde einem Bäcker von Dann—⸗
tadt ein Wagen voll Brod, welcher beil. 100 Laibe enthielt, we⸗
zen zu leichten Gewichtes des Brodes confiscirt und das Brod an
die Armen vertheilt.

F Ingenheim bei Landau. Im Juni Ifd. Irs. starb
n Frankfurt a. M. ein Herr John Marx, geboren zu Ingenheim.
Derselbe setzte nach den soeben eingetroffenen Testamentsab schriften
her hiesigen Gemeinde folgende Legate aus: 1) die politische Ge—
meinde erhält sofort ein Capital von 25,000 M., deren Zinsen
zu Gunsten der Ortsarmen, ohne Unterschied der Confession, ver⸗
vendet werden sollen; 2) der alten Stiefmutter des Testirers wur⸗
den 30,000 M. verzinslich angelegt, die hiervon jährlich 3000 M.
rhält. Nach Ableben derselben soll der Rest abermals der Ge—
neinde zur Verwendung für Arme zufließen; 3) die israel. Cul⸗
usgemeinde erhält 5000 M., deren Zinsen zur Unterhaltung der
Hraͤber der Eltern des Marx verwendet werden sollen.

Speyer. Bei dem heutigen Gewitter schlug der Blitz
n dem Anwesen des Oekonomen Schuhmacher in Rheinhausen in
zie Stallung und tödtete ein Pferd, einen Ochsen und eine Kuh,
vährend das andere in demselben Stalle befindliche Vieh unver⸗
etzt blieb.

Der pfälz. Gustav⸗Adolph-Verein begeht sein 28.
Jahresfest Mitiwoch den 4. August nächsthin in Speyer.

F In dem Orte Guidesweiler, Kreis St. Wendel,
jat am Sonntag, den 11. d. Mis., ein Mann seine Ehefrau mit
inem Beil erschlagen und nach vollbrachter That sich selbst erhängt.
leber die Ursachen verlautet noch nichts Bestimmtes. Zwistigkeiten
vegen Theilung des Wochenlohnes zwischen Mann und Frau und
zie Aufführung der Frau sollen die Veranlassung zu der That ge—
vesen sein.

München, 13. Juli. In der kgl. Erzgießerei dahier
zing heute unier Leitung Ferd. v. Miller's der Guß des ersten
zroßen Stückes der „Germania“ glücklich vor sich. Im Ofen waren
iber 300 Centner Metall, welche Masse in Zeit von 9 Stunden
lüssig wurde. Durch 11 Flußcanäle strömte das Erz in die Form.
Der von dem Mantel nahezu befreite Guß erscheint vollständig
gelungen.

In München vollzog am Sonntag der zeitweilige Ver—
kreter des Ministers des Innern, Staatsrath v. Dillis, im Beisein
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        der Minister v. Crailsheim und Riedel, der beiden Bürgermeister ꝛtc.
die feierliche Erbffnung der anläßlich des IV. deutschen Brauertages
im Glaspalaste veranstalteten Spezial-Ausste llung der gesammten
Zdrau⸗Industrie. Die Zahl der Aussteller beträgt über 400, die
Zahl der Theilnehmer an dem Brauertage bis jetzt mehr als 1200
dus allen Theilen Deutschlands und dem Auslande.

4 Ein Comitee der Kriegerbereine Aschaffenburg, Frankfurt
a. M. und Hanau hat ein Cirkular an die deutschen Kriegervereine
erlassen, worin die Absicht ausgesprochen ist, in den kommenden
denkwürdigen Augusttagen die Schlachtfelder von Weißenburg und
Worth zu besuchen und die Gräber der gefallenen Kamer aden zu
schmücken.

FAus Ems, 9. Juli, wird der „Germ.“ geschrieben: Seit
einigen Tagen sieht man auf der Promenade eine vom Alter etwas
gekruͤmmte Gestalt mit langen weißen Haaren, aber sonst rüstiger
Haltung sich ergehen, es ist ein jüdischer Rabbiner, der bereits das
respectable Alter von 105 Jahren erreicht hat. S. M. der Kaiser
hatte von diesem vorhundertjährigen und heute noch körperlich wie
geistig frischen Brunnengast erzählen hören und ließ sich denselben
heute Morgen auf dem Platz vor dem Kesselhause vorstellen. Es
dar eine interessante Scene, den 82jährigen Kaiser mit dem 105⸗
jährigen Rabbiner sich unterhalten zu sehen. Der Kaiser soll scherz⸗
haft geäußert haben, er habe da doch seinen Meister gefunden.

FBei dem gegenwärtig in Wiesbaden tagenden inter⸗
nationalen Schachkongreß spielte am vorigen Dienstag der bekannte
Blindlingsspieler stud. jur. A. Fritz Gießen) gleichzeitig 10 Par—
tieen, ohne die Spiele zu sehen, mit bewunderungswerthem Geschick
und Erfolg, indem er 9 gewann. Diese 10 Partieen beendete er
in fünf Stunden und rekapitulirte in der Mitte der Partie den
Gegnern der Reihenfolge nach die 10 Stellungen von Schwarz
und Weiß mit größter Präzision, gewiß ein Beweis von seltener
Jeistiger Kraft und Gedächtnißschärfe.

FDie Auswanderung über Hamburg überragt für das
l. Halbjahr dieses Jahres bereits das ganze vorige Jahr um ein
Beträchtliches. Während im 1. Halbjahr 1879 12,148 Personen
auswauderten, betrug die Zahl 1880 82,222. Ueber Bremen
gehen bekanntlich noch viel mehr Auswanderer.

Für unseren Sohn. Der Gaulois erzählt in seiner
Montags Nummer folgende Episode, deren Wahrheit zu verbürgen
vir dem Blatte überlassen müssen: Am Sonntag früh kamen in
Paris auf dem Lyoner Bahnhof zwei Leute aus der Provinz —
Mann und Frau — an, die ihr Gepäch der zollamtlichen Revision
zu unterwerfen hatten. In einem weißen Koffer entdeckte man
dier mächtige Pakete in blauem Papier mit weißen Bändern um⸗

Zwangsversteigerung.
Monlag den 19. Juli 1880,
Morgens 10 Uhr zu Rohr⸗
bach vor der Wohnung der
Frau Rudolf Daniel Kunz,
Krämerin werden die nachbe—
jeichneten Gegenstände gegen
Baarzahlung öffentlich zwangs—
veise versteigert:
2 Kleiderschränke, 2 Nacht-—
tischchen, Jrunder Tisch,
6 Rohrsessel, Bilder, eine
ganze Laden-Einrichtung,
Waaren Epezerei⸗ und
Fllenwaaren) 1 Nähma⸗
schine und sonstige Ein—
richtungsgegenstände.
St. Ingbert, 13. Juli 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

J

Danksagung.

Für die vielen Beweise auf—
ichtiger Theilnahme während der
drankheit und bei dem Tode
neiner lieben nun in Gott ru—
yjenden Gattin
douise Henn geb. Kempf,
benso für die zahlreiche Beglei—
ung zu ihrer letzten Ruhestätte
age ich herzlichen Dank.

St. Ingbert, 13. Juli 1880.

Friedrich Henn,

Gendarmerie⸗Sergeant.
Zi Feier des 10jährigen
Gedenktages der Schlacht

ei Sedan und des Wittels⸗
bhacher Regierungs-Ju—⸗
hilãums beehrt sich die unter⸗
leichnete Firma wasserechte Flag⸗
Jen, Fahnen, Wappeuschil⸗
jer, Festabzeichen, Lampions,
Trausparente als: Kaiser,
rronprinz, König Ludwig ꝛc.
Depesche des Kaisers an die
daiserin 2. Sept. 1870 in
großem Format 75 Pf., Feuer⸗
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u haben bei *. xX. Demen.
Druc umnd Verlag von F. X.

wunden. „Was ist das?“ frug der Steuerbeamte. „Es sind
Kerzen, acht auf's Pfund, die wir unserem Sohne für die Illu—
nination ain 14. Juli mitbringen.“ — „Die Kerzen müssen mit
12 Centimes per Kilogramm versteuert werden.“ — „Aber ich
zitte sehr, es sind ja nur Kerzen zur Illumination!“ remonstrirt
»er Provinziale. — „Ganz gleich, auch die müssen versteuert werden!“
hilft Nichts, und wenn Ihr Sohn Gambetta wäre so müßten Sie
doch bezahlen.“ — „Das ist er allerdings,“ unterbrach der Mann
rus der Provinz den Steuerbeamten. „Ich bin der Vater von
derrn Gambetta!““ — Es waren in der That die Eltern des
Hräsidenten der französischen Deputirtenkammer, die nach Paris
jekommen waren, um mit ihrem Sohne gemeinsam das Fest des
L. Juli zu feiera. Gambetta sonior hat auch schließlich die Sleuer
ür die Kerzen gezahlt, nachdem er erfahren, daß eben selbst sein
Zohn sich diesem Steuergesetz fügen müsse.

F Ndach einer Aeußerung Lesseps erscheint die Ausführung des
Panama-Canals (zur Verbindung des atlantischen Oceans mi
—
Fapital beigetreten und stehe die Vollendung des Canals innerhalb
ieben Jahren zu erwarten.

pPsNachrichten von den Azoren zufolge haben auf der In⸗
el St. George Erderschütterungen stattgefunden, welche die Bil⸗
zung einer anderen kleinen Insel von etwa 18,000 Quadrat⸗Ellen
n einer Entfernung von 600 Ellen vom Gestade zur Folge hatten.

FBadet, ihr Freunde, badet! Dr. Paul Nie—
neyer klagt mit Recht, der Besuch der Badeanstalten sei über dem
Besuch der Kneipen eingeschlafen. Dr. Lutze, der eifrige Organisaton
der römisch-irischen Bäder, sagt: „Der Körper bedeckt sich im Laufe
der Zeit mit einer Borke von angetrockneten Hautschüppchen, welche
zen Zutritt des in der Luft befindlichen Sauerstoffs in die feinen
Poren verhindern. Wird die Borke erweicht und die Haut von
AAler Unreinlichkeit frei, so strömt durch 7 Millionen offener Kanäle
die Lebensluft und damit leibliches und geistiges Wohlbehagen in
»en Körper ein.

sFür Aengstliche. Menschen, welche im Bette liegen
werden nie vom Blitze getödtet. Die isolierenden Betten halten
den Blitz ab. Von Tausenden von Blitzschlägen an Menschen ist
noch keiner bekannt, wo Jemand im Bette erschlagen worden wäre;
»s mag deshalb ängstlichen Leuten der Rath ertheilt sein, beim
Hewiller in der Naqt lieber im Bette liegen zu bleiben, als auf⸗
ustehen. Ferner sei noch bemerkt, daß, wie statistisch festgestell
st! weit mehr Männer als Frauen vom Blitz getroffen werden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß3. —

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3 85 32*8 3* 5 532 s —38 383877
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23* — — 5—35—8 23 3 82323 —53255 3558 5588 537
* 277 5— —5 8 5 83—33 25 835—3
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55 555 s6 3 6——33
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* 8 8 — 2. 9 2 ——— .. — — . —2 2 5222
58 3 3—5 — — * 225 38 — —— 2 2 * — 225
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585 358 52255 778833 5328 2*288 7735
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783851* 5353355 3252* 83333558 283360
OSS 126258 53353 25624 22 5583 322
235 — —— 33838
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* — 2 — 2* — aüs5 — 2 — —* —3 —— 23
28 5 5 322 5z5 —
— 72 ———— 3322 2 33 2 —A 3 78— 5
—— 555255 — 133535 — — — —535273
35 353 ——857 752 28835 — 3 20 *
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78 —3288 5833868333* 35 35855 3383
53 35387 O8* 853 ——— 253255 s —83
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3 —3 8 6 8 3235 —32783 7
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5 2— 333 —333 3 ——3338 8
3 33 3 — 6 3 3 — 83338
5 —3 232 658 7 55 2*3 8 3. * 3.3553
*33383 —38 53532386 85 5
3355 57 —— * 2 —8 522353 55
33333 3 3 333 23338583 33338383 7
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7 53352 5338 335. 23 2885.283 9 8 535333 *
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58 322—283 385 3 323533 A
7 5 25233 5353 233 —535— 35 5838386
3 —8 —3333 5 835 23 2357 — 52 735523
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5. 5 337. 32 533 —.
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387 25 88 2. 5228
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5* 8 3563*
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23 —273: A—— 283 X
—X 933355 —— 2353
3 3 27 —
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3 — 22—
5537 — 33 —355
2 253 —3383 5S8 3753 3 F
7 7 —x6«8 — 5 5 5.3 537
229 31832326 2285 38*8253
3 * 3*3
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53533328 533* —— 532
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2325 528—32. 35 2558 802 5. 33 532—
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555242 58—3—35—22 2 3
253 * 53533523 228 25,—3 2 x⸗
3 3 3 3535 3.8 * Z —
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2 5 2, 2223 5582 *3 * 3 2
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        SIt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Reclamen mit 30 vpro Zeile berechnet.
——— Samstag, den 17. Juli 1880.
Deutjches Reich.

Aus München berichtet der „Fränk. Kur.““ Den Herrn
Abg. Xaver Hafenbrädl lassen die Lorbeern, die er sich schon ver—
schiedene Male in großen sozialen und politischen Fragen errungen
jat, nicht ruhen. Es wird versichert, daß er seinen ominösen An—
trag auf Abschaffung des 7. Schuljahres wieder einbringen werde.
An der geschäftsordnungsmäßigen Zuläjssigkeit des Antrags ist nicht
mehr zu zweifeln, nachdem die Kammer in ihrer vorigen Session
den bekannten Zusatz zur Geschäftsordnung beschlossen hat. Eben—
owenig aber auch ist an der Erfolglosigkeit des Ansinnens zu zweifeln.

Die 380,000 M., welche das bayerische Cultusministerium
zum Ausbau des Gebäudes der Akademie der bildenden Künste
fordert, sollen aus dem Antheil Bayerns an der französischen Kriegs-
kosten-Enischädigung gedeckt werden. Wie man aus Abgeordneten-
kreisen beider Parteien vernimmt, besteht aber keine Aussicht, daß
diese Summe bewilligt werden wird.

Bezüglich der militärischen Feier des Wittels—
bacher Jubiläums wurde vom Kriegsministerium angeord⸗—
net, daß sämmtliche Casernen und militärische Gebäude, insoferne
diese als Aufenthaltsort für Armee-Angehörige dienen, wie z. B.
Zeughäuser, Lazarethe, Wachthäuser, alle Amtsgebäude u. s. w.
reichlichtt zu decoriren sind; liegen derartige militärärarialischen
Bebäude in oder in der Nähe von Oertlichkeiten, welche Abends
heleuchtet werden, so sind dieselben gleichfalls zu illuminiren.

Der deutsche Kaifer ist am Dienstag in Konstanz
eingetroffen, vom Großherzog, der Großherzogin von Baden
mpfangen, und fuhr, von der Bevölkerung enthusiastisch begrüßt,
n offenem Wagen nach Mainau, wo derselbe bis Sonntag ver—
oleibt.

Das Spielen in Staatslotterien der deutschen
Bundesstaaten dürfte wahrscheinlich im nächsten Reichstag zur
Sprache kommen. Es heißt, daß Reichstagsmitglieder den Antrag
nachen werden, daß in Beziehung auf die Staatslotterien das
zanze deutsche Reich als Inland betrachtet werde. Diese Frage
vird deshalb zur Erörterung kommen, weil das Reichsgericht eine
Entscheidung gefällt hat, wonach trotz der Reichsverfassung die an—
deren deutschen Reichsstaaten Preußen gegenüber in dieser Beziehung
ils Ausland gelten.

Die officiöse Berliner „Prov.-Corr.“ sagt, daß nach den
»orliegenden Berichten die Ernte-Aussichten in Preußen gut sind,
und in manchen wichtigen Fruchtarten sogar mehr als eine Durch⸗
chnittsernte sich ergeben wird.

Die am 28. d. in Kiel vom Stapel zu lassende neue deutsche
Panzerkorvette wird den Namen „Baden“ erhalten. (Die vier
ilteren Panzerkorvetten heißen bekanntlich Hansa, Bavern. Sachsen
und Württemberg.)

Alle Gerüchte, die Hamburger Handelskammer habe sich
nit großer Mehrheit für den Zollanschluß erklärt oder sei von dem
Senat aufgefordert worden, ein Gutachten abzugeben, und habe

zaraufhin den Anschluß für unumgänglich und ausführbar erklärt,
ind absolut erfunden. Sämmtliche Mitglieder der Handelskammer
tehen auf dem Standpunkt, daß die völlige Freiheit der Elbschiff⸗
'ahrt und die Aufrechthaltung des Freihafens mit einem für alle
Manipulationen des Handels und für die Anlegung von Fabriken
genügenden Terrain im Interesse des hamburgischen und deutschen
Handels unentbebrlich sei. (F. 3.)
Ausland.

Die ganze französische Armee erhielt am 14. Juli, dem
Tag der Erstürmung der Bastille im Jahr 1789, neue Tricoloren.
Es soll damit symbolisch angedeutet werden, daß die durch die Er—
eignisse von 1870,71 nothwendig gewordene Reorganisation der
Armee ausgeführt ist (vollendet doch noch nicht.) Der Pariser
Figaro“ ist zu diesem Tag in einer großartigen Festnummer er—
chienen, welche in Farbendruck sämmiliche französische Fahnen bis
1870 zeigt. Außerdem bringt die Nummer die Geschichte sämmt—
licher Fahnen der Armee, welche mit dem Kreuz der Ehrenlegion
decorirt worden sind, und eine Schilderung aller großen Fahnen⸗

verleihungen seit 1804. Die neue republikanische Tricolore zeigt
n den vier Ecken des Fahnentuches die Nummer des Regiments

in einem Lorbeerkranz, in der Mitte des Fahnentuches die Devise
„Honneure et patrie“ und die Ruhmestage jedes Regiments. Der
Adler auf der Fahnenstange ist durch eine einfache Spitze mit der
segimentsnummer ersetzt. Gegen die napoleonischen Fahnen mit
ihren in das Fahnentuch eingestickten Bienen, ihren Kronen und
‚ahlreichen von Lorbeerkränzen umrahmten „N“ nehmen sich die
ieuen republikanischen Fahnen sichtlich einfach aus. Das amtliche
Blatt bringt das Gesetz, welches die Regierung ermächtigt, aus⸗
iahmsweise am Tag, da die Fahnen ausgegeben werden, außer
»er durch frühere Gesetze bestimmten Anzahl von Ordenszeichen der
Ehrenlegion noch 10 Großofficier⸗, 50 Commandeur⸗, 180 Officier⸗
und 700 Ritterkreuze, sowie 600 Militärmedaillen zu verleihen.

Die Rede des Präsidenten Grevy bei der Uebergabe der Fahnen
in die Armee brachte die Befriedigung desselben, eine wirklich na—
ionale Armee vor sich zu sehen, zum Ausdruck. Die in der Schule
»er militärischen Disziplin erzogenen Franzosen würden die Acht—
ing vor der Autorität und das Gefühl der Pflicht in das bürger—
iche Leben mit hinübernehmen. Die Armee sei für Frankreich eine
Harantie der ihm schuldigen Achtung und des Friedens geworden,
den es bewahren wolle. Die Rede Grevy's wurde durch die Rufe:
Es lebe die Republik, es lebe die Armee, es lebe Grevy!“ erwidert.
die Menschenmenge war eine ungeheure. Das Wetter war ausge—
eichnet; die Physiognomie der Stadt eine vollkommen ruhige.
luch die Revue verlief in größter Ordnung bei großem Enthusias-—
nus der Zuschauer. Während der Festlichkeiten Nachmittags und
Abends sind nirgends Ruhestörungen vorgekommen. Volksmassen
zurchzogen die Straßen, die Marseillaise und andere patriotische
rieder singend und auf die Republick Hochs rufend. Auf den
ffentlichen Plätzen wurden Tanzbelustigungen abgehalten, die Illu—
nination war glänzend. Gambetta besuchte zu Wagen mehrere
nnere Stadttheile und wurde überall mit Ovationen empfangen.

Der französische Senat genehmigte gestern die Vorlage
iber den Steuernachlaß bei Zucker und Wein. Der Finanzminister
erklärte, die Hilfsquellen des Staatsschatzes flößen reichlich und liege
ür das Jahr 1880 kein Bedürfniß vor, amortisirbare Rente aus—
zugeben; der Staatsschatz werde noch 167 Millionen Francs Schatz-
ccheine einlösen können.

Der französische Präsident Grevy hat die Mittheilung er—⸗
halten, daß der Gemeinderath von Athen (Griechenland) beschlossen
jabe, das französische Nationalfest durch Illumination mitzufeiern.

Da sich die Pforte neuerdings geneigt zeigt, die April⸗
donvention mit Montenegro zur Ausführung zu bringen, so fand
in starker Zuzug von Albanesen nach Tusi statt. Es kam bereits
u mehreren Vorpostengefechten zwischen Montenegrinern und Al⸗
hanesen.

Vermischtes.

Die Einnahmen auf den pfälz. Eisenbahnen be—
rugen im Monat Juni ds. Is. 1,037,275 M. 92 Pf. Gegen
en gleichen Zeitraum des Vorjahres ergaben die bereits abgelaufenen
ʒ Monate dieses Jahres eine Mehreinnahme von 662,331 M 15 Pf.

F Aus Bieskastel wird der „Zw. Ztg.“ geschrieben:
die Verheerung des sibirischen Winters an unseren Obstbäumen
eigt sich von Tag zu Tag mehr. Während sich dieselbe im Früh—
ahre nur an den Apfelbäumen und hin und wieder nur an einer
ehr beliebten Sorte, den Siebenschläfern, besonders zeigte, sieht
nan jetzt, daß auch viele Zwetschen und manche Kirschbäume welken,
ind absterben. Nach dem Urtheile vieler Pomologen beträgt in
Ddeutschland und in Frankreich der Schaden an den Obstbäumen
nehr, als die Kriegsentschädigung von Seiten Frankreichs an Deutsch⸗
and im Jahre 1871. (Manche größere pomologische Institute
vaben einen Schaden von 30 und mehr Tausend Mark.) Viele
härten und Baumstücke sind durch das Erfrieren der darauf be—
indlichen Obstbäume sehr in ihrem Werthe gesunken. Nehmen
odir hier nur ein Beispiel an. Ein hiesiger Bürger versteigerte
m Februar eine Feldwiese um den respektablen Preis von 1200
Nk. Dieselbe war mit mehreren Apfelbäumen bepflanzt, welche
zem früheren Besitzer durchschnittlich eine 8500ige Rente von ge—
zannter Summe abwarfen. Welchen Werth hat wohl jetzt noch
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        diese Wiese, nachdem sämmtliche Apfelbäume zu Grunde gegangen
sind? — In den jüngeren Baumpflanzungen haben im Gegensatze
zu dem oben Gesagten hauptsächlich die Birnstämmchen gelitten.
Den ältesten Leuten gedenkt es nicht, daß die Kälte des Winters
in den Obstbäumen solche verderbliche Folgen hatte.

F Die von uns nach der „Zw. Ztg.“ gebrachte Nachricht
von der Aufbesserung der Lehrergehalte in Pirmasens ist dahin
zu berichtigen, daß der dortige Stadtrath die Aufbesserung noch
nicht beschlossen, sondern vorerst nur angeregt hat.

hüischenhausen, 18. Juli. Dieser Tage fand Wirth
J. Braun von Hütschenhausen auf einem seiner Kornäcker eine
seltene Kornähre. Auf einem Halme von 6 Fuß Länge befinden
sich nicht weniger als 9 Aehren. Vom Halme steh gerade auf—
wärts eine lange und aus dieser sind zu beiden Seiten je4 kleinere
eitwärks stehende Aehren hervorgewachsen. Sämmtliche Aehren
ind schön ausgebildet und mit Körnern angefüllt. Braun hat diese
Seltenheit aufbewahrt und ist gerne bereit sie Jedermann zu zeigen
Was Konig Pharao im Traume sah, hat Braun in Wirklichkeit.
Hewiß eine Seltenheit.

4 Am Dienstag ertrank in dem v. Gienanth'schen Weiher zu
Fisenberg das 5 J. alte Töchterchen eines auf dem Eisen—
werke beschäftigten Schlossers.

Am Dienstag Nachmittag wurde im Dome zu Speyer
ein Diebstahl der frechsten Art verübt. Der Dieb begab sich an—
dächtig in die St. Afrakapelle, woselbst er niederkniete und dem
Anfchein nach betete, um alsdann im günstigen Moment das unter
einem Marienbilde eingemauerte Opferkästchen sich anzueignen. Von
da aus ging der fromme Dieb an den an der linken Seite des
Haupteingangs aufgestellten Opferstock, woselbst er das daran be⸗
ndliche Schloß gewaltsam entfernte und den Inhalt sammt Käst—
hen und Schloß mitnahm und das Weite suchte. Der Thäter,
zin durchreisender älterer Handwerksbursche konnte noch nicht er—⸗
mitttelt werden. (Pf. Ztg.)

4 Es sei hiemit daran erinnert, daß die zum Besuch der
Pfalzgau-Ausstellung in Mannheim seitens der
pfälz. Bahnen bewilligte 50“ ige Fahrtarermäßigung vorerst nur
bis nächsten Sonntag (18. Juld) einschließlich gilt. Die gleiche
Begünstigung tritt auch für eine später noch bekannt zu machende
Woche und dann zum Schluß noch vom 26. September bis inkl.
3. Oktober ein.

Mainz, 13. Juli. Auf dem Schleppdampfer „Haniel“
fand heute Vormittag, wie man sagt durch das Zerspringen eines
Siederohres, eine Erplosion statt, wobei zwei Maschinenarbeiter auf
eine fürchterliche Weise verbrannt wurden. Es ist sehr zweifelhaft,
ob die Verunglückten am Leben erhalten werden können.

Maurnz, 14. Juli. In der heutigen Sitzung des hie⸗
figen Landgerichts kam der Proceß des bei Bischofsheim verun—
glückten Buchhalters Schmitt von hier, welcher in einem Frank—
surter Engros-Geschäft bedienstet gewesen war, gegen den Verwalt⸗
ungsrath der Hessischen Ludwigsbahn zum Abschlusse. Das Urtheil
jauiete gegen die Bahn auf Zahlung einer Summe von 3000 M.
für ärztliches Honorar, Curkosten ꝛc., ferner auf Zahlung einer
jährlichen Rense von 4000 M., zahlbar in vierteljährlichen Raten
(Kläger verlangte eine Aversionalsumme von 80,000 M., eventuell
die Zinsen dieses Capitals), ferner wurde die Bahn in die bis
jetzt entstandenen Proceßkosten verurtheilt, welche eine Höhe von
3000 M. erreicht haben.

PReichenhall, 183. Juli. Die heute ausgegebene Kur—
liste zühlt 2317 Kurgäste in 1145 Parteien auf.

P'In München wurde wegen fahrlässiger Tödtung ihres
außerehelichen Kindes die Baronesse Anna v. d. Tann unter Ab⸗
rechnung der Untersuchungshaft zu 9 Monaten Gefängniß und ihre
Mutter zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt.

In München starb am 8. Juli der als tüchtiger Arzt
und in früheren Jahren auch als freisinniger Volksvertreter hoch—
geschätzte Dr. med. Gustav Rubner im 70. Lebensjahre. Aus
Oberfranken gebürtig und längere Zeit in Wunsiedel als Arzt thätig,
wurde er vom Wahlkreis Hof 1849 zum Abgeordneten gewählt
und war bis 1855 Mitglied des Landtags. Lange Zeit stand er
in München mit an der Spitze der Liberalen und trat für die
deutsche und liberale Sache in öffentlicher Rede und in der Presse
ein. Seit 1871 hatte er sich vom politischen Leben zurückgezogen.
Fin Bruder Rubners war bei dem Frankfurter 1833er Studenten⸗
aufstande betheiligt und verlor bei dem großen Ausbruchversuche
der Gefangenen durch den Bayonnetstich eines Soldaten das Leben;
ein anderer Bruder fiel im Duell.

— Zur Berathung und definitiven Festsetzung des Entwurfs
des Statuts für die Wittelsbacher Landesstiftung sind die Mitglieder
des definitiven Landes-Komites zu einer Sitzung auf Montag den
19. dss. Mis. in München eingeladen.

F (Wie viel Millionen Mark werden in München für
Bier ausgegeben ?) Nach der Fachschrift, welche das Lokalkomite
des 4. deutschen Braueriages soeben vertheilt hat, treffen auf den
Konsum der Stadt selbst: 1.031.926 Hektoliter, was bei einer

nittleren Bevölkerungszahl von 232,500 Einwohnern per Kopf im
Jahre 1879 445 Liter, per Kopf täglich ca. 194 Liter ausmacht.
Für den Kopf macht Dies aber pro Jahr eine Ausgabe (à 26Pf.)
on 115 M. 70 Pf., während im ganzen Jahr in München die
Summe von 26 Millionen 830,076 M. für Bier umgesetzt wird.
F. ,Sie sind wohl verrückt?“ Eine Redensart, die
ich in aller Munde befindet und mit der man durchaus nicht die
Absicht schwerer Beleidigung verbindet, kann dennoch, an unrechter
Stelle angewendet, Dem, der sie gebraucht, Aergernisse und Kosten
zur Genüge bereiten. Ein Ehepaar in Berlin wird in frühester
Morgenstunde durch das Geräusch des Teppichklopfens vom Hofe
jer im Schlafe gestört und der aufgestörte Ehemann, der kontrakt⸗
lich solche Störung im Hause zu so früher Morgenstunde nicht zu
zulden braucht, tritt, noch halb im Schlaf, an das Fenster, öffnet
es und ruft in den Hof hinab: „Sie sind wohl verrückt da un—
ten?“ Er hatte gar nicht gesehen, wer sich im Hofe befand und
auch nicht die Absicht gehabt, Jemanden direct zu beleidigen, er
vollte eben nur seinem Ingrimm über die Störung Ausdruck
zeben. Nach drei Tagen erhielt er eine Vorladung vor den
Schiedsrichter.. Ein Dienstmädchen aus dem Hause, das damals
zur Unzeit die Teppiche klopfte, hatte ihn wegen Beleidigung ver—
klagt. Zu dem für den Sühneversuch angesetzten Termin erschien
der Verklagte nicht, richtete vielmehr vorher einen Brief an den
Zchiedsrichter, in dem er erklärte, die Klägerin gar nicht zu ken—
aen und daß es ihm überhaupt fern gelegen habe, Jemanden zu
beleidigen. Die Folge des Ausbleibens vom Termin war, daß
jsener Herr vor das Schöffengericht geladen wurde. Hier erbot er
iich, um Weiterungen zu vermeiden, auf einen Vergleich mit der
zlägerin einzugehen. Ein solcher kam auch dahin zu Stande, daß
der Verklagte dem Mädchen eine öffentliche Ehrenerklärung durch
die Zeitung und an die Armen zehn Mart gab. Die Hauptfata—
ität bildeten aber die Kosten, die der Prozeß verursacht hatte.
die Kostenrechnung führte auf:
1) Pauschquantum S. 70 ad Ges. vom 18./6 Mark 15. —
2) Zeugengebühren.. „4. 80
3) Zustellungsgebühren. — 4. 50
1) Schreibgebührren... . „2. 50
Summa Mark 25. 80

Dazu kommen die zehn Mark für die Armen und die Inser—
ionskosten für die Ehrenerklärung, macht gegen 40 Mark baare
Auslagen, neben Aerger, Zeitverlust und anderen Unannehmlich—
eiten, und das Alles wegen einer einzigen „beliebten“ dedensart,
»ei der man sich weiter nichts Böses gedacht hat.

fUnwetter in Schlesien. Nach Meldungen Bres—
auer Blätter hat in der Nacht vom 12. zum 13. d. Mtis. ein
ieuer Wolkenbruch in der Umgegend von Lauban, Greiffenberg,
Flinsberg und Friedeberg furchtbaren Schaden angerichtet; der
Fisenbahndamm bei Greiffenberg ist auf einer Strecke von 100
Meter zerstört und der Post- und Güterverkehr unterbrochen.

Der Antrag auf Abschaffung des Gesetzes, daß Niemand
eine Schwägerin heirathen darf, ist im englischen Parlha—
nent schon wiederholt verhandelt und s. 3. von Lord Paimerston
unterstützt worden, welcher insbesondere geltend machte, daß wenn
iin Mann, dem seine Frau gestorben, so „verrückt“ sei, eine zweite
Frau zu heirathen, es für denselben immer noch besser sei, nur eine
Schwiegermutter zu haben, als daß er mit zweien „behaftet“ sei.

Deutssche Wölfe und Französisches Blech.
der Pariser „Globe“ vom 26. v. Mis. bringt einen Artikel über
die Zunahme der Wöolfe in Frankreich, dessen Pointe, um ihrer
Ergötzlichteit halber, Mittheilung verdient. Die Spezies (der Wolfe
aämlich), war dem Verschwinden nahe, schreibt der „Globe“ —
als die Unglücksfälle von 1870 eintraten. Geschützt durch die
deutschen Behörden, welche die Treibjagden untersagt hatten, ver—
nehrten sich die Wölfe in den östlichen Departements. Gleichzeitig
»ollzog sich eine Thatsache, die unglaublich scheinen würde, wenn
ie nicht durch Zeugnisse bestätigt wäre, die über allen Argwohn
erhaben sind. Als die Wölfe Deutschlands davon Kunde erhalten
jatten (ayant appris,) daß Frankreich der Krieg erklärt worden
ei (wie historisch), wollten sie auch mit von der Partei sein.
Sie kamen in gedrängten Reihen, (en lignes serrées) aus den
Wäldern des Hunsrück und des Hardtgebirges () herab und bildeten
ein Hilfskorps der Invasionsarmee. Sie haben sich aber nicht
nit den deutschen Truppen nach Zahlung des vom Sieger aufer⸗
egten Lösegeldes zurückgezogen. Sie haben unsere östlichen Departe—
nents der Pfalz und Rheinpreußen vorgezogen und sich definitiv
m Lande festgesetzt. Trotz aller Maßregeln, welche die Verwaltung
eit zehn Jahren ergriffen hat, ist es ihr nicht gelungen, Frankreich
iine Bevölkerung (population) von mindestens 5000 Stück. Die
yffizielle Statistik schätzt den Schaden, den sie der Landwirthschaft
ufügen auf jährlich 40 bis 50 Millionen. Keines europäischen
Derrschers Civilliste kommt derjenigen Sr. Maj. des Wolfes gleich.
— Und das alles haben wir Deutschen auf dem Gewissen!

Finan zminister: „Nun, mein lieber Rath, haben Sie
jachgedacht, aibt es nichts mehr zu besteuern?“ — Rath: „Ge—⸗
        <pb n="447" />
        viß, Erxcellenz, es fällt mir schwer, noch etwas zu finden, denn es
st schon Alles besteuert, Lebensmittel, Einkommen, Miethe, Hunde
j. s. w. und da könnte man vielleicht doch noch die Sieuern
desteuern!“
Gemeinnütziges.

Die Bevölkerung Frankreichs wird nach dem vor
turzem veröffentlichten „Annuaire statistique“ auf rund 37 Millionen
Finwohner angegeben, wovon 12 Mill, auf die städtische, 25 Mill.
auf die ländliche Bevölkerung fallen. Von der Gesammtbevölkerung
ind 860,590 Individuen, Soldaten, Marinedienstpflichtige, Stu⸗
irende, Mönche ohne Lehramt, Gefangene, Sieche ü. s. w. Sie
verden der übrigen Bevölkerung, die bestimmte soziale Verhältnisse
at, entgegengesetzt. Von den 36 Millionen dieser Bevölkerung
ind 220,200 Personen ohne bekannten Beruf; 71,300 Vagabonden
ind Bettler, 2,151, E00 Rentiers u. s. w. (inschließlich 195,000
vensionirte Regierungsbeamte), 1,831, 400 Personen gehören den
ogenannten „liberalen Berufen“ an; 83,837,200 dem Handel, dem
Berkehr und der Schifffahrt, 8, 274,500 Personen der großen und
)er kleinen Industrie, wobei auf die letztere 6 Millionen, auf die
ßroßindustrie, einschließlich Bergbau, 3 Mill. kommen; 18,968.600
Personen gehören der Landwirthschaft an (davon fallen 10,500,000
er auf eigenem Grund und Boden betriebenen Landwirthschaft,
; Millionen dem Pachtbetriebe, 212 Millionen speciell landwirth—
chaftlichem Betriebe. u. A. dem Weinbau zu).
DBienstesnachrichten.

Se. Maj. der König hat genehmigt, daß von dem Bischofe von Speyer
die durch die Ernennung der Domvikare Riediger und Kuhn zu Dom—
rapitularen und durch das Vorrücken der jüngeren, Vilare erledigte fünfte und
eziehungsweise sechste Domvikarstelle an der bischöflichen Kathedraͤle in Speyer
»em Priester Karl Le Maire, Pfarrer von Habkirchen, und beziehungsweise
em Priester Andreas Ullemeyer, Domkaplan in Speyer, verliehen werden.

Die protest. Pfarrstelle zu Quirnbach wurde dem derzeitigen Verweser
zerselben. Pfarromisandidoten Joh. Wep'ner aus Bellheim vderlieben,

——

Mat berichte.

Zweibrücken, 15. Juli. (Fruchtmitlelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 88 Pf. Korn 09 M. 60 P̃f., Gerste zweireihige — M. — Pf
ierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf. Spelzkern — M. — vi.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf. Hafer 7 M. 52 pi.
eErbsen — WM. — Pf., Wicken — M. pf., Kartoffeln 2 M. 50 Pi,
deu 3 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 60 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 70 Pf. Gemischibrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
sr. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 834 pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 6d Pf., Butter 72 Kilogr. d Me 83 VPf.,
Wein J Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 14. Juli. (Fruchtmitt eipreis und Victualienmarkt.) Weizen
2 M. 47 Pf Korn 09 M. 39 Pf., Spelzkern — M. Pf., Spelz O M
— Pf. Gerste Areihige — M. — Pf., Gerste Areihige d M. — Pf. Hafer
M. 90 Pf., Mischsrucht 10 M. 80 Pf. Erbsen mn pf Migen
M. — Pf., Bohnen O M. — Pf.,“ Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund 80 Pff., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
indfleisch 80 Pf., Kalbfleisch 46 Pf., Hammeltleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter J Pfund O M. 90 pf., Kartoffeln per Ctr. 3 M. 50 pf.
Kaiserslautern, 13 Juli. (Fruchtmitlelpreis and Victualienmaͤrkt.)
Beizen 12 M. 04 Pf., Korn 10 M. 586 Pf. Spelztern — M. Pf., Spelz
M. 83 ppf., Gerste 09 M. 02 Pf., Hafer 7 M. 87 Pf., Erbsen 8 M.
— Pf. Wicken O M. — Pf. Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
ßf. Schwarzorod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. O M. 78 Pf., Eier 2 Stua 69 Pf., Kar⸗
offeln ver Cent. 3 M. — Pf., Stroh 8 M. — Pf., Heus M. Pfg.
Flur die Redactian verdrtlich: &amp;ẽ —
vewerbliche und landwirthschaftliche Ausstellung
des Vfalzgaues.
Mannheim, 13. Juli.
Am vergangenen Sonntag Vormittags 11 Uhr wurde die Aussiellung
m Beisein Ihrer Kgl. Hoheiten dem Großherzog von Baden, dem Großher—
og von Hessen, dem Eroͤgroßherzog von Baden, vieler höheren Beamten aus
Baden, Hessen, Bayern uͤnd Württemberg, sowie unter dem Zadrange von
nielen Tausend Festtheilern bei herrlichem Wetter feierlich eröffnei. Ohne uns
eute auf eine nähere Beschreibuͤng oder Besprechung einzelner Gruppen oder
OIbjecte einzulassen, wollen wir nur kurz erwähnen, daß sowohl das Arrange⸗
nent, als auch die Menge und der Werth der ausgestellten Gegenstände alle
Erwartungen bei Weitem übertroffen haben; es gibt nur eine Stimme, daß
nier etwas ganz Außerord entliches geboten ist. Namentlich gilt dies von dem
lrrangement der ganzen Anlage, welche den schönsten Theil unseres herrlichen
Schloßgartens umfaßßt. Unvergleichlich schön ist aber der Aufenthalt vor den
tdestaurationslokalitäten, während der vorzüglichen Konzerte und bei der strah⸗
enden Beleuchtung des elektrischen Lichts, so daß sämmtliche Besucher, deren
zahl fich bereits an den ersten Äbenden jewelis auf ka dodä belief, darüber
inig find, man könne selbst in Städten wie Paris Wien, Berlin, oder den
erühmtesten Badeorten wohl kaum einem schönern Aufenthalt begegnen, als
c gegenwärtig hier geboten wird. Es soll schon ein fester Plan gefaßt wor⸗
en sein, daß durch die Stadt oder ein Konsortium dieser herrliche Platz, der
nstreitig während des Sommers für viele Tausende Veranlafsung sein wird,
Nannheim fuͤr längere oder kurzere Zeit zum Aufenthalt zu wählen, auch
uir die Zukunft in seiner jetzigen Anlage und Ausstattung dem Besuche det
Jublikums zugänglich bleibt. Hierdurch würde für unsere Stadt ein weiterer
lnziehungspunkt geschaffen, doch ist dies für jetzt nur noch ein Plan. Freuen
ir uns indeß, daß den die Ausstellung besuchenden fremden Gästen durch den
rächtigen Park ein angenehmer Aufendhali geschaffen ist, welcher Veranlafsung
azu sein wird, immer weitere Besucher auf unser herrliches Unternehmen
ufmerksam zu machen, welche sicher alie die schönsten Erinnerungen mit von
ner fortnehmen werden.
—ADD außwärtigen
leitungen begegnen, liefern hierfür schon einen sicheren Beweis. namenilic 4

N

ꝛer Berichterstatter der ‚Kbln. Ztg.“, Herr Dr. Zöller, dessen herrliche Artikel
iber die Äusstellung in Sydney die Runde durch diele deutsche Blätter machten
ind der der Eröffnung unserer Ausstell ung gleichfalls beiwohnte, zwei eingehende
euilletonistische Referate in den letzten Nummern der „Kölnischen Zeitung
jebracht, aus denen hervorgeht, welch' bedeutenden Eindruck auch unsere de⸗
cheidene Ausftellung auf den bewährten Verichterstatter hinterlassen hat. Wir
empfehlen diese Arükel allen Denen, welche eine richtige Anschauung, von dem
was hier durch Kunst, Natur und Gewerbefleiß geboten wird. sich verschaffen
vollen; es wird dies gewiß fur Viele Veranlassung sein, bei ihren diesjaͤhrigen
Sommerreisen auch Monrdeim zum Zielpunlt einer solchen zu machen

Deutsches Familienblaft.

Vierteljährlich M. 1.66. — In Heften zu 50 Pf.r)

Verlag von J. H. Schorer in Berlin.

Das neue Quartal beginnt mit einer reizenden humoristischen
Novelle von Heinrich Séeidel, der ersten größeren Arbeit eines
ungen, hervorragenden Talents. — Der Roman „Luckhardt und
Zöhne“ wird in seinem Fortgange immer bedeutender uͤnd span⸗
iender. Wie schade, daß die Rerfasserin, Frau E. Lenneck,
velche eine bei Frauen seltene scharfe Beobachtungsgabe besaß, und
deren letztes Werk dieser Poman ist, uns so jung entrissen wurde.
die Literatur hat in ihr einen schweren Verlust erlitten.

Nr. 27 und 28 enthalten außerdem unter anderem eine
Biographie des Malers Karl Friedrich Lessing v. A. Frey, einen
iußerst interessanten Artikel von Er ich Samber; Ein Tag aus
»em Leben des Präsidenten Grevy und eine heitere Schilderung
der Leiden eines Gesanglehrers von Josef Lewinsky. Ferner von
Slise Polhko: Versomanie, ein Mahnwort an die dichtenden
Frauen und Jungfrauen, sowie eine ergreifende Ballade von Fedor
“. Köppen aus der Zeit der Belagerung Kolbergs.

Die Bilder der neuen Nummern sind wieder prächtig, und
vir können nicht müde werden, das Deutsche Familien—
»latt immer wieder einem jeden unserer Leser auf's wärmste zu
mpfehlen. Das Blatt verdient durch Inhalt, Ausstattung und
Zreis einen Platz in jedem deutschen Hause
Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert
pro Monat Juni 1880.
4. Geburten:

Am 4. Juni. Anna, T. v.

Fohann Hammerschmiedt. Jacob,
5. v. Philipp Ammann. 5
Anna, T. v. Peter Worst. 7.
Margaretha, T. v. Johann Well⸗
ner. Jacob, S. v. Peter Ecker.
Anna Maria, T. v. Peter Feger.
3. Georg, S. v. Peter Bauer.
). Johann, S. v. Christian
-chäfer. Jacob, S. v. Katha—
ina Schmitt. 10. Johann, S.
». Karl Klein. 11. Georg Peter,
2. v. Johann Baptist Schwarz.
2. Karl, S. v. Jacob Wolf.
dathar. Mathilde, Alma, Elfa,
T. v. Julius Müller. 13. Anna
Maria, T. v. Georg Appel.
Mathilde, T. v. Karl Günther.
5. Peter, S. v. Peter Jann.
datharina, T. v. Andreas Ost⸗
jof. 16. Karolina, T. v. Fried⸗
ich Henn. Barbara T. v. Jo⸗
ann Heib. 17. Heinrich, S.
. Johann Uhl. Jacob, S. v.
;zulianna Rung. Katharina,
T. v. Joh. Fettig. 19. Helena,
T. v. Heinrich Ackermann. 21.
Maria, T. v. Johann Heib.
Flisabetha, T. v. Jacob Huber.
22. Johann, S. v. Joh. Jung.
Joseph, S. v. Johann Nicdolai.
23. Joseph, S. v. Nicol. Klem⸗
ner. Elisabetha, T. v. Johann
Zeel. 24. Johanna, T. v.
Bet. Klemmer. Katharina, T.
». Pet. Jungfleisch. 25. Bar⸗
ara, T. v. Peter Haas. 26.
)einrich, S. v. Heinr. Wagner.
udwig, S. v. Ludwig Keßler.
27. Johann, S. v. Karl Ecker.
Charlotta, T. v. Wilhelm Poller.
28. Katharina, T. v. Johann
Scholl. 29. Joseph, S. p.
Foseph Morlo. 80. Elisabetha,
T. v. Nikolaus Scheuer

stz. Eheschließungen:

3. Juni. Georg Wellner mit
Barbara Stolz. Johann Eugen
uhn mit Magdalena Morlo.
5. Valentin Grund mit Maria
douisa Keßler. Georg Nikolaus
aͤlein mit Anna Poller. 17.
Georg Conrad mit Margaretha
Meier. 24. Johann Stief mit
Flisabetha Feichtner.

O. Sterbfälle:

2. Juni. Peter Feger, 47
J. alt, Ehem. v. Louisa Müller.
k. Heinrich, 5 J. alt, S. von
Jacob Imhof. 10. Philippina
dolzhauser, 28 J. alt, Ehefrau
on Peter Duby. Peter Johann
deiser, 40 J. alt, Ehem. von
Margar. Westrich. 11. Johann
Michael Nehb, 51 J. alt, Witt⸗
ver von Katharina Pallmann.
13. Karolina, 5 J. alt, T. v.
Andreas Klos in Paris. 14.
arl, 6 Mi. alt, S. v. Jacob
Leppla. 16. Margaretha Senz,
»9 J. alt, Ehefr. von Wilhelm
Schmitt. 17. Gertrauda Grell,
31 J. alt, Eheft. v. Jos. Fries.
18. Katharina Eberle, 87 J.
alt, Ehefrau v. Jacob Eberle.
18. Elisabetha, 8 Mt. alt, T.
). Peter Gulentz. 19. Peter
Müller, 35 J. alt, ledig. 20.
Anna Morlo, 40 J. alt, Ehefr.
»on Joh. Jos. Schwarz. 21.
rudwig, 1 Mt. alt, S. von
PhilippJung. Magdalena Abel,
35 J. alt, Wittwe von Nicol.
Woll. Jacob Amann, 613.
ilt, Ehem. v. Dorothea Werner.
22. Barbara, 25 Tage alt, T.
. Maria Noll. 27. Wilhelm,
Mti. alt, S. von Wilhelm
Scheibel. 29. Peter, 3 J. alt,
A
z3 J. alt, S. von Nicolaus
Fischer.

St. Ingbert, 9. Juli 1880—

Der Standesbeamte:

T
        <pb n="448" />
        ECFBSIBABMAS
— zommersprossen⸗veift cc
ur vollständigen Entfer⸗
zung der Sommersprossen, empf.
Siück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
ruflich noch kurze Zeitzu 2 Mk. bei:
J. J. Grewenig,
F. Woll, Buchhandlung.
J. Friedrich.
digarrentâschchen
mit Firmadruck
kertigt die
Buchdruckerei
8 x. Vemetz.
—]

Am 1. September cer. können
noch mehrere tüchtige
Flaschenbläser
— am liebsten Champagner⸗
macher — und Motzer
muf meiner Louisenthaler
Hutte dauernde Beschäftigung
inden.
A. Wagner.
Mein Haus (früher Joh.
Zcherff) an der Großbach ist
u verkaufen oder zu vermiethen.
Nikolaus Schweitzer,
Tüncher.
Sonntag, 18. Juli bei
zünstiger Witterung
*
Waldvartie
nder neuen Anlage bei
Zengscheid mit Müsik der
S„chadowitz'schen Kapelle. (Musik
rei.) Für gute Speisen und
getränke ist bestens gesorgt.
Hoflichst ladet ein
Johann Mayer, Wirth.
Sonntag, 18. Juli
Harmoniemustk
hei Peter Mathieu,
Schüren.

Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon G. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

handlungen und Postämtern.
muen
Ein Garten in den Gassen⸗
garten ist zu verkaufen. Wo?
fagt die Exped. d. Bl.

zt. Johann-Sanrbrüfcker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam—
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pig.
Eignet sich wegen großer Ver—
zreitung vorzüglich für Inserate
eder Art.

Frankfurt a. M
Aeltestes Annoncen⸗ Bureau
n aasenstein

—
Vogler
Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —
10 Liebfrauenstraße 10.

g
LInterprète The Interpreter L'interprete
ranzösisches Journal englisches Journal für italienisches Journal

cũr Deutsche, Deutsche, für Deutsche,

mit erläuternden Anmerkungen, alphabetischem Vocabulaire
i. verrollkommneter Aussprachebezeichnung des Englischen u. Italienischen.
Herausgegeben und redigirt von Emnil Sommer.

Vorzũglichste und virksamste Hiltsmittel bei Erlernung obiger drei
gprachen, namentliehn für das Selbststudium und bei Vorbe-
reit ung 4auf Examina —D
mdä erfosgreichste franz,, engl. u. ital. Lectüro zur Uebung und Unteor-
Jaltung, durech die besondere Finriehtung dieser Journale schon
bei dep' bescheidensten Kenntnissen in erspriesslichster Weise verwend-
—. Gründung des INFERPRBTE, 1. Juni 1877; des NPERPEETEB
äan, 1878 und des italienisgchen INPERPRETE. I. Jan. 1880, und
ei Uaher letzterer als neuoste Erscheinung auf diesem Gebiete gans
oneter MAufmerksam emptohlen. Durch ihren praktischen und
nfrliehken Werth erfrenen sich ssämmtliche drei Journale
iner ganz ausserordentliehen. die äussersten Grenzen Deutschlunds und
hecterteich-Vngarns umfassenden und im Auslande sich bis Ostindien
merika erstreckenden Verbreitung. Inhalt der drei Journale
rõllig verschieden: Tagesgeschichte, populãrwissenschaftliche und ver-
miscste Aufsütze, gediegene Novellen, interessante Processe eéete.; ferner
ꝓpthalt jede Nummer éinen deutschen Artikel 2—0m UVebersetzén in
lie betr. Sprache, dessen mustergiltige Uebertragung hierauf z2ur delbst-
correctar in der nächsten Nummer folgt. Wöchentlieh eine Nammer.
Quartalpreis jedes der drei Journale, bei der Post, dem Buchhandel oder
urect, nvur IM. 73 Pf. (I fl. 5 xr. õ. W., 2 fr. 50). Preis eines ein-
cincu Monates direct 60 Pf. Probenummern gratis. Inserate (à
ↄ6 Pf. die 48paltige Petitzeile) von erfolgreichster Wirkung.

Vdenkohenn i. d. baver. Rheinpfalz.

Die Fevedition.

verden föt—

— 110 Hh
— litora
„J1060.

DUnternehmen
Verdienst sehr hp verutniss nicht erforderlich.
Auch Benmte, Ther, Reisende anderer
Branchem eteé., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
zchaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisoches Institut
Bathbhagae

Lorschuß⸗ Berein Sir Inghber.
eingetragene Genossenschaft.

Die Mitglieder werden hiermit zu einer außerordentlichen
generalversammlung auf nächsten Dienstag den 20. dieses
— Abends 8 Uihr in den Gasthof zur Post ein⸗
eladen.

Tages-Orduung:
Anwendung des 8 48 Absatz 3 der Statuten.
St. Ingbert, den 16. Juli 1880.
Der Aufsichtsrath
Ehrhardt⸗Jochum.
Vorsitzender.
Geschaͤfts-Anzeige. —
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich mich in
ZSchnappbach als
mTüncher und Lackirer
tablirt habe und empfehle mich in allen in dieses Geschäft ein—
chlagenden Arbeiten unter Zusicherung pünktlicher und billiger
Zedienung.
L. Poller.
v 1
Geschäfts-Anzeige.

Hiemit die ergebene Anzeige, daß ich das Geschäft von Hrn
—„chmied Peters, welches Herr Philipp Schwarz bis daher
nne hatte übernommen habe und empfehle mich in allen in
dieses Fach einschlagenden Arbeiten, besonders auch in Chaisen⸗
reparaturen,/ mit Zusicherung guter und rascher Bedienung.

W. Herz., Schmied.
GeschäftsEmpfehlung.
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in meines Va—
Hause, alte Bahnhofistraße, mein Geschäft als
Ahrmache“

ers

ingefangen habe, und halte mich in allen in dieser Branche vor—
nmenden Arbeiten und Reparaturen, bei billiger und guter Be—
ienung, bestens empfohlen.
Taschen⸗ und Wand⸗Uhren sowie Regulateure
halte stets auf Lager zu billigem Verkauf.
Achtungsvollst
Heinrich Buser.
Jewerbliche und landwirthschaftliche
Auestellung des Pfalagaues.
EMLCAa NNXNIEREIM 1I880.
Dnter dem Protectorat Sr. Kgl.' Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden
—0 —
Drösfnet am 11. Juli 1880.
Eintritt MIIX. L. —
Loose à 2 Maric. (Auf 10 Loose1l Preiloos) durch
Herrn P. Nestler B. 5. 2
22460402757
Seit Dregeért's allbeliebtem Schneiderlied hat
cein heiteres Mannerquartett mehr soleh' freudige
Aufnahme gefunden, wie:

Ddie Listoria vom Russ,

bumoristischer Ohor
für
0eSti n ne n
mponirt von
7 ISenmumnm.

Op. 18. Partitur und Stimmen IMk. 2,50.
Jegen Finsendung des Betrages versende ich franco
Vetaeichniss beliebter Mäannerquartette gratis u. franco

P. J. Tongers Verlag
CBIn am Rbein.
Irok vbeiten atler Art

—

werden rasch und billig angefertigt in der
XX, Demen'ichen Buchs und Steindruckerei.
Druck und Verlag von F. X. Deme tz iu St. Ingbert.
— Sienunu kor unfere Wo st Abonnenten „Illustrirtes Sonntaasblatt Nr
        <pb n="449" />
        SfIngberker Anzeiger.
Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

MAAs 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezgogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15— fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
Mß 114. Sonntag, den 18. Juli

18859.

m——

Deutsches Reich.

München, 14. Juli. Die projectirte Steuerreform rief
heute Abend eine stark besuchte Versamml ung des Vereins der Grund⸗
und Hauseigenthümer Münchens zusammen, wobei beschlossen wurde,
an die Steuerausschüsse des Landtags eine Petition zu richten,
welche folgende Punkte enthält: 1) Für die Haussteuer soll vor—
behaltlich etwaiger revisorischer Feststellung die für je eine Finanz—
periode abzugebende Fassion des Steuerpflichtigen maßgebend sein.
Demnach wünschen die Petenten Beseitigung der Taxatoren und
der Musterhäuser.) 2) Zur Besteuerung soll nur die dem Steuer⸗
oflichtigen verbleibende reine Rente abzüglich aller Lasten und einer
zilligen Amortisationsquote kommen. 3) Die möglich erzielbare
Rente soll blos in solchen Fällen der Besteuerung zu Grunde ge—
legt werden, wo sich die wirkliche Rente nicht nachweisen läßt,
während, wenn der wirkliche Miethertrag nachgewiesen ist, von
Einschätzung der möglichen Rente Umgang zu nehmen ist.

In der bayerischen Abgeordnetenkammer hat der Abgeord—
nete Fz. Xv. Freiherr v. Hafenbrädl jetzt wirklich von Neuem seinen
die Aufhebung des 7. Schuljahres betreffenden Antrag eingebracht.

In Berliner diplomatischen Kreisen wird angenommen,
daß die Türkei die Kollektivnote der Mächte in unbestimmter Weise
zeantworten und Zeit zu gewinnen suchen werde. Auch hört man,
daß die Pforte an der Umgestaltung ihres Heeres arbeitet.

Seit Jahren steht die Frage des Erlasses eines Reichs-Ver—⸗
icherungsgesetzes für das deutsche Reich auf der Tagesordnung.
Ungefähr vor Jahresfrist sind seitens des Reichsamts des Innern
ehr eingehende Fragebogen an die Behörden und betheiligten Per—
onen abgesandt worden, um daraus Material für die in's Leben
zu rufende Gesetzgebung zu beschaffen. Wenn auch bislang das
Reichsamt des Inneren über diese Angelegenheit recht reichhaltiges
Material empfangen hat, so ist der Erlaß einer Versicherungs-Ge⸗
jetzgebung doch mit so vielen Schwierigkeiten aller Art verbunden,
daß wohl noch eine längere Zeit wird verstreichen müssen, ehe der
Reichstag mit dieser Sache sich zu beschäftigen haben wird.

Am Verbandstage der Schulze'schen Kreditgenossenschaften ver—
vahren sich einmüthig gegen die Beschränkung der Wechselfähigkeit.
Nuch der preußische Staatssekretär der Justiz widerstrebt jener
Beschränkung.

Zum französischen Nationalfest vom 14. Juli bemerkt die
afficiöse , Nordd. Allg. Z.“ am Schluß eines Leitartikels: „Deutsch⸗
land kann nur den Wunsch hegen, mit allen Nationen in Frieden
und Freundschaft zu leben. Es empfindet bei dem heutigen Fest—
age seines westlichen Nachbars weder Voreingenommenheit noch
Mißgunst. Je behaglicher sich die Franzosen in ihrer eigenen
däuslichk eit einrichten, desto vortheilhafter ist es für die Erhaltung
ind Befestigung des allgemeinen Friedens, der auf Frankreich als
einen unentbehrlichen Factor rechnet.“

Der „Els.Lothr. Ztg.“ zufolge ist der Staatsrath von Elsaß⸗
Lothringen behufs seiner Constituiriung auf den 28. Juli
inberufen.

Vermischtes.

* St. Ingbert, 14. Juli. In heutiger Schöffensitzung
kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 19 Ein Mann von hier
erhielt wegen Berufsbeleidigung 5 Tage Gefängniß. 2) Eine
Frau von Hassel hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben
uind wurde in Folge dessen von der Anschuldigung der Feldent⸗
wendung von Gras freigesprochen.

*St. Ingberl. Das Schöffengericht Sulzbach ver—
urtheilte in seiner Sitzung vom Donnerstag wegen Laubdiebstahls
unter erschwerenden Umständen acht Frauen von hier zu je 5M.
Geldbuße und Werthersatz; drei derselben außerdem zu 1 Monat,
resp. 8 Tagen Gefängniß wegen Rückfalles.

F Die für die Wittelsbacher Stiftung bis heute aus der
Pfalz eingegangene Gesammtsumme beträgt 52,932 M. 13 Pf.

F. Am Donnerstag sind zwei Knaben 9 und 12 J. alt, Söhne

des Ackerers Josef Ullrich von Bierbach in der Nähe des Ortes
in der Blies ertrunken.
. Hr. Friedrich Sander jun. aus Kaiserslautern
z. Z. Zögling der Münchener Mußfikschule, erhielt in derselben für
eine Komposition einen Ehrenbreis. Hr. Sander ist ein tüchtiger
Violinspieler.

— Gegen die „Pfälz. Post“ wurde unterm 18. Juli Straf⸗
antrag gestellt wegen Verbreitung unwahrer und ehrenrühriger Nach—
richten in Nr. 179 gedachten Blattes.

. In Goöllheim wird die Branntwein⸗Nachsteuer sehr
drückend empfunden. Dieselbe erreicht dort den Betrag von 4000
Mark, der sich auf nur wenige Branntwein-Brennereien vertheilt.
Zudem ist der Absatz an Spiritus ein sehr ungünstiger.

Wie gefährlich es ist, bei heißem Wetier beim Baden so⸗
fort nach dem Auskleiden ohne vorherige Abkühlung in's Wasser
zu gehen, zeigt folgender Fall, der sich in Oppenheim zuge—
tragen hat. Ein Bäckerlehrling wollie ein Bad nehmen und stürzte
iich, naß geschwitzt, wie er war, sofort nach dem Auskleiden in's
Wasser. Kaum war er drinnen, da war er verschwunden und
vurde nur als Leiche wiedergesehen.

F Aus Nußdorf, 16. Juli schreibt der „Eilboten: Ein
ragisches Ereigniß setzte heute früh unsern Ort in Aufregung.
Ein Liebespaar, dessen ehelicher Verbindung ein fester Elternwille
entgegenstand, suchte den Tod durch Erschießen. Die Lebensmüden
erreichten jedoch ihren Zweck nicht vollständig. Beide liegen schwer
derwundet darnieder und wird an ihrem Aufkommen gezweifelt.

Die „Frankenthaler Ztg.“ schreibt, ob im Ernst oder im
Scherz, wissen wir nicht: „ünseren Eisenbahnbeamten
dürfte wie ich von gut unterrichteter Seite höre, demnächst eine
angenehme Ueberraschung bevorstehen; dieselben sollen abwechsel—
ungsweise einen längeren Urlaub erhalten, damit es ihnen mög—
lich ist, sich in freier Luft bewegen zu können. Außerdem sollen
in nächster Zeit noch tief in das Beamtenleben eingreifende, jedoch
denselben zum Vortheil gereichende Anordnungen und Verfügungen
eitens der Direktion bevorstehen, deren Zweck es sei, den gegen⸗
värtig noch vielfach auftretenden Klagen über den zu streugen
Dienst, karge Besoldung und Beförderung für immer die Spitze
abzubrechen.“ (727)

Der Stadtrath von Speyer bewilligte zur Feier des
Wittelsbacher-Jubiläums einen Kredit von 1000 Maärk.

— Ueber recht gemüthliche Verhältnisse zwischen Jägern und
Wilderern berichtet die „Donauztg.“ aus Niederbayern:
In der Klosterwaldung bei Schwarzenberg stießen in der letzten
Woche mehrere Jäger des Prämonstrater Klosterstiftes Schlögl auf
Wilderer. Die Jäger wurden angegriffen und es entspann sich
ein Kreuzfeuer, in welchem zwei Jäger todt auf dem Platze blieben
und zwei Wilderer schwer verwundei von ihren Spießgesellen fort⸗
geschleppt wurden. Bisher hat man keinen der Uebelthäter erwischt.

FIn Niederbayern ergab die Sammlung für die
Wittelsbacher Stiftung den Betrag von 47 253 M.

fF In Mittelfranken hat die Sammlung für die Wit—
elsbacher Stiftung im Ganzen 64,147 M. 87 Pf. ergeben, dar⸗
unter aus der Stadt Nürnberg 17,052 M. 75 Pf

Ausland.

In der französischen Deputirtenkammer und im Senat
wurde am Donnerstag die Sitzung geschlossen. Leon Say, Präsident
»es Senats, sagte in seiner Ansprache: Sie haben gestern mit
patriotischem Gefühl die französische Armee, vertreten durch alle
hrer Führer und Fahnen, an sich vorüberziehen gesehen. Stolz
nuf sie, denen Frankreich die Sorge für seine Ehre und seine
Sicherheit anvertraute, können Sie Sich mehr als jemals mit Ruhe
den Arbeiten der friedlichen Wiedergeburt des Landes hingeben, welche
der Gegenstand Ihrer Gedanken sind und welche der republikanischen
Regierung so sehr am Herzen liegen müssen.

Der Sultan hat vom deutschen Kaiser mehrere tüchtige
Finanzbeamte ausgebeten, welche das zerrüttete türkische Finanz—
wvesen wieder in Ordnung bringen sollen. Ob dieses möglich ist,
teht zu bezweifeln.

Rußland hat über das Dulden von Nihilisten in Rumänien
Vorstellungen nach Bukarest gerichtet und die Ausweisung derselben
erlangt.
        <pb n="450" />
        Bei der am 14. Juli in D armstadt stattgehabten Be⸗
sprechung zwischen dem Anwali der deutschen Genossenschaften Dr.
Schulze⸗Delitzsch in Begleitung der Verbandsdirectoren Bernhard
und Dr. Knecht einerseits und Vertretern der landwirthschaftlichen
Consumvereine und Darlehenskassen aus Baden und Hessen, Dr.
Weidenhammer, Polizeirath Haas und Oekonomiewirth Märklin,
andererseits, sowie dem Reichstagsabgeordneten Dr. Schroeder
(Worms) hat man sich überzeugt, daß der größte Theil der An⸗
griffe, wie er von manchen Veriretern aus beiden Lagern ausge⸗
dangen ist, der watsächlichen Begrundung entbehrt, und es ist ge⸗
lungen, über die bisherigen bezüglichen Differenzen eine Verständigung
anzubahnen.

FMit dem Bel l'schen Telephon wurden die Töne der
bei einem dieser Tage in Zürich abgehaltenen Gefangfest ge⸗
sungenen Lieder aus der Fefthalle nach Basel geleitet, wo der
Gesang (schreibt die N. Zürich. Z3) „trotz der unvermeidlichen In—
duktion klar und deutlich vernommen wurde, was um so mehr auf⸗
fallen muß, als der in der Züricher Sängerhalle aufgestellte Auf⸗
gabeapparat mindestens 25 Fuß von der Bühne entfernt ange—
bracht war.

4 In der Grube Risca unweit Newport in England fand
am Morgen des 15. Juli eine heftige Explosion in Folge der
Entzündung schlagender Wetter statt. Die Zahl der Umgekommenen
wird auf 119 geschätzt.

4 Ein schnell vergessendes Volkchen, diese Franzosen: Anstatt

ich die Verbrechen der Kommune in das Gedächtniß zurückzurufen,
rufen sie die Verbrecher der Kommune in das Herz Frankreichs
zurück. (Alk.)

pLegende aus den Reichslanden.

Es war einmal ein deutscher Herzog,

Der in des Reiches Diensten herzog.

Man merkte gleich, daß mit dem Herrn

Ein Vorurtheilsgedanken heer zog.

Man sah wie eine Staatsfeindlichkeit

Selbst aus dem friedlich stillsten Heerd sog,

Und als er barsch und schroffer ward

Und kräft'ger über Alle herzog,

Kam wie der Blitz ein Reichsbefehl,

Daß wieder ab der strenge Herr zog.

Nachahmungswürd,ig. Auf einer — allerdings

monymen — Korrespodenze⸗ Karte schreibt man der „N. fr. Pr.“:
In der kärntnerischen Stadt Villach (s- bis 6000 Einwohner) ist
durch volle sechs Wochen Niemand gestorben. Der dortige Todten⸗
zräber hat deshalb seine Stelle mit der klassischen Motivirung
zurückgelegt: „Wenn ka Mensch stirbt, kann der Mensch nit leben.“
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demest.

— — —

A
Zwangsversteigerung.
Montlag den 19. Juli 1880,
Morgens 10 Uhr zu Rohr⸗
bach vor der Wohnung der
Frau Rudolf Daniel Kunz,
Främerin werden die nachbe—
zeichneten Gegenstände gegen
Baarzahlung öffentlich zwangs⸗
weise versteigert:
2 Kleiderschränke, 2 Nacht⸗
tischchen, 1runder Tisch,
6 Rohrsessel, Bilder, eine
ganze Laden-⸗ Einrichtung,
Waaren Epezerei⸗ und
Ellenwaaren) 1. Nähma⸗
schine und sonstige Ein—
richtungsgegenstände.
St. Ingberi, 18. Juli 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
ruflich noch kurze Zeitzu 2 Mk. bei:
J. J. Grewenig,
F. Woll, Buchhandlung.
J. Friedrich.
Es wird ein braves,
fleißiges Dienst⸗
mädchen zum sofortigen Ein⸗
tritle gesucht. Näheres durch
Frau Pfr. Todt.

Vorschuß-Verein St. Ingbert
eingetragene Genossenschaft.

Die Mitglieder werden hiermit zu einer außerordentlichen
Generalversammlung auf nächsten Dienstag den 20. dieses
Monats Abends 8 Uhr in den Gasthof zur Post ein⸗
geladen.

dagesOrdunung:
Anwendung des 8 48 Absatz 3 der Statuten.

St. Ingbert, den 16. Juli 1880.

Der Aufsichtsrath
Ehrhardt⸗Jochum.
Vorsitzender.
Geschafts-Anzeige.

Hiemit die ergebene Anzeige, daß ich das Geschäft von Hrn.
Schmied Peters, welches Herr Philipp Schwarz bis daher
inne hatte übernommen habe und empfehle mich in allen in
dieses Fach einschlagenden Arbeiten, besonders auch in Chaisen⸗
reparaturen,/ mit Zusicherung guter und rascher Bedienung.

J W. Herz, Schmied.
GeschaͤftsEmpfehlung.
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in meines Va—⸗
dause, alte Bahnhofstraße, mein Geschäft als
Uhrmache:

*

28
7 2
2
26

4

E

727
7
7

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nu Geldaewinnste.
7 um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderle gbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die fämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

2
8

mgefangen habe, und halte mich in allen in dieser Branche vor⸗
Anmenden Ärbeiten und Reparaturen, bei billiger und guter Be⸗
dienung, bestens empfohlen.
Taschen⸗ und Wand⸗Uhren sowie Regulateure
halte stets auf Lager zu billigem Verkauf.
Achtungsvollst
heinrich Buser.
. Demetz. Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.
zpezialität: Herrn⸗Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika—
aischen Zuschneide⸗Systemen.
1/,0 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 26.-
mit glattem feinem leinen
Einsatz AB. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsäthe und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
uns Sits leiste ich Jede Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ch ein Hemd zur Anprobe ein, und kon⸗
aen sich dann meine verehrten Abnehmer
hon meiner Leistungsfühigkeit über—
eugen.

— — — — —— —
Drud und Verlag von F. X. Deme z iu St. Ingbert.
Sieru „Illustrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 3.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigftellung des pfalzischen

Gewerbemuseums.

Preis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. Ootober
1880.
Hauptgewinne von 50,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
AuUMSO Loose ein Raar
gewinn.
Bestellungen sind zu richten ar

die General⸗Agentur
Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
bei Franz Woll in St.
Inabert.

per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demetz.

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garten ist zu verlaufen. Wo?
aat die Exped. d. Bl.
        <pb n="451" />
        f. Inaberler Ameiger.

—
—X
—
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementéepreis betragt vieriteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
MIia.

Sonntag, den 18. Juli

1880.

Deutsches Reich.

München, 14. Juli. Die projectirte Steuerreform rief
heute Abend eine stark besuchte Versamml ung des Vereins der Grund—
und Hauseigenthümer Münchens zusammen, wobei beschlossen wurde,
an die Steuerausschüsse des Landtags eine Petition zu richten,
welche folgende Punkte enthält: 1) Für die Haussteuer soll vor—
—DD
periode abzugebende Fassion des Steuerpflichtigen maßgebend sein.
Demnach wünschen die Petenten Beseitigung der Taxatoren und
der Musterhäuser. 2) Zur Besteuerung soll nur die dem Steuer⸗
pflichtigen verbleibende reine Rente abzüglich aller Lasten und einer
billigen Amortisationsquote kommen. 8) Die möglich erzielbare
Rente soll blos in solchen Fällen der Besteuerung zu Grunde ge—
legt werden, wo sich die wirkliche Rente nicht nachweisen läßt—
während, wenn der wirkliche Miethertrag nachgewiesen ist, von
Einschätzung der möglichen Rente Umgang zu nehmen ist.

In der bayerischen Abgeordnetenkammer hat der Abgeord⸗
nete Fz. Xv. Freiherr v. Hafenbrädl jetzt wirklich von Neuem seinen
die Aufhebung des 7. Schuljahres betreffenden Antrag eingebracht.

In Berliner diplomatischen Kreisen wird angenommen,
daß die Türkei die Kollektivnote der Mächte in unbestimmter Weise
beantworten und Zeit zu gewinnen suchen werde. Auch hört man,
daß die Pforte an der Umgestaltung ihres Heeres arbeitet.

Seit Jahren steht die Frage des Erlasses eines Reichs-Ver⸗
icherungsgesetzes für das deutsche Reich auf der Tagesordnung.
Ungefähr vor Jahresfrist sind seitens des Reichsamts des Innern
sehr eingehende Fragebogen an die Behörden und betheiligten Per—
onen abgesandt worden, um daraus Material für die in's Leben
zu rufende Gesetzgebung zu beschaffen. Wenn auch bislang das
Reichsamt des Inneren über diese Angelegenheit recht reichhaltiges
Material empfangen hat, so ist der Erlaß einer Versicherungs-Ge—
etzgebung doch mit so vielen Schwierigkeiten aller Art verbunden,
daß wohl noch eine längere Zeit wird verstreichen müssen, ehe der
Reichstag mit dieser Sache sich zu beschästigen haben wird.

Am Verbandstage der Schulze'schen Kreditgenossenschaften ver—
vahren sich einmüthig gegen die Beschränkung der Wechselfähigkeit.
Auch der preußische Staatssekretär der Justiz widerstrebi jener
Beschränkung.

Zum französischen Nationalfest vom 14. Juli bemerkt die
fficiöse ‚Nordd. Allg. Z.“ am Schluß eines Leitartikels: „Deutsch⸗
land kann nur den Wunsch hegen, mit allen Nationen in Frieden
und Freundschaft zu leben. Es empfindet bei dem heutigen Fest⸗
age seines westlichen Nachbars weder Voreingenommenheit noch
Mißgunst. Je behaglicher sich die Franzosen in ihrer eigenen
Häuslichkeit einrichten, desto vortheilhafter ist es für die Erhaltung
ind Befestigung des allgemeinen Friedens, der auf Frankreich als
einen unentbehrlichen Factor rechnet.“

Der „Els.-Lothr. Ztg.“ zufolge ist der Staatsrath von Elsaßz⸗
Lothringen behufs seiner Constituirung auf den 28. Juli
einberufen.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 14. Juli. In heutiger Schöffensitzung
kamen folgende Fälle zur Aburtheilung:? 19 Ein Mann von hier
rhielt wegen Berufsbeleidigung 53 Tage Gefängniß. 2) Eine
Frau von Hassel haite gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben
und wurde in Folge dessen von der Anschuldigung der Feldent—
vendung von Gras freigesprochen.

*St. Ingbert. Das Schöffengericht Sulzbach ver—
artheilte in seiner Sitzung vom Donnerstag wegen Laubdiebstahls
inter erschwerenden Umstaͤnden acht Frauen von hier zu je 5M.
Heldbuße und Werthersatz; drei derselben außerdem zu 1 Monat,
cesp. 8 Tagen Gefängniß wegen Rückfalles.

F Die für die Wittelsbacher Stiftung bis heute aus der
Pfalz eingegangene Gesammtsumme beträgt 52,9832 M. 13pf.

F Am Donnerstag sind zwei Knaben 9 und 12 J. alt, Söhne
des Ackerers Josef Ul rich von Bierbach in der Nähe des Ortes
in der Blies ertrunken.

Hr. Friedrich Sander jun. aus Kaiserslautern
z. Z. Zögling der Münchener Musikschule, erhielt in derselben für
eine Komposition einen Ehrenpreis. Hr. Sander ist ein tüchtiger
—X

— Gegen die „Pfälz. Post“ wurde unterm 18. Juli Straf-⸗
antrag gestellt wegen Verbreitung unwahrer und ehrenrühriger Nach—
richten in Nr. 179 gedachten Blattes.

F. In Göklheim wird die Branntwein⸗Nachsteuer sehr
drückend empfunden. Dieselbe erreicht dort den Betrag von 4000
Mark, der sich auf nur wenige Branntwein⸗Brennereien vertheilt.
Zudem ist der Absatz an Spiritus ein sehr ungünstiger.

Wie gefährlich es ist, bei heißem Wetier beim Baden so—
sort nach dem Auskleiden ohne vorherige Abkühlung in's Wasser
zu gehen, zeigt folgender Fall, der fich in Oppenheim zuge—
ragen hat. Ein Bäckerlehrling wollie ein Bad nehmen und stürzte
ich, naß geschwitzt, wie er war, sofort nach dem Auskleiden in's
Wasser. Kaum war er drinnen, da war er verschwunden und
vurde nur als Leiche wiedergesehen.

Aus Nußdorf, 186. Juli schreibt der „Eilbote“: Ein
ragisches Ereigniß setzte heute früh unsern Ort in Aufregung.
üin Liebespaar, dessen ehelicher Verbindung ein fester Elternwilse
entgegenstand, suchte den Tod durch Erschießen. Die Lebensmüden
erxreichten jedoch ihren Zweck nicht vollständig. Beide liegen schwer
erwundet darnieder und wird an ihrem Aufkommen gezweifelt.

Die „Frankenthaler Zig.“ schreibt, ob im Ernst oder im
Scherz, wissen wir nicht: „ünseren Eisenbahnbeamten
zürfte wie ich von gut unterrichteter Seite höre, demnächst eine
ingenehme Ueberraschung bevorstehen; dieselben sollen abwechsel—
ingsweise einen längeren Urlaub erhalten, damit es ihnen mög—
iich ist, sich in freier Luft bewegen zu können. Außerdem sollen
in nächster Zeit noch tief in das Beamtenleben eingreifende, jedoch
enselben zum Vortheil gereichende Anordnungen und Verfügungen
eitens der Direktion bevorstehen, deren Zweck es sei, den gegen⸗
värtig noch vielfach auftretenden Klagen über den zu strengen
Dienst, karge Besoldung und Beförderung für immer die Spitze
ibzubrechen.“ (77)

F Der Stadtrath von Speyer bewilligte zur Feier des
Wittelsbacher-Jubiläums einen Kredit von 1000 Maärk.

— Ueber recht gemüthliche Verhältnisse zwischen Jägern und
Wilderern berichtet die „Donauztg.“ aus NRiederbayern:
In der Klosterwaldung bei Schwarzenberg stießen in der letzten
Woche mehrere Jäger des Prämonstrater Klosterstiftes Schlögl auf
Wilderer. Die Jäger wurden angegriffen und es entspann sich
ein Kreuzfeuer, in welchem zwei Jäger todt auf dem Plate blieben
und zwei Wilderer schwer verwundel von ihren Spießgesellen fort⸗
geschleppt wurden. Bisher hat man keinen der Uebelthäter erwischt.

FIn Niederbayern ergab die Sammlung für die
Wittelsbacher Stiftung den Betrag von 47 253 M.

f In Mittelfranken hat die Sammlung für die Wit⸗
elsbacher Stiftung im Ganzen 64,147 M. 87 Pf.ergeben, dar—
unter aus der Stadt Nürnberg 17,052 M. 75 Pf.

Ausland.

In der französischen Deputirtenkammer und im Senat
wurde am Donnerstag die Sitzung geschlossen. Leon Say, Präsident
des Senats, sagte in seiner Ansprache: Sie haben gestern mit
patriotischem Gefühl die französische Armee, vertreten durch alle
ihrer Führer und Fahnen, an sich vorüberziehen gesehen. Stolz
auf sie, denen Frankreich die Sorge für seine Ehre und seine
Sicherheit anvertraute, können Sie Sich mehr als jemals mit Ruhe
den Arbeiten der friedlichen Wiedergeburt des Landes hingeben, welche
der Gegenstand Ihrer Gedanken sind und welche der republikanischen
Regierung so sehr am Herzen liegen müssen.

Der Sultan hat vom deutschen Kaiser mehrere tüchtige
Finanzbeamte ausgebeten, welche das zerrüttete türkische Finanz—
vesen wieder in Ordnung bringen sollen. Ob dieses möglich ist,
teht zu bezweifeln.

Rußland hat über das Dulden von Nihilisten in Rumänien
Borstellungen nach Bukarest gerichtet und die Ausweisung derselben
derlangt.
        <pb n="452" />
        f Bei der am 14. Juli in Darmstadt stattgehabten Be⸗
sprechung zwischen dem Anwalt der deutschen Genossenschaften Dr.
Schulze⸗Delitzsch in Begleitung der Verbandsdirectoren Bernhard
ind Zr. Knecht einerseits und Vertretern der landwirthschaftlichen
Fonsumbereine und Darlehenskassen aus Baden und Hessen, Dr.
Weidenhammer, Polizeirath Haas und Oekonomiewirth Märklin,
andererseits, sowie dem Reichstagsabgeordneten Dr. Schroeder
Worms) hat man sich überzeugt, daß der größte Theil der An⸗
zriffe, wie er von manchen Veriretern aus beiden Lagern ausge⸗
jangen ist, der thatsächlichen Begründung entbehrt, und es ist ge⸗
ungen, über die bisherigen bezualichen Differenzen eine Verständigung
anzubahnen.

Mit dem Bel l'schen Telephon waurden die Töne der
zei einem dieser Tage in Zürich abgehaltenen Gefangfest ge⸗
ungenen Lieder aus der Festhalle nach Basel geleitet, wo der
Hesang (schreibt die N. Zürich. Z) „trotz der unvermeidlichen In⸗
uttiot klac und deutlich vernommen wurde, was um so mehr auf⸗
fallen muß, als der in der Züricher Sängerhalle aufgestellte Auf⸗
Jabeapparat mindestens 25 Fuß von der Bühne entfernt ange—
dracht war.

In der Grube Risca unweit Newport in England fand
um Morgen des 185. Juli eine heftige Explosion in Folge der
Entzündung schlagender Wetter statt. Die Zahl der Umgekommenen
wird auf 119 geschätzt.

4. Ein schnell vergessendes Völkchen, diese Franzo sen: Anstatt

Zwangsversteigerung.
Montlag den 19. Juli 1880,
Morgens 10 Uhr zu Rohr-⸗
bach vor der Wohnung der
Frau Rudolf Daniel Kunz,
rämerin werden die nachbe—
eichneten Gegenstände gegen
Baarzahlung öffentlich zwangs⸗
weise versteigert:
2 Kleiderschränke, 2 Nacht⸗
tischchen, 1runder Tisch,
5 Rohrsessel, Bilder, eine
janze Laden-Einrichtung,
Waaren (Spezerei⸗ und
Fllenwaaren) 1. Nähma⸗
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St. Ingbert, 13. Juli 1880.
Raßbender,
Verichtspollzieher.

Kissinger Loose
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uflich noch kurze Zeitzu 2 Mk. bei:
J. Grewenig,
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Es wird ein braves,
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mädchen zum sofortigen Ein⸗
ritte gesucht. Näͤheres durch
vrrau Vfr. Todt.
— —

8
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8
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Fortlaufende Nummern. Keine
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Loose unwiderlegbare gleiche,
Fhance zu verleihen, werden bei
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weites geleat.
Kaiserslauterer
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Ziehung am 25. October
1880.
dauptgewinne von M 50,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
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ber 1000 Stück von 3.50 Mk. an
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1671.
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drankheit hat bisher
den weltberühmten
Hineralquell⸗ Brust⸗
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Thee Maria Benno
on Donat Paris 1671
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J. Januar im ganzen Deut—
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Dru nand Verlag von F. X.

sich die Verbrechen der Kommune in das Gedächtniß zurückzurufen,
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Legende aus den Reichslanden.

Es war einmal ein deutscher Herzog,

Der in des Reiches Diensten herzog.

Man merkte gleich, daß mit dem Herrn

Ein Vorurtheilsgedanken heer zog.

Man sah wie eine Staatsfeindlichkeit

Selbst aus dem friedlich stillsten Heerd sog,

Und als er barsch und schroffer ward

Und kräft'ger über Alle herzog,

Kam wie der Blitz ein Reichsbefehl,

Daß wieder ab der strenge Herr zog.

PNachahmungswürdig. Auf einer — allerdings

monymen — Korrespodenz-Karte schreibt man der „N. fr. Pr.“:
In der kärntnerischen Stadt Villach (s- bis 6000 Einwohner) ist
zurch volle sechs Wochen Niemand gestorben. Der dortige Todten⸗
gräber hat deshalb seine Stelle mit der klassischen Motivirung
urückgelegt: „Wenn ka Mensch stirbt, kann der Mensch nit leben.“
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demetz.

Vorschuß-Verein St. Ingbert
eingetragene Genossenschaft.

Die Mitglieder werden hiermit zu einer außerordentlichen
Generalversammlung auf nächsten Dienstag den 20. dieses
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St. Ingbert, den 16. Juli 1880.
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Hiemit die ergebene Anzeige, daß ich das Geschäft von Hrn.
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dieses Fach einschlagenden Arbeiten, besonders auch in Chaisen⸗
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GeschäftsEmpfehlung.
Ich beehre mich ergebenst anzuzeigen, daß ich in meines Va⸗
Hause. alte Bahnhofstraße. mein Geschäft als
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fonmenden Arbeiten und Reparaturen, bei billiger und guter Be—
zienung, bestens empfohlen.
Taschen⸗ und Wand-Uhren sowie Regulatenure
halte stets auf Lager zu billigem Verkauf.
Achtungsvollst
— —Gbeinrich Buset.
. Demetz. Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.
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nach deutschen, französischen und amerika—
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1/3 Dutzd. mit glattem feinem leinen
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Einsatz A 30. -
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Einsätze und Qualität des Stoffes.
Vei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
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u Sitz leiste ich Jede Ga
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3 B OAACII—f—AAAæC
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Für Militär⸗Invaliden-Pensionen sind in dem Entwurf des
bayerischen Militärbudgets für das Rechnungsiahr 188081
im Ganzen 3,561,270 Mk. eingesetzt.

Gestern, am 19. Juli, sind es zehn Jahre gewesen, daß
die französische Kriegserklärung in Berlin überreicht wurde
und daß der damalige Kanzler des norddeutschen Bundes, Graf
Bismarck, dem in Berlin schleunigst zusammengetretenen nord—
»eutschen Reichstage die bezügliche Mittheilung machte. Zehn Jahre
— eine lange Zeit für den Einzelnen und doch eine Spanne nur
m Leben der Siaaten. Jene Tage mit ihrer herrlichen patriotischen
Erhebung der Gemüther, mit ihrem wunderbaren nationalen Auf—⸗
schwung liegen hinter uns, und wenn uns heute zuweilen ein Ge—
ühl des politischen Katzenjammers beschleichen will, weil nicht
Alies im neuen deutschen Reich so ist, wie es wohl sein sollte, so
nüssen wir — um nicht undankbar gegen das Geschick zu sein —
ins doch stets bewußt bleiben, wie auf die nervöse Anspannung
aller Kraͤfte in jener bewegten Epoche, in der es sich um Sein oder
Nichtsein des deutschen Stammes und Namens handelte, eine Periode
der Abspannung naturgemäß folgen mußte, die auch überwunden
ein will.

Deutschland hat damals Großes geleistet. Es zog in einen
hm frevlerisch aufgedrungenen Krieg, und die noch eben in an—
cheinendem Zwiespalt von einander getrennten Stämme reichten sich
migesichts der gemeinsamen Gefahr zu gemeinsamer Abwehr die
Bruderhand, um des Reiches Einheit mit Vlut zu kitten. Aus der
kostbaren Aussaat — denn manch theures Haupt fiel in dem schweren
ampfe — erwuchs das neue deutsche Reich, und so fern jedem
Patrioten damats der Gedanke gelegen, erobernd gegen den frechen
Ungreifer aufzutreten, so fest wurzelt heut auch in jeder deutschen
Bruͤst die Ueberzeugung, daß das wiedergenommene Elsaß dem Reiche
sortan erhalten bleiben muß, als Bollwerk gegen den Feind jener
Tage, als Zeichen der nationalen Einheit, der allein wir diese Er—
eungenschaft dessen verdanken, was uns einst durch List und Ge—
walt geraubt worden war.

Vom Thron herab war vor zehn Jahren in dem denkwürdigen
Aufruf an die Nation „Treue um Treue“ dem Volke gelobt worden
ind wir denken, daß Fürst und Volk das damals verpfändete
Wort glänzend gehalten haben. Die schweren Opfer aber, die uns,
»bwohl wir im blutigen Würfelspiel der Schlachten so erfolgreich
Sieger geblieben, jener Riesenkampf mit Frankreich gekostet, lassen
ins nicht danach gelüsten, solch hartes Ringen zu erneuern. Sollten
wir aber durch das Revanchegelüst unseres unruhigen Nachbarn je—
nals wieder gezwungen werden, zu wiederholen, was wir vor zehn
Jahren mit Muͤth und Enischlossenheit begannen, so wird wiederum
das einigende Band zwischen Herrscher und Volk, zwischen Kaiser
und Reich der erhebende, deutsche Wahlspruch sein:

„Treue um Treue!“

Man will in unterrichteten Kreisen wissen, daß die preußische
Regierung nach dem Fiasto, welches sie mit ihrem Schanksteuerge—
setz gemacht hat, nunmehr mit einem anderen Entwurf, welcher
die Schankwirthschaften nach dem Umfange des Verbrauchs von
zeistigen Getränken besteuern will, vor den Landtag zu treten gedenke.
Darnach soll von jedem Liter Branntwein u. s. w. eine Steuer
ntrichtet werden. Den Ertrag dieser Steuer berechnet man auf
i0 bis 50 Millionen Mark, während die Schankgewerbesteuer nur
etwa 13 Millionen Mark einbringen sollte. Der Finanzminister
oll sich der Hoffnung hingeben, auf diese Weise die Mittel zu er—
angen, um die Hälfte der Grund- und Gebäudesteuer, also gegen
33 Millionen eine dauernde Erleichterung der Klassen- und Ein⸗
'ommensteuer unter Herabsetzung der Steuersätze von allen Ein—⸗
ommen unter 6000 Mark eintreten zu lassen.

Fürst Günther von Schwarzburg-Sondershausen
hat in Folge eines Augenleidens zu Gunsten des Erbprinzen die
Regierung niedergelegt. Der Erbprinz hat am Samstag die Re—⸗
zierung übernommen. (Der zurückgetretene Fürst Günther ist ge—
horen am 24. Septbr. 1801, also bald 79 Jahre alt, der Erb⸗
rrinz Karl am 7. April 1830.)

Ausland.

Die Regierung der französischen Republik hat ihre Ver—⸗
reter im Auslande angewiesen, bedürftige Amnestirte, welche sich
vegen ihrer Rückkehr nach Frankreich an sie wenden, mit dem
Röthigen zu versehen.

Ein italienisches Blatt publizirte den hochinteressanten
zriefwechsel Victor Emanuels mit Mazzini aus den Jahren
862 bis 1864 wegen gemeinschaftlicher Befreiung Venedigs. Die
Verhandlungen waren damals erfolglos, weil der König und Mazzini
iber die Wahl der anzuwendenden Mittel verschieden dachten. Der
tönig wollte eine Insurrektion in Galizien, Mazini dagegen eine
Revolution im Venetianischen.

Die Meldung, daß die Türkei deuische Offiziere und Be—
imte vom deutschen Reich erbeten und erhalten habe, bezeichnet die
»eutsche „Petersburger Zeitung“ in einem anscheinend inspirirten
Artikel als einen politisch nicht ungeschickten Gedanken, weil Deutsch⸗
and am wenigsten direkt an der Gestaltung der Orientdinge inte⸗
ressirt sei, mithin deutsche Beamte in der Türkei am wenigsten die
Kolitik ihres Landes betreiben würden.

Der deutsche Botschafter in Konstantinopel Fürst Hatz-—
eld, übergab am Donnerstag der Hohen Pforte die gemein—
chaftliche Note der Botschafter der Konferenzmächte, durch welche
»er Pforte Kenntniß gegeben wird, wie die Berliner Konferenz die
Brenzlinie zwischen Gr'iechenland und der Türkei gezogen hat, und
die Pforte aufgefordert wird, dieser Grenzbestimmung Folge zu
zjeben. Der Sultan ordnete eine Berathung der Note an, Grund
»eren ihm der Entwurf einer Antwwort unterbreitet werden soll.
die Uebergabe der Antwort dürfte frühestens anfangs August er⸗
olgen können.

Begreiflicher Weise findet zwischen den Mächten der Berr⸗
tiner Conferenz ein Meinungsaustausch über die Möglich—
eiten statt, dem an die Pforte gemeinsam gestellten Verlangen
Nachdruck zu geben. Bestimmte Anträge in dieser Richtung sind
edoch nicht gestellt, auch noch keine Flottendemonstration der sechs
Mächte verabredet.

Vermisjchtes.

* St. Ingbert, 20. Juli. Das vor einiger Zeit ge—
vählte Comite zur Vorbereitung der Wittelsbachfeier in unserer
Stadt hielt gestern Nachmittag seine erste Sitzung. Nach dem
Vorschlage desselben soll die Feier am 25. August, dem Geburts⸗
ind Namensfeste Sr. Maj. unseres Königs Ludwig II. in fol⸗
jender Weise begangen werden: Am Vorabend Einleitung der
reier durch Böllerschüsse, sodann Fackelzug und Zapfenstreich unter
Betheiligung der Knappschaft mit Kapelle, der Feuerwehr und des
riegervereins.

Am Festmorgen Tagreveille, um 10 Uhr Festgottesdienst in
zeiden Kirchen, später Festessen. Um 4 Uhr Volksfest in der Laub⸗
delle (Nähe der Rischbach) unter Betheiligung der gesammten
Zchuljugend mit Bretzelvertheilung unter diese.

O Blieskastel, 19. Juli. In der gestrigen Sitzung
des Stadtrathes wurden 100 M. für die Wittelsbachfeier und in
der vorletzten Sitzung 100 M. für den Badeplatz und 50 M. für
den Kindergarten bewilligt. Für die Beaufsichtigung der Jugend
heim Baden wurde Wilh. Martin, ein tüchtiger Schwimmer auf—⸗
estellt.

D Rubenheim, 17. Juli. Seit einigen Wochen werden
zie an den Wald angrenzenden Ländereien, besonders Kartoffeläcker,
von zahlreichen Wildschweinen schwer geschädigt.

4 Die Lateinschule und die Präparandenschule in Blite 8-
astel begehen nächstens Wittelsbach-Feiern, die erstete am Don—
nerstag den 29. Juli und die letztere am Mitiwoch den 4. August,
»eide im Gartensaale des Hrn. Karl König.

Die Eröffnung der II. im Geschäftsjahr 1880 bei dem Land—
jseriche Zweibrücken abzuhaltenden Schwurgerichtsperiode
vpurde. auf Montag den 6. September l. Is. festgesetzt, der k.
Iberlandesgerichtsrath Wolff zum Vorsitzenden und der k. Land⸗
zerichtsdirektor Herfeldt zu dessen Stellvertreter ernannt.
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        x Aus Pirmase a berichtet unterm 17. Juli die „Zw.
Zig.“ Der Ziegler J. Eher Lich, von St. Ingbert gebürtig
nd in der Ziegelei des Herrn Ph. Lützel von hier beschäftigt,
gerieth heute Vormittag auf bis jetzt unaufgeklärte Weise unter
Zie Räder des von ihm geleiteten Fuhrwerkes. Die schnell hinzu⸗
— den Unglücklichen nur
noch als Leiche unter dem Wagen hervorziehen. Ehrlich, ein äu—
zerst braver solider Mann, hinterläßt Frau und zwei Kinder.

pPöIn Kirchheimbolanden ist es endlich, wie die

„Pfälz. Pr.“ meldet, gelungen, einen Kindergarten ins Leben zu
ufen. Derselbe wird am 19. d. Mts. eröffnet werden und sind
bereits 50 Kinder in denselben eingeschrieben.

4 Gegenwärtig werden die Gewölbe des alten Barbarossa⸗
schlosses in Kaiserslautern zum Theil abgetragen; dieselben sind so
est und gut gebaut, daß man sie stückweise mit Pulver sprengen muß.

F In den Einlauf der bayerischen Kammer gelangte eine Bitte
der Gemeindeverwaltung Herrheim in der Pfalz um Rückersatz
des geleisteten Vorschusses für Fourageankauf für das kgl. Militär
im Jahre 1849450.

F'In Pfiffligheim waurde ein Arbeiter, Vater don 6
sindern vom Blitze erschlagen, als er, der „Pfälz. Pr.“ zufolge,
mit seinem Kameraden zur Arbeit gehen wollte.

7 Bei einem Gewitter schlug der Blitz in Gerolsheim
in ein Gebäude ein und zündete. Eine Kuh wurde vom Blitze
getödtet und bei dem allgemeinen Wirrwarr wurden aus einem
Hause 800 M. gestohlen.

In Mundenh eim ist während der Abwesenheit seiner
Eltern ein sechsjähriges Kind in einem Ziegenstall, in dem es
wahrscheinlich gemeinschaftlich mit einem älteren Bruder mit Zünd⸗
hölzchen gespielt hatte, jümmerlich verbrannt.

7 die „Kaisersl. Ztg.“ brachte in ihrer Nr. 195 die Notiz,
daß ein Kohlenhändler in der Vorderpfalz nach Verlust seiner Gattin
m Begriffe stehe, sich wieder, und zwar mit — seiner Schwiege r⸗
nutter zu derheiraihen. Nun wird dem „Pf. K.“ als Seiten-
fück hierzu berichtet, daß vor nicht langer Zeit ebenfalls ein Vorder—
pfälzer einen Ehebund schloß mit — seiner Stiefgroßmutter.

Bei der zehnjährigen Gedenkfeier der Schlacht von Spichern
erwariet man in St. Johann-Saarberücken die auf dem
Frankfurter Turnfest jetzt anwesenden amerikanischen Turner.

FDas deutsche Tuͤrnfest in Frankfurt beginnt am Sams⸗
ꝛag den 24. Juli Abends mit dem Empfang der Turner in der
Fefthalle, Begrüßung durch den ersten Festpräsidenten Herrn Ober⸗
ürgermeister Dr. Miquel und den Vorsitzenden des Turneraus-
chusses Herrn Gießen und Uebergabe der von Frankfurter Damen

—JV
„Harmonie
Morgen, Mittwoch in dem
Heusser'schen Gartenlocale, von
Abends 5 Uhr ab:
iselige Unterhaltung
derbunden mit Kegelspiel
iür Damen und Herren, wozu
nur auf diesem Wege zur zahl⸗
ceichen Betheiligung hoöflichst ein⸗
geladen wird.
Der Aussichuß.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
graue braune blaue), haupt⸗
aͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
eien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig—⸗
eit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
ärben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
u 50 und 1 zu be⸗
iehen vom Fabrikanten O.
SautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
owie aus der Niederlage für:

St. Ingbert: Philipp
Zlinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken:
W. Aug. Seel.

Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
ruflich noch kurze Zeit zu 2 Mk. bei:
J. J. Grewenig,
*, Woll, Buchhandlung.
triedrich.
Es wird ein braves,
fleißiges Dienst⸗
madchen zum sofortigen Ein⸗
ritte gesucht. Näheres durch
Frau fr. Todt.
Am 1. September cr. koönnen

noch mehrere tuchtige
Flaschenbläser
— am liebsten Champagner⸗
macher — und Motzer
auf meiner Louisenthaler
—AV
inden.
A. Wagner.

3 bis 4 Steinhauer
verden sofort gegen guten Lohn
gesucht von

Michael Moser,
Bildhauer in Ensheim.

gestifteten Bundesturnerfahne an den Ausschuß der deutschen Tur—
jerschaft. Am Sonntag Morgen Abmarsch nach Sachsenhausen.
Auf dem Festplatze werden zuerst Freiübungen ausgeführt, dann
zeginnt das Turnen der einzelnen Kreise, am Schlusse allgemeines
rürlurnen. Montag: Fortsetzung des Turnens der Kreise und
haue, Schaufechten der Frankfurter Turn- und Fechtvereine, am
Schlnß Tuͤrnen der Ausländer. Abends große Feuerwehrprobe.
det Dienstag ist für das große Wettturnen bestimmt. Abends er—
olgen Gesangsvorträge der verbündeten Frankfurter Gesangvereine,
vohl 1200 Sänger. Mittwoch: Wenn nothwendig, Fortfetzung
ʒes Wettturnens, großes Preisfechten und Versammlung der Fecht⸗
ehrer. Am Nachmittag findet Turnen der Geübtesten statt, für
velches vorher Listen zum Einzeichnen aufgelegt werden. Gegen
Abeud erfolgt die Preisveriheilung. Am Donnerstag werden drei
Turnfahrten unternommen, die eine in den Taunus und auf den
Feldberg, die andere an den Rhein und auf den Niederwald, die
rritle in die Bergstraße. Am Abend findet dann der offizielle
Schluß des Turnfestes statt.

'In Oberbahern ergab die Sammlung für die Wit⸗
elsbach Stiftung 193,761 M. 96 Pf.

F Das Gesammtergebniß der Wittelsbacher Sammlungen im
janzen Königreiche Bayern beträgt, wie bis jetzt aus den 8
dreisen festgestellt, 5336,000 Mark.

Aus Westfalen berichtet die Germania: Ein Arbeiter
uuf der Zeche „Maria Anna und Steinbaut“ in Hörtrop bei Bochum,
hater von fünf Kindern, ist thatsächlich am Hungertode gestorben!
Am 19. v. M. erbat sich derselbe von einem Kameraden ein Stück
Vrod, da er sonst ohne Speise die Schicht in der Grube beginnen
nüsse. Nach Beendigung der Arbeit fuhr der Arbeiter zu Tage,
zing nach Hause, legte sich ins Bett und war am zweiten Tage
iine Leiche. Der herbeigerufene Arzt konstatirte, daß Mangel an
sdahrung den Tod herbeigeführt habe.

Nahezu 300 Frauen sind, wie man aus Brüssel meldet,
zort mit der Anfertigung des Brautschleiers der Prinzessin Stephanie
ꝛeschäftigt; der Schleier soll das Schönste und Kostbarste sein, was
n neuerer Zeit in dieser Art gemacht wurde.

Der deutsche Schauspieler Friedrich Hasa se hat von dem
direcior des Gerinania⸗Theaters in New⸗York einen Gastspiel⸗
intrag erhalten, welcher dem Künstler für hundertmaliges Auftreten
in Honorar von 300,000 M., also baare tausend Thaler pro
Abend zusichert.

Fuür die Redaction veranwortlich: F. X. Demeb.

Todes-Anzeige.

Freunden, Bekannten und Verwandten hiermit die
Trauernachricht, daß unsere liebe Gattin. Mutter, Groß⸗
mutter und Schwiegerniutter
Elisabetha Klahm, geb. Sieferin
48 Jahr alt, nach längerem Leiden heute Morgen um
9 Uhr sanft enischlafen ist.

St. Ingbert, 19. Juli 1880.

Die tieftrauernd Hinterbliebenen.

rerdigung findet Mittwoch Morgen um 9 Uhr statt.

Ein Garten in den Gassen⸗
jarten ist zu verkaufen. Wo?
agt die Exped. d. Bl.

Frankfurt a. —
leltesseẽ Annoncen⸗ Bur au
F aasongtein

Vogler

Auf Grund der thatsaͤchl ich 2
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aunfl erschienene relmilafrirte Buch:
ucr. Airy's Naturheilmethode““,
dreis 1Mark,“* allen Krantken auf'u
Waärmste zur Anschaffung emvpfoblen
perden. An diesem 14 Seiten starlen
Verke Andet ein Jeder, aleichviel an
velcher trantheit leidend, tausendsach
bewahrte, leicht zu befolaeude Rath⸗
dlage. die, wie zabllose Tantschreiben

ewdeisen oft felbst Schwertracrz ken⸗
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24 Veriaus · Ani
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—

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Druck und Verlag von F. X. Demek iu St. Ingbert.
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— 2 *
25882 z3353355
53 53338 * 25533
—
2335335385 3255 * 323 738
22 573 7 23*2232 —88 32 z3253
25 z38557 3*553.
— ⁊ 2 2 3
555—5583 5 38805 2585
253338 553 * 833 232843
5553 5 —— * 5*8 23555 cꝛ. —— —5 —8—
52 558 25*203 —* 828 333 2 A
452 2 E —E— —— 5502 — — * 35— 8
I 2538 528332 * 7 372 2
—828* 33723783 J 5 184353
— * 2 22* 5 8 — —88 * —8 2
5 2 —S 5* —33325357 —2 5* 5 ** ——
2 23322 —* * 2 33252852 * — 8 30 2
8 — — 53— 53885 S 30 S 153 3 58 3
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5 55* — 2 52 38 2 — * 22 — —58
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2* J———
523 5535 — 5S585 538 A— 535 8
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57 565 35* — 5* **3 33*
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s27335 — —A 385255 2B837 I538863838885
— 34 —22325 7 * 2 5833 — 823 2
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2 S * 575 * W * ——* — 25 — *
2 2325 — B3c 2— — 8 82 — 232 7 5
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8 — 82 5 — —2 52.2 5E —
2* 3 3 42 355
* 8 — —5 — — 8 — 8
58 32 53832 3 *538 5 Sö 2 —— 5
8 * 8E 07 5 8 c* 352 — 3258
3 DE * 326 2 5385 — —
c 28 3 — 2342 8 —A 8 —33 WM 2*
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8 5835 228 —8 2 858
2558 8 * —5— — — 8 — * 38 8 —
8 —8— 5 —
258385 —— — —— 35338337* 2823 557
31 * 2 ** *
2 82 —— ——— 555322 35357 2858 * 5358 *23
535 — —— — — 28550 5355
F— 38 8* * * 3 5 5
—2. 2 8 22. 58 5 233S5T 2 52 3 5228 —3
** * F 2 S2* —33327 *2* 8 — 128 83646
7 —3222 — 325 2* — 3335 * S .. * * 5 23
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* 2 d ——————— — 2 * 29 — 28 8 2 —— 23 ; 2
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—7 — 2z33 — *38 — 3* 8 —
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25335 3 38*58* 235855 ws* ——37
—— 538 — 33 253* 255588 355 2 22 28. 38
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25* 505 9 5 2 232 —53223 B5 —A — 5*86 O
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8* ⁊ — — ⸗ 28 —— 1
3 ———— 58 258 7552 — 232
32 —— — 58 — 2 — 325— — — * 2358 — ⁊ ——
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3 5 X 5553 523237 * 5382*
5 —— A X— 38 2228
223858 — 23 8 32* 5* 88
35332338 9 —52S2 —— —— * 338
3332 —A —— 8 ——
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5* 57 —55 — 55 255* 5233* 3 32823 53 3
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2. 5* —— 8 —— —— — 3 —— * z —
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—A—— * 2— 335
—— . 3 5* 23255

—2* —3 357253
* —— — 5355
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E. —2 235 —8 235 335 5.3*286 933 5333 35
52 38. 5333. 38. 3888 2352337 337522 353
—F 8 2* —53— 2 53513 * —723 37753 3 *
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2886338 555353823 8* 2285 23553333383324
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— — 3 2 * * 3. —— — — * *522 —22 *7
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36232 23 55 * 32758 — 2* 5. 28338 35332 8
* 3 5 2* 73 . — 23 — 3 — 2232 52 2B2
7 — 3 7738* 32. 38 — —— 7 2. 2 —2 323* 3. 5333
B.. IA —— — —V —— — 23 3 25328 2. 5. 8 — 5
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2 * 32838— —22 33 65 — — —A — *
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27 853 2328 23 *25383—5— 3 25 35 28 *53 2
2* 3535 3.23 2353353328 225 6876 2 — *
—28 3535 3z88 333 335282 A 3535353887—
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33 —33 52 52 333 3 333832
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* 5253 222 2.3 * 32355 3

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltunasblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlcheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vieriteljahrlich

A 40 3 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 40 H Zustellgebühr. Anuzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
Ms.

Donnerstag, den 22. Juli

1880.

Deutsches Reich.

Ueber die Höhe der bayerischen Militärpensionen sind
schon vielfach Klagen geführt worden, die offenbar nicht unberechtigt
sͤnd. Im Verhältniß zu den betreffenden Ausgaben im Reiche
22,028,363 M.) sollte Bayern 3,007,1853 M. ausgeben; die
wirkliche Ausgabe beträgt jedoch 3,561,270 M., sohin 554,085 M.
mehr, als nach dem Verhältniß im Reiche. Nach dem betreffenden
Spezialetat ist der Pensionsstand vom 1. Dezember 1879 folgender:
Pensionen und Pensionszulagen für Soldaten vom Feldwebel ab⸗
värts, 5479 Mann, Aufwand 1,067,648 M.; Pensionen für
Offiziere: 8 Generalieutenants 79,303 M., 20 Generalmajore
135,432 M., 57 Obersten 289, 463 M., 686 Oberstlieutenants
247882 M., 538 Majore 190,539 M., 346 Hauptleute und Ritt⸗
meister 677,389 M, 85 Premierlieutenants 79,742 M. 130
Secondelieutenants 92,986 M., 44 Aerzte 88,808 M., 198 Be—
amte aller Grade 358,400 M. Dazu kommen Inaktivitäts-Gehalte,
Wartegelder für Offiziere, Aerzte und Beamte 39,966 M.; gesetz⸗
iche Bewilligung für Hinterbliebene von im Kriege gefallenen
Offizieren ꝛc. ꝛc. (über die eigenen Einnahmen des betreffenden
Fonds zu 62,545 M.) 63,131 M.; Unterstützungen an Offiziere ꝛtc.,
shre Relikten, und Pensionszulagen ꝛc, 218,871 Mark.

Wie aus Berlin verlautei, ist die Frage der obligatorischen
Invaliden- und Alterversorgungskassen, die bekanntlich von dem
Abgeordneten Stumm angeregt worden, nunmehr im verneinenden
Sinne entschieden worden. Die Mehrzahl der von dem Reichs-
fanzler um die Abgabe eines Gutachtens ersuchten Bundesstaaten
bezweifelt die Durchführbarkeit des Projektes unter den heutigen
Verhältnissen. So wurde selbst von Preußen trotz seiner Vorliebe
zür Zwangskassen erklärt, daß sich schwer die Grenze finden lasse,
für welche Kategorie von Arbeitern die Pensionskassen bestimmt
werden sollen. Die süddeutschen Staaten haben sich ganz unum—
wunden für die Beibehaltung der freien Kassen ausgesprochen, ge—
stützt auf die Erfahrungen, die man dort überall mit denselben ge—
macht, und auf die übereistimmenden Aeußerungen der um ihr Ur—
heil gefragten Arbeitgeber und Vertreter von Arbeiterbildungs-,
Hewerbes und Handwerkervereinen. Dafür hat man sich jetzt an
zuständiger Stelle entschlossen, allgemeine Normativbestimmungen
ür zu errichtende Invalidenkassen festzustellen und dem Reichstage
einen bezüglichen Gesetzentwurf zu unterbreiten.

Der preußische Regierungsrath Wettendorf, der neuernannte
Mustechar des tuͤrkischen Finanzministeriums, hat sich, wie aus
ttonstantinopel gemeldet wird, nach Berlin zurückbegeben, um das
henöthigte Personal zu engagiren. Er wird nach Konstantinopel
mit den deutschen Herrn zurückkehren, die für die Mustechar-Posten
im Kriegsministerium, sowie im Ministerium des Aeußeren bestimmt
wurden und von sechs deutschen Stabsofficieren begleitet werden.
Ein deutscher Officier, Namens Drigalski. ist zum Adiutanten des
Sultans ernannt worden.

Die seit langer Zeit angestrebte Zentralisirung der im deut⸗
schen Reiche bestehenden Kriegervereine unter einer Oberleitung
ist mißglückt, trotz der Mühe, welche sich der dazu berufene General
v. Glümer gegeben hat. Jener Mißerfolg hat auch den Rück-
tritt des genannten Generals zur Folge.

Der „Reichsanzeiger“ veröffentlicht das von dem Kaiser in
Mainau unterm 14. Juli vollzogene Gesetz betr. die Abänderung
der kirchenpolitischen Gesetze in Preußen.

Belanntlich haben im vorigen Jahre die Finanzminister sämmt⸗
icher deutscher Staaten, zur vertraulichen Besprechung von Steuer—
ind Zollfragen, in Heidelberg getagt. Wie man vernimmt,
ollen diese Berathungen und Verhandlungen im laufenden Jahre,
and zwar schon in allernächster Zeit, in Coburg fortgesetzt werden.

Von wohlunterrichteter Seite wird der „Frankf. Z.“ aus
Köln mitgetheilt, daß in diesem Jahr das Dombaufest nicht
tattfindet.

Der deutsche Kaiser ist bei schönem Wetter am Montag in
Bastein eingeiroffen.

Durch die Entsendung deutscher Beamter nach Konstantinopel
ind verschiedene Mächte unangenehm betroffen worden. Beifall

dürfte das Vorgehen nur bei Oesterreich gefunden haben; England
und Rußland fühlen sich hinsichtlich ihrer orientalischen Politik
ꝛtwas gehindert und auch Frankreich ist mißtrauisch.

Ausland.

Nach Meldung der „Times“ aus Kabul vom 18. ds. hat
die Réeumung Kabuls seitens der Engländer begonnen. Nach
Meldung der „Daily News“ aus Konstantinopel vom 18. ds. hat
n Adanga (Kleinasien) eine Christenmetzelei stattgefunden.

Vermischtes.

*Si. Ingbert, 21. Juli. In heutiger Sitzung des
Schöffengerichts kam nur ein Fall zur Aburtheilung. Es würde
nämlich ein Mann von Hassel wegen Körperverletzung zu 1 Tag
Befängniß verurtheilt. — Zwei weitere Fälle wegen Körperver⸗
etzung und beziehungsweise Unterschlagung mußten wegen Nicht⸗
erscheinens der Angeklagten ausgesetzt werden und wurde deren
Berhaftung und Vorführung verordnet.

*]St. Ingbert, 22. Juli. In der heutigen Verstei⸗
gerung des Heuüsse r'schen Bierbrauereianwesens wurde dieses
nit dem gesammten dazu gehörigen Häuser- und Gartencomplex
Irn. Jean Heusser aus Otterberg um die Summe von
19,100 M. zugeschlagen.

*— Gestern Nachmittag passirte unsern Bahnhof das in
Me tz garnisonirende Bataillon des 2. bayer. Fußartillerieregiments.

Die Direction der Pfälz. Bahnen hat den Turnern, welche
ich durch eine Festkarte über ihre Theilnahme an dem deutschen
Turnfest in Frankfurt a. M. ausweisen, 50 Prozent Fahrtar⸗
ermäßigung gewährt. Die Billete werden vom 23. bis 29. Juli
ausgegeben und gelten bis 30. Juli einschließlich. Andere Besucher
—
mindestens 50 Personen zugehen und die Hinreise in geschlossener
Besellschaft geschiehtt.

Mit dem 1. August d. J. wird das Postauftragsverfahren
mm Verkehr mit Deutschland einerseits und Fran kreich-Algerien
indererseits eingeführt. Die Einziehung von Geldern im Wege des
Postauftrags kann hiernach bis zum Betrage von 400 M. oder
500 Fres. erfolgen und kommt hierbei von Seiten Deutschlands
das bisherige Deutsche-Post-Auftragsformular in Anwendung. Die
Sendungen unterliegen der Frankirung.

In Bliesbolchen rettete der Ackerer Louis Kiefer
am Freitag einen 3 J. alten Knaben mit eigener Lebensgefahr aus
der Blies.

Von einem grausamen Schicksal werden die Dachdeckers⸗
eheleuse Rücker in Zweibrüchen verfolgt; dieselben mußten
am 19. ds. ihr letztes von 12 Kindern begraben.

„7 In Heltersberg stürzte vorige Woche ein dortiger
Bürger, der mit Kirschenbrechen beschäftigt war, vom Baume und
berletzte sich dergestalt, daß er kurze Zeit darauf starb. J

4 Bei der in Leipzig gegenwärtig stattfindenden Ausstellung
der deutschen Wollen-Industrie sind auch pfälzi sche Wollwaaren—
Fabriken mehrfach vertreten. Unter denselben nimmt die große
dammgarnspinnerei in Kaiserslautern die erste Stelle ein.

Auf dem Thierhäuschen bei Kaiserslautern haben
in jangster Zeit mehrere kleine Brände stattgefunden. Am Montag
wurde in dem dazu gehörigen Garten ein Brandbrief gefunden,
in welchem der Besitzerin mitgetheilt wurde, daß das Haus ein
Raub der Flammen werden solle. wenn sie es nicht hinnen 8 Tagen
verkaufe.

4 In der Gemarkung von Ungstein finden sich bereits
reife weiße Trauben vor.

4 In Waldsee ertrank beim Baden ein 12jähriger Knabe.
der sich zu weit in den Altrhein hineingewagt hatte und des
Schwimmens unkundig war.

F In der Gemarkung von Freins heim wurden auf ver—⸗
schiedenen Kartoffeläckern Käfer mit Puppen und Larven gefunden,
die man für Colorado-Käfer hält, doch ist vorerst noch das Urtheil
vor Sachkundiger abzuwarten.

In Hanbofen fiel am Samstag ein dreijähriger Knabe
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        in ein Gefäß voll fiedenden Wassers und verbrannte sich derart,
vaß er zwei Tage später den erhaltenen Verletzungen erlag.

FAn den in Germersheim eben stattfindenden größeren
Festungsübungen für Artillerie betheiligt sich auch das in Metz
siegende 1. Bataillon des 2. Fuß⸗Art.Regiments.

F Forstmeister Hanus in Vil s eck wurde auf das Forst⸗
amt Speier versetzt.

4 Der Verbandstag der süd deut schen Arbeiter-Bildungs⸗
Vereine hat nach längerer Discussion folgende Kesolution angenommen:
„Der 5. Verbandstag der süddeutschen Arbeiterbildungs-Vereine
erklärt, daß die derzeitigen Einrichtungen der „Kaiser⸗Wilhelmspende“
den Ansprüchen und Anforderungen der arbeitenden Classe nicht
ntsprechen.“

WGur Warnung.) Wie die N. W. Z. meldet, verun⸗
glückte ein Eisenbahnpassagier bei Würz burg dadurch, daß er
ich an die Kupsthüre lehnte, welche nachgab, wodurch der Passa⸗
gier herausstürzte und sich die Hirnschale zerschmetterte.

F Das Präsidium des Bayerischen Veteranen⸗, Krieger⸗ und
stampfgenossenbundes hat die Abordnung eines Vertreters zu den
auf den 7. August in Aussicht genommenen Gedenkfeierlichkeiten an
den Gräbern der Gefallenen von Weißenburg und Wörth
beschlossen.

FIn Wien findet gegenwaͤrtig das erste österreichische
Bundesschießen statt, zu dem etwa 12,000 Schützen aus allen
Hauen Oesterreichs, aus Deutschland, der Schweiz u. s. w. erschienen
sind. Die Schützen aus Deutschland erfreuen sich einer besonders
freundschaftlichen Aufnahme seitens der Wiener. Ein bei dem
Schüßenbankei im Namen des deutschen Schützenbundes von Frohn⸗

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Preiskegeln.

Diejenigen, welche noch Loose

zu werfen haben, werden hiermit

aufgefordert, dieselben bis läng⸗

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sch IDert. das reu Aerene
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senen, wie: AIbmager ung,
Irace Magenleiden,
Nerven leiden Leberbe⸗
chwerden⸗ Blutarmuth,
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nüller (Fürth) ausgebrachter Toast auf die Allianz Oesterreichs und
Deutschlands wurde mit stürmischen Jubelrufen aufgenommen.
4Bei der Nationalfeier in Paris gehörte zu den Helden
des Tages auch ein gewisser Hauptmann Baratte, der vom Kriegs—
ninister besonders zu dem Feste geladen war. Derselbe hatte näm⸗
ich die Fahne des 99. Infanterie-Regiments, welche bei Sedan
jätte dem Sieger übergeben werden müssen, in Stücke zerrissen
ind unter einige Offiziere vertheilt. Mit dem Hanptstüd gelang
s ihm, als Betiler verkleidet, im Angesicht der deutschen Vorposten,
velche einige Schüsse vergeblich auf ihn abgaben, durch die Maas
u schwimnien und nach einem langen gefahrvollen Marsch die bel—
gische Grenze zu gewinnen, von wo aus er später nach Paris zurück⸗
tehrte und dem General Leflo das Fahnentuch einhändigen konnte.

F Eine Weltausstellung in Roem für 1885 bis 1886 wird,
vie die italienischen Blätter melden, daselbst ernstlich geplant.

F Aus Madrid ist in Wien eine Depesche vom 15. ds.
eingetroffen, welche meldet, daß Marshhall Bazaine, der Vertheidiger
ind Gefangene von Metz, in der spanischen Hauptstadt im Sterben
siege und mit den Sterbesacramenten versehen wurde. Seiner Um—
Jebung drückte er den Wunsch aus, man möge seine Leiche nach
Frankreich überführen, damit sie in heimischer Erde ruhe. Die
Zchriften des Marschalls hat dessen Gattin, eine geborene Merxi⸗
anerin, an sich genommen, und dieselben sollen nach dem Tod des
Marschalls veröffentlicht werden.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Oberpolizeiliche Verschrift,
die Anlage von Kaminen aus Bimssandstein betr.

Die höchste Ministerial-Entschließung vom 19. Juli 1840 Rr.
12958 „die Beobachtung der allgemeinen Feuerordnung, hier die
Anlage enger Kamine betreffend'“ (Amtsblatt Nr. 58, Seite 359)
jat die Verwendung von Bimssandsteinen (Tuffsteinen) zur Her⸗
stellung von Kaminen nicht berührt. Da auch sonst eine allge—
meine polizeiliche Vorschrift über die Zulässigseit dieser Verwendung
von Bimssandsteinen im Regierungsbezirke der Pfalz zur Zeit nicht
besteht, so sieht sich die unterfertigte k. Regierung gemäß Art. 7
und Art. 102 Abs. 2 Ziff. 2 des Polizeistrafgesetzbuches zu fol⸗
gender oberpolizeilichen Vorschrift veranlaßt:

Art. J.

Kaminröhren, welche aus Bimssandstein (Tuffstein) hergesiellt
werden, müssen aus guter haltbarer Masse bestehen.

Kaminröhren aus diesem Material müssen die in den 882
und 4 der erwähnten höchsten Entschließung vom 19. Juli 1840
oorgeschriebene Lichtweite von wenigstens 20 Centimeter und eine
Wandstärke von mindestens 12 Centimeter haben und innen und
außen mit stark abgeriebenem Mörtelverputze versehen sein.

Art. 2.

Die Reinigung der Kamine aus Bimssandstein (Tuffstein) hat
wie jene der übrigen Kamine nach den Bestimmungen des unien
im Abdrucke folgenden 8 6 der höchsten Ministerial- Entschließung
oom 19. Juli 1840 zu geschehen.

Art. 3.

Gegenwärtige oberpolizeiliche Vorschrift tritt am 15. August
l. Is. in Wirksamkeit.

Speier, den 18. Juni 1880.

Königlich Bayerische Regierung der Pfalz,
Kammer des Innern.
v. Braun,
al. Regierungs-Präsident.
Im Gberhauser'schen Saale
Freitag den 23. Juli:
Grohes MilitärConcer!
nusc führt von der Kapelle des Schlesw. Holst. Dragoner⸗
NRegiment« Nr. 13. Anfang 8 Uhr Abends. Entree 50 Pfq.
Sonntag den 25. Juli 1880.
— ⸗ 0 ——
Siebentes Sängerfest
oom Sängerbund des Sulzbachthales unter Mitwirlung von
10 Gesangvereinen und der vollständigen Kapelle der Grube
Heinitz zu
Elversberg.
Entree 30 Pfg. Damen frei.
Festplatz in der Näbe de«s Kaisfergartens.
Truck und Verlag von F. X. Demes iu St. Inabert.
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* 5* 53.* 33——233338562 7 255. 325
733 32 —* 523252 2222.5 5—323 532.5 5323
— 72822— 2883 —— 55 — 2 2228* 28353 3 —3 5 223. 335
852 —— 65 2— 53— 2.. 353 5 5532537
A —A — 22 —e——— 22 253275
5 5 236 — — 3— —5—23238 20223
27 — 3 23 —— — 2 *2 58 23 * 7.
——— — 2 528 5 5*273 23833— — ——
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5 * S* 2 * — 5 J * ——
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A 28583—882 * —523 3353 —A
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383* 353333528 53332
58532 —83 z5. 57 1333233552 F
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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieunstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteljährlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 410 F Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist odet deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
AM 1II7. Samstag, den 24. Juli

183880.
—

Deutsches Reich.

Das Ergebniß der Sammlung für die Wittelsbacher
Stiftung ist bis jetzt in den 8 Kreisen Bayerns Folgendes:
Oberbayern 193,761 M. 96 Pf., Niederbayern 47,253 M. 82
Pf., Schwaben und Neuburg 73,879 M. 63 Pf., Oberpfalz und
Regensburg 32,230 M. 24 Pf., Oberfranken 50,593 M. 8 Pf.,
Mittelfranken 64,0607 M. 87 Pf., Pfalz 52,932 M. 13 Pf.,
Unterfranken bisher 21,471 M., jedoch fehlt noch das Ergebniß
des Sammlung in den Bezirken Lohr, Haßfurt und Alzenau. Mit
Rücksicht hierauf dürften etwa 538,000 M. als Gesammtergebniß
anzunehmen sein.

Am Dienstag Nachmittag hielt die bayerische Abgeordneten⸗
kammer wieder eine Sitzung. Präsident v. Ow forderte dazu auf,
daß aus der Kammer ein Antrag auf Erlaß einer Huldigungs⸗
adresse an den König anläßlich des Wittelsbach-Jubiläums einge—
bracht werden möge. Referent Dr. Mayer leitete die Generalde—
batte über das Richterdisziplinargesetz ein. Herz spricht gegen den
Entwurf. Besser als ein Disziplinargesetz wäre eine Aufbesserung
der Gehalte der Richter und Beamten. Die Regierung soll darauf
dringen, um eine Korruption des Richterstandes zu verhindern.
Reiffel (Speyer) beantragt Vertagung der Berathung bis zur Winter⸗
session. Schmidt (Zweibrücken) beantragt ein Disziplinargesetz für
alle, nicht bloß die richterlichen Beamten und eine bessere Bezahlung
der Richter. Der Justizminister tritt entschieden für das Gesetz
ein, bestreitet, daß dasselbe eine strengere Disziplin beabsichtige,
und protestirt gegen den Vorwurf, daß er gegenüber der Beamten—
besoldungsfrage indifferent sei, indem er an die Regierungsvorlagen
von 1876 und 1879 erinnert, welche der Landtag abgelehnt habe.
Wenn man das Schichsal des Richterdisziplinargesetzes an ein all⸗
gemeines Beamten-Disziplinargesetz hänge, vertage man die Sache
auf unbestimmte, weitentfernte Zeit. Henle spricht für, Senestrey
gegen den Entwurf. Vöolk bemerkt, daß, wenn das Gesetz nicht zu
Stande komme, die Reichsgesetzgebung einzutreten haben werde.
Die Richter würden jedenfalls den bayerischen Entwurf vorziehen.
Er bitte daher dringend um Annahme. Schels wird so lange
gegen Alles stimmen, bis die Regierung mit einer Revision des
Wahlgesetzes Ernst mache. Zum Schlusse spricht nochmals der
Referent für Annahme des Entwurfes. Die Spezialdiskussion über
den Gesetz- Entwurf wurde in der Mittwochssitzung eröffnet und
geschlossen.

Abg. Reiffel beantragt in derselben eine präcisere Fassung des
Art. 1. Referent Dr. Mayer, der Justizminister und Frankenburger
sprechen gegen diesen Antrag. Der Justizminister erklärt, daß er
bezüglich des Art. 6 auf Ausmerzung der Worte „unsittlich oder
entehrend, bestehe; mit diesen Worten könne er das Gesetz der
Krone nicht zur Sanction vorlegen. Art. 1 wurde nach Ablehn⸗
ung des Amendements Reiffel angenommen in der Ausschuß-Fassung,
ebenso Artikel 2 und 3. Bei Artikel 4 wird gegen den Wunsch
der Regierung Schriftlichkeit der zu ertheilenden Warnungen be—
stimmt. Art. 53 wird gleichfalls angenommen. Bei Art. 6 behält
die Kammermehrheit die Worte „unsittlich oder entehrend“ bei.
Artikel 7 bis 12 werden hierauf angenommen. Bei Art. 17 be—
kämpfte der Minister die Bestimmung, daß die Mitglieder des
Diszlplinarhofs auf 3 Jahre zu bestellen seien (statt auf die Dauer
hres sonstigen Amtes). Die Kammer nimmt dennoch diese Be—
stimmung an. Schließlich nahm die Kammer das ganze Gesetz

mit 104 gegen 42 Stimmen an. Am Donnerstag sollte der An—
trag Hafenbrädl's, das siebente Schuljahr abzuschaffen. berathen
werden.

Die gegenwärtig wieder verbreiteten Nachrichten don einer im
bevorstehenden September erfolgenden Berufung des deutschen
Reichstages sind unbegründet. Es ist nichts vorgefallen, was
zu einer solchen Maßregel veranlassen könnte.

Der Gesundheitszustand des Fürsten Bismarck wird von
Denjenigen, welche in letzter Zeit Gelegenheit hatten, den Reichs⸗
anzler in Friedrichsruh zu sehen, als ein vortrefflicher geschildert.
Der Fürst fühlt sich wohler denn je und macht täglich mehrstündige
Spazirqänge

Ausland.

Ein offenbar von der österreichischen Regierung inspirirter
Artikel des „Fremdbl.“ tritt den englischen und französischen Aus⸗
ührungen über die Berufung deutscher Beamten nach Konstantinopel
intgegen. Der Artikel versichert, hiesige maßgebende Kreise seien
ehr erstaunt über die abfällige Beurtheilung, welche die Absendung
olcher Beamten in England und Frankreich finde. Deutschland
gebe, da es an den Orientwirren nicht direct betheiligt sei, den
venigsten Anlaß zu Eifersucht; die deutschen Beamten seien ver—
rauenswürdig und namentlich tüchtig, wo es sich um Wahrung
materieller Interessen handele. Nichtsdestoweniger zweifelt das Blatt
in dem vollen Gelingen der deutschen Sendung; die Gefahr liege
aahe, daß die Früchte ihrer Thätigkeit im Danaidenfaß des Serails
nerschwänden. Der Artikel verwahrt schließlich Deutschland und
Dest.rreich gegen den Vorwurf, daß sie sich von den anderen Mächten
rennen wollten und keinen Werth auf Ausführung der Conferenz⸗
zeschlüsse legten. Der Artikel schließt: „Will man von der Türkei
auf gütlichem Wege Opfer erhalten, so muß man ihr Mittel und
Wege anweisen, die es ihr ermöglichen, sich auch mit verengerten
Grenzen in geachteter Machtstellung zu behaupten. Das geschieht
von Deutschland.“

Paris. Nach einer statistischen Uebersicht, welche heute im
„Journal officiel“ erscheint, haben die Abgaben und indirekten
Steuern der letzten sechs Monate die Voranschläge um 76 Mil—
ionen überstiegen und sind 4312 Millionen Steuern anticipando
ntrichtet worden. Die Getränksteuer trug z. B. 216 Millionen
ein, während nur 201 in Vorschlag gebracht waren, und ebenso
überstieg der Ertrag der Tabaksteuer den Voranschlag von 161 um
7 Millionen. Für Enregistrement und Hypothekengebühr hat der
Staat 276 Millionen eingenommen, 102 Millionen mehr als im
Vorjahr und 273 Millionen über den Voranschlag hinaus. Die
Stempelgebühr beziffert sich mit 693 Millionen gegen 6794 im
Vorjahr, und die Posten und Telegraphen ergaben ihrerseits 5*3
Millionen mehr als im Jahr 1879.

Es bestätigt sich, daß der französische General Thomassin
mit einer Anzahl Offizieren aller Waffengattungen nach Griechen—
land geht.
Vermijschtes.

* St. Ingbert, 22. Juli. Gestern Nachmittag 1 Uhr
hrach auf dem Speicher des Wohnhauses von Bergmann Johann
Schihle zu Rohrbach Feuer aus, welches so rasch um sich griff,
daß in wenigen Augenblicken das von ihm ergriffene Gebäude ein
Raub der Flammen war. Nur ein Theil des Mobiliars konnte
rrotz rasch herbeigeeilter Hilfe gerettet werden. Die Entstehungsur—
ache des Feuers ist zur Zeit noch unbekannti.

50 St. Ingbert, 22. Juli. Vor etwa 2 Jahren be—
chloß schon der Stadtrath, daß nur Viktualien auf dem Wochen—
narkt verkauft werden dürften. Dieser Beschluß wurde in heutiger
Stadtrathssitzung nochmals erneuert und der Polizei strengstens
Auftrag ertheilt, künftig nur solche Gegenstände zum Verkause auf
dem Wochenmarkte zuzulassen, welche ausdrücklich nach der Reichs—
Bewerbeordnung für diese Märkte vorgesehen sind. Alle andere
Begenstände sollen nicht mehr zugelassen werden, weil dadurch die
Hewerbetreibenden und Kaufleute der Stadt zu viel geschädigt wer⸗
»en. EEinen ähnlichen Beschluß faßte vor kurzem auch der Stadt-
rath von Homburg.)

*St. Ingbert, 23. Juli. In seiner gestrigen Sitzung
bewilligte der Stadtrath für die am 25. August stattfindende Wit-
lelsbachfeier 250 Mark.

*— Von dem hiesigen Arbeiterbildungs-Verein wurden
dieser Tage an das kgl. Bezirksamt Zweibrücken als Beitrag zur
Wittelsbacher Landesstiftung 11 M. 25 pf. (die nach Abzug der
Unkosten verbleibende Einnahme bei einer Abendunterhaltung abge—
iefert. Mit diesem Posten hat das kgl. Bezirksamt im Amtsbezirk
Zweibrücken die Sammlung für genannte Stiftung mit einer
vesammt-Einnahme von 9396 M. 25 Pf. abgeschlossen.

*Ans Rirmasens schreiht man der Pfälz. Roste“ doe
        <pb n="462" />
        eine Abendunterhaltung beim Herrn Oberamisrichter durch freche
Burschen in folgender Weise gestört wurde: „Gemüthlich plaudernd
ind nichts ahnend, kam plötzuͤch ein Stein durch's Fenster geflogen,
mittelbar von einem zweiten gefolgt.“ Es geschehen Zeichen und
Wunder: die Steine plaudern schon; was werden wir noch erleben!

F Ein eigenthümliches Naturspiel ist in dem Orte Zesel—
berg zu sehen: Oekonom Pfers dorff dort hat einen Kirschbaum,
»er gleichzeitig Blüthen und reife Kirschen trägt.

4Ein Herr Krähmer aus Kaiserslautern, 86 Jahre
alt, der seit 10 Jahren auf dem linken, seit einem Jahre auf dem
rechten Auge am grauen Staar erblindet war, hat sich am 1. Juli
in der Pagenstecher'schen Privatklinik zu Wiesbaden operiren lassen.

Die Operation ist trotz des hohen Alters des Patienten vollständig
gelungen.

F Vom 1. August an wird die Postomnibusfahrt zwischen
Kaiserslautern und Meisenheim aufgehoben, dagegen eine
solche zwischen Kaiserslautern und Niederkirchen mit der bis—
Jerigen Abfahrtszeit eingerichtet. Vom gleichen Tage an wird die
wischen Kalserslautern?Lauterecken und Odenbach kur—
srende Omnibusfahrt bis Meise nheim ausgedehnt.

p Der älteste aktive Lehrer der Pfalz, vielleicht auch in
zanz Bahern, dürfte wohl Herr Venter, prot. Lehrer in Roß⸗
Zach bei Wolfstein, sein. Derselbe zählte bis Nov. l. Is. 60
dienstjahre. Als er bei der neulichen Feier seines 80. Geburts-
sages gefragt wurde, warum er sich nicht Pensioniren lasse, gab er
zur Antwort: „Wirke, so lange es Tag ist!“

4 Hr. Notar Obée von H aßloch wurde dieser Tage, wohl
in Folge der außerordentlichen Hitze, in Mannheim, wohin er sich
hegeben, um ein Rheinbad zu nehmen, über dem Auskleiden vom
Zchlage gerührt. Man brachte ihn sprachlos in das Mannheimer
Krankenhaus, wo eine Lähmung der einen Körperseite constatirt wurde.

F Nach dem „Land. Eilb.“ befindet sich das Nußdorfer
diebespaar, welches sich in voriger Woche dem Machtspruche hart⸗
jerziger Eltern durch Seldmord zu entziehen versuchte, jetzt außer
debensgefahr. Die Geschichte, welche als Tragödie begonnen, kann
omit noch recht leicht als Lustspiel enden.

— Die Approbationsprüfung für Bader findet am 31. Juli
in der Kreis⸗Armen- und Krankenanstalt Frankenthal Statt.

— Die bayer. Gerichtsschreiberprüfungen scheinen im ganzen
dande schlecht ausgefallen zu sein. Aus Würzburg wird be—
richtet, daß unter 38 Kandidaten nur 4 die Note der Befähigung
erhalten dürften. Ohne Zweifel war die Zeit der Praxis in den
Gerichisschreibereien für dieselben zu kurz, und man darf hoffen,
daß das Resultat der nächsten Prüfung ein besseres sei.

x Auf den preußischen Gruben des Saarreviers
wird das Bergfest am Sonntag den 15. August gefeiert werden.

Die Verordnungen der kgl. preußischen Regierung zu Trier
„vom 8. Juni 1840 resp. 17. AÄugust 1842, welche die Gast- und
Schenkwirthe, wegen Verabreichung geistiger Getränke an schon An—
gettunkene mit Konzessionsentziehung und mit Geldstrafen bedrohen,
Herden in den neuesten Amts- und in den Kreisblättern (auch in
dem Saarbrücker) zur strengsten Darnachachtung wieder in Erinner⸗
ung gebracht. Die betreffenden Behörden sind angewiesen, die
Wiͤrthe hierauf speziell aufmerksam zu machen und sich die sorg⸗
fältigste Kontrolle in dieser Beziehung angelegen sein zu lassen.

Straßburg, 21. Juli. Vor einigen Tagen befanden
sich zwei Unternehmer aus Frankfurt a. M. hier, welche den städ⸗
tischen und Staats-Behörden einen Plan zur Umwandlung unserer
ogen. Orangerie in einen Palmengarten nach dem Muster Frank⸗
furts vorlegten. Die genannten Behörden sollen den Vorschlag
beifällig aufgenommen haben.

F'In Mainz sind seit voriger Woche amerikanische Schweine
aingetrossen, geschlachtet und verbraucht worden. Von einem dort
eingetroffenen Transport von 250 Stück waren 50 zu Grund ge⸗
— ungünstig betrachtet
vird.

4 Die italienische Regierung sendet zu dem Turnfeste in
Frankfurt a. Meine Deputation italienischer Turnmeister und
Präsidenten von Turn⸗Vereinen.

p In der Diamantenschleiferei der Herren Gebrüder Hony in
AVD Deutschland, befindet sich einer der
rößten Diamanten der Welt in Scliff, derselbe hat ein Gewicht
on 232 Karat und dürfte nach Vollendung ein solches von 180 —
160 Karat haben, während der berühmteste der bis jetzt bekannten
Diamanten „Kohinur“, ein englisches Kronjuwel, 152 Karat wiegt.
Dieser Stein wird einen Anfangswerth von einer halben Million
Mark haben.

pDurch schwere Hagelwetter wurde in den letzten Ta⸗
gen die Umgegend von Kassel, sodann das Grapfeld (nordöstliches
ünterfranken) heimgesucht.

Dem Landwehrmann Anton Bold aus Mindersdorf
zei Pfullendorf wurde letzte Woche durch einen Arzt aus Stockach
ꝛine Kugel aus dem Körper entfernt. Derselbe wurde vor 10 Jahren
Jverwumdet und wurde ihm bereits auf der aleichen Stelle, nämlich

nmif dem Rücken, eine Kugel ausgeschnitten, somit hatte derselbe
wei Kugeln auf einer Sielle sitzen. Die letze Kugel war etwas
lattgedruͤckt und liegt deshalb die Vermuthung nahe, daß eine
dugel die andere getroffen haben muß.

4 Eine schreckliche Familien-Tragödie. Der Ort Wellen
vurde vor einigen Tagen durch eine schreckliche That in fieberhafte
lufregung versetzt. Der dort allgemein in Achtung stehende, ge—
chickte und fleißige Gärtner U. erkrankte mit seiner Frau. Der
Mann gesundete, die Frau dagegen starb. Dadurch wahrscheinlich
n Verzweiflung gerathen, ergreift der Mann Beil und Messer und
ötet damit seine beiden Kinder, einen Knaben von sieben Jahren
ind ein Mädchen von fünf Jahren. Darnach erhängte er sich
elber so, daß er bei dicser That und bis zu seinem letzten Augen—
licke noch in das Antlitz seiner todten Frau hat schauen können.
Bei näherer Untersuchung ergab sich, daß dem Knaben die Kehle
mit einem scharfen Messer durchschnitten war, dagegen das Mädchen
inen Stich in der Schläfe und einen im Halse hatte. Außerdem
var beiden Kindern der Schädel eingeschlagen. Das mit Blut be—
leckte Beil stand in der Ecke. In der Tasche des erhängten U.
and sich ein Zettel vor, aus dem hervorgeht, daß ihm durch den
Tod seiner Frau — seiner treuen Beratherin — jeder Halt ver—
oren gegangen war.

FIn der Schweiz ist das Dorf Remüs fast vollständig ab—
gebrannt. 98 Häuser wurden zerstört und nur 13 von den Flammen
erschont.

F Ein Offizierwucherer ist in Wien zu 6 Jahren schweren
derkers verurtheilt worden. Die Verhandlungen brachten empörende
Thatsachen an's Licht.

— Die Kosten desfranzösischen Nationalfestes vom 14.
Juli ergeben allein für das Kriegsministerim die Summe von
50,000 Francs.

Der „Gaulois“ veröffentlicht einen Auszug aus dem Stamm⸗
zaum Henri Rocheforts, nach welchem der Laternenmann und
zer jetzige deutsche Kaiser in der Person Humbert de Lugrieur',
herrn de la Cueille, welcher um die Mitte des 14. Jahrhunderts
n Saint-Alban bei Chambéry sich mit Aimarde de Rivoire, Dame
on Saint-Alban, verheirathete, einen gemeinsamen Vorfahr haben.
Wie das sich näher verhält, führt das Blatt nicht aus.

Von der Kaiserin Eugenie. Wie der „Gaulois“ zu melden
veiß, wird die Kaiserin Eugenie gegen den 26. d. M. in Eng⸗
and zurückerwartet, sich aber schwerlich nach Arenenberg begeben.
die Wallfahrt nach dem Grabe ihres Sohnes, welche mit allen
Sztrapazen einer beschwerlichen Landreise verbunden war, hat ihre
vesundheit auf's Reue bedenklich erschüttert. Während ihres Auf—
nthaltes in Kapstadt war sie vom Wechselfieber heimgesucht, wollte
ber dennech nicht davon abstehen, sich am festgesetzten Tage einzu—
hiffen. Die Aerzte scheinen ihre Hoffnung auf die Ruhe der
angen Ueberfahrt zu setzen, rathen aber von ieder ferneren Auf⸗
egung entschieden ab.

F Die Wissenschaft des menschlichen Elends. Der
Ztatistik zufolge gibt man in England jährlich 2840 Millionen
Mark für alkoholartige steuerbare Getränke aus, in den Vereinigten
Staaten 1880 Millionen. In Preußen hat die Zahl der Morde
n 5 Jahren um 140 Prozent, die der Sittlichkeitsverbrechen um
O2, die der betrügerischen Bankerotte um 280, die der Selbst⸗
norde um 44 Prozent zugenommen. In den Strafanstalten des
reußischen Staates stellt sich die Zahl der Gefangenen im Ver—⸗
zältniß zur Gesammtzahl ihrer Glaubensgenossen bei den Katholiken
vie 1 zu 590, bei den Israeliten wie J zu 1136, bei den Evan⸗
jelischen wie 1 zu 1238. Am meisten Sträflinge liefert Posen, am
venigsten Schleswig-Holstein. Der Meineid hat in Preußen in
Jahren um 81 Prozent, in Bayern um 104 Prozent zugenommen.

4 Seit einigen Jahren wird aus dem Westen Nordamerikas
n Blechbüchsen eingepreßtes gepökeltes Rindfleisch unter dem
Namen .Cornet méat— oder ‚Corned beefe in großen Mengen
n Europa eingeführt und an Stelle des sog. „Hamburger Rauch⸗
leisches“ vielfach konsumiert. Aus Amerika sind nun Mittheilungen
sierher gelangt, nach welchen nach dem Genusse solchen Fleisches
ind wahrscheinlich infolge der Verpackung desselben in den mit
Blei gelöteten Blechdosen ernsthafte Vergiftungsfälle vorgekommen
ind. Das Reichsgesundheitsamt hat diese Angelegenheit in Unter—⸗
uchung gezogen und es dürfte sehr leicht geschehen, daß ebenso wie
ürzlich der Import von amerikanischen Würsten ꝛc. auch die Ein—
ührung dieses amerikanischen Pökel-Rindfleisches durch eine Verord⸗
iung des Reichskanzlers verboten wird.

F Im Ossen der Verernigten Staaten ist der heißeste
Tag dieses Sommers bis jetzt Dienstag der 13. Juli gewesen.
das Thermometer stieg über 100 Grad Fahrenheit, und es wurden
in demselben Tage 20 Todesfälle in Folge von Sonnenstich ge⸗
neldet.

F Hühnerkönig des Universums zu sein, beansprucht Mr. W.
F. Baker in New⸗HYersey, Ver. Staaten. Mr. Bakers
Eccalobeon“ oder künstliche Brütanstalt liefert nämlich jährlich
250. 000 Hühner; er hölt 2000 eierlegende Hennen und kauft
        <pb n="463" />
        alle frischen und fruchtbaren Eier, die ihm angeboten werden, zu
5 Dollars per 100 Stück.

Anf Manila (der größten der Philippinen-Inseln im
indischen Archipel) hat am Dienstag wieder ein Erdbeben Statt
gefunden, welches noch heftiger war, als das vorhergegangene.
Sämmtliche Vulkane der Insel sind thätig. An v'ielen Orten zeigen
sich Erdrisse, aus denen Asche und siedendes Wasser hervorquellen.

F Wetthungern ist jetzt der neueste krankhafte Auswuchs
des sog. amerikanischen Sportwesens. Ein gewisser Dr. Tanner
aus Minneapolis, Minn., hat nämlich gewettet, daß er sich 40
Tage lang jedweder Speise enthalten könne, und hat er mit dieser
Enthaltsamkeite⸗Procedur am 28. Juni in der „Clarendon Hall“
——
hatte Dr. Tanner bis zum 16. Tage 252 Pfund an Gewicht
berloren. Er war heiter, aber schwach und nervös; bis dahin hatte
er sich des Wassertrinkens soviel als möglich enzhalten, seitdem jedoch
nimmt er Wasser zu sich. (Humbug?)

4 Der höchste Berg der Erde ist der neuerdings entdeckte
auf der Insel Neu-Gusinea befindliche „Herkules“. Er hai
eine Höhe von 32,786 Fuß, während der Berg Everest im Hima⸗
layagebirge, der bisher für den höchsten Berg galt, nur 28,002
Fuß hoch ist. Der „Herkules“ steht etwa in der Mitte der Insel,
uind sein Entdecker, Capitain J. A. Lawson, berichtet, das ihm und
seinem Begleiter bei der Ersteigung desselben bis zu einer Höhe
pon 25,314 Fuß das Blut aus Nase und Ohren floß und Schnap—
pen nach Luft an Stelle des Athmens trat.

F Gielweiberei.) Die „Südd. Pr.“ enthält folgendes In—
serat: „Heiraths-Offert. Zwei Schwestern mit etwas Bermögen
wünschen die Bekanntschaft eines älteren gebildeten Herrn Behufe
Verehelichung zu machen. Nur ernstgemeinte Anträge u. s. w.“

F Gekochter Wein von Johannis⸗ oder Stachelbeeren. Der
„Saarbr. Ztg.“ wird folgendes Rezept mitgetheilt: Zu 1 Pfund
Johannisbeeren nimmt man 115 Liter Wasser und Vs Pfund Zucker
koche dieses ohne die Beeren zu zerdrücken, bis der Saft heraus

ist, seihe die Flüsfigkeit durch Leinwand, und wenn abgekühlt und
klar, fülle sie auf Flaschen, in welche vorher ein halbes Weinglas
Spiritus geschüttet werde. Die Flaschen werden dann zugepfropff
und im Keller auf den Boden gestellt und im Monat März um—
gefüllt. Um den Wein zu dunklem Rothwein zu machen, nehme
man ein viertel Pfund schwarze Johannisbeeren dazu.

F Warmes Bier ist allerdings ein sehr mäßiger Genuß,
wir nennen es aber gewöhnlich warm, wenn es nicht eiskalt ist.
„Schwitzen“ muß das Glas. Das scheint eine Geschmacksverirrung
zu sein, denn man schmeckt nicht mehr das Bier, sondern hat nur
noch die Empfindung jener Kälte, die man eine „brennende“ nennen
kann. Doch würde ein Streit hierüber zu keinem Ziele führen.
Eine andere Frage ist die Gesundheitsfrage. Der Magen ist ein
geduldiger Geselle, er läßt sich Unglaubliches zumuthen und thuf
seine Schuldigkeit, so lange er kann. Ist endlich seine Kraft er⸗
schöpft, dann klagen wir ihn an, schelten ihn „schlecht“, laboriren
an Magenkatarrh, der Krankheit der „Gebildeten“, das heißt, in
diesem Falle der Menschen, welche systematisch auf den Ruin des
—XX
Magenschleimhaut, und hervorgerufen wird er in den meisten Fällen
durch den Genuß zu heißer, zu gewürzter oder zu kalter Speisen.
Die thierische Wärme beträgt durchschnittlich 837 Grad Celsius
während des Speisens ist die Temperatur des Magens noch höher,
und nun erhält er ein Sturzbad, wenige Grade über Null! Wenn
die Magenwände von Eisen wären, würden sie darunter leiden.

Marktberichte.
Zweibrücken, 22. Juli. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.
Weizen 12 M. 21 Pf., Korn 09 M. 72 Pf., Gerste zweireihige — M. — P
vierreihige — M. — Pf., Spelz — M. — Pf., Spelzkern — M. — P
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M.94 5
Erbsen — M. — Pf., Wichen — M. — Pf., Kartoffeln z M. — 5
Heu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/2 Kilogr. 60 Pf.,
sornbrod 8 Kilogr. 70 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paat Weckh 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.
hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter ?/ Kilogr. O M., 85 Pf.
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier 1 Liter 24 Pf.

Fog burg, 21. Juli. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 Ms34 pf. aorn jo m. o2 Pf. Speiztern . — pf. Speln
65 Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 89 Pf., Mischfrucht 10 M. 60 Pf., Erbsen — M. — Pf., Widen
O M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesanen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 10 Pf. Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
60 Pf. Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Ctr. 3 M. 50 pf.

Karserslautern, 20. Juli. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 11 M. 43 Pf., Korn 10 M. 11 Pf. Speizkern — M. — Pf. Spel
J M. 13 Pf., Gerste o9 M. — Pf., Hafer 7 M. 72 Pf., Erbsen O M
— pf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 80 Pf., do. 3 Pfd. 40 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 45 Pfg. Butter per Pfd. O M. 75 Pf., ECier 2 Stuck 10 Pf., Kar⸗
roffeln ver Cent. O M. — Pf., Stroh 8 M. — Pf. Heu2 M. 50 fa.

Fur die Redaction verantwartiicht

1

(Pensions⸗Verein, Bavaria“, Anerkannter Berein Mün—⸗
chen) Der Verein ist anerkannt durch Enischließung des königlichen Staats⸗
Ministeriums des Handels und der öffentlichen Ärbeiten vom 16. November
1867. Revidirte Statuten sind genehmigt durch Entschließung der königl.
Regierung, Kammer des Innern vom 8. Mai 1880, und gerichtlich e inge⸗
tragen durch Beschluß des königl. Londgerichts Munchen J. vom 29. Ocio—
der 1870. Gegenwärtige Mitgliederzahl? 640. Gegenwärtiges Vermögen:
Mk. 178,000.

Zweck des Vereins ist: a) seinen Mitgliedern für das Alter, oder fur
den Fall eintretender Berufs⸗ resp. Erwerbsunfähigleit, und b) auch den
hinterlassenen Wittwen und Waisen seiner Mitglieder eine durch die Sta⸗
tuten genau fixirte Pension zu sichern.

Aufnahme finden Personen aller Berufsklassen, und zwar jeder volljäh—
rige, deutsche Stantsangehörige, der im Befitz der bürgerlichen Ehrenrechie
ist, das 45. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, und gesund ist.

Im ledigen Stande Beitretende erwerben vom Beginne ihrer Mitglied—
ichaft ab Pensionsrechte für ihre zukünflige Familie. Die Betheiligung ge—
chieht in Einschreibsummen, welche der Eintreiende ganz nach seiner Leistungs⸗
ähigkeit und seinen Verhältnissen wöhlen kann; zulässig sind die Einschreib—
ummen, aus denen fich das Mitglied eine Pension fichern will, von Mk. 360,
480. 600. 720., 840., 960., 1080., 1260. 1820. 1440. 1560., 1680.,
1800., 1920., 2040., 2160., und als Maximalsumme 2400 Me.

Die Verpflichtungen der Mitglieder bestehen in Leistung:

a) einer Eintrittsgebuühr (auf einmal oder in 24 monatlichen Raten),

b) eines jaͤhrlichen Beitrages (zahlbar in Monatsraten).

Die Eintrittsgebühr beträgt: wenn der Mann nicht über 85 Jahre alt,
und die Frau nicht volle 10 Jahre jünger ist als der Mann 40/0 der Ein⸗
— beispielsweise aus 1800 Mk. Mk. 72. (in 24 Raten monatlich
Mk. 3.)

— Ist der Mann älter als 35 Jahre, eenso, wenn die Frau 10 oder
mehr Jahre junger ist als der Mann, erfoigt ein Zuschlag. —

Die Beiträge betragen 80/10 “/0 der Einschreibsumme, beispielsweise aus
1800 Mk. jährlich Mk. 64.80. — monatlich Mk. 58.10 Jemand, der sich
in den angeführten Altern mit der Einschreibsumme von Mi. 1800. bethei—
ligt, hat demnach in den ersten 2 Jahren monatlich Mk. 8.40., nach Ablauf
von 2 Jahren nur noch Mt. 5.40 zu leisten; mit dem Eintrin ber Pen—
ionirung hört jede Beitragsleistung auf.

In dem angeführten Beispiele werden folgende Pensionsrechte erworben:

a) für das Mitglied im Falle der Berufsunfähigkeit:
jährlich nach 5jähr. activer Mitgliedschaft */30 aus 1800 Mk. — Mk. 180
und mit jedem Jahre /so mehr, demnach:

nach 15jähr. activ. Mitgliedschaft **/60 aus 1800 Mk. — Mk. 5340

⸗ 20jahr. ⸗ ⸗ 0. .* , 720

„258jähr. */ ⸗ . * 3900
u. j. w.

b) für die Witiwe ohne Kinder. .. “sjio

F mit1 und 2 Kindern Nꝛ⸗

v „344 / 10

— — v 5 ⸗ mehr /10

der Pension des Mannes;
e) Doppelwaisen erhalten bis zum vollend. 15. Lebensjahre:

ein Kinde. . ?/ 10

zwei Kinde... . /10

drei Kinder...Pio

vier Kinder... . ao

fünf und mehr Kinder sn0
des Penfionsbezuges des Vaters. Stirbt ein Mitglied innerhalb der erften
5Jahre seiner Mitgliedschaft, so sind seine Relitten nicht penfionsberechtigt
diese erhalten jedoch */0 des eingezahlten Geldes wieder zutuck. Eine Pen⸗

ionsberechtigung tritt nur nach djähriger Mitgliedschaft ein.

Vermoögensanlagen gescheher statutengemäß unter ficheren Bestimmungen
aur auf Hypotheken zur 1. Stelle, in Obligationen deutscher Bundesstaaten,
»der Gemeinden, in Bodencredit⸗Obligationen oder Pfandbriefen.

Obligationen und Werthpapiere müssen auf den Namen des Vereintß
auten, und sind bei einem unter staatlicher Aufsicht stehenden Bankinstitute
zur Zeit Bayer. Hypotheken⸗ und Wechfelbank) zu deponiren; nur mit einer
auf Grund eines Beschlufses des Aufsichtsrathes und Vorstandes ertheilten
—XE

Zur Zeit bestehen 21 Zweigvereine, darunter der Zweigverein St. Ing⸗
bert mit 28 Mitliedern.

Die Zweigvereine wählen ihre Ausschüsse selbst, vermitteln die Vereins⸗
angelegenheiten ihrer Mitglieder mit der Verwaltung, besorgen nach einer
Insiruction dieser die Vereinsgeschäfte in ihren Sprengeln — darunter auch
das monatliche Incasso — und entsenden zu den alljährlich stattfindenden
Deneralversammlungen ihre Delegirten. Diese üben die Riechte der Mit—
glieder in den Generalversammlungen aus; fie wählen den Aufsichtsrath und
die Revisions-Commission. Der Vorstand wird vom Auffsichtsraih ernannt

Es gibt sehr zahlreiche Clafsen in der burgerlichen Gesellschaft, die zwar
ein mehr oder weniger erhebliches Einkommen, haufig aber kein entsprechendes
Vermögen besitzen, die also lediglich darauf angewiesen find, in der Verficher⸗
ung ihre und ihrer Familie Zukunft zu decken.

Der Pensions-Verein Vavaria eignet fich vorzugsweise hierzu, indem er
nicht wie die Lebensversicherungen ein einmaliges Capital bietet, welches wie⸗
der allen Wechselfällen unterworfen ist, sondern er garantirt eine monatliche
Pension bis an's Lebensende, die nie zu Verlust geht, eine standige Ein—
aahmsquelle für den Haushalt.

Staats- und Gemeindebeamten, sowie Bediensteten bietet der Pen⸗
ions⸗ Verein Bavaria einen willkommenen Zuschuß zu ihren Pensionen oder
Sustentationen, wo diese nicht genügend find.

Gemeinden konnen auch Pensionsverpflichtungen gegen ihre Angestellten
auf den Penfions-Verein Bavaria übertragen, indem sie sich an den Veitrags⸗
leistungen betheiligen, wie dies bereits in den verichie denen Fullen thatsach-
lich geschieht. —
        <pb n="464" />
        J. Qualitat
simburger &amp;
Schweizer-Käs
empfiehlt VP. Zepp.

Die beliebten Schützen?
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in sowie Schutzen⸗Joppen
m allen Größen empfiehlt

M. Haas.

Oberstadt.
— *
Schweizerkäs

Neustadter

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mypfiehlt P. Zepp.

Am 1. September cr. können
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macher — und Motzer
muf meiner Louisenthaler
Hütte dauernde Beschäftigung
inden.

A. Wagner.
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J. Friedrich.

Deutsches
Familienblatt.
sgierteljährlich Mark 1.60. —

In Heften zu 50 Pf.
seuer Roman von E. Lenneck.
Nan bestellt jederzeit in allen Buch—

handlungen und Postämtern.
—AMM

8
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Ziehung 31. August unwider⸗
uflich noch kurze Zeit zu 2Mk. bei:
J. J. Grewenig,
F. Woll, Buchhandlung.
J. Friedrich.
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zärten ist zu verkaufen. Wo?
sagt die Exped. d. Bl.

zt. Johann⸗aunrbrüfcker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
sann, Saarbrücken und Malstatt-
zurbach an der Saar zusam⸗
nengenommen das gelesenste
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eljährlich nur 2 M. 50 Pfg
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zielten Heilerfolge kann das bereits in
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Zu haben in allen Buchhandl.
Sonntag den 25. Juli 1880
— j 7*
Siebentes Sängerfest
dom Sängerbund des Sulzbachthales unter Mitwirkung von
10 Gesangvereinen und der vollständigen Kavbelle der Grube
Heinitz zu J
Elversberg.
Entree 30 Pfg. Damen frei.
FTestylak in der Nähe des Kaiseraartens.
A.S UCHh t
rerden für ein gros—

gediegenes litörarisches Dnternehmen
—r8onde.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch RBeamte, Lehrer, Reisende anderer
Rranchem ete., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen. belieben sich zu melden
Literarisches Institut
60tha.

0asino
Nächsten Sonntag den 25. Juli Nachmitiags Z Uhr
Baldvart*
im enthale, wobei auch Nichtmitglieder Zutritt haben.
wwasik des 53. Cherauxlegers-Regimentes.

Von Abends 8 Uhr an

AXLXII
auf dem Grewenig'schen Bierkeller.

Bei ungünstiger Witterung von 8 Uhr an musikalijche
Unterhaltung im Vereinslokale.

Der Zutrin zum Grewenigi'schen Bierkeller ist wegen
Mangel an Raum blos Vereinsmitaliedern nebst Angehörigen ge⸗
tattelt. Der Vorstand.

ewerbliche und landwirtheschaftliche
Ausstellung des Plfalagaues.
EBUIMAMNEBREXEIM 1880.
Unter dem Proteéctorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden.

0
Eröffnet am 11. Juli 1880.
Fahrpreis-Ermässigung bei der Badischen Pfalzischen Hes—

sischen und Main Neckar-Bahn
Loose A 2Marix. (Auf 10 Loose 1l Preiloos) durch
Herrn F. NXNeastler E. 5.2.

Wissenschaftlich aeprüft u. beautachtet Penlitinev-
doppelkrüntermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
aedictinerkloster stammenden Recepr
abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
. PIXNGEL in Göttingen
(Provinz Hannover.)
Der Benedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
jseworden. Der Benedictiner
t nur aus Bestandtheilen zusam⸗
aengesetzt, welche die Eigenschaften
oesitzen, die zum Wiederaufbau
ines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind.
ẽr ist unersetzlih bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, uneen, Hautaus⸗
gee (Flechten), Athemnoth, Gicht, Nheumatismus,
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfsarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist muntoer und
frisch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert da⸗
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen“
zerschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 8330 Gr. Inhalt 8 M. 30 pf.

20* 660 1 6 M. 75 Pf.

Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpadung u. 1 Fl. gra⸗
us. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr J. Mörner, Holzbauer vom Kirchberg, Gem. Rabenden bei
Altenmnark in Bayern, berichtet: Ich bescheinige hiermit gern, daß ia
durch ihren Bene dictiner von meinem chronischen Magenleiden nach Ge—
hrauch nan nur 2 Fb befreit bin ꝛc.

—*
ancft ERerroalazar«dl

—
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—
beschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkei—
u. s. w.
Préeis à FI. ea. ISO Gr. Inh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.
Der einzig äͤchte Benedictiner Doppelkräuter⸗
Magenbitter und Sanct Bernhard-Magenbitter von C. Pingel in
hötlingen ist zu haben in St. Inabert bei Herrn J.
»vried rich.

— — — — — — — — — — — — —
Druck und Verlag von F. X. Demetz iu St. Ingbert.
Sierru für unsere Wo st⸗Abonnenten „Allustrirte« Sonntaasblatt“
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        Sst. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wochentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
AM IISB.

Soͤnntag, den 25. Juli

1880
Deutsches Reich.

(Bayerische Abgeordnetenkammer.) In der Sitz⸗
ung vom Donnerstag beantragten die Abgg. Marquardsen (Linke)
und Kopp (Rechte), einen Ausschuß zur Abfassung einer Huldig-
ungsadresse an Se. Maj. den König niederzusetzen, bestehend aus
dem Direktorium, den Abgg. Schlör, Fischer, Freytag, Ruppert und
xaver v. Hafenbrädl.

Hierauf folgt Berathung über den Antrag von Hafenbrädl,
Abschaffung des siebenten Schuljahres. Nach dessen Begründung
durch Hafenbrädl beantragt Abg. Rußwurm (Rechte, kathol. Pfarrer)
Ueberweisung des Antrags an einen besonderen Ausschuß von 15
Mitgliedern. Rußwurm bekämpft übrigens den Antrag als schäd⸗
lich für die sittliche Bildung des Volkes, doch wäre nach seiner
Ansicht in einzelnen Distrikten Abhilfe geboten. Abg. Sittig (Linke
Volksschullehrer) erklärt sich Namens der Linken absolut gegen den
Antrag und gegen dessen Verweisung an einen Ausschuß. Der
Antrag Rußwurm's wurde aber von der Rechten (welche die Mehr—
zeit bildet) gegen die Stimmen der Linken angenommen.

Nächste Sitzung am Dienstag zur Berathung des Militäretats.
..Die Berliner „Post“ hört es als wahrscheinlich bezeichnen,
daß der seitherige Oberpräsident von Schlesweg-Holstein, v. Vötticher
der Nachfolger des Staatssekretärs Herzog in Straßburg werden
würde.

eingetretener Hindernisse wegen nicht stattfinden können, dieselbe
wird nun morgen (Sonntag) Nachmittag von dem genannten Herrn
im Cafe Oberhauser vorgenommen werden. Nichtmitwirkenden ist,
wie wir hören, der Zutritt nicht gestattet.

Aus der dritten Etage des Waisenhauses zu Blieskastel
fiel am Mittwoch Abend ein dreijähriges Mädchen des Schreiner⸗
meisters Legrum so glücklich, daß es nicht den geringsten Schaden
von dem Falle davon trug.

Der Stadtrath von Pirmasens hat die Umwandlung
der dortigen höheren Töchterschule in eine städtische Anstalt mit
12 gegen 10 Stimmen abgelehnt.

fFKaiserslautern. Ein am 21. Juli Morgens 8
Uhr 55 Min. in Kimberly (Diamantfelder) aufgegebenes Telegramm
wurde an demselben Tage Nachmittags 4 Uhr 5 Min. hier expedirt.

Die in Freinsheim entdeckten angeblichen Colorado⸗
käfer haben sich in Wirklichkeit als harmlose Marienkäfer entpuppt.

Das pfalzische Sängerfest inudwigshafen ist definitiv
auf Sonntag den 15. August fest gesetzt. Am Abend des 14. Augusit
findet die Begrüßung und die erste Hauptprobe statt. Um halb7
Ahr des 15. August ist die zweite Hauptprobe, um 1 Uhr die Fest⸗
Aufführung und um 8 Uhr Abends ein Festbankett. Der 16. August
ist geselligem Vergnügen gewidmet. Das Fest-Pragramm stellt ein
Bartenfest und eine Rheinfahrt in Aussicht. Die Sänger erhalten
bei der Benützung der pfälzischen Bahnen Fahrtaxermäßigung.

F Es ist nun definitiv beschlossen, daß das Wittelsbachfest
offiziell im ganzen Königreich Bahern am 25. August, dem
Geburts⸗ und Namenstage Sr. Maj. des Königs, gefeiert werden soll.

4 Gelegentlich des Frankfurter Turnfestes lassen die be—
theiligten Eisenbahnverwaltungen am 27. ds. Mtis. einen Extra⸗
zug von Frankfurt bezw. Mainz nach Neustadt a. H., Maikammer
und Edenkoben zu ganz besonders ermäßigten Preisen (ab Frank⸗
iurt hin und zurück 3M., ab Mainz 2.50 M.) abgehen, welche den
Besuch der herrlichen Umgegend von Neustadt, namentlich der Maxburg
Hambacher Schloß), der Ludwigshöhe bei Edenkoben ꝛc. erleichtern
ioll. Auf der Rückfahrt ist entsprechender Aufenthalt in Worms,
zur Besichtigung des Lutherdenkmals, vorgesehen.

F In Au gsburg hat sich der 11jährige Knabe eines
Fabrikarbeiters aufgehängt, weil er Tags vorher wegen eines Fehl⸗
rittes gezüchtigt worden war und ihm weitere Bestrafung durch
den Vater bevorstand.

F In Langen diebach bei Hanau hat in der Fabrik von
Brüning und Sohn eine Kesselerplosion stattgefunden; das Gebäude
wurde zerstört, viele Menschen blieben todt.

4 Zur Zeit befinden sich zehn englische Offiziere in
Mentz, deren fremde Uniformen Aufsehen erregen. Dieselben be—
absichtigen einigen Uebungen der Garnison Metz beizuwohnen.

F Nützlichkeit von Ausstellungen. Eine Geraer Woll⸗
vaarenfabrik hat in Folge der Leipziger deutschen Woll-Industrie⸗
Ausstellung einen ganz bedeutenden Auftrag nach Japan erhalten.

F Ein vor dem Gerichte in Mailand spielender Prozeß
vegen der Entwendung des goldenen Vließes des Don Carlos
eundigte mit der Freisprechung des Angeklagten Boet (des früheren
Secretärs des Don Carlos). (Der Angeklagte hat in der Ver—
Jandlung u. A. erklärt, das goldene Vließ, der höchste spanische
Orden, der reich mit Edelstenen geziert ist, auf Geheiß des Don
Carlos versetzt zu haben. Der Prozeß hat auf den Charakter des
letzteren ein sehr trübes Licht geworfen.)

4 Ueber das bereits (in Nr. 114 dss. Bl.) gemeldete Gruben⸗
unglück in England wird aus London Folgendes Nähere be—
eschtet: Das Grubenunglück in Risca bei Newport kostete 119
Menschenleben und 70 Pferde. Die Tiefe des Schachtes beträgt
280 Fuß. Vor 20 Jahren waren daselbst ca. 800 Bergleute be⸗
schäftigt, welches ein ähnliches Unglück traf, das 150 Menschenleben
'ostete. Noch um 10 Uhr Nachts meldete der Wächter, daß Alles
in bester Ordnung sei, worauf die Bergleute einfuhren; allein 20
Minuten nach 1 Ühr hörte man einen Schlag, es stieg Rauch auf,
Pfort die Glaserplsosion anzeigend. da der Ventilator und der Auf-

Ausland. —

Belgien begeht soeben das 50jährige Jubiläum seiner Un—
abhängigkeit durch eine lange Reihe von Feftlichkeiten, deren Schau⸗
polatz namentlich die Hauptstadt Brüssel ist. Das belgische Volk
jat alle Veranlassung, vergnügt zu sein, sich seiner bewährten In⸗
titutionen zu freuen und seinen König zu ehren, der gleich seinem
Vater ein Musterregent genannt werden daff.

Paris, 22. Juli. Die französifche Regierung hat wegen
der Berufung deutscher Finanzbeamten und Officiere nach Kon—
tantinopel niemals Einspruch erhoben. Freycinet bemerkte gesprächs—
veise, Frankreich könne nur froh sein, wenn auf solche Weise Ord⸗
nung in die türkischen Finanzen gebracht würde.

In Paris hat das Nationalfest des 14. Juli deutlich ge—
zeigt, daß Gambetta der Herr der Lage ist. Die Radikalen hielten
ich kluger Weise zurück, so daß den Parisern die Festfreude in
keiner Weise verdorben wurde. Gambetta hat es sich auffallend
angelegen sein lassen, die Armee in ihren Führern auszuzeichnen.
In der Provinz wird das Nationalfest nächsten Sonntag 25. Juli
begangen. Die auswärtigen Berichterstatter zeigten sich in ihren
dei der Parade vom 14. d. gewonnenen Urtheilen ziemlich einig
darüber, daß die französische Armee beachtenswerthe Fortschritte ge—
macht habe.

Alle reaktionären und ultraradikalen Blätter Frankreichs
klagen Gambetta an, den Krieg herbeiführen zu wollen durch die
zriechische Frage. Die „Gazette de France“ sagt, Gambetta habe
zeäußert: Die griechische Frage wird meine schleswig'sche Frage
verden. Diese Zeitungen protestiren dagegen, daß man Frankreich
in neue Abenteuer stürze. Die „République Française“ (Organ
Gambetta's) antwortet darauf nicht und beschräünkt sich zu sagen,
daß auf den Wunsch Griechenlands Frankreich sechs Offiziere er⸗
mächtigt habe, nach Athen zu gehen und an der Reorganisation
des griechischen Heeres theilzunehmen.

Der Fürst von Montenegro hat den Vorschlag der Pforte,
eine Untersuchungscommission bezüglich des von den Albanesen gegen
die Montenegriner unternommenen Angriffes einzusetzen, abgelehnt
und seinen Geschäftsträger angewiesen. Konstantinopel zu persasean

Vermischtes.

*St. Ingbert, 24. Juli. Die hiesige Lateinschule be—
geht Samstag, den 31. Juli, im Grewenig'schen Saale die Wit—
telsbachfeier.

*— Die auf verflossenen Sonntag anberaumt gewesene ge—
meinschaftliche Prüfung des hiesigen Musikvereins, der Eintracht“
hon Saarbrücken und des Männergesangvereins von Blies—
kastel durch Herrn Revisor Schwaget aus Ludwiadshafen haftie
        <pb n="466" />
        zug zertrümmert waren. Der Direktor und 17 Bergleute konnten
rsi um 8 Uhr einfahren und kämpften mit schrecklichen Hindernissen
jegen die Gase und Trümmer. Sie blieben bis 2 Uhr, fuhren
zann auf und meldeten die traurige Nachricht, daß alle 119 Mann
jodt seien. Ein Bergmann fuhr 2 Minuten vor der Explosion ein,
2 Bergleute sind zufällig eine Minute vorher aufgefahren. Die
Bergleute arbeiteten hier in 3 Abtheilungen, von denen zwei eigent⸗
lich Kohlen gewannen; die dritte bestand aus Arbeitern, welche die
Kohlen aufsammelten. Letztere sind getödtet worden. Es befanden
sich unter denselben 70 Verheirathete. Die Maschinerie im Berg⸗
werke soll ganz neu und gut gewesen sein.

pP Ein fonderbarer Landsmann.) Die „Zeitzer Ztg.“
schreibt: Aus einer in unserer Nähe kürzlich stattgefundenen Schöffen⸗
gerichtssitzung wird uns von einem Anwesenden folgendes Humo—
aͤstische mitgetheilt: Richter zum Zeugen: „Sie sind doch undar⸗

eiüsch in dieser Sache?“ Zeuge: „Nein!“ Richter: „Dann find Sie
vohl parteiisch?“ Zeuge: Nein, altenburgisch!“

FNew-Yor!k. Vor einigen Tagen stürzte eine Schacht
zes in Jersey Cuy unter dem Hudson River gegenwärtig zur Aus⸗
ührung gelangenden Tunnels ein. 22 Menschen wurden unter
en Trummern begraben; Hoffnung auf ihre Rettung ist nicht vor⸗
janden.
Dienstesnachrichten.

Der kgl. Amtsanwalt Kari v. Bessn ard in Kaiserslautern wurde auf
Ansuchen seiner Stelle enthoben und der Rechtscandidat Theodor Maher von
xdenkoben, z. Z. in Zweibrücken, zum Amtsanwalt in Kaiserslautern ernannt.

Der Gerichtsschreiber Mayer in Kaiserslautern wurde nach Blieskastel,
der Gerichtsschreiber Merk in Ludwigshafen nach Kusel versetzt.

Fur die Nedaction verantwwortlich: F. X. 2Ne me 8.

Versteigerung.

Montag den 26. Juli
1880 Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert bei Peter Heusser,
läßt Nicolaus Schweitzer,
Tüncher daselbst,

die nachstehend beschriebene
diegenschaft öffentlich zu Eigen—
hum versteigern:

Plan Nr. 36, 90 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
saus mit Stall und Hof—⸗
caum, gelegen zu St. Ing⸗
bert im Mühlened.

zt. Ingbert, 23. Juli 1880.

R Auffschneider
Amtsverweser.

Incert nat⸗ sowie Herbst⸗
Ruͤb⸗Samen in vorzüglicher
Qualität empfehlen

Franz Grell's Nachfolger.
3 — —
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
ruflich noch kurze Zeit zu 2 Mk. bei:

J. J. Grewenig,

F. Woll, Buchhandlung.

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Die beliebten Schützen⸗
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m sowie Schützen⸗Joppen
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M. Haas.
Oberstadt.

Bais⸗ oder Welschkorn⸗
Mehl als Mastfutter empfehlen
Franz Grell's Nachfolger.

Bezirkslehrerverein Blieskastel⸗St. Ingbert.

Mittwoch, den 28. ds. Mts., des Nachmittags von 132
Uhr ab, zu Blieskastel im Königschen Gartensaale Ver⸗
—XDDD0—— des Vereins ein⸗
geladen sind.

Ein Garten in den Gafsen
zärten ist zu verkaufen. Wo?
agt die Exped. d. Bl.

—
06asino
Nächsten Sonntag den 25. Juli Nachmittags 3 Uhr

Fortlaufende Nummern. Keine
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Nur Geldgewinnste.
AÆF Um allen Mißverständ⸗
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oose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
er Ziehung die sämmtlichemn
00,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

VFJaldpartie
im Mühlenthale, wobei auch Nichtmitglieder Zutritt haben.
Musik des 5. Chevanzlegers-Kegimentes.
Von Abends 8 Uhr an
e U I ãĩ n

auf dem Grewenig'schen Bierkeller.

Bei ungünstiger Witterung von 8 Uhr an musikalische
Unterhaltung im Vereinslokale.

Der Zutrite zum Grewenig'schen Bierkeller ist wegen
Mangel an Raum blos Vereinsmitgliedern nebst Angehörigen ge⸗
tattet. Der Vorstand

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

Arris des Looses 3 Mark.
Ziehung am 25. Octobor
1880.
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12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
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Bestellungen sind zu richten an

ie General⸗Agentur

Julius Goldschmit

in Ludwigshafen am Rhein

Loose sind ferner zu haben

bei Franz Woll in St.
Ingbert.

CaAaSsino.

Heute (Sonntag) Mittag *e zwei Uhr Aufstellung am
Stadthause.

Praͤcis 2 Uhr Abholung des Spieser Vereins mit Mu⸗
sit und Fahne.

Hierauf Zug durch die Stadt nach dem Festplatze.

Sämmiliche Mitglieder werden ersucht sich, mit Vereinsab⸗
zeichen versehen pünkllich einzufinden.
J Der Vorstand.

Zur Feier des Wittelsbacher Regierungs⸗Jubi—
läums und des 10jährigen Gedenktages der Schlacht bei Sedan
zeehrt sich die unterzeichnete Firma wasserechte Flaggen, Fah⸗
nen, Wappenichilder, Festabzeichen, Lampions,
Transparente als: Kaiser, Kronprinz, König Lud⸗
vig, Depesche des Kaisers an die Kaiserin Augusta 2.
Sepiember 1870 in großem Format 75 Pf., Feuerwerks—
körper, ꝛc. zu empfehlen.

Preisverzeichnisse umsonst.,

Monner Flacgen, u. Fahnen-Fabrik in Vonn a. Rhein.

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1671.
Noch
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drantkheit hat bisher
zen weltberühmten
Mineralquell-Brust⸗
aramels und Kakao—
Thee Maria Benno
»on Donat Paris 1671
viderstanden. Durch
daiserliche Verordnung vom
1J. Januar im ganzen Deut⸗
chen Reiche auch fuͤr Nicht—
Apotheker zum freien Ver—⸗
kaufe gestattet.
Allein echt in St.
Ingbert bei Herrn Jean
VReters.

M
—8*

*
—8
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——

. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.
zptzialilit: Herrn-Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide-Systemen.

1. Dutzd. mit glattem feinem leinen

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mit alattem feinem leinen

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bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Finsaͤe und Qualität des Stoffes.

Vei Vestellungen ist Angabe der Hals- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
zenügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
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u haben bei F. X. Demet. eunagen

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Druck und Verlaa von F. X. Demez iu St. Ingbert.
Szezu „RUustrirtes Sonntaadablasνιν ν 4.

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X 25. Juli Abends
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mysikalische
Unterhaltung
m Vereinslokale wozu höfl.
inladet Der Vorhand
        <pb n="467" />
        Slt. Ingberler AMmeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaliungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrijt oder deren Raum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.

— —

M lis.

onntag, den 25. *57

188

Deutsches Reich.

(Bayerische Abgeordnetenkammer.) In der Sitz⸗
ung vom Donnerstag beantragten die Abgg. Marquardsen (Linke)
und Kopp (Rechte), einen Ausschuß zur Äbfassung einer Huldig-
ungsadresse an Se. Maj. den Koͤnig niederzusetzen, bestehend aus
dem Direktorium, den Abgg. Schlör, Fischer, Freytag, Ruppert und
Xaver v. Hafenbrädl.

Hierauf folgt Berathung über den Antrag von Hafenbrädl,
Abschaffung des siebenten Schuljahres. Nach dessen Begründung
durch Hafenbrädl beantragt Abg. Rußwurm (Rechte, kathol. Pfarrer)
Ueberweisung des Antrags an einen besonderen Ausschuß von 18
Mitgliedern. Rußwurm bekämpft übrigens den Antrag als schäd—
lich für die sittliche Bildung des Volkes, doch wäre nach seiner
Ansicht in einzelnen Distrikten Abhilfe geboten. Abg. Sittig (Linke
Volksschullehrer) erklärt sich Namens der Linken absolut gegen den
Antrag und gegen dessen Verweisung an einen Ausschuß. Der
Antrag Rußwurm's wurde aber von der Rechten (welche die Mehr⸗
heit bildet) gegen die Stimmen der Linken angenommen.

Nächste Sitzung am Dienstag zur Berathung des Militäretats.

Die Berliner „Post“ hört es als wahrscheinlich bezeichnen,
daß der seitherige Oberpräsident von Schlesweg-Holstein, v. Lötlicher

der Jacholger des Staatssekretärs Herzog in Straßburg werden
würde.

eingetretener Hindernisse wegen nicht stattfinden können, dieselbe
wvird nun morgen (Sonntag) Nachmittag von dem genannten Herrn
m Cafe Oberhauser vorgenommen werden. Nichtmitwirkenden ist,
wie wir hören, der Zutritt nicht gestattet.

Aus der dritten Etage des Waisenhauses zu Blieskastel
iel am Mitiwoch Abend ein dreijähriges Mädchen des Schreiner⸗
neisters Legrum so glücklich, daß es nicht den geringsten Schaden
don dem Falle davon trug.

Der Stadtrath von Pirmasens hat die Umwandlung
der dortigen höheren Töchterschule in eine städtische Anstalt mu
12 gegen 10 Stimmen abgelehnt.

FKaiserslautern. Ein am 21. Juli Morgens 8
Uhr 55 Min. in Kimberly (Diamantfelder) aufgegebenes Telegramm
vurde an demselben Tage Nachmittags 4 Uhr 5 Min. hier expedirt.

F Die in Freinsheim entdeckten angeblichen Colorado—
käfer haben sich in Wirklichkeit als harmlose Marienkäfer entpuppt.

Das pfaälzische Sängerfest inLu dwigshafen ist definitiv
auf Sonntag den 15. August festgesetzt. Am Abend des 14. August
findet die Begrüßung und die erste Hauptprobe statt. Um halbe7
Uhr des 15. August ist die zweite Hauptprobe, um 1 Uhr die Fest—
Aufführung und um 8 Uhr Abends ein Festbankett. Der 16. August
ist geselligem Vergnügen gewidmet. Das Fest-Pragramm stellt ein
Gartenfest und eine Rheinfahrt in Aussicht. Die Sänger erhalten
bei der Benützung der pfälzischen Bahnen Fahrtaxermaßigung.

* Es ist nun definitiv beschlossen, daß das Wittelsbachfest
offiziell im ganzen Königreich Bayern am 28. August, dem
Geburts⸗ und Namenstage Sr. Maj. des Königs, gefeiert werden soll.

F Gelegentlich des Frankfurter Turnfestes lassen die be—
theiligten Eisenbahnverwaltungen am 27. ds. Mis. einen Extra⸗—
zug von Frankfurt bezw. Mainz nach Neustadt a. H., Maikammer
und Edenkoben zu ganz besonders ermäßigten Preisen (ab Frank—⸗
furt hin und zurück 3 M., ab Mainz 2.50 M.) abgehen, welche den
Besuch der herrlichen Umgegend von Neustadt, namentlich der Marburg
Hambacher Schloß), der Ludwigshöhe bei Edenkoben ꝛc. erleichtern
'oll. Auf der Rückfahrt ist entsprechender Aufenthalt in Worms,
zur Besichtigung des Lutherdenkmals, vorgesehen.

FIn Augsburg hat sich der 11jährige Knabe eines
Fabrikarbeiters aufgehängt, weil er Tags vorher wegen eines Fehl⸗
frittes gezüchtigt worden war und ihm weitere Bestrafung durch
den Vater bevorstand.

In Langendiebach bei Hanau hat in der Fabrik von
Brüning und Sohn eine Kesselerplosion stattgefunden; das Gebäude
wurde zerstört, viele Menschen blieben todt.

— Zur Zeit befinden sich zehn englische Offiziere in
Metz, deren fremde Uniformen Aufsehen erregen. Dieselben be—
absichtigen einigen Uebungen der Garnison Meßg beizuwohnen.

F Nützlichkeit von Ausstellungen. Eine Geraer Woll—
vaarenfabrik hat in Folge der Leipziger deutschen Woll-Industrie⸗
Ausstellung einen ganz bedeutenden Auftrag nach Japan erhalten.

Ein vor dem Gerichte in Mailand spielender Prozeß
wegen der Entwendung des goldenen Vließes des Don Carlos
endigte mit der Freisprechung des Angeklagten Boet (des früheren
SZecretärs des Don Carlos). (Der Angeklagte hat in der Ver—
handlung u. A. erklärt, das goldene Vließ, der höchste spanische
Orden, der reich mit Edelstenen geziert ist, auf Geheiß des Don

Carlos versetzt zu haben. Der Prozeß hat auf den Charakter des
letzteren ein sehr trübes Licht geworsen.)

f Ueber das bereits (in Nr. 114 dss. Bl.) gemeldete Gruben⸗
unglück in England wird aus London Folgendes Nähere be—
tlchtet: Das Grubenunglück in Risca bei Newport kostete 119
Menschenleben und 70 Pferde. Die Tiefe des Schachtes beträgt
280 Fuß. Vor 20 Jahren waren daselbst ca. 800 Bergleute be⸗
chäftigt, welches ein ähnliches Unglück traf, das 150 Menschenleben
'ostete. Noch um 10 Uhr Nachts meldete der Wächter, daß Alles
n bester Ordnung sei, worauf die Bergleute einfuhren; allein 20
Minuten nach 1 Uhr hörte man einen Schlag, es stieg Rauch auf,
sofort die Gazerplosion anzeigend da der Nentilaftor und der Nuf—

Ausland.

Belgien begeht soeben das 50jährige Jubiläum seiner Un⸗
abhängigkeit durch eine lange Reihe von Festlichkeiten, deren Schau⸗
platz namentlich die Hauptstadt Brüssel ist. Das belgische Volk
hat alle Veranlassung, vergnügt zu sein, sich seiner bewährten In—⸗
titutionen zu freuen und seinen König zu ehren, der gleich seinem
Vater ein Musterregent genannt werden darf.

Paris, 22. Juli. Die französifche Regierung hat wegen
der Berufung deutscher Finanzbeamten und Officiere nach Kon⸗
tantinopel niemals Einspruch erhoben. Freycinet bemerkte gesprächs-
veise, Frankreich könne nur froh sein, wenn auf solche Weise Ord⸗
nung in die türkischen Finanzen gebracht würde.

In Paris hat das Nationalfest des 14. Juli deutlich ge—
zeigt, daß Gambetta der Herr der Lage ist. Die Radikalen hielten
ich kluger Weise zurück, so daß den Parisern die Festfreude in
keiner Weise verdorben wurde. Gambetta hat es sich auffallend
ingelegen sein lassen, die Armee in ihren Führern auszuzeichnen.
In der Provinz wird das Nationalfest nächsten Sonntag 25. Juli
begangen. Die auswärtigen Berichterstatter zeigten sich in ihren
dei der Parade vom 14. d. gewonnenen Urtheilen ziemlich einig
darüber, daß die französische Armee beachtenswerthe Fortschritte ge—
nacht habe.

Alle reaktionären und ultraradikalen Blätter Frankreichs
tlagen Gambetta an, den Krieg herbeiführen zu wollen durch die
zriechische Frage. Die „Gazette de France“ sagt, Gambetta habe
Jeäußert: Die griechische Frage wird meine schleswig'sche Frage
verden. Diese Zeitungen proiestiren dagegen, daß man Frankreich
in neue Abenteuer stürze. Die „République Française“ (Organ
Bambetta's) antwortet darauf nicht und beschränkt sich zu sagen,
daß auf den Wunsch Griechenlands Frankreich sechs Offiziere er—
mächtigt habe, nach Athen zu gehen und an der Reorganisation
des griechischen Heeres theilzunehmen.

Der Fürst von Montenegro hat den Vorschlag der Pforte,
eine Untersuchungscommission bezüglich des von den Albanesen gegen
die Montenegriner unternommenen Angriffes einzusetzen, abgelehnt

umd seinen Geschäftsträger angewiesen. Konstantinobel zu verlasien.

Vermischtes.

St. Ingbert, 24. Juli. Die hiesige Lateinschule be—
geht Samstag, den 31. Juli, im Grewenig'schen Saale die Wit—⸗
lelsbachfeier.

*—. Die auf verflossenen Sonntag anberaumt gewesene ge⸗
meinschaftliche Prüfung des hiesigen Musikvereins, der „Eintracht“
von Saarbrücken und des Männergesangvereins von Blies⸗
kastel durch Herrn Revisor Shomaget aus Ludwidsbafen bait⸗
        <pb n="468" />
        zug zertrümmert waren. Der Direktor und 17 Bergleute konnten
r um 8 Uhr einfahren und kämpften mit schrecklichen Hindernissen
zjegen die Gase und Trümmer. Sie blieben bis 2 Uhr, fuhren
zann auf und meldeten die traurige Nachricht, daß alle 119 Mann
odt seien. Ein Bergmann fuhr 2 Minuten vor der Explosion ein,
2 Bergleute sind zufällig eine Minute vorher aufgefahren. Die
Bergleute arbeiteten hier in 3 Abtheilungen, von denen zwei eigent⸗
lich Kohlen gewannen; die dritte bestand aus Arbeitern, welche die
Kohlen aufsammelten. Letztere sind getödtet worden. Es befanden
sich unter denselben 70 Verheirathete. Die Maschinerie im Berg⸗
werke soll ganz neu und gut gewesen sein.

pP'Ein fonderbarer Landsmann.) Die „Zeitzer Ztg.“
schreibt: Aus einer in unserer Nähe kürzlich stattgefundenen Schöffen⸗
gerichtssitzung wird uns von einem Anwesenden folgendes Humo⸗
astische mitgetheilt: Richter zum Zeugen: „Sie sind doch unvar—

teiisch in dieser Sache ?“ Zeuge: „Nein!“ Richter: „Dann sind Sie
wohl parteiisch?“ Zeuge: „Nein, altenburgisch!“

New⸗York. Vor einigen Tagen stürzte eine Schacht
des in Jersey City unfer dem Hudson River gegenwärtig zur Aus⸗
cührung gelangenden Tunnels ein. 22 Menschen wurden unter
den Truümmern begraben; Hoffnung auf ihre Rettung ist nicht vor⸗
handen.
Dieustesnachrichten⸗

Der kgl. Amtsanwalt Kari v. Besnard in Kaiserslautern wurde auf
Ansuchen seiner Stelle enthoben und der Rechtscandidat Theodor Ma her von
Edenkoben, z. Z. in Zweibrücken, zum Amtsanwalt in Kaiserslautern ernunnt.

Der Gerichisschreiber Mayer in Kaiserslautern wurde nach Blieskastel,
der Gerichte schreiber Merk in Ludwigshafen nach Kusel versetzt.

— — — — —
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
—
Versteigerung.
Montag den 26. Juli
1880 Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert bei Peter Heusser,
äßt Nicolaus Schweitzer,
Tüncher daselbst,
die nachstehend beschriebene
diegenschaft öffentlich zu Eigen—
hum versteigern:
Plan Nr. 36, 90 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
Jaus mit Stall und Hof⸗
craum, gelegen zu St. Ing⸗
bert im Mühleneck.
St. Ingbert, 23. Juli 1880.
7. Auffischneider
Amtsverweser.
Incorn at⸗ sowie Herbst⸗
Nüb⸗Samen in vorzüglicher
Qualität empfehlen
Franz Gyoell's Nachfolger.

Mais⸗ oder Welschkorn⸗
Mehl als Mastfutter empfehlen
Franz Grell's Nachfolger.

Bezirkslehrerverein Blieskastel-St. Ingbert.
Mittwoch, den 28. ds. Mis., des Nachmittags von /32
Uhr ab, zu Blieskastel im König'schen Gartensaale Ver—
sammlung, zu der Piitalieder und Freunde des Vereins ein—
geladen sind.
dasino
⸗eaanntag den 25. Juli Nachmittags 3 Uhr

Ein Garten in den Gassen
gärten ist zu verkaufen. Wo?
agt die Exped. d. Bl.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
BUm allen Mißverständ⸗
issen vorzubeugen und um jedem
toose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
er Ziehung die sammtlichen,
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites geleat.

Raldvartie
thale, wobei auch Nichtmitglieder Zutritt haben.
usik des 5. Cherauxlegers⸗Regimentes.

Von Abends 8 Uhr an

WRUĩ o In
auf dem Grewenig'schen Bierkeller.

Bei ungünstiger Witterung von 3 Uhr an musikalische
Unterhaltung im Vereinslokale.

Der Zutritr zum Grewenig'schen Bierkeller ist wegen
Mangel an Raum blos Vereinsmitaliedern nebst Angehörigen ge⸗
stattet. Der Vorstand.

Casino.

Heute (Sonntag) Mittag zwei Uhr Aufstellung am
Stadthause.

Pruͤcis 2 Uhr Abholung des Spieser Vereins mit Mu—⸗
sik und Fahne.

Hierduf Zug durch die Stadt nach dem Fesitplatze.

Sammiliche Mitglieder werden ersucht sich, mit Vereinsab⸗
zeichen versehen pünkllich einzufinden.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
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Ireis des Looses 3 Mark.
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1880.
Hauptgewinne von A 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
usf 20 Loose eim BRaar
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länumes und des 10jährigen Gedenktages der Schlacht bei Sedan
beehrt sich die unterzeichnete Firma wasserechte Flaggen, Fah⸗
nen, Wappenischilder, Festabzeichen, Lampions,
Transparente als: Kaiser, Kronprinz, —XX
wig, Depesche des Kaisers an die Kaiserin Augusta 2.
Sepiember 1870 in großem Format 75 Pf. Feuerwerks⸗
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Sonntag, 25. Juli Abends
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mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Dienstag, den 27. Juli

1880.

Deutsches Reich.

Im Wahlgesetzausschuß der Bayer. Abg.⸗K. erklärte auf
eine Anfrage der Ministerialcommissär Dr. v. Müller auf das be—
ttimmteste, daß sich die Staatsregierung gegen die directen Wahlen
zur Abgeordnetenkammer entschieden ablehnend verhalte und eine
Vorlage in diesem Sinne nicht machen werde. Abg. Jörg sprach
sich Namens der patriotischen Fraction auf das entschiedenste für
zirecte Wahlen aus. Dr. Daller stellte nach längerer Debatte den
Antrag auf Vertagung, welcher Antrag gegen eine Stimme ange—
rommen wurde.

Nach der im preußischen Ministerium des Innern aufge⸗
sttellten Nachweisung über den Geschäftsbetrieb und die Resultate
der preußischen Sparkassen im Jahre 1878 bezw. 1878,79 waren
im Betriebe 1157 Kassen mit 1,883,897,126.03 Mark Einlagen,
was einen Zugang von 71 Kassen mit 83,818,612.87 Mark seit
dem Jahre 1877 konstatirt. Außer den Einlagen befanden sich in
den Kassen als Separatfonds 4,078,655,56 Mark und als Reser—
defonds 82,210,710.59 Mark, so daß ein Gesammtvermögen von
1.470,186,492. 18 Mark bestand.

Fürst Bismarck traf am Samstag von Friedrichsruh in
Berlin ein. Gestern (Montag) Vormittag ist derselbe mit seiner
Hemqhlin und seinem Sohne, Grafen Wilhelm, nach Kissingen zum
durgebrauch abgereist. Wie in den Vorjahren, so sind auch heuer
Pferde und Equipagen aus dem kgl. Marstall in München dem Fürsten
während seines Kissinger Aufenthalts zur Disposition gestellt.

Der allerhöchst ertheilten Erlaubniß an preußzische Offi—
ziere, welche in ktürkische Dienste treten wollen, wird in
Berlin so geringe Bedeutung beigelegt, daßk der Reichskanzler
darüber nicht befragt worden ist.

Trotz der gestellten günstigen Bedingungen soll sich bis jetzt
kein einziger deutscher Offizier zum Eintritt in türkische
Dieuste haben bewegen lassen. Uebrigens wird die deutsche Re—
zierung vorerst den Uebertritt deutscher Beamten und Offiziere in
türkische Dienste so lange in keiner Weise begünstigen, als die Pforte
ich nicht den Beschlüssen der Berliner Konferenz gefügt hat, damit
nicht das Gerücht, als suche und habe die Pforte an Deutschland
einen Rückhalt für ihren Widerstand. den Anschein von Be—
zründung habe.

Die vor einigen Tagen ausgelaufene, ursprünglich nach West⸗
indien bestimmte deutsche Glattdeck-Corvette „Victoria“ hat in Ply—
mouth Befehl erhalten, nach Malta zu gehen. Man vermuthet,
dieselbe sei zur Theilnahme an der Flottendemonstration in den
rürkischen Gewässern bestimmt.

Die viel verbreitete Nachricht, daß für die in nächster Zeit
tattfindende Konferenz der deutschen Finanzminister in Ko⸗
burg eine Vorlage wegen Einführung des Tabakmonopols
porbereitet sei, findet keine Bestätigung; es wird sich nun um eine
Nuswahl aus den übrigen bekannten Steuerproiecten handeln.

Ausland.

Am 22. Juli sind wieder mehrere deutsche und russische So—
ialisten aus Frankreich ausgewiesen worden. — Der französische
riegsminister hat Befehl gegeben, die Zahl der Schildwachen zu
nerringern und die Posten da, wo sie zwecklos sind, ganz einzuziehen.

Das „Reuter'sche Bureau“ läßt sich aus Konstantinopel
melden, der Ministerrath habe die Antwort der Pforte auf die Col⸗
lectivnote der Mächte genehmigt. Die Antwort schlage den Mächten
vor, dieselben möchten im Princip annehmen, daß Larissa, Janina
und Metzova bei der Türkei verbleiben (das heißt, daß die Grenze
)es abzutretenden Gebietes merklich mehr nach Süden gerückt werde,
als die Berliner Conferenz vorschlug) und auf dieser Basis Ver—
jandlungen einleiten.

Der montenegrinische Geschäftsträger ist am Samstag in Folge
einer Abberufung von Konstantinopel abgereist.

Die Flottendemonstration im Orient ist entschieden und die
Theilnahme sämmtlicher Großmächte mit je zwei Schiffen ebenfalls.
Auch deutsche Kriegsschiffe gehen also in das ägäische Meer. Der
nuf die Türkei auszuübende Druck gilt zugleich der montenegrinischen
ind der griechischen Angelegenheit; derselbe soll erfolgen, wenn die

J

Pforte ablehnt, den Beschlüssen der Berliner Konferenz Folge zu
eisten. (Die Ablehnung ist bereits erfolat.)

Vermischtes.

* Mit Rücksicht auf den Umstand, daß die größeren Bank—
zeschäfte ihren Zinsfuß gegenwärtig auf 2 04 stellen, haben der
„Pf. Vztg.“ zufolge, auch einige pfälzische Vorschußvereine
hren Zinsfuß von 3!/2 auf 390 ermäßigt.

.Bei der am 81. März 1880 am Sitze der kgl. bayer.
Iberpostämter abgehaltenen Amtsgehilfenprüfüng ha—
en sich, der „Pf. Pr.“ zufolge, 141 Postadspiranten betheiligt,
»on welchen 132 für befähigt erklärt wurden. Aus der Pfalz
jaben sich 20 Bewerber gemeldet, wovon 19 bestanden. Untetr
iesen befinden sich u. A. Schindler Ludwig von Minelbexbach
nit der 3.. Glahn Franz von Blieskastel mit der 5., Frey
Friedr. von Homburg mit der 54. und Ludwiqg Wilh. don We
zenheim mit der 88. Platzunummer.

F Ueber die am Sonntag in Blieskastel stattgehabte
Feuerwehr-Bezirks-Versammlung schreibt die „Zw. Ztg.“: Als Ver⸗
reter der Feuerwehren des Bezirksverbandes waren erschienen: 1.
ür Bkieskastel: Joh. Braun, 2. Heckendalheim: Nik. Buchheit und
dudw. Buchheit, 8. Ensheim: Peter Rummel, Kaufmann Fries,
2dudwig Quin und Franz Werndorff, 4. Ommersheim: Georg
darry, Karl Uhl und Andreas Lang, 5. Hornbach: Friedrich Hoch,
ind 6. Zweibrücken: Peter Loch. Keine Vertreter hatten geschickt
S„t. Ingbert, Niederauerbach, Eschringen, Medelsheim und Nieder—
vürzbach. Nachdem der Bezirksvorstand die Versammlung eröffnet,
vurde durch den Schriftführer das Protokoll der letzten Bezirks-
versammlung zu Ensheim vom 13. Juli 1879 verlesen und dann
eitens des Bezirksvorstandes Bericht über die bisherige Thätigkeit

des Vezirksausschusses erstattet. Der Kommandani der Feuerwehr
n Einöd, Herr Peter Schunk, erklärte hierauf den Beitritt der
Feuerwehr Einöd zum Feuerwehr-Bezirksverband Zweibrücken. Der
bertreter von Blieskastel gab die Erklärung ab, daß die Feuerwehr
Zlieskastel gegenwärtig nicht bestehe und deßhalb auch keine Uebung
eute abhalten könne, und zwar aus Gründen, die bereits vor zwei
Jahren zu St. Ingbert mitgetheilt worden, nämlich in Folge zu
chwacher Unterstützung seitens der städtischen Verwaltung.“ Die
Zezirksversammlung ersucht nun die anwesenden Herren Bürger—
neister Mayer und Adjunkt Hauck von Blieskastel, die Reorganisation
der Feuerwehr so bald als möglich auszuführen, was auch durch
»eide Herren bereitwilligst zugesagt wird. Auf Antrag der Feuer⸗
vehr zu Heckendalheim wurde beschlossen, das kgl. Bezirksamt zu
rsuchen, daß der freiwilligen Feuerwehr zu Heckendalheim eine
Anzahl Feuerwehrmänner als pflichtmäßig durch das Bürgermeister⸗
amt zu Ommersheim zugetheilt werde. Schließlich wurde noch als
Irt der nächsten Bezirksversammlung Heckendalheim gewählt.

F In Pirmasens hat der Stadtrath beschlossen, die Feier
des Wittelsbach-Jubiläums mit der des Sedantages zu verbinden
ind 200 M., aus der Gemeindekasse dazu bestimmt.

Das pfälzische Gewerbe-Museum in Kaiserslautern
oll am 22. August feierlich eröffnet werden. Man hat ursprüng⸗
ich den 25. Aug., den Geburts- und Namenstag des Königs Ludwig,
n Aussicht genommen, an dem heuer auch die Wittelsbachfeier in
zanz Bayern stattfindet. Die Minister von Lutz und Pfeufer aber,
velche der Eröffnung beiwohnen wollen, sind für diesen Tag un⸗
ibkommlich.

x Nach der „Saarbrücker Ztg.“ ist am Sonntag in Baum⸗
older abermals ein Brand ausgebrochen, welcher den von dem
rüheren Schadenfeuer verschonten Stadttheil heimsuchte und 7 Häuser
n Asche gelegt haben soll; die Hülfe auswärtiger Feuerwehren, u.
A. von Otiweiler und St. Wendel mußte requiriert werden.
Nähere Nachrichten fehlen noch.

F Frankfurt. Der Turner-Festzug am Sonntag zählte
a. 15,000 Theilnehmer mit etwa 500 Bannern. Der Vorbei—
narsch dauerte über eine Stunde. Am Samstag Abend wurden
die Festlichkeiten eingeleitet mit der Ueberreichung der von Frauen
und Jungfrauen Frankfurts gestifteten Bundesfahne. deren Kosten
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        3500 M. betragen. Oberbürgermeister Dr. Miquel übergab die
Fahne mit passender Ansprache an den Vorstand der deutschen
Turnerschaft, Dr. Georgi aus Eßlingen; derselbe dankte in ange⸗
messener Weise.

Der Siadt Köln hat,die Wittwe des verstorbenen Ban⸗
quiers Abraham v. Oppenheim 600,000 M. zum Geschenk gemacht,
velche für ein Hospital füe arme Kinder, ohne Unterschied der Con⸗
fession, verwandt werden sollen.

4Kaiser Wilhelm hatte am verflossenen Mittwoch ein
Alter von genautausend Monaten erreicht!

(GumKapitel der theurenGerichtskosten.)
In der Berliner Volkszeitung veröffentlicht Jemand folgenden Schmer⸗
zensschrei: „Ich wurde zur Zahlung von 216 Mark verurtheilt,
And acht Tage darauf erschien bei mir ohne jede Anzeige der Ge⸗
richtsvollzieher (am 17. Juni) und kassirte bei mir außer dem
Zelrage noch M. 22,75 Kosten ein. Am 14. Juli empfing
ich vom Gerichte den Befehl weitere M. 97,50 Kosten innerhalb
Zz'Tage zu zahlen, widrigenfalls Exekution; gestern (20.) empfing
ich einen zweiten Befehl, weitere M. 7,10 innerhalb 8 Tage zu
zaͤhlen, widrigenfalls —DD00
27, 85, außerdem Rechtsanwalts⸗Gebühren M. 19, 75, zusammen
. 147. 10 also über 68 pCt. des Betrages, der eingeklagt war.“

In der „Schaumburg⸗Lippe'schen Landes⸗Zeitung“ findet sich
folgendes Inserat: „Wegen der vielen städtischen Steuern bin ich
gesonnen, mein Haus nebst Hypothekenschulden zu verschenken.
5. Knief, Tischlermeister in Stadthagen.“

4 Der in Paris tagende französische Arbeiter-Congreß be—
schäftigte sich auch mit der Eigenthumsfrage. Alle Redner mit
Ausnahme eines einzigen waren einig, daß des Einzelnen Eigenthum
Als ein „Verbrechen an der Gesammtheit“ zu verdammen und die
Finführung von Zuständen, welche diesem „Mißbrauch“ ein Ende
machen, zu predigen sei. Die Revolution mit Feuer und Schwert
gilt bei der überwiegenden Mehrheit als das einzige Mittel, die
gleichmäßige Vertheilung aller Güter dieser Erde zu erreichen. Um—
sonst erhob der Bürger Fauche von Paris den schüchternen Ein—
dand, es möchte, wenn alle Autorität abgeschafft und die als Ideal
zepriesene Anarchie glücklich eingesetzt wäͤre, vielleicht schwer sein,

die Faullenzer, die bis dahin gar nichts thaten, zu überreden, daß
fie sechs Stunden des Tages dem Erwerb ihres Lebensunterhaltes
vidmen müßten. Seine Ansicht, daß es genügen würde, wenn
inem Jeden die Mittel geboten würden, sich auf seine Weise durch
die Welt zu bringen, ohne in der „Gesammtheit“ unterzugehen,
drang nicht durch.
7 Die Nachricht von der gefährlichen Erkrankung des Mar—
schalls Ba za ine wird jetzt in französischen Zeitungen als unwahr
bezeichnet.
*
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
Aflich noch kurze Zeitzu 2 Mk. bei:
J. Grewenig,
Woll, Buchhandlung.
Friedrich.

Die Wohnung des Herrn
Zchlick, mit Garten, ist zu ver⸗
miethen, und bis 1. Novem⸗
her. doder nach Belieben auch
früher zu beziehen.

Vij. Emrich, Wirth.

Ein Garten in den Gassen⸗
zärten ist zu verkaufen. Wo?
sagt die Exped. d. Bl.

Ich nehme die gegen die Ka—
charina Deffland Eheftau von
Peter Joseyh Moses hier, am
Montag den 19. d. Mts. ge—
nachten Aeußerungen zurück.

St. Ingbert, 24. Juli 1880.

Elisabetha Bender,
Ehefrau von Jakob Kleebach.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Prste und aãlteste
Annoncen⸗Exrpedition
Praunkfurt a. Maim.
Vitialen in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart. Würzburg. Ulm,
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ʒesorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebensosten.
itollon-Qesuoho. Faohbtungon,
Facanton-Angob, VSuobmissionen,
Tauf-&amp; Verkanfa- —XXCC
Anaoigon. Diseroto —*
n alle Zeitungen der Welt

Die Haupthblätter der
Schweiz und PFrankreichs
iind von uns gepachtet &amp;
nebmen Anzeigen mur

dure in Ums.
Dentsches
Familienblatt.
Bierteljährlich Mark 1.60. —

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Neuer Romanvon E. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch⸗

nandlungen und Postämtern.

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zer 1000 Stuck von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demeß
Druck und Verlag von F. X.

F Eine Wasserhose. An der ganzen norrmännischen Kuste
namentlich aber in Dieppe, richtete eine Wasserhose am 15. d. M.
erheblichen Schaden an. Des Nachmittags herrschte drückende
Schwüle und eine bleierne Decke hing über dem fast regungslosen
Meere. Gegen Abend bildete sich im Südwesten schwarzes Gewölk,
zas sich rasch über die Uferfelsen hinstreckte und von Blitzen durch-
uckt war, auf die drohnende Donnerschläge folgten. Plötzlich ge—
ieth das Meer in Aufruhr, ein wilder Sturm peischte den Strand
ind ein Hagelwetter, wie in dieser Gegend selten ein ähnliches
erlebt wurde, entlud sich längs der Küste. Die Schlossen, welche
die Größe von Taubeneiern erreichten und bis 70 Gramm wogen,
erschlugen auf den Feldern die Ernte, die Früchte der Bäume,
Fensterscheiben und Dächer, während der Wind Hütten und Vor⸗
tichtungen der Fischer, Badehäuschen, Luftzelte auf Entfernungen
on 25 Metern wegtrug und Häuser abdeckte. Dann ward es
vie mit einem Zauberschlage wieder still in der Natur, aber die
Verheerung blieb und wird insbesondere von den Landleuten und
Fischern noch lange schmerzlich empfunden werden.

4 Ein dem Land. Anz.“ mitgetheilter Ausschnitt aus einer
New⸗ Yorker Zeitung meldet die Ermordung eines Deutschen, Namens
Ldonis Schmidt, von Godramstein bei Landau gebürtig,
der auf der Insel Long Island bei New-York ein Landgütchen
jatte. Er wohnte dort ganz allein. Eines Morgens fanden die
Nachbarn sein Haus in Äsche liegen, ihn selbst erschossen, seinen
albverkohlten Koffer aufgesprengt. Höchst wahrscheinlich hatten
erumstreunende Strolche den Raubmord verübt und nachher das
hdaus angezündet.

Der Präsident der Vereinigten Staaten, Mr.
dayes, hat, wie der „Weser-Zeitung“ geschrieben wird, am 2.
Juli auf dem deutschen Dampfer „Mosel“ ein Diner eingenommen.
Während desselben brachte er einen Toast auf den deutschen Kaiser
us. Man will in diesem Besuch eine Genugthuung für die jetzt
zem Kapitän der „Mosel“ widerfahrenen Unannehmlichkeiten von
Zeiten der amerikanischen Behörden wegen angeblicher Ueberfüllung
zes deutschen Transportdampfers mit Passagieren erblicken.

F Ein ungeduldiger Zuschauer. Ein Bauer, der vorher
nie ein Theater besucht hatte, wohnte in einem im fernen Westen
jon Amerika gelegenen Städichen einer Vorstellung von „Othello“
hei. Bereits siark aufgeregt rief er in der Szene, in welcher Othello
das Taschentuch der Desdemona fordert und wiederholt schrie „The
handkerchief!“ dem Darsteller zu: „Never mind the handkerchieft;
low your nose with your fingers, and go on with the play!“
Kümmere Dich nicht um das Taschentuch; schnaub' Dir die Nase
nit den Fingern und spiel weiter.)

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
—
Einladung.
Am Samstag den 31. h. Nachmittags 4 Uhr
m Grewenig'schen Saale begeht die Anstalt die 700—
sährige Jubiliäumsfeier des Wittelsbacher Für—
slenhauses und in Verbindung damit die Feier des zehn—
jährigen Bestehens der Lateinschule.
Die Eltern der Schüler, sowie alle Freunde der Jugend wer⸗
den zu diesem Feste hiermit geziemend eingeladen.
St. Ingbert, den 25. Juli 1880.
Königliches Subrectorat.
Barnikel.
Für Bruch- und Krovpileidende
Vielseitigen Wünschen nachzukommen, zeige ich an, daß ich
im Dienstag den 3., Mittwoch den 4. und Don—⸗
nerstag den 5. August, täglich von 10 bis 3 Uhr, im
Pfaͤlzer Hof in Zweibrücken zu sprechen bin. Für sichere
ind radicale Heilung von Brüchen und Kropfen, leiste
tets Garantie. Amtliche Zeugnisse und Dank⸗
schreiben, liegen auf. Geringbemittelten Begünstigung.

Martin DRvel aus Muünchen.

werden für ein groses, gediegenes literarizches Unternehmen
9
Reisende.
Verdienst sehr lohnend. Pachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Beamte, Lebrer, Reisende anderer
Rranchen ete., welehe sieh namhaften Nebenverdienst ver-
zchaffen wollen, belieben sich zu melden
Liteérarisches Institut
40tha.
——— — — —UVU —————
Demet in St. Ingbert.
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32577 753 383 3535253 33338335
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2 —2 255 52 * 28* 3 35855 —— 839 258 z57
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* * 222 —*5—5—. 5857 — 5258 2 3 5 —53235
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3—3 32 5885 233
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5*533 *8 22 532 —* 22 27 22 A2 2525 2 2.
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* 2* 22 5* 2 *
28 * 283 535* — 22.5 7 S 5 53383— z*535
2833 3323 ———— 25 2— 2— 3.3 45.33
—A 23253 728 5583 2 33 33733 5535553233 7735—
35372 23527 5338 55523 5223 — 238 833233 ,3 33353
—— 5538 535 33232 23283 6853* 73752S5 2733
33 53 53353 3* * 38233537 858 2335233555 3
33 5. 33333 25 3353 38 35335635 352583 3 2338
—8
—— 53535 29 5. 533 3322 — 23 7 *583
—J 383 73 2—3823 233 323*5
233 2 * 8 38 — 2 8 S 34 . — 3* 3 2* 3. 5 823**
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlscheint woöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierieliahrlich

A' 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 —, einschließlich 420 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z., von Auswärts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
—* i20.

Donnerstag, den 29. Juli

1885.

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Abgeordnetenkammer hat
in der Dienstagssitzung den Gesetzentwurf über einen Vorschußcredit
ür außerordentliche Bedürfnisse des Heeres (Ankauf des Herzog—
zgartens für das Cadettencorps) nochmals an den Finanzausschuß
zurückverwiesen, in Folge von Eröffnungen des Kriegsministers über
die Verzinsung des Ankaufscapitals. Es folgt dann die Berathung

des Militäretäts für 1880/81, welcher nach längerer Debatte mit
136 gegen 1 Stimme angenommen wurde.

Das Landescomitee der Wittelsbacher-Jubiläumsstiftung
m Bayern hat den Statuten-Entwurf, aus welchem schon das
Hauptsächlichste mitgetheilt wurde, unverändert einstimmig genehmigt.

Der bayerifche Staatsminister der Finanzen, Hr. v. Riedel,
ist am Dienstag nach Kob ur g abgereist, um an den Berathungen
der Finanzminister der deutschen Staaten Theil zu nehmen.

Ueber die Konferenz der Finanzminister deutscher Bundes⸗
taaten verlautet Folgendes: Die Besprechungen sollten Mittwoch,
den 28. Juli, im Familensaale des herzoglichen Residenzschlosses
beginnen. Die Finanzminister der vier Königreiche Preußen, Bayern,
Sachsen und Würtemberg sind eingeladen, als Gäste des Herzogs
n der Ehrenburg zu wohnen, die übrigen Bethteiligten haben Logis
n den Gasthöfen bestellt. Die Dauer der Verhandlungen soll auf
2 bis 3 Tage berechnet sein. Ob es sich bei den Konferenzen, wie
zie Berliner Zeitungen von ihren verschiedenen Standpunkten aus
heils freudvoll theils leidvoll versichern, wirklich um die Einführ—
ung des Tabakmonopols, oder um andere durchgreifende Maßregeln
im Zoll- und Steuerwesen, handelt, darüber ist noch nichts bekannt
geworden; soviel dürfte indeß als feststehend angenommen werden,
daß die Coburger Konferenzen eine weitere Etape auf dem Wege
der großen „Zoll- und Steuerreform“ bilden sollen, welche der
Fürst Reichskanzler im Frühjahr 1879 begonnen hat.

Ausland.

Die „Ag. Havas“ bringt aus Konstantinopel die Nach—
richt, daß am 27. Juli die Antwort der Pforte auf die gemein—
chaftliche Note der Großmächte (wegen der griechisch- türkischen
GBrenze) den Botschaftern derselben zugestellt wurde. Die Pforte
agt darin, daß die Entscheidung der Berliner Conferenz nicht ver—
einbar sei mit dem Beschluß des Berliner Congresses von 1878;
iie erklärt es als unmöglich, Janina, Larissa und Mezowo abzu—
reten, betont aber ihre Geneigtheit, Griechenland Zugeständnisse zu
machen, die im Bereich des Möglichen lägen. Schließlich spricht
ie den Wunsch aus, die Großmächte möchten ihre Botschafter in
donstantinopel ermächtigen, sich mit der Pforte in's Benehmen zu
etzen, um die Grenzlinie definitiv festzusetzen.

Die Verstärkung der in der europäischen Türkei stehenden
Truppen hat zunächst offenbar den Zweck, Griechenland die Zähne
zu weisen. Die Griechen können nach ihren eigenen, wahrscheinlich
ibertriebenen Angaben höchstens 35, 000 Mann in's Feld stellen.
Die Pforte hat in Thessalien und Epirus jetzt schon 30,000 Mann
itehen, die in etlichen Wochen leicht auch auf das Doppelte gebracht
werden können. Nahrung findet diese Armee in Thessalien leicht,
da die Ernte in diesem ohnehin fruchtbaren Land heuer sehr gut
zerathen ist. Die Flottendemonstration der Großmächte, wenn es
dabei bleibt, macht allem Anschein nach dem Sultan keine große
Zorge; nur wenn die Schiffe vor Konstantinopel erscheinen würden,
väre es ihm unangenehm; aber es ist kaum wahrscheinlich, daß sie
s unternehmen, die Meerenge der Dardanellen zu forciren, da die
S„chlösser rechts und links mit Geschützen qut ausgerüstet sein sollen.

Anstellungsprüfung unterziehen. Seit Jahren ist eine so geringe
Anzahl Examinanden nicht mehr vorhanden gewesen. D

F Nach der Rechnung des pfälzischen Schullehrer—
Wittwen- und Waisenfonds pro 1879 betrugen die Ein⸗
iahmen 83,648 M., die Ausgaben 74.107 M., der Aciivrest
540 M.

— Das Schöffengerich Pirmasens hat am 27. Juli einen
iich Paul v. Münchhausen () aus Sondershausen nennenden
11 J. alten Vagabunden, dessen wirklicher Name nicht ausfindig
gjemacht werden konnte, wegen Landstreicherei, Bettels und Benütz⸗
ung gefälschter Dokumente zu 90 Tagen Haft verurtheilt. Der—
elbe gab sich vor Gericht als den natürlichen Sohn einer Schau⸗
pielerin Pauline v. Münchhausen und eines Grafen von Schul⸗
denburg () aus und behaupiete, studirter Techniker zu sein.

F In Rülzheim verunglückte auf eine schreckliche Weise
ein Gjähriges Mädchen. Dasselbe hatte sich mit anderen Kindern
auf den Zugbalken einer im Gang befindlichen Göpeldrehmaschine
zesetzt, um darauf „Reitschul' zu fahren“. Dabei kam es aber
dem Göpelwerk zu nahe, wurde von den Rädern erfaßt und ihm
ein Bein förmlich aus dem Leibe gerissen. Das Kind starb noch
am selben Abend.

In Freinsheim stürzte am Sonntag der Rechtscandidat
und Reserve-Dragonerlieutenant Ch. mit dem Pferde. Herr Ch.
blieb unverletzt, das Pferd, welches erst vor 8 Tagen um 1200 M.
gekauft war, blieb todt liegen.

F In Ludwigshafen und Speyer haben Socialde—
mokraten versucht eine Flugschrift revolutionären Inhalts unter dem
harmlosen Titel „Tod allem Ungeziefer“ zu verbreiten.

F Circa 60 Candidaten werden sich der am 16. nächsten
Monats zu Spey er beginnenden Prüfung für den Einnehme rei⸗
zienst unterziehen. Bei dem letzten Konkurs (1875) waren es
inige mehr als 100 Bewerber. Die Ursache der Verminderung
st darin zu suchen, daß heuer keine Bewerber unter 20 Jahren
ugelassen wurden und wenige und keine Lehrer sich an der Prüfung
„et heiligten.

F In Speyer starb, wie die „Sp. Zig.“ meldet, der als
Musiker und Componist in weiteren Kreisen bekannte pensionirte
veltliche Domlapellmeister Dr. F. L. Benz. F

F Ein schreckliches Unglück trug sich am Dienstag Mittag
zu St. Johann zu. Die 17jährige Tochter am Markt woh—
iender Lente, hatte, als sie um Feuer anzumachen, über das im
Ofen befindliche Holz Petroleum goß, mit ihren Kleidern Feuer
gefangen. Lichterloh brennend stürzte sie aus dem Haus auf den
Marktplatz und schrie um Hülfe. Einige Leute eilten zwar schnell
jinzu, rissen der Aermsten die brennenden Kleider vom Leibe.
Leider hatte das Mädchen aber dabei so schwere Brandwunden er—⸗
litten, daß sie gestern Morgen starb.

(Zur Erinnerung an die Schlacht von Spichern.)
Aus Saarbrücken schreibt die „St. J.S. V.⸗Z.“: Die Tage
ind herangerückt, an denen vor 10 Jahren der Erbfeind in großer
Zahl unsere Fluren betrat, Bänne und Ortschaften auf deutschem
VBoden bedrohte und nur durch die unermüdliche Aufmerksamkeit

und Rührigkeit unserer geringen Truppenzahl — 1. Bataillon des
10. Füsilier⸗ und das 7. Ulanenregiment — vor der Invasion
bis zum 2. August abgehalten wurde. Dieser Tag des Schreckens
nit der darauf folgenden Occupation unserer Stadt bis zum Abende
des 5., so wie der für unsere gegenwärtige Generation ewig denk⸗
würdige Kampfestag — 6. August —, an dem so viel edles junges
Blut geflossen, kommen näher und es geziemt sich, dieser aufge—
regten opferwilligen Zeit zu gedenken, in der unsere Truppen so
odesmuthig und ausdauernd gekämpft, alles zäh festhaltend, wo
hr Fuß Boden faßte. Auch viele Söhne und Männer hiesiger
Hegend halfen den Sieg auf den Spicherer Höhen erringen, wo
Tausende ihrer Kampfesgenossen dem Vaterland zum Opfer fielen
ind andere Tausende verwundet und verstümmelt wurden. Hier,
»ei Weißenburg und Wörth wurde dem siegreichen Marsch nach
gerlin ein Halt und Kehrt geboten. Diese Erinnerungstage würdig

Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Juli. In heutiger Schöffensitzung
amen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Eine Weibsperson von
sier warde wegen gewerbsmäßiger Unzucht zu 42 Tagen Haft ver⸗
urtheilt und wurde dieselbe nach verbüßter Strafe der Landespolizei—
dehörde überwiesen. 2) Ein Mann von hier wurde wegen vorsätz⸗
licher Körperverletzung zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt.

Sicherem Vernehmen nach werden sich in der Pfalz nur
22 Schuldiensterspectanten der im September stattfindenden
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        zu begehen, hat sich der 22. Bezirk des deutschen Kriegerbundes
zur Aufnahme gestellt, und namentlich die Kriegervereine von hier
ind Si. Johann betreiben die Begehung der Feier in geeigneter,
der Sache würdigen Weise. Als Festgedächtnißtag ist, um Ge—
schäftsstörungen und Versäumnisse zu vermeiden, Sonntag, 8. August,
und als Fesiplatz der kleine Erxercier-Platz bestimmt, von wo man
über die ganze Ausdehnung des damaligen Schlachtfeldes einen
lleberblick hat. Auf die ergangenen Einladungen hin haben an 50
striegervereinen aus Nah und Fern zugesagt.

Am Montag zog eine Windhose über Wiesbaden und
richtete großen Schaden an Gebäuden, Bäumen u. s. w. an. Die
ursaal⸗ Anlagen wurden förmlich verwüstet.

Würzburg, 27. Juli. Vor dem Militärbezirksgericht
beginnt heute eine vermuthlich zwei Tage in Anspruch nehmende
Verhandlung wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt und Mißhand⸗
sung Untergebener. Angeklagt sind Unteroffizier Winter und
Sergeant Maier des 8. Inf.-Reg. in Metz wegen 17 Verbrechen
und“80 Vergehen der Mißhandlung, sowie der Vicefeldwebel Meier
desselben Regiments wegen Versuchs der Verleitung der Soldaten
‚zum Meineid. Es sind 31 Zeugen geladen. Der Fall ist um
jo empörender, als dies Gebahren der Angeklagten den Selbst⸗
mordversuch eines ihrer Opfer veranlaßt hatte. (N. W. 3.)

Die „Dresdener Nachrichten“ melden, daß bei einer in
Dres den lebenden russischen Familie aus den höchsten Gesell⸗
schaftskreisen Petersburgs die bestimmte Nachricht eingegangen sei,
der Kaiser Alexander habe anfangs voriger Woche der Fürstin Dol⸗
gorucki die Hand gereicht. Diese Vermählung zur linken Hand
Herde natüruͤch noch sorgfältig verheimlicht, da sie ein wenig hart
sich an den Tod der Czarewna anschließe.

Das Wachsen der Auswanderung im allgemeinen in diesem
Jahre, wird am besten aus der Steigerung ersehen, welche die
Auswanderung über Bremen in dem ersten Halbjahr 1880 ge⸗
rommen hat. In dieser Zeit wanderten 42,596 Personen über
den genannten Hafen aus, gegen 11,117 im gleichen Zeitraum
des Vorjahres.

4 In der Festhalle auf dem Wiener Schützenfest wurden
im Mitiwoch der vorigen Woche 260 Hektoliter Bier und 7000
Flaschen Wein vertilgt und für 4530 fl. ö. W: Speisen verzehrt.

FEin grauenhaftes Verbrechen, die Ermordung der
ꝛeigenen Mutter, wird aus Ottnang in Ober-Oesterreich gemeldet.
Der Schuhmacher und Anstauber Johann Pichler hat am Sonn⸗
bend Abends seine leibliche Mutier in seinem zwischen Ottnang
ind Maning gelegenen Häuschen mit einem Hammer und einem
Steine erschlagen und muß dabei wie ein Rasender vorgegangen
sein, denn der Schädel der Unglücklichen ist derart zertrümmert,
daß Theile des Gehirns an der Zimmerdecke zu erblicken sind und
Alle Sorten Spiegel,
Spiegelgläßer, Goldlei⸗
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serabgesetzten Preisen bei

J. Dercum,
Schreiner.

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F. X. Demetz.

Blut im Zimmer in allen Teilen verspritzt anzutreffen ist. Nach
hollbrachter That legte sich der Mörder im selben Zimmer zu Bette
ind das Scheusal jchlief ruhig bis zum Morgen. Am Sonntag
Vormittag wurde das Verbrechen entdeckt, der Morder ergriffen
ind an das Bezirksgericht Schwanenstadt eingeliefert.

F Ueber das Unglück auf dem Bieler See liegen in den
Basl. Nachr.“ folgende Mittheilungen vor: Der kleine (kaum drei
Monate auf dem See in Dienst stehende) Schraubendampfer „Neptun“,
20 bis 22 Personen fassend, wurde auf einer Spazierfahrt am
Zonntag Abend 72 Uhr 'von einem plötzlich ausgebrochenen hef⸗
igen Siurm bei Tüscherz (am rechten Seeufer) umgeworfen und
nk. 14 Personen, die in der geschlossenen Kajüte sich befanden,
ind der Führer des Bootes liegen ertrunken im Schiff auf dem
Hrund des Sees, der dort 180 Fuß tief ist. Nur zwei Männer,
ie oben auf dem kleinen Verdeck waren und sich später an der
Zchaluppe des Schiffes halten konnten, sind durch Leute aus Tüscherz
zerettet worden. Die Ertrunkenen sind alle aus Biel.

F Vom Schwurgericht des Seine⸗Departements (Frankreich)
vurde ein Bäckerknecht, der aus Rachsucht gegen seinen Meister
)eimlich Arsenik in den Brodteig gemengt und dadurch 300 Ein⸗
hohner von St. Denis vergiftet und dem Tode nahe gebracht
Jatie, zum Tode verurtheilt.

Die Belgier haben aus Anlaß ihrer Unabhängigkeits⸗
este den Beschluß gefaßt, dem König Leopold II. im Wege der
Nationalsubscription zur Erinnerung au dieses Ereigniß ein Ge⸗
schenk zu machen. Dasselbe wird in einer Dampf⸗Yacht bestehen,
woran die belgische Flotte Mangel leidet, um dem König die
Nöthigung zu ersparen, sich auf den kleinen Paketbooten einzu⸗
chiffen, welche den Hafendienst im Pas de Calais versehen. König
Zopold wird also demnach bald, dank der Liebe seiner Unterthanen,
eine eigene HYacht besitzen, nicht mehr und nicht weniger als irgend
in reicher britischer Kaufmann.

PMadrid, 25. Juli. Einem Telegramm aus Manilla von
gestern Abend zufolge richteten neue Erdbeben großen Schaden an.

F(Gur Beachtung für Hausfrauen) und weibliche Dienst⸗
„otcn wird nachstehendes mitgetheilt; Eine Frau hatte das Unglück,
ich einen Topf mit siedender Milch über die Hände zu gießen.
Abwohl sie vor Schmerz fast ohnmächtig wurde, eilte sie doch auf
den Rath einer zufällig bei ihr anwesenden Hospitalitin an den
Mehlkasten und steckte die Hände tief ins Mehl. Darauf bedeckte
iie die Hände mit dem Tuche und behielt bis zum Abend das
Mehl an den Händen. Es entstand nun weder eine Blase, noch
jatte die Frau die geringsten Schmerzen trotz der bedeutenden
Wunden, die sich bald zusammenzogen und verschrupften. Die
Frau konnte nach wenig Minuten ihre Hände wieder gebrauchen.

Fur die Redaction derantwortlich: F. X. Demes —
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läums und des 10jährigen Gedenktages der Schlacht bei Sedan
heehrt sich die unterzeichnele Firma wasserechte Flaggen, Fah—⸗
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Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
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2. 2523355*
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        St. Ingberlker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mif illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierieljährlich
AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 A Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
/2
M 121.

Samstag, den 31. Juli 1880.
Deutsches Reich.

Aus München wird unterem 28. Juli dem „Pf. K.“ ge—
meldet: Das Comiie zur Entwerfung der von der Abgeordneten—
kammer an S. M. den König zu richtenden Huldigungs-Adresse
hat seine Berathungen heute beendet und es wird der Entwurf am
Samstag in geheimer Sitzung der Kammer zur Berathung ge—
langen. — Der Finanzausschuß der Kammer der Reichsräthe hat
den Militär-Etat berathen und demselben nach den Beschlüssen der
Abgeordnetenkammer beistimmt.

(Bayerischer Landtag.) Der Kultusminister zog im
Allerhöchsten Auftrage den Gesetzentwurf, betreffend einen Kredit
zum Ausbaue des Akademiegebäudes, wieder zurück. (Der Finanz-
ausschuß der Abg.-K. hatte bekanntlich die Mittel zum Ausbaue
des Akademiegebäudes vertagt.)

Den Schluß der bayerischen Landtagssession erwartet man
im Anfang der nächsten Woche, da noch eine Sitzung nothwendig
ist, für welche auch die Anwesenheit des Finanzministers v. Riedel
zerechnet wird.

Officiss wird aus Berlin geschrieben: Es ist in letzter Zeit
viel von der Einführung einer Abänderung des Modells 71 als
neuer Zukunftswaffe gefabelt worden. Es handelt sich einfach um
eine praktische Prusung, welche u. A. auch im Herbst von dem
Garde⸗Schützen⸗Bataillon unternommen werden wird.

Wie aus Berlin berichtet wird, sollen in Preußen die
militärischen Veranstaltungen zur Erinnerung an den letzten Krieg
zegen Frankreich nunmehr in Wegfall kommen. In dähnlichem
Sinne haben die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft beschlossen,
zwar in diesem Jahre, als dem Schlusse des ersten Jahrzehnts
nach dem Kriege, die Börse am Sedantage noch zu schließen, aber
vpom Jahre 1881 an keinerlei Ausnahme mehr fuͤr diesen Tag zu
tatuiren.

Wenn man aus einer Reihe von Einzelheiten, von denen jede
iür sich nicht schwer ins Gewicht fällt, die aber in ihrem Zusam—
menhang sich gegenseitig an Bedeutung steigern, einen Schluß ziehen
darf, so wird sich der Reichstag in der abgelaufenen Session
nicht zum letzten Male mit der Samoavorlage beschäftigt haben,
sondern einer Wiederkehr derselben in anderer Form gewaͤrtig sein
müssen. Zwar das Unternehmen selber ist liquidirt und hernach
angeblich auch rekonstruirt worden, ohne daß es der Reichshilfe be—
durft hätte. Aber die Letztere ganz zu verschmähen, dieses Opfer
ber Entsagung wollen sich die Ünternehmer denn doch nicht aufer⸗
legen, und sie haben es auch nicht nöthig, wo ihnen in der Reichs-
cegierung selber der bereiteste Wille zur Unterstützung entgegenkommt.

Wie man hört, will die Regierung dem Reichstage die Bösr⸗
sensteuer als besondere Vorlage unterbreiten und zwar nach
Analogie der vom Abgeordneten v. Wedell-Malchow in der Kom⸗
mission gestellten Anträge, der die Steuersätze fünf- bis zehnfach
erhöhte. Hierüber dürfie den Finanzministern in Koburg Mit—
cheilung gemacht werden.

Wie das „Berl. Tagebl.“ hört, ist die Mittheilung, daß die
Frage der obligatorischen Invaliden⸗ und Alterversorgungskassen
für Fabrikarbeiter, dem bekannten Antrage Siumm ent⸗
sprechend, in negativem Sinne entschieden und Anordnungen ge—.

troffen seien, Normativbestimmungen für die zu errichtenden Inda⸗
lidenkassen festzustellen, jedenfalls als verfrüht zu bezeichnen. In
dieser wichtigen Angelegenheit ist seitens der Reichsregierung bislang
noch keine definitive Entscheidung getroffen, doch scheint nach den
bis jetzt beim Reichsamt des Innern eingegangenen Gutachten der
einzelnen Bundesregierungen kein Zweifel darüber obzuwalten, daß
von einem Zwange zur Betheiligung an den gedachten Kassen ab—
gesehen werden soil.

Nach der dem Bundesrathe unterbreiteten Uebersicht der Er⸗
ebnifsse des Heeresergänzungs-Geschäfts im
Reichsgebiet für das Jahr 1879 wurden fuͤr die 15 Armeekorps
in den Listen geführt 1,185,292 Mann, darunter für die groß-
herzoglich hessische Division 22,153, für das königl. sächsische Ar—
meekorps 69,332, für das königl. württembergische Armeekorps
14,486. für das 14. Armeekorps 38.906 und für das 15

11,774 Mann. Als unermittelt blieben in den Listen 88,062,
ohne Entschuldigung blieben aus 95,260, zurückgestellt wurden
430,8357, ausgeschlossen 1126, ausgehoben 114,529 Mann. Es
blieben überzählig 15,541 Mann, freiwillig traten ein 16,815.
Von den ausgehobenen Mannschaften tralen in das Landheer
112,515 Mann, in die Flotte 2014. Wegen unerlaubter Aus—
vanderung wurden verurtheilt 12,780, und in Untersuchung blie⸗
vben 11,8860. In den baherischen Armeekorps wurden von den
in den Listen geführten 103,368 Mann ausgehoben 17,059.

(Von der deutschen Marine.) Die schnellsegelnde
Glattdeckcorvette, Victoria“ — 8 Geschütze, Corvettencapitän Valois
— welche eine Fahrt nach der Westküste von Südamerika antreten
vollte, erhielt plötzlich in Plymouth, wo sie Kohlen einnahm, durch
Telegramm den Befehl, nach Malta zu segeln, und hat die Fahrt
dahin bereits angetreten. Ein größeres deutsches Kriegsschiff wird
vahrscheinlich bald nach dem Mittelmeer foigen. Augenblicklich
iegt vor Konstantinopel zur Disposition des deutschen Botschafters
nur der kleine Aviso-Dampfer „Loreley“. In den chinesischen und
den japanischen Gewässern ist die deutsche Kriegsflagge augenblick-
lich durch die beiden großen Volldeckcorvetien Vineta“ und „Freya“
und die beiden Kanonenboote erster Classe Cyklop“ und „Wolf“
»ertreten. Sollte es, wie es jetzt allen Anschein hat, daselbst zu
einem Seekriege zwischen Rußland und China bommen, so ist der
Plan, diese vier Fahrzeuge zu einem besonderen Geschwader zu ver⸗
ꝛeinigen, um auf solche Weise das bei kriegerischen Wirren etwa
daselbst geführdete deutsche Eigenthum kräftiger schützen zu können.
Als Geschwaderchef bezeichnet man den Capitän zur See Grafen
Nonts, zuletzt Commandant der untergegangen Fregatte „Großer
durfürst“, der früher schon längere Zeit in den chinesischen Ge⸗
vässern stationirt war. Die Befehlshaber aller in fernen Gewässern
tationirten deutschen Kriegsschiffe sollen neuerdings wieder die Weisung
erhalten haben, alle Wünsche und Anordnungen der österreichischen
Consulate, soweit es österreichische Interessen zu beschützen gilt,
mit allen Kräften möglichst zu unterstützen.

Die Mannheimer Handelskammer hat gegen das mehr⸗
erwähnte Vorgehen der kaiserlichen Tabakmanufactur in Straßburg
un ebenfalls Verwahrung eingelegt und sich deßhalb mit einec
Vorstelling an das großh. badische Handelsministerium gewendet.
Zugleich hat sie dann an alle deutsche Handelskammern, einerlei
ob dieselben specielle Tabab-Interessen verlreten oder nicht, die Auf⸗
forderung ergehen lassen, sich ihrem Protest anzuschließen.

Ausland.

Dem Pariser „Temps“ zufolge wäre die Entsendung von
französischen Offizieren nach Griechenland aufgeschoben
vorden.

Kaum sind die Worte verhallt, mit denen der englische
Unterstaatssecretär Lord Hartington im Parlament ankündigte, daß
iun, nachdem Abdurrahman als Emir von Afghanistan einge⸗
etzt sei, die englischen Truppen das Land raͤumen könnten, so
'ommt überraschend eine Nachricht, welche die Räumung in unab⸗
ehbare Ferne rückt. Am Mittwoch verlas im englischeu Unterhaus
dord Hartington folgendes Telegramm aus Kandahar: Generai
Burrow's Streitmacht ist vernichtet. Die Besatzung von Kandahar
ieht sich zurück. Payre telegraphirte, man solle alle verfügbaren
Truppen sammeln und nach Kandahar marschiren lassen. Nach
An
Brigade zu schicken.“ — Genauere Angaben über diese Vorgange
ehlen noch. Allem Anschein nach war es Ejub Khan (dessen An—
narsch von Herat her gemeldet wurde), welcher den General Burrow
iberwältigt hat.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 30. Juli. Gestern Nachmittag hatten
wir ein lang andauerndes Gewitter mit starkem Regen, vermischt
mit Schlossen.

„Blieskastel, 29. Juli. Gestern Nachmittag fand
dahier im Gartensaale des Hrn. K. König die erste diesjährige
VBersammlung des Bezirkslehrervereins Blieskastel-St. Ingbert san.
        <pb n="478" />
        Leider war dieselbe verhältnißmäßig schwach besucht. Die Haupt⸗
ursache hierzu mag wohl darin zu suchen sein, daß die Präpa—
randenschule bis nächsten Mittwoch das Fest der Wittelsbachfeier
begeht, welchem Feste die meisten Lehrer des Bezirks anwohnen
verden. Nachdem der Vorstand die Versammlung eröffnet hatte,
referirte Hr. Lehrer Hagenbucher von St. Ingbert über
die Frage: „Wo liegt der Schwerpunkt der Kindererziehung?“
In seinem mit großer Sorgfalt ausgearbeiteten Referate beant⸗
wortele er, gestützt auf Autoritäten im Gebiete der Pädagogik, die
Frage dahin, daß der Schwerpunkt der Kindererziehung aus ver—
chiedenen Gründen in der Familie liege und liegen müsse.
Feineswegs sei jedoch damit gesagt, daß die Schule sich ihrer
hohen Verantwortung in Betreff der Erziehung entschlagen dürfe.
HFering aber sei der erzieherische Einfluß derselben, wenn in der
Familie das Bewußtsein von den Pflichten dieser hinsichtlich der
Kindererziehung verloren gegangen sei; wenn die Familie sich so—
zusagen auf den Kriegsfuß zur Schule stelle. Möge darum in
einer Familie die Einficht fehlen, daß sie die erste nnd wirksamste
Stätte aller Kindererziehung umschließt! — Als Delegirte des Be—
zirksvereins zur Kreisversammlung in Speyer wurden gewählt die
5.H. Leibii gsBlieskastel, Der u m meSt. Ingbert, Drescher—
Wolfersheim, als eventuelle Ersatzleute für die Genannten die HH.
Wolf-Riederwürzbach, Kauf mann-St. Ingbert, Roth -Blieskastel.
Die Mitgliederzahl des Vereins ist im letzten Jahre auf 60 ge—
tiegen. Die nächste Versammlung findet im Oktober ds. Is. in
St. Ingbert statt.

FDer Düsseldorfer „Ausstellungs-Zeitung“ entnehmen wir
folgende Stelle: „Im Mittelraume der Halle gelangen wir recht
igentlich ins große technische Getriebe des Bergbaues. Zwei hübsche
Maschinenmodelle lassen die großartige Kraftenfaltung erkennen,
deren der Bergbau mit seinen wachsenden Tiefen zum Heben der
imterirdischen Schätze benöthigt. Das eine der Modelle stellt die
1000pferdige Zwillings-Fördermaschine des Camphausen-Schachtes J
der Grube Dudweiler-Jägersfreude, konstruirt von der Dingler'⸗
schen Maschinenfabrik in Zweibrücken, das zweite eine
was schwächere gleiche Maschine der Maschinenfabrik Ehrhardt &amp;
Sehmer zu Malstatt-Saarbrücken für den Kreuzgräben—
schacht in der Grube Sulzbach-Altenwald dar. Beide Maschinen
sollen aus Schachtiefen von 5300 - 700 m bei jedem Zuge 6 Wagen
zu je 10 Ztr. Kohlen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von
lo'm in der Sekunde heben, Leistungen, wie sie wohl bisher beim
Bergbau kaum erreicht worden sind.“

pAus der Pfalz. An der Ausstellung der deutschen
Wollen-Industrie in Leipzig hatte sich auch eine Anzahl Lambrechter
Fabrikanten mit einer Kollectiv-Ausstelling von Tuchen und Bur—
üns betheiligt. Die Fortschritte, welche die Lambrechter in der
Buxkinfabrikation gemacht, erwiesen sich als unberkennbar.

p' Nächsten Sonntag wird der „Pfälz. Schreibgehilfenverein
auf der „Augustahöhe“ in Neustadt a. d. H. seine 9. General⸗
—XWDD——

pAlbersweiler. Am 26. JInli, als die meisten der
hiesigen Bewohner sich theils auf dem Feld, theils auf dem St.
Annaberg befanden, brach in einem Haus ein Brand aus und ein
Zimmer, in dem sich ein Kind befand, stand in Flammen. Einige
zum Löschen herbeigeeilte Männer scheuten vor der Rettung dessel⸗
ben zurück, die Frau des Pferdehändlers Machol Kahn dagegen
)rang muthig in das Haus ein und rettete das Kind. wobei theil⸗
weise die Flammen ihre Kleider verbrannten.

Der Postanweisungs-Verkehr im Oberpostamlsbezirk Speier
ergab in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Juli l. J. a) interner
Verkehr: Stuͤckzahl der eingezahlten Postanweisungen 114,189;
der ausgezahlten 116,709; Einzahlungs-Summa: 6,237,018 M.;
Auszahlings-Summa: 6,359,797 M.; Mehr-Auszahlung 121,879
M. b) Wechselverkehr: -Stückzahl der eingezahlten Postanweisungen
128,382 M.; der ausgezahlten 124,667 M.; Einzahlungs-Summa
3,271,114 M.; Auszahlungs-Summa 7.246.322 M.: Mehr—
Finzahlung 1,024,792 M.

4Vom 1. August ab sind Postkarten mit Rückantwort
anuch im Verkehr mil Oesterreich-Ungarn zulässig. Es finden in
der Richtung nach Oesterreich Ungarn dieselben Formulare und
dieselbe Taxe Anwendung, wie bei Postkarten im innern deutschen
Verkehr. Antwortkarten dürfen aber nur zu Antworten entweder
nach Oesterreich oder nach Ungarn verwendet werden, je nachdem
die Freimarke eine österreichische oder eine ungarische ist.

— Die diesjährige Generalversammlung des Vereins deutscher
Eisenbahnverwaltungen wird sich unter anderem mit der Frage der
Beförderung der Passagiere bei verfehltem Zuganschlusse
heschäftigen. Die betreffende Commission schlägt in dieser Beziehung
dor, „daß die Passagiere bei verfehltem Zuganschluß auf einer
Unterwegsstation ohne Gebühren⸗Nacherhebung bei einem zu erhöhtem
Tarifsatze fahrenden Zuge für Gepäck u. s. w. eine andere nach
demselben Bestimmungsorte führende Route benutzen können, wenn
uber dieselbe directe Billets bestehen, und der Reisende bei Benutz⸗
uing dieser Hilfsroute seinen Bestimmungsort früher erreicht. als

venn er den nächsten fahrplanmäßigen Zug derjenigen Route be—
nutzt, für die das Billet ursprünglich gelöst wurde.“

Der für Dienstag angesagte Extrazug, welcher ca. 500
remdländische Turner aus Frankfurt zum Besuch des Haardt-
jebirges und dessen Naturschönheiten bringen sollte, wurde wegen
u geringer Betheiligung abgesagt.

F Der 1. Bürgermeister Mümnschen's ist auf sein Ansuchen
im authentische Aufklärung über die richtige Reihenfolge der
zayerisschen Landesfarben vomnk. Staatsminister Frhrn. v.
Frailsheim benachrichtigt worden, daß der König mit Entschießung
»om 11. Sept. 1879 genehmigt hat, daß sowohl in den Landes—
vappen als bei den Fahnen und Flaggen in den Landesfarben
ie weiße Farbe den Vorrang vor der blauen, mithin die erste
Stelle rechts und oben einzunehmen hat, sowie daß Dem entspre—
hend die Landesfarben bei allen amtlichen und dienstlichen Vor—
ommnissen als „weißblau“ zu bezeichnen sind.

— Als Beitrag zur Frage der Emanzipation der Frauen auf
dem Lande wird dem Rottthaͤlerbtten von Rothmannsdorf
Niederbayern) berichtet, daß dortselbst am vorvergangenen Sonn⸗
ag in der Berndl'schen Wirihschaft ein Preiskegelsshieben
ür Frauen abgehaiten wurde, aus welchem namentlich mehrere
zZchöne von Aicha v. W. als Preisträgerinnen hervorgingen. Das
zchieben verlief ohne Rauferei, und es wurden hiebei —A
zier vertilgt.

Die „Bayerische Handelszeitung“ bemerkt zu dem Jahres—
zericht der Handels— und Gewerbekamgier von Mittel-—
franken: “,Wie der Bericht, der ja im Uebrigen mit großer
Zorgfalt abgefaßt ist, dazu kommt, den Eindruck zu konstatiren,
aß die den Zolltarif leitenden Ideen die richtigen seien, ist uner—
indlich, indem er ja selbst im zweiten Theile Thatsachen mittheilt,
velche nichts weniger als einen erfreulichen Einfluß der Zollreform
okumentiren; so berichten beispielsweise kompetente Beurthetler aus
zer Bleistift-- der Gußstahlfabrikation, Bierindustrie, dem Hopfen—
jandel ꝛc., daß ihre resp. Branchen durch den Zolltarif aufs Tiefste
zeschädigt seien.“

Aus dem Spessart, dem Gau der Not und des Hungers.
ommi die Nachricht, daß abermals dreihundertfünfzig Personen in
irca siebenzig Familien auswandern, und zwar nach Arkansas, wo
die „Kongtegation vom heiligen Geiste“ für hundert Familien
Hrund und Boden geschaffen haben soll.

4 Eine empfindliche Strafe erhielt dieser Tage vom Schöffen-
gericht der Curpfuscher Dostik von Esssen. Derselbe hatte seine
zuren an zwei Frauen in Langenberg verübt und war zu diesem
Zzwecke wiederholt dorthin gekommen. Eine der beiden Frauen
vollte er von ihrem Augenleiden mit Hundehaaren und die zweite
von ihrer Gicht mit Buͤttermisch und rohen Kartoffeln curiren.
Ddaß der saubere Patron seine Schwindeleien mit Bewußtsein und
leberlegung ausgeführt hatte bewies seine Antwort auf eine des—
allsige Frage des Richters, es eristire ein altes Sprichwort, das
auie; „Die Dummen werden nicht alle.“ Das Urtheil lantete
uuf 150 M. Geldbuße eventuell 30 Tage Haft.

In Berlin sind bei dem Einstürz eincs Neubaues 12
Arbeiter verunglückt. Sechs derselben sollen den Tod gefunden
Jaben, vier andere sind leicht, zwei unerheblich verwundet.

— Ein Artikel in der neuesten NRummer des „Militär⸗Wochen⸗
latts“ spricht sich entschieden für Einführung des Repetirge—
vehrs in der preußischen Armee aus. Es heißt da: „Die
leberlegenheit eines Repetirgewehrs über den gegenwärtig allgemein
etehenden Einzellader ist geiviß so groß, wie seiner Zeit die Ueber⸗
egenheit des Zündnadelgewehres über den Vorderlader. Es erklärt
ich daraus, daß der Häupteinwand, welcher anfangs der vierziger
Jaͤhre und noch lange nachher gegen das schnellfeuernde Zündnadeß
jewehr erhoben wurde, nömlich die Furcht vor Munitionsverschwend⸗
ing und vor unüberwindlichen Schwierigkeiten für den Munitions⸗
ersatz, auch heute wieder gegen das Repitirgewehr erhoben wird.
daß es der preußischen Disziplin gelang, diesem Uebelstand wirksam
zu begegnen, haben die leßten Feldzüge bewiesen. Kein Offizier
ind kein Soldat wird aber das sichere Gefühl entbehren wollen,
velches ihm die Gewißheit einflößt, im gegebenen Augenblick und
nnechalb kürzester Frist dem anstürmenden Gegner ein verheerendes
zchnellfener entgegenschleudern zu können. Diese Sicherheit hilft
chon an und fuͤr sich die Disziplin nach der Richtung aufrecht
rhalten, daß der Soidat nicht in thörichtem Leichtsinn seine Mu—⸗
nition nutzlos vergeudet. Es muß möglich sein, den Soldaten so
zu erziehen, daß er aus dem Repetirgewehr im gegebenen Moment
nicht mehr Patronen verschießt, als ihm befohlen ist.“

4 Fürst Bismarck hat, der „Reform“ zufolge, vor einiger
Zeit das altadelige Gut Silk, im Anite Reinbek, Herzogthum Hol⸗
Jein, für 306,000 M. gekauft. Das Hamburger Blatt bemerkt
zu dieser Mittheilung: „Die Besitzung selbst ist sehr gut bezahlt,
ind da dieselbe nicht zur Arrondirung des fürstlichen Gutes im
2auenburgischen erworben sein kann (denn fie liegt nicht in der
Nähe desselben), so ist bei dem allbekannten tüchtigen Geschäftssinn
des Reichskanzlers nur anzunehmen, daß sich seine Theorieen mit
        <pb n="479" />
        seiner Praxis nicht decken. In der Theorie behauptet er nämlich,
die deutsche Landwirthschaft gehe zurück, sie könne nicht bestehen; in
der Praxis dagegen vergrößert er seine ländlichen Besitzungen. Ent—
weder ist daher jene Behauptung der Thatsache nicht enisprechend,
vie wir stets annahmen, oder die Zölle auf landwirthschaftliche
Producte haben — so rasch und plößlich die Landwirthichaft ge—
joben. Ob aber dieser Zoll-Segen nur den Großgrundbesitzern,
vie einem Bismarck, Fürsi von Pleß u. a. m., zu gute kommt,
»der auch den kleineren Besitzern, werden letztere heute wohl selbst
recht gut wissen.“

Die Vorarbeiten für den Holstein durchschneidenden
Rordostkanal schreiten rüssig vorwärts. Wie man hörk, ist, die
Bodenuntersuchung mittels Bohrungen bereits beendigt und hat
zute Ergebnisse gebracht. Mit dem Nivellement hofft män ebenfalls
pis zum Herbste fertig zu sein. Dann beginnt die Anfertigung
der Baupläne, und danach erst tritt die Sache in ihr definitives,
offizielles Stadium, wo die Reichs- und Staatsgewalt ihr ent—
cheidendes Wort zu sprechen haben wird.

F Ein Schloß für hundert Gulden. Bei der am 20. d. M.
itattgefundenen exekutiven Feilbietung wurde das prachtvolle Schloß
„Gumpenstein“ bei Irdning, im Kreisgerichtssprengel Leoben,
velches auf 65,000 fl. gerichtlich geschätzt wurde, von Herrn Jo—
eph Riedl, Privatier in München, für das Meistgebot von 100
il., lese Einhundert Gulden, erstanden. Es wird freilich nicht ge—
jagt, wie viel Hypothekenschulden auf dem Schloß lasten.

F Nicht uninteressant dürften die nachsteheuden Daten über
den Durst am Wiener Schützenfeste sein. Unsere statistische
Wissenschaft reicht jedoch leider nur bis Mittagsstunde des letzten
Zchützentags — was im Laufe des Nachmittags bis zur rührenden
Abschiedsstunde dem Bacchus und Gambrinus geopfert wurde, ver—
wögen wir, ehrlich gestanden, kaum zu ahnen. Bis Sonntag
Mittag wurden seit Beginn des Schützenfestes innerhalb der Grenzen
»es Festplatzes getrunken: 40,000 Flaschen Schützenwein, 1200
Hektoliter (gleich 2100 Eimer) Lagerbier, 170 Hekloliter Abzugbier,
16,000 Syphons, 6000 Flaschen “, Lorenzer“. 350 Flaschen Cham—
dagner.

In Graz wurde der Schuhmacher Zotter, welcher
eine drei Frauen umgebracht hat und vom Schwurgericht zum
Tode verurtheilt wurde, gehenkt. Zotter verhielt sich suͤll und war
iemlich gefaßt; als ihm der Henker die Hände band, saqte er:
Vergelt's Gott!“

. 1264,387. 400 Liter Bier. Die bei der niederösterreichi—
ichen Gewerbe⸗Ausstellung exponirte „Bierproduktions-Tabelle“, wel⸗
he von der Redaktion der Wiener Brauer-Zeitung „Gambrinus“
Jjerausgegeben wurde, zeigt unter vielen anderen inieressanten Daten
auch, wie viel Bier im Vorjahre in allen kontinentalen Staaten
und Nordamerika erzeugt wurden. Im gesammten deutschen Reich
38,946,510 Hektoliter, Großbritaunien 36,597,550 Hektoliter,
Bereinigte Staaten von Nordamerika 15,400,000 Hettoliter, Oester—
reich-Ungarn 11,184,681 Hektoliter, Frankreich 8 721,000 Hekto⸗
iter, Belgien 7,854,000 Hektoliter, Rußland 2,300,000 Hektoliter,
Niederlande 1,500,000 Hektoliter, Dänemark 1, 100,000 Hektoliter,
Schweden 930,000 Hektoliter, Italien 870,000 Hektoliter, Schweiz
724,000 Hektoliter, Norwegen 615,000 Hektoliter. Zusammen
12,643,874 Hektoliter. Am meisten entfällt auf den Kopf der
Bevölkerung in Belgien, 147 Liter, und am wenigsten in Rußland,
vo nur 83 Liter Bier per Kopf entfällt.

. Aus Kaschau (Ungarn), 20. Inli, wird der „Wiener
Allg. Ztg.“ geschrieben: „Gestern hat sich hier ein fürchterliches
Anglück ereignet. Die Batterien des 6. Artillerie-Regiments zogen
rüh auf den Exercierplatz zu den Nebungen; gegen 10 Uhr Vor⸗
nitlags wurde dec Befehl zum Defiliren im Trab gegeben. Die
Heschuͤtze passirten den Defilirungspunkt und noch drei Munitions-
sarren waren zurück. Da erfolgie ein fürchkterlicher Ktach; als der
Alles verdunkelnde Pulverrauch sich zu verziehen begann, sah man,
daß ein Munitionswagen in die Luft gesprengt war und die ein—
zelnen Theile weit umher geschleudert waren. Der unmittelbar

)em Karren folgende Unterofficier wurde tödtlich verwundet und
ein schwer verleßtes Pferd jagte in die Stadt. Fünf andere Unter⸗
fficiere und ihre Pferde sind gleichfalls derwundet, dagegen blieben
ie vier Pferde, welche den Kärren zogen, unverletzt und die auf
ner Protze sitzende Bedienungsmannschaft kam mit' dem Schrecken
»avon. Die Ursache der Erplosion ist nicht zu ermitteln. Die in
dem Kasten liegenden 40 Exercierpatronen waten sorgsam in Werg
Jewickelt, so daß Reibungen nicht stattfinden konnten. Man glaubt,
daß die Sonnengluth den blechernen Karren derart erhitzt hat, daß
zer Sprengstoff sich entzündete.“

F Naährwerth der Milch. Professor Krämer in Zürich
„eröffentlicht einen Bericht über den Nährwerth der Milch. Für
Kilo eiweißähnlicher (stickstoffhaltiger) Nährstoffe, das heißt des
»esten Blut- und Fleischbildners, bezahlt man durchschnittlich in
der Milch 1,60 M., im halbfetten Käse 1,74, im Ochsenfleisch
53.14, im Schweinefleisch 6,418. Folglich ist bei gleichem Nähr⸗
verthe Fleisch drei bis pier Mal theurer als Milch und Häse

Der Protest einer Dame. Fräulein Hubertine
»uber, die bekannte Vertheidigerin der Frauenrechte, veroffentlicht
n einem Pariser Blatte folgendes Schrifistück: Die Beschlagnahme
neiner Möbel. Ich, die ich nichts bin, wenn es sich um Wahl-⸗
perationen handelt, bin, wie es scheint, etwas, wenn es sich ums
zahlen handelt. Heute früh hat man meinen Hausrath mit Be—
chlag belegt. Weil ich für die Steuerleistungen, die man mir
nuflegt, die Ausübung meines Rechts verlange, weil ich nicht eine
S„umme bezahlen will, die ich nicht votirt habe und deren Ver—
vendung ich nicht kontroliren kann, hat der Fiskus heute meinen
dausrath mit Beschlag belegt. Dagegen erhebe ich Einsprache.
ich erhebe Einsprache gegen diese Beraubung durch eine ausschließ—
ich aus Männern zusammengesetzte Regierung, die mir mein Recht
erweigert und mein Geld nimmt. Ich erklaͤre, daß ich in diesem
dampfe Aller gegen Eine nicht nachgebe, sondern Gewalt erdulde.

F Auf Anordnung der britischen Regierung ist ein amtlicher
Bericht ausgegeben worden, welcher auf die Zustuͤnde in Jrland
in angenehmes Licht wirft. Irländer klagen über das Auftreten
on Fieber unter der Bevölkerung. Es ist das, dem Berichie nach
u urtheilen, durchaus kein Wunder; im Gegentheil ist es ein Wunder,
raß das Fieber nicht schon die ganze Bevölkerung welche gesund⸗
ꝛeitlichen Vorsichtsmaßregeln so schnurstracks zuwiderhandelt, dahin-
erafft hat. In einem Orte der Grafschaft Mayo, so wird der
köln. Ztg. geschrieben, fand der amtliche, ärztliche Aufseher in 42
ämmerlichen Hütten nicht weniger als 46 Familien wohnen. „In
en meisten Hütten werden Rindvieh und Schweine in der Stube
jehalten. Die Erkremente werden theilweise durch einen offenen
bflußgraben, welcher mitten durch die Stube läuft, abgeführt.“
zn einem anderen Orte fand derselbe Aufseher in einer Hütte volle
ccht Zoll Dünger liegen. Die Hausfrau erklärte, sie könne den
Dünger nicht fortschaffen, denn sonst würde sie keinen zum Düngen
des Gartens behalten. An einem dritten Orte fand der ärztliche
zunspektor in einem Häuschen drei am Typhus erkrankte Personen,
ine Mutter und zwei Kinder. Dieselben hatten zu Mitbewohnern
desselben Raumes drei Kühe, eine Anzahl Federvieh, drei Katzen
ind einen großen Hund. Die Athmosphäre war währhaft mephi⸗
tisch. Ihr Trinkwasser holen die Leute aus einem Brunnen im
angrenzenden Felde, welcher in Wahrheit weiter nichts ist, als ein
nit dem Spaten gegrabener Wasserbehälter. In denselben münden
Drainröhren aus dem Felde ein und in denselben fließt das Wasser
»on daneben liegenden Kommunikationswegen. Das Feld wurde
m letzten Winter frisch gedüngt. Dus Wasser sah dunkel aus
und hatte eine fettige Haut auf der Oberfläche. Das sind zwar
inige der schlimmsien Beispiele; in seinen Grundzügen ist das
lebel indessen über die ganze Insel verbreitet, hier in eiwas stärkerem
Maße, dort etwas milder. Und da schreit das tugendsame Eng⸗
and über das materielle Elend der unterdrückten Völkerschaften
m Orient!!

J. Drei Kindermörder vor Gericht. Jüngst wurde in
Warschau die sensationelle Schlußverhandlung gegen drei Kin—
ermörder, und zwar gegen die Wittwe Schimtischak, deren Geliebten
-ztempniak und die Hebeamme Schifers zu Ende geführt. Die
»eiden Erstgenannten befaßten sich nämlich seit Jahren mit der
Unfnahme und „Ernährung“ von elternlosen Kindern welche sie
yon der Hebeamme Schifers erhielten. Es klingt geradezu ungiaub—
ich, welche Martern die armen Kinder bei Frau Schimtschak zu
erleiden hatten, ehe sie weggelegt wurden. Dieselben wurden in
zroßen Kisten eingesperrt gehalten, in welchen sie entweder erstickten
»der des Hungers starben. Dann nahm der Geliebte Stempniak
zie Leichen und warf dieselben in verschiedenen Gegenden der Stadt
iuf Kehrichthaufen. Dem ruchlosen Weibe konnte die Ermordung
»on 16 Kindern nachgewiesen werden. Und welche Strafe traf
aun diese menschliche HNänen? Man staune! Das Urtheil lautete
ür Schimtschak auf drei Jahre, für Schifers anf vier Monate ()
ind für Stempniak auf drei Monate (H Kerker mit der üblichen
tirchenbuße.

F In Dieppe hat die Badepolizei folgende mit lobens—
verther Diskretion abgefaßte Verordnung erlassen: „Den Bade—
värtern wird hiermit anbefohlen, wenn eine Dame in Gefahr des
Ertrinkens geräth, dieselbe am Kleide zu erfassen und nicht an den
daaren, weil diese gewöhnlich in der Hand des darnach Greifenden
urückbleiben.“

F Wer Lust hat Fürst, Herzog oder dergleichen zu
werden, braucht sich künftig nicht mehr an die Republik von San
Marino oder an den Papst zu wenden. Man kann dasselbe jetzt
nuch bei der italienischen Regierung haben. Um den Ausfall in
den Finanzen zu decken, welchen die Aufhebung der Mahlsteuer
jerbeiführt, hat das italienische Parlament ällerlei kleine Finanzge⸗
etze auf Antrag der Regierung bewilligt. Unter diesen befindet
ich auch ein Tarif üher die Erwerbung von Adelstiteln u. s. w.
diesem Tarife nach kostet künftig der Fürstentitel 30,000 Lire,
»er Herzogstitel 25,000 Lire, der Marquistitel 20,000 Lire, der
ßrafentitel (Conte) 15,000 Lire, der Titel eines Barons oder
Vikomtes 10. 000 Lire, jeder andere Adelstitel 53000 Lire. Wunscht
        <pb n="480" />
        man, daß der Titel vhne Vererbung nur einmal ad personam
verliehen wird, so giebt die Regierung *6 Rabatt auf obige Preise.
Die Gewährung eines Adelswappens wird künftig 700 Franks
tosten. Bei solch billigen Preisen kann sich allerdings „der ärmste
Mensch“ den Fürstentitel anthuen.

F Um Fliegen von Pferden fern zu halten, wird
als einfaches Mittel empfohlen, das Haar der Pferde mit einer
starken Abkochung von Rußblättern zu tränken, besonders den
Schwanz und die Nasenlocher. Durch diese Abkochung werden
auch die Eier zerstört, welche die Fliegen auf die Haut der Pferde
legen·
ar. beriq; te.

Zweibrücken, 29. Juli. (Fruchtmittelpreis und Vietualienmarkt.)
Weizen i2 M. 18 Pf., Korn 09 M. 87 pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
bierreihige — M. — Pf. Spelz — M. pf., Spelzkern — M. — P
Dintele M. — pf. Mischfrucht — M. — Pf. Hafer 7 M. 81 Pf.
ẽrbsen — M. — pf., Wicken — M. — pPf., Kartoffeln 3.M. — Pf.
Heu 8 M. 20 Pf., Stroh 3 M. — pf., Weißbrod I!/s Kilogr. 60 Pf.
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Wein 1 Liter 80 Pf., Bier ] Liter 24 Pf.

gFrepeogra 28.Juli. (Fruchtmittelpreis und Viciualienmarkt.) Weizen
12 M. 14 pf.gKorn 10 M. — Pf. Spelztern — M. — Pf., Spelz 0 M
Dpf., Gerste Lreihige — M. — Pf., Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
7 WM'v3 pf., Mischirucht — M. —, Pf Erbsen — M. — pf., Wicden
d M. — pf., Bohnen O M. — Ps., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund 83 Pf., Gemnischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfle isch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hainmelfleisch 60 Pf., Schweinesleisch
50 Pf., Butter 1 Pfund O M. 85 Pf. Kartoffeln per Ctr. 1M. — pf.

Kaiserslautern, 27. Juli. Fruchtmiitelpreis und Victualienmarki.
Weizen i2 M. 20 Pf., Korn 10 M. 8i pf. Speljtern — M. 7 Pf., Spelz
7T. 78 Pf. Gerste 08 M. 78 Pf., Hafer 7 M. 73 Pf., Erbsen 0 M.
— ppf., Wikken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 83 Ppf., do. 3 Psd. 48 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter per Pfd. O M. 90 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf., Kar⸗
loffein per Cent. 4 M. — Pf. Stroh 2 M. — Pf., Heu 2M. — pig.

Flir die Nedaction verantwortlich: F. X. Demet.
LRrieger⸗-

Véroin.

3

Sonntag den 1. August
Min. zur
Fahnenweihe in Forbach.
Antreten am Vereinslotal um halb 12 Uhr.
Anmeldungen können gemacht werden beim
1. Vorstand.
Zisher

Abfahrt mit Zug 12 Uh

Ginladung.
Am Samstag den 31. h. Nachmittags 4 Uhr
im Grewenig'schen Saale begeht die Anstalt die 700—
jaährige Jubiliäumsfeier des Wittelsbacher Für—
tenhauses und in Verbindung damit die Feier des zehn⸗
Jährigen Bestehens der Lateinschule.
IAr Ellern der Schüler, sowie alle Freunde der Jugend wer⸗
den zu diesem Feste hiermit geziemend eingeladen.
St. Ingbert, den 25. Juli 1880.
Königliches Subrectorat.
Barnikel.
Für Bruch- und Kropfleidende
Vielseitigen Wünschen nachzukommen, zeige ich an, daß id
am Dienstag den 3., Mittwoch den 4. und Don—⸗
nerstag den 3. August, täglich von 10 bis 3 Uhr, im
Pfaälzer Hof in Zweibrücken zu sprechen bin. Für sichere
nd radicale Heilung von Brüchen und Kröpfen, leiste
stets Garantie. Amtliche Zeugnisse und Dank—⸗
schreiben, liegen auf. Geringbemittelten Begünstigung.

Martin Opel aus München.
qewerbliche und landwirthechaftliche
Ausstellung des Ptalægaues.
EIIIV MLCANNIEBEIAI I880.
IUnter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh
Friedrich von Baden

—0 * i
Erösfnet am 11. Juli 1880.

Eintritt ML. L. —
Fahrpreis-Brmässigung bei der Badischen Pfalzischen Hes-
gischen und Main Neckar-Bahn
Loose à 2 Marlc. (Auf 10 Loose 1 Freiloos) dureb
Jerr srtle
vvueht

werden für ein gro—, gediegenes literarisches Vnternehmen
Rée3ende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Reamte, Lehrer, Reisende anderer
Branchen ete., welche siech nambaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sieh zu melden
Literarisches Institut
060thR4
Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
Sieren kür unsere BWo st⸗Abonnenten „Illustrirtes« Sonntaasblatt⸗ Mo
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        Ss. Inagberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswaͤrts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M

Sonntag, den 1. Auaust

1880.
Deutsches Reich.

München, 80. Juli. Die Abgeotdnetenkammer hat heute
den Gesetzentwurf über den Vorschußeredit zur Erwerbung des
Herzoggarlens mit 135 gegen 8 Stimmen in der Ausschußfassung
angenommen. — Außerhalb der Tagesordnung erklärte Abg. Sittig:
Die Petition aus der Gemeinde Schwürbitz (Oberfranken) um Ab—
schaffung des 7. Schuljahres ist nach der Erklärung der Gemeinde
nicht mit rechtmäßigen Mitteln zu Stande gekommen. Nächste
Sitzung am Montag.

GBayerischer Landtag.) In der Sitzung der Abge.⸗
N. vom Donnerstag wurde das Nachtragspostulat des Justizministers
pon 65,000 Mark zum Grunderwerb für das Nürnberger Zellen⸗
zefüngniß gegen 2 Stimmen (Schäfler und Becher) angenommen.
Es folgte hierauf die Berathung der Vorlage wegen Aufhebung
der sogenannten Neujahrsgelder der Israeliten. Die einzelnen Ar—
tikel wurden genehmigt und der Gesetzentwurf im Ganzen mit 76
zegen 66 (ultramontane) Stimmen angenommen. — Tagesordnung
für die nächste Sitzung die gestern (Freitag) stattfinden sollte: Vor—
chußkredit (zum Erwerb des Herzoggartens fur das Kadettenkorps);
hierauf geheime Sitzung zur Berathung der Huldigungsadresse.

Es mehren sich die Aussichten, daß der Regelung des Ver—
sicherungswesens durch ein Reichsgesetz näher getreten werden
oll, nachdem der Kanzler Fürst Bismaärck durch sein an die
Regierungen der deutschen Staaten erlassenes Rundschreiben vom
b. August v. J. dieselben um ihre Aeußerung über die bei einer
reichsgesetzlichen Regelung des Versicherungswesens in Betracht kom—
menden Fragen ersucht hat.

Die Enthüllungen aus dem sozialdemokratischen Ge—
neralstabe dauern fort. Sie haben ihr Gutes darin daß sie viel⸗
eicht dem oder anderen Arbeiter die Äugen über die Opferwilliq⸗
teit ihrer Führer öffnen.

Der Staatisrath für Elsaß-Lothringen krat am 28.
Juli zu seiner ersten Sitzung in Straßburg jusammen.

Aus den Reichslanden kommin allmählich doch Klagen
über die „französirende“ Manteufel'sche Politik. Der Statthalter
zehe in dem sehr löblichen und berechtigten Streben, die grollende
Einwohnerschaft für sich zu gewinnen, zu weit meint man in Be—
amtenkreisen, die von dem Rücktritt Herzog's wenig erbaut sind.
Die Nachricht, der gewesene Staatssecretaͤr im elsaß-lothringischen
Ministerium, Herzog, habe die Aeußerung gethan: es würden noch
mehrere Beamten, welche mit dem Stalthalter nicht harmoniren,
entlassen werden, wird von einem Straßburger Korrespondenten des
Pf. Kur.“ bestätigt.

Nach der „Allg. Ztg. soll sich die Konferenz der deutschen
Finanzminister in Coburg hauptsächlich mit dem bekanntlich
Zeitens der Bundesregierungen ernstlich beanstandeten Wehrsteuer⸗
Lroiekt beschäftigen.

1

Zopenhagen nachgesendet worden, damit er dort sofort seine
Unterschrift vollzöge.

WVermischtes.

F In Erfweiler wurde ein Prachtexemplar von einer
Brieftaube eingefangen. Dieselbe trägt am linken Flügel die Nr.
338 und am rechten Flügel die Nri 880 und ist gezeichnet mit
ven Buchstaben A. B. O. D. PB. T. und O. Belfort' 1870. Sie
efindet sich gegenwärtig im Besitze des Herrn Pfarrer Rülter da⸗
elbst.

.Waldsee, 29. Juli. Heute Nachmittag um 4 Uhr
iing über unsere Gemarkung ein entsetzliches Hagelwetter. Der
Tabak ist fast ganz zerschlagen. Der muͤ dem Gewilter verbundene
Sturm tobte so furchtbar, daß man sich sogar in seiner Wohnung
nicht mehr sicher fühlte. Leute, welche auf dem Felde waren,
xrzählen, daß sie etwas Schrecklicheres noch nicht erlebt hätten.
Das Hagelwetter kam von Westen herüber und erstreckte sich auf
insere ganze Gemarkung. Außer dem Tabak haben auch Hafer,
Spelz und Dickrüben bedeutend Schaden gelitten. Zum Glücke waren
dorn, Gerste und Spelz fast sämmtlich eingeheimst.

FFrankenthal, 80. Juli. Die Prüfung für das Ge—
richtsvollzieheramt bei dem hiesigen kgl. Landgericht nahm heute
Morgen 8 Uhr ihren Anfang. Es betheiligen sich 9 Bewerber.

In einer ihren letzten Sitzungen verurtheilte die Strafkam⸗
mer des Landgerichts in Hil des heim ein— Lumpensammlerin
vegen wissenschaftlicher falscher Denunziation zu 8 Monaten Ge—
ängniß. Die Delinquentin hatte den Oberbervalter einer benach⸗
»arten Domäne wegen Majestätsbeleidigung angezeigt, von welcher
derselbe jedoch freigesprochen wurde. Obwohl Seitens der Staals⸗
inwaltschaft nur eine Strafe von 4 Monaten beantragt war, er—
annte der Gerichtshof dennoch mit Rücksicht auf die Gemeingefähr⸗
ichkeit des Vergehens auf jene exemplarische Strafe.

u Ansschauungsunterricht. Zur Warnung für
Branntweintrinker schniti ein elsässischer Arzt ein Stück Rindfleisch
in zwei Stücke und begoß die eine Hälfte mit Zwetschenbrannt⸗
vein, die andere mit sogenanntem Petrolschnaaps. Am anderen
Morgen war das erste noch frisch und appetitlich; das andere sah
aus, als hätte man es mit Scheidewasser gebrüht. Zu demselben
Zwecke veröffentlichte Dr. Lutze die Beschreibung der in den Spi⸗
älern aufgenommenen photographischen Magenbilder. Im ersten
Stadium des Branntweintrinkens ist der Magen fein roth durch—
idert, im zweiten bläulich angelaufen, im dritten feurig entzündet.
m vierten von Krebsartigem Ansehen.

F In Oestrich im Rheingau wurde durch die Schelle be—
annt gemacht, daß junge Leute unter 18 Jahren Wirthshäuser bei
Strafe von 228 Mark nicht besuchen dürfen. Wirthe, welche
olchen jungen Leuten Getränke verabreichen, trifft die gleiche Strafe.

— Das deutsche Turnfest in Frankfurt sollte leider nicht
ohne erschütternden Unglücksfall vorübergehen, welcher sich bei dem
um Mittwoch Abend abgebrannten Feuerwerk zutrug. Kaum waren
die ersten Raketen losgelassen, als eine furchtbare Detonation er—
'olgte, die den Boden weithin erschütterte. Darauf folgte noch
eine kleine Rakete und dann trat Todtenstille ein. Die ungeheuere
Menschenmenge wartete vergebens auf die Fortsetzung des Feuer—
wverls. Bald verbreitete sich durch die Reihen die Kunde des Un—
Jlücks: ein eiserner Mörser war zersprungen und die Splitter waren
inter das Publikum geflogen uͤnd hatten eine Dame (Fräulein
Zöhnlein), sowie 20 Personen (daruuter mehrere Kinder) schwer
oerletzt. Die Verwundungen sind alle sehr schwere, entsprechend
der Gewalt einer platzenden Bombe. Mehrere der Verwundeten
varen in ziemlicher Entfernung von dem weithin eingefriedigten
Platze woselbst das Feuerwerk abgebrannt werden sollte. Bei diesen
ind nämlich Zerstörungen an den oberen Extremitaten vorgekommen.
Von den Verwundeten ist bereits ein Knabe gestorben.

F. Ein grausiges Ereigniß berichtet man der Barm. Ztg.“
ius Linzerhausen bei Linz: Eine Frau (die schon drei
Männer im Grabe hat) hatte von ihrem Schwiegervater, dem Vater
hres ersten Mannes, ein nicht unbedeutende« Permönen vertschneben

Ausland.

Gutem Vernehmen nach hat die englische Regierung be—
chlossen, scheunigst Verstärkungen nach Indien zu senden. Ucbrigens
st die Niederlage des Generals Burrow in Afghanistan einiger—
naßen übertrieben worden, doch immerhin sehr empfindlich. Das
ndische Amt empfing einen eingehenden Bericht über den Hergang,
nus dem jedoch Näheres noch nicht bekannt ist.

Die ser bische Regierung hat 12 Vatuillone mobilisirt. Als
der türkische Minister des Aeußeten von dem serbischen Geschäfts-
räger Aufklärung über den Grund dieser Maßregel verlangte, ant⸗
vortete dieser, es handele sich dabei nur um die gewöhnlichen jähr⸗
ichen Manbver; übrigens habe die serbische Regierung auch alle
Ursache, dem Stand der Dinge an der serbisch-türlischen Grenze
ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, indem dort die Albanesen eine
drohende Haltung einnähmen und die albanesische Liga auch dort
Mannschaften sammle. (Es sieht gerade so aus, als ob's in der
Türkei bald wieder ernstlich zum Losschlagen komme.)

Wie eilig Griechenland es mit seinen Kriegsvorbereitungen
hat, ist daraus zu ersehen, daß man in Athen behufs Unterzeich—
gung des Mobilisirungs-Dekrets nicht erst die Ankunft des Koͤnigs
Heorg abgewartet hat. Dies Dekret ist vielmehr dem König nach
        <pb n="482" />
        erhalten. Dieser Schwiegerbdater, der vor etwa zwei Jahren aus
Amerika zurückgekehrt war, verschwand kurz nach seiner Rückkehr;
uuf Befragen aͤußerte die Frau, er sei wieder nach Amerika. Ver⸗
lossenen Dienstag hört nun eine Nachbarsfrau jämmerlichr Töne
auf dem Bodenraume des Hauses ihrer Nachbarin. Die Unter⸗
suchung hat ergeben, daß das entmenschte Weib ihren heute 80-
ährigen Schwiegervater etwa 2Jahre lang eingesperrt gehalten hat
und zwar in einem so jammervollen Zustand, daß der alte Mann
erblindet ist und kaum einem Menschen ähnlich sieht.

Vor dem Militärbezirksgerich Würzburg (siehe Nr. 120
des „Anz.“) wurden nach Ziägiger Verhandlung verurtheilt: Ober⸗
gefreiter Wild zu vier Wochen Mittelarrest, Unterofficier Winter zu
Jahr 5 Monaten Zuchthaus und Entfernung aus dem Heer,
Sergeant Hein zu 1 Jahr Gefängniß und Degradation. Der Mit⸗
angetlagte Vicefeldwebel Meier wurde freigesprochen. Zwei der
Verurtheilten, Wild und Winter, sind Pfälzer, Hein ist ein Unter—
franke und Meier ein Preuße.

München. An den dies jährigen, am 10. Mai ds. Is.
begonnenen Konkursprüfungen der zum Staatsdienste aspirirenden
Rechtskandidaten betheiligten sich un Ganzen 72, wovon jedoch
einer zurücktrat. Es vertheilen sich dieselben folgendermaßen: Ober—
ind Riederbayern zusammen 27, Pfalz 16, Oberpfalz und Mit—
elfranken 12, Oberfranken und Unterfranken 9 und Schwaben 8.

In Ehemnitz, dem Zentrum einer der bedeutendsten
jächsischen Gewerbszweige, der Strumpfwirkerei, geht es allen Nach—
cichten nach äußerst schwunghaft, besonders in dieser, aber auch in
anderen Branchen. Der Konsul der Vereinigten Staaten für Sachsen
hat, nach der „Wes. Z.“ in einem Berichte an seine Regierung
en Werth aus Chemnitz nach den Vereinigten Staaten erportirter
Waaren auf 4,690,050 Dollars angegeben gegen 2,593,460 im
Vorjiahre, also mehr 2,096,590 Dollars oder 9,000,000 Mark.

„Schlackenwolle. Wir haben bereits mitgetheilt, daß
die früher als nutzlos weggeworfene oder höchstens als Material
zur Beschotterung von Straßen verwendete Hochofenschlacke seit
Jahren nach einer von Ingenieur Fritz Lürmann erfundenen und

zuerst auf der Marienhütte bei Osnabrück eingeführten Methode zur
nfertigung von Bausteinen und von Schlackenwolle verwendet
pird. Neuerdings hat sich nun die Anwendung der letzteren als
zesonders nützlich für die Umhüllung von Dampf⸗Leitungsröhren
herausgestellt. Da sich indessen bei. unterirdischen Leitungen Fälle
rgeben haben, in denen die gußeisernen Rohre unter der —W
fark verrostet waren, so ist man im Bezirke Saarbrücken auf die
Aushilfe gekommen, daß man eine getheerte dünne Holzlage zwischen
dem Rohre und der Schlackenwolle⸗Hulle anbrachte.

Naivetät. Ein Dorfgeistlicher fand eine Bäuerin bei⸗
aahe beständig beschäftigt, auch selbst des Morgens ganz in der
Fruͤhe, wenn er einmal zufällig sehr zeitig aufgestanden war. Einst
agte er daher zu ihr: „Aber liebe Frau, wenn ruht Sie denn?
Ich glaube, Sie arbeitet Tag und Nacht und legt sich nie zu Bette.
Da, Herr Pastor“, antwortete sie, „man würde es auch nicht
nushalten können, wenn das bischen Kirchenschlaf nicht wäre.“

Ger rücksichtsvolle Knabel) Mutter: „Gestern
hast Du mir solche Freude gemacht, als Du der Erste in der
Zlasse wurdest, und heute bist Du schon wieder hinuntergekommen!“
nabe: „Aber Mama, eine andere Mutter will doch auch 'mal
ne Freude haben.“
— — — s— — —
An ru Redaction verantwortlich‘: F. X. N⸗ me e.
2 MB — —⏑ü —— —— —⏑
Die älteste höhere Fachschule für Maschinentechniker, das allgemein
hekannte Tech n icum Mittweida (Sachsen) ist als reine Specialschule
ur Maschinenbau nach wie vor die besuchteste unter allen derartigen Schulen.
Der zuleht veröffentlichte Bericht zeigi ein Schülerzahl von 405 mit Namen
nufgeführte Personen aus allen europäischen Ländern, Asien und Amerika, die
cheiis als Maschinen-Ingenieure, theils als Werkführer und Beamte für Fabriken
und Mühlen sich ausbilden und deren Eltern zum weitaus größten Theile
Fabrikanten Fabrikdirectoren, Ingenieure, Gewerbetreibende ꝛtc. sind, ein Beweis,
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Deutsches Reich.

München, 80. Juli. Die Abgeordnetenkammer hat heute
den Gesetzentwurf über den Vorschußcredit zur Erwerbung des
Herzoggartens mit 135 gegen 8 Stimmen in der Ausschußfassung
angenommen. — Außerhalb der Tagesordnung erklärte Abg. Sittig:
Die Petition aus der Gemeinde Schwürbitz (Oberfranken) um Ab—
schaffung des 7. Schuljahres ist nach der Erklärung der Gemeinde
nicht mit rechtmäßigen Mitteln zu Stande gekommen. Nächste
Sitzung am Montag.

(Bayerischer Landtag.) In der Sitzung der Abge.
se. vom Donnerstag wurde das Nachtragspostulat des Justizministers
von 65,000 Mark zum Grunderwerb für das Nürnberger Zellen—
gefängniß gegen 2 Stimmen Echäfler und Becher) angenommen.
Es folgte hierauf die Berathung der Vorlage wegen Aufhebung
der sogenannten Neujahrsgelder der Israeliten. Die einzelnen Ar—
tikel wurden genehmigt und der Gesetzentwurf im Ganzen mit 76
gegen 66 (ultramontane) Stimmen angenommen. — Tagesordnung
für die nächste Sitzung die gestern (Freitag) stattfinden sollte: Vor—
schußkredit (zum Erwerb des Herzoggartens für das Kadettenkorps);
—R—

Es mehren sich die Aussichten, daß der Regelung des Ver⸗
sicherungswesens durch ein Reichsgesetz näher getreten werden
soll, nachdem der Kanzler Fürst Bismarck durch sein an die
Regierungen der deutschen Staaten erlassenes Rundschreiben vom
14. August v. J. dieselben um ihre Aeußerung über die bei einer
ceichsgesetzlichen Regelung des Versicherungswesens in Betracht kom⸗
menden Fragen ersucht hat.

Die Enthüllungen aus dem sozialdemokratischen Ge—
neralstabe dauern fort. Sie haben ihr Gutes darin daß sie viel—
leicht dem oder anderen Arbeiter die Augen über die Opferwillig—
keit ihrer Führer öffnen.

Der Staatsrath für Elsaß-Lothringen trat am 28.
Juli zu seiner ersten Sitzung in Straßburg zusammen.

Aus den Reichslanden kommen allmählich doch Klagen
über die „französirende“ Manteufel'sche Politik. Der Siatthalter
gehe in dem sehr löblichen und berechtigten Streben, die grollende
Einwohnerschaft für sich zu gewinnen, zu weit meint man in Be—
amtenkreisen, die von dem Rücktritt Herzog's wenig erbaut sind.
Die Nachricht, der gewesene Staatssecretär im elsaß-lothringischen
Ministerium, Herzog, habe die Aeußerung gethan: es würden noch
mehrere Beamten, welche mit dem Statthalter nicht harmoniren,
ntlassen werden, wird von einem Straßburger Korrespondenten des
„Pf. Kur.“ bestätigt.

Nach der „Allg. Ztg. soll sich die Konferenz der deutschen
Finanzminister in Coburg hauptsächlich mit dem bekanntlich
Seitens der Bundesregierungen ernstlich beanstandeten Wehrsteuer⸗
Projekt beschäftigen.

Kopenhagen nachgesendet worden, damit er dort sofort seine
Unterschrift vollzöge.
—
Vermischtes.

F In Erfweiler wurde ein Prachtexemplar von einer
Brieftaube eingefangen. Dieselbe trägt am linken Flügel die Nr.
338 und am rechten Flügel die Nr. 380 und ist gezeichnet mit
den Buchstaben A. B. O. D. E. T. und C. Belfort 1870. Sie
8 sich gegenwärtig im Besitze des Herrn Pfarrer Rütter da—
eelbst.

F.Waldsee, 29. Juli. Heute Nachmititag um 4 Uhr
zing über unsere Gemarkung ein entsetzliches Hagelwetter. Der
Tabak ist fast ganz zerschlagen. Der mit dem Gewitlter verbundene
Sturm tobte so furchtbar, daß man sich sogar in seiner Wohnung
aicht mehr sicher fühlte. Leute, welche auf dem Felde waren,
ꝛxrzählen, daß sie etwas Schrecklicheres noch nicht erlebt hätten.
Das Hagelwetter kam von Westen herüber und erstreckte sich auf
insere ganze Gemarkung. Außer dem Tabak haben auch Hafer,
ZSpelz und Dickrüben bedeutend Schaden gelitten. Zum Glücke waren
dorn, Gerste und Spelz fast sämmtlich eingeheimst.

Frankenthal, 80. Juli. Die Prüfung für das Ge⸗
eichtsvollzieheramt bei dem hiesigen kgl. Landgericht nahm heute
Morgen 8 Uhr ihren Anfang. Es betheiligen sich 9 Bewerber.

In einer ihren letzten Sitzungen verurtheilte die Strafkam—
mer des Landgerichts in Hil des heim eine Lumpensammlerin
vegen wissenschaftlicher falscher Denunziation zu 8 Monaten Ge—
ängniß. Die Delinquentin hatte den Oberverwalter einer benach—
barten Domäne wegen Majestätsbeleidigung angezeigt, von welcher
derselbe jedoch freigesprochen wurde. Öbwohl Seitens der Staals—
anwaltschaft nur eine Strafe von 4 Monaten beantragt war, er—
'annte der Gerichtshof dennoch mit Rücksicht auf die Gemeingefähr—
ichkeit des Vergehens auf jene exemplarische Strafe.

Ansschauungsunterricht. Zur Warnung für
Branntweintrinker schnitt ein elsässischer Arzt ein Stück Rindfleisch
n zwei Stücke und begoß die eine Hälfte mit Zwetschenbrannt-
vein, die andere mit sogenanntem Petrolschnaps. Am anderen
WRorgen war das erste noch frisch und appetitlich; das andere sah
aus, als hätte man es mit Scheidewasser gebrüht. Zu demselben
Zwecke veröffentlichte Dr. Lutze die Beschreibung der in den Spi—
älern aufgenommenen photographischen Magenbilder. Im ersien
Stadium des Branntweintrinkens ist der Magen fein roth durch—
üdert, im zweiten bläulich angelaufen, im dritlen feurig entzündet,
m vierten von Krebsartigem Ansehen.

F In Oestrich im Rheingau wurde durch die Schelle be—
lannt gemacht, daß junge Leute unter 18 Jahren Wirthshäuser bei
Strafe von 228 Mark nicht besuchen dürfen. Wirihe, welche
olchen jungen Leuten Getränke verabreichen, trifft die gleiche Strafe.

Das deutsche Turnfest in Frankfurt sollle leider nicht
ohne erschütternden Unglücksfall vorübergehen, welcher sich bei dein
am Mittwoch Abend abgebrannten Feuerwerk zutrug. Kaum waren
die ersten Raketen losgelassen, als eine furchtbare Detonation er⸗
'olgte, die den Boden weithin erschütterte. Darauf folgte noch
eine kleine Rakete und dann trat Todtenstille ein. Die ungeheuere
Menschenmenge wartete vergebens auf die Fortsetzung des Feuer—
werks. Bald verbreitete sich durch die Reihen die Kunde des Un—
zlücks: ein eiserner Mörser war zersprungen und die Splitter waren
inter das Publikum geflogen und hatten eine Dame (Fräulein
Söhnlein), sowie 20 Personen (darunter mehrere Kinder) schwer
derletzt. Die Verwundungen sind alle sehr schwere, entsprechend
der Gewalt einer platzenden Bombe. Mehrere der Verwundeten
waren in ziemlicher Entfernung von dem weithin eingefriedigten
Blatze woselbst das Feuerwerk abgebrannt werden sollte. Bei diesen
ind nämlich Zerstörungen an den oberen Extremitäten vorgekommen.
Von den Verwundeten ist bereits ein Knabe gestorben.

F.Ein grausiges Ereigniß berichtet man der „Barm. Ztg.“
uus Linzerhausen bei Linz: Eine Frau (die schon drei
Männer im Grabe hat) hatte von ihrem Schwiegervater, dem Vater
hres ersten Mannes, ein nicht unbedeutendes Vermögen verschrieben

Ausland.

Gutem Vernehmen nach hat die englische Regierung be—
schlossen, scheunigst Verstärkungen nach Indien zu senden. Uebrigens
ist die Niederlage des Generals Burrow in Afghanistan einiger—
maßen übertrieben worden, doch immerhin sehr empfindlich. das
indische Amt empfing einen eingehenden Bericht über den Hergang,
aus dem jedoch Näheres noch nicht bekannt ist.

Die serbische Regierung hat 12 Bataillone mobilisirt. Als
der türkische Minister des Aeußeren von dem serbischen Geschäfts⸗
träger Aufklärung über den Grund dieser Maßregel verlangte, ant—
wortete dieser, es handele sich dabei nur um die gewöhnlichen jühr⸗
lichen Manöver; übrigens habe die serbische Regierung auch alle
Ursache, dem Stand der' Dinge an der serbisch-türkischen Grenze
hre Aufmerksamkeit zuzuwenden, indem dort die Albanesen eine
orohende Haltung einnähmen und die albanesische Liga auch dort
Mannschaften sammle. (Es sieht gerade so aus, als ob's in der
Türkei bald wieder ernstlich zum Losschlagen komme.)

Wie eilig Griechenland es mit seinen Kriegsborbereitungen
hat, ist daraus zu ersehen, daß man in Athen behufs Unterzeich⸗
nung des Mobilisirungs-Dekrets nicht erst die Ankunft des Koͤnigs
Georg abgewartet hat. Dies Dekret ist vielmehr dem König nach
        <pb n="484" />
        erhalien. Dieser Schwiegervater, der vor etwa zwei Jahren aus
Amerika zurückgekehrt war, verschwand kurz nach seiner Rückkehr;
auf Vefraͤgen außerte die Frau, er sei wieder nach Amerika. Ver⸗
flossenen Dienstag hört nun eine Rachbarsfrau jämmerlichr Töne
auf dem Bodenraume des Hauses ihrer Nachbarin. Die Unter⸗
suchung hat ergeben, daß das entmenschte Weib ihren heute 80—
zährigen Schwiegervater etwa 2 Jahre lang eingesperrt gehalten hat
und zwar in einem so jammervollen Zustand, daß der alte Mann
erblindet ist und kaum einem Menschen ähnlich sieht.

Vor dem Militärbezirksgericht Würzburg (sehe Nr. 120
des „Anz.“) wurden nach 2tägiger Verhandlung verurtheilt: Ober⸗
gefreiter Wild zu vier Wochen Mittelarrest, Unterofficier Winter zu
Jahr 5 Monaten Zuchthaus und Entfernung aus dem Heer—
Sergeant Hein zu 1 Jahr Gefängniß und Degradation. Der Mit⸗
angeklagte Vicefeldwebel Meier wurde freigesprochen. Zwei der
Verurtheilten, Wild und Winter, sind Pfälzer, Hein ist ein Unter⸗
franke und Meier ein Preuße.

München. An den diesjährigen, am 10. Mai dos. Is.
begonnenen Konkursprüfungen der zum Staatsdienste aspirirenden
Rechtskandidaten betheiligten sich im Ganzen 72, wovon jedoch
einer zurücktrat. Es vertheilen sich dieselben folgendermaßen: Ober⸗
und Niederbayern zusammen 27, Pfalz 16, Oberpfalz und Mit—⸗
telfranken 12, Oberfranken und Unterfranken 9 und Schwaben 8.

In Ehemnitz, dem Zentrum einer der bedeutendsten
sächsischen Gewerbszweige, der Strumpfwirkerei, geht es allen Nach—
richten nach äußerst schwunghaft, besonders in dieser, aber auch in
anderen Branchen. Der Konsul der Vereinigten Staaten für Sachsen
hat, nach der „Wes. Z.“ in einem Berichte an seine Regierung
den Werth aus Chemnitz nach den Vereinigten Staaten exportirter
Waaren auf 4,690,050 Dollars angegeben gegen 2,593,460 im
Vorjahre, also mehr 2,096,590 Dollars oder 9,900, 000 Mark.

Schlackenwolle. Wir haben bereits mitgetheilt, daß
die früher als nutzlos weggeworfene oder höchstens als Material
zur Befcholtterung von Straßen verwendete Hochofenschlacke seit
Jahren nach einer von Ingenieur Fritz Lürmann erfundenen und

zuerst auf der Marienhütte bei Osnabrück eingeführten Methode zur
Anfertigung von Bausteinen und von Schlackenwolle verwendet
bird. Reuͤerdings hat sich nun die Anwendung der letzteren als
desonders nützlich für die Umhüllung von Dampf-⸗Leitungsröhren
Jerausgestellt. Da sich indessen bei unterirdischen Leitungen Fälle
ergeben haben, in denen die gußeisernen Rohre unter der Hülle
tark verrostet waren, so ist man im Bezirke Saarbrücken auf die
Aushilfe gekommen, daß man eine getheerte dünne Holzlage zwischen
Zem Rohre und der Schlackenwolle⸗Hülle anbrachte.

Naivetät. Ein Dorfgeistlicher fand eine Bäuerin bei⸗
aahe beständig beschäftigt, auch selbst des Morgens ganz in der
Fruͤhe, wenn er einmal zufällig sehr zeitig aufgestanden war. Einst
sagte er daher zu ihr: „Aber liebe Frau, wenn ruht Sie denn?
Ich glaube, Sie arbeitet Tag und Nacht und legt sich nie zu Bette.
Ja, Herr Pastor“, antwortete sie, „man würde es auch nicht
aushalten können, wenn das bischen Kirchenschlaf nicht wäre.“

Ger rücksichtsvolle Knabel) Mutter: „Gestern
hast Du mir solche Freude gemacht, als Du der Erste in der
Klasse wurdest, und heute bist Du schon wieder hinuntergekommen!“
Knabe: „Aber Mama, eine andere Mutter will doch auch 'mal
ne Freude haben.“
rlnr die Redaction verantwortlich: F. X. vRmeß.
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Die älteste höhere Fachschule für Maschinentechniker, das allgemein
bekannte Tech n icum Mittweida (Sachsen) ist als reine Specialschule
fuͤr Maschinenbau nach wie vor die besuchteste unter allen derartigen Schulen.
Der zulehzt veröffentlichte Bericht zeigt ein Schülerzahl von 405 mit Namen
mufgesührte Personen aus allen europäischen Ländern, Asien und Amerika, die
heils als Maschinen⸗Ingenieure, theils als Werkführer und Beamte für Fabriken
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4 123. Dienstag, den 3. August
——ñ— ——h — — ⸗—

Deutsches Reich.

(Bayerischer Landtag.) Die Kammer der Reichsräthe
wird den Entwurf eines Disciplinargesetzes für richterliche Beamten
vor der Vertagung nicht mehr berathen; es wird dies erst während
der Wintersession des Landtages der Fall sein.

Die durch eine leidige Indiscretion erfolgte vorzeitige Ver—
öffentlichung der Adresse unserer Abgeordnetenkammer an Se. Maj.
den König hat das Directorium derselben veranlaßt, eine Unter⸗
suchung einzuleiten.

Die bayerische Kammer der Abgeordneten hat am Freitag
in einer kurzen geheimen Sitzung ohne Debatte die Huldigungs-
adresse an den König nach dem Schlör'schen Entwurf angenommen.
Man wird versuchen, die Adresse Sr. Majestät persönlich überreichen
zu können; Dieß geschähe durch das Direktorium in Begleitung der
HH. Abg. Dr. Henle, Dr. v. Schauß, v. Schlör und Weidert,
ferner Feuerstein, Freytag, Dr. v. Langlois und Ruppert. Vor—⸗
aussichtlich können jedoch diese Herren ihre Fräcke ruhig im Kasten
lassen. (Auch die Kammer der Reichsräthe wird an S. Mai. den
König eine Huldigungsadresse richten.)

In der auf gestern anberaumten Sitzung des Steuergesetz⸗
Ausschusses unserer Abgeordnetenkammer sollte über die Grund—
lagen berathen und beschlossen werden, nach welchen die weitere
geschäftliche Behandlung der Steuergesetz-Entwürfe stattfinden soll.

München, 2. August. (Abgeordnetenkammer.) Der Prä—
sident drückt sein Bedauern aus über die vorzeitige Veröffentlichung
der Huldigungsadresse durch die Presse; er bemerkt, dieses Vorkomm—
niß werde dem Directorium Anlaß geben, bei der Zulassung zur
Journalistentribüne strenger zu unterscheiden. — Minister v. Lutz
derlies hierauf eine kgl. Botschaft aus Hohenschwangau, 25. Juli,
welche den Landtag bis auf weiteres vertagt und die Wiederberufung
der Steuergesetzausschüsse späterer Entschließung vorbehält. Die
stammermitglieder trennten sich hierauf unter dreifachem Hoch auf
Se. Maj. den König. Desgleichen wurde heute die Session des
Reichsraths durch kgl. Botschaft vertagt.

Die mit den Wehrpflichtigen Bayerns aus dem Jahrgange
1879 vorgenommene Prüfung ergab folgendes Resultat: in Ober—
bayern hatten von 2425 Wehrpflichtigen 11 (0,5 pCt.) mangel⸗
zjafte Schulbildung; in Niederbayern von 2207 Pflichtigen 29
(1,3 pCt.); Pfalz von 2040 Pflichtigen 7 (0,3 pCt.); in der
Oberpfalz von 1781 Pflichtigen 21 (1,1 pCt.); Oberfranken von
1841 Pflichtigen 7 (0,4 pCt.); Mittelfranken 'von 19605 Pflich⸗
tigen 2 (0,1 pCt.); Unterfranken von 1861 Pflichtigen 3 (0,2
ↄCt.) und in Schwaben von 1810 Pflichtigen 2 (0,1 pCt.) mangel⸗
jafte Schulbildung. Das ungünstigste Resultat haben demnach die
Oberpfalz und Niederbayern geliefert.

Durch die neue Militärnovelle wird die Stärke der
der deutschen Armee auf 503 Bataillone Infanterie, 340 BVatte⸗
rien Feldartillerie, 31 Bataillone Fußartillerie und 19 Bataillone
Pioniere erhöͤht. In Betreff der Neuformation der Infanterie—
cegimenter wird berichtet, daß es in der Absicht der Militärbehörde
liegt, bestimmte Regimenter festzustellen, welche den Auftrag erhalten
ollen, eine vollständige Kompagnie aus ihrer Mitte herauszubilden,
welche sie dann am J. April 1881 zur Bildung der neuen In—⸗
fanterieregimenter abzugeben haben.

Die Abreise des deutschen Kaisers Wilhelm aus Gastein
erfolgt am 9. August über Aussee, wo ein Besuch bei der Fürstin
Hohenlohe⸗Schillingsfürst beabsichtigt ist, nach Ischl; hier findet die
Zusammenkunft mit Kaiser Franz Joseph von Oesterreich statt
und sodann am 12. August wahrscheinlich die Rückkehr nach Berlin.

Ausland.

Der Fürst von Rumänien geht nächstens zum Besuche der
zsterreichischen Kaiser⸗Familie nach Ischl. Der Fürsi von
Serbien wird gleichfalls in Ischl erwartet.

Das Pariser Journal „Le National“ bestätigt, daß die
frauzösische Regierung angesichts der gerechtferligten Beun—⸗
cuhigung, die Jich in der Presse und im Publicum kundgegeben,
darauf derzichtet habe, 'eine militärische Mission nach Griechenland
zu senden

Vermischtes.

* St. Ingbert, 2. August. Gemäß hohen Erlasses des
herrn k. Obersta atsanwalts in Zweibrücken vom 15. v. Mis.
— die Prüfung der Standesregister pro 1879 betr. — wurde
»er Standesbeamte von St. Ingbert wegen musterhafter Führ⸗
ing der Standesregister im Jahre 1879 belobt.

* St. Ingbert, 3. August. Das Comite für die Ju—
iläumsfeier unseres bayerischen Königshauses hat in seiner gestrigen
Sitzung das Programm der Feier definitiv festgestellt. Da dasselbe
einer Zeit bekannt gegeben wird, so sehen wir für heute von der
Beröffentlichung ab.

* St. Ingbert. Die hiesige Lateinschule beging am Sams⸗
ag Nachmittag im Grewenig'schen Saale die Feier des siebenhun⸗
hertjährigen Regierungsjubiläums des Hauses- Wiittelsbach und in
berbindung damit die Feier ihres 10-jährigen Bestehens. Der Saal
var zu diesem Akte von den Schülern der Anstalt mit Tannen⸗
eisern, Topfgewächsen und Fähnchen in den bayerischen und deut—
chen Farben festlich geschmückt. Eröffnet wurde die Feier mit einer
zierhändigen Klavierpièce. Darauf hielt Herr Subrektor Barnikel
die Festrede, in welcher er zuerst der vor 10 Jahren stattgehabten
hründung der Lateinschule und des seitdem sich vollzogenen, erfreulichen
Aufschwunges derselben, der sich am besten durch die erhöhte Fre—
quenz bekunde, gedachte. Sodann widmete er dem Andenken seines
verstorbenen Amtsvorgängers, des ersten Leiters der Anstalt, einen
varmen Nachruf und wandte sich schließlich in diesem Theile seiner
Rede mit Worten der Hoffnung und des Wunsches an die Schüler
der fünften Klasse, die er aus der Anstalt entließ. Im II. Theile
eines Vortrages gedachte Redner der Geschichte unseres erhabenen
dönigshauses. Er begam mit der Schilderung der Heldenthat
Ottos von Wittelsbach in der Berner Klause. Aus der langen
derrscherreihe der Wittelsbacher hob er die hervorragendsten heraus,
um sie in kurzem Lebensbilde und in ihren charakteristischen Zügen
der Versammlung vorzuführen. Seinen klaren und ansprechenden
Vort rag schloß Redner mit dem Dichterworte:

„Gott mit Ihm, dem Bay?rnkönig!
Segen über Sein Geschlecht!

Denn mit Seinem Volk in Frieden
Wahrt Er dessen heilig Recht.

Gott mit Ihm, dem Landesvater!
Gott mit uns in jedem Gau!

Gott mit dir, du Land der Bahern,
Deutsche Heimath weiß und blau!“

Es folgten nun noch nach der Reihenfolge des Programms
Deklamationen, Gesänge und Instrumentalmusikstücke, die sich fast
ohne Ausnahme den lebhaftesten Beifall der zahlreich Anwesenden
exwarben.

— Hassel, 2. August. Unser Gemeinderath hat aus Ge—
neindemitteln die für die hiesigen Verhältnisse gewiß hübsch zu
rnennende Summe von 50 Mark bewilligt zur Bestreitung der Kosten
bei der Feier des Wittelsbacher Jubiläums.

*Die Betheiligung an dem am 8. ds. Mis. (nächsten Sonntag)
in Saarbrücken stattfindenden Erinnerungsfeste an die Schlacht
»on Spichern verspricht eine äußerst großartige zu werden. Tag⸗
äglich gehen hierzu Anmeldungen von Kriegervereinen ein, die theils
n corpore theils durch Deputationen vertreten sein werden. Maun
rechnet auf circ. 60 bis 70 auswärtige Vrreine, welche an der
datriotischen Feier theilnehmen werden.

F Die pfäl zischen Creditgenossenschaften haben an die
sammer der Abgeordneten eine Vorstellung eingereicht in Betreff
der in den Gesetzentwürfen über die Gewerbestener und Einkommen—
stteuer enthaltenen Bestimmungen über die Besteuerung der Ge⸗
nossenschaften.

F Die Zahl der Candidaten, welche sich der im lauf. M.
tattsindenden Prüfung für den Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmerei⸗
dienst unterziehen, beträgt, wie der „Pf. Pr.“ gemeldet wird, nicht
ca. 60, sondern 91, demnach ungefähr ebensoviel als die des letzten
Toncurses.

Für die Wittelshacher Landesstifstung gingen bei dem kal—
        <pb n="486" />
        Bezirksdamte Zweibrücken aus Blieskastel nachträglich noch
25 M. 75 Pf. ein, so daß sich jetzt der Ertrag derselben im
Amtsbezirke Zweibrücken auf 9422 M. beziffert.

'In der Sitzung der Strafkammer des kgl. Landgerichts
Zweiübrücken wurde am 380. Juli die 16jährige Katharina
Schwarz von hier, Tochter des Bergmannes Joh. Schwarz,
wegen Diebstahls unter Annahme mildernder Umsiände in eine Ge⸗
sammtgefängnißstrafe von 6 Monaten verurtheilt.

F Der Besenbinder Neuschwender von Ingweiler bei
Einöd hat als Pflegling ein Schwesterkind seiner Frau, Namens
Jakob Hüther, von Bottenbach bei sich. Der Knabe ist volle 17
Jahre alt, mißt 86 Centimeter, etwa 30 Zoll Höhe und wiegt 27
ffund. Er kann lesen und schreiben, ist ganz gesund und kann
in einer Tour 3—4 Stunden weit gehen, ist auch körperlich ganz
regelmäßig gebildet, so daß man ihn für ein Kind von 324
Jahren haͤlt. Er hatte noch ein Schwesterchen, das aber nur 10
Jahre alt geworden und Kopfslänge kleiner war als er.

In Biedershausen fand am Freitag ein größerer
Brand statt. Zwei Wohnhäuser mit Scheunen, Eigenthum der
HH. Lehrer Kau, resp. Fuhrmann und Zumstein, wurden von den
Flammen zerstört.

In Landstuhl traf, der „Pf. Pr.“ zufolge, am Donners⸗
tag der abgesetzte Erzbischff von Köln, Dr. Paulus Melchers,
auf einer Reise nach Hohenschwangau ein und stattete dem dortigen
Waisenhause einen Besuch ab.

4 Die General⸗Versammlung des thierärztlichen Kreisvereins
für die Pfal z pro 1880 findet am Samstag, den 21. Angust,
Vormittags 10 UÜhr, auf der Haardt im Gasthof zum Weinberg statt.

F Die konfer vative „Edenkobener Zeitung“ hat nach vier—
monatlicher Existenz ihr Erscheinen eingestellt.

2
Auszug

aus einer Versteigerungsbekannt⸗

machung.

Montag, den 20. Septem⸗
ber 1880, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert in der
Wirihschaft von Peter Heusser
werden von Karl Auffschneider,
Rechtscandidat in St. Ingbert
wohnhaft, Amtsverweser des kgl.
Notäar Sauer, im Amissitze da⸗
selbst, als gerichtlich ernannten
Versteigerungsbeamten gegen

Johannes Feß, Schmelz⸗
arbeiter, früher auch Wirth und
dessen gewerblose Ehefrau The⸗
rese Weirich, beisammen in
St. Ingbert wohnhaft,“

die nachstehend bezeichneten
Liegenschaften in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert, im Zwangs⸗
wege, öffentlich zu Eigenthum
versteigert:

i. Plan Nr. 3170, 17 a
Acker am Schaafkopf ne—⸗
ben Franz Vuser und
Johann Ripplinger;

Plan Nr. 286314, 2 4
1 qm Wohnhaus mit
Abtritt und Gärtchen ne—
ben den Kindern von Ja⸗
kob Selgrad und Peter
Fickinger Wittwe;

Plan Nr. 286310, 3 qm
gemeinschaftlichte Weg,
ganze Fläche 20 qm ne—⸗
ben vorigen Angrenzern,
gelegen in der Stadt St.
Ingbert auf der Meß.

Die Liegenschaften kommen
einzeln zur Versteigerung.

Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs⸗
beamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 2. August 1880.

Der Versteigerungsbeamte,

K. Auffschneider

Amtsverweser.

Auszug.
Beschluß.

Das kgl. Amisgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Beschluß gefaßt:

Ueber den Nachlaß des ver⸗
sebten, früher in St. Ingbert
wohnhaft gewesenen Geschäfts⸗
nannes Ludwig Bechthold,
owie über die Gütergemeinschaft
velche zwischen diesem und sei—
ner nunmehr in Niederwürzbach
wohnhaften Wwe. Cäcilie Schal⸗
ler bestanden hat, wird der
TFoncurs eröffnet, und wird die
Fröffnung festgesetzt auf: Frei⸗
tag den 30. Juli 1830,
Vormittags 10 Uhr.

Zum Concurs-⸗Verwalter wird
der Geschäftsmann Carl Ambos
in Zweibrücken ernannt.

Zur Beschlußfassung über die
Wahl eines andern Verwalters,
über die Bestellung eines Gläu—
higer⸗ Ausschusses und über die
in den 88 120 und 125 der
Toncursordnung bezeichneten Fra⸗
gen wird Termin verordnet auf:
Dienstag den 24. August
nächsthin, Vormittags
d Uhr, im Sitzungssaale
des kgl. Amtsgerichts
dahier.

Die Anmeldefrist läuft
bis zum 1. October Jl. J.
und wird der allgemeine Prü—
sungstermin festgesetzt auf:
Montag den 8. Novem—
ber nächsthin, des Vor—
mittags un 9 Uhr in
demselben Locale.

Allen Personen, welche eine
zur Concursmasse gehörige Sache
in Besitz haben oder zur Concurs—
masse etwas schuldig sind, wird
aufgegeben, nichts an die Ge—⸗
neinschuldnerin Wittwe Bechthold
zu verabfolgen oder zu leisten;

auch die Verpflichtung auferlegt.

R

In Albbersweüller beging ein Ehepaar die Feier sei—
nes 68. Trauungstages. Er ist im Jahre 1788, sie im Jahre
1790 geboren. Am 27. Juli 1812 wurden sie getraut. Eine
lebendige Chronik, erzählen sie von der französischen Revolution
ind Invafion in der Pfalz, als ob sich Alles erst gestern zugetragen.

Landau. Am Samstag fanden die mit der Abtragung
des französischen Ravelin beschäftigten Arbeiter etwa 300 Stück
mit Sprengpulver gefüllte Handgranaten auf einem Haufen in
Pyramidenform.

F In Heuchelheim sind, dem „Fr. T. zufolge, die
Mäuse so massenhaft aufgetreten, daß mittelst Schelle zur Vertil—
gung dieser schädlichen Thiere aufgefordert wurde. Da für jede
eingelieferte Maus ein Pfennig Belohnung ausgesetzt war, wurden
binnen 2 Tagen 5800 Mäuse eingeliefert.

— Zu den Mitgliedern des Preisgerichts für die gewerbliche
und landwirthschaftliche Ausstelling in Mannheim gehören
aus der Pfalz die Heeren Direktor Euler, Landwirthschafts-Lehrer
Nippeiller, Oberingenieur Opfermann und Professor Dr. Recknagel
in Kaiserslautern, Zivilingenieur Kölwel in Zweibrücken, Fabrik—
inspektor Häuser in Speyer und Gutsbesitzer W. Schellhorn in Forst.

F Frankfurt. Von den auf dem Festplatze Verunglückten
st als fünfte gestorben Gertrude Pfeiffer aus BVornheim. Frau
Kapellmeister Freund hat ein Auge verloren, das andere, an
welchem sie gleichfalls verletzt wurde, hoffen die Aerzte zu retten.

F Die Kriegervereine Aschaffenburg, Frankfurt
a. M. und Han au beabsichtigen, am 7. August das Schlacht-
keld von Weißenburg, am 8. das von Wörth zu besichtigen. Am
Abend des ersten Tages soll in Hagenau ein Krieger-Commers
tattfinden.

Für die Redaction verantwortlich: F. XR. Demes.

von dem Besitze der Sache und
von den Forderungen, für welche
sie abgesonderte Befriedigung in
Anspruch nehmen, dem Concurs⸗
verwalter innerhalb einer Frist
von drei Wochen von heute an,
Anzeige zu machen.

Zu obigen Terminen werden
die Betheiligten hiermit einge—
laden.

St. Ingbert, 30. Juli 1880.

kgl. Amtsgericht
gez. König, k. Oberamisrichter.
Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber,
Krieger.

Auf Grund der thatsächlich er⸗l
zielten Heilerfolge kann das bereits in
110. Aufl erschienene reidiunstrirte Buch:
„or. LUAiry's Naturheiluicthode““,
Preis 1 Mark,“) allen Kranten auf's
Warmste zur Anschaffung empfohlen
werden. In diesem 544 Seiten starken
Werke sindet ein Jeber, gleichviel an
welcher Krankhrit leidend, tausendfach
bewahrte, leicht zu befolgende Rath⸗
Hlage, die, wie zabllose ZDautschreiben

weisen. oft jelbst Schwerlrauten
* Hilfe — HSeilung brachten
Aers Veriags · Ansian, Leiv⸗, ⸗⸗
sendet auf Wunsch⸗ —
in 106 Seit. starl
cug vorhber

8
Zu haben in allen Buchhandl.

Todes-Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen nunsere liebe
Mutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwiegermutter,
Schwester, Tante und Schwägerin,

Frau Wittwe Günther,
geb. Reppert
heute Morgen halb 3 Uhr im 67. Lebensjahr zu sich
abzurufen.

Schnappbach, den 2. August 1880.

Die trauernden Hinterbliebenen.

Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag um 2
Uhr von Schnappbach aus statt.

Waͤhrend der Dauer meiner
Badereise, vom 2. bis 22.
August, ist mein

klinisches Institut
geschlossen.

D. EWioC&amp; jun.,

Spezial⸗Augenarzt,
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        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblaite verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementovpreis beträgt vierieljährlich

4MA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A GO , einschließlich 420 Zustellgebihr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AMc 124. Donuerstag, den 5. August 1880.

Deutsches Reich.

Nach der Nachweisung über die zur Anschreibung gelangten
Finnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuern, sowie
anderen Einnahmen des Deutschen Reiches für das Etatsjahr 1879,80
betrug die Einnahme 327,982,618 M. Davon gehen ab die be—
zahlten Bonificationen mit 33,877, 408 M., so daß der Reichskasse
berbleiben 294, 1050,210 M. Vecrgleicht man diese Einnahmen mit
denen des Vorjahres, so ergiebt sich für das Etatsjahr 1879 80
ein Mehr von 27,718,637 M., welches zumeist aus den Positionen
Zölle, Rübenzucker und Salzsteuer entstanden ist.

Die Koburger Konferenzen sind beendet. Alle Mitthei—
lungen in den Blättern, nach denen es sich in Koburg lediglich
um eine sogenannte „Zollkonferenz“ gehandelt haben sollte, stellen
siich nachträglich als irrthümlich heraus. Vielmehr lautete das Pro⸗
gramm der Konferenz: „Fortsetzung der Zoll⸗ und Steuerreform
des vorigen Jahres“. Nach dem „Berl. Tgbl.“ ist in Koburg
zunächst die Frage eingehend diskutirt worden, wie hoch das finanzielle
Bedürfniß im Reiche sich stelle, um die Etats der einzelnen Bundes
staaten entlasten und damit auch jene geplante Reform und Reduktion
der direkten Steuern vornehmen zu können, deren Nichteintritt so
viele Wähler kopfscheu gemacht hat. Namentlich soll in Koburg
entscheidendes Gewicht darauf gelegt worden sein, ein gleichmäßiges
Vorgehen betreffs der Herabminderung resp. Beseitigung der direkten
Steuern unter den Bundesstaaten zu regeln. Hierzu war eine
eingehende Diskussion der Frage nothwendig, auf welche Weise im
Reiche die Einnahmequellen zur Deckung herbeizuschaffen seien. Es
verlautet, daß es hierüber zu keiner allgemeinen Einigung gekommen
wäre. Es heißt, daß unter diesen neuen Einnahmequellen auch
die Einführung des Tabaksmonopols neben anderen Steuererhöh—
ungen resp. anderen Steuern figurirt habe und zur eingehenden
Diskussion gestellt worden sei. Ueber die von der Konferenz ge⸗
faßten Beschlüsse, wenn solche überhaupt vorliegen, wird vorläufig
tiefes Stillschweigen beobachtet.

Ausland.

In Frankreich haben die Republikaner bei den am
Sonntag stattgehabten Generalrathswahlen einen großen Sieg er⸗
rungen. (Der Generalrath ist in Frankreich etwa dasselbe, was in
Bayern der Landrath ist.) Corsika ausgenommen wurden gewählt:
902 Republikaner, 372 Konservative (Royalisten, Bonapartisten
und Klerikale), 125 Stichwahlen sind erforderlich. Die Republitaner
zgewannen bis jetzt 240 Sitze.

—ADV—
wurde dem türkischen Minister des Aeußeren am Dienstag zugestellt.
Nach der „Ag. Havas“ wird in dieser Note der Tuͤrkei eine
dreiwöchentliche Frist gewährt, um die Convention mit Montenegro
dom 12. April ds. Irs. auszuführen; geschähe dies innerhalb der
bewilligten Frist nicht, so würde sie aufgefordert werden, sich mit
nächstem wegen der Uebergabe von Dulcigno (statt des in der Con⸗
dention vom 12. April bestimmten Bezirks von Gusinje] mit
Montenegro zu verständigen.)

Vermischtes.

* St. Ingbert, 5. August. Am 6. August 1870 schloß
mit dem Siege der Deutschen bei den Spicherern Höhen für
unsere Stadt eine bange Woche. Es geziemt sich wohl, heute, 10
Jahre nach jenen Tagen, wieder an sie zu erinnern und vor allen
Dingen das dankbare Andenken an die tapferen Männer zu er⸗
wecken, die am 6. August 1870 mit ihrem Leben den Sieg über
den alten Erbfeind erkauften und uns dadurch aus der drückenden
Furcht vor wälschem Uebermuthe herausrissen. Ein Volk ehrt sich
elbst am schönsten, wenn es der Tapfern, die für seine Ehre
lämpften und bluteten, in Dankbarkeit gedentt. Möge darum auch
insere Stadt für alle Zeiten in diesen Tagen eingedenk sein Dessen,
was sie vor 10 Jahren der Gnade des Höchsten und deutschem
Opfermuthe zu danken hatte.

St. Ingberi. Die hiesige Lateinschule begann das jetzi
ablaufende Schuljahr 1879,80 mit 130 Schülern. Von diesen
traten im Laufe des Jahres 14 aus. Unter den 116 Schülern,

mit denen die Anstalt das Schuljahr schließt, sind 81 hiesige und
35 auswärtige. 75 sind Katholiken, 33 Protestanten, 2 Mennoniten,
6 Israeliten. Die J. Klasse zählt 36, die II. Klasse 27, die DI.
Klasse 29, die IV. Klasse 14 und die V. Klasse 10 Schüler. Von
iesen Letzteren beabsichtigen 9, das humanistische Gymnasium zu
hesuchen. Das nächste Studienjahr beginnt Moniag, den 27. Sep—
tember mit der Inscription der Schüuler. Die Aufnahms- und
Nachprüfungen werden am 28. und 29. September abgehalten.

Niederwürzbach. Gemgß Erlasses des Herrnuk.
Oberstaatsanwaltes vom 15. Juli ds. Irs. wurde der Standesbe⸗
amte von Niederwürzbach wegen musterhafter Führung der
Standesregister pro 1879 belobt. Daraufhin bewilligte der Ge—
meinderath von da, dem Gemeindeschreiber, Hrn. Lehrer Peter
Wolf, eine Remuneration von neunzig Mark.

Blieskastel. Die Geschwister Karl, Katharine und
Karoline Wolfius dahier haben ein Patent auf Herstellung von
Stoslen in Sandformation erhalten.

Aus dem Bliesgau wird der ‚Zw. Zig.“ geschrieben:
Der Stand der Feldfrüchte berechtigt dieses Jahr zu den schönsten
Hoffnungen. Wenn es auch bei der ersten Schur nicht sehr viel
Heu gegeben hat, so ersetzt jetzt die zweite Schur und das Ohmet
»as Fehlende. Das Korn ist jetzt allenthalben abgemacht, und
einige gute Tage brächten dasselbe in die Scheunen. Könnte auch
)Die Quantität besser sein, so wird der Mangel durch die Qualität
reichlich ersetzt. Der Weizen steht über Erwarten schön, und von
dem lästigen Brand ist nur bei einigen Nachlässigen Etwas zu be⸗
merken. Ebenso schön ist der Hafer und die Gerste, und die Kar—
toffeln haben noch selten so viel versprochen wie dieses Jahr, so—⸗
vohl in der Güte als in der Menge, und wenn wir gute trockene
Witterung bekämen, damit die Fäulniß nicht überhand nähme, so
uüßte der Preis ein sehr niedriger werden. Zu beklagen sind nur
die diesen Winter durch die harte Kälte zu Grunde gegangenen
Apfelbäume, namentlich der für unsere Gegend so sehr geeignete
sogenannte Siebenschläfer. Viele glaubten, dieselben würden sich
im Laufe des Sommers wieder erholen; doch sind alle angestellten
Mittel umsonst, und alle Wiederbelebungsversuche nützen Nichts.
Der Schaden ist ganz enorm.

7Zweibrücken. Der Bau⸗Unternehmer Mohr von hier,
der die Bauarbeiten in der neuen kath. Kirche leitete und deshalb
sur den am 1. Sept. v. J. vorgekommenen Unglücksfall — 8 Ar⸗
eiter wurden mehr oder minder verletzt — verantwortlich gemacht
wurde, ist von der Beschuldigung der fahrlässsgen Körperverletzung
ireigesprochen worden. (Pf. V.)

7 DDie sammtlichen 36 Abiturienten des kgl. Schul⸗
lehrer⸗ Seminars Kaiserslautern sind zur Praxis zugelassen.

F Die „Pf. Pr.“ berichtet aus Grünstadi, es gehe da⸗
elbst das Gerücht, daß fünf Rentämter der Pfalz aufgehoben werden
ollen.

(Aberglaube!)) Mitte Juni l. J. wurden einem Manne
in Wernersberg, Kanton Annweiler, 165 Mark baar ge⸗
tohlen, und zwar durch einen bis jetzt noch unbekannten Thäter.
Um diesen letzteren ausfindig zu machen, glaubte ersterer die Sym⸗
pathie eines Mannes aus Lug in Anspruch nehmen zu müssen,
velcher sich auch zum „Diebsbannen“ bereit erklärte. Alles, was
nach der Meinung des Diebsbanners hiezu nöthig schien, wurde
veranlaßt und ausgeführt, aber der Thäter, der ein Nachbar des
Beraubten sein sollte, blieb dennoch unbekannt. (L. A.) (Lug und
„Diebsbanner“ paßt ja wohl ganz gut!)

In Roxheim wurde zur Erinnerung an 1870/71 auf
dem Friedhof ein hübsches Krieger⸗Denkmal errichtet und am Sonn⸗
lag eingeweiht. Schon am Montag früh aber fand man dasselbe
von ruchloser Hand verwüstet, indem etwa 18 Stücke abgeschlagen
sind. Die Gemeinde hat auf die Ermittlung des Thäters eine
Belohnung von 100 Mark ausgesetzi.

F In Bollen dorf bei Trier sind drei junge Leute, Brüder,
in der vorbeifließenden Sauer ertrunken. Der vierte Bruder, ein
djähriger Knabe, mußte rathlos und weinend am Ufer stehend dem
Tode seiner Geschwister zusehen.
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        fEin Ausscheller. Um das Schlachten unreifer Kälber
su verhindern, wurde seiner Zeit im Schwäbischen das Gesetz er—
ijassen, daß jedes Kalb, das zur Welt komme, angezeigt werden
müsse, und daß keines, das unter vier Wochen alt sei, an einen
Metgger verkauft werden ddürfe. Der Ausscheller in Schlaulingen
machle das mit folgenden Worten bekannt: „Dia Baure, wo
Nälber kriaget und zoigets net a, zahlet an Gulde Strof, und die
Metzger, wo unter viar Woche sind und metzgets, zahlet zwo
Gulde!“ (Schalk.)

Wie der „Mgdb. Ztg.“ aus Hamburg mitgetheilt wird,
hat sich Hasselmann, einer der Führer unserer Socialdemokraten,
in der Nacht vom Freitag zum Samstag nach Amerika eingeschifft,
angeblich mit Hinterlassung einer ansehnlichen Schuldenlast. Man
neunt eine sehr hohe Summe, die sich zum größten Theile aus
Darlehen zusammensetzen soll, welche Hasselmann bis in die jüngste
Zeit hinein von kleinen Leuten empfangen hatte. Nun hat sich der
ehrenwerthe „Arbeiterfreund“ in aller Stille unsichtbar gemacht
und seine leichtgläubigen Freunde haben das Nachsehen. Es liegt
in dieser Thatsache eine bittere Ironie. Man erinnert sich, daß
Hhasselmann noch ganz kürzlich durch die bekannten „Enthüllungen“
seine ehemaligen Genossen moralisch zu „vernichten“ suchte und
daß in diesen Enthüllungen die leidige Geldfrage eine sehr hervor⸗

Versteigerung.

Montag. den 16. August
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert, in der

Wirihschaft von Peter Heusser,
werden von Karl Auffschnei⸗

der, Rechtscandidat in St. Ing⸗

beri, als Amtsverweser des kgl

Notar Sauer daselbst, die nach⸗

stehend beschriebenen Liegenschaf—

ien in der Steuergemeinde St.

Ingbert, öffentlich zu Eigenthum

nersteigert:

4. Äus Plan Nr. 195, 8 4
20 qm Fläche, diejenige
Gebaͤulichkeit mit Hofgang,
welche zur Zeit an Philipp
Weber vermiethet ist;
Plan Nr. 1894, 1 4
40 qm Fläche, worauf ein
Wohnhaus und Hofraum,
auf dem Hobelsgarten;
Aus Plan Nr. 188, 10 4
50 qm Fläche in den Ho⸗
belsgärten das Wohnhaus,
das zur Zeit an Christian
Webers Wittwe und Kinder
vermiethet ist;

Plan Rr. 178. 7 a 40
qm Pflanzgarten in den
Hobelsgärten;

Aus Pian Nr. 4168 und
4169, 7 a 80 qm Acker-
land in den Hobelsgärten,
ungeführ 2 a 50 qm.

Saͤmmtliche zu versteigernden
Liegenschaften dilden Bestand⸗
—
Brauereianwesens. Dieselben
werden einzeln ausgeboten und
zugeschlagen.

Unmitlelbar nach diesem wer⸗
den folgende zwei Grundstücke
zur Concursmasse des Peter
Heusser gehörig, gleichfalls
offentlich versteigert, nämlich:

1. Plan Nr. 3511, 32 4 40
qm Acker in der dritten
pfuhlwieseahnung und Plan
HNr. 3512, 17 a Acker
allda;

Plan Nr. 3802, 27 a
30 qm Acker auf Schiffel⸗
land.
Inchert, 4. August 1880.
Ir fischneider
Amitsverweser.

Oeffentliche
Zustellung.
Vorladung.

Joseph Lefebre, 21 Jahre
alt, Bergmann und beurlaubter
Bemeiner von St. Ingbert,
z. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 22. Sep⸗
tember 1380, Vormit⸗
tags 8 Uhr, in der öffent⸗
liichen Sitzung des Schöffenge⸗
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaale zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung im Monate Februar
1874 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklag⸗
ten eröffnet, daß bei unentschuldig⸗
tem Ausbleiben seine Verurthei⸗
lung auf Grund der vom lgl.
dandwehr⸗Bezirks ⸗Commando
Zweibrücken am 24. April
1880 nach Vorschrift des 8 472
der R.⸗St.P.⸗O. abgegebenen
Irklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 29. Juli 1880
Der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗
gerichte St. Ingbert,
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber,
Krieger.
Herrenhemden,
J
Unterjacken.

Unterhesen
unter Garantie für vorzüglichen
Zitz liefert nach Maß prompt
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und gesund gelegen, bestehend
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raumigen Küche und entsprechen⸗
dem Kellerraum ist an eine kleine,
dessere Familie zu vermiethen.
Wodnu erfragen in d. Exbed.
4

ragende Rolle spielte. Hier hat nun die belannte Phrase von der
„Ausbeutung der Arbeiter“ eine neue, sehr eigenthümliche und sehr
lehrreiche Beleuchtung erfahren.

FHübsche Adrefse. Vor einiger Zeit wurde in Forst eine
Sendung unter folgender Bezeichnung zur Post gegeben; „An Fräu—
lein Rosamunde Schachtel, per Adresse Herrn Rat Schachtel in
Posen. Anbei eine Schachtel, signiert Schachtel.“

Für die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.

. Ingberr, 4. August. Wie aus dem Inseraten⸗
———
Abend im Musikverein das Wolff'sche Schauspiel: Preciosa zur
Aufführung. Schon seit mehrere Wochen finden Proben für die
darin verkoinmenden gemischten Chöre und seit 8 Tagen für den theatra—
lischen Theil statt und verspricht die Aufführung eine recht gelungene zu
werden; die Tüchtigkeit und der Fleiß der Mitwirkenden, sämmtlich Dilet⸗
tanten, bürgen uns schon dafür. Es ist dies der erste größere der—
artige Versuch, welcher dadurch ermöglicht wird, daß die Bühne
bedeutend erweitert und mit ganz neuen Decorationen versehen
wurde. Möge der Erfolg den gehegten Erwartungen entsprechen
und die Mitglieder zu neuen ähnlichen Unternehmungen aneifern;
der Dank der Zuhörer wird dann nicht auf sich warten lassen.
Musik Vocrein.
Sonntag den 8. August in Oberhauser's Saal
Fheatralische Aufführung:
PECIOS aA
Schauspiel in 4 Aufzügen mit Gesang von Pius Alexander
Wolff. Muͤsik von C. M. von Weber.
Anfang präcis 8 Uhr.
NB. Nur Fremde dürfen eingeführt werden. Schulpflich—
Kinder dürfen unter keinen Umständen mitgebracht werden.
Nach der Theatervorstellung
Tanzunterhaltung.
— Der Vorstand.
International-Lehrinstitut.

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Militärdienst. — Vorbereitung für alle Klassen der Gym-
nasien und Renlgymnasien ete. — Pensionat in
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am hãufigsien auftretenden Krank⸗
senen wie Abmagerung,
Schwaäche Magenleiden,
Rersenieiden, Leberbe—
schwerden, Blutarmuth,
Haämorrhoiden, Band⸗
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und dagegen die wirkjamsten
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2 5 —5535* 32; — 5325 —— 55 28582 4 — —5* —3*55
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32*833 1 335 836 —————
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353 28
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2 52 2 3
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2. 582 2
—22 — —* 9 2
2353 3582 87 *?
—— — 2,2 — 5
—— 55382323
—— 2233583623
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22 33 22 2. 2 —
3—323. 28 3. —7
3333. —733532.2
2552 35323 733 2 —3
—— 3323833 7
25*8323255
5 3—3——623
52z235308733857* 8
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2G3325
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S. 85, 3 23; 2 2 —ã— ———
520568 —7— 835. ——3— — 23 — —53522
* — 2* 2 28382 22 * 353,. 5 — 333238— *

n 23 33 — 3382 2. 2 3* —A— —— 25
238322333 33 233336333
38512282 22 54 8 22 25 22222 22
282 26 2 * — 55 2 2835333 *
2. 3225265 *22 *7 82 — — 2
2* 2 2 Sc2472 53 22 55 3. 22.
3 — 5733 —2* 278 3 22*8 * 2 2 32.5 —75323 3
23832 8 33

228 2 2 53 * — 25 7 * — 22
D *282 2 — * — * 84 E3
2* — 2 3 3 — 7 — 2* — — — — 1333
23 * * 3 7 3 222 25377— 2 3*
2 20 33 25—6 53885. — — 52233322 2*
— 38333 23. 2. * 28532—278 2372535
———— 3 * 2* 2
—8 —2* 23. R 2* 2. 2. 3 —*8 wE 53323
— — 2 22973 — —2* 52 *352 522
52 72*7 — 523833355* 555 52 22 533
5 —3227 2 — * — 2 —
3—5. 7333 —3333 535553
*7 2 8
* 3* 532 525383337 — —
— — * * — 77 2 2 2* *—
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*375,25 3 c3— 32355
2 Q * —3— 5 * 522 * 2 J 2
523 358 53 .5 236 —— 3
5. *5 —5 55 7 * 3 25— 532 4292. *8
— —25 22— 55.33 3. 7283 252 —
2*7* 2 255533 535335335*
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25 * —8 A *25 222 2 ——
227 38338 73 333538 —A
* —— uo 2 8 37 2575 — 33 —
42375 5. 33373353255337 3
868 24833 2z3733333553
— 52523 5323535 —233 32 33533385
37* 33338 232.3837 33 22338533832
1522 * 23 2 53232 ——
5235 — — 2,3 3 532 3
5 385533 5777 7* 78 — 33582 2
2 * 78 S 253 527 * —E 27 225523 *—
8 32362 38 ——— * *2 — — 53 —3
87 —383—53 33553 3333333*8
23 5 323533838 35335 3 3333 33 6
52 32233 *5388 3338833398
— 3. — 2
53 723335 53 7—3335 53533 ——
38333 2353 ——
5x 83332*38 — G*55 358 3* 222
— 292 * 3 78 2 3 22 *5 2 * *2 2
—D * 38 523 3 582
38 2 22 583 9522 32. 8 *252 237
38 33 3—33 3—223
— 223 53 33 5388 — 5333 32333337
22* —A 36833 88 I8332* 535*3 3* A
— 5 332 3335 232. 232 5583 8333333 73 532
56 323 2235 325* *58* —
2 335 5. 5353 *87* 22. 5 53. 388
75 3 833 7338 333 3328 53333835333
3 2 35* 3833383 2383 3555 1333233223 52527

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        St. Ingberler AAnzeiger.
Her St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.

1880.

M 125. Samstag, den 7. August

Deutsches NReich.

Mürnchen. In der kgl. Münzstätte dahier wurde vor
rinigen Tagen die Prägung für das Reich mit dem Rest von
3668 Stück Kronen beendigt und diese Summe nach der Reichs—
hankstelle Chemnitz abgeführt. Es tritt nun in der Prägung an
der hiesigen Münzstätte eine längere Pause ein.

Dem Vernehmen nach sollen die Steuerausschüsse der bayer.
Abg.⸗H. nicht vor dem 15. Oktober berufen werden. Man
yofft, daß dieselben die erste Lesung bis Weihnachten zu Ende
bringen, daß nach Neujahr die Kammern berufen werden lönnen,
veil die zweite Lesung nur in Gegenwart der Kammern und in
estündiger Fühlung der Ausschußmitglieder mit ihren Kollegen er—
'olgen soll.

Während der diesjährigen Herbstwaffenübungen in Bayern
verden verschiedene Versuche hinsichtlich der feldmäßigen Verpfleg—
ing der Truppen angestellt werden und soll hauptsächlich die Ver—
vendung des Hartgemüses (Linsen und Erbsen), das bei den nord—
deutschen Truppen schon seit längerer Zeit mit Vortheil benützt
vird, in Erwägung gezogen werden.

Auf Antrag des königl. baher. Gendarmeriecorps
vurde vom kgl. Staatsministeriums des Innern genehmigt, daß
die Erübrigungen aus den Jahren 1878 und 1879 im Betrage
zu 54,098 Mtk. an die Mannschaften der Landcompagnieen ver—
heilt werden. Diese Remuneration wird in 4 Abstusungen, und
war von über 13 Dienstjahren mit 40, mit über 8 zu 80, von
3 bis 8 zu 20 und von 1 bis 3 Dienstiahren zu 12 Mk. zur
luszahlung gelangen.

Nach dem „Verl. Tgbl.“ stoßen die im Reichs-Justizamt vor—
jenommen Arbeiten bezüglich der Revision des Alktiengesetzes auf
o mannigfache Schwierigkeiten, daß es kaum möglich sein dürfte,
dem RNeichstag schon in seiner nächsten Session hierüber eine
Vorlage machen zu können.

Es fällt auf, daß die ultramontanen Blätter das Tab ak—
monopol nicht mehr so entschieden verwerfen, wie früher, son—
dern zu der Ansicht gelangt sind, unter Umständen ließe sich da—
über reden. Manche wollen darin ein Anzeichen sehen, daß das
Fentrum wohl bereit wäre zu einem Tauschgeschäft Tabakmonopol-
Maigesetze mit dem Reichskanzler, ähnlich jenem, was im vorigen
Jahr bei Gelegenheit der Zolltarifberathung auch von ihnen inten⸗
dirt gewesen zu sein scheint und vielleicht auch effectuirt worden
väre, wenn Windthorst wirklich so früh aufgestanden wäre, als er
ich gerühmt hatte.

Die Mittheilung, daß die Feier der Vollendung des Kölner
Domes in diesem Jahre nicht stattfinden werde, wird jetzt all—
eitig bestätigt.

