Sl. Ingberler Anzeiger. Der St. Jugberter Anzeitger und das (2 mal wöchentlich) mit dem Hauptblatte verbundene Unterhaltungsblatt. (Sonntags mit illustrirter Bei lage) —XX Donnerstag, Samstag und Sonntag. Der Abonnementsvreis betragt viertelijahrlich 1AM 40 — einschließlich Trägerlohn; durch die Post bezogen 1I A 60 H, einschließlich 420 Zustellgebuhr. Anzeigen werden mit 10 , von Auswärts mit 15 S fuür die viergespaltene Zeile Blatischrist oder deren Raum, Reclamen mit 30 pro Zeile berechnet. —AR Dienstag, den 26. April 2 1881. Deutsches Neich. i (Bayerischer Landtag.) Die Steuerstala, welche zu— gleich mit der am Donnerstag in der Kammer der Reichsräthe er— folgten Annahme des Einkommensteuer⸗Gesetzes angenommen worden ist, lautet folgendermaßen: Klasse Einkommen Steuerbetrag 1. bis zu 400 steuerfrei. 2. über 400 bis 550, —A 3., 550, 770, 2 80, 4. . 700, 850, 3 50, 5. 850, 1000, 30, 6. 1000, 1200, — , 7. , 1200, 1400, „20, 8., 1400 , 1600, 40, 9. „1600 , 1800, „20, 10. , 1800, 2000, ,60 II., 2000, 2250, — „ 12., 2250 , 2500, ——— 13. , 2500, 2750, „50, 14., 2750 , 3000, „50, 15. , 3000, 3500, — , 16., 83500, 4000, — „ 17. , 4000, 4500, „— , 18. , 4500 , 58000, 63, — , 19., 5000, 6000, 75 — und so fort in der Weise, daß jede weiteren 2000 M eine weitere slasse mit einer Steuervermehrung von je 30 M. bilden. Wie aus Hamburg berichtet wird, ist ein Uebereinkommen wischen dem Hamburger Senat und der Reichsregierung über den Anschluß Hamburgs an den Zollverein bis auf die nothwen— digen Formalitäten zum Abschluß gebracht. Der Eintritt in den Zollberband wird auf sechs Jahre hinausgeschoben. Der Staat übernimmt auf seine Kosten die Anlage der erforderlich werdenden Baulichkeiten, wie Docks und Entrepots. Hamburg verpflichtet sich dagegen, während dieser sechs Jahre alljährlich 15,000,000 Mk. als Pauschalsumme für diese Einrichtungen und die Zoll⸗Aversional- jummen an die Reichsregierung zu zahlen. Bismarck konferierte mit dem russischen Botschafter Saburow in den letzten Tagen wiederholt wegen des internationalen Vorgehens gegen die Nihilisten. Der „Reichsanzeiger“ verössentlicht den Text einer schon im borigen Jahre abgeschlossenen, jetzt aber erst ratifizierten Ueberein⸗ kunft zwischen Deutschland und Frankreich wegen Be⸗ willigung des Armenrechts. Diese Uebereinkunft tritt für Bayern an Stelle des bayerisch⸗-französischen Vertrags vom 11. März 1870. Ihr erster Artikel lautet: Deutsche werden in Frankreich und Franzosen in Deutschland unter den⸗ selben Bedingungen und gesetzlichen Voraussezungen zum Ärmenrechte zuge⸗ lafsen, wie die Angehörigen des betreffenden Landes, in welchem die Bewillig⸗ ung des Armenrechts nachgesucht wird.“ Ausland. Nach einer Meldung der „Nationalzeitung“ wird die Münz⸗ tonferenz zu Paris nach der jetzt vorliegenden Haltung der aus⸗ schlagenden Mächte als vollständig aussichtslos betrachtet und dürfte in kürzester Frist vertagt oder geschlossen werden. Rußland soll den Mächten zur Berathung über die Mit- del wegen Bekämpfung der revolutionären Bestrebungen eine Con⸗ ferenz vorgeschlagen haben. Ob außer in Berlin und Wien diese Absicht auch in Rom, London und Paris Zustimmung finden dürfte, ist mit Rücksicht auf die Gesetzgebung und politischen Ver— Jälimisse in Jialien, Großbritannien und Frankreich zweifelhaft. Einstweilen will Rußland zunächst die Schweiz mürbe machen, weil diese das Ashlrecht nicht beschränken will, bez. kann. Es jollen nämlich auf schweizerische Waaren in Rußland so hohe Zölle gelegt werden, daß deren Einfuhr kaum noch möglich ist. Edel wäre dies freilich von Rußland gerade nicht gehandelt; doch Je— e sich, wie er kann — Rußtand ist groß und die Schweiz st klein. nen petitionirt, aus Vertretern der Landwirthschaft, der Industrie und des Handels bestehend. Durch Ministerialbescheid war aber die nachgesuchte Einrichtung abschlägig beschieden worden. Neuer⸗ dings ist nun ein solcher Eisenbahnbeirath für die bayerischen Bahs nen