Kaum glaublich ist es, welche Fortschritte die deutsche
Marine in der verhältnißmäßig kurzen Zeit ihres Bestehens ge—
macht hat. Vor zwei Jahrzenten noch wehte in dem Kieler Hafen
ie dänische Flagge, und vor zehn Jahren war unsere Marine ge—
zöthigt, sich klugerweise auf die Defensive zu beschränken. Für die
Offensive kamen nur die Panzerfregatten „König Wilhelm“, Fried⸗
ich Karl“ und „Kronprinz“ in Betracht. Heute zählt die deutsche
Schlachtflotte, wenn wir die Panzerkorvette „Baden“ mitzählen,
12 Panzerschiffe — immerhin eine Macht, die auch jede Seemacht
xsten Ranges ernst nehmen muß. Und 'es ist nicht viel mehr als
ein Menschenalter verflossen, als die Engländer ssich geberdeten, als
venn sie den Deutschen das Recht zur Führung der Reichsmarine—
lagge streitig machen wollten. Damals sah es mit Preußens
Macht zur See noch traurig aus; sie bestand 1848 aus der Segel⸗
orvette „Amazone“ und aus 2 Kanonen⸗Jollen! Beim Ausbruch
es deutsch-dänischen Krieges waren schon 7 Kriegsfahrzeuge, dar—
inter allerdings die Hälfte Kanonenschaluppen, mit zusammen 380
Heschützen vorhanden. Bis zum Schluß der sechsziger Jahre war

die Zahl der gedeckten Korvetten auf 5, die der Glattdedskorvelten
uuf 4 gestiegen. Erst in dem letzten Jahrzehnt hat die Entwickelung
yer Flotte sich in einem schnelleren Tempo voliziehen köͤnnen, da
as Reich bereitwillig die Mittel zu der im Jahre 1888 plan—
zaßig zu beendigenden Ausführung des Flotlengründungspianes

bewilligte. Es muß aber auch 'anerkannt werden, daß bei dieser
Ausführung mit ganz seltener Energie und Hingabe gearbeitet
worden ist, und daß in das letzte Jahrzehnt eine wichtige Reform⸗
periode fällt, die für die Zukunst unseres Seekriegswesens von
zrundlegender Bedeutung sein wird. Deutschland hat nunmehr ein
oolles Recht, auf seine Marine stolz zu sein. Möge die sich aber
auch die unangenehmen Erfahrungen zu Nutzen machen, auf daß
ie vor so schrecklichen Unfällen, wie der Untergang des „Großer
urfürst“, in Zukunft bewahrt bleibe!
Ausland.
Die am 10. d. M. zu Jschl Statt findende Zwei⸗Kaiser⸗
Zzusammenkunft mahnt daran, daß dieselbe die erste persönliche Be—
jsegnung der beiden Kaiser nach dem Abschlusse des österreichisch⸗
)eutschen Septemberbündnisses des vorigen Jahres ist. Das Werth—
yollste an diesem Bündniß ist, daß es nach elfmonatlicher Dauer
uicht nur noch existirt, sondern sich sogar gekrüftigt hat, für Bünd⸗
uisse der Gegenwart schon eine geraume Zeit.

Der Sieg der republikanischen Partei bei den Generalraths—
wahlen in Frankreich kommt zwar nicht unerwartet, die Groöͤße
der Niederlage der monarchistischen, klerikalen und ultra⸗radikalen
Parteien übertrifft aber dennoch sowohl die Hoffnungen als Be—
»ürchtungen. 1412 Generalrathswahlen waren dorzunehmen, davon
waren früher 668 Freunde, 774 Gegner der Republik. Das Ge—
ammtergebniß der letzten Wahlen wird sich nun einschließlich der
Stichwahlen auf etwa 1000 republikanische und 400 reaktionäre ec.
Beneralräthe stellen. Damit find von 80 Departements-General⸗
cäthen mindestens 70 in Händen der Republitaner. Dieser Sieg
der Republik hat eine große rückschauende Bedeutung und folgen-
chweres Gewicht für die Zukunft. Die Kundgebung eines groͤßen
Theiles des französischen Volkes wie sie in den Wahlen des letzten
Zonntags vorliegt, ist eine Billigung der Regierungspolitik. Die
Feinde der Republik hatten das Amnestievotum und die Märzdekrete
hren Wählern in den schwärzesten Farben dargestellt und aus den
lusschreitungen der intransigenten Presse, den brutalen und lächer⸗
ichen Theorien der Sozialisten-Kongresse für sich Kapital zu schlagen
jesucht. Vor Allem hatten sie laut verkündigt, daß sie als Ver—
reter der religiösen Freiheit kandidirten und sich bemüht, die Wahlen
nuf den Boden des Widerstandes gegen die Märzdekrete zu verlegen.
Dieß ist ihnen mißlungen, das Laͤnd hat sich weder von der Aus—
ührung der Märzdekrete noch von dem rothen Gespenst aufregen
assen. Die Wähler sahen in der Republik die Gewähr für die
Irdnung und Ruͤhe im Innern, für die Mehrung der Staatsein
nahmen, für das Blühen von Handel und Gewerbe und damit
zie Dauer des in weiteren Kreisen sich geltend machenden Wohl⸗
tandes. Und damit Dieses alles bleibe uͤnd gesichert werde, wählte

)as Land republikanische Generalräthe, aus deren Wahl bekanntlich
m Anfang des nächsten Jahres drei Viertheile des neuen Senats
)ervorgehen werden. Die Generalräthe waren bisher die feste Burg
der Reaktion, welche in die Verfassung die Bestimmung hinein⸗
zrachte, daß die Vertretung der Departements die Senatoren zu
vählen hätte; diese Waffe, durch einen reaktionären Senat der
nufrichtig republikanischen Regierung Hindernisse in den Weg zu
egen, ist durch die neuesten Wahlen den Feinden der Republik
gründlich aus der Hand gewunden. Aus den nächsten Wahlen
vird eine bedeutende feste republikanische Mehrheit des Senats
jervorgehen, und Das haben die Wähler, die letzten Sonntag an
ie Urne traten, im Hinblick auf die schwankende Haltung des
etzigen Senates in den Fragen des Artikels 7 und de Amnestie
nit Bewußtsein gewollt.

Vermischtes.

*Si. Ingbert. In der öffenttichen Sitzung des kgl.
randgerichts Zweibrücken wurden am Mittwod für die am 6. Sep⸗
ember nächsthin unter dem Vorsitzende des Herrn kgl. Oberlandes⸗
gerichtsrathes Wolff beginnende Schwurgerichtssession pro III.
Quartal 1880 die Geschworenen gezogen. Unter denselben befinden
ich aus dem Kanton St. Ingbert die HH. Heinrich Krämer.
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        düttenwerksbesitzer, und Heinrich Laur, Weinhändler, beide von
hier, und Urban Jacob, Buͤrgermeister und Gutsbesitzer von
Rohrbach.

„. Blieskastel, 5. August. Gestern Nachmittag beging
die hiefige Präparandenschule im Gartensaale von C. König
die Feier des 700-jährigen Regierungsjubilaums unseres Konigs⸗
hauses. Zahlreiche Freunde der Ansialt von nah und fern, unter
denen wir besonders viele Geistliche und Lehrer bemerkten, wohnien
der Feier bei. Der Zudrang war so stark, daß der geräumige
Saal die Besucher nicht alle zu fassen vermochte. Die Feier selbst
nahm einen ausgezeichneten Verlauf und der gestrige Tag wurde
davurch für die Anstalt ein Ehrentag. Alle Nummern des reich—
haltigen Programms kamen vorirefflich zum Vortrag. Die musika⸗
lischen Leistungen der Schüler bekundeten, daß der Musikunterricht
au der Anstalt sich in guten Händen befindet. Die Festrede hielt
der Vorstand der Schule, Herr Hauptlehrer Leibig. Nachdem
derselbe in gewählter und schwungboller Sprache die Geschichte des
Hauses Wittelsbach bis zur Erhebung Bayerns zum Konigreich kurz
izzirt hatte, verweilte er nun länger bei den vier letzten Herrschern
zus dem Witlelsbacher Geschlecht. Besonders gedachte er der warmen
Fürsorge, welche S. Maj. Konig Ludwig U. seit seinem Regier—
ungsantritte der Volksschule und ihren Lehrern durch materielle
Besserstellung der letzteren und Hebung ihrer Bildung in wahrhaft
andesvaterlicher Weise widme. Schließlich wandte er sich in be—
wegten Worten an die Schüler der Anstalt, sie zu treuer Pflicht⸗
erfuͤllung und reger Vaterlandsliebe mahnend. Gegen den Schluß
—D— Inspektor der Schule, Herr Pfarrer
Helfer von Rubenheim. Das von ihm ausgebrachte Hoch auf
S. Maj. den König fand bei den Anwesenden begeisterte Aufnahme.
Rachdem das Hoch verhallt war, wurde die Königshymne intonirt,
die von allen kräftig mitgesungen wurde. Damit schloß die Feier,
die auf jeden Anwesenden den besten Eindruck machie und der Schule
zu ihren vielen alten Freunden manchen neuen hinzu gewann.

4Fur September d. Is. ist ein Delegirtentag des Verbandes
pfalzischer Gewerbevereine in Aussicht genommen.
Auf die Tagesordnung desselben wird der Antrag kommen, dem
Verbande vorzuschlagen, enischieden Stellung gegen die vorgeschla⸗
gene Beschränkung der Wechseifäͤhigkeit zu nehmen und sich zu die⸗
em Behufe der Denkschrift anzuͤschließen, welche im Auftrage des
Verbandstages der pfälzischen Creditgenossenschaften ausgearbeitet
wurde. (Pf. Pr.)

Da gegenwärtig die Herbstprüfungen zu dem einjährigen
reiwilligen Militärdienste bevorstehen, so sei auf eine weniger be⸗
annte Vorschrift der Ersatzordnung hingewiesen, wonach von dem
Rachweise der wissenschaftlichen Befähigung befreit werden können
ind dennoch zum einjährigen Dienste zugelassen werden: junge
Leute, welche sich in einem Zweige der Wissenschast oder Kunst oder
n einer anderen, dem Gemeinwesen zu Gute kommenden Thätig⸗
leit besonders auszeichnen; kunstverständige und mechanische Arbeiter,
welche in der Art ihrer Thätigkeit hervorragendes leisten; endlich
zu Kunstleistungen angestellte Mitglieder landesherrlicher Bühnen.
Diese Bestimmungen gelten im ganzen deutschen Reiche.

4 Die 8. Versammlung des pfä Uz. Forstvereins wird
am 4. und 53. September nächsthin in Landstuhl abgehalten
verden.

fHerr Bach, Pfarrer und Superior des Waisenhauses in
Landstuhl, theilt der „Pf. Pr.“ mit, die von derselben gebrachte
und auch in den „Anz.“ übergegangene Nachricht, daß der Erzbischof
on Kola am 29. v. M. in Landstuhl gewesen sei und dem dortigen
Waisenhause einen Besuch abgestattet habe, entbehre jeder Begründung.

PVom Remigiusberg, 2. August, schreibt man der
Ksrsl. Zig.“: Ein donnerähnlicher Schlag mit nachhallendem Ge⸗
zrassel erfuͤllte heute Abend 6 Uhr die Luft und war weithin
halauf⸗ und abwärts vernehmbar. In dem Melaphyrsteinbruch
des H. Braun von Kusel war eine Felswand zusammengestürzt.
Felssiücke von mehreren hundert Centnern waren aus einer Höhe
on 50460 Fuß niedergegangen und bilden nun einen Trüm⸗
nerhaufen. Nur der großen Vorsicht des Aufsehers ist es zu
danken, daß kein Unglüch passirte.

Die Gemarkungen von Ludwigswinkel, Fischbach-Petersbächel,
Schönau⸗Gebüg und Rumbach im Kanton Dahn sind am 29.
Juli durch ein mit starkem Hagel verbundenes Gewitter arg be⸗
schadigt worden. Die Eisstücke fielen in der Größe von Tauben⸗
riern. Korn, Spelz, Hanf, Flachs und Kartoffeln sind theils total
gerstört, theils stark mitgenommen, für jene arme Gegend doppelt
empfindlich!

— V——
—V Kartoffelstauden, deren
Ranken die gewiß seltene Länge von zwei. Meter 24 Centimeter messen.

ꝓ Mit Bezug auf die aus Grünsst ad,t gemeldete Nach⸗
richt von der Aufhebung pfälzischer Rentämter, erfährt die „Pf. Pr.“
don zuverlässiger Seite, daß nicht fünf, sondern nur zwei Rent⸗
imler eingehen werden. Leider soll sich darunter jenes in Grün⸗

tadt befinden.

4Von der Strafkammer des Landgerichts Landau wur⸗
den am 83. August 82 Wehrpflichtige aus den Kantonen Landau
ind Edentoben in contumaciam jeder in eine Geldstrafe von 300
Mark (im Fall des Nichtzahlens 30 Tage Gefängniß) verurtheilt,
veil sie dem Eintritt in das stehende Heer sich durch unerlaubte
Auswanderung bezw. unerlaubten Aufenthalt im Ausland entzogen
jaben.

In Bezug auf die Fruchtbarkeit dieses Jahres meldet die
„Fr. Z.“, daß ein Acker in Frankenthal der eine Aussaat
hon einem Zent. Gerste erhielt, 80 Zent. Frucht ergeben hat.

In Speyer begann am 3. Aug. die 28. Jahresfeier des
fälzischen Hauptvereins der Gustav⸗Adolps⸗Stiftung. Die nicht
jfentliche Versammlung der Abgeordneten wurde durch Pfarrer und
zonsistorialrath König mit einem Ueberblick über die Geschichte
des Vereins in der Pfalz eröffnet. Die Gesammteinnahme des
Rereins betrug im verflossenen Rechnungsjahr 17,405. M. 54 Pf.

Die Stadt Saarlouis wird nächsten Sonntag den
Jahrestag ihrer 800jährigen Gründung festlich begehen.

Am 3. Aug. wurde sicherem Vernehmen zufolge der Mör—
der, welcher am 27. v. Mis. seine beiden Kinder — Knaben —
m Altrhein bei Knielingen ertränkt hat, von der großherzog⸗
ich badischen Gendarmerie zu Wülferdingen in der Person des
Frhardt Reif, etwa 36 Jahre alt, Eisenarbeiter von Hausen,
Anit Schopfheim in Baden, nach Karlsruhe verbracht und an die
Ztaatsanwaltschaft abgeliefert. Derselbe arbeitele in der Nähe bei
Wülferdingen auf einei Eisenwerke, verließ auf 24 Stunden sein
Heschäft und führte die That aus. Er ist Wittwer und soll aus
Noth so gehandelt und bereits auch gestanden haben. (C. A.)

4Unter den Vorschlägen zur Bekämpfung der sich häufenden
eichtsinnigen Banquerotte befindet sich auch der der Handelskam⸗
ner in Mannheim, durch gesetzliche Anordnung einen jeden
Zanquerotteur, der unter 10 oder 15 Procent giebt, vor die Cri⸗
ninaljustiz zur Rechtfertigung zu verweisen. Eine derartige Be—
timmung, wie sie in England besteht, meint die Handelskammer,
vürde dem in den letzten Jahren vielfach zu Tage getretenen Uebel⸗
tande abhelfen, daß bei den Banquerotten das Ergebniß der Masse
zäufig gleich Null ist, weil das Banquerottmachen von Vielen nicht
nehr für schimpflich gehalten und deshalb mit an Betrug gren⸗
endem Leichtsinn fortgewirthschaftet wird, bis nichts mehr vor⸗
sanden ist.

FMünchen. S. k. H. Prinz Ludwig von Bayern hat
»as ihm von dein Komite des 7. deutschen Bundesschießens (1881)
ingebotene Ehrenpräsidium übernommen.

Auf dem in München Statt gehabten 6. Delegirtentage
»es bayerischen Veteranen⸗, Kriegere und Kampfgenossen-Bundes,
velcher am 3. ds. geschlossen wurde, ist Hr. Herrmann Kayser,
— Kampfgenossenschaft, in das Präsi—
ium des bayerischen Veteranen⸗, Krieger- und Kampfgenossenbundes
zewählt worden.

Festigkeitsveränderung des Eisens. Professor Bauschinger
n Muüsnsch'een hat die Frage, ob das Eisen durch längeren Ge—
zrauch krystallinisch und ob dessen Festigkeit vermindert werde, an
iner Auzahl von Hänge- oder Ketten⸗ und Gitterbrücken untersucht,
ind ist auf Grund dieser, durch genaue Berechnungen unterstützten
Jrüfung zu dem Resultate gelangt, daß eine Strukturänderung und
ine Berminderung der Festigkeit sich bis jetzt noch nicht nach—
veisen lasse.

—Zur Erleichterung des Besuches eines dreimonatlichen Lehr⸗
urses an der Hufbeschlagschule zu Würzburg hat das Kreis⸗

omite des laudwirthschaftiichen Vereins der Pfalz für junge
S„chmiede aus der Pfalz, welche die Lehrzeit bereits überstanden
saben, fünf Stipendien jedes zu 100 M. ausgesetzt. Bewerbungen
im diese Stipendien sind, versehen mit einem Leumundszeugniß,
inem Nachweis über die zurückgelegte Lehrzeit und einem Zeugniß
zarüber, daß der Bewerber sich in der Pfalz niederlassen wird, bis
ängstens 20. August bei dem beir. Beziriscomite des landwirth⸗
ichen Vereins der Pfalz einzureichen.

4 Einem Lehrer am kaiserlichen Lyceum zu Straßburg
st die Directorstelle an einer höheren Lehranstalt in Peking mit
inem Jahresgehalt von 12,000 Mk. angetragen worden, und es
Jat derselbe sich zur Annahme dieser Stelle bereit erklärt.

p'Aus Dinsheim (lsaß) schreibt man dem Molsh.
Zreisbl.“. „Verflossenen Freitag in der Frühe machten die bei
ins einquartierten Soldaten des 126. Infanterie⸗Regiments Feld⸗
zienstübungen. Eine Abtheilung von circa fünfzehn Mann in
holler Kricgsausrüstung bewegte sich auf der großen Straße, als
hon der entgegengesehten Richtung der Kuhhirt sich mit seiner
Herde näherie. Die grellrothe Farbe an den Uniformen schien
en Sullan der Herde — einen stattlichen Stier — gereizt zu
haben, denn plötzlich sah sich das Häufchen Soldaten attaquirt und
zuch gleich einen der Kameraden 5—6 Meter hoch in die Luft
liegen. Der Stier hatte denselben mit seinen Hoͤrnern an der
Jatrontasche gepackt und wie einen Ballen in die Höhe geschleu⸗

eri. Beim Sturze erlitt der betreffende Soldat nicht unbedeutende
        <pb n="495" />
        Berletzungen am Kopfe, so daß derselbe auf einem Wagen nach
Straßburg transportirt werden mußte. Nur mit vieler Mühe ge—
ang es, den gereizten Stier hinwegzubringen. Zum Tode ver—
urtheilt, wird derselbe demnächst seinen verdienten Lohn finden.“

FHamburg. Die Summe, mit welcher Hasselmann
einen Gläubigern durchgebrannt ist, soll sich auf über 30,000 M.
elaufen.

— Das ausgegebene Juniheft der deutschen Reichsstatistik ent⸗
zält u. A. die Ausweise über Deutsscchlands Eisenausfuhr im
Juni und in den ersten sechs Monaten d. J. Danach hat sich der
Frport im Monat Juni im Vergleich zum Monat Mai bei Roh—
ind Brucheisen auf derselben Höhe gehalten und bei Maschinen
ʒedeutend erhöht, während er bei Materialeisen und groben Eisen—
waaren und zwar ziemlich gleichmäßig bei allen Hauptartikeln nicht
mwesentlich zurückgegangen ist. Für die ganze erste Hälfte d. J.
st nichtsdestoweniger für alle Kategorien ein Umfang der Ausfuhr
u konstatiren, wie ihn die deutsche Eisenindustrie bisher noch nie—
nals auch nur annähernd erreicht hat. Exportirt wurden nämlich
in dieser Zeit an Roh— und Brucheisen 8,729,752 Centner, an
Materialeisen und groben Eisenwaaren 6,6500,672 Etr. und an
Maschinen aller Art 512,1832 Etr. Die Hauptposten bilden
2,526,380 CEtr. Eisenbahnschienen, 2,182,818 Etr. Roheisen,
11439,426 Ctr. Stabeisen, 908,052 Ctr. Eisendraht, 342,618
Ttr. Platten und Bleche. Die ganze Ausfuhr des Halbjahres re—
xxäsentirt, gleichmäßig auf Roheisen reduzirt, ein Quantum von ca.
1324 Millionen Ctr. Roheisen. Die Bedeutung eines solchen Exports
tann man danach beurtheilen, daß die höchste Jahresproduktion von
Roheisen, welche bisher in Deutschland und zwar im Jahre 1873
rreicht worden ist, noch nicht ganz 45 Millionen Ctr. betrug. In
der diesjährigen Ausfuhr sind wahrscheinlich auch ansehnliche Posten
ilten Eisens, insbesondere alten Brucheisens und alter Eisenbahn⸗
chienen enthalten. Wenn man aber auch diese aus der Handels—
tatistik nicht ersichtlichen Posten schätzungsweise in Abrechnung bringt,
o stellt die Ausfuhr im ersten Semester 1880 doch noch immer
reichlich die Hälfte der gesammten deutschen Eisenproduktion in dem—
elben Zeitraume dar.

— Die Bürgermeister der belgischen Gemeinden, ungefähr
2000 in Anzahl, werden am 16. ds. Monats am Tage des großen
olitischen Festes, dem König eine Ergebenheitsadresse überreichen.
Die Belgier organisiren ihr Manifestationen auf wirklich schreckliche

Die Deputation von 2000 Bürgermeistern ist nur mit
ent. belgischen Frauen, die 1878 bei Gelegenheit der silbernen
Hochzeitsfeier der Königin ein Diadem überreichten, zu vergleichen.
Es war damals auch jede Gemeinde durch eine Frau vertreten.

Der Chef des weltberühmten Champagnerhauses Röde—
der, Louis Röderer, ist letzten Mittwoch in Rheims gestorben.
Er war bei den letzten Wahlen zum Deputirten gewählt, seine
Wahl wurde jedoch annullirt. Seiner politischen Farbe nach war
söderer, wie dies bei dem Erzeuger eines so vornehmen Getränkes
nicht gut anders denkbar war, Konservativer. Er war verheira⸗
chet und nun giebt es weben der weltberühmten veure Cliquot
raturgemäß auch eine veuyo Röderer. Der verstorbene Cham⸗
»agner⸗Koönig soll 6 Millionen Frank hinterlassen haben.

F Eine Heroine. In den Hallen, schreibt das Journal
»es Débats, kann man jeden Morgen eine etwa 55jährige Frau
nit vollem schwarzen Haar, frischer Gesichtsfarbe und energischen
zügen sehen, welche Gemüse verkauft. Sie heißt Annette Drevon
ind war Marketenderin im 22. Linien- und 2. Zuaven⸗-Regiment,
welche sie nach Afrika, nach der Krimm, nach Italien und den
Khein begleitet hatte. Es gibt in Frankreich fünf oder sechs Frauen,
velche das Kreuz der Ehrenlegion tragen, aber Annete Drevon
—V
Schlachtfelde erhalten hat. Es war bei Magenta. Zwei öster—
eichische Soldaten hatten sich im Handgemenge einer Fahne des
2. Zuaven⸗Regiments bemächtigt. Annette Drevon stürzte sich unter
inem Kugelregen auf die Oesterreicher, tödtete den einen, verwundete
»en anderen mit Revolverschüssen und kehrte frohlockend mit der
rahne zu den Ihrigen zurück. Für diese heldenmüthige Handlung
vurde sie dekorirt. Es war dies nicht das letzte Mal, daß Annette
ich durch Kühnheit auszeichnete. Während des deutsch-französischen
drieges war sie Markedenterin im 32. Linien⸗-⸗Regiment. Nach dem
Waffenstillstand wurde sie eines Tages an den Thoren von Dieden⸗
jofen auf öffentlicher Straße von einem bayrischen Soldaten be—⸗
ichimpft. Ohne sich lange zu besinnen, streckte sie ihn mit einem
Revolverschusse nieder. Man verhaftete sie fast sogleich und ein
riegsgericht verurtheilte sie in Metz kurz darauf zum Tode. Am
Tage der Hinrichtung führte ein Zufall den Prinzen Friedrich Karl
iach Metz. Als er hörte, daß eine Frau füßsilirt werden sollte,
ieß er sich die Prozeßakten zeigen, die Hinrichtung wurde verschoben
ind Annette Drevon vier Tage später begnadigt und in die Hei⸗
nath zurückgeschict. Diese muthige Frau, welche dreißig Jahre
ang die Feldflasche trug, ist aus Clermont-Ferrand gebürtig. Im
Juni 1874 hatte sie eine Privataudienz bei dem Marschall Mac
Mahon, der ihr eine kleine Geldunterstützung gewährte. Mit diesem

geringen Kapital richtete sie einen Gemüsehandel ein, der ihr eine be—
cheidene Unabhängigkeit sichert.

Eine außerordentlich fruchtbare Ehe ist unbedingt jene der
kheleute Laurencich in Rozzol bei Triest; die junge, erst 27⸗
ährige Gattin hat ihren nur ein Jahr älteren Gemahl bereits vier—
nal mit Zwillingen und zweimal mit einzelnen Kindern beschenkt.
Dieser Tage hat sie nun zum fünften Male Zwillingen, zwei Knaben
das Leben gegeben.

In Neapel wurde vor einigen Tagen ein Beamter der
Cassa maritima“, welcher mit 70,000 Lire von der National⸗
ank zurückkehrte, am Mittag auf offener Straße von vier Indivi—
nuen angefallen, verwundet und ausgeraubt.

FeIn Philadelphia hatte sich vor Kurzem eine Nege—
rin ein Billet zu einer Vorstellung im Arch Street-Theater ge⸗
anft, wurde jedoch trotz allen Widerstandes aus dem Theater ge⸗—
chafft. Sie erhielt von den Gerichten 900 Dollars Schadenersatz
‚uerkannt. Die Eigenthümer des Theaters appellirten, doch hat
dieser Tage das Ober⸗Appellationsgericht endgillig zu Gunsten der
Negerin entschieden. Seitdem diese Entscheidung bekannt wurde,
inden sich allabendlich außerordentlich zahlreiche Neger im Theater
ein; sie werden aber, zu ihrem tiefen Schmerze, auf ihren Plätzen
zelassen.

Oberst Evelyn Wood, der Reisebegleiter der Kaiserin
Fugenie, hat jetzt nach der Rückkehr derselben aus dem Zulu—
and den Londoner Zeitungen einen Bericht über den Todeskampf
des jungen Prinzen Louis Napoleon geschickt. Aus dem Berichte
Jgeht herbor, daß ungeführ zwölf Zulus den Prinzen angegriffen
jatten. Derselbe vertheidigte sich auf das Tapferste und kämpfte
nit dem Antlitze gegen seine Feinde hart für sein Leben. Die
Zulus umringten ihn endlich, feuerten ihre Flinten gegen ihn ab,
ind bewarfen ihn mit Speeren. Der Prinz, obwohl schon ver—
vundet, feuerte seine Pistole ab, und ergriff schließlich einen Zulu—
peer um sich zu wehren, da ihm sein Säbel beim Versuche des
Besteigens seines Pferdes entfallen war. Die Zulus wagten sich
uicht dicht an ihn heran, bis er vor Erschöpfung in die Knie ge—
'unken war. Oberst Wood fügt hinzu, er habe die Zulus abge—
ondert von einander examinirt, und auf diese Weise obige Thatsache
estgestellt.

Dienstesnachrichten.
Der kathol. Lehrer Friedr. Gust. Mos bache r in Bierbach wurde zum
Lehrer an der konfessionell-gemischten Schule in Kaiserslautern ernannt.
Die Funktion des Zeichnenlehrers an der Studien⸗Anstalt und an dem
Schullehrerseminare zu Kaiserslautern wurde dem geprüften Lehramtscandidaten
Johann Mathäus Eisert übertragen.

Marktberichte.

Zweibrücken, 5. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen — M. — Pf., Korn 09 M. 12 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
ierreihige 8 M. 62 Pf., Spelz 7 M. 10 Ppf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinkel - M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 7 M. 84 Pf.,
ẽ?rbsen — M. — Ppf., Wicken — M. — Pf. Kartoffeln 2 M. 60 Pf.,
deu 2 M. 90 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 60 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 67 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 84 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter! /3 Kilogr. O M., 90 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 4. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
12 M. 41 Ppf, Korn 9 M. 36Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 0 M.
— Pif., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4Kreihige dO M. — Pf. Hafer
3 M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — pPpf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund 80 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 50 Pf., stalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1J Pfund 0 M. 85 Pf., Kartoffeln per Ctr. 4 M. — Pf.

Kaiserslautern, 3 August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 12 M. 18 Pf., Korn 69 M. 51 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz
7? M. 90 Pf., Gerste 08 M. 65 Pf. Hafer 8 M. 16 Pf., Erbsen 0 M.
— ppf., Wicken O M. — Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen — M. —
f., Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 8 Pfd. 39 Pf., Gemischtbrod
zPfund 44 Pfg. Butter per Pfd. O M. 80 Pf., Eier 2 Stück 10 Pf. Kar⸗
offeln ver Cent. O M. — Vf.. Stroh O M. — Pf. Heu 0 M. — Pfg.

Ir die Nedecuion erworrich . Deme . —
Gewerbliche und landwirtheschaftliche
Ausstellung des Pfalagaues.

BZDIUMAMXMNIIEBRNEIM ISSO.

Unter dem Proteéctorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh

Friedrich von Baden.

0 *
Eröffnet am 11. Juli 1880.
Pahrpreis-⸗Ermãssigung bei der Badischen Pfalzischen Hes-

sischen und Main Neckar-Bahn
Loose A 2 Marlc. (Auf 10 Loose 1 Freiloos) durch
Herrn W. Wostle E B.2.
        <pb n="496" />
        Oeffentliche

Zustellung.

Porladung.

Joseph Lefebre, 21 Jahre
alt, Bergmann und beurlaubter
Gemeiner von St. Ingbert,
z. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 22. Sep⸗
lember 1330, Vormit⸗
tags 8 Uhr, in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schöffenge—
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaale zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung im Monate Februar
1874 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklag⸗
ten eröffnet, daß bei unentschuldig⸗
tem Ausbleiben seine Verurthei⸗
lung auf Grund der vom kgl.
Landwehr-Bezirks-Commando
Zweibrücken am 24. April
1880 nach Vorschrift des 8 472
der R.St.«“P.«O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 29. Juli 1880.
Der Amtsanwalt am kgl. Amts-
gerichte St. Ingbert,
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber,
Krieger.
⸗

Goldfische
hat billig zu verkaufen

J. Peters, St. Ingbert.

Meine beiden Häuser, daß
eine neben Herrn Gottmann
und das andere (die sogenannte
Dreschmaschine) auf dem großen
Flur sind zu verkaufen oder zu
vermiethen. Peter Schwarz.
Cigarrentãschehen

imit Firmadruck
fertigt die
Buchdruckerei
F. X. Demetz.

Heute beginnt der Verkauf
meiner sel bst
Marinirten
Häringen
Gauge monopole à la Stras-
bourgeoise)
in bekannter Güte
Joh. Jos. Heinrich.
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
ruflich noch kurze Zeitzu 2Mk. bei:
J. J. Grewenig,
8. Woll, Buchhandlung.
Sriedrich.
—
w Sommersprossen⸗Seife c
zur vollständigen Entfer⸗
nung der Sommersprossen, empf.
à Stück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.
1
Dentsches
Familienblatt.
Vierteljährliich Mark 1.60. —
In Heften zu 50 Pf.
Neuer Romanvon G. Lenneck.
Man bestellt jederzeit in allen Buch—
handlungen und Vostämtern.
— E
Sonntag den 8. August
bei günstiger Witterung
Grinnerungstag an den
Sieg bei den Spicherer
Höhen 1870

Waldvyartie
in der Sengscheider An—
lage wozu höfl. einladet
Jak. Ochs.
Hanf—
Converts
per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
1zu haben bei F. X. Demek.
Musik-

Véroin.
Sonntag den 8. August in Oberhauser's Saal
Tbeatralische Aufführung:
reciosa
Schauspiel in 4 Aufzügen mit Gesang von Pius Alexander
Wolff. Muͤsik von C. M. von Weber.
Anfang präcis 8 Uhr.
NB. Nur Fremde dürfen eingeführt werden. Schulpflich—
Kinder dürfen unter keinen Umständen mitaebracht werden.
Nach der Theatervorstellung
Tanzunterhaltung.
Dear Morstand.

tige

—
werden für ein grosces, gediegenes literarisches Dnternebmen
—
Reisende.

Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Reamte, Lehrer, Reisende anderer
ERranmcehem éte., welche sich nambaften Nebenverdienst ver-

achaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisobes Institut
44tha

— —

Todes⸗Anzeige.
Theilnehmenden Freunden und Bekannten hiermit
die schmerzliche Trauernachricht, daß heute Morgen um
2 Uhr meine liebe Frau
Katharina Buchheit, geb. Royar,
im 34. Lebensjahre und nach 28jähriger glücklicher Ehe
sanft im Herrn entschlafen ist.
St. Ingbert, den 6. August 1880.
Der tiefbetrübte Gatte:
Nikolaus Buchheit.
Die Beerdigung findet Sonntag Nachmititag um
1423 Uhr statt.
en. Neu
kein falselies Gielbil mehr.
Stoinersche Probirsteine
für Gold, Silber, Schuutksachen elt.
in Westentaschen-Format, unentbehrlich für jeden Geschäfts
mann, Cassenbeamten Goldarbeiter, Privatleute à Mk. 1,50
Alleinverkauf bei S. Kammerer, Uhbrmacher.
NB. Bei jedem Stein liegt die Gebranchsanweisung bei.
Thenard'sche dehreib-· &amp; (opir Dinte

Chemisch analysirt und als vorzüglich anerkannt

von Dr. Richter in Cöln.

Diese erprobte Dinte durch Zeugnisse der ersten Bank- und
Handlungshäuser attestirt, hat sich in Deutschland als vor—
refflich bewährt ist in St. Ingbert zu haben bei J. Peters.

ge Preis ist Mt. 2,00 — 75 Pfg. und 25 Pfg. ver
Flasche.
— — —ß— —

Wissenschaftliæ epeiret u heautochtet, —αÔ_ιν-—
Doppelkräutermagenbitter.

6 einem alten aus einem Be
nedictinerkloster ftammenu Bvtt

abrizirt und nur en 5J

sandt von ö

C. PIEXXGEL in Göottingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis

etzt das kostbarste Hausmittel und

„eßhalb in jeder Familie beliebt

jeworden. Der Benedictiner

st nur aus Bestandtheilen zusam⸗

mengesetzt, welche die Eigenschaften

8 die zum Wiederaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden

Koörpers unbedingt nöthig find

Er ist unersetzlih bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, buden, Hautaus;
5 ( Flechten), Athemnoth, Gicht, Rheumatismus.

Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, da⸗
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder ber und verlängert do⸗
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pinge! in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Vreis aͤ Fl. von ca. 830 Gr. Inhalt 3 M. 30 Pf.
— 74 660 2 6M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Vei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabrilk. Attest:

Herr Mich. Weinzierl, Baäckermeister in Bruck in Bayern,
Oberpfalz, berichtet: Ihh spreche Ihnen meinen vollkommensten Dank
zür Ihren Benedictiner aus, da sich solcher treiflich gegen meine jo lästi—

winde bewãährte ꝛc.

—Qancest Roruu Lard
Magenbitter.
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen—
beschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkei
u. s. w.
Preis A FI. ca. I50O Gr. InIi. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 8330 Gr. 2Mk.
Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Bernhard⸗-Magenbitter von C. Pingel ir
ß3fiinagen ist zu haben in St. ee bei Herrn J.
t*tedrich.

Druck und Verlag von F. X. Deme z in st. Ingbert.
Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 6.
        <pb n="497" />
        e —— ⸗
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteljährlich
A 40 Beinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschrift odetr deren Raum, Reclamen mit 80 — pro Zeile berechnet.
126. J Sonntag, den 7. August

141so.
Deutsches Reich.

Die Prüfung der Militärpflichtigen auf genossenen Schul⸗
unterricht hat auch heuer wieder der bayerischen Staatsregierung
Veranlassung gegeben, eine vergleichende Zusammenstellung der Pro—
centderhältnisse der einzelnen Regierungsbezirke zu geben. Wir
wollen nun diese Zusammenstellung ergänzen, indem wir noch die
bier Vorjahre hinzusetzen, was folgendes Bild giebt:

.Oberb. Niederb. Pfalz Oberpf. Oberf. Miltelf. Unterf. Schw.
1875 14 3,2 2,6 3,0 1 O,1 12 O,..
1876 12 1,8 1,2 1,0 0, 0,2 O O,i.
1877 0, 1,2 0. s 12 R O,« 0,⸗ O,s.
1878 0, 1L,2 O,. L, 0,3 O, 08 0,8.
—1879 0, 1L —R L4 —R O1 0,2 1.1.
Im Allgemeinen würde sich das Procentverhältniß stellen für 1875:
s: 1876: 0,0; 1877: 0.2; 1878: 0.6; 1879: 0,8.

Die erste einigermaßen zuverlässige Mittheilung über die
Coburger Finanzminister⸗Conferenz liegt jetzt und zwar aus
dem Munde des Lübeck'schen Delegirten, Senators Dr. Brehmer,
oor. Das Tabakmonopol, heißt es, wurde gar nicht besprochen;
und die wirklich stattgehabten Besprechungen ergaben keinen irgend⸗
wie bemerlenswerihen Beschluß; das Ergebniß der Conferenz kann
uAs ein negatives bezeichnet werden. Diese nicht besonders schmei—
helhafte Schilderung der Coburger Conferenz wird man im Ganzen

„Fr-zareffend halten können. Sie ist freilich nicht geeignet, viel
Beise. spunkte zur weiteren Besprechung dieser Zusammenkunft zu
bieten.

Der vor Kurzem zusammengetretene Staatsrath für Elsaß—⸗
Lothringen hat sich nach seiner Konstituierung gleich wieder
»ertagt und wird im Laufe des Monats Oktober zu einer Session
viederum zusammentreten, die vor derjenigen des Landes-Ausschusses
attfindet.

Namens Haas, bittet nun, die Taube noch ein paar Tage aus⸗
ruhen und dann, eines Morgens nur ruhig wieder fliegen zu lassen,
wenn es beliebt mit einem Briefchen belastet, und zweifelt nicht,
daß sie in einigen Stunden ihren Postbotendienst richtig besorgen
und im Mutterhause Belfort eintreffen werde.

F In Bierbach hat sich der 70 J. alte Pflasterer Christian
Müller in seiner Wohnung erhängt.

F An der kgl. Studienanstalt zu Zweibrücken Catein—
chule und Gymnasium) waren für das Schuljahr 1879/80 inskribirt
318 Schüler. Am Schluß des Schuljahres gehören davon der
Anstalt noch an 302; hievon treffen 166 auf die Lateinschule und
36 auf das Gymnasium. Nach Konfessionen geschieden, sind von
den 302 Schülern 2837 Protestanten, 4 Mennoniten, 54 Katholiken
ind 8 Israeliten. Von den 283 Schülern der Oberklasse war einer
zurch Krankheit verhindert, an der schriftl. Absolutorialprüfung
heilzunehmen. Die andern 22 gedenken sich nachstehenden Berufs—
arten zu widmen: der Theologie 8, Rechtswissenschaft 8, Heilkunde
2, Chemie 1, dem Forst- und Finanzfach sowie dem Mililär je 1.

Neustadt. Vor 2 Jahren wurde das baufällige Haus
ꝛiner Wittwe auf Anordnung des Adjunkten abgebrochen; seildem
iegt der Platz öde da. Dieser Tage erschien nun ein Gerichts—
»ollzieher, um die seit 2 Jahren rückständige Haussteuer für das
bgebrochene Gebände zu erheben, zu welchem Zwecke er sämmtliche
dabseligkeiten der Wittwe pfändete. Wir entnehmen diese etwas
in Schilda erinnernde Geschichte der „Fr. Z.“

Als ein Zeichen besonderen Fleißes und großer Arbeitslust
vird von der „Pf. Pr.“ die Thatsache gemeldet, daß ein Bürger
n Sausenheim in der Nacht vom Samstag auf Sonntag
zeim Schein einer Laterne seine Rüben untereggte.

F Zur Feier des siebenhundertjährigen Regierungsjubiläums
»es Hauses Wittelsbach hat der Stadtrath in Landau einen
Fredit von 1000 M. eröffnet.

F Speyer. Gustav-Adolf-Fest.) Die Fest⸗-Kollekte im
Betrage von 262 M. 50 P. wurde der protest. Gemeinde Mittel⸗
»exbach zugewiesen und als Ort der nächsten Versammlung Neu—
tadt gewählt.

F München. S. M. der König hat den Künstlern und
dünstlerinnen, welche bei dem Gesammtgastspiel am hiesigen Hof—
theater mitwirkten, Auszeichnungen verliehen.

— Ueber eine Vergiftung mit sog. Wurstgift wird der „Frkf.
Ztg.“ geschrieben: „Gelegentlich der am vergangenen Sonntag siatt⸗
zefundenen Kirchweihe in Weiherschneidbach (bei Herrieden in Mittel-
franken) wurde dort geschlachtet und Wurst und Preßsack fabricirt,
zu welch' letzterem wie auch zu den Blutwürsten dem Vernehmen
nach altes Blut verwendet worden sein soll. In Folge des Ge—
nusses dieser Eßwaaren erkrankte nun eine große Anzahl Personen
ind sind zwei schon gestorben; es liegen zur Zeit noch nahe an 30
Personen darnieder, worunter einige ganz hoffnungslos.

F In Düsseldorf wurde das Kind eines Beamten vor
inigen Tagen von einer Mücke gestochen. Die Eltern desselben be—⸗
ichteten erst wenig die Geschwulst; als sie jedoch einen Arzt zu
Kathe zogen, konstatirte dieser Blutvergiftung. Die Hilfe war indeß
zu spät, das Kind ist an den Folgen eines Mückenstichs gestorben.

f Wie in jedem Jahre, so wird auch gegenwärtig in der
Zeit vom 9. bis zum 14. August der sogenannte Laurentiusschwarm
er Sternschnuppen auftreten. Die meisten Meteore zeigen sich in
den Nächten des 10. und 11. August, doch handelt es sich hierbei
nicht um einen sogen. Sternschnuppenregen, sondern nur um ein
ahlreicheres Auftreten der Meteore als in anderen Nächten. Im
derflossenen Jahre wurden am Abend des 10. Aug. zwischen 9 und
1 Uhr von einem Beobachter 49 Meteore aufgezeichnet, darunter
O, welche einen Lichtstreif nach sich zogen.

Ausland.

Nach der Wiener „N. F. Pr.“ fand die Collectivnote der
Mächte bei der Pforte eine gute Aufnahme und das Blatt stellt
eine entgegenkommende Antwort vor Ablauf der dreiwöchentlichen
Frist in Aussicht. Officielle Berichte über die Aufnahme fehlen,
doch erhält sich die Ansicht, daß die Abtretung Dulcigno's erfolgen
verde. Da Dulcigno von regulären türkischen Truppen besetzt ist,
nictet die einfache Uebergabe an Montenegro keine Schwierigleiten.
Bei Tusi standen auch türkische Truppen, und doch ging's nicht)

London 6. August. Es verlautet, daß 1000 Mann Marine—
rruppen nach Irland beordert seien; die Regierug besorgt Ruhestör—
ingen.

In der orientalischen Angelegenheit hat England ein von
den Mächten vor der Flottendemonstration gemeinsam zu unterzeich—
iendes Uneigennützigkeitsprotokoll vorgeschlagen. In diesem würde
iich der Verzicht jeder Macht auf eine Territorialvergrößerung aus⸗
zedrückt finden. Man glaubt an die allseitige Annahme dieses
Borschlages.

Das konigl. Decret, welches die Mobilisirung der griechischen
Armee anordnet, wurde am Donnerstag veröffentlicht.

9
Vermischtes.

Der Wagnermeister Johann Walle von Ommersheim
hat am 3. d. M. eine Brieftaube vor seiner Werkstätte gefangen,
velche die Zeichen trägt „St. Denis 988, Louis-C. 141 — 174.
Das Thierchen war so matt, daß es mit der Hand gefangen werden
onnte.

f Erfweiler bei Blieskastel. (Pf. 3.) Bezüglich der
türzlich hier angekommenen Brieftaube mit dem Siempel Belfort etc.
Jandten wir sofort eine Korrespodenzkarte auf's Geradewohl an den
Postmeister in Belfort und erhielien umgehend ein freundliches
Antwortschreiben, worin die Taube als Eigenthum des Jardin au
Solombier militaire rekognoszirt wurde und alle Zeichen und
Nummern in derselben Größe, Form und Farbe beigefügt waren,
o daß die Identität feststeht. Dieselbe war auf einer Reise von
Loul nach Belfort begriffen gewesen und ist auf derselben vom
SZturm in unsere Gegend verschlagen worden. Der Eigenthümer.

2
Der Gerichtsvollzieher Georg Mich. Fiz in Waldmohr wurde auf An—
uchen in gleicher Diensteseigenschaft an das Amtsgerichts Landstuhl versetzt.

Dienstes nachrichten.

zur die Redaction bderantrrrn

F
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        Oeffentliche
Zustellung.
Porladung.

Joseph Lefebre,/ 21 Jahre
ilt Bergmann und beurlaubter
Gemeiner von St. Ingbert,
. Z. ohne bekannten Wohnort,
vird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 22. Sep⸗
iember 1830, Vormit⸗
tags 8 Uhr, in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schöffenge⸗
ichts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaale zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
iung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung im Monate Februar
1874 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklag⸗
en eroöffnet, daß bei unentschuldig⸗
em Ausbleiben seine Verurthei⸗
sung auf Grund der vom kgl.
dandwehr-Bezirks ⸗Commando
Zweibrücken am 24. April
880 nach Vorschrift des 8 472
der R.⸗St.«P.“O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 29. Juli 1880.
Der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗
gerichte St. Ingbert,
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichtschreiber,
Krieger.
Versteigerung
neuer Möbel.
Freitag, den 20. August
1880, Morgens 9 Uhr in seiner
Behausung zu St. Ingbert,
äßi Herr Schreinermeister Ja⸗
kob Dercum daselbst, fol⸗
gende neue Möbel öffentlich auf
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dann Kleiderschränke, Küchen⸗
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Waschtische, Bettladen, Kin⸗
derbettlaädchen, Wiegen,
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St. Ingbert, 7. Juni 1880.

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Montag, den 28. August
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Wirthschaft von Peter Heusser,
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Wittelsbacher Landesstiftung.

Die Feier des Jubiläums der 700jährigen Regierung des
hayer. Königshauses soll dahier mit der Feier des allerh. Namens-
estes Sr. Bajestaät des Königs Ludwig II. am 25.
August vereinigt werden und in folgender verlaufen.

Am Voraͤbende 8 Uhr durch die Bergkkpelle Zapfenstreich
wobei sich die Knappschaft, die Feuerwehr und der Kriegerverein
zetheiligen.

An 28. d. Mis. Morgens 6 Uhr Tagreveille mit Glocken⸗
geläute, um 10 Uhr Gottesdienst in beiden Kirchen.

Am 12143 Uhr Festessen im Gasthaus zur Post.

um 24 Uhr Aufsiellen des Festzuges um 4 Uhr Abmarsch
n den Wald gegen die Rischbach.

An diesem Zuge betheiligen sich die Schuljugend, die Knapp⸗
chaft, der Stadtrath die Bürger und Beamten der Stadt, die
Feuerwehr, der Kriegerverein.

Im Zuge kommen zuerst die Schuljugend, dann der Stadt⸗
ath, die Beamten und Bürger, die Musik, die Knappschaft der
kriegerberein, dann die Feuerwehr.

Als Zugordner sind bezeichnet:

) Die beiden Herrn Lehrer Kreiß und Drumm.

2. Die beiden Herrn Steiger Kayser und Johann Best.

3. Der II. Brandmeister Herr Schuster.

4. Der Kriegervereins-⸗Adjutant Herr Grewenig.

5. Der Stiadtschreiber Herr Bayer.

Die Betheiligten des Zuges stellen sich auf:
Die Schuljugend im Mühleueck.
2. Die Feuerwehr und der Kriegerverein oberhalb Cafe
Oberhauser.
Bürger, Stadtrath und Beamte vor Cafe Oberhauser.
Knappschaft zwischen Cafe Oberhaufer und Hotel
aur.

Bei Ankunft im Walde werden verschiedene Lieder mit Mu—⸗

itbegleitung gesungen und der Schuljugend Bretzeln vertheilt.
Das Comité6.
. Demetz, Hemdenfabrik,
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.

1880.

A 126.
Deutsches Reich.

Die Prüfung der Militärpflichtigen auf genossenen Schul⸗
unterricht hat auch heuer wieder der bayerischen Staatsregierung
Veranlassung gegeben, eine vergleichende Zusammenstellung der Pro⸗
centderhaͤltnisse der einzelnen Regierungsbezirke zu geben. Wir
wollen nun diese Zusammenstellung ergänzen, indem wir noch die
dier Vorjahre hinzusetzen, was folgendes Bild giebt:

Oberb. Niederb. Pfalz Oberpf. Oberf. Miltelf. Unterf. Schw.
1875 12 3,8 2,6 3,0 16 01 1I8 0,7.
1876 124 13 L,⸗ 1,0 0, O, —X O,i.
1877 0,6 1,8 O,s 120,« O,« O,⸗ O, 8.
1878 0, 1,2 0,4 1,0 —RF O,⸗ 0 0,8.
1879 0,5 1,3 O,ↄ 11 —X 0,1 O,⸗ LA.
Im Allgemeinen würde sich das Procentverhältniß stellen für 1875:
I,s: 1876: 0,20; 1877: 0,2; 1878: 0,46; 1879: 0,5.

Die erste einigermaßen zuverlässige Mittheilung über die
Coburger Finanzminister⸗Conferenz liegt jetzt und zwar aus
dem Munde des Luͤbeck'schen Delegirlen, Senators Dr. Brehmer,
vor. Das Tabakmonopol, heißt es, wurde gar nicht besprochen;
und die wirklich stattgehabten Besprechungen ergaben keinen irgend⸗
wie bemerkenswerthen Beschluß; das Ergebniß der Conferenz kann
As ein negatives bezeichnet werden. Diese nicht besonders schmei—
helhafte Schilderung der Coburger Conferenz wird man im Ganzen
für zutreffend hal ten können. Sie ist freilich nicht geeignet, viel
Anhaltspunkte zur weiteren Besprechung dieser Zusammenkunft zu
hbieten.

Der vor Kurzem zusammengetretene Staatsrath für Glsaß—
Lothringen hat sich nach seiner Konstituierung gleich wieder
»ertagt und wird im Laufe des Monats Oktober zu einer Session
wiederum zusammentreten. die vor derjenigen des Landes-Ausschusses
stattfindet.

Namens Haas, bittet nun, die Taube noch ein paar Tage aus—
cuhen und dann, eines Morgens nur ruhig wieder fliegen zu lassen,
venn es beliebt mit einem Briefchen belastet, und zweifelt nicht,
daß sie in einigen Stunden ihren Postbotendienst richtig besorgen
und im Mutterhause Belfort eintreffen werde.

In Bierbach hat sich der 70 J. alte Pflasterer Christian
Müller in seiner Wohnung erhängt.

4 An der kgl. Studienanstalt zu Zweibrüscken (atein⸗
chule und Gymnasium) waren für das Schuljahr 1879/80 instribirt
318 Schüler. Am Schluß des Schuljahres gehören davon der
Anstalt noch an 302; hievon treffen 166 auf die Lateinschule und
136 auf das Gymnasium. Nach Konfessionen geschieden, sind von
den 302 Schülern 287 Protestanten, 4 Mennoniten, 54 Katholiken
ind 8 Israeliten. Von den 23 Schülern der Oberklasse war einer
zurch Krankheit verhindert, an der schriftl. Absolutorialprüfung
heilzunehmen. Die andern 22 gedenken sich nachstehenden Berufs-
arten zu widmen: der Theologie 8, Rechtswissenschaft 8, Heilkunde
2, Chemie 1, dem Forst- und Finanzfach sowie dem Militar je 1.

Neustadi. Vor 2 Jahren wurde das baufällige Haus
einer Wittwe auf Anordnung des Adjunkten abgebrochen; seitdem
liegt der Platz öde da. Dieser Tage erschien nun ein Gerichts-
voutzieher, um die seit 2 Jahren rückständige Haussteuer für das
bgebrochene Gebände zu erheben, zu welchem Zwecke er sämmtliche
Habseligkeiten der Wittwe pfändete. Wir entnehmen diese etwas
ain Schilda erinnernde Geschichte der „Fr. Z.“

4Als ein Zeichen besonderen Fleißes und großer Arbeitslust
wvird von der „Pf. Pr.“ die Thatsache gemeldet, daß ein Bürger
in Sausenheim in der Nacht vom Samstag auf Sonntag
heim Schein einer Laterne seine Rüben untereggte.

— Zur Feier des siebenhundertjährigen Regierungsjubiläums
des Hauses Wittelsbach hat der Stadtrath in Landau einen
Tredit von 1000 M. eröffnet.

Speyer. Gustav-Adolf-Fest.) Die Fest-Kollekte im
Betrage von 262 M. 50 P. wurde der protest. Gemeinde Mittel⸗
zexbach zugewiesen und als Ort der nächsten Versammlung Neu—
ttadt gewählt.

FMünchen. S. M. der König hat den Künstlern und
ünstlerinnen, welche bei dem Gesammtgastspiel am hiesigen Hof⸗—
theater mitwirkten, Auszeichnungen verliehen.

4 Ueber eine Vergiftung mit sog. Wurstgift wird der „Irkf.
Ztg.“ geschrieben: „Gelegentlich der am vergangenen Sonntag statt⸗
gefundenen Kirchweihe in Weiherschneidbach (bei Herrieden in Mittel⸗

ranken) wurde dort geschlachtet und Wurst und Preßsack fabricirt,
zu welch' letzterem wie auch zu den Blutwürsten dem Vernehmen
zach alies Blut verwendet worden sein soll. In Folge des Ge—
ausses dieser Eßwaaren erkrankte nun eine große Anzahl Personen
und sind zwei schon gestorben; es liegen zur Zeit noch nahe an 30
Personen darnieder, worunter einige ganz hoffnungslos.

In Düsseldorf wurde das Kind eines Beamten vor
einigen Tagen von einer Mücke gestochen. Die Eltern desselben be—
achteten erst wenig die Geschwulst; als sie jedoch einen Arzt zu
Rathe zogen, konstatirte dieser Blutvergiftung. Die Hilfe war indeß
zu späl, das Kind ist an den Folgen eines Mückenstichs gestorben.

4 Wie in jedem Jahre, so wird auch gegenwärtig in der
Zeit vom 9. bis zum 14. August der sogenannte Laurentiusschwarm
der Sternschnuppen auftreten. Die meisten Meteore zeigen sich in
den Nächten des 10. und 11. August, doch handelt es sich hierbei
nicht um einen sogen. Sternschnuppenregen, sondern nur um ein
zahlreicheres Auftreten der Meteore als in anderen Nächten. Im
Jerflossenen Jahre wurden am Abend des 10. Aug. zwischen 9 und

1 Uhr von einem Beobachter 49 Meteore aufgezeichnet, darunter
10, welche einen Lichtstreif nach sich zogen.

Ausland.

Nach der Wiener „N. F. Pr.“ fand die Collectivnote der
Mächte bei der Pforte eine gute Aufnahme und das Blatt stellt
eine entgegenkommende Antwort vor Ablauf der dreiwöchentlichen
Frist in NÄussicht. Officielle Berichte über die Aufnahme fehlen,
doch erhält sich die Ansicht, daß die Abtretung Dulcigno's erfolgen
werde. Da Dulcigno von regulären türkischen Truppen besetzt ist,
bietet die einfache Uebergabe an Montenegro keine Schwierigkeiten
Bei Tusi standen auch türkische Truppen, und doch ging's nicht)

London 6. August. Es verlautet, daß 1000 Mann Marine—
iruppen nach Irland beordert seien; die Regierug besorgt Ruhestör—
ungen.

In der orientalischen Angelegenheit hat England ein von
den Mächten vor der Flottendemonstration gemeinsam zu unterzeich—
nendes Uneigennützigkeitsprotokoll vorgeschlagen. In diesem würde
sich der Verzicht jeder Macht auf eine Territorialvergrößerung aus—
gedrückt finden. Man glaubt an die allseitige Annahme dieses
Vorschlages.

Das konigl. Decret, welches die Mobilisirung der griechischen
Armee anordnet, wurde am Donnerstag veröifentlicht.

Vermischtes.

Der Wagnermeister Johann Walle von Ommersheim
hat am 3. d. M. eine Brieftaube vor seiner Werkstätte gefangen,
welche die Zeichen trägt „St. Denis 988, Louis-C. 141 - 174.
Das Thierchen war so matt, daß es mit der Hand gefangen werden
lonnte.

F Erfweiler bei Blieskastel. (Pf. Z.) Bezüglich der
kürzlich hier angekommenen Brieftaube mit dem Stempel Belfort ꝛc.
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Antwortschreiben, worin die Taube als Eigenthum des Jardin au
Colombier militaire rekognoszirt wurde und alle Zeichen und
Nummern in derselben Größe, Form und Farbe beigefügt waren,
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Toul nach Belfort begriffen gewesen und ist auf derselben vom
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Der Gerichtsvollzieher Georg Mich. Fi ß in Waldmohr wurde auf An—
juchen in gleicher Diensteseigenschaft an das Amtsgerichts Landstuhl versetzk.
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Joseph Lefebre, 21 Jahre
alt, Bergmann und beurlaubter
Gemeiner von St. Ingbert,
z. Z. ohne bekannten Wohnort,
wird hiermit vorgeladen, am
Mittwoch, den 22. Sep⸗
tember 1830, Vormit⸗
tags 8 Uhr, in der öffent⸗
lichen Sitzung des Schöffenge⸗
richts zu St. Ingbert in
dessen Sitzungssaale zu erscheinen,
damit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung im Monate Februar
1874 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklag⸗
en eröffnet, daß bei unentschuldig⸗
tem Ausbleiben seine Verurthei—
lung auf Grund der vom kgl.
—XW——
Zweibrücken am 24. April
1880 nach Vorschrift des 8 472
der R.St.«P.⸗O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 29. Juli 1880.
Der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗
gerichte St. aet
gezeichnet Müller.

Zur Beglaubigung:
Der Gerichischreiber,
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Freitag, den 20. Augufst

1880, Morgens 9 Uhr in seiner
Behausung zu St. Ingbert,
läßi Herr Schreinermeister Ja⸗
kob Dercum daselbst, fol⸗
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St. Ingbert, 7. Juni 1880.
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Montag, den 28. Augus—
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Umzugshalber, öffentlich zu Ei⸗
genthum versteigern:

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Fläche, worauf ein neuer⸗

bautes zweistöckiges Wohn⸗

haus, bestehend: im 1.

Stocke aus 4 Zimmern und

Küche; im 2. Stocke aus

7 Zimmern und Küche;

sodann 4 Mansardenzim⸗

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Waschküche; ferner Anbau

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Hauptgewinne von 30,000
12,000, 5000 2ꝛc. in Baar.
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Die Feier des Jubilaͤums der 700jährigen Regierung des
haher. Koönigshauses soll dahier mit der Feier des allerh. Namens⸗
fesies Sr. Majestät des Königs Ludwig II. am 25.
August vereinigt werden und in folgender Weise verlaufen.

Am Vorabende 8 Uhr durch die Bergkapelle Zapfenstreich
wobei sich die Knappschaft, die Feuerwehr unnd der Kriegerverein
hetheiligen.
An 25. d. Mts. Morgens 6 Uhr Tagreveille mit Glocken⸗
geläute, um 10 Uhr Gottesdienst in beiden Kirchen.

Am 127 Uhr Festessen im Gasthaus zur Post.

um 24 Uhr Aufsiellen des Festzuges um 4 Uhr Abmarsch
in den Wald gegen die Rischbach.

An diesem Zuge betheiligen sich die Schuljugend, die Knapp⸗
schaft, der Stadtrath die Bürger und Beamten der Stadt, die
Feuerwehr, der Kriegerverein.

Im Zuge kommen zuerst die Schuljugend, dann der Stadt⸗
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Als Zugordner sind bezeichnet:

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2. Die beiden Herrn Steiger Kayser und Johann Best.

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5. Der Stadtschreiber Herr Bayer.

Die Beiheiligten des Zuges stellen sich auf:

1. Die Schuljugend im Mühleneck.

2. Die Feuerwehr und der Kriegerverein oberhalb Cafe

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Sieg bei den Spicherer
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        <pb n="501" />
        Sl. Ingberler Aczeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlic viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis deträgi vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 B., einschließlich 420 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M I27.

Dienstag, den 10. August

18s5.

Deutsches Neich.

München. Der König hat den Ministerpräsidenten v.
Lutz ermächtigt, die Huldigungsadressen der beiden Kammern des
Landtags in seinem Namen in Empfang zu nehmen.

Se. Maj. der König von Bayern hat 27 preußischen
Officieren den Militärverdienstorden verliehen, u. a. das Großcom⸗
churkreuz desselben dem Generalmajor Mischke, persönlichen Adju⸗
janten des deutschen Kronprinzen.

Die bayerische Staatsregierung hatte bezüglich des dem
Bundesrath vorliegenden Antrages auf Beschränkung der Wechsel⸗
fähigkeit, die Handelskammer des Landgerichts München J zu einem
Zutachten aufgefordert. Dieselbe sprach sich einstimmig gegen jede
Beschränkung der Wechselfähigkeit aus.

Aus Berlin meldet man der „Allg. Ztg.“, es sei zu er—
warten, daß dem Reichstag in seiner nächsten Session ein Vorschlag
zur Ermäßigung der gerichtlichen Gebühren von der Reichsregierung
unterbreitet werde.

Der Schleier, welcher über der Coburger Conferenz ruhte,
ist jetzt gelüftet; wenigstens ist uns durch die „Nordd. Allgem. Ztg.“
etliches zu wissen gethan von dem, was dort erörtert und beschlossen
wurde. Und das läuft, wenngleich es die Officiösen etwas ver⸗
hüllen, eben doch auf das alte Thema „neue Steuern“ hinaus.
Die neuen Steuern sind nämlich die, welche dem Reichstag schon
früher angesonnen, aber von ihm noch nicht bewilligt worden waren,
so die Borsensteuer, die Wehrsteuer, ferner die Erhoͤhung der Brau—
steuer in den norddeutschen Gebieten. Diese neuen Steuern sollen

dem Reichstag und den Wählern dadurch schmackhafter gemacht
werden, daß die Mehreinnahmen, welche sich aus ihnen ergeben, zur
Verminderung der Steuerlast der einzelnen Staaten verwendet werden
sollen; so hat wenigstens die Coburger Conferenz in Aussicht ge—
stellt. Sehr viel wird übrigens bei dieser in Aussicht gestellten
Steuerverminderung nicht herausspringen; man sehe sich nur den
möglichen Ertrag der neuen Steuern an, und rechne sich dann ge—
fälligst aus, wie viel davon z. B. auf Bayern treffen inag.
Ausland.

Gleich einer Reihe anderer Staaten, welche in der letzten Zeit
der Hebung des Elementarunterrichts ihre besondere Aufmerksamkeit
zuwendeten, ist auch Holland mit einer Reform seines Volks—
schulwesens vorgegangen. Am 1. November l. J. wird das schon
vor längerer Zeit beschlossene Gesetz bezüglich des Primärunterrichts
in Kraft treten, und wie zu hoffen, sich als wirksamer Hebel der
Volksaufklärung in den Niederlanden erweisen.

Die Steuereingange in Frankreich im Juli Jl. Is. haben
den Voranschlag um fast 17 Millionen Francs überstiegen.

F Von den 12 bei der kgl. Realschule Zweibrücken zur
Absolutorialprüfung zugelassenen Schuülecn haben 11 dieselbe be—⸗
tanden.

FKaiserslautern. Die städtischen Umlagen für
1880 sind auf 121 pCt. der directen Staatssteuern festgefetzt.

An dem 6. pfälz. Sängerfeste, welches am 14. bis 16. ds.
Mis. in Ludwigshafen abgehalten wird, nehmen nach
definitiver Feststellung 83 Vereine — darunter auch, wie bekannt,
der hiesige „Musikverein“ — theil.

x Der Gustav-Adolf-Verein der Pfalz hat auf seinem
Dauptfeste zu Speyh er bei Vertheilung der verfügbaren Summe
unter die bedurftigen pfälz. Gemeinden u. a. bedacht Blieskastel
mit 1000 M., Ensheim mit 200 M., Mittel bexbach mit 900
M. und Neuhäusel mit 800 M.

F In Frankfurt a. M. bietet das „schwarze Brett“ in
dem Landgerichtsgebäude eben einen ganz eigenthümlichen Anblick
dar. Nicht Edictalladungen, nicht Concursausschreibungen sind es,
die man sonst an gewohnter Stelle zu suchen hat, nein, Ehescheid⸗
ingsklagen sind hier angeheftet. Man ersieht hieraus, daß in den
lüngsten Wochen sieben Frauen ihren Männern und zwei Männer
hren Frauen durchgegangen sind

Frankfurt. Die „Frankf. Zig.“ veröffentlicht zwei
Zuschriften von Fachmännern. Darin wirs übereinstimmend be⸗
auptet, daß die Mörser-Explosion auf dem Turnerfestplatz nicht von
ꝛiner Pulverladung, sondern von einer Ladung mit andern Spreng⸗
toffen (Dynamit oder einer Mischung von Schwefelantimon mit
hlorsaurem Kali od. dgl.) herrühre, also auf eine verbrecherische
Absicht deute. Das würde ja förmlich an das bekannte Thomas'sche
Verbrechen streifen!

F. Prinz Ludwig von Bahern hat laut Zuschrift an den Bür⸗
jermeister in Mümnschen das Ehreupräsidium bei dem 1881 in
Muünchen abzuhaltenden deutschen Bundesschießen angenommen.

F Für Papst Leo XIII. wurden in ver Erzdiocese München⸗
Freising im 1. Semester 1880 an Liebesgaben (Peterspfennig) ge—
ammelt 23,475 M. 64 Pf. (im 2. Semester des. vorigen Jahres
21,726 M. 35 pf.)

x Für die bayerische Landes-Industrie⸗, Gewerbe⸗ und Kunst⸗
russtellung, welche im Jahr 1882 in Rürnber g Statt finden
roll, haben sich in drei Städten der Pfalz Lokalkomites gebildet,
zämlich in Neustadt, Kaiserslautern und Zweibrücken.“ Im Lan—
deskomite dieser Ausstellung sind aus der Pfalz Direktor J. Schön
von Kaiserslautern, Dr. W. b. Medicus von Kaiserslautern, J. B.
Wolff, von Zweibrücken und Dr. Knecht von Neustadt.

Die zehnte Jahresfeier der Spicherer Schlacht war von den
Saarstädten St. Johaunn-Saarbrücken am verflossenen
Sonntag zu einer besonders feierlichen Begehung ausersehen. Den
zauptsächsten Anlaß hierzu gab die Einweihung des durch die Muni⸗
icenz des Kaisers so herrlich ausgestatteten Saarbrücker Rathhaus⸗
aales und dann die gleichzeitige Abhaltung des Bezirksfestes der
driegervereine des XXII. Bezirks des deutschen Kriegerbundes.
deider war das Wetter das für ein derartiges Fest denkbar un⸗
Jünstigste. Trotz der Ungunst des Wetters haite sich jedoch aus der
Rähe und aus der Ferne eine große Menschenmenge eingefunden.

— Die Jubelfeier zur 200jährigen Gründung der Stadt
A (Samstag) einen be—⸗
rübenden Anfang nehmen, welcher das ganze Fest zu nichte gemacht.
Insolge einer Illumination der Kirche gerieth dieselbe in Brand und
iegt nun mit zwei anliegenden Häusern in Schutt und Trummern.

F Die im Landgerichtsbezirke Saargemünd wohnenden
Bayern haben zur Wittelsbach-Stiftung 818 M. 30 Pf. beige-
teuert; dieser ansehnliche Betrag wurde bei nur 138 Personen ge⸗
ammelt.

Vei einem in Schalkenmehren (eg.Bez.⸗Trier)
üngst niedergegangenen Gewitter traf, laut der „Tr. Ztg.“ der
Blitz die Schafheerde des Dorfes, tödtete 102 Schafe und betäubte
den Schafer derart, daß er sein Gehör verlor.

F Die Firma Krapp in Essen arbeitet mit 446 Dampf⸗
ktesseln, 398 Dampfmaschinen, und 11,000 Pferdekräften bei 14.,200

Vermischtes.

*St. Ingbert, 10. August. Wie uns mitgetheilt wird,
wurde gestern der städtische Einnehmer, Hr. Alt, in sein Ami
eingeführt und gleichzeitig von ihm die Gemeindekasse übernommen.

*St. Ingbert. (Musikverein.) Die Aufführung des
Wolff'schen Schauspiels „Preciosa“ am Sonntag Abend war von
dem durchschlagendsten Erfolge begleitet. Noch selten hatten wir
Gelegenheit, theatralische Leistungen von Diletianien zu sehen, die
in allen ihren Theilen so wohl gelungen waren, wie diese Auf⸗
jührung des genannten Schauspiels. Allen Mitwirkenden gebührt
darum ungeheuchelter und bester Dank. Besondere Anerkennung
derdient auch der sichere und gefällige Vortrag der in dem Stück
oorkommenden Lieder. Wie sehr das zahlreich anwesende Publikum
von den Leistungen der Mitwirkenden befriedigt war, zeigte der
iebhafte Beifall, der jedem Actschlusse folgte, besonders aber der oft
und laut wiederholte Wunsch nach baldiger Wiederholung des Stückes.
Möge diese nicht allzulange auf sich warten lassen!

— Laut Ministerialentschließung darf die 2. prot. Pfarrstelle
nHomburg 6 Jahre lang verwest und die hieraus sich er⸗
jebende Ersparniß für den Pfarrhausbau verwendet werden.

Der Stadtrath von Zweibrüden bewilligte zur Feier
des Wittelsbacher Jubiläums aus städtischen Mitteln die Summe
un 1000 Mark.
        <pb n="502" />
        Arbeitern, während ihre Producte Absatz in allen 5 Welitheilen
finden. 88 Dampfhämmer von 100 bis 30,000 Kilogramm Ge—
wicht sind in Thätigkeit; außerdem 21 Walzenstraßen, 1622 Werk⸗
zeug⸗Maschinen, 1558 div. Oefen, darunter 14 Hochöfen 24
Vocomoliden 5 Schraubendampfer von 7000 Tonnen Tragkraft u. s. w.

— Ein bedeutender Postdiebstahl ist in Sto ckhol m verübt
worden. Daselbst wird nämlich seit einigen Tagen ein Postbeamter
vermißt und gleichzeitig fehlen aus der Hauptkasse 70,000 Kronen
in Bankbillets Der Verschwundene wird steckbrieflich verfolgt.

4 Ein Antipode Dr. Tanners. In Großwardein
hat ein junger Mann — wie dortige Blätter melden — in Folge
ner Welie von halb 9 Uhr Abends bis Mitternacht folgende
Speisen verzehrt: einen Paprika⸗Rostbraten mit Erdäpfeln, ein
Wiener Schnitzel mit Zucker⸗Erbsen, ein Rindsfilet mit Nockerln,
eine Schweins⸗Karbonade mit Kürbis, a Ente mit Gurken, eine
Portion Gansbraten, *3 Backhuhn, einen Rostbraten mit Zwiebel,
ein Beefsteak mit Ei, eine geröstete Kalbsleber, eine Portion Hirn

mit Nieren, ein Kalbspoͤrkoͤlt, ein Gulyasfleisch, eine Portion ge—
hackene Gausleber und ein Hühnchen-Eingemachtes mit Kohlrüben;
hierzu trank er 12/43 Liter Bier, 211 Liter alten Wein und 3
Flafchen Sauerwasser. Das war die Mahlzeit, die er in Folge
der Weite eingenommen hatte; zum größten Staunen seiner zahl⸗
reichen Zuschauer verlangte er aber hierauf noch eine Omelette, die
er sich gleichfalls ausgezeichnet schmeken ließ. Der Vielesser soll
sich — wie Ragyvärad' versichert — am Tage nach dem Bravour⸗
stücke ganz wohlbefunden haben.

'Aus New⸗PYork, 7. August Abends, wird gemeldet:
Dr. Tanner beendete heute Mittag glücklich seine 402tägige Fasten—
zeit. (Soll er wirklich 40 Tage gefastet haben?)

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeb.

— — —

Vieh⸗ und 3 — n p Nr.
Fruchtversteigerung. Wiese q. nen am
Freitag, den 13. August Die Kartoffeln aus circa
1880, Nachmittags 2 Uhr auf 30 a Acdker an den Blies⸗
dem Stadthause zu St. Ing⸗ kastelerrödern, neben Georg
bert, werden durch den unter⸗ Wagner und Wittwe Beck;
zeichneten Amtsvberweser des k. Die Kartoffeln von einem
Rolar Sauer, als gerichtlich er⸗ Acker rechts in den Seyen
nannten Versteigerungsbeamten, neben Johann Grell und
gegen Bernhard August, Weg.
Handelsmann in St. Ingbert, St. Ingbert, 9. August 1880.
fentlich zu Eigenthum verstei⸗ K. Auffschneider
gert, gegen Baarzahlung: Amtsverweser.
Jdunkelbraunes Pferd, 1 Einen braven fleißigen Lehr⸗
dunkelbraune Kuh und 1 ungen sucht
e ee 7 „ Joh. Schweiher, Schuhmacher
Das Korn aus Plan Nr. TGCGSAMAAM Iis-
eeee lohit D Zenzadhnd dn
e 3838 den g woche Don⸗
33 —135 —*—— 3 nerstag und Freitag
Hahnacker neben Anstößern Futte rmalz
und Jakob Andres n der obern Brauerei von
Die Karioffeln aus Plan Gebr. Beder.
ue e 8 Den unteren Stock des frühern
Die Kartoffeln aus Plan Zcherff'schen Hauses an der
— Großbach hat zu vermiethen
Acker auf Schiffelland; Joh. Schweitzer,
Schuhmacher,
Der Weizen aus Plan Nr. wohnhaft im fr. Scherff'sch
z269 3270 und 8271, schen
32 4 7 qm Acker rechts Harje⸗
in den Seyen;
Die Kartoffeln aus Plan
Nr. 299413, 45 4 9 qm
Acker in der Lehmkaut;
Der Hafer aus Plan Nr.
371914, 44 a 8 qm Acker
im Potaschwald;
Das Gras aus Plan Nr.
371724 und 3718* 29 a
Wiese in den Potaschwiesen;
Die Dickrüben aus Plan
Nr. 3001*/3, 18 4 1 qm
Acker im Mühlenthal;
Die Kartoffeln aus Plan
Nr. 2211, 11 a 9 qm
Acker rechts in den Seyen;
Der Hafer und die Kar—
loffeln aus Plan Nr. 4605
und 4606, 54 a 12 qm
Acker unterm Wohmbacher⸗
weiher;
Der Klee aus Plan Nr.
321810, 23 a 7 qm Aceer
rechts in den Seyen;
Die Kartoffeln aus Plan
Nr. 3614, 22 a 5 qm
Acker am Schaafkopf;
Der Klee und die Kar—
toffeln aus Plan Nr. 978,
27 a 6 qm Acker auf'm
rothen Flur;

3

—— — — · — — —

Todes-Anzeige.

Freunden, Verwandten und Bekannten widmen wir
die schmerzliche Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen
gefallen hat, unser vielgeliebtes Kind

Bertha Gottmann
im zarten Alter von 6 Jahr heute Morgen 8 Uhr
nach eintägiger, schwerer Krankheit zu seinen Engeln
aufzunehmen.

Um stille Theilnahme bitten

Die tieftrauernden Eltern
Ph. Gottmann,
Kath. Gottmann geb. Beck.
Die Beerdigung findet Mittwoch morgen um 9 Uhr statt.

Cur veier des Wittelsbacher Jubiläums und des
O sosahrigen Gedenktages der Schlacht bei Sedan be⸗
ehrt sich die unterzeichnete Firma wasserechte Flaggen, Fah⸗
nen, Rautenfahnen, Transparente als: Kaijser,
Kronprinz, König Ludwig ꝛc., Wappenschilder,
Festa bzeichen, Kinderfahnen, Lampions, Feuor⸗
werkskoörper, ꝛc. zu empfehlen.
Vreisverzeichnisse umsonst.
tranner vraggen- Fahnen-Fabri K
in Bonn a. Rhein.
S. v. Sebastian Muͤller. 27. Ochs. Anna Maria,. 1 J. alt.
Peter, S. v. Nicolaus Hartz. T. v. Sebastian Noll. Elisa⸗
8. Anna, T. v. Joseph Ochs. betha Brauer, 31 J. alt, ledig
— — heinrich, S. v. Julianna Heide- 10. Heinrich, 11 Mt. alt, S.
Auszug uͤch. 29. Karl, S. v. Valentin v. Georg Steinfeltz. 11. Louisa
aus den Regiftern des Standesamtz Jung. 30. Katharina, T. v. Kempf, 30 J. alt, Ehefr. von
ESt. Ingbert Jerkauda Weidmaunn. 31. Lud- Friedrich Henn. Joh. 7 Mi
pro Monat Juli 1880. wig. S. v. Adam Scherer. Ka— alt, S. v. Johann Schmitt.
A Geburten⸗ ina, Tav. Pei. Dielforter. 12. Karl, 13J. alt, S. v. Mar—
Am . Juti. Nicolaus. S ni. Ebeschießnngen ͤn Schwab. 16. Josebh, 20
von Joseph Theobald. 8— gi⸗ 1. Juli. Georg Schmelzer T. alt, S. v. Nicol. Klemmer.
colaußz, S. v. Nicol. Schühl. mit Maria Gebhardt. Adam Anna Maria, 4 J. alt. T. p
Wilhelm, S. v. Karl Schwemm. Wilhelm mit Katharina Stauner. Joseph Weisgerber. 18. Joseph,
TLudwig. S. v. Joh. Jacob g. Wilhelm Benner mit Mag- 3 J. alt, S. v. Elisabetha
Wendel.5. Jacob, S. v. Ma⸗ dalena Giesen. Stephan Michel Scheid. 19. Elisabetha Siferin,
hias Klemmer. 7. Karl Eduard, mit Katharina Mathieu. 7. Ju. 68 J. alt, Ehefr. von Johaun
Sv. Joh. Aug. Kaspar Treitz. sius Ferdinand Schmidt mit Klahm. 20. Karolina, 6 J.
ZAnnga, T. v. Jac. Lehmann. Euisabelha Huber. 14. Johann alt, T, v. Jacob Theis. Lud⸗
d. Elisabetha, T. v. Ludwig Schmidt mu Katharina Menges. wig, 4 J. alt, S. von Jacot
Ditmann. 12. Maria Emilie, 77 Philipp Müller mit Katha- Adam. 21. Peter, 8 J. alt
T. d. Joseph Fiak. 13. Frie- rina Reidenbach. 24. Philipp S. v. Peter Blum. Johann,
drich S. d. Joh, Reidiget. 15. Schund mit Louisa Keßlec. 27. 4Mi. alt, S. v. Georg Kiehl.
Vorbara, T. d. Katharina Blas. Jodann Strehle mit Elisabetha ding, 2 J. alt, T. v. Josept
17. Georg, S. v. Joh, Jung. Wagner. Weisgerber. Heinrich, 10 J
Maria Charlotta, T. v. Frd. Reiß. O. Sterbfälle: alt, S. v. Christian Vech. 22
18. Peter, S. v. Karl Schweitzer. 1. Juli. Christian Johann deinrich Jung 44 3. alt Ehem
19. Maria, T. d. Georg Stalter. Weber, 46 J. alt, Ehem. von JvVarbara AÄndres 27. Ju.
Johann Joseph, S. v. Johann Elisabetha Schmitt. 3. Wilhelm, sianmna, 8 Mi. alt, T. v. Chri⸗
Jos. Schweiher. Heint. Jos, 3 Mti. alt, S. v. Peter Bern. fan gling 20. Eůsabelha
8. v. Rudoif Velten. 21. Eli- hardt. 5. Johann Siegwardt, —
abeiha, T. v. Johann Peter 67 J. alt, Ehem. von Wilhel⸗ Jae Vraun.“ 31 Hermann 3
Slaller. 22. Karl. S. v. Kart mina Reppert. 7. Karolina 8 alt S. v. Hermonn Laur
Wagner. 28. Maria, T. v. 1J, alt, Td. Friedrich Wolf. J b 3274 is6o
— O ct. Ingbert, 7. August 1880.
heorg Woll.24. Gertrauda, Fischer. 9. Johann Friedrich. Der Standesbeamte:
X. v Ludwig Kuß. 25. Peter. 2 Mi. alt, S. v. Katharinoe Er saer.
— — — —
Tnd und Verlog von F. X. Demes in St. Inabert.
        <pb n="503" />
        3
9
*
e
1

555 —555
2 5* 5s53523* *
338 5532373355
222 —33333
5z52 — —— 52 22
— 8 * z—25 289 —23282
835 —— 56 53355655 22
83235355 525—*5 F* * — * 587
— —— 552757 — 52 *5 5322538 —8
8 5 3 55 3335 58255 —2
533 3538 — — 387 . 23 583 82328 28
— 225332 23538 25325328 5553378 325 32553
352 5 2 — 33 88535553 8 32 7 5.5 2
2587 — — — 2 ů — A — —— — 28
* 35 2590 2 8 8 x4 288 2278* 2 —22 555 25* —
33336 *558 33 253833 28352 25 55 55 52
4 —* 1533333345 3738 3 23332 —
z5 2 325356 38278 5——573—38663 854 535 23 556
3 9 — 282 —A — 33 S x * 528* 8 732— —ãA — 2 .58 S E 2 3
—— 25 ————— 535
— — * —A 55
8 »573833 323 J—— 33835435 —35333
22 22 —23 — 2 2 2 — 2 — 8 2 — 8 22
—— 33 33* 5
— 5— —*555 3 —— — 8 * —
53233333 52322
2* —— S52 25 5333 58 2555 758 5—55382 552 —* a
—A 582 —523 525* * 8 —— z3— 8 32
—— 255—856 25 2553585875 — — 3 — —
52555 2532355 — * ——— 52 * —5— 2558*358 —
— 5 * 528 5 3 — — —3258383— * 532 232 0
2225 SSs5 * — — 2 —2 5* 33 5 22 —A 233 *
3323583 337335 385 822 88* —353838
Ez 233 — * —— —— 8 — * 838 0 z2
553 — 5 283872387 ————— 323 32532 ———
. W 555 ———— — 722365 * 233385 52
322352 8388 ——— 558 —— ——
— 3855325*
52 55 32353838
c2 333 — * 5 828 —83 5 7
35335 ——— 3233
2E”EOE 3335328 2132
—A—— —— 353
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23853543 *52 —A — — —— 522 552352258
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8 S — 2 * 352.,5 5 55c25* I35823 —— —— —
2 8 2 3 —8 —— ——— — ⸗* 2587 — ——
— —A — 2 325— 34 —2—2— 32 z5355335255 9 BaS2 —
—X — 538* S 2 53 — —2 2
323— —z55387 S — 53 ** 35325 ——— *5—
333 2— — 352* 225 258 — — 73 —— 3 *
—— —3 3838333582* 582 533— —5537
38 2 21 2* — 2 —9 2 — — s ——— * 2
* 385S087 35*55388 258 837* —— — 83 558 —535*5355
* — Rœæ52 525585 * 28 2358 z2 — —5275 8
2 — ——— 5 5353332 353 — —— 3 QR598 — 2* * —
s—553638 5 —6— 8 553338535 —258 55 33
5 2 58 538 —A 5835
—A—— ——— 5 2 —8— 554 ——— 252 — 2583
*58352—2 232 5338*8 * 8 — * 8 2* * D
32 262 2 5*58535 2 —— *7* ——— 25 2535 25 —
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        St. Ingberker AAnzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A. 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
Donnerstag, den 12. August 1880.
—
Deutsches Reich.

Se. Maj. der König von Bayern hat genehmigt, daß vom
Beginn des Studienjahres 1880/81 au die Anzahl der Stunden
ür den Religionsunterricht in den beiden oberen Classen des Gym—
aasiums auf je zwei Wochenstunden erhöht und zur Gymnasial—⸗
Absolutorialprüfung der Religionslehrer als vollberechtigtes Mitglied
der Prüfungscommission zugezogen werde. Der Lehrplan des Gyni—
nasiums and die Zahl der den übrigen Lehrgegenständen zugewiesenen
vöchentlichen Unterrichtsstunden erleiden hierdurch keine Veränderung.
Auf die Realgymnasien findet diese Bestimmung gleichmäßige An—
vendung. Durch diesen Erlaß ist ein bei der letzten Budgetberath—
ing auf der rechten Seite der Abgeordnetenkammer ausgesprochener
Wunsch erfüllt.

Eine Wiener Korrespondenz der Prager „Bohemia“ bringt etwas
Nachträgliches zur Berliner Conferenz, das Bayern anginge und
m nächsten Budgetlandtage eine Rolle spielen könnte. „Bahern hat
nämlich,“ so schreibt besagter Korrespondent, „noch aus Königs
Itto's Zeiten, wo es Griechenland noch mit Vorschüssen aushalf,
rechtsgiltige Forderungen an das Königreich, über welche rechtsgiltige,
jon hellenischen Gesandten und Ministern kontrasignirte Urkunden
ristiren, und für die ausdrücklich nicht eine Dynastie, sondern „Grie—
henland“ überhaupt Schuldner ist. Während, der Berliner Con—
erenz überraschte nun Fürst Bismarck aus Ansuchen Bayerns in
einer gewohnten energisch⸗dastrischen Weise die griechischen Gesandten
Rhangabe und Vrailas mit der Aufforderung, endlich diese Ange—
egenheit zu ordnen, da säumige Schuldner kein Anrecht auf Europa's
Zympathien hätten. Die griechischen Diplomaten gelobten, sofort
hre Regierung zur Austragung der Affaire zu vermögen, doch isi
zisher nichts über eine solche Austragung bekannt, immerhin hofft
nan aber, wenigstens einen Theil des alten Debets hereinzubringen.“
Es sind jüngsihin in Bayern noch einige Hunderttausende aus der
rranzösischen Kriegskostenentschädigung aufgetaucht, die vergessen
chienen, da braucht es Niemand zu wundern, wenn ein Schuld—
chein, der von Griechenland unterschrieben ist, vergessen wurde.
Daß aber auf der „Berliner Konferenz“ die Sache durch Bismarck
zur Sprache gebracht wurde, erlauben wir uns schon deßwegen zu

yezweifeln, weil Bismarck an der Konferenz gar nicht Antheil nahm.
Angenehm wäre es übrigens, wenn man sich im Zinsesrechnen
iben müßte.

Nach der „Elsaß-Lothr. Zeitung“ hat der Kaiser den könig—
ich preußischen Staatsminister Hofmann zum Staatssekretär von
Eliaß⸗Lothringen mit dem Prädikat „Erzellenz“ ernannt.

Ausland.

Kaiser Wilhelm traf am 9. August Abends, von Gastein
ommend, unter strömendem Regen in Aussee ein, wo er über—
aachtete. Am Morgen des 10. August setzte er dann die Reise nach
Obertraun fort, wo er bei seiner Ankunft um 1122 Uhr Vormit⸗
ags den kurz vorher angelangten Kaiser Franz Josef traf. Letz—
erer stieg zum Kaiser Wilhelm in's Coupé und begrüßte ihn auf's
zerzlichste. Hierauf fuhren beide Monarchen nach Ischl, wo sie, am
Bahnhofe von der Kaiserin von Oesterreich erwartet, um 12 Uhr
»intrafen. Trotz heftigen Regens war hier ein zahlreiches Publikuin
ersammelt, welches die Herrschaften enthusiastisch begrüßte. Der
Deutsche Kaiser fuhr sodann mit dem Kaiser und der Kaiserin von
Desterreich und dem Prinzen Reuß (deutscher Botschafter in Wien),
er zur Begrüßung des Kaisers nach Ischl gekommen war, nach
dem Hotel Elisabeth, wo um 2 Uhr Hoftafel stattfand, wozu auch
rürst Milan von Serbien, der gegenwärtig zur Eur in Ischl ist,
jeladen war. Wegen des schlechlen Wetters unterblieb der beab—
3 Ausflug nach Strobl und die Rundfahrt um den Wolf—
angsee.

Ueber die Kaiser-⸗Zusammenkunft in Ischl schreibt das „Berl.
Lgbl.“: Die Begegnung der beiden mächtigen Monarchen hat weit
öhere Bedeutung, als einem gewöhnlichen Höflichkeitsakte innewohnt.
sicht blos weil es mächtige Fürsten sind, die sich die Hände reichen,
ichten sich Aller Augen nach der lieblichen Sommerfrische in den
berösterreichischen Alpen; das historische Gewicht der brüderlichen
Umarmungen zu Ischl liegt vielmehr darin, daß die höchflen

Repräsentanten zweier vormals rivalisirenden Gewalten, jetzt in
Treuen verbunden sind, weil sie Ziele verfolgen, die getrennte sind
und doch einander unterstützen. Deutschland und Oesterreich gehen
jetzt in ihren politischen Bestrebungen Hand in Hand, wie es die
Kaiser in Ischl thun, und das bedeutet eine neue und schöne Epoche
in der Geschichte des mitteleuropäischen Kontinents. Keine Eifer—
jucht trennt mehr die stammverwandien Nachbarn, und der Glan z
der vereinten Gestirne wirft jetzt schon sein strahlendes Licht in den
fernen Osten.

Was Fürst Bismarck im Herbst vorigen Jahres während seines
Aufenthaltes in Wien mit kühnem Wagen eingeleitet, was verständniß
nniges Entgegenkommen von der anderen Seite aufzubauen geholfen
jat, das erhält jetzt durch die Monarchen selbst die letzte Weihe,
»em geben jetzt die Fürsten in Person feierliche Bekräftigung.

Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef auf Grund des Bis—
narckischen Programmes vom Herbst 1879 beisammen, — das ist
in Sinnbild der Politik, welche der innige Wunsch früherer Ge—
nerationen gewesen und die nächsten Generationen beherrschen wird.
Mit Freuden blicken wir auf dieses Wahrzeichen hin und aus vollem
herzen rufen wir: Heil den kaiserlichen Freunden!

Bei den in Frankreich statigehabten Stichwahlen für die
ßeneralräthe haben die Republikaner, wie bei der Hauptwahl, ent⸗
chieden gesiegt.

Reuter's Bureau meldet aus Konstanutinopel: Der Sul—⸗
an befahl heute dem Kriegsminister, am 11. August mit 4000
Mann sich nach Dulcigno zu begeben. Der Minister soll die Ga—
rantie übernehmen, daß der District Dulcigno in der stipulirten
Zeit an Montenegro übergeben werde. — Der Sultan befahl ferner
das Project einer anderen Grenzlinie gegen Griechenland bis in's
Finzelnste auszuarbeiten, welches den Großmächten unterbreitet
verden soll.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 12. August. Der in der letzten Zeit
ahier sehr häufig und gefährlich auftretenden diphtheritischen ünd
Scharlach-Erkrankungen halber wurden heute Morgen von Hrn.
Inspektor Dengel auf ärztlichen Wunsch die katholischen Schulen
geschlossen.

*St. Ingbert. Anläßlich der Belobung des Standes—
heamten unserer Stadt wegen musterhafter Führung der Standes⸗
egister bewilligte der Stadtrath in seiner letzten Sitzung Hrn.
Stadtschreiber Bayer eine Remuneration von 75 M. — Gleich—
eitig beschloß der Stadtrath, dem Antrage der Ortsschul- und Fori—
ildungsschul-Kommission entsprechend, den 3. Curs der gewerblichen
Fortbildungsschule, welcher vor etwa 2 Jahren errichtet worden
var, aufzuheben und dafür wieder die Sonntagsschule mit je 2
Stunden Unterrichtszeit an einem Sonntag-Morgen einzuführen.
Dieser Sonntagsschule sollen aus der Fortbildungsschule alle schwä—
heren Schüler überwesen werden. In die Fortbildungsschule
—
ziesen die besser unterrichteten Knaben einzutreten. Mit der Er—
heilung des Unterrichts in der einzuführenden Sonntagsschule wurde
or. Lehrer Schlau decker betraut.

0 Aßweiler 11. August. In dem nahen Erfweiler
ind vor einiger Zeit die Rötheln unter den Schulkindern ausge—
zrochen und von diesen sind etwa 30 daran erkrankt. Um die Ge—
ahr einer weiteren Ansteckung nicht zu erhöhen, wurde auf Antrag
»es Amtsarztes von Blieskastel durch das kgl. Bezirksamt der Schul⸗
interricht vorläufig auf 8 Tage geschlossen.

f Laut Bescheid der kgl. Staatsregierung auf den vorjährigen
Jahresbericht der Handels- und Gewerbekammer der Pfalz ist die⸗
elbe mit der Kammer darüber einverstanden, daß die Realcredit⸗
erhältnisse der Pfalz ungenügend sind, daß indeß eine Ver—
jesserung derselben durch die allerdings mangelhafte Hypothekenge⸗
etzgebung der Pfalz nicht absolut ausgeschlossen wird, und daß
zieses Ziel vielleicht durch ein auf Gegenseitigkeit beruhendes Pfand⸗
nstitut nach dem Muster des Berliner Pfandbriefamtes erreicht
verden könnte. Die kal. Staatsregierung ist daher. falls die An⸗
        <pb n="506" />
        regung der Handels⸗ und Gewerbekammer im Kreise festere Wurzel
faffen und sich ein solider lebensfähiger Creditverein der fraglichen
Art bisden sollie, gerne bereit, denselben nach Thunlichkeit zu foͤrdern.

4 In der Zeit vom 27. September bis 14. Oktober lJ. J.
wird das Generalkommando des 14. Armeekorp⸗ eine Generalstabs-
Uebungsreise in die Pfalz unternehmen, und zwar sfüdlich und
westlich einer Linie von Germersheim bis Kaiserslautern und Zwei—
bruden. Die betr. Burgermeisterämter sind von hoher kgl. Regier⸗
ung beauftragt, für die nöthigen Quartiere Sorge zu tragen. Auch
wicd der Generalstab des U. bayer. Armeekorps im Laufe des
Monats September eine Uebungsreise in die Gegend nördlich von
Kaiserslautern unternehmen.

4Am 22. August findet die Priesterweihe im Kaiserdome zu
Speyher statt, und werden 18 Diakone durch Herrn Bischof
Ehrler dieselhe empfangen.

Sämmtliche Zoͤglinge des oberen Kurses im Schullehrer⸗
seminar zu Spey er 35 an der Zahl, haben die Erlaubniß zum
Eintritt in die Schulpraxis erhalten.

4 In Saarbrücken war am Sonntag auf dem Festplatz
u. A. auch eine Menagerie aufgestellt. Ein junger Mann beging
die Unborfichtigkeit, seine Hand durch die Gitterstäbe des Hyänen—
behälters zu strecken. Die Hyäne biß sofort zu, die Hand wurde
arg verletzt, und nur mit Mühe konnte der Unvorsichtige von der
Bestie befreit werden.

Aus Elsaß⸗Lothringen schreibt man der „Saarbr. Ztg.“
In weitem Halbkreise, von Belfort bis Pont⸗a⸗Mousson, dehnt sich
eine Reihe von französischen Lehranstalten netzartig laͤngs der Grenze
— Felicia Drappier, welche ihren
Licitation. genannten Vater, r e
Montag, den 30. August hier zum Vormunde und den
1880, Nachmittags 2 ug zu Franz Egletton ohne Stand da—
St. Ingbert in der Wirth⸗ elbst zum Nebenbormunde hat;
schaft von Julius Grewenig, 3. Herrmann Laur, Gerber.
Wittwe, verireten durch Philipp Fitz, Ge—
werden durch den unterzeich⸗ chäftsmann, als Verwalter in
nelen Amtsverweser des kgl. Notar dessen Concursmasse.
Franz Sauer in St. Ingbert, Alle wo nicht anders ange—
hiezu gerichtlich beauftragt, die geben in St. Ingbert wohnhaft
mnahhin ———— Aegensche St. Ingbert, 6. Aug. 1880
en, in der Steuergemeinde St.
Ingbert zur Gütergemeinschaft, 3 Auffschneider,
zwischen dem in St. Ingbert ver⸗ Amtsverweser.
sebten Rentner Karl Michael
Laur, und dessen hinterbliebenen
Witiwe Louisa Lindemann,
sowie zum Nachlasse des Ersteren
gehörig, Abtheilungshalber öffent⸗
sich zu Eigenthum versteigert;
Pl. Nr. 2818, 144 Fläche,
worauf ein Wohnhaus mit
Hofraum und Plan Nr.
2818 2, 31 a 40 qm
Acker dabei, das Ganze ge⸗
legen zu St. Ingbert auf
der Meß neben Eigenthümer
selbst und Ludwig Vogel⸗
sang;
Plan Nr. 2819, 6 a 80
qm Acker allda; und
3. Plan Nr. 2824, 20 a 30
qm Acder daselbst;
Figenthümer sind:
J. Genannte Wittwe Louise
Lindemann;
2. Heinrich Laur, Weinhändler.
3. die Kinder und Repräsen⸗
tanten der verlebten Maria Laur,
Ehefrau des gleichfalls verstor⸗
benen Kaufmannes Johann Woll,
Namens a. Maria Louise und
b. Henriette Elisabetha Woll,
der den genannten Heinrich Laur
zum Vormunde und den Franz
Woll, Kaufmann und Organist
zum Nebenvormunde haben;
A. Das einzige Kind und Re⸗
präsentantin der verlebten Anna
daur, Ehefrau von Ludwig Drap⸗
hier, Kaufmann in Tirlmon'
ijn Belgien, Namens Leonie

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 28. August
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
ZSt. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Joh. Ad. Beck, Wwe.
wird auf Betreiben von Chri⸗
stian Walter, pens. Zollbe⸗
diensteter in St. Ingbert, gegen
Ludwig Bechtold, weiland
Geschästsmann daselbst, bezieh—
ungsweise dessen Wittwe und
Erben im Wege der vertragsmä—
zigen Wiederversteigerung, durch
hen unterzeichneten Amtsverweser
»es igl. Notür Sauer, die nach—
tehend beschriebene Liegenschaft
n der Steuergemeinde St. Ing⸗
bert, öffentlich zu Eigenthum
versteigert:
Plan Nr. 283, 34 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Hofraum, gelegen
ju St. Ingbert an der
Heide.
St. Ingbert, 10. August 1880.
K. Auffschneider,
Amtsberweser.
Heute (Donnerstag) und
morgen
Futtermalz
in der obern Brauerei von
Gebr. Becke⸗

aus. Thatsächlich sind diese Pensionaten Netze gleich, in welchen
die deutschelothringische und oberelsässische Jugend gefangen und
dem Reichslande entfremdet wird. In den Vogesen geht die Sage
don einem Rattenfänger, Tambürel genannt, der die nächtlichen
Wanderer irre führt und die Jugend gewaltsam über die Berge
Ddi. Das ist die französische Werbetrommel, die noch immer im
Oberelsasse fleißig gerührt wird. Die Zöglinge, die man beim
Beginne der Augustferien im Eisenbahnwagen antrifft, machen schon
interwegs Propaganda mit Kokarden und Medaillen.

In Berlin fand am 6. August Abends im Restaurant
der „Akademischen Bierhallen“ eine fuͤrchterliche Explosion statt.
Im Keller explodirte zuerst ein Ballon mit Gasäther, an welchem
drei Hausbedienstete beschäftigt waren. Dieselben sind schwer ver—
letzt. Die Feuerwehr, sofort herbeigeholt, dringt in den Keller ein
— Ballon sind. Plötzlich folgt
eine zweite furchtbare Erplosion. NReun Feuerwehrleute wurden im
Kelletraum schwer verstuüͤmmelt. Kameraden schleppen die Unglück⸗
lichen todesmuthig heraus; alle wurden fürchterlich verbrannt und
zerquetscht, die Gesichter sind völlig verkohlt, so daß zuerst Niemand
zu erkennen war. 2 sind bereits ihren Verwundungen erlegen.

4 In Folge eines Wolkenbruchs in den Karpathen und eines
dreitägigen Regens trat die Oder aus und überschwemmte in den
Kreisen Ratibor und Cosel, (Schlesien) 20 bis 25 Ort—
schaften vollständig und 15 theilweise. Die Verluste sind sehr groß
und noch unberechenbar.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme t.
Versteigerung einer Wiederruf.
Gerberei. Die auf Freitag, den 13.
Montag, den 30. August August, nachsthin Nachmittage
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr, 2 ühr, im Stadthause zu St.
Inabert, n der Ingbert festgesezte Bieh⸗
irigschaft bon Juius Grewe und Fruqhttversteigerung
nig Wittwe, gegen Bernhard August,
läßt Frau Witiwe G. M. Handelsmann hier, findet nicht
Laur, in St. Ingbert folgende statt.
diegenschaft in der Steuerge⸗ St. Ingbert, 12. August 1880
neinde St. Ingbert, öffentlich K. Auffschneider,
u Eigenthum versteigern: Amtsverweser.
Plan Nr. 249780, 3 a 30
qm Fläche, worauf ein
weistoͤckiges Gerbhaus mi
1j3 Gruben, 8 Farben
Trockenspeicher, Lohkäserah—
men für circa 15000 Loh—⸗
käse, gelegen an der Straße
nach Saarbrücken in der
Nähe der Stadt St. Ing⸗
bert, dann aus Plan Nr.
2497 * ungefähr 23 2
Wiese in den Stegwiesen.
St. Ingbert, 6. August 1880.
Der Amtsberweser des kgl. Notär
Sauer.
K. Aufischneider .
Ceoensum⸗verein
zu Mariannenthaler Glashütte E. G.
Bilanz pro 1879/80.
Activa
Waaren Conto, vorrthige Waaren Ab. 4368.70 —
Cassa⸗Conto, Baarbestand „517.02,
Mobilien⸗Conto, vorhandene Mobilien 417. 71, 453300. 43⸗
Passiva
Tapital⸗ Conto, Ge
schäftsantheil
Reservefond⸗Conto
Creditor
hewinn⸗ u. Verlust⸗
Conto
Gewinn⸗Uebertrag
von 1878/795, 270. 46,
ewinn⸗ Uebertrag
pro 187980 3307.88 AMS3S TS. OSJ M ASOOABI
ν ιοανσααοαιôααααOααααα. —— —— — ssq. OνααααÑαοααXααäXäαôäÑααιααÑäæα.
Der Verein zählte am 31. Mai d. J. 86 Mitglieder.
Mariannenthaler Glashütte, den 9. August 1880.
Der Vorsftand.
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
        <pb n="507" />
        22 —2 888 2 7 ——3 228 * * a 22,32 2 2 48 —2* 82
A VV——— 555757 5333—82 335553523 23223
2 2 55 — * 5 *

3 — 5 — 55 5* 25525325366— ——— —
A — ——— 22 35355s833 58 53858 4 5257
2* 5*6 —A— 237 * 2 — ——AA—— 3 5

* 2* * 2 E * 32 — 2283 —

52 255* 5609 * 55 5553 8 ———
2 538 7355 * 358 2 3333—27235 862—33232— 23835
5— — 2333283 28355 2 ——3 —55—3 32—3388 883 MO—838

7523325 5535 233 3 ———— —— 8—— 2
—228 2 —2235 —554 227 3 8—535583 —A 523458 — 7 8
8 . 3 38 —A
—38 555 22 3 775545—5 58233 55*

— 3— 233 5* 44 2 2* —33 ——3 — —20 55 * *
.. —n— 222587 22 5* — 2 33 — 8 55 25 385 23 7
A 33883 —55—3—3548225 553383 —5 5—8
* 528* 3 55 — — 2 — 8 —— 23 85 3— * 2

—— 22 2 5 5— 33 —— 33 5 5—5

z5 53335 53 383 2——33 3 —835 32838
2 5 —z—3382 *82 —235 — 23 22538 25* — 2 *

—A 2—23 — 22 —* ——5 8— ——3—835 * 2. —2 ——A
— — 8 — — 9 — — — 8 —— — QZ8BEE 5 2 2
5357 —— F 2227— — * * —A 23235 8 — —— * 2 7*
—z35355 7554 352 —* —
552 5* 22 * * — 527 — 8 2 232322* —87 38
2* — 8535—258—* *2*8 325 2—— —28 3325 2 322
— —* 22 —⸗ 9 8 —3 * ——
33383 5755
—* 2— ———
—55 383 3 383 —83 —3335*
*35 — z5553 — —85 325
— —2 2. 3 — 35
2 S * 2 55 22 — —— —ä— 8 58 *
2 8— — —* —z2c60. * — 352 — * —nS — — — —53222 *
333*—822 57 — 28—3 — — — —3—5— — 5— 53 341
5 —— 8 2. 5 5535553 58 —5 z32255 — 2 —5 2
5— —8 535 — 22 —— EB SS E — — 22—
2
2
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3. 282258 —2—5228 2323— 55—2555 25338 55 8 285
—53565 5— ———— 55 25—53 33 2
—3— —82 F — * —
AM —— 2 *8* — 5227 2—2 5 * 22 3 ———
25 55 5855855 2335* — —— 53—30 533
932 7 —85 82.2 2* 2328 5 257825 —5 2375*
9 27 3 7 * — — — —5 * W 25
——3283 2332 ——28 — 235385 5 28 328283 2⏑ 33———25 2 *
—A —— ——— 5— 233 2.— 7— 5—328253 323 2 — ——8 5—
53—70 45J3 —S88 5.2 2* —A 5 32 8 288
2 — s— 3335 * 5 38 2328
——— 55 M mm — 284. 5 — —z3382585 — — 8 —

5555 8 — 3 — —— 2* —— —— — — — 22 2 *

55 ——— ——— 5 ———2— ——— 22833 53 —
23 ——3 —2 7 ——8 —85 53 8 — 3—8 5357
— —** . *2 9 8
z2255* 222.2 2 5— — —— — 258 —— — —53 — —A
2 2 55 — 37 8 —82 28 2*—356 868
————— 2532 553 33333——33338 A23 52 36
5 2 33 ü—3 33 3853
— T. 3— — —

— 5— 5252 — 53 — —375 22 —3338— 3235 58
332552 35— 3 ——38 8 — — 22
S55 5 458582 — 5——— ——2323 —55 35 38 —A
—8 5 3 36533338 2355
— —
25 8 —A 3 8883332 25 5—
— ar * * e —— —8— 82 —— — 2
1255* 35383683 233— 5
— — 3 8 33355
——— — 2* — —A —— 2 E — ——
2 — 5 — 55333 2 *
3z 353538* 55—5 *——32235 —3 2* * — —— —23
28 28 *25 — — 2 —
33533— — 3 A——
— —— * — ——
———
F * 3 2 ——

5855 — —⏑ — — 65.* 55 8323 8326 — *8 EE

2
528
2 ——
55735
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* — —
s 2* 3—528 —ãA— — *8
— — 8 3 8 —* —AJ
2—355 —A — 56
2522 53 v 2*2 8 5 3 5
352 5 85235 — 2* * * 2
* —5335 2—2 25 —A — 52 — —
—552 55582 5 3 23* 2 3
*52 —23 3553 258 58* zh 5325 — — 85888
— 3 — ẽ b — S8 —
75 7233 3 35375522 —— 28333368
* ß —5*
2833 33755 3357753 — 372685
2 — * * * 22 —8
2 —EE * —X 3555 agꝛ 3 — — —78* * — 2 — — S
583* 388 2525 22535 2262 32 5 2 —
* 3 2 — 3 55 *55335 32252 135* —— —s
* — 55 2722 — D 55535* 5m2 5 2—
*27 —A — 33 32553 22 55 — 5* 2
2327 A 28 * 222 25 —8357 — — 28 —57 8ES
32535 * 1323 sz252885 MA 23 —3823 ———
3B35 2 8 5323858 — 225 —E — 2
7 .2 2 3888 — —2 32 — — * — 3 228
——— ——— 2825 353375335 353335 —— 2 25
—— 25 2 2* —5 82
7 2 2* — 3 253 * 2 — — 2 —
5 *5 * 335 28 35586 2538
713. NM. * — 2** — — — 22 2 *
* 258 222* — 2331 — 3* 53535 *
* — *22 — 23533555* 335235 222 272 3 — 5 5
* 2 * 2* * 252 2 * A 2 5c
— —8 — 383335355 —52383 8 533733535 ια — 72 2* —
— — 3 *85338 — ———— — 55 5332
——— —3 ———————— 56 5538 255 ——— 5 —UW
5 2 253 S8 2* ———— — 5 5325 J
—V 32833 2 583858357 3343837 28 333 8
388 2355 S —8235 5755* — — 15 38
3387 226 —2 2 2 * ——— — ——— — 3 E *
328 —— —3 2 55—c7 —A J 5
* 55355 — — — — 2 2 2 52 22 255 372
3878 *7 — 3578* — 3 3 —9 BS
53 —2 — — 5 25535 3823352 2 — * —3 —
AS— ðc 255 — 57322* 3333 2 28
33 253527 3833837324
2 .7 58 — — 53253*
VW 292 * 353335 2
——— 3335
2 25
4 2—
3
238
—E
32333
A *»2
255 * 723
25338 2
355s5785 A
22 55357 23 53 — 2
— 55* 7323 *
—322 753 25 32.22 535 *
9 s35 238 33353* 77738
8 — —— —5 585 2 —2338
353 *58 3333 3883228
*8 2533 7365 332 53333 58
2 52 e2 * * 3
A 2 — 3523 5355535 — —
8 2 223 — —— 2 — 5 I28
7 5585 — —— —
931 —3 2 * 3 5 2 2 * X 8 —— 4
53* 233283
— c5336138 — 7 2. 52538 35* z32258 —— —
* — *21 — 2 7 * 235 — 235 —2
2* — 71 288
12
—— —9 — — 8 — * *
J
2287 — 5853 8X 353 88 — —— 5225 — ————
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— —— 5 322 252 255555 255 5** 5 2
— * — 3 32 — 5.2 ẽ 5 5 — 3
»523 — 5 228 —3 53388 3* 55 7 535837 8
J4. A 32 7 — — z38 3 38 24
* 5553 8 5 35553 —— ——— *2— 82 3555355 — — 2
* 19 72* — 2 5 —8 — 2238 5222 5255 5 52558 8 2532
**7 —82 2 ——— 5323 555 5 — J3— 55
59 —335573 532* 58332
—— 52 —A — 355335 2 — 52 5555 3235
* — 22 — —— 53 8 58 2
29 5282 2W *3 — 328 252 57 — 5 —— —
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335 J
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3 353378 55 535
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258 2 2333332*
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        S.3
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter BVei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

1AMN 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A6 60 —, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 ⸗., von Auswaͤris
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M ISO.

Samstag, den 14. August

1880.

Deutsches Reich.

München, 10. Aug. Die von der Kammer der Reichs—
räthe und der Kammer der Abgeordneten aus Anlaß des 700jäh—
rigen Regierungsjubilaäums der Dynastie Wittelsbach an Se. Maj.
den König beschlossenen Huldigungsadressen wurden heute dem
Ministerpräsidenten Dr. v. Lustz überreicht und durch diesen an
Seine Majestät nach Hohenschwangau befördert.

Muürnchen, 11. August. An die Kammer der Abgeordneten
gelangten außer 5 Gesuchen von pfälzischen Genossenschaften noch
Petitionen von der Volksbank Edenkoben, dem Vorschuß⸗ und Cre⸗
ditverein Dürkheim, von der Volksbank Frankenthal, von den Vor—
schußvereinen Kaiserslautern, Kusel, Kandel, Alsenz, Glan-Münch—
weiler, Zweibrücken, Blieskastel, Pirmasens und Si. Ingbert be—
treffs der in den Gesetzentwürfen über die Gewerbesteuer und Ein—
tommensteuer enthaltenen Bestimmungen über die Besteuerung der
Genossenschaften.

Die (in vor. Nr. d. B.) erwähnte angeblich durch den Fürsten
Bismark geltend gemachte bayerische Forderung an Griechen—
land scheint doch einen Kern zu haben, da die an Grifchenland
in den dreißiger Jahren aus baherischen Kassen vorgeschossene jetzt
mit Zinsen auf sieben Millionen Franks berechnete Summe von
drei Millionen Franks so ziemlich der 1848 auf den Antrag des
damaligen Abgeordneten G. F. Kolb aus der k. Kabinetskasse dem
Lande zurückgezahlten Summe gleichkommt. Bekanntlich ist die ver—
hältnißmäßig bescheidene private Hinterlassenschaft des seligen Königs
Ludwig's J. mit den für Griechenland gebrachten Opfern desselben
in Verbindung gesetzt worden, wonach derselbe allerdings außer
dieser Summe unter der Hand wohl noch andere Aufwendungen
gJemacht hätte. Da die Kabinetskasse dem Lande die erstgenannte
Summe zurückgezahlt hat, so würde dieselbe im Falle ihrer Aus—
zahlung durch Griechenland nicht dem Lande Bayern, sondern den
Privaterben König Ludwigs J. gehören.

Berlin 10. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg.“, einen
Artikel des Blattes „Export“ über die Freihafenstellung der Hanse—
städte besprechend, sagt: Deutschland habe nicht ein Interesse daran,
daß Hamburg und Bremen Weltmärkte seien, sondern daran, daß
ꝛs durch Haniburg und Bremen einen Weltmarkt besitze. Nur diesem
Ziele, im Falle dasselbe unter der freiwilligen Mitarbeit der
Hansestaädte zu erreichen sei, könne das Reich ebenfalls auch Opfer
bringen, das heißt, das Reich könnte für den Fall des Verzichtes
von Hamburg und Bremen auf die Freihafenstellung sich an den
Kosten der Erbauung zollfreier Entrepoöts betheiligen. Die Beibehalt—
ung der Freihafenstellung und dennoch Reichsbauten sei aber eine
Forderung, die am Besten die Einseitigkeit der in dem fraglichen
Artikel erhobenen Ansprüche kennzeichne. Der „Export“ selbst habe
ubrigens den veröffentlichten Aufsatz in einem späteren Artikel
widerlegt.

Die lebhaften Klagen über die Höhe der Gerichtskosten haben
im Reichsjustizamt wie im preußischen Justizministerium zu
wiederholten Erwägungen Veranlassungen gegeben, ob eine Revision
der Gebührenordnungen oder wenigstens eine Abänderung einzelner
Bestimmungen derselben jetzt schon in Aussicht zu nehmen sei. Die
Frage ist, wie das Deutsche Montagsblatt aus bester Quelle erfährt
porläufig verneint worden, da die bisherigen Erfahrungen noch in
leiner Weise ausreichen, erkennen zu lassen, in welchen Punkten
eine Abänderung der Tarife möglich oder erforderlich ist.

In Bezug auf die Reichs-Einnahmen aus Zollen und gemein—
schaftlichen Verbrauchssteuern für die Zeit vom 1. April bis 30.

Juni wurden 59,884,830 M. verreinnahmt. Im Vergleich zu
derselben Zeit des Vorjahres ergibt sich leider eine Mindereinnahme
hon 1294 Mill. Mark, von welcher Summe 103, Mill. auf den
Ausfall bei Zolleinnahmen entfallen.
Ausland.

Gambetta, der Exdiktator Frankreichs, hat in Cherbourg
eine sonderbare Rede gehalten. Es liegt zwar im Augenblick erst
eine kurze, lückenhafte telegraphische Angabe ihres Inhalts vor;
aber es läßt sich auch daraus schon erkennen, was für ein Geist
es ist, der sie durchwehte — der Geist der Revanche. Gambetta
wohnte am 9. August Abends einem Bankett bei, welches der Han⸗
dels⸗ und Industrie-Verein von Cherbourg den zu den dortigen
Festivitäten gekommenen Vertretern der Pariser republikanischen
Zeitungen gab. Er hatte auf einen auf ihn ausgebrachten Toasi
zu antworten, und da erinnerte er daran, daß er schon einmal im
Jahr 1870, in Cherbourg gewesen sei. Diese Jahreszahl gab ihm
nun Anlaß zu dem Satz, in unglücklichen Zeiten müßten die Völker
in Ruhe und Ueberlegung sich abwartend verhalten; Niemandem sei
es verboten, auf die Zukunft zu hoffen; wer das Recht auf seiner
Seite habe, könne erwarten, daß einst das Unrecht wieder gut ge—
macht wird. Noch deutlicher ging Gambetta mit der Farbe heraus,
als er auf den ihm mehrfach gemachten Vorwurf zu sprechen kam,
daß er gar zu sehr für die Armee eingenommen sei, daß er einen
wahren Cultus mit derselben treibe. Diesen Vorwurf wies er
folgendermaßen zurück: es sei nicht kriegerischer Geist, welcher diesen
Cultus dictire, sondern die Nothwendigkeit, Frankreich wieder em⸗
porzuheben, nachdem man es so gesunken sah, damit es seinen Platz
in der Welt wieder einnehme. Geifall.) „Wenn unsere Herzen
schlagen für Erreichung dieses Zieles, so handelt es sich nicht um
das Streben nach einem blutigen Ideal, sondern um die Erhaltung
des Ganzen, was von Frankreich übrig bleibt, damit wir auf die
Zukunft rechnen und wissen können, ob es hiernieden eine Gerechtigkeit
gibt, welche zur geneigten Stunde herbeikommt.“ Mißzuverstehen
sind diese Worte nicht; auch in Deutschland nicht.

London, 11. August. In Glasgow hat eine Versammlung
von Eisenwerkbesitzern beschlossen, sämmtliche den anwesenden Firmen
—

Fürst Karl von Rumänien wird Mitie dieses Monats nach
Deutschland kommen; er wird seinen fürstlichen Eltern einen Besuch
abstatten und sich auch einige Tage in Berlin aufhalten. Auf seiner
Reise nach Deutschland wird er in Ischl dem Kaiser von Oester⸗
reich einen Besuch abstaätten.

Vermischtes.

Dem pfälzischen Schreibgehilfenverein, welcher vorigen
Sonntag in Neustadt seine neunte ordentliche Generalversamm⸗
lung hielt, haben zwei Notare des Bezirks Frankenthal Gaben von
50 und 15 M. zugewendet.

Aus Landausschreibt man der „Kaisersl. Ztg.“: „Sämmt⸗
liche Offiziere der hiesigen Garnison sind sowohl aus dem „Musik—
verein als auch aus dem „Casino“ ausgetreten; die hier wohnhaften
pensionirten, sowie die Landwehroffiziere erhielten die Weisung, ein
Gleiches zu thun.“

FGEechstes pfälz. Sängerfest). Wie schon früher mitge—
theilt wurde, hat Herr Wilhelm Speidel, kgl. Professor der Musil
aus Stuttgart, die Leitung des diesmaligen Sängerfestes übernom⸗
nen. Auf ergangene Einladung haben nun auch Hr. Georg Vier—⸗
ing kgl. Musikdirektor aus Berlin und Hr. Friedrich Gernsheim,
capellmeister in Rotterdam, ihre persönliche Theilnahme am Sänger⸗
äeste zugesagt und werden beide auf Wunsch des Festdirigenten ihre
Tompositionen „Schlachtruf“ und „Salamis“ selbst dirigiren. (Be⸗
kanntlich ist Vierling in Frankenthal, Gernsheim in Worms ge—
boren). Die Festbesucher erhalten somit Gelegenheit, drei in der
musikalischen Welt hochstehende Componisten persönlich und aus
hren Werken kennen zu lernen.

F Speier. Das Kreiskomite des landwirthschaftlichen Ver⸗
eins der Pfalz beabsichtigt, Denjenigen, welche das Zentralland⸗
wirthschaftsfest in München (3. Oltober) mit ihren Produkten
beschicken wollen, Dies mit ganz geringen oder vielleicht gar keinen
Tosten möglich zu machen. Es gedenkt nämlich, sämmtliche recht—
zeitig angemeldeten Ausstellungsgegenstande in einen direkt von
Speier nach München fahrenden Wagen zu verpacken und mit der
Aufstellung dieser Gegenstände in München eines seiner Mitglieder

Jichl, 11. Aug. Kaiser Wilhelm empfing heute Vor—⸗
mittag 10* Uhr einen Besuch des Kaisers Franz Joseph,
der über eine halbe Stunde dauerte. Um 1 Uhr findet ein Ga—
ladiner in der kaiserlichen Villa statt.
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        zu betrauen. Die Ausstellung findet im Glaspalast Statt; es ist
also Raum genug vorhanden. Ferner sei noch erwähnt, daß die
bayerische Slaatseisenbahn Transportfreiheit für jene Thiere ge—
währt, welche bis 15. September bei dem Generalkomite des land⸗
wirthschaftlichen Vereins in München angemeldet sein werden.
Eben daselbst müssen gleichfalls bis 168. September die Preisan—
träge über vorzuführendes Vieh eingereicht sein; die übrigen Preis—
anträge sind bis 1. September bei'm landwirthschaftlichen Kreis
komite der Pfalz einzureichen.

Frankfurt, 10. August. Die Abrechnung der Ein—
nahmen bei'm fünften allgemeinen deutschen Turnfest hat als Re—
suliat die Summe von 249, 454 Mt. 90 Pf. ergeben. Der Rein⸗
gewinn am Wein beträgt rund 15,600 Mark, am Bier 18,700
Hek. Auf dem deutschen Turnfest wurde verhältnißmäßig für die
kurze Dauer im Vergleich zum ersten deutschen Schützenfest mehr
confumirt, denn in den wenigen Tagen des ersteren wurden 37,000
Flaschen Wein gegen 54,000 Flaschen anno 1862 gelrunken.

F Eine Versammlung von Tischlergesellen in Mainz be—
schloß am Sonntag, daß, wenn unter den Tischlergesellen in Ber—⸗
iin wegen der geforderten Lohnerhöhung ein Streik ausbrechen
sollte, diese auf die ihatkräftige Unterstüßzung von Seite der Mainzer
Collegen rechnen könnten.

F In Rheinhessen geht man gegen die Feldmäuse und
Hamster, welche in bedenklicher Weise überhand genommen haben,
energisch vor. In Oberflörsheim zahlt der Gemeinderath für eine
eingefangene Maus 1Pfg., fuͤr den Hamster 9 Pfg.; bei der ersten
Ablieferung, am 7. August, wurden 19,000 Mäuse und 600 Hamfter
gezählt. In Osthofen taxirt der Gemeinderath die Hamster nur zu
6 Pfg. das Stück, die Mäuse aber zu 2 Pfg.

Langernschwalbach. Vor einigen Tagen wurde hier
ein polnischer Schnorrer wegen Bettelns verhaftet. Derselbe trug
eine werthvolle goldene Uhr nebst goldener Kette, mehrere golden
Ringe und, außer einer bedeutenden Summe in baarem Gelde,
Werthpapiere im Betrage von 10,000 M. bei sich.

FMünchen, 9. Aug. Der frühere Minister von der
Pfordten, der sich schon seit längerer Zeit in leidendem Ge—
sundheitszustande befindet, ist sehr bedenklich erkrankt.

In Ochsenfurt (unterfranken) hat die Gemeindever—⸗
waltung wegen des starken Zuzugs von auswärts beschlossen, von
jedem, welcher dort das Bürgerrecht nachsucht, 385 M. einschließ⸗
lich aller Gebühren zu erheben.

F Hasselmann hat der „Köln. Ztg.“ einen Brief zugeschickt,
worin er die Angabe, daß er nach Amerika durchgebrannt sei, als
ein boshafter Weise ausgesprengtes Gerücht bezeichnet. Er mache,
sagt er, gegenwärtig eine Rundreise zu politischen Zwecken — das
sei Alles. Erfunden sei auch, sagt er, was von Schulden gesagt
werde, die er habe. Privatschulden habe er gar keine, und die auf
den von ihm gegründeten Zeitungen ruhenden Verpflichtungen
würden jedenfalls so oder so gedeckt werden. Schließlich behält er
sich vor, die Urheber der böswilligen Erfindung wegen Verleumdung
zu belangen.

F Ein Bergwerk am Versinken. Die „Westf. Volks-Ztg.“

schreibt: „Die Zeche Baaker Mulde bei Linken ist am Versinken;
der Schacht ist in einer Tiefe von 30 Lachtern von der Wettersohle
ab völlig eingestürzt. Die Pumpe ist bereits in die Tiefe gegangen,
der riesige Dampfkessel ist gefolgt, und das ganze Gebäude, dessen
Umgebung man abgesperrt hat, scheint von der Erde verschlungen
zu werden. Man vernimmt in der Nähe ein unheimliches unter⸗
irdisches Getöse. Zum Glück gelang es, die zahlreiche Belegschaft
frühzeitig zu warnen und zu retten; auch zwei zurückgebliebene Ar—
beiter, für die man schon Befürchtungen hegte, kamen noch vor der
Katastrophe wohlbehalten zutage.
7 In Berlin wurde am 5. August die 11. Generalver⸗
sammlung der deutschen Athropologen durch Professor Virchow er—
dffnet. Im Namen der Regierung hieß Unterstaatssecretär v. Goßler
die Versammlungen herzlich willkommen. Gegen 250 Mitglieder
waren anwesend, meistens wissenschaftliche Notabilitäten, darunter
Schliemann; aus Stochholm wird v. Rordenstjold erwartet. Im
Lauf der Sitzung erschienen der Kronprinz und die Kronvrinzessin
mit dem Erbprinzen von Meiningen.

F Berlin, 11. Aug. Der 11. Anthropologen⸗Kongreß
wurde heute Nachmittag mit einer längeren Rede Virchow's ge—
schlossen, worin derselbe namentlich der Unterstützung und Förder⸗
ung des Unternehmens durch die Regierung dankend gedachte. Die
nächste Generalversammlung findet in Regensburg statt.

4 Eine interessante Gesellschaft, bestehend aus fünf jungen
Damen und einem deutschechinesischen Kaufmann, Herrn Höflich,
hat, wie die „Pos. Ztg.“ meldet, Sonntag fruh Berlin ver—
lassen, um nach Shanghai abzusegeln. Herr Höflich, der aus
Rawitsch in der Probvinz stammt und im Laufe von 20 Jahren
jm chinesischen Reiche Millionär geworden, hat von 64 Damen,
die sich auf eine Anzeige von ihm gemeldet haben, 5 ausgewählt
und als Repräsentantinen, bezw. Verkäuferinen in seine Geschäfte
in Shanghai angeworben. Die Damen erhalten laut dem von

der chindsischen Gesandtschaft in Berlin mitunterzeichneten Vertrage
reie Fahrt nach China, ebenso nach 3 Jahren auf Wunsch freie
Fahrt zurück, vollständig freie Station und 120 Mtk. den Monat.
Außerdem hat Herr H. für die Mutter der einen jungen Dame
dei der Gesellschaft in Berlin eine Rente von monatlich 60 Mk.
auf drei Jahre niedergelegt. Drei der jungen Mädchen sind aus
Berlin, eine aus Posen und eine aus Breslau. Die Gesellschaft
ist nach Paris gereist, um über Marseille in eiwa 7 Wochen
—AU

F Zu der Ueberschwemmung in Mähren und Oberschlesien
ommt nun noch eine solche in Polen und Posen. In der
Stadt Posen machte am 11. August der Polizeipräsident bekannt,
»aß die Prosna, welche den südlichen Theil der Provinz Posen
»on Russisch-Polen scheidet, Mebenfluß der Warthe) auf weite
Strecken über ihre Ufer getreten ist; von den anstoßenden Feldern
vurde alles (schon geschnittene) Getreide durch die Fluthen fort—
zeführt. Man befürchtet auch eine bedeutende Ueberschwemmung
zurch die Warthe.

Die Nachweise über die Auswanderung aus Deustsch—
dand nach überseeischen Ländern für das erste Halbjahr 1880,
velche das Kaiserliche statistische Amt im Juniheft seiner Monats-
jefte veröffentlicht, ergeben, daß vom 1. Januar bis 31. Juni
ieses Jahres über deutsche Häfen, (Bremen, Hamburg, Stettin)
15 042 deutsche Auswanderer befördert wurden. Außerdem sind
3400 deutsche Auswanderer über Antwerpen nachgewiesen, von
indern fremden Häfen, über welche deutsche Auswanderer beför—
dert sein könnten, liegen Nachrichten nicht vor. Im Vergleich zu
rüheren Jahren erscheint die hier nachgewiesene Gesammtsumme
don 50 442 Auswanderern zwar hoch, erreicht jedoch keineswegs
die Ziffern der Jahre der stärksten Auswanderung, die vielmehr in
die Jahre 1872, wo 68 340 deutsche Auswanderer über dieselben
Häfen im ersten Halbjahre befördert wurden, und 1873, wo
63 866 befördert wurden, fällt.

F Erimerung an die Feldpost von vor zehn Jahren. Vor
Belfort lag der tapfere Krieger, der mit dem Bajonett besser
umzugehen verstand, als mit der Feder. Er war aber ein eben
so guter Sohn seiner Eltern wie seines Vaterlandes, und darum
meldete er seinen Lieben daheim, was er für letzteres im Felde that.
Sein Schreiben lautete: „Geliebten Eltern! Euern Brief is gesunt
angekommen und das hofe ich auch fon euch. Es duht euch leiht,
das ich nichts von das Geschlachts mitkriege. Das duht mich auch
leiht. Aber beward mich nur ein Pröllechen vor den Frihden zu
brahten den wir habe bald Frihde. Den Bellfohr hat kaputilihrt,
das geht so. Wir haben es kaput geschossen und wenn es genug
kaput is, dann kriegen wir es und das heißt kaputilihren auf
deutsch. Ich dank Euch auch vor die Zihgarn, die mit euer Briv
angekommen sein. Aber das sein echte Zihgarn; man muß zihen,
als wenn man von eine guste Kuh Milch haben will und kommi
doch nichts aus. Die ich forgestern rauchte die hat guter Zucht
und da kam doch unverwachs unse Haubmann hinter mich vorbei
und sagt: Fui was der Kerl stink, und ich mag gleich Kehrt und
sag zu befehlen herr Haubmann. So müssen wir immer sagen,
wennn der Haubmann was sagt. Aber ich habe gedacht unse Haub—
mann weis fiel, aber Zihgarn kennt er nich, sie hat doch gute Zuch.
Ihr schreibt mich, daß unse Kuh Milch geworden sein und 12
Kannen Milch giebt und das Peter und Lene geheirad sind. Das
freut mir alle beide und ihr könnt sie von mich grüßen. Gestern
haben wir einen Franzos gekriegt, der hat ein von unse Leut mit
die Schassepopo von hinten ganz doht geschohsen und das nennt
man hier Franztirähr. Ich schlihse jetzt mit die Fehder, aber nich
mit das Herz den ich bin euer geliebten Sohn Hannes.“

F Der berühmte Pariser Arzt Pasteur hat die wichtige
Entdeckung gemacht, daß die Regenwürmer die Weiterverbreiter
des den Menschen wie den Thieren so verderblichen Milzbrandes
sind. In Frankreich hat dieser der Wissenschaft geleistete Dienst
ein solches Aufsehen erregt, daß die Deputirtenkammer Pasteur so—⸗
fort 50,000 Fr. bewilligt hat, um ihn zu weiteren Forschungen
anzuspornen.

F Aus Ungarn meldet man schreckliche Details über Hagel⸗
schäden. Einem Unwetter in Groß⸗Szombor fielen 10 Menschen⸗
leben zum Opfer, außerdem sind dort zahlreiche Verwundungen
borgekommen. 25 Mühlen sind zerstoͤrt. In Appatin sind 50
Personen durch Schlossen schwer verwundet. Besonders arg wurde
in Nachtzug auf der Strecke Viazia-Temesvar mitgenommen. Als
zerselbe sich näamlich um halb 10 Uhr Nachts zwischen Detta und
Moravitza befand, brach ein förmliches Bombardement von faust⸗
zroßen Eisstücken los, die auf die Dächer der Waggons nieder⸗
drasselten, sammtliche Fenster zerschmetterten und mit furchtbarem
Krachen und Prasseln in die Coupes schlugen, aus welchen bald
)as Jammergeschrei getroffener und verwundeter Pafsagiere drang.
Zo groß war die Gewalt dieser Eisbomben, daß sie in den Feuer⸗
raum der Maschine und in das Gestänge derselben drangen, in
Folge dessen der Locomotive der Lebensathem ausging und der Zug
nitten in dem grausigen Unwetter stehen bleiben mußte. Die Passa⸗
        <pb n="511" />
        giere suchten Zuflucht unter den Sitzbünken, aber trotzdem wurde
—ä———
in dem allgemeinen Schrecken und der gräßlichen Verwirrung musier⸗
haft. Es that Alles, um die Reisenden vor dem Wüthen der Ele—
mente zu schützen; das Verbandzeug, welches der Zug vorschrifts-
mäßig für etwaige Unfälle mit sich führen muß, wurde hervorgeholt,
die Verletzten verbunden und die Maschine gleichzeitig wieder in
Stand gesetzt, um dem unheimlichen Wetter zu eutkommen. Eine
junge Dame wurde durch eine fast pfundschwere Schlosse, die sie
an dem Kopfe traf, sehr schwer verletzt, wähtend die imeisten übrigen
Verwundungen an den Händen vorkamen, mit welchen sich die
Reisenden das Gesicht zu schützen versucht hatten. Der Zug war
so arg mitgenommen worden, daß die Waggons zur Weiterfahrt
rach Pest untauglich waren und in Temesdar ausgewechselt werden
nußten.

x Vor den Assisen zu Liverpool steht ein Mann mitt—
eren Alters, ohne Arme, wegen Bigamie angeklagt. Im Jahre
1861 war er eine Ehe eingegangen, hatte zwölf Jahre mit
einer Frau gelebt, sah sich aber dann von ihr verlassen. Ohne
Zunde von seiner wenig zärtlichen Hälfte, verheirathete er
ich zum anderen Male. Plötzlich taucht seine erste Ge—
mahlin wieder am Horizonte auf, um sie eine Wolke von Kindern,
die sie nach 1873 geboren. — „Du nimmst mich und meine Kin—
)er wieder zu Dir,“ sagt sie zu dem Erschreckten, „oder ich ver—
klage Dich wegen Bigamie.“ — Der Angeredete zögerte nicht, die
Anklage den Süßigkeiten der Wiedervereinigung vorzuziehen. Vor
Gericht behauptete er, im guten Glauben gewesen zu sein. Ohne
Rachricht von seiner Frau, habe er dieselbe todt geglaubt. „Ueber—
dies,“ schaltete sein Vertheidiger ein, „ist die zweite Ehe formal
nichtig, da der Ritus vorschreibt, daß der Bräutigam den Ehering
an den Finger der Braut steckt und danach der Frau die Hand reicht,
was der armlose Angeklagte selbstredend nicht gethan hatz“ — Unier
ꝛer Heiterkeit der Zuschauer stellt der Richter an den Vertheidiger die
Frage: „Sie glauben also, daß ein Mensch ohne Hände sich überhaupt
nicht verheirathen kann.“ — Nein,“ enigegnete der Gefragte, „eine
tirchliche Ehe ist einem derart Verstümmelten nicht möglich.“ — Der
Vater der ersten Gattin des Angeklagten deponirt, daß bei dem
Trauakt seine Tochter sich den Ehering an die Spitze des Fingers
zesteckt und der Bräutigam mit den Zähnen den Ring an die üb—
iche Stelle gebracht habe. — Der Gerichtshof sprach den Ange⸗
lagten in Ruͤchssicht darauf, daß er sieben Jahre iang ohne Nach⸗
richt von seiner Frau geblieben, von Strafe und Kosien frei.

F Eine Irrenhausszene. Eine entsetzliche Szene hat sich
in der vergangenen Woche in einem Petersbuͤrger Irrenhauͤse ab—
zespielt. Zwei der dort internirten Kranken hatten — ein Plan,
wie er nur in dem blöden Hirn eines Irren entstehen kann —
beschlossen ein Erdrosselungs-Erperiment an sich zu machen, und
war sollte nach Abmachung der eine Irre dem andern eine aus
»em Bettlaken gedrehte Schlinge um den Hals legen, sie anziehen,
zenau alle Erscheinungen, die während des Todeskampfes sich be—
nerkbar machen, notiren, die Pulsschläge zählen u. s. w., und
zierauf später an sich selbst die Prozedur vollziehen. Gesagt, gethan.
Die Schlinge wird dem einen um den Hals gelegt, zugezogen und
aun macht der Beobachter kaltblütig seine Notizen über den Puls—
chlag, die Nerven-Erschütterungen, Gesichtsverzerrungen u. s. w.,
o lange, bis das letzte Zucken vorüber ist; dann begibt er sich, da
hm diese Todesart doch nicht ganz konvenirt, zum Inspektor und
capportirt: „Es ist gelungen, er ist todt.“ „Wer?“ fragt der In—
peltor. „Mein Versuch ist gelungen; ich habe meinen Kameraden
drosselt, mich selbst aber befonnen. Bitte daher, der Polizei daruber
Unzeige zu machen, daß ich einen Menschen getödtei habe.“ Die
Bestürzung des Inspektors, nachdem er sich von der Wahrheit der
Aussage überzeugt hatte, kann man sich leicht vorstellen.

F Aden (Arabien). Der Dampfer „Iddah“ ist auf dem
Wege von Singapore nach Jeddah mit 953 Pilgern an Bord
dei Kap Gardaffi gescheitert. Von Allen sind nur der Kapitän,
eine Frau, drei Offiziere und 16 Eingeborene gerettet hier ange⸗
ommen. (Ist durch nachfolgende spätere Nachricht wiederlegt.)

Aden, 11. August. Der Dampfer, Jeddah“ mit Pilgern
in Bord ist nicht, wie der Capitän, der das Schiff verließ, be—⸗
auptet hatte, untergegangen, sondern ist, durch den Dampfer
Antenos“ in Schlepptau genommen, hier eingetroffen; an Bord
lles wohl.

New-York, 7. Ang. Dr. Tanner hätte also seine
Fastenprobe glücklich überstanden. Nach Beendigung seines Fastens
seute Mittag um 12 Uhr aß derselbe einen Pfirsich, trank ein
vlas Milch und verspeiste dann eine reichliche Quantität Wasser⸗
nelonen in Gegenwart von etwa 1000 Personen, die wiederholt
hren Beifall äußerten. Während des Nachmittags verzehrte er
nußerdem 192 Pfd. Beefsteak. Hierauf ging er ohne Hilfe die
creppe hinunter und fuhr in einet Equipage nach der Wohnung
eines Arztes, wo ihm eine sorgfältige Behandlung zu Theil wurde.
Nachmittags war sein Puls 98, seine Temperatur 99, sein Athem⸗
volen 17 und sein Körbergewicht 1213 Pfund. ACin vom 8.

ds. datirtes New-Yorker Telegramm meldet: Dr. Tanner erholt
sich rasch von den Wirkungen seines langen Fastens. Die bedeu—
lendsten Autoritäten der medicinischen Fakullät in New-York glauben,
daß Dr. Tanner's Fasten ein völlig ehrliches war. Der ehemalige
Beneralarzt William A. Hammond, der züerst ungläubig war, ver⸗
ichert Dr. Tanner in einem ihm überfandten Briefe, er glaube,
er (der Doctor) habe sich getreulich jeder Nahrung außer Wasser
enthalten; daß die Wächter ehrlich, aber zuweilen nachlässig waren;
»aß aber die wissenschaftlichen Ergebnisse unbefriedigend srien, weit
die während der Fastenprobe angestellten Untersuchungen oberfläch⸗
iche und beschränkte waren. Doch wäre genug demonstrirt wor—
den, um die Ansichten bezüglich der Wirkung von Leere auf den
nenschlichen Körper zu verändern. Dr. Marcon Sims, Dr. Alonzo
Flarte und Dr. Frank Hamilton, drei der angesehensten Aerzte in
Amerika haben ihren Glauben an die völlige Echtheit des Fastens
ausgedrückt.

Barnum in New-Yort hat soeben ein in Ohio ge⸗
»orenes Riesenpferd für 200 ppfd. Sterl. gekauft. Dieser vier—
üßige Goliath ist 7 Fuß hoch, wiegt 2150 Pfund und ist das
zrößte Pferd, das man kennt.

x Traurige Nachrichten langen aus Amerika über das
Schicksal der in diesem Frühjahr zu Tausenden ausgewanderten
Bauern aus Posen ein. Die polnischen Ausgewanderlen sind hier—
nach zum bettelnden Proletariat herabgesunken oder theilweise gar
untergegangen und gestorben oder, wie es drüben heißt; sie starben
aus Heimweh!

TGruben-Tiefe. Welche außerordentliche Tiefe die
Bruben Nevada's erreicht haben, ergiebt fich aus folgenden Mit⸗
heilungen des .Scientifie American⸗ Es sind tief: die Utah
1980, die Sierra Nevada 2500, die Union Consolidated, die
Mexican und die Ophir jede 2500, die Consolidated Virginia und
die California jede 8300, HYellow Jacket 3000, Belcher 83000, die
Frown Point und die Consolidated Imperial-Grube jede 2800 Fuß.
Gemeinnütziges.

Ein einfaches Desinfectionsmittel giebt Herrmann Krätzer
m „Leipz. Tgbl.“ an: Um Miasmen (Ansteckungs⸗, Krankheils-,
Zeuchestoffe) zu zerstören, die sich besonders in der warmen Jahres⸗
eit über den Senkgruben und an den Ablagerungsorten leicht ver⸗
vesender Abfallstoffe bilden, benutzt man gegenwärtig Desinfections⸗
nittel, die durch ihren Geruch mehr oder weniger unangenehm auf
ie Nerven einwirken. Wir empfehlen unseren Lesern ein Mittel,
velches, ohne nur im Geringsten zu riechen, dennoch ausgezeichnei
»esinficirende Eigenschaften zeigt und namentlich Landleuten nicht
Jenug anempfohlen werden kann. Um nämlich einen nur wenig
Raum einnehmenden Ort zu desinficiren, nehme man 1 Kilo fein⸗
Jestoßenen, in jedem Kräutergewölbe käuflich zu erhaltenden Eisen⸗
aitriol und menge selbigen mit 1 Kilo Gyps. Diese Mischung
hringe man in ein Gefäß, z. B. einen Eimer, in welches man
aunmehr 5 Liter zum Sieden gebrachtes Regen⸗ oder Flußwasser
inter beständigem Umrühren nach und nach eingießt. Nachdem
diese Lösung ca. 5 Minuten lang üüchtig umgerührt worden ist, gießt
man sie in die Senkgrube oder über den zu desinficirenden Ort.
Wir machen nochmals unsere geehrten Leser auf dieses billige, leicht
derwendbare Desinfections⸗Verfahren aufmerksam.

Ein neues Experiment bei der Verschiffung von frischem
Fleisch. Aus Quebeck wird, nach dem „Landw. Anz.“ gemeldet,
»aß man dort ein neues Erperiment bei der Verschiffung von frischem
Rindfleisch nach Europa angewendet habe. Die zum Export be⸗—
timmten Rinder werden, nachdem ihnen der Kopf abgeschnitten und
ie Eingeweide herausgenommen wotden sind, unzerlegt in mit Re⸗
rigatoren versehenen Schiffen untergebracht. Erst am Bestimmungs⸗
orte wird die Haut abgezogen und das Thier zerlegt. Es wird
zeltend gemacht, daß sich derartig behandeltes Fleisch länger frisch
rhalte und ein besseres Aussehen bewahre, als das in der bisher
üblichen Art und Weise verschiffte.

Das Schweißen des englischen Gußstahls. Nach Ph. Rust
rhitzt man ein Gemenge von 244 Theilen Borax und 60 Theilen
Zalmiak in einem Porzellan- oder Eisengefäß allmälig bis zum
Schmelzen im Krystallwasser, hierauf unter stetem Umrühren weiter,
zis der Ammoniakgeruch fast gänzlich verschwunden ist, indem man
yon Zeit zu Zeit das verdunstete Wasser ersetzt. Hierauf setzt man
jepulvertes Blutlangensalz und Colophonium zu und erwärmt unter
ortwährendem Umrühren. Das Colophoniuim, das ursprünglich
benauf schwimmt, vereinigt sich mit der Masse und bald darauj
nimmt sie die Form eines dicken Breies an; gleichzeitig tritt ein
chwacher Cyangeruch auf. Nun wird das Erwaͤrmen unterbrochen,
im eine weitere Zersetzung des Blutlaugensalzes durch die Borsaure
ju verhindern; hierauf hebt man die Masse aus und bringt sie,
im besten in Brocken, auf ein Eisenblech, auf welchem man sie
urch sehr gelindes Erwärmen trodnet. Zum Gebrauche wird die
nöthige Menge der Schweißmasse gepulvert auf den zu schweißen⸗
xen hellrothglühenden Gegenstand gestreut, dieser zur starken Gelb⸗
Mlühhitze gebracht und daun wie gewöhnlich geschweißl
        <pb n="512" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 12. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarlt.)
Weizen 12 M. 11 Pf. Korn O8 M. o Pf., Gerste zweireihige 7 M. 74 Pf.
bierreihige — M. — Pf.Spelz 7M.'63 pf., Spelzkern — M. — Bf.
Dimele M. pf. WMischfrucht — M. 3 f. Hafer 7 M. 66 Pf.,
Erbsen — M. — Pf., Widen — M. Pf., Karioffeln 2 M. 80 Pf.,
Heu2 M. 90 Ppf., Stroh s M. T Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 60 Pf
Zornbrode8 Kilogr. 64 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 81 Pf., paar Wech 100
St. 6 Pf. Rindseisch J. Oual. 60 Pf. II. Qual.“ 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter i/1 Rilogr. O M., 85 Pf.,
Wein 1Luler 80 Pf. Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 11. Auguft. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
11 MN. 56 Pf. Korn 8 N. 76 Pf., Spelzkern —— M. — Pl—. Spelz 9 M
pf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige dO M. — Pf. Hafer
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St. Ingbert, 18. Aug. 1880.

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        <pb n="513" />
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Der St. Ingberter Anzeiger und das (2mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierieljährlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezgogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Vlattschrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.

1880.

Deutsches Reich.

Ueber die Ansprüche des königlichen Hauses an Griechenland
hört man, daß der selige König Ludwig J. in seinem Testamente
hinsichtlich ihrer eventuellen Verwendung bereits Vorsorge getroffen
hat. Die Angelegenheit scheint sich erfreulicher Weise immer reeller
und thatsächlicher zu gestalten.

Der deutsche Kaiser Wilhelm traf am Donnerstag wohl⸗
behalten, von Ischl kommend, auf Schloß Babelsberg ein, wo er
von der Kaiserin und sämmtlichen anwesenden Mitgliedern des
koͤniglichen Hauses empfangen wurde.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ bezeichnet die Notiz der „Ham—
burger Reform“ über den Ankauf des Gutes Silk durch den Fuͤrsten
Bismarck, soweit sie dazu dienen solle, die daran geknüpften Fol—
gerungen zu begründen, in allen Punkten als unrichtig. Silk sei
von dem Fürsten Bismarck bereits vor sechs Jahren erworben
worden, weil es das einzige größere Gut sei, welches an der
Sachsenwaldgrenze und zu dessen Arrondirung geeignet gewesen sei.
Die Dreistigkeit, womit diese tendenziöse Erfindung verbreitet werde,
zeige von Neuem, wie kein Mittel gescheut werde, um in An—
knüpfung an das Privatleben des Reichskanzlers denselben mit
ebenso gehässigen wie plump ersonnenen Verleumdungen zu ver—
dächtigen. (Die „Reform“ hatte etwa gesagt: Fürst Bismarck be—
hauptet den Rückgang der Rentablität der Landwirthschaft und
dennoch erwirbt er neue Landgüter; die Getreidesteuer komme den
Großgrundbesitzern zu Gute u dgl.)

Gambettas Revancherede hat in Berliner leitenden Kreisen
wie zu erwarten, befremdet; ein definitives Urtheil will man vor—⸗
behalten bis der vollständige Wortlaut vorliegen wird.

Durch die Ernennung des Präsidenten vom Reichskanzleramt
ind preußischen Ministers Hofmann zum Staatssekretär für Elsaß⸗
Lothringen ist jener durch den Rücktritt des Herrn Herzog er—
ledigte Posten besetzt, das Präsidium des Reichskanzleramtes aber
erledigt worden. Man darf auf die Wiederbesetzung dieses schwierigen
Postens einigermaßen gespannt sein. — Hofmann ist ein geschmei—
diger Beamte, der es zwischen sich und dem Statthalter schwerlich
zu Differenzen wird kommen lassen.

Ausland.

Der Fürst und die Fürstin von Rumänien sind in Wien
angekommen und begaben sich von da nach Ischl. Ebendahin hat
sich auch Graf Moltke zum Gebrauch der Kur auf mehrere Wochen
begeben.

Aus Cuba wird gemeldet: Nachdem der letzte der rebellischen
Bandenführer, Carlisto Garcia, sich mit nur fünf Begleitern
in die Gebirge geflüchtet hat, kann die Insel als vollständig pazifizirt
angesehen werden.
Vermischtes.

F Die Jagd auf Feldhühner wird dem Vernehmen nach am
20. ds. eröffnet.

. Die feierliche Eröffnung des Pfälzischen Gewerbemuseums
in Kaiserslautern findel als Vorfeier des 700jährigen Re⸗
gierungsjubiläums des Hauses Wittelsbach bekanntlich am Sonntag.
den 22. August, statt. Zu diesem Fest, welches Vormittags 1133
Uhr beginnt, und an welchem wahrscheinlich einer der Herren Minister
sowie Se. Exc. der Regierungspräsibent der Pfalz Herr v. Braun
theilnehmen, hat der Verwaltungsrath des Gewerbemuͤseums-Vereins
aicht allein die Stellen und Vehörden der Pfalz, die pfälzischen
Bürgermeisteramtsvorstände, die Direktion und die Verwaltungsräthe
—A Gewerbevereine, die
Vorsteher der technischen Anstalten der Pfalz, sowie sämmtliche
Vereinsmitglieder des Gewerbemuseums-Vereins und die Vertretet
der pfälzischen Preßorgane eingeladen, sondern auch an die Regier—
ungsbehörden der benachbarten Länder Elsaß⸗Lothringen, Baden,
Hessen und Rheinpreußen sowie an deren Kunst-Instilute und die
Vertreter der auswärtigen Presse Einladungen ergehen lassen.

F Wie der „Pf. Pr.“ mitgetheilt wird, ist die Ernennung
des Pfarrers Schlarb in Gerols heim zuͤm Pfarrer an der
deutscheevangel. Gemeinde Worns in Südrußland, eingetroffen.

F.Aus der Vorderpfalz schreibt der „Pf. K.“: Wie
die Ereignisse lehren, geht Amerika nicht blos als Absatzgebiet für
das weinbauende Deutschland mehr und mehr verloren, sondern es
nacht uns selbst in Europa in dieser Richtung nun auch noch Con—
urrenz. Aus San Franzisko wird nämlich gemeldet: „Zur Zeit
äegt zum ersten Mal ein Segelschiff in unserem Hafen, welches
als alleinige Fracht californischen Wein ladet, um solchen nach Bremen
zu bringen. Es handelt sich um nicht weniger, als um ein Quantum
von 100,000 Gallonen, welche ein Bremer Haus bestellt hat, um
das flüssige Gold unseres Staates in Deutschland einzuführen. Die
bedeutensten der hiesigen Weinhändler und Weinbauern, meistens
Württemberger gedenken von ihrer besten Auslese nach dem alten
Vaterland zu senden. Mit jedem Jahr, je weiter die Cultur fort—
chreitet, wird der californische, sowie der Michigan⸗ und Georgia⸗
Wein, immer besser; man hat jetzt schon in Californien Riesling—
weine, welche denen am Rhein wenig nachstehen.“ (Eine Gallone
ist nicht ganz 4 Liter,

x. Auf dem anthropologischen Kongreß, der dieser Tage in
Berlin abgehalten wurde, hat auch Dr. Mehlis, kgl. Studien—
lehrer in Dürkheimm, das Wort ergriffen. Derselbe sprach über
fränkische Alterthümer und die Ueberreste fränkischer Baukunst im
Rheingau.

Die nächste Prüfung von Apotheker⸗Gehilfen wird am 27.
und 28. September d. Is. in Speyer abgehalten werden. An—
räge auf Zulassung zu derselben sind längstens bis zum 13. Sep⸗
sember vorschriftsmäßig belegt bei dem Vorsitzenden der Prüfungs-
fommission, dem k. Kreismedizinalrathe Dr. Karsch zu Speyer,
einzureichen.

f In St. Johann feuerte am Donnerstag Abend in
einer Wirthschaft ein dort wohnender Friseur zwei Revolverschüsse
auf einen jungen Menschen ab, welcher früher Gehilfe bei ihm und
am Sonntag entlassen worden war. Was den sonst ruhigen und
zeachteten Mann, welcher sich selbst freiwillig der Polizei stellte, zu
dieser That veranlaßte, soll sein in letzter Zeit krankhaft gereizter
Zustand und infolge dessen unbegründete Eifersucht gewesen sein.
Der junge Mensch hat eine, übrigens nicht gefährliche Wunde am
Oberarm davon getragen.

F In Irching Miederbayern) hat eine Feuersbrunst den
größten Theil des Dorfes, 11 Wohnhäuser und 29 Nebengebäude
eingeäschert: auch sehr viel Vieh und Getreide ist mitverbrannt.

Das „Bayer. Vaterland“ schreibt: „Zu dem Kunststück des
Dr. Tanner, welcher 40 Tage nichts aß, ohne daß er verhungerte,
mag vielleicht die Notiz von Interresse sein, daß bei Hohenaschau
eine Bäuerin auf ihrem Hofe lebt, arbeitet und vollkommen gesund
ist, die seit vielen Jahren nicht das Mindeste genießt außer Wasser
aus einem bestimmten Brunnen. Etwas Anderes, selbst auderes
Wasser kann sie gar nicht vertragen, ohne krank zu werden.“ Dr.
Sigl vom „Bayerischen Vaterland“ scheint an diese „Notiz“ zu
zlauben, denn er druckt sie ganz ernsthaft ab. Wir wissen nicht,
was an der Notiz das Intressanteste ist: die Bäuerin, der „bestimmte
Brunnen“ oder der gläubige Redakteur.

Der Mann hatte viel — „Schwein“. In Naumburg
ttieß ein Mann, der ein verendetes Schwein einschaaren wollte, auf
einen uralten verwitterten Reiterstiefel und fand in demselben viele
Goldstücke.

— Goldstücke und Kassenscheine regnet es gegenwärtig in
Düsseldorf. Ein Amerikaner und großer Freund des Bacchus
wirft nämlich, wie der „Düsseld. Anzeiger“ meldet, in seiner Be—
runkenheit mit vollen Händen Gold und Kassenscheinen um sich
ind ist in Folge dessen in einer gewissen Volksklasse augenblicklich
der gefeiertste Mann der Düsselstadt.

F Eigenthümliche Todesursache. Aus Ober⸗Adelsdorf
bei Goldberg wird unterm 8. August geschrieben: Als gestern der
Knecht eines hiesigen Gutsbesitzers gemeinsam mit seinen Mitknechten
auf dem Felde das ihm auf dasselbe hinausgeschickte Mittagbrod
verzehrte und eben einen Löffel Milch zu fich nehmen wollte, ge⸗—
ieth ihm plötzlich eine Wespe zugleich mit der Milch in den Mund.
Ibwohl er die Wespe sofort ausspuckte, hatte sie ihn schon hinten
        <pb n="514" />
        im Halse gestochen. Der Schlund schwoll infolge dessen sofort an,
und so fand nach qualvoller, furchtbarer Todesangst der Arme im
Beisein seiner bestürzten Gefaͤhrten infolge —
Minuten seinen Tod. Der Asbald herbeigerufene Arzt konnte nur
den Tod konstatieren.

— Felssturz. Aus Poitiers wird telegraphiert, daß sich in
Vieurx-⸗Port, im Arrondissement Chaterellault, ein schreckliches
Unglück zugetragen hat: ein Felssturz verschüttete zwei Häuser und
mehrere Kalköfen, in denen an zwanzig Personen beschäftigt waren.
Man hat schon zwölf Todte herausgezogen und keine Hoffnung,
die übrigen Begrabenen zu retten.

4 die Statuen Und die Asche der Napoleons. Ein
eigenthümliches Schicksal hat über den sterblichen Ueberresten der
Napoleoniden und über den zu ihrem Gedächtnisse errichteten
Statuen gewaltet. Zweimal wurde das Standbild des ersten
Rapoleon, welches die Vendomesäule krönt, zu Boden geworfen,
cinmal von den Royalisten, des andere Mal von den Radikalen.
Beide Male wurde es wieder aufgerichtet, während auf das Wer⸗
langen einer folgenden Dynastie die Asche des Imperators
nach Frankreich zurückgebracht wurde, um selbst während
der Koͤmmune respektirt zu werden. Ludwig, Exkönig von
Versteigerung
neuer Möbel.
Freitag, den 20. August

1880, Morgens 9 Uhr in seinet
Behausung zu St. Ingbert,
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gende neue Möbel öffentlich auf
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dann Kleiderschränke, Küchen⸗

schränke, Waschschränkchen,

Waschtische, Bettladen, Kin⸗

derbeitlädchen, Wiegen,

Nachttischchen, Schüssel⸗

schafte, Commode, Stühle,

Nnde und viereckige Tische,

Garderobehalter, Spiegel,

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holland, führte die Gebeine seines Vaters von Grenoble nach St.
u über, wohin später auch seine eigene Asche aus Italien gebracht
purde. Der Sohn Ludwigs, der von Napoleon als Erbe betrachtet
vurde, indeß schon im siebenten Lebensjahre starb, wurde ursprüng⸗
tich in St. Denis beigesetzt; als jedoch die Bourbonen nach Frank⸗
reich zurückkehrten, ließen sie den Leichnam entfernen und der „kleine
Napoleou“ ruht jetzt in derselben Gruft wie sein Vater und Groß
ater. Jerome allein liegt uner der Kuppel der Invaliden bei
einem großen Bruder; die Gruber der anderen Napoleons findet
er Wanderer zerstreut in aller Welt, in Rom, Florenz, Wien,
Thissehurst und an einem kaum bekannten Orte in Kalabrien.

4Den Schnellzug, welcher gewöhnlich der fliegende Schott⸗
änder“ genannt wird, und von Edinburgh nach Lon don geht,
reilte vor einigen Tagen ein furchtbares Unglück, indem der ganze
Zug entgleiste. Der größte Theil der Waggons wurde vollstandig
ertrümmert und der Locomotivführer, der Tenderwächter und ein
Bremser wurden getödtet, aber wie durch ein Wunder erlitt auch
kein einziger Passagier eine schwere Verlehung, obgleich alle ver⸗
wundet wurden.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. XR. Demes.
Wittelsbacher Landesstiftung.

Die Feier des Jubiläums der 700jährigen Regierung des
zayer. Königshauses soll dahier mit der Feier des allerh. Namens⸗
esies Sr. Majestaãt des Königs Ludwig 1I. am 25.
August vereinigt werden und in folgender Weise verlaufen.

Am Voraͤbende 8 Uhr durch die Bergkapelle Zapfenstreich
vobei sich die Knappschaft, die Feuerwehr und der Kriegerverein
zetheiligen.

An 25. d. Mis. Morgens 6 Uhr Tagreveille mit Glocken⸗
geläute, um 10 Uhr Gotleddienst in beiden Kirchen.

Am 121)3 Uhr Festessen im Gasthaus zur Post.

um 24 Uhr Aufstellen des Festzuges um 4 Uhr Abmarsch
in den Wald gegen die Rischbach.

An diesem Zuge betheiligen sich die Schuljugend, die Knapp⸗
chaft, der Siadiraih die Bürger und Beamten der Stadt, die
Feuerwehr, der Kriegerverein.

—X zuerst die Schuljugend, dann der Stadt⸗
rath, die Beamten und Bürger, die Musik, die Knappschaft der
riegerverein, dann die Feuerwehr.

Als Zugordner sind bezeichnet:
Die beiden Herrn Lehrer Kreitz und Drumm.
2. Die beiden Herrn Steiger Kahser und Johann Best.
5. Der II. Brandmeister Herr Schuster.
¶. Der Kriegervereins-Adjutant Herr Grewenig.
5 Der Siodischreiber Herr Bayer.
Die Betheiligten des Zuges stellen sich auf:
1. Die Schuljugend im Mühleneck.
2. Die Feuerwehr und der Kriegerverein oberhalb Cafe
Oberhauser.
3. Bürger, Stadtrath und Beamte vor Cafe Oberhauser.
J Ze Knappschaft zwischen Cafe Oberhauser und Hotel
aur.

Vei Ankunft im Walde werden verschiedene Lieder mit Mu—

sikbegleitung gesungen und der Schuljugend Breheeln vertheilt.
Das ECComité6.

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zu haben in der Buchdruckerei von
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8
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Sonntag den 15. Auaust
bei günstiger Witterung
Waldvarthie
in der Sengscheider An—
lage, wozu hofl. einladet
RBak. Ochs.
ãInd Verlag von F. X D emetz in St. Ingbert.
Seru „Illustrirtes Zonntaasblati““ Nr.
        <pb n="515" />
        Sf. Ingberler Anzeiger.
Der St. IJugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswäurts
mii 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
M 130. Sonntag, den 15. August 1880.
Deutsches Reich.

Ueber die Ansprüche des königlichen Hauses an Griechenland
jört man, daß der selige Kbnig Ludwig J. in seinem Testamente
zinsichtlich ihrer eventuellen Verwendung bereits Vorsorge getroffen
Jat. Die Angelegenheit scheint sich erfreulicher Weise immer reeller
und thatsächlicher zu gestalten.

Der deutsche Kaiser Wilhelm traf am Donnerstag wohl⸗
behalten, von Ischl kommend, auf Schloß Babelsberg ein, wo er
bon der Kaise rin und sämmtlichen anwesenden Mitgliedern des
iöniglichen Hauses empfangen wurde.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ bezeichnet die Notiz der „Ham—
zurger Reform“ über den Ankauf des Gutes Silk durch den Fürsten
Bismarck, soweit sie dazu dienen solle, die daran geknüpften Fol-
gerungen zu begründen, in allen Punkten als unrichtig. Silk sei
jon dem Fürsten Bismarck bereits vor sechs Jahren erworben
vorden, weil es das einzige größere Gut sei, welches an der
Sachsenwaldgrenze und zu dessen Arrondirung geeignet gewesen sei.
Die Dreistigkeit, womit diese tendenziöse Erfindung verbreitet werde,
eige von Neuem, wie kein Mittel gescheut werde, um in An—
inüpfung an das Privatleben des Reichskanzlers denselben mit
benso gehässigen wie plump ersonnenen Verleumdungen zu ver—
dächtigen. (Die „Reform“ hatte etwa gesagt: Fürst Bismarck be—
hauptet den Rückgang der Rentablität der Landwirthschaft und
bennoch erwirbt er neue Landgüter; die Getreidesteuer komme den
Broßgrundbesitzern zu Gute u. dgl.)

Gambeltas Revancherede hat in Berliner leitenden Kreisen
wie zu erwarten, befremdet; ein definitives Urtheil will man vor⸗
behalten bis der vollständige Wortlaut vorliegen wird.

Durch die Ernennung des Präsidenten vom Reichskanzleramt
ind preußischen Ministers Hofmann zum Staatssekretär für Elsaß—⸗
Lothringen ist jener durch den Rücktritt des Herrn Herzog er⸗
edigte Posten besetzt, das Präsidium des Reichskanzleramtes aber
erledigt worden. Man darf auf die Wiederbesetzung dieses schwierigen
Postens einigermaßen gespannt sein. — Hofmann ist ein geschmei—
diger Beamte, der es zwischen sich und dem Statthalter schwerlich
zu Differenzen wird kommen lassen.

Ausland.

Der Fürst und die Fürstin von Rumänien sind in Wien
ingekommen und begaben sich von da nach Ischl. Ebendahin hat
iich auch Graf Moltke zum Gebrauch der Kur auf mehrere Wochen
egeben.

Aus Cuba wird gemeldet: Nachdem der letzte der rebellischen
Bandenführer, Carlisto Garcia, sich mit nur fünf Begleitern
nn die Gebirge geflüchtet hat, kann die Insel als vollständig pazifizirt
ingesehen werden.
Vermischtes.

— Die Jagd auf Feldhühner wird dem Vernehmen nach am
20. ds. eröffnet.

— Die feierliche Eröffnung des Pfälzischen Gewerbemuseums
n Kaiserslautern findet als Vorfeier des 700jährigen Re—
zierungsjubiläums des Hauses Wittelsbach bekanntlich am Sonntag,
den 23. August, statt. Zu diesem Fest, welches Vormittags 1114
Ahr beginnt, und an welchem wahrscheinlich einer der Herren Minister
sowie Se. Exc. der Regierungspräsident der Pfalz Herr v. Braun
heilnehmen, hat der Verwaltungsrath des Gewerbemuseums-Vereins
nicht allein die Stellen und Behörden der Pfalz, die pfälzischen
Bürgermeisteramtsvorstände, die Direktion und die Verwaltungsräthe
der Pfälzischen Bahnen, Kunstinstitute und Gewerbevereine, die
Vorsteher der technischen Anstalten der Pfalz, sowie sämmtliche
Vereinsmitglieder des Gewerbemuseums-Vereins und die Vertrekter
der pfälzischen Preßorgane eingeladen, sondern auch an die Regier—
ingsbehörden der benachbarten Länder Elsaß-Lothringen, Baden,
hessen und Rheinpreußen sowie an deren Kunst-Institute und die
Vertreter der auswärtigen Presse Einladungen ergehen lassen.

F Wie der „Pf. Pr.“ mitgetheilt wird, ist die Ernennung
des Pfarrers Schlarb in Gerolsheim zum Pfarrer an der
deutsch-evangel. Gemeinde Worns in Südrußland, eingetroffen.

—

7 Ausder Vorderpfalz schreibt der „Pf. K.“: Wie
die Ereignisse lehren, geht Amerika nicht blos als Absatzgebiet für
das weinbauende Deutschland mehr und mehr verloren, sondern es
nacht uns selbst in Europa in dieser Richtung nun auch noch Con⸗
urrenz. Aus San Franzisko wird nämlich gemeldet: „Zur Zeit
iegt zum ersten Mal ein Segelschiff in unserem Hafen, welches
als alleinige Fracht californischen Wein ladet, um solchen nach Bremen
zu bringen. Es handelt sich um nicht weniger, als um ein Quantum
hon 100,000 Gallonen, welche ein Bremer Haus bestellt hat, um
das flüssige Gold unseres Staates in Deutschland einzuführen. Die
bedeutensten der hiesigen Weinhändler und Weinbauern, meistens
Württemberger gedenken von ihrer besten Auslese nach dem alten
Haterland zu senden. Mit jedem Jahr, je weiter die Cultur fort—
chreitet, wird der californische, sowie der Michigan- und Georgia⸗
Wein, immer besser; man hat jetzt schon in Californien Riesling⸗
veine, welche denen am Rhein wenig nachstehen.“ (Eine Gallone
st nicht ganz 4 Liter.)

4Auf dem anthropologischen Kougreß, der dieser Tage in
Berkin abgehalten wurde, hat auch Dr. Mehlis, kgl. Studien-
ehrer in Dürkheim, das Wort ergriffen. Derselbe sprach über
cränkische Alterthümer und die Ueberreste fränkischer Baukunst im
Kheingau.

Die nächste Prüfung von Apotheker-Gehilfen wird am 27.
uind 28. September d. Is. in Speyer abgehalten werden. An—
räge auf Zulassung zu derselben sind längstens bis zum 18. Sep⸗
ember vorschriftsmäßig belegt bei dem Vorsitzenden der Prüfungs-
ommission, dem k. Kreismedizinalrathe Dr. Karsch zu Spehyer,
einzureichen.

'In St. Johann feuerte am Donnerstag Abend in
ꝛiner Wirihschaft ein dort wohnender Friseur zwei Revolverschüsse
nuf einen jungen Menschen ab, welcher früher Gehilfe bei ihm und
um Sonniag entlassen worden war. Was den sonst ruhigen und
Jeachteten Mann, welcher sich selbst freiwillig der Polizei stellte, zu
Hieser That veranlaßte, soll sein in letzter Zeit krankhaft gereizter
Zustand und infolge dessen unbegründete Eifersucht gewesen sein.
Her junge Mensch hat eine, übrigens nicht geführliche Wunde am
Dberarm davon getragen.

p In Irching Giederbayern) hat eine Feuersbrunst den
zrößten Theil des Dorfes, 11 Wohnhäuser und 29 Nebengebäude
eingeäschert: auch sehr viel Vieh und Getreide ist mitverbrannt.

204 Das, Bayer. Vaterland“ schreibt: „Zu dem Kunstftück des
Dr. Tanner, welcher 40 Tage nichts aß, ohne daß er verhungerte,
mag vielleicht die Rotiz von Interresse sein, daß bei Hohenaschau
eine Bäuerin auf ihrem Hofe lebt, arbeitet und vollkommen gesund
ist, die seit vielen Jahren nicht das Mindeste genießt außer Wasser
us einem bestimmten Brnnnen. Etwas Anderes, selbst anderes
Wasser kann sie gar nicht vertragen, ohne krank zu werden.“ Dr.
Sigl vom „Bayerischen Vaterland“ scheint an diese „Notiz“ zu
Jlauben, denn er druct sie ganz ernsthaft ab. Wir wissen nicht,
bas an der Notiz das Intressanteste ist: die Bäuerin, der „bestimmte
Brunnen“ oder der gläubige Redakteur.

ꝓ Der Mann hatte viel — „Schwein“. In Naumburg
tieß ein Mann, der ein verendetes Schwein einschaaren wollte, auf
inen uralten verwitterten Reiterstiefel und fand in demselben viele
voldstücke.

— Goldstücke und Kassenscheine regnet es gegenwärtig in
düässeldorf. Ein Amerikaner und großer Freund des Bacchus
virft nämlich, wie der „Düsseld. Anzeiger“ meldet, in seiner Be⸗
runkenheit mit vollen Händen Gold und Kassenscheinen um sich
ind ist in Folge dessen in einer gewissen Volkstlasse augenblicklich
der gefeiertsie Mann der Düsselstadt.

ꝓ Eigenthümliche Todesursache. Aus Ober⸗Adelsdorf
hei Goldbetg wird unterm 8. August geschrieben: Als gestern der
necht eines hiesigen Gutsbesitzers gemeinsam mit seinen Mitknechten
uuf dem Felde das ihm auf dasselbe hinausgeschickte Mittagbrod
erzehrte und eben einen Loffel Milch zu fich nehmen wollte, ge⸗
ieih ihm plötzlich eine Wespe zugleich mit der Milch in den Mund
Nbwohl er die Wespe sofort ausspuckte, hatte sie ihn schon hinten
        <pb n="516" />
        im Halse gestochen. Der Schlund schwoll infolge dessen sofort an,
und so fand nach qualvoller, furchtbarer Todesangst der Arme im
Beisein seiner bestürzten Gefährten infolge Erstickung nach zehn
Minuten seinen Tod. Der alsbald herbeigerufene Arzt konnte nur
den Tod konstatieren.

F Felssiurz. Aus Poitiers wird telegraphiert, daß sich in
Vieur-Port, im Arrondissement Chãaterellault, ein schreckliches
Unglück zugetragen hat: ein Felssturz verschüttete zwei Häuser und
mehrere Kalköfen, in denen an zwanzig Personen beschäftigt waren.
Man hat schon zwölf Todte herausgezogen und keine Hoffnung,
die übrigen Begrabenen zu retten.

pdie Siatuen und die Asche der Napoleons. Ein
eigenthümliches Schicksal hat über den sterblichen Ueberresten der
Napoleoniden und über den zu ihrem Gedächtnisse errichteten
Statuen gewaltet. Zweimal wurde das Standbild des ersten
Napoleon, welches die Vendomesäule krönt, zu Boden geworfen,
einmal von den Royalisten, des andere Mal von den Radikalen.
Beide Male wurde es wieder aufgerichtet, während auf das Ver⸗
langen einer folgenden Dynastie die Asche des Imperators
nach Frankreich zurückgebracht wurde, um selbst während
der Kommune respektirt zu werden. Ludwig, Exkönig von

Versteigerung
neuer Möbel.
Freitag, den 20. August

1880, Morgens 9 Uhr in seiner
Behausung zu St. Ingbert,
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gende neue Möbel öffentlich auf
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schränke, Waschschränkchen,

Waschtische, Bettladen, Kin⸗

derbeitlädchen, Wiegen,

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schafte, Commode, Stühle,

runde und viereckige Tische,

Garderobehalter, Spiegel,

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wurde. Der Sohn Ludwigs, der von Napoleon als Erbe betrachtet
wurde, indeß schon im siebenten Lebensjahre starb, wurde ursprüng-
—VD— die Bourbonen nach Frank⸗
reich zurückkehrten, ließen sie den Leichnam entfernen und der „kleine
Napoleou“ ruht jetzt in derselben Gruft wie sein Vater und Groß⸗
dater. Jerome allein liegt unter der Kuppel der Invaliden bei
seinem großen Bruder; die Gräber der anderen Napoleons findet
der Wanderer zerstreut in aller Welt, in Rom, Florenz, Wien,
Thissehurst und an einem kaum bekannten Orte in Kalabrien.

Den Schnellzug, welcher gewöhnlich der „fliegende Schott⸗
änder“ genannt wird, und von Edinburgh nach London geht,
Freilte vor einigen Tagen ein furchtbares Unglück, indem der ganze
Zug entgleiste. Der größte Theil der Waggons wurde vollständig
ertrümmert und der Locomotivführer, der Tenderwächter und ein
tremser wurden getödtet, aber wie durch ein Wunder erlitt auch
lein einziger Passagier eine schwere Verletzung, obgleich alle ver—
wundet wurden.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ßz.
Wittelsbacher Landesstiftung.

Die Feier des Jubiläums der 700jährigen Regierung des
zayer. Königshauses soll dahier mit der Feier des allerh. Namens⸗
estes Sr. Majestät des Königs Ludwig II. am 25.
August vereinigt werden und in folgender Weise verlaufen.

Am Voraͤbende 8 Uhr durch die Bergkapelle Zapfenstreich
vobei sich die Knappschaft, die Feuerwehr und der Kriegerverein
zetheiligen.

An 28. d. Mts. Morgens 6 Uhr Tagreveille mit Glocken⸗
geläute, um 10 Uhr Gottesdienst in beiden Kirchen.

Am 123 Uhr Festessen im Gasthaus zur Post.

um 24 Uhr Aufsiellen des Festzuges um 4 Uhr Abmarsch
in den Wald gegen die Rischbach.

An diesem Zuge betheiligen sich die Schuljugend, die Knapp⸗
caft, der Stadtrach die Bürger und Beamten der Stadt, die
Feuerwehr, der Kriegerverein.

Im Zuge kommen zuerst die Schuljugend, dann der Stadt⸗
ath, die Beamten und Bürger, die Musik, die Knappschaft der
driegerverein, dann die Feuerwehr.

Als Zugordner sind bezeichnet:
Die beiden Herrn Lehrer Kreitß und Drumm.
2. Die beiden Herrn Steiger Kayser und Johann Best.
3. Der II. Brandmeister Herr Schuster.
4. Der Kriegervereins⸗Adjutant Herr Grewenig.
5. Der Stadtschreiber Herr Bayer.
Die Betheiligten des Zuges stellen sich auf:
1. Die Schuljugend im Mühleneck.
2 Die Feuerwehr und der Kriegerverein oberhalb Cafe
Oberhauser.
Bürger, Stadtrath und Beamte vor Cafe Oberhauser.
Je Kuappschaft zwischen Cafe Oberhauser und Hotel
aur.

Bei Ankunft im Walde werden verschiedene Lieder mit Mu—

sikbegleitung gesungen und der Schuljugend Bretzeln vertheilt.
Das Comité.
Wein«Etiquetts &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demen,.

Mein Wohnhaus auf der
Uhlmeng ist zu verkaufen.
Franz Schmitt.
Wer irgend etwas an mich
zu fordern hat, wolle mir seine
Rechnung einreichen.
Srana Schmitt.

Ein tüchtiges evang.
Mädchen gesetzten Alters zu
dinder und Hausarbeit gegen
hJohen Lohn gesucht. Nur mit
guien Zeugnissen wollen sich
melden.

Elversberg Nr. 147.

—
—
8
—
2
2
2
2

Sonntag den 15. Auaust
ven günstiger Witterung
Waldyparthie
m der Sengscheider An—⸗
lage, wozu höfl. einladet
RAf O
Drud und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sanntagsblatt“ Nr. 7.
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        Sf. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Dauptblatte verbundene Unterteltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei

lage) erscheint wöchentlich viermal?: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlis

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärte
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 Bpro Zeile berechnet.
M 131.

Dienstag, den 17. August

1880.

Deutsches Reich.

Aus Berlin schreibt man der „A. Z3.“: „Alle Angaben,
daß die Wehrsteuer von der Coburger Finanzminister⸗Conferenz
acceptirt worden sei, sind ungenau. In Coburg sind nur die Er—
räge beziffert worden, welche nach Deckung der Reichsausgaben
Ueberschüsse liefern würden. Die Wehrsteuer blieb dabei außer
Betracht. Als feststehend gilt, daß die jetzigen, auch die nach dem
neuesten Zolltarif erzielten Einnahmen nicht hinreichen, um die
zurch die Militärnovelle erhöhten Ausgaben zu decken.“ (Sehr
röstlich!)

Der württembergische,Staatsanzeiger“ theilt aus zu⸗
verlässiger Quelle mit, das Reichsjustizamt werde demnächst an die
Bundesregierungen eine Mittheilung in Bezug auf die Revision der
Reichsgesetze über das Gebührenwesen ergehen lassen. (Gut. daß es
endlich geschieht!)

Zweihundert Offiziere aller Waffengattungen aus dem Aktiv⸗
und Pensionsstande der deutschen Armee sollen sich, wie man
der „Vossischen“ mittheilt, zum Eintritt in die türkische Armee ge—
meldet haben. Selbstverständlich kann nur ein kleiner Theil dieser
Herren berücksichtigt werden, und wird die Wahl nur auf aktive
Iffiziere fallen.

des Musikvereins ist zu derselben gegen Entréͤe der Zutritt gestattet.
Pir zweifeln nicht daran, daß recht Viele die hierdurch gebotene
Helegenheit zu einem genußreichen Äbend benützen werden.

Im Monat Juli ds. Is. vereinnahmten die Pfälzischen
Lisenbahnen mehr gegen die gleiche Zeit des Jahres 1879
N. 45 388,17. In den 7 bereits verflossenen Monalen do. Is.
eträgt die Kinnahme gegenüber den 7 ersten Monaten des Ihrs.
1879 ein Mehr von 707 914 M. 32 pf.

Das pfälz. Lehrerwaisenstift zählt in diesem
Jahr 1011 Miiglieder mehr gegen 994 im Vorjahr. I

x Nach dem soeben erschienenen „Kreisamtsblatt der Pfalz“
Nr. 46 ist die Eröffnung der Jagd auf Feldhühner und Wach⸗
eln auf den 19. ds. Mis. und jene auf Hasen auf den 15. Sep⸗
ember festgesetzt.

F Heute (Dienstag) verläßt das kgl. b. 2. Jägerbataillon
Zweibrücken, um sich zu den Herbstmanövern nach Unier—
franken zu begeben.

Ein Präparandenschüler aus Morschheim, ein durchaus
hraver und gut qualifizirter junger Mann, der in nächster Zeit sich
der Aufnahmsprüfung in das Schullehrerseminar zu Kaiserslautern
anterziehen sollte, hat sich dieser Tage aus bis jetzt unbekannter
Ursache erh ngt.

FBensheim. Die hiesige Schulbehörde hat die Anord—
ung getroffen, nach welcher mit einbrechender Nacht kein Schulkind
ohne Auftrag der Eltern sich auf der Straße mehr aufhalten darf;
Wirthshäuser, öffentliche Tanz-Belustigungen dürfen Schulkinder gar
nicht, Theater aber nur in Begleituͤng ihrer Eltern und Pfleger
besuchen.

fIn Ober mohr verunglückte der Ackerer Johann Schneider
dadurch, daß ein Pferd scheute und ihm die Wagendeichsel mitten
zurch den Leib rannte.

F. Daß nicht immer das Billigste das Beste ist, mußte dieser
Tage ein angesehener Bürger in Kaiserslautern erfahren.
Derselbe sah ein nettes Haͤhnchen, dem Nachbar gehörig, in seinem
Harten, so schön, daß ihm vor Lust nach dem gebratenen Korpus
der Mund wässerte. Kurz entschlossen fing er es ein und brachte
ss in die Pfanne, sich des Augenblids freuend, wo er es mit
Wohlbehagen verspeisen könne. Aber noch war die Sache nicht so⸗
veit gediehen, als urplötzlich der Nachbar, welcher Wind bekommen,
erschien. Es erfolgten hierauf nichts weniger als freundschaftliche
Auseinandersetzungen, die damit endigten, daß der Morder des
hähnchens 100 M. als Entschädigung jahlen mußte. Ein theurer
Braten.

An das Bürgermeisteramt Heuchehhe im wurden bis
um 13. August 29,000 Mäuse uͤnd 180 Hamster abgeliefert.
Für die Mäuse wurde pro Stück 1 Ppf. für alte Hamster'I0 Pf.
und für junge 5 Pf. pro Stück vergütet. d

FAmSonntag Morgenbrannten in Speyer
drei Häuser und eine mit Getreide angefüllte Scheuer ab.

FDem Hauptkonzerte auf dem'6. pfälzisch.
Sängerfeste zu Ludwigshafen wohnte auch S. Exz.
Herr Regierungspräsident v. Braun an.

An den Gesammichören des 6. pfälz. Sängerfestes be—
theiligten sich im Ganzen 854 Sänger und zwar nach Stimmen
ausgeschieden 209 J., 208 II. Tenore, 214 J. und 223 II. Bässe.
In musikalischer Beziehung nahm das Fest einen glänzenden Ver—
auf, und auch in finanzieller Hinsicht dürften sich die in Lu d⸗
wigshafen datan geknüpften Hoffnungen erfüllt haben.

F Das Dorf Eg glfing bei Staptamhof ist am 9. ds.
jast gunzlich niedergebrannt.

. Im Berliner anthropologischen Congreß sprach u. a. Dr.
darl Mook aus der Pfalz über die „Neuzeit und Aegypten.“
Derselbe verwickelte sich in seinem Vortrag aber in persönliche Pole⸗
nit, weshalb ihm Geheimrath Dr. Virchow das Wort entzog, wo⸗
cauf Dr. Mook seinen Austritt aus der Gesellschaft erklärie.

F Aus Hirschberg Echlesien), 12. August, wird der
„Nat.«Ztg.“ gemeldet: „Heute früh entgleiste in Folge der durch
gestriges starkes Gewitter lose gewordenen Schienenunferlage ein⸗

Ausland.

Die französische Zeitung „Siecle“ sagt bei einer Be—
prechung der Commentare der ausländischen Bläuer über die Rede
Hambetta's in Cherbourg: „Frankreich will den Frieden. Wir
ind überzeugt, Gambetta kennt zu genau die Gefühle des Landes,
um sich auf eine unbesonnene Politik einzulassen, deren einziger
Vertreter er sein würde.“ (Die Ansichten über die Revanche sind
„ffenbar getheilt in Frankreich; aber wenn Gambetta es für ange⸗
messen hält, die Revanche zu proklamiren, dürfen wir uns schon
yorsehen; denn in Frankreich eher als anderswo werden die Ruhi⸗
gen von den Hitzköpfen leicht überschrien. Und daß in Gutem
der Gambetta'schen „Gerechtigkeit“ zu Liebe Elsaß⸗Loihringen zu⸗
rückgegeben wird, das wird er selbst nicht glauben. Von solcher
„Gerechtigkeit“ haben die Franzosen auch nie etwas wissen wollen,
o lange sie das durch Ludwig XIV. gestohlene Straßburg inne
hatten.

Zur orientalischen Angelegenheit ist die in Ischl erfolgte
Zusammenkunft des Fürsten von Rumänien mit dem Kaiser von
Desterteich die interessanteste. Der Fürst von Serbien ist bekanntlich
cchon seit einigen Tagen dort anwesend und hat auch die Begrüß-
ung des deutschen Kaisers mitgemacht. In Rußland wird man auf
jenen Anschluß der beiden mächtigsten christlichen Souveräne der Bal⸗
anhalbinsel an das österreichisch-⸗deutsche Bündniß etwas scheel sehen.
Fine Nachricht der offiziösen Prager Bohemia“ über den Abschluß
einer russisch⸗rumanischen Konvention wegen russischen Truppen-
urchzuges scheint eine Art von Nachhall früherer Eventualitäten
zu sein; der nach Bukarest in der Donauangelegenheit ergangene
Berliner „kalte Wasserstrahl“ hat wohl auch jenem russischen Plan
ꝛin Ende gemacht. Was die Türkei übrigens betrifft, so hat sie
hren bisherigen Zögerungen in der montenegrinischen Frage durch
das Verlangen eines weiteren vierzehntägigen Aufschubes die Krone

aufgesetzt. Es kommt darauf ührigens auch nicht weiter an.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Wie wir hören, besteht dahier die Ab⸗
icht, einn Gewerbe⸗-Verein in's Leben zu rufen. Bei den
unverkennbaren mehrseitigen Vortheilen eines Gewerbebereins für
»en Gewerbetreibenden ist dieses löbliche Unternehmen gewiß mit
Freuden zu begrüßen. In den meisten pfälzischen Städten bestehen
chon seit längerer oder kürzerer Zeit Gewerbebereine und werben
iber deren Wirksamkeit nur Stimmen der Anerkennung laut.
Hoffentlich findet die Gründung eines solchen auch in den hiesigen
vetheiligten Kreisen die wünschenswerthe Unterstützung.

*Vielseitig geaußertem Wunsche entsprechend, wird der
„Musikverein“, unterstützt von den Activen der „Gemüthlichkeit“,
das vor kurzem aufgeführte Schauspiel P reciosa“ Ende dieses
Monats wiederholt zur Aufführung bringen. Auch Nichnaliven
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        docomotive zwischen Reibnitz und Hirschberg. Die Locomotive
türzte von dem an dieser Stelle hohen Eisenbahndamm herunter.
Führer und Heizer sind getödtet; beide Personen sind aus Lauban.
Zurz vorher passirten zwei Personenzüge die Stelle glücklich.“

PIn Oberschlefien führten neue Wolkenbrüche aber-
mals großes Hochwasser herbei. Alle Niederungeu find überschwemmt;
—— Der
Schaden ist sehr bedeutend, die Hochfluth läuft aber rasch ab. —
aus Böhmen wird von großartigen Ueberschwemmungen
herichtet.

Das Regenwetter, welches in Oberschlefien eine so gewaltige
Ueberschwemmung brachte, hat in Westpreußen dem dort noch
auf dem Feld siehenden Getreide (Weizen und Gerste, theilweise
auch noch Roggen) schweren Schaden gethan.

FoIn Greiwistz bei Breslau starb am 8. d. M. die 112-
jährige Wittwe Singer, Dieselbe war noch in der letzten Zeit
hres Lebens geistig und, abgesehen von ihrer Erblindung, auch
koͤrperlich frisch und gesund.

4 Explosion. Am Freitag Morgen erfolgte auf dem Dampfer
„Hansa“ im Hafen von Lübe eine Benzinexplosion; das Schiff
ist verbrannt. Sieben Feuerleute und fünf Leute von der Schiffs⸗
mannschaft find verwundet.

F'In England enigleiste ein Personenzug, wodurch 7
Passagiere getödiet und über 20 mehr oder minder schwer verletzt
wurden. Meehrere Waggons zerschellten in Stücke.

FAus Kußland kommen schlimme Nachrichten über die
wirthschaftliche Lage des russischen Volkes. Eine ganze Reihe von
Unglück und Heimsuchungen ist über dasselbe hereingebrochen. Miß⸗
wachs, zahlreiche Feuersbrünste, Epidemieen, das Auftauchen des
Versteigerung einer l 2. Pp , 64
mu Gerberei. Ader auf Hobelsabe
ntag, den 30. Augusft inMr. 4440, 17 a 56
nächsthin, Nachmittags 8 Uhr, Wiese im Allment;
u St. Ingbert, in der Pl⸗Nr. 44502, 17 72
en von Julius Grewe⸗ qm Wiese allda;
nig Witiwe 5. Pl⸗Nr. 3162, 21 4 18
iaßt Frau Witiwe G. M. Acder im Schafskopf.
Zaur, in St. Ingbert folgende St. Ingbert, 14. Aug 1080
diegenschaft in der Steuerge⸗ * —S
meinde St. Ingbert, öffentlich ——
u Eigenthum versteigern:
Plan Nr. 2497*, 3 a 30
qm Fläche, worauf ein
weistocliges Gerbhaus mit
is Gruben, 8 Farben,
Trockenspeicher, Lohkäserah⸗
nen für circa 15000 Loh⸗
äse, gelegen an der Straße
aach Saarbrücken in der
Nähe der Stadt St. Ing⸗
heri, dann aus Plan Nr.
2497 * ungefähr 23 4
Wiese in den Stegwiesen.
St. Ingbert, 6. August 1880.
Der Amisderweser des kgl. Notär
Sauer.
K. Auffschneider.
Versteigerung.
Mittwoch, den 1. Sep⸗
ember nächsthin, Mittags 1 Uhr
z St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Heinrich Schmitt
Wittwe,
läßt Louis Rosenbaum,
Rentner in Zweibrücken, folgende
Liegenschaften in der Steuerge—⸗
meinde St. Ingbert, öffentlich
u Eigenthum versteigern:
BPl.⸗Nr. 494, 1 4 86 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Stall und Hof,
pᷣlNr. 495, 2 a 4 qm
Harten, Pl.Nr. 496,
51 qm Garten, Pl.⸗Nr.
497, 2 a 4 qm Aceer im
Seyenrech und Pl.⸗Nr.
2864, 7 a 49 qm Acker
allda, das Ganze gelegen
zu St. Ingbert in der
Pfarrgasse:
388
Druck *59 Verlag von F. X.

Jetreidekäfers mit den unbeschreiblichen Verwüstungen, die derselbe
mrichtet u. s. w. nagen an dem Wohlstande des Volkes. Hiezu
ommt noch der drückende Absolutismus, der eine freie Regung auch
iuf wirthschaftlichem Gebiete hemmt, so daß die Lage des russischen
Volkes als eine traurige bezeichnet werden muß.

Was ist geschwind? Ein gewöhnlicher Fußgänger
egt in einer Sekunde zuriuck 4 Fuß,

Ein deutscher Reichspostwagen. ..

Die meisten Flüsseee..

Die Donaaaaa

Ein schwacher Wind.

Fin Segelschiftß

kin englisches Rennpferd.

Das perühmte Rennpferd Serling..

din Windhundd

xkin Adlerr..

kine Brieftaube..

der stärkste Sturn..

Der Schall in der Luft..

kine Büchsenkuge..

Fine 24pfündige Kanonenluge...

Die Erde auf ihrer Bahn 4 Meilen —

Das Licht.. . 4

SAtenstesnachrichten.

Die prot. Pfarrei Heßheim, Dekanats Frankenthal, wurde dem Pfarr⸗
imtstandibalen ẽ. Hoffmann (rüher Vilar in Ensheim) von Weisen⸗
heim a. B. verlichen.. ——

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme b.
—
Musik-Veérein.

7. Die üblichen Leichenschmäuse
iind durchaus verboten.

Wer den vorstehenden Be—⸗
timmungen zuwiderhandelt wird
zuf Grund des cit. Art. 67
ind des 8327 des R.⸗St.⸗G.⸗
B. bestraft.

St. Ingbert, 16. Aug. 1880.

Der Bürgermeister
Fust⸗

Am Samstag, den 21.
d. M., Abends 8 Uhr
Generalversammlung
m Vereinslokal.
Tagesordnung:
Aufnahme von Mitgliedern.
Der Vorstand.
Leinwand
a jedem beliebigen Quantum

st abzugeben in der
Brauerei Heusser.

Von heute an täglich

frische
ImRierhefe

in beiden Brauereien

von Gebr. Becker.

Gratis. Gratis.

n allen Sorten und Breiten,
Handtücher.
Tischtücher,
Zer vietten,

nur in anerkannt soliden Fa⸗

hrikaten, liefert promptund billigfst

die Wäsche-Fabrik von
J. Kauffmann,
in Straßburg i. E.,
Steinstraße Nr. 53.

Ein
ohes Alter
tdnnen selbst schwächliche Perso⸗
sen erlangen.
— ——
AMienand dersäume deshalb,
ich T das neu A
such anzushaffen, welches die
m dufigssen auftretenden Krank⸗
denen, wie: A bmãgerung,
Awae Magenleiden,
Rervenieiden, Leberbe⸗
schwerden, Blutarmuth,
Hamorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beichreibt
und dagegen die wirkjamsten
Hausmitiel angiebt. Dies Buch
* a dratis zu haben in St⸗
2nbert bei Herrn
ied rich·

*
Kissinger Loose
Ziehung 31. August unwider⸗
uflich noch kurze Zeit zu 2Ml. bei

*». J. Grewenig,

. Woll, Buchhandlung.

Zu verkaufen

zwei sehr schöne frischmel⸗
kige Kühe, die eine Schweizer
Race, zum fettmachen gut ge⸗
eignet. Wo, sagt die Erpedit.
ds. Blattes.

We Forderung an die
verlebten Peter Echmitt'⸗
schen Eheleute zu machen hat,
wolle seine Rechnung dem Unter⸗
zeichneten einreichen.

Fr. Schmitt.
Ein tüchtiges evang.
Madchen gesetzten Alters zu
Kinder und Hausarbeit gegen
hohen Lohn gesucht. Nur mit
zuien Zeugnissen wollen fich
nelden.

Elversbera Nr. 147.

Dee Wohnhaus der Peter
Schmitt'schen Erben auf
der Uhlmeng, neben Ww. Hien
gelegen, ist zu verkaufen.
Naheres bei
Franz Schmitti.
— —
Demes in St. Ingbert.
        <pb n="519" />
        —E——
535838585
——
— — —
—— —
5 0 —X
333387 535 532
— 22838385 ** 2353 —
58 — —— 8 ß —es — 322
2 „* * —I —
553335 32
2 337323* ——
528 55532 „»5E . — —— 238
—— 67 8 255 527 ——— 52235 * .5 25
ẽ 3833358 55 A 28 55 ——— Ss 358
— ——— ——— —— 5853533
——* 2 23
3 —— ——— 333 32388
7 2* 2* *
5822 ẽ 33335 8 8* 755358 —— — 333
—— *
—— 523 385553 83 E—— ———
238 — — —*— A 35 F ESi3 *55 2 2 —
JJ 733337 33— *
3288 7 36 * — ——— 33538 —A
J. — 2 * — z28 38 —A * 5338 —z5 3* 2* 8 B—2 B3E
255325 22 E538 555 — — 323338 —2 5* 3333
——223 — * —3 2 *2 235 ———— ——3338 — 388
—— — 38837 58 28 — 73 — 538 z3383 8 5
32 — * 5255 3355338 — —— 25 — B8— —
532 33333868 2 8*8 5356 55 — ——— — 735
5 2338 — 3353383 5 5—
55235 * 5 5z525 7 3335855 A
2588358* * 2223 —* ——— * z253* — —— 2* 235 8 — —
— 5252 233 2388 —— 258
—— —— 18* 33 223* 2* 5 —3—— 38 58 3
E ——— — 3z — 535 —— * 2 S * 22 7
5235 5 — 8* 532338
———— —57 8 553 2223*5 — —
535 — 2 5 22 — ———————— —1
2 — — — 23 8— 2 — —X— —e—e 2 —2 — —
34 A 333 5588 — 33333 2
5*2 55368 —58— 72** —— 3338 5358
5288 5333 2 3255 1 — * 522 — —3
* 3355 553 W * 40
5 33355 88 5 5828 2385 5.252
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553533 —255
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8

5— 22
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55757 582 255 55—8 4
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7258 585 *25 2887 7
Q — 552— 22 — 23 * 5 * —9
5* — 32 35 — — * 2* 8 * * — —⸗ 0 *2* 8 —525235
328 ———— 252375 5250
2 ——* —— — 7 — — 3
352355 233355 33533 335353*5 7—
z238353 330 —55 55* —2323 523853355 32*233—352
58353 385 — 222 ———— 5 2 —38535 5353—53532*
A—— 85858 528 83* —55322253 — ————
55 55 553855833557 28332 * 20 58 —— S — 22 523557 ac E
—225535 —*3 53 — —3 ve 227 — 55 — 2 55 *3 228 *
53355 z85*8 33 22237 3333383 —
— — — — — —— —
——
— * —52— 5 2 2*8* 552 —3 3523237 5333376355538*
— 23 5333 55 *225 2532 —R — 55382 23 22 5 —— 582
*2 —52755 3 75335* — — 83
232 2375 87— 8
5332 25883 — — — 2 8 8S 582 2552755 s2. 5
7* 8 2 —* 2 — 8 8 35 932 2— 8 2 —2
* 22323522 238 382 r 22335 * 5882 2 2552 37
3
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        St. Ingberler Anzeiger.

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Der St. Jugberter Anuzeiger und das (2 mal wöchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis beträgt vierteljahrlich

40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 B, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 14 Afur die vieragespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Reclamen mit 830 — pro Zeile berechnet.
M 132. Donnerstag, den 19. August

1885.

Deutsches Reich.

Der „Augsb. Abendzeitung“ wird offiziös geschrieben: Die
Forderungen Bayerns an Griechenland, für welche Fürst
Bismarck sich, wie man aus glaubwürdiger Quelle erfährt, ver⸗
vendet hat, sind in Wirklichkeit Forderungen S. k. Hoheit des
Prinzen Ludwig Ferdinand, auf welchen das Guthaben des Königs
Ludwig J. erbweise übergegangen ist. Weder die Staatskasse noch
die k. Kabinetskasse sind irgendwie bei Geltendmachung dieser For⸗
derung betheiligt.

Die bayerischen Generäle und höheren Stäbe
jaben bei den Herbstmanövern, da der Federhut für den Truppen⸗
aienst abgeschafft ist, auch im Dienste die Schirmmütze zu tragen.

In seiner Eigenschaft als General-Inspecteur der 4. deutschen
Armeee Inspection wird der Kronprinz des Deutschen Reiches
nach Beendigung der württembergischen Inspection Ende August
und Anfangs September Theile des 2. bayerischen Armee—
orps bei Würzburg und Nürnberg (Ansbach), sowie die Cavalerie—
Division bei Schrobenhausen besichtigen.

Fürst Bismarck wird Kissingen zwischen dem 26. und 28.
26. Mts. verlassen und nach Berlin zurückkehren.

Ausland.

Bei den Bureaur⸗Wahlen der französischen Generalräthe
iegten die Republikaner bis jetzt in 14 Generalräthen. Bei Eröff⸗
iung der Sitzungen konstatirten die Minister, von denen sieben zugleich
Mitglieder und Vorsitzende in Generalräthen sind, die Entwickelung
»es Wohlstandes in Frankreich und hoben hervor, daß der Friede
aach Innen wie nach Außen gefichert sei. Die letzten Wahlen hätten
jene Politik geweiht, welche entschlossen sei, von Allen gleichmäßig
zie Unterwerfung unter die Geseße zu verlangen.

Eine englische Zeitung wuͤl wissen, daß vor geraumer Zeit
große Quantitaäten von Drudschriften, dazu bestimmt die indischen
Muhamedaner gegen die britische Regierung aufzuhetzen, von Ron⸗
tantinopel nach Indien gesandt worden seien. Die Aufmerksam⸗
reit der britischen Regierung sei auf Umstände gelenkt worden,
welche andeuteten, daß diese Schriften mit Wissen der Pforte ver—
aßt seien.

Aus Afghanistan kommt für die Engländer eine Hiobs⸗
yost über die andere. Der „Standart“ meldet aus Quetta, daß
die Afghanen unter Ejub Khan die Belagerung Kandahar's ener⸗
zisch in Angriff genommen haben. Die Stadt wird von 2 Seiten
»ambardirt und der englischen Besatzung kann es noch recht heiß
werden, ehe ihr Entsatz kommt.

Frankenthal, Germersheim, Grünstadt, Kaiserslautern, Kirchheim⸗
olanden, Landau, Ludwigshafen. Neustadt, Speier und Zwei⸗
rücken direkte Retourbillete 2. Klasse Schnellzug und 2. und 3.
tlasse gewöhnlicher Zug nach Düsseldorf via Bingerbrück⸗Deutz und
»ia Neuß zu ermäßigten Preisen und mit achttägiger Giltigkeit zur
Ausgabe. Kinder unter 4 Jahren, welche einen besonderen Platz
uicht beanspruchen, werden taxfrei befördert, für Kinder in einen
öheren Alter ist wie für Erwachsene zu zahlen. Von Zweibrücken
ius via Münster am Stein stellen sich die Preise für Hin⸗ und
nückfahrt wie folgt: Schnellzug 2. Kl.'20 M.20 Pf., gewöhnl.
zug 2. Kl. 18 M. 80 Pf. g. Kl. 12 M. 40 Pf.

F Aus dem Westrich. Die Lust zur Auswanderung nach
Imerika mehrt sich bei uns in einer solchen Weise, daß allwöchent⸗
ich Auswanderungen stattfinden; hauptsächlich ist dies der Fall in
em Kanton Hornbach-Zweibrücken (hier insbesondere in Brenns chelbach
ind benachbarten Ortfchaften), Pirmasens, Homburg und Waldmohr.
luch verheirathete Leute wandern mit ihren Familien aus; manche
affen auch dieselben sitzen. Girsl. Ztg.)

x Die auf den 13. Aug. anberaumte Generalversammlung des
Borschuß⸗ und Kreditvereins D ürkheim war, dem „D. A.“
ufolge, von drei Mitgliedern besuchl. Das verräth gewiß ein
zroßes Interesse!

Auf dem Friedhofe zu Annweiler wird die Ent—
Jjüllung eines Denkmales für die am 17. Juni 1849 bei Rinn—
hal Gefallenen am nächsten 2. September stattfinden.

Bei Germers heim hat sich ein Premierlieutenant des
b. 2. Fußartillerieregiments, wie man annimmt in einem Anfalle
von Geistesstörung erschossen.

F Aus Speier wird unterm 16. Aug. gemeldet: Gestern

Morgen wurde am Rhein das Seitengewehr eines Pioniers gefun⸗
den, welches als dasjenige des Unteroffiziers Erbsenmehl, bei St.
Ingbert zu Hause, erminelt wurde. Dieser wurde kürzlich wegen
Ausbleibens aus der Kaserne zu 5 Monaten Gefängniß verurtheilt
ind sollte heute gegen den Sergeanten, welcher ihn in die Kaserne
inpassiren ließ, ohne die gehörige Meldung zu machen, vor dem
Militärbezirksgericht Würzburg als Zeuge auftreten. Ob Erbsen⸗
nehl, der, nebenbei bemerkt, als einer der trefflichsten Zeichner des
hionier-Bataillons galt, den Tod im Rhein gesucht, oder ob De—
ertion zu Grunde liegt, wird die Untersuchung ergeben.
. Am verflossenen Sonntag war die Pfalzgauausstel—
ung in Mannheim weit ————
ofälzische Sängerfest in Ludwigshafen mag auch seinen Theil dazu
heigetragen haben, die Zahl der Besucher zu vermehren. Es wur
den an diesem einen Tage an der Kasse 6392 Tageskarten à 1M.
verkauft und 850 Kinderkarten à 60 Pf. — Im Ganzen sind
bis zum Sonntag Abende 6. Uhr 1024 Tageblertee 1M.
derkauft worden.

F Nach einem dem Concursgerichte in Frankfurt zuge—
zangenen Telegramme sind die wegen Unterschlagung und Betrug
eit mehreren Monaten steckbrieflich verfolgten Banquiers Gebrüͤden
Sachs in Santjago (Chlle) verhaftet worden.

In Bayern sind 800 Notare; dabon treffen auf Ober⸗
ayern 70 (München 18), die Pfalz 64, Unterfranken 44, Schwa⸗
ben 44, Niederbahern 42, Mittelfranken 44. die Oberbfalx 87
und Oberfranken 36.

- Die kathol. Kirchenderwaltung in Din golfing (Nieder—
ʒayern) hat zum Zwechk der Restauration der dortigen Pfarrkirche
von der Regierung die Bewilligung zur Veranstaltung kiner Prämien⸗
otterie mit. der Befugniß zum Loosabsah im ganzen Konigreich
erhalten. Es werden 300, 000 Loose Meind 6800 Serien zů
e 80 Loosen ausgegeben.

F Am 14. Aug. wurde an den Kölner Dom die letzte
Zand gelegt durch Aufseßen der Kreuzblume auf den südlichen
Thurm. Vor 632 Jahren, 1248, wurde der Grundstein zu dem
iun vollendeten wundervollen Meisterwerke der Baukunst gelegt.

F In Koln fand dieser Tage ein internationaler Ge—
sangswettstreit Stalt. 132 in und ausländische Vereine mit
nehr als 6500 aktiven Sängern haben der ehrenvollen Aufforder⸗

Vermischtes.

* Ueber die Vertretung der hiesigen Glasindustrie auf der
Pfalzgauausstellung in Mannheim berichtet die Pfalzgau⸗Ausstel⸗
lungs⸗Correspondenz: Die Glasfabrikation ist im Pfalzgau bedeu⸗
end und durch hervorragende Repräsentanten vertreten,
B. die Aktien-Glashütte St. Ingbert, welche in einer großen
tagenartigen Pyramide ihr Fabrikat „Flaschen“ in allen Größen
und Farben für Wein, Bier, Früchte, Apotheken u. s. w., theils
nit eigenartigen Verschlüssen aussteilt. Chebandier Fe Vopelius
u ceee bei St. Ingbert, Fabrikation von geblasenem
Tafelglas, dargestellt durch diverse Walzen und aus denselben durch
Aufschneiden und Ebnen im warmen Zustande gefertigten Glas—
afeln. Die Ausstellung dieses ahten und brdertenben
Ltablissements üst sehr geschmackvoll.

Gemäß königlicher Genehmigung darf auch am 26. August
zur Feier des Wittelsbacher Jubiläums im ganzen Königreiche
Bayern Gottesdienst gehalten werden.

f Eine Entscheidung des deutschen Reichsgerichts ist für
ille Kaufleute und das gesammte Publikum höchst wichtig. Das
elbe hat entschieden, daß der Verkauf aller Arten von Waaren
mit falschen Ursprungsbezeichnungen als Betrug anzusehen ist.

7 Gahrtarermaßigung nach Düsseldorf.,)
Nach einer Bekanntmachung der Direktion der Pfalz. Bahnen ge⸗
angen vom 17. 1. Mts. ab während der Gewerbe- um Kunst⸗
nusstellung in Düsseldorf auf den Stationen Deidesheim, Dürkheim.
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        ung, ihre Kräfte im künstlerischen Weitkampfe zu messen, freudig
Folge geleistet; das Hauptkontingent stellte nalürlich Deutschland;
Belgien und Holland waren jedoch ebenfalls reich vertreten und
selbsi die Schweiz und das ferne Riga und Gablonz in Böhmen
hatten sich, wenn auch nur durch Deputationen betheiligt.

4Eine gräßliche Mordthat wird aus Ol mütß gemeldet.
In Biskupstwo erbrach die ledige Ausgedingers⸗ Tochter Pe⸗
rika die Schlafzimmerthüre ihres 68jährigen Vaters und erschlug
diesen mit einem Holzstücke.

Die Verheerungen, welche die durch Wolkenbrüche und an—
haltenden Regen veranlaßten Hochwasser in den letzten Tagen in
Oesterreish angerichtet haben, lassen sich noch kaum übersehen.
Die Wiener Blatter berichten beinahe aus allen Theilen der öster⸗
reichischen Monarchie Verwüstungen und Elend. Die betrübendsten
Nachrichten kommen aus Mähren.

'In Nordamer ika fand auf der West⸗New⸗Jersey⸗
Eisenbahn ein Zusammenstoß zwischen zwei Vergnügungszügen
Siatt. 20 Personen blieben todt, 53 befinden sich noch in ärzt⸗
licher Behandlung. — Bei einem Zusammenstoß des Dampfers
Garland“ mit der Dampf⸗-Yacht „Mamie“ auf dem Detroitflusse
(Michigan) wurde letztere in zwei Hälften durchschnitten, die augen—

Versteigerung
neuer Möbel.
Freitag, den 20. August

1880, Morgens 9 Uhr in seiner
Behausung zu St. Ingbert,
lahßi Herr Schreinermeister Ja⸗
kob Dercum daselbst, fol⸗
gende neue Möbel öifentlich auf
Credit versteigern als:

polirte runde Rische,

Tommoden, Pfeilerschränk⸗

chen, eichene Bettladen,

Schreiblommoden, Rohr⸗

tühle,
odann Kleiderschränke, Küchen⸗

schränke, Waschschränkchen,

Woschtische, Bettladen, Kin⸗

derbeitlääͤdchen, Wiegen,

Nachttischchen, Schüssel⸗

schafte, Commode, Stühle,

runde und viereckige Tische,

Garderobehalter, Spiegel,

Spiegelgläser, Goldleisten.

ovale und viereckige Rah⸗

men für Spiegel und Bil—⸗

der ⁊c.

St. Ingbert, 7. Aug. 1880.
Ph. Fij
esch?tsmann.
Neue

er *

Voll-Häringe
a Stück 5 Pfennige

empfiehlt L. Gottlieb.

Danksagung.

Für die vielen Beweise der
Theilnahme bei dem Tode unse⸗
tes lieben

Eugen
sagen wir unseren tiefgefühltesten
dank.

St. Ingbert, 18. Aug. 1880.

August Treitz mit Familie.
Anzeige.
Waährend meiner Abwesenheit
wird Herr Dr. Kreitz meine

Praris versehen.
St. Ingbert, 19. Aug. 1880.
Dr. Bartholomae.

Auf Grund der thatfachlich .1
zielten Heilerfolge kann das dereits in
110. Auf erschienene reichiuusirirte Buch:
dr. wirys Naturheilmethode“
preis ĩ Mark,“*) allen Kranken aufs
Barmste zur Anschaffung emvfohlen
werden. In diesem 541 Seiten starken
Werke findet ein Jeder, aleichviel an
welcher Rrankheit leidend. tausendfach
bewahrte, leicht zu befolgende Ratb⸗
iHläge, die, wie zabllofe Daufschre i ben

Heisen, oft selbit Schwertracuken

och Hilfe — Heilunge brachten. ⸗

IrN Verlags · Annalt, Leip⸗
sendet auf Wunsch
n los Seit. stark
af o0

zu naben in alle Buchband!
Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und äãlteste
Innouten⸗Erpedition
Prankfart a. Main

Sonntag den 22. Auauft
bei günstiger Witterung
Waldpartie

Filiudlen in Darmstadt

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart, Würzburg, Ulm,
Preéeiburg in Baden,.

in der Sengscheider An⸗
lage unter Mitwirkung des
Eusheimer Musikvereins Arion
unter der Direktion des Herrn
Rumel.
Höflichst ladet ein
Veter Jung.

Besorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebensosten:
XRXX Fachtungen,
Pacanen - Angobd Zabmissionen,
Cadt· &amp; Verxauss· Loiraths·Offertor
Anzoigon. dDiseroto Ansoig
in alle Zeitungen der Welt

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert bon
Anfang September bis Ende
Okiobet in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
uͤgst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛtc. gerne bereit

Hans Maier in UIm s. D.

Impvort ital. Vrodukte.

Die Haupthlatter der
vchweiz und PFrankreich:
zind von uns gepachtet
nehmen Anzeigen mus

Auprpeh ung.

blicklich sanken. 16 Personen, meist Kinder, die von einem Aus—
Juge heimkehrten, kamen dabei ums Leben.

F Wie aus New⸗York gemeldet wird, hat die Commission
ür die im Jahr 1883 in New-York zu veranstaltende Ausstellung
hre Organisation bereits vollendet und ihre Arbeiten begonnen.
Die Subskription für den Ausstellungs-Fonds wird in Bälde er⸗
jffnet werden.

— Die Zahl der Löwen in Algerien vermindert sich so
rasch, daß man ihr baldiges Verschwinden voraussieht. Da sich
aber andererseits die Nachfrage nach den Thieren seitens der Me—
nagerien und zoologischen Gärten zusehends steigert, so hat ein
Brivatmann in Bona eine Anstalt zur Züchtung der gesuchten Be—
tien errichtet.

F In Australien ist neulich das erste Faß deutschen Bieres
angelangt. Es kam in einem kleinen Fasse an, das von außen
mit einem Ueberzuge von zementartiger Masse umgeben war, welche
die Hitze der Tropen unterwegs abzuhalten destimmt ist. In solcher
Weise werden jetzt Biere nach warmen Ländern von Berlin aus
dersendet. Das Bier befand sich im besten Zustande und Farbe
ind Geschmack waren ausgezeichnet.

— Fuür die Redacnnon veranmworilich: F. X. Demes.

*
A T. — —

— — —
— — —

—WM

Todes⸗Anzeige.
Wir machen Ihnen die schmerzliche Mittheilung, daß
heute Nacht unsere geliebte Schwester, Schwägerin und Tante
rn d 4⸗
Marie Hablbach
im 43. Lebensjahre nach langer schwerer Krankheit sanft
verschieden ist.
Um stilles Beileid bitten
St. Ingbert und Guben, 18. August 1880.
Namens der trauernd Hinterbliebenen:
Die Familie Schwarz und Lembert.
Die Beerdigung findet Freitag Morgen halb 10 Uhr statt.

Ronigl. Lateinschule St. Insbert.

Das Studienjahr 1880/81 beginnt am Monutag den
27. September, an welchem Tage sich alle diejenigen Schüler
bei dem unterfertigten Amte anzumelden haben, welche neu ein⸗
sreten wollen, ebenso diejenigen, welche bisher der Anstalt ange⸗
hörten. Bei der Anmeldung sind von Neueintretenden Geburts⸗
uͤnd Impfschein, sowie die früheren Schul⸗ beziehungsweise Stu⸗
dienzeugnifse in Vorlage zu bringen.

Diejenigen Schüler, welche in die J. (unterste) Lateinklasse
eintreten woͤen, müssen das neunte Lebensjahr vollendet, dürfen
aber das zwölfte nicht überschritten haben. Von der letzteren
Bestimmung kann nur die Kgl. Regierung Dispensation ertheilen.
Ferner ist die Aufnahme in die unterste uͤlasse durch eine Prüfung
bedingt, in welcher sich die Schüler über ein genügendes Maß von
enninissen in der Religion, im Deutschen und im Rechnen aus⸗
zuweisen haben.

Arme Schüler werden nach der bestehenden Verordnung von
der Entrichtung des Schulgeldes befreit.

St. Ingbert, den 18. August 1880.

Königl. Subrectorat:
Barnikel.
Geschäfts⸗Anzeige.

Einem verehrl. Publikum die ergebene Anzeige, daß ich in

meinem elterlichen Hause gegenüber dem Schulbause mein
7 7
Bäckergeschäft
zroffnet habe, und empfehle mich in allen in diese Branche ein⸗
schlagenden Artikel unter Zusicherung schöner und guter Waare.
JZoßeph Schmelzaer.

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Bewinun-Ziehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 23 Loose schon 1 Treffer.

Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
weniag, F. Woll, Buchhandlung. J. Friedrich.
—
Pruck und Verlag von F. X Demen in St. Inabert.
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52 8* ———— 555 25 223 * —25 5 5335525
8733365 — ——5 2 35 35333528—*
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—— 528738 57585 — 13537 8 33 ——— 25
— 5 5338 8 —2— 28 — N28 25 32583 83
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25 * 555 5 —5584857527 582 * 2225 2
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5* 323522* 212* — — — — 2 2. *
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2 3 3 * —3223.3 72 23 2 3 238* 32
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58538 257 2235825 5333 — 8 —
* 535 2— —X 7* 3 25* 22232 ——— 323 3 5
BX2375 322 — 2 3. 8 —— — 22 ——— 55 323333
236 2 2328 283* 6* — *—33 —
2* SsS.* 22 585 385235 5772 — —5— 3 —8
2 58* I3— 5233 —* 538 — —
36 7 —22— 2238 *8 253 533 52 535* *85
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5 2 23 »72355 193 2383 ——
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386
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

mAA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
MA. 133. Samstag, den 21. August

1880

Deutsches Reich.

Der Wittelsbach-Jubiläumsfeier schenkt man auch
weit außerhalb der weiß-blauen Grenzpfähle große Aufmerksamkeit.
Daß von Wien Berichterstatter dortiger Zeitungen zum Theil schon
in München sind und mancher sich noch einfinden wird, nimmt
nicht wunder; allein auch Paris wird seine Reporter senden. Auch
ein Herr Jakson vom New⸗-Yorker „Herald“ weilt schon dort, um
während der Jubeltage sofort seinen amerikanischen Mitbürgern
das, was sich ereignet, mittelst Telegraph zu übermitteln. Freilich
wird sich der Letztere in ei ner Voraussetzung getäuscht finden;
denn wie bis jetzt verlautet, wird eine Betheiligung Sr. Maj. des
Königs an den Feierlichkeiten der Haupt- und Residenzstadt nicht
Statt finden.

Zu den hohen Staatsbeamten, welche gegenwärtig in Kijs⸗
singen weilen, gehört nunmehr auch, wie der Staatsanzeiger
amtlich mitgetheilt hat, der Unterstaatssekretär im preußischen Kul⸗
tusministerium Herr von Goßler. Es wird nicht fehlen, daß diese
Reise allerlei Kombinationen hervorruft, welche noch dadurch eine
ganz besondere Richtung annehmen werden, daß außer dem Kar—⸗
dinal Hergenröther, welcher sich gegenwärtig in Kissingen befindet,
seit dem 16. ds. auch der Bischof von Würzburg, Dr. Stein, die
Badestadt an der fränkischen Saale besucht hat. Wie bairische
Blätter melden, gilt als Zweck der Reise die Vornahme der Fir—
mung, die aber sonst nicht um diese Jahreszeit zu geschehen pflegt.
Bekanntlich sind es jetzt gerade zwei Jahre her, daß der päpstliche
Nuntius Masella seinen denkwürdigen Aufenthalt in Kissingen
nahm und ist damit gewissermaßen der Gedankengang, in welchem
sich die Kombinationen bewegen werden, von selbst gegeben.

Gerl. Tgbl.)

Der frühere bayerische Ministerpräsident v. d. Pfordten
ist gestorben. (Ludwig Karl Heinrich Frhr. v. d. Pfordten, bayer.
Staatsmann, geb. 11. September 1811 in Ried im Innpiertel,
ward 1834 Professor des römischen Rechts zu Würzburg, 1841
Appellationsgerichtsrath zu Aschaffenburg, 1843 Professor zu Leip⸗
zig, vom März 1848 bis Februar 1849 sächsischer Kultusminister,
im April 1849 bayerischer Minister des kgl. Hauses und des
Auswärtigen, im Dezember 1849 Ministerpräsident, entschiedener
Gegner der preußischen Hegemonie und Vertreter der Triasidee,
n der inneren Verwaltung absolutistisch- reaktionär, im April
1859 entlassen und zum Bundestagsgesandten in Frankfurt er⸗
nannt, hier die Seele der gegen die Politik der beiden deutschen
Großmächte gerichteten mittelstaatlichen Bestrebungen, seit Dezember
1864 wieder bayerischer Ministerpräsident, im Frühjahr 1866 be—⸗
müht, den Frieden zu erhalten, lehnte die von Preußen Bayern
wiederholt angebotene Bundesgenossenschaft ab, schloß den Frieden
mit Preußen [22. Aug.] und erhielt am 29. Dezember seine
Entlassung.)

Der „Reichsanzeiger“ meldet: Der Kaiser hielt an das erste
Harderegiment zu Potsdam am 18. August folgende Ansprache:
„Die preuß. Armee begeht heute für die Theile, welche 1870 die
erste und zweite Armee bildeten im Verein mit den damals uns
verbündeten sächs. und hess. Truppen den zehnjährigen Jahrestag
der ruhmreichen Schlacht von St. Privat-Gravbelotie. Ich habe
das erste Garderegiment um mich versammelt als das erste Regi—
ment meiner Armee nicht nur dem Rang nach, sondern weil es
denselben auf allen Schlachtfeldern der Neuzeit zu erkämpfen wußte.
Ich erwarte, daß das Regiment stets dieses Tages bewußt bleiben
und dies in Krieg und Frieden bethätigen wird. Daher betrachte
ich es heute als den Vertreter der ganzen Armee. Der schwer er⸗
kämpfte Sieg von St. Private-Grabelotte ist der Wendepunkt zu
den großen Erfolgen des Krieges von 1870/71 geworden, was man
am Abend der Schlacht kaum ahnen konnie. Sie hat große und
schmerzliche Opfer verlangt; ich brauche in diesem Kreis nur den
Namen v. Roder zu nennen. Wir achten diejenigen alle, welche
ihr Leben hingaben zum Ruhm des Vaterlandes. (Bei diesen
Worten entblößte der Kaiser das Haupt.) Nie wird in meinem

Herzen die Dankbarkeit erloöschen für den Heldenmuth, die Tapfer⸗

keit, Hingebung und Ausdauer, mit welcher die Armee gefochten.
Erneuert spreche ich hiermit diese Anerkennung aus.“

Wie aus sicherer Quelle verlautet, wird die Gruppe v. For⸗
kenbeck, Freiherr v. Stauffenberg, Dr. Ricert u. s. w. noch vor
Schluß dieses Monats einen Aufruf zur Sammlung der
liberalen Partei veröoffentlichen, der sich vorzugsweise auf
dem Boden der freiheitlichen und entschieden freihändlerischen Reichs⸗
politik bewegen wird; wie es scheint, mit besonderer Rücksicht auf
die im nächsten Jahre bevorstehenden Neuwahlen.

Der Abfall von drei angesehenen Sozialdemokraten, unter
welchen zwei zu den Größen ihrer Partei, ihren Kandidaten bei
den Reichstagswahlen gehörten, von ihrer bisherigen Partei, ist ein
sehr beachtenswerthes und erfreuliches Ereigniß. Sie sprechen offen
aus, daß sie die Arbeiterbewegung nicht in revolutionärem Sinne
aufgefaßt haben, sondern auch unter den heutigen Verhältnissen
jeden Vortheil wahrnehmen und nicht um des lieben Skandals
willen zurückweisen müssen. Sie wollen die heutige Gesellschaft
aicht in unsinniger und zielloser Weise erstürmen, sondern duͤrch
angsame Belagerung zur Kapitulation zwingen. Die drei Ham⸗
urger Sozialdemokraten sind auf gutem Wege zu besserer
Linsicht, vielleicht begreifen sie mit der Zeit, daß die heutige Ge—
ellschaftsordnung einen wesentlichen Fortischritt gegen die Gesell⸗
chaftsordnung aller früheren Zeiten darstellt, daß sie in manchen
Punkten der Verbesserung bedürftig sein mag, derselben aber auch
ähig ist, und daß nur auf dem Wege von Reformen auf Grund—
age der gegenwärtigen Gesellschaft dauernde und bleibende Erfolge
m Interesse der arbeitenden Klassen gewonnen werden können.
Wenn sie in diesem Sinne mit den Gewerkvereinen und anderen
auf dem Boden der gegenwärtigen Staatsordnung stehenden Ar—
»eiterkreisen wirken wollen, wird der Sache der sozialen Reformen,
welchen die Eindämmung des sozialdemokratischen Unwesens die
Wege bahnen mußte, ein großer Dienst geschehen sein. Jedenfalls
saben wir hier ein bedeutsames Symptom für heilsame Wirkungen
des Sozialistengesetzes, wie denn Hasselmann in der Einsicht, hier
einen Boden für seine rothe Republik zu finden, der Partei seine
weifelhaften Dienste entzogen hat.

Ausland.

Der französische Ministerpräsident Freycinet empfing in
Montauban u. a. Vertreter des dortigen Arbeitervereins, zu denen
er sich in folgender Weise äußerte: „Wir werden beständig dem
dande den Frieden zu erhalten suchen, welcher glücklicher Weise in
einer Weise bedroht ist. Im Inneren werden wir die Achtung
yor den Gesetzen zu sichern suchen, welche die beste Schutzwehr der
allgemeinen Freiheit ist.“ — Zu den Officieren der Garnison, die
er gleichfalls empfing, sich wendend, belobte Freycinet die Armee,
indem er dem Heroismus derselben unter schwierigen Verhältnissen
Anerkennung zollte: er zweifle nicht, daß die Armee sich mit dem
zleichen Heroismus aufopfern würde, wenn dies, was Gott verhüte,
eine gebieterische Nothwendigkeit erheischen sollte. Frankreich folge
»en Fortschritten der Armee mit berechtigtem Stolz und finde darin
seine Ehre und seine Unabhängigkeit.“ — Der officiöse „Temps“
veist auf den friedlichen Ton der von Freycinet gehaltenen An⸗
prachen hin und bemerkt dazu: „Diese so einfache und kategorische
Sprache des Cabinetschefs wird alle irrigen Commentare abschneiden
und außer allen Zweifel stellen, daß die Politik der franzöoͤsischen
Regierung eine Politik des Friedens ist.“

London, 19. Aug. Nach Depeschen, welche der Regierung
zugegangen sind, hat die Lage in Irland einen ernsten Charakter
angenommen; der Generalsekretär für Irland, Forster, ist in Folge
dessen sofort nach Dublin abgereist. (Dadurch, daß das Oberhaus
neulich den Gesetzentwurf verwarf, welcher den Pächtern eine etwas
Jünstigere Stellung gegenüber den Grundeigenthümern geben sollte,
ist die Gährung in Irland bedeutend gewachsen.)

Die europäischen diplomatischen Doktorn quacksalbern noch
mmer am türkischen Leichnam herum. So hat die noch immer
in Konstantinopel tagende europäische Reformkommission die zweite
Lesung des Reglementsentwurfs für die europäischen Provinzen
        <pb n="526" />
        der Türkei beendet und den Entwurf ohne wesentliche Aenderungen
einstimmig angenommen. Die türkischen Mitglieder der Kommis⸗
sion hatten sich der Abstimmung enthalten. Der Entwurf soll
nächstens unterzeichnet werden; die Kommission wird nach der Er⸗
orterung seiner Anwendbarkeit auf die verschiedenen Provinzen ihre
Arbeiten schließen. Natürlich ist Alles das vergebliche Liebesmüh.

—
Vermischtes.

f Unterschreibt keinen Wechsel! Bauersleute,
Handwerker, Arbeiter! Unterschreibt nie einen Wechsel! Warum
nicht? 1) Ihr könnt eure einmal gegebene Unterschrift nicht wie⸗
der zurücknehmen, so gern ihr es vielleicht thütet. 2) Der Wech⸗
sel muß am Verfalltage ohne Weigerung bezahlt werden, und zwar
un Den, welcher denseiben in Händen hat. Dieser hat gar nicht
darnach zu fragen, ob ihr die Schuld wirklich gemacht habt oder
nicht. 8) Seid ihr nicht im Stande, zu bezahlen, so folgt sofort
der Protest, Wechselklage und Beitreibung, Auͤes mit vielen Kosten
derbunden. In wenigen Tagen habt ihr den Gerichtsvollzieher im
Haus, und was Das zu bedeuten hat, braucht wohl nicht erklürt
Ju werden. 4) Einreden können euch vor dem Bezahlen nicht
zetten. Es kann Nichts helfen, daß ihr sagt, ihr wäret gar Nichts
oder ihr wäret nicht so viel schuldig; auch nicht einmal, daß ihr
sagt, ihr hättet nicht so viel unterschrieben. Ihr habt euren Na⸗
en unter den Wechsel geschrieben und müßt zahlen, so viel darauf
steht. Und wenn euch auch versprochen waͤre, der Wechsel solle
nicht in Umlauf gesetzt oder er solle am Verfalltag prolongirt
werden, so nützt es euch Nichts, euch auf dieses Versprechen zu
berufen. 5) Wenn ihr eine Schuld habt, versucht alles Mögliche,
sie zu tilgen; verkauft oder entzieht euch lieber Etwas, sollte es
euch auch hart ankommen — aber unterschreibt keinen Wechsel
dafür, Ihr uͤbergebt euch in den meisten Fällen einem wildfremden
Menschen auf Gnade oder Ungnade. 6) Sprecht euch über eure
Lage aus und fragt ehrliche Leute um Rath, Schulden schänden
nicht, wenn sie nicht auf schlechte Weise gemacht sind. Wenn der
Wechseleigenthümer auch Wort hält und nicht über eure Geldver—
legenheit spricht, am Ende, wenn euch Haus und Hof verkauft
wird, wird eure Lage doch aller Welt offenbar. 7) Bei Allem,
was ihr thut, bedenket das Ende. Mein seliger Großvater war
ein kluger Mann, und golden war der Rath, den er immer wie—
derholte: „Thu, was du thuest, aber keinen Wechsel unterschreibe!“
8) Schneide dir diese Warnung aus dem Blatt heraus, klebe sie
an die Innenseite deiner Schlafkammerthür und lies sie wenigstens
alle Sonntage einmal aufmerksam durch! Du und die Deinen
zahren wohl dabei.

F Nach einer von dem k. Rathe Dre Mayer hergestellten
Statistik betrug die Gesammtzahl der Personen, welche ohne approbirte
Aerzte zu sein die Behandlung erkrankter Menschen als Erwerbsquelle
betteiben, am 81. Dezember 1879 in Bayern 1639, um 175
weniger als im Jahre vorher. Dem Geschlechte nach besteht das
dermalige Contingent der Pfuscher aus 1232 Männern und 407
Weibern. Auf die einzelnen Regierungsbezirke vertheilen sich diese
aicht approbirten Heilkünstler wie folgt: Oberbayern 251, Nieder⸗
—0 190, Oberfranken 161, Mittel⸗
franken 176, Unterfranken 101, Schwaben 304.

Zweibrücken, 18. August. Der 66 Jahre alte Hein⸗
rich Danner von Oberauerbach, welcher sich am vorigen Mittwoch,
waͤhrscheinlich in einer Anwandlung von Geistesstörung, von dort
entfernt hat, ist gestern Vormittag oberhalb des Eishauses, zwischen
Tschifflick und hier, von Bahnwart Fleischmann und Straßenwärter
Beuich als Leiche aus dem Schwarzbach gezogen worden.

In Pirmasens kam ein Bierbrauer, welcher erst vor
ca. einem Vierkeljahre von dort mit ganzer Familie nach Amerika
auswanderte, wieder an. Der vom Schichsal hart Betroffene mußte
wahrend der Reise zwei seiner Kinder, welche den Anstrengungen
erlagen, in's Wasser versenken sehen. Drüben fand er nicht, was
er wariete und so raffte er noch zusammen, was ihm übrig ge⸗
hlieben, um die Heimreise zu bestreiten. Nach seiner Aussage wůrden
in nächster Zeit diele erst kürzlich Ausgewanderte die deutsche Hei⸗
man hieder aufsuchen, wenn sie die Mittel dazu sich erst erübrigt
haben.

In Steinfeld wurde in einem Schwalbenneste eine
flügge, junge Schwalbe von ganz weißer Farbe entdeckt. Dieselbe
wird nach Speyer in das dortige Museum verbracht.

paumersheim. Wie stark sich in unserer Gemeinde
dieses Jahr die Mäuse vermehrt haben, möge Folgendes beweisen:
Ein Aderer zog beim Pflügen die Stiefel aus und bestellte sein
Tagwerk. Da sieh! Welch' Wunder! Als der wackere Landmann
seine Stiefel wieder anzog, wuselte es in denselben — ein edles
Mäusepaar hatte dort seine Wohnung aufgeschlagen und dieselbe
zugleich mit acht Kleinen bevölkert.

F Eine schauderhafte That wurde am Mittwoch Nachmittag
in Ludwigshafen verübt: ein Fabrikarbeiter, Namens Fischer,
hat die betagie Witiwe Stern, Eigenthümerin des sog. fünfstöckigen
Faues hei delcher er in Miethe wohnte, durch einen Stich bezw.

Schnitt mit dem Messer in den Hals getödtet. Der Mann war
hurch seine Frau aus der Fabrik gerufen worden, und waren es
Meinungsverschiedenheiten über die Miethe, welche ihn so in Wuth
—D—— sich hinreißen ließ.

In Lambsheim hat schon das Versandtgeschäft in
Zwetschen begonnen; es wird für den Ztr. 6 M. für noch nicht
zöllig reife Waare bezahlt.

FVonder Blies. Eine beinahe unglaubliche Geschichte
joll sich, wie man der „Metzer Ztg.“ berichtet, in den letzten Tagen
der votigen Woche, in Woͤlferdingen bei Saargemund zuge—
ragen haben. Ein 14 Jahre altes Mädchen war auf dem Felde
mwdeit des Waldes mit Aehrenlesen beschäftigt. Plötzlich sprengte
uf weißem Pferde aus dem Walde ein Reiter in feinem Rode
ind Hute, jedoch zerrissenen Beinkleidern hervor, ergriff das nichts
Schlinimes ahnende Mädchen, verstopfte ihm mit einem Tuche den
Htuͤnd, setzte es auf das Pferd und schwang sich selbst in den Sattel.
Nuf dem Felde beschäftigte Schnitter sahen den Vorgang und eilten
rasch dem Entführer nach, ohne ihn jedoch einholen zu können.
doffentlich wird diese mysteriöse Entführung bald aufgeklärt werden.

Mainz, 18. August. Gestern Abend ist es der hiesigen
Polizei gelungen, den Fabrikanten der vielen in der Umgegend cir⸗
ulirenden falschen Zwanzig-Markscheine zu verhaften. Derselbe ist
ein aus Württemberg gebürtiger, seit 15 Jahren in Frankfurt an—
jaäͤssiger Buchdruckergehilfe Ramens Emanuel Haas. Die Verhaft⸗
ung serfolgte in einem Cigarrengeschäft. Bei der Haussuchung fand
man 350 falsche Zwanzig-Markscheine vor. Haas war sofort ge⸗
tändig und gab an, daß die Platten zu den Fälschungen sich in
Frankfurt befänden. Die Scheine sind ziemlich gut nachgemacht,
und vermuthet man, daß Haas zu deren Fabritation noch Gehilfen
zehabt habe.

— Der „Fränk. Ztg.“ wird ein heiteres Geschichtchen über die
Abschiedsfeier des nach München versetzten Bahnhof⸗Inspektors
Pernwerth v. Bärnstein in Treuchtlingen berichtet. Genanntes
Blatt schreibt: „Da die Feierlichkeit im Bahnhofgebäude Statt fand,
so war jedem Reisenden das Betreten des Wartsjaales 1. und 2.
Classe verbbten. Nun kamen mit dem Schnellzug mehrere Passa⸗
ziere, die denselben betreten wollten, aber er war ihnen verwehrt.
kiner der Herren ging dem Bureau zu und verlangte das auf⸗
iegende Beschwerdebuch, welches ihm jedoch erst nach einigem Hin⸗
ind Herreden ausgehaͤndigt wurde und nachdem er sich als kgl.
Staatsminister Frhr. v. Crailsheim vorgestellt hatte; auch seine
Zegleiter waren große Würdenträger des bayerischen Staates, Ge⸗
geral v. d. Tann und General v. Diehl, der vierte Herr war
Finanzminister v. Riedel, welcher von Coburg zurückkehrte.“

Fuürst Bismartkhat sich in Kissingen am 15. Aug.
wie der „Nat.⸗Zig.“ geschrieben wird, aaf der Personenwage in
der Nähe der Saline, wie alljährlich, wiegen lassen. Der Fürst
st leichter geworden: er wog gestern 237212 Pfund, während
in vorigen Jahre sein Gewicht zu Anfang der Kur 247 ia am
Schluß derselben 244 Pfund betrug, er hat also im Laufe des
Jahres 6*2 Pfund verloren.

F Eine neue Barriere mit Läutewerk zum Schließen der
Bahnhof⸗ Uebergänge ist vom Architekten und Ingenieur Fritz Calons
m Efsen erjunden worden. Personen, welche sich auf oder in
der Nahe von Bahnübergängen befinden, werden durch ein Glocken⸗
ignal von dem Herrannahen eines Zuges in Kenntniß gesetzt. Der
hahnübergang wird durch die Barriere erst dann geschlossen, wenn
20 Glockenschläge (circa Minute) verhallt sind. Das muthwillige
Deffnen der geschlossenen Barriere wird dem Wärter durch ein
Zlockensignal angezeigt. Die Konstruktion der Barriere ist derartig,
daß dieselbe ohne vorheriges Geläute nicht geschlossen werden kann.
derrn Calons ist seitens des Kaiserlichen Patentamtes laut Schreiben
om 3. d. M. ein Patent für diese Barriere ertheilt worden.

p Der Verband deutscher Müller hält seine dreizehnte
xxdentliche Generalversammlung am 5., 6.. 7. und 8. September
1880 in Dresden ab.

Im Rechnungsjahre 1879,80 sind in der Reichsdruckerei zu
gerlin 106,437500 Stück gestempelte Postkarten angefertigt
vorden. Es wurden also, das Jahr zu 306 Arbeitstagen gerech⸗
iet, bei einer zehnstündigen Arbeitszeit, läglich rund 380,000 Karten
jeliefert. Zur Herstellung einer — durchschnittlich
eden Tag 28 Personen, drei Pressen und die erforderliche Anzahl
von Hand⸗Schneidemaschinen in Thätigkeit. Wird berücksichtigt,
zaß die Postkarten nur einen Bruchtheil der insgesammt erforder⸗
ichen Postwerthzeichen darftellen, und daß außerdem mehrere hun⸗
eu Millsonen anderer Postwerihzeichen anzufertigen sind — im
Jahre 1878 z. B.betrug die Gesammtzahl 758,843, 100 Stüd
so kann man sich annähernd eine Vorstellung von dem Um⸗
'ang der Leistungen der Reichsdrudkerei für die Zwece der Reichs⸗
dostverwgltung machen.

* —* schreibt dem Hann. Courier: Das in den Blättern
zielfach besprochene schlafende Mäd chein habe ich gestern
vieder besucht, nachdem ich dasselbe am 25. Juli bereits einmal

seschen. Es bleibt jede Voraussetzung von Humbug um so mehr
        <pb n="527" />
        ausgeschlossen, als das Mädchen die Tochter des begüterten Ge—
neindevorsiehers von Grambke ist und ihre Familie, namentlich
die Mutter mit Thränen in den Augen versicherte; nichts helfe
bislang, und der sie behandelnde Arzt glaube, daß Bleichsucht die
Ursache sei. Seit Januar schläft sie unünterbrochen, mit Ausnahme
bon einigen Stunden in je 6—8 Wochen, in denen sie bei vollem
Bewußtsein ist und ohne sichtbare Ermattung kleine Hausarbeiten
vornimmt. Sie ist sich daunn bewußt, daß sie lange geschlafen,
jedoch ohne von der Zeitdauer einen klaren Begriff zu haben, und
erklärt, im schlafenden Zustande nichts von dem sie Umgebenden
u wissen. Schlafend nimmt sie einige leichte, aber nahrhafte
Speisen zu sich, welches auch in meiner Gegenwart geschah; ich
emerkte, daß sie solche niederschluckte, wobei ihr Athem ununter⸗
zrochen ruhig weiter ging. Die Leute erzählten, am Dienstag sei
sie erwacht, von 6 Uhr bis zum Abend wach geblieben, und von
za an schlafe sie wieder ununterbrochen. Im Winter sei es ihnen
oft eine große Last gewesen bei der Kälte, namentlich während der
Racht, da sie ja keinen Augenblick das Mädchen allein lassen könn—
en, und es war wiederum die Mutter gewesen, welche mit rüh—
ender Mutterliebe sich dieser Sorge meistens allein unterzogen
Jatte. Jedenfalls ist dieses schlafende Mädchen, ähnlich wie der
schlafende Ulan, nach meinem Ermessen ein interessanter Gegenstand
»er Beobachtung für die medicinische Wissenschaft, und ich möchte
zie Herren Aerzte hiermit auffordern, im Interesse der Wissenschaft
diesen Fall ihrer persönlichen Beobachtung zu unterziehen, um so
nehr, da der wohlhabende Vorsteher allen mit größter Liebens-
vürdigkeit Zutritt gewährt, weil er so gern Hilfe für sein armes
——
za es von der Station Burg Lesum kaum zehn Minuten, von
Bremen *4 Stunde entfernt liegt.

Vor Monatsfrist wurde vor dem Kriminalgerichtshof zu
Mailand über einen gewissen Carla Sala, Maurer von Pro—
ression, verhandelt. Sala war des Diebstahls bezichtigt, und da
z. ihm nicht gelang, seine Unschuld zu beweisen, die Thatumstände
zingegen derart waren, daß sie den Angeklagten als den unzweifel⸗
jaften Urheber des Verbrechens erscheinen ließen, so verurtheilte
hn das Collegiatgericht zu vierjähriger schwerer Kerkerstrafe. Sala
prach, als er das Urtheil hörte, kein Wort; er ließ den Kopf
jängen und folgte willig den Aufsehern, welche ihn in das Zellen—
jefängniß führen sollten; dort angelangt, ließ er sich in einer Ecke
eines neuen Heims nieder, stützte den Kopf in die Hände und
rütete vor sich hin. Den ersten Tag rührte er die Speise, die
hm gegeben wurde, nicht an, am zweiten und dritten Tage that
r dasselbe. Der Aufseher fragte ihn, warum er denn nicht esse.
Sala blieb aber stumm, trotz aller Bemühungen der Aufseher, der
Aerzte, des Strafhausleiters — stumm bis zum dreißigsten Tage,
in welchem er starb.

Während des Gottesdienstes in der katholischen Kirche zu
Derribeg in Irland, welche über einem Bache in einer tiefen
Felsenschlucht erbaut ist, barst eine Wasserhose und füllte das Got—
eshaus in wenigen Sekunden mit Wasser, das bald zehn Fuß hoch
nn der Kirche stand. Die Scene wird als eine entsetzliche geschildert.
Elf Personen wurden vermißt, bis ietzt wurden aber bloß die Leichen
von fünf gefunden.

Ein New-Yorker Blatt erzählt, der Zukunftsmusiker
Richard Wagner hadbe sich bereit erklärt, nach Amerika überzusiedeln
ind dorthin sein künftiges Wirken zu verlegen, wenn ihm eine
Million Dollars zugesichert würde. Ist wohl Humbug!

Aus einem Brief eines aus dem Schweinfurter Gau im
dorigen Jahre nach Nordamerika ausgewanderten jungen Mannes
veröffentlicht die ‚Würzb. Pr.“ folgende Stellen:

„Philadelphia, 8. Februar 1880. Werthester Freund!
Ihren Brief habe ich erhalten und theile Ihnen über mein jetziges
Leben Folgendes mit: Hätte Ihnen schon längst geschrieben, allein
in Hinderniß hatte ich, welches mich bis jetzt erst dazu kommen
ieß. Beifolgend ersehen Sie aus den Zeitungen, wie es mir
geht. So Gott will, erhalte ich morgen wieder Arbeit, und kann
dann wieder etwas verdienen. Ich will nicht schildern, wie es
mir ergangen ist, das will ich Ihnen später erst schreiben, nur
soviel sei gesagt, daß es mir herzlich schlecht ging und noch geht.
Ich habe bittere Erfahrungen gemacht in diesem Lande der Ent⸗
auschung; da giebt's keine Rüchsicht, keinen Trost, es giebt nur
das Wort: hilf dir selbst. Ja, in der Fabrik, in der ich mich
derletzte, mußte ich die niedrigsten Arbeiten thun und mich über
neine Kräfte anstrengen, und ich danke Gott für diesen Platz;
denn so und so viel Hunderte sind ohne Arbeit und ohne Brod
ind melden sich, damit sie ein Unterkommen finden, bei'm Gefäng—
uisse an, und trotßdem heißt es jetzt allgemein. daß die Zeiten sich
zebessert haben.“

— Ueber das Erdbeben in Smyrna schreibt ein Correspon⸗
dent der „Wiener Ztg.“: Um 4 Uhr 40 Minuten morgens, den
29. Juli, schickte ich mich eben an, mein Schlafzimmer zu verlassen,
um ein Seebad zu nehmen. So stand ich, den Rücken gegen das
Bett gekehrt, als ich plötzlich ein brausenähnliches Geräusch vernahm

ind rasch nacheinander zwei horizontale Erdstöße verspürte. Wenige
Zecunden darauf folgte ein dritter Stoß, dessen Heftigkeit mich
uuf das Bett zurüdwaärf. Dröhnend und klirrend erzitterte das
zaus in seinen Grundvesten und dem Lärmen nach war ich über⸗
eugt, daß der schwächer gebaute Theil des⸗Hauses, in welchem sich
neine Empfangs- und Arbeitszimmer befanden, bereits in Trümmer
agen. Ein laffender Riß spaltete die Wand, an welcher mein
Zett stand. Gleichzeitig lenkte Rauschen von Wasser meine Auf⸗
nerksamkeit meinem Nachbarhause, der hiesigen Gasfabrik, zu, dessen
eide Gasometer hin und her wankten, so daß das Wasser in Strömen
ius derselben hervorstürzte. Der bis zu seiner mittleren Dauer sich
teigernde und etwas schwächer werdende Erdstoß währte wenigstens
2 Secunden und war anfangs horizontal, gegen die Mitte vertikal,
im mit einem jähen, wieder horizontalen Rucke aufzuhören. In
Szinyrna und dessen nächster Umgebung gibt es kein Gebäude, wel⸗
—D0
Zundert Häuser sind fast ganz eingestürzt und man sieht deren Be—
dohner unter Zelte lagern. Dank der Morgenstunde, welche die
zrößere Zahl der Menschen schon wach und viele außer dem Hause
and, fielen diesem Erdbeben verhältnißmäßig nur wenige Menschen—
eben zum Opfer. Man spricht von 30 Todten und 120 Ver—
vundeten in Smyrna und den nächstgelegenen Ortschaften. Darüber
ind aber alle einig, daß wenn der letzte Erdstoß nur wenige Se—
unden länger gedauert hätte, Smyrna vernichtet worden wäre. Im
janzen dürften sich die materiellen Verluste auf 16 bis 18 Mill.
Francs beziffern, denn noch immer stürzen Gebäude ein. Mehr
soch als die Stadt Smyrna haben Magnesia, Menimen, Giaurkö,
dorostio und Cordelio gelitten. Die Eisenbahnlinie Smyrna⸗Kassaba
'at an ihrem Bahnkoöͤrper großen Schaden gelitten, theils direkt
zurch die Erderschüiterung, theils wie bei Menimen, durch Erdrisse,
zie sich bildeten und aus denen der Fluß in beträchtlicher Höhe
mporschnellte. Burnabat eine Stunde von Smyrna entfernt, ist
in Trümmerhaufe. Während in allen diesen kleineren Ortschaften
zurch das Einstürzen der hohen Minarete arger Schaden entstand,
jat in Smyrna seibst der türkische Stadttheil weniger gelitten. Faft
iberall sind die artesischen Brunnen wieder wasserreich, und manche
Züßwasseradern sprangen, freilich nur für ein oder zwei Tage, aus
»em Boden hervor. Die Stoßwellen dieses Erdbebens hatten die
stichtung von Nordwesten nach Südosten.
Marktberichte.

Zweibrücken, 19. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt,
Weizen 10 M. 88 Pf., Korn 08 M, 84 Pf., Gerste zweireihige 7 M. 56 Pf.
ierreihige 6 M. 98 Pf., Spelz 7 M. 14 Pf., Spelzkern — M. — Pf.
Dinktel M. — pf., Mischfrucht 9O M. 10 Pf., Hafer 6 M. 50 Pf.,
zrbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf., Karloffeln 2 M. 40 Pf.,
deu 2 Me90 Pf., Stroh 3 M. — Pf., Weißbrod 1/ stilogr. 57 Pf,
tornbrod 3 Kilogr. 64 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 81 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter !/1 Kilogr. O M., 84 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 18. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
1M. 67 Pf, Korn 8 M. 78 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz M,
— Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. G.rste 4reihige M. — Pf. Hafer
J M. 85 Pf., Mischfrucht 08 M. 70 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
) M. — ppf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
drod 6 Pfund 78 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochfenfleisch — Pf.
kindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund O M. 85 Pf., Kartoffeln per Ctr. 8 M. — Pf.

Kaiserslautern, 17 August. (Fruchtmillelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen i0 M. 72 Pf. Korn 05 M. 06ĩ Pf. Spelztern 11 M. — Pf., Spelz
M. 08 Pf., Gerste 0o8 M. 19 Pf., Hafer 7 M. 06 Pf., Erbsen 0 M.
— pf., Wicken O M. — Pf., Linsen 09 M. 28 Pf., Kleesamen — M. —
üf., Schwarzbrod 6 Pfund 76 Pf., do. 3 Pfd. 88 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 483 PPfg. Butter per Pfd. 0 M. 80 Pf., Eier 2 Stück 11 Pf. Kar⸗
offeln per Cent. d M. — Pf., Stroh 2 M. 20 Pf., Heu 2 M. 50 Pig.
Flr die Ndaction vero worniche FDeme.

ewerbliche und landwirthechaftliche

Ausstellung des Ptalagaues.
ED MAMNM HBREIMIISSO.
Unter dem Proteéctorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden.
20 —
Geöffnet bis Octoher 1880.
Eintritt MIL. 1. —
Fahrpreis-Ermüssigung bei der Badischen Pfälzischen Hes-
sischen und Main Neckar-Bahn
—XEXECVV
Herrn F. Nestler P. 5, 2.

9 4
Thenard'sche Schreib-&amp; Copir-Dinte
Chemisch analysirt und als vorzüglich anerkannt
von Dr. Richter in Cöln.

Diese erprobte Dinte durch Zeugnisse der ersten Bank- und
dandlungshäuser attestirt, hat sich in Deutschland als vor⸗
refflich bewährt ist in St. Ingbert zu haben bei J. Peters.

Der Preis ist Mk. 2,00 — 75 Pfg. und 25 Pfg. per
xasche
        <pb n="528" />
        Versteigerung einer
Gerberei.
Montag, den 30. August
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Julius Grewe—
nig Wittwe,
läßt Frau Wittwe G. M.
Zaur, in St. Ingbert folgende
Liegenschaft in der Steuerge—
neinde Si. Ingbert, öffentlich
zu Eigenthum versteigern:
Plan Nr. 24970, 8,4 30
Im Fläche, worauf ein
weistockiges Gerbhaus mit
i3 Gruben, 8 Farben,
Trockenspeicher, Lohkäserah⸗
nen für circa 15000 Loh⸗
läse, gelegen an der Straße
nach Saarbrücken in der
Nähe der Stadt St. Ing⸗
heri, dann aus Plan Nr.
2497 * ungefähr 23 4
Wiese in den Stegwiesen.
St. Ingbert, 6. August 1880.
Der Amtsberweser des kgl. Notär
Sauer.
Xuffschneider.
—
nersprossen⸗veift v
zur vollständigen Entfer⸗
nung der Sommersprossen, empf.
à Stück 60 Pfg.
Rob. Schmitt.

Sonntag 22. August
Zängerfest
es Rohrbacher Gesangvereins

und anderer Vereine

zu Rohrbach im Walde

nahe beim Forsthaus,
vozu höflichst einladet
Ser Vorstand.
Brauerei Heusser.
Montag, 23. August, nur
ein

National⸗
CONXNCPERV
der Geschwister Kalchner
n ihrer oberbayer. Ge⸗
birgstracht.
Anfang 8 Uhr.

Gesucht wird
sofort ein kräftiges
rinder⸗ Mädchen. Von
vem, sagt die Erped. d. Bl.
Dez Wohnhaus der Peter
Schmitt'schen Erben auf
der Uhlmeng, neben Ww. Hien
gelegen, ist zu verkaufen.
Näheresbei
Franz Schmitt.
Wein«Etiquetts K
Weinkarten
u haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demetz.

Strebsame &amp; solide
Personen jeden Standes finden
lohnenden Verdienst durch den
Vertrieb gesetzlich gestatteter, ver⸗
zinslicher, und unverzinslicher
Staatsprämienloose gegen Comp⸗
tant oder monatliche Abschlags⸗
ahlung.

Wir setzen nebst Provision
auch nach einer ein⸗ bis zwei⸗
monatlichen Thätigkeit einen
festen Gehalt aus und be⸗
villigen eine Prämie für den
Absatz einer bestimmten Anzahl
Stücke.

Dfferte an das Bankhaus
5chuhmacher &amp;K Co.
12, Broglieplatz

Straßburg i. Elsaß.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
graue braume blaue), haupt⸗
aͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
eien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
tleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
hürsten mit dieser Flüssig—
eit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 350 B und 14 zu be⸗
iehen vom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
owie aus der Niederlage für:

St. Ingbert: Philipp
Klinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken:
W. Aug. Seel.

zt. Johann⸗Saarbrücker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo⸗
Janu, Saarbrücken und Malstatt-
Zurbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blait. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Fignet sich wegen großer Ver⸗
zreitung vorzüglich fuͤr Inserate
eder Art.

vwerden für ein grosses, gediegenes literarisches Unternehmen
5 01

V6 eSs VCGOHhIt.

80ende.
Verdienst sohr lohnend. TFachkenntniss nicht erforderlich.
Tuch Reamte, Lehrer, Reisende amndeorer
BRranchem ete., welche sieh namhaften Nebenverdienst ver-
chaffen vollen, belieben sich zu melden
Literarisches Institut
6atha.

Todes⸗Anzeige.
Wir machen Ihnen die schmerzliche Mittheilung, daß
heute Morgen 7 Uhr
*
Johann Wagner,
Sohn von Valentin Wagner,
im GI. Lebensjahre sanft verschieden ist.
Um stilles Beileid bitten
St. Ingbert, 19. August 1880.
Namens der trauernd Hinterbliebenen:
Familie Schwarg.
Die Beerdigung findet Samstag Morgen um 9 Uhr statt.

Krieger

Véreoin.

Sonntag Abend 8 Uhr
General⸗Persammlung
m Vereinslokal.
Tagesordnung:?
Aufnahme.
Betheiligung an der Wittelsbach-Feier am 25. August.
Der Vorstand.

E—
Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewinn-Ziehung
der 2. Kissiuger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.

Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre—
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.
x—

Iimenschaftlich eenrttu. heauta

122nEliCCTIMGXC-.,

Joppelkräutermagenditter

iach einem alten aus einem 8.

edictinerkloster stammenden Recep
brizirt und nur en gros ver—

sandt von
C. PINGEL in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedrctiner ist *«

zt das kostbarste Hausmittel u

eßhalb in jeder Familie belie

eworden. Ver Benedictine

tnur aus Bestandtheilen zusam

jengesetzt, welche die Eigenschaften
esihen, die zum Wiederaufban

ines zerrütteten dahinfiechende

—EX nöthig find
er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, en Hautaus
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Mheumatiomus.

en, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden

und dielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
r entfernt den truben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, da
elbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter un
risch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert da
reben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göoͤttingen
erschlossen und mit dem geschüßten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 830 Gr. Inhalt 8 WM. 50 Pf.
M— — — 660 4 6M. 73 pPf.
Bei 5 Fl. Verpadung frei. Bei 10 Fl. freie Verpachung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Jos. Gleis ner, Maurer in Schmidtmühlen, Bayern
Oberpsalz, berichtet: Senden Sie mir sofort wieder fur J Fl. Vene dicti⸗
ner. Meine Frau ist durch dessen Gebrauch von ihrem Magenleidern
24*2 frei;⸗ 2c
—A

———frar«d
Magenbitter.
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen
eschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelken
u. s. w.
rEis A FI. en. IS50 Gr. Inh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 830 Gr. 2Mk.
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkräuter⸗
Magenbitter und Sanct derphapeehe von C. Pingel
hottingen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn 3.
—E——
Druck und Verlag von F. X. Deme zz in St. Ingbert.
—Sierzu für unsere Po steAbonnenten „Illustrirtes Sonntagsbiatt⸗ Ner. ?
        <pb n="529" />
        Hl. Ingberler Znzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, ESonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint woöͤchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteljahrlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 AMA 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤrts

mit 15 3 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren RNaum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
13880.

M 1344 Sountag, den 22. August

Deutsches Reich.

Se. Majestät der Kön ig von Bayern haben den Kaiser
Franz Joseph von Oesterreich welcher am 18. August die Vollen⸗
dung seines 80. Lebensjahres feierte, in einem eigenhaͤndigen Schrei⸗
hen beglückwünscht.

Wie im gestrigen Blatte mitgetheilt, steht schon in nächster
Zeit eine Kundgebung der Führer des linken Flügels der
Ratibnalliberalen zu erwarten. Selbstverständlich sind die
Abgeordneten, welche aus der Fraktion auszuscheiden beabsichtigen,
hren Wählern Rechenschaft über die Gründe für ihren Entschluß
chuldig, und diese Darlegung der Verhältnisse, welche sie zum Austritt
aus der Fraktion veranlassen, dürfte denn auch den wesentlichen In⸗
halt der Kundgebung bilden. Ein Ueberblick über die Gruppe, welche
her Bewegung sich anschließen wird, ist vorerst kaum möglich, da
biele Abgeordnete zum linken Flügel gerechnet werden, weil sie
Begner der neuen Wirthschaftspolitik sind, während ihre politischen
Anschauungen im Uebrigen sie eigentlich zu Mitgliedern des rechten
Flügels stempeln. Andererseits freilich werden Manche, die jetzt als
sehr gemäßigt liberal gelten, bei der Diskussion der Wirthschafts⸗
und Steuerreform in die Opposition übertreten und demzufolge
dus der nationalliberalen Fraktion ausscheiden. Vorerst wird man
kaum annehmen können, daß mehr als dreißig Abgeordnete der
neuen Gruppe beitreten werden; der Fraktion würden alsdann noch
55 Mitglieder verbleiben, die mit der Gruppe Schauß⸗Völk etwa
70 Stimmen zählen würde. Rechnet man dazu die 58 Deutsch⸗
Konservativen, die 48 Mitglieder der Reichspartei und ungefähr 12
Wilde, die theils zu den Konservativen, theils zu den National⸗
iberalen stehen, so ergiebt das 188 Stimmen, während zur abso⸗
uten Majorität im Reichstage 199 Stimmen erforderlich sind.
Immerhin wird die bevorstehende Neugruppirung ein frischeres
deben in die Verhandlungen bringen.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm
im 18. August als am zehnjährigen Gedenktage der Schlacht von
St. Privat⸗Gravelotte, an den Großherzog von Hessen ein Tele⸗
zramm gesendet, worin er den damaligen Commandeur der hessischen
Division ob seiner Truppenführung beglückwünscht und den Ange⸗
hörigen der Division auf's neue seine Anerkennung ausspricht.

Ausland.

Der französische Ministerpräsident Freycinet hat nochmals in
einer dei einem Baukett zu Montauban gehaltenen Rede Frank⸗
reichs besonnene und gemäßigte Politik im Inneren und friedliche
Politik nach Außen hervorgehoben. Der Minister bezeichnete ferner
ille beunruhigenden Gerüchle als unbegründet; Frankreich werde sich
nemals in eine Politik der Abenteuer einlassen und niemals den
vom Land entschieden gewollten Frieden auf's Spiel setzen.

(Ein zeitgemäßes Wort der Toleranz.) In Belgien fällt
etzt gelegentlich der Jubiläumsfestlichkeiten zuweilen manch kräftig
Wörilein, welches verdiente, auch über die Tage des Festjubels hinaus
estgehalten und beachtet zu werden. So war die Rede des Schöffen
sür“ den öffentlichen Unterricht der Stadt Brüssel bei Gelegenheit
der Preisvertheilung an die Zöglinge der Kommunalschulen gehalten,
bon ganz besonderer Bedeutung und beinahe so stilisirt, als ob
iie für gewisse deutsche Verhältnisse berechnet wäre. Man höre:
„Seien Sie überzeugt, wir Alle, beseelt von gleichem Eifer
für das öffentliche Wohl, von derselben Gluth des Patriotismus,
werden uns anstrengen, in unsern Schulen Bürger zu erziehen, die
eines freien Landes würdig und von denselben Gefühlen der Toleranz
erfüllt sind, welche die Schutzwehr unserer Institutionen sind. Wir
leben in der Weit mit Mitbürgern eng beisammen, die theils Ka⸗
tholiken. theils Protestanten, theils Israeliten, theils Freidenker sind.
Wir schätzen sie nach ihren Handlungen und nicht nach der be—
onderen Urt, wie sie zu Gott beten. Wenn sie gute Buͤrger und
hrenwerthe Menschen sind, so haben sie ein Recht auf unsere Schätz⸗
ung und unsern Respekt, was auch immer ihre religiösen Ueber—
eugungen seien. Wir säen in die Herzen Ihrer Kinder dieselben
Gefinnungen, welche im Herzen jedes guten Bürgers herrschen sollten.

Die schweizer Taawacht“ meldet, daßk im Jabhre 1881

wahrscheinlich in der Schweiz ein sozalistischer Weltkongreß statt-
inden wird.

Was Rußland in Bulgarien für ein Spiel treibt, geht aus
inem Telegramm der „N. Fr. Pr.“ aus Silistria hervor:
Fin rusisches Panzerschiff, von der bessarabischen Küste kommend,
hat am 12. d hier angelegt und eine Bergbatterie, sowie eine
zroße Masse Gewehre ausgeschifft. Die vergangene Woche war
hier bereits Munition von einem russischen Schiffe abgeladen worden.
Genau, wie seiner Zeit in Serbien.

Die Verhältnisse in Irland enwickeln sich immer interessanter.
krst nehmen die Fenier mit bewaffneter Hand eine Ladung Gewehre,
ndem sie sich eines im Hafen von Cork ankernden Schiffes bemäch⸗
agten. Jetzt wird dem „Daily Chronicle“ aus Cork gemeldet, man
ei einem Versuche, die dortige Kaserne in die Luft zu sprengen,
uf die Spur gekommen; unter der Kaserne seien zwei Fässer mit
Bulver aufgefunden worden. Wahrhaftig, man thäte in London
lesser, anstatt der Pforte unausführbare Reformen aufzuzwingen,
lieber vor der eigenen irischen Thür zu kehren.

In Rußland wurde wieder einmal eine größere Anzahl
von Personen, welche der Bildung einer gesetzwidrigen Gesellschaft
zum Zweck des gewaltsamen Umsturzes der bestehenden Staatsord⸗
nung angeklagt waren, zur Todesstrafe bezw. zu mehrjähriger Zwangs⸗
Ibeit verurtheilt.
Vermischtes.

* St. Ingbert 18. August. In heutiger Schöffensitzung
kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1) Ein Gewohnheitsbettler
on Ormesheim erhielt wegen Betteins 42 Tage Haft. 2) Ein
Arbeiter von Hassel erhielt wegen Körperverletzung 1 Monat Ge⸗
ängniß. 3) Wegen Berufsbeleidigung erhielt ein Arbeiter von
Schnappbach 14 Tage Gefängniß.

»SteIngbert. Äuf der Pfalzgau-Ausstellung
n Mannheim wurden prämiirt Chevandier &amp; Vopelius in
Schnappbach mit der goldenen, Akuenglashütte St. Ingbert
nit der silberneen und broncenen Medaille.

Su. Ingbert. Es wird uns mitgetheilt, daß Herr
dehrer Schlaudeder beabsichtigt, Ende dieses Monats mit seinen
Muͤsikschülern ein Kinderconzert zu geben. Schon für die Feier
zes Willelsbacher Jubiläums der kgl. Lateinschule hatte er mit den⸗
elben mehrere Piecen eingeübt. Der Vortrag derselben mußte aber
amals zum größeren Theile mit Rüchsicht auf den beschränkten Raum
und die kurz zugemessene Zeit unterbleiben. Hr. Schlaudecker wird
zun in dem beabsichtigten Conzerte seinen Schülern Gelegenheit
zjeben, dem Publikum gegenüber Zeugniß von ihren Fortschritten
ibzulegen. Zu der Muͤhe, die er sich gibt, sei ihm hiermit der
bdeste Erfolg gewünscht.

FDie latholische Kirche in Zweibrücken hat sich eine
Orgel für 20,000 Mark angeschafft.

p' Die Eisenbahnlinie Bitsch-Zweibrücken soll nach
en Beschlüssen einer Versammlung, die in dieser Angelegenheit in
gzitsch tagte, entgegen dem früheren Projekte Zweibrücken⸗ Hornbach⸗
Wollmünster⸗Bitsch, über Hornbach⸗Bußweiler⸗· Hannweiler⸗Vitsch ge⸗
jen und soll in diesem Sinne petionirt werden.

FIn Kaiserslautern ist die Nachricht eingetroffen,
Se. Maj. der König habe von dem Programm der Eröffnung des
Gewerbemuseums der Pfalz“ mit Freuden Kenntniß zu nehmen
jeruht und befohlen, daß Abgesandte des Ministeriums des Inneren
sch an der Erdffnungsfeier beiheiligen, welche eine Votschaft Sr.
Maj. überbringen werden.

Wie man der „Kais. Zig.“ mittheilt, werden bei der Er⸗
ffnungsfeier des Gewerbemuseums in Kaisers lautern die
erschiedenen Handwerker, als: Maurer, Zimmerleute, Schlosser,
rischler etc. ꝛc. in altdeutscher Tracht, wie sie zur Zeit der Zunfte
getragen wurde, kostümirt, einen Characterfestzug ausführen. Die
lufstellung dieses Zuges geschieht an der Fruchthalle von wo aus sich
)erjelbe durch den angrenzenden Stadttheil bewegen und dann am Se⸗
verbemuseum Aufstellung nehmen wird. Abends werden die Handwerker
m Feherfest auf Gelberts Keller mit Musik geführt, woselbst sie einen

—— ——
        <pb n="530" />
        Reigen ausführen werden, dem am Schlusse ein lebendes Bild, dem
Charakter des Tages und der Sache entsprechend, sich anschließen wird.
Speyéer, 19. Aug. Heute wurde die Einnehmerei⸗Prüf⸗

ung beendigt. Derselben unterzogen sich nicht weniger als 86
Fandidaten. (Sp. Z.)

7 Der Herr Bischof von Speyer hat soeben ein Hirten—
schreiben, gelegentlich der 700jährigen Jubelfeier des bayerischen
Furstenhauses, an seine Bisthumsangehörigen erlassen, welches am
Sonntag den 22. ds. Mts. in allen Pfarrkirchen der Diöcese, ver—
lesen werden soll. In demselben gedenkt der Oberhirte all' der
Segnungen und Großthaten koniglicher Huld, die das ruhmvolle
Wiltelsbacher Herrschergeschlecht seit einer so langen Reihe von Jahren
üͤber unser Land und das Bisthum Speher ausgebreitet hat. Er
fordert auf zum Gebet für den erhabenen Monarchen, der als König
on Goltes Gnaden das Land regiert und zur Erfüllung aller
datriotischen Pflichten. Bezüglich der kirchlichen Feier des Jubel⸗
festes wurde Folgendes verordnet: 1. Am Vorabend, am 24. Aug.,
ist das Jubelfest durch ein *hastündiges Geläute mit allen Glocken
anzukündigen. Das Gleiche hat am J. Festtage in der Frühe,
Mittags und Abends und am 2. Festtage in der Frühe zu ge⸗
schehen. 2. Am Mittwoch den 25. Augusi, zugleich dem Geburts⸗
ind Ramensfeste Seiner Majestät, soll in allen Pfarrkirchen ein
feierliches Hochamt gehalten, und nach demselben das Te deum
Jesungen werden. 8. Am Donnerstag den 26. August ist eben⸗
alls in allen Pfarrkirchen für alle katholischen Fürsten und Mit⸗
glieder des Regentenhauses, die im Herrn entschlafen sind, ein feier—
uͤches Requiem zu halten. (Dürkh. Anz.)

FZu der Affäre Hasselmann meldet jetzt in der
Hamburger „Gerichtsztg.“ dessen früherer Reichstagscollege, Herr
Zlos, er könne aktenmäßig konstatiren, daß Hasselmann mit Hinter⸗
lassung bedeutender Wechselschulden, die er zum Theil bei aus
Berlin ausgewiesenen Sozialdemokraten kontrahirte, geflohen sei.
Rachträglich meldeten sich auch zwei Hamburger Wirthe, bei denen
Hasselmann mit seinem Intimus Schneidt Zechschulden bis zu
250 M. () angelegt hat. Echöne Enthüllungen Das aus dem
Lager der Sozialdemokraten )

Gfalzgau⸗Ausstellung in Mannheim.) Die umfang—⸗
reichen und schwierigen Arbeiten der Herren Preisrichter sind nun⸗

mehr beendet. Es sind im Ganzen 622 Aussteller prämiirt worden,
236 sind leer ausgegangen; zuerkannt wurden 86 goldene, 148
ilberne, 169 broncene Diplome und 219 ehrenvolle Erwaͤhnungen.

Der Ueberschuß des in Fran kfurt Statt gehabten
Turnfestes wird auf über 20,000 M. berechnet, wovon ein Theil
den durch das Feuerwerk Verunglückten überwiesen werden soll.

FIn Kamin in Oberschlesien schlug bei einem Gewitter
zer Blitz kurz nach dem Gottesdienste am vorigen Sonntag in die
irche, iödtete 1J Frau und 3 Mädchen und verletzte noch mehrere
andere Personen, welche noch in der Kirche verweilten.

p— Die Geliebte eines Stabstrompeters, die dessen Adresse nicht
aäher kannte, schrieb demselben einen Liebesbrief unter folgender
Nufschrift: „An den Blaser, an den großen Blaser, der über allen
mnderen Blaser ist, bei den Gäulen.“ rRichtig gelangte auch durch
)en Scharfsinn des betreffenden Postbeamien der Brief an seine
Adresse.

Die jährliche Erzeugung und der Verbrauchdes Kaffee's au
er ganzen Erde beträgt in runder Summe 1800 Millionen Pfund.
Am 'größten ist die Konsumtion in Holland, wo 18 Pfund
uuf den Kopf kommen. In Deutschland, welches die größte
Zahl von Kaffeeschwestern beherbergt, kommen nur 8 Pfund auf
den Kopf; dies findet seine Erklärung in dem starken Verbrauch
yon Cichorie und anderen Surrogaten: ein Loth Kaffee und zehn
Loth Cichorie!
Fur die Redaction verantwortlich: F. X Demes.
Die älteste höhere Fachschule für Maschinentechniker, das
Algemein bekannte Technikum Mittweida (achsen) ist als reine Spe⸗
ialschule fur Maschi nenbau nach wie vor die besuchteste unter allen derartigen
Schulen. Der zuletzt verdffentlichte Bericht zeigt eine Schülerzahl von 408
nin Namen aufgefuhrten Personen aus allen europäischen Ländern, Asien und
Amerika, die theils als Maschinen⸗Ingenieure, theils als Werkfuhrer und
VBeamte für Fabriken und Mühlen fich ausbilden und deren Eltern zum weit⸗
aus größten Theile Fabrikanten, Fabrikdirektoren, Ingenieure, Gewerbetrei—
hende ec. sind, ein BVeweis, daßz diese Schule gerade in den maßgebenden
echnischen und industriellen Kreisen nach wie vor alles Vertrauen genießt.
Fine firaffe Disziplin und ein seit lange eingearbeitetes Lehrerpersonal sichern
der Schuie auch kunftig die besten Erfolge.

Programme zu dem am 14. Oltober c. beg innenden Winterkurse
sowie dem unentgeldlichen VBorunterrichte versendet die Direktion gratis. m

Sonntag den 22. August
bei günstiger Witterung
*

Waldypartie

Arbeiterbildungs⸗Verein.
— Zur Feier des Wittelsbach⸗ Jubilãums —
Gesellige Unterhaltung,
Dienstag, 24. August,
Abends 8Uhr ba Frau Poller (Gosephsthal).
Der Vorstand.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
ligst und ist zu näherer Aus—
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in VUIm a. D.

Import ital. Produkte.

in der Sengscheider An⸗
lage unter Mitwirkung des
Ensheimer Musikvereins Arion
mter der Direktion des Herrn
Rumel.
Höflichst ladet ein
Peter Jung.

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
GewinnZiehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.

Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
77 Um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigfstellung des pfaälzische
Gewerbemuseums.
Urtis des Fooses 3 Mark
Ziehung am 26. Octobor
1880.
hauptgewinne von A 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
Aurf 20 Loose ein Baar
gewinn.
Bestellungen sind zu richten an
ie General⸗Agentur
Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
dei Franz Woll in St.
Inabert.

Gesucht wird

sofort ein kräftiges

Kinder⸗ Mädchen. Von
wem, sagt die Erped. d. Bl.

». Vemetz, Hemdenfabrik,
V Landau i. Pfalz.

Zptzialilät: Herrn⸗ Hemden nach Maaß

nach deutschen, französischen und amerika⸗

nischen Zuschneide-Systemen.

21 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 260.—

mit glattem feinem leinen

Einsatz A SBöO. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
vouen Sitz leiste ich Jecde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sen de
ch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abuehmer
zon meiner Leistungs fülieleit über⸗

·ugen.

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Laur, hat im 2. Stock 3 Zim⸗
mer und Küche, Speicher und
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Nöthigenfalls können noch 2
Zimmer dazu gegeben werden.

Auf Grund der thatsachlich er⸗
zielten 88 kann — 7 in
110. Aufl erschienene reictiünastrirte Buch:
„Dr. diiry's RNaturheilmethode“,
pͤreis 1 Mark,) allen Kranken aufü
Warmste zur Anschaffung empfohlen
derden. In diefem 544 Seiten starken
Verke sindet ein Jeder, Age an
delcher Rrankheit leidend, tausendfa⸗
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7e, die, wie zabllose Tankschreiber

Lsen, oft selbst Shwerkrauken
EUife — Heilung breSAten
verlags P⏑
2⸗

ntag, 22. August
rmoniemusik
er Gartenwirthschaft bei
Jakob Schmitt,
Senascheid

.

— F
27 17
11

Zu haben inm allen Buchhano

X — Pä7—2——399

Georg Jung.
Druck und Verlag von F. X.

Demenz in St. Ingbert.
Hiezu „IlluKrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 8.
        <pb n="531" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woöͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungeblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnemeuntsvpreis beträgt vierieljährlich

1AM 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgeblhr. Auzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisft oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M 134. Sonntag, den 22. August

1880.

Deutsches Reich.

Se. Majestät der König von Bayern haben den Kaiser
Franz Joseph von Oesterreich, welcher am 18. August die Vollen⸗
dung seines 50. Lebensjahres feierte, in einem eigenhändigen Schrei⸗
ben beglückwünscht.

Wie im gestrigen Blatte mitgetheilt, steht schon in nächster
Zeit eine Kundgebung der Führer des linken Flügels der
Nationalliberalen zu erwarten. Selbstverständlich sind die
Abgeordneten, welche aus der Fraktion auszuscheiden beabsichtigen,
hren Wählern Rechenschaft über die Gründe für ihren Entschluß
schuldig, und diese Darlegung der Verhältnisse, welche sie zum Austriit
aus der Fraktion veranlassen, dürfte denn auch den wesentlichen In⸗
halt der Kundgebung bilden. Ein Ueberblick über die Gruppe, welche
der Bewegung sich anschließen wird, ist vorerst kaum möglich, da
piele Abgeordnete zum linken Flügel gerechnet werden, weil sie
Gegner der neuen Wirthschaftspolitik sind, während ihre politischen
Anschauungen im Ucbrigen sie eigentlich zu Mitgliedern des rechten
Flügels stempeln. Andererseits freilich werden Manche, die jetzt als
jehr gemäßigt liberal gelten, bei der Diskussion der Wirthschafts⸗
und Steuerreform in die Opposition übertreten und demzufolge
aus der nationalliberalen Fraktion ausscheiden. Vorerst wird man
kaum annehmen können, daß mehr als dreißig Abgeordnete der
neuen Gruppe beitreten werden; der Fraktion würden alsdann noch
55 Mitglieder verbleiben, die mit der Gruppe Schauß-Völk etwa
70 Stimmen zählen würde. Rechnet man dazu die 588 Deutsch-
Konservativen, die 48 Mitglieder der Reichspartei und ungefähr 12
Wilde, die theils zu den Konservativen, theils zu den National—-
liberalen stehen, so ergiebt das 188 Stimmen, während zur abso—
luten Majorität im Reichstage 199 Stimmen erforderlich sind.
Immerhin wird die bevorstehende Neugruppirung ein frischeres
Leben in die Verhandlungen bringen.

Wie aus Darmstadt gemeldet wird, hat Kaiser Wilhelm
am 18. August als am zehnjährigen Gedenktage der Schlacht von
St. Privat-Gravelotte, an den Großherzog von Hessen ein Tele—
gramm gesendet, worin er den damaligen Commandeur der hessischen
Division ob seiner Truppenführung beglückwünscht und den Ange—
hbörigen der Division auf's neue seine Anerkennung ausspricht.

Ausland.

Der französische Ministerpräsident Freycinet hat nochmals in
einer bei einem Bankett zu Montauban gehaltenen Rede Frank—⸗
reichs besonnene und gemäßigte Politik im Inneren und friedliche
Politik nach Außen hervorgehoben. Der Minister bezeichneie ferner
alle beunruhigenden Gerüchte als unbegründet; Frankreich werde sich
niemals in eine Politik der Abenteuer einlassen und niemals den
vom Land entschieden gewollten Frieden auf's Spiel setzen.

(Ein zeitgemäßes Wort der Toleranz.) In Belgien fällt
jetzt gelegentlich der Jubiläumsfestlichkeiten zuweilen manch kräftig
Wortlein, welches verdiente, auch über die Tage des Festjubels hinaus
festgehalten und beachtet zu werden. So war die Rede des Schöffen
für den öffentlichen Unterricht der Stadt Brüssel bei Gelegenhei—
der Preisvertheilung an die Zöglinge der Kommunalschulen gehalten,
von ganz besonderer Bedeutung und beinahe so stilisirt, als ob
sie für gewisse deutsche Verhältnisse berechnet wäre. Man höre:
FSeien Sie überzeugt, wir Alle, beseelt von gleichem Eifer
für das öffentliche Wohl, von derselben Gluth des Patriotismus,
werden uns anstrengen, in unsern Schulen Bürger zu erziehen, die
eines freien Landes würdig und von denselben Gefühlen der Toleranz
erfüllt sind, welche die Schutzwehr unserer Institutionen sind. Wir
leben in der Welt mit Mitbürgern eng beisammen, die theils Ka—
tholiken. theils Protestanten, theils Israeliten, theils Freidenker sind
Wir schätzen sie nach ihren Handlungen und nicht nach der be—⸗
sonderen Art, wie sie zu Gott beten. Wenn sie gute Buͤrger und
ehrenwerthe Menschen sind, so haben sie ein Recht auf unsere Schätz⸗
ung und unsern Respekt, was auch immer ihre religiösen Ueber⸗
zeugungen seien. Wir säen in die Herzen Ihrer Kinder dieselben
Gesinnungen, welche im Herzen jedes guten Bürgers herrschen soliten.“

Die schweizer ,Taawacht“ meldet, daß im Jabre 1881

wahrscheinlich in der Schweiz ein sozalistischer Weltkongreß statt⸗
finden wird.

Was Rußland in Bulgarien für ein Spiel treibt, geht aus
einem Telegramm der „N. Fr. Pr.“ aus Silistria hervor:
Ein rusisches Panzerschiff, von der bessarabischen Küste kommend,
hat am 12. d. hier angelegt und eine Bergbatterie, sowie eine
zroße Masse Gewehre ausgeschifft. Die vergangene Woche war
hier bereits Munition von einem russischen Schiffe abgeladen worden.
(Genau, wie seiner Zeit in Serbien.)

Die Verhältnisse in Irland entwickeln sich immer interessanter.
Erst nehmen die Fenier mit bewaffneter Hand eine Ladung Gewehre,
indem sie sich eines im Hafen von Cork ankernden Schiffes bemäch—
tigten. Jetzt wird dem „Dailh Chronicle“ aus Cork gemeldet, man
sei einem Versuche, die dortige Kaserne in die Luft zu sprengen,
auf die Spur gekommen; unter der Kaserne seien zwei Fässer mit
Pulver aufgefunden worden. Wahrhaftig, man thäte in London
besser, anstatt der Pforte unausführbare Reformen aufzuzwingen,
lieber vor der eigenen irischen Thür zu kehren.

In Rußland wurde wieder einmal eine größere Anzahl
von Personen, welche der Bildung einer gesetzwidrigen Gesellschaft
zjum Iweck des gewaltsamen Umsturzes der bestehenden Staatsord⸗
nung angeklagt waren, zur Todesstrafe bezw. zu mehrjähriger Zwangs⸗
rbeit verurtheilt.
Vermischtes.

*St. Ingbert 18. August. In heutiger Schöffensitzung
tamen folgende Faälle zur Aburtheilung: 1) Ein Gewohnheitsbettler
von Ormesheim erhielt wegen Bettelns 42 Tage Haft. 2) Ein
Arbeiter von Hassel erhielt wegen Körperverletzung 1 Monat Ge⸗
ängniß. 83) Wegen Berufsbeleidigung erhielt ein Arbeiter von
Schnappbach 14 Tage Gefängniß.

*St. Ingbert. Auf der Pfalzgau-Ausstellung
nn Mannheim wurden prämiirt Chevandier &amp; Vopelius in
Schnappbach mit der goldenen, Aktienglashütte St. Ingbert
mit der silbernen und broncenen Medaille.

X St. Ingbert. Es wird uns mitgetheilt, daß Herr
dehrer Schlaudedger beabsichtigt, Ende dieses Monats mit seinen
Musikschülern ein Kinderconzert zu geben. Schon für die Feier
des Wittelsbacher Jubiläums der kgl. Lateinschule hatte er mit den⸗
jelben mehrere Piocen eingeübt. Der Vortrag derselben mußte aber
damals zum größeren Theile mit Rüchsicht auf den beschränkten Raum
und die kurz zugemessene Zeit unterbleiben. Hr. Schlaudecer wird
nun in dem beabsichtigten Conzerte seinen Schülern Gelegenheit
geben, dem Publikum gegenüber Zeugniß von ihren Fortschritten
ꝛbzulegen. Zu der Muͤhe, die er sich gibt, sei ihm hiermit der
zeste Erfolg gewünscht.

F Die katholische Kirche in Zweibrücken hat sich eine
Orgel für 20,000 Mark angeschafft.

* Die Eisenbahnlinie Bitsch-Szweibrücken soll nach
)en Beschlüssen einer Versammlung, die in dieser Angelegenheit in
Bitsch tagte, entgegen dem früheren Projekte Zweibrücken-⸗Hornbach-⸗
Wollmünster⸗Bitsch, über Hornbach-Bußweiler⸗Hannweiler-Bitsch ge⸗
hen und soll in diesem Sinne petionirt werden.

FIn Kaiserslautern ist die Nachricht eingetroffen,
Ze. Maj. der König habe von dem Programm der Eröffnung des
Gewerbemuseums der Pfalz“ mit Freuden Kenntniß zu nehmen
zeruht und befohlen, daß Abgesandte des Ministeriums des Inneren
ich an der Eröffnungsfeier betheiligen, welche eine Botschaft Sr.
Maj. überbringen werden.

Wie man der „Kais. Ztg.“ mittheilt, werden bei der Er—
zffnungsfeier des Gewerbemuseums in Kaiserslautern die
)erschiedenen Handwerker, als: Maurer, Zimmerleute, Schlosser,
rischler etc. ꝛc. in altdeutscher Tracht, wie sie zur Zeit der Zünfte
gjetragen wurde, kostümirt, einen Characterfestzug ausführen. Die
Aufstellung dieses Zuges geschieht an der Fruchthalle von wo aus sich
derselbe durch den angrenzenden Stadttheil bewegen und dann am Be⸗
werbemuseum Auffstellung nehmen wird. Abends werden die Handwerker
uim Kellerfest aquf Gelherts Hesser mit Musik geführt, woselbst sie einen
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        Reigen re werden, dem am Schlusse ein lebendes Bild, dem
Charakter des Tages und der Sache entsprechend, sich anschließen wird.

Speyéer, 19. Aug. Heute wurde die Einnehmerei⸗Prüf⸗
ung beendigt. Derselben unterzogen sich nicht weniger als 86
Candidaten. (Sp. 3.)

F Der Herr Bischof von Speyer hat soeben ein Hirten⸗
schreiben, gelegentlich der 700jährigen Jubelfeier des bayerischen
Fürstenhauses, an seine Bisthumsangehörigen erlassen, welches am
Sonntag den 22. ds. Mts. in allen Pfarrkirchen der Diöcese, ver⸗
lesen werden soll. In demselben gedenkt der Oberhirte all' der
Segnungen und Großthaten königlicher Huld, die das ruhmvolle
Winelsbacher Herrschergeschlecht seit einer so langen Reihe von Jahren
iüber unser Land und das Bisthum Speyer ausgebreitet hat. Er
fordert auf zum Gebet für den erhabenen Monarchen, der als König
hon Gottes Gnaden das Land regiert und zur Erfüllung aller
patriotischen Pflichten. Bezüglich der kirchlichen Feier des Jubel⸗
festes wurde Folgendes verordnet: J. Am Vorabend, am 24. Aug.,
ist das Jubelfest durch ein is stündiges Geläute mit allen Glocken
anzukündigen. Das Gleiche hat am 1. Festtage in der Frühe,
Mittags und Abends und am 2. Festtage in der Frühe zu ge—
schehen. 2. Am Mittwoch den 25. August, zugleich dem Geburts⸗
ind Namensfeste Seiner Majestät, soll in aͤllen Pfarrkirchen ein
feierliches Hochamt gehalten und nach demselben das Te deum
gesungen werden. 3. Am Donnerstag den 26. August ist eben⸗
falls in allen Pfarrkirchen für alle katholischen Fürsten und Mit⸗
glieder des Regentenhauses, die im Herrn entschlafen sind, ein feier⸗
ches Requiem zu halten. GDürkh. Anz.)

p Zu der Affäre Hasselmanmn meldet jetzt in der
Hamburger Gerichtsztg.“ dessen früherer Reichstagscollege, Herr
los, er könne aktenmäßig konstatiren, daß Hasselmann mit Hinter⸗
lassung bedeutender Wechselschulden, die er zum Theil bei aus
Berlin ausgewiesenen Sozialdemokraten kontrahirte, geflohen sei.
Nachträglich meldeten sich auch zwei Hamburger Wirthe, bei denen
Hasselmann mit seinem Intimus Schneidt Zechschulden bis zu
350 M. () angelegt hat. Schöne Enthüllungen Das aus dem
Lager der Sozialdemokraten —W

4Gßpalzgau⸗Ausstellung in Mannheim.) Die umfang .
reichen und schwierigen Arbeiten der Herren Preisrichter sind nun—

nehr beendet. Es sind im Ganzen 622 Aussteller prämiirt worden,
236 sind leer ausgegangen; zuͤerkannt wurden 86 goldene, 148
ilberne, 169 broncene Diplome und 219 ehrenvolle Erwähnungen.

Der Ueberschuß des in Frankfurt Statt gehabten
Turnfestes wird auf über 20,000 M. berechnet, wovon ein Theil
den durch das Feuerwerk Verunglückten überwiesen werden soll.

In Kamin in Oberschlesien schlug bei einem Gewitter
der Blitz kurz nach dem Gottesdienste am vorigen Sonntag in die
Zirche, iödtete 1 Frau und 3Mädchen und verletzte noch mehrere
indere Personen, welche noch in der Kirche verweilten.

— Die Geliebte eines Stabstrompeters, die dessen Adresse nicht
räher kannte, schrieb demselben einen Liebesbrief unter folgender
Aufschrift: „An den Blaser, an den großen Blaser, der über allen
inderen Blaser ist, bei den Gaͤulen.“ Richtig gelangte auch durch
den Scharfsinn des betreffenden Postbeamten der Brief an seine
Adresse.
sj Die jährliche Erzeugung und der Verbrauchdes Kaffee's auf
der ganzen Erde beträgt in Tuünder Summe 1800 Millionen Pfund.
jium groͤßten ist die Konsumtion in Holland, wo 18 Pfund
zuf den Kopf kommen. In Deutschiand, welches die größte
Zahl von Kaffeeschwestern beherbergt, kommen nur 3 Pfund auf
Jen Kopf; dies findet seine Erklaärung in dem starken Verbrauch
von Cichorie und anderen Surrogaten; ein Loth Kaffee und zehn
doth Cichorie!
——— — — — — —
Fuür die Redaction verantwortlich: F. &amp;. Demes.
Die älteste höhere Fachschule für Maschinentechniker, das
allgemein bekannte Zechnikum Mittwerda (Sachsen) ist als reine Spe⸗
ialjchule für Maschinenbau nach wie vor die besuchteste unter allen derartigen
Schulen. Der zuletzt veröffentlichte Bericht zeigt eine Schülerzahl von 405
An Namen aufgefuhrten Personen aus allen europaischen Ländern, Afien und
Amerita, die theils als Maschinen⸗Ingenieure, theils als Werkführer und
Beamte für Fabriken und Huhlen sich ausbilden und deren Eltern zum weit⸗
aus größten Theile Fabrikanten, Fabrikdirektoren, Ingenieure, Gewerbetrei⸗
hende“ec. sind, ein Beweis, vaß diese Schule gerade in den maßgebenden
echnischen und industriellen Kreisen nach wie vor alles Vertrauen genießt.
Fine straffe Disziplin und ein seit lange eingearbeitetes Lehrerpersonal sich ern
der Schule auch kunftig die besten Erfolge.

Program mie zu dem am 1. Dttober c. beginnenden Winterkurse
sowie dem anentgeldlichen Vorunterrichte versendet die Direktion gratis. m.
ια

Sonntag den 22. August
hei günstiger Witterung
Waldpartie

Arbeiterbildungs⸗Verein.
— Zur Feier des Wittelsbach⸗ Jubilaums —
Gesellige Unterhaltung.
Dienstag, 24. August.
Aede Undr vbar grau Poller Mosephsthah).
STer Vorstand.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
aͤgst und ist zu näherer Aus—
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in Ulim a. D.

Imvbort ital. Vrodukte.

in der Sengscheider An⸗
lage unter Mitwirkung des
cknoheimer Musikvereins Arion
unter der Direktion des Herrn
Rumel.
Hoͤflichst ladet ein
Peter Jung.

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewinn⸗-Ziehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Loose schon1 Treffer.
Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, X. Woll, Buchbhandlung, J. Friedrich.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geld ewinnste.
A Um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
de Ziehuͤng die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind' die 5000 Gewinne in ein
weites geleqt.

Gesucht wird

sofort ein kräftiges

Kinder⸗ Mädchen. Von
wem, sagt die Exped. d. Bl.

C —

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Landau i. Pfalz.
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nach deutschen, französischen und amerika⸗
aischen Zuschneide⸗Systemen.

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Einsatz M. 26.-

mit glattem feinem leinen

Einsatz bB. —-

bis zu den feinsten Sorten je nach Wahl der
Frimnsahe und Qualität des S toffes.

Hei Vestellungen ist Angabe der Hals- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellange als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
meer. Sitz leiste ich Jede Gan-
rantie; nach erfolater Bestellung sende
ch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen fich dann meine verehrten Abnehmer
hon meiner Læeintuncgsfühiglkeit über-
reugen.

Karl Schwarz, neben Hotel
Laur, hat im 2. Stock 3 Zim⸗
mer und Küche, Speicher und
Keller sofort zu vermiethen.
Nöthigenfalls konnen noch 2
Zimmer darzu gegeben werden.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
iur Fertigstellung des pfälzischen

Gewerbemuseums.

Ureis des sooses 3 Mark
Ziehung am 265. 0otober
1880.
dauptgewinne von B30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
—XXX
gewinn.
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Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
dei Franz Woll in St.
Inabert.

Auf Grund der thatfachlich er⸗
zielten Heilerfolge kann das bereits in
Jio. aufi. erschienene reialunstririe Buch:
Jur. viiry's Raturheilmethode“,
vreis ĩMart,*) allen Kranken aup
Warmfte zur Anschaffung empfohlet
werden. An diesem 341 Seiten starke.
Werte findet ein Jeder, gleichviel an
welcher strankheit leidend tausend?.
bewahrte, leicht zu befolgende Ral

vge, die, wie zahllose Dankschre

ʒeisen. oft selbst Ectrertrauc
ufe ⸗Aeilunget —
J—
Angust
bach⸗Feier⸗
J

ag, W. August
armoniemusik
in der Gartenwirthschaft bei
ZAakob Schmitt,
Sonascheid.
Zu bhaben in allen Buchbandl.

Beorg Juno.
— —— —— — — — — — — — — — — — — — — — —
Drus ind Verloa von F. X. Deme z in St. Ingbert.
ieaiu AUnktrirtes Sonntankbαααν Me.

— ———
2.
        <pb n="533" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.

—*

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

age) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 135 A fur die viergespaltene Zeile Blatischrisit oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
4Me 135. Dienstag, den 24. Auaust 1880.

Deutsches Reich.

Aus München wird mitgetheilt, die Regierung beabsichtige
zdie Kammer nach Schluß ihrer letzten Tagung aufzulösen und
alsbald die Landtags-Neuwahlen auszuschreiben, welche in diesem
Falle schon Mitte Mai Statt finden würden. Andernfalls würde
das Mandat der Landtags-Abgeordneten erst im Juli 1881 er—
öschen und dann müßten Reichstags- und Landtagswahlen kurz
hintereinander erledigt werden.

* Die oberbayerische Handels- und Gewerbekammer sprach
ich einstimmig gegen jede Veschränkung der Wechselfähigkeit aus,
mit der Erklärung, in solcher Beschränkung kein Mittel zur Be—
ämpfung des Wuchers erblicken zu können.

* Zur Begrüßung des Reichskanzlers in Kissingen hat sich
»er Vorsitzende im bayerischen Staatsministerium Dr. v. Lutz dort⸗
sin begeben. Demselben schloß sich der Minister des kgl. Hauses
ind des Aeußern Frhr. v. Crailsheim an, welcher dem Reichs—
anzler noch nicht persönlich bekannt ist. Bekanntlich hat früher
illjaͤhrlich der ehemalige bayer. Minister v. Pfretzschner den Fürsten
Reichskanzler in Kissingen auch besucht.

Die Verhandlungen zwischen Berlin und dem Vatican
ind trotz der im letzten Frühjahr gefallenen scharfen Worte nicht
definitiv abgebrochen; sie werden zunächst in der Art weitergeführt,
daß Fürst Bismarck, welcher am 30. August von Kissingen aus in
Bastein zur Cur eintrifft, dort mit einem Abgesandten des Vaticans
ich bespricht.

In gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hält man es für ge⸗
viß, daß Fürst Bismarck die Absicht habe, Herrn von Bennigsen
zie Nachfolge Hofmann's anzubieten, um auf diesem Wege die
nationalliberale Partei mit den beiden konservativen Parteien zu
einer festen Majorität zu verbinden. Der Plan soll sogar schon
ilteren Datums sein. Der Einwand, daß im Reichstage nach
der Abtrennung der Herren von Forckenbeck und Genossen die
doalition der genannten Parteien nicht über die absolute Majorität
erfüge, ist allerdings nicht zurückzuweisen, man tröstet sich in Re—
sierungskreisen aber mit der Erwartung, daß bei den nächsten Neu—
vahlen die Partei Bennigsen unter dem Schutz und Schirm des
Keichskanzlers im Stande sein werde, sich in geeigneter Weise zu
berstäkken. Das Bekanntwerden dieser Absichten scheint den unmit—
elbaren Anlaß zu der bevorstehenden Spaltung der nationalliberalen
Fraktion gegeben zu haben.

*Der deutsche Kaiser hat am 18. d. aus Babelsberg
in den König von Sachsen nachstehendes Telegramm gerichtet:
Mit Mir begehen Ew. Majestät heute den zehnjährigen Erinner—⸗
ingstag des glorreichen, aber blutigen Schlachttags von St. Pri⸗
at⸗ Grabelotte, wo Sie an der Spitze Ihrer braven Truppen einen
o ruhmreichen Theil an dem ewig merkwürdigen Siege nahmen.
Ich kann es Mir daher nicht versagen, Ew. Majestät und den
ächsischen Truppen von Neuem Meine Anerkennung und Dankbar⸗
eit auszusprechen für die hohen Leistungen am 18. August 1870.

Wilhelm.“

Der österreichische Kronprinz Rudolph trifft zur Theilnahme

in den Manövern Mitte September in Berlin ein.
Ausland.

Bisher war Oesterreich gewissermaßen von der sozialdemo⸗
tratischen Agitation, nach unseren Begriffen, verschont geblieben.
Jetzt meldet ein Wiener Telegramm, daß mehrere Personen sozial⸗
»emokratischer Richtung, welche als Gegendemonstration gegen das
jur Nachfeier des Geburtstages des Kaisers stattgefundene patrio⸗
ische Fest Flugschriften verbreiten wollten, verhaftet worden sind.
Fine von dieser Partei zu gleichem Zwecke 'einberufene Volksver⸗
ammlung wurde polizeilich verboten. Man kann gespannt darauf
ein, ob dieses Vorkommniß sich als ein vereinzeltes erweisen wird
der ob sich fortan die sozialistische Vropaganda an der Donau
äuslich niederzulassen gewillt ist.

Die Antwort der Pforte auf die letzte Collectivnote der
Mächte in Betreff Montenegro's besagt nach der „N. Fr. Pr.“:
die Pforte willige in die Abtretung Dulcigno's, doch müsse die
Hrenze von Vodgoritza bis zum See von Skutari nach den im

Berliner Vertrag angegebenen Punkten gezogen werden; gleichzeitig
vird eine Verlängerung des Termins zur Uebergabe um einige
Wochen gefordert.

Aus Wien berichtet das „Mont.«Bl.“: Die Mächte stimmen
dem Wunsche der Pforte nach Gewährung einer längeren Frist im
Zrinzip bei. Gegenwärtig wird über die Dauer der verlängerten
Frist verhandelt. Deutschland und Oesterreich erheben keine Ein⸗
vendung gegen eine Erstreckung der Frist bis zum Beginn der
chlechten Jahreszeit, die anderen Mächte dagegen wollen nur in
eine dreiwöchige Verlängerung willigen. — Die Diskussion der
Mächte in der griechischen Frage wurde vorläufig bis zur Erledig—
ing der montenegrinischen Angelegenheit vertagt.

* In dem am 20. August Statt gehablen Konsistorium er⸗
iannte der Papft mehrere Bischöfe für Italien, England, Amerika
und in part inf. Die vom Papste gehaltene Ansprache verbreitet
ich nur über Belgien.
Vermischtes.

* St. Ingbert, 24. August. Wir erinnern daran, daß
morgen in Verbindung mit der Feier des Allerhöchsten Geburts—
ind Namensfestes auch das 700jährige Regierungsjubiläum unse—
tes erhabenen Herrscherhauses festlich begangen werden wird. Das
Programm der Festfeier wurde bereits im „Anzeiger“ veröffent—
icht und ist hinlänglich bekannt. Die Bewohner unserer Stadt
verden nun hoffentlich durch Beflaggen der Häuser auch dazu mit—
jelfen, daß, der Bedeutung des Tages entsprechend, das Aeußere
)er Stadt ein festliches Aussehen gewinnt.

F Die Huldigungsadresse der Pfälzischen Kampf—-
jenossenschaft, welche dieser Verband zum 700jährigen Regierungs-
zubiläum unseres Königshauses Wittelsbach Sr. Majestät unserem
dönig überreichen wird, war bei Eröffnung des pfälzischen Gewerbe—
nuseums daselbst ausgestellt. Regierungspräsident v. Braun wird
uf Ansuchen die Adresse an Se. Maj. übermitteln.

F Die „Pf. Ztg.“ meldet: „Dem Vernehmen nach sollen
virklich allmälich fünf Rentämter eingezogen werden. Als solche
iennt man Edenkoben. Grünstadt, Dahn. Landstuhl und Winn—
veiler.“

In Kirchheimbolanden starb am vorigen Samstag
der Dekan und Pfarrer Ruckdeschel, welcher erst vor kurzem dahin
zerufen worden war.

Am verflossenen Sonntag fand in Kaiserslautern
die Einweihung des pfälzischen Gewerbe-Museums statt. Die Feier
nahm einen überaus glänzenden Verlauf. Die durch Herrn Ministe⸗
ialrath von Zenetti dabei verlesene Allerhöchste Botschaft lautet
vie folgt: „Ich bin erfreut über die Vollendung des Pfälzischen
svewerbe⸗Museums und gebe mich der berechtigten Hoffnung hin,
haß diese aus dem edlen opferwilligen Gemeinsinn hervorgegangene
Anstalt das allzeit rüstige und eifrige Streben des Gewerbestandes
neiner Pfalz mächtig fördern werde. Linderhof, 19. August 1880.
ez. Ludwig.“ Sr. Excellenz dem Regierungspräsidenten der Pfalz,
herrn v. Braun, wurde am Schluß der Feier eine vrachtvolle
dankadresse überreicht.

F Für die am 16. und 17. Sept. If. Is. in Speyer
Statt findende 8. Versammlung des pfälzischen Kreislehrervereins
ind folgende Vorträge angemeldet: In wie fern kann die Volks—
chule erziehlich wirlen: Referent: Lehrer K. A. Krauß in Spehyer.
). Mängel und Mißstände in unserem Volksschulwesen und Vor⸗
chläge zu deren Hebung. Referent: Lehrer Salzgeber in Zwei—⸗
»zrücken. 3. Die Fortbildungsschule. Referent: Lehrer Esselborn
n Ludwigshafen. -

Das Lehrerseminar in Speyer hat nunmehr 99 Schüler,
nachdem 51 von 56 Candidaten ihre Aufnahmsprüfung bestanden.

Anläßlich des in der Zeit vom 28. bis 80. August in
deidelberg abzuhaltenden 8. badischen Feuerwehrtages tritt
iuf den pfälzischen Eisenbahnen für die in Uniform dahin reisenden
Feuerwehrmänner eine Fahrvergünstigung in der Weise ein, daß
ie Giltigkeitsdauer der vom 27. August an gelösten Retourbillete
nach Ludwigshafen oder Speyer event. Heidelberg bis zum 31.
lugust l. Irs. einschließlich verlängert wird.
        <pb n="534" />
        — Die diesjährige landwirthschaftliche Gau⸗Ausstel⸗
lung der Lokalabtheilungen Outweiler-St. Wendel⸗ Baumholder
vird am 2. September in St. Wendel abgehalten.

Aus Püttlingen in Lothringen erhält die „Lothr.
Ztg.“ mehrere übereinstimmende Berichte, die von einem Freitag
Abend halb 8 Uhr daselbst niedergegangenen furchtbaren Gewitter
melden. Das Unwetter erreichte kurz vor 8 Uhr seinen Höhepunkt.
Seit Menschengedenken sah man den Horizont nicht von solcher
Feuergluth, von solchen Blitzen durchfurcht; gräßlich rollte der
Donner und schlimmer als das, während einer Viertelstunde wüthete
in Hagelwetier, das Hagelsteine von der Größe einer Wallnuß
warf,; von denen Straßen, Gärten, Felder in einer Höhe bis zu
z5 Centimeter bedeckt waren; ein Bild des eisigen Winters. Sehr
Heträchtlich ist der in Gärten und Feldern angerichtete Schaden;
hdie noch auf dem Halm stehende Frucht ist total vernichtet; ent⸗
vurzelte Baͤume strecken ihre Kronen zum Himmel. Dagegen
hlieben die umliegenden Orischaften Gebenhausen, Joh. Rohrbach
u. s. w. vollständig verschont. (Am schlimmsten kamen bei dem
hewititer die Vogel weg. Unter Linden und Kastanienbäumen
fonnte man heute, Samstag früh, die erschlagenen Sperlinge zu
Dutzenden auflesen.)

Der deutsche Kronprinz traf am, Samstag mit seiner
Tochter, der Erbprinzessin von Meiningen, in Oberammergau
ein und wohnte am Sonntag der Passionsvorstellung bei.

FIn Niederoberbach bei Feuchtwangen sind an Wurst⸗
ergifiung 6 Personen unter den schrecklichsten Kolikschmerzen ge⸗
torden und mehrere liegen noch lebensgefährlich krank darnieder.
Zämmtliche Leichen wurden von den anwesenden Aerzten secirt,
ind Tod durch Wurstgift constatirt.

4 Vor einigen Tagen fand eine Erplosion der Feuerwerk⸗
abrikin Lehrensteinsfeld (Würtemberg) statt. Der Be⸗
itzer und 1 Ärbeiter sind todt, mehrere Arbeiter verwundet.

4 Die Stadt Eureka in Nevada (Nordamerika) ist zum
weiten Mal durch Feuer fast gänzlich vernichtet worden. Der
Verlust wird auf 1,000,000 Dollars geschätzt. Viele Einwohner
varen noch nicht einmal mit dem Wiederaufbau ihrer vor einiger
Zeit niedergebrannten Häuser fertig.

New⸗York, 22. August. Ein Orkan, welcher in Texas
im 12. und 13. August stattfand, zerstoörte Brownsdille fast voll⸗
tändig und in Maltamoras 800 Häuser. Derselbe hat in den
stachbarstädten ebenfalls großen Schaden verursacht. Mehrere
dampfer sind gescheitert.

4Der oberste Gerichtshof in Massachusetts hat jüngst
intschieden, daß Jemand der an Sonntagen reise, ausgenommen
»on und nach der Kirche, keinen Anspruch auf Schadloshaltung
ür Körperbeschädigungen erheben könne, die ihm auf Landstraßen
zurch mangelhafte Bruüͤcken und Wege zustießen.

— Flr die Redaction verantwortlich: F. X. Deme v.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 28. August
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Joh. Ad. Beck, Wwe.
wird auf Betreiben von Chri⸗
stian Walter, pens. Zollbe⸗
diensteter in St. Ingbert, gegen
Ludwig Bechtold, weiland
Beschäftsmann daselbst, bezieh—
ungsweise Idessen Wittwe und
Erben im Wege der vertragsmä⸗—
zigen Wiederversteigerung, durch
den unterzeichneten Amtsverweser
des kgl. Rotär Sauer, die nach—
stehend beschriebene Liegenschaft
in der Steuergemeinde St. Ing⸗
zert, öffentlich zu Eigenthum
zersteigert:
Plan Nr. 283, 34 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Hofraum, gelegen
ju St. Ingbert an der
Heide.
5t. Ingbert, 10. August 1880.
K. Auffschneider,
Umisnerweser.

Bücher, 1 Bücherschränk⸗
hen, 1Geige, 2 Roßhaar⸗
natratzen, 1 Seegrasma⸗
ratze, 2 Federdecken, 8
Federkissen, 2 rothe Tep⸗
ziche, 1 polirtes Nacht-
ischchen, 3 vollständige
gett⸗ Ueberzüge, 18 Lein—
ücher, 2 Tafeltücher, 836
Servietten, 60 Hand⸗
tücher, 6 gebild. Tischtücher
und sonstige Haus- und
Küchengeräthschaften.

—A
K. Auffschneider
Amtsverweser.
Wittelsbachfeier.
Die Bürger hiesiger Stadt
verden ersucht, am morgenden
Festtag ihre Häuser zu beflaggen.

Das Comité.
Von meiner Reise
urück.
D. ÆWiclxe.
Augenarzt,
Saarbrücken.
sFinem geehrten hiesigen und
auswaͤrtigen Publikum die
rgebene Anzeige, daß ich meine
Wirthschaft an Herrn Ph.
Wentel übertragen habe.
W. Best.

Bekanntmachung.
Der Verkauf von Kohlen wird am Mittwoch den 25.
August ds. Irs. auf beiden Halden ausgesetzt.
Si. Ingbert, den 23. August 1880.
Kgl. Bergamt.
J. Kamann.
Krieger

Vgérein.

Zur Wittelsbach-Feier wird wie folgt angetreten:
1. Heute Abend halb 8 Uhr am Vereinslocale ohne Fahne.
2. Rorgen Nachmittag halb 4 Uhr an der Becker'schen Braueren
Oberstadt mit Fahne.
Sämmtliche Decorationen werden zum Festzug angelegt.
Fischer, J. Vorstand.
onigl. Präparandenschule Blieskastel.
Gefuche um Zulassung zur Aufnahmsprüfung an obengenann⸗
er Anstalt pro 1880,81 sind, mit den vorgeschriebenen Zeugnissen
zelegt, bis längstens 13. September bei dem unterfertigten
Zaupilehrer einzureichen. — Die Aufnahmsprüfung beginnt am
30. September des Morgens 9 Uhr.
Leibig, k. Haupilehrer.

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewiun-Ziehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.

Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.

Mobilien⸗
Versteigerung.
Dienstag den 31. August

rächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Woh⸗
nung der Wittwe Laur wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer daselbst die zur Güter—
gemeinschaft zwischen Carl Mi—
hael Laur, weiland Rentner
n St. Ingbert und seiner hin⸗
terbliebenen Wwe. Louise Lin de⸗
mann gehörigen Mobiliarge⸗
jenstaände öffentlich der Abthei—
ung wegen an den Meistbieten⸗
den zu Eigenthum versteigert,
darunier namentlich:
1 Sopha, 1 Commode,1
Pendule, 2 Schränke, 2
Bettladen mit Stahlma⸗
ratzen, 4 Bilder, 2 Spie⸗
gel, 2 Tische, 12 Stuhle,
2 Schreibpulte, 1 Küchen⸗
schrant, 1 Küchentisch,
Quchengeschirr. verschiedene

Bezugnehmend auf Obiges er⸗
uche ich meine Freunde und 28
ßönner um geneigten Zuspruch. Strebsame &amp;e solide

Ph. Weuntzel. Personen jeden Standes finden

Am 25. August ohnenden Verdienst durch den

XEpors GLertrieb gesetzlich gestatteter, ver⸗
Wittelsbach deier⸗ inslicher, und unverzinslicher
X3 Staatsprämienloose gegen Comp⸗
WBNa l l ant oder monatliche Abschlags-
Georg Jung . ahlung.

Karl Schwarz, neben Hotel Wir setzen nebst Provision
raur, har im 2.Etock 3 Zim- uuch naqh einer ein- bis zwei⸗
ner und Küche, Speicher und nonatlichen Thätigkeit einen
zeller sofort zu vermiethen. esten Gehalt aus und be⸗
Nothigenfalls konnen noch 2 villigen eine Prämie für den
Zimmer dazu gegeben werden. Ihe einer bestimmten Anzahl
—tucke.

sein-Etiquetts &amp; Dfferte an das Bankhaus

Weinkarten pↄchuhmacher &amp; Co.
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        * 2— * — 22 2 2— —A —— —R 832
253238 5323535 55323 2—5325 —355 33 8532 35355
*2c555 —838 — —5353* 5536485 88355 * 5 2588
5 ——8— 835—3383 — —— 35038 — —3 7553355 3
2 333 8 — 36
5 — —53 232 —A— —4 5 8 *
3335 563 237*583 33338 3 35 —— 33
* — 32 8z5338 — 2 * 52 8*
—— — —— 255238 32313 3z3 5738
* ——— 558 325 5 22 —m5c55— S 3 85 2 8
—5* — — —2 —— ——— — 32 28533328 2* 2
— — — ——8 88— 28 38 35 75
3 5 533— 5 3533 *—5—53,323535* 7 83 8053* 58
35 3 83—5 23337 — 53*2— 58
3 ———725333——88 —A—— 5533 288 5538
255 5553—8333 —35 5—288 582 55 75 —— 22 583232332 3532
22 38 — — 3 555533 2353
2 0 * —— — — 2 — — — 535 52 5 —* 8
—A e——853 e —z 55 —EX 552* — 322 2—*
— 55 —A — 78 37
——383 ——38 . —E—55 —— — — 25—535383— 5235— ———36
238 33 5232 ,.* — ——25 2 —3
— 85 —5 ——5——— 53 — 88 8 —
—— ——823 53235 — —— 23090
* 3 —222 2 — — E.2 * * — 25325 26
——E8 8— 583*3233—— 2——6 —— 532* 555
3 —⏑3 33 35327 55—55
z3 5 — 583223 8B3 5 — 25
— 35 55
5 J 7 F — J *
3 —
XJ8 g * 224 3 * 22 — 2585 — — * 8m—22 5z225
—* —2 ——5355 882 5 — * 7 3 32 25 2,5558
g 3
338 3 3 333 83377
2 8 56 . ——3 ——8 53288 . 2 2 530

—
—
N

2
4

25528
55z2 — 2—5 3
— ——— — 83885—3
3 7* 25*5 — — 83232232552
22 — —2 — 23555 533355333837
5530 8 * —— —. — — —8 2385— 58*5 82 22
5* ——— —533258 28* — — 52 — 25 — 2
5 A— —— — — — * 8 2333 328
* 5 552 5 — 2 * W 2 23 522588 2 * *
—3038375 —5333335 —3—35338325 5253 5555355 55.3 *
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        Hl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

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48 136. Donnerstag, den 26. August 1880.
Rönigliche Proklamation.
An Mein Volk.

Es ist Meinem Herzen ein Bedürfniß, an dem Tage, welcher
zu Ehren meines Hauses festlich begangen wird, dem wahren und
tiefen Danke Ausdruck zu geben, den Ich bei dem Rückblick auf
iieben Jahrhunderte empfinde. Dieser Dank gilt der unwandel—
haren Treue und Anhänglichkeit, mit welcher Mein Volk dem Throne
der Wittelsbacher ergeben ist. Unter den Eigenschaften, welche den
Ruhm aller Stämme Meines Volkes bilden, steht rein und glän—
zend die Treue und Anhänglichkeit obenan: die Treue ist Mir die
Brundlage Meines Thrones, die Anhänalichkeit der schönste Juwel
Meiner Krone.

Mit dem innigsten Danke verbinde Ich die Versicherung, daß
das Glück Meines treuen Volkes das Ziel Meiner heißesten Wünsche,
daß es die Bedingung Meines eigenen Glückes ist.

Gleich Meinen in Gott ruhenden Ahnen, deren Andenken in
diesen Tagen mit so rührenden Beweisen der Pietät geehrt wird,
bin Ich von dem vertrauensvollen Bewußtsein durchdrungen, daß
Mein Volk in allen Zeiten fest zu seinem Fürsten steht. Mit
ziesem erhebenden Gefühle trete Ich in das achte Jahrhundert der
Regierung Meines Hauses ein.

Möge Meinem Volke ungetrübte Wohlfahrt beschieden sein für
alle Zeiten: Das walte Gott!

Elmau, 22. Aua. 1880. Ludwig.
Deutjiches Reich.

Muünchen. Se. Maj. der König hat durch Schreiben
d. d. Linderhof den 19. ds. Mts. die Adressen beider Kammern
in huldvollster Weise erwidert. — Laut der „Augsburger Post⸗
eitung“ hat der Gesummtepiskopat Bayerns zum Jubiläumsfeste
eine Huldigungsadresse an den Koönig gerichtet.

Der deutsche Kronprinz ist am Montag Morgen in Neu—⸗
Ulin angekommen und von der Generalität empfangen worden.
Die Besichtigung der Truppen nahm den günstigsten Verlauf. So—
zann erfolgte ein Besuch des Ulmer Münsters und darauf die Ab⸗
fahrt des Kronprinzen nach Friedrichshafen und Mainan.

Bei Berathung der Eisenzölle ist von freihändlerischer
Zeite darauf hingewiesen worden, daß wenigstens Gießere i—
Roheisen vom Zoll freibleiben sollte, da andernfalls ein wich—
tiges Rohprodukt belastet würde, ohne daß der eigentliche Zweck
»es Zollschutzes, die Verdrängung des ausländischen — in diesem
Falle englischen — Produktes vom deutschen Markte, nach Lage
)er Verhältnisse erzielt werden könne. Die Handelsstatistik hat dieser
»ppositionellen, in der Minderheit gebliebenen Auffassung Recht ge—
geben. Trotz des Zolles von 10 M. pro Tonne Roheisen haben
vir z. B. im Monat Juni 140,000, im Monat Juli sogar
368,620 Zentner Roheisen mehr von England bezogen, als in
denselben Monaten des vorigen Jahres. Ein großer Theil der
Hießereien, welche mehr als geneigt sind, den „Schutz der nationalen
Arbeit“ zu respektiren, können eigenem Eingeständniß zufolge nicht
daran denken, mehr als ein Fünftel ihres Bedarfs zur Verarbeitung
durch deutsches Roheisen zu decken. Vier Fünftel müssen sie —
»b Zoll ob nicht — aus England und Schottland beziehen.
Im Oltober d. J. sollen nun auch die vom Bundesrathe be—
chlosseneen Erhebungen über den Tabakbau und die
Tabekkabrikation beginnen, welche sich auf sehr viele bisher
unberücksichtigt gebliebene Einzelheiten erstrecken. „‚Man wird wohl
nicht irren — schreibt man dieserhalb der „Köln. Ztg.“ aus Ber⸗
iin — wenn man annimmt, daß diese sehr umfangreiche Arbeit
ür die damit betrauten statistischen Behörden lediglich zu dem
Zwecke angeordnet ist, weitere Gruͤndlagen für das Vorgehen mit
dem Tabakmonopol zu erlangen.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ hebt in einem Leitartikel bezüg⸗

——

ich der Auslassungen Gambetta's in Cherbourg
servor: die Aeußerungen Grevy's und Freycinets in Dijon und
Montauban geben zu lebhafter Befriedigung die Gewißheit, daß in
er auffälligen Rede des Kammerpräsidenten nicht Frankreich, sondern
dambetta persönlich gesprochen. Der Artikel beleuchtet sodann den
Begriff der von Gambetta angerufenen Gerechtigkeit, welche sich auf
zie Raubkriege Ludwigs XIV. und auf die Schwäche und innere
Jerrissenheit Deutschlands gründe, erinnert ferner an die seit 200
zahren von Frankreich in Deutschland gemachten Einfälle. Bisher
chienen die Staatsmänner der französischen Republik in richtiger
Vürdigung der Thatsache, daß die Mehrheit auch der französischen
station sich kaum je für einen Krieg erwärme, zu welchem sie nicht
urch einen Angriff gezwungen sei, ihrerseits friedlichere Wege zu
jehen als die Bourbonen und bonapartistischen Kaiser. Namentlich
hatte Gambetta sich den Ruf eines Freundes — man kann fast
agen einer Bürgschaft — des Friedens erworben. Wenn nun
die Rede vom 9. Aug. zeigt, daß er diesem Rufe entsagt, so hade
dies in Deutschland zwar keine „Panique“, aber doch Verwunder—
ing und aufrichtiges Bedauern erregt. Deutschlands Politik wird
eßhalb genau so friedliebend bleiben wie bisher. Aber dem Ver—
rauen auf die Dauer des Friedens hat die Kundgebung Gam⸗
betta's einen harten Stoß versetzt. Wir sehen in Folge derselben
aicht etwa Verwickelungen voraus, aber jene Kundgebung beweist
doch, daß die Kriegspartei auch unter den Republikanern bedeutende
Anhänger hat. Wolle das republikanische Frankreich unter Gam—
»etta's Führung die Traditionen Ludwigs XIV. und XV., Napo⸗
eons J. und III. uns gegenüber fortsetzen, so müßten wir uns
eider mit dem Gedanken vertraut machen, daß der Friede auf der
Westgrenze unsicher bleibt. Nur muß die friedliebende Mehrheit
zeider Nationen wissen, wer den Frieden heute bedroht. Deutsch⸗
land wird nicht müde werden, in seiner nationalen Politik den
Beweis zu liefern, daß es Frieden halten will und den Krieg ver—
ibscheut. Wir bedauern, daß der kriegerische Geist, welcher unseren
Nachbar heute wie seit 300 Jahren beseelt, uns zwingt, unsere
Zicherheit in einem starken schlagfertigen Heere zu suchen. Mehr
als Sicherheit suchen wir nicht, aber wir haben den Willen und
das Vertrauen. sie zu finden.
Ausland.

Es ist unbestreitbar, daß Frankreich mit umsichtiger Ener⸗
zie Alles vorbereitet, um sich im günstigen Augenblicke in den
Besitz von Tunis zu setzen. Nachdem es sich, trotz des ita⸗
ienischen Widerstandes, zweier Bahnlinien und eines Hafens ver⸗
ichert hat, denktt es sofort an die Ausdehnunq seines Grundbesitzes
uuf diesem Gebiete.

Aus Athen wird der Wiener „Presse“ geschrieben: Die
Nachricht, von der Wiederaufwärmung der alten Schuldfrage
Griechenlands an Bayern — die vor 480 Jahren geliehene
Summe betrug 1700 000 Francs und ist durch Zins und Zinses⸗
ins auf circa 724 Millionen angewachsen — hat hier (in Athen)
ehr verstimmend gewirkt. Nichtsdestoweniger dürfte die Regierung
hr Möglichstes thun, um dieser im jetzigen Momente doppelt un—⸗
angenehmen Forderung, wenn sie von der bayerischen Regierung
direkt gestellt werden sollte, nach Möglichkeit gerecht zu werden.

Seitens der russischen Regierung wird bekannt gemacht:
Laut Allerhöchstem Befehl vom 5. April wurden von allen Gouver⸗
ieuren Nachrichten über die unter polizeilicher Aussicht befindlichen
Personen eingezogen; diese Nachrichten sind mit wenigen Ausnahmen
zereits eingelaufen und wird nunmehr bezüglich derselben baldigst
endgiltig entschieden werden. In Erwartung solcher Entscheidung
ind bereits vom Mai bis August 1880 115 Personen theils gänz-
ich von Polizei⸗Aufsicht befreit, theils aus administrativer Aus—
veisung zurückgekehrt; unter diesen haben 30 Personen das Recht
erhalten, in Universitäten oder andere Lehranstalten behufs Wieder⸗
aufnahme ihrer abgebrochenen Studien wieder einzutreten.

VJermischtes.

* St. Ingbert, 26. August. GWittelsbachfeier.) Es
war ein schönes und erhebendes Fest, begunstigt vom prächtigsten
Wetter, das unsere Stadt gestern mit dem ganzen Bayerlande
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        reierte, und wohl noch nie wurde hier eine vaterländische Feier
degangen, an der alle Schichten der Bevölkerung so lebhaften An⸗
theil nahmen, wie gestern an der Festfeier des Allerhöchsten Ge⸗—
hutts und Ramensfestes und des 700jährigen Regierungsjubiläums
— Glockengeläute auf bei—
den Kirchen wurde am Vorabend des Festtages die Feier einge⸗
leilet. Viele Gebaͤude hatten schon ihren Fahnenschmuck angelegt
Gegen 8 Uhr nahmen die hier wohnhaften Angehörigen der Knapp⸗
schaft, etwa 200 Mann, in ihren Uniformen und mit brennenden
dichtern Aufstellung vor dem Musikhause, in regelmäßigen Ab—
ständen zwischen denselben traten noch circa 100 Lampionsträger,
Mitglieder der Feuerwehr und des Kriegervereins, ein. Dann
setzte sich der ganze Zug, an der Spitze die Kapelle der Knapp⸗
schaft, durch die Haupistraße in Bewegung. Es war ein präch
niger Anblick, diese Lichterschlange durch die Straße sich bewegen
zu sehen, gefolgt von einer großen schaulustigen Menschenmenge.
Schon in der Frühe des Festmorgens donnerten wieder die
Boͤller, die Glocken läuteten und dazu ertönten die Klänge der
Tagreveille. Um 10 Uhr begann in den beiden Kirchen und in
der Synagoge der Festgottesdienst. In wohlgeordnetem Zuge und
im Takte der Musik trat die Knappschaft den Weg zur Kirche und
aus derselben an. Für die Mitglieder derselben fand im Hotel
dehnert und im Café Oberhauser das Festessen statt. Die
Beamten, und die Bürgerschaft hielten im Hotel Zur Post! ein
Festessen. Hr. Bürgermeister Custer brachte hier den ersten Toast
dus auf S. M. den König; begeistert stimmten die Anwesenden in
das S. M. gebrachte dreifache Hoch ein. Hr. Inspektor Krieger
hielt darauf eine längere Rede, in welcher er besonders hervor hob,
wie der erste Herzog in Bayern aus dem Geschlechte der Wittels⸗
bacher, Pfalzgraf Otto, sich burch seine Treue zu Kaiser und Reich
auszeichnete und wie er zum Lohne für diese Reichstreue im Jahre
1180 von Kaiser Friedrich J. mit dem Herzogthum Bayern belehnt
wurde; wie sich diese Reichstreue wie ein rother Faden durch die
ganze Geschichte der Winelsbacher hindurchziehe und wie es beson⸗
ders unser aligeliebter König Ludwig L., der „Deutsche“, sei, der
bei jeder Gelegenheit diese Treue so lebendig zum Ausdrucke bringe.
Das Hoch des Redners galt dem greisen deutschen Kaiser Wil⸗
helm J. Abermals begeisterte Zustimmung seitens der Anwesenden.
Gegen 4 Uhr seßzte sich der Festzug von der Hauptstraße aus,
wo er Aufstellung genommen hatte, in Bewegung. Voran zog die
Schuljugend mit Faͤhnchen, dann folgte die Knappschaft, die Musik,
der Stadtrath, die Beamten und Bürger, die Feuerwehr, der Krie⸗
gerverein und eine unzählbare Menge, die sich dem Zuge anschloß.
Es war ein Wogen und Treiben auf dem Wege nach dem Fest⸗
platze im nahen Walde, wie es hier noch nicht erlebt wurde. Wir
behaͤupten nicht zuviel, wenn wir sagen, außer den Kranken war
ganz St. Ingbert auf den Beinen.
Auf dem Festplatze angelangt, wurde von der Schuljugend
unter Musikbegleitung die Königshymne gesungen. Dann hielt
Hr. Inspektor Krieger eine kernige Ansprache, in welcher er dem
Zwangsversteigerung.

Mittwoch den 1. Sep⸗
ember nächsthin, Morgens 10
Uhr versteigere ich vor dem
Stadthaufe dahier, 1 Clavier,1
Rähmaschine, 1 runden Tisch
und 1Pfeilerschränkchen, zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung.

St. Ingbert, 24. Aug. 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Eine Nähmaschine, mit
Fußtrittbewegung, ist zu verkau⸗
fen. gRbenet in der Exbedition
98. Bl.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
graue braune blaue), haupt⸗
aͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Sammit, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
hürsten mit dieser Flüssig⸗
keit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
ärben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
u 50 und 14 zu be⸗
iehen vom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurObern
Apothele Rottweil a. N.
owie aus der Niederlage für

St. Ingbert: Philipp
linck. Blieskastel: Geor
Kolling. Zweibrücken:
W. Auag. Seel.

Wittelsbachischen Geschlechte, S. M. dem König, der tapferen
haher. Armee ,Hochs“ ausbrachte, in die die Menge begeistert
instimmte. Darauf fand die von der Schuljugend heiß ersehnte
Bretzelvertheilung Statt, die bei dem Gedränge nicht wenig Mühe
verursachte. Die Musik spielte jetzt noch verschiedene Piecen, und
die Schuͤljugend sang noch unter Musikbegleitung das Lied: „Weiß
ind Blau.“ Die Menschenmenge war so groß, das Treiben und
Drängen so lebhaft, daß es schwer war, ein Plätzchen zum Aus-
ruhen bei einem Glase Bier zu erhalten.

Nach einem etwa 2stündigen Aufenthalte im Walde trat die
Knappschaft mit ihrer Kapelle wieder den Rückweg zur Stadt an,
po nun in dem schon genannten Hotel Lehnert und im Café
Oberhauser ein Fesiball fuͤr dieselbe Statt fand. Erst bei ein—
zrechender Dunkelheit wurde der Festplatz von den letzten Gästen
geräumt. —

Wir wiederholen, es war ein schönes Fest gestern, das aufs
Neue bekundete, daß auch in der südwestlichsten Ecke des Bayer—
andes die Herzen warm und treu für das angestammte Wittels-
hachische Herrscherhaus schlagen. Möge es immerfort zum Heile
Baherns blühen und herrschen!

FIn Zweibrücen findet am 26. Sept. ds. Is. wie
alljährlich ein Rennfest Statt, wobei nachbenannte Preise ausge—
setzt wurden: 1. Preis der Pfalz zu 400 M., 2. Eröffnungsrennen⸗
Preis zu 500 M., 3. Preis der Pfalz zu 400 M., 4. Offiziers⸗
jürdentennen Preis zu 800 M., 5. Preis der Pfalz zu 400 M.,
5. Jagdrennen Preis 1000 M. und endlich 7. Preis der Stadt
Zweibrüchen im Werthe von 2000 M.

eFrankenthal. Der diesjährige Versandt von neuen
dartoffeln hat sich im Allgemeinen sehr günstig gestaltet. Bis am
23. August wurden im hiesigen Bahnhof 230 Waggons, jeder zu
10,000 Kilogramm, verladen, von denen allein 125 nach Holland
zingen. Nimmt man den Durchschnittspreis von 6 M. für 100
tild, so giebt sich ein Erlss von 138,000 M., welche Summe
hier und in nächster Nähe vereinnahmt wurde. Der Kartoffelbau
ist demnach gewiß lohnend.

Speyer, 22. Aug. Der heutige Sonntag führte eine
große Anzahl Landleute in unsere Stadt, die zum Dome wallfahr—
eten, wo die Priesterweihe von Herrn Bischof Dr. Ehrler vollzogen
wurde. 18 Diakone haben das heil. Sakrament empfangen. Unter
diesen sind folgende Pfälzer; Joseph Becker aus Clausen; Joh.
Nit. Dengel aus Landstuhl; Ludwig Dörr aus Marienthal; Karl
Fischer aus Herxheim; Joh. Jos. Henrich aus Flemlingen; Karl
Müller aus Maikammer; Franz Scharding aus Schneckenhausen;
Josef Schermer aus Ramberg; Alfons Weigel aus Berg; Michael
Weber aus Roxheim; die übrigen 8 sind aus der Diocese Trier.

4 Nach dem „FIrkth. Tgbl.“ wird die Prüfung um Zulassung
zum Einjährig-Freiwilligen⸗ Dienst in Speyer dieses Jahr am
8. Nov. abgehalten werden.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
Von meiner Reise
zurück.
LD. EÆWicKke.
Augenarzt,
Saarbrücken.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima-Waare bil⸗
ligst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit
Hans Maier in Ulm a. D.

Import ital. Produkte.

Sonntag, 29. August
Tanzmusik
bei Veter Schweitzer,
Wirth.
Hanf— D

EBEBeorPCCMAnn? s
BSommersprossen⸗ Srift w
zur vollständigen Entfer—
mumg der Sommersprossen, empf
à Stück 60 Pig.
Rob. Schmitt.

Couverts
per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. X. Demek.

4

Unwiderruflich, Dienssstag den 31. August
Gewinn-Ziehung
der 2. Kitsinger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.

Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.

Druck und Verlag von J. X. Demet in St. Inabert.
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
Migz.

Samstag, den 28. Auaust

1885

Deutsches Reich.

Müünchen. Se. Maj. der König hat dem Minister Dr.
bp. Lutz den erblichen Adel mit dem Prädikat „von“ verliehen;
ferner den Hofsekretär Regierungsrath v. Bürkel zum Ministerial—
rath extra statum im Ministerium des Innern, unter Belassung
in seiner Stellung am kgl. Hofe, ernannt.

Bei dem Festdiner, welches am 24. August bei dem
bayerischen Minister des Auswärtigen in München stattfand,
brachte der päpstliche Nuntius einen Toast auf den König aus.
Minister von Crailsheim erwiderte mit einem Toast auf die bei
dem bayerischen Hofe vertretenen Souveräne und Regierungen.

Bekanntlich hat Abg. Dekan Rußwurm als Referent in der
bayerischen Abgeordnetenkammer sich gegen den die Aufhebung
des siebenten Schuljahres bezweckenden Antrag des Abg. Frhrn.
o. Hafenbrädl ausgesprochen. Wie man jetzt aus der „Amb.
Volksztg.“ erfährt, hatte Rußwurm schon vorher seine Absicht, den
Hafenbrädl'schen Antrag zu bekämpfen, der Capitelversammlung
kundgegeben und hatten die Capitularen dieselbe gebilligt; auch
bersichert genanntes Blatt, daß Rußwurm sich dabei der Zustim—
mung hoher kirchlicher Würdenträger erfreue.

Durch das Ministerium war das Oberlandesgericht zu
Nürnberg zur Abgabe eines Gutachtens darüber aufgefordert,
ob den nicht zu dem Stande der Kaufleute gehörenden Grundbe—
sitzern und Gewerbetreibenden, namentlich Handwerkern, die bis—
herige Wechselfähigkeit zu erhalten sei. Wie nun die „Abdztg.“
hört, spricht sich das vom kgl. Oberlandesgericht abgegebene Gut—
achten in eingehender und entschiedener Weise gegen Beschränkung
der Wechselfähigkeit aus.

Von Neuem taucht — und diesmal aus sehr guter QOuelle
— die Nachricht auf, daß mit Herrn v. Bennigsen Verhand—
lungen wegen Uebernahme der BVizekanzlerstelle und
des ständigen Vorsitzes im Bundesrathe im Gange seien. Man
erinnert sich, daz der jetzige Vizekanzler, Graf v. Stolberg, kurze
Zeit vor der Ernennung des Herrn Hofmann zum Staatssekretär
für Elsaß-Lothringen plötzlich in Berlin erschien und, nachdem er
mehrere Unterredungen mit verschiedenen hohen Reichsbeamten ge—
aflogen, ebenso unerwartet, wie er gekommen, wieder auf seinen
Landsitz zurückkehrte. Schon damals wurde dieser scheinbar durch
aichts motivirte Besuch in Berlin mit der Absicht erklärt, die Graf
Stolberg haben sollte, sich aus der Bizekanzlerstelle zurückzuziehen;
reine Vermuthung, die damals freilich vielfachen Widerspruch erfuhr
und auch, nach Lage der Dinge im Allgemeinen, wenig Glauben
jand. Angesichts der jetzt mit so großer Bestimmtheit auftretenden
Angabe, daß Herr v. Bennigsen für diese Stelle ausersehen sei,
muß indeß die damalige Erklärung für jene auffällige Reise des
Grafen Stolberg in einem wesentlich anderen Lichte erscheinen, und
thatsächlich spricht denn auch Manches, was in der Zwischenzeit
bekannt geworden, ziemlich gewichtig dafür, daß eine Aenderung in
dem betreffenden Amte bevorsteht. Noch weiß man freilich nicht,

ob Herr v. Bennigsen seinerseits Neigung bezeigt hat, die ihm an⸗
getragene Stellung anzunehmen. Sollte er sich bereit dazu finden
lassen, so würde die Führung des rechten Flügels der National⸗
liberalen voraussichtlich Herrn Miquel, dem Oberbürgermeister von
Frankfurt a. M., zufallen. Für jetzt dreht sich das Hauptinteresse
darum, ob Herr v. Bennigsen seine frühere Abneigung, in das
jetzige durch und durch konservative Kabinet einzutreten, uͤberwinden
wird. Fast scheint es so, wenn es wahr ist, was man meldet,
daß der Besuch der bayerischen Minister v. Lutz und v. Crailsheim
beim Reichskanzler in Kissingen den Zweck gehabt habe, die Er—
nennung Bennigsens zum Bizekanzler und ihre weiteren Evbentu—

alitäten gemeinschaftlich mit dem Fürsten Bismarck zu besprechen.
Vollzieht sich die Ernennung wirklich, so würde sie den großen
Vortheil bieten, daß endlich eine praktische Fuhlung zwischen Re—
gierung und Parlament hergestellt würde, die uns zum wesentlichen
Schaden für den Gang der öffentlichen Angelegenheiten während
der letzten Jahre vollstandig gefehlt hat.

Die Berliner halbamtliche, Provinzial⸗Korrespondenz“ bring
einen Artikel anläßlich des Jubiläums des Hauies Wistelsbag

worin sie der vielfachen und großen Verdienste des Königs Lud⸗
wig I. um Deutschland gedenkt, namentlich der Initiative zur
Wiederherstellung der Kaiserwürde. Der Ariikel schließt mit fol⸗
genden Worten: „Mit dieser That des Hochsinnes hai das glor⸗
reiche Haus Wittelsbach einen Abschnitt seiner Dauer als Herrscher⸗
zeschlecht bezeichnet, dem zum siebenten Jahrhundert noch ein Dezen⸗
nium fehlte. Heute ist auch dieses Dezennium vollendet, es zeigte,
daß König Ludwig den Sinn, in welchem er ein neues Deutsch-
land herbeiführen half, in einem festen und königlichen Herzen
hewahrt, um die große Schöpfung zu erhalten und zu stärken. So
blickt heute das gesammte Deutschland vom Kaiser bis zum schlichten
Bürger mit Stolz auf das glorreiche Haus der Wittelsbacher und
auf die unter ihnen vereinigten reichbegabten ehrenhaften deutschen
Stämme.“

Die preußische Regierung entsandte einen vortragenden
Rath des Handelsressorts zur Inspizirung der Fabriken aller großen
Industrieplätze der Monarchie, wobei Angehoͤrige der Provinzial⸗
cegierungen mitwirken sollen, um über Fabrikanlagen und Arbeiter⸗
»erhältnisse zu berichten. Man schließt von diesen Erhebungen auf
die Absicht, Vorlagen über gewerbliche Fragen dem Reichstag zu
unterbreiten. Offiziös wird gleichzeitig die Ungabe, daß der Ge—
etzentwurf über die Haftpflicht für Unfälle von Arbeitern aufge—
geben sei, dementirt.

Nach dem Plane, der für die Neuanlage und Ver—
stärkung der deutschen Festungen im Jahre 1878 ent⸗
vorfen und genehmigt worden ist, sollte die gänzliche Vollendung
der Festungsbauten in einem Zeitraume von 11 Jahren, also im
Jahre 1884 bewerkstelligt sein. Diese Bauten sind jedoch so be—
eilt und es ist hierbei eine so angestrengte Thätigkeit entwickelt
worden, daß ein großer Theil bereits schon jetzt fertig ist, der
Rest aber vor dem Ablauf der planmäößigen Zeit vollendet
sein wird.

Die Frage der Herabsetzung der Gebühren und
Berichtskosten wird, wie verlautet, den Bundesrath sofort nach
seinem Zusammentreten in der zweiten Hälfte des Monats Sep-
ember bdeschäftigen. Wie die „Trib.“ hört, wird die württember⸗
zische Regierung einen Antrag auf Herabsetzung der Gebühren im
Bundesrathe einbringen, der hoffentlich auch eine Maiorität auf sich
vereinigen wird.

Der deutsche Kronprinz besichtigte dieser Tage die
württembergischen Truppen; gegenwärtig weilt er in Wuürzburg um
Truppentheile der bayerischen Armee zu inspiziren.

Bei dem vor Kurzem erfolgten Abschlusse des diesjährigen
Ersatzgeschäftes in den Reichslanden hat sich das
günstige Ergebniß herausgestellt, daß mehr taugliche Mannschaften
gestellt werden, als auf Elsaß-Lothringen nach seiner Bevölkerungs⸗
ziffer entfallen. Im Ganzen sollten 4461 Mann einschließüch
294 Mann Nachersatz zur Aushebung gelangen. Es ist jedoch
außer den eingetretenen 732 Dreijährig-Freiwilligen die diesjaͤhrige
'aktische Aushebung ohne Nachersatz auf 4729 Mann gekommen,
während von den Gestellungspflichtigen überhaupt 8415 Mann als
pollkommen tauglich zur Diensteinstellung befunden worden sind,
und zwar in Ober⸗-Elsaß 2711, in Unler-Elsaß 3290, in Loth⸗
ringen 2414. Eine weitere Aenderung ist insofern zu vermerken,
als die meisten der im Reichslande garnisonirenden Regimenter
bereits Reserveoffiziere aufzuweisen haben, welche von Geburt Elsaß⸗
Lothringer sind; dagegen dürften die Fälle, in denen geborene El—
saß-Lothringer als aktive Offiziere zu den Regimentern gehören,
doch nur höchst vereinzelt sien. Im Großen und Ganzen haben
sich die eingeborenen Kreise von der Wahl des militärischen Be⸗
rufs im Offiziersstande noch durchweg ferngehalten und steht darin
so bald eine Aenderung auch wohl kaum zu erwarten.

Gambetta's „Nepublique fraugçaise“ bespricht den
in vor. Nr. d. Bl. erwähnten Artikel der „Nordd. Allg.
Ztg.“ und äußert sich dahin, es sei unnütz, mit der ‚Norddeutschen“
eine Diskussion über die Rechte Deutschlands auf das Elsaß zu
heginnen. Die „Republique“ nimmt ferner Atlt von den friedlichen
Versicherungen der Norddeutschen.“ protestirt aber gegen die Stelle
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        aus dem Artikel der letzteren: „Nur muß die friedliebende Mehrheit
heider Nationen wissen, wer es ist, der den Frieden heute bedroht.“
Ddie „Republique“ schließt ihre Besprechung mit folgendem Satze:
Kein Mann in Frankreich in öffentlicher Stellung sprach seit dem
Frankfurter Frieden Etwas aus, was den gegen die Nation an der
anderen Seue der Vogesen gerichteten entflammten autorisirten
Worten gleichkäme, wovon die Tribüne des deutschen Reichstages
viderhallte, so oft es sich um Erhöhung der Militärausgaben handelte.“

Gambetta mag sagen, was er will: er gilt, und sicher mit
vpollstem Recht, als Vertreter des französischen Rachegedankens und
würde die erste beste Gelegenheit, uns zu zerschmettern, mit Wonne
ergreifen trotz seiner angeblichen Friedensliebe. Das steht bei uns
boinbenfest, und danach handelt man vernünftiger Weise in Deutsch⸗
land, so schwer auch die Opfer für unsre Schlagfertigkeit auf
unserm Volk lasten mögen. Es ist für uns die bitterste Nothwen⸗
digkeit, Frankreich ebenbürtig gerüstet gegenüber zu stehen. Er—
lahmten wir hierin, so hätten wir den Anfang unsres nationalen
Untergangs eingeleitet!