geschaffen worden. Nur die Pfalz wurde ausgenommen, weil die geographische Lage, die Verschiedenheit des Verwaltungssystems und der Verkehrsinteressen dies nöthig machten und außerdem die Schaffung eines solchen Eisenbahnbeirathes nicht ohne Eingriff in die satzungsmäßigen Rechte des Verwaltungsraihes der Pfälzischen Fisenbahnen sich durchführen ließe. Die königi. Staatsregierung mpfiehlt aber dem Verwaltungsrath, sich, wie bisher, in enger Fühlung mit den Vertretungskoörpern des Handels, der Industrie, der Gewerbe, sowie der Landwirthschaft zu haleen. — F Zu der Prüfung fuür den Dienst der Pfälz. Bahnen, die am Samstag zu Ende ging, hatten sich 116 Bewerber gemeldet, von welchen aber 16 wegen mangelnden Alters ꝛc. zu derselben nicht zugelassen wurden. J F In den Einlauf der Abgeordnetenkammer gelangte neuer⸗ lich eine Petition des Gemeinderathes von Gershe im, Kan— tons Blieskastel, betreffs Abgabe von Streumaterial aus der Ge⸗ neindewaldung. — . Dem Vernehmen nach werden sich zu der wahrscheinlich Mitte Mai Stati findenden Fahnenweihe des in Zwei— brücken garnisonirenden 2. Bataillons des neuformirten 18. Inf.⸗Regiments Hr. General v. Orff, Kommandeur des 2. »ayer. Armeekorps, und Hr. Generallieutenant Frhr. v. Horn einfinden. WM . Die diesjährige unter großer Betheiligung Statt gehabte Zeneralversammlung des Bezirkssängerbundes 8w eibrücken eschloß, das Sängerfest am Pfingstmontag den 9. Juni in dornbach abzuhalten. Der Bund zahlt gegenwärtig 18 Vereine mit ca. 500 Sängern. Da sich der Festausschuß sowie die Ge— neindevertretung der Stadt Hornbach der Sache sehr warm ainnehmen, so stehen den Festbesuchern ein paar fröhliche Stunden Hevor, vorausgesetzt, daß dem schönen Bündniß der Sänger sich die Allianz eines freundlich gesinnten Himmels zugesellt. — F Die Würzburger Dombau⸗Lotterie ist den HH. A. und B. Schuler in Zweibrücken übertragen worden; die Ziehung soll noch yor Ende dieses Jahres erfolgen. F Wie die „S. Pr.“ wissen will, wäre im Wahlbezirk Zwe i⸗ brücken⸗Pirmasens an Stelle des eine Wiederwahl ab⸗ lehnenden Herr Oberstlandesgerichtsrathes Schmidt Herr Bürger⸗ meister Märker von Zweibrücken als Kandidat für den Reichsiag ausersehen. F Emil Glossier in Frankenthal erhielt ein Patent auf einen Kohlensparer; es soll durch denselben das selbstthätige Aus— chwemmen der Asche aus den Brennmaterial⸗Rückständen der Zim⸗ neröfen und die Wiedergewinnung der darin enthaltenen noch brenn⸗ haren Bestandtheile erreicht werden. Der Erfinder gibt die dadurch zewirkte Ersparniß an Brennmaterial auf 15 pCt. an, abgesehen davon, daß Zimmergarnituren, Vorhänge ꝛc. länger halten, weil fie nicht inehr durch Aschen- und Kohlenstaub verdorben werden. Die diesjährige Anstellungsprüfung für die protestant. Pfarr- imts⸗Candidaten der Pfalz findt am 22. Juni Jl. J. und an den darauf folgenden Tagen in Speyer statt. Außer Hrn. Con⸗ istorialrath Risch, welcher die Prüfung leitet, sind als Prüfungs- ommissäre berufen, die k. Dekane Wündisch in Germersheim und krieger in Kirchheimbolanden, dann Herr Stadtpfarrer Ney in Speyer. — Als Kuriosum wird die Notiz von Interesse sein, daß von den drei Mitgliedern des neuen badischen Ministeriums Turban strenggläubiger Protestant, der Finanzminister Ellstätter Israelit und der neue Justizminister Nokk Katholik ist. In Uebereinstimmung mit dem kgl. Landgerichte München J, und entgegen der Ansicht des Oberlandesgerichtes Bamberg hat das Oberlandesgericht München ausgesprochen, daß in Baiern abge⸗ chlossene Verträge mit einer in Baiern nicht zugelassenen Versiche⸗ rungsgesellschaft giltig und klagbar seien. Die unterlegene Partei Jat gegen diesen Ausspruch Revision ergriffen. In der legten Sitzung des Reichsgerichts wurde aber die Revision zurückgewiesen, ohin die Ansicht des Oberlandesgerichtes München für richtig erklärt. Vermischtes. F Die pfälzische Handels- und Gewerbekammer hatte bei jer Regierung um einen Eisenbabnbeirath für die pfälzischen Bah⸗