Ausland.

Konstantinopel, 25. August. Wie verlautet, erklärten
die Votschafter der Mächte gestern der Pforte, die Uebergabe von
Dulcigno an Montenegro habe unverzüglich zu erfolgen.

Die britischen Truppen erlitten bei einem Ausfall aus
Nandahar (Afghanistan) große Verluste; 8 Offiziere und 180 Mann
odt, 5 Offiziere verwundet. Roberts dürfte heute oder in den
nächsten Tagen bei Kandahar eintreffen. Nach seinem Eintreffen
vird es wohl bald zu einer entscheidenden Schlacht zwischen den
Engländern und Afghanen kommen.

Die offizibse „Ligence russe“ äußert sich über die Verhand⸗
lungen zwischen Rußland und China in einer Weise,
velche vermuthen läßt, daß schließlich der Zwist in Güte beigelegt
wird; sie erkennt ausdrücklich an, daß die chinesische Regierung von
——— sei und in letzter Zeit manche An⸗
ordnungen getroffen habe, welche sehr zum Vortheil der in China
weilenden russischen Unterthanen seien.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Aus Anlaß des kgl. Geburts⸗ und
Namensfestes und des 700jährigen Regierungsjubiläums des Wit⸗
elsbachischen Fürstenhauses wurden von S. M. dem Könige eine
große Anzahl Orden und Auszeichnungen ver—
jehen, wovon folgende den nachgenannten Pfälzern zu Theil wur—⸗
den: Verdienst-Orden der bayerischen Krone: Großkomthur:
Staatsrath v. Braun, k. Regierungspräsident in Speier. Ritter⸗
freuz: Dr. Glaser, k. Konsistorialdirelior in Speier. Silbernes
Ehrenzeichen des Verdienstordens der bayerischen Krone: Bürger—⸗
meister Decker in Gauersheim und Schullehrer Ludwig Drescher in
Wolfersheim. Michaels⸗Orden: Komthur: v. Kieffer, k. Ober—
landesgerichtspräsident in Zweibrücken. Ritter 1. Kl.: Landraths-
präsident Jakob in Kaiserslautern, die Bürgermeister: Haid in
Speier, Görg in Kaiserslautern, Maerdcker in Zweibrücken und
Wolf in Wachenheim, Gutsbesitzer Dr. Armand Buhl in Deides—
heim, Bankier Hetzel in Neustadt, Graf Fugger, kgl. Regierungs⸗
tath in Speier. Den Titel Commerzienrath erhielten: Fabrik—⸗
icektor Clemm in Ludwigshafen und Eisenwerkbesitzer Gustav
Rrämer in St. Ingbert. Den Titel Finanzrath: Direktions-
cath Neubert in Ludwigshafen. Den Titel Baurath: Directions⸗
rath Basler in Ludwigshafen. Rang und Titel eines Regierungs⸗
irektors erhielt: Albert v. Jäger, Regierungsrath und Direktor
der pfälz. Bahnen in Ludwigshafen.

ASt. Ingbert. Von den hiesigen Vereinen beging
der „Arbeiter⸗Bildungsverein“ die Feier des siebenh. indert⸗
jahrigen Regierungsjubilaums des Hauses Wittelsbach in einer
Weise, welcher die Bezeichnung schön und gelungen in jeder Be⸗
ziehung beigelegt werden kann. Die Mitglieder versammelten sich
zu diesem Zwece in ziemlicher Anzahl am Dienstag Abend im
Zereinslokale bei Wittwe Poller. Dasselbe war mit einem pracht-
vollen Gedenkblatte an die Jubiläumsfeier“, mit den Bildnissen
Sr. Majestät des Königs Ludwig II. und Sr. Majestät des Kai⸗—
ers Wilhelm, einem Transparente mit den Worten: „Hoch Wit⸗
elsbach“, sowie mit Kraͤnzen und Fahnen sinnig und festlich ge—
schmüctt. Der Garten machte durch die zwischen den Bäumen
zufgehaängten erleuchteten buntfarbigen Lampions einen überraschenden
Findruck. Mit dem Männerchore: „Vaterlandsgruß“ wurde die
Feier eröffnet. Die Festrede hielt Lehrer Günther. — In der⸗
elben warf er zuerst einen kurzen Rüdblick auf die Geschichte des
erlauchten Wittelsbacher Hauses, hob dann besonders hervor, wie
dasselbe ehrwürdig durch Alter, ruhmreich durch Thaten, geachtet
bon den Nationen und geliebt von seinem Volke dastehe. Darauf
ührte er einige hervorrägende Herrscher und Helden an, welche
das Haus zieren und Zeugniß davon ablegen, welch' hohes An⸗
ehen es überall genoß. Er schilderte, wie sich Graf Otto von
Wittelsbach durch dem Kaiser Friedrich Barbarossa geleistete Dienste,
Fesonders durch die bekannte Heldenthat in der Veroneser Klause,

unsterblichen Ruhm erwarb und zum Lohne für seine Tapferkeit
ind Treue von dem Kaiser auf den bayer. Herzogsthron gesetzt wurde.
—EIRDD im Allgemeinen
reine allseitige und ununterbrochene Fürsorge für seine Unterthanen,
usbesondere seine Verdienste um Kunst und Wissenschaft, Gewerbe
ind Unterrichtswesen, und pries sein eifriges Bemühen dem deutschen
Valerlande Macht und Ansehen verschaffen zu heifen, sowie seine
berdienste um Deutschlands Einigung und Ruhm im Jahre 1870 71.
wvodurch er sich mit Recht den Beinamen „der Deutsche“
erworben habe. — Die Rede schloß mit einem Toaste auf unsern er⸗
habenen Landesvater König Ludwig I. Dem begeisterten Hoch folgte
s von allen Anwesenden gesungene Lied: „Heil Dir im Siegerkranz,“
vährend dessen der Garten bengalisch beleuchtet wurde. Mit großem
Beifalle ausgenommene Gesänge und Deklamationen patriotischen
Inhalts wechselten in angenehmer Reihenfolge mit einander ab und
hiellen die freudig erreglen Theilnehmer bis zu später Stunde in
heiterer Unterhaltung beisammen. — (Auch die Sänger des „Musik⸗
Freins“ und der „Gemüthlichkeit“ hatten sich am gleichen Abend
zu einer kleinen entsprechenden Feier des Jubelfestes in den Räumen
der Brauerei Heusser versammelt.)

Niederwürzbach, 26. August. Das Geburts- und
Namensfest Sr. Maj. des Königs, verbunden mit der Jubiläums⸗
feier der 700jährigen Regierung des Wittelsbach'schen Haufes
vurde ganz dem äufgestellten Programm gemäß abgehalten: —1.
Feierlicher Gottesdieust. 2. Schulfeier: a. Vortrag von
passenden Liedern mit Einlegung von Deklamationen. bh.
Rede, 1stündige, des Lehrers P. Wolf. c. Kurze An—
sprache des Pfarrers H. Hölscher, endend mit einem Hoch
nuf Se. Majestät. 3. Spaziergang mit den Schulkindern auf
einen schönen Platz des Gemeindewaldes, wo Spiele, Gesänge und
Vortrag von Gedichten wechselten. 4. Weckevertheilung.

FDer Siadtrath von Zweibrücken hat an S. M. den
Zönig zum Jubelfeste der 700jährigen Vereinigung des bayerischen
Volkes mit dem erhabenen Herrschergeschlechte der Wittelsbacher
eine prachtvoll ausgestattete Huldigungs-Adresse abgehen lassen.

F Vie Prüfung für das Gexrichtsvollzieheramt wird beim kgl.
dandgerichte Zweibrücken Ende nächsten Monats abgehalten.
Zu derselben hatten sich 10 Bewerber gemeldet, von denen jedoch
iur 5 zugelassen wurden. Die übrigen 5 wurden wegen unge—
aügenden Alters, da sie noch nicht 21 Jahre alt sind, zurückze⸗
viesen.

4 Wie die „Pf. Post“ hört, wird am 2. September der
Moltkefels auf dem Donnersberg vom Verschönerungsverein
der Pfalz mit einer kleinen Festlichkeit dem Publikum übergeben
verden. Ein prächtiger vergoldeter Reichsadler, der das ganze
Werk krönen soll und weithin sichtbar sein wird, findet bei dieser
Velegenheit Aufstellung.

F Der „Land. Anz.“ schreibt: „Verschiedene Correspondenzen
ruswärtiger Blätter, wie „Pf. Ztg.“, „Frkf. Journ.“ beschäftigen
ich neuerdings mit dem Austritt der hiesigen Officiere aus dem
Musibberein und Casino. Wir bemerken, daß alle bis jetzt er⸗
chienenen Artikel sowohl den dem Befehl zu Grund liegenden Vor—
all, als auch die von militärischer Seite geschehenen Schritte falsch
zarstellen. Wenn die Zeit gekommen sein wird, werden wir mit
iner Darlegung des Sachverhaltes nicht zurüchalten; so lange
aber eine Beilegung der Affaire noch zu erwarten ist, halten wir
es für besser, dies zu unterlassen.“

PIn Mundenheim wurde eine Riejenkartoffel im Ge—
vicht von 4 Pfund geerntet.

Aussder ppfalz. Zur Illustration der Höhe der Pro⸗
zeßkosten theilen wir andurch ohne jeden Commentar, da Zahlen
ür sich selbst sprechen, das Verzeichniß der in nacherwähntem Pro—
esse entstandenen Kosten mit. S. erwirkte für seine Forderung
in die Wittwe und Kinder F. im Betrage von 359 M. 78 pf.
Urtheil beim kgl. Landgerichte. Bis nun letzteres ergangen und
zie entstandenen Kosten durch das Gericht festgesetzt waren, waren
olgende Kosten erwachsen: Prozeßgebühr des Anwalts 14 M.,
Fertigung der Klageschrift und 9 Copien 4 M., Zustellung der—
elben 7'M. 10 Pff., Verhandlungsgebühr des Anwaltes 7 M.,
Staatsgebühr 15 M., Urtheilsabfertigung und 8 Abschriften 11M.
30 Pf., Zustellung des Urtheils 6 M. 86 Pf., Antrag auf Er—
heilung der Vollstreckungsklausel und Ertheilung derselben 3 M.
10 Pf., Inscription 5 M. 15 Pf., Porto 52 Pf., Gesuch um
Zostenfestsetzung 1 M. 30 Pf., Staatsgebühr 1M. 40 Pf., Kosten⸗
erzeichnisse und Abschriften des Beschlusses 3 M. 80 Pf. Her⸗
tellung derselben 7 M. 60 Pf., in Summa 88 M. 67 Pf. Die
ntstandenen Kosten betragen somit etwas weniger als ein Viertel
der eingeklagten Forderung, welch' letztere nunmehr 448 M. 45
Pf. beträgt. Will nun der Glaäubiger die Zwangsvollstreckung be⸗
rreiben, so entstehen noch weitere, nicht unbedeutende Kosten.

FIn Saargemünd waren am 25. August zu Ehren
des Geburtstages des Königs von Bayern die öffentlichen und
iele Privatgebäude beflaggt. Durch die Abwesenheit des Regi—
nents waren die Feierlichkteiten diesmal geräuschloser. In den
        <pb n="543" />
        Räamen des Zivilkasinos fand ein zahlreich besuchtes Festessen statt;
der Kriegerverein veranstaltete bei großer Betheiligung eine Ausfahrt
nach dem nahe in der Pfalz gelegenen Habkirchen. (Sg. 8.).

Das Zenttal⸗Komite der Pfalzgau-Ausstellung in Man n—⸗
heim hat für die nächsten 14 Tage das Programm der Festlich⸗
keiten festgestellt und Fuürsorge getroffen, daß dem Ausstellungsbe—
sucher stets Neues und Interessantes geboten wird. Wir erwähnen
ur, daß bereits künftigen Samstag die Kieler Matrosen-Kapelle
in der kleidsamen Tracht als kaiserliche Matrosen ein Doppelkonzert
geben wird. Der Ruf dieser Kapelle ist ein sehr bedeutender, und
3 werden die Leistungen derselben die Kunstfreunde in hohem Grad
hefriedigen. — Ferner wird der Aeronaut Securius künftigen 8.
September auf Veranlassung des Komites in Mannheim eine
vduftschifffahrt antreten. Es wird hierzu der Riesen-Ballone, Deut⸗
sches Reich“ benützt werden und es können Passagiere um den
Preis von 150 M. sich an der Auffahrt betheiligen.

Die Probefahrt, die auf Veranlassung der Spezial⸗
direktion der Hessischen Ludwigsbahn mit dem von ihr in den
regelmäßigen Dienst eingestellten Dampfwagen Statt gefunden
hat, ist zur vollen Zufriedenheit ausgefallen. Der Gang des
Wagens, welcher bekanntlich zweistöckig ist, ist ein durchaus ruhiger;
die Maschine überwand die Schwierigkeiten der Odenwaldbahn mit
Leichtigkeit und meist unter Einhaltung einer Geschwindigkeit von
50 kmäin der Stunde. In den Kreisen der Bahnverwaltung
glaubte man daher nach dem „Fr. J.“, daß die Einführung dieser
letzteren Geschwindigkeitsnorm keinem Hinderniß begegnen werde.
Seitens des Reichseisenbahnamtes wurde indeß dem dahin abzie—
lenden Antrage der Bahnverwaltung nicht willfahrt, sondern unter
Geltendmachung verschiedener Bedenken dahin Verfügung erlassen,
daß der Dampfwagen nur mit einer Maximal-Geschwindigkeit von
40 kmin der Stunde in Verwendung genommen werden dürfe.

4 Die in Stuttgart sehr stark zu Tage getretene Au s-
wanderungslust hat einen Unternehmer veranlaßt, zur
Gründung einer Kolonie „Stuttgart“ im Westen Nordamerikas
aufzufordern. Die Gründer sollen mindestens 2000 M. besitzen,
wovon 1000 M. sogleich eingezahlt und zum Ankauf von Land,
erster Bearbeitung und Bestellung desselben verwandt werden sollen,
so daß die Ansiedler im nächsten Jahr gleich ernten können. Der
Plan soll schon Liebhaber ins Portemonnaie haben greifen lassen.

Das „D. M.sBl.“ hringt einen längeren Artikel über die
Passionsspielei Oberammergau, in welchem auch die finan⸗
elle Seite des Spieles in Betracht gezogen wird. Ein Auszug
daraus dürfte unsern Lesern nicht uninteressant sein. Im vorigen
Jahrhunderi kämpfte das Unternehmen mit einem ständigen Deficit,
das im Jahre 1770 noch 157 Gulden betrug. Die letzten vier
Aufführungen ergeben dagegen stetig sich steigernde Ueberschüsse; die
Einnahmen im Jahre 1850 betrugen 24,000, die Ausgaben 7500
Gulden, im Jahre 1860 Einnahmen 54,810, Ausgaben 15,000
Julden, 1871 Einnahmen 117,000 Gulden, die Ausgaben sind
aicht bekannt, endlich die Ausgaben für 1880 80,000 M. während
die Einnahmen auf 300,000 M. veranschlagt sind. Was sagen
nun diese Ziffern? Nichts Anderes, als daß aus der einstmaligen
schlichten, mit Opfern verbundenen Erfüllung eines frommen Ge—
luübdes heute eine großartige Theaterunternehmung geworden ist,
und zwar eine der erfolgreichsten, rentabelsten der Neuzeit. Was
ainst stillfrommes Thun war, ist heute eine praktisch bewußte Unter—
nehmung, was einst einzig dem Gemüthe genügen wollte, das strebt
jetzt — im großen Maßstabe — nach Ruhm und Gewinn:. Und
dieser Gewinn wird den Oberammergauern in noch viel größerem
Maße als durch die Einnahmen des Spieles selbst durch die Ver⸗
mieihung von Wohnungen ꝛc. zu Theil. Trotzdem würde man
fehlgreifen, wenn man in den Passionsspielen, wie sie heute sind,
raffinirie moderne Speculationen sehen wollte. Noch immer wird
der größte Theil des Reingewinnes öffentlichen Zwecken gewidmet
ind nur ein kleiner Theil dem Honorar der Spieler, wenn eine
so bescheidene Entschädigung diesen stolzen Titel verdient. Noch
immer sind die Passionsspieler trotz des vielen ihnen gespendeten
Lobes durchaus unaffektirte, bescheidene Leute, noch immer lebt der
Beist der Pietät, der freudigen Hingebung des Einzelnen an das
Gelingen, die Ehre und Würde des Ganzen, in den meisten
von ihnen.

In Delhoven haben sich in einem Wirthshause zwei
Gäste, welche wegen eines Schnäpschens in Streit geriethen, gegen—
seitig ermordet. Der Eine, welcher einen Stich in den Unterleib
ꝛrhieit, besaß noch so viel Kraft, seinem Gegner einen tödtlichen
Schnitt in den Hals zu versetzen. Beide starben nach wenigen
Minuten.

— Wie bereits bekannt, wird aus Erbrechtsgründen der Pro—
Feß Tourville in England wieder aufgenommen; es wird nach
Wiener Blättern die zur Untersuchung beorderte Kommission in
einigen Tagen auf dem Stilfserjoche eintreffen, um nach genauer
Besichtigung des Thatortes mit größerer Sicherheit die Entscheidung
reffen zu können. Unterdeß ist Tourville durchaus unzufrieden
mit dem Leben in der Festung Gradisca, denn er, dem sein Kapi—⸗

al monatlich mehr als 2000 fl. Zinsen abwirft, darf im Ge—
ängnisse nicht mehr als 1 fl. 40 kr. im Monate ausgeben. Auch
ie Kost will ihm durchaus nicht munden. Bei dieser Gelegenheit
ei eine kleine Episode aus der Zeit des sensatisnellen Prozesses
zrzählt. Nachdem Tourville in Folge des Wahrspruches der Jury
in Votzen verurtheilt worden war, erhielt sein Vertheidiger, Dr.
Markbreiter, von einem 72jährigen Tiroler Bauer ein Schreiben,
nn welchem sich dieser anheischig machte, für Tourville die Strafe
mzutreten. Er habe, erzählt der Bauer, Weib und Kinder, die
er in Folge seiner Greisenhaftigkeit nicht im Stande sei, zu erhalten.
dieser schmerzvolle Gedanke breche ihm nun das Herz, und er
vürde sich daher sehr gerne für die Seinigen opfern und für eine
ebensrente von täglich 50 kr., die seiner Familie auszufolgen
vären, die Strafe für Tourville absitzen.

Guch eine Kritik, Von dem Fiasco des am letzten
Sonnabend in New-York aufgeführten Stiergefechts sagt der
„N.«Y. Figaro“: „Es waren nicht Ochsen, sondern Stiere, mit
welchen die Stiergefechts-Farce am Sonnabend aufgeführt wurde;
— die Ochsen saßen im Zuschauerraum und hatten für dieses Ver⸗
znügen Doll. 1.50 -2 bezahlt.“

— Eine Amerikanerin, Frl. Dr. Ethel Walter, erklärt in einem
offenen Briefe die ganze Fastenprobe Tanners für eitel Humbng,
indem sie ausführt, wie derselbe durch Kautschukröhren aus an—
stoßenden Zimmern flüssige Speisen erhalten habe; die verschiedenen
Erbrechungsaffairen erklürt sie für ganz natürlich, die übrigen Krank—
heitserscheinungen als Comödie.

FDie Bearbeitung der Resultate der Volkszählung von 1880
in den Vereinigten Staaten von Amerika ist jetzt so weit vor—
geschritten, daß die Bevölkerungsziffer wenigstens der größeren
Städte genau festgestellt werden kann. Die folgende Tabelle gibt
die Zahl der Einwohner und das Anwachsen der seit 1870 in
Prozenten an: Bevölkerung Zuwachs in pCt.

New⸗York 1208,561 24

Philadelphia 3842,900 24

Brooklyn 3554,693 40

Chicagon. 177,500 60

St. Louis 175,000 21

Boston. 352,000 09

Baltimore 330,000

Lincinnati 255,000

A 227,350

New⸗Orleans 217,328

Washington 60,000

Cleveland 57,000

Buffallo. 49,000 29

Newark .. 36,000 30

Pilwaukee.. —430,000 92

Detroit —119,000 50

vouisville .. 112,000 11

Providence... 104,000 52
Für Pittsburg und Jersey⸗-City sind die Arbeiten noch nicht vol⸗
lendet. Chicago, Cleveland und Milwaukee stehen oben an, was
die relative Vergrößerung der Bevölkerung betrifft — eine Folge
des Aufschwunges des Getreidehandels und der Petroleumraffinerie.
leinere Städte sind noch bedeutender gewachsen, so Minneapolis
um 244, Atlanta (ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt in Georgia)
um 106, Waterburg (Uhrenhandel) in Connecticut um 102, Si.
Paul 100 und Denver in Colorado gar um 614 pCt. Im Gan—
en scheint jedoch der Zuwachs ziemlich gleich auf alle Staaten
bdertheilt zu sein.

F Ueber den Nährstoff der Fleischbrühe
nachte in einer Sitzung des niederöosterreichischen Landtages kürz⸗
ich Rektor Dr. E. Brücke, der berühmte Physiologe, folgende Be—
nerkung: „Es ist mir aufgefallen, daß man zur Verbesserung der
Kost den Zwänglingen eine Fleischsuppe geben wolle. Es hat
nich dies daran erinnert, daß im Publikum sehr irrthümliche Vor⸗
tellungen über den Nährwerth der Fleischbrühe verbreitet worden
ind. Sie sind verbreitet worden durch einen sehr berühmten und
yopulären Gelehrten (Liebig), der seinen wohlverdienten Ruhm auf
inem andern Felde und nicht auf jenem der Medizin und Diätelik
xworben hat. Es hat sich herausgestellt, daß dieser Gelehrte sich
seirrt hat, und daß das Publikum mit irre geführt worden ist.
die Sache steht einfach so: Es ist zur Ernährung nicht unum—
zänglich, aber unter gewissen Umständen, für gewisse Individuen,
jei gewisser Arbeitsleistung ein bestimmtes Quantum von Fleisch
aothwendig. Es ist für den Nährwerth gleichgültig, ob man ge—
ratenes Fleisch oder erst die Fleischsuppe und nachher das aus⸗
jekochte Fleisch genießt. Ich muß ausdrüchlich betonen, daß das
Fleisch fuͤr die Ernaährung ebenso wichtig wie die Fleischbrühe ist.
die Fleischbrühe ist eine Nahrung, bei der man, wenn die übrige
dost nicht danach geregelt wird, verhungern kann. Es hat leinen
Zinn, zur Verbesserung der Kost Fleischbrühe zu empfehlen (Hörth;
es hat aber Sinn, das Gewicht des Fleisches zu erhöhen.“
        <pb n="544" />
        Marktberichte.

Zweibrücken, 26. August. (fruchtmittelpreis und Victnalienmarkt.)
Weizen 10 M. 68 Pf., Korn 69 M. 16 Pf., Gerste zweireihige 7 M. 47 Pf.
ierreihige d M. — Pf., Spelz 7 M. 09 Pf. Spelzkern — M. — Vf.
Dinkel M. pPf. Mischtrucht O M. 533 Pf., Hafer 6 M. 17 Pf.
Erbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 40 Pf.,
heun2? Me90 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod. 113/3 Kilogr. 56 Pf,
ornbrode3 Kilogr. 64 Pf. Gemischlbrod 8 Kilogr. 81 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf. Rindfleisch J Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf. Butter !/ Kilogr. 1M., 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf. Bier J Liter 24 Vf.

Homburg, 25. August. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
1 MR. o9 pfi, Korn 9 M. »-Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 7 M.
Dßpf., Gersie Lreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
7 M. 48 Pf., Mischfrucht O0 M. 04 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
d MN. — pf., Bohnen 0O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brode6 Pfund — Pf., Gemischtbrode6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf
Rindfleisch 50 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelleisch 60 Pf. Schweinefleisch
60 Pf, Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln ver Ctr. 2 M. 50 Pj.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. D emeß.
Versteigernng einer!
Gerberei.
Montag, den 30. August
rächsthin, Nachmittags 8 Uhr,
zu St. Jugbert, in der
Wirthschaft von Juliuns Grewe—
tig Wittwe,
läßt Frau Wittwe E. M.
Laur, in St. Ingbert folgende
Liegenschaft in der Steuerge—
meinde St. Ingbert, öffentlich
zu Eigenthum versteigern:
Plan Nr. 24970, 3 a 30
jm Fläche, worauf ein
weistöckiges Gerbhaus mit
13 Gruüben, 8 Farben,
Trockenspeicher, Lohkäserah—
men für circa 15000 Loh—
fäse, gelegen an der Straße
nach Saarbrücken in der
Nähe der Stadt St. Ing—
hert, dann aus Plan Nr.
2497 * ungefähr 23 4
Wiese in den Stegwiesen.
St. Ingbert, 6. August 1880.
Der Amtsvberweser des kgl. Notär
Sauer.
K. Aufsichneider.
Eine Singer'sche Nähma—
schine, ganz neu, mit Fußtritt⸗
bewegung, ist zum halben Preise
zu verkaufen. Näheres in der
Ervedition ds. Bl
Ach nehme die von mir in der
—J Wirihschaft von N. Weber
jegen Schneider Holzuer ge⸗
machte Aeußerungen zurück.
St. Ingbert, 26. Aug. 1880.
Ehr. Brück, Fuhrmann.

Sonntag den 29. und
Montag den 30. Auagust
vird das

3

Kirchweihfest
zu Neuhäufel avachalten,
wozu höflichst einladet

Gg · Hussong ·
A
Personen jeden Standes finden
ohnenden Verdienst durch den
Vertrieb gesetzlich gestatteter, ver⸗
inslicher, und unverzinslicher
Ztaatsprämienloose gegen Comp⸗
ant oder monatliche Abschlags-
ahlung.

Wir setzen nebst Provision
nuch nach einer ein⸗ bis zwei—
nonatlichen Thätigkeit einen
festen Gehalt aus und be—
villigen eine Prämie für den
Absatz einer bestimmten Anzahl
Ztücke.

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5chußmacher &amp; Co.
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Straßbunrg i. Elsaß.

EBEergmannꝰ?s
æs Sommersprossen⸗Srift c
ur vollständigen Entfer—
nung der Sommersprossen, empf.

aà Stück 60 Pfg.
Mob.Schmitt.
Wein-⸗Etiquetts
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demetz.

Einladung.
Die activen Mitglieder des Musikvereins und der Ge—
müthlichkeit werden am J
Sountag den 29. ds., Abends präcis 8 ilhr
auf allgemeinen Wunsch das Wolf'sche Schauspiel
Prociosa
zur Aufführung bringen und beehren sich hiezu ergebenst ein—
zuladen.
Der Ertrag soll nach Abzug der nicht unbedeutenden Kosten
für die hiesigen Armen verwendet werden.
Schulpflichtige Kinder unter 18 Jahren haben keinen Zutritt
Eintrittspreise:
J Billet 1 Mk. —
2,„ für 1 Familie 1, 50
3 u u —1 u 2 u 7
edes weitere Billet 0 , 75
Aus Auftrag
Fischer, Schriftführer.
20 00
Einladung.

Zu dem, nächsten Sonntag den 29. ds. Mis. im
Grewenig'schen Saale, des Nachmittags von balb 4 Uhr
ab stattfindenden

dind t
KinderConcert,
ausgeführt von den Musikschülern der hiesigen Latein⸗
schule, ladet ergebenst ein
Ludwig Schlaudecker.
4 NXB. Zutritt frei.
2—2000
GoSSVGRODoO…t 7
werden für ein grosses, gediegenes literarisgches Unternehmen
ERBRGiSCndCe.

Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch RBeumtoe, Lehrer, Reisende andeérer
Rrancehen ete., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sieh zu melden
Literarisohes Institut
860tha.

dewerbliche und landwirthschaftliche
Ausctellung des Pfalagaues.
—
Unter dem Protéctorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Priedrich von Baden
—I
Eintritt MIIS. L. —
Fabrpreis- Ermãssigung bei der Badischen Pfalzischen Hes—
sischen und Main Neckar-Bahn
Loose à 2 Marlic. (Auf 10 Loose l Preiloos) durch
Herrn . 5. 2.

—XX
Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewinn⸗Siehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.
Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Fricedrich.

* Grumd der thatfacht ich er⸗ v
zielten Heilerkolge kann das beretts in
110. Aufl erschienene reigiunftrirte Buch:
„Ur. Uiry's PRNaturheilmethode“?,
Breis 1 Mark,) allen Zranken aufs'sü
Waͤrmste zur Anschafjung enpfoblen
werden. In diesem 344 Seiten siarken
Werke findet ein Jeder, gleichviel an
elcher Krankheit rend ene
waährte, leicht zu befolgende Rath⸗

wnn ie wie za rret⸗Sankschre? ben

isen of ι (ααν
228 XX 7—

ir Familien und Lesecirkel. Bibliotbheken, Hotels, Cafes und Restaurationen.
— *
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Probe⸗Nummern cratis und franco.
⸗nen · ·nts-Oreis viertes:*olich 6 Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.
Zu haben in allen Buchhandl.

— vvvV—
Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
für unsere Po steAbonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. V.

ASHierzu
        <pb n="545" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. ESonntags mit illustrirter Bei⸗

lage)erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierieljahrlich

1 AM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswaärts
mit 13 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
—

Sonntag, den 29. August⸗

1880.

Deutsches Reich.

Bei dem Jubiläumsfestbankett im alten Rathhause zu
München, an welchem alle Minister, der Erzbischof und die
Spitzen der Behörden Theil nahmen, brachte der preuß. Gesandte
oon Werthern den Toast aus, in welchem er sagte: „König Ludwig II.
ist der liebe, unter allen Umständen treue und sichere Bundes⸗
genosse Sr. Majestät des Kaisers und Königs, meines Herrn. Für
uns Norddeutsche war er Sr. Majestät in schwerer Stunde das
Seltenste, was es gibt, der Freund in der Noth, und darum sind
wir ihm in unausloschlicher Dankbarkeit verbunden und zugethan.“
Der Toast schloß mit einem: Hoch Wittelsbach, hoch Bayern für
alle Zeiten! Der Toast wurde jubelnd aufgenommen, Graf Werthern
von allen Seiten beglückwünscht.

Wie dem „Pf. K.“ aus München gemeldet wird sind an
S. M. den König anläßlich seines Geburts⸗ und Namensfestes
und des 700jährigen Jubiläums seiner Dynastie sowohl von dem
Deutschen Kaiser und den anderen deutschen Bundesfürsten, wie
auch vom Kaiser von Oesterreich die herzlichsten Glückwunsch⸗Schreiben
und Telegramme gelangt.

Muͤnchen. Se. Maj. der König hat aus Anlaß des
Jubiläums eine größere Anzahl von Begnadigungen Ver⸗
urtheilter gewaͤhrt.

Die Agitation gegen die Getreidezölle nimmt an
Umfang zu, und kann man sich auf zahlreiche Petitionen für die
nächste Reichstagssession gefaßt machen. Recht wunderlich nimmt
es sich dabei aus, daß die „Germania“, doch wahrscheinlich Namens
des Centrums, die Regierung dringend auffordert, die wirthschaft⸗
lichen Zölle beizubehalten, während doch ein nicht unerheblicher
Theil des Centrums, namentlich die Vertreter der westlichen Pro—
oinzen, gegen den Kornzoll gestimmt haben.

Fürst Bismarck mit Gemahlin und dem Grafen Herbert Bis⸗
marck ist am Donnerstag Mittag von Kissingen nach Berlin
abgereist.

Berlin, 27. August. Fürst Bismarck ist heute Nacht hier
eingetroffen.

Der Fürst und die Fürstin von Rumänien sollten am 28.
Angun zum Besuche des kais.⸗königlichen Hofes in Berlin ein⸗
treffen.

Der Koönig und die Konigin von Griechenland sind in
Petersburg eingetroffen.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Mit Beginn der Winterschule (1. Ok⸗
tober) wird zu Schnappbach eine zweite kath. Schule errichtet.
Dieselbe wird als Verweserstelle ausgeschrieben und sollen darin die
dinder der zwei ersten Schuljahre beider Confessionen gemeinschaft⸗
lich unterrichtet werden. Die jetzige Lehrerwohnung im obern
Stocke des Schulhauses wird als Lehrsaal eingerichtet werden.

F Reichsgerichts-Entscheidung. Die Forderungen auf
Schadenersatz aus Unfällen verjähren nach 8 8 des Reichshaftpflicht
gesetzes in zwei Jahren vom Tage des Unfalls an. In Bezug
auf diese Bestimmung hat das Reichsgericht, erster Civilsenat, durch
Erkenniniß vom 14. Februar 1880 folgenden Rechtssatz ausge⸗
prochen: Der Schadenersatz⸗ Anspruch aus einem Unfall bei Eisen⸗
hahnen, Bergwerten, Gräbern, Steinbrüchen und Fabriken verjährt
selbst dann nach zwei Jahren, wenn der Schadenersatze Anspruch
aicht aus dem Reichshaftpflichtgesetz, sondern aus einem Landesge⸗
jetz hergeleitet wird, welches fuͤr die Verjährung eine kürzere oder
längere Frist bestimmt.

Bruchmühlbach, 24. August. Der frühere kgl. Post⸗
expeditor Georg Reither in Bruchmuͤhlbach wurde, angeschuldigt
der Unterschlagung von 1674 M., beute von der kal. Gendarmerie
verhaftet. (Pf. 3.)

F Der Preiszuchtviehmarkt in Quirunbach war von 110
Zuchtstieren, je 530 Kühen und Rindern und 75 Stück Jungvieh,
ilso sehr gut befahren; auch qualitativ wird er gelobt. An land⸗
virthliche Diensiboten wurden bei dieser Gelegenheit 6 Preise für
'ange Dienstzeit ausgetheilt.

— Den mit einer Legitimationskarte versehenen Mitgliedern des
ßfälzischen Lehrervereins aus der Pfalz und den angrenzenden
Ländern, welche die am 16. und 17. September l. J. in Speyer
tattfindende Lehrerversammlung besuchen, wurde von der Direction
er Pfälzischen Bahnen auf allen Linien derselben in dankenswerther
Weise eine Fahrtaxermäßigung in der Art bewilligt, daß die am
16. und 17. September bei allen Stationen gelösten einfachen
Fahrbillete nach Speyer durch Aufdruck des Stationsstempels der
Abgangsstation Giltigkeit zu freier Rückfahrt bis einschließlich 18.
September erhalten. Ferner wird seitens der Direction gestattet,
»aß am 17. September dem Schnellzug Nr. 7 ab Neustadt Wagen
3. Classe angehängt werden unter der Bedingung, daß die denselben
ʒenützenden Festtheilnehmer die tarifmäßigen Zuschlagsbillete à 20 Pf.
von Neustadt bis Schifferstadt lösen.

4 Nach längerer Pause ist, wie man der „Magd. Zeitung“ mit⸗
theilt, dieser Tage wieder einmal eine polizeiliche Demonstration in
Meß in Scene gesetzt worden. Es wurde nämlich hoch oben auf
em Dache der Notre⸗Dame⸗Kirche ein Tannenbaum angebracht, der
nit den Farben der französischen Trikolore geschmückt war. Ein⸗
elne französische Zeitungen haben es nicht unterlassen können, diesen
Zcherz zu einem äußerst wichtigen Ereigniß aufzubauschen, durch
velches Metz, die ville morte, in deren Straßen kein anderes
geräusch, als der Tritt der Soldaten zu hören sei“, der Welt wieder
inmal seine Zusammengehörigkeit mit Frankreich babe dokumen—
iren wollen.

4 Die kgl. Regierung in Köhn hat eine nachahmenswerthe
Holizeiverordnung, betr. die Benutzung der Hunde als Zugthiere,
rlassen. Darnach ist jeder, welcher seinen Hund als Zugthier be⸗
uutzen will, gehalten, davon, unter Vorzeigung des Hundes, der
Polizeibehöorde seines Wohnortes Anzeige zu machen. Wird der
hund zum Ziehen tauglich befunden, so erhaͤlt der Besitzer desselben
nen Erlaubnißschein, in welchem vermerkt steht, welche Last dem
hunde aufgelegt werden darf.

Großes Vermächtniß. Aus Gotha, 19. Aug.,
chreibt man der „Magdeb. Zig.“: Vorgestern ist hier ein alter,
inderloser Herr, der Rentner Schäfer, heimgegangen. Der sehr
ceiche Mann hat eine halbe Million Mark — dem Vernehmen
gach die Hölft« beiner Hinterlassenschaft — zu einer Stiftung für

Ausland.

Wie aus Paris geschrieben wird, unterliegt es keinem Zweifel
mehr, daß die französische Regierung das Gesetz gegen die
nicht autorisirten Kongregationen vorläufig nicht zur
Ausführung bringen wird. Man nimmt ziemlich allgemein an, daß
die Regierung die aus der Auflösung der Kongregationen entstehen⸗
den Prozesse fürchte, daß sie die Ueberzeugung gewonnen, daß die
Tribunale sich nicht um das Votum der Kammern kümmern und
das Besitzrecht der Genossenschaften anerkennen würden; und da das
bisher bestehende Gesetz dann die Regierung machtlos lassen würde,
will man zuerst ein neues Gesetz votiren und dann erst dem Be—
schluß der gesetzgebenden Faltoren gerecht werden. Diese Meinung
hat viele Wahrscheinlichkeit für sich. Auf jeden Fall ist das Mi—
nisterium durch diesen Schritt in ein neues Stadium seiner Existenz
getreten, das seine sämmtlichen republikanischen Gegner gegen das—
selbe vereinigt, wenn sie auch in anderen Fragen noch so unceins sind.

In der tunesischen Angelegenheit sind die Differenzen
zwischen der französischen und der italienischen Regierung Alles eher
denn beigelegt, wie vor acht Tagen die „Agence Havas“ in die
Welt telegraphirte. Beide Mächte haben Geschwader nach Tunis
beordert und zwar Italien zuerit, dessen Beispiel am 24. Frank—
ceich folgte.

Die Dekrete des griechischen Königs, nach welchen

die Kriegsbereitschaft und die Mobilisirung des griechischen Heeres
verlündigt wird, wurden in Konstantinopel in den weileren Kreisen
der mohamedanischen Bewohner mit Freude gelesen; man ersah hieraus,
daß die Mohamedaner einen Krieg mit Griechenland wünschen, und
man sich durchaus nicht getäuscht habe, daß die Hohe Pforte trotz
des besten Willens nicht sofort die Wünsche der Berliner Konseren
erfüllen kann
        <pb n="546" />
        invalid gewordene Arbeiter unserer Stadt und des gothaischen
Landes vermacht. Herrn Schäfers irdische Ueberreste werden mor⸗
gen in der Feuerbestattungshalle verbrannt.

Am Sonnabend wurde von der Ehlert'schen Fabrik in
Berhin aus eine Probefahrt mit einer neu construirten Dampf⸗
droschke nach Westend unternommen, an welcher außer den Fabrik⸗
technikern auch einige höhere Polizeibeamte theilnahmen. Die Ge⸗
schwindigkeit des Wagens und seine Lenkbarkeit ließen nichts zu
wünschen übrig; als ein unbequemer Uebelstand wurde aber die
starke Dampfeniwickelung empfuuden. Hierin wird jedenfalls eine
Aenderung getroffen werden müssen.

Das Oberammergauer Passionsspiel ist jetzt auch nach der
Schweiz verpflanzt. Zu Mu ri im Kanton Aargau wird es unter
großem Zudrange von nah und fern aufgeführt.

Dder Pester Gemeindeausschuß hatte beschlußweise ausge—
sprochen, daß er von mit ihm in Verbindung stehenden Liefe⸗
ranten keinerlei deutsch verfaßte Eingaben, Rechnungen ꝛ⁊c. ent⸗
gegennimmt. Trotzdem haben bei der letzten Ausschreibung für
Lieferung der Eisenbestandtheile zum Baue des Bruckbades zwei

große Fabriken deutsche Offerte eingereicht. Diese sonst für die
Hauptstadt vortheilhaften Anbote wurde wegen „Formfehlers“ nicht
un Beiracht gezogen und ein nunmehr ohne Konkurrenz gebliebenes
ungarisch verfaßtes Offert — das wohl ungünstigere Bedingungen
tellte — angenommen. (Man ersieht hieraus, wie man in Ungarn
gegen Alles, was deutsch heißt, vorgeht.)

4 Einer früheren Rachricht enigegen theilt das „B. T.“ mit,
daß die Mittheilung, auf Helgoband werde eine Spielbank
errichtet, auf Mystification beruhe.

4Der nordamerikanische Staatssekretär des Aus—
värtigen hat' ein Rundschreiben an die Seemächte gerichtet, worin
diese eingeladen werden, Delegirte zu einer am 1. Januar 1881
zu Washington abzuhaltenden internationalen Gesundheitskonferenz
u entsenden, welche den Zweck haben soll, für Mittheilungen über
den Gesundheitszustand der unter der Jurisdiktion der betreffenden
Mächte stehenden Häfen, sowie der von diesen Häfen kommenden

Schiffe ein System einzuführen.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

—UWD
Mobilien-
Versteigerung.
Dienstag den 81. August

nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Woh—
nung der Wittwe Laur wer—⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer daselbst die zur Güter⸗
gemeinschaft zwischen Carl Mi⸗
chael Laur, weiland Rentner
in St. Ingbert und seiner hin⸗
terbliebenen Wwe. Louise Lin de⸗
mann gehörigen Mobiliarge—
genstände öffentlich der Abthei⸗
lung wegen an den Meistbieten⸗
den zu Eigenthum versteigert,
darunter namentlich·
Sopha,1 Commode, 1
Pendule, 2 Schränke, 2
Betiladen mit Stahlma—⸗
tratzen, 4 Bilder, 2 Spie⸗
gel, 2 Tische, 12 Stühle
2 Schreibpulte, 1 Küchen⸗
schrank, 1 Kiäüchentisch
Küchengeschirr, verschiedent
Bücher, 1 Bücherschränk—⸗
chen, 1 Geige, 2 Roßhaar⸗
matratzen, 1 Seegrasma⸗
tratze, 2 Federdecken, 5
Federkissen, 2 rothe Tep⸗
piche, 1 polirtes Nacht⸗
tischchen, 3 vollständige
Bett⸗ Ueberzüge, 18 Lein⸗
tücher, 2 Tafeltücher, 36
Servietten, 60 Hand⸗
tücher, 6 gebild. Tischtücher
imd sonstige Haus⸗ und
Küchengeräthschaften.
St. Ingbert, 24. Aug. 1880.
K. Auffschneider
Ami⸗s verweser.
Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 1. Sep—⸗
tember nächsthin, Morgens 10
Uhr versteigere ich vor dem
Stadthause dahier, 1 Clavier, 1
Nähmaschine, 1 runden Tisch
und 1Pfeilerschränkchen, zwangs-
weise gegen Baarzahlung.
St. Ingbert, 24. Aug. 1880.
Soßbender,
Gericavoslzieher.

Einladung.
Die activen Mitglieder des Musikvereins und der Ge⸗
müthlichkeit werden am JJ
Sonntag den 29. ds. Ahends prätis 8 Uhr
auf allgemeinen Wunsch das Wo l s sche Schauspiel
Preciosa
zur Aufführung bringen und beehren sich hiezu ergebenst ein⸗
zuladen.
Der Ertrag soll nach Abzug der nicht unbedeutenden Kosten
ür die hiesigen Armen verwendet werden.
Schulpflichtige Kinder unter 13 Jahren haben keinen Zutritt.
Eintrittspreise:
1 Billet 1 Mk. —
2„ für 1 Familie 11, 50
3 u 1 u 2 u T
jedes weitere Billet 0 ,735
Aus Auftrag
Fischer, Schriftführer.

Arbeiterbildungs-Vercin.
Montag, den 30. August
Beneral⸗ Versammlung
bei Wwe. Poller.
Tages-Ordnung:
Umwandlung des Arbeiterbil⸗
dungsverein in einen Ge—
werbeverein. Sodann:
Aufnahme.
Zu zahlreicher Betheiligung
adet ergebenst ein
Der Vorstand.
Oel Laur.
Zonntag den 29. Augusi
Frettunsik.
xn meinem Hause ist eine
J Wohnung zu vermiethen.
J. Dercum, Schreiner.

— — — — — —

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewinn-Ziehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Loose schon 1 Treffer.
Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
ligst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in UIm a. D.

Import ital. Produkte.

—
P. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.

zpezialilüt: Herrn Hemden nach Maaß

nach deutschen, französischen und amerika—⸗

nischen Zuschneide-Systemen.

:/3 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Eiusatz M 260. -

mit glattem feinem leinen

Einsatz A Bö. —

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ausue Sitz leiste ich jecde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich daun ineine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungs fühiglheit über⸗
zeugen.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Um allen Mißverständ⸗
tissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfälzischer
Vewerbemuseums.
greis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 25,. October
1880.
daupigewinne von 530,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
huf 20 Loone ei n Baar
xewinnmn.
Bestellungen sind zu richten an
ie General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
ei Franz Woll in St.
Inabert.

Sonntag, 20. Auguß
Tanzmusik,

Sonntag, 29. August bei
anstiger Witterung
Waldpartie
in der Sengscheider Anlage

Ouch nehme die von mir in der
J Wirihschaft von N. Weber
gegen Schneider Holzuer ge⸗
machte Aeußerungen zurück.
St. Ingbert, 26. Aug. 1880.
Ehr. Brück, Fuhrmann.

Anfang 3 Ubr deir
ter Jung.

terz nete em⸗

ehlt sich im Bü⸗

i und außer dem Hause
Katharina Steinacker

Höflichst ladet ein
A. Woll.
—

Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagoblatt“ Nr.

48
        <pb n="547" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementésvreis betragt vierteljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Posi bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum. Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
M 138. Sonntag, den 29. August⸗

18885.

Deutsches Reich.

Bei dem Jubilãumsfestbankett im alten Rathhause zu
München, an welchem alle Minister, der Erzbischof umd die
Spitzen der Behörden Theil nahmen, brachte der preuß. Gesandte
»on Werthern den Toast aus, in welchem er sagte: „Konig Ludwig II.
ist der liebe, unter allen Umständen treue unb sichere Bundes⸗
gen osse Sr. Majestät des Kaisers und Koönigs, meines Herrn. Für
uns Norddeutsche war er Sr. Majestät in schwerer Slunde das
Seltenste, was es gibt, der Freund in der Noth, und darum sind
wir ihm in unausloͤschlicher Dankbarkeit verbunden und zugethan.“
Der Toast schloß mit einem: Hoch Wittelsbach, hoch Bayern für
alle Zeiten! Der Toast wurde judelnd anfgenommen, Graf Werthern
von allen Seiten beglückwünscht.

Wie dem „Pf. K.“ aus München gemeldet wird sind an
S. M. den Konig anläßlich seines Geburis⸗ und Namensfestes
und des 700jährigen Jubiläums seiner Dynastie sowohl von dem
Deutschen Kaiser und den anderen deutschen Bundesfürsten, wie
auch vom Kaiser von Oesterreich die herzlichsten Glückwunsch⸗Schreiben
und Telegramme gelangt.

München. Se. Maj. der König hat aus Anlaß des
Jubilͤums eine größere Anzahl von Begnadigungen Ver⸗
urtheilter gewaͤhri.

Die Agitation gegen die Getreidezölle nimmt an
Umfang zu, und kann man sich auf zahlreiche Petitionen für die
nächste Reichstagssession gefaßi machen. Recht wunderlich nimmt
es sich dabei aus, daß die ‚Germania“, doch wahrscheinlich Namens
des Centrums, die Regierung dringend auffordert, die wirthschaflt⸗
lichen Zölle beizubehallen, während doch ein nicht unerheblicher
Theil des Centrums, namentlich die Vertreter der westlichen Pro⸗
dinzen, gegen den Kornzoll gestimmt haben.

Fürst Bismarck mil Gemahlin und dem Grafen Herbert Bis⸗
marck ist am Donnerstag Mittag von Kissingen nach Berlin
abgereist.

Berlin, 27. August. Fürst Bismarck ist heute Nacht hier
eingetroffen.

Der Fürst und die Fürstin von Rumänien sollten am 28.
August zum Besuche des kais.-königlichen Hofes in Berlin ein⸗
treffen.

Ausland.

Wie aus Paris geschrieben wird, unterliegt es keinem Zweifel
mehr, daß die französische Regierung das Gesetz gegen die
nicht autorisirten Kongregationen vorläufig nicht zur
Ausführung bringen wird. Man mimmt ziemlich allgemein an, daß
die Regierung die aus der Auflösung der Kongregationen entstehen⸗
den Prozesse fürchte, daß sie die Ueberzeugung gewonnen, daß die
Tribunale sich nicht um das Votum der Kahnmern kümmern und
das Besitzrecht der Genossenschaften anerkennen würden; und da das
bisher bestehende Gesetz dann die Regierung machtlos lassen würde,
will man zuerst ein ñneues Gesetz votiren und dann erst dem Be—
chluß der gesetzgebenden Fakloren gerecht werden. Diese Meinung
hat viele Wahrscheinlichteil für sich Auf jeden Fall ist das Mi-—
nisterium durch diesen Schritt in ein neues Stadium seiner Existenz
getreten, das seine sämmtlichen republikanischen Gegner gegen das⸗
elbe vereinigt, wenn sie auch in anderen Fragen noch so uneins sind.

In der tunesischen Angelegenheit sind die Differenzen

zwischen der franzofischen und der italienischen Regierung Alles eher
denn beigelegt, wie bor acht Tagen die „Agence Havas“ in die
Welt telegraphirte. Beide Mächte haben Geschwader nach Tunis
beordert und zwar Italien zuerst, dessen Beispiel am 24. Frank—
ceich folgte.
Die Dekrete des griechischen Königs, nach welchen
die Kriegsbereitschaft und die Mobilisirung des griechischen Heeres
berkündigt wird, wurden in Konstantinopel in den weiteren Kreisen
der mohamedanischen Bewohner mit Freude gelesen; man ersah hieraus,
daß die Mohamedaner einen Krieg mit Griechenland wünschen, und
nan sich durchaus nicht getäuscht habe, daß die Hohe Pforte trotz
des besten Willens nicht sofort die Wünsche der Berliner Konserenz
rfüllen kann.

Der König und die Konigin von Griechenland sind in
Vetersburg eingetroffen.

ermischtes.

* St. Ingbert. Mit Beginn der Winterschule (1. Ok⸗
ober) wird zu Schnappbach eine zweite kath. Schule errichtet.
Dieselbe wird als Verweserstelle ausgeschrieben und sollen darin die
dinder der zwei ersten Schuljahre beider Confessionen gemeinschaft⸗
lich unterrichtet werden. Die jetzige Lehrerwohnung im obern
Stocke des Schulhauses wird als Lehrsaal eingerichtet werden.

fFœReichsgerichts-Entscheidung. Die Forderungen auf
Schadenersatz aus Unfällen verjähren nach 8 8 des Reichshaftpflicht⸗
zesezes in zwei Jahren vom Tage des Unfalls an. In Bezug
zuf diese Bestimmung hat das Reichsgericht, erster Civilsenat, durch
ẽrkenntniß vom 14. Februar 1880 folgenden Rechtssatz ausge⸗
prochen: Der Schadenersatz-⸗Anspruch aus einem Unfall bei Eisen⸗
ahnen, Bergwerken, Gräbern, Steinbrüchen und Fabriken verjährt
elbst dann nach zwei Jahren, wenn der Schadenersatz⸗ Anspruch
nicht aus dem Reichshaftpflichtgesetz, sondern aus einem Landesge⸗
setz hergeleitet wird, welches fuͤr die Verjährung eine kürzere oder
längere Frist bestimmt.

FBruchmühlbach, 24. August. Der frühere kgl. Post-
expeditor Georg Reither in Bruchmuͤhlbach wurde, angeschuldigt
der Unterschlagung von 1674 M., heute von der kgi. Gendarmerie
verhaftet. (Pf. 3.)

. Der Preiszuchtviehmarkt in Quirnbach war von 110
Zuchtstieren, jt 50 Kühen und Rindern und 73 Stück Jungvieh,
also sehr gut befahren; auch qualitativ wird er gelobt. An land⸗
wirthliche Dienstboten wurden bei dieser Gelegenheit 6 Preise für
lange Dienstzeit ausgetheilt.

x. Den mit einer Legitimationskarte versehenen Mitgliedern des
Pfulzischen Lehrervereins aus der Pfalz und den angrenzenden
Ländern, welche die am 16. und 17. September l. J. in S peyer
tattfindende Lehrerversammlung besuchen, wurde von der Direction
der Pfälzischen Bahnen auf allen Linien derselben in dankenswerther
Weise eine Fahrtaxermäßigung in der Ari bewilligt, daß die am
16. und 17. September bei allen Stationen gelösten einfachen
Fahrbillete nach Speyer durch Aufdruck des Siationsstempels der
Abgangsstation Giltigkeit zu freier Rückfahrt bis einschließlich 18.
September erhalten. Ferner wird seitens der Direcktion gestattet,
daß am 17. September dem Schnellzug Nr. 7 ab Neustadi Wagen
3. Classe angehängt werden unter der Vedingung, daß die denselben
benützenden Festtheilnehmer die tarifmäßigen Zuschlagsbillete à 20 Pf.
don Neustadt bis Schifferstadt lösen.

. Nach langerer Pause ist, wie man der ,Magd. Zeitung“ mit⸗
heilt, dieser Tage wieder einmal eine polizeiliche Demonstration in
Me tz in Scene gesetzt worden. Es wurde nämlich hoch oben auf
»em Dache der Notre⸗Dame⸗Kirche ein Tannenbaum angebracht, der
nit den Farben der französischen Trikolore geschmückt war. Ein—
elne franzoösische Zeitungen haben es nicht unterlassen können, diesen
Zcherz zu einem äußerst wichtigen Ereigniß aufzubauschen, durch
velches „Metz, die ville morte, in deren Straßen kein anderes
heräusch, als der Tritt der Soldaten zu hören sei“, der Welt wieder
einmal seine Zusammengehörigkeit mit Frankreich habe dokumen—
ren wollen.

F Die kgl. Regierung in Köhn hat eine nachahmenswerthe
Polizeiverordnung, betr. die Benutzung der Hunde als Zugthiere,
erlassen. Darnach ist jeder, welcher seinen Huͤnd als Zugthier be—
autzen will, gehalten, davon, unter Vorzeigung des Hundes, der
Polizeibehörde seines Wohnortes Anzeige zu machen. Wird der
Hund zum Ziehen tauglich befunden, so erhalt der Besitzer desselben

einen Erlaubnißschein, in welchem vermerkt steht, welche Last dem
Ddunde aufgelegt werden darf.

frGroßes Bermächtniß, Aus Gotha, 19. Aug.,
ichreibt man der „Magdeb. Zig.“: Vorgeftern ist hier ein alter,
linderloser Herr, der Rentner Schäfer, heimgegangen. Der sehr
reiche Mann hat eine halbe Million Mark — dem Vernehmen
nach die Hälfte seiner Hinterlassenschaft — zu einer Stiftung für
        <pb n="548" />
        invalid gewordene Arbeiter unserer Stadt und des gothaischen
Landes vermacht. Herrn Schäfers irdische Ueberreste werden mor⸗
gen in der Feuerbestattungshalle verbrannt.

4 Am Sonnabend wurde von der Ehlert'schen Fabrik in
Berlin aus eine Probefahrt mit einer neu construirten Dampf-
droschke nach Westend unternommen, an welcher außer den Fabrik⸗
technikern auch einige höhere Polizeibeamte theilnahmen. Die Ge⸗
schwindigkeit des Wagens und seine Lenkbarleit ließen nichts zu
wiümnschen übrig; als ein unbequemer Uebelstand wurde aber die
starke Dampfeniwickelung empfuuden. Hierin wird jedenfalls eine
Aenderung getroffen werden müssen.

Das Oberammergauer Passionsspiel ist jetzt auch nach der
Schweiz verpflanzt. Zu Mu ri im Kanton Aargau wird es unter
großem Zudrange von nah und fern aufgeführt.

FDer Pester Gemeindeausschuß hatte beschlußweise ausge—
sprochen, daß er von mit ihm in Verbindung stehenden Liefe⸗
ranten keinerlei deut sch verfahte Eingaben, Rechnungen ꝛc. ent⸗
gegennimmt. Trotzdem haben bei der letzien Ausschreibung für
Lieferung der Eisenbestandtheile zum Baue des Bruckbades zwei

große Fabriken deutsche Offerte eingereicht. Diese sonst für die
Zauptstadt vortheilhaften Anbote wurde wegen „Formfehlers nicht
Beiracht gezogen und ein nunmehr ohne Konkurrenz gebliebenes
ingarisch verfaßtes Offert — das wohl ungünstigere Bedingungen
lelte — angenommen. (Man ersieht hieraus, wie man in Ungarn
gegen Alles, was deutsch heißt, vorgeht.)

Einer früheren Rachricht enlgegen theilt das „B. T.“ mit,

daß die Mittheilung, auf Helgoland werde eine Spielbank
errichtet, auf Mystification beruhe.
Der nordamerikanische Staatssekretär des Aus⸗
wärtigen hat ein Rundschreiben an die Seemächte gerichtet, worin
diese eingeladen werden, Delegirte zu einer am 1 Januar 1881
zu Washington abzuhaltenden internationalen Gesundheitskonferenz
u entsenden, welche den Zweck haben soll, für Mitiheilungen über
hen Gesundheitszustand der unter der Jurisdiktion der betreffenden
Maͤchte stehenden Häfen, sowie der von diesen Haäfen kommenden
Schiffe ein System einzuführen.
Fur die Redattion verantwortlich: F. X. Demeßz.
— —
Mobilien⸗
Versteigerung.
Dienstag den 31. August

aächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
St. Ingbert in der Woh—
nung der Wittwe Laur wer—
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notars
Sauer daselbst die zur Güter⸗
gemeinschaft zwischen Carl Mi⸗
chael Laur, weiland Rentner
in St. Ingbert und seiner hin⸗
terbliebenen Wwe. Louise Lin de⸗
mann gehörigen Mobiliarge⸗
genstände öffentlich der Abthei—
lung wegen an den Meistbieten⸗
den zu Eigenthum versteigert,
darunter namentlich:
1 Sopha, 1 Commode, 1
Pendule, 2 Schränke, 2
Bettladen mit Stahlma⸗
tratzen, 4 Bilder, 2 Spie⸗
gel, 2 Tische, 12 Stühle
2 Schreibpulte, 1 Küchen⸗
schrankf, 1 Küchentisch
Küchengeschirr, verschiedene
Bücher, 1 Bücherschränk—
chen, 1 Geige, 2 Roßhaar⸗
matratzen, 1 Seegrasma⸗
tratze, 2 Federdecken, 8
Federkissen, 2 rothe Tep⸗
piche, 1 polirtes Nacht⸗
tischchen, 3 vollständige
Beit-Ueberzüge, 18 Lein⸗
tücher, 2 Tafeltücher, 36
Servietten, 60 Hand—⸗
rücher, 6 gebild. Tischtücher
und sonstige Haus⸗ und
Küchengeräthschaften.
St. Ingbert, 24. Aug. 1880
K. Auffschneider
Amtsverweser.
Zwangsversteigerung.
Mittwoch den 1. Sep⸗
tember nächsthin, Morgens 10
Uhr versteigere ich vor dem
Stadthause dahier, 1 Clavier, 1
Nähmaschine, 1 runden Tisch
und 1 Pfeilerschränkchen, zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung.
St. Ingbert, 24. Aug. 1880.
Rcbender,
Gerichtsvollzieher.

Einladung.
Die activen Mitglieder des Musikvereins und der Ge⸗
müthlichkeit werden am 9
Sonntag den 29. ds. Ibends präcis 8 Uhr
auf allgemeinen Wunsch das Wo lfsche Schauspiel
Preciosa
u pꝛluführung bringen und beehren fich hiezu ergebenst ein⸗
uladen.
Der Ertrag soll nach Abzug der nicht unbedeutenden Kosten
ür die hiesigen Armen verwendet werden.
Schulpflichtige Kinder unter 13 Jahren haben keinen Zutritt.
Eintrittspreise:
1 Billet 1 Mk. —
2,„ fuür 1 Familie 1, 50
3 ⸗ u 1 v 2 o7T
jedes weitere Billt 0„75 J—
Aus Auftrag
Fischer, Schriftführer.

Arbeiterbildungs⸗Verrin.
Montag, den 30. August
Beneral⸗Versammlung
bei Wwe. Poller.
Tages⸗Ordnung:
Umwandlung des Arbeiterbil⸗
dungsverein in einen Ge—
werbeberein. Sodann:
Aufnahme.
Zu zahlreicher Betheiligung
adet ergebenstiin
Der Vorstand.
roõtel Laur.
Sonntag den 29. August
Ryoeusik.
meinem Hause ist eine
wobrneng zu vermiethen.
J. Dereum, Schreiner.

Unwiderruflich, Dienstag den 31. August
Gewinn-Ziehung
der 2. Kissinger Lotterie
auf 25 Looße schon 1 Treffer.
Loose sind zu haben in St. Ingbert bei J. J. Gre⸗
wenig, F. Woll, Buchhandlung, J. Friedrich.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
ligst und ist zu näherer Aus—
kunft ꝛ⁊c. gerne bereit

Hans Maior in UIm a. D.

Import ital. Produkte.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
. Landau i. Pfalz.

v‘pezialitüt: Herrn · Hemden nach Maaß

nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide-⸗Systemen.

10 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 26. -

mit glattem feinem leinen

Eiunsatz B30. -

zis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
cinsatze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
wae nn Sitz leiste ich Jede Ga-
rancie; nach erfolgter Bestellung sende
sch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leistungssühigkeit über⸗
zeugen.

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geld ewinnfte.
7 Um allen Mißverständ⸗
niissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Chance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfaälzische

Gewerbemuseums.

Irtis des Kooses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
daupigewinne von A 30,000
12, 000, 5000 ꝛe. in Baar.
luf 20 Loose ein Baur
xewinmn.
Bestellungen sind zu richten ar

ie General⸗Agentur
Julius Goldsobmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
et Franz Woll in St.
Inabert.

Sonntag, 29. Augus
Tanzmusik,
Aufang 3 Uhr bei
neter Jung.

Sonntag, 29. August bei
»stiger Witterung
Waldpartie

in der Sengscheider Anlage

Gech nehme die von mir in der
Wilschaft von R. Weber
gegen Schneider Holzuer ge⸗
mnachte Aeußerungen zurück.
St. Ingbert, 26. Aug. 1880.
Eehr. Brück, Fuhrmann.

nterzeichnete em⸗

lt sich im Bü⸗

g. ..nn und außer dem Hause.
Katharina Steinacken.

Höflichst ladet ein
A. Woll.

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. v.
        <pb n="549" />
        St. Ingberler Anzeiger.“
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

V vierieljahrlick

MA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswaͤris
mit 14 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
—E —139. Dienstag, den 31.

13880.

Deutsches Reich.

München. Am 25. August erhielt Se. Maj. der König
gegen 300 Glückwunsch- und Huldigungstelegramme von Monar—
hen Deutschlands und des Auslands, von Vereinen, Magistraten ꝛc.
zugestellt.

Der „Reichsanzeiger“ publizirt einen Erlaß des Kaisers an
den Reichskanzler, wonach die Leitung des Handelsmini—⸗
steriums (welches bisher der nunmehrige Staatssekretär im
Ministerium für Elsaß-Lothringen leitete), vorläufig dem Fürsten
Bismarck übertragen wird.

Die Frage der Herabsetzung der Gebühren und
Gerichtskosten wird, wie verlautet, den Bundesrath sofort nach
jeinem Zusammentreten in der zweiten Hälfte des Monats Sep—
tember beschäftigen. Wie das „Berl. Tgbl.“ hört, wird die württem—
bergische Regierung einen Antrag auf Herabsetzung der Gebühren
im Bundesrath einbringen, der dort hoffentlich auch eine Maiorität
finden wird.

Die Stuttgarter Handelskammer hat sich, wie die
„Württ. Landesztg.“ meldet, mit allen gegen eine Stimme gegen
die Beschränkung der Wechselfähigkeit ausgesprochen und den Be—
ichluß gefaßt, dem Detailverkauf der Straßburger Tabakmanufaktur
in Württemberg entgegen zu treten.

Ausland.

Die Pariser „Republique srançaise“, Gambetta's Blatt,
constatirt die Uebereinstimmung der Mächte in der griechischen Frage
und hofft, der Sultan werde sich nicht den Zufällen eines Kampfes
mit Griechenland aussetzen, welches ruhig und vertrauensvoll die
Ausführung des Schiedsspruches von Europa erwarte. Die einzige
Rettung der Türkei liege im Frieden; nur so werde sie dem un—
zleichen Kampf aus dem Wege gehen. Der Wille Europas würde
sich jeder auch noch so starken Macht aufzwingen lassen, um so
mehr der Türkei, welche durch Unglücksfälle und Fehler herunter⸗
gekommen und kraftlos geworden sei.

Der türkische Vertreter in London läßt in der Tages—
presse das Gerücht, daß die Pforte die muhamedanische Bevölkerung
Indiens nnd Afghanistans durch Sendlinge und aufrührerische
Schriften aufzuwiegeln suche, als unbegründet bezeichnen.

Tannen beschatteten Platze versammelt. Hr. Lehrer Faul von
Schönenberg legte in schwungvoll begeisterter Rede mit Anführung
der einschlagenden geschichtlichen Thatsachen die. hohe Bedeutung
des Tages klar und die HH. Lehrer Weber und Zink von
Miesau und Maurer von Gries machten es sich zur Aufgabe,
einzelne der hervorragendsten Herrscher unseres erlauchten Fürsten⸗
jauses, nach ihrem Leben und Wirken zu zeichnen. Die übrige
Zeit wurde mit Gesangsvorträgen und Deklamationen ausgefüllt.
Die Schüler einiger Gemeinden bekamen auf dem Festplatze erst
hre Bretzeln, andere hatten sie schon zu Hause bekommen; leer
zingen nur die von Schönenberg aus, was der dortigen Gemeinde⸗
»erwaltung nicht sonderlich zur Ehre gereicht. Auch für des Leibes
Bedürfnisse, für Speise und Trank, war bestens gesorgt und ver⸗
ienen die HH. von Miesau, die das Arrangement der ganzen
SZache übernommen hatten, die voll ste Anerkennun g!

F Die pfälzischen Mitglieder der deutschen Volkspariei
verden am Sonntag, den 12. September, Vormittags 10 Uhr, in
er „Krone“ zu Neustadt a. H. zu einer geschlossenen Mitglieder⸗
dersammlung sich vereinigen, in welcher die weitere Entwicklung
der Parteiorganisation in der Pfalz berathen werden soll.

F In Zweibrücken wird sich die Feier des Erinnerungs⸗
tages an die Schlacht von Sedan dauf Folgendes beschränken:
um Vorabend Geläute und Böllerschießen sowie Zug des Krieger⸗
und Kampfgenossenvereins auf den Friedhof, Schmückung der
Vräber der Helden von 1870,71, Ansprache des Hru. Pfr. But⸗
ers; am 2. September früh Geläute und Böllerschießen, später
Festgottesdienst. Die Beflaggung der Häuser dürfte sich wohl von
elbst verstehen.

Dem protestantischen Presbyterium zu Zweibrücken und
dem protest. Pfarramt Bergzabern wurde die Genehmigung
zur Abhaltung von Gottesdiensten am Sedanstag ertheilt. J

F. Gelegentlich der Wittelsbachfeier in Herschber g ereig⸗
aete sich folgender tragi-komische Vorfall: Der Handelsmaunn umd
rühere Artillerist Salomon Jean hatte das Abfeuern der Böller
ibernommen. Eben als ein Boller krachte flog die Mütze des
Feuernden in den Festplatz herein und er selbst schlug einige Mal
— hab' mich todt
eschossen!“ In der That blieb er todtähnlich liegen. Nach vieler
Mühe gelang es, ihn wieder in's Leben zurückzurufen und schon
2 Stunden darauf erschien er wieder auf dem Festplatze, woselbst
er mit donnerndem Applaus empfangen wurde. — Die Explosion
wvar beim Laden des Böllers eingetreten, wobei derselbe aufrecht
ttand und Jean, über ihn gebeugt, den Propf einstieß. Man be—
zreift nicht, wie die große Gefahr ohne schlimmere Folgen borüber—
zehen konnte.

. Vor der Strafkammer des Landgerichtes Kaiser slau—
bern hatten sich am 28. August ein Kaufmann aus Steinbach
ind ein Ackerer aus Quirnbach wegen Fälschung einer Privat⸗
irkunde zu verantworten. Ersterer war Director und letzteret Kas⸗
ierer des früher in Quirnbach bestandenen Vorschußvereins, welcher
ich seit längerer Zeit in Liquidation befindet. Dieselben sind be—
chuldigt, ein Protokoll über eine Generalversammlung gefälscht zu
haben. Der Staatsanwalt beantragte gegen den früheren Kassierer
eine Zuchthausstrafe don 2 Jahren und Aberkennung der bürger⸗
lichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren und gegen den
Vorstand unter Annahme mildernder Umstände, eine Gefängnißstrafe
von 6 Monaten. Die Verkündung des Urtheils wurde auf 3.
September vertagt. Die Mitglieder des Quirnbacher Vorschußder

eins erlitten einen Verlust von etwa 8000 Mk., und es werden
die beiden Angeschuldigten, falls sie verurtheilt werden, dafür auf⸗
lommen müssen.

F Am nächsten 2. September, dem Sedantage, wird auf dem
Friedhofe von Annweiler ein Denkmal enthüllt, das den am
17. Juni 1849 bei Rinnthal gefallenen jungen Männern, deren
Bebeine dort beigesetzt sind, errichtet worden ist. „Auch sie starben
ür das Vaterland“, lautet eine auf dem Sockel eingegrabene In—⸗
chrift. Ihre Namen waren: Peter Chirra aus Homburg, Peter
Dorsy aus Lambrecht, Philipy Friedrich Erbardt aus Leinsweiler.

— —
Vermischtes.

t⁊St. Ingbert. EEingesandt.) Das von Hru. Lehrer
Schlaudecker mit seinen Musikschülern am Sonntag Nachmittag
im Grewenig'schen Saale veranstaltete Kinderkonzert hatte sich eines
recht zahlreichen Besuches zu erfreuen. Dasselbe nahm einen hüb—
jchen Verlauf; denn alle Nummern des sehr reichhaltigen Pro—
gramms wurden gut, einige sogar recht gut und ansprechend,
sauber und geläufig vorgetragen. Es öleibt eben zu berücksich
tigen, daß die jugendlichen Spieler meist erst seit verhältnißmäßig
kurzer Zeit musitalischen Unterricht erhalten. Klabiervorträge,
Violin- und Citherpiecen mit Kiavierbegleitung wechselten mit
einander ab. Besonders waren es? das „Heimweh“, eine Pièce
für Schlag- und Streichcither und Klavier und der „Parademarsch“
für Cither, Klavier und Guitarre, welche sichtlich angenehm über⸗
raschten. Auch die Violinpicen wurden zum Theil recht rein und
auber vorgetragen. Sehr zweckmäßig waren die Klavierstücke, von
denen einige schon recht schwierige Anforderungen an die jungen
Spieler stellten, zwischen die übrigen Programmnummern vertheilt. —
Wir gratuliren Herrn Schlaudecker zu dem angenehmen Verlaufe
des von ihm arrangirten Konzertes. Es bewies derselbe, daß seine
Schüler wohl geschult sind. Möge nun diese es auch in Zukunft
an dem gehörigen Fleiße nicht fehlen lassen. Denn auch der beste
Unterricht in der Musik führt wenig vorwärts, wenn es dem Lernen⸗
den, auch bei vorhandener Fähigkeit desselben, an ununterbrochenem
Fleiße gebricht. Wenn irgendwo, so heißt es in der Musik: „Uebung
macht den Meister.“

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Zur Begehung der
Wittelsbachfeier hatten sich am 25. August die Schulen von Ober—
und Niedermiesau, Sand, Schönenberg und Gries in dem
unweit Miesau gelegenen Krühenwald an einem von hochtemmigen
        <pb n="550" />
        Friedrich Peter Gan aus Zweibrücken, Max Klein aus Homburg,
Jakob Ruf aus Siambach, Konrad Schmitthenner aus Bergzabern
und Moritz Böhme aus Leipzig, 7 Pfälzer und 1 Sachse. Der
Jüngste von ihnen war 17, der Aelteste 23 Jahre alt.

Der Inseratentheil der in Edenkoben erscheinenden
Gegenwart“ enthält folgendes Preisausschreiben: „Zur Wittels⸗
bachseier in Edenkoben werden im Sinne Sr. Maj. des Königs.
der die Wittelsbach-Stiftung zur Hebung des Handwerks bestimmt,
4 bis 85 Preise im Gesammtbetrage von 100 M. für die besten
Lehrlingsarbeiten ausgeschrieben. Bedingung: Gegenstand des täg⸗
lichen Gebrauches, solid, exakt und nachweislich ohne Hilfe herge—
stellte Arbeit, sowie ein gutes Führungszeugniß des Meisters. —
Unterschrieben ist das Ausschreiben von Herrn August Kuby. Ein
gemeinnütziges praktisches Vorgehen, das Nachahmung verdient!

Am Sedanfest werden Mannheimer und Ludwigshafener
Gesangvereine, zusammen 400 bis 500 Sänger, gemeinsam
in der Ludwigshafener Sängerhalle konzertiren.

p In Bischheim brachte am 25. d. eine Kuh drei Kälber
zur Welt.

4 Die Verwalter der Kasse des sozialdemokratischen Gewerbe⸗
vereins in Pforzheim (Baden) haben sich Unterschleife zu Schul⸗
den kommen lassen; der erstere wurde von der Pforzheimer Straf⸗
kammer zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt.

(Französisches Consulat für die Pfalz in Mannheim)
Der an die Stelle des bisherigen Consuls, E. Champy zum fran⸗
zösischen Consul für die Pfalz, mit dem Wohnsitze in Mannheim
ncunie Oppelt wurde in dieser dienstlichen Eigenschaft anerkannt.

Am Sonntag ertrank bei St. Arnual ein 15jähriger
Junge von dort beim Baden in der Saar. Ein eigenthuͤmliches
Verhaltniß scheint über der Familie des Verunglückten zu walten
auch der Vater desselben ist vor ca. 4 Jahren in der Saar ertrunken,
eine Wittwe mit 4 kleinen Kindern zurücklassend, von denen jetzt
wieder, wie oben berichtet, der einzige Sohn der Mutter entrissen
worden ist.

In Forbach haben etwa 100 dort wohnende Bahern
das Wittelsbach-Jubilaͤum festlich begangen.

Aus dem Reichs lande wird der „Fr. Pr.“ geschrieben:
Wie man in Frankreich Geschichte macht und, was noch schlimmer
ist. auch in den Schulen lehrt, zeigt nachstehendes auf Ueberzeuqung

beruhendes Beispiel: In Bezug auf den letzten Krieg heißt es u. A.:
Ddie deutschen Heere seien Männern anvertraut gewesen, die den
Satz aufstellten, daß Gewalt vor Recht gehe, dund die sich über—
haupt aus Gerechtigkeit und Ehre Nichts machten. Frankreich sei
zum Kriege gezwungen und von dem dreis bis viermal stärkeren
Feinde überwältigt worden, der trotzdem sich nur aus der Ferne
dder im Gebüsch versteckt (() zu schlagen wagte. In Bezug auf
Straßburg wird gesagt, daß es 1681 ebenso Meßz 1552 freiwillig (2)
von Deutschland an Frankreich abgetreten worden sei: das historische
Recht sei also auf Frankreichs Seite. Außer den fünf Milliarden
seien noch Hunderte von RMillionen in Folge von Requifitionen
ind Diebstählen () an Möbeln, Silbergeschirr, Büchern und Kunst⸗
gegenständen über den Rhein gegangen. Ein Seitenstück zu diesem
Geschichtswerke bilden die ebenfalls in vielen französischen Schulen
arbreilelen, in den letzten Jahren erschienenen Landkarten, worauf
Elsaß⸗Lothringen immer noch zu Frankreich gerechnet wird.

Aus U nterfranken wird gemeldet, daß in Folge der
günstigen Ernte in verschiedenenen Orischaften der sechspfündige
deib Roggenbrod um 4 bis 6 Pf. abgeschlagen hat.

Aus Bochum (Westphalen) wird unterm 27. August
gemeldet: Verflossene Nacht fand auf Zeche „Julie“ bei Herne eine
Explosion schlagender Weiter Statt. Drei Bergleute blieben todt,
soͤ wurden schwer verletzt. Mehrere Verunglückte sollen noch nicht
an's Tageslicht gebracht worden sein.

Wie die „Schles. Ztg.“ erfährt, ist die preußische Staats⸗
regierung der Maßnahme eines Verbots der Kartoffel-Aus—
fuͤhr näher getreten und hat von den Landräthen mit Bezug auf
die Zweckmäßigkeit eines solchen Verbots schleunige gutachtliche
Verichte eingefordert.

F Laut Nachrichten aus Kingston (Jamaika) vom 19.
August hatte dort in verheerender Orkan gewüthet. Tauseyde
don Menschen sind dadurch des Obdachs beraubt, die Saalben
zrößtentheils vernichtet. Die Kaserne in Kingston ist zerstört, dre—
Werften fortgerissen, 8 große und 32 kleine Schiffe im Hafen ge—
scheitert. Man hält eine Hungersnoth für bevorstehend und Unter—
tützung für erforderlich, um Tausende vor dem Hungertode zu
retten.
t77t— —
Für die Redaction verantwortlich: J. X Demesb.
P. Demet, Hemdenfabrik,
Lanudan i.Pfalz.
Sptzialilut: Herrn⸗Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗

nischen Zuschneide⸗Systemen.
124 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 26.-
mit alattem feinem leinuen
Einsatz A BO. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einjätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Arrmellänae als Maaf—
genügend.

Jur guttn Stoff, solide Arbeit und
ausgezeichneten Sitz leiste ich jede Gu
ne; nach erfolater Besteliung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kon
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner — — uber
rteuaen.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 18. Septem—
ber 1880, Nachmittags 2 Uhr,
zu St. Ingbert, in der
Wirthschaft von Peter Heusser,
wirde an den unterzeichneten
Amisverweser des kgl. Notär
Sauer in St. Ingbert, XR
Betreiben des Vorschußvereines
St. Ingbert, eingetragene Ge—
nossenschaft, gegen Andreas
Schweitzer, Tüncher und des⸗
sen Ehefrau Marie Caye, im
Wege der vertragsmäßigen Wie⸗
derversteigerung, die nachstehend
beschriebene Liegenschaft in der
Sieuergemeinde St. Ingbert,
öffentlich zu Eigenthum ver⸗
steigert:
Von Pl.-Nr. 19912, 1 4
70 qm Flöche, worauf ein
Wohnhaus, Hofraum, Schup⸗
pen, Keller und Stallung,
gelegen zu St. Ingbert in
der Blieskasteler Straße neben
Peter Schwarz und Johann
Weidmann — die neben Peter
Schwarz gelegene Hälfte mit
Zugehör, Hofraum Schuppen
und dem ganzen Felsenkeller.
St. Ingbert, 30. August 1880.
K. Auffschueider,
Amtsverweser.

Gch nehme die von mir in der

JWichscheft von R. Weber

gegen Schneider Holzuer ge—
machte Aeußerungen zurück.

St. Ingbert, 26. Aug. 1880

1ehr. Brück, Fuhrmann.

Unnterzeichnete em—

pfiehlt sich im Bü—

geln in und außer dem Hause.

Katharina Steinacker.

z. Johann⸗BSaarbrümer

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo⸗
jann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Zurbach an der Saar zusam—
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Zlait. Wöchentlich 7mal. Vier—
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— —— —F 5533688 34 —— ——333 3858
——5—8 233 5352357 8533 3 8385 *
5355332* ——— 35 —8832
3—33 83 2833 7 3—86
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335 335335535 32537
25 58 53 —* 2* 5 — 232 5z3* 53

—*88 8 — 5* — 2 2* ——— 3.3 8 28 — 2 E ——
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253 —2 53 — 23 25 5—522222 * — —— x 5855 *

2 585 2 2 ** —213 8 ——— 5
*3 —5355 — — — —8538385
— — — D— —* 5* 5 D — S 8 —3 — * 5
—33 33 3 3
— —2 5855 —5 3255 — —5233 — 8222 — —,82 2 5 a 7 — 2
3 —— * —— 28— —n —8 323* 52222 — 288 —2 8*9
— ———— —A — —5 — — 835 — — 8 — 282 532 535 ——

— ——— 2 — —— ** —A —
* 2z 35 —— * — 2 — 2 2 22 —— * — 2
S53—37 3 33

* 8* * — 2 — —2 —— *
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5*. — —c 2— 3 *522 — B 2553 z33* 8 r 3z358 538
——— ——82 —— 7533333* —28223—35285
8 2 —E F 2 —A — * 72 — —— — * * — 2 —
* 52 55 JIs 838 —— — 52 2 5527 —z5328 —
e 3 3
— — i⸗ * —— 2 * 2* * — 2 7
5 2532 —— 23553 — 852 — — 5357 —c8832533825 —8
— —— 55 —257555755 —5—535 33353 ——38
——6 6285885 — —I
— —
22 825* 22 2 222272 .. —22 .— .2, 23 333—28 22 *
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2 5 — 83 —82* —8 —585 26 838 5*—— 2
83 ——335328 — 533355 35 8
5 — 88785 *57 855—325* 365 8
* — 8 N * — 838 * J
35—3 5 * 333 —

* 2 —— —— — 33 83— * 2 2 3* —A— — — — 8
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— — — — —
A 140. Donnerstag, den 2. Sevtember

—
18805.

Zum 2. September.
Ansprache des deutschen Kaisers an die Armeec:
Soldaten des deutschen Heeres!

Es ist Mir heute ein tief empfundenes Bedürfniß, Mich mit
kFuch in der Feier des Tages zu vereinigen, an welchem vor zehn
Jahren des allmächtigen Gottes Gnade den deutschen Waffen einen
der glorreichsten Siege der Weltgeschichte verliehen hat.

Ich rufe Denen, welche in jener Zeit schon der Armee ange⸗
hörten, die ernsten Empfindungen in die Erinnerung zurück, mit
zenen wir in diesen Krieg gegen eine uns in ihren ausgezeichneten
Eigenschaften belannte Armee gingen, ebenso aber auch die allge—
neine Begeisterung und das erhebende Gefühl, daß alle deutsche
Fürsten und Völker eng verbunden sür die Ehre des deutschen
Vaterlandes eintraten.

Ich erinnere an die ersten Tage banger Erwartung, an die
hald solgenden ersten Siegesnachrichten, an Weißenburg, Wörth,
Spichern, an die Tage vor Metz, an Beaumont und wie endlich
zann bei Sedan die Entscheidung in einer unsere kühnsten Hoff⸗
aungen und größten Erwartungen weit übertreffenden Weise fiel.

Ich erinnere auch mit wärmstem Dankgefühl an die hoch—
derdienten Männer, welche Euch in jener Ruhmeszeit geführt haben,
und Ich erinnere endlich an die schweren, schmerzlich betrauerten
Opfer, mit denen wir unsere Siege erkämpften.

Es war eine große Zeit, die wir vor zehn Jahren durchlebt
haben; die Erinnerung an sie läßt unser Aller Herzen bis zum
etzten Athemzuge hoch schlagen, und sie wird noch unsere späteren
Nachkommen mit Stolz auf die Thaten ihrer Vorfahren erfüllen.

Wie in Mir die Gefühle des tiefsten Dankes für des gütigen
Fottes Gnade und der höchsten Anerkennung — insbesondere für
Alle, die in dieser Jeit mit Rath nund That hervorgetreten sind —
eben, Das habe Ich oft ausgesprochen, und Ihr kennt das Herz
kFures Kaisers genug, um zu wissen, daß diese Gefühle in Mir
dieselben bleiben werden, so lange Gott Mir das Leben läßt, und
»aß Mein letzter Gedanke noch ein Segenswunsch für die Armee
ein wird.

Möge die Armee aber in dem Bewußtsein des Dankes und
der warmen Liebe ihres Kaisers, wie in ihrem gerechten Stolz
zuf ihre großen Erfolge vor zehn Jahren auch immer dessen ein⸗
zedent sein, daß sie nur dann große Erfolge erringen kann, wenn
ie ein Musterbild für die Erfüllung aller Anforderungen der Ehre
ind der Pflicht ist, wenn sie unter allen Umständen sich die
trengste Disziplin erhält, wenn der Fleiß in der Vorbildung für
den Krieg nie ermüdet und wenn auch das Geringste nicht miß-
ichtet wird, um der Ausbildung ein festes und sicheres Fundament
u geben.

Möogen diese Meine Worte jederzeit volle Beherzigung finden,
— auch wenn Ich nicht mehr sein werde — dann wird das deut⸗
cche Heer in künfligen Zeiten schweren Ernstes, die Gott noch lange
von uͤns fern halten möge, jederzeit so wie vor zehn Jahren der
jeste Hort des Vaterlandes sein!

Schloß Babelsberga, 1. September 1880.

qez. Wilhelm.

tür Ihr so freundschaftliches und gütiges Glückwunschtelegramm
us Anlaß Meines heutigen Doppelfestes und des 700jährigen
zubiläumsfestes Meines Hauses Meinen tiefinnigsten Dank aus dem
hrunde Meines Herzens aus. Ew. Majestät treu ergebener Vetter,
Zruder und Freund Ludwig.“

Das Programm der neuen liberalen Parteid. h. des
aisherigen linken Flügels der nationalliberalen Partei isi jetzt er⸗
chienen. Die Unterzeichner erklären ihren Austritt aus der national⸗
iberalen Partei. Das Programm fordert Widerstand gegen die rück—
hrittliche Bewegung und Festhalten an den errungenen politischen
rzreiheiten. Nur auf der gesicherten Grundlage wirthschaftlicher
Freiheit sei die materielle Wohlfahrt dauernd verbürgt; nur unter
Wahrung der constitutionellen Rechte, unter Abweisung aller un—
nöthigen Belastungen des Volkes und solcher indirecten Abgaben
ind Zoölle, welche die Steuerlast vorwiegend zum Nachtheil der ärmeren
klassen verschieben, dürfe eine Reform der Reichssteuern erfolgen.
das Programm verlangt kirchliche und religiöse Freiheit, verbuͤrgt
zurch selbstständige Staatsgesetzgebung und Wahrung der unver⸗
iußerlichen Rechte des Staates; die Schule dürfe nicht der kirch—
ichen Autorität untergeordnet werden. Unterzeichnet haben das
Brogramm 25 Abgeordnete; weitere Beitrittserklärungen stehen zu
rwarten. Von den pfälz. Reichstagsabgeordneten ist bis jetzt noch
einer der neuen Partei beigetreten.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ hört, die in Malta stationirte deut—
che Corvette „Victoria“ sei deutscherseits zuu Theilnahme au
der Flottendemonstration bestimmt, (welche, von Kriegs-
chiffen aller Großmächte ausgeführt, einen Druck ausüben soll,
im die Abtretung von Dulcigno an Montenegro in's Werk setzen
u helfen) und habe Befehl erhalten, sich' in diesen Tagen nach
Brindisi zu begeben.

Der deutsche Kronprinz wird in allen Orten, welche
er auf seiner Inspektionsreise in Bayern berührt, enthusiastisch
yon der gesammten Bevölkerung begrüßt.

Fürst Bismarck ist von Berlin nach Friedrichsruh
ihaereist.
Ausland.

Am Dienstag trat Kaiser Franz Joseph von Oesterreich
eine vor längerer Zeit angekündigte, auf vier Wochen berechnete
steise nach Mähren, Galizien und der Bukowina und von dort
jach Ungarn an. In Mähren war der Kaiser schon seit 8, in
halizien seit 27 Jahren nicht, die Bukowina hat er überhaupt noch
jar nicht besucht. Der Zweck der großen Rundreise ist also der
Zesuch jener Gebiete überhaupt, daun aber die Abhaltung von
Truppenübungen, die freilich auch sonst alljährlich um diese Jahres-
eit dort stattzusfinden pflegen, denen aber der Kaiser diesmal per—
önlich beiwohnen will. Das weitaus meiste Interesse bei dieser
stundreise findet der Besuch Galiziens. In diesem Lande wird sich
der Herrscher in der That am längsten aufhalten und die dortigen
Manöver werden die größten sein. Die Truppen zu denselben
ind auf den vollen Kriegsstand gebracht und feldmäßig ausgerüstet,
ind sogar die Landwehr ist dort zu den Uebungen einberufen.

Im französischen Ministerium ist der in den Kammern
ereits angekündigte Gesetzentwurf, nach welchem derjenige Theil
er Krondiamanten, der keinen besonderen historischen oder künst⸗
erischen Werth hat, veräußert werden soll, nunmehr fertig gestellt,
o daß der Unterstaatssecretär ihn gleich bei Beginn der neuen
Zession wird einbringen können. Das auf 7 bis 8 Millionen ge—
chätzte Erträgniß soll nach diesem Entwurf als erster Fonds für
ine „Kasse der Nationalmuseen“ dienen, mit deren Hilfe die
etzteren in die Lage gesetzt werden könnten, bei den sich durch
ffentliche Versteigerungen oder sonst darbietenden Gelegenheiten
runstwerke von besonderem Werih und Interesse käuflich zu erwerben.

Deutsches Reich.

Der „Nordd. Allgem. Zig.“ zufolge richtete der deutsche Kaiser
anläßlich des Wittelsbach-Jubiläums folgendes Telegramm
in den König von Bayern: „Ew. Majestät feiern heute einen zwei⸗
'achen Erinnerungstag, den Ihrer Geburt und den 700jährigen
Jubiläumstag der Wittelsbacher Dynastie. Die Vorsehung, welche
Ew. Majestät noch fernere Jahre gnädig segnen und schützen wolle,
hegnadigt Sie sichtlich, Sie den hohen, fast einzig in der Geschichte
dastehenden Jubildumstag erleben zu lassen. Die Geschicke Deutsch⸗
ands, so wechselvoll sie in dem so langen Zeitraum auch sein
mußten, sind immer mit der Geschichte der Wittelsbacher verbunden,
wie in neuester Zeit durch Ew. Majestät erneuert in den Vorder⸗
grund getreten, was in herzlicher Dankbarkeit erlennt Ew. Majestät
reu ergebener Veiter, Bruder und Freund Wilhelm.“ — Der
König von Bayern antwortete hierauf; „Ew. Maiestät spreche Ich

Vermischtes.
4St. Ingeert. Die hiesige kgl. Steuereinnehmerei
vurde dem bisherigen Steuer⸗ und Gemeindeeinnehmer in Kirr⸗
veiler, Herrn Anton Ader, seinem Ansuchen entsprechend, ver⸗
ieben.
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        Breitfurt, 1. Sept. Gestern Nachmittag traf, von
Homburg⸗Zweibrücken kommend, die Bartl'sche Musikgesellschaft aus
Zöhmen hier ein und beabsichtigte, hier zu konzertiren. Nachdem
die Herren der Gesellschaft Etwas gegessen hatten, begaben sich 2
hyon ihnen an die Blies, um zu fischen. Da das Fischen resultatlos
verlief, gelüstete es einen derselben, zu baden. Er — des Schwim—
mens unkundig — ging an seichter Stelle in das Wasser und
schritt unter Scherzen in der Mitte des Flußes stromabwärts bis
dahin, wo der Mühlbach wieder in die Blies eintritt. Hier ging
er plötzlich unter. Sein am Ufer befindlicher Bruder, der eben⸗
falls nicht schwimmen kann, mußte zusehen, ohne dem Unglücklichen
aur die geringste Hilfe bieten zu können. Nach eifrigem Suchen
ist die Leiche des Verungülckten heute morgen aufgefunden worden.
Derselbe heißt Gustav Riest, ist aus Preßeitz im Sagzerkreis in
Böhmen und 25 Jahre alt. Er bereiste vor etwa 2 Monaten in
Begleitung seines Vaters die südwestl. Pfalz und trat vor Kurzem
in die Musikgesellschaft seines Schwagers Bartl. Sein Vater soll
gegenwürtig in oder bei Kaiserslautern sich befinden. — Auch von
hier gingen heute zwei Mädchen, Schwestern, fort nach Amerika.

F Aus Blieskastel, 1. Sept. wird der „Zw. Ztg.“ ge⸗
schrieben: Das Projekt, die Sedanfeier heute Abend in her—
kömmlicher Weise zu begehen, wurde leider durch eine im Beres—
heim'schen Garten stattfindende Schlenkerpartie vereitelt. (Was ist
denn das für ein Ding, eine „Schlenkerpartie“? so fragt die Red.
der Zweibrücker Zeitung.“

F In Contwig hat der geisteskranke 35 Jahre alte Peter
Seiler am Montag seine 73jährige Mutter erschlagen.

F Die seit J1. April in Homburg erscheinende Westricher
Zeitung wird dem Vernehmen der „Pf. Pr.“ nach, am 1. Oltober
zu erscheinen aufhören.

F Se. Maj. der Koͤnig hat zur Aufbringung der Kosten für
die Erbauung einer neuen katholischen Pfarrkirche in Mittel—
bexbach die Vornahme einer Collecte in sämmtlichen kathol.
Kirchen der Regierungsbezirke von Oberfranken, Mittelfranken,
Unterfranken und Schwaben gestattet, nachdem für denselben Zweck
im Regierungsbezirke der Pfalz bereits eine Kreiscollecte stattge⸗
iunden hat.

Die „Pf. Pr.“ meldet aus Kusel: Die Auswanderungs⸗
lust scheint bei uns noch nicht abnehmen zu wollen. Neben Amerika
st es eben auch Australien, das eine gewisse Anziehungskraft be—
itzt. Im verflossenen Frühjahr waren es meistens jüngere Leute
»om Lande, die auswanderten; diesen folgen jetzt, bewegt durch
ehr günstig lautende Nachrichten der Vorangeeilten, ganze Familien,

Dir groͤßtentheilz dem Arbeiterstand augehören, mit Kind und
egel.

Herr Mar Freiherr von Gienanth vom Eisenhütten⸗
verk Hochsste in wurde als Preisrichter für die Abtheilung Me⸗
zalle, speziell Gußwaaren, zur Düsseldotfer Ausstellung berufen.

FZu Neustadt war am verflossenen Sonntag eine Ge⸗
neindeversammlung, um über den Antrag des Stadtrathes, zur
Fonvertirung der älteren 5 und *!ꝛ procentigen Gemeindeschulden,
zur Befriedigung der Bedürfnisse für Erweiterung des Wasserröhren⸗
aetzes, ferner zur Beschaffung der Mittel für das hnumanistische
Gymnasium ein Anlehen von 512,500 Mk. aufzunehmen. Der
Antrag wurde einstimmig angenommen, da constatirt worden war,
eine erhebliche Mehrbelastung werde für die Bürgerschaft dadurch
äberhaupt nicht, eine Umlagenerhöhung wenigstens für die erste
Zeit nicht nöthig werden.

FIn Kandel geriethen am Sonntag gelegentlich einer
Tanzbelustigung zwei rauflustige Bursche in Streit. Auf dem Nach—
jausewege brachte der eine dem andere mit ‚einem Handbeile so
chwere Verletzungen bei, daß dieser denselben wahrscheinlich er—⸗
iegen wird.

4 Der Stadtrath zu Frankenthal hat beschlossen, eine
Frauenarbeitsschule zu gründen. Der Zweck ist, den Eltern solcher
Mädchen, welche nach deren Entlassung aus der Volksschule nicht
darauf angewiesen sind, sie sofort zum Erwerb anzuhalten, eine
Helegenheit zu geben, sie in solchen Fächern unterrichten zu lassen,
velche ihnen für die Haushaltung, das Geschäft oder auch zu
päterem Erwerb nothwendig und wünschenswerth erscheinen. —
Sehr nachahmungswerth)

Mannheim. (Pfalzgau-Ausstellung.) Bis Ende der
dorigen Woche war der Betrag der Abonnementsgelder auf rund
37,000 M. gestiegen; rechnet man die Tageseinnahmen der Kasse
hinzu, so ergiebt sich eine Summe von rund 140,000 M.

F'In Heidelberg wurde am 28., 29. und 30. August
der achte badische Feuerwehrtag abgehalten. Es mögen dort an
1000 Feuerwehrmaͤnner versammelt gewesen sein, darunter Gäste
nus der Pfalz, aus Hessen, Frankfurt, Württemberg. Neben der
Verhandlung und Beschlußfassung über Feuerwehrangelegenheiten
zingen die unvermeidlichen Festlichkeiten und eine Ausstellung von
Feuerwehrgeräthschaften her. Die Feststimmung wurde am Sonn⸗
ag Abend leider dadurch gestört, daß ein Feuerwehrmann in seinem
Quartier die Treppe hinabfiel und das Genick brach.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.
Gratis. F Gratis.
.
EN AIs VerIlobte“

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Maria Sonntag
kriedrich Betker.

zt. Ingbert Ludwigshafen

im Sept. 1880. —
Bn meinem Hause ist eine
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zgern in und außer dem Hause.
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Sonntag, den 5. September,
Rachmittags 4 Uhr
Generalversammlung.
Der Vorstand.

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Freunden, Bekannten und Verwandten bringen wir
hiermit die betrübende Nachricht, daß heute Mittag 8
Uhr unser innigstgeliebter Sohn und Bruder

Prceelrüch LrilII
im Alter von 11 Jahren nach längerem Kranksein in
ein besseres Jenseits abberufen wurde.

St. Ingbert, 1. Sept. 1880.

Die trauernden Eltern:
Peter Brill,
Sophie Brill, geb. Maurer, und Kinder.
Die Beerdiaung findet Freitag Nachmittag um 3 Uhr statt.

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Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inagbert.
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        St. Ingberler Myzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage)erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A G60 H, einschließlich 420 — Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärtß
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AM IAd.

Samstag, den 4. September

1880.

Deutsches Reich.

Die Gutachten, welche die bayerische Staatsregierung in
Betreff des dem Bundesrathe vorliegenden Antrags auf Beschränk⸗
ung der Wechselfähigkeit von kgl. Gerichten und ver—
schiedenen Korporationen sich hat erstatten lassen, liegen nun vor
und sprechen sich mit geringsten Ausnahmen gegen jede Beschränk—
ung aus. Unter diesen Verhältnissen wird anzunehmen sein, daß
fich die bayer. Regierung im Bundesrath gegen jenen Antrag er—
fklären wird, und das um so mehr, als dieselbe, so viel bekannt,
ichon bisher eine Beschränkung der Wechselfähigkeit weder für noth—
wendig und zweckentsprechend, noch auch nur für ausführbar hielt.

Der preußßzische Landtag soll Mitte Okltober zusammen⸗
treten.

Die Berufung des Bundesraths wird frühestens in
den letzten Tagen ds. Monats voraussichtlich aber erst im Oktober
erfolgen. Dringende Arbeiten liegen nicht vor. Zudem bleibt vor
allem die Frage des jetzt erledigten Vorsitzes zu ordnen, den ein⸗
tretendenfalls Graf Stolberg zu übernehmen haben soll.

Die 30 Abgeordneten, welche bis jetzt ihren Austritt aus
der nationalliberalen Partei erklärt haben, sind nicht die
einzigen, welche sich zu den in ihrer Erklärung aufgestellten Ge—
sichtspunkten bekennen. Manche, denen die Erklärung zugeschickt
wurde, haben ihre Antwort noch gar nicht ertheilt, manchen auch
lkonnte sie, da sie augenblicklich auf Reisen sind, gar nicht zugeschickt
werden. Man bemerke auch wohl: die Ausscheidenden wollen nicht
eine feindliche Stellung zu dem Rest der nationalliberalen Partei
einnehmen, schon deßhalb nicht, weil sie sich im Großen und Gan—
zen zu den gleichen Grundsätzen bekennen; was sie scheidet, ist die
Verschiedenheit der Ansichten über das, was in jedem gegebenen
Fall zu thun ist. Die Ausscheidenden find der Meinung, die sog.

Zompromißpolitik sei schon viel zu weit getriebeu worden, und es
sei vom Uebel, fort und fort Grundsätze des Liberalismus in der
Praxis der Regierung zu Liebe zu opfern, nur damit die liberale
Partei Regierungspartei bleibe; es sei vom Uebel, wenn die Libe—
ralen, mit Verlängerung ihrer Grundsätze zu reaktionären Maß—
regeln ihre Zustimmung geben wollten, nur damit die Regierung
sich nicht an die Konservativen und das Zentrum wende, um mit
deren Hilfe dieselben Maßregeln in's Werk zu setzen. Als Grund
für ihre Kompromißlust gaben die Anhänger Bennigsens bisher
immer an, wenn die Regierung durch die Weigerung der Liberalen
genöͤthigt würde, sich auf die Konservativen und das Zentrum zu
stützen, würden diese derselben am Ende noch schlimmere Maßregeln
aufnöthigen. Der linke Flügel der Nationalliberalen, der jetzt aus—
tritt, ist aber der Ansicht, durch das ewige Nachgeben müsse sich
der Liberalismus moralisch selbst ruiniren, und wenn er diese Selbst⸗
hinrichtung vollzogen habe, dann hätten Konservative und das Zen⸗
trum doch freies Feld; also, wenn diese denn noch einmal obenauf
kämen, wäre es besser, der Liberalismus halte sich moralisch un⸗—
bersehrt; dann hätte er eher Chancen, bald die gegnerischen Par—
leien wieder wegzudrücken, als wenn er durch Verlängerung seiner
Grundsätze selbst sich die Kraft daeazu nehme. — Von den 30 Ab⸗
geordneten, welche sich losgesagt haben, gehörte nur die Hälfte (15)
dem deutschen Reichsstage an. Die „Machtfrage“ zwischen Ben⸗
nigsen einer⸗ und Bamberger⸗Forckenbeck-Lasker⸗Rickeri⸗Stauffenberg
anderseits ist vorerst zu Gunsten des ersteren entschieden, denn mit
der Gruppe Schauß⸗Völk und den beiden konservativen Parteien
würden die 70 verbliebenen Anhanger der nationalliberalen
Sache gegen Zentrum, Fortschritt, Polen, „Sezessionisten“, Sozial⸗
deniokraten und Volksparteiler noch immer die Reichsstags-
mehrheit bilden. Ob aber dieselbe, bemerkt die „Südd. Pr.“,
exhalten bleibt, ist freilich eine andere Frage, und sie wird von
wei verschiedenen Dingen abhängen: don der Aufnahme des jetzt
oeroͤffentlichten Programms, wie der zunächst eintretenden inneren
Politik des Reichskanzlers. Der letzte Faktor ist allerdings
der wichtigste.

Es ist bemerkenswerih, daß die offizidse „Nordd. Allg. Z.“,
welche seiner Zeit mit großer Energie für die „große konser
pative Partei“ in's Zeug ging, jetzt den Konservativen vom
Schlage des Reichsboten“ underblümt den Laufpaß gibt. Dieses

yyperkonservative Blatt hat nämlich -neuerdings den Gedanken einer
»edingungslosen Unterstützung der Regierung seitens der Konserva⸗
iven abgewiesen, indem es der Regierung vorhielt, sie treibe eine
‚liberale Politik mit conservativen Manieden und benutze die Kon—
ervativen nur als Hemmschuh, um den Liberalismus vor Ueber⸗
türzung zu bewahren und dessen Herrschaft zu sichern“. Das
»eranlaßte nun die „N. A. Z.“ zu einer scharfen Entgegnung, an
)eren Schluß es heißt:

„Wie es scheint, treiben im „Reichsboten“ dieselben Leute ihr
Wesen, die sich einst zu den bekannten Aeraartikeln der Kreuzzeitung“
nerstiegen, dieselben Leute, welche zu keiner Zeit im Stande ge—
wesen, den Staat zu leiten, wohl aber im Stande, die Regierung
nn wichtigen Momenten zu lähmen und dadurch unabsehbaren
Schaden zu stiften. Es wäre wünschenswerth, daß diese Elemente
ich ebenso von der konservativen Partei ablösten, wie ihre Gegen—
füßler, die verkappten Fortschrittler von der nationalliberalen Partei,
denn nur dadurch ist das Gedeihen unserer Zukunft möglich, daß,
vie der Reichskanzler vom 9. October 1878 gesagt hat, „alle die⸗
enigen, die überhaupt die staatliche Entwickelung auf der Basis des
etzigen Reiches wollen, sich unter einander verständigen, sich näher
meinander anschließen und sich nur über sachlich ganz unabweisliche
differenzen trennen“. — Verkappte Fortschrittler widerstreben der
,staatlichen Entwickelung auf der Basis des jetzigen Reiches“, gegen
)erartige Vorwürfe sollten Männer wie Forckenbeck, Stauffenberg und
Rickert denn doch wohl gesichert sein. Was die Sache selbst anlangt, so
st es sehr angenehm, zu vernehmen, daß die Regierung sich nicht
yon den Stockkonservativen will meistern lassen, sondern sich vom
Hals zu halten gedenkt.

Der Vereinstag der deutschen Kredit⸗ und Wirthschafts⸗
Genossenschaften zu Altona ist zu Ende, und es ist diesmal
yon besonderem Interesse, auf die geführten Verhandlungen zurück—
ublicken. Dieselben haben gezeigt, daß die Ergebnisse des deutschen
Benossenschaftswesens im abgelaufenen Jahre recht befriedigend
varen. Die verschiedenen Zusammenbrüche, welche während der
virthschaftlichen Krisis einen Augenblick Beunruhigung in die Reihe
zer Genossenschafter gebracht hatten, sind nunmehr meist glücklich
iberstanden. Neue nennenswerthe Stochungen haben im abgelau—
enen Jahre nicht Statt gefunden. Aus dem von Schulze⸗Delitzsch
erstatteten Rechenschaftsberichte ist denn auch zu entnehmen, daß die
Venossenschaften gegenwärtig die wirthschaftliche Krisis vollständig
iberwunden haben, und daß sie sich einer noch immer zunehmenden
Prosperität erfteuen. 3300 Vereine sind der Anwaltschaft nament⸗
ich bekannt. Dieselben zählen über eine Million Mitglieder.
diese repräsentiren etwa fünf Millionen Einwohner. Aus dem
leinen gegenseitigen Kreditvereine, der vor dreißig Jahren in dem
ZStädtchen Delitzsch einem halben Hundert Kleinbürgern unter die
Arme zu greifen bestimmt war, ist ein über ganz Deutschland aus⸗
zedehntes Netz von Vereinen geworden, deren einzelne bis zu fünf⸗—
ausend Mitgliedern zählen, und deren Geschäfts-Umsatz im Jahre
879 über zwei Milliarden Mark betrug. Nicht nur äußerlich sind
ie Vereine im abgelaufenen Jahre erstarkt, auch innerlich haben
dieselben sich gekräftigt. Das Verhältniß des eigenen zu dem
remden Kapitale ist ein erheblich günstigeres geworden. Zahl⸗
reiche fachkundige Revisoren sind eingesetzt worden. Dreiunddreißig
Zrovinzialverbande, welche mehr auf der Stammesangehörigkeit
ils auf der Staatsangehörigkeit beruhen, regeln in möglichster
Selbstständigkeit ihre speziellen Angelegenheiten. Vor den allge—⸗
neinen Verbandstag kommen nur die gemeinsamen Angelegenheiten,
und auch diese erst dann, wenn sie in den Versammlungen der
Unterberbände gründlich vorberathen sind.

Der öͤsterreichisch ungarische Minister des Aeußeren, Frhr.
v. Haymerle, wird am Samstag, 4. September, den Fürsten
Bismarck in Friedrichsruh besuchen.

Ausland.

Den Bemuühungen des französischen Ministers Freycinet
st es wirllich gelungen, die nicht ermächtigten Ordensgemeinschaften
u einer Erklärung zu veranlassen, worin dieselben ihre Bereitwillig⸗
eit zu erkennen geben, sich den bestehenden Gesetzen zu fügen und
ich dvon allen politischen Umtrieben fern zu halten.
        <pb n="558" />
        Aus Paris wird gemeldet: Alle Vorstände der Kongre⸗
gationen (geistlichen Orden) in Frankreich haben eine Er⸗
arung unterzeichnet, die offiziell durch den Kardinal Guibert
dem Ministerpräsidenten Freycinet alsbald —XD 0
Paris überreicht werden soll.

Die innete Lage in Frankreich wird durch den sich stets stei⸗
gernden Gegensatz zwischen Gambetta und Freyeinet
m deutlichsten gekennzeichnet. Der Letztere hat die nichtjesuitischen
Kongregationen gegen den Willen seines Schöpfers begnadigt und
dieser läßt ihn dafür heftig angreifen. Das Geheimniß der
Siluation ist daß dem Dittator eine Ministerkrise jetzt noch nicht
taugt; Frehcinet soll langsam ruinirt werden, wie früher Jules
Simon. Unterdeß geht die innere Zersetzung weiter; auch ein über⸗
zeugter Republikaner wie der Pariser Korrespondent der „N. Z. 3.“
bezeichnet als Hauptmängel der französischen Republik die fehlende
Fuͤrsorge für soziale Versöhnung, die im höchsten Grade maßlosen
Rebancheideen und die Sittenverwilderung. Daneben wird der
schlechte Zustand der französischen Armee hervorgehoben. Um so
inberantworlicher hat Gambetta mit seinen Revanchereden gehandelt.

In Zürich hat vom 20.—28. August ein deutscher Sozial⸗
demokratenkongreß getagt, der zur vollständigen Rechtfer—
tigung der Liebknecht und Genossen gegen die Angriffe der Hassel⸗
mann und Most führte; der letztere wurde aus der Partei aus⸗
geschlossen.

Bezůglich der Haltung der Türkei den Großmäch⸗
ten gegenüber meint die „N. A. 8.“: „Der gesunde Men⸗
ichenverstand sollte meinen, den Konstantinopeler leitenden Kreisen
müßte sich die Erkenntniß von der positiven Unmoͤglichkeit einer
Poutik des Widerstandes gleichviel ob altiven oder nur passiven
jo unabweislich aufgedrängt haben, daß sie nichts unterlassen würden,
was zur Herbeiführung eines vertragsmäßigen Akkords in ihren
sträften stände.“

In Konstantinopel zirkuliren aufrührerische Plakate, die
gegen den regierenden Sultan gerichtet sind. Es wird ihm darin
der Vorwurf gemacht, daß er in sechs Monaten ein sechs Jahr⸗
hunderte altes Reich zu Grunde gerichtet habe. Gleichzeitig wird
ihm mit Beseitigung seiner Dynastie gedroht, wenn er fich ferner
dem Willen der europäischen Mächte fügen sollte.

Die Albanesen haben ein Telegramm an den Sultan ge⸗
richtet, worin sie ihren Patriotismus betheuern und versichern,
— —— kampfen, um die In⸗
regrität ihres Gebietes aufrecht zuerhalten, d. h. also die Abtretung
don Dulcigno an Montenegro zu verhindern.

In Afghanistan ist die Belagerung von Kandahar auf—
gehoben, und hat Eyub Khan sich 8 Meilen nördlich von dieser
Siadt zurückgezogen. Hierdurch ist für das englisch⸗indische Heer
ne große Gefahr vorläufig abgewendet. Da die vollständige
Räumung Afghanistans durch die Engländer eine ausgemachte
Sache ist, so dürfte es Eyub Khan für überflüsfig gehalten haben,
sich vorher noch mit ihnen in einen zweifelhaften Kampf einzulassen.

Chili uͤnd Peru⸗Bolivia in Südamerika haben die
Waffen niedergelegt und Frieden geschlossen. Ersteres hat folgende
Friedensbedingungen gestellt: Annexion des an der Pacific-Küste
gelegenen Territoriums; Zahlung einer Kriegsentschädigung von
200 Millionen Dollars seitens Perus; Besetzung von Tarapaca,
bis die verlangte Summe gezahlt ist. Diese Bedingungen wurden
cepuirt.
Schwurgericht der Pfalz.
III. Quartal 1880.

Bei der am 6. d. Mts. in Zweibrücken beginnenden
Schwurgerichts⸗Session für das 3. Quartal 1880 kommen nachste⸗
hende Fälle zur Verhandlung:

Montag, 6. September, Morgens 8 Uhr: Johann Rausch,
86 J. a., Tagner von Pfortz, wegen vorsätzlicher Brand-
stiftung. Staatsanwalt: Petri, Vertheidiger: Rechtskandidat
Boldmann.

Nachmittags 3 Uhr: Jacob Klein, 22 J. a., Ackerer von
Duttweiler, wegen Meine ids. Staatsanwalt: Kieffer, Ver⸗
cheidiger: Rechtsanwalt Gebhart.

Dienstag, 7. September, Morgens 8 Uhr: Michael Vossel⸗
mann, 28 J. a., Müller auf der Weidelmühle bei Nieder⸗
tterbach, wegen Brandstiftung. Staatsanwalt: Dr. Krell, Verthei⸗
diger: Rechtsanwalt Kieffer.

Nachmittags 83 Uhr: Leonhard Manz, 18 J. a. Photo⸗
graphen⸗Lehrling aus Wachenheim, wegen Münzverbrechen
uind Betrug. Staatsanwalt Gebhart.

Mittwoch, 8. September, Morgens 8 Uhr, und Donnerstag,
J. September: Adam Krämer, 48 J. a. Maurer und Grab—
deinmacher aus Bundenthal, wegen Münzverbrechen. Staats-
anwalt: Dr. Krell. Vertheidiger: Rechtsanwalt Gink.

F⸗⸗
Vermischtes.
*St. Ingbert, 3. Sept. In kaum bemerlbarer Weise
uing hier der 10jährige Erinnerungstag an die ewig denkwürdige

Schlacht don Sedan dorüber. Nur äußerst wenige Privatgebaude
vaten beflaggt und von Vereinen hatte nur die „Harmonie“ ihre
Mitglieder zu einer entsprechenden kleinen Feier im Vereinslokalk
eingeladen. Bei dieser erinnerte der Vorstand, Herr Thierarzt
Weigand, in kurzen Worten an die Zeit vor 10 Jahren und
hrachie dann auf S. M. den deutschen Kaiser, S. M. König Lude
vig von Bahern und die tapfere deutsche Armee ein dreifaches Hoch
aus, das lebhafte Zustimmung fand. — Nicht so wenig beachtet
vie hier blieb der Sedanstag in Schnappbach. Dort waren, wie
vir hörten, Vorbereitungen zu einer allgemeinen festlichen Begehung
desselben getroffen.

—Vor dem igl. Landgerichte Zweiber ücke n stand am 31. Aug.
Zamuel Kahn J. Handelsmann von Thaleischweiler. Derselbe hatte am
27. Oktober v. Is. dem Ackerer Wilhelm Adolf von Pirmasens
ein Pferd verkauft, wobei er wiederholt versicherte, dasselbe sei nur
3 Jaͤhre alt. Der Kaufpreis betrug 220 M. und 2 M. Trink⸗
zeld. Später stellte sich heraus, daß das Pferd über 30 Jahre
At war und von Kahn für 50 M. gekauft worden war. Einige
Wochen nach dem Kaufe stürzte das Pferd aus Altersschwäche todt
nieder. Adolf strengte nun gegen Kahn eine Klage an und das
dandgericht verurtheilie Letzteren zu 4 Monaten Gefängniß, außer—
dem zu 100 M. Geldstrafe und den Kosten des Verfahrens.

F Ueber eine absonderliche Wette, welche auf dem Wochen⸗
narkte zu Landau abgeschlossen wurde, berichtet der „Eilbote“:
—D — ——
Beflügel acquiriren, wobei Ersterer hartnäckig behauptete, es sei ein
Huhn, während Letzterer für dasselbe die Qualität eines Hahns in
Anspruch nahm. Man wettete schließlich um 20 M. und deponirte
ziesen Betrag bei einem Wirthe. Als entscheidende Instanz wurde
dann Herr Thierarzt B. angerufen, der zum großen Gaudium der
ahlreichen Zuschauer die Wette zu Gunsten des Geflügelhändlers
entschied.

Der Stadtrath von Frankenthal hatte zur festlichen
Begehung des Sedantages den Betrag von 150 M. aus der
Stadtkasse bewilligt.

FDudweiler. Am Abend des 209. Aug. cr. hatten mehrere
unge Burschen auf hiesiger Dorfstraße einen kleinen Wortwechsel.
xin Anstreichergeselle drohte während desselben wiederholt, daß er
chießen werde, salls ihm einer auf drei Schritte nahe kommen
ollte. Ein dem Streite völlig fernstehender Bergmann, auf dem
Wege nach Hause begriffen, mußte an den streitenden Parteien
orbeigehen und rannse aus Versehen in der Dunkelheit gegen den
Anstreichergesellen an, in Folge dessen dieser ohne Weiteres nach
dem Bergmann schoß und denselben so unglücklich in den Unter⸗
eib traf, daß an dessen Aufkommen gezweifelt wird. Der Thäter
entzog fich durch sofortige Flucht der Verhaftung. (Saarbr. Zig.)

'Aus Colmar (Elsaß) wird gemeldet: Wegen unerwar-
eten Auftrittes der Rotzkrankheit, weßhalb ein Pferd heute
rüh bereits getödtet werden mußte, wird die 3. Eskadron des 5.
ayer. Chevaurlegersregiments nicht weiter zum Mandver vorrücken,
ondern auf dem kürzesten Wege per Bahn in die Garnison zu—
rückbefördert werden. Das Regiment wird also nur durch 3 Es⸗
adronen bei den Manövern vertreten sein.

Großartige Unterschlagungen bei der Reichsbank zu Fran k⸗
urt' sind von dem ersien Kassier Schuster verübt worden; sfie
ollen im Ganzen 64,000 Mark betragen. Schon vor laängerer
Zeit soll man auf Schuster's flotten Lebenswandel aufmerksam ge⸗
vorden sein; aber wahrscheinlich hat man geglaubt, daß er die dazu
erforderlichen Ausgaben recht gut aus eigenen Mitteln bestreiten
onne, da er aus reicher Familie (in Leipzig) stammt. Schuster,
erst vor Kurzem verheirathet, befand sich seit drei Wochen auf einer
ẽrholungsreise in der Schweiz. In dieser Zeit erhielt das Bank⸗
jaus M. A. 'b. Rothschild von der Reichsbank eine größere Summe
n Bankscheinen und zwar in Packetchen à 10,000 Mk. In einem
ieser Packetchen wurde nun ein Manco von einigen tausend Mark
ntdeckt. Auf die hierauf bei der Reichsbank erfolgte Anzeige wurde
ogleich eine Revision der Kasse vorgenommen und man fand nun
nuch mehrere Packetchen, in denen zwei⸗, drei⸗ und viertausend
Mark fehlten, im Ganzen 64,000 Mark. Da bei Revision nur
Hie richtige Zahl der Geldpackeichen, nicht aber deren Inhalt kon⸗
tatirt wuͤrde, so war es Schuster leicht, längere Zeit seine Unter⸗
chlagungen zu verdecken. Bei seiner Rückkehr wurde er sofort ver⸗
aftei. Da der erste Kassier der Reichsbank eine ziemlich große
Faution (man nennt uns 580,000 Mt.) stellen muß, so ist der
Zerlust der Reichsbank nicht groß. Uebrigens ist der Director der⸗
elben sofort zu den Verwandten Schuster's nach Leipzig gefahren,
im — wie man wohl annehmen darf — Ersatz zu erhalten.

Fürst von Hanau gepfändet. Beim Fürsten von
»anau wurde am 240 d. M. in dessen Wohnung in Smichow
Bohmen) unbeglichener Schulden wegen die Pfandung vorgenom⸗
nen. Die reiche fürstliche Einrichtung, die werthvollen Gemälde,
dabinetsstücke, Antiquitaten, Alles, salbsi die Otrdensabzeichen wurden
nit Beschlag belegt.

FAm'“ lal. Landgerichte zu Bamberg fand dieser Tage
        <pb n="559" />
        eine inkeressante Verhandlung statt. Es hatten nämlich die Bauern
iun Michelau im dortigen Wirthshause den Winter über, von Mar—⸗
tini bis Lichtmeß, das in vielen Familien eingebürgerte Lottospiel
(mit Karten, worauf in Reihen je 5 Nummern von 1 bis 90
stehen, und wobei eine Person ausruft) öffentlich gegen geringe
Einsätze — 1Pf. pro Karte — gespielt. Die Staatsanwaltschaft
erblidte hierin ein Vergehen nach 8 286 des R.St.G.-B. und
erhob gegen den Ausrufer öffentliche Klage. Die Strafkammer des
kgl. Landgerichts sprach jedoch den Angeklagten frei, weil dieses
dotteriespiel nicht als Lotterie im Sinne des 8 286 des R.«St.
G.⸗B., sondern nur als ein unter den einzelnen Gästen verein
hartes, bei den geringen Einsätzen nicht verbotenes Glücksspiel erscheine

Am 30. August wurde in Passau der Militärsträfling
Joh. Hoff von der Militärstrafanstalt auf Oberhaus bei einem
Fluchtversuch durch die Bedeckungsmannschaft erschossen. Die Kugel
hatte ihn am Rückgrat getroffen, so daß er todt niederstürzte.

F München. Se. Maj. der König haben an den 1.
Bürgermeister Dr. v. Erhardt nachstehendes Allerhöchstes Hand—⸗
schreiben zu richten geruht: „Hr. Bürgermeister Dr. v. Erhardt!
Aus dem Berichte, welchen Sie als Vorsitzender des Landeskomites
erstatteten, habe Ich mit Vergnügen das guünstige Resultat der
Sammlungen zur Wittelsbacher Landesstiftung ersehen.
Ich beauftrage das Landeskomite, den Spendern der Beiträge Meinen
aufrichtigsten Dank dafür kundzugeben, daß sie der Anregung, das
Handwerk in Stadt und Land zu fördern, in einer Mich hoch er—
freuenden Weise Folge gegeben haben. Ich danke auch dem Lan⸗
deskomite, sowie Allen, welche an den Vorarbeiten zur Erreichung
des Stiftungszweckes sich so eifrig betheiligten, und werde in kür—
zester Zeit Verfügung über die Art der Verwendung der bereiten
Mittel ergehen lassen. — Empfangen Sie hiebei die Versicherung
wohlwollender Gesinnung, mit welcher Ich bin Ihr gnädiger König
Ludwig. Elmau, 24. August 1880.“

F Der Baier. Landes-Feuerwehr-Ausschuß hat nachfolgende
Adresse an Seine Majestät den König erlassen: „Allerdurchlauch—
tigster Großmächtigster König! Allergnädigster König und Herr!
An dem Freuden- und Jubelfeste, an welchem das ganze baierische
Volk die Wiederkehr jenes denkwürdigen Tages feiert, da ein er⸗
lauchter Ahn Eurer Königlichen Majestät den Lohn seines Helden—
muthes und seiner Treue empfing, wagen auch die 4000 freiwil—
ligen Feuerwehren des Landes dem Thron Eurer Königlichen
Majestät in allertiefster Ehrfurcht sich zu nahen und den Gefühlen
tief empfundenen Dankes Ausdruck zu geben in dem vieltausend⸗
stimmigen Gut Heil Sr. Maj. König Ludwig II.! Ja Heil und
Segen dem Königlichen Hause! Geruhen Eure Konigliche Majestät
auch am heutigen Freudentage unser Gelöbniß in Huld und Gnade
entgegenzunehmen: Unverbruͤchliche Treue dem Könige, Achtung
dem Gesetze, Strengste Pflichterfüllung im Berufe zum Schutz und
Schirm vom Leben und Eigenthum der Mitbürger! Goit schütze
Fure Königliche Majestat und das Haus Wittelsbach! München,
25. August 1880. Der Baierische Landes-Feuerwehr-Ausschuß.“

Aus Minden wird unterm 80. August mitgetheilt: Bei
der heutigen Schein⸗Erstürmung des Fort B, welcher Prinz Albrecht
anwohntie, wurde der Pionier⸗Hauptmann Hannisch vom hiesigen
Corps in Folge zu später Entladung einer Miene, in die Luft
gesprengt und so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen ge—
weifelt wird.

4 Das Domcapitel von Köln ist von dem Oberpräsidenten
der Rheinprovinz ersucht worden, an der am 15. Oktober statt⸗
findenden Einweihung des Kölner Domes ein feierliches Tedeum
Wzuhalten. Hierzu bemerkt die klerikale, Germania“: „Das Dom—
rapitel wird selostverständlich eine Entschließung bezüglich der kirch—
lichen Feier von der Entscheidung des Herrn Erzbischofs Vaulus

abhängig machen.“

Zu der Frage, was der Dom zu Köln gekostet hat, bringt
das „Wochenbl. für Architekten und Ingenieure“ folgenden Bei—
trag: „Die Summen, die theils aus Privaltreisen, theils aus öffent⸗
aichen Mitteln seit 1821 in die Dombaukasse geflossen sind, betragen
bis heute 18 Millionen Mark, die so ziemlich zu gleichen Theüen
nuf die Thürme und den Ausbau der Kirche selbst verwandt
vurden. Diejenigen Summen, welche die früheren Jahchunderte
für das Gebäude aufbringen mußten, namentlich diejenigen Gelder,
die in den kolossalen Fundamenten ruhen, sowie die zům Ankauf
benachbarter Grundstücke erforderlichen Opfer ergeben mindestens
einen ebenso hohen Betrag, so daß der Dom heute einen Gesammt⸗
verth von ca. 40 Mill. Mark rebräsentiren wird.

Die Obstkultur in Frankreich. Nach einem
Artikel in der „Illustration Horticole“ beträgt in Fraukreich die
mittlere Jahresproduktion an Steinobst 21 Millionen Fres.
Kernobst 65 Millionen Fres. und anderen Früchten 713 Mil—
lionen Fres. Die Ausfuhr von Tafelfrüchten aus Frankreich be—

rug im Jahre 1871 85,866,649 Kilo, 1872 28,995,995; 1878
29,245,384 und 1874 68, 748,540 Kilo. 85 Millionen Kilo Trauben
verden jedes Jahr in Paris verlauft. Der Weinbau beschäftigt in Frant.

reich 1,200, 000 Familien oder 6, 000, 000 Personen mithin ein Fünftel
der ganzen Bevölkerung Frankreichs, und die Wein-Industrie steuert
allein ein Sechstek des gesammten Staatseinkommens. Ein ein⸗
ziger Garten in Hyoͤres liefert jährlich für 24,000 Mk. Pfirfiche.
Finige Grundbesitzer verkaufen jährlich für 80,000 Mk. Prünellen.
Von Angers gehen täglich während der Obsternte 15,000 Kilo
Birnen und 40,000 Kilo Aepfel nach Paris. Wir erwähnen nur
noch das kleine Dorf Tougerolles⸗(Ober⸗Sarne), welches in guten
Jahren für gegen 800,000 Liter Kirschwasser eine Einnahme von
1 Million Ircs. erzielt. Möchten diese Zahlen überall auf unsere
Leser ermunternd einwirken.

F Dem „Temps“ wird unterm 80. August aus Madrid
telegraphirt: „Der Sturm, welcher von Freilag Abend bis zur
vergangenen Nacht fast auf der ganzen Halbinsel wüthete, war
einer der heftigsten, deren man sich erinnern kann: die Saragossa⸗
und die spanische Nordbahn sahen ihre Linien unterbrochen; in
dem Alhama⸗Thale ist der Jalon-Fluß ausgetreten, hat die Straße
zerschnitten und Dörfer und Meiereien unter Wasser gesetzt. Gestern
onnte zwischen Madrid und Saragossa kein Zug verkehren. Die
Züge aus dem Süden sind mit einer Verspätung von neun Stunden
eingetroffen. Auf der Nordbahnlinie bei Las NRavas in dem Avila—
Bebirge haben Regengüsse den Eisenbahndamm fortgeschwemmt,
eine Entgleisung des Postzuges herbeigeführt und die anderen Züge
angehalten. Auf dem Postzuge wurden der Locomotivführer und
mehrere Reisende verwundet. Mit großer Mühe hat man die Rei—
senden zu Fuß in's Trockene gebracht und das Gepäck kam erst
gegen 10 Uhr Abends nach. Der Expreßzug nach Frankreich und
die gewöhnlichen Züge durfte nicht vor 9 Uhr Abends abgehen.
In Madrid wüthete der Sturm mit strömendem Regen 17 Stunden
lang. Der Blitz schlug siebenmal ein und tödtete zwei Personen.
Nach amtlichen Depeschen hat der Sturm im Norden der Halb—
insel und in Kastilien sowie an den Küsten des biscayischen Meer—
busens zahlreiche Schiffbrüche verursacht.

Gemeinnütziges.

Ueber den Kohlensäuregehalt der Schulluft. R. Nichols
jat in verschiedenen Schulen Bostons 9,4 bis 28,9 Th. Kohlen⸗
äure (auf 10,000) gefunden. In den Schulen von Michigan
vurden 7,83 bis 37,5 und in New-York 9,7 bis 38,7 Th. Kohlen⸗
äure nachgewiesen. A. Schottky fand in den Schulen von Bres—
au meist 20 bis 30 Th. Kohlensäure, wurden aber bei Ofenheiz⸗
uing Thüren und Fenster geschlossen gehalien, so stieg der Kohlen⸗
äuregehalt sogar bis 51,8 Th. Ferner fand N. T. Lupton in der
Luft der öffentlichen Schulen von Rashvoille, Tenessee 9,1 bis 32,4
Th. Kohlensäure, sodaß in dieser Beziehung die deutschen Schulen
aicht besser sind als die amerikanischen.

Glas zu bohren. Man lege ein Stück steifen Lehm
oder Fensterkitt auf die Stelle, an welcher das Loch gemacht werden
soll. In diesen Lehm oder Fensterkiti mache man dann ein biß
auf die Glasfläche hinunter reichendes Loch, das so groß ist, als
das durch das Glas zu bohrende werden soll. In dieses Loch
zieße man dann etwas wenig geschmolzenes Blei, worauf, wenn
das Glas nicht ganz besonders dick ist, das runde Stück Glas des
Bohrloches sofort ausfallen wird.

Einsalzen des beregneten Heues. Ein längst erprobtes
Mittel, längere Zeit im Regen gelegenes und nicht dürr eingebrachtes
Heu von Wiesengras oder Klee durch Einsalzen im Fulterwerthe
zu erhöhen, dürfte den Landwirthen dringend zur Anwendung zu
empfehlen sein. Das Einsalzen des Heues geschieht während des
Abladens bezw. Einschichtens auf den Heuböden oder sonstigen
Aufbewahrungsorten in der Art, daß von einer hiermit beauftragien
Person über jede etwa “ m hohe Schichte Heu einige Hände voll
Salz möglichst gleichmäßig über die ganze Fläche des Heustockes
ausgestreut werden. Man rechnet im Durchschnitt auf 1 Fuder
à 20 Centner Heu 9 bis 10 Pfund Salz, und verwendet der
Billigkeit wegen hierzu das gewöhnliche Viehsalz. Das Kochsalz
verhütet die Schimmelbildung, befördert während der Gührung des
Heues im Heustoch die Milchsäurebildung, wodurch das durch ungünstige
Witterung minder nahrhaft und schmackhaft gewordene Fuͤtter wieder
hedeutend an Nahrungswerth gewinnt. Die Hauptisache bleibt aber, daß
as Heu nicht, wie es gewöhnlich geschieht, ballenweise übereinander
geschichtet wird, sondern es muß alles Heu, insbesondere feuchtes,
est aufein ander geschichtet werden, was dadurch erreicht wird, daß das
Heu im Heustocke gerade so wie auf der Wiese zum Trocknen ange⸗
treut wird, um dann schichtenweise mit Salz überstreut zu werden.
Jeder hohle Raum im Heustocke veranlaßt Schimmelbildung, aber

kein Trodnen, nur ganz festgeschichtetes Heu bleibt frei vbom Schim⸗
mel und wird im Verlaufe von 4 bis 6 Wochen im Stocke troden.
Am geeignetsten sind Heufeimen mit leichter Bedachung; wo
olches nicht vorhanden, ist es in Berücsichtigung der großen Futter⸗
vorräthe und der zum Trocknen so ungünstigen Witterung sehr zu
mpfehlen, nicht ganz trocken gewordenes Heu wegen der im Heu⸗
tocke eintretenden starken Erhißung nicht in geichlossenen Räumen.
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        sondern nach Art der Braunheubereitung in großen dichtgeschlossenen
Haufen im Freien aufzubewahren.

Kindfleisch 40 Pf. Kalbfleisch 40 pf., Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleijch
z0 Pf., Butter 1 Pfund 1M. os p̃f. Kartoffeln per Cit. 2 M. 50 Pf.
Kaiferslautern, 81. August. Fruchimutelpreis und Victualienmarkt.)
Weigen 11 M. 00 pf., Korn 09 W. zs Pf. Spelzkern — M. — Pf. Speli
7Nus Pf. Gerste 0o8 M. 26 Pf., Hafer 6 M 46 Pf., Erbsen 8 M.
25 Pf., Wicken 0 M. — f., Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 8 Pfd. 839 Pf., Gemischtbrod
z3Pfund 44 Pffg. Butter per Pfd. 0 M. 90 Pf., Eier 2 Stuck 10Pf., Kar⸗
offeln per Cent. 8 M. — Pf. Stroh 2 M. 50 Pf. Heu 2 M. 60 Pfa.

Marbr tberichte.

Zweibrücken, 2. Sept (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 84 Pf., Korn 06M. veé Pf., Gerste zweireihige 7 M. 98 Pf
ierreihige O M. — Pf. Spelz 7. M. os Pf. Spelzkern — M. — 8
. Pf Mischsrutht — M. J, Pi.g Hafer 5 M. 92 P,
krbsen — M. — Pf. Widen mM. S pf., Karioffeln 2, M. 20 Pf.,
deu 2 M. 90 Pf., Siroh 8 M. — Pf. Weißbrod I!/s Kilogr. 586 Pf.
ornbrod 8 Kilogr. 66 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 81 Pf. paar Weck 100
Ir. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 60 f. T. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch v0 Pf. Butter /s Kilogr. 1 M. 10Pf.,
Wein Liuer 80 Pf. Bier JLiter 24 pf.

Homburg, 1. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarki.) Weizen
10 Ms pf. Korn 9 M. I10 Pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M
31 Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
zM. o6 Pf. Mischfrucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
3M. — f., Bohnen 0O M. — Pf. Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod6 Pfund 80 Vf., Gemischtbrod 6 Pfund Pf. Ochsenfleisch — Pf.

Einjähriges Militärexamen. Die Berechtigung zum einjahrigen
Militardienst wird am Besten für Knaben und junge Leute, welche keine regel⸗
naßige Schule besucht haben oder bejuchen iönnen, durch die Absolvirung
der VI. Klasse des International⸗Lehrinstituts in Bruchsal erworben, da die⸗
jelben in Pensionat unter strenger Disziplin stehen und die Abiturienten⸗
Brufung in der Anftalt selbst abgehalten wird. Dreimal schon sind sämmt⸗
uche Abiturienten bestanden, 10 von 12 in 1878 und 19 vr 23 in 1879

.61781)

Fir: Rosaction verararth:

Freiwillig gerichtliche munde und den Franz Lauer,
Nagelschmied hier zum Neben—
Versteigerung. ee De
Montag, den 20. September 3. Karoline Heusner, einzige
1880, Nachmittags 8 Uhr zu Tochter der genannten Eheleute
St. Ingbert, in der Wirth⸗ Heorg Heusner und Wilhelmine
chaft des Requirenten Georg Marfin, Ehefrau von Joseph
eaͤlein, Fiack, Schreiner hier.
wird durch den unterzeichneten St. Ingbert, 8. Sept. 1880.
Amisverweser des kgl. Notär K. Auffschneider
Sauer in St. —A hiezu — Amtsverweser.
gerichtlich beauftragt, im efolge AM! ——
cines gehörig homologirten Fa⸗ Schaufelpflüge
milienrathsbeschlusses des hiesigen zedeutend verbessert, under Ga—
gl. Amtsgerichies die nachstehend cantie, bei
beschriebene Liegenschaft in der
Steuergemeinde St. Ingbert,
jffentlich zu Eigenthum verstei⸗
gert, der absoluten Nothwendig⸗
leit halber, nämlich:
Pl.-Nr. 640, 1 a 70 qm
Fläche, worauf ei Wohn⸗
haus mit Stall, Hinter—
jebäude und Hofraum, ge⸗
legen zu St. Ingbert in
der Kohlenstraße.
Eigenihümer sind:
1. Georg Klein, Wirth in
St. Ingbert wohnhaft;
2. Eusabetha Klein, einzige
* des genannten Georg
lein, aus defsen Ehe mit Wil⸗ F
helmine Martin, diese Wittwe Gesucht:
erster Ehe von Georg Heusner, in braves Dienstmädchen
weiland Bergmann zu Elvers⸗ ur häusliche Arbeiten, das kochen
herg, welche Elisabetha Klein ind bügeln kann. Näheres in
ihren genannten Vater zum Nor⸗der Exped. ds. Bl.
dewerbliche und landwirthechaftliche
Ansetellung des Pfalagaues.
(ZIMANXNBEBEEIMCISSO.
Onter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Urossh.
Friedrich von Baden.
e — —
Geöffnet bis October 1880.

P. Demetz, Hemdenfabrik,
„Landau i. Pfalz.
Zpezialilüt: Herrn⸗ Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika—
nischen Zuschneide-Systemen.
11 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz AM 26. —
mit glattem feinem leinen
Einsatz AGV. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsfaͤtze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaf
zenügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
—*8 Sitz leiste ich jede Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Auprobe ein, und koön⸗
nen fich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leisstungsfühigleit, über-
zeugen.
zic⸗nĩchaftlich peprüft u Fbennufte Btet Benediotiner-
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster ftammenden Recept
fabrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
O. PINGEL in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bi
etzt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
»geworden. Der Benedictine
st nur aus Befiandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

abtehhen die zum Wiederaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden

Koͤrpers unbedingt nöthig find.

ẽr ist unerzzug bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
Hhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, bunes Hautaus⸗
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Rheumatismus,

eee, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbt
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
elbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
risch, fiellt die Harmonie des Koörpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jevde Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

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Bei 5 Fl. Verpachung frei. Bei 10 Fl. freie Verpakung u. 1 FlI. gra⸗
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Versandt durch die Fabrik. Attest:

Herr Peter Wald hier, kgl. Postbote in Daßwang, Bayern, Ober⸗
pfalz, berichtet: Ich befinde mich auf Ihren Benedictiner ganz gefund,
nein Magenleiden ist bereitz geschwunden und werde den Benedictiner
ieserbeit -⸗”ns velommandiren ac.

⸗c. Rerrt Iarel

Eintritt MIx. I. —
ahnrpreis-⸗EPrmãssigung bei der Badischen Pfalzischen Hes-
gischen und Main Neckar-Bahn
Loose PATI. (Auf 10 Loose1 Freiloos) durch
Jn“ —X—— 5. 2
iOev

xerden für ein gro

ccdiegenes literarisches VUnternehmon

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Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen—
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelleit
u. s. w.
Preis à FI. en. ISO0 Gr. Inh. IM
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Mk.
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkräutet⸗
Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel in
zoͤtlingen fñ zu haben in St. hben bei Herrn J.
2—

IGCIESCIdC.
Verdienst sehr lohnend. Pachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Reamte, Lehrer, Retgende anderer
Rramchem éte., welche sien namhaften Nebenverdienst vor-
chaffen wollen, bolieben sich 2u melden
Literarisches Institut
01 h B3.
Druck und Verlag von F. XR. Demez in St. Ingbert.
Sierzu für unsere Po steAbonnenten „Illustrirtes Sonntagsbiatt“ Nr. 10.
1
        <pb n="561" />
        Sf. Inaberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 — einschließlich Trägerlohm; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
A 142.

Sonntag, den 5. Tepter

1880.

Deutsches Neich.

Augsburg, 2. Sept. Der Kronprinz des Deutschen
RNeiches ist mit der Generalität, hierunter General v. d. Tann,
um 5?4 Uhr hier eingetroffen. Er begrüßte mit herzlichem Hände—
druck den Prinzen Ludwig von Bayern und unterhielt sich lange
mit demselben und sodann mit dem Bürgermeister Fischer. Der
Kronprinz fuhr hierauf in einem königlichen Wagen an der Seite
des Prinzen Ludwig unter lebhaften Hochrufen der dichtgedrängten
Menschenmenge durch die festlich beflaggten Straßen nach seinem
Absteigequartier, dem Gasthof „Zu den drei Mohren“.

Aus Berlin wird berichtet, daß die Mehrzahl der Gruppe
Völk Schauß nach dem Austritt der Haupivertreter der Frei—
handelspartei gesonnen sei, sich der nationalliberalen Partei wieder
anzuschließen.

Die „Nat.Lib. Korr.“ das Organ der Liberalen unter
v. Bennigsen's Führung sucht vergeblich in dem Manifeste
der aus der nationalliberalen Partei Ausgeschiedenen (Bamberger,
Stauffenberg, Rickert ꝛc.) nach Aufschlüssen, welche den Ausiritt
rechtfertigen könnten, und kommt zu dem Schluß:

„Nach Alledem müssen wir gestehen, in dem Hinweise auf
die Erfahrungen der letzten beiden Jahre eine überzeugende Be⸗
gründung der Nothwendigkeit des Austriltes nicht finden zu können.
Eine andere Möglichkeit, den Schritt zu erklären, ließe sich nur in
der Weise denken, daß die Sezessionisten für die Zukunft die Forder⸗
ungen stellten, über welche eine Verständigung in der alten Fraktion
nicht zu erzielen gewesen wäre. Aber in dieser Beziehung ist das
botliegende Manifest so gehalten, daß die ganze nalionalliberale
Frakt ion es getrost würde unterschreiben können. So bleibt uns
denn nur übrig, die Thatsache der Sezession hinzunehmen, ohne
ihre Nothwendigkeit begreifen zu können. Selbstverständlich be—
zweifeln wir keinen Augenblick, daß die hochgeachteilen Ränner, um
welche es sich handelt, ihre Entschließungen nur nach gewissenhafter
Ueberzeugung gefaßt haben. Selbstverständlich auch werden wir
nachdem der Austritt einmal geschehen, redlich bestrebt sein, für
unser künftiges Verhältniß zu ihnen nicht die trennenden, sondern
die einigenden Momente maßgebend sein zu lassen. Aber mögen

sie auch uns unsere gewissenhafte Ueberzeugung nicht verargen, nach
welcher wir ihnen sagen müssen, daß sie cinen schweren Fehler be⸗
gangen, für dessen die liberale Sache gefährdende Folgen sie allein
die Verantwortung zu tragen haben werden.“

Der „Bad. Landesztg.“ zufolge sprach sich der Abgeordnete
d. Bennigsen (Führer des rechten Flügel der Nationalliberalen)
velcher auf der Ruͤckreise aus der Schweiz bei dem Abgeordneten
siefer in Freiburg zufällig auch mit den Abgg. Bötticher (Waldech),
Bolza (Vertreter von Bergzabern-Germersheim) und Buͤsing zu—
ammentraf, anläßlich dieser Begegnung dahin aus, daß er die
Sezession als gefahrvoli für die liberale Partei
betrachte. Bennigsen bezeichnete ferner das Gerücht von Unter—
handlungen mit ihm wegen Annahme eines hohen Reichsamtes als
Erfindung; ebenso unrichtig sei die Meldung der „Vossischen Zeit⸗
ung“, daß er (Bennigsen) vorübergehend von der parlamentarischen
Wirksamkeit zurücktreten wolle; er sei im Gegentheil entschlossen,
die Partei zu kräftigen im Reichstage wie im Landtage.

Nach den bisher getroffenen Dispositionen gedenkt der deutsche
Kaiser etwa am 22 d. M. sich von Berlin nach Baden⸗
Baden zu begeben. Die kronprinzlichen Herrschaften gehen Ende
dieses Monats nach Kiel, um dort den heimkehrenden Prinzen
Heinrich zu empfangen. Wahrscheinlich werden dort auch der
Prinz Wilhelm und seine Braut anwesend sein. Der Prinz Hein⸗
rich wird sich sodann unmittelbar zum Kaiser nach Baden begeben. —
Fur die Anwesenheit des griechischen Königspaares und des Kron
hprinzen Rudolf von Oesterreich werden am Verliner Hofe glän⸗
zende Feste vorbereitet.

vor und nach 1870. Sie bewundert die rastlos ununterbrochene
Thätigkeit des deutschen Generalstabes, dem gar nichts entgeht und
der alles für Deutschlands Nutzen ausbeutet. Allein die „Times“
kommt trotzdem zu dem Schlusse, daß die unendliche jährliche Blut—
steuer Deutschland fast paralysire und den Fortschritt auf anderen
Gebieten unmöglich mache. Die Gefahren, welche vielleicht Deutsch⸗
land drohen, mögen groß sein und vielleicht ziemlich bald realisirt
werden, allein selbst die Realisirung der größten Gefahren könnte
kaum verderblicher für die Nation sein, als die Versicherungsprämie,
welche jetzt hierfür bezahlt wird. (7)

Vermischtes.

F Der eben im Druck erschienene Jahresbericht der pfäl—
zisschen Handels- und Gewerbekammer für 1879 enthält auf
164 Oktavseiten ein reiches Material interessanter Notizen. Sehr
beachtenswerth ist ein Vergleich zwischen den directen Staatssteuern
ohne Kreisumlage und Hebgebühr), welche die Pfalz i. J. 1869
entrichtete, und denen, welche sie i. J. 1879 bezahlt hat. Die
direkten Staatssteuern der Pfalz stiegen in diesem Jahrzehnt von
1,657,684 M. auf 2,100,961 M., also um 26,7 pCt.; speziell
die Gewerbesteuer ertrug von diesen Summen im Jahr 1869 nur
285,989 M., im Jahr 1879 aber 435,946 M., ist also um
52 pCt. gestiegen, sie machte in ersterem Jahr 17,2 pCt. der ge⸗
sammten direkten Staatssteuer aus, im Jahr 1879 aber 20.1 pt.
Der Jahresbericht führt dann noch in einer Tabelle die Beträge
auf, welche an Staatssteuern überhaupt und an Gewerbesteuer ins⸗
besondere auf 25 der bedeutensten Orte der Pfalz im Jahr 1869
und im Jahr 1879 trafen.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Als Ergänzung und
Berichtigung muß zu der Korrespondenz „Aus dem Kantone Wald—
mohr“ in Nr. 139 dieses Blattes, bie Wittelsbachfeier in Miesau
und Umgegend betreffend, bemerkt werden, daß auch die Schulen
von Elschbach und Nanzdietschweiler der Feier anwohnten und daß
die Gemeindeverwaltung von Schönenberg, wahrscheinlich angeregt
durch das gute Beispiel der übrigen Gemeinden, nachträglich
ihrer Schuljugend die üblichen Bretzeln noch zukommen ließ.

F In Pirmasens feierte am 1. ds. Mis. der quiesc.
Lehrer Peter Serr mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hoch—
zeit. Die Jubilare sind noch rüstig. Der Ehe entsproßten 7 Kinder,
welche alle bevorzugte und angesehene Stellungen einnehmen, aber
auch fast über alle Welttheile zerstreut sind. Herr Serr wirkte bis
vor wenigen Jahren in Pirmasens als Schullehrer und ist heute
noch als Schreiblehrer dem Lehrpersonal der dortigen Lateinschule
beigeordnet.

fFKaiserslautern wird seine diesjährige Sedansfeier,
da in der letzten Woche die Stadt in Folge der zweier größeren
Feste (Einweihung des Gewerbemuseums und Wittelsbachfest) sehr
in Anspruch genommen war, heute Sonntag, 5. Sept., begehen.

Fa In Feilbingert spielte ein Knabe mit einer Pistole
und erschoß dabei „im Scherz“ ein sechsjähriges Kind.

F In Neustadt hat der Wirth Kielhöfer als zweite
diesjährige Frucht eines Kirschbaumes reife Kirschen.

fF In Heuchelheim stürzte ein Drescher, der schon seit
ängerer Zeit auf dem Futterboden der Scheune schlief, von seinem
Nachtlager auf die Tenne herab und war sofort eine Leiche.

Auf dem Friedhofe von Annweiler hat am Domerstag
die Einweihung des für die im Gefecht bei Rinnthal am 17.
Juni 1849 Gefallenen errichteten Denkmals, eine von Hru. Bild⸗
jauer Menges in Kaiserslautern ausgeführte trauernde Germania,
dem bekannten Programm gemäß unter außerordentlich starker Be⸗
heiligung auswärtiger Besucher Statt gefunden. Die Festrede hielt
Hr. Pfarrer Heinrich Piton.

F Zu der gestern mitgetheilten Wettgeschichte aus Landau
berichtet der „Eilbote“ weiler, daß der unglüclliche Hahn behufs
genaueret Untersuchung getödtet werden mußte; die Kosten dieser
Untersuchung mit 1M. 50 Pf. hatte der Albersweilerer Ornithologe,
dem es bei seinem Schaden natürlich an Spott nicht fehlte, auch
noch zu tragen.

Ausland.

Das englische Welibiait Times“⸗ bespricht den
Erlaß des Kaisers —AD
ster Sympathie. Sie zählt dabei die großartigen Erfolge der deut⸗
chen Armee auf und schildert den Unierschied zwischen Deutschland
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        Aus Anlaß des Geburtsfestes Sr. Kgl. Hoheit des Groß⸗
herzogs von Baden werden am Donnerstag den 9. ds. in Mann—
heuͤm besondere Festlichkeiten stattfinden und hat die Pfälzische
Eisenbahn⸗Direction die übliche Fahrtaxermäßigung bewilligt.

FHNach der „Irkf. Ztg.“ sollen falsche 30-. 100. und 500⸗
Markscheine in Umlauf seiin.

'St. Johann. Der Kassierer des hiesigen, in Liquidation
befindiichen Bankvereins ist am letzten Samstag flüchtig gegangen.
Derselbe hat sich Wechselfälschungen in bedeutendem Betrage zu
Schulden kommen lassen, die in diesen Tagen an's Tageslicht ge⸗
langt waren. In der Kasse des Vereins hat sich, laut der „St. J.⸗
S. Vollksztg.“, vorderhand kein Manco gezeigt.

4Eine Lehrerbesoldung., Ein Dokument befindet sich im
Archiv der Pfarrei Herbitzheim (Elsaß) aus dem vorigen
Jahrhundert, in welchem unter Anderem die Rechte und Gefälle
des Schullehrers zu Völlerdingen aufgezählt werden. Es wird
bestimmi, daß der Lehrer statt der Besoldung das Vorrecht habe,
beim zweitreichsten Bauer der Gemeinde dreschen zu dürfen. Wem
das Recht diefer Arbeit beim erstreichen Bauern eingeräumt worden
war, ist aus diesen Akten nicht zu finden.

F Das Straßburger Komité für die Sammlung von
Beiträgen zur Gründung einer Wittelsbacher Landesstiftung hat dem
Zentralausschuß in München den Ertrag der Gaben, welche von
mehr als 1000 im Reichsland Elsaß⸗Lothringen lebenden Bayern
gespendet wurden im Gesammtbetrag von 3000 Mark eingesendet.

F Daß ein Geselle 50 Jahre bei einem und demselben Meister
arbeitet, dürfte eine Seltenheit sein. Der Kaiser hat denn auch dem
Schuhmachergesellen August Kroseberg in Hameln in solcher
Veranlassung und in Anerkennung dieser treuen Dienste das Allge—
gemeine Ehrenzeichen verliehen.

4Der beim Festungsmanöver in Minden in die Luft, wohl
8 Meter hoch, gesprengle Hauptmann Hannisch ist noch Abends

seinen schweren Verletzungen erlegen.

.Dem „Verl. Tagebl.“ zufolge wäre der Kaiser neulich be
der Besichtigung des Garde-du-Korps- und Garde⸗-Kürassier⸗Regi⸗—
ments in der Hasenhaide bei Berhin beinahe umgeritten worden.
Der greise Monarch sprendte im Eifer zu weit an die erste Eskadron
heran, so daß, als beide Regimenter eine Attake machten, er umge—
iten worden wäre, wenn nicht die ersten Linien der Kürassire
trotz des kolossalen Staubes ihn bemerkt und dabei die Geistes—
gegenwart besessen hätten, sich im entscheidenden Moment zu theilen
und Platz für den Allerhöchsten Herrn zu machen, bis das Signal
„Halt“ erfolgte.

Aus Madrid, 2. Sept. wird gemeldet: Die Ebrobrücke
bei Legrono ist in dem Augenblicke, als ein Bataillon Soldaten
hinübermarschirte, eingestürzt. Ein Kapitän, 3 Lieutenants und
614 Soldaten sind in den Fluthen des Stromes ertrunken.

4 Durch sein 40tägiges Fasten hat Dr. Tanner folgendes
Sümmchen verdient: durch seine eigene Wette 5000 Dollars, durch
die Wette einer Agentie 12,223 Dollars, für den Verkauf seiner
Photographie 1500 Dollars, Eintritisgeld von seinen Besuchern
78,915 Doll., von vielen Fabrikanten, um ihre Waaren mit seinem
Namen zieren zu können, 11,102 Doll., Geschenk von der Univer—
ität 3000 Doll., Geschenk des Staates Ohio 5000 Doll., von
»inem Gönner 1000 Voll., vom Hause Liebig u. Comp. 20,000
Doll., zusammen 187,640 Dollars. Wenn nur diese Rechnung
wahr ist!

FGKissinger Kirchenbaulotterie.) Es, gewannen: Nr.
58,946 M. 45,000, Nr. 221,778 M. 12,000, Nr. 257,5738,
210, 110, 207, 8300 je M. 6000, Nr. 90,590, 129,818, 227,149
2141913 je M. 4000, Nr. 19,830, 216,630, 241,870, 248,861
je M. 3000, Nr. 44,214, 38648, 86,833, 199,563 233, 666
243,831, 254,217 je M. 2000, Nr. 48,466, 95,242, 144,066
152186. 205.660, 251344, 257. 281 ie M. 1000.

Flur die Redaction veranwortlich: F. X. Demes.
Sonnutag, 5. September
Waldparthie

in der Sengscheider Anlage
wozu höfl. einladet
Zak. Schmitt.

Versteigerung.

Samstag, den 28. Septem⸗
ber nächsthin; Rachmittags 2
Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthschafl von Woll, läßt Karl
Engel, Wirth in St. Ingbert,
nachstehend beschriebene Liegen—
schaft, öffentlich zu Eigenthum
persteigern:

Pl.-Nr. 28972, 2 a 90 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Hofraum,
Wirthschaftsgarten, Kegel⸗
bahn, Waschküche, Stallung,
Brunnen, 3 Keller und

h.⸗-Nr. 2397b, 18 4 10 qm
Pflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St.
Ingbert an der Kohlen⸗
straße.

Das Anwesen, mit dem auch
das Wirthschaftsinventar verstei⸗
gert wird, kann auch aus freier
Hand verkauft werden.

St. Ingbert, 3. Sept. 1880.
ge. Auffschneider
Amtsverweser.
Neue
Hollünder superior

e r
Voll· Häringe,
fein marinirt, mit brillanter

Saugçe, per Stück 14 Pf.,
empfiehlt

Philipp Klinck.

J

Musikalische ndunterhaltung
gegehen vor derBildungs
Ikliven des Vereins,
unter freundlicher Mitwirkung auswärtiger Kräfte.
Sonntage, 5. SSPtember,
präzis 8 Uhr Abends,
im Saale von Gastwirth Lehnert Gotel Laur)
Nichtmitglieder haben gegen Entrée von 50 H Zutritt.
Ergebenst ladet ein
Der NAusschuß.
— wv⸗ 77 86 *

7
238
—338
28
I 8
3
83
—
8
8
*
E
3
8
*

2

922
— — ———
*
Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
Tar Um allen Mißverständ—
rissen vorzubeugen und um jedenn
Loose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,000 Nummern in ein Rat
und die 5000 Gewinne in ei
weites gelegt.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
saͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstosffe,
seien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Samunt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ꝛc. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig—
keit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 B und 1 zu be
ziehen vom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurCObern
Apotheke Rottweil a. N.,
sowie aus der Niederlage für.

St. Ingbert: Philipp
Plinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken:
W. Aua. Seel.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Prste und äãlteste
Annoucen⸗Expedilion
Tranlkfurt sa. Main.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigsiellung des pfälzische
Gewerbemuseums.
Preis des Looses 3 Mark
—XV
1880.
zaupigewinne von 530,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
iur 20 Loose ein Banar
gewinm.
Bestellungen sind zu richten —
die General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigsshafen am Rhei
Loose sind ferner zu habe
ei Franz Woll in &amp;
Inabert.

Filicdlen in Darmstadt.

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart, Würzburg, Ulm,
Preiburg in Baden.
Besorgen zu Originalpreisen
ohne alle Nebensosten:
gtollen-·Qesuoho. FPaohtungen,
Vacapreo-Angobel Bubmiasionen,
Cauf-⸗ Verkauss- Hoiraths· Offerton
Anaeigen. Discroto Ansoeig
in allo Zeitungen der Wolt

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Okiobet in completen Wag—⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
uͤgst und ist zu naherer Aus-
tunft ꝛtc. gerne bereit

Hans Maioer in Ulm a. D

Imvort ital. Produkte

Die Hauptblättor der
Schweiz und PFrankreichs
zind von uns gepachtet &amp;
nehmen Anzeigen nur

—ELLXIVD

— — —— —— —. — — —
Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntaasblati““ Nr. 10.
        <pb n="563" />
        Sf. Ingberler Anzeiger.

—
J
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteliährlich

A 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 420 Zustellgebüuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A vpro Zeile berechnet.
M3 142. Sountag, den 3. September

1880.

α
Deutsches Neich.

Augsburg, 2. Sept. Der Kronprinz des Deutschen
Reiches ist mit der Generalität, hierunter General v. d. Tann,
um 584. Uhr hier eingetroffen. Er begrüßte mit herzlichem Hände—
druck den Prinzen Ludwig von Bayern und unterhielt sich lange
nit demselben und sodann mit dem Bürgermeister Fischer. Der
Kronprinz fuhr hierauf in einem königlichen Wagen an der Seite
des Prinzen Ludwig unter lebhaften Hochrufen der dichtgedrängten
Menschenmenge durch die festlich beflaggten Straßen nach seinem
Absteigequartier, dem Gasthof „Zu den drei Mohren“.

Aus Berlin wird berichtet, daß die Mehrzahl der Gruppe
Völk Schauß nach dem Austritt der Hauptvertreter der Frei—
jandelspartei gesonnen sei, sich der nationalliberalen Partei wieder
anzuschließen.

Die „Nat.-Lib. Korr.“ das Organ der Liberalen unter
v. Bennigsen's Führung sucht vergeblich in dem Manifeste
der aus der nationalliberalen Partei Ausgeschiedenen GBamberger,
Stauffenberg, Rickert ꝛc.) nach Aufschlüssen, welche den Austritt
rechtfertigen könnten, und kommt zu dem Schluß:

„Nach Alledem müssen wir gestehen, in dem Hinweise auf
die Erfahrungen der letzten beiden Jahre eine überzeugende Be—
gründung der Nothwendigkeit des Austrittes nicht finden zu können.
Eine andere Möglichkeit, den Schritt zu erklären, ließe sich nur in
der Weise denken, daß die Sezessionisten für die Zukunft die Forder—
ingen stellten, über welche eine Verständigung in der alten Fraktion
nicht zu erzielen gewesen wäre. Aber in dieser Beziehung ist das
borliegende Manifest so gehalten, daß die ganze nationalliberale
Frakt ion es getrost würde unterschreiben können. So bleibt uns
denn nur übrig, die Thatsache der Sezession hinzunehmen, ohne
ihre Nothwendigkeit begreifen zu können. Selbstverständlich be—
weifeln wir keinen Augenblick, daß die hochgeachteten Männer, um
welche es sich handelt, ihre Entschließungen nur nach gewissenhafter
Ueberzeugung gefaßt haben. Selbstverständlich auch werden wir,
aachdem der Austritt einmal geschehen, redlich bestrebt sein, für
unser künftiges Verhältniß zu ihnen nicht die trennenden, sondern
die einigenden Momente maßgebend sein zu lassen. Aber mögen
sie auch uns unsere gewissenhafte Ueberzeugung nicht verargen, nach
welcher wir ihnen sagen müssen, daß sie einen schweren Fehler be—
zangen, für dessen die liberale Sache gefährdende Folgen sie allein
die Verantwortung zu tragen haben werden.“

Der „Bad. Landesztg.“ zufolge sprach sich der Abgeordnete
o. Bennigsen (Führer des rechten Flügel der Nationaluͤberalen)
pelcher auf der Rückreise aus der Schweiz bei dem Abgeordneten
diefer in Freiburg zufällig auch mit den Abgg. Böttcher (Waldech),
Bolza (Vertreter von Bergzabern- Germersheim) und Buͤsing zu—⸗
ammentraf, anläßlich dieser Begegnung dahin aus, daß er die
Zezejssion als gefahrvoll für die liberale Partei
betrachte. Bennigsen bezeichnete ferner das Gerücht von Unter—
handlungen mit ihm wegen Annahme eines hohen Reichsamtes als
Erfindung; ebenso unrichtig sei die Meldung der „Vossischen Zeit—
ang“, daß er (Bennigsen) vorübergehend von der parlamentarischen
Wirksamkeit zurücktreten wolle; er sei im Gegentheil entschlossen,
die Partei zu kräftigen im Reichstage wie im Landtage.

RNach den bisher getroffenen Dispositionen gedenkt der deutsche
Kaißer eiwa am 22. d. M. sich von Berlin nach Baden⸗
Baden zu begeben. Die kronprinzlichen Herrschaften gehen Ende
dieses Monats nach Kiel, um dort den heimkehrenden Prinzen
Heinrich zu empfangen. Wahrscheinlich werden dort auch der
Prinz Wilhelm und seine Braut anwesend sein. Der Prinz Hein⸗
ach wird sich sodann unmittelbar zum Kaiser nach Baden begeben. —
ee — 2333 — Königspaares und des Kron⸗

n Rudolf von Oesterreich werden am iner än⸗
jende Feste vorbereitet. Berlinet Hofe glan

Ausland.
al englische Weltblatt „Times“ bespricht den
aß des Kaisers Wilhelm an die deutsche Armee mit wärm⸗
dr Sspahe Sie zählt dabei die großartigen Erfolge der deut⸗
ee auf und schildert den Unierschied zwischen Deutschland

bor und nach 1870. Sie bewundert die rastlos ununterbrochene
Thätigkeit des deutschen Generalstabes, dem gar nichts entgeht und
»er alles für Deutschlands Nutzen ausbeutet. Allein die „Times“
ommt trotzdem zu dem Schlusse, daß die unendliche jährliche Blut⸗
teuer Deutschland fast paralysire und den Fortschritt auf anderen
hebieten unmöglich mache. Die Gefahren, welche vielleicht Deutsch—
and drohen, mögen groß sein und vielleicht ziemlich bald realisirt
verden, allein selbst die Realisirung der größten Gefahren könnte
aum verderblicher für die Nation sein, als die Versicherungsprämie,
velche jetzt hierfür bezahlt wird. (7)

Vermischtes.

4 Der eben im Druck erschienene Jahresbericht der pfäl—
ischen Handels- und Gewerbekammer für 1879 enthält auf
64 Oktapseiten ein reiches Material interessanter Notizen. Sehr
zeachtenswerth ist ein Vergleich zwischen den directen Staatssteuern
ohne Kreisumlage und Hebgebühr), welche die Pfalz i. J. 1869
ntrichtete, und denen, welche sie i. J. 1879 bezahlt hat. Die
irekten Staatssteuern der Pfalz stiegen in diesem Jahrzehnt von
,637,684 M. auf 2,100,961 M., also um 26,7 pCt.; speziell
zie Gewerbesteuer ertrug von diesen Summen im Jahr 1869 nur
85,989 M., im Jahr 1879 aber 435,946 M., ist also um
32 pCt. gestiegen, sie machte in ersterem Jahr 17,*3 pCt. der ge⸗—
inmien direkten Staatssteuer aus, im Jahr 1879 aber 204 pCt.
der Jahresbericht führt dann noch in einer Tabelle die Beträge
uuf, welche an Staatssteuern überhaupt und an Gewerbesteuer ins-
zesondere auf 25 der bedeutensten Orte der Pfalz im Jahr 1869
ind im Jahr 1879 trafen.

m. Aus dem Kanton Waldmohr. Als Ergänzung und
Berichtigung muß zu der Korrespondenz „Aus dem Kantone Wald⸗
nohr“ in Nr. 139 dieses Blattes, bie Wittelsbachfeier in Miesau
ind Umgegend betreffend, bemerkt werden, daß auch die Schulen
von Elschbach und Nanzdietschweiler der Feier anwohnten und daß
zie Gemeindeverwaltung von Schönenberg, wahrscheinlich angeregt
zurch das gute Beispiel der übrigen Gemeinden, nachträglich
hrer Schuljugend die üblichen Bretzeln noch zukommen ließ.

In Pirmasens feierte am 1. ds. Mis. der quiesc.
dehrer Peter Serr mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hoch—
eii. Die Jubilare sind noch rüstig. Der Ehe entsproßten 7 Kinder,
velche alle hevorzugte und angesehene Stellungen einnehmen, aber
zuch fast über alle Welttheile zerstreut sind. Herr Serr wirkte bis
vor wenigen Jahren in Pirmasens als Schullehrer und ist heute
noch als Schreiblehrer dem Lehrversonal der dortigen Lateinschule
eigeordnet.

Kaiserslautern wird seine diesjährige Sedansfeier,
da in der letzten Woche die Stadt in Folge der zweier größeren
Feste (Einweihung des Gewerbemuseums und Wittelsbachfest) sehr
n Anspruch genommen war, heute Sonntag, 5. Sept., begehen.

In Feilbingert spielte ein Knabe mit einer Piftole
ind erschoß dabei „im Scherz“ ein sechsjähriges Kind.

p'In Neustadt hat der Wirth Kielhöfer als zweite
iesjährige Frucht eines Kirschbaumes reife Kirschen.

In Heuchelheim stürzte ein Drescher, der schon seit
ängerer Zeit auf dem Futterboden der Scheune schlief, von seinem
achtlager auf die Tenne herab und war sofort eine Leiche.

4Auf dem Friedhofe von Annweiler hat am Donnerstag
zie Einweihung des für die im Gefecht bei Rinnthal am 17.
zuni 1849 Gefallenen errichteten Denkinals, eine von Hrn. Bild⸗
auer Menges in Kaiserslautern ausgeführte trauernde Germania,
em bekannten Programm gemäß unter außerordentlich starker Be⸗
heiligung auswäͤrtiger Besucher Statt gefunden. Die Festrede hielt
Ir. Pfarrer Heinrich Piton.

P Zu der gestern mitgetheilten Wettgeschichte aus Landau
zerichtet der „Eilbote“ weiser, daß der unglüdliche Hahn behufs
enauerer Unlersuchung getödtet werden mußte; die Kosten dieser
Intersuchung mit 1M. 50 Pf. hatte der Albersweilerer Ornithologe,
em es bei seinem Schaden natürlich an Spott nicht fehlte, auch
noch zu tragen.
        <pb n="564" />
        Anus Anlaß des Geburtsfestes Sr. Kgl. Hoheit des Groß'
herzogs von Baden werden am Donnerstag den 9. ds. in Mann—
Hem besondere Festlichkeiten stattfinden und hat die Pfälzische
Eisenbahn-Direction die übliche Fahrtaxermäßigung bewilligt.

4 Nach der „Frkf. Ztg.“ sollen falsche 300, 100- und 500
Markscheine in Umlauf sein.

F'St. Johann. Der Kassierer des hiesigen, in Liquidation
befindlichen Bankvereins ist am letzten Samstag flüchtig gegangen
Derselbe hat sich Wechseifälschungen in bedeutendem Betrage zu
Schulden kommen lassen, die in diesen Tagen an's Tageslicht ge—
langt waren. In der Kasse des Vereins hat sich, laut der „St. J.
S. Volksztg.“, vorderhand kein Manco gezeigt.

4 Eine Lehrerbesoldung. Ein Dokument befindet sich im
Archiv der Pfarrei Herbitzheim (Elsaß) aus dem vorigen
Jahrhundert, in welchem unter Anderem die Rechte und Gefälle
des Schullehrers zu Völlerdingen aufgezählt werden. Es wird
bestimmi, daß der Lehrer statt der Besoldung das Vorrecht habe,
beim zweitreichsten Bauer der Gemeinde dreschen zu dürfen. Wem

das Recht dieser Arbeit beim erstreichen Bauern eingeräumt worden
war, ist aus diesen Akten nicht zu finden.

Das Straßburger Komité für die Sammlung von
Beiträgen zur Gründung einer Wittelsbacher Landesstiftung hat dem
Zentralausschuß in Muͤnchen den Ertrag der Gaben, welche von
mehr als 1000 im Reichsland Elsaß-Lothringen lebenden Bayern
gespendet wurden im Gesammtbetrag von 3000 Mark eingesendet.

4 Daß ein Geselle 50 Jahre bei einem und demselben Meister
arbeitet, dürfte eine Seltenheit sein. Der Kaiser hat denn auch dem
Schuhmachergesellen August Kroseberg in Hameln in solcher
Veranlassung und in Anerkennung dieser treuen Dienste das Allge—
gemeine Ehrenzeichen verliehen.

Der beim Festungsmanover in Minden in die Luft, wohl
8 Meter hoch, gesprengie Hauptmann Hannisch ist noch Abends
seinen schweren Verletzungen erlegen.

7 Dem ‚Berl. Tagebl.“ zufolge wäre der Kaiser neulich bei
der Besichtigung des Garde-du-Korps- und Garde-Kürassier-Regi—
ments in der Hasenhaide bei Berlin beinahe umgeritten worden.
der greise Monarch sprengte im Eifer zu weit an die erste Eskadron
heran, so daß, als beide Regimenter eine Attale machten, er umge—
ritten worden wäre, wenn nicht die ersten Linien der Kürassire
trotz des kolossalen Staubes ihn bemerkt und dabei die Geistes—
gegenwart besessen hätten, sich im entscheidenden Moment zu theilen
und Platz für den Allerhöchsten Herrn zu machen, bis das Signal
„Halt“ erfolgte.

Aus Madrid, 2. Sept. wird gemeldet: Die Ebrobrüche
bei Legrono ist in dem Augenblicke, als ein Bataillon Soldaten
hinübermarschirte, eingestürzt. Ein Kapitän, 3 Lieutenants und
614 Soldaten sind in den Fluthen des Stromes ertrunken.

Durch sein 40tägiges Fasten hat Dr. Tanner folgendes
Sümmchen verdient: durch seine eigene Wette 5000 Dollars, durch
die Wette einer Agentie 12,223 Dollars, für den Verkauf seiner
Photographie 1500 Dollars, Eintrittsgeld von seinen Besuchern
78,915 Doll., von vielen Fabrikanten, um ihre Waaren mit seinem
Namen zieren zu können, 11,102 Doll., Geschenk von der Univer—
sität 3000 Doll., Geschenk des Staates Ohio 5000 Doll., von
inem Gönner 1000 Doll., vom Hanse Liebig u. Comp. 20,000
Doll., zusammen 137,640 Dollars. Wenn nur diese Rechnung
wahr ist!

F Gissinger Kirchenbaulotterie) Es gewannen: Nr.
58,946 M. 45, 000, Nr. 221,778 M. 12,000, Nr. 257,578,
210,110, 207,8300 je M. 6000, Nr. 90,500, 129,318, 227, 149,
244,913 je M. 4000, Nr. 19,850, 216,630, 241,870, 248,861
je M. 3000, Nr. 44,214, 58,648, 86,833, 199,563 233,666,
243,851, 254,217 je M. 2000, Nr. 48,466, 95,242, 144,066,
152, 186. 205,660, 251,344, 257, 481 je M. 1000.

Fur die Redaction verantwortlich: J. X. Demet.
—
Wusß 5. September
Waldparthie
in der Sengscheider Anlage,
wozu höfl. einladet
Jark. Schmitt.

”αα
Versteigerung.

Samstag, den 25. Septem⸗
ber nächsthin, Nachmittags 2
Uhr, zu St. Ingbert in der
Wirthschaft von Woll, läßt Karl
Engel, Wirth in St. Ingbert,
nachstehend beschriebene Liegen⸗
schaft, öffentlich zu Eigenthum
dersteigern:

Pl.⸗Nr. 23972, 2 a 90 qm
Fläche, worauf ei Wohn⸗
haus mit Hofraum,
Wirthschaftsgarten, Kegel⸗
bahn, Waschküche, Stallung,
Brunnen, 3 Keller und

ↄl.⸗Nr. 2397b, 184 10 qm
Pflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St.
Ingbert an der Kohlen—
straße.

Das Anwesen, mit dem auch
das Wirthschaftsinventar verstei⸗
gert wird, kann auch aus freier
Hand verkauft werden.

St. Ingbert, 3. Sept. 1880.
Kg. Aufischneider

Amtsverweser.
Neue
HoIIùnder superior
Voll · Häringe.
fein marinirt, mit brillanter

Saugçe, per Stück 14 Pf.,
empfiehlt

Philipp Klinck.

Musikalische A hendunterhaltung
gegeben von de rbeiter⸗Bildungs⸗
Ikltivren des Vereins,
unter freundlicher Mitwirkung auswärtiger Kräfte,

SOnntag, . SSEPtem Pæer,
präzis 8 Uhr Abends,
im Saale von Gastwirth Lehnert (otel Laur)
Nichtmitglieder haben gegen Entreͤe von 50 H Zutritt.
Ergebenst ladet ein

Der Ausschuß.
2

—3 3
28
35
28
2 8
21
2
——
I
I
—S
—A—
8
8
S
X

*

—

Fortlaujende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
uEUm allen Mißverständ—
rissen vorzubeugen und um jeden
Loose unwiderlegbare gleich
Chance zu verleihen, werden be
der Ziehung die sfämmtlichen
100,600 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
sächlich schwarze Klei—
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Zammt, besonders noch
die dunklen Militär—
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ⁊c. durch einfaches
Bürsten mit dieser Flüssig—
keit, ohne sie zu zer—
trennen, wieder aufzu—
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 8 und 146 zu be⸗
ziehen bom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurCbern
Apotheke Rottweil a. N.
sowie aus der Niederlage für

St. Ingbert: Philipp
Qlinck. Blieskastel: Georg
Kolling. Zweibrücken
W. Aua. Seel.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und älteste
Annoncen⸗Erpedilion
Prankfurt a. Main.

Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfälzischer
Gewerbemuseums.
Ireis des Looses 3 Mark
Ziehung am 26,. October
1880.
Zauptgewinne von a 30,000
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
fus 20 Loone ein Baar
xew inn.
Bestellungen find zu richten a
ie General⸗Agentur
Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haber
»ei Franz Woll in S—
Ingbert.

Filialen in Darmstadt.

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart, Würzburg., Ulm,
Freiburg in Baden.
Besorgen zu Originalpreisen
oline alle Nebensosten:
Itellon -Qesaoho.“ 7aohbtangen,
Vacanzen · Angob Sobmissionen,
Canf-d Vorkauss · ¶ Heiraths· Offerten
Anzoigen. Disorots Ansoig
in alle Zeitungen der Welt

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag—
gons bei Prima-Waare bil—⸗
uͤgst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in UIm a. D.

Import ital. Produkte.

Die Hauptblatter der
Schweiz und Frankreichs
zind von uns gepachtet &amp;
nebmen Anzeigen mur

Anreh unms.

Druck und Verlag von FI. Demetz in Ss. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Ar. 10.
        <pb n="565" />
        St. Ingberler Anzeiger.
P
der Et. Jugberter Anzeigor und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementopreis betragt vierteliahrlich

24 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 —, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — juar die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.

M 1IM43. Dienstag, den 7. September 1880.

—

Deutiches Neich.

Die Ansprüche Bayerns oder vielmehr Sr. kgl. Hoh.
des Prinzen Ludwig Ferdinand an die griechische Staats⸗
kasse werden von dem athenischen Blatte „Aeon“ einer längeren
Darlegung unterzogen. Darnach belief sich jene Schuld am 80.
November 1842 auf 2,667,722 Franken; im Jahre 1845 mahnte
—X
virthschaft der bayerisch-griechischen Regentschaft des Grafen Ar—
nansperg zuschrieb und das Geld lediglich für bayerische Truppen
n Griechenland ausgegeben haben wollte. Angeblich soll man sich
zier dabei beruhigt und erst 1859 die Anzeige an Griechenland
zerichte haben, daß jene damals auf 1,933,333 fl. gestiegene
Schuld an König Ludwig J. abgetreten sei, worauf Griechenland
nuf die Antwort von 1845 wie auf die angebliche Nichteinhaltung
der Bayern durch das Londoner Protokoll vom 26. April 1832
jegen Griechenland auferlegten Verbindlichkeiten verwies. Jetzt,
aach weiteren 20 Jahren, komme plötzlich Deutschland im
Namen Bayerns mit jener Forderung. Man werde jetzt sehen,
was Regierung und Kammer in Griechenland zu jenem nachträg⸗
lichen Anspruche sagen würden. — Aus dieser Darlegung geht
sicher hervor, daß Griechenland zur Zahlung jener Summe keine
jesondere Neigung besitzt, was man übrigens früher auch schon
zewußt haben dürfte. Die Angelegenheit wird sicher noch mehrere
Stadien zu durchlaufen haben, aber gewiß endlich ihre billige Er—⸗
edigung finden. Die Zeit, als Deutschland im Auslande wehrlos
var, ist eben vorüber. (Südd. Pr.)

Dem „Tageblatt“ zufolge wurde der Generalpostmeister Stephan
zum Verkehrsminister und Geheimerath Tiedemann unter Beibe—
haltung seines Postens als Chef der Reichskanzlei zum Chef des
Reichssamts des Innern an Stelle Hofmann's ernannt. Dem ehe⸗
naligen elsässischen Staatssekretär Herzog wurde der Vorsitz im
Bundesrath übertragen. (Nach der „Magdb. Z3.“ wäre alles dies
zis jetzt nur unbeglaubigtes Gerücht.)

Der deutsche Kaiser legt besonderes Interesse für die möglichst
eierliche und denkwürdige Veranstaltung des Kööener Dombau⸗
lestes an den Tag. Beide Majestäten, das kronprinzliche Paar,
vo möglich alle preußischen Prinzen und, wie es heißt, mehrere
»eutsche Fürsten werden dem Fest beiwohnen.

Die „Nordd. Allg. Zig.“ berichtigt eine Anzahl von Zeitungs-
—XV
handlungen mit Rom, welche bald in Kissingen, bald in
Hastein, bald in Wien und jetzt gar durch den Erzbischof Melchers
von Köln geführt werden sollten. Seit dem Aufhören der Ver⸗
zandlungen, welche der jüngsten Kirchenvorlage vorhergegangen
eien, sei weder von der Kurie, noch von Preußen eine Anregung
su Unterhandlungen ausgegangen. Gewiß sei, daß Preußen keinen
Augenblick die Absicht gehabt habe, solche Verhandlungen anzuregen.

Nach einem vielverbreiteten Gerüchte soll im Laufe der nächsten
Keichstagssession über die Roburger Finanzministerkon⸗
serenz mehr bekannt werden, als dies hinsichtlich ihrer Heidelberger
Vorgängerin der Fall war. Es ist unwidersprochen geblieben, daß
man sich in Koburg über einen Plan verständigt hat, der dahin
zing, einen so hohen Ertrag aus den indirelten Steuern zu erzielen,
um eine Entlastung an direkten Steuern für die Einzelstaaten zu
xmöglichen. Die Motive dieses Planes und seine Einzelheiten
ollen den Inhalt einer Art vor Generalbericht bilden, welcher die
Jesammten Steuervorlagen begleiten würde und wogu jedhi schon
Vorarbeiten angeordnet sein sollen.

Der Kronprinz Rudolph von Oesterreich trifft am 12.
September in Berlin (zum Besuche der Mandver) ein und wird
daselbst bis zum 15. September Abends bleiben. Zu seiner Ehr⸗
ing sind große Festlichkeiten in Aussicht genommen.

Ausland.

Mit der Flottendemonftration der Großmächte
zegen die Türkei scheint es Ernst werden zu wollen. Als Ort zum
Sammeln für die Schiffe, welche daran Theil nehmen, ist det Hafen
don Ragusa bestimmt. Den Oberbefehl soll der englische Ad⸗
mirtal Seymour erhalten. Das italienische Geschwader ift einge⸗

troffen. So bald das deutsche und das französische Geschwader
eintreffen, findet ein Kriegsrath unter Seymour's Vorsitz Siatt, um
iber die an der albanesischen Küste vorzunehmenden Operationen
zu beschließen.

In der englischen Unterhaussitzung vom 4. ds. Mts. er—⸗
lärte der Premier Gladstone das europäische Konzert, d. h. das
einheitliche Vorgehen der Großmächte, z. B. im Orienh) als das
verthvollste Instrument in den großen internationalen Fragen, so
ange es auf uneigennützigen Prinzipien beruhe. Wenn die Re—
zierung auch zugebe, daß die Politik der Unabhängigkeit des für—
ischen Reiches aufrechterhalten werden solle, so sei sie doch grund—
ätzlich darauf bedacht, die Einführung von Reformen in den tür—
ltischen Provinzen herbeizuführen. Wenn aber die Pforte sich wei—
gere, die Reformen vollständig und in der richtigen Weise auszu—
ühren, so müsse das türkische Reich selber für seine Integrität und
Inabhängigkeit sorgen. Die Regierung werde mit Vorsicht und
Diskretion verfahren, so lange sie im Einvernehmen mit den anderen
Mächten wirken könne, um von der Türkei die Erfüllung der ein—
zegangenen Verpflichtungen zu erlangen.

Die Erhebung Rumaãniens zum Köonigreich ist
jochst wahrscheinlich. Bismarck äußerte sich in einer Besprechung
nit Fürst Karol, bei dessen Anwesenheit in Berlin sehr günstig
ür das Projekt.

Aus Afghanistan kommen für die Engländer wieder ein⸗
mal frendige Nachrichten. General Roberts, der zum Entsatze der
yon den Afghanen eingeschlossenen Stadt Kandahar herangerückt
var, hat die afghanischen Streitkräfte unter Eyub Khan ange⸗
zriffen, zerstreut und ihnen 27 Geschütze abgenommen.
Schwurgericht der Pfalz.
III. Quartal 1880.

6. Sept. Verhandlung gegen Johann Rausch, 66 J. a. Tagner von
Pforß, wegen Brandsstiftung. Vertreter der i. Staatsbehbrde:
Staatsanwalt Petri; Vertheidiger: Rechtskandidat Goldmann.

Der Angeklagte bewohnte mit seiner Frau und seinem Sohne ein zu
Pfortz an der Ludwigsstraße gelegenes, aus Wohnhauschen, Ziegenstall, Schup⸗
hen, Hof und Garten bestehendes Anwesen, das ihm fruher selbst eigenthum⸗
lich gehörte, das er aber durch notariellen Alt unterm 8. Februar 1879 unter
Borbehalt des lebenslänglichen Mitbenützungsrechtes für sich und seine Frau
gegen den Anschlagspreis von 250 M., zahlbar auf erstes Begehren, an seinen
Sohn Emil verschenktte. Von diesem Anschlagspreise wurde bis heute Nicht⸗
hezahlt.

oe 28. Juni l. Is. Abends um 6!/. Uhr brach in dem Wohnhaäuschen
Feuer aus, das den Dachstuhl desselben zerstörte. Die in gutem Zustande
efindlichen Feuerstellen des alleinstehenden Häuschens waren zur Zeit, da der
Brand ausbrach, kalt. Da deßhalb die Entstehung des Feuers sich blos durch
ie Annahme erklären ließ, daß das Feuer gelegt worden sei, so bezeichnete auch
soiort die Vollksstimme den Angellagten als Thäter. Die gepflogene Umer—
uchung hat diesen Verdacht bestätigt.

Rausch ist ein dem Branntweintrunke ergebener Mensch, der dieser Lei⸗
»enschaft seinen Verdienst zum Opfer bringt und deßhalb mit Frau und Sohn
n bestaäͤndigem Unfrieden lebt. Am 24. Juni feierte R. seinen Namenstag
n Karlsruhe und trank sich dabei einen solchen Rausch an, daß er auf dem
deimwege liegen blieb und erst gegen Morgen in die Nähe von Pfortz ge⸗
angte, wo ihm sein Sohn begegnete, der sich nach Karlsruhe zur Arbeit de⸗
eben wollte. Tie Begegnung war keine freundliche, und die Worte des
Zohnes stellten dem Vatet bei der Nachhauselunft des ersteren leine angenehme
Juseinandersetzung in Ausficht. Um d Uhr Morgens lam der Angelkiagte in
einer Wohnung an, trank seintn Kaffte und ließ sich dann von seiner Frau d Pfo.
ur Schnaps geben, damit der am Abend vorher angelegte Rausch leine Uner
rechung erleide. Et befuchte jetzt noch verschie dene Wirthshäuser, kam gegen 9 Uhr
rach Haus und schlief bis etwa 2 Uhr Vachmittags. Seine Laune war bei seinem
Irwachen eine so rofige, daß es seine Frau für gut fand, sich zu ihrem Schwager
n Pfortz zu flüchten, wohin der Angeklagte Abends gegen 5 Uhr auch kam
aind dort seine Frau mit Haleabschneiden bedrohte. Von dort aus ging er
n seine Wohnung zurnd, in der er nun allein verblieb. Um 61/ Ühr be-
nerkte der Feldhuͤter Schaaf von Pfortz, daß es bei dem Angeklagten brenne;
er eilte durch den Hof an das Häuschen des Rauch, difnete die Hausthüre und
— V
den Speicher fuhrenden Treppe lagen die Sonntagslkleider des Rauch, dabei
in Dreschflegel und eine Hade. Da diese Gegenftaände in der Regel an einem
anderen Orie aufbewahrt waren, namentlich die Kleider in einem Kleider⸗
hranke und der Dreschflegel auf dem Speicher, so scheint der Angeklagie
siese Gegenstände fich zurecht gelegt zu haben, um sie vor dem Feuer zu
etien. Schaaf redete den Rausch mit den Worten an: „Alter da oben
rennt'a!“ worauf ihm letzterer erwiderte: „Dann laß es brennen.“ Schaal
dob nun den Rausch zur Hausthllre hinaus und machte sich daran. die Mo⸗
        <pb n="566" />
        bilien zu retien. Hieran bethekligte sich Rausch in keiner Weise. Als spater
Schaaf bei seiner Thäligkeit einen Blick in den Schuppen warf, sah er den
Angeklagten an einem am Durchzugbalken angebrachten Stricke mit einer
Schünge um den Hals hängen. Vie Arme hingen schlaff herab, und die
Fuße waren eiwa 30 em vom Boden entfernt. Schaaf schnitt sofort den
Strick ab, und so gelang es, den Angeklagten, der sich offenbar das Leben
nehmen wollte, zu retten. Er wurde dann von der Gendarmerie verhaftet
und abgeführt. (Schluß folgt
Jermischtes.

* St. Ingbert, 1. Sept. In heutiger Schöffensitz-
ung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1. Ein Schöffe erhielt
wegen Nichterscheinens 20 M. Geldstrafe. 2. Wegen Körperver⸗
letzung erhielt eine Frau von Oberwürzbach 6 M. Geldstrafe. 8.
Wegen gleichen Reates erhielt ein Arbeiter von hier 1 Monat Ge—
fängniß. 4. Wegen gleichen Reates ein Mann von Alschbach 21
Tag Gefängniß. 5. Wegen Berufsbeleidigung wurde ein Arbeiter
von hier mit 14 Tagen Gefängniß bestraft. 6. Ein Arbeiter von
Rohrbach erhielt wegen Körperverletzung 1 Monat Gefängniß. 7.
Ein Landwehrmann von hier wurde wegen unerlaubter Auswanderung
zu 3 Tagen Haft verurtheilt. 8. Wegen Beitelns erhielt ein in
Untersuchungshaft befindlicher Handwerksbursche 10 Tage Haft.

* St. Ingbert. Am verflossenen Wochenmarkte (Sams—
jag) wurde beim Frühschoppen ein höchst origineller Kauf abge⸗
schlossen, indem der Kaͤufer die Kartoffeln von einem Liesdorfer
Händler nicht per Pfund, sondern per Hundert, und zwar das
Hundert zu 30 Pf. — „wie die Quetschen,“ sagte der Volksswitz
— erstand. Der Verkäufer hatte die Kartoffeln eigenhändig unter
strenger Kontrole abzuzählen, während der Käufer dabei die Säcke
offenhielt. Unter dem Gaudium einer namhaften Zuschauermenge ging
das Zählen, das in der drückenden Mittagssonne manchen Schweiß-
tropfen verursachte, vor sich. 3 volle Stunden nahm das Geschäft
in Anspruch, bis die 6300 Stück Kartoffeln richtig abgezählt waren.

F Nach der „Pf. Ztg.“ sollen vom 1. Oktober d. J. in der
Pfalz alle selbstständigen Telegraphenstationen — bis auf Lud
wigshafen — aufgehoben und mit dem Postdienste vereinigt werden.

7 Der kgl. bayer. Bergrath Laubmann hat in dienstlichem
Auftrage eine Uebersichtskarte der Erzeugungs-Verfrachtungs-⸗ und
Verbrauchs⸗Mengen der Mineralkohlen in Bayern und zwar zunächst
für das Jahr 1878 bearbeitet. Daraus ersehen wir, daß im Jahr
1878 in der Pfalz 137,970,000 xg und zwar Steinkohle
137,229,700 kg und Braunkohle 750,000 kg gewonnen wurden
ausgeführt wurden von Piälzischer Steinkohle 12,782,000 kg. In
die Pfalz wurden eingeführt 392,688,000 kg, nämlich Saarbrücker
Steinkohle 365,863,250 kKg und Ruhrkohle 26,820,000 xg. Alles
zusammen gibt also einen Verbrauch von 517,880,450 kg. Außer⸗
dem wurden noch durch die Pfalz durchgeführt Saarbrücker Stein⸗
kohle 524,044,000 kg. und Ruhrkohle 74,30,350 Kg.

F Antwort Sr. Maj. des Königs auf die
Zweibrücker Huldigungsadresse: „Herr Büraer—⸗

meister Märder! Unter den zahlreichen Beweisen aufrichtiger Er⸗
gebenheit, welche zur Feier des 25. August an Mich gelangten,
habe Ich zu Meiner lebhaften Freude auch eine Adresse Meiner
getreuen Stadt Zweibrücken gefunden. Ich entnahm daraus mit
Wohlgefallen, daß die dortige Bürgerschaft, eingedenk der engen
geschichtlichen Verbindung, welche zwischen Ihrer Stadt und Meinem
Hause besieht, aus Anlaß des Jubelfestes der Wittelsbacher Mir
aͤufs Neue den Ausdruck ihrer Huldigung und treuen Anhänglich-
keii darbrachte. Ich sage den wackeren Bürgern für diesen werth-
vollen Beweis ihrer lohalen Gesinnung Meinen wärmsten Dank
und versichere Sie, Herr Bürgermeister, gerne des fortdauernden
Wohlwollens, mit welchem Ich bin Ihr gnädiger König Ludwig.
Schloß Berg, den 3. Sept. 1880.“

F In Sachen des Direktors und des Kassirers des früher in
Quirn bach bestandenen Vorschußvereins (siehe ‚Anz.“ Nr. 139)
hat das kgl. Landgericht Kaiserslautern das Urtheil verkündet
dieselben wurde des Verbrechens der Privaturkundenfälschung in
idealer Konkurrenz mit einem Vergehen des Betrugsversuchs für
überführt erklärt und unter Annahme mildernder Umstände der
Kassirer zu 8 Monaten, der Direklior zu 3 Monaten Gefängniß
und beide zu den Kosten verurtheilt.

FIn Kaisers lautern findet unter der Leitung der
königlichen Reallehrer Schenkenhofer und Katz auch heuer wieder
ein Unierrichtskurs Statt im Zeichnen, insbesondere Linearzeichnen
und der Buchhaltung für die Lehrer an gewerblichen Fortbildungs-
schulen. An dem Unterrichte, der am 25. September schließt, be—⸗
heiligen sich 24 Lehrer, darunter 6 Lauterer. Den auswärtigen
Herren gewaͤhrte die k. Regierung eine Unterstützung von 120 M.

, Der Dürkheimer Wurstmarkt wird am 26. do. Mis.
abgehalten.

F Wie dem „Dürkh. Anz.“ aus zuverlüssiger Quelle mitge—
theilt wird, hat sich in den Kleeäckern von Kleinkarlbach eine
Plage für den Landwirth eingestellt in Gestalt eines kleinen Rüssel-
kafers, der in großer Menge auftretend den Klee vollständig abweidet

4 Für den in Frankenthal am 19. September Statt fin⸗
denden Verbandstag der pfälz. Gewerbe-Vereine ist folgende Tages-
Ordnung festgesetzi: 1. Berichterstattung des Vororts über die
Ausführung der Verbandsbeschlüsse. 2. Frage der Beschränkung der
Wechselfähigkeit. 3. Antrag auf Gründung eines Gauverbandes
zum Verein zur Verbreitung der Volksbildung.

Der Hauptgewinn der Kissinger Kirchenbaulotterie
(45, 000 M.) ist, wenn es nicht widerrufen wird, dem Schneider⸗
meister Stöhling in Kissingen, einem sehr wohlhabenden Manne,
zugefallen. Das wird wohl der beste Schnitt sein, den der Mann
in seinem Leben gemacht hat. Einen armen Teufel würde übri—
gens der böchste Trefer entschieden besser gekleidet haben!

Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demeß.

———
Todes⸗Anzeige.

Freunden, Bekannten und Verwandten bringen wir
hiermit die betrübende Nachricht, daß unser innigstgeliebtes
Söhnchen Eduard Joseph
in ein besseres Jenseits abberufen wurde.

St. Ingbert, 7. Sept. 1880.

die trauernden Eltern:
Michael Klug,
Babetta Klug, geb. Peters.
findet Donnerstaa Nachmittaa 3 Uhr statt.

d

Danksagung.

Für die vielen Beweise herz⸗

licher Theilnahme bei der Be—
erdigung unseres unvergeßlichen
Sohnes und Bruders Friedrich
sprechen wir unsern tief gefühltesten
Dank aus. Besonders danken
vir noch den Gebern der reichen
Blumenspenden.
Die trauernde Familie Brill.
Wegen —XR
Aufgabe und Wegzug bittel
man alle bei mir liegenden ge⸗
färbte und gewaschenen Gegen⸗
stände innerhalb 8 Tagen abzu⸗
holen, weil später nicht mehr
garantirt wird.

St. Ingbert, 5. Sept. 1880.

ARakob Dield, Färber.

Ein wohlgesitteter Junge,
der eine hübsche Hand—
schrift besitzt, kann auf dem
Comptoir eines hiesigen Geschaf—
tes unter günstigen Bedingungen
Stelle finden. Näheces in der
Exped. ds. Bl.
Im Laufe dieser Woch
täglich
Futtermalz
koij Gebr. Becker.

*
—*
3.
werden für ein grosses, gediegenes literarisches Vnternehmen
9
RGiSCMBnde.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erfordorlich.
Auch BReamte, Lehrer, KReisende anderer
Rranmchenm ete.,, welche sich namhaften Nebenverdienst ver—
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich mit dem Hauptiblatte verbundene Unterhaltungsblati. Sonntagt mit illustrirter Rei⸗

lage) erscheint wochenilich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierieljahrlich

1A 40 einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤrtß
mit 13 2 fur die viergespaltene Zeile Blattschri't oder deren Raum, Neclamen mit 30 2 pro Zeile berechnet.

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M.

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Donnerstag, den 9. September

Deutsches Reich.

Das bayerische Ministerium des Inneren bringt zur
Kenntniß, daß der „Kaiser-Wilhelmspende, allgemeinen deutschen
Stiftung für Alters- Renten- und Kapitalversicherung in Berlin“
unter'm 17. Aug. ds. Is. die Erlaubniß zur Ausdehnuug ihres
Beschaftsbetriebes auf das Königreich Bayern ertheilt worden ist.
Im Hinblick auf den gemeinnützigen Zweck der genannten Anstalt,
in deren Aufsichtsrath sich gemäß 8 15 des Statuts auch ein Ver—⸗
reter der bayerischen Staatsregierung befindet, wird den kgl. Re—
zierungen, den Diftriktspolizeibehörden und Gemeindebehörden in
Folge eines Ersuchens der Direktion der Stiftung empfohlen, die—
senigen Kreise der Bevölkerung, deren Interessen die Stiftung
hauptsächlich zu dienen bestimmt ist, über die Vortheile, welche eine
Zetheiligung an der Wilhelmsspende bietet, in geeigneter Weise
aufzuklären und die Bemühungen der genannten Direktion um
Zewinnung ausreichender lokaler Vertreter nach Thunlichkeit zu
unterstützen.

Die von Sr. Maj. dem Deutschen Kaiser zur Erinnerung an
den Tag von Sedan an die deutsche Armee erlassene Proklamation
ist den bayerischen Truppen durch besonderes Reskript des kgl.
Kriegsministeriums bekannt gegeben worden.

Der deutsche Kronprinz ist am 4. September Abends von
Augsburg nach Darmstadt abgereist. Zur Verabschiedung
hatten sich der Herzog Ludwig von Bahern, der Kriegsminister v.
Maillinger mit der Generalität, das Offizierkorps des ersten Ulanen—
xegiments, der Regierungspräsident v. Hörmann, die Stadtibehörde
und das Ausschußkomite, vom Bürgermeister v. Fischer geführt,
auf dem Bahnhofe eingefunden. Der Kronprinz verabschiedeie sich
von allen Anwesenden aufs herzlichste (von dem Prinzen Ludwig
durch Umarmung und Kuß) und dankte den Mitgliedern der Stadt⸗
behörde wiederholt für alle ihm während seines Hierseins erwiesenen
Ehren. Die zahlreich herbeigeströmte Bevölkerung brach bei der
Abfahrt in stürmische Hochrufe aus.

Die offiziöse „Nordd. Allg. Zig.“ bezeichnet auf Grund ihrer
Informationen die Nachricht einiger Blätter, daß Staatssekretär
Stephan zum Verkehrsminister, Geh. Rath Tiedemann zum Chef
des Reichsamtes des Inneren ernannt und Wirkl. Geh. Rath Her—
zog mit dem Vorsitz im Bundesrath betraut sei, und daß diese Er—
nennungen Anfang Oktober publizirt werden würden, als in ieder
hinsicht grundlos.

Es kann als gewiß angesehen werden, daß die nächste Zeit
teine Vorlage betreffend die Beschränkung der Wechsel—
fähigkeit bringen wird. Die erstatteten Gutachten haben auf den
Reichskanzler ihren Eindruck nicht 5 Es heißt, daß derselbe
mit einer etwas kurz angebundenen Aeußerung die „Geschichte“ als
für ihn abgethan erklärte, und so mag denn Graf Wilhelm Bis—
marck (Sohn des Reichskanzlers) auf seine weitere politische Lauf—
bahn die Lehre mitnehmen, daß das deutsche Privatrecht kein ganz
geeigneter Boden ist, um auf ihm das Roß der Reaktion zu fum—
meln. Auf alle Fälle verdient er Dank dafür, daß er durch seine
Anregung es ermöglicht hat, klarzustellen, wie ungemein feste Wur⸗
zeln das Prinzip der allgemeinen Wechselfähigkeit im ökonomischen
Leben Deutschlands geschlagen.

Die, Tribüne“, das Organ der neuen liberalen Gruppe
schreibt: „Die Bemühnngen, eine kräftigere liberale Partei in
Deutschland zu formiren als die bisherige es ist, haben ihrem
Ursprung und Zweck nach durchaus nichts mit einem Jank um
Personen oder theoretische Prinzipipienfragen gemein. Mit Genug—
thuung gewahren wir, daß täglich mehr Stimmen auch aus na⸗
tionalliberalen Kreisen kommen, welche zugeben, daß die in dem
neuen Manifest aufgestellten Grundfätze von allen Liberalen
unterschrieben werden können. Wenn das, wie wir vom ersten
Angenblick an betont haben, in der That der Fall ist, und wenn
andererseits über die im Volke weit verbreitete Forderung nach
fest e rem Auftreten der Liberalen kein Zweifel mehr herrschen
lann, so können wir den weiteren Aufbau der Partei geirost der
naͤchsten Zeit überlassen und sicher sein, auch diejenigen der bis—
zerigen Genossen schließlich an ihm theilnehmen zu sehen, die, sei

es aus Mißverständniß, sei es aus Zaghaftigkeit, Empfindlichkeit
der sonstigen aͤußeren Gründen, die Last der Fundamentirung des
Bebäudes vorläufig Anderen überlassen.“

Ausland.

Anläßlich verschiedener Angaben erklärt das Amtsblatt der
französischen Regierung: „Die Regierung ist weder gegenüber
dem Vatikan, noch gegenüber dem päpstlichen Nuntius oder irgend
einer anderen Person irgend eine Verpflichtung bezüglich der Aus—
ührung der Märzdekrete eingegangen. Ihre Aktionsfreiheit ist eine
»ollständige, und ihre Entschließungen hängen nur von ihr selbst
ab. Jede entgegengesetzte Behauptung entbehrt der Begründung.“

Die dritte französische Republik feierte am Sams⸗
tag den 4. Sept. ihren zehnten Jahrestag.

Die Wiener „Politische Korrespondenz' bringt eine Mit⸗
heilung aus Athen, wonach in den ersten Tagen der Kammer—
jession unzweifelhaft die Vorlage wegen Votirung einer Million
Franks zur Tilgung der Schuld an Bayern zu er—⸗
warten stehe.

Die englische Zeitung „Daily Telegraph“ meldet aus Kon⸗
stantinopel vom 7. ds. Mts: Die Pforte überreichte heute
Abend den Bolschaftern eine Note, wodurch die Mächte benachrich—
sigt werden, daß Dank den Bemühungen Riza's (des Bevollmäch⸗
tigten der Pforie) die Albanesen die Abtretung Dulcigno's
akzeptirt haben. Riza sei in Folge dessen beordert, Stadt und
Distrikt Dulcigno den Montenegrinern zu übergeben. Anderweite
Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor.

Die Pforte hat die türkischen Botschafter angewiesen, Schritte
hei den Großzmächten zu thun, um dieselben unter Hinweisung
auf die Verwickelungen, welche die Flottendemonstration nach sich
ziehen könnte, zu bestimmen, von letzterer Abstand zu nehmen.
Schwurgericht der Pfalz.
11I. Quartal 1880.

6. Sept. (Fall Ra u sch. Schluß.) Der Angellagte ist ein aller, durch
Wermäßiges Branntweintrinken abgestumpfter Mensch und macht den Eindruck
zroßer Beschränktheit. Er leugnet hartnäckig, den Brand gelegt zu haben.
Vie Geschworenen konnten sich von der Schuld des Angeklagten nicht über⸗
eugen und verneinten sowohl die auf vorsätzliche, wie die auf fahrlässige
Brandstiftung gerichtete Frage, worauf der Angellagte freigesprochen uid
ofort in Freiheit versetzt wurde.

6. Sept. (Nachmittagssitzung.) Verhandlung gegen Jakob Klein, 22
J. a., Ackerer von Duttweiler, wegen Meineids. Vertreter der k.
Staatsbehörde: Staatsanwalt Kieffer; Vertheidiger: Rechtsanwalt Gebhart

Am 16. Sept. v. Is. wurde dem dem Löwenwirthe Breß in Duttweiler
zeßenüber wohnenden Aaron Weil, nachdem schon mehrmals Steine gegen
»essen Hofsthor gewocfen worden waren, durch ein Stein eine Fensterscheibe
ertrümmert. Weil hatte beobachtet, daß diese Steine aus dem im zweiten
Stocke des Wohnhauses des Wirthes Breß befindlichen Saal geworfen wurden.
kẽr machte deßhalb sofort dem Polizeidiener von Duttweiler und später auch
der Gendarmerie von diesem Unfug Anzeige. Die gepflogenen Recherchen er-
zaben, daß zur fraglichen Zeit außer der Dienstmagd des Breß der heutige
Angeklagte und zwei weitere Burschen Namens Frech und Schuck im Saale
inwesend gewesen waren. Bei der in Gegenwart des Bürgermeisters durch
den Gendarmen vorgenommenen Vernehmung des Klein gab derselbe an:
Er habe, während er mit der Magd sich unterhalten habe, gesehen, wie Schuck
und Frech Steine an die Wohnung des Weil geworfen hätten; daraufhin
sei er in die Wirthsstube heruntergegangen und habe er — kaum dort ange⸗
langt — bemerkt, daß eine Fensterscheibe bei Weil eingeworfen worden sei.
Bleich darauf seien Schuck und Frech auch die Treppe heruntergesprungen.

Schuck und Frech wurden nun unterm 19. Februar l. Is. wegen Wer⸗
ens mit Steinen und Sachbeschädigung vor das Schöffengericht in Neuftadt
zestellt und Klein als Zeuge gegen dieselben produzirt. Bei seiner eidlichen
VLernehmung in der Sitzung sagte nun Klein aus: Er wisse nicht, ob Frech
ind Schuck Steine gehabt und: damit gegen Weils Haus geworfen hätten
er habe Nichts gesehen.“ Da seine Aussage mit sichtlicher Befangenheit ge⸗
macht wurde, ermahnte ihn der k. Amtsrichter wiederholt, nur die Wahrheit
zu sagen; er blieb aber auf seiner Aussage bestehen. Als ihm seine frühere,
»em Gendarmen und Bürgermeister gegenüber gemachte Aussage vorgehalten
wurde, entgegnete er: „Was er dort angegeben habe, wisse er nicht mehr.“
A
ine spätere Sirung vertagt.

Waäahrend nun der k. Amtsrichter und die Schöffen im Berathungszimmer
über diese Vertagung sich beriethen, forderte der im Sitzungssaal zurückge⸗
hliebene Gerichtsschreiber den Polizeidiener von Duttweiler, der ebenfalls an⸗
vesend war, auf, dem Klein in's Gewissen zu reden, nachträglich die Wahrheit
ju sagen, denn er glaube, daß seine vorige Aussage unwahr sei, und wenn
dies erwiesen würde, blühe ihm Zuchthaus. Der Polizeidiener kam dieser Auf⸗
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        Arderung nach, und Dies veranlaßie den Ang eklagten Klein wirklich, nach Schruuß
der Sitzung zum Amisrichter zu gehen und demselben zu bekennen, seine in der
Sitzung gemachte Depofition sei falsch, er habe fie gemacht aus Furcht vor
den beiden Beschuldigten, und seine frühere Angabe sei die richtige.

Am 2. Maͤrz 1. Is. fand nun eine neue Verhandlung gegen Schuck und
Frech Stati, wobei Klein wiederum als Zeuge erschien. Runmehr modifizirte
et seine Aussage dahin, er habe gesehen, wie Frech einmal geworfen habe;
ob Schuck geworfen habe, wisse er nicht. Er habe ein Fenster rappeln hören
und im naämlichen Moment sei Frech mit der Aeußerung vom Fenster wegge⸗
sprungen: „Das Fenster liegt drin, es hat die Kränk.“

Wiegen dieser unverlässigen Aussagen wurden Schuck und Frech vom
Schoͤffengericht freigesprochen, Klein aber wegen Meineides in Unterjuchung
genommen und vor das Schwurgericht zur Aburtheilung verwiesen.

Der Angeklagte wird als ein Mensch geschildert, der, wenn er auch nicht
— für dumm Hhehalten werden kann, doch uußerst schüchtern und ängstlich
ein soll.

Der Vertheidiger plaidirte auf Freisprechung. Die Geschworenen theilten
auch die Anschauungen des Vertheidigers und sprachen den Angeklagten frei.

7. Sept. Verhandlung gegen Michael Vosselmann, 28 J. a-,
Muller auf der Weidelmäühle bei Niederotterbach, wegen Brandstift—
un g. Siaatsanwalt: Dr. Krell; Vertheidiger: Rechtsanwalt Kieffer.

Es gehörte in der letzten Zeit nicht mehr zu den Seltenheiten, daß Leute,

die in ihren Vermögensverhältnissen zurückgegangen waren, es verjuchten, auf
dem Wege des Verbrechens noch Rettung zu suchen. Zu dieser Klasse Men⸗
schen gehört auch der heutige Angeklagte. Schon seit geraumer Zeit waren
seine Vermögensverhältnisse nicht nur jeine günstigen mehr, sondern vollständig
errutiet. Sein Geschäft ging äußerst schlecht und war schon überschuldet. An⸗
jangs Mai dieses Jahres faßte er deßhalb den Entschluß, die um die Summe
hon 4200 M. versicherte Oelmühle in Brand zu setzen, um sich mit der ihm
ausbezahlt werdenden Bersicherungsfumme wieder aufzuhelfen. Eine bisher in
der Scheuer unterebrachte Dreschmaschine, die um den Betrag von 300 M.
dersichert war, sollte diefem Vorsatze gleichfalls zum Opfer fallen und wurde deß⸗
halb aus der Scheuer in die Oelmuͤhle verbracht. Um dem Feuer eine schnelle Ver⸗
reitung zu sichern, verbrachte der Angeklagte am 10. Mai etwa 50 Stüuck eichene
Wellen auf den Speicher der Oelmühle, um welche später noch eine Quantität Stroh
derumgestreut wurde. Am 17,. Abends begab er sich mit Frau und Kind nach
Riederotterbach, wo Tanzmusik abgehalten wurde, zum Tanze (!) und verweilte
hort bis J Uhr, um wecche Zeit er erst den Heimweg antrat Zu Hause an⸗
zgekommen, verbrachte er noch einige Bosen Stroh auf den Speicher der Oel⸗
muüuhle und setzte diese zuerst oben, daun auch unten in Brand. Wahrschein⸗
sich hätte dieser Vrand bei seiner reichlichen Nahrung entsprechend schnell die
dom Angeklagten gewünschten Dimensionen angenommen, wenn derselbe nicht
don drei von der Tanzmusik heimkehrenden Musikanten noch frühzeitig genug entdeckt
worden wäre Es gelang denseiben mit Hilfe herbeigeeilter Leute vor Eintrit
des beabsichtiglen Zweckes zu löschen. Der Angeklagte gestand seine verbrecheri⸗
he Thathandlung reumüthig ein. Die Geschworenen erklärten denn auch den
Angeklagien der Brandstiftung in betrügerischer Absicht unter Annahme mildern⸗
der Umstande schuldig, und wurde dieser zu einer Gefängnißstrafe von 2 Jahren
verurtheilt.

1 ——
Vermischtes.

* St. Ingbert, 8. Sept. In heutiger Schöffensitzung
kamen folgende Faͤlle zur Aburtheilung: 1. Ein Mann von Blies⸗
kastel wurde wegen Unterschlagung zu 1 Monat 14 Tage Gefäng—
niß verurtheilt. 2. Wegen Verübung groben Unfugs wurde ein
Mann von hier zu 2 M. Geldstrafe verurtheilt. 3. Eine Dienst-
magd von Reichenbach erhielt wegen Betrugs unter Annahme mil—⸗
deruder Umstände eine Geldstrafe von drei M. 4. Wegen Miß
handlung erhielt eine Frau von Eschringen 8 M. Geldstrafe. —
Herichtigend ist zu bemerken, daß in der Sitzung vom 1. Sept.
abhin die Verurlheilung eines Schöffen wegen Nichterscheinens nicht
Statt fand, indem die Aburtheilung —
Zuständigkeit des Schöffengerichts gehört.

»St. Ingbert, 9. Sept. (Auch ein seltenes Jubiläum.)

Wegen Geschäfts⸗
Aufgabe und Wegzug bittet
nan alle bei mir liegenden ge—⸗
ärbte und gewaschenen Gegen⸗
stände innerhalb 8 Tagen abzu⸗
jolen, weil später nicht mehr
Jarantirt wird.

St. Ingbert, 5. Sept. 1880.

Jakob Diel, Färber.

z. Dhann⸗vanrbrücker
Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo⸗
hann, Saarbrücken und Malstatt
Burbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blati. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
leljährlichh nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—
hreitung vorzüglich fuͤr Inserate
eder Art.

Zeitungsmakula'

Gestern waren es 50 Jahre, daß der igl. Bergmeister dahier, Herr
J. Kamann, im Erzbergwerke zu Amberg seine bergmännische
daufbahn begann. Anläßlich dessen begab sich gestern Nachmittao
eine Deputanon von Grubenbeamten und Knappschaftsältesten aus
das Bureau desselben, um ihm zu seiner 50jährigen bergmännischen
Thatigkeit ihre Glückwünsche darzubringen. — 30 Jahre! das ist
eine dange Zeit, und nur Wenigen mag es, wie dem genannten
Herrn, vergoͤnnt sein, dem aufreibenden bergmännischen Berufe so
aͤnge obzuliegen, noch Wenigere mögen sich aber nach so langer
Arbeitszein einer solchen körperlichen und geistigen Rüstigkeit erfreuen,
wie er. Möge ihm der Himmel diese noch lange erhalten!

*Der Kassier des Saarbr. Bankvereins Mar Scheuch
soll in Nizza festgenommen worden sein.

4 In die Ministerialkommission für die Hauptprüfung aus
den philologisch⸗historischen Fuüchern wurde aus der Pfalz berufen
der kgi. Stuͤdienrektor in Landau Joh. Dreykorn.

F In der Kohlengrube zu Mittelberbach verunglückte
zin noch ziemlich junger Bergmann aus Höchenn. Derselbe hinter—
aßt zwei unerzogene Kinder.

FDer Notär Milster von Billigheinm, der zu einem
Besuche der Schlachtfelder nach dem Elsaß gereist war, wurde in
der Nähe von RPeichshofen vom Schlage getroffen und war nach
wenigen Minuten eine Leiche.

7 In Speyher gab vor etwa 4 Wochen ein 6 Jahte alter
Znabe einem Sjähtigen Kinde einen Stoß, daß dieses Kind aus
ein in einer Haustreppe angebrachtes Eisen fiel und sich an der
dirnschale derart verletzte, daß die Wunde seither eiterte und nun
der Tod des Kindes eingetreten ist.

F In Stieringen bei Forbach wurden am Sonntag
dem Bremser Meyer, der während der Fahrt auf seine Bremse
pringen wollte, dabei aber fehltrat und auf das Geleise fiel, beide
Beine abgefahren.

Cimburg. Hier ist der Oberamtsrichter Ling von
sKatzenelnbogen, der von seinem Hühnerhund gebifsen worden war,
an der Tollwuth gestarben.

F Das schrealiche Unglück am Ebro in Spanien, bei
welchem so viele Soldaten den Tod fanden, hat nach einem Tele—
gzramm der „Daily News“ folgende Ursache. Pioniere hatten über
en Strom, der in Folge anhallender Regengüsse sehr angeschwollen
war, eine Brücke geschlagen, deren Stärke durch ein Bataillon von
Balencia probirt werden sollte. Kaum hatte die Spitze des Ba⸗
saillons das jenseitige Ufer erreicht, als die Pontons nachgaben,.
die Brücke brach und die Hälfte des Bataillons in den reißenden
Strom hinabstuͤrzte. Hilfe wurde versucht, aber vergebens; man
onnte nuͤr weit unterhalb der Brücke die angeschwemmten Leichname
bergen. Acht Offiziere und neunzig Mann sind bereits todt an's
Land gebracht worden. Gegen den Commandanten, der den Bau
reer Bruͤcke und die Probe leitete, ist eine Untersuchung angestrengt
worden.
Dienstesnachrichten.

Aus Anlaß des Wittelsbacher Jubiläums erhielt das silberne Ehren—
seichen des Verdienstordens der bayerischen Krone Lehrer Drescher in
Wolfersh ei in. —

Für die Redection deramwortich: F. x. Demesß.

b

Schaufelpflüge
bedeutend verbessert. unter Ga—
rantie, bei

Wilh. Herz.
vis⸗a·vis Herrn Schanl
St. Ingbert.

Hanf-Couverts
per 1000 Stück von 3.50 Ml. an
zu haben bei F. X. Demetz.

1.
X FJ Grond der thatsaqlich r· D
nelten Heilerfolge tann bdas bereits in
io. Ans erschienene reidiuußtrirte Vuch:
„ur. Niry⸗ Naturheilurthode
vrenn ĩ Mart,“) allen Kranken aufe
Waͤrmste zur gee empfohlben
rerven. In diesem 844 Seiten fiarken
Werke sindet ein Jeder, gleichviel an
welcher Krankheit leidend. tauseudsach
hrie, leicht zu befolgende Ratb
age, die, wie — Dantschreiben
Heisen, oft selbst chwertraunten

BGSlise ⸗ Heiluns brachten,
Fiers Verlags · Anstan, Seip⸗ — —
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inen 100 Seit starl S

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zu haben in allen Buchhandl.

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Truckh und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
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53 28 22 555 55 2352533833582
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        Slt. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöckentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich

1A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anuzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
AMä 145. — Samstag, den 11. September

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1880.

—
Deutsches Reich.

Aus München, 8. Sept. berichtet der „Pf. K.“: Ein von
Sr. Maj. dem König unterm 27. v. Mts. aus Elmau erlassenes
Handschreiben wird vom Gesammtministerinm in dem heute
erschienenen Gesetz⸗ und Verordnungsblatt veröffentlicht — eine
Verzögerung die dadurch entstand, daß mit Ausnahme des Ministers
o. Pfeufer alle Minister sich in Urlaub befinden und daher die
Beschaffung ihrer Unterschrift einige Zeit erforderte. Das koͤnig-
liche Handschreiben lautet:

Zu lebhafter Freude gereichte es Mir, zu sehen, wie aus
Anlaß Meines diesjaͤhrigen Doppelfestes und der damit verbun⸗
denen Jubelfeier Meines Hauses alle Kreise der Bevölkerung darin
veiteiferten, Mir durch Zusenden von Glückwünschen und Gaben
sowie durch Veranstaltung sinniger Festlichkeiten ihre Treue und
anhängliche Gesinnung zu bezeugen. Ich fühle Mich durch diese
‚ahlreichen, Meinem Herzen wohlthuenden Kundgebungen zu dem
dacmsten und aufrichtigsten Dank bewegt und beauftrage Mein
Gesammtministerium, demselben in, geeigneter Weise öffentlichen
Ausdruck zu verleihen. Ludwi g.“

Wie 'man in militärischen Kreisen vernimmt, hat sich der Kron—
prinz des Deutschen Reiches am Schlusse der diesmaligen Inspizir⸗
ing bayerischer Truppen über das Ergebniß derselben als in
jeder Beziehung im höchsten Grade befriedigt, demnach in einer
die bayerische Armee sehr ehrenden Weise ausgesprochen.

DerNationalzeitung“ zufolge trug die am 8. September in
Berlin statigehabte Besspre chechung einiger aus der natio—
galliberalen Partei ausgetretener Abgeordneter mit einzelnen Ver—
auensmännern aus verschiedenen Theilen Deutschlands einen
drivaten Charakter. Man konstatirte den günstigen Eindruck der
Auirittserilärung. Beschlüsse wurden nicht gefaßt.

Wie dem „Gerl. Tgol.“ mitgetheilt wird, hat der Reichskanzler
feststelen lassen, inwieweit die um ihre Ansicht über eine reichs—
gesetzliche Regelung des deutschen Versicherungs⸗
wesens angegangenen Bundesregierungen dem Wunsche des Für⸗
jen nachgekommen sind. Es soll sich ergeben haben, daß bis heute
Aeußerungen von ca. 14 bundesstaatlichen Regierungen vorliegen, die
sich zum größten Theil den Vorschlägen des Reichslanzlers anschließen
und 'nur“ in wenigen Punkten eine abweichende Anschauung zur
Geltung bringen. Jene Regierungen, deren Antworten noch aus—⸗
stehen, sind um eine beschleunigte Erledigung des Zirkularschreibens
dom 4. August v. J. ersucht worden.

Die Familie des deutschen Kronprinzeu wird
Mitte Oktoher auf mehrere Wochen nach Wiesbaden kommen.

Der Besuch des österreichischen Ministers von Haymerle
hei Furst Bismarck in Friedrichsruh kann als Austausch freund—
chafilicher Versicherungen charakterisirt werden. Besonders flagrante
Fragen lagen nicht zu Grunde. Auch nehmen die orientalischen
Fragen anscheinend zur Zeit eine ruhigere, von drängenden Nehen—
hunkten freiere Entwickelung, als bisher.

Ausland.

Infolge Vertrags mit der Königin Pomare V. sind Tahiti
und die Freundschafis-Inseln der Herrschaft Frankreichs ein⸗
derleibt worden. Dies Ereigniß wurde am 29. Juni den Ein—
wohnern durch zwei Proklamationen Vomares und des französischen
Kommissärs angezeigt.

Da die Unterhandlungen der Großmächte bezüglich der Flot⸗
tendemonstration zu dem erwünschten Einverständniß geführt
haben (es handelte sich schließlich noch um die Instruktion für die
Beschwader⸗Kommandanten), so hat auch die französische Regie—
cung aus dem Hafen von Toulouse zwei Fregatten und einen Aviso
auslaufen lassen, um sich mit den Schiffen der anderen Großmöchte
in Ragusa zu vereinigen.
Schwurgericht der Pfalz.
III. Quartal 1880.

7. Sept. Verhandlung gegen Leonhard Manz, 18 Jahre alt, Pho⸗
ographen⸗Lehrling aus Wach en heim, zuletzt in Neusta vt a H., wegen
Muünzverbrechen und Betrug. Verireter der k. Staatsbehörde
Staatsanwalt Kieffer: Vertbeidiger Rechtsanwalt Gebbhart

Der Angelklagte stand bei dem Photographen' Reinhard in Neustadt a/ H.
in der Lehre; er war fleißig und brav, jedoch vhne · Geldmittel, und da er
och wie seine Alters⸗ und Standesgenossen leben wollte und ihm eine seltene
Seschicklichkeit in Herstellung mechanischer Arbeiten zur Seite fieht, so scheint
in ihm der Gedanke gereift zu sein, durch Fabruation und Verausgabung
falschen Geldes sich aus der Verlegenheit zu helfen. Er verschaffte sich bei
einem Meister Gyps und Zinn und fertigie sich aus ersterein eine Form, in
die er ein 50 Pf.⸗Stück abdrückte und nun den Versuch des Gießens machte.
Es gelang ihm Dies jedoch so schlecht, daß er die Fortsetzung dieser Fabri⸗
kation aufgab und sich auf die Herstellung größerer Geidstück verlegte. Er
entlieh sich ein neues Fünfmarkstück, stellte sich mit Gyps eiue neue Form
her, in die er das Fünfmarkstück einprägte, und diesmal war sein Streben
von einem besseren Erfolg begleitet. Es gelang ihm, mehrere Fünfmarkstücke
herzustellen, die, was ihr Aeußeres anlangt, ziemliche Aehnlichteit mit ächten
hatten. Er versuchte nun die Verausgabung dieser falschen Geldstücke an8
verschiedenen Orien, theils bei Wirthen, theils bei andern Gewerbireibenden,
ind zwar stets in der Dämmerstunde, die ihn vor Entdeckung schützen sollte.
Rachdem ihm die Verausgabung dreier solcher Münzen gelungen waär, sollie
er bei einem Obstkaufe bei einer Höckerin zuerst entlarvt werden. Diefe Frau
erkannte sofort die Unächtheit des ihr verabreichten Geldstückes, auf die fie den
Angeklagten aufmerksam machte, der auch das Geld sofort wieder zurücknahm
und erklärte, er werde das Geldstück wieder hinbringen, woher er es bekom⸗
men habe. Am anderen Tage begab er sich wieder zu dieser Höckerin und
bat sie, sie möge doch von diesem Vorfall Nichts sagen, was ihm auch die
döckerin zusicherte, ihn aber ersuchte, dann aber auch das bei einem Wirthe
»erausgabte 5-Markstück zurückzuholen. Ganz erschrocken fragte er nun: „Soö,
Das wissen Sie auch schon ?“ Er eilte in die fragliche Wirlhschaft und erbai
ich das falsche Geldstück zurück; man hielt ihn aber dort fest, bis der Gen⸗
armeriewachtmeister eintraf, dem er angab, et habe bei einem fremden Bür⸗
tenmacher eine Bürste gekauft und von dieseni auf einen 20-Mark⸗Schein
zieses falsche Silbergeld, von dem er nicht gewußt, daß es falsch sei, heraus-
»ekounmen. In Haft genommen, gestand er aber später seine That zu.

Die Geschworenen sprachen den Angetlagten von dem Münzverbrechen
rei, erklärten aber denselben des Betruges zum Nachtheil von fünf
Personen unter Annahme mildernder Umstände für uͤberführt, und wurde er
emnach zu einer Gefängnißstrafe von 4 Möonaten verur⸗
heilt, wovon die erlittene Untersuchungshaft abzuziehen ist. und wurde seine
sofortige Freilafssung verfügt.

8 Sept. Verhandlung gegen Adam Krämer, 48 J. a., Maurer und
Brabsteinmacher aus Bundenthal, wegen Munzverbrechen. Staatsan⸗
valt: Dr. Krell; Vertheidiger: Rechtsanwalt Gink.

Der Angeklagte, der schon früher wegen Verfertigung von zur Münz⸗
äischung bestimmten Stempeln zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt worden
var, ist ein üdel beleumundeter Mensch. Er ist Maucer und Steinhauer,
velches Geschäft ihm aber nicht besonders zu behagen scheint. Er unternahm
im Jahre 1879 auffallend viel Reisen in's Elsaß, so diß man in seinem
Wohnorte der Ansicht war, er müsse wieder zu seinem alten Metier, der
Heldmacherei, zurückgekehrt sein, und diese Ansicht scheint nicht der Begründung
intbehrt zu haben, denn schon im Anfang des vorigen Jahres wurden durch
»en Sohn des Angeklagten bei verschiedenen G.werbetreibenden theils in Bun⸗
»enthal, theils in Rumbach Einlkäufe gemacht. die alle mit falichen 10 Pf.⸗
ztucten bezahlt wurden. —

Die Anklage behauptet aber auch, daß sich der Angeklagte mit Fabrikation
yon falschen Gold stückhen befaßt habe. Dies gehe daraus hervor, daß er
»erschiedenen Personen solche faljche Goldstücke gezeigt und sogar bei einem
Wirthe in Bergzabern versucht habe, mit einem solchen seine Zeche zu bezahlen.

Im Februͤar v. Is. sei er so ohne Mittel gewesen, daß ihm die Kartoffeln
jepfändet worden seien, und doch habe er zur selden Zeit einem Manne 7-2-8
Boldfstücke gezeigt. Damit hätte er ja, wenn die Goldstücke ächt waren, die
Pfändung von sich abwenden können. J

Im Januar 1. Is. zeigte er dem Restaurateur Graf in Weißenburg 2
falsche Goldstücke vor mit dem Bemerken, er habe einen tüchtigen Gehilfen,
der solche noch besser machen könne.

Der Angeklagte behauptet, daß diese angeblichen Goldstücke nichts Anders
gewesen seien als Muttergottesmedaillen, mit denen er nur gehandelt habe.

Die Geschworenen nahmen nicht an, daß der Angeklagte inländische
10 Pfg⸗Stücke nachgemacht habe, sondern nur, daß er nachgemachte 10 Pf.⸗
Stücke mit der Kenntniß ihrer Unechtheit sich verschafft und dieselben in Ver⸗
ehr gebracht Labe, und wurde er demnach in eine Zuchthau⸗strafe von 6 Jahren
erurtheilt.
Vermischtes

Aus der Pfalz. Gegenwärtig ist unter den jungen
fälzischen Juristen aus den letzten Conkursen wieder ein starker
Zug zur Auswanderung ins benachbarte Reichsland rege geworden.
Sicherem Vernehmen nach sind in jüngster Zeit allein an einem
Landgerichtssitze vier derselben mit Erfolg oder doch mit bester Aus—
icht auf solchen um Stellen dort eingekommen und andere werden
hnen noch folgen.

4 Jin Jahr 1879 haben die Staats- und Gemeinde—
Waldungen der Pfalz 180,715,24 chm Baus, Nutze und
Werkholz ergdeben (46 pt. davon Buchen. 33 ECichen⸗. 11 Kiefern.
        <pb n="574" />
        10 sonstiges Holz). Versteigert wurden 145, 07618 ebm. deren
Taxwerth 2,445, 154 Mk. war, während nur 2,216,938 Mk.
*lost wurden. Das Lohrinden Erträgniß der pfälzischen Staats⸗
ind Gemeinde⸗Waldungen war im Jahr 1879 zufammen 3,657,578
xg. der Erlös daraus 299,902 Mk.

Im deutschen Reiche gibt es augenblicklich 96 Taubstum⸗
menanstalten: davon sind in Preußen 53, in Bayern 14, in
Würtlemberg 7, in Sachsen 4, in Eljaß⸗Lothringen 3, in Baden
und Hessen je 2 und in den übrigen Staaten 11.

F Aus dem Bezirksbamte Homburg, 7. Sept. In der
Nacht von Freitag auf Samstag brannte es in Erbach wieder
innial. Dabei sind vier Kinder des Hausbesitzers vom Feuer
jämmerlich zugerichtet worden. Das jüngste, ein sechzehnjähriger
Jüngling, ist seinen Brandwunden gleich erlegen und wurde am
Sonntag beerdigt. Zwei Tage danach hettete man die eine seiner
unglücklichen Schwestern neben ihn in die kühle Erde. Die zwei
nderen Vewundeten befinden sich in einem Zustand, daß man auch
hrer Auflösung entgegensieht. Außerdem soll Vieh mitverbrannt
jein. Wie in einem einstöckigen Häuschen solches vorkommen konnte,
st Nichteingeweihten unbegreiflich. Wenn aber zu hören ist, daß
deute prototollirt worden seien, weil sie sich weigerten, löschen zu
helfen, läßt sich leicht denten, wie es in dem Ort aussieht.

4 Am naͤchsten Sonntag (12. ds. Mts.), des Nachmitiags um
2 Uhr in Wolfersheim wird dem Lehrer Drescher von da
die ihm Allerhöchst verliehene Ordensdekoration durch Beamten des
.Bezirksamtes Zweibrücken in feierlicher Weise zugestellt werden.
eEs wäre wünschenswerth und angemessen, wenn sich zu dieser seltenen
Feier die Freunde und namentlich die Kollegen des Dekorirten zahl⸗
ceich einfinden würden.

Dem Sekretär des Gewerbevereins Kaiserslautern
dehrer Chr. Jung, hat die kgl. Kreisregierung ein Reisestipendium
don 150 M. gewährt zum Besuch der Ausstellungen in Düsseldorf
ind Mannheim, über die er später dem Verein berichten soll.

4 Edenkoben. Auch ein Zeichen der Zeit. Es haben sich
seit dem Sedanfest hier allein sechs hoffnungsvolle Landratten zum
Seedienst gemeldet!

JWie der „Saarg. Ztg.“ aus Großblittersdorf
mitgetheilt wird, geht die doctige Saarbrücke ihrer demnäch⸗
stigen Fertigstellung entgegen. Vor einigen Tagen ist der Schluß⸗
——— Gewolbebogens eingesetzt und hiermit
der weseniliche Theil der Arbeiten des ganzen Bruͤckenbaues been⸗
digt worden. Die sieben Bogen wurden im Verlauf von zwei
Monaten mit einer wahrhaft staunenswerthen Schnelligkeit über
Fen Saarfluß und den Kanal geschlagen. Noch im Verlauf dieses
Monats wird der ganze Oberbau zu Ende gebracht.

Bei Dreisbach wird die Ueberfahrt über die Saar, so
schreibi die „M. Ztg.“, unterm 5. Sept. auf eine sonderbare Weise
ewerkstelligt. Von einem Ufer zum andern soll ein Seil gespannt
ein, an welchem die Insassen des Kahnes diesen letzteren fortbe⸗
wegen. Dieser Tage war ein Händler aus dortiger Gegend im
Begriffe, sich selbst aͤuf diese Weise ans jenseitige Ufer zu befoͤrdern,
As plotßzlich das Fahrzeug unter seinen Füßen wich und dav on
schwamn, während er in schwebender Pein an dem Seil hängen
blieb. Tas Seil riß und der Arme tauchte auf Nimmerwiedersehen
in den Fluthen unter.

pAus dem Reichsland, wird dem „Pf. K.“ ge⸗
schrieben: Gestatten Sie mir noch nachträglich einer Sedanfeier zu
gedenken, die wegen des Ortes, wo und der Art und Weise, wie
e geschah, Erwahnung berdient. Die im Manövern befindliche
hayerische Brigade, formirte am Morgen des 2. September auf
dem Exerzierplatze zu Frescaty ein Catré. Der mit zahlreichem
Stab erschienene Generallieutenant und Commandeur der 30. Divi⸗
ion von Woyna erinnerte in begeisterten Worten an die Bedeutung
zes großen Tages von Sedan, an die ruhmreiche Betheiligung der
Bayern an der Schlacht und an die patrotische Haltung des Konigs
hon Bayern in jener großen Zeit. Als er auch jener gedachte, die
fürs Vaterland ihr Leben gelassen und fern von der Heimath ruhen,
enlblößten Alle das Haupt und gedachten derselben in stillem Ge⸗
het, wahrend die Musikcorps des 4. und 8. Infanterie⸗Regiments
den Choral „Wie sie so sanft ruhen? intonirte. Ein Hoch auf
S. Maj. den Konig von Bayern schloß die schöne Feier.

p Dem „Pf. K.“ geht die Mittheilung zu, daß das „Haus“
Z. Goldschmidt-Schlessinger in Fra nkfüurt a. M. einen für
Fie Käufer sehr ungünstigen Ratenhandel mit Loosen auch in der
pfalz einzubürgern bemüht ist, Agenlen dafür zu gewinnen sucht ec.
Also aufgepaßt und die Augen aufgemacht!

FTas Gesammitergebniß der Sammilungen für die bei'm
Frankfurter Turnfest Verunglügten beziffert sich auf 38,334 M.

In Cassel wurde am 7. Sepi. der Erste Deutsche
ßergmannstag durch Berghauptmann Prinz von Schonaich⸗
Farolath im Namen des Zentralkomité's eröffnet. Die Prasenzliste
dies a 160 Namen von Notabilitäten des deutschen Bergbaues
duf. Eberberghauptmann v. Dechen leitete die Verhandlungen.

Aus München wird gemeldet: Anton Freiherr von

dirschberg-⸗Schwarzenbach zu Weihersberg der (1853 geb.)
n letzter Zeit vielgenannte III. Staatsanwalt am Landgericht Mün⸗
hen II (der junge Beamte soll persona gratissima bei Sr. Maje⸗
staͤt sein), wurde zum Legalionssekretär mit vorläuftger Verwend⸗
ing im Staatsministerium des königl. Hauses und des Aeußern
rnannt.

F Die baierischen Aerztekammern werden, nach dem „Aerztl.
Intelligenzblatt“ auf den 19. Ottober einberufen werden.

FIn Keferlohe (Oberbayern) kam es am Sonnlag ge⸗
legentlich des großen Pferdemarktes zu einer Zigeun;d chlacht. 80
his 40 Zigeuner (ohne die Kinder) in drei Parieien prügelten sich
nit Zaunpfählen. Der Ruhe gebietende Gendarm M. Hein wurde
nit Revolverschüssen empfangen; als der Zigeuner Friedrich bereits
wei Schüsse auf ihn abgefeuert hatte, schoß ihm der Gendarm eine
Zugel iu die Stirn. Nun fielen alle Zigeuner über ihn her, und
rwäre verloren gewesen, wenn ihm nicht die Bauern zu Hilfe
Jeeilt wären. Da flüchteten die Zigeuner gegen Haar und Zorne⸗
ding; nur der Vater des Erschossenen blieb in den Händen der
erbitterten Bauern.

.Aus Nürnberg wird geschrieben; Als der deutsche Kron⸗
prinz am vorletzten Montag im „Bratwurstglöcklein“ saß, trat eine
alte Frau, welche mit schwedischem Feuerzeug hausiren geht und
ucht im Mindesten ahnte, wer die am Tische sitzenden Herren seien,
hirekt zu dem Kronprinzen heran, demselben ein Schächtelchen Feuer⸗
eug zum Kaufe anbietend. Der Kronprinz nahm dasselbe lachend
entgegen und bezahlte der Frau 4 Mark.

In Maibach (Unterfranken) hat sich ein grauenhafter
Fall ereignet. Die schon früher geisteskranke Frau eines Bauern
sat ihre drei jüngsten Kinder im Keller aufgehüngt und hernach
ney der Scheuertenne hinabgestürzt. Vier Leichen auf eine
Bahre!

Guter Appetit. Ein in die Kur nach Eger rei⸗
sender Fremder wurde vor einigen Tagen an der Grenze gefragt,
hb er eiwas Zollbares habe, und brachte aus der Tasche ca. 3,5
Kild Würste heraus. Rachdem er die Höhe des Zolles ersahren,
war ihm dieser zu hoch; schnell gefaßt, derzehrte er die gesammte
Wurstinenge vor den Augen des staunenden Zollbeamten und setzte
dann seine Reise nach Marienbad fort.

4Bei der Düsseldorfer Ausstellung ist bereits ein
Mehr von über 800,000 M. vorhanden, und wird sich dieser Ueber⸗
schuß voraussichtlich noch bedeutend erhöhen.

Die Einfuhr von Fischen in Deutschland hat auf der Fischerei⸗
Ausstellung in Berlin eine äußerst verständliche plastische Dar⸗
tellung erfahren. Auf Veranlassung des Ministeriums für Land⸗
virthschaft sind fünf vierseitige Pyramiden aufgestellt worden, deren
Zröße, in massivem Gold gedacht, den Baarwerth, den die einger
ührten Fische repräsentiren, beranschaulicht. Die größte, wohl fünf
xuß hohe und an der Basis vier Quadratfuß messende Pyramide
lelit den Werth des Häringsimports dar; von 1873 - 1877 im
Jahresdurchschnitt 26,408,000 M. betragend. Die nächst kleinere
eigt die Einfuhr der frischen Fische, Werth 8,293,800 M. auf's
Jahr, dann folgen die Pyramiden: 31174,000 M. konservirte Fische,
1789, 200 Mark Kaviar und 487, 600 M. Hummer. In Summa
also eine jährliche Einfuhr von 34,552,600 Mark.

Ju Gorinchen hat eine Frau ihren dem Trunke erge⸗
denen Mann, der sie häufig mißhandelte, als er schlief, mit Petro⸗
eum begossen und dann in Brand gesteckt. Der Mann ist unter
ürchterlichen Schmerzen gestorben Die Petroleuse wurde verhaftet.

— Mitten unter den Zurüstungen für das Sedanfest wurde
graunschweig durch die Nachricht von zwei Cholergerkrank⸗
ingen erschreckt. Es sind zwei Fälle konstatirt, einer mit tödlichem
beuauf! Es ist zu 'hoffen, daß in Folge der sofort getroffenen
Borsichtsmaßregeln einer weiteren Verbreitung vorgebeugt wird.

Der „B. Börsen⸗C.“ schreibt: Wie neuerdings festgestellt
st, soll die Vermählung des ältesten Sohnes des kronprinzlichen
haares, Prinzen Wilhelm, mit der Prinzessin von Schleswig⸗Hol⸗
ein⸗Sonderburg⸗ Auguͤstenburg Mitte Februar 1881 Statt finden.
die Hochzeit soli mir großem Pomp im Kgl. Schlosse zu Berlin
Statt finden.

ꝓ' In dem böhmischen Dorf Kaaden lief kürzlich ein Brief
nit folgender schöner Adresse ein: „Aon den klan Monn, was
nit de Penseln in den Leuten ihre Hänser allerhond Figuren und
inderes spaßiges Zeug mohlt — er is gonz kla und wohnt in der
Hassen, wo alla Heiligen wohna. Die Stohd haßt Kaaden. Der
Briefträger kennt ih scho — er is immer voil Forb.“ Der Brief⸗
träger machte richtig binnen Kurzem den „klan Monn ausfindig,
rohßdem derselbe nicht wie gewoͤhnlich „voll Forb“ war, sondern
im sonntäglichen Gewande prangte.

PSchreckliches Bergunglück. In dem Kohlen⸗
„ergwerk Seaham unweit Durham (England) fand am 8. d. Vor⸗
minags eine Erplosion schlagender Wetter statt. Zur Zeit der
xxplosion befanden sich 180 Bergleute in der Grube, von denen
die Mehrzahl umgekommen ist.

Wie men lanische Blätter melden, wurde in dem Staate
        <pb n="575" />
        Neu⸗Mexiko, und zwar 30 englische Meilen von der Haupr⸗
tadt Santa Fu entfernt, ein Dorf entdeckt, das auf einem an Gold
jehr reichhaltigen Terrain steht. Das Dorf heißt Placitas, und da
zum Bau der Häuser desselben das Gestein und die Erde des Bodens,
auf dem es steht, verwendet wurden, so enthält jedes Haus dori
einige Pfund Gold. Der Gouverneur von Santa Fu hat sich mit
einigen Ingenieren nach diesem Dorfe begeben, um hier die nöthigen
Anstalten für die bergmännische Verwerthung des Terains zu kreffsen.
Bis jetzt wurde für 23000 Francs edles Metall gewonnen. Das
Pfund Gestein oder Erde aus diesem Terrain wird gegenwärtig
mit drei Dollars bezahlt

ornbrod 8 Kilogr. 68 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 82 Pf., paar Weck 100
Gr. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Hammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter /3 Kilogr. 1 M. 10 pf.,
Wein 1 Liter 80 f. Bier 1 Liter 24 Pf.
Homburg, 8. Sept. (Fruchtmittelpreis und Vickualienmarkt.) Weizen
10 M. 66 Pf. Korn 9 M. 24 Pf., Spelzkern 10 M. 75 Pf., Spelz 6 M.
50 Pf, Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
6 M. 24 Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Erbsen — M. — Pf., Widen
M. — Pf. Bohnen d M. — Pf., Kleesainen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf. Kalbfleisch 10 Pf., Hammelfleisch 60 Pf., Schweinefleisch
60 Pf, Butter 1 Pfund 1 M. — Ppf., Kartoffeln per Cir. 2 M. 50 Pf.
Kaiserslautern, 7. Sept. (Fruchtmülelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 79 Pf., KZorn 00 M. 82 pf. Spelzkern 10 M. — pf. Spel;
7. M. 11 Pf., Gerste07 M. 95 pf., Hafer 6 M. 13 Pf., Erbsen 8 M.
b8 Pf. Wichen O M. — Pf., Linsen — M. — Pf. Kleesamen — M. —
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 8 Pfd. 89 pf., Gemischtbrod
ß Pfund 44 pfg. Butter per Pfd. ĩ Mi. 1d Pf. Eier 2 Stuck 14pf. gar-
toffeln per Cent. 2 M. 80 Pf., Stroh 2 M. 415 Pf. Heu 2 M. 20 Pig.
Far die Nedaction veranmworcus x Xx. Deme . —
daselbst, als gerichtlich ernann⸗
ten Versteigerungsbeamten, im
Zwangswege, gegen die Eheleute
Georg Speugler, Metalldreher
und Katharina Horlemann,
beisammen in St. Ingbert wohn⸗
haft, öffentlich zu Eigenthum
dersteigert, folgende Liegenschaften
in der Steuergemeinde St.
Ingbert, nämlich:

1. Pl.⸗Nr. 2609, 70 qw Fläche,
worauf ein Wohnhaus
mit Hofraum und Zugehör,
sammt Pl.⸗Nr. 270, 14
Pflanzgarten und Pln.
4133, 2 a 40 qm Acker,
diese drei Item ein Ganzes
bildend und gelegen in der
Stadt St. Ingbert in den
Hobelsgärten neben Hein⸗
rich Ehrlich und Johann
Joseph Zintel
Pl.⸗Nc. 4081, 16 a 40 qm
Acker auf Hobels neben
Wittwe Uhl und Heinrich
Spengler.

Pl.⸗-Nr. 269, 270 und 4138

werden als ein Ganzes, Pl.Nr.
4081 wird allein versteigert.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs-
beamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 6. Sept. 1880.

Der Versteigerungsbeamte:
K. Auffichneider
Amtsverweser.
1000 Mark.

ar berichte.

Zweibrücken, 9. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 87 Pf. Korn 0O9 M. 64 Pf., Gerste zweireihige 7 M. 71
oierreihige 0 M. — Pf., Spelz 7 M. 13 Pf. Spelzkern — M. — 9
Dinkel - M. — Pf. Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 5 M. 86 P'.,
Erbsen 8 M. 40 Pf., Wicen — M. — Pf., Karioffeln 1 M. 70 pf.,
deu 2 M. 90 Pf. Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod 1 Kilor. 53 Mi

* * * J
Licitation.
Montag, den 27. September
1880, Nachmittags 932 Uhr,
zu Schnappbach, in der
Wirthschaft der Requirenten. im
Schlößchen,
werden durch den unterzeich⸗
neten Amisverweser des kgl.
Notär Sauer in St. Ingbert,
hiezu gerichtlich beauftragt, die
nachbezeichneten Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
der Abtheilung wegen, öffentlich
u Eigenthum versteigert:
Plnu. 49942, 1a 2 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Garten und Zu—
gehör, gelegen zu St. Ing—
berter Grube neben Ma—
thias Erz und Gebrüder
Röchling;
Pln. 49902, 2 a 89 qm
Fläche, worauf ein Wohn⸗
haus mit Stall, Hof und
Garten und Pln. 4990,
9a 54 qm Acker mii
Wiese allda neben Jakob
Eichert und der Straße;
Pln. 4996 20, 7 a 16
Im Fläche, Wohnhaus
mit Nebenhaus und Hinter⸗
gebäude neben Gebrüder
Röchling und Pln. 4999146
20 a 10 qm Acker auf
der Rußhütte;
Pln. 48103, 34 a 41
qm Wiese in den Bann—⸗
wiesen an der Kohlenstraße
neben Karl Günther;
Pln. 4810, 34 4 41 qm
Wiese daselbst;
Pln. 1303, 38 4 50 qm
Acker in der Mausbach
neben Heinrich Kaiser;
Pln. 1354, 10 a 90 qm
Acker allda;
Pln. 1806, 10 a 90 qm
Acker allda;
Pln. 1307, 11 4 93 qm
Acker allda;
10. Pln. 1305, 18 4 6 qm
Acler allda;
Pln. 1808, 14 4 99 qm
Acker allda;
Pln. 1309, 11 à 93 qm
Acker allda;
Pln. 1310, 6 a 81 qm
Acker allda;
Pln. 1311, 44 77 qm
Acker allda;
Pln. 1724 u. 1725, 20
a 78 qm Wiese in der
Donau;
Pln. 1726, 27 a 26 qm
Wiele allda

17. Pln. 1362, 23 a 85 qm
Acker in der Mäusbach;

18. Pln. 1363, 12 a 61 4m
Acker allda;

19. Pln. 1877 und 1878,
29 a4 64 qm Acker auf
Rothhall;

20. Pln. 1879, 9 a 88 qm
Acker allda;

21. Pln. 1871, 13 a 97 qm
Acker allda;

22. Pln. 1881, 41 a 57 qm
Acker allda;

23. Pln. 1389, 28 4 51 qm
Acker ober der Trift;

24. Pln. 1288, 18 aà 40 qm
Acker, jetzt Wald in der
Mäusbach.

Eigenthümer sind:
Magdalena Grosklos,
Wittwe des in Schnappbach
derlebten Metzgers Hein—
rich Hanck;

die minderjährigen Kinder
dieser Eheleute J. Heinrich,
2. Ludwig und 3. Mar⸗
garetha Hauck, welche ihre
Mutter als Vormünderin
und den nachgenannten Peter
Odermann, als Nebenvor⸗
mund haben.

III. der volljährigen Kinder die—
ser Eheleute:

1. Karl Hauck, Mezzger in

Schnappbach;

2. Magdalena Hauck, Ehefrau
bdon Peter Odermann, kgl. preuß.
Grubensteiger in Neunkirchen;

3. Karolina Hauck, Ehefrau
von Peter Jaecker, kgl. preuß.
Grubensteiger in Altenwald.

St. Ingbert, 9. Sept. 1880.
K. Auffschneider,
Amtsyerweser.

* *
Licitation.

Dienstag, den 28. September
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
24. Rnabert, in der Wirth⸗

schaft von Johann Adam Beck,
Wittwe,

werden durch den unterzeichne⸗
ten, hiezu gerichtlich beauftragten
Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, die nach⸗
hin bezeichneten Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
offentlich zu Cigenthum versteigert:

1. Plin. 2862 16, 1 a 50

qm Fläche, worauf ein
Wohnhaus mit Stall und
Hofraum,“; gelegen zu St.
Ingbert auf der Meß;
pᷣlu. 2860 u, 2a 20
qm Garten daselbst;
Pln. 2702, 18 a 30 qm
Acker in der Dreispitz;
Pln. 3414 8, 92 70 qn
Acker in den Seyen;

Pln. 3846, 11 a 60 qn
Acker auf Schiffelland.

Eigenthümer sind:

1. Georg Conrad, Metall
dreher in St. Ingbert wohnhaft
Wittwer von Elisabetha Gehring

2. der minderjährigen Kinder
dieser Eheleute: a. Georg, b
atharina, c. Joseph und d
Jakob Conrad, welche ihren ge—
nannten Vater zum Vormunde
und den Philipp Gehring, Berg⸗
mann daselbst, zum Nebendor
munde haben.

St. Ingbert, 9. Sept. 1880.
K. Ausfschneider.
erweser.
Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Samstag, den 16. Oktober
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
schaft von Johann Adam Beck.

Wittwe,

werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
bert wohnhaft, Amtsverweser des
kal. Notar Sauer, im Amtestn

Gegen Gicht, Rheumatismus ꝛc.,
selbst in ganz veralteten Fällen, wird
Prof ‚Dumont's Gichtwaässer“
anti rheum. TLiq.) von vielen Tau—⸗
end gluückl. Geheilten als einziges
Nadicalmittel auf's Wärmste em⸗
ofohlen. Erfolg grundlich. Für d.
Heilwirlung wird m. ob. Summe
jarantirt. Preis!/ Fl. M. 31 Fl.
M. 5. gegen Voreinsendg. oder Nach⸗
nahme vom General-⸗Depot: J. A—-
WMetzger in Mainz.
?ür Familien und Lesecirkel. Bibliothen. Hotels, Cafes und Restaurationen.
1.
J
J

4

2.

3

4

5
ummern gratis und franco.
Abonneents-Preis vierteliãbrlich s Mac. 'chen drrch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Expedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

1323

8
        <pb n="576" />
        Zweibrücker Reunfest.
Samstag 25. Sept.

Auswahl der zur Konkurrenz bei der Preise⸗Vertheilung des kgl. Land⸗
—A der Pfalz vorgeführten Pferde; Versteigerung von Gestütspferden;
Stutenmusterung von Seiten des pfälz. Pferdezucht⸗Vereins; Ankauf von Pferden
zur Verloosung; Feunion; F est ba ll.
Morgens 83 Uhr: Musterung und Prämiirung von Gespännen (yspfälz.
Pferdezucht-Verein); 10 Uhr: Vorführung der Beschäler des kgl. Landgestüts: 17
oe Preige Nerthenuns des F' ——— —5 Unmtzug der prämürten
ide. sachnitags s uh: HBferde-Rennen
* 0
Karten zur Dpan p — zu w Hrn. eger; Zweibrücken.
nkauf von Pferden zur Verloos⸗
Montag 27. Sept. ung; Nachmittags 2 —. öffentliche Verloosung.

50 90 Fahrtar⸗Ermäßigung auf den Pfälzer Bahnen vom 25. bis sucl. 27. September bei Zukauf einer Ein—
trittskarte à 10; auf den pfãlzischen, den elsaß⸗lothringischen, hessischen und Saarbrücker Bahnen für die
Pferde Trauspori⸗Ermaäßigung ⸗
ꝓgero ꝓrappee¶ V Balanntgabe von Extrazugen erfolat spater ·

Oesffentlichee Aus diesen Gründen JIV. 4 Preise für Hengstsohlen:

erklärt das Schöffengericht den —— is 5

83 u st ellun g. Angeklagten der r ruiden Preis — * Ppreis
— —; znigs erg 17. April — zusammen Ro
Sr. Majest. de ni ibhin für überführt und ver— z Anreueri “

von Bayern s irtheilt ihn zu einer Geldstrafe —A im Betrage von F as A, nach dem Er

erkennt das Schoffengericht bon zwanzig Mark umgewandelt ssen der Kommission, sowie füt Redai en 87
Ste Dahberr in der Enafsoe ür den Jal der Richtzähluug in 8 Summa aller Preise 25724
den Harl Bellaire Miuller me Hahstrafe von drer Tagen Für die Bewerber sind nachfolgende Bedingungen festgesetzt:
dLandwehrmann in Si Ing— und u den Kosten. die Mutterstuten müssen von Haupt⸗ und Erbfehlern frei und
bert, oͤrn ohne bekannten Wohn⸗ gez. Konig. phe Sehauten gew — Far des —535 — trächtig
ort abwesend, wegen unerlaubter ierte Jahr bereits zurückgelegt haben,
et jeiner dffent⸗ Zur Beglaubigung nur solche Fohlen können lonkurriren, welche von Hengsten
ahen Sihung vomi. Seplem— Der Gerichtsschreiber des Landgestütes abstammen. Hiebei wird besonders bemerkt,
ber 1880, nach gepflogener Krieger. daß Stut⸗ und Hengstfohlen vor zurückgelegtem zweiten Lebens
aupiderhandlung zu diecht wie — jahr nicht zur Preisbewerbung zugelassen werden;

— Anhängeze ttel — E3 re X —
In Erwägung, daß durch die daß sie ansässigen Personen der Pfalz ange—
heulige d 25 mit Oesen, auf weißen und far— hören, was durch ein Zeugniß des betreffenden eae
Inß der Mugetlagte hich der un⸗ bigen Cartons, beim Verjandi amtes bei der Experten⸗Kommission nachzuweisen ist.
erlaubten Auswanderung, gemäß von Stückgütern sehr praktisch, Außer diesen Preisen werden 24 Prämien, nämlich:
zoo 83. 8des El.G.⸗B liefert rasch und billig die Buch 10 Prämien à 60 BG600α.
schuldig gemacht hat und ange⸗ und Steindruckerei von 4 u à 50 *— 200.
messen zu bestrafen ist; F. X. Demetz. s 4 40 200
-.. deten V n Sa. 7000 ⸗
— ———
rücken pro 1880 betr.) 5 5* 2
Die Vertheilung der Preise an die Eigenthümer der schönsten d ea eeee Homburg⸗Pirmasens-Zweibrůden
in der Pfalz gezogenen, sowie zur Nachzucht verwendeten Pferde —* 3 iedangen.
wird für das laufende Jahr — 731536 355.— 2
Sonniag, den 26. September, Vormittags 11 Uhr, Koniglich Bayerische Regierung der Ffalz,
im Gestütshose in Zweibrücken Statt finden. Kammer,des Innern.
Die Musterung und Auswahl der zur Preisbewerbung ge⸗ — Braun⸗
brachten Pferde wird am vorhergehenden Tage k. Regierungs-Präsident.
Samostag, den 25. September,
durch die hiezu ernannte Kommission erfolgen.
Zur Vertheilung gelangen folgende Preise:
I. I0 Preise sür 423 jährige Stuten, welche das erste Mal
trächtig gehen:
1 Preis 170 6. Preis 90
—A 7., 70,
* 1308, 8. , 60,„
.120, 9. 50,
5. 110, 10., 4
zusammen 990 M
II. 10 Preise für Stuten, welche früher schon einen Preis
erhiellen und mit einem Fohlen vorgeführt werden:
1. Preis 100 M 6. pᷣreis 50 M
908, 7., 45,„
80 8. 35,
70, 9. 30,
60 10., 25
zusammen 5853 M4ä
III. 15 Preise für Stutfohlen:

i. Preis 00 . 6. Preis 40.“

2. „ 80,„ 7. A
3., 70 . 8. 575,

4. . 60, . 2535
* 50 10. 20

eou. Schild,
— — . Reg.Selretar.
Jewerbliche und landwirthechaftliche
Ausstellung des Ptalegaues.
ZEIIMAMMNIIEIMIISSO.
Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheéeit des Grossh.
Friedrich von Baden.

Geösfnet bis October 1880.
Eintritt MIx. I. —
Fahrpreis-Ermüssigung bei der Badischen Pfalzischen Hes-
gischen und Main Neckar-Bahn
Loose à 2 Marlic. (Auf 10 Looe1 Preiloos) durch
Uorrn 22 AM B t
SVCAS
, gediegenes literarisches VUnternehmen
5
Zeisende.
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht orforderlich.
Auch Beamte, Lehrer, Reisende anderer
Rrancehem ete., welche sich nambaften Nebenverdienst ver-
schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisch es Institut
0tha.

—
usammen *90
Druck und Verlag von J. X. Deme ßz in St. Ingbert.
Sierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sountagsblatt“ Nr. 41.
        <pb n="577" />
        Hl. Ingberler Myzeiger.
Der ESt. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit den Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierteljahrlich

M 40 S einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswarisß
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrisft oder deren Raum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
A 146

Sonntag, den 12. September

1880.

—
Deutsches Reich.

Dr. Frhr. v. Streit, Professor des Staatsrechtes an der lgl.
griechischen Universität zu Athen, wird zur Besprechung der
don Sr. K. H. dem Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern an
die griechische Staatskafse erhobenen Forderungen von Athen in
München eintreffen.

Am Mittwoch haben der Kultusminister d. Puttkamer und
der Ministerialdirektor Lucanus eine über eine Stunde währende
Audienz beim Kaiser gehabt, in der es sich um die An⸗
zelegenheit des Kölner Dombaufestes gehandelt haben soll.
Es wäre in dieser Konferenz das Programm der Feier für den 15.
Oktober und die folgenden Tage definitiv festgestellt worden. Wie
berlautet, werden außer dem Kaiser und dem königlichen Hause
auch noch einige deutsche Bundesfürsten an der Feier Theil nehmen;
auch das Professorenkollegium der Universität Bonn wird zu den
Festlichkeiten eingeladen werden.

Ausland.

Aus Paris wird gemeldet: Die mehrerwähnte Erklärung,
durch welche die Anwendung der Märzdekrete auf die geistlichen
ongregationen Frankreichs (außer den Jesuiten) abgewendet werden,
oll, ist bereits, von fast allen Kongregationen unterzeichnet, dem
Kardinal⸗Erzbischof Guibert von Paris zugegangen. Man nimmt
an, daß keine einzige Kongregation die Unterzeichnung ablehnt.

Die „République frangaise“ (Organ Gambetta's) glaubt, es
iei keine Aussicht auf einen dauerhafteu Frieden im Orieut vor⸗
handen, so lange nicht Griechenland und Montenegro in den Besitz
jhrer neuen Grenze gelangen. Das Blatt zweifelt nicht, daß das
kinvernehmen der Mächte dieses Resultat herbeiführen werde.

Die „Politische Korrespondenz“ meldet aus Konstanti⸗
nopel: Riza Pascha telegraphirte am 7. September an die Pforte,
er treffe Anstalten, noch an demselben Tag mit 4 Bataillonen nach
Dulcigno abzugehen, um die Uebergabe des Platzes an Montene⸗
zro vorzubereiten.

Griechenland macht großartige militärische Anstrengungen,
uim sich seinen Antheil an der türkischen Beute nöthigenfalls mit
Waffengewalt zu holen. Die gesammte wehrfähige Mannschaft
Briechenlands, Linie, Reserve und Teritorial⸗Armee wird auf
228,649 Mann veranschlagt, darunter allerdings 118,993 Mann
Nationalgarden, welche zumeist noch nicht gedient haben und im
Ernstfalle eine Truppe von nur zweifelhaftem Werthe sein würde.
Die Begeisterung ist im Wachsen und der Zudrang Freiwilliger,
wvelche sich zur Aufnahme in das Heer melden, wird von Tag zu
Tag größer. Viele dänische Offiziere sollen sich dem König Georg
zur Verfügung gestellt haben. Trotz alledem ist kaum zu erwarten,
daß Griechenland sein Ziel ohne Beihülfe der Mächte erreichen
vird und die Aussichten in dieser Beziehung sind nichts weniger
ils glänzend.

Nach einer Meldung des „B. T.“ aus Petersburg wäre
der russisch-chinesische Konflikt in friedlicher Weise beigelegt. Ein
wischen den beiden Staaten abgeschlossener Vertrag sei in Peters⸗
zurg ausgearbeitet worden und befinde sich bereits auf dem Wege
aach Peking, um dort unterzeichnei zu werden.

Konig (nicht Königin) Pomare V. hat in aller Stille sein
Reich Tahiti und die Freundschaftsinseln an die französische Re—
publik abgetreten. Durch dieses Ereigniß erhält Frantreich einen
Zuwachs seiner außereuropäischen Besitzungen von 16091 (Ixm mit
8000 Einwohnern. So geht langsam und sietig ein Stück des
Erdballs nach dem andern in die Hände der Engländer und Fran⸗
wosen über und für die Deutschen wird schließlich nichts übrig bleiben
Us das Nachsehen.

— Zà—
Vermiischtes

F In Blieskastel wurde am 7. d. M. der alljährliche
Biehmarkt abgehalten. Zum Verkauf wurde ein Rind — sage
und schreibe ein Rind — vorgeführi. Ein derartiger Viehmarkt
ürfte wohl in der gesammten Pjfalz noch nicht abgehalten worden
sein! (Dürkh. Anz.)

In Zweibrücken wird schönes fettes Rindfleisch zu
36 Pf. das Pfund verkauft.

m Aus dem Kanton Waldmohr. Am Mittwoch Abend,
seit 14 Tagen schon zum zweiten Male, wurden die Bewohner von
Miesau und Elschbach durch Feuerlärm aus dem Schlafe
unufgeschreckt. Obwohl leider noch keine organisirte Feuerwehr da⸗
elbst vorhanden ist, gelang es doch der angestrengten Thätigkeit
der herbeigeeilten Ortsbewohner, bald des entfesselten Elements Herr
zu werden, so daß doch nur 2 Häuser demselben zum Opfer fielen.
Ob die Bewohner der abgebrannten Häuser versichert hatten oder
nicht, ist mir noch unbekannt.

FHeltersberg. Der schöne Akt der Pietät und Dank⸗
barkeit, welcher den Gemeinderath von Waldfischbach bestimmte, dem
alten Lehrer Stein daselbst einen jährlichen Zuschuß von 200 M.
zu seinem Pensionsgehalt zu bewilligen, fand hier anerkennenswerthe
Rachahmung. Der Gemeinderath von hier beschloß nämlich dem
um die hiesige Jugendbildung sehr verdienten Lehrer Jaggi, der
schon 30 Jahre in unserer Gemeinde mit gewissenhafter Berufstreue
wirkte und nun alt und schaffensmüde sein Pensionsgesuch einreichte,
auf Lebensdauer einen jährlichen Beitrag zu seinem Pensionsgehalte
von 300 M. aus der Gemeindekasse zu bewilligen.

Auf der Mast⸗ und Zuchtvieh⸗Ausstellung in Mannheim
erhielt zwei zweite und einen dritten Preis für Zuchtvieh Herr
Johann Schwarz von Steinwenden.

4 In Otterberg hat der Stadirath in neuester Zeit die
Behalte der Lehrer erheblich aufgebessert. Die städtische Verwaltung
jat damit gezeigt, daß sie über jede Rüdsicht das Bildungsinteresse
hrer Jugend hoch zu stellen weiß.

F Aus Dürkheim wird dem „Pf. K.“ mitgetheilt, daß
die in den letzten Monaten in's Stocken gekommenen Verhandlungen
über den Verkauf des dortigen Bades mit Saline an eine sran⸗
zösische Gesellschaft jetzt forigesetzt werden und daß zu dem Behuf
der Ingenieur Feral als Vertreter der Gesellschaft dort erwartet wird.

FUeber das Vermögen des „Bankvereins des Kreises Saar⸗
zrücken, eingetragene Genossenschaft, in Liquidation“, zu St. Jo⸗
hann a. d. Saar domizilirt, ist am 4. ds. das Konkursverfahren
eröffnet worden.

F Die „St. Joh. Zig.“ meldet: Ein bedauerlicher Unglücks⸗
'all, der sich bei den jetzt in unserer Gegend Statt findenden Mandvern
ꝛreignete, wird uns gemeldet. Bei einem nächtlichen Patrouillen⸗
ritt stürzte ein Vierjaͤhrig-Freiwilliger der 2. Eskadron des West⸗
phälischen Dragoner-Regiments Nr. 7 in einen in der Dunkelheit
von ihm nicht bemerkten Graben und erlitt dabei schwere Verletz⸗
ungen an beiden Armen, während das Pferd bei diesem Sturze
das Genick brach und natürlich sofort todt blieb.

Der Haupttreffer der Kissinger Kirchen—
baulotterie 145,000 Mark fiel einem Arbeiter in der v.
Faber'schen Bleistiftfabrik Stein bet Nürnberg zu. Herr
o. Faber hat sich in freundlicher Weise bereit erklärt die Verwal⸗
inng des Geldes in die Hand zu nehmen. Der glüdliche Gewin⸗
ner, ein braver, fleißiger Arbeiter, will trotz seiner Vermögensver⸗
vhesserung seine bisherige Thätigkeit fortsetzen.

Am 4. ds. Mis. wurde beim Standesamte Langen—
falza der Tod der Wittwe Christine Kirst angemeldet. Amiliche
Ermittelungen haben ergeben, daß dieselbe am 25. Dezember 1775
m Dorf Kammerforst geboren war; fie hat daher ein Alter von 104
Jahren 8 Monaten erreicht. Die Kirst war stets gesund; weib⸗
iche Handarbeiten hat sie bis drei Tage vor ihrem Tod verrichtet;
ie kounte noch den Faden in die Stopfnadel einziehen. Bis zu
hrem Todestag (sie starb am 2. September) war sie zurechnungs⸗
äͤhig. Vor zehn Jahren, also im 95. Lebensjahr, hatte fie das
Anglück, einen Arm und ein Bein zu brechen; die Heilung erfolgte
ber zur Verwunderung des Arztes schnell und glüdlich.
Dienste⸗achrichten.
Der Einnehmer Kaabd don Marnheim wurde nach Annweiler, der dortige
Finnehmer Christoph Schmidi nach Marnheim verjseßt.
Vie Verwesung der Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmerei Alberßweiler
vurde dem Einnehmer Petri von Godramitein Übertragen.

— — —— — — — — ñ—
Far die Nedaction verantwortli*
        <pb n="578" />
        Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Montag, den 25. Oktober
1880, Vormittags 10 Uhr, zu
Heckendalheim, in der
Dirthschaft von Ludwig Buch—
heit, Wirth und Schmied,
werden vurdy Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
beri wohnhaft, Amtsverweser des
kgl. Noiar Sauer, im Amissitze
daselbst, als gerichtlich ernann⸗
en Versteigerungsbeamten, gegen
Johann Reinstadler, Fuhr⸗
maun, in Heckendalheim wohn⸗
haft, im Zwangswege, die nach⸗
hin beschriebenen Liegenschaften
ifentlich zu Eigenthum versteigert:
in der Steuergemeinde
Heckendalheim:
Poi. 2104, 14 0 Acker
oberm Gemeinderalh;
Ptu 2107, 16 4 70 qm
Acker allda; 54
3. Pin. 948, 19 a 90 qm
Acker in der Dumphh;
Pin. 45, 2 a 70 qm
Fläche Wohnhaus, Scheuer,
Stall, Hofraum und Gürt⸗
hen; ...
Pin. 1437, 9 a 90 qm
Acker im Gerbersteinsklahm;
Plin. 1402, 8 a 20 qm
Acker allda;
Plin. 2013, 16 a 70 qꝗm
Acker- in der Fußpfader⸗
ahnung; ———
3. Pin. 1488, 8 4 50 qm
Acker beim Pfuhl;
B.' in der Steuergeneinde
Ormesheim:
d. a 80 ꝗqm
Acker auf Nußweiler.
Die Versteigerungsgegenstände
ommen einzeln zur Versteigerung.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
sönnen bei dem Versteigerungs⸗
eaniten eingesehen werden.
St. Ingberi, 10. Sept. 1880.
Der Versteigerungsbeamte:
sK. Auffschneider.
Amtsverweser.
Ein wohlgesitteter Junge,
der eine hübsche Hand⸗
chrift besitzt, kunn-auf dem
romptvir eines hiesigen Geschäftes
inter; günstigen Bedingungen
Stelle finden. Näheres in der
Erped. ds. Bl.
Urtezacuen ist nächsten
Donnerstag den' 16. ds.
»on Morgens 10 Uhr bis Abends
8 Uhr im „Pfaälzer-⸗Hof“ in
Zweibrücken zu sprechen.
E. Brader,
nrakt. Zahnarzt.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang Sepiember bis Ende
Ollobet in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
uͤgst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit
Hans Maier in Ulm a. D.
Imvort ital. Vrodukte.

41
F Eosde ñ eige.
33 Freunden, Betannten und Verwandten hiermit die
Trauernachricht, daß gestern Abend um 19 Uhr unser
Nlieber Sohn und Bruder
iiuelIm Engel, Uhrmacher,
nach Ymonatlichem schweren Leiden, im 20. Lebensjahre,
sanft verschieden ist.
St. Ingbert, 10. Sepi. 1880.
Die tieftrauernde Familie.
Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmittag um
3 Uhr zu Friedrichsthal Statt.
57 ———
Arbeiter KildungsVerein.
Mountag, 13. September, Abends 8 Uhr, im kleinen Saale
des Herrn Oberhauser:
Glerl- In.
. Umwandlung in einen Gewerbe⸗Verein.
2. Stiftungsfest.
NB. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes wird das Erscheinen
aller Mitglieder dringend gewünscht.
Schlick, II. Vorstand.
Demetz, Hemdenfabrik,
. Landau i. Pfalz.
Zpezialitit. herrn Hemden nach Maaß
nach deutschen, franzoösischen und amerika⸗
nischen Zuschneide⸗Systemen.
in Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz A 26.-
1, mit glattem feinem leinen
Einsatz A6 30. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsahe und Qualität des Stoffes.
Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
zenügend.
Für guten Stoff, solide Arbeit und
u Sitz leiste ich Jjedde Ga-
raniie; nach erfolgter Bestellung sende
ch ein Hemd zur Anvrobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungs sfühiglkeit über—
reugen.
sabetha, T. v. Jakob Hager. 6.
Joseph, S. v. Johann Joseph
Bastian. Sofia, T. v. Heinrich
Klar. 7. Anna, T. v. Peier
Joseph Wagner. Daniel, S. v.
peler Lang. 9. Barbara, T. v.
Rikol. Wellner. Katharina, T.
o. Kathar. Selzer. 10. Otto,
S. v. Franz Seibert. 11. Her—
mann, S. v. Samuel Kahn.
14. Peter, S. v. Peter Weber.
15. Peter, S. v. Georg Stief.
16. Karl Ludwig, S. v. Karl
Schanck. 17. Joseph, S. v.
Jofeph Schwarz. 18. Julianna
Johanna, T. v. Johann Weirich.
Michael, S. v. Johann Blug.
20. Barbara, T. v. Leonhard
Sailer. 23. Elisabetha, T. v.
Philipp Metz. 27. Christina,
T. v. Johann Hager. 28. Mar—
garetha, T. v. Jakob Schmitt.
29. Johanna, T. v. Philipp
Thrist. Heinrich, S. von Peter
Tussing. 31. Margaretha, T. v.
P. Schmitt.
B. Eheschließungen.

3. Heinrich Breid mit Karo—
ina Simon. 5. Johann Mohr
nit Elisabetha Stolz. 10. Lud⸗
vig Sieinfeld mit Katharina
Fichter. Peter Steffen mit Eli⸗
abetha Hubertus. 19. Georg
Johann Collisi mit Margaretha
idelheide Quirin. 210 Karl
Zeintich Rau mit GElisabetha
geyer. 24. Georg Schwarz mit
Maria Leonbardt. Jobann Busch

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geld ewinnuste.
A uUm allen Mißverständ⸗
rissen vorzubeugen und um jedem
orse unwiderlegbare gleiche
chance zu verleihen, werden bei
zerx Ziehung die sammtlichen
100,000 Nummern in ein Rad
ind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigstellung des pfalzischen

Gewerbemuseums.

Irtis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
ʒauptgewinne von M 30,000,
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
i-ο α vn Baur-
gewinn.
Bestellungen sind zu richten an

ie General⸗Agentur
Julius Goldschmit
in Ludwigshafen am Rhein.
Loose sind ferner zu vd
ei Franz Woll in St.
Inabert.

Auszug

aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert pro Monat August 1880.
AA. Geburten.

Am 1. Aug. Karl, S. v.
Peter Berrang. 3. Johann, S.
3. Peter Giesler. 4. Nicolaus,
S. v. Jobann Detambel. Gli⸗

mit Magdalena Wellner. Georg
Schappe mit Katharina Leigner.
28. Ludwig Poller mit Elisa—
beiha Emrich.
C. Sterbfälle.
2. Sofia Reppert 66 J. a.,
Wittwe von Karl Aug. Günther.
3. Karolina Porcher 23 J. a.,
ledig. Katharina 4 J. a., T.
o. Johann Selzer. Jakob 6
Mt. a., S. v. Peter Jung. 4.
Jakob 5 Mt. a., S. v. Jalkob
Unbehend. Joseph 14 J. a.,
5. v. Joh. Jos. Jungfleisch.
Joseph 4 J. a., S. v. Joseph
haas. Franz Joseph 2 J. a.,
S. v. Joseph Haas. 5. Johann
darl 4 J. a., S. v. Elisa⸗
betha Kämmer. 6. Katharina
Royar 54 J. a., Ehefr. v. Niko—
laus Buchheit. Johann 5 J. a.,
S. v. Johann Schmitt. Peter
4 J. a., S. v. Peter Selgrad.
Anna 11 J. a., T. v. Peter
Rung. 8. Bertha 6 J. a., T.
v. Philipp Gottmann. Anna
5 Mt. a., T. v. Peter Möllendick.
11. Karl Robert 2. J. a., S.
o. August Friedrich. Jakob 2
J. a. S. v. Johann Uhl. Anna
LJ. a., T. v. Karl Lanzer. 12.
Friedrich Josephh 25 Tage a.,
S. v. Rudolph Velten. 15. Phi⸗
ipp 4 J. a., S. v. Philipp
Wolter, Eugen Theodor 4. J.
a., S. v. August Treitz. Johann
Julius 3 J. a., S. v. Michael
dlug. 16. Friedrich 6. J. a.,
3. v. Peter Werner. Johann
13 Tage a., S. v. Peter Gies⸗
ler. 18. Maria Nalbach 43 J. a.,
edig. Barbara 3 J. a., T. v.
Johann Hofmann. 19. Johann
Wagner, 61 J. a., ledig. Karl
3 J. a., S. v. Heinrich Wil⸗
zelm. 20. Joseph 9 Mt. a.,
5. v. Joseph Motsch. 21. Katha⸗
ina 5 Mt. a., T. v.. Georg
stohe. 22. Katharina 1 J. a.,
T. v. Jakob Schmitt. 23. Hein⸗
iich Kunz 53 J. a., Ehemann
bon Anna Menges. Ludwig 9
Mt. a., S. v. Ludwig Hofmann.
24. Heinrich 2 J. a., S. von
Heorg Wagner. 28. Heinrich 1
Pit. a., S. v. Julianna Heiderich.
Maria 6Mt. a., T.v. Adam Motsch
29. Christian Nikol. 3 Mt. a.,
5. v. Joh. Nikol. Künzer. Er—⸗
nestina Maria 4 Mt. a., T. v.
Anton Glanzmann. 30. Frieda
3 J. a., T. v. Peter Rieger.
31. Joseph 1J. a., S. v. Mi⸗
hael Ritter.
St. Ingbert, 8. Sept. 1880.
Der Standesbeamte:
Ic s

7
IF
13
238
1323
R 5
8

Druck und Verlag don F. X. Deme tz in St. Ingbert.
Siezu „Illustrirtes Sonntagasblatt“ Nr. 11.
        <pb n="579" />
        — e
Der St. Ingberter Anzeiger und das ⸗ mal woJentrichz mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Rei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermalz Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis betragt vierteljährlich
12 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 40 — Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 14 A fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Naum, Neclamen mit 30 S pro Zeile berechnet.
——

Sountag, den 12. September
1880.

Deutsches Neich.

Dr. Fehr. v. Streit, Professor des Staatsrechtes an der kgl.
griech ischen Universiiät zu Athen, wird zur Besprechung der
jon Sr. K. H. dem Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern an
zie griechische Staatskafse erhobenen Forderungen von Athen in
Munchen eintreffen.

Am Mittwoch haben der Kultusminister v. Putikamet und
»er Ministerialdireitor Lucanus eine über eine Stunde währende
Audienz beim Kaiser gehabt, in der es sich um die An⸗
gelegenheit des Köener Dombaufestes gehandelt haben soll.
5ẽs wäre in dieser Konferenz das Programm der Feier für den 15.
Dktober und die folgenden Tage definitiv festgestellt worden. Wie
erlautet, werden außer dem Kaiser und dem königlichen Hause
nuch noch einige deutsche Bundesfürsten an der Feier Theil nehmen;
nuch das Professorenkollegium der Universität Bonn wird zu den
Festlichkeiten eingeladen werden.

Ausland.

Aus Paris wird gemeldet: Die mehrerwähnte Erklärung,
zurch welche die Anwendung der Märzdekrete auf die geistlichen
ongregationen Frankreichs (außer den Jesuiten) abgewendet werden,
oll, ist bereits, von fast allen Kongregationen unterzeichnet, dem
Zardinal-Erzbischof Guibert von Paris zugegangen. Man nimmi
in, daß keine einzige Kongregation die Unterzeichnung ablehnt.

Die „République frangaise“ (Organ Gambetta's) glaubt, es
ei leine Aussicht auf einen dauerhafteu Frieden im Orient vor⸗
Janden, so lange nicht Griechenland und Montenegro in den Besiztz
ihrer neuen Grenze gelangen. Das Blatt zweifelt nicht, daß das
Zinvernehmen der Mächte dieses Resultat herbeiführen werde.

Die pPolitische Korrespondenz“ meldet aus Konstanti⸗
nopel: Riza Pascha telegraphirte am 7. September an die Pforte,
x treffe Anstalten, noch an demselben Tag mit 4 Bataillonen nach
Dulcigno abzugehen, um die Uebergabe des Platzes an Montene⸗
gro vorzubereiten.

Griechenland macht großartige militärische Anstrengungen,
im sich seinen Antheil an der üürkischen Beute nöthigenfalls mit
Waffengewalt zu holen. Die gesammte wehrfähige Mannschaft
Hriechenlands, Linie, Reserve und Teritorial-Armee wird auf
228,649 Mann veranschlagt, darunter allerdings 1183,993 Mann
Nationalgarden, welche zumeist noch nicht gedient haben und im
Ernstfalle eine Truppe von nur zweifelhaftem Werthe sein würde.
Die Begeisterung ist im Wachsen und der Zudrang Freiwilliger,
welche sich zur Aufnahme in das Heer melden, wird von Tag zu
Tag größer. Viele dänische Offiziere sollen sich dem König Georg
zur Verfügung gestellt haben. Trotz alledem ist kaum zu erwarten,
zaß Griechenland sein Ziel ohne Beihülfe der Mächte erreichen
vird und die Aussichten in dieser Beziehung sind nichts weniger
ils glänzend.

Nach einer Meldung des „B. T.“ aus Petersburg wäre
der russisch⸗chinesische Konfliklt in friedlicher Weise beigelegt. Ein
wischen den beiden Staaten abgeschlossener Vertrag sei in Peters⸗
zurg ausgearbeitet worden und befinde sich bereits auf dem Wege
aach Peking, um dort unterzeichnet zu werden.

König (nicht Königin) Pomare V. hat in aller Stille sein
Reich Tahiti und die Freundschaftsinseln an die französische Re⸗
oublik abgetteten. Durch dieses Ereigniß erhält Frankreich einen
Zuwachs seiner außereuropäischen Besitzungen von 1691. (Ikm mit
18,000 Einwohnern. So geht langsam und stetig ein Stück des
Frdballs nach dem andern in die Haͤnde der Engländer und Fran⸗
sosen über und für die Deutschen wird schließlich nichts übrig bleiben
als das Nachsehen.

m Aus dem Kanton Waldmohr. Am Mittwoch Abend,
seit 14 Tagen schon zum zweiten Male, wurden die Bewohner von
Miesau'und Elschbach durch Feuerlärm aus dem Schlafe
aufgeschreckt. Obwohl leider noch keine organisirte Feuerwehr da⸗
selbst vorhanden ist, gelang es doch der angestrengten Thätigkeit
der herbeigeeilten Ortsbewohner, bald des entfesselten Elements Herr
zu werden, so daß doch nur 2 Häuser demselben zum Opfer fielen.
Ob die Bewohner der abgebrannten Häuser versichert hatten oder
aicht, ist mir noch unbekannt.

PhHeltersberg. Der schöne Akt der Pietät und Dank—
zarkeit, welcher den Gemeinderath von Waldfischbach bestimmte, dem
ilten Lehrer Stein daselbst einen jährlichen Zuschuß von 200 M.
zu seinem Pensionsgehalt zu bewilligen, fand hier anerkennenswerthe
Nachahmung. Der Gemeinderath von hier beschloß nämlich dem
um die hiesige Jugendbildung sehr verdienten Lehrer Ja ggi, der
schon 30 Jahre in unserer Gemeinde mit gewissenhafter Berufstreue
virkte und num alt und schaffensmüde sein Pensionsgesuch einreichte,
auf Lebensdauer einen jaährlichen Beitrag zu seinem Pensionsgehalte
von 300 M. aus der Gemeindekasse zu bewilligen. n

4 Auf der Mast- und Zuchtvieh-Ausstellung in Mannheim
erhielt zwei zweite und einen dritten Preis für Zuchtvieh Herr
Johann Schwarz von Steinwenden. —————

In Otterberg hat der Stadtrath in neuester Zeit die
Gehalie der Lehrer erheblich aufgebessert. Die ftädtische Verwaltung
hat damit gezeigt, daß sie über jede Rücksicht das Bildungsinteresse
ihrer Jugend hoch zu stellen weiß.

FAus Dürkheim wird dem „Pf. K.“ mitgetheilt, daß
die in den letzten Monaten in's Stoden gekommenen Verhandlungen
ber den Verkanf des dortigen Bades mit Saline an eine sran—
zösische Gesellschaft jetzt fortgesetzt werden und daß zu dem Behuf
der Ingenieur Feral als Vertreter der Gesellschaft dort erwartet wird.

FuUeber das Vermögen des „Bankvereins des Kreises Saar⸗
— —
hann a. d. Saar domizilirt, ist am 4. ds. das Konkursverfahren
eröffnet worden.

4 Die „St. Joh. Ztg.“ meldet: Ein bedauerlicher Unglücs—
call, der sich bei den jetzi in unserer Gegend Statt findenden Mandvern
creignete, wird uns gemeldet. Bei einem nächtlichen Patrouillen⸗
ritt stürzte ein Vierjaͤhrig⸗Freiwilliger der 2. Eskadron des West-
ohälischen Dragoner-Regiments Nr. 7 in einen in der Dunkelheit
hon ihm nicht bemerkten Graben und erlitt dabei schwere Verletz-
ungen an beiden Armen, während das Pferd bei diesem Sturze
das Genick brach und natürlich sofort todt blieb.

Der Haupttreffer der Kissinger Kirchen-
hautlotterie 145,000 Mark fiel einem Arbeiter in der v.
Faber'schen Bleistiftfabrik Stein bei Nürnberg zu. Herr
Faber hat sich in freundlicher Weise bereit erklärt die Verwal⸗
inng des Geldes in die Hand zu nehmen. Der glüdliche Gewin⸗
ner ein braver, fleißiger Arbeiter, will trotz seiner Vermögensver-
besserung seine bisherige Thätigkeit fortsetzen.

Am 4. ds. Mis. wurde beim Standesamte Langen⸗
ral za der Tod der Wittwe Christine Kirst angemeldet. Amtliche
Frmultelungen haben ergeben, daß dieselbe am 25. Dezember 1775
im Dorf Kammerforst geboren war; sie hat daher ein Alter von 104
Jahren8 Monaien erreicht. Die Kirst war stets gesund; weib⸗
iche Handarbeiten hat sie bis drei Tage vor ihrem Tod verrichtet;
ie konnte noch den Faden in die Stopfnadel einziehen. Bis zu
hrem Todestag (sie starb am 2. September) war sie zurechnungs⸗
ähig. Vor zehn Jahren, also im 95. Lebensjahr, hatte sie das
Unglück, einen Arm und ein Bein zu brechen; die Heilung erfolgte
ber zur Verwunderung des Arztes schnell und glüdlich.
Vermischtes

F In Blieskastel wurde am 7. d. M. der alljährliche
VBiehmarkt abgehalten. Zum Verkauf wurde ein Rind — sage
und schreibe ein Rind — vorgeführt. Ein derartiger Viehmarkt
dürfte wohl in der gesammten Pfalz noch nicht abgehalten worden
sein! (Dürkh. Anz.)

*In Zweibrücden wird schönes fettes Rindfleisch zu
36 Pf. das Pfund verkauft

—
nstesnacrichten.
Der Einnehmer NRaab von Marnheim wurde nach Annweiler, der dortige
xinne hmer Chriftoph Schmidt nach Rarnheim verseßt.
Die Verwesung der Steuer⸗ und Gemeinde⸗Einnehmerei Albersweiler
vurde dem Einnebmer Petri von Godramstein Übertragen.
— — — — — — — — —
Fur die Nedaction veranlworilich: F. Dement.
        <pb n="580" />
        Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Montag, den 25. Oktober
1880, Vormittags 10 Uhr, zu
Heckendalheim, in der
Wirthschaft von Ludwig Buch
heit, Wirth und Schmied,
werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
beri wohnhaft, Amtsverweser des
igl. Nolar Sauer, im Amigsitze
daselbst, als gerichtlich ernann⸗
ten Versteigerungsbeamten, gegen
Johann Reinstadler, Fuhr⸗
mann, in Heckendalheim wohn⸗
haft, im Zwangswege, die nach⸗
hin beschriebenen Liegenschaften
oͤffentlich zu Eigenthum versteigert:
in der Steuergenieinde
Heckendalheim:
1. Pin. 2104, 14 2 Acker
oberm Gemeinderaih;
Pln. 2107, 16 a 70 qm
Acker allda;
Plu. 948, 19 a 90 qm
Acker in der Dumphh;
Plin. 45, 2 4 70 qm
Fläche Wohnhaus, Scheuer,
Stall, Hofraum und Gärt⸗
chen;
Pin. 1487, 9 4 90 qm
Acker im Gerbersteinsklahm);
6. I 1402, 8 a. 20 qm
cker allda;
Pln. 2013, 16 a 70 qm
Acker in der Fußpfader⸗
ahnung;
Pln. 1488, 8 a 50 qꝗm
uicker beim Pfuhl;
B. in der Steuergemeinde
Ormesheim:
9. Pln. 3037, 15 a 30 qm
Acker auf Nußweiler.
Die Versteigerungsgegenstände
kommen einzeln zur Versteigerung.
Die nahere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs⸗
beamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 10. Sept. 1880.
Der Versteigerungsbeamte:
K. Aufischneider.
Amts verweser.

En wohlgesilteter Junge,

der eine hübsche Hand⸗
schrift besitzt, kann auf dem
Comptoir eines hiesigen Geschäftes
unter günstigen Bedingungen
Stelle finden. Naheres in der
Erped. ds. Bl.
Uriezecre ist · nächsten
Donnerstag den 16. ds.
von Morgens 10 Uhrr bis Abends
A
Zweibrücken zu sprechen.
E. Brader,
prakt. Zahnarzt.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Okiober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
uͤgst und ist zu näherer Aus⸗
tunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in UIm a. D.

Imvort ital. Produkte.

TodesAunzeige. d
Freunden, Bekannten und Verwandtien hiermit die
Trauernachricht, daß gestern Abend um 10 Uhr unser
lieber Sohn und Bruder
JViihelin Engeol, Uhrmacher,
nach 9monatlichem schweren Leiden, im 20. Lebensjahre.
msanft verschieden ist.
St. Ingbert, 10. Sept. 1880.
Die tieftrauernde Familie.
Die Beerdigung findet am Sonntag Nachmitug um
3 Uhr zu Friedrichsthal Statt.
27 -— *
Arbeiter Bildungs oerctei.
Montag, 13. September, Abends 8 Uhr, im kleinen Saale
des Herrn Oberhauser:
Gereral-Veres ammlung.
umwandlung in einen Gewerbe⸗Verein.
2. Stiftungsfest.
NB. Bei der Wichtigkeit des Gegenstandes wird das Erscheinen
aller Mitglieder dringend gewünscht.
Schlick, II. Vorstand.
.Demeh. Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.
zytzialilãt: herrn Hemden nath Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗
aischen ZuschneideSystemen.

z/2 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A. 26.-

—D— mit glattem seinem leinen

Eiusatz A 30. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤe und Qualität des Stoffes.

Vei Vestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellange als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
ure Sitz leiste ich Jedeo Ga
rantie; nach erfoigter Bestellung sende
sch ein Hemd zur Anprobe ein, und kon⸗
nen sich dann meine verchrten Abnehmer
bon meiner Leistungssuhigkeit über—
zeugen.

mit Magdalena Wellner. Georg
Schappe mit Katharina Leigner.
28. Ludwig Poller mit Elisa⸗
zetha Emrich.

C. Sterbfälle.

2. Sofia Reppert 66 J. a.,
Wittwe von Karl Aug. Günther.
3. Karolina Porcher 23 J. a.,
ledig. Katharina 4 J. a., T.
v. Johann Selzer. Jakob 6
Mt. a., S. v. Peter Jung. 4.
Jakob 5 Mt. a., S. v. Jakob
Anbehend. Joseph 14 J. a.,
5. v. Joh. Jos. Jungfleisch.
Joseph 4 J. a., S. v. Joseph
zaas. Franz Joseph 2 J. a.,
3. v. Joseph Haas. 5. Johann
darl 4 J. a., S. v. Elisa⸗
h»etha Kämmer. 6. Katharina
stoyar 54 J. a., Ehefr. v. Niko⸗
aus Buchheit. Johann 5 J. a.,
5. v. Johann Schmiit. Peter
bIJ. a., S. v. Peter Selgrad.
Anna 11 J. a., T. v. Peiter
Rung. 8. Bertha 6 J. a., T.
o. Philipp Gottmann. Anna
5Mt. a., T. v. Peter Möllendick.
11. Karl Robert 2. J. a., S.
v. August Friedrich. Jakob 2
J. a. S. v. Johann Uhl. Anna
LJ. a., T. v. Karl Lanzer. 12.
Friedrich Joseph 25 Tage a.,
5. v. Rudolph Velten. 15. Phi⸗
ipp 4 J. a., S. v. Philipp
Wolter. Eugen Theodor 4. J.
a., S. v. August Treitz. Johann
Julius 3 J. a. S. v. Michael
lug. 16. Friedrich 6. J. a.,
5. v. Peter Werner. Johann
13 Tage a., S. v. Peter Gies⸗
er. 18. Maria Nalbach 43 J. a.,
edig. Barbara 3 J. a., T. v.
Johann Hofmann. 19. Johann
Wagner, 61 J. a., ledig. Karl
3 J. a., S. v. Heinrich Wil⸗
helm. 20. Joseph 9 Mt. a.,
5. v. Joseph Motsch. 21. Katha⸗
ina 5 Mt. a., T. v. Georg
tohe. 22. Katharina 1 J. a.,

T. v. Jakob Schmitt. 23. Hein⸗
ich Kunz 53 J. a., Ehemann
on Anna Menges. Ludwig 9
Nt. a. S. v. Ludwig Hofmann.
34. Heinrich 2 J. a., S. von
georg Wagner. 28. Heinrich 1
Mt. a. S. v. Julianna Heiderich.
Maria 6Mt. a., T.v. Adam Motsch
9. Christian Nikol. 8 Mt. a.,
3. v. Joh. Nikol. Künzer. Er⸗
iestina Maria 4 Mt. a., T. v.
Anton Glanzmann. 30. Frieda
3 J. a., T. v. Peter Rieger.
31. Joseph 1 J. a., S. v. Mi⸗
hael Ritter.

St. Ingbert, 8. Sept. 1880.

.Der Standesbeamte:

Custer.

I. —

Fortlaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
7Um allen Mißverständ⸗
iffen vorzubeugen und um jedem
robse unwiderlegbare gleiche
Fhance zu verleihen, werden bei
zer Ziehung die sammtlichen
100,600 Nummern in ein Rad
uind die 5000 Gewinne in ein
weites gelegt.

jabeha, T. v. Jakob Hager. 6
Joseph, S. v. Johann Joseph
Bastian. Sofia, T. v. Heinrich
Klar. 7. Anna, T. v. Peter
Joseph Wagner. Daniel, S. v.
Heter Lang. 9. Barbara, T. v.
Nikol. Wellner. Katharina, T.
v. Kathar. Selzer. 10. Olto,
S. v. Franz Seibett. 11. Her⸗
nann, S. v. Samuel Kahn
14. Peter, S. v. Peter Weber.
15. Peter, S. v. Georg Stief.
16. Karl Ludwig, S. v. Karl
Schanck. 17. Josephh, S. v.
Jofeph Schwarz. 18. Julianna
Johanna, T. v. Johann Weirich.
Hꝛichael, S. v. Johann Blug.
20. Barbara, T. v. Leonhard
Sailer. 23. Elisabetha, T. v.
Philipp Metz. 27. Christina,
T. v. Johann Hager. 28. Mar⸗
jaretha, T. v. Jakob Schmitt.
29. Johanna, T. v. Philipp
Thrist. Heinrich, S. von Peter
Tuͤssing. 31. Margaretha, T. v.
P. Schmitt.
B. Eheschließungen.

3. Heinrich Breid mit Karo⸗
lina Simon. 5. Johann Mohr
mit Elisabetha Stolz. 10. Lud⸗
wig Steinseld mit Katharina
Fichter. Peter Steffen mit Eli⸗
abetha Hubertus. 19. Georg
Johann Collisi mit Margaretha
Adelheide Quirin. 21. Karl
Zeintich Rau mit Elisabetha
Heyer. 24. Georg Schwarz mit
Maria Leonhardt. Johann Busch

Kaiserslauterer
Geldlotterie
ur Fertigftellung des pfalzischer

Gewerbemuseums.

Ireis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. Octobor
1880.
dauptgewinne von A 30,00 0
12,000, 5000 ꝛc. in Baar.
iur 20 Loono ein Ranar
gewinn.
Beflellungen sind zu richten ar

ie General⸗Agentur

Julius Goldsohmit

in Ludwigshafen am Rhein

Loose sind ferner zu haben

zei Franz Woll in St.
Ingbert.

8
8
*
Aus3ug
aus den Registern des Stande samts
St. Ingbert pro Monat August 1880.
A. Geburten.

Am 1. Aug. Karl, S. v.
Peter Berrang. 3. Johann, S.
5. Peter Giesler. 4. Nicolaus,
S. v. Johann Detambel. Eli⸗—
Pruck und Verlag von F. X. Deme ß in St. Ingbert .
Hiezu „Illustrirtes Sonntaoehblaitt““ Nxr.

4
        <pb n="581" />
        St. Ingberler Anzeiger.

—*
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samsstag und Sountag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswäris
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 147. Diensstag, den 14. September

1880.

Deutsches Neich.

München, 10. Sept. Die Erzbischöfe und Bischöfe Bayerns
hatten an den König gelegentlich des Jubiläums ein gemeinsames
Glückwunschschreiben gerichtet, worin sie auch um ferneren Schutz
und Wohlwollen für die katholische Kirche baien. Das soeben
publizirte kurze kgl. Antwortschreiben dankt ihnen für die bekundete
Treue und Ergebenheit, übergeht jedoch die erwähnte Bitte mit
pölligem Stillschweigen, was in ultramontanen Kreisen sehr bemerkt
wird. — Wie nachträglich bekannt wird, hatten die hiesigen kath.
Vereine ihre Theilnahme an der Sedanfeier abgelehnt.

Kronprinz Rudolph von Oesterreich traf am Sonntag früh in
Berlin ein. Er wurde am Bahnhofe von Sr. Majestät dem
Kaiser, von dem Kronprinzen, den Prinzen Friedrich Karl, Albrecht
und Wilhelm, dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, sowie
von dem österreichischen Botschafts-Personal und der Generalität
empfangen. Der Kaiser geleitete den Gast in das königliche Schloß.

Der deutsche Juristentag in Leipzig sprach sich gegen die
Beschränkung der Wechselfähigkeit aus.

Die Enthüllungen, welche Frhr. v. Varnbüler dieser Tage vor
seinen Wählern über die Vorgeschichte des deutsch-öster⸗
reichischen Bündnisses gegeben hat, erregen nicht geringes
Aufsehen. Sie gehen über Das hinaus, was man bisher uͤber die
Vorgänge des vorigen Sommers erfahren hatte, indem sie behaupten,
daß Rußland der französischen Regierung ein förmliches Bündniß
zum Angriff gegen Deutschland vorgeschlagen, und daß der fran—
zösische Minister Waddington es gewesen, der diese Pläne der deut—
schen Regierung enthüllt habe. Bei der nahen Beziehung des Herrn
b. Varnbüler zum deutschen Reichskanzler sind die Mittheilungen
jedenfalls beachtenswerth. — Bekanntlich hatte Rußland damals eine
große Truppenmasse in der Nähe der preußischen Grenze konzentrirt.

Ausland.

Wien, 11. Sept. Die „Polit. Korresp.“ meldet aus Lon—
don, das britische Kabinet habe die Mittheilung erhalten, daß der
Fürst von Montenegro unter der Bedingung auf Dinosch und
Grudo verzichte, wenn die Pforte Dulcigno friedlich und förmlich
übergeben würde.

Der „Telegraphe“ meldet: ‚Die Zusammenkunft zwischen
dem Fürsten Bismarck und dem Baron Haymerle hat
sich hauptsächlich auf die Eventualität bezogen, daß England und
Rußland bei Gelegenheit der Flottenkundgebung eine Landung auf
montenegrinischem Gebiete ausführten. Für diesen Fall kamen die
heiden Minister überein, daß alsdann die Oesterreicher sofort Novi⸗—
dazar besetzen sollten; in allen diesen Verwicklungen könne Oester—
reich fortan der vollständigen Mitwirkung Deutschlands sicher sein.
Es handelt sich dabei um kein neues Bündniß, sondern um die
Konsequenz des zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen
Andrassy beschlossenen Einvernehmen. Die Zusammenkunft fand
blos Statt, weil die Vorgänge im Osten eine neue Wendung ge—
nommen haben und die beiden Minister sich über verschiedene Punkte
ins Einvernehmen setzen wollten, welche früher nicht vorgesehen
waren.“

Der „Standard“ erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle
von dem Abschluß eines schriftlichen förmlichen Offensib und De—
fensiv⸗Vertrages zwischen Deutschland und Oesterreich. Eine Sti⸗
pulation sichere Oesterreich die sofortige Okkupation Novibazars
und die schließliche Ausdehnung bis Salonichi; auch soll Fürsl
Milan während — Oesterreich
quasi übergeben haben. Andererseits werden jedoch alle diese Be⸗
hauptungen wohl mit Recht als erfunden bezeichnei.

Einer Meldung der „Times“ aus Paris zufolge setzten die
Mächte gemeinsam folgendes fest: Die Flottenkundgebung
gegen die Türkei darf ihren demonstrativen Charaͤlter nur
durch einstimmigen Beschluß betheiligter Mächte verlieren ; keine der
Mächte darf vereinzelt Truppen landen, bombardieren, absegeln
oder zurücbleiben. Keinerlei Aenderung im jetzigen Charatterdet
undgebung darf ohne neues Uebereinkommen geschehen. Keine
Macht darf Verlängerung der Kundgebung oder eine Aenderung
hres blos demonstrativen Charakters ünternehmen.

Vermischtes

„*« Von dex Blies. Am Sonntag Nachmittag wurde dem
verdienten Lehrer Drescher in dem freundlich im Bliesthal ge⸗
legenen Dörfchen Wolfershe im die ihm von S. M. dem König
verliehene silberne Ehrenmünze des Verdienstordens feierlichst über—
reicht. Die feierliche Ueberreichung erfolgte in der Ortskirche durch
den kgl. Bezirksamtsassessor, Herrn Dilg von Zweibrücken, nach—
dem zur Einleitung der Feier der Männergesangverein Blieskastel
im Vereine mit den Lehrern das Lied: „Das ist der Tag des
Herrn“ gesungen hatte. Nach erfolgter Dekoration hielten noch
Beglückwünschungsansprachen Herr Distriktsschulinspektor Krieget
don St. Ingbert, Herr Kreisschulinspektor Leh mann von Speher,
herr Lehrer Drumm von St. Jugbert Namens der Lehrer und
insbesondere des Bezirkslehrervereins Blieskastel-St. Ingbert und
der Hr. Adjunkt von Wolfershe im im Namen der Ge—
neinde, welche ihren ausgezeichneten Lehrer an seinem Ehrentage
nit einem Ehrengeschenke, einem hübschen gepolsterten Sessel, über—
raschte. Mit dem Liede: „die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“,
porgetragen von dem Männergesangverein Blieskastel und den an—
wesenden Lehrern, und dem Chorale: „Nun danket Alle Gott“
schloß der festliche Akt. Ein großer Theil der Festtheilnehmer ver—
ammelte sich jetzt noch auf ergangene freundliche Einladung des
Dekoririen in dessen Wohnung, um seine Gastfreundschaft zu ge—
aießen. Der erste Toast beim Festmahle, ausgebracht von Herrn
Drescher, galt S. M. dem Konige; ferner toastatirten noch Herr
Inspektor Krieger auf den Dekorirten, Herr Präparandenlehrer
Dörr von Blieskastel auf die kgl. Kreisregierung und Herr Kreis—
chulinspektor Lehmann auf die strebsamen und pflichleifrigen Lehrer. —
Bald schlug für uns und für viele Andere die Stunde zum Auf-⸗
bruche und nun ging es an's Abschiednehmen von dem freundlichen
Alten. Möge er noch recht lange in seiner dankbaren Gemeinde
iegensreich wie bisher seines Berufes wirken!

fFHornbach, 10. Sept. Gestern fiel das 6 Jahre alte
Töchterchen des Ackerers Peter Schmidt von hier beim Spielen in
den Schwolbbach und ertrank.

Kaiserslautern, 11. Sept. Bei der gestern zu
Ende gegangenen Gerichtsvollzieher-Prüfung, an welcher8 Kandi—
daten theilnahmen, bestanden sämmtliche hier zugelassenen Kandi⸗—
daten sowie drei auswärtige, während ein auswärtiger durchfiel.

F Die Neustadter Gasgesellschaft zahlt 24 Mark 20Ppf.
auf die Actie und mindert den disherigen Gaspreis um 10 80
d. h. vom J. Juli ab auf 18 Pf. herab.

In Königsbach hat sich ein Weinbauverein gegründet,
welcher der Weinschmiererei entgegentreten will.

4 Bei der jüngsten Ordensverleihung erhielt der Direktor des
ar. Konsistoriums der Pfalz, Herr Glaser, den Orden der bayher.
rone. Mit diesem Orden ist die Erhebung in den Adelstand
erbunden.

Am Montag wurde in der Saar die Leiche eines St.
Johanner Bürgers aufgefunden, der schon mehrere Tage ver—
nißt wurde. — Am selben Tage Abends mit dem vorletzten von
Saarbrücken nach Neunkirchen gehenden Schnellzug sprang ein
unbekannter Mann von der Plattform des letzten Wagens auf die
Zchienen und blieb dort regungslos liegen. Welchen Schaden er
jenommen ist noch nicht bekannt.

— Bei einem in Uckermünde durch einen Blitzschlag am
7. ds. entstandenen Brande kamen 5 Personen in den Flammen um.

F Fünffacher Mord und Selbstmord. Pirna, 8. Sept.
Am heutigen Morgen verbreitete sich die Kunde von einer entsetz
ichen Mordthat durch die Stadt. Der in der Schloßstraße woh—
nende Fleischer Thomas hatte in den Frühstunden seine Frau und
zier Kinder erschlagen und ein fünftes Kind schwer verwundet, sich
elbst aber durch Oeffnen der Pulsadern entleibt. Die Frau und
wei Kinder waren sofort todt, zwei andere Kinder starben unter
den Händen der Aerzte. Ueber den Beweggrund zu dieser entsetz-
lichen That fehlen noch zuverlässige Nachrichten.
Für die Redaction veraniwortlich: J. X Demek
        <pb n="582" />
        ⸗ —

Zweibrücker Rennfest

4
** 038 Auswahl der zur Konkurrenz bei der Preise-Vertheilung des kgl. Land⸗
Samstag 25. Sept. sefluts der Pfalz vorgeführten Pferde; Versteigerung von Gestütspferden;
Sltutenmusterung von Seiten des pfälz. Pferdezucht-Vereins; Ankauf von Pferden
— 2 — —— — Gespã c
orgens 83 Uhr: usterung und Prämiirung von Gespännen (pfälz.
Sonntag 26. Sept. —— 10 Uhr: Vorführung der Beschäler des kgl. Landgestüts: 11
Uhr: Preise wertyennung des —XV Landgestüts; 12 Uhr: Umzug der prämürten
ittags
bfede Rachnitugs s utr. HHferde-Mennen.
Karten zur Lu * zu Hrn. egr, Zweibrücken.
nkauf von Pferden zur Verloos⸗
Montag 27. Sept. ung; Nachmittags 2 Uhr: öffentliche Verloosung.

30 o. Fahrtar⸗Ermäßigung auf den Pfälzer Bahnen vom 26. bis incl. 27. September bei Zukauf einer Ein⸗
rittskarte A 1M, auf den pfälzischen, den elsaß⸗lothringischen, hessischen und Saarbrücker Bahnen für die
Pferde Trausport-⸗Ermäßigung J

—vBvBekanntgabe von Ertrazügen erfolgt später.
Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Samstag, den 18. Septem⸗
der 1880, Nachmittags 2 Uhr,
zju St. Ingbert, in der
Dirthschaft von Peter Heusser,
wird an den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notär
Sauer in St. Ingbert, auf
Zetreiben des Vorschußvereines
SI. Ingbert, eingetragene Ge—
nossenschaft, gegen Andreas
Schweitzer, Tuncher und des⸗
sen Ehefrau Marie Caye, im
Wege der vertragsmäßigen Wie⸗
derversteigerung, die nachstehend
zeschriebene Liegenschaft in der
Slelergemeinde St. Ingbert,
offentlich zu Eigenthum der⸗
teigert:
—VV
70 qm Jlache, worauf ein
Wohnhaus, Hofraum, Schup⸗
pen, Keller und Stallung,
gelegen zu St. Ingbert in
der Blieskasteler Straße neben
Ppeter Schwarz und Johann
Weidmann — die neben Peter
Schwarz gelegene Hälfte mit
Zugehör, Hofraum, Schuppen
ind vem danzen Felsenkeller.
St. Ingberl, 30. August 1880.
K. Aufichneider
Amtsverweser.
Zwangsversteigerung.
Freitag, den 17. September
aächsthin, Morgens 10 Uhr,
dahier vor dem Stadthause,
ersteigere ich:
die Kartoffeln auf dem
zurch Jakob Schenkelberger,
Schmelzer hier, von den
Herren Gebr. Krämer da⸗
elbst gepachteten ca. 15 2
enthalienden in den Blies⸗
kasteler Rodern, Bann St.
Ingbert, gelegenen Grund⸗
tücke ꝛc.

2.

die Kartoffeln auf dem
dem Peter Ochs, Schmelzer
dahier, gehörigen links in
den Sehen, Bann St.
Ingbert, neben Heinrich
Nlemmer und Joseph Seel
gelegenen Grundstücke ca.
15 a — zwangsweise gegen
Baarzahlung.

S5t. Ingbert, 13. Sept. 1880.

Faßbender,

Gerichtsvollzieher.

Je größer der Leserkreis einer Zeitung ist,
desto cher ist dieselbe im Stande, den vielseitigen Wünschen der
Abonnenten gerecht zu werden. Die stabile Hohe der Auflage einer
Zeitung liefert gleichzeitig den Beweis, daß Letztere durch ihren In⸗
zalt die Bedürfnisse des Publikums vollkommen zu befriedigen weiß.
Diese beiden wichtigen Factoren treffen bei dem Berliner
Tageblatt in seltener Weise zusammen: es hat sich dasselbe
hereiis seit mehreren Jahren einen festen treuen Stamm von mehr
als 75 Tausend Abonnenten bewahrt und den Ruf einer
geistig frischen und eingemein reichhaltigen Zeitung erworben.
Die Vorzüge des „Berliner Tageblatt“ bestehen vornehmlich in Folgendem:
„Täglich 2maliges Erscheinen g,Ein eigenes parlamentarisches
als Abend⸗ und Morgenblaͤtt, Bureau liefert dem Blatte jschnelle
pout das F * 5* r zuverlässige Verichte.
st einenesern alle Ariten ollfiändige Handelszeitun
tets 12 Stunden früher als I aaiee Deune
nur ein o täglich erscheinende am Abendbiau.)
eitung zu bringen. —
Kon allen spenellen Fraktions⸗ —28 Anenee des
uücksichten uncbhängige, freisinnige, 9 egraphen rahts und in Folge
— —
Spezial⸗Korrespondenten an — eignien ·
Alen wichtigen Plätzen und in Folge RachbaltigeLokal- n. Gerichts⸗
zessen rascheste und zuverläfsige Nach-⸗ 9 *
richten; bei bedeutenden Ereignis⸗ „Sorgfältig gepflegtes Feuil⸗
en unmfassende Spezial⸗Tele⸗ leton unter Mitarbeiterschaft der
gramme. ersten Schriftsteller.

Das „Berliner Tageblatt“ hat, in dem Bestreben, neben seinem
onstigen so reichen Inhalt, den Lesern Außergewöhnliches zu bieten, ein Mit⸗
lied der Redaction nach den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika
entsendet, um die sich daselbst abspielende große Wahlcampagne, die Ver hältnisse der
eutschen Auswanderung, ihre Aussichten und Erforderniffe, sowie das Leben
der Deutschen in Amerika in prägnanter Weise darzustellen.

Ferner hat das »Berliner Tageblatt“ in Herrn Georg Buch-
holz einen muthigen Weltreisenden gewonnen, welcher von seiner Reise um
die Wert Spezialberichte liefern wird, die das Juͤteresse der Leser ungemein
essfeln durfiten. Herr Buchholtz begiebt sich über Portugal, die Wesikuste Af⸗
ita's (Neger⸗Republik Liberia), das Cap der guten Hoffnung (Diamantfelder),
Nubien, Egypten, Arabien, Persien, Indien, China, Japan, die Inseln des
Slislen Oceans und Californien u. s. w. nach Europa zurück.

Im Roman⸗Feuilleton des IV. Quart. erscheinen folgende hervorragende Werke:

E. Vely. Maurus Jokai. Robort Byr. St. v. Bortigny.
Die Wahlverlobten'. „Die Syhinx'. Die Spallauber'. Wahnsinn auf Befehl
—————— —— — c7—
Nußerdem einpfangen die Sbonnenten des Aeriiner Tagebiati die

3 werthvollen Separat⸗Beiblätter:
das illustrirte Meriag das belletristische Sonntagsblatt “
V
IJ PRo Deutsche Lesehalle
sowie die
Vdchentl. Mittheilungen uber Landwirthschaft, Garten-
hau nnd NHauswirthschaft.
— — —

Diese Fuͤlle anregenden und unterhaltenden Lesestoifes bietet das „Ber-
po Tag zu dem enorm billigen Abonnements⸗Preise von uur
für alle 4 Blätter) lincl.

zusammen) 5 M. 25 Pf. Postprovision) pro Quartal.

Im eigenen Interesse beliebe man die Abonnementsbestellung schleu⸗
nigst bei dem nächsten Postamt zu bewirken, damit die Uebersenduug des
oldises vom Beginn des Quartals ab punktlich erfolge. — Probe⸗Rummern
luf Wunsch gratis und franco.

Die Verbreitung des ‚Rerliner Tageblatt“ erstredt
iich nicht allein über ganz Deutschland, wo es in mehr als 1400
Zladten vertrelen ist, sondern genießt auch im Auslande als
große deutsche politische Zeitung eine besondere Beachtung. Das
B. T.“ dient der auslaͤndischen Presse als ergiebige Quelle für
vichtige politische Nachrichten, mit denen das B. T.“ den meisten
inderen Zeitungen voraneilt.

Bekanntmachung.
Samstag, den 18. Septem⸗
zer 1880, Morgens 11 Uhr zu
Eschringen vor der Wohnung
»es Wirthes und Krämers Jo—
jann Mohr werden nachbezeich⸗
jete Gegenstände gegen baare
Zahlung öffentlich zwangsweise
persteigert, als:
5 Wirthstische, mehrere
Wirthsbänke, verschiedene
Bilder, 1 Bierpression mit
Doppelleitung, 2 Wand—
ihren, Maaßbleche, meh⸗
zere Stühle, 1 vollständige
radeneinrichtung, (Theke,
Waarenschaft, Oelkästen ꝛtc.)
zweithürigerKleiderschrank,
Küchenschrank, 1 Nacht—
ischchen und anderes Kü—
hengeschirr, J Windmühle
ic. ⁊c.
5t. Ingbert, 13. Sept. 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

J

A. 83. L..
Unsere heutige

Nummer bringt für

ille Abonnenten eine Ertra⸗
Beilage des rühmlichst bekann⸗
en Benedietiner⸗Doppel⸗
trãäuter⸗Magenbitter von
5. Pingel in Göttingen.
Niederlage ir St. Ingbert bei

verden für ei—

—A
cediegenes literarisgches Unternehmen
—XRV

G
Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Bentemmnte- Lehrer, Reisende anderer
Rranchen ete., welche sich namhaften Nebenverdienst ver-
haffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisohes Institut
HRotha.
Druck und Terlag von g. x. Deme tz in St. Ingbert.

— —m
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2332 53 —2 553333 — 55058 — 2—5 5 —A 5
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3333 2582 2 2 35533—28. E 5358 —2 23 89 *
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33—355 * — 35355 525. — ——— 8 —— —VX 5 5*
23553585 X. 5328 3 ** 57938325c
4355 —3 J —— 3283837 28 28587 —7 —
2*8 *8 * 8* 5z 133 * 753 52
8 — — 55 55*83 5*7 — — 33B38 238 —A
58 258 * —* XAS 2 595 —A ——— — 2535
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55 —5* 3353338 —5535*8 * 3 53* 555 223 2
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3* 2553— 95 *38 * — — 2 *
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3553358 — 38 438857 35
5 — B— — —— — 231 — —*— — — — — 3 *
353 *28 5338 535332523* 8383535 53382 * * —
27 8 ⸗ 23558 * 8 5 5 —*8228 * 28 27 —A— 5s
— »—258335*— 35383353538 355 5*5 sz35—5 755585 S5
—25875 53 — 5253628372 —— 55833555 28
— 25 *— 3585 222 5225335* —— — 9 — — — 73 —3 z5* 22
2— 532 * 2 5 3888 2 558 23 8 5 — — *
25383 8 * * 55 —— 25 5*2 5 —e9 32 D2
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58 5 52 83552855 33 52 3*33 3 2 —RE —
* 3535 553583 53817 — ⸗25
22— 5 32 * * ————— 2 25 8 — 8 * 28—88 *
52* — 33 5733 8 58
2 DAMS 288— 5 *2 —2 2122 2 32* —X — — 5
33233235 238 238 3.55 O *8 25 352383 — 823 —8 528* m 8
5 5 335— 52 — * 82.22* — 227 —5585 333535357 5 4
* z25 5 24 —Ax 22 * 2 —— 52353283 2 —8838833 S 2
2— 35 353533538 s — 8 32 8 —————— —— — 52
555 —— * * 228 2 8 — 383 —22 2 8 2
2 —— 5— —A 8 7 —4 2B8 *52 * *
—23822*8 * — 2 82 22 32 I240 2 1 5 28 5*830 5
*25 55535353355 3342 8 323333 532 * * ——— —
8 3255333333 52282 F 5 ⸗ 22 S Q 2 — 552
5*85 3323 *2 * — * 55 5823 4 —— —
— * 3— 3. 8 2—582— 22 — 2 85 — 28 — 38
* —— —— 28 223222 3 55—28 * 275 382 5*532 2
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—5z5523— 2—22 —58 — 52 2 5 55 z8 —A ————— 55z34335 —
25 3. 3 23 —— —— — 2235 2 82 —255 —ẽ 8 2283 —BZ
5 * —53— S ⸗49 52* 53* —— *83 222* —— 528 2
535 38 z 2 555 5*
55353553857 2 —— 228
—z353555 2553325 —
5552 c5636522 8
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——— ————— ——8 3335 2882
254 —3223223. 5 z ——— 5538
2 — 2 3.8 * 2 —
35257 ——— 525 — — 6553
* 3S8 78 — — —A— 533*
2383535* 332538 55757 3285 2 2 3535333 35
F 58 3* 53 —— ẽ —— **3 328853 —A —
— — —— 35 —A
22 ——— —— 8 F 2*8 255 ST.s ———
55 6 2c 3428 ————
55 9 — 3 528 *2 8 37 8 S3 2

* * 32 8 5833 2*7 a—— — 33 2 538 2858 553 33
— 2 553 75838 3 28 5* — ———— —83 8 53*
——— —A — 738 33335 2.5 * — * —7 28 — 538 ——

— — 3 5 * 2 2* *—* 82BB5 fæ 2253 —53 * 55878
—— 28 —— 585 —2 2 — 2 i* — — — B
5 ẽ 2322 555 3 2 * * — 3 2*
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F 51 * —x — — XA 3 * * —X —8 28*

3577— — 82 —33 —— 35555* 5 57 3827
—— —— 2 — 23585
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36 875 — 2 —2 5* — 535 752 * 2 * — 57552 —
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526 8 3 3 8 25 2 8 52 333 2 z34385
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35 J —
— — 2335337 * — 526
— *3 2 3 838 —3 * — 32 —55
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3* 255 — 2 2352 555 225 33* · —E 333* 8
22* 36 — XBIIIM
23 — 335 3 52 *253
— —⸗ð — — — 3 35357 35 * A — 35 525
— 24 2 * * 3— 2 — 2 28 — — 2 * 8
— — 5538
252 — — 8 585 —— 2.8 5* 5.5 3355 ———
—— 3.58 32 223 —e— 8 2 * 3 8 8 3 8
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77 82 53 28 5s3830 2* 358 5525 —
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* 2 2 535 — 82335 388 283885 2237
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53538 2555 262 —558388 * 5353 —— — 2 55
2535 2 2* 8337 2* 250805 5352557 335 232 — —
2388 — 3 32328 —A * — 2.55 22 333 — — 285858
— 3222* 5 5* ———— —*375* 8 * 232358 zee
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2 32 *3 55583 * 8 53535 ——— 5323328 52535*
—— ——— 72 — —— 5 32 —e ———
58883*3 5258 — — 59 2 —— 535 — 383 *8* 555
9 253* 223 532 38 338523 2828 — 2383
—535 — — 5 —RXR ——— 2385
25 3 57 — 8 —— 38333* 3
55 25 25 55755— * 38 55 335535 —
7 —28 36 3 2* 2 * — 3335 22 2 —22
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J—
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557 584 2 —22 * 5—
58 ——— 638
—— —A
—— — 3875 53 5
52*22 2* 3 7.
—— —
—— 28—
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2 325
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        3
— 5080 7785 8033. 5 *833
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32328383 283237*0 33 5
2 37333*25
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— 52258 —— —333.3 8—5.3 — ? 5222 555
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2 * —* — — * 2 5 *
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7 233.2 — 2* 2552283. 1 23. *33 * 88
3333 3258 353 5* 3
*8* 5 5 2.8 2 — — — ——— 5S3 *6
525322 3 322.3 5.3 2. 533 8 —
232 583 3338 —838353 2258 — —2.3 2228
58332833 3 3 333 235 7* 55 5
278 353 533 3333 8* S 22353— 52 2 535 s8 7
—E—— 3223 * 23 — 6 7 S3 2. 3
*8 552 7 —53 48272 * —E A — 3 623. 8 * 2S *
2 — 8 8 55538* S8233 93. . 78
7 — 25 * 3 2 25.2 2 52 5
—— 2352 27 A — 02. *— . 2 S
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— *5 52. 3 7* 2 20 3,5 78323 28z25 538 2833. — —— * 2
* 83 838 —83833233 25 33 5 *2
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2 — 5 —— 232. * — 522* *
2228 583 5 — —— 2 78 , . 2 325 2
3 388 33 2——3 8333 4233
5. *»3 2558 523—35 83383. — 358 3233—5 2ES ES
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783 53*33 253 338
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23355 332. 52209
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527—72 5 7 257 28383337—
22 * 895 23 — 8 2. 7 2482
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— —— — 53 c —2 88—
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5332 I8 3—— 23 35833
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335 275 253 5S82 5. * 2
4 58 9 553
54 ———— 272 * 55 —772
3282. .3 . 3 5 —3338—3
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58 *2383 38 5—
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5—283—355—285237
525 282
3533353 ———
2 533223—5 22
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55333.8
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232 — * 2,5
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3387553 3223
2333582 X5253

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        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt,. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis betragt vierieljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
—,— Donnerstag, den 16. Sepytember

1880.

Deutsches Neich.

Müͤnchen, 14. Sept. Die Kammer-Ausschüsse zur Be—
rathung der Steuergesetzentwürfe sollen auf den 15. Ockober ein—
herufen werden..

München, 13. Sept. Die Urkunde über die Errichtung
„einer Wittelsbacher Landesstiftung zur Förderung des
bayerischen Handwerks in Stadt und Land“ wird heute im Gesetz-
und Verordnungs-Blatt mit folgendem königlichen Erlaß publizirt:
„Ludwig II. ꝛc. Indem Wir der aus Anlaß des Jubiläums der
700jährigen Regierung Unseres Hauses errichteten, den Namen
Wittelsbacher tragenden Landesstiftung hiermit gerne Unsere landes—
jerrliche Bestätigung ertheilen und das von Uns genehmigte Statut
solgen lassen, geben Wir Uns der Erwartung hin, daß diese Stift⸗
ung in steter Mehrung ihrer Mittel dem bayerischen Handwerk zu
friedlichem Wetitkampf, zu wachsender Blüthe und zu sich steigern—
dem Wohlstand dauernde Quellen der Förderung erschließe und so
zu Nutzen und Frommen Unseres vielgeliebten Bayernlandes wirken
werde. Gegeben zu Schloß Berg am 1. September 1880. Ludwig.
v. Pfeufer.“

Die „Voss. Zig.“ schreibt: „Unter den Vorlagen, welche dem
preußischen Landtage in seiner nächsten Session gemacht
werden sollen, erwartet man bekanntlich auch eine über die Ver—
wendung der Ueberschüsse aus den Zolleinnahmen zur Verringerung
der direkten Steuern. Diesmal geschieht dieser Schritt nach vor—
heriger Verständigung mit den anderen Bundesstaaten, denn er ist
eine direkte Folge der Koburger Konferenzen vom vergangenen
Juli. Es handelte sich, wie verlautet, darum, zu gemeinsamen
Grundsätzen über die Verwendung jener Ueberschüsse zu Erlässen
direkter Steuern zu gelangen. Es soll aber nicht viel mehr als
eine ziemlich vage Erklärung zu Stande gekommen sein, die den
einzelnen Bundesstaaten völlig freie Hand läßt und wovon wohl
auch dem preußischen Landtage Mittheilung gemacht werden wird.“

Der Reichskanzler wird vorläufig die Leitung des preuß—
ischen Handelsressorts beibehalten, da er der Regelung der gewerb⸗
lichen Angelegenheiten besondere Fürsorge widmen will.

Ausland.

Viele russische höhere Offiziere, darunter die Generäle
Tocharikow, Sabouwitzky und Zarabow, auch der Großfürst Kon⸗
stantin, trafen am 14. ds. in Paris ein.

London, 14. Sept. „Times“ melden aus Ragusa von
gestern: Riza Pascha erhielt die Weisung, den Montenegrinern bei
der Besetzung von Dulcigno keinen Widerstand zu leisten. Indeß
wurde es seinem Ermessen liberlassen, ob er gewaltsam einen etwaigen
Widerstand der Albanesen verhindern wolle.

Bukarest, 14. Sept. Wie verlautet, wurde der jüngste
Sohn des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern, der am 1. Sept.
1868 geborene Prinz Karl Anton, zum Thronfolger bestimmt
(Fürst Karl hat keine Kinder.)

Mitglied des Gewerbevereins werden, und der Verein selbst tritt
in den allgemeinen pfälzischen Gewerbevereins-Verband als Mit—⸗
zlied ein. Möge der Verein, der sich bisher durch vielerlei Mühen
and Hindernisse wacker durchgekämpft hat, in seiner neuen Thätigkeit
echt viele neue Freunde, Gönner, Kapital- und Arbeitskräfte sich erwer⸗
hen! Je größer die Zahl dieser Letzteren, desto leichter arbeitet der Ver⸗
ein, desto mehr Mittel erhält er, eine desto größere Thätigkeit wird er
entfalten, desto packender, erfolgreicher und allgemeiner wird seine
Wirksamkeit und sein Einfluß auf unsere wirthschaftlichen Ver—
jältnisse sich erweisen. Hingegen kann bei allzu großer Theil—
aahmlosigkeit einer Bürgerschaft die beste Sache keine Kraft ent—
vickeln und so ist schon manches schöne Unternehmen in Nichts zer⸗
lossen. Dem „Gewerbeverein“ aber wünschen wir ein gesundes Wachs-
hum und empfehlen ihm von Herzen den Wahlspruch: „Vorwärts
mit vereinten Kräften!“

fAus der Pfalz. Nach einer Meldung der „Fr. Z.“
'oll noch im Laufe dieses Monats eine Versammlung der Verltrauens⸗
männer der Fortschrittspartei in der Pfalz Statt finden.

— Die Kreisversammlung des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz findet Samstag den 2. Oktober in Dürkheim Statt, wobei
folgende Tagesordnung zur Berathung gelangen wird: 1) Land⸗
virthschaftliches Kreditwesen, insbesondere ländlüche Darlehenskassen⸗
Vereine. (Referent: der Verbandsdirektor der pfaͤlz. Vorschußvereine
Herr Dr. Knecht in Neustadt a/H.) 2) Das Molkereiwesen und
Aufzucht von Jungvieh. (Referent: Herr Molkereikonsulent Professor
Feser in München.) 8) Die Hebung der Obstbaumzucht. (Referent:
Hert Wanderlehrer Rapp in Göllheim) 4) Bestimmung des Ortes
für die Abhaltung der Kreisversammlung im nächsten Jahre.

F Im Garten des Bürgermeisters Wannenmacher in
DAmmersheim blüht in diesem Jahre ein Pflaumenbaum zum
weiten Male.

F Von der Blies, 12. Sepiember. Sicherem Vernehmen
nach werden zur Zeit Verhandluugen über Aufhebung des Rent—
untes Blieskastel gepflogen und soll dasselbe mit dem Rent—
amte Zweibrücken vereinigt werden. (Pfälz. Pr.)

f. Fin Zweibrxüccer Gastwirth hat sich eine Waggonladung
italienischer Trauben kommen lassen, um sie zu keltern.

FHomburg, 18. Sept. Unweit der nahen Entenmühle
stürzte gestern vom Reubau des Oekonomiegebäudes ein Giebel zum
Theil ein. Sieben Personen wurden hiebei mehr oder weniger
verletzt. (Homb. Anz.)

fKaiserslautern, 14. Sept. Die von der „Pf. Pr.“
gebrachte Mittheilung, wonach der Clerc des Hrn. Notärs Ilgen
mit einem Deficit von 2000 M. das Weite gesucht haben soll,
wird von der „Kais. Ztg.“ als vollständig erfunden bezeichnet.
Der betr. Herr ist nur auf einige Zeit verreist und wird nach seiner
Rückkehr seine Funktion wieder aufnehmen.

Nachdem der Absatz der mit fortlaufenden Nummern ver—⸗
sehenen Kaiserslauterer Loose, welche mit einem Haupttreffer
don „Fünfzigtausend Mark in Baar'“ und mit weiteren 4999 Geld⸗
zewinnen ausgestattet sind, sich so günstig gestaltet, findet am 25.
October ds. Is. die Ziehung unwiderruflich Statt.

F In Edenkoben will man Schritte gegen die Aufhebung
des Rentamts daselbst thun.

Von den Brieftauben, welche man neulich nmme andauer
Bahnhof fliegen ließ, kamen zwischen d und 11 Uhr 15 in Köhn
in. Ueber den Verbleib der übrigen 13 hat man noch keine Kunde.

F Nach der „Saarbr. Ztg.“ sind die Antheile der Bankver⸗
einsmitglieder als vollständig verloren zu betrachten, und es soll
roch eine kleine Zubuße nothwendig sein. Der Mitglieder hatte
ich nach dem Ruchbarwerden des faulen Zustandes der Bank eine
danikartige Bestürzung bemächtigt.

F Gestern rückte, von den Manövern kommend, das West⸗
ohälische Dragoner-Regiment Nr. 7 wieder in seine Garnison in
Saarbrücken ein.

Eine 23jährige Dienstmagd Namens Allgeyer aus Zwei⸗
zrücken, stürzte sich am Dienstag unterhalb der alten Brücke bei
Saarbrücken in die Saar, wurde jedoch don zwei jungen

Vermischtes IJ

* St. Ingbert, 15. Sept. In heutiger Schöffen—
sitzung kamen folgende Fälle zur Aburtheilung: 1. drei Berg⸗
leute von Sulzbach erhielten wegen Feldfrevels 3, 1und 1 Tg. Hafst.
2. Ein Händler von Kaiserslautern hatte gegen einen Strafbefehl
Einspruch erhoben und wurde unter Verwerfung desselben wegen
Uebertretung marktpolizeilicher Vorschriften zu 1 M. Geldstrafe
verurtheilt. 3. Ein Bursche von hier wurde von der Anschuldig⸗
ung des Diebstahls und dessen Vaier von der Anschuldigung der
Hehlerei freigesprochen. 4. Eine Weibsperson von Alschbach wurde
wegen Diebstahls in eine Gefängnißstrafe von 21 Tagen derfällt.

8 St. Ingbert, 16. Sept. (ewerbeverein in St. Ing⸗
bert.) In seiner Generalversammlung am letzten Montag hat bei
zahlreicher Betheiligung der „Arbeiter-Vildungsverein“ sich mit
über 19 Zwanzigstel der Stimmen in einen Gewerbeverein umge⸗
wandelt. Der bisherige Zweck des Vereines, nämlich Hebung des
Arbeiterstandes durch Bieiung von Bildungsmitteln, wird deibe⸗
halten. Dabei sollen aber die gewerblichen Verhaltnisse eine er⸗
jöhte Berüchsichtigung finden. Jeder unbescholtene Mann kann
        <pb n="586" />
        Leuten gerettet und ans Land gebracht. Nahrungssorgen oder
Fiebeskummer gelten als Motiv des Selbstmordversuchs.

FRKarlsruhe, 1I. Sept. Wie das kaiserlich deutsche
Heneraltonsulat in New⸗York mittheilt, ist der wegen Wechsel⸗
rälschung gerichtlich verfolgte Holzhaändler Emanuel Hanauer von
Bruchsal verhaftet worden und befindet sich bereits auf dem Rück⸗
ransporte nach Deutschland.

F In einem Garten zu Maxau findet sich eine 90 em
lange und 6 em dicke Riesengurke.

Im Badischen 8verland steht eine sehr reiche
Kartoffelernte in Aussicht; von Krankheit ist keine Spur vorhanden
—BV— Von auswärts eingetroffene Agenten
hielen2 Mk. bis 2 Mk. 50 Pf. für den Zentner.

F In Frankfurt hat ein Hausknecht ein Quantum Petro⸗
leum, wie's für einen Hausknecht gehört, zu sich genommen, um
sich den Bandwurm zu hertreiben. Beinahe aber hätte er sammt
em Bandwurm auch sich selbst dadurch aus der Welt geschafft; er
liegt jetzt krank im Spital. Was der Bandwurm macht, weiß man
noch nicht.

Während das pfälzische Schwurgericht in seiner eben ge⸗
schlossenen Session sich mit 5 Fällen zu befassen hatte, bekommt
das heute zusammengetretene o berbayerische Schwurgericht
(vierte Session dieses Jahres) 37 Fälle abzuurtheilen. Unter den
16 Angeklagten befinden sich auch der aus der Untersuchungshaft
entsprungene und noch nicht eingefangene Rottmüller, dem Münz—⸗
alschung zur Last liegt.

In Augsburg hat ein arbeitsloser Maschinenschlosser
in seiner Wohnung, nachdem er zuerst seine Frau mit einem Re⸗
volber bedroht und zur Flucht genöthigt hatte, seine zwei Kinder,
ein fünfjähriges Mädchen und ein 7 Wochen alies Knäbchen, und
dann sich selbst erschossen.

FPielenhdfen bei Velburg, 8. Sept. Gestern Abend
um halb 10 Uhr brach dahier Feuer aus, durch welches 13 Wohn⸗
gebäude und eine noch größere Anzahl von Nebengebäuden in
Ische gelegt wurden. Darunter befindet sich auch das fast neue
Schulgebäude. Pfarrhof und Kirche blieben verschont. Die Meisten
saben“ nur das nackte Leben gerettet. Zwei Personen, Vater und
Sohn, erlitten so schreckliche Brandwunden, daß der erstere denselben
ereits erlegen ist, der andere kaum mit dem Leben davon kom⸗
nen wird.

Fulda, 8. Sept. Bei einem Duell wurde der zur
Adjudantur des 11. Armeekorps in Kassel kommandirte Rittmeister
om rheinischen Dragoner⸗Regiment Nri 5, Frhr. von der Goltz,
jon seinem Gegner erschossen.

p Falsches Geld. Witten, 8. Sept. Die „W. Z.,
chreibt: Es sind falsche 50, IToo- und 300-Markscheine im Umlauf.
Achtsamkeit bei der Annahme derartiger Scheine ist somit geboten.

pBern, v. Sept. Letzten Sonntag sind in Muri-Egg
m Kaͤnton Aargau 3 Häuser abgebrannt, wobei eine Mutter mit
zKindern den Tod in den Flammen fand. Der Brandstiftung
verdächtig ist ein gewisser Peter Stierli von Aristau verhaftet worden.

A ie Redacion verantwortlich: F. X. Demes.

Oeffentliche
Zustellung.
Vorladung.

Seyb Heinrich, Kaufmann
ind Unieroffizier von St. Ing—
Zert, zur Zeit ohne bekannten
Wohn⸗ und Aufenthaltsort, wird
hiermit vorgeladen, am Mitt⸗
vboch, 17. Rovember 1880,
Vormittags 29 Uhr in der
zffentlichen Sitzung des Schöffen⸗
gerichts zu St. Ingbert in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗
mit daselbst zur Hauptwerhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung am 17. April abhin
geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
rröffnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtheilung
auf Grund der vom k. Land⸗
wehr⸗Bezirks⸗Commando Zwei⸗
hrücken am 11. September ab⸗
hin, nach Vorschrift des 8 472
Rẽt. P.O. abgegebenen
Frklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, den dreizehnten
Sepiemder achtzehnhundertachtzig.
der Amtsanwalt am kgl. Amts⸗

gerichte St. Ingbert:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
St. Ingbert, 15. Sept. 1880.
Der kGerichtschreiber:
Krieger.

dahier, gehörigen links in
den Sehen, Bann St.
Ingbert, neben Heinrich
Kleinmer und Joseph Seel
gelegenen Grundstücke ca.
i5 à — zwangsweise gegen
Baarzahlung.
St. Ingbert, 18. Sept. 1880.
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Von heute ab:
F I CE zu P.Mpf.

Schaufelpflüge
zedeutend verbessert, unter Ga⸗
rantie, bei

Wilh. Herz.
vis-a-vis Herrn Schanl
ESt. Ingbert.

Zu vermiethen
janz oder getheilt: die Wohnung,
ie Herr Professor Schlick bis
ser inne hatte, bestehend in 4
zimmer, 2 Mansarden, Keller,
Waschküche und Garten bis 1.
Iktober oder November beziehbar.
Ph. Emrich.

—
Gratis. 45 Gratis.

hohes Al ter
nnen selbst schwächliche Perso⸗
jen erlangen.
——2
Riemand dersäume deshalb,
ich soca das neu AInenee
Juch unzuschaffen, wesches die
m sãusigssen auftretenden Krank⸗
sen be Abmagerung,
Thwache Magenleiden,
Nerven leiden, Leberbe⸗
—X Blutarmuth,
Haͤmorrhoiden, Band⸗
wurm u. s. w. genau beschreibt
und dagegen die wirkjamsten
Hausmittel angiebt. Dies Buch
ist grastins zu haben in St.
Ingbert bei Herrn
9 Friedrich.

dei

Ph. Emrich.
Die
Ziehung der Kaiserslauterer Geldlotterie
sndet umwe iderrusstieh am 25. October I8S O statt.
Haupttreffer 39, 000 Mark.
FyNur noch wenige Loose bei den Verkaufsstellen vorrüthig
Henerat agentur Fulius Goldschmit
Ludwigshafen am Rhein.
— el
Züddeutsche resse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Ca jus Möller:

Fur das oben bezeichnete größte und reichhaltigste Biatt Munchens laden wir hierdurch ergebenst
um Äbonnement ein. Die Sudd. Presse“ ist in der bayerischen Hauptstadt wie im ganzen Lande,
amentlich in Altbayern, Schwaben und der Pfalz stark verbreitet und genießt weit über die Grenzen
Zayerns hinuus publizistisches wie politisches Ansehen und Gewicht. Die „Suͤddeutsche Presse“ bringt
llein unter allen bayerischen Zeitungen einen ausführlichen Bericht über die Sitzungen des bayerischen
randtags noch an dem Sitzungstage. Ihr lokaler und provinzieller Theil ist der reichhaltigste irgend
iner bayerischen Zeitung. Im Feuilleton wird von Milte September ab der geniale Roman von
dmund Höfer „Nori en⸗“
um Abdrud gelangen. Fur die übhrige Unterhaltung ist durch die wöchentlich zweimal erscheinende
heilage „Bayerische iteralurbläther“
nit Erzählungen, Skizzen und kriiischen Bildern aus der bayerischen und deutschen Literatur gesorgt.

Die neuesten Erscheinungen aus der Sphaͤre der Theater, der Musik und der bildenden Kunst
verden in dem Blatte regelmäßig aufgeführt und sachkundig besprochen. Eine Spezialität des Blattes
ilden seine Sports⸗, wie namenilich seine militärischen Berichte ‚aus bayerischen Garnisonen“, welche
e große Verbreitung der Sudd. Presse' in den betreffenden Kreisen bezeugen und derselben dort
dels neue Freunde zuführen.

Die Suddeutsche Presse“ ist das einzige Munchener Blatt, welches den offiziellen Kourszettel der
Munchener Vörse unverkürzt zum Abdrude bringt. Ihr Handelstheil gibt dem Leser einen sichern
Jeberblick Uber alle Bewegungen des Effelten⸗ uud Produktenhandels u. sJ. w.

Der Aufschwung des Inseraten trheils beweist die Wirksamkeit der uns anvertrauten In⸗
erate in den kauffähigsten Schichten des Publikums. Wucherinserate oder solche bedenklichen Charalters
ind unbedingt ausgeschlossen, so daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in
ie Hand gegeben werden kann. Die Inserale werden mit 20 pro Zeile berechnet.

Der Abonnementopreis beträgt pro Quartal 8 Mark.

Munchen, im September 1880.

die Expedition,
Fuͤrstenfelderstraße 18.

Zwangsversteigerung.
Freitag, den 17. September
aächsthin, Morgens 10 Uhr,
dahier vor dem Stadthause,
ersteigere ich:
die Kartoffeln auf dem
durch Jakob Schenkelberger,
Schinelzer hier, von den
Hetren Gebr. Krämer da—⸗
elbst gepachteten ca. 15 a
enthaltenden in den Blies⸗
asteler Rödern, Bann St.
Jugbert, gelegenen Grund⸗
tücke ꝛc.
ie Kartoßßeln auf dem
dem Veter Ochs. Schmelzer

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Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
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        8* t. Inaberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hanptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Eei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementépreis betragt vierieljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
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1880.

Deutjches Reich.

Berlin, 15. Sept. Fürst Bismarck ist zum Handelsminister
und der seitherige Oberpräsident von Bötticher zum Staatssekretär
des Reichsamtes des Innern und zugleich zum Staatsminister er⸗
nannt worden.

Die „Frk. Zig.“ weiß zu berichten, daß das Kasernirungs⸗
gesetz, welches schon einmal den Bundesrath beschäftigt und die
offentliche Meinung lebhaft bewegt hat, wieder einmal auf der
Bildfläche erscheint. Das Kasernirungsgesetz bedingt eine Kosten⸗
forderung von 170 Millionen Mark — sollte es wirklich vorgelegt
werden, so dürfte Dieß auch den Vertrauensduseligsten darüber be—
lehren, was in Wirklichkeit Ziel der Bismarck'schen Steuerpolitik ist.

Der rheinisch-westphälische Parteitag der Fortschrittspartei
wird am 3. Oktober in Elberfeld Statt finden. Ferner wird
der Abg. Ludwig Löwe am 26. September in Remscheid, am
27. in Solingen, am 28. in Offenbach a. M. Vorträge in Ver⸗
sammlungen halten, welche die fortschrittlichen Wahlvereine daselbsi
deranstalten.

Berliu. (Franzosische Strebungen.) In Frankreich ist
die Revanche⸗Idee, trot aller offiziellen und offiziösen Ableug—
nungen tagtäglich noch an der Tagesordnung. So wurde zu
Lyon vorgestern ein Deukmal für die in dem Kriege von 1870/71
Gefallenen dieser Stadt enthüllt. In dem Berichte des Salut
public über diese Feierlichkeit lesen wir:

„Nun ergriff der Platzkommandant von Lyon, General Breart,
das Wort. Er sei, sagte er im Eingange seiner Rede, von dem
Beneralgouverneur beauftragt, ihn bei dieser Zeremonie zu ver⸗
treten; dann erinnerte er in einer glühenden Improvisation an die
Leiden, welche unsere Soldalen zu erdulden gehabt hätten, und
agte zum Schlusse, die französischen Soldaten hätten Elsaßß und
Lothringen noch nicht auf ewig Lebewohl gesagt.
Diese Worte wurden mit frenetischem Beifall aufgenommen und
die Versammlung brach wiederholt in die Rufe aus: „Es lebe die
Armee!“

Nun scheint man allerdings in Paris selbst einigermaßen er—
schrocken zu sein, ob dieser urkräftigen Betonung des nationalen
Rachegedankens, denn der offizielle Telegraph mischt sich darein und
meldet aus Lyon, wie folgt:

„Das Journal „Salut public“ erklärt die dem Geueral
Breart zugeschriebenen Worte, welche derselbe bei der Einweihung
des Denkmals für die in den Jahren 1870 und 1871 gefallenen,
aus Lyon gebürtigen Soldaten gebraucht haben sollte, für unrichtig.
General Breart habe nicht gesagt, daß die Armee nicht auf immer
Elsaß⸗Lothringen Lebewohl! sagen solle, er habe einfach gesagt:
Ich danke der Bevölkerung, welche uns das Geleit gegeben hat
und den Gesellschaften, die aus dem Patriotismus hervorgegangen
sind und unter denen ich einen Namen begrüße, der Frankreich
tets theuer sein wird.“

Wenn man diese beiden Fassungen mit einander vergleicht, so
begreift man kaum, wie es möglich war, wenn von einem „Namen“
die Rede gewesen, dafür „Elsaß und Lothringen“ zu verstehen,
welchem „die Armee noch nicht auf ewig Lebewohl gesagt habe.“
Wir dürfen uns allerdings an dem Rüchzug genügen lassen, den
der General Breart in den Spalten des Salnt public antritt, ein
Rückzug, der in keiner Weise an denjenigen Xenaphons oder Mo—
ceans gemahnt. Frankreich kann sich übrigens für den Augenblick
trösten. Meldet doch das „Journal officiel“ nunmehr amilich die
Annerion der Gesellschaftsinseln, der Freundschaftsinseln und der
Insel Hivaoa im Marquesas-⸗Archipel durch Frankreich, so daß,
was 1871 im Frankfurter Frieden an zivilisirten Elementen ver—
loren ging, nun bis zu einem gewissen Grade wenigstens durch
Wilde ersetzt worden ist. Für den Augenblick wirbelt in den poli⸗
tischen Kreisen der französischen Hauptstadt noch immer Herrn v.
Varnbülers jüngste Rede viel Staub auf, namentlich die Angabe,
Herr Waddington habe als Minister des Aeußeren sich beeilt,
den Fürsten Bismarch von den Allianz⸗ Anerbietungen Rußlands
im vorigen Spatsommer alsbald amilich in Kenntniß zu setzen.
Schon hält sich der als offiziös geltende Pariser Telegraphe“ für

herechtigt, diesen, Herrn Waddington betreffenden Passus, der Rede
des Herrn v. Varnbüler vollständig zu dementiren. Zugleich ver—⸗
autet aus Paris, Herr v. Waddington habe das direkte Ersuchen
in den Fürsten Bismarck gerichtet, die Varnbülerschen Behaupt⸗
ungen insoweit wenigstens, als dieselben ihn — Waddington —
heträfen, durch eine Kundgebung der deutschen Regierung für un—
vahr und erfunden erklären zu lassen. Ja, der Brüsseler „Etoile
zelge“ läßt fich sogar aus der französischen Hauptstadt depeschiren,
Waddington hätte Herrn von Varnbüler wegen seiner Aeußerung tele⸗
zraphisch eine Herausforderung zugesandt. Diese letztere Fassung
st ein wenig kraß und erscheint ziemlich unglaubwürdig — wenn
auch vorausgesetzt werden darf, daß in dieser Sache noch weitere
Aufklärung nicht ausbleiben werde.

Auch die Russen bemächtigen sich der Varnbülerschen Rede,
im sie nach ihrer Art zu kommentiren.

Bei diesem internationalen Lärm mag Herrn v. Varnbüler
ʒielleicht nicht ganz wohl zu Muthe sein — aber da helfen ihm
keine Schutzzollschranken, denn Gedanken sind noch immer zollfrei,
und so wird er wohl Rede und Antwort stehen müssen.

Da den Franzosen der Import „preußischer Spi⸗
one“ nicht mehr für ihren Bedarf genügt, haben sie in jüngster
Zeit bekanntlich im eigenen Heere noch einige Spione entdeckt, die
n preußischen Diensten stehen. In Paris kommt nun die Affäre
Woestyne⸗Yung vor Gericht. Herr v. Woestyne hatte im Gaulois
»ehauptet, die deutsche Regierung beziehe seit langer Zeit Nach—
ichten aus dem französischen Kriegsministerium, und mit dieser
Behauptung den Oberstlieutenant Yung in verdächtigende Verbin⸗
dung gebracht. Der verleumdete Offizier trat als Kläger auf.
Bie das genannte Blatt meldet, ist nun verflossenen Donnerstag
Woestyne vor dem Untersuchungsrichter erschienen und hat sich be—
reit erllärt, den Bemeis der Wahrheit seiner Behauptungen mit
ꝛeinem imposanten Zeugenapparate anzutreten. Unter seinen Zeugen
iannte er nämlich eine Anzahl Persönlichkeiten, worunter sogar den
sriegsminister General Farre sowie den gewesenen Chef des Kriegs-
dortefeuilles, General de Cissey, und schließlich die geschiedene
Frau HYung, welche angeblich dem Kläger dazu gedient haben soll,
dem Kriegsministerium anvertraute Staatsgeheimnisse an fremde
Regierungen auszuliefern. Arthur Ranc, dessen Ehrenhaftigkeit
einem Zweifel unterliegt, gibt über diese ganze Affaire im, Vol—⸗
aire“ Aufschlüsse, welche den Oberstlieutenant Yung als ein Opfer
der niedrigsten Partei-Intrigue erscheinen lassen. Aus Ranc's
Jaubhafter Darstellung geht hervor, daß die Feinde der Republik
herrn Yung für seine mannhaften republikanischen Gesinnungen,
vomit er den Reaktionären etliche Male empfindlich unbequem ge⸗
wesen, büßen lassen wollten.

Ausland.

Wien, 15. Sept. Admiral Seymour wird heute oder
Morgen namens des vereinigten Geschwaders an den Gouverneur
»on Dulcigno das Ultimatum richten, die Stadt binnen drei Tagen
un die Montenegriner auszuliefern. Falls der Gouverneur der
Aufforderung nicht nachkommt, werden montenegrinische Truppen
und die vereinigte Flotte gegen Dulcigno vorgehen.

London, 15. Sept. Den „Times“ wird aus Ragusa von
jestern gemeldet, daß 5000 Monienegriner mit 3 Geschuͤtzen äͤuf
dulcigno marschiren. — Demselben Blatte wird aus RKom von
zestern gemeldet, die Admirale der Flotte seien nicht verpflichtet,
den Regierungen zu referiren, ehe sie ein zweckddienliches Vorgehen
heschließen. Diese Actionsfreiheit erstredte sich auch aquf ein Vom—
bardement Dulcigno's, im Falle es erforderlich sei. Die Landung
von Truppen sei in den Instruktionen aber streng untersagt.

Der Haß der irischen Aktionspartei gegen
England hat sich bis zum Wahnsinn gesteigert; der „Irisham“
)xuckt einen Artikel des in Amerika erscheinenden „Irisch World“
nit dem Vorschlag einer Niederbrennung Londons ab. Wenn die
Flammen in der Weltstadt an 50 Stellen zugleich emporschlagen,
ann ist Englands Kredit und Macht vernichtet und wenn die Eng⸗
änder die irischen Städte ebenso behandeln würden, könnten Liver-
hool, Manchester, Leeds und Sheffield gleichfalls an die Reihe
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        kommen. Das ist Unsinn aber ein nicht ganz ungefährlicher, wie
die gemeldete Enideckung von Dynamit auf englischen Eisenbahn⸗
schienen beweist. (S. Verm.) Lord Macaulay's berühmter „Neusee⸗
under auf den Trümmern von London“ wird noch sehr lange eine Phan⸗
lasie bleiben, einstweilen aber haben sich die Engländer in Irland
selbst eine einigermaßen neuseeländische Gesellschaft großgezogen.

Petersburg, 14. Sept. Die russische Artillerie soll
gänzlich reorganisirt werden. Es werden nämlich anstatt der bis—
herigen Batterien mit acht, solche mit nur sechs Geschützen bestehen;
je vier Batterien werden ein Regiment und je 2 Regimenter, d. i.
418 Geschütze, eine Brigade bilden. Die Brigaden werden von General⸗
majoren, die Artillerieregimenter von Obersten und die Batterien
bon Oberstlieutenants und Hauptleuten kommandirt werden.
Vermischtes

Der pfälzische Müllerverband hält seine Ge—
neralversamminng Sonntag den 26. September Vormittags 11
Uhr bei Herrn Heinrich Corell im Schönthal bei Neustadt a. H. ab.

4 Bie diesjährige Hauptversammlung des „Pfälzischen
Bienenzuchtvereins“ wird kommenden 21. September zu
Königsabach bei Gastwirth Franz Theodor Dilg, zur Krone,
abgehalten werden.

Neustadt, 12. Sept. In der heutigen Versammlung
der deutschen Volkspartei wurden folgende Herren in den Ausschuß
gewählt: Hohle, Rohr, Rink Kaiferslautern), Kobelt (Kirchheimbo—
unden), Streuber (Reustadt), Ottmann (Hochspeier), Schäfer
(Speier), Mohr (Zweibrücken), Scheu (Standenbühl), Göhring
Frankenthal), Hein, (Gundersweiler) und Wilhelm (Maikammer).
Der Ausschuß konstituirte sich sofort und wählte Herrn Hohle zum
Vorsitzenden, Herrn Ottmann zu dessen Stellvertreter, Herrn Rohr
—ä Ausschuß den Beschluß, dem⸗
nächst in Hochspeier wieder zusammenzutreten, um über die Anbe⸗
raumung größerer Versammlungen Beschluß zu fassen.

Edenkoben. Es wird uns berichtet, duß die Feldmäuse
in hiesiger Gegend und auch speciell in hiesiger Gemarkung in furcht⸗
barer Weise überhand nehmen; so haben z. B. die Arbeiter eines
Gutsbesitzers während 83 Tagen auf 2 Kleeäckern, ca. 1700 Stück
getödtet; bei der herannahenden Saatzeit eine schreckenerregende Zahl.
und ware es gewiß dringend geboten, daß die Vertilgung der Feld⸗
mäuse polizeilich angeordnet werden würde. (Ggt.)

p'Speier, 15. Sept. Des Müllers Steiner Dienstknecht
Elias Allmaras, der den ganzen Montag in verschiedenen Wirths—
haͤusern verbracht, ging am Abend spüt nach Hause. Da er sämmt—⸗
lüche Thüren verschlossen fand, versuchte er uͤber die an der Süd⸗
seite befindliche Mauer zu steigen, verlor jedoch das Gleichgewicht
und stürzte hinunter in den Hof, wo er einige Zeit liegen blieb;
dann machte er sich auf, um in sein Bett zu gehen, fiel jedoch
wiederum die zu seinem Zimmer führende Stiege herab, wobei er
sich derart verletzte, daß er bewußtlos im Gange liegen blieb. Am
nächsten Morgen wurde er aufgefunden und in das Spital verbracht,
woselbst er desselben Nachmittags seinen Geist aufgab. (Sp. 3.)

4 Der Unterricht an der Frauenarbeitsschule in Speier
beginnt am 1. Oktober. Anmeldungen mit Zeugniß über Ent⸗
—— mit bürgerineisteramtlichem
Siltenzeugniß sind im Laufe dieses Monats an das königl. Be⸗
zirksamt Speier zu richten.

p. . C. Mannheim. Am 268. Sept. wird die letzte
der mit der Pfalzgau-Ausstellung verbundenen Spezialausstellungen,
die von Feld⸗, Handels- und Garten⸗Gewächsen, von Bienenerzeug⸗
nissen und Bienengeräthschaften, Statt finden. Im Ganzen kommen
dei derselben 2390 Mark an Geldpreisen zur Vertheilung. An—
meldungen sind moͤglichst sogleich bei dem Sekretär des landwirth—
schaftlichen Vereins Mannheim, Herrn G. Ph. Weiß, einzureichen;
die Einlieferung ist bis spätestens 22. Sept. zu bewerkstelligen.

p. A. CMannheim. Wäͤhrend der Dauer der Pfalz⸗
gau⸗Ausstellung läßt die Generaldirektion der reichsländischen Eisen⸗
dahnen an jedem Sonntag und Mittwoch an den Stationen Kolmar,
Hagenau, Muhlhausen, Straßburg und Weißenburg Retourbillete
hum einfachen Fahrpreis mit dreitägiger Giltigkeit ausgeben.

Dem „Sdpf. W.“ berichtet man über eine interessante
Operation, die an einem Pferd ausgeführt wurde. Ein in Stein⸗
selz (Niederelsaß) wohnender Oekonom hatte ein Pferd, das an
Athmungsbeschwerden litt. Ein Thierarzt, welcher den Fehler richtig
in der mangelhaften Luftröhre erkannte, schnitt den sehlerhaften
Theil derselben aus und ersetzte diesen durch ein silbernes Instru⸗
ment. Das Pferd ist heute gesund und zu jeder Arbeit ver—
wendbar.

pAus Straßburg i. E. kommt der „Köln. Z.“ eine
Zuschtift, welche den Vorschlag macht, nun nach Vollendung des
ölner Toms an den Ausbau des Straßburger Münsters zu denken,
d. h. an die Vollendung des südlichen Thurmes und die harmo—
nische Gestaltung des westlichen Theiles des Domes. Ein im
vorigen Monat gestorbener Architekt, der kgl. Bauinspektor H. Schustec,
hat bereits seit dem Jahre 1870 für dieses Projekt lebhaft agitirt

er hat auch einen vollständigen Plan ausgearbeitet, der nun nach
einem Tode herausgegeben worden ist. Die „Köln. Ztg.“ befür—
vorlet lebhaft diesen Gedanken und glaubt, daß die Beiträge, welche
en Kölnet Dombau ermöglichten, in gleicher Weise für Straßburg
leßen würden. Auch habe sich in Köln-eine Schaar tüchtiger
Meister und Gesellen für den gothischen Bau gebildet, die nunmehr
nit Freuden an gleich edlem Werke in Straßburg weiter arbeiten
vürden.

FDie hefssische Ludwigsbahn hat unter'm 15. Sept.
inen Ausnahmeiarif für Kartoffeln zum belgisch-hessischen Güter⸗
arif in Kraft treten lassen, wodurch fast sämmtliche kleinere Sta⸗
ionen in den Stand gesetzt sind, Sendungen nach Stationen der
zroßen belgischen Zentralbahn, sowie der belgischen Staatsbahn
direkt abzufertigen.

p Beim Brautexamen fragte ein schwäbischer Pfarrer das
die Trauung bestellende Brautpaar: „Ihr wollt also, meine lieben
Brautleute, in den heiligen Ehestand treten. Habt Ihr Euch denn
ruch genügend auf diesen sehr wichtigen Schritt vorbereitet?“ „Freili,
derr Pfarrer,“ antwortete die Braut, „wir hab'n a Sau g'stocha
ind zwoͤlf Heneln abgemurkst und Nudeln und Kucha san g'macht,
daß a Tisch biegt; dos werd wohl g'nug sein.“

Köouln, 18. Sept. Die „Koln. Ztg.“ veröffentticht das
»om Kultusminister entworfene und von Sr. Majestät dem Kaiser
estgestellte Progtamm · für die Feier der Vollendung des Kölner
Domes am 15. Oktober 1880, wie folgt: Am Vorabend Festge⸗
äute aller Glocken der Kirchen Kölns von 7 bis 8 Uhr. Am
Festlage Morgens von 7 bis 8 Uhr Festgeläute aller Glocken der
stirchen Kölns. Feierlicher Festzug der Dombauvereine, der Dom—
hauhütte, der Korporationen, Gewerke, Vereine ꝛc., welcher sich auf
dem Neumarkt versammelt, um 9*/4 Uhr Vormittags am Regier⸗
uingsgebäude vor Sr. Majestät dem Kaiser und König vorüberzieht
ind die Aufstellung auf dem Festplatze nimmt. Um 10 Uhr findet
in der Trinitatiskirche evangelischer Gottesdienst Statt; demselben
verden beiwohnen: der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz und
die Kronprinzessin, die Prinzen und die Prinzessinen des königlichen
Hauses, die von dem Kaiser eingeladenen Herrschaften, das Staats⸗
ninisterium, die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, soweit sie
dem evangelischen Bekenntniß angehören, sowie die zum unmittel⸗
baren Gefolge gehörigen Personen. Um 10 Uhr 50 Minuten be⸗
geben sich Ihre Majestäten nach dem Dom, um dem Tedeum bei⸗
suwohnen. Um 11 Uhr Empfang Ihrer Majestäten am Fuße der
Freitreppe des Portals des Domes durch die Dombauverwaltung,
in Portale durch das Domkapitel. Ansprache des Domdechanten.
Ihre Majestäten nehmen im hohen Domchore Platz; dahin folgen
Zie zu dem evangelischen Gottesdienste versammelt gewesenen Herr⸗
chaflen und Personen und begeben sich auf die im hohen Domchore
md den Seiienschiffen reservirten Plätze woselbst bereits die übrigen
jeladenen Gäste erschienen sind. Nach Beendigung des Tedeums
un 11 Uhr 30 Min. verlassen Ihre Majestäten und die prinzlichen
Herrschaften den Dom durch das Südportal und nehmen auf der
daiseriribüne Platz. Die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden ꝛtc.
'olgen und nehmen die vorbehaltenen Plätze auf den Tribünen ein.
Inzwischen haben sich die durch das Festkomite mit Eintrittskarten ver⸗
sehenen Damen und Herren auf den Tribünen am Domhofe ver⸗
ammelt. Sobald der Kaiser die Kaisertribüne betritt, erfolgt die
Vorlage der in dem Schlußsteine der südlichen Thurmkrone einzu⸗
ügenden Urkunde. Dieselbe wird von dem Dombaumeister verlesen.
Ihre Majestäten, die Prinzen und die dazu von Sr. Majestät be—⸗
fimmten Personen unterzeichnen die Urkunde. Wohrend dieses Aktes
indet der Vortrag einer Festkantate Statt. Die unterzeichnete Ur⸗
unde wird sofort auf den südlichen Thurm geschafft und in den
-chlußstein niedergelegt. Dann folgt die Ansprache des Kaisers
ind darauf eine Rede des Oberpräsidenten der Rheinprovinz als
zhef der Dombauverwaltung, eine Rede des Präsidenten des Zen⸗
Il Dombauvercins und die Ueberreichung der Festschrift. Der
Ddombaumeister erbittet die Allerhöchsten Befehle zur Einfügung des
zchlußsteins der Kreuzblume. Auf den Thürmen des Domes werden
ie Kaiserstandarte und die Königsstandarte aufgehißt. Unter dem
Jdonger der Kanonen, dem Läuten aller Glocken der Stadt Koln
ind dem Singen des Liedes „Nun danket alle Gott“ durch die
Thöre senkt sich der Schlußstein, langsam den Dombau vollendend.
Bei der Abfahrt Ihrer Majestaten wird das „Hoch“ auf den Kaiser
rusgebracht durch den Oberbürgermeister der Stadt Koͤln, und die
Natonalhymne wird angestimmt. Ihre Majestäten verlassen die
daisertribüne auf der Rückseite und fahren zu Wagen 12 Uhr 45
Minuten nach dem Regierungsgebäude zurück. Um2 Uhr 30 Min.
—E Schlosse Brühl, wo uͤm3
Uhr offizielles Diner Statt sindet. Die Rückfahrt erfolgt um 5
lüͤr 30 Minuten mittelst Extrazug der Rheinischen Eisenbahn.

4 Die Generalversammlung des Verbandes deutscher Müller
zeschloß, bei dem Reichskanzler Schritte zu thun: 1) Zur
chleunigen Aufhebung der Vestimmung, daß die Identität des Ge⸗
reides und der Fabrikate aus demselben bei der Ausfuhr nachge⸗
diesen werden muß, da die deutsche Mühlenindustrie durch diese
        <pb n="591" />
        Bestimmung in ihrer freien Bewegung gehemmt und dem Auslande
jegenüber schwer benachtheiligt ist; 2) zur Abänderung des Rück—
zergütungsgesetzes von 50 pCt. bei Weizen und 70 pEt. bei Roggen
rür“ die Zutunft auf 70 pCt. resp. auf 60 pEt. oder auf einen
Durchschnittssatz von 65 pCt. zu bestimmen, wie die Steuerbe⸗
echnungen möglichst zu vereinfachen und auch freie Hand für die
Beredlung zu gewinnen; 3) die statistische Gebühr gleichwie für
HJetreide von 1M. 10 Pf. herabzusetzen. Ferner wurde ein An⸗
rag auf Aufhebung der Getreidezölle angekündigt. — Als Ort für
die nächste Generalbersammlung wurde Stettin gewählt.

160,000 Soldaten mit ungefähr 15,000 Pferden und 140
danounen werden bei den großen preußischen Manövern, in
velchem am 16., 17. und 18. d. das 3. Armeekorps gegen das
HJardekorps operiren wird, in Aktion treten.

— Die Gesammischulden der Stadt Berlin betrugen Ende
März'ds. Is. das netie Sümmchen von 116,652,805 M. gegen
15 Mill. M. im Jahre 1866.

ꝓ— Ein komischer Vorfall macht, wie dem „Wendelstein“ be—
ichtet wird, viel von sich reden. Dem Schmölzenbauern von
Putz ham wurde vorige Woche ein Kind geboren, das in der hl.
Taufe den Namen Rosalia erhielt. Nach Beendigung der Tauf—
cchmauserei stellte sich indeß heraus, daß die kleine Rosalia eigent⸗
lich kein Mädchen, sondern ein Knabe ist.

Ob Ben Akiba auch bezüglich folgender Annonce behaupten
würde „es war schon Alles einmal da?“ Im „Pulsn. Wochenbl.“
Rir. 69 liest man wörtlich: „Ich mache hierdurch bekannt, daß mir
ein Gastwirth, wenn ich betrunken bin, etwas verabreichen soll,
ondern sofort herauszuweisen. Friedr. Wilh. Klotsche, Steinar⸗
eiter in Laußnitz.“ Nun, eine Tugend hat Herr Klotsche: er er⸗
tennt sich selbst.

Wiüen, 14. Sept. Der „W. Allg. Ztg.“ wird aus Pola
gemeldet, daß ein ehemaliger Schiffsjunge, nunmehriger Matrosen⸗
danonier, Namens Sgindl, die Absicht gehabt habe, das Kasematt⸗
chiff „Custozza“ in die Luft zu sprengen und sei nur durch das
Dazwischenkommen seines Unteroffiziers an der Ausführung seines
ontsetzlichen Vorhabens gehindert worden. „Custozza“ befindet sich
gegenwärtig in Gravosa; Erzherzog Karl Stephan, welcher auf der
Custozza“ eingeschifft war, wurde sofort nach der Entdeckung des
Jeplanten Verbrechens auf die Corvette „Zrinyi“ überschifft. Der
zetreffende Matrosen⸗Kanonier soll bereits dem Polaer Marine⸗Stock⸗
hause eingeliefert worden sein.

ꝓ Was ein großes Blatt kostet. Die vor 3 Monaten
jegründete „Wiener Allg. Ztg.“ hat in dieser kurzen Zeit das ganze
Attienkapital von 300,600 fl. aufgezehrt. Die Aktionäre sollen
etzt neue Einzahlungen machen. (Daß auch durch Herausgabe
lanerer Blalter ein schön Stück Geld flöten gehen kann, davon
jaben sich in der letzten Zeit pfälzische Verleger hinreichend über⸗
—Wo—

4 Der „Gaulois“ erhält folgenden Brief: „Mad rid, den
10. Sept. i880. Mein Herr! Die Nr. 360 des „Gaulois“
zehauptet, daß ich mich in einem Besorgniß erregenden Zustande
on Erschöpfung befände. Es ist mir daran gelegen, meine
Freunde, wenn ich im Unglück noch solche habe, zu beruhigen, in⸗
dem ich Sie versichere, daß ich in den sechs Jahren, die ich mich
neuerdings in Spanien befinde, nie das geringste Unwohlsein ge⸗
jabt habe. Was Diejenigen betrifft, die mich vor der Zeit todt
agen, so weiß ich nicht, was —AV
habe in meiner Jangen und sehr mühsamen Laufbahn so oft meine
haut zu Markte getragen, daß die Nekrologe mir wenig nahe
Jehen. Genehmigen Sie u. s. w. Marschall Bazaine.“

p Verbrecherstatistik in Italien. Dem offiziellen monat—
lichen Berichte des italienischen Ministeriums des Innern entnehmen
wir. daß während des Monats Juli d. J. folgende Verbrechen be—
jangen wurden: Vollendeter Todtschlag 183 Fälle, versuchter Todt⸗
chlag 115, Straßenraub 133, gewaltihätige Erpressung und Raub
8. Diebstahl 2658. Entwendungen und Felddiebstahl 3013 Fälle.

CLondon, 13. Sept. Die Eisenbahnunfälle folgen ein—
inder Schlag auf Schlag. Der jüngste an der Reihe ereignete sich
‚orgestern. Auf einer im Weichbilde der Haupistadt gelegenen Station
zer Linie zwischen Vaurhall und Hampton Court rannte nämlich
ꝛin Personenzug gegen eine Lokomotive, die aus unverzeihlicher
Nachlässigkeit des Weichenstellers nicht rechtzeitig vom Geleise ent⸗
ernt worden war. Vier Personen, darunter der Heizer, blieben
iuf der Stelle todt, 80 andere wurden mehr oder weniger schwer
yerletzt. In diesem Falle war kein unberechenbarer Zufall, sondern
„ffenbare Rachläfsigkeit an dem Unglücke schuld, und lauter als je
vird von allen Seiten geklagt, daß die Bahnverwaltungen leidiger
Ersparnisse wegen es an ausreichenden Vorsichtsmaßregeln zur Ver⸗
sütung von Unglücksfällen fehlen lassen. Schon hat vor Kurzem
Hie Koͤnigin selber ein mahnendes Wort darüber fallen lassen, und
sas Parlament wird kaum umhin können, sich in der nächsten
Session mit dieser Frage ernstlich zu beschäftigen.

FLondon 15. Sept. Seit zwei Tagen ist London in
zrößter Aufregung wegen des angeblichen Versuches, einen Zug der
Nordwestbahn mittelst Dynamit zu demoliren. 27 Patronen wurden
iahe den Schienen gefunden. Alle, auch die absurdesten Ausleg⸗
ingen werden versucht, unter andern kommen auch russische Nihi⸗
isten in Verdacht, welche vermutheten, Großfürst Konstantin reise
nit diesem Zuge. Landleute in der Nachbarschaft wollen eine große
xẽXplosion gehört haben, dagegen wird das angebliche Verbrechen
son anderer Seite als bloße Mythe behandelt. Die Patronen, so
agt man, wurden durch nachlässige Arbeiter verloren, welche nahe
ei dieselben bei Sprengungen verwenden sollten.

FDie Kansas-Pacific⸗ Eisenbahn in den Vereinigten
Staaten forscht seit geraumer Zeit nach einem vermißten Zug
ind hat nachdem sie 2500 Dollars berausgabt, die Nachforschun gen
ingestellt. Etwa 400 Meilen westlich von Kansas City läuft das
geleise durch einen kleinen Ort, der vor einiger Zeit von einem
urchtbaren Unwetter (Orkan und Wasserhose) heimgesucht wurde,
vodurch über 600 Fuß des Schienengeleises weggeschwemmt worden
ind. Die benachbarte Gegend, eine riesige Prairie, stand 8 Fuß
ief unter Wasser und man vermuthete, daß die Lokomotive und
ie Waggons (glücklicherweise war es kein Passagierzug) wegge⸗
chwemmt und unter einem Erdrutsch begraben wurden. Dies ist
ie zweite derartige Begebenheit, denn im Jahre 1878 verschwand
ine Lokomotive im Triebsande des Kiowu Creek.

Marktberichte.

Zweibrücken, 16. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Beizen 10 M. 88 Pf., Korn 09 M. 38 Pf., Gerste zweireihige — M. — Pf.
nerreihige 7 M. 33 Pf., Spelz 7 M. 13 Pf., Spelzkern 10 M. 62 Pf.
Dinkel· M. — pf. Mijschfrucht — M. — Pf. Hafer 06 M. 6 Pf.,
krbsen — M. — Pf., Widen — M. — Pf., Kartoffeln 2 M. 10 pf.,
deus2 M. 90 Pf., Stroh 8 M. — Pf., Weißbrod L/s Kilogr. 56 Pf,
rnbrode3 Kilogr. 63 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 82 Pf., paar Weck 100
r. 6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf., Butter!/3 Kilogr. 1 M. 10 Pf.
PWein 1vLiter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, 15. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
lo M 78 pf Korn 9 M. 7 pf., Spelzkern — M. — Pf., Spelz 6 M.
Dupf, Gersie 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
z M'os PPpfr, Mischfrucht O M. 80 Pf., Erbsen — M. — Pf. Wicken
H. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
rode6 Pfuud — Pf., Gemijschtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ohsenfleisch — Pf.
—X— Pf., Hammelileisch — Pf., Schweinefleisch
zo Pfr, Butler i Pfund 1. M. — Pf. Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 Ppf.

Kaiserslautern, 14. Sept. (fFruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 34 Pf., Korn 09 M. 59 Pf. Spelzlern — M. — Pf. Spelz
M. os Pf. Gerste 08 M. 12 pf., Hafer 6M. 12 pf., Erbsen 7 M.
320 Ppf. Wicken 6 M. 70 Pf., Linsen 08 M. 25 Pf., Kleesamen — M. —
f. Schwarzbrod 6 Pfund 78 Ph do 3 Pfd. 39 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 44 Pfg. Butter per Pfd. 0 M. 90 Pf., Eier 2 Stück 10 Pf., Kar⸗
Hfel ver Cen 2 M. 10 Pf., Stroh 2 M. 50 Pf., Heu 2 M. 60 Pfg.

Fllr die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.

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Seyb Heinrich, Kaufmann
und Unteroffizier von St. Ing—
bert, zur Zeit ohne bekannten
Wohn⸗ und Aufenthaltsort, wird
hiermit vorgeladen, am NMitt—
woch, 17. November 1880,
Vormittags 929 Uhr in der
öffentlichen Sitzung des Schöffen⸗
gerichts zu St. Ingbert in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗
mit daselbst zur Hauptverhand⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus⸗
wanderung am 17. April abhin
geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
eröffnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtheilung
auf Grund der vom lk. Land—
wehr⸗Bezirks⸗⸗Commando Zwei⸗
brücken am 11. September ab⸗
hin, nach Vorschrift des 8 472
d. R.St.⸗P.O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, den dreizehnten
Septemberachtzehnhundertachtzig.
Der Amtsanwalt amnkgl. Amts

gerichte St. Ingbert:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
St. Ingbert, 15. Sept. 1880
Der k. Gerichtschreiber:
Qrieger.

Wissenschaftlich geprüft u. hear··htet. neciictinær-
Voppelkräntermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be
nedictinerkloster siammenden Recep
fabrizirt und nur en gros ver⸗

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C. PXNGEL in Göttingen

Provinz Hannover.)

Der Beuwedictiner ist bie
etzt das kostbarste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
geworden. Der Benedictiner
st nur aus Beftandtheilen zusam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschaften

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eines zerrütteten dahinsiechender
Körpers unbedingt nöthig sind

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rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Vounagen Hautaus⸗

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— — ——— sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
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Schrobenhausen in Oberbayern, berichtet: Bei mir und einem guter
Freunde, wo alle Hoffnung auf Genefung aufgegeben war, ha⸗
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1880

Deutsches Reich.

Berlin. Man schreibt der „Trib.“: Die „Varnbüler—
»schen Enthüllungen“, welche man von vielen Seiten geneigt
war, für „besiellte Arbeit“ zu halten, bereiten im Gegentheil der
Regierung ernste Verlegenheilen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß
ein offizioͤses Dementi in einer oder der anderen Form in kurzem
erfolgt. Bei den bekannten Beziehungen, welche zwischen dem ehe—
maligen Minister Waddington und dem Fürsten Bismark auf dem
Berliner Kongreß angeknüpft wurden und seitdem fortbestanden
haben, hat die Heranziehung gerade dieses Namens, wie wir mit
Bestimmtheit hören, sehr peinlich berührt.

Ausland.

London 17. Sept. Die „Tims“ meldet aus Gravosa vom
16. September: In der heutigen Konferenz der Admirale
wurde beschlossen, die fremden Konsulate in Skutari und Dulcigno
aufzufordern, ihre Familien sofort an einen sichern Ort zu bringen.

Wie aus Benghasi (Tripolis) dem „Figaro“ telegraphirt
wird, erschien dort am 28. August die deutsche Korvette „Victo—
ria“ deren Kommandant durch Vermittelung des italienischen Kon—
suls den Pascha von Tripolis zur sofortigen Zahlung von 20,000
Frcs. aufforderte als Entschädigung für die von den Barbaresken
derübte Plünderung der Gerhard Rohlfs!schen Expedition.“ Der
Pascha lehnte die Zahlung ab. Der Kommandant der „Victoria“
landete mit seinem Stab und stattete, von bewaffneten Matrosen
begleitet, dem italienischen Consul einen Besuch ab. Die Corvette
ging sodann wieder in See (an die albanesische Küste, wohin sie
neulich beordert worden war), nachdem angekündigt worden war,
je werde bald mit einem Escadre zurückkehren.

fHinrichtung. m Angouleme wurde am 16. d.
früh der zum Tode verurtheilte Muttermörder Huart guillotiniert.
Wie das französische Gesetz für Elternmörder vorschreibt, wurde der
Deliquent im Hemd, barfüßig und das Haupt mit einem schwarzen
Schleier bedeckt, auf die Richtstädte geführt.

Kopenhagen, 16. Sepi. Der Flußdampfer „Braun⸗
schweig,“ auf der Fahrt von Bremen nach Siettin, ist in der Nord—
jee gesunken; eine Person ist ertrunken, 12 sind gerettet, in Skagen
gelandet und heute in Frederikshaven eingetroffen.

Der vielbesprochene deutsche Gesandte am dänischen Hofe,
Baron Magnus (der gegenwärtig auf seiner Besitzung Gaggenan
in Baden weilt), hat schon einmal viel von sich reden gemacht,
allerdings mehr zu seinen Gunsten, als jetzt nach der Affaire mii
der franzoͤsischen Schauspielerin. Als im Juni des Jahres 1867
die Macht Kaisek Maximilians, der das romantisch gelegene Mira—
mare mit dem blutigen Thron Mexicos vertauscht hatte, durch
Juarez gebrochen war und der unglüdliche österreichische Erzherzog
gefangen seines Todesurtheils harrie, verließen ihn sämmtliche bei
hm beglaubigten europäischen Gesandten, der österreichische, welcher
vohl zumeist berufen war, ihn zu schützen, als der erste. Sie
fürchteten die Rache des Präsidenten Juarez, mehr aber noch den
aufgeregten mexikanischen Pöbel, welcher gegen alle Ausländer auf's
ãuußerste erbittert war. Nurt der preußische Gesandte, Baron Magnus,
oerharrte auf seinem Posten und that sein möglichstes, den deutschen
Fürsten zu retten, drang sogar bis ins Haupiquartier des gefürchteten
Juarez und blieb, als auch sein persönliches Bitten bei diesem frucht⸗
los war, bis zum letzten Augenblicke bei dem unglücklichen Kaiser.
Daß seine Bemühungen ohne Erfolg waren, nimmt denselben nicht
ihren Werth. Die bekannte Fürstin Salm⸗Salm, Gattin des später
als preußischer Major bei Gravelotte gefallenen Adjutanten des ge—
mordeten Kaisers, nennt in ihrem interessanten Werk „Zehn Jahre
aus meinem Leben“ den Baron Magnus, „den einzigen Mann“
don allen dortigen Ausländern. Durch seine aufopfernden Be—
mühungen für den Bruder des österreichischen Kaisers ihat der Ge—
andte indirelt viel zur Wiederherstellung des nach dem Kriege von
1866 ganzlich erkalteten guten Einvernehmens beider Länder. Zur
Beerdigung des Erzherzogs wurde er nach Wien geladen und Kaiser
Franz Joseph, so wie sämmtliche Mitglieder des Herrscherhaufes
prachen ihm in warmen Worten ihren Dank aus.

F In dem Zeitraume vom J. Januar 1873 bis zum 16.
Mai 1880 sind amtlichen Ausweisen zufolge 1965 Schiffe zu
Grunde geganger oder verschollen. Bei diesen Schiffsunfällen sind
10,827 Menschen umgekommen. Vom 1. Januar bis 16. Mai

ds. Jahres sind 78 Schiffe von 45,750 Tonnengehalt mit 331
Menschen untergegangen. 12 waren mit Getreide, 11 mit Kohlen,
12 mit Metallen und Metallerzen und 18 mit Bauholz befrachtet.

f* Elektrischer Schmelzofen. An der Spitze der
aeuesten Forischritte steht der nunmehr aus dem Stadium der
Theorie in das der praktischen Experimente getretene elektrische Schmelz⸗
ofen von Dr. William Siemens, durch welchen nach der Versicher⸗
ung des berühmten Metallurgisten an den Schmelzkosten */3 erspart
werden und auch die schwerflüssigsten Metalle wie Platin an die
Macht des Feuers zu glauben gezwungen sind. Der Ofen ist ein
sehr einfaches Ding. Man denke sich einen Graphittigel, in wel⸗
chen von oben und unten in Kohlenspitzen endende Telegraphen⸗
drähte eingeführt werden. Der in dem einen Draht eingeführte
eleltrische Strom springt zum gegenüberliegenden über und bildet
dabei den aus der eleltrischen Lampe bekannten voltaischen Bogen,
gegen dessen Hitze kein Kraut gewachsen ist. Hierbei zerschmilzt das
in dem Tiegel befindliche Metall wie Butter. Der elektrische Schmelz⸗
ofen unterscheidet sich, abgesehen von der Wärmewirkung, von den
hbisherigen hauptsächlich darin, daß die Kohle nicht unter demselben,
ondern in einer beliebigen Entfernung in dem Kessel einer Dampf⸗
naschine verbrennt, welche die dynamo ⸗ elektrische Maschine bricht
und damit den schmelzenden Strom erzeugt. Die Frage ist nun,
ob sich der Ofen, dem Kopfschütteln der Hüttenmänner zum Trotze
im Großen bewährt. In diesem Falle (schreibt ein Fachmann in
der Frkf. Z., welchem wir folgen) sehen wir einer neuen Umwälzung

——
Vermischtes

F Die pfälz. Bahnen vereinnahmten in den verflossenen 8
Monaten von 1880 um 793,057 M. 23 Pf. mehr, als in dem
gleichen Zeitranm von 1879.

7 In der Nacht vom 28. zum 29. v. Mts. wurden 137
Rebstöcke und 11 Obstbäumchen im Gesammtwerthe von über 100
Mark zum Nachtheile der Ackerer Philipp Jakob Albrecht und Johann
Schönlaub VI. von Minfeld abgeschnitten. Als muthmaßlicher
Thäter wurde Johann Hickel von dort angezeigt.

F Nach der „Metzer Ztg.“ hat die Straßburger Tabakmanufaktur
die Absicht, auch in Lan dau eine Zweigniederlassung zu gründen.

F Am 15. ds. explodirte das in der Nähe von Speyer
stehende Laboratorium der Feuerwerksfabrikanten Kilian, wobei einer
der Brüder Kilian schwere, der andere leichtere Verletzungen davon⸗
trug. Das Unglück ist der „Sp. Z.“ zufolge durch eine vom Winde
umgeworfene Spirituslampe entstanden. Außer den Feuerwerks⸗
körpern explodirten noch 2 Centner Pulver.

Eine Brücke aus der Zeit Karls des Großen. In der
nächsten Nähe von Kastell bei Mainz wird eben durch Taucher
die Hebung der alten Brückenpfeiler vorgenommen, und es ist ge⸗
lungen, bis jetzt 40 solcher Pfeiler, die eine Länge von 4—265
Meter haben, zu Tage zu fördern, nachdem sie dori gegen 1000
Jahren geruht. Die Brücke war von Karl dem Großen gebaut.
Gleichwohl sind dieselben sehr gut erhalten. so daß sie sich zu Werk
holz noch vorzüglich eignen.

x In der Umgegend von Mesnz hofft man mit der Weinlese
am 23. oder 25. d. Mis zu beginnen. Die Qualität der Trauben
wird eine sehr gute sein, die Quantität dagegen äußerst gering
infolge der enormen Frostschäden, die der letzte Winter verursachte.
Die übertriebenen hohen Preise, zu denen die Winzer ihre Waaren
oszuschlagen suchen, erhalten einen wohlthätigen Drud durch die
Konkurrenz aus Italien, das massenhaft Trauben nach deutschen
Markten versendet. Obst, zumal Kernobst, ist dieses Jahr ziemlich
iheuet. Die Händler zahlen auf dem Lande für Zwetschen 17—18,
für Birnen 24, für Aepfel 17, 19 Mark pro 100 Kilo.

f Passau, 13. Sept. Bei der für Niederbayern heute
deginnenden 4. ordentlichen Schwurgerichtssitzung sind unter den
39 zur Aburtheilung gelangenden Fällen 18 Anschuldigumgen wegen
Verbrechen des Meineldes
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        in der Eisenindustrie entgegen, indem alsdann der vermittelst des
Thomas'⸗ und Gilchrist'schen Verfahrens aus jeder Eisensorte her⸗
uftellende Stahl so billig wie Eisen wird und lekteres Material
o ziemlich überall verdrängt.

1 * Dieustesnachrichten.
Der bisherige Postexpeditor und Gemeindeschreiber in Ensheinmtr,
Peter Rummel, wurde zum Lehrer daselbst ernannt.

Fur die Nedaction verautwortlich: F. X. Deme b.
aönigl. Lateinschule St. Ingbert. Bekanntmachung.
Das Studienjahr 1880/81 beginnt am Moutag den Die istnnarahe Kan⸗

27. September, an welchem Tage sich alle diejenigen Schüler de ethehaen ir
Fei dem unerferuigten Amte anzumelden haben, welche neu ein⸗ v — vx * 39 8 Itn
eten wollen, ebenso diejenigen, welche bisher der Anstalt ange— 3 er b der
yörten. Bei der Anmeldung sind von Neueintretenden Geburtss ze augewer den
dImpfschein, sowie die früheren Schuls beziehungsweise Stu— 3 * oueno
ienzeugnisse in Vorlage zu bringen. schue Er igt un ene für
Diejenigen Schüler, welche in die J. (unterste) Lateinklasse e 8 que ein —*— wen *
intreien woulen, müfsen das neunte Lebensjahr vollendet, dürfen 5 α wee e er
ber das zwoͤlfte nicht überschritten haben. Von der letzteren dn hne r y en usn on W
gestimmung kann nur die Kgl. Regierung Dispensation ertheilen. 8 ge emn b en ihre
Ferner ist die Aufnahme in die unierste Klasse durch eine Prüfung 8— n eihung on
dingt, in welcher sich die Schüler über ein genügendes Maß von wpen iums. mi den durschritz
dennnissen in der Religion, im Deutschen und im Rechnen aus— naßigen —— v
uweisen haben. nn eree Schul⸗
Aeme Schüler werden nach der bestehenden Verordnung von ene deree — snge
der Entrichtung des Schulgeldes befreit. ge em ẽ unn a
Ei Jahherl den 18. August 1880. * e m t 33 —
Königl. Subrectorat: amte Zweibrücken einreichen.
Barnikel. St. Ingbert 17. Sept. 1880.
Der Bürgermeister
Custer.
Sonntag, den 19. Sept.
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gerichts zu St. Ingbert in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da⸗
nit daselbst zur Hauptverhand—
ung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus—
wanderung am 17. April abhin
geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
rrösfnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtheilung
nuf Grund der vom k. Land⸗
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zrücken am 11. September ab⸗
hin, nach Vorschrift des 8 472
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Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, den dreizehnten
September achtzehnhundertachtzig.
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St. Ingbert, 15. Sept. 1880.

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u St. Ingbert in ihrer Be⸗
Jausung, laͤßt Frau Susanna
Prestinari, Wittwe des ver⸗
jebten kgl. Steuer⸗ und Gemeinde⸗
innehmers Adolph Dercum,
derschiedene Mobilien, darunter
iamentlich:

2 Kanapee's, Kleider⸗

schränke, Käüchenschränke,

Tische, Stühle, Betten, 1

Aktenschrank, 1Schreibtisch,

Stehpult, sodann 12 Ster

Brennholz, 1 Zither, 1

Flinte, 1 vollständiges

Schreinerwerkzeug, verschie⸗

denes Bettzeug, sowie Haus⸗

und Küchengeräthe aller Art
jffentlich auf Credit versteigern.

St. Ingbert, 18. Sept. 1880.

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Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima⸗Waare bil⸗
lügst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in UIm a. D.

Impvort ital. Produkte.

Allen Freunden
einer geistig anregenden und Jugleich unterhaltenden Lektüre
zann mit vollem Recht das
* 94 *

—7 Nontags-Nlatt

Veutsche Montags-Pla

F.Redacteur —Berleger: —
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
mpfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗politische
Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu
ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel,
die ein treues Spiegelbild der politischen, luerarischen und künstlerischen
Strebungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende Frage, jede
deue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im
Deutschen Montags⸗Blatt“ anparteiische und erschöpfende Behand⸗
ung, waͤhrend die gesellschaftlichen Zustaͤnde der Gegenwart in elegantefter
Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese üterarisch« politische Zeitschrift ersten Ranges, welcher am
zeitungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines
gehaltreichen Wochenblattes mi denen einer wohlinformirten, reich
il Nachrichten aus erster Quelle ausgestatieten Zeitung, und so
wird das D. M.⸗Vl.“ in feiner Doppel⸗Ratur dem Wahlspruch, den
es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

Bon dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags⸗Blatt“ wird in der Fülle
ind Gediegenheit seines Inhalts auch sernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es so schnell zum Lieblingsorgan
der geissigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichs⸗Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
jum Nreise von 2æ Mark 50 PF. pro Quartal entgegen. Zur Be⸗
Jegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestelungen auf Nr
i97 vder Post⸗Zeitungs⸗Preisliste vro 1880.

Fortlausende Nummern. steine
Serien.
Nur Geldgewinnste.
A5 Um allen Mißverftand⸗
rissen vorzubeugen und um jedem
Loose unwiderlegbare gleiche
Thance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
1d0, 600 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
—
Gewerbemuseums.

Preis des Looses 3 Mark.
Ziehung am 26. October
1880.
Hauptgewinne von M B80,000,
12,000, 5000 ꝛ.. in Baar.
tur 20 Loone ein Baur⸗
ewinn.

Bestellungen sind zu richten an
die General⸗Agentur
Julius Goldsohmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
dei Franz Woll in St.
znabert.

* für gewöhnl. Frachtsending à 1Pf
J rachtbrie fe ber Stück, Eilgutsendung auf roth
Abier a 2 Pf. per St., sind zu haben bei F. X. Denmietz.
20000000 22——
Drud und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
Diezu „Illusiriries Sonntagsblatt“ Nr. 12.

—

2. Mt.. J.. 12113.
        <pb n="595" />
        Sl. Ingberler AAnzeiger.

—
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Dounerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 H, einschließlich a0 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet,.
MAß 150. Sonntag, den 19. September

Deutsches Reich.

Berlin. Man schreibi der „Trib.“. Die „Varnbüler⸗
schen Enthüllungen““, welche man von vielen Seiten geneigt
var, für „besiellte Arbeit“ zu halten, bereiten im Gegentheil der
Regierung ernste Verlegenheiten. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß
ein offizioͤses Dementi in einer oder der anderen Form in kurzem
erfolgt. Bei den bekannten Beziehungen, welche zwischen dem ehe⸗
maligen Minister Waddington und dem Fürsten Bismark auf dem
Berliner Kongreß angeknüpft wurden und seitdem fortbestanden
haben, hat die Heranziehung gerade dieses Namens, wie wir mit
Zestimmtheit hören, sehr peinlich berührt.

Ausland.

London 17. Sept. Die „Tims“ meldet aus Gravosa vom
16. September: In der heutigen: Konferenz der Admirale
vurde beschlossen, die fremden Konsulate in Skutari und Dulcigno
uufzufordern, ihre Familien sofort an einen sichern Ort zu bringen.

Wie aus Benghasi (Tripolis) dem „Figaro“ telegraphirt
wird, erschien dort am 285. August die deutsche Korvette „Victo⸗
a⸗ deren Kommandant durch Vermittelung des italienischen Kon—
juls den Pascha von Tripolis zur sofortigen Zahlung von 20,000
Frcs. aufforderte als Entschädigung für die von den Barbaresken
Jerübte Plünderung der Gerhaärd Rohlfs'schen Expedition. Der
Pascha lehnte die Jahlung ab. Der Kommandant der „Victoria“
andete mit seinem Stab und stattete, von bewaffneten Matrosen
zegleitet, dem italienischen Consul einen Besuch ab. Die Corvette
zing sodann wieder in See (an die albanesische Küste, wohin sie
jeulich beordert worden war), nachdem angekündigt worden war.
je werde bald mit einem Escadre zurückkehren.

Vermischtes

4 Die pfälz. Bahnen vereinnahmten in den verflossenen 8
Monaten von 1880 um 793,057 M. 23 Pf. mehr, als in dem
Jleichen Zeitranm von 1879.

4 In der Nacht vom 28. zum 29. v. Mts. wurden 137
Rebstöcke und 11 Obstbäumchen im Gesammtwerthe von über 100
Mark zum Nachtheile der Ackerer Philipp Jakob Albrecht und Johann
Schönlaub VI. von Minfeld abgeschnitten. Als muthmaßlicher
Thäter wurde Johann Hickel von dort angezeigt.

F Nach der „Metzer Ztg.“ hat die Straßburger Tabakmanufaktur
die Absicht, auch in Lan dau eine Zweigniederlassung zu gründen.

4 Am 15. ds. explodirte das in der Nähe von Speyer
tehende Laboratorium der Feuerwerksfabrikanten Kilian, wobei einer
der Brüder Kilian schwere, der andere leichtere Verletzungen davon⸗
trug. Das Unglück ist der „Sp. Z.“ zufolge durch eine vom Winde
umgeworfene Spirituslampe entstanden. Außer den Feuerwerks⸗
lörpern explodirlen noch 2 Centner Pulver.

4 Eine Brücke aus der Zeit Karls des Großen. In der
aüchsten Nahe von Kastell bei Mainz wird eben durch Taucher
zie Hebung der alten Brückenpfeiler vorgenommen, und es ist ge—
lungen, bdis jetzt 40 solcher Pfeiler, die eine Länge von 428
Meler haben, zu Tage zu fördern, nachdem sie dort gegen 1000
Jahren geruht. Die Bruͤce war von Karl dem Großen gebaut.
Hleichwohl sind dieselben sehr gut erhalten, so daß sie sich zu Werk—
jolz noch vorzüglich eignen.

In der Umgegend von Mesz hofft man mit der Weinlese
am 23. oder 25. d. Pits zu beginnen. Die Qualität der Trauben
wird eine sehr gute sein, die Quantität dagegen aäußerst gering
mfolge der enormen Frostschäden, die der letzte Winter verursachte.
Die übertriebenen hohen Preise, zu denen die Winzer ihre Waaren
oszuschlagen suchen, erhalten einen wohlthätigen Druck durch die
donkurrenz aus Italien, das massenhaft Trauben nach deutschen
Märkten versendet. Obst, zumal Kernobst, ist dieses Jahr ziemlich
heuer. Die Händler zahlen auf dem Lande für Zwetschen 17-18,
ür Birnen 24, für Aepfel 17-ÿ19 Mark pro 100 Kilo.
Passau, 13. Sept. Bei der für Niederbayern heute
deginnenden 4. ordentlichen Schwurgerichtssitzung sind unter den
39 zur Aburtheilung gelangenden Fällen 18 Anschuldigungen wegen
Verhrechen des Mespeldes

f Hinrichtung. In Angouldme wurde am 16. d.
früh der zum Tode verurtheilte Mutte rmörder Huart guillotiniert.
Wie das französische Gesetz für Elternmörder vorschreibt, wurde der
Deliquent im Hemd, barfüßig und das Haupt mit einem schwarzen
Schleier bedeckt, auf die Richtstädte geführt.

Kopenhagen, 16. Sept. Der Flußdampfer „Braun—
chweig,“ auf der Fahrt von Bremen nach Stettin, ist in der Nord—
ee gesunken; eine Person ist ertrunken, 12 sind gerettet, in Skagen
zelandet und heute in Frederikshaven eingetroffen.

— Der vielbesprochene deutsche Gesandte am dänischen Hofe,

Baron Magnus (der gegenwürtig auf seiner Besitzung Gaggenan
in Baden weilt), hal schon einmal viel von sich reden gemacht,
allerdings mehr zu seinen Gunsten, als jetzt nach der Affaire mit
der franzosischen Schauspielerin. Als im Juni des Jahres 1867
die Macht Kaisek Maximilians, der das romantisch gelegene Mira—
mare mit dem blutigen Thron Mexicos vertauscht hatte, durch
Juarez gebrochen war und der unglüdliche österreichische Erzherzog
Jefangen seines Todesurtheils harrte, verließen ihn sämmtliche bei
ihm beglaubigten europäischen Gesandten, der österreichische, welcher
wohl zumeist berufen war, ihn zu schützen, als der erste. Sie
zürchteien die Rache des Präsidenten Juarez, mehr aber noch den
aufgeregten mexikanischen Pöbel, welcher gegen alle Ausländer auf's
iußerste erbittert war. Nur der preußische Gesandte, Baron Magnus,
oerhatrie auf seinem Posten und that sein möglichstes, den deutschen
Fürsten zu retten, drang sogar bis ins Hauptquartier des gefürchteten
Juarez und blieb, als auch sein persönliches Bitten bei diesem frucht—
'os war, bis zum letzten Augenblicke bei dem unglücklichen Kaiser.
Daß seine Bemühungen ohne Erfolg waren, nimmt denselben nicht
hren Werth. Die dekannte Fürstin Salm⸗Salm, Gattin des später
uls preußischer Major bei Gravelotte gefallenen Adjutanten des ge⸗
nordeten Kaisers, nennt in ihrem interessanten Werk „Zehn Jahre
uus meinem Leben“ den Baron Magnus, „den einzigen Mann“
von allen dortigen Ausländern. Durch seine aufopfernden Be—
mühungen für den Bruder des österreichischen Kaisers that der Ge⸗—
mndte indirelt viel zur Wiederherstellung des nach dem Kriege von
866 ganzlich erkalteten guten Einvernehmens beider Länder. Zur
geerdigung des Erzherzogs wurde er nach Wien geladen und Kaiser
Franz Jofeph, so wie sämmtliche Mitglieder des Herrscherhauses
prachen ihm in warmen Worten ihren Dank aus.

p In dem Zeitraume vom 1. Januar 1873 bis zum 16.
Mai 1880 sind amtlichen Ausweisen zufolge 1965 Schiffe zu
Frunde geganger oder verschollen. Bei diesen Schiffsunfällen sind
10,827 Menschen umgekommen. Vom 1. Januar bis 16. Mai
ds. Jahres find 78 Schiffe von 45,750 Tonnengehalt mit 331
Menschen untergegangen. 12 waren mit Getreide, 11 mit Kohlen,
i2 mit Meiallen und Metallerzen und 18 mit Bauholz befrachtet.

Eleltrischer Schmelzofen. An der Spitze der
ieuesten Fortschritte steht der nunmehr aus dem Stadium der

Theorie in das der praktischen Experimente getretene elektrische Schmelz⸗
fen von Dr. William Siemens, durch welchen nach der Versicher⸗
ing des berühmten Metallurgisten an den Schmelzkosten /s erspart
verden und auch die schwerflüssigsten Metalle wie Platin an die
Macht des Feuers zu giauben gezwungen sind. Der Ofen ist ein
ehr einfaches Ding. Man denke sich einen Graphittigel, in wel⸗
hen von oben und unten in Kohlenspitzen endende Telegraphen ·
rähte eingeführt werden. Der in dem einen Draht eingeführte
letirische Strom springt zum gegenüberliegenden über und bildet
dabei den aus der elektrischen Lampe bekannten volt aischen Bogen,
jegen dessen Hiße kein Kraut gewachsen ist. Hierbei zerschmilzt das
n dem Tiegel befindliche Metall wie Butter. Der eleltrische Schmelz⸗
fen unterscheidet sich, abgesehen von der Warmewirkung, von den
Aisherigen hauptsachlich datin, daß die Kohle nicht unter demselben,
'ondern in einer beliebigen Entfernung in dem Kessel einer Dampf⸗
naschine verbrennt, welche die dynamo⸗eleltrische Maschine bricht
ind damit den schinelzenden Strom erzeugt. Die Frage ist nun,
ob sich der Ofen, dem Kopfschütteln det Hüttenmänner zum Trotze
im Großen dewährt. In. diesem Falle (chreibt ein Fachmann in
Xti 2.wesdem wir folgen) sehen wir einer neuen Umwälzung
        <pb n="596" />
        in der Eisenindustrie entgegen, indem alsdann der vermittelst des
Thomas'- und Gilchrist'schen Verfahrens aus jeder Eisensorte her⸗
zustellende Stahl so billig wie Eisen wird und letzteres Material
so ziemlich überall verdrängi.

Dieustesnachrichten.
Der bisherige Postexpeditor und Gemeindeschreiber in Ensheim,
Peter Rusm mel, wurde zum Lehrer daselbst ernannt.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
— —
Oeffentliche Käönigl. Cateinschule St. Ingbert. ——
8 2
Zustellung. Das Studienjahr 1880/81 beginnt am Montag den hnge Anen am—
27. Septem ber, an welchem Tage sich alle diejenigen Schüler ——
bei dem unterfertigten Amte anzumelden haben, welche neu ein⸗ ndie n Beseche der
treten wollen, ebenso diejenigen, welche bisher der Anstalt ange— Rreiιιαιν Jαι
hörten. Bei der Anmeldung sind von Neueintretenden Geburts⸗ S ———
und Impfschein, opu die sriheren Schul⸗ beziehungsweise Stu⸗ eese
dienzeugnisse in Vorlage zu bringen. id un
Diejenigen Schüler, welche in die J. (unterste) Lateinklasse le BA
eintreten wollen, müssen das neunte Lebensjahr vollendet, dürfen wezaheen ahen Ncnen
aber das zwölfte nicht überschritten haben. Von der lezzterer ——
Bestimmung kann nur die Kal. Regierung Dispensation ertheilen. e voy Virleihm en
Ferner ist die Aufnahme in die unterste Klasse durch eine Prüfung ne ine eeeese
hedingt, in welcher sich die Schüler über ein genügendes Maß von den e ee
denntnissen in der Religion, im Deutschen und im Rechnen aus— nee es esee
zuweisen haben. 79
Arme Schüler werden nach der bestehenden Verordnung von — dmn
der Entrichtung des Schulgeldes befreit. — 3
Si. Ingher A, Ang S, ds. Mis. bei dem k. Bezirks-
Königl. Subrectorat: amte Zweibrücken einreichen.
Barnikel. St. Ingbert 17. Sept. 1880.
Der Bürgermeister
Custer.
Sonntag, den 19. Sept.
Harmonie-Musik
im Saale bei
Veter Schweitzer, Wirth.
— 3 — 0
Saaltkorn,
in schönster Qualität,
empfehlen
Franz Grell's Rachfolg.

Vorladung.

Seyb Heinrich, Kaufmann

und Unterofsizier von St. Ing—
bert, zur Zeit ohne bekannten
Wohn⸗ und Aufenthaltsort, wird
hierinit vorgeladen, am Mitt
woch, 17. Rovember 1880,
Vormittags 39 Uhr in der
öffentlichen Sitzung des Schöffen—
gerichts zu St. Ingbert in dessen
Sitzungssaale zu erscheinen, da—
mit daselbst zur Hauptverhand—⸗
lung über die gegen ihn erhobene
Anklage wegen unerlaubter Aus—
wanderung am 17. April abhin
geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
eröffnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtheilung
auf Grund der vom k. Land⸗
wehr⸗Bezirks⸗⸗Commando Zwei⸗
brücken am 11. September ab—⸗
—
d. R.»St.«P.“O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, den dreizehnten
September achtzehnhundertachtzig
Der Amtsanwalt am kgl. Amts

gerichte St. Ingbert:
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:

St. Ingbert, 15. Sept. 1880
Der k. Gerichtschreiber:
Krieger.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 30. Sep⸗
tember 1880, Morgens 9 Uhr,
zu St. Ingbert in ihrer Be⸗
hausung, läßt Frau Susanna
Preftinari, Wittwe des ver⸗
lebten kgl. Steuer⸗ und Gemeinde⸗
einnehmers Adolph Dercum,
verschiedene Mobilien, darunter

namentlich:

2 Kanapee's, Kleider⸗

schtränke, Käüchenschränke,

Tische, Stühle, Betten, 1

Aktenschrank, 1 Schreibtisch,
J Stehpult, sodann 12 Ster
Brennholz, 1 Zither, 1
Flinte, 1 vollständiges
Schreinerwerkzeug, verschie⸗
denes Bettzeug, sowie Haus—
und Küchengeräthe aller Art
zffentlich auf Credit versteigern.

St. Ingbert, 18. Sept. 1880.

Ph. Fitz,
Geschüftamann

J. Demetz, Hemdenfabrik,
Landau i. Pfalz.

Spezialitãt: Herru⸗Hemden nach Magß

nach deutschen, französischen und amerika⸗

nischen Zuschneide-Systemen.

213 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A 26.-

F— mit glattem feinem leinen

Einsatz Aä 50.-

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤtze und Qualität des Stoffes.

Zei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänage als Maa⸗
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
aus Sitz leiste ich Jede Ga-—
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Auprobe ein, und koͤn⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leisstungse fu higlkeit über,
zeugen.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert von
Anfang September bis Ende
Oktober in completen Wag⸗
gons bei Prima-Waare bil⸗
ligst und ist zu näherer Aus⸗
kunft ꝛc. gerne bereit

Hans Maier in Ulm a. D.

Imyport ital. Vrodukte.

Allen Freunden
einer geistig anregenden und zualeich unterhaltenden Lektüre
kann mit vollem Recht das
Neutsche eontags- Nlatt
Deutsche wontags-Mla
2 8 —5*
Chef⸗Redacteur: Verleger:
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch-politische
Wocheuschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller zu
hren Piitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artilkel,
die ein treues Spiegelbild der politischen, lilexarischen und künstlerischen
Strebungen unserer Tage darstelien. Jede neu auftauchende Frage, jede
neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im
„Deutschen Weountags⸗Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behand—
lung, waͤhrend die gesellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegantesler
Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese üterarisch-politische Zeitschrift ersten Ranges, welcher am
zeitungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzuge eines
gehaltreichen Wochenblattes mit denen einer wohlinformirten, reich
mu Nachrichten aus erster Quelle ausgestatteten Zeitung, und so
wird das „D. M.⸗Vl.“ in seiner Doppel⸗Ratur dem Wahlspruch, den
es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„Bon dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags⸗Blatt“ wird in der Fülle
und Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensatione llen
Erfolg zu rechtfertigen wissen. der es so schnell zum Lieblingsorgau
der geisigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichs⸗Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnemenis
zum Preise von 2æ Mark 50 Pf. pro Quartal entgegen. Zur Be⸗
Jegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr
ii97 ver Poft⸗Zeitungs-Preisliste pyro I88O.

Fortilaufende Nummern. Keine
Serien.
Nur HGeldacwinnste.
AF Um allen Mißverständ⸗
nissen vorzubeugen und um jedem
voose unwiderlegbare gleiche
sChance zu verleihen, werden bei
der Ziehung die sämmtlichen
100,600 Nummern in ein Rad
und die 5000 Gewinne in ein
zweites gelegt.
Kaiserslauterer
Geldlotterie
zur Fertigstellung des pfaälzischen
Gewerbemuseums.
Preis des Loosts 3 Mark.
2Ziehung am 26. October
1880.
Hauptgewinne von M B30,000
12,000, 5000 ꝛec. in Baar.
Auf 20 Loone ein Banr
xewinn.
Bestellungen find zu richten ar
die General⸗Agentur
Julius Goldachmit
in Ludwigshafen am Rhein
Loose sind ferner zu haben
i Franz Woll in St.
nabert.

Zu vermiethen
ganz oder getheilt: die Wohnung,
die Herr Professor Schlick bis—
her inne hatte, bestehend in 4
Immer nebst Küche, (1 Treppe
adi) 2 Mansarden, Keller,
wesichküche und Garten bis 1.
liober oder November beziehbar.
Ph. EFEmrich.

J 5 für gewöhnl. Frachtsendung à 1Pjf
FJ rachtbriefe per Stück, Eilgutsendung auf roth
Apier a 2 Pf. ver St., sind zu haben be F. X. Demetz.
òOSOSICCACOCSODM OOGS.y,—COOISGOSA.
Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
Sierzu „IAUuftrirtes STonntaasblatt“ Nr. 12.

.. Mt.. Z.. XILAI3.
        <pb n="597" />
        St. Inaberker Nnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich
1Aß 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrit oder deren Raum, Reckamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
Dienstag, den 21. September
AM I151.

1880.
ö— — — —
an αισ
Abonnements-Einladung.
Bei dem bevorstehenden Quartalwechsel erlauhen wir uns zum
Abonnement auf den
St. Ingberter Anzeiger
amtliches Organ des k. Amtsgerichts St. Ingbert,
hiermit ergebenst einzuladen.

Wir werden auch fernerhin bestrebt sein, unsern Lesern die
wichtigsten politischen Tagesereignisse rasch mitzutheilen; den lokalen
und provinziellen Vorgängen wird besondere Beachtung zugewendet
hleiben.

Im Erscheinen und Preis des „Anzeigers“ tritt keine
Aenderung ein.

Neubestellungen nehmen alle k. Postanstalten, hier die Expe—
dition, sowie die Träger entgegen. Unsern bisherigen hiesigen
Abonnenten wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quartale fortge—
ciefert werden, wenn sie nicht ausdrücklich abbestellen.

Zu zahlreichem Abonnement und fleißiger Benützung unseres
Blattes zu Veröffentlichungen ladet ergebenst ein

die Redaktion und Erpedition.
Deutjches Reich.

München, 18. Sept. Ministerpräsident Lutz ist auf seiner
Besitzung am Starnberger See erkrankt und bettlägerig.

Ein Telegramm der „Köln. Ztg.“ aus Rom besagt: Deutsche
Blätter haben letzthin von neuen Verhandlungen zwischen
Berlin und Rom erzählt und Kardinal Hohenlohe als Mit—
lelsmann genannt. Eigentlich so zu nennende Verhandlungen haben
nicht stattgefunden, am wenigsten durch Hohenlohe, der den Sommer
auf dem Lande zubrachte. In vatikanischen Kreisen aber ist ein
Vorschlag aufgetaucht, man solle zum Kölner Domfest einen päpst—
ichen Kardinal⸗Legaten senden. Die Partei der Eiferer wollten sich
diesem Vorschlage anschließen unter der Bedingung, daß der deutsche

Kaiser vorher den Erzbischof Melchers zuruͤckberiefe. Es scheint
indessen, daß die Kurie die Unzulässigkeit dieser Bedingung ein—
gesehen hat, noch ehe davon etwas über die Grenzen des Vatikans
perlautet hatte. Darauf wurde berathen, ob bedingungslos ein
Legat zu schicken sei, und zwar war Jacobini als solcher genannt.
Bis jetzt scheint eine bestimmte Entscheidung hierüber noch nicht
getroffen, aber die Stimmung ist der Absendung wenig günstig.
Man schiebt die Schuld daran auf Ledochowski. Daß dieser die
Absendung hintertreiben hilft, ist richtig, fraglich aber, ob er die
eigentliche Seele der Opposition oder ob er in diesem Falle nur
zas Aushängeschild für den engeren päpstlichen Cirkel abgibt.
Ausland.

Unter Gejohle und Gebrüll der magyarischen Straßen⸗
jugend, welche sich auf den Galerieen eingefunden hatte, beschloß
die städtische Repräsentanz von Budapest mit 77 gegen 76
Stimmen die Verweigerung der Konzession für das
deutiche Theater. Die Sißung war absichtlich für den Ver—
öhnungstag ausgeschrieben, damit die 60 istaclitischen Mitglieder
der Versammlung verhindert wären, zu erscheinen und ihr Votum
abzugeben, und drei Deutsche verließen vor der Abstimmung den
A Tag als einen
Schandfleck in der Geschichte Ungarns. Der Beschluß wirft, wie
die „Wiener A. 8.“ sagt, ein abschreckendes Licht auf die Zustande
Ungarns. Das bessere Element räumt freiwillig der skandalsüch—
cigen Menge das Feld. Den Deutschen verdanken die Magyaren
o ziemlich Alles, was sie an Kultur haben. Verfolgung der
Deutschen ist der Dank dafür.

Varis, 18. Sept. Die Minister des Innern, der Justiz,
des Krieges, des Unterrichts und der Finanzen demissionirten; ebenso
der Unterstaatssekretär der Finanzen. Weitere Demissionen werden
erwartet.

Paris, 20. Sept. „Soir“ will wissen, Ferry hätte Pothuau
das Marineministerium angeboten, für Auswärtiges würde Challemel
dacour, Noailles oder Faure in Frage kommen. Die Bildung
des neuen Kabinets sei vot Ablauf von zwei bis drei Tagen

anicht wohl ausführbar. Andere Blätter meinen, die Ministerkrisis
nache die Einberufung der Kammern nothwendig.

Das von Seiten Waddington's gegenüber den
VBarnbüler'schen Enuthüllungen zu rwariende Demenn
st jetzt gekommen. In einem Schreiben vom 15. d8. protestirt er
zegen die bekannten Angaben Varnbülers und erklärt ausdrücklich,
daß während der ganzen Dauer seines Ministeriums zwischen Ruß⸗
and und Frankreich weder von einem Allianzvorschlage noch von
inem Vertragsentwurfe die Rede gewesen sei noch bezügliche Be—
prechungen irgend welcher Art stattgefunden hätten. Die in Varn⸗
hüler's Rede dargelegten angeblichen Thatsachen und die ihm
Waddington) zuertheilte unwuͤrdige Rolle seien rein aus der Luft
gegriffen.

Ueber den vor einigen Tagen aus England gemeldeten
angeblichen Versuch, einen Zung der Nordwestbahn durch Dynamit
in die Luft zu sprengen, schwebt noch immer der Schleier des Ge⸗
Jheimnisses, und es fragt sich, ob derselbe durch die nunmehr auf
»ie Ermittelung der Thäter ausgesetzte Belohnung von 100 Pfd.
Sterl. gelüftet werden wird. Neuerdings bringt man die Ent—
xeckung mit einem nihilistischen Komplott in Zusammenhang, den
Zug zu vernichten, in welchem der Großfürst Konstantin von oder
aach Glasgow reiste. Auf alle Fälle sind die polizeilichen Recherchen
aach dem Nihilistenquartier in London gelenkt worden. Begrün⸗
deter scheint indeß die Ansicht Derjenigen zu sein, die den Versuch
auf ein fenisches Komplott zurückführen.

Petersburg, 19. Sept. Vie „Revaler Zeitung“ schreibt:
gutem Vernehmen nach wird Graf Todleben, der General⸗Gouver⸗
neur von Wilna von seinem Posten abberufen werden und andere
Berwendung finden. Trotz seiner Kenntnisse und reichen Erfahr—
aingen auf dem Kriegsschauplatze soll derselbe sich ais General⸗
Bouverneur in Wilna, wie früher schon in Odessa, unhaltbar ge⸗
nacht haben.

Seitens der türkischen Regierung hat man den Mächten
zegenüber für die Uebergabe Dulcigno's das Fallenlassen jeder weiteren
Flottenkundgebung nach der Uebergabe und die Annahme der von
der Türkei gezogenen Grenzlinie noͤrdlich des Skutarisees, wodurch
Gruda, Dinosch und ein dazwischen gelegenes Feld bei der Türkei
verbleiben, verlangt.

— [

Vermischtes

F Folgenden pfäl zischen Gemeinden wurden auf der
Beneralversammlung des deutschen Gustav-Adolph-Vereins in Karls⸗
ruhe Unterstützungen gewährt: Mittelberbach 180. Dahn 100, Blies⸗
astel 100 Mark.

f In der Gemeinde Haßlohh ist die diesjährige Tabaks—
ernte ebenso reich ausgefallen wie die Ernte des Getreides. Auch
die Kartoffeln versprechen einen reichen Etrtrag. Tabak sollen etwa
.O,000 Zentner hier gewachsen sein. Der Steuerbetrag dafür würde
ich auf 100,000 Mark belaufen. Eine recht schöne Summe als
ẽrgebniß einer einzelnen Gemeinde.

F Gelegentlich des Kirchweihfestes in Sulzbach soll am
Zonntag ein junger Mann einen andern aus ECifersucht getödtet
jaben.

x Mannheim, 18. Sept. Heute Nacht fiel ein Matrose
»on einem Holländer Kahn bei'm Nachhausegehen zwischen dem
Schiff und der Quaimauer am Mannheimer Lagerhaus in das
Wasser und ettrank.

FIn Cassel sind 13 Gymnasiasten wegen Theilnahme an
Schülerverbindungen relegirt worden. Die armen Eltern!

Fihr die NRedactinn verantmortlich: F F Demer.
Je groͤßer der Leserkreis einer Zeitung ist
desto cher ist dieselbe im Stande, den vielseitigen Wunschen der Abonnenten
Jerecht zu werden. Die stabile Höhe der Auflage einer Zeitung liefert gleich⸗
Jeitig den Beweis, daß Letztere durch ihren Inhalt die Bedürfnisse des Pub⸗
ikums vollkommen zu befriedigen weiß. Diese beiden wichtigen Faktoren
rreffen bei dem „Berliner Tageblatt“ in fseltener Weise zusammen:
es hat sich dasselbe bereits seit mehreren Jahren einen festen treuen Stamm
pon mehr als 75 Tausend Abonnenten bewahrt und den Ruf einer geistig
frischen und ungemein reichhaltigen Jeituna erworben. Die Vorzüge des
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        „Berliner Tageblati“ bestehen dornehmlich in Folgendem: „Tanlich zweimalige
Erscheinen als Abend- und Morgenblatt, wodurch das „B. T.“ in der Lage
si, seinen Lesern alle Nachrichten stets 12 Stunden früher als jede nur ein⸗
nal täglich erscheinende Zeitung zu bringen. — Von allen speciellen Frak-
lionsrücksichten unabhängige freisinnige, politische Haltung. — Spezial⸗Korre⸗
spondenten an allen wichtigen Plätzen und in Folge dessen rascheste und zu⸗
berlässige Nachrichten; bei bedeutenden Ereignissen umfassende Spezial⸗Telegramme.
Em eigenes parlamentarisches Bureau liefert dem Blatte schnelle und zu⸗
verlässige Berichte. — Vollständige Handelszeitung und Courszettel der Ber⸗
liner Voörse (im Abendblati). — Ausgedehnte Anwendung des Telearaphen⸗
hrahtes und in Folge dessen frühzeitigste Meldung von allen wichligen Er—
eignissen. — Reichhaltige Lokal- und Gerichtszeitung. — Sorgfältig gepflegtes
Feuilleion unter Mitarbeiterschaft der ersten Schriftsteller. — Das „Berliner
Tageblatt“ hat in dem Bestreben, neben seinem sonstigen so reichen Inhalt,
den Lesern Außergewöhnliches zu bieten, ein Mitglied der Redaktion nach den
Vereinigten Staalen von Nord Amerika entsendet, um die sich daselbst ab⸗
spielende große Wahlkampagne, die Verhältnisse der deuischen Auswanderung,
hre Aussichten und Erfordernisse, sowie das Leben der Deutschen in Amerika
in prägnanter Weise darzustellen. — Ferner hat das „Berliner Tageblatt“ in
Herrn Georg Buchholz einen muthigen Weltreisenden gewonnen, welcher von
Liner Reise um die Welt Spezialberichte liefern wird, die das Interesse der
Leser ungemein fesseln durften. Herr Buchholz begiebt sich über VPortugal,

—*
Zralkorn,
cyhsbnster Qualität,
mpfehlen
Frauz Greil's Rachfolg.

Neu eingetroffen:
Moderne Aufsteckkämme
ind ⸗Mfeile in allen Sorten,
benso Frifier u. Taschen—
Fämme, Zahn- und Na—
gelbürsten, Haarbürsten
darunter die berühmten Stahl—
Draht⸗Bürsten bei

Joh. Weirich.

Zu haben:
Mannheimer Loose äM.2,
Zweibrücker Loose à M. J.
hei Joh. Weirich.
K. Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern.

Der Unterricht an der Kreisbaugewerkschule für das Winter⸗
halbjahr 1880,81 beginnt Mitt wo ch, den 3. November in den
Käumen der Kreisbaugewerkschule (Pfälzisches Gewerbe⸗Museum) und
hanuert von November bis Ende März. Die Schule besteht aus 3
Tursen in 3 Winterhalbjahren, und bezweckt jungen Bauhandwerkern
als: Maurern, Steinhauern, Zimmerleuten, Glasern, Spenglern, Dach—
und Schieferdeckern, ferner Schreinern, Schlossern, Tünchern, Zimmer—
ind Deorationsmalern die zum rationellen Betriebe ihres Hand⸗
werkes erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln. Der Unterricht erfolgt
durch theoretische und praktische Anleitung, sowie graphische Darstel—
lung in thunlichst populär gehaltener Weise. Fuür Schreiner und
Schiosser schließt sich an die heoretische Ausbildung der Unterricht in
den Lehrwerkstätten an, wo sie, als Schreiner: in den Manipulationen
des Holzschnitzens, Drehens, im Fertigen von Aufsätzen und geschweiften
Mobeltheilen als Schlosser: im Schneiden, Drehen, Gießen, Ciseliren
und Treiben geübt werden. Dieser Unterricht kann im Sommer fort⸗
gesetzt werden, wenn der Schüler als Lehrling in die Werkstätte tritt.

Für die Tüncher, Zimmer- und Decorafionsmaler ist ebenfalls
Belegenheit zu ihrer praktischen Ausbildung gegeben, wie aus dem
Jahresbericht zu ersehen ist.

Außerdem können auch junge Leute vom Kunstgewerbe als:
Kunstschreiner, Gold- und Silberschmiede, Metallarbeiter, Töpfer,
holzschneider, Tapezierer ꝛtc. als Hospitanten Aufnahme finden, um
im Zeichnen und Entwerfen von lunstgewerblichen Gegenständen
geübt zu werden.

Die Inscription findet am 29. und 30. Oktober l. J. auf dem
igl. Rectorate, von O—12 Uhr Vormittags und 4826 Uhr Nach
nittags statt, wobei die amtlich beglaubiglen Schul- und Lehrzeug—
nisse mitzubringen sind. Das Schulgeld beträgt 20 M. und ist
hei der Inscription zu entrichten. Zur Befreiung von demselben
IJ die Vorlage eines Dürftigkeitszeugnisses nöthig.

Ae Westküste Afrika's (Neger⸗Republik Liberta), das Nap der guten Hoffnung
Diamantfelder), Nubien, Egypten, Arabien, Persien, Indien, China, Japan,
se Inseln des Stillen Oceans, Kalifornien u. s. w. nach Europa zurück. —
ym Roman-⸗Feuilleton des IV. Quartals erscheinen folgende hervorragende
jgerle: E. Bely: „Die Wihlverlobten“s; Maurus Jokai:, Die Sphinx“
stobert Byr: „Die Spatlauber;“ St. v. Bertigny: Wihnsinnig auf
Befehl“. — Außerdem empfangen die Abonnenten des „Berliner Tageblatt“ die
rei werthvollen Separat-Beiblätter: das illustrirte Witzblatt „Ulht“, das
elletristische Sonntagsblatt: „Deutschee Leseh a Ule“, sowie die, Wö⸗
hentlichen Mittheilungen über Landwirthschaft, Gaͤrtenbau und Hauswirth⸗
haft. — Diese Fülle anregenden und unterhaltenden Lesestoffs bietet das
Berliner Tageblatt“ zu dem enorm billigen Abonnements⸗-Preise von nur
Mk. 25 Pfg. (incl. Postprovision) pro Quartal fur alle 4 Blätter zusammen.—
ym eigenen Interesse beliebe man die Abonnements⸗Bestellung schleunigst bei
em nächsten Postamt zu bewirken, damit die Uebersendung des Blattes vom
geginn des Quartals ab punktlich erfolge. — Probe⸗Nummern werden ausl
Wuͤnsch gratis und franco übersendet. — Die Verbreitung des „Verlinen
Tageblatt“ erstreckt sich nicht allein über ganz Deutschland, wo es in mehr
1321400 Siadten vertreten ist, sondern genießt auch im Auslande als große
eutsche politische Zeitung eine besondere Beachtung. Das „B. T! dient der
rusländischen Presse als ergiebige Quelle für wichtige politische Nachrichten,
nit denen das ‚B. T.⸗ den meisten anderen Zeitungen voraneilt.
Lehrprogramm und Statuten sind durch die Tascher'sche Buch⸗
handlung hier, gegen portofreie Einsendung von 830 Pf., zu beziehen.

Kaäiserslautern im September 1880.

Kgl. Rectorat:

O. SP Æt 2-.
Xch beehre mich hiermu den Empfang meiner neuen
J Winterstoffen in F

—⏑ nnl RuxIins,
sowie in Damen Kleiderstoffen, Lamas und sonstiger
Neuhe ten empfehlend anzuzeigen.

Larl Sohanok.
Aie
Ziehung der Kaiserslauterer Geldlotterie
ündet um vWEerr icli am 25. Oeto ber 1880 statt.
Haupttreffer 30,000 Mart.
F Nur noch wenige Loose bei den Verkaufsstellen vorräthig
Generas-agentur Julius Goldschmit
Ludwigshafen am Rhein.

Manzet Erdbeeren!

Wem darm gelegen ift, im kunftigen Jahre bereits eine Ernte dieser
rischen, köͤstlichen, allbegehrten Früchte zu haben, der versäume es nicht, sich
dei herrnn ihender Verpflanzzeit (Auguft bis Oktober) eine Pilanzung
anzulegen.

Wir besitzen ein sehr großes und reichhaltiges Sorliment Erdbeeren,
velches aus langjähriger Erprobung resultirend, das Beste und auch dat
eueste enthält, was die rationellsten Cultivateure erzogen haben. Das
Zorten Verzeichniß steht Liebhabern auf Verlangen zu Diensten. Wird die
Wadl uns überlafsen, so tragen wir jederzeit Rechnung, daß frühe und spte
Sorten entjprechend vertreten seien.

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Sortiment von 10 sehr guten Sorten à 2238 Pflanzen für 2 Mark.

Sortiment von 10 der großfrüchtigsten Sorten à 2—3 Pflanzen fur 8M

Sorliment von 25 eben solche Sorten à 223 Pflanzen für 4 Wark.

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100 Erdbeeren, beste großfruchtige in extra schönem Rominel
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Dieselben werden in leichten Kistchen in se Rem Moos soragfaältig ver
packt, so daß sie die weiteste Reise aushalten.
(Fur Aechtheit dieser Sorten garantiren wir.)
Recht vielen Aufträgen fieht entgegen
ereins⸗Centrase Frauendorf,
Bilzhofen, Riederbayern.

Bochenschrifi.
rei von a35 ⸗oletiich⸗n oder lonfessionellen Slandpunkt.
757 trab doer reichen Ausstattung nur
— 27
. 2.6.
ierzeuniãnigen Hefte
Zur Versösientlichung gelangen in den nächsten Quartalen: besonderß
ipannende Romane und Novellen von Ernst Wichert, Wilhelm Jensen,
Gerhard v. Amyntor, Konrad Telmann, Jul. Lohmeyer, Erich Samber.
Qunstblätter von U. v. Werner, Knaus, Bokelmann, Liezen-Mayer, Peaul
Mexrerheim, Ferd. Keller, Vautier, Franz Desregger ꝛ⁊c.
Folgende werthvolle Kunstblätier als Prämien:
Wagner. Herbst. Oelfarbendruck. Rachzahlung nur 2 M. 50.
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Ladenpreise: Herbst 10 M. — Patrizierin 30 M.
Eine Probe⸗Rummer oder-Heft ist durch alle Buchhandlungen, sowie auch direlt von der Verlagshandlung J. H. Schoret
in Berlin, W., Lützowstraße 6, gratis zu beziehen.
— Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestelsenaen

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
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375753 ——83332333533 53353*823* 43282*2538 35828*
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25353533 228 85. 3 72825 8333856 55233
3 8 55 23 32533*
58 2. 55 * 335 —52. 5 553 2338. 22 S — 38
155355373 3 4
— 5 —223 — 32 —233. 3 553353 53* 55238338* 2
A885s533 35282853 335 3 85222555 2388
3238 5 —A 3332 *383
3 22836*35 * 35— 8 7328 58325. 537255
8232 ð *8.063 32 32 — — * 52 —— —
F83. 55 7 * A—3 53* — 235527—53 3333
“35 353355 3 *33338—585 3 28
7 87 * — 33 —5 3. ——— 3— 2 —8 8
53357353 8335588 J
32 — — —
? ⁊ 78—8 7* — 33 53 53327 5* 1
—
2 3282
G 2. 3 E3 7353282 —
— 8 *525555*
A 43333285*
—532 *55 — — 25388
—2— — 32 5383785 383 2
3383 ——353 5335 662875 **
283 7—— 2— 352 —— * 227 2
52 5323 35225 ES 3.
* 53— *553333237 —832 *53 *
7 25333 5. 33.32 * 573. 3—
—3355 ———— 5335
253 —333 3353 —535. 5 8
733 32 52523
52383 * ——— 2 —8 385 *
36 3 2
— D
153338 338 3288*
373533353.553 2 37237
525 32512 — —2555 2
55 25— 22 73 35 7
—— 558 2528 *
*233. 338587 25*233
8 6 *
23333355— —A 3
77* 5558—38 335 2
722 232 —222 *
3233, 3533535 5*827
83—365 5*28352
337 *
2 553.35 53 2. 25 * —A
— 23853 235 528 35535 5
r 8 *76 222 2 43* 53337 *

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——— ———
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23 2 5353—577
—883 5335523 38
3 2. 22*
25327 83 72882 308
2 32. 8 553 —35353 *6625
25 533. Z 8 — 8*05
——— ——— 553353335 3
3
225 — — —3233 7
—2 8 882 235 —A 3
— 22325— 33337536257 52—
3 *5.2 1 523 —23 3575 *22 ——
28 —3337 5535 257 35265
383 3333353553225 353287
3278 * 33 * 5 2 4
132323555333 23333383 —
7 2* —8 28 55 : 3.
23335383338 5338338 3333 77*
A—— 2 2 25532 ——— — 22
92 — 22 —7 —
* 82283 ———— 253 78 *
2 8.,23 uv 2* — * *
32 —— —223 22327 0O2 2 ⸗23
8— * 232. 3.x * —— * — 2*
—— 328355 23537 2 783
— 2 22 5.583 2. 5 57 223 2 ———
— 233 35583 S* —— *33 235 52
25 723 323 2322 —A 552—2722
33553333—53 7525* *7 2*
— 5 23325 22 25 527
* — * R* 32. 27 230
—5333* 353 As
412 5323 * — 22 —8 25* *
253 2 5, 3553 — 83.*5 2 T55
— 2B73 —— —3 33 235 35 233 ——
23223 25, 235.38 2*
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3 3. —2 38*8 2.2 7 33
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3 55 — 2. 3 * —233 F 2522
— 533553 53 2,* 2 3333
— —233853 *28 2253 33553
35*3 72 3. 7 3. 2.3 297
* 237* 5822 — 2Z237 — 3 525.53 3. *
5253 * 35 — — ?
553 222 23837 27 2 7
— 5335 . 38
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F 3 375 338
4 533 2. 2 * 253823353
— 2 83. 223 — 22 5573
J 777858 5 35353385 8*
3 — *
2 233 23 —— — 25 2 7
r 73 9 23335 255333
75 222 —
* 238 22 525323 3
S 155723398 233 J
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        Sf. Ingberler Auzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementé:preis betragt vierieljahrlich

MA 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswariß
mit 15 B fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Naum, NReclamen mit 80 Hpro Zeile berechnet.
M 152. Donnerstag, den 23. September 1880.
Deutsches Reich.

Berlin, 21. Sept, Der Kaiser besuchte gestern Abend das
Schauspielhaus und nahm heute Vormittag die regelmäßigen Vor—
räge entgegen. Se. Majestät reist voraussichtlich am 27. Sept.
nach Baden-Baden ab.

Berlin, 22. Sept. Der „Nordd. Allg. Zeitung“ zufolge
ist die preuß. Regierung entschlossen, den mehrfachen Anregungen
»er Rhein⸗Nahebahn-Gesellschaft wegen Ankaufs der Bahn
iunmehr auf der Grundlage Folge zu geben, daß den Aktionären
eine baare Abfindung von rund 24 pCi. ihres Aktienkapitals an—
geboten werden soll. Es dürfte die Einberufung einer außerordent⸗
ichen Generalversammlung zum Zweck der Beschlußfassung über
diesen Vorschlag binnen kürzem zu erwarten sein.

Ein Telegramm der „Agence Havas“ aus Stutigart sagt,
Frhr. v. Varnbüler habe formeh erklärt, daß er memals ir⸗
jendwelche Mittheilungen bezüglich der behaupteten Unterhandlungen
wischen Frankreich und Rußland von denen er in der improvisierten
Rede in Ludwigsburg gesprochen, erhalten habe und daß er sich
einfach zum Echo der Gerüchte in den Journalen gemacht habe,
velche mit dem vorigen Jahre über jene Angelegenheit wiedecholi
aufgetaucht seien.

Elberfeld, 21. Sept. Die „Elberfelder Zeitung“ meldet
aus Düsseldorf: Bei dem gestrigen Festmahle des Zentralver—
bandes deutscher Industrieller iheilte der Präasident
haßler einen Brief des Kommerzienraths Baare aus Bochum mit,
wonach Letzterer auf Einladung des Reichskanzlers soeben zwei
Tage in Friedrichsruh mit dem Fürsten über die Frage der Ar—
beiter-Versicherung konferirte. Der Schreiber des Briefes
rklärt sich ausdrücklich ermächtigt, öffentlich zu erklären, daß der
Reichslanzler diese Angelegenheit energisch zum Abschluß zu bringen
zedenke, unter dem Beirath von Sachverständigen. Haßler brachte
ein begeistertes Hoch auf den Kaiser aus und die Versammlung
andte sofort ein Danktelegramm an den Reichskanzler, den ener
zischen, nimmer müden Foͤrderer nationaler Wohlfahrt.

Ausland.

Wien, 21. Sept. Nach hier vorliegenden beglaubigten
Nachrichten bestätigt sich, daß Riza Pascha die Besetzung Dul⸗
rignos durch mehrere Tausend Albauesen gestaitete und selbst
mit den regulären Truppen abzog. — Der englische Botschafter
Goschen theilte heute in Stambul mit, daß die Flottenkund—
zebung begonnen habe; eine ähnliche Erklärung überbrachte
Dberst Karr nach Skuiari und ein anderer Offizier nach Dulcigno.
die Lage wird hier als nicht unbedenklich aufgefaßt; die Stim—
nung gegen die Pforte ist ungünstig.

Paris, 20. Sept. Das „Journ. offiziel“ veröffentlicht fol—
gendes Schreiben des Präsidenten der Republik an den Minister—
räsidenten Freycinet: „Herr Präsident! Ich bedauere, daß Sie auf
)»em Entschluß, zu demissioniren,, beharren. Ich werde der Dienste
nicht vergessen, welche Sie der Regierung leisteten, und bewahre
Ihnen meine Zuneiguͤng und Sympathie.“

Paris, 21. Sept. Alle Morgenblätter sprechen sich für die
Aufrechterhaltung der bisherigen friedlichen Politik aus. Unmittel-
»ar nachdem das neue Kabinet gebildet ist, soll, wie in gut unter—
ichteten Kreisen verlautet, ein —
m die Vertreter Frankreichs im Auslande gerichtet werden.

Die „Republique francaise“ erklärt die Angabe des „National“,
aß Herr Gambetta durch einen Botschaftssekretär Unterhandlungen
nit der päpstlichen Diplomatie angeknüpft hätte, „von einem Ende

‚um anderen für falsch“ und bemuͤht sich aufs Neue, zu beweisen,
»aß, wer immer Herrn von Freycinet in der Leitung der auswär⸗
igen Geschafte ersetzen möge, an der „mit Würde, aber Entschie⸗
»enheit friedlichen·“ Politik der franzsösischen Regierung
aichts geändert werden wird. Dasselbe betheuert übrigens
cuch die dem Elysee nahe stehende „Paix“ und Herr Ranc im
Voltaire“. Durch den Letzteren beschuldigen die Herren Constans
ind Genofsen Herrn von Freycinet, daßer nicht blos in Mon⸗
ruban auf eigene Faust gesprochen, sondern auch als Minister
es Aeußeren die wichtigsten Schritte gethan, also z. B. die Flotte

nach Ragusa geschickt hätte, ohne sie zu Rathe zu ziehen, in der
unesischen Angelegenheit zumal alle Beschlüsse allein gefaßt und
»em Ministerrath nur immer die vollendete Thatsache angezeigt hätte.

Aus London meldet man der „N. fr. Pr⸗n. Die Situ⸗
ation ist sehr ernst, der politische Horizont umwölkt.
Aus gewissen Anzeichen muß man schließen, daß zwischen England
und Frankreich wirklich ein Einvernehmen getroffen wurde, welches
— von Rußland vollständig unterstützt — Deutschlands und Oester⸗
reichs Politik durchkreuzen soll.

An Handelshäuser in Paris und Petersburg eingetroffene
Briefe sollen übereinstimmend des Gerüchtes erwähnen, daß für
eine eventuelle Uebersiedelung des Sultans und der Re—
gierungsspitzen nach Brussa Anstallen getroffen werden.

e ee 21. Sept. Es heißt, der englische
Botschafter habe den Vertretern der anderen Mächte in Folge er⸗
jaltener Instruktion den Vorschlag gemacht, dem Wunsche der
Pforte zuzustimmen, und, wenn Dulcigno nach dem österreichischen
Borschlage (ohne Dinosch und Gruda) ungesäumt übergeben werde,
von jeder weiteren Flottendemonstration abzusehen, die Rechte der
xinwohner Dulcignos zu schützen und weilere Ansprüche für Mon⸗
enegro seitens der Mächte nicht zu erheben.

Vermischtes

* Unter 17 Lateinschulen in der Pfalz, die nicht mit Gym⸗
aasien verbunden sind, nimmt St. Ingbert den 4. Rang mit
116 Schüler ein. Den 1. Rang nimm Grünfstadit mil' 160
und den 17. Homburg mit 39 Schüler ein.

*—. Ueber die in voriger Nummer kurz gemeldete Tödtung
gelegentlich des Sulzbacher Kirchweihfestes wird der Saarbr. Ztg.
interm 21. dss. aus Sulzbach berichtet: Der 21jährige Berg⸗
mann Peter Schira aus Eppelborn wurde gestern Morgen
um S5 Uhr in dem berüchtigten Dorftheile „Liebergallshaus“ in ohn⸗
nächtigem Zustande von seinem Kameraden aufgefunden. Der
Berletzte blutete aus mehreren Wunden am Kopfe. Mit großer Mühe
vurde er von seinem Kameraden in sein Kosthaus gebracht. — Der schnell
jerbeigerufene Arzt konnte dem Unglücklichen jedoch keine Hülfe mehr
hringen, da das Gehirn durch mehrere Messerstiche verletzt worden
var, infolge dessen der Tod nach wenigen Stunden eintrat. —
Der Thäter konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Man er—⸗
ählt sich, daß der Veruͤnglückte in der Nacht ein Mädchen nach
Dudweiler begleitet habe und auf dem Rückwege wahrscheinlich von
einem Rivalen überfallen und auf oben bezeichnete Art verletzt
vorden wäre. — Der Verunglückte war ein braver Mensch und
der Sohn achtbarer Eltern.

Aus der Pfalz. Die rechnerischen Nachweisungen des
»ayer. Landeshilfsvereins als Organ „der Kaiser Wilhelms⸗-Stift⸗
ing für deutsche Invaliden“ der Pfalz, als Zweigverein pr. 1877,
1878 und 1879, führen eine Einnahme von 26,035 M. 24 Pf.
ind eine Ausgabe von 8721 M. 62 Pf. bei 161 Imaliden und
15 Hinterbliebenen auf. Es verbleibt demnach ein Vermögensstand
vx. ultimo Dezember 1879, von 17,313 M. 62 Pf. Als Kreis⸗
zuschuß dieser Abtheilung hat die Pfalz in den Jahren 1877, 1878
ind 1879 an Einnahmen 129,675 M. 1Pf. und Ausgaben
2,378 M. 55 Pf. bei 132 Invaliden, 35 Hinterbliebenen und
Offizier zu verzeichnen, dem entsprechend also ein Vermögens⸗
tand pr. Ende 1879 von 117,801 M. 46 Pf. vorzutragen war.

Am Montag 27. Sept. wird dem Buchhändler und frühern
Redakteur Herrn Karl Kl ein in Zweibrüden der sämmtliche
Waaren⸗ und Büchervorrath zwangsmäßig versteigert.

F In Kaiserslautern starb am Sonntag Morgen
Staatsanwalt Eckhard nach langem, schwerem Leiden im Alter
von 44 Jahren.

F Neustadt. K. F. Müller dahier hat ein Patent auf
ꝛine Getreidereinigungsmaschine erhalten. J

.Dürkheim, 20 Sept. Von einigen hiesigen Wirthen
wurde Weißes geherbstet und beträgt das Mostgewicht 92 Grad
nach Oechsle; Ungsteiner Gewächs 93 Grad; in Ungstein wurde
ür Portugiejwr M. 21-27, in Ellerstadt M. 20 -23, per Logel
40 Liter, bezahlt. (D. A.)
        <pb n="602" />
        4 Der Verbandstag der pfäl zischen Gewerbvereine zu
Frankenthal hat sich auf das entschiedenste gegen jede Be—
schränkung der Wechselfähigkeit ausgesprochen.

ꝓ In Leimersheim wird gegen Ende dieser Woche mit
dem Karioffelgeschäft ebenfalls angefangen und für den Zentner 1,40
his 1,50 M vom Acker weg bezahlt werden. Die Kartoffelernte
faͤllt in der Rheinniederung in qualitativer und aquantitativer Be—
ziehung sehr befriedigend aus.

FMannheim, 19. Sept. Der Lehrling Frisch, der vor
einigen Tagen mit 4000 M., die er zur Bank tagen sollte, seinem
Prinzipal durchbrannte, ist in Rotlerdam verhaftet worden und
wird hierher zurückgeliefert.

PMunchen, 20. Sept. Die Einstellung der diesjährigen
Rekruien zum Vienst mit der Waffe wird bei sämmtlichen Truppen⸗
theilen nach den näheren Anordnungen der Generalkommandos in
der Zeit vom 2. bis 6. November ds. Is. erfolgen.

4 München. Sigl's „Vaterland“ schreibt: Der ehemalige
Mitredakteur der „Pfälz. Ztg.“, Alfred v. Stubenrauch, Protegs
des Dr. Huttler und Mitarbeiter des „Bayer. Kur.“, wurde vom
hiesigen Landgericht wegen einer ganz kleinen Fälschung (eines
Wechsels zu 800 M.), bezw. Betrugsversuchs zu 8 Monaten Ge—
fängniß und 53 Jahre Ehrenverlust verurtheilt.

Merzig, 20. Sept. Am nächsten Sonntag den 26.
ds. Mts. findet in' Merzig eine Geflügelausstellung Statt, welche
sich hauptsächlich die Einführung guter Zuchtthiere und Aufbesserung
der Landesrasse zum Zweck macht.

FIn Straßburg sind gegenwärtig Arbeiter damit be⸗
schäftigt, durch Einfügung von Mauersteinen an der Nordfaçade
ves oberen Thurmes die letzten Spuren des Bombardements an
dem Münster zu beseitigen und dadurch Erwins Meisterwerk wieder
vollkommen herzustellen. Die Gesammtheit der innerhalb 8 Jahren
ausgeführten Wiederherstellungsarbeiten besteht in der Aufstellung
des Thurmkreuzes, dem Bau des provisorischen, — der Ausrichtung
des kupfernen Daches, der Wiederherstellung der Fenster, der Orgel,
und in Steinhauer⸗, Maurer- und Bildhauerarbeiten auf allen Stock—

verken bis in die äußerste Spitze hinauf. Die für all' diese Ar⸗
eiten gewährie Entschädigung belief sich auf 590,000 Frank, welche
Zumme durch die wirklichen Kosten um 8000 Frank überstiegen
vurde.

Die Volksbank in Mülheim a. Rh,. hat ihre
Mitglieder zu einer General⸗Versammlung auf den 26. d. M.
ingeladen. Auf der Tagesordnung steht uͤ. a.; Antrag auf Auf—⸗
oösung und Liquidation der Genossenschaft durch Uebertragung der
Altiven und Passiven derselben an eine Aktien⸗Gesellschaft.

FKoͤln, 16. Sept. Taschendiebstähle.) Dem Herrn Julius
galke aus Cincinnati, welcher gestern mit dem um9 Uhr Vor⸗
nittags nach Mainz abgefahrenen Saͤlondampfer gegen 6 Uhr Abends
zier eintraf, wurde, wahrscheinlich beim Verlassen des Dampfbootes
m Gedränge, von einem Taschendiebe die Brieftasche mit zwei
Fünfhundert-Markscheinen, vier Hundert⸗Markscheinen und einem
redilbriefe auf verschiedene deutsche, belgische, schweizer und eng⸗
ische Bankhäuser im Betrage von 9⸗ bis 10,000 Fr. gestohlen.
Ferner enthielt die Brieftasche drei Retourbillets erster Klasse für
ie am 6. Ottober von Hamburg nach New-York Statt findende
Fahrt des Dampfers „Lessing“, einen amerikanischen Bürgerschein
ind einen Paß, beide auf den Namen des Bestohlenen lautend.
Bleichzeitig mit dem Amerikaner wurden zwei andere Passagiere des
Ddampfers von Taschedi eben bestohlen. Dem einen zogen sie 50
Bfund Sterling, dem anderen 1200 Mark aus der Tasche.
Dienstesnachrichten.

Versetzt wurden Caplan Jos. Be der in Landstuhl als Domcaplan
rach Speyer, Caplan Brehem in Homburg als Caplan nach Landau, Cap⸗
san'Kuoni in Kirrweiler als Caplan nach Meckenheim, Caplan Scch den
Dürkheim als Caplan nach Zweibrücken, Caplan Stucher t, in Weyher
zis Caplan nach Kirrweiler. Anweisung als Caplãne erhielten die Neopres⸗
hler Bengel nach Homburg, Dönrr nach Ruppertsberg, Fissch exx nach
ürktheim, Den risch nach Landstuhl, Scch a,red ing nach Oberlustadt.
Schermer nach Weyher, Weber nach Rulazheim.
Fur die Redaction veranlworilich: F. X. Demetz.
Zweibrücker Reunfest.
Samstag 25. Sept.

J

Auswahl der zur Konkurrenz bei der Preise⸗Vertheilung des kgl. Land⸗
gestüts der Pfalz vorgeführten Pferde; Versteigerung von Gestütspferden;
Stutenmusterung von Seiten des pfälz. Pferdezucht⸗Vereins; Ankauf von Pferden
sur Verloosung; Reunion; F estball. J
Morgens 82 Uhr: Musterung und Pramiirung von Gespännen (pfaälz.
gferdezucht⸗Verein); 10 Uhr: Vorführung der Beschäler des kgl. Landgestüts: 11
uͤhr: Preise-Vertheilung des kgl. Laundgestüts; 12 Uhr: Umzug der prämiirten
Pferde. Nachmittags :
Pferde. Nachmittags 8 Uhr 9 fe r d e⸗— R enn en.
Karten zur ipn AM. zu haben bei Hrn. Buchbinder Römer, Zweibrücken.
22 Ankauf von Pferden zur Verloos⸗

Montag 27. Sept. ung; Nachmittags 2 Ühr: öffentliche erloosung.

50 0 Fahrtar⸗Ermäßigung auf den Pfälzer Bahnen vom 25. bis incl. 27. September vei Zukauf einer Ein⸗
trittslarte A Ioc; auf den pfälzischen, den elsaß⸗lothringischen, hessischen und Saarbrücker Bahnen für die
Pferde Transvporti⸗Ermäßzigung.

Rerkanntgabe von GEr
rieger—
Verein.

Mobilien⸗
Versteigerung.
Diendtag, den 28. September

nächsthin, Nachmittags, unmittel⸗
har nach der Licitation, zu St.
Ingbert, im Wohnhause der
Requirenten, werden die zur
Gütergemeinschaft zwischen Georg
Conrad, Metalldreher und
dessen verlebten Ehefrau, Elisa⸗
beiha Gehring gehörigen Mobi⸗
liargegenstände, der Abtheilung
halber, öffentlich zu Eigenthum
versteigert, darunter namentlich
2 Betten, 1 Kleiderschrank
Stühle, Bilder, 1 Tisch,
1 Küchenschrank, Getüch
und sonstige Haus- und
Küchengeräthschaften.
zt. Ingbert, 23. Sept. 1880
K. Aunichneider
Amtsverweser

—A
in schönster Qualität.—
empfehlen
Franz Grell's Rachfolg.

Widerrufs.

Die in der Wirthschaft von
Jakob Schmitt in Sengscheid
Jegen Fräu Kohler von St.
Ingbert gemachten Aeußerungen
ehme ich, weil solche auf Un—
wahrheit beruhen, hiermit zurüd.

ytikolaus Abel
von Senascheid

Sonntag, 26 d8.
Nachmittaas 3 Uhr im Vereins—
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eneralversammlung.
Tageso nung: g Ein braver Junge findet
1. Rechnungsablage, J auf einem Bureau Be—
2. Neuwahl. schäftigung.
Der Ausschuß. Wo. sagt die Erd. d. Bl.

Frerturt a. W.
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zipwiderrustich an 23. Oktober d. 3. 2
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ausgestattet mit 3000 Geldgewinnen, worunter
ünttreffer von Mark 50,000 in Baar.

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drtlaufende Rummeru. — Keine Vni ——
3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.

— bei Frauz Woll. In St. Julian bei

errach. In St. Alban bei A. Dohm.

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10 Liebfrauenstraße 10.

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der 1000 Stück von 3. 50 Mk. ar
uu haben bei F. X. Demeß.

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Druck und Verlag von F. X. Demen in St. Inabert
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—5555 373828— ——
53 5557 m533 533535233 4. 2.4
— ⸗ 32353538 23 33*328* 385
—— — 8 22 —8 —— 8 2
* * — 2 23 3
*2 z3335533283 5——38 473
—2 *5—52—8 3328387] A
777 227 3
523 F 7 3 25 —— ·*32 325 352
⸗*2. 533. 5 . 223 322323

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53538382338 —
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2 *8 — — —22*** 2388
5 * * 2 3 *5838 2
5 *7* 125335383253 5 52223 3
3825 * —
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33 2*8 8
3 233353 333388
—
—A 322 5525 35383325
308
—— 5222 523 ——— 333
. * * 224
5333238 25533 335 37
* 322* 2358 5333
2 289
5 * 22 3455353*8 5373
38 26 358
5.28 3528 25 333383 3
2233 5 — — —
—— 2 23 553 353 5.
5333
2523 —A — 33838
2 25 22 5 —2 2— 23 —*
2352 3533353 2253523
22 33837 6338 135 * 253
3 —* — —— 23
33223 —255 — 34
55* * — 525*8 —3
253533233533 2*555 A—
* .33. 2835 * 3333
23 335358
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FJ 733353337 *
23553533
W462

685 738
53* 2
3578333
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2 37 2
3 — 227232
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— — *
3222330
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2— ——587*
—— 223 3—
53—3*8 237 2
2 *8 52324 —
—323333 3237
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5 32 * z235 3
5 —A—— —2
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        St. Ingberlker Anzeiger.
ber St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

sage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

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1880.

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Bei dem bevorstehenden Quartalwechsel erlauhen wir uns zum
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amtliches Organ des k. Amtsgerichts St. Inabert,
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Wir werden auch fernerhin bestrebt sein, unsern Lesern die
wichtigsten politischen Tagesereignisse rasch mitzutheilen; den lokalen
nd rohingiellen Vorgängen wird besondere Beachtung zugewendet
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Im Erscheinen und Preis des „Anzeigers“ tritt keine
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Neubestellungen nehmen alle k. Postanstalten, hier die Expe—
dition, sowie die Träger entgegen. Unsern bisherigen hiesigen
Abonnenten wird der „Anzeiger“ auch im neuen Quattale fortge—
liefert werden, wenn sie nicht ausdrücklich abbestellen.

Zu zahlreichem Abonnement und fleißiger Benützung unseres
Blattes zu Veröffentlichungen ladet ergebenst ein

die Redoktion und Expedition.

andererseits von einer stra te g isch en Bedeutung ist, welche auch den
zrinzipiellen Anhängern des gemischten Eisenbahnsystems die Ver⸗
taatlichung gerade dieser Bahn als eine Angelegenheit wirthschaft⸗
icher und militärischer Opportunität schon laͤngst erscheinen ließ.

Die militärische Nothwendigkeit, die Bahn in die gesicherte Lage
ines staatlichen Unternehmens zu bringen, wurde besonders auch
dadurch bedingt, daß andernfalls die Herstellung des derselben bis
etzt noch fehlenden zweiten Geleises nach der finanziellen Lage des
Unternehmens eines absehbaren Zeitpunkis gänzlich entbehrte. Die
Zerstellung dieses zweiten Geleises ist aber lange als ein Erforderniß
ür die Kompletirung der militärischen Linien des westlichen Eisen⸗
ahnnetzes erkannt worden und unierliegt es keinem Zweifel, daß
nit der Verstaatlichung der Rhein-Nahebahn dieselbe alsbald auf⸗
jehört haben wird, eingeleisig zu sein.

Ist der Ankauf der Rhein-⸗Nahebahn von militärischer Opportu—
nität und vielleicht zu gegenwärtigem Zeitpunkte auch bedeutsam, so
darf man übrigens doch nicht annehmen, daß etwa die vorhandenen
militärischen Linien unzulänglich wären. Grade die Thatsache, daß
die Bahn von Bingerbrück nach Neunkirchen, beiläufig bemerkt eine
der theuerst gebauten Bahnen in Preußen, die Konkurrenz der Mosel⸗
und Pfalzbahn hatte, bewirkte ihre ungünstige finanzielle Lage. Die
Rhein⸗Nahebahn konnte auf ihr Aktienkapilal überhaupt keine Di—
»idende erübrigen und war auch nur 1870 und 1871 (in Folge
zer Militärtransporte) in der Lage, ihre mit Staatsgarantie ver—
ehenen Anleihen ohne Staatszuschuß zu verzinsen. Reserves und
ẽrneuerungsfonds besitzt die Bahn nicht und an eine Zurückver⸗
zütung der Staatszuschüsse von circa 62 Millionen Mark wäre
hnehin nie zu denken gewesen. Mit dem Erwerb der Rhein—
Nahebahn würde das Staatsbahnnetz um circa 16 Meilen (121,50
tilometer) vermehrt werden. Das Anlagekapital der Bahn besteht
uis 27 Millionen Mark Aktien, die der Staat für circa ein Viertel
des Betrages erstehen würde.

Außerdem hätte er die Anleihen zu übernehmen, welche sich
benfalls auf 27 Millionen Mark beziffern und mit 423 Prozent
nerzinslich sind. Der gestrige Börsenkurs von 20 Prozent kalkulirt
ich in Folge der 4prozentigen Börsenzinsen vom J. April auf ca.
22 Prozent, so daß ein Angebot von 24 Prozent, wenn es rasch
ttzeptirt wird, für die Aktionäre vortheilhaft erscheint. Ein Theil
herselben wird dadurch allerdings schwere Vermögenseinbußen be—
iegeln aber immerhin sich besser stehen als bei Ablehnung der
Offerte. Der Sitz der Direktion der bereits jetzt unter staatlicher
Verwaltung befindlichen Bahn ist Saarbrücken. Es ist zu ver—⸗
nuthen, daß der Ankauf der Bahn in der Organisation der Staats⸗
ahnverwaltung insofern eine Aenderung herbeiführen wird, als die
direktion mit einer anderen Direktionsbehörde kombinirt werden dürfte.

In den verschiedenen Mittheilungen über die Steuerprojekte
er Reichsregierung wird auch die Erhöhung der Branut—⸗
veinsteuer angeführt. Nach Informationen der „K. Z.“ liegt
s damit nun wie folgt: An maßgebender Stelle ist man keines⸗
vegs für die Branntweinsteuer und trägt dabei auch dem Umstande
Rechnung, daß dieselbe auch einzelnen Bundesstaaten durchaus nicht
rwünscht sei. Nun weiß man aber andererseits, daß die liberalen
Parteien die Brausteuer nur in dem Falle annehmen, daß gleich—
eitig eine Erhöhung der Brauntweinsteuer erfolgt. Diese letztere
vird, wie verlautet, diesmal aus den Reihen der Konserbativen
zeantragt werden, welche bisher dagegen waren. Die Regierung
jat sich vorbehalten, erst nach diesen Anträgen Stellung zu der
Frage zu nehmen.

Nach der „Kreuzzeitung“ ist die Aufstellung des preußischen
Ztaatshaushalts so ziemlich abgeschlossen und das Gesammt⸗
resultat des Etats läßt sich in allgemeinen Umrissen bereits über—
zlicken. Das Gleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben,
velches im vorigen Jahre bedenklich ins Schwanken gekommen
var, dürfte im nächsten Etat wieder hergestellt werden. Zu diesem
Hesseren Ergebnisse haben zwar vor Allem die in allen Ressorts
zleichmäßigen Versuche zur Verminderung der Ausgaben beigetragen,
hoch zeigen sich auf der anderen Seite auch Mehreinnahmen. Man
laubt konstatieren zu können. daß eine allgemeine Besserung in

Deutsches Reich.

Berlin, 21. Sept. Das Thatsächliche an den Mittheilungen,
daß große Mehrforderungen für die Militärverwaltung in Aussficht
ttehen, beschränkt sich im Großen und Ganzen darauf, daß in Folge
der Annahme des neuen Militärgesetzes und der Verstärkuug der
Armee die inöthigen Mittel auf den nächsten Reichhaushalts-Etat
dro 1880/81 gebracht werden müssen. Dem Reichstage ist von der
Militärverwaltung eine Berechnung der für die neuen Regimenter
erforderlich werdenden Bewilligungen zugegangen. Darnach betragen
zie ordentlichen Ausgaben für die Neuformalionen ⁊c. 12,3551,032
M., dazu kommen für Uebung von Ersatzreservisten 2,502, 106 M.,
usammen 15,148, 188 M. und außerdem noch für Bayern 2,017, 104
M., in Summa also 17,160,242 M. Die einmaligen Ausgaben
ind auf 26,713, 166 M. berechnet, darunter u. A. für Kriegsbe—
leidung und Ausrüstung c. 8,584,286 Mark, für Terrain zu
ẽrerzierplätzen, Einrichtung der Schießstände ꝛc. 2,354,000 M.,
für Erbauung von Lazarethen 2,2809,000 M., für Beschaffung von
Zug⸗ und Reitpferden 1,809,480 M., für Beschaffung der kleinen
Freuer⸗ und Handwaffen, der Geschütze und Fahrzeuge, Mumition ec.
10,321,700 M. Bei dieser Aufstellung sind die für die neuen
Kegimenter nothwendigen Kasernenbauten jedoch nicht mit einbe—
zriffen, so daß hierfür entweder auf dem Wege der Anleihe oder
»urch Einstellung in das Extraordinarium die Mittel zu beschaffen
ein werden.

Berlin, 22. Sept. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“,
velche in Eisenbahnverstaatlichungs⸗Angelegenheiten als Moniteur
des Herrn Maybach gelten darf, bringt die Nachricht, daß die
Staatsregierung dem Vorstande der Rhein-Nahebahn⸗Ge—⸗
iell schaft einen Kaufvertrag unterbreitet hat, der die Verstaatlich-—
ing der Bahn auf Grundlage einer baaren Abfindung von 24
Brozent des Aktienkapitals vorschlägt. Für den, der die Leidens—
jeschichte der Rhein ⸗Nahebahn kennt, kann es keinen Moment zweifel⸗
jaft sein, daß die Aktionäre bei einer Abfindung, die den gegen⸗
vaͤrtigen Börsenkurs, abgesehen von den Usance-Zinsen, um 4 Prozent
ibersteigt, mit beiden Händen zugreifen werden. Es steht deßhalb
u erwarten, daß die nächste Landtagssession — wider ursprüng—
iches Vermuthen — eine Fortsetzung der Verstaatlichunas-Kampaque
iefern wird.

Ohne Rüdsicht auf den besonderen Fall betrachtet, muß es als
nuffällig bezeichnet werden, daß die für die Verstaatlichungen zuge⸗
agte Pause nicht innegehalten werden soll und daß die Ankäufe von
kisenbahnen fortgesetzt werden, obwohl der die wirthschaftlichen und
inanziellen Garantien des Staatsbahnbetriebes umfassende Gesetz⸗
nntwurf noch nicht einmal vorgelegt worden ist. Der spezielle Fall
er Rhein⸗Nahebahn erlaubt jedoch diesen neuesten Schritt der Eisen⸗
»ahnpolitik insofern in einem anderen Lichte zu betrachten, als die
senannte Bahn sich keiner besonders gesicherlen Existenz erfreute,
        <pb n="606" />
        unseren wirihschaftlichen Verhältnissen begonnen hat. Einzelne der
produktiven Verwaltungszweige zeigen dagegen auch jetzt noch einen
—— Rückgang in ihren Einnahmen, wie z. B. die Staats⸗
orsten.

Im deuischen Strafgesetzbuch sind eine Neihe von Verbrechen
und Vergehen namhaft gemacht, bei denen der Strafrichter neben
der Hauptstrafe auch auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte,
sowie auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht eckennen kann . In
Bezug auf diese Bestimmung hat das Reichsgericht, J. Strafsenat,
durch Erkenntniß vom 28. Juni d. J. äusgesprochen, daß der
Richler in den Fällen neben jeder Freiheitsstrafe, ganz unabhängig
hon der Dauer derselben sowie von der Zulässigkeit auf Aberkenn⸗
ung der bürgerlichen Ehrenrechte, auf die Zulässigkeit von Polizei⸗
aufsficht erkennen kann.

ln,. 21. Sept. Unter der Leitung des Inspektors der
4. Feld⸗Artillerie⸗Inspektion, General⸗Lieutenants v. Voigts-Rhetz,
Fird üͤbermorgen hierselbst eine 14tägige Uebung im Fest⸗
ungskriege ihren Anfang nehmen, der bayerische und sächsische
Offuiere anwohnen sollen.

Ausland.

Wien, 22. Sept. Die letzten Noten der Pforte sollen,
wie man hier versichert, bisher seitens der Mächte noch nicht beant⸗
wortel worden sein. — Der „Neuen fr. Pr.“ wird aus Budua
gemeldet: Als Riza Pascha die Einwohner von Dulcigno telegra⸗
hhisch aufforderte, die Stadt an Montenegro abzutreten und dafür
30,000 türkische Pfund versprach, antwortete Hadschi Sali Namens
der Einwohner: „Eure Anerbietungen beurtheilen wir nach dem
Gebrauch, den ihr von unserm Proleste gemacht; wir wissen, daß
jede Regierung auf ihr Wohl und das ihres Volkes bedacht sein
muß, unser Sultan hingegen gibt uns 30,000 Goldliren, damit
wir eine Stadt preisgeben. Wir sehen, daß osmanische Beamte
schlimmer sind als die Giaurs. Stehen Sie ab, uns einen Ab⸗
gesandten nach Dulcigno zu schicken, denn die Stunde seiner An—
sunft wäre die letzte seines Lebens.“ — Das Bombardement von
Dulcigno wird in hiesigen politischen Kreisen für nicht unwahr⸗
scheinlͤch gehalten.

Eisne wirklich klägliche Rolle spielte bei der jüngsten franzö—
fischen Kabinetskrisis der Präsident der Republik, Herr
Greby. Bekanntlich stand er entschieden auf der Seite Freycinets,
sber auch dieser Umstand vermochte den Sturz des Letztern nicht
ufzuhalten. Damit hat Grevy jelbst eine Niederlage erlitten, die
moglicherweise seinen nicht sehr fernen Sturz bedeuten kann. Frey—
ine ninimt'in das Privatleben die größte Anerkennung im ganzen
Nuslande für seine Leitung der auswärtigen Angelegenheiten mit.
Es muß sich nun zeigen, ob Gambetta wirklich entschlossen ist, zu⸗
sammen mit Gladstone eine abenteuerliche und wahrscheinlich zum
riege führende Politik zu befolgen. In den Berliner Regierungs⸗
kreisen versichert man, daß Deutschland sowohl wie Oesterreich sich
nur mit Widerstreben unter Führung Englands in die Flottende⸗
monsttation eingelassen habe. Fürst Bismard sei nach wie vor der
Meinung, daß die Knochen des pommerschen Grenadiers wegen der
orientalischen Frage geschont werden müßten, und wenn man ihn
richtig beurtheilt, so wird er an keiner aktiven Politik im Sinne
Gladstones und Gambettas theilnehmen, sondern je eher je lieber
ich einer so bedenklichen Gemeinschaft entziehen.

Paris, 23. Sept. Das neue Kabinet ist definitiv
tonstituiert. Varthelemy Saint⸗Hilaire übernimmt das Auswärkige
Amt, Sadi Carnot die öffentlichen Arbeiten, Admiral Cloue die
Rarine. Die übrigen Minister behalten ihre bisherigen Porte⸗
feuilles; Ferry übernimmt das Präsidium des Konseils und Graf
Thoisel wird voraussichtlich Unterstaatssekretär des Auswärtigen
Amtes.

Athen. Die Unterhandlungen zwischen der griechischen Re⸗
gierung und jener der amerikanischen Union bezüglich des Au⸗
zaufs⸗ von drei Panzerschisfen sind zum Abschlusse ge⸗
diehen. Die Panzerschiffe werden von der nordamerikanischen
Regierung sofort an Griechenland übergeben, wenn ein Krieg binnen
einem bestimmten Zeitraume zum Ausbruche kommt. — Der „Pr.“
zufolge kündigt ein Rektoratserlaß an, daß die Universität wegen
der Vevorstehenden kriegerischen Ereignisse im Winter geschlossen
hleibt. Bis jetzt sind tausend Studenten in die Armee eingetreten.
Die Kriegslisten weisen augenblicklich einen effektiven Heeresstand
hon 30,000 Mann auf. Die Rekrutierung ist jedoch noch nicht
allenthalben beendet und mit den Reserven, deren Einberufung
angeblich binnen wenigen Tagen gewärtigt wird, soll das griechische
deer 60,000 Mann zählen.

Seutarie (Albanien), 23. Septbr. 35 Notabele von Dul⸗
tigno überreichten den Konsuln der Großmächte einen Protest,
worin sie erklaͤren, daß sie sich niemals von der türkischen Regier—
ung trennen wollen und die Montenegriner mit Gewalt zurückdrängen
pütden. Mehrere Konsuln wiesen den Protest zurück. Muhame—
danische wie katholische Miiglieder der albanesischen Liga forderten
rie Vergbewohner auf, Dulcigno vertheidigen zu helfen. Riza Pascha
Nene vdie Liga auf sich den Beschlüssen der Großmächte zu fügen:

er drohte, im Scigrrnngofuu ewalt anzuwenden, und Berfturi—
ungen von Konstantinopel zu verlangen. Die katholischen Albanesen
ind eher geneigt, sich zu fügen, während die Muhamedaner sich
entschieden weigern.
Vermischtes

*St. Ingbert. ESchöffensitzung“ vom 22. Sept.)
1) Ein Wirth von Oberwürzbach wurde wegen Ueberwirthschaften
zuͤ zwei Mark Geldstrafe verurtheilt. 2) Zwei Männer von Rohr⸗
Zach wurden wegen vorsätzlicher Beschädigung und Zerstörung, so⸗
wie Beiseiteschaffung gepfändeter Gegenstände zu einer Gefängniß⸗
trafe von einem resp. drei Tagen verurtheilt. 83) Ein Mann von
hier z. Z. ohne bekannten Wohn- und Aufenthaltsort abwesend wurde
vegen unerlaubter Auswanderung zu einer Geldstrafe von 20 M.
eventuell 83 Tage Haft verurtheilt.

ũ Falsseshreußischesstaatsschulden⸗Zins
koupon s. Derartige falsche Koupons Serie XVIII Nr. 2 über
je 5 M. 285 Pf. sind nach einer amtlichen Bekanntmachung seit
Juli d. J. in Berlin, in der Rheinprovinz und in den Provinzen
Hessen⸗Nassau, Westfalen und Hannover, namentlich in Ehrenfeld,
doblenz, Elberfeld, Barmen, Ruhrort, Frankfurt a. M. Kassel.
Witten, Werl, Osnabrück, Emden und Bersenbrück zum Vorschein
gekommen, welche sich dadurch wesentlich von den echten Koupons
interscheiden, daß dieselben augenscheinlich durch Lithographie her⸗
zestellt sind. Die Verfertiger dieser Kouvpons sind bisher nicht ent⸗
deckt worden.

— Die Arbeiten des neuen Schulhausbaues in Hornbach
waren zu M. 16,000 veranschlagt. Bei der am 21. ds. Statt
gehabten Minderversteigerung nun wurde der Aufbau um die
Summe von M. 10,000 zugeschlagen. Bei der starken Konkurrenz,
der nicht allein Geschäftsleuie aus der Umgegend, sondern bis von
Kaisersiautern und Otterberg sich eingefunden hatten, wurden die
Arbeiten sehr herabgeboten, wie z. B. die Schlosserarbeit 55 PEt.
inter dem Voranschlag. Da wird der Gewinn nicht groß sein,
Jen die Geschäftsleute davontragen; die Gemeinde selbst kommt do
immer am Besten weg.

pVonder Blies, 18. Sept. Zu welch eigenthümlichen
Heilmitteln manche Leute ihre Zuflucht nehmen, beweist folgende
paßige Kur in R. Zwei Arbeiter, die längere Zeit mit Grummet⸗
nähen beschäftigt waren, fühlten infolge der stetig gebückten Haltung
— ä verfiel nun auf den Ein⸗
jau, sich von dem andern als Reitgaul benutzen zu lassen; der
mndere fand sich dazu bereit und bestieg das improbisierte Reitthier,
nit dem er dreimal um einen großen Birnbaum im Schneckentempo
galoppierte. Wie der als Gaul dienende Arbeiter versichert, ist
Jas Rückenweh verschwunden; die Sache ist ziemlich natürlich, indem
die Wirbelsäule durch diese Prozedur in ihre gerade Lage zurüd
versetzt wurde. Kein geringes Gaudium verursachte die seltsame
Reituüͤbung bei mehreren Zuschauern, die alsbald das neue Heil⸗
nittel in den umliegenden Orischaften publizierten.

Beim Polizeipräsidium in Frankfurt a. M. ist die
Nachricht eingetroffen, das die Brüder Sachs von den chilenischen
Behoͤrden ausgelieferi worden sind und in Begleitung zweier Poli⸗
tibeamten bereits auf dem Weg nach Frankfurt sich befinden.

Mainz, 21i. Sept. Heute früh brachte der Besitzer der
11. Rheinmühle, Kämmer, einen Nachen voll Mehl nach Biebrich
‚lücklich war die Warre entladen und mit dem Erlos in der Tasche
ehrte der Müller in seinem Nachen nach Mainz zurüch. Der Nachen
var von dem Biebricher Boot „Lessing“ in's Schlepptau genommen
ind glücklich bis auf einige Schritte in der Nähe der Rheinmühlen
gelangt: dort wurde der ‚Lessing“ von einem Boote der Koͤln⸗

düsseldorfer Gesellschaft, dem „Arndt“, überholt, welches leider nicht
asch genug stoppen konnte und in Folge dessen in die Seite des
Lessing“ kannte. Glücklicherweise kam dieser mit einer zertrüm—
nerten Gallerie dabon, allein beim Wenden traf der „Arndt“ so
inglücklich auf den Mühlennachen, daß dieser umschlug nnd der
Muͤller Kämmer in nächster Rähe seiner Mühle ertrank. Eine
Untersuchungs-⸗Kommission begab sich sofort an Ort und Stelle.
das Ergebniß war die Einleitung einer Untersuchung wegen fahr⸗
lässiger Tödtung. (Ws. 3.)

4F Ein sehr probaies Mittel, den Milchhändlern das Taufen
der Milch zu vberleiden, bringt das Amtsgericht Worms in An⸗
wendung. Dort werden die Namen der Milchfälscher, welche be—
straft worden sind, amtlich veröffentlicht.

FHeidelberg, 17. Sept. Heute Nacht wurde auf de

hiesigen neuen Neckarbrücke ein schmähliches Verbrechen verübt
Zwei Strolche beraubten einen jungen Mann aus Handschuchsheim
der die hiesigen Schulen besuchen soll, und stürzten ihn dann übe
die Brüde hinumer in den Fluß, indem ihn einer der Bösewicht.
in den Füßen, der andere am Kopfe faßte, um ihn so über dae
Brüchengeländer zu schleudern. Gluͤcklicherweise konnte der Ueber—
callene schwimmen und dadurch sein Leben retten. Ob man den
Berbrechern auf der Spur ist, konnte ich nicht erfahren.

Ermerzbaunsen, 13. Sept. Unlangst stieß sich dabie
        <pb n="607" />
        »eim Kegelspiel der Bote Baier einen Splitter unter den ginger-
aagel. Nichtbeachtung der Verletzung führte zu Starrkrampf und
ostete dem Mann das Leben.

FAus Kitzingen, 20. Sept., schreibt man der „N. Würzb. 3.“
Heute langte für die hiesige Frtma B. D. Metsch der erste Wagen
talienischer rother Weintrauben an; dieselben haben ein prächtiges
Aussehen und einen sehr süßen Geschmack, so daß der daraus zu
gewinnende Saft einen süffigen Rothspon liefern wird. Ein der⸗
artiger Bezug von Weintrauben ist im Frankenland eiwas ganz
aneues, noch nie dagewesenes.

F Nürnberg, 19. Sept. Wiederum sind in letzter Zeit
wei trichinöse Schweine hier aufgefunden worden. — Am Sams⸗
tag hat der Gastwirth Veth in Feucht, ein 57jähriger Mann, nach
kurzem Wortstreit seinen Sohn erstochen.

F München, 18. Sept. Professor Dr. Hartig in Mün—
hen beabsichtigt, zur Erforschung der Ursachen der sich immer mehr
ausbreitenden sog. Krebspest Untersuchungen kranker Krebse vor—⸗
unehmen.

— Bier Kinder in einem Koffer erstickt. Ein auf der Ziegelei
zu Pare z (Havelland) beschäftigtes Arbeiterpaar verließ am Frei—
ag Mittag seine Wohnung und ließ darin vier Kinder zurück.
Als die Eltern Abends heimkehrten, suchten sie vergeblich ihre Kinder
n der verschlossenen Wohnung. Endlich öffneten sie den im Zimmer
tehenden großen Koffer und fanden darin alle vier Kinder als
Leichen vor. Vermuthlich waren sie in den Koffer gestiegen, um Ver—
tteck zu spielen, der schwere, mit einem Schnepperschloß versehene
Deckel war zugefallen und so sind sie lebendig eingesargt worden.

F Im Haag wurde am 17. Sept. das Denkmal des Philo⸗
ophen Spinoza enthüllt. Die Ausführung der Statue war in
Folge einer Konkurrenz dem Bildhauer Fr. Hexamer in Paris —
einem geborenen Pfälzer — übertragen worden.

FParis, 20. Sept. In der Vorstadt St. Antoine haben
120 Schreiner ihre Geschäfte geschlossen; 3000 Arbeiter sind ohne
Beschäftigung. Die Arbeitgeber faßten diesen Beschluß, weil die
Arbeiter auf höheren Lohn drangen und mit Arbeitseinstellung
»rohten. Die Arbeiter hielten diesen Morgen eine Versammlung ab
und beschlossen, so lange zu feiern, bis eine Kürzung der Arbeits-
eit auf 10 Stunden statt der bisherigen 11 und eine Lohner—
sjöhung bewilligt sei. Es muß erwähnt werden, daß die Gesellen
in den Werkstätten von geschnitzten Möbeln erst vor zehn Tagen
zurch einen Streik eine Lohnerhöhung von 2004 durchgesetzt haben, was
ie nicht hindert, jetzt schon wieder eine neue Zulage von 6000 zu

erlangen.

F Das Muster aller Handlungsdiener, Herr Lemonier, Chef
des Portefeuilles des Hauses A. und M. Heine (Foulds Nachfol⸗
zer) ist am 11. Sept. zu Paris gestorben. Im Jahre 1814 in
das Haus Fould eingetreten, hat er durch sechsundsechzig Jahre
nicht einen einzigen Tag an seinem Pulte gefehlt. Donnerstag
Abend verließ er sein Bureau wie gewöhnlich; sechsunddreißig
Stunden später war er verschieden. Herr Lemonnier hinterläßt ein
Vermögen von circa drei Millionen Francs. Man kennt nicht
eine Erben.

London, 22. Sept. Wie die „Daily News“ aus
Lahore (Ostindien) melden, wurden durch einen Erdrutsch im
stainithale (Provinz Bengalen) 11 englische Offiziere, 2 Damen,
15 Soldaten und 8 andere Personen getödtet und 4 Personen verletzt.

London. Die jüngere Tochter des englischen Premi ers
Miß Helene Gladstone — so schreibt der Londoner Korrespondent

Empvfehlung.
Den hiesigen wie auswärtigen Kunden und Gönnern
zeige ich meine
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werden nach Maaß gegen Ratenzahlungen angefertigt.
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zu den billigsten und reell⸗ Preisen.
2. Wal,
an der Kohlenhalde in St. Ingbert.

er „Indep. Beige“ — giebt der jungen Damenwelt Englands eben
ein sehr beherzigenswerthes Beispiel. Sie hat kürzlich die Lehrer—
nnen⸗ Prüfung abgelegt und kehrt nun in das Neronham⸗College
zurück, wo sie studirte, um die Stelle einer Sekretärin zu über—
iehmen. Die Tochter des Premierministers als Untervorsteherin
ines Pensionates! Das kleine Ereigniß wird großes Aufsehen unter
»en jungen Damen machen, es erhöht aber auch die Stellung der
irmen Pensionatslehrerinnen, und es wäre nicht so übel, wenn
zuch die Töchter reicher Kaufleute einsehen lernien, daß sie, ohne
hrer Würde etwas zu vergeben, thun könnten, was die Tochter
des ersten Ministers thut.

F Die Londoner „Fishing Gazette“ empfiehlt Fischern und
Fischhändlern als bestes Mittel zur Aufbewahrung frischer Fische
»as von der Antitropic Comp. in Glasgow in den Handel ge⸗—
hrachte Glacialine. Letzteres wird in Wasser aufgelöst, die Fische
verden — ohne vorher ausgenommen zu sein — in die Flüssigkeit
zebracht, einige Zeit, je länger je besser, darin gelassen und sind
vann, ohne im Mindesten an Schmachhaftigkeit zu verlieren, auf
lange Zeit gegen Verwesung geschützt. Ein einstüudiges Einwässern
erhaͤlt die Fische mindestens eine Woche länger frisch, als es ohne—
zieß der Fall sein würde. Das Mittel ist übrigens auch bei Fleisch
und Geflügel anwendbar.

— Raubanfall⸗Bestrafung i England. Der Commis Henry
Perry, der sich eines Raubattentats gegen Clemence Lewis, einen
rüheren Kollegen, in einem Waggon der unterirdischen Gürtelbahn
in London schuldig gemacht, stand am 15. d. Mts. vor den Schranken
des Zentral-Kriminalgerichts in Newgate unter der Anklage des
Raubmordversuchs. Er wurde von den Geschworenen für schuldig
erklärt und vom Gerichtshofe zu 30 Hieben mit der „neunschwänzigen
datze“ und 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Der Verbrecher stieß
inen Schrei des Entsetzens aus, als er das harte Urtheil vernahm.

F In Barcelona entwickelte jüngst ein Tänzer
stamens Sennor Torres, einen derartigen Eifer, daß er von der
Zühne in das Orchester hinabtanzte und dort das Genick brach
Narbeberichte.

Zweibrücken, 28. Sept. (Fruchtmittelpris und Victualienmar.
Weizen 11 M. 12 Pf., Korn 09 M. 81 Pf., Gerste zweireihige — M. —
ierreihige — M. — Pf., Spelz 7 M. 20 Pf., Spelzkern — M. — 3..
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 20 Pf.,
krbsen — M. — pf., Widen — M. — Pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.
deu 2 M. 90 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod Ll/s Kilogr. 56 Pf.
dornbrod 8 Kilogr. 69 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 84 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammeifleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.z Butter /2 Kilogr. dO M. 90 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 22. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.) Weizen
10 M 90 Pf. Korn 9 M. 37 pf., Spelzkern — M. — Pf. Spelz 6M,
80 Pf., Gersie Lreihige — M. — Pf. G.erste 4reihige 7 M. 50 Pf. Hafer
z M. 26 Pf., Mischfrucht — M. — Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
M. — ppfi, Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 410 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1. M. — Ppff. Kartoffeln per Ctr. 2 M. 50 ppf.

Kaiserslautern, 21. Sept. (Fruchtmittelpreis und Victualienmarkt.)
Weizen 10 M. 87 pf., Korn 09 M. 66 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz
7 M. 13 Pf., Gerste o8 M. 27 Pf., Hafer 6 M. 15 Pf., Erbsen 7 M.
50 Pf., Wicken 6 M. 42 pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 45 M. 33
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 8 Pfd. 89 Pf., Gemischtbrod
s Pfund 44 Pfg. Butter per Pfd. 0 M. 90 Pf., Eier 2 Stuck 10 Pf. Kar⸗
offeln per Cent 2 M. 10 Pf. Stroh 2 M. 50 Pf., Heu 2 M. 60 Pfg.
Fur die Redaetin bveramwortlich: F. X. Deme ß.
Gewerbliche und landwirtheschaftliche
Ausstellung des Pfalagaues.
EEMLAMNNIBEIM ISSO.
Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Priedrich von Baden.

Gesffnet bis October 1880.
Eintritt MI. L. —
Fahrpreis-Ermässigung bei der Badischen Pfäalzischen Hes-
gischen und Main Neckar-Bahn
LoOose à 2 Marlic. (Auf 10 Loose 1 Preiloos) dureh
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Sonntag, 26 d8.
Nachmittaas 3 Uhr im Vereins—
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Generalversammlung.
Tagesordnung:
1. Rechnungsablage,
2. Neuwahl.
Der Ausschuß.
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Abonnements⸗Preis vierteljährlich 6 Mark. — Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

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Züdd el
ZSZüddeutsche resse
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Fur das oben bezeichnele größte und reichhaltigste Biatt Müunchens laden wir hierdurch ergebenst
zum Äbonnement ein. Die „Sudd. Presse“ ist in der bayerischen Hauptstadt wie im ganzen Lande,
amentlich in Altbayern, Schwaben und der Pfalz stark verbreitet und genießt weit über vie Grenzen
Bayerns hinaus publizistisches wie politisches Ansehen und Gewicht. Die „Süddeutsche Presse“ bringt
Alein unter allen bayerischen Zeitungen einen ausführlichen Bericht über die Sitzungen des bayerischen
Landtags noch an dem Sitzungstage. Ihr lokaler und provinzieller Theil ist der reichhaltigste irgend
einer bayerischen Zeitung. Im Feuilleton wird von Mitte September ab der geniale Roman von
Edmund Höfer „Norien“
zum Abdruck gelangen. Für die übrige Unterhaltung ist durch die wöchentlich zweimal erscheinende
Beilage „Baherische Literaturblütter“
mit Erzählungen, Skizzen und kritischen Bildern aus der bayerischen und deutschen Literatur gesorgt.

Die neuesten Erscheinungen aus der Sphäre der Theater, der Musik und der bildenden Kunst
werden in dem Blatte regelmäßig aufgeführt und sachkundig besprochen. Eine Spezialität des Blattes
bilden seine Sports⸗, wie namenilich seine militärischen Berichte ,aus bayerischen Garnisonen“, welche
die große Verbreitung der „Südd. Presie“ in den betreffenden Kreisen bezeugen und derselben dort
stets neue Freunde zuführen.

Die „Süddeuische Presse“ ist das einzige Munchener Blatt, welches den offiziellen Kourszettel der
Münchener Börse unverkürzt zum Abdrude bringt. Ihr Handelstheil gibt dem Leser einen sichern
eberblick über alle Bewegungen des Effekten- uud Produͤktenhandels u. s. w.

Der Aufschwung des Inseratentheils beweist die Wirksamkeit der uns anvertrauten In⸗
serate in den kauffähigsten Schichten des Publikums. Wucherinserate oder solche bedenllichen Charalters
sind unbedingt ausgeschlossen, so daß das Blatt auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in
die Hand gegeben werden kann. Die Inserate werden mit 20 — pro Zeile berechnet.

Der Abounementoͤpreis beträgt pro Quartal 8 Mark.

Mäünchen, im September 1880.

Die Expedition,
Fürstenfelderstraße 13.

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werden für ein grosses, gediegenes literarisches Dnternehmen
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Verdienst sehr lohnend. Fachkenntniss nicht erforderlich.
Auch Beamte, Lehrer, Reisende andorer
Kranchem ete., welche sien nambaften Nebenverdienst ver—
schaffen wollen, belieben sich zu melden
Literarisches Institut
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einer geistig auregenden und ĩugleich unterhaltenden Lektüre
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Deutsche

— Redacteur Verleger

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Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗politische
Wocheuischrift, welche die hervorragendfsten deutschen Schriftsteller zu
ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Artikel,
die ein treues Spiegelbild der politischen, literarijchen und kunstlerijchen
Strebungen unserer Tage darstelien. Jede neu auftauchende Frage, jede
neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben findet im
Deutsfchen Montags⸗Blatt“ unparteiische und erschöpfende Behand⸗
lung, während die gejellschaftlichen Zustände der Gegenwart in elegantester
Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese literarisch«politische Zeitschrift ersten Ranges, welcher am
zeitungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines
gehaltreichen Wochenblattes mit denen einer wohlinformirten, reich
mil Nachrichten aus erster Quelle ausgestatielen Zeitung, und so
wird das „D. M.⸗VBl.“ in seiner Doppel-NRatur dem Wahlspruch, den
es sich gewählt, vollauf gerecht, stets

„Bon dem Neuen das Neueste,

Von dem Guten das Beste“
zu bringen. Das „Deutsche Montags⸗Blatt“ wird in der Fülle
und Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den senfationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen. der es so schnell zum Lieblingsorgau
der geistigen Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Aile Reichs-Postanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
zum Preise von 2æ Flaric 50 Ff. pro Quartal entgegen. Zur Be⸗
gegnung von Vecwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr.
1197 der Vost⸗Zeitunas-Vreisliste vro 18816).

RAanzet Erdbeeren!

Wem daran gelegen ist, im künftigen Jahre bereits eine Ernte dieser
frischen, köstlichen, allbegehrten Früchte zu haben, der versäume es nicht, sich
bei herannahender Verpflanzzeii (August bis Oktober) eine Pilanzung
anzulegen.

Wir besitzen ein sehr großes und reichhaltiges Sorliment Erdbeeren,
welches aus langjähriger Erprobung resultirend, das Beste und auch das
Neueste enthäli, was die rationellsten Cultivateure erzogen haben. Das
Sorten-Verjeichniß steht Liebhabern auf Verlangen zu Diensten. Wird die
Wahl uns überlassen, so tragen wir iederzeit Rechnung, daß frübe und späte
Sorien entjprechend vertreten seien

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Dieselben werden in leichten Kistchen in, iem Moos sorgfältig ver⸗

dackt, so daß sie die weiteste Reise aushalten.
(Für Aechtheit dieser Sorten garantiren wir.)
Recht vielen Aufträgen fieht entgegen
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Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
— Sierzu für unsere Wo st-Abonnenten „Illustrirtes Sonntaasbiatt“ Nr. 12
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1A 40 A einschließlich Träceerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 4, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswaͤris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Neclamen mit 830 4 pro Zeile berechnet.

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1880.
Deutsches Reich.

München, 21. Sept. Da bei der letzten Reichdtags—
wahl in München die Sozialdemokraten, die Liberalen, die Volks—
partei und die Ultramontanen ihre eigenen Kandidaten aufstellen
so werden dahier mindestens vier Kandidaten konkurtiren. Mög
licherweise stellen die beiden liberalen Fraktionen sogar zwei auf
wenn sie nicht schließlich das „rotheschwarze“ Gespenst zusammen⸗
führt. Die Wiederwahl des Rechisraths Ruppert hat das nächste
Mal wenig Aussicht. Die oppositionellen nicht ultramontanen Ele—
mente sind durch die Erfahrung zu sehr gewitzigt worden.

Der Kongreß des Zeutral⸗Verbandes deutscher In
dustrieller, der dieset Tage in Düfseldorf abgehalten wurde,
sprach sich u. A. dahin aus, daß es eine der wichtigsten Aufgaben
des Staates, sowie der Gemeinden sei, mit allen verfügbaren Mitteln
für die Hebung der Volksschule zu sorgen. Die beir. Fachschulen
müßten sich an die vorhandenen Schulshsteme von allgemeinem wis⸗
senschaftlichen Charakter anlehnen und eine Organisation für sich bilden.

Der Verband deutscher Architekten und Inge⸗
nieure, welcher in Wies baden seine⸗ diesjährige Versammlung
hielt, beschloß, der Reichsregierung und den einzelnen Bundesre⸗
gierungen zu empfehlen, ihre Aufmerksamkeit und Opferfreudigkeit
nunmehr, nachdem der Dom zu Köoln vollendet; auf das Ulmer
und Straßburger Münster zu lenken. Allerdings wäre besonders
für uns Pfälzer auch die Förderung des Baues der Retscherkirche
in Speyer nicht außer Acht zu lassen. Erst dieser Tage ist Herr

Kon sistorialrath Glaser in Karlsruhe, gelegentlich der Hauphver⸗
sammlung des Gustab-Adolf⸗Vereins, wieder“ in beredier Weise dieser
Angelegenheit nahegetreten.
Ausland.

Pest, 28. Sept. Riza Pascha soll in der Lage sein,
Dulcigno friedlich zu übergeben, hat aber noch keinen Befehl aus
Konstantinopel, da das Ministerium über die Bedingungen der
Uebergabe unterhandelt. 16 montenegrinische Bataillone rücken vor.

Nach und nach wird es immer klarer, daß der frauzösische
Ministerwechsel nicht nur die Folge von Differen zen wegen
der Ausführung der Marzdekrete war. Ein Korrespondent der „Köln.
Zig.“ erzählt unumwunden, daß der Minister⸗Präsident Freycine⸗
dem Präsident der Republik erklärt habe, daß es ihm unmoͤglich
sei, mit gewissen Kabinetsmitgliedern weiler zu regieren, die einem
außerhalb des Kabinets stehenden Einflusse gehorchten. Daß da—
mit nur der Einfluß Gambettas gemeint sein kann, steht wohl außer
Frage. Trotzdem erscheint uns Gambelta nicht als derjenige Mann
bor dem man sich, besonders im Auslande, sonderlich zu fürchten
habe; denn die öffentliche Meinung ist gerade in Frankreich ein⸗
sehr wandelbare.

Paris, 23. Sept. Das Ministerium vom 23.
September ist, wie folgt, zusammengesetzt: Jules Ferry, Kon⸗
seilpräsident, Minister des Unterrichts und der Schönen Künste;
Barthélemy-⸗Saint-⸗Hilaire, Aeußeres; Cazot, Justiz und Siegel;
Constans, Inneres und Kulte; Magnin, Finanzen; General Farre,
Krieg; Vizeadmiral Clou6, Marine; Sadi Carnot, öffentliche Ar—
beiten; Tirard, Ackerbau und Handel; Cochery, Post und Tele—

graphen. Unterstaatssekretäre sollen noch heute für die Ministerien,
des Aeußeren und der öffentlichen Arbeiten bestellt werden.

Diesen Morgen wurde im Elysse Ministerrath gehalten
zu dem sich sämmtliche Mitglieder des Kabinets, mit Ausnahme
des neuen Marineminisiers, eingefunden hatten. Das neue Kabine!
faßte folgende Beschlüsse: H nicht die Kammern vor der von den⸗
selben beschlossenen Frist einzuberufen; 2) Aufrechterhaltung des Be—
schlusses des vorhergegangenen Kabineis gegen die Ordensgemein⸗
schaften; 8) Absendung eines Rundschreibens des Ministers der
auswärtigen Angelegenheiten an die Vertreter Frankreichs im Aus⸗
lande, um die Haltung des Kabinets zu bezeichnen und genauer
darzulegen, daß es in keiner Weise von der friedlichen Politlik ab⸗
gehen will; 4) Beibehaltung der jetzigen Unterstaatssekreiäre. Die
Ernennung des Unterstaatssekretärs für das Auswärtige wurde noch
vertagt; doch gilt die Ernennung Hotace de Choiseuls für sehi

wahrscheinlich

Vermischtes

m. Aus dem Kantone Waldmohr. Gries.) Eine
jeltene Erscheinung tritt hier an einzelnen Obstbaumen, namentlich
Zwetschenbäumen zu Tag. Dieselben bekommen nämlich jetzt, nach⸗
dem das erste Laub gefallen war und man sie als eine Beute des
vergangenen strengen Winters betrachtet, wieder Blatter und Blüthen
vie im Frühling. Ob diese Zeichen wiedererwachten Lebens von
Dauer sein werden, muß freilich vorläufig dahingestellt bleiben!

FZweibrücken; 24. Sept. Aus Erp meldet die „Köln.
Ztg.“ daß bei dem am 19. ds. dort Stal gehabten Rennen der Ka—⸗
vallerie- Division Graf Bismarck vom 11 Husaren⸗Regiment mit
einem Hengst „The Rook“ den von Kaiser Wilhelm gespendeten
Ehrenpreis (ein silbernes Trinkhorn) gewonnen hat.Aus dem
dritten dortigen Rennen ging Prm.-Lieut b. Wrochem als Sieger
herdor. Diese beiden Herren Offiziere betheiligen sich übermorgen
auch an den hiesigen Rennen, und zwar der erstere mit dem ge⸗
nannten Pferde. (Zw. Zig.)

Die Zwangsversteigerung gegen den Buchhändler August
Klein in Zweibrücden findet am Montag nicht Statt.

.Kaiserslautern, 283. Seph.Bei dem gestrigen
Leichenbegüngnisse des Hrn. J. F. Schuck stürzte der Wirth Labroisse
»om Schlage getroffen todt zu Boden.

Zum Ausbau der katholischen Kirche in Lud wigsha fen
ist, dem „M. J.“ zufolge, eine Lotterie veranstaltet worden, zu
welcher 300,000 Loose à 2 Mark ausgegeben werden.

*Speyer, 21. Sept. Seit 11. Juli l. Is. wird das
212 Jahre alte Söhnchen des Fr. J. Veith zu Eberbach (Baden)
oermißt. Nach neuerlichen Erhebungen kam durch Plankstadt bei
Schwetzingen eine Bande Zigeuner oder Spielleute, die ein nach
ihrer eigenen Angabe im Walde gefundenes Kind mitführten. Das
bermißte Kind ist ziemlich gut sentwickelt, hat ein rundes Gesicht
und helle Haare; Kleidung: rothes Röchchen, Strinnpfe und schwarze
Lederschuhe. Da die Moglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß die
betreffende Bande in der Pfalz weilt, werden bie betreffenden Be⸗
hörden aufgefordert, Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes
zu veranlassen. (Sp. 3.)

T.Speyer. Der prot.etheolog. Aufnahmsprüfung unter⸗
jogen sich 7 Kandidaten; zu der Anstellungsprüfung im Lehrer⸗
eminar meldeten sich 22 Schuldiensterspeklanten an, darunter eine
Lehrerin.

FIn dem am Dienstag den 28. Sept. in Mannheim
zur Aufführung kommenden großen landwirthschaftlichen Festzug
wird auch das pfälzische Weinland durch 4 Wagen (Herbst an der
Haardt, Bäuerinen, Bauern, Federweißer) vertreten sein. Das
Arrangement hat Hr. Fr. Glaser von Diedesfeld übernommen.
Betheiligt sind Personen von Edenkoben. Maikammer., Diedesfeld.
dambach und Deidesheim.

Mainz, 28. Sept. Heute Morgen passirten mit dem
Dampfer „Mathilde“ der Koln⸗Düsseldorfer Gesellschaft circa 500
Auswanderer aus Baden, Wuͤrttemberg, Rheinbahern und der
Schweiz unsere Stadt. Von hier aus gesellte sich eine Anzahl
RFheinhessen, besonders aus der Nähe von Zornheim, hinzu; auch
Mainz war heute ziemlich stark vertreten; u. A. befand sich unter
den Europamüden auch der frühere sozialdemokratische Auuator An—
'on Zirfaß nebst Familie.

Aus Bayern sind im Jahre 1879 ausgewandert 2093
Personen, und zwar 2191 rechts des Rheins und 502 aus der
ßfalz.

. Man meldet aus Würzbur g: Bei Gelegenheit der Trup⸗
henmusterung durch den deutschen Kronprinzen auf dem großen
Lebungsplatze erregte das 1. Glied des 1. Zuges in der 9. Kom⸗
hagnie des 9. Infanterie⸗Regiments die Aufmerksamkeit des Kron⸗
rinzen. Es befanden sich nämlich zufällig sechs Einjahrig⸗ Frei⸗
willige von besonderer Größe in bezeichnetem Gliede. Der Kronprinz
rrat näher, um sich diese 6 Mann genauer anzusehen, und begann
den ersten zu fragen: Was find Sie, kinjähriger? Antwort: Studio-

sus juris. — Zum zweiten: Sie? 8Stud. medicinao. — Zum
dritten: Sie studiren wohl auch Medizin? Antwort: Nein. kaif
        <pb n="610" />
        hoheit, aber früher; bin jetzt prakt. Arzt. — Der vierte antwortete
zuf des Kronprinzen Frage: Bin auch prakt. Arzt. — Der fünfte:
Fisenbahnbeamter. — Der sechste: Siud. jur. Der Kronprinz soll
inter dem Ausrufe: „Das ist eine gelehrte Kompagnie!“ sehr be⸗
friedigt weitergegangen sein.

FVei in Berlinn und Augsburg in der Wohnung
bon Sozialdemokraten vorgenommenen Haussuchungen wurden viele
sozialistische Schriften vorgefunden.

Der Kampf zwischen den Pariser Kunsttischlern des
Faubourg Saint⸗Antoine und ihren Gesellen hat dermaßen um sich
Jegriffen, daß in diesem Augenblicke sechshundert Fabriken ge⸗
chlossen sind.

4 Nach einer Meldung aus Virginia City Nevada (Amerika)
find in der Consolidated Imperial Mine 9 Bergleute getödtet
vorden; das Tau des Behälters, in welchem die Arbeiter einfuhren,
Ijß und der Behälter stürzte 300 Fuß tief, während das 1400 Fuß
Mobilien⸗
Versteigerung.
Donnerstag, den 30. Sep⸗

tember 1880, Morgens 9 Uhr,
u St. Ingbert in ihrer Be⸗
hausung, läßt Frau Susanna
Prestinari, Wittwe des ver⸗
eblen kgl. Steuer⸗ und Gemeinde⸗
nnehmers Adolph Dereum,
derschiedene Mobilien, darunter
aamentlich:

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schränke, Kuüchenschranke. 755 beenatun TT

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lon und Roted's Weltge- Fnñteung verkauft 2

schichte, 1 Stehpult, sodann Saber p 7

Sq 7 k u ß ig —* ene

reinerwerkzeug, verschie⸗ ——————

denes Bettzeug sowie Haus⸗ * 285 — αιι der —

und Kuͤchengeräthe aller Art anre garanit **

offentũch auf Credit dversteigern. —

St. Ingbert, 18. Sept. 1880. ene ue eer

Ph. i scwer. vritannia ————— r

erin ae

— —— h fs c c eger Britan.⸗ er,
⏑. 90⏑0 6

—

6 M per paar ee Salon Zaseueuchter.

J einste Alabasier Leuchtcraufsfaͤtze.
ginreree huhe
von (0 — an, — —
e eecn
t Vorrath ere esettuirt
— zurch die Herren
de den Db. Sesi 7 Bu Fqaunn,
onntag, den 26. September. Merrie depot der Rrlt. vilber · Fabrlbon.
—J VXIXIMÆCS.
Anfang Rachmittags 3 Uhr, —J
ronemusik ——— eee
37 zei e eeh Adreffe:
vei Peter Jung · — ——
onigl. Lateinschule St. Ingbert.
ꝛ ree o Ve n — J
27. September, an welchem Tage sich alle diejenigen üler
hei dem umterfertigten Amte anzumelden haben, welche neu ein⸗
reten wollen, ebenso diejenigen, welche bisher der Anstalt ange⸗
hörten. Bei der Anmeldung sind von Neueintretenden Geburts⸗
uind Impfschein, sowie die früheren Schul⸗ beziehungsweise Stu⸗
dienzeugnisse in Vorlage zu bringen.

Diejenigen Schüler, welche in die IJ. (unterste) Lateinklasse
eintreien wouen, muͤssen das neunte Lebensjahr vollendet, dürfen
wer das zwölfte nicht überschritten haben. Von der letzteren
Bestimmung kann nur die Kgl. Regierung Dispensation ertheilen.
Ferner ist die Aufnahme in die unterste Klasse durch eine Prüfung
bedingt, in welcher sich die Schüler über ein genügendes Maß von
Zenninissen in der Religion, im Deutschen und im Rechnen aus—⸗
zuweisen haben.

Arme Schüler werden nach der bestehenden Verordnung von
der Entrichtung des Schulgeldes befreit.

St. Ingbert, den 25. September 1880.

Königl. Subrectorat:
Barnikel.

lange Tau auf dieselben fiel. Der einzige am Leben gebliebene
Arbeiter ist schwer beschädigt. e

FVeloziped durch komprimirte Luft getrieben. Unter der Be⸗
eichnung „Jeder seine eigene Lok omotive“ verkauft ein Amerikaner
ein dreirädriges Veloziped, welches durch komprimirte Luft getrieben
wird. Die komprimirie Luft befindet sich in einem an dem Velo⸗
iped angebrachten Behälter und soll im Stande sein, das Velo⸗
iped sammt Reiter mit einer Geschwindigkeit von 25 (engl.) Meilen
ro Stunde fortzubewegen. Der Erfinder schlägt vor, in den
Stadlen und an den Landstraßen Pumpstationen zu errichten, von
velchen sich der Velozipedist jederzeit gegen eine geringe Abgabe mit
rischer komprimirter Luft versehen lassen kann. Auf diese Weise,
neint der Erfinder, sei die Moͤglichkeit geboten, sich von der Tyrannei
der Eisenbahnen zu emanzipiren. (Adermann's Gewerbe⸗Zeitung.)
Fur die Redacticn verantwortlich: F. * Deme ßz.
Gch beehre mich hiermit den Empfang meiner neuen
J Wiuterstoffen in
⏑ vuna Lrix—lcinms,
zpe in Damen Kleiderstoffen, Lamas und soustigen
Neuhei ten empfehlend anzuzeigen.
Larl Sohanck.
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Für bevorstehende Herbst⸗ und Winter⸗Saison empfehle ich
nein großes Lager in allen Sorten
Herren⸗, Damen⸗-, Kinder-Stiefeln
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zu äußerst billigen Preisen.
Ganz besonders empfehle ich eine schöne Auswahl in feinen
Herren⸗ &amp; Damen⸗Zugstiefeln, sowie Herren⸗Knie⸗
stiefel und Knaben⸗Stulpenstiefel.
EEZugleich mache wiederholt aufmerksam, daß sämmiliche
Repargaturen durch mich bestens und billigst besorgt werden.
Achtungsvollst
Laur, Squh- &amp; SliefelHandluug.
X
Einem w. hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene
Mittheilung, daß ich mit Heutigem dahier in dem neuerbauten
dause meiner Eltern ein
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errichtet habe. Achtungsvoll
J oh- JOS.-. Betz ir.
J. Demetz, Hemdenfabrik,
. Landau i.Pfalz.
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nach deutschen, französischen und amerika⸗
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bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsatze und Qualität des Stoffes.

Hei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
een Sitz leiste ich Jedde Ga-
nrie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen fsich dann meine verehrten Abnehmer
bon einer Leistungefühinkeit über—
zeugen.
»uwiderrusitn am 2o0. Oktober d. 2.
Fiehungde Kaiserslauterer Geldlotterie,
ausgestattet mit 53000 Geldgewinnen, worunter
⸗oq5upttreffer von Mark 50,000 in Baar.
azuf 20 Loose trifft ein — xx
xRortlaufende Nummeru. — Keine Serien. A
3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer

Anzahl vorräthig.
—r hei Frarz Woll. In St. Julian bei
ach. In ESi. Alban bei A. Dohm.

Druck und Verlag von F. X. Demet in St. Ingbert.
Diernu Illulkrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 13.
        <pb n="611" />
        St. Ingberler Anzeiger.

5
Der St. Iugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich vlermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

124 40 33 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 4, einschließlich 40 4 Zustellzebuhr. Auzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattichriit oder deren Raum. Meclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 154. Sonntag, den 26. September

1880

Deutsches Neich.

München, 21. Sept. Da bei der letzten Reichstags⸗
wahl in München die Sozialdemokraten, die Liberalen, die Volks⸗
partei und die Ultramontanen ihre eigenen Kandidaten aufstellen,
so werden dahier mindestens vier Kandidaten konkurriren. Mög—
licherweise stellen die beiden liberalen Fraktionen sogar zwei auf
wenn sie nicht schließlich das „roth-⸗schwarze“ Gespenst zusammen⸗
führt. Die Wiederwahl des Rechtsraths Ruppert hat das nächste
Mal wenia Aussicht. Die oppositionellen nicht ultramontanen Ele⸗
mente sint durch die Erfahruug zu sehr gewitzigt worden.

Der Kongreß des Zentral⸗Verbandes deutscher In⸗
dust rieller, der dieser Tage in Düssel do rf abgehalten wurde,
sprach sich u. A. dahin aus, daß es eine der wichtigsten Aufgaben
des Staates, sowie der Gemeinden sei, mit allen verfügbaren Witteln
für die Hebung der Volksschule zu sorgen. Die belr. Fachschulen
müßten sich an die vorhandenen Schulsysteme von allgemeinem wis⸗
enschaftlichen Charalter anlehnen und eine Organisation für sich bilden.

Der Verband deutscher Architekten und Inge—
nieure, welcher in Wies baden seine diesjährige Versammlung
hielt, beschloß, der Reichsregierung und den einzelnen Bundesre—
zierungen zu empfehlen, ihre Aufmerksamkeit und Opferfreudigkeit
aunmehr, nachdem der Dom zu Köln vollendet, auf das Ulmer
und Straßburger Münster zu lenken. Allerdings wäre besonders
für uns Pfälzer auch die Förderung des Baues der Reischerkirche
in Speyer nicht außer Acht zu lassen. Erst dieser Tage ist Herr
Kon sistorialtath Glaser in Karlsruhe, gelegentlich der Haupiver—
sammlung des Gustav⸗Adolf⸗Vereins. wieder in beredter Weise dieser
Angelegenheit nahegetreten.

Vermischtes

m. Aus dem Kantone Waldmohr. (Gries.) Eine
seltene Erscheinung tritt hier an einzelnen Obstbaumen, namentlich
Zwetschenbäumen zu Tag. Dieselben bekommen nämlich jetzt, nach⸗
dem das erste Laub gefallen war und man sie als eine Beute des
dergangenen strengen Winters betrachtet, wieder Blätter und Blüthen
wie im Frühling. Ob diese Zeichen wiedererwachten Lebens von
Dauer sein werden, muß freilich vorläufig dahingestellt bleiben!

Zweibrücken, 24. Sept. Auͤs Erpmeldet die „Köln.
Ztg.“ daß bei dem am 19. ds. dort Statt gehab ien Rennen der Ka—
zdallerie⸗Division Graf Bismarck vom 11. Husaren⸗Regiment mit
einem Hengst „The Rook“ den von Kaiser Wilhelm gespendeten
Ehrenpreis (ein silbernes Trinkhorn) gewonnen hat.Aus dem
dritten dortigen Rennen ging Prm.-Lieui. v. Wrochem als Sieger
hervot. Diese beiden Herren Offiziere betheiligen sich übermorgen
auch an den hiesigen Rennen, und zwar der erstere mit dem ge⸗
nannten Pferde. (Zw. 8tg). J

F. Die Zwangsversteigerung gegen den Buchhändler August
Klein in Zweibrücken findet am Montag nicht Stau.

f.Kaiserslautern, 28. Sept. Bei dem gestrigen
Leichenbegängnisse des Hrn. J. F. Schuck stürzte der Wirth Labroisse
vom Schlage getroffen todt zu Boden.

Zum Ausbau der katholischen Kirche in Ludwigshafen
ist, dem „M. J.“ zufolge, eine Lotterie veranstaltet worden, zu
welcher 390,000 Loose à 2 Mark ausgegeben werden.

fFSpeyer, 21. Sept. Seit 14. Juli l. Is. wird das
2u2 Jahre alte Söhnchen des Fr. J. Veith zu Eberbach (Baden)
bermißt. Nach neuerlichen Erhebungen kam durch Plankstadt bei
Schwetzingen eine Bande Zigeuner oder Spielleule, die ein nach
ihrer eigenen Angabe im Walde gefundenes Kind mitführten. Das
vermißte Kind ist ziemlich gut entwickelt, hat ein rundes Gesicht
und helle Haare; Kleidung: rothes Rödschen, Strümpfe und schwarze
Lederschuhe. Da die Moöglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß die
hetreffende Bande in der Pfalz weilt, werden die betreffenden Be—
hörden aufgefordert, Nachforschungen nach dem Verbleib des Kindes
zu veranlassen. (Sp. 3.)

. Speyer. Der prot.theolog. Aufnahmsprüfung unter—
zogen sich 7 Kandidaten; zu der Anstellungsprüfung im Lehrer⸗
jeminar meldeten sich 22 Schuldiensterspektanten an, darunter eine
Lehrerin.

FIn dem am Dienstag den 28. Sept. in Mannheim
zur Aufführung kommenden großen landwirthschaftlichen Festzug
wird auch das pfälzische Weinland durch 4 Wagen (Herbst an der
Haardt, Bäuerinen, Bauern, Federweißer) verlreten sein. Das
Arrangement hat Hr. Fr. Glaser von Diedesfeld übernommen.
Betheiligt sind Personen von Edenkoben, Maikammer, Diedesfeld,
hambach und Deidesheim.

f Mainz, 23. Sept. Heute Morgen passirten mit dem
Dampfer „Mathilde“ der Koln⸗-Düsseldorfer Gesellschaft cirg 500
Auswanderer aus Baden, Württemberg, Rheinbahern und der
Schweiz unsere Stadt. Von hier aus gesellte sich eine Anzahl
Rheinhessen, besonders aus der Nähe von Zornheim, hinzu; auch
Mainz war heute ziemlich stark vertreten; u. A. befand sich unter
den Europamüden auch der frühere sozialdemokratische Agiiaior An⸗
ton Zirfaß nebst Familie.

F Aus Bayern sind im Jahre 1879 ausgewandert 26093
Personen, und zwar 2191 rechts des Rheins und 502 aus der
Pfalz.

Man meldet aus Würzburg: Bei Gelegenheit der Trup⸗
venmusterung durch den deutschen Kronprinzen auf dem großen
lebungsplatze erregte das 1. Glied des 1. Zuges in der 9. Kom⸗
»agnie des 9. Infanterie-Regiments die Aufmerksamkeit des Kron⸗
vrinzen. Es befanden sich nämlich zufällig sechs Einjahrig⸗Frei⸗
willige von besonderer Größe in bezeichnetem Gliede. Der Kronprinz
trat näher, um sich diese 6 Mann genauer anzusehen, und begann
den ersten zu fragen: Was sind Sie, Einjähriger? Antwort: Studio-
zus juris. — Zum zweiten: Sie? Stud. medicinaa. — Zum
dritten: Sie studiren wohl auch Medizin? Antwort: Nein. laisß.

Ausland.

Pest, 28. Sept. Riza Pascha soll in der Lage sein,
Dulcigno friedlich zu übergeben, hat aber noch keinen Befchl aus
Konstantinopel, da das Ninisterium über die Bedingungen der
Uebergabe unterhandelt. 16 montenegrinische Bataillone rücken vor.

Nach und nach wird es immer klarer, daß der französische
Ministerwechsel nicht nur die Folge von Differen zen wegen
der Ausführung der Märzdekrete war. Ein Korrespondent der Köin.
Ztg.“ erzählt unumwunden, daß der Minister⸗Präsident Freycinet
dem Präaͤsident der Republik erklärt habe, daß es ihm unmoöͤglich
sei, mit gewissen Kabinetsmitgliedern weiter zu regieren, die einem
außerhalb des Kabinets stehenden Einflusse gehorchten. Daß da—
mit nur der Einfluß Gambettas gemeint fein kann, steht wohl außer
Frage. Tro tzdem erscheint uns Gambetta nicht als derjenige Mann,
bor dem man sich, besonders im Auslande, sonderlich zu fürchten
habe; denn die öffentliche Meinung ist gerade in Frankreich eine
jehr wandelbare.

Paris, 23. Sept. Das Ministerium vom 23.
September ist, wie folgt, zusammengesetzt: Jules Ferry, Kon⸗
jeilprasident, Minister des Unterrichts und der Schoͤnen Künste;
Barthélemy⸗Saint⸗Hilaire, Aeußeres; Cazot, Justiz und Siegel;
Fonstans, Inneres und Kulte; Magnin, Finanzen; General Farre,
Krieg; Vizeadmiral Cloué, Marine; Sadi Carnoi, öffentliche Ar⸗
beiten; Tirard, Ackerbau und Handel; Cochery, Post und Tele⸗
graphen. Unterstaatssekretäre soͤen noch heute für die Ministerien,
des Aeußeren und der öffentlichen Arbeiten bestellt werden.

Diesen Morgen wurde im Elysée Ministerrath gehalten
zu dem sich sämmtliche Mitglieder des Kabinets, mit Ausnahme
des neuen Marineministers, eingefunden hatten. Das neue Kabinet
faßte folgende Beschlüsse: 1) nicht die Kammern vor der von den—
selben beschlossenen Frist einzuberufen; 2) Aufrechterhaltung des Be⸗
schlusses des vorhergegangenen Kabinets gegen die Ordensgemein⸗
schaften; 3) Absendung eines Rundschreidens des Ministers der
auswärtigen Angelegenheiten an die Vertreter Frankreichs im Aus⸗
lande, um die Hallung des Kabinets zu bezeichnen und genauer

darzulegen, daß es in keiner Weise von der friedlichen Politik ab⸗
gehen will; 4) Beibehaltung der jetzigen Unterstaatsfekre äre Die
Ernennung des Unterstaatssekretärs fur das Auswärtige wurde noch
pertagt; doch gilt die Ernennung Horace de Choiseuls fur seht
wahrscheinlich
        <pb n="612" />
        Hoheit, aber früher; bin jetzt prakt. Arzt. — Der vierte antwortete
quf des Kronprinzen Frage: Bin auch prakt. Arzt. — Der fünfte:
Eisenb ahnbeainter. — Der sechste: Stud. jur. Der Kronprinz soll
unter dem Ausrufe: „Das ist eine gelehrte Kompagnie!“ sehr be—
friedigt weitergegangen sein.

F Bei in Berhin und Augsburg in der Wohnung
von Sozialdemokraten vorgenommenen Haussuchungen wurden viele
sozialistische Schriften vorgefunden.

Der Kampf zwischen den Pariser Kunsttischlern des
Faubourg Saint⸗Antoine und ihren Gesellen hat dermaßen um sich
gegriffen, daß in diesem Augenblicke sechshundert Fabriken ge⸗
schlossen sind.

Nach einer Meldung aus Virginia City Nevada (Amerika)
sind in der Consolidated Imperial Mine 9 Bergleute getödtet
worden; das Tau des Behälters, in welchem die Arbeiter einfuhren,
riß und der Behälter stürzte 300 Fuß tief, während das 1400 Fuß

zange Tau auf dieselben fiel. Der einzige am Leben gebliebene
Arbeiter jst schwer beschädigt.

— Veloziped durch komprimirte Luft getrieben. Unter der Be⸗
zeichnung „Jeder seine eigene Lokomotive“ vertauft ein Amerikaner
ein dreirädriges Veloziped, welches durch komprimirte Luft getrieben
wird. Die komprimirie Luft befindet sich in einem an dem Velo—
ziped angebrachten Behälter und soll im Stande sein, das Velo⸗
iped sammt Reiter mit einer Geschwindigkeit von 25 (engl.) Meilen
bro Stunde fortzubewegen. Der Erfinder schlägt vor, in den
Städten und an den Landstraßen Pumpstationen zu errichten, von
welchen sich der Velozipedist jederzeit gegen eine geringe Abgabe mit
frischer komprimirter Luft versehen lassen kann. Auf diese Weise,
neint der Erfinder, sei die Möglichkeit geboten, sich von der Tyrannei
der Eisenbahnen zu emanzipiren. (Adermann's Gewerbe⸗Zeitung.)

Rdemeß.
1Gch beehre mich hiermit den Eipfaug meiner nenen
9— Winterstoffen in J
VTuchie uurnel FPRrx—Icims,
hepe in Damen Kleiderstoffen, Lamas und sonstigen
Neuheiten empfehlend anzuzeigen.
LKarl Schanok.
Anzæœigo.

Für bevorstehende Herbst- und Winter-Saison empfehle ich
mein großes Lager in allen Sorten
Herren⸗, Damen⸗, Kinder⸗-Stiefeln

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AFzu äußerst billigen Preisen. A

Ganz besonders empfehle ich eine schöne Auswahl in feinen
Herren⸗ EeDamen⸗Zugstiefeln, sowie Herren⸗Knie⸗
fliefel und Knaben⸗Stulpenstiefel.

I Zugleich mache wiederholt aufmerksam, daß sämmtliche
Neparaturen durch mich bestens und billigst besorgt werden.

Achtungsvollst
Laur, Sqnh- &amp; Sliefel Handlung.

Fur die Redact icn verantwortlich:

Mobilien⸗

Versteigerung.

Donnerstag, den 80. Sep-
ember 1880, Morgens 9 Uhr,
zu St. Ingbert in ihrer Be⸗
hausung, läßt Frau Susanna
Prestinari, Wittwe des ver⸗
lebten kgl. Steuer⸗ und Gemeinde⸗
rinnehmers Adolph Dercum,
verschiedene Mobilien, darunter
namentlich:

2 Kanapee's, Kleider⸗

schränke, Küchenschränke, 5 7

35*

Aktenschrank, 1 Schreibtisch, e ee

Mayer's Conversationslerxi⸗ —— dunnuede re

kon und Rotecs Weltge⸗ —, — —

schichte, J Stehpult, sodann aher 2.

rrWrenisoehen

2 J ige d ie e e e

Schreinerwerkzeug, verschie nn ner Seheferdic

denes Beitzeug swie haus · I3

eed dauteceete aun unmn
offentlich auf Credit versteigern. * ee
St. Ingbert, 18. Sept. 18880. t nea eet
Ph. Fitz, n Sice Supenspovser
deschäftsmann. De eee orter
—* 360 3 Britan.⸗Silber,
öne massi e R * F
quhe, ——
ceseiher feinste Sorte,
.
n, ni cuettzeen d rnherden
unde kdosten zusammen o art.
ee
edler. werden fo lange der Vorrath reicht efeliuiri
2 ————— e f
luu v IGnnm,
Sonntag, den 26. September, Tendral· bepo *7 ——
3 Nachmittags 83 * BHunderte von Dentsagunge· und
c, ennungabriefen liegen zur öffentlichen
Aarmenemuskk
hei Peter Jung . n —B&amp;

Konigl. Lateinschule St. Ingbert.

Das Siudienjahr 1880/81. beginnt am Montag den
27. September, an welchem Tage sich alle diejenigen Schüler
bei dem unterfertigten Amte —o
treket wollen, ebenso diejenigen, welche bisher der Anstalt ange⸗
hörten. Bei der Anmeldung sind von Neueintretenden Geburts⸗
und Impfschein, sowie die früheren Schul- beziehungsweise Stu—
dienzeugnisse in Vorlage zu bringen.

Diejenigen Schüler, welche in die J. (unterste) Lateinklasse
eintreten wolen, muͤssen das neunte Lebensjahr vollendet, dürfen
aber das zwölfte nicht überschritten haben. Von der letzteren
Bestimmung kann nur die Kgl. Regierung Dispensation ertheilen.
Ferner ist die Aufnahme in die unterste Klasse durch eine Prüfung
bedingt, in welcher sich die Schüler über ein genügendes Maß von
Kenninissen in der Religion, im Deulschen und im Rechnen aus⸗
zuweisen haben.

Arme Schüler werden nach der bestehenden Verordnung von
der Entrichtung des Schulgeldes befreit.

St. Ingbert, den 25. September 1880.

stönigl. Subrectorat:
Barnikel.

Anzeige.

Einem w. hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene
Mittheilung, daß ich mit Heutigem dahier in dem neuerbauten
Hause meiner Eltern ein

(olonialwaaren-Geschaft en detail
rrichtet habe. Achtungsvoll

JOoh- Ios- EBæetz ir.
. Demetz, Hemdenfabrik,
..Eandau i. Pfalz.
vprnialilät: Herrnhemden nach Maaß
nach ge französischen und amerika⸗
aischen“ Fischneide⸗Systemen.

1/3 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 26. —
mit glattem feinem leinen
Einsatz A ο. -
bis zu den feinsten Sortien, je nach Wahl der

Einsätze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Bruft⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit nnd
ausb Sitz leiste ich Jecde Ga-
an lne; nach erfoigter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leisstungsfühigkeit über⸗
zeugen.
uwiderruflich am 253. Oktober d. 2.
Ziehung verKaiserslauterer Geldlotterie,
aragestattet mit 53000 Geldgewinnen, worunter

üpttreffer von Mark 50,000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein Geldgewinn⸗
gSFortlaufende Nummeru. — Keine Serien. N
Ldoose à A3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.
Angbert bei Franz Woll. In St. Julian bei
J. éGerlach. In St. Alban bei A. Dohm.

m
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonniagsblatt“ Nr. 13.
        <pb n="613" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementapreis beträgt vierieljährlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A6 60 , einschließlich 420 A Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren RNRaum. Meclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
AMß 155. Dieustag, den 23. September 1880.

Bestellungen für das IV. Quartal auf den

„St. Jugberter Anzeiger“ mit illustrirtem

Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
unsern Austrägern und in der Erpedition entagegenaenommen.

Deutsches Reich.

Muünchen. In Folge der mit 1. April k. Irs. eintretenden
Vermehrung des deutschen Heeres wird sich der Etat
für die bayerische Armee (etzt 42,690,027 M.) um etwa 2
Millionen jährlich erhöhen.

Die Steuerausschüsse des Landtages sollen nicht
nuf Freitag den 15., sondern auf Montag den 18. Oktober einbe⸗
rufen werden.

In den letzten Tagen hat sich in Süddeutschland eine ziem—
iich lebhafte Bewegung zu Gunsten der Erneuerung der Handels⸗
verträge zwischen Deutschland und Oesterreich geltend
zemacht. Die bezüglichen Anregungen sind namentlich von Bayern
uusgegangen, wo man bei den vielfachen Beziehungen zu dem Nach—
zarstaate ein besonderes Interesse daran hat, möglichst bald zu ge—
regelten Verhältnissen in dieser Beziehung zurückzukehren. Wie weit
diese Bestrebungen zu einer Förderung der ganzen Angelegenheit
beitragen werden, bleibt abzuwarten; einstweilen ruht die Angelegen⸗
heit gänzlich.

Der Kaiser hat der evangelischen Geistlichkeit in
õln ausdrücklich seinen Wunsch ausgesprochen, daß die für den

aus Anlaß der Dombaufeier am 15. Oktober Statt findenden Gottes⸗
dienst bestimmte Zeit von 45 Minuten in keinem Falle überschritten
werden dürfe. Ferner hört man, daß der Kaiser mehrfach betonte,
wie er dem ganzen Dombau⸗sFeste das Gepräge einer Huldigung
für den verstorbenen König Friedrich Wilhelm IV., der den groß⸗
artigen Plan der Vollendung des Kölner Domes erfaßt und bis
in sein Lebensende gefördert habe, gegeben zu sehen wünsche. .Es
teht übrigens anderweiten Mittheilungen gegenüber fest, daß der
aiser entschlossen bleibt, nur am 15. Oktober der Kölner Feier—
lichkeit beizuwohnen.
Ausland.

Wien, 26. Sept. Die „Neue Freie Presse“ meldet aus
Paris: Das französische Flottenkontingent ging Sonnabend nach
Dulcigno ab. Prinzipiell wurde vereinbart, daß im Falle der
Nothwendigkeit von Feindseligkeiten alle Mächte gleichmäßig vor—
dehen. Der französische Admiral erhielt demgemäß seine Instruk—
lionen, sich eventuell an der Beschießung zu betheiligen.

Ein Wiener Korrespondent der Prager „Politik“ berichtet von
einer bisher unbekannten Aeußerung des Fürsten Bis—⸗
marck über Gambetta. der Reichskanzler soll dem Korre⸗
spondenten gesagt haben:

„Ich weiß nicht, ob Gambetta Ministerpräsident werden kann,
aber ich bin fest überzeugt, daß er es nicht werden will; er kann
aur den Ehrgeiz haben, Volkstribun oder Präsident der Republik
ju sein. Gambetia würde, falls er an die Spitze Frankreichs ge⸗
ttellt würde, vielleicht nicht Frankreich, aber jedenfalls die Nepublik
zu Grunde richten; er hat die Initiative der blendenden Phrase, aber
nicht des zündenden Gedankens; er kann Feuer legen, aber es
nicht unterhalten. Nicht nach ihm kommt die Sündfluth; an den
entscheidenden Platz gestellt, ist er selbst die Sündfluth. ....
Mag Frankreich bei Zeiten die Arche zimmern, seine kostbarsten
Büter aus ihr zu retlen!“

Paris, 26. Sept. Die „Agence Havas“ meldet aus Ra—
zusa, der Admiral Seym our befahl, daß das Geschwader sich am
Montag zum Auslaufen bereit zu halten habe.

Der Pariser Korrespondent des „Standard' bemerlt zu der
Affaäre Varnbüler-Waddington: Waddington handeit kor—
relt, wenn er erklärt, daß ihm kein formlicher Allianzvorschlag
zegen Deutschland von Seiten Rußlands gemacht worden isi.
Allein der Vorschlag wurde Gambetta nicht auf dem gewöhnlichen
diplomatischen Wege, sondern durch die rüuͤssischen Großfürsten ge⸗
nacht, die um jene Zeit einen längeren Aufenthalt in Paris ge⸗
nommen hatten Gambetta erwiderte aber weder „Ja“ noch

„Nein“, sondern einfach ‚„nous verronss. (Ob der Vorschlag so
oder so gemacht wurde, ist am Ende einerlei. Wir wissen ja
Hnedies, wie giftig im vorigen Jahr Nußlands Stimmung gegen
Deutschland war, und daß Bismarck darum sich genöthigt sah,
purch Annäherung an Oesterreich der russischen Freundlichkeit Schach
u bieten.)

Ragusa, 27. Sept. Die auf Montag festgesetzt gewesene
Abfahrt der vereinigten Flotte ist in Joige neuer, don
Montenegro veranlaßten Verhandlungen wieder verschoben worden.

London, 27. Sept. „Daily News“ meiden aus Ragusa
von gestern: Die Flotte segelt erst am Mittwoch ab.

Vermischtes

* Am 25. Sept., Nachmittags 2 Uhr, trafen Se. Erz. Herr
Regierungspräsident Staatsraih v. Braun in Begleitung des
Regierungsrathes und Bezirksamtmannes Herrn Da mim in Blies⸗
astel ein. Die beiden Herren stiegen amm Stadthause ab, wo der
Stadtrath, die Geistlichen und Lehrer zum Empfange bereit standen.
Nach der üblichen Vorstellung wurde die kgl. Präparandenschule
besichtigt. Um *423 Uhr fuhren die Herren über Lautzkirchen nach
NRiederwürzbach und Aßweiler weiter.

*(Rennfest.) Am Sonntag 27. Sept. war das Z3we i⸗
brücker Rennfest, durch das herrlichste Wetter begünstigt,
von einem solchen Zuzug von Fremden von nah und fern besucht,
wie Zweibrücken noch an keinem Renntag beisammengesehen. Das
Rennen selbst anlangend, so verlief dasselbe ohne störenden Zwischen⸗
»der Unfall in gelungener Weise. Die Preise wurden von Sr.
Erxz. Herrn Regierungspräsidenien v. Braun überreicht. Das
Ergebniß der Rennen ist folgendes:

IJ. Preis der Pfalz. 400 M. Flachrennen für Zjährige
in der Pfalz geborene Pferde. Distanz 1200 Meter. Einsatz
3 M., ganz Reugeld. Betheiligung: 6. 1. Preis (250 M
Jakob Kuhn J. von Impflingen bei Landau, 2. (100 M) Georg
Löhler von Busenberg, 3. (50 M.) Jakob Kolter von Wallhalben
1. (20 M. Einsätze) Jakob Mayer von Harsberg.

U. Eröffnungsrennen. Preis 500 M' Herren⸗Reiten.
Flachrennen für Pferde aller Länder. Distanz gegen 2000 Meter
Finsatz 10 M., ganz Reugeld. Betheiligung: 6. Preis (590 M.):
Frhr. v. Rochow. Zweiter war Prem.Lieutenant Leistner; derselbe
erhielt die Einsätze und Reugelder.

IIs. Preis der Pfalz. 400 M. Trabreiten für 32, 4.
und Zjährige in der Pfalz geborene Pferde. Distanz ungefähr
2400 Meter. Einsatz 3 M., ganz Reugeld. Betheiligung: 15.
. Preis (200 M.) Frhr. v. Gienanth jr. von Hochstein. 2 .(120 M.)
Jakob Kuhn von Impflingen, 3. (80 M.) Jakob Koiter bon Wall⸗
Jalben, 4. (40 M. Einsätze) Jakob Kuhn von Impflingen.

IV. Offäziens-Hürdenrennen. Preis 800 M.
Beritten von aktiven Offizieren der deutschen Armee. Distanz un⸗
zefähr 2000 Meter. Einsatz 10 M. ganz Reugeld. Betheiligung:
3. 1. Preis (600 M.) Licut. Jacobi. 2. (200 M., Einsätze und
Dgreo Frhr. v. Rochow. Dritter war Prem.Lieut. Zickwolfj
Cassel.

V. Preis der Pfalz. 400 M. Flachrennen für 42, 5
ind Gjährige in der Pfalz geborene Pferde. Distanz 1600 Meter.
Finsatz 3M., ganz Reugeld. Betheiligung: 10. 1. Hreis (250 M.)
Frhr. v. Gienanth jr. 2. (100 M.) Karl Brügel von Saalstadt:
3. G60 M.) Jakob Kuhn J. von Impflingen. 4 (20 M. Einsätze)
Beorg Kohler von Busenberg.

VI. Jagdrennen. Preis 1000 M. nämlich 500 M.
dem 1., 300 M. dem 2., 200 dem 3. und dem 4. Pferde die
Einsätze. Für Pferde im Besitze von altiven Offizieren der deutschen
Armee und nachweisbar im Dienste geritten. Distanz ca. 3000
Meter. Einsatz 20 M., ganz Reugeld. Betheiligung: 4. 1. Preis
(500 M.) Graf Bismarck vom 11. Husarenregiment in Dussel⸗
dorf. 2. (300 M.) Frhr. v. Nagell vom 11. Husarenregiment

in Düsseldorf. 8. (200 M.) Vittor v. Oertzen dom Dragoner⸗
tegiment Nr. 24 in Hannover. Vierter Lieui. b. Barzynski; der
letzte erhielt die Einsäße und Reugelder.
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        II. Preis der Stadt Zweibrücken im Werthe von
2000 M. Herren-Reiten. Jagdrennen für Pferde aller Länder.
Distanz ungefähr 4000 Meter. Einsatz 60 M., ganz Reugeld.
Betheiligung: 4. Preis (2000 M.) Frhr. Thumb v. Neuburg,
dieut. à la suite des Ulanen-Reg. Nr. 29, Zweiter: Lieut. Jacobi;
—DD Dritter: Frhr. v. Rochow;
derselbe erhielt seinen Einsatz. Vierter: v. Heyden⸗Linden.

Die aͤuf der kleinen Tribüne anwesenden Sportsleute sprachen
sich über die sämmtlichen Rennen höchst günstig aus.

FNeunkirchen, 27. Sept. Wir vernehmen eben von
einem schrecklichen Unglück, welches gestern Nachmittag in Spiesen
passierte, indem am dortigen Kirchhof ein Felsen einstürzte und 4
Zinder verschüttete, von denen 1 todt blieb und 3 schwer verletzt
sind. (S.⸗u.Bl.-Ztg.)

Dem Schwimm⸗ und Bademeister Herrn Wilhelm Latte
in St. Johann, der schon mehrere Meuschen vom Tode des
Frtrinkens gereitet und erst im März dieses Jahres mit eigener
debensgefahr einen jungen Menschen aus der Saar gefischt hatte,

t von Sr. Majestat dem König von Preußen allergnäd gst die
Rettungsmedaille am Bande verliehen worden.

F'Dürkheim. Bernhard Bauer hier ist im Besitze eines
Beißkrautkopfes von dem ansehnlichen Gewichte von 19 Pfund.

Die Gewerbebank Speyer, eingetragene Genossenschaft,
jatte im ersten Halbjahr 1880 einen Gesammtumsatz von 9,540,928 M.
18 Pf. mit einem Reingewinn von 31,100 M. 65 Pf. Die Zahl
er Mitglieder hat sich von 933 (am 31. Dezbr. 1879) auf 1012
ermehrt.

Die auch im Deutschen bestehende Buchstabenverwandschaft
wischen den beiden sonst sich sehr wenig angehenden Worten „Seele“
und „Esel“ hat bei der Ankündigung von Viktor Hugo's neuestem
Werke im „Rappel“ eine schöne Konfussion angerichtet. Das Werk
st micht, wie es dort hieß, „l'Ane“ (,Der Esel“), sondern „'Amo“
„Die Seele“) betitelt.

Bordeaur, 23. Sept. Ein Flußdampfer ging in letzter
Nacht unter und eine große Anzahl Passagiere fand den Tod in
den Wellen. Sechs Leichen wurden bereils aufgefunden.

J Flir die Redaction veraniwortlich: F. X Demev.
O-)SÀ3Ö!K

Zwangsversteigerung.!

Donnerstag, den 30. Sep⸗
lember 1880, Morgens 10 Uhr
hor dem Stadthause dahier,
werden die der Wittwe Johann
Merz von St. Ingbert, gehörigen
Kartosfeln auf dem durch
diese von Herrn Friedrich Seib
jun. von da gepachteten auf dem
interen Eisenwerke gelegenen
Pachtacker (ca. 20 2) zwangs⸗
veise gegen Baarzahlung durch
mich versteigert.

St. Jugbert, 25. Sept. 1880.

Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

Wohnungsveränderung.

Meinen verehrl. Kunden zeige
sieWit an, daß ich mein

Schuhgeschäft
n das Thiery'sche Haus neben
derrn H. Fischer und Cafs
Oberhauser verlegt habe.

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nir dasselbe hiermit bestens zu
empfehlen.

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Schubmocher.
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Hiermit die ergebene Mittheil⸗
ing, daß wir vom 1. Okt. ab
eden Morgen frische Milch,
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Ingbert bringen.

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Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Priedrich von Baden.

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—3 — — —352 — —— — — 232 3235758
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72 535 37377 —3232 558—82 338 —— 55323 558 8
5S49 5 —25537833 858 28 25* 22—82 —* 2 32 835 55 2
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555355 5 ———— 557 —E — — 3 —78
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5533 7 25555538 3355 32—533 33568 F*
28 252 2 —A *— 83 F
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5 2 5 2 ——7 2 *2.2 3 2 F ——25325 — 2 2325
2 5 * — 8 —S 28 —57 2533352 38* 8 —
A — 7* — 8 —A —72 *7* — * — —522
2 22 ———— 8— —— 22 8 38 2 — 48
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2 2 * 2 2—2 2 525332 — 2 55
222 * 2 — — * 85 22 * 8 —7
7 2 — — 2 * 2 2 — * 2.232 —
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8355 3 —* — —2 523 2—— —8 —— 223 238— —
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2 2 2238 — 3535 ——3558 5 — 82
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15 2 5*8 * * 3* 53 — * 235 — 222 528 —
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*8 328 8535 * 3 3 523 525. 3 553
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3 5885 —A —* 3 2 383368 8BRS *
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2 2*8 28 1737775* 2
523238 2* — 5855
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22 2 722 385 —— 8
2 — —8 322 8 2537 „333
2553 —2 323,8 233 53 28
2— —— 5* 228 329
— 236 —

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*3 5— *3 —A—— 62 153 3—37

323 35835223 57 82428* —
— —— 32 73288 5. 32* ——
5252* — 2. 2 32 5 * 82.3 —28
I8 532323 35833 3535 53325

9 * —
323—3 33 383235835
265 253 538 857 83*33* 58588
2* * 5322. 223 —A D E *
553 58225553 —8555523
33 333338 5
—A

——— 88 55333 3233 32 8
357 * 33 35 3 *
5 38 35 38337
222 2583 3 2* 255*538 —*

—— — —— —A——— E
*2 A— 3238 3 *3 —
—— 2288 — — * 2. 2.2 — —
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*255 I 52—3352 433.335 8
5*87 333255 25532 5—. 537
7338 2 53 55335 35535352325
2 2535 35732233 —

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— — 4533338 — F
7* 38 28 2 13 525352833 *
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52222 7353875 5s2555335 2353
23835 —33533338—* 43 36
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lacçe) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntaz. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post begogen 1 AM 60 H, einschließlich 410 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 J, von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
3 156. Donnerstag, den 80. September

18s6.

Bestellungen für das IV. Quartal auf den

„St. Ingberter Anzeiger“ mit illustrirtem
Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
unsern Austrägern und in der Expedition entgegengenommen.

im Norden beherrscht und welche von den Albanesen besetzt und
befestigt wurde, und zweitens, wenn dies der Fall ist, davon, daß
gutes Wetter herrscht, denn im Falle einer stürmischen See können
sich die Kriegsschiffe jedenfalls nicht der Küste bis zu der zu einer
Beschießung erforderlichen Nähe heranwagen.

Man sieht, die Lage im Orient hat sich in den letzten Tagen
wesentlich verschlechtert, die Dinge gestalten sich immer verworrener
und man darf billig auf die naͤchsten Nachrichten, welche Klarheit
in die Situation bringen, gespannt sein.

Paris, 28. Sept. Der päpstliche Nuntius zeigte in
einer langen Unterredung gestern dem Minister des Auswärtigen
an, daß er an dem Tage, wo die französische Regierung die Dekrete
Wegen die Ordensgemeinschaften zur Ausführung bringe, sofort
Frankreich verlassen werde. Da num aber die Ausführung
des zweiten Märzdekretes in der nächsten Woche beginnen soll, so
wird Msgr. Czacki Paris gegen den 6. Oktober verlassen müssen.
wenn seine Drohung ernstlich gemeint ist.

In Frankreich haben in den letzten Tagen die Herbst⸗
mansver ihren Anfang genommen. Die englischen Zeitungen
haben zu denselben eine Anzahl Korrespondenten enisandt, welche
nach den vorliegenden Berichten im Wesentlichen dahin überein—
ttimmen, daß die französische Armee waährend der letzten Jahre
außerordentliche Fortschriste gemacht hat, daß die Offiziere und
Mannschaften mit großem Ernst, außerordentlicher Geschicklichkeit,
auffallender Ruhe und Nüchternheit ihre Pflicht erfüllen, daß Ka⸗
Hallerie und Artillerie durchschnittlich mit trefflichem Pferdematerial
versehen sind. Alle Berichte konstaliren, daß diese Manöver, im
Unterschied zu den Parademanövern in Chalons unter Napoleon,
virklich auf den Kriegsfall angelegt sind und daher an die Trup—
den große Anforderungen stellen. Bemerkt wird zugleich, wie
venig Marodeure und Nachzügler sich diesmal auf“ den Mär—
schen gezeigt haben. Auch eine strengere Handhabung der Diszip⸗
lin wird hervorgehoben, doch kann der „Times“-Korrespondent
nicht umhin, sehr scharf die geübte Nachsicht in den kleinen Fragen
der Disziplin zu tadeln. Die Equipirung und Bewaffnung der
Infanterie wird als zweckmäßig geschildert, wenn schon sich dabei
noch Ungleichheiten bemerkbar machen. Die tente äl'abri, welche
onst jeder Infanterist mit sich führte, ist beseitigt. Der Mann
ührt auf zwei Tage Biskuit und Fleischkonserve bei sich.
Jede Kompagnie führt eine Anzahl Hacken (12) und Schau—
eln (18) mit sich, um im gegebenen Falie sich sofort
verschanzen zu können; sie zählt 140 Köpfe, Offiziere, Unteroffiziere
und Mannschaften, das Bataillon 624, das Regiment mit drei
Bataillons 1900 Köpfe. Der „Timeskorrespondent“ hebt hervor,
daß er noch keinen Haupimann als Kompagniechef bei den Ma—
aövern beritten gesehen habe, obgleich der Versuch, die Hauptleute
beritten zu machen, vor einiger Zeit unternommen, aber vermuth⸗
lich wegen des Kostenpunktes noch nicht bei allen Armeek orps durch⸗
geführt worden ist. Derselbe Korrespondent gibt sein Erstaunen
darüber kund, wie wenig Train und Bagage den Truppen auf
dem Marsche folgen. Sodann ist ihm aufgefallen, daß die Ar—
illerieoffiziere jüunger sind als die Offiziere der Infanterie und
davallerie. Die Infanterie übt ganz besonders das Salvenschießen.
Bei der Artillerie tadelt der Korrespondent, daß sie auf zu weite
Entfernungen ihr Feuer eröffnet und dem Feind nicht dicht genug

auf den Leib rückt. Die Signale zum Halten und Vorrücken
werden nicht mehr durch Trompete und Trommel, sondern mittels
der Pfeife gegeben. Sobald die Infanterie Halt macht, stellen die Leute
die Gewehre zusammen, ohne auf das Kommando zu warten. Die
dompagnien werden im Gefecht möglichst auseinander gehalten und ihre
Unterabtheilungen ebenfalls, damit Offiziere und Unteroffiziere sich in der
Führung von Zügen und Sektionen ihrer Verantwortlicheit bewußt
bleiben. Der militärische Instinkt der Franzosen wird bei dieser
Helegenheit wieder ganz besonders gepriesen, die Rekruten zeigen
sich außerordentlich anstellig und gelehrig, so daß sie schon nach
zweimonatlichem Drillen in die Kompagnie eingestellt werden
oͤnnen.

Angesichts der Lage im Orient und in Irland sollen mehrere

Deutsches Reich.

Die bayerischen Sieuergesetzgebungs-Ausschüsse sind nun—
mehr definitiv auf Montag den 18. Oktober, einberufen. Der
Finanzminister hat dem Finanzausschusse drei Anlagen mitgetheilt,
welche jene Modifikationen an den Gesetzentwürfen über die Ein—
kommensteuer, Kapitalrentensteuer und Gewerbesteuer enthalten, zu
denen eventuell Veranlassung gegeben wäre, wenn das den Re⸗
gierungsentwürfen zu Grunde gelegte Prinzip der Einführung einer
allgemeinen Einkommensteuer nicht zur Annahme gelangen sollte.
Mit dem Fallenlassen der allgemeinen Einkommensteuer ist auf die
bdisherige Einkommensteuer nach dem Gesetze vom 31. Mai 1855
zurückgegriffen und dieses Gesetz ist einer durchgreifenden Revision
unterstellt. Während das zitirte Gesetz nur 42 Artikel zählt, hat
der neue Entwurf deren 74. Von erheblicher Bedeutung sind
auch die Modifikationen im Entwurfe über die Gewerbesteuer, un—
wesentlich jene im Entwurfe über die Kapitalrentensteuer.

Berlin, 28. Sept. Die „Nat.«Ztg.“ sagt: Von Seite des
oreußischen Justizministeriums steht eine Vorlage an den Bundes—
rath wegen Herabsetzung der Gerichtskosten nicht in Aussicht; auch
würde ein von anderer Seite eingebrachter Antrag auf Unterstützung
Breußens nicht zu zählen haben.

Ausland.

Ein Wiener Telegramm der „Köln. Ztg.“ vom 28. d. be—
'agt: Die letzten ungünstigen Nachrichten über die Haltung Riza
Paschas werden bestätigt. Auch am gestrigen Tage sind ihm keine
Weisungen von Stambul zugegangen, vielmehr meldet die hiesige
Presse übereinstimmend mit meinen Erkundigungen, der Sultan
derhalte sich gegenüber allen Versuchen, an Riza Pascha den Be—
fehl zur Uebergabe Dulcignos an Montenegro zu erlassen, un⸗
beugsam ablehnend. Es verlautet, der Sultan habe zum
Grafen Hatzfeldt gesagt, es widerstrebe seinem Gefühle von Völker⸗
cecht, zu glauben, daß die Mächte darauf beharren sollten, das
Blut eines friedlichen Volksstammes zu vergießen, dem Europo
als einziges Verbrechen die Treue anrechnen könnte, mit welcher
ꝛt an seinem Vaterlande hänge. Man betrachtet als augenblick—
lichen Herrn der politischen und militärischen Lage in Stambul
Abeddin und Osman Pascha. Beide sollen den Sultan in der
unerschütterlichen Ueberzeugung bestärkt haben, daß mit dem ersten
Gewaltakte der Mächte in den Adriatischen Gewässern alle Musel—
nänner des Reiches sich erheben werden, wenn die Mächte darauf
bestehen sollten, Gewali vor Recht ergehen zu lassen.“ Weitere
Nachrichten aus Stkutari melden das starke Anwachsen der alba—
nischen Streitkräfte bei Stutari und Dulcigno sowie die Vorschiebung
—A——

und aus der Gegend von Prisren dauern fort. Man fürchtet für
die Sicherheit der Konsuln in Skutari. Vor Dulcigno sind tür⸗
tische Kriegsschiffe angekommen.

In Paris galt es gestern für sicher, daß die europäische
ͤlotte heute die Feindseligkeiten gegen Dulcigno nicht eröffnen
werde. Die Franzosen wenigstens sollen Befehl haben, sich weder
an einem Bombardement, noch an einer Landung zu betheiligen.
Weiter besagen Pariser Nachrichten: Es sind neue Verhandlungen
mit der Pforte angeknüpft worden und noch keine Frist, wann
dieselben heendigt sein müssen, festgesetzt. Die Frist von drei Ta—
den, welche Seymour bewilligie, hat nicht den Charakter eines
Altimatums. Uebrigens sollen außer Frankreich noch andere Mächte
Anstand nehmen, mit England und Rußland vorzugehen. Sollten
diese Mächte allein gegen die Pforte vorgehen, so kann die Lage
ehr verwickelt werden, da man glaubt, daß Oesterreich sofort ge—
wvisse Garantien nehmen würde.

Was den Angriff der Flotte auf Dulcigno betrifft, so hängt
sein Erfolg von zwei Umständen ab; erstens davon, daß die Ge—
chütze der Flotte wirklich die Hügelkette erreichen, welche Dulcigno
        <pb n="618" />
        ainflußreiche liberale Mitglieder des englischen Parlaments
arauf dringen, daß das Parlament im November wieder ein⸗
berufen werde.

Aus Irland kommt die Nachricht, daß wiederum ein agra⸗
risches Verbrechen verübt wurde. Lord Mount⸗Morris wurde er⸗
mordet; Tags vorher hat er mit seinen Pächtern Differenzen ge⸗
habt. Allgemein wird erwartet, daß die Regierung jetzt durch
strenge Maßregeln diesen gefährlichen Verhältnissen Einhalt
hun möge.

—
Vermischtes

* St. Ingbert, 29. Sept. In heutiger Schöffen⸗
fitzung wurde ein Mann von Altenwald, wegen vorsätzlicher
Koͤrperderletzung zu einer Gefängnißstrafe von zehn Tagen ver—
urtheilt.

4 Herr Geh. Kommerzienrath Stumm hat nunmehr sein neu⸗
erbautes Schloß auf dem Halberg bezogen. Die Parkanlagen da⸗
selbst sind deßhalb für das Publikum geschlossen, doch sollen fernere
Wunsche für den Besuch des Halbergs, sofern sie bei dem Rent⸗
neister Herrn Neumeyer schriftlich eingereicht werden, Berücksichtig⸗
ung finden.

FZweibrücken, 20. Sept. Bei der am 27. ds. dahier
abgehaltenen Verloosung gewannen Pferde: Loos Nr. 739, 1197,
1199, 4058, 6468, 7512, 8335, 13,202, 18,489. Die amt⸗
uche Ziehungsliste wird der „Zweibrücker Zeitung“ morgen (Don⸗
nerstag) beigelegt werden. (Zw. 3.)

Fugweibrücken hat während der Tage des Rennfestes
zinen solchen Zudrang von auswärtigen Besuchern (soll um 6500
gewesen sein) erlebt, wie noch nie in früherer Zeit. Metzger und
Zacker mußten am Sonntag Abend die Lüden schließen, weil sie
absolut nichts mehr zu derkaufen hatten, es war Alles bei Stumpf
und Stiel aufgezehrt. Schlechte Zeiten!

Der Schluß der Mannheimer Pfalzgau⸗Ausstellun g
ist nunmehr definitiv auf den 18. Oktober d. J. festgesetzt.

FIn Worms hat in der Nacht vom 26. auf den 27.
Sept. bei Gelegenheit einer Tanzmusik in der Wirthschaft zum
Gattenfeld ein verwilderter Bursche von zwei Volizeidienern, die
2 —
Vorschuß⸗Verein St. Ingbert
(eingetragene Genossenschaft).

Die Mitglieder werden hiermit zu der am Montag, den
4. Oktober 1880, Abends 8 Uhr, in der Wittwe Julius
Grewenig'schen Wirthschaft Statt findenden
GeneralVersammlung
eingeladen.
Tages-⸗Ordnung:
—DD Halbjahr 1880.
2. Bericht über den pfälzischen Genossenschaftstag zu Neustadt a. H.

St. Ingbert, den 15. August 1880.

p. * fachtsral des Vorschuß-VPereins St. Ingbert E. G.
Ehrhardt⸗ Jochum, Vorsitzender.
Islanzet Erdberen?!

Bem daran gelegen ist, im kunftigen Jahre bereits eine Ernte dieser
zrischen, köstlichen, allbegehrten Früchte zu haben, der versäume es nicht, sich
he herannahender Verviflanzzeit (August bis Oktober) eine Pflanzung
anzulegen.

Wir besitzen ein sehr großes und reichhaltiges Sortiment Erdbeeren,
velches aus langiähriger Erprobung resultirend, das Beste und auch das
Reueste enthält was die rationellsten Cultivateure erzogen haben. Das
SortenVerzeichniß steht Liebhabern auf Verlangen zu Diensten. Wird die
Wahl uns überlassen, so tragen wir jederzeit Rechnung, daß frühe und späte
Sorlen entsprechend vertreten seien.

Wir erlassen:

Soniment von 10 sehr guten Sorten à 2283 Pflanzen für 2 Mark.

Sorliment von 10 der großfrüchtigsten Sorten à 2—38 Pflanzen fur 3 M
Sporliment von 25 eben solche Sorten à 223 Pflanzen für 4 Mark.
Sorliment von 10 ganz neuen Sorten à 122 Pflanzen für 8 Mark.
100 Erdbeeren, beste großirlichtige in extra schöner Rominel

—5 Mark
Dieselben werden in leichten Kistchen in Moos sorgfaltig ver—
packt, so daß sie die weiteste Reise aushalten.
(Fuͤr Aechtheit dieser Sorten garantiren wir.)
Recht vielen Auftraͤgen fieht, entgegen
Vereins⸗Centrale Frauendorf,
atast Nitebofen, Niederbayern.
—
v ⸗anf⸗

Hausvermiethung.
Das bisher von meinem Schwa⸗
ger Kreitz bewohnte Haus in der
Jlieskasteler Straße ist, in einigen
Wochen beziehbar, zu vermiethen.
J. Uhl iun. !

her 1000 Stück von 3.50 Mk. an
zu haben bei F. R. Demek.
Druck und Verlag von F. X.

Ruhe stiften wollten, den einen gleich erstochen und den andern mir
7 Stichen lebensgefährlich verwundet, so daß er auch gestorben ist.
Der Thater ist verhaftet.

'Frankfurt, 27. Sept. Am Samstag Abend kam ein
hadischer Polizeibeamter mit einem aus Amerika nach Hamburg
ausgelieferten Wechselfälscher (Hanauer aus Bruchsal) mit der
Weserbahn hier an. Er trat mit seinem Gefangenen einen Augen⸗
zlick auf dem Bahnhof bei Seite und ließ diesen seine Reisetasche
Jalten. Der Homburger Zug brachte gerade zahlreiches Publikum.
dies benutzte der Arrestant und entfloh sammt der Tasche, in
velcher sich ein Revolver, die Gefangenen⸗-Kette, die Papiere X
eine Auslieferung und das nöthige Reisegeld befand. Trotz aller
Nachforschung wurde der Entflohene nicht ermittelt. Jetzt kann
also die Verfolgung auf's Neue beginnen.

Essen, 28. Sept. Die „Essener Zeitung“ meldet aus
hderne: Am 27. d. Abends 1195 Uhr verungluͤckten in Folge
ines Flotbbrandes auf der Zeche Shamrock 20 Bergleute, von denen
LI1 todt sind.

8öoln, 28. Sept. Für den historischen Festzug sind be—
reits 70,000 M. gezeichnet. Der Fremdenzufluß verspricht ein un⸗
zeheuerer zu werden; einzelne Fenster des Dom⸗Hotels wurden zu
370 M. gemiethet.

4Paris, 26. Sept. Vier mit der Reinigung der großen
Kloake in der Nahe des Boulevard Rochechouart beschäftigte Ar—
zeiter sind in Folge der sich entwickelnden Gase erstickt; ein fünfter
konnte noch lebend von den zu Hülfe geeilten Pompiers gerettet
werden.

Dr. Tanner's thörichtes „Experiment“ fängt an Früchte
zu tragen. Er hat Nachahmer gefunden obgleich bislang keiner
Zerselben ihrem Vorbild, in der Geschicklichkeit der Leichtgläubigkeit
des Publikums zu imponiren, gleichgekommen ist. Zu den Opfern
freiwilliger Aushungerung gehört ein alter Mann, dessen Leichen⸗
schau vorgestern in Shenherd's Bush, London Statt gefunden hat.
Er hatte den Versuch gemacht, von Quellwasser allein zu leben
und ist, nachdem er diese Diät eine Zeit lang verfolgt, an ein⸗
facher Erschöpfung gestorben.

Far die Redaction verantwortlich: *

8.
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D00
erts⸗Schuhe,
6 A. per Paar,
Kinder⸗Schuhe
von 60 H an,
bei LAauT-
chuhhändler.
200
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Buch anguschaffen, weiches die
am hausigsien auftretenden Krankb⸗
senen, wie: Abmagerung,
SZchwaͤche Magenleiden,
Nervenleiden, Leberbe
schwerden⸗ Blutarmuth,
Haͤmorrhoiden, Band⸗
wuüͤrm u. j. w. genau beichreib
und dagegen die wirksamster
Hausmittel angiebt. Dies Bu
waist gxa ti s zu haben in Si
Ingbert bei Herrn
J. Friedrich ˖

Entfurt a. —
Aeltestes Annoncen⸗ Bureau
aasenstein
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Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —
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Anwiderruslich am 20. Oktober d. 5. 2
Ziehung der Kaiserslauterer Geldlotterie,
ausgestattet mit 5000 Geldgewinnen, worunter
Aunttreffer von Mark 50,000 in Baar.

f 20 Loose trifft ein Geldgewinn.
— aufende Nummeru. — Keine Serien. A
nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.
— Lei Franz Woll. In St. Julian bei
«q. In Ei. Ailban bei A. Dohm.

Demesrnen Si. Ingbert.
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22 — 342
— A 2.5 753 A83 33538
—— s 3 *5
2257 * —2222 3 — 2
I3835 88 — — 253323 233555 232*5
— — * — — — — 2* S 7 3 —— Ao F
5*3 35 — — — —
7 7777 —3*3 *53 7
387* 3338: ae
* 2 * * * F 7 —
3 7 —28 3 *
23 5723235535 — 36 * 23322
15838 75835 —A 7
7 * *8 *3 — —* — I522. 33 S.
5 *553 *53360 52 8. *3 8326*
533523 7773383 285 2328 333*837
57 5. 525 3 3 — J— 3 * 25 5*3
253 ** — 5.2 — 3 573. 3 — 8 527 3
2 2. 2 25363. 53 34 2528 553 2*
35 58 age
——— S —A—— 25553.3 55553
*—238 2 * 2 8* 8 — 2 * 3 —
— 7? 28 —9 55 8352. —3 88 — 2. 5
*77 —A— — —— 8 * 58323253 —
—VV * 53 3. *53 J 68 55352
—2 —— 52,5 . 8 — 8*8. 2 2 22* 2 —
3— 22 2—523 33 —A 2323 53 275
2 E* 33 52 — 5325 5857 — 2338 23322
* * — 2 2 —A— 522338* 3 ———
— 38 —2953333333 58
36 525 * 73.3. 5 *
2523233 322275 783 53 3 3
T 7235 —3 *2 —— 3 27 — *
352328 2* 3 —3787 —A— 22355
253 — 3 732333 333753
42835—57* * F 33372 z33553355333
3, 35575 — *3 —A — 2 22*
A — . 24 25535 *
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8358 2 F 53 3 * —
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3 2 —94
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        Slt. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltung- latt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlic viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post begogen 1.A 60 Z, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
48 —157. Samstag, den 2. Oktober

—1880.

Deutsches Reich.

München. Nach 8 4 des Reichsgesetzes vom 6. Mai 1880,
hetreffend Ergänzungen und Aenderungen des Reichs-Militärgesetzes
vom 2. Mai 1874, findet die Entlassung aus der Reserve in die
Landwehr und die Ueberweisung aus der Landwehr zum Landsturm
für jene Militärs, welche ihre 7- beziehungsweise 12-jährige Dienst⸗
zjeit in den Monaten Oktober mit Ende März erfüllen, nicht wie
hdisher bei der Herbstkontrolversammlung, sondern erst bei der näch—
ten Frühjahrskontrolbersammlung im April Statt. Demnach kön—
nen jene Offiziere des Beurlaubtenstandes, welche am 1. Oktober
1870 als Einjährig-Freiwillige in die Armee eingetreten sind, und
velche auf Grund der Einführungsbestimmungen zum Wehrgesetz
»on 1867 in Bayern, am 1. Oktober 1880 ihre gesetzliche Dienst⸗
zeit vollenden würden, erst im Monat April 1881 um ihren Ab—
schied nachsuchen.

Muünchen. Da es sehr zweifelhaft ist, ob der Gesetzent⸗
wurf über die allgemeine Einkommensteuer vor den Augen der
Abgeordnetenkammer Gnade findet, so hat der Finanzminister v.
Riedel, um die Berathungen des Steuergesetzausschusses nicht un⸗
nütz in die Länge zu ziehen, vorsorglich jene Aenderungen aus—
arbeiten lassen, welche die den Kammern vorgelegten Gesetzentwürfe
über die Steuerreform in dem Fall erleiden müßten, daß die all⸗
gemeine Einkommensteuer abgelehnt würde. Es würde dann das
jetzt geltende Einkommensteuergesetz von 1886 mit der durch das
Gesetz vom 25. Februar 1880 festgestellten Umrechnung der Sätze
in Markwährung in Kraft bleiben und ihm aus dem Gesetzentwurf
iber die allgemeine Einkommensteuer die wichtigen Bestimmungen
iber das Verfahren bei der Anlage der Einkommensteuer einver⸗
seibht werden, was eine bedeutende Verbesserung ergäbe, weil durch
ziese Bestimmungen die Steuerhinterziehung diel mehr erschwert
wird. Der Gesetzentwurf über die allgemeine Einkommensteuer
wollte die Einkommen bis zu 500 Mk. jährlich von der Steuer
reilassen; das würde dann wieder wegfallen, das Gesetz von 1856
ennt eine solche Steuerbefreiung nicht. Der Gesetzentwurf über
die Gewerbesteuer statuirte mehrere Fälle von Befreiung von der
Bewerbesteuer wegen der Entrichtung der allgemeinen Einkommen—
teuer. Fällt letztere, so fallen auch erstere weg.

Die Kommission zur Ausarbeitung eines allgemeinen
deutschen bürgerlichen Gesetzbuches wird demnächst ihre
Arbeiten unter dem Vorsitz des Präsidenten Pape fortsetzen; man
zlaubt, daß diese Arbeiten noch drei Jahre lang die Thätigkeit der
—D—

Von Hamburg aus wird das schon seit Monaten kursirende
Herücht bestätigt, daß die preußische Regierung an der Ueberzeug—
ing festhält, die Repressivmaßregeln gegen die Sozialdemokratie
nur durch Verhängung des sogenannuten kleinen Be⸗
lagerungszustandes über noch mehrere Städte wirk⸗
am machen zu können. Das Gerücht tauchte zuerst auf in Ver—
»indung mit den zollpolitischen Beschlüssen bezüglich der Unterelbe,
velchen die hamburgische Regierung Opposition gemacht hatte.
Zeigten die damaligen Absichten noch keinen greifbaren Hintergtund,
so glaubt die preußische Regierung doch in Folge des jüngst bei
Zürich abgehaltenen Sozialdemokratenkongresses zur Ver⸗
chärfung der Abwehr Anlaß nehmen zu müssen und hat allerdings
die Verhängung des kleinen Belagerungszusiandes über Hamburg
ind Leipzig jetzt wirklich angeregt. Es soll diese Maßnaͤhme die
Moglichkeit geben, die Führer zu externiren“, d. h. den Versuchen

zur Wiederherstellung der sozialdemokratischen Parteiorganisation
)urch konsequente Ausweisung der Führer aus dem jeweilig ge—
wählten Aufenthaltsorte entgegenzuwirken. Soll dieser Zweä er⸗
ceicht werden, so würde unker Umständen die Zahl der in Bela—
gjerungszustand zu versetzenden Städte sich nicht auf die beiden
zenannten beschränken können, so daß es fraglich erscheint, ob man
n Bundesrathskreisen geneigt ist, der preußischen Anregung, deren
chließliche Dimensionen gar nicht absehbar sind, Folge zu geben.
Das preußische Jusuzministerium wird sich nach umlaufenden
Nachrichten gegen einen Antrag auf Herabsetzung der Ge⸗
richtskosten erklären. eine Mintbeilung, die. wenn sie sich be⸗

wahrheiten sollte, gewiß in vielen Kreisen die größte Beruhigung
jervorrufen wird. Es wird berichtet, daß der Justizminister Fried⸗
zerg, so sehr derselbe auch den Mangel des Gerichtskostentarifs
merkannt, den Zeitpunkt noch nicht für gekommen erachtet, um
ine Revision in der Richtung der Herabsetzumg des Tarifs vorzu⸗
iehmen; man hebt hervor, daß die Frist der Geltung des Tarifes
noch zu kurz sei, um schon jetzt mit Experimenten auf diesem Ge—
ziete vorzugehen.

Die offiziöse „Provinzial-⸗Korrespondenz“ schließt einen Artikel
iber die Bewegung in der nationalliberalen Partei mit fol—
jendem Satze: „Der größte Theil der Partei in den Parlamenten
vie im Volke hält daran fest, daß die Partei künftig gerade wie
»isher dem Wohle des Vaterlandes am besten dient, indem fie fort⸗
ährt, die Wege der Verständigung aufzusuchen.“

Dem „Dresdener Journal“ zufolge begiebt sich der Konig von
Zachsen am 14. Okt. nach Köln zum Dombaufest.

Der frühere großherzoglich-hessische Ministerpräsident Freiherr
v. Dalwigt ist am Dienstag gestorben.

Der ehemalige hessen-darmstaͤdtische Premierminister war im
Jahre 1802 zu Darmstadt geboren und ist seinem Freunde und
Bundesgenossen von der Pfordten bald in die Grube nachgefolgt.
S„ein Name bleibt mit den partikularistischen Bestrebungen der
»eutschen Mittelstaaten, welche zum Kriege von 1866 führten, wie
iejenigen Beust's und Pfordten's verbunden. Von der staats⸗
nännischen Trias jener Tage lebt nur noch Berst. Seit 1871
var Herr v. Dalwigk in den Ruhestand getreten, da das neue
deutsche Reich ihn nicht aufrichtig zu seinen Freunden zählen durfte.

Deutsch⸗ Echwedische Aktenstücke aus der Zeit
des dreißigjährigen Krieges sind letzthin Gegenstand dip—
omatischer Verhandlungen des deutschen auswärtigen Amtes mit
»er schwedischen Regierung gewesen und haben die betreffenden
Verhandlungen den gewünschten Erfolg gehabt. Vor einem halben
zahrhundert hatte die bayerische Regierung Schweden eine Samm-
ung Handschriften übermacht, welche zu dem sogenannten X
vhristians II1. gehört hatten, und dabei den Antrag gestellt, Hand⸗
chriften, die im 30jährigen Kriege von Bayern weggefuͤhrt worden
eien, dagegen auszutauschen. Schweden erklärte sich zu dem Tausche
zereit, die angestellten Untersuchungen förderten damals aber an—
neblich keine deutschen Aktenstücke in den schwedischen Archiven zu
Tage. Inzwischen haben die schwedischen Archivare solche Akten-
tũcke aufgefunden und auch in den bayherischen Archiven find noch
veitere schwedische Urkunden entdeckt worden. Auf Veranlassung
der bayerischen Regierung hat das auswärtige Amt durch unseren
Hesandten in Stockholm der schwedischen Regierung die noch auf⸗
jefundenen schwedischen Urkunden angeboten, dagegen ihrerseits die
ür die bayerische Geschichte wichtigen Aktenstücke reklamirt, deren
Korhandensein in schwedischen Archiven sich herausgestellt hat. Die

Annahme dieses Vorschlages ist schwedischerfeits ganz kürzlich erfolgt.
Bei diesem Anlasse wurde dem König Oskar auch ein Antrag der
reußischen Archiv-Verwaltung unterbreitet, welcher einen solchen
jenerellen Austausch der preußisch⸗ bezw. kurbrandenburgischeschwe⸗
ꝛischen Aktenstücke bezweckt. In Bezug darauf hat sich jedoch der
dönig von Schweden eine Prüfung von Fall zu Fall vorbehalten.
Ausland.
In der von Montenegro den Mächten übermittelten
ẽrklärung heißt es: Der Fürst Nikolaus müsse, bevor er zur Aktion
hreite, genau wissen, wie weit die militärische und politische Hilf
ehe, die er von den Großmächten zu erwarten habe. Hierüber
inden gegenwärtig Verhandlungen Siatt. Gleichzeitig sehen ein⸗
elne Botschafter in Konstantinopel ihre Bemühungen fort, den
zultan zum Einlenken zu bestimmen. Bis jetzi verhält sich der
Sultan aber, trotzdem man auf der Pforte die Gefährlichkeit der
Lage nicht verkennt, absolut zurückweisend.

Konstantinopel, 29. Sept. Die Botschafter der Groß⸗
nächte haben am 26. ds. gegen das Verhalten Riza Pascha's in
dulcigno bei der Pforte Protest eingelegt. Der Sultan ersuchte
zarauf die Botschafter um Bewilligung einer kurzen Frisi und
        <pb n="622" />
        gleichzeitig um Zurücknahme des Protestes. Soweit bekannt, wurde
diesem Ersuchen bisher nicht entsprochen.

Während man sich in Europa über die Dulcignofrage die
Kopfe zerbrach, haben die Albanesen die Sache auf ihre Weise
geloͤst. Denn einer Meldung der „Times“ aus Ragusa vom
39. Sepi. zufolge wäre Dulcigno auf Befehl der Al—⸗
banesen⸗Liga niedergebrauut worden.

Da also Dulcigno verbrannt worden, ist es unnöthig, es
auch noch zu bombardieren und das vereinigte Geschwader kann
zurückkehren. Bestätigt sich die Nachricht, so wird sie wohl den
einzelnen Mächten einen willkommenen Vorwand bieten, sich ganz
bon der Flottendemonstration zurückzuziehen, und Rußland und
England allein die zweifelhafte Ehre zu uͤberlassen, die Unter⸗
jochung der Albanesen zu Ende zu bringen.

Rach einem der „Köln. Ztg.“ aus Paris zugegangenen
Telegranmn hat der Sultan in den letzten Tagen sich telegra⸗
phisch an den Deutschen Kaiser mit der Bitte gewendet, er
moge in der Dulcigno-Frage seine Vermittelung bei den
Booßmächten emntreten lassen; Kaiser Wilhelm aber habe ge⸗
antwortet, er bedauere, diesen Wunsch nicht erfüllen zu können, und
ersuchte den Sultan, den Herliner Vertrag auszuführen, auf dessen
Vollzug alle Großmächte bestünden. Das Berliner Kabinet unter—
richtete die anderen Großmächte von dieser Antwort.

Für die nAordamerikanischen Präsidentenwahlen pflegen
die unmittelbar voraufgehenden Staatenwahlen als ein interessantes
Vorzeichen betrachtet zu werden. In dieser Beziehung ist erwähnens⸗
werih, daß bei den Beamten⸗ und Kongreßwahlen in den zu den
dreizehn Staaten von 1776 gehoͤrenden, weit nach Norden gelegenen
Mane die Republikaner gegen die vereinigten Demokraten und
Papiergeldanhänger (sogenannte „Greenbackler“) eine entscheidende
Riederlage erlitien haben. Der demokratische Wahlsieg ist durch
diese Vorwahl nalürlich wahrscheinlicher geworden; leider wird er
wohl durch Konzessionen an die Papierwirthschaftsneigungen nament⸗
lich der westamerikanischen Staoten erkauft werden müssen.
Vermischtes

4 Von dem Ausschusse des pfälzischen Kreis-Lehrerver—
eins wurde das Bureau in folgender Weise gebildet: Hildebrand.
I. Vorstand, Leibig, 2. Vorstand, Thirolf, Kreisrechner, Krebs,
Schriftführer. Berger, Gaubatz, Littig, Hammell, Schneider, Beisitzer.

FRach einer Mittheilung der „Frkth. Ztg.“ haben bei den
Gerichtsschreiberprüfungen in ganz Bahern von 287 Kandidaten
nur 126 das Eramen bestanden.

Der „Homb. Anzeiger“ schreibt unterm 29. Sept.: „Die
am hiesigen Platze täglich erscheinende „Westricher Zeitung“ stell!
morgen mit Nummer 154 ihr Erscheinen ein. Von ihrer anämi—
schen Krankheit konnte die Kollegin selbst nach halbtägigem Flug
und trotz aller prozentig gefälligen Hülfe gar nicht kurirt werden:
deßhalb zieht sie es vor, weil das Defizit bei ihr chronisch wurde
die Bude — und das war ihr das Beste — mit genannter Num—
mer zu schließen. Die Existenzbedingungen kannten bei Eröffnung
des Untecnehmens die Herren Verleger Köbig &amp; Pfizenmayer,
besonders die statistischen, leider nicht. Nach Reduzirung des In—
halts ꝛc. kamen dieselben doch bald zu dem Entschluß dem lang
samen aber sicheren Tod aus dem Wege zu gehen.

Die vorgenannte Druckerei soll. dem Vernehmen nach. noch
nicht verkauft sein.“.

Im Revier „Glashütte“ bei Pirmasens veranstalteten
am 21. bs. Mts. einige Schützen ein kleines Treibjagen, bei wel—
chem ein Rehbock angeschossen und später im Walde liegend gefunden
wurde. Ein Schütze wollte demselben noch eine Kugel spenden,
doch ein Treiber sprang rasch herbei, den Bock an den Hörnern
fassend, während der Nimrod freudig heraneilte, um mit dem Messer
den Gnadenstoß zu vollführen. Aber — zwischen Lipp' und Kelches—
rand — der Rehbock mochte vor dem Messer das Gruseln bekom⸗
men haben, ein Ruck, ein Satz — der Treiber schlug einige Purzel⸗
häume, der glückliche Schütze schnitt eine wahrhaft Mitleid erregende
Grimasse und — der Rehbock war verschwunden. Die später nach
uͤberwundener Verblüffung erfolgten Auͤseinandersetzungen zwischen
Treiber und Jäger sollen nicht gerade sehr erbaulicher Natur ge⸗
wesen sein.

'In Stein bach am Glan wurde einem Wirthe die Er⸗
laubniß, Tanzmusik zu halten, auf Jahre entzogen, weil derselbe
beim Abhalten von Tanzmusit wiederholt die Polizeistunde nicht
respektirt hatte und deßhalb bestraft worden war.

FyprAm 4. Oltober d. Is. wird im Café Bavaria zu
Kaiserslautern der Pfälzer Zweigverein des Vereins „deutscher
Barbiere, Friseure, Bader und Heilgehilfen“ seine Spatjahrsver⸗
sammlung abhalten, wozu alle seibständigen Pfälzer Berufskollegen
eingeladen sind. — Wenn in der heutigen, für die Gewerbe so
sehr verschriernen Zeit irgend eine gewerbliche Verbindung zu exi⸗
jtiren berechtigt ist, so ist es obiger Berband, welcher im Laufe
don 9 Jahren eine unglaubliche Gröze erreicht und nicht Geahntes
geschaffsen hat. Aus dem letzten Konareßberichte geht hervor, daß

sich in den letzten zwblf Monaten, auf den 1385, über ganz Deutsch⸗
land verzweiglen Nachweisbureaur 9910 Stellen suchende Gehilfen
mneldeten, 8125 vakante Stellen angemeldet wurden, wovon in
Wirklichkeit 7430 durch diese segensreichen Institute besetzt wurden.
Die Einnahmen der Gesammtkasse betrugen im letzten Rechnungs⸗
jahre 7627 M., welche größtentheils für Errichtung und Erhaltung
hon Fachschulen verwendet wurden; letztere werden überhaupt von
dem Verbande hoch in Ehren gehalten und mit peinlicher Gewissen⸗
haftigkeit gepflegt. Aus diesen Zahlen wird man sehen, daß obiger
Verband aner der größten gewerblichen Verbindungen der Jetztzeit
ist. Die Bestrebungen des Vereins bewegen sich auf dem Boden
des gewerblichen Fleißes, der gewerblichen Thätigkeit, des Fortschritts
und der Vollendung, ohne Wiederbelebung der alten ausgedorrten
Zwangszunft — durch die Bande freier Vereinigung sucht der
Jund der deutschen Barbiere ꝛc., der sich vom Muttersitze Berlin
nach allen Gauen des Vaterlandes verzweigt, neben den oben an⸗
gegebenen Bestrebungen, noch Bildung, feine Sitten, sittlichen Halt
und bürgerliches Selbstgefühl unter den Standesgenossen auszu—⸗
Freiten. Die Lehrlings- und Gehilfenfrage erfreuen sich ebenfalls
iner peinlichen Sorgsalt und Kontrole. Wir wünschen dem Ver⸗
hande Glück und ferneres Gedeihen und hoffen, daß alle Pfälzer
Berufsgenossen sich an denselben eng anschließen.

p'Dürkheim, 29. Sept. Der diesjährige Sommer ist
reich an Seltenheiten abnormen Wachsthums. So brachte heute
Hartner Maier von Deidesheim hierher ein Büschel reifer und
halbreifer Kornahren, welche auf einem Acker in der Gemeinde
Kuppertsberg, der vorher mit Gerste eingepflanzt war, als zweite
Frucht abgeschnitten wurden; dieselbe ist in solcher Masse vorhanden,
daß man zwei Garben davon schneiden könnte.

— Der Ackersmann Michael Roth von Kandel ist am 27.
d. beim Holzfällen im Walde verunglückt; er hinterläßt eine Wittwe
mit 4 kleinen Kindern.

Der Landauer Gewerbeverein hat mit der Gesellschaft
„Zürich“ einen Vertrag wegen Kollektivunfallversicherung seiner Mit⸗
zueder abgeschlossen.

Im Elf aß liefert der Weinstock in diesem Jahre mehr,
als gewoöhnlich angenommen wird. Ober-Elsaß besitzt in runder
Zahl 12,000 Heklaren Reben. Hiervon sind 5000 erfroren
und haben weitere 3000 gelitten. 4000 Hektaren blieben unbe—
ichädigt und liefern vollen oder nahezu vollen Ertrag, 90 -100
Heltouͤter per Hettare, so daß der diesjährige Herbst des Ober⸗Elsaß
mmerhin an 400,000 Hektoliter Most ergeben dürfte. Die Trauben
ind weit vorgerückt und stehen der vollen Reife nahe. Bei einiger⸗
naßen günstiger Witterung würden mit Ende September die Früh—
ruen dnter der Kelter sein. In Rücksicht hierauf und auf die
erhoffte Qualität sind die Weine, besonders 1879er, im Preise ge⸗
wichen und werden letztere per Ohm (50 Liter) zu 13 bis 15 M.
willig abgegeben.

E Gesammteinnahme, welche die Gemeinde Oberam—
mergau einschließlich der Einnahmen für Wohnungen, Fuhr⸗
werteu. s. w. aus dem Passionsspiel diesmal erzielte, beträgt über
pwei Millionen Mark, und diese hohe Summe entspricht wohl auch
dem großen Verkehr, welcher am deutlichsten aus der Zahl der mit
der Eiseübahn nach Murnau beförderten Personen ersichtlich ist.
Mach derselben wurden je an den beiden letzten Wochentagen (Frei⸗
ag und Samstag) allein vom 17. Mai an (Beginn des Passions⸗
piels) bis einschüeßlich 30. desselben Monats 8658 Personen, im
Hdonat Juni 18,366, im Juli 20,754, im August 27,945 und
m Monat September 19,295, in Summa 95,018 Personen be⸗
ördert; rechnet man hierzu noch jene Fremden. welche an anderen
szier nicht mit inbegriffenen Wochentagen per Bahn eintrafen, und
ene, welche den Wez nach Oberammergau mittelst Equipagen zu⸗
ücklegten, zu welchen namentlich die zahlreichen Gäste aus Tyrol
jehören, so beziffert sich bei einem jeweiligen Durchschnittsbesuch
on 4500 Personen der Gesammtbesuch auf 175,000 Personen.
Daß bei einem solchen Verkehr das Eisenbahnpersonal der Station
Murnau keine kleine Aufgabe zu lösen hatte, um den nicht immer
allzu bescheidenen Anforderungen des reisenden Publikums, wie ge⸗
schehen, nach Möglichkeit nachsukommen, steht wohl außer Zweifel,
ind es beabsichtigt in Rücksicht dessen auch die Gemeinde Ober—
ammergau demjelben in anerkennenswerther Weise eine entsprechende
Gratifikation für die namhaften Mühewaltungen zuzusprechen. Froh,
diese anstrengenden Tage überstanden zu haben, veranstaltete denn
auch das Bahnpersonal am vergangenen Sonntag bei Abgang des
letzten Extrazuges von Murnau nach München, welcher von aus
Dberammergau zurückkehrenden Besuchern der Schlußvorstellung des
Passionsspiels dicht besetzt war, eine Feier am Bahnhof durch
zengalische Beleuchtung, Böllerschüsse und Musikspiel. Wie man
erfahrt, werden die hervorragenderen Mitglieder am Passionsspiel
nächstens zur Erholung eine Reise nach Italien unternehmen.

Schrechliche Warnung. In Beuel, gegenüber
Bonn, findet sich in einem Garten am Rheinufer auf einer Tafel
mit schoͤn gemalien lateinischen Buchstaben die Warnung: „Sämmt—
lche Trauden und Fräüchte dieses Gartens sind vergiitet.“
        <pb n="623" />
        F Koͤln, 253. Sept. Gestern Abend sind von den Zeich⸗
aungen für den historischen Festzug schon mehr als 70,000 M.
eingezahlt worden. Heute meldet die hiesige Dampfschiff-Gesellschaft
1000 M. an, die anderen anonymen Gesellschaften werden ohne
Zweifel folgen. In vielen Gasthöfen sind durch die Fremden-An—
meldungen die einzelnen Räume bereits besetzt; desgleichen sind nur
noch wenig Fenster zur Vermiethung disponibel. Die Preise sind
durch die Zeitungen denn doch etwas hoch angegeben worden. Der
höchste Preis entfällt auf zwei bestgelegene Fenster des Dom-Hotels.
er beträgt für beide zusammen etwa 370 M. Andere Fenster
wurden am Domhof zu 100 bis 50 M. vermiethet.

Die neugeborene Infantin von Spanien hat in der
Taufe nicht weniger als 18 Namen erhalten. Sie heißt: Maria
de las Mercedes, Isabel, Teresa, Christina, Alfonsa, Jacinta,
Anna, Josefa, Francisca, Carolina, Fernanda, Filomena, Maria
de todos los Santos. Wie lang wird es dauern, bis die Infan—
tin weiß, wie sie mit ihrem vollen Namen heißt?

F Das Wachsthum New-Yorks, der größten Stadt der
Neuen Welt, ergibt sich aus folgender Tabelle der Einwohnerzahlen:
1731 4,622 1860 726,385
1788 23,614 1865 813,669
791 33,331 1870 942,292
1845 371,223 1875 1,041,886
18860 515,547 1880 1209.561

1855 628,810

FKurzer Prozeß. Die Zustände in Texas — so
berichten amerikanische Blatter — werden durch folgenden Vorfall
beleuchtet: Jack Ince hatte in Arkana eine Kneipe eröffnet und die—
selbe mit einem Schenktisch aus schwarzem Wallnußholz geschmückt.
Der Desperado Tom Dalü kaufte sich einen Schnaps, zog dann
ein Taschenmesser und begann an dem fein polirten Tisch zu schnitzeln.
Jace protestirte, aber Daly wollte sich in seinem Vergnügen nicht
stören lassen. „Ich werde diese Bar schneiden oder Euch, mir ist's
egal,“ sagte er. „Du thust weder das Eine noch das Andere!“
sagte der Hausherr, zog seinen Revolver und erschoß Daly auf
der Stelle.

Der „Puck“ hat einen guten Witz gemacht, indem er ein
angeblich Statt findendes vierzigtägiges Weitschweigen von Frauen
illustrirte. Er hat die Wirklichkeit besser getroffen als er vielleicht
jelbst dachte. Man schreibt nämlich aus Carsonia, Nevada:
„Eine Frau dahier hat das schwere Werk übernommen, 40 Tage
lang kein Wort zu sprechen. Sie fing früh um 9 Uhr an, und
um 10*0 Uhr war ihr Puls von der großen Willensanstrengung
scchon so schwach, daß die Aerzte fürchteten, sie könne den Mittag
nicht überleben. Um 11 Uhr schlug ihr Herz nur 26 Mal in der
Minute, und ihr Athem war kaum noch merkbar. Ihre Freunde
cedeten ihr zu, die schreckliche Probe a ufzugeben und erzählten ihr
einen Klatsch über eine Nachbarin. Sie lief sofort aus dem Hause
und über die Straße zu einer Freundin und schwatzte in Einem
fort bis 762 Uhr Abends und ist nun pöllig wieder hergestellt.

Dienstesnachrichten.

Der Lehrer Peter Kiefer in Irheim wurde zum 8. Lehrer an der k.
Präparandenschule zu Blieskastel ernannt.
Volkswirthschaftliche, Handels- und Verkehrs⸗

Nachrichten.

Um das Durchschlagen der Feuchtigkeit an den Giebelmauern
zu verhindern, hilft weder Cementputz, noch Oelanstrich, noch As—
phaltpapier. Baumeister Siehr in Köslin giebt folgende Misch—
ang als erprobt an: 50 Pfd. Pech, 30 Pfd. Harz, 6 Pfd. eng⸗
lisch Roth und 12 Pfd. feines Ziegelmehl werden in einem Kessel
unter fortwährendem Umrühren gekocht; demnächst wird soviel
setwa des obigen Volumens) Terpentinöl zugesetzt, daß die
Masse streichrecht wird; dieselbe wird so heiß als möglich mit einem
struppigen Pinsel auf die Mauer aufgetragen. Die Wand erhält
dadurch seine absolut dichte Glasur und ist für Feuchtigkeit unem—
pfindlich. Der Preis ist allerdings ziemlich hoch, denn der Quad—
ratfuß kommt etwa auf 25 Pf. zu stehen.

Vom 1. Oktober an tritt ein neuer Tarif für den direkten
Güterverkehr zwischen Italien und Deutschland über den Brenner
und Kufstein in Kraft. In dem Tarif sind folgende Stationen
der Pfälzischen Bahnen aufgenommen: Deidesheim, Edesheim, Ger⸗
mersheim, Grünstadt, Homburg, Kaiserslautern (Hauptbahnhof),
Landau (Hauptbahnhof), Ludwigshafen, Maximiliansau, Neustadt,
Pirmasens, Saargemünd, St. Ingbert, Speyer und Zweibrüden.
— Gleichzeitig tritt für die Beförderung von Lebensmitteln in
Eilfracht in vollen Wagenladungen über den Brenner und Kufstein
ein Ausnahmetarif in Kraft.

Zweibrücken, 30. Sept. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkft.
Weizen 11M. 24 Pf., Korn 09 M. 61 Pf., Gerste zweireihige 07 M. 80 Ppf.
dierreihige — M. — Pf., Spelz 0O M. — pf., Spelzkern — M. — Vi.
Dinkel — M. — pPf. Mischfrucht — M. — Pf., Hafer 6 M. 28 Pf.,
Erbsen — M. — Ppf., Wicken — M. — Pf., Kartoffeln 2 M. — pf.,
deu 2 M. 90 Pf. Stroh 3 M. Oß Pf., Weißbrod 1/3 Kilogr. 56 Pf
Kornbrod 3 Kilogr. 69 Pfl, Gemischtbrod 3 Kilogr. 84 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf. Nindfleisch J.Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 30 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter! / Ktilogr. M. 90 Vf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 20. Sept. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 16 Pf. Korn 9 M. 48 Pf., Speizkern — M. — Pf., Spelz dO M
—. Pf. Gerste 2eihige — M. — Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
6 M. 15 Pf., Mischfrucht 10 M. 10 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
d M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
bu Pf., Butter J Pfund 1 M. — Pf., Kartoffeln per Zir. 2 M. 50 pf.

Kaiserslautern, 28. Sept. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 57 Pf., Korn 09 M. 50 Pf., Spelztern — M. — Pf. Spelz
7 M. 27 Pf., Gerste 08 M. 48 Pf., Hafer 6 M. 21 Pf., Erbsen 7 M.
— Pf., Wicken 6 M. 40 Pf., Linsen 10 M. — Pf., Kleesamen 40 M. 12
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 3 Pfd. 39 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 41 Pfg. Butter per Pfd. O M. 96 Pf., Eier 1 Stück 6 Pf. Kar⸗
tofseln per Zent. 2 M. 20 Pf. Stroh O M. — Pf., Heu 0 M. — Pfs.

xEr die Nedaction verantwortlich;: F. X Demes.

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Geschäft im Flechten
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—*
Vorschuß-⸗Verein St. Ingbert
leingetragene Genossenschaft).

Die Mitglieder werden hiermit zu der am Montag, den
4. Oklober 1880, Abends 8 Uhr, in der Wittwe Julius
Grewenig'schen Wirthschaft Statt findenden

General Versammlung
eingeladen.
Tages⸗Ord mung:
1. Vorlage des Geschäftsberichts für's erste Halbjahr 1880.
2. Berichi über den pfälzischen Genossenschaftslag zu Neustadt a. H

St. Ingbert, den 15. August 1880.

Der Jufsihlsralh des VorschußPereins St. Ingbert E. G.
Ecrhardt⸗Jochum-/⸗ Lorsiender. —
K. Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern.

Der Unterricht an der Kreisbaugewerkschule für das Winter⸗
halbjahr 1880/81 beginnt Mitt wo ch, den 83. November in den
Räumen der Kreisbaugewerkschule (Pfälzisches Gewerbe⸗Museum) und
dauert von November bis Ende Maärz. Die Schule besteht aus 8
Cursen in 83 Winterhalbjahren, und bezweckt jungen Bauhandwerkern
als: Maurern, Steinhauern, Zimmerleuten, Glasern, Spenglern, Dach—
und Schieferdeckern, ferner Schreinern, Schlossern, Tünchern, Zimmer⸗
nd Decodrationsmalern die zum rationellen Betriebe ihres Hand⸗
werkes erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln. Der Unterricht erfolgt
durch theoretische und praktische Anleitung sowie graphische Darstel⸗
lung in thunlichst populär gehaltener Weise. Für Schreiner und
Schlosser schließt sich an die heoretische Ausbildung der Unterricht in
den Lehrwerkstätten an, wo sie, als Schreiner: in den Manipulationen
des Holzschnitzens, Drehens, im Fertigen von Aufsätzen und geschweiften
Mobeltheilen als Schlosser: im Schneiden, Drehen, Gießen, Ciseliren
und Treiben geübt werden. Dieser Unterricht kann im Sommer fort—⸗
gesetzt werden, wenn der Schüler als Lehrling in die Werkstätte tritt.

Für die Tüncher, Zimmer⸗ und Decoralionsmaler ist ebenfalls
Gelegenheit zu ihrer praktischen Ausbildung gegeben, wie aus dem
Jahresbericht zu ersehen ist.

Außerdem können auch junge Leute vom Kunstgewerbe als:
Kunstschreiner, Golde und Silberschmiede, Metallarbeiter, Töpfer,
Holzschneider, Tapezierer ꝛc. als Hospitanten Aufnahme finden, um
im Zeichnen und Entwerfen von kunstgewerblichen Gegenständen
geübt zu werden.

Vie Inscription findet am 29. und 30. Oktober l. J. auf dem
kgl. Rectorate, von —12 Uhr Vormitlags und 486 Uhr Nach—
mittags statt, wobei die amtlich beglaubiglen Schul⸗ und Lehrzeug⸗
nisse mitzubringen sind. Das Schulgeld beträgt 20 M. und if
bei der Inscription zu entrichten. Zur Befreiung von demselben
ist die Vorlage eines Dürftigkeitszeugnisses nöthig.

Lehrprogramm und Statuten find durch die Tascher'sche Buch⸗
handlung hier, gegen portofreie Einsendung von 30 Pf., zu beziehen.

Kaͤiserslautern im Oktober 1880.

Kgl. Rectorat:
. 33D 2U2.

Anzeigo.
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mein großes Lager in allen Sorten
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nach einem alten aus einem Be⸗
nedictinerkloster stammenden Recept
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O. PINGVL in Göttiugen
Grovinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis
etzt das kostbarfte Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Ver Benedictiner
st nur aus Bestandtheilen zusam⸗
neugesetzt, welche die Eigenschaften
desitzen, die zum Wie deraufbau

eines zerrutteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig sind.
cEr ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
rhoiden, Rervenleiden, Kraämpfen, Blähungen, Hautaus
schlägen (Flechten) Athemuoth, Gicht, ARheumatismus,
Schwächezuftänden, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
And vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benediectiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frijch, stellt die Harmozie des Koͤrpers wieder her und verlängert da⸗
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel .C. Pingel in Göttingen“
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

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Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Frau Katharina Ehrnhofer, Söldnerin am Gschwend ir
Benediktbeuern in Oberbayern berichtet am 2. Mai 1877: Da mich se
viel Gichtleidende um Ihren Benediktiner“ zu schreiben ersuchen, weil be
vielen schon die erste Flasche Besserung brachte. bitte ich um baldige fernert
Zusendung von 10 Flaschen à 330 Gr. ꝛc.

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Billigstes Hausmiitel anwendbar bei Magen—
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Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

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        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich
. 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 4, einschließlich 420 3 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
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48 158. Sonntag, den 3. Oktober 1880
—— —— — — — — ——

Deutiches Reich.

Nach neuerlichen Berichten aus München wird der bahyerische
Gesandte in Berlin, Herr v. Rudhart, nach beendetem Ürlaub
nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Ob und wie die Differenzen
wischen ihm und dem Reichskanzler beigelegt worden sind, darüber
nerlautet noch nichts Näheres.

Aus Berlin berichtet der „Pf. K.“: Mit großem Interesse
jat man hier von den wiederholten und insbesondere auch den
geuesten, recht zeitgemäßen Resolutionen der pfälzischen Gelwer⸗
bevereine gegen die Wünsche und Agitationen der Zünftler Kenntniß
zjenommen und besonderen Werth darauf gelegt, weil eine hundert
ährige Erfahrung sie stützt. Ueber die Ansichten des Reichskanzlers
n diesem Punkt glaubt man hier nicht im Zweifel sein zu können.
Der Reichskanzler wird sich hüten, die thörichten Forderungen der
Zünftler im engeren Sinn, welche nach offenbaren Zwangsinnungen
rufen, wie sie aus Berlin und München erschallen, zu den seinigen
zu machen. Wohl aber gedenkt er für die verschleierten Zwangs⸗
nnungen einzutreten, welche die Hamburger Handwerkerpariei uner
der Fürsprache der „Nordd, Allg. Ztg.“ zu konstruiren versucht hat,
das heißt für Innungen mit weitgehenden Befugnissen. Ihnen bei—
zutreten soll Niemand gezwungen werden, aber derjenige Hand⸗
verksmeister, der sich ausschließt, darf z. B. keine Lehrlinge halten
und muß die eingreifendsien Störungen seines Betriebes befürchten,
za die Innung allerlei ihn berührende Befugnisse ausüben foll, so
.B. das Pruͤfungswesen regeln, über die Befähigung zum Ge—
chäftsbetrieb entscheiden soll ꝛc. Man wird hoffentlich in gewerb⸗
ichen Kreisen sich nicht einreden lassen, daß solche Innungen sich
von echten Zwangsinnungen in der Wirkung unterscheiden. — Wi⸗
dielfach versichert wird, gedenkt übrigens der Reichskanzler den neuen
Innungen bei der Ausfuͤhrung seines Arbeiterversicherungsprojektes
eine wichtige Stellung anzuweisen. Und das wäre dann also der
döder, an dem die Widerstrebenden anbeißen sollen!

Der Entwurf eines Strafvollzugsgefetzes, von
welchem in der letzten Zeit vielfach die Rede war, wird, wie nach
»er „Köln. Ztg.“ „mit ziemlicher Bestimmtheit“ verlautet, in der
nächsten Session des Reichstages nicht eingebracht werden. Zu den
iinanziellen Bedenken hört man jetzt als neuen bemerkenswerthen
Umstand erwähnen, welchem die fernere Vertagung der Vorlage
»eigemessen wird, daß die im Zuge befindliche Neigung zum Re—
aidiren der Gesetzgebung des leßten Jahrzehnis sich auͤch auf die
Strafprozeßordnung erstrecken soll und man, solange in dieser Be—
iehung nicht Wandlung geschafft ist, das Strafvollzugsgesetz für
nicht zeitgemäß hält.

Sämmtliche deutsche Großherzoge nahmen die Einladung
zur Dombaufeier in Köln an.

Ausland.

Belgische Blätter melden, daß in Brügge gelegentlich der
Ausweisung einer Ordensgesellschaft Unruhen vorgekommen sind.
Dder Gouverneur und der Minister wurden geschmäht und die Polizei
mit Steinen geworfen. Die Ruhe wurde jedoch bald wieder hergestellt.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel
unter'm 80. Sept: Die Boischafter der Großmächte unterzeichneten
jestern ein Protokoll, wonach ihre Regierungen zum Beweise
der vollständigen Uneigennützigkeit, mit welcher sie die Ausführung
des Berliner Vertrages verfolgen, sich verpflichten, bei keinem Lir
angement, welches als Konsequenz ihrer behufs Ausführung des
Berliner Vertrages bezüglich der montenegrinischen und der grie—
hischen Frage vereinbarten Aklion eintreten könnte, irgend welche
Bebietsvergroͤßerung, irgend welchen ausschließlichen Einfluß oder
rrgend welchen kommerziellen Vortheil anzustreben, der nicht gleich⸗
näßig auch den anderen Nationen zu Guͤte käme.“

Es wird gemeldet, daß man in Konstantinopel eine
Katastrophe befürchte, da der Suͤltan sich in einem Zustande
ieberhafter Aufregung befinde, soll wohl heißen, daßz Abdul
Hamid wahnsinnig geworden sei.

Die der „Times“ aus Ragusa (siehe gestriges Blatt) zuge—
jangene Nachricht, daß Dulcigno von den Albanesen nie—
dergebrannt worden fei, bestätigt sich nicht. Donners⸗

tag Nachmittag traf in Wien eine amiliche Meldung des österrei⸗
hischen Stationskommandos zu Cattaro ein, welches das Gerücht
»om Brand Dulcignos als unwahr erklaͤrt. Dagegen sollen meh⸗
rere hundert Albanesen am 29. Sept. abgezogen sein. Die ver—
ꝛinigten Geschwader der Großmächte liegen noch ruhig bei Gravosa
ind erwarten die neuen Instruktionen, die ihnen angesichts der
eränderten Sachlage zugehen werden. Alle Gerüchte, daß einzelne
MNächte, wie z. B. Frankreich, ihre Schiffe zurückziehen wollten ꝛc.,
ind verfrüht und bezw. unbegründet, da die Verhandluugen noch
chweben und noch keine Entscheidung getroffen ist.

Rom, 80. Sept. „Italie“ will wissen, in der Situation
etreffs Duleigno's waͤre eine wichtige Veränderung
ingetreten. Die Pforte verlangte eine bis Montag ablaufende
Frist und versprach eine befriedigende Lösung vorzuschlagen.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Det hiesige Vorschußverein hatte im 1.
Semester des laufenden Jahres einen Gesammtumschlag von
.007,172 M. 96 Pf. Die Zahl der Mitglieder ist in diesem
Zeitraume von 428 auf 464 gestiegen.

F Die Diskbontirung von in Verwahrung er—
zaltenen Wechseln, deren Begebung ausdrücklich uniersagt
var, ist nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts vom 20. Mai
». J. als Unterschlagung zu bestrafen, jelbst wenn bei der
Diskontirung die Absicht der Wiedereinlosung des Wechsels und so—
nit der Wiederherstellung des früheren Zusiandes bestanden hatte.

Am 30. Sept. ging in Zweibrücken die Gerichtsvoll⸗
ieherprüfnng für den Landgerichtsbezirk Zweibrücken, welche am
Nontag ihren Anfang genommen hatte, zu Ende. Derselben hatten
ich folgende Herren unterzogen: Karl Bettinger, Gerichtsvollzieher⸗
jehilfe in Dahn, Adam Becker, Gerichtsschreibereigehilfe in Zwei—
rücken, Chrijtoph Guckes, Gerichtsvollzieheramtsverweser in Pirma—
ens, Christ. Huber, Gerichtsschreibereigehilfe in Pirmasens, Karl
deck, Gerichtsvollziehergehilse in St. Ingbert, Albert Schultz und
Itto Schultz, beide Gerichtsvollziehergehilfen in Pirmasens. Saͤmmt⸗
iche Kandidaten haben die Prüfung bestanden.

F. Fortuna hat ihren — Mann gefunden, nämlich den Hrn.
deinrich Mann in Lauters heim bei Göllheim. Nachdem
ie Glücksgöttin demselben neulich mittelst der Kissinger Lotterie
2,000 M. in die Tasche geschüttet hat, stattete sie ihm soeben
inen zweiten Besuch ab und behändigte ihm eine vermehrte Ge—
vinnauflage: 55,000 Franken, Treffer zweier Straßburger Loose.
Für Hrn. Mann erwies sich also Kissingen als Heilbad, ohne daß
erx dasselbe gesehen, und das alte Lied: „Zu Straßburg ... da
zing mein Trauern an,“ darf er mit angenehmer Textvariation
zum Rang seines Lieblingsliedes erheben. Auch ist Hr. Mann
uugenscheinlich nicht der „Heinrich“, vor welchem es Fortunen
„graut“, im Gegentheil. (Z3w. Zig.)

x Die landwirthschaftliche Kreisversammlung, welcher auch
Se. Erz. Regierungspräsident v. Braun anwohnen wird, beginni
am 2. Oktober, Vormittags 10 Uhr im Stadthaus zu Dürk—
he im. Es werden drei Vorträge gehalten werden, zu denen nicht
nur die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, sondern auch
alle Freunde der Landwirthschaft eingeladen sind. Dr. Knecht von
Reustadt wird über landwirihschaftliches Kreditwesen sprechen, Wan⸗
)erlehrer Rapp von Gollheim über Hebung der Obstbaumzucht,
dann Prof. Feser von München über Molkerei und Aufzucht von
Jungvieh. Die Vorträge und die sich daran knüpfenden Verhand—
ungen werden etwa drei Stunden in Anspruch nehmen; darnach
wird auf dem Wurstmarkt ein Frühschoppen — 1880er Feder⸗
peißer — den Magen zur Viehbesichtigung vorbereiten, die vom
Thierhäuschen aus vorgenommen wird; bei der Preisvertheilung

bläst die Kurmusik die Tusche.

f In Freinsheim wurde am Donnerstag ein Mann,
Namens Nikol. Weibert, beerdigt, welcher am Montag ertrunken
im Pfuhlloch seines Hofes aufgefunden worden war. Es ist Unter⸗
uchung eingeleitet, da die Besichtigung des Leichnams die Ver⸗
nuthung, daß ein Verbrechen verübt worden sei, nahe gelegt
saben soll.
        <pb n="626" />
        Die Frankenthaler Volksbank hat im 1. Semester
bei einem Umschlage von 6,145, 288 Mtk. 28 ppfg. einen Gewinn
don 10,601 Mk. 24 Pfg. erzielt.

F Würzburg. (Militärbezirksgericht.) In
oͤffentlicher Sitzung wuͤrden verurtheilt: Se kondlieutenant
Ludwig Frhr. v. Gebsattel des 1. Ulanen-Reg.
vegen Mißbrauchs der Dienstgewalt durch körperliche Mißhandlung
eines Untergebenen, des Gemeinen Franz Schank, zu 8 Tagen
Sltubenarrest, (Nach der F. Z. hat das Reat, das mit 8 Ta⸗
gen Stubenarrest, also so gut wie gar nicht bestraft
hird, darin bestanden, daß der edle Freiherr dem Gemeinen
Schank während der Instruktionsstunde, weil er eine mehrmals an
ihn gestellte Frage nicht richtig beantwortete, drei derart kräftige
Ohrfeigen applizirte, daß dem Schank das Trommelfell

* *
Licitation.

Dienstag den 19. Oktober
rächsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu Schnappbach in der Gast⸗
wirthschaft von Ludwig Sieg—
wardt, werden durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl.
Notars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zum Nachlasse des
in Schnappbach, Stadtgemeinde
St. Ingbert verlebten Glashüt⸗
tenaufsehers Philipp Koch ge⸗
hörigen Liegenschaften, im Banne
hon St. Ingbert, abtheilungs⸗
halber an die Meistbietenden
öffentlich in Eigenthum verstei⸗
gert, nämlich:

1. Plan Nr. 4993, 9 a 20
Im Wiese auf der Rußhütte
und
Plan Nr. 4997, 653 279
m Wiese allda, beide Stücke
ein Ganzes bildend, jetzt
Barten neben Gebr. Röch⸗
ing und dem Weg.
Eigenthümer sind:

Die Kinder und Erben des
Berlebten beziehungsweise deren
Reprasentanten und Stellvertreter
ils:

1. Sophie Koch, gewerblose
Wittwe von Friedrich Koch, wei⸗
and Glasmacher in Schnapp—
bach;

2. Margaretha Koch, gewerb⸗
lose Ehefrau von Karl Schwarz,
früher Metzger jetzt Fuhrmann,
hbeide allda wohnhaft;

3. Philipp Koch, Glasmacher
illda;

4. Wilhelmine Koch, gewerb⸗
lose Ehefrau von Bernhard Koch,
—XR
haft;

5. Henriette Schneider, ge⸗
werblos allda wohnhaft, Wittwe
des daselbst verlebten Glasmachers
Ludwig Koch, als gesetzliche Vor—
münderin ihrer mit demselben
zrzeugten noch minderjährigen
Ktinder: a. Alexis und b. Hen⸗
riette Koch;

6. Sophie Louise Koch, ge—
verblose Ehefrau von Jakob
Bischof, Lehrer am kaiserl. Leh⸗
terseminar zu Oberehnheim im
Unterelsaß wohnhaft;

7. Elisabeth Charlotte Koch,
zewerblose Ehefrau von Ludwig
Zentz, kgl. Grubensteiger, beide
n Mitlelbexrbachergrube, Ge⸗
neinde Mittelberbach wohnhaft;

8. Karl Koch, Glasmacher in
Zchnappbach wohnhaft.

9. Maria genannt Karolina
doch, gewerblose Ehefrau von
rriedrich Gerhard, Techniker,
eide allda wohnhaft;

10. Georg Koch, Glasarbeiter
ind

11. Friedrich Wilhelm Koch,
Zräparandenschüler, beide Letztere
aoch minderjährig, welche den
enannten Ludwig Zentz zum
dauptvormunde und genannten
darl Koch zum Beivormunde
haben.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
ichen Ermächtigung und Güter⸗
gemeinschaft wegen selbst be—
heiligt.

St. Ingbert, 2. Okt. 1880.

K. Auffschneider
Amisverweser.
Dienstag, den 12. Oktober
nachsthin, des Vormittags 11
ühr zu Bebelsheim, bei
Wirth W. Hartmann, versteigert
derr Pfarrer Walle von dort
in den Meistbietenden:

3000 Liter
Rothwein 1878er
Gurgunder).
Derselbe, reiner Naturwein,
st Flaschenreif und gezogen aus
den Weinbergen des Versteig⸗
assers zu Rubenheim.
Proben werden bei der Ver—
teigerung verabreicht.
Blieskastel, 29. Sept. 1880.
A. A.
Dawo.
— —
Geschäfts⸗
Verlegung.
Meinen verehrl. Kunden und
yönnern hiermit die ergebene

Anzeige, daß ich mein
Meszgerei—
Geschäft
n mein Wohnhaus neben der
Heusser'schen Brauerei verlegt
abe. Joseph Schwarz,

Metzger.
Buchen Scheit⸗
u. Prügelholz
at zu —

durchlöchert ward und derselbe 15 Tage im La⸗
zarethliegen mußte.

Auf der Münchener Oktober⸗Ausstellung ist die Pfalz
zurch folgende Namen vertreten: Johann Pfister in Billigheim,
Johann Magin in Dirmstein, groß. hess. Ritimeister à la suite
Frhr. Dael von Köth-⸗Wanscheid in Dirmstein, Jakob Janson I.
n Dirmstein, Wilhelm Jacob in Steinfeld, Heinrich Klein in
Dierbach, Velten in Speyer, Gemeinde Offenbach, Stadtgemeinde
Landau, Karl Schramm in Homburg, Gemeinde Kleinbockenheim.

FPrinz Heinrich, der zweitälteste Sohn des deutschen
Kronprinzen, traf am Mitiwoch wohlbehalten von seiner zweijährigen
Reise um die Welt im Hafen von Kiel ein.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demetz.
Arbeits-Schuhe,
6 M per Paar,
8Rꝛe»n3uder⸗Schuhe
von 60 8 an,
bei Lauur-
Schuhhändler.

bon
Sedelmayer
hei Michael Paul.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert
in completen Waggons bei
Prima⸗Waare billigst und
ist zu näherer Auskunft ꝛc.
gerne bereit
Hans Maier in Ulm a. D.
Import ital. Produkte.
——— —2— —— —

Reinen Honig
mofiehlt J. Baron.
Kaffee⸗ u. Thee⸗Export⸗
Geschäft von
V. Meineexe, Hamburg,
versendet franko Fracht und Zoll
unter Nachnahme von 5 Ko. an;
cht arab. Mokka⸗Kaffee per Pfd. 1600
hochf. Ceylon Perle, 135,
f. Perl —
ochf. Java u. Ceylon 120,
a gelb Java u. Ceylon 115.
Laguayra u. Guatemalan, 110
Campinas u. Costaric, 105,
Thinefischer Thee, neueste Ernte, em—
ofehle in reinschmeckender bis hoch⸗
seiner Qualität von AMI. 50 S65
ber Pfd. als Beipackung in beliebi—
zen Quantitäten.

ot. 2hann-⸗-fRnanrbruken
Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstat
Zurbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
leljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—
breitung vorzüglich fuͤr Inserate

qewerbliche und landwirthechaftliche
Ausstellung des Ptalægaues.
ZEDMCAMNNEEEIM I8S0O.
Unter dem Protéctorat Sr. Xgl. Hoheit des Grossh.
Priedrich von Baden.

»Schluss am s8. Oktober 1880.
Fahrpreis⸗ Prmassigung bei der Badischen, Pfalzischen. Hes-
gischen und Main-Neckar-Rahn
Loose à 2 Maric. (Auf 10 Loose 1 Preiloos) durcb
Herrn F. XNestler B. 5, 2.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
„Landau i. Pfalz.

vptzialilit: HerrnHemden nach Maaß

nach deutschen, französischen und amerika—

nischen Zuschneide⸗Systemen.

11 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 26.-

mit glattem feinem leinen

Einsatz ABO. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤße und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals- und Brust—
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

⸗RFuür guten Stoff, solide Arbeit und
a uen Sitz leiste ich Jjedde Ga-
rantie; nach erfoigter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kon—
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leistungsfühighkeit über⸗
zeugen.
Druck und Verlag von F. X. Deme zt in St. Ingbert.
Hiezu „Illustruͤrtes Sonntagsblatt“ Nr. 14.
        <pb n="627" />
        Sf. Ingberker AAnzeiger.
Der Dt. Jugberter Amzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage erscheint wöchentlich viermal:? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
43 58 8 Sonntag, den 3. Oktober 1880.

.ö. ο

Deutsches Reich.

Nach neuerlichen Berichten abs München wird der bayherische
Gesandte in Berlin, Herr v. Rudhart, nach beendetem Urlaub
nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren. Ob und wie die Differenzen
zwischen ihm und dem Reichskanzler beigelegt worden sind, darüber
herlautet noch nichts Näheres.

Aus Berlin berichtet der „Pf. K.“: Mit großem Interesse
hat man hier von den wiederholten und insbesondere auch den
aeuesten, recht zeitgemäßen Resolutionen der pfälzischen Gewer—⸗
bevereine gegen die Wünsche und Agitationen der Zünftler Kenntniß
genommen und besonderen Werth darauf gelegt, weil eine hundert—
ährige Erfahrung sie stützt. Ueber die Ansichten des Reichskanzlers
n diesem Punkt glaubt man hier nicht im Zweifel sein zu können.
Der Reichskanzler wird sich hüten, die thörichten Forderungen der
Zünftler im engeren Sinn, welche nach offenbaren Zwangsinnungen
cufen, wie sie aus Berlin und München erschallen, zu den seinigen
zu machen. Wohl aber gedenkt er für die verschleierten Zwangs—
mnungen einzutreten, welche die Hamburger Handwerkerpariei unter
der Fürsprache der „Nordd. Allg. Ztg.“ zu konstruiren versucht hat,
das heißt für Innungen mit weitgehenden Befugnissen. Ihnen bei—
zutreten soll Niemand gezwungen werden, aber derjenige Hand⸗
werksmeister, der sich ausschließt, darf z. B. keine Lehrlinge halten
und muß die eingreifendsten Störungen seines Betriebes befürchten,
da die Innung allerlei ihn berührende Befugnisse ausüben foll, so
„. B. das Prüfungswesen regeln, über die Befähigung zum Ge—
schäftsbetrieb entscheiden soll ꝛc. Man wird hoffentlich in gewerb⸗
lichen Kreisen sich nicht einreden lassen, daß solche Innungen sich
don echten Zwangsinnungen in der Wirkung unterscheiden. — Wie
zielfach versichert wird, gedenkt übrigens der Reichskanzler den neuen
Innungen bei der Ausfuͤhrung seines Arbeiterversicherungsprojektes
zine wichtige Stellung anzuweisen. Und das wäre dann also der
Röder, an dem die Widerstrebenden anbeißen sollen!

Der Entwurf eines Strafvollzugsgesetzes, von
velchem in der letzten Zeit vielfach die Rede war, wird, wie nach
der „Köln. Ztg.“ „mit ziemlicher Bestimmtheit“ verlautet, in der
nächsten Session des Reichstages nicht eingebracht werden. Zu den
ꝛinanziellen Bedenken hört man jetzt als neuen bemerkenswerthen
Umstand erwähnen, welchem die fernere Vertagung der Vorlage
»eigemessen wird, daß die im Zuge befindliche Neigung zum Re—
oidiren der Gesetzgebung des letzten Jahrzehnts sich auch auf die
Strafprozeßordnung erstrecken soll und man, solange in dieser Be—
iehung nicht Wandlung geschafft ist, das Strafpvollzugsgesetz für
richt zeitgemäß hält.

Sämmtiliche deutsche Großherzoge nahmen die Einladung
zur Dombaufeier in Köln an.

Ausland.

Belgische Blätter melden, daß in Brügge gelegentlich der
Ausweisung einer Ordensgesellschaft Unruhen vorgekoinmen sind.
Der Gouverneur und der Minister wurden geschmäht und die Polizei
mit Steinen geworfen. Die Ruhe wurde jedoch bald wieder hergestellt.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel
unter'm 30. Sept: Die Botschafter der Großmächte unterzeichneten
zestern ein Protokoll, wonach ihre Regierungen zum Beweise
der vollständigen Uneigennützigkeit, mit welcher sie die Ausführung
des Berliner Vertrages verfolgen, sich verpflichten, bei keinem Ar—
cangement, welches als Konsequenz ihrer behufs Ausführung des
Berliner Vertrages bezüglich der monienegrinischen und der grie—
hischen Frage vereinbarten Aktion eintreten könnte, irgend welche
Bebietsvergrößerung, irgend welchen ausschließlichen Einfluß oder
rgend welchen kommerziellen Vortheil anzustreben, der nicht gleich—
mäßig auch den anderen Nationen zu Gute käme.“

Es wird gemeldet, daß man in Konstantinopel eine
Katastrophe befürchte, da der Sultan sich in einem Zustande
ieberhafter Aufregung befinde, soll wohl heißen, daßz Abdul
Hamid wahnsinnig geworden sei.

Die der „Times“ aus Ragusa (jsehe gestriges Blatt) zuge—
zangene Nachricht, daß Duleigno von den Albanesen nie⸗
dergebrannt worden sei, beflätigt sich nicht. Domners⸗

tag Nachmittag traf in Wien eine amtliche Meldung des österrei⸗
hischen Stationskommandos zu Cattaro ein, welches das Gerücht
»om Brand Dulcignos als unwahr erklärt. Dagegen sollen meh—
cere hundert Albanesen am 29. Sept. abgezogen sein. Die ver⸗
einigten Geschwader der Großmächte liegen noch ruhig bei Gravosa
und erwarten die neuen Instruktionen, die ihnen angesichts der
veränderten Sachlage zugehen werden. Alle Gerüchte, daß einzelne
Mächte, wie z. B. Frankreich, ihre Schiffe zurückziehen wollten ꝛc.,
ind verfrüht und bezw. unbegründet, da die Verhandluugen noch
chweben und noch keine Entscheidung getroffen ist.

Rom, 30. Sept. „Italie“ will wissen, in der Situation
zetreffs Dulcigno's wäͤre eine wichtige Veränderung
eingetreten. Die Pforte verlangte eine bis Montag ablaufende
Frist und versprach eine befriedigende Lösung vorzuschlagen.

Dermischtes.

*St. Ingbert. Der hiesige Vorschußberein hatte im 1.
Semester des laufenden Jahres einen Gesammtumschlag von
6,007,172 M. 96 Pf. Die Zahl der Mitglieder ist in diesem
Zeitraume von 428 auf 464 gestiegen.

Die Diskontirung von in Verwahrung er—
haltenen Wechseln, deren Begebung ausdrücklich untersagt
war, ist nach einem Erkenntniß des Reichsgerichts vom 20. Mai
d. J. als Unterschlagung zu bestrafen, selbst wenn bei der
Diskontirung die Absicht der Wiedereinloͤsung des Wechsels und so⸗
nit der Wiederherstellung des früheren Zustandes bestanden hatte.

F Am 30. Sept. ging in Zweibrücken die Gerichtsvoll⸗
zieherprüfnng für den Landgerichtsbezirk Zweibrücken, welche am
Montag ihren Anfang genommen hatte, zu Ende. Derselben hatten
iich folgende Herren unterzogen: Karl Bettinger, Gerichtsvollzieher⸗
Jgehilfe in Dahn, Adam Becker, Gerichtsschreibereigehilfe in Zwei⸗—
zrücken, Christoph Guckes, Gerichtsvollzieheramtsverweser in Pirma—
ens, Christ. Huber, Gerichtsschreibereigehilfe in Pirmasens, Karl
deck, Gerichtsvollziehergehilfe in St. Ingbert, Albert Schultz und
Itto Schultz, beide Gerichtsvollziehergehilfen in Pirmasens. Sammt—
iche Kandidaten haben die Prüfung bestanden.

— Fortuna hat ihren — Mann gefunden, nämlich den Hrn.
Heinrich Mann in Lautersheim bei Göllheim. Nachdem
die Glücksgöttin demselben neulich mittelst der Kissinger Lotterie
12,000 M. in die Tasche geschüttet hat, stattete sie ihm soeben
einen zweiten Besuch ab und behändigte ihm eine vermehrte Ge—
vinnauflage: 55,000 Franken, Treffer zweier Straßburger Loose.
Für Hrn. Mann erwies sich also Kissingen als Heilbad, ohne daß
er dasselbe gesehen, und das alte Lied: „Zu Straßburg ... da
zing mein Trauern an,“ darf er mit angenehmer Textoariation
zum Rang seines Lieblingsliedes erheben. Auch ist Hr. Mann
nugenscheinlich nicht der „Heinrich“, vor welchem es Fortunen
„graut“, im Gegentheil. (Zw. Ztg.)

* Die landwirthschaftliche Kreisversammlung, welcher auch
Se. Erz. Regierungspräsident v. Braun anwohnen wird, beginni
am 2. Oktober, Vormittags 10 Uhr im Stadthaus zu Duͤrk⸗
heim. Es werden drei Vorträge gehalten werden, zu denen nicht
nur die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins, sondern auch
aAlle Freunde der Landwirthschaft eingeladen sind. Dr. Knecht von
NReustadt wird über landwirthschaftliches Kreditwesen sprechen, Wan—
derlehrer Rapp von Göllheim über Hebung der Obstbaumzucht,
ann Prof. Feser von München über Molkerei und Aufzucht von
zungvieh. Die Vorträge und die sich daran knüpfenden Verhand⸗
ungen werden etwa drei Stunden in Anspruch nehmen; darnach
wird auf dem Wurstmarkt ein Frühschoppen — 1880er Feder⸗
veißet — den Magen zur Viehbesichtigung vorbereiten, die vom
Thierhäuschen aus vorgenommen wird; bei der Preisvertheilung
bläst die Kurmusik die Tusche.

In Freinsheim wurde am Donnerstag ein Mann,
Namens Nikol. Weibert, beerdigt, welcher am Montag ertrunken
im Pfuhlloch seines Hofes aufgefunden worden war. Es ist Unter⸗
uchung eingeleitet, da die Vesichtigung des Leichnams die Ver⸗
muthung, daß ein Verbrechen verübt worden sei, nahe gelegl
saben soll.
        <pb n="628" />
        F Die Frankenthaler Volksbank hat im 1. Semester
bei einem Umschlage von 6,148,288 Mtk. 28 pfg. einen Gewinn
oon 10,601 Mk. 24 Ppfg. erzielt.

r7Würzburg. (Militärbezirksgericht.) In
öffentlicher Sitzung wurden verurtheilt; Sekonsdlieutenant
dudwig Frhr. v. Gebsauitel des 1. Ulanen-Reg.
—D—— körperliche Mißhandlung
eines Untergebenen, des Gemeinen Franz Schank, zu 8 Tagen
Stubenarrest. (Nach der F. Z. hat das Reat, das mit 8 Ta⸗
gen Stubenarrest, also so gut wie gar nicht bestraft
vird, darin bestanden, daß der edle Freiherr dem Gemeinen
Schank während der Instruktionsstunde, weil er eine mehrmals an
ihn gestellte Frage nicht richtig beanwortete, drei derart kräftige
Ihrfeigen applizirte, daß dem Schank das Trommeil fell
*
Licitation.

Dienstag den 19. Oktober
nichsthin, Nachmittags 2 Uhr
zu Schnappbach in der Gast⸗
virthschaft von Ludwig Sieg—
wardt, werden durch den unter⸗
zeichneten Amtsverweser des kgl.
Noiars Franz Sauer in St.
Ingbert, die zum Nachlasse des
in Schnappbach, Stadtgemeinde
St. Ingbert verlebten Glashüt⸗
tenaufsehers Philipp Koch ge—
hörigen Liegenschaften, im Banne
bon St. Ingbert, abtheilungs⸗
halber an die Meistbietenden
oͤffentlich in Eigenthum verstei⸗
gert, naͤmlich:

1. Plan Nr. 4993, 9 a 20
jm Wiese auf der Rußhütte
und
Plan Nr. 4997, 5 2 79
qm Wiese allda, beide Stücke
ein Ganzes bildend, jetzt
Garten neben Gebr. Röch⸗
ling und dem Weg.
Eigenthümer stnd:

Die Kinder und Erben des
Verlebten beziehungsweise deren
Repräsentanten und Stellvertreter
als:

1. Sophie Koch, gewerblose
Witiwe von Friedrich Koch, wei⸗
and Glasmacher in Schnapp⸗
bach;

2. Margaretha Koch, gewerb⸗
rose Ehefrau von Karl Schwarz,
früher Metzger jetzt Fuhrmann,
beide allda wohnhaft;

3. Philipp Koch, Glasmacher
allda;

4. Wilhelmine Koch, gewerb⸗
lose Ehefrau von Bernhard Koch,
enehen beide daselbst wohn⸗
aft;

5. Henriette Schneider, ge⸗
werblos allda wohnhaft, Wittwe
des daselbst verlebten Glasmachers
dudwig Koch, als gesetzliche Vor—⸗
münderin ihrer mit demselben
erzeugten noch minderjährigen
Kinder: a. Alexis und b. Hen⸗
riette Koch;

6. Sophie Louise Koch, ge⸗
werblose Ehefrau von Jakob
Bischof, Lehrer am kaiserl. Leh—
rerseminar zu Oberehnheim im
Unterelsaß wohnhaft;

7. Elisabeth Charlotte Koch,
zJewerblose Ehefrau von Ludwig
Zentz, kgl. Grubensteiger, beide
in Mitielbexbachergrube, Ge⸗
meinde Mittelberbach wohnhaft;

8. Karl Koch, Glasmacher in
Schnappbach wohnhaft.

9. Maria genannt Karolina
doch, gewerblose Ehefrau von
Friedrich Gerhard, Techniker,
heide allda wohnhaft;

10. Georg Koch, Glasarbeiter
ind

11. Friedrich Wilhelm Koch,
Bräparandenschüler, beide Letztere
noch minderjährig, welche den
genannten Ludwig Zentz zum
dauptvormunde und genannten
qarl Koch zum Beivormunde
haben.

Die Ehemänner alle der ehe⸗
sichen Ermächtigung und Güter⸗
gemeinschaft wegen selbst be—
theiligt.

Si. Ingbert, 2. Okt. 1880.

K. Auffschneider
Amisverweser.
—
Dienstag, den 12. Oktober
nächsthin, des Vormittags 11
Uhr zu Bebelsheim, bei
Wirth W. Hartmann, versteigert
derr Pfarrer Walle von dort
in den Meistbietenden:

3000 Liter
Rothwoein 1878er
Gurgunder).
Derselbe, reiner Naturwein,
st Flaschenreif und gezogen aus
en Weinbergen des Versteig⸗
assers zu Rubenheim.
Proben werden bei der Ver⸗
teigerung verabreicht.
Blieskastel, 29. Sept. 1880.
A. A.
Dawo.
Geschäfts⸗
Verlegung.
Meinen verehrl. Kunden und
gönnern hiermit die ergebene
Anzeige, daß ich mein
Metzgerei—
Geschäft
n mein Wohnhaus neben der
Heusser'jchen Brauerei verlegt
abe. Joseph Schwarz,
Metzaer.
Buchen Scheit—
u Prügelholz
** asinger.
Druck und Verlag von F. X.

durchlöchert ward und derselbe 15 Tage im La⸗
zareth liegen mußte.

p Auf der Münchener Oktober-Ausstellung ist die Pfalz
durch folgende Namen vertreten: Johann Pfister in Billigheim,
Johann Nagin in Dirmstein, groß. hess. Rittmeister 5 la suiteo
Frhr. Dael von Köth-Wanscheid in Dirmstein, Jakob Janson UV.
in Dirmstein, Wilhelm Jacob in Steinfeld, Heinrich Klein in
Dierbach, Velten in Speyer, Gemeinde Offenbach, Stadtgemeinde
dandau Karl Schramm in Homburg, Gemeinde Kleinbockenheim.

4Prinz Heinrich, der zweitälteste Sohn des deutschen
Kronprinzen, traf am Mitiwoch wohlbehalten von seiner zweijährigen
Reise um die Welt im Hafen von Kiel ein.
Fur die Redaction veranlwortlich: F. 5 eme b.
1r522 2-Schuhe,
6 M. ner Paar,
J Nan,
2LL-
hhãäandler

von
Sedelmayer
Michael Paul.

bei
Reinen Honig
empfiehlt J. Baron.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert
in completen Waggons bei
Prima⸗Waare billigst und
ist zu näherer Auskunft ꝛc.
gerne bereit

Hans Maier in UIm a. D.

Import ital. Produkte.

Kaffee⸗ u. Thee⸗Export⸗

Geschäft von
WV. Meinecexe, Hamburg,
oersendet franko Fracht und Zoll
unter Nachnahme von 5 Ko. an:
echt arab. Mokka⸗Kaffee per Pfd. 160
hochf. Ceylon Perl, 13858,
ff. Perl 2 53 130
hochf. Java u. Ceylon 120,
ff gelb Java u. Ceylon 115,
*. Laguayra u. Guatemalan, 110,
.Campinas u. Costarica,, 105,
Thinesischer Thee, neueste Ernte, em⸗
ofehle in reinschmeckender bis hoch⸗
seiner Qualität von M 1. 30. 4 5.
der Pfd. als Beipackung in beliebi—
den Quantitäten.

ðt. Zohanrp⸗Xfarer
Volkszeitung.

In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstati
Burbach an der Saar zusam—
mengenommen das gelesenste
Blau. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
teljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Eignet sich wegen großer Ver—
breitung vorzüglich fuͤr Inserate
eder Art.

qewerbliche und landwirtheschaftliche
Ausstellung des Plalægaues.
ZEVMAMNVNXNEHÆEIM 1880.
Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden.

Sohluss am s8. Oktober s880
Eintritt MIL. 1. —
Fahrpreis-Ermässigung bei der Badischen, Pfalzischen, Hes-
sischen und Main-Nockar-Bahn
Loose Aà 2 Marlic. (Auf 10 Loose l Preiloos) dureh
Herrn F. Nestler B. 5, 2.

P. Demetz, Hemdenfabrik,

Landau i. Pfalz.
Spezialitat: Herrnhemden nach Alagß
nach deutschen, französischen und amerika—
nischen Zuschneide⸗Systemen.

100 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 26. -

mit glattem feinem leinen

Einsatz A BO. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsaͤtze und Qualität des Stoffes.

Vei Vestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
an Sitz leiste ich Jecde Gn-
ranitie; nach erfoigter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leistungssühiglkeit über⸗
eugen.
Demez in St. Ingbert.
Biezu „JUnstrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 14.
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        Sf. Ingberler AAnzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beiragt vierteljahrlich

A 40 Z einichließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
A B0.

Dienstag, den 5. Oktober

18855.
Deutsches Reich.

Es hat sich nunmehr auch die Vorstandschaft der Aunwalts-
kammer für den Oberlandesgerichtssprengel Muͤrnchen in einem
Hutachten gegen jede Beschränkung der Wechselfähigkeit ausgesprochen.

Aus Berlin kommt die erfreuliche Mittheilung, daß der
dortige französische Gesandte, Graf Saint Vallier, seine Stel—⸗
ung auch unter dem neuen französischen Kabinet behalten wird.
der Botschafter steht bei dem Kaiser und dem Reichskanzler in
johem Ansehen.

Graf Wilhelen Bismarck, der Sohn des Reichskanzlers,
jat dieser Tage vor seinen Reichstagswählern gesprochen. Ohne
zweifel wird derselbe den Intentionen des Reichskanzlers gemäß
zehandelt haben, indem er ausdrücklich betonte, daß man bei der
Reform der Gewerbegesetzgebung von der Etablirung
yon Zwangsinnungen absehen müsse. Keineswegs solle die Frei—
‚ügigkeit beschränkt, sondern nur durch Reorganisation der Innun—
jen darauf hingewirkt werden, daß wieder mehr Ordnung in die
Verhältnisse der Gesellen und Lehrlinge zu den betreffenden Mei—
itern gebracht werde. — Daß unsere gewerblichen Verhältnisse nach
dieser Seite hin einer gründlichen Verbesserung bedürfen, ist wohl
über jeden Zweifel erhaben und wird man es dem Reichskanzler
icherlich Dank wissen, wenn es ihm gelingen sollte, eine wirkliche
steform auf dem in Rede stehenden Gebiete zur Durchführung zu
zringen.

Eine kaiserliche Verordnung aus Baden⸗-⸗Baden vom 29.
September beruft den Bundesrath zum 20. Oktober ein.

Ein Berliner Telegramm der „Köln. Ztg.“ vom Sonntag
neldet: Die deutsche Regierung wünscht möglichst lange an dem
uropäischen Einvernehmen in der orientalischen Frage festzuhalten,
veil auf diese Weise am besten der gewaltsamen Politik einzelner
Mächte vorgebeugt werden kann.

Ausland.

An das Zustandekommen eines erneuten Drei—⸗
kaiserbündnisses wird in Vetersburger informirten Krei—
en nicht recht geglaubt, weil Oesterreich dem Beitritte Rußlands
ibgeneigt sei. Oesterreich soll speziell über angebliche russische In—
riguen in Mazedonien aufgebracht sein, während man in Peters⸗
yurg glaubt, daß ein Aufstand daselbst Oesterreich zu aktivem Ein—
chreiten zwingen würde. Der „Petersburger Herold“ meldet aus
deheran, daß zwischen den dort weilenden österreichischen und
ussischen Instruktions-Ofsizieren Zerwürfnisse ausgebrochen sind, in
Folge deren die Oesterreicher wahrscheinlich Persien verlassen würden.

Die Duleignuo-Angelegenheit beschäftigte den fran—
zoͤsischen und englischen Ministerrath. Ueber Beschlüsse verlautet
aur Unbestimmtes. Die Taktik der Türkei besteht darin, Frist zu
rxlangen, mit dem Hintergedanken: Zeit gewonnen, Alles gewonnen.
HDan glaubt jedoch bei der Haltung Englands nicht, daß dieses
Manöver Aussicht auf Erfolg hat. Die britische Regierung faßt
iach der „Polit. Korresp.“ ein eventuelles Aufgeben der Flotten—
demonstration nur für den einzigen Fall ins Auge, daß die Pforte
die Uebergabe Dulcignos unter von den Mächten gebilligten Mo—
oalitäten direkt bewerkstellige. Eventuelle dilatorische Vorschläge
zer Pforte werde die britische Regierung zurückweisen. Die „Agence
havas“ meldet aus Konstantinopel: Demnächst wird eine türkische

Kote abgesendet, welche die Uebergabe von Dulcigno anbietet gegen
pas Aufgeben der Flottendemonstration, spätere Regelung der Frage
ind Erhaltung des Statuts quo im Osten des Sees von Skutari;
die Note verlange ferner eine Frist von 2 Monaten für Regelung
der griechischen und von 3 Monaten für Regelung der arme—
nischen Frage.

Die russische Corvette „Zemuck“ ist von Cattaro nach den
ilbanesischen Gewässern abgesegelt behufs Rekognoszirungen. — Der
Zzuzug von Albanesen nach Dulcigno dauert fort. Riza Pascha
jat die Einwohner von Dulcigno erfolglos aufgefordert, ihre Fa⸗
nilien zu entfernen, um sie vor einem Bombardement zu schützen.
Die Stimmung ist dort sehr erregt und kampfbereit. — Montene⸗
gro forderte die albanesischen Kaufleute in Cettinje und Rieka auf,
hhre Geschäfte zu schließen und sich zurückzuziehen. Die Albanesen

erheben durch den türkischen Konsul Entschädigungsausprüche. —
Die Zahl der Alhanesen in und um Dulcigno wird auf 4000,
die der türkischen Truppen auf 6000 Mann geschätzt.

Der Vizekönig von Irland hat eine Belohnuͤng von 1000
bfund Sterling für die Ergreifung der Mörder des
Lord Mount-⸗Morres (derselbe wurde bekanntlich von seinen
Pächtern erschossen) ausgesetzt, und zugleich allen Mitschuldigen,
welche Mittheilungen machen würden, die zur Verurtheilung der
Mörder führen können, volle Amnestie zugesagt.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Am Samstag Mittag spielte das Zjährige
Söhnchen des auf der hiesigen Attienglashütte beschäftigten Ma—
chinenführers Triem in der Nähe des Rohrbaches mit einem
Drachen. Vermuthlich wollte es den niedergehenden Drachen
haschen, kam darüber zu nahe an den Rand des Baches und stürzte
in das Wasser, von dem es rasch eine weite Strecke mit fortgeführt
vurde. Eine Frau, welche das Geschrei des armen Kindes ver—
nahm und dieses im Wasser bemerkte, machte durch ihre Hilferufe
den auf dem Schmelzerwege fahrenden Knecht Greggorius von
Sengscheidt aufmerksam, der nun schnell durch die Gärten her—
zeilief und das bereits leblose Kind in der Nähe der Kempf'schen
Wirthschaft aus dem Wasser zog. In die Wohnung Kempf ge⸗
»racht, wurden von dem zufällig in der Nachbarschaft weilenden
Bader Buser sofort Wiederbelebungsversuche angestelit. Demselben
und dem herbeigerufenen Arzte Hrn. Dr. Ehrhardt gelang es
rst nach längerer Zeit, das Kind wieder zum Leben zu bringen.
doffentlich wird es sich nun auch bald von den ausgestandenen
Strapatzen ohne Nachtheil für seine Gesundheit erholen. Allen
Eltern aber sei dieser Fall wieder eine dringende Warnung, kleine
Kinder nie ohne die gehörige Aufsicht zu lassen.

*St. Ingbert, 5. Okt. Zu der gestern Abend statt⸗
zgehabten Generalversammlung des Vorschußvereins hatten sich
außer dem Vorstande und dem Ausschusse von den 464 Mitglie—
dern, welche der Verein zählt, 7 eingefunden. Auf der Tages—
ordnung standen 1. Vorlage des Geschäftsberichts für's erste Halb—
ahr 1880 und 2. Vericht über den pfälzischen Genossenschaftstag
zu Neustadt a. d. H. Aus dem Geschäftsberichte, erstattet von
dem Kassirer Hr. J. Beer, entnehmen wir, daß der Verein bei
einem Gesammtumschlage von 4,007,172 M. 96 Pf. im J. Se—
mester des l. J. einen Reingewinn von 8,896 M. 99 Pf. erzielte.
leber den pfälzischen Genossenschaftstag zu Neustadt berichtete Hr.
Ztadtschreiber Ba yer, welcher demselbhen ols Delegirter ange—
vohnt hatte.

O Aus dem Blies gau, 4. Oltober. Gestern hielt der
Bezirkscäcilienverein an der Blies seine II. Jahresversammlung bei
ehr zahlreicher Betheiligung in En sheim ab. Die Gesänge,
heils vierstimmig, theils Choral, vorgetragen von den Cäcilienver⸗
inen Ommersheim und Ensheim, wurden gut, theilweise vortrefflich
orgetragen und zeigten von guter Schulung seitens der betr. Vorstände.
Nach Schluß der Gesangsproben fand im Fries'schen Saale eine
Versammlung Statt, wobei H. Pfarrer Rütter von Erfweiler an
Stelle des nach Speyer beförderten H. Domvikars Lemaire zum
Sekretär gewählt wurde. Als nächster Versammlungsort wurde
Bliesmengen bestimmt. Die oben genannten Gesangvpereine erfreuten
die Versammlung durch einige humoristische Gesange, welche all⸗
eitig Beifall fanden. Mögen die Bestrebungen des Vereines, den
Kirchengesang zu heben und zu fördern, immer mehr Anklang und
Verbreitung finden.

F Aus dem Bezirksamt Homburg schreibt man der
„Ksrsl. Z.“: „Der Reichstagsabgeordnete unseres Bezirks, Hert
Dr. Buhl von Deidesheim, wird in einer am Sonntag den 10.
Oktober, Nachmittags halb 2 Uhr zu Landstuhl im Hotel Burgard
dattfindenden Versammlung seiner Wähler sich über die jüngsten
Lorgänge in der nationalliberalen Vartei und !über die zukünftige
daltung derselben aussprechen.

Der Stadtrath von Otter berg hat einstimmig beschlossen,
gzegen das Urtheil des k. Landgerichts Kaiserslautern, durch welches
die Stadtgemeinde Otterberg verurtheilt wurde, an den dasigen
        <pb n="630" />
        —VV——— daselbst die ärztliche
Praxis ausübe, jährlich 300 Gulden zu bezahlen, den Rekurs zum
berlandesgericht in Zweibrücken zu ergreifen. Die gegen den
früheren Buͤrgermeister Mah er in dieser Sache erhobene Gewähr⸗
schafisklage, für welche bereits Termin vor dem kal— Landgerichte
ileelalern auf ven 9. Oki. anberaumt war, bleibt nunmehr

ausgesetzt, bis der Hauptprozeß vor dem kgl. Oberlandesgericht zur
Entscheidung gelangt ist.

FeIn Kuhardt kamen bei dem Brande eines Hauses ein
zlterer Mann und ein ödjähriger Knabe, die beide in den oberen
rRäumlichkeiten des Hauses schliefen, in den Flammen um.

Fr vie edaciion verantwortlich: F. X. Deme 8.

Licitation 13. Plan Nr. 4810*/3, 29 4
30 qm Wiese in der Bä⸗
Donnerstag, den 21. Oktober renwiese an der Kohlen⸗
nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu straße neben Heinrich Hauck
Schnappbach bei, Adjunlt Eigenthümer sind:
—B —— Die Kinder und Erben obiger
wer Erblasser, beziehungsweise deren
Amtsverweser des kgl. Notars Repräsenianten und Stellber—
Franz Sauer die nachstehend eser als
deschriebenen, zum Nachlasse der J. Die Kinder und Erben von
in Schnappbach, Stadigemeinde Sophie Günther, im Leben
St. Ingbert verlebten Eheleute aslan von Heinrich —8
darl Guünther, weiland kgl. veiland Glasmacher in Schnapp⸗
ee und p hach als
ert, gehsrigen Liegenschaften
p der n St. Ing⸗ Fharloue 83 dig
bert, abtheilungshalber öffentlich — jährig und ohne Gewerbe
sa Gigenihum versteigert, näm⸗ —
ich: b. Magdalena Spaniol, ge—⸗
Plan Nr. 580182, 1a werblose Ehefrau von Johann
70 qm Fläche, zwei Wohn⸗ Palm, Bergmann, beide allda;
häuser mit Stall und Hof⸗ c. Heinrich Spaniol, Glas⸗
7um, Plan Nr. 5018b, macher allda;
2a Pislanzgarten allda d. Karl Spaniol, Glasmacher
und Pian Nr. 5014, 43 allda;
40 qm Garten allda, das e. Anna und k. Wilhelmine
Ganze gelegen zu Schnapp⸗ Spaniol, diese beide noch min⸗
bach/ neben Jakob Schanne derjährig und vertreten durch
und Wittwe Birlelbach, genannten Johann Palm als
Pi⸗Nr. 499814103. 13 dauptvormund und Friedrich
Fläache, Wohnhaus mit Fittelbach, Bergmann in Alten⸗
dn Fim 3. wald, als Nebenvormund;

—no IV. Ludwig Joh. Günther,
Wiesegund 33 Glasmacher in Schnappbach;
Lhn bahh gelegen neben III. Wilhelm Günther, Auf
dubwig Günther und Ww jeher allda;
Holzheber; IV. Christian Phil. Günther
Plan Nr. 1705, 20 a Bäcker allda;

70 qm Acker auf sechs V. Sophie Günther, ledig
Eichen neben Johann Sieg⸗ zroßjährig und ohne Gewerbe
wardt und Weg; allda;

Plan Nr. 1708, 29 a Il. Jakob Günther, Glas⸗
80 qm Acker allda, neben macher allda;

Karl Graffion; VII. Louise Günther, ge—
Plan Nr. 1379,17 2.79 werblose Ehefrau von Christian
qm Ader in der Mäusbach Reppert. Glasmacher, beide allda.
neben Georg Gentes; und

e eee VIII. Anna Günther, ledig
Jakob Kammann und Veier biuhris und ohne Gewerbe
8 NAr. 4883, 24 4 90 —A
q¶m Adkeer allda neben Ja— ind Reppert zugleich der ehe⸗
lob Kamann; ichen Ermachtigung und Güůter ·
Plan Ne. 4084, 112 60 gemeinschaft wegen selbst betheitigt

qim Acker allda neben Jo⸗ St. Ingbert, 3. Okt. 1880.
hann Nau; K. Auffschneider
Plan Nr. 4948, 17 a 70 Amtsvperweser.

Im Wiefse in der Ruhbach
neben Johann Siegwardi
und Karl Graffion;

Plan Nr. 4953, 33 a
40 qm Wiese allda neben

Martin Zott und Karl
Zimmermann;

Plan Nr. 4825 2, 17 4
Wiese im Dumph, hinterer
Theil neben Johann Sieg⸗
wardt und Wald;

Plan Nr. 4825, 17 —

Wiese allda, vorderer Theil
neben denselben Nebenlie⸗
gern:

Bekanntmachung.

Der Metzger Joseph Schwarz von St. Ingbert, beab⸗
ächtigt in dem Hause neben Peter Heusser, Wirth und der Wittwe
Schmelzer eine Schlächterei zu errichten,

Elwaige Einwendungen dagegen sind binnen 14 Tagen
ausschließender Frist beim Bürgermeisteramt St. Ingbert, wo Be⸗
schreibung und Plan zur Einsicht offen liegt, mündlich oder schrift⸗
lich anzubringen.

Zweibrücken den 4. Oltober 1880.

Kgt. Bezirksamt:
2. n.

— Dilg··· ——
Gewerbliche Fortbildungsschule
St. Ingdbert.

Die gewerbl. Fortbildungsschule dahier beginnt ihr Winter⸗
semester am Freitag, 8. Oktober 1880, Abends 7 Uhr—,
ind wird die Unterrichtszeit festgesetzt auf:

Sonntag Morgen von 38—43 10 Uhr für Unter⸗, Mittel⸗ und
Oberkursus,

Montag AÄbend von 7—9 Uhr für die Fachabtheilung,

Dienstag Abend von 7 —9 Uhr für den Unterkursus,

Ritiwoch Abend von 7—9 Uhr für Mittel- und Oberkursus,

Freitag Abend von 7 —9 Uhr für Mittel⸗ und Oberkursus,

Saustag Abend von 7—9 Uhr für den Unterkursus.

Eliern und Lehrherrn der fortbildungsschulpflichtigen Knaben
werden ermahnt, diese zu einem regelmäßigen und pünktlichen Be—⸗
suche der Schule anzuhalten, da gegen säumige Schüler mit Strafer
unnachsichtlich vorgegangen wird.

Das Bürgermeisteramt:
Custer.
io⸗Frãuter⸗ Malz⸗Extrac!
und Caramellen
von J. H. Pietsch &amp; Co.
in Breslau.
Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Eti
quetten steht. — Zu haben in: St. Ingbert bei J. Friedrich
Der eee verdankt seine wunderbaren Erfolge der natur
gemäßen Wirkung jeiner kräftigen Bestandtheile und ist das anerkannt
vorzuglichste diätetische Haus⸗Genuß⸗Mittel bei Husten, Catarrh, Heiser⸗
beit, Verschleimung der Athmungs ⸗-Organe und entzündlichen Zr—
sanden der Schleimhäuie der Lungen, Luftröhren, des Kehlkopfes
und bei allgemeiner Schwäche. Jeder Husten kann höchst gefährlich
erden. Ein vernachlähigter Husten kann der Keim von Uebeln werden
welche in ihrer Entwickelung das Leben bedroben.
Mir machen darauf aufmerksam.
— — — — — — ·— —

. Unwiderruslich am 25. Oklobetr d. 3J.
ZiehungeeKaiserslauterer Geldlotterie,
auͤsgestattet mit 53000 Geldgewinnen, worunter
1 Haupttreffer von Mark 50.000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein Geldgewinn.
IT Fortlaufende Nummeru. — Keine Serien. A
Loose àACs nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer

Anzahl vorräthig.
In St. JIugbert bei Franz Woll. In St. Julian bei
J. Gerlach. An St. Alhan bei A. Dohm.

—

Oeffentliche
Danksagung.
Allen denen, die bei Reitung

meines Kindes behilflich waren,
nsbesondere dem braven Dienst⸗
necht Herrn Greggorius in
Sengscheid, sowie den Herren Dr.
Thrhardt und Bader Buser,
age auf diesem Wege meinen
tiefgefühlten Dank
Dan. Triem—
Maschinenfünrer

Urtzecuet ist nachsten
Donnerstag den 7. ds. von
Morgens 10 Uhr bis Abends
5 Uhr im „pfälzer-Hof“ in
Zweibrücken zu sprechen.

GE. Brader,
ralt Zehnarʒ.
Buchen Scheit—

*

u. Vrügelholz

1000 Mark.
Gegen Gicht, Rheumatismus ꝛc
selbst in ganz veralteten Fällen, wird
Prof BDumont's Gichtwasser
—V
send glückt. Geheilten als einziges
Radicalmittel auf's Wärmste em—
ofohlen. Ersolg gründlich. Fllr d
deuwirkung wird m, ob. Summ:
garantirt. Preis /2 Fl. M. 8 r/1 Fl
g. 5. gegen Voreinsendg. oder Nag
Hihme dom General⸗Tepot: J. A.
Metzger in Mainz.
2n7
Druck und Verlag von F. X. De me ß in St. Ingbert.

hat zu vertaufen
Mh. w
        <pb n="631" />
        24
—s53555 3
255858 —
22 ——
— 323838 355 ——5
28 758* 83
—A 2533 * 3423
3335587 A —XE 5
⸗ 28335 3,5.2 J 382 —88
—
38 —8 5 3 58 8 5 —3 5
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33531 — ——— ———
* * . 5 55 — —
* 333 —— 55 — * * 53z22
* * 3 * 22 — 7 35* — 532833 3
— 5 5 — 8 6 * ——8 8 85
5258 3 583 — — * 253 A
—— 7 — 555 x3 —8* 55
33585 4—277 S823 358 335 388 ——
—— —— *5588 —35 M. F —A
* 883 ——— —3 7*55 58 ——— — ——
* 22*84 5 332 22 55 325* 2 —A 388 *
* 5 2* 7732335* 28 —5 5 32 —A ——
38 8 —
— —— 332 A 283 2553238 2383 53833
—8 33552 55 33533* —3 2 53 — * 522 — ß 5*8
2 2 —*2* — 3233 — 5 5 S5 5 1835
5 —88* —— —358 — 23555* 25 ———
* — — —8 —
— * 1358855 — — ———— 23358 53537 7228 5**
8 —— — — 5. 28 2* 2 — 22 —8 85 33 X.3
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——— 55
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35 — 582*7 * — 8335 535 8 8
8 — 538 — 2 — 5* 58 —58 * *
— —3538 ———— 582
S ——— 352 82 2 53803333
83 — 23 — — 3*2 — ———
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* 3 —* 2 2** * 28 338355
— 555 3 —— A —— —
——— — 2*
—— 558 33255
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———— — —
53 z4 RXT
159838 ————
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— 5—
3

2 * 22 2.2
— 24 — ——— 2
n —3— 283828 —2222 28 53583285—5— 28 —2
6335 385 —533 8—7
*7 * —8 27 ——— — — — 5 2
8 353
*2* 8 8 2 58 8 *28* 53
203 555 333z53833235 38. *72* 53z3233 5
5 —Z 32 — —* 2 — 8 28 5
— — — 232— 585 2 23* 55 ———— * *

3 23285 52 8 5* 2 2z2c— 532 — 245 * ——
—55 —353 5333 —3 —555 —8 28 3383 8
—38 68 6 — —
— — 8 25 3338 *

* 33 82553 — 337 z55 —
285 * 8 —— 5855 58 5 5—82 — 5 —————— 55

5 — —A—
855 3385 —— ——— —38 3832 55 5*3832353 5*
827 ——— 5822 2 2*8 552 2 *238.* 22
* —3225 — 23528225 — —5 28* 52* 2 25 37
2 22 — — 52— 52332 S—2S2 s538— ——6 3 — 55 252
2398* —A 258588 5537282* — —58 5332
S. 2 * — 28 8 5 223224 — 92 2 5 2 29

67 — 383 I5* 33238833387575* 3 83
— 7 67
25 328222 x 25 * * — 3 c 5 2383553

7 3* 232—2 583 — 228 —— 58— z22858 W

53232 —33 c.225 32 2828— 3 3 2—85 * 22

— —— —28 — — 8 535352585 5332555 3

* — 882 735 838

2 * — —355 —A — * ——— 2 558 — 55 55
2 5 3 —— —— — —— 2* * 535 5558 8
—— —V ——— 225 233535* ————— — 5328 2 282353 ———
—ã— 5320 —53——35627 ————— 355585 538
33383 Z88333338635 —55 5 5 —— 8 8
853 535 x2 —5 0 53 23

583352757—583335553
— — 222.2 * 2 — N
55* 5*55 5z55 553 5 8
5—3 3
552353535638 — 2525 3335355335 ——
285* —2 33 533— 5 — 553
3 2 —205233 2 2.52
23— 2 522 25—2 32*
—1252— 52 * 2 5 338 * 5535 *
325*58—33232*8 5z 5z353 3838*
2 * 52 53353 —— — 8—— E *8
53238 323533535 —
38335* 232863 553—37
2 — — —— —3— 2 —2
35 333555373 5—z
— —— — 2 55 s
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* — 2*— A — — 3533*
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578 — —— — 3273
88 —— *55 55 8
35238 5 —— 5* 5555 ——A— — 2.2 F
23338332535 328 —
3 — „8550— 35532 ——————
28 — 4860— * 37— — 3533 *
— 232* — 8 55 523 e
*. 58 —2—8683 S 2 8833
** — 355 —553526
227853* 5586* — 8*
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—— —33 ——3533553255235
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— 3835555 33* —E —
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333 3z3 5 55 ——2 5328
—— —— . * 2 * * 2
53 3 323332336373
—— — 16 S 2 *2 5 8 2 2 37
—— —3 — 3335 5535 55 —55*
8522 5s 58553355 — 55 35 — 253
— ——— 3 3333—35
8 5 *255 5 T 8 — 282 * 282 — 532 8 — 5*
225 2. 3 — — — — —X — 8 8 8
28.383355275555 525233322 — 5 5 5 2353
— 3 3 58 7335 3335 — 8
A——— B3 28232 — 33538 757— —23535435 2 353223
382 3553 2535 383 886338
2 — J * — * 2 * k8 2 *—
383 3— 7 5 6823285 —2 2235253
388 3 32 z533833835735 *25583—58—53 —n*
— * 22 * — —2 — * S 2 — —X 338 * 8
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—282 —8 — 2 3 328 *EmE 53225 * * 22 5—82
5*72 —8— —222* 22* —z —z 328232 — *—5 —A— —
5 —A— —A — 58 ** 522 — 2 5 38.5 8
—— 355 —3833
*25 —3 *
8* — —5—5—3233225
3233 36 32333533— 5 — 363
3 — *55s2 — ——A 35532
2228 322 —58— 2222 72— 3B132 2 2 — —A— — 2
82 3823 58 *2 2 —— “* 3 ———— 2892
28 323 58
23 2 — —*** 2

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        <pb n="632" />
        25 823382 37
2.5 222* 533 3 * *

53 3

25253523 53* 2385 * — *28556 ———— 5583 — —

3 — 3— — 55 83 333822 823386 —23728 — 2885 *

5233238 2235 — 335828 3 733— 333323 3538

cc 588 25287 85825 258* 5. *338 255233 2755 8542 22

22 ——573—28283 5—25 * 3 — * 223. ——

3 33558375383238* 3—583—33 38338.— 8328 33.23 2 2

*52 3 ———— 23555 3 —— 533

ñ53838383838* 533553—535* .353 528 553 333383202375

2 3 333 38337

5 —5 A —— ⸗ —X —

ge Is 33 7

2 2.,2358 D *8 * * c *2 2 38 * 2 35 *

—— 2. 28 *2** 255232 53 5 282323 38 23 2—

*53.,*3 * — —35362 35 53 ——
333 — — 23886 23533835 5685 *
5 282335538 233*2 23 8 —— 53 5 — 398 —
3 2 * 2 — — 2 * 5 533 Se. * —

— 553323 7* — 3 5 58 —
2 3 —— a 28 8 32382363532 3 22533575 — ——
3 232 7—7532 *89575 * 528838* 2
5 F 34 52335-253 2335
* 323322* 55233 2 2 S 72.5 5235 353z5312* —
513 3 53. 22 —A323 — —R . 52282 —A 0 — * —A————
V— — * — * 27 2 — 3 —O — ⁊ *
2733557 333 3833533 533555 z35 33843

558 52355 3333332 55 233352 32. 33283
— * * S⁊ 2 6 526 * 2 2 — 35

—33 — 5553583 55253 —538 2533*83 3233823

—A—— — 22 2,. — 22.23 32z 85 838 — 83 28 2 — **3 x2
* 33 —X * — E ———— 3555 25 3222 32 * 3 — 27
520 2 — — * 275 ⁊ 22 .5. 5 5 2 5 2528 ——— 5
233 33 2 6 35533*58

29 8* 28 23752 * — — * 8
—552 353848 53 2333 3333538 5338335
— 552 33 333533533— Sa 3 5 2338 8
»8 2353353 333 83 833386 —

* 558383 55385
6
3 38
27 33 32. -25323. 2. 5.4 53 235
* 5. 383 68. 25 2 8523
3 — —385
253 *5233 *2 5358
—— *—2382
2 3 — 5 22
533—3883 —
* 22 J3c * 2. *
3 33 3
* 8 552 5 — 253232 277 — 22
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2 J352.8 83 5238 2* 2 * —
—3 33257 232. 58

— * — ⁊ —
3 3 33383 3357
2373 83 35. 233
—8338 333 3333088 35 2. *
58 — 33 — c —2. —55 538—3327—
*5 3 3 — —353 53335333
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53.53 3338833 253533

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*282 235538 538*582
382 5533535 29338 53585338
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575833 26 *73. 228 — *8 55535 5
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2 ————— 2.5 45 75 — 2 5
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3 3,.——3 3 3 4.3 22 2 2832. 82.
3555335355 5585 233383538* s 5323 * 8 7
3255355 8 — * 29 323 2 3 23 *2** 8
— 8— — —— 323455338 2 —2 23 Z *5 S
328353537 33 3 *
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3858233 223325865332757 32333335 3328
2— — 3832338 2338735 53257 —
2 —333 33 32523 3333333532365 —A
: 52* 735338 3333 33 258
* —8 822 53 — — — — 7
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— — — * A — 5285538 22. 53 2. 35 252
3383 3 3 3 755
3 — 33 33 303 1538
2252—2382 — 85 23532— 335 .. —
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5 235 —— 5 5222 * 2 —
175—43333353 —X3544—
1223. 5335582 —A — — * * X—
5— —— : 5333352 233533 8 * 2 7
3532 3. 55 52 3 2. 725 53 2. 52 75532 2S 2.
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333753535535 3333533 5733355 3355
3— 2— 2 23 253 35—8233233333236— 7 7

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        St. Ingberler Anzeiger.

Her Et. Jugberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauvtblatte verbundene Unterhaltiungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheiat wöchentlich viermal;: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunemeuntoevpreis beträgt vierieljährlich

MA 40 S einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen JI A 60 J, einschließlich 40 3 Zustellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswärts
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattichriit oder deren Raum, Reclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
4160. Donnerstag, den 7. Oktober

1880.

Deutsches Neich.

In Folge des Ablebens des bayerischen Gesandten am
talienischen Hof, Frhrn. v. Bibra, hat Se. Maj. der König den
Legationsraih Dr. Rumpler mit der interimistischen Fühtung der
gesandtschaftlichen Geschäfte beauftragt und ist derselbe bereits nach
Rom abgegangen.

Seit dem letzten Kriege ist es bis jetzt noch nicht gelungen,
den entstandenen Verlust an Offizieren in der bayerischen Ar⸗
nee ganz zu decken, und besteht immer noch ein nicht unbedeutender
Mangel an Sekondelieutenants, hauptsächlich bei der Infanterie
und den Jägern; dieser Mangel wird mit der Formirung eines
veiteren Infanterie-⸗Regiments, für welches gegen 60 Offiziere er⸗
'orderlich sind, und von 2 Feldbatterieen noch empfindlicher werden
ind die Zahl hundert weit übersteigen. Die Aussicht auf baldige
Beförderung zum Offizier ist daher gut.

Wie aus Berlin geschrieben wird, hat der Kaiser die vom
Fürsten⸗Reichskanzler ausgehende Vorlage, betr. die Errichtung
ines Volkswirthschaftsrathes, bereits unterzeichnet und
wird dieselbe zunächst dem preußischen Landtage vorgelegt werden.
ommt dieselbe zwischen den beiden gesetzgebenden Faktoren in
Preußen zu Stande, so dürfte deren Ausdehnung auf das ganze
Reich wohl nur noch eine Frage der Zeit sein. Fürst Bismarck
»enkt sich diesen Volkswirthschaftsrath, der übrigens in Permanenz
erklärt werden soll, so, daß sämmtliche Wirthschaftsgruppen: Groß⸗
ndustrie, Handel, Kleingewerbe und Landwirthschaft darin Ver—
retung finden. Wenn diese neue Einrichtung im wirthschaftlichen
Leben segensreich für die Wohlfahrt des Reiches wirken soll, dann
erwartet den Volkswirthschaftsrath keine leichte Aufgabe. Die so
derschiedenen Interessen der einzelnen Erwerbsgruppen nur einiger⸗
maßen auszugleichen und die vorhandenen Gegensätze möglichst zu
»ersohnen, ist wohl eine Aufgabe, welche man wohl fast zu den
ibsoluten Unmöglichkeiken rechnen muß. Doch hoffen wir das
Beste; hat doch der Reichskanzler die Wiedererrichtung des deutschen
steiches fertig gebracht, also wird er wohl auch die Kraft haben,
den inneren Ausbau desselben immer mehr auszugestalten.

Die „Nordd. Allgem. Ztg.“ wendet sich gegen die Zeitungs⸗
ritik hinsichtlich des Projektes eines volkswirthschaftlichen
ZSenates und schreibt diesbezüglich: Nachdem der Staatsrath
nicht mehr in Wirksamkeit ist, wird man dem Könige wie den
ollegen des Ministers, der aus seinem Ressort das Gesezz einbringt,
das Recht nicht bestreiten können, den Rachweis zu fordern, daß
ille betheiligten Interessenkreise zu Worte gelangten, bevor ein
ẽntwurf mit der Unterschrift des Königs und des gesammten
Staatsministeriums amtlich vor den Landtag tritt. Keinesfalls
oͤnne ein gewissenhafter Minifter daraus, daß Industrielle, Land⸗
virthe und Kaufleute die wirthschaftlichen Interessen besser verstehen,
in Motiv entnehmen, gerade diese Sachkundigen nicht zu befragen.
die „Norddeutsche“ zweifelt nicht daran, daß im volkswirthschaft⸗
ichen Senate die Arbeiter edentuell eine Vertretung finden werden,
vodurch ihre besonderen Interessen wahrgenommen werden können.
Ddie Arbeiter wissen sehr gut, daß fie bei Weitem das Meiste der
Anregung und Wirksamkeit der Arbeitgeber verdanken. Beide können
ohne einander nicht bestehen, find daher darauf angewiesen. Diver⸗
zenzen unter einander auszugleichen.

Das neuste Heft der ,Monatshefte für die Statistik des deut⸗
chen Reichs“ bringt eine Uebersicht üuber die Sch ulbildung der
in den letzten Ersatzjahren in die deutsche Armee und Marine ein⸗
gestelltn Mannschaften. Darnach wurden eingestellt im Er⸗
atzjahr 1879,80 140,881 überhaupt; in der deutschen Sprache ge⸗
drüft 132,660; nur in einer andern Sprache 6004; ohne Schul⸗
zildung waren 2217. Die Eingestellten, die weder schreiben noch
lesen konnten, betrugen 1,57 pCt. der Gesammtzahl gegen 1,80 pCt.
m Jahre 1878,79, gegen 1,73 pCt. im Jahre 1877/78, gegen
2,12 pet. im Jahre 1876,77 und gegen 2,37 pCt. im Jahre
1875,76, so daß sich der Stand der Schulbildung bei Armee und
Marine um nahezu 1 pCt. in den letzten fünf Jahren gebessert hat.

Daes Erscheinen des badischen Bisthumsverwesers
Kuͤbel bei den kaißserlichen Majestäten in Baden⸗Baden

lam Montag) wird angesichts der obwaltenden Verhältnisse des
Augenblicks lebhaft besprochen. Eine solche Begrüßuͤng hat in
rüheren Jahren nicht Statt gefunden, und man öringt daher den
Borgang mit der Kölner Dombaufeier in Verbindung. Man will
iun den Kübel'schen Besuch in Baden-Baden im Sinne eines ent⸗
jegenkommenden Schrittes der Kurie auslegen; wie weit Das richtig
st, wird sich zu zeigen haben.
Ausland.

Garibaldi hat sich nach Genua begeben, um seinen daselbst
nhaftirten Schwiegersohn Canzio zu befreien. Die italienische Re—
zierung hat umfassende Vorkehrungen getroffen, um eine gewaltsame
Befreiung Canzio's unmöglich zu machen. Die Garnison wurde
erstärkt und im Hafen sind drei Kriegsschiffe eingelaufen. Und
eine solche Machtentfaltung ist nothwendig zur Aufrechterhaltung
eines richterlichen und gesetzlichen Urtheils, durch welches sich ein
halb kindischer Greis in seinem Schwiegersohne gekränkt fühlt!

Die „Agence Havas“ meldet aus Ragusa: „Montenegro
dringt auf sofortige Unterstützung von Seilen des Geschwaders.
Man glaubt, Seymour, welcher sich nach Cettinje begeben hat,
verde Montenegro rathen, Dulcigno sofort anzugreifen, indem er
eine Unterstützung mit oder ohne Beihilfe der anderen Mächte in
Ausficht stellen werde.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel:
Die Pforte erklärte in einer neuen am 4. Oktober den fremden
Botschaftern zugestellten Note, sie sei, um dem fortgesetzten Drängen
der Mächte nachzugeben, entschlossen, über alle schwebenden Fra—
zen zu verhandeln. Sie werde bemüht sein, die Albanesen zur
lebergabe Dulcigno's unter den den Mächten von ihr bereits mit⸗
getheilten Bedingungen zu bestimmen, und schlage zur Regulirung
)er griechischen Grenze eine Linie vor, welche nördlich von Volo
deginnen, südlich von Larissa, Metzowa und Janina laufen und
in der Mündung des Arta-Flusses endigen solle. Die zugesicherten
Reformen würden in Kleinasien innerhalb dreier Monate eingeführt
werden. Die Reformen in der europäischen Türkei könnten nur
in so weit verwirklicht werden, als sie mit der Integrität des Rei—
hes verträglich seien. Die ausländischen Besitzer der türkischen
Schuldobligationen würden aufgefordert werden, Vertreter nach
Konstantinopel zu senden, um Vereinbarungen zu treffen. Gewisse
Finnahmen des Reiches würden zur Bezahlung der Zinsen den
ürkischen Gläubigern überwiesen werden. Die Pforte dringe unter
der Bedingung (Zusicherung?) dieser Reformen darauf, daß die
Flottendemonstration von den Mächten aufgegeben werde. (Mit
anderen Worten: die Pforte will von neuem unterhandeln über
Dinge, über welche schon längst verhandelt und Beschluß gefaßt
vorden ist; sie sucht eben Zeit zu gewinnen.)

„Daily News“ bemerkt zu der neuesten Note der Pforte, die
britische Regierung könne sich, ohne sich zu diskreditiren, nicht
zurückziehen. Das britische Volk sei nicht in der Laune, die Unter⸗
verfung Englands unter die Befehle der türkischen Pascha's ruhig
unzusehen. Das Blatt räth der Regierung zu einer enischlosseneren
daltung.

Londoner Nachrichten zufolge ist die letzte türkische Note
mannehmbar. Alle Mächte wünschen Aufrechthaltung des euro—⸗
»äischen Konzerts und erwarten die Vorschläge Englands. Man
»laubt, daß die Blockirung der türkischen Häfen werde vorge—
chlagen werden.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 6. Okt. In der heutigen Schöffensitz-
uing kamen folgende Fälle zur Verhanblung: Ein Bursche von
—A
Oberwürzbach wurde wegen Körperverletzung zu einer Gefängniß—
trafe von 1 Monat und ein anderer von Alschbach, dermalen zu
steunkirchen, wegen Betrugs zu einer Gefängnißstrafe von 2 Mo—⸗
aaten 14 Tagen verurtheilt.

*Si. Ingbert, 7. Okt. Franz Lieser, Uhrmacher von
5t. Ingbert, z. Z. in Blieskastel, welcher am 8. September abhin
durch das hiesige Schöffengericht wegen Unterschlagung von
ca. 70 Mark zum Nachtheil des früheren Postboten Felix zu einer
        <pb n="634" />
        Hefängnißstrafe von 1 Monat 14 Tagen veruriheilt worden war,
hatte gegen dieses Urtheil Berufung erklärt. Ebenso hatte der k.
Imisanwalt wegen des Strafmaßes Berufung ergriffen.

In gestriger Sitzung der Straftammer des k. Landgerichts
Zweibrücken als Berufungsgericht kam nun die Sache zur Ver—
handlung und wurde die Berufung des Angeklagten verworfen,
sene des k. Amtsanwalts dagegen für begründet erachtet und Lieser
zu einer Gefängnißstrafe von drei Monaten verurtheilt.

*St. Ingbert, 6. Okt. Heute erfolgte die Uebergabe
»er kgl. Steuereinnehmerei dahier an den neuernannten kgl. Steuer⸗
innehmer Hrn. Acker. — Durch den am Montag hier versammelt
gewesenen Ausschuß des Distriktsrathes wurde beschlossen, die Fuhrung
der Distriktskasse dem kgl. Steuereinnehmer zu belassen.

Blieskastel. Die Frequenz unserer Präparanden⸗
schule hat sich auch in dem so eben begonnenen neuen Schuljahre
wieder gehoben. Die Schülerzahl beträgt gegenwärtig 85, gegen
76 im Vorjahre. Der J. Kurs zählt 28 Schüler (im Vorj. 25),
der üj. Kurs 27 (im Vorj. 30), der III. Kuts 80 (im Vorj. 21).
Bei diesem Zudrange zum Lehrerberufe ist der jetzt noch herrschende
Lehrermangel wohl bald beöeitigt.

ꝓ Nach der „Zw. Ztg.“ wurde in der Nacht vom Sonntag
auf Montag in Ober würzbach zwischen dortigen und Hasseler
Burschen eine förmliche Schlacht geschlagen, bei welcher gegenseitig
scharf mit Revolvern geschossen wurde, so daß es Verwundete gab.
Zum Glück kam die Gendarmerie herbei und ist dadurch weiterem
Blutvergießen vorgebeugt worden.

ꝓAm jungsten Musterungstage zu Zwe ibrücken, 24.
d. M., zählte die Remonte-Zuchtgenossenschaft aus dem Remonte
Zuchtbezirk Homburg⸗Pirmasens⸗Zweibrücken 53 Mitglieder mit 63
Zuchtstuten, wovon 24 aus dem Remontedepot und 39 eigener
Zucht. Die Zahl der Fohlen betrug im Jahre 1879 24, im
Jahr 1880 29. An die Besitzer der aus dem Jahr 1879 stam⸗
menden 1/ jährigen Fohlen wurde von der Musterungskommission,
welche aus den HH. Oberst Freiherr v. Flotow, Vorstand der
Pemonte-Anfaufskommission, Gestütsdirektor v. Rad, Heinrich
strämer, Eisenhüttenwerksbesitzer in St. Ingbert, und Dr. Eugen
Zuhl, Landtagsabgeordneter und Gutsbesitzer in Deidesheim, be⸗
stand, Prämien von 60, 50 und 40 M. im Gesammtbetrage von
000 M. vertheilt. Eine Prämie von 60 M. wurde u. A. auch
Herrn Bürgermeister Jakob Urban von Rohrbach für ein 1 jäh—
aͤges Fohlen von einer Stute aus dem Remoniedepot zuerkannt.

FIn Mörzheim brach am Montag Morgen, als fast
ille Ortseinwohner auf dem Feld waren, Feuer in dem Hause des
Ackerers Klund aus. In dem Brande kdam die Ehefrau Klund
um, welche, um noch einige Sachen zu retten, auf den Speicher
geeilt war und nicht mehr herunter kommen konnte. — Aus
Gleiszellen wird berichtet, daß dort Kinder in einem Kasta⸗
nienwalde, um sich Kastanien zu braten, ein Feuer anzündeten,
wobei ein Hjähriges Mädchen sich so schwer verbrannte, daß es
nach kurzer Zeit starb. — In Oberhambach verlor ein 8
Jahre altes Mädchen bei einem nächtlichen Brande das Leben. Es
schlief bei seinem Vater im Bette; im Schrecken vergaß dieser, es
zu retten.

p In der Nacht vom 8. auf 4. Oltober jüngst wurde bei
der Kirchweihfeier in Spesbach dem Ackerer Adam Rudig
aus Hütschenhausen, als er bei einer Rauferei abwehren wollte,
der Bauch förmlich mit einem Messer aufgeschlitzt. Rudig starb
hinnen einiger Siunden an den erhaltenen Verletzungen. Der
Thäter ist verhaftet.

Neunkirchen. An dem Haupteingang zum hiesigen
Fisenwerk befindet sich folgendes Plakat angeschlagen: „An die
Arbeiter. Von morgen an nehme ich meinen regelmäßigen Auf⸗
enthalt auf dem Halberg, behalte aber mein gesetzliches Domizil
in Niederneunkirchen. Es wird dadurch nichts an meinem Verhält⸗
riß zu Euch und dem hiesigen Werke geändert; Euch und dem
Werke wird nach wie vor meine Haupi-Thätigkeit und Fürsorge
Jewidmet bleiben. An jedem Montag, Mittwoch und Samstag
herde ich in der Regel hier anwesend und bereit sein, etwaige
Wünsche und Beschwerden eines Jeden von Euch Morgens von
isz12 bis 12 Uhr entgegen zu nehmen. Neunkirchen, 5. Oktober
F. Stumm.“

Kaiserslautern. An der von dem hiesigen Gewerbe⸗
derein veranstalteten Ausstellungsfahrt nach Mannheim nahmen
2464 Personen Theil, welche mit zwei Extrazügen nach Ludwigs⸗
jafen und zurück befördert wurden.

7In Hochspeyer erstickten am Sonntag während des
HZottesdienstes die beiden Knaben des Tagners Jean Helf. Der
ilteste der beiden Jungen, 6 Jahre alt, zündete in Abwesenheit
zer Eltern einen unter dem Ofen sitzenden Holzstoß an, und er
ind sein 4 Jahre altes Brüderchen fanden in dem fast hermetisch
derschlossenen Raum einen qualvollen Tod.

FDie in Dürkheim stattgehabte Kreisversammlung der
andwirthschaftlichen Vereine der Pfalz hatte den schönsten Verlauf.
Nachdem KRegierungspräsident v. Braun auf die Nothwendigkeit
singewiesen hatte, den landwirthschaftlichen Kredit zu heben, erörterte
Dr. Knecht von Neustadt in längerem Vortrag gleichfalls dies Thema,
zie Leistungen der Vorschußvereine auf diesem Gebiet wie die Be⸗
trebungen der Raiffeisen'schen Darlehensvereine charakterisirend.
hach ihm sprachen Professor Feser von München über die Aufzucht
„on Milchdieh und Wanderlehrer Rapp über den in der Pfalz
mmer noch nicht genug Jewürdigten Obstbau. — Die nächste Ver⸗
ammlung soll in Germersheim stattfinden.

In Landau ist während des verflossenen Monats Sep⸗
ember der Leichenwagen nicht ein einziges Mal zur Benützung
gekommen, da während dieser ganzen Zeit nur vier kleine Kinder,
aber keine Erwachsenen dori gestorben sind. Es ist Dies ein Fall,
der in den letzten 27 Jahren daselbst noch nicht dagewesen ist.

4 Die Thierausstellung bei'm Oktoberfest in München ist
nus der Pfalz beschickt mit einem Zuchthengst des starlen Wagen⸗
chlages von Gg. Grill in Dreisen und mit einer Zuchtstute des
taͤrken Wagenschlages von demselben.

Dienstesunachrichten.
Der k. Gendarmerie⸗Wachimeister Jalob Beser in Bergzabern wurde
um Postexpeditor in Ens heim ernannt.
— — —

— — — — — r —
Fur die Redaction verantwortlich: F. * Deme.

jner J696 Ster Buchen Prügel 2. Kl.
Holzversteigerung 1588, Eichen, Birken, Kiefern
aus Staatswaldungen des kgl. u. Aspen Průgel
Forstreviers Reuhausel. 3131, Buchen, Eichen u. Kie⸗
fern Krappenprügel.
Neuhäusel, den 5. Okt. 1880.
der kal. Oberförster:
Mörschel.

Das Wohnhaus
des Tünchers Schweitzer (an
er Brauerei Heusser) ist zu ver⸗
miethen.

Näheres bei Stadischreiber
Baher zu erfragen.

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Asven Scheitholz 2. Kl.“

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3 222S —5332353 3 — 22 22. *3 2. 3
5. —* 33 33 12 53 5 283 2. 2 *—*2
A — 35535333833—558553 2557 28
28 3 52 323335 376325* 25333
38 33 33 35
2 — s 5
33333 3—
— — 2 —
33. 3333 335533333338
—228 2 — 2 335332 2,; 53. 3507
*533 7 3233685 —,532333 35333 33333
** 33353333 355388 23335—3333
23 2 z552 533353232 —
z66 5333338 233533333533233*3835
2 * 385 5532323* — 38 —
—35 55253 3587 23 3 2.333 535 7 23533
2 32.2 e —
3 33 355 323535 53353 3333532333332
53 77 endn

—

——
        <pb n="637" />
        St. Inaberker Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage ericheint wöchentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierteljahrlich
1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einschließlich 10 H Zustellaebühr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswärtt
mit 15 3 fur die viergespaltene Zeile Blattichrit oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
2
M 161.
——

— — —

Deutsches Neich.

Aus Muͤnchen wird dem „Fr. K.“ geschrieben: „Angesichts
der trotz der ergangenen strengen Befehle immer sich noch wieder⸗
holenden Verursheilungen von Offizieren wegen Mißbrauchs der
Dienstgewalt (Mißhandlungen von Untergebenen) soll, wie ich höre,
der Kriegsminister erklärt haben, daß alle von solchen Urtheilen be—
—0 Beförderung
ausgeschlossen wären, d. h., daß dieselben um genannte Zeit in
ihrer betreffenden Charge länger zu verbleiben hätten, als dieses
nach ihrem Dienstalier der Fall wäre, daß fie einfach 2 Jahre lang
präterirt würden.“

Eine in Darmstadt abgehaltene Versammlung der national-
liberalen Partei sprach sich einstimmig gegen eine Trennung aus.

Der „Nordd. Allgem. Ztg.“ wird von bestens unterrichteter
Seite mitgetheilt, daß die Zeitungsnachricht von der angeblich be⸗
borstehenden Verlobung des Großherzogs von Hessen mit der ver⸗
witiweten Prinzessin Heinrich der Niederlande (Tochter des Prinzen
Friedrich Karl von Preußen) jeder Begründung entbehre.

Der nach Straßburg zurückgekehrte Statthalter von Elsaß⸗
Lothringen, Freiherr von Manteuffel, begibt sich nächstens nach
Vaden⸗Vaden zum Kaiser, und es verlautet, daß er auch den
Foölner Dombaufestlichkeiten beiwohnen wird. Freiherr v. Man⸗
teuffel hat unmittelbar nach seiner Ankunft eine Konferenz mit den
essassischen Unterstaatsselretären gehabt, und es heißt, daß der
Statthalter dem Kaiser einen eingehenden Bericht üher seine von
mehreren Seiten so heftig angegriffene Verwaltung erstatten werde.
Die elsässischen Blätter degcüßen den in Straßburg eingetroffenen
neuen Siaaissekreiätr Hofmann überaus sympathisch und sprechen
die Hoffnung aus, daß sich zwischen dem Staatssekretär und dem
dandesausschusse ein gutes und freundliches Verhaltniß entwickeln
werde. Zu bemerken ist noch, daß die hervorragendsten Vertreter
der Autonomisten, die Staatsräthe Klein und Schlumberger, sowie
der klerikale Vizepräsident des elsässischen Landesausschusses, Zorn
d. Bulach, und der Vizepräsident des lothringischen Bezirkstages,
Adam, preußische Orden erhalten haben.

Nach Berichten aus den verschiedenen deutschen Bun desstaaten
sind die Vorbereilungen für die Volkszählung am 1. Dezember
d. J. überall im vollsten Gange. Man verfährt in allen Bundes-
staalen nach einem einheitlichen System. Das Zählmaterial geht
nach seinem Abschluß an die Bezirksbehörde, welche dasselbe prüft
und an die statistischen Bureaux in den Haupistädten überweist;
bon hier aus gelangen die Resultate an das statistische Amt des
Reichs

des Materials, wohl aber an innerem Zusammenhang und an
Beweglichkeit nachstehe. Die Ursachen liegen auf der Hand; die
vun Gambetta in die Armee hineingetragene politische Unruhe, der
fortwährende Wechsel in den höheren Kommandostellen haben un⸗
möglich viel militärischen Nutzen stiften können.

Die „Republique francaise“ und das „Journal
des Debats““ meinen, die türkische Note überschreite jedes Maß.
Die „Debats“ sprechen sich für energisches Handeln gegenüber der
Pforie aus, zunächst bezüglich Dulcignos. Die „Republique francaise“
meint, unterrichtete Leute in Konstantinopel schreiben die Hartnäckig⸗
keit des Sultans einer Geistesstörung zu. Die Lage sei sehr ernst.
Die Mächte müßten derselben ihre ganze Aufmerksamkeit zuwenden.

Ueber die den fremden Botschaftern überreichte neue Note der
Pforte ist in Konstantinopel folgende Version, welche im
Uebrigen mit der gestern mitgetheilten Note übereinstimmt, ver—
breitet: Die Pforte verpflichtet sich, die griechische Frage in 100
Tagen, die armenische in 4 Monaten zu lösen. (Verschleppungs-
dersuchl) Das Arrangement behufs der Wiederaufnahme der Zins-
zahlung soll sich auf die Kriegskosten⸗Entschädigung für Rußland
und die schwebende Schuld beziehen.

„Times“ und „Daily“ bezeichnen die neue Note der Pforte
als eine Beleidigung Europa's. „Daily News“ glaubt, Gladstone
wverde durch die „Großsprechereien“ der Pforte sich nicht beirren
sassen; wenn sich England auch zurückziehe, würde doch Rußland
veiter vorgehen; das Resultat hiervon könnte nur die Demüthigung
Englands und die Verwirrung Europas sein.

die dechen Genossenschasten nach Schulze⸗

Delitzch.

Der von dem derzeitigen Genossenschaftsanwalte Dr. Schulze⸗
Delitzsch herausgegebene Jahresbericht über die auf Selbsthilfe ge⸗
gründeten Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften für das Jahr
1879 weist eine Mehrung dieser Vereine gegenüber dem vorher⸗
gehenden Jahre von 3146 auf 3203, nach und berüchsichtigt man,
daß die statistischen Ermittelungen stets hinter dem Bestande der
wirklich existitrenden Vereine zuruͤcbbleiben, so geht man gewiß nicht
zu weit, wenn man mit Schulze-Delitzsch die Zahl der Genossen⸗
schaften auf über 3300 schätzt. Aus den dem Genossenschaftsan⸗
valte zur Verfügung gestandenen Rechnungsabschlüfsen von etwa
u4 aller bestehenden Vereine hat derselbe eine mäßige Durchschnitts-
berechnung über die Mitgliederzahl aller Vereine und die in denselben
auftretenden Geldsummen angestellt, deren Resullate wahrhaft Staunen
erregen und die Behauptung Derjenigen zu Schanden machen, welche
alles Heil von der Staatshilfe und Bevormundung, von geseztzlichen
Zwangsmaßregeln erwarten und für die Freiwilligkeit und Selbft⸗
hilfe auf dem Gebiete der Assoziation höchstens ein vornehmes und
miileidiges Lächeln hervorbringen. Nach den Aufstellungen Schulze⸗
Delitzsch's beträgt nämlich die Mitgliederzahl der deutschen auf
Selbsihilfe gegruͤndeten Genossenschaflen über eine Million! Wie
diele sogen. FJwangsinnungen müßten wohl in's Leben gerufen
werden, bis sie einen so staltlichen Theil unserer gesammten Arbeiter⸗
Population umfassen würden?

Die von den Genossenschaften gemachten Gesammigeschäfte re—
präsentiren einen Geldwerth von über 2000 Millionen Mark, die
Ansammlung der eigenen Kapitalien der Genossenschaftsmitglieder
dagegen beträgt an Geschäftsantheilen und Reserven über 170-180
Mill. Mark, wobei noch zu erwägen ist, daß die weitaus meisten
Vereine mit großem Glücke und Erfolge arbeiten und jährlich an
die Mitglieder sehr respeltable Dividenden vertheilen. Muß man
Ungesichts dieset Zahlen nicht sagen, daß die auf Selbsthilfe ge⸗
zründeten Genossenschaften, abgesehen von dem hochanzuschlagenden
cthischen Momente, das in der ganzen Einrichtung liegt, durch die
Veranlassung und den Sporn zum Sparen und Ersparen ein großer
Segen für einen nicht zu unterschätzenden Bruchtheil der Be⸗
vdlierung, namentlich der arbeitenden Klassen sind? Denn
wenn auch nach diesen Aufstellungen die Ersparniß des Ein⸗
jelnen im Durchschnitte nur einige Hundert Mark beträgt, so
Feziffert sich dieselbe doch bei den Mitgliedern der ältesten Genossen⸗
schaften bereits auf Tausende von Mark, ganz abgesehen von den

Ausland.

Wien, 6. Okt. Die europaische Flotte ankert theils in der
Bucht von Teodo, theils längs der Küste von Bianca bis Gionovich.
Der Erbprinz von Montenegro, Danilo, ist heute in Cattaro
eingetroffen. — Zwischen den Mächten finden zur Zeit lebhafte
Vethandlungen Siatt über die der Pforte in Wort und That zu
ertheilende Äntwort auf deren letzte Note. Die dadurch entstrhende
Pause dürfte mehrere Tage dauern. Einige Mächte sind bemüht,
zie uͤbelen Wirkungen der Haltung der Psorte zu mildern; allein
die Position der Pforte hat sich in Folge der letzten Note auch
hei diesen Mächten wesentlich verschlimmert.

Die nächsten Tage werden mit Verhandlungen zwischen den
Mächten über die der Pforte zu ertheilende Antwort ausgefüllt
perden. Die Stimmung gegen die Pforte ist in Wien wie die
Noln. Zig.“ berichtet, steigend ungünftig. Im Vordergrunde der
Verhandlumgen stehi die Sendung der Flotte ins Aegäische Meer.
Es soll übrigens strengstes Stillschweigen über Gang und Art der
Verhandlungen bewahrt werden.

Ueber die Eniwicklung der französischen Armee
werden jetzt Stimmen laut,, welche sich Nichts weniger als lobend
aussprechen. Danach haben die jüngften Manöver keineswegs
Forischrute an den Tag gelegt, wie sie nach den Vorjahren hatten
Aoarlet werden konnen. Selbst in dortigen Offizierskreisen soll
sich die Ansicht Bahn gebrochen haben, daß die Armee der dver—
hangenen kaiferlichen natürlich nicht an Oualität und Reichhaltigkeit
        <pb n="638" />
        niiht unbedeutenden Summen, welche Diesen im Laufe der Jahre
durch jährliche Dividenden zugeflossen sind.
Fast noch wichtiger aber als diese greifbaren äußerlichen Er—⸗
folge ist die ethische Seite der ganzen Einrichtung. Denn es wirkt
doch entschieden sittlich veredelnd auf den Charakter eines Mannes
und stählt dessen Willenskraft, wenn er das Bewußtsein in sich
trägt, aus eigener Anstrengung und Kraft sein Schicksal zu be—
stimmen, wogegen Derjenige, welcher von der an Worten reichen
und an Thaten armen wohlwollenden Gesellschaft oder von der nie
zulänglichen Staatshilfe sein Heil erwartet, an sittlicher Thatkraft
erschlafft und ein elender Spielball Derer wird, die ihm vorübergehend
sein Dasein, und wäre es nur durch trügerische Hoffnungen, erleichtern.
Daß irotz der Erfolge der Genossenschaften, ja vielleicht zum
Theile gerade wegen derselben die versteckten und offenen Angrifft
gegen dieselben nicht aufhören, beweist vor Allem, mit welchem Un⸗
berstande die Gegner der freiwilligen Assoziationen zu Werkeꝰ gehen.
Denn ohne nur die Sache zu kennen und ohne sich die Mühe zu
geben, sie kennen lernen zu wollen, werden tagtäglich die lügen⸗
haftesten Märchen über dieselben verbreitet und die Männer, welche
ihr halbes Leben im Dienste derselben uneigennützig gearbeitet haben,
verdächtigt und angegriffen. Das ganze deutsche Volk sollte es
einem so echten deutschen Manne, wie Schulze-Delitzsch, Dank wissen,
daß er zu Stande gebracht hat, was vor ihm Niemand zu Stande
brachte. Denn er hat nicht nach dem Muster Lassalle's und seiner
Schergen den Arbeitern das Traurige ihrer Lage nur zum Bewußt-
sein und sie dadurch zur Unzufriedenheit gebracht, er hat nicht
lendenziös ihre Leidenschaften wachgerufen und sie dann ihrem trau—
rigen Schicksale überlassen, sondern er hat deutschen Arbeitern,
nachdem er sie zur Erkenntniß ihrer Lage gebracht hatte, die Mittel
und Wege gezeigt und an die Hand gegeben, durch die sie ihre
Lage allmälig und dauernd verbessern können.

Vermischtes.

— Der Jahresbericht der pfälzischen Handels und Gewerbe—
kammer stellt u. A. die Zahlen der i. J. 1878 und i. J. 1879
in 35 der bedeutenderen Orten der Pfalz geschlachteten
Thiere zusammen. Man erfährt daraus mancherlei Interessantes.
Was die Zahl der geschlachteten Fassel anlangt, so stand i. J.
1878 Ludwigshafen obenan mit 129, dann kam Kaiserslautern
mit 75, Speyer mit 67 und Kusel mit 59; im Jahr 1879 nahm
aber Speyer die erste Stelle ein mit 100, dann kam Ludwigshafen
mit 92, Kaiserslautern mit 77, Neustadt mit 69 (i. J. 1878 nur
33), Kusel mit 53. Bei den Ochsen stellt sich das Verhältniß
ganz anders: von diesen wurden i. J. 1878 die meisten in Ger—
mersheim geschlachtet, nämlich 382, dann kam Landau mit 368
—ODDDD0
Zweibrücken auch mit 208, Dürkheim mit 132, Ludwigshafen mit
124, Pirmasens mit 91, Neustadt mit 89. Im Jahr 1879 steht
in der Zahl der geschlachteten Ochsen obenan Germersheim mit
410, dann kommt Kaiserslautern mit 294, Zweibrücken mit 219
St. Ingbert mit 208, Landau mit 165, Speyer mit 159, Grün—
stabt mit 82, Ludwigshafen mit 68, Pirmasens mit 64, Dürkheim
mit 31, Neustadt mit 17. — Die meisten Kühe wurden i. J.
1878 in Kaiserslautern geschlachtet, nämlich 13783 dann konimt
Landau mit 603, Frankenthal mit 516, St. Ingbert mit 500
Speyer mit 489, Dürkheim mit 422, Ludwigshafen mit 380,
Neustadt mit 288, Zweibrücken mit 263, Pirmasens mit 249.
Im Jahr 1879 steht wieder Kaiserslautern obenan mit 1382
geschlachteten Kühen, dann kommt Frankenthal mit 501, St. Ing⸗
bert mit 466, Landau mit 403, Dürkheim mit 367, Ludwigshafen
mit 361, Zweibrücken mit 321, Grünstadt mit 319, Speyer mit
289, Neustadt mit 250. In Germersheim wurden i. J. 1879
nut 11 Kühe geschlachtet, im Jahr vorher 32. — Kälber
wurden geschlachtet i. J. 1878 in Kaiserslautern 31607, in Speyer
2400, in Landan 2300, in Pirmasens 2170, in Ludwigshafen
2068, in St. Ingbert 1997, in Reustadt 1870, in Duͤrkheim
1105, in Frankenthal 907; dagegen i. J. 1879 in Kaiserslautern
4487, in Speyer 3132, in Landau 2716, in Neustadt 2381, in
Ludwigshafen 2046, in St. Ingbert 1887, in Pirmasens 1626,
in Zweibrücken 1537, in Dürkheim 1234, in Grünstadt 1106 (im
Vorj. 1117), in Frankenthal 1102. — Die meisten Rinder
wurden i. J. 1878 in Neustadt geschlachtet, nämlich 773, dann

tommt Speyer mit 746, Ludwigshafen mit 530, Bergzabern mit
486, Pirmasens mit 410, Frankenthal mit 401, Kaiserslautern
mit 329; im Jahr 1879 steht Speyer obenan mit 1031, dann
kommt Neustadt mit 805, Ludwigshafen mit 709, Landau mit
600, Pirmasens mit 590, Frankenthal mit 557, Kaiserslautern
mit 538. — Die meisten Stiere wurden im Jahr 1878 ge—
schlachtet in Pirmasens, namlich 371, dann kommt Zweibrücken
mit 300, Kaiserslautern mit 238, Neustadt mit 231, im Jahr
1879 steht Kaiserslautern oben an mit 617, dann kommt Neu—
stadt mit 422, Speyer mit 396, Zweibrücken mit 327, Pirmasens
mit 200. Schweine wurden im Jahr 1878 geichlachtet die
meisten in Speher, nämlich 2758. dann kommt Kaiserslautern mit

21614, vLudwigshafen niln 4400, Neustadt mit 1001, Germersyeiu.
nit 1542, Frankenthal mit 1422; im Jahr 1879 wurden in St.
Ingbert die meisten Schweine geschlachtet, nämlich 3012 (im Jahr
Jjorher 1005), dann kommt Speyer mit 8001, Kaiserslautern mit
2499, Landau mit 2863, Ludwigshafen mit 1944, Germersheim
nit 1796, Frankenthal mit 1512, Zweibrücken mit 1488. Der
Verbrauch von Schafen und Ziegen ist nicht bedeutend in der
Pfalz; die meisten Schafe wurden in beiden Jahren in Kaisers—
lautern geschlachtet, nämlich 488 und 882, dann kommen Pirma⸗
sens und Zweibrücken mit je 200 im Jahr 1878, mit 259 und
249 im Jahr 1879.

Die am 4. Juli 1874 von der Bayerischen Hypotheken⸗
nd Wechselbank ausgegebenen grünen Hundertmarknoten, welche
päter von der Bayerischen Notenbank übern ommen wurden, sind be—
anntlich läugst eingerufen und haben seit dem 1. Januar 1878
nur noch den Charakter einfacher Schuldscheine. Wir machen dar⸗
auf aufinerksam, daß sie auch als Schuldscheine nur noch bis 31.
Dezember 1880 Geltung haben, nach diesem Tage aber werth—
los sind.

4 (Zur Weintraubenbesteuerung.) Seit die im
hayerischen Finanzministerium in Betreff der Frage der Verzollung
der Weintrauben abgehaltenen Konferenzen von Bevollmächtigten
süddeutscher Oberzollbehörden, beendet sind, haben Verhandlungen
wischen den betreffenden Regierungen Statt gefunden, deren Ab—
schluß täglich zu erwarten steht. Nach Allem, was man in unter—
richteten Kreisen hört, wird die Sache sür die Importeure nicht
günstig ausfallen.

F Nach einer Nachweisung, welche die preußische Berg—
verwaltung über Verunglückungen mit tödtlichem Ausgange
beim Bergwerksbetrieb im Jahre 1879 aufgestellt hat, wurden
235,617 Arbeiter in den Bergwerken beschäftigt; von diesen ver—
unglückten tödtlich 5375 Mann, also je einer von 410 Mann gegen
je einen von 428 im Vorjahr. Der Steinkohlenbergbau weist die
höchste Ziffer der Verunglückungen auf, indem sich dieselbe 8 Stufen
höher stellte, als 1878. 2282 Personen wurden vorübergehend,
143 dauernd arbeits- und erwerbsunfähig.

Aus Horn bach wird verichtet: In verschiedenen hiesigen
Härten kann man derzeit wohl über 20 Stück Pflaumenbäume
sehen, welche heuer zum zweiten Male blühen; es bilden diese
Bäume einen seltsamen Kontrast gegenüber anderen in unmittel-
»arer Nähe stehenden, durch die vergangene Winterkälte zu Grunde
gegangenen Obstbäumen.

FIn Grumbach bei Lauterecken, einer Gemeinde von
1100 Seelen sind während des ganzen Jahres 1880 bis zum
zeutigen Tage blos 2 Sterbfälle eingetreten, ein glückliches Ereig—
niß, das wohl selten vorkommt.

In Stetten ist am 5. Okt. der Bürger Joh. Dohn in
einem Brunnen ertrunken. Derselbe wollte sich, wie die „Pf. Pr.“
neldet, zum Waschen Wasser an dem Brunnen holen.

Der Verschönerungsverein in Neustadt a. H. hat im
setzten Jahr über 6000 Mark für seine Zwecke verwendet.

F Einen seltenen Grad von Fruchtbarkeit hat, wie die
Kraichg. Zig.“ mittheilt, die Ehe des Landwirthes J. W. in
Forst erreicht, welchen seine Gattin am letzten Samstag mit dem
ünfundzwanzigsten Sprößling beschenkte. Mann und Frau sind
zeide erst augehende Vierziger und sind genau so viele Jahre ver—
heirathet, als ihnen Kinder geboren wurden. Am Leben sind
deren neun.

Der „Dürkheimer Anzeiger“ schreibt: „gm Magen, dort
ruh'n die Tagesfragen!“ so müssen wir unwillkürlich ausrufen,
venn wir das „bescheidene“ Quantum betrachten, welches bei Ge—
egenheit unseres diesjährigen Wurstmarktes den Weg alles Irdischen
gegangen ist. Höre verehrter Leser und staune! Es wurden ver—⸗
ehrt: 1 Ochs, 12 Kühe, 34 Rinder, 10 Stiere, 6 Fassel, 102
Schweine, 46 Kälber und 7 Schafe. Selbstverständlich wurde im
Stillen auch noch so Manches vertilgt, was sich diesem statistischen
Ausweise entzieht; als da ist jagdbares und sonstiges Gethiet.
leber die Menge der Flüssigkeiten, welche den immer durstigen
ehlen zum Opfer gebracht wurde, darüber fehlt bis jetzt noch
jeder ziffernmäßige Ausweis, doch will man wohl nicht mit Unrecht
dermuthen, daß — nicht zu wenig getrunken worden sein soll.
Der Pfälzer Magen kann viel vertragen!

In Landau wurde am Samstag der mit 4500 Mark
und der Frau eines Wirthes durchgebrannte Kassier der Metzer
Trambahn durch die Gendarmerie verhaftet. Auch die Frau wurde
in Queichheim festgenommen, wo 1800 Mark bei ihr gefunden
vorden. Das saubere Paar wurde von einem Metzzer Kriminal⸗
heamten abgeholt. Die Landauer Gendarmerie erhielt für die Er⸗
greifung des Diebes die ausgesetzte Belohnung von 100 Mark.

Frankenthal, 6. Okt. Vom Kölner Dombauverein
ind Festkomite erging an den Gießer der Kaiserglocke, Meistet Hamm,
die Einladung zur Theilnahme an den Einweihungsfestlichkeiten.
Herr Hamm wird, wie die „Frkth. Ztg.“ bört, dieser Einladung
Folge leisten.
        <pb n="639" />
        Wie die „Frkth. Ztg.“ erfährt, hat die Gemeinde Lambs—⸗
heim, von dem ihr nach Art. 65der Gemeinde-Ordnung zu—
stehenden Rechte Gebrauch machend, durch Gemeinderathsbeschluß
vom Gestrigen die Gemeinde⸗Einnehmerei von der z. Z. erledigten
Steuer⸗ und Gemeinde-Einnehmerei Lambsheim getrennt und die—
selbe dem derzeitigen Verweser der letzteren, dem geprüften Ein—
nehmerei-Kandidaten Ludwig Rindt gegen Bezug der üblichen
Hebgebühren übertragen.

FDie Pfalzga u⸗Ausstellung in Manneheim bleibt bis
zum 17. ds. Mis. geöffnet.

x Ein schlimmes Zeichen der Zeit ist die auffällige Zunahme
der Ehescheidungsprozesse, und zwar meist von Personen höherer
Stände. Beim Landgericht in Frankfurt a M. sind zur Zeit nich!
weniger als 21 solcher Prozesse anhängig.

F, Bom Schwurgerichte in Karlsruhe wurde der Eisen⸗
gießer Erhardt Reif von Hausen, welcher am 27. Juli d. Is.
zwei seiner Kinder im Rhein bei Marau ertränkte, zum Tode
verurtheilt.

- Verschiedene Blätter theilen mit, daß in Aschaffen—
burg von 40 Kandidaten für die J. Lateinklasse nur drei zu—
gelassen wurden.

FIn Donaueschingen hat Fräulein Leontine Hagemeier
im Alter von 17 Jahren das Abiturientenexamen gemacht und gut
bestanden. Diese Tochter des Schwabenlandes hatte sich durch
Privatunterricht all' die Kenntnisse angeeignet, welche man auf
einem Gymnasium erwirbt. Wahrscheinlich wird die junge Dam
die Universität besuchen und einen Beruf erwählen.

F. Adele Spitzeder soll, um sich der Zudringlichkeit der
bayerischen Polizei zu erwehren, nach Amerika ausgewandert sein
Munchen wird wegen dieses Verluͤstes schwerlich Trauer anlegen.

F In Halle a. S. machte der Thürmer der Marienkirche
auf eine furchtbare Art seinem Leben ein Ende. Er stürzte sich
nämlich von der die beiden sehr hohen sog. Hausmannsthürme ver—
bindenden Brücke herunter, schlug guf das Schieferdach der Kirche
und dann, einen weiten Bogen beschreibend, mit furchtbarer Ge⸗
valt auf das Marktpflaster auf. Ver Unglückliche, ein Mann in
den 6Oer Jahren, war natürlich sofort todt; was ihn zu dem
—AV——— Thurm⸗
wächters verwaltete der Mann, mit kurzer Unterbrechung, schon
seit mehr als 20 Jahren.

Der Konsumverein in Jauer ESchlesien) ist verkracht mit
einem Defizit von 225,000 Mark. BVitter für die Mitglieder,
die dafür aufkommen müssen.

F In Rorschach (chweiz) sind acht Wagenladungen mit
frischem Obst aus Amerika angekommen.

x Von der Mode. Das schöne Wetter und die Jagd, so
schreibt man dem Deutschen Montagsblatt aus Paris, halten noch
einen großen Theil der Gentry in den Schlössern und Landhäusern
zurück; aber die Abende werden länger und ein Tänzchen muß of!
herhalten, um sie auszufüllen. Zu diesen „Sauteries“, wie man
jolche inprovisirte Bälle hier benennt, ist eine neue Toilette erfunden
worden, welche ganz allerliebst steht. Je nach ihrem Teint und
hrer Haarfarbe wählen die Damen eine zwei⸗ oder dreifarbige Blume
(Astern, Georginen u. s. w.), welche sie in ihrer Toilette darstellen
wollen. Die Farben der gewählten Blume werden nun auf dem

Rocke der Robe, welcher ohne Schleppe ist und hart den Boden
treift, durch eine Unzahl sehr schmaler Plisses reprasentirt, wobei
nicht nur die Farben, sondern auch die Stoffe abwechseln. Soll
. B. die Toilette „Stiefmütterchen“ bedeuten, so wechseln Bouillons
von gelber Gaze mit Plisses von weißem Atlas und solchen von
beilchenblauem Sammet ab; der Leib besteht aus der Grundfarbe
lin unserm Beispiele veilchenblauer Sammeth) auf welchem in der
Brustgegend, auf den Schuͤltern und auf den Aermelrändern Bou—
quets und Guirlanden der darzustellenden Blume (in diesem Falle
Stiefmütterchen) aufgenäht sind; dieselbe Blume als Kranz oder
buff im einfach frisirien Haare. — Im Winter wird man in den
Salons natürlich wieder lange Schleppe tragen. Der ungraziöse,
gestrikte, von hinten zugeknüpfte Leib Maillot), welcher den Daͤmen
das Aussehen von Kunstreiterinnen gab und der heuer in den

Bädern sehr in der Mode war, ist von nun an aus der Toilen⸗
inständiger Frauen verbannt. Die Tressen und Bordüren aus
Metallfäden in den Farben: altes Gold, oxydirtes Silber, blauer
Stahl werden dagegen wieder sehr zu Ehren kommen.

Der Morder des Knaben aus dem Haa g, dessen Leiche
o grauenhaft verstümmelt in den Dünen bei Scheveningen gefunden
wurde, scheint entdeckt zu sein. Es ist ein fruͤherer Sergeant der
jolländisch-indischen Armee Namens de Jongh. Die Entdeckung
vurde folgendermaßen herbeigeführt. Eine Autographie des Droh⸗
riefes, welchen der Mörder des Knaben den Eilern zugestellt hatte,
var in die Hände eines Musketiers gefallen, welchem die Hand⸗
chrift in dem Briefe außerordentlich bekannt vortam. Er geht
iach Haus, kramt in seinen Briefschaften und findet plötzlich ein
baar Briefe eines ehemaligen Waffengefährten aus Indien, welche
zenau dieselben Schriftzüge zeigen. Hieser Waffengenosse war de

zur Zeit im Haag lebende de Jongh. Frappirt durch diese Ent—
deckung macht der Musketier einen Besuch bei de Jongh und lentt
das Gespräch dabei auf den Mord. Va fällt die bejahrte Mutter
des de Jongh ihm mit thränenschwerer Stimme in das Wort und
bittet nicht weiter darüber zu reden, während ihr anwesender Sohn
bald roth, bald blaß wird Durch diese Vorkommnisse noch mehr
in seinem Verdacht beslärkt, macht der Musketier bei der Polizei
Anzeige, welche die Verhaftung de Jonghs besorgt. Im Laufe
des Verhörs ergeben sich noch mehr Verdachisgründe und schließlich
gesteht der Verhaftete auch ein, die betreffenden Drohbriefe ge⸗
schrieben zu haben. Ob or allein der Thäter ist, ob er nur Hel—
fershelfer oder nur das Werkzeug eines Andern war, scheint noch
nicht ganz aufgeklärt zu sein. Gerüchtweise verlautet z. B., daß
er in Beziehungen zu einem Verwandten oder näheren Bekannten
der unglücklichen Familie stände, dessen Verhaftung gleichfalls
angeordnet sei. Eigenthümlich muß es übrigens Nicht⸗Holländer
berühren, wenn man in holländischen Zeitungen liest, der König
der Niederlande beabsichtige, den Musletier, welcher die Entdeckung
des Mörders herbeiführte, zum Offizier zu ernennen. Die glück⸗
liche Ergreifung des Mörders illustrirt übrigens den Nutzen, welcher
der Behoͤrde erwächst, wenn sie ohne büreaukratische Zugeknöpftheit
einen ausgiebigen Gebrauch von der Hilfe der Presse macht.

7 In Ancona hat am 1. doss. ein Millionendiebstahls⸗
Prozeß begonnen, der mehrere Wochen dauern wird. Beschuldigi
ind der Kassenbedienstete Tangherlini und einige Helfershelfer.
Der Diebstahl soll durch Austauschen eines zur Versendung be⸗
stimmten Felleisens, in welchem sich die Baarsummme bon 2.400. 000
Francs befand, bewerkstelligt worden sein.

Der „Panama Star und Herald“ meldet, daß am 18.
September in Valpara iso ein Erdbeben Statt gefunden hat.
Illapel, eine Stadt im Innern Chilis, wurde gleichtalls zerstoͤrt
Im Ganzen sollen 200 Personen durch das Erdbeben ihren Tod
gefunden haben.

FFamilienreise um die Welt. Eine Reise um
die Erde in 75 Tagen machte Ismah, Eigenthümer der White
Star Line“, mit Frau und Kindern. Di Reisenden gingen am
13. Märzed. J. in Liverpool an Bord des Dampfers Ozeania“
und besuchten der Reihe nach Suez, Point de Galle, Singapore,
Hongkong, Shanghai und Yokohama. Aus dem letztgenannten
Hafen traten sie am 6. Jum di— Reise nach San Fraucisko an.
Bei ihrer Ankunft in New⸗Pork hatten sie 22,820 Meilen zurück⸗
gelegt. Ausschließlich des Äufenihaltes an den besuchten Orten
verwendeten sie 66 Tage.

F Getreide-Ausfuhr aus dem Newyorker
Hafen. Während des Monats August wurden aus dem New⸗
horker Hafen nicht weniger als 13,300,000 Bushels Getreide ver—
schifft. Behufs Transport dieser immensen Ouantität über den
Dzean wurden 325 Schiffe, theilweise mit voller Getreideladung,
benutzt, und zwar 146 Dampfer, 24 Schiffe, 144 Barken und —11
Zweimaster. Dem Bericht des landwirthschaftlichen Dehartements
in Washington zufolge wird der Werth des Erpotts an Brodstoffen
aus den Vereinigten Staaten während der letzten 8 Monate auf
182,000,000 Doll. veranschlagt.

FDie Welt⸗Ausstellung in Melbourne (Australien) wurde
am 1. Oktober mit großem Erfolg eröffnet; alle Nationen waren
hertreten. Die Abtheilungen sind noch nicht ganz fertig. Mel—
bourne ist voll von Fremden; das Wetter ist herrlich.

In der Erzentrizität scheinen die Amerikaner den
Engländern jetzt „uͤber“ zu sein. Ein dieser Tage in Wien
eingetroffener Amerikaner hat sich durch den dortigen amerikanischen
Gesandten im Ministerium des Auswärtigen vorstellen lassen und
von Baron Haymerle auf sein Ersuchen die schriftliche Ermächtigung
erhalten, sich einen Lloyddampfer (für 200 fl. täglich) miethen
und mit demselben der österreichischen Essskadre vor Dulcigno an⸗
chließen zu dürfen, um eventuell das Bombardement mitzumachen.
Allerdings scheint nach der momentanen Sachlage Mr. Louba
wenig Aussicht zu haben, dieses Ereigniß vor sich gehen zu sehen.

F Aus Kairo ist der Kolnischen Zeitung folgendes Schreiben
zugegangen: Einliegende kleine Gabe hade ich die Ehre, Ihnen be—

hufs Verwendung zur Dombaufeier zur Verfügung zu stellen; mein
Dombaufest werde ich bei unseres Domes Altersgenoffen, den Pyra⸗
miden, feiern mit einem begeisterten Schluck auf Kaiser, Reich und
Köln. Einliegend ein Napoleonsd'or aus den 100 Tagen von
1815; ob sich Napoleon wohl hat träumen lassen, daß er zur Kölner
Dombaufeier noch würde herhalten müssen? Genehmigen Sie die
Versicherung u. s. w.“ — Vivat sequens! meint hierzu die Kölnische

Marktberichte.

Zweibrücken, 7. Ott. Fruchtmittelpreis und Viktualienmart.
Weizen 11M. 7 Pf. Korn 59 M. 71 pf., Gerste zweireihige — M. — Pf
ꝛierreihige — M. — Pfr, Spelz 7 M. 25 pf, Spelztern — R. Pf.
Sinteh— WM, — Pf ünischfrucht — r. f aen niF pfy/
Erbsen — M. — ppfi, Widenm. Pf. Karioffeln ? M. — Pf.
deu 2 M. 90 Pf., Strob s M. 66 Pf., Weißbrod In/, Kilogr. 56 9
        <pb n="640" />
        Zornbrod 8 Kilogr 69 Pf., Gemischibrod 8 Kilogr. 84 Pf., paar Weck 190
. 6 Pf. Rindfieisch 1J. Qual. 60 pf. II. Qual. 54 pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 pf; Butter!/ Kilogr. d M. 90 Pf.
Wein 1Liter 80 Pf., Vier 1Liter 24 Pf.

Homburg⸗6. Olt. ( Fruchtmittelpreis und Vittualienmarkt.) Weizen
11 Mood ppf. Korn 9 M. 36 Pf., Spelzlern — M. Epf., Spelz 6 M.
50 Pf., Gerste Zreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige 6 M. — Pf. Hafer
M. 40 pl., Mischfrucht og M. 40 ppf., Erbsen 86 M. — pf., Wicken
ô N. — pf, Bohnen, R.T Pf. Kleesamen ⸗ M. - Pf. Korn⸗
drod 6 Pfund — Pf., Genchtbrod 6 Pfund 82 Pf. Odhsenfleisch — Pf.

Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
—A Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Zir. 2 M. — Pf.
Kaiserslautern, 8. Ott. (GFruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 51 Ppf. Korn 609 M. 45 pi. Spelztern — M. 7 Pf., Spelj
MC.37 Pf., Gerste 08 M. 73 Pf., Hafer 6 M. 42 Pf., Erbsen 0 M.
— pf., Widen 0 V. — Pji. Linsen 12 M. 45 Pf., Kleesamen 45 M. 83
pf. Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf.do. 3 Pfjd. 39 Pf., Gemischtbrod
Pfund 44 Pfg. Butter per Ppfd. 1M. — Pf. Eier 1 Stück 6 Pf., Kar⸗
offein per Zent. 2 V. Pf. Stroh O M. — Pf., Heu 8 M. 50 Pfa.
Fr die Nedaction deraniwortlich: . X. D⸗mie v.
Sander. Jakob, S. v. Adam Mat⸗
Kern. 18. Jakob, S. v. Jakob Linn.
20. Elisabeiha, T. v. Jakob Janz.
Sosia. T. v. Johann Bender. Ger⸗
rauda, T. v. Jakob Emmes. 21.
peler, S. v. Heinrich Bastian. Anng,
T. v. Anna Loösch. Anna Maria, T.
. Mathias Kihm. 25. Franziska,
T. v. Ibhann Pelerß. 26. Georg,
S. v. Muaͤthius Krill. 28. Josef, S.
d. Johann Josef Quirin. Maria, T.
d. Ludwig Steinfeld. Peter, S. v.
Jakob Eüer. Josef, S. v. Johann
Zuirin. 29. Maria Amalia Augusia,
T. v. Abolf Metz. 30. Georg, S. v.
deorg Jung. Maria, T. v. Friedrich
Schmitt.
B. Eheschließungen.

4. Sept. Georg Kayser mit Char⸗
lotta Anmenn. 9. Johann Steuer
mit Magdalena Henriette Zepp. 16.
heorg Buchheit mit Kathaxina Wag⸗
der.“ Kari Klein mit Johannetta
Pirrung. Nikolaus Jung mit Therefia
Jastian. 18. Karl Koch mit Dorothea
Scchwarz. 20. Friedrich Georg Gott⸗
ieb Luͤtzel min Elisabetha Hager.
30. Josef Leinhäuser mit Elijabetha
Steinfeld. Joh. Josef Schwarz mit
ẽatharina Klein. Heinrich Luck mit
MNaria Unbehend.

OC. Sterbfälle.

1. Sept. Friedrich, 10 J. a., S.
d. Peter Briil. Susanna Horlemann,
10 J. a, Ehefr. v. Nilolaus Stief,
. Elisabetha Amann, 66 J. a., Wittwe
bon Peter Conrad. 5. Katharina,
Mt. a., T. v. Peter Jungfleisch.
Theresia, 2 J. a, T. v. Joh. Klehr.
J. Eduard, 6 Mt. a., S. v. Michafl
Aug. 9. Therefia, 11. Mt. a., T. .
Jalob Lazß, 10. Jalkob ——
J. a., ledig. Johann Adam 8 Mi.
J., S. v. Johann Adam Fischer. 11.
Jakob Jung, 26 J. a., ledig. Maria,
JMt. a., T. v. Johann Theovald.
darl, 1Mt. a., S. v. Peter Berrang.

2. Maria, 1 J. a., T. v. Peter

Zchaffner. 18. Maria Feger, 78 J.

. Ehefrau v. Philipp Grunagel.

ẽiisab. e I. a., T.v. Adolf Haud.

i7. Heinrich, d Mit. a. S. v. Peter

deincich Lat. 19. Barbara, 7, Mi.

a, T. v. Peter Kopp. 20. Maria

xüsabetha, 7 J. a., T. v. Johann

Adam Eller. 21. Magdalena, 6 Mi.

1I. T. v. Peter Schiell. 27. Georg,

13. a., Sohn v. Jalob Schmitt.

Jatob 8 Mi. a., S. v. Jultanna

Rung. 28. Maria, 1J. 4., T. v.

Heinrich Bastian. Katharina, 1 Mi.

a, T. v. Katharina Selzer. 29. Peter

Siolz, 55 J. a., Ehemann von Mag⸗

dalena Rohe.

St. Ingbert, 6. Okt. 1880
Der Standesbeamte:
CKuster.

Holzversteigerunge!
uus Staatswaldungen des kgl.
Ferstrebiers Neuhäusel.

Dienstag, den 12. Oktober
ächsthin, des Vormittags 11
ühr zu Bebelsheim, bei
Virth W. Hartmann, versteigert
derr Pfarrer Walle von dort
in den Meistbietenden:

3000 Liter

Rothwein 1878et

Gurgunder).

Derselbe, reiner Naturwein,
st Flaschenreif und gezogen aus
en Weinbergen des Versteig-
assers zu Rubenheim.

Proben werden bei der Ver⸗
teigerung verabreicht.

Blieskastel, 29. Sept. 1880.

A. A.
Dawo.
1000 Marb.

Auhängezettel
nit Oesen, auf weißen und far⸗
higen Cartons, beim Verjsandt
von Stückgütern sehr praktisch,
liefert rasch und billig die Buch⸗
und Steindruckerei von
5F. X. Demetz.

Montag, den 18. Oktober
1880, Vormittiags 10 Uhr bei
Hastwirth G. Hussong zu Neu⸗
häusel.

Zufall ige Ergebnisse in sämmtl.
Distrikten.

2 Eichen Stämme 8. u. 5. Kl.

2 Buchen 8. Kl.

Hainbuchen 2. Kl.

56 Kiefern 4. u. 5Kl.
105 Eichen Wagnerstangen

Z ESter Eichen Misselholz 4.

u. 5. Kl.

5911, Nutzprügel 1. u.

——

45, Kiesern Rutzprügel 1. u.

2. Ki. 1,80m lg.

1071, Buchen Scheitholz 1. u.

2. Kl. u. Anbruch

168 Eichen Scheitholz, 28l.

i. Aubruch, 1,20 m Ig.

5, Aspen Scheitholz 2.Kl.
396 5 Buchen Prügel 2. Kl.
158 „ Eichen, Birken, Kiefern

u. Aspen Prügel
3153 , Buchen, Eichen u. Kie⸗

fern Krappenprügel.

Neuhäusel, den 5. Olt. 1880.

Der kal. Oberförster:

Mörschel.
rBGutes etiquettirtes —*
Flaschenbier
Meber die Straße“ bei

Vh. Wentel.
Fast verschenbcl

Auszug
aus den Registern des Siandesamts
Si. Ingbert pro Monat Sept. 1880.
A. Geburten.

1. Sept. Maria, T. v. J. Hautz
Maria, T. von Johann Jungfleisch
J. Balthasar Joh., S. v— N. Stolz.
sakob, Sohn von Veter Weber. Os⸗
ar Richard, S. v. Karl Lubitz. 4.
Raria, T. v. Jakob Bleif. 8. Nik.,
5 v. Georg Jungfleisch. Johanna,
c. v. Katharina Konrad. 6. Katha⸗
ina, T. v. Karl Eich. 8. Jakob
huftav, S. von Michael Schmelzer.
O. Wilhelmine, T. v. Karl Zintel.
Ihilipp, S. v. Karl Stief. 11Karl,
57 v. Karl Vauer. Barbara, T. v.
heter Leonhardi. 13. Maria, T. v.
pͤhilipp soch. 14. Mathias, S. v.
heler Lehmann. Emma T. v. Karl
doch. Christian, S. v. Franz Fuhr⸗
neifier. 15. Peter, Sohn v. Verer

Segen Gicht, Rheumgtismus x. felbst in
anz veralteten Faällen, wird Dros. Bumont's
zictwasser (anti rheum. Liq.) ven vielen
tausend glücki. Gebeilten als einziges Ra⸗
icalmittel auf's Warmste empfohlen. Erfelg
nundich. dür d. Heilwirkung wird mm. cb.
ine garuetirt. Preis, di. M. 2. n
R. 8 —* Voreinsog. oder Nachnahme vom
venerai⸗Hepot: 2. A. Wetzaer in Aain;. J —
zeigo.
Für bevorstehende Herbst⸗ und Winter⸗Saison empfehle ich
nein großes Lager in allen Sorten 2..
Herren⸗, Damen⸗ Kinder⸗Stiefelr
und -Schuhen
zu äußerst billigen Preisen. A
Ganz besonders einpfehle ich eine schöne Auswahl in feinen
Herren⸗ &amp;K Damen Zugstiefeln, jsowie Herren⸗Knie⸗
tiefel und ginaben⸗ Stulpenstiefel.
VFgZugleich mache wiederholt aufmerksam, daß sämmiliche
Reparaturen durch mich bestens und billigst besorgt werden.
Achtungsvollst
aur. Schul⸗ &amp; Sliefel⸗Handlung.

—1 —— — —— —
Das von ver Massaverwaltung der falliten
Aroben druaunniesilderfabrit übernomme ne
Kiesenlager, wird wegen eingegangenen
roßen ebiumeberrs diungen —X
aee umung der Lotkalitaten 6
7B Frocent unter der
exnng verkaust —
dader also
ür nur ä Kart als kaum der Halfte det
deries des bloßen Arbeitlobnes erdan
nan nachtiedendes Außerst gediegenes Bri⸗
Anniasilder: Speiscservice
r αν Aarie xortete
pr sr das Weißbleiben der Be ĩte do
lanre varantiet
elmesser mit vorzuglichen S tablklingen
vt eugiische Britannis Silber⸗Gabeln,
aassive Vrliannia Siber Speijelotsel.
einste Britannia Sitber⸗Aaffeeldiffel,
nee Dinaünin Suͤder⸗Suprensodobfer,
naffiver Vrnannia⸗ Sitber⸗ Mil hschöpfer,
inn cisenirte Vrasentit⸗Tabletto
vrzůglicht Messerleger Vritan.⸗Silber.
dõone masñve Cierbecer,
rachtvolle feinste Zucertasen,
orzüglicher P'efter⸗ oder Zucerbdeh alter.
Toeefeiber feinste Sorte.
efierivolle Salon⸗Tafe eugter.
feinste Alabaster Leuchterauifane.
o Stüct.
sue dier angefübrten so Etud Prachtgegen⸗
dande kosten zusainmen blos 14 Nart
Veseuunaen gegen Postporschuß Zach⸗
rahme) oder porberiger Geldelnfendung
verden so lange der Vorrath reicht efletiuixa
urch die Herren 0
Kunm,
urlt.Silbot · Tabrihlea.
227.
e von Dankfagungt⸗ und
Efen? lliegen zut offentlichen
em Burcau auf.
ungen — Abrefle⸗
KABα. Uαο-

Unwiderrustit, am 25. Oklobetr ..
Ziehung Kaiserslauterer Geldlotterie.
ausgestattet mit 3000 Geldgewinnen, worunter
1 Haupttreffer von Mark 50,000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein Geldgewinn.
gortlaufende Rummeru. — Keine Serien. —9
Wose à AMA 3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.

In S Ingbert bei Franuz Woll. In St. Julian bei

6Gerslach. än St. Alban bei A. Dohm.
r Familien und Cesecirkel Bibnotheten. Hoiels, Cafes und Restaurationen.

Mæaeræeum— —
Asfpjn

Aang
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drobe⸗VNummern gratis vrd franco.
mnements⸗Oreis vierteliäbrlich s Mark. — Zu be ehen driolle Bud handlgen und Postanstalten.
— in Leipzig.

— RMzerzu

Druck und Vezlag von J. X. Demeß in St. Ingbert.
rür nusere Wo st⸗Abonnenten „Illustrirtes SZonutaasbiatt Nr. 15
        <pb n="641" />
        Sl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A 40 A einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 3 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswaͤris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
A I622..

Sonntag, den 10. Oktober
1880.
Deutsches Reich.

München, 7. Olt. Als Nachfoiger des Hrn. von
Rudhart auf dem Gesandischaftsposien in Berlin wird der Le—
gationsrath bei der bayer. Gesandtschaft in Wien Hugo Graf von
Lerchenfeld bezeichnet.

Nach der „A. Z.“ wird der besondere Ausschuß der bayer⸗
ischen Kammer der Abgeordneten zur Berathung der Gesetzent⸗
würfe über die direkten Steuern auf allerhöchsten Befehl am 20.
Oktober wieder zusammen treten.

Der „Allg. Ztg.“ zufolge wurden zu bayerischen Bevoll⸗
mächtigten beim Bundesrath die Minister Dr. v. Lutz, Dr. v. Fäustle,
b. Riedel, Frhr. v. Crailsheim und der Militärbevollmächtigte
Oberst Ritter v. Xylander ernannt; zu stellvertretenden Bevollmäch⸗
tigten Generaldirektor v. Hocheder, Ministerialrath v. Kastner,
Oberregierungsrath Herrmann, Ministerialrath Frhr. v. Raesfeldt
und Oberregierungsrath Schmidkonz.

Es bestatigt sich, daß beabsichtigt wird, dem nächsten Reichs⸗
tag eine Militär⸗Strafprozeßordnung vorzulegen.

Von den Konservativen Norddeutschlands wird
gegenwärtig eifrig für die Aufhebung der obligatorischen Zivilehe
agitirt.

Aus Friedrichsruh wird durch Privatnachrichten bekannt,
daß Fürst Bismarck selten während des Aufenthalts auf seinen
Landsitzen so eifrig beschäftigt gewesen sei, als in diesem Augen⸗
blick. Die Thätigkeit, die ihm die Leitung des preußischen Han—
i enan jetzt auferlegt, scheint ganz besonderen Reiz für ihn
zu haben.

eien. Für England wäre es jedenfalls besser, wenn das alte
Sprichwort des Kehrens dor der eigenen Thür etwas mehr beachtet
würde.

Nach den neuesten Nachrichten aus Petersburg scheint es nun
hoch zu einem Kriege zwischen Rußland und China zu kommen.
— —
Vermischtes.

* St. Ingbert. Aus Distriktsfond sollen nach dem Be—
schlusse des Ausschusses des Distriktsrathes der Tüncher Johann
To ussaint von hier 140 M. und der Schlosser Mathias Walle
»on Oberwürzbach 60 M. erhalten, beide zum Besuche der Kreis⸗
zaugewerkschule in Kaiserslauiern. Das Stipendium von 200 M.
zum Besuche der Frauenarbeitsschule in Speyer erhält Katharina
Schaller, Tochter von Polizeidiener Schaller dahier.

Nach dem Jahresberichi der pfälzischen Handels- und
Gewerbekammer wurden im Jahre 1879 in der Pfalz von 4
Aktienbrauereien und 278 Privalbrauereien im Ganzen 293,203
Hektoliter Malz verarbeitet und daraus 586,400 Hektoliter Bier
zebraut. Ausgeführt wurden aus der Pfalz 90,289 Heltoliter
Bier, blieben also für den eigenen Verbrauch 496, 111 Hektoliter;
außerdem wurden noch 15,188 Hektoliter eingeführt, was auf den
stopf der Bevölkerung etwa 80 Liter im Jahr macht. Der Malz⸗
uufschlag (einschließlich des von den Branntweinbrennereien und
defefiedereien gezahlten, jedoch abzüglich der für ausgeführtes Bier
gewährten Rückvergütung) beirug 1,150,000 M., dazu die Ueber—⸗
zangsabgabe von eingefuͤhrtem Bier und Branntwein mit 185,488
M., macht zusammen 1,335,488 M.

Nach einem Entscheide unseres Verwaltungsgerichtshofes ist
die Frage, ob die Bedürfnißfrage nur bei Neukonzessionirung oder
auch bei Verlegung einer Wirth sichaft gestellt werden kann und
darf, dahin zu beantworten, daß die Verlegung einer Gastwirthschaft
auch hinsichtlich der Bedürfnißfrage einer neuerlichen Ertheilung der
Konzession gleichkommt und schon kraft des Gesetzes von der Be⸗
dürfnißfrage abhängig gemacht werden kann. In Anbetracht dieses
für sämmtliche Wirihschafts-Gewerbetreibende so hochwichtigen Ent⸗
cheides unseres Verwaltungsgerichtshofes, glauben wir alle Be—
heiligten darauf ganz besonders aufmerksam machen zu müssen.

F Bisher haben sich die Photographen stets für berechtigt ge⸗
halten, die in ihrem Atelier gefertigten Bildnisse ohne Zustimmung
der Betreffenden durch Aushang in den Schaukästen oder Schaufen-
tern dem Publikum vorzulegen, um sich damit zu empfehlen. Dem
st jetzt ein Ende gemacht, indem das Reichsgericht in Leipzig aus—
jesprochen hat, daß dies Verfahren einen strafbaren Eingriff in das
zurch 8 7 des Reichsgesetzes über Photographien vom 10. Jan. 1876
geschützte Recht des Besiellers eines photographischen Bildnisses enthalte.

F Von Kaiserslautern aus sind an die bayerische Abge⸗
ordnetenkammer zwei Petitionen gerichtet worden betreffend 1. die
Besteuerung des von Kaufleuten und Fabrikamen ausgehenden
Hausirhandels und 2. die Abänderung verschiedener Bestimmungen
des Cesche über den Branntweinaufschlag.

F Ver Absatz der Kaiserslauterer Gewerbe—
museums-Loose geht so gut von Siatten, daß von Ver⸗
schiebung des Ziehungstermins, wie Manche glaubten, keine Rede
ein dürfte, sondern voraussichtlich am 25. Dlklober die Ziehung
Statt finden wrrd.

F, Die Diakonissenanstalt zu Speyer feierie am Mittwoch
hr Jahresfest. Bei Gelegenheit diefes Festes wurden sechs Dia⸗
Lonisfinen eingesegnet. Nach der Feier fand eine Generalversamm⸗
lung des Diakonissenhaus-Vereins Statt.

F Aus Speyer sind am Sonniag 10 junge Leute, welche
soeben ihrer Dienstpflicht Genüge geleistet, nach Amerika ausge·
vandert, und die Auswanderung zweier ganzen Familien mit 12
Köpfen steht bevor.

Amber g. Der im vergangenen Frühjahr hier gestorbene
Steingutfabrikant Kick hat ein Vermoͤgen von 8 Millionen Mark
interlassen. Er war feiner Zeit ganz unbemittelt nach Amberg

gekommen. ——

*Straßburg, 6. Okt. Vor dem Schöffengerichte zu

Ausland.

Der französische Kriegsminister hat in einem Rundschreiben
an die Korpskommandanten dieselben aufgefordert, besondere
Lokale herzustellen, in welchen sich die Soldaten in ihren freien
—AV „väterlichen Ueberwachung“
eines Unteroffiziers lesen und schreiben und sich untereinander unter⸗
halten zu können. Dieses Lokal muß sich in der Nähe der Regi⸗—
men tsbibliothek befinden, deren Bücher den Soldaten zur Verfüg⸗
ung gestellt werden. Sie erhalten außerdem zu ihren Studien und
zur Korrespondenz mit ihren Familien das nöthige Papier unent—
geltlich. Ein besonderer Saal wird für die Unteroffiziere hergestellt
werden.

Die „Polit. Korr.“ berichtet aus London: „Die zwischen

den Mächten schwebenden Verhandlungen über Beantwortung der
türkischen Note nehmen einen so ungestörten und befriedigenden
Verlauf, daß man deren Beendigung früher als ursprünglich ange⸗
aonimen wurde, entgegensieht. Die Erhaltung des europäischen
stonzerts darf als sichergestellt gelten.“ — Aus Paris erhält die
„Polit. Korr.“ eine Andeutung über die Ratur der Maßregel,
welche das britische Kabinet den europäischen Mächten vorgeschlagen
hat. Es handle sich nämlich um einen Alt gemeinsamer Beschlag⸗
nahme im ägäischen Meer (d. ———
wodurch die Gesammtheit der Mächie in den Besißz eines Faust⸗
pfandes für die Erfüllung der Verbindlichkeiten der Pforte gegen
Montenegro gelange. (Nach einem Pariser Telegramm der Ir.
Ztg.“ hätten alle Kabinete erklärt, über die in der letzten türkifchen
Note gemachten Vorschläge lasse sich mit der Pforte gar nicht unter⸗
handeln! Englands Vorschlag gehe dahin, einige türkische Hafen⸗
plätze als Pfand zu nehmen, um durch Beschlagnahme von Ein—
künften zur Nachgiebigkeit zu zwingen, und diesen Vorschlag hätten
auch Oesterreich und deutschland gis einen solchen anerkannt, über
den sich reden lasse. Frankreich gedenke sich auf gleicher Linie mit
Deutschland zu halten — natürlich, weil keines von beiden sich
auswärts in erheblichem Maß engagiren will, aus Besorgniß, bald
alle seine Kräfte zu Haus brauchen zu können.)

Die Nachrichten aus Irland lauten fortgesetzt schlecht.
Täglich werden neue agrarische Greuelthaten gemeldet; Brandstift⸗
ungen und Mordthaten sind an der Tagesordnung. Die Regie—
rung soll die Versiärkung der Truppen in Irland beschlossen, der
Kriegsminister jedoch erklärt haben, für Indien seien so starke
Trubpen⸗Nachschübe erforderlich / daß für Itland line verfügba⸗
        <pb n="642" />
        Straßburg spielte in der Sitzunug vom 5. Oktober ein nicht un⸗
interessanter Prozeß wegen Nachmachung von Wein und Verkauf
von solchem. Der dahier wohnhafte Weinhändler L b aus Ung⸗
tte in hatte in hiesigen Blaͤllern allen elsäfsischen Wein zum Preise
hon 40 Centimes pro Liter annonzirt. Die Polizei, bei welcher
der ungewöhnlich billige Preis — man zahlt hier für den aller⸗
bisligsten Wein 60 Centimes — Verdacht erregte, ließ durch einen
Mann von dem Wein kaufen und denselben untersuchen. Da das Ge⸗
tränk nur die Hülfte der Ertraktivstoffe des Naturweines besaß und
sich auch sonst nach verschiedenen Richtungen hin als Falfifikat er—
vies, wurde eine Beschlagnahme des Kellerinhalts des Lob veranlaßt.
Reben 6 Fässern Wein, unter denen sich nur 1 Faß Naturwein
hefand, wahrend die anderen theils fertigen, theils noch mancher
Zusatze bedürfenden Kunstwein enthielien, fand sich eine Sammlung
don Glycerin, Färbestoffen, Weißweinbouquet⸗Essenz u. s. w. Löb
hehauptete, der Inhalt der Fässer sei kein Wein, sondern eineFlüssigkeit,
nit denen er die Fässer „gut mache“ und übere deren spätere
Verwendung er noch keine Dispositionen getroffen habe. Der Experte
wies jedoch nach, daß die Mischung zum Ausspülen der Fässer zu
theuer sei und ein Zahlenverhältniß bezüglich der Ingredienzien
Ahalte, wie es sich bei Kunstwein finde. Löb wurde wegen Nach⸗
machens von Wein zum Zwecke der Täuschung und Verkauf von
jolchem zu einer Gefaͤngnißstrafe von 4 Wochen, zu einer Geldstrafe
en' 1000 Mark und den nicht unbedeutenden Kosten verurtheilt.
Der beschlagnahmte Wein wurde konfiszirt. (Pf. K.)

pEchwerlich ist in Köun je ein so glaͤnzendes und kost—
pieliges Bankett abgehalten worden, wie dasjenige, welches die
Stadi bei Gelegenheit des Dombaufestes am 16. d. M. veranstaltet.
Das Essen ist dem Hof⸗ (Konditor) Lieferanten Moslen und dem
Bürzenich⸗Restaurateur Simson übertragen worden, das Kouvert,
cs Wein, zu 31 M., wobei 450 Personen garantirt, 600 aber
in Aussicht gestellt wurden.

F Zum Kölner Dombaufeste sind 21 Fürsten und
die Vertreler von drei freien Städten eingeladen; man rechnet auf
wa 60 Personlichkeiten, an welche dann auch die Einladung zur
Theilnahme an die städtischen Festlichkeiten ergehen soll. Bei dem
Dombaufeste vom Jahre 1842 füllte das Verzeichniß der höchsten
uind hohen Gäste nebst Gefolge nicht weniger als 16 gedruckte
Oktavseiten.

Die Düsseldorfer Ausstellung hat einen Ueberschuß
von 400,000 Mark erzielt. Von dieser Summe sollen 100,000
Mark für den zoologischen Garten und 300,000 Mark für Kunst⸗
und gewerbliche Zwecke verwendet werden.

5FEin schreckliches Un ghück ereignete sich am 3. Oktober
in Manchefter in der katholischen Kirche. Während die aus
100 bis 500 Personen bestehende Gemeinde den oberen Raum des
Gebäudes verließ, brach einer der Querbalken, die von einer Mauer
zur anderen reichen, zusammen, und 80— 100 Personen stürzten
ein unter belegenes Schulzimmer etwa 20 Fuß hinab. Eine
Frau blieb auf der Stelle todt, und 20 Versonen mußten nach
dem Holspital geschafft werden.
— Adôtel zur Post“
rzüglichen Neuen
. Demetz, Hemdenfabrik,
KLandau i. Pfalz.

zptzialität: Herrnehemden nach Magß

iach deutschen, französischen und amerika—

aischen Zuschneide-Systemen.

/ 2 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 26.—-

mit alattem feinem leinen

Einsatz ASBö D. -

his zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Hei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
zenügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
e dehnee Sitz leiste ich Jecdde Ga-
rantie; nach erfoigter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leißstungs sühighkeit über—
eugen. —VV00 F

Aren aller Art
verden reofe.

und billig angefertigt in der
F. X. Demet'schen Buch⸗ und Steindruckerei.
Druck und Verlag von F. X.

7 Weinlesein der Champagne., Wie man aus
Fpernany berichtet, liefert die heurige Weinlese dort eine aus⸗
gezeichnete, aber nur in sehr geringer Quantität vorhandene Traube.
Ddas Kilogramm Weintrauben wird mit 8 Fr. 50 und das Faß
son 200 Liter Wein, wie es aus der Kelter kommt, mit 1500 Fr.
zezahlt; allerdings ist das letztere am Saccharimeter 12 Grad stark.
die vbesten Weinberge liefern kaum mehr als drei Hektoliter auf
die halbe Hektare.

4 Die diesjährige Weinlese in Kalifornien ist wieder
o reichhaltig ausgefallen, daß man das Ergebniß auf 11 bis 14
Hillivnen Gallonen Wein schätzt. — Die mittlere Weinproduktion
hetrug in Frankreich vor den Verwüstungen der Phylloxera und
dem letzten harten Winter laut dem „Journal Offiziel“ 1485
Millionen Gallonen, aber die Weinernte des Jahres 1879 betrug
zur noch 945 Millionen. Nach Frankreich kommt Italien mit
337, Oesterreich. Ungarn mit 324, deutschland mit 175, Portugal
nit 135 Millionen Gallonen.

F Ein in New⸗York angekommenes Lootsen⸗Boot berichtet,
aß es zwei Tagereisen vom Hafen entfernt dem britischen Schooner
Hladiator, mit dem Kiel aufwärts, begegnet sei. Das verunglückte
Fahrzeug befand sich in der Fahrstraße, weßhalb eine Bootsmann⸗
chaft ausgesendet wurde, um es zum Sinken zu bringen. Die⸗
elbe fand jedoch den aus dem Innern des Schiffsraumes aufstei⸗
jenden Gestank von verwesten Leichen so entseßlich, daß sie ihr
Zßorhaben aufgeben mußte. Am Bugsprit fand man die Leiche
ines Matrosen hängend. Die Lootsen bezweifeln nicht, daß sich
die Leichen der ganzen Schiffsbemannung in dem Fahrzeuge be⸗
inden.

Milder Winter in Aussicht. Entgegen den mannig⸗
fachen Besorgnissen vor einem — — Winter, wie solche durch die
infreundlichen Herbstpräludien wa gerufen werden, stellen Forst⸗
Aine und Landwirthe, gestützt auf erfahrungsmäßige Beobachtungen
m Thier⸗ und Pflanzenleben, in Aussicht, daß sich die gefürchtete
Jahreszeit diesmal ungewöhnlich milde anlassen werde. Als Grund⸗
lage dieser Witlerungsdiagnose wird vor Allem auf gewisse Haide⸗
raͤuter, besonders auf die Ericden hingewiesen. Hatte nämlich im
vorigen Jahre die Erica vuigaris und herbaces auf den Blüthen⸗
ispen bis in die obersten Schichten starke Blüthenansätze, so sind
sieselben heuer kaum zur Hälfte besetzt, was eben einen milden
Winter ankündigt. Gleiches prognostiziren auch die Bienen, indem
sie trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit noch immer Wachs ansetzen
ind noch häufig außerhalb der Stöcke geiroffen werden, während
ie vor strengen Wintern, wie dem vorjährigen. um diese Zeit sich
hereits vberbaut haben.

Dienstesnach richten.
Das ständige Vilariat in —S— bisherigen
Vikar bei Pfarrer Lang in Weisenheim a. B. B. Göottz, vom 16. Oltober
hs. Is. an übertragen.
— — — — —— —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeb.

Sountag, 10. Oktober
Harmonie-Musik
Wirth.

—
Emser
Pastillen
icht ⸗ in plombirten Schachteln.
Jorrüthig in St. Tnqubert hei
inr. Zorn, Apoth. Fh.
AX
Konigꝗ Wilhelms-elsen-
quellen in Ems.
*
Haunf—
ECEConuverts

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert
in completen Waggons bei
Prima⸗Waare billigst und
st zu näherer X
gerne bereit

Jans Maier in UIm a. D.

Imvort ital. Vrodukte.

per 1000 Stück von 3. 50 Mk. an
u haben bei F; . Demetz.
Jewerbliche und landwirthechaftliche
Tocctellung des Ptalagaues.
DANNIIEIM. 1880.
Ipter demn Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh
Priedrich von Baden.
s n i. Oktober 1880. *
2intritt MIL. L. -
assigung bei der Badischen, Pfalzischen. Hes-
sischen und Main-Neckar-Bahn
Faric. (Auf 10 Loose Vreiloos) durch
R. Xecatler P. 5. 2.

ιαι α

—ã
Loose

Deme t in St. Ingbert.
—IXXX Sonntagsblatt“ Nr. 15.
        <pb n="643" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljährlich
1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 S fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 830 H pro Zeile berechnet.
A 162. Sonntag, den 10. Oktober

1880
Deutjsches NReich.

München, 7. Olt. Als Nachfolger des Hru. von
Nudhart auf dem Gesandtischaftsposten in Berlin wird der Le⸗
gationsrath bei der bayer. Gesandtschaft in Wien Hugo Graf von
Lerchenfeld bezeichnet.

Nach der „A. Z.“ wird der besondere Ausschuß der bayer⸗
ischen Kammer der Abgeordneten zur Berathung der Gesetzent⸗
vürfe über die direkten Steuern auf allerhöchsten Befehl am 20.
DOktober wieder zusammen treten.

Der „Allg. Ztg.“ zufolge wurden zu bayerischen Bevoll⸗
mächtigten beim Bundesrath die Minister Dr. v. Lutz, Dr. v. Fäustle,
p. Riedel, Frhr. v. Crailsheim und der Militärbevollmächtigte
Oberst Ritter v. Xylander ernannt; zu stellvertretenden Bevollmäch⸗
tigten Generaldirektor v. Hocheder, Ministerialrath v. Kastner,
Oberregierungsrath Herrmann, Ministerialrath Frhr. v. Raesfeldt
ind Oberregierungsrath Schmidkonz.

Es bestätigt sich, daß beabsichtigt wird, dem nächsten Reichs⸗
tag eine Militär⸗Strafprozeßordnung vorzulegen.

Von den Konservativen Norddeutschlands wird
zegenwärtig eifrig für die Aufhebung der obligatorischen Zivilehe
agitirt.

Aus Friedrichsruh wird durch Privatnachrichten bekannt,
daß Fürst Bismarck selten während des Aufenthalts auf seinen
Landsitzen so eifrig beschäftigt gewesen sei, als in diesem Augen⸗
blick. Die Thätigkeit, die ihm die Leitung des preußischen Han—
— jetzt auferlegt, scheint ganz besonderen Reiz für ihn
zu haben.

eien. Für England wäre es jedenfalls besser, wenn das alte
Sprichwort des Kehrens vor der eigenen Thür elwas mehr beachtet
würde.

Nach den neuesten Nachrichten aus Petersburg scheint es nun
hoch zu einem Kriege zwischen Rußland und China zu kommen.
Vermischtes.

* St. Ingbert. Aus Distriktsfond sollen nach dem Be—
chlusse des Ausschusses des Distriktsrathes der Tüncher Johann
Toussaint von hier 140 M. und der Schlosser Mathias Walle
»on Oberwürzbach 60 M. erhalten, beide zum Besuche der Kreis⸗
augewerkschule in Kaiserslautern. Das Stipendium von 200 M.
um Besuche der Frauenarbeitsschule in Speyer erhält Katharina
Schaller, Tochter von Polizeidiener Schaller dahier.

Nach dem Jahresbericht der pfälzischen Handels- und
hewerbekammer wurden im Jahre 1879 in der Pfalz von 4
Aktienbrauereien und 278 Privatbrauereien im Ganzen 298,208
Hektoliter Malz verarbeitet und daraus 886,400 Hektoliter Bier
Jgebraut. Ausgeführt wurden aus der Pfalz 90,289 Hektoliter
Bier, blieben also für den eigenen Verbrauch 496,111 Hektoliter;
außerdem wurden noch 15,1835 Hektoliter eingeführt, was auf den
Kopf der Bevblkerung etwa 80 Liter im Jahr macht. Der Malz—
nufschlag (einschließlich des von den Branntweinbrennereien und
Hefesiedereien gezahlten, jedoch abzüglich der für ausgeführtes Bier
gewährten Rückvergütung) betrug 1,150,000 M., dazu die Ueber⸗
zangsabgabe von eingeführtem Bier und Branntwein mit 185,488
M., macht zusammen 1,335,488 M.

Nach einem Entscheide unseres Verwaltungsgerichtshofes ist
die Frage, ob die Bedürfnißfrage nur bei Neukonzefsionirung oder
auch bei Verlegung einer Wirthschaft gestellt werden kann und
darf, dahin zu beantworten, daß die Verlegung einer Gastwirthschaft
auch hinsichtlich der Bedürfnißfrage einer neuerlichen Ertheilung der
Konzession gleichkommt und schon kraft des Gesetzes von der Be—
dürfnißfrage abhängig gemacht werden kann. In Anbetracht dieses
rür sämmtliche Wirthschafts-Gewerbetreibende so hochwichtigen Ent—
scheides unseres Verwaltungsgerichtshofes, glauben wir alle Be—
heiligten darauf ganz besonders aufmerksam machen zu müssen.

— Bisher haben sich die Photographen stets für berechtigt ge⸗
halten, die in ihrem Atelier gefertigien Bildnisse ohne Zustimmung
)er Betreffenden durch Aushang in den Schaukästen oder Schaufen⸗
tern dem Publikum vorzulegen, um sich damit zu empfehlen. Dem
st jetzt ein Ende gemacht, indem das Reichsgericht in Leipzig aus⸗
jesprochen hat, daß dies Verfahren einen strafbaren Eingriff in das
)urch Z 7 des Reichsgesetzes über Photographien vom 10. Jan. 1876
geschützte Recht des Bestellers eines photographischen Bildnisses enthalte.

F Von Kaiserslautern aus sind an die bayerische Abge—⸗
yxdnetenkammer zwei Petitionen gerichtet worden betreffend 1. die
Besteuerung des von Kaufleuten und Fabrikanten ausgehenden
hausirhandels und 2. die Abänderung verschiedener Bestimmungen
des Gesetzes über den Branntweinaufschlag.

Der Absatz der Kaiserslauterer Gewerbe—
nuseums-Loose geht so gut von Statten, daß von Ver—⸗
chiebung des Ziehungstermins, wie Manche glaubten, keine Rede
ein dürfte, sondern voraussichtlich am 25. Oktober die Ziehung
Statt finden wird.

— Die Diakonissenanstalt zu Speyer feierte am Mittwoch
hr Jahresfest. Bei Gelegenheit dieses Festes wurden sechs Dia—
'onissinen eingesegnet. Nach der Feier fand eine Generalversamm⸗
lung des Diakonissenhaus⸗Vereins Statt.

Aus Speyer sind am Sonntag 10 junge Leute, welche
soeben ihrer Dienstpflicht Genüge geleistet, nach Amerika ausge⸗
vandert, und die Auswanderung zweier ganzen Familien mit 12
höpfen steht bevor. V

Amber g. Der im vergangenen Frühjahr hier gestorbene
Steingutfabrikant Kick hat ein Vermögen von 8 Millionen Mark
interlassen. Er war seiner Zeit ganz unbemittelt nach Amberg
ekommen.

*Straßburg, 6. Okt. Vor dem Schöffengerichte zu

Ausland.

Der französische Kriegsminister hat in einem Rundschreiben
an die Korpskommandanten dieselben aufgefordert, besondere
Lokale herzustellen, in welchen sich die Soldaten in ihren freien
Stunden versammeln, um unter der „väterlichen Ueberwachung“
eines Unteroffiziers lesen und schreiben und sich untereinander unter⸗
halten zu können. Dieses Lokal muß sich in der Nähe der Regi⸗
men tsbibliothek befinden, deren Bücher den Soldaten zur Verfüg⸗
ung gestellt werden. Sie erhalten außerdem zu ihren Studien und
zur Korrespondenz mit ihren Familien das nöthige Papier unent⸗
zeltlich. Ein besonderer Saal wird für die Unteroffiziere hergestellt
verden.

Die „Polit. Korr.“ berichtet aus London: „Die zwischen
»en Mächten schwebenden Verhandlungen über Beantwortung der
ürkischen Note nehmen einen so ungestörten und befriedigenden
Verlauf, daß man deren Beendigung früher als ursprünglich ange—
tommen wurde, entgegensieht. Die Erhaltung des europäischen
donzerts darf als sichergestellt gelten.“ — Aus Paris erhäli die
„Polit. Korr.“ eine Andeutung über die Natur der Maßregel,
velche das britische Kabinet den europäischen Mächten vorgeschlagen
hat. Es handle sich nämlich um einen Alt gemeinsamer Beschlag⸗
nahme im ägäischen Meer (d. h. Besetzung einer türkischen Insel),
vodurch die Gesammtheit der Mächte in den Besizz eines Faust—
Ffandes für die Erfüllung der Verbindlichkeiten der Pforte gegen
Montenegro gelange. (Nach einem Pariser Telegramm der „Fr.
Ztg.“ hätten alle Kabinete erklärt, über die in der letzten türkischen
Note gemachten Vorschläge lasse sich mit der Pforte gar nicht unter—
jandeln! Englands Vorschlag gehe dahin, einige fürkische Hafen—
olätze als Pfand zu nehmen, um durch Beschlagnahme von Ein—
ünften zur Nachgiebigkeit zu zwingen, und diesen Vorschlag hätten
zuch Oesterreich und Deutschland als einen solchen anerkannt, über
den sich reden lasse. Frankreich gedenke sich auf gleicher Linie mit
Deutschland zu halten — natürlich, weil keines von beiden sich
nuswärts in erheblichem Maß engagiren will, aus Besorgniß, balb
ille seine Kräfte zu Haus brauchen zu können.)

Die Nachrichten aus Irland lauten fortgesetzt schlecht.
Täglich werden neue agrarische Greuelthaten gemeldet; Vrandstift⸗
ungen und Mordthaten sind an der Tagesordnung. Die Regie—
rung soll die Verstärkung der Truppen in Irland beschlossen, der
driegsminister jedoch erllärt haben, für Indien seien so starke
Truppen⸗Nachschübe erforderlich, daß für Irland keine verfügban
        <pb n="644" />
        Straßburg spielte in der Sitzung vom 5. Oktober ein nicht un⸗
nteressanter Prozeß wegen Nachmachung von Wein und Verkauf
von solchem. Der dahier wohnhafte Weinhändler Lö b aus Ung⸗
tte in hatte in hiesigen Blättern alten elsässischen Wein zum Preise
hon 40 Centimes pro Liter annonzirt. Die Polizei, bei welcher
der ungewöhnlich billige Preis — man zahlt hier für den aller⸗
hilligsten Wein 60 Centimes — Verdacht erregte, ließ durch einen
Mahn von dem Wein kaufen und denselben untersuchen. Da das Ge⸗
tränk nur die Hälfte der Extraktivstoffe des Naturweines besaß und
sich auch sonst nach verschiedenen Richtungen hin als Falsifikat er⸗
vies, wurde eine Beschlagnahme des Kellerinhalts des Lob veranlaßt.
Reben 6 Fässern Wein, unter denen sich nur 1 Faß Naturwein
zefand, waͤhrend die anderen theils fertigen, theils noch mancher
Zusätze bedürfenden Kunstwein enthielten, fand sich eine Sammlung
don Glycerin, Färbestoffen, Weißweinbouquet-Essenz u. s. w. Löb
hehauptete, der Inhalt der Fässer sei kein Wein, sondern eineFlüssigkeit,
mit denen er die Fässer „gut mache“ und übere deren spätere
Verwendung er noch keine Dispositionen getroffen habe. Der Experte
wies jedoch nach, daß die Mischung zum Ausspülen der Fässer zu
heuer sei und ein Zahlenverhältniß bezüglich der Ingredienzien
euthalte, wie es sich bei Kunstwein finde. Lob wurde wegen Nach—
machens von Wein zum Zwecke der Täuschung und Verkauf von
solchem zu einer Gefaͤngnißstrafe von 4 Wochen, zu einer Geldstrafe
hon 1000 Mark und den nicht unbedeutenden Kosten verurtheilt.
Der beschlagnahmte Wein wurde konfiszirt. (Pf. K.)

FEchwerlich ist in Köln je ein so glänzendes und kost—
pieliges Bankett abgehalten worden, wie dasjenige, welches die
Stadi bei Gelegenheit des Dombaufestes am 16. d. M. veranstaltet.
das Essen ist dem Hof⸗ (Konditor) Lieferanten Moslen und dem
HZürzenich⸗Restaurateur Simson übertragen worden, das Kouvert,
incl. Wein, zu 31 M., wobei 450 Personen garantirt, 600 aber
in Aussicht gestellt wurden.

Zum Kölhner Dombaufeste sind 21 Fürsten und
die Vertreter von drei freien Städten eingeladen; man rechnet auf
eiwa 60 Persönlichkeiten, an welche dann auch die Einladung zur
Theilnahme an die städtischen Festlichkeiten ergehen soll. Bei dem
Dombaufeste vom Jahre 1842 füllte das Verzeichniß der höchsten
und hohen Gäste nebst Gefolge nicht weniger als 16 gedruckte
Oktavseiten.

F Die Düsseldorfer Ausstellung hat einen Ueberschuß
bon 400,000 Mark erzielt. Von dieser Summe sollen 100,000
Mark für den zoologischen Garten und 300,000 Mark für Kunst-
ind gewerbliche Zwecke verwendet werden.

F Ein schreckliches Ung bück ereignete sich am 3. Oktober
in Manchester in der katholischen Kirche. Während die aus
100 bis 500 Personen bestehende Gemeinde den oberen Raum des
Gebäudes verließ, brach einer der Querbalken, die von einer Mauer
jur anderen reichen, zusammen, und 80—- 100 Personen stürzten
in ein unter belegenes Schulzimmer etwa 20 Fuß hinab. Eine
Frau blieb auf der Stelle todt, und 20 Personen mußten nach
dem Hospital geschafft werden.
—w „Hôtel zur Post“
zorzüglichen Neuen
„. Dewet, Hemdenfabrik,
„Landau i.Pfalz.

‘pczialilät: Herruehemden nach Magß

nach deutschen, französischen und amerika—

aischen Zuschneide-Systemen.

u12 Dutzd. mit glattem feinem leinen

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mit glattem feinem leinen

Einsatz A BO. -

his zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
zenügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
us chutt Sitz leiste ich jeche Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Auprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leistungsfühigkeit über⸗
zeugen.
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verden rasch und billig angesertigt in der
F. X. Demetz'schen Buch⸗ und Steindruckerei.

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Weinlese in der Champagne—, Wie man aus
pernan berichiet, liefert die heurige Weinlese dort eine aus⸗
gezeichnete, aber nur in sehr geringer Quantität vorhandene Traube.
das Kilogramm Weintrauben wird mit 3 Fr. 50 und das Faß
on 200 Liter Wein, wie es aus der Kelter kommt, mit 1500 Fr.
Hezahlt; allerdings ist das letztere am Saccharimeter 12 Grad stark.
die besten Weinberge liefern kaum mehr als drei Hektoliter auf
ie halbe Hektare.

7 Die diesjährige Weinlese in Kalifornien ist wieder
o reichhaltig ausgefallen, daß man das Ergebniß auf 11 bis 14
Nillionen Gallonen Wein schätzt. — Die mittlere Weinproduktion
zetrug in Frankreich vor den Verwüstungen der Phylloxera und
ʒem letzten harten Winter laut dem „Journal Offiziel“ 1485
Hillionen Gallonen, aber die Weinernte des Jahres 1879 betrug
nur noch 945 Millionen. Nach Frankreich kommt Italien mit
337, Oesterreich- Ungarn mit 324, Ddeutschland mit 175, Portugal
nit 135 Millionen Gallonen.

F Ein in New⸗-York angekommenes Lootsen⸗Boot berichtet,
zaß es zwei Tagereisen vom Hafen entfernt dem britischen Schooner
Hladiator, mit dem Kiel aufwärts, begegnet sei. Das verunglückte
Fahrzeug befand sich in der Fahrstraße, weßhalb eine Bootsmann⸗
chaft ausgesendet wurde, um es zum Sinken zu bringen. Die—
jeibe fand jedoch den aus dem Innern des Schiffsraumes aufstei⸗
8 Gesiank von verwesten Leichen so entseßlich, daß sie ihr

orhaben aufgeben mußte. Am Bugsprit fand man die Leiche
ines Matrosen hängend. Die Lootsen bezweifeln nicht, daß sich
die Leichen der ganzen Schiffsbemannung in dem Fahrzeuge be⸗
inden.

4 Milder Winter in Aussicht. Entgegen den mannig-
jachen Besorgnissen vor einem rauhen Winter, wie solche durch die
infreundlichen Herbstpräludien wachgerufen werden, stellen Forst⸗
eute und Landwirthe, gestützt auf erfahrungsmäßige Beobachtungen
m Thier⸗ und Pflanzenleben, in Aussicht, daß sich die gefürchtete
Jahreszeit diesmal ungewoͤhnlich milde anlassen werde. Als Grund⸗
age dieser Witlerungsdiagnose wird vor Allem auf gewisse Haide⸗
rauter, besonders auf die Ericäen hingewiesen. Hatte nämlich im
origen Jahre die Prica vulgaris und herbacea auf den Blüthen⸗
cispen bis in die obersten Schichten starke Blüthenansätze, so sind
ieselben heuer kaum zur Haifte besetzt, was eben einen milden
Winter ankündigt. Gleiches prognostiziren auch die Bienen, indem
ie trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit noch immer Wachs ansetzen
ind noch häufig außerhalb der Sidcke geiroffen werden, während
ie vor strengen Wintern, wie dem vorjährigen, um diese Zeit sich
hereits verbaut haben.

Dienstesnachrichten.
Das ständige Vikariat in Mirleiberbach wurde dem bisherigen
Vikar bei Pfarrer Lang in Weisenheim a. B. B. Göttz, vom 16. Oliober
ds. Is. an übertragen.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X Demes.

PEms er
Pastillen
zeht — in plombirten Schachteln.
forrãthig in St. Tnubert bei
dihr. Zorn, Apoth. Ph.
Iincela.
Konigꝗ Vilhelms-elsen-
quellen in Ems.
5anf—⸗
Converts
per 1000 Stück von 8.50 Mk. an
u haben bei F. X. Demetz.
qewerbliche und landwirthechaftliche
Cuestellung des Ptalagaues.
ITI MAMNNIIEIM. I880.
Unter dem Protectorat Sr. Kgl. Hoheit des Grossh.
Friedrich von Baden.
gehluss am s. Oktober 1880. —
Fahrpreis· Prmãssigung boei der Badischen, Pfàlzischen, Hes-
icchen und Main-Neckar-Bahn
Loose A 2 Marlic. (Auf 10 Loose 1PFreiloos) durch
Jertn F. NXestler B. 5. 2.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 15.
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        Sl. Ingberlker Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreies betragt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 B, einschließlich 20 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswäͤrts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M I63

Dienstag, den 12. Oktober 1880
Deutsches Reich.

Der König von Bayern hat mittels Handschreibens die
kaiserliche Einladung zum Kölnuer Dom baufeste dankend
abgelehnt; davon, daß der Konig in Koln sich dertrelen zu
lassen gedenke, ist noch nichts bekannt geworden.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erfährt beireffs des Kölner Dom⸗
baufestes, der Kaiser und die Kaiserin, die königlichen Prinzen
und Prinzessinen, der König von Sachsen und die großherzoglich
badischen Herrschaften würden im Schloß Brühl absteigen. Die
Mehrzahl der uͤbrigen deutschen Fürsten habe bereits ihr Erschei—
nen fest zugesagt, nur drei seien der Einladung zu folgen ver—
hindert. Von wenigen Souveränen fehle noch die Entscheidung
ob sie dem Fest beiwohnen wollen.

Der seitherige bayerische Gesandie in Berlin, v. Rud⸗
hart, ist auf sein Ansuchen und unter Vorbehalt anderweitiger
dienstlicher Verwendung abberufen und an seiner Statt der seit⸗
herige Legationsrath bei der Gesandtschaft in Wien, Graf Hugo
Lerchenfeld, zum bayerischen Gesandten am preußi⸗
schen Hofe ernannt worden. Dami wäre denn die biebe—
jprochene „Affaire Rudhart“ endlich definitib beigelegt. Die ander⸗
weite Verwendung des Herrn v. Rudhaͤrt ist übrigens schon ange—
deutet; er wird aller Wahrscheinlichkeit nach zum Gesandten Bayerns
beim italienischen Hofe ernannt werden und dürfte Berlin um so
lieber mit Rom vertauschen, da seine Gemahlin von Geburt Ita⸗
lienerin ist.

Die Auswanderung aus dem deutschen Reiche steigt
noch immer. Im Sepiember d. J. sind z. B. allein über Ham—
burg 6628 Personen ausgewanderi gegen nur 2162 im gleichen
Monat des Vorjahres. Wahrend in den ersten drei Quartalen
des Vorjahres nur 19,023 Personen über Hamburg auswanderten,
ist diese Zahl im gleichen Zeitraume dieses Jahres bereits auf
51456 gestiegen. Eine Zisfer, welche in den leilenden Kreifen
wohl nicht unbeachtet bleiben dürfte.

Fürst Bismarcdck hat der orientalischen Frage in
demselben Augenblick, da sie unheilvolle Verwirrung herbeizuführen
drohte, eine Wendung gegeben, welche Klarheit in die Lage zu
zringen geeignet ist. Unser Reichskanzler hat nämlich durch die
„Norddeutsche Allgem. Ztg.“ daran erinnern lassen, daß den Groß⸗
mächten das Recht der Kontrole bezüglich der Ausführung der
Bestimmungen des Berliner Vertrags nach dem Wortlaut des letzteren
aicht zusteht. Danach kann natürlich auch nicht die Rede davon
jein, daß die Mächte zu dem fraglichen Zweck irgend einen Zwang
gegenüber der Türkei rechtlich ausüben dürfen. Wozu, wenn die
Sache so gelagert ist, der Berliner Vertrag dann überhaupt abge—
schlossen worden ist, Das wird dem nicht diplomatischen Verstand
allerdings eine nicht aufzuknackende Nuß bleiben.

Ausland.

In einer Pariser Depesche der Köln. Zig.“ wird die neue
dage wie folgt gezeichnet: Wie ein Telegramm aus Ragusa hier⸗
her meldet, hat der Fürst von Montenegro dem Admiral Seymour
erllärt, daß es ihm angefichts der Verstärkung der türkischen Streit⸗
kräfte unmöglich sei, den Kampf zu wagen. Admiral Seymour
berief hierauf die übrigen Befehlshaber und theilte ihnen mit, daß
infolge der Weigerung des Fürsten die Aufgabe der vereinigten
Slotte beendet sei und daß von nun ab jeder Befehlshaber die
Verantworilichkeit für die Bewegung seiner Schiffe selbst zu über⸗
nehmen habe. Hierauf haben die Befehlshaber an ihre Regierungen
lelegraphirt und erwarien neue Weisungen. Alle Kriegsschiffe treffen
Vorbereitungen zur Abfahrt. Die Engländer gehen nach Malta,
die Oesterreicher nach Pola. Bezüglich der neuen englischen Vor⸗
chlage (Faustpfand) hört man, daß Frankreich beschlossen habe,
jeine Haltung der bon Oesterreich und Deutschland anzupassen.
Die französische Regierung ist der Ansicht, daß man England allein
die Aufgabe der Blokirung von Smyrna und anderen Häfen über—
assen und es höchstens moralisch unerftühen müsse. Rußland
hat den englischen Vorschlag natürlich sofort angenommen, ebenso
Italien, dieses jedoch unler dem Vorbehalt, daß auch die übrigen
Machte sich nicht ausscoließen. Dagecen sollen Deherin

Deutschland Herrn Gladstone mitgetheilt haben, daß sie seine
Vorschläge nicht annehmen können. Sie haben zwar die Vorschläge
nicht direkt verworfen, sondern verhandeln noch, um einen ver⸗
nittelnden Weg zu finden, der das europäische Einvernehmen auf⸗
rechterhalten und Frankreich zur weiteren Theilnahme an den Maß⸗
iahmen der Mächte bewegen könnte Dazu ist aber wenig Aus-
icht vorhanden, da die öffentliche Meinung verlangt, daß sich
Frankreich in der ganzen Sache unbedingt neutral halte. Der
Wunsch der französischen Regierung sich nicht an der tollen Politik
Gladstone's zu betheiligen, ist im hohen Grade durch den offiziösen
Artikel der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ veranlaßt worden,
der den Beweis lieferte, daß Europa nicht gehalten sei, die Durch⸗
führung des Berliner Friedens zu erzwingen.

Der deutsche und der franzsͤsische Botschafter in Kon⸗
stantinopel machten einen Verfuch, den Sulian zur Nachgiebig⸗
keit zu bewegen. Der Erfolg ist noch unbekannt.

Nach einem gestrigen Telegramm aus London hat sich die
politische Wetterfahne in Konstantinopel gedreht.

Die „Times“ schreibt naͤmlich nach einem ihr zugekommenen,
Mangels jeder offiziellen Bestätigung aber mit aller Vorsicht auf⸗
zunehmenden Gerücht, hätte der Sultan nach einem Kabinetsrathe
in die bedingungslose Uebergabe Duleignos endlich ein⸗
gewilligt. (Es steht diese Nachgiebigkeit des Sultans wahrscheinlich
mit dem letzten Versuch des deutschen und französischen Botschafters
zusammen, den Großherrn von seiner Hartnäckigkeit gegen die
Beschlüsse Europas abzuͤbringen.

„Daily News“ erfährt, das britische Kabinet proponirte den
Mächten das Einlaufen des vereinigten Geschwaders in den Golf
bon Smyrna, um den Handel der Siadt mit Embargo zu belegen.

Meldung der „Polit. Korresp.“ vom 8. Okt. Das britische
Kabinet ist seit heuie im Besitze zustimmender Erklärungen sämmi-
licher Kabinete zu seinem auf Besitzergreifung von Pfaudob⸗
jektten im Archipel gerichteten Zwangsvorschläge. Der Kom⸗
nandant der vereinigten Flotien in der Bucht von Teodo ist ver⸗
tändigt, Alles innerhalb 48 Stunden zum Abgang der Flotten
nach dem neuen Bestimmungsorte vorzubereiten.

In Montenegro wohnende und dort Handel treibende
hristliche Albanesen wurden ausgewiesen und gezwungen, ihre
Waaren mit bedeutenden Verlusten zu verkaufen. Die montene⸗
zrinische Regierung nahm das aus dem Verkauf erzielte Geld in
Beschlag. Viele Ausgewiesene sind in Scutari eingetroffen. So
wird aus türkischer Quelle berichtet. F

Vermischies.

*St. Ingbert, 12. Oit. In der gestern dahier statt⸗
gehabten Distriltsrathsfitzung wurden folgende Beschlüsse
gefaßt: 1) Nach Abhör der Rechnung pro 1879 wurde der Voꝛn—
anschlag der Einnahmen und Ausgaben für das Jahr 1881 fest⸗
gestellt. 2) Für Herstellung der Straße von St. In gberter⸗
Grube nach Suͤlzbach wurde ein entsprechender Kredit vor⸗
zesehen und wird die Herstiellung der Straße, wie wir vernehmen,
hald in Angriff genommen werden. 3) Als Distriktskassier wurde
herr Steuer⸗Einnehmer Acker aufgestellt. 4) Der Vereinigung der
heiden Distrilte St. Ingberi und Blieskastel in einen
Bauschaffnerbezirk wurde nur unter der Bedingung, daß der Sitz
des Bauschaffners in St. Ingbert verbleibt, zugestimmt. Im
lebrigen wurden die Beschlüsse des Distriktsgausschuüsses bom 4. 8.
Mts. bestätigt.

fSt. Ingbert. In seiner letzten Sitzung fällte das k.
dandgericht Zweibrücken ein Urtheil, das allen leichtsinnigen und
unachtsamen Fuhrleuten zur Warnung dienen mag. Am 21. Mai
d. J. hatte der 16jährige Jakob Berzel von hier im Auftrage
seines Dienstherrn, des Rollfuhrmannes Joh. Schwarz, auf einer
sog. Rolle 3 leere Füsser nach dem Bahnhofe zu fahren. Unwen

des Güterschuppens begegnete ihm der Dienstknecht Nikolaus Hurth
»on Walsheim mit einem mit 2 Pferden bespannten und mit
Steinen beladenen Wagen. Hurth ging neben den Pferden her,
die Leine in der Hand haltend. Schon als Berzel das Fuhrwert
des Hurih kommen sah. wich er nach Fuhrmannssgebrauch no
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        rechts aus, indem er sein Fuhrwerk bis zum äußersten Rande der
5 breiten Straße verbrachte, wobei er noch das Pferd am
opfe hielt. Als der Angeklagte mit seinem Fuhrwerke näher kam
ind nicht ausweichen zu wollen schien, vielmehr die Richtung gegen
Berzel's Fuhrwerk einschlug, rief letzterer jenem wiederholt zu:
Fahrt doch hott!“ Allein Hurth wich dessen ungeachtet nicht aus,
fuhr vielmehr in der von ihm einmal beliebten Richtung weiter,
umd so kam es, daß der an dem Hinterwagen des Hurth ange—
brachie Storren den Berzel an die linke Kopfseite stieß, wodurch
letzterer zu Boden geschleudert wurde, wobei er unglücklicher Weise
zwischen seinen Vorderwagen und den Hinterwagen des Hurth zu
liegen kam, was den Bruch seines linken Beines oberhalb des
—XD— Berzel war in Folge der erhaltenen Verletz⸗
ung bis zum 9. Juli vollständig arbeitsunfähig. Hurth wurde
nun von dem kgl. Landgerichte Zweibrücken am 8, Okt. wegen
fahrlässiger Korperderletzung des Berzel zu einer Gefängnißstrafe
don 6 Wochen verurtheilt. a

4 Der Verbandsdirekor der pfälzischen Kreditgenossen⸗
schaften, Herr Dr. Knecht⸗Neustadt, hat der kgl. Regierung zufolge
Beschlusses des letzten Verbandstages dieser Genossenschaften ein
Zutachten über die jetzt so vielfach ventilirte Frage wegen Be⸗
schränkung der allgemeinen Wechselfaͤhigkeit überreicht.

4 Die am Sonntag in Landstuhl Statt gehabie zahlreich
besuchte nationalliberale Wählerversammlung hat, nachdem Hr. Dr.
Armaͤnd Buhl (Reichstagsabgeordneter für Homburg⸗Kusel) in
angerer Rede Rechenschaft über seine parlamentarische Thätigkeit
wbgelegt und mit jeinen Ausführungen den Beifall aller Anwesen⸗
den erzielt hatte, nachstehende Resolution angenommen:

1) Die in Landstuhl versammelten Wähler aus dem Wahlkreis
domburg⸗Kusel sprechen ihr Bedauern über die Spaltung der na⸗
Jonalliberalen Partei aus und halten es im praktischen Interesse
des Liberalismus in der Pfalz für dringend geboten, das Zu⸗
Immenwirken aller liberalen Flemente anzustreben, zumal die na⸗
Mobilien- 4
Versteigerung.
Mitiwoch, den 20. Oltober

nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
Zchnappbach, im Sterbe⸗
hause, werden die zum Nachlasse
der in Schnappbach verlebten
kheleute Karl Günther, ktgl.
Steiger und Sophie Reppert
gehörigen Mobiliargegenstände
der Abtheilung halber öffentlich
bersteigert, darunter namentlich:
Ngleiderschränke, 1 Chif⸗
fonier, 1 Glasschrank, 1
Kanapee, 1 Kommode, 1
pfeilerschränkchen, 2 runde
rische, 2 andere Tische, 4
Bettstellen, Küchenschrank,
mehrere Stühle, Bettzeug,
Gelüch und sonstige Haus—
und Küchengeräthschaften,
einige Bücher, ferner 1
Quh,. 1 Rind und ungefähr
50 Zir. Heu und Ohmet.
St. Ingbert, 10. Okt. 1880.
d. Auffichneider
Amtsverweser.

Plan Nr. 444*, etwa 27 qm
Einsahrt und Hofraum
(ss Antheil, ganze Fläche
81 qm.)

Das Ganze gelegen in der
Stadt St. Ingbert an der Ha—
eler Straße, neben Wittwe
Johann Heiser und Johann
Jung.

Si. Ingbert, 11. Olt. 1880.
K. Aussschneider,
Amtsverweser.
Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Dienstag, den 23. November
1880, Nachmittags 3 Uhr, zu
Rohrbach in der Wirthschaf!

on Jakob Wagner,

werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
heri wohnhaft, Amtsverweser des
gl. Noiar Sauer, im Amäissitze
‚aselbst, als gerichtlich ernann⸗
en Versteigerungsbeamten, im
Zwangswege

gegen

Valentin Gehring, Berg⸗
nann, in Rohrbach wohnhaft,
die nachstehend bezeichneten Lie—
genschaften in der Steuergemeinde
Rohrbach, öffentlich zu Eigenthum
oersteigert, nämlich:

I. Plan Nr. 492, 15 a4 30

qm Acker am Kahlenberg;

2 Plan Nr. 134, 50 qm
Fläche mit Wohnhaus und
Stall im Orte Rohrbach
und Plan Nr. 135, 4 4
Garten dabei;

Plan Nr. 1012, 112
Acker auf der Viehtrifft,
und

Hausversteigerung.
Freitag, den 22. Oktober
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Peter Heusser, läßt
hilipp Weigand, Gastwirth
n Metz, das nachbezeichnete
Wohnhaus öͤffentlich an den
Meistbietenden zu Eigenthum
dersteigern, nämlich:
Plan Nr. 442, 95 qm Fläche
Wohnhaus,
Plan Nr. 443, 1 a 16 qm
Garten dabei,
—
Federwern

—

— * —

fionalliberale Partei als solche keines der Grundprinzipien ihres
Programmes preisgegeben hat.

2) Die Landstuhler Versammlung spricht nach den Erklärungen
des Hen. Dr. Buhl bezüglich seines bisherigen und zukünftigen
Verhaltens im Reichstag demseiben ihr volles Vertrauen, sowie
hreu Dank fur seinen lichtvollen Vortrag aus.

4In Folge der ungünstigen Witterung geht die Weinlese am
daardtgebirg nur sehr langsam von Statten. Für die Logel
0 Liter) werden in Dürkheim 32 bis 25 Mark bezahlt. Doch
halten noch viele Eigner zurück, weil dieselben hoffen, in Rücksicht
zuf das geringe Ergebniß des Herbstes, einen höheren Preis zu
erzielen. Heller Most wurde mit 7000 Mark für 1000 Liter bezahlt.

In Mußbach wurde neuer Wein von der Kelter weg
zu 800 Mk. das Fuder verkauft; ein schöner Preis, wenn nur
mehr zu verkaufen wäre.

F GPfälzer Tabalk.) Der Einkauf von neuem Sandblatt
jat jetzt begonnen. Virnheim, Heddesheim, Lorsch und Blankstadt
hurden mit 28 —33 M., Rheinbayern mit 20 - 25 M. per Zentner
zezahltz hierzu kommen noch 8 M. Steuer per Zentner. Die
Waare entispricht nicht den gehegten Erwartungen, indem sie sehr
raftig, theils feucht, theits unreif ist. Nach dem neuen Sandblatt
u urtheilen, ist das 80e r Gewächs entschieden ein kräftiges.

F'In Landau wollte sich ein Artilleriesoldat, nachdem er
einen Wortwechsel mit einem Vorgesetzten gehabt, verhungern lassen;
»ex entfernte sich am Samstag vor 8 Tagen aus der Kaserne, und
im Donnerstag wurde er von einem Bahnwart in einer Dohle
Jänzlich entkräftet aufgefunden; man verbrachie ihn ins Militärspital.

FGrubenunglück. Ein Durchbruch flüssigen Geschiebes
hat, wie der „Post“ geme det wird, am Mittwoch in Graf Renards
Fruͤbe Dembowogura“ bei Kattowitz (Schlesien) Statt gefunden
vobei 54 Bergleute verschüttet wurden. Fünf wurden gerettet.
49 sind wahrscheinlich erstickt.
Fur die Redaction veranwwortlich: F. X. Demes.
8 von mir in der Wirth—
schaft von Ludw. Weirich
gegen Maurermeister Jakob
Pfleger von hier gemachten
beleidigenden Aeußerungen nehme
ich zurück.
St. Ingbert, 7. Okt. 1880
Georg Klein, Wirth.
—1000 Marb.

4. Plan Nr. 10123, 7 X
30 qm Acker allda.

Die Liegenschaften unter Ziffer
1, 3 und 4 werden einzeln,
Plan Nr. 134 und 135 als
zin Ganzes versteigert.

Die Beschreibung der Ver—
teigerungsgegen stände, sowie die
Versteigerungsbedingungen kön⸗
nen bei dem Versteigerungsbe—
amten eingesehen werden.

St. Ingbert, 10. Olt. 1880
Der Versteigerungsbeamte:
xt. Auffschneider.
Amisverweser.

Gegen Gicht, Rheumatissmus x., selbst in
zang veralteten Faͤllen, wird SEros. Dumon's
ichtwasser“ (anti rheum. Liq) von vielen
ausend glãckt Gebeilten als einziges 52
icalmittei auf's Wäruiste empfohlen. Erfola
Lirdus Fuͤr d. Heilwirkung wird m, eb.

umme garantirt. Vreis i/, gi. M. 32, n Sl
m. 2 gegen Voreinidg. der Nachnahme von
Generau⸗Depot: 2. A. Metzaer in AMainz.

—I
Todes⸗Anzeige.

Heute Nacht 1 Uhr entschlief sanft nach langem
schwerem Leiden, im Alter von 59 Jahren, unser lieber
Gatte und Vater,

Herr Carl Tochkermann,
kgl. Oberfoörster.
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag 213
Uhr Statt.
St. In⸗hert. 11. Okt. 1880.
J Aend Sinterbliebenen.

J

r

V aum 20. Oblobet . Xx.
giehungderseaiserslauterer Geldlotterie
auegestaltet mit 3000 Geldgewinnen, worunter
1 Haupttreffer von Mark 50,000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein ewenn.

Fortlaufende Rummeru. — Keine Serien.

MAzZ nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer

Anzahl vorräthig.

In E Inabert bei Franz Woll. In St. Julian bei
Gerlach. In St. Alban bei A. Dohm.
soeben eingetroffen im U 8te 1 Laur.
Truck und Verlag von F. x. Deme tz in St. Ingbert.
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        —Xd
A
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2
X
3

*
35353533
*. — 3—8
———— 85 582832
—— 78* 55355 82
5533 558 53535 ẽ— 82 258
— 8 — 333* 53533583
—— — * 33*43 2 —— 53333 *
—3 * — 8 S s X —
s3 3* 8.355323* 3855585—238
— 5537 55 35 38 — — * 5388 * 5383535—8
—5331 * * — 7 —3— 8 8 24
—25*53 2553* 232 32253 223 —A 5533534
5*83 3333758 255 2558 — 5298 833558
265E52 2555355 —— 28 8 253558 2553886* 5255*
32 55 J 35553
2 8 — 52 35 —8
— 25335 2838 —A—— 8 — 224 —— 832 —
5 — —— 253335 255 8 — 50 53635357 —
57533 32 5— 3* — —— ag 33 55* 823
5325* * — s5833 853 23535 2 ——
——— 525 35—z528 55 2 —8568 ——— 55 5325
538 — ——— 553355 3 535—
255 523 1685 — dzgz* 535303 — 5585 588 53355
2 25 5585 — —2 —A —— 3 58 552 —— — 3 53
3826 — 323 — 58 353838
25 X — 2 53538 — — 32 232 —m2 * 2252 — 8 *5—2272
* — 52 228*8 53 338* 538 * 53*32355 —9 51 83 823** ẽ
*8* 2 835* 38 — 2 7 * . 2 —5
5* 5533 5.58 s F.*F 555 53585 585 — —3835* 25 — 52*
— — —A 5 — ————— —— —J
8 —E 58 53* 555 3 5. —A —5 —A— * 38 3373833385 22
238 3 S5 —— 52 — 9 2 3* 5 „528 5335 532 52—
Q5c58 222 — 735 258 3 83 535 3 5
— — 5855 * 72535 *5 * * O 2 — 228 8 3
— —8 —— 225 2 * 358 — 255 355355
—— —28*53608 — — 2 5*85 583— — A
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— 5557 2 3 52235* 28 52
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5755 —553. 5 —322 27* *5*83* 55
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3 83 s88355 ———— 2382 8588
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4 A —— *3 —
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3 —A—— 25258 58 5 ** 5 — 8 *8 258
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3 2335 3 —— 3—
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— ——— —3 * —2 —5382— — —— — 2 —A —
* 2 — — E 22 — — — 232 —— — —A * 2
* 25—553233855.855 I 232ẽ 535—52* — 5 —— 58
55 3
5 53 — 23—3 21
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538 3 338 s
— — 525 — — 58 — * A— 8 —— —— 2332 28 35
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353335 2333 75333 32 383 5835
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532 3537 ——0——— 532335 5*2838 53522533 * 23 24
3758 2522 333325 — 5355.33 2033 3
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        8* . Ingberler Aczeiger.
Dder Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags miit illustrirter Bei—

jage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis betragt vierteljahrlich

40 A einschließlich Tragerlohn; durch die Posi bezogen 1A 60 , einschließlich 420 3 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
A s64.

Donnerstag, den 14. Oktober

1880
Deutsches Neich.

Der Einberufung des bayerischen Landtages
ürfte wohl bis Mitte Dezember, wenn nicht schon früher, ent⸗
Jegengesehen werden.

Mit dem deutschen Kaiser und der Kaiserin werden den Dom⸗

baufeierlichkeiten in Köln beiwohnen: der Kronprinz und die
Kronprinzessin, die Prinzen Wilhelm und Heinrich, die Prinzen
Karl und Friedrich Karl, der Prinz und die Prinzessin Albrecht
von Preußen, der Erbprinz und die Erbprinzessin von Sachsen-
Meiningen, der König von Sachsen und als Vertreter des Königs
von Bayern Prinz Luitpold von Bahyern, dann des Königs
»on Württemberg Prinz Wilhelm von Württemberg, der Groß⸗
gerzog, die Großherzogin, der Erbgroßherzog und die Prinzessin
Victoria von Baden, die Großherzoge von Oldenburg und Medlen⸗
zurg⸗Schwerin, sowie für den Großherzog von Hessen Prinz Hein⸗
tich von Hessen; die Herzoge von Sachsen⸗Meiningen, Sachsen⸗
Altenburg, Sachsen-Koburg-⸗Gotha und von Anhalt, der Landgraf
Friedrich von Hessen und der Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen,
die Fürsten zu Waldeck, von Schwarzburg-⸗Rudolstadt, zu Lippe⸗
Detmold, Reuß ältere Linie und der Erbprinz von Hohenzollern,
jowie ferner die Bürgermeister der freien und Hansestädte Bremen,
Lübeck und Hamburg, das gesammte preußische Staatsministerium,
das Präsidium des Reichstages und beide Häuser des preußischen
Landtages, der Polizeipräsident von Berlin v. Madai, der General⸗
Feldmarschall Graf Moltke, die kommandirenden Generale des 7.
und 8. Armeekorps, General der Kavallerie Graf Siollberg⸗Wer⸗
aigerode und General der Infanterie b. Göben. und die Generalitat
des achten Armee-Korps.

Wie bestimmt verlautet, hat man an entscheidender Stelle sich
etzt entschlossen, von einer Vorlage an den Reichstag über die
Aufhebung der allgemeinen Wechselfähigkeit Abstand
zu nehmen. Die Gutachten über diese Materie, welche im Reichs⸗
mnte des Innern noch fortgesetzt einlaufen, sprechen sich zum weit⸗
nus größten Theile gegen die vom Abgeordneten Grafen Bismarck
beantragte Reichstagsrefolution aus, während nur wenige Eingaben
zu Gunsten der Aufhebung der allgemeinen Wechselfähigkeit vor—
iegen. Vor kurzer Zeit war es allerdings noch fraglich ob nicht
rotzdem die Frage vor den Reichstag gebracht werden sollte.

Der bleibende Ausschuß des deutschen Handelstages
beschloß, den Antrag auf Veranstaltung einer Weltausstellung in
Berlin abzulehnen; dagegen wurde beschlossen, den Reichskanzler
um Aufbietung seines Einflusses dahin zu ersuchen, daß, wenn
rine internationale Weltausstellung wieder Statt finden soll, Berlin

dazu gewählt werde. Der Entwurf eines Gesetzes über die Or—⸗
zanisation der deutschen Handelskammern wurde abgelehnt. Man
heschloß, dem Plenum des Handelstages eine Resolution vorzu⸗
egen, wonach an der bestehenden Mimzgesetzgebung nicht gerütielt
verden soll. Die Plenar⸗Versammlung des Handelstags soll am
19. und 20. November in Berlin Statt finden.
Ausland.

Am 4. November tritt in Paris auf Anregung Frankreichs
eine internationale Konferenz behufs Berathung eines
Uebereinkommens betreffend den Schutz gewerblichen Eigenthums
usammen.

Die „Agence Havas“ meldet aus Konstantinopel unterm
12. Okt.: Der Suͤltan untereichnete heute Nacht einen Erlaß,
velcher die friedliche Uebergabe Duleignos an Mon—⸗
tenegro anordnet. Eine Konvention wird mit Montenegro
ibgeschlossen werden, um die Institutionen und die rReligion der
Finwohner sicher zu stellen. Der Erlaß wurde heute Morgen den
Sotschaftern mitgetheilt. (Ein Telegramm aus Cettinje meldet:
die Pforte hat Montenegro angezeigt, daß sie beschlossen habe,
Dulcigno noch in dieser Woche freundschaftlich an Montenegro zu
abergeben. Eine große Anzahl Montenegriner ist von der Grenge
mn die Heimath zurüggekehri)

Die,Times“ vom 12. Oktober beglüdwünscht Europa zur
zluͤcklichen Lösung der Montenegro⸗yrage. Die
bforte habe sich durch ihren Beschluß sDder bedingungslosen· Abtretung

Dulcigno's) gewissermaßen mit Europa wieder auf guten Fuß ge⸗
sttellt. Eine plötzliche Lösung der noch verbleibenden Fragen könne
etzt billiger Weise nicht verlangt werden.

London, 13. Okt. „Daily News“ bringen ein Telegramm
aus Cettinje, wonach sich gestern der Oberbefehlshaber der obbili—
irten monienegrinischen Streitmacht, Petrovich, nach Dulcigno be⸗
jab, um das Platzkommando zu übernehmen.

Vermischles.

*St. Ingbert, 183. Ott. In der Sitzung des heu⸗
igen Schöffen gerichts hier kamen folgende Fälle zur Ver—
jandlung: Ein Mann von Sengscheid wurde wegen Berufsbe⸗
eidigung zu einer Geldstrafe von 10 Mark und ai solcher von
Ensheim wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 6 Mark
derurtheilt. — Ein Knabe von Ensheim erhielt wegen Körper⸗
verletzung eine Geldstrafe von 8 Mak Eine Frau von hier
vurde wegen Körperverletzung und Unfug zu einer Gefängniß⸗
ind Haftstrafe von je zwei Tagen veruriheilt.

*St. Ingbert, 14. 0kt. Morgen tritt auf den pfäl⸗
ischen Bahnen der Winfter fahrplan'in Kraft; einen Auszug
aus demselben findet der Leser im Inseratentheil dieser Nummer.

*St. Ingbert. Als Vertrauensmänner in den Ausschuß

zur Feststellung der Schöffen⸗ und Geschwornenliste wählte der
Distrikisrath in seiner Sitzung vom Montag einstimmig durch Akla⸗
nation dieselben Herrn wieder, welche schon im vorigen Jahre
u diesen Funktionen berufen waren, nämlich: 1. Schmitt Jakob.
Schreiner in Ens heim, 2. Wolter Georg, Adjunkt und Wirth
in Eschringen, 3. Jacob Urban, Gutsbefitzer und Bürgermeister
in Rohrbach, 4. Hofmann Johann II. LAderer und Kalkbrenner
m Ommersheim, 5. Wal!“. Peter, S. v. Johann, Aderer
nHeckendalheim, 6. Woli Peter Joseph, Kaufmann und
. Kahn Wolfgang, Seifenfabrikant, beide dahier. Zum
Besuche der Webschule in Lambrecht gründete der Distriktsrath ein
Stipendium von 100 M. Zur Bestreitung der Kosten bei dem
Transporte der Löschgerathe aus einer Gemainde in die andere be⸗
jufs Hilfeleistung bei Brandunfällen wurden 50 M. ausgeworfen.
zum Bau der Straße von Schnappbach nach Sulzbach wurden
000 M. in das Budget eingestellt. Es konnie dies um so leich⸗
er geschehen, als sich für das Distriktsbudget pro 1881 eine sehr
zünstige Bilanz ergab, indem ohne Erhöhung der Distriktsumlagen
in Einnahmeüberschuß von über 6000 M. vorhanden ist, größten⸗
heils herrührend von Ersparungen an der Unterhaltung der Di—
triktsstraßen. Die Ausführung des Straßenbaues von Schnappbach
nach Sulzbach gestaltet sich aber auch darum besonders günstig,
veil Herr Glashüttenbesitzer V opelius von Sulzbach sich bereit
rklärte, das nöthige Tetrain unentgeltlich abzulassen, für welche
Noblesse demselben der beste Dank gebührt.

F Aus Oberwür zbach wird der „Zw. Ztg.“ mitgetheilt,
daß die derselben von hier zugegangene und aus der „Zw. Zig.“
nuch in den „Anz.“ übernommene Notiz von einer dor Stau ge⸗
jabten „Schlacht“ arg übertrieben war. Der Sachverhalt ist folgender:
Lin Oberwürzbacher Bursche gerieth mit einem Burschen von Hassel
usammen; jener flüchtete in ein Haus und schoß aus demselben
mit einem Revolver, ob blind oder scharf, ist bis jetzt nicht fest⸗
gestellt, verletzt wurde Niemand. Die Gendarmerie war bald zur
Stelle und verhaftete den Schützen. Damit war die Sache abgethan.

In Zweibrücken trafen am Dienslag zum Zwech einer
nilitärischen Uebung 17 Generalstabs-Offiziere des 14. (badischen)
Armeekorps unter Führung des Oberstlieutenants v. d. Marwitz
ein. Der Aufenthalt bauerte bis heute.

F In Niederberba h stehen die Güterpreise so hoch, daß

eine Rentirung der Grundstücke zu den Unmöglichkeiten gehöri.
So wurde vor einigen Tagen ein Acker mit leichtem Sandboden,
38 Dezimalen groß, um die Summe von 1400 Mark versteigert
und aus einem Gärtchen don 5 Dezimalen (nicht Bauplatz) die
norme Summe von 805 Mark erzielt. (Die Leute scheinen da
seld zu haben.)

f, In Homburg wurden dieser Tage in einem Garten
Svargeln gestochen.
        <pb n="650" />
        In Rorheim wird beabsichtigt, eine Korbflechtereischule
zu errichten; aus Gemeindemitteln wurden dazu 2000 M. bewilligt.

In Hochspeyer soll vorigen Sonntag eine Zusammen⸗
kunft von Fuͤhrern der demotratischen Partei Statt gefunden haben.

F In Neustadt wurde am 6. Oktober von einer außer⸗
ordenilichen Versammlung der Pollichia Dr. Recknagel, Rektor in
Kaiserslautern, zum Vorsitzenden dieses Vereins gewählt, nachdem
Prof. Delffs in Heidelberg diese Stelle niedergelegt hatte.

4 Das „Tagblatt f d. Südpf.“ schreibt: Es kann nicht ge⸗
nug vor giftigen Farbestoffen bei Fürbung von Kleidungsstücken
gewarnt werden. Fin Bursche von Rechten bach, welcher an
inem Fuße eine kleine Wunde hatte, hätte denselben durch das
Tragen von Socken, die wit Anilin gefärbt waren, in Folge von

Zluivergiftung eingebüßt, wäre nicht rechtzeitig ärztliche Hilfe zur
—A

Dem Lehrer Philipp Schneider in Mußbach wurde in
Folge allerhöchster Entschließung vom 12. September ds. Is. in
stüdsicht auf seine seit 30 Jahren mit Treue und Eifer geleisteten
Dienste die goldene Ehrenmünze des kgl. b. Ludwigsordens am
Zonntag feierlichst überreicht.

F Unter der Mannschaft des Schiffes „Prinz Adalbert“, auf
welchem Prinz Heinrich von Preußen bekanntlich die Reise um die
— —— ein Pfälzer, nämlich der Sohn
Fes letzten Winter verstorbenen Heinrich Braun von Reichenbach bei
dandstuhl.

5 Fur die Nedaction deramworisich: F. X. Demes.
Gewerbe⸗Verein.

Der Gewerbe⸗Verein, früher Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein, feiert

m Sanglag, den 17. Oktober sein
— —
Ztiftungsfest. —

Nachmittags von 8 bis ia7 Uhr Reunion bei Wirih
P. Schweitzer, unter Mitwirkung der Kapelle Wittich.

Abene s uhe D )IIL bei Gastwirth Lehnert.
X NB. Zur Reunion sind Eingeladene: Die Mitglieder
der Gesellschasten Gemüthlichkeit. Haͤrmonie, Kriegerverein und
Musikverein.

Zum Ball ist auch Mitgliedern nur gegen Eintrittskarten
der Zutritt gestattet, und können diese auch für ihre Eltern Karten
erlangen; andere Hiesige haben keinen Zutritt.

Der Vorstand.

Zwangsversteigerung.
Samsg, den 16. Oktober
F. Morgens 10 Uhr zu
Schnappbach vor der Woh⸗
aung der Schreinerseheleute Au⸗
zust Horst versteigere ich zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung:
Kleiderichrank und
1Küchenschrank.

Sit. Ingbert, 11. Olt. 1880
Faßbender,
Gerichtsvollzieher.
Zwangsversteigerung.
Roniaͤn den 18. Oktober
aachsthin vor dem Stadthaufe

dahier, versteigere ich
¶ gepfandete Bohrmaschine
wangsweise gegen Baarzahlung.
St. Ingbert, 14. Okt. 1880.
Faßbender,
Gerichtavollziehetr .
Unterzeichneter eröff⸗
net mit dem Heu⸗
tigen dahier seine
ärztliche Praxis.
Wohnung im alten
Fiack' schen Hause.
Dr. Lreitz,
pralt. Arzt.
Urebnee bringt hiermit
zur Kenntniß, daß er seine
hisherige Wohnung verlassen und
un bei seinem Bruder im Jo⸗
jephsthal wohnt, einem verehr⸗
ichen Publikum in seinem Ge⸗
chaft sich bestens empfohlen
haltend.
6. Kanser, Schreiner.
Saatkorn
in schönster Qualitüt wieder ein⸗
getroffen bei
Franz Grell's Nachfolger.
Vonn
Faber's Theeimport
npfiehlt Thee's in Originalpa⸗
feten zu 40 und 80 Pf. mit
Sschutzmarke.
J. Rickel. Conditor.

Danksagung.

Für die vielen freundlichen
Beweise von Theilnahme wäh⸗
send der Krankheit, sowie beim
Tode unseres lieben Gatten und
Haters, für die trostreiche Rede
ʒes Herrn Pfarrer Krieger, die
rhebenden Gesänge des Män⸗
gerchors und für die zahlreiche
Begieitung zur letzten Ruhestätte
mseren nefgefühlten Dank.

Familie Tochtermann ˖
Gratis. Gratis.
Ein
hohes Alter
zumen selbst schw?n Personen
erlangen.
—

AInd versäume deshalb, sich
ofort das neu AIenaeSach
— e am snau⸗
Isen auftretenden Frantheiten,
vie: —
Fagenleiden, Nerven leiden
eberbeschwerden, Blutar⸗
nuth, Hämorrhoiden Band⸗
wurm u. s. w. genau beschreibt
ind dagegen die wirkjamsten
dausmittel angiebt. Dies Buch
segratis, zu haben in St.
— bei Herrn J. Fried⸗
2ch.

qewerbliche und landwirthechaftliche
Auectellung des Pfalagaues.
ZDOMAMVNNBREMIMM I880.
Unter dem Protectorat Sr. Rgl. Hobeit des Grossh.
Friedrich von Baden.
— gehkluss ain 8. Obtober 880.
Fintritt ML. 1. -
Fahrpreis· Prmãssigung bei der Badischen, Pfalzischen, Hes-
icchen und Main-Neckar-Bahn
Loose à 2 Marix. (Auf 10 TLoose l Preiloos) dureb
Jeten F. Nestler P. 5, 2.
Pfälzische Eisenbahnen.
Fahrplan vom 15. Oktober 1830 an.
St. Ingbert⸗Saarbrücken.

St. Ingbert ab 586 702, 1283, 62, 91
Zaarbrücken (Ortszeit) an . zos, 7 1218, 608, 936
Saarbrücken⸗St. Ingbert.

Zaarbrücken (Ortszeit) ab .. 6*, 7118 38, 423, 82*.
St. Ingbert an .. 3 710 11*21 883 468, 881
St. Indbert · Zweibrůcken · Pirmoasens · Lan dau

—A 7uα, IISA, 466.
7 in Bierbach nach Saargem. u. 704 in Einoden. Homb. umsteig.)
zweibrücken ann. 7h1p 766 122, 850.
Zweibrücken ab qαι νν B., 88
hirmasens en.* 628) 866ö 14 7- 10
hirmasens ab I.. ———
dundan äann.7277 941ä 39, 8186
Landan⸗Virmasens⸗gZweibrücken⸗St. Ingbert.

dandau ab. 82 1-—, 3068 76.
pirmasens an 1025) 330 5* 10.

— ——— —⏑ 6
hirmasens ab
zweibrücken an 60) 1006233 321 5640 1023
Zweibrücken ab 8, 1115 7151 556 77
St. Ingbert an 728, 122, 118 6*8, 804

Zweibrũcken Homburg.

Zweibrücen ab zee 7 1os 1228, 40, 69 —3
Homburg an.. Gii 7a2, 1120 1208, 400, 6, 886
Homburg ⸗ Zweibrücken.

Homburg ab .. 624 920 11858, 110, 4*, 710, 90*.
(6* u. 1123 in Einöd nach St. Ingbert umsteigen.)
Zweibrücken an ..6?, 9ε, 12—, 128, 39, 76, 10
* bedeutet Schnellzug. fF nur Wagen 3. Klasse.

MF sod Verlog von X F. Demet in St. Ingbert.

HDie obere Wohnung
n dem Hause des Herrn J.
Ddereum ist zu vermiethen.
Wohnungsveränderung
Den geehrten Bewohnern hie⸗
iger Stadt und Umgegend diene
uͤr Nachricht, daß ich mein Ge⸗
chäft in das Haus des Herrn
Peter Schwarz — neben Phil.
Hottmann und Karl Schwarz,
Meßzger — verlegt habe.
Si. Ingbert, 12. Okt. 1880.
Johann Just jr.
Schuster.
Eine Wohnung,
estehend aus einem großen
immer, Küche, Stallung und
utterspeicher hat zu vermiethen
Trau Ww. Jak. Schwarz.

. rmwidetrustitn am 25. Oktobtr d. 5.,
Ziehung der Kaiserslauterer Geldlotterie
auͤsgestattet mit 5000 Geldgewinnen, worunter
1 Haupttreffer von Mark 50,000 in Baar.
oiuf 20 Loose trifft ein Geldgewinn.

— Fortlaufende Nummeru. — Keine Serien. —
Dose à AM3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.

In St. Ingbert bei Franz Woll. In St. Julian bei

I. Gerlach. In St. Alban bei A. Dohm.
        <pb n="651" />
        2
2

52322 382 ——5585 3 23 *
4555 e 55 3 35558 8333
335—55 —37 3753— — — 55 ——* —555 —3538
— —55 ———2 53558 2 —z23z 5 — —
8s8 — 5 83 83 3 223 6338
8 5833825 535 235535588 58253—5—5375 383—353 3 8
*5335 3— 3 ——686 5 7553238 583
S2 553 525582 3338* — 5 9323 —* S
555 ** ——— — VV * 5 *
—A ——— —— —5— 23222335 28755
— 8337 — — z232 — 54 —5 2 —
5— — — — 3355353 5 2 I378 2333—5
3 3 383 53——8 —356 22535
— —— — — 5— 8 ——— — 53287 83 25
— — 3 3 8, 5—32 —
— — D —A 8* 27* * 8 —— * .5
——— 733z83383375*555 —8 33383853 231 ——— 83588*
— 5333—246 2 —282222 5825 * — 88 — *
F 8 5 3 52835
528 ———— 35 A 5—— 35 — 322 330 5 2 — — — 2
52 —A ——— 2z2523 — —E —529 ——
—— — * — ——— 223. 55
557 5 —— c5 — —
553 5 5.5 —3——— — 28— 75 33385 357 25252
25563k5—* e 58* —— * * ASE 3 23 25 ** — ———
323 3 88— 3 33
853— 2— 58 3I52 7253 3283
335z 3 5 833 — — 825 223285 — z37. 385
53 258* * 8 282 3 —
—A ——— 3 3 235 2
— 8 5—— * —
52553 35 225 — —— 53582 8—2 R5 558—
c5225—855 8 c53—3223
e —⏑ .. —— —0 E 5

*
285*
——
** v
—A —A— * 35
— 22 2*
2* 3 —
7552 — 38 ——*7— 2355* 8 3 * 35323
355 —*8 2538358 255377 3 3—38
5535355 23 575733 3738 3355 —— —
28 23 —28 — —XX —s —24 5358 32 8 — 8 35538
53* 7 853 55* 387 588* * — 7335 8 255
— 2 8* — — — 53 J52 5 — 2z588 2 * M5E
*7* 3— S2 22 8 — ——— 8 5 2* *
—8 —29* — 8 8 — — 2 2* — * 852
322* m2 — 3 2 — * B35 — 28 S —
555 3— 3557 523 3BS 5535783* — A 858
9 83 58 3 5* 2NB2 2855 25557 —*5 A— 3s3381385
5 538252555 5Ss 7 2 75 22 *58 582 * 8525*
—⸗ —— — 255552 — — 8 525 — ——55* —
22 5 2 — *82 32 2 — — *22 3 *8 —— *
233 283387 ——————
5258 2 5 —A 3 55 533834 S 58 283338 —23 55328
5 * 255 5 53z258 —— — 2 c 32
553 25383 2— — 5S5*335c6 * * *2 E — — —** 8M
23358 2 23862 383328337 —55ED4. z53 323 38 ——————
——— 228 58 2553338 ——— 2835 22 — — * 5 2 *
—5255 * 5 553223 ——— 8 8 — —— — 525 — 3232 3*
——— — 222 —A 22 2 25 23 2
—28 5563257 — —223233 535324 — B832855 53555 225
— 5525 2 —c—52 — 285 —A—— 528 38 — —
2*2555 2 7 388. —E 555 35288 z05
3328 55c8 * 5— 8 2* 5—6 — —— 2238 2 —
583535 23355 —— 355337885 52 ——
3* 533 432353555 —355527 — * 0 23 425
—356 ——— es
* 3 * — —“à — —
35 5 * — — 322885 —— — — ·2 2 232 * —2232
—— — 2 5838 8 2* 8 ——33 8¶;
885 5288 555352 z335 — E — 3855387 — 2* —
5535 — ——— 65— 5732537 333 * —
— 25533353 — — 32 2 752 5 287— ———
—— * 33537 5 ——— 3888
2752 —F —————— — — — 32*
3553 3833 528 Ss 8
—
8 2—55 * E——
5* 535 2
——

A — 2
— 35558 55532385 55535 38388 58 65553835
— 552 523 —3832855 — 3 —— 2 * —355 5
38 2* 553 D 2 — 538 2 —A — 52. 5
SBERESRFE A— 8 5 48 —.258
53525 88— 5 23 2 58 58 ——72
— — ⏑ 33 —5 —38— 5838 58 432587
35 333 35385 335 33 5—33
3 27* 5 * F 5 5
—35233 — 83 7 16
* 8 I — 22 9 556 A 5*5 558
553 3 20 83—
—ZRt —— —A—— 25 4 222 — 8S8
——— —00— 55 * — 72 2 ——
—35 5
533864 — I5 5— 155 2552 55 33 5—8
—58338 28685555 52 s 5
— —8 3. 3 3385
—JJ—— 53533 58 —— ————
—* 2 — — 85 5 ** 2 — *1
—— 5 — * —A ei3— — ———
—5523—2 35257 — —585——
25 — 5 3 ——3 ——
* ——— 33 222 * * * 55 2 22
— 25 — 28 D— 2,32— S05 353 *27
—A S222 * 23c 2— — —7
2 23 8 8— 8 2 * 2
55555 3355238323 — 50 ————
2* —2 — 2* pα, F 5 —
s— ——⏑83 22 22 2 M —— 225
—52 — — 2 35. S — 5⏑ —7 — 2*
— —A —— 3
535 5 5z2 —83383 28582 ü .53—
3 3 33
—8* 3 — * — 35 — 5— 8 54
y 8 5825 35 582.

— 3
5 5*
58
53 S
2538
28⁊ 585
— ——
* 58
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—— 7**
255
4
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———— 5*

—
25
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4

715
—A 535
85586585 323538
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5 3535355* 3832 4
—A 3 6 —
—z333532335 —— J
22
—A 28 S r5 8* I
A ——— 38338Is —. 2 53
2* 35 Za 8 5588 * 5358
2* J 252 2 A 25* 222 — —
— — 532 25* 3535537 56853
5*25288688* 8 7s 382857 77
— re A 2 3 8.5 8 — — — 3235233
37 22 757 77 —7 —
F —— — — 8 2 ** 523 2 28 55 * 9—
* 5z8—53 353555255 2* — 7—
* 25 8 — 33555 — —— — 2m5 e 5 5
— s ? 35 0 23238 — —— —A
55 8 37 —
——— 53 252 527 —232553 2555333 2353238 85352
— 5z53527 8 2 5853
5558 — 2 8 32 —A 87* 7 ẽ *
— *25 —— 245.2 — 2 * 5 2 —
2873 53 2 55388 55 283523883 758 8
2 5 5 — 5*2 5522 52 — 2B385* — 7— 325835 235
2 —— 25 8 E —53 —— A 2 — 6 22 — 2 A 55
2334 8 — 35 525 —— 8252 5225 — —2 — 49
5* 8 — 3 —* 255 * — 58 5 523288 —
238 328 s35 — S7 —
388382858 58 38 33 18
* * S —* 2 — — —
— * 2 3 —33 5 2— 2 28 732 —
— 12533335 — 3352 * 35 59 — 353333 2 328 5285
2 —5 — X —ẽ — ——— 222 238 — 2823 358 —
832 22 8 *2 — 3 —A— —— —
—— —
—2 22 8 2 —x 28 8 J
—J—— 55 —— — S 3 —3— C ——
— 34239 z2858 72—3557 36333 55
8 — — —zc537 2 — 82337 42372* — —
38— —
253 8858 53— 53332375
A 9 552 —X 3338 335
— 87 555—53 25535
—— —
253283377 75 7
53858* 222
238 —8
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        —— C — —28
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223 5 5333 —386
23. ——523—3 25
52 38 2828 22
3 *22 523*8
*28 726
——
33 53 226—
835. 3855. 5 8 2.215*
2*3 — — —* 225 2
—* 2 ——
55325— 223— 2
—
823855 ——
— 25.83. 3 23
82 35
— 3 —83
52 25 23 8
23 ———
s—85. 55 2323
323 55. 5 5 3.3 . 52
6 3—3 3 32
A — — 3*2 2 —AA
3—2 333 **553
252 —* 53 3— 2533 6
—2. 33
— 78— 8 7
A 5 22. 2 —x4
3333—23.
— — *
—5822578338
32 22325 2* *
*5 —* 2.53 2 82
* 58
— ——

2*
52378606 — *
5333 53533833821 783 —7— 258 5583
——— 8 — 2 2823 2 323
55— —328 2385 553 2353 —2663 5
228 222. 38 *5. 8 — —3 *523,338
23 2, * —8 335 22 2, 3 522 22 42 532
—2 —53 * —ä 3. 2 22 32 S7 2. 33
2323 325 272 Z0 3 5323 228
2 . r * 2 —
5355 32.82 32 285 —— — —9
26 253283* — 27 5 2235389 * *.
8 223 — 52 —25,33—3853 87 2*
— * 25553 —222* 23355 337
4 *
* — — 333375 2332833
35738309332 3335
2 2 * 21 7 ———
3* —AJV— *53333 —
532 33
222387 22 5833 2533555
— ———— 82 —2333 5333 25*225 —
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55 I53335* 323533 8388
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        Sf. Ingberler AAnzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verhundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint woͤchentlic viermal: Dienstag, Donnerstaag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvpreis betragt vierteljahrlich

MA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaäritk
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
48 165.

Eamstag, den 16. Oktober
1880.
Dentlsches Reich.

Anläßlich des bevorstehenden Kölner Dombaufestes dürfte eine
kurze Mittheilung über die Beiträge, welche durch den „Bayeri—
schen Dombau⸗Verein“ zur Vollendung des Krölner
Domes geleistet wurden, von Interesse sein. Diese Beiträge
hatten nach einem Schreiben des Zentral-Dombau-Vereins in Köln
d. d. 22. Dezember 1878 bis dahin die Summe von 348,668 M.
60 Pf. erreicht. Rechnet man hierzu noch die von dem bayerischen
Verein in den Jahren 1879 und 1880 gesammelten Beiträge, so
wird sich die Gesammtleistung desselben für den Kölner Dom auf
mindestens 350,000 M. stellen. Hierzu kommen noch die pracht⸗
bollen gemalten Fenster, welche König Ludwig J. von Bayern aus
seinen Privatmitteln für den Kölner Dom herstellen ließ, so daß
man zugeben wird, es habe sich auch Bayern an der Vollendung
des großartigen deutschen Kunstbaues in würdiger Weise betheiligt.

Nach der „National⸗Zeitung“ ist in den Kreisen des Kölner
Komites die Rede, daß der Kronprinz Rudolf von Oester⸗
reich, welcher augenblicklich in Brüssel weilt, der Hauptfeier und
wahrscheinlich auch dem Festzuge beiwohnen werde.

Die Agitation, welche die Abänderung der obligatorischen
Zivilehe in die fakultative bezweckt, wird in konservativen Kreisen
mmer stärker betrieben. Der Berliner „Reichsbote“ fordert zu
Petitionen in diesem Sinn auf, weil „in diesem Reichstag noch
eine Mehrheit dafür zu finden sei“, man aber nicht wisse, „wie es
im nächsten Reichstag stehe.“ Die „Evangelisch-Lutherische Kirchen⸗
zeitung.“ die bekanntlich bis in die höchsten Kreise hinein ihre Leser
ind Hörer hat, stellt den Bestrebungen gegen das Zivilstandsgesetz
„schöne Erfolge“ in Aussicht; die Annahme, daß die preußische
Regierung für die Dauer des Kulturkampfs jene Agitation nicht
wünsche, sei „ein verbrauchtes liberales Manöver“. „Wir sind zu—
fällig in der Lage“, schreibt das genannte Blatt, „auf Grund ver—
lässiger Informationen versichern zu können, daß etwaige Anträge
nuf Abänderung bezw. Abschaffung des Zivilstandsgesetzes gerade
etzt in Berlin gelegen kommen und, wenn überhaupt jemals, so
jegenwärtig eine Chance haben, angenommen zu werden.“

Die „Magdeb. Zig.“ schreibt: „Die aus der national—⸗
liberalen Partei ausgeschiedenen Mitglieder werden, wie wir
entgegen einer anderweiten Angabe erfahren, im Abgeordnetenhause
nicht gesonderte Plätze einnehmen, sondern die alten zwischen den
alten Genossen beibehalten. Hoffen wir, daß dieser Aeußerlichkeit
die sachliche Analogie nicht ganz fehlen wird.“

Am 15. d. Mts. sollte im Reichs⸗Gesundheitsamte
die Kommission zur Revision der Pharmacopoea Germanica zu-
sammentreten, zu welcher Professoren aller deutschen Universitäten,
Medizinalräthe, praktische Aerzte und Apotheker aus den verschieden—
ten Städten berufen sind. Auch das preußische Kriegsministerium
wird einige Beamte zu den Berathungen delegiren.

Die außerordentlich großen Dimensionen, welche der Eisen⸗
erport Deutschlands in diesem Jahre angenommen hat, finden
ihren Ausdruck in den Zahlen der Handelsstatistik, welche das jüngst
dublizirte Augustheft der Reichsstatistik mittheilt. Darnach hat die
Ausfuhr in den ersten acht Monaten d. J. umfaßt 2,328,574
Doppel-Jentner Roh⸗ und Brucheisen, 4,346,073 Doppel⸗Zentner
Materialeisen und grobe Eisenwaaren und 384,796 Doppel⸗Zentner
Maschinen. Auf Roheisen reduzirt repräsentirt diese Aussuhr ein
Quantum von mehr als 8/4 Millionen Doppel-Zentner. Haͤlt der
Erport auch in dem letzten Drittel des Jahres in ähnlichem Um—
ange an, so würde die deutsche Eisenindustrie zu einer Jahresaus⸗
uhr von beinahe 13 Millionen Doppel⸗Zentner gelangen. Keine
indere Eisenindustrie der Welt, mit Ausnahme der englischen, kann
nuch nur entfernt eine gleiche Exportfähigkeit aufweisen.

Die offiziöse „Prov.-Korresp.“ enthalt einen Artikel: „Für⸗
sorge für Arbeiter“, worin es heißt: Für Jeden, welcher
die ganze Politik des Reichskanzlers in den letzten Jahren auf-⸗
nerksam verfolgte, kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die
llebernahme des Handelsministeriums durch ihn nur ein Glied in
der Kette der wirthichaftlichen Reform ist, welche der Fürst vor
wei Jahren im Gegensatze zu manchen von alten Vorurkpeilen

“
und veralteten Lehrmeinungen irregeleiteten Parteigruppen, dann
aber unter lebendiger Theilnahme weiter Kreise der Bevölkerung
ins Werk setzte und mit der Aenderung der Zollpolitik einleitete.
Der Artikel schließt: Durch die Uebernahme des Handelsministe⸗
ciums drückte der Reichskanzler den Entschluß aus, die Reform,
die auf der einen Seite begonnen, auch von der anderen in An—
griff zu nehmen und diejenigen Vorschläge selbst vorzubereiten,
welche geeignet sind, die Lage der Arbeiter zu verbessern und die
Wohlfahrt des Gewerbes auf eine sichere moralische Grundlage zu
tellen. Es ist die Konsequenz eines zielbewußten, wohlberechneten
Planes, dessen Durchführung im Interesse der Gesammtheit un—
aufschiebbar ist und zu dessen Verwirklichung er auf die Mit⸗
wirkung aller positiv denkenden und staatserhallenden Parteien rech⸗
net. Wenn die Behandlung auch dieser Frage nicht nach den Auf⸗
fassungen und Geboten bloßer Lehrmeinungen, sondern vor Allem
nach den Anforderungen der thatsächlichen Lage der Dinge und
aach den wirklichen Bedürfnissen und praktischen Interessen des
Volkes gestaltet wird, wenn ihm in diesem Sinne die parlamen—
arische Unterstützung zu Theil wird, dann dürfte auch ungeachtet
der viel bestrittenen Moͤglichkeit des Erfolges das Gelingen nicht fehlen.

Bezüglich der neuesten Phase der montenegrinischen
Grenzfrage schreibt die Berliner ,Prov.Korresp.“ Die Frie-
»enshoffnungen und der Berliner Vertrag haben hierdurch eine
neue Bestätigung erhalten.

Zwischen der deutschen und österreichischen Regierung schweben
VBerhandlungen über die Frage, ob beide Mächte die Verlragspflicht
der Pforte mit der strikten Uebergabe Duleigno's für er⸗
üllt erachten. Es heißt: es sei Neiging dafür vorhanden, bezüg⸗
ich der weiteren streitigen Territorien bei Dulcigno, den betheiligten
Stämmen den Ausgleich zu überlassen. Berliner politische Kreise
erwarten ein energisches Einschreiten der Pforte für die Niederhali—
ing der Albanesen gegenüber den Montenegrinern. — Die Dis—⸗
positionen für die Heimberufung der Demonstrationsflotte nach der
—
bestimmte Abreden zwischen Rußland und England für den weiteren
Fortgang der Orientfrage.

Ausland.

Die deutsch-feindliche Bewegung in Oesterreich
welche in Ungarn durch die Verweigerung der Konzession an
das deutsche Theater seitens der Pester Gemeindevertretung ihren
Fipfelpunkt erreichte, hat in dieser Richtung weitere Kreise gezogen.
Auch in Galizien regt es sich. So hat ein polnisches Blatt
in Lemberg angefangen, gegen die Zulassung deutscher Theatervor⸗
tellungen dortselbst zu agitiren. — Vielleicht liegt gerade in der
Tollheit dieses ganzen Treibens die Gewähr, daß es nicht lange
anhält.

Am 13. Okt. erklärte sich der französische Ministerrath
unter Grevy's Vorsitz einstimmig für den Antrag des Ministers
Constans betr. die Anwendung der Märzdekrete auf die geistlichen
ongregationen. Minister Barthelemy theilte auf den Orient be⸗
zügliche Depeschen mit, namentlich eine offizielle Notifikation des
Finverständnisses der Pforte bezüglich der Uebergabe Dulcigno's.

Mit der vom Sultan genehmigten Note, welche den Ver⸗
kretern der Vertragsmächte in Konstantinopel übergeben wurde und
durch welche die bedingungslose Uebergabe Dulcigno's zugestanden
wird, ist wieder ein Abschlußz in der Orientfrage erzielt.
Was nun weiter geschieht, darüber sind die Meinungen noch sehr
getheilt. Besonders von Wien aus wird die Meinung verbreitet,
daß das europaische Konzert in Auflösung begriffen sei und daß
sich nunmehr die Mächte zu festeren Gruppen zusammenschließen
werden. Allgemein anerkannt wird, daß es der meisterhafte Schach⸗
zug der deutschen Politik war, welcher die neueste Situation
herbeigeführt und die abenteuerlichen Pläne Gladstone's zerstört
hat. Letzterer soll zu einer Umkehr in der Politik geneigt und
zur Einsicht gelangt sein, daß nur ein starkes österreichisch⸗
deutsches Bündniß den aus dem Orient bedrohten Frieden Eu—
opas sichern könne; das muß wohl indessen abgewartet werden.
Eine der Wiener „Presse“ von autoritativer Seite aus BVerlin zu⸗
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        gegangene Meldung besagi über die österreichisch-deutsche Orient-
politik: Deutschland ist trotz des Unmuths über das Vorgehen der
Pforte bemuht, den status quo des Berliner Vertrages aufrechtzu⸗
erhalten. Das deutsch⸗osterreichischr ungarische Bündniß bestehe vor
Allem auf der Durchfuͤhrung des Berliner Vertrags. Für den Fall
als die Pforte die Auslieferung Dulcignos weiter verweigern sollte
werden Deutschland, Oesterreich⸗ Ungarn, wahrscheinlich auch Frank—
reich, an einer weiteren maritimen Aktion keinesfalls aktiv Theil
nehmen. Wenn England, Rußland, vielleicht auch Italien in aktiver
Weise die Aktion fortsetzen, so wird dies keineswegs auf Grund
eines Mandates der übrigen Mächte geschehen. Deutschland und
Frankreich stimmen zwar einer Pression auf die Pforte zu, wollen
aber im Falle einer Aktion der übrigen Mächte, welche zu einem
tasus belli führen sollte, diesen die Verantwortung überlassen und
gegen jede eigenmächtige Verfügung auf der Balkanhalbinsel pro—
lestiren.“ Von anderer Seite wird betont, daß die Orientfragt
für dieses Jahr in kein neues Stadium eintreten werde, wenn
nicht etwa eine tiefgehende Bewegung in der islamitischen Welt
selbst eine Veränderung der Situation herbeiführen würde. Der
Groll gegen den Sultan, bezw. das ganze Haus Osman ist starl
im Wachsen und überall diskutirt man die Frage, ob denn das
Khalifat an das Haus Osman unbedingt gebunden sei. Die
Frage wird verneint, da das Khalifat auch schon früher in anderen
Händen war; auf der nächsten Wallfahrt nach Mekka soll die
Sache ausgetragen werden. Der Sultan weiß davon, und daher
seine Widerspenstigkeit gegen neue Konzessionen an Europa. Man
darf jedenfalls auf interessante Dinge gefaßt sein.

Die russische „Petersburger Zeitung“ gibt noch nicht ver⸗
bürgte, nachträglich ermittelte Details über eine bereits vor einiger
Zeit entdeckte, schon im vorigen Jahre unweit Station Alexan⸗
——
serlichen Zug in die Luft zu sprengen. Die Mine bestand aus zwei
mit Dynamit angefüllten Abtheilungen, von welchen eine Draht⸗
leitung seitwärts nach dem Fahrwege führte. Als sich der kaiser⸗
liche Zug dem betreffenden Orte näherte, eilte auf dem Fahrwege
ein mit drei Pferden bespannter Wagen herbei, welcher, nachdem
der kaiserliche Zug passirt war, wieder davonjagte. Man vermuthet,
daß der Wagen eine elektrische Batterie enthalten habe; die ver—
brecherische Absicht mißlang, weil der Draht beim Eingraben durch—
schnitten worden war. — Offizielle Nachrichten fehlen zur Zeit noch.

Die „Times“ sagen, nachdem Dulcigno definitiv übergeben
und die monienegrinische Frage somit erledigt sei, sei die Flotten⸗
demonstration, deren Zweck die Lösung der montenegrinischen Frage
gewesen, ipso faeto zu Ende. EEs ist bezeichnend, wie hastig die
Times“ nach dem Rettungsseil der neuesten Entschließung des
Sultans greifen und wie sie sich daran klammern. Man mag daraus
sehen, wie sehr es England darum zu thun ist, aus der Sackgasse
herauszukommen, in welche es sich durch die von Gladstone vor—
—
Den Dank für die Befreiung aus dieser Sackgasse mag es an
Deutschland und Frankreich abstatten — wenn nämlich wirklich
schon das ersehnte Ziel erreicht ist. Vorerst wissen wir aber nur.
daß der Sultan die Uebergabe von Dulcigno nicht hindern zu
wollen erklärte. Warten wir ab, wie die Albanesen sich dazu
stellen, und ob nicht am Ende auch die Pforte noch ein neues
Hinterthürchen in dieser so lange hingezogenen Sache findet.

Der „Osservatore Romano“ erfährt, der Papsft habe das Ge—
such des Kardinals Nina, von dem Posten eines Staatssekretärs
enthoben zu werden, genehmigt. Nach der „Ag. Stefani“ ist
Jacobini für die Stelle eines Staatssekretärs und Vanutelli an
dessen Stelle zum Nuntius in Wien ausersehen.

Die irische Bewegung hat bei der englischen Presse
allerhand Gegenvorschläge zu Tage gefördert, zu denen derjenige
einer zeitweiligen Suspension der Habeaskorpusakte ein Zeichen
von dem Ernst der Situation ist. Dieses, die persönliche
Freiheit gegen Verhaftungen schützende Gesetz, auf dessen Ueber—
schreitung seitens der Behörden strenge Strafen selbst mit Aus—
schluß der königlichen Begnadigung gelegt sind, ist seit seinem am
26. Mai 1879 erfolgten Zustandekommen erst dreimal aufgehoben
worden, 1793, 1794 und 1817.

Die neuesten Nachrichten aus Afghanistan lauten wieder
ungünstiger. Die Bevölkerung erwartet einen neuen Angriff Ejub
sthan's und will die Felder nicht mehr besähen. Die Angriffe
fanatischer Eingeborenen auf englische Offiziere mehren sich wieder
und von verschiedenen Seiten wird die Befürchtung ausgesprochen
daß im Winter eine allgemeine Erhebung der Stämme bevorstehe
Trotzdem wird England Kandahar kaum aufgeben können, ohne
seinem Ansehen in Indien einen schweren Stoß zu versetzen, denn
Afghanen wie Indier würden das Aufgeben Kandahar's nur Eng—
lands Furcht zuschreiben.

Die Wahlbewegung der neuen Präsidentschaft in Nord—
amerika ist in vollstem Flusse. Wie aus New-NYork gemeldel
wird, ist die Wahlagitation im Staate Indiana insbesondere eine
sehr heftige. In Shelbyville ist es zwischen den Demokraten und

Republilanern zu einem Zusammenstoß gekommen, wobei der Sherif
getödtet und sein Adjunkt verwundet wurde, als fie die Ordnung
wiederherzustellen versuchten. Auch mehrere andere Personen wurden
verwundei. Ebenso sind in Evansville gelegentlich der Wahlagiation
zeine Anzahl Personen durch Revolverschüsse verwundet worden.

Nach den neuesten Nachrichten aus den Vereinigten
Staaten sind die Demokraten bei den Wahlen in Indiana unter—
legen und haben die Republikaner mit geringer Mehrheit gesiegt.
In Ohio sind die republikanischen Kandidaten mit großer Mehrheil
zewählt. In West-Virginien siegten die Demokraten, aber mit
gegen früher verringerter Mehrheit. „Herald'“ und „Tribune“
halten diese Niederlagen der Demokraten in den voraussichtlich, den
Ausschlag gebenden Staaten für entscheidend und für ein Anzeichen
des Sieges der Republikaner bei der bevorstehenden Präsidentenwahl.

Die Regierungen von Chili und Peru, welche Staaten
sich schon längere Zeit bekriegen, haben den Vermittelungsvorschlag
der Vereiniaten Staaten angenommen.

Vermischtes.

?Ausdem Alsenzthale, 14. Okt. Die Weinlese
auf der Gemarkung zu Rockenhausen beginnt Montag den 18. ds.
Mis. Obgleich quantitativ die Weinernte eine sehr geringe dies
Jahr in hiesiger Gegend sein wird, so wird doch die Qualität des
Weins eine sehr gute zu nennen sein, da die Trauben alle voll⸗
ständig reif sind. — Der Gemeinderath zu Rockenhausen hat die
Beseitigung der dortselbst bestehenden örtlichen Elementar-Fortbil—
dungsschule beschlossen. Ist dies vielleicht als eine Folge des in Speyer
gehaltenen Vortra gs.

tt Ans der Nordpfalz, 15. Okt. Die Karioffeln fallen
hier zu Lande sehr befriedigend aus, nur fehlt es am bezüglichen
Absatze. Die Niederlande, unser bisheriges Absatzgebiet, bedarf
unserer Kartoffeln nicht, weil diese ebenfalls dorten sehr wohlge⸗
rathen sind. Die Preise stellen sich auf 3,20 bis 3,80 M. per Malter
—AD
jede beliebige Eisenbahnstation der Alsenzbahn geliefert. Heute
wurde sogar nur 1,80 M. für den Zentner gute Eßkartoffeln be—
zahlt. — Das Kraut wird per Hundert Häupter zu 5,50 M. geliefert.

XAus der Pfalz, 14. Okt. Vor einigen Tagen be—⸗
juchte ich das am 8. Mai a. c. vom Brandunglück so sehr heim—⸗
jesuchte preußische Grenzstädtchn Baumholder. Von den
274 niedergebrannten Gebäuden sind ohngefähr 250 wieder er—⸗
baut und nur noch etliche 20, meistens kleinere Bauten, können
erst nächstes Jahr aufgebaut werden. Fast alle Neubauten sind
schön ausgeführt; auch viele große und prächtige Häuser sind ent⸗
sttanden. Ganz besonders tritt das nunmehr Zstoöͤckig erbaute Stadt⸗
haus hervor, wirklich eine Zierde des Städtchens. Kein anderes
Städtchen gleichen Ranges hat einen solchen Koloß von Stadthaus
aufzuweisen. Betrachtet man aber die evangel. Schulhäuser, die
vom Brande verschont blieben, so kann man ein Lächeln nicht
unterdrücken. Zwar wird schon seit Jahren von einem Neubau
fraglicher Häuser gesprochen; aber dies wird noch auf Jahre hin⸗
aus ein frommer Wunsch bleiben. Das katholische Schulhaus
wurde früher schon ein Raub der Flammen und ohngefähr vor
16 Jahren neu erbaut. Dieser Bau könnie Vielen ein Muster
abgeben.

— Bei der Versammlung deutsche Pomologen und Obst—
züchter zu Würzburg erhielt Herr C. Velten von Speyer für Obsl
den sechsten Ehrenpreis, für ein Kartoffelsortiment von 100 richtig
bezeichneten Sorten ehrende Erwähnung, deßgleichen für ein weiteres
Sortiment (ohne Konkurrenz.) — Aus der Pfalz wurden ferner
ausgezeichnet: J. Kern in Landau mit dem vierten Ehrenpreis für
Obst, mit der silbernen Medaille für Hochstämme, mit einem Ehren⸗
diplom für Formobstbäume; F. Sedler in Teidesheim mit der
silbernen Medaille für Obst. (Sp. 3.)

fF Quittungen. Die deutsche Regierung hat am 8. d.
M. eine Konvention mit Belgien unterzeichnet, betreffend die Ein—
ziehung von Quittungen und Ordrepapieren durch die Post, falls
dieselben den Betrag von 600 Mark nicht übersteigen. Die unver—
züglich in Kraft tretende Konvention bestimmt, daß die Uebersend⸗
ung der Effekten in der Form eines eingeschriebenen Briefes er⸗
folgen muß, welcher an das mit der Einziehung beauftragte Post⸗
bureau adressirt wird. Die Post bezahlt für den Fall des
Verlorengehens der Effekten eine Entschädigung von 40 Mar
(50 Francs) im Maximum.

Man hat berechnet, daß der Aufwand für das Landheer
im deutschen Reiche von 1872 bis 1878 im Ganzen
3,247,937,059 Mark betrug. Die Flotte kostete in derselben Zeit

232,526,7832 Mt. Die Gesammtausgabe für Krieqgszwecke betrug
3,480, 463,791 M.

f. In Zweibrücken befanden sich am 13. Okt. zwei Of⸗
iziere des preuß. Husarenregiments Nr. O aus Trier zum Zweck
des Ankaufs von Pferden aus unserer Gegend für das genannte
Regirrent. Wie die „Zw. Zig.“ aus zuverlässiger Quelle
hört, haben die beiden Herren sich über die zum Kauf ängebotenen
        <pb n="655" />
        Thiere höchst günstig ausgesprochen und diese ihre für unsere Pferde⸗
zũchter schmeichelhafte Ansicht durch Ankauf von 11 Pferden als⸗
bald praktisch bethätigt. In diesem Vorgang dürfte der Beweis
zu erblidken sein dafür, daß die seit einiger Zeit von allen bethei⸗
ligten Seiten sich bemerkbar machenden energischen Bemühungen
um Hebung der Pferdezucht in der Südwestpfalz von finanziell
fühlbarem Erfolg begleitet zu sein begonnen haben.

F Ein alter Brauch im Bliesgau. Man schreibt der
„Metzer Ztg.“: „Ich saß vor zwei Tagen in einer Wirihschaft zu
E., die eine Aussicht auf einen Hohlweg gewährt, in dem einige
Personen mit Hanfbrechen beschäftigt waren. Es waren dies
mehrere Mädchen und Frauen, welche mit ihren klappernden In—
strumenten einen Höllenlärm verursachten, der nur durch ihr lantes
Schreien und öftere Ausbrüche der Heiterkeit übertönt wurde.
Letzteres geschah so oft, als ein ihnen nicht zu vornehm aussehender
Bursche oder junger Mann den Weg passiren mußte. Eben kam
ein israelitischer Handelsmann auf das Dorf zu, der wegen einer
Biegung des Weges die beschäftigten Frauen nicht erblicken konnte.
Die Frauen und Mädchen hatten ihn jedoch schon gesehen und un—
dermerkt eingeschlossen. Aengstlich suchte der Mann zu entfliehen,
doch griffen unter lautem Halloh ihn die Weiber an, und ehe er
es selbst dachte, hatten ihn zwei an den Füßen gepackt, die ihn
energisch hin und her schwenkten, sodaß dem Armen beinahe Hören
und Sehen verging. Eine Fünfte sprang unter denselben und
warf mit ihrem Rücken den Armen in die Höhe, daß dieser laut
aufschrie. Endlich ließ man ihn gehen, beanfspruchte jedoch eine
kleine Gebühr für die ihm zu Theil gewordene Gyinastik, die er
aber zu zahlen verweigerte. Resolut ergriff eine der Dirnen seine
Mütze; der Israelit drohte, schimpfte und gab gute Worte, die
aber nichts fruchteten, bis er den Betrag von 80 Pfg. erlegt hatte,
den die Weiber alsbald zur Schänke wandern ließen. Da ich ein
gleiches Schicksal nicht genießen wollte, entkam ich auf einem anderen
Wege dem Dorfe. Diesen Gebrauch nennt man „howenzeln.“

F Kaiserslautern, 11. Okt. Zu Delegirten des Stadt⸗
rathes bei der heute bereits begonnen Einzählung der 100,000
Nummern der Gewerbemuseums-Lotterie in das Ziehungsrad wurden
die Herren Pixis und Raquet und im Verhinderungsfalle zu
ihren Stellvertretern die Herren Compter und Becker gewähit
Die Einzählung. welche über 10 Tage in Anspruch nimmt, findet
im großen Fruchthallsaale Statt. Mit der Ziehung ist der königl.
Rotar Derheimer betraut und sind laut Anordnung der königl.
Regierung dabei Vertreter des königl. Bezirkgamtes und der Ge—
meindevertretung zuzuziehen.

F Am 12. Okt. verunglückte in einem Steinbruche bei Wei—
denthal der 17jährige Arbeiter Philipp Kneller, Sohn einer
armen Wittwe. Derselbe wollte, so vermuthet man, zwischen einem
auf den Schienen laufenden und einem stillstehenden Eisenbahn—
wagen durchspringen, wurde jedoch von den Puffern erfaßt und
erdrückt. Niemand ist Zeuge des Unglücks selbst gewesen; dasselbe
wurde erst entdeckt, nachdem es geschehen war.

F Die Kreisirrenanstalt Klingenmünster zählte am
Schlusse des Jahres 1879 an Pfleglingen 546. an Bediensteten 86

‚usammen 682 Personen. Von den Kranken wurden im Laufe
des Jahres 98 als geheilt entlassen. Die Einnahmen betrugen
347,400 M. 43 Pf., die Ausgaben 336,319 M. 58 Pf. Der
Stand des Inventars (nebst Immobilien) repräsentirt nach Schätz⸗
ung einen Werth von 1, 185, 560 M. 81 Pf. Der Kostenaufwand
für einen Pflegling (incl. Viktuglien) betrug im Durchschnitt täglich
1M. 50 Pf, jährlich 337 M. 50 Pf., für Viktulien allein äg-
lich 63 Pf., jährlich 229 M. 93 Pf.

x In der Gemarkung Dirmstein haben die Feldmäuse so
sehr überhand genommen, daß der Gemeinderath das Einfangen
und Abliefern derselben gegen Bezahlung veranlaßte; es wurden
bis jetzt nahezu 200,000 vertilgt.

FAm Dienstag gelangte die vielbesprochene Duellge—
schichte, welche den Austritt des gesammten Offizierkorps aus
dem Landauser Kasino und dem Musikverein veranlaßte, vor
der Strafkammer des tigl. Landgerichts Landau zur Verhandlung.
Angeklagt sind die Herren: M. Stopel, stud. mod., der Heraus⸗
forderung zum Zweikampfe, Rechtskandidat Philipp Otto Mayer
von Edenkoben ebenfalls der Herausforderung und des Kartell—
ragens und Postassistent Adam Wagner des Kartelltragens. Der
kal. Staatsanwalt beantragte gegen Stöpel 6 Wochen, gegen Mayer
1 Wochen und gegen Wagner8 Tage Festung. Ver Gerichts⸗
pruch lautet bei Slopet an 31 Tage Fessung und 25. der Kosten,
»ei Mayer auf 14 Tage Festung Und i. Sasfle der Kosten, bei
Wagner auf 3 Tage Festung und 94 der Kosten. E hand
ung dauerte von früh Morgens bis 5 Uhr Abends.

fAus Lothringen. In Hayingen haben 800 -900
Bergleute der de Wendel'schen Grube die Arbeit eingestellt. Unruhen
ind bis jetzt nicht vorgekommen.

* Im bay erischen Walde ist bereits am 8. d. Schnee gefallen.

a rktberichte.

Zweibrücken, 14. Olt. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt
Weizen 11 M. 27 Pf., Korn 10 M. 22 Ppf., Gerste zweireihige 07 M. 91pf.
zierreihige — M. — Pf., Spelz 7 M 28 pf., Spelzkern — M. — pi.
Dinkel M. — pf. ischfrucht — M. — f. Hafer 6 Mnuso pf.,
ẽErbsen — M. — Pf., Wicken 00 M. 98 Pf., Karioffeln 1 M. 85 ßpf.
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 83 M. 06 pf., Weißbrod 1/ß Kilogr. 56 f
Zornbrod 3 Kilogr. 71 Pf., Gemischtbrod 3 Kilogr. 86 Pf., paar Wedk 100
Br. 6 Pf., Rindsieisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
HDammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter 1/3 Kiloar. d M. 88 Pf.
Wein J Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 18. Okt. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 25 Ppf. Korn 9 M. 62 Pf., Speizkern — M. — pf. Spelz 0 M.
—Plf. Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf., Hafer
6 M. 52 Pf., Mischfrucht 10 M. 20 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
O M. — Pf., Bohnen O M. — ppf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 82 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 420 Pf., Kalbfleisch 410 Pf, Hammelsdeisch — Pf., Schweinefleisch
80 Pf. Butter 1i Pfund O M. 90 Ppf. Kartoffeln per Zir. 1 M. so pf.

Kaiserslautern, 12. Okt. (éruchtmitielpreis und Viklualienmarkt.)
Weizen 11 M. — Pf. Korn 09 M. 39 Pf., Speiztern 10 M. 80 Pf. Spelj
7 M. 42 Ppf., Gerste 08 M. 76 Pf., Hafer 6 M. 46 Pf., Erbsen 0 M.
Pf. Wicen 6 M. 73 Pf., Linsen 119M. 20 Pf., Kleesainen 45 M. 73
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 78 Pf., do. 8 Psd. 39 pf., Gemischtbrod
3 Pfund 44 Pfg. Butter per Pfd. O M. 75 Pf., Eier 1 Stuͤck 5 Pf., Kar⸗
offeln per Zent. 1 M. 90 Pf., Stroh 2 M. 50 Pf. Heu 2 M. 50 Pfg.

Fur die Redaction deramworiich F. X. Demezz.

ür Familien und Lesecirkel. Bibliotheken, Hotels, Cafes und Restaurationen.

—— — — — —
Das von der Massaverwaltung der falliten
Arossen Britanniasilberfabrit“übernommene
Riesenlager, wird wegen eingegangenen
großen — ————— und gäna⸗
licher Räumung der Lotalitäten —
* um 78 Procent unter der
dehätzung verklaust —
daher also

h. e ꝛ ER
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tanniasilber-Speiseservice
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malsiver Britannia⸗Silber-Milchschöpfer

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vorzügliche Messerleger Vritan.«Silber.
schöne massive Cierbecher,

prachtvolle feinfte Zuckertaffen,

vorzůglicher 33 oder Zuckerbehälter,

Tdeeseiber feinste Sorte,

effettvolle Salon⸗-Tafeleuchter,

2 feinste Alabaster Leuchteraufsätze.

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Auswahlsendungen
:à Stadt und Umgegend
bereitwilliast.
1

Gewerbe⸗Verein.
Der Gewerbe⸗Verein, früher Arbeiter⸗Bildungs-Verein, feiert
.Aina, den 17. Oktober sein
— —
tiftungsfest.

K. Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern.

Der Unierricht an der Kreisbaugewerkschule für das Winter—
halbjahr 1880381 beginnt Mitt wo ch, den 3. November in den
Faumen der Kreisbaugewerkschule (Pfälzisches Gewerbe⸗Museum) und
hauert von November bis Ende Mürz. Die Schule besteht aus 3
TFursen in 8 Winterhalbjahren, und bezweckt jungen Bauhandwerkern
As: Maurern, Steinhauern, Zimmerleuten, Glasern, Spenglern, Dach⸗
ind Schieferdeckern, ferner Schreinern, Schlossern, Tünchern, Zimmer⸗
ind Decorationsmalern die zum rationellen Betriebe ihres Hand⸗
verkes erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln. Der Unterricht erfolgt
zurch theoretische und praktische Anleitung, sowie graphische Darstel—
ung in thunlichst populär gehaltener Weise. Für Schreiner und
Schiosser schließt sich an die heoretische Ausbildung der Unterricht in
hen Lehrwerkstätten an, wo sie, als Schreiner: in den Manipulationen
des Holzschnitzens, Drehens, im Fertigen von Aufsätzen und geschweiften
Möbeltheiien, als Schlosser: im Schneiden, Drehen, Gießen, Ciseliren
nd Treiben geübt werden. Dieser Unterricht kann im Sommer fort⸗
gesetzt werden, wenn der Schüler als Lehrling in die Werkstätte tritt.

Für die Tüncher, Zimmer— und Decorationsmaler ist ebenfalls
Gelegenheit zu ihrer praktischen Ausbildung gegeben, wie aus dem
Jahresbericht zu ersehen ist.

Außerdem koönnen auch junge Leute vom Kunstgewerbe als:
Aunstschreiner, Gold⸗ und Silberschmiede, Metallarbeiter, Töpfer,
Holzschneider, Tapezierer ⁊c. als Hospitanien Aufnahme finden, um
im Zeichnen und Entwerfen von kunstgewerblichen Gegenständen
geübt zu werden.

Die Inscription findet am 29. und 30. Oktober l. J. auf dem
kgl. Rectorate, von 9 12 Uhr Vormitlags und 486 Uhr Nach⸗
nittags statt, wobei die amtlich beglaubiglen Schul-⸗ und Lehrzeug⸗
nisse mitzubringen find. Das Schulgeld beträgt 20 M. und ist
hei der Inscription zu entrichten. Zur Befreiung von demselben
ist die Vorlage eines Dürftigkeitszeugnisses nöthig.

Lehrprogramm und Statuten sind durch die Tascher'sche Buch—
handlung hier, gegen portofreie Einsendung von 30 Pf., zu beziehen.

gKaiserslautern im Oltober 1880.

Kgl. Rectorat:
O. PAÆAb 2-

8

o qhmittaas von 3 bis *27 Uhr Reunion bei Wirth
7 Schweitzer, unter Mitwirkung der Kapelle Wittich.

Abens s Uhr BRAE,La bei Gastwirth Lehnert.
g NB. Zur Reunion sind Eingeladene: Die Mitglieder
Zer Gesellschaften Gemüthlichkeit, Harmonie, Kriegerverein und
Musikverein.

Zum Ball ist auch Mitgliedern nur gegen Eintrittskarten
der Zutritt gestattet, und können diese auch für ihre Eltern Karten
erlangen; andere Hiesige haben keinen Zutritt.

Der Vorstand.

Vimenschaftlich gebrüft u. begutachtet. BRenegædictinpr-
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster stammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
. PINGEB in Göttingen
(Provinz Hannover.)

Der Benedrctiner ist bis
tzi das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Ver Benedictiner
nur aus Bestandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften
esitzen, die zum Wiederaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden
Nörpers unbedingt nöthig sind
er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor-⸗
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Baͤbuzoer, Hautaus⸗
schlägen (Flechten), Athemnothe, Gicht, Nheumatismus,
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blutk und vermehrt dasselbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
frisch, siellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
eben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Goitingen“
rerschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis a Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 530 Pf.
2* 20 — 660 2 2 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpadung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Ludwig Weitmann, Schreinermeister in Biberach bei
Rog genburg in Bayern (Schwaben), berichtet: Mein Kind, welches bereits
seit· wei Jahren ein Herzleiden hatte, ist durch ihren köstlichen Benediktiner
zllia davon befreit ⁊c.

Sancet Rernhæardd
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗
Heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit
u. s. w.
Préis A FI. en. IS50 Gr. IuIi. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppelkrauter—
Magenbitter und Sanct Pernhan ape von C. Pingel in
Hottiugen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J.
Friedrich.

Die aus zwei Kursen bestehende
landwirthschaftliche Kreiswinterlschule
zu Kaiserslautern
beginnt den neuen, 5 Monat dauernden Unterrichtskurs am 2.
November mit der Einschreibung der Schüler. Die in den
unteren (1.) Kurs eintretenden Schuͤler sollen das 15. Lebensjahr
erreicht haben und hinreichende Volksschulkenntnisse besitzen. Au
Zeugnissen haben dieselben vorzulegen: das letzte Schulzeugniß
und ein von der Ortsbehoͤrde ausgestelltes Zeugniß über sittliches

Wohlverhalten.

Das Schulgeld beträgt 10 Mark für die Dauer des Kurses;
unbemittelten Schülern kann ein Kreisstipendium in Aussicht ge⸗
stellt werden. Vemerkt wird, daß dieses Jahr auch noch Unter⸗
richt in den kulturtechnischen Fächern (Wiesenbau rc.) durch Herrn
Kreis⸗Kulturingenieur Merl ertheilt wird. Nachträgliche An⸗
meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Das kgl. Rektorat der Kreisrealschule
Rohe, igl. Rektor.
Druckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
F. X. Demetz'schen Buchs und Steindruceerei.
Druck und Verlag von F. X. Deme ß in St. Ingbert.
——Hierzu für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonutagsblatt⸗ Nr. 16.

ααÂ
        <pb n="657" />
        St. Ingberler ANnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlic viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementspreis beiragt vierieljahrlich

1A 40 — einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I.A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 , von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschriit odet deren Raum, Neclamen mit 830 — pro Zeile berechnet.

1880.

M 166. Sonntag, den 17. Oktober

Deutsches Reich.

Nach dem „Berl. Tgbl.“ ist der Umstand, daß in letzter Zeit
von dem Tabaksmonopol in offiziösen Blättern weniger die
Rede gewesen, auf folgende Thatsache zurückzuführen. Es ist neuer⸗
dings auf Veranlassung des Reichskanzlers von der fachmännischen
Feder eines seiner Räthe über die Kosten der Einführung des Ta—
baksmonopols und dessen wahrscheinliche Erträgnisse innerhalb der
ersten 15 Jahre eine Berechnung aufgemacht worden, deren Ergeb⸗
niß gerade nicht geeignet ist, bezüglich des Monopols einen be—⸗
sonderen Optimismus hervorzurufen. Nicht nur, daß hiernach die
gering angesetzte Entschädigungssumme von einer halben Milliarde
und die Zinsenlast von mehr als 30 Millionen bei einer nur
mäßigen Amortisation des Kapitals die Erträgnisse des Tabaks-
monopols neutralisiren würden, sondern das Reich müßte für solche
Zukunftsphantasie auch die sichere Einnahme daran geben, die es
aus der gegenwärtigen Tabaksteuer bezieht und die sich noch um
ein Bedeutendes steigern wird, sobald mit dem Jahre 1882 der
oolle Steuerfuß in Kraft tritt. Daß unter diesen Umständen das
Monopolprojekt gegenwärtig ad acta gelegt ist, kann ebensowenig
Wunder nehmen, wie daß der Reichskanzler mit Projekten ange—⸗
zangen wird, an Stelle desselben eine Erhöhung der geltenden
Steuersätze vorzunehmen. In der That verlautet denn auch neuer⸗
dings, es sei nicht ausgeschlossen, daß dem Bundesrath noch im
daufe dieses Jahres ein bezüglicher Gesetzentwurf zugehen werde,
wobei die Erwägung nicht ohne Einfluß bleiben mag, daß sich für
derartige Maßnahmen in dem jetzigen Reichstag vielleicht noch eine
Majorität finden würde, daß aber die Zusammensetzung der künf⸗
tigen Volksvertretung eine solche Zustimmung weniger sicher er⸗
cheinen lasse.

Gutem Vernehmen nach wird in der nächsten Session des
Reichstages ein Antrag auf Herabsetzung des Kornzolls
um 50 Pfennig eingebracht werden. Noch vor Kurzem würde ein
olcher Anirag ganz aussichtslos gewesen sein, heute aber ist er es
nicht mehr. Je gewisser die Thatsache sich herausstellt, daß sehr
dieie Landwirthe diesmal selbst Getreide vom Auslande kaufen müssen,
um so schwächer wird in agrarischen Kreisen der Widerstand gegen
eine Herabminderung des Getreidezolls. Andererseits kommt in Be⸗
tracht, daß die Großindustriellen, namentlich die Eisenleute den Ge—
treidezoll nur zugestanden haben, um die Agrarier zur Bewilligung
des Eisenzolls geneigt zu machen. Sie werden also, sofern nur nicht
am Eisenzolle gerüttelt wird, sehr gern einer Herabsetzung des Korn⸗
jolls auf die Hälfte zustimmen, sogar auf die Gefahr hin, sich die
Freundschaft der Großgrundbesitzer für immer zu verscherzen.

Da schon der demnächst zusammentretende preuß ische Land⸗
jag sich mit der Vorlage der Regierung, betr. die Errichtung eines
volkswirthschaftlichen Senates in Preußen, beschäftigen
vird, so scheint es in der Absicht der Regierung zu liegen, diesen
Senat baidigst zu errichten. In der That hört man denn auch,
daß die vom Fuͤrsten Bismarck zunächst in Aussicht genommenen
ozialpolitischen Gesetzenwürfe dem Senate alsbald vorgelegt werden
ollen. Binnen Kurzem soll der Entwurf eines Gesetzes über Ar⸗
beiter⸗ Versicherung der öffentlichen Meinung zur Begutachtung über⸗
zjeben werden. Erst wenn genügend über diese Entwürfe diskutir!
ist, wird sich der volkswirthschaftliche Senat und danach der Bundes-
cath und Reichstag mit denselben zu beschäftigen haben.

An dem Festzug bei der Kölner Dombaufeier werden, wie
zie „A. Abdz.“ berichtet, auch 12 Mann bahyerischer Truppen
8 Mann Infanterie und 4 Chevaurlegers) theilnehmen unter
Führung des Premierlieutenants vom Infanterie⸗Leibregiment Frei⸗
herrn Reisner von Lichtenstern. (Der Festzug soll die Baugeschichte
des Domes in drei Momenten zur Anschauung bringen: die Grund⸗
teinlegung im Jahre 1248, die Einweihung des Chores im Jahre
1322 und die neueste Zeit seit der Grundsteinlegung zum Ausbau
des Domes 1842. In dem den dritten Moment zur Darstellung
ringenden Theile des Festzuges figurirt als neunte Gruppe ein
Wagen der Germania vor dem vollendeten Dom, umgeben von
eutschen Kriegern des Jahtes 1870. In dieser Gruppe haben
ie bayerischen Truppen zu figuriren.)

Koͤlu, 15. Olt. Das Kaiserpaar ist mit Gefolge heute
Vormittag 9/4 Uhr eingetroffen und am Bahnhof von den Spitzen
der Behörden empfangen worden. Die Kriegervereine bildeten Spalier.
Unter dem Jubel der zahlreichen Volksmenge begaben sich die Maje⸗
täten nach dem Regierungsgebäude und sahen von dori den über⸗
zus glänzenden Festzug an. Um halb 11 Uhr fuhren die Maje—
täten nach der evangelischen Trinitatiskirche. — Vas Weiter hat
ich aufgeklärt.
Ausland.

In Frankreich tauchen bereits wieder Gerüchte von einer
neuen Ministerkrisis auf. Der Minister des Auswäriigen hat sich
exlaubt, in der orientalischen Angelegenheit seinem eigenen Kopfe
zu folgen und Gambetta soll darüber sehr ungehalten sein.

In England faßt man die irischen Vorgänge immer
üsterer auf. Wie verlautet, beabsichtigt die britische Regierung
die Führer der Bodenagitation in Irland wegen „Verschwoöͤrung“
n Anklagezustand zu versetzen. In der Thal grenzt auch Alles,
vas von der grünen Insel berichtet wird, dicht an die Prokla⸗
nation des offenen Aufruhrs. So zirkuliri jetzi eine Schrift in
Irland, dazu auffordernd, daß London vermitteist Dynamits in die
ruft gesprengt werden solle. Zehn kräftige Leute werden zu diesem
Zwecke gesucht. Die Sache klingt vielleicht unglaublich, allein, wenn
nan bedenkt, daß die Fenier im Jahre 1868 Aehnliches nicht nur
dachten, sondern auch versuchten, wie die Erplofion des Gefäng⸗
nisses in Clerkenwell damals bewies, so scheint die Aufforderung
vielleicht doch nicht so ganz wahnsinnig.

Dubliner Zeitungen zufolge werden militärische Vorbereitungen
etroffen, um etwaigen Un ruhen in West⸗Irland vorzu⸗
deugen, wohin bereits Truppenverstärkungen beordert werden.

Die Pforte richtete am 18. ds. an die Votschafter der
Broßmächte die offizielle Mittheilung, daß nicht blos die Stadt,
ondern der ganze Bezirk Dulcigno nach der letzten von Europa
rufgestellten Grenzlinie an Montenegro übergeben werde. Riza
Bascha erhielt bereits die nöthigen Weisungen.

Meldung der „Agence Havas“ aus Scutari: Riza Pascha
erief die Fuͤhrer der albanesischen Liga zusammen und forderte
dieselben auf, sich in die friedliche Uebergabe von Dulcigno zu
ügen. Es wird in Folge dessen eine große Versammlung der
diga zusammentreten.
Vermitchtes.

Die Erdffnung der pfälzischen Schwurgerichtssitzungen
dro 4. Quartal 1880 wurde auf Moniag den 6. Dezember l. Is.
estgesetzt und Herr Oberlandesgerichtsrath Schuler zum Vorsitzen-
en derselben sowie Herr Landgerichtsdirektor Herfeldt zu dessen
Stellvertreter bestimmi.

f Die Personenpost St. Johann — Saarbrü—
ken — Ensheim wird vom 15. do. ab wie folgt abgefertigt:

Aus St. Johann 3 Uhr — Min. Nachmittags.
In Ensheim 4, 45,
Aus Ensheim 7, 48 „ Vormittags.
In St. Johann 9 185
Die Postwagen zwischen hier und Ensheim kursiren
wie folgt:
Aus St. Ingbert 7 Uhr — Min. Nachmittags.
In Ensheim 8 298 F
Aus Ensheim 5, 80 , Vormiitags.
In St. Ingbert6 5850,

fWie die „Saarbr. Ztg.“ vernimmt, soll fich ein aus vier
Herren bestehendes Konsortium gebildet haben, welches sich bereit
rllärt, für sämmtliche Verbindlichkeiten des Saarbrücker⸗Sit.
Johanner Bankvereins einzutreten und welches die Aufhebung
des über den Verein verhängten Konkurses beantragen will, um die
Angelegenheit privatim abzuwickeln. Verschiedene der Gläubiger
des Bankvereins sollen bereits ihre Zustimmung hierzu erklärt haben.

F In Landstuhl im Hotel Burgard findet am 17. ds.
ꝛeine Versammlung der Brennerei⸗Besitzer der Pfalz zur Berathung
der Wagner'schen Petition betr. „die Milderung der zu strengen
Instruktionen des Branntwein⸗Aufschlages“ Stau.
        <pb n="658" />
        — Wie die demokratische „Pfälz. Volksztg.“ meldet, will eine
Anzahl „entschieden freifinniger Männer“ der Stadt Kaisers⸗
auler'n demnächst einen „Volksverein“ daselbst gründen.

F Die durch das köonigl. Bezirkzamt Frankenthal ver—
anlaßte Zählung der in Folge der strengen Winterkälte 1879/80
zu Grunde gegangenen Obstbäume ist nun in sämmtlichen Gemein⸗
den des Bezirkes beendigt und hatte folgendes Gesammtresultat.
Es erfroren: 21,653 Zwetschgenbäume, 7485 Aepfelbäume, 3038
Kirschbäume, 1370 Birnbäume, 154 Nußbäume und 670 andere
Baͤume, (Mandeln, Maulbeeren, Mirabellen, Pfirsiche und Pflaumen)
im Ganzen 34,320 Bäume.

Am 11. Okt. begann in Speyer am kgl. Schullehrer⸗
seminar der regelmäßige Unterricht wieder. Die Schülerzahl in
heiden Kursen beträgt zusammen 99 (46 im oberen, 53 im un⸗
teren Kurs) — doppelte Schülerzahl gegen die der Vorjahre. Da
auch die Präparandenschule daselbst über 80 Schüler zählt und
zuch die fünfklassige Lehrerbildingsanstalt in Kaiserslautern eine
Schülerzunahme heuer zu verzeichnen hat, so wird doch allmälich
dem bisher so fühlbaren Lehrermangel (zur Zeit sind noch über
hundert Schulstellen unbesetzt) abgeholfen werden.

In Stuttgart wurde ein Hauptmann, der einem
Soldaten das Ausgehen während eines ganzen Jahres verboten
hatte, wegen dieser Beschränkung der persönlichen Freiheit eines
Untergebenen auf acht Jahre vom Avancement zum Major ausge⸗
schlossen. Wir halten eine solche Strafe für viel angemessener, als
die anderwärts übliche sofortige Pensionirung, durch welche nur
das Land belastet wird.

4 Der Verein selbstständiger Schuhmacher in Stuttgart
hat sich als Innung organisirt, vornehmlich mit dem Zweck der
jlusbildung der Lehrlnge und Einführung einer Prüfung derse lben.

FBad Kifsingen hatte in diesem Jahr 11,778 Kurgäste
und 5050 Passanten.

FDas Zentralkomite des deutschen Schützenbundes beschloß.
Unterzeichneter eröff⸗
net mit dem Heu⸗
tigen dahier seine
ärztliche Praxis.
Wohnung im alten
Fiack' schen Hause.
Dr. Rreitz,
bbrakt. Arzt.
Wohnungsverändeructg
Den geehrten Bewohnern hie⸗
siger Stadt und Umgegend diene
—D—
schäft in das Haus des Herrn
Peter Schwarz — neben Phil.
Hottmann und Karl Schwarz,
Metzger — verlegt habe.
Si. Ingbert, 12. Okt. 1880.
Johann Just jr.
SEchuster.
Eine Wohnung,
hestehend aus einem großen
Zimimer, Küche, Stallung und
Futterspeicher hat zu vermiethen
FFrau Ww. Jak. Schwarz.·
Anhaͤngezettel
nit Oesen, auf weißen und far⸗
bigen —* beim Versandt Hauf—⸗
»on Stückgütern sehr praktisch,
liefert rasch und billig die Buch— Eo uv e rts
und Steindruckerei von per 1000 Stück von 8.50 Mk. an
F. X. Demetz. zu haben bei F. X. Demetz.
vuBä 2 *
rünglings-Verein.
Sonntag, 17. Oktober, Nachmittags von 3 Uhr ab,
im Vereinslokal bei Peter Jung,
Musikalische Unterheltung.

Abends 7 Uhr: —B AIJ L.
EWEinheimische haben beinen Zutritt. —
7J für gewöhnl. Frachtsendung à 1Pf.
Frachtbriefe per Stück, Eilgutsendung auf roth
Taäpier à 2 Vf. per St., sind zu haben bei F. X. Demekn.

Saatkorn
in schönster Qualitüt wieder ein⸗
getroffen bei

Franz Grell's Nachfolaer.

ot. Jahann⸗Zaarbrücker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
jann, Saarbrücken und Malstatt-
Zurbach an der Saar zusam—⸗
nengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier—
eljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
rignet sich wegen großer Ver⸗
reitung vorzüglich für Inserate
der Art.

b

das 7. deutsche Bundesschießen in der Woche vom 24. bis 31.
Juli 1881 in München abzuhalten.

FMünchen. FIrln. Spitzeder ist nicht nach Amerika ge⸗
gangen, sondern zieht es vor, hier Deklamationsstunden in fran⸗
zͤsischer, englischer, italienischer und deutscher Sprache, sowie Kon⸗
bersalionsstunden in diesen Sprachen zu geben. So zeigt sie dem
verehrten Publikum in einem Zirkular an.

4 Das Hüttenwerk Quint bei Trier, welches von seinen
fünf Hochöfen nur einen einzigen lange Zeit hindurch in Betrieb
hatiehatte jetzt, nach der „Saar⸗ und Mosel⸗Zig.“ einen nach
em andern wieder angeblasen, so daß augenblicklich drei in voller
Thätigkeit sind und erwarten lassen, daß binnen kurzem das Werk
mit ganzer Kraft arbeiten wird.

Wie der „K. Z.“ aus Paris gemeldet wird, wäre die
Reblaus auch im Osten Frankreichs in der Nähe der deutschen
Hrenze in verschiedenen Orten aufgetreten.

F Um den Dampf in Ruhestand zu versetzen und statt seiner
zusammengepreßte Luft als Bewegungsmittel zu verwenden, wurde
fürzlich in Woolwich ein neuer Versuch gemacht. Eine vom
Ingenieurmajor angegebene, 200 Zentner schwere Maschine legte
inter einem Atmosphärendrucke von 1000 Pfund auf den Quad⸗
zoll auf dessen blos 100 Kubikfuß haltenden Luftbehälter eine
Strecke von 26 Kilometern zurück. Der Versuch befriedigte so sehr,
daß eine neue, stärkere Maschine nach demselben Systeme gebaut
werden soll, die mit einmaliger Füllung eine doppelt so weite Strecke
als die oben angeaebene zurückzulegen im Stande sein wird.

7n 2Enachrichten.

Forstmeister Al. Buhem ann in Zweibrüden wurde wegen Krankheit
in zeitlichen Ruhestand (auf ein Jahr) und auf dessen Stelle der Forstmeister
Zudw. Joh. Zapf in Pirmasens auf Ansuchen versetzt, auf des Letzteren
Sielle der Oberfoͤrster Christ. Hellwing in Alteglashutte bei Dürlheim
zum Forstmeister befördert.
Flir die Redaction verantworilich: F. X. Deme6.
— —
N a2757
2
neißen

*2. ver Schoppen
PI. JOSs. ICinriĩch.
P. Demetz, Hemdenfabrik,
V Landau i. Pfalz.
Zptzialitat: HerruHemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide⸗Systemen.
14 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Einsatz M 260. —
1/1. mit glattem feinem leinen
Einsatz A BO. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsahe und Qualität des Stoffes.

Vei Besteliungen ist Angabe der Hals- und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaͤnae als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
—æW Sitz leiste ich Jedo -
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
hon meiner Leistungefulnieeit über⸗
zeugen.

apoi· Krãuler · Masj · Extract
und Caramtllen
hon L. M. Pietsch &amp; 6o.
in Breslau.
Nur echt, weun die vorgedruckte Schutzmarke auf den Eti⸗
muetten steht. — Zu haben in: St. Ingbert beiJ. Friedrich.
Gutachten des —8 DVr. med. Michnaelis.
Herrn L. H. jeincn &amp; Cos. in Breslau.

Ich habe ihren Huste⸗Nicht ( Honig⸗ Kraͤuter⸗Malz⸗Extract)
sowohl in dem mir direct zur Dispofition gesiellten Präparat, als auch in den
in hiesigen Verkaufsstellen vorräthigen Flacons einer genauen ärztlichen Prufung
ind praͤttischen Anwendung bei verschiedenen Krankheitsfällen der Athmung se⸗
ind Stimmorgane, speziell bei den Eatarrhen der Lungen und
dr ee u e unlerzogen und kann nicht umhin, meine gqut⸗
chtliche Aeußerung in Bezug auf den Werth der Wirksamkeit des Praparates
dahin —— I— daß ich dasselbe fowohl bei den oben genannten
catharrhalischen chleimhant⸗Affectionen der belrefsenden Organe, als
nuch bei beginneuder Tubereulose, bei Heiserkeit und chronisch⸗catarr⸗
ha lischen Kehlkopfoleiden als cee Genuimittel mil autem Se⸗
vissen dringend empfehlen kann. 2

Vr. med. Michaelis, pract. Arzt.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
Siezu Iluslriries Sonntaasblatt“ Nr. 16.
        <pb n="659" />
        Sl. Ingberker Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Eonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

1AMA 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Vost bezogen 1A 60 , einschließlich 420 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswaris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischriit oder deren Raum, Neclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
4. 166.

Sonntag, den 17. Oktober
1880.
Deutsches Reich.

Nach dem „Berl. Tgbl.“ ist der Umstand, daß in letzter Zeit
von dem Tabaksmonopol in offiziösen Blättern weniger die
Rede gewesen, auf folgende Thatsache zurückzuführen. Es ist neuer⸗
dings auf Veranlassung des Reichskanzlers von der fachmännischen
Feder eines seiner Räthe über die Kosten der Einführung des Ta⸗—
baksmonopols und dessen wahrscheinliche Erträgnisse innerhalb der
ersten 15 Jahre eine Berechnung aufgemacht worden, deren Ergeb⸗
niß gerade nicht geeignet ist, bezüglich des Monopols einen be—
sonderen Optimismus hervorzurufen. Nicht nur, daß hiernach die
gering angesetzte Entschüdigungssumme von einer halben Milliarde
und die Zinsenlast von mehr als 30 Millionen bei einer nur
mäßigen Amortisation des Kapitals die Erträgnisse des Tabaks—
monopols neutralisiren würden, sondern das Reich müßte für solche
Zukunftsphantasie auch die sichere Einnahme daran geben, die es
aus der gegenwärtigen Tabaksteuer bezieht und die sich noch um
ein Bedeutendes steigern wird, sobald mit dem Jahre 1882 der
volle Steuerfuß in Kraft tritt. Daß unter diesen Umständen das
Monopolprojekt gegenwärtig ad acta gelegt ist, kann ebensowenig
Wunder nehmen, wie daß der Reichskanzler mit Projekten ange—
gangen wird, an Stelle desselben eine Erhöhung der geltenden
Steuersätze vorzunehmen. In der That verlautet denn auch neuer⸗
dings, es sei nicht ausgeschlossen, daß dem Bundesrath noch im
Laufe dieses Jahres ein bezüglicher Gesetzentwurf zugehen werde,
wobei die Erwägung nicht ohne Einfluß bleiben mag, daß sich für
derartige Maßnahmen in dem jetzigen Reichstag vielleicht noch eine
Majorität finden würde, daß aber die Zusammensetzung der künf-
tigen Volksvertretung eine solche Zustimmung weniger sicher er
scheinen lasse.

Gutem Vernehmen nach wird in der nächsten Session des
Reichstages ein Antrag auf Herabsetzung des Kornzolls
um 50 Pfennig eingebracht werden. Noch vor Kurzem würde ein
solcher Antrag ganz aussichtslos gewesen sein, heute aber ist er es
nicht mehr. Je gewisser die Thatsache sich herausstellt, daß sehr
biele Landwirthe diesmal selbst Getreide vom Auslande kaufen müssen
um so schwächer wird in agrarischen Kreisen der Widerstand gegen
eine Herabminderung des Getreidezolls. Andererseits kommt in Be—
tracht, daß die Großindustriellen, namentlich die Eisenleute den Ge—
treidezoll nur zugestanden haben, um die Agrarier zur Bewilligung
des Eisenzolls geneigt zu machen. Sie werden also, sofern nur nich
am Eisenzolle gerüttelt wird, sehr gern einer Herabsetzung des Korn⸗
jolls auf die Hälfte zustimmen, sogar auf die Gefahr hin, sich die
Freundschaft der Großgrundbesitzer für immer zu verscherzen.

Da schon der demnächst zusammentretende preußzische Land⸗
tag sich mit der Vorlage der Regierung, betr. die Errichtung eines
volkswirthschaftlichen Senates in Preußen, beschäftigen
wird, so scheint es in der Absicht der Regierung zu liegen, diesen
Senat baldigst zu errichten. In der That hört man denn auch,
daß die vom Fürsten Bismarck zunächst in Aussicht genommenen
sozialpolitischen Gesetzenwwürfe dem Senate alsbald vorgelegt werden
sollen. Binnen Kurzem soll der Entwurf eines Gesetzes über Ar⸗
beiter⸗Versicherung der öffentlichen Meinung zur Begutachtung über—
geben werden. Erst wenn genügend über diese Entwürfe diskutir
ist, wird sich der vollswirthschaftliche Senat und danach der Bundes⸗
rath und Reichstag mit denselben zu beschäftigen haben.

An dem Festzug bei der Kölner Dombaufeier werden, wie
die „A. Abdz.“ berichtet, auch 12 Mann bahyerischer Truppen
(8 Mann Infanterie und 4 Chevaurlegers) theilnehmen unter
Führung des Premierlieutenants vom Infanterie⸗Leibregiment Frei⸗
herrn Reisner von Lichtenstern. (Der Festzug soll die Baugeschichte
des Domes in drei Momenten zur Anschauung bringen: die Grund⸗
steinlegung im Jahre 1248, die Einweihung des Chores im Jahre
1322 und die neueste Zeit seit der Grundsteinlegung zum Ausbau
des Domes 1842. In dem den dritten Moment zur Darstellung
bringenden Theile des Festzuges figurirt als neunte Gruppe ein
Wagen der Germania vor dem vollendeten Dom, umgeben von
deutschen Kriegern des Jahres 1870. In dieser Gruppe haber
die bayerischen Truppen zu fiauriren.)

Koͤlu, 15. Olt. Das Kaiserpaar ist mit Gefolge heute
Vormittag 94 Uhr eingetroffen und am Bahnhof von den Spitzen
der Behörden empfangen worden. Die Kriegervereine bildeten Spalier.
Unter dem Jubel der zahlreichen Volksmenge begaben sich die Maje⸗
stäten nach dem Regierungsgebäude und sahen von dort den über⸗
—A fuhren die Maje⸗
stäten nach der evangelischen Trinilatiskirche. — Das Weiter hai
sich aufgeklärt.
Ausland.

In Frankreich tauchen bereits wieder Gerüchte von einer
neuen Ministerkrisis auf. Der Minister des Auswärtigen hat sich
erlaubt, in der orientalischen Angelegenheit seinem eigenen Kopfe
zu folgen und Gambetta soll darüber seht ungehalten sein.

In England faßt man die irischen Vorgänge immer
düsterer auf. Wie verlautet, beabsichtigt die britische Regierung
die Führer der Bodenagitation in Irland wegen „Verschwoͤrungꝰ
in Anklagezustand zu versetzen. In der That grenzt auch Alles,
was von der grünen Insel berichtet wird, dicht an die Prokla⸗
mation des offenen Aufruhrs. So zirkuliri jetzt eine Schrift in
Irland, dazu auffordernd, daß London vermittelst Dynamits in die
Luft gesprengt werden solle. Zehn kräftige Leute werden zu diesem
Zwecke gesucht. Die Sache klingt vielleicht unglaublich, allein, wenn
man bedenkt, daß die Fenier im Jahre 1868 Aehnliches nicht nur
dachten, sondern auch versuchten, wie die Explosion des Gefäng⸗
nisses in Clerkenwell damals bewies, so scheint die Aufforderung
vielleicht doch nicht so ganz wahnsinnig.

Dubliner Zeitungen zufolge werden militärische Vorbereitungen
getroffen, um etwaigen Un ruhen in West⸗Irland vorzu⸗
beugen, wohin bereits Truppenverstärkungen beordert werden.

Die Pforte richtete am 13. ds an die Botschafter der
Broßmächte die offizielle Mittheilung, daß nicht blos die Stadi,
ondern der ganze Bezirk Dulcigno nach der letzten von Europa
aufgestellten Grenzlinie an Montenegro übergeben werde. Rizo
Pascha erhielt bereits die nöthigen Weisungen.

Meldung der „Agence Habas“ aus Seutari: Riza Pascha
berief die Fuͤhrer der albanesischen Liga zusammen und forderte
dieselben auf, sich in die friedliche Uebergabe von Dulcigno zu
fügen. Es wird in Folge dessen eine große Versammlung der
dioa “ẽ?entreten.
Vermischles.

FDie Eroffnung der pfälzischen Schwurgerichtssitzungen
pro 4. Quartal 1880 wurde auf Montag den 6. Dezember l. Is.
festgesetzt und Herr Oberlandesgerichtsrath Schuler zum Vorsitzen⸗
den derselben sowie Herr Landgerichtsdirektor Herfeldi zu dessen
Siellvertreter bestimmi.

F Die Personenpost St. Johann — Saarbrü—
den — Ensheim wird vom 15. ds. ab wie folgt abgefertigt:

Aus St. Johaun 3 Uhr — Min. Nachmittags.
In Ensheim 4, 45,
Aus Ensheim 7 45 Vormittags.
In St. Johann 9) 155

Die Postwagen zwischen hier und Ensheim kursiren
wie folgt:

Aus St. Ingbert 7 Uhr — Min. Nachmittags.
In Ensheim 8 295

Aus Ensheim 5, 80 ;, Vormittags.
In St. Ingbert 6, 50 F

Wie die „Saarbr. Ztg.“ vernimmt, soll sich ein aus vier
Herren bestehendes Konsortium gebildet haben, welches sich bereit
erklärt, füt sämmtliche Verbindlichkeiten des SaarbrückerSt.
Johanner Bankvereins einzutreten und welches die Aufhebung
des über den Verein verhängten Konkurses beantragen will, um die
Angelegenheit privatim abzuwickeln. Verschiedene der Gläubiger
des Bankvereins sollen bereits ihre Zustimmung hierzu erklaͤrt haben.

xIn Landstuhl im Hotel Burgard findet am 17. ds,
eine Versammlung der Brennerei⸗Besitzer der Pfalz zur Berathung
der Wagner'schen Petition betr. „die Milderung der zu strengen
Instruktionen des Branniwein-Aufschlages“ Stah
        <pb n="660" />
        4— Wie die demokratische „Pfälz. Volksztg.“ meldet, will eine
Anzahl „entschieden freisinniger Männer“ der Stadt Kaisers—
a lTern demnächst einen „Volksverein“ daselbst gründen.

F Die durch das königl. Bezirkdamt Frankenthal ver⸗
anlaßie Zählung der in Folge der strengen Winterkälte 1879/80
zu Grunde gegangenen Obstbaͤume ist nun in sämmtlichen Gemein⸗
den des Bezirkes beendigt und haite folgendes Gesammtresultat.
Es erfroren: 21, 658 Zwetschgenbäume, 7435 Aepfelbäume, 3038
Kirschbäume, 1370 Birnbäume 154 Nußbäume und 670 andere
Bäume, (Mandeln, Maulbeeren, Mirabellen, Pfirsiche und Pflaumen)
im Ganzen 34,820 Bäume.

FAm 11. Olt. begann in Spey er am kgl. Schullehrer⸗
seminar der regelmäßige Unterricht wieder. Die Schülerzahl in
heiden Kursen beträgt zusammen 99 (46 im oberen, 53 im un⸗
eren Kurs) — doppelte Schülerzahl gegen die der Vorjahre. Da
auch die Praparandenschule daselbst über 80 Schüler zählt und
auch die fünfklassige Lehrerbildungsanstalt in Kaiserslautern eine
Schülerzunahme heuer zu verzeichnen hat, so wird doch allmälich
em bisher so fühlbaren Lehrermangel (zur Zeit sind noch über
jundert Schulstellen unbesetzt) abgeholfen werden.

In Stuttgart wurde ein Hauptmann, der einem
Soldaten das Ausgehen während eines ganzen Jahres verboten
hatte, wegen dieser Beschrankung der persönlichen Freiheit eines
üntergebenen auf acht Jahre vom Avancement zum Major ausge⸗

schlossen. Wir halten eine — als
die anderwärts übliche sofortige Pensionirung, durch welche nur
das Land belastet wird. J

Der Verein selbstständiger Schuhmacher in Stuttgart
hat sich als Innung organisirt, vornehmlich mit dem Zweck der
lusbildung der Lehrlinge und Einführung einer Prüfung derse lben.

FBad Kiffingen hatte in diesem Jahr 11,778 Kurgäste
ind 5050 Passanten.

Das Zentralkomite des deutschen Schützenbundes beschloß.
Unterzeichneter eröff“ Saatkorn
net mit dem Heu⸗ in schönster Qualität wieder ein⸗
tigen dahier seine zetroten be
ärztliche Praris. Franz Grell's Nachfolger.
Wohnung im alten
Fiack' schen Hause.
Dr. Lreitz,
———— vrakt. Arzt.
Wohnungsveränderr tig
Den geehrten Bewohnern hie⸗
iger Stadt und Umgegend diene
ur Nachricht, daß ich mein Ge⸗
schaft in das Haus des Herrn
peler Schwarz — neben Phil.
HFottmann und Karl Schwarz,
Metzger — verlegt habe.
Si. Ingbert, 12. Okt. 1880.
Johann Just jr.
Schuster.
Eine Wohnung,
estehend aus einem großen
Zuͤmmer, Küche, Stallung und
Futterspeicher hat zu vermiethen
Frau Ww. Jak. Schwar z.
Anhaͤngezettel
nit Oesen, auf weißen und far⸗
higen Cattons, beim Versandt —2 anf⸗
on Stücgütern sehr praktisch,
siefert rasch und billig die Buch⸗ C ou v e rt 8
und Steindruckerei von ver 1000 Stück von 3.50 Mk. an
R. X. Demetz. zu haben bei F. X. Demetz.
d. * *
aͤnalings-Verein.
Sonntac. Oktober, Nachmittags von 3 Uhr ab.
im Vereinslokal “ 7“er Jung,
uische Unte
Abends 7 Uhr: P
Giubeimische haben kennen * F
2* 38 für gewöhnl. Frach sendrra pf.
Irach briefe per Stück, Eilegutt ng auf rotb
Tapier à 2 Pf. per St., sind zu haben bei 57 Demen.
Druck und Verlag von F.

das 7. deutsche Bundesschießen in der Woche vom 24. bis 31.
Juli 1881 in München abzuhalten.

'München. FIrln. Spitzeder ist nicht nach Amerika ge⸗
jangen, sondern zieht es vor, hier Deklamationsstunden in fran⸗
oͤsischer, englischer, italienischer und deutscher Sprache, sowie Kon⸗
Fersalionsstunden in diesen Sprachen zu geben. So zeigt sie dem
erehrten Publikum in einem Zirkular an.

4 Das Hüttenwerk Quint bei Trier, welches von seinen
unf Hochöfen nur einen einzigen lange Zeit hindurch in Betrieb
jatie, hatte jetzt, nach der Saar⸗ und Mosel⸗Ztg.“ einen nach
em andern wieder angeblasen, so daß augenblicklich drei in voller
Thätigkeit sind und erwarten iassen, daß dinnen kurzem das Werk
nit ganzer Kraft arbeiten wird.

4Wie der „K. 3.“ aus Paris gemeldet wird, wäre die
Reblaus auch im Osien Frankreichs in der Nähe der deutschen
hrenze in verschiedenen Orten aufgetreten.

F Um den Dampf in Ruhestand zu versetzen und statt seiner
zusaminengepreßte Luft als Bewegungsmittel zu verwenden, wurde
ürzlich in Wool wich ein neuer Versuch gemacht. Eine vom
Ingenieurmajor angegebene, 200 Zentner schwere Maschine legte
inter einem Atmosphaͤrendrucke von 1000 Pfund auf den Quad⸗
joll auf dessen blos 100 Kubikfuß haltenden Luftbehälter eine
Sirecke von 26 Kilometern zurück. Der Versuch befriedigte so sehr,
daß eine neue, stärkere Maschine nach demselben Systeme gebaut
werden soll, die mit einmaliger Füllung eine doppelt so weite Strecke
ils die oben angegebene zurückzulegen im Stande sein wird.

Densies nachrichten.
Forstmeister Al. B,uh man en in Zweibrucken wurde wegen Krankh eit
n zeulichen Ruhestand (auf ein Jahr) und auf dessen Stelle der Forstmeister
zudw. Joh. Zapf in Pirmasens auf Ansuchen versetzt, auf des Letzteren
Slelle der Obersoͤrster Christ. Hellwig in Alleglashutte bei Durkheim
sum Forfimeister befoͤrdert.
Far die Redaction veranlwortlich: F. x. Demes.
zen

—
14

2

f. per Schoppen
Aos. I Teinrĩich.
— — — —
.. Demetz, Hemdenfabrik,
Laudau i. Pfalz.
gzptzialitãt: herrn-Hemden nach Maaß
nach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide⸗Systemen.
15 Dutzd. mit glattem feinem leinen
Eiusatz M 260. -
mit alattem feinem leinen
Einsatz A B0. -
bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
—A Qualität des Stoffes.

Vei Vestellungen ist Angabe der Hals· und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellange als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
uνιια Zis leiste ich Jede Ga-
rantie; nach erfolater Bestellung sende
sch ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
sen sich dann ineine verehrten Abnehmer
oon meiner ,ι—nαιJuninkeit über-
zeugen.

— — — —
scue Eranler· Mass⸗Erirack
und Caramellen
hon L. H. Piotsoh &amp; Oo.
in Breslau.
Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Eti
zuetten steht. — Zu haben in: St. Ingbert beiJ. Friedrich.
Gutachten des Herrn Pr. med. Michnelis.
Herrn L. M. Piciñen Co. in Breslau.

Ich habe ihren Huste⸗ Nicht Henig Ar auter· Nalz⸗Ertract)
owohi in dem mir direct zur Disposition gestellten Praparat, als auch in den
n hiesigen Verkaufsstellen vorräthigen Flacons einer genauen ärztlichen Prüfung
ind praktischen Anwendung bei verschiedenen Krankheitsfällen der Athmungs⸗
ind Stimmorgane, svpeziell bei den Gatarrhen der Lungen und
de rren unlerzogen und kann nicht umhin, meine gut⸗
ichtliche Aeuberung in Bezug auf den Werth der Wirlisamkeit des Präparates
ahin —— daß ich dasselbe sowohl bei den oben genannten
catharrhalischen chleimhaut⸗Affectionen der betreffenden Organe, als
⏑ —— chronisch⸗catarr⸗
ha lischen Kehlkopfsleiden als dices Genußmittel mit gutem Ge⸗
difsen dringend empichlen kann. 2

Sr. med. Michaelis, pract. Arzt.

—
Deme zt in St. Ingbert.
Sierzu „Alluftrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 16.
        <pb n="661" />
        St. Ingberker AAnzeiger.
Der St. Ingberter Tuzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Be

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlid

1A) C 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 Z, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Außwärt
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrisit oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M IGIT. Dienstag, den 19. Oktober

1880.

Deutsches Reich.

Dem „Pf. K.“ wird aus München berichtet: Am 27. ds. Mt.
wird beim Verwaltungsgerichtshof zum ersten Mal seit dem In—
krafttreten des Gesetzes vom 18. August 1879, die Entscheidung
der Kompetenzkonflikte zwischen den Gerichten und den Verwaltungs—
behörden oder dem Verwaltungsgerichtshof betreffend, auf Grund
des Art. 29 dieses Gesetzes ein Kompetenzkonfliktssenat zusammen—
hreten. Es liegt diesem, aus dem Präsidenten und drei Räthen
des Verwaltungsgerichtshofes, dann aus drei höheren Verwaltungs
beamten (Ministerialrath v. Aichberger, Ministerialrath Zeitlmann
und Oberregierungsrath Kald) bestehenden Senat die Frage zur
Entscheidung vor, ob der Verwaltungsgerichtshof oder die Kreis—
regierungen, Kammern des Innern, zuständig find, in letzter In⸗
stanz darüber zu entscheiden, ob gegen den um die Erlaubniß zum
Betrieb einer Gastwirthschaft, Schenkwirthschaft oder des Klein⸗
handels mit Branntwein und Spiritus Nachsuchenden „Thatsachen
bdorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß er das Gewerbe
zur Förderung der Völlerei, des verbotenen Spiels, der Hehlerei
oder der Unsittlichkeit mißbrauchen werde“ (Art. 33, Abs. 2, Ziff. J
der Reichsgewerbeordnung.) Der Verwaltungsgerichtshof hatte näm⸗
lich, entgegen dem Autrag des Oberstaatsanwalts, in einer solchen
an ihn gelangten, gegen eine Entschließung der Regierung von
Oberbayern gerichteten Beschwerde ausgesprochen, daß die Frage,
ob Thatsachen vorliegen ꝛc., eine Rechtsfrage und nicht eine den
Verwaltungsbehörden zu selbstständiger Entschließung anheimgegebene
Ermessungsfrage sei — was das Ministerium des Innern auf
Antrag des Oberstaatsanwaltes zur Anregung des Kompetenzkon⸗
fliktes veranlaßte.

Wie von verschiedenen Seiten übereinstimmend gemeldet wird,
sollen sich die süddeutschen Regierungen, besonders die bayerische,
entschieden gegen die Einführung des volkswirthschaftlichen
Zenates, wie solcher in Preußen errichtet werden soll, im ganzen
Reiche ausgesprochen haben. Ueberraschend wäre dies nun wohl
gerade nicht, wenn die Art der Zusammensetzung, wie solche bereits
in verschiedenen Blättern gemeldet wird, sich bestätigen sollte
Bayern beispielsweise hat schon längst eine derartige Institution,
welche unsere Regierung zur Abgabe von diesbezüglichen Gutachten
und Vorschlägen in Sachen des Handels, der Gewerbe und der
Landwirthschaft mit bestem Erfolge benützt. Wir meinen die Han⸗
dels- und Gewerbekammern, sowie den landwirthschaftlichen Verein.
Der volkswirthschaftliche Senat hätte natürlich nur dann einen
besseren umfassenderen Zweck, wenn seine Thätigkeit eine wesentlich
erweiterte werden würde und die Reichsregierung diesen Senat mit
größerer Machtvollkommenheit als ähnliche vorhandene Körperschaften
ausstatten würde.

Die Regierungen von Bayern, Preußen, Sachsen, Württem—
berg, Baden. Braunschweig und Schwarzburg-Rudolstadt sind für
allgemeine Reviston des Strafgesetzbuches. Bereits hat
Bayern, gelegentlich der Berathung der Strafgesetznovelle, im Bun⸗
desrathe erklärt, daß eine allgemeine Revision des Strafgesetzbuches
unvermeidlich sei und daß vielleicht noch vor der Antragstellung beim
Bundesrath das Gutachten einer besonderen von Fachleuten zu
bildenden Kommission einzuholen sein würde.

Die Kolner Dombaufeier ist am 15. ds., vom besten
Wetter begünstigt, in überaus feierlicher und großartiger Weise vor
sich gegangen. Vor Kaiser und Reich, in ˖Gegenwart der deutschen
Fürsten oder deren persönlichen Abgesandten und den Vertretern
des deutschen Volles ist der Schlußstein dem Riesenbau eingefügt,
dessen Vosllendung nahezu mit dem Wiederaufbau eines neuen
Deutschen Reiches in der Gedankenwelt der Nation zusammenge ⸗
wachsen war. Beide Träume find nun erfüllt, und der erste Kaifer
des neuen Reiches hat die Weihe des aus alter Zeit überkommenen
ehrwürdigen Nationalmonumentes vornehmen koͤnnen. Die Worte
aber, welche jener nationalgesinnte preußische König dor achtund⸗
dreißig Jahren bei der Grundsteinlegung zur Vollendung des Baues
sprach, werden heute gewiß im Herzen der Nation einen lauten
Widerhall finden, die Worte: „Der Dom von Köln, das bitte ich
don Gott, rage über diese Stadt,“ rage über Deutschland in Zeiten

Jreich an Menschenfrieden wie an Gottesfrieden bis an das Ende
der Tage.“

Nach Wiener Meldungen, welche von Brünn eingegangen sind,
erwartet man in Troppau das Eintreffen des deutschen Kron⸗
prinzen mit großer Suite, um den Kaiser von Oesterreich bei
Gelegenheit der Reise desselben nach Oesterreichisch-Schlesien zu be⸗
grüßen.
Ausland.

Die Wiener „Montagsrevue“ erklärt, daß trotz des von der
Pforte kundgegebenen ernsten Willens, Dulcigno zu uͤbergeben, die
dereinigte Flotte angewiesen sei, bis zur gänzlichen Erledigung der
Dulcigno⸗Frage bei Cattaro zu bleiben; die naͤchste Entwickelung
weise übrigens nur beruhigende Momenie auf.

Das Wiener „Tagblatt“ meldet: Der Admiral Seymour
erhielt vom Fürsten von Montenegro die Mittheilung, er
würde nicht eher von Dulcigno Besitz ergreifen, bevot nicht die
Mächte eine Garantie geben, daß sie fuͤr Montenegro eintreten
würden, falls die Albanesen ihm feindlich gegenüber treten. Sey⸗
mour sei mit dem Gang der Ereignisse unzufrieden und glaube
nicht an eine friedliche Austragung.

Auf dem zur Zeit in Paris tagenden Postkongreß hat
sich der französische Minister für Postwesen und Telegraphie Cochery
für die vom deutschen Generaipostmeister Dr. Stephan vorgeschlagene
internationale Regelung der Packetbeförderung sehr ieb⸗
haft ausgesprochen, auch die Vertreter der übrigen Staaten sind im
Prinzib mit der angestrebten Reform einverstanden. Der Kongreß
hat eine Kommission niedergesetzt, und diese hat als Kolli⸗Einheu
5 Kilogramm angenommen. Die Form der Padete wird durch
ein späteres Reglement bestimmt werden. Wahrscheinlich werden
25 Centimeter für die Breite und 50 Centimeier für die Länge
als Maximum angenommen. Es wird nur ein Tarifsatz, aber
höher als 50 Centimes, festgesetzt werden. Ausgenommen sind
Länder von ungewöhnlicher Ausdehnung, wie Rußland.

Der französische Minister Barthelemy empfing die Mit⸗
zlieder des Postkongresses, beglückwünschte dieselben, daß es
hnen vergönnt sei, an dem Werke der Eintracht und des Friedens
mitzuarbeiten, und bemerkte noch weiler: Wenn Sie in Ihre Hei⸗
math zurückkehren, werden Sie die aufrichtige Liebe Frankreichs für
den Frieden bekunden können, den es aufrechterhalten hat und mit
unerschütterlicher Beharrlichkeit aufrechterhalten wird.

Die „Politische Korrespondenz“ meldet aus Cettinje unterm
17. Olt: Der von der Pforte zur Besprechung der Modalitäten
von Dulcigno's Uebergabe entsendete Oberst Bedri Bey traf in
Rijcka ein, von wo er ein Schreiben an die montenegrinische Re—
gierung richtete, um diese zur Entsendung eines Delegirien nach
Rijcka einzuladen.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 19. Okll. Am verflossenen Sonntag
beging der Gewerbe⸗-Verein (früher Arbeiterbildungs -Verein)
sein Stiftungsfest. Das bei dieser Gelegenheit von demselben am
Nachmittag im Lokale von Wirth Schweitzer arrangirte Konzert,
wie auch der Abends im Hotel Lehnert stattgefundene Ball ver⸗
lief in der schönsten Weise.

*St. Ingbexrt. Laut Bekanntmachung des kgl. Land⸗
wehrbezirlskommandos Zweibrücken findet die Herbstkontrolversammlung
pro 1880 für den Kompagniebezirk Blieskastel (2. Komp.
Bez.) an den nachbezeichneten Orten und Tagen Statt:

Zu Blieskastel auf dem Marktplatze Samstag, den
80. Oktober, Vormittags 9 Uhr für sämmtliche Kontrolpflichtige
—V
Walsheim.

An deniselben Tage Nachmittags 2 Uhr für die Kontrolpflich⸗
tigen des Bürgermeisteramtes Blieskastel.

Zu St. Ingbert im Oberhauser'schen Saale Dienstag,
den 2. November Vormittags 9 Uhr fuͤr die Kontrolpflichtigen
des Bürgermeisteramtes St. Ingbert.

Zu Ensheim im Fries schen Saale Mittwoch, den 8.
November, Vormittags 10 UÜhr für die Kontrolpflichtigen der Bür⸗
        <pb n="662" />
        germeisterämter Aßweiler, Bebelsheim, Ensheim, Nieder⸗
würz bach und Ommers heim.

FAm 25. Okt. l. Is. wird in Ba yern eine zweite prak⸗
tische Prüfung für Adspiranten der Postabtheilung am Sitze der
kgl. Oberpostämier abgehalten.

Die pfälz. Bahnen haben in den verflossenen 9 Mo⸗
naten von 1880 um 872,910 M. 98 Ppf. mehr vereinnahmt
als in der gleichen Periode von 1879.

FPfalzische Aussteuer-Anstalt. Wie bereits
bekannt sein duͤrfie, hat die Generalversammlung dieses Vereins
den Betrag der Jahres⸗Einlage, vom Jahr 1880 anfangend, von
5 M. auf3 M. und ebenso den Betrag eines Gewinnes von 500
M. auf 300 M. herabgesetzt. Die Generalversammlung ging dabei
bon der Erwarlung aus, daß diese Maßregel dazu beitragen werde
das thätige Interesse für die Anstalt in immer weitere Kreise zu
tragen. Wie alljaͤhrlich wird auch dieses Jahr in der zweiten
Hälfte des Monais Dezember wieder eine Verloosung in Speyer
Statt finden, an welcher sich ledige Personen beiderlei Geschlechts,
Wittwer und Wittwen, welche das 40. Lebensjahr noch nicht zu⸗
rückgelegt haben, betheiligen können.

FDie Nachweise uͤber die in Bayern geprüften Rekruten des
Jahrganges 1879 liefern folgendes Ergebniß. Es wurden in
Oberbayern von 2425 Mann 11 oder 0,5 pCt. mit ungenügender
Schulbildung befunden, in Niederbayern von 2207 29 oder 1,8
pCi. in der Pfalz von 2049 7 oder 0,3, in der Oberpfalz
Fon 1781 21 oder 1,1, in Oberfranken von 1841 7 oder 0,4
in Mittelfranken von 1965 2 oder 0,1, in Unterfranken von 18601
Z oder 0,2 und in Schwaben und Neuburg von 1810 2 oder
O, I. Im Ganzen von 15,930 Mann 82 oder 0,5 pCt.

Die in dergangener Woche in Z w eibrücken von preuß
Offizieren für das Husaren-Regiment in Trier angekauften eli
Pferde hatten einen Gesammt⸗Kaufwerth von 7175 M.

7 An der k. Realschule in Zw eibrücken wurden für das
Schuljahr 188081 120 Schüler infkribirt.

FIn Grünstadt wurden nach der „Pf. Pr.“ Mostkäufe
bis zu 500 Mk. das Fuder abgeschlossen. Mostgewicht zwischen
76 und 85 Grad.

4 Zu den mannigfachen Abnormitäten des heurigen Jahrgangs
gehören auch Traubenblüthen, welche jetzt da und dort gefunden
derden, so erst dieser Tage in einem Wingert zu Ilbesheim

' In Germersheim waurde der Geschäftsmann Derr,
welcher sich vor einigen Jahren daselbst niedergelassen hatte, ver—
haftet; Untersuchung wegen Betrugs ꝛc. ist im Gang.

Aus dem Elsaß. Wieder hat einen Weinschmierer die
gerechte Strafe ereilt. Der „Weinhändler“ Rob. Salzmann in
Siegolsheim wurde vom Schöffengericht in Kaysersberg zu 400
M. Gelobuße und in die Kosten des Verfahrens verurtheilt, über—
dies die Ausschüttung der 800 Hektoliter Brühe aus Wasser, Spi⸗
ritus und Gyps, die er bereitet hatte, verfügt. Nun kommt aber
auch noch die Steuerbehörde und fordert, da Salzmann 800 Hek—
solet Raturwein eingelegt hatte, die aber verschwunden sind, für

Codes⸗Anzeige.
Goit dem Allmächtigen haf es gefallen Frau
Zer“Tie Fargueritailero-
r
gob. Jauner Sponville,

unsere geliebte Gattin, Mutter, Großmutter und Urgroß⸗ r
mutter, im Alter von 86 Jahren, zu sich in ein besseres
Jenseits abzurufen.

Die trauernde Familie.
Rittershof, 18. Oktt. 1880.
Die Beerdigung findet Donnerstag den 21., Mor⸗
gens 9 Uhr in Hasiel Sten

95
me‚Hotel zur VPost“
A8
Agsstanienbuscho

diese die Weinsteuer zu 8 M. vom Hektoliter, macht 2400 M.
und außerdem für die Steuerhinterziehung das Zehnfache als Strafe,
macht 24,000 M. Das ist bitter.

— Zer Streik der Bergleute in Hayingen kann nach der
Lothr. Ztg.“ zur Stunde als beigelegt gelten. Die große Mehr⸗
ahl der Arbeiter war es wohl zufrieden, die Arbeit unter den
rüheren Bedingungen neu aufzunehmen.

7 In Würzburg kam dieser Tage zu einem Geschäfts⸗
mann ein junger Bursche und bat um abgelegte Frauenschuhe; er
hrauche sie dringend für seine Braut, welche morgen auf's Standes⸗
mt müse und keine Schuhe habe. — Der junge Bursche hat kein
Heschäft und keine Arbeit, die Braut nicht einmal Schuhe auf's
Staudesamt; heirathen müssen sie aber doch! Mit Lumperei ange—
iangen — wie muß das Ende sein?

4 Am Tage der Einweihung des Domes zu Köln (I5. Okt.)
ind daselbst bei dem Telegraphenamte 55,210 Worte in 985
Telegrammen abzutelegraphiren gewesen. Das längste Telegramm
nthielt 7530 Worte. Die Zeitungstelegramme gingen hauptsüch⸗
ich nach Berlin, Hamburg, Magdeburg, Hannover, Straßburg,
Wiesbaden, Elberfeld, Stuttgart, Basel, Wien, London, Brüssel,
Amsterdamm, Groningen, Paris und Rom. (K. 3.)

Köln. Fehr. Simon v. Oppenheim, welcher am 19.
d. M die Feier der goldenen Hochzeit begeht, hat aus An—
aß dieses freudigen Familienereignisses der ftaͤdtischen Behörde die
Summe von 30,000 Mk. zum Geschenke gemacht, um solche an
Zilfsbedürftige der Stadt Köln, ohne Unterschied der Konfession.
sur Vertheilung gelangen zu lassen. GK. Z.)

F (Eine wirkliche Riesendame) In Holleben, einem
Dorfe des Kreises Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen,
oll ein junges Riesenmaͤdchen leben, welches erst Ostern dieses Jahr
onfirmirt wurde, also circa 14 Jahre alt ist. Dasselbe soll gegen
7 Fuß messen; das Gewicht soll die enorme Schwere von bereits
iber 21j3 Zentner erreicht haben. Weiter wird mitgetheilt, daß
in Schanbudenbesitzer den Angehörigen 60, 000 Mark geboten habe
im das Mädchen in seinen Besitz zu bekommen und auf Jahr⸗
närkten die Neugierde der schaulustigen Menge zu befriedigen.

F Nach neueren Berichten ist ein Theil der in der Renard'⸗
chen Grube bei Kattowitz verunglückten Bergknappen, die man an—
angs schon alle als verloren betrachtet hatte, doch noch gerettet
vorden. Als das Wasser unvermuthet, zunächst in die oberen
Strecken, dann durch die abwärts führenden Stollen auch in die
interen Theile der Grube eindrang, fand ein Theil der unten ar—
‚eitenden Leute sofort den Tod; einem Theil aber gelang es, fsich
'n höher gelegene Strecken zu flüchten und dort den Erfolg der Rettungs—
arbeiten abzuwarten. Im Ganzen sind bis jetzt 24 Personen gerettet

Ein bei der Hamburger Vereinsbank angestellt ge—
wesener Kommis ist unter Mitnahme von 165, 000 M. flüchtig geworden

F Ein Eisenbahnunglück wird aus Pittsburg (Nordamerika)
gemeldet, das einen Vergnügungszug betroffen. Es wurden dabei
20 Personen getödtet und viele verwundet.

— —Fsst die Nedaction bveraniwortlich: F. x. Demeb.

Saatkorn
in schönster Qualität wieder ein—
getroffen bei

Franz Grell's Nachfolger.

1000 Mark.
Gegen Gicht, Rheumatismus x.,
selbst in ganz veralteten Fällen, wird
Prof Dumont's Gichtwasser
santi rheum. Taiq.) von vielen Tau⸗
end glückl. Geheilten als einziges
Radicalmittel auf's Wärmste em⸗
pfohlen. Erfolg gründlich. Für d.
Heiiwirkung wird m. ob. Summe
garantirt. Preis ?/2 Fl. M. 3 1 Fl.
3 M., gegen Voreinsendg. oder Nach⸗
nahme vom General⸗Depot: J. A.
Metzaer in Mainz⸗

ien jungen sprungfähigen
Fassel
hält zur Benutzung
August Bernhard. 1

—S Unwiderruslich am 20. Oktober 0. 2.
Ziehung derKaiserslauterer Geldlotterie
ausgestattet mit 53000 Geldgewinnen, worunter

Haupttreffer von Mark 50,000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein Geldgewinn.
SFgortlaufende Nummeru. — Keine Serien.
Loose à 3 nur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.

In St. Ingbert bei Franz Woll. In St. Julian bei
J. Gerlach. In St. Alban bei A. Dohm.
A
esche ns· ezune—.
Mein D?cker⸗igeschäft und Wohnung befindet sick
von jert ab im Hause der Frau Wwe. Joh. Scmelzer neben
Metzger Hager. Carl Schmidt.
Druck und Verlag von F.

enrcaroeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
8. X. Demetz'schen Buch⸗ und Steindruckerei.
xX. Deme ß in St. Ingbert.
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        2
3

—EAMAMX 22 — *80 ñ α — * WR
— 3 7 333 65 555 585 538*
——5582 55 —33*552 3235 52383532 *5 5253
— 2* — — 8 — * 5*2* — — ** 25
— — —A——— 8 253 3*8 —2 52— ——* 25
*.— 22.8 — —z—3353 —53—5 . 22565 533 55355
—A —— 2. — 258 55 5*5 —— 25z083 55 25*
35 5 33833 8 8
⏑ —223 — 55 * E — 8 28 —A —422 3 S
251258 3868 ——. —7 32883556 858
*— * —* 24 2 * —— —R *
— —— 533835558 — 0* 35237
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— — —5 232 2335 3583 — 823—
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— — 53 575 25355333253352
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2 85 3355
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2385 33—86 2*3 —5332 355553
2 —— —383 — — 5 25 —* —— — !
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2833 2353 573 335855— 553553 25562
—3 2——, —z5 28 22 352— 2353
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—2 —3— * 2* —2 —
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6 537 38353823 2 — 55—
— —* — — 22 — 2 — — 2 — 2
—A — 85383 3838*
* * — ——— —5 25832
88 5 353 —
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———255 —55 A * 2e

——
*
*

52

225 3—2—32832758
* 2 222 8222. * 55 *5323 5332 23322
32 52 2 2 2222352 23535353 —eA —333383383575
33333 833333333 — — — V — ———
—3535236* 22555 —338 ——— — —A —*8
5356*55 —— 232 2385 5785385 —A — 253
5 8858 — — — 85
— —8 52 — 7— 2* —2 — 2— 8 . — 8 * —8 4 2
53335— 8265552* 78 3 252322 53338
2—5 — 3 82 28 — — 3238 222 AIIT. ——
— 828 *8238 5 * —— 5* — 2* —8* 523533
2 752 2* * — * * 2288 28532 8.5 828, 3 — —— ——
2 32 —— 758 5 —2 22 —* 2 3 58 25⸗— —27
3 3 7 8353532233355 G2 24338535
F 24 3 — — 5 22 535 —225 228 32 272—
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        Slt. Ingberlker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich?“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljährlich

A 40 A einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum. NReclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
M IGSs. Dounerstag, den 21. Ottober 1880.
Deutsches Reich.

Ueber die Veranstaltung einer internationalen Weltausstellung
in Berlin sind beim ständigen Ausschuß des deutschen Handels—
ages von 30 Handelskammern Gutachten eingelaufen. Hiervon
prechen sich elf gegen Weltausstellungen überhaupt aus: im Ganzen
tehe der praktische Nutzen in keinem Verhältniß zu den Kosten,
welche eine Weltausstellung dem Land und insbesondere den ein—
elnen Ausstellern auferlege. Von den übrigen Gutachten wollen
einzelne theils den Provinzial-, theils den Fachausstellungen den
Vorzug geben. Andere Gutachten glauben, daß in Folge der gar
u raschen Wiederholung der Weltausstellungen die früher allgemein
vahrnehmbare Begeisterung für dieselben abgenommen habe und
eine gewisse Ermüdung und Uebersättigung eingetreten sei, und
vümnschen deßhalb ein möglichst weites Hinausschieben des Termins
ür eine neue Ausstellung. Andere aber erklären ihre rückhaltlose
Zustimmung zu dem Plan oder sprechen sich mit größerer oder ge—
ringerer Wärme für denselben aus. Alle aber sind einig in der
Ansicht, daß, falls in nächster Zeit eine Weltausstellung in Europa
zeranstaltet werden sollte, unter allen Umständen Berlin der Ort
ein müßte, wo sie Statt zu finden habe.

Die beiden Häuser des preußischen Landtages sind zum
28. d. M. einberufen.

Die Konferenz von Delegirten der deutschen Handels- und
Bewerbekammern wird auf Anregung der hansestädtischen Gewerbe—
lammern in diesem Jahr doch noch abgehalten werden und zwar
zu Eisenach vom 7. bis 9. künftigen Monats. Die oberbayheri—
sche Handels- und Gewerbekammer hat sich wiederholt für Noth—
vendigkeit einer Konferenz ausgesprochen, um so mehr als ja in⸗
wischen die Uebernahme des preuß. Handelsministeriums durch den
Fürsten Bismarck erfolgt ist und Versuche zu durchgreifenden wirth⸗
chaftlichen Aenderungen in sicherer Aussicht stehen. Die Konferenz
vird sich mit den brennendsten Fragen der Gegenwart beschäftigen,
als da sind: die Innungsfrage, der Volkswirthschaftsrath, die Ar—⸗
jeiter⸗ Versicherung, Wechselfähigkeit u. A. und sich hierüber noch
dor dem Zusammentritt des Reichstags schlüssig machen.

Demnächst werden die Sitzungen des Bundesraths ihren
Anfang nehmen, doch sollen vorläufig angeblich nur Verwaltungs-
jegenstände und Angelegenheiten von untergeordneter Wichtigkeit zur
Verhandlung kommen. Diese Angabe ist jedoch nicht ganz wörtlich
u nehmen, da eine der ersten Angelegenheiten sich auf die Frage
zu beziehen haben wird, ob außer der Reichshauptstadt auch noch
indere deutsche Städte und ihr Gebiet des sogen. kleinen Belage—
ungszustandes theilhaftig zu machen seien.

Nach der „Kreuzztg.“ weist die preußzische Eisenbahn⸗
Verwaltung so bedeutende Ueberschüsse auf, daß das Gleichge—
vicht zwischen Einnahmen und Ausgaben im Etat im Gegensatz
jum vorigen Jahr wieder hergestellt worden ist.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat die Seemächte

ür den 1. September 1881 zu einer internationalen Konferenz
eingeladen, zu dem Zwecke, einen Vorschlag zu diskutiren und an—
unehmen, dahin gehend, daß regelmäßig gegenseitig Bericht er—
tattet werde über den Gesundheitszustand der Häfen und den aus
ihnen absegelnden Schiffen.
Die Hochzeit des Prinzen Wilhelm von Preußen
soll, wie verlautet, im März gefeiert werden, wahrscheinlich auf
den Geburtstag des Kaisers. — Wie den Berliner Innungsvor⸗
ständen auf Ersuchen eröffnet worden, sind demnächst authenutische
FEröffnungen über die Gewerbegesetzentwürfe des Fürsten Bismarck
zu ermarfen
Ausland.

Am 16. Okt. begann in ganz Frankreich die Ausführung
der Dekrete vom 29. März gegen die nicht erlaubte Ordensgesell-
schaft der Karmeliter. Die Karmeliter erhoben Protest und er⸗
laärten, daß sie nur der Gewalt wichen.

Gegenüber der Angabe, die Großmächte außer England, seien
einem weiteren Zwang zum Zwede 'der Durchführung der Berliner
Verträge abgeneigt, bemerken die „Times“; Daß der Vertrag so⸗
weit durchgeführt worden, sei hauptsächlich der Beharrlichkeit und

Entschlossenheit Englands zu verdanken. Das Prinzip der bri⸗
ischen Politik sei gewesen, im Einvernehmen mit Europa zu han⸗
deln. Ohne dieses Einvernehmen werde England nicht weiter
gehen, als es jetzt gegangen sei.

Schon am 17. Okt. wurde in Rijcka zwischen Bedri Bey
uind dem montenegrinischen Kommissär über den von ersterem vor—
zelegten Entwurf einer Konvention bezüglich der Uebergabe von
Dulcigno verhandelt. Nachdem der Montenegriner zwei Punkte des
ürkischen Entwurfes abgelehnt hatte, erklärte Bedri Bey, die Ver⸗
sandlungen aussetzen zu müssen, um neue Instruktionen einzuholen.
Fangen die Winkelzüge schon wieder an?)

Montenegro verlangie, die Großmächte sollten jede einen
Iffizier entsenden, um an den Verhandlungen zum Abschluß der
donvention mit Riza Pascha bezüglich Duleignos theilzunehmen.
stußland hat dem Verlangen zugestimmt, die übrigen Mächte haben
roch nicht geantwortet.

Aus Athen, 17. Okt. geht dem Londoner „Standard“ die
Nachricht zu, die griechische Regierung wolle an die Großmächte eine
stote richten, worin sie erkläre, sie werde, falls die Frage der
friechisch· türkischen Grenzberechtigung nicht binnen einer bestimmten
zrist endgiltig gelöst werde, die ihr durch die Berliner Konferenz
»on 1880 zugesprochenen Bezirke besetzen. Die Hellenen werden
ich's aber doch noch einmal überlegen, denn diese Bezirke sind zur Zeit
yon einer sehr starken türkischen Streitmacht besetzt. Weiter wird
zus Athen gemeldet, die griechische Regierung werde 19/0 Millionen
yranks anweisen, um die von den Erben des Königs Ludwig J.
»on Bayern erhobenen Ansprüche zu befriedigen. (Wir wollen
ehen, wann die Worte sich in Baargeld verwandeln.)

Je näher der Termin der großen Präsidentenwahl in
Nordamerika heranrüdt, um so ärger werden die Ausschreitungen
n dem Wahlfeldzuge. Ein Telegramm aus New⸗PYork bringt z. B.
olgenden Bericht: Während eines am Sonnabend Abend von den
Demokraten in Willmington am Delaware abgehalten Umzuges
vurden von dem Dache eines Hauses Schüsse auf den Zug abge—⸗
geben, durch welche sechs Personen, darunter zwei anscheinend tödt⸗
ich, verwundet wurden. Die Demokraten erwiederten das Feuer,
jerstörten das Haus, von welchem die Schüsse gefallen waren. und
»erwundeten mehrere der Angreifer.
Vermischtes.

() St. Ingbejrt, 21. Okt. Bei der am 19. d. Statt ge⸗
sabten Ausloosung der auf der Ausstellung in Mannheim aus⸗
gestellten 30,000. Pfaff-Nähmaschine wurde die Gewinn—
Nummer 8524 gezogen. Dem Gewinner wird die Nähmaschine,
velche höchst elegant ausgestattet, sowie mit allen Verbesserungen
der Neuzeit versehen ist, gegen Einsendung des hetreffenden Looses
franko zugestellt.

Das Kreisamtsblatt der Pfal z Nr. 63 bringt im Auszug
die hauptsächlichen Bestimmungen über die Vergebung von Preisen
ius dem pfälzischen Dienstbotenstift, die alljährlich in der ersten
Woche des Januar vorgenommen wird. Auf einen Aufmunterungs⸗
yreis haben solche Dienstboten Anspruch, welche mindestens 5 Jahre
hei einer und derselben Herrschaft treu und eifrig gedient
sjaben; Geldbelohnungen und bei Verheirathung Aussteuerprämien
rönnen solche Dienstboten erhalten, welche mindestens 10 Jahre
dienstzeit bei einer Herrschaft aufweisen; Präbenden endlich solche
Dienstboten, welche bei langer treuer Dienstzeit nach Erfüllung der
Voraussetzungen für zwei Aufmunterungspreise billigen Anspruch
auf ein ruhiges, vor Mangel geschütztes Alter haben oder im Dienst
derunglückt sind. (Nach dem gegenwärtigen Stand der Bewerbungen
ind der verfügbaren Mittel können nur solche Gesuche um Präben⸗
den zur Prüfung gelangen, denen vierzigjährige Dienstzeit bei einer
ind derselben Herrschaft zur Unterstützung dient.)

F Im Hotel Burgard zu Landstuhl fand am Sonntag
ine Versammlung von Brennereibesitzern der Pfalz Statt, welcher
Ir. J. P. Wagner aus Kaiserslautern eine Petition an die Ab⸗
jeordnetenlammer behufs Milderung der allzu strengen Instruktionen
es Branntweinaufschlags, sowie eine solche hetreffs Besteuerung
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        des Hausirhandels vorlegte. Beide Eingaben wurden von den An⸗

wesenden genehmigt und unterzeichnet.
Am Sonntag wurde unter dem Vorsitze des k. Bezirksamt⸗

mannes Herrn Alwens zu Kaltenbacqh von der zu diesem
Zwecke dahin eingeladenen Versammlung von Interessenten ein
andwirthschaftlicher Konsumberein für den Bezirk Pirmasens
gegründei. Der Verein hat sich zur Aufgabe gestellt, seinen Mit—
gliedern verschiedene zum Wirihschaftsbetriebe nothwendige Produkte,
als: künstlichen Dünger, Kraftfuttermittel, Saatgut, Brennmaterial ꝛc.,
in guter Qualität zu den möglichst niedern Preisen gegen Baar—
jahlung zu beschafsen. Mehrere Herren wurden mit der Ausar⸗
heitung der betreffenden Vereinsstatuten betraut. I

FDer katholischen Kirchengemeinde Ottt er bach wurde zum
Neubau ihrer Kirche eine Koliekte in sämmilichen katholischen Kirchen
der Pfalz bewilligt.

BuenosAyres (Südamerika) 24. Sept. Ein ent⸗
setzlicher Schneesturm hat, am 18. ds. beginnend, drei Tage und
drei Nächte hindurch in hiesiger Gegend gewüthet. 700,000 Kühe,
500,000 Schafe und 250,000 Pferde sollen dabei zu Grund ge—
gangen sein.
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Dienstesnachrichten.

Ser Förster Ph. Schnorr von Sengsheidt wurde auf die Wartei
Ruhethal bei Kaiserslautern versetzt und die Wartei Sengscheidt aufgelöst.
Dafür soll dem hiesigen Reviere ein Forstgehilfe beigegeben werden.

Der bisherige Lehrer an der konsessioneil⸗gemischten Schule zu Wolfstein,
ee Neurohr, wurde zum Lehrer an der kath. Schule zu Bierbach
rnannt.

Die Verwesung des ständigen Vikariats zu Mittelbexbach wurde dem
Brivatvikar in Weisenheim a. B, Balth. Götz, übertragen.

Fur die Redaction verantworilich F. X. Demed.
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ac ⸗ 2 — — 255 22 53
583 3 —z83 58—— 3
* 53 22 2. 23 26
3 2 —5*25— — 22523 22. 3 528
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22 — ——— 28* — * 2 Sae7 2

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53753853335 55
53232 23 *5 85 —4
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338233 2323
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53833 83332335
2338353385
2533*5* 2358
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2373535335533
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2323 3 838 23 206—2 333535 5253333889
3 — 252 6832* 2 2 8 3283 2* 522 3
23. .223 2—215 2 25 52303232 32. 2.3 25
23— 53 2 23—— 553333553— 135
538 33 3 38353* 535
5255555 22323 2235337 882 2
35 5 333. J —5—* 238 238337827 —
38 23333 53 23 53338355 —3553 33337*
7 8 3 3 2 3
23 33e 33 3 77
523 558 533 33353.,3352 *83322 237 23
— — Z2.252 5253233 — 2 —83 433 — 2*2
72 * 53 23 322 5i22 — 2 ———33 *
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2 * —— 2 5228 2 3 — 22*3 52 235
3 2.. 85 8 23 — 2 —2 — 2 23 5 * 3
— 378 248. 3 2328 2. —— 5 — 3 2. .. 353 55
55 3 438

— 22 72. 8 —* 3 3—

25 — 3272 *3833 53.*353 22 8 — 52
333233353 5 28 *5 3 35323 3888* 8 328
25 2 5 33
552873 53223 — 55 253

—* 2 B. — — 5555 —Ai 25
—— — 5 23 328 — * 23. . N 22

—— 52. 583 7* 1533 3 5 8 A 58 358 536

7 —* 2 323 2 2 2
9 232378* J 3 35 233
2227 223 335 7* ——— — * 28
2 — ——— 285 2 5323 2 2. 3 3 2 27 ẽ

523 —— 7 323 1
* —53328 2*8 3. 2553. 23 2. 2
* 533 3 —— — —— 8 33682
2 232 —8 23. 5 *3 x7 2.3 5423 323
2* * —— 3. 327 .. — . —— *

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        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Untert tungsblatt. (Sonntags mit illustrirter BVei⸗

lage) ericheint woͤchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt viertellährlic

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärt⸗
mit 13 für die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M —169. Samstag, den 23. Oktober

1880

Deutsches Neich.

Wie dem „Pf. K.“ aus München berichtet wird, sollte
der auf den 20. ds. Mis. zur Berathung der Steuergesetzentwürfe
einberufene Ausschuß der Abgeordnetenkammer am 21. seine Sitz-
ungen beginnen und zwar mit der ersten Berathung des Gesetz⸗
niwurfs bezüglich einiger Abänderungen an den Gesetzen über die
allgemeine Grund- und Häusersteuer. Auch soll über einige hiezu
eingelaufenen Petitionen, insbesondere jene des Vereins der Mün⸗
hener Hausbesitzer berathen werden.

Die Ergänzungen und Aenderungen der , Wehrordnung
jür das Königreich Bayern vom 21. November 1875“, welche
im neuesten Verordnungsblatt unseres Kriegsministeriums nach er⸗
angter kgl. Genehmigung publizirt werden, sind dieselben, welche,
zurch das Reichsgesetz vom 6. Mai d. Is. in dem Reichsmilitär⸗
gesetz vom 2. Mai 1874 eingetreten sind. Unter anderem wurde
genehmigt, daß bei Berechnung der Dienstzeit davon auszugehen
ist, daß die Dienstzeit der am 1. Oktober eingestellten Mannschaf⸗
ten nicht am 30. September, sondern erst mit dem 1. Oktober
hr Ende erreicht. Die Versetzung aus der Reserve in die Land⸗
wehr erfolgt bei den nächsten auf Erfüllung der Dienstzeit im
stehenden Heer folgenden Frühjahrs-Kontrol-Versammlungen; nur
ziejenigen Mannschaften, deren Dienstzeit im stehenden Heer in der
Periode vom 1. April bis zum 80. September ihr Ende erreicht,
verden bei den Herbst-Kontrol⸗Versammlungen des betlreffenden
Jahres zur Landwehr versetzt. Die Entlassung aus der Landwehr
erfolgt bei der nächsten auf Erfüllung der Dienstzeit folgenden
Frühjahrs⸗Kontrol⸗Versammlungen.

Der neue bayerische Gesandte in Berlin Graf v. Lerchen⸗
jeld ist zum Mitgliede des Bundesrathes an Stelle des ausge—
chiedenen Herrn v. Rudhart ernannt worden.

Die Berliner offiziöse „Prov.Korr.“ schreibt: An dem
ernsten Willen der Pforte, den Beschluß zur Uebergabe von Dul⸗
igno auszuführen, liegt kein Grund vor zu zweifeln. Es darf er⸗
wartet werden, daß die Pforte nachdrücklich ihr Ansehen geltend
nacht und die lokalen Hindernisse, welche sich etwa der Einlösung
hres Wortes entgegenstellen sollten, unverzüglich beseitigt.“

Nach dem „Berl. Tgbl.“ wird der in Berlin eingetroffene
Bevollmächtigte Hamburgs, Senator Kißmann im Bundesrathe be—
intragen, über Ham burg zuerst auf Grund von 8 28 des So—
zialistengesetzes den kleinen Belagerungszustand zu ver—⸗
sängen; ein Gleiches wird Preußen für die Hamburg benachbarten
Ortschaften Altona, Ottensen und Wandsbed beantragen.

Der General⸗Auditeur der preußischen Armee, Geheimer
Zzustizrath Oelschläger, ist aus Süddeutschland zurückgekehrt, wo
er bekanntlich mit den Kriegsministerien beziehungsweise Regierungen
»on Württemberg und Bayern über eine neue Miliär⸗Strafprozeß⸗
zrdnung Verhandlungen geführt hat. Von allen Seiten wird be—
ttätigt, daß in Bayern eine unbedingte Abneigung obwaltet, die
Deffentlichkeit des Verfahrens im Militärstrafprozeß aufzugeben,
auf die Militär-Schwurgerichte zu verzichten und die Rechte der
Vertheidigung einzuschränken. Diese entschiedene Haltung in den
naßgebenden bayerischen Kreisen ist um so erfreulicher. als sie überaus
nothwendig ist.

Man gibt sich nämlich einem Irrthum hin, wenn man an—⸗
nimmt, daß zu einer Aenderung des bayerischen Militär⸗Strafver⸗
jahrens die Mitwirkung der bayerischen Kammern unbedingt er⸗
forderlich se. Das ist keineswegs der Fall. In den Versailler
Verträgen ist vielmehr bestimmt, daß Bayern seine Militärgesetz⸗
zebung nur bis zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung über die
der Bundesgebung anheimfallenden Materien behält.

Ein Reichs-Militärstrafgesetz würde also ohne Weiteres auch in
Bayern Geltung haben, da Reichsgesctze den Landesgesetzen vorgehen,
und nur das Einführungsgesetz bliebe der Mitwirkung der bayerischen
dammer vorbehalten. Unter so gestalteten Verhältnissen ist es vor⸗
nehmlich das moralische Gewicht, welches der Enischiedenheit der
hayerischen Regierung innewohnt, von dem erhofft werden kann,
ss möchte in den maßgebenden Berliner Kreisen von Einfluß sein.

Fürst Hohenlohe, der Stellvertreteter des Reichskanzlers,

ist seit einiger Zeit an einem gastrischen Fieber erkrankt, dessen Ver⸗
lauf sich, wie das „Tagebl.“ meldet, in den letzten Tagen bedenk⸗
lich gestaltet haben soll.

Die „NRorddeutsche Allg. Zig.“ schlägt vor, daß den Straf⸗
erichten ein Mittel gegeben würde, um ohne viele Recherchen den
randstreicher vom wandernden Arbeiter zu unterscheiden; ein solches
Mittel ist das obligatorische Arbeitsbuch. Wenn neben
dessen Einführung das Strafgesetzbuch eine Ergänzung dahin erhielte,
daß jeder Handwerksgeselle und Arbeiter, der ohne ein ordnungs⸗
Jjemäß geführtes Arbeitsbuch auf dem Bettel betroffen wird, als
dandstreicher betrachtet würde, und daß der Landstreicher zur Ver⸗
üßung seiner Haftstrafe dem nächsten Arbeitshaus überwiesen werden
önnte, so wäre wieder gegründete Aussicht, das Vagabundenthum
inigermaßen wirksam zu bekämpfen, und wäre zugleich dem besseren
Theil der wandernden Arbeiterbevölkerung ein großer Dienst erwiesen.
ticht minder würde die ganze bürgerliche Gesellschaft es angenehm
mpfinden, wenn das regellose Almosengeben und die mancherlei
onstigen Nachtheile eines ausgedehnten Vagabundirens beschränkt
verden könnten, wie es endlich auch von unschätzbarem Gewinn
väre, wenn die irrigen Vorstellungen von einer zunehmenden Ver⸗
irmung Deutschlands, welche im Ausland durch die sich häufenden
dlagen deutscher Blätter über das Anwachsen des Vagabundenthums
ich bilden wieder richtigeren Ansichten Platz machten. Wahrlich,
Bründe genug um ein bisher wenig geachtetes Gebiet der Gewerbe⸗
ardnungsreform der öffentlichen Meinung zur Beachtung zu empfehlen.

Am Mittwoch kam der Kaiser mit dem Kronprinzen und dem
Prinzen Heinrich in Frankfurt an. Eine große Menschenmenge
tand, sie erwartend, vom Necarbahnhof bis zum Panorama, wo
die Kriegervereine aufgestellt waren. Vom Panorama fuhren die
derrschaften zum Palmengarten, wo sie, geleitet von mehreren Ver⸗
valtungsräthen die seit dem Brand i. J. 1877 hergestellten Neu⸗
hauten besichtigten, über die sie sich anerkennend äußerten. Dann
zegaben sich die Herrschaften in ihr Absteigequartier, die Post.
Abends, als sie von da durch die festlich erleuchteten Straßen zum
ieuen Opernhaus fuhren, wurden sie von dem in den Straßen
dichtgedrängten Publikum mit begeisterten Hochrufen begrüßt. Das
in allen Räumen überfüllte Haus bot einen prächtigen Anblick dar.
Bei dem Eintreten des Kaisers in die kaiserliche Loge ertönten
türmische Hochs unter den Klängen der Musik. Am Schlusse des

»on Wilhelm Jordan gedichteten Festspieles erhob sich das Publi⸗
jum und stimmte die Nationalhymne an.
Ausland.

Ueber das Befinden des russischen Kaisers vernimmi
nan, daß derselbe sich in einem Zustande hochgradiger nervöser Auf⸗
ꝛegung befinde und deßhalb der Aufenthalt in Livadia verlängert
verden müsse. Die Reise des Großfürsten⸗Thronfolgers nach dort
vird dahin kommentirt, daß Unterhandlungen gepflogen werden
ollen über die Uebernahme einer Art Mitregentschaft seitens des
chronfolgers. Letzterer soll die eigentlichen Regierungslasten dem
Zaren abnehmen, während diesem alle kaiserlichen Vorrechte vorbe⸗
jalten bleiben. Der Zar würde dann seine Residenz in Lipadia
nehmen.

Die von Montenegro zurückgewiesenen türkischen Beding⸗
ingen waren folgende: Eine neue veränderte unannehmbare Grenz⸗
linie, Einschränkung der Schifffahrt, welche den Besitz Dulcignos
lahmlegt, und der Abzug der türkischen Truppen einige Stunden
jvor der Ankunft der Montenegriner.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 20. Okt. In der Sißung des heutigen
Schöffengerichts dahier kamen folgende Fälle zur Verhandlung:
Wegen Berufsbeleidigung wurden bestraft: Zwei Männer von
Suslzbach zu fünf und zwei Tagen Gefängniß; ein Ehepaar von
Schnappbach zu vier und zwei Tagen Haft; zwei Männer von hier
ju Geldstrafen von je dreißig Mark und ein Dritter ebenfalls von
hier zu einer Geldstrafe von zehn Mark.

*St. Ingbert, 22. Olt. In der verflossenen Nacht
hat uns der Winter bereits seine Visite abgestattet und Dächer,
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        Feld und Wiesen mit seiner weißen Decke überzogen. Hoffentlich
hat er ein Einsehen und kürzt die Visite fuͤr diesmal noch
etwas ab.

ꝙ Aus dem Bliesthale. (Unlieb verspätet. An
einem der lehten Sonntage feierte in Ballweiler der dortige
sriegerverein das Fest seiner Fahnenweihe. Vertreten waren
einige benachbarte Kriegervereine, sowie der Knappenverein Ruben⸗
heim. Unter den üblichen Festlichkeiten vollzog sich die Weihe der
Fahne. Wenn auch die Anordnung und der Gang der Feierlich⸗
seiten zu wünschen übrig ließen, wie dies in einem kleinen Dörf—
chen sich leicht erklären läßt, so muß lobend anerkannt werden,
daß die Festrede des Hrn. Lehrers Sschrösck von da, nach Form
und Inhalt, allgemein befriedigt hat. Auffallend erschien es, daß
so wenige auswärtige Kriegervereine sich betheiligten. Es läßt sich
dies nur dahin erklären, daß die Einladungen zu spät erfolgten,
Vallweiler etwas abgelegen und die rauhe Herbstzeit schon zu weit
dorangeschritten ist, um ermunternd —XW

4Jdie Zahl der Mitglieder des ,historischen Vereins der
ur hat sich im letzten Rechnungsjahr von 405 auf 486
erhöht.
4F Die Reichs bank hat den Diskont auf 4923 und den
Lombardzinsfuß auf 34 pCt. herabgesetzt.

Nimmt Jemand Geld an, von dem er weiß, daß der Ge⸗
hber es durch Umwechselung eines durch eine strafbare Handlung
erlangten Sparkassenbuches erworben hai, so ist er nach einem Er—⸗
lenntniß des Reichsgerichts wegen Hehlerei zu bestrafen. — Das
Aufschneiden eines Sackes zum Zwecke des Diebstahls ist nach
nanem Erkenntniß des Reichsgerichtes als das „Erbrechen eines Be⸗
hältnisses“ zu erachten und als schwerer Diebstahl zu bestrafen.
2Die Entschließung des ba yer ischen Kultus ministeriums,
durch welche dem Zudrang zu den humanistischen Gym—
nasien ein Damm gesetzt werden soll, liegt nun in ihrem Wort⸗
laute vor. Veranlaßt wurde die Entschließung einerseits durch die
Wahrnehmung, daß die fortgesetzte Anhäufung von Parallelkursen
in Beziehung auf Unterricht und Schuͤlzucht bedenklich ist, und
andererseits durch den Mangel an aͤusreichenden Mitteln. Der
Zudrang soll vermindert werden durch strenge Prüfung der neu—
angemeldeien Schüler, Beschränkung der Altersdispense, Zurück⸗
weisung von Schülern solcher Ellern, die nicht am Sitze der An⸗
stali wohnen. Besonders die letztere Anordnung, welche übrigens,
nach dem Wortlaut der Verfügung, Ausnahmen recht wohl zuzu⸗
lassen scheint, muß unbedingt zu großen Härten gegen Diejenigen
führen, welche nicht am Sitze iner Studienanstalt zu wohnen das
Glück haben und die ohnehin schon im zweifachen Nachtheil dadurch
find, daß sie ihre Kinder fremden Handen anvertrauen und für
fie groͤßere finanzielle Opfer bringen müssen. Der große Andrang
zu den humanistischen Gymnasien ist übrigens wohl schwerlich durch
bie glänzenden Aussichten veranlaßt, welche sich den Staatsdienst⸗
Adspiranten bieten, sondern sicherlich vielmehr dadurch, daß die
Absolvirung der ersten sechs Klassen zum Einjährig⸗Freiwilligen⸗
dieust berechtigt. Es würde sich wohl empfehlen, einmal der Frage
näher zu treten, ob dieses künstliche Mittel, gewissen Anstalten
Zoglinge zuzuflihren, für das künftige Lebensgeschick derselben, wie
für das Gemeinwesen nicht viel mehr Nachtheile als Vortheile hat.

4 Durch die Zeitungen geht folgende Notiz: Wir machen
darauf aufmerksam, daß die Verwendung von auf Papieraus⸗
schnitten aufgeklebten Briefmarken und von Werthzeichen, welcht
aus Freikouveris, Postkarten oder Streifbandern ausgeichnitten sind
zur Frankirung von Briefen und Fahrpoststücken unzulässig ist
uͤnd daß die Postanstalten angewiesen sind, solche Lerthzeichen
auch wenn sie Spuren früheret Verwendung nicht ersehen lassen,
nicht als giltig anzuerkennen, sondern die bezüglichen Postsendungen
als unfrankirt zu behandeln und mit dem vollen tarifmäßigen Porto
zu belegen. Tagegen werden von sämmtlichen Postanstalten nicht
nur die verschriebenen Freikouverts, Postanweisungsformulare, Post⸗
karten und Streifbänder gegen neue umgetauscht, sondern auch ein⸗
zelne auf verdorbenen Briefumschlägen aufgeklebte Freimarken durch
neue ersetzt, wenn dieselben nicht im Ausschnitte, sondern mit dem
berdorbenen Briefumschlage ꝛc. zum Umtausche gebracht werden.

Trotzdem es zur Genüge bekannt sein dürfte, daß der
amerikanische Getreidebau und die Viehzucht
mmer größeren Aufschwung nehmen und fortwährend erweiterte
Absahgebieie suchen, ist es doch interessant, stets diese Angelegen⸗
— — dieselbe doch sowohl für die Er—
nahrung im Auͤgemeinen, als auch für die Landwirthe im Beson⸗
deren von der größten Wichtigkeit. Gelegentlich des Oktoberfestes
in Munchen waren 18 Tafeln, von bayerischen Beamten gefertigt,
ausgestelli, welche die Entwickelung der Getreideproduktion in den
Vereinigten Staaten während der verflossenen 18 Jahre darstellten.
Diesen Tafeln sind Erläuterungen beigegeben, welchen wir Fol⸗
gendes entnehmen: Während dieser Zeit stieg die mit Weizen und
Rais bebame Fläche von 11,85 auf 87,8 Millionen Hektaren, die
Finle von 2904 auf, 1023 Millionen Zentner, die Bevolkerung
dagegen von 32 auf 50 Millionen. Die Ernte ist sonach um

226, die Bevölkerung um 56 Prozent gestiegen, der Ueber⸗
chuß der Ernte über den einheimischen Bedarf daher ganz
erheblich. Gleichzeitig haben sich die Transportwege vermehrt und
ie Transportkosien mittelst der Eisenbahnen vermindert. Die
Fracht für einen Zentner Weizen vom fernen Westen Nordamerika's,
som Red River nach London beträgt 4 M. 86 Pf. Der ameri⸗
anische Landwirth kann den Zentner Weizen um 7 M. 50 pf.
his 8 M. auf den Londoner Markt bringen, da er ihn um bei⸗
äufig 83 M. erzeugt. Was der Weizen in London über 8 M.
ostet, ist Gewinn fuͤr die amerikanischen Landwirthe und Verfrachter.
Fette Rinder werden um 15 —20 Pf. das Pfund lebend im Westen
Imerita's an den Einladestationen gekauft und mit einem Aufwand
hon 30 Pf. pro Pfund lebend nach London gebracht. Der Trans⸗
hort berechnet sich von New⸗-NYork nach Loudon auf 5*32 Pf. pro
Pfund. Ist Fleisch in Büchsen eingemacht, so betragen die Trans⸗
zortkoften nur noch einen halben Pfennig pro Pfund. Der Schwer⸗
zuntt der Ernührung Englands ist schon nach Nordamerika verlegt,
ind die Erzeugnisse des sernen Westens dringen immer mehr auch
auf den deutschen Markt vor.“ — Man sieht aus dem Vorstehen⸗
den wiederum deutlich, wie Alles daran gesetzt werden muß,
zen Aderbau bei uns unmer rationeller und iniensiver zu betreiben;
ollen die Landwirthe nicht, trotz der Gegenmittel, wie Schutzzoll,
velcher doch nur mehr ein zweischneidiges Schwert für die Volks⸗
vohlfahrt ist, in's Hintertreffen kommen.

7Herr Geh. Kommerzienrath C. Stumm, welcher vor
iniger Zeit von Neunkirchen nach dem Halberger Schloß überge⸗
iedelt ist, wurde daselbst am Sonntag Vormittag seitens der Bre—
acher Gemeinde, den dortigen Vereinen, den Arbeitern des Hal⸗
erger Werkes ꝛc. willkommen geheißen. Auf die Ansprachen des
herrn Bürgermeisters Klein sowie des Führers der Arbeiter, Herrn
dalkoffen, erwiderte Herr Stumm in warmen Worten, in welchen
den Gekommenen vesten Dank aussprach, gute Nachbarschaft und
ortgesetzte Fürsorge für die Werksarbeiter verhieß, von denen viele
chon laͤnge Jahre in Diensten seiner Familie stehen. Er schloß
mit einem Hoch auf Se. Maj. den Kaiser und Koͤnig. Die mit⸗
Jebrachte Muͤsik des 830. Infanterie-⸗Regts., welche dem Zuge vor⸗
Jjespielt hatte, stimmte die Nationalhymne an, welche die Versam⸗
nelten mitsangen. Hierauf folgte ein kleines Konzert. Die ge⸗
müthliche Feierlichkeit und das ungezwungene freundliche Benehmen
Hes neuen Schloßherrn gegen seine Gäste machte auf alle An⸗
vesenden den besten Eindruck. EGaarbr. Ztg.)

Aus zuverlässiger Quelle erfährt die „St. Johanner Zig.“,
daß das Konsortium definitiv zusammengetreten ist, welches
die schwierige Aufgabe haben wird, die sämmtlichen Gläubiger des
Bankvereins St. Johann zu übernehmen. Es soll aus den
Herren Friedr. Heckel, Fritz Dill und August Hauck, sämmtlich
daufleute und Joseph Ecker, ohne besonderen Stand, alle diese zu
St. Johann; ferner Albert Heinrichs, Bergwerkssekretär zu Saar⸗
zrücken, Richard Schmidt, Unternehmer zu Louisenthal und Nikolaus
Follignon, Kaufmann zu Burbach, bestehen.

F Wie die „St. Johann-Saarbr. Volkaztg.“ erfahren haben
vill, jei der Mitschuldige des flüchtigen Bankvereinskassierers Scheuch
uus St. Johann, der Wechselfälscher Weber aus Hanau, eben⸗
talls verhaf tet worden.

— Auch der Gewerbeverein Neustadt will eine Kollektiv⸗
dersicherung mit der Gesellschaft Zürich“ abschließen; derselbe hat
am Montag einen diesbezüglichen Beschluß gefaßt.

4 Das am letzten Dienstag in Billigheim Statt gehabte
Burzelfest ging bei günstigem Wetter programmgemaß von Statten.
eider aber wuͤrde die Feststimmung durch einen bedauerlichen Un⸗
all beeinträchigt, indem einem Feuerwehrmann durch einen Böller—
chuß der rechle Unterschenkel zerschmettert wurde. Der Verletzte
var durch seine Unvorsichtigkeit selbst schuld an dem Unglüd.

ꝓ Eine Generalversammlung des Winzervereins Edenkoben
jat beschlossen, eine Eingabe an die bayerische Abgeordnetenkammer
u richten mit der Bitie bei der Berathung des Gesetzentwurfes
iber die Gewerbsteuer die Weinfabrikation mit einer solchen Steuer
u belegen, daß die Weinproduktion wenigstens die Konkurrenz mit
hr hallen kann. Diese Eingabe ging, auch mit zahlreichen Unter—
chriften aus den Nachbarorten bededt, an den Ort ihrer Bestimm⸗
mig ab. Die in Edenkoben wohnenden Abgeordneten, Hr. Ober⸗
misrichter Kuby und Hr. Tillmann, haben die Zusage gegeben,
ür die in besagter Adresse niedergelegten Wünsche in der Abge⸗
oxdnetenkammer wirken zu wollen. (Ggw.)

4 Seit dem 17. Sept. c., also über einen Monat ist in der
uus 11 Ortschaften bestehenden, circa 5500 Seelen zählenden Bür⸗
germeisterei Thole y überhaupt kein Mensqh gestorben.

4 In der vorigen Woche wurde zu Neupfoz ein Kinder—
aar geboren, das ein Seitenstück zu den weltbekannten siamesischen
zwillingen bildet. Wahrend jedoch letztere durch eine hypertropische
Herlängerung des Schwertfortsatzes des Brustbeins bandartig an
jnander gekettet waren — das Band war 4/4 Zoll lang, hatte
inen Umfang von 714 (0) Zoll und einen Durchmesser von etwa
3103 Zoll, somit die Dicke eines mäßigen Mannesarmes — sind
        <pb n="671" />
        sene Zwillinge vom unteren Schlüsselbein bis in die Hüftengegend
pollständig zusammengewachsen. Die Kinder, weiblichen Geschlechts,
sind zu frühe und wahrscheinlich deßhalb und wegen der sehr
schweren Geburt todtgeboren zur Welt gekommen. Wären die
stinder am Leben geblieben, so würde ihre Lebensweise, wegen der
nnigeren Verbindung noch viel merkwürdiger und interessanter ge—
vorden sein, als die der siamesischeu Zwillinge. War bei letzteren
B. Denken und Fühlen ein gesondertes — nur in der Mitte
des Fleischbandes empfanden beide z. B. Nadelstiche — so würden
zei jenen Schmerzempfindungen sowie Hunger und Durst, weil
Brust und Leib verwachsen waren, sich gewiß auf beide Individuen
erstrrckt haben. Für ein Museum oder Naturalienkabinet würden
ziese Körper eine merkwürdige Bereicherung gewesen sein; aber die
Eltern gaben ihre Einwilligung zur Aufstellung an einem solchen
Ort nicht.

FIn Frankenthal wurde am 19. Okt. nach acht⸗
stündiger Verhandlung in der Untersuchung gegen den früheren
Beschäftsagenten Jörns aus Speyer das Urtheil verkündet, wonach
derselbe dreier Urkundenfälschungen resp. Unterschlagungen über—
ührt erklärt und zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren nebst
Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf
Jahren verurtheilt wurde.

F Auf dem deutschen Kriegsschiffe „Prinz Adalbert“
welches mit dem Prinzen Heinrich, zweitem Sohne des deutschen
cronprinzen, jüngst von einer Weltreise zurückkehrte, befanden sich
5 Pfälzer, nämlich Seekadett Ludwig Bruch von Leinsweiler, der
dann auch gleichzeitig mit dem Prinzen Heinrich die Offiziersprüf⸗
ing in Kiel mitmachte, ferner drei Kaiserslauterer, Namens Schöne—
herger Louis und Joseph Diehl, letzterer ein Sohn des verstorbenen
Arztes Dr. Diehl, und einer, wie schon gemeldet, Namens Braun
von Reichenbach bei Landstuhl.

F Die Pfalzgau-Ausstellung in Mannheim waurde
während ihres Bestandes, vom 11. Juli bis 18. Okt. von 11,450
Abonnenten und 190,000 anderen Personen besucht.

F In Folge zahlreicher Reklamationen hat sich das Komite der
Pfalzgau⸗Ausstellung entschlossen, eine beträchtliche Reduktion der
Beitragsgebühren für Dekorationen u. s. w. eintreten zu lassen.
Nach der „Pf. Pr.“ wurde die Forderung an einen Aussteller im
Kanton Grünstadt von 67 M. 80 Pf. auf 9 M. 40 Pf. er⸗
mäßigt. Der Ueberschuß bei der Ausstellung wird auf 67,000 M.
oeranschlagt.

F In Trieer sind zwei Husaren der 1. Eskadron des daselbst
zarnisonirenden 9. Husaren⸗Regiments in einer der letzten Nächte
heritten desertirt. Dieselben waren auf Stallwache, haben die beiden
zesten Pferde. welche im Stall standen, gesattelt und sind damit
auf und davon. Die Derserteure, ein Würtemberger und ein
Sachse, wurden im Luxemburgischen verhaftet. Ein Pferd hatten
ie schon verkauft.

F (Ein theuerer Schoppen.)
einem Weinbergsbesitzer berichtet,

Schoppen Most erzielte. Unter
ind des Anlagekapitals kostet den
32 M. 50 Pf.

F In München ist der
o. Schmid gestorben.

4 Vor dem Münchener Standesamte erschien kürzlich ein
taubstummes Brautpaar, der Bildhauer J. Spott von Mün⸗
hen und Frl. Syffert, Aufschlägerstochter von Grafing. Alles
nußte durch einen Dolmetsch, den Zentral⸗Taubstummen⸗Instituts⸗
Inhaber Gunkel, vermittelt werden.

In Passau wurde jüngst eine Bettlerin aus dem Oester⸗
ceichischen aufgegriffen; sie war recht ärmlich gekleidet, hatte aber
in Bündel bei sich und in diesem ein etwa zwei Liter haltendes
Vefäß, das mit erbettelten Nickel- und Kupfermünzen vollge—
füllt war.

In Würzburg fand am 18. Olt. die vom verstorbe⸗
nen König Ludwig J. zum Andenken an die Völkerschlacht bei
deipzig gestiftete Armen-⸗Ausspeisung im Gartensaal der kgl. Resi⸗
denz Stait. 330 Arme, unter welchen das weibliche Geschlecht vor—
jerrschte, wurden von 80 Aufwärtern bedient; das Essen bestand
aus Suppe, Rindfleisch, Kraut mit Schweinefleisch, dazu bekam
sedes “2 Liter guten Wein aus dem Hofkeller und ein Laibchen
gemischtes Brod. Während des Essens spielte die Musik des 9.
Infanterie-Regiments. Daß tapfer eingehauen wurde (in die
Schüsseln nämlich), braucht nicht erst versichert zu werden.

4F Eine ergötzliche Szene ereignete sich zu Kölhn in der
Donnerstagssitzung der dritten Zivilkammer des Landgerichts. Wäh—
rend der Sitzung trat ein Herr ein, welchen der Vorsitzende mit
»en Worten zu begrußen Veranlassung nahm: „Sie da, machen
Sie die Thür zu!“ Der so Apostrophirte erwies sich, wie die
„Koöln. Ztg.“ mittheilt, alsbald als der Herr — Justizminister,
er dem Oberlandesgericht und dem Landgericht einen Besuch ab⸗
jttattete. Allgemeine Heiterkeit war das Finale.

x Geschenk des deutschen Kaisers. Den Mitgliedern der

bekannte Schriftsteller Hermann

Kölhner Dombauhütie hat der Kaiser eine Spende im Betrag
von 10,300 Mark gewidmet. — Jeder Geselle erhielt 30 Mark
Am 18. Abends fand, wie die Kölnische Zeitung meldet, ein Fest⸗
essen für die Werkleute statt, welches ebensalls im Auftrage des
aisers gegeben wurde.

Dieser Tage wurde bei Düsseldorf die Lokomotive
eines Personen;zuges in voller Fahrt vom Blitz getroffen und stark
beschädigt, weshalb der Zug erst nach einer halben Stunde lang—
sam die Weiterfahrt zur nächsten Station antreten konnte. Das
Lokomotivpersonal blieb glücklicherweise unverletzt.

Von der Strafkammer des Landgerichts zu Meiningen
vurde der Mühlenbesitzer Luck von Herges-Voigtei, welcher erwie—
enermaßen dem von ihm gemahlenen und verkauften Mehl Schwer—⸗
path beimengte, unter Ausschluß mildernder Umstände zu einem
Fahr und sechs Monaten Gefüngniß, 600 Mk. Geldstrafe und
Tragung der Kosten verurtheilt.

F Dem Stadtrath von Gotha ist ein kleines Malheur pas⸗
sirt; derselbe verordnete, daß bis zum 1. Oktober d. J. alle Häuser
bei Strafe mit Dachrinnen versehen sein mußten. Inzwischen
tellte es sich heraus, daß die kommunalen Gebäude selbst noch der
Finrichtung ermangeln und mußten am 2. d. M. die dortigen
Stadtverordneten geschwind die Mittel dazu bewilligen.

F Postberichte aus Quebeck melden einen großen Erfolg
des Walfischfanges in den arktischen Gewässern. Alle Schiffe waren
m August gefüllt. Die Flottille scheint sehr erfolgreich vom 14.
Juli bis 30. August gewesen zu sein. Seit etwa 29 Jahren ist
der Erfolg kein so großer gewesen, wie während dieser Monate.
Die meisten der in dieser Saison gefangenen Wahsische sind klein
und lieferten im Durchschnitt etwa 70 Faß Thran und 1000 Pfund
Fischbein.

Der letzte von Hamburg nach New-York abgegangene
Postdampfer „Wieland“ nahm in Havre eine theuere Bürde an
Bord, wie solche in gleichem Werthe kaum ein anderer deutscher
Dampfer über den Ozean getragen haben dürfte; derselbe empfing
aselbst 11,800,000 Fres. in Gold, welche auf Hamburger An—
veisung aus der Pariser Bank gezahlt worden waren.

— Fritz Käpernick vom 2. kgl. preuß. Garde⸗Regiment, dessen
Leistungen als Schnell- und Dauerläufer Berlin vor einigen
Monaten in Erstaunen setzten, ist in Lon don angekommen und
zedenkt nun, die ersten Schnellläufer Englands zu einem Wett—
ampfe herauszufordern, um seine Kräfte mit ihnen zu messen.

Am 26. d. M. feiert der General-Feldmarschall Graf v.
Moltke seinen 80. Geburtstag und es werden ihm für diesen
Tag von allen Seiten Ovationen vorbereitet. Es heißt, daß dem
Beneral-Feldmarschall eine besondere Auszeichnung durch den Kaiser
bevorstehe.

F. In welcher Weise mitunter Nahrungsmittel ge—
fälsscht werden, beweist folgender Fall: In der chemischen Ün—
sersuchungsstelle zu Plauen konstatirte Herr Dr. Forster, daß ein
hm eingeschickter Wein nicht nur mit Stärkezucker, sondern sogar
nit Knoblauchzwiebeln angesetzt worden war. Ein nettes Getränke,
namentlich für Rekonvaleszenten und Solche, die zur Stärkung
diesen Wein genießen.

f Unter der Anklage der Thierquälerei standen in Luxe m⸗
burg am 29. Sept. zwei Händler vor Gericht, die auf dem
Jahrmarkt eine Kuh verkauft hatten, der sie Hölzchen in die Euter
zesteckt hatten, um das Auslaufen der Milch zu verhindern und dem
Thier ein vortheilhaftes Aeußere zu geben. Nach der „L. Z.“
wurde gegen die Beschuldigten auf 20 Franks Buße erkannt.

f Eine originelle Leumundsnote. Bei einer
Verhandlung, die vor einigen Wochen bei dem Schwurgerichts hofe
ꝛines böhmischen Kreisgerichtes gegen einen des Raubes Ängeklagten
ibgehalten wurde, kam zur nicht geringen Erheiterung nachstehende
Leumundsnote des Gemeindevorstandes zur Verlesung, in der es
nach vorausgegangener Schilderung des Lebenslaufes des Inkul⸗
paten wortlich hieß: „Auf diesem Wege hatte er (der Angeklagte)
es so weit gebracht, daß er allein in einer Blouse im Walde wie
ꝛin Räuber wohnte

fRevanehe pour Szegedin! Ein der durch
die Schließung des deutschen Theaters in Pest zu Grunde ge—
zangener Schauspieler, welcher sich aus Verzweiflung das Leben
jenommen hat, wurde dieser Tage zur Ruhe bestaitet. Auf seinem
Brabe erhebt sich ein einfaches Kreüz in den ungarischen National⸗

iarben und mit der Inschrift:

„Hier lieg' ich nun frei von Sorgen
Und alles Jammers bar,

Es hat mich verhungern lassen

Der edelherz'ge Magyhar.

Jüngst hab' ich, den Seinen zu helfen,
Noch mein Talent gelieh'n —

Jetzt übt er Wiedervergeltung:
Revanche pour Szegedin!“

FParis, 20. Okt. In verwichener Nacht wurde ein
Polizei⸗Agent in einer Kneipe einer berüchtigten Gasse ermordet.
        <pb n="672" />
        Eine Anzahl verrufener Kerle fiel über ihn her und einer schoß
qus des Agenten eigenem Revolver zwei Kuͤgeln auf ihn ab.

GGegen die Keblaus.) Ein Bewohner Bastia's (Korsika),
Namens Emanuelli, hat dem Ministerium des Aeußern in Rom
eine höchst wichtige Entdeckung mitgetheilt, vorausgesetzt, daß sich
dieselbe bewähri. Dieselbe besieht in der Vertilgung der Reblaus
durch thierische Galle, gleichviel von welchem Thiere dieselbe herstammt.

FNetie Zustände. Aus Konstantinopel, 18. Okt.
wird gemeldet: Dreihundert bewaffnete Flüchtlinge beabsichtigten den
Bazar zu plündern. Das Komplot wurde verrathen, die Volize'
verhaftete die ganze Bande.

Narkecberichte.

Zweibrücken, 21. Okt. (Fruchtmittelpreis und Vilktualienmarlt
Weizen 11 M. 46 Ph. Korn 10 M. Lé Pf. Gerfte zweireihige — M. — Pf
pierreihige — M. — Pf. Spelz 7 M. 33 Pf., Spelzkern — M. — P
Dinel M. pf. Mischfrucht 19 M., 42 Pf. Hafer 6 M. 27 Pl.,
Erbsen — M. — Pf. Widenos M. 10 Pf., Karioffeln 1 M. 80 Pf.,
Heu 2 M. 85 Pf., Stroh 3 M. Oo6 Pf., Weißbrod 1N/2 Kilogr. 57 Pf. il

tornbrod 8 Kilogr. 73 Pf. Gemischlbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
GBr.6 Pf. Rindfieisch J. Qual. 60 Ppf. iI. Duai.“ *54 pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
Hammeljleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter 1/5 Kilogr. 1 M. — Pf.,
Wein ivLiler 80 Pf., Vier ] Liter 24 Pf.

Homburg, 20. Olt. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
ol M483 pf,Korn 10 M.7 pf. Spelztern — M. — Pf., Spelz 6M.
80 Pf., Gerste Lreihige — M. — If., Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
6 M. 54 ppf., Mischfrucht 10 M. 835 Pf., Erbsen — M. — Pf., Widen
d M. — pf., Bohnen O M. — Pl. Kleesainen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1 Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pf.

Kaiserslautern, 19. Olt. (Fruchtmitielpreis und Viktualienmarki.)
Weizen 11 M. 15 Pf., Korn To M. 26 Pf. Spelztern — M. — Pf., Spelz
7 M. 57 pf. Gerste 08 M. 91 Pf., Hafer 6 M. 53 Pf., Erbsen 7 M.
6 Pf., Wicdden 6 M. 30 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleejamen 46 M. 25
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 Pf. Gemischtbrod
z Pfund 46 Pfg. Butier per Pfd. 0 M. Sphf., Eier 1 Stück 5 Pf. Kar-
loffein per Zent. 1M. 90 Pij., Siroh 2 Me50 Pf., Heu 2 M. 50 Pfga.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.

Bekanntmachung.
Die Beifuhr der nachbezeichneten Hölzer zur kgl. Grube
Et. Ingbert, und zwar:
156 ebn Eichenstammholz und
700 ebin Stempelfstangen
aus dem kgl. Forstreviere Reuhäusel,
30 on Buchenfstammholz und
600 ebm Stempelstangen
aus dem kgl. Forstreviere St. Ingbert und
8 ebhm Kiefernstämme
aus dem kgl. Forstreviere Jägersburg,
soll am Donnerstag, den 283. Oktober 1880, Nach⸗
mittags 2 Uhr, im Submissionswege vergeben werden.
Uebernahmslustige sind eingeladen, bis dahin ihre versiegelten
Angebote auf dem Bureau des unterzeichneien Amtes abzugeben.
woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht offen liegen uud die
Submissions⸗Formulare in Empfang genommen werden können.
Si. Ingbert, den 21. Oktober 1880.
agl. Bergamt 5t. Ingbert:
J. Kamann.

— Uuniderruslich am 2. Oklober ꝛ. . &amp;
Ziehung deKaiserslauterer Geldlotterie,
ausgestattet mit 53000 Geldgewinnen, worunter
1 Haupttreffer von Mark 50,000 in Baar.
Auf 20 Loose trifft ein oe,
FJortlaufende Nummeru. — steine Serien. B
Loose à M. 3 uur noch bei den Verkaufsstellen in geringer
Anzahl vorräthig.
In St. Ingbert bei Frauz Woll. In St. Julian bei
3IJ. Gerlach. In St. Alban bei A. Dohm.
zu. &amp;ti 1(6inen jungen sprungfähigen
WeinEtiquetts GEiren ae
Weinkarten hält zur Benutzung
u haben in der Buchdruckerei von Bernhard Augnst.
F. X. Demen. Die obere Wohnung
in dem Hause des Herrn J.
Dercum ist zu vermiethen.
1000 Mark.
Gegen Gicht, Rheumatismus ꝛc,
selbst in ganz veralteten Fällen, wird
Pref Bumont's Gichtwasser
(anti rheum. Liq.) von vielen Tau⸗
send gliückl. Geheilten als einziges
Radicalmittel auf's Wärmste em⸗
pfohlen. Erfolg gründlich. Für d.
Deiiwirkung wird, m. ob, Summe
garantirt. Preis 2/5 Fl. M. 3 1 Fl
3M. gegen Voreinsendg. oder Nach⸗
nahine vom General-Depot: J. A.
Metzaer in Mainz.

Restitutions⸗
Schwärze

das vortrefflichste Mittel, um
abgetragene dunkle
(graue braune blaue), haupt⸗
saͤchlich schwarze Klei⸗
der, auch Möbelstoffe,
seien sie aus Wolle,

Baumwolle oder
Sammt, besonders noch
die dunklen Militär⸗
kleider, schwarze Filz⸗
hüte ꝛc. ⁊c. durch einfaches
Hhürsten mit dieser Flüssig⸗
keit, ohne sie zu zer⸗
trennen, wieder aufzu⸗
färben, daß sie wie neu
erscheinen, ist in Flaschen
zu 50 und 1k Zzu be⸗
siehen vom Fabrikanten O.
ZautermeisterzurObern
Apotheke Rottweil a. N.,
sowie aus der Niederlage für:

St. Ingbert: Philipp
Klinck. Blieskastel: Geors
Kolling. Zweibrücken:
W. Aua. Seel.

Todes⸗Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unsere innigst⸗
geliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin
ind Tante Elisa betha VeItaan

geb. Klein,
in einem Alter von 32 Jahren 9 Monaten, nach lan⸗
gem schweren Leiden heute zu sich abzurufen.

St. Ingbert, 21. Oktober 1880.

Im Namen der trauernden Familie:
Rudolph Velten, Gatite.
Die Beerdigung findet Samstag den 23., Morgens
um 9 Uhr Statt.

cast verschenbctl
— — — — — —
Das von der Mafsaverwaltung der falliten
nrosen Vritanniasilberladrit übern om men⸗
hlleseniager, wird wegen eingegangenen
—Iʒ&amp; — — — —⏑—— und gant⸗
icher RaAumung der Lokalitäten
*7 Bun 75 Procent auter der
dehãtzung verkaust A
dader aife
fur uur 14 Nart ale kaum der Hälite des
Seribes des bleßen Arbeltslodnes erdade
Fan nachfiedendes Außerst gedie genes Beß
tanniasilder⸗ Speifeservice
ι ν G Mart Koctet
Invd mird sür das Weißbleiden der Aestech
—SBSBIianro garantirt. Av
Taselmesser mit vorzůglichen Stahltlangen
s echt engliscde Vritannia Silder Gabeln
qmafsive Britannia Silder⸗-Speiseloͤffet,
seinfie Britannia⸗-Silber⸗Kaffeelotsel
siber Vritannia Silder⸗Suprenfscoorser
masßiber Britannia Sitber⸗Nit vosvhopfet.
seint cifenerte Rraͤfentir⸗Tabletts.
ĩ boriualiche Resserieger Britan.⸗Silbet.
ichöne masside Cierdecder,
prachivolle seinsie Zucertassen,
nvorzuͤaischer Peefsere oder ZucerdehAlter
Toeeßeiber feinste Sorte,
⁊ efsetivoile Salon⸗Tafeleucter.
2 seinfte Alab asier Leucterauisne.
50 Stuc.
Aue dier angefübrten 60 Etüc Lrachtgegen⸗
ande kotien zusaninen bles 14 Rert
Bestelungen gegen Postvorschuß 833
nahbme) oder vorderiger Seldeinfend
werden so lange der Vorrath reicht euelluir⸗
zurch die Herren 0
F.
au νnν,
Apoper aer deit. Siidæ · Iabelria F
— —
underte von Dankfaqunab⸗ nad
gobrieson liegen zur IXV
—XER
zez rede XRX
—XXVEA

— 5285
Bezirlslehrerverein Blieskastel⸗St. Ingbert.
Mittwoch, den 27. ds. Mts., Nachmittags um 1 Uhr an—

fangend, Versammlung im Café Seiter zu St. Ingbert.

Freunde und Mitalieder des Vereins sind hierzu eingeladen.
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bon jetzt ab im Hause der Frau Wwe. Joh. Schmelzer neben
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Erpedition der Illustrirten Zeitung in Ceipzig.

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— Sieren für nusere Bo st-Abonnenten „Illustrirtes SonutaasblattNæe. 17
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Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z2 mal woͤchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bef
lage) erjcheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 4, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrijt oder deren Raum, Reclamen mit 30 ⸗vro Zeile berechnet.
A 170. Sonntag, den 24. Oktober

1880.
Deutsches Reich.

Am Donnerstag hat der Steuergesetz⸗Ausschuß der bayeri⸗
ichen Kammer der Abgeordneten nach einer allgemeinen Debatte
über den Entwurf eines Gesetzes, einige Abänderungen an den
Gesetzen über die allgemeine Grund- und Haussteuer betr., den ersten
Abschnitt desselben, der einige Abänderungen an den gesetzlichen Be⸗
timmungen über die Haussieuer bezweckt, erledigt. Nit Ausnahme
der Bestimmung, welche eine Erhöhung der Arealsteuer der länd—
lichen Gebäude bezielt, wurde den betr Aciteln beigestimmt. Ueber
den zweiten Abschnitt, der von Aenderungen an den gesetzlichen Be⸗
ttimmungen über die Grundsteuer handelt, sollte der Ausschuß am
nächsten Tage in Berathung treten.

Der in Berlin iagende volkswirthschaftliche Kongreß nahm
einstimmig den Antrag Barth's (Bremen) an: „Der Kongreß erklärt
die Uebertragung der Surtaxe dentrepot auf Deutschland für einen
Schaden der inlernationalen Wirthschaftspolitik.“ Bei der Berath⸗
ung über die internationale Edelmetall-⸗Bewegung wurde der Antrag
des Professors Wagner: „vor Aufhebung der Sistirung der Silber
oerkäufe sei eine Enquete darüber wünschenswerth, ob der in dem
Märzgesetz beschrittene Weg zu Ende geführt oder ein“ anderer Weg
beschritten werden solle“, abgelehnt. Die Thesen Hertzka's (Wien),

velche jeden Rückschritt von der reinen Goldwährung zur Silber⸗
»der Doppelwährung für unthunlich und die Sistirung der deutschen
Silberverkäufe als eine Gfahr für das Geldwesen und Bankwesen
Deutschlands bezeichnen, wurden mit großer Majorität angenommen.

Bezüglich der in Aussicht genommenen Ausdehnung des soge⸗
nannten kleinen Belagerungszustaudes auch auf Hamburg
ind Leipzig wird jetzt gemeldet daß dabon abgesehen werden solle
Dagegen duͤrfte die bezeichnete Maßregel zur Verhütung von Aus—⸗
schreitungen für Berlin nochmals verlängert werden. Bei Ge⸗
egenheit der diesbezüglichen Beschlußfassung im Reichstage wird
der preußische Minister des Innern einen Ueberbüͤck über den Stand
der sozialdemokratischen Agitation geben.

Gelegentlich des in Straßburg Stait gefundenen elsaß⸗
loth ringischen Lehreriages bei welchem 850 Lehrer und eine
Anzahl Lehrerinnen, der größlen Mehrzahl nach eingeborene Elsüsser,
versammelt waren, wurden begeisterte Toaste auf den Kaiser und
und den Statthalter v. Manteuffel ausgebracht. Lehrer Schweitzer
aus Mülhausen (geborener Elsässer) brachte folgenden Trinkspruch
aus: „Ein volles Glas dem Manne, der seine Heimath verlassen,
um Elsässer zu werden und das aus seinen politischen Banden her⸗
ausgerissene Land nicht mit dem Arnie des Siegers, sondern mit
Milde und Nachsicht einer ruhigen inneren Entwickelung und einer
gesetzlichen Selbstständigkeit entgegenzuführen und die Eroberung der
Herzen mit unverdrossener Arbeit zu voilziehen! Möge dem treuen
Stellvertreter unseres gnädigen Kaisers der Lohn werden, die Ver—
virklichung seiner Ideen recht bald zu schauen!“ Die Versammlung
stimmie begeistert in das Hoch auf den Statthalter ein.

Ausland.

Aus Petersburg wird berichtet, daß die Nachrichten über
das Unwohlsein des Kaisers durchaus unbegründet sind. Der
daiser war am Fieber erkrankt in Folge der unter anhaltendem
Regen in Tschugujew (auf dem Wege nach Livadia) abgehaltenen
Revue; jetzt ist derselbe wiedet ganz hergestellt.

Berichte aus Rußland schildern die Mißernte weit schlim⸗
mer, als man früher angenommen hatte. In Folge Dessen nehmen
Elend und Hungersnoth in den südlichen nnd südwestlichen Pro⸗
dinzen zu. Die durch die Provinzialstände zu gewährenden Unter⸗
fützuͤgen sind mit so vielen Formalitäten verbunden, daß die
Bauern oft die ihnen gebotene Hilfe ablehnen.

Die Botschafter der Mächte beschlossen einmüthig, der Pforte
eine Frist für die uebergabe von Dulcigno festzu⸗
etzen. — 10,000 Mann türkische Truppen gehen unverzüglich nach
Adrianopel zur Kompletirung der dort stehenden Truppen ab.

Die „Neue Freie Presse“ meldet: Vier Bairaktate und Führer
der Liga, Cien Mula und Bozut Burti aus Gruda, Ded Gjoni
und Ismael Marco aus Hotti sind plötzlich gestorben. Man ve—
auptet, sie seien vergiftet worden. weshalb in Skutari qroße Auf⸗

cegung herrscht

Vermischtes.

St. Ingbert. Dem Wegmeister Joh. Hay d dahier
wurde die Ehrenmünze des Ludwigsordens verliehen.

F Im Kreisamisblatt der Pfalz Nr. 64 wird bekannt ge⸗
Jeben, wie die kgl. Kreisregierung die 18,774 M. 15 Pf. die ihr
aus den Mitteln der pfälzischen Immobiliar· Feuerversicheruugsanstalt
für das Jahr 1879 zur Verfügung stehen, und die 2119 M. 28 Pf., welche
nus den von den Mobiliar⸗ Feuerversicherungs⸗ Gesell schaften im Jahr
1879 an die Staatskasse entrichteten Beiträg en, auf die Pfalz fallen,
ertheilt hat. Es wurden aus dieser Summe im Ganzen an 121
Gemeinden Unterstützungen gewährt. Die höchste einer Gemeinde
zugetheilte Unterstützung beträgt 600 M.; diesen Betrag erhält Kusel;
300 M. erhält Diedesfeld; je 400 M. erhalten Baalbocn, Kirch⸗
heimbolanden, Münsterappel, Rockenhausen, Hardenburg, Erfweiler,
Höheinod, Thaleischweiler und Biesingen.

F Die Witwe Holzer von Dudweiler, welche, wie
. Z. berichtet, ihren Mann mit einem Beile erschlug, ist wegen
dörperverletzung mit tödtlichem Ausgange am Freitag vor dem
Schwurgerichte in Saarbrücken prozessirt und zum zulässig nied⸗
rigsten Strafmaß von 83 Monagalen Gefängniß verurtheilt worden.

F In Oberotterbach wurde dem „T. f. S.“ zufolge
)ieser Tage ein falsches Fünfzigpfennigftück eingenommen. Ta
auch anderwärts derarüige Falsifikate vorgekommen sind. durfte sich
eine gewisse Vorsicht empfehlen.

FDortmund, 22Ott. Gestern Nachmittag ist der um 5
ühr 23 Min. von hier nach Berlin weiter gegangene Koͤlner Zug
inweit der Station Courl entgleist. Der „Westph. Ztg.“ zufolge

st die Maschine den Bahndamm hinabgestürzt, mehrere Wagen sind
zuf einander gefahren und zertrümmert. Der Lokomotivführer und
ein Reisender sind todt, 26 Personen schwer oder leicht verwundet.

F In der Grafschaft Cort in JIrland ist am Sonnabend
wieder ein agrarischer Mord begangen worden. Mr. Hutchins,
welcher kurz zuvor seine Pachtzinsen eingetrieben hatte, befand sich
auf der Rückfahrt nach Bautry, als zwei Schüsse gegen ihn abge—
euert wurden. Der eine Schuß ging daneben, der andere tödtete
ꝛeinen Kutscher.

F Die Uhr Heinrich VIII. Dieser Tage starb in der Nähe
von London ein Mann, welcher die Reise-Weckuhr des Koͤnigs
deinrich VIII. (f 1547) besaß. Diese alte Uhr geht noch ganz gut.

— —
Bezirleehrerverein Zlieskastel⸗St. Ingbert
Mittwoch, den 27. d8. Mis., Nachmittags um 1 uͤhr an⸗
angend, Versammlung im Cafs Seiter zu St. Ingbert.
Freunde »nd Mitalieder des Vereins sind bierzu eingeladen.
Geschäfts Gmpfehlung.
Ich zeige hiermit einem geehrten Vublikum ergebenst an. daß
ich mein Goeschäft ars
ce⏑—
n meines Vaters Hause mit dem Heutigen eröffne. Um geneigten
zuspruch bittet x Echmidt junior
Bek . naͤchsthin, Vormittags 9 Uhr zu
. —A St. Ingbert, in der Wirth
Die in Nr. 146 dieses Blaties schaft von' Johaun Adam Bea
mgekündigte Zwangsversteigerung Wuͤlwe
nuf Betreiben von Bernhard vend durch den unterzeich⸗
August, Handelsmann hier neten Karl Auffschneider, Mag
egen Johann Reinstadler, oerweser des kgl. Notars Franz
duhrmandhtheic Nedendalheim. Ineeneeeh — *
indet nicht Stau. richtlich beauftragt, die naͤchhin
St. Ingbert, 28. Olt. 1880. zeschriebenen Liegenschaften im
K. Auffschneider, Banne von St. Ingbert der Ab⸗
Amisvberweser. cheilung wegen öffentlich an die
Meistbietenden zu Eigentͤum ver⸗
tteigert:
l. Pl.-Nr. 37224, 142
Im FIAhe Mah

Licitation.
Dienstag. den 9 Popemkae
        <pb n="674" />
        Stall und Hofraum, gelegen
n der Stadt St. Ingbert
uf'm Hahnacker neben Mi⸗
hael Nicolai.
Pl.⸗Nr. 372, 12 40 ꝗqm
pflanzgarten auf'm Hahn⸗
acker.
Pl.⸗-Nr. 3323, 4 4 Acker
allda;
Pl.-Rr. 3318, 8 a 60 qm
Acker allda;
Pl.⸗Nr. 3028, 26 a 50 qm
jlcker am Forellenweiher;
Pl.⸗«Nr. 3402, 15 a Acker
n den obersten Seyen;
pl.⸗-Nr. 3410, 8 a 90 qw
Acker alld;
Pl.⸗Nr. 3411, 16 4 Acker
allda;
pl.-Rr. 3486, 27 a 30
Im Acker im Betzenthal;
ßl.⸗Nr. 3728, 6 a 50 ꝗm
Wiese in den Potaschwiesen;
Pl.⸗Nr. 3731, 5 a 40 qm
Wiese allda;

— 70

qm Wiese allda;

13. Ppᷣl-Nr. 3731135, 2 2170
qm Wiese allda;

14. Pl.-Nr. 3732, 8 a 50
qm Wiese allda;

15. pᷣ̃.-Nr. 3738, 7 a 80 qm
Wiese allda;

Pl.⸗Nr. 354, 3 a 40 qm
Wiese unterm Forellen⸗
weiher;

Eigenthümer sind:

. Macia Weber, ohne Ge—
verbe in St. Ingbert wohnhaft,
Viütwe von Jakob Allar, wei⸗
and Bergmann allda;

II. die minderjährigen Kinder
ieser Eheleute als: 4. Marga⸗
etha und b. Maria Allar, welche
hre Mutter als Vormünderin
ind Christian Schäfer, Berg—
nann in Hasel, zum Nebenvor⸗
nunde haben;

III. die großjährigen Kinder
ieser Eheleute als:

1. Johann Allar, Schuster in
MNahanoy⸗ City Schuylkill County,
S„taat Pennsylvanien in Nord—
merika;

2. Georg Allar, Bergmann
in St. Ingbert;

3. Andreas Allar, Bergmann,
ur Zeit in Amerika;

4. Maria genannt Marianne
Allar, gewerblose Ehefrau von
Johann Müller, Schmelzarbeiter,
eide in St. Ingbert.

St. Ingbert, 23. Okt. 1880.

K. Auffschneider
Amitsverweser.

* * *
Licitation.

Dienstag den 9. November
achsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
chaft von Michael Paul werden
uͤrch den hiezu gerichtlich beauf⸗
ragien kgi. Notar Sauer in
St. Ingbert beziehungsweise deß⸗
en Amtsverweser Karl Auff⸗
chneider die nachstehend beschrie—
henen Liegenschaften der Abtheil—
ing wegen öffentlich zu Eigen—
hum versteigert:

im Banne von St. Ingbert:

1. Pl.Nr. 955, 4 3 10 qm

Garten in den Großgärten;

2. Pl.Nr. 806, 11 a 20 ꝗm

Wiese in den Großwiesen;

3. Pl.-Nr. 848, 7 a 80 qm
Wiese allda:

4. Pl.⸗-Nr. 48347, 19 a 80
qm Acker im Rodt;
—XVV
53. Pl.⸗Nr. 1017, 12 4 27
qm Ackeer am Spiegelbrun⸗
nen oder hinter der Viehtrift

Eigenthümer sind!

I.“ Die Kinder und Repräsen⸗
anten des in St. Ingbert ver⸗
sebten Fuhrmannes Johann Jo⸗
eph Buhmann, als: a) Eli—
abeth, b) Johann Joseph, 0)

Peter, d) Barbara und 6) Ge⸗
org Buhmann, welche ihre Mut⸗
——
münderin und den nachgenannten
Jakob Buhmann zum Neben⸗
vormunde haben;

2. Jakob Buhmann, pen⸗
onirter Bergmann in St. Ing⸗
bert, zugleich Nebenvormund der
genannten Minderjährigen;

3. Peter Buhmann, Berg-⸗
mann daselbst;

¶. Louise Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Georg Jung,
Bergmann daselbst;

53. Elisabetha Buhmann, ge⸗
werblose Ehefrau von Johann
Ripplinger, Bergmann daselbst;

6. Maria Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Heinrich Stein⸗
feld, Bergmann daselbft.

St. Ingbert, 23. Olt. 1880.

K. Auffschneider,
Amtsverweser
Italienische Weintrauben

zur Weinbereitung liefert
in completen Waggons bei
Prima⸗Waare billigst und
ist zu näherer Auskunft ⁊c.
gerne bereit

Fanus Maier in Ulm a. D.

Import ital. Produkte.
7
Geschàfts-Pröffnung.
geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend theile ich mit,
Gerbereĩ noch eine
Schuhwaaren-Handlung
Samen⸗, Maädchen⸗ und
2Antorstel errichtet habe

*

8 2
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2
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Einem
neben mein

in allen Sorten Eerren⸗,
dinder⸗Stiefol sowie
und bitie bei Bedarf um gütige Berüchichtigung.

Die zum Verkauf kommenden Artikel sind von guter Beschaffenheit hin
ichtlich Material &amp; Arbeit und entsprechen einem ganz soliden Geschmack
ürfen daher Tin Keiner it SJ—n onst so ssehr
biiiigęær — *hruin-
SLα PCRS — F

Indem cch hofl. bilte, sich von der Wahrhen meiner Angaben durch einen Besuch
meines Lagers zu uͤberzeugen, sichere ich fireng reelle und aufmerksame Bedienung zu
und zeichne Hochachtend!

*260
B. Müller.

—

——
353
3
2355
8

4v Vαα —— — —
Anfertigung nach Maaß in unserem eigenen Atelier.

—

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3* M. 0
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Sobhbno. Sulzhaeh

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2
20
20
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*5

Wir beehren uns hiermit unser reich assortirtes Lager für die WVinter⸗Saison in empfehlende
Erinnerung zu bringen:
Uchorzieher in Kaisor-Maäntel für herren und Zinder.
Hamen- und Linder Regenmantel.
Minter-Mantel,
langes Baletot⸗JAaohon mit Garnitur schon à 9 Marß.

auptstrahe 291 und 292.

Preis⸗Courante werden auf Verlangen gern veriandt.
roocooooooo οοοοο
In und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
Sieru „Rlutrirtes Sonntaasblatt“ Nr. 17.
        <pb n="675" />
        Hl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich

JAM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 H, einschließlich 40 Z Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —., von Auswärte
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattichriit oder deren Ruum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnei.
M 170. Sonntag, den 24. Oktober

1880.

Deutsches Reich.

Am Donnerstag hat der SteuergesetzeAusschuß der bayeri⸗
schen Kammer der Abgeordneten nach einer allgemeinen Debatte
über den Entwurf eines Gesetzes, einige Abänderungen an den
Gesetzen über die allgemeine Grund- und Haussteuer betr., den ersten
Abschnitt desselben, der einige Abänderungen an den gesetzlichen Be⸗
sttimmungen über die Haussteuer bezweckt, erledigt. Mit Ausnahme
der Bestimmung, welche eine Erhöhung der Arealsteuer der länd⸗
lichen Gebäude bezielt, wurde den betr. Artikeln beigestimmt. Ueber
den zweiten Abschnitt, der von Aenderungen an den gesetzlichen Be—
stimmungen über die Grundsteuer handelt, sollte der Ausschuß am
nächsten Tage in Berathung treten.

Der in Berlin tagende volkswirihschaftliche Kongreß nahm
einstimmig den Antrag Barth's (Bremen) an: „Der Kongreß erklärt
die Ueberiragung der Surtaxe d'entrepot auf Deutschland für einen
Schaden der internationalen Wirthschaftspolitik.“ Bei der Berath⸗
ung über die internationale Edelmetall-Bewegung wurde der Antrag
des Professors Wagner: „vor Aufhebung der Sistirung der Silber⸗
verkäufe sei eine Enquete darüber wünschenswerth, ob der in dem
Märzgesetz beschrittene Weg zu Ende geführt oder ein anderer Weg
hdeschritten werden solle“, abgelehnt. Die Thesen Hertzka's (Wien),
welche jeden Rückschritt von der reinen Goldwährung zur Silber—
oder Doppelwährung für unthunlich und die Sistirung der deutschen
Silberverkäufe als eine Gfahr für das Geldwesen und Bankwesen
Deutschlands bezeichnen, wurden mit großer Majorität angenommen.

Bezüglich der in Aussicht genommenen Ausdehnung des soge⸗
nannten kleinen Belagerungszustandes auch auf Hamburg
und Leipzig wird jetzt gemeldet, daß davon abgesehen werden solle.
Dagegen dürfte die bezeichnete Maßregel zur Verhütung von Aus—
schreitungen für Berlin nochmals verlängert werden. Bei Ge—
legenheit der diesbezüglichen Beschlußfassung im Reichstage wird
der preußische Minister des Innern einen Ueberblick über den Stand
der sozialdemokratischen Agitation geben.

Gelegentlich des in Straßzburg Statt gefundenen elsaß⸗
lothringischen Lehrertages, bei welchem 850 Lehrer und eine
Anzahl Lehrerinnen, der größten Mehrzahl nach eingeborene Elsässer,
versammelt waren, wurden begeisterte Toaste auf den Kaiser und
und den Staithalter v. Manteuffel ausgebracht. Lehrer Schweitzer
aus Mülhausen (geborener Elsässer) brachte folgenden Trinkspruch
aus: „Ein volles Glas dem Manne, der seine Heimath verlassen,
um Elsässer zu werden und das aus seinen politischen Banden her—⸗
ausgerissene Land nicht mit dem Arme des Siegers, sondern mit
Milde und Nachsicht einer ruhigen inneren Entwickelung und einer
gesetzlichen Selbstständigkeit entgegenzuführen und die Eroberung der
herzen mit unverdrossener Arbeit zu vollziehen! Möge dem treuen
AR
wirklichung seiner Ideen recht bald zu schauen!“ Die Versammlung
stimmte begeistert in das Hoch auf den Statthalter ein.

Ausland.

Aus Petersburg wird berichtet, daß die Nachrichten über
das Unwohlsein des Kaisers durchaus unbegründet sind. Der
Kaiser war am Fieber erkrankt in Folge der unter anhaltendem
Regen in Tschugujew (auf dem Wege nach Livadia) abgehaltenen
Revue; jetzt ist derselbe wieder ganz hergestellt.

Berichte aus Rußland schildern die Mißernte weit schlim⸗
mer, als man früher angenommen hatte. In Folge Dessen nehmen
Tlend und Hungersnoth in den südlichen und südwestlichen Pro—
dinzen zu. Die durch die Provinzialstände zu gewährenden Unter⸗
tützungen sind mit so vielen Formalitäten verbunden, daß die
Bauern oft die ihnen gebotene Hilfe ablehnen.

Die Botschafter der Mächte beschlossen einmüthig, der Pforte
keine Frist für die Uebergabe von Dulcigno festzu⸗
setzen. — 10,000 Mann türkische Truppen gehen unverzüglich nach
Adrianopel zur Kompletirung der dort stehenden Truppen ab.

Die „Neue Freie Presse“ meldet: Vier Bairaltare und Führer
der Liga, Cien Mula und Bozut Burti ans Gruda, Ded Gjoni
und Ismael Marco aus Hotii sind plötzlich gestorben. Man be—
zauptet, sie seien vergiftet worden. weshalb in Skutari große Auf⸗
equna herricht

Vermischtes.

F St. Ingbert. Dem Wegmeister Joh. Hayd dahier
wurde die Ehrenmünze des Ludwigsordens verliehen.

Im Kreisamtsblatt der Pfalz Nr. 64 wird bekannt ge⸗
geben, wie die kgl. Kreisregierung die 18,774 M. 15 Pf. die ihr
aus den Mitteln der pfälzischen Immobiliar⸗Feuerversicherungsanstalt
ür das Jahr 1879 zur Verfügung stehen, und die2419 M. 28Pf., welche
auus den von den Mobiliar⸗Feuerversicherungs⸗Gesellschaften im Jahr
1879 an die Staatskasse entrichteten Beiträg en, auf die Pfalz fallen,
»ertheilt hat. Es wurden aus dieser Summe im Ganzen an 121
Bemeinden Unterstützungen gewährt. Die höchste einer Gemeinde
zugetheilte Unterstützung beträgt 600 M.; diesen Betrag erhält Kusel;
500 M. erhält Diedesfeld; je 400 M. erhalten Baalborn, Kirch—
jeimbolanden, Münsterappel, Rockenhausen, Hardenburg, Erfweiler,
Höheinöd, Thaleischweiler und Biesingen.

F Die Witwe Holzer von Dudweiler, welche, wie
. Z. berichtet, ihren Mann mit einem Beile erschlug, ist wegen
dörperverletzung mit tödtlichenm Ausgange am Freitag vor dem
-chwurgerichte in Saarbrücken prozessirt und zum zulässig nied⸗
cigsten Strafmaß von 83 Monaten Gefängniß verurtheilt worden.

F In Oberotterbach wurde dem „T. f. S.“ zufolge
dieser Tage ein falsches Fünfzigpfennigstück eingenommen. Da
auch anderwärts derartige Falsifikate vorgekommen sind, dürfte sich
eine gewisse Vorsicht empfehlen.

F Dortmund, 22. Okt. Gestern Nachmittag ist der um 5
Uhr 23 Min. von hier nach Berlin weiter gegangene Kölner Zug
unweit der Station Courl entgleist. Der „Westph. Zig.“ zufolge
ist die Maschine den Bahndamm hinabgestürzt, mehrere Wagen sind
auf einander gefahren und zertrümmert. Der Lokomotivführer und
zin Reisender sind todt, 26 Personen schwer oder leicht verwundet.

F In der Grafschaft Cork in Irland ist am Sonnabend
wieder ein agrarischer Mord begangen worden. Mr. Hutchins,
velcher kurz zuvor seine Pachtzinsen eingetrieben hatte, befand sich
nuf der Rückfahrt nach Bautry, als zwei Schüsse gegen ihn abge—
feuert wurden. Der eine Schuß ging daneben, der andere tödtete
seinen Kutscher.

F Die Uhr Heinrich VIII. Dieser Tage starb in der Nähe
pon London ein Mann, welcher die Reise⸗-Weckuhr des Königs
Heinrich VIII. (f 1547) besaß. Diese alte Uhr geht noch ganz gut.

tur die Redactson ver⸗woriich F. X. Demen
Hexitalsseernerein Blieskastel⸗St. Ingbert.
Mitwoch, den 27. ds. Mis., Nachmittags um 1 Ühr an⸗
iangend, Versammlung im Café Seiter zu St. Ingbert.
Freunde und Mitalieder des Vereins sind hierzu eingeladen.
Geschäfts Gmpfehlung.
Ich zeige hiermit einem geehrten Publikum ergebenst an, daß
ich mein Geschäft als
AꝛicE ẽ
in meines Vaters Hause mit dem Heutigen eröffne. Um geneigten
Zuspruch bittet Mmatser Schmidt junior.
Bekanntmachung. nächsthin, Vormittags 9 Uhr zu
. ch g St. Ingbert, in der Wirth⸗
Die in Nr. 146 dieses Blattes schaft von Johann Adam Bec
angekündigte Zwangsversteigerung Vilwe
f Den en werden durch den unterzeich⸗
gust aeten Karl Auffschneider, Amis⸗
egen Johann Reinstadler, weser des igl Rolarz Franz
Fuhrmann in Heckendalheim, Zauer in St. Ingbert, hiezu ge⸗
undet nicht Statt. richtlich beauftragt, die nachhin
St. Ingbert, 238. Olt. 1880. beschriebenen Liegenschaften im
K. Auffschneider, Banne von St. Ingbert der Ab⸗
Amisb theilung wegen öffentlich an die
— m erwelser. Meistbietenden zu Eigenthum ver⸗
2232 steigert:
Licitation. 1 PlNr. 87213, 142
Dienstan, den 9. Rovember qgm Fläche, Wohnhaus mit
        <pb n="676" />
        —A
n der Stadt St. Ingbert
nuif'm Hahnacker neben Mi—
hael Nicolai.

Pl.⸗Nr. 372, 14 40 qm
Pflanzgarten auf'm Hahn⸗
acker.

Pl.⸗Nr. 3323, 4 a Acker
allda;

Pl.-Rr. 3318, 8 à 60 qm
Acker allda;

Pl.⸗Nr. 3628, 26 a 50 qm
oͤcker am Forellenweiher;
Pl.⸗Nr. 3402, 15 a Acker
in den obersten Seyen;
Pl.⸗-Nr. 3410, 8 a 90 qm
Acker allda;

Pl.⸗Nr. 3411, 16 a Acker
allda;

Pl.-Nr. 3486, 27 a 30
Im Acker im Betzenthal;
pl.⸗Nr. 3728, 6 a 50 qm
Wiese in den Potaschwiesen;
Pl.⸗Nr. 3731, 5 a 40 qm
Wiese allda;

Pl.⸗Nr. 373192, 2 a 70
Im Wiese allda;
Pl.⸗Nr. 373195, 2 .2,70
qm Wiese allda;

14. Pl.⸗Nr. 3732, 8 a 50
qm Wiese allda;
15. Pl.Nr. 3733, 7 a 80 qm

Wiese allda;

Pl.⸗Nr. 354, 3 4 40 ꝗm
Wiese unterm Forellen⸗
weiher;

Eigenthümer sind:

J. Matia Weber, ohne Ge—
verbe in St. Ingbert wohnhaft.
Wittwe von Jakob Allar, wei⸗
land Bergmann allda;

L. die minderjährigen Kinder
dieser Eheleute als: a. Marga⸗
retha und b. Maria Allar, welche
hre Mutter als Vormünderin
ind Christian Schäfer, Berg—
nann in Hasel, zum Nebenvor⸗
nunde haben;

III. die großjährigen Kinder
dieser Eheleute als:

1. Johann Allar, Schuster in
Nahanoy⸗-City Schuylkill County,
Ztaat Pennsylvanien in Nord⸗
amerike;

2. Georg Allar, Bergmann
in St. Ingbert;

3. Andreas Allar, Bergmann,
jur Zeit in Amerika;

4. Maria genannt Marianne
Allar, gewerblose Ehefrau von
Fohann Müller, Schmelzarbeiter,
zeide in St. Ingbert.

St. Ingbert, 283. Okt. 1880.

K. Auffschneider
Amtsverweser.

* *
Licitation.

Dienstag den . November
nächsthin, Nachmittags 3 Uhr zu
St. Ingbert in der Wirth⸗
chaft von Michael Paul werden
zurch den hiezu gerichtlich beauf—
ragien kgl. Notar Sauer in
—St. Ingbert beziehungsweise des⸗
en Amtsverweser Karl Auff⸗
chneider die nachstehend beschrie⸗
zenen Liegenschaften der Abtheil—
ung wegen öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert:

a. im Banne von St. Ingbert:

1. Pl.-Nr. 955, 4 a 10 qm

Garten in den Großgärten;

2. Pl.⸗Nr. 806, 114 20 qm

Wiese in den Großwiesen;
3. Pl.⸗Nr. 843, 7 a 80 qm
Wiese allda:
4. Pl.⸗Nr. 4347, 19 a 80
qm Acker im Rodt;
d. im Banne von Rohrbach:
5. Pl.Nr. 1017, 12 a 27
qm Acker am Spiegelbrun
nen oder hinter der Viehtrift

Eigenthümer sind:

1. Die Kinder und Repräsen
anten des in St. Ingbert ver—⸗
ebten Fuhrmannes Johann Jo⸗
eph Buhmann, als: a) Eli⸗
abeth, b) Johann Joseph, 0)

Peter, d) Barbara und e) Ge⸗
org Buhmann, welche ihre Mut—⸗
ter Elisabetha Hager, als Vor⸗
münderin und den nachgenannten
Jakob Buhmann zum Neben⸗
vormunde haben;

2. Jakob Buhmann, pen⸗
sionirter Bergmann in St. Ing⸗
hert, zugleich Nebenvormund der
genannten Minderjährigen;

3. Peter Buhmann, Berg⸗
mann daselbst;

4. Louise Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Georg Jung,
Bergmann daselbst;

5. Elisabetha Buhmann, ge⸗
werblose Ehefrau von Johann
Ripplinger, Bergmann daselbst;

6. Maria Buhmann, gewerb⸗
lose Ehefrau von Heinrich Stein⸗
feld, Bergmann daselbst.

St. Ingbert, 23. Okt. 1880.

K. Auffischneider,
Amftsverweser.
Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert
in completen Waggons bei
Prima-Waare billigst und
ist zu näherer Auskunft ꝛc.
gerne bereit

Hans Maier in DUIm a. D.

Import ital. Produkte.

*

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3237
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2338
558

Geschàfts-Eròffnung.
Einem geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend theile ich mit,
GerDrũ nocdh eine
Schuhwaaren-Handlung
———

in allen Sorten Herren⸗,
inder: Stiecel sowie
end ditte bei Bedarf um gütige Berücksichtigung.

Die zum Verkauf kommenden Artikel sind von guter Beschaffenheit hin
ichtlic Material E Arbeit und entsprechen einem ganz soliden Geschmack
dürfen daher IEAIn Keæiner WVeise mit den SOonst so sehr
billigen in den Zungen A nube
FAM —νç⸗

Indem ch hosf. Amne, sich von der Wahrheit meiner Angaben durch einen Besud
meines Lagers zu uͤberzeugen, sichere ich streng reelle und aufmerlsame Bedienung zu
und zeichne Hochachtend!

580
B. Müller.

——
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Anfertigaung nach Maaß in unserem eigenen Atelier.

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ZFauptstrahe 291 und 292.

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Wir beehren uns hiermit unser reich assortirtes Lager für die WVinter⸗Saison in empfehlende
Erinnerung zu bringen:
Veberzieher und Kaiser-Mänteél sür herren und kinder.
Damen- und LinderRegenmantel.
MinterMantel,
fanges Baletot-Fahon mit Garnitur schon à 9 Mark.
Preis⸗Courante werden auf Verlangen gern verjandt.
—R ———
Druck und Verlag von F. X. Deme z in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntafgsblatt“ Nr. 17.

*

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2

3
        <pb n="677" />
        St. Ingberker Anzeiger.
der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich
A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 14 60 , einschließlich 40 BZustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswarts
mit 15 — fur die viergesvaltene Zeile Blatischrift ober deren Raum, Reclamen mit 30 ⸗ pro Zeile berechnet.
—— Dienstag, den 26. Oktober

5
Deutsches Neich.

Der volkswirthschafiliche Kongreßz in Berlin
jat zu der Frage betreffend die Be rsorgung Europa's
mit Brod eine Resolution mit allen gegen 11 Stimmen ange⸗
aommen, wonach die Zufuhren von Brodkorn aus anderen Lündern
nach Mittel- und West-Europa für eine Nothwendigkeit erklärt
verden; der Gewinn, weicher durch den Getreidezoll
mter gewissen Verhältnissen GEinzelnen zugeführt werden koͤnne,
tehein keinem Verhäliniß zudem dadurch der
ibrigen Bevölkerung zugefügten Schaden.

Wie aus Berlin verlautet, will die Reichsregierung von der
Einbringung einer neuen Militärstrafprozeßordnung in
)er nächsten Session des Reichstages absehen. Ohne Zweifel waren
die Informationen, welche der General⸗Auditeur b. Oehlschläger in
Suddeutschland, besonders in Bayern gesammelt hat, in dieser
Richtung ausschlaggebend. Dagegen wird fich wohl der Reichstag
mit der Wehrsteuer zu befassen haben, die angeblich eine von
den Steuerborlagen ist, welche die Reichsregierung zur Erhöhung
der Einnahmen des Reichs für nothwendig erachtel.

Der „Nordd. Allgem. Zig.“ zufolge ist die Theilnahme des
Fürsten Bismarde an dem ersten Theile der preußischen
Landtagssession nicht zu erwarten. Die sozialpolitischen Maßregeln,
vomit Fürst Bismarck gegenwärtig beschäftigt ist, würden nicht
Hegenstand der preußischen, sondern der Reichsgesetzgebung sein.

In Bochum (Westphalen) soll unter venn Vorsitze des Kom⸗
nerzienrathes Baare ein Sachverstaͤndigen⸗Komite zusammentreten,
im einen, wie berichtet wird,, nach völlig neuen Gesichtspunkten
nifgestellten Entwurf zu einer Abänderung des Haftpflichtge⸗
etzes, resp. für ein Arbeiterversicherungsgesetz, einer
veziellen Berathung zu unterziehen.

Ausland.

Die Wiener ‚Neue Freie Presse“ meldet: Frankreich bean⸗
ragte die Rückberufung der Demonstrations⸗Flotte
or dem Beginn der schlechten Jahreszeit. Der Antrag hat bei
Deuts chland und Oesterreich günstige Aufnahme gefunden.

Privatnachrichten der „Ag. Hav.“ aus Konstantinopel
ufolge zog der Sultan alle von der Pforte aufgestellten Beding⸗
angen in Betreff der Uebergabe Dulcignos zurüd und verhieß die
zaldigste Uebergabe.

durch Beistand mit Rath und That für die Kranken selbst und
deren Familien zu wirken suchen.

Die nöthigen Geldmittel sollen durch Beiträge der Vereins—
nitglieder und sonstige Spenden aufgebracht werden. Mitglieder
önnen alle Männer, Frauen und Korporationen werden, welche
ährlich einen Mindestbeitrag von IMart leisten. Ein alle 2
Jahre zu erneuernder Ausschuß soll die Vereinsangelegenheiten
eiten, und jährlichen Bericht erstatten.

Aehnliche Vereine bestehen schon länger in Deutschland und
n fast allen europäischen Kulturländern. Alle, die mit Geistes—
ranken zu thun haben, wissen, wie groß das Bedürfniß einer
ingehenden Belehrung über die richtige Behandlung ist, und dies
Bedürfnis wird immer dringender, je mehr sich erfahrungsmäßig
ie verschiedenen Fülle und Arten von geistigen Störungen ver⸗
nehren und in allen Ständen Opfer fordern.

In ärmeren Familien ist die Unterstützung der freiwilligen

WVohlthätigkeit neben den Leistungen der öffentlichen Armenpflege
ft geradezu unentbehrlich, wenn nicht für die Krankeu selbst und
ür deren Umgebung die größten Gefahren entstehen sollen. Die
vollständige Heilung von Kranken, die in gedrückten Verhältnissen
eben, kann häufig nur erzielt werden durch Verbesserung der äußeren
Lage; in jedem Falle aber kann das schwere Loos der Geisteskranken
ind ihrer Angehörigen erleichtert werden, wenn die Barmherzigkeit
hier helfend eintritt.

Möge der Verein rasch erstarken und seine heilsame Thätig⸗
eit bald offenbaren; je lebendigere Theilnahme, je zahlreichere Mu—⸗
lieder er findet, desto kräftiger kann er mit Rath und That seinen
Segensgang beginnen und fortsetzen.

— verantwortlich: . x.Demer.
Stadtrathssitzung
am Mittwoch, den 27. b. Viits. Nachmitiags
4 Uhr.
Tages-Ordnung:

l. Vorschlag des inlerim. Schulverwesers Krämer als defini⸗

tliver Verweser,

die Anlegung eines Friedhofes für St. Ingbertergrube,

Unterdrückung eines Pfades durch die Wiesen des Ruh⸗

hdachthales,

kathol. Kultusumlagen für Herstellung der Kapelle, An—⸗

chaffung von verschiedenen Gegenstanden für die Kirche,

die Abtretung oder Erwerbung des Kassaschrankes bei der

igl. Steuer-Einnehmerei,

die Errichtung einer Schlächterei durch Metzger Joseph Schwarz,

Verscharrungsplatz für geschlachtete Thiete fuͤr den Abdecker,

3. Heimathsangelegenheiten,
J Laubberechtigungen.
St. Ingbert, den 25. Oktober 1880.
Das Bürgermeisteramt:
uste vx.

Vermischtes.

St. Ingbert, 26. Okt. Die hiesige Lateinschule zählt
zegenwärtig 119 Schüler, 8 mehr als am Schlusse des Schuljahres
879/80. Auf die einzelnen Klassen vertheilen sich dieselben wie
olgt: J. Klasse 88. II. &amp;I. 33.“ III. &amp;i 25. 1V. GKlafse 21
v. Kl. 5.

K. St. Ingbert. (Die Dick-Stiftung.) Wir
noͤchten die öffentliche Aufmerksamkeit auf einen neugegründeten
yfälzischen Verein richten, der einem immer dringenderen Bedürf⸗
nisse entsprungen ist und Rielen verspricht. Raih und Hilfe zu
ringen.

Es ist dies der pfälzische Hilfsverein für Geistes—
ranke, dessen Bildung vom ärzilüchen Vereine angeregt, und
elchem der Name „Did-Stiftung“ beigelegt wurde zum Ehrenge⸗
achtnisse des um die Einrichtung und Leitung der pfäizischen
rrenanstalt in Klingenmünster und um die Irrenpflege in und
ußer der Pfalz hochverdienten Hofrathes und Direktors Dr. Dick,
ꝛelcher leider zu früh verstorben ist, als daß er seinen Wunsch,
inen pfälzischen Hilfsverein für Geisteskranke zu errichten, hätte
erwirklicht sehen können.

Im Laufe dieses Jahres ist der Verein nunmehr gegründet
vorden und hat bereits zahlreiche Mitglieder gewonnen.

Die Statuten bezeichnen als Zwecke des Vereins die leibliche
nd geistige Fürsorge für arme und bedürftige Geisteskranke beson—
ers nach ihrer Entlassung aus der Heilansialt; dann im Allge⸗
reinen die Hebung der Irrenpflege, und die Verbreitung richüer
nfichten über Wesen und Behandlung von Geisteskrankheiten.

Zur Erreichung dieser Zwecke will der Verein durch allgemein
erstandliche Abhandlungen und durch mündliche Belehrung, dann

J

Geschäfts-Anzeige.
Ich beehre mich ergebenst an⸗
uzeigen, daß ich unterm Heuti⸗
jen mein Geschäft als
. Retzger Z M
n dem Hause des Herrn W.
dahn, Blieskasteler Straße,
röffnet habe und bemüht sein
verde, durch reelle und pünkt⸗
iche Bedienung das Vertrauen
neiner verehrl. Kunden zu er⸗
verben. Achtungsvollsi
— —Woufst Jost.
Im hicigen Gefäng⸗
niß wird Holz zum Klein⸗
nachen augenommen.

Donners.
g, den 28.
Oktober,
Abends um
6 Uhr:
Wurstsuppe
ꝓ. ι.
000 Marb.
Gegen Gicht, Rheuamatismus ꝛc. selbst tu
anz veralteten Fällen, wird Dros. Pumonta
er en rheum. Liq.) von vielen
aufend glucki. Geheilten alt einziges Ra⸗
icasmittei auf's Warmfste empfohlen. Crfolg
ründlich. Für d Heilwirkung wird m. ob.
umme garantirt. Sreis i 5. 3, 7 Gi
—A Voreinsog. oder Nachnahme von
Senerai· Depot: AA Fetau a
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        Bekanntmachung.

Die Beifuhr der nachbezeichneten Hölzer zir kgl. Grube

St. Ingbert, und zwar:
150 ebun Eichenstammholz und
700 ebnn Stempelstangen

aus dem kgl. Forstreviere Neuhäusel,

50 ebin Buchenstammholz und

600 ebm Stempelstangen
aus dem kgl. Forstreviere St. Ingbert und

8 bin eeanme

aus dem kgl. Forstreviere Jägersburg, 3 — —

s e en e uODrtober 1880, Rach acker —
mittags 2 Uhr, im Submissionswege vergeben werden. in meines Vaters Hause mit dem Heutigen eröffne. Um geneigten

Uebernahmslustige sind eingeladen, dis dahin ihre versiegelten Zuspruch bittet Peter Schmidt junior.
Unter dem Protektorate Sr. Majestät des Königs sudwig II.
EBaxrische Landes-Industrie-Gieæ wer be- IKKunst-⸗A SStelIIung 2u Nuũürnberg.

Aufruf!

Im Jahre 1882 findet in Nurnberg eine allgemeine Bayrische Landes⸗Industrie⸗Gewerbe⸗ und Kunst⸗Ausstellung statt. Der Gedanke zur Veran⸗
staltung dieser Ausstellung hat in dem weiten Kreise aller Betheiligten, namentlich aber in den Kreisen der Industriellen und Gewerbetreibenden lebhafte Zu⸗
flimmung gefunden. Diese Ausstellung soll ein Gesammtbild entroilen von der Leistungsfähigkeit der bayrischen Kunst und Industrie, sowie des vater⸗
andischen Gewerbes. Sie soll Kunde geben von dem Ringen und Streben, welches das ganze gewerbliche und kunstlerische Leben in Bayern befeelt, wie
von den Hilfsquellen und Mitteln, welche dem Lande zu Gebote stehen und sie soll Zeugniß ablegen von den Fortschritten, welche im Laufe der Jahre auf
allen diesen Gebieten gemacht worden sind.

Durch allerhochstes Signat vom 3. Januar d. Is. haben Seine Majestät unser allergnädigster König das Protektorat der im Jahre 1882 in
Naurnberg abzuhalienden Landes-Industrie-Gewerbe⸗ und Kunst-Ausstellung zu Ubernehmen und gleichzeitig zur Erleichterung für die Aussteller aus der
Reihe des kleineren Betriebes die Summe von fünf und zwanzig tausend Mark allerhuldvollst zu bestimmen geruht.

Der namhafte Betrag von über einer halben Million Mark ist bereits als Garantiesumme fur die Durchsührung der Ausstellung gezeichnet und
die Bethetligung der kgl. bayrischen Staatsregierung an der Ausstellung ist gesichert.

In den Pfingfsttagen dieses Jahres hat das Landeskomite das Programm für die Ausstellung, welche auf dem Maxrfelde in Nurnberg in der Zeit
vom 15. Mai bis 15. Oktober 1882 stalifinden wird, endgiltig festgestellt. Dieses Programm hat die allerhöchste Genehmigung Seiner Majestät unseres
Aodnigs gefunden. Ingleichem geruhten Seine Majestät der König von der nachträglich festgestellten Gruppeneintheilung Kenntniß zu nehmen.

Das k. Staaisministerium des Innern, Abtheilung für Landwirthschaft, Gewerde und Handel hat seine Bereitwilligkeit erllärt, die Ausführung
der Bestimmung en des Programms über die Preisgerichte zu übernehmen.

So sind alle Einleitungen getroffen, um der Ausstellung eine für Bayern ehrenvolle, für das ganze Land segensreiche Gestaltung zu geben.
Ppflicht des Landeskomites wie nicht minder aller Betheiligten ist es, die Erwartung des erhabenen Protektors der Ausstellung, daß dieselbe auf gewerblichem
Gebiete ebensowohl der Großindustrie als dem kleineren Betriebe neue segensreiche Quellen der Fortbildung und des Wohlstandes erschlieke, zur thatsäch⸗
lichen Verwirklichung zu bringen.

Dieses hohe Ziel vermag nur durch allseitige Betheiligung an der Ausstellung würdig erreicht zu werden und darum beehrt sich das Landeskomite
fur die Ausstellung, an alle Jene, welche auf dem Gebiete der Kunfi und Industrie sowie des Gewerbes Würdiges und Hervorragendes zu leisten im Stande
sind, an alle Jene, welche die hohe Bedeutung von Ausstellungen für den wirthschaftlichen Fortschritt erlannt haben, den dringlichen Ruf ergehen zu lassen,
— eigene Beiheiligung an der Ausstellung und ebenmäßig durch die Anfeuerung Dritter dem schön geplanten Unternehmen eine herrliche Vollendung
zu geben.

Schon jetzt sind die Lokalkomites, welche sich in allen Theilen des Landes gebildet haben, in der Lage, die nöthigen Aufschlüsse und Anleitungen
zu geben. Möge unser Ruf in allen bayrischen Gauen erfreulichen und gedeihlichen Wiederhall finden und möge im Kreise der Industrie, des Gewerbes, der
nz er Betheiligten nicht vergessen werden. daß die glänzende Durchführung der Ausstellung eine unabweisbare Ehrenpflicht für unser ganzes

ahernland ist.

Angebote auf dem Bureau des unterzeichneten Amtes abzugeben,
woselbst auch die Bedingungen zur Einsicht offen liegen uud die
Submissions-Formulare in Empfang genommen werden können.
St. Ingbert, den 21. Oktober 1880.
Kgl. Bergamt 5t. Ingbert:
J. Kamann.

Nurnberg im Oktober 1880.
Das Fandeskomite für die Bayrische Fandes-Induftrir⸗Gewerhe und Kunst-usstellung zu Jürnberg 1882.
von Pfeufer, konigl. Staatsminister des Innern, Ehren-Präsident.
O. Freiherr von Stromer, J. Burgermeister der Stadt Nürnberg, J. Vorsitzender. Lothar von Faber, Fabrikbesitzer in Stein, II. Vorsitzender.
Friedrich Hänie, Fabrikant in Munchen, Vertreter der Handels- und Gewerbekammer in Oberbayern, III. Vorsitzender. F. Jäger, Rechtsrath in
NRurnberq, J. Schristfuhrer. Dr. G. Schuh, Rechtsrath in Rürnberg, II. Schriftjüuhrer. A. Mederer. Kaufmann und Gemeindebevollmächtigter in
Nürnberg, III. Schristführer.
Friedr. Amberger, Kaufmann in Nürnbera. M. Bausenwein, k. Inspeltoͤr in Freising, Vorstand des Lokalkomites in Freising. Berolzheimer,
Juͤrcuer in Fuürth. Ig., Bing, Kaufmann in Nurnberg. J. Ph. Brunotte, k Rietior in Furtz. Theod. Freiherr von CramerKlett,
Reichssrath in Munchen. L. Degener, Fabrikbesitzer in Regensburg, Vertreter der Handels- und Gewerbekammer für Oberpfalz und Regensburg.
A. Deffauer, Fabrikbesizer in Äschaffenburg. E. Distel, sabrikbesiter in Ruruberg, I1. Vorsitzender des Transport- und Verkehrsausschusses. M.
Fbenauer, Fabrilbesitzer in Hof, Vorfiand des Lokalkomites in Hof. J. G. Ewald, Schlossermeister in Rosenheim, Vorstand des Lokalkomites in Ro⸗
senheim. J. Falk, Fabrikbesitzer in Dutzendteich bei Nürnberg, IJI. Vorsißender des Bauausschefses. Eh. Feuchtmeyer, Fabrikant in Regensburg,
Vorfiand des Lokalkomites in Regensburg. W. Frankeuburger, J. Rechtzanwalt in Nürnberg. G. Füchtbauer, k. Rektor in Rürnberg. E. Gänsler,
Apoiheler in Dinkelsbühl, Vorstand des Lokalkomites in Dinkelsbithl. M. Ganghofer, Buchdruckereibesitzer in Ingolstadt, Vorstand des Lokalkomites in
Ingoistadt. Dr. L. J, Gerstner, b. Universitätsprofessor in Würzburg. A. Gnauth, k. Kunstgewerbeschul⸗Direltor in Nurnberg. J. Götzger in
Lindau, Vorstand des Lokalkonites in Lindau. K. Grasser, Fabrikbesizer in Nürnberg. Fr. von Gruudherr, Kommerzienrath in Nürnberg, Vertretet
der Landels⸗ und Gewerbekammer für Mittelfranken. Fr. Gysling, k Gensraldirektionsrath in München, Vertreter des k. Staatsministeriums des Aeußern.
A. desugr Stadibaunieister in Rothenburg, Vorstand des Lokalkomites in Rothenburg. J. K. Hahn, k. Bergamtmann in Bayreuth, Vorstand des
cotallomines in Bayreuth. W. Heinrichsen, Fabrikbesitzer in Nürnoerg, J. Vorsitzender des Wohnungs- und Wirthschaftsausschusses. Gg. Heise,
assen fabrikant in Landshut, Vorstand des Lokalkomites in Landshut. H. Freiherr von Herman, k. Regierungspräsident von Mittelfranken in Ausbach.
A. Hertel, Kommerzienrath in Augeburg, Vorstand des Lokalkomites in Augsburg. * Jüdt, k. Rektor in Ansbach, Vorstand des Lokalkomites in
Ansbach. J. Kempf, geheimer Komimerzieurath in Nurnberg. J, A. Klob, Tapezierer in Amberg, Vorstand des Lokalkomites in Amberg. Dr. F-
Knecht in Reuftadt a. d. H. Vorstand des Lokalkomites in Neustadta. d. H. G. Knösel, Direktor der Altienbrauerei in Rürnberg. W. von König, Kommerzienraih
in Zell K. Kolb, Kommerzienrath in Bayreuth, Vertreter der Handels und Gewerbetaiumer für Oberfranken. G. Freiherr von Kreß, k. Rechtsanwalt in Nurnberg,
II. Vorsitzender des Finanzausschusses. J. G. Kugler, Kommerzienrath in Nurnberg, Vorstand des Lokalkomites in NRurnberg. N. Landmann, J. Regierungs
assessor in München, Verireter des k. Staats ministeriums des Innern, Abtheilung für Landwirihschaft, Gewerbe und Handel. Ferd. von Landgraf k.
Bankdirektor in Nurnberg. G. —W k. Kunstgewerbeschul Direktor in Munchen, Velegirter des Kunstgewerbevereins in München. Fr. Lanhans,
Burgermeister in Fürth. Dr. Frd. Leitschuh, k. Bibliothekar in Bamberg, Vorstand des Lokalkomites in Bamberg. H. Limmer, Muhlenbesitzer in
stulmbach, Vorstand des Lokalkomites in Kulmbach. Fried. Graf von Luxburg, k Regierungspräsident in Würzburg, Vorstand des Kreiskomites für
Unterfranken und Aschaffenburg. K. A. Mahla, KFabrikbesitzer in Nuruberg, J. Vorsi ender des Transport- und Verkehrsausschusses. Fr. Mann, k.
Relktor in Wurzburg. J · F. Maser, Kaufmann in Nürnberg. Dr. W. Medicus, kProfessor in Kaiserslautern, Vorftand des Lokallomites in Kai⸗
serslautern. W. Merck, Kaufmann in Nürnberg. A. Neumaier— Blumenfabrikant in Straubing, Vorstand des Lokalkomites in Straubing. Dr.
H. Pemsel, k. Rechtsanwalt in Munchen. E. Pleitner, Magistratsrath in Passau, Vorstand des Lokalkomites in Passau. K. Pohl, rechtsk. Burger⸗
eister in Schwabach, Vorstand des Lokalkomites in Schwabach. Prölßß, Fabrikbesitzer in Weiden, Vorstand des Lokalkomites in Weiden. G. Pump⸗
lümn, k. Rektor in Erlanzen, Vorstand des Lokalkomites in Erlngen. W. von Puscher, Kommerzienrath in Nurnberg, J. Vorsitzender des Finanzausschusses.
Eh. Neich, Fabrikbesitzer in Nuruberg. S. Nosenfeld, Kaufmann in NRürnberg. C. Schmidmer, Fabrikbesitzer in Nürnberg. J. Schmidt Buch⸗
hinder in Menimingen, Vorstand des Lokalkomites in Memmingen. J. Schön, Fabrikdirektor in Kaiserslautern, Vertreter der Handels- und Gewerbe⸗
jammer für die Pfalz. Eh. Seiler, II. Bürgermeister in Nurnberg. W. Simson, Kaufmann in Passau, Vertreter der Handels- und Gewerbekammer
ür Niederbayern. J. Stief, Fabrikant in Nurnberg. Dr. K. Stölzel, d. Professor in Munchen, Delegirter des polytechnischen Vereins in Munchen.
B. Then, Fabrikant in Würzburg, Vertreter der Handels⸗ und Gewerbekammer fülr Unterfranken u. Aschaffenburg. M. Treu, Magistratsrath in Augs⸗
burg, Vertreter der Handels⸗ und Gewerbekammer für Schwaben und Neuburg. Th. Freiherr von Tucher in Nurnberg, J. Vorsitzender des Vauaus
chusses. S. Ullmaun, Großhändler in -Fürth, Vorstand des Lokalkomites in Furth. Dr. J. Voit, k. Professor in Munchen, Vorstand des Lokalkomites
n München. K. Weitnauer, Uhrmacher in Kempten, Vorstand des Lokalkomites in Kempier. J. B. Wolff, Fabrikbesitzer in Zweibrücken, Vorstand
des Lokalkomites in Zweibrücken. E. Zeitlmann, k. Ministerrialrath in Munchen, Vertreter des k. Staatsministeriums des Innern für tirchen und
Schulangelegenheiten. J. Zimmermann, k. Generaldirektionsrath in München, Vertreter des k. Staatsministeriums des Aeußern.
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inabert
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        2
*
8

—
* 3553833835553858 —2 8
8 2 3 2—3 8 2825 2582 25
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52 *225 55 —388835332 5—5 52 *— Ss28*5 58
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66
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33347 358387
—8 — * 6 ——— 5 2 2 a ——— 3383322 5
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*50 588385 325 — 5585 55* —357555 —5828
855 8 — 8 8 x 8 — 9 —
5 s 3
3535—3 5 3 35 — 8
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35853 — 53332 38233835 55338
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2332 352 33—, 53555 5* 253 3z 2 57 1538 55
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2—228 3355228 ———— 55583353* 6
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        SÜ. Inaberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
43 172.

Donnerstag, den 28. Oktober

1880.

Deutsches Reich.

Wie aus München berichtet wird, dürfte die Einberufung
des bayertschen Landtages kaum noch in diesem Jahre,
sondern erst im Januar erfolgen. Wegen der mannigfachen Vorlagen
dürfte diese Session von längerer Dauer sein.

Die im jüngsten Militär-Verordnungsblatt erlassenen Ergänz—
ungen der bayerischen Wehrordnung vom 21. November 1875
enthalten hinsichtlich der Uebungen der Ersatzreservisten 1. Klasse
die Bestimmung, daß übungspflichtigen Ersaßzreservisten, insoferne
sie im Besitze eines Berechtigungsscheines zum einjährigen Dienste
sind oder die entsprechende wissenschaftliche Befähigung durch Schul⸗
zeugnisse nachweisen können, und wenn sie sich selbst verpflegen,
dekleiden und ausrüsten, für die erste Uebung unter denjenigen
Truppentheilen, welchen für das betreffende Jahr die Ausbildung
bon Ersatzreservisten übertragen ist, die Wahl freisteht.

Die armen Leute schreien über theures Brod (und mit Recht)
und die „Deutsche Landeszeitung“, das Organ der Agrarier,
empfiehlt eine Erhöhung des Getreidezolls auf 25
Prozent. Lassen sich auch die Herren Schutzzöllner und die
nunmehr mit ihnen an einem Strange ziehenden Agrarier gern
etwas abhandeln, und müssen sie deßhalb schon immer etwas mehr
verlangen, als sie schließlich zu erreichen hoffen dürfen, so ist es
doch ein recht kühner Schritt der leitenden Agrarier, im jetzigen
Augenblicke ihre Pläne so unverhohlen auszusprechen. Die „Deut—
sche Landeszeitung“ erklärt dabei frei heraus, daß man sich mit der
Noth des armen Mannes nicht weiter zu befassen habe. Daß die
Agrarier es ebenso wie die schutzzöllnerischen Großindustriellen lieben,
nur an ihre Interessen zu denken, wird nach dieser offenen Dar—
legung nicht mehr zu bestreiten sein.

Neuerdings angestellte Erhebungen über die Verbreitung
der Bettelei, des Vagabundenthums und der Truntsucht führen
zu der Vermuthung, die Reichsregierung beabsichtige neue legis—
latorische Abwehrmaßregeln gegen jene Uebelstände.

Die Wehrsteuer wird, entgegen anderen Nachrichten, dem
Bundesrath wieder vorgelegt werden.

Die Rhein-Nahe-Bahn wird, nachdem sie in den Besitz
des preußischen Staates übergegangen sein wird, rasch das zweite
Geleis erhalten.

Ueber den volkswirthschaftlichen Senat wird jetzt
berichtet, daß derselbe auns 75 Mitgliedern bestehen und nicht zuͤ—
nächst speziell für Preußen, sondern gleich für das ganze Reich er—
richtet werden soll. Die betreffende Vorlage würde den Reichstag
ichon in seiner nächsten Session beschäftigen.

Ausland.

Die niederländische Kammer lehnte bei der Berathung
des neuen Strafgesetzbuchs den Antrag auf Wiedereinführung der
Todesstrafe mit 41 gegen 20 Stimmen ab.

In Fraukreich fängt es wieder einmal zu kriseln an. Die
Gerüchte datiren von Sonntag Abend, wo es hieß, der Minister
des Innern, Constans, habe seine Entlassung eingereicht. Unterdessen
kommen über die Ausführung der Märzdekrete aus den westlichen
Provinzen keine erfreulichen Nachrichten. Man fürchtet ernstliche
Zusammenstöße zwischen Volk und Regierungsorganen.

„Times“ erfährt, die Prozedur gegen die Fuͤhrer der irischen
Liga sei beschlossene Sache und werde rasch und energisch beirieben
werden; indeß werde es nicht für nothwendig erachtel, die Befug—
nisse der irischen Exekutive zur Unterdrückung der Agrarverbrechen
zu erweitern, weßhalb das englische Parlament nicht vor der
üblichen Zeit einberufen werden dürfte; das Kabinet würde in—
wischen die versprochene Landreformbill für Irland ausarbeiten.

Griechenland hat wie jetzt bekanni wird, in London dringende
Beschwerde erhoben. Man habe sich, nachdem die Berliner Kon—
ferenz auf Englands Initiative zusammengetreten, auf die damaligen
Zusagen mehrer, jetzt noch im Kabinet befindlicher Staalsmännet
verlassen und die Rüstungen vorbereitet, die Griechenland jetzt an
den Rand des Ruins geführt. England möge nuͤn Griechenland
aus dieser Situation herausführen und wirksame Maßregeln zur
Ausführung der Beschlüsse der Berliner Konferenz ergreifen.

Meldung der Polit. Korresp.“ aus Konstantinnovel

vom 25. d. Mis.: Die Pforte ist zu einer Vereinbarung geneigt,
wonach der Einmarsch der Montenegriner in Dulcigno gleichzeitig
mit dem Abmarsch der türkischen Truppen erfolgen würde. Die
türkischen Bewohner, welche in Dulcigno nicht bleiben wollen,
werden auf den vor Dulcigno kreuzenden drei türkischen Schiffen
eingeschifft.

Aus Konstantinopel, 26. Oktober, wird gemeldet: Die
Sanction der Konvention betr. die Uebergabe von Dulcigno soll
morgen zu erwarten sein.

Vermischtes.

— St. Ingbert, 28. Otit. Am Dienstag fand dahier
im Lehrsaale der obern prot. Schule unter Leitung des kgl. Di⸗
triktsschulinspektors, Herrn Pf. Krieger, eine Konferenz der
Lehrer des prot. Distriktsschulinspektionsbezirks St. In gbert—
Blieskastel-Hornbasch statt. Als Berathungsgegenstand
beschäftigte die Konferenz das Thema: „Der Religionsunterricht für
das 1. und 2. Schuljahr auf Grund der Instruktion vom J. 1878.“
Das Referat hierüber war den Lehrern Günther-St. Ingbert und
Becker⸗-Walsheim übertragen. Die beiden Herren entledigten sich
der ihnen gestellten Aufgabe in sehr befriedigender Weise. Nach
Schluß der Konferenz vereinigte die Besucher derselben noch auj
einige Zeit ein gemeinschaftliches Mittagessci im Hotel Lehnert.

F In dem preußischen Pensionsgesetzentwurf für e m e⸗
ritirte Schullehrer soll die Summe von jährlich 800 M.
als das geringste Alterss und Ruhegehalt ausgeworfen sein. Man
erfährt zugleich, daß zur Zeit etwa 2000 solcher ausgedienter
Lehrer die genannte Summe noch nicht als Jahrgehalt, einige noch
nicht einmal 400 M. jährlich beziehen. Die dauernde Mehrfor⸗
derung wird zu dem im Etat des laufenden Jahres als wider⸗
cufliche Staatsbeihilfe ausgesetzten Beträge von 661,000 noch
800,000 Mark betragen.

Der provisorische Ausschuß der Dick-Stiftung (pfälz.
Verein für Geisteskranke) berufi für den 14. November eine Ge.
neralversammlung nach Neustadt a. H. ein, um zur Wahl eines
definitiven Ausschusses zu schreiten.

FIn Zweibrücken hat sich am Dienstag ein gräßlicher
Unglücksfall ereignet: in einem noch im Bau begriffenen einstöckigen
Hause in der Nähe der frühern Leinenzwirnere stürzte ein Giebel
ein und begrub unter seinen Trümmern drei Maurer, von denen
einer als Leiche unter den Steinen hervorgeholt wurde; die beiden
andern sind erheblich verletzt. Ein gleichfalls an dem eingestürzten
Giehel beschäftigter Bruder des Getoͤdteien hatte die Geistesgegen⸗
wart, sich beim Zusammensturz an das Gebälk anzuklammern, don
dem er dann glücklich auf den Boden gelangte. Die Verunglückten
sind aus Mehlbach, Kanton Otterberg. Der Getödtete binterläß
eine Frau und zwei Kinder.

F Die für die Pferdezuchtgenofsenschaft des Bezirks
Zweibrücken bestimmten 4 Zuchtstuten des schweren Schlages
aus dem Remontedepot Fürstenfeldbruck wurden dieser Tage unter
die dermaligen Eigenthümer Jacob von Rohrbach, Henn von
Hütschenhausen, Schneider Ludwig von Langwieden und Nafziger
von Eichelscheiderhof verloost. Die Thiere stammen sämmtlich aus
Oldenburg, stehen im Alter von 410 bis 512 Jahren, sind zwi⸗
chen 1,66 bis 1,74 Meter hoch und sehr stark und kräftig gebaut,
Sie sind sich nahezu vollständig gleich und wurden von Sachkennern
als die schönsten Pferde bezeichnet, die bis jetzt von der Milikär⸗
verwaltung an die Genossenschaft abgegeben woͤrden sind. In dej
Grundliste ist der Ankaufpreis für jedes Stück auf 1200 Mart
angegeben, während die Militärverwaltung sie an die Genossen⸗
schaft um 640 Mark per Stück abläßt.

x Ein 8 jähriges Mädchen aus Steinbach zog sich beim
Kartoffelbraten so schwere Brandwunden zu, daß es siarb.

fKKaiserslautern, 26. Ott. Bei der heute Vormittag
begonnenen Ziehung der Gewerbe⸗-Museums⸗Lotterie sind, außer
Gewinnen zu 4und 7 M. folgende größere Gewinne gezogen worden:
Nr. 24,457: 100 M.; Nr. 36.826. 91,912, 95, 8377 je 50 M.
Nr. 84,690 5000 M.

fKaiserslautern. Die von der Pfaff'schen Näh—
maschinenfabrik zur Gratisverloosung gebrachte 390. O00ste Nähmaschin—
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        ist dem Schmied Heh. Link in der Betriebswerkstätte in Mannheim
als Gewinn zugefallen.

F In Moͤrsch brach am 22. ds. in einem Zimmer Feuer
aus, wodei ein zweijähriges Kind in Folge des sich entwickelnden
Rauches erstickte.

FDie Jahres⸗Versammlung des Ausschusses des pfälzischen
Feuerwehrverbandes wird nächsien Mittwoch in Neustadt ab—
gehalten.

Am 1. k. M. wird in Neustadt eine Versammlung zum
Zwecke der Errichtung eines evangelischen Kirchengesangvereins für
die Pfalz Statt finden.

—Die „Neustadter Zig.“ enthält nachstehende Erklärung: „Der
Unterzeichnete hofft auf eine baldige Gelegenheit, sein politisches
Programm in Neustadt entwickeln zu können, und verzichtet deßhalb
vorlaͤufig darauf, die —ED widerlegen.
De. F. A. Buhi.“ Die Neustadter „Vürger-Zig.“ vertritt die
preußisch⸗fortschrittliche Richtung (Virchow, Eugen Richter ꝛc.).

4Auf der am Sonntag in Dürkhem Statt gehabten
Generalversammlung der „Pouichia“ wurde als J. Vorstand dieses
Vereines Herr Rektor Dr. Recknagel in Kaiserslautern einstimmig
gewählt. Der als ausgezeichneter Botaniker bekannte Herr Lehrer
Lingenfelder aus Secbach, der bereits seit 25 Jahren Ausschuß—

nitglied der „Pollichia“ ist, wurde in Anbetracht seiner großen
Verdienste um den Verein und die Wissenschaft zum Ehrenmitgliede
dez Vereines ernannt.

Im Banne von Aun, w eiler sind an Obstbäumen er—
roren: 485 Apfelbäume, 114 Birnbäume, 15 Kirschhäume, 227
Zwetschenbäume, 11 Pflaumenbdume und 8 Nußbäume. Zusammen
310 Stück.

Am 28 Okt. wurde in Spehex eine praktische Prüfung
die zweite in diesem Jahre) für den Post⸗ Amtsgehilfene und Er⸗
Heditoren⸗Dienst abgehalten. Es wurden 15 Aspiranten als hierzu
herechtigt zugelassen und einberufen. Einer ist freiwillig zurückge—
reten, 14 haben dieselbe mitgemacht.

F In Folge anhaltenden Steigens des Rheins standen die
Niederungen bei Worms am 258. do. bereits unter Wasser.

(Grubenunglück. Auf dem Schacht „Arnold“ der Zeche
Heinrich Gustav“ des Harpener Bergbauvereins im Revier Bochum
Westphalen) fand eine Erplosion schlagender Wetter Statt, wodurch
zier Häuer getödtet und drei verwundet wurden. Als Ursache des
Unglücks ist der „Westphälischen Zeitung“ zufolge verbotswidriges
Schießen anzusehen. Das Schießen war verboten, weil vor drei
Wochen sogenannte Bläser (Wetter) aufgetreten waren.

J Far die Nedaction veranwortlich: . X. De men.
zeichnet und soll der, der Gemeinde St. Ingbert gehörende Antheil
n diesem Schranke zurückverlangt werden. — 6. Für den
Abdecker soll ein Verscharrungsplatz angeschafft werden. — 7.
durch Enischluß hoher königl. Regierung wurde die Abzweigung
iner landwirthschaftlichen Foribildungsschule von der bisherigen ob⸗
igatorischen gewerbl. Fortbildungsschule genehmigt. Die Ortsschul⸗
ommission in Gemeinschaft mit —V
Fortbildungsschule hat beantragt, daß die beiden Lehrer Hagenbucher
ind Drumm als Lehrer an der gewerbl. Fortbildungsschule ver—
leiben, daß dem Lehrer Schlaudecker der Unterricht an der neu
rrichteten Schule übertragen werde. — Diesem Antrage stimmte
)er Stadlrath bei. — 8 Ferner wurde beschlossen, daß für die
Zukunft nur Heimathberechtigte von St. Ingbert sich an den
aubberechtigungen betheiligen dürfen, daß diese auf dem Bürger—
neisteramie ihre Legitimation in Einpfang nehmen müssen, und ohne
diese nicht in den Wald dürfen. Wer diese Legitimation einem
Dritten abgibt, wird mit diesem bestraft.
St. Inabert den 28. Oktober 1880.
Der Bürgermeister.
G6efis. Gratis.

2— d
Submission

auf Straßen-⸗Unterhaltunas-Material.

Die Lieferung von

200 con Kalksfteinen auf die Straße von Hab⸗

kirchen über Bliesmengen-Bolchen bis zur preuß. Grenze
bei der Uhrigsmühle, veranschlagt zu 5 A per chm,
30 coa Diorit auf die Straße von der Bierbach⸗
Worschweiler Banngrenze bis zum Ende der Ortstraverse
Worschweiler, veranschlagt zu 7 A. 80 per ebm,
soll auf dem Wege der allgemeinen schriftlichen Submission ver—
geben werden.

Verlässige Uebernehmer wollen ihre Offerten verschlossen bis
längstens Donnerstag, den 4. November naͤchsthin,
Vormittags 11 Uhr hierorts einreichen.

Zweibrücken den 25. Oktober 1880.

Kgl. Bezirksamt:
Damm.
— — Dilg.
Bekanntmachung.
An Stelle des verlebten Nachtwächters Gries wird ein an⸗
derer Nachtwächter angestellt.
Der Gehalt beträgt 400 Ab
Bewerber haben sich persönlich bis längstens nächsten Mon⸗
tag auf dem unterf. Amte zu melden.
S. Ingbert, den 28. Okt. 1880.
Das Bürgermeisteramt
Custer.

Geschaͤfts-Anzeige.
Ich beehre mich ergebenst an—
zuzeigen, daß ich unterm Heuti—
Jen mein Geschäft als
2zuetzzer
in dem Hause des Herrn W.
dahn, Blieskasteler Straße,
zröffnet habe und bemüht sein
verde, durch reelle und pünkt—
iiche Bedienung das Vertrauen
meiner verehrl. Kunden zu er—
werhen. Achtungsvollst —
August Jost.

Ein
hohe? Alter
fönnen selbst schwächlike Personen
erlangen.

Fiemand versäume deshalb, sich
ofordas reu ershienene Buch
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nsien auftretenden Krankheiten,
Imãgermgehwache
Magenleiden, Nervenleiden
Leberbeschwerden, Blutar⸗
muth, Hämorrhoiden Bande
wurm u. s. w. genau beschreibt
ind dagegen die wirksamsten
Hausmittel angiebt. Dies Buch
st gratis zu haben in St.
Ingbert bei Herrn J. Fried
rich.

Stadtrathsbeschlüsge.

Der Stadtrath von St. Ingbert hat in seiner Sitzung vom
27. d. M. folgende Beschlüsse gefaßt.: 1. Der interimistische Schul⸗
verweser Krämer von Schnappbach als definitiver Verweser in
Vorschlag gebracht. — 2. Die Herstellung eines Friedhofes für
Schnapphach wurde vorerst ausgesetzt. — 3. Für Herstellung resp.
Reparaturen an der Kapelle und Anschaffung von Paramente für
die kath. Kirche wurde eine Umlage bon ca. 700 M. bewilligt.
FJie Unterdrückung eines Pfades durch die Wiesen des Ruh—
bachthales bestätigt. — 5. Für Abschätzung des bei der k. Steuer⸗
Einnehmerei hier befindlichen Kassaschrankes wurden Experten be—⸗

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38 33535 55 —33 338 5735 z585 8258535333
8 — —5 2 22222 ————— * 5 2
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5 E — 2235 — 3565 383— 5358 8 —
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5 —— —353558318355 ——5838 — —233558 58 —55 5325
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2 552 * * — cc 2 355383
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25 53553 * —3— * 8
2 53 * 52 — — * 5* ——*— 5 — 2
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288 52 52* — — 5832 23 7 ——— —— — 22 26 3
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3225 E * S 28— — —— —— 38 — 2227
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— 28232 ——— — ——— 7 F 23 —5525 —
55 55535 —5 55 ——583—33273238 5 3—828
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25 —553535557 — —A 88 —A 3253 —8 S os 7 —52 588
—— —— —555 233353 2— 3⏑— 2 2
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2 322 7* —— — — *2 55 —— * 2*7 727—222* * * 2885

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7235.3355 2533325355 323 3* 555 3* 357333 323286 ——
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27
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 H, einjchließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 8, von Auswärtt
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, NReclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
4M 173. Samstag, den 30. Oktober

1880.

Deutsches Reich.

Aus München wird der „Köln. Ztg.“ geschrieben: „Das
Staatsministerium des Innern hat sich an unsere acht Kreisregie—
rungen gewandt, um in der Frage der Arbeiterversicher⸗
ungen Gutachten zu erhalten. Man verlangt sowohl eine Mei—
aungsäußerung über die Nothwendigkeit oder Räthlichkeit, den
GBegenstand durch die Reichsgesetzgebung zu regeln, als auch ein
Eingehen auf die Einzelfragen der Materie. Wie schon früher
zemerkt wurde, stehen den bayerischen Behörden manche Erfahrungen
zuf diesem Gebiete zur Seite, wenn auch die breite Grundlage,
auf welcher der Gegenstand, wie es scheint, nach den Intentionen
des Reichskanzlers in Angriff genommen werden soll, weit über
das bisher Versuchte hinausreicht. Jedenfalls ist es der richtige
Weg, die bisherigen Erfahrungen zuverlässig festzustellen und über
das für die Zukunft Geplante das gereifte Urtheil wirklicher Sach⸗
verständiger einzuholen.“

Auch Se. Maj. der König von Bayern haben dem
Beneralfeldmarschall Grafen v. Moltke zu dessen gestrigem 80.
Beburtsfeste die besten Glückwünsche übermitteln lassen.

Am Donnerstag wurde der preußische Landtag durch
den Vizepräsidenten des Staatsministeriums Grafen Stolberg
eröffnet.

Dem Vernehmen nach ist in der Bundesrathssitzung vom Mitt⸗
woch der Antrag Hamburgs und Preußens, den kleinen Be⸗—
lagerungszustand über Hamburg und die umliegenden
oreußischen Ortschaften zu verhängen, zum Beschluß erhoben worden.
der kleine Belagerungszustand wird demnach unverzüglich verhängt
werden. — Der Kaiser von Oecsterreich beglückwünschte
Molike telegraphisch zu dessen achtzigstem Geburtstage und ver⸗
icherte Moltke seiner freundschaftlichen Gesinnung und hochachtungs-
dollen Zuneigung. — Wie man dem ,Tageblatt“ mittheilt, ist zu—
'olge aus Livadia eingetroffenen Nachrichten und trotz der offiziösen
Dementi's der Zustand des Zaren entschieden ein bedenklicher.
Die Aerzte glauben Symptome zu erkennen, welche eine Paralpsis

des Gehirns befürchten lassen.

Aus Darmstadt wird dem „Pf. K.“ geschrieben: Der

trieg von 1870,71 und die damit verbundenen schweren Opfer
in Menschenleben und Gesundheit kommt dem raschlebenden Ge—
ichlecht unserer Tage zwar immer mehr außer dem Sehwinkel.
Bleichwohl zeigen sich noch täglich die Spuren jener ruhmreichen
Verwüstung. Immer noch hahen Familien Männer zu betrauern,
die nachträglich den damals ausgestandenen Entbehrungen und Stra⸗
dazen, resp. deren Folgen unterliegen. Die Reichs- und Staats-
Invalidenkassen und die Hilfsvereine vom Rothen Kreuze wissen zu
erzählen von den unaufhörlich und oft noch massenhaft an sie ein—
aufenden Unterstützungsgesuchen. Daß neben dem so starken Reichs—
Imdalidenfonds, der nach Oben hin große, ganz nach Unten hin
jar zu kleine, kärgliche Pensionen und Gaben austheilt, auch die
kinzelstaaten noch Invaliden-Versorgungen austheilen ist bekannt,
so z. B. Hessen jährlich ewwa 18,000 M., die indessen kaum
msreichen — der Bedürftigen, ohne direkt Invaliden zu sein, sind
viele. Gott bewahre schon deshalb Deutschland vor neuen
ariegen!

Feldmarschall Graf Moltke erließ am Mittwoch folgende
danksagung:

Bei der sehr großen Zahl von Glückwünschen zum Antritt
neines 81. Lebensjahres bitte ich, statt besonderer Erwiderung,
neinen herzlichen Dank hiedurch aussprechen zu dürfen. Graf
Roltke, Feldmarschall.

Mächte zu entsprechen und es gibt fortwährend Streitigkeiten, nicht
iur zwischen den Mannschaften, sondern auch zwischen den Führern.
ztalienische und österreichische Matrosen haben bereits recht solenne
ßrügeleien veranstaltet, so daß man, um weiteres Unheil zu ver⸗
züten, die feindlichen Seehelden sorgfältig von einander getrennt
Jält. Zwischen den Führern haben Eüuikettenstreitigkeiten böses
Alut gemacht. So soll das Kind von Montenegro vom Admiral
Seymour mehr geehrt worden sein, als der österreichische Erzherzog
Stephan, der auf der Flotte anwesend ist, und neuerdings bal
der italienische Admiral denselben Erzherzog Stephan um Entschul⸗
digung wegen des Verhaltens einiger italienischen Bootsleute,
velche neulich, als der Erzherzog vorüberfuhr, Beleidigungen gegen
Oesterreich ausstießen und Hurrahs auf „1866 und die Schlacht
don Sadowa“ ausbrachten. Im Uebrigen aber herrscht auf der
Flotte — unendliche Langeweile.

Meldung der „Polit. Korr.“ aus Konstontinopel: Die
Pforte wies Derwisch Pascha in Salonichi an, sich unverweilt mit
4 Bataillonen regulärer Truppen nach Skutari einzuschiffen, um
die Aktion Riza Paschas zu unterstützen. Die Pforte beauftragte
—BDD—
der Konvention zu bewerkstelligen.

Die „Agence Havas“ meldet aus Ragusa, Bedri Bei habe
die Festsetzung der Grenze bei Konia vorgeschlagen und erklärt, die
Türkei sei bereit, Dulcigno am 1. November zu übergeben.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Bei der am Mittwoch im Cafs Seiter
dahier Statt gehabten Versammlung des Bezirkslehrervereins Blies⸗
kastel-St. Ingbert wurde auch der Ausschuß des Vereins neu
zebildet. Derselbe besteht nunmehr aus den HH. Wolf-Nieder—
vürzbach, Drescher⸗Wolfersheim, Drumm, Kaufmann und Ha—
genbucher-St. Ingbert, Roth und Kieffer-Blieskastel, Wagner—⸗
eimbach und Zickgraf-Erfweiler. Da der bisherige Vorstand,
OIr. Hauptlehrer Leibig von Blieskastel nach seiner Wahl in den
Kreisausschuß statutengemäß aus dem Bezirksvereinsausschuß aus—
zuscheiden hat, so wurde an seiner Stelle Lehrer Wolf von Nieder⸗
würzbach als J. Bezirksvereinsvorstand gewählt. Als II. Vorstand
wurde Drescher- Wolfersheim, als Rechner Drumm-St. Ingbert
und als Schriftführer Kaufmann-⸗-St. Ingbert bestimmt.

* Die bisher in Blieskastel bestandene protestantische
Privatschule wurde durch Erlaß der kgl. Regierung als öffeni—
iche Schule anerkannt. Die Schule, die gegenwärtig 26 Schüler
zählt, wird vorläufig mit einem Verweser besetzt werden.

F Der Einstellungstermin der bayerischen Rekruten des Jahr⸗
gangs 1880 ist für die Infanterie auf den 5. November und für
die Kavallerie auf den 6. November a. c. festgesetzt.

f In die bayerische Heerordnung wurde folgende
Anmerkung aufgenommen: Milikärpflichtige, welche auch in ihrem
3. Militärpflichtjahre wegen Mindermaßes nicht zur Aushebung
geeignet sind, wohl aber ihrer Gesundheit und ihrem Körperbau
nach den Anforderungen des Dienstes gewachsen erscheinen, sind
als „wegen eines geringen körperlichen Fehlers bedingt tauglich“
vorzugsweise der Ersatz-⸗Reserde 1. Klasse zu überweisen.

F Die diesjährigen Manbver der bayerischen Kavallerii
haben nach der „Kölner Ztg.“ bei berufenen Kritikern besondert
Anerkennung gefunden. Da diese Waffengattung, welche in den
Napoleonischen Kriegen zur leidigen Rheinbundszeit einen sehr guten
Namen hatte, später Manches zu wünschen übrig ließ, so ist es
doppelt erfreulich, aus bester Quelle zu vernehmen, daß die dies
jährige Inspeltion so befriedigend ausgefallen ist.

F Nur noch wenige Wochen trennen uns von dem Tag der
illgemeinen Volkszaählung. Wie der Statistiker Dr. Engel
aachgewiesen hat, ist die Volkszählung eines der besten Mittel der
Nation, sich selbst kennen zu lernen. Die gewonnenen Zahlen dienen
iber auch in ihrer weiteren Verarbeitung der Statistik und der
Wissenschaft zu vielfachen Untersuchungen. Ist also die Volkszahl⸗
ing unstreitig von ganz allgemeiner Wichtigkeit, so hat auch jeder
kinzelne ein Interesse daran, daß richtige Zählungen vorgenommen
werden. Hieran mitzuwirken, wird jedem Einwohner, namentlich
edem Familienvater und Haushaltungsvorstand Gelegenheit ge—⸗

—

Ausland.

der französische Kriegsminister hat an die Korps—
ommandanten die vertrauliche Anfrage gestellt, wie sie den Plan,
vie Dienstzeit von 50 auf 40 Monate herabzusetzen,
deurtheilen würden.

Von der Demonstrations⸗Flotte der Mächte erfährl
man nur wenig, und was man erfährt, ist nicht gerade erbaulich.
das Einvernehmen auf der Flotte scheint dem Einvernehmen der
hoten werden. Bekanntlich soll die Bevölkerung in doppelter Weise
in der Volkszählung betheiligt werden, einmal durch Ausfüllung
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        der Zählungsformulare von dem zu Zählenden selbst, und zum
Andeten, indem freiwillige Zähler die Ausfüllung, Wiedereinsamm⸗
lung und Kontrole ehrenamtlich besorgen. Voraussichtlich werden
im Volk auch diesmal der Volkszählung dieselben Hindernisse be⸗
gegnen, die früher das Geschäft erschwert haben. Um so mehr
wird jeder Einzelne im Bewußtsein, einer guten Sache in gemein⸗
nütziger Weise zu dienen, darauf bedacht sein müssen, die Zähler
und die mit der Ausführung des Zählungsgeschäftes befaßten Be—
hörden nach Kräften zu unterstützen. Wie man hört, haben die
hreußischen Bezirks⸗Regierungen u. s. w. Anweisung erhalten, in
den Blaͤttern auf die große Wichtigkeit der Volkszählung aufmerk⸗
sam zu machen. Dieses Verfahren dürfte fich auch anderwärts zur
Nachahmung empfehlen.

FIn'St. Johann wurde am 27. Okt. an sämmtliche
Wirthe eine Polizeiverordnung, betreffend Verabreichung geistiger
Vetranke an schon Angetrunkene, mit einer Namensliste der in
St. Johann wohnenden, resp. zeitweise anwesenden notorischen
Trunkenbolde (es sind deren 17) vertheilt; es kann diese polizeiliche
Maßregel, welche zur Beschränkung des übermäßigen Genusses
zeistiger Getränke dient, nur gutgeheißen werden. Durch dieselbe
Zird das Verabreichen irgend welcher Spirituosen an schon Ange—
runkene den Wirthen bei Strafe (im Wiederholungsfalle sogar
nit Entziehung der Konzession) verboten.

4 Wie die „Saarbr. Ztg.“ hört, hat die behufs Erbauung
eines Schlachthofes zu Saarbrücken eingesetzte städtische Kom⸗
mission nunmehr ihre Arbeiten beendet, und werden die aufgestellten
Kostenanschläge und Pläne der nächsten Stadtverordnetenversamm⸗
iung und dann der königlichen Regierung zur Genehmigung resp.
—— — vorgelegt werden. Die Gesammtkosten des Schlacht⸗
hausbaues inkl. Bauplatz werden durch die Kommission auf pptr
15,000 Mk. veranschlagt, welcher Betrag bei der Submission even—
uell noch eine Ermäßigung erfahren dürfte.

der Hauptfreffer von 50,000 M, in der Kaisers⸗
lauterer Gewerbemuseums-Lotterie fiel auf Nr. 34163. Außerdem
wurden folgende größere Gewinne gezogen: Nr. 8589: 1000 M.;
sr. I3318, 22708, 36931, 51201, 531577 je 50 M.; Vr
8266: 12 M. Außerdem eine Anzahl Gewinne zu 4 M. und 7 M.

(Pfälz. Kurier.)

4 Wie der „Pf. K.“ vernimmt, konferirten am Mittwoch in
dudwigshafen Herr Oberregierungsrath von Schleitheim aus
München und die Herren Oberzollinspektoren von Ludwigshafen
und Kaiserslautern uͤber die Errichtung von Tabak⸗Verwiegungs⸗
stellen in der Pfalz. Wie dasselbe Blatt weiter vernimmt, soll in
der Stadt Landau unter der Voraussetzung, daß dorthin ein Haupt—
zollamt kommt, in richtiger Würdigung der pfälzischen Interessen
zin großes Lagerhaus für unverfteuerten inländischen Tabak ge⸗
baut werden.

4 Ein tragikomischer Vorgang ereignete fich in Ludwigs⸗
hafen und hielt die Bewohner eines Hauses der Hauptstraße
angere Zeit in größter Aufregung. Das nette Dienstmädchen des
Hauses, eine lebensfrohe, muntere und blauäugige Blondine, die
Jedermann gerne leiden mochte, benahm sich seit einigen Tagen
uffallend still und war, wie man gewoͤhnlich sagt, kopfhängerisch
geworden, nur kurze einsilbige Antworten gebend, wenn man sie
jach dem Grunde der Veranderung fragte. Kurz nach Tische war
das Mädchen verschwunden, alle Fragen nach der „Lisett“ waren
bergebens, kein Mensch konnte Auskunft geben, so daß man sich
bald mit dem Gedanken vertraut machte, Lisette könne in einem
Anfalle von Schwermuth den Tod in dem nahen Rhein gesucht
haben. Es wurde Abend und noch hatte man keine Spur von
dem Mädchen. Aber welche Ueberraschung wurde dem Hausherrn
zu Theil, als er in den Keller kam, um den für das Nachtessen
bendthigten Wein zu holen! Da saß nun oder lag vielmehr das
sodigeglaubte Kind auf einem Zuber an die Wand gelehnt, zu ihren
Fußen ein leeres Bierglas, aus dem sie dem Neuen tüchtig zuge⸗
—DD daß es ordentlich schauerlich im Keller
widerhaltte. Der Hausherr begriff die Situation sofort, doch alle
seine Bemühungen, Lisette dem Gott Morpheus aus den Armen
u reißen, blieben umsonst. Mit Hilfe einiger Hausbewohner mußte
fie in ihr Schlafkämmerlein gebracht werden. Am nächsten Morgen,
wie die undusbleiblichen Äuseinandersetzungen Statt fanden, hat
Lisette erklärt, daß sie aus Verzweiflung, weil ihr Heinrich untreu
geworden, zu diesem Mittel gegriffen habe, um ihr Dasein zu enden.
Sie habe schon so oft gelesen, daß Menschen infolge zu großen
Henufses von neuem Wein am Schlagfluß sterben und dies habe
sie auf den Gedanken gebracht, ein gleiches zu thun.

4 Zu der Festvorstelläng im neuen Opernhaus zu Frank⸗
furt'a M. am 20. d. wurde ein ergiebiger Billethandel be⸗
rieben; für Sperrsitze wurden 80 und 100 M., für nummerirte
Hallerieplätze 70 M. bezahlt!

p'Frankfurt a. M. Ter hiesige Reichsbankbeamte
F. W. Schuster, 31. J. a., Landwehroffizier und Ritter des
aisernen Kreuzes 2Kl., bei Sedan verwundet, gebürtig aus Weißen⸗
fels wurde am 20. d. vom hiesigen Schwurgericht der Verun—

reuung von 64,000 M. zum Nachtheil der Reichsbank schuldig
efunden und zu 6 Jahren Gefängniß und 58 Jahren Ehrenverlust
Herurtheilt. Die Geschworenen hatten mildernde Umstände ange—
ommen. Die der Hehlerei angeschuldigte Geliebte des Schuster,
die 28jährige Kleidermacherin Katharina Merte, wurde freige⸗
prochen. Schuster, der ein Gehalt von 4100 M. bezog und freie
Vohnung in der Bank hatte, lebte auf ziemlich großem Fuße und
vandte seiner Geliebten viele werthvolle Geschenke zu.

Am Morgen des 26. Okt. fand sich auf dem Konkursge⸗
richt zu Frankfurt eine Gesellschaft Menschen ein, wie sie sich
vohl selten zur Vertretung gemeinsamer Interessen so bald wieder
finden wird. Der Peiche kam wie der Arme, um seine Ansprüche
an die Gebr. Sachs'sche Konkursmasse noch nachträglich anzu—
melden, während Andere der Entscheidung ihrer längst erhobenen
Ansprüche warteten. Die Passiva belaufen sich nach einer vorläu—
igen Aufstellung auf 1,8900,000 M., denen im günstigsten Falle
30,000 M. als Aktiva gegenüberstehen.

Bei der landwirihschaftlichen Ausstellung im Glaspalast zu
München wurden auch mehrere Pfälzer prämiirt, darunter Kauf⸗
nann Karl Schramm in Homburg; derselbe erhielt für Flachs
die broncene Vereinsdenkmünze.

F Würzburg. Gwilitärbezirksgericht. In der letzten
Sitzung wurden die Jäger Karl Staß, Philipp Persch, Johann
Friedrich und Jakob Simon, sämmtlich vom 2. Jägerbataillon in
Zweibrücken, und zwar: Jak. Simon von der wider ihn erhobenen
ünschuldigung wegen gemeinen Vergehens der vorsätzlichen erschwer⸗
en Körperverletzung, verübt an dem Maurer Raimund Frank von
xrnstweiler und dem Maschinenheizer Heinrich Schmidt von dort,
ind wegen je eines militärischen Vergehens des rechtswidrigen
Waffengebrauchs zu je 1 Monat 15 Tagen und Johann Friedrich
wegen militärischen Vergehens des rechtswidrigen Waffengebrauchs
zu 43 Tagen Gefängniß verurtheilt.

Vorzehn Jahren. „Mez hat kapitulirt!“ Am
27. Oktober 1876 traf diese so lang ersehnte Nachricht in Berlin
ein. Lange hatte sich die siolze Veste, die nie vorher einem Sieger
die Thore geöffnet, gehalten, laͤnger als es die patriotische Hoffnung
ast ettragen konnte. Seit Mitte August war die Armee Bazaines
wischen den Forts der Festung eingeschlossen, die mit dem Wahn⸗
inn der Verzweiflung unternommenen Ausfälle waren an der eisernen
Zähigkeit der Landwehr gescheitert, die den undurchbrechlichen Ring
im Metz geschlossen hatte. Doch es handelte sich um mehr, als
im das Festhalten des Gegners in dem benannten Platze, es galt
dessen Einnahme, sollte nicht für die Operationen der anderen
Armeen, die sich unaufhaltsam vollzogen, die schwerste Gefahr ent⸗
tehen. So lange Metz nicht fiel, war nicht nur eine ganze Armee,
die man auf dem großen Kriegstheater dringend brauchte, durch die
Zernirung außer Aktion gesetzt, sondern die Armeen vor Paris
varen auch noch im Rücken bedroht und ein gelungener Ausfall
er Armee Bazaines, auf den sich die ganze Hoffnung Frankreichs
onzentrirte, konnte dem Feldzuge eine für uns sehr ungünstige
Wendung geben. Aus diesen Gründen erhoffte man in Deutschland
äglich die Kapitulation, wurde man unzufrieden, als „la pucelle“
ich dem Sieger noch immer nicht beugen wollte. Endlich, endlich,
im 27. langte die Depesche aus dem Hauptquartier an:

„Diesen Morgen hat die Armee Bazaine und die Festung
apitulirt. 150,000 Gefangene inkl. 20,000 Blessirte und Kranke.
deute Nachmittag wird die Armee und Garnison das Gewehr
frecken. Das ist eins der wichtigsten Ereignisse in diesem Monat,
Dank' der Vorsehung.
Wilhelm,“

Die Depeschen der nächsten Tage brachten noch Detail über
die Zahl der Gefangenen. Stadt und Forts wurden jedoch ersf
im 29. Oktober besetzt.

Aus Straßburg i. E. schreibt man der „Magd. Zig.“,
s sei so gut wie sicher, daß die Dombauhütte nach vollständiger
geendigung der Arbeiten am Kölner Dom nach Ulm übersiedeln
verde, um den Thurm des dortigen Domes zu vollenden, wozu
twa 5—6 Jahre erforderlich sein dürften.

In Düsseldorf wurde ein Zigeuner wegen Diebstahls
erhaftet. Unter den 6 Kindern, welche der.Strolch bei sich führte,
zefand sich auch der 493 Jahr alte Karl Fr. Veit, welcher vor
echs Monaten in Eberbach in Bayern gestohlen wurde. Der Zigeuner
ai bereits den Kindesraub eingestanden.

Sämmtliche Opfer des neulichen Unfalls in den Renard—
Steintohlengruben sind nunmehr, wie der „Neuen Zeit“ gemeldet
vird, aufgefunden und zur Erde bestattet worden. Besonders lange
vurde nach dem letzten, dem sechsten Leichnam gesucht. Was die
geretteten betrifft, so vermögen sich dieselben noch kaum zu bewegen
ind sehen mehr Gespenstern, als lebenden Wesen ähnlich. Ob viele
von ihnen auch am Leben bleiben werden, ist noch ungewiß.

4 Eine Postkarte mit 2000 Worten in Kurrenischrift ging
dem „Korresp. f. Deutschl. Buchdr.“ zu. Der Schreibkünstler ist
er Setzer C. W. Stoy. Die Schrift ist vollkommen deutlich
ind wuͤrde von einem mit guten Augen Begabten ganz fließend
        <pb n="687" />
        dorgelesen werden können, wenn nicht die Breite des Formats ein

Hinderniß bildete. Eine solche Ausnützung einer Postkarte dürfte

vohl bis jetzt unerreicht sein; eine in der Düsseldorfer Ausstellung

befindlich gewesene enthielt nur 1200 Worte.
fFEisenbahn-Unglück. Vorige Woche stieß der von

Luxemburg kommende Zug in der Nähe von Göbelsmühle auf

Felsblöcke, welche, vom Berge losgerissen, auf die Bahn gestürzt

waren. Die Lokomotive ist entgleist; der Lokomotivführer auf der

Stelle getödtet, der Heizer am Kopfe schwer verwundet worden; die

Reisenden aber sind mit dem Schrecken davon gekommen.

* Auch im Königreich Sachsen ist jetzt die Rechtschreibung
zür die Schulen im Einklange mit den preußischeu und bayherischen
Vorschristen geregelt worden.

Der mit 165,000 M. aus Hamburg durchgebrannte
Kommis Harburger wurde mit seiner Geliebten bei der Landung
in Alexandria (Egypten) verhaftet. Von dem gestohlenen Gelde
sollen sich nur 11,000 M. bei ihm vorgefunden haben.

F Bei Hirschberg im nördlichen Böhmen wurde dieser
Tage im Walde ein Heerenpilz von enormer Größe in vollkommen
jesundem Zustande aufgefunden. Derselbe wog nach der „N. Fr.
Pr.“ nicht weniger als 24 Kilogramm und hatte einen Umfang
»on 111 Centimeter.

F Die Stadt Lille (Frankreich) wurde vor einigen Wochen
ines Abends gegen 10 Uhr urplötzlich völlig verfinsterit, die Gas—
lammen verlöschten fast sämmtlich, und nur an wenigen Brennern
eigte sich ein schwaches Flämmchen. Es kamen in Folge dessen
ehr sonderbare und mitunter lächerliche Situationen vor. Die Kafés
ind Restaurants, sonst in vollem Lichte strahlend, mußten sich mit
chleunigst herbeigeschafften Kerzen behelfen; die Kerzenfabrikanten
mußten ein glänzendes Geschäft gemacht haben, denn der Ansturm
»on Kerzenkäufern war groß. Die Vorstellung im großen Theater
zing ohne Schwierigkeit, ja unter großer Heiterkeit zu Ende; man
;ah nicht viel, aber man sah. Im Variétés-Theater war's schlimmer;
man gab die „‚Perichole“, da trat plötzlich kohlrabenschwarze Finster⸗
aiß ein und ein schallendes Gelächter brach im Zuhörerraum aus.
Fräulein Marcelli mußte ihren Brief an Piquilo beim Scheine von
Wachsstreichholzchen zu Ende singen, die von gefälligen Theaterbe—

juchern abwechselnd angezündet wurden. Man stellte nun rasch eine
Anzahl Kerzen auf die Bühne und Orchester, und mehrere Herren
im Parterre ließen sich lachend herbei, brennende Kerzen in die
Hand zu nehmen, um dergestalt als lebende Kandelaber zu dienen.
Die Straßen waren vollständig finster und man konnte nur mit
Vorsicht seinen Weg gehen. Ganz Lille entbehrte der gewohnten
HBeleuchtung, aber man nahm das überaus lustig auf. Der Bruch
eines Saugrohres trug die Schuld an dem Unfalle.

r Eine neuliche Meldung über die erfolgte Vermählung des
daisers Alexander von Rußland mit der Fürstin Dolgorucki
wird jetzt von der ‚Magdeburger Zeitung“ von Paris aus als vol⸗
lendete Thatsache bestätigt. Als Zeugen bei der Trauung fungirten
die Generale Loris-Melikoff, Miljutin und Adlerberg und ein anderer
Adjutant des Kaisers. Die bisherigen Kinder aus dieser Ver—
vindung erhalten den Namen Fürsten Jouriew. Künftige Früchte
der Ehe sollen wie legitime kaiserliche Prinzen behandelt werden.
Der Großfürst Thronfolger, von diesem Ereigniß tief gekränkt, will
auf unbestimmte Zeit mit seiner Familie in Cannes Aufenthalt
aiehmen und ist mit dem Großfürsten Wladimir, seinem Bruder,
zänzlich zerfallen, weil dieser die Vermählung des kaiserlichen
Baters gutgeheißen hat.

Aus Japan kommt die Nachricht, daß das englische
Panzerschiff „Iron Duke“ (Eiserner Herzog) in der Nähe der Insel
Okosiri, 100 Seemeilen von Hakodate, am 30. Juli Morgens bei
nebeligem Wetter auf ein Riff gerieth, von welchem es nur durch
die vereinigte Hilfe herbeigerufener französischer, russischer und eng—
üüscher Kriegsschiffe abgebracht werden konnte. In Hakodate wurde
dann das Schiff untersucht und so beschüdigt gefunden, daß die
Reparatur wohl 80.000 Pfd. Sterling (1600 000 Markh)
osten wird.

* Aus New⸗-York wird gemeldet, daß der Dampfer
Commerce“ bei einem Orkan auf dem Michigan-See unterging;
10 Mann von der Schiffsmannschaft sind ertrunken. Der Dampfet
„Alpina“, der von Grandhaven nach Chicago fuhr, ging ebenfalls
inter; die Zahl der Mannschaft und der Passagiere wird verschieden
geschätzt, 40 bis 70, man glaubt, daß alle zu Grunde gegangen sind.

F Aus New-York wird gemeldet: Am Sonnabend fanden
in Folge eines heftigen Orkans an der Küste von Neu-Schoöttland
ahlreiche Schiffssunglücksfälle statt.

F Kapitan John Ericsson in Amerika hat einen Torpedo
konstruirt, gegen welchen, seiner Behauptung zufolge, kein zur Zeit
vestehendes Schiff sich als widerstandsfähig erweisen dürfte. Be—
onderen Werth legt der Erfinder der Anwendung von Schießpulver
als Treibmittel an Stelle komprimirter Luft bei. Der Torpedo
zat eine zigarrenartige Form: er mißt 19 Fuß in der Länge, 15
Zoll im Durchmesser und wiegt 1281 Pfund. An der Spitze führt
ꝛxr eine Dynäamitladung von 2530 Pfund. Zur Herstellung dee

Bleichgewichts ist das hintere Ende des Torpedos mit gußeiserner
Armatur beschwert. Mit Pulver vorwärts getrieben, soll die neue
Waffe ihren Lauf mit der Geschwindigkeit von 160 englischen
Meilen (7) in der Minute beginnen. Während der nächsten Wochen
ttehen Versuche mit dem Torpedo bevor.

F Neuer Rettungsapparat für Seeleute
und Andere. Derselbe besteht aus einer doppelten Leinenjacke
»hne Aermel. Zwischen den Leinen befinden sich 36 Millim. große
Bummikugeln mit Lappen versehen, diese letzteren werden an die
johle Leinwand angenäht. Also kein Aufblasen mehr des irgend
einen Hohlweg bergenden Kleides, sondern viele fertige Hohlkugeln,
detten uns vor dem Ertrinken, was jedoch vor einem allfälligen
daisisch nicht schützen würde.

F In dem neuen jüdischen Kalender für das Jahr 5641 gibt
der „Großrabbi Servi“, Direktor des Vesillo Israelitico, die jüdische
Bevölkerung der Erde folgendermaßen an: Europa 4,500,000
Alsien 3,800,000, Afrika 500,000, Amerita 300,000 und Austra⸗
lien 110,000 — zusammen 9,210,000 Ifraeliten.

fDer neue Paris. Der österreichische Orientreisende A.
Freiherr von Schweiger⸗Lerchenfeld schließt das zwanzigste und letzte
heft seines illustrirten Werkes über das Frauenleben der Erde mit
olgendem Zitate: „Die Französin heirathet aus Berechnung, die
kngländerin, weil es üblich ist, die Deutsche aus Liebe. Die Fran⸗
zösin liebt bis zu Ende der Flitterwochen, die Engländerin das
zanze Leben, die Deutsche ewig. Die Französin hat Geist, die
Engländerin Intelligenz, die Deutsche Gefühl. Die Französin
olaudert, die. Engländerin spricht, die Deutsche urtheilt. Die Fran⸗
jösin bietet eine Rose an, die Engländerin eine Dahlia, die Deutsch
ein Vergißmeinnicht. Die Ueberlegenheit der Franzosin liegt in der
Zunge, die der Engländerin im Kopfe, die der Deutschen im Herzen.“

F Ein glücklicher Vater.) Der Pariser „Figaro“ erzähl
folgende Anekdote: Ein Einjährig Freiwilliger, welcher in der Kat
allerie diente, hatte seinem Vater weisgemacht, daß jeder Freiwillig⸗
uuch sein Pferd stellen müßte, und der Herr Papa schickte auch die
zeforderte Summe ein. Als ein anderer Freiwillige, welcher in dee
Urtillerie diente, den Erfolg dieses Manövers erfahren hatte, schrieb
ex seinerseits an seinen Vater, daß jeder Freiwillige auch eine
danone stellen müßte, und der zweite Herr Papa verstand sich
Jleichfalls dazu, die verlangte Summe herzugeben. Als der Letztere
im Tage darauf eine Krupp'sche Gußstahlkanone von groben Kaliber
ah, erkundigte er sich nach dem Preise derselben. „Hunderttausend
Francs!“ war die Antwort. — „Hunderttausend Francs! Welches
Hlück,“ sagte er zu seiner Frau, „daß unser Alkred nicht in dieser
Zatterie dient!“
Volkswirthschaftliche, Handels⸗ und Verkehrs—
Nachrichten.
Mit dem 1. Nopember wird im Veckehr zwischen De u t sch⸗
'and und Belgien das Postauftragsverfahren eingeführt.
Ddie Einziehung von Geldern kann bis zum Beirage von 600 R.
»der 750 fr. erfolgen. Die handschriftliche Ausfüllung des For⸗
nulars hat bei Aufträgen nach Belgien mit lateinischen Schrift—
ꝛeichen zu erfolgen, wobei jedoch die Anwendung der deuischen Sprache
ulässig ist. Die Postauftragsbriefe müssen frankirt werden, in
Ddeutschland beträgt die Taxe für je 158 20 Pf. nebst einer Ein—
chreibegebüht von 20 Pf. Das Verfahren kann auch zu Protest⸗
rhebungen benutzt werden. Die in Deutschland zu protestirenden
Papiere werden Gerichtsvollziehern oder anderen berechtigten Personen
ibergeben, mit welcher Weitergabe die Obliegenheit der deutschen
Verwaltung dem Absender gegenüber erfüllt ist. Anders in Velgien,
vo die Papiere nach erfolgter Protestirung neben den Protesturkuñden
ind der ausführlichen Kostenrechnung so bald wie möglich an die
eutsche Aufgabeanstalt zurückgesandt worden. Diese siellt die Ur
anden nebst Kostenrechnung dem Auftraggeber zu, und zwar gegen
Finziehung der in der Rechnung angegebenen Kosten des Fraͤmos
ür die zur Uebermittlung des Betrags nach Belgien erforderliche
Bostanweisung. Den Betrag der Kostenrechnung haät die Postanstalt
»urch Postanweisung derjenigen belgischen Postanstalt, welche die
Protestkosten ausgelegt hatte, zu übersenden. Alle Anlagen der
Postaufträge müssen unmittelbar und voll eingelöst werden. Theil—
ahlungen sind unstatthaft.

Marktberichte.

Zweibrücken, 28. Olt. (Fruchtmittelpreis und Viktiualienmarkt.
Beizen 11 M. 26 Pf. Korn 10 M. 41 Pj., Gerfie zweireihige 8 M. 24 P⸗
gierreihige — M. — Pf., Spelz 7 M. 42 Pf. Spelzkern — M. — Ph.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 46 ppf. Hafer 6 M.27 pPf,
irbsen Z3 N. F Pf., Widen — M. — Pf., Kartoffeln 1 M. 80 pf,
)eu 2 M. 85 Pf., Stroh 8 M. 06 Pf., Weißbrod 1N/, Ktilogr. 57 Pf.,
Lornbrod 3 Kilogr. 73 Pf. Gemischtbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 106
ür. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. Il. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.z Butter !/3 Kilogr. IM. 08 Pf.
Wein Liter 80 Pf., Bier 1 Liler 24 Pf.

Homburg, 27. Olt. (Fruchtmittelpreis und Viltualienmarkt.) Weizen
11 M. 44 Vf., Korn 10 M. I6 Pf. Syelikern — M. — Pf. Sbesrn d
        <pb n="688" />
        —Pf., Gerste Z2reihige 07 M. 80 Pf. Gerste 4reihige O M. — Pf. Hafer
s Ms0 Pfr, Mischsrucht 10 M. — Pf. Erbsen — M.— Pf., Wicken
d M. — ppf., Bohnen O M. — Pf. Kleesamnen — M. — Pf., Korn⸗
rode6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Kindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelleisch — Pf. Schweinesleisch
z0 Pf. Butter 1 Pfund O M. 90 Pf. Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 Pif.
Kaiferslauteru, 26. Okt. (sfrruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)

Weizen 11 M. 14 Pf., Korn 10 M. 57 Pf. Spelzktern — M. — Pf. Speli

7 . 37 Pf. Gerste o8 M. 93 Vf., Hafer 6 W. 48 Pf., Erbsen 8 M.

20 Pf., Widen 6 M. 68 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 45 M. 12

Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf. do— 3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod

z Pfund 46 Pᷣfg. Butter per Pfd. 1M. 65 Pf., Eier 1 Stuck 6 Pf. Kar⸗
toffeln per Zent. 1 M. 90 Pf. Stroh 2 Me80 Pf. Heu2 M. 70 Pfg.

Fur die Redaction derantwortlich: F. X. Demes.
— —
— —

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Geschàfts-Eröffnung
Einem geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend theile ich mit,
—EX
⸗
Schuhwaaren-Handlung
in allen Sorten Herren⸗, Damen⸗, Maädchen⸗ und
sKinderStierel sowe 2ntostel errichtet habe ,
— — — —
ind bitte bei Bedarf um gütige Berüchsichtigung.

Die zum Verkauf kommenden Artikel sind von guter Beschaffenheit hin
ichtlich Material &amp; Arbeit und entsprechen einem gauz sol iden Geschmac
ürfen daher in Léeiner WMWeise mit den so0n3—— Seh
bi IIiIgen ia —
AAFS-ALAl VergTichéen werdén- E

Indem ich hoöfl. bine, sch von der Wahrheit meiner Angaben durch einen Besuck
meines Lagers zu uͤberzeugen, sichere ich streug reelle und aufmerkiame Bedienung zu
und zeichne Hochachtend!

50
B. Müller.

55*
2325
—
228
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1

Wissenschaftlich aebrüft u. bequtachtet. PEnSdictinmgr-
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
edictinerkloster stammenden Necept
abrizirt und nur en gros ver⸗

sandt von
). PINGEL in Goͤttingen
(Provinz Hannover.)
Der Benedictiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictiner
wnur aus Bestandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften
wesitzen, die zum Wiederaufbau
eines zerrütteten dahinsiechenden
Körpers unbedingt nöthig find.
Er ist unersetzlich be Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
rhoiden, Nervenleiden, Kränmpfen, Blähungen, Hautaus—
ae (Flechten), Athemnoth, Gicht, äne mu,
Schwächezuständen, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
zelbfarbige Auge, die saffranfarbige Hiut, macht den Geist munter und
frisch, fiellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Göttingen
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Vreis aà Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 8 M. 80 pf.
2 7 — 2 — 660 2 e 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpadung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros
Versandt durch die Fabril. Attest:

Frau Quante, Oberförstersgattin, Marktl am Inn in Oberbahern,
berichtet: Haben Sie die Gute, mir wieder 5 kleine zil. Benediltiner zu
senden. Ich habe schon vielen Leuten denselben empfohlen, da er bei
Magenkrampf x. vortrefflich wirkt. Ein Mädchen, welches Jahre lang an
Magenkrampf litt, der durch kein Mittel zu beseitigen war, ist ebenfall⸗
zurch 2 Stalchen Benediltiner gründlich geheilt tc.

A
—Aꝝ
J Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗
eschwerden, Verdauungsschwäche. Uebelkei
u. s. w.
Preis a FI. co. I50 Gr. Inh. IM.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mtk.
Der einzig achte Benedictiner Doppelkräuter
Magenbitter und Sanct Zermharn Meagenhne von C. Pingel in
hzöttingen ist zu haben in St. Inabert bei Herrn S
Friedrich.

ITrtSABLC-VECMGOEBI.
Sonntag, den 31. Oktober. Abends 8 Uhr in Ober⸗
hauser's Saal
Musikalische
Abendunterhaltung.
Nur Fremde koͤnnen eingeführt werden. Schulpflichtige
dinder dürfen nicht mitgebracht werden.
Vorstand.
Ich wohne jetzt
im obern Stoce
des W. Kahn'schen Hauses in

der Blieskasteler Straße.

Sebamme Eisenhut

(ioa. Bas Liese).
— —
st. harr⸗Sgarbrücker

A *

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach- an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blatt. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
tetjührlich nur 2 M. 50 Pfg.
Fignet sich wegen großer Ver—⸗
breitung vorzüglich für Inserate
eder Art. J —

a
—14000 Marb.

ast verschonkt
s O. σσXX Xô2XäOXÔOäãO ä &amp;ôσXO..——O!

Das von der Massaverwaltung der falliten
„aroßen Britanniasilbersabrite übernommene
Riesenlager, wird wegen eingegangener
grohßen Zablungeverpflisbtungen und gänt

lider säumung der Lotalitäten t
com 75 Procent unter der

schätrzung verkaust
dader also

e E
für unr 14 Mart als kaum der Hälite des
Werthes des bloßen Arbeitslodnes erhal—
man nachstebendes üußerst gediegenes Brt
tanniagsilber; Speiseservice
ι sι ι να αααt
uand wird für das Weißbleiben der Bestec

75 28 Ianre garantirt A

Taselmesser mit vorzuglichen Stablklingen

Recht engiische Vritanniag Silder Gabeln

mafsive Vritannia Silber⸗Speiselöffel,

zseinfte Kritannia⸗Silber-Kaffeelösiel,
schwer. Vritannia Silber⸗Suppenschöpfer
malsiver Britannia Silber⸗ Mil coschopfer
feinst cisellirte Präfentir Tabletts.
vorzügliche Messerleger VritanSilbor.
schöne massive Sierdecdder,

drachtvolle feinste Zuckertassen,

vorzüglicher Pieffer⸗ oder Zuckerbehalter

Tocesciber seinste Sorte,

aesfettvelle Salon⸗Tafelleuchter,

e einste Alabaster Leuchterauffane.
bo Stück.

Aue dier angeführten 00 Stüd Practaegen⸗
kande kosten zusammen blos 14 Mait.
Besteluungen gegen Postvorschuß (Nach⸗
rabme) oder vorheriger Geldeinsendung
werden so lange der Vorratb reicht eflekiutri
nurch die Herren
—
Seneral-Depot der Hrit.Sitber -Fabri heo
VIEA.

A Sunderie von Daukfagungs⸗ und
Anerkennungsbriefen liegen zur öffentlichen
äinsicht in irnferm Burcan auf.

Bei Besteluungen genügt die Adrefle⸗

Segen Gicht, NRheamatismus ꝛc. selbst tu
ganz veralteten Fällen, wird FDros. Dument's
e rheum. Liq.) von vielen
LTausend gl Gehbeilten als ein ziges Aa-
dicaimittei auf's Warmite empfoblen. Erfelg
ründlich. Für de Heilwirkung wird m. od.
— garantirt. Preis 1/, 5l. M. 3, h Gl.
M.3 gegen Voreinsdg oder Nachnabme vow
α
Der heutigen Nummer
unseres Blattes liegt ein Pro⸗
spekt bei, betr: „Ueber katarrha—
lische Erkrankungen der Luftwege
des Menschen und deren raschere
Beseitigung“ von Dr. moed.
Wittlinger, prakt. Arzt in
Trankfurt am Main.

Hanf-Couverts
er 1000 Stück von 3.50 Mk. an
hahen hi α
I Druck und Verlag von F. X. De me ßz in St. Ingbert.
—Glerren fäür unsere BWo st-Abonnenten „Allustrirtes Sonntaasblatte⸗«Nyr. 10
        <pb n="689" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und vas (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1J A 60 H, einschließlich 40 3 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M a

Sonutag, den 31. Oktober

AI880.
Deutsches Reich.

Im deutschen Reichssamt des Innern wird auf Befürwortung
des Reichskanzlers eine besondere Handelsabtheilung errichte
und sollen die betreffenden Stellen bis zur Bewilligung der noth—
wendigen Mittel seitens des Reichstags provisorisch besetzt werden.

Die Berathung des Gesetzentwurfes über die Gewerbesteuer
imm Ausschuß unserer Abgeordnetenkammer schreitet sehr langsam
porwärts. Der wichtige Gegenstand bietet eben sehr viele Schwierig⸗
keiten, doch keine solchen, die unüberwindlich erscheinen, und da bei
den Vertretern der Regierung wie bei allen Mitgliedern des Aus—
chusses das Bestreben besteht, wenn es auch zur Zeit noch nicht
möglich sein sollte eine durchgreifende Reform der Gewerbesteuer
herbeizuführen, doch wenigstens die ——
tände der bisherigen Gewerbesteuergesetzgebung zu beseitigen, so darf
nan den weiteren Berathungen des Ausschusses nicht ohne Hoffnung
auf ein wenigstens verhältnißmäßig günstiges Ergebniß entgegensehen.
Zur Vorberathung des dem Gesetzentwurf angefügten Tarifs beab⸗
sichtigt der Ausschuß eine Subkommission niederzusetzen.

Die Berliner „Nat. Zig.“ (nat.lib.) schreibt: Wie man
hört, ist Bismarck von seiner Absicht, die er noch jüngst der Plauener
handelskammer gegenüber ausgesprochen hat, gaͤnzlich zurückgekom—
men und denkt nicht länger daran, den Volkswirthschaftsraih als
oloße preußische Institution in's Leben trelen zu lassen; vielmehr
vird die neue Körperschaft dem ganzen Reiche zugedacht.

Der preußische Etat für i881/82 weist im Ordinarium
einen Ueberschuß von 14 Millionen Mark auf; dagegen erfordert
das Extraordinarium im Betrag von 42,000,000 Mark außer⸗
ordentliche Deckung. Der große Betrag des Extraordinariums ist
vornehmlich durch den Nothstand und die Ueberschwemmungen her—
veigeführt

betagte Frau des Verurtheilten weinte über das verkündete Todes⸗
urtheil und ein Dabeistehender suchte sie deshalb mit dem Hinweis
zu trösten, in Preußen würden ja die zum Tode Verurtheilten doch
nicht hingerichtet, Kaiser Wilhelm gebe dies so lange er lebe, nicht
mehr zu. Sofort erwiderte die Aue unter nachlassenden Thränen:
„Wann er nit geköppt gift — dann is et gut!“ *

F Neunkirchen. Am Eingang des hiesigen Eisenwerks
st folgendes angeschlagen: „An die Arbeiter. Nachdem die
vor 8 Jahren in hiesiger Gegend aufgetauchte sozialdemokratische
Agitation Dank dem gefunden Sinne der Arbeiter, der Energie der
Urbeitgeber und der allgemeinen Entrüstung, welche die bald daraus
erfolgten verbrecherischen Attentate hervorrufen mußten, nach kurzem
Bestehen ein schnelles Ende fand, tritt dieselbe heute plötzlich wieder
jervor. Das bisher unter angeblich fortschrittlicher Fiema erschei⸗
nende Neunkircher Tageblatt veroffentlicht in seiner heutigen Nummer
ein Gedicht, welches den sozialen Klassenhaß in der aufreizendsten
Art verbreitet und die hier bestehenden Zustände geradezu in. ihr
Begentheil verdreht. Entsprechend den Abmachungen unter den
Arbeitgebern des Saargebieies und des darauf bezüglichen Werksan⸗
chlags vom 6. Juli 1877 find wir nunmehr genoͤthigt, jedem
Arbeiter zu kündigen, welcher von heute ab entweder das Neun⸗
ärcher Tageblatt hält oder verbreitet oder ein Wirthshaus besucht,
in welchem diese Zeitung aufliegt. Neunkirchen, den 27. Oklober
1880. Gebrüder Stumm.““

— Bei der Ziehung der Gewexrbemu seums-Lotterie
vurden außer den bereits gestern mitgetheilten noch folgende Gewinne
gezogen: 1000 M. gew. Nr. 3589, —D——
3319, 86931, 51201, 22798, 26001, 78943, 67316, 783583,
38689, 43110, 44423, 18863, 24457, 29298, 57214; je 50
M. auf Nr. 8110, 4017, 8429, 9917, 22475, 24117, 28785,
38886, 44800, 45754, 17345, 36826 57995, 60111, 65364
8982, 69283, 80423, 82853, 84218, 91912, 95377, 96638.
Der Gewinn von 5000 M. fiel nach ven Kaifersl Bl. auf Nr.
34690.

Der am Mittiwoch in Neu stadt versammelt gewesene
dreisausschuß des pfälz. Feuerwehrverbandes hat an 16 Gemeinden
zusammen 2280 Mark bewilligt für Anschaffung von Ausrüstungs-
Jegenständen. Für im Diensi verunglückte Feuerwehrleute in den
Bemeinden Edenkoben, Rockenhausen, Landau, Ens heim und Weiler-
hach wurde die Gesammt summe bon 339 Mark angewiesen. —
Der Entwurf eines Exercierreglements wird in nächster Zeit an die
Bezirksausschüsse zur Berathung versandt werden, und wird hierüber
in einer im Januar zu berufenden Ausschußsitzung Beschluß gefaßt.
Es wurde konstatirt, daß seit Einführung der neuen Distrikts-Feuer⸗
löschordnung ein wesenilicher Fortschritt auf dem Gebiete des Feuer—
öschwesens in der Pfalz zu verzeich nen ist.

In Nürnberg hat sich eine „Aktiengesellschaft für Er—
bauung billiger Wohnungen und Errichtung von Arbeiterherbergen“
zebildet. Die Höhe des Grundkapitals wird vorläufig auf 120000
Mark festgesetzt und je nach Bedarf erhöht. Die Höhe der Aklien
beträgt je 200 Mark. Die Dividenden sollen nie mehr als 4 pCt.
betragen, die Vorstandschaft (5 Personen) und der Aufsichtsrath
(9 Personen) sollen ihre Funktionen unentgeltlich versehen. Wer
ein Haus erwerben will muß 10 pCt. des Kaufpreises und monat—⸗
iche Abschlagszahlungen von 238 pPCt. desselben leisten; die notarielle
orbri⸗tfung findet oru nach Nerahlung von13 des Kaufpreises Statt

Ausland.

Die „Agence Havas“ meldet aus Nagusa vom 27. Okt.,
der türkische Abgesandte, welcher die Proklamalion mit der
Aufforderung zur Unterwerfung nach Dulcigno überbrachte, sei
ermordet worden. Riza Pascha unterhaͤndle persönlich mit
Montenegro. Die Ermordung des türkischen Abgesandten dürfte die
pforte zu energischen Maßregeln veranlassen. Die Uebergabe Dul—⸗
igno's erfolge voraussichtlich am 1. Rovember. Die englische
Mittelmeer-Rlotte solle auf 18 Schiffe verstärtt werden.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 29. Okt. In der Schöffensitzung
vom 27. djs. kamen folgende Fälle zur Verhandlung: Ein Bursche
von hier wurde wegen zweier Vergehen der Körperverletzung zu
iner Gefängnißstrafe von 4 Monat 21 Tagen verurtheilt. — Ein
Mann von hier erhielt wegen Diebstahl eine Gefängnißstrafe von
‚wei Tagen. — Ein Mann von Rohrbach wurde wegen Berufs—
heleidigung in eine Geldstrafe von 10 Mark verfällt und ein Bettler
erhielt wegen unerlaubtem Bettel eine Haftstrafe von 14 Tagen.
-. Bei zwei durch Frauen von Rohrbach gegenseitig erhobenen
Brivatklagen wegen Beleidigung fand Konpensauon Siatt.

F In den Einlauf der bayerischen Kammer der Abgeordneten
ind nachfolgende Petitionen gelangt: Von der Landauer Volksbank,
Speyerer Vollsbant, Gewerbeban Speyer, Vorschußverein Grünstadt,
Vorschußverein Winnweiler, Volksbank Edenkoben, Vorschuß— und
dreditverein Dürkheim, der Vorschußvereine Kaiferslautern, Kusel,
dandel, Alsenz, Glan-Münchweiler, Zweibrücken, der Volksbank
Frankenthal, dem Vorschußverein Blieskastel, Pirmasens, St. Ingbert,
Obermoschel, Rockenhausen, Konsumverein Kaiserslautern, Ludwigs—
hafen a. Rh., und der Volksbant Neuftadt a. Hdt, welche sämmt⸗
ich die in den Gesetzentwürfen über die Gewerbesteuer und Ein—
ommensteuer enthaltenen Bestimmungen über die Besteuerung der
Genossenschaften betreffen.

f. Vorgestern verurtheilte das Schwurgericht zu Saarbrü—
ken den 73jährigen Ackerer Peter Wegmann von Marpingen
zum Tode. Derselbe hatte seinen Schwiegersohn ohne jede Veran⸗
lassung und in hinterlistiger Weise ersiochen, ohne bisher eine Spur
on Reue über seine abscheuliche That zu zeigen. Uebrigens scheint
die ganze Familie von Herzenshärtigkeil heimefucht is

Dienstesnachrichten.

In Folge Auflösung der Forstwartei Sengscheidt, Forstreviers St. Ingbert,
purde der k. Förster Ph. Schnorr daselbst auf die erledigte Forstwartei
Ruhethal und auf die bei'm Forstrevier St. Ingbert neuerrichtete Forstgehil—
kenstelle der vormalige Forstgehilfe Jul. Remter zu Kaiserslautern versetzt.

Flr die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

GescAsts-Veorlegung.
Mein Geschäft und Wohnung befindel sich voñ jetzt ab
Dercum'schen Hause.
Halte mich bestens empfohlen.
1I. MXIA. Schreiner

m
        <pb n="690" />
        2 2
Licitation.
Mittwoch, den 17. Rovem—
ber nächsthin, Vormittags 10
Uhr zu Reichenbrunnu, Ge⸗
meinde Ensheim, im nachbeschrie⸗
henen Wohnhause,
werden durch den unterzeich⸗
neten Karl Auffschneider, Amts⸗
berweser des kgl. Notars Franz
Sauer in St. Ingbert, die nach—
stehend beschriebenen Liegenschaf⸗
jen, im Banne von Ensheim der
Abiheilung wegen öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
oersteigert:
1. plan Nr. 7551, 2 a 73
qm Fläche, Wohnhaus,
Scheuer, Stall u. Schwein ⸗
stall, und Plan Nr. 7552*,
2 a 73 qm Hofranm, hal⸗
ber Antheil einer ganzen
Fläche von 54 11 qm
gemeinschaftlich mit Besitz
Rr. 366 gelegen zu Rei⸗
chenbrunn neben Peter
Schuhmacher und dem Weg.
Plan Nr. 5912, 41 a
57 qm Acker im Staffel.
Plan Nr. 5918, 1 ha,
38 a 34 qm Acker allda;
Plan Nr. 8951/0, 29 4
30 qm Acker auf dem
Staffel, Plan Nr. 8395 Iuspa
5 a45 qm Acäfer allda.
Plan Nr. 595128, 32 a
3 qm Acker allda;
Plan Nr. 595113, 19 a
76 qm Aas daw UMmso7
Plan Nr. 5951 87, 26 4 4
2 am Ader daelbstz * as tai 183
Plan Nr. 768900 76* —— St. Ingubert v
66 qm Wiese in den großen ibr. Zorn, Apoth. Fh.
Wiesen. Rlincel-
Eigenthümer find: Roniꝗ WilhelmsFelsen-
eoter Vogelgesang, Ackerer quellen in Ems.
eteeee ——
Demetz, Hemdenfabrik,
V Landau i. Pfalz.
Zpezialilut: herrnHemden nath Magah
nach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide-Systemen.

i Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz A 26. -

mit alattem feinem leinen

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bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
kinsaͤßze und Qualität des Stoffes.

Vei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellaänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
an— uren, Eits leiste ich Jecde Ga-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Auprobe ein, und kön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
bon meiner Leiatungafühigkeit über-
zeuagen

n Reichenbrunn, großiähriger
Zohn der daselbst verlebten Ehe⸗
eute Adam Vogelgesang, weiland
Ackerer und dessen ersten Ehefrau
Katharina Abel.

Ii. Maria Vogelgesang, min⸗
derjährige Tochter von Maria
Waͤlle, Wittwe zweiter Ehe des
berlebien Adam Vogelgesang,
velche ihre genannte Mutter zur
hauptvormunderin und Johann
Foseph Betz, pensionirien Berg⸗
nann in St. Ingbert zum Bei⸗
vormunde hat.

St. Ingbert, 80. Okt. 1880

K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Todes⸗Aunzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es
fallen unsere innigst geliebte Tochter
Ida Fieser.
versehen mit den heil. Sterbsakramenten, gestern
wrettag 2 Uhr im 22. Lebensiahre zu sich abzu⸗
ifen.
Inqbert, 30. Oktober 1880.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Beerdigung findet morgen, Sonntag, Nachmit-
nach der Vesper Statt.
— —— —7
Ginladung
zum Beitritte in die Dick⸗Stiftung, den pfälzischen Hilfs⸗
verein für Geisteskranke.
In den nächsten Tagen wird die Subscriptionsliste zur Ein⸗
zeichnung der Mitglieder der Dick⸗Stiftung dahier circulieren.

Die Unlerzeichneten laden zu zahlreicher Betheiligung an diesem
nützlichen und wohlthätigen Unternehmen dringend und ergebenst ein.

St. Ingbert, im Oktober 1880.

Dr. Bartholomae. Custer, Bürgermeister. Dengel, Pfarrer.
Hr. Ehrhardt. König, kgl. Oberamisrichter. G. Kraemer,
Commerzienrath. Krieger, Pfarrer.

—
Sonntag, den 31. Oktober, Abends 8 Uhr in Ober—
qauser's Saal
Musi Zalisceh
Abendunterhaltung.
XNur Fremde können eingeführt werden. Sqhulpflichtige
Kinder dürfen nicht mitgebracht werden.
Der Vorstand.
Kirchweih⸗Samstag, 6 Novem⸗
er, von Abends 7 Uhr ab
OConcert
er bekannten Lebeth'schen Kapelle.
onntag B A L L,
— Anfang 7 Uhr.
tag von 3
bis Un Nr Abends Tanzmusik
Jung und Horst.
Fonig⸗Kräuler⸗ Malz⸗Exlrack
und Caramellen
bon L. H. Pietsoh &amp; 0o.
in Breslau.

Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Eti⸗
quetten steht. — Zu haben in: St. In gbert bei J. Friedrich.
Lungenleiden.

Herren L. H. Pietseh Co. in Breslau.

Auch aͤn mir hat sich Ihr Huste⸗Nicht prächtig bewährt, denn
chon nach dem Gebrauch von 8 ileinen Fläschchen war mein Husten beseitigt.
Da ich aber herz⸗ und lungenleidend bin und auch in dieser Hinsicht Erleich—
crung verspure, so setze ich den Gebrauch ihres Extractes fort. 8

Ihr ergebener

21

3hAnbæ., ewer Lehrer und Cantor.
Ich wohne jetzt
im obern Stocke
W. Kahn'schen Hauses in
Blieskasteler Straße.
Hebamme Eisenhut
ssoo Bas Ließe)

Familien und Lesecirkel— Bibliotb⸗ekon. Hotels. Cafoͤs und Restaurationen.

Italienische Weintrauben
zur Weinbereitung liefert
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Prima⸗Waare billigst und
st zu näherer Auskunft ꝛc.
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Abonnements-Preis vierteliser Mark. — Zu beziehen durch alle Buchbandlungen und Postanstalten.
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Druc und Verlag von F. X. Deme t in St. Ingbert.
Sieru „Rllustrirtes Sonntaasblatt“ —A
        <pb n="691" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementépreis beträgt vierieljährlich

1A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 S Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrift oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.

M 174. Sonntag, den 31. Oktober 1880.

Deutsches Reich.

Im deutschen Reichsamt des Innern wird auf Befürwortung
des Reichskanzlers eine besondere Handelsabtheilung errichtet
und sollen die betreffenden Stellen bis zur Bewilligung der noth—
wendigen Mittel seitens des Reichstags provisorisch besetzt werden.

Die Berathung des Gesetzentwurfes über die Gewerbesteuer
im Ausschuß unserer Abgeordnetenkammer schreitet sehr langsam
vorwärts. Der wichtige Gegenstand bietet eben sehr viele Schwierig-
keiten, doch keine solchen, die unüberwindlich erscheinen, und da bei
den Vertretern der Regierung wie bei allen Mitgliedern des Aus—
ichusses das Bestreben besteht, wenn es auch zur Zeit noch nicht
möglich sein sollte eine durchgreifende Reform der Gewerbesteuer
herbeizuführen, doch wenigstens die wesentlichsten Mängel und Miß—
stände der bisherigen Gewerbesteuergesetzgebung zu beseitigen, so darf
man den weiteren Berathungen des Ausschusses nicht ohne Hoffnung
auf ein wenigstens verhältnißmäßig günstiges Ergebniß entgegensehen.
Zur Vorberathung des dem Gesetzentwurf angefügten Tarifs beab⸗
sichtigt der Ausschuß eine Subkommission niederzusetzen.

Die Berliner „Nat. Ztg.“ (nat.⸗lib.) schreibt: Wie man
hört, ist Bismarck von seiner Absicht, die er noch jüngst der Plauener
Handelskammer gegenüber ausgesprochen hat, gänzlich zurückgekom⸗
men und denkt nicht länger daran, den Volkswirthschaftsrath als
bloße preußische Institution in's Leben treten zu lassen; vielmehr
wird die neue Körperschaft dem ganzen Reiche zugedacht.

Der preußische Etat fuͤr 1881/82 weist im Ordinarium
einen Ueberschuß von 14 Millionen Mark auf; dagegen erfordert
das Extraordinarium im Betrag von 42,000,000 Mark außer—
ordentliche Deckung. Der große Betrag des Extraordinariums ist
bvornehmlich durch den Nothstand und die Ueberschwemmungen her—
heigeführt.
Ausland.

Die „Agence Havas“ meldet aus Ragusa vom 27. Okt.,
der türkische Abgesandte, welcher die Proklamation mit der
Aufforderung zur Unterwerfung nach Duleigno überbrachte, sei
ermordet worden. Riza Pascha unterhandle persönlich mit
Montenegro. Die Ermordung des türkischen Abgesandten dürfte die
Pforte zu energischen Maßregeln veranlassen. Die Uebergabe Dul—⸗
igno's erfolge voraussichtlich am 1. November. Die englische
Mittelmeer⸗Flotte solle auf 18 Schiffe verstärkt werden.
—
Vermischtes.

*St. Ingbert, 29. Okt. In der Schöffensitzung
vom 27. dss. kamen folgende Fälle zur Verhandlung: Ein Bursche
oon hier wurde wegen zweier Vergehen der Körperverletzung zu
einer Gefängnißstrafe von 1 Monat 21 Tagen verurtheilt. — Ein
Mann von hier erhielt wegen Diebstahl eine Gefängnißstrafe von
zwei Tagen. — Ein Mann von Rohrbach wurde wegen Berufs—
beleidigung in eine Geldstrafe von 10 Mark verfällt und ein Bettler
erhielt wegen unerlaubtem Bettel eine Haftstrafe von 14 Tagen.
—. Bei zwei durch Frauen von Rohrbach gegenseitig erhobenen
Privatklagen wegen Beleidigung fand Konpensauon Siatt.

In den Einlauf der bayerischen Kammer der Abgeordneten
sind nachfolgende Petitionen gelangt: Von der Landauer Volksbank,
Speyerer Volksbank, Gewerbebank Speyer, Vorschußverein Grünstadt,
Vorschußverein Winnweiler, Volksbank Edenkoben, Vorschuß— und
Kreditverein Dürkheim, der Vorschußvereine Kaiserslautern, Kusel,
Kandel, Alsenz, Glan⸗Münchweiler, Zweibrücken, der Volksbank
Frankenthal, dem Vorschußverein Blieskastel, Pirmasens, St. Ingbert,
Obermoschel, Rockenhausen, Konsumverein Kaiserslautern, Ludwigs⸗
hafen a. Rh., und der Volksbank Neustadt a. Hdt, welche sämmt—
lich die in den Gesetzentwürfen über die Gewerbesteuer und Ein⸗
tommensteuer enthaltenen Bestimmungen über die Besteuerung der
Genossenschaften betreffen.

Vorgestern verurtheilte das Schwurgericht zu Saarbrü—
chen den 78jährigen Ackerer Peter Wegmann von Marpingen
zum Tode. Derselbe hatte seinen Schwiegersohn ohne jede Veran⸗
lassung und in hinterlistiger Weise ersiochen, ohne bisher eine Spur
bon Reue über seine abscheuliche Thai zu zeigen. Uebrigens scheint
die ganze Familie von Herzenshärtigkeit heimgesucht zu sein. Die

betagte Frau des Verurtheilten weinte über das verkündete Todes⸗
urtheil und ein Dabeistehender suchte sie deshalb mit dem Hinweis
zu trösten, in Preußen würden ja die zum Tode Verurtheilten doch
aicht hingerichtet, Kaiser Wilhelm gebe dies so lange er lebe, nicht
nehr zu. Sofort erwiderte die Alte unter nachlassenden Thränen:
Wann er nit geköppt gift — dann is et gut!“

F Neunkirchen. Am Eingang des hiesigen Eisenwerks
st folgendes angeschlagen: „An die Arbeiter. Nachdem die
vor 83 Jahren in hiesiger Gegend aufgetauchte sozialdemokratische
Agitation Dank dem gefunden Sinne der Arbeiter, der Energie der
Urbeitgeber und der allgemeinen Entrüstung, welche die bald darauf
rfolgten verbrecherischen Attentate hervorrusen mußten, nach kurzem
Bestehen ein schnelles Ende fand, tritt dieselbe heute plötzlich wieder
jervor. Das bisher unter angeblich fortschrittlicher Firma erschei—
iende Neunkircher Tageblatt veroͤffentlicht in seiner heuligen Nummer
ein Gedicht, welches den sozialen Klassenhaß in der aufreizendsten
Art verbreitet und die hier bestehenden Zustände geradezu in ihr
gegentheil verdreht. Entsprechend den Abmachungen unter den
Arbeitgebern des Saargebietes und des darauf bezüglichen Werksan—
chlags vom 6. Juli 1877 sind wir nunmehr genoͤthigt, jedem
Arbeiter zu kündigen, welcher von heute ab entweder das Neun—
ircher Tageblatt hält oder verbreitet oder ein Wirthshaus besucht,
n welchem diese Zeitung aufliegt. Neunkirchen, den 27. Oktober
880. Gebrüder Stumm.“

F Bei der Ziehung de Gewerbemuseums-Lotterie
vurden außer den bereits gestern mitgetheilten noch folgende Gewinne
jezogen: 1000 M. gew. Nr. 3589, je 530 M. gew. Nr. 51577,
13319, 36931, 51201, 22798, 20091, 78943, 67316, 735883.
38689. 48110, 44423, 19863, 24457, 29298, 57214; je 50
M. auf Nr. 8110, 4017, 5429, 9917, 22475, 24117, 287385,
38886, 44800, 45754, 47345, 56826, 57995, 60111, 65364,
538982, 69283, 80423, 82853, 84218, 91912, 95377, 96638.
der Gewinn von 5000 M. fiel nach den Kaisersl. Bl. auf Nr.
34690.

fDer am Mittwoch in Neustadt versammelt gewesene
dreisausschuß des pfälz. Feuerwehrverbandes hat an 16 Gemeinden
usammen 2280 Mark bewilligt für Anschaffung von Ausrüstungs-
segenständen. Für im Dienst verunglückte Feuerwehrleute in den
gemeinden Edenkoben, Rockenhausen, Landau, Ensheim und Weiler⸗
»ach wurde die Gesammtsumme von 339 Mark angewiesen. —
der Entwurf eines Exercierreglements wird in nächster Zeit an die
Bezirksausschüsse zur Berathung versandt werden, und wird hierüber
n einer im Januar zu berufenden Ausschußsitzung Beschluß gefaßt.
ẽs wurde konstatirt, daß seit Einführung der neuen Distrikts-Feuer⸗
oͤschordnung ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiete des Feuer—
öschwesens in der Pfalz zu verzeichnen ist.

fIn Nürnberg hat sich eine „Aktiengesellschaft für Er—
auung billiger Wohnungen und Errichtung von Arbeiterherbergen“
jebildet. Die Höhe des Grundkapitals wird vorläufig auf 120 000
Mark festgesetzt und je nach Bedarf erhöht. Die Höhe der Aktien
jeträgt je 200 Mark. Die Dividenden sollen nie mehr als 4 pCt.
zetragen, die Vorstandschaft (5 Personen) und der Aufsichtsrath
9 Personen) sollen ihre Funktionen unentgeltlich versehen. Wer
ꝛin Haus erwerben will muß 10 pCt. des Kaufpreises und monat⸗
iche Abschlagszahlungen von 33 pCt. desselben leisten; die notarielle
Verbriefung findet erst nach Bezabluna von 18 des Kaufpreises Statt.
Bienstesnachrichten.

In Folge Auflösung der Forstwartei Sengscheidt, Forstreviers St. Ingbert,
wurde der k. Förster Ph. Schnorr daselbst auf die erledigte Forstwartei
Ruhethal und auf die bei'm Forstrevier St. Ingbert neuerrichtete Forstgehil—
fenstelle der vormalige Forstgehilfe Jul. Renter au Kaiserslautern versetzt.

Fuür die Redaction verantwortlich: F. *

—00—
Gescet —te-Vveree u⏑—.
Mein Geschäft und Wohnung befindei sich von jetzt ab
Dercum'schen Hause.
Halte mich bestens empfohlen.
IR. MOMIAM. CSchreiner,

m
        <pb n="692" />
        *22 2*
Licitation.
Mittwoch, den 17. Rovem⸗
ber nächsthin, Vormittags 10
Uhr zu Reichenbrunn, Ge⸗
neinde Ensheim, im nachbeschrie⸗
venen Wohnhause,
werden durch den unterzeich⸗
neten Karl Auffschneider, Amts⸗
verweser des kgl. Notars Franz
Sauer in St. Ingbert, die nach⸗
stehend beschriebenen Liegenschaf⸗
ken, im Banne von Ensheim der
Abtheilung wegen öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
dersteigert:
. Plan Nr. 7551, 2 a 73
jm Fläche, Wohnhaus,
Scheuer, Stall u. Schwein⸗
ttall, und Plan Nr. 7552*,
2 a 73 qm Hofraum, hal⸗
her Antheil einer ganzen
Fläche von 54 11 qm
gemeinschaftlich mit Besitz
Nr. 366 gelegen zu Rei—
henbrunn neben Peter
Schuhmacher und dem Weg.
Plan Nr. 5912, 41 a
57 qm Acker im Staffel.
Plan Nr. 5918, 1 ha,
38 4 34 qm Acker allda;
Plan Nr. 59512/10, 29 a
30 qm Acker auf dem
Staffel, Plan Nr. 3951 134
5a 45 qm Acker allda.
Plan Nr. 595126, 82 a
3 qm Acker allda;
Plan Nr. 5951 18, 19 a
76 qm Acker daselbstz UMSOGT
Plan Nr. 5951/87, 26 a D
24 qm Acker daselbst; * a 8 b J J J n
—AD
os Im Wiese in den großen n
Wiesen. Rlinck.
Figenthümer sind: Köoniꝗ Wilhelms- Pelsen-
Mo⸗ter Roe-anag, Ackerer quellen in Ems.
». Vemetz, Hemdenfabrik,
SLandau i. Pfalz.
Zptzialitüt: Herrn-Hemden nach Maaß
aach deutschen, französischen und amerika⸗
nischen Zuschneide⸗Systemen.

1/1 Dutzd. mit glattem feinem leinen

Einsatz M 26. —

mit glattem feinem leinen

Einsatz A6Bοο. -

bis zu den feinsten Sorten, je nach Wahl der
Einsätze und Qualität des Stoffes.

Bei Bestellungen ist Angabe der Hals⸗ und Brust⸗
Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
genügend.

Für guten Stoff, solide Arbeit und
mus hute Sitz leiste ich jecde Gin-
rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und kön⸗
ien sich daun meine verehrten Abnehmer
⸗on meiner Leistungsfühigkeit über⸗
reugen.

n Reichenbrunn, großjähriger
Zohn der daselbst verlebten Ehe⸗
eute Adam Vogelgesang, weiland
Ackerer und dessen ersten Ehefrau
datharina Abel.

LU. Maria Vogelgesang, min⸗
derjährige Tochter von Maria
Walle, Wittwe zweiter Ehe des
»erlebten Adam Vogelgesang,
velche ihre genannte Mutter zur
dauptvormunderin und Johann
Foseph Betz, pensionirten Berg⸗
nann in St. Ingbert zum Bei⸗
bormunde hat.

St. Ingbert, 80. Okt. 1880.

sK. Auffschneider,
Amtsverweser.

— A —
Todes⸗Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es
fallen unsere innigst geliebte Tochter
3Ida Fieser,
ersehen mit den heil. Sterbsakramenten, gestern
ittag 2 Uhr im 22. Lebensjahre zu sich abzu⸗
m.
Ingbert, 30. Oktober 1880.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet morgen, Sonntag, Nachmit⸗
tags nach der Vesper Statt.
— — — ———⏑ ——— 7— —VV V—

—
xinladung
sum Beitritte in die Dick-Stiftung, den pfälzischen Hilfs⸗
verein für Geisteskranke.

Zur Kirchweihe
empfehle mein Lager in fer⸗
tigen Kleidern, besonders

AF naben⸗Anzüge
von M. 2.30 an.
Ferner Regenschirme
von M. 1.80 an.

M. Haas, Oberstadt.

In den nächsten Tagen wird die Subscriptionsliste zur Ein⸗
eichnung der Mitglieder der Dick-⸗Stiftung dahier circulieren.

Die Unterzeichneten laden zu zahlreicher Betheiligung an diesem
nützlichen und wohlthätigen Unternehmen dringend und ergebenst ein.

St. Ingbert, im Oktober 1880.

Dr. Bartholomae. Custer, Bürgermeister. Dengel, Pfarrer.
Dr. Ehrhardt. König, kgl. Oberamtsrichter. G. Kraemer,
Commerzienrath. Krieger, Pfarrer.

Vereinmn.
Sonntag, den 31. Oktober, Abends 8 Uhr in Ober⸗
hauser's Saal
Musikalisec

yrima Weißmehl
ei Abnahme von 10 Pfund à
88, Zucker per Pfd. 40
mpfiehlt

E. Gottlieb.
Ddie obere Wohnung
n dem Hause des Herrn J.
doevestn ist zu vermiethen.

Abendunterhaltung.
7 Nur Fremde können eingeführt werden. Schulpflichtige
dinder dürfen nicht mitgebracht werden.
Der Vorsland.
Kirchweih⸗Samstag, 6 Novem⸗
ꝛr, von Abends 7 Uhr ab
Concert
er bekannten Lebeth'schen Kapelle.
onntag BAL L,
Anfang 7 Uhr.
Btag von 8
ais I1 Nr Abends Tanzmusik
— Jung und Horst.
honig⸗Krüäuter⸗Malz⸗Exlrack
und Caramellen
von L. H. Pietsch &amp; 0o.
in Breslau.

Nur echt, wenn die vorgedruckte Schutzmarke auf den Eti⸗
quetten steht. — Zu haben in: St. In gbert bei J. Friedrich.
Lungenleiden.

Herren L. II. Pictachi &amp; Co. in Breslau.

Auch an mir hat sich Ihr Huste⸗Nicht prächtig bewährt, denn
schon nach dem Gebrauch von 3 kleinen Fläschchen war mein Husten beseitigt.
Da ich aber herz⸗- und lungenleidend bin und auch in dieser Hinsicht Erleich—
erung verspüre, so setze ich den Gebrauch ihres Extractes fort. 8

Ihr ergebener

ür Familien und Lesecirkel, Bibliotbeken, Hotels, Cafeés und Restaurationen.

nanhbe, emer. Lehrer und Cantor.
Ich wohne jetzt
n obern Siocke
B. —Shn'schen Hauses in
Jlieskasteler Straße.
mme Eisenhut
son Was Liese)

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Italienische Weintrauben
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ist zu näherer Auskunft ꝛc.
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Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

Drnck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 18.
        <pb n="693" />
        St. Inaberker Anzeiger.
der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichf? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt viertelijährlich

A0 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.4 60 H, einichließlich 410 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswäru
mit 14 — fur die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Reclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
Q 175. —

Dienstag, den 2. Rer

1880.

Deutsches Reich.

Muͤnchen, 29. Okt. In hiesigen Hofkreisen verlautet, daß
ich Prinz Ludwig Ferdinand, der älteste Sohn des verstorbenen
Prinzen Adalbert, mit der Infantin Maria Isabella, ältester
Schwester des Königs Alphons XII. von Spanien, verloben werde.

Munchen, 30. Okt. In Abgeordneienkreisen verlautet mit
aller Bestimmtheit, daß die Staatsregierung beabsichtige, der dem—
naͤchst zusammentretenden Kammer ein neues Landtagswahl-Gesetz
vorzulegen.

Miünchen, 80. Okt. Im Steuergesetzgebungsausschuß der
Abgeordnetenkammern kam gestern die Besteuerung der wirthschaft⸗
ichen Genossenschaften, Kredit⸗, Konsum⸗Vereine etc. zur Berathung.
Der Vorschlag der Regierung, diese Vereine zu besteuern, wann sie
in Nichtmitglieder verkaufen und auf Gewinn ausgehen,
wurde aufgenommen.

München. Unser König hat dem General Feldmarschall
rafen v. Moltke zu dessen 80. Geburtstag ebenso wie der
deutsche Kaiser ein eigenhändiges Glückwunschschreiben zugehen lassen.

Wie die „Korr. Hoffmann“ aus München berichtet, ver—
autet in Abgeordnetenkreisen mit aller Bestimmtheit, daß die bayer—
sche Staatsregierung beabsichtige, der demnächst zusammentreten—
den Kammer ein neues Landtagswahlgesetz vorzulegen. Diese
Nachricht kommt einigermaßen überraschend, denn bisher war allge⸗
mein angenommen worden, daß der Landtag erst im Januar ein—
jerufen uͤnd nur Abänderungsvorschläge zum bestehenden Wahlgesetze
den Kammern vorgelegt werden sollten.

In der Bewegung gegenüber den hohen Gerichtskosten
sst es besonders beachtenswerth, daß auch das bayerische Justiz—
ministerium die Gerichtspräsidenten zur Abgabe von Gutachten
zarüber veranlaßt hat. Die betr. Justizstellen sollen sich entschieden
gegen die Höhe der Gerichtskosten ausgesprochen und die allge—
meinen Klagen des rechtssuchenden Publikums bestätigt haben.

Die Präsidentenwahl im preußischen Abgeordnetenhaus
jat ein Vielen unerwartetes Resultat ergeben. Das im vorigen
Jahre mit so vieler Ostentation zu Stande gebrachte klerikal-konser—
dative Bündniß hat für den Augenblick einen Riß erhalten. In
)er Hand der Konservativen lag die Entscheidung, ob Herr v.
deereinan (Zentrum) wiederum als Vizepräsident aus der Wahl
hervorgehen würde. In einer Sitzung der Konservativen soll es
darum zu sehr lebhaften Debatten gekommen sein. Das Resultat
var, daß nahezu ein Drittel der Partei sich entschieden dahin er—
tlärte, Freiherrn v. Heeremaun nicht wieder wählen zu wollen. Und
io ergab denn auch die Wahl als Resultat: v. Köller (konserv.),
Präsident, v. Benda (liberal), J. und Stengel (freikonserv.) L.
Gizeprasident.

Fürft Bismarck will, wie man versichert, als preußischer
Handelsminister die letzten großen Aufgaben dieses Ressorts zur
Crledigung bringen und dann die Handelsangelegenheiten
auch äußerlich zu dem machen, was sie thalsächlich schon längst sind,
nämlich zur Reichssache. Der erste Schritt dazu ist die geplante
Einrichtung einer Abtheilung für Handel und Gewerbe im Reichs—
amte des Innern, aus welcher Abtheilung sich wohl in kurzer Zeit
ein selbstständiges Reichsamt für Handel und Gewerbe entwickeln
vürde. In der That gibt es keinen preußischen Handel mehr,
ondern nur noch einen deutschen, wie denn schon seit mehr als
zehn Jahren die Gesetzgebung in Bezug auf Handel und Gewerbe
den Einzelstaaten entzogen und erst dem Norddeutschen Bunde,
päter dem deutschen Reiche übertragen worden ist. In Ermangel⸗
ung einer die betreffenden Gesetze vorbereitenden Reichsinstanz mußten
alle einschlägigen Entwürfe im preußischen Handelsministerium vor—
dereitet werden, was eben die große Ueberlastung des letzteren und
io viele andere Unzuträglichkeiten herbeiführte, wie sich dieselben in
janz analoger Weise beim preußischen Justizministerium heraus⸗
tellten, welches bis zum Jahre 1874 die Last der Reichsjustizgesetz⸗
gebung zu tragen hatte. Erst 1874 wurde zur Beseitigung dieses
debelstandes im Reichskanzleramt eine Abtheilung für Instizwesen
jeschaffen, welche sich am 1. Januar zu dem selbstständigen Reichs⸗
uustizamte ausdehnte. Einen ähnlichen Entwickelungsgang dürfte

auch die neue Abtheilung für Handel und Gewerbe im Reichsamt
des Innern nehmen.

Wie das „Berl. Tgbl.“ hört, ist die Rückkehr des Fürsten
Hohenlohe auf seinen Pariser Posten jetzt nach seiner Genesung
als bald bevorstehend. In den Kreisen, in welchen die somit in
Aussicht stehende Abreise des Botschafters erörtert wird, verfehlt
man nicht, die verschiedenartigsten Schlüsse daraus zu ziehen, von
denen die meisten dahin gehen, daß sich Fürst Hohenlohe als Ver—
treter Deutschlands in Paris zur Zeit unentbehrlicher erweise, wie
in seiner Stellung als Vertreter des Reichskanzlers.

Ausland.

Wien, 31. Okt. Die hochoffiziöse, Montagsrevue“ signa⸗
isirt den Rücktritt Gladstone's und die Uebernahme
der Premierschaft seitens Lord Hartingtons. —
Des Weiteren erklärt die „Montagsrevue“, Bismarck dürfte
nugenblicklich bereits seine Enutlassung eingereicht haben;
edenfalls sei derselbe aber dazu fest entschlossen. Als Ursache
»erlautet die Intrigue einer den intimeren Hofkreisen angehö—
renden Persönlichkeit und die Meinungsverschiedenheit,
velche an leitender Stelle bezüglich der Besetzung des Postens des
Staatssekretärs des Aeußeren vorliege.

Paris, 31. Okt. Es verlautet, daß zwischen Gambetta
uind dem Ministerium sich eine Wiederannäherung vollzogen
hat. Dieselbe wird für ernst angesehen, so daß man das Fortbe⸗
tehen des Ministeriums für gesichert hält. — Der Kronprinz und
die Kronprinzessin von Dänemark werden am Ende der Woche hier
erwartet. Dieselben werden während des vierzehntägigen Aufent⸗—
haltes im Hotel Bristol Wohnung nehmen.

Die „St. James Gazette“ meldet: Der Gesundheitszu⸗
stand des Zaren ist so prekär, daß er eine Quelle ernster
Besorgnisse für seine Umgebung ist. Der Schlaganfall, der ihn
üngst befiel, soll sein Gehirn angegriffen haben. Die Hoffnung
auf seine Wiedergenesung ist indeß noch nicht aufgegeben. — Eine
Eskorte russischer Offiziere passirte jungst Berlin, in deren Obhut
ich eine Summe von 8 Millionen Rubel befand, welches Geld
dem Privatvermögen des Zaren angehören und für Anlagen im
Auslande bestimmt sein soll.

Riza Pascha verständigte den montenegrinischen Woi⸗
voden Popovic, er müsse die Wiederaufnahme der Verhandlungen
»ertagen, bis er neue Instruktionen aus Konstantinopel erhalten
jabe. 7000 Montenegriner konzentriren sich neuerlich bei Jutor⸗
man, anscheinend in der Absicht, gegen Dulcigno vorzurücken.

Das vom griechischen Ministerpräsidenten Komunduros
in der Abgeordnetenkammer entwickelte politische Programm gipfelt
in der Erklärung, Griechenland werde allein die Beschlüsse der
Mächte durchführen und die Rüstungen in erhöhtem Maß betreiben,
um die aktive Armee ohne die Reserve auf 80. 000 Mann zu
bringen.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 1. Nov. Wie wir hören, ist der Di—⸗
striktsrath des Kantons Blieskastel dem Beschlusse des Distrikts⸗
rathes St. Ingbert, die beiden Kantone St. Ingbert und Blies⸗
kastel in Zukunft zu einem Bauschaffnerbezirke zu vereinigen, den
A

* St. Ingbert. Die von den Aktiven des „Musikvereins“
uind der „Gemüthlichkeit“' am Sonntag Abend veranstaltete Unter⸗
haltung hatte sich eines außerordentlich zahlreichen Besuches zu
erfreuen. Dieselbe ist im Ganzen als sehr gelungen zu bezeichnen.
Ais das Beste des Abends dürfen wir wohl das Flötensolo des
hrn. Schadewitz hervorheben. Das meisterhafte Spiel desselben
erntete denn auch reichen Beifall. Auch die Klavierpiecen und die
Gesänge wurden sehr gut zum Vortrage gebracht und dankbar
aufgenommen. Sehr nett spielte sich besonders das komische Duett
„Der Weinreisender“ ab. Auch der theatralische Theil des Pro—
gramms wurde gut durchgeführt und erregte gar oft das Lachen
der Zuhörer.

SBlieskastel, 29. Okt. Am verflossenen Dienstag
fand dahier unter dem Vorsitze des Hrn. Distrikts schulinspektors
Helfer von Rubenheim die Jahreskonferenz der kath. Lehrer un⸗
        <pb n="694" />
        eres Kantons Statt. Die Konferenzaufgaben, „Auschauungsun-
erricht· und „Dezimalbruchrechnen“ waren von den HH. Roth
und Keßler von Blieskastel recht praktisch behandelt worden.

5 Ormesheim. Zum Lehrer der hiesigen Knabenschule
wurde unter sechs Bewerbern Herr Lehrer Mathis von Kirchmohr
hom Gemeinderathe mit Stimmenmehrheit vorgeschlagen.

m. Aus dem Kantone Waldmohr. Ein Bürger
bon Kübelberg war dieser Tage in einem Acker auf dem Banne
on Schönenberg mit Kartoffelausmachen beschäftigt und stieß dabei
auf eine große Steinplatte, die ihn auch schon öfters beim Pflügen
genirt hane. Er beschloß deßhaib, sie auszugraben; aber als er
die erste gehoben, fand er eine zweite und so ging es weiter.
Bis jetzt hat er ein 4 Meter langes und 8 Meter breites Viereck
hlosgelegt, das durchaus am Rande mit meterhohen Steinplatten
eingefaßl ist. Im Innern dieses Vierecks liegen nun noch Platten,
die bis dato aber noch nicht aufgehoben sind. Eine derselben zeigt
auf ihrer Oberfläche eine halbrunde eingehauene Vertiefung. Auf⸗
allend ist eine Menge Holzkohlen, die man innerhalb des Vierecks
indet. Auch Thonscherben, Nägel und anders geformte Eisentheile
vurden mit ausgegraben. Jedenfalls wäre es angezeigt, daß
Sachkundige sich an Ort und Stelle einfinden, um dem weitern
Ausgraben anzuwohnen, damit anscheinend werthlose, aber für die
Wissenschaft vielleicht sehr werthvolle Gegenstände nicht leichtsinnig
verschleudert werden.

B. Mittelberbach. Am Samstag, 30. Okt., stürzte
der 15 Jahre alte Peter Steinbrecher von Otterberg von der neu—⸗
erbauten Kirche dahier aus einer Höhe von ca. 10 Meter herab.
Frerlilt dabei einen schweren Schenkelbruch, so daß an seinem
Aufkommen gezweifelt wird. Die Bauunternehmer, Gebr. Jakob
imd Karl Massa von Oiterberg haben ihre Arbeiter versichert. Es
ist dies der einzige Unfall, der während des Neubaues der Kirche
bis jetzt zu beklagen ist. Er ereignete sich sonderbarer Weise gerade
in der letzten Stunde, als die Maurer mit ihrer Arbeit fertig wurden
ind schoñ mit dem Zusammenpacken des Geschirres beschäftigt waren.

Im Jahr 1879 waren in der bayerischen Pfalz
2872 Hektar 83 Ar 97 Centa mit Tabak angebaut, welche ein
Zuantum von 84, 158 Zentner lieferten. Im Jahr 1880 sind
n der bayerischen Pfalz angebaut 4606 Hektar 73 Ar 11 Centa,
velche, wenn das 1880er Gewächs nicht im Gewicht schwerer
päre, als die 1879er Waare, die bekanntlich sehr leicht ist, ein
Zuantum von 134,974 Centner ergeben würde; da nun aber die
[880er Tabake an Gewicht schwerer fallen, so darf das im Ernte—
ahr 1880 gewachsene Quantum mit Ruhe auf 160,000 Z3tr. an⸗
genommen werden. Eben so viel liefert das Elsaß und in dem—
elben Verhältniß ergibt die Ernte in Baden und Hessen ein
hedeutendes Mehrquantum gegen das letzte Jahr.

4 Laut einer von Finanzminister v. NRiedel kürzlich im Steuer—
ausschuß der bayer. Abg.⸗Kammer gemachten Mittheilung hat sich
on 1847—77 der Handwerksbetrieb in Bay eren nur um 34
pCt., dagegen in der gleichen Zeit das Wirthschaftsgewerbe um
32 pCct. und die Handelsgeschäfte haben sich gar um 224 pCt.
zermehrt, letztere noch dazu in einer wesentlich kürzern Zeit.

4Zwischen der Stadtgemeinde Otter berg und Dr. Gold⸗
juß daselbst, welchem das Landgericht auf die Dauer seiner dortigen
irzilichen Praxis eine jährliche Sustentation aus der Gemeindekasse
on 300 fl. zugesprochen hatte, wurde ein Vergleich dahin abge⸗
schlossen, daß die Stadt den ihr vom kgl. Landgericht zugesprochenen
Theil der Kosten sowie die Zahlung der bis heute rückständigen
Suͤstentationsbeiträge übernimmt, waͤhrend Dr. Goldfluß mit einer
Sustentation im Betrag von 200 M., und zwar auf die Dauer
der nächsten zwei Jahre, sich begnügt und auf alle weitere Ent—
schädigung seitens der Stadtgemeinde verzichtet. Die Entschädig—
mgsklage auf alle der Stadt aus dem Prozeß und seiner Bei—
egung entstandenen Nachtheile hat sich der Stadtrath gegen den
crüͤheren Bürgermeister Mapyer vorbehalten.

rKaiserslaurern. (Gewerbemuseums-⸗Lotterie.) Weiter
ielen Gewinne von je 1000 M. auf Nr. 8240, 9844 und 23133
e 100 M. auf Nr. 31755, 44115 und 94021; je 50 M. aus
r. 1571, 4949, 53314, 9847, 23355 830368, 48392, 71800,
77404 und 94274.

F Rach einer Meldung der „Pf. Pr.“ aus Kaiserslautern soll
die Verlegung des Hauptzollamtes nach Landau definitiv be—
chlossen sein.

FIn Folge des Regenwetters der letzten Tage treten Bäche
ind Flüsse aus ihren Ufern. Der Rhein ist fortwährend im Stei—
jen und seine Anwohner sind von der Gefahr einer Ueberschwemm—
ing stark bedroht.

FDie Albanesen im Saarthale. Zwischen Her⸗
zitzheim und Weidesheim, beim Zusammenfluß der Saar und der
zigel, hart über der Eigelbrücke und dem Grenzsteine, welcher Elsaß
„on Loihringen scheidet, erhebt sich wie eine Schanze ein bewal—
deter Hügel, im Volksmunde Schloßwald oder Redoutenhübel ge⸗
riannt. Zwischen dem steilen Abhange und dem elsässischen Ufer
»es Eigelballs hat man neulich Gerippe herausgegraben. Dort
ämpfte im Bauernkriege die Avantgarde der elsässischen Bauern
nit den von Johann von Brubach, Vogt von Saargemünd, ge—
leiteten lothringischen Reitern. Auf dem evangelischen Kirchhofe zu
Zerbitzheim ist ein von einem alten steinernen Kreuze und von
zrächtigen Bäumen beschatteter und dennoch verrufener Winkel,
velcher das Kriegerloch heißt. Dort lieger die Gebeine mehrere
Meter hoch über einander geschichtet. Neulich grub ein Schüler
inter der Mauer Knochen heraus, welche noch die Fetzen eines
grünen Wammses und eines starken Lederzeuges trugen. Auf einem
netallenen Knopfe konnte man eine Inschrift, etwa wie CONDODI,
lesen. Das Volk hat den Namen Griechenloch in Kriegerloch ver⸗
vandelt. Es weiß nicht mehr, ob die Gebeine von Römern oder
von Schweden herrühren; es weiß aber, daß die Verscharrten Feinde,
Verrufene, Andersgläubige waren. Das waren nämlich die Turkos
des sechzehnten Jahrhunderts, die Albanesen, welche die Republik
Benedig uͤnter dem Namen Griechen oder Stratioten angeworben
ind später an Frankreich abgegeben hatte. Herzog Anton von
Lothringen nahm die wilden Banden in seinen Sold, um sie gegen
die elsässischen Bauern zu führen. Die Unholde, welche die Kirchen
erbrannten, die Gefangenen abschlachteten und die elsässischen
Frauen und Mädchen fortschleppten, waren keine Lothringer. sondern
Albanesen.

F'Die Oberammergauer haben vor eilichen Tagen
hre Rechnung abgeschlossen. Die Einnahmen für das Passions—
spiel betrugen, wie der „Fr. Z.“ mitgetheilt wird, im Ganzen
250, 000 M. Davon kommen für Kosten und Gemeindezwecke in
AAbzug 130,000 M. Die noch verbleibenden 120,000 M. ge—
anaäten unter die Mitwirkenden zur Vertheilung.
Dienstesnachrichten.

Dem protest. Pfarrer Schlarb in Gerolsheim wurde die allerhöhste
Bewilligung zur Uebernahme einer vprotelt. Pfarrstelle in Worms bei Odessn
n Suüdrußland ertheilt.

Auf Dienstvertrag wurde v rliehen der Posterpeditionsdienst zu Ens—
Je imm dem Militärbewerber und Gendarmerie⸗Wachtmeister J. Bößer in
Bergrzabern.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Demek.
————— — — —
„Zu den guten Kalendern darf auch „Der Vetter vom Rhein“
gerechnet werden, der seine Wanderschaft zum dritten Male antritt.
kr bringt uns heitere und ernste Erzählungen und greift dabei
recht in das Leben hinein. Neben ansprechenden Gedichten finden
vit lustige Schnurren und außerdem sehr praktische Beigaben. Die
Ausstattung ist vorzüglich und der Preis im Vergleich zu dem
Hebotenen“ billig. Wir wünschen dem „Vetter“ Glück zu seiner
Wanderung.“ (Rhein⸗ und Neckarzeituna, Mannbeim.)

αιαα

—

Zur Kirchweihe
mpfehle mein Lager in fer⸗
tigen Kleidern, besonders
Knaben⸗Anzüge

von M. 2.30 an.
Ferner NRegenschürme

von M. 1. 30 an.

M. KHaas. Oberstadt.

Kirchweih St. Ingbert.
Sonn“von 3 Ulhr ab

Franlfurt a. —
leltestes Annoncen⸗Burear
Nergeiemn

Voglor

dus Ic.

Montags wird von 1 Uhr ab im freien Felde ein
Zammel und eine —— — In Vd Uhr ab
mn Saale. Dienstag Mittag von
Tanzmusik uhe on. ⸗ ⸗
ßammel- und Ziegenessen mit Beilagen.

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ind Har monie-Mirisi Ix ausgeführt von der Zweibrücker
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Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.

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zu baben bei F. X. Sametz.
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        —
8
*

—
2
J—

⸗
2
—5538
3
83 58 A
3
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2 3253 8 8 —
525 53 — 2235
3538 * —223 —
—33553 28 ——
S ——— 2 — 55 *
—— — 52 — 5 722 — 8
5*8 8* —A S ag — *1 —
55 533885 38 323 7
255 3355 B7. I 7
2535 733 5688 355 8
2* e— — 532 332 38 —
2235 —e— * 528 2 2 X 54 — —53
— 535 —8 * 2 ——2 25 23 582 58 58
23 —*— 8.— — —5535. 2* 338 J
55 355 3253 * 59 * 3333 25
⸗est 83 — * 2 8*55 * 8* — —
— 3233883 — —5 28 — 8 8
— — 255 8 —2 ———— 3 2. —— 3
8 ———— * r 5533 77*3 233 J——
5 —X 88 2* 9* *
S — 523 3535* 3288* 2 ——— — — 233 —A—
8 —A — *2.58 2 238 5 5 — 5 * 50* 385 —
— 5385 ———— 38338 — —A 8 53352 —
* 358 3255 35 2 * 3 2 ——— 35 — 3— —
—A 3 5 2 — — 22 8 P 25355 — 5655 — 8 —323—
592 38 — — —577 73535 — — S 3 2 55 5255
25525 ———— 3* 25533 333 2555 58353 * 3 —
* — —— *2518* * 8 3 55 53838 553 —
2 *— 5 — — 9 2 — — —— —— 55
* 22 —— . — 2 — 8* 2 3559 53523857 3 —
2 — —ẽ —A — 2 38 33 * — —54323 *5
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5 555 13853383 752528 373
55 553 c3 * 3 5*3. * 5*
*3383— —A * 5573* 324
53 2 2 F 5 3. 25. 553 3 *
2* —A 3. * 3. 2 25
5 5883 7 * 3253332 34
—A—— w. J 4553354 3
7* A — 3 * 73 583 52
—55 537 7383 2355333 333
* 2 * * * 2* — *2335283 3 d
— 33 332 2. 8 * * .
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J

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        <pb n="697" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlscheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvpreis beträgt vierteljahrlich

A6 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen JI A0 60 , einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärit
mit 15 — fur die viergeipaltene Zeile Blattschrit oder deren Naum, Reclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
As 176.

Donnerstag, den 4. November 1880.
CCM-
an
Deutsches Reich.

München. Die Landräthe aller Regierungsbezirke
sollen auf Montag den 6. Dezember einberufen werden.

Die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt die Meldung der
Wiener Montagsrevue, daß der Reichskanzler seine Entlassung
zefordert habe oder zu fordern gedenke, als jeglicher Begründung
entbehrend.

Es bestätigt sich vollkommen, daß die Reichsregierung damit
umgeht, dem Bundesrath und Reichstag ein GSesetz über die
Trunkjncht vorzulegen. Ueber Inhalt und Umfang des Ge⸗
jetzes kann um so weniger etwas bekannt sein, als die Arbeiten
ich augenblicklich zumeist nur auf Erhebungen über einschlägige
Verhältnisse in den verschiedenen Bundesstaaten beziehen, womit
nan übrigens seit längerer Zeit nach verschiedenen Richtungen hin
ingelegentlich beschäftigt ist.

Aus den Zollen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern hat
die Reichskafse in dem Halbjahr vom 1. April bis 80. Sep⸗
sember 1880, nach Abzug der Verwaltungskosten und Bonifika—
fionen, eingenommen 170,209,198 M. (d. h. 2,866,231 M.
weniger als in dem gleichen Zeitraum des Jahres 1879). Die
Zölle allein ertrugen 76 Millionen, fast 5 Millionen weniger als
nn dem gleichen Zeitraum des Jahres 1879; hiergegen ertrug die
kübenzuckersteuer 3,371,629 Mark mehr, nämlich 51,868,720 M.

Der vormalige Oberpräsident von Elsaß-Lothringen v. Möller
Vorgänger Manteuffels in Straßburg) ist zu Kaffel an einer
Lungenentzündung gestorben.

Ausland.

Von dem durch ein Wiener Blatt gemeldeten angeblichen Rück—
tritt Gladstone's von dem Posten des euglischeu Premier-⸗Ministers
zu Gunsten Hartington's) ist wie aus London gemeldet wird,
daselbst durchaus nichts bekannt. Selbst gerüchtweise hat von einer
derartigen Kabinetsänderung nichts verlautet. Die Wiener Meldung
ist daher als gänzlich unbegründet anzusehen.

Duleigno ist immer noch nicht in den Händen der Mon—
enegriner. Die dortigen Aufständischen leisten den türkischen
Truppen, welche die Besetzung des Platzes vornehmen sollen, um
ihn alsdann an die Montenegriner auszuliefern, anscheinend ernst⸗
lichen Widerstand.

Aus New-Nork eingelaufenen Nachrichten zufolge ist die
Wahl der republikanischen Kandidaten Garfield zum Präsidenten
und Arthur zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten als ent⸗
chieden anzusehen.

eingehender Diskussion über den Gegenstand, bei welcher ausdrück—
lich von jeder Bezugnahme auf die politische Richtung des Blattes
Abstand genommen wurde, gelangte das Komite einstimmig zu der
leberzeugung, daß genanntes Blatt mit Veröffentlichung fraglichen
Bedichtes zweifellos in einer den Frieden und das gute Einver—
iehmen zwischen Arbeiter und Arbeitgeber bedrohenden Weise in
ozialdemokratische Agitationen eingetreten ist, und daß somit für
die Arbeitgeber des Saargebiets die Nothwendigkeit entsteht, nach
Maßgabe der in der Versammlung vom 6. Juli 1877 gefaßten
Beschlüsse gegen das in Rede stehende Blatt die vorgefehenen Maß—
egeln zu ergreifen. Ein dem Beispiel der Firma Gebrüder Stumm
entsprechendes Vorgehen sämmtlicher Arbeitgeber des Saargebietes,
usbesondere der kgl. Bergwerks-Direktion und der kgl. Eisenbahn⸗
Zerwaltung, steht somit unmittelbar bevor und ist theilweise bereits
iingeleitet.

F In Zweibrücken ist unter zahlreicher Theilnahme ein
Verein zum Ausbau der protestantischen Alexander⸗Kirche gegründet
worden.

F Aus Neunkirchen wird der „Pf. Post“ ein Vorkomm—
aiß berichtet, das für die Betheiligten leicht hätte sehr fatal werden
fönnen. Vom 21, bis 22. Oktober arbeiteten in einem „Ort“
des Kohlenbergwerkes Ziehwald fünf Bergleute. Da einer außer—⸗
jalb noch etwas zu verrichten hatte, ging er heraus. Aber kaum
var dieses geschehen, so stürzte eine große Strecke des Stollens zu⸗
ammen und versperrte den übrigen vier den Ausgang. Als man
iun den Stollen wieder fahrbar machte, stellte sich heraus, daß
zieses nicht so leicht und schnell gehe, da in Folge des Regenwetters
mmer wieder neuer Schutt nachrutschte. Man grub nun von außen
einen Schacht, der hinterhalb des Zusammenrutsches in den Stollen
nünden sollte. Die Vermessung erwies sich dann auch als ganz
genau. Schon am 23. Abends war der Schacht durchschlagen, 14
Meter tief. Tag und Nacht war aber auch mit Aufbietung aller
Kräfte daran gearbeitet worden. Die vier Bergleute waren noch
am Leben, hatten aber ziemlich gelitten, da sie schon längere Zeit
bis unter die Arme im Wasser stehen mußten.

F Der Haupttreffer der Gewerbemuseums-Lotterie von
30,000 Mark soll einem Handlungsgehilfen Namens Späth, im
Geschäft von Kanfmann Simson in Passau, zugefallen sein.

Gewerbemuseumslotterie) Der zweite Haupttreffer
don 12,000 Mark fiel auf Nr. 35,768; ferner fielen 100 M.
auf Nr. 47491; je 50 M. auf Nr. 17372, 60162, 56462,
84655, 70351, 91143, 48180, 37,032, 66679, 28690, 32521
36041, 77780, 766683.

x Ueber die Kaiserslauterer Gewerbemuseumslotterie bringt
die „Pf. Post“ folgende Mittheilung: Wie man hört, wird fuͤr
das Gewerbemuseum bei der Lotterie höchstens die Summe von
70-80, 000 M. herausspringen, die schon verwendet sein sollen.
Abgegangen sind von 100,000 Loosen etwa 65,000, für 15,000
nüssen die Garantiezeichner aufkommen und 20,000 bleiben übrig.
Man spricht schon von einer zweiten billigeren Klassenlotterie, um
die Vollendung des Museums zu ermöglichen.

— Der demokratischen Volkspartei der Pfalz ist am Sonntag
n Rockenhausen ein Fiasko bereitet worden. Ihre Wort—
ührer hatten dahin eine Versammlung „freiheitlich gesinnter Männer“
zusgeschrieben, um durch Hrn. Leopold Sonnemann, den Eigen⸗
thümer der „Frankfurter Zeitung“, mittelst einer Rede desselben
ür ihre, die Umwandlung Deutschlands in eine Repubilik anstrebende
Richtung Propaganda machen zu lassen. Nun fanden sich aber

hei der Versammlung weit mehr Anhänger der nationalliberalen
Richtung ein, als Demokraten (die Zahl der letzteren betrug ca. 25),
und jene verlangten die Wahl eines besonderen Bureaus für die
Versammlung an Stelle derjenigen Herren, von denen die Einlad⸗
ung ausgegangen war und setzten Dies auch trotz des Protestes
der Gegner durch. Darauf ging der Vorsitz von Hrn. Hohle an
hrn. Anwalt Neumayer von Kaiserslautern über. Nach diesem
Vorspiel hielt Ht. Sonnemann eine längere Rede nach demokra—
ischem Zuschnitt. Sachgemäß erwidert wurde demselben von ver⸗
chiedenen Herrn, besonders von Anwalt Groß (Kaiserslautern).

VTermices.

*St. Ingbert, 3. Nov. In der heutigen Schöffen—
itzung kamen folgende Fälle zur Verhandlung: Ein Mann von
zier wurde wegen Körperverletzung zu einer Gefängnißstrafe von
acht, sowie dessen beiden Söhne wegen desselben Reates zu zwei
resp. einem Tag Gefängniß verurtheilt. — Ein Mann von Ober—
würzbach erhielt wegen ähnlichen Vergehens eine Geldstrafe von
3 M. — Zwei Männer von hier wurden wegen Berufsbeleidig—
ing und thätlichen Angriffs zu einer Gesammtgefängnißstrafe von
e 30 Tagen verurtheilt. — Ein Bursche von Niederwürzbach
wurde wegen Unterschlagung mit einer Geldstrafe von 3 M. belegt.
— Ein Handwerksbursche aus München wurde wegen Bettel,
Landstreicherei, Unfug und Gebrauchs falscher Legitimationspapiere
zu einer Haftstrafe von 68 Tagen verurtheilt.

F Das k. prot. Konsistorium hat in Folge des von dem Or⸗
zanisten Lützel in Zweibrücken erlassenen Aufrufes zur Bildung
ꝛines Evangelischen Kirchengesangvereins sich veranlaßt gesehen,
urch einen generellen Erlaß die Aufmerksamkeit der prot. Geistlichen
der Pfalz auf jenen Verein zu richten und für eine recht wirk—
ame Betheiligung an der Gründung und Pflege desselben auf das
Wärmste einzuladen.

FDas Komite der vereinigten Arbeitgeber des gesammten
Saargebiets trat, wie die „Saar- u. Bl.-gtg.“ meldet, am 1.
sovember in Saarbrücken zusammen, um gegenüber dem
Reunkircher Tageblatt“ mit Rücksicht auf das von demselben ver⸗
zffentlichte Gedicht ‚Der alte Arbeiter“ Stellung zu nehmen. Nach
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        Finer dieser Herrn schloß mit der Aufforderung zu einem dreifachen
Hoch auf „Kaiser und Heich“, in welches fast die ganze Versamm⸗
sung begeistert einstimmte. Hr. Sonnemann ließ darauf ein Hoch
nuf das freie deutsche Vaterland“ folgen. Nachdem alsdann der
Vorsitzende für die würdige Haltung der Versammlung gedankt hatte,
wurde von liberaler Seite nachstehende Resolution beantragt:

„Die Volksversammlung in Rockenhausen erklärt, daß sie auf
dem Standpunkte, den die freisinnige Partei bisher eingenommen
hat, verharren will, daß sie unier ganz positiver Festhaltung aller
freiheitlichen Tendenzen sich gegen die Bestrebungen der demokra⸗
ischen Partei ausspricht, weil sie dieselben als gegen die heutige
Heftaltung des deutschen Reiches und dessen Machtstellung nach
Außen gerichtet betrachten muß!“

Die Herren Demokraten verließen auf diesen Vorschlag hin
das Lokal und räumten so ihren Gegnern das Feld. Die Ver⸗
ammlung ertheilte alsdann der Resolution einmüthig ihre Zu—
timmung. In der Versammlung war namentlich auch die Land—
hevolkerung der Alsenzgegend stark vertreten. Ob Hr. Sonnemann
nach dieser Erfahrung sein demokratisches Licht in der Vfalz noch
weiler wird leuchten lassen?

4Der Eisenbahnverkehr über die Schiffbrücken bei Speyer
und Maximiliansau mußte wegen des Hochwassers in den
letzten Tagen eingestellt werden. Die beiden Brücken wurden ab—

gefahren. (Da inzwischen das Wasser rasch zu fallen begonnen
hat, wird der Vahnverkehr wohl wieder in Gang sein.)

4 Se. Maj. der König ist am frühen Morgen des 1. Nov.
zu einem Aufenthalte von ca. 10 Tagen im besten Wohlsein in
München angelangt.

In Saargemünd ist an 3 Pferden das Vorhandensein
der Rotzkrankheit konstatirt worden.

PIn Pleidesheim vertauschte ein Bürger den Ertrag
bon cu. 10 Ar Weinberg für — 1000 Schuhnägel.

Der Kassier der Gewerbebank Weil derstadt (Würt—
emberg) ist kürzlich nach Anmeldung seiner Insolvenz mit Hinter⸗
assung von auf die Vank gezogenen gefälschten Wechseln von
70,000 Mark entwichen.

— Ein seltener Unglücksfall ereignete sich an der Nor⸗
fo lter Küste. Das Reitungsboot, welches zur Rettung eines sinken⸗
den Schiffes ausfuhr, schlug um. wobei eif Mann das Leben
perloren.
Dienstesnachrichten.
Der israel. Lehrer J. Berg von B lieskastel wurde zum Lehrer an
der istael. Schule zu Essingen vom J. Nov. an ernannt.
Hechtskandidat Karl Althön in Kaiserslautern ist als Praktikant an
ver kgl. Regierung, Kammer des Innern in Speyer einberufen worden.
Fuͤr die Redaction verantwortlich: F. X. Deme v.

Bekanntmachung.

Der Pfad durch die Wiese
des Kohlenexpedienten Jolas
ind Angrenzer im Ruhbachthale,
welcher von der Schürer-Ziegel⸗
hütte auf den Weg von Alten⸗
—
als Faulpfad bezeichnet und
berboten, welches mit dem Be—
merken bekannt gemacht wird,
daß allenfallsige Einwendungen
nnerhalb 14 Tagen bei dem
unterfertigten Amte anzubringen
sind.

St. Ingbert, 2. Nov. 1880.
Das Bürgermeisteramt
Enster.

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Pfaͤlzische Aus⸗
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Gewinne von 300

Beitrag 3 Mñ
Auf 100 Loose ein Gewinn.
Ziehung im Dezember. Schluß
der Anmeldungen 15. November.

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wontag, 8. November
Jahrmarkt
in DAr. Inabert.

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macherei noch ein

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den Schoppen zu 20 Pfennig.
Gebr. Becker.

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ind Kinder errichtet habe.

Auch halte ich eder-Lager in;: Sohlleder,
nindsleder, echt franz. Kalbleder ohne Kopf, echt franz. Crou—
jom, Bockleder, Kittleder und Lackleder, welche im Ausschnitt zu
illigen Preisen verkaufe. Ferner

Es5qhäfte in allen Sorte
ür Herren, Damen, Mädchen und Kinder: auch werden Schäfte
zach Wunsch angefertigt.

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achlich eine gute nennen darf, so erlaube mir Sie zu einem
Zesuche meines Geschäftes höfl. einzuladen, um sich von der Güte
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zeickne Mit aller Hochachtung

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— 58 555832 —5—888 3338335 32
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3 7 —8 —A —A —— * 33— 532 535235 — 2 — *
282* 722 535— —88 252 —«572 523532 S2-SEX
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        Sl. Angberter Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

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Samstag, den 6. Noven ber

1880.
Deutsches Reich.

München, 4. Nov. Von dem neu zu errichtenden 18.
Infanterie⸗-Regiment kommen zwei Bataillone mit dem Stab nach
Landau, ein Bataillon nach Zweibrücken. (Das Zweibrücker Jäger⸗
bataillon soll nach Aschaffenburg kommen, die zwei zur Zeit in
Landau liegenden Bataillone gleichfalls in's rechtsrheinische Bayern
zurückkehren. Die Verlegung erfolgt am 1. April 1881.)

Daß der neue Gesandte Bayerns am Berliner Hofe,
Graf Lerchenfeld, noch nicht zum Mitglied des Bundes raths
ernannt ist, hat nach der „Allg. Ztg.“ seinen Grund lediglich in
dem Umstande, daß die Ernennung des Grafen Lerchenfeld zum
Gesandten in Berlin zur Zeit noch nicht formell vollzogen ist, so
daß auch seine Ernennung zum Bevollmächtigten beim Bundesrathe
hbisher noch nicht erfolgen konnte. Beide Ernennungen werden in⸗
dessen jenem Blatt zufolge in kürzester Zeit zu gewärtigen sein.

Die „Deutsche Landesztg.“, das Organ der preußischen
Agrarier, spricht sich für eine Erhöhung der Getreide⸗
zölle aus.

Die „Nordd. Allgem. Zeitung“ erklärt die Angabe einiger
Zeitungen, daß Fürst Bismarck das preußische Handelsministerium
wieder abgeben wolle, weil er sich überzeugt habe, daß die Geschäfte
desselben mit seinen sonstigen Aufgaben nicht verträglich seien, für
irrthümlich und unrichtig. Im Gegentheil erfährt das Blatt aus
sicherer Quelle, der Reichskanzler erblickte nach wie vor eine Er—
leichterung seiner Gesammtaufgabe darin, daß er die Leitung des
Handelsministeriums in Händen habe, und sei entschlossen, dieselbe,
so viel an ihm liege, zu behalten. Die Veranlassung dazu, daß
er für jetzt eine Verminderung seiner Geschäfte durch theilweise Ver—

tretung gewünscht habe, liege in einem hoffentlich bald vorüber—
gehenden Unwohlsein, welches ihn in vergangener Woche befallen
habe. Er hoffe, sobald es seine Gesundheit erlaube, die Arbeiten,
namentlich die Vorbereitungen für die Reichsgesetzgebung, bald
vieder aufzunehmen.

Das von dem Reichskanzler zur Vorlegung an den Bundes—
rath in Aussicht genommene Gesetz über die Trunksucht
jat Veranlassung zu Erhebungen in den einzelnen Bundesstaaten
gegeben, deren Resultat für den betreffenden Gesetzentwurf nutzbar
zemacht werden soll. Vor der Hand lehnt sich der Entwurf an die
Forderungen an, welche in den Beschlüssen der ersten ordentlichen

Heneralsynode und in einer Petition vom Rhein aus der vorjährigen
Reichstagssession niedergelegt sind. Danach soll es nicht bei der
Bestimmung des 8 361 des Strafgesetzbuches sein Bewenden haben,
velcher die durch Trunksucht bewirkie Unfähigkeit, für den eigenen
ilnterhalt bezw. für den Unterhalt der dazu gesetzlich berechtigten
Familienmitglieder zu sorgen, mit Haftstrafe bedroht. Es soll viel⸗
mehr die gewohnheitsmäßige Trunksucht mit Stellung unter Kuratel
belegt werden können und auch eine Strafe für die Verkäufer geistiger
Getränke an Betrunkene oder notorische Trunkenbolde statuirt werden.
Weitergehende Forderungen verlangen auch, Trunkenheit als Moment
der Strafverschärfung bei Vergehen und Verbrechen in Ansatz zu
bringen. Jedenfalls würde sich ein Gesetz über die Trunksucht ein—
ach als nichts Anderes denn als eine Revision des Strasgesetzbuches
arstellen.

schenmassen gehindert und aufreizende Reden gegen Diejenigen ge⸗
jalten, welche den Pachtzins bezahlten und leerstehende Pachtguter
vachteten. — In der Grafschaft Cork wird die Polizei verstärkt.

Die letzten Nachrichten aus Griechenland lauten außer⸗
ordentlich kriegerisch. Nach einer Meldung der „Daily News“ aus
Athen wäre ein Krieg zwischen Griechenland und der Türkei um—
dermeidlich, falls die Großmächte nicht die Türkei zur Herausgabe
von Thefsalien und Epirus zwingen. Bekanntlich haben aber die
neisten Großmächte dazu keine Lust und so müßte es denn zum
kriege kommen, wenn nicht der überschäumenden Begeisterung der
Zellenen noch ein Dämpfer aufgesetzt wird. Ob die edlen Griechen
nicht am Ende gar darauf warien, ähnlich jenem Manne, der bei
»inem Streite seinen Freunden zurief: „Haltet mich, oder ich bringe
hn um!“ Daß übrigens die deutsche Regierung den dortigen Vor⸗
zängen die größte Aufmerksamkeit schenkt, geht daraus hervor, daß
»er stellvertretende Botschafter in Paris, Graf Radowitz, den Befehl
rrhielt, sosort nach Athen abzureisen. Diese ganz unverhoffte Abreise
des Grafen Radowitz, sowie der Umstand, daß die deutjche Botschaft
in Paris bis zur Wiederherstellung des Fürsten Hohenlohe vielleicht
auf Wochen einem zweiten Sekretaär zur Führung überlassen wird,
deutet klar genug an, daß man den Griechen auf die deutlichste
Weise zu erklären bereit ist, daß die Gladstone'sche Politik im Orient
auf den Widerstand Deutschlands und wohl auch Oesterreichs stoßen
werde.

—
Die Wahlberichte derjenigen Staaten, wo das Wahlresultat als
weifelhaft galt, konstatiren ebenfalls den Sieg der Republikaner.
Harfield verfügt in New-NYork, Maine und Connecticut allein,
elbst wenn in den übrigen Staaten die Demokraten siegen sollten,
inter allen Umständen über 192 Wahlstimmen. Die Wahl Gar—
ields ist demnach durchaus als sicher zu betrachten, da nur 185
Stimmen erforderlich sind. Der „New-PYork Herald“ berechnet die
Wahlstimmen Garfields auf 202. Die demokratischen Journale
äumen ein, daß die demokratische Partei unterlegen ist. Die
„New-York Wrold“ bezeichnet die Wahl Garfields als die that—
ächliche Wiederwahl Grants.

DVermischtes.

Der ständige Ausschuß der pfäl zisch en Generalsynode
ist auf den 22. November nächsthin zu seiner ordentlichen Jahres
versammlung einberufen.

f Kaiserslautern. Herr Thomas, Besitzer des Karls⸗
herghotels, hat, laut Meldung der „Volkszig.“, der städtischen
Verwaltung den Vorschlag gemacht, dasselbe gegen das alte Siadt-
Jaus zu vertauschen und es für dieses zu benutzen. Welche Be—
ingungen Herr Thomas an diesen Umtausch weiter geknüpft hat,
weiß das Blatt nicht.

FGewerbemuseumslotterie.) Am3Z. Nov. fielen
Bewinne von je 100 M. auf Nr. 18579, 83653 und 94082;
e 50 M. auf Nr. 77789, 76663, 86041, 12988, 93326, 11360
7839, 14411, 39935, 62805, 83899. 15105. 92999, 20746.
34155 und 50892.

In Knittel 8Sheim erhängte sich am Freitag ein 144
hriges Mädchen, das dem „S. W.“ zufolge durch die schlechte
Behandlung seitens der Eltern in den Tod getrieben wurde.

F Für die am 9. November zu Ludwigshafen Statt
indende Plenarversammlung der pfälz. Handels- und Gewerbe—
ammer ist folgende Tagesordnung festgesetzt: 1) Anschluß an die
kingabe der suüͤddeutschen Abtheilung des Vereins deuischer Tabak—
abrikanten in Betreff der Straßburger Tabak-Manufaktur (Antrag
iner Anzahl Firmen in Kaiserslautern). 2) Ergebniß der Eingabe
in Betreff der Uebergangsabgabe auf Branntwein bei Verwendung
esselben zu gewerblichen Zwecken. 3) Das Regulativ betreffend
zie Rückvergütung des Getreidezolls bei der Ausfuhr von Mehl und
nusländischem Getreide. 4) Einsetzung eines Reichs-Eisenbahn⸗
Berichtshofes. 5) das Gerichtskostengesetz (Antrag von Speyer).
3) Eisenacher Konferenz deutscher Handels- und Gewerbe-Kammern.
7) Abänderung des Statuts des deutschen Handelstags und Tages⸗
rdnung des 9. Handelstages am 19. und 20. November. 8)
Zudget der Handels- und Gewerbekammer für 1880.

Ausland.

In Frankreich werden die Ausweisungen von Angehöri—
xen der Kongregationen fortgesetzt; in Paris haben indeß keine
Statt gefunden. In vielen Orlen wurden die Volizei-Agenten
tkommunizirt.

Im italienischen Kriegsministerium ist ein Gesetz⸗
entwurf, die Einführung der „Wehrsteuer“ in Italien
detreffend in Vorbereitung. Derselbe dürfte bereits in der laufenden
Parlamentssession zur Vorlage kommen. Die Minimalsteuer würde,
wie verlautet, auf 22 Franks jährlich beziffert werden.

Aus Irland kommt die Nachricht, daß 19 Hauptführer
der Agrar⸗Liga in Anklagestand versetzt sind. Die Antlage lautet
uuf Verschwörung, um die Pächter an der Bezahlung des
zesetzlichen Pachtzinses zu hindern, ind beschuldigt die Ängeklagten,
ie hätten die Eigenthümer an der Einziehung des Pachtzinses, der
Berpachtung der Landgüter durch Zusammenrottung großer Men⸗
        <pb n="702" />
        f Was für tohle Wetten manchmal zum Austrag ge⸗
bracht werden, davon gibt Nachstehendes Zeugniß. In Fran ken⸗
thal wettete der Kaufmann Ph. K. mit einem Bekannten um
wei Flaschen Wein, daß er binnen 45 Minuten 12 kräftige
Figarren rauchen wolle. Die Wette wurde angenommen und
sofort zur Ausführung geschritten. K. zündete die 12 Cigarren
der Reihe nach an und rauchte mit voller Dampfkraft, abwechselnd
je einen Zug. Binnen 483 Minuten hatte er die vorschriftsmäßigen
Stummel in Länge von je 1 Centimeter fertig. Er erklärte je—
doch, daß er ein zweites Mal das Stückchen nicht ausführen wolle.
Wir glauben es ihm gern.

Nach den vom Bezirksamte Germersheim gemachten
Frhebungen sind durch die außerordentliche Kälte des letzten Win⸗
lers im Bezirke Germersheim von 200,000 Obstbäumen 44,000
zu Grunde gegangen, und zwar: 9080 Aepfel⸗, 3375 Birn⸗, 29,670
Zwetschen⸗, 990 Kirsche, 320 Pflaumen⸗, 500 Nuß⸗, 35 Aprikosen⸗
und 60 Pfirsichbäume.

In Mühlheima—d. Ruhr hat, wie die „Rh. und
Ruhrztg.“ mittheilt, die Polizeibehörde eine Verfüügung erlassen,
durch welche Personen unter 16 Jahren das Rauchen in öffent
lichen Lokalen und auf offentlichen Straßen und Plaͤtzen ver boten
ist. (Wäre auch anderswo zu wünschen, wo noch viel jüngere
Zürschchen schon rauchen.

In der Schöffengerichtssitzung zu Saarburg wurde der
Weinhändler Moutier aus Niederweiler wegen Weinfälschung zu 5
Tagen Gefängniß und 200 Mart Geldbuße verurtheilt. Außerdem
at er den Verlust von 2500 Liter konfiszirten Weins zu ertragen.

p In Diedenhofen Cothringen) erregt die Verhaftung
des dortigen Bürgers Hippolyt Tissot allgemeines großes Aufsehen.
Dieselbe erfolgte auf höhere Weisung wegen Verdacht des Landes⸗
berrathes. Wie man vernimmt, handelt es sich um verbotene Auf⸗
nahme von Festungsplänen.

— Der militärische Korrespondent der „Times“ veröffentlicht
einen Bericht über „Metz und dessen Garnison“, der die For—
tifikationen, soweit ihm dieselben zugänglich waren, eingehend bespricht.
Er nennt Metz einen ungeheuren Brüdenkopf für die deutsche Grenze;
durch ihn könnten die Deutschen mit ihren reichlichen Eisenbahn⸗
berbindungen mit dem übrigen Deutschland innerhalb weniger Tage
eine große Armee zwischen der Mosel und Maas anhäufen. Es
ist jedoch mehr als ein riesiger Brucenkopf, es ist ein ausgedehntes
berschanztes Lager, völlig gesichert und leicht zu verproviantiren.
Mehrere Armeekorps könnten hier ohne die geringste Gefahr einer
Störung ihres Zusammenhanges konzentrirt werden. Ehe ein Krieg
wirklich ausbreche, koönne eine bedcutende Armee dort versammelt
werden, um bereit zu sein, am Tage nach Kriegserklärung die Grenze
zu überschreiten. Ein schwacher Punkt in der französischen Festungs-
—A Chalons in 4-6 forcirten
Märschen von einer Armee von 200,000 Mann erreicht werden.
Dden Eindruck, den er von den deutschen Soldaten im Vergleiche
mit den französischen erhielt, ist der, daß die Mannschaften sehr
jung und meist wie pausbãckige, gutmüthige, englische Bauern aus
sehen. Ihr Korperbau ist nicht so gut, wie er erwartet hatte. aber
die große Mehrzahl derselben ist gut gewachsen. Die deutschen Offi⸗
ziere haben ihm durch Größe und Breitschultrigkeit imponirt. Er
hat den Eindruck empfangen, daß die französischen Soldat en im
Durchschnitt an Körperkraft den deutschen gleichkommen und daß,
bom praktischen Gesichtspunkt betrachtet, die ersteren ebensogut wie
die letzteren manövriren, aber daß die Ueberlegenheit der Deutschen
in der strikteren Disziplin und uͤnausgesetzten Aufmerksamkeit auf
—AD

Die polhytechnische Hochschule in Mün ch en nimmt in ihrer
—A Gründe bezeichnet die „Postzeitung“:
h) schlechte Zeiten und Geldverhältnisse, 2) daß auch in anderen
»euischen Ländern derartige Bildungsanstalten entstanden und 3)
ils Hauptgrund, daß selbst sehr fähige Absolventen der technischen
Hochschule ke i n e Verwendung mehr fanden.

4Vor einigen Tagen ist die große für das Niederwald⸗
Denkmal bestimmie „Germania“, welche ungefähr die Höhe eines
oreistöckigen Gebäudes hat und 800 Zentner wog, aus dem Atelier
des Professor Schilling in Dresden nach Mönschen zum Guß
transportirt worden.

F In Kringell bei Passau erkrankten auf der Wolfschedel⸗
mühle 15 Personen, welche gelegentlich der Hauskirchweihe von
einem Hirsebrei genossen hatten, der anstatt mit Zucker mit Arsenik
uüberstreͤt war. Sechs Personen sind gestorben. die übrigen schweben
noch in größter Lebensgefahr.

F In Nürnberg ist nunmehr eindJahr seit Einführung
der obligatorischen Trichinenbeschau verflossen. Es wurden wahrend
dieses Jahres 40 trichinöse Schweine aufgefunden und da ca. 41
— D so trifft ein trichi⸗
nöses Schwein auf je ca. 1000 Stück.

Zu welchen Ugeheuerlichkeiten die gegenwärtigen Schwank⸗
angen in der deutschen Rechtschreibung führen, dafür
ndie in Folgendem ein bündiger Beweis erbracht sein. Als neu⸗

lich in einer allerdings animirten Gesellschaft die Frage aufgeworfen
burde, wie wohl nach der neuesten Orthographie das Wort Hühner—
tall geschrieben würde, lautete die launige Antwort: .... Putt⸗
ammer!“

Nach der dem preußischen Abgeordnetenhause von
dem Finanzminister Bitter zugestellten Nachweisung über die Zahl
zer für das laufende Rechnungslahr 1880/81 zur Klassen⸗ und Ein⸗
ommensteuer veranlagten Personen wohnen die beiden Höchstbe⸗
leuerten der preuß. Monarchie im Regierungsbezirk Wiesbaden
vermuthlich die beiden Frankfurter Rothschild), welche von einem
auf 2,400,000 bis 2,460,000 M. (Gs. Stufe) beziehungsweise
mif 2340,000 bis 2,400,000 M. geschätzten Jahreseinkommen
»2,000 bezw. 70,200 M. Einkommensteuer zahlen. Diese beiden
— E eine Stufe höher
ingeschätzt worden, als im vorigen Jahre. Ebenso ist ein Insasse
des Regierungsbezirks Düsseldorf (wohl Krupp in Essen) aus der
50. in die 6J. Siufe vorgerückt: er zahlt von einem auf 1,980,000
zis 2,040,000 M. geschätzten Einkommen 59,400 M. Steuer.
Fin Berliner Einwohner hat 32,400, jetzt 45, 000 M. zu zahlen,
pas einem Jahreseinkommen von mehr als 1,8500, 000 M. entspricht.
Die Zahl derjenigen, welche Einkommensteuer von mehr als 54.000
M. Cinkommen bezahlen, beträgt 1195.

4Das Landgericht Cissenach hat am 14. Okt. schlafende
Zchöffen als abwesende veruriheilt und demgemäß eine Entscheidung
vernichtet. Es nahm an, daß Jemand, der durch einen physischen
Umstand verhindert werde, an einer Sache theilzunehmen, als ab⸗
vesend angesehen werden müsse.

.Am Sonnabend fuhr in Horka der von Wittenberg nach
Breslau bestimmte Pulverextrazug dem von Kohlfurt kommenden
Jemischten Zuge dergestalt in die Flanke, daß von dem Pulvererx⸗
razuge die Maschine vollständig entgleiste und von dem andern
Zuge vier Wagen sehr erheblich zertrümmert wurden. Passagiere
ind glücklicherweise nicht verletzt, von dem Fahrpersonal ein Bremser
eicht am Kopfe kontusionirt. Man wagt sich das ungeheure Un⸗
zlück kaum vorzustellen, welches hätte entstehen müssen, wenn eine
ẽxplosion der Ladung des ca. 40-50 Achsen starken Pulvertrans⸗
vortes Statt gefunden hätte.

p Auf dem hannoverischen Provinziallandtage wurde
im 21. v. M. ein Antrag des Hrn. v. Hinüber wegen Wieder⸗
inführung der Prügelstrafe nach längerer Debatte mit großer Ma—
sorität angenommen.

pIn Schleswig ereignete sich ein entsetzliches Unglück.
die beiden jüngsten Söhne eines allgemein geachteten Kaufmannes
vurden auf ihrem Zimmer von dem Dienstmädchen todt gefunden.
der jüngste, etwa Tgsjährige Knabe hatte eine Schußwunde in der
grust, waͤhrend der äliere 15jährige einen Schuß in der Schläfe er—
jalten hatie und mit einem Revolver in der Hand auf dem Boden
sag. Der rasch herbeigerufene Arzt konnte nur den Tod der beiden
Züͤaben konstatiren und sprach derselbe die Vermuthung aus, daß
er ältere Bruder den jüngeren aus Unvorsichtigkeit erschossen und
ich dann aus Verzweiflung über diese beklagenswerthe That selbst
den Tod gegeben habe.

pEune lebendige Mausefalle. Aus Linz wird
)er „Deutsch. Ztg.“ in Wien folgende, schier unglaubliche Geschichte
nitgetheilt: „In Altheim wurde auf eine seltsame Weise eine
Maus gefangen. Der Kleinhäuslerin Katharin W.. kroch
nämlich, während dieselbe schlief, eine Maus in den Mund und
gerieth, bevor die Frau erwachte, in die Speiseröhre. Jetzt erwachte
zie Frau, die nach eigener Angabe nahe daran war zu ersticken;
ie griff vergebens nach dem Schwanze des Thierchens, welches
einen Weg durch den Hals nahm, in den Magen gelangte und
zaselbst eine Weile herumkrabbelte. Endlich beruhigte sich die Maus,
im so unruhiger wurde die Frau, welche nach vielen Entfernungs⸗
versuchen das kleine Ungethüm durch ein Brechmittel von sich gab.
die Maus war todt, die Vatientin ist gerettet und kam mit dem
S„chrecken davon.“

p Eine neue Weintraube. Der in Klosterneuburg (Oester⸗
eich) erscheinende „Obstgarten“ entnimmt dem Brief des franzö⸗
ischen Afrikareisenden Th. Loͤcard an den französischen Minister
ꝛes öffentlichen Unterrichts, datirt von Gangarran im Sudan, 25.
Juli 1880 eine merkwürdige Mittheilung. Th. Léccard schreibt:
Unter den Neuheiten (ich sammle und studire täglich neue Pflanzen)
jabe ich die Ehte, Ihnen, Herr Minister, eine Weinrebe mit köst⸗
ichen Früchten anzukündigen, die von krautartigem Wuchs und
usdauerndem Wurzelrhizoma ist. Die Schönheit und der Reich⸗
hum an Früchten, das starle Wachsthum und die Dauerhaftigkeit
Jer Pflanze, die Leichtigkeit ihrer Kultur in Folge der jährlich zu
rneuernden Pflanzung der knolligen Wurzeln lassen hoffen, daß
Hiese Pflanze die Bedingungen des Weinbaues in Frankreich voll⸗
tändig ändern und eine Weinproduktion in ungeheueren Massen
rmöglichen werde. Ich will nicht in nähere Erörterungen eingehen,
ondern meine Entdedung nur mit den Worten zusammenfassen:
z8 sind dies außerordenilich fruchtbare Weinreben, die man in
Tankteich wie Georginen bauen wird und die ein unübertreffliches
        <pb n="703" />
        Begenmittel gegen die Phyloxera bulden werden. So weit Th.
décard. Das genannte Fachblatt fügt hinzu: Wir wollen abwarien,
bis wir Näheres darüber hören. Ob die Pflanze wirklich eine
Rebe ist, ob bei der Entdeckung nicht etwas Eigendünkel mitspielte
— wir können es nicht beurtheilen. Jedenfalls müssen wir dem
neuen Obst, der neuen Weintraube, unsere Aufmerksamkeit entgegen⸗
hringen.

4 Bestrabte Tollkühnheit. Am 1. Nov. stieg in Bougival
hei Paris ein Turner namens August Navarre in einem Luft⸗
ballon auf. Derselbe hatte kein Schiff, sondern nur ein Trapez,
an dem er sich festhielt und Kunststücke machte. Auf einer Höhe
bon 100 Meter angelangt, verhielt Navarre sich plötzlich ruhig und
als der Ballon ungefähr auf 4.--5500 Meter angekommen war,
ftürzte er plötzlich herab. Navarre fiel in einen Garten mit einer
solchen Gewalt, daß er ein tiefes Loch einschlug. Man glaubt,
daß er schon todt war, ehe er herabstürzte.

Am 26. v. M. ereignete sich im Theater zu Ro u en ein
seltsamer Unfall. Während der Vorstellung stürzte ein Zuschauer
aus der dritten Rangloge herunter und fiel auf einen im Parket
sitzenden Herrn, welchem gleich darauf auch noch ein Wandleuchter
auf den Kopf fiel, den jener in seinem Sturze abgerissen hatte.
Man kann sich das Entsetzen des Publikums denken. Merkwürdiger—
weise haben beide Personen anscheinend keine große Beschädigung
erlitten.

F— Die neueste englische Wrack-Liste giebt die Zahl der Schiff⸗
brüche an den englischen Ufern für das letzte Jahr auf 3002
an. Weit entfernt, sich mit der fortschreitenden Vervollkommnung
im Bau und in der Lenkung der Fahrzeuge zu vermindern,
haben die Schiffbrüche seit 25 Jahren über das gesteigerte Ver—
hältniß des Verkehrs hinaus entsetzlich zugenommen. In den
Jahren 1855, 1856, 1857, 1858 belief sich die Zahl derselben
alljährlich nur auf etwas mehr als 1100. Von da an ist eine furcht⸗
bare Zunahme zu verzeichnen. Am schlimmsten ist es seit 1874
bis 1875 geworden; die Schiffbrüche beliefen sich seitdem auf 3590,
3757, 4164, 3641, und neuerdings auf 3002. An Menschen⸗
leben wurden allein während des verflossenen Jahres 3302 durch
englische Rettungsboote gesichert. In den letzten 18 Jahren betrug
iber die Zahl der im Meer untergegangenen Menschen an den
Küsten Englands 14,480.

Die Ernten sind in Amerika vorzüglich ausgefallen.
Janz enorm ist der Obstsegen. Millionen von Aepfeln verfaulen
als werthlos auf dem Boden, da Riemand sich die Mühe gibt sie auf⸗
zulesen und selbst das Vieh sie nicht mehr verzehren will. Das
Faß von ca. 60 Kilo handgepflückten Obstes wird 80 englische
Meilen (ungefähr 50 Kilomeler) von New-York mit 25 Cent (IJ
Marh) bezahlt, kaum den Arbeitslohn deckend, Trauben, Zweischen,
Nüsse und tropische Früchte ind ebenfalls reichlich und billig.

— Die Strohpapierfabrik zu Chatham in New⸗Yort hatte
Jahre hindurch eine besondere Sorte Strohpapier zu liefern,
welche dünn und aus ganz reinem Stoff fabrizirt werden mußte,
dessen Bestimmung ihr aber unbekannt blieb. Nachträglich wurde
in Erfahrung gebracht, daß dieses Papier nach Cuba ging, wo es
nicht etwa als Zigarettenpapier, sondern als Dechblatt der Havanna⸗
Zigarren dient. Das Papier wird nämlich in einer Tabaksbrühe
Jesattigt, welche der Absud von Tabakabfällen und Körnern bildet.
Nachdem es getrochnet ist, erhält es durch Prägung das Aussehen
don Tabakblättern, und zwar in so täuschender Weise, daß selbst
ein geübtes Auge den Betrug kaum zu erkennen vermag. Heute

begnuͤgen sich mehrere Zigarrenfabriken auf Cuba nicht mehr damit,
diese unitirten Tabakblaͤtter als Deckblätter zu benutzen, sondern sie
verfertigen ganze Zigarren aus denselben, und zwar, zum Unglück
für die Raucher, in der täuschendsten Weise.“

4Berichte über einen Orkan, der in Reggio (Calabrien)
am 20. v. Mts. wüthete. melden, daß bis jetzt der Tod von 20

ae fertigem Möbel.

Der Unterzeichnete verkauft seinen Vorrath an fertigem Möbel,
als: Kleiderichränke verschiedener Art, Küchenschränke,
runde Zuleg⸗Tische, Nacht⸗, Wasch- und andere
Tische, ackirte und polirte Bettladen u. s. w. u. s. w

Zweibrücken im November 1880.

Irch. Etzel, Schreinermeister,
—
wohnhaft Obere⸗Wallstrahe Lit. A. Nr. 177.
vis-a-vis dem Loch' schen Zimmerple
Kirchweihsonn“g F ronre
Montag, von 3 Uhr ab

Ausverkauf

. 27

Personen ermittelt ist, die dem Orkan zum Opfer gefallen. Der
materielle Schaden an Gebäuden und Feldern ist noch nicht fest—
Jestellt, beträgt aber mehrere Millionen.

Die Verwüstung, welche in der Nacht vom 20. zum 21.
Oltober durch Sturm und Wolkenbruch über die Stadt Reggio
in Calabrien gekommen ist, stellt sich als viel bedeutender heraus,
As zuerst gemeldet wurde. Die Nachtzeit verhinderte die Bewohner
um Theil, sich aus den zusammenbrechenden Gebäuden zu retten,
ind so liegen nicht, wie anfangs berichtet wurde, 20, sondern
jegen 60 Todesfälle vor; 250 Familien sind obdachlos geworden.

F. Die Meldung von dem furchtbaren Schneesturm in
Argentinien und Montevideo findet ihre Bestätigung. An Rind—
zieh allein ist eine Million Stück umgekommen.

FGegen den Frost. Beim Beginne der rauhen Jahres—
eeit theilen wir aus Dr. Ableitners „Noth- und Hilfsbuch“ einige
Rezepte mit. Gegen Frostbeulen hilft Anika⸗Tinktur, gegen Husten
der aus heißem Kaffeesatze aufsteigende Dunst, gegen das Gefrieren
)er Fensterscheiben Salz- oder Alaunwasser. Damit die nassen
Stiefel beim Trocknen nicht einschrumpfen, fülle man sie mit Hafer—
körnern aus.
BGBemeinnutziges.

Wie unterscheidet man echte Goldstücke von den nachge—
machten? Ueber die Echtheit unseres Goldgeldes herrscht im Pu—
zlikum noch viel Irrthum, so daß im geschäftlichen Verkehr die
Boldstücke oft wegen der Farbe und Klanglosigkeit zurückgewiesen
verden. Der Klanug hängt von der Prägung ab; wecden die
Stücke geprägt, ohne zu glühen, so sind sie hart und haben wenig
oder gar keinen Klang. Die schöne gelbe Farbe erhalten die Stücke
—WF
ind letzterem Verfahren nicht unterworfen gewesen. Der Gehalt
in feinem Gold ist bei den gelblich röthlichen wie bei den grau
öthlichen ganz gleich. Die Klanglosigkeit rührt auch sehr oft von
leinen Rissen oder Blasen im Golde her. Mithin ist weder die
dlanglosigkeit noch auch die Farbe eine Gewähr für die Unechtheit.
Darüber, ob die Stücke echt sind, kann man sich sehr leicht durch
olgendes Verfahren überzeugen. Wiegt man ein 20.Markstück, so
nuß es gleich groß und stark sein. Kein anderes Metall steht in
Stärke, Größe und Gewicht dem Golde gleich, mithin kann man
ruhig ein Goldstück, welches die genannten Eigenschaften besizt
annehmen.

MNa roͤtberichte.

Zweibrücken, 4. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 11 M. 24 Pf., Korn 10 M. 41 pf., Gerste zweireihige 8 M. 37 pf.
ierreihige — M. — Pf., Spelz 7 M. 88 Pf., Spelzkern — M. — pf.
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht 16 M. 68 pf., Hafer 6 M. 87 pf,
xẽrbsen 08 M. 95 Pf., Wicken 6 M. 82 Pf., Kartoffeln 1 M. 85 Pf..
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod I!/ Kilogr. 57 pf
dornbrod 3 Kilogr. 73 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Sr. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalofleisch 50 Pf.
Dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter !/3 Kilogr. 1 M. 10 Pfj.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 3. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 27 Pf. Korn 10 M. 24 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz7 M.
20 Pf. Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste 4reihige d M. — Pf. Hafer
b M. 23 Pf., Mischfrucht 10 M. 45 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen
)M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleijsch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1J Pfund O M. 90 Pf., Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pfi.

Kaiserslautern, 2. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 29 pf., Korn 10 M. 51 pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
7 M. 45 Pf., Gerste 08 M. 88 Pf., Hafer 6 M. 50 Pf., Erbsen 9 M.
16 Pf. Wicken 6 M. 25 Pf., Linsen 10 M. 80 Pf., Kleesamen 44 M. —
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter per Pfd. 1M. 10 Pf., Eier 1 Stuͤck 7 Pf., Kar⸗
hoffeln per Zent. J M. 90 Pf., Stroh 2 M. 80 Pf., Heu 2 M. 80 Pfg.

Fuur die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.
— — X
Kirchweih St. Inabert.

Sonntag von 3 Uhr ab

TAIMMVSIC.

Montags wird von 1 Uhr ab im freien Felde ein
Hammiel und eine —— Aun — Uhr ab
3 in Saale. r
Tanzmusik Waonn enstaa aa vor
Hammel- und Ziegenessen mit Leilagen,

a 60 Pfennig,
und HAaTMOnRIi-MIISi Käausgeführt von der Zweibruger
Kapelle Jun g. *
Hoflichst ladet ein
Petor Jung.
        <pb n="704" />
        —WV —— ιαα
Anfertigung nach Maaß in unserem eigenen Atelier.

W 5 F vge æ 1
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FCM. Lovy Söhno, dulæbaol
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.

Geschäfts-Eröffnung. J
Einem geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend
heile ich ganz ergebenst mit, daß ich neben meiner Sch uh⸗
macherei noch ein
dehuhvwaaren

Kirchweih⸗STonutag
Burgerball.
Montag
Freimusik.
Anfang 6 Uhr.
Freundlichst ladet ein

Frau Zulius Grewenig.
Kirchweih⸗Sonntag und
Montag von 3 Uhr ab
Freimusik
hei B. 5chweitzer.
Ansgezeichneter Alsenzthaler
* *
A
owie auch roihen und weißen
Wein
in vorzüglichen guten
Qualitäten,
empfiehlt billigst
J. Fries, Wirth.
Ein braver kräftiger Junge
Bvom Land wird in die
Lehre gesucht von
Peter Bernhardt,
Bäcker.
St. Ingbert „Nene Schmelz.“
Für die Kirchweihe em—
pfehlen frische
Tierhefse,
den Schoppen zu 20 Pfennig.
Gebr. Bete

Widerruf.

Die von mir in der Wirth—
schaft von Jakob Ochs gegen
Christian Kling gemachten
Aeußerungen nehme ich hiermit
als unwahr zurück.

Joseph Quirin.
d 7
—1000 Marou.

in allen Sorten Schuhen, Stiefel und Stiefletten, mit
und ohne Zug, sowie Pantosfel, für Herren, Damen. Mädchen
und Kinder errichtet habe.

Auch halte ich TAder-Lager in: Sohlleder,
Nindsleder, echt franz. Kalbleder ohne Kopf, echt franz. Crou⸗
pon, Bockleder, Kittleder und Lackleder, welche im Ausschnitt zu
billigen Preisen verkaufe. Ferner

I Schäfte in allen Sorten V
für Herren, Damen, Mädchen und Kinder; auch werden Schäfte
nach Wunsch angefertigt.

Da ich meine Waare nicht nur eine schöne, sondern haupt—
sächlich eine gute nennen darf, so erlaube mir Sie zu einem
Befuche meines Geschäftes höfl. einzuladen, um sich von der Güte
meiner Waaren selbst überzeugen zu können.

Indem ich schließlich streng reelle und gute Bedienung zusichere
zeichne Mit aller Hochachtung

Ergebenst F
FoOI. Pust jun.,
vchuhmacher,
Kohlenstraße, neben Hrn. Kaufm. Gottmann
— *60
Schauplatz im Mühleneck.

SGegen Gicht, Rheumatismus xx. jelbst in
Jang veralteten sallen, wird „Rtos. Dumont's
Sichtwaller“ (anti rheum. Lsq.) ven vielen
aufcub glückt. Geheilten als einziges Ra⸗
Aicalmittei auf's Warite empfoblen. Erfelg
Frndlich. Für d Seilwirkung wird m, F.
Zumume garantirt. Sreis 5, gi. M. 3, iw Si.
. 3gegen Voreinfdg. cder Rachnahme dom
heuerai⸗Devot: J. Zi. Metzaer in Alainz.
— — — —
Das von der Massaverwattung der falliten
a oßen Britanniasiiberiabrite übernomment
Riejenlager, wird wegen eingegangenen
grotgzen Zahlungeverpflicddiungen und gänzt⸗
liwer Rüumung der Lotalitäten e
IEvm 75 Procent unter der

dehãtrang verlaust AIx

daher also

a V e . E
sür nur 14 Mark als kaum der Hälste des
Werthes des bloßen Arbeitslohnes erbadt
nan nachstebendes ußerst gediegenes Bri
tanniasitder⸗Speifeservice
wαι sru her 60 Marke Rocteto
and wird für das Weißbleiben der Vestede

anre garanrt

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zecht englishe Britannia Silber Gabeln

zmassive Ar:tannia e e

zseinite Vritannia⸗Silber⸗Kaffeelbriel,

jchwer. Britannia Silber-⸗Suppenscöpfer,
mafsiver Vrriannia⸗Silber Bilchschöpfer,
feinit cifellirte Präfentir; Tabletts.
zvorzügliche Messerleger Vritan.⸗Silber.

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Thecseiber feinste Sorte,

deffettvolle Salon⸗Tafelleuchter,

2 seinfie Alabdaster Leuchteraussäte.

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Alle hier augeführten 850 Stüc Prachtgegen⸗
stande kosten zusammen blos 14 Mart.

Bestelungen gegen Postvorschuß (Nach⸗

nahme) oder vorheriger Geldeinsendung
werden so lange der Vorrath reicht efjektutri
durch die Herren

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unseres Blattes enthält eine
Beilage: „Die MApothe⸗
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SchweizerPillen betreffend
auf die wir unsere Leser beson⸗
ders aufmerksam machen

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Druck und Verlag von F. X. Deme tz in St. Ingbert.
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        St. Ingberker AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (Z2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich
iA A40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 B, einschließlich 40 3 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswäͤrts
niit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 vro Zeile berechnet.
M 178. Sonntag, den 7. November
Deutsches Reich.

München. S. M. der König ernannte den bisherigen
Legationsrath bei der Gesandtschaft in Wien Hugo Graf Lerchen—
jeldeKöfering unter Beförderung zum Geh. Legationsrath 2. Klasse
zum Gesandten und Bevollmächtigten Minister am preußischen Hofe,
den bisherigen Gesandten in Berlin v. Rudhart zum Gesandten
am russischen Hofe und den bisherigen Geschäftsträger in Peters—
burg v. Tautphöus zum Gesandien am italienischen Hofe.

Der bayerische Landtag wird nach Muünchener Berichten
am 11. Januar nächsthin zusammentreten.

Die Berliner „Post“ beftätigt nun doch, daß die Absicht besteht,
den preußischen Staatsminister und Staatsfekretär v. Bötticher
mit der Stellvertretung des Fürsten Bismarck im
Handelsministerium zu betrauen. diefe Stellvertretung
würde sich lediglich auf die Veranwortung für die laufenden
Ressortgeschäfte beziehen, während der Kanzler den großen
ozialpolitischen Reformprojekten, denen er als Handelsminister näher
getreten ist, in dieser seiner ihm verbleibenden Eigenschaft sich in
Zuk unft „voll und ganz“ widmen dürfte.

Die Gerüchte über ein Entlassungsgesuch des
Reichskanzlers haben nach der beftimmten Erklärung der
„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ verstummen müssen. Die Be—
rachtungen der Blätter über die sonderbare Wiener Meldung be—
wegen sich großentheils in verkehrter Richtung. An den umher—
ichwirrenden Erzählungen ist soviel richtig, daß Graf Hatzfeldt, der
zum Staatssekretär des Auswärtigen ausersehene Botschafter in Kon⸗
tantinopel, in Berliner Hofkreisen, nameutlich auch unter hohen
Militärs, manche entschiedene Gegner hat.

Aus Hamburg sind am 2. Novb. elwa 80 Personen auf
Brund des Z 28 des Sozialistengesetzes ausgewiesen worden, da—
cunter der im vorigen Jahr dori gewählte Reichstagsabgeordnete
Hartmann und andere Führer der Sozialdemokratie, ferner alle
ene Personen, die sich, nachdem sie vor längerer Zeit aus Berlin
nisgewiesen worden waren, sich daselbst meder gelassen hatten.
Ddie Unverheiratheten müssen binnen 24 Stunden, die Verheiratheten
binnen 3 Tagen Hamburg verlassen.

Aus sicherer Quelle verlautei, daß die auswärtigen Angelegen⸗
jeiten unserm Reichskanzler in Friedrichsruh jetzt mehr als
»isher zu schaffen machen. Wir örauchen nicht zu sagen, so be—
merkt die „K. Z.“, daß es besonders die Ueberstürzungen der Glad—
tone'schen VPolitik sind, deren Abwehr ihn in Anspruch nehmen muß.

Ausland.

Paris, 3. Nob., Abends. Der internationale Post⸗
kongreß unterzeichnete heute die Konvenlion über die Beförder⸗
ing von Postpaqueten (ohne Werthangabe bis zum Gewichte
'on 3 Kilogramni). Minister Cochery sagte den Mitgliedern Dank
ür ihre Thätigkeit und schloß mit dem“ Ausdruck des Wunsches,
aß die von den Mitgliedern kundgegebenen freundschaftlichen Ge—
inn ungen über den Kongreß hinaus fortdauern möchten.

Paris, 4. Nov. Heute fand die Ausweisung der Kapu—
mer in Angers, St. Etienne, Cahors und Besangçon statt, der
Dominikaner in Havre und Poitiers, der Oblaten in Autun und
Nevers, der Franziskaner in Bourges, der Redemptoristen in Va⸗
ence und zweier anderer Orden in Orleans, Si. Andelain und
Nantes. lleberall wurde Protest erhoben, gewaltsam mußte die
Deffnung der Thüren erzwungen werden, an einzelnen Orten mußten
die Exekutionsbeamten durch die Fenster einsteigen.

Es wurden auf Grund der Märzdekrete ferner ausge⸗
viesen: die Kapuziner in Montmarsan und Grenoble, die Redemp—
voristenin in Gannat und Chateaurour, die Oblaten in Nancy,
Tours und Lablachere, sowie die Maristen in Angouleͤme. Mehrere
Brokuratoren reichten ihre Entlassung ein; überall' wurde den Poli⸗
eiorganen passiver Widerstand entgegengesetzt; an mehreren Orten
nußte die Polizei Militärsapeure zur Oeffnung der Thüren re—
zuiriren.

Nach einer Nachricht der „N. Fr. Pr.“ aus Rom finden
wischen dem französischen, englischen und italienischen Kabinete seit
miger Zeit Verhandlungen Statt, um nach der Abtretung Dul—

cignos sofort mit positiven Vorschlägen für die Unabhängigkeits⸗
Erklärung Albaniens hervortreten zu können. Die erste Anregung
zierzu soll Gladstone gegeben haben.

Berischtes.

F Das neue bayerische Infanterieregiment (Nr. 18),
welches bekanntlich nach Landau und Zweibrüden n Garnison kommt,
vird gebildet durch die Abgabe von je einer klompetten Kompagnie
des 15 4. 5., 6. 7. 8. 9. 12. 18. 14 15. ung 17. In⸗
fanterieregiments.

*Morgen (Sonntag), Nachmittags 3 Uhr, findet im Frucht⸗
jallsaale zu Zweibrüsden eine Generalversammlung des Wahl⸗
ereins der Fortschrittspartei für den Wahlkreis Zweibrücken-Pir⸗
nasens Statt. Tagesordnung: Besprechung der politischen Lage
und Neuwahl des engeren Ausschusses.

F Die kgl. preußische Bergwerks-Direktion zu
Saarbrücken hat sich durch eine unterm 1. ds. Mis. ergan⸗
zene Verfügung an ihre Arbeiter dem Vorgehen der Eisen⸗
verksbesitzer Hrn. Gebr. Stumm gegen das Reunticcher Tageblatt“
angeschlossen.

* Am 4. Nov. wurde die Ziehung der Gewerbemuse—
umslotterie beendigt. Es fiel noch ein Gewinn von 100 M.
nuf Nr. 64218 und je 50 M. auf Nr. 27157, 78089, 6987,
31235, 21598. Der zweite Haupttreffer (12,000 M.) fiel nach
Fürth.

x. Aus Hochspeyer schreibt man der „Ksrsl. Ztg.“, es habe
im Auftrag eines Konsortiums Herr Ottmann neben dem dortigen
alten Bahnhof ein sehr großes Grundstück von 8000 Mark zur
Sründung einer Fabritk angekauft, zu deren Bau und Einrichtung
allein 300,000 Mark zur Verfügung ständen.

F Der Frankenthaler Gewerbeberein hat ebenfalls mit
der Gesellschaft „Zürich“ einen Vertrag auf Versicherung gegen
Anfälle für seine Mitglieder abgeschlossen.

x In Schweigenheim wurden kürzlich einer Frau zwei
Vewüchse von 25 Pfund Gewicht aus dem Leibe geschniften. Die
schwierige Operation ist der „Pf. Post“ zufolge vollkommen ge⸗
lungen.

F Die Ziehung der „Pfalzgau-Ausstellungs-Lotterie“ findet
am 3. Dezember Stutt.

F.Wie von Baumholder eingetroffene Nachrichten be—
sagen, sei der dortige Gemeindeeinnehmer Schneider von einem an—
geblichen Jagdausflug nicht mehr zurückgekehrt, sondern seitdem spur—
os verschwunden. Man jpricht von einem Defizit von 6000 Hiark,
das sich in der von ihm verwalteten Kasse vorgefunden haben soll.

F In Nürnberg kann dem Umfuge der Damenschleppen
auf den Straßen jetzt von Seiten der Polizeibehörde daseibst ent—
egengetreten werden, indem beschlossen wurde, eine ortspolizeiliche
Vorschrift zu erlassen, wonach das muthwillige Erzeugen von Staub
in einer das Publikum belästigenden Weise verboten wird.

Der Generalmajor v. Muck, Kommandeur der bayerischen
Besatzungsbrigadde in Metz, wurde zum Kommandanten von
München ernannt. An seiner Stelle wurde der Oberst v. Saff er⸗
hing, bisher Kommandeur des 1. Inf.⸗«Regts, zum Kommandeur
der Besatzungsbrigade in Metz und aleichzeitig zum Generalmajor
rnaunt.

ũ Reichsgerichts-Entscheidung. Eine die ge—
chäftliche Praxis der als kaufmännisches Auskunfis⸗ und Schulden—
eintreibungs-Büreau bekannlen „Mutua Konfidentia“ in Berlin
behandelnde Entscheidung ist vom Reichsgericht, II. Strafsenat, durch
Erkenntniß vom 1. Oklober 1880 ergangen, wodurch die Verur—
theilung eines Beamten dieses Büreaus und eines betheiligten Kauf⸗
manns wegen strafbarer Nöthigung seitens des Kammergerichts,
»estätigt worden ist. Nach dieser Entscheidung ist ein von einem
derartigen Büreau im Auftrage eines kaufmännischen Gläubigers
gerichtetes Mahnschreiben an sanen angeblichen Schuldner, der eben⸗
ialls Kaufmann ist, die Forderung zu zahlen, widrigenfalls er in
ie von dem Büreau herausgegebene und an die Geschäftswelt ver⸗
heilte, Liste saäumiger Schuldner kommen würde, als Nöthigung
urch Vedrohung mit einem Vergehen (der Beleidigung) aus 8S 240

α -æ
        <pb n="706" />
        StG.«B. zu bestrafen, falls die zum Grunde liegende Geldforder⸗
ung keine berechtigte und klagbare ist und auch das Birreau nicht
dazu gethan hat, um sich über die Berechtigung (Klaabarkeit) de
Forderung zu informiren.

Bocschum (in Westphalen). Es sind jetzt etwa 1*4 Jahre,
daß die ungluͤckliche Josephine Kost in Grumme ermordet wurde;
rei weitere Mordthaten folgten bald, aber der oder die Thäter
wurden nicht ermittelt. Und nun ist schon wieder ein Mord, grauen—
hafter noch als die vorigen, vorgekommen. Vor einigen Tagen am
frühen Morgen wurde die Hebamme Becker hier geweckt und von einem
Manne gebeten, mit zu seiner Frau zu kommen. Frau Becker folgte auch
gleich. üm Nachmittag fand man die Unglückliche ermordet in einem Hohl⸗
vege liegen. Die Pulsadern waren zerschnitten, auch befand sich
ein Strick um den Hals, mit dem der Mörder anscheinend die vorher
bon ihm vergewaltigte Frau erdrosselte. Die Ermordete ist Mutter
bon dier unerwachsenen Kindern. Die Aufregung über die bestia—
lische Schandthat ist ganz ungeheuer.

FAus Boulogne⸗sur⸗Mer wird dem „Moniteur Universel“
telegraphirt: Das deutsche Schiff „Mathilda“, mit einer Ladung
Cocosnusse von Lagos nach Deutschland segelnd, hat bei Andresseles
Schiffbruch gelitten. Von der aus dreizehn Mann bestehenden
Mannschaft wurde nur ein einziger gerettet.

4 Anno Domini 1900. Die Gazette de Lausanne hat
üngst den freilich nicht mehr ganz neuen Scherz geleistet, eine vom

19. Oktober 1900 datirte Zukunftsnummer zu veröffentlichen. Offen⸗
har hofft das Schweizer Blättchen auf ein erstaunliches Gedeihen,
denn es erscheint bei diesem Anlasse in größtem Formate und zu—
dem sechs Seiten stark. Nicht uninteressant ist es dabei, die ge—
heimen Wünsche der Waadtländer Zeitungsschreiber kennen zu lernen,
Zenn sie treiben Weltgeschichte im großen Stile. Gleich aus dem
Tagesberichte erfahren wir, daß die Banken der Vereinigten Staaten
‚on Nordamerika dem süddeutschen Bunde (), Preußen und
Desterreich die Kleinigkeit von 20 Milliarden Franks zugestreckt
haben, damit diese ihre Kriegs-Entschädigung an Frankreich,
Kußland, Belgien und die Schweiz bezahlen können; denn
die letztere ist ebenfalls in den Krieg der Jahre 189495 verwickelt
worden, der natürlich zu einer gänzlichen Niederwerfung der Ger—
manen durch die Romanen und Slaven geführt hat. Recht pikant
ist nun die Thatsache, daß der Voltaire, der Françgais und andere
pariser Blätter dieser Phantasie⸗Nummer in vollem Ernste die Mit⸗
kheilung entnehmen, der Schweizer Bun desrath habe mit der eng⸗
lischen Regierung eine Militaͤrkapitulation abgeschlossen, wonach die
Schweiz für den Krieg Englands gegen Rußland in Mittelasien
ein Regiment von 4000 Mann unler dem Kommando eidgenöf⸗
ischer ffiziere stellen werde. Solche Verwirrung kann ein phan—
asiebegabter Spaßvogel selbst in der ernsthaften resse anrichten!
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.
Meinæ Mohnung und
Auquenselimile
—XEVVV
Saarbrũucken,
Cauncdlstr. IO, nahe der
neuen Brücice.

Bekanntmachung.
Auf Grund des bestehenden
Titers über die Waldberechtig—
ungen wird hiermit bekannt ge—
macht, daß nur Bürger der
Stadigemeinde St. Ingbert sich
an fraglichen Berechtigungen,
Bezug von Laub, und Abnehmen
—AV
ligen dürfen und sind die Poli—
eiorgane angewiesen mit aller
Strenge sowohl die Wald⸗ als
Feldpolizei zu üben.
St. Ingbert, 5. Nov. 1880.
Das Bürgermei steramt
CTuster.

Kirchweih St. Ingbert.

Sonntag von 3 Uhr ab

TABZIIIIISIC.

Montags wird von 1 Uhr ab im freien Felde ein
dammiel und eine Siege Iangeig 9 5 Uhr ab
i Saale. enstag Mittag von
Tanzmusik 1 Uhr an:

Fammel- und Ziegenessen mit Beilagen.
àa 60 Pfennig,
ind EHAMOoOnie-MIIS ausgeführt von der Zweibrücker
Kapelle Jun q.
Höflichst ladet ein

Sprecitunden
Vormittags 10-12 Vhr.
—X —

Dr. Löderath,

Augenarzt.
Prima
—XX
Ids
per Pfund 1 M.
empfiehilt . CPP-
Hotel Lehnert

———i— Peter Jung.
500 marinirie Haringe in bekannier Qualität. à 20 ⸗

per Stück.

500 Flaschen alten Korubrauntwein à A1,20

per Flasche.

1000 Flaschen alten Zwetschgenbranuutwein 2. 1. 20

per Flasche.

3000 Schoppen altes Jãnischs Bier zum alien Preise.
„ptzililat in Sülze, vchweizerkäse, Sardellenbrödchen.
Altenm- neuen un Bordemix-Vein

myfiehlt Joh. Jos. Heinrich.

Für
2

Pumpenbesitzer!
Bei dem herannahenden Froste
zitte meine geehrten Kunden,
hre Pumpen gehörig mit Stroh
zu verwickeln und die Krähnchen

ut öffnen.

M. Scher, Saarlonis.

Rumvpenmacher.

Serggwelr orge
Freimusik.
Anfang 3 Uhr Nachmittags.
Firchweih · Sonutag
Buũrgerball.
Montag F
Freimusik.
Anfang 6 Uhr.
Freundlichst ladet ein
Frau ünlins Grewenig.
Kirchweih⸗ Sonntag und
„Montag von 3 Uhr ab
FIreimusik
und Kirchweih-Dienstag
Harmonie-Musik
bei RPB. 5chweitzer.

;wHormals Laurd)

Widerruf.

Die von mir in der Wirth—
schaft von Jakob Bleif hier gegen
die Katharina Mat hie u, Ehe—
frau des Maurermeisters Stephan
Michel hier gemachten Aeußer—
ungen nehme ich als unbegründet
ind unwahr zurück.

St. Ingbert, 6. Nov. 1880.

Johann Jung, Bergmann.
Wein⸗Etiquetts &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruckerei von

FX. X. Demen.

Geschäfts-Eröffnung.

Einem geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend
heile ich ganz ergebense mit. daß ich neben meiner Schuh⸗
macherei noch ein

dehuhwaaren

—

—
n allen Sorten Schuhen, Stiefel und Stiefletten, mit
ind ohne Zug, sowie Pantofiel, für Herren. Damen. Mädchen
ind Kinder errichtet habe.

Auch halte ich Ledler-⸗Lagαιν in: Sohlleder,
sindsleder, echt franz. Kalbleder ohne Kopf, echt franz. Crou—
pon, Bockleder, Kittleder und Lackleder, welche im Ausschnitt zu
zilligen Preisen verkaufe. Ferner

PEs5qaͤfte in allen Sorten
für Herren, Damen, Mädchen und Kinder; auch werden Schäfte
aach Wunsch angefertigt.

Da ich meine Waare nicht nur eine schöne, sondern haupt ·
ächlich eine gute nennen darf, so erlaube mir Sie zu einem
Befuche meines Geschäftes höfl. ceinzuladen, um sich von der Güte

meiner Waaren selbst überzeugen zu können.

Indem ich schließlich streng reelle und gute Vedienung zusichere
zeichne Mit aller Hochachtung

Ergebenst
* ——
s ijun.,
A
Qohlenstraße. neben Hrn. Kaufm. Gottmann.

Frantkfurt a. M
VNeltestes Annoncen⸗ Buxeau
Noeatentem

—

* Vosgloer
Täglich Erpedition an alle
— Zeitungen —

10 Liebfrauenitraße 10

1000 Marb.
Degen Gicht, Rheamatidmus c. selbst i⸗
Jang veralteten sallen, wird „VRros. Damout's
(aut reum. ing.) von vieler

ausend glͤckt Geheilten als einziges Roe
dicalmittei auf's Warmste empfohlen. Erfela
wuͤndlich. guͤr d Heilwirkung wird m, eb.
Sinme gatantirt, vreis 1/, 31. M. 2. Mn gSl
ot. gegen Voreinsdg. cder Nachnahine vow
.— 3. X men⸗er in Meinz.
Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
Gieru „Alluktrirtes Sonutaasblatt“ Nr. 19.
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        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementsvpreis betragt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgeblhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswäris
mit 1* fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren NRaum, NReclamen mit 80 2 pro Zeile berechnet.
— 178. Sonntag, den 7. November

1880.
Deutsches Neich.

München. S. M. der König ernannte den bisherigen
Legationsrath bei der Gesandtschaft in Wien Hugo Graf Lerchen—
eld-Köfering unter Beförderung zum Geh. Legationsrath 2. Klasse
zum Gesandten und Bevollmächtigten Minister am preußischen Hofe,
den bisherigen Gesandten in Berlin v. Rudhart zum Gesandten
am russischen Hofe und den bisherigen Geschäftsträger in Peters—
hurg v. Tautphöus zum Gesandten am italienischen Hofe.

Der bayerische Landtag wird nach Münchener Berichten
am 11. Januar nächsthin zusammentreten.

Die Berliner „Post“ bestätigt nun doch, daß die Absicht besteht,
den preußischen Staatsminister und Staatssekretär v. Bötticher
mit der Stellvertretung des Fürsten Bismarck im
KHandelsministerium zu betrauen. Diese Stellvertretung
vürde sich lediglich auf die Verantwortung für die laufenden
Ressortgeschäfte beziehen, während der Kanzler den großen
sozialpolitischen Reformprojekten, denen er als Handelsminister näher
getreten ist, in dieser seiner ihm verbleibenden Eigenschaft sich in
Zuk unft „voll und ganz“ widmen dürfte.

Die Gerüchte über ein Entlassungsgesuch des
Neichskanzlers haben nach der bestimmten Eörklärung der
„Norddentschen Allgemeinen Zeitung“ verstummen müssen. Die Be—
trachtungen der Blätter über die sonderbare Wiener Meldung be—
vegen sich großentheils in verkehrter Richtung. An den umher—
schwirrenden Erzählungen ist soviel richtig, daß Graf Hatzfeldt, der
zum Staatssekretär des Auswärtigen ausersehene Botschafter in Kon—
tantinopel, in Berliner Hofkreisen, namentlich auch unter hohen
Militärs, manche entschiedene Gegner hat.

Aus Hamburg sind am 2. Nov. eiwa 80 Personen auf
Brund des FJ 28 des Sozialistengesetzes ausgewiesen worden, da—
runter der im vorigen Jahr dort gewählte Reichstagsabgeordnete
Hartmann und andere Führer der Sozialdemokratie, ferner alle
ene Personen, die sich, nachdem sie vor längerer Zeit aus Berlin
misgewiesen worden waren, sich daselbst nieder gelassen hatten.
Die Unverheiratheten müssen binnen 24 Stunden. die Verheiratheten
hinnen 3 Tagen Hamburg verlassen.

Aus sicherer Quelle verlautet, daß die auswärtigen Angelegen⸗
heilen unserm Reichskanzler in Friedrichsruh jetzt mehr als
pisher zu schaffen machen. Wir brauchen nicht zu sagen, so be—
nerkt die „K. Z.“, daß es besonders die Ueberstürzungen der Glad⸗
tone'schen Politik sind, deren Abwehr ihn in Anspruch nehmen muß

Ausland.

Paris, 3. Nov., Abends. Der internationale Post⸗
kongreß unterzeichnete heute die Konvention über die Beförder⸗
ing von Postpaqueten (ohne Werthangabe bis zum Gewichte
von 3 Kilogramm). Minister Cochery sagte den Mitgliedern Danl
für ihre Thätigkeit und schloß mit dem Ausdruck des Wunsches,
)aß die von den Mitgliedern kundgegebenen freundschaftlichen Ge—
inn ungen über den Kongreß hinaus fortdauern möchten.

Paris, 4. Nov. Heute fand die Ausweisung der Kapu—
iner in Angers, St. Etienne, Cahors und Besangçon statt, der
Dominikaner in Hübre und Poitiers, der Oblaten in Autun und
Nevers, der Franziskaner in Bourges, der Redemptoristen in Va—
ence und zweier anderer Orden in Orleans, St. Andelain und
Rantes. Ueberall wurde Protest erhoben, gewaltsam mußte die
Oeffnung der Thüren erzwungen werden, an einzelnen Orten mußten
die Exekutionsbeamten durch die Fenster einsteigen.

Es wurden auf Grund der Märzdekrete ferner ausge—
viesen; die Kapuziner in Montmarsan und Grenoble, die Redemp—
oristenin in Gannat und Chateaurour, die Oblaten in Nancy,
Tonrs und Lablachere, sowie die Maristen in Angouleme. Mehrere
Prokuratoren reichten ihre Entlassung ein; überall wurde den Poli—
zeiorganen passiver Widerstand entgegengesetzt; an mehreren Orten
mußte die Polizei Militärsapeure zur Oeffnung der Thüren re—
miriren.

Nach einer Nachricht der „N. Fr. Pr.“ aus Rom finden
wischen dem französischen, englischen und italienischen Kabinete seit
einiger Zeit Verhandlungen Statt, um nach der Abtretung Dul—

cignos sofort mit positiven Vorschlägen für die Unabhängigkeits-
Erklärung Albaniens hervortreten zu können. Die erste Anregung
hierzu soll Gladstone gegeben haben.

Vermischtes.

FDas neue bayerische Infanterieregiment (Nr. 18),
welches bekanntlich nach Landau und Zweibrücken in Garnison kommt,
wird gebildet durch die Abgabe von je einer klompetten Kompagnie
des 1. 4., 5., 6. 7., 8. 9., 12., 13. 14., 13. und 17. In—
fanterieregiments.

*Morgen (onntag), Nachmittags 8 Uhr, findet im Frucht⸗
hallsaale zu Zweibrüccken eine Generalversammlung des Wahl-
vereins der Fortschrittspartei für den Wahlkreis Zweibrücken-Pir—
masens Statt. Tagesordnung: Besprechung der politischen Lage
und Neuwahl des engeren Ausschusses.

FDie kgl. preußische Bergwerks-Direktion zu
Saarbrücken hat sich durch eine unterm 1. ds. Mis. ergan—
jene Verfügung an ihre Arbeiter dem Vorgehen der Eifen⸗
werksbesitzer Hrn. Gebr. Stumm gegen das „Neunkircher Tageblatt“
angeschlossen.

*Am 4. Novb. wurde die Ziehung der Gewerbemuse—
umslotterie beendigt. Es fiel noch ein Gewinn von 100 M.
auf Nr. 64218 und je 50 M. auf Nr. 27157, 78089, 6987,
1235, 21598. Der z3weite Haupttreffer (12,0000 M.) fiel nach
Fürth.

x. Aus Hochspeyer schreibt man der „Ksrsl. Ztg.“, es habe
mn Auftrag eines Konsortiums Herr Ottmann neben dem dortigen
ilten Bahnhof ein sehr großes Grundstück von 8000 Mark zur
Fründung einer Fabrik angekauft, zu deren Bau und Einrichtung
allein 300,600 Mark zur Verfügung ständen.

F Der Frankenthaler Gewerbeverein hat ebenfalls mit
der Gesellschaft „Zürich“ einen Vertrag auf Versicherung gegen
Unfälle für seine Mitglieder abgeschlossen.

In Schweigenheim wurden kürzlich einer Frau zwei
Bewächse von 25 Pfund Gewicht aus dem Leibe geschnitten. Die
schwierige Operation ist der „Pf. Post“ zufolge vollkommen ge⸗
ungen.

Die Ziehung der „Pfalzgau-Ausstellungs-Lotterie“ findet
am 3. Dezember Staͤtt.

. Wie von Baumholder eingetroffene Nachrichten be—
agen, sei der dortige Gemeindeeinnehmer Schneider von einem an—⸗
zeblichen Jagdausflug nicht mehr zurückgekehrt, sondern seitdem spur—
os verschwunden. Man spricht von einem Defizit von 6000 Mark,
das sich in der von ihm verwalteten Kasse vorgefunden haben soll.

In Nürnberg kann dem Umfuge der Damenschleppen
auf den Straßen jetzt von Seiten der Polijeibehörde daselbst ent—
jegengetreten werden, indem beschlossen wurde, eine orispolizeiliche
Vorschrift zu erlassen, wonach das muthwillige Erzeugen von Staub
n einer das Publikum belästigenden Weise verboten wird.

Der Generalmajor v. Muck, Kommandeur der bayerischen
Besatzungsbrigdde in Metz, wurde zum Kommandanten bon
München ernannt. An seiner Stelle wurde der Oberst v. Saff er⸗
ling, bisher Kommandeur des 1. Inf.-Regts, zum Kommandeur
)er Besatzungebrigade in Metz und gleichzeitig zum Generalmaior
ernannt.

F,Reichsgerichts-Entscheidung. Eine die ge—
chäftliche Praxis der als kaufmännisches Auskunfis- und Schulden—
intreibungs⸗Büreau bekannsen „Mutua Konfidentia“ in Berlin
ehandelnde Entscheidung ist vom Reichsgericht, II. Strafsenat, durch
yrkenntniß vom 1. Oktober 1880 ergangen, wodurch die Verur—
heilung eines Beamten dieses Büreaus und eines betheiligten Kauf⸗
nanns wegen strafbarer Nöthigung seitens des Kammecrgerichts,
hestätigt worden ist. Nach dieser Entscheidung ist ein von einem
herartigen Büreau im Auftrage eines kaufmännischen Gläubigers
gerichtetes Mahnschreiben an seinen angeblichen Schuldner, der eben⸗
alls Kaufmann ist, die Forderung zu zahlen, widrigenfalls er in
die von dem Büreau herausgegebene und an die Geschäftswelt ver—⸗
heilte Liste säumiger Schuldner kommen würde, als Nöthigung
zurch Bedrohung mit einem Vergehen (der Beleidigung) aus 8 246
        <pb n="708" />
        St.«G.«B. zu bestrafen, falls die zum Grunde liegende Geldforder⸗
ung keine berechtigte und klagbare ist und auch das Büreau nicht
dazu gethan hat, um sich über die Berechtigung (Klagbarkeit) de
Forderung zu informiren.

Voschum (in Westphalen). Es sind jetzt etwa 184 Jahre,
daß die unglückliche Josephine Kost in Grumme ermordet wurde;
drei weitere Mordthaten folgten bald, aber der oder die Thäter
wurden nicht ermittelt. Und nun ist schon wieder ein Mord, grauen—
hafter noch als die vorigen, vorgekommen. Vor einigen Tagen am
frühen Morgen wurde die Hebamme Becker hier geweckt und von einem
Manne gebelen, mit zu seiner Frau zu kommen. Frau Becker folgte auch
gleich. Am Nachmittag fand man die Unglückliche ermordet in einem Hohl⸗
wege liegen. Die Pulsadern waren zerschnitten, auch befand sich
ein Strick um den Hals, mit dem der Mörder anscheinend die vorher
von ihm vergewaltigte Frau erdrosselte. Die Ermordete ist Mutter
von vier unerwachsenen Kindern. Die Aufregung über die bestia—
lische Schandthat ist ganz ungeheuer.

Aus Boulogne⸗sur-Mer wird dem „Moniteur Universel“
telegraphirt: Das deutsche Schiff „Mathilda“, mit einer Ladung
Cocosnüsse von Lagos nach Deutschland segelnd, hat bei Andresseles
Schiffbruch gelitten. Von der aus dreizehn Mann bestehenden
Mannschaft wurde nur ein einziger gerettet.

F Anno Domini 1900. Die Gazette de Lausanne hat
jüngst den freilich nicht mehr ganz neuen Scherz geleistet, eine vom

19. Oktober 1900 datirte Zukunftsnummer zu veröffentlichen. Offen⸗
bar hofft das Schweizer Blättchen auf ein erstaunliches Gedeihen,
denn es erscheint bei diesem Anlasse in größtem Formate und zu—
dem sechs Seiten stark. Nicht uninteressant ist es dabei ,‚ die ge⸗
heimen Wünsche der Waadtländer Zeitungsschreiber kennen zu lernen,
denn sie treiben Weltgeschichte im großen Stile. Gleich aus dem
Tagesberichte erfahren wir, daß die Banken der Vereinigten Staaten
von Nordamerika dem süddeutschen Bunde (), Preußen und
Desterreich die Kleinigkeii von 20 Milliarden Franks zugestreckt
haben, damit diese ihre Kriegs-Entschädigung an Frankreich,
Kußland, Belgien und die Schweiz bezahlen können; denn
die lehztere ist ebenfalls in den Krieg der Jahre 189495 verwickelt
worden, der natürlich zu einer gänzlichen Niederwerfung der Ger⸗
manen durch die Romanen und Slaven geführt hat. Recht pikant
ist nun die Thatsache, daß der Voltaire, der Français und andere
Pariser Blätter dieser Phantasie-Nummer in vollem Ernste die Mit⸗
iheilung entnehmen, der Schweizer Bun desrath habe mit der eng⸗
lischen Regierung eine Militärkapitulation abgeschlossen, wonach die
Schweiz für den Krieg Englands gegen Rußland in Mittelasien
ein Regiment von 4000 Mann unler dem Kommando eidgenös—
ischer Offiziere stellen werde. Solche Verwirrung kann ein phan⸗
lasiebegabter Spaßvogel selbst in der ernsthaften resse anrichten!
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme tz.
Meino WMohnungqg and
Auqemselinmiie
befinden gioh jetet
Saarbrochen,
Caundtstr. IO, nahe der
neuen Britckce.

Bekanntmachung.

Kirchweih St. Ingbert.
Sonntag von 3 Uhr ab
XI

Montags wird von 1 Uhr ab im freien Felde ein
Hammiel und eine Siege Irngeit Dry —— Uhr ab
— m Saale. Diensta ittag von
Tanzmusik eẽ
Hammel-und Ziegenessen mit Beilagen,.

àa 60 Pfennig,
ind Harmonie-Mus ausgeführt von der Zweibrücker
Kapelle Jung.
Höflichst ladet ein

Auf Grund des bestehenden
Titers über die Waldberechtig⸗
ungen wird hiermit bekannt ge⸗
macht, daß nur Bürger der
Stadtgemeinde St. Ingbert sich
an fraglichen Berechtigungen,
Bezug von Laub, und Abnehmen
des Raf und Leseholzes, bethei⸗
ligen dürfen und sind die Poli—
zeiorgane angewiesen mit aller
Strenge sowohl die Wald⸗ als
Feldpolizei zu üben.

St. Ingbert, 5. Nov. 1880

Das Bürgermei steramt
Custer.

—ED
Vormittags 10-12 Uhr.
Nachmittags 2-24,

Dr. Löderath,

Augenargtb.
Prima
—öRAA
Aras
per Pfund 1 M.
empfiehlt 8 ——
Hotel Lehnert

Petor Jung.
500 marinirte Haringe in bekannler Qualität. à 20 —
per Stück.
500 Flaschen alten Kornbranntwein àAI,S
per Flasche.

1000 Flaschen ae Zwetschgenbrauntwein àAM. 1.20

per Flasche.

5000 Schoppen altes Jänisch's Bier zum allen Preise
vpezialiktät in Sülze, Schweijerkäse, vardellenbrödqhhen.
Alten- neu Bodema ασ Vn

empfiehlt Joh. Jos. Heinrich.

Fur
Pumpenbesitzer!
Bei dem herannahenden Froste

bitte meine geehrten Kunden,
ihre Pumpen gehörig mit Stroh
zu verwickeln und die Krähnchen
zu öffnen.
M. Scher, Saarlouis.
Pumpenmacher.

Lirchweih⸗Sonntag
Freimusik.
Anfang 3 Uhr Nachmittags.

(vormals Laur.)

Widerruf.

Die von mir in der Wirth—⸗
schaft von Jakob Bleif hier gegen
die Katharina Mathieu, Ehe—
frau des Maurermeisters Stephan
Michel hier gemachten Aeußer⸗
ungen nehme ich als unbegründet
und unwahr zurück.

St. Ingbert, 6. Nov. 1880

Johann Jung, Bergamann.
Wein⸗Etiquetts &amp;
Weinkarten

Geschäfts-Eröffnung.

Einem geehrten Publikum hiesiger Stadt und Umgegend
theile ich ganz ergebenst mit, daß ich neben meiner Schuh—
macherei noch ein

Schupvwaarey

Kirchweih⸗ Sonutag
Burgerball.
Montag
Freimusik.
Anfang 6 Uhr.
Freundlichst ladet ein
Frau dulius Gremenig.
Kirchweih⸗Sonntag und
Montag von 3 Uhr ab
Freimusik
und Kirchweih⸗ Dienstag
Harmonie-Musik
bei P. 5chweitzer
—1000 Marb.

in allen Sorien Schuhen, Stiefel und Stiefletten, mit
und ohne Zug, sowie Pantoffel, für Herren, Damen. Mädchen
und Kinder errichtet habe.

Auch halte ich LecllèrLagex in: Sohlleder,
Rindsleder, echt franz. Kalbleder ohne Kopf, echt frauz. Cron—
pon, Bockleder, Kittleder und Lackleder, welche im Ausschnitt zu
zilligen Preisen verkaufe. Ferner

5chäfte in allen Sorten
für Herren, Damen, Mädchen und Kinder; auch werden Schäfte
nach Wunsch angefertigt.

Da ich meine Waare nicht nur eine schöne, sondern haupt⸗
ächlich eine gute nennen darf, so erlaube mir Sie zu einem
Besuche meines Geschäftes höfl. einzuladen, um sich von der Güte
meiner Waaren selbst überzeugen zu können.

Indem ich schließlich streng reelle und gute Bedienung zusichere
zeichne Mit aller Hochachtung

Ergebenst
JOII. ust jun.,

zu haben in der Buchdruckerei von
F. X. Demeßtz.

Frankfurt a. M.
Aeltestes Annoncen⸗Bureau
Heeegtem
Vogler

Täglich Expedition an alle
— Zeitungen —

10 Liebfrauenstraße 10.

Begen Gicht, Rheamatismus 1*c. selbft in
ganz veralteten allen wird „Eros. Dumonl's
Sichtwasser (anti rheum. Liq.) von vielen
kaufend glückt. Gebeilten als einziges R⸗-
dicastmittel auf's Warmste empfehlen. Erfola
zründlich. ßürnd Heilwirkung wird m. ob.
Zunime garantirt, Preis 1, gi. M. 3, nh
Vi. 3 gegen Voreinsdg. eder Nachnahme vom
enerai. Depot: ). AX. Metzager in Alainz.

zithuhmacher,
Kohlenstraße, neben Hrn. Kaufm. Gotimann
Druck und Verlag vou F. X. Demet in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 19.
        <pb n="709" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchenktlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wochentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

AM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —,, von Auswärts
mit 15 — fur die viergesvaltene Zeile Blattschriẽ oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
4179. Dienstaa, den 9. November 1880.

Deittsches Reich.

München. Se. Maj. der König haben die Einberufung
der Landräthe auf Mittwoch den 1. Dezember angeordnet.

Bis zur Einberufung des bayerischen Landtags wird der
Steuerausschuß die zweite. Berathung der ersten Lesung der 4
Steuergesetze vollendet haben. In die zweite Lesung wird er erst
eintreten, wenn der Laudtag versammelt ist. Gegenüber dem Vor—
wurf, daß das Resultat der Steuergesetzberathungen wieder eine
Steuererhöhung sein werde, lassen sich „patriotische“ Stimmen in
der Presse dahin vernehmen, daß die Kammermehrheit jede Steuer—
erhöhung zurückweise. Es handle sich nur um eine äußerst noth—
wendige Revision und Beseitigung der Mißstände und Ungleichheiten
der bestehenden Steuergesetzgebung.

Zur Ernennung des Grafen Lerchenfeld zum bayerischen Ge—
sandten in Berlin bemerkt die „Germania“: „Der neuernannte
zayerische Gesandte ist ein noch junger Diplomat; seine Bekannt⸗
schaft mit dem Grafen Herbert Bismarck läßt annehmen, daß er
in der Wilhelmstraße willkommen sein wird.“

Nach einer Aeußerung des Finanzministers Bitler im preu—
zischen Abgeordnetenhause wären für die vollständige Durchführung
der Steuerreformpläne des Reichskanzlers noch etwa 110 bis 115
Millionen jährlicher neuer Steuern erforderlich, welche dem der—
maligen Reichsstag zur Bewilligung unterbreitet werden sollen.
Veranschlagt ist die Biersteuer (nicht für Bayern) auf 17 Millionen,
Börsensteuer und Quittungssteuer auf 20, Wehrsteuer auf 20,
Branntweinsteuer (gilt nicht für Bayern) auf 15. zusammen also
72 Millionen Mark. Die noch fehlenden Millionen sollen dem
ohnedies schon genug belasteten Tabak aufgebürdet werden. Be⸗
kanntlich hat der Quittungsstempel schon bei der ersten Berathung
der Börsensteuer im Reichsstage nur wenig Freunde gefunden und
auch bezüglich einer weiteren Belastung des Tabaks ist eine Maio—
rität der Regierung keineswegs sicher.

Am 4. November tagte in Stuttgart die Landesversamm—
iung der württembergischen Deutschkonservativen, an welcher auch
esinnungsgenossen aus Bayern, Baden und Preußen theilnahmen.
Es wurde u. a. beschlossen, an den Reichstag die Bitte zu richten,
daß der Grundsatz der gemischten Schule (Kommunalschule) ein für
allemal aus der Schulgesetzgebung ausgemerzt und die Zivilche,
welche als schwere Schädigung des Volkslebens erscheine, beseitigt
werden möge.
Auslanud.

In einem am Samstag abgehaltenen französischen Mi—
nisterrathe erklärte Minister Constans, daß die Ausführung der
Märzdekrete, von einigen alleinstehenden Fällen abgesehen, jetzt als
dollkommen beendigt betrachtet werden kann. Vollzogen wurden
die Dekrete gegen 260 Mönchsklöster. Der Spruch der Konflikts⸗
gerichtshöfe ist überall zu Gunsten der Regierung ausgefallen, doch
jaben einige der dabei beschäftigten Justizbeamten ihre Entlassung
jenommen. Die Gesammtzahl der wegen der Märzdekrete um ihre
Entlassung nachsuchenden Gerichtsbeamten beläuft sich auf ungefähr
100, welche durch Vermittelung meistentheils bei großen Bankin⸗
tituten u. s. w. lohnende Beschäftigung gefunden haben. Die
Regierung hat sich damit eine Anzahl erbitterter Feinde geschaffen,
velche nicht verfehlen wird, ihren ganzen Einfluß bei den nächsten
Wahlen gegen die Republik geltend zu machen; es läßt sich zwar
schwerlich erwarten, daß dieser Einfluß von besonders schwer wie—
gender Bedeutung sein wird, unbequem wird er der Regierung
iber auf alle Fälle werden.

Wie dem Londoner „Standard“ gemeldet wird, soll der
Zar fast vollständig bewußtlos sein; demnächst werde
in Ukas veröffentlicht werden, welcher den Thronfolger vprovisorisch
um Regenten ernennt.

In Folge der letzten Wahlen werden die Republikaner in dem
zeuen Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten eine
Mehrheit von zwölf Stimmen haben.

renischtes.

* St. Ingbert, 9. Nov. Unsere Kirchweih war sowohl

am Sonn⸗ als am Montage von dem schönsten Spätherbstwetter

begünstigt. Wohl in Folge desselben hatte sich die Stadt an beiden
Tagen eines außerordentlich zahlreichen Besuches von Auswärts zu
erfreuen und Tags über und Abends herrschte auf den Straßen,
vor den Schau- und Verkaufsbuden und bei den Caroussels das
sebhafteste Treiben, daß auch, gemäß dem alten deutschen Brauche,
Gambrinus mit Inbrunst und Ausdauer gehuldigt wurde, verstehi
sich von selbst.

* GPfälzischer Kunstverein) Bei der am 7.
November stattgehabten Verloosung fielen auf die nachgenannten
Mitgliedsnummern die beigesetzten Gewinnstnummern: Nr. 21
-17; Xr. 568 — 12; Nr. 61 — 10; Nr. 80 — 19; Pr.
97 — 22; Nr. 100 — 25; Nr. 115 — 24; Nr. 127 —
15; Nr. 809 — 9; Nr. 310 — 83; Nr. 361 — 830; Vr.
394 — 13; Nr. 396 — 26; Nr. 411 — 8; Xr. 440 - 1;
Nr. 453 — 21; Nr. 5323 — 27; Nr. 338 — 18; Nr. 389 —
23; Nr. 608 - 16; Nr. 612 — 6; Nr. 625 — 14; VYr.
672 — 5; Nr. 733 - 4; Nr. 758 — 11; Rr. 766 7;
Nr. 7ö9 — 31; Nr. 787 — 29; Yr. 800 — 20; Nr. 813
— 23 Yr. 836 — 28. Von genannten 831 Gewinnen (Nr. 1
dis einschließlich 23 Oelgemälde, Nr. 24 bis einschließlich 31
Kupferstiche), kommen 6 nach Speyer, 4 nach Zweibrücken, je 3
nach Dürkheim und Landau, je 2 nach Frankenthal, Kaisers⸗
autern, Ludwigshafen und Neustadt, dann je einer nach Karlsruhe,
Erlenbrunn, St. Ingbert, Vetersau, Straßburg, Wachenheim und
Baldfischbach.

- In diesem Jahre waren in den tabakbautreibenden Distrik-
sen der Pfalz 4606 Hektaren Tabak angebaut, die in Anbe—⸗
tracht der Schwere der diesjährigen Frucht ein ungefähres Erträg⸗
niß von 160,600 Centner liefern dürften. Im Vorjahre waren
nur 2872 Hektaren mit Tabak bepflanzt und betrug das Quan⸗
tum 83, 158 Centner, mithin nahezu 100 Prozent weniger als
m Jahre 1880.

WGeistesgegenwart.) Ein Gendarmeriewachtmeister kommt
auf seinem Umgang im Westrich durch ein Dorf. Derselbe ist
vegen seiner strengen Handhabung der Feuerpolizei überall gefürchtei.
da erblickt er ein Väuerlein mit brennender Pfeife unter dem
Zcheuerthor stehend. Er selbst raucht eine Cigarre. „Herr Wacht⸗
meister, Herr Wachtmeister!“ ruft das Bäuerlein, als er dieses
ansichtig wird, „kommen Sie schnell in meine Scheuer, ich muß
Ihnen etwas Wichtiges zeigen.“ Nichts ahnend, triit der Gendarm
mit der Cigarre im Mund in die Scheuer. „So“, spricht das
Bäuerlein, „jetzt sind wir quitt. Machen Sie mir ein Protokoll
für meine Pfeise, so mache ich Ihnen eins für die Cigarre. Ver—
)utzt sieht der Herr Wachtmeister das Bäuerlein an und geht kopf⸗
chüttelnd weiter.

FHrn. Lehrer Henkel in Niederkirchen (Osterthal)
haben die Gemeinden Niederkirchen, Saal und Marth, deren Kinder
der Jubilar unterrichtet, zu seinem 25jährigen Jubiläum — laut
Meldung der „Pf. Pr.“ — als Zeichen der Aneckennung treuer
pflichterfüllung ein feines Sopha und einen bequemen Sessel zum
veschenk gemacht.

— Dieser Tage schickte zu Saarbrücken die Frau eines
Fuhrmannes ihr 5—6 Jahre altes Mädchen mit einer Flasche
um Kaufmann, um Essig zu kaufen; auf der Straße fiel dasselbe
o unglücklich, daß die Flasche zerbrach, die Glasscherben den Hals
des Kindes durchschnitten und dasselbe, obgleich ärztliche Hülfe zur
Stelle war, nach wenigen Minuten eine Leiche war.

fBei der im Laufe des Monats Oktober in München ab—
zehaltenen juristischen Prüfung haben, wie mitqgetheilt wird, sämmt⸗
liche Pfälzer bestanden.

F In Ungarn ist die Weinlese in Güte und Menge sehr
gering ausgefallen; wegen des Faulens der Trauben mußte mit
der Lese diesmal sehr bald begonnen werden. Obendrein verbreitet
sich die Reblans immer mehr in den ungarischen Weinbergen.
— 3— *

Zu kath. Dikß 1Ssschulinspeltoren wurden ernannt: Pfarrer
Weis in Trulben für den Kanton Virmasens, Pfarrer Göller in Höchen
iür Waldmohr.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demen.
        <pb n="710" />
        222
Licitation.

Donnerstag den 25. Novem⸗
ber nächsthin, Vormittags 9 Uhr
zu Reichenbrunn, Gemeinde
Ensheim, im Wohnhause der
Requirenten, werden durch den
unterzeichneten Amtverweser des
kgl. Notars Franz Sauer in
St. Ingbert, die nachbezeichneten
Liegenschaften, im Banne von
Ensheim, zu den nachhin ange—⸗
gebenen Massen gehörig, abtheil—
ungshalber öffontlich an die
Meistbietenden zu Eigenthum
bersteigert:

A. zu der Gütergemeinschaft,
welche zwischen Adam Vogel⸗
gesang, weiland Ackerer in
Reichenbrunn und dessen verleb—
ten ersten Ehefrau Katharina
Abel bestanden hat, gehoͤrig:

Pl.⸗Nr. 7551, 2a 73 qm
Fläche, Wohnhaus, Scheuer,
Stall und Schweinstall,
und Pl.⸗Nr. 7552* 2 a
73 qm Hofraum, halber
Antheil einer ganzen Fläche
von 5a 11qm gemein⸗
schaftlich mit Besitz Nr. 8366
gelegen zu Reichenbrunn
neben Peter Schuhmacher
und dem Weg;

Pl.Nr. 5912, 41 a 57
qm Acker im Staffel;
Pl.⸗Nr. 5918, 1 ha 838 4
84 qm Acker allda;
Pl.⸗Nr. 5936, 68 a 80
qm Acker am Türkensteiner⸗
weg;

Pl.⸗Nr. 5945, 1 ha 614
20 qm Acker im Staffel;
Pl.⸗Nr. 5946, 67 a 80
qm Acker am Ziegelhütter⸗
weg;

Pl.⸗„Nr. 5948, 66 a 40

qIm Acker allda;

Pl.⸗Nr. 595 1110, 29 4

30 qm Acker auf dem

Staffel, Pl.«Nr. 595 134,

5 a 45 qm Acker allda;

Pl.⸗Nr. 5951a6, 32 4

O3 qm Acker allda; Pl.⸗Nr.

595 19/12, 19 a 76 qm

Acker daselbst, Pl.⸗Nr.

595 187, 26 4 24 qm

Acker daselbst;

Pl.Nr. 7416, 15 a 70

qm Acker am Staffelberg

oder Sengscheiderwald;

Pl.⸗Nr. 7564, 15 a Acker

und Wiese im Kälbergarten;

Pl.⸗Nr. 7576a, 30 a und

Pl.⸗Nr. 7576b, 10 a 60

qm Acker und Wiese in

den Stoppelstücken;

Pl.⸗Nr. 7587, 13 a 60 qm

Wiese in den großen

Wiesen;

Plan Nr. 75902, 3 270

qm Acker allda und Plan

Nr. 7590b 76 a 66 qm

Wiese allda,

Plan Nr. 7597, 41 a 60

Im Wiese in den Spengeler⸗

wiesen,

Plan Nr. 7600, 10 a 60

qIm Wiese allda,

Plan Nr. 76142, 66 4

5.

—J.

3

10.

1.

29.
16

20 qm Wiese in den Bruch⸗
wiesen,
Plan Nr. 76252, 13 a
Wies allda,
Plan Nr. 7644, 16 4
Wiese allda,
Plan Nr. 7653, 46 a
Wiese allda
Plan Nr. 765313, 45 a
70 qm Wiese allda,
Plan Nr. 7659, 8 a 20
im Wiese und Acker im
dirschenthal,
Plan Nr. 7667, 20 4 80
im Wiese allda, J
Plan Nr. 7680, 832 a
Wald am Weidenberg,
Plon Nr. 7682a, 56 4
30 qm Acker allda,
Plan Nr. 7682b, 17 a
Wald allda,
Plan Nr. 7684a2, 16 a
10 qm Acker allda,
Plan Nr. 7684b, 19 a
10 qm Acker allda,
Plan Nr. 7692a2. 10 a4
20 qm Acker im Kurzen⸗
thal,
Plan Nr. 7692b, 8 a 50
im Wiese allda,
Plan Nr. 76942, 3 a 10
Im Acker allda,
Plan Nr. 7694b, 5 a 80
Im Wiese allda,
Plan Nr. 77004, 4a 10
zm Acker allda,
Plan Nr. 7700b6, 8 a 90
m Wiese allda,
Plan Nr. 7702a, 8 a 90
im Acker allda, P. Böhme.
Plan Nr. 7702b, 3a 10 n — djißêô R— —
Im Wiese allda,
— — Buchdruckerei &amp; Lithographische Anstalt
Im Wiese in den Brun—⸗ *
nenwiesen, sp J —DORbt;
Plan Nr. 7715, 8 a 20 .4.
Im Wiese allda, im ST. INGBEIERIV
Plan Nr. 7719, 7 a 20 empfiehlt sich in Anfertigung aller und jeder Art von Drucksachen
Im Garten allda, zei billigster und raschester Bedienung, und erlaubt sich auf nach—
Plan Nr. 7720, 7 a 50 'olgende billigst gestellte Preise von Rechnungen mit Firma
Im Wiese allda— ind Ortsname, aufmerksam zu machen:
——— iss Bogen oder Oktav.Rechnungen.
* Wiese aiba in Blaus u. Roth⸗Druck. in Schwarz⸗Druck.
200 Stück M. 1,80 1770
Plan Nr. 7722, 7 a 80 500 32 290
Im Wiese allda; 1000 5— 480
Plan Nr. 7740, 25 a 90 2000, , — 8,50
Im Wiese in den großen Jedes weitere 1000 mehr 4,- 3,70
X Bogen oder Quart⸗⸗Rechnunen
Plan Nr. 7744, 16 a Wiese Für 200 Stüch A 2,50
n den Bruchwiesen; 500 4480
Plan Nr. 7748, 21 4 80 1000 ,8ů—
Im Acker am Fels; . 2000 187
dian Ne. 7749. 21 4 80 Jedes weitere 1000 mehr, 6,50
Für 22 Bogen⸗Rechnungen
Imn Ader am Fels, Für oιι 3,70
plan Nr. 7761 30 a 70 goo , 76
Im Acker am langen Thal, 1000 1430
Plan Nr. 7766a 3 a 10 „2000, ,27,—
Im Acker am obern Thal, Jedes weitere 1000 mehr , 12
Plan Nr. 776606, 9 a 90 Ganze Bogen⸗Rechnungen
im Wiese allda, mit 3 Seiten liniirt.
Plan Nr. 7774, 25 4 90 Für 200 Stüch A 6,50
qm Acker allda, pn 8
di—r I, 29 a Wald Jedes weitere 1000 mehr 25.-
n den Roͤthern, Allgemeine Rechnungen, d. y. solche ohne Firma und Orts⸗
3. Zur Guütergemeinschaft, name, mit freiem Raum zum Finschreiben detselben werden erheb⸗
velche zwischen genanntem Adam lich billiger ageliefert.
—XRD— Mnster stehen zu Diensten. F
Druck und Verlag von F. X. Demetz in St. Inagbert.

bliebenen Wittwe zweiter Ehe
Maria Walle, bestanden hat, ge⸗
hörig:
51. Plan Nr. 7582, 36 a 45
qm Wiese in den Groß⸗
wiesen, hievon das erste Loos
mit 16 a 69 qm.
52. Plan Nr. 76984, 7 a 80
qm Acker im Kurzenthal,
53. Plan Nr. 7698b, 18 a
40 qm Wiese allda.
Eigenthümer sind:
IJ. Maria Walle, ohne Ge—
verbe in Reichenbrunn wohn⸗
jaft, Wittwe zweiter Ehe des
daselbst verlebten Ackerers Adam
Vogelgesang.
II. Peter Vogelgesang, Acke⸗
rer allda, großjähriger Sohn
erster Ehe des Verlebten mit
datharina Abel.
JiI. Marie Vogelgesang,
ninderjährige Tochter zweiter Ehe
des Verlebten, welche ihre ge—
nannte Mutter Maria Walle
‚ur Hauptvormünderin und den —
Johann Joseph Betz, pensioniren FS Unserm heutigen Blaite
Bergmann in St. Ingbert zum liegt ein Preis-Verzeichniß über
Beivormunde hat. aw Neuheiten für die Herbst⸗ und
St. Ingbert, 9. Nov. 1880. Winter-Saison von A. Hecht
K. Auffschneider, aus Mainz bei, auf das wir
Amtsverweser. unsere Leser aufmerksam machen.
— 82
Schauplatz? im Mühleneck.
Auf viels. Verlangen bleibt Böhme's mech. Autom. Kabinet
rioch heute Dienstag unwiderruflich zum letzten
Male zur Schau ausgestellt. Es versäume Niemand dieses mit
bielem Sehenswerthen ausgestattete Kunst-Kabinet zu besuchen.
Achtungsvoll

Zwangsversteigerung.

Donnerstag, 11. November
1880 Morgens 10 Uhr zu
Schnappbach, vor dem Wohn⸗
jause des Heinrich Högel, ver—
teigere ich eine ganze Wirth⸗
chaftseinrichtuug (Tische,
Stühle, Bänke, 1 Bierpression,
Einschenke, Gläser, Gläserschaft)
erner I Wanduhr, 9 Oel⸗
druckbilder ꝛc. c. zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung.

St. Ingbert, 7. Nov. 1880

Faßbender,
Gerichtsvollzieher.

47.
48.
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358 ——— —373533 —2338 333588 13
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53 — 25258—5553585 58 —5* 5* — 7 —— 532 33 38 — — 5*
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3333 27232 53523 2 2555 2 R
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—5573 33333 1213837 2838 37 523 53383. *
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285255 *253 53333 25352253 7522 533535 2
2 — 38 33586 523533 12528 333 3 3
2 35533 223 5525 E 2 —— 223
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33833 20393 253535533
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527 25 78 2* — —— 2 8
7233332257 33 —*
3333888 —— 255583 583 223 2 255 *535 *
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2 25 —— — 5 0 2822 52336 — 733
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— 5332 *—33833833
* 35 3538 *5*7
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        Hf. Ingberker AAnzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei—⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstaga und Sountag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich
A A40 eiulchließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J 60 F, einichließlich 410 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswäarts
mit 15 fuür die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
42 180. Donnerstag, den 11. November
Deutsches Neich.

München. Eine am 9. Nov. publizirte koöͤnigliche Ver—
ordnung, betr. den Eintritt und die Entlassung aus der Volksschule,
jat das siebente Schuljahr beibehalten. Es können danach
SZchüler und Schülerinen, welche die Schlußprüfung nicht erfolg—
reich bestanden haben oder im Schulbesuch nachlässig waren, ein
veiteres Jahr zum Besuch der Schule angehalten werden.

Wie man hört, sind für das Rechnungsjahr 1881182 die
Finnahmen des deutschen Reichs an Zollen, Verbrauchs-
tteuern und Aversen auf 325,511,500 M. veranschlagt. Das ist
gjegen das Vorjahr mehr 18,315,030 M. Die Zölle sind ange—
etzt mit einer Mehreinnahme von 13,662,140 M., die Tabak—
teuer mit einer Mehreinnahme von 2,160,140 M., die Rüben—
zuckersteuer mit einer Mehreinnahme von 2,772,300 M. die
Salzsteuer mit einer Mehreinnahme von 627,940 M., macht im
Hanzen ein Mehr von 19,168,520 M. Dagegen ist die Brannt-
weine und Brausteuer angesetzt mit einer Mindereinnahme von
.104,5800 M. Dadurch mindert sich die Mehreinnahme auf
8064,020 M.; hierzu die Aversen gerechnet, ergibt sich obige
Summe von 18,315, 080 M. Großartig ist demnach der Mehr—
rrtrag der neuen Zölle ꝛc. gerade nicht.

Als muthmaßlich frühester Zeitpunkt der Uebernahme des
Staatssekretariates des Auswärtigen durch den Botschafter in Kon—
tantinopel, Grafen Paul Haͤtzfeldt, welche zweifellos feststeht,
vird jetzt in einer Berliner Korrespondenz der „Köln. Ztg.“ der
. Januar k. J. bezeichnet. Um dieselbe Zeit wird Fürst Hohen⸗
lohe als Botschafter wieder nach Paris gehen.

Ausland.

In parlamentarischen Kreisen Frankreichs verlautet, Leon
senault werde am Veginn der Kammersession die Bewilligung
ines Kredits von 50 Millionen zur Durchbohrung des Simplons
»eantragen. Renault soll diesen Entschluß infolge einer Zusam—
nenkunft mit Gambetta gefaßt haben.

Die Auflösung der Kongregationen in Frank⸗
reich ist jetzt als beendet zu betrachten. Vorgegangen wurde in
31 Departements. Es waren 384 Klöster nicht autorisirter Männer⸗
kongregationen mit 7400 Mitgliedern vorhanden. Bis auf die
darthäuser mit 400 Mönchen in 10 Departements, und die
Trappisten mit 1500 Mönchen in 20 Departements, sind sämmt—
iche Kongregationen aufgelöst worden.

Die französische Deputirtenkammer beschloß am 9. Nov.
nit 291 gegen 100 Stimmen, das Gesetz über die Reform des
sichterstandes zuerst zu berathen. Die Folge dieses Beschlusses ist
die Ablehnung des Antrags des Unterrichtsmin sters Ferry, resp.
»es in einer gesammtministeriellen Deklaration niedergelegten An—
rags, wonach das Unterrichtsgesetz den ersten Gegenstand der
dammerberathung bilden sollte. Alle Minister und Unterstaats⸗
ekretäre gaben daraufhin nach vorgängiger Berathung gemeinschaft⸗
ich ihre Entlassung, was Ferry dem Präsidenten Grevy anzeigte.
Im 9 Uhr war Kabinetsrath. Man spricht von einem Ministerium
Zrisson.

Sowohl in der Deputirtenkammer als im Senat ging es bei
Lerlesung der ministeriellen Erklärung und nachher überaus stür—⸗
nisch zu. Gambetta als Kammerpräsident sah sich durch den un—
jeheueren Lärm, der sich von allen Seiten nach der Abstimmung
rhob, veranlaßt, die Sitzung aufzuheben. In Paris soll in Folge
ieser Vorgänge große Aufregung herrschen.

Aus Holland. Die zweite Kammer hat nach lebhafter
debatte die Aufrechterhaltung des Artikels des Strafgesetzes be⸗
chlossen, welcher die Vornahme der religiösen Trauung vor der
ziviltrauung verbietet. Die Abstimmung erfolgte mit 46 gegen
21 Stimmen.

Meldung der „‚Polit. Korresp.“ aus London: Das britische
dabinet richtele eine Note an den britischen Gesandten in Athen,
vorin dasselbe Griechenland für jetzt Geduld empfiehlt und für
däter die Unterstützung Englands verspricht.

Daily Telegraph“ meldet untern 8. Nov. aus Nonstan⸗—⸗

tinopel: Derwisch Pascha ist angewiesen, Dulcigno innerhalb der
nächsten drei Tage zu übergeben.

Die „Agence Havas“ meldet aus Ragusa:? Die Albanesen
erklären jetzt, sie würden Dulcigno um keinen Preis an Montenegro,
vohl aber an Oesterreich übergeben.

Vermischtes.

7 Vom 1. Dezember an werden auf folgenden pfälzischen
Bahustationen Privattelegramme zur Beförderung angenommen:
Bermersheim, homburg, St. Ingbert, Berg, Böhl⸗Iggel⸗
deim, Ebernburg, Flomersheim-Eppstein, Marnheim⸗Zell, Langmeil⸗
Münchweiler, Siebeldingen-Birkweiler, Sondernheim, Weidenthal,
Wünrzbach, Dreihof, Lingenfeld, Ebertsheim, Knöringen.

* In der am verflossenen Sonntag im Fruchthallsaale zu
Zweibrücken Statt gehabten Generalversammlung des,Wahl⸗
bereins der Fortschritispartei für den Wahlkreis Zweibrücken⸗ Pir⸗
nasens“ wurde die Neuwahl des engeren Ausschusses vorgenommen,
die Wahl des weiteren aber auf die nächste Versammlung ver⸗
choben, weil von auswärts nicht viele Mitglieder da waren. Der
engere Ausschuß besteht aus den fast einstimmig gewählten HH.
Fabrikant J. B. Wolff, Bürgermeister Märcker, Dr. Erbelding,
Anwalt Rosenberger, Anwalt Rath Gulden, Fabrikant Jul. Ding⸗
er und Fabrikant Ad. Schwinn jun. Vom Land⸗e und Reichs⸗
ags⸗Abgeordneten K. Schmidt in München war ein Telegramm
ingelaufen. worin er sagt, er werde möglichst bald zur Bericht⸗
rstattung kommen und er sei treu der nationalen und liberalen
Fahne.

. In dem benachbarten Spiesen wurde am Dienstag bei
einem Brande durch einen herabstürzenden Schornsteiu ein dortiger
kinwohner, Vater von 5 noch unbersorgten Kindern, so schwer
am Kopfe verletzt, daß er bald darnach starb.

F Am Schlusse einer Polemik gegen den Neunkircher
iberalen Wahlverein und dessen Aufruf im „Neunkircher Tageblatt“
chreibt die „Saar⸗ und Blies-Zeitung“: „Von verschiedenen Sei—
len wird uns berichtet, daß der Versuch, die sozialistische
Propaganda in hiesiger Gegend einzuführen, kein vereinzelter
zewesen ist. Der Streik der de Wendel'schen Bergleute in Hayange,
die Konfiskation einer Sendung sozialdemokratischer Schriften in
Ottweiler, welche vor wenigen Tagen erfolgte, das aͤlles sind
zweige an ein und demselben Baume. Es war deshalb die höchste
Zeit, daß die vereinigten Arbeitgeber des Saargebietes die Gefahr
m Keime erstickten, und kommt es ihren energischen und dankens⸗
verthen Bestrebungen sehr zu gute, daß die Bombe etwas früher
jeplatzt ist, als es in der Absicht der Bombardiere lag.“

F Wie die „Pf. Volkszig.“ meldet, wollen die Demokraten
nuf Sonntag den 21. November in Kirchheimbolanden
ine Volksversammlung veranstalten und wird Abg. Sonnemann
abei wieder erscheinen.

f Bei einer am 5. ds. in Aschbach abgehaltenen Treibjagd
vurde von 8 Schützen mit Hülfe von 14 Treibern und einer
Menge Hunde ein ganzer Hase erlegt.

In Kaiserslautern hat am Montag eine stark be⸗
uchte Versammlung von dortigen Hausbesitzern beschlossen, in
Zachen der Häusersteuer eine Eingabe an die Kammer der Abge⸗
»xdneten zu richten. Es wird darin um Ermäßigung der in der
That sehr drückenden Steuer ersucht. Die Eingäbe zirkulirt bei
ämmtlichen Hausbesitzern. — Man sollte anderwärts diesem Bei—
piel folgen.

Die restaurirte Stifiskirche in Kaisersla utern wird
'n den ersten Tagen des kommenden Monats feierlich eingeweiht.

F. Das Resultat der jüngst gezogenen Gewerbemuseums—
dotterie wird weder die große Masse der pfälzischen Spieler,
noch die Unternehmer befriedigen. Sind ja doch die höheren Ge—
vinne alle über die Grenzen der Pfalz hinausgewandert und hat
elbst die Stadtverwaltung Kaiserslautern mit ihren 1000 Loosen
einen namhaften Treffer zu verzeichnen, nicht einmal das Ge—
verbemuseum selbst, das mit seinen 20,000 reservirten und 16,000
nicht verkauften (also mit 86.000 Loosen) mitgespielt hat. (Nach
        <pb n="714" />
        anderen Nachrichten soll das Gewerbemuseum einen höheren Ge—
winn von 5000 M. gemacht haben. Man berechnet den Rein⸗
überschuß auf höchstens 80,000 M., die aber längst schon veraus—
gabt sein sollen, so daß nicht blos der gezeichnete Garantiefond
bon 60,000 M. zum Theil, sondern auch noch eine „zweite Lotterie“
die noch fehlenden und absolut nöthigen Baumittel beschaffen müssen.

Die offizielle Ziehungsliste der Kaiserslauterer Gewerbemu—
seumslotterie wird erst Ende dieser Woche fertig gestellt werden.

Die Gesammtzahl der im Bezirksamte Bergzabern er—
frorenen Obstbäume beläuft sich nach dem „T. f. S.“ auf 22,908,
darunter 6091 Aepfel-, 1637 Birn⸗, 992 Kirschen-, 12,995
Zwetschen⸗, 649 Pflaumen⸗- und 539 Nußbäume.

F Die kgl. Kreisregierung zu Speyer gibt bekannt, daß
die Schulen derjenigen Lehrer, welche als Gemeindeschreiber bei der
Volkszählung am J. Dezember dienstlich betheiligt sind oder die
onst aus dringlichen Gründen dazu herangezogen werden müssen,
an diesem Tag ausgesetzt bleiben durfen.

Von der kgl. Kreisregierung wurde die Genehmigung er⸗
theilt, zur Herstellung eines würdigen Denkmals für den verstorbenen
Seminarlehrer Prof. Benz eine Sammlung zu veranstalten und
zu diesem Zwecke bei den früheren Schülern ꝛc. des Dahingegangenen
eine Liste zirkuliren zu lassen.

Der Verkauf der Nahebahn an den preußischen Staat
wurde durch die Generalversammlung einstimmig genehmigt.

F In Türkstein (othringen) warf in voriger Woche ein
Taglöhner seine drei Kinder in's Wasser, um sie zu ertränken. Da
der Unmensch sofort nach vollbrachter That davon lief, gelang es
dem ältesten, sechszährigen Knaben, den Fluthen zu entkommen und
auch seinen 2/ jährigen Bruder zu retten; das jüngste Kind, ein
20 Monate altes Mädchen, ertrank. Der Vater suchte sich später
mittelst eines Flintenschusses zu entleiben, was ihm aber nicht gelang.

F Am 4. November sind in dem Dörfchen Vor bach, Be—
zirksamts Eschenbach in der Oberpfalz 24 Häuser abgebrannt.
Der heftige Ostwind trug das Feuer mit rasender Schnelligkeit
wveiter. Die meisten Leute waren, als der Brand ausbrach, in den
Wäldern zur Arbeit, und als sie nach Hause kamen, fanden sie

aur noch rauchende Schutthaufen. Die Einwohner sind arm, die
abgebrannten Häuser waren nur gering versichert. Da wäre für
mildthätige Herzen Gelegenheit, Gutes zu stiften.

x Ein trauriges Zeichen der ungünstigen Lage des Eisenge⸗
schäftes ist nach der „Ess. Ztg.“ der Umstand, daß die Aktienge—

ellschaft Humboldt in Kalk eine Walzenstraße außer Betrieb ge⸗
etzt und am Samstag 108 Arbeiter entlassen hat. Auch auf
inderen benachbarten Eisenwerken hört man die Klagen über eine
»äglich wachsende Flaue sich mehren. Die Eisenpreise sind in einer
Weise gedrückt, daß die Werke kaum auf ihre Kosten kommen
»ürften. Die Nachfrage ist momentan so gering, wie in der
chlimmsten Zeit der früheren Krisis. Welchem Wechsel die Eisen⸗
nndustrie innerhalb eines Jahres unterworfen war, dürfte am besten
»araus hervorgehen, daß z. B. Stabeisen vor Jahresfrist noch
105 M. (niedrigster Preis seit 1870) kostete, bis Februar a. c.
auf 220 stieg, jetzt in einer kürzlichen Submission à 115 Mk.
offerirt wurde.

Wie der „Kreuzzeitung aus Hannover telegraphirt
vird, hat das Landeskonsistorium aus Anlaß der Vorkommnisse auf
der Osnabrücker Bezirkssynode eine Disziplinaruntersuchung gegen
den Pastor Negula (aus Annweilery), eingeleitet. Nach
den Zeitungsberichten sollte Pastor Regula auf jener Synode er—⸗
klärt haben, daß die Lehre von der Dreinigkeit und von der Gott⸗
—V

In Wien fand am 9. Nwember ein ziemlich heftiges

Erdbeben Statt, das auch in vielen Octen Ungarns und Krains
zowie in Triest verspürt wurde. In Agram spürte man drei
heftige Erdstöße, wodurch fast jedes Haus beschädigt wurde. einzelne
ind eingestürzt, 80 Personen schwer oder leicht verletzt. Der
Nagsttat sorgt für Unterbringung der Bewohner der beschädigten
däuser.
.Aus Podersam (Böhmen), 30. Okt. wird gemeldet:
deute Vormittag schnitt ein Häusler in der Stadt Kriegern seinen
»rei Kindern im Alter von 3 bis 7 Jahren den Hals ab und er—
hüngte sich hierauf selbst auf dem Dachboden seines Häuschens.
die Gattin desselben liegt infolge des Schreckens im Sterben. Vor
einigen Tagen wurde dem Manne das Haus im Exekutionswege
verkauft, und mag die Verzweiflung über seine trostlose Lage den
Armen zu der grausigen That getrieben haben.

FGrubr?enuͤnglü'k. 'Als am 4. ds. M. in den Koh—
lenbergwerken zu Moms (Belgien) ein Förderkorb in die Höhe
gezogen wurde, brach plötzch die Kette und der Förderkasten fiel
in den Schacht hinad, wodurch 13 Bergleute augenblicklich ihren
Tod fanden.

Für die Redaction verautwortlich: F. X. Deme 8v.

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Anspruch auf einen Preis erworben, oder von solchen die bei Er—
üllung der Vorbedingungen die Stellung eines Gesuches in den
Vorjahren unterlassen haben bis längstens 20. November lJ. J.
dem kgl. Bezirksamte Zweibrücken vorgelegt werden.
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8 3233 78
28 — *
32— 6 5*5333 52
s 338357
—2 ⸗2 5
— * 33333 334333323
253 2324*
JSf2 358 26583 33533
—A 35353323533 2333
752 575 53 —— —————
—— — 2223 —2 133235533.
ẽ 55 3 * 82 33 — *
— 53
— — 5
S 6 8 757* —353* 33 2335 ẽ
— 3 227 8 »2 85 5 353238
—A— 2 83 * *72 — ————
—A—— ——— —E ——— 5335 ———
55 535525— 1553353
22 3. ẽ 2 J
——— —2 * * z233355355533 33
3555 3* ——— 4
— * 25 —*F
522 522 *2*

7
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838
—

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2*2322 7
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3522.2
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2533
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32 33
2
— 83 3
3823235
— 13527 S
22232
2337 5
2 2
23289 5
7553 * —
2 — —D
23522. 362
5252383. —
32. 2 — *8
5336553
I3 29 * *
55353 23.
2333 5
235335 28
        <pb n="717" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erlcheint woöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierteljahrlich

AM 40 B eiuschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 16 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärtkß
niit 15 — fur die viergespoltene Zeile Blattschriet oder deren Raum, Neclamen mit 30 — vpro Zeile berechnet.
48 181. Samstag, den 13. November

1880.

Deutsches Neich.

Muünchen, 10. Nov. Gutem Vernehmen zufolge hat das
Oberlandesgericht München den Beschluß der Münchener Anwalts-
tammer betreffs der amtlichen Tracht als gesetzwidrig nach F 59
Abs. 2 der Rechtsanwaltsordnung aufgehoben.

Die bereits erwähnte, die Aufnahme in die Volksschule
und die Entlassung aus derselben betreffende kgl. Verordnung
pom 5. ds. Mts. lautet: „Ludwig II. ꝛc. Wir finden uns be—
wogen, unter theilweiser Abänderung der bestehenden Vorschriften
über die Aufnahme in die Volksschule und die Entlassung aus der—
selben nachstehendes zu bestimmen: 1) Die Werktagsschulpflicht be—
zinnt, wie bisher, für Knaben und Mädchen mit dem zurückgelegten
8. Lebensjahr. 2) Die Aufnahme in die Werktagsschule erfolgt zu
Anfang des Schuljahres für alle Knaben und Mädchen, welche bei
gehöriger Entwickelung der geistigen und körperlichen Kräfte zu diesem
Zeitpunkt das 6. Lebensjahr zurückgelegt haben. Unter der gleichen
Voraussetzung ist die Aufnahme auch jenen Knaben und Mädchen
zu gewähren, welche das 6. Lebensjahr innechalb der darauffolgenden
drei Monate zurücklegen werden. 3) Die Entlassung aus der Werk⸗
agsschule findet nach sieben jährigem Schulbesuch und erfolgter
Erstehung der Schlußprüfung Statt. Schüler und Schülerinnen,
welche sich bei dieser nicht als hinreichend unterrichtet erweisen,
können, namentlich wenn sie im Schulbesuch nachlässig waren, zum
Vesuche der Werktagsschule auf die Dauer eines weiteren Schul—
jahres angehalten werden. 4) Nach Entlassung aus der Werktags-
schule beginnt die Sonn- und Feiertagsschulpflicht, welche einen
Zeitraum von 3 Jahren umfaßt. 5) Nach drei jährigem Besuch
der Sonn- und Feiertagsschule findet die Entlassung derselben unter
der Voraussetzung Statt, daß die zu Entlassenden sich der Schluß—
prüfung mit Erfolg unterzogen haben. Schüler und Schülerinnen,
welche bei dieser Prüfung sich nicht als hinreichend unterrichtet
zeigen, können, namentlich wenn sie im Schulbesuch nachlässig waren,
zum Besuch der Sonns und Feiertagsschulen auf die Dauer eines
weiteren Schuljahres angehalten werden. 6) Vorstehende Anord⸗
nungen treten sofort in Wirksamkeit, jedoch ist Knaben und Mäd⸗—
chen, welche vor dem unter Ziff. 2 festgesetzten Zeitpunkt in die
Werklagsschule bereits aufgenommen worden sind, nach siebenjährigem
Besuch derselben vorbehaltlich der weiteren in Ziff. 3 bestimmten
Voraussetzung der Uebertritt in die Sonn- und Feiertagsschule zu
zestatten. Alle entgegenstehenden allgemeinen und besonderen Vor⸗
chriften werden hiermit außer Kraft gesetzt.“

Das im Reichsjustizamt auf direkte Ordre des Reichskanzlers
in der Ausarbeitung begriffene Gesetz gegen die Trunksucht soll
die in wenigen Paragraphen zum Ausdrucke gebrachten Grundsätze
enthalten, daß die öffentliche Trunkenheit als Uebertretung zu be⸗
trafen ist, und daß im Rausche begangene Vergehen oder Verdrechen
nicht mehr mit milderen Strafen zu belegen sein sollen. Ferner
jsollen Bestimmungen dahin getroffen werden, daß Personen, die
durch gerichtliches Urtheil für unzurechnungsfähig etc. erklärt worden
ind, in Aufbewahrungsanstalten untergebracht werden sollen. Gegen
eine Beschränkung der mildernden Umstände wird sich bei den mehr
ind mehr wachsenden Rohheits- und Brutalitätsfällen kaum etwas
einwenden lassen.

In Frankfurt a. M. fand am 10. Nov. eine von Frei⸗
errn v. Fechenbach einberufene Versammlung von konservativen
Sozialreformern Siatt, die aus allen Theilen Deutschlands
zahlreich besucht war. Ueber wichtige Programmpunkte wurde ein
Einverständniß erzielt, über weittragende Fragen Referenten gewählt
hehufs Berichterstattung bei dem allgemeinen Parteitage, welcher
während der Reichstagssession nach Berlin einberufen werden soll.
Letzterer soll auch hinfichtlich der Frankfurter Veschlüsse darunter
zuch über die Mitiel zur Beilegung des Kuͤlturkampfes nochmals
Beschluß fassen. Die Gründung einer Partei ist nicht beabsichtigt.

In Bremen hat am Dienstag eine Volksversammlung sich
nit fast allen Stimmen für Beibehaltung der Freihafenstellung
Bremens ausgesprochen, während neulich der dortige Gewerbeverein
ich für Anschluß Bremens an das Zollgebiet des Reichs ertlärie.

Ausland.

Alle Nachrichten aus Frankreich stimmen darüber überein,
daß Gambetta sich hüten müsse, seine kriegerischen Neigungen zu
errathen, da die sehr große Mehrzahl der Bevölkerung von einem
driege nichts wissen will, der den jetzt so sichtbar aufblühenden
Wohlstand Frankreichs tief erschüttern würde. Trotzdem scheint es,
As sei der französische Generalstab vorsorglich beschäftigt mit der
Entwerfung von Plänen für einen künftigen Rachekrieg. Wie der
„K. 3.“ wenigstens aus Mainz zuverlässig berichtet wird, sind
hohe franzoͤsische Offiziere damit beschaͤftigt, Erforschungsreisen eigener
Art in Deutschland zu machen.

Aus Paris wird unterm 10. Nob. gemeldet: Die Minister⸗
risis dauert fort. Sämmtliche Gruppen der Kammern hielten heute
Parteiversammlungen. Gambetta war gestern Abend bei dem Prä—
identen der Republik in Elysee und wurde von diesem ersucht, ein
dabinet zu bilden; er entgegnete jedoch, er könne vor den Wahlen
die Regierung nicht übernehmen, weil er sich mit den Wahlen be—
chäftigen wolle, was ihm als Minister zu ihun unmöglich sei.

Der republikanische Verein nahm heute folgenden Beschluß
an: „Der Verein, der seine gestrige Abstimmung keineswegs so ber—
tanden hat, daß derselbe den Gedanken eines Mißtrauens gegen
das Ministerium einschließe, bevollmächtigt seinen Vorstand, nur
unter dem Vorbehalte der Aufrechterhaltung seiner gestrigen Ab—
timmung zu unterhandeln.“ Die Loöͤsung, daß Ferry den Vor⸗
tellungen Grevy's und Gambetta's nachgeben und die gestrige Ab⸗
timmung in den Kauf nehmen werde, gilt diesen Abend für wahr—
cheinlich.

Heute wurden auf Befehl des Kammerpräsidenten Gambetta
—0
uind die Wache der Kammer verstärkt.

Nach einem Telegramm vom 11. Nov. betrachtete man an
iesem Tage in Parlamentskreisen die Ministerkrisis als beigelegt
und erwartete, daß die Kammer dem Ministerium ein Vertrauens—
yotum dadurch ertheilen werde, daß sie die von demselben aufge—
tellte Reihenfolge der Berathung annimmt.

Der englische Minister Gladstone hat bei dem am Mittwoch
n Eondon Statt gehabten Lordmayorsbankett u. A. mitgetheili,
nach den letzten Telegrammen des Sultans sei die Uebergabe Dul⸗
igno's bevorstehend. Ferner erklärte der Minister, die englische
Kegierung wolle in der Orientfrage keine von den übrigen Maͤchten
zetrennte Aktion, sondern sie suche die Erfüllung des Berliner Ver⸗
rags durch das europäische Einvernehmen herbeizuführen und zweifle
anicht daran, daß wenigstens Etwas hiedurch erreicht werde.

Auch mit dem Schmerzenskind Irland beschäftigte Glad—
tone sich in seiner Rede. Er bezeichnete die irische Angelegenheit
als eine Hauptsorge der Regierung seit dem Schluß der letzten
Larlamentssession. Trotz der reichlichen Ernte seien Unordnungen
entstanden. So sehr eine Verbesserung der Gesetze nothwendig fein
möge, stehe doch die Pflicht, die Ordnung aufrecht zu erhalten, noch
höher. Er werde, wenn nöthig, was er aber nicht hoffe, die Ver—
eihung größerer Gewalten für die Regierung nachsuchen.

Die Aniwort der Albanesen auf die Aufforderung Derwisch
Bascha's, Dulcigno sofort an die Montenegriner zu übergeben,
autete dahin, sie würden eher den letzten Mann opfern, als dies thun.

Londoner Meldungen bezeichnen den Bürgerkrieg in Ir⸗
land als unvermeidlich und seinen Ausbruchh als unmittelbar

zevorstehend.

Vermischtes.

— t.Ingbert, 10. Oktt. In der heutigen Sitzung ded hie⸗
igen Schöffengerichts kamen folgende Fälle zur Verhand—
lung: Ein Mann von hier wurde wegen Unterschlagung
mit einer Gefängnißstrafe von 8 Tagen bestraft; — wegen Un—
fug erhielt ein Bursche von hier eine Haftstrafe von 14
Tagen und ein Mann von hier wegen Gewerbsteuer—
Lontravention eine Geldstrafe von 1 Mark; — eine Frau
yon da wurde wegen Diebstahls zu einer Gefängnißstrafe
von 30 Tagen verurtheilt; — zwei Burschen von Oberwürzbach
        <pb n="718" />
        erhielten wegen Körperverletzung 3 resp. 2 Tage Ge—
jängniß; — ein Mann von hier und eine Frauensperson von
sirchenarnbach wurden wegen Vornahme un züchtiger Hand—
hungen an einem öffentlichen Orte zu einer Gefängnißstrafe
bon 10 resp. 8 Tagen verurtheilt. (Gegen diese wurde bei be—
schränkter Oeffentlichkeit verhandelt); — ein Bettler und Land—
streicher wurde zu 60 und zwei weitere Bettler zu 3 resp. 1 Tag
bestraft.

Pro 1880/81 wurden für den Kanton St. In abert von
der hierzu bestimmten Kommission

a. zu Geschworenen vorgeschlagen:

1. Orth Eduard, Kaufmann zu Ensheim. 2. Marr Johann,
Ackerer von da. 3. Wolter Peter, Müller von Eschringen. 4
Becker Franz, Wirth und Kaufmann zu Oberwürzbach. 5. Dörr,
Johann Jofeph, Gutsbesitzer auf Triebscheiderhof, Gemeinde Hasel
õ. Gottmann Philipp, Kaufmann. 7. Custer Karl, Gerber. 8.
Heinrich Johann Josephh, Wirth. 9. Kahn Samuel, Seifenfa—⸗
oͤrikant. 10. Thiery Michael, Bäcker. 11. Weigand Karl August,
Apotheker. 12. Chandon Wilhelm jr. Kaufmann. 13. Martin
Johann Baptist, Pulverfabrikant. 14. Graffion Karl Viktor,
Wirth. 13. Villeroy Heinrich jr., Gutsbesitzer auf Rittershof,
Nr. 6—13 in St. Ingbert und Nr. 14 in Schnappbach wohnhaft.

b. zu Hauptschöffen erwählt:

1. Adt Franz Eduard, Fabrikant und Bürgermeister zu Ens—
heim. 2. Kraämer Heinrich, Hüttenwerksbesitzer dahier. 3. Jakob
Urban, Bürgermeister von Rohrbach. 4. Wannemacher Johann,
Bürgermeister und Kaufmann zu Ommersheim. 5. Walle Peter,
S. v. Johann, Ackerer zu Heckendalheim. 6. Schmitt Peter,
Ackerer zu Oberwürzbach. 7. Dörr Georg Franz, Gutsbesitzer
von Triebscheiderhosf, Gemeinde Hasel. 8. Hauck Peter, Müller
zu Rohrbachermühle. 9. Schmitt Jakob, Schreinermeister zu Ens—
heim. 10. Hahne Franz, Faktor zu Schnappbach. 11. Heinrichs-
dorf Johann, Direktor zu Schnappbach. 12. Kiefer Oskar, Hüt—
lenbeamte zu St. Ingbert. 13. Krämer Oskar, Hüttenwerksbe—
fitzet allda. 14. Martin Heinrich, Pulverfabrikant allda. 15.
Weyland Johann Jakob, Fabrikant allda. 16. Kahn David, Sei—
fenfabrikant allda. 17. Reidiger Johann jr., Müller allda. 18.
Demetz Franz Xaver, Buchdruckereibesitzer allda. 19. Fiack Johann,
Blashüttendirektor allda.

c. zu Hilfsschöffen erwählt:

1. Schanck Karl, Kaufmann. 2. Weigand Otto, Kaufmann.
3. Friedrich Johann, Kaufmann. 4. Zorn Albert, Apotheker. 5.
Grewenig Ludwig, Kaufmann. 6. Fischer Hermann, Kappen⸗
macher. 7. Laur Heinrich, Weinhändler. 8. Steinfeld Friedrich,
Kaufmann. 9. Beer Joseph, Kaufmann. 10. Uhl Georg, Zim—
mermann. 11. Fiack Johann Joseph, Sattler. 12. Tock Karl,
Uhrmacher. 13. Greß Peter, Bäcker und Adjunkt. 14. Metz
Adolf, Goldarbeiter. 15. Woll Peter Joseph, Kaufmann. 16.
Hellenthal Johann, Müller. 17. Böhm Joseph, Gütererpeditor.
18. Eifler August, Bahnhofverwalter. 19. Müller Benno. Ger—
ber — Alle zu St. Ingbert wohnhaft.

4 Am IL. Dezember nächsthin wird bekanntlich im ganzen
deutschen Reich wieder eine Volkszählung vorgenommen.
Dies geschieht regelmäßig von fünf zu fünf Jahren, um zu er—
mitteln, nicht nur wie groß überhaupt die Bevölkerung Deutschlands
ist, sondern auch wie sich dieselbe auf die verschiedenen Geschlechter,
Alter, Glaubensbekenntnisse, Berufsarten ꝛc. vertheilt. Damit die
auf diese Weise zu gewinnenden Uebersichten, welche von großem
bolkswirthschaftlichem und wissenschaftlichem Werth sind, richtig und
derlässig ausfallen, muß natürlich jeder Einzelne wahrheitsgetreue,
genaue Angaben machen. Dazu gehört aber vor allem, daß jeder
Haushaltungsvorstand die Formulare, welche ihm zu dem Behuf
behändigt werden, sich aufmerksam anfieht und am Morgen des
J. Dezember die verschiedenen Rubriken derselben genau so, wie es
dem Stand der Dinge an diesem Morgen entspricht, ausfüllt. Mit
den Steuern und dgl. hat die Zählung nichts zu schaffen; was die
Regierung in dieser Beziehung wissen will, das erfährt sie schon
auf anderem Wege.

— Mit einer Million Mark Schulden hat ein Gerichts—
schreiber in Schleswig Bankerott gemacht. Was für Geschäfte
der Mann außer seinem Amte getrieben, wird nicht gesagt; wenige
seiner Kollegen im weiten deutschen Reich dürften ibm aber dieses
Kunststück nachmachen.

— Die „freisinnig-nationale“ Partei des Wahlkreises Kai⸗—
sferslautern-Kirchheimbolanden, d.i. die Richtung,
welche Hrn. Dr. Zinn in den Reichstag gewählt hat, wird Sonn⸗
ag den 28. November in Langmeil eine organisatorische Versamm—
lung abhalten im Hinblick auf die im Jahre 1881 Statt findenden
Reichs- und Landtagswahlen.

4 Die landwirthschaftliche Kreiswinterschule zu Kaiserslau—
hern wird gegenwärtig von 20 und die landwirthschaftliche Be⸗
zirksschule zu Waldfischbach von 17 jungen Bauernsöhnen besucht.

In Heßheim waurde ein sechsjähriges Kind, katholischer
donfeision. beerdiat. wobei der Nater des Kindes vom betr. Orfaäa—

geistlichen eine Leichenrede verlangte. Da Dieses aber nicht üblich
vollte sich der Geistliche nach den vollzogenen Beerdigungsfeierlich
eiten vom Grabe entfernen, als der Vater des Kindes auf ihn zu—
prang und mit beiden Händen an der Kehle packte, um ihn mit
Hewalt zu zwingen, eine Leichenrede zu sprechen. Natürlich inter
»enirten sofort andere Anwesende zu Gunsten des Pfarrers. —
Das Gericht dürfte wohl das Amen zu der erstrebten Trauerrede
prechen!

7 Speyer. Die Aufsatzthemata, welche bei der gegenwär—
tigen Prüfung behufs Erlangung des Berechtigungsscheines zum
einjährig-freiwislligen Militärdienst im Deutschen gegeben wurden,
ind folgende: 1. Wie läßt sich Fischarts schönes Wort begründen:
„Arbeit und Fleiß, das sind die Flügel, die führen über Strom
und Hügel. 2. Inwiefern sind gute Bücher gute Freunde? 3. Wa⸗
rum heißt der Rhein vorzugsweise der deutsche Strom?

F Laut amtlicher Bekanntgabe ist der Steuerempfänger und
Forstkassenrendant Schneider zu Baumholder am 4. dse.
nit Hinterlassung erheblicher Defekte und unter Mitnahme öffentlicher
Belder flüchtig geworden.

Familienmord. Die Familie des Zimmermanns Bott
in Oberaibingen (bei Friedrichshafen) fand man am letzten
Donnerstag todt in ihrem Hause. Die kaum 30jährige Frau lag
mit einer klaffenden Wunde ganz mit Blut überspritzt im Bette,
einem 3 Monate alten Wickelkinde war der Schädel eingeschlagen,
im Kinderbettstättchen lag ein 4jähriges Bübchen, ebenfalls mit
»ingeschlagenem Schädel, und an der Wand hing der Gatte und
VBaler mit blutigen Händen und Armen, am Boden lag ein Hand—⸗
zeil. Aber noch nicht genug — in der oberen Dachkammer fand
nan das älteste 6jährige Kind ebenfalls erschlagen im Bette. Die
VBermögensverhältnisse der Familie waren nicht schlecht, und gegen
»en Mann konnte sonst auch nichts Nachtheiliges gesagt werden.
Mann kann sich daher gar nicht denken. was ihn zu der grausigen
That gebracht hat.

4Der Pensionsverein Bavaria, anerkannter Verein in
München, dessen wir schon mehrfach Erwähnung thaten, schrei—⸗
et stetig vorwärts. Beitritte erfolgten wieder 57; das Vermögen
iermehrie sich seit I. Januar um etwa 80,000 Mk. und beträgt
ur Zeit eiwa 185,000 Mark. — Der Zweigverein Kaiserslautern
Vorstand Stations-Einnehmer 1. Cl. Hänchen) umfaßt bereits 30
Mitglieder, der Zweigverein St. Ingbert (Vorstand Lehrer Drumm)
ählt 27 Mitglieder. Gegenwärtig haben tüchtige Männer die
donstituirung eines Zweigbvereins in Frankenthal in die Hand
jenommen. — Der Verein bietet jenen Berufsklassen der bürger—
ichen Gesellichaft für ihre eigene sowie für die Zukunft ihrer An—
ehörigen eine wesentliche Stütze, welche weder Anspruch auf
Staals- noch Gemeindepensionen, noch sonst welche Sustentation
saben; ebenso dürfte er vor allem Jenen sich von selbst empfeh—
en, die aus ihrem Erwerb für alle Fälle hinreichende Kapitalien
zu sammeln nicht im Stande sind. Beamten mit ungenügenden
Pensionen bietet der Verein Gelegenheit, sich und ihren Angehö—
igen zu ihren einstigen Vensionen angemesiene Zuschüsse zu
ichern.

4 Dr. Sigl, der Redakteur des „Bayr. Vaterl.“ in München.
st neulich schmählich „hineingefallen“. Er hat in seinem Blatte
in Gedicht veröffentlicht, das, wenn man es als Alrostichon be—
rachtet und die Anfangsbuchstaben der einzelnen Verse liest, das
Wort „Schweinehund'“ ergibt. Hier ist das Gedicht, das Herrr
Sigl übersendet worden ist und das er zu seinen eigenen Ehren
selbst publizirt hat:
Herten Dr. J. Sigl.
Schwer ist der Kampf für's Heiligthum,
Wenn Halbheit eitlen Glanz und Ruhm
Einheimst für hündisch Bücken, Schmiegen,
Im Staub vor nicht'ger Hoheit liegen.
Nie hast Du Dich im Ungemach
Entehrt durch zahmer Worte Schmach.
Heil Dir, der Kirche ächtem Hort,
Und Deinem frommen schneid'gen Wort!
Nicht zage wahrer Freiheit Wächter!
Du bist ein Ganzer, bist ein Aechter!

Man kann sich denken, welche Heiterkeit der „Reiniall“ des
Dr. Sigl in München erregt hat.

F Zu Straubing erschien vor einigen Tagen auf dem
Biktualienmarkte eine gutgekleidete Dame nebst Köchin und wurde
mit einer Bäuerin über den Preis für vier Gänse einig. Die
„Dame“ wollte bezahlen, aber da wurde sie gewahr, daß sie ihr
Portemonnaie vergessen habe. Eiligst wurden der Köchin die viet
Hänse aufgepackt mit dem Bemerken, sie solle heimgehen und das
Portemonnaie holen. Die „Dame“ blieb inzwischen bei der
Bäuerin zurück, nahm auch der Köchin den schweren Zuckerhut
einstweilen ab, den diese auf dem Arme schleppte. Wer aber nichl
wieder kam, war die Kochin. Der „Dame“ wurde endlich das
Warten zu lange, sie setzte ihren Zuckerhut bei der Bäuerin nieder
ind fam — auch nicht wieder Die Bäubperin hatte für vier Gänse
        <pb n="719" />
        ein in Zuckerhutform gebrachtes Stück Lehm sich aufschwindeln
lassen.

s 7. Der Kassierer Gustav Jander des Bankhauses Samelson

&amp; Sadur in Berlin ist mit einer Summe von 200,000 Mark

flüchtig geworden. Auf seine Ergreifung sind 5000 Mark Be—
lohnung ausgesetzt.

Aus Bremen wird folgende heitere Duellgeschichte be—
richtet. In der Tonhalle amüsirten sich an einem Freimarkts—
Abend zwei lustige Studenten, bis ein Gast, der Vergnügen an
dem Treiben der Leutchen finden mochte und sie daher fortdauernd
beobachtete, ihre Aufmerksamkeit erregte. Der Heißblütigste der
Beiden will sich nicht beobachten lassen und fordert daher von dem
Unbekannten eine Erklärung. Diese muß wohl nicht ganz zu sei—
ner Zufriedenheit ausgefallen sein, denn im nächsten Augenblick
überreichte er seine Karte mit der Weisung, daß sein Secundant
daß Weitere ordnen werde. Leider, sagte der Unbekannte, kann
ich nicht mit meiner Karte dienen, indeß werden Sie mich jeder⸗
zeit finden können, ich bin — der Todtengräber des Waller
Friedhofes und halte mich bei Bedarf bestens empfohlen. Dem
jugendlichen Hitzkopf muß es etwas schwül bei dieser Antwort
geworden sein, denn der Secundant hat bislang noch auf sich
warten lassen.

.Explosion. Aus Mörs erhält das „B. Tagbl.“ fol—
gende Depesche: „Auf der Zeche Rheinpreußen in dem benachbarten
Homberg flog ein Magazin mit 20,000 Pfund Dynamit in die
Luft. Wunderbarerweise ist kein Menschenleben zu beklagen, da—
gegen ist der Schaden ein beträchtlicher.“

F Nestroys gebildeter Hausknecht ist übertroffen. Im Ber—
liner „Intelligenzblatt“ ist nämlich folgende Annonce zu lesen:
„Ein Hausdiener, der Pianino spielt und im Restaurant war, wird
gesucht, Königgrätzerstraße 77, Keller.“ Es fehlt nur noch der
Zusatz: „Konservatoristen haben den Vorzug.“

F Was die Verunglücungen deutscher Schiffe betrifft, so ge—
langten, wie die „Hamb. Nachr.“ mittheilen, im Jahr 1879 solche
von 195 registrirten Seeschiffe zur Anzeige, von denen jedoch 29
schon in früheren Jahren verunglückt sind. Tie im letzten Jahre
verlorenen 166 Schiffe hatten an Bord 1218 Mann Besatzung
und 36 Passagiere, von denen 119 Mann oder 9,8 pCt der
Besatzung und 2 oder 5,8 pCt. der Passagiere bei den Verun—
glückungen ihr Leben einbüßten. Die Zahlenangaben für 1879
sind jedoch nur als vorläufige zu betrachten, während für 1878 die
Erhebungen für die verloren gegangenen deutschen Schiffe nunmehr
als vollständig gelten können. Der Bestand der registrirten deutschen
Seeschiffe betrug am 1. Januar 1878 4805 Dampf⸗ und Segel—⸗
ichiffe, mit einer Gesammtbesatzung von 40,832 Mann; von den—
selben verunglückten im Laufe des Jahres 138 Schiffe, 2,9 pCt.
—DD
Bord befindlichen Passagiere das Leben verloren. Auf je 122 See—

leute, welche auf deutschen Kauffahrteischiffen dienten, kam daher ein
Mann um's Leben.

F Amerikana. Ein Yankee kommt eines Tages furcht⸗—
bar staubig und todtmüde in einem Hotel einer kleinen französischen
Provinzstadt an. Sein erster Auftrag, nachdem er in sein Zim—
mer geknmmen, lautet: „viel Wasser““ „Wasser? das haben wir
nicht,“ antwortet der Wirth. Der Amerikaner brummt verdrießlich
in seinen Bart. Einige Augenblicke nachher widerhallt das ganze
Hotel von dem entsetzlichen Rufe: „Feuer, Feuer!“ den man aus
dem Zimmer des Amerikaners schallen hört. Ein halbes Dutzend
Kellner und andere Diener stürzten die Treppe hinauf nach dem Orte zu,
oon wo noch immer der Ruf „Feuer!“ ertönt. Sie alle tragen
Kübel, Eimer und alle anderen möoglichen und unmöglichen Gefaäͤße
mit Wasser gefüllt in der Hand. „So,“ sagt der Gast ganz ruhig
zu ihnen, „ihr könnt mir das Wasser dalassen, das ist alleß was
ich wollte.“

Ein zollpflichtiges Kind. An einem der letzten Tage der
vergangenen Woche fuhr in einem Omnibus durch die Porta Gari⸗—
baldi in Mailand eine Amme blühenden Aussehens, die in
ihren Armen einen Säugling hielt, der in weißeste Wäsche gebetten
war. „Oh, wie brav ist doch das Kleine!“ rief eine und die andere
der mitfahrenden Damen aus. — „Es weint ja gar niemals!“ —
„Oh, gar nie — etwas Süßigkeiten — Das genügt!“ meinte die
Amme. — „Sie, liebe Frau, kommen Sie einen Augenblick her⸗
aus,“ rief plötzlich der Zollwart der Porta Garibaldi, „kommen
Sie in das Bureau, nur auf einen Augenblick!“ Die Amme er—
blaßte, und bei näherer Untersuchung stellie es fich heraus, daß —
das Kleine so ganz eigentlich nichts Underes war, als sieben Kilo—
zramm echte Bologneser Salami!

FEin internationaler Dauerwettlauf, der vorige Woche in
der Agricultural-Hall zu London stattfand, verdiem der Riesen⸗
ieistungen der konkurrirenden Preisbewerber wegen Erwähnung.
Am ersten Tage legte Rowell, ein Engländer, nicht weniger als 140
englische Meilen zurück — eine Leistung, die bisher als ganz uner⸗
jört bezeichnet werden kann; sie übertrifft um 17 Meilen den Riesen⸗
auf Blower Browns und stehi überhaupt in den Annalen der Schnell⸗

saufkunst unerreicht da. Am Ende des sechstägigen Wettlaufs — er
»egaun am Montag Morgens 1 Uhr und endete Samstag Abends
1032 Uhr — hatte Rowell 556 Meilen, Littlewood 470 Meilen und
Dobler 470 Meilen zurückgelegt. Die übrigen drei Konkurrenten waren
ange vorher zurückgetreten. Der Sieger erhält 600 Lstrl. und die
dälfte des von den Zuschauern gezahiten Eintrittsgeldes.

FLondon. Unter der Ueberschrift „Fremde Konkurrenz“
nelden die Times“: Ein Kontrakt ist mit Hrn. F. Krupp in
Ssfen geschlossen worden für die Lieferung von 3000 Tonnen
Bessemer⸗Stahl⸗Schienen für die Ausdehnung der Lynn- und Faken—
Jjam-Eisenbahn bis Norwich. Der vereinbarte Preis ist betraͤchtlich
zeringer, als der von englischen Fabrikanten verlangte. (Und da
sagen unsere Schutzzöllner noch immer, daß die deutsche Eisen⸗In—
oustrie mit der englischen nicht konkurriren könne! Irren wir nicht,
o ist die von den „Times“ erwähnte schon die dritte große Liefer—
ang, welche Krupp für England ausführt.)

F Beförderung der Sparsamkeit. Bisher konnte in den en g⸗
isccheen Post-Sparbanken kein geringerer Betrag als ein Shilling
J Marh) eingelegt werden. Der General-Postmeister erließ jedoch
eine Verordnung, wonach auch den allerärmsten Leuten, die nicht
einmal einen Shilling auf einmal ersparen können, Gelegenheit
zur Benutzung der Sparkassen geboten wird. Die Postämter ge⸗
ben nämlich umsonst Formulare aus, worauf sich zwölf Quadrate
hefinden. In jedes solche Quadrat kann eine Penny⸗Postmarke
eingeklebt werden, und wenn alle zwölf Quadrate voll sind, nimmt
ede Postsparbank dieses Papier als eine Shilling-Einlage an und
eröffnet dem Ueberbringer ein Conto. Man kann also in Zukunft
chon das Sparen mit einem Penny anfangen.

Der durch das Erdbeben in Agram verursachte Schaden
wird approximativ auf 3 Millionen fl. geschätzt, abgesehen von dem
unberechenbaren Verluste in Kirchen.

Der „Norddeutsche Lloyd“ hat in diesen Tagen die Be—
örderung von 3000 rumänischen Israeliten nach New⸗ York
ibernommen, welche ihre längst gehegte Absicht, nach Amerika über—
zusiedeln, noch in diesem Jahre ausführen werden. Es hat sich
ein Komite in Rumänien gebildet, welches unter Beihilfe reicher
Blaubensgenossen in Deutschland und Frankreich die Ueberfahris—
osten, sowie den Ankauf von Wohnungen und Ländereien in
Amerika bestreitet. Schlechter als in Rumänien kann es den Leuten
hort nicht gehen. — Auch in diesem Monat hält die Auswander—⸗
uing unvermindert an. Man berechnet jetzt, daß bis zum Ende
dieses Jahres 80,000 Personen sich über Bremen nach Amerika
eingeschifft haben werden.

F Nach einer der „Times“ aus Philadelphia zugehenden Nach-
richt beträgt die Zahl der im Jahre 1880 bis jeßt in den Ver—
einigten Staaten angelangten Einwanderer 290000.

F Ein Wink für Eltern. In den Zwischenpausen des
Schulunterrichts verlassen bekanntlich die Kinder die Klassenräume,
um sich nach dem Hof zu begeben. Bei der jezzigen Witterung
deträgt der Temperaturunterschied zwischen beiden Orten ca. 138
Brad, der aber mit dem vorrückenden Winter außerordentlich steigt.
In der Regel versäumen es die Kleinen, vor dem Hinauͤstreten
auf den Schulhof, den Hals durch Anlegen eines Shawls gegen
die rauhe Luft zu schützen und ziehen sich in Folge dieser Unter—

assung durch den plößlichen Wechsel der Temperatur häufig bös—
artige Erkältungen zu. Die Eltern sollten dabei ihre schulpflichtigen
Lieblinge mit entsprechender Instruktion versehen, ebenso dürfte es
die Pflicht der Lehrer erfordern, auf die Beachtung diesbezüglicher
sanitärer Vorsichtsmaßregeln streng zu halten.

Marktberichte.

Zweibrücken, 11. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt
Weizen 11 M. 10 Pf. Korn 10 M. 83 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf
nierreihige 07 M. 53 Pf., Spelz 0 M. — Pf., Spelzkern — M. — vf
Dinkel — M. — Pjf. Mischfrucht 16 M. 57 Pf., Hafer 6 M. 39 pf.,
ẽrbsen 00 M. 88 Pf., Wicken 6 M. 14 Pf., Kartosffeln 1 M. 90 Pfi,
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 83 M. 06 Pf., Weißbrod i!/3 Kilogr. 57 p̃f
dornbrod 83 Kilogr. 73 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 pf. Kalofleisch 50 Pf.,
dammelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter !/3 Kilogr. 1 M. 10 Pi.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J1 Liter 24 Pf.

Homburg, 10. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M. 34 Pf. Korn 10 M. 34 Pf.. Spelztkern — M. — Pf., Spelz7 M.
—. Pi. Gerste 2reihige — M. — Pf. Gerste Kreihige dO M. — Pf., Hafer
ö M. 36 Pf., Mischfrucht 10 M. 34 Pf. Erbsen — M. — Pf., Widen
d M. — Pf., Bohnen 0 M. — pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf. Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1I Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pf.

Kaiserslautern, 9. Nov. (Fruchtmitlelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 90 Pf., Korn 10 M. 63 pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz
7 M. 50 Pf., Gerste o8 M. 79 Pf., Hafer 6 M. 55 Pf., Erbsen 9 M.
96 Pf. Wicken 6 M. 63 Pf., Linsen 11M. 84 Pf., Kleesamen 44 M. 93
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter per Pfd. 1M. 17 Pf., Eier 2 Stück 15 Pf., Kar⸗
toffeln ver Zent. 1 M. 85 Pf. Stroh 2 M20 Pf., Heu 1M 90 Pfg.
Fur die Nedaction veraniwortlich: F. X. Deme«“
        <pb n="720" />
        Wir möchten die Aufmerksamkeit unserer Leser heute auf die
von der Firma Starker &amp; Pob,uda, Kal. Hoflieferanten in
Sturtgart, bereitete Baron Liebig's Malto-Leguminosen⸗
Fhocolade lenken, welche sich nach den Aussprüchen bedeutender
ärztlicher Autoritäten als vorzüqliches Nährmittel, namentlich bei
stillenden Frauen, schwächlich angelegten und in ihrer Enwicklung
zurückgebliebenen Kindern, bei akuten und chronischen Verdauungs—
beschwerden, überhaupt in solchen Fällen, wo es sich um eine rich—
lige und tüchtige Ernährung, wie bei Reconvalescenten blutarmon

Von heute ab
Winterlagerbier
aus der
Adtienbrauerei
Kaiserslautern bei
Eberhard.

Mädchen, oder durch übermäßig geistige oder körperliche Thätigkeit
geschwächte Personen handelte, bewährt hat. Ein nicht zu unter-
schätzender Umstand bei der erwähnten Chocolade, die nach wissen⸗
schaftlichen Principien und Berechnungen des Baron v. Liebig aus
Hialto⸗Leguminose und reiner Chocolade (resp. Cacao) bereitet wird,
ist der, daß dieselbe jederzeit und von Jedermann gerne und ohne
zu entleiden, lange genommen wird. Die Verkauisstellen der Malto—
deguminosen⸗Chocolade werden von Zeit zu Zeit in unserem Blatt
zFfannt gemacht.

wissenschaftlich geprüft u. beautachtet. Beneædictinꝑv-
Doppelkräutermagenbitter,
mach einem alten aus einem Be⸗
nedictinerkloster siammenden Necepꝛ
jabrizirt und nur en gros ver⸗
jandt von
C. PINGEL in Gottiugen
(Provinz Hannover.)
Der Bewedictiner ist bis
etzt das kostharste Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
Jeworden. Ver Benedictiner
ist nur aus Bestandtheilen zujam⸗
mengesetzt, welche die Eigenschafter
ien die zum Wiederaufbar
—2 zerrütteten dahinsicchender
Körpers unbedingt nöthig sind.
Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
choiden, Rervenleiden, Krämpfen, —— Hantaus⸗
38 (Flechten), Athemnoth, Gicht, Rheumatismus,
Schwächezustäuden, sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
Ind vielen auderen Störungen im Organismus. de
Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe⸗ da
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarhige Haut, macht den Geist munter und,, alle
frisch, stellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das hab
Leben bis zu seinem vollen Maße. ein
NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel .C. Pingel in Göttingen“ tige
verschlossen und mit dem geschützten Etiquett versehen. jetßzt
Preis aͤ Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 30 Pjf. hetr
* — 2* 2* 2 M 660 2* 2 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗.
stis. Versandt gegen Naͤchnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-F J
rsanet durch die FabruAitteit: Lrei⸗
Herr F. Jos. Hexrzog, Bauer in Oberrieden, Post Stetten beiss Der
Mindelherm in Bayern (Schwaben), berichtet: Einzig den guten Wirkungen Kaebent
Ihres Benediktiners verdanke ich die Veseitigung meiner Krämvfe und . bpe⸗
neftiger Magenleidens ⁊c. t Je—
serte
—ERI
Magenbitter. it s
Billigstes Hausmitiel anwendbar bei Magen⸗roht
beschwerden. Verdauungsichwäche. Uebelteitj). 2
u. s. w. ine ei
EREESeA FI. En. I50 Gr. IuIi. 1M. Irdnun
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk. abinet
Der einzig achte Benedictiner Doppelkräuter —XR
Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel ir Al⸗
Gotlingen ist zu haben in St. Fngbert bei Herrn Ihrterbell
FXriedrich. egitim
n den
atze.
Srankfurt a. M. en
Aeltestes Annoncen⸗Burea
aasenstoein Trib
— ließ der
Vogler o
2.268 5 gerten,
Täglich Erpedition an alfehl, V—
7 Zeitungen — n mit
10 Liebirauenitraße 104 Rechten
den So
F * ——7 7 son fe
ür Familien und Cesecirkel. Bibliotheken, Hotels. Cafées und Restaurationen. a
e der 4
er aufge
Lond⸗
borenen
Aufreo
* ei türkisa
en deut
Probe⸗Nummern gratis und franco. ben in
33 — — n schj
Abonnements· Preis viertet: eorlich s Marr ¶wiehen do alle Buv andlungen und pan
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig. urch gi
ten wir
Staate
Deutschl
n werden

— — — —
Das von der Massaverwaltung der falliter.

Aarohben Vritanuiasilberfabrite ü bernom mene
zceseniager, wird wegen eingegangenen
ett Zabiungeverpflichtungen und gän⸗—

icher Rüumung der Lokalitäten 6
Vum 75 Procent unter der

ehãtzung verkaust
dader also

s E
züur nur 14 Mark als kaum der Hälfte det
Werthes des bloßen Ardeitslohnes erbal⸗
man nachstebendes äußerst gediegenes Bri
tanniasilder⸗Speiseservice
i—ι ιν Marke Koatet-
and mwird für das Weißbleiben der Belech

—5 25 1ahre garantirt VI

Taselmesser mit vorzuͤglichen Stahlklingen

zecht englische Britannia Silder⸗Gabeln

massive Britannia Sitber Speisclöffel
feinne Britanniag⸗Silber-Kaffeelöstel,
scher. Vritannia Silber-⸗Suppenschöpfet
mafsiver Vritannia Silber-Wiilchschöpfer
feinit cisellirte Präsentir Tableits.

vorzügliche Viesserleger Vritan.Silber.
schöne massive Cierbecdder,

vdrachtvble feinste Zucertassen,

vorzualicher Peñer⸗ oder Zuderdehalter.

Toececseiber feiniste Sorte,

deffettvolle Salon⸗-Tafclleuchter.
2einste Alabaster Leuchttrauisäte.

0 Stũct.

Alle hier angefübrten M Stück Prachtgegen⸗
snnde dosten zusammen blos 1u1 Mart

Besteuungden gegen Vostvorsonß (Rach⸗
nabme) oder vorberiger Geldeinsendung
werden so lange der Vorrath reicht eiicttuiri
durch die Herren ,

3 u·
Ialicus æ Inn,
Teneral-Depot der Relt.vliber Fabeiken.
IMED.

A oQunderte von Dankhagungs⸗ und
Anertennungsbriefen diegen zur öffentlichen
Tinsicht in unserm Bureau auf.

VBei Betrellungen genugt die Adrefse:

Blan a Kann. UWion.

zweite Stock
meines Hauses ist zu vermiethen
und kann sofort bezogen werden.

Jakob Best,

alte Bahnhofstraße.

Der

on
Zinig u. allein echte Minerasquell-
dunenfaramets und Kastao-Ibee
Taria Zenno v. Donat. Aaris, 1671.
durch Kaiserl. Verordnung v. 4. Jan.
im ganzen deutschen Veiche auch für
Richt· Apotheker zum freien Verkaufe ge⸗
ftatiet. Von 1. Mahestaät dem Kaiset
bon deutschland besitzt Maria Benno
hon donai allein drei ruhmreiche An—
ennungen und von sr. Seiligseit
dem Rapft Segen spendende Auerlenn⸗
ung. Drdens Verleihung und Diplom.
dit actameis sind die nicherste Hütse
—A Qusten⸗,
Sat⸗. u. Zrufseiden. IAn biligster
dehene trefei Sñe sortwaͤtrend
isch ein im Kartons und Flaschen bei
Jeau Peters in St.
Inabert.
Baron Liebigs
Malto-Lenuminosen-Chocoladen
ron Staricer du, Kgl. Hofiieferanten in Stutigurt.
geben nach Aussprueh erster medizinischer Autoritäten für an
Schivache Verdauunq leidende Personen, ronnuũ se hbtut-
der. _æ*)-ade Frunuen, celtivιιιÑnα σναν
uucd fiir die dureh zu ιν*αA gistiue Théätiukeit oder
andaere Vrauchen uhermcissis, ungest rengten Manner
ein voræiiuticha ncihrendes, angenehm schmeckendes Getrũünk.
Die Chocoladon werden in Form von Tufelin,. Puatiltlen und
FBruεα vereitet. Bin Verzeichniss der ürztlichen Anerkennungen
legt jedem Paquet bei.
Prei. in Tafeln von !. Ko. das Ko. M. 2.

der Pastillen in Paqueten von 1/10 Ko. das Paquet 50 Pf.

des Pulvers pr. Paquet à / Ko. M. 2. 50.

* * we * w we P e * 1. 35.

⸗ ⸗ ⸗ v a i/10 · 60.

Verkaufsstelle:
In St. Inghert bei F. Ldiclcol, Conditorei und
G. A. Weigand, Apotheker.

Ac Gieschzeitig empfehlon vir unsere andoeren, anerkann
roræitgultiechen, mit Teinheits- Garcuntiem arhie versssehenen
Cnocotuc-m., die in allen besseren Conditoreien und Sperereihand·
lungen vorräthie sind.

Ein tüũchtiges
Mädchen, evang.,
zu Kinder und Hausarbeit ge⸗
gen guten Lohn für gleich gesucht.
Wo? saat die Exved. d. Bl.
—000 Marb.
Gegen Gicht, Rbeamatismud ꝛc. selbst in
gand veralteten Fallen, wird „Pros. Dumout's
mictw afser· santi rhenm. Uiq.) ven vielen
ianiend gluckt. Geheilten als nziges Re-
viczinittc auf'e Warmite empfoblen. Erfelg
zründlich. Fur d. Heilwirfung wird m. ev
Zumnnie garantirt. reis i, gi N. 3.
vi. 3 gegen Vereinsog. oder Rachnahme von
Benerai Depot⸗ ehaer in Metuu.
—X Verlag von F. X. Demetz in St. Ingbert.
—Sierzun für unsere Po st⸗Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt« NRr. 20.
        <pb n="721" />
        St. Ingberker Anzeiger.
t Et. Jugberter Aunzeiger und das (Z mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntags mit illustrirter Bei⸗
age) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich
A 40 B einschließlich Träͤgerlohn; durch die Post bezogen 1 46 60 4, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 Hd, von Auswarts

mit 15B fur die viergespaltene Zeile Blattischrist oder deren Raum, Reclamen mit 830 4 pro Zeile berechnet.
M 182. I

Sonntag, den 14. November

1880.
Deutsches Reich.

München. Der Sieuerausschuß der Abg.⸗Kammer hat
dieser Tage die erste Petition bezüglich einer gerechteren Besteuerung
zer Hausmiethe-⸗Erträgnisse — und zwar aus Augsburg — em—
zfangen. Aehnliche werden folgen, so zunächst aus Kempien, dann
ius Kaiserslautern, Nürnberg ?c.

Aus Berlin wird der Fr. Ztg.“ neuerdings von Differenzen
wischen dem Reichskanzler und dem Fürsten Hohenlohe berichtet;
a, es wird für nicht unmoͤglich gehalten, daß Fürst Hohenlohe über
urz oder lang den Reichsdienft ganz quittiren könnte. Fürst Bis—
narck erkennt in dem Grafen Hatzfeldt den weitaus befähigtsten
deutschen Diplomaten, und er hat fich noch kürzlich dahin geäußert,
daß derselbe ein ungewöhnlich kluger und begabter Kopf sei, der
alle ihm zuertheilten Aufträge mit wahrer Meisterschaft ausgeführt
jabe. Wenn früher stets angenommen wurde, daß nach Bismarcks
einstmaligem Rücktriti Herr v. Radowitz zur Leitung der auswär—
igen Angelegenheiten Deutschlands berufen werden koͤnnte, so wird
jetzt Graf Hatzfeldt als der dereinstige Nachfolger des Kanzlers

Kbetrachtet.

baleich dieselben aufgefordert werden dürften, zu beweisen, daß
ie naturalisirt, sowie auch daß sie von der deuishen Lanes nicht
esertirt seien.

Vermischtes.

*St. Ingbert. In der dergangenen Woche wurden in
der Umgegend mehrfach nächtliche Einbrüche versucht und ausgeführt.
Mit Vorliebe scheinen die Diebe ihre nächtliche Besuche auf Wirths⸗
okalitäten zu richten. So wurden in einer Nacht zu Anfang der
Woche aus der Wirthschaft von Fichter zwischen hier und Rentrisch
Zpeise und Getränke entwendet, und in einer darauffolgenden Nacht
vurde aus der Kasse des Wirthes Glaser zu Rohrbach das in der⸗
elben enthaltene Geld gestohlen. Viel soll es nicht gewesen sein.
kin besserer Griff soll den Diebeñ in einer der letzten Nächte zu
Lautzkirchen gelungen sein. — Wenn dieselben bei ihrer nächilichen
Arbeit unsere Stadt auch verschonten, so mögen diese Vorfälle doch
eine Mahnung zur Vorsicht fein.

*— Ein Metzger von hier wurde von demk. Landgericht
Zweibrücken zu 80 Mk. Geldstrafe verurtheilt wegen Verkaufs
oerfälschter, Wurst durch Beimengung von Stärkemehl.

* ad Abend wurde der flüchtige Kassierer des
Zaarbrufer-St. Johanner Bankvereins, Max Scheuch
n das —AF zu Saarbrücken eingeliefert. Der—
elbe wurde detkanntlich' wegen Wechselfälschung auf Requisition der
Staatsanwaltschaft in Nizze verhaflet und ausgeliefert. Es sollen
ei der Verhaftung noch 6000 Fr. bei ihm vorgesunden worden sein.

F Zwischen Ober moschel und Alsenz soll eine Pferde—
Fisenbahn in's Leben gerufen werden, von der man sich großen
Nutzen für diese Gegend verspricht. In ersterem Orte hat sich
bereits ein Komite gebildet, um die Sache weiter zu betreiben.

F Die von den Demokraten nach Kirchheimbolanden
derufene Volksversammlung mußte, weil am 2. ds. der Bölkel'sche
Saal bereits für ein Konzert vergeben ist, verschoben werden. Die
„Pfälz. Volksztg.“ bemerkt ausdrücklich, daß Anhänger anderer
Parteien von der Versammlung nicht ausgeschlossen seien.

fKaiserslautern. Wenn der Umtausch des Gast—
jauses zum Karlsberg gegen das jetzige Stadthaus zu Stande
ommt, wird, wie die „Pf. Volksztg.“ sagt, in das neue Stadt⸗
jaus außer dem Bürgermeisteramt die Stadt-⸗, Spar⸗ und Spital⸗
asse verlegt werden. — Ueber die Verlegung des Hauptzollamts
on Kaiserslautern nach Landau ist noch nicht entschieden. Die
Stadt Kaiserslautern hat sich, um sich dasselbe zu erhalten, erboten,
einen Zuschuß von jährlich 1000 Mark zu den Miethkosten zu leisten.

F In Kaiserslautern hat am 10. ds. Mis. eine
Zusammenkunft von Vertretern der bisher bestehenden Lokalkomites
ür die Nürnberger Landes-Industrie⸗Ausstellung in Kaiserslautern,
Neustadt und Zweibrücken Statt gefunden. Es wurde beschlossen,
die sämmtlichen Gewerbevereine der Pfalz, deren Zahl durch die
in Dürkheim, Edenkoben und St. Ingbert neugegründeten
auf 14 gestiegen ist, zur Bildung von Rebenkomites zu veran—
assen, in den Bezirken Germersheim, Homburg und Pirmasens
aber, wo keine Vereine bestehen, die Mithilfe der kgl. Bezirks⸗
imter anzusprechen.

T, Der bisherige Redakteur der „Pfälz. Post,“ Herr, Pfarrer
Dtto Fleischnann in K.aiserslautern, wird mit dem Schlusse
bieses Quartals von der Redaktion des genannten Blattes zurüd—
reten. Mit diesem Rücktritte dürfte die Existenz der „Pf. Post“

n Frage gestellt sein.

FDer Vater des dreijährigen Kindes in Bingert, das
inen geladenen Karabiner auf die Straße schleppte, mit welchem
in zehnjahriger Knabe einen sechsjährigen Buben erschoß, Pflasterer
Senn, wurde von der Strafkammer des kgl. Landgerichts in Kai—
erslautern wegen fahrlässiger Tödtung zu einer Gefängnißstrafe
yon acht Tagen verurtheilt.

. Sein fünfzigjähriges Lehrerjubiläum und zugleich die gol⸗
ene Hochzeit feiert bis Mai kommenden Jahres Lehrer Schaͤfer
n Baalborn.

4 Eine der besten Jagden der Pfalz dürfte wohl die des Herrn

Ausland.

Lebhafte Vefriedigung erweckt in deutsch⸗õsterreichischen

treisen die Konzessionirung des deutschen Theaters für Ungarn.

Der betreffende Erlaß des Ministers, sowie die demselben beige⸗

uin Erklärung wird als das Ende der Deutschenhetze in Ungarn
ert Jefaßt. Ferner befriedigt die deutschen Kreise ein Erlaß des
gerreichischen Unterrichtsministers worin energisch gegen die na—
onale Verhetzung seitens ezechischer Lehrer aufgetreten und diesen
nit strengsten Disziplinarstrafen eventuell mit Entlassung ge—
proht wird.

d Die franzöfische Deputirten-Kammer nahm am 11. Nov.
ine ein Vertrauensvotum für das Ministerium enthaltende Tages⸗
rdnung der Linken mit 291 gegen 131 Stimmen an. Das
abinet bleibt. In derselben Sitzung spielte sich eine sehr erregte
cene ab.

Als Legrand (Linke) das Wort ergriffen hatte, um eine
iterpellation der Linken zu begründen, erschien Baudry d'Asson
egitimist), über welchen am Dienstag der zeitweilige Ausschluß
den Sitzungen der Kammer verhängt worden war, auf seinem
itze. Der Präjfident forderte Baudry d'Asson auf, den Saal zu
classen, was der letztere jedoch verweigerte. Der Präsident ordnete
rauf die Räumung des Saales an und ließ die Wache holen,

Baudry d'Asson zu entfernen. Die Sitzung wurde suspendirt,

Ufe Tribünen wurden geräumt, und die Majorität der Deputirten
tließ den Sitzungssaal, während ein Theil der Rechten, darunter
nudry d'Asson, auf ihren Sitzen verblieb. Da diese sich ferner
igerten, den Sitzungssaal zu verlassen, so erhielt Oberst Rin den
efehl, Baudry d'Asson zu entfernen. Oberst Riu betrat in Folge
jen mit einer Abtheilung Soldaten den Saal. Die Mitglieder

Rechten hatten sich um Baudry d'Asson aufgestellt, so daß sie

den Soldaten erst bei Seite gedrängt werden mußten. Baudry
isson setzte sich thatsächlich zu Wehre und wurde darauf, um—
in von 15 Soldaten, aus dem Saal geführt und im Arrest⸗

e der Kammer untergebracht. Die Sitzung wurde alsdann
er aufgenommen.

London, 11. Novb. Orangemänner (d. h. Gegner der

orenen Irländer) sind in Claremorris angelangt. Es herrscht

e Aufregung. Ein Zusammenstoß ist fast unausbleiblich.

In Konflantinopel wurde ein Kriegsgericht eingesetzt,
ʒtei türkische Offiziere abzuurtheilen, die im Zustand der Trunken—
den deutschen Votschafier Grafen Hatzfeldt nicht erkannt und
elben in seinem Wagen belästigt hatten. Ein Adjutant des
lans erschien bei dem deutschen Botschafter, um demselben das
dauern des Sultans auszusprechen.

Durch Zirkular des Siaalsdepartements der Vereinigten
aten wird bekannt gemacht, daß alle als Bürger der Ver⸗

n Staaten naturalisirten Deutschen einschließlich der Elsässer,

Deutschland in der Absicht, nach Amerika zurückzukehren,
nen werden, von der Unionsregierung gehörigen Schutz erhalten,

Lcurmmn

pe
        <pb n="722" />
        A. Golsen in Zell sein, welche die Gemarkungen von Zell. Ein⸗
elthum und Stetten umfaßt, und auf der am 10. ds. M. bei
einem Treibjagen 1245 Hasen geschossen wurden.

F In Böhl starben am 8. ds. zwei Brüder am Typhus,
dieselben waren als Zwillinge an einem Tage zur Welt gekommen
und schieden nun auch gemeinsam von derselben.

F' In Speyer ging am Donnerstag die Prüfung für den
einjährig-freiwilligen Militärdienst zu Ende. Von 21 Candidaten,
die sich zu derselben angemeldet hatten, waren 18 erschienen, von
denen aber nur 8 bestanden.

4 Die nächste Prüfung von Apothekergehilfen wird am 27.
und 28. Dezember d. J. zu Speyer Statt finden. Anträge
auf Zulassung Zu derselben sind, vorschriftsmäßig belegt, längstens
bis zum 18. Dezember bei dem Vorsitzenden der Prüfungskom⸗
nission, dem kgl. Kreismedizinalrathe Dr. Karsch zu Speyer, ein⸗
zureichen.

FKarlsruhe, 11. Nov. Nachgenannten Herren, die
hei der Pfalzgauausstellung Preisrichter waren, sind vom Groß⸗
herzog von Baden Orden verliehen worden: dem kgl. württem⸗
bergischen Regierungsrath Diefenbach in Stuttgart das Eichenlaub
zum innehabenden Ritterkreuz 1. Kl. des Ordens vom Zähringer
Löwen; dem Hüttenwerksdirektor K. F. Euler in Kaiserslautern,
dem großh. hess. Baurath Hügel in Darmstadt und dem großh. hess.
Baurath Busch daselbst das Ritterkreuz 1. Kl. desselben Ordens.

4Drei Weinschmierer, Moritz, Leopold und Simon Durlacher,
drei edle Brüder von Kippenberg in Baden, sind am 8.
November in Freiburg zu je 3 Monate Gefängniß, 1000 Mark
Geldbuße und /3 Kosten verurtheilt. Das von ihnen verkaufte
ind fabrizierte Höllengebräu bestand aus ein viertel oder ein drittel
Naturwein, das übrige aus Wasser, Weinsteinsäure und Sprit. Zu
rothem Wein wurden Hollunderbeeren verwandt. (Allerwärts wird
jetzi die schändliche Weinpfuscherei streng bestraft. Jeder, der Kennt⸗
aiß von derartigem Gepantsch erhält, und namentlich derjenige, dem
gefälschte Weine für ächt aufgehängt wurden, soll sofort Unter—
uchung vornehmen lassen und von deren Ergebniß der Staatsbe⸗
jörde Mittheilung machen, welche schon die Bestrafung veran⸗
lassen wird.)

4 Im laufenden Wintersemester hat die Zahl der Studenten
nn Jena so abgenommen, daß mehrere Professoren keine Vor—
esungen halten koͤnnen. Selbst der berühmte Darwinianer Häckel
Jat nur wenige Zuboörer.

Tübingen, 8. Nov. Heute Vormittag wurde im
Wald bei Bebenhaufen der Studirende G., aus der Mark Branden⸗
zurg gebürtig, ein Mitglied des Korps „Rhenania“, im Zweikampf
erschossen. Die Kugel traf ihn in's Herz und er war nach wenigen
Mugenblicken eine Leiche. Der Anlaß zu dem Duell soll eine ganz
geringfügige „Rempelei“ beim Billardspiel gewesen sein; die Waffe
jabe der Gelödtete selbst bestimmt. Der Gegner desselben, ein
Studirender aus Russisch-Polen, stellte sich nach geschehener That
ofort bei der Staatsanwaltschaft und soll gegen Stellung einer
ʒedeutenden Bürgschaft zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt
vorden sein. (S. M.)

F Ein seltener Fall ereignete sich vor einigen Tagen in der
Jamilie eines in der Koͤpnickersiraße in Berlien wohnhaften wohl⸗
ituirten Tischlermeisters. Der Mann, ein rüstiger Vierziger, über—
reichte am Montag seiner Frau zu deren Geburtstag die Police
iner Lebensversicherungsgesellschaft in der er sich mit 6000 Mark
zersichert hatte. Die Frau schmollte scherzend über das sonderbare
heschenk, für welches sie hoffentlich noch recht lange nicht oder
ielleicht nie eine Verwendung haben würde, und verbrachte man
»en Tag in der heitersten Weise. Am Dienstag Morgen fand die
Frau den Mann zu ihrem größten Entsetzen todt im Bette liegend
sor, und konstatirte der sofort herbeigerufene Arzt den in Folge
»ines Gehirnschlages eingetretenen Tod.

Wie aus Agram (Gesterreich) telegraphirt wird, erfolgten
m Laufe des 11. Rov. neuerdings mehrere heftige Erdstöße. Die
5rde scheint in fortwährender Erzitterung zu sein. Der Schrecken
—O—
olgen neue Einstürze. Die Kaufläden sind sämmtlich geschlossen;
ie Menschen sammeln sich auf den Straßen und öffentlichen Plätzen
ind campiren im Freien, trotz der nassen und kalten Witterung,
ziele flüchten.

FEdison hat im Laufe der letzten 11 Jahre nicht weniger
als zweihundertunddreißig Patente genommen, von denen fünfund⸗
zreißig auf den automatischen Telegraphen, acht auf den Dupler⸗
ind Quadrupler-Telegraphen, achtunddreißig auf telegraphische
Druckapparate und die übrigen auf seine elektrische Feder, das
lLektrische Licht und andere Erfindungen Bezug haben. F

Dienstes nachrichten.
Der interimistische Verweser der kath. Schulverweserstelle zu Rohrbach,
Jaklob Mo rk, wurde zum Schulverweser an dieser Stelle ernann.
Fur die Redaction veranwortlich: F. X. Demez.

Empfehlung.

Der unterzeichnete empfiehlt
dahier, wöchentlich 2 Tage Mu⸗
sikunterricht zu ertheilen,
ind zwar für Violin, Zitter,
Baß uͤnd Streich-Instrumenteu,
Unmeldung nimmt entgegen

P. Weißgerber,
Bäcker u. Wirth.
ß. Jung, Musiklehrer
in Zweihrücken.

—
Augenslinise
vofindon gioh jotat
Saoarbrucken,
Caundstr. IO, uahe der
neuen EBEritesce.

Von heute ab ag warn weiedaeie
ß 3 hutzmarke auf den Eti⸗
Winterlagerbier quetten iteht.
Adtienbrauerei
Kaiserslautern bei
Eberhard.

e 4 3
8
—XRX
Utalz⸗Extractu. Honig⸗Krauter⸗

Vtalz Extraet: Caramellen

non L. I Pietaseh, M Co.
Breslau.

Ich leide seit 4 Monaten an Lun⸗
zenschwindsucht und hatte mich
chon verschiedenen Kuren unterworfen,
vahrend welchen mein Zustand immer
chlimmer wurde. Nachdem ich bereits
ufgegeben, brauchte ich Ihren Huste⸗
Nicht (Malz⸗Extract), welcher
nich, Gott sei Dank, so weit herge⸗
tellt, daß ich meinen Geschäften wieder
aachgehen kann und hoffe, Ihnen, in
urzer Zeit ganz gesund, meinen Dank
abzustatten.

Duren (Reg.⸗Bez. Aachen).

Franze HIuhben. Handelsmann.

Spreclistunden:
Vormittafss 10-12 Ubhr.
Nachmittafs 2-24,

Dr. Höderath.

Der
zweite Stock
meines Hauses ist zu vermiethen
und kann sofort bezogen werden.
Jakob Best,
alte Bahnhofstraße.
D. Demetz, Hemdenfabrik,
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Einsätze und Qualität des Stoffes.

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Weite, sowie Hemd⸗ und Aermellänge als Maaß
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rantie; nach erfolgter Bestellung sende
ich ein Hemd zur Anprobe ein, und koön⸗
nen sich dann meine verehrten Abnehmer
von meiner Leiatungefi hignkeit über⸗
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Jarie Renno v. Ponat. Faris, 1021.
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m ganzen dentschen Reiche auch für
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auet Von Sr. Aajestaͤt dem —
ñä druge besitzt Maria Benno
on Donai allein drei ruhmrejche Am
rtennungen und von Sr. Seiligkeit
em Tapst g spendende Auerkenn⸗
ing, Ordens Verleihung und Diplom.
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ei selbst schon veraltetem Ann
dass· u. KErullleiden. IRn ditzigkter
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Schweiz und Prankreichs
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2

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Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementsvpreis betragt vierteljährlich

MA 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrisit oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.

—
Añ 183.

Dienstag, den 16. November

1880.

Deutsches Neich.

Müͤunchen. Se. Maj. der König verließ am 13. Nov. die
Residenz, um sich zunächst nach dem Linderhof und in nächster
Woche nach Hohenschwangau zu begeben, wohin das kgl. Hoflager
von jetzt ab verlegt wird.

( Die Geldverleiher.) Im Generalkomite des landwirth—
chaftlichen Vereins für Bayern ist nunmehr auch die Be—
chränkung der Wechselfähigkeit zur Berathung gelangt, wobei nach
inem Vortrage des Referenten v. Jodlbauer beschlossen wurde:
Dem Bauern ist der Gebrauch des Wechsels durchaus zu wider—⸗
athen, nicht aber zu verbieten. Hieran wurde von Herrn v.
FJodlbauer — kgl. Regierungsdirektor und Chef der baherischen
Brandversicherungskammer — der nachfolgende Vorschlag geknüpft:
Nicht die Leute, welche wucherisch ausgebeutet werden, sollen ge—
vissen Einschränkungen unterliegen, sondern diejenigen, von welchen
dzie Gefahr ausgeht, die Geldverleiher. Unter Hinweis auf die
zanz vorzüglichen Erfolge, welche die Anordnungen der kgl. baye⸗
ischen Staatsregierung in Bezug auf den Geschäftsbetrieb der
Pfandleiher hatten, sollen einfach die Geldverleiher ähnlich behan—
zelt werden wie die Pfandleiher. Die Geldverleiher wären auf
Antrag der Verwaltungsbehörde von dem Gerichte auf Grund Be—
chlusses in ein Verzeichniß zu bringen. Der rechtskräftige Eintrag
zäütte die gesetzliche Wirkung, daß für die Dauer desselben der
Fingetragene der Bestimmung des 8 800 3. 12 des Reichsstraf⸗
jesetzbuches — welche auf die Geldverleiher auszudehnen würe —
anterstellt würde. Durch obrigkeitliche Anordnung würde das zu—
ässige Maß der Zinsen, die Führung des Geschäftsbuches und der
Inhalt desselben vorzuschreiben sein. Das Geschäftsbuch hätte den
vesentlichen Inhalt sämmtlicher Darlehensgeschäfte, namentlich den
Betrag des Darlehens, der Kaufschillinge, Zinshöhe, Zahlungsfrist
i. s. w. zu enthalten.

In Berlin erschien eine öffentliche, von den angesehensten
Mitgliedern aller Stände und Berufsklassen unterzeichnele, großes
Uufsehen erregende Erklärung, worin die immer zügelloser auf—⸗
retenden Hetzereien gegen die Juden scharf verurtheilt werden.
Die Erklärung ist unter Anderm unterschrieben von den Professoren
Albrecht, Arndt, Droysen, Bertram, Bruns, Auwers, Foͤrster, Di—
ektor Bach, Oberbürgermeister v. Forckenbeck, Geh. Rath Bürger—⸗
neister Duncker, ferner den Professoren Gneist, Virchow, Schwalbe,
Wattenbach, Weber, mehreren Landgerichtsdirekkoren und Räthen.

Aus den Verhandlungen des preußischen Abgeord⸗
netenhauses vom 11. November sei hervorgehoben eine durch
»je Abgeordneten v. Cuny und Spener eingebrachte und von der
jesammten nationalliberalen Fraktion unterstützte Intervellation;
ieselbe hat folgenden Wortlaut:

„1. Hat die königl. Staatsregierung Ermittlungen über die
isherige Wirkung des neuen Gerichtskostengesetzes und
»er Gebührenordnung für Gerichtsvollzieher angestellt? 2. Haben
diese Ermittlungen ergeben, daß das gerichtliche Verfahren über⸗
näßig vertheuert ist? 3. Für den Fall der Bejahung ad. 2:
we Schritte zur Abhilfe beabsichtigt die kal. Staatsregierung
u thun?“

Hiezu bemerkt die „Frankf. Pr.“: „Wir können nicht umhin,
diese Interpellation für eine durchaus zeitgemäße zu erklären und
insere Genugthuung darüber auszudrücken, daß die Staatsregierung
etzt genöthigt sein wird, sich über ihre Stellung zu der in der
That brennenden Frage offiziell zu äußern.“

Ausland.

Die amtliche „Wiener Ztg.“ gibt jetzt die Reihenfolge der
xestlichkeiten bei der Vermählung des Kronprinzen Rudolph von
Desterreich bekannt. Der Konig und die Koͤnigin der Belgier
ommen am 10. Febr. in Salzburg an, wo sie, vom Kronprinzen
mpfangen, übernachten; am 11. reisen sie nach Wien und nehmen
Vohnung in Schönbruun; am 15. ist die Trauung.

Die Lage der Dinge in Frankreich wird von einigen Pariser
Journalen als eine sehr ernsie aufgefaßt. Girardin's France sagt,
ie exinnern an die letzten Monate von 1847 vor dem Siurze
»eg Känigshums und die letzten Monate bon 1851 vor dem Sturze

—

der Republik. Dieser Artikel errregte bei dem Publikum großes
Aufsehen. Die France erinnert die Republikaner daran, daß bei
»en allgemeinen Wahlen von 1877 bei sieben Millionen Stimm⸗
jebern der Unterschied der Stimmenzahl für die republikanischen
dandidaten und die reaktionären nur eine Million betragen und
haß seitdem die Republik an Ansehen und Solidität eher verlören
als gewonnen habe. Wenn sich nicht eine Mehrheit finde, die fest
ind bestimmt an der Verfassung von 1875 halte, so werde das Land
ehr rasch auf abschüssiger Bahn einer neuen Revolution zugleiten.
Was die France sagt, beginnen alle Gemäßigten ebenfalls zu fuͤrchten,
die Opportunisten stehen zwischen den wuͤthenden Klerikalen und
den Intransigenten, welche zur Macht zu gelangen hoffen, und das
Ministerium ist ohne Kraft gegen die einen wie gegen die andern.

In Peters burg wurden wieder einmal fünf Nihilisten
um Tode mittelst Stranges, elf andere zu Zwangsarbeit auf
Lebenszeit bezw. bis zu 15 Jahren verurtheilt.

Die „Pol. Korresp.“ meldet aus Konstautinopel: „Die
ßzforte erhielt von Derwisch Pascha ziemlich befriedigende Rach—
ichten. Mehrere albanesische Häuptlinge sind für die Abtretung
Dulcignos gewonnen. Die Stimmung der Masse ist jedoch noch
mmer feindlich.“ (Eine nette Art, diese Angelegenheit zu traktiren!
ind wie erhebend für die Großmächte, deren Schiffe noch immer
in paar Seemeilen von Dulcigno dem beschaulichen Nichtsthun
obliegen!

Ueber die neulich erwähnte Belästigung des deutschen Bot⸗
chafters in Konstantinopel durch turkische Offiziere liegt, wie
»ie „N. A. Z.“ hört, eine kurze telegraphische Meldung des Grafen
datzfeld vor, wonach der Vorfall ohne Bedeutung erscheint. Die
Affiziere hatten sich in trunkenem Zustand an den Wagen des
Brafen gedrängt, ohne jedoch zu Thätllichkeiten überzugehen. Der
Zultan sandte auf die Kunde von dem Geschehenen seinen Sekre—
jär zu dem Botschafter, um ihm sein lebhaftes Bedauern wegen
)es Vorkommnisses aussprechen und mittheilen zu lassen, daß die
Zchuldigen bereits verhaftet seien. Sie sollen durch ein vom Sultan
elbst eingesetztes Kriegsgericht im Beisein eines Dragomans der
aiserlichen Botschaft abgeurtheilt und streng bestraft werden. (Nach
inem Telegramm vom 13. November sind sie zu Degradation und
einjährigem Gefängniß verurtheilt worden.)

Nach der „Nationalzeitung“ hat die „Pforte“ den Mächten
angezeigt, daß sie angesichts der Rüstungen Griechenlands gezwungen
ei, an der Grenze militärische Vorkehrungen zu treffen. Betreffs
Regulirung des Grenzgebiets sei sie zu den möglichsten Konzessionen
hereit, nur müssen Larissa und Janina von jeder Diskussion aus—
zeschlossen bleiben.

New⸗NYorker Nachrichten zufolge beabsichtigen die Demo—
raten, die Wahlen in einigen Staaten anzufechten. Bei der den
Republikanern zur Verfügung stehenden großen Majorität dürfte
in solches Vorgehen ohne Erfolg bleiben.

Vermischtes.

8St. Ingbert, 15. Nov. In seiner Samstagversamm—
ung beschloß der Gewerbeverein, nach Anhörung des Referates des
Mitgliedes W. über das Wirken der pfälzischen Gewerbevereine:
. Der hiesige Verein soll einen Anschluß der Stadt St. Ingbert
in das Gesuch, welches andere Städte (wie Kaiserslautern ꝛc.)
Behufs einer Revision der Häusersteuer an die kgl.
»ayer. Kammern richten, in geeigneter Weise vorbereiten, event.
ins Werk setzen. 2. Für die Personenbeförderung
nit dem Mittagsgüterzug nach Saarbrücken Schritte zu thun.
Diese Beförderung ist seit gestern, Sonntag, wahrscheinlich in
Folge des Gesuches unserer Nachbargemeinde Schaidt an die kgl.
Bahndirektion Ludwigshafen, ins Leben getreten.) 3. Die zur
debung unserer Gewerbverhältnisse so nöthige Verkehrserleichterung
iach dem Sulzbachthale kann von Seiten der Stadt oder des Di—
triktes gefördert werden durch Herstellung einer Straße
ijach den bis an unsere Gemarkung fertig gestellten Straßen von
dudweiler und Neuweiler. Es sollen die genannten Behörden zur
lusführung dieser Straße angegangen werden. 4. Die Bettelei
ist gemeinsichädlich, weil sie den Bettler demoralisiett. Es soll
        <pb n="724" />
        daher nach dem Beispiel anderer Städte diesem Uebel abgeholfen
werden durch geregelie Unterstützung der wirklichen Armen, dagegen
den Gewohnheitsbettlern, namentlich den gewerbsmäßigen Stro⸗
mern, das Handwerk gelegt werden. — Weiteres in der nächsten
Samstagssitzung.

* Am Saͤmstag weilten der Hr. Oberbaurath Siebert aus
München und mehrere Hrn. höhere Justizbeamten behufs Besichtig⸗
ung der Amisgerichtslokalitäten und des Gefängnisses in unserer
Stadt. Zugleich haben die Herren von verschiedenen Bauplãätzen
wegen Erbauung eines neuen Gefängnisses resp. Amtsgerichtsgebäudes
Einsicht genommen und Erhebungen über den Preis derselben an⸗
gestellt.

* Gestern (Montag) Morgen wurde der kgl. Bezirkzamtmann
und Regierungsrath Hr. Augustin Damm von Zweibrücken in
Schwarzenacker beim Aussteigen aus dem Wagen vom Schlage ge⸗
ruhrt; rasch folgte der Tod. Mit dem Verblichenen verliert der
Amtsbeziri Zweibrüden seinen langjährigen Vorstand. Durch die
Unparteilichkeit in der Führung seines Amtes, durch sein humanes
umd liebenswürdiges Wesen, durch das Eintreten für alles Gemein⸗
nützige hat sich derselbe auch nach dem Tode ein ehrendes und bleiben⸗
des Andenken gesichert. Die Beerdigung findet in Zweibrücken am
Mittwoch Nachmittag um 3 Uhr Statt.

*St. Ingbert, 15. Nov. In dem Fahrplan der Bahn⸗
strede von hier nach Saarbrücken tritt mit dem heutigen Tage eine
sehr lobenswerthe und für das hiesige Publikum höchst passende
Neuerung ein. Es werden nämlich von jetzt ab mit dem Güter—⸗
zuge, der um 1 Uhr 15 Min. von Zweibrücken her mit Personen⸗
besörderung hier eintrifft und um 1 Uhr 40 Min. nach Saarbrücken
abgeht, auch dahin in II. und III. Wagenklasse Personen befördert.

Am Sonntag Abend wurden auf der Station Bierba ch
die Passagiere des von Zweibrücken kommenden Personenzuges in
nicht geringen Schrecen versetzt. Noch während der Fahrt war
der letzite Wagen des Zuges in Folge falscher Weichenstellung ent⸗
gleist. Da der Zug aber bald zum Stehen gebracht wurde, so
hblieb der Unfall fuͤr die Passagiere glücklicherweise ohne ernstliche
Folgen. Auch die Beschädigaungen an Material waren ziemlich
unbedeutend.

FDie am 18. Nor. in Zweibrücken abgehaltene General⸗
ersammlung der Altienbrauerei „Tivoli“ war nur schwach besucht.
Das Geschäsisjahr schließt mit einer nicht unbedeutenden Unterbilanz,
ind konnie deßwegen von der Festsetzung einer Dividende auch keine
Rede sein. Auf Antrag von Aktionären wurde eine Kommission
rnannt, welche die Geschäftsführung des entlassenen Direktors während
der beiden verflossenen Jahre einer eingebenden Vrüfung unterziehen
soll.

In Pirmasens will bis nächstes Frühjahr der dortige
Vogel⸗ und Geflügelzucht-Verein ecine Ausstellung
bon Geflügel für den Westrich veranstalten und damit eine Ver—
loosung verbindend Zu der letzteren ist dieser Tage die Geneh—
migung der k. Regierung bereits ertheilt worden. Der Absatz der
doose soll sich auf die Bezirksämter Pirmasens, Zweibrücken, Hom⸗
hurg, Kaiserslautern, Kusel und Kirchheimbolanden erstrecken.

4In der Nacht vom 9. auf 10. d. Mts. wurde im Bahn⸗
hofe zu Landstuhl ein frecher Diebstahl verübt. Es wurde
adimlich aus dem verschlossenen Billetenschrank von unbekannter
Hand mittelst Anwendung von Nachschlüssel ein Geldbrief mit
716 M. 28 pf. zum Nachtheile der pfälzischen Eisenbahnen
nwendet.

4 Die von den Demokraten nach Kirchheimbola nden
zerufene Volksversammlung ist nunmehr auf Sonntag den 28. Nov.
inberaumt.

F Die von Heßheim kürzlich nach dem „F. T.“ gemeldete
Schauergeschichte, daß ein Vater den Geistlichen wegen Verweigerung
iner Leichentede am Halse gepackt habe, enibehrt jeder Be⸗
gründung.

FBWie es heißt, soll der Einnehmer Schneider von Baum—
older sich nach Belgien geflüchtet haben, dort verhaftet und die
‚ezüglichen Auslieferungsverhandlungen bereits eingeleitet sein.

4 Die Verdünnung des Naturweins mit Wasser oder Kunst⸗
wein und Zusetzung von Alkohol ist als Vergehen gegen das Nah⸗
cungsmittelgesetz vomn 14. Mai 1879 strafbar, wenn die Eigenschaft
des Getränkes als Naturwein dadurch aufgehoben oder verschlechtert
vird. Erkenntniß des ersten Strafsenats des Reichsgerichts vom
. Kovember 1880 wider Achill Huber, Weinhändler zu Saar—
zemünd.

Um dem Unfng des Hausbettels von reisenden Fechtbrüdern
zu steuern, haben Gewerbe⸗ und Bürgerverein zu Rothenburg
o. T. beschlossen, versuchsweise einen Wandergesellenunterstützungs⸗
derein in's Leben zu rufen.

In Bayern steht die fakultative Einführung der Robe
als Sitzungskleidung der Rechtsanwälte bevor. Die diesbezüg⸗
liche Verordnung wird nächster Tage erlassen.

4 Die Verhandlungen wegen Errichtung der ersten elektr i⸗
schen Eisenbahn in Deutschland sind nunmehr zum Abschluß
gelangt und die Vorarbeiten bereits beendet. Die Bahn führt
on der Slation der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn Lichterfelde bei
Berlin nach Teltow mit einer Abzweigung nach dem Lichterfelder
dadettenhause. Die Ausführung der elektrischen Strecke erfolgt
zurch die Firma Siemens &amp; Halske, welche auch den Betrieb vor⸗
derhand für eigene Rechnung leiten wird.

In Paris wurde an einem der letzten Abende auf offener
Straße einem Postbeamten, welcher Werthbriefe zu vertheilen hatte,
zie ganze Baarschaft im Werthe von 600,000 Fr. gestohlen.

Dublin, 13. Nov. In der Grafschaft Limerick wurde
gestern ein Gutsverwalter ermordet.

4 Ein eigenthümliches Anspornungsmittel für säumige Steuer—
ahler scheint man in Bucharest zur Anwendung zu bringen.
xẽs heißt nämlich, daß in der rumänischen Hauptstadt in nächster
Zeit die Zollämter keine Waaren ausfolgen, wenn die Personen,
—D nicht gleich⸗
zeitig den Nachweis führen könuen, daß sie ihre Steuern pünktlich
ntrichtet haben. Das wäre allerdinas ein mebr als merkwürdiges
Hewaltmittel.

In den großen Städten Amerikas werden jetzt von Kali—
kornien aus konservirte Kartoffeln in den Markt gebracht, die
einen neuen Industriezweig in Aussicht stellen. Die Kartoffeln
werden nach einer Erfindung von W. S. Plummer gepreßt und
o verpackt. Sie halten sich in diesem Zustarde Jahre lang in
rgend einem Klima, behalten ihren natürlichen Geschmack und ihre
Frische und unterliegen keiner Gährung. Der ganze Prozeß wird
»hne Anwendung von Chemikalien dürch eine einfache Maschin.
»awerkstelligt, die täglich 5300 Bushel (Bushel — 35 Liter) Kar⸗
toffeln pressen kann.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß.
—
Mobilien⸗
Versteigerung.
Mittwoch, den 24. d. M.,

Nachmittags um 1 Uhr zu St.
Ingbert in ihrer Behausung
aßt Elisabetha Fischer, Witt⸗
we des verlebten k. Oberfoͤrsters
Farl Tochtermann, ver⸗
schiedene Mobilien, darunter
namentlich:
2 Kanapee's, Schränke,
Tische, Stühle, Betten,
Flinte und sonstige Jagd⸗
geräthe aller Art, Flinten⸗
chrank, eine schöne Anzahl
stehgeweihe, Küchengeräthe,
Guiltare, Zither,
ffentlich auf Kredit versteigern.
St. Inabert, 15. Nov. 1880.
Raner.

*
Belzwaaren.

Von einem bedeutenden Pelzwaarengeschäfte wurde mir für
St. Ingbert und Umgegend der Verkauf über—
tragen und empfehle ich

- ⏑... zu M. 7.30.

AG B oOMas. . 6.50. -M. 7.75.

Jo, Pulswarmer, „ 3.75.

Von Iltis⸗, Zobel⸗, Nerz⸗e, Affen⸗ Oppossum⸗
ind anderen Garnituren werden innerhalb 5 Tagen Auswabl—-
endungen bepe

Verkauf zu Fabrikpreit
St. Inabert, November 1880.
Hermann Pischer.
— — — d BDC
BDruckarbeiten aller Art
verden rasch und billig angefertigt in der

.5. Semetz'jchen Buch⸗ und Steindruckerei.
— — 220
Drud und Verlaß von F 7J. Deme⸗k in St Inaho ri

Ertra feine
Honiglebkuchen
empfiehlt
Joh. Fries,
Baãcker und Wirth.
—A
Der Unterzeichnete empfiehlt,
dahier wöchentlich 2 Tage Mu—⸗
sikunterricht zu ertheilen,
und zwar für Violin, Zither,
Baß und Streich-Instrumenten
Anmeldung nimmt entgegen P.
Weisgerber, Bäcker u. Wirth.
2Jung, Musiklehrer
in Zweibrücken.
Ein tüchtiges
Mädchen, evang.
zu Kinder und Hausarbeit ge—
—AV
jgo dsagt die Erxbed. d. Bl
        <pb n="725" />
        U
*
325 535655
—5565538
35 58 55 *5 58
z35 5257 5
— 23785 —— A
85 832 55757 ——83553655855
8
—A 5355533853 358 2552 55358562 —
.EG — —— 8 5* 2288 263 2328 —
— —— — — S5SE * 2 25 35 2
I * * — —— 25 3382 532 333365*
53 22250 5586 * ——— — 5558 55 — — —
— —— —A —82 * — *58 586 5 — * *
3337 — — 233877 ——
28 * — 7— * *
8247 „582355* — 55 —1 *25* 7J J J J
F 55. 23* 38 — * — — —— 88 28
— 25* 255* m — 35 55 ————— —z5*
3 633 558 — —53 535 —* F
— 35 333273 — 532323 3335 355* 5— — 52
— — 2 22 2 * *
22 28 S2 8 — 5 — —— 75 a
2328 22 235 53357 2· — 2 5z55 2 2c 2 —
— 535 —3 5 25 22 —2 * — — ——
—— —S 5* — 5835 *8
5 —
—2* 5358 526 7 — — ——5* — — —z5 —* 238 ——
—— 855 * 53853
55 — 22c*8 —F * 2 25.5 — 223 —»23 —— —
3 — 2535 8 I825E —25— 8325 — —— —S — 52
2 — —— 2 —53357 225 — —A— 358
——— —— — —— s35357 —
aet 5 — 55—3 —A— 525 55—38 —
25 * 2.5 232587 —255 5 — 555555 55335388 ——
24 22 53 — 28 32 5 33 * 23 22 —8 5
— 7 —35 23552* 3 — —— 53555*32 —
3555 7f 558 6 5 —3353 35
s* 53558 —
* — —
555 2532383 53356 55 — —
—25385 3387 z28335332 *
5858 2 38238
5538223 — —
22 * —— 2 * —*
— *52 *
3
585.
⸗ —282855 *
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonuementspreis beträgt vierteljährlich

A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 A Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
nmit 15 — für die viergeipaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
Mß 184. Donnerstag, den 18. November

1880.
— — —

Deutsches Reich.

Der Kaiser empfing am 16. Nov. den seitherigen bayerischen
Besandten am Berliner Hofe, v. Rudhart, welcher sein
Abberufungsschreiben überreichte.

Die Etatsberathung im preußßzischen Abgeordnetenhaus ist
u Ende geführt, der Antrag Richter, das Etatsgesetz, der Etat
der direkten und indirekten Steuern und der Finanzverwaltung,
endlich das Ertraordinarium sind der Budgetkommission überwiesen
vorden, der Rest des Etats wird im Plenum erledigt werden.
Neue Aufschlüsse haben die Reden des letzten Tages nicht mehr
gebracht. Der Gesammteindruck, der geblieben ist, läßt sich in die
Worte fassen: im nächsten Reichstage sollen 110 Millionen neue
Steuern bewilligt werden, von denen wir noch gar nicht wissen,
uuf welche Verzehrs- und Gebrauchsgegenstände der größere Theil
derselben noch gelegt werden könnte.

Der Kaiser hat anläßlich des Ablebens des Generals v.
Göben (Kommandeur des 8. Armee-Korps) eine Kabinetsordre
rlassen, worin es heißt: Die Armee erlitt durch den Tod eines
hrer hervorragendsten Führer in den letzten Kriegen, des Generals
). Göben, einen sehr schweren Verlust. Ich wünsche der hohen
Werthschätzung, welche Ich in seiner langjährigen persönlichen Stel—
ung zu Mir gewonnen und später jederzeit glänzend bestätigt ge—
funden habe, besonderen Ausdruck zu geben, indem Ich der ganzen
Armee Mein tiefes Bedauern über diesen Verlust ausspreche und
hestimme, daß die Offiziere des 8. Armeekorps dreitägige und die
Iffiziere der Regimenter 28 und 55 siebentägige Trauer anlegen.

Ausland.

Einigermaßen komisch lauten die Nachrichten über die Macht—
entfaltung der englischen Regierung, durch welche sie die von
der irischen Landliga geächteten Gutabesher bei ihren Erntearbeiten
ichützt. Im Ganzen sind etwa 7000 Mann königliche Truppen
aufgeboten, welche in größeren oder kleineren Trupps mit aufge—
»flanztem Bajonett die Felder umstehen, um die mit dem Aus—
machen von Kartoffeln und Rüben beschäftigten Arbeiter vor den
Angriffen der Anhänger der Landliga zu behüten. Dieser große
Apparat wird aber nur deßhalb nothwendig, weil die Regierung
)urchaus keines der bestehenden Gesetze verschärfen will. Ein ein—
ziger Federzug würde die sämmtlichen Sicherheitsmaßregeln über—
lüssig machen, aber Irland soll durchaus auf dem Wege der Milde
zlüdlich gemacht werden. Abgesehen davon, daß ein Major das
Bein gebrochen hat und ein Husar vom Pöbel aus dem Sattel
geworfen wurde, sind bis jetzt keine Unglücksfälle vorgekommen,
yoch liegen Zusammenstöße des fanatisirten Volkes keineswegs außer⸗
jalb des Bereiches der Möglichkeit.

„Daily Telegraph“ meldet aus Konstantinopel: Die
Pforte beschloß, Derwisch Pascha durch mehrere Bataillone zu ver⸗
stärken, welche unverzüglich abgehen sollen.

lattes, angeschlossen und eine diesbezügliche Bekanntmachung an
eine Arbeiter erlassen.

Von der Zellerthal-Bevölkerung und den dabei interessirten
dotaren ist das Gesuch nach München gerichtet worden, die durch
srnennung des Herrn Notars Hochreuther nach Billigheim erledigte
dotarstelle in Kürchheimbolanden nicht mehr zu besetzen
ind das Notariat von Zell uach Albisheim zu verlegen. Bas
ezügliche Gesuch liegt dem Gerichtshof in Zweibrücken zur Bequt⸗
ichtung vor.

— In der „Kaisersl. Ztg.“ gibt Herr Dr. Th. Orth bekannt,
aß die Versammlung der Liberalen in Langmeil, die ursprüng⸗
ich auf den 28. November anberaumt war, auf den 3. Dezember
erschoben ist, und zwar, um dem Reichstagsabgeordneten Dr. Zinn
helegenheit zu geben, derselben anzuwohnen. Derselbe hat nämlich
elegraphirt, er werde, wenn sein Gesundheitszustand sich nicht ver—
chlimmere und keine unerwartet ernste Abhaltung eintrete, am 53.
Dezember der Versammlung anwohnen können.

F Nächsten Sonntag wird im Saalbau zu Neustadt eine
iberale Wählerversammlung abgehalten; in derselben wird der
Keichstagsabgeordnete für Landstuhl-Kusel, Dr. A. Buhl aus
Deidesheim, die Stellung der national-freisinnigen Partei zu den
unser parlamentarisches Leben berührenden Fragen eroͤrtern.

F Der pfälzische Sängerbund hält seine diesjährige
Hauptversammlung Sonntag den 21. November in der Bauer'schen
Wirthschaft zu Ha ardt ab.

F In Deidesheim feierte dieser Tage der katholische Stadt—
»farrer Kniessel sein 50-jähriges Priester-Fubiläum. Der Jubilar
zefindet sich noch im Vollgenusse geistiger und körperlicher Kräfte.

Nahezu sämmliliche Offiziere der Garnison in Landau
ind wieder als Mitglieder in den Musikverein daselbst eingetreten.

F.Aus der Pfalz. Den vielfachen, leider nur zu ge⸗
zründeten Klagen über die Rohheit der Fortbildungsschüler gegen—
iber theilen wir Folgendes zur Nachahmung mit: „In einer Reihe
von Ortschaften Sachsens haben sich die Fabrikherren mit Entschie—
zenheit auf die Seite derjenigen gestellt, welche die sittlichen und
zuten Elemente des Volkslebens zu stärken sich bemühen. Auf
Anzeige der Lehrer entlassen sie Fortbildungsschüler, wenn eine
enste Mahnung fruchtlos geblieben ist, aus ihren Diensten, sehen
eie Censuren ein und nehmen an den Prüfungen theil. Früher
jatten solche Arbeitgeber weder Veranlassung, noch Gelegenheit,
ich um das Verhalten ihrer jungen Arbeiter außerhalb der Fabrik—
äume zu kümmern; die Fortbildungsschule hat sie dazu angeregt.“
—. Dabei ist noch folgende Bestimmung einer neueren sachsischen
Ninisterialberordnung bemerkenswerth: „Die Schulzucht der Fort—
ildungsschule erstreckt sich auch auf das Betragen der Schüler

rußerhalb der Schule. Der Besuch öffentlicher Tanzbelustigungen
owie solcher Schaustellungen, welche die sittliche Reinheit gefaͤhrden,
»esgleichen der Besuch solcher öffentlichen Versammlungen ist den
Fortbildungsschülern verboten.“ (Pf. Kurier.)
Dien esnachrichten.

Der Hilfslehrer an der Präparandenschule in Edenkoben Gustav Haaß
wurde zur Dienstleistung an die Lehrerbildungsanstalt zu Kaiserslautern in
»er Eigenschaft als Hilfslehrer einberufen.

hr die Fedachon veramwerni D7

Bilder fuͤr Schule und Haus. Herausgegeben von Mert
sichter, Direktor, und Ernst Lange, Lehrer an der Ersten Bürger—
hule zu Leipzig. Verlag der Expedition der Illustrirten Zeitung
J. J. Weber) in Leipzig. Ein Großfolioband mit 192 Tafeln
Ubbildungen und 48 Seiten Text. Preis in Carton-Einband
Mark 50 Ppf.

Selten ist wohl ein Unternehmen allseitig so mit Freuden begrüßt worden,
vie das vorliegende. Dasselbe hilft wesentlich die Klage, „unser Volk werde
nit Schundliteratur gefüttert“, hinfällig machen und biidet zugleich einen Pro—
iirstein, wie weit Verständniß und guter Wille reichen werden, dem Volke fo
Schönes und Gutes reichlich zugänglich zu machen. Alle Lehrer, Vereinsvor⸗
tände und Familienväter werden an dem Interesse für dieses Unternehmen
semessen werden können in Bezug auf ihr Streben, Bildung zu verbreiten,
enn mit diesen Bildern kommt in Schule und Haus ein Freund von jseltenem
Werthe. Wir machen unsere Leser auf dieses Werk aufmerksam, das sich durch
zute Ausstattung, reiche Illustration, gediegenen Text und große Billigkeil
iberall zur Anscheffung empfieblt.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Hiermit unsern Lesern zur gefl. Notiz,
daß die offizielle Ziehungsliste der Kaiserslauterer Ge—
werbemuseums-Lotterie in der Expedition des
„Anzeigers“ eingesehen werden kann.

7 Ueber das plötzliche Ableben des Hrn. Regierungsraths und
Bezirksamtmannes Damm erfährt die „Zw. Zig.“ Folgendes:
Der Beamte bestieg den um 77 Morgens von Zweibrücken nach
domburg abgehenden Zug, um nach Schwarzenacker zu fahren und
don dort, resp. von Wörschweiler den nach Limbach führenden
Weg, der in eine Straße umgebaut werden soll, zu besichtigen.
Hr. Adj. Nöthlichs von Wörschweiler erwartete den Hrn. Distritts-
dorstand am Bahnhofe. Als er Herrn Damm nicht aussteigen sah,
exkundigte er sich nach ihm und hörte, daß er sich noch im Coupé
befinde. Man sah nach und fand ihn — eine schrecliche Ueber—
raschung — leider bereits entseelt. Ein Herzschlag hatte seinem
Leben viel zu frühe ein Ende gemacht!
1Das Königl. Eisenbahnbetriebsamt zu Saarbrücken
jat sich dem Vorgehen der Herren Gebr. Stumm und der Königl.
Zergwerksdirektion, betreffend das Verbot des Neunkircher Tage⸗
        <pb n="728" />
        Versteigerung.!
Montag, den 22. November
1880, Nachmittags 3 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Johann Joseph Hein⸗
ich, läßt Peter Quirin,
Fuhrmann in Rentrisch, folgende
diegenschaften in der Steuerge⸗
meinde St. Ingbert, öffentlich
zu Eigenthum versteigern:
1. Plan Nr. 3067, 14 a 99
qm Acker auf Mühlenthal,
2. Plan Nr. 3054, 24 a 36
qm Acker daselbst,
Hlan Nr. 3078, 13 a 97
qm Acker daselbst,
Plan Nr. 3075, 144 31
qim Acker daselbst,
Plan Nr. 3076, 114 24
qm Acker daselbst,
—A 93
qm Acker daselbst,
Plan Nr. 3074, 13 a 63
qm Acker daselbst.

St. Ingbert, 17. Rov. 1880.
N. Auffschneider,
Amtsverweser.
Men Aussage am 30. Okt.

ds. Is. gegen den Ge⸗
meindeförster Herrn Purpus zu
Eusserthal, welche irrthüm⸗
sicher Weise geschehen ist, nehme
sch hiedurch als unwahr zurücd.
Sauer, Förster
bei HH. Gebr. Kraemer
zu St. Ingbert.
Ertra feine
Honiglebkuchen
—XX
Joh. Fries,
Backer und Wirth.

Vertragsmäßige
Wiederversteigerung.
Montag, den 6. Dezember
1880, Vormittags 10 Uhr zu
deckendalheim, in der
Dithcheft von Ludwig Buch⸗
jeit,
auf Anstehen von Karl Köõ⸗
aig, Wirih in Blieskastel,
glaͤubiger, gegen Johann Rein⸗
tadler, Äceerer in Heckendal⸗
Jeim, Schuldner,

wird durch den unterzeichneten
Amtsverweser des kgl. Notar
Zauer in St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
teigerung folgende Liegenschaft
n der Steuergemeinde Hecken⸗
alheim, wegen Nichtbezahlung
es Erwerbspreises, öffentlich zu
rigenthum versteigert:

Plan Nr. 948, 19 a 86 qm
Acker in der Dumph neben
Johaun Reinstadler.

. Ingbert, 17. Nov. 1880.

2. Aufschneider
Amtsverweser.

Ein braves fleißiges
Mädchen für häusliche Ar—
Jeiten gesucht. Näheres in der
kxped. d. Bl.

X 290 e 2 —
—IVVV
Sonntas, den 21. Novembor. Abends 7 UVhr
iu Oberhauser'schen Saaloe
Nusikalische Vnterhaltung. —
PROGRAMM:
2 Thbil.
. Ouverture aus, Barbier von Sevilla“* v. Rossini.
2. Lobgesang, gemischtor Chor von. A. Schulæ.
3. Dor Hlaube, dreistimmiger Frauen-
rhor vonn.. * Rossini.
4. Morgengruss, Mannerchor von · Kreutaæer.
5. „Aus dem Lobgesans, Duoett fũr
vopran und Alt von.. * Mendelssolin.
8. IIM WMald, gemischter Chor von.. Attenhofer.
I. Thell.
7. poter Schmoll. Ouverture von .- X. M. v. Weber
3. Fern am grunen Meeresstrande,
gemischter Chor von.3 Abt.
9. Dor Nousiorige, Lied für Tenor v. BSchubert.
0. Tdanté fur Miavier 2u 4 Handen
und Harmonium von.* Beethoven.
II. Fruhlingsruf, gem. Quartett von. Lachner.
2. Moinieso am Rheim gem Chor v. Mönhring.
NB. Die NMitglieder des Vereins sowie die eingeladenen
Nichtmitglieder sind gebeten beim Fintritto in den daal ihre
Carten abzugeben.
Im Verlag von J. J. Weber in Leipzig ist soeben
erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Frankfurt a. —
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Von
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Direktor der J. ee Lehrer an der J. Bürgerschule
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mit 192 Tafeln Abbildungen und 48 Seiten Text.
Inhaltsüubersicht.

1. Aus Norddeuschland. 2. Aus dem deutschen Frauen⸗
leben. 3. Raubthiere. 4. Bilder aus Südamerika. 5.
die deutschen Befreiungskriege. G. Der St. Gotthardtunnel.
7. Das Jahr 1870- 71. 8. Vom Illyrischen Küstenlande.
9. Die deuischen Kaiser. 10. Aus Oesterreichs Bergen.
11. Bilder aus Ungarn. 12. Die deutsche Reichshauptstadt.

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cerhäuschen, Photographiealbums, Schreibzeuge, Handschuhkasten,
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* — 53 2 02 3 —— — — 523335385
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5 —558335* 2 33 — — 358 —z35383 25585
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O — 322333525 —A 5 325533 —5325 33338 ** 5257
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1772 — 3 53 — 533338 A———— — 5855 5283*
533567 z35555 „85 33375* 7588 —
5* —— z552 23 255 228 255673 32
—— ——— 3788 * — — — —72— 32 5338
5335 333335 5380 * 2228
7 * 3 2 2 —8 2 *7 * — ———
2 S5. —EE — 32* 55 23 —5 538 — 5 7
5879 5553353538 53235.857 228 SLA
2 — 2— 53 * agꝛ 528* 322 —— —2 52— 2 — —— 35 ——
253 5 — — 52 5 2 B238 — — 822 538 Iz52 S. 2* 52
8*25538 235355 553 5 558 5 — 55 —3 835*
F — —2 5252 * —3— — * 222 2536652 2322 — 2 572 535
583 —— — —23 * I338 — — 20 537 32
83 75335 3638 —— —3 8* —528 — ——
— 8* — — 5 55 — — 8
F — 53 —8 ——— S* —338 55 — 2522
— —A —— 2735 2 53558 5222 —
552 2 5232 —— 5 5533338325 55
— —— 238335865 8
— —2.22 332— 5
E — 75
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22 53325
22352353336
553833585 52225
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—— 35 335335 22
3353 —57652335355
—n— — 2 320 *2* — —
—— 2 —A 22 —
— 2 5
222 — — ——
5535 55 2.2 22432
3557 5. 2 25 233 8 —
2* 2 —— 25
3333 —335335 338227 35381
— 7523557— o¶
28333 3555 ————
2325 —82 32555
—— 2 — 225552355 *
* — 22 23255 353 3
3 3 *
2 27 4— 2* 3 — 8
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286587 z2332533333
— 8 — 5 8 22 **
333 7758
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—528 12232 —338527 ——
8 333* A
8 — 8 —
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*25633838 5553532
— 35 SᷓS e 252
3333
2523 —

5 822 3 23
5353 —383328 3335*
3255 52 82 5
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358230 — — * — 25
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25333 * 533532
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3 * — 32 2 — —— 22 33 —385 —*22 2 — 5—
285. —A— — — 22585 5Sm7 2 —2 * —23231 35357 **
5838 73 358 — 3 28 7 — — 5
2 53582 2 —53 5 — ——A— 5532* 2 —58
22 — — —— 383 22 2*2 2 — * *28 5325
333353—638 287 5*5 2533523822 2 35 2553 232 58
58—5 3 23 235— 5353 25 22 —A 23553328
— —— 5 823333535328 —3— 2282* 58 *55*525 5585355
353277532 773233 2225 J —53333553857
A 32283 388 2 * 5— 2 5552328
133553255 25333 .. 8 8 52353553 333
3332— 3353 * 82 8 — — —— 553 8 8 232*2*
—— 338 3
255* 5353 aͤsssgs
—— — 2 25 272 58 2 22 *
355 88 283 5
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3358 35
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32 558 — — —
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38583 54568 z353535 5
—A —A — 38238 *2 523
53533 3283355255 5275 575 28 22 5533 —522
* 2 3333 — — — —25 2258 2* —8 *—*— 2
— 22 —5855353253 ——357 22 532325 2 — 253
268 7 ——23857 3855583 52
27 * 82833375 n —A —— —8553 53 *
A 33338* —— 3655*83 — — 55*
8 5 — S3328 —ãA ——— — 3 7 — 2 55 523 77 3
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal nöch'ntlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lages erscheint wöchentlich viermal?: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljährlich
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0 2
Mô 185. Samstag, den 20. November

1880

Deutsches Reich.

Das bayerische Justizministerialblatt veröffentlicht eine
Bekanntmachung, wonach den Rechtsanwälten das Tragen
bdon Barett und Robe bei Verhandlungen vor den Landge—
richten ꝛc. gestattet wird. Für diejenigen, welche yon dieser Er—
aubniß nicht Gebrauch machen, bleiben die früheren Bestimmungen
n Geltung.

Der neuernannte Gesandte Bayerns in Berlin,
Hraf v. Lerchenfeld, ist dahin abgereist; derselbe ist nun auch zum
Bevollmächtigten beim Bundesrath ernannt worden. Graf v. Ler—⸗
henfeld wird in Berlin noch mit Herrn v. Rudhart zusammen—
reffen, da letzterer erst in einigen Tagen von Berlin nach Peters-
zurg abreist.

Berlin, 17. Nov. Der Kaiser verlieh Herrn v. Rudhart
den Kronenorden 1. Klasse.

Eine Interpellation in Betreff der autisemitischen Pe⸗
tition, wird daß preuß. Abgeordnetenhaus morgen (Samstag)
ieschäftigen. Die ultramontane „Germania“ greift in heftiger
Weise die Interpellation als überflüssig, inopportun und die Gegen—
ätze verschärfend an.

Im preußischen Abgeordnetenhaus beantwortete am Mitt⸗
voch der Justizminister die Anfrage des Abg. Cuny wegen des
sHerichtskostengesetzes. Derselbe gab zu, daß das Gerichts—
ostengesetz Mängel habe, meinte aber, für eine durchgreifende Re—
aision desselben sollte man doch erst die Erfahrung eines größeren
Zeitraums abwarten. Dies schließe nicht aus, schon in nächster
Zeit die schreiendsten Mißstände abzustellen, z. B. die Zustellungs-
zebühren der Gerichtsvollzieher herabzusetzen, die Gebühr für Be—
zlaubigung von Abschriften wegfallen zu lassen, die Schreibgebühren
ind die Gebühren für die Vollstreckungsklausel anders zu bemessen.
daß aber sämmtliche Bundesregierungen auf diese Vorschläge, wor⸗
iber die preuß. Regierung Verhandlungen angeknüpft habe, sofort
ingehen werden, das könne er nicht zusichern; doch hoffe er, daß
iie nicht erfolglos sein werden.

Es heißt, der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Graf
Hatzfeld, werde in Kürze nach Regelung der schwebenden Dulcigno—
frage (wann wird das sein?) auf Urlaub nach Berlin kommen
und sich sodann wieder auf seinen Posten zurückbegeben, aber noch
vor Ende des Jahres definitiv dahin zurückkehren, um Staatssekre—
är im Auswärtigen Amt zu werden.

Zur auswärtigen Lage ist aus Berlin eine entschiedene
ffiziöse Abwiegelung der Ideen hinsichtlich eines französischen An—
chlusses an das österreichisch-deutsche Bündniß zu verzeichnen. So
ange England aktionslustig war, hielt sich Frankreich von dem—
elben zurück; jetzt ist jede Ursache zu einem Gegensatze zwischen
Frankreich und England wie zwischen Frankreich und Rußland
veggefallen. Einstweilen hat sich übrigens Frankreich den von Oester⸗
eich und Deutschland für Bulgarien wegen der vertragsmäßigen
Schleif ing der Donaufestungen erhobenen Vorstellungen angeschlossen.
Jene Berliner Ausführung enthält die witzige Bemerkung, man
zrauche noch nicht zu glauben, „daß zwei Leute, die die Hände

rei halten wollen, dies ausschließlich nur zu dem Zwecke wollen,
um dieselben zur gegenseitigen Umarmung zu gebrauchen.“ Gewiß
aicht, sondern wenigstens französischerseits für die Zukunft zu etwas
janz Anderem.

Der „Pester Lloyd“ meldet: „Das Berliner Kriegsministerium
oll im Prinzip die Annahme des Repetir⸗-Magazingeweh⸗
res für die Fußtruppen des deutschen Reichsheeres beschlossen
jaben. Das Infanteriegewehr M. 71 wird zwar beibehalten,
edoch derart eingerichtet, daß ein abnehmbares, in der Tasche der
Soldaten zu versorgendes, im gegebenen Augenblicke jedoch mittelst
eines höchst sinnreichen Mechanismus in die linke Seite des Ver—⸗
chlußgehäuses einzuschiebendes Magazin von 12 Patronen ange⸗
zracht werden kann. Demnach würde also das Mausergewehr in
Hinkunft die Kombination eines Einzelladers mit einem Mehrlader
zarstellen, so zwar, daß nach Anbringung des Magazins der Sol⸗
at ohne zu laden ein Schnellfeuer von 18 unmittelbar aufeinander⸗
olgenden Schüssen abgeben könnte. Das Charakteristische an der

Sache ist, daß es ein Oesterreicher war, der frühere Oberwerkmeister
»er Werndl'schen Waffenfabrik zu Steyr, welcher der Erste war,
der vor etwa drei Jahren einen Mechanismus zur Umwandlung
des Einladers in einen sogenannten „Gelegenheits⸗-Repetier“ erfunden
jat. Diesen Mechanismus adoptirt nun Deutschland in vervoll⸗
ommneter Form und bewaffnet seine Fußtruppen mit einem Ge⸗
egenheits-Repetier. Diese Thatsache wird begreiflicherweise nicht
»hne Rückwirkung auf die anderen Heere der europäischen Groß⸗
nächte bleiben.

Die „Elberfelder Zeitung“ veröffentlicht einen vom Kommer—
ienrath Baare-Bochum ausgearbeiteten und vor acht Tagen dem
seichskanzler Fürsten Bismarck unterbreiteten eingehend motivirten
ẽentwurf eines Gesetzes, betreffend die Errichtung einer Arbeiter⸗
Infall⸗Versicherungs-Kasse.

Von diplomatischer Seite erfährt das „Berl. Tgbl.“, daß die

internationalen Beziehungen gegenwärtig kaum eiwas zu
vünschen übrig lassen, so weit dabei ein deuisches Interesse mit in
Fxrage kommt. Im Auswärtigen Amte zu Berlin erwartet man
tündlich die Nachricht von der Uebergabe Dulcignos. Damit wäre
die orientalische Frage vorläufig, das heißt mindestens bis zum
ommenden Frühjahr, zu einem gewissen Abschluß und zur Ruhe
zebracht. Die Angelegenheit der griechischen Grenzregulirung nämlich
vird zunächst zu irgend welchem Konflikte keine Veranlassung geben.
Die Abreise des deuschen Gesandten v. Radowitz nach Athen, steht
amit in engstem Zusammenhange. Herr v. Radowiz fällt in Ge—
neinschaft mit dem Gesandten der französischen Republik zu Athen
ie Aufgabe zu, die griechische Regierung zu friedlich abwartender
hZaltung zu bewegen, und steht zu erwarten, daß die bezeichneten
Diplomaten den etwaigen Schwierigkeiten sich gewachsen zeigen
verden. Ob es möglich sein wird, auch über das nächste Fruͤh—
ahr hinaus jeden Zusammenstoß zu vermeiden und die auf die
zriechische Grenzregulirung bezüglichen Bestimmungen des Berliner
dongresses auf gütlichem Wege zur Ausführung zu bringen,
jängt einzig von der Haltung Gladstones ab. Bleibt der eng—
ische Prämier bei den friedlichen Gesinnungen, die er auf dem
etzten Lord-Mayor-Bankett kundgethan, so ist bei der Bereitschaft
der Pforte, sich entgegenkommend zu zeigen, das Beste zu hoffen;
m andern Falle ist unabsehbar, welche Gestaltung die Angelegen⸗
jeit annehmen wird. Hätte Gladstone sich weniger unzuverlaͤssig
Jezeigt, wäre er auf dem Standpunkte des fanatischen Türkenhasses
tehen geblieben, den er bei Antritt des Ministerpräsidiums einge—
iommen, so hätte sich Rußland schon längst mit England zu ge—
neinsamem Vorgehen gegen die Pforte geeinigt. Dem Umstande,
»aß die Handlungen des Ministers Gladstone hinter den Worten
»es Agitators Gladstone so weit zurückblieben, ist es zu danken,
zaß die gefährliche Allianz bis zur Stunde nicht zu Stande ge—
ommen ist; doch bleibt die Möglichkeit, daß es hierzu im nächsten
zahre noch kommt. Das Zusammengehen des Herrn v. Radowitz
nit dem französischen Gesandten in Athen ist übrigens typisch für
die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Die inneren
Vorkommnisse in unserem transvogesischen Nachbarlande haben nicht
den geringsten Einfluß auf das freundschaftliche Verhältniß der
»eiden großen Staaten zu einander. Maßgebenden Ortes hält
nan sich in Berlin überzeugt, daß es in Gambettas Interesse liegt,
»as gegenwärtige französische Kabinet bis über die Kammerneu—
vahlen des nächsten Jahres hinaus im Amte zu erhalten, damit
ein Wechsel ihn nicht zwinge, selbst in das Ministerium einzutreten
und sich an einer Stelle abzunutzen, welche seinem Ehrgeiz nicht
zenügt. Gambettas Ziel bleibt die Präsidentschaft der Republik
ind zwar vor Ablauf des Grevy'schen Septennates. Vorläufig
aber ist hierzu die Zeit nicht gekommen, und deshalb liegt auf
neutscher Seite noch gar keine Veranlassung vor, durch irgend welches
Mißtrauen die gegenwärtigen freundschaftlichen Beziehungen zur
ranzösischen Regierung stören zu lassen.

Koblenz, 17. Nov. Heute fand das Begräbniß des Generals

b. Göben unter höchst zahlreicher Betheiligung Statt. Als Vertreter
des Kaisers wohnte demselben der Kronprinz Friedrich Wilhelm,
der von Wiesbaden gekommen war, bei, sowie der Trauerrede und
        <pb n="732" />
        Zinsegnung der Leiche im großen Saal des Generalkommandos die
Zaiserin, welche zur Zeit in Koblenz residirt. Alle Regimenter des
8. Armeekorps hatten Deputationen geschickt und Kränze auf dem
Brab ihres dahingeschiedenen Führers niedergelegt.

In der Versammlung von Delegirten deutscher Gewerbekam⸗
mern zu Eisenach wurde eine Resolution angenommen, welche
fich für den auf Antrag der Konservativen Seydewitz u. Gen. ge⸗
jaßten Beschluß des Reichstages vom 5. Mai d. Irs. betreffend
die Bildung von Innungen und den Zweck derselben ausspricht.
Ferner wurde eine Resolution betreffend das fakultative Verbot der
Haltung von Lehrlingen für nicht gewerbsmäßig gebildete Lehr—
meister nach den Beschlüssen des Reichstages vom 5. Mai d. J.
mit einigen Aenderungen angenommen.

Die „Elsaß⸗Lothring. Ztg.“ hebt in einem Ariikel über die
Optantenfrage hervor, daß mit dem Worte „Optanten“ oft
rrige Begriffe verbunden werden, und betont, unter Hinweis auf
—
tion vom 11. Dezember 1871, daß als Optanten nur solche Per—
sonen zu betrachten sind, welche giltig optirten, das heißt Franzosen
zeblieben sind und ihren Wohnsitz nach Frankreich verlegt
haben. In einer Reihe von Fällen seien aber Zweifel über
die Giltigkeit von Optionen entstanden, die von den Bethei—
ligten in gutem Glauben als giltig und wirksam angesehen
wurden. Diese Fälle, soweit sie nicht bereits definitiv erledigt,
»ezeichnet die Zeitung als das Gebiet, auf welchem es wün—
schenswerth und unter Umständen möglich sei, bestehende Schwie—
rigkeiten zu beseitigen. Personen, welche einfach ohne Optionser⸗
flärung ausgewandert, seien dagegen nicht als Optanten zu
hetrachten und solche Fälle nicht nach den Bestimmungen des Frie—
densvertrages, sondern nach den im Lande giltigen Gesetzen zu
entscheiden. Die Zeitung erfährt, daß soeben eine kaiserliche Ordre

an den Statthalter eingegangen ist, eine Kommission zur erneuten
Prüfung der Staatsangehörigkeit der vorstehend näher bezeichneten
Kategorien von Personen in den noch nicht erledigten Fällen ein—
zusetzen und demnach hierüber Entscheidung zu treffen.
Ausland.

Erst vor Kurzem wurde auf die Annektion der Tahiti⸗ und
Tonga⸗Inseln, auf Frankreichs Bestrebungen in Mittelafrika
und an der Westküste Asiens, sowie in Ostindien hingewiesen.
Jetzt hat Frankreich an der Ostküste Afrikas sich festgesetzt in der
TadschurrasBai, gegenüber den englischen Besitzungen, in Obokh—
Fine Gesellschaft hat sich in Paris gebildet, unter der Firma:
„Compagnie francaise d'Obokh“, welche den Länderstrich von Oboth
bis Massasuta erworben hat, also die ganze Küste von Abyssinien.
Es zeigt sich darin wieder, wie die gegenwärtige französische Re—
gierung auf jede Weise sucht, den französischen Einfluß auszu—
dehnen und dem französischen Handel neue Absatzgebiete zu eröff⸗
nen, wobei sie allerdings von der gesammten öffentlichen Meinung
in Frankreich unterstützt wird, während wir in Deutschland bekannt—
iich das traurige Beispiel erlebt haben, daß unsere unheilbaren
tinare die Regierung mit ihren Bestrebungen im Stich gelassen
aben.

Gegen die Hauptführer der irischen Landliga ist
wegen Aufreizung zum Hochverrath Anklage erhoben worden; trotz⸗
dem hat sich die Seele der ganzen Agitation, Parnell, ungehindert
für einige Zeit nach Süd⸗Frankreich begeben können. In Dublin
deröffentlicht das amtliche Blatt inzwischen eine Bekanntmachung,
durch welche die für die Verhaftung der Mörder des Lord Mounth—
Morris ausgesetzte Belohnung von 100 auf 1500 Pfd. Sterl. er—
höht wird.

Das „Reuter'sche Bureau“ meldet aus Konstantinopel:
Derwisch Pascha telegraphirt, die Umzingelung Dulcigno's sei vol⸗
endet und keinem Bewaffneten sei der Eintritt gestattet. Er werde
Jeden, der den Eintritt erzwingen wolle, erschießen lassen.
Vermijchtes.

* St. Ingbert, 18. Nov. In der heutigen Sitzung
des hiesigen Schöffengerichts kamen folgende Fälle zur Verhand—
lung: Ein Mann von Herresohr erhielt wegen Körperverletzung eine
Befängnißstrafe von 2 Monaten; ein Mann von hier wurde
wegen Berufsbeleidigung zu einer Gefängnißstrafe von 8 Tagen,
und ein anderer wegen Körperverletzung zu einer solchen von 5
Tagen verurtheilt und wegen unerlaubter Auswanderung wurde
ein Dritter von hier in eine Geldstrafe von 20 M. verfällt;
schließlich erhielt ein Landstreicher wegen Landstreicherei eine Haft⸗
ttrafe von 30 Tagen.

*St. Ingbert. In der Nacht von Mittwoch auf Don⸗
nerstag und am darauffolgenden Tage wurde der Hof Reichen⸗
brunn von einem starken Schadenfeuer heimgesucht. Nachts war
das Vogelgesang' sche Haus daselbst total ausgebrannt. Am
Donnerstag ergriff das Feuer die Oekonomiegebäude der Gebr.
A
ungedroschene Frucht und alles Heu darin zu Grunde gingen.
Bei beiden Bränden war in lobenswerther Weise die Ober—⸗

ec

vürzbacher Gemeindespritze thätig. Da sich aber ihre Hilfe
zei dem letzten Brande als unzureichend erwies, so wurde am
Donnerstag Mittag kurz nach 12 Uhr auch die hiesige Feuerwehr
isllarmirt. Rasch eilte diese mit Spritze Nr. 1 zur Brandstätte.
Ihrem thätigen Eingreifen und der Leistungsfähigkeit ihrer Spritze
st es zu danken, daß das Wohnhaus und 1 Nebengebäude mit
Heu gerettet wurden. Mit Ehren bestand bei dieser Gelegenheit
unsere städtische Pflichtfeuerwehr ihre Feuerprobe. Erst gegen 9
Uhr Abends kehrte sie von der Brandstätte wieder zurück, so lange
hatte sie mit dem Ausräumen der brennenden Früchte zu thun.
Hervorgehoben zu werden verdient auch der Eifer, mit dem die
weibliche Bevölkerung von Oberwürzbach beim Wassertragen thätig
war. — Wie wir hören, haben die Abgebrannten versichert.
Ueber die Entstehung des Feuers ist nichts Näheres bekannt.

Die Pfälzische Handels- und Gewerbekammer hat sich
in ihrer letzten Gesammtsitzung auch mit der Währungsfrage be⸗
ichäftigt und im Hinb'ick auf die Tagesordnung des 9. deutschen
Handelstages beschlossen: Gegenüber den mannichfachen Bestrebungen
unsere Goldwährung aufzugeben und zur sogen. Doppelwährung
iberzugehen, soll die vorgeichlagene Resolution — „Angesichts der
jervortretenden Bestrebungen, eine Aenderung der Neichsgesetzgebung
iber die Münzwährung herbeizuführen, erklärt der deutsche Handels⸗
rag, daß es zu einer schweren Schädigung der deutschen Wirthschafts-
enteressen führen müsse, wenn unter den bestehenden Verhältnissen
an den Grundlagen unserer Münzgesetzgebung gerüttelt würde“ —
hrem ganzen Umfange nach gut geheißen werden. Abweichende
Ansichten wurden nicht geltend gemacht.

F Ueber die Beerdigung des k. Regierungsrathes und Bezirks—
amtmannes Hrn. Augustin Damm zu Zweibrücken be—
reichtet die „Zw. Ztg.“: Ein nnabsehbarer Leichenzug gab am Mitk
woch Rachmittag beredtes Zeugniß von der allgemeinen Beliebtheit,
deren der Mann sich im Leben erfreute, dessen irdische Hülle zur
etzten Ruhestätte geleitet wurde. Aus allen Theilen des Bezirks
varen Männer herbeigekommen, um dem Verewigten den letzten
Tribut der Verehrung zu zollen. In Voraussicht der außerordent⸗
Uchen Betheiligung an der Beerdigungsfeierlichkeit hatte das Bür—⸗
germeisteramt die Anordnung des Zuges in die Hände genommen,
und so ging die Aufstellung ohne die mindeste Störung von Statten.
Dder Zug setzte sich folgendermaßen zusammen: Trommlerkorps hie—
siger Vereine, Abtheilung Feuerwehr, männliche und weibliche Schul—
sugend vom 3. bis 7. Schuljahr, vollständige Kapelle des k. 2.
Jagerbataillons in schwarzer Kleidung, die Banner der hiesigen
Vereine in Trauerflor, die funktionirende kath. Geistlichkcit, Träger
der Orden des Entschlafenen, Leichenwagen (zu beiden Seiten des⸗
selben gingen Feuerwehrleute mit brennenden Fackeln), die leid—
ragende Familie und die unmittelbaren Amtsangehörigen, die
Ofsiziere der hiesigen Garnison, hiesige und auswärtige Beamten
die gesammte hiesige prot. Geistlichkeit war im Ornat erschienen),
der Stadtrath von hier sowie auswärtige Bürgermeister, Distrikts-
uud Gemeinderäthe, Lehrer des Amtsbezirks, Gesangvereine, Ein⸗
wohner von hier und auswärts, Kampfgenossen⸗-, Kriegere und Turn⸗
dercin, Militär, Feuerwehr. Am Grabe sangen zuerst die Lehrer
des Amtsbezirks, dann folgte die Zeremonie der Einsegnung. Hier⸗
nuf nahm der funktionirende Geistliche, Hr. Pfr. Huth, das Wort,
um, wie er bemerkte, auf ausdrückliches Ecsuchen dem Verewigten
einen Nachruf zu halten. In beredter Weise schilderte der Geist—
iche die Vorzüge des Entschlifenen als Mensch und Beamter und
hob hervor, daß seine Handlungen Denkmäler seien, welche sein
ilndenken auf lange hinaus in seinem Amtsbezirk fortleben ließen.
ton den 59 Jahren seines Lebens hat der Verewigte sast 30 Jahre
n hiesiger Stadt verbracht, die ihm zur zweiten Heimath geworden.
Der Rede des Geistlichen folgte ein Trauergesang der vereinigten
Männerchöre und diesem ein Choral der Jägerkapelle, während
essen Hr. Bürgermeister Märcker im Namen des hiesigen Stadt⸗
rathes einen Lorbeerkranz am Grabe niederlegte. Den Leichenwagen
jatie der Stadtrath mit einer Guirlande schmücken lassen; ferner
tellte aes zur Beisetzung der irdischen Hülle des Verewigten
dessen Familie einen eigens ausgewählten Platz zur Verfügung,
ind es besteht bei der staͤdtischen Verwaltung die Absicht, in that⸗

ächlicher Anerkennung der hohen Verdienste des Geschiedenen ihm
uuf seinem Grabe ein Denkmal errichten zu lassen.

In Irheim starb am 12. November Juliana Kügler,
die Ehefrau des noch aktiven Feldschützen F. Ludwig, mit dem
iie in B33jähriger Ehe lebte. Die Verstorbene und ihre beiden
Eltern erreichien ein Ätter von zusammen 249 Jahren. Der Vater,
an einem Beine hinkend, war s. Z. 62 Jahre, dabei lange Zeit
der alleinige Polizeidiener der Stadt Zweibrücken, mit dem stän⸗
digen Wohnsitze in Irheim. Als unser hochseliger König Max
Joseph 1816 seine Vaterstadt mit seinem Besuch beehrte und durch
die Straßen wandelte, erblickte der leuiselige Monarch den ihm

;rüher bekannten Polizeidienetr, und mit der Hand auf ihn deutend,
cief er ihm lächelnd zu: „Guck, guck, der krumm' Kügler lebt ja
zuch noch!“ (Zw. Ztg.)

p der Stadtraih von Kirchheimbolanden hat am
        <pb n="733" />
        17. ds. eine außerordentliche Sitzung abgehalten in Folge der um—
aufenden Gerüchte, daß abermals fuͤr eine Aufhebung des Kirch—
heimbolander zweiten Notariates im Zellerthale agitirt werde. Es
wurde beschlossen, dei dem k. Oberstaatsanwalt in Zweibrücken, so—
wie bei dem k. Staatsministerium der Justiz vorstellig zu werden,
im die Aufrechterhaltung des zweiten Notariates zu sichern. Eine
Deputation, bestehend aus den Herren Bürgermeister Ritterspach,
Adjunkt H. Reinheimmer und Georg Lambert, wird sich zur direkten
Betreibung der Angelegenheit nach Zweibrücken und erforderlichen
Falles nach München begeben. Vorerst wurde das Ministerium
auf telegraphischem Wege ersucht, in der Sache keine Entscheidung
zu treffen, bevor das Bittgesuch der Stadtgemeinde in München
zingelaufen und geprüft sei. (Die „Pf. Pr.“ der wir vorstehende
Nachricht entnehmen, bemerkt berichtigend, daß die HH. Notare
der Zellerthaler Agitation fernstehen.)

F Die Eingabe Kaiserslauterer Hausbesitzer, ist mit
ꝛiwa 350 Unterschriften versehen, an den Abg. Frhr. v. Stauffen⸗
berg abgegangen, welcher gebeten ist, sie der Abgeordnetenkammer
einzureichen und dort zu vertreten.

F Wie der „Eilbote“ von zuverlässiger Seite erfährt, hat der
bisherige Vertreter des Wahlkreises Landau⸗Neustadt im Reichstage,
Herr Gutsbesitzer Jordan in Deidesheim, auf eine an ihn ergangene
Anfrage mit aller Vestimmtheit erklärt, ein Mandat für den Reichs—
ag nicht mehr annehmen zu können.

— Die bekannte Affaire des Ruß dorfer Liebes- und jetzigen
Ehepaares wird noch das Reichsgericht beschäftigen, da die k. Staats—
anwaltschaft gegen das freisprechende Erkenntniß des Landgerichts
Landau Berufung ergriffen hat.

F In Ludwigshafen wurde am 15. Nov. das neuer⸗
baute und sehr zweckmäßig eingerichtete städtische Schlachthaus feier⸗
ich eröffnet.

F Aus der Pfalz, berichtet die „Pf. Ztg.“: Das Neichs⸗
gericht in Leipzig hat in Betreff der widerspenstigen Konskribirten
ein wichtiges Urtheil erlassen. Es war nämlich bisher konstante
Praxis mehrerer pfälzischen Gerichte, an der Hand der Geburtsregister⸗
Auszüge alle jene jungen Leute, welche mit ihren Eltern ohne staats⸗
zolizeiliche Bewilligung, also „ungesetzlich', ausgewandert waren,
vegen Widerspenstigkeit serienweise in die gesetzliche Strafe zu ver—
ällen. In diesem Jahre hat nun das Landgericht Kaiserslautern
ein von der bisherigen Rechtspraxis gänzlich abweichendes Urtheil
zefällt und sämmtliche widerspenstigen Konskribirten, welche in ihrer
dindheit mit ihren Eltern ausgewandert waren, freigesprochen.
Das Gericht erwog nämlich: daß den in ihrer Jugend Ausge—

wvanderten nicht blos die zur Erkenntniß der Strafbarkeit nöthige
Einsicht, sondern auch der verbrecherische Wille, die rechtswidrige
Absicht gefehlt habe, indem dieselben, falls sie beim Eintritte in
»as konskriptionspflichtige Alter noch am Leben waren, gar keine
enntniß von den bayerischen Militärgesetzen und somit von einer
Wehrpflicht hatten. Die kgl. Staatsbehörde griff dieses Urtheil
nittelst Rebisions-Berufung an. Dieselbe wurde jedoch vom Reichs—
jerichte verworfen und das angegriffene Urtheil des Landgerichts
aiserslautern bestätigt. Die in diesem Jahre Freigesprochenen
önnen also unbehindert zum Verwandtenbesuche ꝛc. ꝛc. nach Bayern
zurückzukehren, was bezüglich der als „widerspenstig“, rechtskräftig
Verurtheilten aller früheren Jahrgänge nicht der Fall ist.

Münchener Blätter beschäftigen sich neuerdings vielfach mit
den Parteiverhältnissen in der Pfalz. Ueber die demokratische
Agitation in unserer Provinz wird im „Vaterland“ die Bemerkung
zemacht, daß an ihrer Spitze „mitunter Leute von sehr katilina—
cischer Existenz und getrübter Vergangenheit“ stehen. Den Beweis
'ür die Richtigkeit dieser Mittheilung überlassen wir dem ge—
iannten Blatte.

4 Von der außerordentlichen Sorgsamkeit, mit welcher preu⸗
zische Behörden in Rechnungssachen zu Werke gehen, gibt das
nachstehende Beispiel Zuugniß. Ein in Saarbrücken woh—
aender Militär-Invalide hatte diesen Sommer auf fiskalische Kosten
eine Badereise gemacht. Vor einigen Tagen erhielt er auf Veran—
lassung der Intendantur des 8. Armeekorps vom Landwehrbezirks-
ommando die angenehme Nachricht, daß ihm damals zu wenig
Geld ausgezahlt worden sei. Es wurde ihm demgemäß aufge—
jeben, eine neue Quittung auszustellen und den der Aufforderung
zeigefügten Betrag in Empfang zu nehmen — der in einem sorg⸗
ältig eingewickelten einzigen Pfennig bestand.

FIn Saargemünd hat ein Erzschwindler viele Herr⸗
scchaften düpiert. Derselbe hatte sich eine Subskriptionsliste ange—
ertigt und sammelte in den ersten Familien der Stadt, um —
»emnächst einen Luftballon steigen zu lassen. Wohl fünfzig sind,
heilweise mit ganz netten Beträgen, dabei reingefallen, denn als
der Pfiffikus merkte, daß die besten Hühnchen gerupft waren, ver⸗
zufiete er, ohne besondere Spuren zu hinterlassen.

Als Kuriosum kann mitgetheilt werden, daß im Schlacht⸗
jaus zu Baden ein Stück Vieh geschlachtet wurde, welches eine
deber von netto 95 Pfund in sich hatie. Das Gewicht einer ge⸗
unden Leber schwebt gewöhnlich zwischen 12 und 20 Pfund.

F In Darmstadt hat sich ein Verein gebildet, der sich
die Aufgabe stellt, ‚den Verkehr mit den dort wohnenden Fremden
zu pflegen und die Niederlassung von Fremden daselbst zu fördern.“
Dabei kann man sich allerlei denken.

F In Bödigheim Gaden) wurde während der Prüfung
der neuen Orgel, die in Gegenwart des Orgelbauers in der Kirche
»orgenommen wurde, die, für den Baumeister ausgeworfene und
iusbedungene Summe von etwa 9000 Mark in der Wohnung des
rdirchenfondsrechners mittelst Einbruchs gestohlen.

fF In Frankfurt verstarb im Alter von 70 Jahren der
rühere Bahnhofverwalter Friedrich More aus Grünstadt, welcher
iner der drei Grünstadter Studenten war, die in den dreißiger
Jahren bei Erstürmung der Hauptwache zu Frankfurt festgenommen
vurden. Bei einem anfangs glücklichen Fluchtversuche üeßen ihn
eine beiden Genossen, Eduard Fries und Maithiä, aus hier nicht
u erörternden Gründen im Stich. Er wurde darauf in Mainz
zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurtheilt, später aber zur Aus-
vanderung begnadigt. Im Jahr 1848 amnestirt, kehrte er wieder
tach seinem Vaterland zurück und wurde Bahnhofverwalter in Neu⸗
tadt a. d. Haardt. Seine Kommilitonen und Schicksalsgenossen
Dr. Fries (prakt. Arzt zu Sissach in der Schweiz) und Dr. Matthiä
ind ihm im Tode bereits vorangegangeu.

FBruchsal, 16. Novb. Heute Morgen wurde hier
»er Moörder E. Reif, Eisengießer aus Hausen, der seine beiden
dinder im Rheine ertränkte, in Folge Spruches des Karlsruher
Zchwurgerichtshofes mittels des Fallbeiles hingerichtet.

Die Freiburger Strafkammer (Baden) hat schon
vieder 2Z Weinfälscher, den Weinhändler Germann von
Mühlheim zu 2 Monate Gefängniß und 200 M. Geldstrafe und
hen Küfer Burger von Münchweier zu 6 Wochen Gefängniß und
100 M. Geldstrafe verurtheili.

FIn München hat sich in der Nacht von Montag auf
Dienstag in einem Gasthof ein dort wohnhafter Israelit, Namens
Adler, erschossen, welcher, wie das „Vaterland“' sagt, ein in Ame—
cika erworbenes Vermögen von 200,000 M. hinterlassen hat.

F In München hat sich eine „Bank“ aufgethan — un—⸗
zefähr die siebentausendste, sagt das „Vaterland“ — deren „Direktor“
dor etlichen Tagen deßhalb nicht gepfändet werden konnte, weil sich
uichts Pfandbares vorfand. „Banldirektor“ ist er aber doch!

Von dem Militärbezirksgerich Würzburg wurde der
Sergeant der Reserve Joh. Allgeyer des 2. Jäger⸗Bat. wegen
Mißbrauchs der Dienstgewalt durch vorschriftswidrige Behandlung
ines Untergebenen, des Einjährig-Freiwilligen Karl Lingenfelder,
vährend der Ausübung des Dienstes zu drei Wochen Mittelarresi
inter Abrechnung der Untersuchungshaft verurtheilt.

F Aus Mittenwanld (an der bayerisch-tyrolischen Grenze),
14. November, schreibt man dem „Bayerischen Kurier“: Heute
Morgens halb 9 Uhr wurde unser Markt von einem heftigen
Erdbeben heimgesucht, das 3—24 Sekunden andauerte. die
Stöße nahmen unter donnerähnlichem Rollen die Richtung von
Westen nach Osten. Alle Möbel kamen in heftiges Schwanken;
zs war in den Wohnungen ein schreckliches Klirren und Sausen,
'o daß die Lente im Schrecken aus den Häusern auf die Straßen
lüchteten. Dabei zeigte das Thermometer 7 Grad Wärme und
var der Himmel hell und klar. Gott sei Dank sind wir mit dem
olosen Schrecken davongekommen.

F Der Krieg von 1870,71 hat Frankreich nach den
ffiziellen Zusammenstellungen 14 Milliarden 638, 098,814 Franken
jekostet. Nicht gerechnet sind dabei die zerstörten Gebäude, die ver—

nichteten Kunstwerke, der Verlust der Domainen in Elsaß-Lothrin⸗
jen, und vor allen Dingen die verlorenen Menschenleben. — Sollte
ziese offizielle Aufstellung nicht ein kleiner Dämpfer auf die Re—
anchegelüste sein?

fF In Agram haben in der Nacht zum 16. Nov. wieder
wei heftige Erdstöße Statt gefunden und die Bevölkerung zum
Verlassen der Wohnungen genöthigt.

Der „Allg. Deutschen Ztg.“ für Brasilien“ entnehmen wir,
daß die blühende deutsche Kolonie Blumenanu durch eine vom
22. bis 26. Septbr. dauernde Ueberschwemmung in den schreck—
lichsten Nothstand versetzt worden ist; der Verlust an Menschen⸗
eben, Vieh u. s. w. sei entsetzlich groß. In Rio Testo allein seien
10 Personen umgekommen, aller Verkehr sei gehemmt, weil fast
alle Brücken, Kanäle und Wege zerstört sind, die Saaten seien fast
janz verloren und eine große Anzahl von Familien ohne Obdach,
»hne Nahrung und Kleidung. Es hat sich in Rio de Janeiro ein

Komite zur Unterstützung der Nothleidenden gebildet.

F Aus New⸗York, 186. Nov. wird gemeldet: Vergangene
Nacht brannte das Irrenhaus St. Peter in Minnesota ab. 80
bis 40 Geisteskranke kamen theils durch das Feuer theils durch
zie hochgestiegene Kälte um —

Vostowir αιαj»ναν ν eerte
Nachrichten.
Die am H9. Oktober in Paris zusammengetretene internationale
Postkonferenz hat am 3. November ihre Arbeiten beendet.
        <pb n="734" />
        Von den Abgeordneten fast sämmtlicher europäischen Staaten und
bon Aegypten ist eine am 1. Oktober 1881 in Kraft tretende
Kondention betreffend die Beförderung von Po stpaqueten
5hne Werthangabe', sowie ein Schlußprotokoll unterzeichnet
worden. Das Schlußprotokoll bezweckt, den Staaten, in denen die
Post sich noch nicht mit dem Transport von kleinen Paqueten be—
faßt, zu gestatten, die Bestimmungen der Konvention durch Eisen⸗
bahn⸗ oder Schifffahrts⸗ Unternehmungen ausführen zu lassen; doch
muß der Dienst derselben auf die Orte beschränkt werden, auf
welche sich die gedachten Unternehmungen erstrecken. Da die Ver—
tretet Großbrittaniens, Britisch-Indiens und der Niederlande die
Erklärung abgaben, daß sie nicht in der Lage seien, schon jetzt die
Konvention zu unterzeichnen, so wurde auf ihren Wunsch in das
Schlußprotokoll ein Vorbehalt dahin aufgenonmmen, daß den ge⸗
dachten Ländern der Beitritt zu der Konvbention bis zum 1. Juli
1881 offen stehen solle. Es braucht wohl kaum darauf hinge⸗
wiesen zu werden, ein wie bedeutsamer Fortschritt mit dieser Kon—
vention für den Verkehr der Völker unter einander sich vollzieht.
Deutschland hat aber besonderen Grund auf diese Errungenschaft
stolz zu sein, da die Konvention aus der Anregung der deutschen
Postverwaltung hervorgegangen ist.

Marktberichte.

Zweibrücken, 18. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viltuglienmarkt
Veizen 11 M. 24 pf. Korn 10 M. 28 Pf., Gerste zweireihige 0O M. — Pf
nerreihige o8s M. — Ppf., Spelz 7 M. 35 Pf., Spelzkern — M. — Vif
dintel M. pf. Miijchfruht 10 M. 50 Pf. Hafer 6 M. 45 Pif,
ẽrbsen — M. — Pf., Wicken 6 M. 27 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf.,
den 2 M. 83 Pf., Stroh 3 M. 08 Pf., Weißbrod l!/ Kilogr. 57 Pf.
dofubrod 8 Kilogr. 73 Pf., Gemischlbrod 3 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 190
Hr. 6 VPf. Rindfleisch J. Qual. 60 Pf. II. Qual. 54 Pf. Kalbfleisch 50- Pf.,
dainmelfleisch 60 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter!/3 Kilozr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1Liler 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 17. Nov. (Fruͤchtmitteipreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M47 pf.Korn 10 M. 28 Pf. Spelzkern — M. — Pf. Spelz 7 M.
07 Pf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Gerste 4reihige 8 M. 30 Pf., Hafer
6 M. 39 ppf., Mijschfrucht 10 M. 53 Pf., Erbsen — M. — Pf., Wicken
6 M. 14 f., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
brod 6 Pfuͤnd 85 Pf., Gemischtbrod é Pfund 85 Pf. Ocsenfleisch — Pi.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbsjleisch 40 Pf., Hammelleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Zir. 1M. 80 ppf.

Kaiserslautern, 16. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktuatienmarkt.)
Weizen 11 M. 11 Pf., orn 10 M. 68 Pf., Spelztern — M. — Pf. Speu
7 M. 57 Pff., Gerste o8 M. 75 Pf., Hafer 6 M. 66 Pf., Erbsen 19 M.
14 Pf., Wicken 6 M. 88 pf., Linsen 13 M. 33 Pf., Kleesamen 42 M. 58
Pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 PVi., do. 3 Pfd. 41 Pj., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pfg.

Fr die Redaction verantwortlich: . x. Denmess.

——
(30chhzp ht IIChöpt

Eine Wohnung
ehener Erde, bestehend aus 8
Zimmer und Küche, nebst Kel⸗
serraum und Holzschoppen, sofort
beziehbar, hat zu vermiethen

Wilh. Weiler.
Fast vorschonbct

T. v. Johann Krob Karolina, T. v.
Daniel Hennchhen. 12 Josef, S. v.
Ad'm Schmitt. 14. Nikolaus, S. v.
deinrich Miedel. Otto Peter, S. v.
Alois Holzner. 158. Theresia Louisa,
T. v. Joses Fischer. 16. Bilentin, S.
o. Valentin Krebs. 17. Peter, S v.
Theodor Thiel. Maximilian, S. v.
Peter Heinrich Schlickliug. 19. Elisa—
betha, T. v. Friedrich Kihm. Katha—
rina Albina, T. v. Heinrich Johanu
Peters. 29. Kathrrina, T. v. Veter
Leonhard. 21. Katharina, T. v. Bar⸗
»dara Linz. 22. Johann Kaspar, S.
o. Johann Fiack. 24. Mandalena, T.
o. Wilhelm Schmidt. 23 Johrenn, S
y. Johann Hoffmaun. Johaun S. p.
Heorg Scholl. 26. Karl Conrad, S
». Karl Schufter. 28. Maria, T. v.
deter Schein. 29. Henrxiette, T. v.
Heorg Regiz. Georg S. v. Geora
Feichtner.
B. Eheschließungen.

Am 2. Okt. Johann Schmitt mit
datharina Baumbauer. 9. Jukob Un—⸗
ehend mit Anna Luck. starl Högel
nit Wilhelmina Gunther. 12. Anton
Buchheit mit Anna Maria Greß. 19.
Jakob Mosdach mit Philippina Mar—
ini. 21. Bernhacd Bohr mit Sofin
deib. 28. Wilhelm Karl Ripperger
nit Kathrrina Keßler. 28. Georg
Bleif mit Maria Wagner. Peter Jung
nit Katharina Bechtel. 39. Johann
tuß mit Sofia Hoffmann.

C. Sterbfälle.

Ain 3. Olt. Georg, 1 J. a., S.
o. udwig Mayer. 4. Katharina, 2
Mt. a., T. v. Gertrauda Weidmann.
3. Heinrich, 6 Mit. a., S. v. Johann
deßler. 9. Anna Kitharina, 433I. a.,
T. v. Johann Schieber. Nitolaus,
3 Mt. a., S. v. Joseph Theobald.
10. Elijabetha Bosche, 70 J. a., Ehe⸗
rau von Peter Andres. 11. Karl
deinrich Ludwig Tochtermann, 59 J.
a., Ehemann v. Elrjab. Fischer. Lud⸗
wig, 1 J. a., S. v. Ludwig Fichter.
12. Katharina, 4 J. a. T. v. Johann
Adam Eller. 13. Johann, 3 J. a.,
S. v. Ludwig Kuß. 14. Margaretha,
13 J. a., Ehefr. v. Georg Steinfeld.
Philippina, 1 J. a., T. v. Jakob
Meister. 15. Maria, 1 Mt. a., T. v.
Johann Jungfleisch. 18. Gertrauda
Hölzheber, 49 J. a., Ehefr. v. Rilol.
adiehl. Margaretha Sextilia Jaunez⸗
Sponvilte, Ehefr. v. Amorosius Vil⸗
eroy. 19. Georg Bleif, 57 J. a.,
xhemann von Maria Best. 21. Eli⸗
abetha Klein, 32 J. a., Ehefr. von
Rudolph Vellen. 23. Mathias Gries,
30 Ja., Ehemann v. Barbara
Schweitzer. 23. Katharina Schuster,
36 J. a., Wittwe v. Christian Am⸗
mann. 29. Katharina, 25 Tage a.,
T. v. Johann Lembert. Peter Stein⸗
jeld, 55 J. a., Ehemann von Mag—⸗
dalena Schmitt. Ida Lieser, 22 Jahre
alt, ledig.

Der Standesbeamie:
Custer.

Sonntag,. den 21. Novomber, Abends 7 Uhr
im Oberhauser'schen Saale
NNausikalische Vnterhaltung. —
PROGRAMM:
l. Thell.
I. Ouverture aus, Barbier von Sevillas v. Rossini.
2. Lobgesansg, gemischter Chor von. A. Sclulaæ.
3. Dor Gaube, dreistimmiger Frauen-
chor vonn... . . Rossini.
4. Morgengruss, Mannerchor von . . Kreuteer.
5. „Aus dem Lobgesang?“, Duett sũr
Sopran und Alt vonnn.. Mendelssolin.
6. Im Wald, gemischter Chor von. . Attennhofer.
IL. Thel.
7. Potor Schmoll, Ouverture von. . . M. v. Meber.
8. Forn am grunen Mecresstrande,
gemischter Chor vonn..8* Abt.
9. Der Neugierige, Lied für Tenor v. Schubert.
I0. Andanteé fũr Klavier zu4 Händen
und Harmonium von... . Becethoren.
II. Fruhlingsruf. gem. Quartetb von. Laclmer.
— ——
NB. Die Mitglieder des Vereins sowie die eingeladenen
Nichtmitglieder sind gebeten beim Lintritte in den daal ihre
Karten abzugeben

—— Ü— —“ — D õ———— — [— —
Das von der Massaverwaltung der falliten
aroßen Britanniasilberfabrike ü bern oin mene
ziefenlager, wird wegen eingegangenen
Nyben Zablungsverpflichtungen und gäus
icher Rüumung der Lotalitäten

F uinm 75 Procent unter der

Sechätzung rerkaust 2
daher also

fas t LSCBR e E
ür unr 14 Mark als kaum der Hälfte des
Serthes des bloßtzen Arbeitslohnes erhäu
man nachstehendes äußerst gediegenes Bru
anniasilber⸗Spceiseservice
—
und wird für das Weißbleiben der Vestede

X 25 lahre garantirt Am

Faselmesser mit vorzuͤglichen Stahltlinger

zecht englische Vritaänniag Silder-Gabeln

3 massive Vritannia Silber. Speiselöffel,

z feinite Britannia⸗Silber-Kaffrelöffel,

ichwer. Iritannia Silber-Suppenfschöpfer

massiver Britannia-Sil ber⸗Milchschöpfer,

3 feinst ciselirle Präfentir Tableits

z vorzügliche Messerleger Britan.⸗Silber.

3schöne massive Cierbecher,

prachtroue feinste Zuckertassen,

vorzüglicher Pseffer⸗ oder Zuderbehalter.

Toeeseiber jseinste Sorte.

deffettvolle Salon-Tafelleuchter.
ieinste Alabaster Leuchteraufsfätze.
VEtück.

Aue hier angefübrten 350 Stüd Prachtgegen⸗
tände kosten zusammen blos 14 Martk.

Vestellungen gegen Postvorschuß (Nach⸗
iabme) oder vorberiger Geidrinfendung
verden so lange der Vorratb reicht effeltuttt
ourch die Herren

IAlcuu ICGMmnm,

Leneral-Depot der Hett. ðSitber - Fabrikea.
—————

Sunderte von Danksagungs⸗ und
AI
äiusicht in ünserm Vurcau auf.

Bei Besseluugen genügt die Adresse:
Blau âa Kaun. Wion.
—90009 Har

13860 x40

delzwaaren.
Von einem bedeutenden Pelzwaarengeschäfte wurde mir für
St. Iugbert und Umgegend der Verkauf über—
tragen uͤnd empfehle ich

-⏑.... zu M. 7.50.
Ao0. ROons... „ 6.50. - M. 7. 75.

dJo. DPulIs wâa r mer,, 3.75.

Von Iltis-⸗, Zobel⸗, Nerz⸗, Affen⸗, Oppossum⸗
und anderen Garnituren werden innerhalb 5 Tagen Auswahl—
sendungen bege

—Verkauf zu Fabrikpreisor

St. Ingbert, November 1880.

HLermann PVischer.

Gegen Gicht, Rhenmatiemus ꝛc., selbst in
zanz veralteten Fällen, wird „Pros. Dument's
Sichtwasser““ (anti rhenm. Liq.) ven vielen
bauiend glückt. Geheitten als einziges Ra-
icalmiltet auf's Waruite empieblen. Grielg
zründlich. Für d Heilwirkung wird m. ch
Zumme garantirt, Preis , Fi. M. 3, n Gl.
MN. 3gegen Voreinjdg. eder Nachnahme von
Beneran D mMeba⸗rin Maini.

— X
Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert pro Monat Ott. 1880.
A. Geburten.

Am 2. Okt Katharina, T. v. Peter
Boßlett. Heinrich Emil, S. v. Fried⸗
tich Christian Eckerlein. 8. Katharina
T. v. Josef Gries. 4. Katharina, T.
v. Johann Lembert. Johann Fried⸗
rich, S. v. Peter Werner. 5. Mar⸗
gatetha, T. v Peter Wachs. Katha⸗
rina, T. v. Jakob Lembert. 8. Peter
S5. v. Peter Knobloch. 9. Johann
5. v. Peter Busch. 17. Peter, S
bp. Heinrich Stief. Maria Katharina,

Mein⸗ Aussage am 30. Okt.
ds. Is. gegen den Ge⸗
meindeförster Herrn Purpus zu
Eusserthal, welche irrthüm—
licher Weise geschehen ist, nehme
cch hiedurch als unwahr zurück.
Sauer, Förster
bei HH. Gebr. Kraemet
4zu St. Ingbert.

Ball⸗Schuhe

iehr schön und dauer—

—“4JVaar 2M.
Faur.

1

— ⏑
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
Hierzu für unsere Po st.Abonnenten „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 21.

—
        <pb n="735" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wochentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

MA 40 4 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 B, von Auswarts
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrift oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet.
42 186. J

Sonntag, den 21. November

1880
Deutsches Reich.

Der Steuergesetz⸗Ausschuß der bayerischen Abgeord⸗
netenkammer hal in seiner Sitzung vom 18. Novb. auch den
letzten Abschnitt des Gewerbsteuer⸗Gesetzentwurfs in erster Beraihung
der ersten Lesung'erledigt. Die Subkommission des Ausschusses hoffi
mit der Berathung des Steuertarifs kommenden Samstag (heute)
in erster Lesung fertig zu werden, sie wird aber, bevor sie den Tarif
an den Ausschuß bringt, eine zweite Lesung desselben vornehmen.
Inzwischen wird der Ausschuß kommenden Montag mit der ersten
Berathung des Entwurfs mit der Kapitalrentensteuer beginnen.

Berlin, 19. Nob. Der Bundesrath hat in seiner
gestrigen Donnerstags-⸗Plenarsitzung zunächst die inzwischen einge—
jangenen Vorlagen: 1) Verlängerung der Magdeburger Privatbank
und der Posener Provinzial⸗Altienbank ertheilten Erlaubniß zur
Notenausgabe; 2) die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt
n Elsaß-Lothringen; 3) die Uebersicht der Cinnahmen und Aus—
gjaben der Landesverwaltung von Elsaß⸗Lothringen für 1879/80
den Ausschüssen überwiesem Angenommen wurde demnächst der
Antrag, den in der Südsee angestellten Konsulatsbeamten ihre
Dienstzeit doppelt anzurechnen. Ferner wurde über die Pensions⸗

verhältnisse mehrerer Beamten der Postverwaltung und über die Ein—
gabe des Steuermanns Scheele wegen Zulassung zur Schifferprüfung
Beschluß gefaßt. Der Antrag Baherns, betreffend die Zulassung
von Privattransitlagern für Vau- und Nutzholz in München erhiel
die Zustimmung der Versammlung; dagegen wurde eine Eingabe,
zetreffend die Zulassung von Privattransitlagern für Buiter abgelehnt,
desgleichen eine Eingabe, betreffend die Erweiterung der Steuerrückber⸗
Jütung für auszuführendes Bier. Den Schluß der Sitzung bildete die
Feststellung der geschäftlichen Behandlung der eingegangenen Eingaben.
In der Unterrichts ⸗Kommission des preußischen Abge⸗
ordnetenhauses erklärte der Kommissar des Kultusminilers, daß an
den Erlaß eines Unterrichtsgesetzes welches schon seit dem Jahre
1817 in der Schwebe sei, fuͤr die nächste Zeit nicht gedacht werden
rönne, ebensowenig an den Erlaß eines Dotationsgesehes für Volks⸗
chullehrer.

Der vom Kommerzienrath Baare im Einverständniß mit dem
Reichskanzler ausgearbeitete Gesetzentwurf, betreffend die Er
richtung einer Arbeiter⸗ Unfall⸗Versicherungs Kaffe, lautet in seinen
zrundlegenden Paragraphen: „Für alle in Fabriken, bei den Bau—
gewerben, in landwirthschaftlichen Nebengewerben, welche nicht aus⸗
chließlich durch Menschenhand betrieben werden, in Bergwerken,
—A Gruben) beschäftigten Arheiter ist
oon Reichswegen für den Umfang des dentschen Reiches eine Arbeiter⸗
Unfall-Versicherungs-Kasse einzurichten. Diese Kasse hat den Zweck,
den Versicherten, bezw. ihren Hinterbliebenen nach den näheren
Bestimmungen dieses Gesetzes eine Rente bezw. Unterstützung zu
Jewähren, wenn sie in Folge eines in der Ausübung ihrer Dienst⸗
errichtungen herbeigeführten Unfalls verletzt oder getödtet werden.
Auf Invalidität, welche nicht durch derartige Unfälle, sondern 3. B.
durch Alter oder Krankheit hervorgerufen ist, erstrecken sich die Be—
timmungen dieses Gesehes nicht.“

Die Stellung des Fürsten Hohenlohe zu dem
Reichskanzler dildet zur Zeit den Gegenstand mehrfacher Zei⸗
ungsmittheilungen und Spekulationen. Offiziös werden dieselben
dementirt und die Rückkehr des Fürsten nach Paris als eine langst
eschlossen gewesene Thatsache bezeichnet. Von anderer Seite hält
man daran fest, daß die Thätigkeit des Fürsten Hohenlohe im aus⸗
wärtigen Staatssekretariate das persönliche Verhältniß desselben zu
»em Kanzler nicht gebessert habe. Es wäre dies gerade nichts
Außergewöhnliches, denn schon bei fruͤheren Gelegenheiten hat es
ich gezeigt, daß die Veamien mit dem Reichskanzler um so besser
Auskommen, je weniger sie mit ihm in direkte Beruhrung kommen.

Ausland.

Ministerprogramm bezeichnet. Wie man sieht ein politisches Puppen⸗

piel Gambettas und nicht einmal ein unterhaltendes.

Die „Agence Havas“ meldet aus Skutarie vom 17. Nob.:
derw isch Pascha versammelte sämmtliche Offiziere und Armeebeamte
uuf dem Serailplatz und hielt eine Ansprache, worin er den von
»en Albanesen bezuglich Dulcignos verlangten Anfschub von 81
Tagen verweigerte und auf die Nachtheile hinwies, welche ein fernerer
Biderstand der Türkei verursache. Derwisch Pascha erklärte, gegen
die Albanesen nöthigenfalls gewaltsam vorgehen und den Belager⸗
ingszust and aufrecht erhalten zu wollen.

Vermisches.

DiePfälzischen Eisenbahnen ertrugen im Monat
OAktober ds. Is. gegen den gleichen Monat des Vorjahres ein
Weniger von 33,623 M. 41 Pf. dagegen in den 10 abgelaufenen
Monaten 1880 gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1879 ein
Mehr von 839,287 M. 78 Pf.

F Wie die „Ksrsl. Ztg.“ hört, soll die zu Zweibrü cken
ins Leben tretende Frauenarbeitsschule, von deren Gründerin, der
Fräulein Lindemann, Tochter des Oberförsters Lindemann in Dürk—
jeim, geleitet werden und sollen ihr von der Stadtverwaltung zwei
Fäume im protestantischen Schulhaus unentgeltlich zur Verfügung
gestellt worden sein.

Bei der am Donnerstag in OQuirnba ch vorgenommenen
Ziehung der Quirnbacher Loose gewannen folgende Loosnummern
pferde: 5707 1813 2973 1358 8715 1261 696 92638.

F Aus Königsbach, 16. Nov., berichtet die „N. B.s3.“:
Hestern Abend, als am 2. Kirchweihtag, hat eine hiesige junge
Frau und Mutter eines wenige Monate alten Kindes im Wirths⸗
jause „zur Rose“ daselbst mehrere Touren nacheinander, schließlich

nit einem aunderen Frauenzimmer, so ausgelassen und anhaltend
getanzt, daß sie, von einein plötzlichen Unwohlsein befallen, den
Zaal verlassen mußte und in kinem anstoßenden Zimmer nach
wenigen Augenblicken den Geist aufgab.

F Die „Tr. Zig.“ schreibt; Vor einigen Tagen präsentirte
in Landmann aus dem Kreise Bernkastel bei einer Kasse zu
Trier die verkohlten Reste von neun Hundertmark⸗Scheinen. Es
var an den Resten eben nur noch die Zahl „100 Mari“ und noch
twas vom übrigen Text zu erkennen Ob es ursprünglich neun
der mehr Scheine waren, dürfte schwer zu konstatiren sein; die
Zzahl neun, sowie der nachstehend erwähnte Vorgang war aber durch
ein landräthliches Schreiben bestätigt. Der Betroffene hatte 900
Mark nachweislich bei einem Verkauf gelöst, hatte die neun Scheine
in eine Vrieftasche gesteckt und letztere, zu Hause angekommen, so⸗
'ort auf einen Ofen gelegt. Die Frau heizte den Ofen, sah aber
ie Brieftasche nicht, welche nun nebst dem Inhalte verkohlte. Die
Asche und verkohlten Reste der neunhundert Mark sind sorgfältig
erpackt nach Berlin zur Gntscheidung an die höhere Finanzbehörde
gzeschickt worden.

x Auch ein Jubiläum feierte dieser Tage zu Düs seldorf
in 80 Jahre alter Handwerker. Derselbe trank seit 50 Jahren in
in und demselben Wirthshause jeden Tag Morgens um 10 Uhr

einen „halben Alten.“ Derselbe hat im Laufe dieser Jahre zum
Frühstück 18,263 halbe Alte getrunken, nahm jedoch zur Feier des
zubiläums einen Ganzen.

xF. Menschenfreundliches Vermächtniß. Ein vor kurzem in
Berlin verstorbener Rentner hat in seinem Testament die Hälfte
eines nachgelassenen Vermögens, und zwar die Summe von 500,000
Nark, zu einer Stiftung bestimmt, aus welcher arme Räherinnen,
ohne Unterschied der Konfession“, welche das 86. Lebensjahr über—
chritten haben, unterstützt werden sollen.

Ausgewiesen aus Berlun wuͤrde u. A. der Rentier Karl
Höchberg, Sohn eines Banquiers in Frankfurt a. M., der sich vor⸗
ibergehend hier aufhielt. Derselbe, welcher jährlich 73, 000 Mark
Zinsen zu verzehren hat und der Züricher sozialischen Presse be⸗

)eutende Summen zur Unterstützung zukommen läßt, ist in sozialisti⸗
chen Kreisen untker dem Spitznamen „Der Goldonkel“ bekannt.

F Es ist vi ioch vorgekommen, daß Gouvernanten, Bonnen,
dienstmädchen, au ahlreiche Handwerker sich aus Deutschland nach
zttalien begeben b wo ihnen Aussicht auf lohnendes Unne

Das franzöfische Ministerium wird trotz der parlamen⸗
arischen Rehabililation Ferry's als unhaltbar angesehen und der
Mann von gestern“ Freycinel zugleich als der, Mann' von morgen“
. h. also als der Nachfolger seines Nachfolgers bezeichnet. Die
im Montag gehaltene Senatsrede desselben wird als ein neuce
        <pb n="736" />
        zommen eröffnet worden war. Die Leute sahen sich dann an den
Orten, welche sie zur Zuflucht gewählt hatien, nicht nur in ihren
Erwartungen getäuscht, sondern“ sie geriethen, mit Sprache und
Verhältnissen uͤntbekaunt, in die traurigste Lage. Aus diesem Grund
jaben neuerdings die Behörden Anlaß genommen, vor einer Aus—
wanderung nach Italien,, wenn sie ohne bestimmte Aussicht
geschieht, zu warnen und ausdrücklich hinzuzufügen, daß die Leute
sich durch Anzeige-Bureaus ꝛc. nicht täuschen lassen möchten.

Aus dem Leben einer Weitstadt. Zu Paris fand man
dieser Tage ein anscheinend im Sterben begriffenes junges Mädchen
nif dem Straßenpflaster liegen. Mit brechender Stimme erzählte
ie, daß sie seit 53 Tagen hungere, und daß sie nicht den Muth
besessen, zu betteln. Man wolle der Sterbenden zu Hülfe kommen,
ailein es war zu spät; sie starb unter den Händen der Hülfreichen.

Ein entsetzliches Grubenunglück hat sich in Stellarton
bei Halifarx in Reuschotthand ereignet, wo 80 bis 40
Frubenarbeiter in einer in Brand gerathenen Kohlengrube einge⸗
schlossen wurden. Acht sind bereits sierbend an die Oberfläche ge—
chafft worden. Das Unglück wurde wahrscheinlich dadurch verur⸗
acht daß ein Arbeiter in einem verbotenen Theile der Grube einen
Schuß abfeuerte. Die Rettungsmannschaften können wegen der
aufgehäuften Kohlenmassen nicht weit vordringen.
TιιαιιιιιX

Mobilien
Versteigerung.
Freitag den 26. November
ind nöthigen Falles Samstag
den 27. November nächsthin,
jedesmal Vormittags 9 Uhr an⸗
angend zu Reichenbrunn,
Gemeinde Ensheim, in der
Wohnung der Requirenten, wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser, hiezu gerichtlich
ʒeauftragt, die zur Gütergemein⸗
schaft, welche zwischen dem in
Reichenbrunn · verlebten Ackerer
Adam Vogelgesang und
dessen hinterbliebenen Wittwe
weiter Ehe Maria Walle be⸗
ttanden hat, gehörigen Mobiliar⸗
Jegenstände der Abtheilung wegen
zffentlich an die Meistbietenden
u Eigenthum versteigert, darunter
iamentlich:
3 Pferde, 3 Kühe, 4 Rin⸗
der 1 Schwein, 12 Hüh⸗
ner, 5 Betten mit Bettung
uind Getüch, 2 Schränke,
JKommode, 3 Tische, 11
Stühle, 2 Bänke, 1J Küchen⸗
schrank, 1 Schüpelschaft,
Eisen⸗, Porzellan⸗ und
Zinngeschirr, 7500 kg
Kartoffeln, 1000 xg Korn,
300 kg Weizen, 1500 kg
Hafer, 200 kg Erbsen,
50 xg Wicken, 15000 kg
Heu, 7500 kg Ohmet, 1
Dreschmaschine, 2 Zwei⸗
spänner Wagen, 3 Pflüge,
2Eggen, 3 Brechen,
Pferdsgeschirre, 1 Winde,
Heuleitern und sonstige
Gegenstände.

St. Ingbert, 18. Nov. 1880.
der Amtsverweser des kgl. Notaäͤr
Sauer.

K. Auffschneider,
Amfsverweser.

Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, hiezu
jerichtlich beauftragt, die nach⸗
Heschtiebenen Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
)er Abtheilung wegen öffentlich
zu Eigenthum versteigert:

1. Plan Nr. 2894, 9 a 50
qm Acker im Sehyenrech,

2. Plan Nr. 1810, 14 4 30

qm Acker im Andelsbrunnen

3. Plan Nr. 35422, 10 8
70 qm Acker in der 3.
Pfuhlwieserahnung,

Plan Nr. 3940, 15 4
Acker in der Au, 2. Ah⸗
aung,
Plan Nr. 3444, 12 2 60
qIm Acker in den obersten
Seyen,

Pl.Nr. 3404, 14 4 Acker
allda,

7. Plan Nr. 3418, 9 a 80
Im Acker allda,

8. Plan Nr. 3662, 8 a 50
im Wiese ober dem Fo—
rellenweiher,
Plan Nr. 3661, 7 a 50
im Wiese allda,

Von Plan Nr. 359, un⸗
geführ 53 a 32 qm Wiese
uinterm Forellenweiher,
Plan Nr. 3422, 34 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Stall und Hofraum, und
Plan Nr. 342b, 34 qm
pᷣflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St.
Ingbert unterm Forellen⸗
weiher neben Johann Paul
und Franz Wagner.
Eigenthümer sind:

I. Peier Audres, pens. Berg—
nann in St. Ingbert wohnhaft,
wittwer der daselbst verlebten
Flisabetha Bosche;

II. Elisabetha Andres, Witt⸗
ve von Peter Wagner, weiland
Bergmann daselbst;

III. Die Kinder und Reprä—
entanten der daselbst verlebten
cheleute Georg Fichter, weiland
Zandgießer und Marie Andres,
Namens 1. Joseph Fichter, voll⸗
aͤhrig, Sandgießer zur Zeit in
Umerika:

* * *
Licitation.
Samstag, 11. Dezember
zächsthin, Nachmittags 2 Uhr
unSt. Ingbert in der
Wirihschaft von Peter Jung,
verden durch den unterzeichneten

Gemeinnüutziges.

Zur Konservirung von Eiern. Man ibst 50
dramm Salicylsäure in etwas Weingeist auf, verdünnt dieselbe mit
Liter Wasser, läßt die Eier eine Siunde lang in dieser Lösung
ijegen und verpackt sie dann in Kisten mit Haͤcksel. Die so ge⸗
—X00 hindurch voͤllig verändert.

(Angeblich vortreffliches Mittel gegen
Zahnweh) Man löst eine Messerspitze voll Borarsäure in
darmem Wasfer, nimmt es in den Mund und hat selten noͤthig,
‚as Mittel zu wiederholen. Es soll besonders wirksam sein, wenn
die Schmerzen von angefressenen Händen herrühren.

Wandputz für feuchte Wände. Statt auf den Kalkmörtel eine
hesondere Schicht Gyps aufzutragen, um einen glatten Wandputz zu
xhalten, bringt man nach J. Variere in Bordeaux, Frankreich (D.
3Iso Nr. 10417 vom 19. September 1879) auf die zu
»utzende Wand zwei Lagen gewöhnlichen Kalkmörtels, überstreicht
zie letzte mit einem Reibescheit aus Stahl und trägt eine dritte
dage fehr fetten Kalkes auf welchem man etwas Alaun zusetzt.
Dieses Verfahren soll namentlich für feuchte Wände brauchbar
ein.
Fur die Nedaction verantwortlich: F. X. Dewmetz.
maearaufe: ANC
nenpapageien
5 M.,
32 Kanarienmännchen,
à 3 M.,
25 Kanarienweibchen,
à 75 Pf.
Fr. Kirchner
in Sulzbach.

2. Johanna Fichter, minder-⸗
aährig, der zum Vormunde den
Joseph Fichter, Sandgießer in
St. Ingbert und zum Neben—
vormunde den genannten Peter
Andres hat;

1V. Anna Andres, Ehefrau
jon Johann Jungfleisch Schmelz⸗
arbeiter daselbst;

V. Katharina Andres, Ehe⸗
crau von Joseph Stolz, Berg⸗
nann daselbst;

St. Zugbert, 20. Nov. 1880.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Mobilien⸗
Versteigerung.

Mittwoch, den 24. d. M.
stachmittags um 1 Uhr zu St.
Ingbert in ihrer Behausung
aßt Elisabetha Fischer, Witt⸗
we des verlebten k. Oberförsters
Carl Tochtermann, ver—
schiedene Mobilien, darunter
namentlich:

2 Kanapee's, Schränke,
Tische, Stühle, Betten,
Flinte und sonstige Jagd⸗
geräthe aller Art, Flinten⸗
schrank, eine schöne Anzahs
Rehgeweihe, Küchengeräthe,
Guiltare, Zither,
zffentlich auf Kredit versteigern.
St. Ingbert, 15. Nov. 1880.
Bayer.
Meino Iolimung unõ
Augqenselimise
—XE
Sasarbrucken,

Caundlistr. IO, nahe der

neuen Britcke.

Empfehlung.

Der Unterzeichnete empfiehlt,
dahier wöchentlich 2 Tage Mu⸗
sikunterricht zu ertheilen,
und zwar für Violin, Zither,
Baß und Streich⸗Instrumenten.
Anmeldung nimmt entgegen P.
Weisgerber, Bäcker u. Wirth.

8. Jung, Musiklehrer
in Zweibrücken.
Saarbrücker
billiges irdenes Geschirr,
Milchhäfen das Stück zu 1358
bei Franz Uhl,

Rli⸗s3kasteler Straße.
Ein schwarzer Hühner—
hund ist mir zugelaufen und
fann von dem rechtmäßigen Eigen⸗
thümer gegen Bezahlung des
Futtergeldes und der Inserations⸗
osten bei mir abgeholt werden

August Hager, Metzger

in St. Inabert
WGesucht sofort:
Ein solides Dienstmäd—
chen für häusliche Ar—
beiten. Näheres in der
562z—. d. Blattes.
Meiine Aussage am 30. Okt.
ds. Is. gegen den Ge⸗
meindeförster Herrn Purpus zu
Eusserthal, welche irrthüm—
lchet Weise geschehen ist, nehme
ich hiedurch als unwahr zurück
Sauer, Förster
hei HH. Gebr. Kraemer
zu St. Inabert.

Spreclisstunden:
Vormittags 102-12 Uphr.
Nachmittafs 2-24

Dre. Loderath.
Augenargzt.
ernne —
Honiglebkuchen
empfiehlt

Das Wohnhaus
der Frau Ww. Hager ist vor—
»it uf 2 Jabre zu vermiethen

Joh. Fries,
PBacker und Wirth.
———— —— —— — — — —— — — —
Im Iind Verlaa von F. xX. Deme z in St. Ingbert.
Giezu „IAllustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 21.
        <pb n="737" />
        AIngberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierteljahrlich

M 40 Zeinschließlich Traͤgerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 40. Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Auswärts
mii 15 Afur die viergepaltene Zeile Blattschrift oder deren Naum, Neclamen mit 80 pro Zeile berechnet.
M 186. Sonntag, den 21. November

18680.

Deutsches Reich.

Der Steuergesetz-Ausschuß der bayerischen Abgeord⸗
netenkammer hat in seiner Sitzung vom 18. Nov. auch den
etzten Abschnitt des Gewerbsteuer⸗Gesetzentwurfs in erster Berathung
der ersten Lesung'erledigt. Die Subkommission des Ausschusses hofft
mit der Berathüng des Steuertarifs kommenden Samstag (heute)
in erster Lesung fertig zu werden, sie wird aber, bevor sie den Tarif
an den Ausschuß bringt, eine zweite Lesung desselben vornehmen.
Inzwischen wird der Ausschuß kommenden Montag mit der ersten
Berathung des Entwurfs mit der Kapitalrentensteuer beginnen.

Berlin, 19. Nov. Der Bundesrath hat in seiner
gestrigen Donnerstags-Plenarsitzung zunächst die inzwischen einge—
jangenen Vorlagen: 1) Verlängerung der Magdeburger Privatbank
uͤnd der Posener Provinzial-Aktienbank ertheilten Erlaubniß zur
Notenausgabe; 2) die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt
in Elsaß-Lothringen; 3) die Uebersicht der Einnahmen und Aus—
gaben der Landesverwaltung von Elsaß-Lothringen für 1879480
den Ausschüssen überwiesen. Angenommen wurde demnächst der
Antrag, den in der Südsee angestellten Konsulatsbeamten ihre
Dienstzeit doppelt anzurechnen. Ferner wurde über die Pensions—
derhältnisse mehrerer Beamten der Postverwaltung und über die Ein—
zjabe des Steuermanus Scheele wegen Zulassung zur Schifferprüfung
Beschluß gefaßt. Der Antrag Bayerns, betreffend die Zulassung
von Privattransitlagern für Baus und Nutzholz in München erhielt
die Zustimmung der Versammlung; dagegen wurde eine Eingabe,
betreffend die Zulassung von Privattransitlagern für Butter abgelehnt,
desgleichen eine Eingabe, betreffend die Erweiterung der Steuerrückver—
gütung für auszuführendes Bier. Den Schluß der Sitzung bildete die
Feststellung der geschäftlichen Behandlung der eingegangenen Eingaben.

In der Unterrichts-Kommission des preußischen Abge—
ordnetenhauses erklärte der Kommissar des Kultusminillers, daß an
den Erlaß eines Unterrichtsgesetzes, welches schon seit dem Jahre
1817 in der Schwebe sei, für die nächste Zeit nicht gedacht werden
rönne, ebensowenig an den Erlaß eines Dotationsgesetzes für Volks—
schullehrer.

Der vom Kommerzienrath Baare im Einverständniß mit dem
Reichskanzler ausgearbeitete Gesetzentwurf, betreffend die Er—
richtung einer Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Kasse, lautet in seinen
zrundlegenden Paragraphen: „Für alle in Fabriken, bei den Bau—
zewerben, in landwirthschaftlichen Nebengewerben, welche nicht aus—
chließlich durch Menschenhand betrieben werden, in Bergwerken,
Steinbrüchen und in Gräbereien (Gruben) beschäftigten Arbeiter ist
bon Reichswegen für den Umfang des deutschen Reiches eine Arbeiter—
Unfall-Versicherungs-Kasse einzurichten. Diese Kasse hat den Zweck,
den Versicherten, bezw. ihren Hinterbliebenen nach den näheren
Bestimmungen dieses Gesetzes eine Rente bezw. Unterstützung zu
gewähren, wenn sie in Folge eines in der Ausübung ihrer Dienst⸗
derrichtungen herbeigeführten Unfalls verletzt oder getödtet werden.
Auf Invalidität, welche nicht durch derartige Unfälle, sondern z. B.
durch Alter oder Krankheit hervorgerufen ist, erstrecken sich die Be—
timmungen dieses Gesetzes nicht.“

Die Stellung des Fürsten Hohenlohe zu dem
Reichskanzler bildet zur Zeit den Gegenstand mehrfacher Zei—
ungsmittheilungen und Spekulationen. Offiziös werden dieselben
dementirt und die Rückkehr des Fürsten nach Paris als eine langst
beschlossen gewesene Thatsache bezeichnet. Von anderer Seite hält
man daran fest, daß die Thätigkeit des Fürsten Hohenlohe im aus—
wärtigen Staatssekretariate das persönliche Verhältniß desselben zu
»em Kanzler nicht gebessert habe. Es wäre dies gerade nichts
Außergewöhnliches, denn schon bei fruüͤheren Gelegenheiten hat es
iich gezeigt, daß die Beamten mit dem Reichskanzler um so besser
auskommen, je weniger sie mit ihm in direkte Berührung kommen.

Ministerprogramm bezeichnet. Wie man sieht ein politisches Puppen⸗
piel Gambettas und nicht einmal ein unterhaltendes.

Die „Agence Havas“ meldet aus Skutarie vom 17. Nov.:
Derwisch Pascha versammelte sämmtliche Offiziere und Armeebeamte
auf dem Serailplatz und hielt eine Ansprache, worin er den von
den Albanesen bezüglich Dulcignos verlangten Anfschub von 831
Tagen verweigerie und auf die Nachtheile hinwies, welche ein fernerer
Widerstand der Türkei verursache. Derwisch Pascha erklärte, gegen
die Albanesen nöthigenfalls gewaltsam vorgehen und den Belager⸗
ingszustand aufrecht erhalten zu wollen.

Vermischtes.

Die Pfälzischen Eissenbahnen ertrugen im Monat

Dktober ds. Is. gegen den gleichen Monat des Vorjahres ein
Weniger von 33,628 M. 41 Pf. dagegen in den 10 abgelaufenen
Monaten 1880 gegen den gleichen Zeitraum des Jahres 1879 ein
Mehr von 839,287 M. 75 Pf.
Wie die „Ksrsl. Ztg.“ hört, soll die zu Zweibrücken
ns Leben tretende Frauenarbeitsschule, von deren Gründerin, der
Fräulein Lindemann, Tochter des Oberförsters Lindemann in Dürk—
seim, geleitet werden und sollen ihr von der Stadtverwaltung zwei
Räume im protestantischen Schulhaus unentgeltlich zur Verfügung
zestellt worden sein.

Bei der am Donnerstag in Quirnbach vorgenommenen
Ziehung der Quirnbacher Loose gewannen folgende Loosnummern
pferde: 5707 1313 2973 1858 8715 1261 696 9263.

FAus Königsbach, 16. Nov., berichtet die „N. B.-Z3.“:
Hestern Abend, als am 2. Kirchweihtag, hat eine hiesige junge
Frau und Mutter eines wenige Monate alten Kindes im Wirths—
jause „zur Rose“ daselbst mehrere Touren nacheinander, schließlich
nit einem anderen Frauenzimmer, so ausgelassen und anhaltend
getanzt, daß sie, von einem plötzlichen Unwohlsein befallen, den
Zaal verlassen mußte und in einem anstoßenden Zimmer nach
venigen Augenblicken den Geist aufgab.

4 Die „Tr. Ztg.“ schreibt: Vor einigen Tagen präsentirte
in Landmann aus dem Kreise Bernkastel bei einer Kasse zu
Trier die verkohlten Reste von neun Hundertmark-Scheinen. Es
var an den Resten eben nur noch die Zahl „100 Mark“ und noch
twas vom übrigen Text zu erkennen. Ob es ursprünglich neun
»der mehr Scheine waren, dürfte schwer zu konstatiren sein; die
zahl neun, sowie der nachstehend erwähnte Vorgang war aber durch
in landräthliches Schreiben bestätigt. Der Betroffene hatte 900
Mark nachweislich bei einem Verkauf gelöst, hatte die neun Scheine
n eine Brieftasche gesteckt und letztere, zu Hause angekommen, so—
ort auf einen Ofen gelegt. Die Frau heizte den Ofen, sah aber
zie Brieftasche nicht, welche nun nebst dem Inhalte verkohlte. Die
Asche und verkohllen Reste der neunhundert Mark sind sorgsältig
jerpackt nach Berlin zur Gntscheidung an die höhere Finanzbehörde
Jeschickt worden.

4 Auch ein Jubiläum feierte dieser Tage zu Düsseldorf
in 80 Jahre alter Handwerker. Derselbe trank seit 50 Jahren in
in und demselben Wirthshause jeden Tag Morgens um 10 Uhr
inen „halben Alten.“ Derselbe hat im Laufe dieser Jahre zum
Frühstück 18,263 halbe Alte getrunken, nahm jedoch zur Feier des
zubiläums einen Ganzen.

— Meunschenfreundliches Vermächtniß. Ein vor kurzem in
Berlin verstorbener Rentner hat in seinem Testament die Hälfte
eines nachgelassenen Vermögens, und zwar die Summe von 500,000
Mark, zu einer Stiftung bestimmt, aus welcher arme Näherinnen,
ohne Unterschied der Konfession“, welche das 36. Lebensjahr über—
chritten haben, unterstützt werden sollen.

4 Ausgewiesen aus Berlin wurde u. A. der Rentier Karl
Höchberg, Sohn eines Banquiers in Frankfurt a. M., der sich vor—
ibergehend hier aufhielt. Derselbe, welcher jährlich 75,. 000 Mark
Zinsen zu verzehren hat und der Züricher sozialischen Presse be—
deutende Summen zur Unterstützung zukommen läßt, ist in sozialisti—
schen Kreisen unter dem Spitznamen „Der Goldonkel“ bekannt.“

4 Es ist vielfach vorgekommen, daß Gouvernanten, Bonnen,
dienstmädchen, auch zahlreiche Handwerker sich aus Deutschland nach
ztalien begeben haben, wo ihnen Aussicht auf lohnendes Unter—

Ausland.

Das franzöfische Ministerium wird trotz der parlamen—
arischen Rehabilitation Ferry's als unhaltbar angesehen und der
„Mann von gestern“ Freycinet zugleich als der, Mann von morgen“
). h. also als der Nachfolger seines Nachfolgers bezeichnet. Die
am Montag gehaltene Senatsrede desselben wird als ein neues
        <pb n="738" />
        ommen eröffnet worden war. Die Leute sahen sich dann an den
Orten, welche sie zur Zuflucht gewählt hatien, nicht nur in ihren
Erwartungen getäuscht, sondern sie geriethen, mit Sprache und
Verhältnissen unbekannt, in die traurigste Lage. Aus diesem Grund
jaben neuerdings die Behörden Anlaß genommen, vor einer Aus—
wanderung nach Italien, wenn sie ohne bestimmte Aussich
geschieht, zu warnen und ausdrücklich hinzuzufügen, daß die Leute
sich durch Anzeige-Bureaus ꝛc. nicht täuschen lassen möchten.

Aus dem Leben einer Weltstadt. Zu Paris fand man
dieser Tage ein anscheinend im Sterben begriffenes junges Mädchen
auf dem Straßenpflaster liegen. Mit brechender Stimme erzählte
sie, daß sie seit 5 Tagen hungere, und daß sie nicht den Muth
besessen, zu betteln. Man wolle der Sterbenden zu Hülfe kommen,
allein es war zu spät; sie starb unter den Händen der Hülfreichen.

— Ein entsetzliches Grubenunglück hat sich in Stellarton
bei Halifarxsin Neuschottlhand ereignet, wo 30 bis 40
Grubenarbeiter in einer in Brand gerathenen Kohlengrube einge—
ichlossen wurden. Acht sind bereits sterbend an die Oberfläche ge—
schafft worden. Das Unglück wurde wahrscheinlich dadurch berur—
acht, daß ein Arbeiter in einem verbotenen Theile der Grube einen
Schuß abfeuerte. Die Rettungsmannschaften können wegen der
zufgehäuften Kohlenmassen nicht weit vordringen.

Mobilien-
Versteigerung.
Freitag den 26. November
und nöthigen Falles Samstag
den 27. November nächsthin,
jedesmal Vormittags 9 Uhr an⸗
fangend zu Reichenbrunn,
Gemeinde Ensheim, in der
Wohnung der Requirenten, wer⸗
den durch den unterzeichneten
Amtsverweser, hiezu gerichtlich
beauftragt, die zur Gütergemein—
schaft, welche zwischen dem in
Reichenbrunn verlebten Ackerer
Adam Vogelgesang und
dessen hinterbliebenen Wittwe
zweiter Ehe Maria Walle be—
standen hat, gehörigen Mobiliar—
gegenstände der Abtheilung wegen
zffentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, darunter
namentlich:
3 Pferde, 3 Kühe, 4 Rin⸗
der, 1 Schwein, 12 Hüh—
ner, 5 Betten mit Bettung
uind Getüch, 2 Schränke,
lKommode, 3 Tische, 11
Stühle, 2 Bänke, J1 Küchen⸗
schrank, 1 Schiüsselschaft,
Fisen⸗, Porzellan-⸗ und
Zinngeschirr, 7500 kg
startoffeln, 1000 kg Korn,
300 kg Weizen, 1500 kg
Hafer, 200 kg Erbsen,
150 kg Wicken, 15000 kg
Heu, 7500 kg Ohmet, 1
Dreschmaschine, 2 Zwei—⸗
spänner Wagen, 3 Pflüge,
2 Eggen, 3 Brechen,
Pferdsgeschirre, 1 Winde,
Heuleitern und sonstige
Gegenstände.
St. Ingbert, 18. Nov. 1880.
der Amtsverweser des kgl. Notär
Sauer.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.

Amtsverweser des kgl. Notar
Zauer in St. Ingbert, hiezu
gerichtlich beauftragt, die nach—
ꝛeschriebenen Liegenschaften in
der Steuergemeinde St. Ingbert,
der Abtheilung wegen öffentlich
zu Eigenthum versteigert:
1. Plan Nr. 2894, 9 a 530
qm Acker im Seyenrech,
2. Plan Nr. 1810, 14 a 80
m Acker im Andelsbrunnen
Plan Nr. 35422, 10 4
70 qm Acker in der 3.
Pfuhlwieserahnung,
Plan Nr. 3940, 15 a4
Acker in der Au, 2. Ah⸗
nung,
Plan Nr. 3444, 12 a 60
Im Acker in den obersten
Sehen,
Pl.sNr. 3404, 14 a Acker
allda,
Plan Nr. 3418, 9 a 90
Im Acker allda,
Plan Nr. 3662, 8 a 50
q¶m Wiese ober dem Fo—
rellenweiher,
Plan Nr. 3661, 7 4 50
um Wiese allda,
Von Plan Nr. 359, un⸗
geführ 54 32 qm Wiese
unterm Forellenweiher,
Plan Nr. 3422, 34 qm
Fläche, Wohnhaus mit
Stall und Hofraum, und
Plan Nr. 342b, 34 qm
Pflanzgarten dabei, das
Ganze gelegen zu St.
Ingbert unterm Forellen⸗
weiher neben Johann Paul
und Franz Wagner.
Eigenthümer sind:

l. Peter Andres, pens. Berg⸗
nann in St. Ingbert wohnhaft,
Wittwer der daselbst verlebten
Flisabetha Bosche;

II. Elisabetha Andres, Witt⸗
ve von Peter Wagner, weiland
Bergmann daselbst;

III. Die Kinder und Reprä—
entanten der daselbst verlebten
kheleute Georg Fichter, weiland
Zandgießer und Marie Andres,
damens: J. Joseph Fichter, voll⸗
ährig, Sandgießer zur Zeit in
lmerika;

Licitation.

— —

Samstag, 11. Dezember
nächsthin, Nachmittags 2 Uhr
‚u St. Ingbert in der
Wirthschaft von Peter Jung,
verden durch den unterzeichneten

Gemeinnutziges.

Zur Konservirung von Eiern. Man loöst 30
Bramm Salicylsäure in etwas Weingeist auf, verdünnt dieselbe mit
J Liter Wasser, läßt die Eier eine Stunde lang in dieser Lösung
liegen und verpackt sie dann in Kisten mit Häcksel. Die so ge
ränkten Eier halten sich vier Monate hindurch völlig verändert.

(Angeblich vortreffliches Mittel gegen
Zahnweh.) Man löst eine Messerspitze voll Borarsäure in
varmem Wasser, nimmt es in den Mund und hat selten nöthig,
»as Mittel zu wiederholen. Es soll besonders wirksam sein, wenn
die Schmerzen von angefressenen Händen herrühren.

Wandputz für feuchte Wande. Statt auf den Kalkmörtel eine
besondere Schicht Gyps aufzutragen, um einen glatten Wandputz zu
erhalten, bringt man nach J. Bariere in Bordeaur, Frankreich (D.
R. Kl. 80 Nr. 10417 vom 19. September 1879) auf die zu
putzende Wand zwei Lagen gewöhnlichen Kalkmörtels, überstreicht
die letzte mit einem Reibescheit aus Stahl und trägt eine dritle
dage sehr fetten Kalkes auf, welchem man etwas Alaun zusetzt.
Dieses Verfahren soll namentlich für feuchte Wände brauchbar
ein.
Fuülr die Redaction verantwortlich: J. X. Deme ß.
ααα
.BVerkaufe: AR
20 Stück Vellenpapageien
à 5 M.,
32 Kanarienmännchen,
a 3 M.,
25 Kanarienweibchen,
à 75 Pf.
Fr. Kirchner
in Sulzbach.

2. Johanna Fichter, minder⸗
ährig, der zum Vormunde den
Joseph Fichter, Sandgießer in
St. Ingbert und zum Neben⸗
vormunde den genannten Peter
Andres hat;

1V. Anna Andres, Ehefrau
von Johann Jungfleisch Schmelz⸗
arbeiter daselbst;

V. Katharina Andres, Ehe—⸗
frau von Joseph Stolz, Berg⸗
mann daselbst;

St. Ingbert, 20. Nov. 1880.
K. Auffschneider,
Amtsverweser.
Mobilien⸗
Versteigerung.
Mittwoch, den 24. d. M.,
achmittags um 1 Uhr zu St.
Ingbert in ihrer Behausung
äßt Elisabetha Fischer, Witt⸗
we des verlebten k. Oberförsters
Tarl Tochtermann, ver—
chiedene Mobilien, darunter

iamentlich:

2 Kanapee's, Schränke

Tische, Stühle, Betten,

Flinte und sonstige Jagd⸗

geräthe aller Art, Flinten⸗

schrank, eine schöne Anzahl

Rehgeweihe, Küchengeräthe,

Guittare, Zither,

zffentlich auf Kredit versteigern.
St. Ingbert, 15. Nov. 1880.
Bayer.
Meine Wonnunqg und
Auguenscinile
—XE

Saarbrucken,
Caundtstr. IO, nahe der

neuen Britelce.

Empfehlung.

Der Unterzeichnete empfiehlt,
dahier wöchentlich 2 Tage Mu⸗
sskunterricht zu ertheilen,
und zwar für Violin, Zither,
Baß und Streich:Instrumenten.
Anmeldung nimmt entgegen P.
Weisgerber, Bäcker u. Wirth.

B. Jung, Musiklehrer
in Zweibrücken.
Saarbrücker
villiges irdenes Geschirr,
Milchhäfen das Stück zu 1353
bei Franz Uhl,

Blieskasteler Straße.

Ein schwarzer Hühner⸗
hund ist mir zugelaufen und
ann von dem rechtmäßigen Eigen⸗
hümer gegen Bezahlung des
Futtergeldes und der Inserations⸗
kosten bei mir abgeholt werden

August Hager, Metzger
in St. Inabert.
Gesucht sofort:
Ein solides Dienstmäd—
chen für häusliche Ar—⸗
beiten. Näheres in der
Erped. d. Blattes.

Spreclistunden.
Vormittags 10-12 Uhr.
Nachmittass 2-24,

Dr. Löderath.

Mein Aussage am 30. Okt.
* ds. Is. gegen den Ge—
meindeförster Herrn Purpus zu
Eusserthal, welche irrthüm—
licher Weise geschehen ist, nehme
ich hiedurch als unwahr zurück.
Sauer, Förster
bei Ho Gebr. Kraemer
zu St. Ingbert.

Ecue u
Honiglebkuschen
inpfiehlt

Das Wohnhaus
der Frau Ww. Hager ist vor—
Nerst auf 2 Jahre zu' vermiethen.

Joh. Fries,
Bäcker und Wirthh.
druck und Verlag von F. x. Demet in St. Ingdert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 21.
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— — — — — —

Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierteljahrlich

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mit 15 — fur die viergeipaltene Zeile Blatischrit oder deren Raum. Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
40 187. Dienstag, den 23. November 1880.
Deutsches Neich.

In Berlin wurde am 19. Nov. der neunte deutsche Hau—
delstag eröffnet. Es hatten sich etwa 200 Theilnehmer einge—
funden. Namens der deutschen Reichsregierung begrüßte Minister
Bötticher die Versammlung. In seiner Rede äußerte er sich
über den, jetzt zunächst für Preußen in's Leben gerufenen Volks—
wirthschaftsrath folgendermaßen: „Vor zwei Jahren beriethen Sie
über die Bildung eines deutschen Volkswirthschaftsrathes und faßten
damals mit geringer Majorität den Beschluß zu Gunsten der Bild⸗
uing eines solchen. Vor einigen Tagen hat der König von Preußen
die Verorduung erlassen, wonach der Volkswirthschaftsrath demnächst
zebildet werden soll. Die Einrichtungen des preußischen, Volks—
virthschaftsrathes sind derartig, daß jederzeit dessen Erweiterung
auf die anderen deutschen Bundesstaaten gestattet ist. Die deutschen
Bundesregierungen lehnten nur aus äußeren Gründen vorläufig die
Bildung eines deutschen Volkswirthschaftsrathes ab. Bei Gelegen—
jeit der Besprechung von Handels- und gewerblichen Fragen in
der nächsten Reichstagssession möchten die Regierungen des Beiraths
einer solchen Körperschaft zwar nicht entbehren; dieselben halten
iber die Zeit von der Bildung des deutschen Volkswirthschafts-
rathes bis zum Beginn des Reichstages für zu kurz. Es koönnte
zielleicht den Anschein haben, als sei in Folge der Bildung des
Volkswirthschaftsrathes die Aufgabe des deutschen Handelstages er⸗
ledigt. Allein die Aufgaben des Volkswirthschaftsrathes sind sehr
beschränkt. Die Reichsregierung hofft nach wie vor auf den werth⸗
zollen Beirath des deutschen Handelstages.“

Der Zweck des durch allerhöchste Verordnung ins Leben ge—
rufenen Volkswirthschaftsrathes für Preußen ist solgender: Ent⸗
würfe von Gesetzen und Verordnungen, welche wichtigere wirthschaftliche
Interessen pon Handel, Gewerbe und Land- und Forstwirthschaft
betreffen, sind, bevor sie der königlichen Genehmigung unterbreitet
werden, in der Regel von Sachverständigen aus den betheiligten
wirthschaftlichen Kreisen zu begutachten. Dasselbe gilt von den auf
den Erlaß von Gesetzen oder Verordnungen bezüglichen Anträgen
und Abstimmumgen Preußens im Bundesrathe, soweit dieselben das
zedachte wirthschaftliche Gebiet berühren. Die Begutachtung erfolgt
durch den nach den Bestimmungen dieser Verordnung zu bildenden
Volkswirthschaftsrath.

Im preußzischen Abgeordnetenhaus kam am 20. Nov. die
Interpellation der Fortschrittspartei bezüglich der Judenfrage zur
VLerhandlung. Abg. Hänel wies auf die Beschlüsse des Berliner
Kongresses bezüglich Rumänien's, Serbien's und Montenegro's hin,
zurch welche dort die Gleichberechtigung der Juden ausgesprochen
worden sei; er hebt hervor, daß die Merkmale einer tausendjährigen
nechtschaft nicht mit einem Schlag verschwinden könnten; er sagt,
die Antisemiten⸗Bewegung sei aus Rassenhaß entstanden.

Der Stellvertreter des Ministerpräsidenten, Graf Stolberg,
erwidert, daß die in der Interpellation erwähnte Petition bisher
nicht an die Staatsregierung gelangt sei, weshalb letztere nicht in
der Lage war, Erwägungen darüber anzustellen; sie nehme gieich—
wohl keinen Anstand, zu erklären, daß die bestehende Gesetz⸗
gebung die Gleichberechtigung der verschiedenen
Konfessionen ausspreche, und daß die Regierung nicht

heabsichtige darin eine Aenderung eintreten zu lassen. Es
nüpfte sich daran eine Besprechung der Interpellation.
Bebkanntlich hat die preußische Regierung beschlossen,
die Grenzaufseher mit neuen Hinterladergewehren zu dersehen. Es
dürfte daher die Mittheilung von Interesse sein, wonach auch im
cussischen Finanzministerium jetzt dieselbe Frage ventilirt wird. Die
russische Regierung will nämlich ihre Grenztruppen mit besseren
und zweckentsprechenderen Waffen“ — wie der offizielle Ausdrud
antet — versehen. Nach alledem zu uriheilen, versprechen ja die
Verhältnisse an der preußisch-russischen Grenze in der Zukunft recht
gemüthlich zu werden.

Schon im Februar dieses Jahres ist bekanntlich ein von der
seichsregierung ausgearbeiteier, auf den F120 Abs. 3 der Ge⸗
werbeordnung basirter , Entwurf von Vorschriften über den Schutz
gewerblicher Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Ge—
undheit“ dem Bundesrathe vorgelegt und alsdann auch velröffent—

licht worden. Aus den Kreisen der Industrie und des Gewerbes
sind gegen diesen Entwurf mehrfach Einwände erhoben und damit
der Wunsch verknüpft worden, es möchte derselbe, vor Weitergabe
an die gesetzgebenden Faktoren, einer Prüfung durch Sachverständige
unterzogen werden. In Uebereinstimmung damit hat denn auch
der Bundesrath beschlossen: „den Reichskaänzler zu ersuchen, den
Entwurf von Vorschriften ꝛc. durch eine Kommission von Sachver-
tändigen prüfen zu lassen, welche befugt sein soll, nach ihrem
Ermessen weitere Sachverstündige zu bernehmen.“ Diesem Gesuch
hat der Reichskanzler Folge gegeben und die beantragte Kommisfion
niedergesetzt. Dieselbe wird, wie man hört, Anfangs Dezember in
Berlin zusammentreten.

Die „Voss. Zeitung“ meldet, daß von leitender Stelle Hof—
zrediger Stöcker bedeutet worden sei, sein Beruf als Hofprediger
asse sich nicht mit dem eines christlich-sozialen Agitators vereinen.
Stöcker hätte sich daraufhin entschieden, seine Stelle als Hofprediger
aufzugeben, da er die christlich-soziale Agitation als die Aufgabe
eines Lebens betrachte.
Ausland.

In Frankreich hat dieser Tage wieder ein neuer Beamten⸗
ind speziell Präfektenschub Stait gefunden. Mehrere Angehörige
»er letztgenannten Klasse sollen bei der Ausführung der März⸗
ekrete nicht den nöthigen Eifer gezeigt haben. Wie oft seit der
zefinitiven Einführung der Republik die Präfektur wohl eigentlich
chon „purifizirt“ worden ist, wer kann es wissen ?

Der französischen Nationalversammlung wurde
durch den Minister für die öffentlichen Bauten ein Entwurf vor⸗
jelegt, der 120.000. 000 Fres. für die Vollendung der Landsiraßen
erlangt.

Am 21. Nov. fand auf dem Kirchhofe von Evéère (Gel⸗
zien) die Einweihung des Denkmals für die in den Jahren 1870
ind 1871 in Belgien gestorbenen Soldaten Statt. Der franzö⸗
ische Gesandte dankte Belgien für seine hochherzigen Gesinnungen
egen Frankreich und versicherte, die Regierung der französischen
Kepublik habe trotz gegentheiliger Behauptungen niemals die Än—
nexion Belgiens beabsichtigt, erblicke vielmehr in der belgischen eine
yerbündete und befreundete Nation.

Die Dinge bei Duleigno werden grotesk. Jetzt sollen so—
jar nach einem amtlichen Telegramm aus Konstantinopel die Truppen
Derwisch Paschas in der Umgebung von Dulcigno von Albanesen
eingeschlossen sen. Die Albanesen weigern sich, das zuletzt zu
den Fahnen einberufene Kontingent von Redifs (türkische Land
vehr) zu stellen. Die albanesische Liga hat Osman Pascha ange⸗
eigt, daß sie jedem Versuche, das Dekrei des Sultans zur Aus—
ührung zu bringen, mit Gewalt entgegentreten würde.

In dem den naturalisfirten Deutschen in den Staaten der
rwordamerikanischen Union zugefertigten Zirkulare des
Staats⸗Departements werden, wie weiter mitgetheilt wird, keinerlei
ieue Prinzipien aufgestellt, es handelt sich dabei vielmehr um eine
infache Erläuterung des Naturalisationsvertrages. Die naturali—
irten Deutschen werden ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht,
aß man ihnen keinerlei Garantien dagegen geben könnte, daß die
»eutschen Behörden während eines Aufenthalts in Deutschland gegen

ie einschritten, wenn ihre Verhältnisse zu den Gesetzen ihrer früheren
deimath zweifelhaft sein sollten oder eine Richtigsiellung erheischten.
der Schutz der Vereinigten Staaten werde aber fast immer wirk—
am sein, wenn sie kein Verbrechen begangen oder während der
Dienstzeit im deutschen Heere der Desertion sich nicht schuldig ge—
nacht hätten, oder wenn sie frei wären von einer gesetzlichen Ver⸗
oflichtung, sich den Behörden zu stellen. Das Zirkulat erkennt
abrigens ausdrücklich an, daß die deutsche Regierung in den Fällen,
wo die dem Naturalisationsvertrage in Bezug auf die Elsässer ge—
gebenen Auslegungen von einander abgewichen seien, immer in für
die Auffassung der Unions-Regierung günstiger Weise entschieden
habe. Das Zirkular warnt also in uümschriebener Form die natu—
calisirten Deutschen Amerikas, welche sich widerrechtlich der allge⸗
neinen Militärpflicht in Deutschland entzogen haben, nach der
alten Heimath zurückzukehren, ohne vorher die noch schwebenden
Militär⸗Angelegenheiten bereinigt zu haben.
        <pb n="740" />
        Vermischtes.

* St. Ingbert, 28. Nov. Gestern Vormittag wurde
dahier im Lehrsaale der obern kath. Knabenschule unter dem Vor⸗
sitze des kgl. Distriktsschulinspektors Hrn. Dengel die Jahreskon⸗
ferenz der Lehrer des kath. Distriktsschulinspektions-Bezirks St.
Ingbert abgehalten. Auf derselben referirte Hr. Lehrer Hagen⸗
zucher von hier über das Thema: „Das gute Beispiel, ein Haupt⸗
faktor der guten Erziehung“ und Hr. Lehrer Otto Barth von
Ommersheim über: „Cicilianischer Kirchengesang in den Schulen“.

SOmmersheim, 21. Norp. In der Nähe unserer
Gemeinde hat sich gestern ein Unglück ereignet, das die Bewohner
in nicht geringen Schrecken versetzte. Zwei Besenbinder von hier,
Rikolaus Kihem und dessen Sohn Adam, die Morgens in der
Frühe nach Saarbrücken Besen trugen, mußten am Abend auf
dem Rückwege den inzwischen gefallenen Schnee durchwaten. Da⸗
durch wurden sie so matt, daß sie Beide, Vater und Sohn, un⸗
weit' der Klostermühle zusammenbrachen und nicht mehr weiter
sonnten. Ein Bewohner von Ommersheim, mit dem sie bis dahin
den Weg gemeinschaftlich zurückgelegt hatten, eilte rasch nach Hause
und besorgte einen Wagen; allein schon war es zu spät. Beide
waren unierdessen erfroren und alle Wiederbelebungsversuche ver⸗
ebens.

— F Der von Kaiserslautern Abends 9 Uhr in Hom burg
eintreffende Personenzug entging am Samstag während des Schnee⸗
sturmes nur mit Noth einer großen Gefahr. Derselbe fuhr näm⸗
lich eine kurze Strecke vor dem Homburger Bahnhofe auf die letzten
Wagen eines gerade nach Bruchmühlbach abgehenden Güterzuges
und warf dieselben aus dem Geleise. Die Passagiere, sowie das
Personal beider Züge kamen mit dem Schrecken und einigen viel⸗
leicht unbedeutenden Kontusionen davon, hingegen soll der Schaden
an zertrümmertem Materiale ein ziemlich großer sein.

pIn Contwig ereignete sich am Freitag Nachmittag ein
ʒedauernswerther Unglücksfall. Zwei Knaben Friedrich Bauer, 11
Jahre alt, und Philipp Ehrmann, 9 Jahre alt, stiegen mittelst
Finschlagens eines Fensters in ein verschlossenes Werkzeughäuschen in
der Rähe des Bahnhofes. In diesem Häuschen war unter Anderm
auch eine größere Quantität Sprengpulver aufbewahrt. Nachdem
die Knaben, nach ihrer eigenen Aussage, sich die Taschen voll Pulver
gestopft hatten, zündeten sie den übrigen Vorrath an. Das Dach
des Häuschens flog sofort in die Luft und die beiden schwer ver⸗
letzten in Flammen stehenden Knaben wurden von dem schnell hin⸗
zugeeilten Bahnwart Jakob Sefrin von dort aus dem Häuschen
Jezogen und das Feuer mit Hilfe von noch andern dazukommenden
Hersonen so schnell wie möglich gelöscht. Der ältere der beiden
dnaben, Bauer, ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen.

F In Neustadt fand am Mittwoch eine Versammlung von
donservativen der Pfalz statt, in welcher u. a. über das Fortbe⸗
tehen der „Pfälzischen Post“, deren jetziger Redakteur, Pfarrer
Fleischmann, bekanntlich mit Ablauf dieses Quartals von der Lei⸗
ung des Blattes zurücktritt, berathen und beschlossen wurde, die⸗
elbe nicht eingehen zu lassen. (Pf. Volksz.)

Der Wagenrevisor Christian Mattern, welcher am Donners⸗
ag im Bahnhofe Neustadit überfahren wurde, ist nach erfolgter
Amputation gestorben.

FAuch in Lud wigshafen bereiten die Hausbesitzer eine
nuf Herabsehung der Häusersteuer gerichtete Eingabe an die Staats⸗
segierung vor. (Wird hier in dieser Hinsicht nichts geschehen7)

Aus Baumholder wird der „Tr. Ztg.“ geschrieben,
das Defizit, welches der flüchtige Einnehmer Schneider hinterlassen
hat, werde wohl 15,000 M. nicht überschreiten, und dies werde
durch Kaution größtentheils gedeckt sein.

F Wie dem „Fürther Tagbl.“ mitgetheilt wird, ist der zweite
daupigewinn der Kaiserslauterer Lotterie mit 12,000 M. einer
gäscherin i Burgfarrnbach (Mittelfranken) zugefallen, einer
Wittwe und Mutter von vier Kindern.

F Die Firma Boch in Mettlach hat sich genöthigt gesehen,
hren Arbeitern den Wirthshausbesuch zu untersagen; der allzu
iarke Genuß von Branntwein hatte zur Folge gehabt, daß die
Arbeiten schlecht ausfielen und der Fabrik vielfach heim geschlagen
wurden.
Eingesandt.

Die erste musikalische Unterhaltung des neu gegründeten
ßfarr-Cäcilienvereins war am Sonntag Abend im Ober—⸗
Jauser'schen Saale sehr zahlreich besucht. Die erste Abtheilung
Jes Programms entjsprach vollständig dem Zwecke des Pfarr⸗ Cäci⸗
jenvereines, nämlich „Hebung und Pflege des kirchlichen Gesanges,“
die zweite Abtheilung war ganz geeignet, die Mitglieder in fröh—
icher Stimmung zu erhalten, welche sich auch bis zum Schlusse
er Unterhaltung kundgab. Die einzelnen Chöre und Solis
vurden ganz präzis vorgetragen; ebenso ansprechend war das
„Andante“ für Ktlavier und Harmonium, welche Zusammensetzung
nan hier bisher noch nicht gelannt hatte. Der Wunsch der meisten
Anwefenden ging dahin, daß man öjiters solche Unterhaltungen
eranftalten möge. Wie wir hören, soll nächstens auch eine Unter⸗
haltung für die Mitglieder des Kirchenbau-Ver—
zines stattfinden, auf welche wir uns um so mehr freuen, do
wieder ein reichhaltiges Programm in Aussicht steht.

Fur die Redaction verantworilich: .. X. Demes.

Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Donnerstag, 30. Dezember
1880, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert in der Wirthschaft
hvon Friedrich Friedriäch,

werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
—XXDDDDD———
Notar Franz Sauer, im Amtssitze
zaselbst, als gerichtlich ernann⸗
en Versteigerungsbeamten, im
Zwanqswege

gegen

Johann Joseph Gries und
Anna Maria Gries, ohne Ge⸗
verbe, Solidarschuldner, minder⸗
ährige Kinder von Johann
Gries, pensionirtem Bergmanne
ind dessen Ehefrau Charlotte
Flick, beisammen zu St. Ing⸗
hert wohnhaft, diese Eheleute
Gries solidarisch mitverpflichtet,
die nachstehend bezeichnete Lie—
genschaft in der Steuergemeinde
St. Ingbert öffentlich zu Eigen⸗
hum versteigert, nämlich:

Plan Rr. 392711, 12 10
Im Flache, Wohnhaus,
hofraum und Gaͤrtchen,
jelegen in der Stadt St.
Ingbert in der Au.

die Liegenschaft wird als ein

hanzes versteigert.

4
Die Beschreibung der Lie—
jenschaft, sowie die Versteiger⸗
ingsbedingungen können bei
dem Versteigerungsbeamten ein⸗
gzesehen werden.

St. Ingbert, 20. Nov. 1880.
Der Versteigerungsbeamte:
st. Auffschneider.
Amtsverweser.

Kon einem bedeutenden Pelzwaarengeschäfte wurde mir fin
St. Ingbert und Umgegend der Vertauf über⸗
fragen uͤnd empfehle ich

I—-⏑... zu M. 7.50.
4c. Bons.... „6.50. - M. 7.75.
Jo. Pulswäa rme,, 3.75.

Von Iltis⸗, Zobel⸗, Nerz⸗, Affen⸗, Oppossum⸗
ind anderen Garniluren werden innerhalb 5 Tagen Auswahl ·
sendungen besorgt.

Verkauf zu Fabribpreiset
St. Inabert, November 1880.
Hermann Vischer.
Eine Wohnung
ehener Erde, bestehend aus
Zimmer und Küche, nebst Keb—
erraum und Holzschoppen, sofort
heziehbar, hat zu vermiethen
Wilb. Weiler

delzwaaren.

Elegante riserne
Kinderschlitten
und Schlittschuhe bei

Otto Weiaand-,

Bei Durchsicht des illustrirten
tuches: HDr. Airo's Heilmethode
verden sogar Schwerkranbe die
leberzeugung gewinnen, daß auch
ie, wenn nur die richtigen Mittel
ut Anwendung gelangen, noch
Ailung erwarten durten, Es sollte
aher jeder Leidende. selbst wenn bei
m diblang alie Medicin erfolalss
ewesen, sich vertrauensvoll dieser
ewahrten Heilmethode zuwenden
ind nicht säumen, odiges Werk an⸗
uschaffen. Ein Auszug daraus
G —

zt. Johaun⸗Scaarbrücker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—⸗
hann, Saarbrücken und Malstatt⸗
Burbach an der Saar zusam⸗
nengenommen das gelesenste
Blait. Wöochentlich 7mal. Vier⸗
eljähtlich nur 2 M. 50 Pig.
Fignet fich wegen großer Ver⸗
reitung vorzüglich fuͤr Inserate
eder Art.

Das Wohnhaus
der Frau Ww. Hager ist vor—
Ast Juf 2 Jahre zu vermietben.
. dem weit⸗ —
erbreiteten Buche it —
inden Gicht⸗ und Abeumatismus⸗
eidende die dewährtesten Bittel
egen ihre ost sehr schmerzhaften
eiden angegeben. — Heilmittel.
veiche seibstbei veralteten Fällen
och die ersehute Geiluns dracten.
Vrospeet gratis u. franco. Gegen
tinsendung don 1 My. WVfaq. wird
————
— — das Buch TDie I Werc;
berall hin versandt von Richter's
jerlagsa -Analt in Teipiig.

Hanf·
Converts

unserm heutigen Blatte
ist eine Beilage von Richamd
Mohrmann, Nossen in Sachsen
h. Bandwurm mit
topf ꝛc, beigegeben, auf di
wir unsere Leser aufmerliam
machen.

her 1000 Stüg von 3. 50 Ml. an
n bhaben bei 7. X. Demeß

ed
Drud und Verlag von F. X. Demes in St. Inabert.
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53583 2338
535 ——5 ——53 83 3832 —823
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5—535—8 52582 —— 5255 5335 — —*853 5* S 55
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* 2583—353. 36 2528 8 20 S 55 55 8 8 2 385
—2* — 2 285 * —* — — 3 2 38
583333 —25888 5* 5532—57 2333273 —583 333538
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— — ——— 555 2 —33 2572. 258 *
58 3—5275537 55 5*3 236 53 3—5255 58 33268 2
3* e8 A —e— 562 —— — —55528558 2327
25* 53 ——— — —5 2 25 5322 3 233 225 —— IzXSE
— 38 52 225 * * —A 8 * 284
* ß3z35888 —553 835 — 8 2 **
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DS2* — 5*2 58 8 —— —— — * 35— —— — 285 57* — * 2
58
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28*6 — —— — —A
52 5352 — 3533338 223 —2 555 3 37 — 835557 —A ——
558 8z53 —335 25 3523327 553228 353533 3523835
3222 — —33z3—25255 ——— —— 83* 22262 353388*
* —28 32 283 28 60 8 385555* 2229 —533 *23*
* 3553 222 —A — ——— 558
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wöͤchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstaa und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

AA 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1.46 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswäris
mit 15 — fur die viergeivaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
4. 188. Donnerstag, den 25. November 1880.

——— —— —

Deutsches Reich.

Der Steuerausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer
begann am 22. Nov. mit der Berathung des Gesetzentwurfes über
die Kapitalrentenstener. Zu Art. 2 des Rtegierungsent—
wurfes, welcher die Steuerskala des Gesetzes vom 31. Mai 1856
beseitigt und einfach den Satz von 3 pCt. der Rente als Steuer—
maßstab in Vorschlag bringt, wurden von einigen Abgeordneten
Modifikationen eingebracht, welche einen höheren Steuermaßstab be—
zwecken und von Abg. v. Langlois ist eine Besteuerung nach Klassen,
also eine Steuerskala in Vorschlag gebracht; die Berathnng hier⸗
iber gestaltete sich so umfangreich, daß sie am nächsten Tage fort—
zesetzt werden mußte; aber auch da noch nicht beendigt wurde.

Die klerikalen Blätter „Bavaria“ und „Fränkisches Volksblatt“
dringen geharnischte Artikel gegen Kultusminister Lutz wegen des
jüngsten Schulerlasses, durch welchen die Petition Hafenbrädl gegen
das 7. Schuljahr illusorisch gemacht werde. Letzkeres Blatt siellt
pereits eine scharfe Interpellation für die nächste Landtagssession
in Aussicht. Ob sich Herr v. Lutz wohl sehr fürchtet?

Aus Berlin wird unterm 23. Nov. gemeldet: Der Kaiser
ist leicht erkältet. hat Kehlkopfkatarrh und hütet das Zimmer, hat
uͤbrigens heute Vormittag die regelmäßigen Vorträge entgegen ge—
nommen.

Der dieser Tage in Berlin abgehaltene neunte deutsche
Handeistag sprach sich u. A. auch für Abhaliung einer Weltaus—
stelluung in genannter Stadt aus, weil eine solche Ausstellung
an diesem Platze von großerem Vortheile sei, als die schon geplante
deutjch⸗osterreichische Ausstellung. Wenn man sich nun auch ent⸗
schieden zu dieser Ansicht des Handelstages bekennen kann, so muß
doch trotzdem die Kehrseite der Medaille betrachtet werden, welche
mahnt, auch in Betreff der Welt- und sonstigen Ausstellungen des
Guten nicht zu viel zu thun.

Der Bundesrath nahm in seiner letzten Sitzung den Antrag
Preußszens an, den am 28. d. Mits. ablaufeñden Termin der
Verhängung des kleinen Belagerungszustandes über Berlin und
Umgegend auf ein weiteres Jahr zu verlängern. Demselben is
der Entwurf eines Gesetzes betreffend den Haushaltungsetat für
Elsaß ·Lothringen für das Etatsiahr 188182 nebst Anlagen vorgeleqt
worden.

Von 1881, bezw. 1882 ab werden die durch den neuen
deutschen Mobilmachungsplan festgesetzten Kriegsfor—
mationen sämmtlich verwirklicht sein. Es sind an derartigen
Formationen für den Fall einer Mobilmachung in Aussicht ge—
nommen: die Aufstellung von 128 mobilisirten Landwehrz, 148
dierten Felde, 134 Besatzungs- und 179 Ersatz-«Bataillonen (mit
Sinschluß der Landwehr-Ersatztruppen), so daß sich also der Stand
der deutschen Armee fortan gleich bei Eröffnung eines Kriegs auf
1092 Bataillone, und mit Hinzurechnung der 11 Ersatz-Baiaillone
für die 11 neuen Infanterie-Regimenter auf 1103 Batalllone stellen
würde, wovon 779 Bataillone unmittelbar für die Verwendung zu
Angriffszwecken, bezw. für die Zutheilung zu der eigentlichen akliven
Armee verfügbar sein würden.

Zu der von der „Vossischen Zeitung“ gebrachten Nachricht,
der Hofprediger Stöcker habe infolge ihm zugegangenen
Weisung seine Entlassung genommen, bemerkt die „Kreuzzeitung“:
„Die „Vossische Zeitung“ möge sich beruhigen, man hat ihr ein⸗
timmig etwas aufgebunden.“

Zu den niederschlagendsten Erfahrungen, welche die gegen⸗
würtigen Debattentage mit sich bringen, gehört für den deutschen
Patrioten die Beobachtung, wie das Ansehen des Vaterlands durch
diese Streitigkeiten im Ausland geschädigt wird. Einen bezeichnen⸗
den Schmerzensschrei in dieser Richtung sandte Karl Hillebtand,
der bekannte treffliche Publizist und Historiker, nach der Lektüre der
Berliner Notablen⸗-Erklärung an die „National⸗Zeitung“:

„Eben lese ich die Erklärung gegen die Antisemiten in der
National-Zeitung“. Endlich! Wie haben wir darauf gewartet!
Schämte man sich doch einem Ausländer ins
Auge zu blicken. Bei den Wallachen ist's doch nur der
Pöbel; aber bei uns sind's Leute von Bildung oder die sich als
olche geben. Hätten die Herren erst in sich selber das überwunden,

was sie „jüdisch“ zu nennen belieben, so hätten sie wahrlich keine
Konkurrenz zu befürchten. Werden Beitrittserklärungen angenom—
men, so bitte ich meine hinzuzufügen, als die eines Urgermanen,
der mit anhören muß, was man hier außen von seinan Vater—
lande denkt.

Florenz, 17. November. Karl Hillebrand.“

Will man die Stimmung, die Karl Hillebrand hier ausspricht,
nachempfinden, so lese man, wie die Wiener Blätter über die Som—
abend-Debatte sich äußern. Die „Wiener Allgemeine Zeitung“
beginnt:

„Zweihundert Jahre nach Spinoza, einhundert Jahre nach
Lessing noch im Parlament die Frage erörtern zu müssen, ob
Menschen ihrer Religion halber von Staatswegen zurückgesetzt und
benachtheiligt werden sollen — fürwahr, das istkein erhebendes
Bild! Es gereicht dem Volke der „Dichter und Denker“, der Na—
tion, in deren Sprache der „Nathan“ und der „Don Carlos“ ge⸗
schrieben wurden, für die Kant uͤnd Schopenhauer gedacht haben,
nicht zur Ehre, daß just ihr beschieden worden, der Welt dieses
klägliche Schauspiel zu bieten.“

Ausland.

Der Antrag von Leon Renault, seitens Frankreichs 40
Millionen Fres. für die Durchstechung des Simplon zu bewilligen,
iindet in der französischen Deputirtenkammer die Unterstützung von
120 Unterschriften. Man versichert, auch die Schweiz und Italien
hätten eine Subvention zugesagt.

Die blutigen Opfer der schwachherzigen Politik Gladstones in
Irlaud mehren sich. Nach Meldungen aus Dublin haben am
22. ds. in Ballina (Grafschaft Mayo) Ruhestörungen Statt ge—
sunden. Die Polizei bemühie sich, ein Mitglied der Landliga zu
verhaften, welches vor einer großen Menge von Bauern aufrezzende
Reden hielt. Die versammelie Menge widersetzte sich der Verhaft⸗
ung. Bei dem entstandenen blutigen Zusammenstoß wurden meh⸗
rere Polizeiagenten verwundet. Endlich machte die Polizei mit
den Säbeln einen förmlichen Angriff auf die Menge und bewirkte
die Verhaftung. Für nächsten Sonnabend ist abermals der Ab⸗
marsch eines Regimentes nach Irland angeordnet.

Die „Politische Korrespondenz“ meldet aus Athen vom 22.
Nov.: Der deutsche Gesandie v. Rasd o w ittz ist eingetroffen. Der⸗
selbe hatte sofort eine lange Besprechung mit Minister Kommun⸗
duros, welchem er im Namen der deutschen Regierung den Rath
gab, die Interessen Griechenlands nicht durch eine übereilte Aktion
auf's Spiel zu setzen. Die Vertreter einiger anderer Großmächte
schlossen sich den Vorstellungen des Vertrelers Deutschlands an.
Vermischtes.

. Am IL. Dezember wird in Medelsheim eine Poster⸗
— einmalige Kariolfahrten
mit Zweibrücken verbunden. Der neuen Erpedition wird ein Land⸗
bestellbezirk vorerst nicht zugetheilt.

F Die am Sonntag in Neustadt a. H. Statt gehabte
liberale Wählerversammlung war von ca. 400 Personen besucht und
nahm nach der Berichterstattung durch Hr. Dr. Armand Buhl
über die Reichstagsverhandlung nachstehende Resolution an; „Die
in Neustadt versammelten Waͤhler aus dem Wahlkreis Neustadt⸗
Landau bedauern im Interesse der liberalen Sache die Spaltung
der nationalliberalen Partei um so lebhafter, als sie in der Ver—
chiedenheit der hervorgetretenen Anschauungen genügende Gründe
nicht finden können, die eine Scheidung zur Nothwendigkeit machen.
NRur festes Zusammenhalten aller liberalen Männer wird es er
möglichen, den reaktionären und reichsfeindlichen Bestrebungen unserer
Gegner mit Erfolg entgegenzutreten.“ — Herr Reichstagsabgeord⸗
neter Jordan ließ durch Hrn. Buhl erklären, daß er seines hohen
Alters wegen ein Mandat für den Reichstag nicht mehr annehmen
werde.

F Als Delegirter zum deutschen Landwirthschaftsrath für die
Periode 18811883 wurde Herr Jean Janson, Gutsbesitzer und
Landrath in Harxheim, gewählt.

F Bei der am 21. Novbember in der Aula der Universitãt
Heidelberg Statt gehabten akademischen Preisvertheilung
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        wurde ein junger pfälzer Gelehrter, Hr. Dr. Adolph Koch aus
Mutterstadt, von der philosophischen Fakultät preisgekrönt.

'In Heidelberg soll demnächst der große Senat sich
bersammeln, um Beschlüsse zu fassen über die an die Regierung zu
stellenden Anträge in Betreff der 500jährigen Jubiläumsfeier der
dortigen Universität. Dieselbe findet zwar erst im Jahre 1886
Statl, da aber literarische Arbeiten als Festgabe beabsichtigt sind,
die längere Zeit und nicht unbedeutende Geldmittel erfordern, so
dürften vorbereitende Schritte hiezu jetzt schon am Platze sein.

Durch Kartenspielen bringen die Schwaben dem deutschen
Reiche nicht viel Geld ein — oder spielen sie zu lange mit einer
und derselben Karte? Während in Preußen der Kartenstempel jähr⸗
lich und durchschnittlich 686,000, in Bayern 140,000, in Sachsen
87,000, in Baden 65,000 Mark einbringt, beträgt er in Württem⸗
berg nur 8500 Mark.

In Kothmaißling geriethen im Wirthshause zwei
Männer derart in Streit, daß der eine den andern am Halse packte
und mit solcher Kraft an die Wand schleuderte, daß letzterer laut⸗
los zu Boden sank und kein Lebenszeichen mehr von sich gab. Es
wurde sofort nach dem Geistlichen geschickt und da scheinbar an dem
Manne keine Spur von Leben mehr zu bemerken war, von den
Wirthsleuten und dem sämmtlichen Dienstpersonal die üblichen
Todtengebete die ganze Nacht über verrichtet. Wie groß aber war
die Ueberraschung der Betenden, als bei Tagesanbruch sich der ver—⸗
meintlich Todte plötzlich von seiner harten Lagerstätte aufraffte mit

den Worten: „Jetzt möcht' ich a Halbe Bier.“

Die Vorstandschaft der Bayreuther Brauerinnung gibt
im „Bayr. Tageblatt“ eine Erklärung ab, daß die Brauer Bay—
reuth's in einer Versammlung den Preis des Bieres für das Sud—⸗

ahr 1880/81 Sommer wie Winter auf 22 Pfg. festgesetzt haben.
Motivirt ist die Bekanntgabe dieses Beschlusses durch die Worte
„Um dem lästigen Zeitungsschreiben entgegenzutreten“ ⁊c.

In Skrelno (provinz Posen) sind 58 Schuhmacher⸗Ge⸗
ellen, welche Abends ihr Zimmer mit Steinkohlen geheizt und die
DOfenklappe geschlossen hatten, an Kohlendunst erstickt.

F Revanche. Von einer hervorragenden Pester Firma,
zeren Artikel sich sonst guten Absatzes im Ausland erfreuen, wurden
dem „N. Pest. Journ.“ fünf Briefe zur Verfügung gestellt, welche
an dieselbe als Antwort auf geschäftliche Anerbietungen einlangten.
Aus Innsbruck wird ihr kurz und bündig geschrieben: „Aus Ungarn
vird nichts bestellt. Ein Deutsch Tyroler.“ Dr. S. in Salzburg
chreibt: „Nachdem man in Pest und Ungarn das deutsche Element
interdrückt, finde ich mich nicht veranlaßt, ungarische Spezialitäten
u führen.“ Aus Prag, Zwettl und Grieskirchen kamen die Schreiben
nit dem Bemerk zurück: „Wird nicht angenommen.“

F In Paris haben am Vormittag des 20. ds. zwei Per⸗
onen einer Dame 175,000 Fres. in auf den Inhaber lautenden
Werthpapieren gestohlen in dem Augenblick, als sie das Geld am
Bankschalter in Empfang nahm.

FNew-York, 22. Nov. Aus den offiziellen Untersuch—
ings⸗Akten über die Ursache und den entstandenen Verlust bei dem
Brande des Irrenhauses in St. Peter, Minnesota, erhellt, daß da⸗
hei' 32 Personen ihren Tod fanden.

—Eö —
Dienstesnachrichten.
Der intermist. Verweser der kathol. Schulverweserstelle zu St. Ingberter⸗
Brube, Adam Krämer wurde zum Schulverweser ernannt.
Fur die Redaction verantwortlich : FDemeß.

ö
Oeffentliche Oeffentliche
Zustellung. Zustellung.
Vorladung. Vorladung ⸗
Ludwig Klein, 23 Jahre alt, „Johann Josenh Wagner,
Schreiber und Reservist von St. 26 Jahre alt, Tischler und Er—
Ingbert, nun *ohne bekannten atzreservist J. Classe von St.
Wohnort abwesend, wird hiermit Ingbert, zur Zeit ohne bekannten
vorgeladen, am Mittwoch, Aufenthaltsort abwesend, wird
deun 26. Januar 1881, jiermit vorgeladen am Mitt—
Vormiltags 9 uhr, ia voh den 26. Januar
der öffentlichen Sitzung des 381, Vormittags 29
Schöffengerichts zu St. Ingbert AUhr in der öffentlichen Sitzung
in bessen Sihßungssaale zu er⸗ es Schöffengerichts zu St.
scheinen, damit daselbst zur Haupt⸗ Ingbert in dessen Sitzungssaale
berhandiung über die gegen ihn u erscheinen, damit daselbst zur
erhobene Anklage wegen uner— hauptverhandlung über die gegen
laubter Auswanderung am 12. hn erhobene Anklage wegen un⸗
Mai 1880 geschritten werde. erlaubter Auswanderung am 6.
Zugleich wird dem Angeklagten Mai 1880 geschritten werde.
eröffnet, daß bei unentschuldig⸗ Zugleich wird dem Angetlagten
em Ausbleiben seine Verurthene Froffnet, daß bei unentschuldigtem
ung auf Grund der vom lgl. Ausbleiben seine Verurtheilung
Landwehr-Bezirks⸗Commando auf Grund der vomuk. Land⸗
Zweibrücken vom 21. November wehr⸗Bezirks⸗Commando Zwei⸗
880 nach Vorschrift des 8472 drücken vom 10. November
be P..adgegebenen 1880 nach Vorschrift des 8472
Erklärung erfolgen werde. der R.St.«P. O. abgegebenen
Si. Juͤgbert 28. Rod. 1880. Erklärung erfolgen werde.
Der — Amtsanwalt 56 Ingbert, 18. Nov. 1880.
Mulle. Der kgl. Amtsanwalt
g. er˖ ger Muller.
Zur Beglaubigung: Zur Beglaubigung:
Der Gerichtsschreiber — Der Gerichtsschreiber
Krieger. Krieger.

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eine Hobelbank hat zu ver—
kaufen Georg Klein.

Die unterzeichnete Katharina
Weirich, Ehefrau von
deinrich Behr, Schlosser hier,
nimmt hiermit alle gegen den
NRotariatsgehilfen Jose ph
dchwarz, Sohn von Peter
Schwarz, Schmied hier, ge⸗
machten Aussagen und Beschul⸗
digungen — insbesondere wegen
Verletzung des Amtsgeheimnisses
— als unwahr zurück, da die
Sache auf einer Namen s⸗—
verwechselung beruht.
St. Ingbert, 24. Nov. 1880.
Nafharina Meirich.

Die Wohnung,
welche Buchbinder Kaiser
inne hatte, ist nebst einem wei⸗
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3533 377 2337
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        5* . Ingberler Anzeiger.
Dder St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Vei⸗

age ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag uud Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

A A40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 H, einschließlich 40 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 S, von Auswäris
mit 15 — fuür die viergespaltene Zeile Blatischrint oder deren Naum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
43 189. Samstag, den 27. November

1880.

Deutsches Reich.

Der von der bayerischen Staatsregierung der Kammer
vorgelegte Gewerbesteuergesetzentwurf führt neben manchen Aender—
ingen auch diese mit sich, daß das Bäckergewerbe in seiner Nor—
nalsteueranlage um 2Klassen höher gesetzt wurde als seither. Dieser
Umstand hat die Münchener Bäckergenossenschaft veranlaßt, eine
Petition an die Kammer der Abgeordneten zu richten, in welcher
jebeten wird, die Kammer wolle der Versetzung des Bäckergewerbes
neine höhere Steuerklasse die Genehmigung versagen.

Berhin, 25. Nov. Ein Petersburger Privattelegramm des
Tageblatt“ meldet: Der bayerische Gesandte v. Rudhart ist gestern
dachimittags plötzlich vom Schlage getroffen worden; er verlor die
Ztimme. Sein Zustand ist bedenklich.

Der „Schwäb. Merkur“ schreibt: Angesichts der immer stär—
eren rückläusigen Bewegung in der protestantischen Kirche richtet der
Ausschuß des deutschen Protestantenvereius die Anfrage an die Mit—
zlieder des weiteren Ausschusses, ob er einverstanden sei, daß im
jächsten Frühjahr ein deutscher Protestantentag in Berlin
Ztatt finde.

Die „Provinzial-Korr.“ schreibt, die leichte Erkültung, welche
»er Kaiser sich zuͤgezogen hatte, sei glücklicherweise wieder ge—
chwunden.

Offizisõs wird geschrieben: Ueber den Verlauf der zweitägigen,
uis Anlaß der Interpellation Hänel im preußischen Abge—
»dnetenhause geführten Debatte ist folgendes zu bemerken: Die
Sztaatsregierung ist ersichtlich von dem Wunsche geleitet gewesen,
iie Veranlassung zu der erregten Debatte abzuschneiden; deutlicher
onnte dies nicht an den Tag gelegt werden als durch die Erklärung,
»aß die Staatsregierung erstlich mit der Angelegenheit noch gar
azicht befaßt sei, daß sie aber zweitens nicht daran denke, eine
lenderung der die Unabhängigkeit der staatsbürgerlichen Rechte vom
celigiösen Bekeuntniß aussprechenden Verfassungsbestimmungen her—
zeizuführen. In der letzteren Erklärung zu der wenigstens eine
irelte Verpflichuung aus dem Stande der Angelegenheit nicht her⸗
uleiten war, lag ein Entgegenkommen gegen die Seite, von welcher
ie Interpellation ausgegangen war; um so wunderlicher war es,
»aß Herr Virchow die Erklärung „kühl bis ans Herz hinan“ fand.
Als ob die Kundgebungen der Staatsregierungen der Ort wären,
ine besondere Gefühlswärme zu entwickeln. Der Wunsch der
Staatsregierung, eine erregte Debatte womöglich vermieden zu sehen,
st indeß nicht in Erfüllung gegangen, einmal nicht, weil die kon⸗
ervativen Parteien und ebenso das Zentrum die Stellung der Inter⸗
jellation als eine Provokation aufgefaßt hatten, daher antworten
vollten, andererseits darum, nicht weil auch die Fortschrittspartei
eigen wollte, daß sie den Ausführungen der gegenseitigen Redner
zu stehen gerüstet sei. Den Wunsch der Staatsregierung völlig
getheilt hat nur die nationalliberale Partei. Was nun aber das
eẽrgebniß der herbeigeführten Debatte betrifft, so hat dieselbe zu
nichts weniger als zu einem klaren Verdikt geführt und dazu auch
nicht führen können. Man kann in dieser Beziehung sagen, daß
die Sache in der öffentlichen Meinung genau so steht, wie sie vor—

ser stand, daß die Gegensätze nicht geklärt und noch weniger be⸗
chwichtigt worden sind; eher könnte man das Gegentheil behaupten.
Soviel ist aber gewiß, daß der Zweck, den die Fortschrittspartei
durch die Interpellation unüberlegter Weise erreichen wollte, nämlich
eine Verurtheilung der antisemilischen Bewegung durch das Abge—
xrdnetenhaus nicht im Mindesten erreicht worden ist, man muß viel⸗
nehr sagen, daß die Stärke dieser Bewegung durch diese Debatte
erst zu Tage gekommen ist, und daß die Bewegung aus dem durch
diese Verhandlungen erlangten Bewußtsein dieser Stärke eher neuen
Muth schoöpfen, als irgendwie sich entmuthigt fühlen wird.

Nach dem Muster des englischen Ironand Steel Institute soll
ommenden Sonntag in Düsseldorf ein „Verein deutscher
Eisenhüttenleute“ gegrundet werden, dessen Statutenentwurf
ils Zwed des Vereins die Ausbildung des praktischen Eisen⸗ und
—AD
ieser Industriezweige und die Förderung des Verbrauches von
Fisen und Stahl in allen Formen angibt. Die Jahresbeiträge von
xca 11,000 Mark sollen vornehmlich zur Herausgabe von Fach-

schriften verwendet werden. Wie der Verein „die Förderung des
Verbrauchs von Eisen und Stahl in allen Formen vewirken will,
ist nicht gesagt. Vermuthlich laufen die Bestirebungen des Vereins
m Wesentlichen darauf hinaus, die Arbeitgeber den Ärbeitern gegen⸗
iber in den Lohnfragen zu vereinigen und den Käufern gegenuͤber
die Preise nach geheimem Uebereinkommen in die Höhe zu schrauben.

Eine am 24. ds. Mis. an der Hamburger Vörse auf⸗
jelegte Protesterklärung gegen die neuerdings von 24 Hamburger
Beschäftsleuten auf Grund der bekannten Korrespondenz mit dem
steichskanzler versuchten Gründung einer kaufmännischen Zollan⸗
chlußpartei erhielt sofort nahezus 1000 Unterschriften, darunter
diejenigen fast aller ersten Firmen.

Ausland.

Aus Irland kommt die Nachricht, in Cork seien am 24. Nob.
14 Personen verhaftet worden, wegen Betheiligung an einem Auf⸗
uuge aus welchem auf die Polizei gefeuert worden war.

Aus Cattaro wird unterm 24. Nov. gemeldet: Derwisch
Lascha marschirte gestern in Dulcigno ein nach einem kleinen
SZcharmützel mit den Albanesen. Auf seine Einladung ging heute
der montenegrinische Kommissär Matanovich nach Kunja ab, um
hort mit dem türkischen Kommissär Bedri Bey die nöthigen Ver⸗
ibredungen über Dulcignos Besetzung durch die Montenegriner zu
reffen.

Der deutsche Botschafter bei der Pforte, Graf Hatzfeldt,
uchte eine Abschiedsaudienz bei'm Sultan nach; er begibt sich auf
Arlaub nach Deutschland.

Die Rückreise des Kaisers Alexander von Livadia nach
Petersburg soll in den nächsten Tagen erfolgen, zu welchem
Zwecke außerordentliche Vorsichtsmaßregeln ergriffen werden. Man
Jaubt dazu seine guten Gründe zu haben, denn es treffen in
Petersburg fortwährend Drohbriefe namentlich aus denjenigen süd⸗
ussischen Städten ein, welche der kaiserliche Zug passiren muß.
Wahrscheinlich sind dies nur Schreckschüsse, welche von den Nihi⸗
isten abgefeuert werden, um den Zaren in fortwährender Aufreg-
ing zu halten.

Wajshington, 24. Nov. Das Zirkular des Staatsdepar⸗
ements betr. die naturalisirten Deutschen führte hier zu Mißber⸗
tändnissen und wurde in Folge dessen zurückgezogen.
Vermischtes.

*St. Ingbert, 26. Nov. In seiner gestrigen Sitzung
zeschäftigte sich der Stadtrath mit der Erwerbung eines Bauplatzes
ür ein neues Gefängnißgebäude. Nach lebhafter Debatte entschied
ich die überwiegende Majorität (13 gegen 83 St.) für den Platz
neben Bader Buser in der alten Bahnhofsstraße, der s. Z. von
en Vertretern der kgl. Regierung als besonders geeignet befunden
vurde. Der Ankaufspreis desselben wird sich auf circa 6 bis 7000
Nark stellen. Eine Eingabe einer großen Anzahl Bürger, die dem
ztadtrathe andere, und wie gesagt wurde, billigere Plätze in Vor—
hlag brachten, blieb ohne Berücksichtigung. —

In derselben Sitzung wurde auch der Beschluß gefaßt, die
zekannte Kaiserslauterer Petition an die Abgeordnetenlammer um
derabsetzung der Häusersteuer bei den Hausbesitzern hier zur Unter—
chrift in Zirkulation zu setzen. Da der Gegenstand demnächst im
randtage zur Verhandlung kömmt, so glauben wir die Betreffenden
zu zahlreicher und rascher Betheiligung auffordern zu sollen.

F Eine Entschließung der Kreisregierung der Pfalz ver—
hietet den Werkiagsschülern die Theilnahme an Turnfesten und
den damit verbundenen Aufzügen.

F Der k. Regierungspräsident der Pfalz, Hr. Staatsrath v.
Braun, hat beschlossen, zur Forderung des Kunstgewerbes für
das Jahr 1881 drei Ehrenpreise, bestehend in Diplomen, auszu—
etzen, und ladet zur Bewerbung das Töpfergewerbe ein.
Es ist ein Wasser⸗ oder Bierkrug, wie er in den Haushaltungen
zebräuchlich ist, circa 2 Liter haltend, anzufertigen, der ungefaͤhr
),35 - 0, 40 m Höhe und an der weitesten Sielle eine Stärke
von beiläufig O,15 —0,20 m haben kann und mit einem Henkel
ind ausgebildeter Basis oder Fuß versehen sein soll. Derselbe ist
m allen seinen Theilen in gebranntem Thon oder auch in Stein⸗
        <pb n="748" />
        zut herzustellen und kann mit oder ohne Farbe, sei es eingebrannt
oder in Glasur, behandelt werden. Da es eine leicht verkäufliche
Waare sein soll, so wird weniger auf eine reiche Ausstattung, als
auf enisprechende Eleganz in der Form und Silhouette gesehen.
Die Arbeiten sind bis zum 1. August 1881 an das pfälzische
dewerbemuseum in Kaiserslautern abzuliefern und erfolgt die Preis⸗
zuerkennung am darauffolgenden 25. August durch Se. Exz. den
igl. Regierungspräsidenten. Zur Preisbewerbung sind nur gewerb—
liche Arbeiten aus der Pfalz berechtigt. Nach dem 1. Oktober sind
die Arbeiten, die Eigenthum der Verfertiger bleiben, wieder zurück⸗
zubeziehen.

FDem „Frk. Kur.“ war neulich geschrieben worden, die
konserbative Partei des Wahlkreises Kirchheimbolanden—
Kaiserslautern wolle bei der nächsten Reichstagswahl keinen
eigenen Kandidaten aufstellen, wenn Dr. Zinn sich wieder bereif
erläre, ein Mandat anzunehmen. Die konservative „Pfälz. Post“
ertlärt, es sei ihr davon nichts bekannt. Wer sich der Vorgänge
bei den letzten Reichstagswahlen erinnert, wird auch schwerlich daran
geglaubt haben.

In Otterberg soll, einem vielfach geäußerten Wunsche
entsprechend eine Arbeitsschule für junge Mädchen errichtet werden.

Kaiserslautern. Der Pf. V.“ ist eine übersicht-
liche Zusammenstellung der Kosten der Veschaffung eines der Stadt
enisprechenden Stadthauses zugegangen, der zufolge bei Umtausch
des alten Stadthauses gegen das Karlsberghotel nach Abzug des
Annuitäten Kapitals (Mieihen) von 90,000 M. das nene Stadt⸗
haus 118,000 M. erfordert und die Umlagen um circa 1,09 Pro⸗
sent erhöht werden müssen. Die Kosten der Restaurirung und Ver—
Frößerung des alten Stadthauses sind auf 46,000 M., die für den
Rerbau dines Stadthauses auf der Theaterbleiche auf 180,000 M.
deranschlagt, und würden sich in letzterem Falle die Umlagen um
41,7 Prozent erhöhen.

F Die Einweihung der restaurirten Stiftskirche in Kaiser s⸗
daut'ern ist auf Miltwoch den 8. Dez. festgesetzt. Um 10 Uhr
zeginnt der destgottesdienst, bei welchein der geistliche Kommissär
bie Weiherede und Dekan Vogt die Predigt halten wird. Am
Nachmittage findet ein Orgelkonzert Stait, zu welchem folgende
Personen ihre Mitwirkung zusagten: Frau Renteister Hilger und
die Herren Zahn, Organist der Nitolaikirche in Leipzig, Dr. Wernher
aus Zweibrücken, Seminarlehrer Berger von Kaiserslautern, sowie
die Zoͤglinge der Lehrerbildungsanstalt. Auf 4 Uhr ist im Hotel
arlsberg ein Festmahl anberaumt.

Kaiserslautern. Unser Mitbürger Hr. Glocken⸗
gießer Max Faber (vormals G. Hamm) hat den Guß dreier
Rlocken beeendet, die für Kurachee in Indien bestimmt sind. Die—
selben wurden durch Domkapellmeister Weber aus Mainz einer
Hrüfung unterworfen und vollkommen zweckentsprechend befunden.
Das Gewicht der Glocken beträgt je 1213, 9 und 6 Zentner.

Auf dem Weiler Dusen brücken, Gemeinde Nünsch-
weiler, brannte in der Nacht vom 22. auf 23. ds. Mts. das
Wohnhaus des Acderers und Wirthes Knerr sammt Scheuer und
Siall ab, mit Ausnahme der Tanzstube. Es wurde dort gerade
der Schluß des Kirchweihfestes gefeiert.

4 Die „Pfälz. Volksztg.“, Organ der demokratischen Volks⸗
partei, hatte in einem kurzen Referat über Dr. Buhl's Neustadter
Rede behauptet, gegen den Zolltarif hätten —
agsabgeordneten gestimmt mit Ausnahme eines einzigen „unseres
Zinn.“ Das genannte Blatt hat sich, wie der „Kaiserl. Ztg.“
mitgetheilt wird, damit einer Unwahrheit schuldig gemacht. Hr.
Zinn hat in der zweiten Lesung des Zolltarifs für den Zoll auf
Kaffee und Petroleum, in der dritten Lesung aber auch gegen den
Zoll auf diese Artikel und schließlich gegen den ganzen Zolltarif
gestimmt, ebenso wie die anderen pfälzer Abgeordneten.

FIn Kandel verurtheilte das k. Amtsgericht einen Han⸗
delsmann aus Rülzheim wegen Hehlerei zu 21 Tagen Gefängniß.
Derselbe hatte nämlich einem Burschen einen Sack Frucht, den
letzterer seinem Vater entwendet hai, um einen Spottpreis abge⸗
nommen.

Mainz, 24. Nov. Unter den Postsendungen, welche
vorgestern Abend auf den Frankfurter Zug verladen wurden, befand
sich'auch ein Postbeutel mit 68,000 M. in Papiergeld. Als der
Zug in Frankfurt eintraf, wurde der Postbeutel nicht vorgefunden.
Wer beschreibt den Schrecken des Postschaffners! Alles Durchsuchen
Jalf nichts, das Geld war und blieb verschwunden. Es wurde so⸗
sori hierher telegraphirt, allein auch hier war nichts zu finden. Als
am Morgen daranf ein Postbediensteter eines der Wägelchen, mit
welchen die Poststücke nach den Bahnzügen gefahren werden, in
Gebrauch nehmen wollte, fand er beim Oeffnen des Deckels den
werthvolien Beutel vor. Er war aus Versehen liegen geblieben
ind befand sich die Nacht über in Gefahr, in unrechte Hände zu
gerathen. Man kann sich die Freude denken!

pMünchen, 22. Nov. Vor dem Landgerichte J stand
heute ein bejammernswerthes Opfer des Wuchers. Der vormalige
Fienlenant W. F. vom 15. Inf.⸗Req. in Neuburg a. D. mußte

1878, weil er die auf Ehrenwort versprochene Zahlung von 86
Mark nicht leisten konnie, seine Stellung quittiren. Das Loos des
Mannes gestaltete sich so schlimm, daß er, um seinen Hunger zu
tillen, dazu kam, sich an frenidem Eigenthum zu vergreifen. Er
ntwendete in der v. d. Tannstraße vom Fenster der Parterrewohnung
des Hauptmanns a. D. v. Hetterich weg eine goldene Uhr mit
seite im Werthe von 150 Mark und am gleichen Tage in den
Café's Dengler, Roth GBonnet) und Metropole Eßbestecke und Löffel
zus Neusilber, um sie zu verkaufen. Der Angeklagte versichert, nur
vom Hunger dazu getrieben worden zu sein; all sein Bestreben,
Arbeit zu vekommen, sei vergeblich gewesen; die höchsten Herrschaften
zätten ihm durch Lakaien die Thüren weisen lassen, vergeblich habe
resich als Kellner verdingen wollen; lange Zeit habe er von den
Dost gelebt, das er von den Bäumen am Wege pflückte. Die
Vertheidigung regte die Frage an, ob Hunger nicht momentane
Heistesstörung hervorrufen könne, und erwähnte, L. Büchner bejahe
dieselbe. Das Gericht verurtheilte den Mann, der den besten Ein⸗
druck machte, zu 424 Monate Gefängniß, wovon 1 Monat Unter⸗
uchungsyaft in Abrechnung kommt. (EFr. K.)

F Ein Selbstmord wegen zu großer Korpulenz — ein solcher
Fall dürfte in den Annalen der Seilbstmordsiatistik bisher noch nicht
zerzeichnet worden sein. Dieses eigenthümliche Motiv hat nun aber
hatsächlich ein Mädchen aus Brünn in die Fluthen der Donau
getrieben. Der „Mähr. Korr.“ schreibt darüber: Marie Speiz,
ine wegen ihrer ungewöhnlichen Größe und Stärke in Brünn
vohlbekannte Waise, betrieb längere Zeit am Krautmarkt einen kleinen
Wurstwaarenhandel, bei dem sie jedoch in letzter Zeit gänzlich zu
Hrunde ging. Sie begab sich nach Wien, um einen passenden
Dienstplatz zu suchen und blied seit dieser Zeit verschollen. Dieser
Tage erhieit nun ihre in Vrünn lebende Schwägerin einen Brief
on ihr indem sie bekannt gibt, sie könne wegen ihrer Korpergröße
ind Korpulenz nirgends einen Dienstplatz bekommen, da man sie
aͤberall verlache. Dies gehe ihr so zu Herzen, daß sie beschlossen
habe, ihrem Leben in der Donau ein Ende zu machen. In der
Tyhat hat die bedauernswerthe Korpulente diesen Entschluß ausgeführt.

P Trichinosis. In Dingelstedt, Kreis Oschersleben, ist
eine erhebliche Trichinenepidemie ausgebrochen. Zur Zeit sind mehr
als achtzig Krantheitsfälle konstatirt, von denen verschiedene als
hedenklich zu bezeichnen sind. Die Untersuchung wegen dieser trau⸗
rigen, den ganzen Ort in Aufregung versetzenden Angelegenheit ist
bereits im Gange.

In Elberfeld fand am 23. Nov., Abends ein demon⸗
strativer Volksauflauf auf dem Königsplatz Stait, welcher sich gegen
den Verfasser eines in einem Kirchenblatt erschienenen Artikels über
dag Lied Deutschland, Deutschland über Alles“ richtete. Die
Polizei schritt ein und verhaftete mehrere Personen.

— In Bezug auf die Morde in der Gegend yon Vochum
ichreidt man: Das geheimnißvolle Dunkel, welches die wiederholten
ẽcmordungen von Frauen bisher umhüllte, hat sich, wie es scheint,
eeit den letzten Tagen gelichtet. Der muthmaßliche Mörder gehört
nicht etwa der untersten Volksklasse, sondern den besseren Ständen
in 'und ist ein Techniker, der in den letzten Jahren sich öfter in
der Gegend von Bochum aufhielt. Um die Zeit des Mordes an
der Hebamme Becker war er ebenfalls wieder in Bochum. Nach
ceiner Abreise bemerkte der Wirth, bei dem er logirt hatte, einen
Kegenschirm, den er als seinem Gast gehörig erkannte. Er stellte
»enselben zurück, um, ihn dem Gast gelegentlich wieder einzuhän⸗
digen. Vor einigen Tagen nahm der Wirth diesen Schirm zufällig
n' die Hand und bemerkte, daß derselbe über und über mit Blut
»efleckt war. Es stieg nun in ihm der Verdacht gegen seinen
gast auf, daß er der längst gesuchte Mörder sein koönne und in
diesem Verdacht wurde er nm so mehr bestärkt, als er den Ver—
„ächtigen als einen mürrischen, stets verschlossenen und alle Gesell⸗
chaft meidenden Menschen kannte. Ex machte Anzeige, und es
jelang der Bochumer Polizei, in aller Stille sich ein Paar Stiefel
es Verdächtigen aus seinem jetzigen Aufenthaltsort zu verschaffen.
dieselben paßlen in die Fußspuren, welche man an der Stelle
jefunden, wo die Hebamme Becker ermordet worden und von denen
Ran Gipsabgüsse genommen hatte. Auch der Milchbauer, welchem
er Morder mit der Frau Becker vor der That begegnet war, der
hin aber nicht in's Gesicht sehen konnte, weil er sich einen Regen⸗
schirm vorhielt, will sich jetzt erinnern, daß der Begleiter der Frau
gecker jener Techniker gewesen sei, der ihm wohl von Ansehen.
nicht aber seinem Namen und seiner Beschäftigung nach bekanni
vat. Auf diese Verdachtsgründe hin erfolgte der telegraphische
Befehl zur Verhaftung, und dürfte der Mann in diesem Augen—
blick wohl schon gefaßt sein.

Paris, 20. Nov. Barbed d. Aurevilly hat in einem
oeben veröffentlichten Buche „Goethe et Diderot“ die Entdeckung
gemacht, das Goethe groß ist nur durch „die Langeweile, die e
erzeugt'. „Seine Arbeisform bestand nur im Uebersetzen und
Imarbeiten; sein „Faust“ ist auf diese Weise entstanden.“ „Goeth
war“ — so heißi es wörtlich — „von der Are seines Wesen⸗
IAs auf die Haut ein Tölpel!“ Dies zur Kennzeichnung des Fort⸗
        <pb n="749" />
        chritts, den die Franzosen im Verständnisse unserer Literatur machen!

Aus Livorna (Gltalien) kommt die Nachricht von dem
Zusammenstoß des Dampfers „Ortigia“ mit dem französischen
dampfer „Joseph“; letzterer wurde in Grund gebohrt; an Bord
desselben waren 300 Personen, wovon 50 gerettet sind. „Ortigia“
ist stark beschädigt in Livorno eingelaufen.

Die Vorbereitungen zum Viehtransport aus Texras nach
England sind so weit vollendet, daß, wie ein amerikanisches
Blatt mittheilt, auf den „Great Eastern“ mit jeder Reise 20,000
Stück fettes Rindvieh aus Texas auf den englischen Markt ge⸗—
hracht werden können. Das Schiff soll diese Zahl viermal im
Fahre überführen und es wird angenommen, daß die erste Reise
hereits in diesem Jahre stattfinden wird.

Aus Philadelphia wir der „Times“ gemeldet: Die
Ankündigung, daß das Oberammergauer Passionsspiel als Theater⸗
novität in New-York nachgeahmt werden soll, hat große Aufregung
unter den religiosen Körperschaften hervorgerufen. Es sind bereits
Eingaben in Umlauf gesetzt, worin die Regierung aufgefordert wird,
das Spiel zu verbieten, während andererseits auch eine starke
Strömung für die Gestattung des Spiels sich geltend macht.

F Wahl-Puffs in Amerika. Vor uns liegt die
Nr. 44 des in Chicago erscheinenden „Westen“, der Wochenausgabe
der Illinois Staats-Zeitung, vom 31. Oktober. Derselbe bildet
eine jener in Amerika beliebten polhyglotten Nummern, in welchen
nn allen Sprachen zu den Wahl-Urnen gerufen wird. Einige der
frappanten Ueberschriften mögen hier wenigstens eine Stelle finden.
Da lesen wir z. B.: Ihr Berjer erraus!! — Alle Mann up Deck!

— Ran an den Stimmkasten! — Naar de Stembus! — An d'
Schwoba! — E churzes Wort an di schwyzerische Wähler! — Im
llebrigen wechseln mit den deutschen Aufrufen in buntem Durch—
einander, solche in lateinischer, englischer, französischer, irischer,
talienischer, ungarischer, polnischer, spanischer, schwedischer, czechischer
ind dänischer Sprache! Hebräische Aufrufe sind sogar zwei vor—
handen, einer in deutscher Sprache und nur in hebräischen Lettern,
der andere dagegen wirklich in hebräischer Sprache. Da die Illinois
Staats-Zeitung für Garfield ging, so haben alle diese Wahlaufrufe
das Gemeinsame, daß sie sich der deutschen Devise unterordnen,
velche das Blatt an ihrer Spitze marschiren läßt: „Vorwärts für
Freiheit, Wohlstand und Garfield!“

F Eine reiche Gegend ohne alle und jede Industrie.
Trotz der Millionen von Schafen, welche in dem Territorium New—
Mexico gezüchtet werden, befindet sich dort doch keine einzige Wollen⸗
fabrik; irotz der zahllosen Viehheerden, welche dort weiden, ist doch
teine Gerberei daselbst zu finden; trotz der reichsten Waldungen
indet man keine einzige Sägemühle, und trotz des Uederflusses an
saturprodukten zur Eisenerzeugung keine einzige Gießerei.

Tas fidele Gefängniß. Die Zustände auf der Gefängniß—
Insel Fernando Noronha sind von wunderbarer Gemiüithlichkeit.
Jeder Angestellte hat 4 58 Gefangene zur persönlichen Bedienung,
o daß in dem Gefängniß nur sehr wenige bleiben; zwischen den
nit Fußeisen versehenen Gefangenen werden Wettrennen abgehalten;
»s gibt ein Theater, auf dem Gefangene spielen und das Parterre
üllen: es befinden sich dort 1678 männliche und 36 weibliche Ge⸗
angene; letztere sollen einen ganz gewaltigen Einfluß auf der Insel
jaben und ihre Lage ist so günstig, daß sie nach Ablauf ihrer Straf⸗
zeit wieder freiwillig nach der Insel zurückkehren. Schließlich leihen
zie Sträflinge dem Gouverner häufig Geld, um die Gehälter der
gefangenwärter zu bezahlen!! Das setzt der Sache eigentlich die
krone auf.

Die Trunksucht und die Selbstmorde. Die
Borlage eines Gesetzes über „Trunkfucht“ seitens der deutschen
Staatsregierung, dessen Annahme durch die Volksvertretung wohl
als unzweifelhaft erwartet werden darf, wird es gerechtfertigt er—
cheinen lassen, das Thema durch Thatsachen und Zahlen zu illu—
triren: Von allen Seiten ertönt die gleiche Klage über die Brannt⸗
weinpest. In immer steigendem Maße treten die Verheerungen zu
Tage, welche der übermäßige Branntweingenuß unter der Bevölker⸗
ing anrichtet. Die Zahl der Männer, größtentheil s Familienväter,
velche jährlich der Trunksucht, insbesondere dem Schnapsteufel zum
Opfer fallen, schreibt ein schweizerisches Blatt, ist eine erschreckend
—D
Zranntweinpest unter der wenig begüterten Bevölkerung unseres
Landes“, heißi es in einer Eingabe aus dem Elsaß an die Reichs—
regierung, und bemerkt wird, daß sich in Mülhausen der Brannt-
veinsverbrauch in den letzten 8 Jahren verzehnfacht habe. Dr.
Bär, der Oberarzt im Staatsgefängniß Plötzensee bei Berlin, be⸗
iffert in seinem Buche „Der Alkoholismus“ die Opfer dieses Men⸗
schenfeindes in Nordamerika von 1860 -70 auf 300 000 Men-⸗
ichenleben, 100 000 Kinder in Armenhäusern, 150 000 Personen
im Gefängniß, 2000 Selbstmörder, 1 Million Waisen. In Europa

derbraucht England am meisten Alkohol, dann kommen Beigien,
Holland, Dänemark u. s. w. Dr. Bar spricht dem Alkohol jeden
sahrungsstoff ab, erkläri ihn dem gesunden Organismus ganz ent⸗
sehrlich und fordert, daß sein täglicher Gebrauch entschieden ver⸗

nieden werden solle. Ein Mitglied des preußischen Abgeordneten⸗
sauses hat bei Anlaß der Verhandlungen über das Schanksteuergesetz
rklärt, es sei konstatirt, daß *4 aller Gefangenen, ferner die Hälfte
iller Landarmen, welche den Gemeinden zur Last fallen, Brannt⸗
veintrinker seien. Die Branntweinnoth und das Branntweinelend
ei in allen Provinzen des preußischen Staates gleich groß. „Die
vüste Nachtschwärmerei, die zahlreich zerrütteten Ehen, die gemiß—
jandelten Frauen, die Vermehrung der Verbrechen, die Zunahme
der Selbstmorde, die steigenden Kosten der Polizei-Verwaltung und
ieles andere Schlimme sind Folgen des übermäßigen Branntwein⸗
jenusses.“ Was insbesondere die Zunahme der Selbstmorde anbe—
rifft, welche zu einem großen Theil dem Alkohol auf Rechnung
jeschrieben werden können, so hat auf einer neulichen Konferenz
ür innere Mission, der Vorsteher des Trinkerasyls zu Lintorf,
Pfarrer Hirsch, auf Grund eines umfangreichen, statistischen Ma—
erials nachgewiesen, daß eine Steigerung der Selbstmorde stattge—
unden in Preußen seit 1820 um 90 pCt., in Sachsen seit 1830
im 90 pCt., in Bayern seit 1840 um 87 pCt., in Württemberg
eit 1850 um 68, in Baden seit 1850 um 149, in Mecklenburg
eit 1850 um 165, in Deutsch-Oesterreich seit 1820 um 430, in
Frankreich seit 1830 um 186, in Dänemark seit 1840 um 31
pCt. Eine Abnahme der Selbstmorde weise allein Norwegen auf
und zwar um 9 pCt., infolge der dortigen scharfen Gesetzgebung
gegen den Alkohol. Die Schweiz nimmt laut der Statistik in Be—
zug auf das Verhältniß der Selbstmorde zur Bevölkerung eine der
jöchsten Stellen ein und das übermäßige Schnapstrinken wird in
exster Linie als Grund derselben bezeichnet.

F Es kommt häufig vor, daß Briefträger aus Versehen
Briefe an unrichtige Adressen abliefern, die dann von den Em—
afängern, ohne daß dieselben die Adressen prüfen, geöffnet werden.
Unlängst wurde ein Kaufmann, der den an einen anderen Kauf—
nann gerichteten Brief geöffnet und darauf dem Adressaten zuge—
tellt hatte, vom Schöffengerichte zu 50 Mark Strafe verurtheilt.

Mer verichte.

Zweibrücken, 25. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt
Weizen 11 M. 23 Pf., Korn 10 M. 89 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 838 Pf
ierreihige 7 M. 81 Pf., Spelz 7 M. 25 Pf., Spelzkern — M. — Pff
Dinkel M. — pf. ütischfrucht — M. — Pf. Dafer 6 Msl pf,
rfẽrbsen O9 M. 25 Pf., Wicken 6 M. 38 Pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.,
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod 1/ꝛ Kilogr. 57 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 73 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter /2 Kilogr. 1 M. 10 Pf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 24. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M 37 Pf. Korn 10 M. 81 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz 7 M.
11 Pf., Gerste 2reihige — M. — Pf., Gerste kreihige O M. — Pf., Hafer
3 M. 51 Pf., Mischfrucht 10 M. 45 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicken
3 M. 30 Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf., Korn⸗
zrod 6 Pfund 85 Pf., Gemischtbrod 6 Pfund — Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 420 Pf., Hammelnleisch — Pf., Schweinefleisch
60 Pf., Butter J Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Ztr. 1M. 80 Pf.

Kaiserslautern, 28. Nov. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 11 M. 30 Pf., Korn 10 M. 76 Pf., Spelzlern 11 M. 15 Pf., Spelz
7 M. 70 Pf., Gerste 08 M. 74 Pf., Hafer 6 M. 82 Pf., Erbsen 10 M.
33 Pf., Widen 6 M. 60 Pf., vLinsen 16 M. 08 Pf., Kleesamen 43 M. 50
pf., Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 3 Pfd. 41 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pig.
Fur die Redaction verantwortlich: F. x. Deme zz.
v A———
2 — —

Ein Festgeschenk!
Tanz-Album für die fröhliche Jugend
von Hermann Necke.

12 der beliebtesten Tänze für Klavier komponirt und
sehr leicht spielbar.

Preis jeder Nummer 60 bis 16, alle 12 zusam⸗
men in 1 Heste nur M IL.BO.

Dieselben 12 Tänze für Zither bearbeitet von

F. Gutmamnmnm..... A IL. 50
Dieselben für Klavier zu 4 Hünden. .2.—
Dieselben für Violiieen. 40.75
Dieselben für Violine und Klavie 2.—

Die Nothwendigkeit so vieler Bearbeitungen und das
Erscheinen einer 27. Auflage beweisen am Besten, daß
der Komponist das Richtige getroffen. Es ist dieses
Werk ein Fest-Geschenk, welches seinen Zweck erreichen
und wirklich Freude nud Lust bereiten wird.

Gegen vorherige Einsendung des Betrages (Nach⸗
nahme vertheuert um 60 4) versende ich franko und füge
eder Bestellung eine Probenummer von Tonger's Neuer
Musikzeitung nebst Notenbeilage gratis hinzu.

2. J. Tonger's Verlag Coln a. Rh.
—
V.

*
        <pb n="750" />
        Deffentliche
Zustellung.
Vorladung.

Ludwig Klein, 23 Jahre alt,
Schreiber und Reservist von St.
Ingbert, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiermit
borgeladen, am Mittwoch,
den 26. Januar 1381,
Vormittags 29 Uhr, in
der öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. Ingbert
nn dessen Sitzungssaale zu er—
cheinen, damit daselbst zur Haupt⸗
»erhandlung über die gegen ihn
erhobene Anklage wegen uner—
laubter Auswanderung am 12.
Mai 1880 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
eröffnet, daß bei unentschuldig—
tem Ausbleiben seine Verurtheil—
ung auf Grund der vom gl.
Landwehr-Bezirks-⸗Commando
Zweibrücken vom 21. November
(880 nach Vorschrift des 8472
der R.St.«“P.⸗O. abgegebenen
sErklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 23. Nov. 1880.

Der kgl. Amtsanwalt

gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der Gerichtsschreiber
Krieger.
Oeffentliche
Zustellung.
Vorladung.

Johann Joseph Waguer,
26 Jahre alt, Tischler und Er—
atzreservist J. Classe von St.
Ingbert, zur Zeit ohne bekannten
Aufenthaltsort abwesend, wird
hiermit vorgeladen am Mitt⸗
voch den 26. Januar
1331, Vormittags 239
Uhr in der öffentlichen Sitzung
des Schöffengerichts zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale
zu erscheinen, damit daselbst zur
Hauptverhandlung über die gegen
ihn erhobene Anklage wegen un—
erlaubter Auswanderung am 6.
Mai 1880 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
rröffnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtheilung
mif Grund der vom k. Laud⸗
wehr⸗Bezitks⸗-Gommando Zwei—
»rücken vom 10. November
1880 nach Vorschrift des 53472
der R.St.“P.«O. abgegebenen
Frklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 18. Nov. 1880.

Der kgl. Amtsanwalt

gez. Müller.
Zur Beglanbigung:
Der Gerichtsschreiber
Krieger.
De von mir gemachten und
Ddurch Hrn. Hch. Klein hier
verbreiteten Aeußerungen gegen
Schlosser und Krämer Heinrich
Behr nehme ich als unbegründet
urück.

St. Ingbert, 25. Nov. 1880.

Joseph Schwarz,
Rollführer.
*4404

Baron Liebigs
Malto-Leguminosen-Chocoladen
on Starier &amp; Ohuda, Kgl. Hoflieferanten in Stuttgart.
zeben nach Aussprueh erster medisinischer Autoritãten für an
Schxvciche Verclautiumæ leidende Personen, serophuloüse, Plut-
aAr᷑α Kinder. Stillende Fruuen, selt ruαα[αιαα Alοναν
und fiir die direli au sta vrisce geistiue Thiitiukeit oder
anderne Dreanchen ubhermcissis angestrengten Männer
ein voræriqticla nrendes, augenehm schmeckendes Getränb.
hie Chocoladon werden in Form von Taufetn, Pustitllen und
Pltver bereitet. Ein Verzeichniss der üratliehen Anerkennungen
iegt jedem bPaquet bei.
Prei, in Tafeln von !/ Ko. das :/ Ko. M. 2.
aäer Pastillen in Paqueten von o Ko. das Paquet 50 Pf.
des Pulvers pr. Paquet à Ko. M. 2. 50.
* * u n * —7— 4— * 1. 35.
* i/ 120 — 60.
Verkaufsstelle:
in St. In ghert bei J. RACIGI, Conditorei und
GCG. A. Weigand, Apotheker.

IF Gilo'chræeitig empfehlen wir unsere anderen, anerscannt
τιιιανen, mit ItcinEf5çits. Guruntiemurlce verseltænen
Dnocoôtucdtenm. die in allen besseren Conditoreien und Sperereihand-
lungen vorräthig sind.
—— —

— —

Fgifsenschaftlich geprüft u. bequtochtet. PFEnedictingr-
Doppelkräutermagenbitter,
nach einem alten aus einem Be—
nedictinerkloster siammenden Recep
abrizirt und nur en gros ver⸗

sandt von

. PIXGEL in Gottingen

(Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bis,
zt das kostbarste Hausmittel umdf
eßhalb in jeder Familie beliebt
eworden. Der Benedictiner
tnur aus Beftandtheilen zusam⸗
nengesetzt, welche die Eigenschaften
esitzen, die zum Wiederaufbau

eines zerrütteten dahinsiechenden
Zörpers unbedingt nöthig sind.
ẽr ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Hämor⸗
hoiden, Nervenleiden, Krämpfen, Blähungen, Hautaus-—
chlägen (Flechten), Athemnoth, Gicht, Rheumaͤtismus,
Schwächezuständen, sowie bei Leber- und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe
er entfernt den trüben, matten, sorgenvollen Ausdruck des Gesichts, das
gelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist menter und
risch, fiellt die Harmonie des Körpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Gödttingen
erschloffen und mit dem geschützten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 83 M. 30 pf.
2 2 2 2 ⸗ 660 2 e⸗ 6 M. 75 Pj.
Bei 5 Fl. Verpackung frei Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1l Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versfandt durch die Fabril. Attest:

Herr Joseph Rees, Oekonom in Sigiswang bei Blaibach, Be⸗
zirksaint Sonthofen in Bayern (Schwaben), berichtet: Alle Leute fragen
nich, was ich gebraucht habe, daß ich jetzt so munter und wohl iin. Da
ch dies nun Ihrem Benediktiner verdanke, so werde ich allen Leidenden
denselben empfehlen. Gleichzeitig bitte ich um ferne re Zusendung von
Flaichen ꝛc.
Sance

RoerDILABéd
Magenbitter.

Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—

heschwerden, Verdauungsschwäche. Uebelkeit

u. s. w.

Preis A FI. ea. IS0 Gr. Inh. IM.

Rortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.

Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter⸗

Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. Pingel in
götlingen ist zu haben in St. Inabert bei Herrn J.
FXIried rich.
1000 Marb.

Anhängezettel
nit Oesen, auf weißen und far⸗
higen Cartons, beim Verjandt
von Stückgütern sehr praktisch
liefert rasch und billig Zie Buch
und Steindruckerei von
——

Begen Gidt, Rdematismus 1c. selbst in
anz veralteten Fallen, wird „Rtos. Dument's
zidtwasser“ (anti rheum. Liq.) ven vielen
ausend glucki. Gebeilten ale einziges Ra-
icaimittel auf's Warmite enpfohlen. Erfelg
zründlich. Für d, Heilwirkung wird m. cb.
Sumuie zarantirt, Preis!/, gIl. M. 3, , Fl.
R. 3 agg Voreinsdg. eder Nachnahme von
ßenerai · Devot: . A. Metaer in Main;.

j *

Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.
kün uncer⸗ G GAbonnenten „Allustrixtes Sonntagablate

Die unterzeichnete Katharina
Weirich, Ehefrau von
deinrich Behrr, Schlosser hier,
nimmt hiermit alle gegen den
Notariatsgehilfen Joseph
Zchwarz, Sohn von Peter
S—chwarz, Schmied hier, ge⸗—
machten Aussagen und Beschul—
digungen — insbesondere wegen
Verleßzumg des Amtsgeheimnisses
— als unwahr zurück, da die
Sache auf einer Namen s—
verwechselung beruht.

St. Inhbert, 24. Nov. 1880.

Katharina Weirich
Jeνινο. Preis-Meduille
J. Clusse.
Pmpfellenswerth für jede!
Familic!
Anusgezeichnet cowohl z2u Hause
wie auf der Reise, besonders zur
See -- daher füur Aιιια
rer unent behrlien — auf der
Iagd, in den Fabriken, CGewölbon,
Borgwerken ete. ete.

OVE
vοιεαα,
— — —
D
v, 8
474 —

—V
bekannt unter der Devise:
Occidit, qui non servat,
von Ab w keünder and afteniera be«tittaiear
J. VNDERBERG ALBRRODIP
am lathhause
in Ttheæi hheæMnq a. Niederm.
K. K. Hoflieferanut.
Insiaber nieser Dreis Meilaissen.

Der IBROOhEKAuMC. M of Maquq-
stitter ist in ganzen u. halben
Flaschen und in Flacons ächt zu
raben allenthalhen bei den be—
cunntes Herren Debitanten.

In Orten, wo mein Boone-
—XX
nieht oder nielit genügend einge-
hrt ist, werden solide Debi-
anten gesucht.

Warnrenug
yor Flaschen phne mein siegel!
ind ohne die Firma:

AI. Vnderborg-Alhrecht.
Fast vorschonbc!
— — — —
Aan von der ürei rrrrwoltung der faliten
a ofttn Britanniase bersabeitenbernouxuzene
n:cienlager, wird wegen eingerzangenen
freßen Zablungseverpfribltungen und gnau
ber umung der Lotatitaten c
2 *
u 75 Procent unter der
—
chätzung verhaust 3
daber also
äE
sür unr 14 Mart als kaum der Halite des
Veribes vdes bleßen Arbeitelebnes erbhau
nan nachsiebendes änußerit gedienenes vVrß
anniasilber⸗Spriftserrice
F ιν α Arν8 Kontel-
and ird fur das Weißbleiben der Aestec⸗
85* 25 Ianre garantirt An
„Taicelmefser mit vorzuüglichen Stablklingtn
ceer engiiihe Vritaunia Silder Gabela,
massipe Britannia Sil der⸗Spelßeöffel.
zseinine Uritannia⸗Silber⸗-Kaijceröffel,
isViber. Ditunia Silber-Suprenicöpfer,
maffiver Lrirannia Silber⸗ Vi oschöpfer⸗
seinst ciseuirie Präfentir⸗ Tablerts,
vorznugliche Besserleger Vrinan. Silbee.
z sd öne massnve Cierbecher,
Iprachtroue feinite zZucertaffen.
vdorzuglicer Peesser⸗ oder Zuerbehälter,
1Trweesciber setinste Sorte,
deffetivole Salon⸗Tasßelleuchter,
ein ite Alabaster Leuchterauisust.
Stück.
Aue bier angefübrten 50 Stücd Prachtgegen⸗
dände kosten zusammen blos 14 Trait.
Vestelungen gegen Postvorsthus (Rach⸗
rahme) oder vorberiger Getdeinsendung
deiben so sange der Vorrath reicht eiektutrt
rurch die Herren 0
*
—X—
J der Urit.ðilber · Fabriben,
XIMDT.
Hunderte von Danksagumas⸗ und
ungébriefen liegen zur dfieutlichen
2t in uͤnserm Bureau auf.
Iei Beureuungen enugdit Adresse:
lau 4 Kenn. UWiesn.
AAMN—
        <pb n="751" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
Der St. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint wochentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis beträgt vierteljahrlich

1AM 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A6 60 —, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 für die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 190. Sonntag, den 28. November 1880.

— —

Deutsches Reich.

Das General-Komite des landwirthschaftlichen Vereins in
Bayern, berieth über den Entwurf einer Instruktion zum Voll—
zuge des Reichsgesetzes, betreffend die Abwehr und Unterdrückung
von Viehseuchen. Das Komite begutachtete wesentliche Abänder—
ungen des Entwurfes. So soll z. B. die Anordnung und Durch—⸗
führung der gesetzlichen Schutzmaßregeln den Ortspolizei-Beboͤcrden
zugewiesen werden.

Der Steuergesetz⸗ Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkam⸗
mer hat am 25. ds. von den neulich erwähnten Modifikations-Anträgen
zu Art. 2 des Gesetz-Entwurfes über die Kapitalrentensteuer
einen modifizirten Antrag des Abgeordneten Walter angenommen
wonach die Kapitalrentensteuer in folgender Weise anzulegen ist:
mit 1* Prozent bei einer Jahresrente von über 40 bis 300 M.;
mit 2 Prozent von über 300 bis 600 M.; mit 2 Prozent von
über 600 bis 1000 M.; mit 3 Prozent von über 1000 bis 3000
M. und mit 32 Prozent bei einer Jahresrente von über's000 M.
Aus der weiteren Berathung ist noch hervorzuheben, daß der zweite
Absatz des Art. 9, welcher lautete: „Bayerische Staatsangehörige
welche, ohne einen Wohnsitz in Bayern zu haben, sich dauernd im
Ausland aufhalten, sind der Kapitalrentensteuer nicht unterworfen“,
gestrichen wurde.
Bekanntlich hat die Thronrede bei Eröffnung des preußischen
Abgeordnetenhauses die frohe Botschaft verkündet, daß dem Lande
aus den Ueberschüssen der Einnahmen ein Steuernachlaß von 14
Millionen zu Theil werden sollte. Der hinkende Bote kam aber
sosort nach, indem für die Beseitigung des Nothstandes in Ober—
schlesien 30 Millionen gefordert wurden, welche durch ein Anlehen
zu decken sein würde. Jetzt verlautet in Abgeordnetenkreisen gar
noch, daß die Matrikularbeiträge für das kmmende Jahr um 13 -15
Millionen erhöht werden müßten. Für den Steuererlaß bliebe dann
nichts mehr übrig, es sei denn, daß man die Mehrforderung an
Matrikularbeiträgen auch noch durch eine Anleihe decken will, was
jedenfalls eine höchst merkwürdige Finanzwirthschaft wäre.

Der „Reichsanzeiger“ meldet unterm 25. Nov.: Die Genesung
des Kaisers schreitet fort, jedoch kann er das Zimmer noch nichs
oerlassen.

Die „Elsaß⸗Lothr. Zeitung“ meldet amtlich, daß auf Grund
taiserlicher Ermächtzgung der Statthalter eine Kommission eingesetzt
hat zur Prüfung der Staatsangehörigkeit derjenigen Personen,
welche von den Befugnissen, die Art. 2 des Friedensvertrages oder
Art. 1 der Zusatzkonvention vom 11. Dezember 1871 einräumte,
Hebrauch gemacht oder Elsaßz⸗Lothringen bis zum 28. Januar
1873* ohne vorherige Optionserklärung verlassen und seitdem die

deuische Staatsangehörigkeit weder ausdrücklich noch durch Stellung
zur Militärpflicht anerkannt haben. Vorsitzender der Kommission,
deren Anträge dem Statthalter zur Entscheidung zu unterbreiten
iind, ist Unterstaatssekretär v. Puitkamer, Beisitzende die Ministerial—
cäthe Dursy, Hoseus, v. d. Goltz, Staatsrath Klein, Architekt E.
Petiti sen.

Die Waldecker halten es nicht länger aus: ihr Vaterland
muß größer sein. Der Vorsitzende des waldeckschen Landtags hat
dem preußischen Abgeordnetenhause eine Denkschrift übermittelt,
worin geradezu die Annexion des Ländchens als das Ziel der leb⸗
haftesten Sehnsucht des gesammten waldedc'schen Volks, als wahre
Erlösung aus den gegenwärtig ganz unleidlichen Verhältnissen ge—
priesen wird.
Ausland.

In dem am Donnerstag Statt gehabten euglischen Ka⸗
binets rath wurde beschlossen, der Dezembersession des Parlaments
keine Zwangsmaßregeln für Irland vorzuschlagen, da eine Noth—
wendigkeit dazu nicht vorliege. Nach Zusammentritt des Parlaments
beabsichtigt die Regierung, die irische Bodenreformbill einzubringen.

Der erst vor einigen Tagen in Petersburg angekommene
bayerische Gesandte v. Rudhart hatte am 24. Nov. einen heftigen
Congestionsanfall, welcher einen Gehirnschlag befürchten ließ; sein
Befinden hat sich jedoch wieder wesentlich gebessert.

Ein Telegramm der „Polit. Korresp.“ aus Cettinje vom
25. Nov. meldet: Die Zusammenkunft von Bedri Bey und Matta⸗

q

novic in Kunja hat heute stattgefunden. Die Türken forderten,
der Einmarsch der Montenegriner in Dulcigno solle morgen Mittag
stattfinden und die versiegelten Häuser seien unberührt zu lassen.
Beide Forderungen wurden angenommen. Die Unierzeichnung der
Militär-Konvention erfolgte heute.

Vermischtes.

* St. Ingbert. Die Petition der hiesigen Hauseigen⸗
khümer an die Abgeordnetenkammer, betreffend Aenderung des Haus⸗
steuer⸗ Modus, ist identisch mit jener von Augsburg und Kaiserslautern
und lautet wie folgt:

Hohe Kammer der Abgeordneten! Die ehrerbietigst unterzeichneten Haus⸗
besitzer St. Ingberts erlauben sich, einer hohen Kammer der Äbgeordneten bei
Belegenheit der Berathung über die Steuer⸗Reformen zum Zwecke der Er⸗
zielung einer gerechten Besteuerung der Reinerträgnisse aus Hausmiethen ꝛc.
mehrere nicht unbedeutende Gründe in Nachstehendem näher zu entwickeln und
vorzutragen: Die Haussteuer wird von der Roheinnahme aus der Miethe
erhoben und also auch berechnet für Beträge, die ein Einkommen des Haus⸗
besitzers nicht bilden, wie z. B. Kosten der Hausunterhaltung, Wiederherstellung
abgenützter Wohnungsräume, Assekuranz, Auslagen für häufig? und oft kosi—
spielige polizeiliche Anordnungen, Reinigungsarbeiten, endlich Miethentgang in
Folge von unvermietheten Räumen und insolventen Miethern u. s. w. Durch
die ohnehin sehr hoch gegriffene Steuerquote der Roheinnahme wird hiebei
diejenige des Reineinlommens außerordentlich erhöht. Die auf den Häusern
ruhenden Hypotheken werden nicht nur von dem Inhaber versteuert, sondern
auch noch von dem Hausbesitzer, der doch um den Betrag der betreffenden
Dypothekzinsen weniger Einkommen hat. Es ergibt sich deßhalb regelmäßig,
daß nicht sehr hoch verschuldete Hausbesitzer viers und mehrmal so viel von
hrem Reineinkommen Steuer bezahlen müssen, als Besitzer anderer fundirter
Einkommen, wobei der Fall der horrenden Hinterziehung der Kapitalsteuer
von Seite des mobilen Kapitales noch gar nicht berückfichtigt ist. Auf Grund
und proportional dieser äußerst unbilligen Veranlagung werden vom Haus⸗
besitzer auch noch die Kreis⸗ und Gemeinde⸗Umlagen erhoben, so daß die
Wirkung dieser Besteuerung eine den Werth der Immobilien außer ordentlich
zerstörende ist Der Fall einer starken Erhöhung aller Steuern in Folge
größerer Nationalunglücke läme einer völligen Zerstörung des Vermögens sehr
pieler Hausbesitzer gleich. Wir erlauben uns weiter darauf aufmerksam zu
machen, daß der Werth der Häuser im Jahre 1878 durch die damals be⸗
chlossene exorbitante Besitzwechsel⸗Gebühr schon wesentlich erniedrigt wurde.
Die bei der letzten Haussteuer-Revision vorgenommene Abänderung der alten
Besteuerung hit eine weitere Schädigung verursacht, so daß der Besit eines
Hauses sehr häufig statt Rente nur Vermögensverlust verursacht. Endlich
erlauben wir uns noch, darauf hinzuweisen, daß durch diese exorbitante Be⸗
lastung der Hausmiethe-Reinerträgnisse auch die natürliche Entwickelung des
Häuserbaues gehindert und damit eine große Schädigung aller Gewerbe, ins⸗
besondere der Baugewerbe, bewirkt wird. Es wird also in unserer arbeits⸗
losen Zeit die Arbeitslosigkeit künstlich vermehrt. Das Kapital wählt nämlich
lieber die Form der mobilen Werthe, in der es sich leicht selbst der einfachen
Besteuerung entziehen kann, während es in der Anlage eines Hauses einer
unerträglichen Belastung unterliegt. Die ergebenst unterzeichneten Hausbesitzer
stellen nun im Hinblicke auf das Vorgetragene die geziemende Bitte: Eine
hohe Kammer wolle bei der Berathung der Steuerreform darauf hinwirken,
1) daß bei der Berechnung der Haussteuer von der Roheinnahme der Miethen
ein billiger Prozentsatz für die oben erwähnten Ausfälle außer Ansaz bleibe,
2) daß diejenige Steuerquote, die der Hausrente enispricht, welche an den
dypothekeninhaber bezahlt wird, an der Steuer des Hausbesitzers in Abzug
gebracht werden kann. Einer gütigen Würdigung vertrauend, empfehlen sich
hochachtungsvollst einer hohen Kammer ergebenste (olgen die Unterschriften).“

* Wir machen darauf aufmerksam, daß vom 1. Dezember
nächsthin ab diehiesige Eisenbahnstation auch für den
Privat-Depeschen-Verkehr eröffnet ist.

F (GPatent⸗Anmeldung.) 37,059 Karl Schmidt Zwe i—⸗
brücken. Kartoffel⸗-Sortirchlinder.

In Kaiserslautern feierte am 25. 28. das Ehepaar
Entzer seine goldene und dessen Sohn am gleichen Tage seine sil⸗
berne Hochzeit.

Die Verhandlungen des Stadtraihes von Dürkheim
nit einer französischen Gründer⸗Gesellschaft bezüglich der Erwerbung
des dortigen Bades haben sich, wie man der „Pf. 3.“ mittheilt,
„ollständig zerschlagen. An das Zustandekommen dieses Geschäftes
hatte man in Dürkheim große Hoffnungen geknüpft.

— Eine Merkwürdigkeit der internationalen Ausstellung zu
Sidney war ein aus Papiermasse hergestelltes und mit demselben
Stoff gänzlich möblirtes Haus von Stockhohe. Allerdings war

das Gerüst desselben aus Holz gezimmert, die Außenwände dagegen
bestanden aus Steinpappe (Cartonpierre) und waren durch Fül⸗
lungen mit Papierspähnen von den inneren Wänden getrennt. Diese
eigien die reizendsten Arabesken und Stukkaturnachahmungen in
charfen Reliefs und waren entsprechend bemalt. Thüren, Fenster⸗
        <pb n="752" />
        rahmen, Fußböden und Verkleidungen waren aus demselben Material
gefertigt, waͤhrend das ganze Möbelwerk bis herab auf Stiefelzieher
ind Leuchter aus Papiermach bestand; ja sogar ein Kamin und
derschiedene Oefen, in welchen geheizt wurde, waren aus dem gleichen
Stoff. Teppiche und Vorhänge bestanden aus Papier, die Bett—
stellen aus Papiermaché; sebst Bettzeug, Decken, Handtücher, weib⸗
iiche Unterkleider, Hüte und Hauben waren blos aus Cartonpate
zujammengesetzt. Es fanden, wie das „Wochenblatt für Papier—
abrikation zu berichten weiß, in diesem merkwürdigen Gebäude mehrere
Bankete statt, bei welchen Tische, Schüsseln, Teller, Messer, Gabeln
ind Trinkgefüße einzig aus Papiermasse geformt waren. In Sidney
jat sich eine Gesellschaft zur Verwerthung der in diesem Papierhaus
zur Anschauung gebrachten Erfindungen gebildet.

Eine von dem berühmten deutschen Botaniker Ferdinand
Freiherrn v. Müller in Melbourne angeregte, von Alerander
Forrest geleitete Forschungsexpedition hat im nordwestlichen Australien
nicht weniger als 10 Millionen Hektaren schönen Weidelandes,
welches wohl bewässert ist, nachgewiesen. „Alle diese neuen Gegenden,“
chreibt Baron Muͤller, „werden sicherlich bald kolonisirt sein, da
der vorherrschende Westwind vom Ozean die Hitze im Nordwesten
—X
i auf Grund der vom k. Land⸗
Oeffentliche ee Zwei⸗
3 u st ellun g. zrücken vom 10. November
1880 nach Vorschrift des 5472
er R.⸗St. P.O. abgegebenen

5rklärung erfolgen werde.
St. Ingbert, 18. Nov. 1880.

Der kal. Amtsanwalt

gez. Müller.

Zur Beglaubigung:

Der Gerichtsschreiber

Krieger.

Vorladung.
Ludwig Klein, 283 Jahre alt,
Schreiber und Reservist von St.
Ingbert, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiermit
vorgeladen, am Mittwoch,
den 26. Januar 1381,
Vormittags 29 Uhr, in
zer öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. Ingbert
in dessen Sitzungssaale zu er—⸗
cheinen, damit daselbst zur Haupt⸗
verhandlung über die gegen ihn
erhobene Anklage wegen uner⸗
aubter Auswanderung am 12.
Mai 1880 geschritten werde.
Zugleich wird dem Angeklagten
zröffnet, daß bei unentschuldig⸗
em Ausbleiben seine Verurtheil⸗
ung auf Grund der vom kgl.
Landwehr-Bezirks-Commando
Zweibrücken vom 21. November
1880 nach Vorschrift des 8472
der R.⸗St.⸗“P.O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.
St. Ingbert, 23. Nov. 1880
Der kgl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der Gerichtsschreiber
Krieger.

2*
Häusersteuer
betr.

Der Stadtrath von St. Ingbert
jat beschlossen behufs Aenderung
es Haussteuer⸗Modus eine Ein⸗
abe an Hohe Kammer der Ab⸗
eordneten zu richten, welche von
ämmtlichen Hausbesitzern der
3tadt St. Ingbert zu unterzeich⸗
nen wäre.

Es werden deßhalb die Haus⸗
esitzer eingeladen, Sonntag
Morgen auf das unterf. Amt
u kommen, woselbst die Eingabe
ur Unterschrift aufliegt.

St. Ingbert, 27. Nov. 1880.

Das Bürgermeisteramt
Custer.
Ein braver Junge wird in die
Lehre angenommen bei
M. Thiern, Bäcker.
Oeffentliche
Zustellung.

Mohnnngsveränderung.
Ich wohne nun in dem frü⸗
jern Phil. Weigand'schen Hause
n der Blieskasteler Straße.
sEliße Eisenhut, Hebamme
soa. Ras Lies.

Vorladung.

Johann Joseph Wagner,
26 Jahre alt, Tischler und Er⸗
satzreservist J. Classe von St.
Ingbert, zur Zeit ohne bekannten
Aufenthaltisort abwesend, wird
hiermit vorgeladen am Mitt⸗
woch den 26. Januar
R
Uhr in der öffentlichen Sitzung
des Schöffengerichts. zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale
u erscheinen, damit daselbst zur
dauptverhandlung über die gegen
ihn erhobene Anklage wegen un⸗
rlaubter Auswanderung am 6.
Mai 1880 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
rröffnet, daß bei unentschuldigtem
usbleiben seine Vernrtheilung

Die unterzeichnete Katharina
Weirich, Ehefrau von
hdeinrich Behr, Schlosser hier,
iimmt hiermit alle gegen den
dotariatsgehilfen Jo seph
⸗chwarz, Sohn von Peter
5chwarz, Schmied hier, ge⸗
nachten Aussagen und Beschul⸗
digungen — insbesondere wegen
Verletzung des Amtsgeheimnisses
— als unwahr zurück, da die
Zache auf einer Namens⸗
derwechselung beruht.
St. Ingbert, 24. Nob. 1880.
Katharina Weirich.
Druck und Verlag von F.

»es Kontinents beträchtlich mildert, das Land offen daher fieberfrei
st, und die Triften auch in der Sommerhitze durch tropischen Regen
leis grün gehalten werden. Ueberdies machen mehrere vortreffliche
häfen die Gegenden Nordwest⸗Australiens der Schifffahrt leicht zu⸗
Jänglich, was um so wichtiger ist, als der Suezkanal es möglich
nacht, die Produkte dieser neu entdeckten Ländereien dem Süden
ruropa's leicht zugänglich zu machen.

FKomische Änzeigen.) Folgende Blumenlese entnehmen wir
der Sammlung eines Liebhabers: „Ich fordere den Taglöhner Seitz
iuf, seinen Aufenthaltsort anzuzeigen, um mit ihm wegen der
Theilung seiner verstorbenen Mutter zu verhandeln.“ — „Ein
gierkellet ist wegen Altersschwäche zu vermiethen.“ — „Fünf Thaler
telohnung demjenigen, der mir den Verbleib meines am 24. d. M.
ibhanden“ gekommenen Hundes so anzeigt, daß ich denselben ge⸗
cichtlich belangen kann.“ — „Vom 1. Juni ab wohne ich mir
gjegenüber und bitte auch da um gütigen Zuspruch.“ — „Ein
nglischer Hühnerhund ist wegen Eintritt zum Militär zu ver—
kaufen.“
dur die Redaction verantwortlich: F. X. Demesß. F
—— — — ræ ——
Flachs-, Hanf-&amp; Abwerg-
4 —
Spinnerei
dehornreute in Ravensburg.

Wir verarbeiten Fachs, Hanf und Abuerꝗq ũ Garn und
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lngungen. Aueh das Bleichen der Tũcher wird bestens besorgt.

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nũhere Auskunft unsere Agenten:

in St. Inghert, J. Friedrieh,

in Homburg, Franz Barom-
P i DSDie Wohnung,
etrolenm welche Buchbinder Kaiser
e — .
ʒei Gomlieb. inne hatte, ist nebst einem wei
— bleren Mansardenzimmer bis 1.
Meino Wohnung und. Januar beziehbar, zu vermiethen.
Augemslinile Michael Haas, Bäcker
hetnden sgich jetzt

Saarbrũuoken,

Cuncdlstr. IO,. nuhe der
neuen Eritcce.

Nur echt, wenn die beigedruckte
Schutzmarke auf den Eti⸗
quetten steht.
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Vormittafss 10-12 Ubr.
Nachmittafs 2-24 5

Dr. Lòderath.

Augenarzb.

2

—X
vt alz⸗ Extractu. Honig⸗Krauter⸗

Malz Extraet; Caramellen
on L.. H. Plèetseli Co.

Breslau.

Schon seit Jahren litt meine Frau
in einem furchtbaren Husten und
VBrustbeklemmuug, nach Gebrauch
on 2kleinen Flaschen Ihres ausge⸗
eichneten Huste⸗ Nicht (Malz⸗
Extract), fahlte sich dieselbe von Tag
zu Tag besser und nur noch eine
Flasche genügte, um sie vollftändig
wieder gesund zu machen.

Haynau, den 9. Januar 1880.

M. Leissner, Zabhntechniker.

zt. Iahann-Saunrbrükker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
jann, Saarbrücken und Malstatt⸗
hurbach an der Saar zusam⸗
nengenommen das gelesenste
Blati. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
ꝛeljährlich nur 2 M. 50 Pfg.
Fignet sich wegen großer Ver⸗
zreitung vorzüglich für Inserate
eder Art.

Bei Furghc des i 1ustrirten
tuches: Pr. Airy's HOeilmethode
verden sogar Echwerkraule die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
de, wenn nur die richtigen Mittel
ur Anwendung —c— noch
eilung erwarten dürfen, Es sollte
aher jeder Leidende, selbst wenn bei
hm bislang alle Medicin erfolalos
—Wy sich vertrauensvoll dieser

ahrten Seilmethode zuwenden
und nicht säͤumen, obiges Werk an⸗
uschaffen. ECin Auszug“ daraus
z22R V-———— —**

naen

tinig u. allein echte Rinerasque
fienũ ar⸗ mets und, Kall as · Tbee
Laria FZennov. Donat, FYaris, 1621.
urch Kaiseri Verordnung v. 4¶ Jan.
m ganzen deutschen Seiche auch für
zicht Apotheker zum freien Verkaufe ge⸗
auet Von Sr. Mahestaͤt dem 2
on —8 besitzt Maria Benno
on vonai allein drei An⸗
ennungen und von Sr. Heit g eit
—A 58 pendende Auerkenn⸗
ing, Ordens Verleihun und Diplom.
sie Katamels sind die arce Batse
ei selbst schon veraltetem M——
— itigfßer
e —A — jortwahrend
Am Kartoni und Flaschen bei
Seters in St.
AInabert.

u dem weir⸗ *
erdreiteten Buche / 9 Eicht
inden Gicht⸗ und Rheumatismus⸗
deidende die dewährtesten Mittel
4 ihre oft sehrt schmerzhaften
elden angegeben, — Heilmittel.
velche selbstbei veralteten Fällen
noch die ersehute Heilung brachten.
Vrospect gratis u franco. Gegen
kinsendung don 1 Mi. 20 Pfg. wird
Dr Airvy Seilmethode“ und für
20 — das Buch Die Gicht? franco
berau hin versandt von Richter's

srleean Antnalt melmnia.

w

emez in St. Ingbert.
Biern „RAlußlrirtes Sonntaasblatt““ Nr. 22
        <pb n="753" />
        St. Ingberler Znzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich;/ mit dem Haupitblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abounementspreis beträgt vierteljährluch
124 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 146 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswaͤrt:
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 — vro Zeile berechnet.
—1880.
A 190.

Deutsches Reich.

Das General⸗Komite des landwirthschaftlichen Vereins in
Bayern, berieth über den Entwurf einer Instruktion zum Voll-
zuge des Rteichsgejetzes, betreffend die Abwehr und Unterdrückung
don Viehseuchen. Das Komite begutachtete wesentliche Abänder-
ungen des Eutwurfes. So soll z. B. die Anordnung und Durch-
führung der gesetzlichen Schutzmaßregeln den Ortspolizei-Behösrden
zugewiesen werden.

Der Steuergesetz⸗ Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkam⸗
mer hat am 285. ds. von den neulich erwähnten Modifikations⸗Anträgen
zu Art. 2 des Gesetz-Entwurfes über die Kapitalrentensteuer
einen modifizirten Antrag des Abgeordneten Walter angenommen,
wonach die Kapitalrentensteuer in folgender Weise anzulegen ist:
mit 1*42 Prozent bei einer Jahresrente von über 40 bis 300 M.;
mit 2 Prozent von über 300 bis 600 M.; mit 2 Prozent von
über 600 bis 1000 M.; mit 3 Prozent von über 1000 bis 3000
M. und mit 36 Prozent bei einer Jahresrente von über'8000 M.
Aus der weiteren Berathung ist noch hervorzuheben, daß der zweite
Absatz des Art. 9, welcher lautete: „Bayerische Staatsangehörige,
welche, ohne einen Wohnsitz in Bahern zu haben, sich dauernd im
Ausland aufhalten, sind der Kapitalrentensteuer nicht unterworfen“,
gestrichen wurde.

Bekanntlich hat die Thronrede bei Eröffnung des preußischen
Abgeordnetenhauses die frohe Botschaft verkündet, daß dem Lande
aus den Ueberschüssen der Einnahmen ein Steuernachlaß von 14
Millionen zu Theil werden sollte. Der hinkende Bote kam aber
sosort nach, indem für die Beseitigung des Nothstandes in Ober—
schlesien 830 Millionen gefordert wurden, welche durch ein Anlehen
zu decken sein würde. Jetzt verlautet in Abgeordnetenkreisen gar
noch, daß die Matrikularbeiträge für das kommende Jahr um 13-15
Millionen erhöht werden müßien. Für den Steuererlaß bliebe dann
nichts mehr übrig, es sei denn, daß man die Mehrforderung an
Matrikularbeiträgen auch noch durch eine Anleihe decken will, was
jedenfalls eine höchst merkwürdige Finanzwirthschaft wäre.

Der „Reichsanzeiger“ meldet unterm 25. Nov.: Die Genesung
des Kaisers schreitet fort, jedoch kann er das Zimmer noch nicht
oerlassen.

Die „Elsaß-Lothr. Zeitung“ meldet amtlich, daß auf Grund
kaiserlicher Ermaͤchtigung der Statthalter eine Kommission eingesetzt
hat zur Prüfung der Staatsangehörigkeit derjenigen Personen,
welche von den Befugnissen, die Art. 2 des Friedensvertrages oder
Art. 1 der Zusatzkonvention vom 11. Dezember 1871 einräumte,
Gebrauch gemacht oder Elsjaß⸗Lothringen bis zum 28. Januar
1873. ohne vorherige Optionserklärung verlassen und seitdem die
deutsche Staatsangehörigkeit weder ausdrücklich noch durch Stellung
zur Militärpflicht anerkannt haben. Vorsitzender der Kommission,
deren Anträge dem Statthalter zur Entscheidung zu unterbreiten
sind, ist Unterstaatssekretär v. Puttkamer, Beisitzende die Ministerial—
räthe Dursy, Hoseus. v. d. Goltz, Staatsrath Klein, Architekt E.
Petiti sen.

Die Waldecker halten es nicht länger aus: ihr Vaterland
muß größer sein. Der Vorsitzende des waldeckschen Landtags haf
dem preußischen Abgeordnetenhause eine Denkschrift übermittelt,
worin geradezu die Annexion des Ländchens als das Ziel der leb—
haftesten Sehnsucht des gesammten waldecdc'schen Volks, als wahre
Erloͤsung aus den gegenwärtig ganz unleidlichen Verhältnissen ge—
priesen wird.

novic in Kunja hat heute stattgefunden. Die Türken forderten,
der Einmarsch der Montenegriner in Dulcigno solle morgen Mittag
stattfinden und die versiegelten Häuser seien unberührt zu lassen.
Beide Forderungen wurden angenommen. Die Unterzeichnung der
Militär⸗Konvention erfolgte heute.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Die Petition der hiesigen Hauseigen—
hümer an die Abgeordnetenkammer, betreffend Aenderung des Haus⸗
teuer⸗Modus, ist identisch mit jener von Augsburg und Kaiserslautern
und lautet wie folgt:

Hohe Kammer der Abgeordneten! Die ehrerbietigst unterzeichneten Haus⸗
zesitzer St. Ingberts erlauben sich, einer hohen Kammer der Abgeordneten bei
Belegenheit der Berathung über die Steuer-Reformen zum Zwecke der Er⸗
zielung einer gerechten Besteuerung der Reinerträgnisse aus Hausmiethen ꝛc.
mehrere nicht unbedeutende Gruünde in Nachstehendem näher zu entwickeln und
vorzutragen: Die Haussteuer wird von der Roheinnahme aus der Miethe
erhoben und also auch berechnet für Beträge, die ein Einkommen des Haus⸗
hefitzers nicht bilden, wie z. B. Kosten der Hausunterhaltung, Wiederherstellung
abgenützter Wohnungsräume, Assekuranz, Auslagen für häufige und oft kost-
pielige polizeiliche Anordnungen, Reinigungsarbeiten, endlich Miethentgang in
Folge von unvermietheten Räumen und insolventen Miethern u. s. w. Durch
die ohnehin sehr hoch gegriffene Steuerquote der Roheinnahme wird hiebei
diejenige des Reineinkommens außerordentlich erhöht. Die auf den Häusern
ruhenden Hypotheken werden nicht nur von dem Inhaber versteuert, sondern
auch noch von dem Hausbesitzer, der doch um den Betrag der betreffenden
dypothetzinsen weniger Einkommen hat. Es ergibt sich deßhalb regelmäßig,
daß nicht sehr hoch verschuldete Hausbesitzer viere und mehrmal so viel von
ihrem Reineinkommen Steuer bezahlen müssen, als Besitzer anderer fundirter
Einkommen, wobei der Fall der horrenden Hinterziehung der Kapitalsteuer
von Seite des mobilen Kapitales noch gar nicht berücksichtigt ist. Auf Grund
and proportional dieser äußerst unbilligen Veranlagung werden vom Haus⸗
besitzer auch noch die Kreis⸗ und Gemeinde-Umlagen erhoben, so daß die
Wirkung dieser Besteuerung eine den Werth der Immobilien außer ordentlich
zerstörende ist Der Fall einer starken Erhöhung aller Steuern in Folge
größerer Nationalunglücke käme einer völligen Zerstörung des Vermögens sehr
hieler Hausbesitzer gleich. Wir erlauben uns weiter darauf aufmerksam zu
nachen, daß der Werth der Häuser im Jahre 1878 durch die damals be⸗
chlossene exorbitante Besitzwechsel-Gebühr schon wesentlich erniedrigt wurde.
Die bei der letzten Haussteuer-Revision vorgenommene Abaänderung der alten
Besteuerung hit eine weitere Schädigung verursacht, so daß der Besitß eines
dauses sehr häufig statt Reute nur Vermögensverlust verursacht. Endlich
Tlauben wir uns noch, darauf hinzuweisen, daß durch diese exorbitante Be⸗
lastung der Hausmiethe-Reinerträgnisse auch die natürliche Entwickelung des
däuserbaues gehindert und damit eine große Schädigung aller Gewerbe, ins⸗
esondere der Baugewerbe, bewirkt wird. Es wird also in unserer arbeits⸗
lojen Zeit die Arbeitslosigkeit künstlich vermehrt. Das Kapital wählt nämlich
lieber die Form der mobilen Werthe, in der es sich leicht selbst der einfachen
Besteuerung entziehen kann, während es in der Anlage eines Hauses einer
anerträglichen Belastung unterliegt. Die ergebenst unterzeichneten Hausbesitzer
tellen nun im Hinblicke auf das Vorgeitragene die geziemende Bitte: Eine
sohe Kammer wolle bei der Berathung der Steuerreform darauf hinwirken,
i) daß bei der Berechnung der Haussteuer von der Roheinnahme der Miethen
ein billiger Prozentsatz fur die oben erwähnten Ausfälle außer Ansatz bleibe,
M daß diejenige Steuerquote, die der Hausrente enispricht, welche an den
„ypothekeninhaber bezahlt wird, an der Steuer des Hausbesitzers in Abzug
jebracht werden kann. Einer gütigen Würdigung vertrauend, empfehlen sich
jochachtungsvollst einer hohen Kammer ergebenste (folgen die Unterschriften).“

* Wir machen darauf aufmerksam, daß vom 1. Dezember
nächsthin ab die hiesige Eisenbahnstation auch für den
Privat-Depeschen-Verkehr eröffnet ist.

(Patent-Anmeldung.) 37,059 Karl Schmidt Zwe i⸗
brücken. Kartoffel⸗Sortircylinder.

PIn Kaiserslautern feierte am 26. ds. das Ehepaar
Entzer seine goldene und dessen Sohn am gleichen Tage seine sil—
berne Hochzeit.

ꝓ'Die Verhandlungen des Stadtrathes von Dürkheim
mit einer französischen Gründer⸗Gesellschaft bezüglich der Erwerbung
des dortigen Bades haben sich, wie man der „Pf. 3.“ mittheilt,
bollständig zerschlagen. An das Zustandekommen dieses Geschäftes
hatte man in Dürkheim große Hoffnungen geknüpft.

4 Eine Merkwürdigkeit der internationalen Ausstellung zu
A
Stoff gänzlich möblirtes Haus von Stockhöhe. Allerdings war
das Gerüst desselben aus Holz gezimmert, die Außenwände dagegen
zestanden aus Steinpappe (Cartonpierre) und waren durch Fül—
ungen mit Papierspähnen von den inneren Wänden getrennt. Diese
eigien die reizendsten Arabeslken und Stukkaturnachahmungen in
chaͤrfen Reliefs und waren entsprechend bemalt. Thüren, Fenster—

—

Ausland.

In dem am Donnerstag Statt gehabten englischen Ka—
binets rath wurde beschlossen, der Dezembersession des Parlaments
keine Zwangsmaßregeln für Irland vorzuschlagen, da eine Noth—
wendigkeit dazu nicht vorliege. Nach Zusammentritt des Parlaments
beabsichtigt die Regierung, die irische Bodenreformbill einzubringen.

Der erst vor einigen Tagen in Petersburg angekommene
bayerische Gesandte v. Rudhart hatte am 24. Nov, einen heftigen
Tongestionsanfall, welcher einen Gehirnschlag befürchten ließ; sein
Befinden hat sich jedoch wieder wesentlich gebessert.

Ein Telegramm der „Polit. Korresp.“ aus Cettinje vom
25. Nov. meldet: Die Zusammenkunft von Bedri Bey und Matta⸗
        <pb n="754" />
        rahmen, Fußböden und Verkleidungen waren auts demselben Material
gefertigt, während das ganze Möbelwerk bis herab auf Stiefelzieher
ind Leuchter aus Papiermaché bestand; ja sogar ein Kamin und
»erschiedene Oefen, in welchen geheizt wurde, waren aus dem gleichen
Stoff. Teppiche und Vorhänge bestanden aus Papier, die Beit—
tellen aus Papiermaché; sebst Bettzeug, Decken, Handtücher, weib⸗
liche Unterkleider, Hüte und Hauben waren blos aus Cartonpate
zusammengesetzt. Es fanden, wie das „Wochenblatt für Papier⸗
fabrikation zu berichten weiß, in diesem merkwürdigen Gebäude mehrere
Bankete statt, bei welchen Tische, Schüsseln, Teller, Messer, Gabeln
und Trinkgefäße einzig aus Papiermasse geformt waren. In Sidney
hat sich eine Gesellschaft zur Verwerthung der in diesem Papierhaus
zur Anschauung gebrachten Erfindungen gebildet.

F Eine von dem berühmten deutschen Botaniker Ferdinand
Freiherrn v. Müller in Melbourne angeregte, von Alexander
Forrest geleitete Forschungserpedition hat im nordwestlichen Australien
nicht weniger als 10 Millionen Hektaren schönen Weidelandes,
welches wohl bewässert ist, nachgewiesen. „Alle diese neuen Gegenden,“
schreibt Baron Müller, „werden sicherlich bald kolonisirt sein, da
der vorherrschende Westwind vom Ozean die Hitze im Nordwesten
Oeffentliche
Zustellung.

auf Grund der vom k. Land⸗
vehr⸗Bezirks-Commando Zwei⸗
»rücken vom 10. November
1880 nach Vorschrift des 85472
der R.«St.“P.O. abgegebenen
Erklärung erfolgen werde.
St. Ingbert, 18. Nov. 1880
Der kgl. Amtsanwalt
gez. Müller.
Zur Beglaubigung:
Der Gerichtsschreiber
Krieger.

Vorladung.

Ludwig Klein, 283 Jahre alt.
Schreiber und Reservist von St.
Ingbert, nun ohne bekannten
Wohnort abwesend, wird hiermit
borgeladen, am Mittwoch,
den 26. Januar 183831,
Vormittags 29 Uhr, in
der öffentlichen Sitzung des
Schöffengerichts zu St. Ingbert
in dessen Sitzungssaale zu er⸗
scheinen, damit daselbst zur Haupt⸗
derhandlung über die gegen ihn
erhobene Anklage wegen uner⸗
iaubter Auswanderung am 12.
Mai 1880 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
zröffnet, daß bei unentschuldig⸗
tem Ausbleiben seine Verurtheil⸗
ung auf Grund der vom kgl.
Landwehr-Bezirks⸗Commando
Iweibrücken vom 21. November
1880 nach Vorschrift des 85472
der R.«St.⸗“P.O. abgegebenen
eErklärung erfolgen werde.

St. Ingbert, 23. Nov. 1880.

Der kgl. Amtsanwalt

gez. Müller.
Zur Beglanbigung:

Der Gerichtsschreiber
Krieger.
Oeffentliche
Zustellung.

Häusersteuer
betr.
Der Stadtrath von St. Ingbert
jat beschlossen behufs Aenderung
es Haussteuer⸗Modus eine Ein—
jabe an Hohe Kammer der Ab—
eordneten zu richten, welche von
ämmtlichen Hausbesitzern der
Stadt St. Ingbert zu unterzeich⸗
ien wäre.

Es werden deßhalb die Haus⸗
esitzer eingeladen, Sonntag
Vorgen auf das unterf. Amt
u kommen, woselbst die Eingabe
uur Unterschrift aufliegt.

St. Ingbert, 27. Nov. 1880.

Das Bürgermeisteramt
Fuster.
Ein duve Junge wird in die
Lehre angenommen bei
M. Thiery, Bäcker.
Mohnuungsverändernug.
Ich wohne nun in dem frü—
hern Phil. Weigand'schen Hause
n der Blieskasteler Straße.
Elißse Eisenhut, Hebamme
sog. Bas Lies.

Vorladung.

Johann Joseph Wagner,
26 Jahre alt, Tischler und Er⸗
atzreservist J. Classe von St.
Ingbert, zur Zeit ohne bekannten
Aufenthaltsort abwesend, wird
hjiermit vorgeladen am Mitt⸗
woch den 26. Januar
14341, Vormittags 49
Uhr in der öffentlichen Sitzung
des Schöffengerichts zu St.
Ingbert in dessen Sitzungssaale
zu erscheinen, damit daselbst zur
hauptverhandlung über die gegen
ihn erhobene Anklage wegen un⸗
erlaubter Auswanderung am 6.
Mai 1880 geschritten werde.

Zugleich wird dem Angeklagten
eröffnet, daß bei unentschuldigtem
Ausbleiben seine Verurtbeilung

De unterze ichnete Katharina
Weirich, Ehefrau von
deinrich Behr, Schlosser hier,
iimmt hiermit alle gegen den
dotariatsgehilfn Joseph
æIchwarz, Sohn von Peter
—chwarz, Schmied hier, ge⸗
nachten Aussagen und Beschul⸗
igungen — insbesondere wegen
Herletzung des Amtsgeheimnisses
— als unwahr zurück, da die
SZache auf einer Namen s⸗
derwechselung beruht.
—A
Kathartina Weirich.
Druck und Verlag von F.

x.

des Kontinents beträchtlich mildert, das Land offen daher fieberfrei
ist, und die Triften auch in der Sommerhitze durch tropischen Regen
iets grün gehalten werden. Ueberdies machen mehrere vortreffliche
däfen die Gegenden Nordwest-Australiens der Schifffahrt leicht zu⸗
jänglich, was um so wichtiger ist, als der Suezkanal es möglich
macht, die Produkte dieser neu enideckten Ländereien dem Suͤden
Europa's leicht zugänglich zu machen.

4 Komische Anzeigen.) Folgende Blumenlese entnehmen wir
der Sammlung eines Liebhabers: „Ich fordere den Taglöhner Seitz
auf, seinen Aufenthaltsort anzuzeigen, um mit ihm wegen der
Theilung seiner verstorbenen Mutter zu verhandeln.“ — „Ein
Bierkeller ist wegen Altersschwüche zu vermiethen.“ — „Fünf Thaler
Belohnung demjenigen, der mir den Verbleib meines am 24. d. M.
abhanden gekommenen Hundes so anzeigt, daß ich denselben ge⸗
richtlich belangen kann.“ — „Vom 1. Juni ab wohne ich mir
gegenüber und bitte auch da um gütigen Zuspruch.“ — „Ein
englischer Hühnerhund ist wegen Eintritt zum Militär zu ver—
kaufen.“

Faur die Redaction verantwortlich: F. K. Deme g.
— ——
Flachs-, Hanf-&amp; Abwerg-
* —
Spinnerei
Schornreute in Ravensburg.

Wir verarbeiten Flacks, HIanf und Abverꝗq ũ Garn und
Tucher von bester Qualitãt 2u denilligsten Löhnen und Be-
lngungen. Aueh das Bleichen der Tũcher wird bestens besorgt.

Die Rohstoffe nehmen jederæeit in Pmpfang und ertheilen
auhere Auskunft unsere Agenten:

—X

in Homburg, Framz Raron—-

P Die Wohnung,
etro eul welche Buchbinder Kaiser
bei per 3 5 cel inne hatte, ist nebst einem wei⸗
eren Mansardenzimmer bis 1.
Meino Mohnung und Januar beziehbar, zu vermiethen.
Augemtinise Michael Haas, Bäcker.
—IXA
Saarbrũcken,
Caunculstr. IO, næœne der
neuen BEritelsce.

Nur echt, wenn die beigedruckte
Schutzmarke auf den Eti⸗
quetten steht.
Sprechsunden.
Vormittasgss 10-12 Uhr.
Nachmittafss 2-2 4,

Dr. Löderath.

a⸗ J
—Ah
Valz Extractu. Honig⸗Krauter⸗
Malz⸗ Extraet: Caramellen
von I. I. Plctac Co.
Breslau.

Schon seit Jahren litn meine Frau
mn einem furchtbaren Husten und
Vrustbeklemmung, nach Gebrauch
»von 2 kleinen Flaschen Ihres ausge⸗
zeichneten Huste⸗Nicht (Malz⸗
Extract), fuͤhlte sich dieselbe von Tag
zu Tag besser und nur noch eine
Flasche genügte, um sie vollständig
wieder gesund zu machen.

Haynau, den 9. Januar 1880.

I. Leisaner, Zahntechniker.

Augenarzt.

st. Jotann-Saarbrücker

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—⸗
hann, Saarbrücken und Malstatt—
Burbach an der Saar zusam⸗
mengenommen das gelesenste
Blati. Wöchentlich 7mal. Vier—
eljährlichh nur 2 M. 50 Pfg.
Fignet sich wegen großer Ver⸗
zreitung vorzüglich für Inserate
eder Art.

4
Bei de grcg tlIustrtrten
Buchen: Pr. Airv's Heilmethode
werden sogar Echwerkranke die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
Ae,. wenn nur die richtigen Wittel
zur Anwendung — noch
dJellung erwarten dürfen, Es sonte
aher jeder Leidende, selbst wenn dei
ihm bislang alle Medicin erfolslos
ewesen, sich vertrauensvoll dieser

rwahrten Seilmethode zuwenden
und nicht saäumen,. obtges Werk an⸗
zuschaffen. Ein Audzug“ daraus
— ⏑ —————

rn

ifig u. atteis echte Mincratquet
Annremels and Saltaso - Tbee
u arie FennePona, Faris, 1871.
durch Kaiserl. Verordnung v. 4. Jan.
im gamen deutschen Reiche auch für
keeeree zum freien Verkaufe ge⸗
datiet Kon Sr. XMalestat dem Kaifer
r0n —— besißzt Maria Benne
don Donai allein drei ruhmreiche An⸗
erkennungen und von Sr. Keitigteit
dem Fapfl 38 spendende Auerkenn⸗
ang, DrbensVerleihung und, Diplow
die Karamels find die Acherke satse
zei selbst schon veraltete m
vdal⸗u. Nrustteiden. An billiaften
13 ireffer „fe fortwahrent
risc ein in Kartoñt und Flaschen bei
Jean Peters in St.
Inabert.

Adem weite 11 60
erbreieten vuche „Jie Gilst
inden Gicht⸗ und Nheumatismus⸗
Jeidende die dewährteften Mittel
— ihre oft sehr schmerzhaften
veiden angegeben. — Heilmittel,
welche selbst bei veralteten Fällen
noch die ersehute Geilung brachten.
— Vrospert gratis u franco. Gegen
infendung von 1818. 20 Pfg. wird
PDr aAixv Heilethode und filr
660 VPfg. das Bich Die A
berau hin dersandt von Richters
Berlags· AIndalt in Jeipiig.

Deme z in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntageblatt“ Nr. 22.
        <pb n="755" />
        St. Ingberker Anzeiger.

—8—
Der Et. Jugberter Anzeiter und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage ericheint wöͤchentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementévreis betragt vierieljährlich

lMA 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I M 60 F, einschließlich 420 Zustellgebühr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswarit
mit 15 A fuür die viergespaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro ZKeile berechnet.
43 191. Dienstag, den 30. November

1880

Deutsches Reich.

Der Sieuerausschuß der bayerischen Kammer der Abge—
ordneten schritt in seiner Samstag⸗Sitzung zur Berathung des
Gesetzentwurfs, welcher die Einführung einer allgemeinen Ein—
kommensteuer bezielt. Es ist die Einführung einer solchen
Steuer schon seit dem Bekanntwerden des Regierungsentwurfs auf
so vielfachen Widerspruch gestoßen, daß die Ableynung derselben
durch den Ausschuß sich voraussehen ließ. In der allgemeinen
Debatte wurde der Gesetzentwurf durch den Finanzminister v. Riedel
eingehend begründet; es sprachen dann unter anderen auch die
Abgg. Frhr. v. Stauffenberg und v. Schlör für die allgemeine
Einkommensteuer. Bei der Abstimmung über Art. 1 aber wurde
derselbe mit 14 gegen 6 Stimmen abgelehnt, was natürlich die
Ablehnung des Gesetzentwurfes in sich schließt. Dies voraussehend,
hatte der Finanzminister schon vor einiger Zeit eine Reihe von
Aenderungen an dem jetzt geltenden Einkommensteuergesetz vorge⸗
schlagen, um dadurch wenigstens die dringendsten Verbesserungen
dieses Gesetzes herbeizuführen. Es wird nun der Ausschuß dem—
nächst in die Berathung dieser Vorschläge eintreten.

Dem bayerischen Finanzminister fällt ein unerwarteter
Segen in's Haus. Der Malzaufschlag soll nach dem „Vtld.“ ein
Erträgniß ergeben, das ziemlich weit über die Voranschläge
hinausgeht.

Die Handels⸗ und Gewerbekammer für Oberbayern hat
sich auf eine Anfrage der Regierung dahin ausgesprochen, daß ein
Bedürfniß einer reichsgesetzlichen Regelung der Altersversorgung der
Arbeiter und einer Fürsorge für ihre Relikten nicht bestehe und daß
die Einführung von Zwangskassen zu diesem Zwecke nicht befür⸗
wortet werden koͤnne.

Wie der „Allg. Z.“ aus Berlin gemeldet wird, wären die
Congestionen, an welchen Hr. v. Rudhart in Petersburg litt, nur
eine Folge des Klimawechsels gewesen, einen Schlaganfall habe er
nicht gehabt. Demnach wird wohl die Meldung der „Voss. Ztg.“,
die Aerzte hätten ihm gerathen, nach seiner Wiederherstellung Ruß⸗
land zu verlassen, unrichtig sein.

In Berlin ist eine Conferenz von Armenpflegern Deutsch⸗
iands zusammengetreten.

Die Vorarbeiten für das bürgerliche Gesetzbuch für
das deutsche Reich sind der „Magdeb. Zeitung“ zufolge so weit
vorgerückt, daß man den ersten Entwurf desselben nebst den Mo—
tiven in etwa vier bis fünf Monaten vollenden zu können hofft.
Diese Vorarbeiten sind bereits größtentheils gedruckt, aber nicht für
die Oeffentlichkeit bestimmt. Erst der zweite Entwurf, welcher von
der im nächsten Frühjahr zusammentretenden Gesetzgebungskommission
ausgearbeitet werden soll, wird der öffentlichen Beurtheilung über⸗
zeben werden. An den Reichstag aber wird das neue bürgerliche
Gesetzbuch, wie das genannte Blatt bemerkt, schwerlich vor Ablauf
von vier Jahren gelangen.

Ausland.

Der päpftliche Nuntius in Paris hat dem französischen Mi—
nister des Auswärtigen einen Protest der Kurie gegen die Aus—
führung der Märzdekrete (gegen die Ordensgemeinschaften) überreicht.

Ein verhältnißmäßig geringfügiger Vorfall wirft ein interessan⸗
tes Streiflicht auf die oͤsterreichisch-italienischen Beziehungen. In
Mailand wird eine Ausstellung vorbereitet, zu welcher auch
Ausländer, Oesterreicher aus Triest und Trient, eingeladen wurden.
Die Mailänder Arrangeure behandelten aber die Oesterreicher mit
sammt deren Ausstellungsobjekten, als wären dieselben Inländer,
d. h. Italiener. Das Wiener Kabinet remonstririe hiergegen in
Rom durch den öͤsterreichischen Botschafter, aber sonderbarer Weise
ohne Erfolg, worauf den Triestinern und Trientinern die Beschickung
der Mailänder Ausstellung behördlich untersagt worden ist. Die
Italianissimi erkennen sreilich die Berechtigung dieses Verbots nicht

an, sondern klagen wieder einmal über die „Unterdrückung“ ꝛc.,
die Oesterreich ausübe.

In einer zu Hanley gehaltenen Rede wies der englische
Staatsselretär Granville auf die beschämende Lage Irlands
zjin, wo Eigenthum und Leben aller Garantieen der Sicherheit er⸗
mangeln. Es sei unmoͤglich, diese Zustände fortdauern zu lassen;

die Regierung werde dem Parlamente Maßregeln vorschlagen
müssen, welche dem gegenwärtigen Bedürfnisse genügten und die
Zukunft des Landes sicher stellten. Granville gab sodann einen
zeschichtlichen Ueberblick über die Orientalische Frage. Be—
züglich Griechenlands sei kein neuer Vorschlag gemacht; es sei
aber unmöglich, die griechische Frage ungelöst zu lassen. Redner
jedachte des englischen Vorschlages, Smyrna zu besetzen, und
heilte mit, daß Rußland und Frankreich denselben angenommen
jatten; auch Oesterreich versprach anfangs, dem Vorschlage beizu⸗
reten, lehnte aber später ab, in Folge dessen auch Frankreich und
Deutschland die Theilnahme verweigerten. Die Pforte aber be—⸗
chloß, sobald sie Kenntniß von den Pourparlers der Mächte er⸗
sielt, Dulcigno zu übergeben. Granville trat nun für das „euro—⸗
—
noch lange fortdauern werde, und hob die loyale Mitwirkung
Desterreichs, Deutschlands und Italiens hervor. Die Beziehungen
wischen England und Rußland seien durchaus freundschaftlich. Der
Minister schloß mit der Versicherung, daß die Regierung an ihrer
auswärtigen Politik festhalte, indem sie bemüht sei, das euro⸗
zäische Einvernehmen aufrecht zu erhalten und zugleich die volle
Freiheit ihres Urtheils und ihrer Akltion zu wahren. Weiter er⸗
klärte er: England habe kein Bündniß mit Rußland abgeschlossen;
gewiß sei auch seinerzeit kein geheimes Abkommen zwischen beiden
Mächten getroffen. Deutschland übe einen höchst wichtigen Ein—
luß aus, wie es seiner großen Machtstellung in Europa gebühre.
Deutschland sei es gewesen, welches in der orien⸗
tkalischen Frage das europäische Einvernehmen bis
diesen Augenblick aufrecht erhielt.

Nachdem Bedri Bey, der Bevollmächtigte der Pforte, in
Tunja die Konvention über die regelrechte friedliche Uebergabe
Duleignos unterzeichnet hatte, brach Bozo Petrowich mit 4000
Mann montenegrinischer Truppen und 12 Geschützen auf, um die
Stadt und die umliegenden wichtigen Positionen zu besetzen. Am
26. November, Abends 6 Uhr war die Besetzung vollzogen. End⸗
lich doch!

Wie das „Berl. Tagbl.“ hört, wird der bekannte französische
General Fleury, ehemaliger Botschafter des franzosischen Kaifer-⸗
reichs am Petersburger Hofe in Petersburg erwartet. Diese
Reise — wenn sie wirklich zu Stande kommen sollte — wird wohl
nicht verfehlen, in politischen Kreisen große Sensation zu erregen

Wie es scheint, soll jetzt die griechische Frage in den Vorder'
grund gedrängt werden. Nach einem Telegramm des „B. T.“ soll
der König von Griechenland dem deutschen Gesandten Herrn
d. Radowitz, der ihn vor übereilten Schritten warnte, erklärt haben:
„da die Mächte Griechenland nicht unterstützen würden, so wolle
er lieber den Krieg gegen die Türkei für die gerechte Sache riskiren,
welche überdies von den Mächten in der Verliner Konferenz
anktionirt wurde, als innere Konvulsionen Griechenlands erleben,
nachdem dies so viel gethan.“ Ohne Unterstützung der Mächte wird
Griechenland gegen die Turkei nichts ausrichten und an ein direktes
Eingreifen zu Gunsten der Hellenen ist bei keinem Staate, außer
vielleicht bei Rußland, zu denken.

Von den Bevollmächtigten der Vereinigten Staaten
und China's sind ein Handelsbertrag und ein Vertrag betreffend
die Auswanderung unterzeichnet worden. Letzterer Verirag gesteht
der Union die Kontrole nach Maßgabe der amerikanischen Gesetze

über die Einführung chinesischer Arbeiter zu.
—

*St. Jugbert, 29. Nop. In der Sitzung des
Schöffengerichts hier vom 24. Ifdn. Monats kamen fol⸗
zende Fälle zur Verhandlung: Drei Burschen von Heckendalheim
erhielten wegen Körperverletzung, je fünf, — dtei und — vier
Tage Gefängniß; eine Frau aus Altenwaid wegen Verübung gro⸗
hen Unfugs eine Geldstrafe von zwei Mark und ein Mann aus
Hamburg wegen Beitels eine Haftstrafe von drei und wegen Sach⸗
beschädigung eine Gefängnißstrafe von acht Tagen.

*St. Ingbert, 80. Now. Wir erinnern daran, daß
morgen, wie in allen Orien des deutschen Reiches, so auch hier,
die Volkszählung stattfinden wird. Die Zaählungslisten
        <pb n="756" />
        werden zur Ausfüllung schon heute in die Hände der einzelnen
Haushaltungsvorstände gelangen. In dieselben sind einzutragen
die Ortsanwesenden und die voörübergehend Ab—
wesenden und zwar in das Verzeichniß der Anwesenden
die beiden Innenseiten der Liste) ohne Ausnahme alle Personen,
welche von heute auf morgen (vom 30. Nov. auf den 1. Dez.)
in den zu der Wohnung der Haushaltung gehörenden Räumlich⸗
keiten übernachtet haben, ohne Unterschied, ob dieselben dauernd
oder vorübergebend anwesend, Inländer oder Ausländer, Militär⸗
oder Civilpersonen sind. In das Verzeichniß der Abwesenden
(auf der Rückseite des Formulars) sind jene Personen einzutrageu,
welche zwar zur Zeit der Zählung Mitglieder der Haushaltung,
jedoch aus vorübergehendem Anlaß, ohne Aufgabe ihrer
Wohnung oder Schlafstelle, abwesend sind. Als Abwe—
sende werden hiernach beispielsweise die auf Reisen befindlichen
Haushaltungsmitglieder eingetragen. Die Richtigkeit und Voll⸗
ständigkeit der in der Zählungsliste gemachten Angaben ist von
dem Haushaltungsvorstande durch Unterschrift (auf der
Rückseite des Formulars) zu bestätigen. Wo in einem Hause we—⸗
zen Unkenntniß die Zählungsliste vom Haushaltungsvorstande nicht
selbst ausgefüllt werden kann, thut dieses nach den Angaben des⸗
selben der Zähler. Um diesem aber die an sich schon schwierige
Arbeit nicht unnöthigerweise noch mehr zu erschweren, ist es gut,
wenn demselben die nothwendigen Angaben bereitwilligst und möq⸗
lichst rasch gemacht werden.

Die kgl. Kreisregierung läßt, im Hinblick auf die in letz—
ter Zeit wiederholt vorgekommenen Unglücke in Kies- und Sand—
gruben, das Publikum auf die Gefahren bei der Ausbeute solcher
Gruben aufmerksam machen und zu größerer Vorsicht mahnen.

FBei der am 8. Dezember nächsthin Statt findenden Ein⸗
weihung der Stiftskirche in Kaiserslautern wird der kgl.
Konsistorialrath Ho fer als geistlicher Kommissär des kgl. Kon⸗
fiftoriums den Weiheakt vollziehen. Als weltlicher Kommissär wird
der kgl. Regierungsrath Wand der Feier beiwohnen.

Bekanntlich hat sich die Stadt Kaiserslautern an
der Gewerbemuseums-Lotterie mit 1000 Loosen 4 3 Mark be—
theiligt, Fortuna war der Stadt aber nicht besonders hold, denn
die ihr zugefallenen Gewinne betrugen nur M. 424.

4 Der Stadtrath von Kaiserslautern hat mit allen
gegen drei Stimmen das Anerbieten des Herrn Thomas, das Gast—⸗
haus zum Karlsberg gegen das Stadthaus umzutauschen, abgelehnt.

Der Ausschuß fur den Bau einer neuen katholischen Kirche
in Kaiserslautern hat neulich nach einer längeren Debatte
deschlossen, den Neubau in gothischem Style aufführen zu lassen.

Der Gewinner des großen Looses bei der Kaiserslanierer
Gewerbemuseums-Lotterie hat dem dortigen Verschönerungsverein
150 M. zum Geschenk gemacht.

F In Edesheim wurden, wie der „Pf. K.“ hört, vorigen
Samstag sämmtliche Fässer und Keller einer dortigen Firma unter
Gerichtssiegel gelegt, weil Verdacht der Weinfälschung besteht.

F In Winden wurden kürzlich 81 Dezimalen Wingert um
die beträchtliche Summe von 4310 Mark versteigert.

4 Gegenüber der neulichen Mittheilung der „Pf. Z.“, daß sich

die Unterhandlungen wegen Erwerbung des Bades Dürkheim
durch eine franzoͤsische Gesellschaft zerschlagen hätten, erklärt der
„D. A.“, daß die Verhandlungen noch keineswegs abgebrochen seien.

— Der flüchtig gewordene und steckbrieflich verfolgte Einnehmer
Schneider aus Baumholder hat sich am Samstag, von Bel⸗
zien kommend, freiwillig dem Untersuchungsgericht gestellt.

FIn Mannheim sind mehrere Schiffsladungen Schilf⸗
tengel angekommen und in Tabaksfabriken abgeladen worden. Die
Mannheimer zerbrechen sich die Köpfe, was die Fabrikanten aus
den Stengeln machen. Die vorsichtigsten Raucher bitten sich seit⸗
dem Tabat und Cigarren und die Stengel, jedes apart aus.

F Bei einem am 25. Nov. Statt gehabten Treibjagen in
Sobernheim wurde statt einer gehetzten Sau ein Treiber er—
ichossen; derselbe war auf der Stelle todt.

In Dortmund (Westphalen) wurde in der Nacht vom
26. auf 27. November um 1 Uhr ein leichtes Erdbeben, dann
Morgens kurz vor 6 Uhr ein heftiger zwei Sekunden anhaltender
Erdstoß verspürt.

— Der Bürgermeister von Agram hat von dem Erdbeben,
durch welches die Stadt Agram so schwer heimgesucht wurde, fol⸗
genden Gesammtbericht abgegeben: „Zwei Personen wurden ge—
ödtet, dreiundzwanzig verwundet. Kein Gebäude ist unversehrt.
Zwei Dritttheile der Häuser sind beträchtlich beschädigt. Sechs
dirchen und Bethäuser mußten geschlossen werden. Vierhundert
Familien sind obdachlos; viele entbehren selbst das Nothwendigste.
Die Noth und das Elend sind groß.“

F Paris, 25. Nov. Seit einigen Tagen ist die Heirath
des Sohnes von Peter Bonaparte mit der Tochter des bekannten
—öADDDDD———
Die Familie Blanc hat nümlich 40,000 Fres. ausgegeben, um sich
die Blätter günstig zu stimmen oder sie wenigstens zum Schweigen
zu bewegen; und nun klagt ein Blatt das andere an, der Verlock⸗
ing nicht widerstanden zu haben. Bei dieser Gelegenheit erfährt
nan auch, daß Frl. Blanc ihrem Gemahl eine Millon Rente und
ein Zehntel der Einnahme aus der Spielbank von Monaco zuge⸗
zracht, daß der junge Bonaparte außerdem neun Millionen erhalten
jat, über welche er frei verfügen kann.

— Begräbniß eines Lebendigen. Vor einigen Tagen wurde
ein in der Rue de Rocher von Paris wohnhaft gewesener Obst⸗
händler beerdigt. Die religiösen Ceremonien hatten in der Kirche
Z„t.⸗Augustin siattgefunden uünd der Leichenzug war bereits auf dem
Friedhose Stint-Quentin eingetroffen, als plötzlich einer der Be—
imten der Leichenbestattungsgesellschaft den Schrei ausstieß: „Der
Tode spricht!“ — „Du bist wahnsinnig oder betrunken,“ erwidert
hmeein anderer, und schon fing man an, den Sarg in's Grab
hinabzusenken, als plötzlich von allen Anwesenden deutlich und ver⸗
aehmlich der Nuf gehört wurde: „Zu Hilfe! Zu Hilfe!“ Einen
Moment herrschte sprachloses Entsetzen, dann zog man den Sarg
vieder hetaus und öffnete ihn — der Obsthändler war am Leben!
Der angebliche Todte wurde in seine Wohnuug zurückgebracht und
voll sich bereits derartig erholt haben, daß seine Wiedergenesung für
icher gilt!
— — — — — —— — — — —
Fur die Redaction verantwortlich: F. X Demeßz.

ewꝛ
Geschäfts-⸗
Uebertragung.

Ich zeige hiermit an, daß ich un⸗
ierm heutigen mein Geschäft,
Bäckerei

Wirthschaft,
meinem Schwiegersohne Karl
Horft übergeben habe und bitte zu⸗
gleich das mir bisher geschenkte
Vertrauen auch auf ihn übertragen
zu wollen.

St. Ingbert, 29. Nov. 1880.
Achtungsvollst
Heora Jung.

Die Wohnung,
welche Buchbinder Kaiser
inne hatte, ist nebst einem wei—
teren Mansardenzimmer bis 1.
Januar beziehbar, zu vermiethen.

Michael Haas. Bäcker.
Ein braver Junge wird in die
Lehre angenommen bei
M. Thiery, Bäcker.

Der Unterzeichnete hat seine Spielwaaren ausgestellt und
bverkauft dieselben um zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten
Preisen; alte Sachen unter dem Einkaufspreise. Schuh⸗
—X
festen Preisen verkauft. Korbwaaren aller Art, Rohrsessel,
Rlumentische und dergleichen Kinderwagen empfiehlt

J. J. Fiack, jun.
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Druck und Verlag von F. X. Demez in St. Ingbert.

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2 25953 2.2 727272 52 — — 229 —5272 27 —
55 2538 3338— —3 3352353
0 0 3 33 353 —
32235328 5532 —252320*35 25063 53
s23222* 2. 3 532 —7 82* s—8 — 325. 23123 5
22 — 2 — — 2,2 758* — 252 — ——— ——
25 3555 — —25 2: * 582 2 55897
2* * * 5 * —
253 33355353*33383—73 5255 ———
3 7 2
* 533—375333*33335 —22—7 3583 5323335
52 2. — — 2. 2222 —— 5532 25*
25383 782 53337— 232253— 2332.5333 22
.3 —333653* 5235 553 5 23253537
3 —35* 5
—3333 —33533553537 2532 33 —
—— 33553 3——333 3338
25853552 3— —A 2* 23 —— —— —
—3533383523353 — 52333 5323353323
—3 7 — —3 . * — 222 *
3 3 3633
* ⸗ F 2 —3 —— *
222 —5325 358323 33335 557 328—3525
— ——— * ⁊ — 5 . * 2 255
2 * 2 — —A 2 2 —— — * 5
558 2 S 8 252 223 3—23 3732 —3-2
2525232. 95. 28757 — ——
523 5533 — z33335* 2:2 — 7 * 5
— 522—3 232338 2 23 223 3 52 2
2553 2532 2*328353 —22235 2* 75
—3*3353 287 533 835.3 32347 2.:2
* — * * — *2 — —— — 52 — — * 2 2
555 52 — 15332 —
232 223 * 2 2253 32 25* — —22 —22 —53 2322—
5 5 . 3—25— 52 57 725— 52 —3095

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533227 * — 33 * 2 —— —— 8 7* 22 52 332 52
53323322 —— * —233338 3 2533 2.2
33**3 * *58 222., 2 *. 278 — sz, 238
2 * 355335533 2525 225 *8223 — ——
558 3 — — 2. 32 A 22.7 —— 5 —
22 233 533 5822. 3 25 .* — — 53.2
2222 33233333 ——— 06028 255 55 2*2— 35338
272 225 — —— 8 2335538 X ——
——— 89 *3 3*2 2 — 22 32*8 2 3 23338
*3 7* 2 2872.3 —A — 83 * — 3
32*5 8 3 2. 57 8 2 2.
2358 3* 2337
* 522257 — —23272 * 33 3
22 2*5 5 —A 52— 3 2538 * 3.
235S5 125353838* —— 2353533358 2.8 —— 53
25 5 53 25 2537255 33 523233 23827 5
S* *3555 5 2 328333333 *233773 —
2 m273 —c 2532 —— — 5352 22* 2232
? 2*33 38 * 53*42 — — 2222. * **8 8 2
532235 Ez2 733 z38 * 2 —
135233353 — 2 53 —— 2. — 22 — —8 *53 2
22.353 5 . — — 23 3 —A—— 22 2 — 9
2 3323377 23 58 S. —
7535323 — — 22 233233 — 2
9* —5—— —A— 23222. 22. 32,8*2 2 J
2 * — 22 S
282 2
3 222 7 * —8 8. —
2 282 23532 2 32 2358 3 * 222977
15532 2 732333355 233383 — 2 2232 7
122325 553 —— — 55353335 3338
325835353 * 333833353 35 553533333.
*2 35333335 A 23273 72 5
— 3535—57 3 25333538 23 5 2328 7
— 3257— 37* 8 223*
2 22233 *5 353 —2 55327
23223328 A——— 8 7
593 2. 2 3 45 3533352.
53 2523858 253237
—83533
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        <pb n="759" />
        St. Ingberler Anzeiger.

der Et. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöocbentlich, mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonnutag. Der Abonnementsvpreis betragt vierieliährlich

Ao Z einjchließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1A 60 H, einschließlich 40 Zustell jebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
mit 15 2 fur die viergespaltene Zeile Blatischriet oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
18 192. Donnerstag, den 2. Dezember

1880

Deutsches Reich.

Dem „Pf. K.“ wird aus München geschrieben: Reichsrath
dr. v. Neumayr hat das ihm vom Ausschuß der Reichsrath skammer
ibertragene Referat über den von der Abgeordnetenkammer bekannt⸗
ich mit mehrfachen Modifikationen angenommenen Entwurf eines
disziplinargesetzes für richterliche Beamte vollendet, so daß unmittel⸗
„ar nach dem Wiederzusammentritt des Landtages der Ausschuß
zer 1. Kammer darüber in Berathung treten kann. Hinsichtlich
es wesentlichsten Differenzpunktes, welcher zwischen den Beschlüssen
der Abgeordnetenkammer und dem Regierungsentwurf besteht —
der Frage der Dienstentlassung, Art. 6 — wicd, wie ich höre, von
derrn v. Neumayr eine Fassung in Vorschlag gebracht, die geeignet
rin dürfte, auch hier eine Vereinbarung der drei Faktoren der
gesetzgebung herbeizuführen.

Von verschiedenen Seiten laufen jetzt bei der bayerischen
Regierung die Antworten auf, die neulich ergangenen Anfragen
ʒezuͤglich der Arbeiterversicherungskassen ein; es hält
ber noch schwer, aus dem Durcheinander der meistens den Ge⸗
jenstand nur streifenden Erörterungen ein anderes Gesammtergeb⸗
uiß zu erzielen, als daß die Aufgabe durch Schwierigkeiten aller
urt behindert ist. Mit anerkennenswerther Offenherzigkeit sprechen
die Gutachten die Ueberzeugung aus, daß den betreffenden Kreisen
Zas Matetial fehlt, um Einzelvorschläge zu machen. Darüber, ob
nan von Reichswegen den Gegenstand in Angriff nehmen solle,
cheinen die Ansichten getheilt zu sein; doch neigen sich die Stim—
nen von größerer Autorität der Verneinung der Frage zu. Je—
„Fenfalls leuchtet aus Allem hervor, daß wir hier für eine prak—
ische Lösung noch im Anfang des Anfanges stehen.

Auf ein von dem Herrenclub zu Goslar an den Reichs⸗
anzler gerichtetes Glückwunsch-Telegramm, am zehnten Jah⸗
restag der Unterzeichnung des Vertrages mit
Bayern, als der letzten Urkunde über die Wiedervereinigung
zes ganzen deutschen Vaterlandes, hat Fürst Bismarck dieser Tage
olgende Antwort ertheilt: „Ew. Hochwohlgeboren und den Her⸗
en Mitunterzeichnern danke ich verbindlichst für die landsmann⸗
chaftliche Begrüßung am heutigen Jahrestage des Abschlusses mit
Bayern und freue mich mit Ihnen des Ruͤckblicks auf die Ent—⸗
vickelung des Reiches in dieser zehnjährigen Epoche. Wenn heute
msere nationalen Errungenschaften als ein sicherer und natürlicher
Besitz erscheinen und ihnen deshalb von vielen unserer Mitbürger
nicht mehr der Werth beigelegt wird, den sie zu haben schienen,
ils wir sie noch nicht besaßen, und wenn wir in unserem Be⸗
treben nach Befestigung derselben Gegner finden, auf deren Bei⸗
tnd wir damals rechneten, so macht mich diese Erscheinung in
zer Ueberzeugung nicht irre, daß das deutsche Nationalgefühl stark
jenug sein wird, festzuhalten, was deutsche Kraft gewonnen hat.“

Der deutsche Kaiser ist von seinem Unwohlsein völlig
vieder hergestellt.

In Bundesrathskreisen werden Verhandlungen einiger⸗
naßen lebhaft besprochen, welche darauf abzielen, das waldecksche
Ländchen an Preußen zu annektiren. Veranlaßt sind
ziese Verhandlungen durch die Stimmung des waldeckschen Landtags,
welcher rückhaltlos der Vereinigung des Laändchens mit Preußen
uneigt und welcher dabei, vorausgesetzt, daß seitens Preußens ge⸗
visse finanzielle Vedingungen erfüllt werden, auf eine zustimmende
Haltung des Fürsten rechnen zu können weiß.

Friedrichsruhe, das Tuskulanum unseres Reichskanzlers,
hat in diesen Tagen eine Reihe von Diplomaten gesehen, deren
esuche uns beweisen, daß der Fürst Bismarck immer flott bei der
Arbeii ist. Besonders die deulschen Botschafter waren entboten;
o Graf Schweinnitz, Fürst Hohenlohe, Prinz Reuß, doch war
auch der sranzösische Gesandte, Graf St. Vallier, anwesend.

Auf ein an Fürst Bismard gerichtetes Begrüßungs-Telegramm
don 8300 in Düsseldorf versammeiten Mitgliedern des Vereins
der deutschen Eisenhüttenleute, worin dieselben für das Wohlwollen
anken, welches der Reichskanzler für die Industrie durch die Ueber—
iahme des Handelsministeriums auf's Neue bekundet habe, dankte
ꝛer Reichskanzler der „Rordd. Allg. Ztg.“ zufolge telegraphisch und
aate die Versicherung hinzu, er werde fortfahren, das Amt des

I

Handelsministers „im Interesse der nationalen Arbeit wahrzunehmen,
su deren Schutz und Förderung er dasselbe übernommen habe.“

Nach der dom kaiserlichen statistischen Amte aufgestellten
Nachweisung über die deuische Auswanderung nach übersee—
schen Ländern aus den Häfen Bremen, Hamburg, Stettin und
Antwerpen in den ersten neun Monaten des Jahres 1880 betrug
dieselbe 79,958 Personen (48,329 männlich und 31,629 weiblich.)
Die meisten Auswanderer beförderte Bremen, nämlich 39,758.
Nach den Vereinigten Staaten von Amerika gingen 77,629 Per—
onen; während im Jahr 1872 die Auswanderung 96,248 Personen
hetrug, wanderten 1878 nur 19,758 aus; im Jahre 1879 stieg
die Zahl auf 25,546, die im Jahre 1880 sich nach obiger Angabe
um 54,412 wiederum erhöhte.

Ausland.

In Wien und in vielen andern Städien Oesterreichs feiert
die Bevölkerung mit frohem, offenem Jubel den hundertjährigen
Bedenktag seines großen Kaisers Josef und in Posen begeht zu
lleicher Stunde der polnische Adel und die polnische Geistlichkeit
n aller Stille den fünfzigjährigen Gedenktag des pol⸗
nischen Aufstandes vom Jahre 18330.

Wie aus Paris gemeldet wird, hat Viktor Hugo sich an
zie Spitze einer Substription gestellt, durch welche Garibaldi in
zessen Vaterstadt Nizza ein Denkmal errichtet werden soll. Wenn
nan bedenkt, daß in Nizza heute noch eine starke italienische Anti—
innexionspartei besteht, der Garibaldi zu wiederholten Malen die
räftigsten Ausdrücke seiner Sympathie gespendet hat, so wird man
s erklärlich finden, wenn selbst unter den republikanischen Ver—
hrern des greisen Dichters patriotische Zweifel über die Ange—
nessenheit der Zeit und des Ortes (vom französischen Standpunkt
aus) für einen solchen Verherrlichungsakt laut werden sollten.

Der französische Senat hat bei Berathung des Kultus—
Budguts die von der Regierung vorgeschlagene und von der Depu—
irtenkammer herabgesetzte Summe für die Besoldung der Bischöfe
vieder in der ursprünglichen Höhe eingestellt. — Die Deputirten—
ammern nahm in ihrer Sitzung vom 29. Nov. eine Vorlage über
die Unentgeltlichkeit des Elementarunterrichts an.

Die englische Regierung hat ein Garderegiment nach Ir⸗
saud beordert. Die Lage scheint in dem bedauernswerthen Land
ich also neuerdings noch verschlimmert zu haben. Bekanntlich will
die Regierung in Bälde gesetzzgeberisch vorgehen, um die grauen—
jaften Mißstände auf der „grünen Jusel“ zu mildern. Möchte
dieser Wille ein ernster sein und ihm die geeignete That folgen!

Aus Petersburg kommt die allerdings nicht sonderlich
iberraschende, aber um so mehr beachtenswerthe Meldung, daß
Rußland den von den Kurden so hart bedrängten Persern beistehen
volle. Vorläufig zwar nur an den Grenzen; doch der Appetit
'ommt bekanntlich beim Essen und Rußland hat einen großen Magen!

Die türkisch montenegrinische Streitfrage ist durch
zie nunmehr ohne nennenswerthen Widerstand seitens der Albanesen
»ewerkstelligte Uebergabe von Dulcigno an die Montenegriner glück⸗
ich beseitigt. Nun kommt die türkisch-griechische Grenzregelungs—
rage an die Reihe. Was diese anbelangt, so sind die Großmächte
arüber einig, die Sache nicht zu beeilen, und in der That haben
ie bis jetzt dämpfend und mäßigend auf Griechenland einzuwirken
zerstanden. Hoffentlich wird die unter dem leitenden Einflusse
Deutschlands stehende gemeinschaftliche Thätigkeit der europäischen
diplomatie nach und nach auch hier den Ausgleich finden.

Die rumänische Thronfolgefrage ist durch eine in seinem
eigenen und im Namen seiner Kinder erfolgte offizielle Erklärung
es Fürsten Leopold von Hohenzollern, wonach er die Erbfolge im
Fall des Todes des Fürsten Karl annimmt, geregelt. Es hat hier⸗
—
Thronfolges Statt gefunden.

Das Deutschthum wird im nächsten (47) Kongreß
der Vereinigten Staaten durch sechs Mitglieder des Re⸗
räsentantenhauses vertreten sein, nämlich W. Heilmann ans In⸗

iana, Richard Günther aus Wisconsid und Dietrich Smith aus
Illindis, alie drei Republikaner; ferner Nikolaus Muller von New—
hork, Leopold Morse (Maus) aus Massachusetts, P. V. Deuster
us Wisconsin, sämmtlich Demokraten.
        <pb n="760" />
        Vermischtes.

*St. Ingbert, 2. Dez. Die hiesige Häusersteuer—
petition hat an den zwei Tagen, an denen sie auf dem Bürger—⸗
meisteramte zum Unterzeichnen auflag, ca. 300 Unterschriften erhalten.
Dieselbe wurde bereits am Dienstag an unsere Vertreter im Land—
zage, Herrn Oberappellrath K. Schmidt in München, abgeschickt.

FIn Oberwürzbach fand am 28. Nov. die Lehrerwahl
Statt. Lehrer Josef Nohr von Niedergailbach wurde von den
anwesenden Gemeinderäthen fast einstimmig gewählt.

4 Im Wahlkreis Kaiserslautern-Kirchheimbo—
landen entfalten die Demokraten (Volkspartei) eine energische
Thätigkeit, um für ihre Sache Propaganda zu machen. Nachdem
auf ihre Veranlassung neulich eine Versammlung in Rockenhausen
Statt gehabt, wo sie indeß den in erdrückender Mehrheit erschienenen
Nationalliberalen gegenüber den Kürzeren gezogen, arrangirten sie
tür vergangenen Sonntag eine Versammlung in Kirchheimbolanden.
Das demokratische Programm wurde dort vor einem zahlreichen
Auditorium entwickelt von Dr. Her z, Mannheim, und Leopold
Sonnemann, Frankfurt. Entgegen traten denselben die Hrn.
Deiß, Offstein, Josechh Seyler und Thieme, Kirchheimbolanden.
Die Versammlung nahm ab und zu einen tumultuarischen Charakter
an. Resolutionen wurden nicht zur Abstimmung gebracht. — An
dem gleichen Tage fand in Schifferst adt eine von etwa 350
Personen besuchte Versammlung der Zentrumspartei Statt. Dr.
Siben von Deidesheim besprach das Verhalten der Partei im
Reichstage und die Stellung derselben den Gesetzesvorlagen gegen⸗
über. Pfarrer Wot he sprach über die religiöse Frage und Dr.
Jäger und Einnehmer Paulus aus Speyer über ländliche
Freditvereine und Raiffeisen'sche Darlehens-Kassen.

4 In einer Correspondenz der „Frankf. Pr.“ „aus der Pfalz“
wird für den Wahlkreis Kaiserslautern-Kirchheim—
holanden an Stelle des kein Mandat mehr annehmenden Geh.
Sanitätsraths Dr. Zinn Herr Bezirksamtmann Schmitt in Kai⸗
serslautern als Reichstagsabgeordneter vorgeschlagen.

FDer Kaiserslauterer Geflügelzuchtverein will im
nächsten Frühjahr'auch eine allgemeine Geflügelausstellug veranstalten.

4 Rächsten Sonntag den 5. Dezember, Nachmittags, findet
zu Laängmeil eine Versammlung der freisinnig-nationalen Par—
ei des Wahlkreises Kaiserslautern-Kirchheimbolanden Statt; in
derselben wird der seitherige Vertreter dieses Wahlkreises, Dr.
Zinn, über seine Thätigkeit im Reichstag Bericht erstatten. Auf

der Tagesordnung stehen außerdem: „Resolution“ und „Partei⸗
organisation“.

Se. Maj. der König haben dem kathol. Psarrer Michael
S„chane in Gersheim den Titel und Rang eines kgl. geist⸗
ichen Rathes und in Rücksicht auf dessen seit 50 Jahren mit
Treue und Eifer geleistete Dienste das Ehrenkreuz des Ludwigs⸗
Irdens zu verleihen geruht. Die feierliche Uebergabe des Dekretes
iber die Titelberleihung, sowie die Ordensüberreichung findet durch
—
ember, Morgens 10 Uhr, in Gersheim Statt.

4 Auch in Ludwigshafen wurde eine judengegnerische
betition zur Unterzeichnung im Umlauf gesetzt.

4 Als Kuriosum sei erwähnt, daß das Gäßchen an der Syna⸗
joge zu Speyer den Namen Stöckergasse führt und diese Be—
eichnung an der Synagoge selbst angeschlagen ist.

— Auch der Gemeinderath von Neunkirchen hat sich dem
Vorgehen gegen das „Neunkircher Tageblatt“ angeschlossen und be⸗
chlossen, demselben Inserate und Druckarbeiten nicht mehr zu
iberweisen.

Ginterlassenschaft eines Hausknechtes.) Der jüngst in
refsath verstorbene Hausknecht des Gastwirths S. hinterließ
einen Erben mehr als einen Zentner meist alte Münzen, als
Zechser, Guldenstücke, Kronenthaler ꝛe., die sich in kleinen Päckchen
n den verschiedensten Verstecken nach und nach vorfanden und von
»em Verstorbenen aus den erhaltenen Trinkgeldern im Laufe langer
Jahre angesammelt und gänzlich erträgnißlos liegen gelassen worden
varen.

— Generallieutenant v. Cranach hat im Auftrage des deutschen
daiserpaares dem Weihbischof Dr. Baud ri zu Köln eine pracht⸗
voll gestickte Altardecke zur Erinnerung an die Anwesenheit der
Majestäten bei der Dombaufeier überreicht.

4 Nachdem sich die Zufuhr frischen Fleisches aus Australien
us ausführbar erwiesen hat, sollen jetzt Anstalten getroffen werden,

die englische Hauptstadt allwöchentlich mit über 6000 Zentnern
olchen Fleisches zu versorgen.

4 Massenvergiftung. Wie amerikanische Blätter melden, wurde
unlängst bei einem Hochzeitsmahl in Knorbille (ennessee)
zdurch ein Versehen Arsenik zur Würze der Speisen gebraucht, wo—
durch 27 Gäste vergiftet wurden.

Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demest.

Bekanntmachung.

In Gemäßheit des 8 45 des
Reichsgerichtsverfassungsgesetzes
sowie der Bekanntmachung des
igl. Staatsministeriums der Ju⸗
stiz vom 1. August l. J. wird
hiermit bekannt gegeben, daß
für die Ausloosung der Haupt-
schöffen zur Festsetzung der Rei⸗
henfolge derselben in den or⸗
dentlichen Sitzungen des Jahres
1881 die öffentliche Sitzung des
. Anpagenc vom Mittwoch
den 8. Dezember nächsthin des
Vormittags um 929 Uhr be—
stimmt ist.

St. Ingbert, 30. Nov. 1880.
Der kgl. Oberamisrichter:
Köonig.

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LO. Vogelsang.

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iegt jedem Paquet bei.
Prei- in Tafeln von !/ Ko. das 3 Ko. M. 2.
der Pastillen in Paqueten von!/io Ko. das Paquet 50 Pf.
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2 33 — —5 2 53 235 — D5* — —— 8 C
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—A 2322 2. 52 7223 2 25 *23 28
— ——— 3* — — *— ——
382247 2. ISEZ. 2 * — — — 2233
— 2 —— * —a * t —A— —
—A — 1553 3333 *532 335333538
53- 232 5 2 223232. * ————— 233— * —A
* 24 2 — — — F 2*
553 335 532 25555255 3833— 7 532
33333—3 2535 2*23373333533235335
2 2 2
z222533 352 32235 3. 5336 I535 33 35 3323
2855335* 538335 33 333 33558 ——
*52 3 * 3 2 37 23 — 73 5 8
2533683 2 335358. 2385 —33 —3333—332
2 2.22255 — — 323—358 233 *22 58
2353883 22533 —3533333833233 535*2338
—5858. —2 2.3* 2 2 33,5525 2 83 * 5
— 52 58 28 2 55233 — — —
—z233272 2260 238. —535 535—33353
22. 2
2532 —A 535324657 33355532 2
* 2 * 2 22.28 23232 8 5 —*
553335 3353 22838 33323283
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        <pb n="763" />
        St. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich/ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal? Dieustag, Donnerstag, Samotag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierteljahrlich
M) A0 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A GOA, einschließlich 40 Zustellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswärit
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
—1880.

anr
Deutsches Reich.

Der Steuergesetzausschuß der bayerischen Abgeordneten⸗
kammer berathet gegenwärtig über die von der Staatsregierung für
den Fall der Verwerfung der allgemeinen Einkommensteuer einge—
reichten Modifikationen zum Einkommensteuergesetz fort. Der Art.
l. dieses Einkommensteuergesetzes wurde nunmehr in folgender
Fassung angenommen: „Wer ein Einkommen bezieht, welches nicht
aus Erträgnissen von Grund und Boden, Häusern, Realrechten,
von Kapitalien oder Gewerben fließt, unterliegt hierfür der Ein—
tommensteuer.“ Eine längere Debatte verursachte der Art. 11,
welcher von den Befreiungen von der Einkommensteuer handelt.

In Berlin empfing am 1. Dez. der Kaiser in besonderer
Audienz den bayerifchen Gesandten Grafen Lerchenfeld, welcher sein
Beglaubigungsschreiben überreichte. — Der Botschafter Fürst Hohen⸗
lohe ist an demselben Tage nach Paris abgereist.

Mit der Absicht des Fürsten Bismarck, bereits im
Dezember nach Berlin zu kommen, scheint es ernst werden zu
wollen; wenigstens ist man in Regierungskreisen darauf vorbe⸗
reitet. Man will dort wissen, der Fürst sei entschlossen, an den
mit seinem Eintreffen beginnenden Vorarbeiten des Bundesrathes
für den Reichstag einen besonders thätigen Antheil zu nehmen.

Nach der „Voss. Ztg.“ wird die Berufung einer aus Auf—
sichtsbeamten und im praktischen Dienst der Industrie stehenden
Personen zu bildenden Kommission, welche den Gesetz-Entwurf,
hetr. die Anzeige von Unfällen in Fabriken und ähnlichen
Betrieben, sowie den Entwurf von Vorschriften, betreffend den
Schutz gewerblicher Arbeiter gegen Gefahren für Leben und Ge—
sundheit begutachten soll, in nächster Zeit erfolgen. Die Kom—
mission wird mit dem Rechte ausgestattet sein, weitere Sachver⸗
ständige nach ihrem Ermessen behufs mündlicher Vernehmung zu
ihren Berathungen heranzuziehen.

Der Etat für die Verwaliung der kais. deutschen Reichs⸗
Marine auf das nächste Etatsjahr veranschlagt die Einnahme
auf 405, 152 M. (44,180 M. mehr als im Vorjahre). Die fort⸗
dauernden Ausgaben betragen 28,848,126 M. (6, 249,837 M.
mehr als im Vorjahre). Die einmaligen Ausgaben sind auf
11,373,511 M. (2,285.939 M. weniger als im Voriahre) ver⸗
anschlagt.

versichert, daß die französische Regierung friedlich gesinnt sei, so
ist wohl anzunehmen, daß — nichis geschieht; das ist wenigstens
immer das allerfriedlichste. Weiter bersicherie Barthelemy, nach
der Ansicht der französischen Regierung wäre der Zusammensturz
des osmanischen Reiches ein schreckliches Ereigniß, das man um
jeden Preis verhindern oder doch hinausschieben müsse.

In der französischen Adreßdebatte hat der auswärtige
Minister Barthelͤmy de St. Hilaire ein überaus bezeichnendes Wort
allen lassen: „Frankreich müsse sich nach dem 1870 von Europa
Erfahrenen in sein Zelt zurückziehen.“ Auch in jenem an sich
riedliebenden französischen Gelehrten herrscht also die Einbildung,
daß Frankreich nach dem Mißlingen seines 1870 gemachten Ueber—
alles auf das Eintreten Europa's zu Gunsten seiner früher auf
»eutsche Kosten gemachten Erwerbungen Anspruch gehabt habe.
Jetzt erklärt er sich allerdings für ernüchtert. Hoffentlich dauert
diese Stimmung bei ihm wie bei anderen Leuten in Frankreich an.

Die europäische Flottendemonstration, welche nach der
Uebergabe Duleignos programmgemäß ihre Daseinsberechtigung
derloren hatte, kann, wie es scheint, nicht ohne Weiteres zu seligem
Ende gelangen dem „B. T.“ wird aus London darüber telegraphirt:

„Englands Vorschlag, wegen Zusammenbleibens der inter⸗
aationalen Flotte, geht es wie allen Gladstoneschen Vorschlägen.
Rußland stimmt sofort zu, Oesterreich erklärt sich un⸗
deutlich und halb und ist überdies hierbei im Falle des Hausherrn,
der unmöglich zuerst zum Aufbrechen mahnen kann, da sich doch
die Flotte in seinen Gewässern befindet. Frankreich, anfangs
zögernd, lehnte ab und Deutschland lehnte sofort das weitere
Verbleiben der gemeinsamen Flotte ab. Dieselbe wird also dem—⸗
nächst sich auflösen. Die griechische Frage bleibt somit bis
zum Frühling aufgeschoben.“

Meldungen aus Charkow (Rußland) zufolge ist dort eine
zeheime Druckerei entdeckt worden. Mehrere Druckhmaschinen, eine
Anzahl Dolche und Revolver, Exemplare der revolutionären Zeitung
„Semlja i Wolja“, falsche Pässe und Stempel wurden aufgefunden.
Zwei der revolutionären Partei angehörige Personen wurden ver⸗
haftet. — Auch in Kiew wurde eine geheime Druckerei entdeckt.

Pfalzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

Bei der in Zweibrücken am 6. Dezember nächsthin beginnenden
Schwurgerichtssession pro 4. Quartal 1880 kommen folgende Fälle an den
unten näher bezeichneten Tagen zur Berhandlung:

Am 6. Dez, Vormittags /29 Uhr: Benedilt Fischer, 18 J alt,
Schuster von Hanhofen, zuletzt Fabrikarbeiter in Ludwigshafen, wegen Todt⸗
cchlags. Staalisanwalt: Petri, Vertheidiger: Rechtsanwalt Kieffer. Nach⸗
mittags 8 Uhr: Christian Haufser, 27 J. alt, Bahnarbeiter von Alt⸗
stadt, zuletzt in Wellesweiler, wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit.
Stactsanwalt: Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanwalt Giessen. — Am 7. Dez.,
Vormittags!/9 Uhr: Margaretha Weis, 24 J. alt, Ehefrau von Wil⸗
helm Jo st, Schuster in Pitmasens, wegen Körperverletzung mit tödtlichem
Erfolge. Staatsanwalt: Kieffer, Vertheidiger: Rechtsanwalt Gink. — Am
8. Dez., Vormittags /29 Uhr: Philipp Ernst, 81 J. alt, Leinenweber
und Miurer in Winterbach, wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Staatsan⸗
valt: Kieffer, Vertheidiger: Rechtskandidat Schuler. — Nachmittags 8 Uhr:
Leonhard Beck, 49 J. alt, Winzer von Gimmeldingen, wegen Verbrechens
vider die Sittlichkeit. Staatsanwalt: Petri, Vertheidiger: Rechtsanwalt
Schmidt. — Am 9. Dez., Vormittags */29 Uhr: Maria Lorenz, 27
J. alt, Ehefrau von Johann Hager, Maurer in Kaiserslautern, wegen
Meineids. Staatsanwalt: Peiri. Vertheidiger: Rechtsanwalt Schmidt. —
Am 10. Dez. Vormittags :/29 Uhr: Henriette Blunm, 40 J. alt, Ehe⸗
rau von Wilheln Bohrmann, Pferdehändler in Speier, wegen Mein⸗
eids. Staatsanwalt: Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanwalt Gebhardt. —
Am 11. Dez., Vormittags /29 Uhr: Anna Maria Hofsaß, 24 J. a.,
Dienstmagd von der Benjenthaler Muhle, Gemeinde Deidesheim, wegen Kinds⸗
mords. Staatsanwalt: Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanwalt Gink. — Am
13. Dez., Vormittags/19 Uhr: Marx Julius, 29 J. a. Kaufmann in
Mannheim, wegen Meineids. Staetsanwalt: Peiri, Vertheidiger: Rechtsan⸗
valt Kieffer. — Am 14. Dez, Vormittags/29 Uhr: Georg Reuther,
Postexpeditor von Bruchmühlbach, wegen Unterschlagung im Amte. Staats-
anwalt: Dr. Krell, Vertheidiger: Nechtsanwalt Kieffet. — Am 185. Dez.,
Rachm. 8 Uhr: Jalob Mahl, 22. J. a., Maurer von Spesbach, wegen
dörververletzung mit tödtlichem Erfolge. Staatsanwalt: Kieffer, Vertheidiger:
Rechtspraltiani Berdel. — Am 16. Dez., Vormittags! / 29 Uhr: 1) Fried⸗
rich Reinhard, 19 J. a., Schreinergeselle von Frankenec, 2) Heinrich
81483, 35 J. a., Schreiner zu Germersheim, ersterer wegen Meineids, letz-
terer wegen Anstiftung hiezu. Staattanwalt: Petri, Bertheidiger: Rechtslan—
didat Schuler und Rechissaänwalt Gebhart. — Am 17. Dez, Vormittags 3.29

Anusland.

Der österreichische Finanzminister hat in dem Budgei
Desterreichs für 1881 ein Defizit von 28 Millionen Gulden
herausgerechnet.

Aus Paris 29. Novbr. wird gemeldet: Die Communarden
werden immer frecher. Gestern demonstrirten sie auf dem Kirchhos
von Levallois Perret, und da die Polizei nicht dulden wollte, daf
sie die Gräber der standrechtlich erschossenen Communards schmück—
ten, veröffentlicht heute Olivier Pain einen Brief an Rochefort,
worin er den Gedanken ausspricht, man sollte auf einem der Plätze
don Paris den hingerichteten Communards ein Denkmal errichten.
Natürlich ist Rochefort ganz einverstanden und fordert auf, den
Pariser Gemeinderath zu ersuchen, er wolle einen Platz bezeichnen,
wo ein Denkmal „den für die Republik gefallenen Kämpfern von
1871“ errichtet werden soll. Ob die nach der Popularität der
Wähler von Belleville schielenden Gambetta und Genossen wohl
allmälig merken, auf welche schiefe Ebene sie durch die Amnestie
zerathen sind? Ihre Popularitätshascherei wird ihnen nichts hel⸗
fen, wenn die Bestie einmal losbrechen wird, und allem Anschein
nach dauert das nicht mehr so gar lang.

Der französische Senat berieth dieser Tage das Budget des
Aeußeren, wobei natürlich die Politik der Regierung besp rochen und
je nachdem gelobt und getadelt wurde. Der Minister Barthéléͤmy
St. Hilaire vertheidigte Frankreichs Betheiligung an der Flotten⸗
demonstration vor Dulcigno, welche der Sache des Friedens ge—⸗
dient habe; durch Frankreicht Einsicht sei diese Demonstration in
den Schranken gehalten worden, in welchen sie geblieben ist. (Seht
eng waren aber diese Schranken, so eng, daß die Geschichte schließ⸗
lich recht lächerlich wurde. Das Beste ist, daß sie jetzt zu Ende
ist.) Wie es mit der „Regulirung der griechischen Grenze“ gehen
wird, darüber wußte der Minister nichts anzugeben; da er aber
        <pb n="764" />
        Uhr: 1) Katharina Danter, 46 J. a., Ehefrau von Ph'lippZiehl,
) Katharina Ziehl, 19 J. 'a., Tochter der Vorigen, beide von Friesen—
Jeim, wegen Neineibs. Staatsanwalt: Kieffer, Veriheidiger: Rechtskandidal
Fleischmann. — Nachmittags 8 Uhr und 18. Dez.: Johann Ripplinger,
48 J. a. Fuhrmann von Kaiserslautern, wegen Meineids. Staatsanwalt: Dr
Krell. Vertheidiger: Rechtsaänwalt Loem.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 3. Dez. Wie der Leser aus einem
Inserat der heutigen Nummer des „Anz.“ ersehen, beabsichtigt der
Bewerbe-Verein die Gründung eines Vereines zur Unterstützung
der wirklich Armen und zum Schutze gegen die Hausbettelei.
Es ist diese Absicht des Gewerbe⸗Vereins eine sehr lobens werthe
und zeitgemäße; denn es ist die höchste Zeit, daß der übertriebenen
Hausbettelei, bei der gerade die Unwürdigsten von den verabreichten
uͤnterstützungen den Löwenantheil ziehen und die in ihren Folgen
so gemeinschädlich und demoralisirend wirkt, Schranken gezogen werden.
In den benachbarten preußischen Städten hat man schon vor einiger
Zeit Vereine gegen den Bettel gegründet, und man empfindet die⸗
selben heute als eine große Wohlthat. Da man aber hier so gut
wie anderwärts den Wunsch nach Abhilfe trägt, so ist nicht daran
zu zweifeln, daß die Absicht des Gewerbe-Vereins allqgemeine bei⸗
fällige Aufnahme finden wird.

4— Die kgl. Regierung der Pfalz hat sich in Sachen her u m⸗
ziehender pfälzischer Musikanten zu der nach⸗
stehenden Kundgebung d. d. Speier 29. Nov. veranlaßt gesehen:
Nach einer der k. Regierung vom kaiserlich deutschen Konsulate
in Helsingfors zugegangenen Mittheilung hat sich im Laufe des
vergangenen Sommers eine größere Anzahl von deutschen Musi⸗
kanien (auch aus unserer Gegend) nach Finnland begeben, um in
cleineren Abtheilungen von 5 bis 7 Mann in den einzelnen Häu—
sern in den Städten und auf dem Lande Musikstücke zu exekutiren
und ihren Lebensunterhalt bei den Hauseinwohnern als Entgelt
für ihre Leistungen zu erbitten. Gegen das zahlreiche und das
Bedurfniß weit überschreitende Auftreten solcher wandernder Musik—
gesellschaften, bei geringfügigen musikalischen Leistungen, ist in der
hortigen einflußreichen Presse lebhaft agitirt und dasselbe sogar als
eine neu auftretende Landplage besprochen worden. Es steht daher
zu befürchten, daß diese Musiker, falls sie im kommenden Jahre
abermals so zahlreich dort auftreten sollten, nicht mehr den nöthi⸗
gen Lebensunterhalt sich würden verdienen können und daß selbst
die polizeiliche Erlaubniß zum Musiziren erheblich wird einge⸗
schränkt werden. Das kgl. Bezirksamt Zweibrücken wurde ange⸗
viesen, die seinem Bezirke angehörigen Musikanten, welche um
Reisepässe nach Finnland nachsuchen, auf diese Verhältnisse in ge⸗
eigneter Weise aufmerksam zu machen.

In Sachen der Arbeiterversicherung hat der —A
hrücker Gewerbeverein aus dem Ministerium in Mün—
hen nachstehende Zuschrift erhalten: „Der Gewerbeverein Zwei⸗
oͤrücken, welcher, soviel bekannt, der Frage der Unfallversicherung
hesonderes Interesse zuwendet und behufs möglichst günstiger Ge⸗
staltung der Versicherungsbedingungen mit verschiedenen Unfallver⸗
sicherungs-Gesellschaften Verhandlungen gepflogen hat, wird ersucht,
— — wichtigsten
in dieser Angelegenheit erstatteten Gutachten und Referate dem
igl. Staatsministerium des Innern, Abtheilung für Landwirthschaft,
Gewerbe und Handel zur Einsicht in Vorlage zu bringen. gez.
o. Pfeufer.

4 Nach der „Pfälz. Post' waren vorigen Donnerstag sämmt⸗
liche Vürgermeister des Bezirks Zweibrüscken beisammen, um
iber ein dem verlebten Bezirkgamtmann Damm in Zweibrücken
nuf dem Friedhof aufzustellendes Denkmal zu berathen, und wurde
beschlossen, dasselbe um den Betrag bis zu 3000 Mark aufstellen
zu lassen.

4Durch Beschluß des k. Amtsgerichts Faiserslautern
bom 30. Nob. 1880 wurde über das Vermögen des Gastwirthes
Ernst Thomas in Kaiserslautern — Hotel Karlsberg — aui
dessen Antrag der Konkurs eröffnet.

4 Das't. Amtsgericht Ebenkoben scheint den Weinhänd—
lern scharf auf die Finger zu sehen; wie die „Ggt.“, berichtet,
wurden in Hainfeld am Dienstag die Kesler von 4 Weinhändlern
amtlich versiegelt.

Der 27 Jahre alte Winzer Franz Weidner von Diedes—
feld'wollte vor einigen Tagen ein geladenes Gewehr auf seine
Fhefrau in seiner Wohnung abfeuern, welches zwar versagte. Der
liebe Ehegatie, gegen welchen Untersuchung wegen Mordversuchs
eingeleitet ist, hat nun die Reise nach Amerika angetreten.

4 Als ein Zeichen der Zeit isi es zu betrachten, wenn bei
Vergebung des Schulhaus-Umbaues in Herschberg durchschnitt⸗

äch 27,33 pCt., bei einzelnen Arbeiten aber bis zu 50 vOt. ab⸗
geboten wurden.

4 Um bei dem Kampfe gegen die Weinverfälschung auch die
Unterstützung der Staais- und Reichsgesetzgebung zu gewinnen, sollen
auf Anregung des Winzervereins zu Königsbach zu geeigneter
Zeit Adressen. wo möglich von Vertretern aller Weinorte der Vfalz

interzeichnet und von hoher königl. Regierung unterstützt, dem
ayerischen Landtag und dem Reichstag zugehen. Der Vorstand
des Königsbacher Weinproduzentenvereins hat bereits den Fürsten
Bismarck und' den Landtags- und Reichstagsabgeordneten Dr. Völk
mit allen Uebelständen, an denen die Weinindustrie leidet, bekannt
gemacht und diese Herren um ihren Beistand aur Abhilfe gebeten,
den dieselben auch zugesagt.

— Die diesjährige Session des Landrathes der Pfal z wurde
am Mittwoch Mittag im Lyceumssaale zu Speyer durch Se.
Exc. Herr Staatsrath Regierungspräsidenten v. Braun eröffnet.

— Von der außerordentlichen Sorgsamkeit, mit welcher pere u⸗—
zische Behörden in Rechnungssachen zu Werke
Jehen, gibt das nachstehende Beispiel Zeugniß. Ein in Saar—⸗
zrücken wohnender Militär⸗Invalide hatte diesen Sommer auf fis—
alische Kosten eine Badekur gemacht. Vor einigen Tagen erhielt
ex auf Veranlassung der Intendantur des 8. Armeecorps vom
Ldandwehr-Bezirkskommando die Nachricht, daß ihm damals zu we—
nig Geld ausbezahlt worden sei. Es wurde ihm demgemäß auf—⸗
gegeben, eine neue Quittung auszustellen und den der Aufforder—
ung beigefügten Betrag in Empfang zu nehmen. Dieser Betrag
estand in einem sorgfältig eingewickelten einzigen Pfennig.
—A

4 Nachdem es den fortgesetzten Bestrebungen eines gewissen
Wißwässer in Mannheim gelungen ist, sich in der Pfalz, und
war in den Verwaltungsbezirken Germersheim, Kirchheimbolanden
ind Neustadt, eine Anzahl von Anhängern zu verschaffen, die außer
nach seinem Namen, Wißwässerianer, sich auch „den Verein oposto—
lischen und augsburgischen Bekenntnisses“ nennen und schon öfter
Anlaß zu Klagen in den Gemeinden gegeben haben, und nachdem
die kgl. Regierung der Pfalz die kgl. Bezirksämter aufgefordert hat,
darüber zu wachen, daß die Wirksamkeit dieses Vereins in den
Schranken, die solchen Vereinen durch den 84 der zweiten Verfas—
ungsbeilage gezogen sind, bleiben, so hat auch das kgl. Konsisto—
rium die ihm untergegebenen Dekanate, Pfarrämter und ständigen
Bikariate angewiesen, die weltlichen Behörden in ihren Bemühungen
uim Aufrechthaltung der gesetzlichen Ordnung zu unterstützen.

4 Der bad. Bienenzuchtverein hat aus Larnaka auf Cipern
eine Sendung von 100 Bieuen, worunter eine Königin, erhalten,
durch welche die heimische Race verbessert werden soll. Diese Send⸗
ung machte die Postreise über Beyrut, Alexandrien, Triest und die
Brennerbahn in einem mit Zucker, Honig und Wasser zweckmäßig
nusgestatteien Behälter. Die ciperische Biene ist durch einen fast
durchsichtigen Hinterleib ausgezeichnet und wird selbst der italien⸗
schen vorgezogen. die weniger stechlustig und lichter gefärbt ist als
die deutsche.

In Hanau wurde vom Schwirgericht ein Dienstknecht,
der einen 14jährigen Knaben, welcher ihn „Honigdieb“ genannt,
erschlagen und auf einem Heuboden 2 mm tief im Heu vergraben
hatte, wegen Todtschlags mit Ausschluß von Milderungsgründen
dem Antrag des Staatsanwalts gemäß zu 10 Jahren Zuchthaus
und Verlufl der hürgerlichen Ehrenrechte auf die gleiche Dauer ver—⸗
urtheilt.

Straßburg. Zur Zeit wird hier ein heißer Kampf,
zum Glück nur in den Spalten unserer Zeitungen ausgefochten,
der für das Fleisch konsumirende Publikum nur von guten Folgen
jein kann. Ein Konsortium größerer Landwirthe hat hier nämlich
eine eigene Verkaufsstelle errichtet, um das produzirte Fleisch un⸗
nittelbar zu bedeutend niedrigeren Preisen an die Konsumenten ab⸗
geben zu iönnen, wie die eigentlichen Metzger. die doch erst vom
dändler, oft aus dritter, vierter Hand Vieh kaufen. Das Syn ⸗
Ritat der Metzger sucht nun das Unternehmen in den Zeitungen
n den Augen des Publikums nach Möglichkeit herabzusetzen, wo⸗
gegen die UÜnternehmer sich entsprechend vertheidigen. — Jedenfalls
»ann das Publikum durch solche Konkurrenz nur gewinnen.

pKolmar, 24. Nov. Vor der Strafkammer des Land⸗
gerichts dahier kam dieser Tage folgender interessanter Un ter⸗
shlagungsfall zur Verhandlung: Von 1869 bis 1870 war der
n dem Bankgeschaͤft der Gebr. Emil und Mayer Rothschild zu
Mühlhaufen beschäftigte Kommis Armand Ganser in Folge
ingünstiger Spekulationen der genannten Firma eine erhebliche
Summe schuldig geworden, die er bei seiner im Jahre 1870 er⸗
olgten Uebersiedelung nach Paris nicht bezahlen konnte. Unter den
ur Sicherung der Giäubiger von ihm hinterlegten Papieren befand
ich ein Loos der Prämienanleihe der Stadt Paris, welches bei der
im 15. April 1879 vorgenommenen Ziehung 200,000 Francs
jewann. Der Gewinn wurde von der Deutschen Effeklen⸗ und
Wechsel⸗Bank zu Frankfurt für Rothschild eingezogen, ohne daß
Hanser von seinem Glück Mittheilung erhielt. Emil Rothschild
zegab sich im September 1879 nach Paris, versuchte, den Ganser
u bewegen, die Quittung über die Hinterlegung der Papiere zu—⸗
ückzugeben und, als er sich darauf nicht einließ, einen vom 31.
Jan 1879, also 8 Monoie zurückdatirten Schein über die Ab⸗
sretung der Papiere zu unterschreiben. Auf die Frage des Ganser,
Wekeines der Loose gewonnen habe. wurde ibm mit Nein geant⸗
        <pb n="765" />
        wortet, und er unterschrieb den vorgelegten Schein, jedoch unter Bei⸗
fügung des richtigen Datums. Als er einige Zeit später von seinem
Gewinn Kenntniß erhielt und Dieß Rothschild mittheilte, gab der—
selbe an, das Loos sei schon lange verkauft, entschloß sich aber
nach langen Verhandlungen, dem Ganser 200,000 Franks nach
Abzug der Forderung der Firma auszuhändigen. Die Staatsan-
waltschaft erhielt jedoch Kenntniß von dem Vorgang, und das Land⸗
gericht Mühlhausen verurtheilte Emil Rothschild zu 2/3 Jahren,
Mayer Rothschild zu 1*13 Jahr Gefängniß. Durch das Reichs⸗
zericht wurde dieses Urtheil wegen Formfehlers kassirt und die Sache
zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht Kolmar verwiesen.
Ganser, als Zeuge vernommen, erklärte, daß er das Eigenthum an
den bei Rothschild deponirten Papieren nie aufgegeben habe; das
Bankgeschäft hätte zwar, wenn es in Verzug gesetzt worden wäre,
die Papiere verkaufen können; es sei Dies jedoch nicht der Fall
gewesen. Die Staatsanwaltschaft beantragte Bestätigung des ersten
Urtheils, die Vertheidigung Freisprechung. Das Gericht verurtheilte
Emil Rothschild wegen Unterschlagung zu 1 Jahr, Mayer Roth—
schild zu 6 Monaten Gefängniß und beide zu den Kosten.

F Der Oldenburger Spar- und Leihbank sind durch
einen bereits verhafteten Beamten 40,000 M. unterschlagen worden.
Die Bank erhält jedoch volle Deckung. Zunächst sind nämlich in
Berlin bei Sternberg u. Co. 20,000 M. als Eigenthum des
Defraudanten mit Beschlag belegt, sodann aber wird der interessante
Zufall gemeldet, daß sich unter den beschlagnahmten Papieren ein
mit einem Gewinn von 40,000 FIrs. gezogenes Freiburger Loos
borgefunden hat.

Am Abend des 29. Nov. wurden in Berlin, den dor⸗
tigen Blättern zufolge, von sämmtlichen Ausgaben von Heine's
Werken diejenigen Bände, die das Gedicht, Schloßlegende“
enthalten, in den Buchhandlungen konfißzirt. (In dem ge—
aannten Gedichte soll nämlich eine Majestätsbeleidigung vorkommen.)

FeReminiscenzen an Josef II. Fast alle größeren öster⸗
ceichischen Zeitungen brachten am 80. Nov. d. J., dem hundert⸗
ährigen Gedenktage des Regierungs-Antritts Josefs II., besondere
Festnummern, welche speziell dem Andenken des großen Kaisers ge—
widmet sind und neben größeren Aufsätzen eine Menge kleiner Anek⸗
doten und Reminiscenzen enthalten, aus welchen wir folgende
charakteristische herausheben: Interessant ist das Urtheil Friedrich
des Großen nach seinem Zusammentreffen mit Josef, das er am
16. September 1770 an Voltaire schrieb: „Ich habe den Kaiser
gesehen, der sich vorbereitet, eine große Rolle in Europa zu spielen.
Er ist an einem bigotten Hofe geboren und hat den Aberglauben
abgeworfen; ist in Prunk erzogen und hat einfache Sitten ange—
nommen; wird mit Weihrauch genährt und ist bescheiden; glüht
von Ruhmbegierde und opfert seinen Ehrgeiz der kindlichen Pflicht
auf, die er wirklich äußerst gewissenhaft erfüllt; hat nur Pedanten
zu Lehrern gehabt und doch Geschmack genug, um Voltaires Werke
zu lesen und ihr Verdienst zu schätzen.“ — Und als Friedrich die

Nachricht vom Tode Maria Theresias erfuhr, bemerkte er: „Nun
deginnt eine neue Ordnung der Dinge!“ Diese Prophezeiung er—
füllte sich, Oesterreich streifie die letzten Fesseln des Mittelalters ab.
fFParis, 1. Dez. Gestern wurde im Bureau der Nord—
bahn am Börsenplatz in Paris ein Korb mit ungefähr 400,000
Frks. gestohlen. Die Diebe blieben bis jetzt unentdeckt. (K. 3.)
7 Halskrausen aus blühenden Veilchen. Eine originelle Mode
ist in den letzten Tagen bei der ersten Vorstellung des „Poͤre
prodigue“ in Paris in die Oeffentlichkeit getreten: es sind dies
die Veilchenkrausen. Viele junge Damen trugen nämlich zwischen
zwei Wellen weißer Spitzen eine Guirlande natürlicher Veilchen,
welche vom Halse bis zur Taille herabhing. Anf der Bühne
hatte Fräulein Cléry, die Darstellerin einer der Hauptrollen, eine
gleiche Blumenkrause an einem weißen Kleide mit rother Sammt⸗
Echarpe angebracht.

f Die Neubefestigung von Paris. In einem längeren
Artilel über die Neubefestigung von Paris schreibt das „Militär—⸗
Wochenblatt“: Die Neubefestigung von Paris und seiner Umgebung
ist mit Ausnahme des inneren Ausbaues einzelner Forts, so wie
der Anlage einiger Zwischenwerke thatsächlich beendet. Das Gesetz,
die Neubefestigung der französischen Hauptstadt betreffend, hat im
Laufe der sechs Jahre, die zur Vollendung derselben bestimmt waren,
in einigen wesentlichen Punkten Abänderungen erfahren, so daß
sich die Befestigungen bei Paris in Wirklichkeit anders darstellen,
als nach dem erwaͤhnten Gesetz vom 28. März 1874 anzunehmen
war. Sämmtliche Befestigungsanlagen werden in drei große Grup⸗
pen zusammengefaßt, die als das verschanzte Lager des Nordostens
(don der untern Seine bis zum Marneufer bei Lagny), des Süd⸗
ostens (zwischen Marne und Seine) und des Westens bezeichne!
werden. Wenn, wie 1870 die Hauptkräfte einer Zernirungsarme⸗
außerhalb des Geschützfeuers der Forts aufgestellt werden sollen
so würde die Zernirungslinie 70 bis 80 Kilometer in dem Ver—⸗
theidigungssektotr zwischen der unteren Seine und der Marne be—
ragen, und nach französischer Ansicht eine Truppenmacht von 6

bis 8 Armeekorps beanspruchen. Die Einschließungslinie auf dem
Abschnitt im Südosten (zwischen Marne und Seine), welche im
Jahre 1870 kaum 185 Kilometer betrug, müßte unter den jetzigen
Verhältnissen eine Länge von etwa 35 Kilometer erhalten. Der
Umkreis, auf dem die Forts der Süd⸗ und Westfront liegen, hat
eine Ausdehnung von etwa 45 Kilometer; eine Zernirungslinie, 8
Kilometer von den Forts angenommen, würde 658 Kilometer lang
sein. Die Großartigkeit der jetzigen Befestigung von Paris, für
welche seit 1874 60 Millionen Francs verwendet wurden, geht
am besten aus der Angabe hervor, daß die Länge einer Linie, welche
die am weitesten vorgeschobenen Werke miteinander verbindet, 120
Kilometer beträgt.

Die Aufmerksamkeit der Stadt Rom theilt sich in diesem
Augenblicke zwischen drei großen Gegenständen. Der erste ist die
devorstehende Ministerkrisis, der zweite der Zwangscours, der dritte
heißt „Le Koellerine“ und ist auf der Piazza Colonna zu sehen.
Dort hat nämlich ein neuer Bierwirth weibliche Bedienung einge—
führt und seine Heben, vielleicht weil ihm das Wort dafür im
Italienischen fehlte, mit dem deutschen Namen Kellnerinnen bezeich—
net. Bedienung durch Kellnerinnen nach Art der „Duvalschen
Bouillons“, sagten die Anzeigen; die Romer italienisirten das Wort
schleunigst und machten Kellerine daraus. Die Sache scheint ihnen
recht neu zu sein; denn Jung und Alt, gut und schlecht gekleidete
Herren und Damen drängen sich an Thür und Fenster des Wirths-
jauses, um das unerhörte Institut dex Schenkmädchen in Augen—
schein zu nehmen. Es ist eine der aufregendsten Revolutionen, die
Rom noch erlebt hat, dies Dutzend schwarz gekleideter Kellnerinnen
mit weißen Schürzen.

FMailand, 28. Nov. Wie Wiener Bläiter mittheilen,
ist der deutsche Banquier Emil Oppenheim aus Mailand ausge—
wiesen und von einer italienischen Militär-Escorte an die Grenze
zeschafft worden.“

Der Kapitän und sechs Mann von der Besatzung des eng⸗
ischen Kriegsschiffs „Sandfly“ sind von den Eingeborenen der
Salomoinseln ermordet worden.

— Nach einer für unsere Verhältnisse gewiß nicht parteiischen
Quelle nämlich nach dem in Remiremont erscheinenden Industriel
Vosgien betrugen die Unterhaltungskosten des Militärs pro Kopf
in den verschiedeuen Ländern Folgendes:

England hat ein Heeres-Budget von 470 Mill. Franks.

Effektivstärke der Armee 134,000 Mann.

Ausgabe pro Mann: 3507 Fr.

Oesterr Heeres⸗Budget von 3385 Mill. Franks.
Effektivstärke der Armee 260,000 Mann.

Ausgabe pro Mann: 1288 Fr.

Frankrei“ Heeres⸗Budget von 552,941,362 Franks.
Effektivstärke der Armee 502,356 Mann.

Ausgabe pro Mann: 1099 Fr.

Deutschland Heeres⸗Budget von 455 Mill. Franks.
Effektivstärke der Armee 422,000 Mann.

Ausgabe pro Mann: 1077 Fr.

Italien „ „Heeres-Budget von 203 Mill. Franks.
Effektivstärke der Armee 204,000 Mann.

Ausgabe pro Mann: 995 Fr.

Rußland „ „Heeres⸗Budget von 730 Mill. Franks.
Effektivstärke der Armee 760,000 Mann.

Ausgabe pro Mann: 960 Fr.

England mit der allerschwächsten Armeestärke hat demnach die
größten Ausgaben von seinem stehenden Heere zu tragen und Ruß—⸗
land mit seinem kolossalen Heere am Allerwenigsten. Die richtige
Mitte hält auch hier wieder Deutschland.

— J —

Eis aufzubewahren. Für häusliche Zwecke kann
man es abgeschlossen von der Luft mit Sägespänen oder Federn
verpackt conserviren. Kleine Quantitäten für Krankenzimmer u. s.
w. füllt man in einen Beutel von Flanell, hängt diesen frei in
ein Gefäß und bedeckt das Ganze mit einem Federkissen.

4

xra58. ber⸗OIte.

Zweibrücken, 2. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.)
Weizen 11 M.2 Pf., Korn 10 M. 33 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 24 Pe
zierreihige 8 M. 11 Pf., Spelz 7 M. 41Pf., Spelzlern — M. — W
Dinkel - M. — Pf., Mischfrucht 10 M. 41 Pf., Hafer 6 M. 44 pf,
krbsen — M. — Pf., Wichen 6 M. 24 Pf., Kartoffeln 1 M. 80 Pf.,
deu 2 M. 85 Pf., Stroh 83 M. 06 Pf., Weißbrod 1/ Kilogr. 56 Pf
dornbrod 8 Kilogr. 73 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 88 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.
dammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter? / Kilogr. 1 M. 08 pf.
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier 1 Liter 24 Pf.

Homburg, i. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarlt.) Weizen
11 M27 Pe rorn 10 Me. 20 P. Speitern — M. —pi, Shein? M.
80 Pf., Gerfie Lreihige — M. — Pf., Gerste Kreihige O M. — Pf. Hafer
6 M. 37 Pf., Mischfrucht 10 M. 39 Pf. Erbsen 07 M. 83 Pf., Wicken
d M. — Pf., Bohnen O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 85 Pf. ——— — pPf
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf. Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Ztr. 1 M. 80 Pf.
        <pb n="766" />
        Kaiserslautern, 80. Nov. (Fruchtinitlelpreis und Viktualienmarlkt.
Weizen 11 R. 04 pf., Korn 10 M, 199 Ppf. Spelztern — M. — Vf. Spel;
. 68 Pf. Gerfte O8 M. 70 Pf., Hafer 6 M. 65 Pf., Erbsen 10 M
z83 Pf. Wicken 6 M. 60 Pf., Linsen 10 M. 60 Pf., Kieesamen 46 M. 25
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 32 Pf., do. 3 Pid. 41 Pf., Gemischtbrod
z Pfund 46 Pfg.

Fur die Redactlon verantwortlich: F. X. Demes.

Aus Baden. Bei J. Lang in Tauberbischofsheim ist ein
neuer Kalender erschienen unter dem Titel⸗ Hebels Rheinländischer Hausfreund.
Bekanntlich gab es zu Anfang dieses Jahrhunderts unter dem Titel: „Der
Rheinländüche Hausfreund“ einen Kalender. welcher, so lange der alemannische

Vertragsmäßige

Wiederversteigerung.

Montag, den 6. Dezember

1880, Vormittags 10 Uhr zu
Heckendalheim, in der
iæ von Ludwig Buch⸗
eit,

auf Anstehen von Karl Kö—

nig, Wirih in Blieskastel,
Glaͤubiger, gegen Johann Rein⸗
stadler, Aderer in Heckendal⸗
heim, Schuldner,

wird durch den unterzeichneten

Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer in St. Ingbert, im Wege
der vertragsmäßigen Wiederver⸗
—X——
in der Steuergemeinde Hedcen⸗
dalheim, wegen Nichtbezahlung
des Erwerbspreises, öffentlich zu
Figenthum versteigert:

Plan Nr. 948, 19 a 86 qm
Acker in der Dumph neben
Johann Reinstadler.

Si. Ingbert, 17. Nov. 1880.
. Auffschneider

Amtsperweser.

Ziegelhütte
zu vermiethen oder auch
aus freier Hand zu ver
kaufen. Naͤheres bei

F. A. Eckrich,
Heschäftsmann zu St. Ingbert.
Bnaney 1070 Irels- Medailie

JI. Classe.
Pmpfehlenswerth für jede

Familie!
Ausgezeichnet sowohl ↄ2u Hause
wie auf der Reise, besondors zur
See -- daher für Austuunde-
rer unentbehrlich — auf der
Jagd, in den Fabriken, Gewölben.

Bergwerken ete. ete.

UEMA

öα
* — 8;
— —2X
—W
bekannt unter der Devise:
ODecũdit, qui non servat,
—
d. VN
am Rathhause
in Rhei nberq; a. Niederrm.
K. K. Hoflicseranut.

Inkaßer nieler Preis · Medailssen.

Der Boonekuammp of Macuu-
Hitter ist in ganzen u. halben
Flaschen und in Flacons ãcht zu
daben allentlialben bei den be-
cunnten Herren Debitanten.

In Orten, wo mein Boone-
ramp of Macqu- Bitter noch
nicht oder nieht genügend einge-
führt ist, verden solide Debi-
anten gesucht.

Warnung
vor Flaschen ohne mein Siegel
XEV
R. Underborg-Albreoht.

— —
Tüchtige
Kesselschmiede
welche hauptsächlich im
Stemmen gut bewan⸗
dert sind, sinden dau⸗
ernde und lohnende Be—
schäftigung in der Kessel⸗

schmiede von
Gebrüder Deelcer &amp; Co.
in Cannstatt.

Haasenstoin &amp;
Vogler.
Ersto und ãltesto
Annoncen⸗Expeditisn
FrnKfurt a. Mainm.

Wen⸗Etiquetts &amp;
Weinkarten
zu haben in der Buchdruderei von
F. X. Demek.

Filtiolen in Darmstadt,

Mannheim, Carlsruhe, Stutt-

gart, Würzburg, Ulm.
Preiburg in BRaden.

Bei Durchsicht des UUlustrirten
Buches: .Dr. Airv's Heil methode
derden sogar Echwertranke die
Neberzeugung gewinnen, daß auch
ie, wenn nur die richtigen Vittel
zut Anwendung gelangen, noch
deilung erwarten důrsen —X
daher jeder Leidende. selbst wenn dei
ihm dislang alle Medicin erfo lalon
7— s vertrauensvoli diesen

abrien Seilmethode zuwender
md nicht saumen. odiges Werk an⸗
ujchaffen. Ein fuszug daraui
SDMXä ie tranete —

Besorgen ⁊u Originalpreisen
ohne alle Nebenkosten:
—B —XXX
Vacanzon· Angob —XXXX
Cauf·a Verranfs- ¶ Loiratha Oferter
XX Disc roto Anaeig
in alle Zeitangen der Welt
Die Hauptblatter der
Schweiz und PFrankreichs
sind von uns gepachtet &amp;
nebmen Anzeigen nur
IIXIVXXICII

vbem weit⸗ 1j
erbreueten vuche —XR Gil
Anden Sicht und ANneumatisneus⸗
idende die dewährtesten Wittel
— ihre oft sehr schmerz haften
den angegeben. — Heilminel
wesche selbsn dei veralteten Fallen
Id die ersedute Geiluus drabten
TVrospect aratis u. sranco. Gegen
tinsendung ven 1*1. —A
vDr nirda deumethode und füt
b0 854 dat Buch Die Gicht“ franco
iberau vin versandt von Richtero
—xXX I

Dichter Hebel ihn schrieb, in hohem Grade die Gunst des Volkeß besaß, denn
er athmele herzliche Gemuͤthlichteit, hielt sich fern von öffentlichen Parteibe⸗
strebungen, pflegte dagegen achte Menschlichkeit und redete die Sprache des
schlichten Mannes in solich' genialer Einfachheit, daß dieses —A
s merreichbares Muster dastehen wird. Jeider entfernte sih unsere Kalender⸗
literatur schon seit Decennien haäufig von diesem Vorbilde, indem sie fich durch
den Strudel politischer und kirchlicher Ereianifse mit fortreißen ließ. Der neu
aufgelegte „Rheinländische Hausfreund“ nun setzt sich die Hebel'sche Schreib⸗
weise zum Ziele und schon jein erster Jahrgang verdient Aller Beachtung.
In schlichte dier Sprache bietet er dem deutschen Volke einen wahren Schatz
don Hriginalerzühlungen, reich geschmückt mit künftlerisch vollendeten Illustra⸗
strationen. In der Presse wurden bereits gunstigste Urtheile über diesen Ka⸗
ender laut, und wir stimmen der „B. Zig.“ zu, wenn sie sagt: Hebel's
Recilänbischer Hausfreund wird sich im Sturme die Herzen erobern: (B. N.)
—27
Ich erlaube mir dem geehrten
Publikum hiesiger Stadt mich im
Bügeln
bestens zu empfehlen.
Carolina Weber,
im Hirieneck.

—1000 Marbi.
Gegen Gicht, Rheamatismus ⁊c. felbft in
zanz veralteten satlen, wird — Dumont's
— ——
dicaimittel Inee ne Apepict einn
—S— Jir —A
Di. 8 gegen Voreinsdg. oder Nachnahme vou
— Henerai · Devot: 2. R. Zetaer in Rainz.
— GewerbeVerean.
Samostag, 4. Dezember, Abends 8 Uhr,
General-Versammlung.
Cokal Witiwe Poller.)
Tagesordnung:
1. Gründung eines Vereins gegen die Bettelei.
2. Weihnachis⸗Bescheerung im Verein; Unterhaltung.
— Der Vorstand.
Der Unmerzeichnele hat seine Spielwaaren ausgestellt und
verkauft dieselben im zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten
Preisen; alte Sachen unter dem Einkaufspreise. Schuh⸗
waaren in Leder und Filz werden zu äußerst niederen, aber
festen Preisen verkauft. Korbwaaren aller Art, Rohrjessel,
Blumentische und dergleichen Kinderwagen empfiehn
J. J. Fiack, iun.

Gavotte
zur Feier der Vollendung des Kölmner Domes
FGC PIAIINhBhOFOPLCG
von
August Roiser,
op. 57, Preis 1 Mark.
Mit Praohttitel: Der vollendete Dom.
Von dieser Gavotte wurden während der Pestzeit
Tausende verkauft. Dieselbo ist nicht schwer, aher
sehr vwirkungsvoll und gefallig. Gegen Finsendung des
Betrages versende franco.
P. J. Tonger's Verlag
in Köslu am Rhbeiun.

Baron Liebigs
Malto-Leęuminosen-Chocoladen
von BMMν du, Kgl. Hoflieferanten in Stutigart,
geben naeh Aussprneh ergter medizinischer Antoritãten fur an
zSecnh᷑να Vιnmq leidende Personen, scronhuloõûse, blut-
uarme Kinder, sSfiltende FPraouen, —I
und fur die dureh æu sturke geistiue Thctiukeit oder
andére VUrsachen uειααια ungestrenuten Manner
ein voræzuügqtich ncihrendes, angenehm schmeckendes Getrunk.
hie Chocoladon werden in Form von Taufeln, Pustitlen und
Puxrer bereitet. Bin Verzeichnias der ir-”tliehen Anerbennungen
legt jedem Paquet bei.
brei in Tafeln von /. Ko. das ?/ Ko. M. 2.
auer Pastillen in Paqueten von/io Ko. das Paquet 50 Ps.
des Pulvers pr. Paquet à */4 Ko. M. 2. 50.
* F .1. 36.
⸗ * —* — 60.
Verkaufsstelle:
in St IIngbert bei J. RiGK&amp;l- Conditorei und
G. A. Weigand, Apothebker.
7 GSGleiechzeitig emptehlen, vir unsere anderen, anerkannt
roræugtichen, mit RAnkeits. Garuantiemurkeæe versehenen
PocoOtuden, die in allen besseren Conditoreien und Sperereihapd-
lungen vorräthig aind.

Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert. J
Si⸗e⸗;n für anfere Wo st⸗Abonnenten „Illufstrirtes Sonutagsbiatt⸗ NMe. 22.
        <pb n="767" />
        Sl. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Auzeiger und das (Z mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, ESonntags mit illustrirter Bei—

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementevpreis beträgt vierieljährlich

1A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 A 60 H, einschließlich 40 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 Z, von Ausworis
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
M 194. Sonntag, den 5. Dezember

1880.

Deutsches Neich.

Die von Seite Bayerns gegen Griechenland erhobenen
Forderungen scheinen in Athen auf einen starken, wenn auch passiven
Widerstand zu stoßen. Griechenland hat nämlich abermais keine
Summe zur Tilgung der bahyerischen Ansprüche in sein Budget
eingestellt. Daß Griechenland augenblicklich kein Geld übrig hat,
ist wohl zu begreifen, ebenso läßt sich aber erwarten, daß die Sache
aicht wieder einschläft; dafür wird der Reichskanzler, der kein Freund
iauler Schuldenmacher ist, schon sorgen.

Fürst Bismarck beabsichtigt in der That im Laufe des
Dezembers nach Berlin zu kommen und die Vorarbeiten des Bundes
raths für den Reichstag zu leiten. Dem letzteren werden in der
»evorstehenden Session hauptsächlich Steuerborlagen zugehen: die
Entwürfe über Brausteuer, Stempelsteuer und Wehrsteuer; dagegen
ollen die wirthschafispolitischen Entwürfe erst dem neuen Reichstag
zugehen, in welchem man eine gesügigere Mehrheit erwartel. Auch
will man die nächste Session uicht überlasten.

Aus den Verhandlungen des preußischen Abgeordneten⸗
jauses vom 30. Novb. verdient ganz besonders die erfreuliche Ein⸗
müthigkeit hervorgehoben zu werden, mit der sämmtliche Parteien
u dem Gesetzentwurfe über die Verbesserung der Lage der Lehrer—
Wittwen und ⸗-Waisen Stellung genommen haben. In der That
ann es auch wohl keinent Zweifel unterliegen, daß der Saz don
200 M. angesichts der heutigen Verhälinisse durchaus zu niedrig
»emessen ist. Unzweifelhaft wird die Kommission einschneidende
ANenderungen votiren, und die Regierung wird schließlich nicht um—
hin können, den Wünschen der Landesbertretung nachzugeben. Auf⸗
vallend, ja befremdend ist; daß Herr v. Puttkamer bei der Diskussion
ich nicht hat vernehmen lassen.

Das preußische Abg.-Haus hat am 2. Dezember folgende
von Rickert beantragte Resolution angenommen: Das Haus spricht
die Erwartung aus, daß die Staaisbehörde bei Zuwendung von
Inseraten nur die Zweckmäßigkeitsfrage der Verbreitung von Be—
'anntmachungen, nicht aber die Parteistellung als maßgebend be—
rachte. — Linke (Nationalliberale und Fortschritt) und Zentrum
timmten für die Resolution.

Bei dem Etat der Lotterieverwaltung brachte Löwe die Uebel—
tände zur Sprache, welche im Lotteriewesen herrschen. Die Lotterieen
müßten im ganzen Reiche aufgehoben oder die preußischen Loose so
yermehrt werden, daß fremde dadurch abgehalten würden. — Finanz—
ninister Bitter bestätigt den großen Umfang des Spielens in
iremden Lotterien. Gegen 950,600 fremde Loose zirkulirten in
Preußen. Die Aufhebung der Lotterie in Preußen würde das
dand erst recht mit fremden Loosen überschwemmen. Die Auf—
zebung im Reiche ließe sich disktutiren. Zur Vermehrung der
dreußischen Loose habe sich die Regierung nicht entschließen können.
Dieselbe würde allerdings eine vermehrte Einnahme bewirken, aber
ie Regierung sehe die Lotterie nicht als eine erwünschte Einnahme—
juelle an. Die Regierung würde eine Vermehrung der Loose als
Abhilfe nicht vorschlagen und würde, wenn das Haus Dies für
aöthig halte, die Frage auf das Sorgfältigste erwägen.

Ausland.

In der französischen Deputirtenkammer stand am 2. Dez.
die Interpellation für die auswärtige Politik auf der Tagesord-
aung. Nach einer langen Darlegung der auswärtigen Politik durch
Barthelemy Saint-Hilaire beschließt die Kammer mit 304 gegen
97 Stimmen: „Die Kammer geht im Verkrauen auf die Erklär—
uingen der Regierung und in der Ueberzeugung, daß dieselbe die
Pechte und Pflichten Frankreichs als Großmacht mit der Erhaltung
des Friedens, den der einstimmige Wunsch des Parlamentes und
»es Landes fordert, in Einklang zu bringen wissen werde, zur ein⸗
fachen Tagesordnung über.“

nicht ergeben, doch ist durch Nachholung von Kreisumlagen ein
Betrag von 27,215 M. 89 Pf. angefallen. Die Errichtung einer
Schule in Karlsberg und deren theilweise Unterhaltung durch den
Kreis wird empfohlen, ebenso die Erhöhung des Kreiszuschusses
'ür den Schullehrer-Wittwen und Waisenfond von 4300 auf
10,000 M. Für die Webschule in Lambrecht soll ein Beitrag von
1000 M. geleistet werden. Die Rede konstätirt das Gedeihen der
reisbaugewerkschule Kaiserslautern und der Frauenarbeitsschule in
Speyer, bedauert aber den noch immer schwachen Besuch der land
virthschaftlichen Lehranstalten. Zur Hebung des landwirthschaft⸗
ichen Kreditwesens wird dem Landrathe eine die Gründung einer
afälzischen Bodenkreditanstalt anstrebenden Vorlage zugehen, Ein
dredit von 2000 M. wird für Prämiirung von Pferden und ein
olcher von 1800 M. für die mit der im nächsten Jahre in der Pfalz
Statt findenden Wanderversammlung bayerischer Landwirthe ver
undene Kreisthierschau verlangt werden. In der Kreisirrenanstalt
dlingenmünster sollen Erweiterungen der Arbeitsräume vorgenom⸗
nen und die dafür erforderlichen Mittel bewilligt werden. Die
Taubstummenanstalt soll von Frankenthal nach Speyer verlegt und
nit einer Unterrichtsanstalt für Schwachfinnige und Epileptische ver⸗
unden werden. Die oben erwähnte unvoörhergesehene Einnahme
oll zur Adwassire des für die Ausführung des Projektes erforder⸗
ichen Jend⸗ werden. Leber die eventuelle Errichtung
iner Unterstützungstassefur pfaszsshe Kreisdevitisicte αα
Landrathe Mitthennungen zugehen. Bezüglich der Rheindämme wird
nemerkt, daß dieselben dem Eißstoße des letzten Winters und dem
üngsten Hochwasser kräftig widerstanden und nur an einigen Stellen
der Erhöhung und Verstärkung bedürfen. Die Rede gedenkt dann
noch der Wittelsbachfeier und endet mit einem dreimaligen Hoch
auf Se. Maj. den König.

F In Homburg hat der Stadtrath in seiner Sitzung vom
27. November beschlossen, daß auch von der Stadtgemeinde Hom⸗—
zurg wegen Aenderung des Haussteuer-Modus eine Petition an die
Abgeordnetenkammer eingeschickt werden solle.

fKaiserslautern hat nach der Zählung vom 1. Dez.
— freilich nur vorläufig zusammengestellt — eiwas über 26,000
Finwohner, was gegen die Zählung vom Jahre 1875 einen Zu—
wachs von ũber 83400 Köpfen ergäbe.

F Die „Pf. Volksztg.“ verkuͤndet: „Da das Wahlkomite der
reisinnig -nationalen Partei der Pfalz zu der am Sonntag in
dangmeil Statt findenden Versammlung nur die Freunde und Ge—
innungsgenossen der Partei, nicht aber sämmtliche Wähler des
Wahlkreises eingeladen hat, so wird sich die deutsche Volkspartei
als solche an dieser Versammlung nicht betheiligen.“ Na, denn nicht!

Der „Land. Anzeiger“ theilt das Ergebniß der Volks—
ählung in einigen Doͤrfern nächst Landau mit. Bemerkens—
verth ist, daß in mehreren derselben die Einwohnerzahl gegen die
zählung vom Jahr 1875 zurückgegangen ist, so in Siebeldingen
im 14 Köpfe, in Gleisweiler um 44 in Herrheimweyher um 2,
in Hergersweiler um 5. Zugenommen hat sie unbedeutend in
Appenhofen und Knöringen, dann in Impflingen um 66.

F Die bekannte Nußdorfer Liebesgeschichte wird, wie wir
jören, noch einmal das Gericht beschäftigen. Bekanntlich wurde
im 15. September d. J. der Küfer Jakob Vogt von Nußdorf von
der Anklage der vorsätzlichen Körperletzung der Barbara Heupel
nittelst gefährlichen Werkzeugs von der Strafkammer des k. Land⸗
jerichts Landau freigesprochen,, weil die Verletzte zur That aufge—
ordert und eingewilligt hatte. — Gegen dieses Erkenntniß hatte
zie Staatsanwalltschaft appellirt, und das Reichsgericht hat nun—
nehr die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Strafkammer
des k. Landgerichts Landau zurückverwiesen. (L. A.)

fDie Bevölkerung der Stadt Ludwigshafen beträgt
nach einer vorläufigen Zusammenstellung 15,003 Seelen. Nach der
Volkszählung pro 1875 betrug die Seelenzahl 12,003.

F Die „Kieler Ztg.“ erfährt aufs bestimmteste der Kassierer
Jander sei zu Kisel im Besitze von 187000 Mark verhaftet.

— Ein ebenso seltsamer wie merkwürdiger Würdenträger wurde
dor einigen Tagen auf dem Gemündener Bahnhofe ange—
taunt. Dieser Würdenträger war aber nicht etwa ein Zuluhäupt⸗

gbg
Vermischtes.
Der Ansprache, mit der der kgl. Regierungspräsident Herr
». Braun am J. Dez., den Landrath der Pfalz eroffnete, entnehmen
vir Folgendes: Für das Jaht 1881 ist abermals eine Herab—
ninderung der Freisumlagen zu erwarten; eine außerordentliche
*innahme aus dem Malzanufschlage hat sich im laufenden Jahte
        <pb n="768" />
        ling oder ein chinesischer Fürst, sondern Niemand anders als der
FEfsel, der Christus trug bei seinem feierlichen Einzug in das
Oberammergauer Jerusalem und nun auf der Durchreise nach seiner
neuen Heimath, England, begriffen war. Ein reicher Engländer
aämlich hat denselben um eine verhältnißmäßig sehr hohe Summe
gekauft, um diese lebende Reliquie aus Oberammergau in seiner
Heimath anstaunen lassen zu können.

— Der zurückgetretene Direktor des Vorschusvereins zu Ta r⸗
nowitz Echlesien) ist mit Zurücklassung einer Schuldenlast von
140,000 Mark — abgereist. Ein oberschlesisches Blatt bemerkt dazu:
Zum mindesten wird der Reservefonds aufgezehrt werden, wenn nicht
gar noch die einzelnen Mitglieder herangezogen werden müssen.

Dem aus Mailand ausgewiesenen Emil Oppenheim
wurden sozialistische Umtriebe zur Last gelegt.

Dem „Demolkrat“ in San Francisco zufolge ist die
Zeit nicht sehr fern, da man für dreißig Dollars von Europa
dach Kalifornien reisen kann. Das Blatt schreibt: „Die Southern⸗

— IV. Elisabetha Ammann, ohne
Licitation. l Gewerbe, Ehefrau von Nikolaus
Dienstag den 21. De-— Nürller, Schmelzarbeiter;
‚ember nächsthin, Nachmittags V. Magdalena Ammann, ohne
z ühr zu St. Ingbert in Bewerbe, Ehefrau von Christian
der Wirihschaft von Philipp Oberkircher, Schuhmacher;
EEmrichh werden durch den un. VI. Ludwig Ammann, Schlosser,
lerzeichneten, hiezu gerichtlich bee ille in St. Ingbert wohnhaft,
auftragten Amtsberweser des kgl. ie Ehemänner Müller und
Notars Sauer hier, die nachhin PAberkircher auch der ehelichen
beschriebenen, zur Gütergemein⸗ rmächtigung und Gütergemein⸗
schaft welche zwischen · Jakob haft wegen persönlich betheiligt;
Ammanu, weiland Bergmann Vlil. Katharina, VII. Nito-
n ESt. Ingbert und dessen hin— aus und IX. Philippine Am—
erbliebenen ¶ Wittwe Doroihea nann, diese drei noch minder⸗
Werner bestanden hat, gehö⸗— ährig, und vertreten durch ihre
igen Viegenschaften, in“ der enannte Mutter als gesegzliche
Sleuergemeinde St. Ingbert, dormünderin und durch Peter
abtheilungshalber öffentlich an en Anfieker in Hasel als
die Meistbietenden zu Eigenthum eibo⸗
dein au vig bum * Dez. 1880.
1. Plan Nr. 143042, 120 der Amtsverweser des kgl. Notär
Fläche, Wohnhaus mit Sauer
Stall und Hof und Pl.⸗ O. Auffschneider.
RNr. 1430b, 5 a 40 qm — —
Barten dabei, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert
auf dem Etzelchen neben
Franz Grells Erben;
Plan Nr. 1470, 18 a 40
qm Acker auf dem großen
Flur neben Franz Grell's
Erben und Johann Josef
Kopp, Wittwe;
Plan Nr. 1361, 11 a2 20
gm Aceer in der Mäusbach
neben Ludwig Birkelbach
und Peter Moͤllendick;
Plan Nr. 1391, 23 a 90
qm Acker ober der Trift
neben Johann Selzer und
Johann Ripplinger;
Plan Nr. 1739, 9 a 50
Im Wiese im Rischbach
teben Ludwig Birkelbach
ind Wendel Schwarz;
Plan Nr. 1749, 11 a 90
Im Wiese allda neben Peter
Redel;
Plan Nr. 1746 und 1747,
l0 a 20 qm Wiese allda,
neben Philipp Becker;
Plan Nr. 1748, 15 .2 70
im Wiese allda, neben Ei⸗
genthümer selbst.
Eigenthümer sind:
J. Dorothea Werner, ohne
Bewerbe, Wittwe des Verlebten;
II. Jakob Ammann, Schmelz⸗
arbeiter;
III. Ppilipp Ammann, Lad⸗
necht;

zacific⸗Eisenbahn⸗Gesellschaft glaubt, daß die Vollendung ihrer
zahn bis Galveston zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. So—
ald dieses geschehen ist, wird die Southern-Pacific-Eisenbahngesell⸗
chaft durch große Auswanderer-Dampfer den Verkehr zwischen
galveston und Liverpool, Bremen und Hamburg aufrecht erhalten
ind Europamüde werden für 30 Doll. vielleicht sogar für weniger,
rach Kalifornien befördert werden. Billige Passagepreise für Ein—
vanderer ist Alles, was Kalifornien braucht, um seine Millionen
Acker fruchtbaren Landes binnen wenigen Jahren von einer wün⸗
chenswerthen Klasse Einwanderer bevoͤlkert zu sehen. Wenn die
Zouthern⸗Pacific⸗Eisenbahngesellschaft dieses Projekt ausführt, so
vird uͤns das Gros der euronischen Einwanderung zu Gut kommen.“
scrrerichten.
Die Pfarrei und das Dekanat Lauterecken wurde dem Religions⸗
professor Anton Gleich in Speyer verliehen.
gar die Redaction verantwortlich: F. X. Demeß.
——s ⸗—

— — —

Todes⸗Anzeige.
Gotit dem Allmächtigen hat es gefallen unseren lie⸗
ben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Nikolaus Buttermann
im Alter von 27 Jahren nach langem schweren Kranken⸗
lager heute Abend um *36 Uhr zu sich abzurufen.

St. Ingbert, den 83. Dezember 1880.

Im Namen der trauernden Familie
Joh. Buttermann, Vaͤter.

Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag um
123 Uhr von der Wohnung des Buchbinder Herrn Seibel
aus statt.

Zu passenden Weihnachtsgeschenken
mpfehle mein großes Lager in allen Sorten Herreu⸗,
damen⸗, Kinder⸗Sliefeln und Schnhen in Leder und Filj.

Ganz besonders empfehle ich eine ausgezeichnete Qua⸗
ität Jagdschuhe mit Vatentbeschlag, für deren Güte und
Wasserdichtheit ich Garantie leiste.

Ferner eine schöne Auswahl in herren⸗Reil⸗Slitfeln
nit und ohne Falten, sowie in herreullirfeleilen und Kua⸗
peuftulpenstiefeln.

In Ddamenzugslirfeln halte ich blos das Schönste und
Beste aus einer der größten Fabriken Deutschlands in
ehr großer Auswahl.

Auch halte ich großes Lager in Filzpankoffeln, sowie
in Plüsch und gesticktem Stramin für Pantoffel, welche ich
auch auf Verlangen gut und schön anfertigen lasse.

Auch bringe ich mein großes Lager in sämmtlichen
zchuhmacher-Werkzengen, sowie fraunsösische Schuhleisten in
Erinnerung.

Achtungsvollst
F. H. Laur.

Der Umerzeichnele hat seine Spielwaaren ausgestesst und
berkauft dieselben um zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten
Preisen; alte Sachen unter dem Einkaufspreise. Schuh⸗
vaaren in Leder und Filz werden zu äußerst niederen, aber
esten Preisen verkauft. Korbwaaren aller Art, Rohrsessel,
Ar⸗mentißche und dergleichen Kinderwagen empfiehlt

— — J. J. Fiack jun.
Druckarbeiten aller Art
verden rasch und billig angefertigt in der
F . X. Demetz'schen Buche und Steindruderei.
Ich erlaube mir dem geehrten 3

Publikum hiesiger Stadt mich im Zie ge l h ütte F
F 4 zu vermiethen oder au
B u g e l n aus freier Hand zu ver⸗

destens zu empteblen. taufen. Naäheres bei
Carolina Weber, F. A. Ecrich,

esch?sann au St. Ingbert.
druck und Verlag von F. kx. Demesß in St. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonntafasblatt“ Nr. 23.
        <pb n="769" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wochentlich; mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis beträgt vierieljahrlich

A 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.M 60 B, einschließlich 10 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 A fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Naum, Reclamen mit 30 Hpro Zeile berechnet.
ę 194.

—A 1880.
Deutsches Neich.

Die von Seite Bayerns gegen Griechenland erhobenen
Forderungen scheinen in Äthen auf einen starken, wenn auch passiven
Widerstand zu stoßen. Griechenland hat nämlich abermals keine
Summe zur Tilgung der bayerischen Ansprüche in sein Budget
ꝛingestellt. Daß Griechenland augenblicklich kein Geld übrig hat,
ist wohl zu begreifen, ebenso läßt sich aber erwarten, daß die Sache
nicht wieder einschläft; dafür wird der Reichskanzler, der kein Freund
fauler Schuldenmacher ist, schon sorgen.

Fürsft Bismarck beabsichtigt in der That im Laufe des
Dezembers nach Berlin zu kommen und die Vorarbeiten des Bundes⸗
raths für den Reichstag zu leiten. Dem letzteren werden in der
bevorstehenden Session hauptsächlich Steuerborlagen zugehen: die
Entwürfe über Brausteuer, Stempelsteuer und Wehrsteuer; dagegen
ollen die wirthschaftspolitischen Entwürfe erst dem neuen Reichstag
zugehen, in welchem man eine gefügigere Mehrheit erwartelt. Auch
will man die nächste Session uicht überlasten.

Aus den Verhandlungen des preußischen Abgeordneten⸗
hauses vom 30. Novb. verdient ganz besonders die erfreuliche Ein⸗
müthigkeit hervorgehoben zu werden, mit der sämmtliche Parteien
zu dem Gesetzentwurfe über die Verbesserung der Lage der Lehrer⸗
Wittwen und ⸗Waisen Stellung genommen haben. In der That
lann es auch wohl keinem Zweifel unterliegen, daß der Satz von
200 M. angesichts der heuligen Verhältnisse durchaus zu niedrig
ʒemessen ist. Unzweifelhaft wird die Kommission einschneidende
Aenderungen votiren, und die Regierung wird schließlich nicht um—
zin können, den Wünschen der Landesvertretung nachzugeben. Auf—⸗
'allend, ja befremdend ist, daß Herr b. Puttkamer bei der Diskussion
sich nicht hat vernehmen lassen.

Das preußische Abg.-Haus hat am 2. Dezember folgende
von Ricert beantragte Resolution angenommen: Das Haus spricht
die Erwartung aus, daß die Staatsbehörde bei Zuwendung von
Inseraten nur die Zweckmäßigkeitsfrage der Verbreitung von Ve—
anntmachungen, nicht aber die Parteistellung als maßgebend be—⸗
rachte. — Linke (Nationalliberale und Fortschritt) und Zentrum
timmten für die Resolution.

Bei dem Etat der Lotterieverwaltung brachte Löwe die Uebel—
tände zur Sprache, welche im Lotteriewesen herrschen. Die Lotterieen
nüßten im ganzen Reiche aufgehoben oder die preußischen Loose so
vermehrt werden, daß fremde dadurch abgehalten würden. — Finanz⸗
ninister Bitter bestätigt den großen Umfang des Spielens in
remden Lotterien. Gegen 950, 000 fremde Loose zirkulirten in
Preußen. Die Aufhebung der Lotterie in Preußen würde das
dand erst recht mit fremden Loosen überschwemmen. Die Auf—
jebung im Reiche ließe sich disktutiren. Zur Vermehrung der
preußischen Loose habe sich die Regierung nicht entschließen koͤnnen.
Dieselbe würde allerdings eine vermehrte Einnahme bewirken, aber
zie Regierung sehe die Lotterie nicht als eine erwünschte Einnahme⸗
duelle an. Die Regierung würde eine Vermehrung der Loose als
Abhilfe nicht vorschlagen und würde, wenn das Haus Dies für
nöthig halte, die Frage auf das Sorgfältigste erwägen.

Ausland.

In der französischen Deputirtenkammer stand am 2. Dez.
die Interpellation für die auswärtige Politik auf der Tagesord⸗
aung. Nach einer langen Darlegung der auswärtigen Politif durch
Barthelemy Saint⸗Hilaire beschließt die Kammer mit 304 gegen
107 Stimmen: „Die Kammer geht im Vertrauen auf die Erklär⸗
ingen der Regierung und in der Ueberzeugung, daß dieselbe die
ßechte und Pflichten Frankreichs als Großmacht mit der Erhaltung
es Friedens, den der einstimmige Wunsch des Parlamentes und
des Landes fordert, in Einklang zu bringen wissen werde, zur ein⸗
jachen Tagesordnung über.“

nicht ergeben, doch ist durch Nachholung von Kreisumlagen ein
Betrag von 27,215 M. 80 Pf. angefallen. Die Errichtung einer
Schule in Karlsberg und deren theilweise Unterhaltung durch den
dreis wird empfohlen. ebenso die Erhöhung des Kreiszuschusses
ür den Schullehrer⸗Wittwen und Waisenfond von 4300 auf
9.000 M. Für die Webschule in Lambrecht soll ein Beitrag von
000 M. geleistet werden. Die Rede konstatirt das Gedeihen der
kreisbaugewerkschule Kaiserslauiern und der Frauenarbeitsschule in
S„Peyer, bedauert aber den noch immer schwachen Besuch der land⸗
virthschaftlichen Lehranstalten. Zur Hebung des landwirthschaft⸗
ichen Kreditwesens wird dem Landrathe eine die Gründung einer
fälzischen Bodenkreditanstalt anstrebenden Vorlage zugehen. Ein
kredit von 2000 M. wird für Prämiirung von Pferden und ein
alcher von 1500 M. für die mit der im nächsten Jahre in der Pfalz
Statt findenden Wanderversammlung bayerischer Landwirthe ver⸗
undene Kreisthierschau verlangt werden. In der Kreisirrenanstalt
dlingenmünster sollen Erweiterungen der Arbeitsräume vorgenom⸗
nen und die dafür erforderlichen Mittel bewilligt werden. Die
Taubstummenanstalt soll von Frankenthal nach Speyer verlegt und
nit einer Unterrichtsanstalt für Schwachsinnige und Epileptische ver⸗
unden werden. Die oben erwähnte unvorhergesehene Einnahme
oll zur Admassirung des für die Ausführung des Projektes erforder⸗
ichen Fonds verwendet werden. Ueber die ebentuelle Errichtung
iner Ünterstilzungstasse fur pfälzische Kreisbedienstete werden dem
ꝛandrathe Mittheilungen zugehen. Bezüglich der Rheindämme wird
»emerkt, daß dieselben dem Eißstoße des letzten Winters und dem
üngsten Hochwasser kräftig widerstanden und nur an einigen Stellen
der Erhöhung und Verstärkung bedürfen. Die Rede gedenkt dann
noch der Wittelsbachfeier und endet mit einem dreimaligen Hoch
uuf Se. Maj. den König.

F In Homburg hat der Stadtrath in seiner Sitzung vom
27. November beschlossen, daß auch von der Stadtgemeinde Hom⸗
zurg wegen Aenderung des Haussteuer-Modus eine Petition an die

Ubgeordnetenkammer eingeschickt werden solle.

Kaiserslautern hat nach der Zählung vom 1. Dez.
— freilich nur vorläufig zusammengestellt — etwas über 26,000
kinwohner, was gegen die Zählung vom Jahre 1875 einen Zu—
vachs von über 8400 Köpfen ergaͤbe.

. Die „Pf. Volksztg.“ verkuͤndet: „Da das Wahlkomite der
reisinnig- nationalen Partei der Pfalz zu der am Sonntag in
dangmeil Statt findenden Versammlung nur die Freunde und Ge—
innungsgenossen der Partei, nicht ader sämmtliche Wähler des
Wahlkreises eingeladen hat, so wird sich die deutsche Volkspartei
als solche an dieser Versammlung nicht betheiligen.“ Na, denn nicht!

F Der „Land. Anzeiger“ theiit das Ergebniß der Volks—
zählung in einigen Doͤrfern nächst Landau mit. Bemerkens-
verth ist, daß in mehreren derselben die Einwohnerzahl gegen die
Zählung vom Jahr 18785 zurückgegangen ist, so in Siebeldingen
um 14 Köpfe, in Gleisweiler um 44 in Herxheimweyher um 2,
in Hergersweiler um 5. Zugenommen hat sie unbedeutend in
Appenhofen und Knöringen, dann in Impflingen um 66.

Die bekannte Rußdorfer Liebesgeschichte wird, wie wir
jören, noch einmal das Gericht beschäftigen. Bekanntlich wurde
im 15. September d. J. der Küfer Jakob Vogt von Nußdorf von
»er Anklage der vorsätzlichen Körperletzung der Barbara Heupel
nittelst gefährlichen Werkzeugs von der Strafkammer des k. Land
zerichts Landau freigesprochen, weil die Verletzte zur That aufge⸗
vordert und eingewilligt hatte. — Gegen dieses Erkenntniß hatte
die Staatsanwalltschaft appellirt, und das Reichsgericht hat nun⸗
nehr die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Straͤkammer
des k. Landgerichts Landau zurückverwiesen. (L. A.)

Die Bevölkerung der Stadt Ludwigshafen beträgt
iach einer vorläufigen Zusammenstellung 15,003 Seelen. Nach der
Polkszählung pro 1875 betrug die Seelenzahl 12,003.

Die „Kieler Ztg.“ erfährt aufs bestimmteste der Kassierer
Jander sei zu Kisel im Besitze von 187000 Mark verhaftet.

Ein ebenso seltsamer wie merkwürdiger Würdenträger wurde
vor einigen Tagen auf dem Gemündener Bahnhofe ange⸗
taunt. Dieser Würdenträger war aber nicht etwa ein Zuluhaupt⸗

Vermischtes.
Der Ansprache, mit der der kgl. Regierungspräsident Herr
». Braun am 1. Dej. den Landrath der Pfalz eröffnete, entnehmen
wir Folgendes: Für das Jahr 1881 ist abermals eine Herab⸗
ninderung der Kreisumlagen zu erwarten; eine außerordentliche
Sinnahme aus dem Malzaufschlage hat sich im laufenden Jahre
        <pb n="770" />
        ling oder ein chinesischer Fürst, sondern Niemand anders als der
Ffel, der Christus trug bei seinem feierlichen Einzug in das
Oberammergauer Jerusalem und nun auf der Durchreise nach seiner
neuen Heimath, England, begriffen war. Ein reicher Engländer
nämlich hat denselben um eine verhältnißmäßig sehr hohe Sunime
gekauft, um diese lebende Reliquie aus Oberammergau in seiner
Heimath anstaunen lassen zu können.

4Der zurückgetretene Direktor des Vorschusvereins zu Tar⸗
nowitz Echlesien) ist mit Zurücklassung einer Schuldenlast von
140,00 Mark — abgereist. Ein oberschlesisches Blatt bemerkt dazu:
Zum mindesten wird der Reservefonds aufgezehrt werden, wenn nicht
gar noch die einzelnen Mitglieder herangezogen werden müssen.

Dem aus Mailand ausgewiesenen Emil Oppenheim
wurden sozialistische Umtriebe zur Last gelegt.

Dem „Demokrat“ in San Francisco zufolge ist die
Zeit nicht sehr fern, da man für dreißig Dollars von Europa
Jach Kalifornien reisen kann. Das Blait schreibt: „Die Southern⸗
Licitation.

IV. Elisabetha Ammann, ohne
Gewerbe, Ehefrau von Nikolaus
Müller, Schmelzarbeiter;

V. Magdalena Ammann, ohne
Gewerbe, Ehefrau von Christian
Oberkircher, Schuhmacher;

VI.Ludwig Ammann, Schlosser,
alle in St. Ingbert wohnhaft,
die Ehemänner Müller und
Dberkircher auch der ehelichen
xrmächtigung und Gütergemein⸗
chaft wegen personlich betheiligt;

VII. Katharina, VIII. Niko-
aus und ILX. Philippine Am⸗
nann, diese drei noch minder⸗
ährig, und vertreten durch ihre
jenannte Mutter als gesetzliche
ßormünderin und durch Peter
Werner, Aufseher in Hasel als
Beivormund.

St. Jugbert, 4. Dez. 1880.
der Amtsverweser des kgl. Notar

Sauer
K. Auffichneider.
Tüchtige
Kesselschmiede
velche hauptsächlich im
Stemmen gut bewan—
dert sind, sinden dau⸗
ernde und lohnende Be⸗
chäftigung in der Kessel⸗
chmiede von
Bebrüder Deeler &amp;Co.
in Cannstatt.
2 Zimmer
hat zu vermiethen
L. Vogelsang.
Meine Molimung und
Augqenlelinise
befinden sgioh jetezt
Saarbrũucken,

Candlistr. IO, nane der

neuen EBritelce.

Dienstag den 21. De—
zember nächsthin, Nachmittags
z Uhr zu St. Ingbert in
der Wirthschaft von Philipp
Emrich, werden durch den un⸗—
tferzeichneten, hiezu gerichtlich be⸗
auftragten Amtsverweser des kgl.
Notars Sauer hier, die nachhin
beschriebenen, zur Gütergemein—
schaft, welche zwischen Jakob
Ammann, weiland Bergmann
in St. Ingbert und dessen hin⸗
erbliebenen Wittwe Dorothea
Werner bestanden hat, gehö—
rigen Liegenschaften, in der
Sieuergemeinde St. Ingbert,
abtheilungshalder öffentlich an
die Meistbietenden zu Eigenthum
oersteigert:

Plan Nr. 14302, 1 4
Fläche, Wohnhaus mit.
Stall und Hof und Pl.
Rr. 1430b65 5 4 40 q4m
Garten dabei, das Ganze
gelegen zu St. Ingbert
iuf dem Etzelchen neben
Franz Grells Erben;

Plan Nr. 1470, 18 4 40
Im Acker auf dem großen
Flur neben Franz Grell's
Erben und Johann Josef
Kopp, Wittiwe;
Plan Nr. 1861, 11 a 20
Im Acker in der Mäausbach
ieben Ludwig Birkelbach
und Peter Moͤllendick;
pPlan Nr. 1391, 23 a 90
qm Acker ober der Trift
neben Johann Selzer und
Johann Ripplinger;
Plan Nr. 1739, 9 a 50
q94m Wiese im Rischbach
neben Ludwig Birkelbach
und Wendel Schwarz;
plan Nr. 1749, 11 a 90
Im Wiese allda neben Veter
Redel;
Plan Nr. 1746 und 1747,
10 a 20 qm Wiese allda,
ieben Philipp Becker;
Plan Nr. 1748, 15 2.70
Im Wiese allda, neben Ei⸗—
genthümer selbst.
Eigenthümer sind:

J. Dorothea Werner, ohne

hewerbe, Witiwe des Verlebten;

II. Jatob Ammann, Schmelz⸗

icbeiter;

III. Ppilipp Ammann, Lad⸗

X

Sprechstunden.
Vormittags 10-12 Ubr.
Nachmittafs 2-24 5

Dre. Loderath.
4
nrone ra
Emser
Pastillen
ieht — in plombirten Schachteln
Forrüthig in St. Ingbert bei
ihr. Zorn, Apoth. FP.
IIinck.

Köniꝗ WilhelmsFelsen-
muellen in Dma.

Pacific⸗Eisenbahn⸗Gesellschaft glaubt, daß die Vollendung ihrer
Hahn bis Galveston zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. So—⸗
zald dieses geschehen ist, wird' die Southern⸗Pacific⸗ Eisenbahngesell⸗
schaft durch große Auswanderer-Dampfer den Verkehr zwischen
Galbeston uͤnd Liverpool, Bremen und Hamburg aufrecht erhalten
ind Europamüde werden für 30 Doll., vielleicht sogar für weniger,
nach Kalifornien befördert werden. Billige Passagepreise für Ein⸗
wanderer ist Alles, was Kalifornien braucht, um seine Millionen
Acker fruchtbaren Landes binnen wenigen Jahren von einer wün—⸗
chenswerthen Klasse Einwanderer bevölkert zu sehen. Wenn die
Zouthern⸗ Pacific⸗Eisenbahngesellschaft dieses Projekt ausführt, so
vird uns das Gros der europäischen Einwondoriino 2u Gut kommen.“
DSienstenachrichten.
Die Pfarrei und das Dekanat Lauterecken wurde dem Religions⸗
vrofessor Anton Gheich in Speyer verliehen.
Flr die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
——
Todes⸗Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen unseren lie—
ben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Nikolaus Buttermann
im Alter von 27 Jahren nach langem schweren Kranken⸗
lager heute Abend um 126 Uhr zu sich abzurufen.
St. Ingbert, den 8. Dezember 1880.
Im Namen der trauernden Familie
Joh. Buttermann, Vater.

Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag um
13 Uhr von der Wohnung des Buchbinder Herrn Seibel

aus statt.

Zu passenden Weihnachtsgeschenken
empfehle mein großes Lager in allen Sorten Herren⸗,
damen., Kinder⸗Sliefeln und chnhen in Leder und Filz.

Ganz besonders empfehle ich eine ausgezeichnete Qua⸗
ität Jagdschnhe mit Patentheschlag, für deren Güte und
Wasserdichtheit ich Garantie leiste.

Ferner eine schöne Auswahl in herren-ril⸗Sliefeln
mit und ohne Falten, sowie in Herrenslirfeletten und Kna⸗
penstulpenstiefeln.

In Ddamenzugstirfeln halte ich blos das Schönste und
Beste aus einer der größten Fabriken Deutschlands in
ehr großer Auswahl.

Auch halte ich großes Lager in Filzpankoffeln, sowie
in Plüsch und gesticktem Stramin für Pantoffel, welche ich
auch auf Verlangen gut und schön anfertigen lasse.

Auch bringe ich mein großes Lager in sämmtlichen
zchuhmacher⸗Werkzeugen, sowie französisihe Suunbleisten in
Frinnerung.

Achtungsvollst
— F. H. Laur.

Der Unterzeichnete hat seine Spielwaaren ausgestellt und
vberkauft dieselben um zu räumen, zu bedeutend herabgesetzten
Preisen; alte Sachen unter dem Einkaufspreise. Schuh⸗
Paaren in Leder und Filz werden zu äußerst niederen, aber
esten Preisen verkauft. Korbwaaren aller Art, Rohrsessel,
Zliumentisiche und deraleichen Kinderwagen empfiehlt

iag
Irnckarbeiten aller Art
werden rasch und billig angefertigt in der
F . X. Demetz'schen Buch⸗ und Stieindruckerei.
Ich erlaube mir dem geehrten ꝑ 8

Publikum hiesiger Stadt mich im 3i 4 el 6 ütte ꝙ

J3nñ zu vermiethen oder au

B u a e ln aus freier Hand zu ver—
bestens zu empfehlen. kaufen. Näheres bei

Earolina Weber, F. A. Ecrich,

im Hirien⸗d 8ann zu St. Ingbert.
druck und Verlag von F. K. Demeß in St. Ingbert.
Siezu Illustrirtes Sonntagsblatt“ Nr. 23.
        <pb n="771" />
        t h t
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Dauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags müit illustrirter Vei⸗
lage) erscheint wöchentlich viermal? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt vierieljahrlich
A 40 B einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 410 Zuftellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 E, von Auswariß
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
43 195.

Dienstag, den 7. Dezember 1880.
Deutsches Neich.“

Der bayerische Finanzminister äußerte sich im Steueraus-
schusse günstig über die Staatseinnahmen. Mit Ausnahme der
Forstgefälle hätten sümmtliche Einnahmen eine Besserung aufzu—
veisen, doch könne er über die Gestaltung des nächsten noch
nichts sagen.

Der Stenergesetzausschuß der bayerischen Abgeordnetenkam⸗
ner hat in seiner Sitzung vom 4. Dez. die erstmalige Berathung des
Besetzentwurfs über die Einkommenstener, resp. die von der Staats-
cegierung zu dem bestehenden Gesetz über diese Steuer in Vorlage
gebrachten Modifikationen, zum Abschlusse gebracht und demselben
mit vielfachen Abänderungen beigestimmt. In der nächsten Sitzung
wird der Ausschuß die jüngst unterbrochene erstmalige Berathung
iber den Gesetzentwurf bezüglich der Kapitalrentensteuer wieder auf⸗
niehmen und sich zunächst mit den Bestimmungen über das Ver—⸗
ahren bei der Anlegung dieser Steuer beschäftigen. Die Berathung
zierüber war zu dem Zweck ausgesetzt worden, um das Verfahren
dei der Anlegung der Kapitalrentensteuer mit jenem bei der Ein—
tommensteuer in thunlichste Uebereinstimmung zu bringen. — Durch
igl. Entschließung vom 2. ds. sind bei den Offizieren des Beur—
laubtenstandes mehrfache Personalveränderungen eingetreten, nament⸗
ich wurden 118 Vizefeldwebel zu Sekondelieutenants der Reserve
befördert.

Endlich sind sie erschienen die langerwarteten Fabrikin⸗
pektoren⸗Berichte, und zwar in zwei dicken Baͤnden unter
dem langathmigen Titel: „Amtliche Mittheilungen aus den Jahres⸗
zerichten der mit Beaufsichtigung der Fabriken betrauten Beamten“,
zum ersten Male ganz Deutschland betreffend, verfaßt von 19
preußischen und 27 nichtpreußischen, darunter 3 bayerischen Fabrik⸗
inspektoren. Der Bericht der letzteren war schon im Juli zu München
im Drucke fertig gesiellt; er wurde jedoch streng geheimgehalten,
weil der gemeinsamen Veröffentlichung nicht vorgegriffen werden
jollte. Bekanntlich ist das neue, ursprünglich preußische und anfangs
akultative Institut durch die Novelle zur Gewerbeordnung vom
17. Juli 1878 zu einem obligatorischen für das Reich erhoben
vorden. Nach 8 139h der Gewerbeordnung soll im ganzen Reich
die Durchführung der Vorschriften des Gesetzes über die Beschäftig-
ung von Frauen und jugendlichen Arbeitern gegen Gefahren fuͤr
Leben und Gesundheit in Fabriken und in den diesen gleichgestellten
zewerblichen Anlagen üdberwacht werden. Auf Grund dieser Novelle
vurden in Bayern im Frühjahr 1879 drei Fabrikinspektorate ein⸗
gerichtet und zwar in München für Niederbayern, in Nürnberg für
zas übrige rechtsrheinische Bayern und in Speyer für die Rhein—
»falz. Wie seine Kollegen so hat auch der Fabrikinspektor für die
Rheinpfalz. Hr. Heuser in Speyer, in seinen Berichten neben
nteressanten statistischen Angaben über die Zahl und Art der ge—
werblichen Anlagen insbesondere berücksichtigt die Beschäftigung
veiblicher und jugendlicher Arbeiter in Fabriken ec., die Vorrichtungen
zum Schutz der Arbeiter gegen Gefahren, die genehmigungspflichtigen
Anlagen und endlich die Arbeiterverhältnisse mit Darstellung der
vorhandenen Arbeiterwohlfahrtsanstalten. (Pf. K.)

Der deutsche Botschafter Gras Hatzfeldt sollte am 6. Dez.
don Konstantinopel in Berlin eintreffen, und wird sich nach
rinigen Tagen zum Besuche nach Friedrichsruh zum Fürsten Bis—
marck begeben. Es kann jetzt als bestimmt gelten, daß Graf Hatz⸗
eldt im Laufe des Monats Januar seinen Posten als Staats⸗
ekretär des Auswärtigen antritt.

Vier Sozialisten zu Darmstadt sind unter der Bezichtigung
des Hochverraths verhaftet worden. (Fr. 3.)

Gelegentlch der diesmaligen Volkszählung ist der Wunsch
aut geworden, daß durch internationale Vereinbarung ein gemein⸗
samer Zählungstermin für alle Kulturstaaten, also außer Europa,
auch für Amerika, Japan ꝛc. festgesetzt und Umfang wie Ausführung
der statistischen Erhebungen nach einheitlichen Prinzipien geregelt
verden möge. Die Wichtigkeit eines solchen Abkommens leuchtet
yon vornherein ebenso ein wie die Möglichkeit der Ausführung, und
es wird in politischen Kreisen dafürgehalten, daß es eine Deutsch⸗
ands würdige Aufgabe wäre zur Erreichung dieses schönen Zieles
e Initiative zu ergreifen. Nachdem der Weltpostverein auf deutsche

J

Anregung hin entstanden, und damit der Beweis geliefert worden

ist, daß auch größere materielle Schwierigkeiten vor einer gesunden

ind wohlthätigen Idee nicht Stich halten können, möchte die Aus⸗

icht vielleicht nicht allzu optimistisch sein, daß noch im Laufe dieses

zahrzehnts ein internationales statistisches Amt zu Siande käme,

zessen Wirksamkeitsgebiet sich mit den Grenzen der Kulturvoͤlker deckte.
Ausland.

Die französische Regierung hat beschlossen, bei den Kam⸗
nern den Verkauf derjenigen Kronjuwelen zu beantragen, welche
einen historischen Werih haben. Ver auf 3 Millionen geschätzie
erlös ist für die nationalen Museen bestimmt.

In Rußland hat ein kaiserlicher Ulas die Aufhebung der
Salzaccise vom 1. Januar 1881 ab und die Verminderung der
Zollgebühren für eingeführtes Salz verordnet.

Viceadmiral Seymour gab am 3. Dez. sämmtlichen Ge⸗
chwader⸗Kommandanten bekannt, daß nunmehr, nachdem Vulcigno
in Montenegro übergeben sei, die vereinigte Flotte sich auflose.
Das englische Geschwader sollte am 4. Dez. nach Malta, das fran⸗
ösische nach Toulon abgehen.

Den Griechen ist es, trotz der Abrathungen verschiedener
Broßmächte, immer noch sehr kriegerisch zu Mulhe. So meldet
ꝛie „Agence Havas“ aus Athen unterm 5. ds. Mis.: In der
Deputirtenkammer erklärte Minister Communduros, das Programm
»es Kabinets sei die Politik der Aktion. „Wir bereiten uns vor,
im die Beschlüsse Europas auszuführen; wir bemühen uns, den
Beistand Europas zu erhalten. Es liegt kein Zeichen dafür vor,
aß die Mächte uns ihre Unterstützung nicht zu Theil werden lassen
ollten. Nichtsdestoweniger muß Griechenland seine eigentlichen
vedanken zurückhalten. Die Ehre legt ihm jedes Opfer auf.“
Fommunduros appellirt an den Patriotismus der Opposition und
nittet sie Angesichts der obwaltenden Umstände um ihre Unterstützung
Hhne Vorbehalt. — Das Einnahme-Budget ist eingebrachi. Die
zcinnahmen sind mit 514 Millionen, die Ausgaben mit 114,Mil⸗
ionen beziffert. Der Minister fügt hinzu: Wir werden 80,000
Hann regulärer Truppen unter den Fahnen halten und vielleicht
nich die Nationalgarde aufrufen.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Wie belkannt, hat unser Gewerbe⸗
Berein die Gründung eines Vereines gegen den Hausbettel dahier
n Anregung gebracht. In seiner am Samstag Abend Statt ge—
abten Versammlung ist derselbe der Frage schon etwas näher ge—
reten, indem er nach längerer Berathung die Gesichtspunkte, nach
enen der neu zu gründende Verein seine Thätigkeit zu entfalten
abe, feststellte. Die Versammlung beschloß also, es sei in unserer
Z„tadt ein Verein gegen den Hausbetiel zu gründen. Der Zweck
esselben ist die Beseitigung des Hausbettels, unter Gewährung
von Unterstützungen an unterstützungsbedürftige und würdige arme
Personen. Dem Bettel durch Kinder soll nach allen Kräften ge—
teuert werden. An den Herrn Bürgermeister hier soll das Gesuch
zerichtet werden, er möge sich bereit erklären, die Kontrolle über
zie Legitimationspapiere der fremden Personen zu übernehmen.
Ferner soll dahin gewirkt werden, daß der Verein schon mit dem
Januar 1881 in's Leben treten kann. Die Beiträge sind halb⸗
ährlich im Voraus zu entrichten. Ein vom jeweiligen Ausschuß
ses Vereins zu bestimmender Betrag der Beiträge soll der hiesigen
Armenkasse überwiesen werden. Es sollen dann aus den verschie⸗
denen Stadttheilen Mitglieder des zukünftigen Vereines als Ver—⸗
rauensmänner gewählt werden, welche dem Ausschusse und dem
Armenpflegschaftsrathe Vorschläge und Anträge, hauptsächlich be⸗
üglich der verschämten Hausarmen, zu machen haben. — Das sind
die Gesichtspunkte, nach denen vorläufig ein Statutenentwurf aus⸗
jearbeitet werden wird, der dann einer allgemeinen Bürgerversamm⸗
ung, welche nächsten Samstag Abend (11. Dez.) im Oberhauser'schen
Zaale Statt finden soll, zur Berathung und weiteren Ausführung
unterbreitet wird.

*St. Ingbert. Gesitzwechsel.) Das Anwesen des Hrn.
M. Paul an der Ecde der Kaiser⸗ und Blieskasteler-Straße ging
urch Kauf um die Summe von 28,700 Mark in den Besitz des
Irn. Apoth. Weigand über.
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        In Zweibrücken beträgt nach einer provisorischen Zu⸗
sammenstellung des Resultats der Volkszählung die Seelenzahl 9720
5030 männliche und 4690 weibliche), gegen 1875 eine Zunahme
bdon 472. — Ernstweiler 816, Bubenhausen 778.
— Die Einwohnerzahl von Pirmasens wird die Zahl 12,000
wohl übersteigen, was fast 2000 mehr wären als i. J. 1875. —
Daͤhn zahlt 1156 Einwohner, 83 mehr als im Jahr 1875. —
Das vorläufige Ergebniß der Volkszählung in Neustadt ist
[1321 Kopfe — 1099 mehr als im Jahre 1875. — Berg—
zabern zählte am 1. Dez. 2404 Einwohner, 100 mehr als im
Jahre 1875. — Landau zählt, nach der vorläufigen Zusam⸗
menstellung, 88589 Einwohner, 1280 mehr, als im Jahr 1875.
Mil eingerechnet ist dabei die Militärbevölkerung mit 1413 Köpfen,
was 497 mehr ist als im Jahr 1875. — Dürkheim zählt nach
provisorischer Zusammenstellung der Zähllisten 6082 Einwohner,
234 mehr als 1875. — Frankenthal hat, nach vorläufiger
Zusammenstellung, 8091 Einwohner, hat also seit 1875 um 1184
sügenommen. — Spey er zählt 15,229 Kopfe (7496 männl.,
7733 weibl.) — um 908 mehr als i. J. 1875.

In Erfweiler hackte dieser Tage ein Mädchen von
ungefaͤhr 14 Jahren, angeblich aus Spiesen, einem kleinern Mäd—
hen aus dem erstgenannten Orte die Ohrringe aus, nahm sie an
sich und suchte das Weite. Die jugendliche Diebin wurde jedoch
eingeholt und dem Polizeiadjunkten übergeben; doch gelang es ihr,
wieder zu entwischen. — Erfweiler hatte bei der Volkszählung
5350. Wittersheim 486 und Aßweiler 257 Seelen.

Otterberg. Nach der leßten Volkszählung hat unser
Städichen 2623 Einwöhner, 10 mehr als im J. 1875. — Vor
dem Schöffengerichte dahier wurde eine Frau von Hirschhorn wegen
Vergehens des Diebstahls gepfändeter Kartoffeln zu einer Gefäng⸗
nißstrafe von 5 Tagen und zur Zählung der Kosten verurtheilt.

F In dem Verkaufe der bayerischen Stempelmarken
Gebührenmarken) tritt mit dem 1. Januar nächsten Jahres inso⸗
jern eine Veränderung ein, als diefelben dann nicht mehr von den
Rentämtern, sondern von den Postanstalten abgegeben werden. Die
Privatverkaufsstellen für Postwerthzeichen können von obigem Tage
in auch Gebührenmarken zum Wiederverkaufe übernehmen.

FHerr Einnehmer Witte in Aßweiler feiert mit seiner
Gemahlin am 15. Dezember 1880 das Fest der goldenen Hochzeit.
Der Jubilar ist 1798, die Jubilarin 1804 geboren, ersterer also
82, letztere 76 Jahre alt. Das Jubelpaar. welches am 15. De—

1830 in Zweibrücken ehelich verbunden wurde, hat 8 verheirathete
Kinder, von denen 17 Enkel am Leben sind.

Am 8. Dez. sollen gleichzeitig in Kaiserslautern die Köon⸗
servativen der Westpfalz und in Neustadt die Konservativen
der Vorderpfalz zu einer Berathung darüber zusammentreten, in
welcher Weise der Fortbestand der „Pfälz. Post“, von deren Redaktion
pfarrer Fleischmann mit Ablauf dieses Jahres zurücktritt, gefichert
werden koͤnnte.

FKaiserslautern. Der Geschäftsbetrieb des Hotel
Tarlsberg ist durch den eingetretenen Konkurs nicht aestört, wird
zielmehr nach wie vor fortgesetzt.

Der Voranschlag des Gemeindehaushalts der Stadt Speyer
in Jahr 1881 zeigt 2483,214 M. 46 Pf. gewöhnliche und
147,2833 M. 74 Pf. außerordentliche Ausgaben, zusammen
390,448 M. 80 Pf.

F Aus der Pfalz. Bei der im Mai nächsten Jahres in
—„peyer Statt findenden Kreisthierschau kommen Preise im Ge⸗
ammtbetrage von 6560 Mark zur Vertheilung und zwar für Zucht⸗
tiere je 4 mal Preise von 150, 120, 100, 80, 609, 50 und 40
M., für Kühe je 4 mal Preise von 120, 100, 80, 60, 40, 30
und 20 M., für Kalbinen je 4 mal Preise im gleichen Betrage
vie bei den Kuͤhen, für eine Zuchtfamilie aus wenigstens 3 Stück
sindvieh 100 MN., für 1 Paar Arbeits- und 1 Paar Mastochsen
e LPreis von 80 M. Zu jedem Preise wird eine Fahne mit Diplom und
dem Warter eines praͤmiirten Thieres 3 M. Trinkgeld verabreicht.

F Die „St. Johanner Zeitung“ schreibt: Männer, die mit
der Prüfung der „Nussstände“ des hiesigen Bank—
dereins betraut sind, sprechen übereinstimmend die Ansicht aus,
daß außer dem Verlust des „Geschäftsantheilss von 500 Mark,
nicht 530 oder 100, sondern noch 1000 bis 1500 Mark zuzubüßen
ein werden! — Von 25 Posten, die bis jetzt geprüft worden sind.
st die Hälfte als absolut verloren zu betrachten.

Hypolit Tissot von Nancy, Feuerversicherungs-Agent
ind franzosischer Reserve-Offizier, augeklagt des Landesderraths,
»egangen dadurch, daß er Pläne der Festung Diedenhofen, die
Slärke der Forts, deren Ausdehnung, Anlage der Kassematten u. s. w.
der franzöfischen Regierung zur Kenntniß gebracht habe, wurde amm
4. Dez. durch das ständige Kriegsgericht zu Straßburg auf
Hrund des Z3 des Gesehes für Elsaß-Lothringen vom 12. Juli
1873 zu einer Festungsstrafe von 3 Jahren verurtheilt.

Fur die Redaction veramwortlich: F. X. D emev.
Kinder⸗
—42
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25 533358 2 5 — 7535 5 325
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2 — * —8 2
3 2* * * 653 * 8
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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, (Sonntags mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal:? Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementspreis betragt vierteljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J M 60 H, einschließlich 40 H Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswärts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blattichrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 vpro Zeile berechnet.
M 196. Donnerstag, den 9. Dezember 1880.

—

Deutsches Reich.

Aus München wird dem „Pf. K.“ geschrieben: Bezüglich
der neulichen Zeitungsmittheilung, daß der Malzaufschlag im
laufenden Jahr einen viel höheren Ertrag, als im Finanzgesetz ver—
anschlagt ist, liefere, wird uns von unterrichtetrr Seite mittgetheilt,
daß im ersten, zweiten und dritten Quartal der Ertrag des Auf—
schlags insoferne allerdings ein erfreulicher war, als der Voran—
chlag erreicht bezw. etwas überschritten wurde, und daß, wenn der
Ertrag im laufenden vierten Quartal nicht ungünstiger wird, der
Jahresertrag den Budgetvoranschlag (32,467, 400 M.) wenn nicht
äbersteigen, so doch jedenfalls erreichen wird, und das wäre bei der
Hohe des Voranschlags schon ein sehr befriedigendes Ergebniß.
Auch noch bei einigen anderen größeren Einnahmeposten des Staats
haushalts sollen dem Vernehmen nach recht günstige Jahresabschlüsst
in Aussicht stehen.

Die 4. Strafkammer des Landgerichts zu Berlin verurtheilte
den Redakteur der „Volks-Zeitung“ und des „Illustrirten Sonn—
— DD
Nr. 5 des „Sonntagsblattes“ enthaltenen Beleidigung des Königs
von Bayern und der bahyerischen Armee zu vierwöchentlicher Fest—
ungshaft, zur Tragung der Kosten und Bekanntmachung des Ur—⸗
theils im „Sonntagsblatt.“

Der Militäretat pro 1881,82 fordert für Preußen und
ür die unter preußischer Verwaltung stehenden Kontingente an
dauernden Ausgaben M. 265,657, 377, d. i. 14,572, 449 M.
mehr, für Sachsen 21,402,028 M., mehr 2,345,162; für Würt-⸗
lemberg 14,464,958 M., mehr 722,102. An einmaligen Aus—
gaben für den preußischen Etat 22,288,702 M., mehr 15,738, 189;
für Sachsen 3,206,800 M., mehr 2,772,644; für Württemberg
705,271 M., mehr 75,041. Das Extraordinarium des Militär—
etats beträgt 23,578,004 M., weniger 4,780,861.

Immer bestimmter auftretende Meldungen bestätigen, daß dem
Reichstage ein Vorschlag wegen Erhöhung der Tabaksteuer
vorgelegt werden soll. Wann wird denn endlich einmal diese so
sehr beunruhigte vielgeplagte Industrie wieder die nöthige Sicher—
heit finden? Oder soll vielleicht mit in Folge dessen aus dem Reichs—
lage selbst heraus das Monopol beantragt werden?

Im Reichsamt des Innern tritt am 14. Dez. die Kommission
zur Prüfung des Gesetzentwurfs über Vorschriften zum
Schutze gewerblicher Arbeiter gegen Gefahren für das
Leben und die Gesundheit zusammen.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt die Meldungen des „Standart“
aus Köln über französisch-deutsche Verabredungen in Friedrichs—
ruhe in jedem einzelnen Punkt für völlig aus der Luft gegriffen.
Die Besprechungen des Reichskanzlers mit dem Fürsten Hohenlohe
und dem Grafen St. Vallier hätten gleich allen anderen Beziehungen
in der jüngsten Zeit den Beweis geliefert, daß die Regierungen der
beiden großen Nachbarstaaten in ihrer friedlichen Tendenz, ihrer
Politik und ihren Ansichten über die einstweilige Behandlung der
Drientfrage vollstandig übereinstimmen, aber weder kommunistische
Bestrebungen und deren Unterdrückung, noch die Möglichkeit neuer
Königreiche an der Donau seien unter den drei Diplomaten in
Friedrichsruh auch nur mit einer Silbe erwähnt worden.

Ausland.

Dublin, 7. Dez. Eine Versammlung der Landliga in
Brookeborough wurde gestern verboten; trotzdem versammelten sich
heute 5000 Personen in der Nähe des Dorfes, wurden aber von
der Polizei und Dragonern leicht vertrieben. Drei Verhaftungen
wurden vorgenommen und die Aufruhr-Akte im Dorf verlesen.

Die Botschaft bei Eröffnung des Kongresses der Vereinigten
Staaten empfiehlt die Reform des Staatsdienstes durch Ein⸗
führung von Beamten⸗Konkurrenzprüfungen. Gegen die Mormonen
joll die Strenge der Gesetze angewendet werden. Die Beziehungen
zu den auswärtigen Mächten sind ununterbrochen friedliche; auch
die Verständigung mit Deutschland betr. der Naturalisationsverträge
schreitet günstig fort. Die Ausführung' des Panamakanals müssc
mit den Interessen der Union übereinstimmen. Die Finanzlage sei
die günstigste. Die Ueberschüsse des letzten und des laufenden
Jahres beziffern sich auf 66 und 90 Mill. Deßhalb scheint eine

Konventirung räthlich. Die Botschaft hebt die großen militärischen
Verdienste Grant's hervor und schlägt vor, ihn zum Generalkapitän
zu ernennen.

Pfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

Die Session begann am 6. Dezeuber in Zweibrücken uud wurde
vom Vorsitzenden um 8!/3 Uhr mit einer kurzen Ansprache an die Geschwo⸗
renen erbffnet, in welcher er sie zu vereinter Thätigkeit willlommen hieß und
jie mit den einzelnen Pflichten und den Formen der Ausubung ihres Amtes
bekannt machte. Hierauf wurde zur Verhandlung des ersten Falles ge⸗
chritten.

Verhandlung gegen Benedikt Fisscheer, Schuster von Hanhofen.
48 Jahre alt, zuletzt Fabrikarbeiter in Ludwigshafen wegen Todtschlags
Bertreter der königl. Staatsbehörde: Staatsanwalt Petri; Vertheidiger:
Rechtsanwalt Kieffer. Die Reninerin und Wittwe Barbara Stern, ge⸗
borene Eslkales in Ludwigshafen, war Eigenthümerin des sogen. „fünfstöcligen
Baues“ daselbst — einer echten Miethkaserne. Trotzdem sie heuie nicht mehr
lebt, wird die Wittiwe Stern von den Zeugen als eine unverträgliche und
zum Uebermaß geizige Frau geschildert, die sich sogar scheute, ihr Haus in
einen angemessenen Zustand zu versetzen resp. zu erhalten, weshalb sogar öf⸗
lers von Seiten der Baupolizei eingeschrititen werden mußte. Wer eine
jolche verwahrloste Wohnung mit der angenehmen Beigabe einer zänkischen
dausherrin miethete, war eben meistens durch Noth dazu gezwungen und so
am es, daß die Miethsleute der Wittwe Stern zu der aͤrmsten und wohl
auch meistens verkommensten Klasse der Bevölkerung gehörten, die nur selten
tegelmäßig zahlten und so dem Geiz und der Unverträglichkeit der Wittwe
Stern immer frische Nahrung gaben.

Der Angeklagte Fischer genießt allgemein einen schlechten Ruf und wurde
zuch schon mehrfach bestraft, darunter einmal wegen Widerstand gegen die
Staatsgewalt zu 4 Wochen Gefängniß. CEr soll ungern arbeiien, dafür aber
un so lieber gut leben. So mußte er zu Schulden kommen und mit den
Schulden kam das Elend, die Noth, und damit eine allgemeine, besonders
aber gegen drängende Mahnungen der lästigen Gläubiger gereizte Stimmung.
Er mielhete in der Mitte des Monats Juli abhin bei der vorgenannten
Wittwe Stern im Hinterhaus ihres Kasernenbaues eine ärmliche Wohnung.
Seinem früheren Hansherrn war er noch 70 Mark Miethzins schuldig und
hotte er auch sonst noch bei Krämern und andern Leuten, wie schon erwähnt,
jür seinen spärlichen Fabrikverdienst ziemlich drückende Schulden. Der Mieth—
vertrag mit der Wittwe Stern wurde mündlich mit monatlicher Kündigung
und monatlicher Zahlung des Miethpreises abgeschlossen.

Am 18. August abhin wurde die erste Monatsrate des Miethzinses fällig.
Beld war keines im Hause und die Ehefrau Fischer will schon am Tage vor⸗
her die Witiwe Stern gebeten haben, sie möge sich noch bis nächsten Samstag,
wo ihr Mann Zahltag habe, gedulden. Der Angeklagte lärmte in der Rachi
vom 17. auf 18. August und schimpfte, von dem Sohne der Wittwe Stern
zur Ruhe gewiesen, auch auf diesen noch in ungebührlicher Weise. Dies mag
nun wohl der Hauptgrund gewesen sein, weßhalb die Wittwe Stern keine Ge⸗
duld üben wollte, vielmehr am Nachmittag des 18. Augnst, kurz vor zwei Uhr,
während sich Fischer in der Fabrik befand, mit ihrem Sohne Ferdinand und
dem ebenfalls im Hause wohnenden Tagner Georg Day in das Fischer'sche
Wohnzimmer ging und dort die Fenster aushängen ließ. Die Ehefrau Fischer
vehrte sich dagegen, schickte auf die Polizei und ließ auch durch ihr Njähriges
Töchterchen den Vater in der Fabrik rufen.

Der Polizeidiener Probeck war zuerst zur Stelle und verbot der Wittwe
Stern ihr Borgehen gegen den säumigen Schuldner als eine unerlaubte Selbst⸗
hilfe. Wittwe Stern und Frau Fischer gaben nun ihren beiderseitigen Ge—
ühlen nicht in der feinsten Art Ausdruck. Während sie sich schimpften, kam
»er Angeklagte mit seinem Töchterchen, das ihm auf dem Wege von der Fabril
das Vorgehen der Wittwe Stern erzählt und auch beigefügt hatte, es sei von
derselben in brutaler Weise an die Wand gedrückt worden. Auf der Treppe
zegegnete der Angeklagte dem Polizeidiener Proleck, der ihn zur Ruhe er⸗
nahnte. Der Angeklagte gibt an, er sei in der fürchterlichsten Aufregung
über die Schmach gewesen, die ihm und den Seinen zugefügt worden sei;
inten habe er bereits das Messer geöffnet, aber nicht um der Wittwe Stern
twas zu Leid zu thun, sondern nur um sich gegen Thätlicht iten des Tagners
Day zu schützen, von dem ihm sein Töchterchen erzählt habe, er sei auch mit
inem Prügel oben im Wohnzimmer. Als er aber oben angekommen, die
Wittwe Stern vor sich stehen sah, da habe ihn die Wuth übermannt, er habe
aicht mehr gewußt, was er thue und daß er ein Messer in der Hand halte,
ei der davonlaufenden Frau gefolgt und habe ihr hinten in's Genick geschla—
zen; tödten habe er sie nicht wollen. Die Frau war aber schwer getroffen
und gab wenige Minuten nach dem Stich ihren Geist auf.

Die k. Staatsbehörde hielt die Anklage auf Todtschlag aufrecht und
'olgerte die Absicht zu tödten aus der Gefährlichkeit der Waffe und der An—
vendung derselben einer alten wehrlosen Frau gezenüber, sowie aus der Wucht
des Stoßes; jedenfalls läge eine Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode vor
ind von mildernden Umständen könne keine Rede sein. Die Vertheidig⸗
ing stellte auf, die Absicht zu tödten sei keineswegs zur Evidenz er⸗
viesen, der Angeklagte habe eben die Frau Stern fur ihr harther⸗
iges Vorgehen und die Schande, die sie ihm dadurch bereitet habe, züch⸗

ligen wollen und deßhalb mit dem Messer, das er zur Abwehr gegen etwaige
Ingriffe des Tagners Day geöffnet hatte, zugestoßen. Jedenfalls müßten in
»em schonuugslosen Vorgehen der Wittwe Stern und der deßhalb aufs Höchste
gespannten Gereiztheit des an sich schon leidenschaftlichen Angeklagten, ferner
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        uuch in seinem straffreien Vorleben und in dem Unglüe, das durch die un⸗
lige That Uber den Angeklagten, seine kränkliche Frau und bie fünf Kinder
omme, mildernde Umstände erblickt werden. Die Geschworenen sprachen den
lingeklagten der Körperverleßzung mit nahgefolgtem Tode ohne
lInnahme mildernder Umstände schuldig, worauf drrselbe in eine Zuchthaus⸗
brafe von 5 Aabren verurtheilt wurde.
Vermischtes.

*St. Ingbert. Bei der jüngsten Volkszählung betrug
die Zahl der ortsanwesenden Bewohner unserer Stadt (enschließlich
des Eisenwerks und der Schnappbach) in 1909 Familien 9316,
dabei 3015 männlichen und 4801 weiblichen Geschlechtes. Die
Zahl der Abwesenden war 36: 26 männl. und 10 weibl. 1875
hatien wir hier in 1803 Familien 9220 ortsanwesende Einwoh—
ner: 4823 männl. und 4897 weibl.; abwesend waren 27: 12
männl. und 15 weibl. Die hiesige orts anwesende Bevölkerung
hat also seit 1875 um 106 Familien und 596 Seelen
zugenommen. (as Eisenwerk hatte heuer 192 Fam
mit 949 ortsanwes. und 6 abwesenden Personen, 1875 — 141
Fam. mit 855 an⸗ und 3 abwesenden Personen. Die Schnapp⸗
dach zählte dieses Jahr in 250 Fam. 1878 anwesende und 2
abwes. Personen; 1875 in ebenfalls 250 Fam. 1462 an- und 7
abwes. Personen..

Hassel zählte am 1. Dez. d. Is. 8303 Einwohner (404
männl. und 399 weibl.) in 159 Familien, gegen 7483 Einwoh—⸗
ner (370 männl. und 8378 weibl.) in 148 Fam. im J. 1875.
Vorübergehend abwesend waren heuer 3 und 1875 7 Personen.

4 Der pfalz. Landrath (dessen Präsidium wieder Hrn. Dr.
Jakob übertragen wurde) beschloß in seiner Sitzung vom 3. d. u. A.,
die in den letzten Jahren stets wiederholte Bitte um Uebernahme
der Lateinschulen zu Landau und Kaiserslautern auf Staatsfonds

dermalen zunächst nicht weiter zu wiederholen, obgleich diese Bitte
im Gesetz vom 28. Mai 1846, „die Ausscheidung der Kreislasten
von den Staatslasten und die Bildung der Kreisfonds betr.“, ihre
unanfechtbare Grundlage habe. Der Landrath gibt sich dabei der
Hoffnung hin, daß in späleren Jahren sich die Verhältnisse günstiger
für die Wahrscheinlichkeit der Uebernahme der zwei bezeichneten
Lateinschulen auf die Staatskasse gestalten werden, oder daß sich
die Möglichkeit ergeben wird, das Recht des Kreises vor dem Ver⸗
waltungoͤgerichtshof zur Geltung zu bringen, wenn erst dessen
Kompeienz entsprechend erweitert sein wird.

4 Der Adelsmatrikel wurde einverleibt der Präsident des
kgl. Oberlandesgerichts Zweibrücken, Fr. v. Kief fer für seine Per—⸗
son als Ritter des Verdienstordens der bayer. Krone bei der Ritterklasse.

F Die vor dem Schwurgerichte zu Zweib rücken verthei—
digenden Rechtsanwälte erscheinen in der Robe mit seidenem Kragen.

- Die zwischen Zweibrücken und Medelsheim ver—
tehrende Cariol post befördert auch Personen; es können jedoch
höchstens drei Platz finden.

F Wie die „FIrkth. Ztg.“ vernimmt, hat Herr Dr. Emmerich
in Homburg bei der Mannheimer Verloosung die Einrichtung
des sog. Fürstenzimmers gewonnen.

FHomburg zählt 3437 Einwohner: Zunahme 406. —
Landst uhl zählt 36903 Einwohner; Zunahme 247. — Kirch—
heimbolanden zählt 3388 Einwohner; Zunahme 250. —
Die Volkszählung ergab für Annweiler mit Sarnstall
2972 Seelen; Zunahme 17.
Füur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme ß.

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begründet zurück.
St. Ingbert, 9. Dez. 1880.
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Versammlung.

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eins gegen Bettelei und für Armenunterstützung
mitthun wollen, werden hiermit zu einer Zusammenkunft am näch—
den Samstag Abend 8 Uhr im Oberhaufer'schen Saal zur
Fertigstellung der Statuten und Wahl eines Ausschusses von 7
Mitqliedern eingeladen. Achtungsvollst

Mehrere Bürger.

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82* 22 2— 8 22 2* 38334 2 582 2 532
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8 —A 222 25 883—222 3 —5 —A 5 333
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der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Rei
lage) erscheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sountag. Der Abonnementopreis betragt viertellährlich
EAs6 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 H, einschließlich 420 ß Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris

mit 15 — fuür die viergeipaltene Zeile Blattschrit oder deren Raum, Neclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
48 197. Samstag, den 11. Dezember 1880.

Deutsches Reich.“

Der Plan des Reichskanzlers in Bezug auf die Ver—⸗
icherung der Arbeiter soll nunmehr vollständig ausgearbeitet
und seine Veröffentlichung demnächst zu erwarten sein. Voraus—
ichtlich wird der Plan zunächst dem preußischen Volkswirthschafts—
raih zur Prüfung und gutachtlichen Aeußerung vorgelegt werden
und erst dann diejenige Formulirung erfahren, welche die Vorlegung
desselben dei den Faktoren der- Gesetzgebung erfordert.

Der König und die Königin von Württemberg werden
im 29. Dezẽmber nach Cannes abreisen, um in Südfrankreich
nehrere Monate Aufenthalt zu nehmen; die Majestäten werden im
Laufe des Monats Mai nach Stuttgart zurückkehren.

Die „Elsaß⸗Lothr. Ztg.“ veröffentlicht eine Verordnung des
Statthalters der Reichslande betreffend die Einsetzung von
Bezirksunterrichtsräthen für jeden der drei Bezirke des Landes;
dieselben bestehen, außer dem Bezirkspräsidenten und dem Schulrath
des Bezirks sowie einem Kreisschulinspektor, aus Vertretern der
Heistlichkeit aller Konfessionen, je zwei richterlichen Beamten und
bier Kreiseingesessenen, von denen zwei Mitglieder der Bezirkstage
iind. Die Unterrichtsräthe sind jährlich mindestens zweimal zu
ersammeln; sie sind zur Begutachtung der auf das niedere Unter⸗
richtswesen bezüglichen Verhälinisse berufen, und es können die
Mitglieder darauf bezügliche Anträge einbringen, welche mit dem
Zutachten des Unterrichtsrathes dem Ministerium einzureichen sind.
— Die erste Session der Unterrichtsräthe soll im März stattfinden.

In Bezug auf die Loͤsung der Frage betreffend Dulcigno
schreibt die Berliner „Provinzial-Korrespondenz'“. Bei Erledigung
dieser Angelegeuheit sowie bei Auflösung der gemeinsamen euro⸗
zäischen Flotte ist von allen Mächten den Bestimmungen und zu—
zleich dem Geiste des Berliner Vertrages gehuldigt
vorden.
Ausland.

Dem Pariser Gemeinderath wurde am 7. Dez. Rocheforts
ühesuch um Errichtung eines Denkmals zu Ehren der Kommune
jorgelegt; derselbe aber ging mit 33 gegen 29 Stimmen zur ein—
'achen Tagesordnung über. Die opportunistischen Blätter sind ganz
)erdutzt dar ber, daß die Inbetrachtnahme der Petition Rocheforts
nit so geringer Majorität abgelehnt wurde. Ein Blatt sagt: es
ehlten nur vier Stimmen und die Kommune zog ein durch Ver⸗
mittelung des Gemeinderathes; das sei ein Erfolg, über den man
nicht stolz sein könne. (Allerdings nicht) Die Sitzung war so
türmisch, daß sie suspendirt werden mußte. Die Radikalen ver⸗
prechen, ihr Projekt bald wieder aufzunehmen.

Aus Irland werden neue Unthaten gemeldet. Auf einen
Bächter in Dornleg, Grafschaft Clare, der jüngst den vollen Pacht⸗
—I
einer Familie am Kamin saß. Er blieb unversehrt, aber seine
Frau und Kiuder wurden verletzt. Zwei in derselben Grafschaft
insäsfige Wittwen, die sich aus demselben Grund mißliebig gemacht,
rhielten den Besuch einiger Weiber mit geschwärzten Gesichtern,
ie sie mit Weberkarden behandelten. Zwei Männer, die in den
Diensten eines à la Boycott in den Bann gethanen Pächters blieben,
veil er ihnen doppelte Löhnung versprochen, wurden beinahe todt⸗
zeprügelt und gewarnt, daß sie erschossen werden würden, wenn
ie den Pächter nicht sofort verlassen. Ein Gerichtsdiener, der un⸗
»orsichtig genug war, Exmissionsklagen auf den Gütern von Lord
Claremorris ohne polizeilichen Schuß zu behändigen, wurde der—
irtig zugerichtet, daß sein Wiederaufkoimmen bezweifelt wird. Das
„Boycotling“ wird jetzt gegen alle Pächter angewendet, die ihren
Bachtzins voll entrichten, sowie gegen alle Personen, die nicht der
dandliga beitreten wollen. Ein Pächter Namens Mahomiy wurde
n einem Graben unweit Tralee ermordet gefunden. Eine Anzahl
hewaffneter und maskirter Männer besuchte am Mittwoch Abend
zen Distrikt Kastle-Island und bemächtigte sich aller Waffen, die
ie finden konnten.

Die Pforte hat am 8. Dez. den Text einer die griechische
frage betreffenden Rote festgestellt: Die Pforte hält als äußerste
Lerritorialzugeständnisse die in der Note vom 3. Oltober angebotenen
koncessionen fest, wonach Larissa, Metzowo, Janina und Tichamurli

yon der Abtretung an Griechenland ausgeschlossen sein sollen. Die
Pforte verlangt wirksamen Beistand der Mächte gegen die offen⸗
undigen Rüstungen Griechenlands, welche die Pforte zu gleichem
Vorgehen zwingen.

In diplomatischen Kreisen wird die gegenwärtige Stellung
der Mächte zur Orient⸗-Frage wie folgt charakterisirt: der
Berliner Vertrag ist strikte durchzuführen, dabei wird die monte—
iegrinische Frage vollständig ausgetragen; die Lösung der griechischen
Frage ist im Berliner Vertrage nicht vorgesehen. und die Berliner
donferenz wollte lediglich einen Ausgleich vorschlagen und die Aus⸗
ührung den beiden interessierten Mächten überlassen. Die jetzige
Aufgabe der Mächte ist einen Ausgleich herheizuführen der allseitig
hefriedigte.
Pfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

Zweibrücken, 6 Dezbr. Nachmittagssitzung. Verhandlung gegen
Fhristian Haußer, 27 Jahre alt, Bahnarbeiter von Altstadt, z. Z3. in
Wellesweiler bei Neunkirchen, wegen Verbrechens gegen die Sitilichkeit.
bertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt Dr. Kreü, Vertheidiger: Rechts⸗
inwalt Gießen. Schon im Jahre 1876 wurde der Ängeklagte wegen eines
ihnlichen Verbrechens vom hiesigen Zuchtpolizeigerichte zu einer dreijährigen
Zuchthausstrafe verurtheilt, welche Strafe durch appellgerichtliches Urtheil auf
dJahre heravgesetzt wur e. Das heute ihm zur Last liegende Verbrechen hai
serselbe am 27. Otltober abhin zwischen Mitielberbach und Homburg verübt
ind entziehen sich die näheren Details natürlich der Oeffentlichkeit.

Der Angeklagte ist geständig und wird ohne Annahme mildernder Um⸗
tände schuldig erklät und zu einer Zuchthausstrase von 4 Jahren
ʒꝛerurtheilt.

7. Dez. Verhandlung gegen Margaretha Weis, 24 J. alt. Chefrau
»on Wilhelm Jost, Schuster in Pirmasens, wegen Körperverletzung mit nach⸗
zefolgtem Tode. Bertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanw. Kieffer,
Vertheidiger: Rechtsanwalt Ginmck.

Es sind eben Pirmasenser Verhältnisse in ihrer tiefsten moralischen
Berkommenheit, auf die heute ein Streiflicht geworfen wird, Verhältnisse der
raurigsten Art, die in ihrer einen oder andern Aeußerung die Zweibrücker
Straftummer fast in jeder Sitzung beschäftigen. Wir wollen uns nicht mit
er Vorgeschichte des heutigen Verbrechens, die gleichbedeutend ist mit der
rößtmöglichen Corruption jeden Familienlebens, näher befassen, sondern nur
den Thatbestand des heute in Frage kommenden Verdrechens kurz schildern.

Die Angeklagte ist die zweite Frau ihres Mannes. Den Kindern des⸗
elben aus erster Ehe, Franz und Elisabeth Jost, war sie eine echte Stieff⸗
nutter. Mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln suchte sie die beiden aus
zem Hause zu schaffen und lebte deßhalb mit ihnen und ihrem Manne in be⸗
tändigem Unfrieden. Am 4. März abhin hatte sie sich den ganzen Nachmit⸗
'ag mit ihnen herumgezankt und den Streit des Abends und die darauffol⸗
jende Nacht fortgesetzt. Am Morgen des 5 März stand sie auf und verließ,
im Milch zu holen, nach 7 Uhr das Haus. Die beiden Stiefkinder waren
benfalls aufgestanden und unterhielten sich über die Behandlungsweise ihrer
Stiesmutter, da ging plötzlich die Stubenthüre auf und die Angeklagte, die
ffen bar draußen gelauscht haite, stürzte mit dem Rufe: „Was hab ich?“ herein
juf den am Ofen gebückt stehenden Stiefsohn Franz zu und versetzte ihm mit
ziner „Schusterkneipe“, einer in Pirmasens und nächster Umgebung höchst be⸗
iebten Moroewaffe, einen Stich in den Rücken. Dee schwer in die Lunge Ge⸗
roffene stürzte zusannnen uñd gab nach wenigen Minuten seinen Geist auf.

Die Anklage nimmt picht an, daß die Angeklagte die Absicht zu tödten
zehabt habe, weßhalb dieselbe auch nur wegen Körperverletzung mit lödtlichem
Erfolge vor das Schwurgericht verwiesen wurde.

Die Thäterin wurde sofort in Haft genommen, verfiel aber nach kurzem
JAufenthalte im Untersuchungsgefängnisse in melancholischen Wahnsinn und ver⸗
irsachte durch ihr lautes und exaltirtes Benehmen große Störungen im Ge—⸗
ängnisse, weßhalb die zeitweise Einstellung des Verfahrens gegen sie von Seite
der Strafkammer beschlossen wurde. Sie wurde in das Bürgerhospital und
jon da, als sich ihr Zustand nicht besserte, in die Kreisirrenanstalt nach Klin⸗
zenmünster verbracht, von wo sie, nachdem ihr Geifteszustand wieder einiger⸗
maßen normal war, wieder in Untersuchungshaft geuommen wurde. Sowohl
der k. Landgerichtsarzt, der sie längere Zeit im Untersuchungsgefängnisse be⸗
obachtet hatte, als auch die betreffenden Herren Aerzte in Klin, enmünster, die
als Experten über den Geisteszustand geladen sind, erklärten in ihren Gut⸗
achten, daß die Angellagte zur Zeit der That vollständig zurechnungsfähig war
und erst durch die Angst vor Strafe in den Zustand der Geistesstörung, an
dem übrigens Manches simulirt sei, gebracht worden ist.

Ehefrau Jost wurde unter Annahme mildernder Umstände für schuldig
exklärt und zu ?2 Jahren Gefängniß verurtheilt.

8. Dez. Verhandlung gegen Philipp Ernst, 831 Jahre alt, Leineweber
ind Maner von Winterbach wegen VBrandstift ung. Vertreter
zer kgl. Staatsbehörde: Staatsanwalt Kieffer; Vertheidiger: Rechts⸗
andidat Schuler.

Der Angellagte ist Witiwer und bewohnt allein sein in Winterbach ge⸗
egenes einstöckiges Wohnhäuschen. Er ist in Vermögensrückgang und sein
Zorleben hauptsächlich durch den Umstand getrübt, daß er bereits im Jahre
878 wegen Brandstiftung in Untersuchung war, ohne daß jedoch dieselbe zu
inem greifbaren Resultate geführt hätte. Sonntag, den 15. August abhin.

—2
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        war derselbe beim Kegeln gewesen, hatte sich gegen 7 Uhr in sein Häuschen
begeben und sich von dort nach kurzem Aufenthalte wieder entfernt, um vor—
erst ins Wirthshaus und von da nach Bundenbach zu gehen, —von wo er erss
am andern Morgen zurückkehrte. Kaum aber hatte er sich aus Winterbach
entfernt, es war nach 8 Uhr, als man in dem Häuschen Feuer bemerkte Die
Hausthüre war verschlossen, man mußte deßhalb mittelst einer Leiter einsteigen
und dann von innen dieselbe öffnen. Der Brand war bald gelöscht; aber
der schon vorher bei den Löschenden aufkeimende Verdacht wurde dadurch aufs
Stärkste unterstüßtt, daß man sowohl unten in der Nebenkammer als auch oben
auf dem Speicher je eine Brandstelle und Ueberreste von leichtbrennbaren
Gegenständen vorfand. Zudem wurden Petroleumspuren und auch noch Ge—
fäße mit Petroleum entdeckt. Auf erfolgte Anzeige wurde der Angeklagte
in Untersuchung genommen und verhaftet. Anfangs leugnete derselbe. Später
gestand er zu, den Brand gelegt zu haben. Heute nimmt er nun wieder sein
Geständniß zurück und stellt auf, er zweifele zwar keinen Augenblick daran
daß er den Brand veranlaßt habe, aber es sei dies nicht vorsätzlich geschehen,
sondern es müsse eben in der Zeit, als er sich zum Umkleiden in seiner Be—
hausung befunden habe, ein Funken aus seiner Pfeife in das dort immer lie—
jende Gerümpel und Stroh gefallen sein und dies entzündet haben. Der
Petroleumgeruch an manchen Gegenständen erkläre sich daraus, daß dort Theile
seines Webstuhls, den er immer mit Petroleum gereinigt habe, gelagert ge—
wesen seien und die Gefäße mit Petroleum stünden immer an jenem Platze
Das frühere Geständniß habe er nur deßhalb abgelegt, weil ihm ein Gendarm
mitgetheilt habe, wenn er eingestehe, werde er noch im September abgeurtheilt,
während er, wenn er leugne, möglicherweise noch bis März 1881 in Unter⸗
juchungshaft fitzen müsse. Um dies zu vermeiden, habe er ein Geständniß ab—
gelegt, ohne sich bewußt zu sein, daß er damit ein so schweres Verbrechen
eingeftehe.

In heutiger Verhandlung besteht der Angeklagte auf der Revocation
seines Geständnisses, weßhalb eine eingehendere Beweisaufnahme nothwendig
wird und die Sitzung über Mittag ausgesetzt werden muß. Die k. Staats—⸗
behörde hielt die Anklage in allen Punkten aufrecht, da ja auch abgesehen von
dem Geständnisse des Angeklagten eine Reihe anderer Indicien mit Nothwen⸗
digkeit einen Rezeß auf die Schuld des Angeklagten zulassen. Demgegenüber
stellt die Verth idigung auf, daß die Möglichkeit durchaus nicht ausgeschlossen
sei, daß der Augeklagte h eute die Wahrheit sage und daß auch alle In—
dicien diel eher auf eine fahrlässige, als auf eine vorsätzliche Hand⸗
ung schließen ließen, weßhalb die auf fahrlässige Brandstiftung gerichtete Fragt
allerdings zu bejehen sei. Die Geschworenen erklärten aber, entsprechend dem
Antrage der k. Staatsbehörde den Angetlagten für überführt des Ver—
brechens der Inbrandsetzung eines zur Wohnung von Menschen dienenden Ge—
bäudes, in idealer Konkurrenz mit dem Verbrechen der betrügerischen Inbrand⸗
setzung einer gegen Feuersgesahr versicherten Sache, nahmen jedoch bei letz⸗
lerem Verbrechen mildernde Umstände an. Der Gerichtshof fällte hierauf
das Urtheil, welches auf Z Jahre Zuchthaus und Aberkennung der
bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre lautete.

8. Dez. Nachmittagssitzung. Verhandlung gegen Leonhard Beck, 49
Jahre alt, Winzer von Gimmeldingen, wegen Verbrechens wider
diee Sittlchkeit. Vertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt Vetri.
Vertheidiger: Rechtsanwalt Ginck.

Das Verbrechen soll der Angeklagte am 7. September 1880 Vormittags
n der Nähe von Neustadt an einer Geisteskranken verübt haben.

Das uͤnglückliche Geschöpf ist seit der That verschwunden und konnten die
eifrigsten Recherchen den jetzigen Aufenthaltsort derselben nicht feststellen. Man
vermuthet sogar, daß dieselbe sich irgend einen Tod angethau habe. Der An—
geklagte ist schon ofters bestraft, darunter einmal wegen eines ähnlichen Reates
zu 2 Jahren Freiheitsstrafe. Heute handelt es sich hauptsächlich darum, ot
der Angeklagte zur Zeit der That um die Geisteskrankheit der Person gewuß!
habe oder nicht. Während die k. Staatsbehörde dies als sicher angenommen
wissen will, bestreitet die Vertheidigung dies aufs Entschiedenste und hält nur
den Thaibestand der öffentlichen Aergernißerregung für gegeben. Die Ge—
schworenen sprachen den Angeklagten schuldig des Mißbrauchs einer
geisteskranken Person und wurde derselbe zu einer Strafe von
4Jahren Zuchthaus verurtheilt und ihm die bürgerlichen Ehren⸗
rechte auf 5 Jahre aberkannt.
Vermischtes.

4 Nach den ärzklichen Jahresberichten läßt die Vornahme der
Leichenschauin der Pfalz noch vieles zu wünschen und ins—
besondere ist das damit betraute Personal sehr häufig hierzu nicht
entsprechend befähigt. Die Ursache dieses Mißstandes ist offenbar
pielfach in der zu geringen Vezahlung zu suchen, welche für dieses
Geschäft geleistet wird. Durch Regierungsentschließung werden daher
die kgl. Bezirksämter angewiesen, dahin zu wirken, daß die Ge—
bühren der Leichenschauer in einer Weise den örtlichen Verhältnissen
entsprechend geregelt werden, welche die Gewinnung eines geeigne—
tleren Personales für diesen Dienst ermöglicht. Wo es irgend an—
geht, sind Aerzte mit dem Leichenschaudienste zu betranen. Wo
dies aus irgend einem Grunde nicht möglich, ist wenigstens strenge
darauf zu halten, daß das zu verwendende Personal soweit bild⸗
ungsfähig ist, um nach geeigneter Anleitung durch den kgl. Be⸗
zirksarzt die Instruktion verstehen und den Anforderungen, derselben
einigermaßen entsprechen zu können. Da sich wiederholt Differenzen
‚wischen den statistischen Zusammenstellungen der kgl. Bezirksärzte
und der Standesbeamten ergeben haben, so sind die Leichenschauer
anzuweisen, die den kgl. Bezirksärzten vorzulegenden Listen regel⸗
mäßig von den Standesbeamten revidiren und bezüglich der Richtig-
keit der Einträge bestätigen zu lassen. Zur Feststellung der Todes—
ursachen werden die kgl. Bezirksärzte beauftragt, am besten am
Schluß jeden Quartales, jedenfalls vor Ausarbeitung ihrer Mor⸗
zalitätstabellen mit den in den Leichenschaulisten angegebenen be—
handelnden Aerzten in's Benehmen zu treten. Die kgl. Bezirks—
Amter aber werden beauftragt, von dieser Anordnung den praktischen
Aerzten gegen Empfangsbescheinigung Kenntniß zu geben.

F Wie die „Sp. Zig.“ aus sicherer Quelle erfährt, hat das
i. Finanzministerium genehmigt, daß von der Auflosung einzelner
pfälzischer Rentämter vorerst abgesehen werde.

Wie man in Abgeordnetenkreisen vernimmt, wird der Ab—
zeordnete Graf Fugger, bisher Rath der kgl. Regierung der
Pfalz, in gleicher Eigenschaft zur Regierung von Oberbayern ver—
ijetzt werden.

F Die Stadt Hornbach zählt mit Einschluß der zur Ge—
meinde gehörigen Höfe 1500 Einwohner, gegen 1875 ein Zu—
zang von 45.

Die Volkszählung in Mittelberbach ergab daselbst
eine Seelenzahl von 2027 (provisorisch), mithin an 150 Seelen
mehr gegen jene vom Jahre 1875. In der Gemeinde Ober—
bexbach incl. der Annexe Frankenholz beträgt die See—
lenzahl 1601, Mehrung gegen 100.

F Die in Frankenholz in der Nähe der Mittelbexrbacher
Grube unter der Leitung einer französischen Gesellschaft schon vor
2 Jahren begonnenen Bohrversuche nach Kohlen scheinen endlich
von Erfolg gekrönt worden zu sein. Man hak nämlich einen 1
Meter tiefen Kohlenflötz gefunden, und ist man gegenwärtig damit
beschäftigt, bei anhaltend günstiger Witterung einen über 100 Meter
tiefen Schacht zu graben, um auch die Länge des Flötzes, sowie
die Qualität der Kohlen desselben annähernd beurtheilen zu können.

F Für die prot. Lehrerstelle zu Heltersberg, welche mit
einem Gehalt von 1200 M. ausgeschrieben war, ist auch nich
ein Bewerber aufgetreten.

F Waldfischbach hat nach der neuesten Volkszählung
1150 Seelen; Mehrung gegen 1875: 75.

F In Kaiserslautern fand am 8. Dez. Vormittags
die feierliche Einweihung der prachtvoll restaurirten protestantischen
Stiftskirche Statt. Es wohnten der Feier ein großer Theil der
dortigen Beamten, die Mitglieder des Stadtrathes sowie viele
answärtige Geistliche und Lehrer bei. Um 10 Uhr setzte sich der
zahlreiche Zug von der Fruchthalle aus in Bewegung. Vor der
zdirche ‚hielt Konsistorialrath Hofer die Eröffnungsansprache, und
dann begaben sich sämmiliche Festtheilnehmer in die Kirche, wo
Dekan Vogt die A hielt. — Der Kirchenbaumeister Schmidt,
velcher die ihm gestellte, keineswegs leichte Aufgabe in ausgezeichneter,
ja glänzender Weise gelöst hat, verdient die vollste Anerkennung.
Der Eindruck beim Anblick des prachtvollen Innern der Kirche ist
ein in der That gewaltiger.

F Der glückliche Gewinner des großen Looses der Kaiser s⸗
lauterer Gewerbemuseums-Lotterie hat den beiden Mädchen,
welche an dem betreffenden Tage bei dem Ziehungsgeschäfte ver—
wendet wurden, ein Geschenk von je 125 M. und dem Verschöner⸗
ungsverein zu Kaiserslautern ein solches von je 150 M. zustellen
lassen.

F Edenkoben zählt 4939 Einwohner (2364 männl.,
2575 weibl.), 27 mehr als i. J. 1875. Die „Ggwt.“ bemerkt
dazu, daß allein im laufenden Jahr 14 Familien, die zusammen
58 Köpfe zählten, und außerdem 25 einzelne Personen Edenkoben
verlassen haben, die zum Theil in andere pfaälzische Gemeinden
zogen, zum Theil nach Amerika gingen.

Die Gesammt⸗Einwohnerzahl von Kandel beträgt 3570
Seelen. Gegenüber der Zählung im Jahre 1875 eine Zunahme
von 125 Personen.

Zu der am Sonntag in Langmeil Statt gehabten
Wählerversammlung der freisinnig-nationalen Partei des Wahlkreises
Kaiserslautern-Kirchheimbolanden hatte sich eine außerordentlich große
Anzahl von Waählern eingefunden. Andersgesinnte haben sich nur
venige betheiligt. Den Vorsitz führte Herr Oberamtsrichter Vaillant
don Obermoschel. Herr Geheimrath Dr. Zinn erstattete eingehend
Bericht über seine Thätigkeit im Neichsstag und gab Aufschluß über
eine Stellung zu verschiedenen Gesetzgebungsfragen. Seiner Dar⸗
egung wurde häufig wärmster Beifall zu Theil. Herr Zinn wieder—⸗
jolte ausdrücklich seine frühere Erklärung, daß er aus Gesundheits-
ind Familienrücksichten vorerst kein Mandat mehr annehmen koönne.
Die Bersammlung nahm einstimmig die nachstehenden von Herrn
Anwalt Neumayher, Kaiserslautern, beantragten und begründeten
Resolutionen an:

„Die Versammlung kann es nur auf das Tiefste bedauern,
daß Herr Dr. Zinn, durch Gesundheits- und Familienverhältnisse
gezwungen, eine neue Wahl nicht mehr annehmen zu köonnen erklärt,
und gibt den Gefühlen des aufrichtigsten Dankes für die Vertretung
des diesseitigen Wahlkreises im Reichsstage hiemit Ausdruck mit dem
Ersuchen, Herr Dr. Zinn möge wenigstens bis zum Schlusse dieser
Wahlperiode das Mandat behalten.“

Bei der gegenwärtigen Lage unseres Vaterlandes, bei den
zur Zeit herrschenden Parteiverhältnissen, kann nur bestes Zusam⸗
menhalten aller liberalen und nationalgesinnten Männer erfolg—⸗
ceichen Schutz gegen die hervortretenden rüchschrittlichen und reichs
feindlichen Bestrebungen eine ausreichende Sicherheit für ruhige,
sreiheitliche Fortentwicklung unserer Verhältnisse auf Grund der
Reichsverfassung gewähren.“

F Herr Janson brachte einen Antrag ein in Betreffe „Di⸗
Schulzeit auf dem Lande“, der zur Berichterstattung an den 4
Ausschuß geht
        <pb n="781" />
        F Es dürfte vielleicht auch weitere Kreise interessiren, daß
Kreisarchivar Schande in in den Acten des pfälzischen
ereisarchives einen Hexenprozeß gefunden hat, der im Anfang des
17. Jahrhunderts in Gaugrehweiler spielt und mit der Hin richtung
der Angeklagten endet.

Nach der neuesten Volkszählung hat Birkenfeld 2549
Einwohner (gegen 2865 in 1875).

Bis zum Schlusse des Termins, welcher für die Bewerb⸗
ingen um die Bürgermeisterstelle zu Kresu zin ach anberaumt war,
hatten sich, dem „Tageblatt“ zufolge, 81 Bewerber gemeldet.

F Die Reichshauptstadt Berlon hat nach der jüngsten Volks—
‚zählung mit Einschluß von 22,000 Mann Militär, 1,108,000
Einwohner, 172,000 mehr als 1875.

Bei einem am J. Dez. in der Tabakfabrik des Staates in
Neapel ausgebrochenen Brande sind Tabak- und Cigarrenvorräthe
im Werth von 5 Millionen Lire verbrannt. Die Ursache des Un—
glücks soll eine verbrecherische sein; das Feuer brach an vielen
Stellen zugleich aus und zerstörte das kolossa.e Gebäude vollständig.

FDas Gewichtin der Tasche. Mancher hat bisher

wohl kaum daran gedacht, daß er in seiner Tasche genau anzeigende
Gewichte mit sich herumträgt, daß er also, im Fau er vielleicht in
die Lage kommen sollte, irgend einen Gegenstand abwiegen zu
wollen, und gerade keine vorschriftsmäßig geaichten Gewichte zur
Stelle hat, nur in die Tasche zu greifen braucht, um sofort das
Gewünschte herbeizuzaubern. Es sind dies nämlich unsere Geldstücke
in Kupfer, Nickel, Silber und Gold. Das Gewicht derselben ist
genau und durchaus zuverlässig, vorausgesetzt natüuͤrlich, daß sie
durch langen Gebrauch nicht minderwerthig geworden sind. So
viegt z. B. ein 10Pf.Stück genau 2 gr, drei 2-Pf.⸗Stücke 10 gr,
wei 5⸗Pf.Stücke 5 gr, ein 10-Pf.-Stuͤck 4gr, neun 20Pf.⸗Stücke
10 gr, neun 50-Pf.Stücke 25 gr, neun 1-M.Skücke 50 gr,
ieun 2.M.Stücke 100 gr, neun 5-M.«Stücke (Silber) 250 gr,
iin 5-M.-Stück (Gold) 2 gr, ein 10-M.-Stück 4 gr, ein 20-
Stück 8 gr.

Dienstesnach richten.

Befördert wurden zu Sekondelieutenants nachbenannte Vizefeldwebel ꝛc.
aus den beigesetzten Landwehrbezirken, und zwar: im 4. Inf.⸗“Reg. Adolph
Fellmeth (Speyer), im 8. Inf.«Neg. Ph. Krauth und Aig. Kremer
Kaiserslautern) Christ. Becker und Joh. Allt (Zweibrücken), im 5 Ched.⸗Reg.
Aug. Schmidt und Heinr. Krämer (Zweibrücken).

Marktberichte.

Zweibrücken, 9. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarki.,
Weizen 11 M. 18 Pf., Korn 10 M. 21 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf
ierreihige 8 M. — Pf., Spelz 7 M. 43 Pf. Spelzkern — M. — üÿüf.
Dinkel M. — pif.rischfruht 10 M. 48 pfe disere6 Mia46 p
Erbsen O0 N. — Pf., Wicken 6 M. 30 pPf., Kartoffeln 1 M. 90 Pfr,
heu 2 M. 85 Pf., Stroh 3 M. 06 pf., Weißbrod 1!/ Kilogr. 56 Pf.
dornbrod 3 Kilogr. 72 Pf., Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Br. 6 Pf., Rindfleisch J Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 ppf. Kalbfleisch 40 Pf.,
dammelfleisch 30 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter !/2 Kilogr. 1I M. 10 Bf.,
Wein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Homburg, 8. Dezbt. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.) Weizen
11 M.185 Pf. Korn 10 M. 19 Ppf. Spelizkern — M. — Pf., Spelz O m.
— Pf., Gerste Lreihige — M. — Pf. Grste 4reihige O M. — Pf. Hafer
ö M. 49 Pf., Mischfrucht I¶ M. 46 Pf. Erbsen 07 M. — Pf., Widen
3 M. 20 Pf., Bohnen 0O M. — Pf., Kleesamen — M. — Pf. Korn⸗
»rod 6 Pfund — Pf., Gemischtbrod 6 Pfund 83 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 40 Pf., Hammelfleisch — Pf., Schweinefleisch
30 Pf., Butter 1 Pfund 1 M. — Pf. Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pif.

Kaiserslautern, 7. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 380 Pf., Korn 10 M. 30 Pf. Spelzkern — M. — Pf., Spelz
7 M. 55 Pf., Gerste o8 M. 59 Pf., Hafer 6 M. 62 Pf., Erbsen 10 M.
15 Pf., Wicken 6 M. 82 Pf., Linsen 13 M. — Pf., Kleesamen 45 M. 66
Pf., Schwarzbrod 6 Vftund 82 Vi.. do. 3 Vid. 41 Pfi., Gemischthiod
3 Pfund 46 Pig.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Demet.
— —
Das Gerichtskostenwesen.

Die Corresp. Wetzstein schreibt über das Gerichtskostenwesen:

Die nie verstummenden Klagen über die hohen Gerichtskosten
und fast unerschwinglichen Vertretungsgebühren haben nun endlich
auch den Reichstag beschäftigt. — Wie wir von authen tischer Seite
erfahren, wird für diesmal noch nicht viel zu hoffen sein, weil
das Material noch nicht gesichtet und weil man höchsten Ortes
der Ansicht hinneigt, daß diese Klagen in Wirklichkeit nicht in
ger bestehenden Gerichtskosten-Skala ihren Grund finden, (wenn
auch anerkannt werden muß, daß die progressive Steigerung der
Herichtskosten nach dem Werthe des Streitgegenstandes einige Kor⸗
zekturen erleiden köunen) sondern dieselben mögen mehr oder min⸗
der durch die Unerfahrenheit des großen Publikums in den neuen
Justizgesetzen erzeugt werden.

Es ist eben nicht allerwärts bekannt, wie, wo und auf welche
Weise der Laie sich selbst vertreten, seine Anträge und Klagen
elbst fertigen und dadurch die ebenfalls progressiv steigenden Ver⸗
retungsgebühren ersparen kann.

Um dies in praktischer Weise dem großen Publikum zu er⸗
äutern, erschien im Selbstverlag des Verfassers J. L. Crämer in
München, Lindwurmstr. 77, ein Prozeß⸗Leitfaden betitelt:

„Der bayerische Selbstanwalt'“, ein Handbuch für Jeder⸗
nann, der sich vor den Amtsgerichten selbst vertreten will.

Dieses Handbuch, das uns bis auf einen Theil des Anhanges
m Drucke vorliegt, enthält eine praktische Darstellung des deutschen
Fivilprozeß-Verfahrens, soweit dasselbe vor die Amtsgerichte compe⸗
irt mit Erläuterungen über Mieih- und Kaufverträge, Schuldver⸗
chreibungen, Kündungen, Wechsel u. s. w. dann einen Anhang
»on ca. 60 der gemeinnützigsten Formulare in leichtfaßlicher Be—
irbeitung, sowie einem Verzeichnisse der bayerischen Amisgerichte,
stechtsanwälte und Gerichtsvollzieher und Tabellen über das Ge⸗
iichtskostengesetz, Stempelwesen ec. — Alles in erschöpfender Weise
oargestellt.

Fachleute welche dieses Werk eingesehen, äußern sich nach den
ins in Original vorliegenden Zeugnissen in der anerkennendsten
Weise. Dieses Handbuch zeigt dem Laien jenen Weg, auf dem
er unter allen Verhältnissen sich zu Recht finden und alle An—⸗
räge, Klagen ꝛc. seibst fertigen iaan. Was dadurch erspart, wird
Jeder begreifen, der sich schon einmal vor Gericht vertreten ließ.
Nicht allein einer allgemeinen Uebersicht des bürgerlichen und
ezw. gewerblichen Rechtslebens unter Bezugnahme auf das deutsche
dandelsgesetzbuch und die Wechselordnung bildet das fragliche
dandbuch, sondern es enthält auch eine praktische Erläuterung des
anzen Formularien-Anhanges, so daß für jeden speziellen Fall
lufschluß ertheilt und der Weg gezeigt wird, wie am billigsten
erfahren werden kann. Die Herren Bürgermeister auf dem fla⸗
hen Lande werden ihren Gemeinde⸗Angehörigen große Kosten und

dersäumnisse ersparen, wenn sie das fragliche Haudbuch ihrer ge—
neindlichen Bibliothek einverleiben, um dammt stets dienen zu koͤn—
ien. Der Gemeindeschreiber wird in den meisten Fällen an der
band des „bayerischen Selbstanwaltes“ Antraͤge ꝛc. für seine Ge—
neinde⸗Angehörigen stellen können, welche sonst hohe Gebühren
zrheischen und auch die Reise zu den Gerichtssitzen ersparen.

Druck und Ausstattung ist vorzüglich. Der Preis 83 Mk. per
Fremplar ist mit Rücksicht auf den Umfang des Werkes mäßig.
—

EB.eænecdictiner,
oppelkräutermagenbitker,
aiach einem alten aus einem Be—
iedictinerkloster siammenden Recept
abrizirt und nur en gros ver⸗

sfandt von

q. PINGEL in Göttingen

(Provinz Hannover.)

Der Beuedickiner ist bis
zt das kostbarste Hausmittel und
eßhalb in jeder Familie belebn
eworden. Der Benedictiner
t nur aus Bestandtheilen zusam-
nengefetzt, welche die Eigenschaften

besitzen, die zum 53

e zerrütteten dahinfiechenden

Körpers unbedingt nöthig sind.

Er ist unersetzlich bei Magenleiden, Unverdaulichkeit, Haͤmor⸗
rhoiden, Nervenleiden, Krämpfen, aen Hautaus⸗
chlägen (Flechten), Athemnothe Gicht, Nheumatismus,

ene sowie bei Leber⸗ und Nierenleiden
und vielen anderen Störungen im Organismus.

Der Benedictiner reinigt das Blut und vermehrt dasselbe,
er entfernt den trüben, matten, forgenvollen Ausdrud des Gesichts, das!
jelbfarbige Auge, die saffranfarbige Haut, macht den Geist munter und
risch, stellt die Harmonie des Korpers wieder her und verlängert das
Leben bis zu seinem vollen Maße.

NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel „C. Pingel in Gottingen“
verschloissen und mit dem geschüßten Etiquett versehen.

Preis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 83 M. 30 Pf.
— — —— 660 2⸗ e⸗ 6 M. 73 Pf.
Bei 5 Fl. Verpackung frei. Bei 10 Fl. freie Verpackung u. 1 Fl. gra⸗
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Marie Hofmeister, Lehrersfrau in Stein hofen b. Pfarrtkirchen!
berichtet: Da die erste Sendung Benedittiner (bezogen aus dem Depoͤt-
)es Herrn Ludwig Wopfner in Mün hen) so gute Dienste J.isteie, bille!
h um weitere Sendung von 10 Fl.«c.

Wissenschaftlick eprüftu

Svrr cr Rern haredl
Magenbitter.

Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen—

heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit

u. s. w.

ress àA FI. ea. I50 Gr. IIII. IM.

Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2Mk.

Der einzig ächte Benedictiner Doppelkräuter-

Magenbitter und Sanct Bernhard⸗Magenbitter von C. PVingel in
vöttingen ist zu haben in St. ue bei Herrn J.
Friedrich.
        <pb n="782" />
        Auszug.
Beschluß.
Das kgl. Amtsgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Zeschluß gefaßt:

Ueber das Vermögen der Ehe⸗
eute Hein rich Behr, Schlosser
ind Kaufmann und Catha⸗
rina Weirich, beisammen in
St. Ingbert wohnhaft, wird der
sonkurs eröffnet und wird die
Eröffnung fesigesetzt auf
Freitag den 19. Dezem⸗

ber 1830, Morgens

9 Uhr.

Zum Konkursverwalter wird
der Geschäftsmann Philipp Fitz
in St. Ingbert ernannt. Zur
Beschlußfassung über die Wahl
eines andern Verwalters, über
die Bestellung eines Gläubiger—
Ausschusses und über die in den
38 120 und 125 der Konkurs-
dnung bezeichneten Fragen wird
Termin verordnet auf
Montag den 27. Dezem⸗
ber 1830, Nachmittags
2 Uhr im Sitzungssaale des

k. Amisgerichts dahier.

Die Anmeldefrist läuft bis
zum 1. März 1881 und wird
der allgemeine Prüfungstermin
festgesetzt auf:

Montag den 28. März
1831 Norgens 9 Uhr
in demselben Locale.

Allen Personen, welche eine
zur Konkursmasse gehörige Sache
in Besitz haben oder zur Konkurs-
masse etwas schuldig sind, wird
aufgegeben, nichts an den Ge—
neinschuldner zu verabfolgen
»der zu leisten, auch die Ver—
yflichtung auferlegt, von dem
Besitze der Sache und von den
Forderungen, für welche sie ab—
Jesonderte Befriedigung in An⸗
spruch nehmen, dem Konkursver⸗
walter innerhalb einer Frist von
drei Wochen von heute an, An⸗

zeige zu machen.

Zu obigen Terminen werden
die Gläubiger hiermit eingeladen.

St. Ingbert, 10. Dez. 1880.

Kgl. Amisgericht
jez. König, k. Oberamisrichter.
Zur Beglaubigung:
Der k. Amisgerichtsschreiber
Krieger.
J Kinder⸗
Spielwaaren
auf das reichhaliigste sortirt, so⸗
vie Geschäfts⸗, Gesang⸗,
Gebet⸗, Schul⸗ und Bil der⸗
hücher, sämmtliche Schreib⸗
matierialien, überhaupt alle
n dieses Fach einschlagende Ar⸗
ikel empfiehlt zu den äußerst
billigsten Preisen

Jakob Friedrich,

Nijchhinder.

Beste süße kosn. lürkische
dürre Zwetschen cmpfehle
Oß⸗rsiadt

Sonntag, den 12. Dezbr.

sbends 3 Uhr

Concert

um Besten des Dirigenten G.
-„chadewitz; gegeben, von den
Atuͤven des Musikvereins, unter
jef. Mitwirkung des Herrn Mu⸗
kdirektor Fr. Burkhardt
von Dudweiler, sowie weiterer
siesiger Kräfte.

Entred 1M. à Person. Fa⸗
nilienbillets für jede weitere
ßerson 50 Pf. sind zu haben
‚ei Hrn. Oberhauser und
in der Kasse. —

Für Wirthe
mpfehle sehr billig feinsten Senf,
Spielkarten

ind Cigarren.
M. Haas,
Oberstadt.

In meinem Geschäft

st eine
Lehrlingsstelle
offen. J. Friedrich.

Eine Wohnung ist zu ver⸗
nieihen bei Wittwe

J. Adam Veters.
1000 Marb.
Begen Gicht, Khetmatismus x. selbst in
ang veralteten dallen, wird „Dros. Dumout's
istwaser“ (anti rheum. Liq.) ven vielen
aufend glücki. Gebeilten als e75
icaimittei auf's Warmfte empfeblen. fols
andiich. Für de Heilwirkung wird m., ob.
umme garantirt, Hreis /, Fi. M. 2. 1/ Sl.
t.8 33 Voreinsog. oder Nachnahme vom
— evor 2. A. Zetzaer in Vainu.
—— — — —
Sydney IS79 Preis-Medaille
I. Classe.
Empfehlenswerth für jede
Familie!
Ausgezeichnet sowohl z2u Hause
rie auf der Reise, besonders zur
jee ·- daher für Auswande-
er unentbehrlien — auf der
agd, in den Fabriken, Gewõlben,
Bergwerken ete. ete.
o0 of α
—
474 4 82 5
6.38144
bekaunt unter der Deviee.
Occidit, qui non servat,
E ILL
J. INDERBERG.- ALBRLCBP
am Rathhauso
Tehei nhæerq a. Niederrh.
K. K. Hoflieserant.
Jakaker nieler Neris · M·4-Ilen.

her Boonekammn of Macu-
uitter ist in ganzen u. halben
qaschen und in Flacons ächt 2u
aben allenthalben bei den be-
annten Herren Debitanten.

In Orten, wo mein Boone-
rxampn of Mang- Bitter noch
icht oder nicht genügend einge-
hrt ist, werden solide Debi-
anten gesueht.

Warnung
vor Flaschen ohne mein Siegel
ind ohne die Firma:

H. Underberg-Albreehbt.
Nn· Eti uett &amp;
varten
ruckerei von
—

ihn
Weihnachtsgeschenke.
Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle ich mein reichhal⸗
iges Lager in Fabrikaten der Herren Gebrüder Acht in For—
aͤch, assz: Japanefñische uimd chinesische Garderobe⸗,
dandtuch⸗ und Schlüsselhalter, Etagere, prachtvolle
khermometer, Handschuhe und Federkasten, Brief⸗
nappen, Visitenkartentäschchen, Platten, Teller,
Tintenzeuge, Federträger, Leuchter, Schmuckkäst⸗
hen, Wandkalender, Dosen u. dergl. — Artikel mit
ßerimutternamen werden schnellstens besorgt;
ebenso empfehle ich: Photographie⸗ und Schreib⸗Album,
Musik- und' Schreibmappen, Gebet⸗, Gesang⸗ und
Bilderbücher. Großes Sortiment in Ch ristbaumver⸗
zierungen.
F Franz Woll.
Einladung zu einer öffentlichen
Versammlung.

Alle hiesigen Bürger, welche für die Gründung eines Ver⸗
eins gegen Bettelei und für Armenunterstũtzung
nitthun wollen, werden hiermit zu einer Zusammenkunft am näch⸗
len“ Samstag Abend 8 Uhr im Oberhauser'schen Saal zur
Fertigstellung der Statuten und Wahl eines Ausschusses von 7
Nitgliedern eingeladen. XV

J Mehrere Bürger.

Anzeige und Empfehlung.

Unterzeichneter eröffnet am J. Dezem⸗
her 1880 im Hause des Herrn Zakob
krämer am Marktplatze in Zweibrücken
eine Verkaufsstelle und hält fortwährend großes
dager in folgenden Ledersorten für SZchuh-
nacher und Sattler: Deutsch⸗ und Wild⸗
Zohlleder, feines Kalbleder mit und ohne
Kopf in französischer und deutscher Waare,
Rindleder, Wildoberleder, Saffian-, Lack⸗ und
idleder, franz. Wasch-, braun und schwarz
Zeugleder, Alaunleder, Mas chinenriemen, so⸗
vie Schafieder in allen Gröͤßen und Farben.
Ebenso trifft man daselbst fiets große Aus⸗
wahl in Schuh⸗ und Stiefelschäften und ge—
waliten Vorschuhen. Reelle und vrompte
Bedienung wird zugesichert

Lion Levi.

Das Geschäft unter der Firma Lion Lovi in Blieskastel
wird unverändert weitergefühbrt. —
zu passenden Weihnachtsgeschenken
empfehle mein großes Lager in allen Sorten herreu⸗,
danuru., inder⸗Slieftiln und Vchuhen in Ieder und E

Ganz besonders empfehle ich eine ausgezeichnete Qua⸗
ität Jagdschuhr mit Patentheschlag, für deren Güte und
Wasserdichtheit ich Garantie leiste.

Ferner eine schöne Auswahl in Herren⸗· Reit·Stiefeln
nit und ohne Falten, sowie in Herrenllieltletien und Kua⸗
nenstulpenftieseln.

In Damenngklitfeln halte ich blos das Schoönste und
Beste aus einer der groͤßten Fabriken Deutschlands in
sehr großer Auswahl.

Auch halte ich großes Lager in Filzpankoffeln, sowie
in Plüsch und gestidtem Zlramin für Panloßfel, welche ich
nuch auf Verlangen gut und schön anfertigen lasse.

Auch bringe ich mein großes Lager in sämmtlichen
ze rhmacher Werkzeugen, sowie französisthe Znhleilen in
Erinnerung.

Achtungs vollst
F. H. Laur.
Druck und Verlag von F. XF. Demeß in St. Ingbert.
Sieruin für ancere Bo st⸗Abonnenten „Illustrirtes Eounntaas blatt⸗ Nr. 204.
        <pb n="783" />
        St. Ingberler Anzeiger.
der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt, GSonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) ericheint woöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonutag. Der Abonnementépreis betragt vierteljahrlich

A 40 Zeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I M 60 , einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 S, von Auswaͤrts
mit 15 fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 vro Zeile berechnet.
AM 198. M

Sonntag, den 12. Dezember

1880.

Deutsches Neich.

Der Gewerbsteuer⸗Tarif, wie er von der Subkommission des
Steuergesetzausschusses der bayerischen Abgeordnetenkammer der
nach eingehenden Berathungen festgestellt wurde, ist gedruckt und an
die Ausschußmitglieder und die Vertreter der Staatsregierung ver⸗
heilt worden. In seiner nunmehrigen Gestalt soll dieser Steuer⸗
jarif jedoch, wie versichert wird, als nicht annehmbar erscheinen,
vielmehr eine wesentliche Aenderung desselben erforderlich sein, wenn
nicht das Zustandekommen des ganzen Gewerbsteuergesetzes gefährdet
verden soll.

Aus guter Quelle will das „Berl. Tgbl.“ wissen, daß dem
Bundesrath die in der vorigen Session unerledigt gebliebene Vor⸗
iage einer Wehrsteuer aufs Neue zugehen wird, trotzdem sich
namentlich Bayern dagegen erklärt hatte. Ob die bayerische Regierung
jetzt anderer Ansicht geworden, darüber verlautet noch nichts.

Die „Nordd. Allg. Zig.“ erklärt, daß die Zeitungsnachrichten
über angebliche Unterredungen des deutschen Gesandten v. Radowitz
mit dem griechischen Ministerpräsidenten (über das Verhältniß Grie⸗
henlands zur Türkei) auf Authenticität keinen Anspruch haben,
oielmehr in das Gebiet publicistischer Erfindung gehören.

Ausland.

In Pest fanden am 9. Dez. Abds. große Straßende⸗
monstrationen vor den Redaktionen deutscher Blätter
Statt wegen der mit 225 gegen 85 Stimmen gefaßien Beschlusses
der städtischen Repräsentanz, ein deutsches Theater zu kon⸗
essionieren. Die meisten magyarischen Journale führen eine auf⸗
reizende Sprache.

Duleigno eristirt nicht mehr. Zugleich mit der
Besitznahme dieser vielumworbenen Stadt haben die Montene
griner auch den Namen derselben geändert. Die Siadt ist nun⸗
nehr auf den serbisch⸗ montenegrinischen Namen Ulcin getauft. —
Rach Erledigung der Dulcigno⸗Frage bildet selbstredend die griechisch⸗
ürkische Grenzfrage das Houptthema in der auswärtigen Politit.
Interessant ist, daß, wie aus Wien berichtet wird, die dortige
ninisterielle „Presse*“ die Meldung verbreitet, Fürst Bismarck be—
zünstige die Idee, die Pforte möge anstatt Epirus, dessen Cession
er Albanesen wegen schwierig wäre, die Insel Krela an Griechen⸗
and abtreten. Die Meldung stammt angeblich aus Kopenhagen.

Die Anstrengungen der europäischen Dipiomatie in Athen,
velche darauf ausgehen, Griechenlaud von einem Kriege
urückzuhalten, gelten als aussichtslos. So läßt sich das „Vectl.
Tgbl.“ unterm 9. Dez. aus Rom telegraphiren.

ha ben. Nun find aber Zeugen da, die diesen Fall des Bayer auch mitange⸗
ehen haben und die auch die Angeklagate während jenes Falles unten im
Hange unter ihrer Küchenthure stehen sahen, von wo sie Alleßs wahrgenommen
zaben muß. Zudem erklärt nicht blos Barkey sondern auch noch andere
—XR Angeklagte ihnen von dem Fall des Bayer
zie Stiege herab erzähli habe.

Bezeichnender Weise ist festgestellt, daß die Angeklagte zur Zeit, als sie
»em Barkey die für den Äusgang des Prozesses Bayer so ungunstige Erzäh⸗
ungen machte, mit Bayer auf gespanntem FJuße lebte, während sie sie sich
pater, als fie vor Gericht gar nichts mehr wissen wollte, wieder vollständig
mit ihm ausgesöhnt hatte.

Die Angeklagte wurde bei Verwondten an der ostpreußischen Grenze ver⸗
zaftet. Die Geschworenen sprachen troß der Einwendungen der Vertheidigung
hreSchuldig“ und wurde die Angeklagte hierauf zu einer Zuch ihh au 8-
drafevon2 Jahren veruriheilt, ihr die burgerlichen Ehrenrechte auf
5 Jahre und zugleich, die Fähigkeit, je wieder als Zeuge eidlich vernommen
verden zu können, aberkannt.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 8. Dez. In der heutigen Schöffen⸗
itzung hier lamen folgende Fälle zur Aburtheilung. Drei
Hursche von Oberwürzbach wurden wegen Koͤrperverletzung zu 8,
3 und 2 Tagen Gefängniß verurtheilt; — ein Mann don Hecken⸗
halheim wurde wegen Anschuldigung einer Gewerbsteuer-Kontra⸗
»ention freigesprochen; — Deßgl. ein Bursche von Sulzbach, wegen
der Anschuldigung der Verübung groben Unfugs; — zwei Bursche
von Rohrbach erhielten wegen groben Unfugs je 2 Mark Geldstrafe;
—, Die Verhandlung gegen einen Mann von hier, wegen Feil⸗
bietens von Geschirr auf dem Wochenmarkte, wurde wegen Nicht⸗
exscheinens eines Zeugen in die Sitzung vom 22. Ifd. Mis. ver⸗
agt; — Eine Frau von hier erhieli wegen Salatentwendung eine
veldstrafe von 1 Mark — und ein Handwerksbursche von Saar-
jemünd wurde wegen Bettels und Landstreicherei zu einer Gesammt-
jaftstrafe von zwanzig Tagen verurtheilt.

Am 8. Dez. nahm der Landrath die Wahl der Geschworenen
für den Staatsgerichtshof vor und wählte sodann in den Ausschuß
er Wittelsbacher Stiftung als Mitglieder die Herren Gustab
drämer, Fabrikant in St. Ingbert, und Hch. Karcher.
Fabrikant in Frankenthal. als Ersaßmänner die Herren Ludwig
-chleip, Fabrikant in Kusel und Holtzmann, Fabrikant in Speyer,
ämmtlich mit Stimmenmehrheit.

F. Im pfalzischen Amtsblatt wird Folgendes veroͤffentlicht:
„Um eine Uebereinstimmung mit den im rechtsrheinischen Bayern
ezüglich der Dauer der Fagdkarten geltenden Vorschriften
jerbeizuführen, wird hiermit auch für den Regierungsbezirk der
gFfalz vom 1. Januar 1881 an die Giltigkeitsdauer der Jagdkarten
Jagdwaffenscheine — Gewehrpässe) auf die Dauer des Kalender-
ahres festgesetzt. Von obigem Zeitpunkte an werden daher nur
mnehr Jagdkarten ausgestellt, welche für das betr. Kalenderjahr
Filtigkeit haben.“

—Breitfurt hat nach der neuesten Vollszählung 671
SFinwohner (316 männl. u. 355 weibl.) 135 mehr als 1875 und
I9 mehr als 1870. Kusel zählt 3092 Einwohner, 231 mehr,
als im Jahr 1875; Waldfischbach 1150, also 78 mehr;
Grünstadt 8805, also 274 mehr.

f In Walshausen rannie kürzlich die 17 J. a. Luise
Bambey des Abends auf der Straße beim Nachhauseeuen so un—
zlücklich an das Langwied eines Wagens, daß ihr sofort der Leib
anschwoll und sie in Folge innerer Verletzung, die durch ärztliche
Hilfe nicht mehr gehoben werden konnte, starb.

. In Wall bei Miesbach hat unlangst wieder ein Haber⸗
eldtreiben Statt gefunden; von diesem Unfug hatte man seit langerer
Zeit nichts mehr gehört.

FAuch in Neust adit geht man mit dem zeitgemäßen Gedanken
im, für Handwerksburschen ein Unterstützungs- und Arbeitsnach-
veisbureau ins Leben zu rufen. Man will sich damit vor deim
mmer mehr überhandnehmenden Vagabundenthum auf dem Wege
der Selbsthilfe nach Möglichkeit schützen. Der Ausschuß des Ge—
verbevereins hat die Sache in die Hand genommen. Dieser Verein
at fich in seiner jüngften Versammlung auch für die obligatorische
kinführung der Arbeitsbücher (für alle Arbeiier ohne Ausnahme).
edoch gegen die Zeugnißeintragung ausgesprochen.

Pfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

8. Dez. Verhandlung gegen Maria Lorenz, 27 Jahre alt, Ehefrau
son Johann Hager, Maurer in Kaiserslaukern, wegen Meineid.
Bertreter der ĩ. Etaatsbehörde: Staattsanwalt Potri, Vertheidiger: Rechts⸗
mwalt Schmidt.

Am 2. Mai 1878 stürzte in der Dungerfabrik Kaiserslautern ein hoch⸗
aufgethürmter Dunghaufen jusammen und beschädigte den mit Aufladen des⸗
elben beschäftigten Tagner Johann Bay er von Kaiserslauteru erheblich am
beine. Derselbe klagie bei demek. Bezirlsgerichte Kaiserslautern gegen die
Dungerfabrik Kaiserslautern deßhalb eine Eutschädigung von 10,000 Mark ein.
Am 4. Oltbr. 1879 fand vor dem Richterkommissar, k. Landgerichtsrath Pfistet
in Kaiferslautern, das vom Gerichte angeordnete Zeugenverhör Stait. Als
Jeuge wurde damals auch der Auffeher der Dungerfabrik, Jalob Barkey ver⸗
ommen, der auf seinen Eid hin aussagte: die heutige Angeflagte, bei der der
aläger Bayer waͤhrend seiner in Folge der Verwundung eingelretenen Krank⸗
eit gewohnt hatte, habe ihm Foigendes mitgetheilt: Der Bayer habe sich
dähread seiner Krankheit gar nicht gehalten; wenn der Arzt gelommen sei,
ei er zwar zu Hause gewesen, aber nach dessen Entfernung sei er immer wieder
ausgegangen. Als er nach längerer Ärbeilseinstellung einmal in die Fabrik
um Trbeiten gegangen sei, hätien die Nachbarsleute zu ihm gesagt, er solle
»och nicht so dumm sein und arbeiten, sondern sich für den ——
ahlen lafsen. Diesen Rath habe Baher denn auch befolgt und sei späte ein⸗
mal in stark betrunkenem Zustande die Treppe hexabgefallen und unien liegen
jeblieben, bis man ihn hinaufgetragen habe,. es jei dann eine große Blutlache
uuf dem Boden zurudgeblieben.

Auf diese Aussage des Aufsehers hin wurde die Vernehmung der Ange⸗
lagten vom Landgerichte Kaiserslautern angeordnet und diese denn auch am
10. Maͤr 1880 vorgenommen. Da leugnete nun die Angeklagte auf's Hart⸗
ꝛäcigste, jemals irgend eine aͤhnliche Aeußerung dem jungen Burkey gegen⸗
iber gemacht zu haden. Von dem Fall des Bayer die Trepye herab wisse
ie gat nichts und könne folglich auch dem Zeugen Varkey nmicht davon erzählt
        <pb n="784" />
        p In Eppste in wurde an einem der letzten Tage inner⸗
halb einer Stunde der Tabak, etwa 1200 Zentner zu 830 Mark
ro Zentner verkauft.

F Im Landrath wurde der Antrag von Krieger, Dr. Buhl,
Heydenreich und Mayer in Betreff der Aenderung der Immobiliar⸗
HZrandversicherungs⸗Ordnung vom Jahr 1817 dem 8. Ausschuß
zur Berichterstattung übergeben.

4 Vorlaufige Ergebnisse der Volkszählung:. Straßburg
hat 104,042 Einwohner (8999 Köpfe der Militärbevölkerung ein⸗
gerechnet) 9736 mehr als im Jahr 1875. Regensburg 84860.
oa' 3000 mehr als im Jahr 1875. Mainz (inkl. Militär)
31,130, 4110 mehr als im Jahr 1875.

'München hat nach provisorischer Zusammenstellung des
Ergebnisses der Volkszählung 228,372 Einwohner. Nicht einge⸗
technet ist bei dieset Summe das diplomatische Korps mit seinen
Angehörigen und Dienerschaften.

F Der Bürgermeister Vogel von Schwürbitz (Gber⸗
franken) wurde dieser Tage vom Schöffengericht zu 40 M. Buße
berurtheilt, weil er, als er eine Streitsache vermitteln sollte, selbst
einer Frau eine Ohrfeige gab.

FNärnberg, welches jetzt 99,777 Einwohner zühlt, hatte
im Jahr 1820 nur 23,491;3 im Jahr 1840 waren es 45,263,
in Jahr 1861 waren es 62,797, im Jahr 1871 83,230.

p'In Wiesbaden wurde in der Nacht vom 9. Dez. ein
kurzer, aber ziemlich heftiger, wellenförmiger Erdstoß verspürt.

F Die Zahl der immatrikulirten Stuͤdirenden an der Univer⸗
sität Berlin beträgt in diesem Winter 4107; dazu kommen noch
107 zum Besuche der Vorlesungen berechtigte Personen. Gegen
‚as vorige Wintersemester zeigt dies Semester einen Zuwachs von
199 immatritulirten Studenten. Berlin hat jetzt die höchste Fre⸗
quenz, die je eine deutsche Universität gehabt.

F In Rom soll am 1. ds. ein beabsichtigtes Attentat gegen
das Konigspaar, welches der Eröffnungsvorstellung des Theater
Constanze“ beiwohnte, glücklich durch die Polizei vereitelt worden
in. Es heißt, inan habe vom Keller aus das Theater in die
Luft sprengen wollen. Ob dem Ganzen mehr als ein Gerücht zu
Grunde liegt, ist bis jetzt nicht festgestellt.

FAnmetikanische Blätier melden aus San Fr ancisco.⸗

3. November folgende wundersame Begebenheit: Um 10 Uhr gestern
Abend kam Polizist Duncan nach der Polizeistation. Er trug ein
ZJundel, welches in ein altes Taschentuch eingehüllt war und legte
zieses vor dem dienstthuenden Polizeibeamten nieder, der es öffnete
ind in demselben Buͤndes⸗Obligationen im Werthe von 50,000
astr. fand. Der Polizist theilte dann mit, daß er die Werthpa⸗
Fjere einem alten Deutschen, Namens Fritz Hahn, abgenommen
habe, der eben den Versuch gemacht, sich in seiner Wohnung zu
rhängen. Hahn hatte lange Jahre hart gearbeitet, um sich ein
Zaͤpital zu ersparen, das ihn in den Stand setzen würde, seine alten
Tage im Lande seiner Geburt sorgenfrei zu verbringen. Er legte
in Geld namenilich in Grundeigenthum an, welches er kürzlich
vortheilhaft verkaufte. Er löste daraus 50,000 Doll., wofür er
gundes Obligationen kaufte. Da er Niemand traute, so bewahrte
r die Werthpapiere in seiner eigenen elenden Wohnung auf. Der
Unblick seines Reichsthums scheint ihm den Kopf verdreht zu haben.
er ergab sich dem Trunk und besuchte vielfach die Spelunken von
Barbary Coast. Montag Nacht fand ihn ein Freund in Pacific Str.,
ungeben von einem lärmenden Haufen Strolchen und Dieben, total be⸗
ruuten. Es gelang den alten Mann nach seinem Hause zu schaffen, wo
man sein ganzes Vermögen in seinen Taschen fand; er hatte dasselbe
in den gefährlichsten Kneipen stets bei sich geführt. Man engagirte
unn einen Mann, um Hahn zu überwachen und vor Unheil zu
schützen. Während der zeitweiligen Abwesenheit dieses Wächters,
in der vergangenen Nacht, stand Hahn auf, und machte den Selbst⸗
nordversuch. Als sein Wärter zurückkam, fand er, daß der alte
MNann sich an einem Nagel über seinem Bette aufgehängt hatte.
derselbe wurde noch rechtzeitig abgeschnitten und ins Leben zurück⸗
Jerufen. Sein Vermögen wurde der Polizei übergeben, welche
zasselbe in Obhut nahm. Der alte Mann wird in Begleitung
einer zuverlässigen Person nach Deutschland geschickt werden.

FStaktistik der Israeliten. In dem israelitischen
dalender für das Jahr 5641 gibt der Großrabbiner Serdi die Zahl
der Israeliten auf der Erde wie folgt an: Europa 4,800, 000,
Asien 3,800,000, Afrika 800,000, Amerika 300,000, Australien
110.000: in Summa: 9.210.000.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme 8.
——
De bisher von Herrn Joseph
Beer bewohnte Haus des
derrn Fabrikanten Schwarz
hon Forbach wird ganz oder
heilweise vermiethet durch
Stadtschreibet Bayer.
Ein in den Großgärten, ganz
an der Nähe der Kapelle
zelegenet Garten — 2 Bau⸗
lähe — wird verkauft durch
Stadischreiber Banyer.

*

Zu bevorstehenden Weihnachten
mpfehle ich: Plusch Sopha⸗Vorlagen von Mk. * bis
t 21 per Stück, Teppichläufer gauf Rollen in den Breiten
»on 70, 80 und 180 em., Tischdecken in Cachimir, Manila,
Jebild, Rips und Goblin, Reisedecken und hochfeine wollene
Bettdecken. Farbige große Damen Chales und gestickte
imfchlagtücher. Steppröcke in Seide und Wollatlas,
Filzröcke. Herren, Damen⸗S Kinder⸗Regenschirmen
a Seide und Zanella, alle Arten seidene Tücher, als Foulards,
Tachenez S Knüpftücher, Herren S Damen Era⸗
atten &amp; Kragen.

Cigarren — S&amp; Portemonnagies.

Siereien und ferige gestidte Hoseuträger &amp; Geld⸗
zörsen, Buxkin, Glaes und Wa schleder Handschuh.

Seiden Sammet zu Damen⸗Mäntel und schwarze Sei⸗
denstoffen, sowie eine Varthie billiger Kleiderstoffen.

Karl S5chancũ.
Weihnachtsgeschenke.

Zu bevorstehenden Weihnachten empfehle ich mein reichhal⸗
iges Lager in Fabrikaten der Herren Gebrüder Adt in For⸗
ach, als: Japanefsische und chinesische Garderobe⸗,
dandtuch⸗ und Schlüũsselhalter, Etagere, prachtvolle
Thermometer, Handschuh⸗ und Federkasten, Brief⸗
nappen, Visitenkartentäschchen, Platten, Teller,
Tintenzeuge, Federträger⸗ Leuchter, Schmuckkäst⸗
hen, Wandkalender, Dosen u. dergl. — Artikel mit
—derimutternamen werden schnellstens besorgt;

ebenso empfehle ich: Photographie⸗ und Schreib⸗Album,
Musik⸗ und Schreibmappen, Gebet⸗, Gesang⸗ und
Ziderbücher. Großes Sortiment in Christbaumver⸗
sierungen. Franz Woll.

Carneval Fasinacht ] Prochwolle und billige Costumes
aller Art, nicht zu verleihen.⸗ (Cotisson⸗Gegenstande.

Knallerbsen 2 100 Stüch 35 Pfs. Carnevalistisch ge⸗
malte Bilder zur Saal⸗Decoration Lebensgröße). Masken, Be⸗
atzborden, Stoffe ꝛc. Generals⸗Gesellschafts⸗Kappen Garne⸗
»als⸗Artikel jeder Art! Thealer⸗Decorationen auf Stoff
emalt. Preisverzeichnisse umsonst und franco.

Bonner Fahner⸗Fabrik, Bonn.
dDna und Verlog von F.X. Demez in St. Ingbert.
Ma α

Beste süße bosn. türkische

dürre Zwetschen empfehle

sehr billig M. Haas,
Oberstadt.
In meinem Geichäft
ist eine
Lehrlingsstelle
offen. J. Friedrich.
Nur echt, wenn die beigedruckte
Schutzmarke auf den Eti⸗
auetten steht.

zt. Jshann⸗aarbrüter

Volkszeitung.
In den drei Städten St. Jo—
Jann, Saarbrücken und Malstatt-
Zurbach an der Saar zusam⸗
nengenommen das gelesenste
Blait. Wöchentlich 7mal. Vier⸗
eljahrlich nut 2 M. 50 Pfg.
Signet sich wegen großer Ver⸗
breitung vorzüglich fuͤr Inserate
eder Art

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Vtalz⸗ExtractuHonig⸗Krauter⸗

i eeüen
von L. II. Pletasch &amp; Co.

Breslau.

Durch Ihren Huste⸗Nicht (Malz⸗
xFrirach) vbin ich von meinem drei
Monale lang dauernden Husten so
hald befreit worden, daß ich mich
Heranlaßt sehe, Ihnen hiermit mei⸗
nen wärmsten Dank auszusprechen.

Wieruszow bei Wilhelmsbrüd,
ven 17. Mai 1880.

Georg Maluga,
kaißerl ruß. Zollkammer⸗Directar.

aeanyri

iwig v. allein echte IXX
Audenaramels uand Kakas · T dee
daria KZenno v. Ponat, Faris, 1671.
e aseri Setordnung v. 4 Jan.
m ganzen dentschen Reiche qug für
ichn Avotbeker zum reien Verkaufe ge⸗
aiet Von Sr. Mase dem 2
on besigt Maria Benno
on vonat allein drei — An⸗
ennungen und von Sr. geitigkelt
em Fapfst en spendende Auerlenn⸗
ng. Orbdens Verleibun und Diplom.
die Karamels sind die —E Aũ tfe
dei selbst son veraltetem —u
dat⸗u Erustteiden. 30 ig faster
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io n mn aartona und zlaschen bei
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        <pb n="785" />
        Hl. Ingberker Anzeiger.
Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöoͤchentlich mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt, Sonntags mit illustrirter Beies

lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag nuud Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierteljahrlich

A AO einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1460 60 —, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswarts
mit 13 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum. Reclamen mit 30 — vpro Zeile berechnet.
M 198. Sonntag, den 12. Dezember 1880.

Deutsches Reich.

Der Gewerbsteuer-Tarif, wie er von der Subkommission des
Steuergesetzausschusses der bayerischen Abgeordnetenkammer der
nach eingehenden Berathungen festgestellt wurde, ist gedruckt und an
die Ausschußmitglieder und die Vertreter der Staatsregierung ver—
theilt worden. In seiner nunmehrigen Gestalt soll dieser Steuer⸗
arif jedoch, wie versichert wird, als nicht annehmbar erscheinen,
dielmehr eine wesentliche Aenderung desselben erforderlich sein, wenn
nicht das Zustandekommen des ganzen Gewerbsteuergesetzes gefährdet
werden soll.

Aus guter Quelle will das „Berl. Tgbl.“ wissen, daß dem
Bundesrath die in der vorigen Session unerledigt gebliebene Vor—
lage einer Wehrsteuer aufs Neue zugehen wird, trotzdem sich
namentlich Bayern dagegen erklärt hatte. Ob die bayerische Regierung
jetzt anderer Ansicht geworden, darüber verlautet noch nichts.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt, daß die Zeitungsnachrichten
über angebliche Unterredungen des deutschen Gesandten v. Radowitz
mit dem griechischen Ministerpräsidenten (über das Verhältniß Grie—
chenlands zur Türkei) auf Authenticität keinen Anspruch haben,
Hielmehr in das Gebiet publicistischer Erfindung gehören.

Ausland.

In Pest fanden am 9. Dez., Abds. große Straßende⸗
monftrationen vor den Redaktionen deutscher Blätter
Statt wegen der mit 225 gegen 85 Stimmen gefaßten Beschlusses
der ftädtischen Repräsentanz, ein deutsches Theater zu kon⸗
‚essionieren. Die meisten magyarischen Journale führen eine auf⸗
ceizende Sprache.

Dulciguno eristirt nicht mehr. Zugleich mit der
Besitznahme dieser vielumworbenen Stadt haben die Montene⸗
griner auch den Namen derselben geändert. Die Stadt ist nun⸗
mehr auf den serbisch-⸗montenegrinischen Namen Ulcin getauft. —
Nach Erledigung der Dulcigno⸗Frage bildet selbstredend die griechisch⸗
ürkische Grenzfrage das Hauptthema in der auswärtigen Politit.
Interessant ist, daß, wie aus Wien berichtet wird, die dortige
ministerielle Presse“ die Meldung verbreitet, Fürst Bismarck be—
günstige die Idee, die Pforte möge anstatt Epirus, dessen Cession
der Albanesen wegen schwierig wäre, die Insel Kreta an Griechen⸗
land abtreten. Die Meldung stammt angeblich aus Kopenhagen.

Die Anstrengungen der europäischen Diplomatie in Athen,
welche darauf ausgehen, Griechenlaud von einem Kriege
zurückzuhalten, gelten als aussichtslos. So läßt sich das „Berl.
Tgbl.“ unterm 9. Dez. aus Rom telegraphiren.

Pfalzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

9. Dez. Verhandlung gegen Maria Lorenz, 27 Jahre alt, Ehefrau
»on Johann Hager, Maurer in Kaiferblautern, wegen Meineid.
Vertreler der ĩ. Staalsbehörde: Staatsanwalt Petri: Vertheidiger: Rechts⸗
anwalt Schmidt.

Am 2Mai 1878 stürzte in der Düngerfabrik Kaiserslautern ein hoch⸗
aufgethürmter Dunghaufen zusammen und beschädigte den mit Aufladen des⸗
elben beschäftigten Tagner Johann Bayser von Kaiserslauteru erheblich am
eine. Derselbe klagie bei dem k. Bejirksgerichte Kaiserslautern gegen die
Düngerfabrik Kaiserslautern deßhalb eine Entschädigung von 10,000 Mark ein.
Am 4. Olibr. 1879 fand vor dem Richterkommissär, k. Landgerichtsrath Pfister
n Kaiferslautern, das vom Gerichte angeordnete Zeugenverhör Statt. Als
Zeuge wurde damals auch der Aufseher der Düngerfabrik, Jakob Barkey ver⸗
sommen, der auf seinen Eid hin aussagte: die heutige Angeklagte, bei der der
aläger Bayer während seiner in Folge der Verwundung eingetretenen Krank⸗
heit gewohnt hatte, habe ihm Folgendes mitgetheilt: Der VBayer habe fich
vahread seiner Krankheit gar nicht gehalten; wenn der Arzt gekommen sei,
sei er zwar zu Hause gewesen, aber nach dessen Entfernung sei er immer wieder
usgegangen. Äls er nach längerer Arbeitseinflellung einmal in die Fabrik
sum Lrbeiten gegangen sei, hätien die Nachbarsleute zu ihm gefaqgt, er solle
och nicht so dumm sein und arbeiten, sondern sich fur den Unglücdsfall be⸗
ahlen lassen. Diesen Rath habe Baher denn auch befolgt und sei späler ein⸗
nal in siark betrunkenem Zustande die Trepye hexabgefallen und unten liegen
Jeblieben, bis man ihn hinaufgetragen habe, es jei dann eine große Blutlache
auf dem Boden zurückgeblieben.

Auf diese Auͤssage des Aufsehers hin wurde die Vernehmung der Ange⸗
lagten vom Landgerichte Kaiserslautern angeordnet und diese denn auch am
d Marz 1880 vorgenommen. Da leugnete nun die Angeklagte auf's Hart⸗
räckigste, jemals irgend eine ähnliche Aeußerung dem jungen Burkey gegen⸗
iber gemacht zu haden. Von dem Fall des Bayer die Treppe herab wisse
ie gar nichts umd konne folalich auch dem Zeugen Barlkey nichts davon erzählt

haben. Nun sind aber Zeugen da, die diesen Fall des Bayer auch mitange⸗
khen haben und die auch die Angeklaate während jenes Falles unten im
gange unter ihrer Küchenthüre stehen sahen, von wo fie Alles wahrgenommen
saben muß. Zudem erklärt nicht blos Barkey, sondern auch noch andere
Jeugen auf's Bvestimmteste, daß die Angeklagte ihnen von dem Fall des Bayer
gie Stiege herab erzählt habe.

Bezeichnender Weise ist festgestellt, daß die Angeklagte zur Zeit, als sie
»em Barkey die für den Ausgang des Prozesses Bayer so ungünstige Erzäh⸗
ungen machte, mit Bayer auf gespanntem Fuße lebte, während sie sie sich
pater, als fie vor Gericht gar nichts mehr wissen wollie, wieder vollständig
mit ihm ausgesöhnt hatte.

Die Angeklagte wurde bei Verwondten an der ostpreußischen Grenze ver⸗
haftet. Die Geschworenen sprachen trotz der Einwendungen der Vertheidigung
hr Schuldig“ und wurde die Angeklagte hierauf zu einer 8 uch t h a u 8⸗
drafevon2Jahren verurtheilt, ihr die bürgerlichen Ehrenrechte auf
Jahre und zugleich, die Fähigkeit, je wieder als Zeuge eidlich vernommen
verden zu können, aberkannt.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 8. Dez. In der heutigen Schöffen—
itzung hier kamen folgende Fälle zur Aburtheilung. Drei
Bursche von Oberwürzbach wurden wegen Korperverletzung zu 8,
z und 2 Tagen Gefängniß verurtheilt; — ein Mann von Hecken⸗
zalheim wurde wegen Anschuldigung einer Gewerbsteuer-Kontra—
»enion freigesprochen; — Deßgl. ein Bursche von Sulzbach, wegen
der Anschuldigung der Verübung groben Unfugs; — zwei Bursche
hon Rohrbach erhielten wegen groben Unfugs je 2 Mark Geldstrafe;
Die Verhandlung gegen einen Mann von hier, wegen Feil⸗
zietens von Geschirr auf dem Wochenmarkte, wurde wegen Nicht⸗
erscheinens eines Zeugen in die Sitzung vom 22. Ifd. Mis. ver⸗
agi; — Eine Frau von hier erhiell wegen Salatentwendung eine
geldstrafe von Mark — und ein Handwerksbursche von Saar⸗
semünd wurde wegen Bettels und Landstreicherei zu einer Gesammt⸗
aftstrafe von zwanzig Tagen verurtheilt.

Am 8. Dez. nahm der Landrath die Wahl der Geschworenen
ür den Staatsgerichtshof vor und wählte sodann in den Ausschuß
zer Wittelsbacher Stiftung als Mitglieder die Herren Gustav
drämer, Fäbrikant in St. Ingbert, und Hch. Karcher,
zabrikant in Frankenthal, als Ersatzmänner die Herren Ludwig
cchleip, Fabrikant in Kusel und Holßmann, Fabrikant in Speyer,
ammtlich mit Stimmenmehrheit.

4 Im pfälzischen Amtsblatt wird Folgendes verdffentlicht:
Um eine Uebereinstimmung mit den im rechtsrheinischen Bayern
zezüglich der Dauer der Jagdkarten geltenden Vorschriften
jerbeizuführen, wird hiermit auch für den Regierungsbezirk der
Ifalz vom 1. Januar 1881 an die Giltigkeitsdauer der Jagdkarter
Jagdwaffenscheine — Gewehrpüsse) auf die Dauer des Kalender⸗
ahres festgesetzt. Von obigem Zeitpunkte an werden daher nur
nehr Jaͤgdkarten ausgestellt, welche für das betr. Kalenderiahr
giltigkeit haben.“

Breitfurt hat nach der neuesten Volkszählung 67
rzinwohner (316 männl. u. 355 weibl.) 135 mehr als 1875 unl
99 mehr als 1870. Kusel zählt 3092 Einwohner, 281 mehr
ails im Jahr 1875; Waldfischbach 1150, also 75 mehr
grünstadt 3808, also 274 mehr.

In Walshausen rannte kürzlich die 17 J. a. Lui'
tgambey des Abends auf der Straße beim Nachhauseeilen so un
zlüclich an das Langwied eines Wagens, daß ihr sofort der Lei
inschwoll und sie in Folge innerer Verletzung, die durch ärztlich
Zilfe nicht mehr gehoben werden konnie, starb.

4In Wal bei Miesbach hat unlängst wieder ein Habe
eldtreiben Statt gefunden; von diesem Unfug hatte man seit länger
Zeit nichts mehr gehört.

4 Auch in Neu st a dit geht man mit dem zeitgemaßen Gedank⸗
um, für Handwerksburschen ein Unterstützungs⸗ und Arbeitsnac
veisbuͤreau ins Leben zu rufen. Man will sich damit vor de
mmer mehr überhandnehmenden Vagabundenthum auf dem We
der Selbsthilfe nach Möglichkeit schützen. Der Ausschuß des G
verbevereins hat die Sache in die Hand genommen. Dieser Vere
jat sich in seiner jungsten Versammlung auch fur die obligatorise
kinführung der AÄrbeitsbücher (für alle Arbeiter ohne Ausnahm
edoch gegen die Zeugnißeintragung ausgesprochen.
        <pb n="786" />
        F In Eppstein waurde an einem der ketzten Tage inner—
halb einer Stunde der Tabak, etwa 1200 Zentner zu 30 Mark
vro Zentner verkauft.

F Im Landrath wurde der Antrag von Krieger, Dr. Buhl,
Heydenreich und Mayer in Betreff der Aenderung der Immobiliar⸗
Brandversicherungs-Ordnung vom Jahr 1817 dem 58. Ausschuß
zur Berichterstaitung übergeben.

F Vorlaufige Ergebnisse de Volkszählung: Straßburg
hat 104,042 Einwohner (8999 Köpfe der Militärbevölkerung ein⸗
gerechnet) 9736 mehr als im Jahr 1875. Regensburg 34,8360,
etwa 3000 mehr als im Jahr 1875. Mainz (inkl. Militär)
31,130, 4110 mehr als im Jahr 1875.

4München hat nach provisorischer Zusammenstellung des
Ergebnisses der Volkszählung 228,872 Einwohner. Nicht einge⸗
rechnet ist bei dieser Summe das diplomatische Korps mit seinen
Angehörigen und Dienerschaften.

Der Bürgermeiste Vogel von Schwürbitz (Gber—
iranken) wurde dieser Tage vom Schöffengericht zu 40 M. Buße
verurtheilt, weil er, als er eine Streitsache vermitteln sollte, selbst
einer Frau eine Ohrfeige gab.

F Nürnberg, welches jetzt 99,777 Einwohner zählt, hatte
m Jahr 1820 nur 23,491; im Jahr 1840 waren es 45,263,
im Jahr 1861 waren es 62,797, im Jahr 1871 83,230.

F In Wiesbaden wurde in der Nacht vom O. Dez. ein
kurzer, aber ziemlich heftiger, e Erdstoß verspürt.

F Die Zahl der immatrikulirten Studirenden an der Univer⸗
sität Berlhin beträgt in diesem Winter 4107; dazu kommen noch
107 zum Besuche der Vorlesungen berechtigte Personen. Gegen

das vorige Wintersemester zeigt dies Semester einen Zuwachs von
199 immatrikulirten Studenten. Berlin hat jetzt die höchste Fre⸗
quenz, die je eine deutsche Universität gehabt.

F In Rom soll am 1. ds. ein beabsichtigtes Attentat gegen
das Königspaar, welches der Eröffnungsvorstellung des Theater
„Constanze“ beiwohnte, glücklich durch die Polizei vereitelt worden
jein. Es heißt, man habe vom Keller aus das Theater in die
Luft sprengen wollen. Ob dem Ganzen mehr als ein Gerücht zu
Grunde liegt, ist bis jetzt nicht festgestellt..

4* Amerikanische Blätter melden aus San Francisco,

3. November folgende wundersame Begebenheit: Um 10 Uhr gestern
Abend kam Polizist Duncan nach der Polizeistation. Er trug ein
Bündel, welches in ein altes Taschentuch eingehüllt war und legte
dieses vor dem dienstthuenden Polizeibeamten nieder, der es öffnete
und in demselben Bundes⸗Obligationen im Werthe von 50,000
vstr. fand. Der Polizist theilte dann mit, daß er die Werihpa⸗
ziere einem alten Deutschen, Namens Fritz Hahn, abgenommen
habe, der eben den Versuch gemacht, sich in seiner Wohnung zu
erhüngen. Hahn hatte lange Jahre hart gearbeitet, um sich ein
dapital zu ersparen, das ihn in den Stand setzen würde, seine alten
Tage im Lande seiner Geburt sorgenfrei zu verbringen. Er legte
ein Geld namentlich in Grundeigenthum an, welches er kürzlich
vortheilhaft verkaufte. Er löste daraus 50,000 Doll., wofür er
Bundes⸗Obligationen kaufte. Da er Niemand traute, so bewahrte
er die Werthpapiere in seiner eigenen elenden Wohnung auf. Der
Anblick seines Reichsthums scheint ihm den Kopf verdreht zu haben.
Er ergab sich dem Trunk und besuchte vielfach die Spelunken von
Barbary Coast. Montag Nacht fand ihn ein Freund in Pacific Str.,
imgeben von einem lärmenden Haufen Strolchen und Dieben, kotal be—
rrunken. Es gelang den alten Mann nach seinem Hause zu schaffen, wo
man sein ganzes Vermoögen in seinen Taschen fand; er hatte dasselbe
in den gefährlichsten Kneipen stets bei sich geführt. Man engagirte
hann einen Mann, um Hahn zu überwachen und vor Unheil zu
chützen. Während der zeitweiligen Abwesenheit dieses Wächters,
n der vergangenen Nacht, stand Hahn auf, und machie den Selbst-
nordversuch. Als sein Wärter zurückkam, fand er, daß der alte
Nann sich an einem Nagel über seinem Bette aufgehängt hatte.
Derselbe wurde noch rechtzeitig abgeschnitten und ins Leben zuͤrück-
jerufen. Sein Vermögen wurde der Polizei übergeben, welche
hasselbe in Obhut nahm. Der alte Mann wird in Begleitung
iner zuverlässigen Person nach Deutschland geschickt werden.
FStatistit der Israeliten. In dem israelitischen
Falender für das Jahr 5641 gibt der Großrabbiner Servi die Zahl
der Israeliten auf der Erde wie folgt an: Europa 4,500,0060,
Asien 3,800,000, Afrika 500,000, Amerika 300,000, Australien
110,000; in Summa: 9.210,000.
Fur die Redaction verantwortlich: F. X De—en.
J
Zu bevorstehenden Weihnachten' ie Fute onn tuenuse
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Filzröcke. Herren, Damen⸗S&amp; Kinder⸗Negenschirmen
n Seide und Zanella, alle Arten seidene Tücher, als Foulards,
Tachenez F Rnüpftücher, Herren &amp; Damen Cra⸗
»atten &amp; Kragen.
Cigarren ie &amp; Portemonnaies.
Stickereien und fertige gestickte Hosenträger &amp; Geld—
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Handtuch⸗ und Schlüsselhalter, Etagere, prachtvolle
Thermometer, Handschuh⸗ und Federkaften, Brief⸗
mappen, Visitenkartentäschchen, Platten, Teller,
Tintenzeuge, Federträger, Leuchter, Schmuckkäst⸗
hen, Wandkalender, Dosen u. dergl. — Artikel mit
Perlmutternamen werden schnellstens besorgt;
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Musik⸗ und Schreibmappen, Gebete⸗, Gesang⸗ und
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335 ireftet zñe fortwährend
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Inabert.

so
*
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        yl. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonunementovreis betragt vierteljährlich
14 40 einschließlich Traägerlohn; durch die Post bezogen 1 60 A, einschließlich 40 — Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaris
mit 15 — für die viergespaltene Zeile Blatischritt oder deren Naum, NReclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet. J
1880.

HBUBEW

Deutsches Reich.

(ELandrath der Pfalz.) In der Sitzung desselben vom
11. Dez. wurde ein Antrag eingebracht in Betreff der Häusersteuer.
Derselbe geht an den 5. Ausschuß.

Sodann berichtete Dekan Huth im Namen des 4. Ausschusses
uͤber die „deutschen Schulen.“ Der Bedarf für 1881 er—
fordert 948, 060 M. 89 Pf., wovon aus der Staatskasse 784,398 M.
47 Pf. bestritten werden und demnach aus Kreismitteln 163,666 M.
92 ppf. zu decken sind — ein Mehrbedarf von 4946 M. 28 Pf.
zegen das Vorjahr. Dieser Mehrbedarf entsteht durch den erhöhien
Zuschuß an die Schullehrer⸗ Wittwen⸗ und Waisenanstalt der Pfalz.
die Rechnung der Schullehrer-Pensionsanstalt für 1879 mit einer
Sinnahme von 205, 419 M. 89 Pf., einer Ausgabe von 194,299 M.
18 Pf. wurde genehmigt. Auf den im Vorjahr vom Landrath
zestellten Antrag, die kgl. Regierung wolle Aufklärung darübet
verschaffen, warum die Pfalz keine staatliche Kreisschuldotation gleich
den 7 rechtstheinischen Kreisen erhalte, gibt die kgl. Regierung die
Erklärung, daß die staatlichen Zuschüsse zu den Kreisschuldotationen
der jenseitigen Kreise auf besonderen Reichstiteln beruhen, die aus
en Zeiten vor der Säkularisation der Kirchengüter herrühren, wäh—
rend die Pfalz solche Rechtstitel nicht aufzuweisen hat.

Der Steuergesetzausschuß der bayerischen Abgeordneten⸗
ammer begann am Freitag die Berathung über den Gesetzentwurf,
einige Abänderungen an den Gesetzen über die allgemeine Grund—
und Haussteuer betr. Zu dem Artikel 2, wie zu dem Artikel 9
iegen nicht weniger als sieben einschneidende Abänderungsanträge
des Abg. v. Hormann (und zwar zur zweitmaligen Berathung in
erster Lesung) vor. Darunter verlangt der genannte Abgeordnete,
aach Artikel 2 des Entwurfs einen neuen Artikel 24 einzuschalten,
der darauf hinausläuft: „eine örtliche Revision der Häusersteuer
jann jederzeit von den Betheiligten verlangt oder von der Regierung
ungeordnet werden, wenn die Verhältnisse, unter welchen in einer
Hemeinde entweder die Mieth- oder die Arealsteuer eingeführt worden
st, sich so wesentlich veränderten, daß eine dieser Gattungen an
ie Stelle der anderen zu treten hat“. Außerdem kommen hier die
ingelangten Petitionen in Betracht, welche aus mehreren Städten
ingegangen sind.

König Albert und Prinz Georg von Sachsen sind am Freitag
yon Dresden in Berlin eingetroffen. Der Kaiser, der Kronprinz,
Prinz Karl, der Gouverneur v. Fransecky, Kommandant General⸗
najor v. Berken, Polizeipräsident v. Madai und Zeremonienmeister
). Usedow empfingen sie auf dem Anhalter Bahnhof. König Albert
zat im königl. Schloß Wohnung genommen.

Ausland.

Der betreffende Ausschuß der französischen Deputirten⸗
ammer hat den Antrag bezüglich der Durchbohrung des Montblanc
mgenommen. Diese Arbeit soll gleichzeitig mit derienigen des
Simplon-Tunnels in Anariff genommen werden.

Vermischtes.

*St. Ingbert. Das am Sonntag Abend stattgehabte
Tonzert des Mu sikvereins zum Benefize von dessen Diri⸗
Jenten kann in allen seinen Theilen als wohlgelungen bezeichnet
verden. Einige Nummern des Programms — wir erinnern nur
in die Piecen des Hrn. Seiter, an das Flötensolo des Hrn.
Schade witz und an das Trio für Violine, Flöte und Klabier 2
ꝛanden ganz besondern Beifall. Auch der Besuch war ein sehr
erfreulicher.

*— Die auf Samstag Abend in Oberhausers Saal einbe⸗
rufen gewesene Bürgerversammlung behufs Gründung
zines Vereines gegen die Bettelei war leider nicht so zahlreich
jesucht, als es im Interesse der guten Sache, um die es sich han⸗
»elte, zu wünschen war. Die Frage, ob die Gründung eines
Bereines zu obengenanntem Zwecke zu beschließen sei, wurde ein⸗
timmig bejaht. Da die Statutenberathung längere Zeit in An—
pruch nahm, so wurde die Wahl des Ausschusses vertagt. Es soll
iun bis nächsten Sonntag Nachmittag wiederholt eine allgemeine
Bürgerversammlung stattfinden, in welcher sich der Verein definitiv
onstituiren und seinen Ausschuß wählen wird.

*Sit. Ingbert. In Heckendalheim ereignete sich
um 9. ds. Mis. beim Entleeren eines Kalkofens ein gräßliches
Unglück. Die Entleerung geschah gleichzeitig von oben und unten.
Während nun die ledige, 19 Jahre alte Susanne Geißler, Dienst⸗
nagd bei Kalkbrenner Andreas Jost, oben im Ofen beschäftigt war,
rutschte der noch glühende Kalk zusammen, so daß die Geißler bis
in den Oberleib darin stecken blieb. Erst nach längerer Zeit wurde
iie aus dieser schrecklichen Lage befreit. Beine und Unterleib waren
iber dermaßen verbrannt, daß sie schon nach 2 Tagen (am 11. d8.)
hren fürchterlichen Schmerzen erlag.

SO Niederwürzbach, 12. Dezbr. Steigt man am
siesigen Bahnhofe aus und wendet das Auge nach Osten, so wird
nan ergötzt durch den Anblick der majestälisch auf einer Anhöhe,
etzt vollkommen unter Dach stehenden neuen Kirche. Selbsiver-
tändlich konnte das schöne Gotteshaus heuer nichi fertig gestellt
verden, und sieht dasselbe, da jetzt alle Arbeit ruht, im naͤchsten
Sommer seiner Vollendung entgegen. — Niederwürzba ch⸗
Seel bach hat nach der letzten Volkszählung 1272 Einwohnetr,
Uso seit 1875 einen Zuwachs von 70 Seelen; ausgeschieden nach
Beschlechtern, beträgt die männliche Bevölkerung 621, die weibliche
aber 651 Köpfe.

Der Bruttoertrag des Malzaufschlags in der Pfal z während
)er 14. Finanzperiode beziffert sich auf 1768,517. 19 M. Hievon
ommen an Rückvergütung für ausgefuüͤhrtes Bier 171,836. 48 M.,
owie an Verwaltungskosten 98,841.25 M., in Summa 270,677. 68
M. in Abzug, so daß der Nettoertrag von 1.498.839.51 M.
ibrig bleibt.

r Industrielle in Pirmasens haben beschlossen, eine Kol⸗
ektivausstellung der dortigen Schuh- und Lederindustrie und der
hamit in Zusammenhang stehenden Gewerde in's Leben zu rufen.

F In der Umgegend von Berlin entlud sich am Donners⸗
ag Abend unter heftigem Sturm und Regen⸗- und Schneefall ein
ehr starkes Gewitter. Und voriges Jahr um dieselbe Zeit die
dälte von 159 und darüber!

F In Dürrenast bei Thun (Schweiz) brannte in einer
der letzten Nächte ein von 4 Familien bewohntes Haus ab, wobei
ꝛeine Mutter mit 6 Kindern in den Flammen umkam.

F Ein neues schreckliches Grubenunglück wird unterm 10. Dez.
nus England gemeldet. Bei einer Grubenexplosion in Penygrai g
ind 100 Arbeiter umgekommen. Nähere Nachrichten fehlen.

Flür die Redaction verantwortlich: FF. X. Demen.

Viälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

10. Dez. Verhandlung gegen Henriette Blum, 40 Jahre alt, Ehefrau
»on Wilhelm Bohrmann, Pferdehändler in Speyer, wegen Meineid.
zertreter der . Staatsbehörde: Staotsanwalt Dr. Krell Bertbeidiger:
dechtsanwalt Gebhart.

Der Schuhmacher Maximilian Weiß in Speyer, der allerdiugs nicht in
jen besten Uermögensverhältnissen stehen soll, klagte gegen die Angellagte und
hren Ehemann eine Forderung von 322 Mart 57 Pf. fur geleistete Schuh⸗
aacherarbeit ein. Die Angeklagte leugnete jede Verpflichtung zu zahlen und
9wur in der Sitzung des k. Umtsgerichts Speyer von 18. Juni 1880 den
hr zugeschobenen Eid dahin aus: „Ich habe dem Kläger Weiß niemals ver⸗
prochen, seine Forderung zu bezahlen, weder auf einmal, noch in Abschlags⸗
ahlungen und habe ihm ebensowenig erklärt, daß wir ihm nichis schuldig
leiben würden und daß er nichts an uns verlieren solle.“ Nach der Anklage
zaben sich nun durch die angestellte Voruntersuchung Veweisanzeichen dafür er⸗
jeben, daß die Angeklagte am 21. Februar lsd. Is. dem Weiß, der auf Zahl⸗
ing drängte, erllärte, er würde ja nichts verlieren, er solle nur Geduld mit ihnen
sjaben, sie würden ihm nichts schuldig bleiben und die ausgemachten Raten
ahlen. Auf diese Vertröstung hin will dann Weiß sich beruhigt und weitere
irbeiten geliefert haben. Ter Ehemann der Angeklagten, der Anfangs wegen
nstiftang zum Meineid in Untersuchung war, wurde späterhin außer Ver⸗
lgung gesetzt. In heutiger Sitzung wurde auch die Angeklagte des ihr zur
Dechien Verbrechens für unschuldig erllärt und vom Gerichtsho fe frei⸗

rochen.

Friedrich Spielhagen, der mit seinem lehten Werke „Quisisana“
vieder einen glänzenden Erfolg erzielte, hat, wie wir höͤren, ein neues Werk
inter der Feder, welches einer baldigen Vollendung entgegenreift. „Angela⸗⸗
zetitelt, ist daffelbe gleichsam ein Pendant zu „Quisisana“, — eine echte und
echte Herzensgeschichte —, doch bildet diesmal eine Frau die Hauptfigur und
en Mittelpunkt des Romanes, auch gestaltet sich die Entwickelung in ihren
konsequenzen tragischer und ergreifender. —

Das „Berliner Tageblatt“ hat das Werk des berühmten Dichler«
        <pb n="788" />
        zur ausschließlichen Veröffentlich ung in Deutichland erworben, und
st in der bevorzugten Lage, diese literarischt Perle seinen Lesern darbieten zu
konnen. Anfang 'des nächsten Quartaäls beginnt die interessante Dicht⸗
ung im Feuilleton des „Berliner Tageblattes“ zu erscheinen, worauf
wir schon jetzt aufmerksam machen. Abonnements werden jederzeit bei den
Keichspostanstalten entgegengenommen. Eine möglichst frühzeitige Bestellung
ist jedenfalls geboten, damit der Empfang des Blattes vom Beginn des Quar⸗
jals ab gesichert sei.
—
Versteigerungs?Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Montag, den 24. Januar
1881, Nachmitiags 2 Uhr zu
Schnappbach Stadtgemeinde
St. Ingbert, in der Wirthschaft
von Carl Victor Graffion,
werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
bert wohnhaft, Amtsverweser des
k. Notar Franz Sauer, im Amissitze
daselbst, als gerichtlich ernann⸗
ten Versteigerungsbeamten, im
Zwangswege
gegen Wendel Schwarz,
Metzger in Schnappbach wohn⸗
haft, Schuldner,
die nachhin bezeichneten Lie—
genschaften in der Steuergemeinde
St. Ingbert öffentlich zu Eigen—
hum versteigert:
1. Plan Nr. 499813, 5 a
80 qm Fläche mit Wohn⸗
haus, Scheuer, Stallung
und Hofraum, im Orte
Schnappbach, auch die
Rußhütte genannt, neben
Johann Siegwart und Tho⸗
mas Koch;
Plan Nr. 4889, 6 a, 80
qm Acker im Schierfeld;
Plan Nr. 4889, 7 a
20 qm Acker allda;
Plan Nr. 1298, 24 2 50
qm Acker in der Mäusbach;
pᷣlan Nr. 1299, 33 a 40
qIm Acker allda;
lan Nr. 1293, 16 a 20
qIm Wiese allda;
Plan Nr. 1286, 8 a 50
qm Acker allda;
Plan Nr. 1301, 12 a
60 qm Acker allda;

9. Plan Nr. 1300, 15 270
qm Acker allda;

10. Plan Nr. 1738, 8 a 20
qm Wiese im Rischbach;

die Liegenschaften kommen ein⸗

zeln zum Ausgebote.

Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
donnen bei dem Versteigerungs⸗
heaniten eingesehen werden.

St. Ingbert, 13. Dez. 1880
Der Versteigerungsbeante:

xt. Auffschneider
Amtsverweser.

In den Waldungen der Herren
Gebr. Krämer wird die
Ausbeute von Sand aus der
Grube auf den Sechseichen pro
1881, auf dem Submissions-
wege an den Meistbietenden ver⸗
geben.

Die Submittenten werden er⸗
fucht ihre Eingaben dor dem
23. Dezember lJ. J. an den
Unterzeichneten zu senden.

St. Ingbert, 14. Tez. 1880.

Küßwetter,
Oberforster.

Auszug.
Beschluß..
.Das kgl. Amisgericht St.
Ingbert hat heute folgenden
Beschluß gefaßt:

Ueber das Vermögen der Ehe⸗
eute Hein rich Behr, Schlosser
ind Kaufmann und Catha—
rina Weirich, beisammen in
St. Ingbert wohnhaft, wird der
donkurs eröffnet und wird die
Fröffnung festgesetzt auf
Freitag den 10. Dezem⸗

ber 1880, Morgens

9 Uhr.

Zum Konkursverwalter wird
der Geschäftsmann Philipp Fitz
in St. Ingbert ernannt. Zur
Beschlußfassung über die Wahl
eines andern Verwalters, über
die Bestellung eines Gläubiger—
Ausschitsses und über die in den
8 120 und 125 der Konkurs⸗
IrTdnung bezeichneten Fragen wird
Termin verordnet auf
Montag den 27. Dezem⸗
ber 18830, Nachmittags
2 Uhr im Sitzungssaale des

t. Amtsgerichts dahier.

Die Anmeldefrist läuft bis
zum 1. März 1881 und wird
zer allgemeine Prüfungstermin
estgesetzt auf:

Pöontag den 28. Wärz
183831 Rorgens 9BUhr
in demselben Locale.
Allen Personen, welche eine
ur Konkursmasse gehörige Sache
in Besitz haben oder zur Konkurs
nasse etwas schuldig sind, wird
rufgegeben, nichts an den Ge—
neinschuldner zu verabfolgen
»der zu leisten, auch die Ver⸗
oflichtung auferlegt, von dem
Besitze der Sache und von den
Forderungen, für welche sie ab—
Jesonderte Befriedigung in An—
pruch nehmen, dem Konkursver⸗
valter innerhalb einer Frist von
drei Wochen von heute an, An⸗

zeige zu machen.

Zu obigen Terminen werden
ie Gläubiger hiermit eingeladen.

St. Ingbert, 10. Dez. 1880.

Kgl. Amtisgericht
—VD—
Zur Beglaubigung:

Der k. Amisgerichtsschreiber
Krieger.
— —
Ein neuer Regenschirm
wurde an einem der letzten
Markttage bei mir stehen ge—
assen und kann von dem Ei—
genthümer gegen Bezahlung der
Inserationsgebühr in Empfang
genommen werden.

Frau Pet. Schweitzer,

Händlerin im Mühleneck.

Die sonstige Reichhaltigkeit, Vielfeitigkeit und Gediegenheit, welche aner⸗
hannterimmaßen den Inhalt des „Berliner Tageblatt“ auszeichnen, sowie die
verthoollen Beiblätter: die belletristische Wochenschrift „Deutsche Lesehalle“,
das illustrirte Witzblatt „Ulke und die „Mittheilungen über Landwirth⸗
schaft, Gartenbau und Hauswirthschaft“, bei dem billigen Abon⸗
nemeuls,Preis von 3 Mrk. 25 Pf. pro Quartal (fur alle vier Blätter
usammen), haben den Leserkreis stelig vermehrt, so daß das „Berliner
Tageblatt“ gegenwärtig ca. 76, O009 Abonnenten besiht.
wet
Zu Weihnachts-Geschenken
zeeignet empfehle: Blumentische, Kinderschlitten, Schlitt⸗
schuͤhe, Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Feuergeräth⸗
tänder, Negenschirmständer, kupf. Wärmflaschen,
ubpf. Bundformen, Toiletten⸗ Eimer und Krüge,
Garderobehalter, Servirbleche, Küchenwaagen,
Fleischhackmaschinen, Salz⸗ und Gewürzkasten,
Zuckerkasten, messing. Bügeleisen, messing Mörser,
hͤapierkoörbe, Botanisirbuͤchsen, Vogelkäfige, emailll.
Kindergeschirr, sowie elegante Steh⸗ und Hängelam⸗
ven ꝛc.

Otto Weigand.

Zu passenden Weihnachtsgeschenken
empfehle mein großes Lager in allen Sorten Herren⸗,
Jamen-, Kinder-Stiefeln und -Schnhen in Feder und Fih.

Ganz besonders empfehle ich eine ausgezeichnete Qua—
ität Jagdschuhe mit JPatentbeschlag, für deren Güte und
Wasserdichtheit ich Garantie leiste.

Ferner eine schöne Auswahl in herren-KReit-Sliefeln
nit und ohne Falten, sowie in Herrenftiefeletten und Kug⸗
penstülpensiefeln.

In damenzuglliefeln halte ich blos das Schönste und
Beste aus einer der größten Fabriken Deutschlands in
sehr großer Auswahl.

Auch halte ich großes Lager in Filzpaukoffeln, sowie
in Plüsch und gesticktem Stramin für Jantoffel, welche ich
auch auf Verlangen gut und schön anfertigen lasse.

Auch bringe ich mein großes Lager in sämmtlichen
zchuhmather-Werkzengen, sowie französische Schuhleisten in
Erinnuerung.
Achtungsvollst
F. H. Laur.
— A1t3275E für gewöhnl. Frachtsendung à 4 Pf—
Frachtbriefe dü
Tpier à 2Pf. per St., sind zu haben bei F. X. Demetz.

—

Bei Durchsicht des il 1u strirten
Buches: Hr. Airv's Heil niet hode
derden sogar Schwertranfe die
eberzeugung gewinnen. daß auch
fie. wenn nur die richtineu Mittel
zur Anwendung gaelangen. noch
deilung erwarten durfen. Es lollte
daher jeder Seidende, selbit wenn bei
ihm bislang alle Medicin erfolulos
7 icd verirauensvoll dieser
erabrien deiimetbode zuwenden
und nicht saumen, obiges Werk an⸗
zuschaffen. Ein Auszug“ daraus
wird gratis und franco verlandt

*
Fast vorschonktl
— — — — —
Das von der WMaßrverwaltung der falites
asoßen Sritauntosil pertadtite irbernonimene
ditesenlager, wird wegen einge gaugeyra
aroßen Zablungsverr fli tunaen und gana⸗⸗
licher aunung der Botalzatea v
uw 75 Pracent upter —RN
ehützung verkauft At
daber atso
EAst
ur unr 13 Mart als kaum der Holite de
Weribes des bloßen Arbettslohnes erhaͤl
nan nadfiedendes Außerst gediegenes Vru⸗
—
— xqoateta
Iind mird fur das Weißbleiden der Be⸗stecn

3 anre garantirt —
Raselmesser mit vorzuglichen Stabltinngen
3echt englishe Vritaunia Silder⸗Gabeln
Imassive Vritannia Silber⸗Speileldijel,
ieinsie Britannia Silber⸗Kaffeelosel

scower. vritannuia —A——

maisiver nanna Silt er⸗Milchlchöpfer.
seinst cifeirte Prafentir Tableits
vorzüglide Veilerleger Britan.Silben
ichöne mass,sve Eierbecher,
practvolle seinste Zucertaßen,
vorjuglicher PJeeiser⸗ oder Ju Lerbehalter.
Toeejerber jtinuste Sorte,
dencttvolle Salon-Taiellenchter.

2 einste Aladas: er Lenchitrauisatze.

Stüd.

ile dier angefübrten 80 Sild Pracht g eaen⸗

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noch die ersehnte Heilunus brachten.
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zründlich. Für d Heilwirkung wird m. ob
Summe garantirt. Vreit i/, Fi. M. 3, 4, l.
s. 3 gegen Voreinfdg. oder NRachnabme vom
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— 7722 „G7 52233 52 23*8 — 5 —̃ 5 —35 15422 2312
—183. ———— 233 — 2—22 75**5 5373553355*
3323 3 2785 —22— 523 2 22237 28*
3335388 — 2 333 2*225388 — *25 2232
* 3355765315 22853 532333
* — — * — 7* *
— — J——— * 7351653
2 3 *33 — 2 — — 2 22 225333533*
* *55 2 52 3337 853 525.*3 2 23 2 *
—A —e——— — 73323,2 22 2* 53 243 —X
23427 —— —— —* — S7 2322 —— —
*, 253 285 23538 323 5533523
3 2 33732 553325 3 3327 23538535
23 22. 22 —— —— 553 — 222 *7 *
83 5353354338
J 252553 538 A
553325* 23233* — — 353535 *
8 ——— 25723 38383* 53
— 3237 23 *2 22
— —
I22 E 2 22 282 2 —
O 2 5 * 5533 * 835 s 3 233 —— —
2 233856333 533355 —2 358838 25327
—723573— 33 25335333 3* 3 S53 25 5.1 32
55523 —— — 5 S — 2 3* 2288*
— —A — S 37 38533
—7 582 . *8X2 5523 277 2 Z3.* 23 S*
535235 3 *7 25 253 323532 578 383383 S3
6 3 * — x 2527
— 35833
82 —
— —— 2852
2 —
258288 55s833337
35 33328
33 *8

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2

*

7
J
        <pb n="791" />
        St. Ingberler AAnzeiger.
— —

Der St. Jugberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich? mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage, ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sounntag. Der Abonnementévreis beträgt vierteljährlich

A 40 einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen J A6 60 H, einschließlich 10 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswäris
miit 15 — für die viergeipaltene Zeile Blattichri t oder deren Raum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
4 200.

Donnerstag, den 16. Dezember
1880.

Denutsches Reich.

(ELandrath der Pfalz.) Derselbe hat seine diesjährigen
Berathungen am Montag zu Ende gebracht. Es wurde in dieser
Sitzung noch die Nachweisung über die Kreis-Einnahmen und
Ausgaben im Jahre 1879 geprüft; danach beliefen sich die Aus—
zaben auf 1,854,819 M. 94 Pf. und blieb ein Ueberschuß
der Einnahmen über die Ausgaben im Betrag von 83,758 M.
47 Pf. Der Voranschlag des Kreishaushalts fuͤr das Jahr 1881
wurde in der Art festgestellt, daß die Einnahmen und Ausgaben
mit je 1,307,748 M. 9 Pf. einander gleichgestellt wurden. Da—
von sind 864,196 M. 42 Pf. durch eine Kreisumlage von 37
Prozent (einschließlich ss Prozent für Ausfälle) der direkten Staats-
stteuern zu decken. (Die direkten Staatssteuern in der Pfalz ergeben
2,3335,666 M. 85 Pf.) — Außerdem erledigte der Landrath in
der Sitzung noch verschiedene von Mitgliedern eingebrachte Anträge.

Die Vermählung des Prinzen Wilhelm von Preußen, ältesten
Sohnes des Kronprinzen, mit Prinzessin Viktoria ist nunmehr auf
den 26. Februar festgesetzt.

Zum kommandirenden General des 8.5 (rheinischen) Armeekorps
st der Generallieutenant von Thile, bisher Commandeur der 21.
Division in Frankfurt a. M. ernannt worden.

Ausland.

In Ungarn machen die andauernden Reibereien zwischen
Piilitär und Zivil viel von sich reden. Die Offiziere scheuen sich
aicht, von der blanken Waffe Gebrauch zu machen und das Ver—
halten der Militärbehörden ist auch durchaus nicht dazu angethan,
zur Beruhigung auf beiden Seiten beizutra en. — Aus dem Wahl⸗
dezirke des Ministerpräsidenten Tisza wird ferner gemeldet, daß in
den Dörfern die Bauern die Steuern verweigern und die Ortsbe—
yjörden dieselben nicht beitreiben wollen, weil man in Ungarn die
„sterreichische Armee nicht mehr ernähren wolle. Es ist doch ein
eigenthümlich Ding um den österreichisch-ungarischen Dualismus!

Die franuzöfische Deputirtenkammer beschloß, den Antrag
Raspail, alle Krondiamanten zu veräußern in Erwägung zu ziehen.

Der am 183. Dezbr. Statt gehabte englische Ministerrath
jsprach sich gegen die pewendigtn aus, die Verwaltung von Ir⸗—
iand zum Hinausgehen übdt die bestehenden Gesetze zu ermächtigen
oder zur Genehmigung neuer Repressivgesetze das Parlament sofort
einzuberufen, war aber einstimmig der Ansicht, daß Repressivmaß⸗
cegeln unter Aufhebung der Habeascorpus-Acte, jedoch mit gleich—
eitigen Vorschlägen zur Reform der Bodenverhältnisse in Irland
dei'm Parlament zu beantragen seien, wenn bis zum 6. Januar
Im welchem Tag das Parlament wieder zusammentritt) die Zu—
ttände Irlands sich nicht wesentlich gebessert haben.

Dem Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten
zingen Gesetzentwürfe zu, betr. das Erlöschen der jetzigen Naturali—
ationsverträge mit den Staaten des ehemaligen Norddeutschen
Bundes und den anderen Staaten des Deutschen Reiches, sowie
die Ermächtigung zum Abschluß eines neuen bezüglichen Vertrages;
jerner ein Antrag wegen Ueberwachung des Panama⸗Kanal-⸗Unter⸗
iehmens durch die Union.

Als Delegirter in den Landesstiftungsrath wurden Seine Erxzellenz
herek. Staatsrath und Regierungs-Präfident von Braun und als
»essen Stellvertreter Herr Kommerzienraih Gustav Krämer von
St. Ingbert gewählt.

. Die Seelenzahl von Heckendalheim beträgt 434,
seit 1875 eine Zunahme von 6. — Ommersheim haͤtte bei
der letzten Volkszählung 793 Einwohner, 68 mehr, als 1875.

Blieskastel hat 1769 Einwohner, 100 mehr als im
Jahr 1875.

x Auch, die erledigte untere protestantische Lehrerstelle zu
Waldfisschbach hat — keinen Bewerber gefunden.

F Die „Pf. Post“ in Kaiserslautern bringt folgende
Erklärung: „Durch die Beschlüsse der letzten konservaliven Ver—
ammlung sieht sich der Unterzeichnete veranlaßt, die Redaklion
dieses Blattes weiter zu führen. Er thut Dies nur unter der
Bedingung einer eifrigen und nachhaltigen Unterstützung von Seite
iller Parteigenossen. O. Fleischmann.“
Fur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme “.

Auler dem Proteclarale Zr. Maj. des Königs Fudwigs II.
Bayrische Landes-, Industries, Gewerbe—
und Kunst-Ausstellung in Nürnberg 1882.

In den ersten Tagen des kommenden Monat: beginnt durch das Bayrische
Bewerbemuseum die Versendung der Anmeldeformulare zur definitiven An—⸗
neldung auf Grund der eingelanfenen provisorischen Anmeldungen. Es ist
shalo dringend nöthig, daß die noch ausstehenden provisorischeu Anmeld⸗
ingen möglichst bald, spätestens bis zum 24. ds. Vts. an die be⸗
reffenden Lokalkomites gelangen.

Nürnberg, 10. Dezember 1880.

v)er Drelitor des Bayrischen Gewerbemusenms

Stegmann.

zu Ommersheim, in der

Wirthschaft der Wittwe Lang,

werden durch den unterzeich⸗

neten Amtsverweser des kgl.
Notär Franz Sauer, als ge⸗—
richtlich ernannten Versteiger—
ingsheamten, im Gefolge eines
gehörig homologirten Familien—
rathsbeschlusses des kgl. Amts—
gerichtes St. Ingbert, die nach—
hin bezeichneten Liegenschaften,
in der Steuergemeinde Ommers⸗
heim, der absoluten Nothwendig⸗
eit halber öffentlich zu Eigen⸗
thum versteigert, nämlich:

1. Plan Nr. 367712, 15 4
Acker am Schlüssel;

2. Plan Nr. 3702, 24 a 90
qm Acker in den Pferch⸗
stücken;

Plan Nr. 3643, 11 a 76
Im Acker am steinern Kreuz;

Figenthümer sind:

1. Philipp Kempf, Ackerer
und Tagner in Ommers⸗
heim, Wittwer der daselbst
verlebten Barbara Walle;
der volljahrige Sohn die⸗
ser Eheleute: Johann ge⸗
nannt Peter Kempf, Ma⸗
chinenführer in Sulzbach;
die minderjährigen Kinder
dieser Eheleute: a. Mag⸗
)alena, b. Jakob, c. Jo⸗
jann und d. Johann Jo⸗
eph, welche ihren

Mobilien—⸗ —
Versteigerung.
Mittwoch den 22. Dejem⸗

yer nächsthin, Vormittags 9 Uhr
zu St. Ingbert im Sterbe⸗
sause, werden durch den unter—
eichneten Amtsverw.ser die zur
Verlassenschaft der zu St. Ing⸗
dert verlebten Eheleute Karl
Zchöffler, weiland Barbier
ind Elisabetha Schneider
gehörigen Mobiliargegenstände
offentlich an die Meistbietenden
zu Eigenthum versteigert, dar—
unter namentlich:
LKleiderschrank, 1 Küchen—
schrank, 1Pultchen, 1 Glas⸗
schränkchen, 1 Wanduhr,
1 Ladenschrank, 1 Laden—
theke, 1 Waschtisch, 83 voll⸗
stuͤndige Betten, J Tisch,
Stühle, Spiegel und
Bilder, das Baadergeschirr
des Verlebten, einiges Ge⸗
tüch,verschiedenes Küchen⸗
geschirr und sonstige Ge—
genstände.
St. Ingbert, 15. Dez. 1880.
Dder Amtsverweser des kgl. Notar
Sauer
Kr. Auffischneider.
Freiwillig gerichtliche
Versteigerung.
Donnerstag, den 6. Ja⸗
nuar 1881, Vormittags 10 Uhr,

Vermischtes.

r Nach 8 4 des Statuts der Wittelsbacher Landes—
sttiftung zur Förderung des Bayerischen Handwerks in Stadt
und Land wird der Kreisstiftungsrath der Pfalz gebildet a) aus
dem Präsidenten der k. Kreisregierung als erster Vorsitzender und
dem von demselben abgeordneten Kollegialmitgliede der Kammer
des Innern, dem k. Regierungsrathe Herrn Späth; b) aus den
wei vom Landrathe gewählten Mitgliedern, den Herren Kommer—
ienrath Gustav Krämer von St. Ingbert und Fabrikdireltor
darcher von Frankenthal, dann c) aus den zwei von der Gewerbe⸗
ammer gewählten Mitgliedern, den Herren Möbelfabrikant Hönig
n Kaiserslauiern und Bürgermeister stutterer von Ludwigshafen.
Auf Einladung des k. Regierungs-Präsidenten traten am 13. Dez.
»ie Genannten in Speyer zusammen und wählten zum 2. Vor⸗
itzenden Herrn Kommerzienraih Gustav Krämer von St. In g⸗

At, zum Schriftführer Herrn Regierungsrath Späth und als
enen Stellvertreter Herrn Bürgermeister Kutterer von Ludwigshafen.
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        nannten Vater zum Vor—
munde und den Jalob
Heib, Holzschnitzer in Ha⸗
el zum Rebenvormunde
jaben. F—
Ingbert, 14. Dez. 1880.
Auffschneider
Amtsverweser.
Verste erungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.

Montag, den 31. Januar
1881, Nachmittags 2 Uhr, zu
St. Ingbert, in der Wirth⸗
schaft von Peter Heusser,

werden durch Karl Auffschnei⸗
der, Rechtskandidat in St. Ing⸗
bert wohnhaft, Amtsverweser des
k. Notar Franz Sauer, im Amtssitze
daselbst, als gerichtlich ernann⸗
ten Versteigerungsbeamten, im
gwangswege

gegen Michael Spohn,
Maͤurer und dessen gewerblose
Ehefrau Anna Jungfleisch,
beide allda wohnhaft, Solidar⸗
schuldner,
die nach bezeichneten Liegen⸗
schaften in der Steuergemeinde
St. Ingbert öffentlich zu Eigen⸗
chum versteigert:

1. Plan Nr. 4087, 14 2170

qm Acker auf Hobels ne⸗
hben Johann Uhl II.
Wittwe und Schuldner;
Plan Nr. 4088 16 a Acker
allda neben vorigem Grund⸗
stücke und Andreas Baus;
Plan Nr. 180, 8 4 70
qm Fläche, Wohnhaus mit
Stall, Keller, Hofraum
und Pflanzgarten, gelegen
zu St. Ingbert in den
Hobelsgärten neben Peter
Heusser.

Die Grundstücke kommen ein⸗
zeln zur Versteigerung.

Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteigerungs⸗
beamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 15. Dez. 1880
Der Versteigerungsbeamte:
K. Auffschneider
Amtsverweser.

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ceten zu 40 und 80 Pf. mit

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Märchenbücher, Gebet—⸗
und Gesangbücher, Pho⸗
tographie⸗ und Schreib⸗
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Brieftaschen, Portemon⸗

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Samskag, am 18. und Sonntag am 19. December
1880, werden bei Heinrich Rehr, Kaufmann in St. Ing—
bert große Vorräthe an Wolle und Wollewaaren, Ellen⸗
und Spezereiwaaren zu herabgesehten Preisen, gegen
Baarzahlung verkauft.
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Verwalter der Concursmaße Hrch. Behr.
St. Ingberter
Eisenwerk-Arbeiter-Hilfsverein.
Sonntag, den 19. d. M., Nachmittags von *32 Uhr ab,
im Schulhause der Unterstadt
7 General⸗Versammlung. RM
Tagesordnung:
1. Rechnungsablage und Neuwahl des Ausschusses;
2. Aufnahme;
3. Sonstige Vereinsangelegenheiten.
Um pünlktliches Erscheinen wird gebeten.“
Der Ausschuß ·

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Französische und deutsche
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ten werden bei mir zu billigen
Preisen verfertigt.
Josepbh Mohrbacher.

Das
— —
Berliner Tageblatt

nebst seinen Z Beiblättern;: illustrirtes Witzblatt „O- belletristische Wochen⸗

schrift· „Deutsche Lesehalle“, und „Mittheilungen über REaudwirthschaft, Garten⸗

bau und Hauswirthschaft“, ist in Anerkennung seiner Reichhaltigkeit. Vielseitigkeit und sorgfältigen

Auswahl jeines Inhalts, in Folge des frischen, anrtgenden Tons, welcher seine Spalten durchweht,

die bei Weitem gelefenste nud verbreitetste Zeilung Heutschlands

geworden, indem es einen festen Stamm von ca. 76 Tausend Abonnenten sich erworben, welche über

Zanz Deutschland verbreitet sind. Diese Aboanentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch

ur annahernd erreicht. So große Erfolge können nur durch wirkliche Leistungen erzielt werden; sie liefern

hden Beweis. daß das Berliner Tageblatt“ die Ansprüche, welche man an eine große polit ische Zeitung zu
stellen berechtigt ist, in vollem Maße zu befriedigen weiß.
Aus dem reichen Inhalt wollen wir hier nur Einiges
hervorheben: Die täglichen Leitartikel des „Ber⸗
iiner Tageblatt“ zeichnen sich durch klaren, leicht
faßlichen Siil, durch die freimüthige, doch nicht agita⸗
'orische Sprache aus, unter strenger Beobachtung des
Prinzips, sich keiner politischen Fraktion dienstbar zu
machen — sondern zu jeder Frage ein eigenes, nach reif⸗
licher und unbefangener Prüfung gebildetes Urtheil abzu⸗
zeben. — Durch eine täghich Zmalige Ausgabe,
eines Morgen- und Abendblattes, ist das B. T. in der
Lage, seinen Lesern alle Nachrichten stets 12 Stunden
früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung
zu bringen. Das B. T. unterhält an ollen politisch
wichtigen Plätzen, wie Paris, London, St. Pe—
tersburg, Wien, Rom, Brüssel ꝛc Spezial⸗
Korrespondenten, und ist durch diese in den Stand
gesetzt, mit raschen und zuverlässigen Berichten, meistens
vermittelst kosispieliger Privat⸗Telegramme, allen anderen

Zeitungen voranzueilen. Es ist eine Thatsache, daß das B. T. einem großen Theil der deutschen auch aus⸗

ndischen Presse als vorzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Das B. T. unterhält ein eigenes

parlamentarisches Bureau und bringt in Folge dessen unmittelbar nach den Sitzungen ausführliche un⸗

Fartesche Berichte. — Den Ereignissen in der Reichshauptstadt folgt das L. T. mit seinen umfassenden

Lokal⸗Nachrichten“ stets auf dem Fuße. — Dem Handel und der Industrie wird durch eine besondere

Handelszeitung nebst vallstandigem Courszettel der Berliner Börse eingehende Beachtung geschenkt und be⸗

jonderz darauf Bedacht genommen, daß das Publilum vor gewagten Spekulationen und schwindelhaften Unter⸗

nehmunnen fiets rechtzeitig gewarnt werde. — Theater, Kunst und Wissenschaft werden im Feuil⸗

leton des R. T. in ausgedehniem Mahe geflegt, außerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer

ersien Autoren. Das „Berliner Tageblatt“ bleibt stets bemüht. seinen Inhalt zu erweitern und zu ver⸗

bollkommnen, um sich nicht allein auf dem erreichten Standpunkt zu erhalten, soudern auch immer weitere Kreise

an sich zu fesseln. Probe-Nummern werden auf Wunsch gratis und sranco zugesandt.

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5577 838352338* 353538355 * —
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5 255 — Z52 2.,55* — 328—— 75 *5 53*

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3 28535 2 *858 232 —23 — 8 —* ——53 —

— 7 82— 2* 552538— — 2 * S 533 — —

335 — —— 333 —53
* 282 — —33 —— 3 3 212 — 25 3 2 5*
—3 — — —— —E O — 22 * J — ——
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2 * 2 2 *
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—— * * * *. 5382 55 —
255588* * 232 5. 5 — 53555 — 6 ——— 558 8 E 528

— *7 — * * * — * —2 — 7

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        St. Ingberler Anzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlichf“ mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei—

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mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschri t oder deren Raum, Neclamen mit 30 — pro Zeile berechnet.
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Samstag, den 18. Dezem ber
18800.5
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Deutsches Reich.

Die bayerische Staatsregierung bringt dem Projekt, daß
im Laufe des Jahres 1880 in Berlin eine internationale Eisenbahn—
Ausstellung veraͤnstaltet werde, keine besonderen Sympathieen ent—
gegen; dafür wird sie mit allen Mitteln für eine reiche Entfaltung
der Mittel des bayerischen Betriebswesens bei der Landes-Industrie—
wewerbe⸗ Ausstellung zu Nürnberg sorgen.

Der Steuergesetz- Ausschuß der bayerischen Abgeordnetenkam—
mer berathet gegenwärtig über die Grund- und Haussteuer, wozu Ab⸗
änderungsanträge sowohl von der kgl. Staatsregierung, als auch
bon dem Abg. v. Hörmann, Ostermann und Graf Függer einge—
bracht sind, so daß im Ganzen bereits 22 Anträge vorliegen. In
der Sitzung vom 13. Dez. wurde die Frage erwogen, in welchen
Füllen eine Erhöhung der Arealsteuer um das Doppelte oder das
Dreifache eintreten dürfe, und einigte man sich schließlich dahin,
daß bei Villen und anderen Luxusgcbäuden, ferner bei Gebäuden
von im Betrieb befindlichen Fabriken die Arealsteuer auf das Dop⸗
pelte oder dreifache der Verhältnißzahl solle erhöht werden dürfen.
lleber den Geltungsbereich der Mufterhäuser einigte man sich dahin:
„Gebäude, bei welchen außergewöhnlich günstige oder ungünstige
Verhältnisse bestehen und auf die Höhe der Miethzinse Einfluß haben,
sind von der Aufnahme unter die Musterhäuser ausgeschlossen. Als
Musterhäuser können übrigens nur solche Gebäude benützt werden,
bei welchen der vom Eigenthümer und von den Mitbewohnern an—
gegebene Miethertrag von sämmtlichen Taxatoren anerkannt und
gegen deren Wahl, Geltungsbereich und Miethsätze von keinem
anderen Hauseigenthümer innerhalb einer unstrecklichen Frist von
14 Tagen von der öffentlichen Bekanntmachung der Musterhäuser,
ihres Geltungsbereiches und ihrer Miethsätze an. ein begründeter
Einspruch erhoben worden ist.“

Auf Grund einer Ordre des Kaisers vom 9. d. werden in
den Jahren 1881 und 1882 28,623 Ersatzreservisten erster Klasse
hei der Infanterie und den Jägern und 1320 Ersatzreservisten bei
der Artillerie zu einer zehnwöchentlichen Uebung bei allen
deutschen Armeekorps, ausgenommen dem Gardekorps, einberufen.
Als Zeit für diese lebungen sind die Herbstmonate bestimmt.
Bei jedem Linien-Bataillon wird für die Dauer der Uebungszeit
eine Ersatze Reserve-Kompagnie formirt, wozu als Ausbildungs-Per—
sonal Linien-Offiziere und Unteroffiziere kommandirt werden.

Der Berliner Korrespondent der „Times“ telegraphirt seinem
Blatte, daß die zur Erwägung der Räthlichkeit, das Repetir—⸗
gewehr im deutschen Heere einzuführen, niedergesetzte Militär—
lommission sich nach reiflicher Erwägung vorläufig gegen die
Veränderumg entschieden habe.

Aus den Kreisen, welche dem Reichskanzler nahe stehen,
wird mit starker Betonung versicherl, daß derselbe den Agitationen
um Aufhebung der obligatorischen Zivilehe entschieden ablehnend
gegenüberstehe und daß die Nachrichten, als hätten die mecklenburg—
ischen Regierungen bei ihrem Ansturm auf die Zivilehe auf die
Unterstützung des Reichskanzlers zu rechnen, tendenziöse Erfind-
maen seien.

Zur Verhinderung von Versuchen der Albanesen, das von
den Montenegrinern occupirte Gebiet zu beunruhigen, sind
dem Vernehmen nach türkischerseits 17 Bataillone der neuen
Grenze entlang aufgestellt.

Die „Agence russ.“ theilt mit, daß in der chinesisch⸗-rus⸗
sischen Frage eine friedliche Wendung eingetreten ist.
Pfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

11 Dez. Verhandlung gegen Anna Maria Hofsäß, 24 Jahre alt,
ledige Dienstmagd von der Benjenthaler Muhlen, Gemeinde Dei—
desheim, wegen Kin dam orr d s. Vertreter der k. Staatsbehörde: Staais—
anwalt Dr. Krell, Vertheidiger: Rechtsanwalt Gink.

Bei dem Ackerer und Wirth Friedrich Schöneberger in Niederauerbach
trat die Angeklagte, die vorher in Mimbach als Magd gedient hatte, im
Monate Mai in Dienst. Wie verschiedene Leute, die mit ihr verkehrten, be⸗
merkten, war sie damals in anderen Umständen; sie stellte jedoch diesen ihren
Zustand auf jedesmaliges Befragen entschieden in Äbrede. Im Herbste ds.
Is. wollte sie sich in Niederauerbach mit einem Burschen, mit dem sie sich ver⸗
lobt hatie, zum Zwecke der Werehelichung ausrufen lassen, doch statt einer fröh—
lichen Hochzeit sollte für die Angeklagte eiwas Schlimmes folgen.

Ein Dienstknecht des obengenannten Schöneberger arbeiteie am 80. Okt.
ds. Is auf dem Heuspeicher in einer von Schöneberger gemietheten Scheuer
und and daselbst, unter Stroh versteckt, ein init einem Laubtuch umhülltes
Paquet; da er in Folge der auf dem Speicher herrschenden Dunkelheit nicht
unterscheiden konnte, was das Paquet enthalle, so warf er dasselbe die etwa
2!/2 Meter tiefer liegende Scheuerienne herab und entdeclte nun in dem Pa⸗
quet die schon stark in Verwesung übergegangene Leiche eines neugebornen Kindes

Nach den Beobachtungen, die man schon früher an der Angeklagten ge⸗
macht hatte, war man nicht lange im Zweifel daruber, wer die Moͤrderin
dieses unschuldigen Wesens sei. Tieselbe wurde in Untersuchungshaft genommen
und gestand daselbst ein, die Mutter des aufgefundenen Kindes zu sein, das
sie in der jraglichen Scheuer, zu der sie Zugan hatte, am 5. September ab⸗
hin geboren haben will. Das Kind will sie, nachdem schon vorher der Ent⸗
chluß, es zu tödten, in ihr reif geworden sei, an einen Balken gestoßen und
so dessen Tod herbeigeführt haͤben. Die ärztliche Sektion der Leiche unter⸗
stützte diese Angabe und das Schlußqutachten der Aerzte lautete dahin, daß
der Sektionsbefund nicht im Widerspruche stehe mit dem Gesländnisse der
Ungeklagten.

Nach dem die kgl. Staatsbehörde die Anklage vertreten hatte, machte die
Vertheidigung geltend, daß die Möglichkeit immer vorhanden sei, daß das
rind schon vor dem fraglichen Stoß an den Balken in Folge von Verblut⸗
im gestorben sei, und dann liege weder eine vorsätzliche, noch eine fahrlässige
trasbare Handlung von Seiten der Angeklagten vor Auf diese Ausführungen
zin beantragte die k. Staatsbehörde noch eine auf Versuch gerichtete Frage,
ndem sie bemerkte, oaß ein strafbarer Versuch nach der neueren Rechtsprech⸗
ung des Reichsgerichts auch dann vorliege, wenn das Odjekt zwar an sich ab⸗
jolut untauglich zur Vollendung des Verbrechens war, wenn aber der Thãter
keine Kenntniß von dieser Untauglichkeit hatte Uriheii des Reichsgerichts von
10. Juni 1880).

Die Geschworenen erklärten die Angeklagte des Kindsmords für schuldig,
nahmen jedoch milderude Umstände an, und wurde dieselbe hierauf zu einer
Befängnißstrafevons Jahren verurtheilt.

13. Dez. Verhandlung gegen Juliius Marx, Kaufmann in Mann⸗
heim, wegen Meine id. Verireter dernk. Staatsbehörde: Staatsanwalt
Peit rei. Vertheidiger: Rechtzanwalt Kieffer. Der Angeklagte ist nicht
verhaftet. Im Januar 1878 machte in weiten Kreisen die Gam des Frucht⸗
händlers Eduard Levy von Pirmasens großes Aufsehen. Die gegen denselben
wegen betrügerischen Bankerutts eingeleitete Untersuchung erbrachte keinen sicheren
Beweis für dieses Verbrechen dagegen wurde Levy von dem Zuchtpolizeigericht
wegen Betrugs zu einer langiährigen Gefängnißsirafe verurtheilt, weil ange⸗
nommen wurde, er habe, als er sich seiner Zahlungsunfähigkeit bewußt war,
dieselbe durch sein Benehmen in so geschickter Weise verdecit, daß seine Liefe⸗
ranten ihm großartige Getreide und Miehlvorräthe auf Credit abließen, die
er möglichst schnell zu Schleuderpreisen versilberte. Unter den Firmen, die
durch diese Gant immense Summen rerloren, befand sich auch der Kaufmann
Rathan Marx in Mannheim, der Vater des Angeklagten. Verselbe hatte im
Povember 1877 an Levy in Pirmasens kine Fruchtlieferung von für 15,560
Hark gemacht und bei der drei Monate später ausgebrochenen Gant, in der
zöchstens 10 Prozent Dividende herauskamen, circa 15,200 Mark verloren
Merr hatte aber, bevor er dem Levy diesen bedeutenden Credit eröffnete, am
19. Sept. 1877 bei dem Bankhause Kehr in Kaiserslautern Erkundigungen üÜber
devy eingezogen, die für Levy vollkommen gunstig ausfielen. Mart reichte
am 22. Juli 1878 dem Handelsgericht Kaiserslautern gegen Kehr eine Ent.
chädigungsklage im Betrage obiger 15,200 Mark ein, wobei er aufftellen

nußte, Kehr habe zur Zeit, als er jene Auskunft gab, die schlechten Verhält⸗
nisse Levys gekannt und er, Marrx, sei einzig und allein durch diese Auskunft
Zehr's zu der Creditirung der bedeutenden Summe veranlaßt worden. Dieser
Prozeß, der in erster Instanz mit Abweisung der Klage endete, schwebi noch
eute vor dem k. Oberlandes gerichte. Das Handelsgericht Kaiserblautern hatte
Zeugenbeweis angeordnet und am 25. November 1878 fand vor dem k.
Landgerichte Ludwigshafen das Zeugenverhör statt. Als Zeugen wurden da—
mals auch verhört, nachdem fie den vorgeschriebenen Eid geleiftet hatten, der
Sohn des Klägers: der heutiage Angeklagte, und der SEüwiecersohn des 15.

c2!æ2—⸗

Ausland.

Nach einer Meldung aus London vom 16. Dez. geht das
zweite Bataillon der Schützenprigade nach Irland. Alle beur—
laubten Maunschaften der in Irland stationierten Truppentheile
sind zurückberufen und neue Urlaubsgesuche abgelehnt worden.
Das sieht ernst aus!)

Dem Vernehmen nach hat die Pforte die Absicht aufgegeben,
in der griechischen Frage ein Rundschreiben an die Miächte
zu erlassen.

Der Schiedsgerichtsgedanke für die griechisch⸗türk⸗
ische Grenzfrage, den Frankreich angeregt und den England sofort
aufgegriffen hat, beschäftigt die diplomatische Welt ohne sie zu er⸗
hitzen. Für jeht scheint man in Konstantinopel und Athen dahin
wirken zu wollen, daß der Sultan und Konig Georg sich bereit
erklären, die Entscheidung des europäischen Schiedsgerichts als
bindend und sie verpflichtend zu erklären. Datin aber liegt gerade
die Hauptschwierigleit. Die Türkei wenigstens scheint sür jetzt noch
ganz anderen Gedankengängen zu folgen
        <pb n="796" />
        zgers: der Kaufmann Adolf Lichtenstein in Mannheim. (Der Angeklagte sagte
damals aus: „Wir hatten von keiner Seite schlinme Nachrichten über Levy,
wir hatten uns auch uirgend sonst über ihn erkundigt. Ich habe weder in
der Eisenbahn noch in Kaiserslautern die Bemerkung gemacht: „„Das hätte
ich von dem Leyy nicht geglaubt, denn ich habe nicht blos von Kehr, sondern
auch von anderen Leuten günstige Auskunft über ihn erhalten.“') Nun stellte
sich aber heraus, daß Vater Marx noch an mehreren Stellen Erkundigungen
Aber Levy eingezogen hatte und das Thatbestandsmerkmal der Wissentlichkeit
bezüglich der Anklage wird bei der heutigen Verhandlung von Seiten der an⸗
klag nden Behörde entschieden aufrecht erhalten.

Die Geschworenen verneinten die wegen Meineids gestellte Schuldfrage,
bejahten aber die auf fahrlässigen Meineid gerichtete Frage und wurde Marz
wegen dieses Vergehens zu einer Gefängnißstrafe von drei Monaten
verurtheilt.

14. Verhandlung geger Gorg Reuther, 80 J. alt, Postexpeditor
»on Bruchmühlbach, wegen Unterschlagung im Umte.
Vertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt Dr Krell, Vertheidiger:
Rechtsanwalt König.

Mittelst Dienstvertrages mit dem ek. Oberpostamte Speyer vom 1. Jan.
1879 war dem Angeklagten die Postexpedition zu Bruchmühlbach übertragen
vorden. Während seiner Dien stiührung dortselust soll der Anzellagte etwas
lott gelebt haben, ein Freund des Wirthshausbesuchs gewesen sein, auf den
sirchweihen nicht gefehlt, kurz ein Leben geführt haben, das nicht im Verhält
niß zu seinem Vermögen und seinem Diensteinkommen stand, und ürerhaupt
übermäßig viel für seine perfönlichen Bedürfnisse und Liebhabereien ausge—
zeben haben. Dieses verschwenderische Leben des Angeklagten fiel in Bruch⸗
mühlbach allgemein auf. Das Oberpostamt in Speyer wurde darauf auf⸗
mertjam gemacht und ließ am 14. Juli die Postexpedition zu Bruchmühldach
zurch einen Kontroloffizialen eine Visitation unterziehen, wobei sich in der
Zasse ein Defizit von 1674 M. 10 Pf. herausstellte, von welchem der Ange⸗
lagte eine rechtliche Verwendung nicht nachweisen konnte. Zur Verdeckung des
Mankos hatte der Angeklagte in den Büchern eine Rihe von Fälschungen vor⸗
genommen, die sich hauptfächlich auf den Postanweisungsverkehr bezogen und
bon Mai bis Dezember 1879 und von Februar bis April 1880 sich erstreck⸗
len. Der Angeklagte leugnet sowohl die Unterschlagung wie die Fälschungen
in den Postbüchern und versucht die Schuld auf seinen Postgehilfen Namens
Strasser zu wälzen. Gegenüber den Aussagen des Herrn Postbeamten aus
Speyer und der sachverftändigen Schriftkundigen gelingt ihm dus aber nicht.
Die Geschworenen sprachen Reuther im Sinne der Anklate für schuldig und

»as Gericht verurtheilte ihn zu s Jahren Zuchthaus und Wberlenn⸗
ing der bürgerlichen Ehrenrechte in gleicher Dauer.
Vermischtes.

* In der Sitzung des Schöffengerichts St. Ingbert
pom 15. Dez. 1880 kamen folgende Falle zur Verhandlung: Die
Verhandlung gegen einen Burschen von Schnappach wurde wegen
Erkrankung des Zeugen auf unbestimmte Zeit vertagt; ein Mann
pon Ommersheim erhielt wegen Körperverletzung eine Gefängniß—
ttrafe von einem Tag; ein Mann von hier wurde von der An—
schuldigung der Körperverletzung freigesprochen; ein Mann von
Hassel wurde wegen zweier Berufsbeleidigungen zu Geldstrafen von
se 10 Mark verurtheilt; eine Frau von hier erhielt wegen Be⸗
seitigung gepfändeter Sachen eine Gefängnißstrafe von einem Tag
und eine Frau von Altenwald wurde von der Anschuldigung der
artoffelentwendung freigesprochen.

* St. Ingbert. An einem noch bekannt zu gebenden
Tage wird der Gewerbe-Verein (wie früher der Arbeiterbildungs⸗
derein) für seine Mitglieder im Saale von Wirth Schweizer eine
Weihnachtsbescheerung mit Verloosung und Versteigerung von
geschenkten Gegenständen, deren Werth jedoch nicht unter 506 Pf.
hetragen darf, veranstalten.

*— Am Mitwoch wurde hier nach einem Tagelöhner aus
Neunkirchen gefahndet, welcher versucht hatte, seine Frau zu ver⸗
ziften und ihr zu diesem Zwecke Vitriolsäure unter den Kaffee ge⸗
Jossen hatte.

* St. Ingbert. Die von Hrn. Phil. Paulus dahier
wegen verweigerter Erlaubniß zur Wirthschaftsverlegung erhobene
Beschwerde gegen den Bescheid der pfälzischen Kreisregierung vom
20. Juli wurde vom Verwaltungsgerichtshof mit Bezug auf 8 33
der R.G.⸗O. als unbegründet abgewiesen. Bei Verlegung einer
bereits bestehenden Wirthschaft muß nach der Novelle vom 23. Juli
1879 die distriktspolizeiliche Genehmigung erholt werden und ist
hier, — wie bei Neubewilligungen — sowohl die Lokal⸗ wie die
Bedürfnißfrage von den Behörden zu prüfen.

F Bezüglich der bereits mitgetheilten Verfügung betr. der
Jagdkarten tragen wir noch nach: Die Gebühren für Jagdkarten
sind an ein k. Rentamt zu bezahlen. Die Einzahlung kann bei
edem Rentamt erfolgen. Gegen Uebergabe der rentamtlichen
Quittung bei dem betr. Bezirksamte erfolgt die Aushändigung der
Jagdkarte, sofern der Ausstellung derselben polizeiliche Bedenken
nicht entgegenstehen. Die alte Jagdkarte oder eine entsprechende
Bescheinigung des einschlägigen Bürgermeisteramts ist dem k. Be⸗
irksamte mit vorzulegen.

In Homburg ist auf Anregen des Armenpflegschafts⸗
rathes ein Verein für freiwillige Armenpflege in der
Bildung begriffen, durch denselben soll dem lästigen Haus- und
Straßenbettel gesteuert werden.

Für die projektirte Sekundärbahn Alsenz⸗Ober—
moschel (mit Pferde- oder Dampfbekrieb) sind am 8. d. durch
Ingenieur Lind die vorbereitenden Arbeiten begonnen worden. Die
Direktion der pfälz. Bahnen soll dem Unternehmen für dessen
2n8ir. Nesqu von ca. 75000 M doer Distrikt Oßermaschef

rufzukommen hätie, günstig gestimmt sein. Die betr. Anregung
rührt von Bezirksammmann Rauh in Kirchheimbolanden her.

F Aus Schwedelbach, 13. Dez., berichtet man der
„Pf. Pr.“: Während einer heuie dahier Statt gehabten Zwangs-
ersteigerung rutschte plötzlich der Hausgang des Gebäudes, dor
velchem die Versteigerung vorgenommen wurde, nebst 15 bis 18
n demselben stehenden Personen in den Keller hinab. Glücklicher⸗
veise wurde Niemand erustlich verletzt, nur ein älterer Mann erlitt
zine leichte Hautabschürfung an einer Hand.

F Nach einer Meldung des „Eilboten“ ist die Verlegung des
bdauptzollamtes von Kaiserslautern nach Lan—s
dau nunmehr zu Gunsten des letzteren entschieden.

— Die bekannte Geschichte des Nußdorfer Liebes- und jetzigen
khepaares beschäftigte am 14. ds. abermals die Strafkammer des
Landgerichts LKandau, wohin sie zur nochmaligen Verhandlung
»om Reichsgerichte verwiesen war. Das Urtheil lautete gegen den
SEhemann Vogt auf 25 Mark Geldstrafe.

F Die Strafkammer des k. Landgerichts Lan dau hat am
14. d. den 42 J. a. ledigen Tagner Peter Starck von Herx—
heim bei Landau wegen dreier mittelst Einbruchs verübter Dieb⸗
tähle zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Starck hat bereits 23
Jahre im Zuchthaus verbracht. Nachdem er die Ergebnisse seiner
letzten Diebs-Erkursionen durchgeputzt hatte, stellte er sich freiwillig
dem Gerichte.

F Die Umwandlung der Bahnstrecke Speyer-Rhein—
brücke, Winden-Bergzabern, Grünstadt-Eisen—
bderg und Landstuhl-Kusel in Bahnen, untergeordneter
Bedeutung ist vollzogene Thatsache. Das neueste Amtsblatt
eröffentlicht die bezügliche Verfüügung der kgl. Regierung. Dar—
iach werden auf diesen Strecken nur die besonders frequenten
leberfahrten durch Bahnwärter bedient; bei allen anderen gibt die
Maschiene bei Annäherung des Zuges ein anhaltendes Signal mit
»er Dampfpfeife, auf welches hin alle Fuhrwerke, Fußgänger ꝛc.
dei den an den Wegübergängen aufgestellten Warnungszeichen
yjalten müssen.

F Die „Pf. Z.“ berichtet aus Speyer unterm 11. ds.
Mis.: Gestern früh erhielt Herr A. Schwab, früher Redakteur
»es „Pfälz. Volksblattes“ dahier, einen Besuch von Hrn. Ober—
imtsrichter Schäfer und einem Polizeidiener. Zwecd dieses Besuchs
var Haussuchung nach sozialdemokratischen Schriftstücken, welche
edoch resultatlos verlief.

Das benachbarte St. Johann zählte bei der jüngsten
Volkszählung 12,345 Personen, 1656 mehr als 1875 — Dud—
veiler hat 10,8865, Einwohner, Si Wendel 5,052.

Daß drei Ehepaare eines Ortes und unter diesen drei
Beschwister, ihre goldene Hochzeit auf einen Tag feiern können,
nuß wohl zu den Seltenheiten gerechnet werden. Ein solch seltener
Fall ist von Birkenfeld zu berichten. Am 12. d. M. waren
ts 50 Jahre, daß Gerber Karl Näher und Frau, Gerber Lengler
uind Frau und Gerber Karl Jakob Näher und Frau in den Stand
der Ehe traten. Geschwister sind die beiden Frauen der ersten zwei
Zaare und der Mann des dritten Paares. Sämmtliche Jubilare
ind Jubilarinnen haben ihren Ehrentag in erwünschtem Wohlsein
exlebt und entsprechend gefeiert.

Das Ecgebniß der Prüfung behufs Erlangung eines amt⸗
ichen Thierarztes in Bayern pro 1881 ist folgendes: Von den

z Kandidaten, welche die Admission erhielten, haben sich 11 der
Zrüfung unterstellt und erhielten 3 die Hauptnote 2 und 7 die
—AX

f Aus Oftersheim ist dieser Tage eine eiwa 50jährige
frau mit Hinterlassung ihres Mannes und 7 meistens unerwachfene
tinder heimlicher Weise nach Amerika entwichen. Als Reisegeld
nahm sie den diesjährigen Erlös aus der Tabaksernte ihres Mannes mit.

In Warzburg fiel ein Dienstmädchen, das mit dem
Putzen von Fenstern beschäftigt war und außen auf dem Fenster⸗
jesimse stand, so unglücklich auf einen Gartenzaun, daß sie sofort
ine Leiche war.

Am 13. Dez. erfolgte auf Zeche Bruchstraße bei
dangendreer (Westphalen) eine Explosion schlagender Wetter, wobei
bPersonen getoͤdtet und 2 leicht verletzt wurden.

F Nachdem im Wiener Gemeinderath der Gedanke ange⸗
regt worden war, daß die Stadtgemeinde Wien bei der Vermahlung
des Kronprinzen einen Festball im Opernhaus gebe, ließ der Kaiser
em Gemeinderath am 14. ds. durch den Ministerpräsidenten mit⸗
heilen, daß er bitte, den Ball zu unterlassen und das Geld, welches
ꝛerselbe kosten würde, den Armen der Stadt Wien zuzuwenden,
ür welche er selbst sowie auch det Kronprinz noch je 20.000 fl
penden werde. .

New⸗York, 18. Dez. Es ist hier seit einiger Zeit
ungewöhnlich kalt und allein in der letzten Nacht sind vier Personen
rfroren.

f Die neuesten Nachrichten. welche der „Attitanichen Gesell⸗
chaft in Deuftishiand“ aus Lirika zuzegaeen jind dringen die
rielidrere adacaf. dak A. Len— 8 A,. von
        <pb n="797" />
        Timbuctu kommend, Medine, den äußersten Militärposten der
Franzosen am Senegal erreichte und am 22. desselben Monats
wohlbehalten in St. Louis eintraf. Auf den glänzenden Erfolg
dieser Reise hat die „Afrikanische Gesellschaft“ um so mehr Grund
stolz zu sein, als trotz vieler, von verschiedenen Seiten gemachten
Anstrengungen seit der Barth'schen Erpedition es keinem Europäer
gelungen ist, bis zu diesem berühmten Emporium des westlichen
Afrika vorzudringen. Die ersten, freilich sehr unbestimmten Nach⸗
richten über Timbuctu erhielten wir bekanntlich von einem Fran⸗
zosen Caille, welcher in den vierziger Jahren bis an den Niger
vordrang. Nach ihm versuchte der englijsche Major Saing von
Tripolis aus, Timbuctu zu erreichen. Derselbe wurde indessen,
bevor er in die Stadt gelangte, ermordet. Ein anderer Engländer,
Davidson, versuchte auf demselben Wege, wie jetzt Dr. Lenz, vor⸗
judringen, fand aber schon beim Ueberschreiten des Alb seinen
Tod. Erst Dr. Barth war es im Jahte 1854 Weschieden, von
Bornu aus Timbuctu zu betreten und die Welt über die Ver—
hältnisse dieses bis dahin fabelhaften Ortes zu unterrichten. Das—⸗
selbe Ziel hat jetzt über den Atlas vorzudringen Lenz erreicht.
Somit haben wir hier ein Gebiet, welches der Welt durch zwei
Deutsche erschlossen worden ist. Dr. Barth hat die Stadt für
unser Jahrhundert gewissermaßen entdeckt. Voͤn der großen Er⸗
sahrung und der scharfen Beobachtungsgabe des Dr. Lenz ist zu
erwarten, daß er die Forschungen seines Vorgängers wesentlich
xweitern wird.
Narktberichte.

Zweibrücken, 16. Dezbr. (Fruchtmiitelpreis und Viktualienmarkt.
Weizen 10 M. 91 Pf., Korn 10 M. 03 Pf., Gerste zweireihige O M. — Pf
vierreihige — M. — pf., Spelz — M. pf. Spelzkern — M. — vif
Dinkel — M. — Pf., Mischfrucht — Mm — pf. Hafer 6 M. 42 Pi,
ẽrbsen — M. — Pf., Wichen 6 M. 20 pf., Kartoffeln 2 M. — Pf.,
deu 2 M. 88 Pf., Stroh 3 M. 06 Pf., Weißbrod Iu, Kilogr. 56 Pf
Zornbrod 8 Kilogr. 72 Pf. Gemischtbrod 8 Kilogr. 87 Pf., paar Weck 100
Ir. 6 Pf. Rindfleisch J. Qual. 50 Pf. II. Qual. 44 pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
Zammelfleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter / Kilogr. 1 M. 15 Ppf.
Vein 1 Liter 80 Pf., Bier J Liter 24 Pf.

Wusverkauf
—Samstkag, am 18. und Sonntag am 19. December
1880, werden bei Heinrich Zehr, Kaufmann in St. X
bert große Vorräthe an Wolle und Wollewaaren, Ellen⸗
und Spezereiwaaren zu herabgesetzten Preisen, gegen
Baarzahlung verkauft.

Rbh. Fitz Geschäftsmann.

Verwalter der Concursmaße Orch. Behr.

Empfehlung.
Schuster bleib beim Leist!
Französische und deutsche
Zchuhleisten aller Art, Stie⸗
elhölzer mit und ohne Fal⸗
ten werden bei mir zu billigen

Preisen verfertigt.

Joseph Mohrbacher.

—
J. Classe.
Empfehlenswerth für jede

Familie!
Ausgereichnet sowohl zu Hause
wie auf der Reise, besonders ur
dee-- daher für Auοο_α-
rer unentbehrlien — auf der
Jagd, in den Fabriken, Gewölben,
Bergwerken ete. ete.
ONEMA
vd of 2 — *
— N —8
7465531188

Haasenstein &amp;
Vogler.
Erste und älteste
Annoncen⸗Exrpeditien
Praukfurt a. Mainmn.

dekannt unter der Deviae:
Oecũdit, qui non wervut,
zon den ürader aä alenieen lenr
RBERPG-
I. VNDEPBPPG. MBRECHP
M Tchei herq a. Niederch.
K. K. Hotlicterant.
IE
Der Boonecamn of Mauu-
Sitter ist in ganzen u. halben
aschen und in Flacons ächt zu
aaben allenthalben boi den be-
cannten Herren Debitanten.
In Orten, wo mein oone-
xamn of Macu- itter noch
aicht oder nicht genügend einge-
Nhrt ist, werden svolide Debi-
lanten gesvcht.
Warnung
ror Flaschen ohne mein diegel
and ohne die Pirma:
A. Underberg-Albrecht.

Filidlen in Darmstadt,.

Mannheim, Carlsrube, Stutt-

gart, Würzburg, Ulm,
Preiburg in Baden.
Besorgen ⁊u Originalpreison
ohne alle Nebenrosssten:
gtollen · Gerucho. 7aohtungen,
VacaaionAngob Baubmisionen,
Cauf·a Verxanfs - Loiraths· Ossortor
Anzoigen. Diseroto Ansoig.
in alle Zeitungen der Welt
Die Hauptblatter der
sSchweiz und Prankreichs
zind von uns gepachtet é
rmehmen Anzeigen nur

durela umns.

Kaiserslautern, 14. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 93 Pf., sorn 10 M. 32 Pf. Spelzkern 10 M. 62 Pf., Spelj
7M. 49 Ppf., Gerste o8 M. 44 Pf., Hafer 6 We. 55 Pf., Erbsen 10 M.
22 Pf., Wicken 7 M. Os Pf., Linsen — M. — Pf., Kieesamen 45 M. 25
Pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. 41 pf., Gemischtbrod
3 Pfund 46 Pfg. Butter pro Pfund M. 20 Pf. Eier 1 Stud 07 Pf.
Zartoffeln pro Zentner JI M. 80 Pf. Stroh 83 M. 50 Pf. Heu 2 M. —
Pf., Kleeheu 8 M. 80 Pf.

Flur die Redaction verantwortlich: F. X. Demes.
Deutsches Familienblatt.
Bierteljährlich M. 1.60. — In Heften zu 80 oder 530 Pf.
Verlag von J. H. Schorer in Berlin, W.

Am 29. November waren es 100 Jahre, daß Maria There⸗
—
Zohn Josef II. die Regierung antrat. Diese Feier gab in Nr.
18 dem „Deutschen Familienblatte“ Anlaß, der schönen Herrscherin
in zweiseitiges Gedenkblatt zu widmen, das in seiner pendantar⸗
igen Ausführung lebhaft an das bekannte Bild ber Königin Luise
von Gustav Richter erinnert, mit dem zu Anfang dieses Jahres
»as Blatt ins Leben trat. Neben dieser prächtigen Darstellüng
oer jugendlichen Kaiserin fesselte uns in Nr. 48 noch ganz be—
onders ein Portrait des berühmten spanischen Malers Murillo,
vährend die letzterschienene Nr. 49 wieder ein allerliebstes Genre—
bild von Sonderland — Diner à part — brachte, das nicht
derfehlen wird, in der Kinderstube Sensation zu inachen, zumal
Julius Lohmeyer es mit seinen stets ansprechenden humoristischen
Lersen begleitete.

Als hochinteressante Gabe sei alsdann der A. Woldi'sche Ar—
ikel über Schliemann's soeben erschienenes Buch „Ilios“ bezeich—
net. Der Redaktion gelang es zu dieser Abhandlung einige Illuͤ—
trationen aus dem epochemachenden Werke zu gewinnen, die den
Weinkeller des Priamos, sowie Krüge aus demfelben veranschau—
iichen und gewiß allen denen willkommen sein werden, welchen es
nicht vergönnt ist, das berühmte Werk selbst einzusehen. Von dem
in der Plauder-Ecke der beiden Nummern Gebotenen seien nament⸗
lich eine allerliebste Thierhumoreske von Fedor Flinzer und Hein⸗
rich Seidel's gemüthvoll erzählten „Drehorgel-Studien“ hervor—
gehoben.

EF Zum bevorstehenden Jahreswechsel können wir allen
unsern Lesern, Jung und Alt, ein Abonnement auf diese außer⸗
ordentlich geschickt redigirte, wie billige Zeitschrift empfehlen.
Baron Liobigs
Malto-Leguminosen-Chocoladen

von Starker &amp; PObuda, Xgl. Hoflieferanten in Stuttgart,
gehen nach Aussprueh erster medizinischer Autoritäten für an
ucοene Veιιnq leidende Personen, Serophulöne, btut-
urime Kinder, stillendde Pruuen, aschructiclitiche Metfidelen
und fitr die darcla au starsce geistiue Thoôtiusceit oder
uncdere Ursachen ubermcdssis ungestrenuten Manner
ein voræiitich nüûhrendes, angenehm schmeckendes Getrünk.
Die Chocoladon werden in Form von Tufeln, Pustillen und
Pulver bereitet. Ein Verzeichniss der äratlichen Anerkennungen
liegt jodem Paquet boi.
Prei- in Tafeln von 4 Ko. das / Ko. M. 2.
. der Pastillen in Paqueten von?!/io Ko. das Paquet 50 Pft.
des Paulvers pr. Paquet à 2 Ko. M. 2. 50.
⸗ * /. 1. 35.
⸗ * ⸗ , -. 60.
Verkaufsstelle:
sin St. Inghbert bei J. RicKel, Conditorei und
O. A. Weigand, Apotheker.

MSF Gle'chreitig empfehlen wir unsere anderen, cnerkuνανι
rorædglichen, mit Reinheits. Guruntiemursce versehenen
Onocotaden, die in allen besseren Conditoreien und Sperereihand-
lungen vorräthig sind.

—A
4-200 Stacxa vpielend; mit oder ohne Expression, Mandeine,
Trommel, Glocken, Castagnetten, Himmelsst: immet, Harfenspiel ete,
8 p ISIDC OGSen
2- 16 Stũcke spielend; ferner Necessaires, Cigarrenstãnder, Sehwei-
ꝛorhãuschen, Photographiealbums, Schreibꝛeuge, Handschuhkasten,
Briesbeschwerer, Blumenvasen, Cigarren Etuis, Tabaksdosen, Ar-
beitstische, Flaschen, Bierglüser, Portemonnaies, Stũhlo. ete. Alles
mit Musik. 8Steta das Neueste und Vorzüglichste empßehlt
J. I. Heller, Bern (Schweiz.)
Naur direkter Bezug garantirt Aechtheit; frem des
FPabrikat ist jedes Werx, das nicht meinen Namen trägt. Pabrir
im eigenen Hause.
oonus,
ↄpuos uoerssoag oαιεν— Sunequasa anz omrmadg err udy
Os siq aoquioox moa uoJaomorda uoa uasns) uspaatun uatu
ο—, uNα— ο—g uoA-TA εαιοσ u, ,αο—— uιεαJ,os 3p .
        <pb n="798" />
        Licitation.

Mittwoch den 5. Januar

1881 Vormittags 10 Uhr zu
Reichenbrunn, Gemeinde
Enbheim, in der Wirthschaft
‚on Johann Adam Schmitt,
Wittwe werden durch den unter⸗
zeichneten hiezu gerichtlich beauf⸗
ragten Amtsverweser die nach—
hezeichneien Liegenschaften in der
Zieuergemeinde Ensheim, ab⸗
heilungshalber öffentlich an die
Heistbietenden zu Eigenthum
dersteigert:

A.“ Zur Gütergemeinschaft,
velche zwischen Adam Vogel—⸗
gesang, weiland Ackerer in
RKeichenbrunn und dessen ver—⸗
lsebten ersten Ehefrau Katharina
dUbel bestanden hat, gehörig:

l. Plan Nr. 5945, 1ha

61a 20 qm Acker im
Staffel;
Plan Nr. 5948, 66 a 40
qm Acker am Ziegelhütter⸗
weg;
Plan Nr. 5951*10, 29 a
30 qm Acker auf dem
Staffel;
Plau Nr. 5951 37, 26 a
20 qm Acker daselbst;
Plan Nr. 7564, 15 2
Acker und Wiese im Käl⸗
bergarten;
Plan Nr. 73764 30 4
ind Plan Nr. 7576b, 10 a
60 qm Acker und Wiese
in den Stoppelstücken;
Plan Nr. 7587, 13 a
30 qm Wiese in den gro⸗
zen Wiesen;
Plan Nr. 7597, 41 a 60
im Wiese in den Speng⸗
erwiesen;
Plan Nr. 7600, 10 a 60
im Wiese allda;
ltan Nr. 7614, 66 a
20 qm Wiese in den
Bruchwiesen;
Plan Nr. 7653, 46 a
Wiese allda;
Plan Nr. 76534, 45 a
70 qm Wiese allda;
Plan Nr. 7659, 8 420
jm Wiese und Acker im
dirschenthal;
Plan Nr. 7667, 20 a 80
jm Wiese allda;
Zlan Nr. 7680, 32 a
Vald am Weidenberg;
Plan Nr. 7682a, 56 a
0 qm Acker allda;
hlan N 7682b, 17 4
Wald allda;
Plan Nr. 76842, 16 a
10 qm Acker allda;
Plan Nr. 7684b, 19 a
0 qm Acfer allda;

Plan Nr. 7692a2, 10 a

20 qm Acker im Kurzen⸗

hal;

Plan Nr. 7692h, 8 a

50 qm Wiese allda;

Plan Nr. 76942 3 2 10

qim Achker alldo;

Pplan Nr. 7694b, 5 a 80

qIm Wies allda;

Plan Nr. 77004 4 2 10

um Acker allda;

Plan Nr. 7700b, 8 490

um Wiese allda;

0

11.
12.

3.

—14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

22.

28.
24.
25

Plan Nr. 7702a 8 a 90
m Acker allda;

pͤlan Nr. 7702b, 53 410
Im Wiese allda;

ßlan Nr. 7705, 11 a 90
im Wiese in den Brunnen⸗
viesen;

Blan Nr. 7740, 25 4 90
jm Wiese in den großen
—XI

Ilan Nr. 7744, 16 a
Viese in den Bruchwiesen;
Plan Nr. 7748, 21 a 80
jm Acker am Fels;

Plan Nr. 7749, 21 a450
Im Acker allda;

dlan Nr. 7761, 30 a 70
Im Acker am langen Thal;
Plan Nr. 776614 3 4 10
qIm Acker am obern Thal;
Plan Nr. 77666, 9 a4
30 qm Acker allda;
Plan Nr. 7774, 25 a 90
Im Acker allda;
Plan Nr. 7780, 29 a Wald
in den Röthern;

B. Zur Gütergemeinschaft,
velche zwischen genanntem Adam
zogelgesang und dessen hinter⸗
liebenen Wittwe zweiter Ehe be⸗
tanden hat, gehörig:

38. Plan Nr. 7698 a 7 a 80
qm Acker im Kerzenthal;

39. Plan Nr. 7698 b 18 a4
40 qm Wiese allda;

Figenthümer sind:

1. Maria Walle, ohne Gewerbe
n Reichenbrunn wohnhaft, Wittwe
weiter Ehe des verlebten Adam
Vogelgesang;

II. Peter Vogelgesang, Ackerer
illda, großjähriger Sohn erster
ẽhe;

III. Maria Vogelgesang, min⸗
derjährige Tochter zweiter Ehe,
velche ihre Mutter Maria Walle
ur Hauptvormünderin und den
Johann Joseph Betz pensionirien
zergmann in St. Ingbert zum
Zeivormunde hat.

St. Ingbert, 17. Dez. 1880.

Der Amisverweser
zes kgl. Notars Franz Sauer
Kt. Aufschneider.
Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.

Dienstag, den 1. Februar
881, Vormittags 10 Uhr zu
FE schringen in der Wirth—
chafi des Adjuncten Wolter

werden durch Karl Auffschnei⸗
her, Rechtskandidat in St. Ing⸗
eri wohnhaft, Amisverweser
des k. Notar Franz Sauer,
aselbst, als gerichtlich ernann⸗
en Versteigerungsbeamten. im
Zwangswege

gegen Johann Mohr- Wirth
n Eschringen, Schuldner.

die nachhin beschriebenen Lie⸗
jenschaften in der Steuerge⸗
neinde Eschringen, oͤffentlich zu
xigenthum versteigert:
plan Rr. 730, 10 3 60
im Acker unlerm Ueber⸗
vald;
Plan Nr. 7114, 2 a 60
im Wiese in den Serr⸗
ärten oder im Ob⸗eraa-er ·

Plan Nr. 748, 9 a 50
qm Acker im langen Acker;
plan Nr. 7112, 8 a 50
ijm Acker bei Willers⸗
brunnen;

Plan Nr. 1058, 3 210
Im Fläche, Wohnhaus mit
Stall und Scheuer, Hof⸗
raum und Pflanzgärtchen
in den Serrgärten oder
dem Ueberdörfer Brühl;

8. Plan Nr. 8602, 14 a

70 qm Acker in der kur⸗
zen Ahnung;

die Liegenschasften werden ein⸗
eln versteigert.

Die nähere Beschreibung der
bersteigerungsgegenstände, sowie
zie Versteigerungsbedingungen
önnen bei dem Versteigerungs-
eamten eingesehen werden.

St. Ingbert, 16. Dez. 1880.
Der Versteigerungsbeamte:

K. Auffschneider
Amtsverweser.

Wormnser
Erport-Lagerbier
bei Heufsser.

3

Kinder⸗

— ⸗
Spielwaaren
mif das reichhaltigste sortirt, so⸗
wie Geschäfts⸗, Gesang⸗,
Bebet⸗, Schul⸗ und Bilder⸗
hpücher, sämmtliche Schreib⸗
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in dieses Fach einschlagende Ar—
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zanz veralteten Fällen, wird „Rxæos. Dument's
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aufend glücki. Geheilten als einziges Ro—
icalutter uf's Warmfie einpfoblen. Erfolg
zründlich. Fur d. Heilwirkung wird m, ob.
Sunme garautirt. Preis 14, Il. M. 3, !/, Fl.
—öA
Benerai· Depot: 2. R. etger in Mainz.
Vereinsversammlung.

Die Mitglieder des Vereins gegen Bettelei und Alle die
es werden woulen, werden höflichst zu der beschlossenen Versamm—
üng auf Sonntag 19. Dezember um 4 Uhr im Saal
des Hrnu. Oberhauser, hiermit eingeladen.

Tagesordnung:

1.) Unterzeichnung der Statuten.

2.) Geschaͤftliche Mittheilungen.

3. Waͤhl der 9 Ausschußmitglieder.

Mit Hochachtung
Der Referent.
Anzeige und Empfehlung.
Unterzeichneter eröffnet am J. Dezem⸗
her 1880 im Hause des Herrn Zakob
Zrämer am Marktplatze in Zweibrücken
eine Verkaufsstelle und hält fortwährend großes
dager in folgenden Ledersorten für Schuh-
macher und Sattler: Deutsch- und Wild⸗
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Kopf in französischer und deutscher Waare,
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TDidleder, franz. Wasch-, braun und schwarz
Zeugleder, Alaunleder, Maschinenriemen, so⸗
vie Schafleder in allen Größen und Farben.
Fbenso trifft man daselbst siets große Aus⸗
vahl. in Schuh⸗ und Stiefelschäften und ge—
valkten Vorschuhen. Reelle und prompte
Bedienung wird zugesichert
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Das Geschäft unter der Firma Lion Lovi in Blieskastel
virb unverandent weitergefübrt.

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nühere Auskunst unsere Agenten:

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Druck und Verlag von F. X. Demer in St. Inabert.
— ννι Unstrirtea Eonutoablatt⸗⸗ Nr· a.
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        St. Ingberler Anzeiger.
A— uUnterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter s ei⸗
lage) ericheint woͤchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounemeutspreis beirägt vierteljährlich
ä a4 8 J einschließlich Tragerlohn; durch die Posi bezogen 1246 60 H, einschließlich 410 Zustellgebuhhr. Anzeigen werden mit 10 H, von Auswärts
min Un Ifur die viergespaitene Fele Blattschrir oder deren Raum, Neclamen mit 30 3 pro Zeile berechnet.
.α αααν
—1880.

— —

A 202..—

Sonntag, den 19. Dezember

—

Deutsches Reich.

Die acht Landräthe des Königreichs Bayern haben ihre
K F sumlagen für 1881 folgendermaßen festgestellt:
Oberbayern.. .auf 24, Obo (1880: 24,5)
Niederbayern .. 23,090 (: 25,0)
Pfalz.. 37,000 ( 2 38,5)
Oberpfalz.... 24 590(24,0)
Oberfranken 29,80/ꝰ (3 209,5)
Mittelfranken 34,0000 (:3 24,6)
Unterfranken 23,000 („3 21,0)
Schwaben. 286.,090 (.3 27,5)

Dem Bundesrath ist der „Nordd. Allg. Ztg.“ zufolge eine
Vorlage, betr. die Aufnahme einer Anleihe von 54 Mill. Mark
für Zwescke der Post, Telegraphie, Marine und des Reichsheeres
zugegangen.

Die „Elsaß⸗Lothr. Zig.“ theilt mit, daß der Statthalter von
Elsaß⸗Lothring en von Sr. Maj. dem Kaiser erbeten und er⸗
langt habe, die Aufhebung des Kriegsgerichts in
Straßburg beim Bundesrathe zu beantragen. Die Einbringung
dieses Antrages stehe unmittelbar bevor.

Ausland.

Das Gerücht, wonach zwischen Deutschland und
der Türkei Berhandlungen geführt werden sollen
behufs Abtretung sttretassan Deutschland und
demnächstigeWeitergabe an Griechenland wird,
vie der Pariser Korresppondent der „K. Z.“ berichtet in den dortigen
naßgebenden Kreisen als wohlbegründet dezeichet.

Dem deutschen Gesandten v. dtadowitz in Athen ist der Ab⸗
chluß einer Konvention über die griechissch-ba perische
cchuld gelungen. Die Konvention, wonach sich Griechenland zur
Zahlung von 2,600,009 Francs verpflichtet, ist am 16. d. der
griechischen Kammer vorgelegt worden.

Der Firma Grünzweig und Hartmann in Ludwigs⸗
hafen wurde ein Patent auf „Herstellung von kunstlichen Steinen
mit Hilfe von Kork“ ertheilt.

FIn Malstatt⸗Burbach beträgt die Gesammt⸗Bevol⸗
kerung 18,157 Personen, 846 mehr als 18785.

F Es ist ganz gut, daß gegen das verderbliche Stromer⸗ und
Vagantenthum mit aler Energie vorgegangen wird. Dagegen kann
aber auch nicht bezweifelt werden, daß die gegenwärtig im Hand⸗
werk immer noch steigende Geschäftslosigkeit Manchen auf die Straße
ketzt, der gern arbeiten würde, wenn er nur zu arbeiten bekäme.
Zin Opfer dieser traurigen Verhältnisse fand man dieser Tage auf
der Landstraße bei Schoopfiheiem (Baden) in der Person eines
dandwerksburschen, der sich dort erschossen hatte. Bei dem Leichnam
and sich ein Zettel mit der herzzereißenden Jnschrift; „Stehlen
mag ich nicht — Arbeit finde ich nicht — Betteln kann ich nicht.“
Fr war von denen Einer, „die am Wege starben“, wie Acosta sagt.

JDie kurzlich erfolgten offiziellen Mittheilungen über die mit
den zur akliven Armee einberufenen Rekruten vorgenommenen
Prüfungen haben ergeben, daß die Schulbildung in Bayern eine
ehr gunstige iß und daß die Analphäbeten von Jahr zu Jahr
abnehmen.
—en tesnachrichten.

Auf die erledigte Marklscheiderstelle bei'm Bezirksbergamt Manchen ist
der Narktscheider beim Bezirksbergamt Zweibrücken“ Gg. Kistenfegeèr auf
Auf qen versett und der Marktscheider bei der aberbayerischen Actienge sellscha st
jur Aohlenbetgbau in Miesbach Ferd. Vraun zum Markischeider bei dem
— Asberganu in Zweibrücken ernannt.

Redactüon verantwortlich: F. X. Demes.
Vereinsversammlung.

Die Mitglieder des Vereins gegen Bettelei und Alle die
es werden wollen, werden höflichst zu der beschlossenen Versamm—
lung auf Sonntag 19. Dezember um 4 Uhr im Saal
des Hru. Oberhauser, hiermit eingeladen.

Tagesordnung:

1) Unterzeichnung der Statuten.

2.) Geschäftliche Mittheilungen.

3.) Wahl der 9 Ausschußmitglieder.

Mit Hochachtung
Der Refereut.

Pfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 1880.

15. Dez. Verhandlung gegen Jalob Mahl, 22 Jahre alt, Maurer
von Spesbach, wegen Körperverlezung mit tödtlichem
erfoüge. Bertreter der k. Staatsbehörde: Staalsanwalt Kieffer,
Veriheidiger: Rechtskandat Berdel.

Vei Wirth Jakob Rudig in Spesbach zechte am Abende des 3. Oktober
— Kicchweihsonntag — spielend und singend eine größere Anzahl Gäste,
unter diesen auch der heutige Angeklagte. Derselbe gerieth hiebei mit dem
Tagner Johdann Hoffmann VII. in einen Disput, der aber band beigelegt
wurde, nachdem der Angeklagte von dem hinzugekommenen Wirthe Rudig zur
Ruhe aufgefordert worden war. Nach Mitternacht fing der Angeklagte aber
nals mit dem genannten Hoffmann Streit an, den er damit einleitete, daß
er den letzteren mit Bier bespritzte, welche Unart dieser sich ernstlich verbat
wodurch ein Wortwechsel entstand, wobei der Angekllagte den Hoffmann zu
iassen versuchte. Da der Angekiagte auf wiederholte Ermahnung keine Ruhe
jab, blieb nichts Knderes übrig, els denselben, da er der ruhelose Anstifter
zes Streites war, zur Wirthschafi hinauszuschaffen. Dieser Aufgabe unterzog
ich der Wirth und dessen Bruder Adam dudig. Als der Angeklagte zur
Wirhchaft hinausgeschafft war, drehte er sich auf der Straße auf einmal
heruin und frug den Wirth, od er jetzt wieder hinein dürfe. Als ihm seine
Frage verneint wurde. trat er einen Schritte zuruͤck, stürzte fich dann auf den
denannten Bruder des Wirthes Rudig los und versezte ihm einen Stich in
den Unterleib, so daß dieser unter dem Ausruf: ‚Lieber Vruder, ich din ge⸗
tochen,“ zusanunensank und trotz ärztlicher Hilse noch am namlichen Morgen
in Folge der erhaltenen schweren Verletzung starb.

Der Angeklagte behauptet, daß er so betrunken gewesen sei, daß er nicht
mehr gewußt habe, was er thue. Die k. Staatsbehörde hielt die Anllage in
allen Theilen aufrecht und glaubt in der Roheit der That genügenden Grund
ju finden, hier keine mildernden Umstände obwalten zu lajsen, die von der
Vertheidigung in der Trunkenheit und der Gereiztheit des Angeklagten gesucht
wurden. Die Geschworenen erllärten den Angeklagten des ihm jur Last ge⸗
legten Verbrechens ohne Annahme mildernder Umstände fuür schuldig, und
wurde der Anheklagle zu einer Zuchthausstrase in der Dauer von fünf
Jahren verurtheilt.

Allen Freunden

einer geistig auregenden und zugleich unterhaltenden Lektüre
kann mit vollem Recht das

ontaas-

V 21 J

Neutsche Montags-⸗Nlatt

Chef ⸗Redacteur: Verleger:

Arthur Levysohn. Rudolf Mosse.
mpfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarischpoli⸗
ische Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller
zu ihren Mitarbeitern zählt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Ar⸗
iikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künst⸗
lerischen Strebungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende
Frage, jede neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben
ndet im , Deutschen Montagsblatt“ unparteiische und erfchöpfende
Behandlung, während die — Zustände der Gegenwart in
zlegantester Form interessante Beleuchtung erfahren.

Diese Üterarisch-politische Zeitschrift ersten Ranges, welche am zei⸗
tungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines
geh Ureichen Wocheublattes mit denen einer wohlinformirten, reich
mit Nachrichten aus erster Quelle ausgestattete Zeitung, und so wird
dab Deutsche Montags⸗Blatt! in seiner Doppel⸗Natur dem Wahl⸗
spruch, den es sich gewähli, vollauf gerecht, stets
Von dem Neuen das Neueste, — Von dem Guten das Besten
u hringen. Das „Deutsche berontags ⸗Blatt“ wird in der Fülle
Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtferligen wissen, der es so schnell zum Lieblingsorgan
der —88 — Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichspostanstalien und Buchhandlungen nehmen Abonnements
zum Preise von 2 Mark 50 Pf. pro Quartal entgegen. Zur Be⸗
segnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr.
1251 vder Vost⸗Zeitungs⸗Preisliste vro 1881.

Vermijschtes.

4 Am Dienstag Abend brannte in Ormes heim das Wohn⸗
haus des Aceeres Joh. Gottwalles nieder; das Feuer brach aus,
als eben eine Hochzeit in demselben abgehalten wurde.

In Walb mohr haben die Vergleute und Hüttenarbeiter
am vorigen Sonntag die Gründung eines Krankenunterstützungs—
und Sterbekassevereins beschlossen, der mit Beginn des Jahres 1881
in's Leben treten wird.
        <pb n="800" />
        Stadtrathsitzung.
Montag den 20 ds. Mis.
Nachmittags um 3 Uhr.
Tagesordnung:
1. Aufstellung des Büdget
pro 1881.
2. Verlegung von Wirthschaf⸗
ten.
3. Fortsetzung der Gasbeleuch—
tung auf Höfchen.

St. Ingbert, 18. Dez. 1880.
Der Bürgermeister
Custer.

Geschaͤfts⸗
Empfehlung.
Unterzeichneter beehrt sich hier⸗

nit ergebenst anzuzeigen, daß er
interm heutigen das Muͤhlen⸗
geschäft seines Vaters über⸗
sommen hat und den Kleinver⸗
kauf im Hause an der Kaiserstraße
weiter betreibt.
St. Ingbert, 18. Dez. 1880.
Joteph Helsenthal.
Müller.
Wasserdichtes
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dosen, zu 70, 40, und 20 Pfg.
per Dose. Kittlederereme,
Lederappretur, Wichse
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bis 1Mk. 30Pf. per Paar bei
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stnaben⸗Anzüge v. M.
2. 30 an empfehle in allen
Größen, sowie Schützen⸗
joppen, Arbeitskleider
billigst M. Haas
Oberstadt.

In den Waldungen der Herren
Hebr. Krämer wird die
lusbeinite von Sand aus der
Hrube auf den Sechseichen pro
1881, auf dem Submissions⸗
vege an den Meistbietenden ver⸗
geben. —

Die Submittenten werden er—
ucht ihre Eingaben dor dem
28. Dezember l. J. an den
Anterzeichneten zu senden.

St. Ingbert, 14. Dez. 1880.

Küszwetter,
Oberfoörster.
Empfehlung.
Zchuster bleib beim Leist!
Französische und deutsche
-dcchuhleisten aller Art, Stie⸗
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50,000, 1000,
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am 15. und 14. Januur 1880,
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Sonstige Vereinsangelegenheiten.
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Sonntag, den 19. Dezem ber

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—2

Deutsches Reich.

Die acht Landräthe des Königreichs Bayern haben ihre
Kreisumlagen für 1881 folgendermaßen festgestellt:
Oberbahern. Nauf 24,0090 (1880: 24,5)
Niederbayern... —QA
Pfalz.. 37,0010 (338,5)
Oberpfalz.... 24,35900 (,224,0
Oberfranken —RB
Mittelfranken. 34 O00 (:3 384,5)
Unterfranken 23,000 (: 21,0)
Schwaben. 26,0900 (. 3 27,5)

Dem Bundesrath ist der „Nordd. Allg. Ztg.“ zufolge eine
Vorlage, betr. die Aufnahme einer Anleihe von 54 Mill. Mark
für Zwescke der Post, Telegraphie. Marine und des Reichsheeres
—XW

Die „Elsaß⸗Lothr. Ztg.“ theilt mit, daß der Statthalter von
Elfaß⸗Lothring en von Sr. Maj. dem Kaiser erbeten und er⸗
angt habe, die Aufhebung des Kriegsgerichts in
Straßzburg beim Bundesrathe zu beantragen. Die Einbringung
dieses Antrages stehe unmittelbar bevor.

Ausland.

Das Gerücht, wonach zwischen Deutschland und
der Türkei Verhandlungen geführt werden sollen
»ehufs Abtretung Kretasan Deutschland und
demnächstige Weitergabe an Griechenland wird,
wie der Pariser Korrespondent der „K. Z.“ berichtet in den dortigen
maßgebenden Kreisen als wohlbegründet bezeichnet.

Dem deutschen Gesandten v. Radowitz in Athen ist der Ab⸗
chiuß einer Konvention über die grise chischebayerische—
Zchuld gelungen. Die Konvention, wonach sich Griechenland zur
Zahlung von 2,600,009 Francs verpflichtet, ist am 16. d. der
zriechischen Kammer vorgelegt worden.

4 Der Firma Grünzweig und Hartmann in Ludwigs⸗
hafen wurde ein Patent auf „Herstellung von künstlichen Steinen
mit Hilfe von Kork“ ertheilt.

In Malstatt⸗Burbach beträgt die Gesammt ⸗Bevoͤl⸗
kerung 18,157 Personen, 846 mehr als 1875.

F Es ist ganz gut, daß gegen das verderbliche Stromer⸗ und
Vagantenthum mit aller Energie vorgegangen wird. Dagegen kann
iber auch nicht bezweifelt werden, daß die gegenwärtig im Hand⸗
verk immer noch steigende Geschäftslosigleit Manchen auf die Straße
etzt, der gern arbeiten würde, wenn er nur zu arbeiten bekame.
rin Opfer dieser traurigen Verhältnisse fand man dieser Tage auf
er Landstraße bei Schopfheim (Gaden) in der Person eines
dandwerksburschen, der sich dort erschossen hatte. Bei dem Leichnam
and sich ein Zettel mit der herzzereißenden Inschrift: „Stehlen
nag ich nicht — Arbeit finde ich nicht — Betteln kann ich nicht.“
Er wat von denen Einer, „die am Wege starben“, wie Acosta sagt.

Die kurzlich erfolgten offiziellen Mittheilungen über die mit
hen zur aktiven Armee einberufenen Rekruten vorgenommenen
Brüfungen haben ergeben, daß die Schulbildung in Bayern eine
Lunstige ist und daß die Analphabeten von Jahr zu Jahr
—XX
Bienesnachrichten.
Accf die erledigte Marktscheiderstelle beilm Bezirksbergamt Munchen ist
der Marktscheider beim Bezirksbergamt Zweibrücken Gg. Kistenfeger auf
Außuchen versetzt und der Marltscheider bei der oberbayerischen Actiengesellscha ft
ür Kohlenbergbau in Miesbach Ferd. Vraun zum Marktscheider bei dem
Bezixlebergamt in Zweibrücken ernantt. —
7 Far die Redaction veraniwortlich: · X. X. Demes.
Vereinsversammlung.

Die Mitglieder des Vereins gegen Bettelei und Alle die
es werden wollen, werden höflichst zu der beschlossenen Versamm⸗
lung auf Sonntag 19. Dezember um 4 Uhr im So—
des Hru. Oberhauser, hiermit eingeladen.

Tagesordnung:

1.) Unterzeichnung der Statuten.

2.) Geschäftliche Mittheilungen.

3.) Wahl der 9 Ausschußmitglieder.

Mit Hochachtung
Der Referent.

Rfälzisches Schwurgericht.
IV. Quartal 18830.

15. Dez. Verhandlung gegen Jalob Mahll, 22 Jahre alt, Maurer
von Spesbach, wegen Körperverletzung mit tödtlisch em
rfo üge. Vertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt sttieffer,
Beriheidiger: Rechtskandat Berdel.

Vei Wirih Jalob Rudig in Spesbach zechte am Abende des 8. Oltober
— sRirchweihsonniag — spielend und fingend eine größere Anzahl Gäste,
anter diesen auch der heutige Augeklagte. Derselbe gerieth hiebei mit dem
Tagner Johann Hoffmann VII. in einen Disput, der aber bard beigelegt
wvurde, nachdem der Angellagte von dem hinzugekommenen Wirthe Rudtg zur
Xuhe aufgefordert worden war. Rach Mitternacht fing der Angeklagte aber
nals mit deim genaunten Hefjmanu Streit an, den er damit einleitete, daß
zr den lezieren mit Bier bespritzte, welche Unart diefer sich ernstlich verbat
vodurch ein Wortwechjel entstand, wobei der Augellagte den Hoffmann zu
jassen verjuchte. Da der Angekiagte auf wiederholte Ermahnung keine Ruhe
Jad, blieb nichts Knderes übrig, els denselben, da er der ruheiose Anstifter
zes Streites war, zur Wirthschaft hinauszuschaffen. Diejer Aufgabe unterzog
ich der Wirth und dejsen Bruder Adam Rudig. Als der Angeklagte zur
Wirhchaft hinausgeschafft war, drehte er sich auf der Straße auf einmal
heruin und frug den Wirth, ob er jetzt wieder hinein dürfe. Als ihm jseine
Frage verneint wurde, trat er einen Schritte zurück, stürzte sich dann auf den
genannten Bruder des Wirthes Rudig los und versehie ihm einen Stich in
hen Unterleib, so daß dieser unter dem Ausruf: „Lieber Vruder, ich din ge⸗
stochen,“ zujammensank und trot ärztlicher Hilse noch am nämlichen Moraen
in Folge der erhaltenen schweren Verletzung starb.

Der Angeklagte behauptet, daß er so detrunken gewesen sei, daß er nicht
mehr gewußt hade, was er thue. Die k. Staatsbehörde hielt die Anklage in
allen Theilen aufrecht und glaubt in der Roheit der That genügenden Grund
u finden, hier keine mildernden Umstände obwalten zu lassen, die von der
Hertheidigung in der Trunkenheit und der Gereiztheit des Angeklagten gejucht
vurden. Die Geschworenen erklärten den Angeklagten des ihm zur Last ge⸗
egten Verbrechens ohne Annahme mildernder Umstände für schuldig, und
vurde der Angeklagte zu einer Zuchthausstrase in der Dauer von fünf
FJahren verurtheilt.

Allen Freunden

einer geistig auregenden und Jugleich unterhaltenden Lektüre
XVä

5 55 4

919 94 244

Deutsche Montags- Nlatt

Chef⸗Redacteur: Verleger:
Arthur Levysohn. Rudolf Mosse. Berlin.
empfohlen werden. Diese durch und durch originelle literarisch⸗poli⸗
lische Wochenschrift, welche die hervorragendsten deutschen Schriftsteller
qu ihren Mitarbeitern zaͤhlt, enthält eine Fülle geistvoll geschriebener Ar⸗
ikel, die ein treues Spiegelbild der politischen, literarischen und künst⸗
erischen Strebungen unserer Tage darstellen. Jede neu auftauchende
Frage, jede neue Erscheinung in Wissenschaft, Politik, Kunst und Leben
ündet inn , Deutschen Montagsblatt“ unparteiische und erjchöpfende
Behandlung, waährend die aene Zustande der Gegenwart in
legantester Form irteressante Beleuchtung erfahren.

Diese Kterarisch⸗politische Zeiischrift erften Ranges, welche am zei⸗

tungslosen Tage, dem Montag, erscheint, verbindet die Vorzüge eines
zeh reichen Wocheublattes mit denen einer wohlinformirten, reich
mii Nachrichten aus erster Quelle ausgestattete Zeitung, und so wird
das „Deutsche Montags⸗Blatt“ in seiner Doppel-⸗Natur dem Wahl⸗
pruch, den es sich gewählt, vollauf gerecht, stets.
Von dem Neuen das Neueste, — Von dem Guten das Beste“
u bringen. Das „Deutsche Montags⸗Blatt“ wird in der Fülle
u. Gediegenheit seines Inhalts auch fernerhin den sensationellen
Erfolg zu rechtfertigen wissen, der es so schnell zum Lieblingsorgan
der ß Aristokratie unserer Tage heranwachsen ließ.

Alle Reichspostanstalten und Buchhandlungen nehmen Abonnements
um Preise von æ Marlt 50 Iet pro Quartal entgegen. Zur Be—⸗
zegnung von Verwechselungen verweise man bei Postbestellungen auf Nr.
1251 ver Post⸗Zeitungs⸗Preisliste vro 1881.

Nermischtes.

Am Dienstag Abend brannte in Ormesheim das Wohn⸗
Jaus des Ackeres Joh. Gottwalles nieder; das Feuer brach aus,
als eben eine Hochzeit in demselben abgehalten wurde.

In Wald mohr haben die Verglente und Hüttenarbeiter
aim vorigen Sonntag die Gründung eines Krankenunterstützungs-
und Sterbekassevereins beschlossen, der mit Beginn des Jahres 1881
m's Leben treten wird.
        <pb n="802" />
        Stadtrathsitzung.
Montag den 20 ds. Mis.
Nachmittags um 83 Uhr.
Tagesordnung:
1. Aufstellung des Büdget
pro 1881.
2. Verlegung von Wirthschaf⸗
ten.
Forisetzung der Gasbeleuch⸗
tung auf Hoͤfchen.

St. Ingbert, 18. Dez. 1880.
Der Bürgermeister
e
Geschaͤfts—

Empfehlung.
Unterzeichneter beehrt sich hier⸗
nit ergebenst anzuzeigen, daß er
aunterm heutigen das Mühlen⸗
geschäft seines Vaters über⸗
ommen hat und den Kleinver⸗
auf im Hause an der Kaiserstraße
veiter betreibt. V
St. Ingbert, 18. Dez. 1880.
Jojeph Hellenthal,
Muüller.
Wasserdichtes
Lederfett
—D———
dosen, zu 70,40, und 20 Pfg.
ber Dose. Kittlederereme,
Lederappretur, Wichse
in Blechdosen bei
F. H. Laur.
Filzpantoffeln
mit Filzsohlen von 76 Pfg.
bis 1 Mt. 30Pf. per Paar bei
— F. H. Laur.
Knaben⸗Anzüge v. M.
2.30 an empfehle in allen
Groͤßen, sowie Schutzen⸗
soppen, Arbeitskleider
billigst M. Haas
Oherstadt.

In den Waldungen der Herren
Hebr. Krämer wird die
Ausbeute von Sand aus der
Hgrube auf den Sechseichen pro
1881, auf dem Submissions-
vege an den Meistbietenden ver⸗
geben.

Die Submittenten werden er⸗
ucht ihre Eingaben vor dem
28. Dezember l. J. an den
Unterzeichneten zu senden.

St. Ingbert, 14. Dez. 1880.

Küßzwetter,
Oberforster.

234
Zu bevorstehenden Weihnachten
empfehle ich: MPlusch· SDopha⸗Vorlagen von Mt. 5 bis
M. 34 per Stück, Teppichläufer auf Rollen in den Breiten
bon 70, 80 und 130 etm., Tischdecken in Cachimir, Manila,
Gebild, Rips und Goblin, Reisedecken und hochfeine wollene
Bettdecken. Farbige große Damen Chales und geftrickte
mfchlagtücher Skeppröcke in Seide und Wollatlas,
Filrröcke. Herren, Damen⸗ S Kinder⸗Negenschirmen
Seide und Janella, alle Arten seidene Tücher, ais Foulards,
Tache uez S Knüpftücher, Herren S&amp; Damen Era⸗
varten S Kragen.
Cigarren uii⸗ SF Portemonnaies.
Srstereien und ferlige gestikte Hosenträger &amp; Geld⸗
börsen, Buxkin, Glaes6 und Waͤschleder Haudschuh.
SZeiden Sammet zu Damen-Mäntel und schwarze Sei⸗
denstoffen, sowie eine Parthie billiger Kleiderstoffen.
Karl Schanck.
————
Herzogl. Braunschweigische
J Landes- Lotterie,
vom Stiaate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besieht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48,000
Gewinnen.
1 Haupttreffer ep. 4350,000, 1 Haupttreffer à 12,000,
1 à 300,000,* 22 10,000.
150,000, 7 8000,
100,000, 6000,
75,000, 5000,
50,000, 4000,
20 900, 3000,
20 000, 2000,
yt,200, 1000
9,000, 500
5,000..
deichs Martpu. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
ν Iä J 34. Vanuar 1880,
zu welcher ich Originale Loose
Ganzo Lalbe Viertol Aehtel
16 Mt. 8 Mt. 4 Mk. —A
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
— 4 J — 2
27 Asilĩus,
Obereinnehmer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
in Rraunsehweig.

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Zchuster bleib beim Leist!
Französische und deutsche
Schuhleisten aller Art, Stie⸗
zelhölzer mit und ohne Fal—
en werden bei mir zu billigen
Breisen verfertigt.
Josepyh Mohrbacher.
Calosche
Leder &amp; Filzstiefel mit
Holzsohlen bei F

F. H. Laur.

Bei Durchsicht des UUlustrirten
tucheß: br. Airy's Heilmethode
aden sogar Echwerkraute die
Ueberzeugung gewinnen, daß auch
ge. wenn nur die richtigen Mittel
— —A noch
eilung erwarten durfen. Es sollte
daher jcder Leidende, selbst wenn bei
ihm viziang alle Redicin erfolgalos
Wx Ach derirauensvou dieser

ewebrien deilmethode zuwenden
und nicht saumen, obiges Wert aus
zuschaffen. Ein Nuszug daraust

—— ——— ⸗ —B——

In dem weunr icms
vedeiteen vuche t Gichi
nden Gicht und Rheumatismus
edeude die bewäbrtesten Wittel
z ihre oft sehr schmerzhaften
Ler aͤngegeben, — eee
welche selbst beit veralteten Fallen
oc die ersehute beiluus brachten
— — gratis u. franco Gegen
Zinfendung von 1Mi. 20 Pfg. wird
VPDr Airv Seilmethode und für
50 —— dae Buch Die Gicht franco
betau hin versandt von Richters
— —

*
—
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Unterzeichneter empfiehlt bestens:
Forumehl per 25 Pfd. — 3.75
Kleien 7- 1.60
Griesmehl per Pfd. — 20
Zchwingmehl, — 22
Blummehl Nro. 0 — 23

Nro. 00 — 26
JoF. BSellenthal.

Am 2. Weihnachtstag
ↄon Nachmittags 8 Uhr an

Tanzmusik

Jakob Quirin,
Rentrisch.
Wormser
Erport-Fagerbier
ꝛei euñer.

Zu Weihnachts-Geschenken
‚eeignet empfehle: Blu mentische, Kinderschlitten, Schlitt⸗
chuhe, Ofenschirme, Ofenvorsetzer, Feuergerath⸗
lander, Negenschirmftänder, lupf. Warmiflaschen,
lupf. Bundformen, Toiletien⸗Eimer und Krüge,
Harderobehalter, Servirbleche, Küuchenwaagen,
Fleischhac maschinen, Salz⸗und Gewürzkasten,
zuckerkasten, messing. Buͤgeleisen, messing. Mörjer,
—XX Boͤtanisirbuͤchsen, Vogelkäsige, bmaill.
a indergeichirr, sowie elegante Steh⸗ und Haͤnaelam⸗
pen ꝛc.

1X
Für Familien und Lesecirkel. Bibliotheken, Hotels, Cafes und Restauranionen.
asstnin

4

Probe⸗VNummern gratis und franco.
Abonnements· Preis vierteljãhrlich 6 Mark. — Zu beziehen durch alle Buch handlungen und Postanstalten.
Erpedition der Illustrirten Zeitung in Leipzig.

— —
St. Ingberter
Eisenwerk-Arbeiter-Hilfsverein.
Sonntag, den 19. d. M., Nachmitiaas von 22 Uhr ab,
Schulbause der Unterstadt
Mene· ral⸗ Versamml.
agesordnung:
1. Rechnung(!ge und Neuwahl des Ausschusses:
Aufnahme;
Sonstige Vereinsangelegenheiten.
Um pünktliches Erscheinen wird agebeten.

im

Otto Weigand.
— —— — — — — — — — — — — — — — — — —
Druck und Verlaa von ã. X. Deme? in St. Ingbert.
i .Allurirtes Sonntansblasft ν

Der Ausschuß.

238
        <pb n="803" />
        St. Ingberler Anzeiger.
Der Et. Ingberter Auzeiger und das (2 mal wöchentlichj mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntagt mit illustrirter Bei⸗

lage) erscheint wöchentlich viermal: Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementspreis betragt vierieljahrlich

1A 40 Z einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen I A 60 B, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Auzeigen werden mit 10 B, von Auswarits
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Naum, Neclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet.
AMs 2035

A
18855

Deutsches Neich.

Im nächsten Reichstage wird auch die Revision des Ge—
nossenschaftsgesetzes don konservaliber Seite beantragt werden.
Neben der Solidarhaft soll auch die Theilhaft der Mitglieder für
zulässig erachtet werden. Freiherr v. Mirbach, ein Agrarier, ar⸗
beitet bereits einen diesbezüglichen Gesetzentwurf aus, der u. A.
damit motivirt wird: „Die schlimmen Erfahrungen, welche man
mit der Solidarhaft gemacht habe, schreckten die Besitzenden vor
dem Eintritt in die Genossenschaften ab und beraubten diese sowohl
der Mittel zur Befriedigung des legitimen Kreditbedürfnisses, als
auch der geeignetsten Verwaltungselemente. Nur mittelst der Theil⸗
haft könnten die besitzenden Klassen den schwer durch den Wucher
bedrängten Volkskreisen hülfreiche Hand leisten, ohne zugleich be—
fürchten zu müssen, selbst Alles zu derlieren.“

Dem Bundesrath ging der in voriger Reichstagssession
unerledigt gebliebene Gesetzentwurf betreffs der Erhebung von
Neichsstempelabgaben wieder zu, und zwar in bisheriger
Fassung. Es soll danach besteuert werden: Aktien und auf Inhaber
lautende Werthpapiere, Schlußnoten und Rechnungen, Lombard⸗
darlehen, Cheks und Giro⸗Anweisungen; auch der Quittungsstempel
wird wieder vorgeschlagen; es wird in der Vorlage hervorgehoben
daß die Gründe, welche in letzter Session für Einbringung. des
Gesetzes maßgebend gewesen, underändert fortbestehen.

Dem Bundesrafh ging der Voranschlag des deutschen
Reichshaushaltes für das Rechnungssahr 188182 zu. Da⸗
nach hetragen die dauernden Ausgaben gegen 89 und die einma—
ligen Ausgaben gegen 10 Millionen Mark mehr als im Vorjahr.
Zur Deckung wären außer den ordentlichen Einnahmen 106,614 13]
Mark an Matrikularbeiträgen (gegen 25 Millionen Mark mehr
als im Vorjahr) zu erheben; dabon fallen auf Preußen über 514
auf Bayern gegen 21, auf Württemberg 424, auf Baden 414,

auf Hessen über 194 Mill., auf Elsaß⸗Lothringen gegen 3,100,000
M. Zur vorübergehenden Verstürkung des ordentlichen Betriebs⸗
jonds der Reichshauptkasse wird der Reichskanzler zur Ausgabe von
Schatzanweisungen, jedoch nicht über den Betrag von 40 Pillionen
ermächtigt.

Nach einem vielverbreiteten Gerücht, das von der „Tribüne“
registrirt wird, soll das vom Reichskanzler projektirte Arbeiter—
Versicherungsgesetz, noch bevor es an den Volkswirth⸗
schaftsrath gelangt, veröffentlicht werden. Das Gesetz soll sich vor⸗
äufig nur auf Arbeiter in Fabriken und ähnlichen Gewerbebetrieben,
in Bergwerken c., beziehen und später eine weitere Ausdehnung
rhalten.

Bestimmung der türkisch⸗ montenegrinischen Grenze von der Bojana⸗
mündung bis Skutari annimmt. (Es hatte sich da noch um einige
kleine Differenzen gehandelt.)
—ñ— —— — — ——— — —
Vfälzisches SGwurgerict.
IV. Quartal 1880.

16. Dez. Verhandlung gegen 1) Friedric Reinhard 189 Jahre
alt, Schreinergeselle von Frankened „2) Heinrich GIlas, 33 Jahre
alt, Schreiner zu Germer ssheim ersterer wegen Meineid leßterer
wegen Anstiftunng hiezu. Vertreter der k. Staatsbehörde: Staatsanwalt
Petri, Vertheidiger des Reinhard: Rechtsanwalt Schmidt; des Glas: Rechts—
anwalt Gebhart.

Der Angeklagte Glas war wegen Unterschlagung in die Sitzung des
Schöffengerichis Germersheim vom 13 Juni abhin geladen. Die anklagende
Behörde stellte nämlich auf: Glas habe von den Eheleuten Gießer in Ger—
mersheim eine Quantität von Mobilien, darunter auch ein Kanapee zum
Berkause erhalten und sich auch dabei verpflichtet, den Erlss der elwa der
lauften Mobilien sofort an die Eheleuie Gießer abzuliefern. Glas habe nun
wirklich das Kanapee glücklich an den Mann gebracht, den Erlds aus dem
Geschäfte mit 24 Mark aber nicht an seinen Auftraggeber abgeliefert, sondern
rechtswidrig für sich behalten, aiso unterschlagen.

Der Angeklagie Glas stellte nun in jener Schöffengerichtssitzung auf, er
habe die betreffenden Mobilien, worunier auch das Kanapee von den Ehe⸗
euten Gießer nichtszum Verkaufe übernommen, sondern fest von der Ehefrau
Bießer und zwar um 73 Mark gekauft und könne das auch mit Eastlastungs-
zeugen heweisen. Die Verhanduͤng der Sache wurde deßhalb in die Sißung
»es Schöffengerichts vom 29. Juni vertagt.

In dieser Sitzung brachte nun der Glis den heutigen Angeklagten Rein⸗
hard als Entlastungszeugen, der auf die Wichtigkeit und Heiligkeit des Eides
und die Folgen des Meineides aufmerksam gemacht und dann vereidigt wurde.

Auf seinen Eid sagte nun Reinhard damals aus, er selbst sei dabei ge⸗
wesen, als Glas in der Gießer'schen Wohnung von der Ehefrau Gießer die
Modilien um 75 Mark gekaunft habes Diejer Aufstelluug blieb er auch
treu, nachdem ihm damals der Widerspruch, in den er dadurch mit den andern
Zeugen gerathe, klar gemacht und er nochmals eindringlich ermahnt worden
war, bei der Wahrheit zu bleiben.

Da dringender Verdacht gegen ihn wegen Meineids bestand, wurde
Untersuchung gegen ihn eingeleitet und er gestand auch alsbald ein, daß er
damals vor dem Schöffengerichte die Unwahrheit gesagi habe. Er würde dies
nicht gethan haben, wenn es ihm Glas nicht vorher zuͤgemathet hätte; er
habe übrigens auch gemeint, er dürfe als Entlastungszeuge des Glas nut
Günstiges für diesen aussagen.

Die Geschworenen erklärten die Angeklagten im Sinne der Anklage für
schuldig, worauf Reinhard zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahre, und
Glas zu einer Zuchthansstraije von drei Jahren verurtheilt wurde. — Auf
Verlust er bürgerlichen Ehrenrechte wurde gegen Glas in der Dauer von
ünf Jahren, gegen Reinhard in der Dauer von zwei Jahren erkannt und
Beide für dauernd unfähig erklärt, als Zeuge oder Sachverständige eidlich
ernommen zu werden
Verm ischtes.

St. Ingbert. Am Sonntag Nachmittag hat sich in
ziner Versammlung bei Oberhauser der Verein gegen die
Bettelei in St. Ingbert“ definitiv konstituirt, indem nach Ver—
esung der in einer vorhergegangenen Versammlung festgestellten
Statuten diese unterzeichnet und die Wahl eines provisorischen
Ausschusses vorgenommen wurde. Der Ausschuß besteht aus 9
Mitgliedern und zwar aus folgenden Herrn: Custer, Bürgermeister,
Dengel, Pfarrer, Krieger, Pfarrer, Contad, Posthalter, J. Beer,
aufm., Karl Uhl, Kaufm. Schlick, k. Realienlehrer, Acker,
k. Steuereinnehmer, Drumm, Lehrer. Die 4 zuerst genannten
H. H. gehören gleichzeitig auch dem gesetzlich bestehenden Armen⸗
pflegschaftsrathe der Stadt an. — In den nächsten Tagen werden
die Statuten des neuen Vereins nebst Einzeichnungslisten bei der
hiesigen Bürgerschaft zur Kenntnißnahme und Zeichnung der Bei⸗
träge in Zirkulation gesetzt werden. Hoffentlich wird die Bethei⸗—
ligung bei diesem höchst gemeinnützigen und wohlthätigen Unternehmen
eine rege und zahlreiche!

*— Am Sonntag wurde bei einer Schlägerei in der Wirth—
chaft von A. Jungfleisch (unterhalb des Viadutes an der Kaiser⸗
traße) ein Bursche durch Messerstiche in den Rüden und ins Gesicht
sehr gefährlich verletzt.

J Die kgl. Kreisregierung gibt bekannt, daß am 31. Dez.
und 1. Januar das Führen von Dolchen, Stiletten und anderen
im Griffe feststehenden oder mittelst einer Vorrichtung feststellbaren
Messern von zugespitzten Streichern und Pfriemen, von Terzerolen,
Sadpistolen und Revolvern, von Abschraubegewehren, bon Rauf⸗
cingen oder Schlageisen allen unselbstständigen Personen bei Strafe
»erboten ist.

Ausland.

London, 19. Dez. Gestern hat in Mullingar (Irland)
eine Versammlung von Landleuten Statt gefunden, welcher 10,0006
Personen beiwohnten. Der Parlamentsdeputirte Suilivan hielt
eine Rede, in welcher er sagte, der jetzige Kampf zwischen den
Eigenthümern und den Pächtern sei ein Kampf auf Leben und
Tod; einer oder der andere müsse untergehen. — In Bonnicula
suchte am Samstag ein Volkshaufen von 2000 Menschen die
Wohnung des Magistratsmitgliedes Downing zu zerstören, welcher
mehreren seiner Pächter persönlich Ausweisungsbefehle zugestellt
hatte. Die Polizei mußte die Menge mit dein Bahonnet fern
halten. Downing entfloh und seine Wohnung wurde von der
Polizei besetzt.

„Daily Telegraph“ erfährt, das englische Kabinet habe die
Moͤglichkeit der Proklamirung des Standrechts in den unruhigen
Distrikten Irlands erwogen.

Laut Meldung der „Polit. Korr.“ aus Rom hat der Ge—
danke der Losung der griechischen Frage durch ein europüäisches
Schiedsgericht in den letzten Tagen insofern Konsistenz gewonnen,
als er gegenwärtig den Gegenstand der Erwägung der Kabinete
bilde. Die französische Regierung, von dem britischen Kabinet für
die Idee eines Schiedsgerichtes gewonnen, habe die Diskussion der
Möglichkeit und Zweckmäßigkeu der Idee gegenwärtig bei den
dabineten angeregt.

Die Pforte richtete an die Botschafter der Großmächte eine
Note, womit sie die in deren Note vom 5. d. beantragte sofortige
        <pb n="804" />
        4 Die „Aktiengesellschast des katholischen Vereinshauses“ zu
Spenher hat die „Vereinsdruckerei“ daselbst für 600 M. jähr—
lich in Pacht genommen. Wie es heißt, wird beabsichtigt, dem—
nächst eine neue katholische Zeitung in dem Sinn der früheren
„Rheinpfalz“ herauszuoeben

Das „Berliner Tageatndt“ hat das Werk des bexuhmten Dichters
ur ausschließlichen Versffentlichung in Deutschland erworben, und
st in der bevorzugten Lage, diese literarische Perle seinen Lesern darbieten zu
hnnen. Anfang des nächsten Quartals beginni die interessante Dicht⸗
ing im Feuilleton des „Berliuer Tageblattes“ zu erschein en worauf
vir schon jeht aufmerksam machen. Abonnements werden jederzeit bei den
Reichspostanstalten entgegengenommen. Eine möglichst frühzeitige Bestellun
ist je denfalls geboten, damit der Empfang des Blattes vom Beginn des Quar⸗
tals ab gesichert sei.

Die sonstige Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und Gediegenheit, welche aner⸗
kanntermaßen den Inhalt des Berliner Tageblatt“ auszeichnen, sowie die
werthvollen Beiblatter: die belletristische Wochenjchrift „Deutsche Lesehalle“,
das Mufstrirte Wißzdialt „Ulke und die „Wittheilungen uber Laudwirth⸗
schaft, Gartenbau und Hauswiethschaft, bei dem billigen Abon⸗
nements·Preis von 3 Werk. 25 Pf. pro Quattal (fur alle vier Blätter
usammen), haben den Leserkreis stelig vermehrt, so daß das „Berliner
Tageblatt“ gegenwärtig ca. 76,000 Abonnenten besiiĩtzt.

Als Pfarrverwele
b e exnannt
en, medaction verantwortlich: F. x. D emenrn
Friedrich Spielhagen, der mit seinem letzten Werke Quisisana
wieder einen glaͤnzenden Erfolg erzielle, hat, wie wir hoͤren, ein neues Wert
unter der Feder, welches eintr baldigen Vollendung entgegenreift. „Angela“
deutelt, ist dasselbe gleichsam ein Pendant zu Quisifaua“, — eine echte und
rechte Herzensgeschichte —, doch bildet diesmal eine Frau die Hauptfigur und
den Miutelpuntt des Romanes, auch gestaltet sich die Entwidelung in ihren
onsequenzen tragischer und ergreifender. —
Versteigerungs⸗Be⸗
kanntmachung.
Auszug.
Montag, den 7. Februar
1881, Vormittags 10 Uhr zu
Ensheim, in der Wirthschaft
von Heinrich Fries,
werden durch Karl Auff⸗
schneider, Rechtskandidat in St.
Ingbert wohnhaft, Amisverweser
des igl. Notär Franz Sauer,
als gerichtlich ernannten Ver—
steigerungsbeamten, im Zwanas⸗
wege,
gegen Andreas Eberhard
Ackerer und dessen gewerblofe
Ehefrau Katharina Vogelge⸗
zang, beide in Ensheim wohn⸗
haft, Solidarschuldner, gegen
Johann Peter Noel, Fabrik—
arbeiter daselbst und gegen Peter
Wustner, junior, Ackerer da⸗
selbst, die beiden Letztern Dritt⸗
besitzer,
die nachhin bezeichneten Lie—
genschaften in der Steuerge⸗
meinde Ensheim, öffentlich zu
Eigenthum versteigert:
—
qm Acker hinter den Pfaffen⸗
bäumen;
Plan-Nr. 1835, 8 a 20
qm Acker am Rohrberg;
Plan-⸗Nr. 1836, 9 a 50
qm Acker allda;
Plan⸗Nr. 64, 1 4 Fläche
mit daraufstehendem Wohn⸗
hause, Stall und Hofraum,
gelegen im Orte Ensheim;
Plan⸗Nr. 336, 12 Wiese
in den Baumgärten;
Plan⸗Nr. 3135, 19 4 40
qm Ader in den unter⸗
sien Theilungen;
Plan⸗Rr. 4805, 11 a 20
qm Acker in der Lang—
wiese;
6944, 4 a 80 qm Ader
am Trieberg,
Plan Nro. 3418, 7 a 80
qm Acer im Eschringer
Allment;
Plan Nro. 2528, 8 a 90
qm Acker in der Ziegel⸗
ahnung.
Die Liegenschaften kommen
einzeln zur Versteigerung.
Die nähere Beschreibung der
Versteigerungsgegenstände, sowie
die Versteigerungsbedingungen
können bei dem Versteiger⸗
ungsbeamten eingesehen werden.
St. Ingbert, 21. Dez. 1880.
Der Versteigerungsbeamte
—ARI
—XX

—— ———— — — —————⏑—2O—
Asesssnachrichten.
ch wurde Kaplan Boßle von St. Ing

Geschäfts⸗
Empfehlung.
Unterzeichneter beehrt sich hier⸗
nit ergebenst anzuzeigen, daß er
unterm heutigen das Mühlen⸗
zeschäft seines Vaters über⸗
iommen hat und den Kleinver—
lauf im Hause an der Kaisferstraße
weiter betreibt.

St. Ingbert, 18. Dez. 1880.

Joseph Hellenthal,
Müuller.

Christbäumchen
zu haben bei Gärtner
Klahm.

Unterzeichneter empfiehlt bestens:
sornmehlper 25 Pfd. — 3.75
Kleien - 141.60
— g F Pfid. — 20
Filzpantoffeln Schwingnebt 23
mit Fuzsohlen von 75 pfs. Blummehl Nro.d — 23
bis Mil. 80 pf. per Paar bei ..„ Nro. 0o — 28
F. H. Laur. Jos. Gellenthal.
α ο⏑
öFerrogl Braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Staate genehmigt und garautirt.
Dieselbe besteht aus 94 000 Original⸗Loosen und 48.000
Gewinnen.
1 Haupttreffer ev. 450,000, JHauvttreffer 2 12,000,
7 à 300,000,. 22 10,000,
150,000, 8000.-
100 000. 6000..
75,000, 5000,
5000, 20
700, 3000,7
60d, —88
25,000, 1000,
20,000, 500,
15,000,1
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 15. — 14. Januar 1880,
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganzo Halbe Viertol Achtol
16 Mt. 8 Ml. 4 Mt. 2 Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.
Icder Spicler erhalt die Gewinnlisten gratis.
.32SItes,
ner der Braunschw. Landes⸗VLotterie
——— —

Wasserdichtes

Lederfett
in Un, Us, u. Rapfündige Blech⸗
dosen, zu 70,40, und 20 Pfg.
per Dose. Kittledercerene,
Lederappretur, Wichse
in Blechdosen bei
—Saue

Wormser
Erport-FCagerbier
bei Heusser.

Caloschen
Leder &amp; Filzstiefel mit
Holzsohlen bei

F. . Laur

1

In allen renommirten Musikalienhandlungen vorräthig.
Drassiisch! som Driginell!
Stiefelknecht der Petroleur
oder
Die Geheimpolizisten
heiteres Duett für Tenor und Baß
mit Klavierbegleitung componirt von
hermaunn kipher
Op. 59 nebst eingelegten Singstimmen M.3.

Es existiren eine Unmasse komischer Scenen, aber selten wird
in so effectvoller, drastischer Weise wirken. als das vorliegend,

uett.

Die Geheimpolizisten Packanowsly und Schnauzikowsky vigi⸗
liren auf den berüchtigten Communisten Friß Stiefelknecht. Die
Hauptwirkung der Scene beruht nun auf dem Umstande, daß sich
die beiden Sicherheitsorgane gar nicht kennen und da fie mehr
diensieifrig als schiau sind, so ergiebt fich bieraus eine Reihe der
ergotzlichsten Mißverständnisse.

Es dankbar und wirkungsvoll der textliche Stoff schon an und
fur sich ist, so hat es der Dichter — Componist Kipper verstanden,
den Text in so an⸗ und entsprech ndes, gediegenes musilalisches
Vewand zu kleiden, daß die Gesammtwitkung das Motto: „Du
follst und wußt lachen“, verdient.

Gegen vorherige Einsendung des Betrages versende ich franco.

V. 3J. Tonger's Verlag Köln sa. Ahz.

Knaben⸗Anzüge v. M.
2.30 an empfehle in allen
Gröoßen, sowie Schützen—
joppen, Arbeitskleider
billiast M. Haas

Oberstadi

d a v —⏑ —
Drud und Verlag von F. X. Deme f in St. Inabert.

—

*4

— — —
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        <pb n="805" />
        * 2583235
328 3255 385 338385
* 228 555222 23 3354 235—58
* 22 232 23388 52553 —585 52385 5 28
233533 332 2 z35—553833833 553 3535 25558356
5332838 358 — 383735 7— — 28538353 585 ———
2 — ? 28 * 2 — — X
5555 S57 8 383275325 35 *322 — 8 23—2858 2
5 — 23— 8 o S2 — 53 — ẽ VI 8* 8 28 33
525358 78 5 —33338 25 3—588 —
3283 S4 * J * 2—⸗ i —8 2 ——2832—
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S —2 253 3* 3 8 5353323 —»S—3E22 8 88* 353 578 *3
A 3 —— 8 —A————— — — 8 3238328332725 5*
5* — 3 55E”kES8SF 50 . 3 55 2528 —38382 3
— * — * 8 2555 —87 * * 5 7 887* — 282
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2382 5 —5 2 83 —A — — 3 —5 32— 3225 2 *8
* — —— 8 *8 * 22* 3 —— — , 3* *
5 52 5 2553 3 5333 —— 26 ——— 535 283 ——
8 — 228 33335253 88337
— 5 5 — 52828 2 74 525 238.5 55 3328 —
— — 5 —— 2* 253258
—A 28 55238522 353 S 2 *S — —
2—35 2 53 *æ—5— —z535 z5355 5255332 —z 38 2
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* 2 —
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23—z —532325 238225322 5323 2— 555785855 —A
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3335338* —55533533 —28 7335 —
— — 25535 3332338 —8 “5 — 8 — 2 — 2 —2* —
5355 38585522 53225375* —— — 525 527 358 53555255
3227* 35 A 235 — 358 —52 585 —535335 —
225 — — 255223 7* 22 253 52 5 *.
—AX —— —2——D —D5.57— 8665 3— 588
z3 5 35 5z588* 3582—3.. —32853 23 2 87 — 3
53352 33 2 5353 785333568 —
* * 532 — — —— 5*— 7 5* 8 * ————— F
52 —3 33338 — — 285* —A 23——588835 385882
— ——— 5288 25532835— —28 3258 —
385—82 55 35585S—3* — ——2 —2
*5 58 38 5*
4—
*
22 2
T2853 2 8
z52 *— ESLISSSS 3338
2 —5532 332255* 22
— — 235S5535 ——3
2522 485532538 55352357 53583238
— — —8
—3z227— 258 255 323535 333238 —33357 —5
— —*—28 2353557 — —S 8* 255 2* 22 55 —2, 75282
— —8 52 5 22 3 23585 2 2322
5333385 ——— —A 3 —77 z327
38 63333 382323 33825
2 — —— 7 * B. — — *
36 5S8688 —s333833386632887 „WMOS 3 55382
— ——— — z833
2 8— 57 —— 2 —8
— 3822 288 578 —3833 — e
2
555s332387 23323 355887 —53* 53 —338255
s535335525 — — 7 3555225 7238 — —
—22323 72535 — 525 2 — —55—2328 ——5837
835335 2 5—38 58552 5555335332353 — 2*5
E 2 —A 2* — 535355 28384* 25 — 228
5368 c —— —— — — —5 — — —A N — 22
2552 2232. —⏑—— SE28 —A — 5833255
83833
22355 —— —— E 8* — 2238* 538 8 255 —588255 2 9
33853
88 — 25 —2 — * 25E 53 38 3 S Sger⸗
388* —c3222 2 —A— 58388 53236728 —
2—23 —2 22537. 7 * —— — 332535 238228
8 I 3 23 3336708 555 52* ——— 22* —
—— 582 3258 25*7 —A 5262 5235 — — —*—*—2— — 2
28582 2* s 2: 2 E 2333358* 22 58 3 28 8
* —A— 3 —5553228 —* 53253 8* 285 —— —
—2 2558 32552 z—*50 5860 z—53235 3* 5—250 —32355
— — — 68* 3
2 —5525 — 2*
* — 255
2c23 . 5 23 —— 2
— 5338

2
22 22 4222 2882592 5.228
22 52 583235 2 23385—35— ——853—3——234323235 — —8c 3c
553545533863835 32 —5*
823 —8 — — DS — 2y * — 8 552 —
353 30 8 8353 5 A53683538 24
853573 837 —3353 3336 3—32 —— —
—8 * — — —52— A — *. 2
2522 — F —E 853 2Ek24 — 33 232825 — *
28555583532 2 —536 158835—— —852533333552
5 * p 3 —
— — 3282 58 * * — —— 5 J552 —3 B3 — —
S 52 22 8 * 3 — 52255 ——
35*—2423 —A 5253555*ẽ 3885
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53 —— —238—— 35 4 388 2533332 8 353 3 55
55*3— 5— 353— 5285885 * 228 2———3253 2528
2 553 25 3 —3 532 — .5 2823 ———— 2
2 —A 2 3z5338 2 25 22 32 — —238335
— 23383.25 — 2228 23— 2383552* —5—
— —— 555553 2582355
5 35 35— 23354 55553833385333
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253 25*3 —2235 ————— — — —5 5 2
— 8 25 5*.55832 ——— 25827c2 8 2523255
—z—z5 3 — — * 5 55 82 z5532 5 8338333525
* — 5385 — 5—553535232 z——88—33
— 25— —585 2 50 2 222 — 5 225 AA 535
—A — — 33255 52 52.35385 ——
XS 8800 8 —8 S2 S 77 —33 5 23 — 8 SE2V
3 —* —S—— — 55 —* — * 5* 35
—3833833653683 s53353353333 283358 532c58
— 25 843 * 5225 525225 — 225 *
3 3 533 88333532338 —
—5 — ** a *
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25 538 358323 *—2 533 — — * 3882* 22532
2 2 r —* 8 * — *
333533636 3—— 383— ——
—35 s 3—
. 5 58 2 — 2— — 35323 EAI
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433338836
35388 —
—3323338 2223* —
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333533358 — —F —88

5353 —————— — 28

53338338 55 3⸗ 558 — ———
57 338 —5855 33
—*5 S S 3 A 282
558 783 3853 38
52 — 7 5 * —8 * 2 355 e8
5235 —A 3835233 55 * 323 838380 kz3—3
3 — 58355 ? 5 28 532222 52 — A
2— * — 5* 3* * —5338 E4
— 2*27S 32355863 5* 225 3 552833538 28
s3 2 2 2 —— — 2* 235337 3353 5
* — 6833368 2* 53 *8
35383 5685 z583833 5 —783 734
—V 737 58* 287 5 522 228 32 ——
— *2 22* 88 * 8
38 Z 29 2* — —— 23258
53 — * 28 XEXN —A— 353353
2 53 2 38 3— S 8 35533553
332 25 5z32*2 —— 253—2 533553 52
525 5. 222 652 5538 2—z 5552 —* 5823 —— W 53 —587 — —
A — —— 5235 335* 333357 4
—c553325* , 2358 8 — —— 533
* * 5338 e ——
5 3 52 524 58 538 —A z332 — —23—
53 83 ——
263333 3 36 53355333335
2 — OS2 —— 53 532383
* 52*3*88 5 *23587— —23 323
33333628 3535533333
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57 58 25332325
2. 5538 —

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5 5537
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        588.
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55 3258 2 3333227 2* 552 2 d — *. * —
— 777— 3332368 27 33838
3323 8 —— 5353387 —8 253232 22 —A — * *
283827 222 53 3333 53 5 3* ——— —
2* 25353 8 3 *3 25383.5 2 J — 7
35388 533533 33 ——— 588333 5
22 —— 66 28288 i8 2282 — ——————— 833333 2 ——
28333335 2 33557 3 3
33333535 7 e
5 5 7— 8 8 332 —A 225 — 3 2. 8 — 228*2 5
133.* 5 —— — 553 2 *535 E. 8 5538 —
338 855 —2 53885 —— 12 5* 388* 238
7358 57 —8 3 5 — 2. 5222 — — 22
* 82387 238353 8*3 233 25332.5 — —— 35
8 — —— 2 2 5321 355333 3 2. 23332. * * * ————
*7 2 22 335 * — 2535 — 5823535 3 35 77
ß 53323535 53833 5 —— — 2 ——8 5533.3 25 252 38
F 8 * —8. — * 22 35 2 52 * 3 755* — * 2 5
J5 J——— 357
53253358 23*338333 2 * 5 575233 —— 5
5 3228 * — 38253 337 53 33389 35
— 37 ** 23 —— —2— 533333533 ** *355 5 9—
3533 52 —2 * 2 — * —8* 3335332 *8*7
*
3573523535 — 5337 3335* 23
53 2. 2*4 2 * ——— —3 — *523 2557 7—
33532*7 2.* J 2333 ——— F
53338535 S8 3 4 —5
3 28.8 —; 53335535 3
A —A 5 5332
7538 32823 58
5 222 —
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22* 2.* 33535322 90 2323258233
535534 2 * 2 — 52 532322 523 —
2. 2 523855 2835 353355 38335 872
5533 —5 33353 83233 5555 3 22 3—
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2 * — 323335 2525 22 7— 0 5*22 252—
533 ——333 55 135386823 2
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583 —355738 33733 3333335
53. 32 *5 5.3 —6232223 260— — 32.5333—
5. 5,523 3 53333333353 5. Lge 575233
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3— 368 3383

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3223, 3323 3. 9 36—253 53,3 —333

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3 — 3a24 38 257— — 22

2.32. 2788 3 232353328

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— 22 7 2 2.53 23 33*562

85 35* 352 52 83 53383. 3595

— 3.— —Xx —52573 53337—858

33—68 3383

22* 222 27* 332 * 2 2 —— 233.

5333 3 — 53833 533.23 5.

33 25 328 223 *5 *—5 * *

2.— 25335233237 35237e—— 22 2 78 .3

5353 5 55355 53533 523 9* 2.7

333355— —S2— ——— 33 2. 8 2 32232528

283322323 2* 323337 7 8** 52358

38*3 —353332338 756338

Q05 32388 25833533 3 *22233

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—32 2365*3 8 88 — ——

325258 333223 2298338 23533235

— 2* 2 * * * * —8*

2 53 3—328323. 3536253 335 3335 553 333532

233 3933553 3393353 83323 332
* 8 2* 2* 2

333 2523 72 5 2

—

de

1
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        — 2
Dder ESt. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Beie⸗
lage) erscheint wöchentlich viermalz? Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounementépreis beträgt vierteljährlich
A 40 Z einschließlich Tragerlohn; durch die Post bezogen 1.A 60 4, einschließlich 420 Zustellgebüuhr. Auzeigen werden mit 10 H, von Auswaäris
ä&amp;LLO J
M 204

αäÄä äÄÑèMsh Wasi WcäÑñ
Donnerstag, d5
1880.

Abonnements-Einladung.

Für das mit dem 1. Januar nächsthin beginnende neue
Quarial laden wir hiermit zum Abonnement, auf den

9 —

„St. Ingberter Inzeiger
amtliches Organ des kgl. Amtsgerichts St. Inabert,
ergebenst ein.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchentlich viermal,
weimal mit Unierhaltungsblatt und Sonntags mit illustririer Beilage.
Der Abonnementspreis beträgt viertelsährlich 1 M. 40 Pf. ein⸗
schließlich Trägerlohn, für die Postabonnenten æ M. 60 Pf., ein⸗
chließlich Zustellgebühr. —— I

Reubestellungen nehmen auswärts alle k. Postanstalten, hier
die Expedition und die Träger entgegen. Die bisherigen hiesigen
Abonnenten erhalien den „Anzeiger“ auch im neuen Quartale fort⸗
jeliefert, wenn sie nicht ausdrüdlich abbestellen.

Unser Bestreben wird sein, den Leser über die politischen
Tagesereignisse in kurzen, orientirenden Zusammenstellungen auf dem
Laufenden zu erhalten; daneben wird auch ferner ho kalen und
provinziellen Vorgängen unsere Beachtung zugewendet
bleiben. Auch mit interessanten Füllen aus dem Gebiele der Rechts⸗
oflege, sowie mit den wichtigsten Handels- und Verkehrsnachrichten
wird der „Anz.“ seine Leser bekannt machen.

Das ,Unterhaltungsblatt“ und die illustrirte Sonntagsbeilage
verden in spannenden Erzählungen, heiteren Anekdoten, Räthseln
ind Gedichten eine unterhaltende und anregende Lektüre bieten.

Inserate werden in den „Anzeiger“ zu dem bekannten Preise
aufgenommen, und sei derselbe einem geehrten Publikum zu Ver—
oͤffentlichungen aller Art geziemendst empfohlen.

Die Redaktion und Expedition.
Deutsches Reich.

Die „Nordd. Allg. Ztg.“ hört, die deutsche Reichsregier⸗
ung habe im Interesse der Erhaltung der Gemeinsamkeit der euro⸗
däischen Verhandlungen sich geneigt erklärt, auf den nunmehr amt⸗
lich mitgetheilten Vorschlag einer schiedsrichterlichen Entscheidung
der türkisch⸗griechischen Frage, wenn die anderen Mächte zustimmen.
rinzugehen, jedoch die Vorbedingung gestellt, zunächst die Pforte
und Griechenland zu befragen, ob sie dem Schiedsspruch der Plächte
sich zu fügen bereit seien, und zugleich vorgeschlagen, daß die Kabinete
jür den Inhalt des Schiedsspruches nicht das Erforderniß der Ein⸗
timmigkeit aufstellen, sondern die von vier Mächten gefaßten Mehr—
Jeits beschlüsse auch sür die Minorität als bindend ansehen. So
ange die Mächte sich nicht über dieses oder ein anderweitiges Pro-⸗
zramm unter einander einigen und dafür die Anerkennung der
Pforte und Giechenlands so weit gewännen, daß deren Bereit⸗
villigleit, sich dem Schiedsgericht zu fügen, außer Zweifel stehe,
verde man sich immer vor der heikelen Frage befinden Iwiee die
Beschlüsse der Mächte nöthigenfalls auszuführen seien.

An Stelle des vielbesprochenen einmaligen Steueretlasses in
Preußen soll nunmehr beschlossen werden, die Erhebung der
itersten Stufe der Klassensteuer dauernd in Wegfall zu bringen.
Dieser Steuer⸗ Erlaß wurde demnach zu Gunsten aller Derjenigen
tatifinden, welche weniger als 600 Mt. Jahreseinkomen haben.

In Berliner diplematischen Kreisen hält man die verklaufulirte
Annahme des Schiedsgerichts (in der griechisch⸗türk ischen
Frage seitens Deutschlands für eine indirekte Ablehnung.

.* Ausland.

Nach den jüngsten Nachrichten aus England glaubt man, daß
n Irland die Krifis demnächft eintreten wird. Der bereits als
Koönig“ bezeichnete Agitator Parnell so gut wie die übrigen
ingeklagten Parlamentsmitglieder wollen sig nämlich zu ihrem
Prozeß nicht stellen, sondern nach London in das Parlament gehen,
vo fie natürlich unverletzlich wären. Man wird sie aber zwangs⸗
weise zu verhaften und vorzuführen suchen. Für diesen Fall er⸗
vartet man einen gewaltsamen Zusammenstoß. Die Regierung
chidt Regimenter über Regimenter nach Irland; die Homerulers
chalten aus Amerika beständig Waffen und Freiwillige. Man
oricht in Irland bereits laut von „blutigen Weihnachten.“ Die

Nie erwerfung der Irländer in diesem Falle ist natürlich nahezu
zewiß: aber die Schwierigkeiten jener Frage fangen nach der Wieder⸗
jerstellung gesezlicher Zustände erst eigenilich an.

Aus Vetersburg wird gemeldet: In Orechow, einige
Werst von der Station Nowgorod-Losowo der Sebastopol⸗Bahn
entdeckte die Polizei in einer Scheune nahe an der Eisenbahn einen
risch gegrabenen Tunnel kurz vor der Rückreise des Kaisers aus
Avadig nach Petersburg. Die Verbrecher sind noch nicht verhaftet.
Der Besitzer des Gutes, auf dem die Scheune liegt, erschoß sich;
ꝛin Sohn desselben wurde schon früher nach Sibirien derbannt,
ein anderer ist jetzt verschwunden.
erm ischtes.

*St. Ingbert. Der Ausschuß des Vereins gegen Bettelei
hat in folgender Weise Fere Chargen vertheilt: J. Vorstand Hr.
Hosthalter Conrad, II. Vorst. Hr. Bürgermeister Custer,
Rechner Hr. Kaufm. Karl Uhl, Kontroleur Hr. Kaufm.,
J. Beer, l. Schriftführer Hr. Realienlehrer Schlich, ü.
Schriftführer Hr. Lehrer Drumm.

r.- An nächsten Weihnachten wird die Familie N oll in
dirkel ein Fest feiern, welch ähnliches noch wenige Familien in
tirkel zu feiern das Glück hatten. Es ist dies das Fest der gol⸗
enen Hochzeit. Der Jubilar, Jakob Noll, wurde im Jahre
808 geboren, verheirathete sich 1830, erfreut sich noch der besien
Besundheit, ohne ergraut zu sein, übt sein Geschäft als Schlag⸗
üter und Holzsetzer noch in voller Manneskraft aus und spielt
nach der Tagesarbeit bei einem Glase Bier vergnügt und munter
ein „Solo“. Die Jubilarin ist 1810 geboren und, wie der
Jubilar, kerngesund und immer zufrieden. Das Ehepaar hat 36
ẽnlel und 1 Urenkel. Möge der Himmel dem rüstigen Ehepaar
ioch recht lange gnädig sein! —

Die Gemeinde Kirkel⸗Neuhäusel hat nach der
heuerigen Volkszählung 1394 Einwohner, 702 männliche und 692
weibliche, gegen 1802 im Jahre 1875; mithin eine Mehrung
von 92.

*. . Zum Bezirkzamtmann in Zweibrücken wurde sicheren
Nachrichten zufolge der Bezirksamts-Assessor Hr. De. Enl Schlag⸗
ntweit in Kitzingen (Unierfranken) befoördect.

F Die konigliche Regierung der Pfalz gibt bekannt, daß
Bittgesuch e um Gewährung freiwilliger Staatsbeiträge für
Herstellung von Unterrichts⸗ und Kultusgebauden nur dann berück⸗
ichtigt werden können, wenn selbe nach erschöpfend vollzogener
Sachinstruktion auf dem Dienstwege durch das kgl. Staatsministerium
des Innern für Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten an die Kammern
des Landtags gebracht werden.

F Nach der Volkszählung vom 1. Dez. 1880 haben
olgende Städte Bayerns über 15,000 Einwohner: München
228,372, Nürnberg 99,777, Augsburg 61,598, Würzburg 51,004,
stegensburg 34,360, Fürth 30 763, Bamberg 29,875 Kaisers⸗
autern 26,128, Bayreuth 21,975, Hof 20,908 Landshut 16,631,
Zassau 15, 3060, Speyher 15.229, Ingolstadt 15,207. Ludwigs-
afen 15,063.

* Vom 1. Januar 1881 ab kann im Verkehr zwischen
DdeutschlandundLuremburg die Einziehung von Geldern
is zum Betrag von 400 Mark im Weg des Postauftrages
Statt finden.

Auf den Viehmärkten zu Qui rn bach wurden im Jahre
880 verkauft: 279 Fassel, 1227 Ochsen, 742 Stiere, 1811
dühe, 1260 Rinder und 103 Pferde, zusammen 4922 Stück Groß⸗
ieh um die Summe von 836,1871 M Im vorigen Jahre wurden
3535 Thiere um 757,327 M. daselbst berkauft heuer demnach
nehr 1387 Stüd und mehr erlöst 79,344 M.

F In Kriegsfeld und Oberwiefen kommen dieser
Tage, wie die „Pf. Post“ meldet, 28,000 Mark an die S
zürger zur Vertheilung, welche von der Siadi Alzey in Folge
Spruches des Oberlandesgerichtes wegen vorenthaltenen Weid⸗ und
Hiebrechtes an diese Gemeinden herauszuzahlen sind.

Das Loos Serie 1269 Nr. 51 der Haidhauser Kirchen⸗
baulotterie, auf welches der Hauptgewinn von 80.000 M. fiel,

— æ-
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        wurde, wie die „Pf. Pr.“. meldet, durch J. Schäffer's Buchhand⸗
lung in Grünstadt verkauft. Die glücklichen Gewinner sind
Heinrich Baab, Heinrich Heeß, Jakob Heeß und Idh. Mühlbach,
sammtlich in Dannenfels. 3 3 J

Aus Meqhrerzhei m komm die traurige Nachricht. daß
dort die Halsbräune schon seit zwei Monaten in solcher Weise
wüthet, daß von ca. 100 erkrankten Kindern nicht weniger als 26
dis jetzt gestorben find.

FSpeyer. Seine Exc. Regierungspräsident Staatsrath
b. Braun hat aus den Zinserträgnissen des seiner Disposition unter⸗

stellten Fonds für Gemeindezwede mehrete Gemeinden für gemein⸗
nützige Anlagen mit Unterstützungen im Gesammibetrage von 1511
—DD ——

7 Die neuliche Volkszählung hat für dle Stadt Saar—
brücke n Leine otisanwesende Vevölterung von 9514 Personen
ergeben, was gegen 1875 eine Vermehrung von nur 467 Seelen
»der 4,9 pCt. ergibt. — For bach zählte am 1.d. M. 6852
Finwohner, gegen 1873 eine Vermehrung von 1116 Personen.

»Fur die Redactlon verantwortlich: F. X. De me v. —
Caloschen 75
Leder &amp; Filzstiefelmit
Holzsohlen bee
— F. H. Laur.

In den Waldungen der Herren
Gebr. Krämer wird die
Ausbeuie von Sand aus der
Hrube auf den Sechseichen pro
1881, auf dem Submissions-
wege an den Meistbietenden ver⸗
geben.

Die Submittenten werden er⸗
sucht ihre Eingaben dor dem
28. Dezember l. J. an den
Unterzeichneten zu senden.

St. Ingbert. 14. Dez. 1880.

Küßwetter,
Oberforster.
Wasserdichtes
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dosen, zu 70,40, und 20 Pfg.
per Dose. Kittlederereme,
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Am 2. Weihnachtstag
von Nachmittags 3 Uhr an

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bein⸗ Jaͤkob Quirin⸗

. Mentriich

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vohes Alter
önnen selbst 4,
rlangen.

Memand versaume deshalb, sich
ofort d ben erschienene Buch
ngnschafsen. wesches die am häu⸗
gñen nufitecenden Krantkheiten,
— chwaͤche,
Fagenleiden, Nervenleiden
Leberbeschwerden, Blutar⸗
nuth, Hämorrhoiden Band⸗
vurm u. s. w. genau beichreibt
ind dagegen die wirkjsamsten
Zausmittel angiebt. Dies Buch
st gratis zu haben in St.
Ingeert bei Herrn J. Fried⸗
ich.

Ance PKersonen

Des heil. Christ⸗

festes wegen wird
am Sonntag kein Anzeiger ⸗aus⸗
gegeben. Annoncen für das
Sauistagsblatt werden bis mor⸗
gen (Freitag) Vormittag an—
genommen. Die Expedition.

2 Zimcaer hat zu ver
miethen Ludwig Fettig
im Josephsthal.

A ch
Smüddeutsche Presse.
und Münchener Nachrichten.
Herausgegeben von Dr. Cajus Möller.

Das genonnte größte, reichhaltigste und angesehenste Blatt von
Munchen hat unter seiner jetzigen Kedaktion seit jetzt bald sechs Jahren
da⸗ eben jetzt wieder stärker angefochtene Banner deutsch-⸗ nationaler
und liberaler Gesinnung im Laude Bayern mit stets wachsendem Er⸗
folge vorangetragen. Es ist in der baherischen Hauptstadt wie auf
em Lande, namentlich in Altbayern, Schwaben uͤnd der Pfalz flark
verbreilet und genießt auch weit über die Landesgrenze hinaus publi⸗
zistisches Ansehen und Gewicht.

Die Süddeutsche Prefse“ bringt allein unter allen bayerischen
Zeitungen einen ausführlichen Bericht über die Verhandlungen des
dayerischen Landtags noch am Sitzungstage, ebenso uber die Berath⸗
ungen des Münchner Magistrats und Gemeindekollegiums. Ihr lokaler
* provinzieller Theil ist der reichhaltigste irgend einer bayerischen

eitung.

Die neuesten Erscheinungen aus dem Bereiche des Theaters und
der Musik werden in dem Blatte von allgemein anerkannter Feder be⸗
sprochen. Sportsberichte, wie namenilich die Rachrichten aus bayerischen
Garmisonen haben die SUddeutsche Presse“ in den militärischen Kreisen
weit verbreitet und haifen derselben dort stets neue Freunde zuführen.

Tie Suddeutsche Presse“ ist das einzige Munchener Blatt, welches
den offiziellen Kourszeltel der Munchener Börse unverkürzt zum Ab⸗
drucke bringt. Ihr handelstheil gibt dem Leser einen sichern Ueber⸗
blck über aͤlle Bewegungen des Effelten⸗ und Produktenhandels u. . w.

Der Auijchwung deInseratentheils, beweist die Wirk⸗
samkeit der uns anvertrauten Inserate in den kauffähigsten Schichten
deß Publikums. Wucherien serate oder solche bedenklichen Cha⸗
ralters sind un bedingt ausgeschlossen, so daß das Blatt
auch in dieser Beziehung der Familie unbedenklich in die Hand ge⸗
geben werden kann. Die Inserate werden mit 20 A pro Zeile berechnet.

Die onwissenschaftliche Beilage J

Paytrifche giltralurblätter
enthält außer Erzaählungen und Slizzen kritische Bilder aus der baye⸗
rischen wie det deuischen Literatur und Geschichte.

Im Feuilleton erscheint von Mitte Dezember ab der interefjante
englische Familienroman
„Gelen e“

AS Neu eintretende Abonnenten erhalten denlelben gratis
nochgeliefert. A — X

Der Aboennementspreis beträgt pro Quartal 8 Mark.

München, im Dezember 1880. —WM

Die Erpedition,
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Rerzogl. Braunschweigische
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vom Staate genehmigt und garantirt.
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22 282.22 — —
255253 55233 523538 535 5—

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33583 —2337—337357
8B32 — 233233 ——z222— 3 —A
35· 2 * 522 23 DT3 23523
2 2. 2.3 — —232722. —28 235372
2323333338 2358333 53338235 533523
*252 —9 22 R3 2222 522.* * 2328
1333 2*82385a2 373
252237 75 — ——
3222 — * * 259 4553
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27332 3 * 5725
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        Sl. IAngberter Anzeiger.
Der Et. Ingberter Anzeiger und das (2 mal woͤchentlich mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntags mit illustrirter Bei⸗
lage) ericheint wöchentlich viermalz Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementovreis beträgt vierteljahrlich
1MN 40 ZBeinschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 M 60 , einschließlich 4x0 4 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 HB, von Auswarit
mit 15 3fur die viergesvaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 A pro Zeile berechnet.
1880.

——z*—— ——“‘“ —2 —
As 20o5. Sauaunustag, den 285. l⸗
Deutsches Reich.

Die Berliner officiöse Provinzial-Corresp.“ bespricht die letzten
Reichstagswahlen, bei welchen einige Sitze der Nationalliberalen
und Freiconservativen in die Hände der Fortschrittspartei überge⸗
gangen seien, und richtet an die nationalliberale Partei, wenn sie
anen weiteren Abbröckelungsprozesse vorbeugen wolle, die Mahnung,
sich des entschiedenen Gegensatzes zu den Sezessionisten bewußt zu
werden und zu ihren politischen Grundsätzen zurückzukehren. Sie
werde sich auch künftig der Compromißpolitik nicht entziehen dür⸗
fen, welche keineswegs ein Aufgeben der liberalen Grundsätze er⸗
jordere, sondern letztere nur unter Berücksichtigung der praktischen
Ziele und Bedürfnisse im Staatswesen und unter Beachtung anderer
ur Mitwirkung berufener Parteien verwirklichen wolle. Die Re—
zierung habe ihrerseits das Zusammenwirken mit verschiedenen und
elbststaͤndigen Parteien nie anders verstanden.

Ausland.

In der französischen Deputirtenkammer stellte bei Bera⸗
chung der einzelnen Artikel des Gesetzes über den Elementarunter⸗
richt Bischof Freppel zu Art. 1, welcher besagt, daß in den öffent⸗
lichen Elementarschulen Religionsunterricht nicht ertheilt werden soll,
die Schulen aber einen Tag in der Woche, außer dem Sonntag,
aussetzen sollen, damit die Eltern ihren Kindern, falls sie es wün—⸗
schen, Religionsunterricht ertheilen lassen können, ein Amendement,
welches dahin geht, daß der Religionsunterricht einen Theil des
Schuͤlprogramms bilde. Dieses Amendement wurde mit 837 gegen
136 Stimmen verworfen.

Der französische Senat hat schließlich doch das Ausgabe—
Budget für 1881 so angenommen, wie die Abgeordnetenkammer es
festgesetzt hatte. d. h. er hat seinen Widerstand gegen mehrere von
derfelben beschlossenen Abstriche am Kultusbudget aufgegeben.

England acceptirte den Schiedsgerichtsvorschlag, indem es
die deutschen Vorbedingungen für discutable erklärte. Oesterreich
machte die deutschen Bedingungen zu den seinigen.
Vermischtes.

* In der Sitzung des Schöffengerichts St. Ing ber t vom
22. Dez. 1880 kamen folgende Fälle zur Verhandlung: Ein Mann
bon Schnappbach erhielt wegen alliguementswidriger Bauführung
eine Geidstrafe von drei Mark; — ein Knabe von St. Ingbert
wegen Diebstahls eine Gefüngnißstrafe von zwei Tagen; — die
Verhandlung gegen einen Mann von Homburg wegen Betrugs wurde
in die Sitzung vom 18. Januar nächsthin vertagt und die Vor—
führung des Ängeklagten verordnet; — ein Bursche von Schierer⸗
iegelhütte wurde von der Anschuldigung der Verübung groben
Unfugs freigesprochen; — ein Bursche von hicr erhielt wegen zwei
Berussbeleidigungen eine Gefaängnißstrafe von fünf Tagen; —
zwei weitere Burschen von hier wurden wegen Körperverletzung zu
jen8 Tagen Gefängniß verurtheilt; eine Frau von hier
wegen Verufsbeleidigungen je 5 Mark zusammen 10 Mark Geld—
trafe; — ein gegen einen Strafbefehl hiesigen Amtsgerichts vom
28. Oktober obhin von einem Manne von hier eingelegter Wieder⸗
jpruch, wurde wegen Nichterscheinens des Angeklagten verworfen;
Ein Handwerksbursche aus Schweigen wurde wegen Bettels,
Landstreicherei und falscher Namensangabe zu je 30, zus. 90 Tage
haft verurtheilt und der Landespolizeibehörde überwiesen; — ein Hand—
werksbursche aus Gelnhaar (Hessen) erhielt wegen Bettels und Land—
streicherei je 14, zus. 28 Tage Haft und wurde der Landespolizei⸗
hehörde überwiesen.

Siu. Jugbert. In öjfentlicher Sitzung des hiesigen
Zchöffengerichts vom 8. Ifd. Mis.fand die Ausloosung der Schöffen—
für das Jahr 13831 Siatt und haben hiernach die nachgenanuten
Herren an den nachbezeichneten Sitzungstagen zu fungiren:

1.) Martin Heinrich Pulverfabrikant dahier:

1) am 12. Januar, 2.) am 20. April. 3.) am 20. Juli,
u. 4.) am 12. Oktober.

2) Kiefer Oskar Hüttenbeamte dahier:

1. am 12. Januar, 2.) am 27. April, 3.) am 20. Juli.
a. 4) am 19. Oktober.

8YAdi Fram Eduard Fabrikant und Bürgermeister zu Ensheim:

1.) am 26. Januar, 2.) am 27. April, 3.) am 27. Juli,
u. 4.) am 19. Oktober.

4.) Schmitt Jakob Schreinermeister zu Ensheim:

1.5) am 26. Januar, 2.) am 4. Mai, 3.) am 27. Juli u.
4.) am 9. November.

5. Hauck Peter Müller zu Rohrbachermühle:

11I.) am 2. Februar, 2.) am 4.) Mai, 3.) am 10. Auguft

u. 4. am 9. November.
6. Dörr Georg Franz Guätsbesitzer zu Triebscheiderhof
Gmde. Hassel:

1.) am 2. Februar, 2.) am 11. Mai, 3.) am 10. August
u. 4.) am 16. November.

7. Wannemacher Johann Bürgermeister u. Kaufmann

—. zu Ommersheim:

1.) am 9. Februar, 2.) am 11. Mai, 3.) am 17. August, u.
4.) am 16. November.

8.) Walle Peter S. v. Johann Ackerer zu Heckendalheim:

15 am 9. Februar 2.) am 18. Mai, 3.) am 17. August
u. 4.) am 23 November.

9) Reidiger Johann jr. Müller zu St. Ingbert:

1.) am 23. Februar, 2.) am 18. Mai, 3.) am 24 August
u. 4.) am 23. November.

10.) Demetz Franz Xaver Buchdruckereibesitzer hier:
15) am 23. Februar, 2.) am 1. Juni, 3.) am 24. August
u. 4.) am 7. Dezember.

11.) Fiack Johann Glashüttendirektor dahier:

1.5) am 9. März, 2.) am 1. Juni, 3.) am 7. September
u. 4.) am 7. Dezember.
1232.) Kahn David Seifenfabrikant dahier:

1.) am 9. März, 2.) am 8. Juni, 3.) am 7. September,
u. 4.) am 14. Dezember.

13. Krämer Heinrich Hüttenwerksbesitzer hier:

1.) am 16. März, 2.) am 8. Juni, 3.) am 14. September
u. 4.) am 14. Dezember.

14. Jakob Urban Bürgermeister zu Rohrbach:

1.) am 16. März, 2.) am 22. Juni, 3.) am 14. September
u. 4. am 14. Dezember.

15. Schmitt Peter Ackerer zu Oberwürzbach:

1.) am 23. März, 2.) am 22. Juni, 3.) am 21. September
u. 4) am 21. Dezember.

16. Heinrichsdorf Johann Direktor zu Schnappach:

1.) am 23. März, 2.) am 29. Juni, u. 3. am 21. September.

7. Hahne Franz Faktor zu Schnappach:

„)am 6. April, 2.) am 29. Juni, u. 3.) am 5. Oktober.

8.) Krämer Oskar Hüttenwerksbesitzer zu St. Ingbert:

1.) am 6. April, 2.) am 13. Juli u. 3.) am 5. Oltober.

19.) Weyland Johann Jakob Fabrikant dahier:

1.) am 20. April, 2.) am 13. Juli, u. 3. am 12. Oltober.

Die Sitzungen beginnen vom 12. Januar 1881 an bis 9.
März inclusive um 29 Uhr Morgens, vom 16. März bis 12.
Dktober inclusive um 8 Uhr Morgens und vom 19. Oktober
dis 21. Dezember inclusive wieder um 29 Uhr Morgens.

F Unser neuer Bezirksamtmann, Hr. Dr. Emil Schlag—
intweit, gehört der bekannten baier. Gelehrtenfamilie dieses
Ramens an und ist der jüngste von 5 Brüdern, Söhne des Ra—
thes und Augenarztes S. gest. 18534 in München. Von den 5
Brüdern sind 3, Hermann, Adolf und ˖ Robert, berühmte Natur—
corscher und Reisende, der 4.. Eduard, war Officier und Militär—
chrifisteller; derselbe fiel im Gefechte bei Kissingen am 10. Juli
1866. Ueber Emil Schlaginwweil iheilt Pierer's Conv.«Lex. Fol⸗
gendes mit: E. S., geb. 7. Juli 1835 zu München, wählte die
suristische Laufbahn und ist im Staaisdienste für administrative
Justiz, jetzt als Assessor in Kitzingen a. M., geblieben. Doch hatte
er sich früh, zu Berlin 1855, durch die Erfolge seiner Brüder
ebenfalls zu selbstständigem Forschen angeregt, dem Sprachenstud—
jum asiatischer Gebiete zugewandt, hat auch die Verhältnisie des
Verkehres und der Administration nach den neuen Daten untersucht.
Am meisten fühlte er sich durch die hohe philosophische und kul—
zurhistoriiche Bedeutung des bis dahin noch wenig bekannten Ti⸗
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        —— *3*o ν — — — —— * 4 12 * 2* 4
Jahre der Reisen zahlreiche tibetische Handschriften als Theil ihrer
eihnographischen Sammlung nach Europa geliefert. Er war auch
hald in der Lage, die Untersuchung jenes Materiales beginnen zu
lonnen, und seine Studien boten ihm zugleich vielfach Gelegenheit,
die Bearbeitung topographischer Daten (für das „Glossarinm“ der
Results etc,) zu fördern und in den ethnographischen Fragen das
unmittelbare Vergleichen der anthropologijchen Verhältnissen miit
jenen sprachlicher und historischer Entwicklung zu erleichtern. Er
wurde schon 1864 correspondirendes Mitglied der k. baier. Aka⸗
demie der Wissenschaften, in deren Schriften zahlreiche Mitthei⸗
lungen von ihm über seine tibetischen Untersuchungen erschienen
sind. Als größere selbstständig, ausgegebene Werke find von ihm
bisher publijirt: Buddhism in Tibet by literary documents and
objeets of religions worship, Lpʒ. 1865, mit Atlas von 20
Tafeln, und: Die Konige von Tibet, mit 2 genealog. Tabellen
und 19 Seiten tibetischen Textes Münch. 1866.

F Von Zweibrücken geht der „Pf. V.“ die Mittheilung
zu, daß am 21. ds. früh bei der Einfuhr des Personenzuges Nr.
255 in die Station Hassel, in Folge unrichtiger Weichenstellung
die beiden letzten Wagen des Zuges entgleisten. Verletzungen kamen
keine dor und war nach halbstündiger Unterbrechung die Linit
wieder fahrbar.

F In Kaiserslautern hat sich am Montag ein Zweig⸗
verein des in Langmeil gegründeten Wahlvereins der freisinnig⸗
nationalen Partei des Wahlkreises Ktaiserslautern⸗Kirchheimbolan den
gebildet. Die Devise des Vereins ist „Eintracht macht stark“.
Sammtliche liberalen Färbungen soll der Verein umfassen, er soll
prüfen, welcher Richtung die meisten Wähler angehören, und dieser
soll der Reichstagskandidat entnommen werden. Die anderen Rich—
iungen sollen sich Dem fügen, denn nur „Eintracht macht stark.“
Nächsten Montag Rachmittag findet im Saalbau zu Neu—
sttadieine Generalversammlung des Vereins pfälzischer Schriftsteller
Künstler und Freunde von Kunst und Wissenschaft Statt.

F Bezüglich der Petition des Eden kobener Winzervereins,
die Besteuerung und Kontrole der Weinfabrikation betr., erfähr!
die „Ggwrt.“, daß die in derselben hervorgehobenen Mißstände
sowohl bei den Mitgliedern des Steuerausschusses als auch bei den
Heriretern der Staalsregierung großen Eindruck gemacht haben und
daß das Verlangen selbst lebhaften Anklang ge'unden habe, die
Regierung werde der Eingabe ihre volle Anfmerksamkeit widmen und
auch in Berlin im Interesse unserer Weinproduktion thätig sein.

4Auf dem Bürgermeisteramte zu Landanu ist die amtliche
Mittheilung eingetroffen, daß der Beschluß der Generaldirektion der
Zolle, das Hauptzollamt Kaiserslautern vom 1. November 1881
an nach Landau zu verlegen, unterm 16. ds. von Sr. Maiestät
dem König genehmigt wurde.

In Frankenthal— haben einige Herren Väcker die
Einwohner mit einem schönen Weihnachtsgeschenk überrascht, das
besonders von der minder gut situirten Vebölkerung mit großem
Dank entgegengenommen wurde: der Apfündige Laib Bceod lostet
jetzt 6 bis 7 Pf. weniger.

4 In ein Coupè 1. Classe des um 530 von Speier ab—
gehenden Personenzuges stieg am Dienstag Abend eine Dame von
eiwa 35 Jahren auf dem Speierer Bahnhofe ein. In Eppelheim (Ba⸗
den) wollte ihr der Condukteur des Zuges das Billet abnehmen,
fand sie aber erschossen in einer Ecke des Coupés liegend, einen
Rebolver auf dem Schooße. Der Schuß war in die Stirne ge—
gangen und scheint sie sofort getödtet zu haben. Bei ihrer Au'.
findung war der Leichnam bereits erkaltei. Bis jetzt fehlt ieder
Anhaltspunkt, wer die Unglückliche gewesen ist.

4 Die größte Zunahme der Bevölkerung unter allen baieri⸗
schen Städten hat wiederum Ludwigshafen mit 24 pCt., anfzu—
weisen, dann kommt Pirmasens mit 184 pCEt., Kaiserslautern
mit 16 pEt., München und Bayreuth mit 15 pCt.

Vom Nreis-Romite des landwirthschaftlichen Vereins der
Pfalz wurde als Ersatzmann für den Delegicten zum deatihen
Landwirthichaftsrath, Herrn Jean Janson, Gutsbesitzer in Harr—
heim, nachträglich Herr Dr. A. Buhl, Gutsbesitzer in Deidesheim
und Reichstagsabgeordneter, gewählt.

4— Finanzminister v. Riede! in München hat im Steueraus—
schuß die Enthüllung gemiacht, daß in ganz Bayeten nur 139
Personen Notare, Advokaten, Aerzte Maler und Bildhauer) ein
Finkommen von mehr als 6000 Mark, aus wissenschaftlicher oder
künstlerischer Beschüftigung angegeben haben.

In Frankfurt a. M. will das Reichspostamt die
Telephonie einführen, wenn eine genügende Anzahl von Geschäfts⸗
häusern zur Benützung sich anmeldet.

4 der am 19. Tez. Abends 11 Uhr von Frankfurt
nach Kassel abgegangene Personenzug ist in Folge eines Erdrutsches
bei Guntershausen verunglückt. Es sind mehrere Personen getodte—
andere schwer verletzt worden.

4 Auf Anordnung einer Gerichtskommission von Landau wurde
auf dem Friedhofe von Offenbach die erst seit wenigen Stunden

— us
gegraben und einer Sektion unterworfen. Der Verlebte litt an
einem großen kropfartigen Gewächs am Halse und ließ sich von
einem sogenannten Kurpfuscher behandeln. Gegen diesen soll Ver⸗
vacht vorliegen, durch ungeeignete Behandlung den Tod des Defiebre
beschleunigt zu haben.

4— Ein öffizielle Statistik über die Rechtspflege in Bayern
in den Jahren 1878 bis 1879 weift die gewiß traurige Thatsache
nach, daß die Vergantungen von 369 im Jahre 1872 auf 1257
in Jahre 1879 gestiegen sind. In ähnlichen Verhaltnissen haben
die Immobiliar Executionen zugenommen und es sprechen alle Zeichen
dafür, daß das heurige Jahr noch größere Steigerung gebracht hat.
— Die New-VYorker, Bells Teleppon Company“ hat sich mit
einem Gesuch um Ertheilung der Konzession zur Einführung des
Telephonverkehres in München an den dortigen Magistrat ge⸗
wendel. Derselbe berieth in seinerletzten Sizung über dieses Ge⸗
such, das mit Einstimmigkeit genehmigt wurde. Das Gesuch geht
nunmehr zunächst an das Kollegium der Gemeindebevollmächtigien,
nach dessen Zustimmung dann die weitet erforderlichen Verhand⸗
lungen mit der erwähnten Kompagnie Stant finden sollen.

—.Aus Mittelfranken, Oberfranken und der Oberpfalz
wird gemeldet, daß die RNezat, die Pegnitz, der Main, die Vils ꝛc.
stark angewachsen, zum Theil ausgetreten sind.

7 In Bielefeld mmterliegen auch die Eier einer polizei⸗
lichen Kontrole, ob sie frisch sind. Die Polizei zerschlägt nämlich
die Eier; sind sie frisch, dann ist es gut, find sie faul. so wird
der Verkäufer verhaftet.

Die Sammlungen, welche eine Anzahl von Verehrern des
Berliiner Professors Mommsen für denselben zur Wiederher⸗
stellung seinet verbrannten Bibliothek veranstaltet und ihm am 30.
ovember als seinem 64. Geburtsiage dargebracht, hat bis jetzt die
cesammtsumme von 106,000 M. erreicht, darunter 10.000 M.
von dem Hause Mendelssohn in Berlin.

F Das nennt man Glüd! Ein Berliner Tischlermeister
hatte von einem Zigarreuhändler ein Viertel zur Braunschweiger
ollerie gekauft und ein Achtel davon seinem Schwager abgelassen.
Am ersten Tage der eben beendeten Hauptziehung tam das Loos
mit einem Gewinn von 1000 Mark heraus. Die Gewinner ließen
sich den Gewinn sofort zahlen und nahnien noch ein anderes Viertel.
Dieses letztere wurde einige Tage später mit dem geringsten Gewinn
bon 142 Mark gezogen und die beiden Schwäger entschlossen sich,
für den auf sie fallenden geringen Betrag abermals ein anderes
Loos zu nehmen. Dies letzie Loos nun erschien am letzten Tage
der Ziehung mit 3000 Mark und der Prämie von 300,000 Mark.

FEine große Aufregung rufen die seit zwei Wochen nicht
endenwolleude Brände in Moskau hervor. Große Gebäude,
Wohnhäuser, Fabriken ꝛc. brennen unaufhörlich ab, und diese
SZchadenfeuer sind gewöhnlich auch noch mit Menschenverlusten ver⸗
dunden.“ In Mosiau, namentlich in den niedrigeren Klassen der
dortigen Veoö. ierung, welche zu Gewaltthätigkeiten leicht geneigt ist,
herrscht nur eine Neinung; man habe es hier mit systemisch organi⸗
ürten Brandlegungen zu thun.

4 Die Ueberschwemmungen beginnen an mehreren Orten
Belgiens einen gefahrdrohenden Charakter anzunehmen. Die
Ztadt Huy steht größtentheils unter Wajser. Die Eisenbahn Lüttich
Mastcicht ist unterbrochen. Zwischen Lüttich und Ramur sind
mehrere Stationen überschwemmt. Aus Verviers, Charleroi, Namur,
Pions und Mastricht gingen Meldungen über Schaden ein.

4 Nach Neu⸗Süd-⸗Wales (Australien) können von jetzt
ab durch die deutschen Postanstalten Zahlungen bis zum Betrag
don 210 M. im Weg der Postanweisung vermittelt werden.

Vielmannerei— im gesegneten Amerika ist auch diese
allgemeine Mounstrosität ans Licht der Deffentlichteit gekommen, und
war hat eine Landsmännin von uns, eine Deuische, Namens
Therese Riemschneider (das ist der Rame ihres dritten Gatten)
dieses Kunstück vollbracht. Dieselbe ist erst 29 Jahre alt und war
schon in Deutschland an einen gewissen Carl Tempel verheirathet,
velchem sie nach Amerika durchging. Dort soll sie sich, nach den
bisherigen Enthüllungen, vierzehen Mal wieder verheirathet
haben, ohne es nur ein einziges Mal für nöthig zu erachten, die
Vande welche sie an ihre verschiedenen Männer fesselten, vorher zu
lösen. Der Newyorker Gerichtshof beschäftigt sich gegenwärtig noch
mit dieser hoffnungsvollen Dame.

—

Konservirung von Aepfeln, Birnen x. Nach
einer Mittheilung des „Garden“ lassen sich Aepfel, Birnen u. dgl.
Obstfrüchte ein Jahr lang und darüber treffllich erhalten, wenn
man sie in Malzstaub verpackt und in gewohnlichen Mehlfässern an
inem trockenen Orte aufbewahrt. In Salichlsäure⸗Papier verpackt
behaält Obst lange Jeit seinen frischen Geruch und Geschmack und
pflegen die Amerikaner ihr zum Export bestimmtes Tafelobst des—
halb auch in Salichlsäure-Papier zu wickeln. Man erhält dasselbe,
denn man Papier mit einer alkoholischen Losung von Salicylsäure
träuftt und dann trocktet.

α
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        —A

Zaweibrũcken, 23. Dezbr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarki.
Weizen 10 M. 81 Pf., Korn 00 M. 883 Pf., Gerste zweireihige 8 M. 18 P*
vierreihige — M. — Pf., Spelz 07 M. 32 pf. Spelzkern — M. — 9,
Dinkel WM. — Pf. WMischftucht oo M. gi'pf. Hafer 6 M. 33 pf,
Erbsen — M. — Pf., Widen 6 M. oð pf., Kartoffeln 1. M. v0O Ppf.,
— 12/2 stilogr. 56 Pf.
Kornbrod 8 Kilogr. 71 Pf. Gemmischebrodes stilogr. 86 Pf., paar Weck 100
Sr. 6 Pf. Rindfieisch J. Dual. 80 pf. N. Oual. 14 Pf. Kalbfleisch 40 Pf.,
daummeifleisch 50 Pf. Schweinefleisch 60 Pf.; Butter!/ Kilogr. 1. M. 03 vi.
Wein 1 Liter 80 f. Bier jLuer 24 Pf.
PHomburg, 22. Dezbr. Fruchtmittelpreis und Viltualienmarki.) Weizen
i 1I Bf Korn 000 Vi. 90. i, Speltern 10 . 0 pf Se n
30 Pf, Getsie 2reihige — M. — Pif, Geiste reihige d u Vys. Hafer
s M. 23 Pf., Wischfrucht Id M. 2 Pf. Erbsen — M. — Pf., Wicen

Nu. — vs., Bohnen v M. — ꝓPp., leesamen — . — Pf., Rorn⸗
brod 6 Pfund — Vf., Gemischtbrod 6 Pfund 80 Pf. Ochsenfleisch — Pf.
Rindfleisch 40 Pf., Kalbfleisch 30 Pf. Hammelileisch — Pf., Schweinefleisch
50 Pf. Butter 1 Pfund 1 M. 05 Pf. Kartoffeln per Zir. 1 M. 80 pf.

Kaiserslautern, 21. Deibr. (Fruchtmittelpreis und Viktualienmarkt.)
Weizen 10 M. 73 Pf., Korn 10 M. 23 pf. Spelztern — M. — Pjf. Spelz
7 M.51 Pf., Gerste o8 M. 62 Pf., Hafer 6 M. 67 Pf., Erbsen — M.
Ppf., Wicken 6 M. 81 Pf., Linsen — M. — Pf., Kleesamen 46 M. —
pf. Schwarzbrod 6 Pfund 82 Pf., do. 8 Pfd. Pf., Gemischtbrod
I'Pfund 46 Pfg. Butter proͤ Pfund 1M. 14 Pf. Eier 1 Stück 07 Pf.
Zartoffeln pro Zentner 1J. M. 70 Pf. Stroh 2 M. 75 Pf. Heu 2 M. 85
vf. Kleeheu 3 M. 40 pf.

Frur die Redaction verantwortlich: F. X. Deme .

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— —

— Das 8
272 — * 3 I tf
Berliner Tagebla
nebst seinen 3 Beiblättern: illustrirtes Witzblatt »ODLE. belletristische Wochen⸗
schrift: „Deutsche Lesehalle““, und „Mittheilungen über Landwirthschaft, Garten⸗
bau und Hauswirthschaft“, iß in Anerkennung seiner Reichhaltigleit Vielseitigkeit und sorgfältigen
Auswahl jeines Inhalts in Folge des frischen, anregenden Tons, welcher seine Spalten durchweht,
die bei Weiltm gelestuste und verbreiteiste Zrilung Deutschlands
geworden, indem es einen festen Siamm von ca. 70 Tausend Abonnenten sich erworben, welche über
adanz Deutschland verbreitet sind. Diese Aboanentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch
aur annahernd erreicht. So drohe Erfolge können nur durch wirkliche Leistungen erzielt werden; sie üefern
den Beweis, daß das, Berliner Zaneblatt die Ansprüche, welche man an eine große polit ische Zeitung zu
sieulen berechtigt ist, in vollem Maße dpchindigen weiß.
8 —F da. Aus dem reichen Inhalt wollen wir hier nur iniges
adn ¶ Jerliner Tageblatt“ ist in der glüch —— — veitartitelid r⸗
3 iner Tageblatt“ zeichnen sich durch klaren, lei
Friedrich Spielhagens faßlchen Sal, dinch die freimuthige, doch nicht agita-
neuestes Werk: rorische Sprache aus, unter strenger Beobachtung des
u Prinzips, keiner politischen Fraktivn dienstbar zu
„A n C 0 —J 4 guden —— zu dene rzeen
welches dasselbe zur ausschließ lichen Veröffent⸗ icher und unbefange ner Prüfung gebildetes Urtheil ahzu⸗
lichung in Deutschland buen hat. *8 geben. — Durch eine täglih 2 walig gabe,
Lesern im Feuilletvn des nächsten Quartals rines MWorgen⸗ und Abendblattes, ist das T in der
bielen zu koͤnnen. Lage, seinen Lesern alle Nuchrichten steis 12 Stunden
Diese neueste Schöpfung des berühmten Dichters früher als jede nur einmal täglich erscheinende Zeitung
i 3 zu bringen. Das B. T. unlerhält an allen politische
eine echte und rechte Herzensgeschichte, ist *
gleichsam ein Pendant zu dessen letztershienenem Werke wichtigen Plätzen, wie Paris, Lo v on, * t. Pe⸗
Quisisana“ und wird voraussichtlich eine ebenio ersdurg, Wien, Rom, Brussel ꝛc Spezial-
zlänzende Aufnahme als dieies ünden. Korrespondenten, und ist darch die in den Stand
gesetzt, mit raschen und zuverlässigen Berichten, meistens
dermiltelst kostspieliger Privat⸗Telegramme, allen anderen
Zeitungen voranzucilen. Es ist eine Thatsache, daß das B. T. einem aͤroßen Theil der deutschen auch aus⸗
andischen Presse als vorzugsweise Quelle für neue Nachrichten dient. Das B. T. unterhält ein eigenes
parlamentarisches Bureau und bringt in Folge dejsen unmittelbar nach den Sitzungen ausführliche un⸗
darleiische Berichte. — Den Ereignissen in der Reichshauptstadt folgt das R. T. mit jeinen umfassenden
Lokal⸗Nachrichten“ stets auf dem Fuße. — Tem Handel und der Industrie wird durch eine besondere
Handelszeitung nebst vollständigem Courszettel der Berliner Börse eingehende Beachtung geschenlt und be⸗
sonders darauf Bedacht genommen, daß das Publikum vor gewagten Spekulationen und schwindelhaften Unter⸗
hehmunnen flets rechtzeitig gewarnt werde. — Theater, Kunst und Wissenschaft werden im Feuil⸗
ictan des I. F. in ausgedehmem Maße geflegt, außerdem erscheinen in demselben Romane und Novellen unserer
ersten Autoren. Das „Berliner Tageblatt“ bleibt stets bemüht, seinen Inhalt zu erweitern und zu ver⸗
dolllommnen, um sich nicht allein auf dem erreichten Standpunkt zu erhalten, soudern auch immer weitere Kreis⸗
an sich ju fessein. PVrobe Rummern werden auf Wunsch gratis und sranco zugesandt.
Der bilb desrags be allen Neichspost⸗ Mark 25 Pf. für alle
Abo billige —5* welche jederzeit i 4 Blätter
nnementsprois stessungen entgegennehmen, pro Quartal zusammen.

.anf⸗
Couverts
per 1000 Stück von 3.50 Mk. an
haben bei F. FX. Demetz.
Sydney I879: Preis- Medaule
J. Classe.
Pmpfehlenswerth für jede
Familie!

Ausgereichnet sowohl zu Hause
wie auf der Reise, besonders zur
gee · · daher füur Auöòαινα-
rer unentbehrlien — auf der
Jagd, in den FPabriken, Gewölben,

Bergwerken ete. etc.
—RB——
odð of —2
—8 ð
453114

bekannt unter der Devise:
Oecãũdit, qui non servat,
ren den krüeder und ablemicen henlaterr
I. UDERBERG- ALBRECBP
am Rathlause
in Teliæιανq a. Niedenm.
K. K. Hoflieferaut.
Dastahre nies⸗⸗ NDreis Mafaislen.

Der Boonescammp of Maugu-
Hitter ist in ganzen u. halben
Plaschen und in Flacons ächt 2zu
haben allenthalben bei den be—
kunnten Herren Debitanten.

In Orten, wo meiin Boone-
ramn of Mocu- Bitter noch
nicht oder nieht genügend einge-
führt ist, werden solide Debi-
lanten gesucht.

Warnung
vor Flaschen ohne mein Siegel
ind ohne die Firma:
EB. Vnderberg-Albrecht.
        <pb n="814" />
        Stadtrathsbeschlüsse.
Der Stadtrath hat in seiner
Sitzung vom 20. ds. Mts. nach⸗
tehende Beschlüsse gefaßt:
1 Das Büdget“ pro 1881
festgesetzt. 7
2.“ Einen Acker für Verschar⸗
rung gefallener Thiere ac⸗
quirirt.
Zur Berlegung verschiedener
Wirthschaften sein Gutachten
abgegeben ·
Die Feuerlöschordnung ger
nehmigt.
Bezuglich der Fortsetzung
des Pflasters in der Unter⸗
fladt eine entsprechende Ein⸗
gabe bei dem k. Straßen-
und Flusbauamte vorzu⸗
legen.
Die bei. dem Fällen des
Holzes sich ergebenden Tan⸗
nenspitzen sollen versteigert
werden. *
Zu ad 1J wird hiermit bekannt

jgemacht daß das Büdget von
eute ab 14 Tage lang zu Jeder⸗
Hanns Einsicht auf dem unterf.
Amte offen liegt.
St. Ingbert, 23. Dez. 1880.
Der Bürgermeiste
Custer.

Anzeige und Empfehlung.
Unterzeichneter eröffnet am 1. Dezem⸗
her 1880 im Hause des Herrn JZakeob
Krämer am Marktplatze in Zweibrücken
eine Verkaufsstelle und hält fortwährend großes
Lager in foigenden Lederlorten für Schuh-
macher und Sattler: Deutsch- und Wild⸗
A Kalbleder mit und ohne
Kopf in französischer und deutscher Waare,
Riudleder, Wildoberleder, Saffian⸗-, Lack⸗ und
Kidleder, franz. Wasch-, braun und schwarz
Zeugleder, Alaunleder, Maschinenriemen, so⸗
vie Sqchafieder in allen Groͤßen und Farben.
Ebenso trifft man daselbst flets große Aus⸗
wahl in Schuh⸗ und Stiefelschäften und ge—
walfkten Vorschuhen. Reelle und prompte
Bedienung wird zugesichert.
Lion Levi.
Das Geschäft unter der Firma Lion Lovi in Blieskastel
wird unverandert weitergeführt.
Ae—rVerein..
Sonntag, den 26. Dezember, Abends 8 Uhr in Ober⸗
hauser's Saal sindet eine
musikalische

Zwangsversteigerung.
Donnerstag, den 30. Dezem⸗
ber nächsthin, Morgens 10 Uhr
hor dem Siadthause in St.
In gbert versteigere ich zwangs⸗
weise gegen Baarzahlung;
Vollstandiges. Veit, 1
Nachttischchen, 1runder
Tisch, 6 gepolsterte Stühle,
1 Fußteppich, 1 Pfeiler⸗
chrünkchen, 1 Spiegel, 2
Zanapee, E, Oeldrucdbild,
Seiretür, JSchrank und
1 Waschtisch.
Si. Ingbert, 24. Dez. 1880
Faßbender,
Gerichtisvollzieher.
2 — —
RHerzogl Brauncehweigische
Landes-Lotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94 000 Original⸗Loosen und 48,000.
Gewinnen.
Haupttreffer ev. 130,000, haupitreffer à 12,000,
300,000, 10,000,
150,000, 8000,
100,000. 6000,
75,000, 5000,
0,000, 1000,
O,OOO, 3000,
30,000, 2000,
25,000, 1000
0,000, „3500
15,000,
Reichs⸗Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
— ο 14. Januar 1880,
zu welcher ich Original⸗Loose
danze Halbo Viertol Aohtol
16 Mk. 8 Mt. 4Mfk. 2Mt.
gegen Einsendung des Betrages oder Posworschuß versende
geder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
— 212
. ẽasiIĩus,
Aer der Braunschw. Landes⸗Lotterie
Rraunscuweig.

Abendunterhaltung
stait, wozu die Mitglieder mit. Familie hiermit eingeladen werden.
Der Vorstand.

Wissenschaftlich geprüft u. heau“e“tet. — ———
Doppelkrãutermagenbilter,
nach einem alten aus einem Ve⸗
nedicknerkloster siammenden Recept
rabrizirt und nur en gros ver⸗
sandt von
C. PNGL in Göttingen
Provinz Hannover.)

Der Benedictiner ist bie
tzt das lostbarfte Hausmittel und
deßhalb in jeder Familie beliebt
Jeworden. Der Be nedictiner
st aus den feinsten, auser⸗
esensten Kräutern zusammengesedt,

welche die Eigenschaften besißen.
——— und erwärmend auf
den Organismus einzuwirken.
Der beste Beweis für die Güte des Benedictiuer sind
die unzähligen Anerkennungen, welche fortwährend dem
Fabrikanten zugehen. Durch einen kleinen Versuch wird
sich Jedermauu von der Vortrefflichkeit des Benedietiner
uͤberzeugen und geru das Absatzfeld durch Weiterempfehluug
vergroßern.
NB. Jede Flasche ist mit dem Siegel .C. Pingel in Gottingen
verschloffen und mit dem geschuützten Etiquett versehen.
Breis à Fl. von ca. 330 Gr. Inhalt 3 M. 30 pf.
22 e2* 660 e⸗ 6 M. 75 Pf.
Bei 5 Fl. Verpadung frei. Bei 10 Fl. freie Verpadung u. 1 Fl. grae
tis. Versandt gegen Nachnahme durch nachstehende Niederlage. En gros-
Versandt durch die Fabril. Attest:

Herr Jakob Geyer, Wirth und Jagdpächter in P etersbuch
bei Tining, Bayern, berichtet: Ihr Venedictiner (bezogen aus der Hof·
Apothele zu SuAfra in Augsburg) ist mir sehr gut bekommen.
Die Wirkung ist überhaupt bei Allen, die ihn in unserer Um zegend ge⸗
Ri eung ri Zu und bitle weitere 10 Fl. zu senden ⁊tc.

—*
—A
Magenbitter.
Billigstes Hausmittel anwendbar bei Magen⸗
heschwerden, Verdauungsschwäche, Uebelkeit
u. s. w.
FreIx A FI. es. I50 Gr. Iun. I1M.
Vortheilhafte Flasche von ca. 330 Gr. 2 Ml.
Der einzig aͤchte Benedictiner Doppellkräuter ·
Magenbitter und Sanct eenhenene von C. Pingel in
hoͤnningen ist zu haben in St. Ingbert bei Herrn J ˖
Friedrich.

Lrieger-

Véroin.

Am ersten Weihnachtstage, Abends 8 Uhr findet in
Oberhauser's Saai
Ehrifbaumverloosung
att, wozu die Mitglieder mit Familie eingeladen werden.
Der Aus chuß.

Von heute Greitag) Abend ab uͤber die Feiertage
Muͤnch ner-⸗Eberlbräu⸗
Exrport.“

Cafs Oberhauser.
Bierbrauerei Gobr. Bocker.
Ueber Weihr⸗ chten
nilsner Bier.
benso bei unsern hiesigen Kunden

Druck und Verlag von F. x. Deme; in Et. Ingbert.
Hiezu „Illustrirtes Sonniagsblati“ Nr 26.
        <pb n="815" />
        St. Ingberler Nnzeiger.
Der St. Ingberter Anzeiger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Haupiblatte verbundene Unterhaltungsblatt. Sonntaza mit illustrirter Beis
lage) ericheint wöchentlich viermal: Dieustag, Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abounemen⸗spreis betragt vierteliahrlich
AMA 40 2 einschließlich Trägerlohn; durch die Posi bezogen 1 A 60 S, einschließlich 420 Zustellgebühr. Anzeigen werden mit 10 —, von Auswaärts
mit 14 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Neclamen mit 80 4 pro Zeile berechnet.
2006. Dienstag, den 28. Dezember 1880
— ——
ü42m

Abonnements-Einladung.

Für das mit dem 1. Jamuar nächsthin heginnende neue

Quartal laden wir hiexmit zum Abonnement auf den
2 —

„St. Ingberter Auzeiger 3
amtliches Organ des kgl. Amtsgerischts St. Inabert,
ergebenst ein.

Der „St. Ingberter Anzeiger“ erscheint wöchenilich viermal,
weimal mit Unterhaltungsblatt und Sonntags mit iliustririer Beilage.
Der Abonnementspreis beträgt viertelsährlich 1 M. 40 pf. ein⸗
schließlich Trägerlohn, für die Postabonnenten 1 M. 60 Pf., ein⸗
cchließlich Zustellgebühr.

Neubestellungen nehmen auswärts alle k. Postanstalten, hier
die Expedition und die Träger entgegen. Die bisherigen hiesigen
Abonnenten erhallen den Anzeiger“ auch im neuen XCEV
zeliefgri, wenn sie nicht ausdrüdlich abbestellen.

Unser Bestreben wird sein, den Leser über die politischen
Tagesereignisse in kurzen, orientirenden Zusammenstellungen auf dem
daufenden zu erhalten; daneben wird auch ferner hokalen und
rovinziellen Vorgängen unsere Beachtung zugewendet
leiben. Auch mit interessanten Fällen aus dem Gebieie der Rechts⸗
oflege, sowie mit den wichtigsten Handels- und Verkehrsnachrichten
vird der „Anz.“ seine Leser bekannt machen.

Das „Unterhaltungsblatt“ und die illustrirte Sonntagsbeilage
werden in spannenden Erzählungen, heiteren Anekdoten, Räthseln
ind Gedichten eine unterhaltende und anregende Lektüre bieten.

Inserate werden in den „Anzeiger“ zu dem bekannten Preise
aufgenommen, und sei derselbe einem geehrten Publikum zu Ver—
zffentlichungen aller Art geziemendst empfohlen.

Die Redaktinn und Expedition.

derTürkei, sowie über das Abstimmungsverfahren werden die Vera
jandlungen unter den Mächten wohl“ auch zu allseitiger Uebereinis
immung führen. Sobald Alles fotinell in dieser Richtung erledigt
st, werden die Aufforderungen an die Türkei und Griechenland
eitens der einzelnen Mächte erfolgen, wie denn auch für die weitere
Behandlung der Angelegenheit die Korrespondenz von Macht zu
Macht in Aussicht genommen ist, während die Form von Konferenz⸗
erhandlungen bis jetzt von keiner Seite angeregt ist.

Eondon, 27. Dez. Die Regierung gab den Befehl, ein
Dragoner⸗Regiment nach Port Natal zu senden. — Das „Reuter'sche
Zureau“ meldet aus Durban: Nach Mittheilungen der aus Middel⸗
urg in Newcastle eingetroffenen Beamten haden die Boers auf
ine Abtheilung des 94. Regimenis geschossen, als dasselbe die
Parlamentärflagge aufhißte. Die Zahl der Getödteten ind Ver—
vundeten betrage 200 Mann. Zwischen Standerton und der
Brenze ist der Telegraph unterbrochen.

In Athen wurde eine griechische Eiga gegründet, deren
lufgabe die Befreiung Thessaliens und des Epirus sein soll. Minister,
dofbeamte und Deputirte sind der Liga beigetreten. Dieselbe wwrd
ine Adresse an Gambetta absenden. In ganz Griechenland werden
iffentliche, in der Türkei geheime Ligakomitees errichtet. Die Ar—
nirung der Flotte mit Kruppgeschützen ist vollendet

Der von der franzofischen Regierung herrührende Gedanke, in
Zachen der griechisch⸗türkischen Grenzfrage ein europaisches
Schiedsgericht einzusetzen, findet bei den Mächten Anklang, bei
Hriechenland und der Türkei aber begegnet derselbe bis jetzt noch
einer ablehnenden Haltung.

Die Meldung des Petersburger „Herold' aus Orechow
iber einen auf der Losowo⸗Sebastoͤpol-Vahn von der Polizei ent⸗
ꝛedea Tunnel wird offiziell als unwahr bezeichnet.

Vermischtes.

*St. Ingbert, 27. Dez. Die Feiertage brachten auch
nn das hiesige Vereinsleben einige Bewegung. Der „Gewerbe—
perein“ hatte für seine Mitglieder am Abend des 1. Weihnachts⸗
ages eine Bescheerung, verbunden mit musikalisch-theatralischer Unfer⸗
altung, veranstaltet. Gleichzeitig fand im „Kriegerverein“ eine
ẽhristbaumverloosung statt. Fuͤr gestern Abend hatie der „Musik⸗
erein“ eine musikalische und theatralische Unterhaltung arrangirt.
Dieselbe war sehr gut besucht und nahm einen recht befriedigenden
Berlauf. Da den Löwenantheil des Abends die Aufführung der
Zosse mit Gesang und Tanz: „Das Fest der Handwerker“ dean—
pruchte, so war der musikalische Theil des Programms, um die
Unterhaltung nicht zu sehr auszudehnen, eiwas knapp bemessen.
kine sehr animirie Stimmung bei den Zuhörern rief die Aufführ⸗
ing der schon genannten Posse hervor. Der hübsche Vortrag ver
rinzelnen Lieder (sowohl die Solis des „Lenchens“ uͤnd der Ma—
zame Stehauf“ als auch der gemischte Chor am Schlusse) und
das lebhafte, drastische und resolute Spiel fanden reichen Veifall,
ind selten kamen die Zuhörer aus dem Lachen.

M St. Ingzbert. (Gewerbe-Verein.) Die am 1. Feier⸗
age von den Altiven veranstaltete Weihnachtsbescheerung, verbunden
mit einer musikalisch⸗theattalischen Unterhaltung, ging in der schönsten
und gemüthlichsten Weise von statten. Leider war dieselbe der⸗
zältnißmäßig nicht so zahlreich besucht, wie die meisten unserer
rüheren Unterhaltungen, was wohl der gleichzeitigen Christbaum—
»erloosung im hiefigen Kriegervereine zuzuschreiben ist. Nach dem
Lroffnungschore warf der Vorstanv, Herr Professor Sch. in kurzer
Ansprache einen Rückblick auf die Thätigkeit und Wirksamkeit des
Pereins im abgelaufenen Jahre und hob besonders die seit seiner
Imwandlung von ihm ausgegangenen Anregungen zu verschiedenen
Finrichtungen sehr löblichen und gemeinnuützigen Zweckes hervor.
zum Schlusse der Rede sprach er die Hosfnung aus, daß im neuen
Jahre die in der letzten Zeit ausgefallenen monatlichen geselligen
UInterhaltungen wenn möglich wieder aufgenommen werden würden.
die vorgetragenen Männerchöre, wenn auch etwas schwierig ge⸗
dählt, erfreuten sich dennoch des vollsten Beifalls aller Anwesenden.
hanz besonders gefiel das komische Dueit: „Zacharieserl wär“
chon“, von „Hannes“ und „Jörgl“ recht drastisch vorgetragen.
Zehr überraschend wirlte das schoͤne und wirklich gut gelungene

Deutsches Reich.

Die Forderung des Prinzen LEudwig Ferdinand von
Bayern (als Erbnachfolger des Königs Ludwig 1.) an Griechen—
and ist nunmehr wenigstens zwischen dem Vertreter des Deutschen
Reiches Herrn d. Radowitz, welcher hier als Bevollmächtigter des
Prinzen fungirte, dem Ministerpräsidenten Griechenlands Kumun—
duros und dem Finanzminister Sotiropulos, laut einem Vertrag
J. d. Athen, 29. Novbr. (11. Dezember) 1880 in soweit richtig
gestellt worden, als die kgl. Regierung von Griechenland auer—
ennt, daß sie dem Prinzen Ludwig Ferdinand K. H. 2,600,000
Fr. schuldig ist. Diese Summe wird sofort bezahlt, wenn die
zriechische Kammer die Genehmigung dazu giebt. Anerkennen,
jenehmigen und zahlen, das sind drei inhaltsschwere Worte. Nun
das erste ist perfect, das zweite kommt vielleicht zum Zug; aber
das dritte?

Es zirkulirt gegenwärtig eine Petition an den Reichstag
vegen Ablehnung der Brausteuer⸗Vorlage; es wird in der—
elben bemerkt, daß durch die Erhöhung der Bierpreise eine Abgabe
rhoben wird, welche das Doppelte der Klassensteuer der wenig
vbemittelten Volksklassen und des Arbeiterstandes übersteigen würde.

Zu der am 29. d. M. in Frankfurt a. M. zusammen⸗
retenden Konferenz für den Bezirk der königlichen Eisenbahndirektion
Frankfurt a. M. hat der Mittelrheinische Fabrikantenverein folgenden
Antrag eingebracht:

„Das Verlangen der preußischen Staatsbahn⸗-Verwaltung,
ämmtlichen Verkehr, an denen die preußischen Staatsbahnen be—
heiligt sind,, über die für die letztern günstigsten Linien zu leiten,
eutspricht weder den Bedürfnissen des Verkehrs, noch den Vor—
chriften des öffentlichen Rechts.“

Ausland.

In Bern hat sich am Abend des 25. Dezember der für
1881 zum Bundespräsidenten der Schweiz gewählte Bundesraäth
Anderwerth erschossen.

Paris, 24. Dez. Der Vorschlag, für die türkisch-griechifche
Frage durch schiedsgerichtlichen Ausspruch der sechs europaischen
Broßmächte beunruhigenden Eventualitäten vorzubeugen, dürfte als
m Prinzip von allen Großmächten angenommen geiten. Ueber die
dautelen, betreffs der vorherigen Zussimmung Griechenlands und
        <pb n="816" />
        Lustspiel: „Das letzte Rädchen im Dorfe.“ Allen dabei Mitwir—
kenden, hauptsächlich, der Darstellerin der Titelrolle Fräulein P.,
gebührt für ihr gutes Speel Lob und Anerkennung. Möge sich die
Äbsicht der Altiven in der nächsten Zeit ein ähnliches Theaterstück
zur Aussührung zu bringen, recht bald verwirklichen!

4 Wie dic „Eilbote“ meldet, beabsichtigt die englische Gesell⸗
schaft, welche das Pirmasenser Wasferwerk herstellte, auch die Städte
Landau, Speyer und Gecmersheim mit Trinkwasser zu versorgen,
welches der Quelle im Tunne bei Münchweiler entnommen werden soll.

4 Der kgl. Oberforster auf dem Jagdhaus bei Kaisers⸗
lautern, Freiherr Leopold v. Stengel, ist am Mittwoch da⸗
durch verungluüͤckt, daß er bei seinem Reviergange stürzte, wobei
sich sein gespanntes Gewehr entlud und ihm der Schuß durch den
Kopf ging.

FKürzlich wurde die stärkste Eiche des Kandeler Ge—
meindewaldes gefällt. Dieselbe hatte am Stamme einen Umfang
bon H Meter und lieferte 860 Ster Klafterholz und 14 Ster Stochholz.

Am Freitag frühe wollte sich von Ingweiler aus ein
Mann Namens Baärdo mit seinen beiden Söhnen nach Bierbach
begeben. Da das Thal übecschwemmt war, betraten die drei den
Baͤhnkörper, und zwar gingen sie unvorsichtiger Weise im Geleise.

Als sie vor sich einen Zug herantommen hörten, verließen sie das
eine Geleise und betraten das andere; dabei wurden sie aber leider
(es war noch dunkel) den von hinten kommenden Homburger Zug
nicht gewahr; die Lokomotive erfaßte den zuletzt gehenden Vater
uind warf ihn nieder, der vor demselben gehende jüngere Sohn
wollte rasch ausweichen, was ihm aber nicht mehr gelang; auch er
wurde niedergeworfen und ihm ein Theil des rechten Beins und
der linke Fuß abgefahren der andere Sohn konnte noch rechtzeitig
aus dem Geleise herauskommen. Ueber den Vater ging der ganze
Zug hinweg; wie die „Zw. Ztg.“ hört, hat derselbeseinige Rippen⸗
brüche davongetragen. Der verletzte Sohn soll 18 Jahre alt sein.
Ershausen. In der Nacht vom 14. zum 15. d. M.
hat ein Mensch drei Verbrechen innerhalb zwei Stunden fertigge⸗
bracht; er hai seine Frau erwürgt, darauf sein Haus und Hof in
Brand gesteckt und dann die Bahnlinie bei Geismar aufgesucht, sich
auf die Schienen mit einem Stricke festgebunden, um durch die
Lodomotive sich aus der Welt schaffen zu lassen. Der Schneebesen
hor der Lokomotive hat ihn aber weggefegt und nur leicht am
opfe verwundet. Er bejindet sich vorlaufig im Amtsgerichtsge⸗

ängniß Heiligenstadt.

—zgiar die Nedacson veramwortlich: F. X. De —V F
—

BMittwoch Abend 7 Uhr
Metzelsuppe
bei Schreiner Schmelzer

in der Gasse.

Bekanntmachung.“
Am Donnerstag, den 30.
d. Mis. Nachmittags um 3 Uhr
werden auf dem Vürgermeister⸗
umt St. Inzbert circa 120
Wagen Tannenspitzen öffentlich
oersteigert.
St Ingbert, 28. Dez. 1880.
Der Bürgermeister
Custer.

Herzogl Braunschweigische
Landes Lotterie,
vom Staͤate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48,000
Gewinnen.
1 Haupttreffer ev. 450,000, Haupttreffer à 12,000,
à 300,000, 10,000.
150,000, 8000.
100,000, 5000,
75000, 5000.
000, 000,
29 2900,
0. 2000,
25.000, 000.
20,000, 500
15B,000,
Neichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 153. ùmd I4. Januar 18984
zu welcher ich Original⸗Loose
Ganzeo Halbe Viertol Acbtol
16 Mtk. 8Mtk. 4 Mt. 2Mk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende
Jeder Spieler erhält die Gewinnlisten gratis.
»ERSGIBIS,
Dbereinr· breer der Braunschw. Landes-Lotterie
ea IRFBMIIIBM-.

Am Sylvester⸗Abend
Tanzmusik
ausgeführt von der Jung'schen
Kapelie aus Zweibrüken.

Hoflichst ladet ein
Peter Jung.

Bekauntmachung.

Am Freitag den 31. Dez.
nächsthin Nachmittags um 2 Uhr
im Siadthause werden:

i. die Lieferung des Petro—
leums für die Straßenbe⸗
leuchtung zu Schnappbach;
der Siraßenkehricht und
Dünger in den Schulhäu—
sern offentlich versteigert.

St. Ingbert, 28. Dez. 1880.
der Bürgermeister
Custer.
Neujahrs
ratulationskarten
werden angefertigt in der Buch⸗
idetei von F. X. Demetz.

1000 Marb.
Segen Gicht, RKheamatismus c. selbst ta
zang veralteten bällen, wird „Dros. Pumeut's
Fitwaser“ (anti menm. Uiq.) von vielen
ausend glückt Gedeilten als einziges Va-
icalnitta aufs Warmisie empfohlen. Griolg
rundlich. Fuͤr d. Heilwirkung wird m. eb.
Sminme garautirt. Vreis i/, Fi. M. 3, h Sl.
. degen Voreinsdg. eder Nachnahme vom
denerai⸗Depot: JA. A. Wetzger in AMainz.

Nur echt, wenn die beigedruckte
Schutzmarke auf den Eti⸗
quetten steht.

dng
a

—H)
—A— und Earamellen
von L. II. Pietseli Co.

Breslau.“

Mein bereits aufgegebenes Kind
hat nur in Folge vom Genuß Ihres
Huste⸗Nicht (Malz⸗Extractes) ihr Le⸗
ben diesem vorzüglichen Vroduct zu
verdanken und theile Ihnen mi
Freuden mit, daß nach Gebrauch von
3 Flaschen sie ganz hergestellt wurde
und ihr Aussehen und Gesundhei
gegenwärtig vorzüglich ist.

Mich Ihnen zum Danke verpflich
tet, zeichne

Guns in Ungarn.

Achtungsvoll
Alexnauder Brenner
eZu haben in St. Ingbert be
J. Friedrich.
à ZJlasche 4A0 1, ).75, 2.50.
à Beutel 30 und 50 Pf.

Haasenstein &amp;
Vogler.
Prste und älteste
Annoucen⸗Cxpedilion
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4A 40 B einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1 4 60 H, einschließlich 40 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 F, von Ausw
mit 15 — fur die viergespaltene Zeile Blattschrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 4 pro Zeile berechnet. —
AMßs 207. Donnerstag, den 30. Dezember

s80

Bestellungen für das J. Quartal auf den

„St. Ingberter Anzeiger⸗“ mit illustrirtem

Sonntagsblatt werden bei allen k. Poststellen, den Postboten, von
unsern Austrägern und in der Exrpedition entgegengenommen.

sind die Nachrichten übex die Niederlage des 94. Regiments über—⸗
rieben. Es seien auf Seite der Englaͤnder nur 30 Mann getödtet
ind verwundet worden; die übrige Mannschaft wäre entwaffnet
ind ihr gestattet worden, sich nach Pretoria zu begeben.
Deutsches Reich.

Hinsichtlich der Ausbildung der Ersatzreserve der bayerischen
Armee, die auf Grund des neuen Reichsmilitärgesetzes im Jahre
1881 zu beginnen hat, werden, wie man vernimmt, demnächst
ebenso Detailbestimmungen erlassen werden, wie dies jüngsthin durch
einen kaiserlichen Erlaß für das preußische und andere deutsche
ontingente geschehen ist.

Finanzminister Bitter hat dem preußischen Abgeordneten⸗
hause einen Gesetzentwurf vorgelegt, neues Verwendungsgesetz ge⸗
nannt, als Nachfolger des Verwendungsgesetzes vom 16. Juli d.
Is. Durch dieses neue Gesetz sollen die Gemeinden und die
auntersten Klassen der Bevölkerung einigermaßen entlastet werden;
denn es bestimmt, daß 1. Alle von der Einkommensteuer befreit
werden, die nur ein jährliches Einkommen von 1200 M. haben;
—A0
ein Jahreseinkommen von 1200 -3000 M. haben sowie die Hälfte
der Grunde und Gebäudesteuer an die Kreise überwiesen wird.
Der Entwurf geht von der Voraussetzung aus, daß der Reichstag
sich bereit finden lassen wird, 110 Millionen neue (indirekte)
Steuern und Steuererhöhungen zu bewilligen, welche dann zum
Rachlaß der direkten Steuern an die einzelnen Bundesstaaten zurück—
uvertheilen seien.

In Stuttgart ist Prinz Ulrich, der einzige Sohn des
würtiembergischen Thronfolgers Prinzen Wilhelm, fünf Monate alt,
in der Ruhr gestorben.

Ausland.

Die französische 2. Kammer hat am 24. Dez. den Schul⸗
wang angenommen. Art. 2 des Gesetzentwurfs ist verworfen
worden. Der Artikel besagte, daß der Religionsunterricht in den
SZchulen unter folgenden Bedingungen gestattet sei: wenn 1) der
Priester darum einkommt, wenn 2) der Gemeinderath seine Bitte
interstützt, wenn 3) der Departementsrath für ein Jahr eine gleich—
autende Entscheidung abgiot, und wenn 4) die Schule wenigstens
2 Em von der Kirche entfernt ist. Die drei ersten Paragraphen
vurden angenommen, der vierte aber von der Rechten und einem
Theil der Linken verworfen. Daraufhin wurde, indem die äußerste
Linke mit der Rechten stimmte, der ganze Artikel mit 257 gegen
220 Etimmen abgelehnt. Art. 8. * die Schulinspektion betrifft,
vurde mit 337 gegen 22 6 ammen angenommen. Art. 4 be⸗
timmt, daß die ⸗öZ— bis 13. Jahr in die Schule gehen
müssen. Eltern, die ihre Kinder nicht in die Schule senden, werden
nit Gefängniß bestraft. Schließlich wurde das ganze Gesetz mit
351 gegen 152 Stimmen angenommen.

Rußland „lernt“ von seinen westlichen Nachbarn Deutsch-
and und Oesterreich vorläufig leider nur die Schutzzollpolitik und
den fatalen Glaubenssatz, daß das Ausland die Steuerbedürfnisse
des Inlandes zu tragen habe. Wie nämlich aus Petersburg amit⸗
ich bestätigt wird, hat Rußland den Zoll auf vom Ausland im—
ortirte Waaren um I0 Proz. erhöht. Vorläufig find diese russischen
Auslandszölle“ eine recht fatale Quittung für die Flachs-, Hanf⸗
und Kornzölle der neuen deutschen Wirthschaftspolitik.

Das Gaukelspiel mit dem „Schiedsgericht““ —iert be⸗
deutend an Interesse. Die Türkei hat sich anfänglich glane
freundlicher gezeigt, um die Gehäßigkeit der Ablehnun hrie⸗
henland zu werfen; jetzt aber scheint die wahre Gesi doch
um Dinchbruch gekommen zu sein. Denn aus Konstant wird
gemeldet, daß am 17. Dez. die Botschafter der Mäch zlich
zer Pforte die Annahme des Schiedsgerichts empfehlen. Vei den
Finwendungen würkischerseits gelte aber eine Ablehnung des Vor⸗
chlags der Mächte für wahrscheinlich.

Die griechische Kammer nahm den Vertrag bezüglich der
»ayerischen Schuld an. Wann's aber an's Zahlen geht, das wissen
ie Gotier. aäbdafri

Finer Meldung der „Times“ aus Durban (Südafrika)

Vermischtes.

f Vom 1. Januar 1881 an findet, wie bereits *rüher mit⸗
getheilt wurde, der Verkauf der bayerischer Gebühren⸗ (Siempel⸗)
Marken bei sämmtlichen Postanstalten Statt. Die Abgabe erfolgt
um Briefaufgabeschalter während der festgesetzten Dienststunden.
zür die Gebührenmarken ist nur deren Nennwerth zu entrichten.
die Postanstalten befassen sich lediglich mit dem Verkaufe derselben
ind liegt ihnen dabei Aufschlußertheilung über deren Verwendung
nicht ob. Ein Umtausch verdorbener, sowie eine Rückvergütung
u viel verwendeter Gebühren⸗, bezw. Stempelmarken findet in der
RKegel nicht Statt, und find in besonderen Fällen bezügliche Gesuche
ur Einholung der Genehmigung des k. Staatsministeriums der
zinanzen an die einschlägige k. Kreisregierung zu richten.

F. Das pfälzissche Beamtenthum war im Justize und
zinanzfach bisher von einer Konkurrenz mit jenem des jenseitigen
Zahern befreit, d. h. jenseitige Beamten wurden selten in die Pfalz
zersetzt. Im Finanzfache ist nun, wie die „Frkf. Ztg.“ meldet,
nit diesem System gebrochen, da bereits mehrere jenfenige Beamte
ur Finanzkammer der Regierung in Speier versetzt worden sind.
In einem Theil der jenseitigen Presse wird nunmehr das Ver—
angen ausgesprochen, den Abschluß des pfälzischen „Ländchens“
nuch für die Richterbeamten aufzuheben, da der Pfal, sämmtliche
Besetze mit Ausnahme des Zivilrechts mit dem übrigen Bahern
gemeinsam sind.

F Nutzt es Nichts, so schadet es wohl auch Nichts, wenn
vir davor warnen, in der Reujahrsnacht Unfug, insbesondere
»urch Schießen, zu verüben. Nebenbei sei auch daran erinnert,
aß schon gar Viele für ihr ganzes Leben dadurch unglücklich ge⸗
vorden sind, daß sie beim Gebrauch von Schußwaffen entweder
ich oder andere schwer verletzt haben.

F Der Konig hat die Vornahme einer Sammlung frei—
villiger, Gaben in den protest. Pfarreien'des
zanzen Königreichs zum Besten der deutschen
»rotestantischen Kirchengemeinden zu Paris
nn der Weise genehmigt, daß a) in den Dgierdngehezinten Fat
Ifalz die protestantischen Pfarrämter zu diesem Behuf eine Ar—
henkollelte einzuheben haben; b) in den Regierungsbezirken rechts
es Rheins aber den protestantischen Pfarrämtern gestattet werde,
hren Gemeinden von der hilfsbedürftigen Vage der deutschen pro—
estantischen Kirchengemeinden in Paris Kenntniß zu geben und
ich zur Empfangnahme freiwilliger Gaben für dieselben zu erbie⸗
en. Die Frist zur Durchführung dieser Sammlung wurde bis
x5ẽnde Mai 1881 erstreckt.

F Bei der unterm vor. Samstag im Reviere Eppenbrunn
ibgehaltenen Treibjagd wurden von circa 14 Schützen und unge—
ähr 20 Treibern in Summa Summarum ein Hase und ein Fuchs
rlegt. Theueres Hasenragout.

F Das Hotel Karlsberg in Kaiserslautern wird
Montag, 14. Febr., Nachmittags 2 Uhr im Gasthaus zur Post
aselbst, auf Betreiben der Rheinischen Hypothekenbank in Mann⸗
eim, öffentlich versteigert.

Der bekannte Amerikareisende Dr. Friedr. UNook, ein ge⸗
zorener Bergzaberer, ist auf einer Reise durch das Innere
Ifrika's gestorben.

F Wie der „Land. Anz.“ hört, ist die Ehefrau des Hufe
hmieds Kern in Rußdorf, welche sich am 18. ds. mit ihren
rei Kindern im Pfuhlloch zu ertränken suchte, am 24. ds. der
chweren Erkrankung, welche sie sich dabei zugezogen, erlegen.

* Am 2. Januar wird in Bobenheim (zwischen Worms
ind Frankenthal) eine Vollsversammlung der katholisch⸗konservativen
hartei der Pfalz stattfinden. Als Redner treten auf Dr. Siben
von Deidesheim und Dr. Jäger, Redacteur der „Pf. Ztg.“ von
„Speyer.

Wie das „Mainzer Journal“ aus Mainz berichtet, wäre
        <pb n="820" />
        vctty vegen

atergebeu Ned entlassen

Auptmann einẽes o. nanterie⸗Regiments

Hnlichen Vergehens in untersuchung stehen.

ener Kasfenschrank. In einer der letzten

sGeihnachten wurde in dem Stationsgebäude der Hes⸗

uowigsbahn zu Gernsheim ein frecher Diebstahl aus⸗

ührt, indem der Kassenschrank sammt Inhalt gestohlen wurde.

Die Diebe waren durch ein Fenster eingedrungen, hatten den Schrank

mittelst Walzen vor die von ihnen geöͤffnete Thür gebracht und

hon dort auf einem der Bahn gehörigen Transportkarren in eine

etwa 100 Schritt entfernte, beim Bahnbau entstandene Grube ge⸗

worfen. Unter Zuhlilfenahme verschiedener Werkzeuge, welche einer

am Bahnhofe befindlichen Steinhauer-Werkstätte entnommen waren,

wurde der Boden des Schrankes eingeschlagen und dieser seines

Inhaltes (circa 500 Mark) bis auf circa 90. Mark, welche durch
—VV erreichen waren, beraubt.

4Der Betrieb auf der Mos el bahm ist in Folge der an

mehreren Stellen erfolgten Dammrutschungen großen Theils ein⸗

gestellt worden.

4 Die Eisenbahnunfälle mehren sich in jüngster Zeit in be—
denklicher Weise. Am Weihnachtsabend ereignete sich ein solcher
wischen Heidelberg und Neckarelz auf der Heidelberg⸗Würzburger
inie, indem ein Personenzug entgleiste und mehrere Wagen da⸗
durch zertrümmert wurden. Zwei Personen wurden getödtet, eine
größere Anzahl erlitt theils schwere theils leichtere Verletzungen.

F Auf dem Lebensmittelmarkte zu Stuttgart waren am
283. Schneden und Hopfentriebe, Spargel und Trauben neben ein⸗
ander erschienen. Maiblümchen waren ziemlich zahlreich angeboten.

In Stuttgart tagten am Montag gegen 400 würt⸗
tembergische Brauereibesitzer, um über die Schritte gegen die be—
absichtigte Malzsteuererhöhung zu berathen. (Wird ihnen wohl
bensowenig helfen wie s. Z. ihren bayerischen Kollegen.)

PMüunchen. Der Konig hat genehmigt, daß aus dem

Branniwein⸗Nachsteuer⸗Erträgnisse, welches den budgetmäßigen Vor⸗
anschlag bedeutend übersteigt. eine beträchtliche Summe an das
zetheiligte Unterpersonal des Zoll- und Aufschlagdienstes als Re⸗
nunerdtion zur Anerkennung für die bei dieser außerordentlichen
Dienstleistung an den Tag gelegte lobenswerthe Pflichterfüllung zur
Lertheilung gelange.

pParis, 28. Dez. In verwichener Nacht wurden aus
der Sacristei der Kirche Notre Dame de Lorette 30,000 Frks. ge⸗
tohlen, die für die katholischen Jesuiten gesammelt worden waren.

Am Weihnachtstage stürzte in einem Dörfchen im Departe—
nent Tarn⸗Garoune während der Vesper das Gewölbe der Kirche
ein; 5 Menschen wurden getödtet, 80 verwundet.

Zu Saint-Etslenne (Frankreich) fand am 27. Dez.
n einer Kohlengrube eine Erplosion schlagender Wetter Statt; es
ind bereits 11 Leichen herausgeschafft.

In Mailand und Florenz wurden während der
Feiertage je zwei hoch elegant auftretende Agenten (Russe und
Ämerikaner) einer über Europa und Amerika verbreiteten interna—
ionalen Fälschergesellschaft von Rententiteln aller Länder abgefaßt.
—AD sich.

4Ein furchibares Eisenbahn⸗Unglück hat sich in Rußland
ruf der Strecke Tamboff⸗Saratoff ereignet, indem eine Brücke unter
zer Last eines über dieselbe fahrenden Eisenbahnzuges zusammen⸗
türzte, wodurch zwei mit Passagieren besetzte Waggons in die
Tiefe stürzten und total zerschmetterten.

F Paul Dehn veröffentlicht in Hirth's „Analen des deutschen
steichs“ Haushaltungsstudien. Darin ist u. A. gesagt,
zaß die handarbeitenden Klassen in München von ihrem Ein—
ommen durchschnittlich GCS—64 Proz. für Nahrung gebrauchen,
ind hievon treffen aliein 20—80 Proz. auf Bier; 1878 trafen
n Muͤnchen auf den Kopf durchschnittlich 428 Liter Bier im Be⸗
rag von 107 Mark; an Fleisch und Brod wurde per Kopf für
260 Mark konsumirt.

Fg die Adaciion veraniworilich· J. Xx. He me ß.

— — — ü ⏑
Holzversteigerung
aus den Staatswaldungen des
Forstrevieres St. Ingbert.

Montag, den 10. Januar
1881, Vormittags 10 Uhr im
Saale des Herrn Oberhauser

zu St. Ingbert.
Schlag: Kühunter und Zuf.
Ergebnisse.
13 Stck. eichen Stämme 4. u.
5. Klasse;
13 1, buchen Stämme2. 1

und 3. Klasse;
12 Sick. aspen, birken und
ahorn Stämme 1. u.
2. Klasse;
10 1, Kifern Stämme 3.
Klasse;
3623, eichen Wagnerstangen
I. u. 2. Klasse;
380 Sier buchen, eichen, birken
u. aspen Scheit⸗ und
Prügelholz.
St. Ingbert, 29. Dez. 1880.
Fuchs, k. Revierverweser.

Von Samstag auf Sonn⸗
tag

Ein Ladenlokal nebst
Wohnung, sofort beziehbar,
hat zu vermiethen

Joh. Weirich.
Frau Hager hat Klee und
Wießenhen zu verkaufen.
Neujahrs-
Gratulationskarten
werden angefertigt in der Buch⸗
druckerei von F. X. DemenK.

Tanzmusik
ei Pet. Schweitzer.
Samstag, von Nachmiieg
Uhr an
Tanzmusik

3

ei Veter Jung.

* νααα
Herzogl. Braunschweigische
andesLotterie,
vom Staate genehmigt und garantirt.
Dieselbe besteht aus 94,000 Original⸗Loosen und 48,000
Gewinnen.

Auszug
aus den Registern des Standesamts
St. Ingbert pro Monat Nov. 1880.
A. Geburten.

Am 1. Nov. Wilhelmina, T. v.
Nikolaus Tietrich Wtw. Josef, S.
b. Josef Leonhardt. 3. Rosina, T.
o Johunn Luckas. Richard, S. v.
Beorg Nikolaus Klein. Charlotta, T.
v. Peter Kreischer. Josef, S v. Jakob
Fichter. 4. Johann S. Johann De—⸗
arm. Christian, S. o. Ftiedrich König.
5. Jakob. S. v. Joh. Jos
Maria Margar., T. v. Jakob Cm.
jardt. 6. Jakob, S. v. Jalob Frisch.
J. fatharina, T. v. Peter Wagner.
3. Nikolaus, S. v. Nikolaus Rohe.
Maria, T. v. Alois Sieber. 10. Eli⸗
sabetha, T. v. Wilhelm Benner. Mag⸗
dalena, T. v. Ludwig Peter Stalter.
12. Karl, S. o. Joh. Selzer. 13.
Andreas, S v. Johonn Strehle. Lud.
S. v. Lud. Fichter. Thomas, S. v. Frz.
Arnu. 16. Maria, T. v. Joh. Stein⸗
berger. 17. Otto, S. v. Ludwig
Mercker. 18. Josef, S. v. Wendel
Schmitt. 29. Peter Jakob, S. v.
Christian Gebhardt. 21. Maria, T.
o. Georg Schwarz. 22. Adolf, S.
o. Johmn Uhl. 24. Anna, T. v.
Peter Schwerdt. 25. Jakob Peter,
S. v. Michael Hien. Johann Karl,
S. v. Wilhelm Scheibel. 26. Maria,
T. v. Johann Adam Reif. Katha⸗
rina, Tuv. Franz Klein. Katharina
Philippina, T. v. Jalkob Kreischer.
Maria, T. v. Johann Nau. 28.
Mathilde Charlotta, T. v. Johann
Gunther.

B. Eheschließungen.
Am 9. Nov. Peter Duby mit

Magdalena Schmitz Jakob Braun
mit Karolina Vick. 11. Jakob Rohe
mit Katharina Wallaches. 13. An⸗
dreas Leßmeister mit Louisa Hoffmann
16. Hermann Friedrich Christia
Dölter⸗mit Bertha Oberhauser. 18.
Friedrich Michaely, mit Elisabetha
sau. Peter Paul mit Franziska
Menges. 28. Josef Hellenthal mit
Maria Theresia Hager. 30. Georg
diefer mit Elisabetha Selgrad.
O. Sterbfälle.
Nav. Frerra 9.
swald. 4. Elisabetha
ε iee von Johann
Mengen. 6. Georg Wack 42 J. a.,
Fhemann von Lina Wenz. 9. Phi⸗
ippina 8. J. a., T. v. Georg Folz.
11. Maria 1 J. a., T. v. Christian
Becker. 12. Margaretha Preßmann
55 Jahre a., Wittwe von Withelm
Schmelzer. 14. FJriedrich Birkelbach
31 J. a., ledig. Andreas 2 T. a.
5. v. Ichann Strehle. Christina 1
J. a. T. v. Christian Kellmeier. 16.
ẽlisabetha 4 Mt. a., T. v. Johann
Stalter. Bernhard 2 J. a., S. v.
Johann Josef Peters. 24. Katharina
JIJ. a., T. v. Nikolaus Hager. Eli⸗
aabetha Neumann 41 J. a., Ebefr.
o. Hrch. Stief. Magdalena Hellenthal
58 J. a. ledig. 26. Peter 7 Mi. a.,
S. v. Peter Thomas. 28. Elisabetha
18 Tg. a., T. v. Wilhelm Benner.
Margaretha 1 J. a., T. v. Peter
dager. 30. Elisabetha Schneider 36
J. a., Wittwe v. Karl Schöfsfler.
St. Ingbert, 16. Dez. 1880.
Der Standesbeamte:
I uster.

1 Haupitreffer ed. 450,000, 2,000.
300.000. 060
150,000, 3000,
00.000, 3000,
75,000, 000,
O,000, 00,
2090, 3000,
W,C90, 2009,
25,000, 1000
20,000, „500
„15,000,1
Reichs-Mark u. s. w.
Die erste Ziehung findet statt
am 13. uùnd I4. Januar I8681,
zu welcher 8 Original⸗Loose

Goanze Halbe Viortol Aohtol

16 Mk. 8Mkt. 4 Mk. 2 Mlk.
gegen Einsendung des Betrages oder Postvorschuß versende.

Jeder Spieler erbält diß niken ratis.

*84
Landes⸗ Votterie
,.

Druck und Verlag von F. X. Demes in St. Ingbert.

u
— —

— —
        <pb n="821" />
        4
*

* * * 22 — 5223252 222 ——2
33832533 253 3258 5823 388 55655
—5535 568 853 — ss 885
* — 8 3:3 83.4
——— * * S.. 53
——555775 32 5 585 s268 355 36 *
5 3 555 8353 33 388 —58— 8383 23
* · c 2 — 8 8 —— 88 * —A
— —2 853 * * 3 * F
2338 3 638 37
2—7 *—833— 2* 3558*—83 * 55 232
22 .2 83 2* 8 22 2— — 2272 22 3
— 5—— 535—85 2 3232 S.2 —— 55 33 —H
z358355 — —23 858 — 53 7 —.
3 5 3 5 33 —33* 4133335
52 28 —E — 2 — — 73 2 8
2 —— — —A 5 2 5 — * 217 —— *
— s584 —
— —3 * J — — *— 8
32 55 2—353 5 3523353
— 88B8322 333 —2— ——25 52 258585 3355 835 33832
2725— —à8— 52 —5 83 37 52 2 235 25 2532 *
—2732355 5 33332588 z5 —
522 — 3 — 32 S2 * 2 S 3Z22T * C — — 25 —
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—A— 5. 83—82 8 — 22—325 5228—5 — ——
322 750 ——— * —— 22 855 3— —2 8 382358 25
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25333323—8555 ——3 ——— —8568 3 3
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533555—5 35535 358 33 32
— * —— 8 S. *
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— *53533 322 3 3 33
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—3538—23—82552 — 3252 2 8 52 5 34* —582— —— —
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— * —5 — —— A ——— —A
—— 35388 38 5 2 22* * — 3238 D —
— 335357 55825 3383355235 58
538 387— 523837 2535 5355 5283 252 38 ———— J
2 — — —— — —A — — 2— 2 2 82 3 — ——
J ————
J 2 — 8 3— * 2 55 — 5 2 —25 —
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5 — — — , —8 8 2.* D 5 — 32 3 ð· —2 A2 35 5
533823 —33325 55 22 —— — —— e
53235 53825383 3 25555 5 2 73 2 255 557
7. 53532 3552338 — 2 2 * 3585* 253335 3557
33833355 J —— F
* ——— 233 532335 — — 323 — * *58 2355
25* 35333587 232 28 27 —— D —A
75 — s 5723 2* s4 5 53 ——
— —— 3338533587 A 385325
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235 —F —— 57 — —

235*8 2— 22238 — —

.28 * 33 3 5223 — 25585*

222 55 15373 585235 2 538
258 88 J V——— 35535355 3 5—833
2538 63*8 355 5 222* 738553 82338 —————

—2 — 2 * — 38 — 32 —8*8 —8 * 2 55 2 — * 25 228 —*
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2 2 353 52 2 —⸗ *2 — — 3 — 7 ⸗ 2 — —*
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28 324385232 538385 ——— 55 285 53
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*8 3 58535 —5355 —2 3*7 2 — —

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* 8 —2 —8* 8 22 8 — 5 *2325 — — — 5 —— 8 8
.3 4 * —A 8 — 2255 A 25055 8 5585 ——

73 23 338 32 22228 —8 8 5 3 5 22
8 — ———— A

* * 22 —2 3 22 59 —5
— *25 25 8 23 8 5868
— — 327 8 E B22* — 82 * 5 — 8 gr — 3— —

F 8* 22 2 5 —8 2 * * 25 — 22 —A — 982 — 2
Zu2 * — 2 583 8 8* 5 N —E 227 8 —— —B — E
2 523 *2 8 — —* 52258 7. 23 7 5255 * 525 M *

52 2 2 —5852* * 2526 * — E 8 *
—.3 2 — —A— ——— 5555 * 26 —ñ—e * 8 — —2 2*

* — * ⁊ —8 52 8 — 27 * 2 25 53 2
84 2 355 285 535383 25278 5*522 255833—25 —A 8 —
383 55533557 ——— 22 25333 55 —cES — ——— —A

* 32 A 2 52 —A— — — 5 *52222
—8— S52 — — 18 — 22* 83 52 82 55323—55—

—— 8 2—5 —z*5527 52 —A——— D A —2 —5—53 2 52B*
2 * 25355 s 3833 3 2322 — —53 RKA 23235

* 55— 555 z332 —A—— — 32838 *
——3333 235 — 353 3338* —83 3
— — 2 552525 3 2 * — 5358 ——55 25

— a — 5533535852
* 5 — 3 288 * * — 5332855 *

I — 32 28—z3*232— 288

73838323 — — 5*8

3735335 * 828485

233*83353 33

5538 328
        <pb n="822" />
        22 7
— 22 523
3383*3737
—
—3383833 23383—
28 83. 2533 2333383
3 23333338 — *52232
—3333535 33335 2542383
J 25538 3353 — ; S — 33538
5322535 —3233— 23223 355*8 83 *3
5353535 * 2 — — —2 — 22 —2
3 8333358 332*3. *
*335 8* —558358 — * *3
*—33 8 * — 258328 235—5. 5—
2*8 — — 23 2 323528 7532323
— Is 7
** 58 A 223 25335* 2 *5
28 28 — — 2 — *28* M *3 —
—— ———
*2.3 3. 8* 338* —— 3 6 — —
— 2 — —*8 2 2338 4339 5522
— 35533*5 —2 * .3.* 353 33533
—233— 35333 5* *25233538 ẽ AA
35 3. 2 8 —— 5223 — S. 9
— * * 2*2 JI¶ —AA 3 3833 —
3.8 ——— —E —— 33338535
— 55B— 33593335 22 —532 228
——— 7* —A 2* 8 — . 2 — * 2223 87 AX 33—
J — 1533233 ——
8 3 — — 523 88 —— — 3222 3— 55
25353532 358335 57 — ———— 3. 2. 1. * RC
34— ——3 ** 3S7 — 322 3 ——— 352. ·522 —5——
2233 —— *3 223 * 385 s33333* 255533 —— 8
523355 3.5 *8X5 —— *3353338 8883 283
35323333 —— —— * — 33 35 22 2 255238
* 2 5 2535 * 52 —52 553832 8 95 332 58 3 23353
2 — — 2 ** 582 32 *X22 . — 38
7* * 228 8 * 22 *5 3 — 2 2 2212
5 33. 5 *8 — 5— 53— * 38213 *523 5332 —X
*253.3358 38* — — —3 233 S⁊ x S — — . *8 —
**. 33332855 *53*23 32 55 0 753 537* 4
553 232. XE 538 235 333333383
2 * 8 *55 23 —23 325 2235 8* * 3538
33 4235355 —— 253 *237
⸗ 5 x * c
336 — 33
— 12332335 — 3332532333
* ⸗ 22 X * — v
258 23 355733553
S2258 3333753
*588 55355
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3328533333 ———
Is 3333333 3255
* 8. 3 2823523 53 8
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3 *8 —9— n —
333833838 323 82738
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73 83533535385337 45
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3 * — 8 * *
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135823323 8533 225552538
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2
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22 22 R
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253538 e— 233355 3533
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57 3 23 5 229 7T* * 77
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* — 2 —2 * 2 *
323335 75 382
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53358 53385 — 233338
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—— 3 33 38 —2 8
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22333 — 525835 5333 35223 52 75538 27
727* 8 2 — 2*
2333333 34 22 3385 783887 3*
23838 33*2 335 — 3333. 523 322368*
— ——— 55,533 —S 2*
22 53. 23 —XX m*5 252 2532.7 —72 *
2* —55 222 2 * 27 —* 22 2 25 5 *
* 35555 55 * 25272328 — 3. * * 3*
282 533233 2 3 22 — 422 2
⁊ S23— 2 23. — 22 222 7 22
— 23 5* * 2858 523 2 F
— 2* 363.5 t; 3352 — 87 **
223 52 2 — 2.28 *
A 23 —357 *
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2 2 358 3 3 3552 355 3 75 —A—
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—A—— 323 5533*58833* 555588 233283
—— — — 2857 535 53553 55—33 —
3833* 3342 3 3 7 233527
* 2* — — *7 — — 23 —2 *3 —— —— —
2325 * 2232555 33 383233353 23 *52532*
7853523 2353 3—3, 3339 533633
* 3 —2 — —— 3z3338885 235335358 — 32378
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48 22 —2—4 0 * — 2* * 23
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* 23 3 —— 231 2 222,3 03 3332.*8 2*
2 3 X * 333 ã5m8 23 25 12 252 552 7
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X
7
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        Neigen ausführen werden, dem am Schlusse ein lebendes Bild, dem
Charakter des —* und der Sache entsprechend, sich anschließen wird.
FSpeyer, 19. Aug. Heute wurde die Einnehmerei⸗Prüf⸗
ung beendigt. Derselben unterzogen fich nicht weniger als 86
Candidaten. (Sp. 3.)
— Der Herr Bischof von Speher hat soeben ein Hirten⸗
schreiben, gelegentlich der 700jährigen Jubelfeier des bayerischen
Fürstenhauses, an seine Bisthumsangehörigen erlassen, welches am
Sonntag den 22. ds. Mis. in allen Pfarrkirchen der Diöcese, ver⸗
lesen werden soll. In demselben gedenkt der Oberhirte all' der
Segnungen und Großthaten königlicher Huld, die das ruhmvolle
Wutelsbacher Herrschergeschlecht seit einer so langen Reihe von Jahren
üͤber unser Land und das Bisthum Speyer ausgebreitet hat. Er
fordert auf zum Gebet für den erhabenen Monarchen, der als König
hon Gotles Gnaden das Land regiert und zur Erfüllung aller
patriotischen Pflichten. Bezüglich der kirchlichen Feier des Jubel⸗
festes wurde Folgendes verordnet: 1. Am Vorabend, am 24. Aug.,
ist das Jubelfest durch ein hastündiges Geläute mit allen Glocken
anzukündigen. Das Gleiche hat am 1. Festtage in der Frühe,
Mittags und Abends und am 2. Festtage in der Frühe zu ge—
schehen. 2. Am Mittwoch den 25. August, zugleich dem Geburts⸗
und Namensfeste Seiner Majestät, soll in allen Pfarrkirchen ein
feierliches Hochamt gehalten, und nach demselben das Te deum
gesungen werden. 8. Am Donnerstag den 26. August ist eben⸗
falls in allen Pfarrkirchen für alle katholischen Fürsten und Mit—
— 53 des Regentenhauses, die 2 — 4 sind, ein feier⸗
uͤches Requiem zu halten. (Dürkh. Anz. ß a. T.
Zu der Affäre Hassselmann meldet jetzt in der vre sur eengeuker ·u
Hamburger „Gerichtsztg.“ dessen früherer Reichstagscollege, Herr wie vor die besuchteste unter allen derartigen
Slos, er konne altenmaßig konstatiren, daß Hasselmann mit Hinter⸗ hie Bericht zeigt eine Schülerzahl von 405
lassung bedeutender Wechselschulden, die er zum Theil bei aus V eer D
Berlin ausgewiesenen Sozialdemokraten kontrahirte, geflohen sei. wn sich ge und deren Eniern amn wen-
Nachträglich meldeten sich auch zwei Hamburger Wirthe, bei denen Fabrikdirektoren, Ingenieure, Gewerbetrei—
Hasselmann mit seinem Intimus Schneidt Zechschulden bis zu — deeer en hon Deeeee
t ü echiuschen unn invugtirater zrisen na rauen genie
e — *84 Enthüllungen Das aus dem —*2 —— ge byꝑe ainseatbeiteles 8
Eßfalzgau⸗Ausstellung in Ma nnheim.), Die umfang. der 8 ne zu dem am 14. PDiober c. beginnenden Winterkurse
reichen und soͤwierigen Arbeiten der Herren Preigrichter sind nun⸗ 1 sowie dem anentgeldlichen Vorunterrichte versendet die Direltion gratis. m.

Janzen 622 Aussteller prümiirt worden,
zuͤerkannt wurden 86 goldene, 148
me und 219 ehrenvolle Erwähnungen.
in Frankfuri Statt gehabten
OD,O00 M. berechnet, wovon ein Theil
zrunglückten überwiesen werden soll.
berschlesien schlug bei einem Gewitter
lesdienste am vorigen Sonntag in die
3 Mädchen und verletzte noch mehrere
J in der Kirche verweilten.
labstrompeters, die dessen Adresse nicht
elben einen Liebesbrief unter folgender
an den großen Blaser, der über allen
Gäulen.““ Richtig gelangte auch durch
den Postbeamien der Brief an seine

Sonntag den 22. August
hei günstiger Witterung
Waldvartie

Arbeiterbildungs⸗Verein.
— Zur Feier des Wittels«bach⸗ Ju bilaums —
Gesellige Unterhaltung,
Dienstag, 24. August,
Apende 8 Uhr ba Frau Voller Mosephsthah).
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werren In diefem 541 Seiten siatker.
Derte findet ein Jeder, gleichviel an
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sen oft selbst Cchwerkranke
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Zu haben in allen Buchhandl.

Geora Jun—
Druck und Verlag von F. X. Demeß in St. Ingbert.
GSiezu „Illnstriries Sonntaasblatt““ Mr. 8.
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